<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Der Hinterhalt</book-title><annotation><p>Der Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten dauert schon �ber hundert Jahre, und ein Ende ist nicht abzusehen.Nachdem Captain John �Black Jack� Geary erfolgreich die Kriegsgefangenen der Allianz befreit hat, muss er feststellen, dass die Syndics mit ihrer m�chtigen Reserve-Flottille angreifen wollen. Ihr Ziel: Gearys Verband ein f�r alle mal zu zerst�ren. Geary springt mit seinen Schiffen von einem Sternensystem zum n�chsten, in der Hoffnung, die unausweichliche Konfrontation zu vermeiden. Bis Saboteure seinen Plan vereiteln�</p></annotation><date value="2011-11-25">2011</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Ralph</first-name><last-name>Sander</last-name></translator><sequence name="Die verschollene Flotte" number="5"/></title-info><src-title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Relentless</book-title><date value="2009-04-01">2009</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>Cosmopilit</nickname></author><program-used>calibre 2.53.0, FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2016-07-31">30.7.2016</date><id>85afefdd-29cb-48b8-bbfb-c24a7f3ee13e</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><book-name>Jack Campbell. Der Hinterhalt</book-name><publisher>Bastei L�bbe</publisher><city>K�ln</city><year>2011</year><isbn>978-3-404-20642-1</isbn></publish-info></description><body><title><p>Jack Campbell</p><p>Der Hinterhalt</p></title><section><title><p>Widmung</p></title><p>F�r Doug Tiller (alias �Hellfire�), einen Mann, der B�cher, Ideen und Menschen liebte, der viele Unterhaltungen mit Leben erf�llte und der seine Frau und uns alle viel zu fr�h verlie�.</p><p>Er wird uns sehr fehlen.</p><empty-line/><p><emphasis>Wie stets f�r S.</emphasis></p></section><section><title><p>Eins</p></title><p>Die Struktur des Schweren Kreuzers <emphasis>Merlon</emphasis> wurde wieder und wieder ersch�ttert, als die H�llenspeere des Syndik-Kriegsschiffs sich in den Rumpf fra�en und ihn durchbohrten. Commander John Geary klammerte sich fest, wo er nur konnte, da die Backbordseite der <emphasis>Merlon</emphasis> von einer Salve Syndik-Kart�tschen getroffen wurde und die massiven Metallkugeln beim Aufprall Teile der Schiffsh�lle praktisch ausl�schten. Mit einer Hand wischte Geary den Schwei� weg, der ihm in die Augen lief, und blinzelte zugleich wegen des Rauchs. Die �berlasteten und St�ck f�r St�ck ausfallenden Lebenserhaltungssysteme schafften es nicht mehr, den Rauch aus der Atmosph�re zu filtern, die noch im Schiff verblieben war. Sein erster Gefechtseinsatz drohte auch sein letzter zu werden. Die <emphasis>Merlon</emphasis> trudelte hilflos durchs All, sie war nicht l�nger in der Lage zu man�vrieren, und w�hrend der Feind weitere Geschosse in den Rumpf jagte, fiel auch noch die letzte H�llenspeer-Batterie aus.</p><p>Es gab nichts mehr, was er noch tun konnte. Es war Zeit zu gehen.</p><p>Geary fluchte, w�hrend er die Klappe �ffnete, hinter der sich die Selbstzerst�rungsautomatik befand, und den Berechtigungscode eintippte. Eine weitere Salve aus H�llenspeeren schnitt sich durch die H�lle in die <emphasis>Merlon</emphasis>, weitere Anzeigen auf der Br�cke erloschen oder wechselten zu einem hektischen Blinken, mit dem schwere Sch�den signalisiert wurden. Geary setzte den Helm auf seinen Schutzanzug und wusste, dass ihm nur noch zehn Minuten bis zur �berladung des Hauptantriebs blieben; dann w�rde die <emphasis>Merlon</emphasis> in einer gewaltigen Explosion vergehen. Dennoch blieb er noch einmal stehen, ehe er die Br�cke verlie�. Er hatte die �brigen Besatzungsmitglieder zu den Rettungskapseln geschickt, als klar war, dass er die letzten noch funktionst�chtigen Waffen bis zu dem Moment allein bedienen konnte, da er die Selbstzerst�rung einleiten musste. Mehr Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen, konnte er f�r die Crew nicht herausholen.</p><p>Aber die <emphasis>Merlon</emphasis> war sein Schiff, und es war f�r ihn ein unertr�glicher Gedanke, sie dem sicheren Tod zu �berlassen.</p><p>Ein weiteres Poltern war zu h�ren, dann �nderte das Schiff die Richtung seines unkontrollierten Flugs durch das All, da es abermals von einer Salve Kart�tschen getroffen worden war. Die Korridore ringsum drehten sich schwindelerregend, Schotten schossen pl�tzlich auf ihn zu, nur um sich dann gleich wieder zur�ckzuziehen, wobei sie ihn mehrmals schmerzhaft trafen. Seine Suche geriet immer hektischer, da er entweder nur leere Andockstellen vorfand, die von den Rettungskapseln bereits verlassen worden waren, oder er auf die �berreste von Kapseln stie�, die noch vor dem Start durch den Feind unbrauchbar geschossen worden waren.</p><p>Dann endlich entdeckte er eine Kapsel, die ein gelbes Statuslicht anzeigte. Das bedeutete, dass sie besch�digt war, doch ihm blieb keine andere Wahl. Er kletterte hinein, schloss die Luke hinter sich, legte die Gurte an und schlug mit der flachen Hand auf den Startknopf. Dann sp�rte er nur zu deutlich, wie er durch die pl�tzliche massive Beschleunigung in seinen Sitz gepresst wurde, w�hrend die Rettungskapsel die im Todeskampf befindliche <emphasis>Merlon</emphasis> verlie�.</p><p>Die Antriebseinheit der Kapsel schaltete sich viel fr�her ab als vorgesehen. Kommunikation war unm�glich, �ber die Steuerd�sen hatte er keine Kontrolle, die Lebenserhaltungssysteme wurden instabil, und schlie�lich neigte sich die Sitzlehne von Gearys Platz automatisch nach hinten, als die Kapsel alle Vorbereitungen traf, um ihn in einen K�lteschlaf zu versetzen, bis die Rettungskapsel geborgen wurde. W�hrend Geary allm�hlich das Bewusstsein verlor, ruhte sein Blick auf den Statusanzeigen der Kapsel, die sich eine nach der anderen abschalteten und in den Ruhemodus wechselten. Er wusste, fr�her oder sp�ter w�rde jemand nach ihm suchen. Die Allianz-Flotte w�rde auf den �berraschungsschlag der Syndikatwelten antworten und die Kontrolle �ber das Gebiet rund um den Stern Grendel zur�ckerlangen. Dann w�rde die Suche nach den �berlebenden der <emphasis>Merlon</emphasis> beginnen, und schon bald sollte man seine Kapsel wiederfinden.</p><p>Als er die Augen aufschlug, sah er zun�chst nur verschwommene Lichter und Schemen. Sein K�rper f�hlte sich an, als sei er mit Eis gef�llt, und nur m�hsam erwachte sein Verstand. Es fiel ihm schwer, einen Gedanken zu fassen. Leute redeten, und er versuchte, etwas davon zu verstehen. Die unscharfen Konturen ver�nderten sich allm�hlich in M�nner und Frauen in Uniform. Ein Mann mit lauter, selbstbewusster Stimme fragte: �Und er ist es tats�chlich? Sie haben die Best�tigung?�</p><p>�Der DNS-Abgleich mit den Flottenaufzeichnungen l�sst keinen Zweifel zu�, antwortete eine andere Stimme, �das ist Captain Geary. Der lange K�lteschlaf hat ihn k�rperlich sehr mitgenommen. Es ist ein Wunder, dass er sich in einer so guten Verfassung befindet. Es ist ein Wunder, dass er das �berhaupt �berlebt hat.�</p><p>�Das ist allerdings ein Wunder�, erkl�rte die erste Stimme vollt�nend. Ein Gesicht kam n�her, Geary blinzelte, um den Mann deutlicher sehen zu k�nnen. Seine Uniform hatte die Farbe der Allianz-Flotte, aber sie wies einige ihm fremde Details auf. Er erkannte die Sterne eines Admirals, doch das Gesicht des Mannes sagte ihm nichts. �Captain Geary?�</p><p>�C � C �Com �man �der � Geary�, brachte er schlie�lich heraus.</p><p>�<emphasis>Captain</emphasis> Geary�, beharrte der Admiral. �Sie wurden bef�rdert.�</p><p>Bef�rdert? Wieso? Wie lange hatte er im K�lteschlaf gelegen? Wo war er?</p><p>�Welches � Schiff?�, keuchte er und schaute sich um. Nach den Dimensionen der Krankenstation zu urteilen, war dieses Schiff deutlich gr��er als die <emphasis>Merlon</emphasis>.</p><p>Der Admiral l�chelte. �Sie befinden sich an Bord des Schlachtkreuzers <emphasis>Dauntless</emphasis>, dem Flaggschiff der Allianz-Flotte.�</p><p>Das machte keinen Sinn. In der Allianz-Flotte gab es keinen Schlachtkreuzer namens <emphasis>Dauntless</emphasis>. �Meine � Crew?�, fragte er bem�ht.</p><p>Der Admiral zeigte eine ernste Miene und ging ein paar Schritte zur�ck, gleichzeitig gab er einer Frau mit den Rangabzeichen eines Captains ein Zeichen. Geary sah sie an, wandte sich dann aber gleich wieder ab, da er ihren ehrfurchtsvollen Gesichtsausdruck nicht ertrug. Au�erdem lenkten ihn die zahlreichen Ehrenabzeichen auf ihrer Uniform ab, die f�r eine F�lle von ausgetragenen Schlachten standen. Welche Schlachten?, fragte er sich. �ber den Abzeichen prangte das Flottenkreuz der Allianz. Geary konnte sich nicht daran erinnern, wann das zum letzten Mal irgendjemandem verliehen worden war.</p><p>�Ich bin Captain Desjani�, stellte sie sich vor. �Befehlshaberin der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Ich bedauere, Ihnen mitteilen zu m�ssen, dass das letzte �berlebende Besatzungsmitglied Ihres Schweren Kreuzers vor gut f�nfundvierzig Jahren gestorben ist.�</p><p>Geary stutzte. F�nfundvierzig Jahre? �Wie � lange?�</p><p>�Captain Geary, Sie haben neunundneunzig Jahre, elf Monate und dreiundzwanzig Tage im K�lteschlaf gelegen. Allein die Tatsache, dass Sie sich als Einziger an Bord der Rettungskapsel befanden, machte es m�glich, dass Sie so lange am Leben blieben.� Sie beschrieb eine spirituelle Geste, die er wiedererkannte. �Dank der Gnade unserer Vorfahren und der lebenden Sterne haben Sie �berlebt, und sind zu uns zur�ckgekehrt.�</p><p>Hundert Jahre? Eine Schockwelle raste durch Gearys tr�ge Gedanken, als er diese Neuigkeit zu verarbeiten versuchte. Dabei lie� er die Frage v�llig au�er Acht, wieso diese Frau seiner R�ckkehr irgendeine religi�se Bedeutung zuschrieb.</p><p>Nachdem jemand anderes an seiner Stelle die schlechten Neuigkeiten �berbracht hatte, stellte sich der Admiral wieder zu ihm und beugte sich freudestrahlend �ber ihn. �Ja, Black Jack, Sie sind zur�ckgekehrt!�</p><p>Den Spitznamen Black Jack hatte er nie gemocht, aber das schien der General nicht zu bemerken, der immer noch redete, als hielte er eine feierliche Ansprache. �Black Jack Geary, auferstanden von den Toten, so wie es in den Legenden prophezeit wurde. Auferstanden, um der Allianz zu helfen, damit sie ihren gr��ten Sieg erringt und diesem Krieg mit den Syndiks ein Ende setzen kann!�</p><p>Auferstanden? Legenden? Nach einem Jahrhundert war der Krieg noch nicht vor�ber?</p><p>Jeder, den er je gekannt hatte, musste inzwischen tot sein.</p><p>Wer waren diese Leute, und f�r wen hielten sie ihn?</p><p>John Geary schreckte in seinem Quartier an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> hoch, starrte die Decke an, atmete schwer und war schwei�gebadet, obwohl da immer noch die Erinnerung an das Eis war, das ihn vor einer Weile noch erf�llt hatte. Es war schon lange her, seit er das letzte Mal an die letzten Augenblicke an Bord der <emphasis>Merlon</emphasis> und an sein Erwachen auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> einhundert Jahre sp�ter hatte denken m�ssen. Er setzte sich auf, rieb seine Stirn und bem�hte sich, die Atmung unter Kontrolle zu bekommen. Ringsum konnte er in der D�sternis die Umrisse seines Quartiers erkennen.</p><p>Der Admiral mit der lauten Stimme war im Heimatsystem der Syndikatwelten gestorben, nachdem sein Plan, diesen Krieg zu gewinnen, sich als Hinterhalt der Syndiks entpuppt hatte. Viele Besatzungsmitglieder und Allianz-Schiffe waren dabei umgekommen, und die �berlebenden hatten sich dem legend�ren Black Jack Geary zugewandt, damit er sie rettete. Obwohl es ihm zuwider war, in die heroische Rolle zu schl�pfen, als die Black Jack dargestellt wurde, hatte man ihm keine andere Wahl gelassen, als das Kommando �ber die dezimierte Flotte zu �bernehmen. Immerhin war er vor fast hundert Jahren scheinbar posthum zum Captain bef�rdert worden, und kein anderer �berlebender Offizier der Flotte konnte eine auch nur ann�hernd so lange Dienstzeit vorweisen. Einige von ihnen hatten daran gezweifelt, dass er dieser Aufgabe gewachsen war, hatten bezweifelt, ob er wirklich der Held aus einer Legende war. Und auch wenn Geary insgeheim diese Zweifel sogar geteilt hatte, war ihm klar gewesen, dass er es zumindest versuchen musste.</p><p>Bislang war es ihm gelungen, das scheinbar Unm�gliche m�glich zu machen. Er hatte die Allianz-Flotte durch das Syndik-Territorium gef�hrt und mit ihr einen langwierigen R�ckzug angetreten, bei dem er alles K�nnen einsetzen musste, das er sich hundert Jahre zuvor angeeignet hatte. K�nnen, das die Flotte in den Jahrzehnten verlernt hatte, in denen der Krieg nach der Zerst�rung der <emphasis>Merlon</emphasis> sich zu einem gegenseitigen Abschlachten gewandelt hatte.</p><p>Sein Blick wanderte zu dem Sternendisplay, das �ber dem Tisch schwebte. Als er schlafen gegangen war, hatte er es eingeschaltet gelassen. Es zeigte den Stern Dilawa an, der sich zwar noch im Gebiet der Syndiks befand, aber nur noch drei Spr�nge vom Allianz-Gebiet entfernt war, wo sie endlich in Sicherheit vor ihren Gegnern sein w�rden. Er stand dicht davor, all diese Menschen tats�chlich zu retten, die so fest daran geglaubt hatten, dass es ihm auch gelingen w�rde. Dennoch befand sich die Flotte nach wie vor tief in Feindgebiet, und immer noch war da drau�en irgendwo eine wirklich gro�e Syndikflotte, die seine Schiffe in Empfang nehmen und vernichten wollte, wenn sie einen der n�chsten Sprungpunkte verlie�en. Und nun war auch noch der Verlust der <emphasis>Merlon</emphasis> in sein Bewusstsein zur�ckgekehrt, um ihn zu verfolgen.</p><p>Geary atmete m�de aus und begann, in einer Schublade nach einem Verpflegungsriegel zu kramen. Er wurde f�ndig und betrachtete den Riegel skeptisch. So wie fast alle Nahrung, �ber die seine Flotte noch verf�gte, stammte auch dieser Riegel aus Best�nden der Syndiks in unbedeutenden Sternensystemen, die sie nach der Einf�hrung des Hypernets aufgegeben hatten. Es waren Lebensmittelvorr�te, die nicht einmal die Syndiks hatten mitnehmen wollen. Aber wenn ihr Haltbarkeitsdatum zweifellos auch schon vor Jahren �berschritten worden war, hatten sie im Vakuum �berdauert und waren damit prinzipiell noch genie�bar.</p><p>Die Verpackung des Riegels war pure Propaganda und zeigte unglaublich heldenhaft aussehende Syndik-Bodentruppen, die von links nach rechts marschierten. Er riss die Verpackung auf und vermied es wohlweislich, die Zutatenliste zu lesen. Dann biss er ab und schluckte die St�cke schnell runter. So sehr er sich auch bem�hte, nichts davon schmecken zu m�ssen, zuckte er dennoch zusammen, da sich etwas von dem abscheulichen Aroma auf seiner Zunge hielt. Die Matrosen der Allianz-Flotte beklagten sich oft �ber die Verpflegung, die man ihnen gab, aber einer der wenigen Vorz�ge dieser Syndik-Riegel war (abgesehen davon, dass sie einen vor dem Hungertod bewahrten) der, dass die Rationen der Allianz im Vergleich dazu fast schon Delikatessen waren.</p><p>Dem uralten Witz entsprechend, war das Essen nicht nur gr�sslich, es gab auch nicht genug davon. Der Riegel lag ihm wie ein Stein im Magen, doch das war nicht der Grund, weshalb er nicht noch einen zweiten a�. Eine Flotte, die vom heimischen Nachschub abgeschnitten war und sich in Feindgebiet aufhielt, musste mit knappen Rationen auskommen. Er wollte sich nicht mehr g�nnen als seinen Matrosen, auch wenn man angesichts der Qualit�t der Syndik-Nahrung eigentlich nicht von �g�nnen� reden konnte.</p><p>Die Komm-Einheit begann, hartn�ckig zu summen, Geary bet�tigte eine Taste, um die Verbindung herzustellen.</p><p>�Captain Geary, feindliche Schiffe haben den Sprungpunkt von Cavalos erreicht.�</p><p>Er tippte auf eine andere Taste, das Sternen-Display erlosch, an seiner Stelle tauchte eine Darstellung des Dilawa-Systems mitsamt den dort befindlichen Schiffen auf. Als die Allianz-Flotte das Cavalos-System verlie�, war von den Kriegsschiffen der Syndikatwelten nicht mehr viel �brig, es sei denn, man z�hlte die Wracks und die um den Stern kreisenden Tr�mmerfelder als vollwertige Kriegsschiffe.</p><p>Aber es waren weitere Syndik-Kriegsschiffe auf der Jagd nach Gearys Flotte, und diese Flotte sp�rte die Anstrengungen des langwierigen R�ckzugs mit jedem Tag deutlicher. Nicht alle Wracks bei Cavalos stammten von Schiffen der Syndikatwelten, auch die Allianz hatte dort Verluste erlitten. Der Schlachtkreuzer <emphasis>Opportune</emphasis>, das Scoutschiff <emphasis>Braveheart</emphasis> sowie neun Kreuzer und Zerst�rer hatten die Schlacht nicht �berlebt. Einige waren vom Gegner in St�cke geschossen worden, andere hatte man auf Gearys Befehl hin zerst�rt, da sie zu stark besch�digt worden waren, als dass sie noch bei der Flotte h�tten bleiben k�nnen.</p><p>Auch Geary selbst machte der anhaltende Druck zu schaffen. Seine Gedanken kreisten immer wieder um die Verluste, die seine Flotte bislang erlitten hatte, was wohl auch der Grund f�r die R�ckblenden war.</p><p>Nur mit M�he konnte er sich auf das konzentrieren, was jetzt und hier geschah. �Nur ein J�ger und zwei Billig-Korvetten�, merkte Geary an.</p><p>�Richtig�, erwiderte Captain Desjani, deren Bild neben dem Display auftauchte. Sie hielt sich nat�rlich auf der Br�cke auf und wachte �ber ihr Schiff. �Zu schade, dass sie fast drei Lichtstunden entfernt sind. Die Crew der <emphasis>Dauntless</emphasis> h�tte gern mit ein paar H�llenspeeren Zielschie�en ge�bt.�</p><p>�Als ob Ihre Crew Zielschie�en �ben m�sste, Tanya�, konterte er, was Desjani zu einem stolzen Grinsen veranlasste. Wie sie selbst gesagt hatte, war der Sprungpunkt drei Lichtstunden von der momentanen Position der Flotte entfernt, was bedeutete, dass er ein drei Stunden altes Bild sah. �Niemand ist ihnen gefolgt, also d�rften das Scoutschiffe sein.�</p><p>�Das denke ich auch. Wir gehen davon aus, dass eine der Korvetten in der N�he des Sprungpunkts bleiben wird, w�hrend die zweite und der J�ger Kurs auf die Sprungpunkte nach Kalixa und Heradao nehmen d�rften.� Sie hielt kurz inne. �Das ist das erste Mal, dass ich eine Billig-Korvette in einem nicht von den Syndiks besetzten Sternensystem zu sehen bekomme. Mich wundert, dass sie damit den Flug durch den Sprungraum wagen, wo diese Dinger so v�llig veraltet sind.�</p><p>So veraltet, dass sie schon vor hundert Jahren im Einsatz gegen die Allianz gewesen waren, als die Syndiks sie wegen ihrer billigen Bauweise in Massen in den Kampf geschickt hatten. Damals, zu Beginn des Kriegs. Wieder sah Geary vor seinem geistigen Auge, wie diese Korvetten auf die <emphasis>Merlon</emphasis> zurasten und sie unter Beschuss nahmen.</p><p>�Sir?�, fragte Desjani pl�tzlich.</p><p>Er sch�ttelte den Kopf und erkannte erschrocken, dass er sich von seinen Gedanken hatte mitrei�en lassen, anstatt auf Desjanis Bemerkung zu reagieren. �Oh, tut mir leid.�</p><p>Niemand au�er Geary konnte den sorgenvollen Ausdruck in ihren Augen sehen, und als sie weitersprach, h�rte sie sich an, als verlaufe alles ganz nach Routine. �Die erste Korvette k�nnte auch in K�rze nach Cavalos zur�ckspringen und dort melden, dass wir noch hier sind.� Ihre Miene nahm wieder v�llig sachliche Z�ge an. �<emphasis>Weil</emphasis> wir noch hier sind.�</p><p>�Wir m�ssen alles bergen, was die Syndiks hier zur�ckgelassen haben, als vor Jahrzehnten ihr gesamtes Personal aus diesem System abgezogen wurde�, erwiderte Geary und gab sich M�he, auf Desjanis Dr�ngen nicht ver�rgert zu reagieren.</p><p>�Wir haben alle zur�ckgelassenen Lebensmittel bereits geborgen.� Sie verzog das Gesicht. �Wobei ich anmerken m�chte, dass ich den Begriff �Lebensmittel� in diesem Zusammenhang sehr weit auslege. Die Flotte muss weiter mit eingeschr�nkten Rationen auskommen.� Desjani zuckte mit den Schultern. �Das ist das einzig Gute an dem Zeugs, das wir an Bord schaffen. Niemand will davon mehr als unbedingt n�tig essen, darum st�rt sich die Crew auch nicht an Rationierungen. Wenn das Essen genie�bar w�re, s�he es anders aus.�</p><p>�Offenbar hat alles auch seine guten Seiten�, meinte Geary am�siert, w�hrend er die Informationen �berpr�fte, welche Mengen Rohmineralien bislang auf die Hilfsschiffe der Flotte verladen worden waren. Erst dann fiel ihm auf, dass Desjani zun�chst auf die Notwendigkeit gekommen war, diese Flotte wieder in Bewegung zu setzen, doch gleich darauf das Thema gewechselt hatte, um seine Ver�rgerung verpuffen zu lassen.</p><p><emphasis>Ich sollte nicht w�tend auf sie sein. Ihre Sorge ist v�llig legitim und wird von jedem befehlshabenden Offizier in dieser Flotte geteilt. Wann verlassen wir Dilawa? Und wohin geht es dann? Wir halten uns jetzt schon seit fast eineinhalb Tagen hier auf, und das d�rfte mindestens ein Tag zu lang sein.</emphasis></p><p>Es gab keinen plausiblen Grund, noch mehr Zeit bei Dilawa zu verbringen. Es war ein Stern ohne bewohnbare Welten, und die von den Syndiks zur�ckgelassenen Anlagen hatten allenfalls ein paar tausend Menschen beherbergt. Diese Menschen waren hier gewesen, weil die alten �berlichtschnellen Schiffsantriebe Spr�nge nur zwischen relativ nah beieinander gelegenen Sternen erlaubt hatten. Schiffe mussten also jedes Sternensystem passieren, das zwischen Start und Ziel ihrer Reise lag. Durch das Hypernet hatte sich das grundlegend ge�ndert, da jedes Schiff von einem beliebigen Portal direkt zu jedem anderen Portal reisen konnte. Als Folge davon schwanden die Bev�lkerungszahlen in zahlreichen unbedeutenden Systemen, die �ber keines dieser Portale verf�gten und die vom interstellaren Verkehr ignoriert wurden.</p><p>Aber es waren gerade diese alten Sprungantriebe, die seine Flotte St�ckchen f�r St�ckchen nach Hause brachten, w�hrend sich das Hypernet inzwischen als Bedrohung f�r die gesamte Menschheit entpuppt hatte. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> hatte zudem einen Hypernet-Schl�ssel der Syndiks an Bord, der der Allianz einen entscheidenden Vorteil verleihen konnte, wenn die Flotte es sicher nach Hause schaffte. Sollte Letzteres nicht gelingen, dann w�ren der Schl�ssel mitsamt des Wissens von der vom Hypernet ausgehenden Bedrohung ebenso verloren wie die Kriegsschiffe und ihre Besatzungen. Der Preis f�r ein Scheitern erschien ihm jedes Mal, wenn er dar�ber nachdachte, noch etwas h�her. �Lassen Sie mich wissen, wenn sich irgendwas tut�, bat er Desjani.</p><p>�Jawohl, Sir.� Ihr Bild verschwand, jedoch erst, nachdem ihr Gesichtsausdruck die Botschaft vermittelt hatte, dass sich zwar dringend etwas tun musste, dass genau das aber nicht geschah.</p><p>Er sa� da, vor sich das Display von Dilawa, das �ber dem Tisch schwebte. Ganz gleich, wie lange er auf die Darstellung starrte, sie weigerte sich, einer Kristallkugel gleich Antworten auf die Fragen zu geben, die er kl�ren musste.</p><p>Vor allem die Frage, wohin sie von Dilawa aus reisen sollten.</p><p><emphasis>Entscheide dich einfach,</emphasis> ermahnte er sich. So etwas hatte er seit dem R�ckzug aus dem Heimatsystem der Syndiks Dutzende Male getan, es sollte also nicht ganz so schwierig sein. Allzu viele Spr�nge lagen ohnehin nicht mehr vor ihnen, ehe die Flotte ein Grenzsystem der Syndikatwelten erreichte, von wo aus der Sprung zur�ck ins Allianz-Territorium m�glich w�re. Es sollte einfach sein, wo doch das rettende Ufer so nah war. Stattdessen kam es ihm aber jedes Mal schwieriger vor, wenn er sich mit der Frage besch�ftigte. Er z�gerte, da jede m�gliche Entscheidung ihn daran denken lie�, was bei Lakota und Cavalos schiefgelaufen war. Und nun regten sich auch noch die Erinnerungen an die Zerst�rung der <emphasis>Merlon</emphasis>.</p><p>Er hatte �berlegt, ob er Victoria Rione um Rat fragen sollte, aber die Co-Pr�sidentin der Callas-Republik und Angeh�rige des Allianz-Senats weigerten sich schon seit einer Weile, zu diesem Thema Ratschl�ge zu geben. Offiziell behauptete Rione, es liege daran, dass sie sich schon so oft geirrt habe, was ihrer Meinung nach f�r die Flotte das Beste sei. Vielleicht gab es auch einen anderen Grund f�r ihre Haltung, doch welcher Grund das sein mochte, das konnte er nicht sagen. Zwar waren sie beide f�r eine Weile ein Paar gewesen, aber Rione hatte sogar w�hrend dieser Phase ihrer Beziehung kaum etwas �ber sich verraten.</p><p>In den letzten Tagen hatte er sie so gut wie gar nicht zu Gesicht bekommen, was sie so rechtfertigte: �Ich muss mich darauf konzentrieren, meine Informanten innerhalb der Flotte zu positionieren. Wir m�ssen herausfinden, welche Allianz-Offiziere sich in ihren Widerstand gegen Ihr Kommando so sehr hineingesteigert haben, dass sie bereit sind, sch�dliche W�rmer in die Betriebssysteme der Flotte einzuschleusen.� Da diese W�rmer beinahe die Zerst�rung einiger seiner Schiffe herbeigef�hrt hatten, konnte Geary nichts gegen die Priorit�ten einwenden, die sie setzte.</p><p>Es gab andere, die er fragen konnte. Intelligente, zuverl�ssige und umsichtige Offiziere wie Captain Duellos von der <emphasis>Courageous</emphasis>, Captain Tulev von der <emphasis>Leviathan</emphasis> und Captain Cresida von der <emphasis>Furious</emphasis>.</p><p>Aber Geary sa� allein da und musterte das Sternendisplay, w�hrend er einen sonderbaren Widerwillen versp�rte, irgendwen um Rat zu fragen, wenngleich er doch wusste, dass jeder weitere Aufschub fatale Folgen haben konnte.</p><p>Die T�rglocke zu seinem Quartier ert�nte, identifiziert wurde Captain Desjani als diejenige, die um Einlass bat. Er lie� sie hereinkommen und fragte sich, aus welchem Grund sie hier sein mochte. Angesichts der weitverbreiteten Ger�chte, dass er eine Aff�re mit Desjani unterhielte, suchte sie ihn nur noch selten in seinem Quartier auf.</p><p>Tats�chlich h�tten sie sogar eine Aff�re haben k�nnen, aber keiner von ihnen w�rde seinen Gef�hlen Taten folgen lassen. Beide hatten sie diese Gef�hle nicht gewollt, und solange er der Flottenbefehlshaber und sie seine Untergebene war, w�rde auch nichts passieren.</p><p>�Ist etwas vorgefallen?�, wollte er wissen.</p><p>Desjani deutete mit einer Kopfbewegung auf das Display. �Ich m�chte unter vier Augen mit Ihnen �ber Ihre weiteren Pl�ne reden, Sir.�</p><p>Ihr Anliegen h�tte ihn erfreuen sollen, wusste er doch, wie gut Desjani mit taktischen Situationen umzugehen verstand. Doch das hier betraf nicht blo� eine Situation, die auf ein Sternensystem begrenzt war, hier ging es um die gesamte Strategie f�r ihre Heimkehr. Zumindest war es das, was sich Geary einredete, der selbst nicht erkl�ren konnte, warum er so ungern h�ren wollte, was sie zu sagen hatte. Wie sollte er sie aber abwimmeln, wenn er keinen triftigen Grund vorweisen konnte? Wenn er andererseits Unsicherheit erkennen lie�, w�rde das Desjanis Bitte nur zus�tzlich rechtfertigen. �Meinetwegen.�</p><p>Sie kam herein, wobei sie ungew�hnlich distanziert wirkte, und stellte sich so vor das Display, dass sie Geary dabei nicht zwangsl�ufig ansehen musste. �Sie wirkten vorhin ein wenig gedankenverloren, Sir.�</p><p>�Nur ein unangenehmer Traum.� Desjani sah ihn fragend an, woraufhin er mit einem Schulterzucken anf�gte. ��ber mein altes Schiff, �ber mein Erwachen aus dem K�lteschlaf und so weiter.�</p><p>�Oh.� Sie schaute wieder zum Display. �Wir waren so davon mitgerissen, dass wir Sie gefunden hatten, da hat sich keiner von uns Gedanken dar�ber gemacht, wie Sie diese Situation erlebten. Ich habe mir seitdem oft gew�nscht, wir w�ren anders vorgegangen. Ich muss mich sehr kaltherzig angeh�rt haben, als ich Ihnen sagte, wie lange Sie im K�lteschlaf gelegen haben und was aus Ihrer Crew geworden ist.�</p><p>�Ich glaube, das h�tte man mir so oder so nicht schonend beibringen k�nnen, und um ehrlich zu sein, Sie sind mir nicht kaltherzig vorgekommen. Es war offensichtlich, dass Sie wussten, dass ich es erfahren musste. Und genauso offensichtlich wollte das au�er Ihnen niemand �bernehmen.�</p><p>�Ganz sicher nicht Admiral Bloch�, stimmte Desjani ihm zu. �Ich habe mich oft gefragt, welchen ersten Eindruck ich eigentlich bei Ihnen hinterlassen habe.�</p><p>Er verzog den Mund und versuchte, sich daran zu erinnern. �Zu dem Zeitpunkt konnte ich gar nicht klar denken. Es st�rzte so viel auf mich ein. Ich wei� nur, dass ich mich gefragt habe, woher Sie alle diese Ehrenabzeichen f�r gewonnene Schlachten haben sollten. Und wieso Sie das Verdienstkreuz der Flotte trugen. Wof�r haben Sie das eigentlich bekommen?�</p><p>Desjani seufzte. �Bei Fingal war ich nur ein Lieutenant an Bord der alten <emphasis>Buckler</emphasis>. Wir k�mpften, bis das Schiff ein Wrack war und die Syndiks es enterten.�</p><p>�Was haben Sie gemacht?�</p><p>�Ich habe den anderen geholfen, sie zur�ckzudr�ngen.� Ihr Blick war auf etwas weit Entferntes gerichtet.</p><p>�Sie m�ssen schon mehr getan haben, als �den anderen zu helfen, sie zur�ckzudr�ngen��, wandte Geary ein.</p><p>�Ich bin nur meiner Pflicht nachgekommen.� Dann verfiel sie in Schweigen.</p><p>Geary respektierte Desjanis Recht, dar�ber zu reden, wenn sie den richtigen Zeitpunkt f�r gekommen hielt. Die Ereignisse, die zu dem Orden gef�hrt hatten, mochten mit sehr traumatischen Erlebnissen verbunden sein. Er sah sie an und wunderte sich, �ber was sie mit ihm redete. �Sind Sie nur hergekommen, um sich �ber solche Dinge zu unterhalten?�</p><p>�Nicht nur.� Sie stockte und atmete tief durch. �Mir ist bewusst, dass Sie �blicherweise nicht �ber Ihre Pl�ne sprechen, solange sie noch keine Entscheidung getroffen haben�, begann sie in einem viel f�rmlicheren Tonfall.</p><p>�Manchmal schon�, entgegnete Geary.</p><p>Sie wartete, und als er weiter nichts sagte und nichts dar�ber verlauten lie�, was er beabsichtigte, fuhr sie fort, ohne dass ihre Stimme irgendetwas �ber ihre Gef�hle verriet. �Ich habe mich mit den Informationen besch�ftigt, die wir �ber die Sternensysteme besitzen, in die wir von Dilawa aus gelangen k�nnen. Ich vermute, Sie wollen nach Heradao, aber bislang haben Sie nichts �ber Ihre Absichten verlauten lassen, obwohl die Flotte dieses System dringend verlassen muss.�</p><p>Wenn er sich nicht verh�rt hatte, kamen diese Worte am ehesten einem Tadel gleich, wie er ihn von Desjani noch nie geh�rt hatte. Er legte die Stirn in Falten. �Ich habe mich noch nicht f�r unser n�chstes Ziel entschieden.� So, jetzt war es raus.</p><p>Abermals wartete sie, dass er sich umfassender �u�erte, aber als nichts weiter kam, fuhr sie fort: �Die anderen Sternensysteme, die wir von hier aus erreichen k�nnen, f�hren zur�ck nach Cavalos, was uns aber nichts bringt, au�er dass wir uns wieder von zu Hause entfernen. Topira liegt tiefer im Syndik-Gebiet als Dilawa. Jundeen ist so abgeschieden, dass sich nichts anderes in Sprungreichweite befindet, au�er nat�rlich der Weg zur�ck nach Dilawa. Und Kalixa verf�gt �ber ein Hypernet-Portal. Angesichts der Bedrohung, die vom Portal bei Kalixa f�r uns ausgeht, ist Heradao das einzige vern�nftige Ziel.�</p><p>�Ich bin mir bereits im Klaren dar�ber, was uns in den jeweiligen Systemen erwartet�, gab er zur�ck. �Ist sonst noch was?�</p><p>Sie schaute ihn durchdringend an und ignorierte seine indirekte Aufforderung, sein Quartier zu verlassen. �In einigen Syndik-Aufzeichnungen, die wir bei Sancere in unseren Besitz gebracht haben, finden sich Hinweise darauf, dass in einem Arbeitslager bei Heradao Kriegsgefangene der Allianz festgehalten werden.�</p><p>�Das ist mir ebenfalls bekannt.�</p><p>�Captain Geary�, sagte Desjani in ged�mpftem Tonfall. �Ich bin Flottenoffizier und der befehlshabende Offizier Ihres Flaggschiffs, und beide Positionen verlangen von mir, dass ich meine Meinung und meine Empfehlungen �u�ere, wenn ich das f�r notwendig halte.�</p><p>Geary nickte. �Das spreche ich Ihnen auch gar nicht ab. Sie haben mir Ihre Meinung gesagt, daf�r danke ich Ihnen. Ich muss noch etliche andere Faktoren in Erw�gung ziehen.�</p><p>�Zum Beispiel?�</p><p>Er starrte sie an, da ihre Frage ihn �berrumpelt hatte. �Die � muss ich erst noch f�r mich selbst ausformulieren.�</p><p>�Vielleicht kann ich behilflich sein.�</p><p>Auch wenn er es selbst nicht verstand, verst�rkten ihre Worte seine ablehnende Haltung nur. �Ich wei� das Angebot zu sch�tzen, aber ich bin noch nicht bereit, �ber die bestehenden Optionen zu diskutieren. Mit allen Systemen, die wir von hier aus erreichen k�nnen, sind gewisse Vor- und Nachteile verbunden.�</p><p>�Captain Geary, es ist nicht Ihre Art, eine Entscheidung vor sich herzuschieben.�</p><p>Mit finsterer Miene sah er sie an. �Ich schiebe keine Entscheidung vor mir her, und diese Unterhaltung hilft mir auch nicht weiter. Gibt es sonst noch etwas?�, wollte er in einem Tonfall wissen, der deutlich machte, dass das Gespr�ch eigentlich beendet war.</p><p>�Was ist mit den Kriegsgefangenen bei Heradao?�, fragte Desjani gereizter als zuvor.</p><p>�Erstens�, antwortete er und sp�rte, wie seine Ver�rgerung sich steigerte, �k�nnen wir nicht mit Gewissheit sagen, dass es da �berhaupt noch Kriegsgefangene gibt. Die Daten, die wir von den Syndiks erbeuteten, sind durchweg veraltet. Dieses Arbeitslager kann schon vor langer Zeit umgesiedelt worden sein. Au�erdem wird den Syndiks klar sein, dass die Pr�senz von Kriegsgefangenen aus unseren Reihen es wahrscheinlicher macht, dass diese Flotte sich dorthin begibt. Also m�ssen wir davon ausgehen, dass sie in diesem Moment bei Heradao eine Falle f�r uns vorbereiten.�</p><p>Desjani stand schweigend da und atmete ungew�hnlich kontrolliert, schlie�lich sagte sie: �Woher sollten die Syndiks wissen, dass uns etwas �ber ein Arbeitslager bei Heradao bekannt ist? Sie haben keine Ahnung davon, welche Aufzeichnungen uns in die H�nde gefallen sind.�</p><p>Es war eine berechtigte Frage, doch sie brachte Geary nur noch mehr in Rage. �Sie wissen ganz genau, dass ich bereit bin, vertretbare Risiken einzugehen, wenn es darum geht, Allianz-Personal aus der Kriegsgefangenschaft zu befreien.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>Auch wenn Desjani ihm der Wortwahl nach zugestimmt hatte, kannte Geary sie inzwischen gut genug, um zu wissen, was ein solches �Jawohl, Sir� bedeutete: Desjani war unzufrieden und gar nicht seiner Meinung. �Ich bin mir nicht sicher, ob der Nutzen, nach Heradao zu reisen, die Risiken �berwiegt.�</p><p>�Sir, <emphasis>bei allem Respekt</emphasis> muss ich darauf hinweisen, dass uns �berall Risiken erwarten, ganz gleich f�r welches System wir uns entscheiden. Und diese Risiken werden umso gr��er, je l�nger wir hier verweilen.�</p><p>Ihr Tonfall bewirkte bei ihm, dass er zornig die Kiefer zusammenpresste. �Und ich muss <emphasis>bei allem Respekt</emphasis> darauf hinweisen, dass das �berleben dieser Flotte nicht in <emphasis>Ihre</emphasis>, sondern in <emphasis>meine</emphasis> Verantwortung f�llt.�</p><p>�Ich werde versuchen, mir das vor Augen zu halten�, konterte sie unwirsch.</p><p>�Wissen Sie, Ihre Einstellung und diese Unterhaltung machen mir das Leben nicht gerade leichter.�</p><p>Sie drehte sich weit genug um, damit sie Geary ins Gesicht sehen konnte, und erwiderte dessen finsteren Blick. �Ich will nicht zu direkt sein, aber im Moment steht die Frage, wie leicht Ihnen Ihr Leben gemacht wird, ziemlich weit unten auf der Liste der Priorit�ten. Das trifft auf jeden befehlshabenden Offizier eines Schiffs zu, und es trifft noch mehr auf den Befehlshaber einer ganzen Flotte zu. Ich wiederhole: Es ist meine Pflicht, dem Flottenkommandanten den bestm�glichen Ratschlag zu geben, und genau das werde ich auch machen, selbst wenn er sich nicht darum k�mmern wird.�</p><p>�Okay, meinetwegen.� Geary deutete mit einer knappen Geste auf das Sternendisplay. �Was raten Sie mir?�</p><p>�Wie ich schon sagte, entscheiden Sie sich f�r Heradao.�</p><p>�Und wie ich schon sagte, habe ich das bereits in Erw�gung gezogen.�</p><p>Sie wartete ab, ob er weiterredete, dann sch�ttelte sie den Kopf. �Sie haben Angst. Ich habe gesehen, wie das bei Lakota und Cavalos begonnen hat.�</p><p>Geary starrte Desjani entsetzt an und war schockiert, so etwas aus ihrem Mund zu h�ren. �Und mit einem solchen Ratschlag wollen Sie mir helfen? Warum reden Sie auf einmal wie Numos oder Faresa?�</p><p>Desjanis Gesicht lief beunruhigend schnell rot an. �Wagen Sie es ja nicht, mich mit diesen Individuen zu vergleichen, <emphasis>Sir!</emphasis>�</p><p>Es kostete ihn M�he, sein Temperament im Zaum zu halten und sich eine bissige Entgegnung zu verkneifen. Sie hatte allen Grund dazu, w�tend auf ihn zu sein. Er h�tte sie niemals mit diesen beiden Offizieren gleichsetzen d�rfen. Sie handelte nicht aus politischem Kalk�l, sie stellte nie seinen Status als Befehlshaber der Flotte infrage. Au�erdem war sie selbst eine hervorragende Befehlshaberin. Das alles unterschied sie von dem verhafteten Captain Numos und dem mittlerweile verstorbenen Captain Faresa. �Ich bitte um Entschuldigung�, sagte er in einem steifen, f�rmlichen Tonfall. �Warum haben Sie mir unterstellt, ich sei �ngstlich?�</p><p>�Ich habe nichts unterstellt.� Desjani rang sichtlich mit sich, um ihre Wut zu b�ndigen. �Ich versuche nicht, zu bestimmen, wer von uns mutiger oder �ngstlicher ist. Aber wenn ich mit Ihnen rede und Sie beobachte, dann stelle ich Ver�nderungen in Ihrem Verhalten fest, die sich seit Cavalos noch verst�rkt haben.� Mit einem Nicken deutete sie auf das Sternendisplay. �Seit Sie das Kommando �ber diese Flotte �bernommen haben, f�hren Sie sie mit einer Mischung aus Vorsicht und K�hnheit, um den Feind zu �berraschen und ihn zu besiegen. Ich glaube, diese Mischung wird von Ihren Instinkten bestimmt, denn keinem von uns ist es bislang gelungen, ein Muster zu erkennen. Jetzt aber sehe ich ein Muster, und das verr�t mir, dass Sie Angst haben.�</p><p>H�tte ein anderer als Desjani ihm das gesagt � k�men diese Worte von Rione oder von einem seiner Widersacher in der Flotte � Aber es war Desjani. Er hatte keine engere Verb�ndete als sie, niemand war zuverl�ssiger und f�higer. Sie glaubte an ihn � anfangs, weil sie davon �berzeugt war, die lebenden Sterne h�tten ihn geschickt, damit er die Flotte und die Allianz rette, mittlerweile jedoch auch, weil sie inzwischen das in ihm sehen konnte, was sie ihm soeben gesagt hatte. Es w�re dumm, nicht auf sie zu h�ren. Also atmete er ein paar Mal tief durch, bis er zur Ruhe gekommen war. �Was f�r ein Muster?�</p><p>Sie schien sich ebenfalls wieder beruhigt zu haben, da sie entschlossen, aber nicht l�nger mit diesem energischen Eifer redete: �Ich habe versucht, unsere Situation aus Ihrem Blickwinkel als Befehlshaber der Flotte zu betrachten. Im Heimatsystem der Syndiks und auch danach standen die Chancen schlecht, diese Flotte nach Hause zu bringen. Es war einfacher, Risiken einzugehen, weil jede Entscheidung mit gro�en Gefahren verbunden war. Oftmals war es sinnlos, Vorsicht walten zu lassen, weil Wagemut erforderlich war. Zu gro�e Vorsicht h�tte die Zerst�rung der Flotte nach sich gezogen. Aber jetzt sind wir fast zu Hause.� Sie zeigte auf die Stelle des Displays, an der Dilawa dargestellt wurde, und machte dann eine ausholende Bewegung hin zum Gebiet der Allianz, das zum Greifen nah lag. �Wir sind so dicht vor unserem Ziel, und jetzt auf einmal <emphasis>scheinen</emphasis> die Risiken noch viel gr��er zu sein, weil wir so weit gekommen sind, obwohl alles dagegen sprach. Sie sehen im Augenblick nur noch die kurze Strecke bis zum Allianz-Territorium, und Sie �berlegen, wie schrecklich es w�re, wenn die Flotte jetzt doch noch vernichtet w�rde, weil Ihnen ein kapitaler Fehler unterl�uft.�</p><p>�Mir sind bereits kapitale Fehler unterlaufen�, machte Geary mit Grabesstimme deutlich. �Die Flotte nach Lakota zu schicken ��</p><p>�Das war ein kalkuliertes Risiko, und letztlich hat es funktioniert. Die Flotte nach Cavalos zu schicken, war ebenfalls riskant, weil dort die Syndiks auf uns h�tten warten k�nnen. Genau das ist dann auch geschehen, und wir haben sie geschlagen.� Sie ballte eine Faust und sah Geary weiter in die Augen. �Unsere Verluste bei Lakota und Cavalos waren die schwersten, die wir erlitten haben, seit die Flotte Ihrem Kommando untersteht. Aber das war nicht Ihre Schuld. Jeder andere Commander, den ich kenne, h�tte viel schwerere Verluste hinnehmen m�ssen und letztlich diese Schlachten verloren. Es waren keine vergeblichen Verluste. Wir haben den Syndiks wehgetan, und wir sind inzwischen fast zu Hause angekommen.�</p><p>�Die Schiffe, die wir bei Lakota und Cavalos verloren haben, werden aber nicht mehr zu Hause ankommen�, hielt er ihr vor Augen. �Und das gilt auch f�r die Besatzungsmitglieder, die sich nicht mehr in Sicherheit bringen konnten.�</p><p>�Sie sind gestorben, damit ihre Kameraden �berleben konnten! Schm�lern Sie nicht die Bedeutung dieser Opfer, indem Sie so gro�e Angst vor weiteren Verlusten bekommen, dass Sie am Ende alles verlieren! Die Zeit der Risiken liegt nicht hinter uns. Ich kann verstehen, wie sehr Sie sich vor einem Versagen f�rchten, jetzt, wo die Flotte es so weit geschafft hat. Aber wir befinden uns immer noch in feindlichem Territorium, und ein �bervorsichtiges Verhalten stellt eine noch viel gr��ere Bedrohung f�r uns dar. Sie k�nnen nicht gewinnen, wenn Sie nicht versuchen zu gewinnen. Doch Sie k�nnen verlieren, wenn Sie versuchen, nicht zu verlieren.�</p><p>An ihren Worten war etwas Wahres dran. Hatte nach so vielen Erfolgen die Angst vor dem Scheitern ihn dazu gebracht, vor jenen Risiken zur�ckzuschrecken, von denen er doch eigentlich wusste, dass er sie eingehen musste, wenn er gewinnen und �berleben wollte? Geary betrachtete das Sternendisplay und versuchte, Gef�hl und Verstand voneinander zu trennen. �Folge ich meinem Instinkt oder nicht?�, fragte er, was er an sich selbst genauso gerichtet hatte wie an Desjani.</p><p>�Was sagt Ihnen denn Ihr Instinkt?�, wollte sie wissen.</p><p>�Dass die Konsequenzen, wenn wir in eine ung�nstige Situa ��</p><p>�Das sagen Ihnen Ihre �ngste. Was sagt Ihr Instinkt?�</p><p>Geary sah ihr in die Augen und erkannte, wie recht sie hatte. �Heradao.�</p><p>�Dann h�ren Sie auf Ihren Instinkt�, dr�ngte sie ihn.</p><p>Angestrengt stie� er den Atem aus und zeigte auf die Anzeigen f�r den Flottenstatus. �Verdammt, Tanya, Sie wissen so gut wie ich, wie es um den Zustand der Flotte bestellt ist. Wir haben nur noch zwanzig Schlachtschiffe, und dabei habe ich die <emphasis>Orion</emphasis> schon mitgerechnet, die offenbar fest entschlossen ist, den Rekord f�r die l�ngsten Reparaturarbeiten zu brechen. Dazu kommen gerade mal sechzehn verbleibende Schlachtkreuzer, von denen die <emphasis>Courageous</emphasis>, die <emphasis>Illustrious</emphasis>, die <emphasis>Incredible</emphasis> und die <emphasis>Brilliant</emphasis> nach den Sch�den, die sie bei Cavalos davongetragen haben, kaum als gefechtstauglich zu bezeichnen sind. Die Division der Scout-Schlachtschiffe besteht noch aus einem einzigen Schiff. In der gesamten Flotte finden sich noch exakt einundvierzig Phantom-Flugk�rper und f�nfzehn Minen. Au�erdem ist auf jedem Kreuzer und Zerst�rer mindestens ein Waffensystem notd�rftig zusammengeflickt, damit es doch noch irgendwie funktioniert. Und nicht zu vergessen: Der Vorrat an Brennstoffzellen liegt auf den Kriegsschiffen dieser Flotte bei durchschnittlich zweiundf�nfzig Prozent. Mit so etwas k�nnen wir nicht in die Schlacht ziehen.�</p><p>Anstatt etwas darauf zu erwidern, beugte sich Desjani vor und bet�tigte ein paar Kontrollen, damit der Status der vier Hilfsschiffe angezeigt wurde. �Ich wei�, Sie haben sich damit bereits besch�ftigt. Die <emphasis>Goblin</emphasis>, die <emphasis>Jinn</emphasis>, die <emphasis>Witch</emphasis> und die <emphasis>Titan</emphasis> arbeiten rund um die Uhr, um alles zu produzieren, was diese Flotte ben�tigt, um weiterfliegen zu k�nnen. Aber diese Anstrengungen haben von Anfang an nicht gen�gt, um unsere logistische Situation in den Griff zu bekommen, w�hrend wir auf Schritt und Tritt durch den Gegner bedroht werden. Allen Risiken zum Trotz, die wir eingegangen sind, um diese Schiffe mit Rohstoffen zu versorgen, reicht deren Kapazit�t einfach nicht aus, um den Bedarf dieser Flotte an Brennstoffzellen und Munition zu decken. Jedenfalls nicht bei all den Flugman�vern, die Ihre Taktik unseren Schiffen abverlangt.�</p><p>Das konnte er nicht leugnen. �Sie haben recht, ich hatte das bereits �berpr�ft.�</p><p>�Also wissen Sie auch, dass sich diese Situation nicht verbessern wird, bis wir es nach Hause schaffen. Bei den Brennstoffzellen sieht es inzwischen so aus, dass die Hilfsschiffe alle verf�gbaren Kapazit�ten mit deren Produktion belegen, was wiederum bedeutet, dass sie keine neue Munition herstellen k�nnen. Sie k�nnen uns mit neuen Kart�tschen beliefern, und diese Best�nde bewegen sich allm�hlich wieder auf einem vertretbaren Niveau. Aber bei den Flugk�rpern und den Minen wird keine Besserung eintreten, und bis wir zu Hause sind, werden wir mehr Brennstoffzellen verbrauchen, als sie produzieren k�nnen. Es wird sich keine bessere Gelegenheit mehr ergeben, um gegen die Syndiks zu k�mpfen, als eben in Heradao. Alle unsere Best�nde sind niedrig, und wir haben Sch�den durch die Gefechte davongetragen, doch der Gegner hat viel schlimmere Verluste hinnehmen m�ssen. Wenn wir ihm jetzt Zeit lassen, dann wird er sich viel schneller davon erholen als wir.�</p><p>Wieder musterte er das Sternendisplay. Sein Blick wanderte von Heradao zum Allianz-Gebiet, das wenige Lichtjahre entfernt war.</p><p>Nachdem Desjani ihn sekundenlang angeschaut hatte, sprach sie mit sanfter Stimme: �Sie machen sich auch Sorgen dar�ber, was sein wird, wenn wir erst einmal zu Hause angekommen sind, nicht wahr?�</p><p>Geary sah sie wieder an, w�hrend sie fortfuhr.</p><p>�Sie sind besorgt, weil Sie an einen Ort zur�ckkehren werden, der vor hundert Jahren Ihr Zuhause gewesen war und der sich seitdem grundlegend ver�ndert hat.� Mit einem Nicken deutete sie auf die Darstellung des Allianz-Territoriums. �Vor allem aber machen Sie sich dar�ber Gedanken, was ein Gro�teil der Flotte von Ihnen nach der Heimkehr erwartet.�</p><p>Hatte er vor dieser Frau eigentlich �berhaupt keine Geheimnisse? Er konnte sich nicht daran erinnern, dass er sich mit ihr �ber diese Dinge unterhalten hatte, und sch�ttelte den Kopf. �Ich werde das nicht machen, Tanya. Mir ist egal, ob der Gro�teil der Flotte und vielleicht sogar der Gro�teil der Bev�lkerung in der Allianz das von mir erwartet. Der gro�e, legend�re Black Jack Geary wird nicht auf einem Pferd angeritten kommen, um die gew�hlten F�hrer der Allianz zum Teufel zu jagen. Ich werde nicht unter dem Deckmantel, die Allianz sch�tzen zu wollen, genau das zerst�ren, was diese Allianz ausmacht. Ich wei�, viele erwarten das von mir, und einige von ihnen werden bestimmt versuchen, mich dazu zu zwingen. Wie ich damit umgehen soll, das wei� ich beim besten Willen nicht.�</p><p>�Doch, das wissen Sie�, widersprach Desjani ihm. �Sie wissen ja bereits, was Sie <emphasis>nicht</emphasis> machen wollen. Sie haben ein strategisches Ziel. Sie wollen das erhalten, was die Allianz ausmacht. �berlegen Sie, wie Sie die Strategie in die Tat umsetzen k�nnen, dann ergeben sich die Taktiken von ganz allein.�</p><p>�So einfach ist das nicht ��</p><p>�Wenn Sie das ganz allein erledigen wollen, ist es das nat�rlich nicht. Fragen Sie andere um Rat! Gibt es au�er der Politikerin niemanden in der Flotte, dem Sie vertrauen?�</p><p>Diese Frage veranlasste ihn, einen Moment lang den Blick abzuwenden. So wie Rione vor langer Zeit damit aufgeh�rt hatte, Desjanis Namen zu benutzen, so nannte Desjani im Gegenzug Co-Pr�sidentin Rione nur noch �die Politikerin�. Grunds�tzlich war das eine v�llig zutreffende Bezeichnung, allerdings wurden Politiker von der Flotte verabscheut, gab sie ihnen doch die Schuld daran, in hundert Jahren keinen Weg gefunden zu haben, um diesen Krieg zu beenden. �Wollen Sie wissen, wieso ich Sie nicht um Ihren Rat gebeten habe?�</p><p>�Es k�nnte eine erfrischende Abwechslung sein, wenn Sie es mir sagen w�rden.�</p><p>Verdammt, was war nur in Desjani gefahren? Geary sah ihr wieder in die Augen. �Weil ich Angst habe, Sie k�nnten mit allem einverstanden sein, was ich sage. Dass Sie gegen Ihren Eid versto�en und stattdessen mir folgen k�nnten, ganz gleich, was ich tue und lasse. Und das alles nur, weil Sie glauben, die lebenden Sterne h�tten mich zu dieser Flotte geschickt und w�rden mich f�hren, damit sie mir folgt.�</p><p>Desjani nickte und machte eine entschlossene Miene. �Ja, ich w�rde Ihnen folgen.� Als Geary daraufhin zusammenzuckte, hob sie eine Hand, um ihn von einem Kommentar abzuhalten. �Weil ich <emphasis>wei�</emphasis>, Sie wurden in einer g�ttlichen Mission zu dieser Flotte geschickt und Sie werden von einer h�heren Macht gef�hrt. Deswegen wei� ich auch, Sie werden nichts tun, das gegen Ihren Eid verst��t. Ich wei�, Sie werden nicht die Allianz zerst�ren, und aus diesem Grund wei� ich auch, dass ich Ihnen folge und Ihnen helfe, <emphasis>wenn Sie es zulassen</emphasis>. Es gibt noch andere, die Ihnen helfen werden, die richtige Vorgehensweise zu beschlie�en, wenn Sie sich uns anvertrauen. Ich bin davon �berzeugt, Sie wissen, wen ich meine. Glauben Sie uns, wir lieben die Allianz genauso wie Sie. Ich muss gestehen, es gab eine Zeit, da h�tte ich mich zu einem Putsch �berreden lassen. Aber jetzt nicht mehr. Nicht nach all den Dingen, die Sie uns ins Ged�chtnis zur�ckgerufen haben. Unsere Bem�hungen, mit der gleichen Brutalit�t vorzugehen wie die Syndiks, haben nur dazu gef�hrt, dass die Syndik-Bev�lkerung davon �berzeugt ist, uns mit allen Mitteln bek�mpfen zu m�ssen. Aber es ergibt wenig Sinn zu gewinnen, wenn der Sieg doch nur bedeutet, dass man zu einem Spiegelbild des Feindes geworden ist. Aber die politischen Probleme innerhalb der Flotte wie auch daheim l�sen sich, ebenso wie die Probleme mit den Syndiks, nicht in Wohlgefallen auf, nur weil man sich einfach nicht mit ihnen besch�ftigt.�</p><p>Alle m�glichen Erwiderungen gingen Geary daraufhin durch den Kopf, aber er wusste, mit jedem seiner Kommentare w�rde er entweder leugnen, was ihm l�ngst klar war, oder aber einen Bogen um das eigentliche Thema machen. Er sa� nur da und starrte die Sterne an, w�hrend die Bruchst�cke dessen, was er selbst wusste und was Desjani gesagt hatte, sich in seinem Geist zusammenzuf�gen begannen und ein v�llig zutreffendes Bild ergaben. Schlie�lich nickte er. �Danke, Sie haben recht. In jeder Hinsicht. Ich habe mich vor einer Entscheidung gedr�ckt. Ich habe zwar alles sehen k�nnen, aber ich wollte es nicht zusammenf�gen, weil mich der Gedanke verfolgte, ich k�nnte diese Flotte kurz vor dem rettenden Ufer doch noch verlieren. Und dazu kam diese l�hmende Angst, was sein wird, wenn wir zu Hause ankommen.�</p><p>Desjani grinste ihn an, die Anspannung war mit einem Mal von ihr abgefallen. �Dann ist Heradao unser Ziel?�</p><p>�Ja, Tanya, wir nehmen Kurs auf Heradao. Und wir befreien diese Kriegsgefangenen, falls sie noch dort sind, ebenso, wie wir jede Streitmacht schlagen, die die Syndiks dort zusammengezogen haben k�nnten. Und ich werde mich mit der Strategie befassen, was zu tun ist, wenn wir das Allianz-Territorium erreichen.�</p><p>�Fragen Sie Captain Duellos, Captain Tulev ��</p><p>�Und Sie�, unterbrach Geary die Auflistung. �Wie es scheint, spielen Sie eine sehr wichtige Rolle bei meiner �speziellen F�hrung�.� Bei diesem Lob err�tete Desjani prompt. �Aus eigener Kraft h�tte ich diese Entscheidungen nicht treffen k�nnen. Ich habe um jeden einen Bogen gemacht, der mich damit h�tte konfrontieren k�nnen. Ich brauche Sie, um mich voranzutreiben, weil Sie mich viel besser kennen, als ich es f�r m�glich gehalten h�tte. Und ich brauche sie, weil Sie in der Lage sind, die Klappe aufzumachen, um mich Querkopf zur Einsicht zu bringen.�</p><p>Ihr L�cheln wurde noch strahlender. �Ich habe schon bei ganz anderen Querk�pfen die Klappe aufmachen m�ssen, gegen die Sie sich wie ein Chorknabe ausnehmen, Sir.�</p><p>�Vielen Dank.� Er z�gerte kurz. �Tanya, keiner der anderen Senioroffiziere in dieser Flotte scheint gemerkt zu haben, was mir zu schaffen gemacht hat.�</p><p>�Sie haben nie offen �ber Ihre wachsende Vorsicht gesprochen. Durch unsere vielen Unterhaltungen kenne ich Sie gut genug, um solche Dinge wahrzunehmen. Aber ich wusste auch, dass Sie klug genug sind einzusehen, wie wichtig Ratschl�ge von anderen sein k�nnen. Die Tatsache, dass Sie in letzter Zeit alles versucht haben, um solche Ratschl�ge zu vermeiden, verriet mir auch etwas �ber Sie.�</p><p>�Ich sch�tze, ich muss meinen Vorfahren daf�r danken � wieder einmal danken, wollte ich sagen, dass Sie der Captain meines Flaggschiffs sind.�</p><p>Desjani verzog den Mund zu einem schiefen L�cheln. �Ich fasse das als ein dienstliches Kompliment auf. Wenn Sie gestatten, w�rde ich mich jetzt gern zur�ckziehen, Sir, da ich mich noch um andere Dinge k�mmern muss. Und Sie m�ssen die Befehle f�r die Flottenbewegungen nach Heradao ausarbeiten.�</p><p>�Nat�rlich, Captain Desjani.� Er wandte seinen Blick von ihrem L�cheln ab, um seinen Verstand davon abzubringen, sich Gedanken dar�ber zu machen, wie sich wohl ihre Lippen anf�hlten, wenn er sie k�sste. Dazu w�rde es nicht kommen, solange er das Kommando �ber diese Flotte hatte und solange dieser Krieg andauerte. Sie hatte sich unz�hlige Male seinen Respekt verdient. Auch wenn es ihm nicht gelang, seine Gef�hle f�r sie zu unterdr�cken, konnte er immer noch diesen Respekt in der �ffentlichkeit und im Privaten wahren. Also stand er auf und erwiderte ihren Salut.</p><p>Bevor sie das Quartier verlie�, blieb sie stehen und drehte sich noch einmal zu ihm um. �Ich hoffe, Sie nehmen mir nichts von dem �bel, was ich gesagt habe, Sir. Aber ich f�hlte mich verpflichtet, offen und ehrlich zu Ihnen zu sein.�</p><p>�Daf�r danke ich Ihnen, Captain Desjani. Ich hoffe, Sie werden das auch weiterhin so machen, wenn Sie das Gef�hl haben, dass es notwendig wird. Ich werde zuh�ren, wenn es so weit ist. Mir ist zu Ohren gekommen, dass ich unter den Querk�pfen in dieser Flotte als Chorknabe gelte.�</p><p>�Das mag so stimmen, aber Sie sollten sich das nicht zu Kopf steigen lassen.�</p><p>Es gelang ihm, nicht von Herzen zu lachen, bis sich die Luke hinter Desjani geschlossen hatte.</p></section><section><title><p>Zwei</p></title><p>Der Konferenzraum an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> war nicht sehr gro�, an seinem Tisch konnten bestenfalls ein Dutzend Teilnehmer Platz finden. Doch die Software f�r die virtuellen Konferenzen passte die Gr��e des Raums und die Ausma�e des Konferenztischs an die Anzahl der Teilnehmer an, sodass Geary am Kopfende eines extrem langen Tischs stand, an dem hunderte Offiziere Platz genommen hatten. Au�er ihm selbst waren Captain Desjani und Co-Pr�sidentin Rione die einzigen Personen, die real anwesend waren. So ungern er auch diese Besprechungen einberief, musste er dennoch zugeben, dass diese Software eine �u�erst beeindruckende Leistung darstellte. Immerhin hielt die Tatsache, dass die Teilnehmer im eigentlichen Sinne gar nicht zugegen waren, alle davon ab, irgendeinem anderen an die Gurgel zu gehen, wenn eine Besprechung allzu hitzig wurde.</p><p>Bedauerlicherweise war nicht zu erwarten, dass es bei dieser Zusammenkunft zu einem solch offenen Schlagabtausch kommen w�rde. So sehr es ihm auch zuwider gewesen war, sich mit Leuten wie Numos, Casia oder Midea Wortgefechte zu liefern, hatte ihre unverhohlen feindselige Art doch deutlich gemacht, wen er im Auge behalten musste. So etwas w�re ihm jetzt sehr gelegen gekommen, h�tte er auf diese Weise doch feststellen k�nnen, wer in dieser Flotte etwas an seinem Kommando auszusetzen hatte. Doch wer auch immer die treibende Kraft sein mochte, er schien den Gro�teil seiner menschlichen Schilde aufgebraucht zu haben. Trotzdem blieb er nach wie vor im Verborgenen, was umso frustrierender war. W�re von diesen Unbekannten lediglich eine Gefahr f�r sein Kommando ausgegangen, dann h�tte er nicht so viel Sorge darauf verschwenden m�ssen, denn seit der zweiten Schlacht bei Lakota hatte er einen guten Stand bei den Matrosen und bei den meisten Offizieren. Aber seine im Geheimen agierenden Gegner hatten mehr als einmal bewiesen, dass sie bereit waren, notfalls auch ein paar Kriegsschiffe der Flotte in Gefahr zu bringen, nur um Geary zu schaden. Es ging ihnen nicht l�nger darum, ihn zu Fall zu bringen, man war vielmehr dazu �bergegangen, Attentate auf ihn und seine Bef�rworter zu ver�ben. Das bedeutete in der Praxis, dass man die Schiffe zu vernichten versuchte, auf denen sie sich aufhielten.</p><p>Geary aktivierte das Sternendisplay, das �ber dem Konferenztisch auftauchte. �Zun�chst einmal m�chte ich mich entschuldigen, dass ich Ihnen meine Absichten erst mit Versp�tung mitteile. Wir haben Dilawa vollst�ndig gepl�ndert und alles an Bord genommen, was wir irgendwie verwenden k�nnen. Die Flotte hat bereits den Befehl erhalten, Kurs auf den Sprungpunkt nach Heradao zu nehmen.� Auf dem Display wurde der geplante Kurs der Allianz-Flotte als eleganter Bogen dargestellt, der sich durch die leeren Regionen des Dilawa-Systems zog. �Wir hoffen, dass sich die Kriegsgefangenen immer noch im Heradao-System befinden. Falls ja, werden wir sie befreien.�</p><p>�Dann m�ssen wir mit ihnen zusammen aber auch noch mehr Lebensmittel befreien�, meinte Captain Tulev unverbl�mt. �Was wir haben, ist nicht genug.�</p><p>Commander Neeson von der <emphasis>Implacable</emphasis> sch�ttelte den Kopf. �Wir k�nnen nie genug Lebensmittel an Bord holen, es sei denn, wir w�rden einen kompletten Lagerhausbezirk besetzen und ausr�umen, aber das �bersteigt die M�glichkeiten unserer Marines. Au�erdem k�nnen wir den Syndiks nicht vertrauen, wenn sie diejenigen sind, die uns die Lebensmittel aush�ndigen, und wir sind auch nicht in der Lage, alles gr�ndlich zu testen, bevor wir es an Bord bringen.�</p><p>�Laut den alten Aufzeichnungen sind bei Heradao zweitausend Kriegsgefangene interniert�, betonte Tulev. �Dass wir sie befreien m�ssen, finde ich auch. R�umlich sind wir in der Lage, sie unterzubringen. Einige unserer Schiffe sind durch Verluste bei den Gefechten ein wenig unterbesetzt, obwohl wir bereits die �berlebenden der aufgegebenen Schiffe an Bord genommen haben. Die anderen Schiffe k�nnen bis zur R�ckkehr ins Allianz-Territorium zus�tzliches Personal unterbringen. Problematisch ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln.�</p><p>�So problematisch wie die Versorgung mit Brennstoffzellen, meinen Sie?�, warf Captain Armus von der <emphasis>Colossus</emphasis> grummelnd ein.</p><p>Geary hob eine Hand, um Ruhe einkehren zu lassen. �Es fehlt uns an allem. Die Logistiksysteme kalkulieren trotzdem, dass wir zweitausend befreite Kriegsgefangene an Bord holen k�nnen, ohne auf dem Weg ins Allianz-Gebiet pl�tzlich ganz ohne Nahrung dazustehen. Allerdings m�ssen die Rationen abermals gek�rzt werden.�</p><p>�Und wenn wir unterwegs aufgehalten werden?�, wollte Tulev wissen.</p><p>�Wir k�nnen es uns nicht leisten, noch einmal aufgehalten zu werden�, gab Geary zur�ck. �Lebensmittel und Brennstoffzellen haben einen kritischen Stand erreicht, und die einzige Quelle, die uns Nachschub liefern kann, befindet sich daheim im Allianz-Gebiet. Wir werden weiterfliegen und k�mpfen. Bislang haben wir uns viel M�he damit gegeben, die Syndik gr�beln zu lassen, auf welchem Weg wir nach Hause zur�ckkehren. Von jetzt an geht es auf direktem Weg vorw�rts.� Viele Anwesende l�chelten erleichtert, w�hrend Geary den Ma�stab ver�nderte, doch dann wich bei den meisten das L�cheln einer besorgten Miene.</p><p>Armus war derjenige, der die Sorge als Erster in Worte fasste. �Eine direkte Route macht es wahrscheinlicher, dass wir auf eine Blockade durch die Syndiks sto�en. Wie sollen wir uns den Weg freik�mpfen, wenn wir nicht �ber genug Brennstoffzellen verf�gen?�</p><p><emphasis>Am besten, indem wir zu unseren Vorfahren beten, dass ein Wunder geschieht,</emphasis> ging es Geary durch den Kopf, der aber nur zu gut wusste, dass das Hoffen auf ein g�ttliches Einschreiten keine brauchbare Grundlage f�r strategische Entw�rfe war. �Indem wir so intelligent k�mpfen, dass wir die Brennstoffzellen so wenig wie m�glich strapazieren. Notfalls werden wir versuchen, um die Blockade herumzufliegen, damit wir die Syndiks hinter uns lassen, die dann nichts anderes tun k�nnen, als uns zu verfolgen.�</p><p>Diese eigentlich ganz vern�nftige Idee l�ste ringsum missbilligende Blicke aus. Sie stand in krassem Widerspruch zu den primitiven Konzepten von Ehre und Tapferkeit, die f�r mindestens eine Generation das Verhalten der Flotte bestimmt und verheerende Verluste nach sich gezogen hatten. Aber Geary hatte inzwischen gen�gend Erfahrung mit dieser Einstellung gesammelt, um zu wissen, wie er diese Leute doch noch zufriedenstellen konnte. �Sobald wir unsere Best�nde an Brennstoffzellen und Munition aufgestockt haben, k�nnen wir umkehren, oder aber wir �berlassen sie den Allianz-Kriegsschiffen, die w�hrend unserer Abwesenheit die Grenzen verteidigt haben. Sie verdienen auch eine Gelegenheit, ihr K�nnen unter Beweis zu stellen.�</p><p>Sofort hellten sich die unzufriedenen Mienen auf, und hier und da war sogar wieder ein L�cheln zu sehen.</p><p>�Wir m�ssen damit rechnen, dass die Syndiks bei Heradao alles zusammengezogen haben, was sie noch an Schiffen aufbieten k�nnen, weil das f�r uns der direkteste Weg nach Hause ist. Wenn sich eine Syndik-Flotte bei Heradao befindet, werden wir k�mpfen, weil unser Vorrat an Brennstoffzellen dort noch dazu reicht.�</p><p>Er blickte zu Captain Desjani, die sich nicht anmerken lie�, dass er praktisch ihren Ratschlag als seinen eigenen Entschluss ausgab. <emphasis>Ich kann es mir nicht leisten, Ger�chten Nahrung zu geben, ich w�rde irgendwen beg�nstigen, aber wenn das hier vorbei ist, dann werde ich daf�r sorgen, dass Desjani und Leute wie sie so f�r ihre Leistungen gew�rdigt werden, wie sie es verdient haben,</emphasis> nahm sich Geary vor, w�hrend er auf einen hell leuchtenden Stern zeigte. �Von Heradao aus nehmen wir Kurs auf Padronis, von dort auf Atalia.�</p><p>Ein Seufzen schien sich bei den Anwesenden zu regen, als Captain Badaya von der <emphasis>Illustrious</emphasis> aussprach, was vermutlich jeder in diesem Moment dachte: �Und Atalia befindet sich in Sprungreichweite nach Varandal.�</p><p>�Genau�, stimmte Geary ihm zu. �Allianz-Territorium, und zugleich die h�chste Konzentration an Flotteneinrichtungen in der gesamten Region. Sobald wir Varandal erreicht haben, k�nnen wir Vorr�te an Bord nehmen, so viel wir wollen.�</p><p>�Ein forsches Auftreten ist auf jeden Fall erforderlich�, meinte Captain Caligo vom Schlachtkreuzer <emphasis>Brilliant</emphasis>. �Die Allianz ben�tigt uns und jeden Kriegsgefangenen, den wir befreien und mit nach Hause bringen k�nnen.�</p><p>Gegen diese Aussage gab es nichts einzuwenden, zustimmendes Gemurmel ert�nte. Geary nahm sich einen Moment Zeit, um Caligo zu mustern. Der Mann hatte bei diesen Zusammentreffen bislang fast immer geschwiegen, erst seit Kurzem meldete er sich hin und wieder zu Wort. Etwas Bemerkenswertes oder Wichtiges hatte Caligo nicht zu sagen, stattdessen sprach er immer Dinge aus, die bei fast jedem Zustimmung ausl�sten.</p><p>�Unser Geheimdienst ist der Ansicht, dass der Bestand an Minen der Syndiks immer noch sehr niedrig sein muss, wenn man ber�cksichtigt, wie viele Minen sie in den Sternensystemen rund um Lakota ausgelegt haben, um uns zu erwischen�, redete Geary weiter. �Wir f�hren trotzdem ein vorprogrammiertes Ausweichman�ver durch, sobald wir Heradao erreicht haben. Beim Verlassen des Sprungpunkts werden alle Schiffe gefechtsbereit sein. Irgendwelche Fragen?�</p><p>�Was ist mit Kalixa?�, warf Captain Kila ein. �Das liegt auch auf dem Heimweg, und es gibt dort ein Hypernet-Portal.� Auch wenn sie es wohl beil�ufig hatte fragen wollen, hatte ihr Tonfall etwas Forderndes. Dass Diplomatie nicht Kilas St�rke war, wusste Geary schon l�nger.</p><p>�Wir fliegen nicht nach Kalixa�, antwortete er. �Die Risiken, die von einem Hypernet-Portal der Syndiks ausgehen, sind einfach zu gro�.�</p><p>Kira spielte die Erstaunte. �Sind Risiken denn ein Problem f�r diese Flotte? Wir haben keine Angst vor dem, was die Syndiks tun k�nnten, Captain Geary. Au�erdem w�re das eine gute Gelegenheit, dem Feind noch mehr Schaden zuzuf�gen, indem wir ein weiteres Sternensystem ausl�schen.�</p><p>�Entschuldigen Sie, Captain Kila�, meldete sich ein fassungsloser Commander Neeson zu Wort. �Aber Sie waren doch mit uns bei Lakota, nicht wahr? Unsere eigene Flotte w�re da fast vernichtet worden.�</p><p>�Ist sie aber nicht�, hielt Kila forsch dagegen. �Aus �bertriebener Angst vor einer feindlichen Reaktion gar nicht erst zur Tat zu schreiten, ist nicht das, was man von einem Befehlshaber dieser Flotte erwarten sollte, erst recht nicht von einem Befehlshaber eines Schlachtkreuzers.�</p><p>Neesons Gesicht lief vor Wut rot an. �Wollen Sie mir etwa Feigheit unterstellen?�</p><p>�Ruhe!�, ging Geary dazwischen. �Alle beide! Captain Kila, Ihre �u�erung war unangemessen.�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Ich wollte niemanden beleidigen, sondern nur feststellen ��</p><p>�Das reicht jetzt.� Er sah, wie Kilas Augen trotzig aufblitzten, als er ihr ins Wort fiel. �Commander Neeson hat seine Tapferkeit viele Male demonstriert, und ich werde es nicht dulden, wenn die Bef�higung und der Mut irgendeines Angeh�rigen dieser Flotte ohne guten Grund infrage gestellt werden.�</p><p>Sofort meldete sich Captain Cresida zu Wort, die offensichtlich nur auf eine Gelegenheit gewartet hatte. �Au�erdem hat Commander Neeson recht. Als das Hypernet-Portal bei Lakota kollabierte, bewegte sich die Energieentladung am unteren Ende der theoretischen Skala. Ich m�chte Captain Kila daran erinnern, dass die Entladung am oberen Ende einer Nova entspricht. Kein Schiff k�nnte sich im gleichen System aufhalten und das �berleben, selbst wenn es sich an dem Punkt befindet, der vom Portal am weitesten entfernt ist.�</p><p>�<emphasis>Theoretisch</emphasis>�, gab Kila ironisch zur�ck. �Weder bei Sancere noch bei Lakota haben wir so etwas erlebt, also ist ja vielleicht die Theorie verkehrt. Vielleicht k�nnen wir ohne Gefahr f�r uns selbst die Portale als Waffen nutzen und ganze Sternensysteme der Syndiks ausradieren, damit sie endlich f�r das bezahlen, was sie uns in diesem Krieg angetan haben!�</p><p>�Diese Aussage�, konterte Cresida hitzig, �l�sst erkennen, dass Sie ein v�llig falsches Verst�ndnis von dem haben, was �ber die Hypernet-Portale bekannt ist und was wir bei Sancere und Lakota an Daten gesammelt haben.�</p><p>�Es reicht jetzt�, ging Geary abermals dazwischen. �Captain Cresida hat recht. Wir m�ssen hier nicht �ber wissenschaftliche Grundlagen diskutieren. Captain Kila, ich empfehle Ihnen, sich k�nftig erst einmal mit den Fakten vertraut zu machen, bevor Sie Vorschl�ge �ber unsere Vorgehensweise unterbreiten.� Kila lief angesichts dieser unverhohlenen Zurechtweisung rot an.</p><p>Der Captain der <emphasis>Daring</emphasis> nickte. �Was die Frage angeht, inwieweit es m�glich ist, die Zerst�rung eines Hypernet-Portals zu �berstehen, muss ich wohl nur daran erinnern, was mit den Syndik-Kriegsschiffen passiert ist, die bei Lakota ihr eigenes Portal sabotiert haben.�</p><p>�Unsere Schiffe ��, begann Kila von Neuem.</p><p>�Bei Sancere befand sich mein Schiff genau vor dem kollabierenden Portal, w�hrend die <emphasis>Inspire</emphasis> weit entfernt gewesen war! Ich habe am eigenen Leib erfahren, was es hei�t, sich in der N�he eines kollabierenden Hypernet-Portals aufzuhalten. Ganz gleich, was Sie dazu zu sagen haben, ich m�chte so etwas nicht noch einmal mitmachen m�ssen. Gl�ck und die lebenden Sterne waren das Einzige, was uns bei Sancere und Lakota gerettet hat.�</p><p>�Gl�ck, Mut und Verstand�, f�gte Geary hinzu. �Solange diese Flotte weiter die beiden Letzteren einsetzt, k�nnen wir uns das Erstere f�r Notf�lle aufsparen. Und was die Verwendung von Hypernet-Portalen als Waffen zur Vernichtung ganzer Sternensysteme angeht, habe ich bereits deutlich gemacht, dass ich eine solche Ma�nahme niemals anordnen werde. Weder die lebenden Sterne noch unsere Vorfahren w�rden jemals eine Grausamkeit von solchen Ausma�en guthei�en.�</p><p>�Wie es scheint�, stellte Captain Duellos fest, �gibt es dann also keinen Grund, Kurs auf Kalixa zu nehmen.�</p><p>Kila warf ihm einen zornigen Blick zu, w�hrend Captain Caligo sich erneut zu Wort meldete: �Wir sind eine Flotte, wir glauben alle an die gleichen Dinge. Streitigkeiten wie diese sorgen nur daf�r, dass wir uns in verschiedene Lager spalten. Das w�rde dem Feind gefallen.�</p><p>Wieder nickten die meisten Anwesenden zustimmend. Geary konnte dem Mann ebenfalls nicht widersprechen, und aus einem unerfindlichen Grund lie�en seine Ausf�hrungen sogar Kila verstummen.</p><p>�Sonst noch Fragen?� Geary sah in die Runde.</p><p>Weitere Fragen wurden nicht gestellt, und damit endete die Konferenz. In aller Eile l�sten sich die Bilder der Teilnehmer auf, und der Raum schrumpfte rasch wieder auf seine wahre Gr��e zusammen.</p><p>Captain Duellos blieb noch einen Moment l�nger. �Ich muss gestehen, ich war verwundert, dass wir uns nicht schon viel fr�her auf den Weg nach Dilawa gemacht haben.�</p><p>�Mir musste man erst mit einem Ziegelstein Vernunft einh�mmern�, r�umte Geary ein.</p><p>�Ah, verstehe. Na, dann k�nnen Sie ja von Gl�ck reden, dass Captain Desjani zugegen war, um Ihnen dabei unter die Arme zu greifen.�</p><p>Desjani schaute Duellos w�tend an. �Haben Sie momentan nichts Wichtigeres zu erledigen, Roberto?�</p><p>Der Captain nickte und begann zu l�cheln. �Wenn Sie wieder mal einen Ziegelstein ben�tigen, sagen Sie mir Bescheid, Tanya.�</p><p>�Werde ich machen. Er hat einen ziemlichen Dickkopf. Ich sch�tze, Sie haben einen ganzen Vorrat an Ziegelsteinen, damit Sie nicht mit leeren H�nden dastehen, wenn es eine Auseinandersetzung mit Kila gibt.�</p><p>�Sie ist es nicht wert, Zeit mit ihr zu vergeuden�, sagte Duellos ver�chtlich. �Mit der rede ich nur, wenn es dienstlich erforderlich ist.�</p><p>Geary verzog den Mund. �Ich bin nur froh, dass sie von sich aus den Mund gehalten hat, bevor ich ihr einen Befehl h�tte geben m�ssen.�</p><p>�Nicht mal Kila konnte etwas gegen das einwenden, was Caligo gesagt hat.�</p><p>�Oh doch, Kila kann das�, hielt Desjani dagegen. �Selbst die belangloseste Bemerkung kann sie einem im Mund umdrehen. Deshalb war ich sehr �berrascht, dass sie so abrupt klein beigegeben hat.�</p><p>Duellos sch�rzte nachdenklich die Lippen. �Das stimmt, allerdings klingt das so, als w�rden Sie Kila und Caligo unterstellen, dass sie irgendeine Art von Abmachung getroffen haben. Die beiden haben aber nichts miteinander zu schaffen. Ich kenne niemanden, der die zwei jemals gemeinsam gesehen hat, au�er nat�rlich bei diesen Konferenzen. Au�erdem sind sie nicht gerade Seelenverwandte.�</p><p>�Dem kann ich nicht widersprechen�, stellte Desjani fest.</p><p>�Wie gut kennen Sie Captain Kila?�, wollte Geary wissen.</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Ich hatte bislang wenig Kontakt mit ihr, aber das hat auch mit dem zu tun, was ich von Freunden und Bekannten �ber sie geh�rt habe. Und das war nicht gerade wenig.�</p><p>�Und was genau war das?�</p><p>Wieder reagierte sie mit einem Schulterzucken. �Na ja, man erz�hlt sich, dass Kila ein Mistst�ck ist und bei der geringsten Provokation in die Luft geht.�</p><p>�Das klingt nach einem guten Argument, um ihr aus dem Weg zu gehen�, stellte Geary fest.</p><p>�Und es ist eine absolut zutreffende Beschreibung�, warf Duellos ein.</p><p>�Wie hat sie es mit dieser Einstellung denn bis zum Captain geschafft?�</p><p>Desjani sah Geary skeptisch an. �Ist das Ihr Ernst? Ihre Pers�nlichkeit l�sst sie nur raush�ngen, wenn sie mit Untergebenen redet oder aber mit Gleichrangigen, die bei der n�chsten Gelegenheit zu einer Bef�rderung ihre Rivalen darstellen k�nnten. Was ihre Vorgesetzten angeht, da wei� sie sich immer tadellos zu benehmen.�</p><p>�Oh.� Das war von ihm eine dumme Frage gewesen. Immerhin war er w�hrend seiner Dienstzeit vor �ber hundert Jahren ganz �hnlichen Leuten begegnet, und seltsamerweise schafften Kriege es immer wieder, den Verlust ausgerechnet solcher Individuen zu vermeiden.</p><p>�Das zeigt also�, fuhr Duellos fort, �dass Kila nicht der Typ ist, um mit irgendeinem blassen Offizier gemeinsame Sache zu machen, der ihrem Ehrgeiz nicht von Nutzen sein kann. Caligo ist jemand, den Kila allein zum Spa� vernaschen w�rde.�</p><p>�Was aber nicht hei�t, dass die beiden gemeinsam im Bett landen k�nnten�, stellte Desjani klar.</p><p>�Autsch.� Duellos zog eine schmerzhafte Miene. �Ich wei�, Sie haben das nur im �bertragenen Sinn gemeint, aber ich habe jetzt dieses Bild vor Augen. Oh bitte, das will ich nicht sehen m�ssen! Wenn Sie erlauben, Captain Geary, w�rde ich jetzt gern duschen gehen.�</p><p>Nachdem Geary zugesehen hatte, wie Duellos� Bild sich aufl�ste, drehte er sich kopfsch�ttelnd zu Desjani um. �Ich bin froh, dass ich Sie beide auf meiner Seite habe.� Als er bemerkte, dass Rione den Konferenzraum verlassen wollte, sagte er rasch: �K�nnten Sie noch kurz hier bleiben, Madam Co-Pr�sidentin?�</p><p>Rione blieb stehen und schaute zwischen Desjani und Geary hin und her. �Ich hatte gedacht, Sie beide m�chten lieber ungest�rt sein.�</p><p>Darauf kniff Desjani die Augen zusammen und zog zornig die Oberlippe hoch, sodass ihre Z�hne zum Vorschein kamen. �Vielleicht m�chte Co-Pr�sidentin Rione das unter vier Augen wiederholen?�</p><p>�Ich hatte gehofft�, ging Geary sofort dazwischen, bevor Rione Desjani die Wahl der Waffen anbieten konnte, �Sie w�rden mich wissen lassen, ob Sie irgendetwas herausgefunden haben.�</p><p>Nun stand Rione da und schaute Desjani auf eine Weise an, die die unausgesprochene Frage beinhaltete, was die Befehlshaberin der <emphasis>Dauntless</emphasis> bei dieser Unterhaltung noch zu suchen hatte, aber Geary wartete einfach nur ab. Er brauchte einfach noch jemanden an seiner Seite, jemanden, der seinen pers�nlichen Eindruck best�tigen oder ihm widersprechen konnte. Schlie�lich sch�ttelte Rione den Kopf. �Was ich bislang herausgefunden habe, kann ich in einem Wort zusammenfassen: Nichts.�</p><p>��berhaupt nichts?� Er rieb sich die Stirn und versuchte, seine Entt�uschung zu �berspielen. �Ich wei�, wie gut Ihre Spione in dieser Flotte arbeiten, Madam Co-Pr�sidentin. Ich dachte ��</p><p>�Da diese Leute in Ihrem Interesse t�tig sind, sollten Sie sie vielleicht als Agenten bezeichnen, Captain Geary.� Rione machte eine ver�rgerte Geste. �Die Saboteure, die versuchen, Ihr Kommando zu untergraben, und daf�r den Tod zahlloser Kameraden in Kauf nehmen, gehen �u�erst geschickt dabei vor. Sie haben nicht die geringste Spur hinterlassen, der man nachgehen k�nnte. Nicht einmal die Verh�re von Captain Numos, die Sie genehmigt haben, nachdem die W�rmer in den Betriebssystemen verschiedener Schiffe festgestellt wurden, haben etwas ergeben. Numos selbst hat nicht die mindeste Ahnung, wer ihm so etwas anh�ngen will. Faresa h�tte vielleicht etwas gewusst, aber sie ist bei Lakota umgekommen. Das Gleiche gilt f�r Falco, vorausgesetzt, er w�re in der Lage gewesen, lange genug Wahnvorstellungen und Realit�t voneinander zu unterscheiden, um etwas Brauchbares zu sagen. Captain Casia und Commander Yin k�nnen sich auch nicht mehr �u�ern, da sie bekanntlich bei einem f�r Ihre Gegner sehr praktischen Unfall umgekommen sind. Wenn Sie bislang Ihre Feinde in dieser Flotte in irgendeiner Weise untersch�tzt haben sollten, dann h�ren Sie damit sofort auf. Wer immer dahintersteckt ist sehr geschickt und sehr gef�hrlich.�</p><p>�Das sind wir auch�, meinte Desjani.</p><p>Rione l�chelte am�siert. �Wagemut mag gegen die Syndiks von Nutzen sein, aber damit kommen Sie bei diesem Feind nicht weiter.�</p><p>�Das ist uns bekannt�, warf Geary ein, bevor Desjani eine weitere Salve auf Rione abfeuern konnte. �Was ist mit Kila? Sie tut mit jedem Mal etwas lauter kund, dass sie mit meiner Art des Kommandos nicht zufrieden ist.�</p><p>Aus Riones Belustigung wurde prompt Ver�rgerung. �Wie Ihre Offiziere schon sagten und wie es mir von meinen Agenten best�tigt wird, ist Kila zu unbeliebt, als dass man sie als Befehlshaberin dieser Flotte akzeptieren w�rde. Aber sie ist auch zu arrogant und � im Gegensatz zu Numos � zu intelligent, um sich von anderen f�r deren Zwecke benutzen zu lassen. Wie es scheint, kommt jetzt ihre wahre Pers�nlichkeit zum Vorschein, nachdem sie gemerkt hat, dass sie bei Ihnen nicht landen kann, wenn sie versucht, sich genauso einzuschmeicheln wie bei ihren anderen Vorgesetzten. Sie hat noch nie versucht, Sie zu verf�hren, oder?�</p><p>�Was?�</p><p>�Nun, es gibt Hinweise darauf, dass das eine ihrer Taktiken sein k�nnte, um schneller Karriere zu machen. Aber das kann auch nur Tratsch von Leuten sein, die sie nicht ausstehen k�nnen. Sie sagen also, dass sie das bei Ihnen noch nicht versucht hat.�</p><p>�Nein!� Aus dem Augenwinkel bemerkte er Desjanis Blick, der ihm verriet, dass sie sich am liebsten auf Rione gest�rzt h�tte. �Wir sind bislang nicht mal gemeinsam auf einem Schiff gewesen!�</p><p>Rione nickte bed�chtig. �Das k�nnte es allerdings erkl�ren. Aber abgesehen davon d�rfte sie Ihren Ruf gut genug kennen, um zu wissen, dass ein solcher Versuch ohnehin vergeblich w�re.�</p><p>�Vielen Dank.� Sie schien genau zu wissen, wie sie ihn mit einer passenden Bemerkung verwirren konnte.</p><p>�Aber Kila w�rde sich nicht als menschlicher Schutzschild vor die eigentlichen Drahtzieher stellen�, �berlegte Rione laut. �Wenn sie dahintersteckt, warum sollte sie dann die Aufmerksamkeit auf sich lenken?�</p><p>�Wenn meine Feinde so schlau sind, wie wir es glauben, w�rde sie es nicht machen�, meinte Geary kopfsch�ttelnd. �Die Leute von der Systemsicherheit halten Ausschau nach weiteren W�rmern, aber sie k�nnen nicht ausschlie�en, dass es immer noch irgendwo ein Hintert�rchen zu den Kontrollsystemen gibt, von dem sie nichts wissen. Was k�nnen wir noch tun?�</p><p>�Ich wei� es nicht.� Rione war deutlich anzumerken, wie frustriert sie war. �Stimmt es, dass Ihnen keine weiteren Angebote gemacht worden sind, Diktator zu werden?�</p><p>�Nicht in den letzten Tagen.�</p><p>�Das Einzige, das einem solchen Schritt noch im Weg steht�, sagte Rione, �ist die Strecke, die wir noch bis ins Allianz-Gebiet zur�cklegen m�ssen. Und nat�rlich jede Streitkraft, mit der die Syndiks aufwarten k�nnen.�</p><p>�Und ich ebenfalls�, betonte Geary. �Ich werde mich nicht zum Tyrann aufschwingen.�</p><p>Rione sah ihn gelangweilt an. �Wieso glauben Sie, das sei ein entscheidender Faktor? Wenn wir Varandal erreicht haben, werden diejenigen, die wollen, dass Sie die gew�hlten F�hrer zum Teufel jagen, erwarten, dass Sie entsprechend handeln.�</p><p>Diesmal legte Desjani mit abweisender Stimme Widerspruch ein. �Captain Geary wird seinen Eid gegen�ber der Allianz nicht brechen, ganz gleich, wie schlecht die Politiker der Allianz ihre Arbeit auch machen.�</p><p>Rione nahm von der Bemerkung keine Notiz und sagte gezielt an Geary gerichtet: �Diese Leute werden Ihr Nein nicht ewig akzeptieren. Die wissen auch, dass der gr��te Teil der Flotte ihnen R�ckhalt geben wird, wenn sie auf die Idee kommen, angeblich in Ihrem Namen zu handeln. Keiner von denen ben�tigt Ihre Erlaubnis f�r einen Staatsstreich. Sie m�ssen davon ausgehen, dass diese Leute einfach handeln werden, um Sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Was Sie brauchen, ist ein Plan, wie Sie dieses Problem aus der Welt schaffen, <emphasis>bevor</emphasis> die Allianz-Regierung gest�rzt wird.�</p><p>�Also gut.� Ihm entging nicht, dass Rione ihm im Wesentlichen den gleichen Ratschlag wie zuvor Desjani gegeben hatte. Allerdings w�rde er ihr gegen�ber davon kein Wort verlauten lassen. �Haben Sie irgendeinen Vorschlag, wie so ein Plan aussehen k�nnte?�</p><p>�H�tte ich mit anderen Politikern zu tun, dann w�re das kein Problem�, erwiderte sie und sah ihn mit �berzogen nachdenklicher Miene an. �Aber mit einem milit�rischen Verstand habe ich immer noch so meine Schwierigkeiten.�</p><p>Geary warf Desjani einen Seitenblick zu. �Vielleicht sollten wir es mit einem milit�rischen Blickwinkel versuchen. Stellen Sie sich das Ganze als ein milit�risches Problem vor, als eines von Strategien und Taktiken.�</p><p>Riones Minenspiel ver�nderte sich, als w�rde sie intensiv dar�ber nachdenken. �Das k�nnte hilfreich sein.�</p><p>Dass Desjani dabei den Mund zu einem ganz und gar unmilit�rischen Grinsen verzog, konnte Rione von ihrer Position aus nicht sehen.</p><p>Geary versuchte daraufhin, ihr unauff�llig einen warnenden Blick zuzuwerfen, aber nat�rlich bekam Rione das mit, drehte sich um und schaute Desjani argw�hnisch an. Allerdings war es zu sp�t, als dass sie den sp�ttischen Gesichtsausdruck noch h�tte sehen k�nnen.</p><p>�Schaffen Sie das?�, fragte Rione an Geary gewandt. �K�nnen Sie Ihren Leuten in deren Jargon klarmachen, dass sie nicht eigenm�chtig handeln sollen?�</p><p>�Das versuche ich ja, aber bislang ist mir noch kein wirklich �berzeugendes Argument eingefallen.�</p><p>Diesmal schnaubte Rione ver�chtlich. �Stellen Sie sich eine Katastrophe vor, denn genau das w�re ein Milit�rcoup. Die gr��te Katastrophe, die Sie sich ausmalen k�nnen.�</p><p>Desjani zog eine Augenbraue hoch. �Das h�rt sich an wie eine Beschreibung dessen, was dieser Flotte im Heimatsystem der Syndiks widerfahren ist.�</p><p>�Das ist gut�, erkl�rte Rione. �Das ist wirklich gut. Ein Vorfall, der noch nicht lange zur�ckliegt, ein einschneidendes Erlebnis, das noch ganz frisch in den Erinnerungen liegt. Etwas, das im ersten Moment vielversprechend klang, das sich aber als ein Debakel entpuppte, durch das wir den Krieg h�tten verlieren k�nnen. Bestimmt f�llt Ihnen etwas Gutes ein, was Sie daraus machen k�nnen.�</p><p>Geary nickte. �Jetzt muss ich blo� noch wissen, wer in dem Plan der Feind sein soll.�</p><p>�Das ist das Einfachste �berhaupt�, st�hnte Rione aufgebracht. �Fragen Sie Captain Desjani, sie wird es Ihnen sagen. Oder fragen Sie Captain Badaya. Wer ist daheim der Feind? Ich, und mit mir jeder andere Politiker. Das ist es, was die Leute glauben.� Daraufhin nickte Desjani knapp und ohne jede Spur von Ironie. �Sehen Sie? Ihre Strategie sollte auf dem aufbauen, was Leute wie Badaya f�r die Wahrheit halten. Dann werden sie viel leichter glauben, was Sie ihnen sagen. Testen Sie Ihre Ideen an ihr, sie hat diesen milit�rischen Verstand. Au�erdem gibt es niemanden, dem Sie mehr vertrauen k�nnen als ihr.� Dieses Lob kam so unerwartet, dass Desjani und Geary ihr Erstaunen nicht verbergen konnten. Das wiederum lie� ein fl�chtiges L�cheln in Riones Gesicht erscheinen. �Ich bin weder blind noch dumm. Wenn Sie nicht zulassen, dass diese Frau Ihnen R�ckendeckung gibt, dann sind Sie ein Idiot, Captain Geary. Die Frage ist nur: Wird sie es Ihnen sagen, wenn sie das Gef�hl hat, dass Ihre Ideen nicht wirkungsvoll genug sind?�</p><p>Geary verzog seinerseits den Mund zu einem ironischen L�cheln. �Ich bin fest davon �berzeugt, dass Captain Desjani mich davon in Kenntnis setzen wird, wenn ich nicht glaubw�rdig wirke.�</p><p>�Gut. Ich m�chte n�mlich nicht, dass die Regierung der Allianz von irgendwem gest�rzt wird, der angeblich im Namen jenes Helden handelt, dessen Legende von dieser Regierung �berhaupt erst geschaffen wurde. Und ich m�chte auch nicht mit Ihnen zu tun haben, falls es dazu kommt und Sie zu dem Schluss gelangen, dass Ihnen diese Rolle ja doch gefallen k�nnte.� Dann machte sie auf dem Absatz kehrt und verlie� den Konferenzraum.</p><p>�War das gerade eine Drohung?�, fragte Desjani, nachdem sich die Luke hinter Rione geschlossen hatte.</p><p>�Ja, und nicht die Erste, auch wenn ich meine, dass es das erste Mal ist, dass sie das nicht nur unter vier Augen gemacht hat.�</p><p>�Warum lassen Sie ihr das durchgehen?�</p><p>�Weil es Momente gibt�, antwortete er, ohne den Blick von der Luke abzuwenden, �in denen ich nicht wei�, ob ich mir selbst �ber den Weg trauen kann. Und dann bin ich froh, wenn jemand da ist, der eine Drohung gegen mich ausspricht.�</p><p>Desjani dachte �ber seine Worte nach. �Ich muss zugeben, dass sie in einigen Punkten sogar recht hat. Unter anderem in dem Punkt, dass ich Ihnen R�ckendeckung geben sollte.�</p><p>�Ich wei�, aber Sie haben der Allianz gegen�ber ebenfalls einen Eid abgelegt.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Wir haben bereits dar�ber gesprochen. Sie werden Ihren Eid nicht brechen, und deshalb werde ich auch nicht gezwungen sein, gegen meinen Eid zu versto�en. Wieso vertrauen Sie ihr eigentlich?�</p><p>Diese Frage war berechtigt, wenn man in Erw�gung zog, dass Rione eine Politikerin war. Mit gro�em Entsetzen hatte Geary erfahren m�ssen, dass die Flottenoffiziere den gew�hlten F�hrern der Allianz mit dem �rgsten Misstrauen begegneten, das man sich vorstellen konnte. Jetzt deutete er mit einer leichten Kopfbewegung auf die Luke, durch die Rione den Konferenzraum verlassen hatte. �Auch wenn sie mir und allen anderen eine Menge verheimlicht, bin ich trotzdem fest davon �berzeugt, dass es zwei Dinge gibt, die Victoria Rione zutiefst liebt. Das eine ist ihr Ehemann, �ber den wir herausgefunden haben, dass er in Kriegsgefangenschaft geraten ist und wom�glich noch lebt. Das andere ist die Allianz. F�r die Allianz w�rde sie ihr Leben opfern, Tanya, so wie Sie und ich. Glauben Sie nicht, sie t�te das nicht, nur weil sie keine Uniform tr�gt. Rione ist der Allianz treu ergeben, und ich glaube, sie ist so unbestechlich, wie es ein Mensch nur sein kann. Sie ist oft eine schreckliche Nervens�ge, trotzdem k�nnen wir ihr vertrauen.�</p><p>�Ein Gutes hat Heradao�, meinte Desjani. �Wenigstens k�nnen wir da m�helos unsere Feinde identifizieren.� Dann merkte sie in einem f�r sie v�llig untypischen, melancholischen Tonfall an: �Manchmal denke ich an die Zeit zur�ck, bevor wir Sie gerettet hatten. Damals lautete die Antwort auf alles: �T�tet die Syndiks.� Sie waren der Feind. Der Sieg war unser, wenn wir gen�gend von ihnen get�tet hatten. Es hat zwar nicht funktioniert, aber es war auch alles viel einfacher. Sie haben unser Leben viel komplizierter gemacht.�</p><p>�Die Syndiks sind nach wie vor der Feind�, entgegnete Geary. �Solange wir uns auf diese Tatsache konzentrieren, sollte das Ganze nicht zu kompliziert werden.�</p><p>�Sie bitten mich darum, einen Politiker zu respektieren�, hielt sie ihm vor Augen. �Das ist keine Leichtigkeit.�</p><p>Er musterte sie einen Moment lang und versuchte zu verstehen, wieso Flottenoffiziere wie Desjani der Allianz gegen�ber treu ergeben sein konnten, wenn sie zugleich den gew�hlten F�hrern der Allianz keinen Respekt entgegenbrachten. Zum Teil war das sicher eine v�llig verst�ndliche, menschliche Einstellung, da jeder einen S�ndenbock daf�r ben�tigte, dass der Krieg keine Fortschritte machte. Zudem hatte Rione selbst ihm gegen�ber einger�umt, dass die politischen F�hrer der Allianz in vollem Umfang f�r ihr Handeln w�hrend der letzten hundert Jahre verantwortlich waren. Vielleicht war er ja in dieser Hinsicht ein lebender Anachronismus, ein Offizier, der daran glaubte, dass man den F�hrern der Allianz automatisch Respekt entgegenzubringen hatte, und f�r den alles andere einfach zu schwer zu akzeptieren war. �Ich denke, Sie werden mir einfach vertrauen m�ssen, wenn ich sage, wir k�nnen ihr vertrauen.�</p><p>Desjani gab einen m�rrischen Laut von sich. �Ich werde mein Bestes geben, sie mit Respekt zu behandeln, weil das meine Pflicht als Offizier ist und weil Sie f�r sie b�rgen, aber ich gehe nicht davon aus, dass ich ihr jemals werde vertrauen k�nnen.� Sie n�herte sich der Luke, ohne den Blick von ihm abzuwenden. �Ich akzeptiere Ihr Urteil, weil ich Ihnen vertraue.�</p><p>Hunderte Kriegsschiffe und ihre Besatzungen vertrauten ihm, dass er sie nach Hause brachte. Das Schicksal der Allianz und vielleicht sogar der gesamten Menschheit hing von seinen Entscheidungen ab, aber es war das Vertrauen dieser einen Frau, das ihm wirklich wichtig war. Rione hatte einmal davon gesprochen, dass Leute eigentlich nie f�r eine gro�e Sache k�mpften, sondern dass sie aus den pers�nlichsten Gr�nden den Kampf w�hlten. Selbst wenn sie behaupteten, sich f�r irgendwelche hehren Ideale einzusetzen, k�mpften sie in Wahrheit doch nur f�r die Kameraden an ihrer Seite und f�r die geliebten Menschen, die zu Hause sa�en. Geary drehte sich um und betrachtete das Sternendisplay. Sein Blick wanderte von Heradao weiter zu Padronis, Atalia und schlie�lich Varandal. So nah. So weit waren sie gekommen. Und jetzt musste er sicherstellen, dass sie den Rest des Weges auch noch hinter sich brachten, ganz gleich, was bei Heradao auf diese Flotte wartete.</p><p>So viele Menschen vertrauten ihm, waren �berzeugt davon, dass er in der Lage war, die Flotte nach Hause zu f�hren. Und einer von diesen Menschen war Tanya Desjani.</p><p>Bevor die Flotte Dilawa verlie�, musste er noch eine weitere Besprechung einberufen. Sobald sie im Sprungraum waren, konnten nur noch einfache, kurze Nachrichten von Schiff zu Schiff �bermittelt werden. Es handelte sich um eine kleine, erlesene Gruppe, mit der Geary reden wollte.</p><p>Wieder sa� er im Konferenzraum, aber diesmal wirkte der Tisch nicht viel gr��er, als er tats�chlich war. Ringsum fanden sich die holographischen Bilder von Captain Duellos, Captain Tulev und Captain Cresida, w�hrend Geary, Desjani und Rione k�rperlich anwesend waren. �Wir n�hern uns der Heimat�, begann Geary. �Wir sind noch nicht da, und ich rechne mit einem h�sslichen Kampf bei Heradao oder einem der anderen Syndik-Sternensysteme, die wir noch durchqueren m�ssen. Aber wir haben allen Grund, davon auszugehen, dass wir mit den Syndiks zurechtkommen. Was wir allerdings nicht wissen � wie werden die Aliens reagieren, wenn diese Flotte es tats�chlich bis nach Hause schafft?�</p><p>Tulev erinnerte an einen Stier, als er beh�big nickte. �Die Aliens haben schon bei Lakota versucht, diese Flotte zu besiegen und zu vernichten. Daraus l�sst sich folgern, dass es ihnen nicht gefallen wird, wenn wir unser Ziel wirklich erreichen.�</p><p>�Aber was werden sie unternehmen?�, fragte sich Cresida. �Wenn unsere Vermutungen zutreffen, dann k�nnten sie den Zusammenbruch aller Hypernet-Portale der Menschen ausl�sen. Werden sie tats�chlich diese Ma�nahme ergreifen, wenn wir es nach Hause schaffen?�</p><p>�Das ist einer der Punkte, die mir Sorgen machen�, sagte Geary.</p><p>�Wir haben noch ein wenig Zeit�, erkl�rte Rione ruhig, aber entschieden. Alle sahen sie daraufhin fragend an, und sie deutete mit einer fl�chtigen Handbewegung auf das �ber dem Tisch schwebende Sternendisplay. �Lassen Sie uns zuerst �berlegen, was wir �ber ihre Taktiken wissen. Es scheint nicht so, dass sie gegen uns oder gegen die Syndiks direkt vorgegangen sind. Stattdessen haben sie uns dazu veranlasst, uns gegenseitig Verluste zuzuf�gen.�</p><p>�Das ist wohl wahr�, stimmte Duellos ihr zu.</p><p>�Was wissen die Aliens �ber diese Flotte?�, fuhr Rione fort. �Dass wir wissen, dass die Hypernet-Portale als extrem zerst�rerische Waffen eingesetzt werden k�nnen. Wir m�ssen davon ausgehen, dass die Aliens durch Agenten oder Geheimdienstquellen auf unsere Erkenntnisse aufmerksam gemacht worden sind, bei denen es sich m�glicherweise nur um automatisierte W�rmer und �hnliches handelt.�</p><p>�Die haben sie durch die Systeme auf unseren Schiffen eingeschleust�, merkte Cresida an. �Ich rede von diesen wahrscheinlichkeitsbasierenden W�rmern auf Quantenebene. Wir glauben zwar, dass wir sie alle entdeckt und aus den Systemen getilgt haben, aber wir wissen nicht, ob sie in der Lage sind, neue zu aktivieren. Wom�glich werden die sogar automatisch aktiviert, wenn bestimmte Ereignisse eintreten.�</p><p>�Ganz genau.� Rione zeigte auf dem Sternendisplay auf das Gebiet jenseits der Syndikatwelten. �Sie beobachten uns, sie verfolgen mit, wie wir reagieren. Angesichts dieser Erkenntnisse k�nnen die Aliens den logischen Schluss ziehen, dass die Allianz sich f�r den Einsatz dieser Waffen entscheiden wird, sobald sie von deren Existenz erf�hrt.�</p><p>Cresida bleckte die Z�hne. �Ich glaube, damit haben Sie recht, Madam Co-Pr�sidentin. Sie werden abwarten, ob wir unseren politischen und milit�rischen Vorgesetzten erz�hlen, dass die Hypernet-Portale in den Syndik-Sternensystemen benutzt werden k�nnen, um die Syndiks auszul�schen. Und ob unsere politischen F�hrer daraufhin ein solches Vorgehen befehlen werden. H�tte ich von deren Warte aus zugesehen, wie dieser Krieg �ber ein Jahrhundert lang verlaufen ist, dann w�rde ich glauben, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis eine Seite mit dem Einsatz von Hyperportalen als Waffen beginnt. Und mir w�re klar, dass die andere Seite das nat�rlich in gleicher Weise beantworten wird.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Cresida�, sagte Rione. �Und dabei werden die Aliens sich gem�tlich zur�cklehnen und in aller Ruhe zusehen, wie die Allianz ein Syndik-System nach dem anderen zerst�rt, w�hrend die Syndiks die gleiche Taktik bei den Allianz-Systemen anwenden. Die Aliens m�ssen keinen Finger r�hren, und die Menschheit l�scht sich mit den Waffen selbst aus, die die Aliens ihnen zur Verf�gung gestellt haben.�</p><p>Geary nickte und bemerkte einen bitteren Geschmack im Hals. �Also werden sie erst noch eine Weile abwarten, um zu sehen, was wir machen. Das verschafft uns etwas Zeit.�</p><p>�Aber nicht sehr viel Zeit, Captain Geary�, ermahnte Rione ihn mit ernster Miene. �Nehmen Sie unsere Mutma�ung dar�ber wie dieser Krieg angefangen hat. Wir gehen davon aus, dass die Aliens die Syndiks zu einem Angriff auf uns verleitet haben, indem sie vorgegeben haben, deren Verb�ndete zu sein. Aber haben die Syndiks uns aus Habgier angegriffen? Oder haben die Aliens die Syndiks davon �berzeugt, dass ein Angriff auf die Allianz eine gute Idee ist?�</p><p>�Wie sollte es ihnen gelungen sein, die Syndiks davon zu �berzeugen?�, warf Desjani ein.</p><p>Rione reagierte mit einem derart eiskalten Blick, dass man glauben konnte, der Luftsauerstoff w�rde sich gleich verfl�ssigen. �Sie k�nnten ihnen alles M�gliche erz�hlt haben. Beispielsweise mithilfe falscher geheimdienstlicher Informationen, dass die Allianz einen Angriff auf die Syndiks plant.�</p><p>�Wir verf�gten damals gar nicht �ber die n�tigen Streitkr�fte, um das auch nur zu versuchen�, wandte Geary ein.</p><p>�Das war den Syndiks aber nicht bekannt�, machte Rione ihm klar. �Warum h�tten die Syndiks nicht glauben wollen, dass die Allianz irgendwo Streitkr�fte versteckt hielt? Aber diese Details sind auch gar nicht weiter wichtig. Konzentrieren Sie sich nicht darauf. Wichtig ist, dass die Aliens die Syndiks dazu gebracht haben, uns anzugreifen. Das k�nnten sie wieder tun.�</p><p>�Wieder?� Captain Cresida beugte sich interessiert vor. �Und wie?�</p><p>�Wenn die Aliens den Eindruck bekommen, dass wir nichts unternehmen, k�nnten sie versuchen, uns dazu zu verleiten, die Hypernet-Portale als Waffen zu benutzen. Wir m�ssen davon ausgehen, dass sie auf dem Laufenden sind �ber das, was wir herausfinden, und wahrscheinlich werden sie uns keine Gelegenheit geben wollen, unsere Erkenntnisse zu nutzen. Wir haben spekuliert, dass die Aliens �ber eine Methode verf�gen, um die Hypernet-Portale kollabieren zu lassen. Irgendein Signal, das in der Lage ist, sich mit �berlichtgeschwindigkeit zu bewegen.� Sie deutete auf verschiedene Sterne im Display. �Angenommen, ein paar Hypernet-Portale im Allianz-Gebiet brechen zusammen und zerst�ren das jeweilige Sternensystem. Wem w�rde die Allianz die Schuld geben?�</p><p>�Verdammt!� Geary h�rte, dass auch die anderen leise fluchten. �Wenn wir den V�lkermord nicht in Gang setzen, werden die Aliens uns oder die Syndiks provozieren, um den Eindruck entstehen zu lassen, dass die jeweils andere Seite damit bereits begonnen hat.�</p><p>Riones Blick schien in die Ferne gerichtet, aber er ruhte immer noch auf einem Stern auf der entlegenen Seite des Displays, ganz am Rand des Allianz-Gebiets. �Das Sol-System verf�gt �ber ein Hypernet-Portal�, f�hrte sie aus. �Die alte Erde steht in der Peripherie der Allianz. Sie ist von den Kriegen, die einst dort w�teten, geschw�cht. Wir stammen von dort, auf den anderen Planeten des Systems liegen die ersten menschlichen Kolonien. Das ist die Heimat unserer �ltesten und am h�chsten verehrten Vorfahren, in ihrer Mitte der eine Stern, den wir als das bedeutendste Symbol der lebenden Sterne ansehen. Das System erhielt aus Respekt ein Portal, und um Pilgerreisen dorthin zu erleichtern, obwohl die Investition rein wirtschaftlich betrachtet nicht zu rechtfertigen ist.� Sie sah die anderen an. �Was, wenn die Menschen der Allianz glauben, die Syndiks h�tten <emphasis>dieses</emphasis> Sternensystem zerst�rt?�</p><p>Mit ungew�hnlich rauer Stimme antwortete Duellos: �Nichts w�rde sie aufhalten, und kein Argument k�nnte sie umstimmen. Sie w�rden darauf bestehen, dass jeder Syndik daf�r mit dem Leben bezahlt.�</p><p>�Teufel auch!� Geary fragte sich, warum sein Beitrag zu dieser Diskussion gr��tenteils aus Fl�chen bestand. �Also gut, wir k�nnen davon ausgehen, dass uns eine kurze Verschnaufpause bleibt, sobald wir es nach Hause geschafft haben, weil die Aliens dann erst einmal herausfinden m�ssen, ob die Menschheit den K�der schluckt. Wenn wir nicht innerhalb eines Zeitraums zur Tat schreiten, den die Aliens f�r angemessen halten, werden sie versuchen, uns zu etwas zu provozieren, was die letzte Offensive der Menschheit werden k�nnte. Ich w�nschte, ich w�sste, was sie von uns wollen.�</p><p>�Wir k�nnen das nicht wissen�, sagte Rione. �Wir glauben zu wissen, was sie getan haben. Sie scheinen kein Problem damit zu haben, uns Waffen in die Hand zu dr�cken und abzuwarten, dass wir sie gegen einander zum Einsatz bringen. Aber wir wissen nicht, ob es zu ihrer Strategie geh�rt, direkte Kampfhandlungen zu vermeiden, oder ob es vielleicht einen moralischen oder religi�sen Aspekt ihrer Denkweise widerspiegelt.�</p><p>�Was sollte daran moralisch sein?�, wunderte sich Cresida.</p><p>�Aus der Perspektive der Aliens? Nun, sie k�nnten beispielsweise glauben, dass sie keine Schuld trifft, wenn sie uns mit ihren Waffen versorgen, solange wir diejenigen sind, die den Abzug bet�tigen. Ob das der Fall ist, kann ich nicht sagen. Es ist nur eine von vielen m�glichen Erkl�rungen.�</p><p>�Genauso gut k�nnte es sein, dass es sich um eine v�llig unmoralische Strategie handelt, mit der die Ausl�schung der Menschheit auf effizienteste Weise gew�hrleistet wird�, warf Tulev ein. �Wir wissen nicht, was in den K�pfen dieser Aliens vor sich geht. Also m�ssen wir unsere Annahmen �ber ihr k�nftiges Verhalten auf dem aufbauen, was wir in der Vergangenheit beobachtet haben.�</p><p>�Ganz richtig. Bedauerlicherweise sieht es f�r uns sehr d�ster aus, was ihr k�nftiges Verhalten angeht, wenn wir unsere bisherigen Beobachtungen richtig gedeutet haben.� Geary wandte sich wieder an Rione. �Co-Pr�sidentin Rione, k�nnen Sie eine Liste der Sterne mit der h�chsten symbolischen Bedeutung zusammenstellen? Wir werden sicherstellen m�ssen, dass in diesen Sternensystemen vor allen anderen die Hypernet-Portale mit einer Sicherung versehen werden, die einen Kollaps der Portale verhindert.�</p><p>�Glauben Sie, so etwas ist m�glich? Die Meinungen �ber symbolische Bedeutungen gehen weit auseinander.� Sie musterte Geary lange und eindringlich. �Falls sie an einem massiven Vergeltungsschlag gegen die Syndiks interessiert sind, werden sie wom�glich als Erstes das Heimatsystem des legend�ren Helden Black Jack Geary ins Visier nehmen.�</p><p>Sein Atem stockte, und mit einem Mal sah er nicht mehr den Raum, in dem er sich befand, sondern die Welt, auf der er aufgewachsen war. Die Welt, auf der seine Eltern und andere Angeh�rige beerdigt lagen. Sein Zuhause, auch wenn sich das in den letzten hundert Jahren sicherlich genauso ver�ndert hatte wie alles andere auch. Er stellte sich vor, wie eine Schockwelle diese Welt traf, so wie es im Lakota-System mit dem dortigen Planeten geschehen war; eine Schockwelle, die aus einer angenehmen, dicht besiedelten Welt eine H�lle und ein Schlachthaus zugleich gemacht hatte.</p><p>Sollte er akzeptieren, dass seine Heimatwelt wichtiger war als andere Welten? Er blinzelte ein paar Mal, dann sah er die anwesenden Offiziere an. Jeder von ihnen nannte eine eigene Welt seine Heimat. Welche von ihnen sollte er nach hinten r�cken lassen, weil seine Heimat bevorzugt behandelt wurde? Seufzend sch�ttelte er den Kopf und sagte: �Ich bin nicht sehr gut darin, Entscheidungen zu treffen, die eigentlich den lebenden Sternen vorbehalten sind. Madam Co-Pr�sidentin, wenn Sie einfach Ihre beste Einsch�tzung ��</p><p>�Meinen Sie, <emphasis>ich</emphasis> bin dazu qualifiziert, Gottheit zu spielen? Meinen Sie, ich will das �berhaupt?�</p><p>In die anschlie�ende betretene Stille hinein sprach Tulev auf einmal: �Ich werde die Liste zusammenstellen. F�r mich gibt es nichts mehr, was mich voreingenommen machen k�nnte.�</p><p>Die Darstellung von Duellos auf der einen Seite Tulevs beugte sich vor und legte eine Hand auf Tulevs Unterarm, w�hrend Desjani von der anderen Seite genauso reagierte. Cresida, die weiter entfernt sa�, nickte ihm verst�ndnisvoll zu. Tulev erwiderte die Geste ihnen allen gegen�ber, dann wandte er sich an Geary und wiederholte: �Ich werde das erledigen.�</p><p>�Danke, Captain Tulev�, gab Geary zur�ck. �Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich der Flotte sagen muss, dass diese Aliens existieren, aber bis auf Weiteres sollten wir wie zuvor vorgeben, dass die von den Hypernet-Portalen ausgehende Bedrohung nichts weiter ist als ein technologischer Nebeneffekt, der so nicht gewollt war.�</p><p>�Etwas anderes darf es nach au�en hin nicht sein�, pflichtete Cresida ihm bei. �Wenn als M�glichkeit zur Sprache gebracht wird, dass jedes Hypernet-Portal jederzeit spontan oder durch ein Einschreiten der Syndiks zum Zusammenbruch gebracht werden kann, und wenn dazu die Bilder ins Spiel kommen, die wir bei Lakota aufgezeichnet haben, dann wird das f�r die Leute Grund genug sein, zur Tat zu schreiten.�</p><p>�Okay. Wir unterhalten uns noch einmal vor dem Sprung nach Varandal. Danke, dass Sie zu dieser Besprechung gekommen sind. Danke f�r Ihre Ratschl�ge und Meinungen, und Danke auch daf�r, dass Sie �ber diese Angelegenheit weiterhin Schweigen bewahren.�</p><p>�Wenn wir nur mehr w�ssten�, meinte Cresida. �Ich arbeite immer noch an einem Entwurf f�r ein System, das den Zusammenbruch der Hypernet-Portale unm�glich macht und das sich schnell und problemlos installieren l�sst. Ich vermute, wenn wir Atalia erreichen, werde ich damit fertig sein.�</p><p>�Wollen wir�s hoffen�, seufzte Duellos. �Immerhin wissen wir so gut wie nichts dar�ber, was diese Kreaturen wirklich von uns wollen.�</p><p>�Federn oder Blei?�, fragte Desjani und spielte damit auf das uralte R�tsel an, bei dem nur der D�mon, der die Frage stellt, die richtige Antwort kennt und er sie jederzeit ver�ndern kann. Wie Duellos einmal ganz richtig gesagt hatte, waren die Aliens ebenfalls R�tsel, bei denen nicht nur die Antworten und Fragen unbekannt waren. Sie mochten au�erdem Ausdruck von Denkprozessen sein, die so v�llig anders waren als die der Menschen, dass ihre Absichten und der Sinn ihres Handelns nicht nachvollziehbar w�ren.</p><p>�Das ist meine Frage, Captain Desjani. Ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie nicht den D�mon in meinem R�tsel spielen. Aber aus purer Neugierde gefragt: Welche Antwort war diesmal die Richtige?�</p><p>Sie l�chelte humorlos. �Das w�rden Sie wohl gerne wissen, wie? Frauen k�nnen genauso r�tselhaft sein wie D�monen.�</p><p>�Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass ich auf diese Bemerkung eingehe, oder?�</p><p>W�hrend die Darstellungen von Tulev, Cresida und Duellos sich aufl�sten, schaute Desjani stirnrunzelnd auf ihre pers�nliche Dateneinheit. �Entschuldigen Sie, Sir, aber ich werde im Maschinenraum gebraucht.� Sie eilte aus dem Raum, sodass Geary und Rione allein zur�ckblieben.</p><p>Rione wirkte untypisch schweigsam und wandte sich ebenfalls zum Gehen. An der Luke blieb sie stehen. Ohne sich zu Geary umzudrehen, fragte sie: �Was ist mit Captain Tulev geschehen? Er sprach davon, dass es f�r ihn nichts mehr gibt.�</p><p>Geary nickte, da er sich daran erinnern konnte, dar�ber in der Personalakte etwas gelesen zu haben. �Bei einem Bombardement seiner Heimatwelt durch die Syndiks kamen seine Familie, seine Frau und seine Kinder ums Leben.�</p><p>�Oh, verdammt.� Rione sch�ttelte den Kopf. �Das ist wirklich schrecklich. Aber irgendjemand muss doch noch dort sein. Irgendein Verwandter. Welche Welt war das?�</p><p>Er versuchte, es sich ins Ged�chtnis zu rufen, aber es gab so viele Welten. �Elys � Elysa?�</p><p>�Elyzia?�</p><p>�Ja, richtig�, sagte er und stutzte, dass sie so schnell den Namen dieses Planeten nennen konnte. �Was ist dort geschehen?�</p><p>�Ein Syndik-Bombardement�, murmelte sie so leise, dass er sie fast nicht h�ren konnte. �Aber ein sehr ausgedehntes. Teil eines sehr massiven Schlags gegen die Allianz. Der gr��te Teil der Planetenoberfl�che wurde verw�stet, ein Gro�teil der Bev�lkerung kam ums Leben. Nachdem man die Syndiks doch noch abwehren konnte, wurde die Welt abgeschrieben. Die �berlebenden evakuierte man. Nur ein paar Menschen blieben zur�ck, um die wiederaufgebauten Verteidigungsanlagen zu bemannen � f�r den Fall, dass die Syndiks noch einmal dort auftauchen sollten. Captain Tulev hat die Wahrheit gesagt. Dort gibt es nichts mehr f�r ihn.� Sie sah Geary an. �F�r ihn gibt es nur noch die Flotte. Ist Ihnen klar, dass Sie beide das gemeinsam haben?�</p><p>�Nein.� Er wollte mehr sagen, aber ihm wollte einfach nichts einfallen.</p><p>�Unser Vergeltungsschlag war gegen Yunren gerichtet�, redete sie weiter, als f�hre sie ein Selbstgespr�ch. �Ein Syndik-System entlang der Grenze. Von Yunren ist ebenfalls nichts �brig geblieben, ausgenommen ein paar Verteidigungsposten, die von ganz Hartgesottenen bemannt werden, deren einziger Daseinszweck es ist, eine Chance zu bekommen, diejenigen zu t�ten, die ihre Welt ausgel�scht haben. Seitdem haben beide Seiten solche Bombardements nicht wieder durchgef�hrt. Allerdings wei� ich nicht, ob es daran liegt, dass es einen so gro�en Materialeinsatz erfordert, wenn man eine ganze Welt in Schutt und Asche legen will, oder ob alle Beteiligten mit Entsetzen zur Kenntnis genommen haben, wie tief wir gesunken waren.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. Ihm war �bel. �Wie konnte �berhaupt irgendjemand einen solchen Befehl erteilen?�</p><p>�Oh, das ist gar nicht so schwer, Captain Geary. Sie m�ssen nur weit genug vom Feind entfernt sein, w�hrend Sie den Plan ausarbeiten, und Sie m�ssen dabei ein gro�es Sternendisplay mit vielen kleinen Planeten vor sich haben. Einfach nur Lichtpunkte mit seltsamen Namen. Ziele. Nicht das Zuhause von Menschen, wie man selbst einer ist, sondern Ziele, die ausradiert werden m�ssen, um Menschen, wie man selbst einer ist, zu besch�tzen. Es ist ganz leicht, den Mord an Millionen oder Milliarden Menschen zu befehlen.�</p><p>�Das ist eigenartig�, merkte Geary an. �Ich habe mit einigen Marines gesprochen. Sie sagen, sie m�ssen erst die Individuen entmenschlichen, die sie t�ten sollen, damit sie k�mpfen k�nnen. Und sie machen sich Sorgen, dieser Prozess k�nnte zu weit gehen und sie k�nnten dabei Individuen t�ten, von denen eigentlich keine Bedrohung ausgeht. Auf der anderen Seite sind da die hochrangigsten Offiziere, die nie einem einzelnen Feind gegen�bergestanden haben, und sie m�ssen sie gleich zu Hunderttausenden oder noch mehr entmenschlichen.�</p><p>�Manchmal frage ich mich�, sprach sie nach einer kurzen Pause, �ob die Aliens recht haben, dass die Menschheit sich eines Tages selbst ausl�schen wird.�</p><p>�Ich will es nicht hoffen. Wie es scheint, hat es bei vielen Leuten in dieser Flotte einen tiefen Eindruck hinterlassen, dass sie mitansehen mussten, was sich bei Lakota abgespielt hat. Man kann sich innerlich nicht von einem Ereignis distanzieren, bei dem man miterlebt hat, wie eine bewohnte Welt mit einem einzigen Schlag so entsetzlich verw�stet wird.�</p><p>�Ja, das scheint tats�chlich Wirkung gezeigt zu haben. Und was ist mit Captain Cresida? So wie sie Tulev angesehen hat, verbindet die beiden irgendwas. Stammte sie auch von Elyzia?�</p><p>�Nein, aber ihr Ehemann war Flottenoffizier. Sie waren gerade mal ein Jahr verheiratet, als er bei einem Gefecht get�tet wurde.�</p><p>�Wie lange ist das her?�</p><p>�Zwei Jahre.�</p><p>Rione nickte. �Auch nach zehn Jahren rechne ich immer wieder damit, doch noch irgendwann meinen Mann wiederzusehen. W�rde Captain Cresida meine Beileidsbekundung annehmen?�</p><p>�Ich glaube schon. Sie hat mit mir nie dar�ber gesprochen, aber Sie beide haben den gleichen Verlust erlitten.�</p><p>Ihr Seufzer klang wie der letzte Atemzug eines sterbenden Marathonl�ufers. �Ich wei� nicht, ob die lebenden Sterne Sie tats�chlich geschickt haben, John Geary, aber es gibt Momente, da denke ich �ber diesen Krieg nach und bete mit aller Kraft, dass sie Sie wirklich geschickt haben und dass Sie dem Ganzen ein Ende bereiten k�nnen.�</p><p>Dann ging sie, und Geary sa� da und starrte auf die geschlossene Luke.</p></section><section><title><p>Drei</p></title><p>Heradao.</p><p>Als die Schiffe der Allianz-Flotte von Dilawa kommend den Sprungraum verlie�en, war Gearys erster Gedanke, dass es bis nach Hause nur noch drei Spr�nge waren.</p><p>Sein zweiter Gedanke galt der Frage, wie schwierig es wohl w�rde, das Heradao-Sternensystem zu durchqueren. Die Antwort darauf sollte er schon bald bekommen.</p><p>Die Sensoren der Flotte, die empfindlich genug waren, um auch winzige Objekte �ber Entfernungen von mehreren Lichtstunden zu erfassen, suchten die Umgebung ab und aktualisierten hektisch das vor Geary befindliche Display.</p><p>�Sie sind hier�, stellte Desjani gelassen fest, auch wenn ihre Augen aus Vorfreude auf das bevorstehende Gefecht aufblitzten. �Aber nicht in unserer unmittelbaren N�he.�</p><p>Geary zwang sich ruhig und gleichm��ig zu atmen, w�hrend auf seinem Display immer mehr Lichtpunkte aufleuchteten, die feindliche Schiffe darstellten. Die Hauptflotte der Syndiks, die ihre gewohnte Kastenformation eingenommen hatte, war fast vier Lichtstunden entfernt und hielt sich in einem Orbit um den Stern Heradao selbst auf. Eine zweite, deutlich kleinere Flotte befand sich mit rund f�nf Lichtstunden noch etwas weiter von den Allianz-Schiffen fort. Wie Desjani bereits gesagt hatte, konnte man nicht von einer unmittelbaren N�he zu seiner Flotte reden. Selbst wenn die gr��ere Syndik-Flotte sofort aufbrach und auf einen Abfangkurs zu den Allianz-Schiffen ging, w�rde immer noch mehr als ein Tag vergehen, ehe die beiden Streitkr�fte sich einander so weit angen�hert hatten, um den Kampf zu beginnen. �Ich dachte, wir w�rden hier auf mehr Verteidigungsanlagen sto�en, wo wir doch so dicht an der Grenze sind.�</p><p>Desjani machte eine vage Geste. �Ja und nein. Es war eigentlich zu erwarten, dass sie mehr und gr��ere Kriegsschiffe in dieses System schicken, um uns aufzuhalten. Diese kleinere Flotte d�rfte wohl die Streitmacht darstellen, die �blicherweise Heradao bewacht. Aber es wundert mich nicht, dass hier keine festen Verteidigungseinrichtungen zu entdecken sind. Wir sind noch immer zwei Spr�nge von einem an der Grenze gelegenen Syndik-System entfernt. Die Grenzsysteme haben bei der Verteidigung Vorrang. Ganz bestimmt w�rden die Syndiks auch die weiter von der Grenze entfernten Systeme besser ausstatten, aber sie stehen vor dem gleichen Problem wie wir: die n�tigen Ressourcen und finanziellen Mittel fehlen.� Sie rief eine Anzeige auf, die ein riesiges Gebiet des Weltalls zeigte und in deren Zentrum der Grenzverlauf zu erkennen war. �Das ist umso problematischer, da man mit nur einem Sprung hinter die Grenze gleich die Auswahl zwischen verschiedenen anschlie�enden Systemen hat. Und die wird mit jedem weiteren System immer gr��er. Das sind schlichtweg zu viele Sternensysteme, als dass es m�glich w�re, sie alle mit gleichwertigen Verteidigungsanlagen auszur�sten.�</p><p>�Wir waren davon ausgegangen, dass Kalixa st�rker verteidigt sein w�rde�, stimmte Geary ihr zu, �weil es dort ein Hypernet-Portal gibt und das System wohlhabender ist als Heradao.�</p><p>�Ja, und wenn wir Padronis erreichen, werden wir vermutlich feststellen, dass dort niemand auf uns wartet, weil es dort nichts gibt, was zu verteidigen sich lohnt. Atalia wird uns viel mehr abverlangen.� Desjani gab einen ver�rgerten Laut von sich, dann deutete sie auf ihr Display. �Ich habe den Kurs zum Sprungpunkt nach Padronis berechnet. Die Syndik-Verb�nde befinden sich in Umlaufbahnen, von denen aus es ihnen m�glich ist, uns abzufangen, sobald wir den Sprungpunkt ansteuern.�</p><p>Geary stutzte, sein Verstand konzentrierte sich auf die Hauptstreitmacht. W�hrend die Allianz-Flotte �ber zwanzig Schlachtschiffe und sechzehn Schlachtkreuzer verf�gte, konnten die Syndiks mit dreiundzwanzig Schlachtschiffen und einundzwanzig Schlachtkreuzern aufwarten, zudem mit etlichen Schweren und Leichten Kreuzern sowie mit Zerst�rern, sodass sie auch in dieser Hinsicht einen deutlichen Vorteil hatten. Die zweite feindliche Flotte war erheblich kleiner, sie setzte sich aus einem Dutzend Schwerer Kreuzer und einigen Leichten Kreuzern und Zerst�rern zusammen. Die anstehende Konfrontation w�rde keine Leichtigkeit werden, und wenn er einen Fehler machte, konnte es schlimmer enden als bei Lakota und Cavalos. �Warum st�rt Sie das?�, fragte er Desjani. �Wir haben damit gerechnet, dass sie versuchen werden uns daran zu hindern, das n�chste System zu erreichen.�</p><p>�Weil sie uns in dieser Umlaufbahn nicht davon abhalten k�nnen, den Sprungpunkt nach Kalixa zu erreichen�, antwortete sie. �Wenn unsere Berechnungen der Verluste der Syndiks, die unsere Flotte ihnen in den letzten Monaten zugef�gt hat, auch nur ann�hernd den Tatsachen entsprechen, dann d�rfte das da so ziemlich alles sein, was sie noch aufzubieten haben. Warum st�rt es sie nicht, dass wir nach Kalixa springen k�nnten? <emphasis>So</emphasis> gut kann das System auch nicht gesch�tzt sein.�</p><p>Dann wurde ihm klar, worauf sie hinauswollte. �Kalixa besitzt ein Hypernet-Portal. Vielleicht wollen sie es hochgehen lassen, sobald wir dort eintreffen.� Unwillk�rlich zuckte er zusammen, als er sich vorstellte, ein weiteres bewohntes Sternensystem k�nnte durch ein kollabierendes Portal verw�stet oder sogar v�llig ausgel�scht werden. Angesichts der Taktiken, zu denen die Syndik-F�hrung in der Vergangenheit gegriffen hatte, war nicht auszuschlie�en, dass genau das passieren w�rde.</p><p>�K�nnte sein�, stimmte Desjani ihm widerstrebend zu. �Es wirkt fast so, als wollten sie, dass wir den Sprungpunkt nach Kalixa ansteuern. Dann k�nnten sie uns folgen und das beseitigen, was von der Flotte nach dem Kollaps des Hypernet-Portals noch �brig sein wird. Aber die Syndiks wissen auch, dass wir den Zusammenbruch des Portals bei Lakota ohne schwere Sch�den �berstanden haben, also k�nnen sie keine Gewissheit haben, dass ihre Taktik unsere Flotte tats�chlich kampfunf�hig machen wird. Wenn wir das �berleben, dann w�re diese Flotte dort uns zwar dicht auf den Fersen, k�nnte uns aber nur einholen, wenn wir absichtlich tr�deln. Warum sollten sie so ein Risiko eingehen?�</p><p>Sie dachte intensiv dar�ber nach, und was sie dann sagte, das glich erschreckend dem, was Geary durch den Kopf ging: �Was k�nnte bei Kalixa noch auf uns warten?�</p><p>�Keine Ahnung, aber wenn die Syndiks <emphasis>wollen</emphasis>, dass wir dorthin springen ��</p><p>�Dann werden wir genau das erst recht nicht machen.� Hatten die Syndiks mit den Aliens gemeinsame Sache gemacht? W�rden sie die Allianz-Flotte das Hypernet-Portal bei Kalixa benutzen lassen, weil sie wussten, die Aliens w�rden die Allianz-Kriegsschiffe im Hypernet unbemerkt umleiten, damit sie nicht zu Hause auskamen, sondern irgendwo tief im Syndik-Territorium? Diese Flotte konnte es sich nicht erlauben, noch einmal eine langwierige Reise durch von Syndiks kontrollierte Gebiete zu unternehmen. �Unter dem Strich sieht es so aus, dass unsere �berlegungen uns zus�tzliche Argumente liefern, warum wir an diesen Schiffen vorbei nach Padronis gelangen sollten, anstatt den Sprung nach Kalixa anzutreten.�</p><p>�Ganz meine Meinung�, stimmte Desjani ihm zu. �Au�erdem mag ich es nicht, auf Syndik-Schiffe zu treffen und sie unversehrt zur�ckzulassen. �brigens � deren Formation sieht diesmal ein wenig ver�ndert aus.�</p><p>�Das ist mir auch aufgefallen.� Auch wenn die Syndiks ihre Schiffe insgesamt in einer Kastenformation angeordnet hatten, setzte sich dieser Kasten aus f�nf deutlich erkennbaren Unterformationen zusammen, jeweils eine an den vier vorderen Ecken, die f�nfte in der Mitte. �Interessant.�</p><p>�Ich frage mich, wo sie das wohl gelernt haben�, merkte Desjani ironisch an.</p><p>�Die Frage ist, ob sie tats�chlich versuchen werden, diese f�nf Unterformationen unabh�ngig voneinander man�vrieren zu lassen, oder ob die sich wie eine geschlossene Formation bewegen werden.� Sollten die Syndiks Ersteres versuchen, dann sprach viel daf�r, dass sie ein Fiasko erleben w�rden, weil man diese Flugman�ver nur durch hartes Training und viel Erfahrung zu beherrschen lernte. Es war unm�glich, dass die Syndiks sich dieses K�nnen in der kurzen Zeit h�tten aneignen k�nnen. Falls sie dagegen wie eine einzige Formation vorr�ckten, dann befanden sich die f�nf Untergruppen nur noch so gerade eben in gen�gender Reichweite zueinander, um sich gegenseitig R�ckhalt zu geben.</p><p>Er l�ste sich vom Anblick der Syndik-Flotten und wandte sich dem System als Ganzem zu. �Sie haben Wachposten aufgestellt�, sagte er und deutete auf die Sprungpunkte nach Padronis und Kalixa, wo die Sensoren Syndik-J�ger festgestellt hatten. Es w�rden noch einige Stunden vergehen, bevor einer der J�ger die Lichtwellen zu sehen bekam, die die Bilder von der eintreffenden Allianz-Flotte zeigten, doch sobald das geschah, w�rden sie zweifellos zum Sprung �bergehen, um in den anderen Systemen von der Ankunft des Feindes zu berichten. �Ich sch�tze, so nahe an der Grenze werden wir keine von den Billig-Korvetten zu sehen bekommen.�</p><p>�Vor Corvus hatte ich noch nie eine im Einsatz erlebt�, betonte Desjani.</p><p>Die Erw�hnung des ersten Sterns, den sie bei ihrem R�ckzug aus dem Syndik-Heimatsystem erreicht hatten, lie� Geary an diese Zeit zur�ckdenken, w�hrend sein Blick den Teil des Displays erfasste, der die Allianz-Flotte darstellte. Bei Corvus hatte er noch voller Entsetzen mitansehen m�ssen, wie seine Flotte f�rmlich zerfiel, da jedes Schiff auf eigene Faust losraste, um sich auf die schw�cheren Syndik-Verteidiger zu st�rzen. Doch diese Zeiten lagen weit hinter ihnen. Heute behielt die Flotte ihre Formation bei, da jeder wusste, dass der Gegner unter Gearys Kommando ausgel�scht werden w�rde. Unwillk�rlich fragte er sich, inwieweit die kleinen Gesten wie die Wiedereinf�hrung des Salutierens dazu beigetragen hatten, Disziplin einkehren zu lassen. Die Tapferkeit dieser Besatzungen hatte nie zur Diskussion gestanden, aber jetzt k�mpften sie ebenso intelligent wie mutig.</p><p>Das Schlachtfeld, auf dem sie dem Feind diesmal gegen�bertreten w�rden, bestand zum gr��ten Teil aus leerem Raum, und was den Rest anging, so war Heradao kein allzu au�ergew�hnliches bewohntes Sternensystem. Vier Planeten zogen im inneren System ihre Bahnen. Der innerste wies eine N�he von nur gut zwei Lichtminuten zu seinem Stern auf und raste durch den Orbit, als w�rde er versuchen, der Hitze und Strahlung zu entkommen, die auf ihn einwirkten. Die anderen drei Planeten waren drei, sieben und neuneinhalb Lichtminuten vom Stern entfernt. Angesichts der Intensit�t, mit der Heradao strahlte, wies die sieben Lichtminuten entfernte Welt zwar nicht ideale, aber ertr�gliche Bedingungen f�r menschliches Leben auf. Also hatten sich Menschen dort niedergelassen, obwohl die Strahlung, mit der der Stern sie bombardierte, hoch genug war, um gesundheitliche Probleme hervorzurufen. St�dte und D�rfer �bers�ten die Planetenoberfl�che, und obwohl Heradao vom Syndik-Hypernet ignoriert worden war, musste dieser dritte Planet interessant oder reich genug sein, um erstaunlich gut besiedelt zu sein. Noch �berraschender f�r ein System, das nicht �ber ein Hypernet-Portal verf�gte, war die Erkenntnis, dass auf der kalten vierten Welt mehr menschliche Aktivit�ten zu verzeichnen waren als noch zu der Zeit, aus der die erbeuteten alten Unterlagen der Syndiks stammten, die sie bei Sancere in ihren Besitz gebracht hatten. �Finden sich irgendwelche Hinweise darauf, dass auf diesem dritten Planeten immer noch ein Arbeitslager existiert?�</p><p>Der Ablauf-Wachhabende nickte. �Jawohl, Sir. Es besteht noch, es wird noch benutzt, und nach den �bermittlungen zu urteilen, die wir empfangen k�nnen, befindet sich dort auch nach wie vor Allianz-Personal.�</p><p>�Dann sieht es so aus, dass wir dem dritten Planeten einen Besuch abstatten werden, wenn wir diese Syndik-Flotten erledigt haben.� Der mittlere Abschnitt des Systems war leer, wenn man von ein paar Asteroiden und einem Syndik-Schiff absah. Beim n�chsten Planeten handelte es sich um einen Gasriesen, der �ber drei Lichtstunden von der Sonne entfernt seine Bahn zog. Mit seinen zahlreichen Monden wirkte der Gasriese wie sein eigenes Sternensystem, zumal er fast schon gro� genug war, um selbst zu einem braunen Zwerg zu werden. Offenbar hatte dieser Riese alles geschluckt, was sich einmal in den �u�eren Regionen des Sternensystems befunden hatte. Geary fragte sich, ob die gr��eren Monde, die in einem weiten Orbit ihre Bahnen zogen, wohl Planeten gewesen waren, bevor der Riese sie an sich gerissen hatte.</p><p>Rund um den Gasriesen herrschte viel Aktivit�t durch die Syndiks, die sich in diesem Moment auf der von der Allianz-Flotte aus gesehen entlegenen Seite des Sterns befanden. Die Anzeigen deuteten auf orbitale Bergbau- und Produktionsanlagen hin, doch ein Umweg zum Gasriesen, um die Rohstoffe zu pl�ndern und an Bord der Hilfsschiffe zu laden, h�tte die Flotte zu weit vom Sprungpunkt nach Padronis abweichen lassen.</p><p>�M�ssen wir k�mpfen?�, fragte Rione pl�tzlich. �K�nnen wir nicht einfach an den Syndiks vorbeifliegen? Sie haben mir doch erz�hlt, dass Geschwindigkeiten �ber 0,2 Licht so gro�e relativistische Verzerrungen mit sich bringen, dass die Zielerfassungssysteme der Allianz und der Syndiks das nicht ausreichend ausgleichen k�nnen, um noch Treffer zu landen. Wenn diese Flotte schnell genug zum Sprungpunkt nach Padronis fliegt, werden die Syndiks uns keinen Schaden zuf�gen k�nnen.�</p><p>�Und wir ihnen auch nicht�, murmelte Desjani so leise, dass Rione davon nichts h�ren konnte.</p><p>Geary dachte kurz dar�ber nach, sch�ttelte dann aber den Kopf. �Das w�re zu einfach�, sagte er, und noch bevor sich Rione �ber seine Antwort ereifern konnte, deutete er auf das Display. �Die Syndiks wissen, dass wir um jeden Preis den Sprungpunkt nach Padronis erreichen wollen. Sie wissen auch, dass wir versuchen k�nnten, einfach an ihnen vorbeizufliegen, also konnten sie sich entsprechend vorbereiten.�</p><p>�Was sollen sie gemacht haben?�, wollte Rione wissen, kam dann aber selbst schnell auf die Antwort: �Minen?�</p><p>�Ja, Minen. Sehen Sie sich diese kleine Syndik-Flotte an, genau zwischen der Hauptgruppe und dem Sprungpunkt. Die befindet sich genau in der richtigen Position, um uns Minen in den Weg zu legen. W�rden wir so schnell fliegen, dass die Zielerfassungssysteme der Syndiks uns nicht mehr wahrnehmen k�nnen, dann w�ren wir auch zu schnell, um die Minen oder irgendwelche anderen Hindernisse zu erkennen, die uns wom�glich den Weg versperren. Sie k�nnten ihre Minen so dicht anordnen, dass wir keine Chance h�tten und genau hineinrasen w�rden.�</p><p>Desjani machte eine nachdenkliche Miene. �So viele Minen d�rften sie eigentlich gar nicht mehr haben. Allerdings k�nnten sie alle Best�nde von den anderen Kriegsschiffen auf diese kleinere Flotte umverteilt haben.�</p><p>�Wenn wir in ein Minenfeld geraten, l�sst sich nicht absch�tzen, welche Schiffe getroffen werden�, erg�nzte Geary. �Und die h�here Geschwindigkeit w�rde die Sprengkraft der Minen noch erh�hen.�</p><p>Rione schaute einen Moment lang an ihm vorbei, die Stirn in Falten gelegt. Er musste nicht aussprechen, dass es auch die <emphasis>Dauntless</emphasis> sein konnte, die von einer solchen Mine getroffen wurde, und die <emphasis>Dauntless</emphasis> musste unbedingt nach Hause zur�ckkehren. �Und wie sieht Ihr Plan aus?�</p><p>�Ich habe noch keinen.�</p><p>�Ihnen war klar, dass wir sehr wahrscheinlich auf Syndiks sto�en w�rden, wenn wir hier eintreffen. Da werden Sie ja wohl irgendwas geplant haben.�</p><p>Geary versp�rte einen allzu vertrauten Kopfschmerz, w�hrend Desjani neben ihm so die Augen verdrehte, dass Rione davon nichts sehen konnte. �Madam Co-Pr�sidentin, ich wusste, wir w�rden hier wahrscheinlich auf Syndiks sto�en, aber ich konnte nichts dar�ber wissen, in welcher St�rke sie vertreten sein und wo sie sich aufhalten w�rden. H�tten sie unmittelbar vor dem Sprungpunkt auf uns gewartet, w�ren wir sofort zum Angriff �bergegangen. In allen anderen F�llen war mir klar, dass ich einen Plan erst ausarbeiten konnte, wenn ich ein Bild von der Situation bekam.�</p><p>�Und wie lange wird das dauern?�, hakte Rione nach.</p><p>�Madam Co-Pr�sidentin, hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie manchmal sehr anstrengend sein k�nnen?�</p><p>Sie reagierte mit einem gespielt s��lichen L�cheln. �Danke f�r das Kompliment, aber wir reden im Moment �ber Ihren Plan, nicht �ber mich.�</p><p>�Ich werde Sie wissen lassen, wenn es so weit ist. Wir haben noch Zeit zum Nachdenken, und die will ich nicht sinnlos vergeuden.� Er stand auf und nickte Desjani zu. �Wir bleiben auf Kurs zum Sprungpunkt nach Padronis. Ich muss mal ein paar Schritte gehen, um in Ruhe nachzudenken. Wenn Ihnen irgendwas einf�llt oder wenn sich da drau�en was tut, dann rufen Sie mich.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>Geary musterte sie argw�hnisch, aber in diesem Fall schien ihr �Jawohl, Sir� nichts anderes zu bedeuten.</p><p>Er spazierte durch die Korridore der <emphasis>Dauntless</emphasis> und reagierte fast gedankenverloren, wenn ihm ein Matrose salutierte oder ihn gr��te. Das Grundproblem bestand darin, dass die Syndiks von seinen Taktiken gelernt und sich daran angepasst hatten. Er konnte nicht l�nger darauf hoffen, dass sie blindlings auf das Zentrum seiner Flotte zuhielten, was ihn in die Lage versetzt hatte, sie m�helos unter Beschuss zu nehmen.</p><p>Nat�rlich gab es Mittel und Wege, die Syndiks zu verwirren und ihnen auszuweichen, aber das w�rde die Brennstoffzellen seiner Schiffe noch schneller aufbrauchen. Eine Flotte sollte sich nicht in einer solchen Situation wiederfinden, aber wie bei so vielen Dingen, die nicht so sein sollten, wie sie waren, musste er sich auch in diesem Punkt damit abfinden, dass er sich an die realen Umst�nde halten musste.</p><p>Sein Weg f�hrte ihn durch viele Korridore, vorbei an Wohnbereichen und an H�llenspeer-Batterien, aber die Eingebung wollte sich einfach nicht einstellen. Auch h�rte er nichts von Desjani, was bedeutete, dass ihr auch keine L�sung in den Sinn gekommen war. Er fand, dass sie in gewisser Weise viel zu sehr darauf baute, Black Jack Geary werde mit der Hilfe der lebenden Sterne schon etwas einfallen, um genau dann ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, wenn dieses Kaninchen am dringendsten gebraucht wurde.</p><p>Schlie�lich blieb er stehen, orientierte sich kurz und machte sich dann auf den Weg zu jenem Ort, an dem er vielleicht auf weise Worte sto�en w�rde.</p><p>Hier unten, so tief im Inneren der <emphasis>Dauntless</emphasis> wie kein anderes Abteil und ebenso gut gesch�tzt, befanden sich jene kleinen R�ume, in denen man Trost und F�hrung finden konnte. So ganz genau wusste Geary nicht, warum er hergekommen war, doch es konnte nie schaden, wenn die Besatzung den Flottenkommandanten sah, wie der eine angemessene Piet�t zur Schau stellte. Dennoch hatte er sich schon immer an allem gest�rt, was man als �ffentliche Zurschaustellung von Anbetung h�tte auslegen k�nnen. Au�erdem konnte so ein Versuch nach hinten losgehen, wenn man in der Flotte den Schluss zog, dass er nicht gl�ubig, sondern verzweifelt auf der Suche nach einem Ratschlag war. Vor allem, weil da etwas Wahres dran war.</p><p>Geary schloss die T�r und setzte sich in einem der winzigen R�ume auf die traditionelle Holzbank. Den Blick hielt er auf die flackernde Kerze gerichtet, die er angez�ndet hatte, um den Geistern seiner Vorfahren W�rme zu spenden. �Soweit ich wei߫, sprach er schlie�lich laut, �war keiner von euch ein legend�rer Befehlshaber des Milit�rs. Ich wei� noch immer nicht, wie ich eigentlich an diesen Titel geraten bin. Die Chancen stehen hier gegen uns. Die Brennstoffvorr�te der Flotte sind so niedrig, dass ich mir keine gro�en Tricks leisten kann, um die Syndiks in eine Falle zu locken. Au�erdem hat sich der Feind sehr genau angesehen, was ich im Gefecht mache, und jetzt versucht er, darauf zu reagieren. Ich f�rchte, im besten Fall wird es hier zu einem Gemetzel kommen, aus dem diese Flotte als Sieger, aber auch erheblich dezimiert hervorgehen wird. Im schlimmsten Fall ��</p><p>Er zuckte mit den Schultern. �Ich ben�tige etwas Neues, etwas Unerwartetes. Das Einzige, was mir einfallen will und was unsere logistische Situation hergibt, ist ein Angriff in der Art, an den sich diese Flotte gew�hnt hat, n�mlich mit aller Macht mitten in die Syndik-Flotte hinein. Aber selbst wenn das funktionieren w�rde, w�re der Preis daf�r viel zu hoch. Meine Schlachtkreuzer sind bereits so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie ein solches Gegenfeuer nicht �berstehen. Au�erdem habe ich nicht genug Schlachtschiffe, um einen Schild vor den Schlachtkreuzern aufzubauen.�</p><p>Eine Zeitlang sa� Geary da und schaute zu, wie die Kerze herunterbrannte. �Zu schade, dass ich nicht einfach ein paar Schlachtschiffe auf die Syndiks hetzen kann, aber selbst die ben�tigen bei dieser feindlichen Feuerkraft irgendwelche Unterst�tzung von anderen Schiffen. Die Schlachtkreuzer m�ssten an ihrer Seite sein, auch wenn es keinen Sinn ergibt, sie in ein solches Wespennest zu schicken. Allerdings habe ich bereits miterlebt, dass die Captains meiner Schlachtkreuzer so etwas entgegen meinen Befehlen dennoch machen, weil sie glauben, dass die Ehre das von ihnen verlangt. Ich muss verhindern, dass die Schlachtkreuzer unmittelbar auf den Feind losst�rmen. Ich muss die Syndiks mit meinen Schlachtschiffen treffen. Schlie�lich muss ich daf�r sorgen, dass die Syndiks weiterhin raten m�ssen, was ich als N�chstes machen werde. Aber wie soll ich das alles gleichzeitig bewerkstelligen, ohne die Schlacht dabei so kompliziert zu machen, dass ich sie nicht l�nger kontrollieren kann? Bei Cavalos habe ich die �bersicht verloren, und ich konnte zu lange keine Entscheidung treffen, weil das Gefecht zu komplex geworden war. Wenn mir das hier noch mal passiert, k�nnten die Folgen um einiges schlimmer sein. Ich muss das Ganze aus einer anderen Richtung angehen.�</p><p>Eine andere Richtung, aber welche sollte das sein? Welche Vorteile hatte er gegen�ber dem Feind? Nicht die Zahl der Schiffe, nicht die Feuerkraft, nicht die Munition und auch nicht der Bestand an Brennstoffzellen. Keine uns freundlich gesinnten Raumbasen, die wir anfliegen k�nnten. Schiff f�r Schiff betrachtet, waren die Syndik-Kriegsschiffe in etwa mit denen der Allianz vergleichbar, auch wenn die Syndik-J�ger deutlich kleiner und leistungsschw�cher waren als die Zerst�rer der Allianz. Aber die Syndiks verf�gten �blicherweise �ber eine �berlegene Anzahl an J�gern, weil die kleiner und in der Produktion viel billiger waren. Die Kriegsschiffe der Allianz waren mit erheblich besseren M�glichkeiten zur Schadenskontrolle und Reparatur ausgestattet, aber selbst das kostete Zeit, die irgendwie herausgeholt werden musste, bevor die Syndiks ein schwer besch�digtes Allianz-Schiff erneut beschossen.</p><p>Es dauerte einen Moment, bis er einen Vorteil der Allianz-Flotte gegen�ber den Syndiks fand. <emphasis>Meine Matrosen befinden sich auf einem au�erordentlich hohen Niveau, sie haben mehr Erfahrungen gesammelt als der Durchschnitt, da in den vergangenen Jahrzehnten der Trend vorgeherrscht hatte, dass Schiffsbesatzungen bei einer Schlacht ums Leben kamen, bevor sie �berhaupt Erfahrungen hatten machen k�nnen. Ich habe meine Matrosen �berleben lassen.</emphasis></p><p><emphasis>Jedenfalls die meisten von ihnen.</emphasis></p><p><emphasis>Sie k�mpfen wie der Teufel, und sie k�mpfen bis zum Tod. Einige meiner Untergebenen sind auch gute F�hrer. Alle Schiffskommandanten werden auf mich h�ren, ich kann darauf z�hlen, dass sie meine Befehle ausf�hren. Jedenfalls fast alle meine Befehle.</emphasis> Er hielt kurz inne und �berlegte, welchen Vorteil er noch auf seiner Seite hatte. Dann musste er auf einmal an die Syndik-Wachschiffe denken, die das Hypernet-Portal bei Lakota zerst�rt hatten, als die Allianz-Flotte noch viele Lichtstunden entfernt war. <emphasis>Und die Syndiks haben Angst vor mir. Gib es zu, das ist ein Vorteil f�r uns. Sie erwarten, dass ich das Unerwartete tue. Dass ich Dinge mache, zu denen niemand sonst in der Lage ist.</emphasis></p><p><emphasis>Wie kann ich das ausnutzen? Welche �berraschungen kann ich ihnen noch bieten, wenn die M�glichkeiten meiner Flotte so eingeschr�nkt sind? Zu schade, dass ich keinen Weg kenne, wie ich die Flotte so k�mpfen lassen kann, wie sie es vor meinem Kommando gemacht hat, als sie noch geradewegs auf den Feind losging. Nachdem sie von Kaliban bis Cavalos mitangesehen haben, wie ich eine Schlacht befehlige, w�rden die Syndiks niemals erwarten, dass �</emphasis></p><p><emphasis>Kann ich das machen?</emphasis></p><p>Er sah, wie die Flamme tanzte, w�hrend Ideen durch seinen Kopf wirbelten. <emphasis>Es k�nnte eine L�sung geben. Die w�rde die Brennstoffzellen zwar nicht schonen, aber sie auch nicht so sehr beanspruchen wie die Alternativen. Vorausgesetzt, die Schiffe und die Steuersysteme kommen damit zurecht. Und vorausgesetzt, ich kann die entsprechenden Befehle formulieren, bevor wir die Syndiks erreichen.</emphasis></p><p><emphasis>Und vorausgesetzt, Desjani bringt mich nicht um, wenn ihr klar wird, was mein Plan f�r die</emphasis> Dauntless <emphasis>bedeutet.</emphasis></p><p><emphasis>Danke, Vorfahren, ich habe verstanden.</emphasis></p><p>Geary stand auf, verbeugte sich vor der Kerze, dann blies er die Flamme aus und beeilte sich, um in sein Quartier zu kommen. Vor ihm lag noch viel Arbeit mit dem Simulator.</p><p>Es dauerte eine Weile. Er musste verschiedene Ans�tze versuchen, au�erdem waren die Man�ver f�r einen Menschen viel zu kompliziert, wenn er dabei nicht von den Gefechtssystemen des Schiffs unterst�tzt wurde. Als er sich die letztendlichen Steuerbefehle ansah, ergab das schwindelerregende Durcheinander aus Vektoren- und Geschwindigkeits�nderungen alles andere als ein geschlossenes Bild. Sobald er jedoch die Befehle durch den Simulator laufen lie�, funktionierte alles so, wie es sollte, auch wenn seine Erfahrungen und seine Ausbildung Geary zusammenzucken lie�en, wenn er sich vorstellte, bei welchen Geschwindigkeiten die Schiffe ihren Kurs �nderten, unmittelbar bevor es zum Kontakt mit dem Feind kam. Trotzdem bewegte sich alles im Rahmen der M�glichkeiten seiner Schiffe, was auch f�r die tr�gen Hilfsschiffe und die besch�digten Kriegsschiffe galt, die nur ein Minimum an Kurs- und Geschwindigkeitsver�nderungen vornehmen mussten.</p><p>Er konnte sich gut vorstellen, wie seine alten Lehrer auf diesen Plan reagiert h�tten. <emphasis>Das Konzept ist viel zu simpel, die Ausf�hrung viel zu kompliziert.</emphasis> Sein Protest, es sei die beste Option, die ihm noch zur Verf�gung stehe, h�tte ermahnende Worte nach sich gezogen, er solle es doch vermeiden, in eine derartige Situation hineinzugeraten, wenn er so etwas als eine beste Option bezeichnete. Theoretisch oder in Friedenszeiten waren solche Ratschl�ge sch�n und gut, aber die Realit�t, ein Jahrhundert Krieg und der langwierige R�ckzug aus dem Heimatsystem der Syndiks hatten daf�r gesorgt, dass er sich nun in dieser Situation befand.</p><p>Er �berpr�fte die Zeit und die Positionen der Syndiks, wobei er diesmal ausnahmsweise f�r die langen Verz�gerungen dankbar war, die durch die immensen Entfernungen im Weltall verursacht wurden. Desjani hatte sich bei ihm gemeldet. Kaum hatten die Syndiks entdeckt, dass die Allianz-Flotte den Sprungpunkt verlassen hatte, hatten sie einen Vektor eingeschlagen, der ihren Kurs kreuzen w�rde, falls sie unver�ndert auf den Sprungpunkt nach Padronis zuhielten. Eine Lichtstunde nach ihnen hatte auch die kleinere feindliche Flotte reagiert und war auf Abfangkurs gegangen. Beide Formationen waren mit 0,08 Licht unterwegs; die gleiche Geschwindigkeit, mit der sich auch die Allianz-Flotte vorw�rtsbewegte. Das bedeutete, dass beide Seiten sich best�ndig einander n�herten. Bei einer Gesamtgeschwindigkeit von 0,16 Licht w�rde es noch zwanzig Stunden dauern, ehe sich die Flotten endlich begegneten.</p><p>Der Nachteil an der Entscheidung der Syndiks, nicht schneller als mit 0,8 Licht vorzur�cken, bestand darin, dass sie ganz offensichtlich versuchten, m�glichst gut platzierte Treffer zu landen, wenn sie in Feuerreichweite gelangten. Sie waren tats�chlich bereit, geduldig abzuwarten, um der Allianz-Flotte maximale Sch�den zuzuf�gen.</p><p>Geary setzte sich, rief die Gefechtsbefehle auf und sah sie sich noch einmal kritisch an, ehe er sich an die Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> wandte: �Richten Sie bitte Captain Desjani aus, dass ich sie in meinem Quartier erwarte.�</p><p>Er wartete ab, beobachtete den Feind und �berlegte, wie die Syndiks wohl man�vrieren w�rden, wenn der Kontakt erfolgt war. Pl�tzlich wurde die T�rglocke bet�tigt, und er lie� Desjani eintreten.</p><p>Die richtete ihren Blick sofort auf das Display �ber dem Tisch. �Wie sieht der Plan aus?�, fragte sie. Nach ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen, hatte sie ihre Neugier so lange gez�gelt, wie es ihr nur irgend m�glich gewesen war.</p><p>�Kompliziert.� Das entsprach den Tatsachen. Und richtig kompliziert w�rde es werden, wenn Desjani sah, wo sich die <emphasis>Dauntless</emphasis> aufhalten sollte, wenn die Flotten aufeinandertrafen.</p><p>�Ich kann es mir ansehen.�</p><p>�Daf�r w�re ich Ihnen sogar dankbar.� Er verzog den Mund, ungl�cklich dar�ber, dass er wusste, wie sie reagieren w�rde. �Ich habe mal etwas Neues ausprobiert.� Dann verstummte er und betrachtete die Darstellung seiner Strategie.</p><p>�Gut, Sir�, erwiderte Desjani schlie�lich. �Das ist kein Problem. Aber wenn Sie meine Meinung h�ren wollen, dann muss ich das Man�ver ganz sehen.�</p><p>Wenn Desjani einmal ein Ziel ins Auge gefasst hatte, dann lie� sie nicht mehr locker. Andererseits wollte er ja auch ihre Meinung wissen. Am besten war es, das Ganze schnell hinter sich zu bringen. �Okay, aber ich muss Sie noch mal warnen, dass das ein ganz anderer Ansatz ist.�</p><p>Sie war erkennbar verwirrt �ber seine Worte, also senkte er den Blick, seufzte und tippte die Befehle ein, mit denen die Simulation gestartet wurde. Desjani schaute sich an, was da ablief, und machte verwundert gro�e Augen, als sie sah, wie die Formation der Allianz-Flotte mit einem Mal in einen scheinbar wilden Haufen zerfiel, als der Feindkontakt erfolgte. W�hrend sich die Kriegsschiffe im letzten Moment neu formierten, erstarrte pl�tzlich Desjanis Miene. �Sie �� Es schien ihr den Atem verschlagen zu haben, denn erst nach einer Pause redete sie weiter, und das in einem fast stimmlosen Tonfall: �Sir, ich muss Sie respektvoll fragen, ob Sie Ihr Vertrauen in mich oder mein Schiff verloren haben.�</p><p>�Nein, keineswegs.�</p><p>�Sir, dieser Plan ��</p><p>�� wird es den Schlachtschiffen erlauben, das zu tun, was sie am besten k�nnen.�</p><p>Desjanis Gesicht lief rot an. �Schlachtkreuzer ziehen nicht hinter anderen Schiffen ins Gefecht! Wir f�hren die anderen Schiffe an!�</p><p>�Diesmal nicht.� Ihm entging nicht, wie sie vor Wut die F�uste ballte. �Captain Desjani, ich muss die Syndiks auf eine Weise treffen, mit der sie nicht rechnen. Und ich muss verhindern, dass dabei meine eigene Flotte ausgel�scht wird. Die Schlachtkreuzer sollen bei diesem Gefecht nicht in der zweiten Reihe verharren. Sehen Sie sich die n�chsten Befehle an.�</p><p>Sie kam seiner Aufforderung nach, dann atmete sie tief durch. �Wie Sie schon sagten, das ist ein ungew�hnlicher Plan.�</p><p>�Das ist der Sinn der Sache.�</p><p>�Mir ist klar, warum Sie das den anderen Schlachtkreuzern nicht im Voraus mitteilen wollen. Die werden allesamt sehr unzufrieden sein. So wie ich. Aber ich werde meine Befehle ausf�hren, Captain Geary.� Desjani wirkte ein klein wenig bes�nftigt, aber sie starrte noch immer finster vor sich hin.</p><p>�Vielen Dank, Captain Desjani. Ich m�chte unter keinen Umst�nden auf einem anderen Schiff als der <emphasis>Dauntless</emphasis> sein.� Sie reagierte nicht auf seine Worte, und er �berlegte, ob er mehr sagen sollte. Aber er hatte nur ausgesprochen, woran er glaubte. �Halten Sie den Plan f�r durchdacht?�</p><p>Er sah ihr an, dass sie versuchte, ihre Gef�hle zu kontrollieren und sich auf den Plan wie auf etwas Abstraktes zu konzentrieren. �Wenn unsere Schiffe diese Man�ver tats�chlich in der vorgegebenen Zeit ausf�hren k�nnen, werden die Syndiks sehr �berrascht sein � so wie auch einige von unseren eigenen Schiffen.�</p><p>�Die Steuersysteme sagen, es ist machbar.�</p><p>�Theoretisch ja.� Sie sah Geary ernst an. �Das muss komplett von den automatischen Steuerkontrollen erledigt werden. Kein Steuermann in der gesamten Flotte k�nnte solche Man�ver ausf�hren, ohne dabei eine Katastrophe auszul�sen.�</p><p>�Ich verstehe.�</p><p>�Sir, bitte! Die <emphasis>Dauntless</emphasis> kann weiter vorne platziert werden.�</p><p>�Das wird sie auch sein, wenn wir die Formation teilen. Tanya, es ist nur eine einzige lausige Angriffswelle. Wie viele Schlachten haben wir schon gemeinsam auf diesem Schiff ausgetragen? Wie oft hat dabei die <emphasis>Dauntless</emphasis> die Flotte angef�hrt und den Mittelpunkt der Formation dargestellt, w�hrend die Syndiks auf uns gezielt haben?�</p><p>Desjani sah w�tend nach unten. �Vermutlich h�tte ich nicht davon ausgehen d�rfen, dass Sie das verstehen w�rden.�</p><p>�Verdammt, Tanya, unter normalen Umst�nden w�rde ich Himmel und Erde in Bewegung setzen, um Sie gl�cklich zu machen. Ich habe aber eine Verantwortung gegen�ber der Flotte und gegen�ber der Allianz. Das w�re alles viel einfacher, wenn das hier ein anderes Schiff w�re und ich mit einem anderen Captain reden k�nnte. Aber ich darf nicht zulassen, dass meine pers�nlichen Gef�hle diese Entscheidung beeinflussen.�</p><p>Desjani versteifte sich, und er presste die Lippen zusammen. Seine letzte Bemerkung konnte sich auf dienstlichen Respekt und Freundschaft beziehen, es mochte aber auch eine Anspielung auf etwas sein, zu dem keiner von ihnen sich bekennen konnte.</p><p>Geary richtete seine Argumentation auf die unpers�nliche Realit�t aus. �Die <emphasis>Dauntless</emphasis> muss es nach Hause schaffen, weil sie den Hypernet-Schl�ssel an Bord hat. Ich kann die <emphasis>Dauntless</emphasis> nicht in eine Position bringen, die ihre Zerst�rung praktisch garantiert. Und ich muss das auch nicht, weil niemand auf die Idee kommen k�nnte zu behaupten, die <emphasis>Dauntless</emphasis> oder ihre Befehlshaberin h�tten sich in irgendeinem Gefecht nicht ehrenhaft verhalten.�</p><p>Eine Weile schwieg Desjani, dann warf sie ihm einen Seitenblick zu. �Sie w�rden Himmel und Erde in Bewegung setzen?�</p><p>Verdutzt nickte er. �Wenn ich es k�nnte.�</p><p>�Vielleicht werde ich Sie noch beim Wort nehmen.� Dann straffte sie die Schultern und salutierte. �Die <emphasis>Dauntless</emphasis> wird ihrer Pflicht nachkommen, und das gilt auch f�r den Captain. Es ist ein guter Plan, Sir. Er wird den Feind verwirren, und was noch wichtiger ist: Er wird dem Feind wehtun.�</p><p>�Danke.� Er erwiderte den Salut und seufzte erleichtert, als Desjani gegangen war.</p><p>Allerdings machte er sich ein wenig Sorgen �ber ihre Bemerkung, ihn �beim Wort nehmen� zu wollen, da ihm nicht klar war, was genau sie damit meinte.</p><p>�Ich darf davon ausgehen, dass Sie jetzt einen Plan haben?�, fragte Rione.</p><p>Geary, der auf seinen Platz auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> zur�ckgekehrt war, drehte sich um und nickte ihr zu. �Es ist eine �berraschung.�</p><p>�Gro�artig. Aber so wie es aussieht, wollen Sie damit nicht nur den Feind, sondern auch Ihre eigenen Schiffe �berraschen. Sehe ich das richtig?�</p><p>�In gewisser Weise.�</p><p>�Da es nur noch eine Stunde bis zum Kontakt ist, nehme ich an, dass wir in K�rze erfahren werden, was Sie sich ausgedacht haben.� Desjani verzog keine Miene, doch wie es schien, konnte Rione sogar daraus etwas herauslesen. �Nat�rlich nur diejenigen, die Sie nicht l�ngst eingeweiht haben.� Mit diesen Worten nahm Rione Platz und gab sich �u�erlich v�llig unger�hrt.</p><p>Desjani wartete ein paar Minuten, dann beugte sie sich zu Geary, um innerhalb der Energieblase mit ihm zu reden, die nichts von ihrer Unterhaltung nach au�en dringen lie�. �Ich muss mich bei Ihnen entschuldigen.�</p><p>�Nein, m�ssen Sie nicht. Um ehrlich zu sein, hatte ich mit einer noch viel heftigeren Reaktion gerechnet.�</p><p>�Das meine ich nicht.� Sie schaute an ihm vorbei zu Rione. �Ich hatte mich gefragt, ob Sie die <emphasis>Dauntless</emphasis> auf ihr Dr�ngen hin zur�ckhalten wollten, damit der Schl�ssel der Syndiks in Sicherheit ist. Mir h�tte klar sein sollen, dass Sie so etwas nicht tun w�rden. Es tut mir leid, dass ich so etwas gedacht habe.�</p><p>�Ist schon in Ordnung. Jetzt konzentrieren Sie sich lieber auf das kommende Gefecht, Tanya. Das wird ziemlich hart werden, und ich brauche von Ihnen wirklich das Beste.�</p><p>�Sie bekommen immer mein Bestes, Sir�, meinte sie grinsend und lehnte sich auf ihrem Platz zur�ck.</p><p>Noch eine halbe Stunde bis zum Kontakt. Vor zw�lf Stunden hatte Geary absichtlich die Allianz-Formation zu einem Spiegelbild der Syndik-Formation angeordnet, mit einer gr��eren und vier kleineren Unterformationen. Bald w�rde er eine erneute Umordnung vornehmen lassen m�ssen. Bald, aber jetzt noch nicht. Die Syndiks blieben auf ihrem Kurs und behielten ihre Geschwindigkeit bei, als wollten sie geradewegs mit der Allianz-Flotte kollidieren. Tats�chlich jedoch ging Geary davon aus, dass sie mit einer �nderung seiner Flottenvektoren in letzter Minute rechneten.</p><p>�M�chten Sie ein paar Worte an die Flotte richten?�, fragte Desjani in einem Tonfall, der nahelegte, dass er das in der Tat so machen wollte, ob es ihm nun bewusst war oder nicht.</p><p>�Gute Idee.� Er hielt einen Moment inne, um seine Gedanken zu ordnen, dann �ffnete er den Kanal, der ihn mit allen Schiffen verband. �An alle Schiffe der Allianz-Flotte, diese Syndik-Flotte blockiert unseren Weg zur�ck nach Hause. Was uns an Vorr�ten fehlt, werden wir durch Erfahrung und Kampfgeist wettmachen.� Er wollte damit nicht in die Fu�stapfen von Captain Falco treten, der der Meinung gewesen war, die Erw�hnung des �Kampfgeistes� w�rde die Gefechtsf�higkeiten einer Streitmacht wie von Zauberhand vervielf�ltigen. Aber es war wichtig. Es bewirkte etwas, solange man nicht dem Irrglauben erlag, damit mystischen Schutz gegen Feindbeschuss zu erlangen. Erfahrung dagegen konnte von entscheidender Bedeutung sein. �Diese Syndiks werden uns nicht aufhalten, weil wir am heutigen Tag einen weiteren Sieg erringen werden, der in die Annalen der Allianz-Flotte eingehen wird.�</p><p>Er beendete die �bertragung und versp�rte angesichts solch hochtrabender Worte ein deutliches Unbehagen. Dann jedoch bemerkte er Desjanis zustimmenden Blick. �Vor einem Gefecht halten Sie immer gute Ansprachen, Sir. Kurz und knapp, direkt und kraftvoll.�</p><p><emphasis>Tats�chlich?</emphasis> �Danke, Captain Desjani. Ich habe jedes Wort so gemeint, wie ich es gesagt habe.� Er fragte sich, ob der Satz wie eine Rechtfertigung geklungen haben mochte.</p><p>Desjani schien das wohl so aufgefasst zu haben. �Aber nat�rlich. Das wei� jeder von uns, und Sie haben es bewiesen. Wir alle haben mehr als genug Erfahrung darin, uns lange Reden anh�ren zu m�ssen. Ich hatte dabei immer das Gef�hl, wenn die Redner wirklich an das glaubten, was sie uns erz�hlten, dass sie es auch mit weniger Worten h�tten ausdr�cken k�nnen.�</p><p>�Damit k�nnten Sie recht haben.�</p><p>�Damit hat sie sogar recht�, warf Rione �berraschend ein.</p><p>Ohne sich umzudrehen legte Desjani die Stirn in Falten, dann schaute sie zu Geary und bedeutete allen auf der Br�cke, ruhig zu sein.</p><p>Er bekam davon kaum etwas mit, da er sich viel zu sehr auf die Bewegungen der feindlichen Flotte konzentrierte, die n�her und n�her kam. Die Steuersysteme lie�en einen empfohlenen Countdown ablaufen, aber Geary verlie� sich lieber auf seine Erfahrung und sein Gef�hl, das ihm sagte, wann der richtige Moment gekommen war, die Steuerbefehle umzusetzen. Dabei ber�cksichtigte er auch die Zeit, die erforderlich war, um den Befehl an seine Schiffe zu senden, die das Datenpaket mit den automatischen Man�vern alle l�ngst erhalten hatten.</p><p>Noch immer lie�en die Syndiks keine �nderung ihrer Taktik erkennen. So waren sie bei Cavalos auch vorgegangen. Wom�glich war dem Befehlshaber der feindlichen Flotte bekannt, dass Geary in jenem System damit Probleme bekommen hatte. Jedenfalls wandte er die gleiche Strategie an, um Geary bis zur letzten Sekunde zu �rgern.</p><p>Noch eine Minute bis zum empfohlenen Beginn der Flugman�ver. Er nahm den Countdown mit einem leichten Stirnrunzeln zur Kenntnis, da der Ablauf seiner Meinung nach zu knapp bemessen war. Er musste das richtig abpassen, auch wenn er die ganze Zeit �ber keine Ahnung hatte, wie der Syndik-CEO handeln w�rde. Allerdings hatte er inzwischen oft genug mit den Syndiks gek�mpft, um sich auf seinen Instinkt verlassen zu k�nnen, wann der richtige Moment gekommen war. Also wartete er ab.</p><p>Und wartete.</p><p>Zehn Sekunden vor dem empfohlenen Zeitpunkt zuckte sein Daumen wie von selbst gelenkt vor und �ffnete die Komm-Leitung. �Formation Indigo zwei, Formation Indigo drei, f�hren Sie sofort Befehlspaket eins aus.� Er wartete, dann wandte er sich wieder an die Flotte: �Formation Indigo eins, f�hren Sie sofort Befehlspaket eins aus.� Abermaliges Warten. Sekunden verstrichen, in denen sich der Bug der <emphasis>Dauntless</emphasis> nach oben bewegte. �Formation Indigo vier, Formation Indigo f�nf, f�hren Sie sofort Befehlspaket eins aus.�</p><p>Auf dem Display konnte Geary sehen, wie die kleineren Unterformationen unterhalb und oberhalb der Hauptformation ihre Form verloren und in die Hauptformation zu st�rzen schienen, die sich ihnen n�herte, um sich mit ihnen zusammenzuschlie�en. Die Kriegsschiffe verlie�en ihre Position, als sie den Kurs �nderten.</p><p>Der Syndik-CEO w�rde das alles mit ein paar Minuten Verz�gerung auf seinem Display sehen k�nnen, da die Flotten noch immer weit voneinander entfernt waren. Er w�rde glauben, dass die Allianz-Flotte entweder �ber die Syndik-Kastenformation hinwegfliegen wollte, um sie von oben unter Beschuss zu nehmen, oder dass sie an der Spitze der Syndik-Flotte vorbeijagen w�rde. Der CEO wusste, dass ihm nur Minuten blieben, um zu entscheiden, ob er den Kurs seiner Schiffe auch leicht nach oben ausrichten sollte.</p><p>Womit er nicht rechnen w�rde, war eine erneute Kurskorrektur der Allianz-Flotte, um geradewegs auf das Zentrum der Syndik-Flotte zuzuhalten. Das war die Art von kopfloser Attacke, die auf beiden Seiten Einzug gehalten hatte, als zunehmend blutiger werdende Schlachten daf�r sorgten, dass die F�higkeiten in Vergessenheit gerieten, die notwendig waren, um komplexere Man�ver zu fliegen. Befehlshaber, die nur diese Methode kannten, wandten auch nur diese Methode an und verlie�en sich dabei ganz auf den �Kampfgeist�, um die eigene Unterlegenheit und die feindliche Feuerkraft doch noch irgendwie zu �berwinden. Mut und Ehre waren die Schlagw�rter, die entsetzliche Gemetzel m�glich machten, bei denen die eine oder andere Seite irgendwann den Sieg davontrug, daf�r aber teuer mit Schiffen und Personal bezahlte.</p><p>Geary hatte das nie getan. Er hatte aus einem anderen Jahrhundert das Wissen mitgebracht, wie man komplexe Schlachten in den Weiten des Alls f�hrte. Er wusste noch wie man die Bewegungen verschiedener Formationen auf die Sekunde genau aufeinander abstimmte, auch wenn aufgrund ihrer Entfernung die Kommunikation um Sekunden, Minuten oder sogar Stunden verz�gert wurde. Trotz des anf�nglichen Widerstands hatte sich die Flotte schlie�lich seiner Denkweise angeschlossen; zumindest der gr��te Teil der Flotte. Nur einmal hatte er einen direkten Angriff auf den Feind befohlen, nachdem bei Lakota eine ganze Serie von Man�vern die Syndiks so in Verwirrung gest�rzt hatte, bis ihre Formation derart weit auseinandergezogen worden war, dass das Zentrum geschw�cht und keine Flanken vorhanden waren, die zum Schutz h�tten herbeieilen k�nnen.</p><p>Nein, die Syndiks wussten: Geary er�ffnete kein Gefecht damit, dass er seine Schiffe mitten in die feindliche Formation fliegen lie�. Sie wussten, dass von allen verf�gbaren Optionen er niemals zu dieser greifen w�rde.</p><p>Und genau deshalb machte er das jetzt.</p><p>Die Hauptformation und die beiden oberen Formationen l�sten sich weiter auf und verschmolzen zusehends miteinander. Jedes Schiff gab dabei seine relative Position zur <emphasis>Dauntless</emphasis> auf und vollzog eine ganze Serie von Geschwindigkeits- und Vektorenwechseln, w�hrend sich der Rumpf mal nach oben und dann wieder nach unten bewegte. Die Hauptantriebseinheiten des Schlachtkreuzers erwachten kurz zum Leben und bremsten das Schiff ab, sodass andere Allianz-Kriegsschiffe auf der Seite in Position gehen konnten, die dem herankommenden Feind am n�chsten war.</p><p>Unterhalb der <emphasis>Dauntless</emphasis> hatten sich die beiden anderen Unterformationen ebenfalls aufgel�st. Ihre Schiffe stiegen nun auf, um zur Hauptgruppe zu sto�en und dort eine neue Position einzunehmen.</p><p>�Bekommen wir das wirklich noch vor dem Kontakt hin?�, wollte Desjani mit tonloser Stimme wissen.</p><p>�Ich will es hoffen.�</p><p>�Warum glauben Sie, dass die Syndik-Flotte ihren Kurs nach oben �ndern wird, um sich Ihrer scheinbaren Flugbahn in den Weg zu stellen?�, fragte Rione.</p><p>Gearys Blick war weiter auf die Bewegungen der Schiffe konzentriert, w�hrend er antwortete: �Das ist ein nat�rlicher menschlicher Instinkt. Wenn jemand Anstalten macht, sich vor uns aufzubauen, dann bauen wir uns ebenfalls auf, um auf gleiche H�he zu gelangen oder um ihn noch zu �berragen.� Selbst Menschen, die ausschlie�lich im All aufgewachsen waren, legten ein solches Verhalten an den Tag, obwohl die Frage danach, wo oben und unten war, nichts weiter als eine Vereinbarungssache ist. Was sich oberhalb der Ebene eines Sternensystems befindet, ist oben, alles darunter ist unten. �Wenn der CEO-Syndik sich von seinem Instinkt leiten l�sst, dann haben wir ihn.�</p><p>W�hrend die �brigen Schiffe der Flotte abbremsten, schoben sich die Allianz-Schlachtschiffe mit ihren gewaltigen R�mpfen zwischen ihnen hindurch, um eine leichte gew�lbte Wand zu bilden, die die Flotte anf�hrte und dabei von Schw�rmen aus Zerst�rern und Schweren Kreuzern umgeben war.</p><p>Rings um die <emphasis>Dauntless</emphasis> gingen weitere Schlachtkreuzer in Stellung, deren Befehlshaber erst jetzt erkannten, dass sie sich ein ganzes St�ck hinter den Schlachtschiffen befanden. Geary konnte sich gut die Entr�stung vorstellen, die auf diesen Kreuzern losbrach, aber keiner hatte vor dem Feindkontakt noch genug Zeit, um etwas dagegen zu unternehmen.</p><p>Gleich hinter den Schlachtkreuzern fanden sich die vier Hilfsschiffe, die ihrerseits von den vier am schwersten besch�digten Schlachtkreuzern, anderen in Mitleidenschaft gezogenen Kriegsschiffen und allen Schweren Kreuzern vor dem Feind abgeschirmt wurden.</p><p>�Gesch�tzte Zeit bis zum Kontakt zwanzig Sekunden. Eingehende Nachrichten f�r Captain Geary von der <emphasis>Daring</emphasis>, der <emphasis>Victorious</emphasis>, der <emphasis>Illustrious</emphasis>, der <emphasis>Inspire</emphasis>, der <emphasis>Intrepid �</emphasis>�</p><p>Offenbar hatte er die Entr�stung seiner Captains ebenso untersch�tzt wie deren Bed�rfnis, ihren Zorn auf ihn zu entladen. Dass Desjani sich ein <emphasis>Ich hab�s ja gleich gesagt</emphasis> verkniff, war ihr deutlich anzumerken. Er bet�tigte die Komm-Kontrollen, um alle Nachrichten abzuweisen, dabei ruhte sein Blick weiter auf der Syndik-Formation, die sich seinen Erwartungen entsprechend leicht nach oben gedreht hatte. Der Syndik-Commander hatte gehofft, die Allianz-Flotte massiv unter Beschuss zu nehmen, wenn die �ber seine Formation hinwegflog, wie Geary es schon so oft gemacht hatte. Doch diesmal hatten die Flugman�ver daf�r gesorgt, dass die konzentrierte Allianz-Flotte auf einen Vektor eingeschwenkt war, der mitten ins Herz der Syndik-Formation zielte.</p><p>Und den Syndiks blieb keine Zeit mehr f�r eine Korrektur ihrer Entscheidung.</p><p>�An alle Einheiten: Keine zwanzig Sekunden mehr bis zum Kontakt mit dem Feind. Alle Schlachtschiffe konzentrieren ihr Feuer auf gro�e feindliche Schiffe. Wir m�ssen deren Schilde zum Abschalten bringen. Die Schlachtkreuzer versetzen dann diesen Schiffen den Todessto�. Wenn alle gro�en Schiffe in Feuerreichweite unsch�dlich gemacht worden sind, zielen Sie auf die n�chstbesten feindlichen Schiffe. Aber gehen Sie mit den Phantomen sparsam um.� Gearys Blick zuckte zur Zeitanzeige. Er musste die n�chsten Steuerbefehle erteilen, noch bevor die Flotte die feindliche Formation passiert hatte, auch wenn die Befehle erst danach zur Anwendung kommen sollten. �Alle Einheiten, f�hren Sie das Befehlspaket zwei bei Zeit eins vier aus.�</p><p>�Gesch�tzte Zeit bis zum Kontakt zehn Sekunden. F�nf Sekunden.�</p><p>Die Syndiks waren gerade noch voraus, und dann befanden sie sich bereits hinter ihnen, da der Kontakt nur einen unglaublich kurzen Moment dauerte. Automatische Zielerfassungssysteme feuerten auf den Gegner, der mit einer Gesamtgeschwindigkeit von fast 60 000 Kilometer pro Sekunde vorbeizuckte. Der Rumpf der <emphasis>Dauntless</emphasis> erzitterte, als feindliches Feuer die Schilde traf. W�hrend Wachhabende Statusmeldungen riefen, versuchte Geary, sich auf das Gesamtbild zu konzentrieren.</p><p>Der Feind hatte Flugk�rper und Kart�tschen in gro�en St�ckzahlen in die Richtung abgeschossen, wo sich die Allianz-Flotte h�tte befinden m�ssen, w�re sie dem angedeuteten Kurs tats�chlich gefolgt. Der gr��te Teil dieser Salven ging ins Leere, da die Allianz-Schiffe unter ihnen hinwegtauchten. Im Gegensatz dazu konnten die Kart�tschen der Allianz ihre Ziele nicht verfehlen, als sie in den vergleichsweise schwachen Kern der Syndik-Flotte einschlugen. Auf die kurze Distanz und angesichts einer so kompakten Aufstellung der Allianz-Schiffe l�schte das Sperrfeuer aus Stahlkugeln m�helos die Leichten Kreuzer und die J�ger aus, die in deren Flugbahn lagen. Aufquellende Feuerwolken zeugten vom Tod der Begleitschiffe. Weitere Lichtblitze zuckten durch die Schw�rze des Alls, als die Kart�tschen in die Schilde der Schweren Kreuzer, der Schlachtschiffe und der Schlachtkreuzer in der Mitte der Syndik-Formation einschlugen. Als die Kriegsschiffe beider Seiten einander passierten, bohrten sich die H�llenspeere in ihre Ziele. Zudem setzten die Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe der Allianz die Null-Felder ein, um den Feind weiter zu dezimieren.</p><p>Die Syndiks hatten das Feuer erwidert und die gewaltigen Schilde und Panzerungen der Allianz-Schlachtschiffe bombardiert. Nachdem diese die ersten Salven absorbiert hatten, richtete sich der deutlich abgeschw�chte, aber immer noch t�dliche Beschuss der Syndiks auf die nachfolgenden Schiffe.</p><p>Das alles spielte sich im Bruchteil einer Sekunde ab, w�hrend die Menschen nichts weiter tun konnten als zu hoffen, dass die Schilde hielten, dass die automatischen Zielerfassungssysteme pr�zise arbeiteten � und dass das Gl�ck sie nicht im Stich lie�. Jetzt, da die beiden Flotten sich wieder voneinander entfernten, beobachtete Geary, wie die Flottensensoren die Folgen dieser Konfrontation bewerteten.</p><p>Den sieben Schlachtschiffen und drei Schlachtkreuzern im Zentrum der Syndik-Formation hatten drei�ig Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer der Allianz gegen�bergestanden. Angesichts einer solchen �bermacht und zudem mit den Null-Feldern konfrontiert � die der Allianz einen deutlichen Vorteil im Nahkampf gaben, wenn die Schilde der anvisierten Schiffe bereits geschw�cht waren � hatten die Syndiks die unvermeidlichen Verluste erlitten. Alle drei Schlachtkreuzer waren explodiert, au�erdem zwei Schlachtschiffe. Ein weiteres Schlachtschiff war in drei Teile zerbrochen, die verbliebenen vier trieben mit schweren Sch�den durchs All. L�cher klafften dort, wo die Null-Felder sie getroffen hatten, und den Anzeigen zufolge arbeiteten nur noch wenige Systeme.</p><p>Die Liste der au�er Gefecht gesetzten oder sogar zerst�rten Syndik-Kreuzer und J�ger war erfreulich lang, und der zentrale Bereich der feindlichen Flotte hatte sich komplett aufgel�st.</p><p>�Ausf�hrung des Befehlspakets zwei bei Zeit eins vier�, verk�ndete Desjani, deren Begeisterung f�r den Kampf jetzt endlich ihren Zorn auf Geary zu vertreiben begann.</p><p>Gleichzeitig �berpr�fte er den Flottenstatus und die Bewegungen der Syndik-Flotte. Die lie�en ihre Formation in einer Rechtskurve wenden, wobei alle vier Eckformationen fest an ihrem Platz verharrten. Vermutlich rechneten sie damit, dass die Allianz-Schiffe sofort den Sprungpunkt ansteuerten, doch stattdessen l�ste sich die Hauptformation abermals auf. Schlachtkreuzer, Leichte Kreuzer und viele Zerst�rer lie�en sich nach unten sinken, um eine neue Aufstellung anzunehmen, w�hrend Schlachtschiffe, Schwere Kreuzer, Hilfsschiffe, besch�digte Schiffe und die restlichen Zerst�rer sich zusammenschlossen und nach oben bewegten.</p><p>Geary kam es vor, als w�rde ihm eine Kart�tsche im Hals stecken, als auf seinem Display etliche Alarmleuchten aufblinkten, die auf schwere Sch�den und Zerst�rungen in der eigenen Flotte hinwiesen. Ein gro�es, grell leuchtendes Symbol gleich hinter der Allianz-Flotte kennzeichnete ein sich ausbreitendes Tr�mmerfeld, das aus den �berresten der <emphasis>Exemplar</emphasis>, dem letzten noch verbliebenen Scout-Schlachtschiff, bestand. Diese Schiffe, die kleiner als Schlachtschiffe und gr��er als Kreuzer waren, mussten zu der Zeit, als man ihren Bau in Auftrag gegeben hatte, irgendeinen Sinn ergeben haben, letztlich litten sie aber unter all den Kompromissen, die man bei ihrer Konstruktion hatte eingehen m�ssen. So wie ihre bei vorangegangenen K�mpfen zerst�rten Schwesterschiffe war auch die <emphasis>Exemplar</emphasis> gro� genug gewesen, um feindliches Feuer auf sich zu lenken, dem sie aber nicht gen�gend Widerstand bieten konnte.</p><p>Keines der Schlachtschiffe war flugunf�hig geschossen worden, doch beim Anflug der Allianz-Schiffe hatten die Syndiks ihren Beschuss auf die <emphasis>Resolution</emphasis> und die <emphasis>Redoubtable</emphasis> konzentriert, weshalb deren Bugbereiche nun besonders stark besch�digt waren. Au�erdem hatten die Antriebseinheiten der <emphasis>Resolution</emphasis> einen Treffer abbekommen, was dem Schiff alles abverlangte, um nicht den Anschluss an die Flotte zu verlieren.</p><p>Hinter der Flotte trieb der Schlachtkreuzer <emphasis>Incredible</emphasis>, der die Hilfsschiffe besch�tzt und dabei weitere Sch�den erlitten hatte. Einige Waffen funktionierten zwar noch, doch das Schiff sa� f�rmlich auf dem Pr�sentierteller. Die Crew betete zweifellos daf�r, dass sich die Gefechte von ihrem Schiff weg verlagerten, bis der Antrieb wiederhergestellt war.</p><p>Die Schweren Kreuzer <emphasis>Tortoise, Breech</emphasis>, <emphasis>Kurtani</emphasis> und <emphasis>Tarian</emphasis> hatten ebenfalls ihre Antriebe verloren, die beiden ersteren Schiffe waren nichts weiter mehr als Wracks. Die Leichten Kreuzer <emphasis>Kissaki</emphasis>, <emphasis>Crest</emphasis> und <emphasis>Trunnion</emphasis> waren zerst�rt worden, die Zerst�rer <emphasis>Barb</emphasis>, <emphasis>Yatagan, Lunge</emphasis>, <emphasis>Arabas</emphasis> und <emphasis>Kururi</emphasis> existierten nicht mehr.</p><p>F�r die weiteren Schadensberichte �ber kleinere Folgen des ersten Zusammentreffens beider Flotten fehlte Geary schlichtweg die Zeit.</p><p>Dort, wo die Formationen aufeinandergetroffen waren, wimmelte es von Rettungskapseln, sowohl von den zerst�rten Allianz-Schiffen als auch von den Syndik-Schiffen, die den Beschuss nicht �berlebt hatten.</p><p>Das Schlimmste von allem war aber, dass die Syndiks mit einer zweiten Salve im Augenblick des Passierens ausgerechnet einem Schiff etliche schwere Treffer zugef�gt hatten, auf das Geary am allerwenigsten verzichten konnte. �Alle Antriebseinheiten der <emphasis>Goblin</emphasis> sind ausgefallen�, meldete der Ablauf-Wachhabende. �Schwere Sch�den am Heck, verursacht durch zwei oder drei Treffer mit Flugk�rpern. Gesch�tzte Reparaturzeit, um wenigstens einen Teil der Antriebseinheiten benutzen zu k�nnen, liegt bei mindestens einer Stunde.�</p><p>Geary sah mit an, wie das Hilfsschiff durchs All trieb und den Wracks und Tr�mmerteilen folgte, ohne den Kurs �ndern oder beschleunigen zu k�nnen. Dabei entfernte es sich best�ndig von den restlichen Allianz-Schiffen. Als er den Pfad der <emphasis>Goblin</emphasis> im Geiste weiterf�hrte und dann sah, auf welchem Kurs sich die Syndiks bewegten, kam er nur zu einem einzigen, sehr unerfreulichen Schluss. �Die <emphasis>Goblin</emphasis> hat keine Chance. Kann mir jemand best�tigen, dass die Syndiks das Hilfsschiff wahrscheinlich in f�nfundzwanzig Minuten erreichen werden?�</p><p>�Best�tigt, Sir�, antwortete der Ablauf-Wachhabende prompt. �Meine Sch�tzung liegt bei vierundzwanzig Minuten.�</p><p>Viel, viel weniger als die Stunde, die die <emphasis>Goblin</emphasis> ben�tigte, um wieder man�vrieren zu k�nnen. Aber selbst wenn die H�lfte der Antriebseinheiten jetzt sofort wie durch ein Wunder wieder arbeiten w�rde, w�re das f�r das schwerf�llige Hilfsschiff zu wenig, um sich noch zeitig in Sicherheit zu bringen. Aber die Allianz-Flotte war auch nicht in der Lage, sich so schnell sch�tzend vor dem Hilfsschiff in Position zu bringen, um die Syndiks abzuwehren. Seufzend bet�tigte Geary seine Kontrollen. �<emphasis>Goblin</emphasis>, hier spricht Captain Geary. Ich rate Ihnen, sofort mit der Evakuierung Ihres Schiffs zu beginnen und die �berhitzung des Antriebs so zu programmieren, dass sie in gut zwanzig Minuten erfolgt.� Er wollte dieses Gefecht gewinnen, doch der Ausgang war noch ungewiss, und er konnte es nicht riskieren, dass das Hilfsschiff den Syndiks in die H�nde fiel.</p><p>Eine halbe Minute sp�ter kam die Antwort von der <emphasis>Goblin</emphasis>. �Sir, wir versuchen, die noch an Bord befindlichen Brennstoffzellen auf unsere Schweren Transportshuttles zu verladen. Mit etwas Gl�ck k�nnen wir sie noch rausschicken. Unser Reparaturteam versucht, eine der Antriebseinheiten ans Laufen zu bekommen.�</p><p>Desjani schnaubte ungl�ubig. �Diese Shuttles k�nnen den Syndiks nicht entkommen. Selbst wenn sie leer sind, k�nnen sie nicht so schnell fliegen wie n�tig.�</p><p>Von Geary kam ein zustimmendes Nicken. �<emphasis>Goblin</emphasis>, die Transportshuttles sind zu langsam und werden den Feindbeschuss wie Magnete anziehen. Sie k�nnen den Syndiks nicht entkommen, und alles, was Sie an Bord schaffen, w�re dann sowieso verloren. Mit einer funktionst�chtigen Antriebseinheit kommen Sie nicht von der Stelle, und die Flotte kann nicht schnell genug umkehren, um Sie zu sch�tzen. Sie sind Ingenieur, Sie k�nnen sich ausrechnen, was das bedeutet. Schaffen Sie Ihre Leute vom Schiff, solange die Zeit reicht. Wenn es Ihnen die Entscheidung erleichtert, dann betrachten Sie das als einen Befehl.�</p><p>Diesmal dauerte es noch l�nger, ehe von der <emphasis>Goblin</emphasis> eine Antwort kam, die resigniert klang: �Jawohl, Sir. Ich schicke jetzt alles Personal zu den Rettungskapseln. �berhitzung des Antriebs erfolgt in � achtzehn Minuten.�</p><p>�Sir, der befehlshabende Offizier der <emphasis>Incredible</emphasis> teilt mit, dass er allem entbehrlichen Personal den Befehl gegeben hat, das Schiff zu verlassen.�</p><p>�Gut�, erwiderte Geary. Die Situation machte andere Entscheidungen unm�glich.</p><p>�Die <emphasis>Resolution</emphasis> kann nicht mit der Flotte mithalten, sie will sich zur <emphasis>Incredible</emphasis> begeben und sie unterst�tzen.�</p><p>�Einverstanden. Sagen Sie der <emphasis>Resolution</emphasis> und der <emphasis>Incredible</emphasis>, dass wir alles versuchen werden, um die Syndiks von ihnen abzulenken.� Geary konzentrierte sich auf den Feind und seine beiden eigenen Formationen. Alle drei Gruppen flogen ausholende Wendeman�ver, die nicht kleiner ausfallen konnten, solange man mit einer Geschwindigkeit von gut 0,08 Licht unterwegs war. Als die Syndiks sich allm�hlich von rechts n�herten, wurde die L�cke in der Mitte ihrer Flottenformation teilweise von anderen Schlachtschiffen geschlossen, die sich aber nicht ganz dem Zentrum n�herten.</p><p>�Sie sind verwirrt�, meinte Desjani.</p><p>�Das sollen sie auch sein.�</p><p>Vom hinteren Teil der Br�cke ert�nte Riones Stimme: �Wieso sind sie verwirrt? Sie haben unsere Flotte nur in zwei Gruppen aufgeteilt, nicht wie zuvor in sechs.�</p><p>�Es h�ngt damit zusammen, wie die Formationen angeordnet sind�, erl�uterte Geary. �Eine Formation besteht aus all unseren Schlachtschiffen, die schwerer und langsamer sind und die Aufgabe haben, sich wieder in das Herz der Syndik-Flotte zu bohren. In der anderen Formation stecken alle Schlachtkreuzer, die schnell und beweglich sind und die R�nder der Syndik-Flotte unter Beschuss nehmen sollen.�</p><p>�Verstehe.� Rione l�chelte schief. �Sie wissen nicht, wo Sie zuschlagen werden, deshalb k�nnen sie sich nicht entscheiden, auf welche Formation sie ihre Feuerkraft konzentrieren sollen.�</p><p>�Ganz genau.� Als er die Syndiks beobachtete, sch�ttelte er den Kopf. Sie hatten damit gerechnet, dass die Allianz-Flotte kehrtmachen und den Sprungpunkt nach Padronis anfliegen w�rde. Stattdessen befanden sich nun die Schlachtschiffe auf der einen Seite �ber ihnen, w�hrend die Schlachtkreuzer sich auf der anderen Seite von unten n�herten. �Ich glaube, ich sollte nicht wieder auf die Schlachtschiffe in der Mitte der Formation losgehen, jedenfalls noch nicht. Falls der Syndik-Commander schnell genug reagiert und seine Flotte rings um das Zentrum in sich zusammenfallen l�sst, k�nnte er uns damit verdammt wehtun.�</p><p>Nach kurzem �berlegen nickte Desjani. �Das sehe ich auch so. Sollen die Schlachtkreuzer <emphasis>diesmal</emphasis> vorausfliegen, Captain Geary?�</p><p>�Ja. Captain Desjani, machen wir es so. In der Zwischenzeit lasse ich die Schlachtschiffe ihren Kurs �ndern, um die Syndiks aus einer anderen Richtung anzugreifen.�</p><p>�Captain Geary, die <emphasis>Resolution</emphasis> und die <emphasis>Incredible</emphasis> bitten darum, dass Sie ihnen noch gen�gend Syndiks �brig lassen.�</p><p>Desjani begann zu lachen, und selbst Geary konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. �Sagen Sie ihnen, das d�rfte kein Problem sein, Lieutenant.�</p><p>Angef�hrt von Captain Tulev �nderte die Zweite Schlachtkreuzerdivision mit ihren verbliebenen f�nfzehn Schlachtkreuzern und den sie begleitenden Leichten Kreuzern und Zerst�rern den Kurs nach oben und beschleunigte, w�hrend Geary den Schlachtschiffen befahl, nach links zu drehen und ebenfalls zu beschleunigen. Die Schlachtschiff-Formation kam nur tr�ge voran, da die Schiffe selbst recht schwerf�llig waren, aber auch, weil zu dieser Formation auch die drei �berlebenden Hilfsschiffe geh�rten. Er konnte nur hoffen, dass er diese Tatsache bei seinen Befehlen ausreichend ber�cksichtigt hatte.</p><p>Die Syndiks flogen weiter ihre Kurve, wobei sie sich ein wenig nach unten neigten. Sofort lie� Geary den Kurs der Schlachtkreuzer anpassen, um den Syndiks keinen Vorteil zu verschaffen. Dabei wurde der Winkel der Allianz-Schiffe noch steiler, sodass sie fast vertikal auf den Feind zuflogen.</p><p>Die Schlachtkreuzer kamen von der hinteren Ecke nach oben auf die Syndiks zu. �Sie bremsen!�, rief der Ablauf-Wachhabende im allerletzten Moment vor dem Kontakt, was viel zu sp�t war, um noch irgendwie reagieren zu k�nnen. Bei den Geschwindigkeiten, mit denen die Flotten im All unterwegs waren, nahmen sie die ver�nderten Vektoren einfach nicht mehr fr�h genug wahr, um ein Ausweichman�ver in die Wege zu leiten.</p><p>Anstatt an der �u�ersten Ecke der Syndik-Flotte vorbeizufliegen, rasten die Allianz-Schlachtkreuzer mitten in die Formation hinein. Die automatischen Steuersysteme konnten zwar Kollisionen verhindern, bei denen die betroffenen Schiffe auf der Stelle restlos vernichtet worden w�ren, dennoch flogen die Schlachtkreuzer mit bedenklich geringem Abstand an den feindlichen Schlachtschiffen vorbei.</p><p>Die vier Syndik-Schlachtschiffe, die in dieser Ecke platziert waren, lie�en ein Sperrfeuer aus H�llenspeeren auf die Allianz-Formation niedergehen, das die <emphasis>Steadfast</emphasis> in St�cke riss, die <emphasis>Intrepid</emphasis> durchl�cherte und auf die <emphasis>Inspire</emphasis> einprasselte. Die <emphasis>Illustrious</emphasis> erlitt neue Sch�den, obwohl die im Gefecht bei Cavalos davongetragenen noch gar nicht vollst�ndig behoben worden waren. Die <emphasis>Courageous</emphasis> trudelte unkontrolliert durchs All, nachdem die Allianz-Schiffe die Syndik-Formation hinter sich gelassen hatten.</p><p>�Die <emphasis>Intrepid</emphasis> glaubt, mit der Flotte mithalten zu k�nnen, allerdings sind alle Gefechtssysteme ausgefallen�, meldete der Gefechtswachhabende der <emphasis>Dauntless</emphasis>. �Die <emphasis>Inspire</emphasis> ist voll man�vrierf�hig, aber sie hat schwere Sch�den an den Waffensystemen erlitten. Die Rettungskapseln, die wir sehen k�nnen, stammen von den �berresten der <emphasis>Steadfast</emphasis>.�</p><p>�Was ist mit der <emphasis>Courageous?</emphasis>�, wollte Geary wissen.</p><p>�Kein Kontakt, Sir. Sie ist �ber das Flottennetz nicht zu erreichen. Die Sensoren zeigen an, dass alle Systeme ausgefallen sind.�</p><p>Wie viele Besatzungsmitglieder umgekommen waren, konnten die Sensoren noch nicht anzeigen.</p><p>�Roberto Duellos l�sst sich nicht so leicht unterkriegen�, meinte Desjani.</p><p>�Wollen wir�s hoffen.� Geary verdr�ngte seine Sorge um Captain Duellos und konzentrierte sich mit finsterer Miene auf die Syndik-Flotte. Die Schlachtkreuzer der Allianz hatten einige schmerzhafte Treffer abbekommen, doch es war ihnen auch gelungen, eine Ecke der Formation mit erheblicher Feuerkraft unter Beschuss zu nehmen. Die beiden Syndik-Schlachtkreuzer waren so schwer besch�digt worden, dass sie nicht weiterk�mpfen konnten, und eines der Schlachtschiffe hatte so viele Treffer eingesteckt, dass es langsam aus der Formation herausfiel. Ein weiteres Schiff schien so in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein wie die <emphasis>Intrepid</emphasis>. Es konnte zwar noch man�vrieren, sah aber sehr mitgenommen aus. Die meisten Leichten Kreuzer und J�ger an dieser Ecke der Formation waren entweder kampfunf�hig geschossen oder komplett zerst�rt worden, auch etliche Allianz-Begleitschiffe befanden sich nicht mehr an ihrem Platz in der Formation. Von manchen war keine Spur zu sehen, andere verloren immer mehr den Anschluss an die Flotte.</p><p>Zum Gl�ck hatte das Man�ver der Syndiks, durch das die Allianz-Schlachtkreuzer an ihrem geplanten Angriff gehindert worden waren, zugleich daf�r gesorgt, dass die Schlachtschiffe sich in einer besseren Position befanden, um eine andere Ecke der Syndik-Formation zu attackieren. Dort waren die vier Schlachtschiffe nicht nur zahlenm��ig deutlich unterlegen, sondern sie standen auch Kriegsschiffen gegen�ber, die besser gepanzert waren und durch st�rkere Schilde gesch�tzt wurden. Die <emphasis>Gallant</emphasis> und die <emphasis>Indomitable</emphasis> wurden vom Feind besonders massiv beschossen. Beide trugen schwere Sch�den davon, da die Schilde an verschiedenen Stellen ausfielen und Kart�tschen sowie H�llenspeere bis zur Schiffsh�lle vordrangen. Doch als sich die beiden Flotten abermals voneinander entfernten, waren drei der vier Syndik-Schlachtschiffe kampfunf�hig geschossen worden, au�erdem hatte es drei feindliche Schlachtkreuzer in St�cke gerissen.</p><p>�Damit ist das Kr�fteverh�ltnis mehr als nur ausgeglichen�, stellte Desjani fest.</p><p>Der Rest der Syndik-Flotte nahm Kurs auf die <emphasis>Goblin</emphasis>, die einen Moment sp�ter in einem Feuerball verging, als der Countdown zur Selbstzerst�rung ablief. Hinter der vormaligen Position der <emphasis>Goblin</emphasis> tauchten die <emphasis>Resolution</emphasis> und die <emphasis>Incredible</emphasis> auf, die die n�her kommenden Syndiks mit allem beschossen, was ihnen zur Verf�gung stand.</p><p>Unwillk�rlich schloss Geary die Augen, als eine Ecke der Syndik-Flotte an der <emphasis>Resolution</emphasis> und der <emphasis>Incredible</emphasis> vorbeischoss. Als er die Augen wieder �ffnete, stellte er zu seinem Erstaunen fest, dass beide Allianz-Schiffe sich noch immer dort befanden, wo er sie eben erst gesehen hatte. �Die haben das �berlebt? Das ist ja ��</p><p>�Unglaublich?�, murmelte Desjani. �Die <emphasis>Resolution</emphasis> hat die <emphasis>Incredible</emphasis> abgeschirmt, so gut sie konnte. Sie hat zahlreiche Treffer abbekommen, und die <emphasis>Incredible</emphasis> wurde ebenfalls erneut getroffen, aber die Syndiks m�ssen weit genug entfernt gewesen sein, sonst h�tten sie beide Schiffe zerst�rt.�</p><p>Das pure Gl�ck hatte der <emphasis>Resolution</emphasis> und der <emphasis>Incredible</emphasis> zur Seite gestanden, aber im n�chsten Moment wurden die Syndiks von den Kriegsg�ttern beg�nstigt. �Verdammt�, brummte Desjani. �Das war die <emphasis>Intrepid!</emphasis>�</p><p>Beim letzten Vorbeiflug hatten die Syndiks Flugk�rper abgefeuert, die auf den erwarteten Kurs der Allianz-Schlachtkreuzer ausgerichtet worden waren. Durch die Ver�nderung des Vektors in letzter Sekunde waren die Flugk�rper viel zu weit von den Allianz-Schiffen entfernt gewesen, sodass sie nach dem verfehlten Ziel ihre Kreise durch das System zogen und den Allianz-Schiffen nachstellten. Viele Flugk�rper waren bereits zerst�rt worden, da sie mit ihrer geringen relativen Geschwindigkeit f�r die J�ger ein leichtes Ziel waren. Einer hatte es jedoch geschafft, bis zur ohnehin schon stark besch�digten <emphasis>Intrepid</emphasis> vorzudringen. Der Kreuzer schien zusammenzuzucken, als das Geschoss in sein Heck raste und die Antriebssektion zertr�mmerte. Dann drehte er sich zur Seite weg, wobei die Belastung durch den Treffer und den abrupten Kurswechsel seiner geschw�chten Struktur sehr zu schaffen machte. �Sie ist nicht mehr zu retten, Sir.�</p><p>Desjani schien der Verlust der beiden Schiffe nicht zu ber�hren, aber Geary wusste auch, dass sie in ihrer Karriere Schlimmeres zu Gesicht bekommen haben musste. �Wir werden sie r�chen.� Er versuchte sich zu entspannen, w�hrend er die Flugbahnen der verschiedenen Schiffe mitverfolgte und dabei versuchte, die Zeitverz�gerung von einigen Sekunden einzubeziehen, mit denen die Bilder der Realit�t hinterherhinkten. �Formation Indigo eins, drehen Sie bei Zeit f�nf drei nach rechts zwei f�nf Grad, nach unten eins sechs null Grad.� Die Allianz-Schlachtkreuzer folgten dem vorgegebenen Kurs und machten sich f�r einen weiteren Angriff auf den Gegner bereit.</p><p>Der Syndik-Befehlshaber versuchte, sich auf das zu konzentrieren, was von seiner Flotte noch �brig war, und ordnete seine Schiffe so an, dass sie sich abermals in einer Kastenform befanden, die jetzt allerdings erheblich kleiner war als noch zu Beginn des Gefechts. Gleichzeitig bem�hte er sich, ein sehr enges Man�ver durchzuf�hren, indem sich alle Schiffe in der Formation nach oben und nach links zugleich drehten, um sich auf die Schlachtkreuzer der Allianz auszurichten.</p><p>�Ein schlechter Zug.� Desjani grinste erfreut. �Wir sehen nach einer leichten Beute aus, aber wir sind schneller als er. Wir haben es mit keinem sehr erfahrenen Commander zu tun.�</p><p>�Das d�rfte auch f�r einige seiner Captains gelten�, merkte Geary an, der zusah, wie sich die Syndik-Schiffe bem�hten, die Vektoren�nderung auszuf�hren. Eines der Schlachtschiffe kollidierte dabei mit einem Schweren Kreuzer, der fast vollst�ndig in einem glei�enden Lichtblitz verschwand, w�hrend das Schlachtschiff schwer besch�digt zur�ckwich. �Und wieder einer weniger.�</p><p>Die beabsichtigte kompakte Kastenformation driftete auseinander und geriet aus der Form, da die Syndik-Flotte nicht in der Lage war, die geforderten Man�ver in die Tat umzusetzen.</p><p>�Formation Indigo eins, drehen Sie bei Zeit null sechs nach rechts zwei null Grad, nach oben eins f�nf Grad.� Die Schlachtkreuzer hoben ein wenig den Bug an, als sie sich zur Seite drehten, um sich auf eine Seite der mit sich selbst ringenden Syndik-Flotte auszurichten. �Formation Indigo zwei, drehen Sie bei Zeit null acht nach rechts zwei acht f�nf Grad, nach oben zwei eins null Grad.� Die Schlachtschiffe, die sich jetzt deutlich unter den Syndiks befanden, drehten sich nach oben, w�hrend die Schlachtkreuzer der Allianz sich abermals dem Feind n�herten.</p><p>Da der gegnerische Captain diesmal die �bersicht �ber das Geschehen verloren hatte, konnte die Schlachtkreuzer-Formation in nahezu perfekter Reichweite an einer Ecke der feindlichen Flotte vorbeifliegen und damit ihre deutliche lokale �berlegenheit in Sachen Feuerkraft zum Tragen bringen.</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis> sch�ttelte sich nach dem Vorbeiflug heftig. �Ein Syndik-Flugk�rper ist durchgekommen, Captain. Schaden achtern. H�llenspeer-Batterie Sechs Bravo ausgefallen. Verminderte Leistungsf�higkeit der Hauptantriebseinheit Alpha.�</p><p>�K�nnen wir mit den Flugman�vern der Formation mithalten?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Der Maschinenraum erh�ht die Leistung der anderen Einheiten, Captain. Schadenskontrollteams verst�rken momentan die besch�digten H�llenabschnitte. Die Schadenskontrollzentrale bittet uns darum, in den n�chsten zehn Minuten auf gr��ere Flugman�ver zu verzichten.�</p><p>�Sagen Sie ihnen, sie haben f�nf Minuten!�</p><p>�Jawohl, Captain, f�nf Minuten.�</p><p>Die <emphasis>Illustrious</emphasis>, deren bei Cavalos erlittene Sch�den noch immer nicht vollst�ndig repariert worden waren, musste weitere Treffer einstecken, ebenso die <emphasis>Valiant</emphasis> und die <emphasis>Daring</emphasis>. Doch die in diesem Teil der Flotte hoffnungslos unterlegenen Syndiks hatten daf�r drei weitere Schlachtkreuzer verloren.</p><p>�Was zum Teufel soll denn das?�, wunderte sich Geary, als die Syndiks ihr einmal begonnenes Flugman�ver fortsetzten und sich auf einer Bahn nach oben bewegten, die an einen Korkenzieher erinnerte.</p><p>�Keine Ahnung�, musste Desjani einr�umen.</p><p>�Das ist doch immer wieder das Gleiche � Moment mal, wir haben ihren CEO erwischt. Die befolgen immer noch ihren letzten Befehl, weil bislang niemand das Kommando �bernommen hat, der ihnen sagen kann, dass sie aufh�ren sollen.�</p><p>�Wie nett�, schnurrte Desjani am�siert, w�hrend sie zusah, wie sich die Schlachtschiff-Formation der Allianz durch die lichten Reihen des stark dezimierten Gegners fra�. Danach waren nur noch zehn Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer der Syndiks funktionst�chtig, allerdings musste die Allianz-Formation die <emphasis>Gallant</emphasis> hinter sich zur�cklassen, als sie zu einer Kurve ansetzte, um den n�chsten Angriff einzuleiten.</p><p>�Antriebsschaden auf der <emphasis>Gallant</emphasis>, aber sie kann sich noch selbst verteidigen. Sie konzentrieren das Feuer�, merkte Desjani ernst an. �Alles, was sie noch haben, feuern sie jetzt auf die Schlachtschiffe ab, die bereits am st�rksten besch�digt sind. Sehen Sie sich nur an, wie sie die <emphasis>Redoubtable</emphasis> zugerichtet haben.�</p><p>�Wenigstens kann sie bei der Formation bleiben.�</p><p>Desjani drehte sich abrupt zu ihrem Maschinen-Wachhabenden um. �Die f�nf Minuten sind um. Kann ich wieder man�vrieren?�</p><p>�Noch eine Minute, Captain�, bat der Ingenieur sie.</p><p>�Ich habe aber keine Minute!�</p><p>�Zum Man�vrieren bereit�, keuchte der erleichterte Wachhabende, als die Meldung einging.</p><p>�Gut�, sagte Geary. �Dann wollen wir mal.� Kaum hatte er ausgesprochen, �nderte die Syndik-Flotte radikal ihren Kurs, indem sie kehrtmachte und sich abw�rts bewegte. �Wohin �?�</p><p>Geary lie� die Schlachtkreuzerformation eine enge Kehre in Richtung der Syndiks fliegen, w�hrend er zu erraten versuchte, auf welchen Vektor die letztlich einschwenken w�rden. Minuten sp�ter wurde die Antwort darauf deutlich. �Die verfolgen die <emphasis>Resolution</emphasis> und die <emphasis>Incredible</emphasis>.�</p><p>�Bevor sie sie einholen, k�nnen wir sie mindestens noch einmal passieren und beschie�en�, betonte Desjani. �Und die Schlachtschiffe ebenfalls.�</p><p>�Irgendwas Neues von der <emphasis>Gallant?</emphasis>�, wollte Geary wissen. Er h�tte auf seinem Display selbst nach dieser Information suchen k�nnen, doch die Zeit ben�tigte er dringender, um sich auf das Gesamtgeschehen zu konzentrieren.</p><p>�Die <emphasis>Gallant</emphasis> meldet, dass die H�lfte der Gefechtssysteme noch funktionst�chtig ist�, meldete der Ablauf-Wachhabende. �Schilde sind geschw�cht, erholen sich aber. Mehrere gr��ere H�llenrisse werden derzeit geschlossen. Gesch�tzte Zeit, bis die Steuerkontrolle zum Teil wiederhergestellt ist, liegt bei zwanzig Minuten.�</p><p>Geary kam zu dem Schluss, dass die <emphasis>Gallant</emphasis> f�r den Augenblick selbst auf sich aufpassen konnte, und lie� die Schlachtkreuzer geeignete Positionen einnehmen, um die Syndik-Flotte abzufangen. Dann korrigierte er die Flugbahn der Schlachtschiffe noch ein wenig, damit sie wieder genau auf den Feind ausgerichtet waren.</p><p>Diesmal verging die Zeit bis zum n�chsten Kontakt qu�lend langsam. Die <emphasis>Resolution</emphasis> und die <emphasis>Incredible</emphasis> trieben hilflos im All. Beide Schiffe waren so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass sie einen weiteren Angriff der Syndiks nicht �berstehen w�rden. Zudem waren so viele ihrer Waffensysteme ausgefallen, dass sie dem Feind nicht einmal nennenswerte Verluste zuf�gen konnten. Die weiter zusammengeschrumpfte Kastenformation der Syndiks flog ihre Kurve so, dass sie von oben und links auf ihr Ziel zusteuerte. Etwas weiter links und noch ein wenig h�her befanden sich die Allianz-Schlachtkreuzer, die auf die Syndiks zurasten, w�hrend sich auf fast gleicher H�he von rechts die Schlachtschiffe n�herten.</p><p>Den Syndiks musste bewusst geworden sein, dass sie nicht darauf hoffen konnten, der <emphasis>Resolution</emphasis> und der <emphasis>Incredible</emphasis> den Todessto� zu versetzen, da sie zuvor zwischen die Fronten der beiden Allianz-Formationen geraten w�rden. Also tauchten sie pl�tzlich ab und gingen in einen Steilflug �ber, der sie zu der kleineren Syndik-Flotte f�hrte, die sich bislang aus den K�mpfen herausgehalten hatte.</p><p>Geary rasselte in rascher Folge Befehle an die Schlachtkreuzer und die Schlachtschiffe herunter, um auf den Zug der Syndiks zu reagieren.</p><p>Als die Allianz-Schiffe auf ihre neuen Vektoren eingeschwenkt waren, ert�nten Sirenen, die vor einer Kollision warnten. Geary blieb kaum Zeit, einen Blick auf die Warnmeldungen zu werfen, da die Schlachtkreuzer bereits von einer Seite kommend durch die Syndik-Flotte flogen, w�hrend fast im gleichen Moment die Schlachtschiff-Formation von der anderen Seite hinzukam.</p><p>F�r Sekunden schossen zahlreiche Kriegsschiffe auf v�llig verschiedenen Vektoren und mit hoher Geschwindigkeit aneinander vorbei. Automatische Steuersysteme protestierten lautstark, w�hrend sie in diesem Mahlstrom aus Kriegsschiffen auf Hochtouren arbeiteten, um Zusammenst��e zu vermeiden. Gleichzeitig machten die automatischen Zielerfassungssysteme auf jedem Schiff eine F�lle von Zielen aus und begannen, in alle Richtungen das Feuer zu er�ffnen.</p><p>Dann trennten sich die drei Formationen wieder voneinander. Geary atmete tief durch, da ihm auffiel, dass er w�hrend der letzten Sekunden gebannt die Luft angehalten hatte.</p><p>Sogar Desjani war bleich geworden. �Sir, haben Sie schon einmal die M�glichkeit in Erw�gung gezogen, dass man auch zu gut darin sein k�nnte, die Feindbewegungen auszugleichen?�</p><p>�Bis gerade eben nicht.� Wieder atmete er durch, dann musterte er erstaunt sein Display. �Wir haben noch ein paar Zerst�rer verloren, aber vermutlich durch Feindbeschuss. Keine Kollisionen?�</p><p>�Nein, aber das sollten wir trotzdem nicht noch mal machen, Sir.�</p><p>�Okay.� Die Kastenformation der Syndik-Flotte war unter dem massiven Beschuss von mehreren Seiten gleichzeitig komplett zerfallen. Zwei Schlachtschiffe schleppten sich noch auf dem Kurs voran, doch beide waren im Gefecht schwer besch�digt worden. Kein Schlachtkreuzer der Syndiks hatte �berlebt, und die Begleitschiffe waren allesamt ausradiert worden. Bei so vielen m�glichen Zielen gleichzeitig hatten die Syndiks im Gegenzug ihr Feuer nicht auf bestimmte Schiffe konzentrieren k�nnen, weshalb die Allianz-Flotte von ein paar gl�cklosen Kreuzern und Zerst�rern abgesehen keine weiteren ernsten Sch�den mehr erlitten hatte.</p><p>Geary atmete erleichtert auf. �Formation Indigo zwei�, befahl er. �Formation aufl�sen, und dann schnappen Sie sich diese beiden Syndik-Schlachtschiffe. Formation Indigo eins, suchen Sie nach anderen Zielen, aber halten Sie sich von den zwei Schlachtschiffen fern, bis die von unseren Schiffen erledigt worden sind.�</p><p>Das Letzte, was er wollte, war ein weiterer Verlust wie die <emphasis>Opportune</emphasis>.</p><p>Zu seiner Verwunderung befahl Desjani nicht sofort, die <emphasis>Dauntless</emphasis> zu wenden, um nach einem Ziel zu suchen. Sie bemerkte seine Reaktion und zuckte mit den Schultern. �Das Einzige, was es noch zu t�ten gibt, sind diese beiden Schiffe. Au�erdem�, sie deutete auf die Statusanzeige, �sind unsere Brennstoffzellen auf f�nfunddrei�ig Prozent gesunken.�</p><p>�F�nfunddrei�ig Prozent?� In Friedenszeiten h�tte man ihn vor ein Kriegsgericht gestellt, weil er zugelassen hatte, dass unter seinem Kommando die Brennstoffreserven auf ein solches Niveau gesunken waren.</p><p>�Ein Gl�ck, dass wir die <emphasis>Titan</emphasis>, die <emphasis>Witch</emphasis> und die <emphasis>Jinn</emphasis> retten konnten�, stellte Desjani fest. �Wir werden jede Brennstoffzelle ben�tigen, die sie auf dem Weg nach Varandal produzieren k�nnen.�</p></section><section><title><p>Vier</p></title><p>Die Abrechnung nach der Schlacht war immer das Schlimmste. Geary las die Liste der Schiffsnamen durch. <emphasis>Courageous, Intrepid, Exemplar, Goblin,</emphasis> die Schweren Kreuzer <emphasis>Tortoise, Breech, Kurtani, Tarian</emphasis> und <emphasis>Nodowa</emphasis>, die Leichten Kreuzer <emphasis>Kissaki, Crest, Trunnion, Inquarto</emphasis> und <emphasis>Septime</emphasis>, die Zerst�rer <emphasis>Barb, Yatagan, Lunge, Arabas, Kururi, Shail, Chamber, Bayonet</emphasis> und <emphasis>Tomahawk.</emphasis></p><p>Insgesamt konnten sie aber von Gl�ck reden. Im Fall einer Flucht aus dem System mit den Syndiks dicht auf den Fersen, h�tten sie gut und gerne dreimal so viele Kreuzer und Zerst�rer verlieren k�nnen, au�erdem noch mehr Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe. So aber blieb der Allianz-Flotte wenigstens Zeit, um die dringendsten Reparaturen zu erledigen, damit sie ihre Schiffe wieder in Bewegung setzen konnten.</p><p>Die <emphasis>Resolution</emphasis>, die zwar unter schweren Beschuss geraten war, w�rde dennoch mit der Flotte mithalten k�nnen. Allerdings wusste er nicht, ob sie die <emphasis>Incredible</emphasis> retten konnten. Die <emphasis>Gallant</emphasis> verf�gte wieder �ber gen�gend Steuerkontrolle, um im Gefecht man�vrieren zu k�nnen, jedoch waren nur wenige Waffen einsatzbereit.</p><p>Sie w�rden noch eine Weile hier zubringen m�ssen, denn die Antriebseinheiten der besch�digten Schiffe mussten ebenso wiederhergestellt werden wie andere wichtige Systeme. Zudem hatten sie noch die Rettungskapseln der Allianz-Schiffe einzusammeln, die w�hrend des Gefechts evakuiert worden waren, und es musste auch noch der viel zu geringe Bestand an Brennstoffzellen verteilt werden, der seit dem Verlassen des Dilawa-Systems auf den Hilfsschiffen produziert worden waren.</p><p>Desjani war m�rrisch. Geary folgte ihrem Blick, der auf die kleinere Syndik-Flotte gerichtet war. Die hatte sich nach der Zerst�rung der gr��eren Flotte sofort auf den Weg zum Sprungpunkt nach Padronis gemacht. Inzwischen verteilten sich die Kreuzer und J�ger dieser kleinen Flotte auch auf die Sprungpunkte nach Kalixa und Dilawa. �Jetzt kriegen wir sie nicht mehr zu fassen�, beklagte sie sich. �Ich hatte gehofft, sie w�rden sich uns am Sprungpunkt nach Padronis in den Weg stellen, dann h�tten wir sie da �berrennen k�nnen.�</p><p>�Ich sch�tze, sie haben jetzt ihre Minen ausgelegt und machen sich auf den Heimweg, um zu berichten, was hier passiert ist�, meinte Geary.</p><p>�Die haben ihre Kameraden im Stich gelassen! Die haben nicht einmal versucht, einen Treffer zu landen, w�hrend wir uns mit der Hauptflotte befassten!�</p><p>Das war es also, was sie so �rgerte. Aus Desjanis Sicht hatten diese Syndiks sich nicht um ihre Kameraden gek�mmert, und obwohl sie doch nur Syndik-Abschaum waren, sollten sie daf�r bezahlen. �Tanya, ich wette, diese kleine Flotte hatte den Befehl, sich nicht einzumischen, damit sie eine letzte Verteidigungslinie bilden konnte, falls wir versuchen w�rden, geradewegs auf den Sprungpunkt nach Padronis zuzuhalten.�</p><p>�Das ist kein Argument.�</p><p>�Immerhin kommen sie nicht auf die Idee, sich an unseren besch�digten Schiffen zu schaffen zu machen.�</p><p>Ehe Desjani etwas erwidern konnte, tauchte vor Geary auf dem Display ein Bild auf, das eine grinsende Captain Cresida zeigte. �Ich dachte mir, es w�rde Sie vielleicht interessieren, Sir, dass wir die Rettungskapseln der <emphasis>Courageous</emphasis> geborgen haben, darunter auch eine mit einem leicht ramponierten, aber immer noch funktionst�chtigen Captain Roberto Duellos.�</p><p>Geary grinste seinerseits so breit, dass ihm die Wangen schmerzten, dann drehte er sich zu Desjani um. �Duellos ist auf der <emphasis>Furious</emphasis> in Sicherheit.�</p><p>�Ich habe doch gesagt, dass er so leicht nicht kleinzukriegen ist�, meinte Desjani ganz ruhig, dann begann sie auch zu l�cheln.</p><p>�Hier ist er, Captain Geary�, fuhr Cresida fort.</p><p>Ihr Bild wurde durch das von Duellos ersetzt, dessen Uniform stellenweise aufgerissen und angesengt war. �Captain Duellos meldet sich zum Dienst, Sir.�</p><p>�Ich �� Geary verstummte und sah Duellos einfach nur sekundenlang an. �Verdammt. Ich bin froh, dass es Ihnen gut geht. Das mit der <emphasis>Courageous</emphasis> tut mir leid, und mit der <emphasis>Intrepid</emphasis> genauso.�</p><p>�Vielen Dank.� Duellos schaute kurz betreten nach unten. �Es ist hart, wenn man ein Schiff verliert, aber damit kennen Sie sich ja genauso gut aus wie ich.�</p><p>�Ja, es tut verdammt weh. Lassen Sie sich untersuchen, und danach ruhen Sie sich ein wenig aus.�</p><p>�Ich muss mich um meine Crew k�mmern, Sir.� Er machte eine vage Geste. �Ich muss sicherstellen, dass sie gut versorgt wird. Die Crews der <emphasis>Courageous</emphasis> und der <emphasis>Intrepid</emphasis> auf den Schiffen, von denen sie aufgelesen wurden.�</p><p>Geary wollte ihm sagen, Cresida werde das schon alles erledigen, doch dann hielt er sich davon ab. Er erinnerte sich an sein eigenes Gef�hl der Hilflosigkeit nach der Zerst�rung seines Kreuzers <emphasis>Merlon</emphasis>. An den Wunsch, irgendetwas tun zu k�nnen; vor allem dem, seiner Crew zu helfen, der er nicht mehr helfen konnte. Es war nur zu verst�ndlich, dass sich Duellos selbst um solche Dinge k�mmern wollte. Damit konnte er sich von den Gedanken an den Verlust seines Schiffs und jener Besatzungsmitglieder ablenken, die es nicht mehr geschafft hatten, die <emphasis>Courageous</emphasis> zu verlassen. �Nat�rlich, Captain Duellos. Lassen Sie mich wissen, wenn Sie oder Ihre Crew etwas ben�tigen.�</p><p>Gerade wollte Duellos die Verbindung unterbrechen, da hielt er noch einmal inne. �Sie wissen, was ich ben�tige, Captain Geary, und Sie wissen auch, dass Sie mir das nicht geben k�nnen. Aber trotzdem danke. Ich wei�, Sie verstehen das.�</p><p>Kaum hatte sich das Fenster geschlossen, �berpr�fte Geary erneut den Status seiner Flotte, nur um nicht wieder �ber den Verlust der <emphasis>Merlon</emphasis> nachdenken zu m�ssen. Bedauerlicherweise war die <emphasis>Dauntless</emphasis> nicht das einzige Schiff mit einem Bestand an Brennstoffzellen, der sich um die drei�ig Prozent bewegte.</p><p>Da ihm f�r den Augenblick die H�nde gebunden waren, rief er kurz entschlossen die <emphasis>Incredible</emphasis>. Ein Fenster �ffnete sich und zeigte das Gesicht von Commander Parr. �Wie sieht es aus, Commander?�</p><p>�K�nnte schlimmer sein�, erwiderte Parr und l�chelte kurz, w�hrend er sich auf Geary konzentrierte. �So viele Syndiks h�tten Sie uns nicht �brig lassen m�ssen, Sir.�</p><p>�Tut mir leid. Ich habe die aktuellen Daten der <emphasis>Incredible</emphasis> gesehen, aber ich w�rde gern Ihre pers�nliche Einsch�tzung h�ren. K�nnen Sie Ihr Schiff bald wieder einsatzbereit haben?�</p><p>Parr z�gerte. �Wie viel Zeit haben wir denn?�</p><p>�Vielleicht ein paar Tage. Mehr kann ich Ihnen nicht geben, und das auch nur, weil wir die Kriegsgefangenen vom dritten Planeten abholen wollen.�</p><p>Commander Parr schaute sich um, als k�nnte der Blick auf diesen kleinen Bereich seines Schiffs ihm die Antwort liefern. �Ich w�rde es gern versuchen, Sir.�</p><p>�Zwei Tage, Commander.�</p><p>�Ich glaube, das schaffen wir, Sir.� Auf Gearys fragenden Blick hin korrigierte er sich: �Ich wei�, dass wir das schaffen, Sir.�</p><p>�Okay, Commander. Geben Sie Bescheid, wenn ich in irgendeiner Weise behilflich sein kann.�</p><p>�Die <emphasis>Titan</emphasis> n�hert sich uns bereits, Sir. Sie wird der <emphasis>Incredible</emphasis> und der <emphasis>Resolution</emphasis> helfen.�</p><p>Geary l�chelte ihn aufmunternd an. �Sie k�nnten sich keine bessere Hilfe w�nschen. Commander Lommand von der <emphasis>Titan</emphasis> ist ein guter Offizier. Er wird alles tun, was in seiner Macht steht. Ich freue mich schon darauf, die <emphasis>Incredible</emphasis> in zwei Tagen wieder einsatzbereit zu sehen.�</p><p>Nachdem das Gespr�ch beendet war, lie� Geary sich nach hinten sinken und rieb sich die Stirn.</p><p>Desjani sah ihn mitf�hlend an. �Wird die <emphasis>Incredible</emphasis> es schaffen?�</p><p>�Wenn ich das w�sste. Sie verdient trotzdem eine Chance. Wann wird die <emphasis>Intrepid</emphasis> gesprengt?� Wie bereits bef�rchtet, hatte dieser Schlachtkreuzer so massive strukturelle Sch�den erlitten, dass es nicht m�glich war, ihn wieder so weit herzurichten, dass er mit der Flotte das System verlassen konnte. Also w�rde der Antrieb �berhitzt werden, damit das Schiff durch die Explosion in so kleine St�cke gerissen wurde, dass auch die Syndiks damit nichts mehr anfangen konnten.</p><p>Desjani gab die Frage an ihren Maschinen-Wachhabenden weiter, der sofort antwortete: �Morgen, Captain. Irgendwann sp�t an diesem Tag. Man ist davon �berzeugt, bis dahin alles von Bord geschafft zu haben, was sich zu bergen lohnt. Die beiden gr��ten Tr�mmerteile der <emphasis>Courageous</emphasis> werden noch heute Abend gesprengt.�</p><p>�Sollten wir Duellos informieren?�, wollte Desjani wissen.</p><p>Er dachte kurz �ber ihre Frage nach. �Haben Sie schon mal ein Schiff verloren?�</p><p>�Einen Zerst�rer bei Xaqui, einen Schlachtkreuzer bei Vasil, einen weiteren Zerst�rer bei Gotha, einen Schweren Kreuzer bei Fingal ��</p><p>�Waren Sie jedes Mal der befehlshabende Offizier?�</p><p>�Nur auf dem zweiten Zerst�rer und dem Schweren Kreuzer, der dem Kreuzer bei Fingal folgte.�</p><p>Geary sah Desjani lange an. Sie hatte mit ihm ein wenig �ber ihre Gefechtserfahrung gesprochen, aber dabei war nie die Rede davon gewesen, was mit den Schiffen passiert war, auf denen sie gedient hatte. �Tut mir leid. Sie haben dar�ber noch nie viel geredet.�</p><p>�Nein�, gab sie zu. �Habe ich nicht. Wir kennen beide den Grund. Und das beantwortet auch meine Frage wegen Duellos und der <emphasis>Courageous</emphasis>, nicht wahr?�</p><p>�Ja. Die <emphasis>Courageous</emphasis> war sein Schiff. Er soll entscheiden, ob er ihre letzten Augenblicke miterleben will oder nicht.�</p><p>�Dann werde ich Cresida informieren.�</p><p>�Danke. Und falls Sie mal dar�ber reden wollen ��, f�gte er hinzu.</p><p>�Danke f�r das Angebot. Das gilt �brigens auch umgekehrt.�</p><p>�Ich werde es nicht vergessen.� Er ver�nderte den Ma�stab seines Displays, um das gesamte Sternensystem �berblicken zu k�nnen. Immer noch waren Handelsschiffe der Syndiks auf der Flucht, um nach einem Ort zu suchen, an dem sie einigerma�en sicher waren. Es schien keine fest im Orbit um den Stern Heradao kreisenden Einrichtungen zu geben, allerdings rechnete er damit, beim dritten Planeten sehr wohl auf so etwas zu sto�en. Wie Desjani erw�hnt hatte, war die Formation der kleinen Syndik-Flotte aufgel�st worden. Die Schiffe waren in verschiedene Richtungen unterwegs, aber keiner der Vektoren f�hrte auch nur in die ungef�hre N�he der Allianz-Flotte.</p><p>An den Sprungpunkten hielten noch immer Syndik-J�ger Wache, aber die stellten erstens keine Gefahr dar, und zweitens w�rde es ohnehin nicht gelingen, sie zu fassen zu bekommen. Geary lehnte sich zur�ck und zwang sich zur Ruhe. Jetzt lag das schwerste St�ck Arbeit hinter ihnen. Aber � vielleicht war es noch nicht vor�ber, was Heradao anging. Was h�tten die Syndiks hier zur�cklassen k�nnen, um die Heimkehr der Allianz-Flotte zu verhindern? Nein, das Schlimmste w�rde es sein, noch mehr Erinnerungen an explodierende Kriegsschiffe zu blockieren.</p><p>Der einzige noch verbleibende Kontakt mit dem Feind, den die Flotte zu erledigen hatte, war das, was sie tun mussten, um die Kriegsgefangenen aus dem Arbeitslager auf dem dritten Planeten zu befreien. Die Sensoren der Flotte hatten best�tigt, dass das Lager noch existierte und dass dort wohl immer noch einige tausend Angeh�rige der Allianz festgehalten wurden. Ihre Befreiung w�rde Unterhandlungen und sicher auch die eine oder andere Drohung erforderlich machen, aber das hatten sie schon einmal mitgemacht. �Madam Co-Pr�sidentin�, wandte er sich an Rione. �K�nnten Sie mit den Syndiks Kontakt aufnehmen und herausfinden, wie schwierig es sein wird, die Kriegsgefangenen vom dritten Planeten zu holen? Greifen Sie zu allen notwendigen Drohungen, und Sie k�nnen ihnen auch gern versprechen, dass wir ihren Planeten nicht bombardieren, wenn sie sich brav auff�hren.�</p><p>Rione gab dem Komm-Wachhabenden ein Zeichen. �Stellen Sie bitte eine Verbindung zum Syndik-Kommandonetz her. Sobald die Verbindung steht, lasse ich ihnen eine erste Nachricht zukommen.� Dann lehnte sie sich zur�ck und wartete, dass sie mit den Syndik-Beh�rden in diesem System verbunden wurde.</p><p>Und wartete � und wartete.</p><p>Schlie�lich mischte sich Desjani ein. Auch wenn sie Rione nicht leiden konnte, w�rde es ein schlechtes Licht auf ihr Schiff werfen, wenn ein Mitglied der Allianz-Regierung nicht die angemessene Unterst�tzung erhielt. �Wieso dauert das so lange? Warum haben Sie noch keine Verbindung hergestellt, damit die Co-Pr�sidentin ihre Mitteilung �bertragen kann?�</p><p>�Captain, das Syndik-Netz, das wir seit der Ankunft in diesem System �berwacht haben, scheint nicht mehr richtig zu funktionieren.� Der Komm-Wachhabende machte eine verdutzte Miene. �Es existiert noch, aber wir beobachten hier sehr seltsame Aktivit�ten.�</p><p>�Seltsame Aktivit�ten?�, forschte Desjani nach.</p><p>�Ja, Captain. Das Ganze ist irgendwie im Fluss, darum l�sst es sich so schwer bestimmen. Das ist fast so, als ob �� Der Komm-Wachhabende kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. �Wir haben soeben eine Nachricht erhalten, die an uns gerichtet ist. Jemand, der sich als der Regierungsrat von Heradao bezeichnet, hat uns vom dritten Planeten eine Nachricht geschickt. Man besteht darauf, mit Captain Geary zu reden.�</p><p>Geary hielt eine Hand vor seine Augen, weil er sich im Moment nicht mit einem Syndik-CEO auf irgendein Wortgefecht einlassen wollte. �Sagen Sie ihnen, dass Captain Geary im Augenblick nicht der Sinn nach reden steht.� Der dritte Planet war derzeit noch etwas mehr als zweieinhalb Lichtstunden entfernt, und Unterhaltungen, bei denen man nach f�nf Stunden eine Antwort auf seine Frage erhielt, hatten noch nie zu seinen Lieblingsbesch�ftigungen gez�hlt.</p><p>�Aber � Sir, sie sagen, sie haben eine neue Regierung ins Leben gerufen, und sie wollen mit Ihnen �ber den Status dieses Sternensystems verhandeln.�</p><p>Er nahm die Hand runter, drehte sich um und sah verwundert den Wachhabenden an. Bevor er jedoch etwas sagen konnte, kam ihm Rione zuvor: �Diese Leute haben sich nicht als die Syndik-Befehlshaber in diesem System vorgestellt?�</p><p>�Nein, Madam Co-Pr�sidentin, sondern als der Regierungsrat von Heradao. So wurde auch die �bertragung identifiziert.�</p><p>�Und es gibt immer noch �bertragungen, die von den Syndik-Beh�rden im System kommen?�</p><p>��hm � ja, Ma�am.� Der Wachhabende sch�ttelte verst�ndnislos den Kopf. �Das System hat soeben eine weitere neue Nachricht identifiziert, diesmal von � Sie stammt vom Freien Planeten von Heradao Vier, wer immer das nun sein mag. Captain Desjani, das Kommando- und Kontrollnetz der Syndiks scheint in St�cke gerissen zu werden. So etwas habe ich noch nie gesehen. Das ist ja ��</p><p>Rione hatte sich zu dem Wachhabenden gestellt und sah sich die Anzeigen und Muster auf dem Komm-Display an. �Das ist so, als w�rde jeder versuchen, einen Teil f�r sich zu beanspruchen und aus dem Kommandonetz herauszubrechen.� Sie sah Geary an. �So etwas habe ich schon einmal gesehen. Dieses Sternensystem versinkt in einem B�rgerkrieg.�</p><p>�Wo wollen Sie denn so etwas schon einmal gesehen haben?�, fragte Desjani so entsetzt, dass sie entgegen ihrer Gewohnheit Rione direkt ansprach.</p><p>�Bei Geradin. Im Allianz-Gebiet�, erg�nzte Rione ruhig. �Ich war nicht dabei, aber die Aufzeichnungen wurden dem Senat der Allianz �berlassen, und ich habe mich mit ihnen besch�ftigt.�</p><p>�Geradin?�, warf Geary ein. �Wo ist das?�</p><p>�Geradin ist ein abgelegenes System. Geringe Bev�lkerung, ziemlich isolierte Lage. Und das noch mehr, seit das Hypernet eingerichtet wurde, was sie aber nicht davon abhielt, ihre Besten zum Allianz-Milit�r zu schicken.� Rione verzog angewidert den Mund. �Das veranlasste diejenigen, die nicht zu den Besten geh�rten, schlie�lich dazu, �rger zu machen. Ein versuchter heimlicher Staatsstreich verwandelte sich in einen offenen Machtkampf und in der Folge zum Zusammenbruch der Autorit�t.� Sie wandte sich an Desjani: �Ich wei�, dass Sie noch nie davon geh�rt haben. Aus Sicherheitsgr�nden. Es w�re nicht gut, wenn die Menschen in der Allianz davon erfahren w�rden, was sich sogar in einem so kleinen System wie Geradin ereignen kann.�</p><p>�Der Zusammenbruch der Autorit�t�, murmelte Geary und musterte sein eigenes Display. �Gibt es Hinweise darauf, dass es zu K�mpfen unter den Syndiks gekommen ist?� Als niemand antwortete, bet�tigte er eine Taste. �Lieutenant Iger. Wir haben hier Hinweise darauf, dass die Beh�rden in diesem System zusammenbrechen oder dass ihre Autorit�t infrage gestellt wird. Ich ben�tige schnellstens eine Einsch�tzung und Berichte dar�ber, was auf jedem dieser Planeten los ist.�</p><p>�Jawohl, Sir. Wir arbeiten daran.�</p><p>Geary nahm sich die Informationen vor, die ihm sein Display anzeigte. Erfreut stellte er fest, dass weitere Rettungskapseln mit Allianz-Personal geborgen worden waren. Rings um die Allianz-Rettungskapseln wimmelte es von Kapseln der Syndiks, die auf der Suche nach einer Zuflucht waren. Er fragte sich, auf welche Seite sich die �berlebenden der Syndik-Flotte wohl schlagen w�rden. W�rden sie sich hinter die Regierung stellen, deren Macht ins Wanken geraten war? Oder w�rden sie sich einer der beiden Rebellengruppen anschlie�en? Oder w�rden sie sogar versuchen, die Rebellion zu unterdr�cken, bis Verst�rkung eintraf, die den Aufstand mit einem gezielten Bombardement niederschlagen w�rde?</p><p>�Sehr viele Kriegsschiffe besitzen die Syndiks nicht mehr�, sagte Geary zu sich selbst.</p><p>Desjani stutzte, dann nickte sie, als sie verstand, was er meinte. �Nicht mehr viele, die die Peitsche schwingen k�nnen. Wir haben eine Spur aus zerst�rten Syndik-Schiffen hinterlassen, die zur�ckreicht bis in ihr Heimatsystem.�</p><p>�Richtig. Und offenbar sind wir nicht die Einzigen, denen das bewusst geworden ist.� Erneut bet�tigte er seine Kontrollen. �Lieutenant Iger, haben Sie schon was f�r mich?�</p><p>Ein Fenster �ffnete sich, in dem Igers v�llig perplexe Miene auftauchte. �Sir, die Situation ist chaotisch.�</p><p>Geary wartete einen Moment, dann meinte er todernst: �Vielen Dank, Lieutenant. Darauf w�re ich ohne die Unterst�tzung meines Geheimdienstes nie gekommen.�</p><p>Iger lief vor Verlegenheit rot an. �Tut mir leid, Sir. Wir k�nnen Ihnen im Moment kein klareres Bild liefern, weil es das nicht gibt. Alles scheint zusammengebrochen zu sein. So wie ein Stoff, bei dem sich alle Maschen gleichzeitig l�sen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Bev�lkerung auf dem vierten Planeten in den letzten Jahrzehnten angewachsen ist, weil Dissidenten dorthin umgesiedelt sind, die mit der Regierung unzufrieden waren. Wir haben keine Ahnung, wer momentan an der Macht ist oder wer wie viel zu sagen hat. Vermutlich wei� das niemand, nicht einmal die verschiedenen Gruppierungen, die um die Kontrolle �ber Teile des Sternensystems streiten.�</p><p>�Es finden K�mpfe statt?�</p><p>�Ja, Sir. Wir haben Explosionen identifizieren k�nnen, Fahrzeugbewegungen, Signalverkehr und andere Hinweise darauf, dass auf dem dritten und vierten Planeten gek�mpft wird. Wir wissen nicht, ob die K�mpfe heftiger werden. Da sich alles andere in unterirdischen St�dten und auf Orbitalstationen abspielt, k�nnen wir nicht sagen, ob es dort auch zu Unruhen gekommen ist.� Iger hielt inne, schaute zur Seite, nickte knapp und wandte sich wieder an Geary. �Soeben haben wir eine massive Druckwelle auf einer der Syndik-Orbitalanlagen des dritten Planeten feststellen k�nnen, was daf�r spricht, dass es dort auch zu Auseinandersetzungen kommt.�</p><p>Desjani hatte zugeh�rt und zuckte nun mit den Schultern. �Nicht unser Problem, Sir. Wir sind keine Besatzungsstreitmacht, die mit mehreren hunderttausend Mann starken Bodentruppen hergekommen ist.�</p><p>�Das wohl nicht�, pflichtete Geary ihr bei, bis er bemerkte, dass Iger nerv�s den Kopf sch�ttelte. �Ja, Lieutenant?�</p><p>�Das Arbeitslager, Sir. Das mit den Kriegsgefangenen auf dem dritten Planeten.�</p><p>Das hatte er einen Moment lang tats�chlich v�llig vergessen, weil der Zusammenbruch der Syndik-Autorit�t seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen hatte. �Das ist allerdings unser Problem.�</p><p>Iger las offensichtlich aktuelle Daten mit, da er berichten konnte: �Es gibt Hinweise auf K�mpfe vor dem Arbeitslager, aber im Lager selbst finden sich keine Anzeichen f�r irgendwelche Unruhen. Am ehesten ist wohl davon auszugehen, dass die Wachen sich irgendwo verbarrikadiert haben, um sich selbst zu sch�tzen.�</p><p>�Wird das Lager von irgendwem angegriffen, Lieutenant?�</p><p>�Es finden sich keine entsprechenden Hinweise daf�r, Sir. Allerdings ist es auch noch recht fr�h.�</p><p>�Was ist mit der M�glichkeit eines nuklearen Bombardements aus dem Orbit?�, wollte Rione wissen. �Wir wissen, dass die Orbitalstationen in anderen Systemen mit Atombomben ausgestattet waren, um die Bev�lkerung in Schach zu halten.�</p><p>�Wir k�nnen nicht sagen, ob sie hier �ber diese M�glichkeit verf�gen, Madam Co-Pr�sidentin�, antwortete Iger. �Eingesetzt hat man sie bislang jedenfalls nicht.�</p><p>�Dann haben sie vielleicht keine.�</p><p>�M�glich, Ma�am. Oder es fehlt ihnen an einem geeigneten Ziel. Oder sie haben vor�bergehend die Kontrolle �ber die Bomben verloren, weil das Kommando- und Kontrollnetz im Zerfall begriffen ist. Oder sie warten ab, dass sich die verschiedenen Rebellengruppen gegenseitig zerfleischen, ehe die Syndiks den gro�en Hammer hervorholen und zuschlagen.�</p><p>Nachdenklich trommelte Geary mit den Fingern auf die Armlehne seines Sessels. �Ich nehme an, diese Unruhen werden noch eine Weile anhalten. Aber wir haben keine Zeit zu vergeuden. Lieutenant Iger, ich muss in erster Linie wissen, welche Seite das Gebiet rund um das Arbeitslager kontrolliert, und ich ben�tige von Ihnen eine m�glichst pr�zise Einsch�tzung, welche Bedrohungen uns auf dem Planeten erwarten k�nnten. Ferner muss ich wissen, welche orbitalen und landgest�tzten Verteidigungsanlagen existieren, die erst noch ausgeschaltet werden m�ssen, bevor wir da reingehen k�nnen.�</p><p>�Jawohl, Sir.� Iger salutierte hastig, dann verschwand sein Bild.</p><p>Geary tippte auf eine andere Taste, und Colonel Carabali tauchte in dem Fenster auf. �Colonel, ist Ihnen bereits zu Ohren gekommen, was sich derzeit in diesem System und vor allem auf dem dritten Planeten abspielt?�</p><p>Carabali nickte. �Nach allem, was ich geh�rt habe, muss da unten der Teufel los sein, Sir.�</p><p>�Richtig. Trotzdem m�ssen wir die Allianz-Angeh�rigen aus diesem Arbeitslager befreien. Wir versuchen, derzeit jemanden zu finden, mit dem wir �ber die Freilassung unserer Leute verhandeln k�nnen, aber es spricht vieles daf�r, dass auf Ihre Marines eine schwierige Aufgabe wartet.�</p><p>�Daf�r hat diese Flotte schlie�lich ihre Marines, Sir. Wir k�mmern uns um die schwierigen Aufgaben.� Carabali salutierte. �Ich arbeite einen Plan aus und gehe erst einmal davon aus, dass sich au�erhalb des Lagers Unruhen abspielen und dass die Wachen im Lager Widerstand leisten.�</p><p>�Danke. Die Flotte wird Ihnen den Weg freimachen, selbst wenn wir das ganze Gebiet rund um das Lager mit Bombenkratern �berziehen m�ssen.�</p><p>Desjani seufzte. �Bodenk�mpfe, igitt. Mir sind Raumschlachten wirklich lieber.�</p><p>�Mir auch, aber hier bleibt uns nichts anderes �brig.� Wieder betrachtete er sein Display. �Kommen Sie, wir teilen die Flotte auf. Wir lassen genug Schiffe hier zur�ck, die die Schiffe besch�tzen k�nnen, die derzeit repariert werden, der Rest macht sich auf den Weg zum dritten Planeten. Madam Co-Pr�sidentin, sobald der Geheimdienst jemanden gefunden hat, mit dem Sie �ber das Arbeitslager und die Kriegsgefangenen reden k�nnen, w�re ich Ihnen dankbar, wenn Sie die Unterhandlungen beginnen k�nnten.�</p><p>�Ich werde mein Bestes tun�, erwiderte Rione. �Angenommen, wir finden tats�chlich jemanden, der da unten etwas zu sagen hat, und er will nichts von einer Freilassung der Gefangenen wissen � was dann?�</p><p>�Dann werden Colonel Carabalis Marines bei dem Lager anklopfen, und dann m�chte ich nicht derjenige sein, der versucht, ihnen den Zutritt zu verwehren.�</p><p>Gut vierundzwanzig Stunden sp�ter war Geary mit den j�ngsten Statusberichten der Flotte befasst, als Rione ihn in seinem Quartier aufsuchte. �Es ist uns gelungen, direkten Kontakt mit dem Arbeitslager aufzunehmen. Die Wachen f�rchten sich vor uns, und genauso f�rchten sie sich vor den Rebellen vor ihrem Lager�, berichtete sie ihm. �Sie sehen in den Gefangenen das einzige As, das sie in der Hand haben, und sie wollen daraus m�glichst viel Kapital schlagen. Au�erdem f�rchten sie sich vor den Syndik-Beh�rden.�</p><p>�Obwohl alles um sie herum zerf�llt und die Syndik-Flotte so gut wie ausgel�scht worden ist?�</p><p>�Da Leute auf dieser Ebene nichts davon wissen, welche Verluste die Syndik-Flotte hat hinnehmen m�ssen, ist das f�r sie ohne Bedeutung. Captain Geary, f�r sie ist die Gleichung eine ziemlich einfache: Wenn sie sich gegen uns wehren, dann m�ssen sie wom�glich sterben. Wenn sie sich nicht wehren und die Syndiks erlangen die Kontrolle �ber das System zur�ck, dann m�ssen nicht nur sie mit dem Tod rechnen, sondern auch ihre Familien.�</p><p>�Also werden sie k�mpfen.�</p><p>�Das war ihre Aussage.�</p><p>Er schaute auf das Display, das �ber dem Tisch schwebte. �Glauben Sie, wir k�nnen sie irgendwie umstimmen? Mit Drohungen? Mit Versprechungen?�</p><p>�Ich habe beides versucht�, sagte sie kopfsch�ttelnd und wirkte m�de. �Normalerweise verbringe ich viel Zeit damit herauszufinden, was sich hinter dem verbirgt, das ein Syndik sagt. Meint er es ehrlich, oder will er mir eine Falle stellen? Das einzig Gute an unserer Situation ist, dass ich fest davon �berzeugt bin, dass die Wachen die Wahrheit sagen.�</p><p>�Aber wie heftig werden sie sich tats�chlich zur Wehr setzen?�, fragte sich Geary. �Wird das ein Alibi-Widerstand oder eine Verbrannte-Erde-Schlacht werden? Oder irgendetwas dazwischen?�</p><p>Rione legte nachdenklich die Stirn in Falten. �Mein Instinkt sagt mir, dass es auf jeden Fall deutlich mehr als ein Alibi-Widerstand werden wird. Die Wachen sind in gro�er Sorge, wie die Syndik-Beh�rden ihr Verhalten beurteilen werden. Aber auch wenn sie sich jetzt ins Zeug werfen, glaube ich trotzdem nicht, dass sie bereit sind zu sterben.�</p><p>�Also irgendwas dazwischen. Danke. Colonel Carabali wird mich in etwa einer Stunde �ber den Angriffsplan f�r die Marines informieren. Ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie ihr Ihre Beurteilung der Situation mitteilen k�nnten, damit sie Ihre Einsch�tzung in die Planung einbeziehen kann.�</p><p>�Tut mir leid, dass meine Einsch�tzung nicht besser ausgefallen ist.� Sie deutete auf das Display. �Irgendwelche erfreulichen Neuigkeiten?�</p><p>�Ja, zum Teil. Commander Lommand von der <emphasis>Titan</emphasis> hat mich wissen lassen, dass er zuversichtlich ist, die <emphasis>Incredible</emphasis> weitestgehend instand setzen zu k�nnen, damit sie der Flotte folgen kann. Allerdings haben die Ingenieure bei der Begutachtung der <emphasis>Intagliata</emphasis> so schwere strukturelle M�ngel festgestellt, dass wir diesen Leichten Kreuzer ebenfalls werden sprengen m�ssen.�</p><p>�Und die Versorgung mit Brennstoffzellen ist nach wie vor kritisch, nehme ich an?�</p><p>�Ja. Wenn wir alle Brennstoffzellen von den Hilfsschiffen und von allen Wracks geborgen und verteilt haben, bewegt sich die Flotte im Durchschnitt bei einer Reserve von knapp siebenunddrei�ig Prozent. Wir werden davon noch etwas verbrauchen, wenn wir in einen Orbit um den dritten Planeten eintauchen und wenn wir danach mit den befreiten Gefangenen den Orbit verlassen. Das hei�t, wenn wir Heradao verlassen, werden wir uns irgendwo kurz vor drei�ig Prozent bewegen.�</p><p>�K�nnen wir mit einer solchen Reserve nach Hause kommen?�, fragte Rione leise.</p><p>Geary zuckte mit den Schultern. �Was die vor uns liegende Strecke angeht, ist das kein Problem. Bis nach Varandal sollten wir auch keine weiteren Gefechte mehr austragen m�ssen.�</p><p>�Und falls doch?�</p><p>�Dann wird es kritisch werden.�</p><p>Sie sah auf das Display. �Es ist meine Pflicht, Sie einmal mehr auf Ihre Optionen f�r diesen Fall hinzuweisen.�</p><p>�Ich wei�.� Er war bem�ht, sich nicht �ber ihre Bemerkung zu �rgern. �Wir k�nnen einige Schiffe aufgeben, die Besatzungen umverteilen und die Brennstoffzellen f�r die verbliebenen Schiffe verwenden. Aber das werde ich nicht machen. Wir sind auf jedes Schiff angewiesen. Die Allianz ist auf jedes Schiff und jeden Matrosen angewiesen.�</p><p>�Die Allianz ist auf <emphasis>dieses</emphasis> Schiff angewiesen, Captain Geary. Die Allianz ben�tigt den Hypernet-Schl�ssel, der sich an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> befindet.�</p><p>�Das werde ich niemals vergessen, Madam Co-Pr�sidentin. Wissen Sie, wir k�nnten unseren Bestand an Brennstoffzellen auch deutlich schonen, indem wir uns nicht um die Kriegsgefangenen auf dem dritten Planeten k�mmern.�</p><p>Sie warf ihm einen stechenden Blick zu. �Ich sch�tze, das habe ich jetzt wohl verdient. Sie wissen, nicht mal ich w�rde vorschlagen, diese Leute sich selbst zu �berlassen. Also gut, Captain Geary, tun Sie, was Sie f�r das Beste halten, und lassen Sie uns beten, dass die lebenden Sterne uns auch weiterhin bewachen. Ich werde mit Colonel Carabali Kontakt aufnehmen und ihr meinen Eindruck von der Haltung der Syndik-Wachen mitteilen. Und ich werde ihr sagen, dass ich jederzeit zur Verf�gung stehe, wenn sie m�chte, dass ich mit ihnen nochmals in Verbindung trete.�</p><p>�Vielen Dank, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>Eine Stunde sp�ter stand die virtuelle Pr�senz von Colonel Carabali in seinem Quartier und zeigte auf zwei Aufnahmen, die das Arbeitslager auf dem dritten Planeten zeigten. Beide Fotos waren mit Symbolen versehen, die die verschiedenen Pl�ne zur Befreiung der Gefangenen kennzeichneten. Von oben betrachtet war die Syndik-Einrichtung ein nahezu vollkommenes Achteck, wobei sich an jeder Ecke ein ausladender Wachturm befand. Zudem wurde jede der acht massiven Mauern aus verst�rktem Beton von kleineren Wachposten ges�umt. Dreifache Reihen Stacheldraht folgten innen und au�en. In den freien Bereichen zwischen zwei Reihen deutete alles auf Tretminen hin. Au�erdem wurde zweifellos jede Ecke mit Kameras �berwacht. Im Inneren des Achtecks fanden sich zahlreiche Geb�ude, die als Kasernen f�r die Gefangenen, als Unterk�nfte f�r das Wachpersonal, als Krankenstation, Verwaltung und anderes gekennzeichnet waren. Die Lagermitte wurde von einem weitl�ufigen freien Platz beherrscht, auf dem Syndik-Shuttles landen und die Gefangenen sich aufstellen konnten.</p><p>Unwillk�rlich stellte sich Geary vor, ohne jede Hoffnung auf Rettung an einem solchen Ort gefangen zu sein.</p><p>�Uns stehen zwei grunds�tzliche M�glichkeiten zur Verf�gung�, begann Carabali in ihrem �blichen, absolut ernsten Besprechungstonfall. �Beide basieren auf der Tatsache, dass ich in dieser Flotte nur noch �ber etwas mehr als zw�lfhundert einsatzf�hige Marines verf�ge. Das ist viel zu wenig, um eine Einrichtung von dieser Gr��e zu besetzen und vor Angreifern von au�en zu verteidigen, und zwar sogar dann, wenn wir von den Wachen im Lager keinen Widerstand zu erwarten h�tten. Wie ich allerdings von Co-Pr�sidentin Rione erfahren habe, werden die Wachen k�mpfen wollen.�</p><p>Sie zeigte auf einen Teil des ersten Bildes. �Eine Option besteht darin, dass wir die Marines konzentrieren und uns Sektor f�r Sektor durch das Lager k�mpfen, jeden Sektor besetzen, die Gefangenen rausbringen und dann zum n�chsten Sektor vorr�cken. Das hat den Vorteil, dass alle Marines dicht genug beisammenbleiben, um sich gegenseitig Feuerschutz zu geben und um gegen Angriffe besser gesch�tzt zu sein. Der Nachteil ist, dass wir mehr Zeit am Boden verbringen m�ssen. Wenn der Feind dann erst einmal erkannt hat, nach welchem Prinzip wir vorgehen, kann er versuchen, die Gefangenen aus den Sektoren wegzubringen, bis zu denen wir noch nicht vorgedrungen sind. Oder sie mischen sich unter die Gefangenen und benutzen sie als Geiseln. Diese Option kann ich daher nicht empfehlen.�</p><p>Dann wandte sich Carabali der anderen Darstellung zu. �Eine weitere M�glichkeit besteht darin, den Gro�teil der Marines entlang der Au�enmauern zu positionieren und gleichzeitig eine Streitmacht in der Lagermitte abzusetzen, um den Landeplatz zu halten. Wir haben nicht genug Marines, um fl�chendeckend alles zu sichern, aber wir k�nnen sie an allen strategisch wichtigen Punkten positionieren. Dann r�cken die Marines auf das Gel�nde vor, eliminieren jeden Widerstand, der sich ihnen in den Weg stellt, oder umgehen zu gut verteidigte Abschnitte. Dabei nehmen sie alle Gefangenen mit, auf die sie unterwegs sto�en. In der Lagermitte kommen sie dann von allen Seiten zusammen, von wo wir sie dann so schnell wie m�glich mit den Shuttles herausholen. Der Vorteil liegt darin, dass der Feind keine Zeit hat, seine Leute zusammenzuziehen oder einige der Gefangenen aus dem Lager zu schaffen. Au�erdem k�nnen sich unsere Leute umso besser gegenseitig unterst�tzen, je weiter sie vorr�cken, weil dann die L�cken geschlossen werden. Der Nachteil ist der, dass unsere Leute gerade zu Beginn der Offensive sehr weit verstreut sein werden und sich nicht gegenseitig Feuerschutz geben k�nnen. Das Gleiche gilt f�r unsere Shuttles, weil sie unsere Leute weit voneinander entfernt absetzen werden.�</p><p>Geary betrachtete die Darstellungen und sah dann den Colonel an. Vor hundert Jahren war er in Eins�tzen der Marines ein wenig geschult worden, aber seine tats�chliche Erfahrung mit Bodeneins�tzen beschr�nkte sich auf das, was er als Befehlshaber dieser Flotte miterlebt hatte. Dazu hatten aber aber keine Operationen von solchen Ausma�en geh�rt. Und doch war er in seiner Position gezwungen, die Marines zu befehligen und �ber deren Pl�ne zu entscheiden. Zum Gl�ck kannte er Carabali inzwischen gut genug, um ihr und ihren F�higkeiten zu vertrauen. �Auch wenn die Risiken gr��er sind, darf ich annehmen, dass Sie den zweiten Plan empfehlen werden, richtig?�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Wie sch�tzen Sie die Erfolgsaussichten der ersten Option ein?�</p><p>Carabali betrachtete die Darstellung dieses Plans, dachte kurz nach, dann sagte sie: �Wenn Sie Erfolg so definieren, dass alle Kriegsgefangenen befreit werden, dann w�rde ich sagen, dass die erste Option bei maximal f�nfzig Prozent liegt, wahrscheinlich aber deutlich darunter, abh�ngig davon, wie die Syndiks reagieren. Bei dieser Option sind wir unter Umst�nden sehr verwundbar, je nachdem wozu die Syndiks sich entschlie�en.�</p><p>�Und die zweite Option?�</p><p>�Neunzig Prozent Erfolgsaussichten.�</p><p>�Aber bei der zweiten Option ist das Risiko f�r Ihre Marines und f�r die Shuttles h�her�, wandte er ein.</p><p>�Richtig, Sir.� Carabali drehte sich zu ihm um und schaute ihn mit ausdrucksloser Miene an. �Die Mission lautet, die Kriegsgefangenen zu retten, Sir.�</p><p>Das brachte es auf den Punkt, wie Geary feststellen musste. Wenn er f�r die Rettung der Kriegsgefangenen das kleinste Risiko eingehen wollte, musste er gleichzeitig die Marines einem gr��eren Risiko aussetzen. Carabali wusste das, und wahrscheinlich wusste es auch jeder ihrer Marines. Und jeder akzeptierte es, weil es das war, was es bedeutete, ein Marine zu sein. �Also gut, Colonel. Ich bin mit Ihrer Empfehlung einverstanden, wir werden nach der zweiten Option vorgehen. Die Flotte wird Sie mit aller Feuerkraft unterst�tzen, die sie aufbieten kann.�</p><p>Carabali l�chelte Geary fl�chtig an. �In diesem Lager befinden sich viele Geb�ude, und in einer solchen Umgebung sind die feindlichen Streitkr�fte von den eigenen nie weit entfernt.�</p><p>�Wie gro� soll die Sicherheitszone sein?�</p><p>�Hundert Meter, Sir, aber nageln Sie mich nicht darauf fest. Es k�nnte sein, dass wir unterst�tzendes Feuer in einer viel geringeren Entfernung ben�tigen.�</p><p>�Gut, Colonel.� Geary stand auf. �Sie k�nnen mit Ihrer Planung und der Ausf�hrung dieser Mission fortfahren. Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie irgendetwas brauchen.�</p><p>�Jawohl, Sir.� Sie salutierte, dann l�ste sich ihr Bild auf.</p><p>Die Darstellungen der beiden Strategien waren noch einen Moment l�nger zu sehen. Geary betrachtete sie und wusste, seine Entscheidung w�rde f�r manche der Marines den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Aber so wie Carabali war auch ihm klar, dass er eigentlich keine andere Wahl hatte.</p><p>�Die K�mpfe scheinen sich auf dem dritten und vierten Planeten deutlich ausgeweitet zu haben�, meldete Lieutenant Iger, als die Allianz-Flotte �ber der dritten Welt in einen Orbit einschwenkte. Eine Orbitalfestung, die probiert hatte, die herannahenden Schiffe unter Beschuss zu nehmen, war von mehreren kinetischen Projektilen in Fetzen gerissen worden, und seitdem hatte nichts und niemand mehr versucht, sich der Allianz-Flotte in den Weg zu stellen.</p><p>Alle im Sternensystem noch verbliebenen Schweren Kreuzer der Syndiks hatten Heradao durch einen der Sprungpunkte verlassen, die restlichen Leichten Kreuzer und J�ger hielten sich unver�ndert in deren N�he auf. Keines der Schiffe hatte versucht, sich der Region zu n�hern, wo Geary die am schwersten besch�digten Schiffe zusammen mit den Hilfsschiffen und einer schlagkr�ftigen Eskorte zur�ckgelassen hatte. �Noch immer keine Gruppierung feststellbar, die da unten die Oberhand bekommt?�</p><p>�Nein, Sir�, erwiderte Iger. �Es werden zwar von allen m�glichen Seiten Erkl�rungen verbreitet, aber wir k�nnen keine Belege daf�r entdecken, dass diese Behauptungen den Tatsachen entsprechen.�</p><p>�Das Wachpersonal im Lager reagiert nicht l�nger auf unsere �bermittlungen�, f�gte Rione hinzu. �Entweder k�nnen sie nicht mit uns verhandeln, oder sie wollen es nicht.�</p><p>Geary betrachtete das Display, das das Lager darstellte und mit Symbolen aller Art �bers�t war. An ein paar Punkten hatte man gr��ere Ansammlungen von Syndik-Wachen ausmachen k�nnen, aber insgesamt schien es so, als h�tten sich die meisten von ihnen in Luft aufgel�st. �Haben wir irgendwelche Wachen dabei beobachten k�nnen, wie sie das Lager verlassen haben?�, wollte er von Iger wissen.</p><p>�Nein, Sir, sie befinden sich alle noch irgendwo im Lager.�</p><p>�Und die Kriegsgefangenen?�</p><p>�Die scheinen in ihren Kasernen zu sein. Vermutlich sind sie dort eingeschlossen.�</p><p>Argw�hnisch musterte Rione das Display. �Wenn sie k�mpfen wollen, warum nehmen sie dann nicht unsere Leute als Geiseln?�</p><p>�Gute Frage.� So unangenehm es ihm auch war, Untergebene zu behelligen, die sich auf einen Kampfeinsatz vorbereiteten, fand Geary doch, dass Carabali dazu wohl gern ein paar Worte sagen w�rde.</p><p>Carabali nickte nur, als w�rde dieser Bericht sie gar nicht �berraschen. �Die Wachen machen sich zum Kampf bereit. Wenn Sie die gesch�tzte Anzahl an Gefangenen der gesch�tzten Anzahl an Wachleuten gegen�berstellen, Sir, dann werden Sie sehen, dass es ein Vielfaches an Gefangenen gibt. So wie wir nicht genug Leute haben, um das ganze Lager zu besetzen, fehlt ihnen Personal, sodass sie nicht gleichzeitig ihre Gefangenen bewachen und gegen uns k�mpfen k�nnen. Also schlie�en sie die Gefangenen ein. Auf diese Weise k�nnen sie sie immer noch als Geiseln benutzen, und sie haben die Gewissheit, dass sich die Gefangenen nicht gegen sie wenden, wenn klar wird, dass wir in das Lager einmarschieren. Unser Plan sollte allerdings verhindern, dass sie die Gefangenen f�r ihre Zwecke missbrauchen.�</p><p>�Ich verstehe nicht, Colonel. Das klingt so, als w�ssten die Syndik-Wachen, dass sie nicht gewinnen k�nnen. Wenn ihnen klar ist, dass sie nicht gleichzeitig ihre Gefangenen bewachen und sich mit uns Gefechte liefern k�nnen, warum kapitulieren sie dann nicht einfach?�, fragte Geary.</p><p>�Vermutlich haben sie den Befehl, jeden Befreiungsversuch zu unterbinden, Sir.�</p><p>Ganz so, wie Rione es vermutet hatte. Sie mussten den Kampf gegen die Marines w�hlen und das Risiko eingehen, dabei get�tet zu werden, wenn sie verhindern wollten, von den Syndik-Beh�rden ganz sicher get�tet zu werden, weil sie ihren Pflichten nicht nachgekommen waren. �Sieht so aus, als m�ssten wir das auf die harte Tour durchziehen, Colonel.�</p><p>�Richtig, Sir. Ich bitte darum, dass die Flotte das vorbereitende Bombardement dem Plan entsprechend ausf�hrt.�</p><p>�Wird erledigt. Viel Gl�ck, Colonel.�</p><p>�Die Marines wollen gar kein so weit gef�chertes Bombardement�, stellte Desjani erstaunt fest, nachdem Carabalis Bild verschwunden war.</p><p>�Bislang konnten noch nicht allzu viele Ziele identifiziert werden.� Geary zeigte auf die Echtzeitbilder aus dem Lager weit unter der <emphasis>Dauntless</emphasis>, die gemeinsam mit dem Rest der Flotte um den dritten Planeten kreiste. �Wir k�nnen nicht einfach das gesamte Lager bombardieren, weil wir nicht wissen, in welchen Geb�uden Gefangene untergebracht sind. Das erste Bombardement richtet sich auf fest installierte Verteidigungsanlagen, und es dient dem Zweck, den Feind massiv in Verwirrung zu st�rzen, damit er nicht schnell genug auf unseren Angriff reagieren kann.� Er warf einen Blick auf den Zeitplan, der neben dem Display angezeigt wurde. Es wurde Zeit, die Marines in ihren Shuttles loszuschicken. Und die Evakuierungsshuttles zu starten. Und die Bombardierung zu beginnen.</p><p>Die aerodynamischen Metallbl�cke, die offiziell als kinetische Projektile bezeichnet wurden, reichten zur�ck bis zu den fr�hesten Waffen der Menschheit. Von ihrer Stromlinienform abgesehen, hatten sie die gleiche Funktionsweise wie gro�e Steine, weshalb sie im Flottenjargon oft auch nur als Steine bezeichnet wurden. Anders jedoch als echte Steine, die man mit Muskelkraft auf ein Ziel schleudert, wurden diese kinetischen Geschosse aus einem hohen Orbit abgeworfen und sammelten mit jedem Meter, die sie durch die Atmosph�re st�rzten, mehr Energie an. Wenn sie dann an ihrem Zielpunkt einschlugen, war die Wirkung die gleiche wie bei einer gro�en Sprengladung in einer Bombe. Hatte man diese Steine, die eine simple, billige und doch todbringende Waffe darstellten, erst einmal auf den Weg geschickt, war es so gut wie unm�glich sie aufzuhalten.</p><p>�Die Marines-Shuttles starten�, meldete der Ablauf-Wachhabende.</p><p>Auf seinem Display lie� Geary sich die Starts anzeigen, wobei die Umrisse der Shuttles bei der Darstellung hervorgehoben wurden, damit sie besser zu erkennen waren. �So viele habe ich noch nie auf einmal starten sehen�, bemerkte er an Desjani gerichtet.</p><p>�Sir, Sie h�tten bei Urda mit dabei sein m�ssen. Tausende von Shuttles im Landeanflug. Ein �berw�ltigendes Bild.� Einen Moment lang legte sich ein verkl�rter Glanz �ber ihre Augen. �Und dann er�ffneten die Syndiks das Feuer.�</p><p>�Schwere Verluste?�</p><p>�Verheerend.� Sie rang sich zu einem L�cheln durch. �Hier wird es nicht so kommen.�</p><p>Er erwiderte das L�cheln, w�hrend er sich w�nschte, Desjani h�tte Urda nicht erw�hnt.</p><p>�Die erste Welle der Evakuierungsshuttles wird gestartet.�</p><p>�Auf der Planetenoberfl�che registrieren wir Feindbewegungen. Gepanzerte Objekte bewegen sich auf das Gefangenenlager zu.�</p><p>Auf Gearys Display wurde die Reihe aus Panzerfahrzeugen hervorgehoben, die sich dem Lager n�herten. Nach gr�ndlicher Abw�gung markierte er die Kolonne als Ziel, bat das Gefechtssystem um eine Ziell�sung, die im n�chsten Moment auf seinem Display angezeigt und wiederum einen Moment sp�ter von Geary genehmigt wurde. Aus drei Allianz-Schiffen wurden Steine ausgeworfen, die durch die Atmosph�re der Planetenoberfl�che entgegenschossen. Das Ganze hatte nicht einmal zehn Sekunden in Anspruch genommen.</p><p>�Einleitendes Bombardement beginnt.�</p><p>Eine ganze Welle aus Steinen wurde abgefeuert, jedes dieser Projektile zielte dabei auf einen bestimmten Punkt im Arbeitslager. Da die Shuttles viel langsamer in die Atmosph�re eintauchten, w�rden die kinetischen Geschosse gleichzeitig auch noch den Luftraum f�r die Marines freimachen.</p><p>�Bumm�, murmelte Desjani, als die gepanzerte Kolonne unter einer Wolke aus Tr�mmerst�cken und Staub verschwand, die beim Einschlag der Steine im Zielgebiet hochgewirbelt wurde.</p><p>�Vielleicht sehen sie ja ein, dass es keine gute Idee ist, sich gegen uns zur Wehr zu setzen�, �berlegte Geary.</p><p>�Darauf w�rde ich nicht z�hlen, Sir.�</p><p>�Sir, von f�nf Positionen auf der Planetenoberfl�che feuern Partikelstrahl-Batterien auf uns!�, rief der Ablauf-Wachhabende. �<emphasis>Splendid</emphasis> und <emphasis>Bartizan</emphasis> nur knapp verfehlt.�</p><p>Geary markierte auf dem Display jene f�nf Batterien, bekam eine Feuerl�sung angezeigt und startete ein weiteres Bombardement. �Ein Gl�ck, dass ich die Flotte bereits angewiesen hatte, Ausweichman�ver zu fliegen.�</p><p>Der erste Bombenteppich hatte den Planeten erreicht. Manche Steine schlugen einfach an Stellen ein, an denen man Verteidigungsanlagen vermutete, die meisten trafen aber als feindliche Positionen identifizierte Einrichtungen sowie s�mtliche Wacht�rme. Innerhalb von Sekunden war von diesen Wacht�rmen nur noch Schutt �brig, und die urspr�nglich so massive Mauer rings um das Lager war an etlichen Stellen eingest�rzt.</p><p>�Glauben Sie, in den Wacht�rmen haben sich noch Leute aufgehalten?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Wohl eher nicht. Colonel Carabali war der Ansicht, dass die Wachen unsere Leute von den T�rmen aus mit ferngelenkten Waffen unter Beschuss nehmen w�rden, also haben wir die T�rme beseitigt.�</p><p>Der Ablauf-Wachhabende rief eine weitere Meldung: �Noch zwei Minuten bis zur Landung der Marines-Shuttles.�</p><p>Augenblicke sp�ter wurden die f�nf Partikelstrahl-Batterien auf dem Planeten getroffen und in eine hoch aufsteigende Staubwolke verwandelt.</p><p>�Shuttles gelandet, Marines auf dem Boden.� Die Operation besa� von weit oben betrachtet eine gewisse Sch�nheit, wenn man mitverfolgen konnte, wie die Shuttles rings um das Lager und in dessen Mitte kreisten, wie sie zur Landung ansetzten, wie die Marines aus den dicht �ber dem Boden schwebenden Fahrzeugen sprangen, und wie Lichtblitze umherzuckten, als der Gegner auf die Shuttles oder die Marines schoss. Im Gegensatz zu gew�hnlichen Shuttles waren die der Marines mit defensiven Gefechtssystemen ausgestattet, die sofort Granatenbeschuss und automatisches Feuer auf jene Positionen loslie�en, von denen aus die Syndiks geschossen hatten. Die Marines fielen in das Sperrfeuer ein und lie�en alles in die Luft gehen, was dem Feind als Unterschlupf dienen mochte. Rings um das Lager und an ein paar Stellen nahe dem Landeplatz in der Mitte kam es zu heftigen Schusswechseln und Explosionen.</p><p>�Wir wissen nicht, wo die Gefangenen festgehalten werden�, protestierte Rione pl�tzlich, �und diese Marines gehen einfach hin und legen das ganze Lager in Schutt und Asche!�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Diese Marines kennen jeden Punkt im Lager, an dem sich Gefangene aufhalten sollten. Und was den Rest angeht, m�ssen wir darauf vertrauen, dass sie ein Ziel erst identifizieren, bevor sie schie�en.� Er �ffnete den Feed zu den Marines.</p><p>�Der Feind hat sich verschanzt�, meldete einer der Offiziere. �Heftiger Widerstand rings um die Landezone.�</p><p>�Das wird h�sslich werden�, prophezeite Desjani leise.</p></section><section><title><p>F�nf</p></title><p>�Konventionelle Bodenartillerie feuert aus Positionen drei�ig Kilometer �stlich und zwanzig Kilometer s�dlich auf das Lager!�</p><p>Geary markierte weitere Ziele und feuerte Steine auf sie ab. Sein Hauptdisplay glitt zur Seite und zeigte ihm die Lage in einem gro�en Bereich auf dem Planeten unter ihnen ebenso an wie jene orbitalen Positionen, die der Flotte gef�hrlich werden konnten. Auf der anderen Seite fand sich die Draufsicht auf das Arbeitslager. Symbole bewegten sich dort hin und her, um anzuzeigen, wo Freund und Feind sich gerade aufhielten. Direkt vor sich hatte Geary eine ganze Reihe von Fenstern ge�ffnet, die aus verschiedenen Blickwinkeln das Geschehen auf dem Planeten zeigten, das ihm von den Kameras in den Panzeranz�gen der Marines �bertragen wurde. Er musste sich selbst bremsen, zu sehr auf diese Bilder zu achten, da er sonst Gefahr lief, sich auf Ereignisse zu konzentrieren, die nur einen winzigen Ausschnitt betrafen. Auch wenn diese Bilder von den einzelnen Marines ihm ein gutes Gef�hl vermitteln konnten, wie der Einsatz aus der Perspektive dieser Leute aussah, durfte er doch nicht den �berblick �ber die Flotte als Ganzes verlieren.</p><p>Im Augenblick war es allerdings schwer, �berhaupt einen �berblick zu bekommen, ganz gleich welche Darstellung er sich ansah. Auf der Gesamtanzeige waren Marines-Z�ge und -Kompanien zu sehen, die kontinuierlich ins Innere des Lagers vorr�ckten. Ringsum flammten in rascher Folge Symbole f�r befreite Kriegsgefangene auf, sobald sie den Zugang zu einer weiteren Kaserne aufgeschossen und die Gefangenen herausgeholt hatten. In anderen Bereichen kamen die Marines nur langsam voran, da sie aus den umliegenden Geb�uden fast ohne Unterbrechung von Syndiks beschossen wurden. Evakuierungsshuttles landeten in der Mitte des Lagers, obwohl w�hrend des Landeanflugs immer wieder vereinzelt Sch�sse auf sie abgefeuert wurden. Auf dem Landeplatz kamen immer mehr befreite Gefangene zusammen, die noch benommen wirkten, w�hrend sie zu den ersten wartenden Shuttles gebracht wurden. Der Kommando-Feed der Marines quoll vor Berichten und Warnungen regelrecht �ber.</p><p>�Shuttles Victor Eins und Victor Sieben durch Beschuss vom Planeten schwer besch�digt. Kehren zu den Basisschiffen zur�ck.�</p><p>�Erfasse Geb�ude f�nf eins eins! Getroffen!�</p><p>�Links sind sie auch. Kleine Geb�ude Richtung null zwei eins und null zwei drei.�</p><p>�Minen! Wir sind in ein Feld geraten. Zwei Marines getroffen. Alle Einheiten auf Minen achten!�</p><p>�Kann nicht mal jemand was gegen diese verdammte Artillerie unternehmen?�</p><p>�Die Flotte k�mmert sich drum. Bomben schlagen jetzt ein.�</p><p>�Feuern Sie auf den Bunker da!�</p><p>Desjani, die ebenfalls zuh�rte und sich die �bertragenen Bilder ansah, sch�ttelte schwach den Kopf. �Gewinnen wir?�</p><p>�Ich glaube schon.� Geary drehte sich um, als sich der Gefechtssystem-Wachhabende zu Wort meldete.</p><p>�Sir, hier gehen laufend Bitten von den Marines ein, Objekte zu bombardieren ��</p><p>�Alle Bitten, die Bombardements au�erhalb der Sicherheitszone von hundert Metern rund um unsere Leute betreffen, sollten doch automatisch genehmigt werden�, gab Geary etwas gereizt zur�ck.</p><p>�Stimmt, Sir. Aber wir k�nnten etwas schneller auf sie reagieren, wenn sie zu hundert Prozent von den automatischen Systemen erledigt w�rden, so wie es auch der Fall ist, wenn wir gegen Schiffe k�mpfen.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Lieutenant, wir k�nnten ein paar Sekunden Reaktionszeit gewinnen, wenn wir so vorgehen. Aber die Marines haben ausdr�cklich darum gebeten, dass ein Besatzungsmitglied sich erst noch mit eigenen Augen davon �berzeugt, dass die richtige Stelle anvisiert wird. Ich werde mich in diesem Fall nicht �ber einen solchen Wunsch der Marines hinwegsetzen.� Der Lieutenant schien �ber diese Antwort nicht sehr gl�cklich zu sein, also nahm sich Geary einen Moment Zeit, um zu erkl�ren: �Wenn wir auf Kriegsschiffe der Syndiks treffen, dann bleibt uns gar keine andere Wahl, als das Abfeuern unserer Waffen komplett den Schiffssystemen zu �berlassen. Es ist f�r einen Menschen k�rperlich unm�glich, bei den extremen Geschwindigkeiten der verschiedenen Objekte schnell genug zu reagieren. Aber auf dem Planeten da unten bewegen sich weder die Syndiks noch unsere Marines mit Beinahe-Lichtgeschwindigkeit, und da k�nnen wir es uns erlauben, einen Menschen zwischenzuschalten. Falls Sie Berichte empfangen, dass von der Bitte bis zum Bombardement zu viel Zeit vergeht, dann lassen Sie mich das wissen. Glauben Sie mir, die Marines werden die Ersten sein, von denen wir h�ren, wenn sie nicht zufrieden sind.�</p><p>�Ja, Sir.� Der Lieutenant, der nur ein wenig verlegen wirkte, widmete sich wieder seinen Aufgaben.</p><p>�Sie sind mit Lieutenants ziemlich nachsichtig�, stellte Desjani fest, ohne den Blick von ihrem Display abzuwenden.</p><p>�Ich war selber mal einer. Und Sie �brigens auch.� So wie Desjani war auch Geary fast v�llig auf die Entwicklungen auf dem Planeten konzentriert, dennoch war er �ber alles froh, was die Anspannung ein wenig linderte. Er vermutete, dass sie ihm angemerkt hatte, wie angespannt er war, und dass sie versuchte, ihn mit ihrer Bemerkung abzulenken.</p><p>�Ich nicht�, widersprach sie. �Ich bin schon als Befehlshaber eines Schlachtkreuzers zur Welt gekommen.�</p><p>�Das muss aber f�r Ihre Mutter eine schmerzhafte Geburt gewesen sein.�</p><p>Sie grinste ihn an. �Mom ist hart im Nehmen, allerdings gefiel ihr die Ehrengarde im Krei�saal nicht.� Schlagartig wurde sie ernst, da eine dringende Meldung �ber das Marines-Netz hereinkam.</p><p>�Die Dritte Kompanie sitzt fest!�</p><p>Geary tippte verschiedene Fenster an, bis er den Lieutenant gefunden hatte, der diese Einheit befehligte. Das Bild, das von dessen Kamera �bertragen wurde, zeigte teilweise eingest�rzte W�nde, die unter dem Beschuss durch die Syndiks erzitterten und weiter in Tr�mmer gesprengt wurden. �Schwere Gesch�tzstellungen und verborgene Bunker�, berichtete der Lieutenant weiter. �Wir m�ssen auf eine Art von Zitadellengebiet gesto�en sein. Wir werden von allen Seiten beschossen, und wir haben bereits erhebliche Verluste zu beklagen.�</p><p>Colonel Carabalis Stimme ert�nte: �K�nnen Sie sich schrittweise zur Lagermitte zur�ckziehen, Lieutenant?�</p><p>�Negativ, Colonel, negativ!� Das Bild verwischte, als eine Explosion erfolgte, die genug Wucht besa�, um einige Marines durch die Luft zu wirbeln. �Wir k�nnen uns nicht von der Stelle r�hren, ohne sofort beschossen zu werden. Bitte um alles verf�gbare Feuer von der Flotte!� Geary sah mit an, wie eine taktische Darstellung der Umgebung auf dem Display des Lieutenants aktiviert wurde, der daraufhin in rascher Folge rings um die Position seiner Marines der Dritten Kompanie etliche Ziele markierte. �Erbitte Unterst�tzung durch Bombardierung der folgenden Koordinaten. Feuer so schnell wie m�glich er�ffnen!�</p><p>�Sir�, meldete der Gefechtssystem-Wachhabende. �Wir haben eine weitere Bitte um Feuerschutz, aber die Ziele liegen innerhalb des Sicherheitsbereichs.�</p><p>�Wie weit innerhalb?� Geary las die Angaben und stie� schnaubend den Atem aus, als er die Entfernungen sah.</p><p>W�hrend Geary noch die Zahlen auf sich wirken lie�, tauchte in einem neuen Fenster Colonel Carabalis Gesicht auf. �Captain Geary, meine Dritte Kompanie ben�tigt Unterst�tzung, und zwar sofort.�</p><p>�Colonel, die meisten angegebenen Ziele sind nur f�nfzig Meter von Ihren Marines entfernt, einige sogar weniger als f�nfundzwanzig.�</p><p>�Ich wei�, Captain Geary. Genau da h�lt sich der Feind auf.�</p><p>�Colonel, wir werfen Geschosse ab, aber ich kann Ihnen nicht garantieren, dass die nicht unsere eigenen Marines treffen werden!�</p><p>�Das wissen wir, Sir�, erkl�rte Carabali. �Der Lieutenant wei� das auch. Aber es ist n�tig. Er ist vor Ort der rangh�chste Offizier. Er hat angegeben, dass diese Ziele zerst�rt werden m�ssen, auch wenn dadurch seine eigenen Leute gef�hrdet werden. Ich bitte darum, den Feuerbefehl m�glichst schnell zu erteilen, Sir.�</p><p>Geary sah ihr tief in die Augen. Auch Carabali wusste um die Risiken, aber sie akzeptierte die Einsch�tzung ihres Commanders, der am Ort des Geschehens war. Als Flottenbefehlshaber w�rde er es nicht anders handhaben. �Gut, Colonel, Hilfe ist unterwegs.� Er wandte sich zu Desjani um. �Wie k�nnen wir auf der Stelle die Treffgenauigkeit der kinetischen Bomben erh�hen?�</p><p>Desjani spreizte die H�nde. �Durch die Atmosph�re und den M�ll hindurch, den wir bereits auf sie geworfen haben? Dazu muss das betreffende Schiff in einen m�glichst niedrigen Orbit gehen, aber dabei wird es m�glichem Beschuss vom Boden ausgesetzt.�</p><p>�Okay.� Ein Blick auf das Display ergab schnell den idealen Kandidaten. Ein Schlachtschiff verf�gte �ber gen�gend Feuerkraft und war am ehesten in der Lage, Feindbeschuss zu �berleben. �<emphasis>Warspite</emphasis>, begeben Sie sich in den niedrigstm�glichen Orbit und f�hren Sie schnellstens folgenden unterst�tzenden Beschuss durch.�</p><p>�<emphasis>Warspite</emphasis> verstanden. Wir sind unterwegs.�</p><p>�Sir, wir beobachten Flugzeuge, die auf dem Weg zum Gefangenenlager sind. Die Flugzeuge sind milit�rischen Typs, sie verwenden maximale Tarnf�higkeit.�</p><p>�Halten Sie sie auf�, befahl Geary.</p><p>H�llenspeere zuckten aus dem Orbit und bildeten ein Geflecht aus hochenergetischen Partikeln rund um die Syndik-Flugzeuge. Angesichts der vielen Allianz-Kriegsschiffe, die um den Planeten kreisten, hatten die Flugzeuge keine Chance. So schwer sie mit dem blo�en Auge auch zu erkennen waren, gen�gte es doch, dass ein H�llenspeer sie streifte. �Alle Flugzeuge werden als zerst�rt gemeldet. Die <emphasis>Warspite</emphasis> er�ffnet das Feuer.�</p><p>Auf dem Bild, das vom Lieutenant der Dritten Kompanie �bertragen wurde, konnte man sehen, wie Mauern weggesprengt wurde und der Boden anhaltend bebte, als H�llenspeere und kleinere kinetische Projektile einschlugen und ihre Ziele zerst�rten. Der Feed des Lieutenants wurde schw�cher, je l�nger das Bombardement anhielt, je dichter die aufsteigenden Staubwolken wurden und je mehr geladene Partikel die Luft um sie herum erf�llten. Schlie�lich war nur noch statisches Rauschen zu sehen und zu h�ren.</p><p>�Keine Verbindung mehr zur Dritten Kompanie�, rief der Komm-Wachhabende. �Die Luft ist voller st�render Partikel, da kommt kein Signal mehr durch. Wir versuchen, die Verbindung wiederherzustellen, aber das d�rfte wohl ein paar Minuten dauern.�</p><p>War da unten �berhaupt noch jemand, mit dem man Kontakt aufnehmen konnte? Geary hatte den Gedanken gerade erst zu Ende formuliert, da meldete sich ein anderer Wachhabender zu Wort.</p><p>�Raketen werden aus der Syndik-Orbitaleinrichtung Alpha Sigma abgefeuert. Drei Flugk�rper mit Nuklearsprengk�pfen. Der Kurs f�hrt zum Arbeitslager. Die Gefechtssysteme empfehlen, den Leichten Kreuzer <emphasis>Octave</emphasis> und die Zerst�rer <emphasis>Shrapnel</emphasis> und <emphasis>Kris</emphasis> auf die Flugk�rper auszurichten, um sie zu vernichten. Au�erdem wird empfohlen, mit kinetischen Salven von der <emphasis>Vengeance</emphasis> die Abschussbasis zu zerst�ren.�</p><p>�Genehmigt. F�hren Sie die Befehle aus.� Geary sah zu Rione. �Dann haben sie also doch Atombomben im Orbit.�</p><p>�Die drei Flugk�rper sind wom�glich nicht die Einzigen�, warnte sie ihn.</p><p>�Weitere Flugzeuge n�hern sich dem Arbeitslager, allesamt milit�rischen Typs.�</p><p>�Abfangen�, befahl Geary knapp.</p><p>�Bodengest�tzte ballistische Mittelstreckenraketen werden gestartet. Flugbahn f�hrt zum Arbeitslager. Gefechtssysteme empfehlen, die Raketen mit H�llenspeeren abzufangen. Die <emphasis>Relentless</emphasis> soll die Abschussbasis bombardieren.�</p><p>�Genehmigt.�</p><p>�Die Sechste Kompanie meldet, dass sie in einen mit Sprengfallen gespickten Bereich geraten ist. Etliche Opfer.� Ein Alarmsignal gellte los. �Die <emphasis>Warspite</emphasis> ist von einer planetaren Partikelstrahl-Batterie getroffen worden. Sie vollzieht Ausweichman�ver und bombardiert die Batterie. Die <emphasis>Warspite</emphasis> meldet, dass die Feuerunterst�tzung f�r die Dritte Kompanie abgeschlossen ist.�</p><p>Von der Kompanie war noch immer nichts zu h�ren.</p><p>�Mittelstreckenraketen und Abschussbasis zerst�rt. Die <emphasis>Octave</emphasis> hat zwei der Nuklearflugk�rper zerst�rt, der dritte wurde von der <emphasis>Shrapnel</emphasis> abgeschossen. Die <emphasis>Warspite</emphasis> meldet, dass die Partikelstrahl-Batterie zerst�rt wurde. Gesch�tzte Zeit des Einschlags der kinetischen Geschosse in der Orbitalstation drei Minuten.�</p><p>Wieder tauchte Carabalis Gesicht auf. �Sir, wir haben zwei Konvois entdeckt, die sich dem Lager n�hern. Durch die von den Bombardements aufgewirbelten Staubwolken haben wir sie bislang nicht sehen k�nnen.� Neben ihr �ffnete sich ein weiteres Fenster, in dem die Konvois zu sehen waren. �Unsere Aufkl�rungsdrohnen, die unter den Staubwolken hindurchfliegen, haben bei beiden Konvois Uniformen und Waffen identifizieren k�nnen. Danach wurde eine Drohne abgeschossen.�</p><p>�Verstanden, Colonel. Wir k�mmern uns um diese Konvois.� Geary leitete die Daten an das Gefechtssystem weiter, das ihm im n�chsten Moment eine Feuerl�sung anbot. Er genehmigte den Vorschlag, und gleich darauf wurden aus verschiedenen Kriegsschiffen der Allianz kinetische Geschosse abgeworfen. �Sch�n, dass die kinetischen Bomben so billig und so zahlreich vorhanden sind�, sagte er zu Desjani. Hatten sich so die G�tter der Antike gef�hlt, wenn sie Tod und Verderben auf die Menschen und ihre Bauwerke niedergehen lie�en?</p><p>�Bomben schlagen auf der Syndik-Orbitaleinrichtung Alpha Sigma ein.�</p><p>Geary sah, wie ein Schwarm Rettungskapseln die dem Untergang geweihte Station verlie�, dann rissen die kinetischen Bomben sie in St�cke, und nur Augenblicke sp�ter trieb an ihrer Stelle nur noch ein Tr�mmerfeld.</p><p>�Kontakt zur Dritten Kompanie wiederhergestellt.�</p><p>Das Bild, das nun wieder � wenn auch von St�rungen begleitet � �bertragen wurde, zeigte eine fast v�llige Verw�stung. Als der Lieutenant sich zu Wort meldete, klang er verbl�fft. �Feindbeschuss hat aufgeh�rt.�</p><p>�Ziehen Sie sich sofort auf Route eins null f�nf zur�ck. Ich schicke Ihnen Verst�rkung�, befahl ihm Carabali.</p><p>�Colonel, unsere Toten ��</p><p>�Die holen wir sp�ter. Bringen Sie sich und Ihre Verwundeten in Sicherheit, <emphasis>sofort!</emphasis>�</p><p>�Verstanden, Colonel. Wir sind unterwegs.�</p><p><emphasis>Unsere Toten. Ihre Verletzten.</emphasis> Geary rief die Statusanzeigen der Dritten Kompanie auf. Achtundneunzig Marines waren gelandet, einundsechzig von ihnen lebten noch, vierzig davon hatten in unterschiedlichem Ma� Verletzungen erlitten.</p><p>Die Geschosse, die auf die beiden Konvois abgefeuert worden waren, erreichten ihr Ziel. Zwei Stra�enabschnitte mitsamt umgebendem Gel�nde wurden in den Himmel geschleudert, als die Wucht der Allianz-Projektile das Zielgebiet zerfetzte.</p><p>�Sir�, meldete Carabali. �Wir haben Hinweise, dass die Dritte Kompanie auf ihrem R�ckzug vom Feind verfolgt wird.�</p><p>�Danke, Colonel, wir k�mmern uns darum.� Geary leitete die Koordinaten des Zielgebiets an die <emphasis>Warspite</emphasis> weiter. Nachdem er gesehen hatte, wie viele Marines bereits gefallen waren, versp�rte er kein Interesse mehr, einem Feind gegen�ber humanit�re Gesten zukommen zu lassen, der seine Leute t�tete. �Machen Sie das Gebiet dem Erdboden gleich, <emphasis>Warspite</emphasis>.�</p><p>�<emphasis>Warspite</emphasis> verstanden. Das wird uns ein Vergn�gen sein, Sir.�</p><p>W�hrend die <emphasis>Warspite</emphasis> die Planetenoberfl�che erneut unter Beschuss nahm, wandte sich Geary der Gesamtansicht zu. Das Gebiet rund um das Arbeitslager war in eine kochende W�ste aus Kratern und Staubwolken verwandelt worden. An anderen Stellen waren Krater zu erkennen, wo kinetische Salven Abschussbasen oder Gesch�tzstellungen ausgel�scht hatten. Hier und da waren verw�stete Fl�chen zu sehen, verursacht von den H�llenspeeren, die auf die Syndik-Flugzeuge gerichtet gewesen waren, die aber auch alles andere in der Schusslinie Befindliche zerst�rt hatten. Teile der Stadt in unmittelbarer N�he zum Arbeitslager standen in Flammen, doch es brannte auch in anderen Vierteln, und noch w�hrend Geary sich dieses Bild ansah, wurden durch eine gewaltige Explosion in einer der gr��ten St�dte auf dem Planeten gleich ganze Stadtviertel ausgel�scht. �Haben die sich das gerade selbst zugef�gt?�, fragte er irritiert.</p><p>�Ja, entweder absichtlich oder durch einen Unfall�, best�tigte Desjani.</p><p>�Weitere Flugzeuge n�hern sich.�</p><p>�Wenn es Milit�r ist, halten Sie sie auf. Jedes Milit�rflugzeug, das sich dem Lager n�hert, ist abzuschie�en.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>Rione starrte bleich auf das Display. �Man sollte meinen, dass sie inzwischen gemerkt haben m�ssten, wie sinnlos jede Gegenwehr ist. Egal, was sie versuchen, alles wird von uns unterbunden, und in den meisten F�llen f�hrt es auch noch zu zus�tzlichen Zerst�rungen auf der Oberfl�che.�</p><p>�Wenn das Kommando- und Kontrollnetz noch immer so zerst�ckelt ist, wie es den Anschein hat, dann d�rfte es da unten keinen Syndik geben, der einen �berblick �ber die gesamte Situation hat�, machte Geary ihr deutlich. �Wir wissen nicht mal, wer in diesen Einheiten die Befehlsgewalt hat. Ein paar von ihnen k�nnten eigenm�chtig handeln. Oder sie befolgen den Dauerbefehl, sich gegen jede Streitmacht zur Wehr zu setzen, die den Planeten angreift.�</p><p>Sein Blick wanderte zu dem Fenster, das die Perspektive des Lieutenants der Dritten Kompanie zeigte. Je weiter diese Marines sich von dem Gebiet entfernten, das von der <emphasis>Warspite</emphasis> beschossen worden war, umso geringer wurden die Verw�stungen. W�hrend Geary dem Geschehen dort folgte, wurde das Fenster auf einmal dunkel, einen Moment sp�ter kehrte es zur�ck und zeigte das gleiche Areal, allerdings aus einer anderen Perspektive. �Lieutenant Tillyer wurde getroffen�, sagte jemand. Der Text im Fenster identifizierte den neuen Sprecher als Sergeant Paratnam. Ein Geb�ude in unmittelbarer N�he st�rzte ein, als die Marines das Feuer er�ffneten. �Wir haben den Scharfsch�tzen.�</p><p>�Verstanden�, erwiderte Carabali. �Ich sehe, Sie sind hundertf�nfzig Meter von Angeh�rigen der F�nften Kompanie entfernt. Haben Sie sie auf Ihrem Display?�</p><p>�Ja, Colonel, ich habe sie.� Paratnam h�rte sich sehr erleichtert an. �Wir machen uns auf den Weg dorthin.�</p><p>Geary bet�tigte eine Kontrolle und lie� sich die Lebensfunktionen der Marines der Dritten Kompanie anzeigen. Die von Lieutenant Tillyer standen alle auf null. �Hundertf�nfzig Meter�, murmelte er.</p><p>�Sir?�, fragte Desjani.</p><p>�Ist doch eigenartig, nicht wahr? Bei einer Raumschlacht sind hundertf�nfzig Meter eine zu geringe Entfernung, um sich dar�ber irgendwelche Gedanken zu machen. Bei 0,1 Licht legen wir diese Strecke im winzigsten Bruchteil einer Sekunde zur�ck. F�r die Zielerfassung der Waffensysteme machen hundertf�nfzig Meter den Unterschied zwischen einem Volltreffer und einem Fehlschuss aus. Und f�r einen Marine auf einem Planeten k�nnen hundertf�nfzig Meter zwischen Leben und Tod entscheiden. Dieser Lieutenant geht das Risiko ein, bei unserem Feuer auf seine Position umzukommen. Er �berlebt es und f�hrt seine Einheit aus der Gefahrenzone, und dann, kurz bevor er sich in Sicherheit bringen kann, wird er get�tet.�</p><p>Desjani schaute einen Moment lang zur Seite. �Die lebenden Sterne entscheiden �ber unser Schicksal. Es kommt einem oft willk�rlich vor, aber es gibt immer einen tieferen Sinn.�</p><p>�Glauben Sie das wirklich?�</p><p>Ihre Blicke trafen sich, und Geary glaubte, in ihren Augen zu sehen, wie sich dort jeder Tod widerspiegelte, den Desjani in diesem Krieg miterlebt haben musste, jeder Verlust eines Freundes oder eines Angeh�rigen. �W�rde ich das nicht tun�, erwiderte sie leise, �dann k�nnte ich nicht weitermachen.�</p><p>�Ja, ich verstehe.� Es war nicht das erste Mal, dass er sich vor Augen halten musste, dass all diese Menschen mit dem Krieg aufgewachsen waren. So wie schon ihre Eltern. Er konnte nicht ann�hernd den Schmerz nachvollziehen, den sie alle erdulden mussten, stets in dem Bewusstsein, dass kein Ende absehbar war und es nur immer neue Opfer gab.</p><p>�Das war aber nicht immer der Fall�, sagte sie und l�chelte ihn traurig an. �Anfangs konnten Sie nicht mal kleinere Verluste hinnehmen. Heute k�nnen Sie das und sind in der Lage, gleich wieder nach vorn zu sehen. Aber ich konnte Ihre Traurigkeit sp�ren, als ich Ihre Reaktion auf den Verlust eines einzigen Schiffs sah. Ich w�nschte, ich w�re in einer Zeit geboren, in der solche Unschuld noch m�glich war.�</p><p>�Ich kann mich gar nicht erinnern, wann jemand das letzte Mal im Zusammenhang mit mir das Wort Unschuld benutzt hat. Da muss ich noch ein Ensign gewesen sein.� Geary atmete einmal tief durch. �Also gut, dann wollen wir diese Schlacht endlich hinter uns bringen und zusehen, dass wir so wenig Opfer wie m�glich zu beklagen haben.�</p><p>Die Wachhabenden und die automatischen Gefechtssysteme w�rden ihn auf alles aufmerksam machen, was von Bedeutung war, dennoch warf Geary einen letzten pr�fenden Blick auf die Gesamtansicht, ehe er sich wieder dem Geschehen im Lager zuwandte.</p><p>Ein Schwarm Menschen dr�ngte sich inzwischen nahe dem Bereich in der Lagermitte, der freigehalten wurde, damit die Allianz-Shuttles dort landen und die befreiten Gefangenen an Bord nehmen konnten, um gleich darauf wieder zu starten. Von oben betrachtet bekam man den Eindruck, dass diese Evakuierung in aller Ruhe und v�llig geordnet ablief. Dann rief Geary die �bertragung von der Kamera eines Marines auf, der die Rettung der Befreiten �berwachte, und bekam ein viel chaotischeres Bild zu sehen. Der Himmel war von Rauch und Staubwolken verhangen, Leute rannten hierhin und dorthin, Shuttles landeten in aller Eile, nahmen hastig so viele Allianz-Angeh�rige an Bord, wie Platz fanden, und stiegen sofort wieder auf. Es dauerte ein paar Sekunden, dann erst wurde offensichtlich, dass hinter diesem scheinbaren Chaos ein ausgekl�geltes System steckte.</p><p>Die befreiten Offiziere hielten offenbar die �brigen Gefangenen in Gruppen zusammen, bis der Moment gekommen war, sie zum n�chsten freien Shuttle zu bringen. Die Marines k�mmerten sich um sichtlich desorientierte Gefangene, w�hrend sie immer wieder lautstark von allen verlangten, Disziplin zu wahren. Auf einer Seite entdeckte er Colonel Carabali, die neben einem Marines-Shuttle kauerte. Um sie herum standen mehrere Soldaten, die auf sie aufpassten, w�hrend sie sich wahrscheinlich mit den Bewegungen ihrer Einheiten befasste.</p><p>�Ich m�chte wissen�, �berlegte Desjani, �was die befreiten Gefangenen jetzt gerade denken. Ist ihnen klar, dass sie gerettet werden, oder meinen sie, der Weltuntergang sei gekommen?�</p><p>�M�glicherweise beides. Colonel Carabali, wenn Sie einen Moment er�brigen k�nnen, w�rde ich gern Ihre Einsch�tzung der Operation h�ren.�</p><p>Augenblicklich tauchte ihr Bild vor ihm auf. �Besser als bef�rchtet, Sir. Wir haben auf dem Weg zur Lagermitte zwar in fast jeder Einheit Verluste erlitten, aber nur die Dritte Kompanie hat es richtig schlimm erwischt. Offenbar sind sie in einen Bereich geraten, in dem sich die Syndiks besonders konzentriert aufgehalten haben. Die Evakuierung der Gefangenen verl�uft reibungslos. Ich sch�tze, in vierzig Minuten ist auch der letzte Gefangene in einem Shuttle. Dann brauchen wir noch mal gut zwanzig Minuten, bis das letzte Marines-Shuttle abheben wird.�</p><p>�Danke, Colonel. Wir werden versuchen, Ihnen die Syndiks so lange vom Hals zu halten.�</p><p>Pl�tzlich stutzte Carabali, und erst nach ein paar Sekunden wurde Geary klar, dass sie nicht auf seine �u�erung reagiert hatte, sondern �ber einen anderen Kanal etwas h�rte. �Sir, wir haben hier Wachleute und ihre Familien, die kapitulieren wollen, wenn sie im Gegenzug freies Geleit erhalten.�</p><p>�Familien?� Sein Magen verkrampfte sich, als er daran dachte, womit sie das Lager bombardiert hatten.</p><p>�Ja, Sir. Gesehen haben wir auch keine. Einen Moment, Sir.� Carabali drehte sich zur Seite und unterhielt sich kurz mit einigen befreiten Gefangenen, dann wandte sie sich wieder an Geary. �Wie ich h�re, haben die Familien bislang au�erhalb des Lagers gewohnt. Offenbar wurden sie ins Lager gebracht, um sie in Sicherheit zu bringen, nachdem die K�mpfe auf dem Planeten begonnen hatten.�</p><p>�Und dann fordern sie uns heraus, damit wir uns mit ihnen eine Schlacht liefern?�, rief Geary fassungslos.</p><p>�Richtig, Sir. Von den Gefangenen haben wir erfahren, dass es im n�rdlichen Teil des Lagers weitl�ufige unterirdische Lagerr�ume gibt. Sie vermuten, dass die Wachen dort ihre Familien untergebracht haben.�</p><p>Geary betrachtete die Darstellung des Lagers und stellte fest, dass der angesprochene n�rdliche Lagerbereich weitestgehend unversehrt geblieben war. �Den lebenden Sternen sei Dank, dass sie klug genug waren, sich in der Ecke nicht unseren Marines zu widersetzen. Was verstehen sie unter freiem Geleit? Wohin wollen sie?�</p><p>�Augenblick, Sir.� Wieder gab Carabali die Frage weiter, die dann an die Syndiks geleitet wurde. �Sie wollen den Planeten verlassen�, antwortete sie, als die Reaktion bei ihr eingetroffen war.</p><p>�Unm�glich.�</p><p>�Sie sagen, wenn sie hier bleiben m�ssen, dann ist das ihr Todesurteil. Die Aufst�ndischen in der Stadt haben gefordert, dass sie ihnen die Kriegsgefangenen �berlassen. Aber die Wachen haben sich geweigert, weil es keinen entsprechenden Befehl gibt. Sie behaupten, sie h�tten die Aufst�ndischen bis zu unserem Eintreffen daran gehindert, in das Lager vorzudringen, aber nachdem das nun weitestgehend zerschossen ist und sie so viele Verluste erlitten haben, glauben sie nicht, dass sie sich noch l�nger gegen die Aufst�ndischen behaupten k�nnen.�</p><p>�Verdammt.� Geary schilderte Rione und Desjani, was er erfahren hatte. �Irgendwelche Vorschl�ge?�</p><p>�Wenn sie sich nicht gegen uns zur Wehr gesetzt h�tten�, ereiferte sich Desjani, �dann w�ren sie auch in der Lage, sich weiter zu verteidigen, wenn wir dieses System l�ngst verlassen haben. Au�erdem k�nnen wir sie nicht mitnehmen. Keines unserer Schiffe ist auf so viele Gefangene eingestellt. Und ich m�chte auch noch anmerken, dass wir ihnen keinen Gefallen schulden, nachdem sie sich alle M�he gegeben haben, unsere Marines zu t�ten. Sie haben sich selbst in diese Lage gebracht.�</p><p>Rione wirkte unzufrieden und nickte dennoch zustimmend. �Im Moment w�sste ich nicht, wie wir diesen Leuten helfen k�nnten, Captain Geary.�</p><p>�Ja, aber wenn sie weiterk�mpfen, verlieren wir umso mehr Leute.� Geary sa� da und starrte eine Weile nachdenklich auf das Geb�ude, w�hrend er nach m�glichen Optionen suchte. Pl�tzlich kam ihm ein Gedanke, und er rief wieder Carabali. �Colonel, machen Sie ihnen folgendes Angebot: Die Wachen stellen das Feuer ein, und wir h�ren auf, sie zu t�ten. Sobald unsere Leute den Planeten verlassen haben, bombardieren wir alle Zufahrtswege aus der Stadt, w�hrend die Wachen sich zusammen mit ihren Familien in die andere Richtung zur�ckziehen. Wenn jemand versucht, sie anzugreifen, solange wir noch in Reichweite sind, werden wir ihnen Feuerschutz geben. Mehr als das kann ich nicht anbieten.�</p><p>�Verstanden, Sir. Ich gebe das weiter und lasse Sie ihre Antwort wissen.�</p><p>F�nf Minuten sp�ter, in denen eine weitere Formation aus Syndik-Flugzeugen mitten im Flug zerst�rt worden war und es zwei neuerliche Bombardements gegeben hatte, um noch eine Partikelstrahl-Batterie und eine Raketenabschussbasis unbrauchbar zu machen, meldete sich Carabali wieder bei ihm. �Sie sind einverstanden, Sir. Sie sagen, sie werden umgehend all ihren Kameraden sagen, dass sie das Feuer einstellen und sich mit ihren Familien an den Ostrand des Lagers begeben sollen. Sie bitten darum, dass wir sie nicht in weitere K�mpfe verwickeln.�</p><p>�Einverstanden, Colonel. Es sei denn, einer von ihnen er�ffnet das Feuer.�</p><p>�Ich werde ihnen sagen, dass Waffenruhe vereinbart worden ist. Trotzdem werden wir sie sehr wachsam im Auge behalten.�</p><p>Im Verlauf der n�chsten Minuten ver�nderte sich die Art, wie die Marines in Richtung Lagermitte vorr�ckten. Manche bewegten sich z�gig weiter, andere wichen von ihrem bisherigen Weg ab, um eine Verteidigungslinie zwischen dem Landeplatz und den feindlichen Symbolen zu schaffen, die pl�tzlich auftauchten, als die Wachen ihre Deckung verlie�en und sich nach Osten zur�ckzogen. Geary zoomte das Bild heran und sah durch die Staubschichten in der Luft Infrarot-Anzeigen, die f�r Gruppen standen, die aus ihren Verstecken kamen und den R�ckzug antraten. Er ver�nderte die Darstellung auf seinem Display, bis er wieder eine F�lle kleiner Bilder vor sich hatte, die das Geschehen aus dem Blickwinkel der Marines zeigten. Dort war zu erkennen, wie die Syndiks vor ihnen zur�ckwichen. Zielerfassungsl�sungen tanzten �ber die Displays der Marines, sobald sie den Gegner zu sehen bekamen. Die Syndiks, die selbst nur leicht gepanzert waren, f�hrten g�nzlich ungesch�tzte Zivilisten durch das Lager. Die Marines hatten die Waffen angelegt, doch die Syndiks verhielten sich der Abmachung gem��, w�hrend sie in Richtung Osten eilten.</p><p>Geary hielt inne, als er die Stimme eines Sergeants h�rte: �Denken Sie nicht mal dr�ber nach, Cintora.�</p><p>�Ich habe nur Ziel�bungen gemacht�, protestierte Cintora.</p><p>�Wenn Sie den Abzug bet�tigen, stelle ich Sie vors Kriegsgericht.�</p><p>�Sarge, sie haben Tulira und Patal auf dem G ��</p><p>�Runter mit der Waffe, und zwar <emphasis>sofort!</emphasis>�</p><p>Geary verharrte noch einen Moment auf dem Kanal, aber offenbar hatte Cintora eingesehen, dass der Sergeant es ernst gemeint hatte. Man ben�tigte nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, was sich als N�chstes abgespielt h�tte, w�re der Sergeant nicht so wachsam gewesen, oder h�tte der den gleichen Zorn auf die Syndiks versp�rt wie dieser Cintora.</p><p>Eine weitere dringende Nachricht lie� Geary wieder auf die Gesamtdarstellung blicken. �Unsere Drohnen haben einen weiteren Konvoi entdeckt, der sich aus Nordwesten dem Lager n�hert, au�erdem ist aus S�dwesten eine Gruppe zu Fu� dorthin unterwegs�, berichtete Colonel Carabali. �Ich bitte darum, dass die Flotte beide Ziele unter Beschuss nimmt.�</p><p>Er betrachtete die von den Gefechtssystemen vorgeschlagene Feuerl�sung, genehmigte sie und verfolgte mit, wie eine weitere Ladung kinetischer Projektile von den Schiffen ausgesto�en wurde.</p><p>�Sir, der Regierungsrat Freies Heradao bittet um eine Waffenruhe.�</p><p>�Freies Heradao? War das nicht vorhin noch der Regierungsrat von Heradao?�</p><p>��hm � ja, Sir. Sie senden auf der gleichen Frequenz mit der gleichen Kennung.�</p><p>Geary sah zu Rione. �Irgendeine Idee, was diese Namens�nderung bedeuten k�nnte?�</p><p>�Vermutlich nicht viel�, meinte sie frustriert. �Vielleicht haben sie sich mit einer anderen Gruppe zusammengeschlossen und von ihr das �frei� �bernommen. Oder sie finden, so klingt es besser. Oder es gab eine Ver�nderung in der F�hrungsriege. Auf jeden Fall w�rde ich nicht davon ausgehen, dass die Namens�nderung f�r uns von Bedeutung ist.�</p><p>�Sie haben schon mit ihnen gesprochen. Sind sie es wert, sich noch mal mit ihnen zu unterhalten?�</p><p>�Nein.�</p><p>�berrascht zog Desjani eine Augenbraue hoch. �Eine kurze, klare Antwort von einem Politiker?�, sagte sie so leise, dass Rione sie nicht h�ren konnte. �Die lebenden Sterne haben uns ein Wunder geschickt.�</p><p>�Danke, Captain Desjani�, raunte Geary ihr zu. �Madam Co-Pr�sidentin, lassen Sie den Regierungsrat Freies Heradao bitte wissen, dass wir auf jede Bedrohung reagieren werden, die sich gegen unsere Schiffe oder gegen unser Personal auf der Planetenoberfl�che richtet, wozu auch jegliche Streitkr�fte geh�ren, die sich dem Arbeitslager n�hern. Wenn sie von derartigen Bedrohungen absehen, werden wir nicht schie�en.�</p><p>�Sir, wir haben hier noch ein Problem.� Colonel Carabali blickte missmutig drein, was ein Hinweis darauf war, dass es sich um etwas Ernstes handeln musste. �Meine Leute, die den westlichen Bereich des Lagers beobachten, empfangen Hinweise darauf, dass sich Spezialkr�fte der Syndiks in Tarnkleidung dem Lager n�hern, um an meinen Marines vorbei ins Innere vorzudringen. Die Signale sind fl�chtig und nur minimal, aber wir sch�tzen, dass wir es hier mit einem Trupp dieser Spezialkr�fte zu tun haben.�</p><p>�Welche Art von Bedrohung stellen sie dar? Sollen sie das Gel�nde auskundschaften?�</p><p>�Nach ihrem Missionsprofil zu urteilen und mit Blick auf das, was unsere Ger�te feststellen konnten, ist es denkbar, dass sie Hupnums mit sich f�hren.�</p><p>Hupnums?�, wiederholte Geary verwundert das Wort, das wie der Name irgendeiner M�rchenfigur klang.</p><p>�Humanportable nukleare Munition�, erkl�rte Carabali.</p><p>Kein Wunder, dass sie so missmutig dreinschaute. Geary �berpr�fte den Zeitplan. �Colonel, so wie es aussieht, sind Sie dicht davor, den Planeten verlassen zu k�nnen. Selbst wenn diese Spezialeinheit durchkommen sollte, m�ssen sie erst mal einen Zeitz�nder stellen, damit sie selbst sich in Sicherheit bringen k�nnen, bevor diese Sprengladungen hochgehen. Warum sollten wir es nicht schaffen, lange vor den Detonationen das Feld zu r�umen?�</p><p>Carabali sch�ttelte ernst den Kopf. �Sir, ich bin an Hupnums der Allianz ausgebildet worden, und jeder in meiner Gruppe, sogar die Ausbilder, war davon �berzeugt, dass dieser Zeitz�nder nur eine Attrappe ist. Sehen Sie, wenn ein Ziel es wert ist, eine Nuklearbombe hineinzuschmuggeln, dann w�re doch das Risiko viel zu gro�, dass der Zeitz�nder versagt oder der Feind die Bombe noch entsch�rfen kann und sie in seine Gewalt bringt.�</p><p>�Soll das hei�en, Sie sind davon ausgegangen, dass die Bombe in dem Moment hochgeht, in dem Sie sie scharf machen?�</p><p>�Oder unmittelbar danach. Ja, Sir. Ich denke, die Syndiks neigen sogar noch etwas st�rker zu einer solchen Logik. Wir m�ssen daher davon ausgehen, dass diese Waffen gez�ndet werden, sobald sie scharf sind.�</p><p>Damit war Gearys Zeitplan mit einem Schlag hinf�llig geworden. �Was empfehlen Sie, Colonel?�</p><p>�Ich habe zwei Shuttles auf dem R�ckflug kurz umgeleitet, damit sie zwei Persische Esel an Bord nehmen k�nnen. Mit denen ��</p><p>�Persische Esel, Colonel?�</p><p>Carabali sah ihn erstaunt an, weil er mit dem Begriff nichts anfangen konnte. �Gruppensimulatoren vom Typ 24.�</p><p>�Und wozu sind die gut?�</p><p>�Die � die simulieren gro�e Personengruppen. Jeder Persische Esel arbeitet mit verschiedenen aktiven Ma�nahmen, um die Illusion zu erzeugen, dass sich an einer bestimmten Stelle etliche Personen aufhalten. Seismische Stampfer erzeugen Bodenvibrationen, die einer in Bewegung befindlichen Menschenmenge entsprechen. Infrarotk�fer erzeugen entsprechende W�rmesignaturen, andere sorgen f�r eine Ger�uschkulisse. Transmitter simulieren Nachrichten�bertragungen und Sensoraktivit�ten, wie sie zu einer milit�rischen Streitmacht passen und so weiter. Jemand, der aus gro�er Entfernung mit nichtvisuellen Sensoren arbeitet, wird glauben, dass sich in dem betreffenden Gebiet zahlreiche Personen aufhalten.�</p><p>Jetzt verstand er. �Sie wollen diese Spezialeinheit glauben machen, dass die Evakuierung noch lange nicht abgeschlossen ist, und wenn sie schlie�lich zuschlagen wollen, haben Sie den Planeten bereits verlassen.�</p><p>�Richtig, Sir. Aber ich muss ein paar Leute zur�cklassen, die das Gel�nde abtasten, und wenn der Moment gekommen ist, in dem alle anderen starten k�nnen, wird diese Spezialeinheit nicht mehr weit entfernt sein. Wir k�nnen ihr Vorr�cken verlangsamen, aber wir k�nnen sie nicht stoppen.� Auf Gearys Display tauchte Carabalis taktischer Plan auf. �Ich platziere die Esel hier und hier, damit den Syndiks aus der Richtung, aus der sie kommen, der Weg versperrt ist. Hier, hier und hier werde ich mehrere Z�ge meiner Marines aufstellen m�ssen.� Grobe Linien, die sich aus Marines-Symbolen zusammensetzten, leuchteten auf. �Gleich nachdem das letzte Evakuierungsshuttle gestartet ist, werden drei meiner Shuttles am Rand des Landebereichs aufsetzen. In dem Moment m�ssen diese letzten drei Z�ge loslaufen wie die Weltmeister, um zu den Shuttles zu gelangen. Die Esel werden so programmiert, dass sie sich gleich darauf selbst zerst�ren.�</p><p>Geary betrachtete den Plan und nickte bed�chtig. �Bleibt diesen letzten Shuttles noch genug Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen, falls die Syndiks merken, was da l�uft, und ihre Bomben sofort z�nden?�</p><p>�Ich wei� es nicht, Sir. Vermutlich nicht, aber einen besseren Weg sehe ich nicht.�</p><p>�Warten Sie kurz, Colonel.� Er wandte sich zu Desjani um und erkl�rte ihr die Situation. �Was meinen Sie? K�nnen wir irgendwas gegen feindliche Truppen mit Nuklearbomben unternehmen, die unseren Evakuierten dicht auf den Fersen sind?�</p><p>Desjani dachte angestrengt nach, dann sah sie Geary an. �Ich w�sste da etwas, das wir versuchen k�nnten. Ich war da noch Junioroffizier, aber soweit ich mich erinnern kann, hat es im Calais-System funktioniert. Die Situation war ganz �hnlich, der Feind war den letzten Shuttles dicht auf den Fersen.�</p><p>�Und was haben Sie gemacht?�</p><p>Sie verzog den Mund zu einem humorlosen L�cheln. �Wir haben ein massives Bombardement begonnen, das genau auf die Flugbahnen der Shuttles abgestimmt war und das in dem Moment auf der Oberfl�che aufschlug, als die Shuttles ausreichend an H�he gewonnen hatten, um aus dem Gefahrengebiet zu entkommen.�</p><p>�Sie machen Scherze, oder? Sie haben so eine Masse an Steinen durch den gleichen Luftraum geschickt, den Ihre Shuttles durchqueren mussten? Was haben denn die Shuttlepiloten dazu gesagt?�</p><p>�Die haben sich nat�rlich schrecklich aufgeregt. Die Evakuierten waren auch nicht davon begeistert. Aber wir k�nnen genauso vorgehen wie damals, indem wir das Bombardierungsmuster und die vorgesehenen Flugbahnen aller Projektile an die Autopiloten der Shuttles senden. Theoretisch kann der Autopilot einen Weg zwischen den Steinen hindurch berechnen und die Atmosph�re verlassen, noch bevor die ersten Geschosse einschlagen und eine kilometerhohe Staubwolke aufsteigen lassen.�</p><p>Er dachte dar�ber nach und kam zu dem Schluss, dass es ihm nicht gefiel. Allerdings � �Bei Calais hat das funktioniert, sagen Sie?�</p><p>�Ja, Sir. Jedenfalls gr��tenteils. Nicht jeder Stein bleibt beim Eintauchen in die Atmosph�re exakt auf der vorausberechneten Flugbahn. Aber bei Calais mussten wir viel mehr Shuttles zwischen den Geschossen hindurchman�vrieren als hier.�</p><p>Gr��tenteils hatte es funktioniert. Geary wandte sich wieder an Carabali. �Colonel, wir w�ssten da einen Weg, wie wir Sie bei den letzten Shuttles unterst�tzen k�nnten.� Er beschrieb ihr, was Desjani vorgeschlagen hatte. �Es liegt an Ihnen, ob wir es wagen sollen.�</p><p>Wie es schien, hatte er es endlich geschafft, Carabali in Erstaunen zu versetzen. Falls ihr Gesichtsausdruck nicht als blankes Entsetzen zu deuten war. Schlie�lich aber stie� sie den angehaltenen Atem aus und nickte zustimmend. �Wenn wir das nicht versuchen, Sir, dann laufen wir Gefahr, alle drei V�gel und alle Marines an Bord zu verlieren. So stehen die Chancen wenigstens etwas besser. Ich werde die Piloten der letzten drei Shuttles dar�ber informieren, was wir machen werden.�</p><p>�Geben Sie mir Bescheid, wenn einer von ihnen das nicht freiwillig machen m�chte, damit ich in der Flotte herumfragen kann, wer sich daf�r meldet.�</p><p>Carabali legte die Stirn in Falten. �Sir, diese Piloten haben sich bereits freiwillig gemeldet. Sie sind Marines. Lassen Sie mich bitte wissen, wenn Sie mir Details zum Bombardement geben k�nnen.�</p><p>�Wird erledigt.� Er unterbrach die Verbindung, lehnte sich zur�ck und atmete tief durch. �Also gut. Wir werden Captain Desjanis Plan ausf�hren. Das Bombardement muss so exakt wie nur irgend m�glich abgestimmt werden, damit diese Shuttles auch eine Chance haben durchzukommen.�</p><p>�<emphasis>Mein</emphasis> Plan war das eigentlich nicht�, murmelte Desjani, dann wandte sie sich an ihre Crew. �Lieutenant Julesa, Lieutenant Yuon, Ensign Kaqui, rufen Sie den Evakuierungsplan der Marines auf, den Colonel Carabali zuletzt abgesegnet hat, dann arbeiten Sie mithilfe der Gefechtssysteme einen Bombardierungsplan aus. Wir ben�tigen etwas, das den Bereich, von dem aus die Shuttles starten, v�llig unter sich begr�bt, und es muss mit dem Zeitplan der Marines so abgestimmt sein, dass die ersten Steine f�nf Sekunden nach dem Verlassen der Gefahrenzone einschlagen.�</p><p>�Captain�, fragte Lieutenant Yuon. �Was ist, wenn es bei einem Shuttle zu irgendwelchen Problemen kommt und es mit Verz�gerung startet?�</p><p>�Gehen Sie nicht von Verz�gerungen aus. Die drei letzten V�gel m�ssen alle exakt zur vorgegebenen Zeit starten, sonst werden die Syndiks sie t�ten. Ich brauche das Bombardierungsmuster vorgestern.�</p><p>Die Wachhabenden traten in Aktion, w�hrend Geary sein Display betrachtete. Auf dem Teil, der die �bersicht �ber die Bodengefechte zeigte, blinkten immer wieder kurz feindliche Symbole auf, wenn die Sensoren der Marines irgendwelche Spuren der Spezialeinheit wahrnahmen. Die Marines feuerten, sobald sie einen Anhaltspunkt hatten, wo sich der Feind aufhielt. Doch offenbar landeten sie keine Treffer, da sich die ohnehin nur schwer zu treffenden Ziele durch eine Umgebung bewegten, die gen�gend M�glichkeiten bot, um sich hinter irgendwelchen Objekten zu verstecken. Da die Syndiks immer weiter vorr�ckten, waren die Marines gezwungen, sich langsam zur�ckfallen zu lassen, wobei sie gleichzeitig versuchten, einen Schutzschild zwischen dem Feind und der Lagermitte zu bilden.</p><p>Dort bestiegen soeben die letzten Kriegsgefangenen die Shuttles, und Carabali rief ihre �brigen Marines zu sich. Die beiden Persischen Esel waren auf dem Display zu sehen, wie sie eine gro�e Menschenmenge in der N�he des Landeplatzes simulierten.</p><p>Viele Dinge w�rden in den n�chsten Minuten genau nach Plan verlaufen m�ssen. Geary konnte es nicht ausstehen, wenn das Gelingen einer Operation von Faktoren abhing, auf die er keinen Einfluss hatte.</p><p>�Schon eigenartig, nicht wahr?�, meinte Desjani. �Das ist so wie bei Corvus, wo wir es auch mit Syndik-Spezialkr�ften auf einem Himmelfahrtskommando zu tun hatten.�</p><p>�Ich sch�tze, es ist in etwa vergleichbar�, r�umte Geary ein.</p><p>�Die Syndiks bei Corvus haben Sie nicht get�tet.� Sie warf ihm einen fragenden Blick zu. �Aber hier haben sie keine Chance.�</p><p>�Ich wei�. Bei Corvus wollte ich unterstreichen, wie sinnlos ihr Unterfangen war, und ich wollte nicht, dass sie zu M�rtyrern werden konnten. Hier ��, Geary zeigte auf das Display, �� sollen sie ruhig zu M�rtyrern werden, aber ihre Mission werden sie nicht erf�llen. Ganz im Gegensatz zu uns. Wir werden unsere Mission erf�llen, auch wenn sie uns noch so viele Kn�ppel zwischen die Beine werfen, und das wird ihren Tod sinnlos machen. Und abgesehen davon gibt es ohnehin keinen anderen Weg, diese Syndik-Einheit zu stoppen.�</p><p>�Captain!�, rief Lieutenant Julesa. �Der Bombardierungsplan ist fertig.�</p><p>�Zu mir und zu Captain Geary.�</p><p>Geary sah sich das Ergebnis an und verdr�ngte seine Bedenken, als er die Flugbahnen von �ber hundert kinetischen Geschossen betrachtete, die den Kurs der drei Shuttles kreuzten und in dem Moment einschlugen, als die Shuttles gerade eben die Gefahrenzone verlie�en. �Tja, Captain Desjani, dann wollen wir hoffen, dass Ihr Plan funktioniert.�</p><p>�Sie k�nnen ihn als meinen Plan bezeichnen, wenn er funktioniert hat�, wandte sie ein.</p><p>Geary schickte den Plan an Colonel Carabali, damit sie ihn an ihre Shuttles weiterleiten konnte. Au�erdem verteilte er ihn an die Schiffe, die die Aufgabe hatten, sich genau zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Position zu befinden, um das Bombardement zu beginnen. Augenblicke sp�ter kam von der <emphasis>Relentless</emphasis> die Frage: �Sir, ist das der richtige Plan?�</p><p>�Ja, das ist er. Wir m�ssen ihn exakt so umsetzen.�</p><p>�Verstanden, Sir. Und die Marines sind damit einverstanden?�</p><p>�Die sind einverstanden!�</p><p>�Gut, Sir. Wir schicken die Steine los, sobald sie an der Reihe sind, und sorgen daf�r, dass sie im richtigen Moment ihr Ziel erreichen.�</p><p>�Danke. <emphasis>Reprisal</emphasis>, bei Ihnen irgendwelche Probleme?�</p><p>Der befehlshabende Offizier der <emphasis>Reprisal</emphasis> antwortete zehn Sekunden sp�ter: �Nein, Sir. Wir �bertragen soeben die Man�ver und die Feuerbefehle auf unsere Systeme. Wir sind bereit.�</p><p>Betr�bt schaute Geary auf sein Display. Colonel Carabali bestieg soeben mit den letzten Marines eines der letzten Shuttles auf dem Landeplatz. Die drei Z�ge waren weiter auf dem R�ckzug und versuchten, die Syndiks aufzuhalten, damit sie sich nicht zu schnell dem Landefeld n�herten. Die sekundenlang aufblitzenden Symbole zeigten an, dass die Spezialeinheit l�ngst viel zu weit vorger�ckt war.</p><p>�Hier kommen die letzten Shuttles�, merkte Desjani an.</p><p>Im n�chsten Moment rief der Ablauf-Wachhabende: �Die letzten Shuttles mit Evakuierten landen in f�nf Sekunden, vier, drei, zwei, eins. Sie sind gelandet.�</p><p>Alle Marines der letzten drei Z�ge machten wie ein Mann kehrt und rannten los. Geary fragte sich, wie lange die Syndiks wohl brauchten, ehe ihnen klar wurde, was soeben passiert war.</p><p>�Die <emphasis>Relentless</emphasis> und die <emphasis>Reprisal</emphasis> beginnen mit dem Bombardement�, meldete der Gefechtssystem-Wachhabende.</p><p>Geary sa� da und sah mit an, wie die Steine auf den Planeten zurasten, um genau dort einzuschlagen, wo jetzt noch die drei Shuttles standen. Die Marines erreichten sie in diesem Moment und sprangen hinein. Auf einer Seite des Displays liefen zwei Countdowns ab, einer f�r die Shuttles, wann sie starten mussten, einer f�r den Moment, da die kinetischen Geschosse ihr Ziel erreicht hatten. Der Unterschied zwischen beiden Zahlen war f�r Gearys Geschmack viel zu klein.</p><p>Auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> herrschte gebanntes Schweigen, da alle abwarteten, wie dieses Spiel auf Leben und Tod ausgehen w�rde.</p><p>�Die Shuttles m�ssen in den n�chsten zehn Sekunden starten�, meldete Desjani.</p><p>�Ja, ich wei�.� Er sah, wie die allerletzten Marines zu ihrem Shuttle sprinteten.</p><p>�Shuttle eins gestartet, maximaler Steilflug�, gab der Ablauf-Wachhabende bekannt. �Vom Boden aus wird auf die Shuttles geschossen. Die Syndiks verlassen ihre Deckung und feuern, die Verteidigungssysteme der Shuttles erwidern das Feuer und ergreifen Gegenma�nahmen. Shuttle drei ist gestartet. Shuttle zwei meldet ein Problem mit der Hauptluke.� Geary stockte der Atem. �Shuttle zwei startet mit offener Luke. Geschwindigkeit und Schutz werden dadurch beeintr�chtigt.�</p><p>Er sah mit an, was sich unten abspielte. Die Syndiks schossen auf die startenden Shuttles. Die erwiderten das Feuer und mussten dabei auf die Positionen zielen, von denen aus sie attackiert wurden. Die Syndiks waren in ihrer Tarnkleidung noch immer so gut wie unsichtbar.</p><p>Von oben kommend rasten �ber hundert kinetische Projektile durch den Luftraum, in dem die Shuttles unterwegs waren. Nur noch Sekunden blieben, um in Sicherheit zu gelangen.</p><p>Es war schon eigenartig, wie lange sich ein paar Sekunden hinziehen konnten.</p></section><section><title><p>Sechs</p></title><p>Die Flugbahnen der Shuttles und der kinetischen Geschosse verschmolzen f�r einen Moment, dann trennten sie sich wieder voneinander. Die Shuttles bem�hten sich, so schnell wie m�glich an H�he zu gewinnen, w�hrend die Steine noch das letzte St�ck auf ihrem Sturz auf die Planetenoberfl�che zur�cklegten. Geary h�rte, wie die Shuttlepiloten ihren Unmut �ber das Kommandonetz kundtaten.</p><p>�Eins von diesen verdammten Dingern h�tte mir fast ein Ohr abgerissen!�</p><p>�Schwere Turbulenzen! Versuche, auf Kurs zu bleiben!�</p><p>�Wir haben unsere Hauptluke verloren!� Das war Shuttle zwei. �Achtet darauf, dass die Marines angeschnallt sind und dass ihre Panzerung versiegelt ist. Die ist das Einzige, was sie vom Vakuum trennt.�</p><p>Unter den fliehenden Shuttles verging der gesamte zentrale Bereich des Arbeitslagers in einer gigantischen Wolke aus Staub und Tr�mmern, die kilometerweit hochgewirbelt wurden, als die kinetischen Projektile alle gleichzeitig einschlugen. Die Wolke schoss so schnell in die H�he, als w�rde eine riesige Hand versuchen, nach den Shuttles zu greifen, um sie zur�ckzuhalten.</p><p>Dann erfolgte eine weitere Explosion inmitten der �berreste des Lagers, und noch eine, st�rker sogar. Eine pilzf�rmige Wolke stieg bis in den Himmel auf.</p><p>�Eine der Syndik-Bomben ist explodiert�, meldete der Ablauf-Wachhabende.</p><p>�Kommt schon!�, spornte Desjani die Shuttles im Fl�sterton an, die vor den Schockwellen und Tr�mmern davonflogen.</p><p>�Wir sind getroffen! Schaden an Antriebseinheit an Steuerbord! Bleiben auf Kurs, Maximalgeschwindigkeit um zwanzig Prozent gesunken!�</p><p>�Verlassen jetzt die Gefahrenzone.�</p><p>�Mehrere Treffer an der Unterseite. Zwei Durchschl�ge. Schalten um auf Reservesteuerkontrolle.�</p><p>Geary war sich nicht sicher, welches der genaue Zeitpunkt war, an dem er die Krisensituation als ausgestanden bezeichnen konnte. Doch irgendwann war der Moment gekommen, da er wusste, dass sie es geschafft hatten.</p><p>�Alle Shuttles aus der Gefahrenzone. Die <emphasis>Colossus</emphasis> n�hert sich Shuttle zwei f�r ein Notfall-Andockman�ver. Shuttles eins und zwei fliegen wie vorgesehen zur <emphasis>Spartan</emphasis> und zur <emphasis>Guardian</emphasis>.�</p><p>�Okay�, meinte Desjani grinsend. �Jetzt k�nnen Sie sagen, es war <emphasis>mein</emphasis> Plan.�</p><p>�Mit Vergn�gen�, stimmte Geary ihr zu und h�tte vor Erleichterung fast gelacht. Er �ffnete den Kommandokanal. �An <emphasis>Relentless</emphasis> und <emphasis>Reprisal</emphasis>: hervorragende Treffsicherheit. Alle Schiffe haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. Jeder Marine und jedes Shuttle haben weit mehr geleistet, als es die Pflicht von ihnen verlangen kann. Sobald das letzte Shuttle an Bord gebracht worden ist, wird die Flotte sich zum Sprungpunkt nach Padronis begeben.�</p><p>Weit unter der Flotte r�hrten die einzigen Bewegungen in den �berresten des Arbeitslagers von den Tr�mmern her, die vom Himmel herabregneten, w�hrend an einer Seite der Rauchpilz immer noch anwuchs. Unwillk�rlich musste Desjani l�cheln. �Den Selbstmordteil ihres Auftrags haben diese Syndiks zumindest erfolgreich ausgef�hrt.�</p><p>Geary dachte dar�ber nach, was diese Spezialeinheit seinen Marines, seinen Shuttles und den Tausenden befreiter Gefangener h�tte antun k�nnen, w�re auch der restliche Auftrag erf�llt worden, dann nickte er zustimmend.</p><p>Die n�chste halbe Stunde verlief nach der vorangegangenen Hektik fast einschl�fernd ereignislos, da die Shuttles damit besch�ftigt waren, zu ihrem eigentlichen Mutterschiff zur�ckzukehren. Auf dem Planeten unter ihnen trafen derweil die Rebellen und Syndik-Treuen aufeinander und lieferten sich heftige Gefechte. Keiner von beiden Seiten stand offenbar der Sinn danach, sich noch weiter um die Allianz-Flotte zu k�mmern. �M�ssen wir noch l�nger diese Wachen besch�tzen, die mit ihren Familien geflohen sind?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie verfolgt werden, Sir. Wahrscheinlich werden die meisten Leute glauben, dass sie in den Tr�mmern des Lagers den Tod gefunden haben.�</p><p>�Gut.� Nach der Aufregung rund um die Befreiung der Kriegsgefangenen brannte Geary jetzt darauf, der Flotte endlich den Befehl geben zu k�nnen, in Richtung Sprungpunkt aufzubrechen. W�hrend er nerv�s abwartete, ging ihm eine Frage durch den Kopf, und er sah Desjani an. �Warum nennen die Marines diese T�uschungsvorrichtung eigentlich Persischer Esel?�</p><p>Sie antwortete mit einem fragenden Gesichtsausdruck. �Es gibt bestimmt einen Grund daf�r. Lieutenant Casque, Sie haben doch im Augenblick nichts zu tun. Sehen Sie mal in der Datenbank nach, ob Sie da eine Erkl�rung finden k�nnen.�</p><p>�Und wer ist blo� auf die Idee gekommen, eine Atomwaffe als Hupnum zu bezeichnen? Das klingt nach irgendwelchen niedlichen Fabelwesen.�</p><p>Diesmal hob Desjani hilflos die H�nde, da sie abermals um eine Erkl�rung verlegen war. �Darauf hat man sich bestimmt einfach so geeinigt. Irgendwer hat den Begriff gepr�gt, und andere haben ihn �bernommen. Wie hie�en Hupnums denn in � �h � in der Vergangenheit?�</p><p>Geary fragte sich, was Desjani eigentlich hatte sagen wollen, um seine Zeit vor einem Jahrhundert zu beschreiben. �Wir nannten sie PNW. Portable Nuklearwaffen. Kurz und knapp.�</p><p>�Aber portabel sind alle Nuklearwaffen�, wandte Desjani ein. �Auch wenn sie sich in einem Flugk�rper oder auf einem Schiff befinden, sind sie immer noch portabel.�</p><p>Er warf ihr einen giftigen Blick zu. �Sagen Sie, haben Sie irgendwann mal als Lektorin in der Literaturagentur Ihres Onkels gearbeitet?�</p><p>�Ein paar Mal. Aber was hat das jetzt mit den Nuklearwaffen zu tun?�</p><p>�Gef�llt Ihnen der Begriff Hupnum, Captain Desjani?�</p><p>�Nein! Wir in der Flotte bezeichnen sie �blicherweise als NBMs, Nuklear bewaffnete Marines.�</p><p>�NBMs?� Warum gab es in dieser Welt kein Handbuch, das einem all diese Dinge beschreiben konnte? Aber wenn er jetzt so dar�ber nachdachte, konnte er sich daran erinnern, dass er vereinzelt mitbekommen hatte, wie Matrosen dieses K�rzel benutzten.</p><p>�Ja.� Desjani machte eine entschuldigende Geste. �Nuklear bewaffnete Marines, das ist ein gefl�geltes Wort unter Matrosen f�r etwas, das sie f�r keine gute Idee halten.�</p><p>Geary hatte M�he, ernsthaft zu bleiben. �Manche Dinge �ndern sich wohl nie. Glauben Sie, es gab jemals eine Zeit, in der Marines und Matrosen gut miteinander ausgekommen sind?�</p><p>�Wir kommen gut miteinander aus, wenn planetarische Streitkr�fte uns das Leben schwer machen wollen�, betonte sie. �Und wenn es eine Mission zu erledigen gilt.�</p><p>�Und in Kneipen?�</p><p>�Das l�uft �blicherweise nicht ganz so gut. Es sei denn, in der Kneipe tummeln sich auch ein paar Leute von den planetarischen Streitkr�ften.�</p><p>�Ganz wie fr�her�, meinte Geary.</p><p>�Captain?�, meldete sich Lieutenant Casque zu Wort. �Die Datenbank sagt, dass die Persischen Esel ihren Namen aus einer antiken Geschichte haben. Diese Leute, die sogenannten Perser, �berfielen ein anderes Volk, gerieten dabei aber in eine Falle. Der Feind war mobiler als sie selbst, sodass sie sich nachts zur�ckziehen mussten, damit man sie nicht bemerkte. Diese Perser hatten diese Objekte bei sich, diese Esel. Der Feind hatte noch nie Esel gesehen, die sehr viel L�rm machten. Also lie�en die Perser ihre Esel zur�ck, damit der Feind glaubte, sie s��en immer noch in der Falle. Ich vermute, bei diesen Eseln handelte es sich um eine Art primitive T�uschungsvorrichtung.�</p><p>Lieutenant Yuon schaute Casque mit gequ�lter Miene an. �Esel sind Tiere.�</p><p>�Oh, Captain, ich h�re gerade, Esel sind ��</p><p>�Danke, das wei� ich.� Desjani machte einen skeptischen Eindruck, als sie nachhakte. �Wie alt ist diese Geschichte genau, Lieutenant Casque? Was bedeutet �antik�?�</p><p>�Captain, die Quelle ist gekennzeichnet als �antikes Buch � Erde�. �lter geht es also nicht. Ich sch�tze, die Marines haben in diesem Buch dar�ber gelesen.�</p><p>�Hervorragende Annahme, Lieutenant.� An Geary gerichtet beschrieb sie eine Geste, die so viel wie �Wer h�tte das gedacht?�, bedeuten sollte. �Da ist Ihre Antwort, Sir. Die Marines haben von dieser alten Geschichte geh�rt. Vielleicht haben sie sich damit besch�ftigt, weil es der erste dokumentierte Fall eines T�uschungsman�vers in einem Krieg war. Nein, das d�rfte die Sache mit dem h�lzernen Pferd gewesen sein, von der ich mal gelesen habe. Egal, auf jeden Fall ist es eine sehr alte Geschichte.�</p><p>�Die sogar noch �lter ist als ich�, gab Geary zur�ck. �Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dass sich diese Dinge ereignet haben, noch bevor ich mich zur Flotte gemeldet habe.� Niemals h�tte er es f�r m�glich gehalten, dar�ber Witze zu machen, wie lange seine Zeit zur�cklag. In Anbetracht der Hektik rund um die Rettung der Kriegsgefangenen war es ihm aber mit einem Mal gar nicht mehr wichtig, sich �ber Dinge aufzuregen, an denen er ohnehin nichts �ndern konnte.</p><p>�Sir�, meldete der Ablauf-Wachhabende. �Alle Shuttles sind zu ihren Schiffen zur�ckgekehrt.�</p><p>�Bestens.� Geary erteilte den Befehl an die Flotte, sich in Bewegung zu setzen und dorthin zur�ckzukehren, wo die reparierten Kriegsschiffe, die Hilfsschiffe und die Eskorten auf sie warteten. Sobald die Flotte wieder komplett war, konnte sie sich auf den Weg zum Sprungpunkt nach Padronis machen. �Mir kommt da gerade ein Gedanke. Uns war bekannt, welche Verluste wir den Syndiks in der letzten Zeit beschert haben. Aber woher wussten die Rebellen in diesem System davon? Sie haben sich in dem Moment gegen die Syndiks erhoben, als wir die gegnerische Flotte hier bei Heradao geschlagen hatten.�</p><p>Rione antwortete in nachdenklichem Tonfall: �Unter den B�rgern der Syndikatwelten m�ssen schon l�ngst Ger�chte kursieren, wie es um die Flotte der Syndiks bestellt ist. Das wahre Ausma� der Verluste kann aber nur den Senioroffizieren und den CEOs bekannt sein. Das wiederum bedeutet, dass einige aus diesem Kreis Teil jener Kr�fte sein m�ssen, die versuchen, Heradao der Kontrolle durch die Syndiks zu entrei�en. Es g�rt also unter der Oberfl�che.�</p><p>�Dann k�nnte sich so etwas in vielen Systemen wiederholen, wenn sich die Neuigkeit herumspricht�, folgerte Geary.</p><p>�Vielleicht. Aber wir d�rfen nicht vergessen, dass die Syndiks durchaus noch in der Lage sind, in einzelnen Sternensystemen die Kontrolle auszu�ben. Ein Zusammenbruch der Syndikatwelten wird lange Zeit in Anspruch nehmen, ehe er sich von System zu System vorgearbeitet hat.�</p><p>�Lange Zeit? Zu schade�, murmelte Desjani und sah auf ihr Display. �Die Shuttles, die einige der befreiten Kriegsgefangenen zur <emphasis>Dauntless</emphasis> gebracht haben, sind jetzt bereit, ihre Passagiere aussteigen zu lassen.�</p><p>Sofort sprang Geary auf. �Gehen wir hin und hei�en sie an Bord willkommen.�</p><p>�Ja�, stimmte Rione ihm zu. �Sofern der befehlshabende Offizier der <emphasis>Dauntless</emphasis> nichts gegen meine Anwesenheit einzuwenden hat.�</p><p>�Selbstverst�ndlich nicht, Madam Co-Pr�sidentin�, entgegnete Desjani ohne eine Gef�hlsregung in ihrer Stimme.</p><p>Sie erreichten den Shuttlehangar, als der erste Vogel die Luke �ffnete und die ehemaligen Gefangenen die Rampe herunterkamen. Sie stellten sich ein St�ck vom Shuttle entfernt auf und sahen sich freudig und immer noch ein wenig ungl�ubig um. In ihren zerlumpten alten Uniformen und in der abgetragenen Zivilkleidung erinnerten sie verbl�ffend an die Gefangenen, die die Flotte lange zuvor im Sutrah-System befreit hatte. Selbst die Atmosph�re und die Gef�hle waren genau wie bei Sutrah.</p><p>�Ich nehme an, man kann noch so viele Gefangene befreien, aber man versp�rt immer diesen wohligen Schauer�, murmelte Desjani und sprach aus, was Geary durch den Kopf ging.</p><p>In diesem Moment rief ein Mann laut �ber das Deck: �Vic? Vic Rione?� Ein gro�er, d�rrer Mann mit den Abzeichen eines Commanders auf seinem alten Mantel schaute in ihre Richtung und riss dabei die Augen ungl�ubig auf.</p><p>Victoria Rione musterte den Mann nachdenklich, dann stockte ihr kurz der Atem. Schnell hatte sie sich wieder im Griff und erwiderte: �Kai! Kai Fensin!�</p><p>Sie lief ihm entgegen, w�hrend er sich aus der Gruppe l�ste und auf sie zulief. Einige der Matrosen, die die Befreiten zur Krankenstation f�hren sollten, machten Anstalten, den Mann aufzuhalten, aber Rione gab ihnen ein Zeichen, dass sie sich keine Sorgen machen mussten. �Vic?�, wiederholte Fensin, als er vor ihr stand. �Wann bist du zur Flotte gegangen? Du bist ja keinen Tag �lter geworden.�</p><p>�Vic?�, raunte Desjani gerade laut genug, dass Geary sie h�ren konnte.</p><p>�Immer sch�n l�cheln�, gab er zur�ck, dann folgte er Rione.</p><p>Die sch�ttelte gerade den Kopf und machte einen verlegenen Eindruck. �Ich f�hle mich aber viel �lter, und ich bin nicht zur Flotte gegangen, Kai. Darf ich dir den Flottenbefehlshaber vorstellen, Captain Geary?�</p><p>�Geary.� Commander Fensin l�chelte ihn ungl�ubig an. �Auf dem Weg hierher hat man uns gesagt, wer diese Flotte befehligt. Wer sonst h�tte mit der Flotte herkommen sollen, um uns zu befreien?� Pl�tzlich schien er zu erschrecken, dann nahm Fensin Haltung an. �Es ist mir eine Ehre, Sir, eine gro�e Ehre.�</p><p>�R�hren, Commander�, befahl Geary. �Entspannen Sie sich. Sie werden noch fr�h genug wieder strammstehen m�ssen.�</p><p>�Ja, Sir�, pflichtete Fensin ihm bei. �Ich habe einmal mit einem anderen Geary gedient. Michael Geary. Ein Gro�neffe von Ihnen. Wir waren beide als Junioroffiziere an Bord der <emphasis>Vanquish</emphasis>.�</p><p>Geary merkte, wie sein L�cheln erstarrte. Fensin entging das nicht, besorgt fragte er: �Verzeihen Sie. Ist er tot?�</p><p>�M�glicherweise.� Er fragte sich, wie sich wohl jetzt gerade seine Stimme anh�rte. �Sein Schiff wurde im Heimatsystem der Syndiks zerst�rt, als er der Flotte R�ckendeckung gab, damit sie entkommen konnte.�</p><p>�Er hat einen Geary hingelegt?�, platzte Fensin heraus. �Ausgerechnet er? Ich meine �� Fensin erschrak �ber seine verbalen Fehltritte.</p><p>�Ich verstehe schon�, sagte Geary beschwichtigend. �Er hielt nicht viel von Black Jack, nachdem er in dessen Schatten hatte aufwachsen m�ssen. Aber gegen Ende schien er mich besser zu verstehen, als er sich in der gleichen Situation befand wie ich.� Es wurde Zeit, das Thema zu wechseln und �ber etwas hoffentlich Angenehmeres zu reden. �Woher kennen Sie Co-Pr�sidentin Rione?�</p><p>�Co-Pr�sidentin?� Fensin sah Rione erstaunt an.</p><p>Sie nickte knapp. �Co-Pr�sidentin der Callas-Republik. Und damit auch Mitglied des Senats der Allianz. Ich ging in die Politik, um der Allianz zu dienen, nachdem Paol �� Sie hielt inne und zwinkerte ein paar Mal. �Man hatte mir gesagt, er sei tot, aber vor Kurzem habe ich herausgefunden, dass er noch lebte, als man ihn gefangennahm. Wei�t du irgendetwas?�</p><p>Kai Fensin kniff sekundenlang die Augen zu. �Ich war auf dem gleichen Schiff wie Vics Ehemann�, erkl�rte er an Geary gerichtet. �Entschuldigung, ich meine nat�rlich Co-Pr�sidentin Riones ��</p><p>�F�r dich bin und bleibe ich Vic, Kai. Also: Wei�t du etwas?�</p><p>�Kurz nach unserer Gefangennahme wurden wir getrennt�, fuhr er leise fort. �Paol war schwerverletzt. Jemand hatte mir gesagt, er sei auf dem Schiff umgekommen, deshalb war ich sehr erstaunt, als ich sah, dass er doch noch lebte. Dann brachten die Syndiks die Schwerverletzten weg, angeblich um sie zu behandeln. Aber �� Er verzog den Mund. �Du wei�t ja, was manchmal mit Gefangenen geschieht.�</p><p>�Sie haben ihn umgebracht?�, fragte Rione im Fl�sterton.</p><p>�Das wei� ich nicht. Bei meinen Vorfahren, Vic, ich wei� es nicht. Ich habe nie wieder etwas von ihm geh�rt, und auch nicht von den anderen, die fortgebracht wurden.� Er zuckte mit den Schultern und schaute betr�bt drein. �Von unserem Schiff waren noch ein paar andere in diesem Lager. Ich glaube, keiner von ihnen wurde auf die <emphasis>Dauntless</emphasis> gebracht, aber wir haben uns viel unterhalten. Reden war so ziemlich das Einzige, was man im Lager machen konnte, wenn die Syndiks einen nicht gerade dazu zwangen, Gr�ben auszuheben oder Steine zu klopfen. Keiner wusste irgendetwas dar�ber, was mit Paol geschehen ist. Ich w�nschte, ich k�nnte dir noch seine letzten Worte weitergeben, aber als die Syndiks uns trennten, war er eigentlich gar nicht ansprechbar.�</p><p>Rione brachte ein L�cheln zustande. �Ich wei�, welche Worte er gesagt h�tte.�</p><p>Nach kurzem Z�gern sah Fensin wieder Geary an. �Im Shuttle wurde viel erz�hlt. Jeder wollte das Neueste erfahren. Da war auch die Rede davon, dass da etwas zwischen einer Politikerin und einem Flottenkommandanten l�uft.�</p><p>�Captain Geary und ich hatten vor�bergehend eine Aff�re�, erkl�rte Rione ohne zu z�gern.</p><p>�Die in dem Moment endete, als sie erfuhr, dass ihr Ehemann wom�glich noch lebt�, f�gte Geary hinzu. Das war zwar nicht die ganze Wahrheit, aber es kam ihr nahe genug, dass er verantworten konnte, es zu sagen.</p><p>Commander Fensin nickte. Mit einem Mal wirkte er viel hagerer. �Ich h�tte Vic daraus keinen Vorwurf gemacht, Sir. Vielleicht noch, bevor ich in dieses Arbeitslager kam. Als ich noch dachte, dass Ehre nur ein paar simple Regeln kennt. Jetzt wei� ich, wie es ist, wenn man glaubt, jemanden niemals wiederzusehen, weil der Krieg kein Ende nimmt. Man sieht die Leute im Arbeitslager sterben; Leute, die fast ihr ganzes Leben dort zugebracht haben, und man denkt sich, dass es einem selbst irgendwann ganz genauso ergehen wird. Viele Gefangene haben in diesem Lager neue Partner gefunden, weil sie davon �berzeugt waren, nicht mehr zu ihren fr�heren Lieben zur�ckkehren zu k�nnen. Verheiratete Menschen, die neue Beziehungen begonnen haben. Wenn sie heimkehren, wird das f�r alle Beteiligten eine schmerzhafte Sache werden.� Er sah Rione an. �Mir ist es auch so ergangen.�</p><p>Riones Gesichtsausdruck war so sanft, wie Geary es noch nie erlebt und auch nicht f�r m�glich gehalten hatte. Es war, als h�tte die Begegnung mit diesem Mann aus ihrer Vergangenheit die Erinnerungen an bessere Zeiten erwachen lassen. �Ist sie mit auf dieses Schiff gekommen?�</p><p>�Sie ist tot. Sie starb vor drei Monaten. Die Strahlung auf diesem Planeten verursacht manchmal Probleme, und die Syndiks geben kein Geld f�r kostspielige Behandlungen ihrer Gefangenen aus.� Fensins Augen nahmen einen leidenden Ausdruck an. �M�gen die lebenden Sterne mir verzeihen, aber das hat mir alles viel leichter gemacht. Ich wei� nicht, ob meine Frau noch lebt, aber jetzt stehe ich wenigstens nicht vor einer Wahl. Ich bin kein Ungeheuer, Vic, aber ich muss immer wieder daran denken, was mir so erspart geblieben ist.�</p><p>�Ich verstehe, was du meinst�, erwiderte Rione und griff nach Commander Fensins Arm. �Komm, ich begleite dich in die Krankenstation, damit du so wie die anderen untersucht werden kannst.� Dann gingen sie los, w�hrend Geary ihnen nachsah.</p><p>Desjani r�usperte sich leise und murmelte: �Bei der Gnade unserer Vorfahren.�</p><p>�Ja, das ist schon so eine Sache.�</p><p>�Sch�n zu sehen, dass sie auch menschlich sein kann�, f�gte sie hinzu. �Ich rede von Vic.�</p><p>Er sah Desjani ein wenig skeptisch an. �Ihnen ist doch klar, wie sie reagieren wird, wenn <emphasis>Sie</emphasis> sie so anreden.�</p><p>�Das kann ich mir lebhaft vorstellen�, gab sie zur�ck. �Aber keine Sorge, Sir, ich werde den richtigen Moment daf�r gut ausw�hlen.�</p><p>Geary schickte ein Sto�gebet zu den Vorfahren und hoffte darauf, sich nicht in der unmittelbaren N�he der beiden aufzuhalten, wenn Desjani ihre Ank�ndigung wahrmachte. �Wie viele der befreiten Gefangenen werden in der Lage sein, Ihre Crew zu verst�rken?�</p><p>�Das wei� ich noch nicht, Sir. Das ist so wie bei Sutrah. Wir reden mit jedem Einzelnen von ihnen, dann bewerten wir, welche F�higkeiten sie besitzen oder wie eingerostet sie sind. Danach wird das Personalverwaltungssystem uns dabei helfen zu entscheiden, wer wo am besten aufgehoben ist.�</p><p>�K�nnten Sie ��</p><p>�Commander Fensin bleibt auf jeden Fall an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, Sir�, erkl�rte sie und warf ihm einen k�hlen Blick zu. �Ich will doch hoffen, dass dieser Commander die Politikerin f�r sich beansprucht, damit wir sie vom Hals haben.�</p><p>�Wissen Sie, Sie d�rfen nette Dinge auch tun, um einfach nur nett zu sein, sogar ihr gegen�ber.�</p><p>�Tats�chlich?� Desjanis Miene verriet keine Regung, als sie zu den befreiten Gefangenen schaute. �Ich muss die anderen auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> willkommen hei�en, Sir.�</p><p>�Haben Sie was dagegen, wenn ich sie bei der Gelegenheit auch in der Flotte willkommen hei�e?�</p><p>�Nat�rlich nicht, Sir.� Sie sah ihn betr�bt an. �Ich wei�, wie wenig Sie die Reaktionen m�gen, die das nach sich ziehen wird.�</p><p>�Tja, aber es geh�rt nun mal zu meinen Aufgaben, diese Leute zu begr��en.�</p><p>Es war eigenartig, zwischen den Reihen aus ehemaligen Gefangenen hindurchzugehen, die zum Teil Jahrzehnte im Arbeitslager verbracht hatten, und dabei zu wissen, dass jeder von ihnen lange nach ihm zur Welt gekommen war. Bei der Crew der <emphasis>Dauntless</emphasis> hatte er dieses Gef�hl nicht mehr. Dort war es ihm gelungen, diese Tatsache zu vergessen. Aber durch die befreiten Gefangenen kamen diese Gef�hle nun alle wieder und ihm wurde vor Augen gef�hrt, dass ein jeder in einem Universum aufgewachsen war, in dem Black Jack Geary bereits als Legende galt.</p><p>Eine Unteroffizierin, die viele Dienstjahre hinter sich hatte, sprach ihn pl�tzlich an. �Ich kannte jemanden von der <emphasis>Merlon</emphasis>, Sir. Als ich noch ein Kind war.�</p><p>Geary versp�rte ein sonderbar hohles Gef�hl, als er stehen blieb, um ihr zuzuh�ren. �Von der <emphasis>Merlon?</emphasis>�</p><p>�Ja, Sir. Jasmin Holaran. Sie war � �hm ��</p><p>�Sie war der H�llenspeer-Batterie Eins Alpha zugeteilt gewesen.�</p><p>�Genau, Sir!� Die Frau strahlte ihn an. �Als sie im Ruhestand war, lebte sie in unserer Nachbarschaft. Wir besuchten sie, damit sie uns Geschichten erz�hlte. Sie sprach immer davon, dass alles stimmt, was die Legenden �ber Sie sagen, Sir.�</p><p>�Tats�chlich?� Er konnte sich an Holarans Gesicht erinnern. Er wusste noch, dass er die junge Matrosin einmal hatte verwarnen m�ssen, nachdem sie bei einem Landurlaub in eine Schl�gerei geraten war. Er sah sie vor sich bei der Bef�rderungszeremonie, und ihm kam ins Ged�chtnis, wie er die H�llenspeer-Batterie, zu der auch Holaran geh�rt hatte, wegen ihrer �berragenden Ergebnisse beim Bereitschaftstest gelobt hatte. Sie war eine f�hige Matrosin gewesen, die sich hin und wieder �rger einhandelte, nicht mehr und nicht weniger. Sie hatte zu jenen Leuten geh�rt, deren Leistungen als durchschnittlich bezeichnet werden, die ihre Arbeit erledigen und die tagt�glich daf�r sorgen, dass ein Schiff funktioniert.</p><p>Batterie Eins Alpha war beim Kampf gegen die Syndiks schon fr�h funktionsunf�hig geschossen worden, aber Geary hatte nie erfahren, wer von der Besatzung den Angriff �berlebt hatte. Holaran war also unter den �berlebenden gewesen, und sie hatte es geschafft, die <emphasis>Merlon</emphasis> zu verlassen. Und auch die nachfolgenden Jahre im Kriegsdienst hatte sie �berlebt, was so vielen anderen nicht verg�nnt worden war. Dann hatte sie als Rentnerin neugierigen Kindern ihre Geschichte erz�hlt, und als sie schlie�lich in hohem Alter starb, da trieb er noch immer im K�lteschlaf durchs All.</p><p>�Sir?� Desjani stand neben ihm und sah ihn besorgt an. �Ist alles in Ordnung, Sir?�</p><p>Er fragte sich, wie lange er wohl schweigend dagestanden hatte, und ben�tigte noch einen Moment, um die Gef�hle in den Griff zu bekommen, die auf ihn einst�rmten. �Ja, ja, danke, Captain Desjani.� Er konzentrierte sich wieder auf die Matrosin vor ihm. �Und Ihnen danke ich, dass Sie mir von Jasmin Holaran erz�hlt haben. Sie war eine gute Matrosin.�</p><p>�Sie sagte, Sie h�tten ihr das Leben gerettet. Ihr und vielen anderen�, erg�nzte die �ltere Frau hastig. �Dank den lebenden Sternen f�r Geary, sagte sie immer. H�tten Sie sich nicht geopfert, dann w�re sie bei Grendel gestorben und h�tte so viel vers�umt. Ihr Ehemann war zu der Zeit zwar schon tot, und ihre Kinder waren alle zur Flotte gegangen.�</p><p>�Ihr Ehemann?� Er war sich sicher, dass Holoran nicht verheiratet gewesen war, als sie auf der <emphasis>Merlon</emphasis> diente. Durch sein Handeln hatte sie �berleben und ein langes, erf�lltes Leben f�hren k�nnen, ein Leben mit einem Mann und Kindern.</p><p>�Sir?� Desjani meldete sich wieder zu Wort, diesmal etwas dr�ngender als gerade eben.</p><p>Offenbar hatte er wieder schweigend dagestanden, w�hrend ihm all diese Dinge durch den Kopf gingen. �Ja, es ist alles in Ordnung.� Er atmete tief durch, da er das Gef�hl hatte, als w�re ihm eine gro�e Last von den Schultern genommen worden, die ihm bislang so gar nicht bewusst gewesen war. �Ich habe etwas bewirkt�, fl�sterte er so leise, dass nur Desjani ihn h�ren konnte.</p><p>�Nat�rlich haben Sie das.�</p><p>�Es ist mir eine Freude, Sie kennenzulernen�, versicherte Geary der ehemaligen Gefangenen. �Dass ich einem Menschen begegne, der noch jemanden von meiner Crew gekannt hat.� �berrascht stellte er fest, dass er das v�llig ernst meinte. Der Augenblick, vor dem er sich seit seinem Erwachen aus dem K�lteschlaf gef�rchtet hatte, nahm ihm in Wahrheit etwas von dem Schmerz, den er wegen seiner verlorenen Vergangenheit mit sich herumtrug. �Ich werde keinen von ihnen jemals vergessen, und durch Sie habe ich jetzt die Verbindung zu einem meiner Besatzungsmitglieder zur�ckgewonnen.�</p><p>Die Frau strahlte ihn freudig an. �Das ist das Mindeste, was ich tun kann, Sir.�</p><p>�Es ist etwas sehr Gro�es, was Sie damit getan haben�, lie� er sie wissen. �F�r mich. Daher danke ich Ihnen aus tiefstem Herzen.� Geary nickte Desjani zu. �Es ist alles in Ordnung�, versicherte er ihr.</p><p>�Ja, das ist es�, meinte sie l�chelnd. �Wenn man Kriegsgefangene befreit, weckt man damit jede Menge Geister.�</p><p>�Ja, aber wenn wir diesen Geistern ins Gesicht sehen, dann bringen sie uns vielleicht auch Frieden.� Nachdem er sich noch einmal bei der �lteren Frau bedankt hatte, ging er weiter und sprach mit anderen Befreiten. Das hohle Gef�hl in seinem Inneren hatte sich unterdessen in angenehme W�rme verwandelt.</p><p>Die hielt jedoch nicht lange an. Als er mit Desjani den Shuttlehangar verlie�, wurde er von der Br�cke gerufen.</p><p>�Captain Geary?�, ert�nte die Stimme der Ablauf-Wachhabenden, die blechern aus dem Komm-Pad klang. �Es scheint da ein Problem mit den ehemaligen Kriegsgefangenen zu geben.�</p><p>So viel zu den Augenblicken der Entspannung. �Was ist denn los?�</p><p>�Die rangh�chsten Senioroffiziere bestehen darauf, auf die <emphasis>Dauntless</emphasis> gebracht und in Schutzhaft genommen zu werden.� Nach dem Tonfall zu urteilen, konnte die Wachhabende selbst nicht glauben, was sie da sagte.</p><p>Einen Moment lang sah er nur stumm auf sein Komm-Pad. �Die bitten mich darum, festgenommen zu werden?�</p><p>�Ja, Sir. M�chten Sie mit ihnen reden, Sir?�</p><p>Eigentlich nicht. Trotzdem aktivierte er die am n�chsten gelegene gro�e Komm-Einheit und winkte Desjani zu sich. �Kommen Sie, das sollten Sie sich auch anh�ren.�</p><p>Geary sah zwei Frauen und einen Mann. Eine der Frauen und der Mann trugen die Abzeichen eines Flottencaptains auf Zivilkleidung, die die Syndiks ihnen �berlassen hatten. Die andere Frau hatte den Rang eines Colonels der Marines inne. Alle drei sahen bereits �lter aus, was Geary vor die Frage stellte, wie lange sie bereits Gefangene der Syndiks gewesen waren. �Ich bin Captain Geary. Was kann ich f�r Sie tun?�</p><p>Es dauerte einen Moment, ehe eine Antwort kam, da die drei ihn so anstarrten, wie es inzwischen normal war, auch wenn er sich niemals daran w�rde gew�hnen k�nnen. Schlie�lich erwiderte die Frau: �Wir bitten darum, so schnell wie m�glich in Schutzhaft genommen zu werden, Captain Geary.�</p><p>�Wieso? Wir haben Sie gerade aus der Gefangenschaft geholt, warum sollten Sie sich freiwillig in eine Zelle auf einem Schiff der Flotte begeben?�</p><p>�Wir haben Feinde in den Reihen unserer Mitgefangenen�, sagte der Captain. �Wegen unseres Dienstrangs und unserer Dienstzeit hatten wir das Sagen �ber die Gefangenen. Einige Leute waren sehr unzufrieden mit den Entscheidungen, die wir im Lauf der Jahrzehnte getroffen haben.�</p><p>Geary sah zu Desjani, die die drei Offiziere skeptisch betrachtete. �Ich bin Captain Desjani, befehlshabender Offizier der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Welche Entscheidungen haben zu solchen Problemen gef�hrt, dass Sie auf mein Schiff kommen wollen?�</p><p>Die drei sahen sich kurz an, dann antwortete der Colonel: �Kommandoentscheidungen. Wir waren gezwungen, die Konsequenzen aller Entscheidungen in Erw�gung zu ziehen, die die Gefangenen betrafen.�</p><p>Selbst Geary war l�ngst klar, dass die drei keine Einzelheiten verlauten lassen wollten. Desjani beugte sich vor. �Tun Sie, was die drei wollen. Nehmen Sie sie fest. Wir sollten sie unter Kontrolle haben, bis wir wissen, was da gelaufen ist.�</p><p>Er nickte, lie� die Geste aber so wirken, als gelte sie den drei ehemaligen Kriegsgefangenen. �Also gut. Wir m�ssen uns mit Ihrer Situation noch eingehender befassen, aber bis dahin komme ich Ihrer Bitte nach.� Er sah sich die Daten neben dem Bild an. �Sie sind alle auf der <emphasis>Leviathan?</emphasis> Dann werde ich Captain Tulev befehlen, dass er Sie in Ihren Quartieren unter Arrest stellt.�</p><p>�Sir, wir w�ren lieber Ihrer direkten Kontrolle unterstellt.�</p><p>�Captain Tulev ist ein zuverl�ssiger und vertrauensw�rdiger Offizier dieser Flotte. Sie sind bei ihm nicht schlechter aufgehoben als bei mir.�</p><p>Wieder tauschten die drei vielsagende Blicke aus. �Wir ben�tigen Wachen, Captain Geary.�</p><p>Das wurde ja immer befremdlicher. �Captain Tulev wird den Befehl erhalten, Marines vor Ihren Quartieren zu postieren. K�nnen Sie mir sonst noch etwas sagen?�</p><p>Nach kurzem Z�gern antwortete die eine Frau: �Wir bereiten einen umfassenden Bericht �ber unser Handeln vor.�</p><p>�Danke, den w�rde ich gern lesen. Geary Ende.� Er beendete die Verbindung, dann rief er Tulev. �Captain, da spielt sich etwas ganz Eigenartiges ab.�</p><p>Tulev h�rte sich an, was Geary zu berichten hatte, ohne dass er eine Miene verzog. �Ich werde Wachen aufstellen, Captain Geary. Ich wurde bereits von anderen ehemaligen Gefangenen angesprochen, die mich aufgefordert haben, ihnen zu sagen, wo die drei Senioroffiziere untergebracht sind.�</p><p>�Aufgefordert?�</p><p>�Ja, und deshalb hatte ich bereits beschlossen, diese Offiziere isoliert einzuquartieren und dem Grund f�r diese offene Feindseligkeit auf die Spur zu kommen.�</p><p>Desjani mischte sich ein: �Haben diese Leute irgendeinen Grund f�r ihre Forderungen genannt?�</p><p>�Nein, sie schweigen sich dar�ber aus. Allerdings handelt es sich bei ihnen durchweg um Offiziere. Aber ich werde dieser Sache schon auf den Grund gehen. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen w�rden, ich muss die Marines f�r den Wachdienst anfordern.�</p><p>Nachdem das Gespr�ch beendet war, sah Geary Desjani an. �Irgendeine Ahnung, was da los sein k�nnte?�</p><p>Desjani verzog das Gesicht. �Das eine oder andere kommt mir schon in den Sinn. Die drei f�rchten um ihr Leben, also muss es etwas viel Schwerwiegenderes sein als blo�e Meinungsverschiedenheiten �ber bestimmte Entscheidungen.�</p><p>�Und warum sagen die anderen Gefangenen uns dann nicht, was vorgefallen ist? Sie waren alle im gleichen Lager, warum sollen die �brigen Gefangenen dann nicht in der Lage gewesen sein �� Er unterbrach sich und nahm Kontakt mit Colonel Carabali auf. �Colonel, sind Sie im Arbeitslager diesen drei Senioroffizieren der Allianz begegnet?�</p><p>Carabali sah vom j�ngsten Einsatz mitgenommen aus, ihre Uniform war durchgeschwitzt. W�hrend sie antwortete, straffte sie die Schultern. �Zwei Captains und ein Colonel? Ja. Die kamen uns entgegen, als wir gelandet sind. Ich glaube, wir haben sie mit dem ersten Shuttle rausgeflogen. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich sie nach der Begegnung noch mal gesehen habe. Ich wei�, dass andere Gefangene nach ihnen gesucht haben.� Carabali machte eine kurze Pause. �Allerdings habe ich ihre Quartiere gesehen. Abgesondert von den anderen Unterk�nften. Die hatten was von einem Bunker an sich. Vor den Quartieren muss ein Syndik-Posten Wache gehalten haben, aber als wir eintrafen, hatte der bereits die Flucht ergriffen. Es war eigenartig, aber mir blieb keine Zeit, um mich n�her damit zu befassen, Sir.�</p><p>�Verstanden, Colonel. Vielen Dank.� Geary beugte den Kopf nach vorn und versuchte nachzudenken. �Wie bekommen wir Antworten, Tanya, bevor irgendetwas passiert?�</p><p>Sie hatte ebenfalls konzentriert �berlegt und l�chelte ihn fl�chtig an. �Vielleicht sollten wir beide uns unter sechs Augen mit Commander Fensin unterhalten.�</p><p>�Fensin?� Er musste daran denken, wie entgegenkommend und hilfsbereit der Mann gewirkt hatte. Und er neigte dazu, das auszusprechen, was ihm gerade durch den Kopf ging. �Das k�nnte funktionieren, wenn wir Rione dabeihaben, damit sie ihm gut zuredet.�</p><p>�Muss das sein? Ach, vermutlich haben Sie recht. Sie k�nnen wir gebrauchen, falls er den Mund nicht aufmachen will.�</p><p>�Sie h�ren sich an, als w�ssten Sie schon, was los ist�, meinte Geary.</p><p>�Ich wei� es nicht, Sir, aber ich <emphasis>f�rchte</emphasis>, dass ich es wissen k�nnte, und wenn Commander Fensin nicht reden will, dann k�nnte ich in der Lage sein, ihn zum Reden zu bringen.� Sie tippte auf ihr Komm-Pad. �Br�cke, stellen Sie fest, wo sich Co-Pr�sidentin Rione und Commander Fensin aufhalten. Sie sollten zusammen unterwegs sein, vermutlich auf der Krankenstation. Captain Geary und ich m�ssen sofort mit den beiden im Konferenzraum reden.�</p><p>Z�gerlich gab der Wachhabende zur�ck: �Sollen wir Co-Pr�sidentin Rione den Befehl erteilen, sich in den Konferenzraum zu begeben?�</p><p>Desjani warf Geary einen m�rrischen Blick zu, w�hrend sie antwortete: �Nein, informieren Sie sie, dass Captain Geary dringend darum bittet, mit ihr und Commander Fensin im Konferenzraum zu reden. Das d�rfte wohl diplomatisch genug sein.�</p><p>Commander Fensin l�chelte, als er im Konferenzraum Platz nahm. Rione sa� neben ihm und zeigte keine Regung, beobachtete aber ganz genau, wie Desjani die Luke schloss.</p><p>Geary kam sofort auf den Grund f�r die Unterredung zu sprechen. �Commander Fensin, was hat es mit diesen drei Senioroffizieren auf sich, die zu den befreiten Gefangenen geh�ren?�</p><p>Das L�cheln verschwand von den Lippen des Mannes, auf dessen Gesicht sich alle m�glichen Gef�hlsregungen abzeichneten, ehe er sich in den Griff bekam. �Was soll es mit ihnen auf sich haben?�</p><p>�Wir wissen, es gibt Probleme. Welchen Grund haben die drei, sich vor ihren Mitgefangenen zu f�rchten?�</p><p>�Ich verstehe nicht, was Sie von mir wollen.�</p><p>�Vielleicht verstehen Sie ja ein anderes Wort besser�, mischte sich Desjani ein. �Wie w�re es mit �Verrat�?�</p><p>Fensin sa� pl�tzlich reglos da, dann schaute er Desjani an. �Wie haben Sie davon erfahren?�</p><p>�Ich bin Befehlshaberin eines Schlachtkreuzers�, entgegnete sie. �Was genau haben die drei gemacht?�</p><p>�Ich habe einen Eid abgelegt ��</p><p>�Lange davor haben Sie einen Eid gegen�ber der Allianz abgelegt, Commander�, fiel sie ihm ins Wort. �Als Ihr vorgesetzter Offizier erwarte ich, dass Sie einen umfassenden Bericht erstatten.�</p><p>Geary wurde bewusst, dass Desjani die Kontrolle �ber das Verh�r an sich gerissen hatte, aber da sie offenbar auf dem besten Weg war, dem Mann Antworten zu entlocken, gab es f�r ihn keinen Grund zu protestieren.</p><p>Ganz im Gegensatz zu Rione. �Ich h�tte gerne eine Erkl�rung f�r diese Vorgehensweise. Commander Fensin hat seine medizinische Untersuchung noch nicht einmal abgeschlossen.�</p><p>�Ich denke�, warf Geary ein, �Sie bekommen eine Erkl�rung, wenn Commander Fensin Captain Desjanis Fragen beantwortet.�</p><p>Fensin hatte Desjani schweigend angesehen, nun sank er in sich zusammen und rieb mit beiden H�nden �ber sein Gesicht. �Mir hat das sowieso nie gefallen. Sollten wir es irgendwie schaffen, aus dem Lager rauszukommen, dann w�rden alle den Mund halten, bis wir die drei zu fassen bekommen; so lautete die �bereinkunft. Als w�ren wir eine Gangsterbande und nicht Angeh�rige des Allianz-Milit�rs. Je mehr Zeit verstrich, umso �berzeugender wurde es aber, so zu verfahren. Wir w�rden niemals gerettet werden. Wir w�rden niemals wieder in Freiheit gelangen. Wir w�rden tun m�ssen, was getan werden musste, damit Gerechtigkeit geschieht. Uns als wir gerettet wurden, �nderten sich die Regeln nicht. Wir waren uns einig, es zu tun, sobald sich die Gelegenheit dazu ergab.�</p><p>Rione griff nach Fensins Hand. �Was war geschehen?�</p><p>�Was nicht h�tte geschehen d�rfen.� Fensin starrte das gegen�berliegende Schott an, sein Blick war in die Ferne gerichtet. �Sie haben uns verraten, Vic. Diese drei haben uns verraten.�</p><p>�Und wie?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Es gab einen Plan. Wir wollten ein Versorgungsshuttle der Syndiks kapern, zum Raumhafen fliegen und dort ein Raumschiff in unsere Gewalt bringen. Nur gut zwanzig Leute h�tten es schaffen k�nnen, aber sie h�tten der Allianz jede Menge Informationen mitbringen k�nnen. Wer im Lager ist, was wir �ber die Situation im Syndik-Gebiet wissen und so weiter.� Fensin sch�ttelte den Kopf. �Vermutlich war es eine v�llig verr�ckte Idee. Die Chancen standen vielleicht eins zu einer Million, wenn �berhaupt. Aber einige von uns fanden, dass das immer noch besser war als ein Leben im Arbeitslager. Diese drei Offiziere sagten uns, wir sollten das sein lassen. Wir aber wiesen auf den Befehl der Flotte hin, im Fall einer Gefangennahme jeden erdenklichen Widerstand zu leisten. Also erz�hlten sie es den Syndiks. Sie sagten, das sei der einzige Weg, um diesen Plan zu verhindern, weil die Syndiks sonst die restlichen Gefangenen daf�r b��en lassen w�rden. Schlie�lich h�tten sie sich einverstanden erkl�rt, uns in Zaum zu halten, weil die Syndiks dann allen im Gegenzug gewisse Privilegien gew�hren w�rden. Ha! Privilegien! Genug Essen, medizinische Versorgung � also nur das, wozu die Syndiks aus humanit�rer Notwendigkeit ohnehin verpflichtet waren!�</p><p>Fensin kniff die Augen zu. �Als die Syndiks von dem Plan erfuhren, verh�rten sie uns so lange, bis sie zehn Gefangene identifiziert hatten, die das Shuttle entf�hren wollten. Alle zehn wurden daraufhin erschossen.�</p><p>�War das ein einzelner Vorfall?�, fragte Geary. �Oder ein typisches Verhaltensmuster?�</p><p>�Es war ein Verhaltensmuster, Sir. Ich k�nnte den ganzen Tag hier sitzen und ein Beispiel nach dem anderen liefern. Sie machten das, was die Syndiks verlangten, und dann erz�hlten sie, sie w�rden das f�r uns tun. Seid ruhig, verhaltet euch unauff�llig, und ihr werdet daf�r belohnt. Leistet Widerstand, und die Syndiks werden auf euch einpr�geln.�</p><p>Desjani machte ein Gesicht, als wollte sie angewidert ausspucken. �Die drei haben sich nur auf einen Aspekt ihrer Mission konzentriert, auf das Wohlergehen ihrer Mitgefangenen. Aber alle �brige Verantwortung haben sie einfach vergessen.�</p><p>Fensin nickte best�tigend. �Das ist richtig, Captain. Manchmal konnte ich es sogar fast nachvollziehen. Immerhin waren die drei zusammengerechnet schon mehr als ein Jahrhundert Kriegsgefangene.�</p><p>�Ein Jahrhundert ist nicht lange genug, um die wirklich wichtigen Dinge zu vergessen�, konterte Desjani und sah zu Geary.</p><p>Der schlug mit der Faust auf den Tisch, um Fensins Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ihm behagte nicht, was Desjani gesagt hatte, obwohl � oder gerade weil? � es der Wahrheit entsprach. �Was ist das Ziel dieser Verschw�rung des Schweigens? Warum hat uns niemand sofort gesagt, was diese drei verbrochen haben?�</p><p>�Wir wollten sie selbst umbringen�, antwortete Fensin ganz selbstverst�ndlich. �Wir beriefen heimlich ein Kriegsgericht ein und kamen in allen drei F�llen zu dem Urteil, dass sie Verrat begangen hatten. Die Strafe f�r Verrat in Kriegszeiten ist der Tod. Wir wollten sicherstellen, dass diese Urteile vollstreckt werden, bevor es den dreien gelingen konnte, sich einen Anwalt zu nehmen, um eine formelle Anklage zu erreichen und dabei auf geringf�gigere Vergehen zu pl�dieren. Und ehrlich gesagt wollten wir auch diejenigen r�chen, die ihretwegen gestorben waren.� Er sah sich im Konferenzraum um. �Sie k�nnen sich nicht vorstellen, was f�r ein Gef�hl das ist. Ich � Haben wir hier Zugriff auf Bilder des Lagers? Bevor Sie uns rausgeholt haben?�</p><p>�Ja, nat�rlich.� Desjani tippte ein paar Befehle ein. �ber dem Tisch tauchte eine Draufsicht des Arbeitslagers auf dem dritten Planeten auf, wie es ausgesehen hatte, bevor es beim Kampf um die Befreiung der Gefangenen in einen Tr�mmerhaufen verwandelt worden war. Als das Bild vergr��ert wurde, fiel Geary ein weitl�ufiges freies Feld auf, auf dem teilweise Steinbl�cke in langen Reihen angeordnet waren. �Ein Friedhof.�</p><p>�Ja�, best�tigte Fensin. �Dieses Arbeitslager existierte rund achtzig Jahre lang. Eine ganze Generation Gefangener ist dort alt geworden und gestorben. Allzu viele �ltere Insassen gab es nicht, daf�r waren die Bedingungen zu rau und die medizinische Versorgung zu schlecht.� Sein Blick ruhte auf den Grabsteinen. �Wir alle waren davon �berzeugt, dass jeder von uns fr�her oder sp�ter dort enden w�rde. Es fand nie ein Gefangenenaustausch statt, warum sollten wir also damit rechnen, der Krieg k�nnte jemals ein Ende nehmen? Nach f�nf, zehn oder zwanzig Jahren bleibt selbst von der festesten �berzeugung nichts anderes �brig als Resignation. Wir w�rden niemals unsere Familien wiedersehen, wir w�rden niemals heimkehren. Wir hatten nur noch einander � und das, was wir als Mitglieder des Allianz-Milit�rs noch an W�rde vorweisen konnten.�</p><p>Er schaute Rione eindringlich an, als sei sie diejenige, die er vor allem �berzeugen wollte. �Und das haben sie verraten. Uns haben sie verraten. Es war alles, was wir noch hatten, und sie nahmen es uns. Da ist es doch klar, dass wir sie umbringen wollten.�</p><p>Eine Weile sa�en sie alle schweigend da, schlie�lich deutete Desjani auf das Bild, das immer noch �ber dem Tisch schwebte. �Haben die Marines Aufzeichnungen �ber diese Gr�ber bekommen, als sie unten waren? Die Namen derjenigen, die dort beerdigt wurden?�</p><p>�Das bezweifle ich.� Fensin tippte mit einem Finger an seine Stirn. �Das war auch nicht n�tig. Jeder von uns musste sich einen Teil der Namen merken. Meine Aufgabe war es, alle Namen auswendig zu lernen, die mit F anfangen. Die Liste der Toten steckt in unseren K�pfen. Wir konnten sie nicht mit nach Hause nehmen, weil sie sich bereits den Vorfahren angeschlossen hatten. Aber wir werden ihre Namen zu ihren Familien mitnehmen.�</p><p>Einen Moment lang stellte sich Geary lebhaft vor, wie diese Gefangenen penibel die Namen derer durcharbeiteten, die gestorben waren, wie sie die Listen untereinander abglichen, wie sie sich die Namen auf die einzige Weise einpr�gten, die ihnen zur Verf�gung stand. Jahr um Jahr wurden die Listen l�nger und l�nger, und keiner wusste, ob jemals irgendjemand in der Allianz all diese Namen zu h�ren bekommen w�rde. Und dennoch lernten sie sie weiter auswendig. Geary konnte sich nur zu gut vorstellen, wie die Gefangenen sich in diesem Lager gef�hlt haben mussten. Sie hatten allen Grund, davon auszugehen, dass dieses Lager ihr Grab werden w�rde. Und genauso verstand er ihr Bed�rfnis nach Ritualen und ihr Gef�hl, verraten worden zu sein. �Also gut.� Geary sah Rione fragend an.</p><p>Sie senkte den Blick und nickte schlie�lich. �Ich glaube ihm.�</p><p>�Ich auch�, f�gte Desjani prompt hinzu.</p><p>Geary ber�hrte die Komm-Kontrolle. �Captain Tulev, setzen Sie die drei Senioroffiziere in ein Shuttle mit Marines als Bewacher. Bringen Sie sie zur �� Er z�gerte, da er ein Schiff ben�tigte, auf dem sich keine ehemaligen Kriegsgefangenen von Heradao befanden, doch die waren auf alle Kriegsschiffe verteilt worden.</p><p>Genau. Alle Kriegsschiffe.</p><p>�Zur <emphasis>Titan</emphasis>. Bringen Sie sie zur <emphasis>Titan</emphasis> mit dem Befehl, dass sie bis auf Weiteres in ihrem Quartier bleiben und bewacht werden m�ssen. Alle drei stehen unter Arrest.�</p><p>Tulev nickte, da ihn diese Mitteilung nicht zu �berraschen schien. �Wie lautet die Anklage? Wir sind verpflichtet, ihnen den Grund zu nennen, wenn wir sie unter Arrest stellen.�</p><p>�Verrat und Pflichtvers�umnis im Angesicht des Feindes. Die drei hatten mir angek�ndigt, dass sie einen Bericht zusammenstellen wollten. Sorgen Sie daf�r, dass ihnen die Mittel zur Verf�gung stehen, um diesen Bericht verfassen zu k�nnen. Ich will ihn lesen.� Das stimmte allerdings nicht so ganz, denn wenn Commander Fensin die Wahrheit gesagt hatte, dann wollte er eigentlich nicht lesen, wie diese Offiziere ihr Verhalten rechtfertigten. Andererseits war es seine Pflicht, sich mit dem auseinanderzusetzen, was sie zu ihrer Verteidigung vorbrachten.</p><p>Nachdem Tulev die Verbindung beendet hatte, wandte sich Geary wieder an Fensin. �Vielen Dank, Commander Fensin. Ich glaube, wenn Ihre Schilderung von Ihren ehemaligen Mitgefangenen best�tigt wird, dann kann ich wohl versprechen, dass ein Kriegsgericht der Allianz zum gleichen Urteil kommen wird.�</p><p>�M�ssen wir so lange warten?�, fragte Fensin mit erschreckender Gelassenheit. �Sie k�nnten doch ihre Erschie�ung sofort anordnen.�</p><p>�So verfahre ich nicht, Commander. Wenn Ihre Aussagen zutreffen, dann werden die drei sich mit ihrem eigenen Bericht keinen Gefallen tun, weil dann niemand die Notwendigkeit anzweifeln wird, dass das Urteil nur so und nicht anders lauten kann.�</p><p>�Aber Captain Gazin ist schon so alt�, wandte Fensin ein. �M�glicherweise �berlebt sie die R�ckkehr ins Allianz-Gebiet nicht, und dann entgeht sie ihrem verdienten Schicksal.�</p><p>Desjani antwortete darauf in ihrem energischen Befehlston: �Wenn sie stirbt, dann werden die lebenden Sterne �ber sie urteilen, Commander. Diesem Urteil kann sich niemand entziehen. Sie sind Offizier der Allianz-Flotte, Commander Fensin. Daran haben Sie w�hrend Ihrer Gefangenschaft festgehalten, und jetzt, da Sie zur�ck in der Flotte sind, sollten Sie es nicht vergessen.�</p><p>Riones Miene war wie versteinert, aber Fensin sah Desjani nur sekundenlang an, dann nickte er. �Ja, Captain. Verzeihen Sie mir.�</p><p>�Es gibt nichts, was Ihnen verziehen werden m�sste�, versicherte sie ihm. �Sie sind durch die H�lle gegangen, und Sie haben Ihre Pflicht erf�llt, indem Sie uns die Wahrheit gesagt haben. Tun Sie weiter Ihre Pflicht, Commander. Sie waren immer ein Teil der Flotte, aber jetzt sind Sie tats�chlich wieder bei ihr.�</p><p>�Ja, Captain�, wiederholte er und setzte sich etwas gerader hin.</p><p>Rione hob den Kopf und blickte Geary an. �Wenn sonst nichts mehr ist, w�rde ich gern etwas Zeit mit Commander Fensin verbringen und mich dann darum k�mmern, dass seine medizinische Untersuchung abgeschlossen wird.�</p><p>�Ja, nat�rlich.� Geary und Desjani standen gleichzeitig auf und verlie�en den Konferenzraum. Als sich die Luke hinter ihnen schloss, drehte sich Geary um und sah noch, dass Rione nach wie vor Fensins Hand hielt. �Verdammt�, murmelte er.</p><p>�Verdammt�, wiederholte Desjani best�tigend. �Und wir sollen sie wirklich nicht jetzt schon erschie�en? Ganz sicher?�</p><p>Also hatte sie sich auch versucht gef�hlt, aber vor den anderen nichts gesagt, damit nicht der Eindruck entstand, sie k�nnte seine Position untergraben. �Ganz sicher? Nein, das nicht. Aber es muss ordentlich verhandelt werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass ein Lynchmob seinen Willen durchgesetzt hat. Das haben Sie �brigens gut gemacht, wie Sie Fensin zum Reden gebracht haben. Woher wussten Sie, dass Sie Verrat ins Spiel bringen mussten?�</p><p>Sie verzog den Mund. �Aus einigen Unterhaltungen mit Lieutenant Riva. Er sprach ein paar Mal von solchen Dingen, aber da verstand ich eigentlich nicht so richtig, um was es ging. Allerdings konnte ich mich daran erinnern, wie w�tend er wurde, wenn die Rede auf jemanden kam, der seiner Meinung nach zu sehr auf die Syndiks h�rte. Das war mir im Ged�chtnis geblieben.� Sie schaute den Korridor entlang und f�gte ein wenig tonlos hinzu: �Es ist nicht so, als w�rde ich an Riva denken. F�r gew�hnlich �berhaupt nicht.�</p><p>�Verstehe.� Zu seinem Erstaunen versp�rte Geary einen Anflug von Eifersucht. Er musste das Thema wechseln. �Ich frage mich, ob ich nicht vielleicht auf diesen Irrweg geraten w�re, h�tten die Syndiks mich gefangengenommen.�</p><p>Desjani warf ihm einen missbilligenden Blick zu. �Nein, das w�ren Sie nicht. Ihnen sind die Leute wichtig, die Ihnen unterstellt sind, aber Sie kennen auch die Risiken, die sie einzugehen haben. Sie waren bislang immer in der Lage, diese beiden Dinge im Gleichgewicht zu halten.�</p><p>�Die Leute sind mir so wichtig, dass ich sie in den Tod schicke�, gab er zur�ck und bemerkte, welch verbitterter Tonfall sich dabei eingeschlichen hatte.</p><p>�Das ist richtig. Bei zu viel Kaltbl�tigkeit werden ihre Leben vergeudet, aber bei zu viel Vorsicht sterben sie auch, und zwar ohne dass sie etwas erreicht haben. Ich will gar nicht erst so tun, als k�nnte ich verstehen, warum die Dinge so sind, aber Sie wissen das.�</p><p>�Ja.� Er sp�rte, dass seine momentane schlechte Laune sich prompt besserte, und l�chelte sie an. �Danke, dass Sie hier sind, Tanya.�</p><p>�Es ist nicht so, als k�nnte ich irgendwo anders sein als hier.� Sie erwiderte sein L�cheln, dann aber wurde sie ernst und salutierte. �Ich muss mich um mein Schiff k�mmern, Sir.�</p><p>�Dann will ich Sie davon nicht abhalten.� Er salutierte ebenfalls und sah ihr nach, wie sie wegging.</p><p>Sie musste sich um ihr Schiff k�mmern und er musste die <emphasis>Titan</emphasis> rufen, um Commander Lommand wissen zu lassen, welch unerfreuliche Fracht zu ihm unterwegs war. Die Last des Kommandos wog mal schwerer und mal nicht so schwer, aber sie war immer da.</p><p>Am n�chsten Morgen f�hlte er sich besser. Der dritte Planet von Heradao war angenehm weit entfernt, die Flotte war wieder mit den zur�ckgelassenen Einheiten vereint, und inzwischen war der gesamte Tross auf dem Weg zum Sprungpunkt nach Padronis. Sogar der alte Syndik-Verpflegungsriegel, den er zum Fr�hst�ck ausgew�hlt hatte, schien gar nicht so schrecklich zu schmecken wie sonst �blich.</p><p>Auf einmal summte die Komm-Einheit in seinem Quartier. �Sir, wir haben hier eine dringende Bitte um ein Gespr�ch mit Ihnen. Sie kommt von Commander Vigory.�</p><p>�Commander Vigory?� Vergeblich versuchte er, den Namen einem Gesicht oder einem Schiff zuzuordnen, also schlug er in der Datenbank nach. Ein weiterer ehemaliger Kriegsgefangener von Heradao. Kein Wunder, dass er mit dem Namen nichts anfangen konnte. Er war auf die <emphasis>Spartan</emphasis> gebracht worden, und nach der Zusammenfassung in der Datenbank hatte er eine ziemlich routinem��ige Karriere hinter sich gebracht, als er in Syndik-Gefangenschaft geraten war. �Na gut, dann stellen Sie ihn durch.�</p><p>Der schmale, hagere Commander Vigory sah aus wie viele andere Gefangene auch, die sie aus dem Arbeitslager befreit hatten. �Captain Geary�, begann er in f�rmlichem Tonfall. �Ich m�chte mich bei Ihnen melden, um dem Befehlshaber der Flotte den geb�hrenden Respekt zu erweisen.�</p><p>�Vielen Dank, Commander.�</p><p>�Und ich m�chte Sie davon in Kenntnis setzen, dass ich immer noch auf ein neues Kommando warte.�</p><p><emphasis>Immer noch?</emphasis> Geary sah auf die Uhr. Nicht mal ein Tag war vergangen, seit die Flotte den Orbit um den dritten Planeten verlassen hatte. Erst dann wurde ihm bewusst, was Vigory noch gesagt hatte. �Ein neues Kommando?�</p><p>�Jawohl, Sir.� Vigory schaute ihn mit einem fordernden Ausdruck in den Augen an. �Eine Durchsicht der Flottenaufzeichnungen hat ergeben, dass zahlreiche Schiffe dieser Flotte f�r einen Offizier von meinem Dienstgrad geeignet sind, aber derzeit von Offizieren befehligt werden, die j�nger sind als ich.�</p><p>�Sie erwarten von mir, dass ich irgendeinem meiner Offiziere das Kommando entziehe, damit Sie sein Schiff bekommen k�nnen?�</p><p>Diese Frage schien f�r Vigory v�llig �berraschend zu kommen. �Ja, nat�rlich, Sir.�</p><p>Geary k�mpfte gegen den Wunsch an, diesen Mann so zusammenzustauchen, dass ihm H�ren und Sehen verging. Er versuchte, so ruhig wie m�glich zu klingen. �Wie w�rden Sie sich f�hlen, wenn man Ihnen unter solchen Umst�nden Ihr Schiff wegnehmen w�rde, Commander?�</p><p>�Das ist ohne Bedeutung, Sir. Das hier ist eine Frage der Ehre und der angemessenen W�rdigung meines Dienstgrads und meiner Position. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass jedes Schiff in der Flotte von meinen Erfahrungen und meinen Kommandof�higkeiten profitieren w�rde.�</p><p>O ja, Vigory hatte wahrscheinlich in seinem ganzen Leben noch nie an etwas gezweifelt, was seine Person anging, �berlegte Geary, w�hrend er das Gesicht des Mannes betrachtete. Laut Datenbank war Vigory vor f�nf Jahren in Gefangenschaft geraten. Er war das Produkt einer Flotte, in der die individuelle Ehre Vorrang vor allem anderen hatte und in der Schiffe ins Gefecht zogen, ohne einer halbwegs brauchbaren Taktik zu folgen. Vielleicht war dieser Mann trotzdem ein ganz brauchbarer Offizier, aber Geary konnte sich nicht die Zeit nehmen, in dieser Phase des R�ckflugs den Befehlshaber eines seiner Schiffe erst noch umzuerziehen � ganz zu schweigen davon, dass das gegen�ber jedem befehlshabenden Offizier in dieser Flotte �u�ert unfair gewesen w�re.</p><p>�Commander, ich werde Ihnen das jetzt so erkl�ren, wie ich kann. Jeder Befehlshaber in dieser Flotte begleitet mich seit dem Heimatsystem der Syndiks, jeder von ihnen hat sich in zahlreichen Gefechten mit dem Feind bew�hrt und seinen Mut und seine Ehre unter Beweis gestellt.� Das war zwar in einigen F�llen v�llig �bertrieben, aber auf solche Feinheiten schien Vigory ohnehin nicht zu achten. �Ich werde keinem meiner momentanen Befehlshaber das Kommando entziehen, solange er kein grobes Fehlverhalten an den Tag legt. Diese Flotte ist auf dem Weg ins Allianz-Gebiet. Wenn wir dort angekommen sind, k�nnen Sie darum bitten, das Kommando �ber ein neugebautes Kriegsschiff zu erhalten oder ein vorhandenes Schiff zu �bernehmen, dessen Befehlshaber auf einen anderen Posten versetzt wird.�</p><p>Vigory schien nicht zu begreifen, was Geary gesagt hatte. �Sir, ich erwarte, dass ich in allern�chster Zeit ein Kommando in dieser Flotte zugeteilt bekomme, das meinem Dienstgrad und meinen F�higkeiten angemessen ist.�</p><p>�Dann muss ich Ihnen leider mitteilen, dass sich Ihre Erwartungen nicht erf�llen werden.� Geary versuchte, nicht w�tend zu werden, doch er merkte, dass sein Tonfall energischer wurde. �Sie werden den Dienst verrichten, den die Allianz von Ihnen einfordert, so wie jeder Offizier in dieser Flotte.�</p><p>�Aber � ich ��</p><p>�Vielen Dank, Commander Vigory. Ich wei� Ihre Bereitschaft zu sch�tzen, den Dienst zu verrichten, den die Allianz ben�tigt.�</p><p>Nachdem das Gespr�ch beendet war, lehnte sich Geary zur�ck und legte eine Hand �ber seine Augen. Im n�chsten Moment wurde die T�rglocke zu seinem Quartier bet�tigt. <emphasis>Na, wunderbar. Kann dieser Morgen noch schlimmer werden?</emphasis> Er lie� die Luke �ffnen und setzte sich etwas gerader hin, als Victoria Rione eintrat. �Captain Geary.�</p><p>�Madam Co-Pr�sidentin.� Sie waren in genau diesem Raum viele Male k�rperlich intim gewesen, doch diese Zeit lag hinter ihnen. Sie w�rden beide nicht versuchen, aus dieser fr�heren Beziehung noch irgendeinen pers�nlichen Nutzen zu ziehen.</p><p>�Ich hoffe, ich st�re nicht�, sagte sie.</p><p>�Nein, �berhaupt nicht. Ich habe nur gerade �berlegt, weshalb ich eigentlich diese Kriegsgefangenen retten wollte�, gestand er ihr.</p><p>Rione l�chelte fl�chtig. �Weil Sie die l�stige Angewohnheit haben, unbedingt das Richtige tun zu wollen, auch wenn der gesunde Menschenverstand etwas ganz anderes sagt.�</p><p>�Besten Dank. Was f�hrt Sie zu mir?�</p><p>�Die befreiten Kriegsgefangenen von Heradao.�</p><p>Es gelang ihm nicht, ein Aufst�hnen zu unterdr�cken. �Was ist denn jetzt schon wieder?�</p><p>�Das k�nnten gute Neuigkeiten sein, oder zumindest n�tzliche.� Rione deutete mit einer Kopfbewegung in Richtung des Konferenzraums. �Nachdem Sie gestern gegangen waren, gestand mir Commander Fensin, das Beste, was man ihm hatte sagen k�nnen, sei das gewesen, was Ihr Captain ihm an den Kopf geworfen hat. Sie wissen schon, dass sie ihn an seine Verantwortung als Allianz-Offizier erinnert und ihn aufgefordert hat, dieser Verantwortung gerecht zu werden.� Einen Moment lang hielt sie inne. �Nach allem, was Kai Fensin gesagt hat, sieht es so aus, dass ihm und den anderen Gefangenen eine feste Hand gefehlt hat, jemand, den sie respektieren konnten und der ihnen sagte, was zu tun war. Er ist der Ansicht, dass sie alle von einem Verhalten profitieren w�rden, wie Ihr Captain es ihm zuteil werden lie�.�</p><p>Geary widerstand der Versuchung zu betonen, dass sein �Captain� einen Namen hatte und dass Desjani ohnehin nicht �sein� Captain war. �Das klingt logisch. Sie sind es nicht gew�hnt, ihre vorgesetzten Offiziere zu respektieren oder sich um deren Befehle zu k�mmern.�</p><p>�Kai schlug vor, dass Sie andere in der Flotte davon in Kenntnis setzen, damit alle wissen, wie sie mit den Gefangenen umgehen sollten. In dieser Hinsicht sind diese Leute nicht so wie die, die wir bei Sutrah befreit haben.�</p><p>�Danke�, sagte er. �Ich glaube, er hat damit recht.�</p><p>�Ja, und Ihr Captain hatte ebenfalls recht. Mein Instinkt, Commander Fensin zu besch�tzen, war ein Irrtum.�</p><p>�Machen Sie sich deshalb keine Vorw�rfe. Desjani und Fensin geh�ren beide zur Flotte.� Rione nickte nur stumm. �Wie geht es Ihnen?�</p><p>Sie sah ihn forschend an. �Warum fragen Sie?�</p><p>�Sie scheinen sehr gl�cklich dar�ber zu sein, dass Sie Commander Fensin gefunden haben.�</p><p>Riones Augen blitzten auf. �Wenn Sie damit andeuten wollen ��</p><p>�Nein, nein!� Geary hob entschuldigend die H�nde hoch. �Das habe ich damit nicht gemeint. Ich habe nur das Gef�hl, dass das Wiedersehen mit ihm Ihnen gut getan hat.�</p><p>Ihr �rger verschwand so rasch wieder, wie er hochgekocht war. �Ja. Er erinnert mich an viele Dinge. An das Leben, das ich einmal hatte.�</p><p>�Das habe ich gemerkt.� Er hielt es f�r das Beste, wenn er nicht erw�hnte, dass Desjani es ebenfalls bemerkt hatte.</p><p>�Tats�chlich?� Sie lie� den Kopf ein wenig sinken. �Manchmal frage ich mich, was geschehen wird, falls mein Mann noch lebt und wir beide wieder vereint werden. In all den Jahren, seit er weg ist, habe ich mich in vieler Hinsicht ver�ndert. Ich � ich bin nicht mehr die Frau, die er gekannt hat.�</p><p>�Ich habe diese Frau gesehen, als Sie mit Kai Fensin auf dem Hangardeck redeten.�</p><p>�Wirklich?� Rione seufzte. �Dann gibt es ja doch noch Hoffnung f�r mich. Vielleicht ist sie ja gar nicht tot.�</p><p>�Das ist sie nicht, Victoria.�</p><p>Sie sah ihn an und setzte ein schiefes L�cheln auf. �Das ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen Sie mich noch immer so anreden d�rfen, John Geary. Ich danke Ihnen. Ich musste das h�ren, was Sie mir zu sagen hatten.� Sie ging zur Luke, blieb aber noch einmal stehen und f�gte an, w�hrend sie ihm den R�cken zuwandte: �Danken Sie bitte auch Ihrem Captain in meinem Namen f�r das, was sie zu Commander Fensin gesagt hat. Ich bin ihr daf�r wirklich dankbar.� Dann verlie� sie sein Quartier, und die Luke schloss sich hinter ihr.</p><p>Er schrieb eine Nachricht an die Captains seiner Flotte, die ehemaligen Kriegsgefangenen von Heradao nicht mit Samthandschuhen anzufassen und ihnen schnellstm�glich irgendwelche Aufgaben zuzuweisen, damit sie sich sinnvoll bet�tigen konnten. Nachdem er die Nachricht abgeschickt hatte, lehnte sich Geary zur�ck und betrachtete wieder das Sternendisplay.</p><p>Nur noch etwas mehr als zwei Tage, dann erreichte die Flotte den Sprungpunkt nach Padronis. In dem System sollten keine �berraschungen auf sie lauern, war doch nichts �ber eine Pr�senz der Syndiks bekannt. Das Gleiche sollte auch f�r Atalia gelten, das letzte Syndik-System, das sie durchqueren mussten, auch wenn sich dort Menschen angesiedelt hatten. Wenn die Geheimdienstinformationen der Allianz ann�hernd zutrafen, dann hatten die Syndiks so gut wie alles gegen die Allianz-Flotte aufgeboten und verloren. Demnach konnten sie �ber keine ausreichend gro�e Zahl an Kriegsschiffen mehr verf�gen, um sie seiner Flotte in den Weg zu stellen.</p><p>Sollte er sich tats�chlich endlich entspannen k�nnen?</p><p>F�nf Minuten sp�ter meldete sich Lieutenant Iger vom Geheimdienst mit einer sehr dringenden Mitteilung.</p></section><section><title><p>Sieben</p></title><p>Wenn Lieutenant Iger aus der Geheimdienstabteilung sich meldete, hatte er meistens etwas Interessantes und manchmal etwas sehr �berraschendes zu bieten. Gearys Erfahrungen sagten ihm, dass es nie angenehme �berraschungen waren. Aber was er zu vermelden hatte, entpuppte sich oft als entscheidende Information.</p><p>Da Iger keine gl�ckliche Miene machte, als Geary bei ihm eintraf, konnte er sofort davon ausgehen, dass es wieder eine von den unangenehmen �berraschungen werden w�rde. �Sagen Sie mir bitte, dass der B�rgerkrieg in diesem System uns keinen weiteren �rger bereiten wird, Lieutenant.�</p><p>�Oh � ja, Sir. Der B�rgerkrieg sollte f�r uns keine weiteren Konsequenzen nach sich ziehen, Sir. Mir geht es um ein ganz anderes Problem.�</p><p>�Ah, wunderbar. Ein gro�es Problem?�</p><p>�Ja, Sir, ein sehr gro�es.�</p><p>Geary rieb sich den Nacken und merkte, wie ein leichter Kopfschmerz begann. �Also gut, dann lassen Sie mal h�ren.�</p><p>�Wir haben den Funkverkehr der Syndiks in diesem Sternensystem �berwacht, Captain Geary�, begann Iger. �Damit beziehe ich mich auf die Nachrichten, die bereits gesendet worden waren, als wir hier eintrafen. Das ist eine standardm��ige Vorgehensweise, um wichtige Mitteilungen aufzufangen und sie so schnell wie m�glich zu entschl�sseln. Zuerst fiel uns dabei auf, dass eine deutlich �berdurchschnittliche Zahl an �bermittlungen der h�chsten Priorit�t gesendet wurde. Dabei muss ich noch einmal betonen, dass das bereits vor dem Zusammenbruch der Syndik-Kontrolle �ber das System so war.�</p><p>Geary nickte. Die Grenzen, die die Lichtgeschwindigkeit mit sich brachten, stellten f�r gew�hnlich ein Problem dar � nur dann nicht, wenn man versuchte, Nachrichten abzufangen, die bereits vor Stunden oder Tagen gesendet wurden, also lange vor dem Moment, da irgendjemand wissen konnte, dass die Allianz-Flotte in diesem speziellen System auftauchen w�rde. Diese Nachrichten bewegten sich noch immer mit Lichtgeschwindigkeit durch das System und lie�en sich empfangen, wenn man wusste, was zu tun war. �Und k�nnen Sie etwas zum Inhalt sagen? Die Syndiks haben sich gedacht, wir k�nnten hier auftauchen, und das w�rde dieses hohe Aufkommen eigentlich erkl�ren.�</p><p>�Aber das gilt nicht f�r alle, Sir. Wir waren in der Lage, einige der aufgefangenen dringenden Nachrichten zu entschl�sseln.� Iger drehte sich um und bet�tigte ein paar Tasten, dann tauchten auf einem Display mehrere Textzeilen auf. �Die hier stammen aus Stimm�bertragungen und verschiedenen Text�bertragungen. Solche informellen Kommunikationen sind �blicherweise die n�tzlichsten, weil die Leute reden, ohne nachzudenken. Es gibt mehrere Verweise auf eine Sache, von der wir bislang nie etwas geh�rt haben. Und zwar hier, hier und dort unten.�</p><p>Geary las die hervorgehobenen Zeilen und stutzte. �Reserveflotte? Davon haben die Syndiks bis jetzt noch nie gesprochen?�</p><p>�Nein, Sir. Eine Suche in unseren Datenbanken hat in den letzten Jahrzehnten nur drei Verweise auf den Begriff in Berichten �ber die Syndiks ergeben. Es existieren keine tats�chlichen Daten, sondern nur die Identifizierung des Worts �Reserveflotte� ohne irgendeinen Hinweis auf die Bedeutung.� Iger zeigte auf eine andere Zeile. �Das dort ist eine Vorratsanforderung. Wir haben einen Gro�teil dieser Nachricht entschl�sseln k�nnen, weil wir wissen, wie die Syndiks diese Anforderungen formatieren. Dadurch ist klar, was bestimmte Abschnitte bedeuten m�ssen. Dies hier sind Segmente der kompletten Anforderung, das da stellt den Anteil dar, den Heradao dazu beisteuern sollte. Typisch f�r die Syndiks ist eine �u�erst strikt geregelte Logistik. Wenn man einen Schlachtkreuzer der D-Klasse mit Lebensmittelvorr�ten f�r sechzig Tage best�cken will, dann fordert man die Menge X von dieser Speise und die Menge Y von jener Speise an und so weiter und so fort.�</p><p>�Ich sehe da Heerscharen von X und Y�, merkte Geary an, als er die abgefangene Anforderung durchlas.</p><p>�Ja, Sir.� Iger atmete gedehnt aus. �Unter der Annahme, dass es sich um die Vorr�te f�r sechzig Tage handelt, was bei den Syndiks der Regelfall ist, w�rde man mit dieser Anforderung eine Streitmacht versorgen k�nnen, die sich aus je f�nfzehn bis zwanzig Schlachtschiffen und Schlachtkreuzern sowie aus hundert bis zweihundert Schweren und Leichten Kreuzern und Zerst�rern zusammensetzt.�</p><p>Geary sa� wie erstarrt da. Wie konnte eine so gro�e Syndik-Streitmacht immer noch existieren? Seine Flotte hatte heldenhaft gek�mpft und schwere Verluste hinnehmen m�ssen, aber jetzt hatte es so ausgesehen, als sei der Weg nach Hause endlich frei. Bis zu diesem Moment. �Und das hat ganz sicher nichts mit der Flotte zu tun, die wir hier zerst�rt haben?�</p><p>�Nein, Sir, ganz sicher nicht. Diese Nachricht wurde aus dem Sternensystem gesendet.�</p><p>�Dann w�rden Sie sagen, dass eine Syndik-Flotte von der von Ihnen beschriebenen Gr��e existiert und sich in einem Sternensystem aufh�lt, das nicht allzu weit von hier entfernt ist?�</p><p>�Ja, Sir.� Das musste man Iger lassen: Er versuchte nie, um den hei�en Brei herumzureden, wenn er schlechte Neuigkeiten zu verk�nden hatte.</p><p>�Wie ist das m�glich? Wie k�nnen die Syndiks noch immer �ber eine so gro�e Flotte verf�gen, von der unsere Geheimdienstquellen nichts wissen?�</p><p>�Da k�nnen wir nur raten, Sir, aber ich glaube, damit liegen wir gar nicht so sehr daneben.� Abermals deutete Iger auf die angezeigten Nachrichten. �Wir glauben, dass ein Teil der Nachrichten, die diese Reserveflotte erw�hnen, in die Syndik-Systeme Surt und Embla geschickt wurden.�</p><p>�Surt? Embla?� Die Namen kamen ihm irgendwie bekannt vor, aber er konnte sich nicht an den Zusammenhang erinnern, in dem er sie geh�rt hatte. �Ich w�sste auf Anhieb nicht, wo die liegen sollen.�</p><p>�Das h�ngt damit zusammen, dass sie weit vom Allianz-Gebiet entfernt liegen.� Iger wechselte zum Sternendisplay. �Hier, an den Grenzen des Syndik-Territoriums, die am weitesten von der Allianz entfernt sind.�</p><p>In diesem Moment ergab alles einen Sinn. �Eine Reserveflotte an der Grenze zu den Aliens als Schutz f�r den Fall, dass die sie angreifen.�</p><p>�Richtig, Sir�, stimmte Iger ihm zu. �Das ist die �berzeugendste Erkl�rung. Eine Flotte, die so weit von der Allianz entfernt ist, dass wir keine Hinweise darauf finden konnten und somit auch nichts von ihrer Existenz wussten. Aber jetzt f�rchten die Syndiks, wir k�nnten mit einem ihrer Hypernet-Schl�ssel nach Hause gelangen. Also bringen sie die Reserveflotte ins Spiel, um uns aufzuhalten.�</p><p>�Verdammt. So was k�nnen wir nun wirklich nicht gebrauchen.�</p><p>�Ich wei�, Sir.�</p><p>�Irgendeine Ahnung, wo diese Flotte jetzt ist?�, fragte er mit Blick auf das Sternendisplay.</p><p>�Nicht weit von hier entfernt. Ein Sternensystem, das mit ein oder zwei Spr�ngen zu erreichen ist. Zumindest d�rften sie vor Kurzem dort gewesen sein.�</p><p>�Kalixa? Das war ein m�gliches Ziel, das wir von Dilawa aus h�tten ansteuern k�nnen. Dort h�tten sie das Hypernet-Portal verteidigen k�nnen, und das Portal w�rde ihnen erm�glichen, schnell den Standort zu ver�ndern, sollten wir dort nicht eintreffen.�</p><p>Iger nickte. �Durchaus m�glich, Sir. Aber die Wachschiffe, die uns beobachtet haben, werden in K�rze Kalixa erreichen und sie davon in Kenntnis setzen, dass wir uns f�r Heradao entschieden haben. Also werden sie wahrscheinlich in ein Sternensystem wechseln, in dem sie uns aufhalten k�nnen.�</p><p>Also noch eine weitere gro�e Schlacht, und das vermutlich gegen eine erfahrene Streitmacht, die �ber reichlich Brennstoffzellen und Munition verf�gte. Seine Wut �ber diese Wendung des Schicksals lie� etwas nach, als Geary sich ausmalte, was h�tte geschehen k�nnen, w�ren sie dieser Flotte ohne Vorwarnung in die Arme geflogen. �Lieutenant Iger, Sie und Ihre Leute haben hervorragende Arbeit geleistet. Das sind extrem wichtige Informationen. Vielen Dank.�</p><p>Iger strahlte ihn an. �Danke, Sir. Ich werde daf�r sorgen, dass jeder in dieser Abteilung erf�hrt, was Sie gesagt haben.� Dann aber lie� der Offizier Unbehagen erkennen. �Sir, ich wei�, unsere vorrangige Aufgabe ist es, uns Gedanken �ber die m�glichen Konsequenzen zu machen. Aber wenn die Syndiks die ganze Zeit �ber eine so gro�e Streitmacht an der Grenze zu diesen Aliens stationiert hatten, dann muss es doch einen Grund geben, die Aliens zu f�rchten. Was, wenn die Aliens nun merken, dass diese Streitmacht abgezogen wurde?�</p><p>�Gute Frage, Lieutenant. Allerdings bin ich mir sicher, dass sie das bereits wissen. Wenn diese Aliens Schiffe im Hypernet umleiten k�nnen, dann sind sie immer auf dem Laufenden, sobald das Netz benutzt wird. Die Reserveflotte kann von so weit entfernt nur das Hypernet benutzen, wenn sie eine Chance haben will, uns aufzuhalten. Das hei�t, die Aliens haben l�ngst mitbekommen, was los ist.�</p><p>�Dann wissen sie auch, dass sich ihnen jetzt eine g�nstige Gelegenheit f�r einen Schlag gegen die Syndiks bietet.� Iger biss sich auf die Lippe. �Und wenn wir diese Reserveflotte zerst�ren, was wir machen m�ssen, wenn wir ihr begegnen, dann wird das f�r die Aliens eine noch bessere Gelegenheit.�</p><p>Geary betrachtete die Darstellung der Syndikatwelten auf dem Display und malte sich aus, was passieren k�nnte, wenn die Syndik-F�hrer abtr�nnige Sternensysteme nicht schnell wieder unter ihre Kontrolle brachten, wenn ihre Flotte vor�bergehend zu geschw�cht war, um das eigene Territorium zu verteidigen, und wenn die Aliens diesen Moment nutzten und angriffen. Eine unumst��liche Lehre aus der die Geschichte war die Erkenntnis, dass ein Imperium nur so stark war, wie seine F�higkeit, das Volk im Zaum zu halten. Geht diese F�higkeit verloren, dann neigt jedes Imperium dazu, sehr schnell zu zerfallen.</p><p>Er musste diese Reserveflotte vernichten, wenn er seine eigene Flotte nach Hause bringen wollte. Doch damit l�ste er wom�glich eine Entwicklung aus, durch die viele von den Syndiks kontrollierte Systeme so enden w�rden wie Heradao.</p><p>�Sir?�, riss Iger ihn aus seinen Gedankeng�ngen. �Ist irgendetwas �ber die Absichten dieser Aliens bekannt?�</p><p>�Nein, Lieutenant. Es gibt nur Mutma�ungen, die auf zu wenigen Fakten beruhen. Von den Absichten einmal abgesehen, wissen wir ja nicht mal, wozu sie f�hig sind. Im Grunde genommen wissen wir �berhaupt nichts �ber sie. Lieutenant Iger, wenn wir auf diese Reserveflotte sto�en, m�ssen wir so viele Senioroffiziere wie m�glich festnehmen, um sie zu verh�ren. Ganz sicher werden sie Informationen dar�ber besitzen, was die Syndiks �ber die Aliens herausgefunden haben.�</p><p>�Sehr wahrscheinlich, Sir�, best�tigte Iger, f�gte dann aber hinzu: �Allerdings w�rde es Sie wohl �berraschen, wie oft jemand so v�llig darauf konzentriert ist, ein Geheimnis f�r sich zu behalten, dass er die wichtigsten Informationen nicht mal denjenigen �berl�sst, die sie dringend ben�tigen, nur weil er Angst hat, irgendetwas davon k�nnte gegen ihn verwendet werden.�</p><p>�So was kommt immer noch vor? Ach, nat�rlich tut es das. Vermutlich gab�s das schon, als die echten persischen Esel L�rm gemacht haben.�</p><p>Es war wieder einmal Zeit f�r eine Flottenkonferenz. Sie waren Geary l�ngst nicht mehr so zuwider wie zu Beginn, aber er hatte auch nicht vergessen, dass einige der virtuell anwesenden Offiziere hinter seinem R�cken Pl�ne gegen ihn schmiedeten. Allerdings machten die meisten Teilnehmer einen gut gelaunten Eindruck, da nach dem letzten Sieg einer Heimkehr nichts mehr im Weg zu stehen schien.</p><p>Bedauerlicherweise w�rde er mit der neuesten Feststellung des Geheimdienstes dieser guten Laune ein j�hes Ende bereiten. �Ich habe Lieutenant Iger vom Geheimdienst gebeten, bei dieser Konferenz anwesend zu sein, damit er Sie alle �ber etwas unterrichten kann, was er bereits mit mir besprochen hat.� Er deutete auf Iger und setzte sich hin. Da er wusste, was der Lieutenant zu berichten hatte, konzentrierte er sich stattdessen darauf, die Reaktionen der anderen Offiziere zu beobachten.</p><p>Die gute Laune verwandelte sich in Unglauben, dann folgte Wut.</p><p>Captain Armus fasste die Stimmung als Erster in Worte: �Wie kann sich unser Geheimdienst so v�llig irren?�</p><p>�Wie Lieutenant Iger bereits erkl�rt hat�, antwortete Geary, �war diese Reserveflotte so weit vom Allianz-Gebiet entfernt stationiert, dass wir keine Hinweise auf ihre Existenz feststellen konnten.�</p><p>�Wieso?�, warf der befehlshabende Offizier der <emphasis>Daring</emphasis> ein. �Das sind sehr viele Schiffe, und ich wei�, dass die Syndiks sie in der Vergangenheit bei vielen Gelegenheiten h�tten einsetzen k�nnen. Warum halten sie sie so weit weg in einem entlegenen System an der gegen�berliegenden Grenze zur�ck?�</p><p>��ber die Gr�nde k�nnen wir nur spekulieren�, erwiderte Geary. Genau genommen war das auch die Wahrheit, denn alles, was die Aliens auf jener Seite des Syndik-Systems anging, war die reine Spekulation. �Tatsache ist, dass sich die Flotte dort aufhielt, und jetzt sieht es so aus, dass sie den Befehl erhalten hat, uns zu stoppen.�</p><p>�Und wo ist die Flotte jetzt?�, wandte sich der Befehlshaber der <emphasis>Dragon</emphasis> an Iger.</p><p>�Wir glauben, dass sie sich in einem System aufh�lt, das ein oder zwei Spr�nge von Heradao entfernt ist.�</p><p>Geary vergr��erte das Sternendisplay, um diese Region anzeigen zu lassen. �Als wir Heradao erreicht hatten, da haben Captain Desjani und ich uns gewundert, warum die hier wartende Syndik-Flotte uns den Weg nach Kalixa freih�lt. W�ren wir nach Kalixa geflogen, dann w�ren sie uns gefolgt, und wir h�tten uns zwischen ihnen und der Reserveflotte wiedergefunden.�</p><p>�Ein typischer Syndik-Trick�, meinte Captain Badaya. �Wie lange werden die bei Kalixa auf uns warten?�</p><p>Desjani zeigte auf das Display. �Nachdem wir die Flotte hier geschlagen hatten, hat sich ein Syndik-J�ger sofort auf den Weg nach Kalixa gemacht. Ein weiterer J�ger wartet in der N�he des Sprungpunkts, um zu sehen, welche Richtung wir einschlagen. Und nat�rlich warten zwei weitere J�ger nahe dem Sprungpunkt nach Padronis.�</p><p>Nachdem er sich das Display genauer angesehen hatte, nickte Badaya. �Atalia. Sie erfahren es, wenn wir nach Padronis springen. Sie wissen, dass wir von Padronis nicht nach Kalixa kommen, also werden sie Kurs auf Atalia nehmen und versuchen, uns dort zu stoppen, weil wir den Sprung in dieses System machen m�ssen.�</p><p>�Eine gute Einsch�tzung�, stimmte Geary zu. �Zu diesem Schluss sind Lieutenant Iger und ich auch gekommen.�</p><p>�Wir scheinen hier �ber einige grobe Fehlleistungen hinwegzusehen�, wandte Captain Kila in einem sanften Tonfall ein, der im Widerspruch zu ihren Worten stand. �Jemand hat eine Syndik-Flotte <emphasis>�bersehen</emphasis>, die unter anderem aus zwanzig Schlachtschiffen und zwanzig Schlachtkreuzern besteht?� Lieutenant Iger, der sich sichtlich unbehaglich f�hlte, setzte zu einer Erwiderung an, aber sie redete weiter: �Nein, <emphasis>Lieutenant</emphasis>, ich will mir keine Ausfl�chte anh�ren. W�ren Sie ein Frontoffizier, dann w�rde man Sie jetzt wegen Pflichtverletzung vom Dienst ��</p><p>�Captain Kila.� Gearys Tonfall lie� Kila abrupt innehalten. �Lieutenant Iger dient unter mir, nicht unter Ihnen. Ohne seine Anstrengungen und die seiner Untergebenen w�ssten wir jetzt noch immer nicht, dass diese Flotte existiert.�</p><p>Kila drehte sich zu ihm um. �Nur damit es keine Missverst�ndnisse gibt, Captain Geary. Sie halten es nicht f�r richtig, Leute f�r ihr Fehlverhalten zur Verantwortung zu ziehen?�</p><p>Ihr Tonfall lie� ihn die Beherrschung verlieren. �W�rde ich das machen, Captain Kila, dann w�rde ich Sie wegen des Verlustes des Schlachtkreuzers <emphasis>Opportune</emphasis> zur Verantwortung ziehen.�</p><p>Totenstille machte sich breit.</p><p>Aus dem Augenwinkel bemerkte Geary Desjanis warnenden Blick. Er wusste sofort, was sie am liebsten laut ausgesprochen h�tte: <emphasis>Sie k�nnen keinem Offizier dieser Flotte einen Vorwurf daraus machen, dass er zu aggressiv handelt. Keiner Ihrer Offiziere wird das akzeptieren � auch jetzt noch nicht.</emphasis></p><p>Kila schien noch nach der passenden Erwiderung zu suchen, doch bevor sie etwas sagen konnte, ging Captain Caligo dazwischen: �Wir m�ssen uns auf das konzentrieren, was vor uns liegt, nicht auf die Vergangenheit. Nicht die Kameraden sind unsere Feinde, sondern die Syndiks.�</p><p>Die Bemerkung sagte eigentlich etwas ganz Selbstverst�ndliches aus, aber sie bewirkte, dass die Anspannung sich legte.</p><p>�Caligo hat recht�, erkl�rte der Captain der <emphasis>Warspite</emphasis>. �Es ist v�llig egal, woher diese Reserveflotte kommt. Tatsache ist, dass wir bei Atalia auf sie treffen werden, und das ist das Einzige, was mich interessiert.�</p><p>Geary atmete tief durch. �Ganz genau. Bevor wir von Padronis nach Atalia springen, werden wir unsere endg�ltige Gefechtsformation einnehmen. Im schlimmsten Fall m�ssen wir bei Verlassen des Sprungraums sofort k�mpfen, aber es sieht so aus, als h�tten die Syndiks diese Taktik aufgegeben. Sobald wir Gelegenheit hatten, ihre Position und Formation zu analysieren, werden wir vorr�cken und ihnen wehtun.�</p><p>�Der Bestand unserer Brennstoffzellen wird sehr niedrig sein�, gab Tulev zu bedenken. �Der Verlust der <emphasis>Goblin</emphasis> lie� sich nicht verhindern, aber das hat die Lage nur noch ernster gemacht.�</p><p>�Ich wei�. Das bedeutet, dass wir dieser logistischen Problematik zum Trotz gewinnen m�ssen.� Das mochten zwar anfeuernde Worte sein, aber letztlich waren sie v�llig nutzlos. Dennoch wollte ihm nichts Besseres einfallen.</p><p>�Wir sind besser als die Syndiks�, meldete sich Desjani zu Wort. �Wir k�nnen h�rter und kl�ger k�mpfen als sie.� Einzelnen Offizieren ringsum am Tisch schienen diese Aussagen Mut zu machen, und Badaya nickte ihr zustimmend zu, auch wenn Desjani das nicht zu bemerken schien. Kila sah sie ver�chtlich an, doch das ignorierte sie ebenso. �Wir werden wieder gewinnen, weil diese Flotte einen Befehlshaber hat, mit dem es kein Syndik aufnehmen kann.�</p><p>Das kam ausgesprochen gut an und entlockte sogar Tulev ein fl�chtiges Grinsen. �Ich kann Captain Desjani nicht widersprechen. Ich habe vollstes Vertrauen in Captain Geary. Seine bisherige Bilanz im Kampf gegen den Feind spricht B�nde.�</p><p>�Vielen Dank�, sagte Geary. �Nun wissen Sie alle, was uns erwartet. Wir werden uns diese Syndik-Flotte vornehmen, wie wir es mit all ihren Vorg�ngern auch gemacht haben. Ich halte die Chancen, dass die Reserveflotte schon bei Padronis auf uns wartet, f�r sehr gering, dennoch werden wir auch gefechtsbereit sein, wenn wir dort eintreffen. Bei Padronis sehe ich Sie alle wieder.�</p><p>Als alle virtuellen Teilnehmer verschwunden und Lieutenant Iger erleichtert �ber das Ende der Konferenz aus dem Raum gest�rmt war, wandte sich Geary zu Desjani um und zuckte entschuldigend mit den Schultern. �Tut mir leid. Ich wei�, bei Kila ist mein Temperament mit mir durchgegangen.�</p><p>�Genau das will sie ja erreichen�, machte Desjani ihm klar. �Sie ist Ihr Feind, Sir, und Sie m�ssen Ihr gegen�ber nach den gleichen Regeln vorgehen, wie Sie es bei den Syndiks machen. Lassen Sie sich nicht von ihr in einen Hinterhalt locken.�</p><p>�Okay, schon klar. Wenn ich das n�chste Mal irgendetwas Dummes sagen will, dann verpassen Sie mir einen Tritt gegen das Schienbein.�</p><p>Desjani zog die Augenbrauen hoch. �Das w�rde mir bestimmt eine ganze Reihe von neugierigen Blicken einbringen. Die ernte ich in letzter Zeit sowieso, sobald ich nur den Mund aufmache.�</p><p>�Oh. Na ja, vielleicht sollten Sie mir stattdessen einfach diesen Blick zuwerfen, der sagt: �Das sollten Sie lieber nicht sagen.��</p><p>�Habe ich so einen Blick?�</p><p>�Verdammt, ja. Tun Sie nicht so, als w�ssten Sie nicht, wovon ich rede.�</p><p>�Ich habe keine Ahnung.� Desjani ging auf die Luke zu. �Achten Sie nur darauf, was Sie in Kilas Gegenwart sagen. Sie lauert darauf, dass sich ihr eine Gelegenheit bietet, Ihnen in den R�cken zu fallen.�</p><p>�Ach, da w�re noch was.� Desjani blieb wieder stehen und wartete, dass Geary weiterredete. �Co-Pr�sidentin Rione hat mich gebeten, Ihnen ihren Dank daf�r auszurichten, wie Sie mit Commander Fensin verfahren sind. Das hat ihm sehr geholfen.�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Ich habe nur meine Pflicht getan, Sir, aber es freut mich, dass ich ihm behilflich sein konnte.�</p><p>�Soll ich Co-Pr�sidentin Rione irgendetwas von Ihnen ausrichten?�, hakte er nach, da er hoffte, so vielleicht die eisige Atmosph�re zwischen den beiden ein wenig zum Tauen zu bringen.</p><p>�Nein, Sir. Sie sollen sich nicht verpflichtet f�hlen, meinetwegen mit ihr reden zu m�ssen.�</p><p>Er sah ihr nach, wie sie den Raum verlie�. Dass das b�se Blut zwischen den beiden Frauen zum Teil sein Fehler war, wusste er nur zu gut. Allerdings hatte er keine Ahnung, was er dagegen unternehmen sollte.</p><p>Bevor die Flotte Heradao verlie�, gab es noch eine Sache zu erledigen. Es hatte sich in jedem Sternensystem abgespielt, in dem es zum Kampf gegen die Syndiks gekommen war, doch das machte einem die Angelegenheit nicht leichter. Geary trug seine Galauniform und stand mit gestrafften Schultern vor einer Ehrengarde aus Marines und Matrosen, die gleichfalls in Galauniform erschienen waren. Schwarze, mit Goldborte abgesetzte Armbinden schm�ckten den linken Arm eines jeden Anwesenden.</p><p>Geary r�usperte sich und versuchte, mit ruhiger Stimme zu sprechen. �Jeder Sieg fordert seinen Preis. Viele unserer Kameraden sind in diesem Sternensystem gefallen, als sie f�r ihr Zuhause, ihre Familie und f�r ihre �berzeugung eintraten. Nun m�ssen wir uns von den sterblichen �berresten jener verabschieden, die in dieser Schlacht eines ehrenhaften Todes gestorben sind. M�ge alle Ehre ihrem Andenken zuteil werden, und m�ge jenen Trost gespendet werden, die sie hinterlassen. Ihr Geist hat sich bereits ihren Vorfahren angeschlossen, und nun wird ihr K�rper sich zu einem der Leuchtfeuer begeben, die uns die lebenden Sterne gew�hren. Unsere Gebete und unser Dank werden sie begleiten.�</p><p>Captain Desjani trat mit ernster Miene vor und drehte sich zu den Marines um. �Bereit.� Die Marines legten ihre Waffen an. �Feuer.� Die Waffen, die auf die niedrigste Entladung eingestellt waren, erzeugten �ber ihnen helle Lichter. �Feuer.� Weitere Lichter. �Feuer.�</p><p>Desjani kehrte an ihren urspr�nglichen Platz zur�ck.</p><p>Geary drehte sich zu ihr um. �Schicken Sie die sterblichen �berreste der geehrten Toten auf ihre letzte Reise.�</p><p>Desjani salutierte, wandte sich ab und gab den Befehl weiter an jedes Schiff in der Flotte, das Verluste zu beklagen hatte.</p><p>Hunderte von Kapseln mit Leichen verlie�en die Schiffe und flogen wie eine Flotte der Toten auf den Stern Heradao zu.</p><p>Geary h�rte, wie Desjani fl�sternd betete, und auch die anderen murmelten leise etwas. Er selbst wartete respektvoll ab, schickte ein paar Worte an seine Vorfahren und rief dann den letzten Befehl: �Weggetreten.�</p><p>Marines und Matrosen zogen sich so wie alle, die zur Zeremonie gekommen waren, langsam zur�ck, w�hrend Geary schweigend dastand und ein gro�es Display betrachtete, auf dem zu sehen war, wie die Kapseln mit den Toten sich zielstrebig von der Flotte entfernten.</p><p>Desjani stellte sich neben ihn. �Das ist immer das Schwierigste�, sagte sie, �der Abschied.�</p><p>�Ja. Ich w�nschte, wir k�nnten sie nach Hause mitnehmen, damit jeder auf seiner Heimatwelt beigesetzt wird.�</p><p>�Das ist nicht machbar�, meinte sie kopfsch�ttelnd. �Wir m�ssten die Toten an der Au�enh�lle unserer Schiffe festmachen, und das w�re einfach nur piet�tlos. Auf diese Weise erhalten sie die ehrenvollste Bestattung, die wir ihnen geben k�nnen. Wir �bergeben sie der Umarmung eines Sterns.�</p><p>�Weltraumbestattungen waren zu meiner Zeit die Ausnahme�, erkl�rte Geary. �Allerdings hatten wir es auch nicht mit so vielen Toten zu tun.�</p><p>�Es ist die bestm�gliche Ruhest�tte�, beteuerte Desjani und legte eine Hand auf ihr Herz. �Alles, woraus wir geschaffen wurden, kommt von den Sternen. Jetzt kehren diese Toten zu den Sternen zur�ck, und eines Tages werden diese Sterne die in ihnen befindlichen Elemente herausschleudern, so wie sie es von Anbeginn an gemacht haben, und im Lauf der Zeit werden diese Elemente neue Sterne bilden, neue Welten und neues Leben. �Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen kehren wir zur�ck��, zitierte sie. �Das ist ein gutes Schicksal, eine ehrliche letzte Ehre, die wir denen erweisen k�nnen, die an unserer Seite gestorben sind.�</p><p>�Ja, Sie haben recht.� Selbst der militanteste Agnostiker konnte nichts gegen die Wahrheit einwenden, die Desjani ausgesprochen hatte. Und auch wenn Geary den Zeitraum, der daf�r notwendig war, f�r unertr�glich lang hielt, tr�stete es ihn dennoch, Teil eines ewigen Kreislaufs zu sein, den die Goldborte an den beiden R�ndern der Armbinde symbolisierte. Licht, Dunkel, Licht. Das Dunkel war nur ein Intervall.</p><p>�Und Sie d�rfen nicht vergessen�, erg�nzte Desjani, �dass ohne Sie l�ngst jeder Mann und jede Frau in dieser Flotte tot w�re � oder zumindest in einem Arbeitslager der Syndiks, wo sie nichts anderes erwarten w�rde als der ewige Tod fernab von allen, die sie liebten.�</p><p>�Ich habe das nicht allein geschafft. Ohne den Mut und die Anstrengungen aller Angeh�rigen dieser Flotte w�re das niemals m�glich gewesen. Trotzdem vielen Dank. Sie geben mir Kraft, wenn ich sie am n�tigsten habe.�</p><p>�Gern geschehen.� Ihre Hand ruhte f�r einen kurzen Moment auf seinem Arm, dann verlie� Desjani ihn ohne ein weiteres Wort.</p><p>Er blieb noch eine Weile und beobachtete die Kapseln, wie sie ihren Weg zum Stern fortsetzten.</p><p>Etliche Stunden sp�ter ging die Allianz-Flotte zum Sprung nach Padronis �ber, w�hrend hinter ihr auf den Welten von Heradao der B�rgerkrieg weitertobte.</p><p>Padronis war ein weiteres von der Menschheit aufgegebenes System, das der Allianz nichts von Nutzen bieten konnte. Geary sch�ttelte den Kopf, als er sah, wie die Flottensensoren das bewerteten, was die Syndiks auf einer kleinen Rettungsstation zur�ckgelassen hatten, als sie sich aus diesem System zur�ckzogen. Hier konnte es nichts geben, was es wert gewesen w�re, die Fahrt auch nur eines Schiffs zu verlangsamen.</p><p>Allerdings hatten sie auch nicht erwartet, in irgendeiner Weise f�ndig zu werden. Padronis war ein wei�er Zwerg, der allein in der Leere des Alls vor sich hin strahlte, ganz ohne die Ansammlung von Planeten und Asteroiden, die �blicherweise um einen Stern kreisten. So wie jeder wei�e Zwerg sammelte sich in der �u�ersten H�lle zu viel Helium an, woraufhin er zur Nova wurde und diese H�lle abstie�, um dann f�r kurze Zeit viel heller zu leuchten. Diese gelegentlichen Novae bewirkten, dass alle Welten und Felsbrocken, die sich jemals im Orbit befunden hatten, l�ngst zertr�mmert und in die Dunkelheit zwischen den Sternen geschleudert worden waren. Nur die noch relativ neue und nun verlassene Orbitaleinrichtung der Syndiks zog noch ihre Bahn um den Stern. Eines Tages w�rde Padronis wieder zur Nova werden und auch dieser Station ihr Ende bereiten. Die Sensoren hatten die H�lle des Sterns analysiert und den Schluss gezogen, dass dieses Ereignis noch lange nicht eintreten w�rde.</p><p>�Stellen Sie sich vor, Sie h�tten zu der Besatzung auf dieser Station geh�rt�, sagte Geary zu Desjani. �Hier war eine Notfallstation erforderlich, immerhin sind hier zurzeit des Sprungantriebs etliche Schiffe durchgeflogen. Aber das Personal der Station muss sich schrecklich isoliert gef�hlt haben. Das hier ist das reinste Nichts.�</p><p>Sie verzog den Mund und nickte. �Schlimmer k�nnte es nur sein, in einem System mit einem Schwarzen Loch festzusitzen, aber das d�rfte ja ohnehin nur Wissenschaftsfreaks widerfahren. Ich m�chte wetten, die Syndiks haben die Station mit Kriminellen besetzt. Sie haben sie bestimmt vor die Wahl gestellt, f�r ein paar Jahre ins Arbeitslager zu gehen oder hierher nach Padronis zu kommen. Ich frage mich, wie viele wohl dem Arbeitslager den Vorzug gaben.�</p><p>�Ich glaube, das h�tte ich auch gemacht�, sagte Geary und wollte gerade noch etwas anf�gen, da begann sein Display zu flackern und erlosch gleich darauf komplett, w�hrend die Br�ckenbeleuchtung dunkler wurde.</p><p>�Was ist passiert?�, wollte Desjani von ihrer Br�ckencrew wissen, w�hrend sie auf ihr eigenes Display tippte. Das aber war genauso tot wie Gearys.</p><p>�Notfallabschaltung der Systeme�, meldete ein Wachhabender erschrocken. �Soweit ich das feststellen kann, hat sich auf dem Schiff alles abgeschaltet, ausgenommen die Notfallreserven.�</p><p>�Wieso?�</p><p>�Ursache unbekannt, Captain. Ich � Warten Sie. Der Maschinenraum benutzt das lautgesteuerte Komm-System, um uns auf dem Laufenden zu halten. Sie sagen, der Hauptantrieb hat einen Notfallabsturz vorgenommen. Sie analysieren momentan jedes System, bevor sie es wieder hochfahren.�</p><p>Desjani ballte die F�uste. �Was kann diesen Notfallabsturz ausgel�st haben?�</p><p>Der Maschinenraum-Wachhabende wirkte in der schwachen Notbeleuchtung leichenblass. �Bislang nicht bekannt. Den lebenden Sternen sei Dank, dass der Antrieb sich noch abschalten konnte, Captain. Alles, was einen Notfallabsturz bewirken kann, ist sehr ernst.�</p><p>Geary sprach in die sich anschlie�ende Stille: �Das hei�t, wir sind gerade eben nur knapp einem Versagen des Hauptantriebs entgangen?�</p><p>�Sieht so aus, und zwar einem verheerenden Versagen.� Mit m�rrischer Miene wandte sich Desjani ihren Wachhabenden zu. �Ich will schnellstens von allen Abteilungen einen Statusbericht sehen, au�erdem brauche ich eine Sch�tzung vom Maschinenraum, wie lange es dauern wird, den Antrieb neu zu starten.�</p><p>�K�nnen wir mit dem Rest der Flotte Kontakt aufnehmen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Die Notsysteme sind aktiv, Sir. Nur Sprache, keine Daten.�</p><p>�Teilen Sie dem Rest der Flotte mit, was gerade passiert ist.�</p><p>�Jawohl Sir.� Dann hielt der Komm-Wachhabende inne, lauschte und schnappte erschrocken nach Luft. �Sir, die <emphasis>Daring</emphasis> meldet, dass es auf der <emphasis>Lorica</emphasis> in dem Moment, als sich unsere Systeme abschalteten, zu einem Versagen des Hauptantriebs gekommen ist. Die <emphasis>Lorica</emphasis> wurde vollst�ndig zerst�rt, keine Anzeichen f�r �berlebende.�</p><p>Ein einzelner Zwischenfall dieser Art war ein zwar sehr seltenes, aber nicht unm�gliches Ereignis. Zwei solche Zwischenf�lle zur gleichen Zeit konnten nur mit Sabotage erkl�rt werden. Derjenige, der f�r die Verbreitung der W�rmer in den Flottensystemen verantwortlich war, hatte wieder zugeschlagen.</p><p>�Bastarde�, hauchte Desjani mit verbissener Miene. Als sie lauter weiterredete, fand Geary, dass sie sich erstaunlich gut unter Kontrolle hatte. �Informieren Sie den Maschinenraum, dass ein Wurm in den Betriebssystemen der wahrscheinliche Grund f�r den Notfallabsturz ist.�</p><p>Alle Wachhabenden sahen sie erschrocken an, dann reagierte der Maschinenraum-Verantwortliche hastig: �Jawohl, Captain.�</p><p>�Captain Geary�, rief der Ablauf-Wachhabende. �Die <emphasis>Daring</emphasis> fragt an, welche Anweisungen sie an den Rest der Flotte weiterleiten soll. Sollen alle Schiffe ihre relative Position zur <emphasis>Dauntless</emphasis> auch dann beibehalten, wenn sie vom Kurs abdriftet?�</p><p>Das war wenigstens eine relativ leichte Frage. Ein einzelnes Schiff in seine alte Position innerhalb der Flotte zur�ckzubringen, verbrauchte wesentlich weniger Energie, als wenn die gesamte Flotte nun eine Kurskorrektur vornahm, um in der N�he der <emphasis>Dauntless</emphasis> zu bleiben, solange die weder �ber Antriebs- noch Steuersysteme verf�gte. �Sagen Sie der <emphasis>Daring</emphasis>, sie soll unsere Rolle als F�hrungsschiff �bernehmen, bis die <emphasis>Dauntless</emphasis> wieder da ist.�</p><p>Nach nicht einmal zwanzig Minuten rief der Offizier f�r Systemsicherheit die Br�cke, aber f�r Geary waren das die l�ngsten zwanzig Minuten seines Lebens gewesen. Er verga� schnell, wie sehr er sich daran gew�hnt hatte, sein Display zu benutzen, um alle Informationen zu erhalten, die er ben�tigte � bis dieses Display auf einmal nicht mehr dort war und er nichts weiter sehen konnte als den Ausschnitt der Br�cke, der sich vor seinem Kommandosessel befand. Nat�rlich gab es keine Fenster, weder hier tief im Inneren der <emphasis>Dauntless</emphasis> noch in der Au�enh�lle. Das Fehlen von Fenstern trug schlie�lich erheblich zur Stabilit�t und Integrit�t der H�lle bei. Aber in Augenblicken wie diesem w�re sogar ein winziger Sehschlitz w�nschenswert gewesen, um den Rest der Flotte wenigstens sehen zu k�nnen.</p><p>�Wir haben ihn gefunden�, meldete der Systemoffizier, der sich �ber die lautgesteuerte Notverbindung seltsam weit entfernt anh�rte. �Der Wurm hat versucht, ein Versagen des Hauptantriebs herbeizuf�hren, aber unsere Sicherheitssysteme waren schneller und haben einen Notfallabsturz ausgel�st.�</p><p>�K�nnen Sie sich erkl�ren, warum das bei der <emphasis>Lorica</emphasis> nicht funktioniert hat?�, fragte Desjani.</p><p>�Da kann ich nur raten, Captain. Betriebssysteme sind extrem komplex, deshalb unterscheiden sie sich zwischen den Schiffen in Feinheiten voneinander, selbst wenn sie eigentlich identisch sein sollten. Bei den Sicherheitssystemen der <emphasis>Lorica</emphasis> k�nnte es solche Abweichungen gegeben haben. Oder der Befehl zur �berladung erfolgte genau in dem Teil einer Millisekunde, als unsere Systeme nach etwas Derartigem Ausschau hielten, w�hrend ihre Systeme anderweitig aktiv waren. Ich will nicht schlecht �ber die Toten reden, aber denkbar ist auch, dass die Verantwortlichen auf der <emphasis>Lorica</emphasis> ihren Systemschutz nicht auf den allerneuesten Stand gebracht hatten. All dies ist m�glich, aber wir werden wahrscheinlich nie erfahren, was geschehen ist. Ich nehme an, dass von der <emphasis>Lorica</emphasis> nicht genug �brig geblieben ist, um uns noch eine Antwort geben zu k�nnen.�</p><p>Desjani schloss die Augen, ihre Lippen bewegten sich in einem stummen Gebet. Geary konnte nachempfinden, wie sie sich in diesem Moment f�hlen musste. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> war nur um Haaresbreite der Vernichtung entgangen. �Sind Sie sich ganz sicher�, wollte sie dann von ihrem Offizier wissen, �dass in den Systemen nicht noch was lauert?�</p><p>�Wir haben nichts gefunden, Captain.�</p><p>�Danach habe ich nicht gefragt.�</p><p>�Ja, Captain! Das hei�t � nein, Captain! Wenn es weitere W�rmer g�be, h�tten wir sie gefunden. Darauf verwette ich mein Leben.�</p><p>Sie verzog den Mund zu einem humorlosen L�cheln. �Genau das tun Sie gerade! Stellen Sie sicher, dass der Wurm vollst�ndig eliminiert worden ist, und durchsuchen Sie alle Systeme nach anderen Bedrohungen. Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie und der Chefingenieur es vertreten k�nnen, den Hauptantrieb wieder einzuschalten.�</p><p>�Jawohl, Captain. Gesch�tzte Zeit noch einmal f�nfzehn Minuten.�</p><p>Sie lie� sich nach hinten in ihren Sessel sinken und sah sich auf der Br�cke um. �Sie k�nnen alle eine Viertelstunde entspannen. Halten Sie sich bereit, sofort in Aktion zu treten, sobald die Energie wieder da ist.�</p><p>Geary starrte das n�chstbeste Schott an, da ihm die Ablenkung fehlte, sich mit den Problemen befassen zu k�nnen, mit denen Desjani und ihre Leute zu tun hatten. �Wir m�ssen die Verantwortlichen ausfindig machen�, raunte er schlie�lich Desjani frustriert zu. �Diesmal haben sie es geschafft, eines unserer Schiffe zu zerst�ren.�</p><p>�Aber wieso die <emphasis>Lorica?</emphasis>�, fragte sie sehr leise. �Haben Sie irgendeine Idee?�</p><p>�O ja.� Commander Gaes hatte das Kommando �ber die <emphasis>Lorica</emphasis> gehabt, und von ihr hatte er auch die urspr�ngliche Warnung vor einem Wurm in der Flotte erhalten. Sie hatte etwas gewusst, und offenbar war das schon zu viel f�r diejenigen gewesen, die f�r den Wurm verantwortlich waren.</p><p>Desjani nickte, w�hrend sie Geary beobachtete. �Gaes hatte sich zwar zun�chst Falco angeschlossen, aber nach der R�ckkehr zur Flotte hat sie sich ganz auf Ihre Seite geschlagen. Ihre Kontakte zu abtr�nnigen Offizieren m�ssen f�r Sie doch n�tzlich gewesen sein.�</p><p>�Das waren sie auch, und so wie es aussieht, habe ich nicht als Einziger so gedacht.�</p><p>�Wir werden die Verantwortlichen finden, Captain Geary�, versprach sie ihm. �Irgendjemand wird wissen, wer das getan hat, und jetzt wird er bestimmt nicht l�nger schweigen.�</p><p>Davon war er nicht so �berzeugt. W�rmer, die zu dem Zweck entwickelt worden waren, Allianz-Schiffe zu zerst�ren, h�tten Widerspruch ausgel�st, wenn mehr als nur eine Hand voll Leute eingeweiht gewesen w�re. Und diese Hand voll Leute war sich jetzt im Klaren dar�ber, dass ein Erschie�ungskommando auf sie wartete, sobald sie ihr Wissen offenbarten.</p><p>Den Rest der Wartezeit verbrachten sie schweigend. Da nur die Notbeleuchtung funktionierte, war es auf der Br�cke recht d�ster, weshalb Geary sie mit einem Mal als erdr�ckend klein und eng empfand. Gleichzeitig fragte er sich, ob die Temperatur tats�chlich so stark angestiegen war, wie es die Einbildung ihm weismachen wollte, und ob die Luft abgestanden war. Er wusste, dass die Notfallsysteme die wichtigsten Funktionen eines Schiffs viel l�nger aufrechterhalten konnten als nur f�r den Zeitraum, der seit dem Notfallabsturz verstrichen war. Also zwang er sich dazu, sich zu entspannen und einen sorglosen Eindruck zu machen.</p><p>�Hauptantriebssysteme sind ges�ubert�, ging schlie�lich die erl�sende Meldung ein. �Der Wurm ist erfolgreich getilgt worden. Erbitte Erlaubnis, den Hauptantrieb neu zu starten.�</p><p>�Machen Sie schon�, fauchte Desjani. Wenige Minuten darauf wurde die Br�ckenbeleuchtung heller, und die Ventilatoren der L�ftungssysteme surrten wieder etwas lauter. Nicht mal eine Minute sp�ter schalteten sich auch die Displays ein. �Bringen Sie uns auf unsere alte Position zur�ck�, befahl sie dem Steuer-Wachhabenden. �Vermutlich sind wir ein wenig abgedriftet. Orientieren Sie sich an der <emphasis>Daring</emphasis>, dann �bernehmen wir wieder die F�hrung �ber die Flotte.�</p><p>Das Wiederauftauchen seines Displays war sehr hilfreich. Geary hatte gegen die irrationale Sorge ank�mpfen m�ssen, es k�nnten mehr Schiffe als nur die <emphasis>Lorica</emphasis> zerst�rt worden sein. Jetzt bekam er die Best�tigung, dass alle �brigen Schiffe noch vorhanden waren. So gut diese Erkenntnis auch war, so ern�chternd wirkten die Meldungen von den Schiffen, die sich in der N�he der <emphasis>Lorica</emphasis> aufgehalten hatten, als die explodiert war. �Keine �berlebenden�, murmelte er.</p><p>�Es h�tte nur jemand �berleben k�nnen, der vor der Explosion in einer Rettungskapsel das Schiff verlassen h�tte�, betonte Desjani. �Wenn die Befehlshaber der anderen Schiffe dessen gewahr geworden w�ren, h�tten die �berlebenden nicht mehr lange zu leben gehabt.�</p><p>Nat�rlich hatte sie recht, doch das half ihm jetzt auch nicht weiter. Er atmete tief durch, �ffnete ein Komm-Fenster und wandte sich an die ganze Flotte: �Hier spricht Captain Geary. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> und ihre Besatzung sind unversehrt. Wir untersuchen die Ursache f�r das Versagen des Antriebs der <emphasis>Lorica</emphasis> und den Grund f�r den Notfallabsturz auf der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Wer Informationen �ber diesen Vorfall besitzt, wird gebeten, sich unverz�glich mit mir in Verbindung zu setzen.�</p><p>Eine Untersuchung der Ursache. Was f�r eine hochtrabende Bezeichnung f�r einen Vorgang, der wahrscheinlich keinerlei Ergebnisse liefern w�rde. Wenn die Verantwortlichen f�r diesen Wurm genauso gr�ndlich vorgegangen waren wie beim letzten Mal, dann w�rde es auch dieses Mal keine M�glichkeit geben, den Wurm zu seinem Verursacher zur�ckzuverfolgen. Diese Erkenntnis war so frustrierend, dass Geary sich zwingen musste, sitzen zu bleiben, anstatt zum n�chsten Schott zu eilen und es mit den F�usten zu traktieren.</p><p>Er rief den Nachrichteneingang auf, ohne damit zu rechnen, dort die Antworten zu finden, die er ben�tigte. Aber zumindest w�rde er sich so ein wenig ablenken k�nnen. Er stutzte, als er lauter Nachrichten aufblinken sah, die alle mit der h�chsten Priorit�tsstufe versehen waren. Sie mussten ins Flottennetz geschickt worden sein, als die <emphasis>Dauntless</emphasis> ohne Systeme im All trieb, was bedeutete, dass keine von ihnen eine Reaktion auf seine Nachricht an alle Schiffe sein konnte. Es w�rde eine Ewigkeit dauern, sie alle durchzulesen, zumal er schon jetzt vermutete, dass es sich wahrscheinlich um die Fragen �Was ist passiert?� und �Alles in Ordnung?� in allen denkbaren Varianten handelte.</p><p>Pl�tzlich hielt er inne. Eine der Nachrichten kam von der <emphasis>Lorica</emphasis>.</p><p>�Captain Desjani, k�nnen Sie die genaue Zeit angeben, als die <emphasis>Lorica</emphasis> zerst�rt wurde?�</p><p>Sie reagierte mit einem verwunderten Blick und fragte sich wohl, was an dieser Information so wichtig sein sollte. �Unser eigener Hauptantrieb erlitt um 1412 seinen Notfallabsturz. Laut den Systemaufzeichnungen, die wir vom Rest der Flotte erhalten haben, explodierte die <emphasis>Lorica</emphasis> 2,7 Sekunden nach 1412.�</p><p>Geary �berpr�fte die Nachricht noch einmal. �Ich habe hier eine Nachricht von der <emphasis>Lorica</emphasis>, die mir um 1415 geschickt wurde.�</p><p>�Sir?� Desjani stellte sich zu ihm und beugte sich �ber seine Schulter, um auf sein Display zu schauen, dann tippte sie auf verschiedene Tasten gleich neben seiner Hand. �Das Komm-Netz der Flotte listet die Nachricht so auf, dass sie nach 1414 zum Senden empfangen wurde. Gesendet wurde sie dann zur n�chsten vollen Minute.� Sie richtete sich auf und sah ihren Komm-Wachhabenden an. �Wie kann das Komm-System eine Nachricht von der <emphasis>Lorica</emphasis> empfangen, wenn das Schiff bereits nicht mehr existiert hat?�</p><p>�Das kann es nicht, Captain. Selbst wenn die Weiterleitung mit Verz�gerung stattfindet, listet das System auf, wann die Nachricht tats�chlich gesendet wurde.� Der Wachhabende war einen Moment lang verbl�fft, schlie�lich nickte er verstehend. �Die Nachricht m�sste im System geparkt und versteckt worden sein. Die Leute sollen das eigentlich nicht machen, aber es gibt verschiedene Wege, wie man das hinkriegt. Die <emphasis>Lorica</emphasis> oder jemand auf der <emphasis>Lorica</emphasis> hat die Nachricht zu einem fr�heren Zeitpunkt ins Komm-System geschickt, sie aber unter einem Protokoll versteckt, das die Nachricht bis zu einem bestimmten Ereignis f�r das System unsichtbar macht. Beispielsweise bis eine bestimmte Uhrzeit erreicht ist.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Warum sollte die <emphasis>Lorica</emphasis> so was machen?� Er konnte sich viele Gr�nde vorstellen, dass jemand eine Nachricht mit einer anderen Zeit versehen wollte, etwa wenn er irgendwas verbockt hatte und sich rauszureden versuchte. Aber warum das jemand auf der <emphasis>Lorica</emphasis> getan haben sollte leuchtete ihm nicht ein. Er rief die Nachricht auf und �berflog sie, konnte aber nichts damit anfangen, da der Inhalt offenbar verschl�sselt worden war. �Captain Desjani, wer kann mir sagen, was das hier sein soll?�</p><p>Sie sah sich die Zeichen an, dann tippte sie wieder etwas ein. �Mit Ihrer Erlaubnis werde ich das erst mal an meinen Offizier f�r Systemsicherheit schicken, bevor das irgendwie an Bord gelangt, Sir. Wir wissen nicht, was da drinsteckt.�</p><p>�K�nnte das der Wurm sein, der uns fast umgebracht h�tte?�, fragte er mit einer Mischung aus Angst und Wut.</p><p>�Selbst wenn, w�rde er nicht auf diesem Weg verschickt werden�, gab sie kopfsch�ttelnd zur�ck. �Die Filter und die Firewall in diesem Teil des Komm-Systems lassen nichts Aktives passieren. Den Wurm auf diese Weise zu verschicken, w�re in etwa das Gleiche, als w�rde man uns ein Foto einer Rakete zeigen, anstatt tats�chlich eine Rakete auf uns abzufeuern. Meine Systemfachleute sollten in der Lage sein, das da zu identifizieren.�</p><p>Die Antwort kam recht schnell. In dem kleinen Fenster auf ihrem und Gearys Display tauchte das Gesicht von Desjanis Offizier f�r Systemsicherheit auf. Der Lieutenant Commander machte einen verdutzten Eindruck. �Sir, Captain, ich � �hm � diese Nachricht von der <emphasis>Lorica</emphasis>. Das ist der Code f�r den ersten Wurm, der uns beinahe Probleme beim Sprungantrieb beschert h�tte.�</p><p>�Der Wurm kam von der <emphasis>Lorica?</emphasis>� Geary versp�rte tiefe Entt�uschung. Er hatte Commander Gaes vertraut, ihr eine zweite Chance gegeben, und trotzdem �</p><p>�Nein, Sir. Die Nachricht ist eine Kopie des ersten Wurms, allerdings mit allen Informationen, um den Wurm zur�ckzuverfolgen, und der Angabe der Identit�t des Schiffs, von dem der Wurm stammt. Ich habe keine Ahnung, wie die <emphasis>Lorica</emphasis> an diese Kopie gelangt ist.� Der Offizier schluckte nerv�s. �Laut dieser �bertragung hat der Wurm auf der <emphasis>Inspire</emphasis> seinen Ursprung.�</p></section><section><title><p>Acht</p></title><p>Geary sp�rte, wie sich eisige K�lte in ihm ausbreitete. �Ganz sicher? Da gibt es keinen Zweifel?�</p><p>�Nicht, wenn diese Nachricht echt ist, Sir. Sie k�nnte gef�lscht sein, aber es w�re �u�erst schwierig, einen so authentisch aussehenden Pfad zu konstruieren. F�r mich sieht das danach aus, dass jemand auf der <emphasis>Lorica</emphasis> entdeckt hat, woher der Wurm kam. Dann hat er eine Nachricht mit dieser Information mit einer Totmannfunktion im Komm-System platziert, das sie erst senden sollte, wenn der Kreuzer als zerst�rt registriert wurde.�</p><p>Also hatte Commander Gaes den Verantwortlichen gekannt, aber diese Information aus Gr�nden zur�ckgehalten, die nun niemand mehr herausfinden w�rde. Allerdings hatte sie auch daf�r gesorgt, dass die Wahrheit ans Licht k�me, sollte sie jemand zum Schweigen bringen.</p><p>Desjani hatte vor Wut einen hochroten Kopf bekommen. �Das gen�gt als Grund, um Kila in einen Verh�rraum zu sperren und herauszufinden, was sie tats�chlich wei�.�</p><p>�Ja�, stimmte Geary ihr zu und dachte an den Tod der <emphasis>Lorica</emphasis>, w�hrend er im Geiste bereits den Feuerbefehl f�r das Erschie�ungskommando formulierte, vor das Captain Kila w�rde treten m�ssen. Als er gerade nach seinen Kontrollen greifen wollte, um den Marines auf der <emphasis>Inspire</emphasis> den Befehl zur Verhaftung zu geben, legte sich eine andere Hand auf seine, und Victoria Rione sagte eindringlich zu ihm: �Warten Sie. Sie wollen doch Gewissheit haben, dass Sie sie auch kriegen.�</p><p>Geary sah Rione an und wunderte sich, wann sie auf die Br�cke gekommen war, dass sie die Unterhaltung zwischen ihm und Desjani hatte mith�ren k�nnen. Bevor er jedoch etwas erwidern konnte, kam Desjani ihm zuvor.</p><p>�Wenn wir die Gewissheit haben wollen, sie zu kriegen, dann m�ssen wir so schnell wie m�glich handeln!�, zischte sie aufgebracht. �Diese Frau hat versucht, mein Schiff zu zerst�ren!�</p><p>�Ich wei�, was sie versucht hat!�, gab Rione im gleichen Tonfall zur�ck. �H�ren Sie mir zu! Kila hat hervorragende Arbeit darin geleistet, ihre Spuren zu verwischen. Wer so umsichtig handelt, der hat auch Vorbereitungen getroffen, um jederzeit belastende Beweise und Zeugen verschwinden zu lassen. Das haben wir gesehen, als bei Lakota dieses Shuttle mit jenen zwei Offizieren an Bord zerst�rt wurde. Wenn wir ihr nicht eine raffinierte Falle stellen, wird sie uns zuvorkommen und unsere Bem�hungen zunichte machen.�</p><p>Geary k�mpfte gegen sein Sinnen auf sofortige Rache an, da er erkannte, dass Rione v�llig recht hatte. �Was schlagen Sie vor? Wir k�nnen sie doch nicht einfach weitermachen lassen.�</p><p>�Nat�rlich nicht.� Rione dachte kurz nach. �Eine Stunde. Mehr brauchen wir nicht, um unsere Falle aufzustellen. Berufen Sie in einer Stunde eine Flottenkonferenz ein. Dann wird Kila glauben, dass Sie immer noch keine Ahnung haben, wer hinter den Anschl�gen auf die <emphasis>Lorica</emphasis> und die <emphasis>Dauntless</emphasis> steckt. Sie wird meinen, dass Sie nochmals einen Appell an jeden richten wollen, keine Informationen zur�ckzuhalten. Wenn es uns gelingt, diesen Beweis bis dahin geheimzuhalten, dann k�nnen wir sie in eine Falle locken, aus der es keinen Ausweg mehr gibt.�</p><p>Desjani sah Rione finster an, doch Geary konnte erkennen, wie sie intensiv nachdachte. Pl�tzlich nickte sie. �Das ist eine gute Idee. So w�rde ich es machen, Sir.�</p><p>Rione erwiderte den w�tenden Blick. �Herzlichen Dank f�r so viel Vertrauen in mich.�</p><p>�Sie sollten sich mal beide vor Augen halten, wer der eigentliche Feind ist�, knurrte Geary, der M�he hatte sich zu beherrschen. Die Wachhabenden auf der Br�cke mussten l�ngst bemerkt haben, dass da etwas Ungew�hnliches zwischen ihm, ihrem Captain und Rione ablief. Er musste den Tratsch nutzen, um von der Nachricht abzulenken, die ihn so stutzig hatte werden lassen. �Also gut, Madam Co-Pr�sidentin. Arbeiten Sie Ihre Falle aus und lassen Sie mich wissen, wenn Sie irgendetwas brauchen. Aber erst einmal werden Sie Captain Desjani einen langen, zornigen Blick zuwerfen und dann die Br�cke so aufgebracht verlassen, als h�tten Sie beide sich wieder mal gestritten.�</p><p>�Wir haben uns doch auch gestritten. Das sollte sogar <emphasis>Ihnen</emphasis> aufgefallen sein.� Rione l�chelte Geary k�hl an, dann sah sie zu Desjani und wich einen Schritt zur�ck. �Verzeihen Sie, dass ich an Ihren Entscheidungen beteiligt werden m�chte�, sagte sie leise, doch die Wachhabenden hatten sie vermutlich noch h�ren k�nnen. �Ich dachte, ich sollte dar�ber informiert sein, was den Energieverlust auf Ihrem Schiff verursacht hat.�</p><p>Desjani reagierte mit einem h�flichen L�cheln, das aufgesetzter nicht h�tte sein k�nnen. �Wenn ich mehr herausfinde, werde ich sicherstellen, dass Sie davon erfahren. Vielen Dank, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>Rione machte abrupt kehrt und st�rmte von der Br�cke, w�hrend Geary von seinem Platz aufstand und seinen erneut aufquellenden Frust gar nicht erst simulieren musste. Er wollte Kila auf der Stelle in eine Arrestzelle stecken, und noch lieber wollte er sie vor ein Erschie�ungskommando stellen, aber er durfte nichts �berst�rzen. Rione hatte recht, was die Falle anging, die sie ihr stellen mussten. Kila durfte keine weitere Gelegenheit bekommen, Beweise zu vernichten oder potenzielle Zeugen zu eliminieren. Damit die Wachhabenden, die m�glicherweise ihre Unterhaltung belauschten, auch das Richtige zu h�ren bekamen, sagte er klar und deutlich: �Captain Desjani, geben Sie mir sofort Bescheid, wenn es irgendwelche neuen Erkenntnisse �ber den Verlust der <emphasis>Lorica</emphasis> und �ber die Probleme auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> gibt.�</p><p>�Mein Offizier f�r Systemsicherheit arbeitet daran, Sir�, erwiderte Desjani, deren Stimme vor unterdr�ckter Wut bebte. Genau das w�rde ihre Crew auch von einem Captain erwarten, dessen Schiff nur knapp der Vernichtung entgangen war. Und falls irgendjemand einen anderen Grund f�r ihre Ver�rgerung suchte, war der in dem anhaltenden Streit zwischen Desjani und Rione schnell gefunden.</p><p>Geary schickte eine Nachricht an die befehlshabenden Offiziere seiner Flotte, um die Konferenz einzuberufen. Als er danach die Br�cke verlie�, entging ihm nicht, dass die Wachhabenden sich alle M�he gaben, nicht Captain Desjanis Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, die m�rrisch auf ihr Display blickte. Einen Moment lang blieb er stehen und dachte zur�ck an seine Zeit als Junioroffizier, als es ohne R�cksicht auf das Schiff oder den Captain zur Routine geh�rte, ein Gef�hl f�r die Laune eines Vorgesetzten zu entwickeln und zu wissen, wann man besser einen gro�en Bogen um ihn machte.</p><p>In seiner Zeit h�tte man es als Insubordination ausgelegt, wenn jemand in aller �ffentlichkeit einem Flottenbefehlshaber widersprach. V�llig undenkbar w�re es auch gewesen, dass ein Flottencaptain gegen diese Befehlshaber eine Verschw�rung anzettelte, die so weit ging, dass man eines der eigenen Schiffe mitsamt seiner Besatzung opferte, um seine Ziele durchzusetzen. So viel hatte sich in den letzten hundert Jahren ver�ndert, und alles war eine Folge dieses scheinbar niemals endenden Kriegs. Gleich geblieben war auch in hundert Jahren K�lteschlaf nur die Erkenntnis, dass man einem schlecht gelaunten Captain besser aus dem Weg ging. Vermutlich hatte sich daran sogar in den letzten tausend Jahren nichts ge�ndert. Offenbar gab es Traditionen und Erkenntnisse, die zu allen Zeiten G�ltigkeit besa�en.</p><p>Nicht all diese Traditionen und Erkenntnisse waren auch zwangsl�ufig gut, dennoch empfand er es als tr�stend, dass sich nicht alles ver�ndert hatte.</p><p>Eine Stunde sp�ter war Geary in den Konferenzraum zur�ckgekehrt. Die Atmosph�re war wie �blich angespannt. Er stand am Kopfende des Tischs und versuchte, nicht auf die Stelle zu sehen, an der gleich Captain Kilas Bild auftauchen w�rde. Nach und nach wurden die St�hle besetzt, und der Tisch wuchs, um allen Anwesenden Platz zu bieten.</p><p>Desjani betrat den Raum und war damit au�er Geary als Einzige real anwesend. Sie nahm neben ihm Platz, bemerkte seinen Blick, nickte kurz und schaute dann auf den Tisch. Er konnte ihre Anspannung sp�ren, wie bei einer Raubkatze, die sich auf ihre Beute st�rzen wollte, aber wusste, dass sie sich noch eine Weile gedulden musste. Genauso verhielt sie sich kurz vor einem Angriff auf ein Syndik-Kriegsschiff, nur dass ihr Ziel diesmal ein Offizier aus den Reihen der Allianz war.</p><p>Zu Gearys Verwunderung und Erleichterung tauchte neben Captain Cresida das Bild von Captain Duellos auf. Seine Uniform war gereinigt und geflickt worden, und von seinen leicht steifen Bewegungen abgesehen, konnte man ihm kaum anmerken, was er in letzter Zeit durchgemacht hatte.</p><p>Inmitten der Captains der Callas-Republik und der Rift-F�deration nahm das Bild von Co-Pr�sidentin Rione Gestalt an. Sie sah zu Geary und nickte, was in ihrem Fall auch bedeutete, dass die Falle bereit war zuzuschnappen. Aber in ihren Augen konnte er auch eine Warnung ablesen. <emphasis>Sie sind ein mieser Schauspieler und ein noch schlechterer L�gner,</emphasis> Captain Geary, hatte Rione ihm noch vor nicht einmal einer halben Stunde vorgehalten. <emphasis>Sie werden w�tend sein, aber Sie m�ssen versuchen, diese Wut so aussehen zu lassen, als richte sie sich gegen jemanden, dessen Identit�t Ihnen nicht bekannt ist. Kommen Sie nicht auf den ersten Wurm zu sprechen, spekulieren Sie auch nicht dar�ber, woher die W�rmer gekommen sein k�nnten, bis Sie die Anzeichen daf�r empfangen, dass die Falle bereit ist. Wenn Sie nicht �ber die Dinge reden, die wir wissen, dann m�ssen Sie auch nicht l�gen, und dann h�ren Sie sich auch nicht so an, als w�rden Sie l�gen.</emphasis></p><p>Es gab Schlimmeres als ein schlechter L�gner zu sein, fand er, w�hrend er darauf wartete, dass auch die anderen Schiffskommandanten zur Konferenz erschienen. Au�erdem hatte er ja Rione dabei, die einspringen konnte, wenn er doch noch l�gen musste. Er stellte sich vor, wie die Flottenoffiziere einfach nur wissend nicken w�rden, sollten sie erfahren, dass er die Hilfe einer Politikerin ben�tigte, damit er erfolgreich um die Wahrheit herumredete.</p><p>Colonel Carabali erschien so unger�hrt wie immer, nickte aber Geary scheinbar zum Gru� zu, obwohl sie in Wahrheit best�tigte, dass ihre Marines einsatzbereit waren.</p><p>Die letzten Offiziere trafen ein, die meisten davon junge M�nner und Frauen von den kleinsten und damit am weitesten entfernten Schiffen der Flotte, die sich leicht dabei verrechnet hatten, mit welcher zeitlichen Verz�gerung ihr Bild auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> zu sehen sein w�rde. Alle sa�en schweigend da, w�hrend Geary aufstand und mit m�hsam beherrschter Stimme zu reden begann. �Einer unserer Schweren Kreuzer, die <emphasis>Lorica</emphasis>, wurde zerst�rt und die Crew ermordet. Verantwortlich daf�r sind Individuen, die ihre politischen Ziele h�her einstufen als das Leben des Flottenpersonals.� Rione hatte genau diese Einleitung vorgeschlagen, um die Attent�ter mit jeder Art von Politik in Verbindung zu bringen, die von der Flotte verabscheut wurde. �Die <emphasis>Dauntless</emphasis> ist nur knapp dem gleichen Schicksal entgangen.�</p><p>Captain Badaya schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, an dem er an Bord seines Schiffs sa�. Die Konferenzsoftware erg�nzte aufmerksam das Ger�usch, sodass es so wirkte, als h�tte er auf den gemeinsamen Konferenztisch geschlagen. �Hinterh�ltige Bastarde! Wie kann irgendjemand in dieser Flotte etwas �ber diese Dinge wissen und trotzdem schweigen?�</p><p>�Ich wei� es nicht�, antwortete Geary und musterte ein Gesicht nach dem anderen. Ihm fiel auf, dass Kila mit erboster Miene von links nach rechts schaute, damit sie ihm nicht in die Augen sehen musste. �Das hier ist die letzte Chance f�r jeden, der etwas wei�, sein Wissen zu offenbaren. Wer jetzt weiter schweigt, obwohl er Informationen besitzt, wird mit der gleichen H�rte bestraft werden wie die Verschw�rer selbst.�</p><p>Niemand sagte etwas.</p><p>�Ich wei�, in dieser Flotte ist nicht jeder mit meinen Entscheidungen einverstanden�, erg�nzte Geary. �Nun, es ist eine Sache, eine gegenteilige Meinung zu haben. Kameraden zu ermorden und Kriegsschiffe zu zerst�ren, ist eine ganz andere Sache. Ich glaube, ich habe inzwischen jedem bewiesen, dass ich zu meinem Wort stehe. Diejenigen, die die <emphasis>Lorica</emphasis> vernichtet haben, sind ganz sicher auch f�r die Zerst�rung des Shuttles im Lakota-System verantwortlich, bei der Captain Casia und Commander Yin ums Leben kamen. Diese beiden Offiziere wurden auch ermordet, um sie zum Schweigen zu bringen. Jeder, der etwas �ber die Hintergr�nde wei�, sollte sich vor Augen halten, dass sein Leben in der Hand von Leuten liegt, die morden, nur um nicht entlarvt zu werden. Wer jetzt vortritt, wird von uns vor diesen Leuten besch�tzt werden.�</p><p>Es schloss sich ein noch l�ngeres Schweigen an.</p><p>Duellos verzog das Gesicht, als h�tte er etwas Verdorbenes runtergeschluckt. �Meiner Ansicht nach m�ssen die Drahtzieher in v�lliger Anonymit�t vorgehen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass nicht irgendjemand, der fr�her ihre Sache unterst�tzt hat, sp�testens jetzt Namen nennen w�rde.�</p><p>�W�rde jemand auf eine F�hrte sto�en, die zu diesen Drahtziehern f�hrt�, warf Captain Tulev ein, �dann w�re es mit der richtigen Entschlossenheit fr�her oder sp�ter auch m�glich, diese Leute zu identifizieren, selbst wenn sie ihre Spuren noch so gut verwischen.�</p><p>�Vielleicht musste Commander Gaes ja deswegen zusammen mit der <emphasis>Lorica</emphasis> sterben�, gab Captain Cresida zu bedenken. �Sie hatte sich zwischendurch Falco angeschlossen, also hatte sie eine Weile mit den Leuten engen Kontakt, die gegen Captain Geary als Befehlshaber dieser Flotte eingestellt sind. Seit der R�ckkehr zur Flotte war sie allerdings loyal. M�glicherweise hat sie diese Kontakte bem�ht, um die Hinterm�nner ausfindig zu machen.� Geary hatte mit Cresida nicht �ber diese Dinge gesprochen, aber sie war intelligent genug, um die Zusammenh�nge selbst zu erkennen, nachdem die <emphasis>Lorica</emphasis> zerst�rt worden war.</p><p>Der befehlshabende Offizier der <emphasis>Daring</emphasis> sch�ttelte den Kopf. �Das sind alles nur Spekulationen. Wir brauchen Fakten. Wir brauchen handfeste Beweise!�</p><p>�Wirklich?�, gab Cresida zur�ck. �Im Verh�rraum w�rde die Wahrheit auch ans Licht kommen. Ich melde mich hiermit freiwillig, um mich �ber mein Wissen zu diesen W�rmer befragen zu lassen, und ich lege allen befehlshabenden Offizieren ans Herz, meinem Beispiel zu folgen.�</p><p>Captain Armus von der <emphasis>Colossus</emphasis> legte die Stirn in Falten. �Das ist ein sehr gro�er Schritt, den Sie da von uns erwarten. Indirekt stellen Sie damit alle Offiziere dieser Flotte unter Generalverdacht. Wenn wir uns einverstanden erkl�ren, uns verh�ren zu lassen, dann legen wir die Frage sehr gro�z�gig aus, welche Handlungen gegen andere Offiziere zul�ssig sind, auch gegen Offiziere, die nicht mal im Entferntesten eines Verbrechens verd�chtigt werden.�</p><p>Zahlreiche Offiziere nickten zustimmend, und sogar Geary lehnte Cresidas Vorschlag reflexartig ab. Wenn sie einen Pr�zedenzfall schufen, durch den es m�glich wurde, jeden beliebigen Offizier zu verh�ren, auch wenn der gar keines Verbrechens verd�chtigt wurde, dann schossen sie damit wahrscheinlich weit �bers Ziel hinaus.</p><p>Aber w�rde er wom�glich genauso denken, w�re ihm nichts von der Nachricht bekannt, die von der <emphasis>Lorica</emphasis> eingegangen war? Oder w�rde er von Wut und Frust getrieben Cresida zustimmen und damit ein entscheidendes Element dieser Flotte unterh�hlen? Es hatte ihn entsetzt zu sehen, wie sich die Prinzipien der Allianz im Laufe von hundert Jahren Krieg ver�ndert hatten, doch in Augenblicken wie diesen konnte Geary nachvollziehen, wie leicht es war, Kompromisse einzugehen und wichtige Prinzipien zu beschneiden oder ganz auszuhebeln � aber nat�rlich �nur dieses eine Mal, weil es unbedingt n�tig ist�.</p><p>�Co-Pr�sidentin Rione hat sich auch freiwillig einem Verh�r unterzogen, als sie unter Verdacht stand�, gab ein Captain der Callas-Republik zu bedenken.</p><p>�Von einem Politiker kann man wohl kaum erwarten, dass seine Vorstellung von Ehre mit der eines Flottenoffiziers vergleichbar ist�, platzte Armus heraus, dann lief er rot an, als er gewahr wurde, dass Rione an der Konferenz teilnahm.</p><p>�Angesichts der Tatsache, dass sie eine Allianz-Senatorin ist�, betonte Duellos, �war das durchaus ein vergleichbarer Akt.�</p><p>�Au�erdem�, lie� Captain Desjani in einem tr�gerisch neutralen Tonfall verlauten, �sind hier doch viele der Ansicht, dass Politiker f�rchten m�ssten, bei einem solchen Verh�r jeden Fehltritt zu enth�llen, den sie sich in ihrer Karriere erlaubt haben. Von daher war Co-Pr�sidentin Riones Einverst�ndnis von viel gr��erer Bedeutung, als wenn ein Offizier der Flotte einem Verh�r zustimmt.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Desjani�, gab Rione �u�erst frostig zur�ck.</p><p>Geary hatte zugelassen, dass die Diskussion so ausuferte, weil er Zeit schinden musste. Jetzt bemerkte er, wie Colonel Carabali den Kopf drehte, um auf etwas zu schauen, das nur sie sehen konnte. Dann nickte sie Geary zu. Die Falle war bereit.</p><p>Er klopfte auf den Tisch, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. �Wir m�ssen nicht die Ehre eines jeden Offiziers infrage stellen, und wir m�ssen auch keine Massenverh�re durchf�hren, die der Struktur und Disziplin dieser Flotte schaden w�rden.� Alle sahen ihn an und fragten sich, was er als N�chstes sagen w�rde. Sogar Desjani brachte es fertig, eine ratlose Miene zu machen. �Stattdessen werden wir die Toten sprechen lassen.�</p><p>Den Gesichtern der versammelten Offiziere war teilweise Erschrecken, teilweise Erstaunen anzusehen, w�hrend Geary mit einem Finger auf die Tischplatte tippte. �Die Befehlshaberin der <emphasis>Lorica</emphasis> war in der Lage, unmittelbar vor der Zerst�rung ihres Schiffs eine wichtige Nachricht �ber eine Entdeckung zu versenden, auf die sie gesto�en war. So wie Captain Cresida bereits in Erw�gung gezogen hatte, spricht alles daf�r, dass die Verr�ter vermutet haben, Commander Gaes wisse zu viel und m�sse deshalb ausgeschaltet werden.� Mit Gewissheit konnte er das nicht sagen, schlie�lich wusste er nicht, wie lange Gaes bereits bekannt gewesen war, von welchem Schiff dieser neue Wurm stammte. Sie hatte ihn vor dem ersten Wurm gewarnt, aber sie hatte nie ein Wort �ber die Drahtzieher gesagt. Deshalb war gar nicht klar, ob ihr deren Identit�ten bekannt gewesen waren oder nicht. Auf jeden Fall war sie in Erf�llung ihrer Dienstpflicht gestorben, und sie hatte ihn mit der Information versorgt, die f�r ihn so wichtig war. Allein aus dem Grund verdiente sie es, dass er nur das Beste �ber sie dachte.</p><p>Er gab einen Befehl auf den Tasten ein, dann erschien die Nachricht von der <emphasis>Lorica</emphasis>, die im Konferenzraum �ber dem Tisch schwebte und die von der Software so dargestellt wurde, dass jeder Teilnehmende sie vor sich sah und den Inhalt lesen konnte. �Sie erinnern sich sicher noch an den ersten Wurm, der so programmiert und in die Betriebssysteme der Flotte eingeschleust worden war, dass er den Sprungantrieb der meisten Schiffe au�er Funktion gesetzt h�tte � mit Ausnahme weniger Schiffe wie der <emphasis>Dauntless</emphasis>, die dazu verdammt gewesen w�re, f�r alle Ewigkeit durch den Sprungraum zu treiben.� Er deutete auf die angezeigte Nachricht. �Dort findet sich der Hinweis, den wir so lange gesucht haben. Dort steht, von welchem Schiff der Wurm verbreitet wurde.� Alle starrten ihn an, w�hrend er seinen Blick zu Kila wandern lie�. �Captain Kila, der Wurm stammt von der <emphasis>Inspire</emphasis>.�</p><p>Kila schien erschrocken auf diese Neuigkeiten zu reagieren. �Sind Sie sich ganz sicher?�</p><p>�Ja, Captain Kila. W�rden Sie uns bitte erkl�ren, wieso Ihr Schiff eine Quelle sch�dlicher Software ist, die sich gegen Ihre Kameraden in dieser Flotte richtet?�</p><p>�Ich verbitte mir diesen unterstellenden Tonfall, Captain Geary!�, fuhr Kila ihn an.</p><p>�Wir sollten unverz�glich den Befehl an die <emphasis>Inspire</emphasis> geben, alle zu verhaften, die damit zu tun haben k�nnten�, dr�ngte Badaya. �Tun Sie es sofort, bevor diejenigen davon erfahren!�</p><p>Kila drehte sich zu Badaya um. �Diese Nachricht ist nicht mal auf ihre Echtheit hin �berpr�ft worden. Stammt sie �berhaupt wirklich von der <emphasis>Lorica?</emphasis> Und falls ja, ist sie echt oder gef�lscht? Ich versichere jedem Offizier hier: Wenn ich davon gewusst h�tte, w�re ich auf der Stelle pers�nlich gegen diejenigen vorgegangen, die sich das da ausgedacht haben. Was Ihren Vorschlag angeht, Captain Badaya, so bin ich auch ohne Ihre Hilfe in der Lage, die betreffenden Offiziere verhaften zu lassen und daf�r zu sorgen, dass sie alles verraten, was sie wissen.�</p><p>W�re er von Rione nicht darauf hingewiesen worden, dann h�tte Geary wohl kaum darauf geachtet, wie Kilas Hand aus dem Erfassungsbereich der Software verschwand, um irgendwelche Tasten zu bedienen. �Jeder, der es w�nscht, kann diese Nachricht auf ihre Echtheit �berpr�fen�, gab er zur�ck und wahrte einen ruhigen Tonfall, obwohl er Kila am liebsten angebr�llt h�tte. �Jeder Kommunikations- und Sicherheitsoffizier, der sich bislang mit dieser Nachricht besch�ftigt hat, konnte best�tigen, dass sie von der <emphasis>Inspire</emphasis> stammt. Ihnen war nicht bekannt, dass der Wurm von Ihrem Schiff aus verschickt worden ist?�</p><p>�Nat�rlich nicht!� Kila schaute sich w�tend um, dann sah sie zu Duellos. �Das haben Sie eingef�delt, wie? Der vor langer Zeit verschm�hte Liebhaber hat sich endlich r�chen k�nnen!�</p><p>F�r Duellos war es kein Problem, eine Unschuldsmiene aufzusetzen, als er den Kopf sch�ttelte. Er war nicht vorab �ber die Existenz dieser Nachricht informiert worden, dennoch sah man ihm deutlich an, wie wenig er diese Frau leiden konnte. �Ich h�tte eigentlich gedacht, dass ein befehlshabender Offizier in einer solchen Situation weniger an sich selbst denkt und mehr darum besorgt ist, die Quelle dieses Wurms auf seinem Schiff ausfindig zu machen.�</p><p>�Die Verantwortlichen werden daf�r zur Rechenschaft gezogen werden!� Kila stand auf. �Ich muss die Suche nach diesen Verschw�rern auf meinem Schiff in die Wege leiten, bevor sie von dieser Information erfahren. Vorausgesetzt nat�rlich�, f�gte sie hastig an, �diese angeblich von der <emphasis>Lorica</emphasis> stammende Nachricht ist �berhaupt echt.�</p><p>Geary sah zu Colonel Carabali, die sich etwas anh�rte, was nicht auf der Konferenz wiedergegeben wurde, dann nickte sie ein letztes Mal, und Geary wandte sich mit einem finsteren L�cheln an Kila. �Anfangen sollten wir wohl mit Ihrem Offizier f�r Systemsicherheit, meinen Sie nicht auch, Captain Kila? Und mit dem Komm-Offizier und dem XO?�</p><p>�Ja, nat�rlich!�, antwortete Kila. �Wenn Sie mich jetzt mit den Ermittlungen anfangen lassen w�rden? Ich will sicherstellen, dass keiner von ihnen von diesem m�glichen Beweis erf�hrt, damit sie keine Zeit hab ��</p><p>�Die Ermittlungen haben bereits begonnen�, wurde sie von Geary unterbrochen. �Colonel Carabali, k�nnten Sie uns bitte auf den neuesten Stand bringen?�</p><p>Carabali mied es, Kila anzusehen, w�hrend sie mit regloser Miene zu berichten begann: �Auf Befehl von Captain Geary haben meine auf der <emphasis>Inspire</emphasis> befindlichen Marines bis zum Beginn dieser Konferenz gewartet, dann haben sie den XO, den Komm-Offizier sowie den Offizier f�r Systemsicherheit dieses Schiff heimlich in Schutzhaft genommen.�</p><p>Die virtuell anwesenden Befehlshaber der Flotte sahen entweder Carabali, Geary oder Kila an, wobei Geary hoffte, dass sich kein triumphierender Ausdruck auf sein Gesicht geschlichen hatte. Kila lie� keine Regung erkennen.</p><p>�Diese Offiziere�, fuhr Carabali fort, �wurden in Hochsicherheits-Isolationszellen untergebracht, w�hrend man sie durchsucht hat, ob sie Objekte oder Substanzen am K�rper tragen, mit denen sie sich oder der <emphasis>Inspire</emphasis> Schaden zuf�gen k�nnen. Die Kommunikation wird durch den Austausch von schriftlichen Mitteilungen gef�hrt, die durch eine Reihe von Schleusen geleitet werden.� Colonel Carabali hielt kurz inne. �Vor ungef�hr drei Minuten ergab die Untersuchung des Offiziers f�r Systemsicherheit und des Komm-Offiziers das Vorhandensein von INBNDs. Vor einer Minute stellten die Sensoren rund um die Sicherheitszellen eine Serie von Signalen fest, die f�r kodierte Hochsicherheits�bermittlungen benutzt werden. Diese Signale, die von den Sensoren neutralisiert wurden, k�nnen ihren Ursprung nur an Bord der <emphasis>Inspire</emphasis> haben.�</p><p>�INBNDs?�, fragte Tulev, als eine kurze Pause entstand.</p><p>�Injizierte nanobasierte Neuraldisruptoren�, erkl�rte sie, �die gemeinhin auch als �Hirntoaster� bezeichnet werden, weil das dem Effekt entspricht, den sie auf das Nervensystem haben, sobald sie erst einmal ausgel�st worden sind. Sie k�nnen unbemerkt in den K�rper einer Person injiziert werden, wenn diese Person abgelenkt ist. Die abgefangenen Signale scheinen dem Zweck gedient zu haben, die �Hirntoaster� auszul�sen.�</p><p>Diesmal folgte ein noch l�ngeres Schweigen. �Dann hat jemand gerade eben versucht, diese drei Offiziere zu ermorden?�, fragte Captain Badaya ungl�ubig.</p><p>�Auf jeden Fall den Offizier f�r Systemsicherheit und den Komm-Offizier. Derzeit wird der XO noch untersucht, ob bei ihm auch INBNDs zu finden sind.� Carabali wandte den Blick nicht von Kila ab. �Wie gesagt, die Quelle hatte das Signal irgendwo auf der <emphasis>Inspire</emphasis>.�</p><p>Desjanis Blick ruhte auf Kila, als wollte sie jeden Moment eine ganze Batterie H�llenspeere auf sie abfeuern. �Wie eigenartig, dass jemand versucht, diese Offiziere zu t�ten, kaum dass sich bei dieser Besprechung herausstellt, dass der Wurm von der <emphasis>Inspire</emphasis> verschickt wurde. Wer auf der <emphasis>Inspire</emphasis> sollte wohl gewusst haben, dass man diese drei Offiziere verh�ren w�rde?�</p><p>Duellos nickte und schaute finster drein. �Es wird sicher interessant sein, wen diese Offiziere belasten werden, wenn man sie davon in Kenntnis versetzt, dass jemand versucht hat, sie umzubringen. Warum? Um sie zum Schweigen zu bringen? Oder um es so aussehen zu lassen, als seien sie die einzigen Schuldigen? Wir h�tten mit zwei oder drei toten Offizieren dagestanden, vielleicht auch noch mit einem �berzeugenden Hinweis darauf, dass sie Selbstmord begangen haben, nachdem ihnen klar geworden war, dass sie als Verd�chtige angesehen wurden.�</p><p>Kilas beharrliches Streben, in der Flotte Karriere zu machen, hatte dazu gef�hrt, dass sie unter ihresgleichen kaum Freunde oder gar Bewunderer hatte. Ein Blick in die Runde gen�gte Geary, um zu sehen, dass jeder hier anwesende Offizier Kila angewidert oder w�tend ansah. Sogar Caligo schien fassungslos.</p><p>�Captain Kila�, erkl�rte Geary mit einer Ruhe, die ihn selbst mit Bewunderung erf�llte. �Angesichts der Ereignisse und der uns vorliegenden Beweise entziehe ich Ihnen hiermit das Kommando, w�hrend die Situation auf der <emphasis>Inspire</emphasis> weiter untersucht wird. Colonel Carabali, schicken Sie bitte Ihre Marines los, damit sie Captain Kila zu einem Shuttle eskortieren, das sie zur <emphasis>Illustrious</emphasis> bringen wird.�</p><p>Kila blickte sich voller Verachtung um, dann hob sie den Arm in einer dramatischen Geste, ehe sie etwas auf dem Tastenfeld eintippte, das sich auf der <emphasis>Inspire</emphasis> auf dem Tisch vor ihr befand. �Tut mir leid, Colonel, aber Ihren Marines wird es nicht gelingen, in mein Quartier zu gelangen. Die Allianz wird diesen Krieg verlieren, weil sie schwach ist und weil die Offiziere ihrer Flotte schwach sind. Keiner von Ihnen taugt dazu, diese Flotte zu befehligen, und Sie erst recht nicht, <emphasis>Captain</emphasis> Geary. Ihnen sind die Syndiks wichtiger als die B�rger der Allianz!�</p><p>Mit unglaublich tiefer Stimme grollte Badaya: �Sie verdammtes Mistst�ck! Wie k�nnen Sie es wagen zu behaupten, Ihnen seien die B�rger der Allianz wichtig, wenn Sie die Crew der <emphasis>Lorica</emphasis> ermorden und versuchen, das Gleiche mit den Besatzungen der <emphasis>Illustrious</emphasis>, der <emphasis>Dauntless</emphasis> und der <emphasis>Furious</emphasis> zu tun!�</p><p>Kila bleckte die Z�hne und konterte: �Wir haben alle einen Eid geleistet, notfalls auch f�r die Allianz zu sterben. Das ungl�ckliche Opfer dieser Besatzung h�tte der h�chsten Sache gedient, der Allianz. Es w�re nichts anderes gewesen, als im Kampf gegen diejenigen zu fallen, die die Allianz schw�chen und vernichten wollen. Wenn wir uns gegenseitig vorhalten wollen, wer denn nun der wahre Verr�ter ist, dann bin ich bereit. Was hat Geary Ihnen versprochen, wenn er erst einmal die Kontrolle �ber die Allianz an sich gerissen hat? Sie bezeichnen sich als loyal? Sie sind j�mmerlich und korrupt, Sie verkaufen sich an jemanden, der an die Macht kommen will, aber Sie tun nichts, was erforderlich ist, um die Allianz zu retten.�</p><p>Duellos konterte in einem so frostigen Tonfall, wie Geary ihn von ihm noch nie geh�rt hatte: �Die Allianz tut seit hundert Jahren das, was einige Leute f�r �erforderlich� gehalten haben, und trotzdem sind wir einem Sieg keinen Schritt n�her gekommen.�</p><p>�Weil diese erforderlichen Dinge nur halbherzig und z�gerlich in Angriff genommen werden!�, hielt Kila dagegen. �Immer wird vor dem zur�ckgeschreckt, was notwendig ist. Der Feind verdient keine Gnade. Nicht mal eine Prise Gnade. Er verdient den Tod, und erst wenn er sieht, dass wir willens sind, jeden Einzelnen von ihnen zu t�ten, wird er aufgeben.�</p><p>�Und wenn der Feind dann immer noch nicht aufgibt?�</p><p>Kila machte eine wegwerfende Geste. �Dann werden sie eben alle get�tet, und der Krieg nimmt so sein Ende.�</p><p>�Ich habe so wie jeder das Recht, dazu etwas zu sagen�, �u�erte sich Tulev mit tonloser Stimme. �Ich wei� nicht, was die Syndiks verdienen, aber nur weil sie die Bev�lkerung der Allianz t�ten, hat sich auf unserer Seite niemand zu einer Kapitulation veranlasst gesehen. Selbst wenn Ihre Idee die F�higkeiten der Allianz nicht �berstiege und es m�glich w�re, deren ganze Bev�lkerung auszul�schen, w�rde ein Massenmord die Syndiks auch nicht dazu veranlassen, sich unserem Willen zu beugen und zu kapitulieren.�</p><p>�Ihr Kampfgeist ist bei Elyzia gestorben�, erwiderte Kila und Tulevs rot anlaufendes Gesicht verriet deutlich seine so selten zur Schau gestellten Gef�hle. �Ich f�rchte mich nicht davor, die Wahrheit auszusprechen. Aber keiner von Ihnen will die Wahrheit h�ren. Keiner von Ihnen will sich seinen eigenen Schw�chen stellen. Sie h�tten einen F�hrer haben k�nnen, der getan h�tte, was n�tig war, doch stattdessen sterben Sie lieber St�ck f�r St�ck. Sie sind nur j�mmerliche Schatten von dem, was Flottenoffiziere einmal waren.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Flottenoffiziere haben noch nie daran geglaubt, dass es in Ordnung ist, Kameraden zu t�ten, um den eigenen Ehrgeiz zu stillen.�</p><p>Kila sah ihn herablassend an. �Ehrgeiz? Meinen Sie, ich war so verblendet zu glauben, eine Schafsherde wie diese hier w�rde mich als ihren Anf�hrer akzeptieren? Ihre j�mmerlichen Egos h�tten das niemals akzeptieren k�nnen. Ich hatte jemanden, der zuh�rt und der von Ihnen allen akzeptiert worden w�re, auch wenn ihm jetzt der Mut fehlt, um zu mir zu stehen.� Sie drehte sich um und schaute geradewegs Captain Caligo an. �Wollten Sie es ihnen nicht sagen? Diesmal hilft es Ihnen nicht weiter, wenn Sie sich in den Hintergrund zur�ckziehen. Ich habe nicht die Absicht, mich in mein Schwert zu st�rzen, w�hrend Sie so tun, als h�tten Sie mit nichts etwas zu schaffen.�</p><p>Hastig sch�ttelte Caligo den Kopf. �Ich wei� nicht, was ��</p><p>�Wir waren uns darin einig, dass wir bereit waren, f�r die Allianz zu sterben, schon vergessen?�, zog Kila ihn auf. �Ich habe Ihr Gesicht gesehen, ich habe erkannt, dass Sie bereit waren, sich wieder unauff�llig zu geben und das zu sein, was die anderen in Ihnen sehen wollen. Was glauben Sie, was die jetzt gerade in Ihnen sehen?�</p><p>Caligo war kreidebleich geworden. �Sie l�gen. Nichts davon k�nnen Sie beweisen!�</p><p>�Haben Sie etwa geglaubt, ich w�re so dumm, Ihnen zu vertrauen?� Kila stand in Habachthaltung da und lie� ihren ver�chtlichen Blick durch den Raum schweifen, dann beugte sie sich vor und tippte irgendwelche Befehle ein. �Sie wollen Beweise sehen, Captain Geary? Ich habe Ihnen gerade gen�gend Beweise gesendet, die zeigen, dass Caligo mit allem einverstanden war.� Sie sah nun Geary eindringlich an. �Meine Feinde haben immer versucht, mich aus Neid niederzumachen. Ach, w�ren Sie tats�chlich Black Jack, dann h�tte ich Sie unterst�tzt! Ich h�tte zu dem wahren Mann stehen k�nnen, aber dieser wahre Mann starb im K�lteschlaf und lie� Sie zur�ck, diese leere H�lle. Sie verdienen nichts Besseres als diese ehrlose Politikerin und diese einf�ltige Schiffskommandantin. Ich hoffe nur, dass einer von ihnen irgendwann die Augen aufgehen und sie Ihnen ein Messer in den Leib jagt. Das ist n�mlich das Einzige, was Sie verdienen.�</p><p>Duellos mischte sich in einem bedauernden, dennoch unnachgiebigen Tonfall ein: �Sie scheinen ja sehr genau zu wissen, was alle anderen verdient haben. Doch Ihr Urteilsverm�gen ist in Wahrheit armselig. Sie haben sich Feinde gemacht, Sandra, und Ihr Ehrgeiz hat Sie geblendet. Und nun bekommen Sie das Erschie�ungskommando, das Sie verdienen.�</p><p>�Sie haben kein Recht, �ber mich zu urteilen.�</p><p>�Aber die Crew der <emphasis>Lorica</emphasis> hat das Recht, nicht wahr, Kila?�, mischte sich Captain Armus ein. �Schon bald werden Sie sich ihr stellen m�ssen, und ich an Ihrer Stelle w�rde jetzt schon mal damit anfangen, um Verzeihung zu bitten. Niemand von diesem Schiff hat �berlebt, um Sie sterben zu sehen, aber wir werden diesen Augenblick f�r diese Toten miterleben.�</p><p>Kila musterte ihn abf�llig. �Ich werde keinem von Ihnen die Genugtuung geben, mich sterben zu sehen. Wir sehen uns in der H�lle wieder, denn genau dorthin lassen Sie alle sich f�hren.� Dann schlug sie auf die Kontrollen auf dem Tisch an Bord der <emphasis>Inspire</emphasis>, und ihr Bild l�ste sich auf.</p><p>�Colonel?�, rief Geary.</p><p>Carabali h�rte sich eine Meldung an, dann verzog sie das Gesicht. �Meine Marines k�nnen das Schloss zu Captain Kilas Quartier nicht �berwinden. Sie haben �� Sie hielt inne, schaute zur Seite und nickte jemandem zu, dann sah sie wieder Geary an. �Meine Marines melden eine schwere Explosion in Captain Kilas Quartier.�</p><p>�Wie stehen die �berlebenschancen f�r jemanden, der sich in dem Raum aufh�lt?�</p><p>�Angesichts der Wucht der Detonation sind die Chancen gleich null.�</p><p>Im Konferenzraum machte sich Schweigen breit, alle sahen auf die Stelle, an der sich eben noch Captain Kilas Bild befunden hatte. Die Stille wurde schlie�lich von dem Hinweiston beendet, der den Eingang einer Nachricht der h�chsten Priorit�t ank�ndigte. �Ist diese Nachricht gepr�ft und freigegeben worden?�, wollte Geary wissen.</p><p>Desjani sprach hastig in ihre Dateneinheit, dann nickte sie. �Sie ist sauber.�</p><p>Geary �ffnete die Nachricht und stellte fest, dass sie aus etlichen Dateien und archivierten E-Mails bestand. Nach dem Zufallsprinzip klickte er mal hier, mal dort an, nur um lesen zu m�ssen, wie voller Hass und Verachtung �ber ihn geschrieben wurde. �Das sind die Beweise, von denen Captain Kila vorhin gesprochen hatte�, lie� er die anderen Offiziere wissen und �ffnete eine der alten E-Mails auf dem Display �ber dem Tisch, damit jeder sie lesen konnte.</p><p>Als Erster meldete sich Tulev zu Wort: �Von Captain Caligo, der seine Zusicherung best�tigt, Captain Kilas Anweisungen zu befolgen, was sie belohnen will, indem sie sich daf�r einsetzt, dass er Flottenbefehlshaber werden kann. K�nnen wir davon ausgehen, dass diese Dokumente echt sind?�</p><p>Badaya warf Caligo einen finsteren Blick zu. �Auf jeden Fall bieten sie genug Anlass f�r ein Verh�r. Wenn Captain Caligo mit den Anschl�gen auf die Kriegsschiffe der Allianz und mit der Zerst�rung der <emphasis>Lorica</emphasis> nichts zu tun hat, dann wird er sicher nichts dagegen haben, seine Unschuld zu beweisen.�</p><p>�Als meine Kameraden�, begann Caligo, nachdem er zun�chst angestrengt geschluckt hatte, �werden Sie sich doch sicher an die Prinzipien halten, an die die Flotte glaubt.�</p><p>�War das jetzt ein Ja oder ein Nein?�, fragte Duellos.</p><p>�Jeder Offizier hat das Recht, dass seine s�mtlichen Leistungen in Betracht gezogen werden und seine Ehre nicht ohne guten Grund angezw �� Caligo verstummte, als er endlich erkannte, dass gerade daf�r sehr gewichtige Gr�nde vorlagen.</p><p>Desjani beugte sich vor und schaute Caligo mit einer so todernsten Miene an, wie Geary sie bei ihr noch nie beobachtet hatte. �Es gibt nur einen einzigen Weg, der Ihnen einen ehrenvollen Tod gew�hren k�nnte und nicht den eines Verr�ters und Feiglings. Sagen Sie uns alles, was Sie wissen, und nennen Sie jeden Namen, der daran beteiligt ist. Wir bekommen das so oder so heraus, und wenn wir Ihnen die Namen aller Besatzungsmitglieder der gesamten Flotte vorlesen m�ssen, um jedes Mal Ihre Reaktion im Verh�rraum festzustellen. Aber wir sparen viel Zeit und bewahren wom�glich weitere Schiffe vor der Zerst�rung, wenn Sie freiwillig den Mund aufmachen.� Sie sah sich am Konferenztisch um. �Kila k�nnte versucht haben, einen weiteren Wurm zu aktivieren. Solange wir nicht alle Zusammenh�nge und Namen kennen, m�ssen wir davon ausgehen, dass die Gefahr noch nicht vor�ber ist.�</p><p>Diesmal richteten sich besorgte und bedrohliche Blick auf Caligo. Er zuckte zusammen und sch�ttelte den Kopf. �Ich wei� es nicht. Ich schw�re es.�</p><p>�Wissen Sie, welche Teile des Flottennetzes Kila benutzt hat, um die W�rmer zu verschicken? Sind Ihnen irgendwelche Kennungen bekannt? Wissen Sie, wer sie geschrieben hat?�</p><p>�J-ja.�</p><p>Colonel Carabali empfing einen weiteren Bericht und meldete sich zu Wort: �Meine Marines haben die Luke zu Captain Kilas Quartier aufgesprengt und sind eingedrungen. Sie best�tigen, dass sie tot ist. Sie suchen das Quartier nach Sprengfallen ab und empfehlen, dass Software-Experten der Flotte sorgf�ltig nach m�glichen Ausl�sern in diesem Raum suchen, die weitere zerst�rerische W�rmer aktivieren k�nnten.�</p><p>�Gibt es jemanden auf der <emphasis>Inspire</emphasis>, dem wir diese Aufgabe anvertrauen k�nnen?�, fragte Geary die versammelten Offiziere.</p><p>�Schicken Sie ein Team von der <emphasis>Valiant</emphasis> hin�, schlug Cresida vor. �Die d�rfte die besten Software-Fachidioten der ganzen Flotte haben.�</p><p>Commander Landis von der <emphasis>Valiant</emphasis> l�chelte fl�chtig. �Mein Software-Sicherheitsteam ist gut. Ich werde sie per Shuttle zur <emphasis>Inspire</emphasis> bringen lassen. Ich empfehle, dass alle Systeme der <emphasis>Inspire</emphasis> komplett ges�ubert werden. Das wird eine Weile dauern.�</p><p>�Schaffen Sie das noch vor unserem Sprung nach Atalia?�, fragte Geary.</p><p>�Ja, Sir. Auf jeden Fall wird die <emphasis>Inspire</emphasis> vor dem n�chsten Sprung sauber sein.�</p><p>�Vielen Dank, Commander Landis. Erledigen Sie das sofort.� Geary wandte sich Captain Caligo zu, der v�llig reglos dasa�, wie ein Kaninchen, das auf freiem Feld von einem J�ger ertappt worden war und sich nun nicht r�hrte, um blo� nicht auf sich aufmerksam zu machen. Es war ziemlich deutlich, dass von ihm im Gegensatz zu Kila keine spektakul�re Selbstt�tung zu erwarten war. �Captain Caligo, ich entziehe Ihnen mit sofortiger Wirkung das Kommando. Sie werden in Haft genommen und auf die <emphasis>Illustrious</emphasis> gebracht. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie wie versprochen alle Informationen liefern, und ich erwarte auch, dass die ersten dieser Informationen bei mir eintreffen, noch bevor Sie die <emphasis>Illustrious</emphasis> erreicht haben.�</p><p>Caligo erwiderte nichts, sondern starrte nur vor sich auf den Tisch.</p><p>�Captain Caligo, haben Sie mich verstanden?�, fragte Geary so schroff, wie er nur konnte.</p><p>�Ja, Sir.� Caligo lie� den Kopf sinken und begann leise in ein Diktierger�t in seinem Quartier zu sprechen. Er war immer noch damit besch�ftigt, als die Marines der <emphasis>Brilliant</emphasis> zu ihm kamen und ihn aus der Konferenzsoftware entfernten.</p><p>Danach sa�en zun�chst alle wie benommen da und schwiegen, bis Captain Armus erkl�rte: �Captain Geary, ich habe mich nie zur�ckgehalten, den Mund aufzumachen, wenn ich anderer Meinung war als sie. Aber jetzt m�chte ich mich f�r alles entschuldigen, was ich gesagt oder getan haben mag, das Kila und Caligo zu der �berzeugung gebracht hat, dass ihr Handeln gerechtfertigt sein k�nnte.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Armus. Ich war nicht immer gl�cklich �ber Ihre Einw�nde, aber ich sehe ihre Notwendigkeit ein und begr��e Ihre Bereitschaft, Ihre Meinung auszusprechen. Ich mache Ihnen keinen Vorwurf f�r das, was Kila und Caligo getan haben.� Er schaute sich am Tisch um und konnte seinen Offizieren ansehen, wie ersch�tternd die Geschehnisse der letzten Minuten auf sie gewirkt hatten. �Etwas Schreckliches ist vorgefallen. Zwei unserer Offiziere haben sich von uns losgesagt und ihren Treueeid verraten. Sie sind wom�glich nicht die Einzigen, aber wir haben Beweismaterial, das uns notfalls auch zu anderen Beteiligten f�hren wird. Mein Vertrauen in Sie alle ist ungebrochen. Ich habe es schon zuvor gesagt, und ich m�chte es jetzt wiederholen, dass niemand sich so geehrt f�hlen kann wie ich, diese Flotte zu f�hren und an der Seite so hervorragender Offiziere zu dienen, wie Sie es alle sind. Ich danke Ihnen f�r Ihre Arbeit, Ihre Loyalit�t und alle Opfer, die Sie gebracht haben. Ich werde mein Bestes tun, um der Ehre gerecht zu werden, die mir unter Ihnen zuteil wird.�</p><p>Wie sie reagieren w�rden, vermochte er nicht vorherzusagen, doch einer nach dem anderen stand auf und salutierte wortlos. Geary erwiderte den Salut und f�hlte sich schlichtweg �berw�ltigt. �Vielen Dank. Die Ermittlungen werden zwar weitergehen, aber f�r den Augenblick sollten wir diese h�ssliche Episode auf sich beruhen lassen, damit wir uns auf die Schlacht bei Atalia vorbereiten k�nnen.�</p><p>Daraufhin brach allgemeiner Jubel aus, anschlie�end verschwand ein virtuell Anwesender nach dem anderen, jedoch langsamer als �blich, da alle nach vorne dr�ngten, um sich pers�nlich von Geary zu verabschieden. Dann erst war er allein im Konferenzraum, lediglich Desjani und die virtuelle Rione waren noch bei ihm.</p><p>Desjani salutierte ebenfalls und betrachtete ihn voller Stolz.</p><p>�Was ist?�, fragte er.</p><p>�Eines Tages werde ich es Ihnen erkl�ren�, erwiderte sie l�chelnd. �Wenn ich mich dann entfernen darf, Sir.�</p><p>�Aber sicher, Captain Desjani.�</p><p>Nachdem sie gegangen war, wandte er sich Rione zu, die dasa� und die H�nde vors Gesicht gelegt hatte.</p><p>�Stimmt was nicht?�, wollte er wissen.</p><p>�Ich habe Sie untersch�tzt�, antwortete sie leise.</p><p>�Inwiefern?�</p><p>Sie nahm die H�nde runter. �Sie sind noch gef�hrlicher, als ich gedacht hatte. Die anderen fressen Ihnen aus der Hand, das konnten Sie gerade eben selbst sehen. Sogar ich begann zu �berlegen, was ich tun w�rde, wenn Sie sich jetzt zum F�hrer der Allianz erkl�ren w�rden.�</p><p>�Seien Sie nicht albern. Sie wissen genau, was Sie tun w�rden.�</p><p>�Vermutlich ja.� Sie erhob sich von ihrem Platz. Sie m�ssen unbedingt mit Badaya reden. So schnell wie m�glich. Ansonsten k�nnte die Bewegung, die Sie zum Diktator machen will, nicht mehr aufzuhalten sein.�</p><p>�Ich werde mit ihm reden, bevor wir Padronis verlassen.�</p><p>�Gut. Es gibt in der Geschichte der Menschheit nur wenige Leute, die eine Macht abgelehnt haben, wie sie f�r Sie zum Greifen nahe ist, John Geary.�</p><p>�Ich lehne sie ab�, beharrte er, �weil ich nicht daf�r geeignet bin, mit solcher Macht umzugehen.�</p><p>�Und ironischerweise ist es ausgerechnet diese Einstellung, die uns in Versuchung bringt, Ihnen eben diese Macht anzuvertrauen.� Sie beugte sich vor. �Halten Sie an Ihrem Eid fest, Captain Geary. Nur Ihr vorbildliches Verhalten kann die Allianz noch retten.� Dann l�ste sich auch ihr Bild auf.</p><p>Auf dem Weg zur�ck zu seinem Quartier wurde ihm klar, dass er zwei weitere Entscheidungen zu treffen hatte und dass ihm daf�r nicht mehr viel Zeit blieb. Kaum hatte er an seinem Tisch Platz genommen, rief er die Br�cke. �Captain Desjani, machen Sie bitte Captain Duellos ausfindig und sagen Sie ihm, er soll sich umgehend bei mir melden.�</p><p>Dann lehnte er sich zur�ck, um erst einmal in Ruhe zu verarbeiten, was sich in den letzten Stunden abgespielt hatte. Er konnte noch immer nicht so ganz glauben, dass die gef�hrliche Opposition in den eigenen Reihen nicht l�nger existierte.</p><p>Die T�rglocke wurde bet�tigt, und Geary schaute gereizt zur Luke. <emphasis>Kann ich nicht mal f�nf Minuten Ruhe haben, um das zu verarbeiten?</emphasis> Aber er wusste nicht, wie wichtig dieser Besucher wom�glich sein w�rde. �Ja, herein.�</p><p>Co-Pr�sidentin Rione trat ein und machte eine fragende Geste. Er verstand, was sie meinte, und aktivierte die h�chste Sicherheitsversiegelung seines Quartiers. �Was gibt es?�</p><p>�Ich wollte Sie wissen lassen, dass meine Agenten in der Flotte keine Hinweise auf weitere Widersacher gefunden haben. Sie haben die Reaktionen auf die Neuigkeit von Kilas Tod beobachtet. Es gibt keine Anzeichen f�r weitere W�rmer, und niemand hat in irgendeiner Weise Mitgef�hl f�r Kila oder Caligo ge�u�ert.�</p><p>�Gut zu wissen.� Sollte er sich tats�chlich nicht l�nger um derartige Dinge k�mmern m�ssen? Konnte es sein, dass er seine eigenen Offiziere nicht weiterhin im Auge behalten musste, weil sie m�glicherweise eine Bedrohung f�r die Flotte darstellten? �Viel besser werde ich mich allerdings erst f�hlen, wenn die Spezialisten von der <emphasis>Valiant</emphasis> die <emphasis>Inspire</emphasis> auf den Kopf gestellt haben.�</p><p>�Ja, nat�rlich.�</p><p>Ein beharrliches Summen lie� Geary wissen, dass jemand versuchte, ihn mit Kommandopriorit�t zu erreichen. �Entschuldigen Sie, Madam Co-Pr�sidentin, aber das Gespr�ch werde ich wohl annehmen m�ssen.� Als er die Leitung �ffnete, tauchte auf der Komm-Einheit das Gesicht von Captain Desjani auf.</p><p>�Kein Problem�, erkl�rte Rione. �Ich habe gesagt, was ich sagen wollte. Ich m�chte Sie nicht bei Ihrem Rendezvous mit Ihrer besonderen Freundin st�ren.�</p><p>Geary suchte immer noch nach einer angemessenen, besonnenen Erwiderung, doch Rione hatte sein Quartier bereits verlassen.</p><p>Desjani machte auf dem Komm-Schirm eine finstere Miene. �Ich schw�re Ihnen, Sir, ich bin so dicht davor, dieser Frau wehzutun!�, zischte sie, w�hrend sie Daumen und Zeigefinger nur ein paar Millimeter voneinander entfernt hochhielt.</p><p>�Das w�re ein Versto� gegen Allianzgesetze und Flottenvorschriften�, lie� er sie gelangweilt wissen.</p><p>�Nur, wenn man mir nachweisen kann, dass ich vors�tzlich gehandelt habe. Ich k�nnte sie an irgendeinem dunklen �rtchen zusammenschlagen und behaupten, ich h�tte sie nicht erkannt.�</p><p>In diesem Augenblick h�rte sich der Gedanke ziemlich verlockend an, und Geary hatte M�he, ihn aus seinem Kopf zu vertreiben. �Nein, wir brauchen sie noch.�</p><p>�Darf ich sie verpr�geln, wenn wir sie nicht mehr brauchen?�, fragte sie. �<emphasis>Bitte!�</emphasis></p><p>Wieder diese Versuchung. �Ich kann es Ihnen nicht versprechen, auch wenn ich�s gern machen w�rde. Was gibt es denn?�</p><p>�Captain Duellos m�chte mit Ihnen sprechen. Sie haben alle eingehenden Nachrichten mit einer Sicherheitssperre belegt, deshalb konnte er Sie nicht erreichen�, f�gte sie ein wenig vorwurfsvoll an.</p><p>�Entschuldigen Sie. Ich werde die Sperre wieder aufheben. Danke.�</p><p>�War mir ein Vergn�gen, Sir�, erwiderte sie spitz, dann verschwand ihr Bild.</p><p>Geary seufzte und wartete auf Duellos� Erscheinen auf dem Monitor. Im n�chsten Moment war er zu sehen, sein virtuelles Bild schien in Gearys Quartier zu stehen. �Sie wollten mich sprechen, Captain Geary?�, fragte Duellos.</p><p>�Ja, aber nehmen Sie doch erst Platz.� Duellos nickte dankbar und setzte sich an Bord der <emphasis>Furious</emphasis> auf einen Stuhl, was von dem Komm-Programm in Gearys Quartier nachgeahmt wurde.</p><p>�Ich muss wissen, wie es Ihnen geht. Bei der Konfrontation machten Sie einen guten Eindruck, aber wie f�hlen Sie sich wirklich?�</p><p>Duellos zog eine Augenbraue hoch. �Es geht mir so gut, wie man es von jedem Captain erwarten kann, der kein Schiff mehr hat.�</p><p>�Wollen Sie ein Schiff haben?�, fragte Geary ohne Umschweife. �Ich h�tte da zwei Schlachtkreuzer, auf denen momentan eine Stelle als Captain zu vergeben ist.�</p><p>�Die <emphasis>Brilliant</emphasis> und die <emphasis>Inspire</emphasis>, nehme ich an.� Duellos atmete tief durch. �Welche soll es sein?�</p><p>�Mit welcher kommen Sie klar? Ich glaube, die <emphasis>Brilliant</emphasis> bringt keine nennenswerte Probleme mit sich, au�er dass die Crew unter Schock stehen d�rfte.�</p><p>Duellos verzog den Mund zu einem humorlosen Grinsen. �Aber Sie ben�tigen mich auf der <emphasis>Inspire</emphasis>, richtig?�</p><p>�Richtig.� Geary nahm gegen�ber von Duellos Platz. �Auf der <emphasis>Inspire</emphasis> brauche ich den besten Captain, den ich bekommen kann. Ich habe keine Ahnung, wie �bel es auf diesem Schiff aussieht, aber es k�nnte eine richtiggehende Schlangengrube sein. Der befehlshabende Offizier ist tot, der XO, der Offizier f�r Systemsicherheit und der Komm-Offizier sitzen jeweils in der Arrestzelle, und die �brigen Offiziere m�ssen erst noch durchleuchtet werden.�</p><p>�Eine echte Gelegenheit, um sich zu beweisen�, murmelte Duellos mit mehr als nur einem Anflug von Sarkasmus. �Viele meiner Offiziere haben es von der <emphasis>Courageous</emphasis> geschafft, und wenn ich die Erlaubnis h�tte, ein paar von ihnen mitzunehmen ��</p><p>�Erlaubnis erteilt. Nehmen Sie so viele Crewmitglieder der <emphasis>Courageous</emphasis> mit, wie Sie wollen. Die <emphasis>Inspire</emphasis> hat ohnehin eine ganze Reihe von Besatzungsmitgliedern verloren, weil Kila eigenm�chtig auf den Feind losgehen musste.�</p><p>Duellos dachte kurz nach, dann nickte er. �Die Crew der <emphasis>Inspire</emphasis> muss von Grund auf neu aufgebaut werden. Ich werde mein Bestes geben.�</p><p>�Danke. Ich k�nnte mir keinen besseren Offizier f�r diesen Posten w�nschen. Die <emphasis>Inspire</emphasis> selbst ben�tigt �brigens auch einige Reparaturen. Man hat sie ziemlich �bel zusammengeschossen.�</p><p>�Es mag f�r die Moral der Besatzung ganz n�tzlich sein, sich auf die Reparatur ihres Schiffs zu konzentrieren.� Duellos l�chelte fl�chtig. �In solchen Zeiten kann es sehr viel ausmachen, wenn man sieht, wie man gemeinsam etwas erreicht. Ich nehme an, Sie m�chten, dass ich meinen Dienst auf der <emphasis>Inspire</emphasis> schon vorgestern antrete.�</p><p>�Eigentlich ja�, stimmte Geary ihm zu. �Aber lassen Sie sich Zeit, um die Leute auszuw�hlen, die Sie von der <emphasis>Courageous</emphasis> mitnehmen werden. Wie ich schon sagte, Sie k�nnen so viele von Ihren Leuten haben, wie Sie wollen. Ich bringe die <emphasis>Inspire</emphasis> in der N�he der Hilfsschiffe in Position, damit sie die Reparaturarbeiten unterst�tzen k�nnen.�</p><p>�Ein neues Schiff, und sofort bin ich zur�ck bei den Hilfsschiffen? Das k�nnte mir noch den Ruf einbringen, ein �Ungl�cksbringer� zu sein.� Duellos l�chelte ironisch. �Danke, dass Sie mich nicht darum bitten, die <emphasis>Orion</emphasis> zu �bernehmen.�</p><p>�Was ich mit der <emphasis>Orion</emphasis> machen soll, wei� ich beim besten Willen nicht.�</p><p>�Lassen Sie doch Numos das Schiff �bernehmen�, schlug er vor. �Er wird schon daf�r sorgen, dass es beim n�chsten Gefecht zerst�rt wird.�</p><p>�Wenn die Crew sich nicht endlich zusammenrei�t, werde ich vielleicht genau das machen.� Er sah nach oben, als w�rde er sich an die lebenden Sterne wenden. �Das ist nat�rlich nur ein Witz.� Dann sah er wieder Duellos an und deutete auf das Display, das den Flottenstatus anzeigte. �Die Erste Schlachtkreuzerdivision besteht nur noch aus einem Schiff, n�mlich der <emphasis>Formidable</emphasis>, und die Siebte verf�gt blo� noch �ber die <emphasis>Brilliant</emphasis> und die <emphasis>Inspire</emphasis>. Ich habe �berlegt, ob ich nicht beide Divisionen zu einer neuen Ersten Division zusammenlegen soll.�</p><p>Duellos sch�ttelte den Kopf. �Grunds�tzlich ist das eine gute Idee, aber es zeigt leider auch, wie gro� unsere Verluste sind.� Dann hielt er inne und nickte nachdr�cklich. �Ja, es ist eine gute Idee. Die <emphasis>Formidable</emphasis> w�re dann nicht mehr so einsam, und die <emphasis>Inspire</emphasis> und die <emphasis>Brilliant</emphasis> h�tten einen neuen Kameraden und einen symbolischen Neustart. Wem wollen Sie die <emphasis>Brilliant</emphasis> geben?�</p><p>�Wenn ich das w�sste. Captain Baccade von der <emphasis>Intrepid</emphasis> wurde schwer verletzt, sie ist noch nicht in der Verfassung, wieder ein Kommando zu �bernehmen.�</p><p>�Wie ich h�rte, sucht Commander Vigory nach einem Schiff�, warf Duellos scheinbar arglos ein.</p><p>Geary reagierte mit einem ver�rgerten Blick. �Er war gerade erst aus dem Arbeitslager heraus, da wollte er von mir schon ein Schiff haben. Von seinen bisherigen Leistungen bin ich nicht sehr beeindruckt, und ich habe auch keine Zeit, einem neuen befehlshabenden Offizier beizubringen, wie ich k�mpfe.�</p><p>�Ich dachte nur, ich erw�hne es mal, weil er viel Zeit damit verbringt, sich �ber Ihre Entscheidungen zu beschweren. Die eine, die ihn betrifft, und noch viele andere mehr.� Duellos grinste ironisch. �Ich hatte ihn im Auge behalten, da ich feststellen wollte, ob die Verschw�rer ihn ansprechen, um ihn f�r ihre Sache zu gewinnen. Aber dann kam das mit Kila und Caligo dazwischen, und selbst wenn noch andere mit den beiden gemeinsame Sache gemacht haben, werden sie sich jetzt h�ten, in Erscheinung zu treten.�</p><p>�Nicht jeder, der gegen mich eingestellt ist, ist deshalb auch ein Verschw�rer�, grummelte Geary. �Ich werde daf�r sorgen, dass er Besch�ftigung hat, aber Vigory bekommt von mir weder die <emphasis>Brilliant</emphasis> noch irgendein anderes Schiff. Ich glaube, er ist einfach zu sehr von sich eingenommen. Selbstbewusstsein ist wichtig, aber nicht in dem Ma�, dass man nur noch sich selbst wahrnimmt.�</p><p>�Was uns erst vor Kurzem sehr drastisch vor Augen gef�hrt wurde.� Duellos schien kurz nachzudenken. �Wir haben bei Heradao die <emphasis>Ta r i a n</emphasis> verloren. Ihr Befehlshaber Jame Yunis hat einen guten Ruf.�</p><p>Geary rief Yunis� Akte auf und �berflog sie. �Sieht ganz gut aus. Glauben Sie, er ist der Aufgabe gewachsen?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Okay, ich werde ihn mir genauer ansehen, und vor dem Sprung nach Atalia werde ich mich entscheiden.� Er atmete gedehnt aus. �W�rde es Ihnen etwas ausmachen, noch ein paar Minuten hierzubleiben, w�hrend ich Captain Desjani zu uns kommen lasse, damit wir uns gemeinsam etwas ansehen k�nnen? Ich w�sste gern Ihre Meinung, weil ich nur einmal die Gelegenheit bekomme, es richtig zu machen. Allerdings muss ich Sie darum bitten, zu niemandem ein Wort dar�ber zu verlieren.�</p><p>Duellos musterte ihn lange. �Ich kann nichts versprechen, was gegen meinen Eid versto�en w�rde.�</p><p>�Das ist hier nicht der Fall, darauf gebe ich Ihnen mein Wort.�</p><p>Desjani ben�tigte nur wenige Minuten, um zu ihnen zu sto�en. Geary trug ihnen beiden sein Anliegen vor, dann wartete er ab. Wie so oft dachte Duellos erst in aller Ruhe nach, ehe er schlie�lich nickte. �Ich w�sste nicht, wie man das noch verbessern k�nnte. Aber Ihnen ist klar, dass Sie sich damit auf einem schmalen Grat bewegen, nicht wahr?�</p><p>�Das k�nnen Sie laut sagen�, stimmte Geary ihm zu.</p><p>�Wenn Sie jetzt gleich mit Badaya reden wollen, dann kann ich gern noch ein bisschen bleiben und den Eindruck erwecken, als w�rde ich � na ja, das �unterst�tzen�, was Sie eigentlich nicht machen.�</p><p>Desjani nickte bekr�ftigend. �Das ist eine gute Idee. Duellos gilt in weiten Teilen der Flotte als ein besonderer Vertrauter. Es w�rde Badaya gefallen, ihn hier anzutreffen.�</p><p>�Was f�r Sie ebenfalls gilt�, gab Duellos zur�ck.</p><p>Sie verzog den Mund. �Muss das sein? Er wird irgendwas sagen, das wei� ich ganz genau, und dann muss ich so tun, als h�tte ich es nicht geh�rt.�</p><p>�Nur f�r ein paar Minuten, Tanya�, versuchte Duellos sie zu �berreden. �Dann k�nnen wir uns zur�ckziehen, und Badaya bekommt seine Unterredung mit Black Jack.�</p><p>�Roberto, Sie wissen ganz genau, dass Captain Geary und ich nicht ��</p><p>Er hob die Hand, um ihren Redefluss zu stoppen. �Nat�rlich wei� ich das. Alle Ihre Freunde wissen das, Tanya. Sie w�rden mit Ihrem vorgesetzten Offizier nichts anfangen, ganz egal, wie sich die Umst�nde gestalten.� Desjani schaute nach unten. �Ich kann mir vorstellen, dass es kein Vergn�gen ist, mit solchen Ger�chten zurechtkommen zu m�ssen.�</p><p>�Es gibt einiges, mit dem nicht leicht zurechtzukommen ist�, murmelte sie. �Ich kriege das schon hin.�</p><p>Duellos sah Geary an, w�hrend er antwortete: �Davon bin ich �berzeugt, Tanya. Na, dann wollen wir mal Badaya herzitieren und die Sache hinter uns bringen. Was soll eigentlich sein, wenn Sie ihn nicht �berzeugen k�nnen?�</p><p>�Ich wei� nicht. Vielleicht muss ich dann diese Sache publik machen und vor der ganzen Flotte erkl�ren, dass ich keinen Staatsstreich gegen die Allianz-Regierung mitmachen werde. Aber ich f�rchte, einige Leute werden das so deuten, dass ich das Thema nur zur Sprache bringe, weil ich mich in Wahrheit doch zum Diktator aufschwingen m�chte und so herausfinden kann, wie viel R�ckhalt ich in der Flotte habe.�</p><p>�So w�rden es diejenigen, die einen Sturz der Regierung anstreben, zweifellos auslegen�, stimmte Duellos ihm zu. �Hoffen wir, dass es Ihnen gelingt, Badaya und seine Gesinnungsgenossen in eine Richtung zu lenken, mit der wir alle leben k�nnen. Ansonsten k�nnte sich der Triumph der heimkehrenden Flotte in die gr��te Niederlage verwandeln, die die Allianz je erlitten hat.�</p></section><section><title><p>Neun</p></title><p>Wie Duellos ganz richtig vermutet hatte, machte Badaya einen sehr erfreuten Eindruck dar�ber, dass er zu einer Konferenz eingeladen worden war, an der au�er ihm nur Geary, Duellos und Desjani teilnahmen. �Sie bekommen die <emphasis>Inspire</emphasis>, Duellos? Hervorragend. Nur zu schade, dass Sie sich das Schiff noch eine Weile mit Kilas �berresten teilen m�ssen.�</p><p>�Ich dachte, wir verabschieden uns hier von ihren sterblichen �berresten�, wunderte sich Geary. �Warum warten wir damit bis Atalia?�</p><p>Badaya sah Geary �berrascht an. �Sind Sie nicht mit den Vorschriften der Flotte vertraut, wie man mit den Leichen von Verr�tern zu verfahren hat?�</p><p>�Nein. Ich bin davon ausgegangen, sie w�rde ohne jede Zeremonie im All bestattet.�</p><p>�Sie verdient keine ehrenvolle Beisetzung�, mischte sich Desjani ein.</p><p>�Genauer gesagt�, erg�nzte Badaya, �verbieten die Vorschriften so etwas. Stattdessen sind die Leichen von Verr�tern dem Sprungraum zu �berantworten. Ohne Ausnahme, ohne Alternativen.�</p><p>Geary sah ihn und dann Desjani und Duellos an, die beide ernst nickten. �Ich gebe zu, ich bin erstaunt. Jemanden bis in alle Ewigkeit dem Sprungraum zu �bergeben, ist die grausamste Behandlung, die ich mir vorstellen kann. Wie konnte eine solche Ma�nahme abgesegnet werden?�</p><p>Duellos strich mit einer Hand �ber den Tisch, an dem er sa�, und erkl�rte ungewohnt ernst: �Die Antwort darauf findet sich in einer sehr h�sslichen Geschichte aus einer Zeit, als Sie im K�lteschlaf lagen, Captain Geary. Das d�rfte gut f�nfzig Jahre her sein, nicht wahr?� Desjani und Badaya nickten best�tigend. �Ich erspare Ihnen die Einzelheiten, aber lassen Sie mich es so sagen: Wenn die Strafe noch brutaler h�tte ausfallen k�nnen, dann w�re sie auch genehmigt worden.�</p><p>�Das hei�t, ich bin der einzige Mensch in der gesamten Flotte, den es �berrascht, dass man get�tete Verr�ter im Sprungraum zur�ckl�sst?�</p><p>�H�chstwahrscheinlich ja.�</p><p>Er setzte sich hin und betrachtete seine H�nde, die verkrampft die Knie umfassten. �Ich sch�tze, das ist einer von diesen Momenten, in denen ich v�llig altmodisch bin. Ich akzeptiere unser Recht, �ber Leute wie Kila zu richten und ein Urteil zu f�llen, das wir auch vollstrecken k�nnen. Aber einen Toten im Sprungraum zu bestatten � Ist das nicht die Art von ewiger Bestrafung, die h�heren M�chten als uns vorbehalten ist?�</p><p>Nach kurzem Schweigen antwortete Desjani: �Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber die Beisetzung im Sprungraum ist eine symbolische Geste der Menschlichkeit. Es ist nicht das letzte Wort, weil wir nicht das letzte Wort haben. Nur weil wir etwas nicht wiederfinden k�nnen, was wir im Sprungraum zur�ckgelassen haben, bedeutet das nicht, dass die lebenden Sterne auch nicht dazu in der Lage sind. Wenn sie Kila haben wollen, werden sie sie auch bekommen.�</p><p>�Sie sehen das nicht als etwas Ewiges an?�, fragte Geary, den diese Argumentation zwar v�llig �berraschte, der aber auch nichts dagegenzuhalten vermochte.</p><p>�Nichts, was Menschen machen, w�hrt ewig. Nichts, was wir tun, ist st�rker als das, was die h�heren M�chte entscheiden. Das letzte Urteil liegt immer bei ihnen.� Desjani deutete vage in Richtung Bordwand. �Ich wei�, welches Schicksal Kila verdient hat, aber letztlich kann ich das nicht bestimmen. Die Beisetzung im Sprungraum dr�ckt aus, welche Gef�hle ihr Verbrechen bei uns ausl�st, und das ist in Sachen Ewigkeit auch schon wieder alles.�</p><p>�Verstehe.� Er dachte an die Toten der <emphasis>Lorica</emphasis>; Matrosen, die ohne Vorwarnung von jemandem in den Tod gerissen wurden, dem sie ihr Leben anvertraut hatten. Und er dachte an die Besatzungen der <emphasis>Dauntless</emphasis>, der <emphasis>Illustrious</emphasis> und der <emphasis>Furious</emphasis>, die alle gestorben w�ren, h�tte man den von Kila eingeschleusten Wurm nicht rechtzeitig entdeckt. �Also gut, ich kann die Angemessenheit dieser Geste nachvollziehen. Kilas sterbliche �berreste werden auf dem Weg nach Atalia dem Sprungraum �bergeben.�</p><p>Duellos verzog das Gesicht. �Bis dahin werden sie einigen Besatzungsmitgliedern ganz sicher den Schlaf rauben.�</p><p>�M�chten Sie das Urteil vollstrecken, oder w�re es Ihnen lieber, wenn ich einen anderen Captain bitte, sich freiwillig zu melden?�, wollte Geary von ihm wissen.</p><p>Er dachte kurz dar�ber nach, dann nickte er. �Wenn ich es nicht mache, wer dann? Ich werde sie nicht verfluchen, wenn ihr Leichnam das Schiff verl�sst. Stattdessen werde ich bedauern, was alles aus ihr h�tte werden k�nnen.�</p><p>Badaya lachte rau. �Dann sind Sie ein besserer Mensch als ich. Ich wei�, der Anstand gebietet es uns, von den Toten nicht schlecht zu reden, aber wenn es um Kila geht, ist dieses Gebot nur schwer einzuhalten.�</p><p>Diesmal nickte Geary. �Ich verstehe schon. Ich bin auch nicht von ihr begeistert gewesen. Was ist eigentlich mit Caligo? Dass Sie ihn auf die <emphasis>Illustrious</emphasis> gelassen haben, freut mich. Kooperiert er so, wie er es uns zugesagt hat?�</p><p>Der zynische Humor war wie weggeweht, Badayas Gesicht spiegelte Abscheu wider. �Ob er kooperiert? Er plappert drauflos. Caligo sagt alles, was wir seiner Meinung nach von ihm h�ren wollen. Und er redet ohne Unterbrechung. Er hofft wohl, dass ihn das am Leben h�lt. Die Verh�rsoftware hat Schwierigkeiten, Caligos Aussagen zu bewerten. Er ist offenbar in der Lage, sich einzureden, dass jedes Wort der Wahrheit entspricht.�</p><p>Duellos sch�ttelte den Kopf. �Soll das hei�en, wir k�nnen uns nicht auf seine Aussagen verlassen?�</p><p>�Meiner Meinung nach nicht. Es mag etwas Wahres darunter zu finden sein, vielleicht auch sehr viel Wahres. Aber wir m�ssen alles, was er sagt, erst einmal �berpr�fen, um herauszufinden, ob es Beweise gibt, die seine Aussagen st�tzen.�</p><p>Geary trommelte nerv�s mit den Fingern auf die Tischplatte. �Wie lange wird das dauern?�</p><p>�Das kann ich nicht sagen�, erwiderte Badaya und f�gte sofort an: �Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir damit fertig sein werden, bevor wir zur�ck im Allianz-Gebiet sind. Es f�llt mir nicht leicht, das zu sagen, weil ich diesen kleinen Dreckskerl tot sehen m�chte. Aber wenn wir ihn hinrichten, ohne zuvor wenigstens einige seiner Anschuldigungen zu �berpr�fen, dann k�nnten dadurch einige Leute belastet werden, die in Wahrheit unschuldig sind. Was er und Kila gemacht haben, ist schon schlimm genug, aber wenn wir vorbehaltlos glauben, was er uns erz�hlt, dann machen wir uns meiner Meinung nach zu Mitt�tern.�</p><p>�Das sehe ich auch so�, meinte Duellos. �Wir sind zwar nicht immer einer Meinung, Captain Badaya, aber ich glaube, in diesem Punkt haben Sie v�llig recht.�</p><p>�Sie sollten auch psychologische Profile von Caligo erstellen lassen�, empfahl Desjani. �Sie k�nnen das anordnen, Captain Geary, ob Caligo damit einverstanden ist oder nicht.�</p><p>Badaya warf ihr einen finsteren Blick zu. �Versuchen Sie, Caligo eine medizinische Verteidigung f�r sein Verhalten in die H�nde zu spielen?�</p><p>�Nein�, konterte sie k�hl. �Wir alle haben ihn gesehen. Eine derartige Verteidigung w�rde nicht funktionieren. Aber ich halte es f�r interessant herauszufinden, wie jemand so sehr von seinem Kurs abkommen kann. Kriegsschiffe der Allianz zu zerst�ren, Kameraden zu ermorden � Es gibt viele ehrgeizige Offiziere in der Flotte, von denen einige vieles tun w�rden, um ihre Bef�rderung zu erhalten. Aber Caligo war bereit, alles zu tun. Wenn etwas Bestimmtes ihn zu diesem Handeln veranlasst hat, etwas, das �ber das normale Verlangen nach Macht hinausgeht, dann finde ich, ist es wert, das herauszufinden.�</p><p>�Hmm.� Badaya zuckte mit den Schultern, als sei ihm dieses Thema zuwider. �Mich w�rde es nicht wundern, wenn die Antwort darauf in dem zu finden ist, was Kila ihm angeboten hat. Und damit meine ich nicht nur die M�glichkeit, ihre Galionsfigur zu werden. Es kursieren etliche Geschichten �ber Kila, und einige von denen sind ganz besonders schrecklich. Zahlreiche M�nner haben sich schon durch ihre Gel�ste vom Pfad der Pflicht und Ehre abbringen lassen.� An Desjani gerichtet machte er eine entschuldigende Geste. �Ich muss wohl nicht extra erw�hnen, dass keiner der Anwesenden in Kilas Kategorie f�llt.�</p><p>Desjani, die mit versteinerter Miene dasa�, tat so, als habe sie kein Wort geh�rt, doch als sie Duellos einen vorwurfsvollen Blick zuwarf, reagierte der mit einer zerknirschten Miene.</p><p>Betretene Stille machte sich breit, die Captain Duellos mit einem Seufzer unterbrach. �Ich w�nschte, die Syndiks h�tten uns die M�he erspart, ihr auf die Schliche zu kommen. Wenn ich bedenke, wie viele Schlachten Kila �berlebt hat � und wozu? Um diejenigen zu verraten, die ihr Feuerschutz gaben. Ich f�hle mich von ihrem Verhalten besudelt, und ich sch�me mich daf�r, dass irgendein Offizier so etwas tun kann.�</p><p>�Kilas Handeln sagt nichts �ber Sie aus�, erwiderte Geary. �Oder irgendeinen anderen in dieser Flotte.�</p><p>�Ich wei� Ihre Worte zu sch�tzen�, meinte Duellos und sah gedankenverloren in die Ferne. �Ich werde mit meinen Vorfahren reden m�ssen.�</p><p>�Das ist nie verkehrt�, fand Badaya.</p><p>Geary nickte Desjani und Duellos zu. �Na gut. Ich muss unter vier Augen mit Captain Badaya reden. Wenn ich Sie bitten darf?�</p><p>Beide zogen sich zur�ck, nachdem sie ihre Rollen genau nach Plan gespielt hatten, als seien sie Teil genau jener Verschw�rung, die Badaya erwartete.</p><p>Geary stand auf und stellte fest, dass er ein wenig nerv�s war. Rione hatte recht gehabt, als sie befand, dass er ein ganz schlechter L�gner war. Aber er musste diese Rolle so gut spielen, wie er nur konnte. Langsam ging er auf und ab, um seine Nervosit�t in den Griff zu bekommen, dann drehte er sich um. �Captain Badaya, ich wollte mit Ihnen �ber die Ma�nahmen reden, die ergriffen werden m�ssen, wenn die Flotte ins Allianz-Gebiet zur�ckgekehrt ist.�</p><p>�Ja, nat�rlich.� Badaya stand ebenfalls auf, er brannte erkennbar darauf, mehr zu erfahren. �Sind Sie bereit einzuwilligen? Die Allianz braucht Sie.�</p><p>Um ihn nicht ansehen zu m�ssen, lie� er den Kopf einen Moment lang sinken. �Captain Badaya, ich hoffe, Sie verstehen, wie schwierig es f�r mich ist, �berhaupt �ber solche Dinge zu reden. Ich komme aus einer Zeit, in der es v�llig undenkbar war, dass sich eine Flotte gegen die Regierung erheben k�nnte.�</p><p>Captain Badaya sch�ttelte bed�chtig den Kopf, als w�rde eine gro�e Last auf ihm ruhen. �Glauben Sie nicht, dieses Angebot w�re mir m�helos �ber die Lippen gekommen, Captain Geary. Weder mir noch den anderen Offizieren. So etwas entscheidet man nicht aus einer Laune heraus, auch wenn man so wie wir die Folgen der Unf�higkeit und Korruptheit unserer Regierung ertragen hat.�</p><p>�Das verstehe ich.� Geary nahm wieder Platz und bedeutete Badaya, sich ebenfalls wieder hinzusetzen. �Ich habe nur Probleme damit zu begreifen, warum Sie alle zu dieser Entscheidung gekommen sind.�</p><p>�Warum?� Badaya lie� sich schwer auf seinen Sitz sinken und beugte sich nach vorn, wobei sein Blick auf seinen H�nden ruhte. �Manchmal erscheinen einem alle Alternativen schlimmer als dieser eine Weg. Sie kennen das. Wir haben alle der Allianz Treue geschworen, aber was bedeutet es, die Allianz zu verteidigen? Hei�t das auch, tatenlos zuzusehen, wie die Politiker mit ihrer Habgier und ihrem Ehrgeiz die Allianz zerst�ren?�</p><p>�Es gibt mehr als nur einen Weg, um die Allianz zu zerst�ren�, erkl�rte Geary vorsichtig.</p><p>Badaya reagierte mit einem humorlosen Grinsen. �Stimmt, aber Sie haben es nicht mitgemacht. Zu wenig R�ckhalt, wenn es drauf ankommt. Zu viel Einmischungen, zu viel Kommandoentscheidungen, Verschwendung, Profitgier. Uns wird vorenthalten, was wir ben�tigen, um zu gewinnen, und dann gibt man uns die Schuld, wenn wir nicht gewonnen haben.� Er sah Geary absch�tzend ein. �Die haben Sie gegen uns eingesetzt, wissen Sie das? Die Legende des Gro�en Black Jack Geary, der sich niemals gegen die politische F�hrung erheben w�rde, der niemals deren Forderungen infrage stellt, auch wenn sie noch so widersinnig sind, der niemals vergisst zu salutieren und immer zum Sterben bereit in den Kampf zieht. Das ist einer der Hauptgr�nde, wieso viele von uns so besorgt waren, als Sie pl�tzlich auftauchten.�</p><p>Aus dieser Perspektive hatte Geary das Ganze noch gar nicht betrachtet, aber unter diesen Umst�nden konnte er nachvollziehen, dass es Offiziere gab, die ihm misstrauten, wenn sie ihn f�r die Marionette einer Regierung hielten, von der sie nur das Schlechteste erwarteten. �Was hat Sie zu dem Entschluss gebracht, mir zu vertrauen? Ich habe mich zu keiner Zeit gegen die Regierung ausgesprochen.�</p><p>�Das nicht, aber Sie haben sehr deutlich erkennen lassen, dass Ihre Loyalit�t den Kameraden und der Flotte gilt�, machte Badaya ihm klar. �Sie haben Schlachten gewonnen und unsere Verluste auf ein Minimum beschr�nkt. Sie sind ein K�mpfer, und man muss schon blind und dumm sein, wenn man nichts davon bemerkt, wie wichtig Ihnen die Menschen sind, die an Ihrer Seite k�mpfen.� Er sah wieder kurz vor sich auf den Tisch. �Die Ehre verlangt von uns, dass wir unserem Treueid gegen�ber der Allianz nachkommen. Aber hei�t das, wir m�ssen zulassen, dass unsere Kameraden sterben?�</p><p>�Wenn ein Offizier einen Befehl nicht ausf�hren will ��, begann Geary.</p><p>�Dann kann er jederzeit von seinem Posten zur�cktreten�, f�hrte Badaya den Satz zu Ende. �Das ist richtig. Er kann weggehen und es seinen Kameraden �berlassen, ohne ihn weiterzuk�mpfen und zu sterben, weil sie die Befehle ausf�hren, die er f�r verkehrt h�lt. Was hat das mit Ehre zu tun? Wir k�nnen unsere Waffenbr�der nicht im Stich lassen. Wir k�nnen nicht zulassen, dass sie v�llig umsonst sterben, und wir k�nnen nicht zulassen, dass die Allianz von Politikern zerst�rt wird, denen diese Toten v�llig egal sind. Verstehen Sie? Es ist ein schwieriger Weg, aber er f�hrt zu der einzigen L�sung: Wir m�ssen unserem Eid gegen�ber der Allianz in der Form nachkommen, dass wir einem F�hrer R�ckhalt geben, der das Richtige tun wird.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Wieso glauben Sie, ich werde das Richtige tun?�</p><p>�Ich sagte doch, ich habe Sie beobachtet. So wie alle anderen auch. Was glauben Sie, warum Kila und Caligo aufgeh�rt haben, Ihre Autorit�t untergraben zu wollen, und stattdessen versucht haben, Sie umzubringen? Weil sie wussten, dass die Flotte l�ngst genug Erfahrung mit Ihnen gesammelt hatte und Sie nicht als Befehlshaber absetzen w�rde.� Badaya lachte auf. �Bei den Vorfahren, wenn ich versucht h�tte, etwas gegen Sie zu unternehmen, dann h�tte meine eigene Crew rebelliert. Ich sage nicht, dass Sie die Loyalit�t nicht auch wieder verspielen k�nnen, die Sie sich erarbeitet haben. Aber Sie m�ssten sich schon einige schwere Fehleinsch�tzungen leisten, und solange Sie auf Tanya Desjani h�ren, brauchen Sie sich gar keine Sorgen zu machen.�</p><p>Geary wollte nicht, dass Tanya noch einmal erw�hnt wurde, nicht einmal beil�ufig. Es wurde Zeit, wieder auf das eigentliche Thema zu sprechen zu kommen. �Captain Badaya, ich habe mich ernsthaft mit den verschiedenen Optionen befasst, die sich uns bieten, wenn wir ins Allianz-Gebiet zur�ckgekehrt sind, und dabei ist mir etwas Beunruhigendes aufgefallen.� Badaya sah ihn lange an, sagte aber nichts.</p><p>Geary aktivierte das Sternendisplay zwischen ihnen auf dem Tisch und stellte es so ein, dass es das Territorium der Allianz ebenso darstellte wie das der Syndiks. �Es erscheint alles so leicht, so berechenbar. Wir kehren zur�ck, ich �bernehme eine F�hrungsrolle, und die Politiker werden auf die R�nge verwiesen.� Badaya nickte. �Und trotzdem musste ich dabei immer wieder an den Angriff denken, den diese Flotte gegen das Heimatsystem der Syndiks f�hren wollte.�</p><p>Jetzt runzelte Badaya die Stirn. �Ich w�sste nicht, welchen Zusammenhang es da geben sollte.�</p><p>Geary lehnte sich vor und zeigte auf das Heimatsystem der Syndiks. �Allem Anschein nach eine Leichtigkeit, aber die entpuppte sich als Falle. Warum ich immer wieder daran denken muss, wenn mir unsere R�ckkehr ins Allianz-Gebiet durch den Kopf geht, war mir bislang nicht klar. Aber allm�hlich beginne ich zu verstehen, was mich daran st�rt.�</p><p>�Wenn Sie glauben, die Situation sei �hnlich�, wandte Badaya ein, �kann ich Ihnen gleich sagen, dass das nicht der Fall ist. Diese Flotte ist allem �berlegen, was die Allianz an Schiffen aufzubieten hat. Die Politiker k�nnten uns nicht besiegen, selbst wenn sie so verr�ckt w�ren, einen Angriff auf uns zu befehlen.�</p><p>�Darum geht es nicht.� Geary w�hlte seine Worte mit Bedacht, um nicht von dem abzuweichen, was er mit Desjani und Duellos durchgespielt hatte. �Ich glaube, es ist eher eine Frage, ob wir uns ausgerechnet an die Regeln halten sollten, die der Feind uns auferlegen m�chte.�</p><p>Badaya legte den Kopf schr�g und sah Geary an. �Was meinen Sie damit? Sie selbst legen gro�en Wert darauf, dass Regeln eingehalten werden.�</p><p>�Ja, solange es <emphasis>unsere</emphasis> Regeln sind.� Er deutete wahllos auf verschiedene Syndik-Sternensysteme. �Die Syndiks wollen, dass wir uns an <emphasis>ihre</emphasis> Regeln halten. Sie wollen, dass wir Zivilisten bombardieren und Gefangene t�ten. Denn solange wir das tun, ist das f�r die Syndik-F�hrung von Vorteil. Ihre eigene Bev�lkerung wird sich nicht gegen ihre F�hrer auflehnen, solange sie Angst vor uns haben.�</p><p>Badaya nickte. �Ich habe die Geheimdienstberichte gesehen, die seit unserem R�ckzug aus dem Heimatsystem erstellt worden sind. Mir ist jetzt klar, dass wir uns selbst geschadet haben, als wir mit den Grausamkeiten der Syndiks gleichgezogen haben. Das will ich auch nicht leugnen. Aber was hat das mit unserer Heimkehr zu tun?�</p><p>�Nun, ich frage mich, ob unsere Widersacher im Allianz-Gebiet <emphasis>wollen</emphasis>, dass ich die Macht ergreife.�</p><p>Der Captain lehnte sich zur�ck und kniff die Augen zusammen, w�hrend er Geary nachdenklich ansah. �Warum sollten sie? Die wissen ja nicht mal, dass Sie jetzt diese Flotte anf�hren.�</p><p>�Es ist nicht so, dass sie <emphasis>mich pers�nlich</emphasis> wollen�, machte Geary klar. �Aber sie m�ssen gewusst haben, wie ehrgeizig Admiral Bloch war.�</p><p>�Ich wusste nicht, dass Ihnen Blochs Absichten bekannt sind. Ich muss sagen, Sie haben offenbar Ihre Hausaufgaben gr�ndlich gemacht.� Badaya rieb sich das Kinn und schaute zur Seite. �Er dachte, wenn er den Krieg im Heimatsystem der Syndiks gewinnt, dann w�rde ihm das eine Stellung einbringen, von der aus er nach der Macht greifen konnte. Ob er tats�chlich in der Flotte den n�tigen R�ckhalt daf�r gefunden h�tte, sei dahingestellt, aber auf jeden Fall war es im Bereich des M�glichen. Ich glaube, unsere politischen F�hrer sind korrupt, aber sie sind nicht alle dumm. Also m�ssen zumindest einige von ihnen gewusst haben, wie ehrgeizig er war und welche M�glichkeiten dieser Einsatz ihm bieten w�rde, diesen Ehrgeiz zu nutzen. Trotzdem hat man Bloch mit der Flotte aufbrechen lassen. Dieser Zusammenhang war mir noch gar nicht aufgefallen.� Er sah wieder Geary an. �Warum?�</p><p>Geary tippte mit dem Zeigefinger leicht auf den Tisch, um seine Worte zu unterstreichen. �Ich habe ein wenig recherchiert. Historisch betrachtet ist Korruption ein Problem, mit dem jede Regierungsform zu k�mpfen hat, aber es ist in einer Diktatur wesentlich schlimmer als unter einer gew�hlten Regierung. Das h�ngt damit zusammen, dass in einer Diktatur diejenigen, die das Sagen haben, in ihrer Macht nicht wenigstens der Form nach beschnitten sind. Au�erdem gibt es keine freie Presse und keine offene Regierung, die Korruption enth�llen k�nnten.�</p><p>�Aber Sie w�ren kein Diktator.�</p><p>�Ich w�re nicht gew�hlt�, machte Geary ihm deutlich. �Ganz gleich, welche Absichten ich verfolge, ich w�rde wie ein Diktator herrschen m�ssen. Nun frage ich Sie: Welche Regierungsform w�re korrupten Politikern am liebsten?�</p><p>Badaya legte die Stirn in tiefe Falten. �Die wollen, dass Sie die Macht an sich rei�en, damit sie der Korruption T�r und Tor �ffnen k�nnen? Warum sollten sie glauben, dass Sie beziehungsweise Admiral Bloch das erlauben w�rde?�</p><p>�Weil ich kein Politiker bin.� Mit einer Kopfbewegung deutete er auf das Allianz-Gebiet. �Bloch mag sich f�r noch so gewieft gehalten haben, trotzdem glaube ich, er w�re Berufspolitikern hoffnungslos unterlegen gewesen. Ein Offizier als Machthaber k�nnte von korrupten Politikern nach Belieben manipuliert werden, und zwar so, dass die Politiker mehr Macht und pers�nlichen Reichtum gew�nnen, als es ihnen in einem offenen demokratischen System m�glich w�re.�</p><p>Lange Zeit sa� Badaya nur da und �berlegte, schlie�lich nickte er verstehend. �Ich begreife, worauf Sie hinauswollen. Ein Offizier der Flotte wei� sich in der Politik so wenig zu bewegen, wie Politiker eine Flotte bei einem Gefecht befehligen k�nnen. Die Politiker brauchen eine Marionette, hinter der sie sich verstecken k�nnen, ganz so, wie Kila Caligo benutzen wollte. Sind Ihnen dadurch die Augen ge�ffnet worden? Es w�re v�llig egal, welcher Offizier die Macht an sich rei�t. Und die Politiker w�ren vermutlich sogar noch v�llig begeistert, wenn Sie derjenige sind, weil sie sich dann auch noch damit herausreden k�nnen, dass Black Jack es so gewollt hat.� Er nickte weiter bed�chtig. �Ein Spiel nach deren Regeln. Jetzt habe ich verstanden, wie Sie das meinen. Die wollen, dass ein Flottenoffizier sich als Politiker versucht, weil sie uns mit hochtrabenden Worten t�uschen k�nnen. Aber was sollen wir machen? Wir k�nnen doch nicht zusehen, wie sie die Allianz zugrunde richten.�</p><p>�Es gibt einen Mittelweg.� Es gefiel Geary nicht, das Folgende zuzugeben, doch es entsprach der Wahrheit. �Ich besitze das Potenzial, die Regierung zu st�rzen und die Macht an mich zu rei�en.� Jedes dieser Worte stie� ihm s�uerlich auf, da sie gegen alles verstie�en, woran er glaubte. �Die Politiker wissen das auch. Die Anst�ndigen unter ihnen, diejenigen, die man umstimmen kann, werden wissen, dass sie mir zuh�ren m�ssen.�</p><p>Badaya begann zu l�cheln. �Die werden aus lauter Angst vor Ihnen tun, was Sie ihnen sagen. Und die Korrupten werden mit Ihnen kooperieren, weil sie von Ihnen beg�nstigt werden wollen, wenn Sie die Macht an sich rei�en.� Er hob eine Hand, als Geary zum Reden ansetzen wollte. �Ich kann verstehen, dass Sie ihnen diese Gelegenheit nicht bieten wollen. Aber wenn die so sind, wie wir es glauben, dann wird ihnen die M�glichkeit gar nicht in den Sinn kommen, dass Sie der Versuchung widerstehen k�nnten.�</p><p>Daran hatte er gar nicht gedacht, aber Badayas �berlegung traf durchaus zu. �Ich bleibe eine Bedrohung�, sagte er nickend. �Ich bin jemand, auf den sie h�ren m�ssen. Gleichzeitig bleiben aber die St�rken der Allianz-Regierung, unsere demokratischen Prinzipien und die Rechte des Einzelnen, gewahrt.�</p><p>�Sehr geschickt.� Badayas L�cheln wurde noch breiter. �Damit haben Sie sie �berlistet, nicht wahr? So wie Sie zuvor die Syndiks �berlistet haben. Ich habe den gleichen Fehler gemacht wie viele andere. Ich habe geglaubt habe, dass die Politiker gut darin sind, sich zu bereichern, ohne zu bedenken, dass sie im Manipulieren der Menschen ebenso gut sind. Hatten Sie deswegen diese Aff�re mit Rione? Um so viel wie m�glich �ber die Denkweise von Politikern herauszufinden?�</p><p>Es dauerte ein paar Sekunden, bis Geary sich gen�gend im Griff hatte, um auf diese Bemerkung zu reagieren. Badaya war nach den modernen Standards ein ehrbarer Mann und ein anst�ndiger Offizier, aber ihn als taktlos zu bezeichnen, w�re eine ma�lose Untertreibung gewesen. �Von Co-Pr�sidentin Rione habe ich viele wichtige Dinge gelernt�, entgegnete er schlie�lich. Das entsprach der Wahrheit, und Badaya konnte es auslegen, wie es ihm gefiel. �Aber�, f�gte er an und warf Badaya einen energischen Blick zu. �Ihr kann man vertrauen.�</p><p>�Das glaube ich Ihnen gern�, stimmte Badaya ihm am�siert zu. �Immerhin haben Sie von ihr Seiten zu sehen bekommen, die keiner von uns kennt.� Dann lachte er �ber seinen billigen Witz, w�hrend Geary hoffte, dass er nicht rot anlief. �Gut, dann nehme ich an, dass Sie Ihre Anh�nger in der Flotte wissen lassen wollen, was Sie beabsichtigen, richtig?�</p><p>�Richtig. Es ist wichtig, dass alle verstehen, was los ist�, antwortete er ruhig und gelassen und dachte: <emphasis>Solange sie verstehen, was sie verstehen sollen. Ich werde mich nicht zur politischen F�hrungspers�nlichkeit machen lassen. Ich kann nur beten, dass die milit�rischen und politischen Vorgesetzten, mit denen ich dann zu tun habe, mir zuh�ren werden.</emphasis></p><p>�Das Letzte, was wir alle wollen, ist eine Situation, in der ich von Offizieren zum Handeln gedr�ngt werde, die glauben, dass sie mir oder der Allianz damit einen Gefallen tun, w�hrend sie in Wahrheit damit nur den korruptesten Politikern in die H�nde spielen.�</p><p>�Ich glaube, ich kann Ihnen garantieren, dass es dazu nicht kommen wird�, erkl�rte Badaya und l�chelte ihn bewundernd an. �Jedes Mal, wenn Sie gesagt haben, dass Sie nicht die Macht haben wollten, um Dinge zu �ndern, da haben Sie in Wahrheit die Situation ganz genau beobachtet und Ihre Optionen geplant, nicht wahr? Ich h�tte es wissen m�ssen. Ein guter Befehlshaber spielt nicht nach den Regeln des Feindes. Das werde ich mir merken m�ssen.�</p><p>Nachdem Badayas Bild sich aufgel�st hatte, lie� sich Geary in seinen Sessel fallen und rieb sich die Augen. Er kam sich sch�big vor. Zugegeben, er hatte Badaya keine direkte L�ge aufgetischt, aber er hatte den Mann so gr�ndlich in die Irre gef�hrt, wie es ein Politiker nicht besser h�tte machen k�nnen.</p><p>Nach einer Weile rief er Rione in sein Quartier. Sie trat ein, musterte ihn kurz und l�chelte dann anerkennend. �Sie haben es geschafft. Badaya hat es Ihnen abgekauft?�</p><p>�Ich glaube ja.�</p><p>�Gut. Und jetzt sind Sie ungl�cklich.�</p><p>�Ich mag es nicht, andere zu bel�gen�, sagte er in frostigem Tonfall. �Vielleicht bin ich deswegen darin so schlecht. Mir gef�llt die Erkenntnis nicht, dass ich so gut darin sein kann, dass es mir sogar gelingt, jemanden wie Badaya zu t�uschen.�</p><p>Rione kam ein paar Schritte n�her. �Bel�gen? Was haben Sie ihm denn erz�hlt?�</p><p>�Sie wissen ganz genau, was ich ��</p><p>�Was ich <emphasis>wei�</emphasis>, Captain Geary, ist, dass Sie Badaya etwas gesagt haben, was durchaus der Wahrheit entsprechen kann. Das sollten Sie mal in Ihren Dicksch�del reinkriegen. Glauben Sie, dass eine Milit�rdiktatur f�r die Allianz eine Katastrophe darstellen w�rde? Ja? In welchem Punkt haben Sie denn dann gelogen? Zugegeben, der Vergleich mit dem Syndik-Hinterhalt w�re mir nicht eingefallen, aber als Sie und Ihr Captain das vorgeschlagen haben, hielt ich es f�r ein geniales Argument.�</p><p>Er warf Rione einen ver�rgerten Blick zu. �H�ren Sie auf, sie so zu nennen. Desjani geh�rt niemandem, erst recht nicht mir.�</p><p>�Wenn Sie das glauben wollen, bitte.� Ihr Blick nahm den gleichen w�tenden Ausdruck an. �Sie m�ssen sich immer vor Augen halten, dass Sie nichts von diesen Dingen tun, um sich pers�nlich zu bereichern. Sie wollen weder Reichtum noch Macht. Warum also sollen Sie sich schuldig f�hlen, wenn es Ihnen gelungen ist, einen Milit�rputsch gegen die Allianz-Regierung zu verhindern?�</p><p>�Weil kein Offizier der Allianz �berhaupt erst auf einen solchen Gedanken kommen sollte!�, br�llte Geary sie mit einer Mischung aus Scham und Zorn an. �Man h�tte mir niemals ein solches Angebot machen d�rfen! Und als es dazu kam, h�tte ich sofort sagen m�ssen, dass ich mich daf�r nicht interessiere!�</p><p>Rione betrachtete ihn einen Moment lang, dann drehte sie den Kopf zur Seite, um ihre Gef�hle zu verbergen. �Wir sind nicht die Menschen, die unsere Vorfahren waren, John Geary. Wenn Sie uns mit den Menschen vergleichen, die Sie vor hundert Jahren kannten, dann werden wir Sie immer entt�uschen.�</p><p>Ihre unerwarteten und ungewohnt ehrlichen Worte lie�en Gearys Wut prompt verrauchen. �Es ist nicht Ihr Fehler, dass Sie alle in eine Welt hineingeboren wurden, die sich seit einer Ewigkeit im Krieg befand. Es ist nicht Ihr Fehler, dass Sie alle den Schmerz geerbt haben, den Jahrzehnte des Krieges hinterlie�en. Ich kann nicht so tun, als w�re ich besser als Sie, nur weil mir das erspart geblieben ist.�</p><p>�Aber Sie sind besser als wir�, beharrte sie verbittert. �Sie sind das, was wir h�tten sein sollen. Sie verk�rpern woran unsere Eltern und Gro�eltern h�tten festhalten sollen � den Glauben, dass Ideale geachtet werden m�ssen. Meinen Sie, ich sehe das nicht? H�tten wir alle unsere Arbeit so gemacht, wie es die Situation von uns erforderte, dann w�re das alles nie geschehen. Und ja, damit meine ich auch die politische F�hrung der Allianz.�</p><p>�Sie haben den Krieg geerbt�, betonte Geary. �Ich werde nicht so tun, als k�nnte ich alles verstehen, was sich im Lauf des letzten Jahrhunderts abgespielt hat, aber es scheint hier jede Menge Schuldzuweisungen zu geben.�</p><p>�Ich halte nichts davon, Ausreden f�r Fehler vorzubringen, Captain Geary. Weder f�r meine eigenen Fehler noch f�r die von irgendwem sonst. Denken Sie nur immer daran, dass die Leute, denen Sie vertrauen, guthei�en, was Sie soeben getan haben. Wenn Sie sich selbst nicht vertrauen wollen, dann vertrauen Sie wenigstens diesen Menschen.� Dann machte sie auf dem Absatz kehrt und verlie� Gearys Quartier ohne ein weiteres Wort.</p><p>Noch sechs Stunden bis zum Sprung nach Atalia. So sehr sich Geary auch vor der Reserveflotte f�rchtete, die die Syndiks dort in Stellung gebracht hatten, so versp�rte er doch auch eine wachsende Rastlosigkeit und den dringenden Wunsch, das Ganze endlich zum Abschluss zu bringen. So oder so w�rde der langwierige R�ckzug der Allianz-Flotte bald ein Ende haben.</p><p>�Captain Geary.� Colonel Carabalis Gesicht lie� keine Gef�hlsregung erkennen. �Ich bitte um ein Gespr�ch unter vier Augen, bevor wir den Sprung nach Atalia beginnen.�</p><p>�Ja, nat�rlich, Colonel. In den n�chsten Stunden habe ich keine Termine, wir k�nnen uns also zusammensetzen, wann immer es Ihnen recht ist.�</p><p>�Das w�re jetzt sofort, Sir.�</p><p>�Okay.� Er gab die Erlaubnis, dass Carabalis Bild in seinem Quartier auftauchen durfte, dann bedeutete er ihrer virtuellen Pr�senz, Platz zu nehmen. Sie ging zu einem Stuhl und setzte sich, wobei sie die Schultern straffte und f�rmlich dasa�. �Was f�hrt Sie zu mir?�</p><p>�Betrachten Sie es als eine Erkundungsmission, Sir.� Sie warf ihm einen durchdringenden Blick zu. �Was beabsichtigen Sie zu tun, wenn diese Flotte das Allianz-Gebiet erreicht, Captain Geary? Mir sind verschiedene Berichte zu Ohren gekommen, und ich w�sste gern die Wahrheit.�</p><p>Die Loyalit�t der Marines gegen�ber der Allianz hatte einen legend�ren Ruf, aber angesichts der zahlreichen Ver�nderungen, die sich innerhalb von hundert Jahren vollzogen hatten, r�tselte Geary schon seit geraumer Zeit, wie die Marines heute �ber die politischen Autorit�ten der Allianz dachten und was sie von den Angeboten hielten, Geary nach der Heimkehr als Diktator zu installieren. Ihm war jedoch nie eine M�glichkeit eingefallen, dieses Thema Carabali gegen�ber anzuschneiden, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, er versuche herauszubekommen, ob er mit der Unterst�tzung der Marines rechnen konnte. Jetzt hatte sich die Gelegenheit ganz von selbst ergeben. �Ich beabsichtige, die Befehle zu befolgen, die man mir dann geben wird�, erkl�rte er und sah ihr dabei fest in die Augen. �Ich werde Vorschl�ge unterbreiten, was unseren weiteren Umgang mit den Syndiks angeht, aber ich habe keine Ahnung, wie die Verantwortlichen das aufnehmen werden. Ist es das, was Sie wissen m�ssen?�</p><p>�Gr��tenteils.� Carabali musterte ihn intensiv. �Ich werde nicht Ihre Intelligenz beleidigen, indem ich so tue, als w�ren Sie einfach nur ein Offizier dieser Flotte. Sie k�nnen w�hlen, ob Sie die Ihnen gegebenen Befehle wirklich ausf�hren werden oder ob Sie etwas ganz anderes tun wollen.�</p><p>�Und Sie m�chten wissen, ob ich beabsichtige, etwas ganz anderes zu tun?�</p><p>Carabali nickte und lie� noch immer nicht erkennen, was in ihr vorging.</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Nein, Colonel, ich beabsichtige nicht, irgendetwas zu tun, das gegen meinen Eid gegen�ber der Allianz versto�en k�nnte. Ist das deutlich genug?�</p><p>�Da es von Ihnen kommt, ja.� Wieder machte sie eine kurze Pause. �Hinter vorgehaltener Hand erz�hlt man sich in der Flotte, dass Sie mehr tun wollen, als nur Befehle zu befolgen.�</p><p>�Die Leute h�ren, was sie h�ren wollen, Colonel. Solange sie nur reden, h�lt sie das davon ab, der Allianz zu schaden, und dagegen habe ich nichts einzuwenden.�</p><p>�Der Allianz zu schaden? Wie meinen Sie das?�</p><p>Er lehnte sich kopfsch�ttelnd zur�ck. �Sehen Sie, die Sternensysteme, die Bev�lkerung oder die Flotte, das alles sind nicht die wahren St�rken der Allianz. Die St�rken sind die Prinzipien, an die wir glauben und die wir befolgen. Ich glaube, wir k�nnen uns selbst viel gr��eren Schaden zuf�gen, als es die Syndiks je schaffen k�nnten. Ich plane keinen Staatsstreich, und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass irgendjemand in meinem Namen handelt.� Er f�rchtete sich nicht davor, dass sich seine Antworten in der Flotte herumsprachen und dabei auch bei seinen fehlgeleiteten Anh�ngern landeten. Im Kern war es das, was er auch zu Badaya gesagt hatte.</p><p>Abermals sah sie ihn an, dann nickte sie. �Werden Sie versuchen, das Kommando �ber diese Flotte zu behalten?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Obwohl Sie das Kommando im Syndik-Heimatsystem nur �bernommen haben, weil Sie mussten?�</p><p>�Ja.� Er l�chelte fl�chtig. �Ich wusste nicht, dass das so offensichtlich war.�</p><p>�Das war es auch nicht.� Auch Carabali konnte sich ein L�cheln nicht verkneifen. �Ich bin es gewohnt herauszufinden, was in einem Flottenoffizier vor sich geht. Schlie�lich h�ngt das �berleben meiner Marines oftmals davon ab.� Ihr Gesicht wurde wieder ausdruckslos. �Glauben Sie, Sie k�nnen diesen Krieg beenden?�</p><p>Gerade wollte er antworten, da fiel ihm etwas auf. �Sie sagten gerade �beenden�, nicht �gewinnen�.�</p><p>�Ich habe die Frage gestellt, die ich stellen wollte, Sir.�</p><p>�Ich wollte mich nur vergewissern.� Er beugte sich vor und sah sie forschend an, doch sie lie� sich nichts anmerken. �Es gibt noch vieles, was ich �ber diesen Krieg in Erfahrung bringen muss. Zum Beispiel, wie die Flotte �ber ihn denkt, wie die Allianz �ber ihn denkt.�</p><p>Nachdenklich rieb sie sich das Kinn. �Ich werde so lange k�mpfen, wie ich muss, um die Allianz zu besch�tzen. Dar�ber hinaus � bin ich es leid, entscheiden zu m�ssen, wer �berleben darf und wer nicht, Captain Geary, und das nicht erst seit gestern.�</p><p>�Glauben Sie mir, das kann ich Ihnen nachf�hlen.�</p><p>�Ja, ich wei�. Trotzdem ist es etwas anderes. Die Flotte bietet den einen oder anderen Luxus, den sich Bodentruppen nicht leisten k�nnen, au�erdem unterscheidet sich Ihre pers�nliche Geschichte von unserer. Sie sind in Friedenszeiten aufgewachsen, und bis zum Vorfall bei Grendel haben Sie in Friedenszeiten gedient.� Carabali schaute zur Seite, als w�rde sie auf etwas weit Entferntes blicken. �Darf ich Ihnen eine Begebenheit erz�hlen? Es gab da einen Lieutenant, eine Frau, die mit dem Krieg aufgewachsen war und die in die Fu�stapfen ihrer Gro�mutter und ihres Vaters trat. Bei einem ihrer ersten Kampfeins�tze am Boden wurde sie mit ihrem Zug von den �brigen Marines ihrer Einheit abgeschnitten. Die Atmosph�re um sie herum war von den chemischen Kampfstoffen der Syndiks verseucht, die Energieversorgung in den Panzeranz�gen erreichte ein kritisches Niveau. Wenn sie zu tief sank f�r das Lebenserhaltungssystem, dann w�rden sie und ihre ganzer Zug sterben.�</p><p>Wie zuvor studierte Geary das Gesicht des Colonels, das nach wie vor nichts �ber die Gef�hle seines Gegen�bers verriet. �Eine unerfreuliche Situation, ganz egal wie erfahren ein Offizier ist.�</p><p>�Ja, allerdings hatte ich noch nicht erw�hnt, dass dieser Zug zuvor einen Bunker mit Syndiks eingenommen hatte, die allesamt �ber gen�gend Energie f�r ihre eigenen Schutzanz�ge verf�gten. Ein Unteroffizier lie� diese Frau wissen, dass es eine M�glichkeit gab, die Syndik-Anz�ge anzuzapfen und deren Energie f�r uns zu nutzen.�</p><p>Wieder hielt Carabali inne, w�hrend Geary sich in ihre Lage versetzte und ein Schaudern versp�rte. �Aber wenn den Syndik-Anz�gen die Energie entzogen wurde, dann w�rden die sterben.�</p><p>�Oder sie w�rden get�tet werden, weil davon auszugehen war, dass sie sich gegen die Marines zur Wehr setzen w�rden, sobald ihnen klar war, was mit ihnen geschehen sollte�, entgegnete Carabali. �Diese Frau wusste, es kam nur eine einzige Entscheidung infrage, aber sie wusste auch, dass diese Entscheidung sie f�r den Rest ihres Lebens verfolgen w�rde.�</p><p>�Und was hat sie gemacht?�</p><p>�Gez�gert�, antwortete Carabali so gefasst, als w�rde sie einen Routinebericht abliefern. �Ihr Unteroffizier, ein gnadenloser Sergeant, schlug ihr vor, sie solle doch f�r eine Weile den Bunker verlassen und �berpr�fen, ob es ihr da drau�en gelang, den Kontakt zu den restlichen Allianz-Streitkr�ften wieder herzustellen. Sie ging auf den Vorschlag ein, obwohl sie genau wusste, womit sie in Wahrheit einverstanden war. Sie verlie� den Bunker und wartete drau�en, bis der Sergeant mit gen�gend Energiezellen zu ihr kam, die ihren Panzeranzug weiter in Funktion halten w�rden. Auch alle anderen Angeh�rigen ihres Zugs waren wieder mit Energie versorgt, um hinter die eigenen Linien zur�ckzukehren. Bis zum Abend hatte sie ihre Leute zur�ck zum St�tzpunkt gef�hrt, und niemand kam auf die Idee zu fragen, wieso die Energiereserven der Schutzanz�ge so lange hatten durchhalten k�nnen. Sie erhielt eine Auszeichnung, weil sie unter so extrem schwierigen Umst�nden ihren kompletten Zug gerettet hatte.�</p><p>Unwillk�rlich sah Geary auf ihre Uniform und suchte nach einem Abzeichen, das auf dieses Ereignis hindeutete.</p><p>Carabali fuhr tonlos fort: �Diese Frau tr�gt diesen Orden nie.�</p><p>�Ist sie jemals in diesen Bunker zur�ckgekehrt?�</p><p>�Das musste sie nicht, weil sie auch so wusste, was sie dort vorfinden w�rde.� Sie deutete auf das Sternendisplay. �Irgendwo steht irgendein Lieutenant der Allianz vor der gleichen Wahl, Captain Geary. Und irgendwo trifft ein verdammter Syndik-Offizier eine ganz �hnliche Entscheidung, weil er gar keine andere Wahl hat. Zu viele von diesen Entscheidungen sind l�ngst gefallen.�</p><p>�Ich verstehe.�</p><p>�Welche Entscheidung werden Sie treffen, Sir?� Carabali blickte ihm wieder in die Augen. �K�nnen Sie diesen Krieg zu vertretbaren Bedingungen beenden?�</p><p>�Das wei� ich nicht.� Nun zeigte er auf das Sternendisplay. �Mein Vorschlag h�ngt zum Teil davon ab, was sich zwischen hier und zu Hause noch ereignen wird. Aber im Augenblick � Colonel, ich muss Sie bitten, mit niemandem dar�ber zu reden.�</p><p>�Selbstverst�ndlich, Sir.�</p><p>�Momentan sieht es so aus, als m�sste ich einen Vorschlag unterbreiten, der diese Flotte gleich wieder in ernste Gefahr bringt, kaum dass ich sie in Sicherheit gef�hrt habe. Ich wei� noch nicht, wie die F�hrer der Allianz darauf reagieren werden. Vom Personal dieser Flotte einmal ganz abgesehen.�</p><p>Carabali legte leicht die Stirn in Falten. �W�rde ein anderer Offizier diesen Vorschlag machen, dann g�be es sicherlich Widerstand. Aber Sie haben sich sehr gro�es Vertrauen in der Flotte aufgebaut, Sir.�</p><p>�Obwohl wir so viele Schiffe verloren haben?�</p><p>�Ihre Definition von �viel� unterscheidet sich deutlich von dem, womit die Menschen in diesem Krieg aufgewachsen sind, Sir.� Mit einem Finger strich sie �ber das Abzeichen ihres Dienstgrads an ihrer Uniform. �Das geh�rte erst meiner Gro�mutter, dann meinem Vater. Beide fielen im Kampf, bevor sie pers�nlich ihre Abzeichen an eines ihrer Kinder weitergeben konnten. Ich hatte gehofft, den Fluch zu brechen, der auf unserer Familie liegt. Aber wenn ich w�sste, dass mein Tod auf dem Schlachtfeld zur Folge h�tte, dass meine Kinder dieses Abzeichen gar nicht erst tragen m�ssen, weil es gar keinen Krieg mehr zu f�hren gibt, dann w�rde ich dieses Opfer bereitwillig bringen. Das ist es, was f�r uns den Unterschied ausmacht, Sir. Wir sind lange Zeit bereit gewesen, f�r die Allianz zu sterben. Aber diese Bereitschaft hatte den Beigeschmack der Verzweiflung angenommen, weil mit unserem Opfer wenig bis gar nichts erreicht wurde. Ihnen allerdings vertrauen wir, dass unser Tod einen Sinn erh�lt.�</p><p>Geary nickte, w�hrend sich eine schwere Last auf ihn zu legen schien. �Ich verspreche, mein Bestes zu geben.�</p><p>�Sie geben schon die ganze Zeit �ber Ihr Bestes, Sir. Und wenn Sie sich an Ihr Versprechen halten, nicht Ihren Eid gegen�ber der Allianz zu brechen, dann werden die Marines dieser Flotte auch ihr Bestes in Ihrem Sinne geben.�</p><p>Nun stutzte Geary und lie� sich ihre Worte noch einmal durch den Kopf gehen. �Das ist eine untypisch doppelsinnige Aussage, Colonel.�</p><p>�Dann werde ich es klarer ausdr�cken: Wenn Sie befehlen, gegen die Allianz-Regierung vorzugehen, werden ich und meine Offiziere alles tun, um sicherzustellen, dass die Marines keinen derartigen Befehl ausf�hren.�</p><p>�Diese Situation wird sich nicht ergeben, weil von mir kein solcher Befehl kommen wird.�</p><p>�Dann verstehen wir uns ja.� Carabali schaute kurz zur Seite und dachte �ber etwas nach. �Aber wenn wir den Befehl erhalten, Sie zu verhaften � dann wird es kompliziert. Eigentlich sollte es ganz einfach sein. Wir f�hren rechtm��ige Befehle aus, und wenn Sie nicht gegen Ihren Eid versto�en haben, kann das kein rechtm��iger Befehl sein. Vor langer Zeit sagte einmal ein weiser Mann: Im Krieg ist alles ganz einfach, aber alle einfachen Dinge sind kompliziert. So ist es auch jetzt. Ist es rechtm��ig, einen Offizier, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, nur aus dem Grund zu verhaften, weil er etwas Bestimmtes tun <emphasis>k�nnte?</emphasis> Wie Sie schon sagten, bei der Allianz geht es um die Dinge, die uns wichtig sind, und dazu haben schon immer die Rechte unserer V�lker geh�rt.�</p><p>�Das ist wahr, Colonel.� Geary stand auf. �Ich schw�re, ich werde alles tun, um einen solchen Konflikt zwischen Befehl und Prinzipien zu verhindern. Wir stehen auf der gleichen Seite, und ehrlich gesagt gef�llt mir das auch so.�</p><p>�Mir auch, Sir�, sagte Carabali und erhob sich ebenfalls. �F�r eine Weltraumratte sind Sie gar nicht so �bel.�</p><p>�Danke, Colonel. Sie sind auch ganz brauchbar.� Carabali grinste ihn daraufhin an, straffte die Schultern und salutierte vor ihm. Kurz bevor sie die Verbindung unterbrechen konnte, merkte er noch rasch an: �Colonel, diese Frau � dieser Lieutenant � h�tte keine andere Entscheidung treffen k�nnen.�</p><p>Carabali nickte bed�chtig. �Das hat die Frau immer gewusst, Sir, aber sie hat diese Entscheidung auch immer gehasst. Wenn Sie gestatten, Sir.� Abermals salutierte sie, dann verschwand ihr Bild.</p><p>Geary setzte sich wieder hin. Er kam sich vor, als m�sse er mit hundert B�llen gleichzeitig jonglieren, und wenn er nur einen Einzigen davon fallen lie�, w�rde die Allianz zerschmettern.</p><p>Eine Stunde vor dem Sprung nach Atalia begab er sich auf die Br�cke. Die Allianz-Flotte hatte eine Gefechtsformation eingenommen, die aus einer zentralen Hauptgruppe und unterst�tzenden Formationen zu beiden Seiten bestand, um f�r den Fall gewappnet zu sein, dass die Reserveflotte der Syndiks unmittelbar vor dem Sprungpunkt auf sie wartete. Geary rief den logistischen Status seiner Schiffe auf und zuckte innerlich zusammen, als er sah, wie niedrig der Bestand an Brennstoffzellen und Munition war. Dann wandte er sich an die Befehlshaber seiner Schiffe: �Seien Sie auf alles gefasst, wenn wir den Sprungraum verlassen. Wenn sich die Syndiks in unmittelbarer N�he aufhalten, er�ffnen Sie sofort mit allen verf�gbaren Waffen das Feuer. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie eine Position in einiger Entfernung vom Sprungpunkt eingenommen haben, was bedeutet, dass wir in eine g�nstige Angriffsstellung werden gehen k�nnen. Wir sehen uns in Atalia wieder, und danach in Varandal.�</p><p>�F�nfzehn Minuten bis zum Sprung�, meldete der Ablauf-Wachhabende.</p><p>Rione verlie� ihren Platz und beugte sich �ber Gearys Sessel. �Soll ich mir die M�he machen und Sie fragen, warum eine Flotte in dieser Verfassung bei Atalia einen Angriff plant, anstatt so schnell wie m�glich den Sprungpunkt nach Varandal anzusteuern?�</p><p>�Weil die Syndiks sich zweifellos darauf eingestellt haben, dass wir das machen�, antwortete Geary. �Falls sich eine Gelegenheit ergibt, werde ich nat�rlich Kurs auf diesen Sprungpunkt befehlen. Aber ich gehe nicht davon aus, dass die Syndiks uns einfach so vorbeifliegen lassen werden.�</p><p>�Die werden uns nicht aufhalten�, erkl�rte Desjani ruhig.</p><p>Rione sah sie einen Moment lang an, ehe sie entgegnete: �Ich glaube Ihnen.� Dann kehrte sie auf ihren Platz zur�ck, w�hrend Desjani die Stirn in Falten legte und vergeblich versuchte, eine verborgene Botschaft in diesen Worten zu finden.</p><p>Geary beobachtete, wie die Sekundenanzeige r�ckw�rts lief, als sich die Flotte dem Sprungpunkt n�herte. Schlie�lich gab er den Befehl: �Alle Schiffe, springen Sie nach Atalia.�</p><p>Nicht ganz vier Tage, und sie w�rden wissen, was sie im letzten Syndik-System erwartete, das sie auf dem Weg nach Hause durchqueren mussten.</p><p>Der Sprungraum war in vieler Hinsicht befremdlich. Da war dieses eigenartige Gef�hl, das umso intensiver wurde, je l�nger man sich im Sprungraum aufhielt, und das von den meisten Leuten so beschrieben wurde, als w�rde einem seine eigene Haut nicht mehr richtig passen. Und da war das sich steigernde Gef�hl, dass genau au�erhalb des Gesichtsfelds irgendwelche Dinge lauerten. So kurz die Reise auch ausfiel, f�hrte sie immer durch ein graues Nichts, durch ein Universum, in dem keine Sterne strahlten.</p><p>Im Sprungraum gab es eigenartige Lichter, die nach keinem erkennbaren Muster und ohne nachvollziehbaren Grund aufflackerten. Da noch keine Methode entwickelt worden war, mit der man den Sprungraum erkunden konnte, blieben diese Lichter ein R�tsel. Als er sie jetzt betrachtete, musste Geary unwillk�rlich daran denken, dass die Legende kursierte, sein Geist sei w�hrend der vielen Jahre im K�lteschlaf selbst eines dieser Lichter gewesen.</p><p>Das einzig Gute am Sprungraum war, dass er ereignislos war und keine �berraschungen bieten konnte. In der Isolation dieses eigenartigen Raums war den Schiffen bis auf einfachste, k�rzeste Nachrichten kaum eine Kommunikation untereinander m�glich, und vom normalen Universum war rein gar nichts zu entdecken. Im Vergleich zu den oft auf ihn hereinprasselnden Ereignissen des Normalraums konnte Geary manchmal den relativen Frieden genie�en, den diese Abgeschiedenheit mit sich brachte.</p><p>Aber niemand konnte f�r immer im Sprungraum bleiben. Fr�her oder sp�ter w�rde man sich wieder dem realen Universum stellen m�ssen.</p><p>�Wir treffen in zwei Stunden in Atalia ein.� Desjani stand vor ihm in seinem Quartier, zwischen ihnen befand sich das Sternendisplay. �Das wird ein harter Kampf werden.�</p><p>�Ich kann nur hoffen, dass diese Reserveflotte kleiner ist, als von Lieutenant Iger gesch�tzt, und dass sie nicht dicht vor dem Sprungpunkt auf uns wartet.� Er stand auf und aktivierte das Display, um ein Bild anzuzeigen, das die Flotte so darstellte, wie sie von einem au�enstehenden Beobachter wahrgenommen w�rde. Etliche gro�e Schiffe, Scharen von Kreuzern und Zerst�rern, und in der Mitte die plumpen Hilfsschiffe.</p><p>Seine Flotte. Er sollte nicht so denken, dennoch tat er es. So weit war er gekommen, und wenn die lebenden Sterne es wollten, w�rde er diese Flotte auch noch bis nach Hause bringen. Aber was w�rde dann geschehen?</p><p>�Woran denken Sie gerade?�, fragte Desjani.</p><p>�Ich w�nschte, ich m�sste nicht das tun, wovon ich wei�, dass ich es werde tun m�ssen.�</p><p>�Sie meinen, dass Sie bei der Ankunft in Varandal das Kommando �ber die Flotte abgeben m�ssen? Ich glaube, dazu wird es nicht kommen, Sir.�</p><p>�Ich bin nur ein Captain. Zwar der dienst�lteste in der gesamten Flotte, aber doch nur ein Captain.�</p><p>�Sie sind Captain Geary. <emphasis>Der</emphasis> Captain Geary. Das ist was anderes.�</p><p>Er atmete gedehnt aus. �Aber wenn ich das Kommando �ber die Flotte behalte ��</p><p>Desjani zog fragend eine Augenbraue hoch. �Haben Sie �berlegt, was Sie dann als N�chstes tun werden?�</p><p>�Ich habe mir Gedanken dar�ber gemacht. Wenn wir es zur�ck nach Hause schaffen, dann gibt es eigentlich nur eines, was wir tun k�nnen. Wenn wir den Syndiks genug Zeit geben, werden sie sich von den Verlusten erholen, die wir ihnen zugef�gt haben. Wir haben ihre Werften bei Sancere zerst�rt, aber das waren beileibe nicht die einzigen Fabriken, die Kriegsschiffe der Syndiks bauen. Mit jedem Tag, der ungenutzt verstreicht, k�nnen sie weitere zerst�rte Schiffe ersetzen. Das hei�t, wir m�ssen so bald und so kraftvoll wie m�glich zuschlagen, solange sie sich noch von den Verlusten zu erholen versuchen.� Er verzog den Mund. �Ich rede von ihren Anf�hrern. Die Grundlage ihrer Macht � die Flotte, die es ihnen erlaubt hat, uns anzugreifen und ihre eigenen Leute zu unterdr�cken � wird nach Atalia hoffentlich f�r eine Weile keine Rolle mehr spielen. Wir k�nnen die Syndiks nicht System f�r System besiegen, weil es einfach zu viele Sternensysteme gibt. Aber wir haben jetzt die einmalige Gelegenheit, den Syndikatwelten das Haupt abzuschlagen.�</p><p>Desjani l�chelte finster. �Wir m�ssen zu ihnen zur�ckkehren?� Sie bet�tigte ein paar Tasten, und das Bild von den Schiffen der Flotte wurde durch die Darstellung einer sehr weitl�ufigen Ansammlung von Sternen ersetzt. Einer der weit von Varandal entfernten Sterne leuchtete besonders hell, da er vom Display hervorgehoben wurde. �Zur�ck ins Heimatsystem der Syndiks. Aber diesmal unter anderen Vorzeichen.�</p><p>�Ganz genau. Sobald die Vorr�te der Flotte aufgestockt sind und wir die Verluste nach Kr�ften ausgeglichen haben.� Er zuckte mit den Schultern. �Das ist das, was ich empfehlen werde, auch wenn es das Letzte ist, was ich machen m�chte.�</p><p>Ihr Blick verriet ihm, dass Tanya sehr wohl wusste, was er wollte. Aber ihr war auch klar, dass keiner von ihnen in dieser Hinsicht irgendetwas unternehmen konnte. Dann war der Moment verstrichen, und es war Captain Desjani, die ihm zunickte. �Dann k�nnen wir uns den Aliens widmen.�</p><p>�Dann k�nnen wir versuchen herauszufinden, wie wir uns ihnen widmen k�nnen. Falls sie uns bis dahin nicht schon angegriffen haben. Falls wir es �berhaupt erst nach Hause schaffen. Falls ich das Kommando �ber die Flotte behalte. Es gibt viele Unw�gbarkeiten. Schon verr�ckt das Ganze, nicht wahr? Ein ums andere Mal entgehen wir der Vernichtung, obwohl die Syndiks uns immer neue Fallen stellen, und dann schlage ich vor, dass wir in ihr Territorium zur�ckkehren.�</p><p>Wieder musste sie l�cheln. �Wenn Ihr Wahnsinn durch etwas Ansteckendes ausgel�st wird, dann hoffe ich, dass Sie jeden Admiral bei�en, dem wir begegnen.�</p><p>Ihre Bemerkung lie� ihn laut lachen. �Nicht so hastig. Bis zum Allianz-Gebiet haben wir noch einen Sprung und eine Reserveflotte der Syndiks vor uns.�</p><p>�Dann, Captain Geary, sollten wir uns darauf gefasst machen, diesen Syndiks ordentlich in den Hintern zu treten, damit wir diesen letzten Sprung hinter uns bringen k�nnen.�</p><p>�H�rt sich nach einer guten Idee an, Captain Desjani. Gehen wir auf die Br�cke.�</p><p>Zwei Stunden sp�ter wartete er darauf, dass die Sekunden bis zu dem Moment verstrichen, da die Allianz-Flotte den Sprungraum verlassen w�rde. Und er wartete darauf zu erfahren, ob sich seine schlimmsten Bef�rchtungen bewahrheiten w�rden, wartete auf einen Geschosshagel, sobald sie aus dem Sprungraum traten. Sollte es zu dieser reduzierten Version des Hinterhalts kommen, in den die Syndiks sie in ihrem Heimatsystem gelockt hatten, dann konnte er von Gl�ck reden, wenn nach ein paar Minuten noch die H�lfte seiner Flotte heil war.</p><p>�Bereitmachen zum Verlassen des Sprungraums�, rief der Ablauf-Wachhabende.</p><p>�Waffen bereit�, befahl Desjani. �Stellen Sie sie auf Automatik, sobald sie Ziele in Feuerreichweite identifizieren.�</p><p>Die gleichen Befehle wurden auf allen anderen Schiffen erteilt. Geary sa� angespannt da und �berlegte, ob diese Flotte in wenigen Sekunden ihren verzweifeltsten Kampf seit dem R�ckzug aus dem Syndik-Heimatsystem w�rde f�hren m�ssen.</p><p>�Verlassen den Sprungraum in f�nf, vier, drei, zwei, eins. Jetzt.� Die Sterne tauchten wieder auf.</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis> drehte bei, als sie so wie alle Schiffe der Flotte das vorgesehene vorsorgliche Ausweichman�ver flog, w�hrend Geary ein paar Sekunden ben�tigte, um zu erfassen, was die Flottensensoren dem Display meldeten.</p><p>Das Erste, was unzweifelhaft war, war die Tatsache, dass niemand auf sie feuerte. Dann erkannte er auch, dass sich in der N�he des Sprungpunkts keine feindlichen Kriegsschiffe aufhielten. Dankbar schickte er ein Sto�gebet an die Vorfahren und ver�nderte den Ma�stab seines Displays, um festzustellen, wo in diesem System der Feind auf sie wartete.</p><p>Als Grenzsystem hatte Atalia viele Schlachten zwischen den Flotten der Syndikatwelten und der Allianz mitansehen m�ssen. Der gr��te Teil der dabei entstandenen Tr�mmer trieb langsam durch die leeren Regionen des Sternensystems. Seit fast hundert Jahren sammelten sich hier die �berreste von Kriegsschiffen beider Seiten an.</p><p>Aber in einem zerkl�fteten Bogen, der sich zwischen dem siebten Planeten und dem Sprungpunkt nach Varandal erstreckte, fanden sich Tr�mmerfelder, die noch recht kompakt wirkten. Zudem trieben dort Scharen von Rettungskapseln und einige besch�digte Syndik-Kriegsschiffe. �Die Folgen einer erst vor Kurzem ausgetragenen Schlacht?�, �berlegte Geary.</p><p>�Einer Schlacht, die noch immer tobt�, korrigierte ihn Desjani.</p></section><section><title><p>Zehn</p></title><p>Als er die Darstellung auf seinem Display ver�nderte, sah er sie. Fast vier Lichtstunden entfernt lieferten sich Kriegsschiffe der Allianz und der Syndiks ein heftiges Gefecht. Der Sprungpunkt nach Varandal lag vom Stern des Systems etwa so weit entfernt wie der Sprungpunkt, durch den die Allianz-Flotte soeben nach Atalia gekommen war, er befand sich aber f�r Gearys Flotte so gut wie am anderen Ende des Systems. Geary schaute angestrengt auf sein Display, das laufend aktualisiert wurde, je mehr Daten die Sensoren erfassten. Fast w�re er zusammengezuckt, als er sah, dass eine Gruppe von Allianz-Schiffen sich praktisch vor seinen Augen in Luft aufl�ste, doch dann wurde ihm klar, dass sie nicht zerst�rt worden waren, sondern mit einem Sprung das System verlassen hatten.</p><p>Weitere Allianz-Schiffe verschwanden, und er fragte sich, wie viele es insgesamt gewesen sein mochten. Nur ein einzelnes Schlachtschiff verblieb, das sich abm�hte, den Sprungpunkt zu erreichen, w�hrend eine �berw�ltigende Anzahl von Syndik-Kriegsschiffen es im Vorbeiflug beschossen.</p><p>�Das System identifiziert dieses Schiff als die <emphasis>Intractable</emphasis>�, lie� Desjani ihn wissen. �Sie war eines der Schlachtschiffe, die zur�ckblieben, um das Allianz-Gebiet zu sch�tzen, w�hrend diese Flotte sich auf den Weg ins Syndik-Heimatsystem machte.� Nach kurzem Z�gern erg�nzte sie: �Als wir aufbrachen, geh�rte die <emphasis>Intractable</emphasis> zur gleichen Schlachtschiffdivision wie die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>.�</p><p>Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, das Schiff, das von Jane Geary befehligt wurde, seiner Gro�nichte. War die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> bereits auf dem Sprung nach Varandal, oder trieben ihre Tr�mmer irgendwo durch dieses Sternensystem?</p><p>Wenn man den Flottensensoren genug Zeit lie�, w�rden sie auch die �berreste j�ngeren Datums analysieren und Sch�tzungen anstellen k�nnen, wie viele Schiffe hier bei den letzten Gefechten gestorben waren. F�r den Augenblick konnte Geary nichts anderes tun, als sich vier Stunden alte Bilder anzusehen. Er wusste, dass er der <emphasis>Intractable</emphasis> nicht helfen konnte, die den R�ckzug ihrer Flotte aus dem System sicherte.</p><p>�Lange wird es nicht mehr dauern�, murmelte Desjani, die die gleichen Bilder betrachtete wie Geary. �Die <emphasis>Intractable</emphasis> ist das einzige Allianz-Schiff, das sich noch in der N�he des Sprungpunkts befindet. Alle anderen sind bereits entkommen.�</p><p>�Wie stehen die Chancen, dass sie inzwischen auch den Sprungpunkt erreicht hat?�</p><p>�Dazu m�ssten die Syndiks schon den Beschuss eingestellt haben.�</p><p>Rione beugte sich vor und sagte aufgeregt. �Wir m�ssen etwas unternehmen. Irgendwie m�ssen wir die Syndiks ablenken!�</p><p>�Madam Co-Pr�sidentin�, erwiderte Geary ernst. �Die Syndiks werden unsere Flotte erst in vier Stunden bemerken, und dann wird die <emphasis>Intractable</emphasis> bereits fast genauso lange zerst�rt sein.�</p><p>�Verdammt�, fl�sterte Rione.</p><p>Auf den vier Stunden alten Bildern schien das Schlachtschiff seine Steuerkontrolle verloren zu haben, da es seitw�rts abdriftete und durch die Treffer der Syndiks immer weiter vom Kurs abgebracht wurde. �Die Crew verl�sst das Schiff�, meldete Desjani, als Rettungskapseln ins All geschossen wurden. �Allerdings scheinen ein paar Waffen noch zu funktionieren.�</p><p>Vier Stunden zuvor war von den Syndiks eine Salve Flugk�rper abgefeuert worden, die eine Kurve flogen, um in den Rumpf der <emphasis>Intractable</emphasis> einzuschlagen, die zu dem Zeitpunkt bereits so gut wie wehrlos war. Die H�lle war aufgerissen und der vordere Teil drehte sich um sich selbst, w�hrend er davontrieb, die Heckpartie zerfiel unterdessen in kleinere Tr�mmerteile. Geary kniff einen Moment lang die Augen zu. Als er sie wieder aufschlug, sah er, dass die �berreste des Schlachtschiffs sich in alle Richtungen verteilt hatten und keine Lebenszeichen mehr angezeigt wurden. <emphasis>M�gen eure Vorfahren euch willkommen hei�en und die lebenden Sterne euren Geist tr�sten.</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Wir werden sie r�chen�, sagte Desjani so energisch, dass es fast wie ein Fauchen klang.</p><p>�Ja, das werden wir. Offenbar haben wir die Reserveflotte entdeckt.� Geary begann einen Abfangkurs zu berechnen, der von der Annahme ausging, dass die Syndiks zu diesem Sprungpunkt hier zur�ckkehren w�rden. �Wie lange noch, bis die Flottensensoren uns etwas dar�ber erz�hlen k�nnen, was hier geschehen ist?�</p><p>�Das d�rfte jeden Moment der Fall sein.� Kaum hatte sie ausgesprochen, reagierte auch schon das Display. Desjani presste die Lippen aufeinander, als sie sah, welche Ergebnisse die Sensoren und die Bewertungssysteme der Flotte lieferten. �Die Tr�mmer j�ngsten Datums d�rften von zwei bis drei Schlachtkreuzern der Allianz stammen, ferner von neun bis dreizehn Zerst�rern, ein oder zwei Leichten Kreuzern und vier bis sechs Schweren Kreuzern. Au�erdem von zwei Schlachtschiffen, darunter die <emphasis>Intractable</emphasis>.� Sie atmete gedehnt aus. �Die <emphasis>Intractable</emphasis> hat die Syndiks aufgehalten, damit der Rest entkommen konnte. Die Sensoren sind aber nicht in der Lage, uns etwas dar�ber zu verraten, wie vielen Schiffen das gelungen ist.�</p><p>�Zumindest war es keine einseitige Angelegenheit�, entgegnete Geary, auf dessen Display neue Sch�tzungen auftauchten. �So wie es aussieht, haben die Syndiks ein oder zwei Schlachtkreuzer verloren, ein Schlachtschiff, zehn bis zwanzig J�ger, sechs oder sieben Schwere Kreuzer, au�erdem zwischen acht und elf Leichten Kreuzern. Dazu kommt das, was zu schwer besch�digt war, um die Flotte zum Sprungpunkt zu verfolgen.� Ein Schlachtkreuzer, drei Schwere Kreuzer und ein Leichter Kreuzer bem�hten sich schwerf�llig, den zweiten Planeten im System anzusteuern. In der N�he des Sprungpunkts war ein weiterer Schlachtkreuzer vom letzten Aufbegehren der <emphasis>Intractable</emphasis> so schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, dass er offenbar auch zu diesem Planeten unterwegs war.</p><p>Die Sensoren der Flotte streckten sich vier Lichtstunden weit bis an den Rand des Sternensystems aus, um jenseits der Tr�mmerteile die Gr��e der verbleibenden Syndik-Streitmacht zu bestimmen. Dann endlich wurden die Ergebnisse angezeigt. �Sechzehn Schlachtschiffe, vierzehn Schlachtkreuzer, zwanzig Schwere Kreuzer, f�nfundvierzig Leichte Kreuzer.� Er hatte gehofft, Lieutenant Iger w�rde mit seinen Sch�tzungen viel zu hoch liegen, doch nun zeigte sich, dass er kaum pr�ziser h�tte kalkulieren k�nnen. �Das ist das, was von dieser Reserveflotte noch einsatzbereit ist.�</p><p>�Wir k�nnen es mit ihnen aufnehmen�, beteuerte Desjani.</p><p>�Das werden wir auch m�ssen. Allerdings kann ich keinen Abfangkurs berechnen, solange sie nicht wenden und auf neue Vektoren einschwenken.�</p><p>Er wartete ungeduldig, w�hrend die Allianz-Flotte weiterflog in Richtung des Sprungpunkts, der nun keine zwei Tagesreisen mehr entfernt war. Pl�tzlich rief Desjani: �Sie machen nicht kehrt! Sie formieren sich neu, um den Allianz-Schiffen zu folgen, die eben durch den Sprungpunkt entkommen sind.�</p><p>�Sie springen nach Varandal?� Schlimmer als ein Kampf gegen die Syndiks hier im System w�re es, das Gefecht in Varandal austragen zu m�ssen, nachdem die Syndiks dort bereits hatten w�ten k�nnen, bis die Allianz-Flotte sie einholte.</p><p>�Immer noch fast vier Lichtstunden entfernt.� Desjani schlug mit der Faust auf die Armlehne ihres Sessels. �Die verlassen das System, bevor sie �berhaupt wissen, dass wir hier sind.�</p><p>�Dann k�nnten wir sie bei Varandal �berraschen.� Sein Blick kehrte zur�ck zu den Anzeigen der gesch�tzten Allianz-Verluste. Zwei Schlachtschiffe. War eines davon die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> gewesen? War seine Gro�nichte Jane gestorben, unmittelbar bevor er sie h�tte kennenlernen k�nnen? Oder befand sie sich in einer der Rettungskapseln, von denen es im System wimmelte?</p><p>Weitere Symbole gesellten sich zu denen, die bereits das Display �bers�ten, und zeigten die Positionen der Rettungskapseln im Atalia-System an. Die zerst�rten Allianz-Kriegsschiffe hatten jede Menge Kapseln ausgesto�en. Geary lehnte sich zur�ck, w�hrend er zun�chst die Syndik-Flotte betrachtete, die sich auf den Sprung nach Varandal vorbereitete, und dann die schwer besch�digten Syndik-Kriegsschiffe, die sich in Sicherheit schleppten und noch immer nichts von der Ankunft der Allianz-Flotte im System ahnten. Schlie�lich kehrte seine Aufmerksamkeit zu den Rettungskapseln zur�ck. Dann �berpr�fte er den Stand der Brennstoffzellen, �ber die die Flotte noch verf�gte.</p><p>�Ich brauche Ihren Rat, Tanya.� Sie drehte sich zur Seite und sah ihn fragend an. �Wir k�nnen problemlos unseren Kurs so legen, dass wir an den besch�digten Syndik-Schiffen vorbeifliegen, um ihnen den Rest zu geben. Andererseits rechnen die Allianz-Matrosen damit, dass wir sie einsammeln, doch das macht es erforderlich die Schiffe abzubremsen, was auf Kosten unserer Brennstoffzellen geschehen w�rde. Au�erdem erreichen wir dann den Sprungpunkt nach Varandal noch sp�ter.�</p><p>Desjani trommelte mit den Fingern auf die Armlehne, dann wandte sie sich an ihren Maschinenraum-Wachhabenden. �Wenn diese Rettungskapseln auf die Vektoren unserer Flotte einschwenken und dann ihren restlichen Treibstoff komplett verbrennen, welche Geschwindigkeit k�nnten sie dann erreichen?�</p><p>Der Ingenieur kalkulierte in aller Eile. �Captain, wenn ich ber�cksichtige, wie lange sie sich wahrscheinlich schon im All befinden und wie viel sie beim Start verbraucht haben, dann sollten sie in der Lage sein, 0,01 Licht zu erreichen.�</p><p>�Das hilft uns zwar, aber es reicht nicht. Die Flotte m�sste immer noch abbremsen.� Desjani sch�ttelte den Kopf. �Selbst wenn wir uns den Verbrauch an Brennstoffzellen leisten k�nnten, kostet das nach wie vor zu viel Zeit. Au�erdem sind die meisten unserer Schiffe ohnehin fast schon �berbelegt. Wenn sie noch mehr Personal an Bord nehmen, dann k�nnte das problematisch werden, falls diese Schiffe bei Varandal evakuiert werden m�ssen. Dann sind nicht genug Rettungskapseln vorhanden. Was wir brauchen, sind zwei Flotten.� Ihr Blick wanderte zum Display, da eine Warnlampe zu blinken begann. �Vor drei Stunden und f�nfundvierzig Minuten ist die Syndik-Reserveflotte nach Varandal gesprungen.�</p><p>�Zu schade, dass wir nicht vier Stunden fr�her hier eingetroffen sind. H�tten sie uns vor dem Sprung bemerkt, w�ren sie wom�glich hier geblieben. Das h�tte uns das Ganze viel leichter gemacht.� Geary musterte das Display, das den Flottenstatus anzeigte. �Zwei Flotten. Vielleicht ist das ja die L�sung. Ich lasse einen Teil hier, der die Kapseln einsammelt, die anderen fliegen weiter.�</p><p>�Auf wen k�nnen wir verzichten?�</p><p>�Eigentlich auf kein Schiff. Aber einige von ihnen werden ohnehin Schwierigkeiten haben, mit der Flotte mitzuhalten.� Die Wahl schien einfach zu sein, doch das Ganze war nicht nur eine Frage der Physik. Er rief die <emphasis>Illustrious</emphasis>. �Captain Badaya, ich habe eine Bitte an Sie.�</p><p>Sechs Sekunden sp�ter meldete sich Badaya bei ihm. Er sah ersch�pft aus, aber das war auch kein Wunder, hatte er sich und seine Crew doch dazu angetrieben, rund um die Uhr zu arbeiten, damit die Sch�den an der <emphasis>Illustrious</emphasis> vor der zu erwartenden Schlacht so gut wie m�glich behoben wurden. Dass mit diesen Reparaturen nur das Notwendigste zu schaffen war, das war allen Beteiligten klar. �Was brauchen Sie, Captain Geary?�</p><p>�Die Rettungskapseln der Allianz m�ssen eingesammelt werden, aber ich kann es mir nicht leisten, die gesamte Flotte daf�r abbremsen zu lassen. Auf dem Weg zum Sprungpunkt nach Varandal k�nnen wir die Gefahr eliminieren, die von den verbliebenen Syndik-Schiffen ausgeht, doch jeder von uns, der langsamer wird, um die Kapseln zu bergen, ben�tigt dennoch genug Feuerkraft, um sie zu besch�tzen, falls sich noch irgendetwas Unvorhergesehenes ereignet.�</p><p>Nach sechs Sekunden nickte Captain Badaya. �An wen dachten Sie, Captain Geary?�</p><p>�An die Hilfsschiffe <emphasis>Orion</emphasis>, <emphasis>Incredible</emphasis> und <emphasis>Resolution</emphasis>, an die am schwersten besch�digten Eskortschiffe, und an die <emphasis>Illustrious</emphasis>, weil diese Schiffe einen zuverl�ssigen und f�higen Commander ben�tigen.�</p><p>Wieder nickte Badaya. �Wir haben unser Bestes gegeben, die <emphasis>Illustrious</emphasis> wieder zusammenzuflicken, aber sie wird in einem Gefecht nach wie vor im Nachteil sein. Ich verstehe Ihre Logik. Allerdings f�llt es mir schwer, mir vorzustellen, dass wir die Schlacht bei Varandal vers�umen werden.�</p><p>�Ich wei�.� Badaya hatte seine Fehler, aber er hatte sich das Recht verdient, dass sein Stolz und seine Ehre nicht �bergangen wurden. �Darum bitte ich Sie ja auch, diesen Auftrag zu �bernehmen. Wenn Syndik-Schiffe den Sprungpunkt nach Varandal verlassen, bevor Sie ihn erreichen, werden Sie sich den Weg freischie�en m�ssen. Diese Streitmacht muss jemand befehligen, von dem ich wei�, dass ich mich auf ihn verlassen kann. Au�erdem �berlasse ich Ihnen zwei Schlachtschiffe und zwei Schlachtkreuzer, damit Sie sich vern�nftig verteidigen k�nnen.� Er musste Badaya nicht erst darauf hinweisen, dass diese vier besch�digten Schiffe nicht mal zusammengerechnet die Gefechtsf�higkeit eines einzelnen unbesch�digten Schlachtschiffs besa�en.</p><p>�Die Chancen stehen nicht gut, dass irgendwelche Syndiks hier auftauchen, bevor wir das System verlassen�, meinte Badaya, �auch wenn es nicht auszuschlie�en ist. Aber wenn Sie die Syndiks bei Varandal ordentlich in die Mangel nehmen, dann werden einige vielleicht versuchen, zum Sprungpunkt zu entkommen, und da k�nnen wir uns ihnen dann in den Weg stellen und sie ausradieren.�</p><p>�Ja, das stimmt.�</p><p>�Das ist ein ehrenvoller Auftrag�, folgerte Badaya. �Wir werden keine Allianz-Soldaten hier zur�cklassen, die <emphasis>Illustrious</emphasis> wird die anderen Schiffe dieser Flotte nicht aufhalten, und wir folgen der Flotte mit gen�gend Abstand, um die Syndiks zu stoppen, die aus Varandal entkommen wollen. Danke f�r Ihr Vertrauen, Captain Geary.�</p><p>�Das haben Sie sich verdient, Captain Badaya.� Das entsprach voll und ganz der Wahrheit. Von dieser fixen Idee abgesehen, ihn zum Diktator zu machen, war Badaya gar kein so �bler befehlshabender Offizier. Er neigte zwar dazu, mehr auf Impulse von au�en zu reagieren, anstatt eigene Vorschl�ge ins Spiel zu bringen, aber wenn man ihm einen Befehl erteilte, f�hrte er ihn auch aus. Vor allem glaubte Badaya mittlerweile so sehr an ihn, dass er jetzt einen Auftrag �bernahm, den er vor sechs Monaten vermutlich noch abgelehnt h�tte.</p><p>�Vielen Dank, Captain Geary�, wiederholte er. �Wegen dieser anderen Sache, �ber die wir gesprochen haben und die die Optionen nach der Heimkehr betrifft, m�chte ich Sie wissen lassen, dass alle Eingeweihten �ber Ihre W�nsche informiert worden sind und zugesichert haben, sich nicht dar�ber hinwegzusetzen. Selbst wenn die <emphasis>Illustrious</emphasis> es nicht nach Varandal schaffen sollte, wird nichts gegen Ihren Willen geschehen.�</p><p>�Gut zu wissen, Captain Badaya.� Geary dankte stumm den lebenden Sternen, dass Badaya zur Abwechslung daran gedacht hatte, auf seine Wortwahl zu achten und keine missverst�ndlichen Formulierungen zu verwenden. Er hatte offenbar verstanden, dass mutma�lich private Unterhaltungen f�r gew�hnlich alles andere als privat waren. �Ich werde die Befehle f�r die Schiffe vorbereiten, die die <emphasis>Illustrious</emphasis> begleiten sollen. Wir sehen uns bei Varandal.�</p><p>�Die <emphasis>Orion</emphasis> wird sich dar�ber nicht freuen�, urteilte Desjani, als sie Gearys Planung sah.</p><p>�Die <emphasis>Orion</emphasis> muss sich dar�ber auch nicht freuen. Sobald wir daheim sind, werde ich empfehlen, die Crew auf eine ganze Reihe anderer Schiffe zu versetzen und die <emphasis>Orion</emphasis> mit einer komplett neuen Besatzung auszustatten. Es hat einfach nichts funktioniert, um diese Crew zu vern�nftigen Leistungen anzuspornen.�</p><p>�Vielleicht f�hlen sie sich ja motiviert, wenn sie zusehen k�nnen, wie Numos nach seinem Kriegsgerichtsverfahren erschossen wird�, meinte Desjani gut gelaunt.</p><p>�Vielleicht ja.� Seine Ver�rgerung, weil die Crew der <emphasis>Orion</emphasis> mit den Reparaturen ihres Schiffs einfach keine Fortschritte machte, war inzwischen so gro�, dass er sich einen Moment lang an diesem Gedanken erfreuen konnte. �Andererseits � seit die <emphasis>Orion</emphasis>-Crew miterlebt hat, wie die <emphasis>Majestic</emphasis> bei Lakota in St�cke geschossen wurde, hat sie bei der Panzerung und den Waffen deutliche Fortschritte gemacht.�</p><p>�Aber nicht beim Antrieb�, gab Desjani zur�ck. �Vielleicht sollten Sie mal den Hinweis fallen lassen, dass sich das Schiff jetzt zwar besser verteidigen, aber noch immer nicht vor dem Feind davonfliegen kann.�</p><p>�Ich werde so tun, als h�tte ich das nicht geh�rt, Captain Desjani.� Seine Bemerkung lie� sie nur weiter grinsen, woraufhin er weiterredete: �Allerdings glaube ich, die <emphasis>Resolution</emphasis> und die <emphasis>Incredible</emphasis> werden sich nicht allzu lautstark beklagen.�</p><p>�Hauptsache, Sie trennen die beiden Schiffe nicht voneinander�, sagte sie. �Die beiden scheinen bei Heradao den Bund f�rs Leben eingegangen zu sein.�</p><p>�Wieso sind Sie so exzellenter Laune, Captain Desjani?�</p><p>�Weil die Syndiks mit ihrer Reserveflotte nach Varandal gesprungen sind, Captain Geary, und sie dort zwischen die Fronten geraten wird. Dort wartet die Streitmacht, die von hier geflohen ist, wir sitzen ihnen im Nacken, und nicht zu vergessen, Varandal verf�gt �ber Verteidigungseinrichtungen, mit denen sie sich auch noch abplagen m�ssen.� Desjani grinste w�lfisch. �Die sind erledigt.�</p><p>�Mag sein, aber das haben die Syndiks auch des �fteren von uns gedacht.�</p><p>Trotz der immensen virtuellen Gr��e des Konferenztischs entging es Geary nicht, dass der Raum seit den allerersten Flottenbesprechungen deutlich kleiner geworden war. Es gab weniger Schiffe und damit weniger befehlshabende Offiziere. Aber zumindest hatten die Ereignisse bei Padronis daf�r gesorgt, dass die Unruhestifter zum Schweigen gebracht worden waren, und von nun an w�rde wieder offen und ehrlich diskutiert werden. �Ich kann davon ausgehen, dass Sie alle mit der momentanen Situation vertraut sind. Die Syndik-Reserveflotte hat sich auf den Weg nach Varandal gemacht, noch bevor sie wusste, dass wir Atalia erreicht haben. Sie verfolgen jetzt eine Allianz-Streitmacht, �ber deren Gr��e uns keine Angaben vorliegen, und sie werden zweifellos versuchen, die Allianz-Einrichtungen bei Varandal unsch�dlich zu machen und die verbliebenen Schiffe zu vernichten. Wir m�ssen schnellstens dieses System erreichen, um unseren Kameraden auf den Schiffen, den Planeten und den Orbitaleinrichtungen beizustehen.�</p><p>Er deutete auf das Display, das �ber dem Tisch schwebte. �Der gr��te Teil der Flotte bleibt auf Kurs zum Sprungpunkt nach Varandal, dabei werden wir so schnell fliegen, wie unser Bestand an Brennstoffzellen es zul�sst. Auf dem Weg zum Sprungpunkt werden wir an den besch�digten Syndik-Kriegsschiffen vorbeikommen und sie unsch�dlich machen k�nnen. <emphasis>Illustrious, Incredible, Resolution, Orion, Titan, Jinn, Witch</emphasis> und die meisten schwerer besch�digten Kreuzer und Zerst�rer werden Bremsman�ver einleiten, um die Rettungskapseln der Allianz in diesem Sternensystem einzusammeln, danach folgen sie uns nach Varandal.�</p><p>Alle Blicke wanderten zu Captain Badaya, da man zweifellos damit rechnete, dass er jeden Moment vor Emp�rung explodierte, doch er nickte nur entschlossen. �Die <emphasis>Illustrious</emphasis> f�hlt sich geehrt, die Verantwortung f�r diese wichtige Aufgabe zu �bernehmen. Sorgen Sie nur bitte daf�r, dass Sie bei Varandal noch ein paar Syndiks f�r uns �brig lassen.�</p><p>�Seien Sie lieber vorsichtig mit dem, was Sie sich w�nschen�, warnte Commander Parr von der <emphasis>Incredible</emphasis> ihn. �Aber wir freuen uns darauf, an der Seite der anderen Schiffe zu k�mpfen.�</p><p>Duellos wirkte so m�de und ersch�pft wie Badaya. �Die Chancen stehen nicht besonders gut, was Varandal angeht, und wie ich sehe, treffen wir bei Ihren vorgesehenen Flottenbewegungen mit weniger als zwanzig Prozent Reserve in den Brennstoffzellen ein.�</p><p>�Das ist richtig�, versuchte Geary so beil�ufig wie m�glich zu best�tigen, als sei es ganz normal, mit einem so geringen Bestand an Brennstoffzellen gegen eine �berlegene Streitmacht anzutreten und dabei zu riskieren, dass den Kriegsschiffen w�hrend des Gefechts die Energie ausging. �Was unsere Situation hinsichtlich der Brennstoffzellen angeht, m�ssen wir mit dem leben, was wir haben. Die verbleibenden Hilfsschiffe setzen ihre Shuttles ein, um die Zellen zu verteilen, die w�hrend des letzten Sprungs hergestellt worden sind. Danach m�ssen wir darauf z�hlen, dass wir unsere Best�nde werden auff�llen k�nnen, nachdem wir die Syndiks bei Varandal geschlagen haben. Wie unsere Chancen stehen, werden wir besser einsch�tzen k�nnen, sobald uns die Rettungskapseln der Allianz mit einer Liste der Kriegsschiffe versorgt haben, die diese Schlacht hier schlugen. Im Moment k�nnen wir nur �berschlagsweise sch�tzen, wie viele Allianz-Schiffe das Gefecht nicht �berlebt haben.�</p><p>Alle �berpr�ften die Uhrzeit. �Die ersten Kapseln m�ssten uns inzwischen gesehen haben�, meinte Captain Armus. �Aber wir werden noch eine halbe Stunde warten m�ssen, ehe uns die erste Nachricht von ihnen erreichen kann.�</p><p>�Bedauerlicherweise trifft das zu. Aber wir brauchen ja auch noch mehr als einen Tag, ehe wir den Sprungpunkt nach Varandal erreichen. Wir haben Zeit. Eigentlich zu viel Zeit, aber daran l�sst sich nichts �ndern.�</p><p>Es blieb nichts anderes zu tun, als auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> zu sitzen, mit 0,12 Licht durch das All zu jagen und darauf zu warten, was das Allianz-Personal in den Rettungskapseln �ber die Geschehnisse in diesem System berichten w�rde.</p><p>Die erste Stimme, die aus einer Rettungskapsel kommend aus dem Lautsprecher drang, war von Freude, Unglauben und Stress derart verzerrt, dass sie nicht allzu deutlich zu verstehen war. �Hier spricht Lieutenant Reynardin. Ich glaube, ich bin der dienst�lteste Offizier des Schlachtkreuzers <emphasis>Avenger</emphasis>. Sie k�nnen sich nicht vorstellen, wie gut es ist, die Allianz-Flotte hier zu sehen. Die Syndiks haben behauptet, sie h�tten die Flotte zerst�rt, aber alle haben gesagt, dass das nicht stimmen kann. Nicht unsere Flotte. Gesegnet seien unsere Vorfahren und die lebenden Sterne ��</p><p>Geary versuchte, seine gereizte Stimmung zu kontrollieren, w�hrend der Lieutenant immer noch redete. Desjani trommelte mit den Fingern auf die Armlehne und machte keinen Hehl aus ihrer Ungeduld. Man konnte sich gut vorstellen, was sie in diesem Moment Lieutenant Reynardin an den Kopf geworfen h�tte, h�tte der sich in Rufweite aufgehalten.</p><p>Rione musste Geary und Desjani angemerkt haben, wie ungehalten sie waren. �Lieutenant Reynardin hat sein Schiff und vermutlich viele Freunde und Kameraden verloren. Er wird bestimmt unter Schock stehen.�</p><p>�Er ist ein Offizier der Flotte�, gab Desjani schroff zur�ck. �Vielleicht wird er uns ja dann endlich etwas N�tzliches berichten, wenn er die Nachricht von Captain Geary erh�lt, mit der er um Informationen zur Lage bittet.�</p><p>Dass er sie erhalten hatte, war wenige Minuten sp�ter zu merken, da Lieutenant Reynardin abrupt verstummte. �Captain Geary. Sir, das ist mir eine Ehre � ich � Ihre Befehle. Ja, Sir. Was geschehen ist. Wir haben einen �berraschungsangriff auf die Syndiks gestartet. Das war Admiral Tagos� Idee. Um die Syndiks aus der Ruhe zu bringen.�</p><p>�Tagos?�, murmelte Desjani und sch�ttelte den Kopf. �Wie zum Teufel hat sie es bis zum Admiral geschafft?�</p><p>�Admiral Tagos war auf der <emphasis>Auspicious</emphasis>�, fuhr der Lieutenant fort. �Ich habe nicht alle Treffer gesehen, die das Schiff einstecken musste, aber auf jeden Fall ist es explodiert, und ich bin mir sicher, es gab keine �berlebenden.�</p><p>Geary nickte betr�bt und konnte sich nur zu gut vorstellen, dass Tagos ihres �Kampfgeistes� wegen zum Admiral bef�rdert worden war, den sie sogleich unter Beweis gestellt hatte, indem sie sich kopf�ber in ein v�llig aussichtsloses Gefecht st�rzte.</p><p>�<emphasis>Avenger</emphasis> und <emphasis>Auspicious</emphasis>. Das sind zwei Allianz-Schlachtkreuzer�, merkte Desjani an, w�hrend Reynardin wie ein Wasserfall redete und redete. �Vielleicht �bernimmt ja mal ein anderer die Komm-Verbindung.�</p><p>�Wollen wir�s hoffen.� Da die n�chsten Rettungskapseln immer noch �ber zwei Lichtstunden entfernt waren, w�rde es sich zu einem langen und erm�denden Prozess hinziehen, ihn dazu zu bringen, sich nur auf die gestellten Fragen zu konzentrieren und diese zu beantworten.</p><p>�Es war einfach schrecklich�, fuhr Reynardin unver�ndert fort. �Einfach � alles. Und dann ��</p><p>�Kann nicht irgendjemand diesen Mann erschie�en?�, grummelte Desjani.</p><p>�Er steht unter Schock�, verteidigte Rione den Lieutenant beharrlich.</p><p>Ihr Einwand wurde j�h unterbrochen, da der Komm-Wachhabende rief: �Captain, eine andere Kapsel ruft uns.�</p><p>�Stellen Sie sie durch!�, rief Desjani im Tonfall eines Menschen, der soeben vor weiterer Folter bewahrt worden war.</p><p>Dieser Offizier h�rte sich gleich nach einem gefassteren Individuum an. �Hier spricht Ensign Hochin, Sir. Offizier der H�llenspeer-Batterie der <emphasis>Peerless</emphasis>. Ich f�rchte, ich kann nur etwas �ber den Status der Allianz-Streitmacht in dem Moment sagen, als wir die <emphasis>Peerless</emphasis> evakuierten.�</p><p>�Das ist doch schon mal etwas.� Desjani sah zu Geary. �Die <emphasis>Peerless</emphasis> war ein Schlachtschiff aus der gleichen Division wie die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>.�</p><p>Was bedeutete, dass die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> entweder erst gar nicht mitgekommen war oder � was wahrscheinlicher war � dass sie die Flucht nach Varandal hatte antreten k�nnen. Geary versp�rte tiefe Erleichterung angesichts der Erkenntnis, dass das Schiff seiner Gro�nichte nicht hier zerst�rt worden war. Sogleich regte sich sein schlechtes Gewissen, denn das bedeutete, dass stattdessen ein anderes Schiff dieses Schicksal erlitten hatte.</p><p>�Wir hatten f�nf Schlachtkreuzer�, berichtete der Ensign weiter. �Ich wei�, wir haben die <emphasis>Avenger</emphasis> verloren. Sechs Schlachtschiffe. Soweit mir bekannt, wurde von denen nur die <emphasis>Peerless</emphasis> zerst�rt.�</p><p>�Oh verdammt!�, fluchte Desjani pl�tzlich. �Daran habe ich ja gar nicht gedacht. Die Rettungskapseln, die uns am n�chsten sind, stammen von jenen Allianz-Schiffen, die als Erste zerst�rt wurden. Die Kapseln verf�gen nur �ber rudiment�re Sensoren, also werden sie nicht viel davon mitbekommen haben, was geschehen ist, nachdem ihre Schiffe zerst�rt wurden. Um mehr dar�ber zu erfahren, wie viele Allianz-Schiffe es zur�ck zum Sprungpunkt geschafft haben, m�ssen wir warten, bis wir von einer Kapsel der <emphasis>Intractable</emphasis> h�ren.�</p><p>�Also noch eine Stunde l�nger?�, fragte Geary.</p><p>�Mindestens.�</p><p>Unterdessen redete Hochin weiter. �Ich nehme an, Sie beabsichtigen, die im System gebliebenen Syndiks zu vernichten, aber Sie sollten wissen, dass wir von einigen �berlebenden der <emphasis>Mantle</emphasis> das Ger�cht geh�rt haben, einer der Schweren Kreuzer der Syndiks habe Rettungskapseln von der <emphasis>Peerless</emphasis> an Bord genommen. Man redet von vierzig bis sechzig von unseren Leuten, aber es k�nnten auch weniger gewesen sein.�</p><p>�Verdammt!� Geary musterte die Positionen der gegnerischen Schweren Kreuzer auf dem Display. �Auf welchem sind sie?�</p><p>�Soweit wir das nach den Positionen der Rettungskapseln der <emphasis>Mantle</emphasis> und nach deren Beschreibungen �ber den Kurs des Syndik-Kreuzers bestimmen k�nnen�, redete Hochin weiter, als h�tte Geary gar nichts gesagt, �sollte sich das Schiff ungef�hr eineinhalb Stunden vom Stern Atalia entfernt aufhalten, leicht oberhalb der Systemebene, relativ nahe an einer geraden Linie zwischen dem Sprungpunkt von Kalixa und dem Stern. Die Leute von der <emphasis>Mantle</emphasis> sprachen davon, dass der Syndik-Kreuzer im Bugbereich schwer besch�digt sein soll.�</p><p>�Der da!�, rief der Wachhabende der Gefechtssysteme pl�tzlich triumphierend. �Wir m�ssen den Kurs noch zur�ckberechnen, aber es muss der da sein.�</p><p>�Ist der Bug besch�digt?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Ja, Captain, sehr sogar.�</p><p>�Exzellent.� Desjani nickte Geary zu. �Dieser Ensign h�tte eine Bef�rderung zum Lieutenant verdient.�</p><p>�Erinnern Sie mich sp�ter daran.� Der fragliche Schwere Kreuzer war im vorderen Bereich massiv aufgerissen, w�hrend seine Antriebseinheiten immer noch funktionst�chtig zu sein schienen. Seit man die Allianz-Flotte bemerkt hatte, hatte er auf 0,06 Licht beschleunigt. �K�nnen wir ihn abfangen?�</p><p>�Nicht mit der <emphasis>Illustrious</emphasis>-Formation, Sir�, meldete der Ablauf-Wachhabende. �Wenn die erst mal abgebremst hat, um die anderen Rettungskapseln zu bergen, wird sie nicht schnell genug beschleunigen k�nnen, um den Kreuzer noch zu erreichen.�</p><p>�Und wie sieht es mit uns aus?�, wollte Geary wissen.</p><p>Der Wachhabende berechnete Kurs und Geschwindigkeit, dann folgte eine unzufriedene Geste. �Das Achte Leichte Kreuzergeschwader an der Steuerbordseite unserer Formation k�nnte die Syndiks mit dem geringsten Aufwand erreichen. Das Dreiundzwanzigste Zerst�rergeschwader k�nnte es dabei begleiten.�</p><p>Geary verglich die Waffensituation dieser Schiffe mit dem Bestand, �ber den der Schwere Kreuzer der Syndiks vermutlich noch verf�gte. �Das sollte genug Feuerkraft sein, aber hier geht es nicht nur darum, diesen Kreuzer au�er Gefecht zu setzen. Wir m�ssen unsere Leute von diesem Schiff holen, aber Leichte Kreuzer und Zerst�rer haben keine Marines an Bord.�</p><p>�Fordern Sie sie auf, sich zu ergeben�, dr�ngte Rione.</p><p>�Das war bislang nicht besonders oft von Erfolg gekr�nt, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>�Vielleicht wird es diesmal anders sein. Was haben Sie zu verlieren, wenn Sie deren Kapitulation fordern?�</p><p>�Nicht viel�, r�umte Geary ein.</p><p>�Sie k�nnten ihnen vorschlagen�, fuhr sie fort, �dass Sie ihren Schweren Kreuzer nicht in St�cke schie�en werden, wenn sie unsere Leute freilassen.�</p><p>Geary sp�rte, wie die Stimmung auf der Br�cke umschlug. Desjani meldete sich zu Wort, h�rte sich aber eher so an, als f�hre sie ein Selbstgespr�ch: �Der Dauerbefehl besagt, dass alle Anstrengungen unternommen werden m�ssen, um den Feind zu vernichten. Es ist untersagt, Streitm�chte der Syndiks entkommen zu lassen, solange sie noch �ber irgendwelche Art von Gefechtstauglichkeit verf�gen.�</p><p>Als Flottenbefehlshaber konnte er sich �ber solche Befehle hinwegsetzen, doch in diesem Fall erschien ihm das nicht als der richtige Weg. Was konnte er den Syndiks sonst bieten?</p><p>Rione sah sich frustriert um. �Verhandeln Sie mit ihnen, Captain Geary! Wenn Sie ihnen schon nicht ihr Schiff lassen wollen, dann liegt immer noch das Leben der Besatzung in Ihren H�nden.�</p><p>Er schnaubte aufgebracht. �Syndik-Befehlshaber sind nicht daf�r bekannt, gro�en Wert auf das Leben ihrer Besatzung zu legen.�</p><p>�Manche schon! Sie haben selbst angemerkt, dass manche Crew viel zu fr�h die Rettungskapseln aufgesucht hat. Warum sollten die Kommandanten den Befehl dazu geben, wenn ihnen das Schicksal ihrer Leute egal w�re?�</p><p>Das war ein gutes Argument. In diesen F�llen konnte es sein, dass an Bord Panik ausgebrochen war, aber es war auch m�glich, dass der jeweilige Captain um das Wohl seiner Untergebenen besorgt gewesen war. �Und auch wenn der Kommandant sich nicht um seine Crew schert, sind die Leute selbst vielleicht daran interessiert zu �berleben.� Er zeichnete eine Forderung auf und schickte sie ab, dann befahl er dem Achten Leichten Kreuzergeschwader und dem Dreiundzwanzigsten Zerst�rergeschwader, ein wenig mehr zu beschleunigen und auf einen Abfangkurs zu dem Schweren Kreuzer der Syndiks zu gehen. Schlie�lich lehnte er sich nach hinten und bem�hte sich, Ruhe zu bewahren, obwohl er sich zunehmend rastlos f�hlte.</p><p>�Captain?�, meldete sich auf einmal der Wachhabende der Gefechtssysteme zu Wort. �Der Schaden an dem Syndik-Kreuzer, der unsere Rettungskapseln an Bord genommen hat, ist irgendwie eigenartig.�</p><p>Desjani sah den Wachhabenden an. �Was verstehen Sie unter �eigenartig�?�</p><p>�Wir haben die Sensoren darauf gerichtet, und die Analyse des Schadens ergibt, dass der nicht durch eine Vielzahl von Einschl�gen verursacht wurde, sondern durch einen einzigen Treffer.�</p><p>�Ein einziger Treffer?� Desjani machte eine nachdenkliche Miene. �Was k�nnte das gewesen sein?�</p><p>�Unbekannt, Captain. Keine Waffe, �ber die die Allianz verf�gt, k�nnte so etwas bewirken.�</p><p>Desjani dachte nach. �K�nnte es ein Zusammensto� gewesen sein?�</p><p>Der Wachhabende f�hrte einige Berechnungen durch. �Theoretisch w�re das m�glich, Captain. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit �u�erst gering, dass die Folgen nicht noch gravierender ausfallen w�rden. Was immer es auch gewesen sein mag, es ist genau in den Bug eingeschlagen, und da der gesamte Bug in Mitleidenschaft gezogen wurde, kann es kein kleines Objekt gewesen sein.�</p><p>�Hmm, das ist wirklich eigenartig. Aber solange wir keinen konkreteren Hinweis auf die Ursache finden, werden wir davon ausgehen, dass das Schiff mit irgendetwas kollidiert ist. Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie eine bessere Erkl�rung f�r diesen Schaden finden.� Pl�tzlich drehte sie sich zu Geary um, als sei ihr aufgefallen, dass er etwas sagen wollte. �Sir?�</p><p>�Warum sind sie nach Varandal gesprungen?�, fragte er sie.</p><p>�Die Syndik-Reserveflotte? Um den Teil der Allianz-Streitmacht zu zerst�ren, der aus dem System entkommen ist.�</p><p>�Aber der Befehl muss gelautet haben, <emphasis>uns</emphasis> zu stoppen, bevor wir nach Varandal gelangen k�nnen. Syndiks improvisieren nicht, wenn es um ihre Befehle geht.� Geary musterte sein Display, als sei dort irgendwo die Antwort auf seine �berlegungen zu finden. �Warum sind sie nicht geblieben, um uns anzugreifen, sobald wir hier eintreffen?�</p><p>�Dann m�ssen sie den Befehl gehabt haben, nach Varandal zu springen. Die Allianz-Schiffe, die herkamen, trafen zuf�llig auf die Syndik-Flotte, die auf dem Weg zum Sprungpunkt war.� Desjani gab einige Befehle ein, dann nickte sie. �Ja, das passt zu der Verteilung der Tr�mmer im System. Die Reserveflotte sollte also gar nicht hier auf uns warten, sondern Varandal angreifen und uns dort auflauern, damit sie uns attackieren k�nnen, wenn wir nicht mehr mit ihnen rechnen, und wenn unsere Brennstoffzellen fast ganz am Ende sind.�</p><p>Das klang �berzeugend, auch wenn da immer noch irgendwas war, das ihm nicht gefiel. �Es w�re viel einfacher gewesen, das hier bei Atalia zu erledigen.� Niemand sagte etwas dazu, also lehnte er sich zur�ck und lie� seine Gedanken schweifen, die diesmal kein Ziel fanden.</p><p>Ihm war nicht bewusst, wie viel Zeit verstrichen war, als der Komm-Wachhabende ihn auf einmal ansprach: �Captain Geary, Sir. Der befehlshabende Offizier des Syndik-Kreuzers hat sich gemeldet. Sie bietet uns an, die Gefangenen an uns auszuliefern, wenn Sie sich einverstanden erkl�ren, nicht auf ihre Rettungskapseln zu schie�en.�</p><p>�Das ist eine Falle�, erkl�rte Desjani sofort. �Oder ein Trick.�</p><p>�K�nnte sein�, stimmte Geary ihr zu, w�hrend er die eingehende Mitteilung annahm.</p><p>Auf dem Display tauchte das Gesicht der Befehlshaberin des feindlichen Schiffs auf. Sie hatte einen trotzigen Gesichtsausdruck, aber �ber ihren Augen lag ein glasiger Schimmer, als st�nde auch sie noch unter Schock. �Mein Schiff kann sich gegen einen Angriff nicht zur Wehr setzen. Ich bin bereit, Ihnen meine Gefangenen zu �bergeben, wenn Sie meine Crew nicht angreifen. Ich werde als Geisel mit den Gefangenen an Bord bleiben, nachdem meine Besatzung sich in den Rettungskapseln in Sicherheit gebracht hat. Ich werde keinen Widerstand leisten, wenn Ihr Personal an Bord kommt, damit Sie Ihre Leute abholen k�nnen. Sollten Sie allerdings versuchen, mein Schiff in Ihre Gewalt zu bringen, dann werde ich es zerst�ren. Das sind meine Bedingungen. Wenn Sie nicht damit einverstanden sind, werde ich bis zum Tod meines Schiffs und aller an Bord befindlichen Personen k�mpfen.�</p><p>�Ein besseres Angebot bekommen Sie nicht�, urteilte Rione.</p><p>�Auch kein riskanteres�, wandte Desjani ein. �Sie k�nnte warten, bis wir nahe genug sind, und dann ihr Schiff in die Luft jagen.�</p><p>Es war keine einfache Entscheidung. Bislang hatten sich die Syndiks selten als vertrauensw�rdig erwiesen. �Irgendetwas ist mit ihr los�, �berlegte er. �Sehen Sie sich diesen Blick an. Sie wirkt zutiefst ersch�ttert.�</p><p>Desjani kniff die Augen zusammen, w�hrend sie die Syndik-Befehlshaberin musterte. �Die haben hier gewonnen. Es ist seltsam, dass sie so dreinschaut. Vielleicht ist sie verletzt worden.�</p><p>�Ja, vielleicht.� Alle warteten gebannt. Nur er konnte die Entscheidung treffen � wieder einmal. Er musste an Colonel Carabalis Bemerkung denken: dar�ber entscheiden zu m�ssen, wer leben durfte und wer zu sterben hatte. Er wollte das nicht erneut tun, doch es f�hrte kein Weg daran vorbei. �Also gut, ich werde auf ihre Bedingungen eingehen. Nur so k�nnen wir die Gefangenen retten. Ansonsten m�ssten wir sie auf dem Kreuzer ihrem Schicksal �berlassen und zusehen, wie der uns entkommt.�</p><p>Desjani verzog keine Miene, w�hrend sie etwas auf ihrem Display eintippte. �Ich empfehle Ihnen, die <emphasis>Rifle</emphasis> und die <emphasis>Culverin</emphasis> aus der Gruppe der Zerst�rer zu nehmen, die ohnehin auf Abfangkurs zu diesem Schweren Kreuzer sind. Sie m�ssen dicht heranfliegen und ihre Vektoren anpassen, dann m�ssen sie Leinen spannen und die Gefangenen manuell an Bord holen. Der Rest des Geschwaders soll die Rettungskapseln der Syndiks in Schach halten.�</p><p>Geary nickte zustimmend. �Und was ist mit den Leichten Kreuzern?�</p><p>�Die w�rde ich um den Schweren Kreuzer herum verteilen�, schlug Desjani vor. �Sie sollen den Eindruck erzeugen, dass sie noch n�her herankommen werden. Falls die Syndiks planen, ihr eigenes Schiff in die Luft zu jagen, werden sie mit etwas Gl�ck damit warten, weil sie hoffen, noch ein paar von unseren Leichten Kreuzern mit in den Tod zu nehmen.�</p><p>�Alles klar.�</p><p>Nicht ganz zwei Stunden sp�ter glitten die <emphasis>Rifle</emphasis> und die <emphasis>Culverin</emphasis> in ihre Positionen und passten Geschwindigkeit und Kurs an das Syndik-Schiff an. Als das Man�ver abgeschlossen war, bewegten sich die drei Kriegsschiffe immer noch mit betr�chtlicher Geschwindigkeit durchs All, blieben aber relativ zueinander so exakt auf ihren Positionen, dass es schien, als st�nden sie erstarrt im Raum. Nicht weit entfernt war eine kleine Anzahl von Syndik-Rettungskapseln unterwegs, mit denen sich die Crew des Kreuzers in Sicherheit brachte.</p><p>Die Dreiergruppe war zu dem Zeitpunkt bereits fast vierzig Lichtminuten von der Hauptflotte der Allianz-Schiffe entfernt. Die Gruppe um die <emphasis>Illustrious</emphasis> hatte sich sogar noch weiter zur�ckfallen lassen, sodass die Distanz zu ihr mehr als eine Lichtstunde betrug. Die Hauptflotte hatte unterdessen l�ngst einen weiteren Schweren und einen Leichten Kreuzer der Syndiks flugunf�hig geschossen und war nur noch gut f�nf Lichtminuten von einem besch�digten Syndik-Schlachtkreuzer entfernt, der sich mit finsterer Entschlossenheit in sein Schicksal gef�gt zu haben schien.</p><p>Ohne eingreifen zu k�nnen, sah Geary mit an, wie zwischen dem Syndik-Kreuzer und den beiden Zerst�rern Leinen gespannt wurden und sich Matrosen in Schutzanz�gen auf das Syndik-Schiff zubewegten. Qu�lende Minuten vergingen, dann legten deutlich mehr Personen in Schutzanz�gen die Strecke in umgekehrter Richtung zur�ck. Als Ruhe einkehrte und die Leinen eingeholt wurden, fragte er: �Wie viele?�</p><p>�Die Flottensensoren z�hlen sechsunddrei�ig Personen mehr, als auf das Syndik-Schiff gegangen sind, Sir.�</p><p>�Sechsunddrei�ig.� Er sah zu Desjani. �Sieht so aus, als h�tte diese Syndik Wort gehalten.�</p><p>�Wir werden sehen, was die Befehlshaber der <emphasis>Rifle</emphasis> und der <emphasis>Culverin</emphasis> zu berichten haben, wenn ihre Nachrichten in gut vierzig Minuten eintreffen�, brummte Desjani.</p><p>F�nf Minuten darauf befanden sich die Leichten Kreuzer und Zerst�rer auf dem R�ckflug zu den �brigen Allianz-Schiffen, und die Rettungskapseln der Syndiks entfernten sich stetig weiter von ihrem Mutterschiff, als auf einmal der Schwere Kreuzer in einer Feuerwolke verging. �Eine �berladung des Hauptantriebs. Aber wieso jetzt?�, �berlegte Desjani. �Eine versp�tet aktivierte Sprengfalle?�</p><p>�Vielleicht. Falls ja, k�nnen wir von Gl�ck reden, dass sie so lange verz�gert wurde, bis alle in Sicherheit waren.� Er fragte sich, was mit der Syndik-Befehlshaberin geschehen sein mochte, die versprochen hatte, an Bord ihres Schiffs zu bleiben.</p><p>Keine zwanzig Minuten sp�ter kreuzte die Allianz-Flotte die Flugbahn des ersten besch�digten Schlachtkreuzers der Syndiks. Da sie weder Zeit noch Brennstoffzellen vergeuden wollten, befahl Geary einfach einem halben Dutzend Schlachtschiffe, den Kurs gerade weit genug zu �ndern, um dicht am gegnerischen Kreuzer vorbeifliegen zu k�nnen. Obwohl die Syndiks noch �ber einige funktionst�chtige Waffen verf�gten, konnten die Schlachtschiffe der Allianz m�helos mit H�llenspeeren aus n�chster N�he die Schilde durchdringen und den Kreuzer systematisch schrottreif schie�en. �Alle Systeme auf dem feindlichen Schlachtkreuzer sind tot. Crew verl�sst das Schiff.�</p><p>Desjani summte eine Melodie vor sich hin, als sie zusah, wie das Wrack hinter der Allianz-Flotte steuerlos durchs All trudelte.</p><p>Kurz darauf ging eine Meldung von der <emphasis>Rifle</emphasis> ein. Der Captain des Zerst�rers blickte irritiert drein. �Wir haben f�nfzehn befreite Gefangene an Bord, Captain Geary. Etliche von ihnen habe schwere Verletzungen davongetragen, aber nur eine Erstversorgung erfahren. Au�erdem ist die Befehlshaberin des Kreuzers bei uns. Sie bat darum, von uns festgenommen zu werden. Ich bitte um Anweisungen, wohin wir mit ihr und dem verletzten Allianz-Personal sollen.�</p><p>Desjani starrte auf das Nachrichtenfenster ihres Displays. �Erst wollen ein paar von unseren befreiten Kriegsgefangenen verhaftet werden, und jetzt kommt eine Syndik-Offizierin mit dem gleichen Anliegen daher? Ist das Universum verr�ckt geworden?�</p><p>�Sie muss irgendeinen Grund daf�r haben�, beharrte Rione. �Captain Geary, wir m�ssen die Syndik auf dieses Schiff holen, damit sie verh�rt werden kann. Ich bin sicher, dass wir dringend erfahren m�ssen, was sie �ber die Dinge wei�, die sich hier abgespielt haben.�</p><p>Geary warf Desjani einen fragenden Blick zu, sie nickte sofort. �Die <emphasis>Dauntless</emphasis> kann die Verwundeten aufnehmen, und f�r die Syndik haben wir eine Zelle �brig.�</p><p>Daraufhin schickte Geary seine Antwort an die <emphasis>Rifle</emphasis>, die sich der <emphasis>Dauntless</emphasis> n�hern sollte, um ein Shuttle mit dem Personal von Schiff zu Schiff wechseln zu lassen. Die <emphasis>Culverin</emphasis> sollte unterdessen die <emphasis>Amazon</emphasis> anfliegen, die relativ wenig Verletzte zu beklagen hatte.</p><p>�Das hat uns einiges gekostet�, merkte Desjani an. �Die Leichten Kreuzer und die Zerst�rer, die wir losgeschickt haben, werden deutlich unter zwanzig Prozent der Brennstoffzellen liegen, die <emphasis>Rifle</emphasis> vielleicht sogar bei f�nfzehn Prozent.� Dann machte sie eine wegwerfende Geste. �Ach, was soll�s. Wenn unsere Schiffe erst mal bei null angekommen sind, k�nnen sie nicht mehr tiefer sinken.�</p><p>�Ich hoffe, das war ein Witz�, knurrte Geary.</p><p>�Ja, Sir. Leider wurde die Pointe von einem Schwarzen Loch verschluckt.�</p><p>�Wie lauteten Ihre Befehle?�</p><p>Die gefangene Syndik-Befehlshaberin betrachtete Lieutenant Iger von ihrem Platz im Verh�rraum der <emphasis>Dauntless</emphasis>. �Ich bin eine B�rgerin der Syndikatwelten.�</p><p>�Geh�rte Ihr Schiff zur Reserveflotte?�</p><p>Diesmal ben�tigte sie einen Moment l�nger, ehe sie wieder antwortete: �Ich bin eine B�rgerin der Syndikatwelten.�</p><p>Der Chief am Verh�rpult lachte leise. �Erwischt. Lieutenant�, sprach er ins Komm. �Gehirnmuster und physiologische Reaktionen zeigen Erstaunen und Besorgnis. Sie fragt sich, woher wir von der Existenz der Reserveflotte wissen.�</p><p>�Wie lange geh�rte Ihr Schiff zur Reserveflotte?�</p><p>�Ich bin eine B�rgerin der Syndikatwelten.�</p><p>Der Chief runzelte beim Anblick der Anzeigen die Stirn. �Lieutenant, ich bekomme kein klares Bild. Es gibt zwar emotionale Reaktionen, aber ich kann nicht sagen, was sie bedeuten. Versuchen Sie, sie mit einer Charakterisierung der Reserveflotte zu k�dern.�</p><p>Lieutenant Iger nickte, als w�rde er der letzten Aussage der Befehlshaberin zustimmen, doch in Wahrheit galt seine Reaktion den Worten des Chiefs. �Stimmt es�, fragte er, �dass die Reserveflotte sich aus der Elite der Syndikatflotte zusammensetzt?�</p><p>Sogar Geary konnte die Reaktion erkennen, die diese Frage ausl�ste.</p><p>�Das hat ihr gar nicht gefallen�, meldete der Chief. �Sieht nach Ablehnung und Wut aus.�</p><p>Desjani schnaubte ver�chtlich. �Ihr Kreuzer geh�rte offensichtlich nicht zur Reserveflotte. Es sieht ganz so aus, als ob sich die Reserveflotte f�r etwas Besseres h�lt und keine Probleme damit hat, das jeden anderen Syndik sp�ren zu lassen.�</p><p>Lieutenant Iger lie� die n�chste Frage folgen. �Welche Pl�ne hat die Reserveflotte, wenn sie in Varandal eintrifft?�</p><p>�Ich bin eine B�rgerin der Syndikatwelten.�</p><p>�Lieutenant, es haben keine T�uschungszentren aufgeleuchtet�, lie� ihn der Chief wissen. �Wenn ihr die Pl�ne bekannt w�ren, h�tte sie daran denken m�ssen, das mit einer L�ge zu tarnen. Das h�tten wir gesehen.�</p><p>�Danke, Chief.� Geary sah zu Desjani und Rione. �Wenn ihr Schiff nicht zur Reserveflotte geh�rt hat, wird man sie wahrscheinlich nicht in den Plan eingeweiht haben. Chief, Lieutenant Iger soll fragen, warum sich niemand von ihrer Crew an ihrem Befehl gest�rt hat, das Schiff aufzugeben.�</p><p>Einen Augenblick sp�ter stellte Iger diese Frage. Die Commanderin presste un�bersehbar die Lippen zusammen, und der Chief am Verh�rpult stie� einen lauten Pfiff aus, als er den Ausschlag auf seinen Anzeigen sah. Da die Syndik diesmal stumm geblieben war, hakte Iger nach: �Wir wissen, dass die Syndikatwelten die Kapitulation verbieten. Hatten Sie keine Angst vor den Folgen Ihres Handelns?�</p><p>Der Chief nickte, als weitere Lichter auf dem Scandisplay aufleuchteten. �Sie war besorgt, aber wohl nicht so sehr um sich selbst, Lieutenant.�</p><p>Iger sch�rzte die Lippen, als w�re ihm gerade etwas eingefallen. �Waren Sie nicht in Sorge, was aus Ihrer Familie werden k�nnte?�</p><p>�Volltreffer, Lieutenant�, meldete der Chief. �Sieht aus, als w�rde ihr das gro�e Sorgen bereiten.�</p><p>�Warum haben Sie Ihr Schiff aufgegeben?�, bohrte Iger nach, w�hrend sie ihn nur weiter anstarrte und nichts sagte.</p><p>Desjani verzog den Mund, als sie die Offizierin eingehend betrachtete. �Chief, der Lieutenant soll fragen, ob sie irgendwelche Fragen hat.�</p><p>Den Chief schien das zu erschrecken, aber er gab die Anweisung weiter.</p><p>Nachdem die Frage ausgesprochen worden war, schwieg die Frau ein paar Sekunden lang, dann sagte sie z�gerlich: �Sind � meine �berlebenden Crewmitglieder unversehrt � so wie vereinbart?�</p><p>Das verstand Geary und nickte Desjani zu, die einen zufriedenen Eindruck machte. �Sie wollte ihre Crew retten. Das konnte sie nur, indem sie kapitulierte, aber das durfte sie ihren Leuten nicht sagen. Auch wenn keiner ihrer Offiziere widersprochen h�tte, f�rchtete sie, die Syndik-F�hrer k�nnten ihrer Familie etwas antun, wenn sie erfahren, dass sie sich ergeben hat.�</p><p>Er bet�tigte eine Taste, sodass seine Stimme in den Verh�rraum �bertragen wurde. �Commander.� Sie und Lieutenant Iger sahen zu dem Schott, in dem sich die Lautsprecher befanden. �Ihre Crew ist in Sicherheit. M�chten Sie irgendeine Nachricht an sie senden?�</p><p>Der Chief pfiff leise. �Massiver Angst-Anstieg. Aber nicht auf sich selbst bezogen.�</p><p>Die Syndik atmete tief durch. �Nein, meine Crew soll glauben, dass ich auf dem Schiff gestorben bin.�</p><p>�Haben Sie das Ihrer Crew gesagt?�, fragte Geary. �Dass Sie auf dem Schiff bleiben, um sich zu opfern? Haben Sie Ihre Crew belogen?�</p><p>�Von hier betrachtet sieht das ganz so aus�, warf der Chief ein.</p><p>Aufgebracht sah die Syndik Iger an. �Ja, ich habe meine Crew belogen. Ich habe behauptet, ich w�rde mein Schiff sprengen, sobald die Allianz-Schiffe nahe genug sind. H�tte ich das tats�chlich getan, dann h�tten Sie im Gegenzug meine Crew get�tet. Ich habe gelogen, damit sie das Schiff verlassen und zu Hause davon erz�hlen, dass ich in Erf�llung meiner Pflicht ums Leben gekommen bin.� Ihr Blick wanderte im Verh�rraum umher, als suche sie die Kamera, die Geary benutzte, um sie zu beobachten. �Ich h�tte mein Schiff bis zum Tod verteidigt, wenn damit irgendetwas zu erreichen gewesen w�re. Aber wir waren v�llig hilflos. Trotzdem h�tte ich mich mit niemand anderen auf diesen Handel eingelassen als mit Captain Geary. Ich habe zu oft mitansehen m�ssen, wie Rettungskapseln der Syndikatwelten allein zum Spa� abgeschossen wurden.�</p><p>Geary bemerkte, dass Desjani einen roten Kopf bekam. �Selbstgerechtes Mistst�ck�, spie sie aus. �Wahrscheinlich hat sie auch unsere Rettungskapseln abgeschossen.�</p><p>Hastig �berlegte Geary, wie er das Thema wechseln konnte, dann �ffnete er das Mikrofon. �Fragen Sie sie, was den Schaden an ihrem Schiff verursacht hat.�</p><p>Als die Frage weitergeleitet wurde, sah die Offizierin Iger starr an, ihr Gesicht wurde leichenblass.</p><p>�Wow�, staunte der Chief. �Heftige Reaktion. Sie ist sehr aufgebracht �ber was auch immer den Schaden verursacht hat, Lieutenant.�</p><p>Iger wiederholte die Frage.</p><p>Sie starrte ihn weiter an. �Sie kennen die Ursache.�</p><p>�Nein�, erwiderte Iger ruhig. �Die kennen wir nicht.�</p><p>�Mein Schiff kam von Kalixa her! Beantwortet das Ihre Frage?�</p><p>Lieutenant Iger sah sie verwirrt an, auch wenn Geary vermutete, dass er diese Gef�hle absichtlich erkennen lie�. �Nein, das beantwortet die Frage nicht. Ist bei Kalixa etwas vorgefallen?�</p><p>�Spielen Sie nicht den Ahnungslosen! Was bei Kalixa passiert ist, das ist doch Ihr Werk!�</p><p>Geary aktivierte abermals das Komm. �Was ist bei Kalixa passiert, Commander?�</p><p>Die Frau schaute sich weiter zornig um, antwortete aber nicht.</p><p>Erneut begann der Chief zu pfeifen. ��berall Ausschl�ge. So als ob sie au�er sich ist vor Wut, aber nicht so recht wei�, ob sie l�gen oder die Wahrheit sagen oder mit Gegenst�nden um sich schmei�en soll.�</p><p>Doch dann schien sich die Befehlshaberin gegen einen Gewaltausbruch entschieden zu haben. Sie sa� nur noch da und blickte finster drein. �Also gut, dann tun wir eben so, als w�ssten Sie nicht, dass das Hypernet-Portal bei Kalixa explodiert ist und das gesamte Sternensystem verw�stet wurde.�</p><p>Geary stockte der Atem, Rione stie� einen erstickten Laut aus, und Desjani konnte die Syndik-Befehlshaberin nur sprachlos ansehen.</p><p>Betont langsam erwiderte Lieutenant Iger: �Diese Flotte ist daf�r nicht verantwortlich. Wir wissen nichts von diesem Vorfall. Keine Einheit dieser Flotte ist �berhaupt nach Kalixa gereist.�</p><p>Die Syndik starrte ihn weiter an, aber ihr war deutlich anzusehen, wie aufgew�hlt sie war.</p><p>�Woher wei� sie, was bei Kalixa geschehen ist?�, �berlegte Rione. �Das muss doch erst vor Kurzem passiert sein.�</p><p>�Das ist offensichtlich�, sagte Desjani. �Der besch�digte Bug ihres Schiffs, der aussieht, als stamme er von einem einzigen Treffer. Ihr Schwerer Kreuzer muss weit genug vom Portal entfernt gewesen sein, um zu �berleben, aber er ist dabei schwer besch�digt worden. Dieser Kreuzer wurde nicht hier im Atalia-System von den Allianz-Schiffen aus Varandal so zugerichtet. Er traf schon in diesem Zustand hier ein.� Sie schien �ber etwas nachzudenken. �Wenn ich �berlege, wie das Schiff ausgesehen hat, dann muss die Energieentladung aus dem zusammenbrechenden Portal bei Kalixa deutlich gr��er gewesen sein als bei Lakota.�</p><p>�Aber wodurch ist es zusammengebrochen?�, wollte Geary wissen.</p><p>Lieutenant Iger stellte genau in diesem Moment die entsprechende Frage. �Commander, hielten sich Allianz-Kriegsschiffe im Kalixa-System auf, als das Hypernet-Portal zusammenbrach?�</p><p>�Sie erw�gt eine L�ge, Lieutenant�, meldete der Chief. �Nein, jetzt doch die Wahrheit.�</p><p>�Nein�, antwortete die Syndik.</p><p>�Wessen Kriegsschiffe hielten sich dann bei dem Hypernet-Portal auf, als es kollabierte?�</p><p>�Da waren �berhaupt keine Kriegsschiffe!�, schrie die Frau, die unter dem Eindruck der Erinnerungen offenbar die Nerven verlor. �Nichts war in der N�he! Es brach einfach zusammen, die Trossen versagten schlichtweg! Ein Handelsschiff irgendwo im System hatte Bilder gesehen von � von Lakota. Es sendete eine Warnung aus und bat um Hilfe. Alle riefen sie pl�tzlich um Hilfe! Wir waren weit entfernt, in der N�he des Sprungpunkts nach Atalia. Wir drehten den Bug zum Hypernet-Portal und verst�rkten unsere Schilde. Wir �berlebten nur mit knapper Not! Kalixa �� Sie atmete tief durch, ihr schauderte. �Alles wurde zerst�rt. Alles � alle tot. Alle.�</p><p>�Die Wahrheit�, lie� der Chief Iger wissen.</p><p>�Kein Wunder, dass sie so ersch�ttert wirkte, als wir sie das erste Mal sahen�, merkte Desjani leise an. �Schlimmer als Lakota � das ist das erste Mal, dass ich mit einem Syndik Mitgef�hl habe.�</p><p>Iger starrte die Befehlshaberin an und war jetzt selbst kreidebleich geworden. �Das waren wir nicht.�</p><p>Aber sie redete weiter, ihre Stimme schwankte vor Aufregung. �Wir sprangen hierher. Befehle. Geht nach Atalia. Wir fanden hier etliche Schiffe vor. Die Reserveflotte, sagten sie. Wir meldeten den CEOs, was geschehen war. Sie glaubten uns nicht und wollten unsere Aufzeichnungen sehen. Dann befahlen sie uns, unsere zugewiesenen Aufgaben zu erledigen. Die Flotte machte kehrt und nahm Kurs auf den Sprungpunkt nach Varandal. Sie lie�en uns einfach zur�ck. Dann tauchte auf einmal die Allianz auf, und es kam zu einem Gefecht.� Sie schluckte und holte tief Luft. �Danach kreuzten Rettungskapseln der Allianz unseren Kurs. Dauerbefehl. Gefangene machen, wenn es m�glich ist. Das haben wir getan.�</p><p>Iger wartete ab und wirkte ein wenig hilflos, woraufhin Geary dem Chief ein Zeichen gab. �Sagen Sie dem Lieutenant, er soll der Syndik eine Pause g�nnen. Und stellen Sie fest, ob sie medizinisch versorgt werden muss. Captain Desjani, Co-Pr�sidentin Rione, kommen Sie bitte mit.�</p><p>Schweigend folgten sie ihm in den Konferenzraum, wo Geary die Luke hinter ihnen versiegelte. �Es gibt nur eine Erkl�rung f�r das, was bei Kalixa geschehen ist.�</p><p>�Das waren sie�, sagte Desjani und setzte eine finstere Miene auf. �Die Aliens dachten, wir w�rden nach Kalixa fliegen. Sie haben das Tor ausgel�scht, das wir h�tten benutzen k�nnen.�</p><p>�Warum haben sie dann nicht damit gewartet, bis wir dort waren? Dann h�tte die Energieentladung unsere Flotte getroffen.�</p><p>Desjani legte die Stirn in Falten. �Dazu m�ssten sie wissen, wo wir � ja, genau. Sir, das ist die Antwort. Sie k�nnen unsere Bewegungen durch das Syndik-Territorium nicht l�nger nachverfolgen. Sie wussten immer in Beinahe-Echtzeit, wo wir uns befanden und wohin wir unterwegs waren, und sie konnten entsprechend reagieren. Aber seit wir die W�rmer in den Navigations- und Kommunikationssystemen unserer Schiffe entdeckt und sie davon ges�ubert haben, geht das auf einmal nicht mehr. Sie haben gesch�tzt, wann wir in Kalixa eintreffen m�ssten, falls wir geradewegs dorthin springen, und dementsprechend haben sie das Portal hochgehen lassen.�</p><p>�Kann das zeitlich hinkommen?� Geary begann zu rechnen, dann sch�ttelte er den Kopf. �Vielleicht liegen Sie mit ihrer Annahme richtig. Aber die Aliens haben das Portal vor so langer Zeit hochgehen lassen, dass der Syndik-Kreuzer erst noch in dieses System springen und die Nachricht weiterleiten konnte, bevor wir �berhaupt hier eingetroffen sind. Sie h�tten also viel zu fr�h losgeschlagen und uns nicht erwischen k�nnen.�</p><p>�Allerdings haben wir untypisch viel Zeit bei Dilawa verbracht�, wandte Desjani ein, korrigierte die Reisezeiten um diesen Aufenthalt und zeigte auf das Ergebnis.</p><p>Er wollte etwas erwidern, aber ihm kam kein Ton �ber die Lippen. Die Zahlen lie�en keinen Zweifel zu. Bei einem z�gigen Transit durch Dilawa und einem anschlie�enden Sprung der Flotte nach Kalixa w�ren sie eine Woche fr�her dort eingetroffen. Perfektes Timing.</p><p>Rione sch�ttelte den Kopf. �Selbst wenn Sie Mist bauen, kommt noch was Gutes dabei heraus.�</p><p>�Er wird gef�hrt�, erwiderte Desjani.</p><p>�Mag sein�, gab Rione zur�ck. �Allerdings sehe ich das eher so, dass eine sorgf�ltige Planung die gleichen Vorteile mit sich bringt wie ein g�ttliches Einschreiten, allerdings ohne g�ttliche Kapriolen und g�ttliche Launen. Aber das soll jetzt auch egal sein. Tatsache ist, dass untypisches Z�gern und das typische Vermeiden von Sternensystemen mit Hypernet-Portalen dieser Flotte offenbar gut bekommen ist.� Ihre Miene verh�rtete sich. �Ein komplettes Sternensystem wurde ausgel�scht, und mit ihm alles menschliche Leben. Die Aliens haben begonnen, was wir bef�rchtet haben. Sie lassen die Hypernet-Portale zusammenbrechen.�</p><p>�Uns bleibt immer noch Zeit, die Lage zu entsch�rfen�, beharrte Geary. �Das war ein Schuss ins Blaue, und sie haben uns verfehlt. Bis die Aliens erfahren, dass wir uns gar nicht bei Kalixa ��</p><p>�Hier geht es nicht nur um die Aliens! Verstehen Sie das nicht?� Rione sah ihn und Desjani aufgebracht an. �Die Syndik-Reserveflotte hat hier auf uns gewartet. Dann erfuhr sie durch den Schweren Kreuzer von den Ereignissen bei Kalixa und machte sich auf den Weg nach Varandal. Offenbar hat der Zusammenbruch des Hypernet-Portals bei Kalixa dazu gef�hrt, dass sich ihr Einsatzbefehl ge�ndert hat. Und jetzt �berlegen Sie mal! Warum sollten sie nach Varandal aufbrechen, nachdem sie erfahren haben, was im Kalixa-System passiert ist?�</p><p>Desjani antwortete im Fl�sterton. �Das Hypernet-Portal der Allianz bei Varandal! Sie wollen Vergeltung �ben und das Portal zerst�ren, weil sie glauben, Kalixa war unser Werk.�</p><p>�Ganz genau.� Rione zitterte leicht, so sehr bem�hte sie sich, ihre Gef�hle unter Kontrolle zu halten. �Der Kreislauf der Vergeltungsschl�ge hat bereits begonnen. Der Wunsch der Aliens hat sich erf�llt. Es hat angefangen, und wir kommen zu sp�t.�</p></section><section><title><p>Elf</p></title><p>�Wir kommen nicht zu sp�t!�, fuhr Geary sie an. �Die Syndiks haben das Portal bei Varandal noch nicht zerst�rt, und wenn wir schnell genug dort eintreffen, k�nnen wir sie noch aufhalten. Wir k�nnen das Ganze stoppen, und das werden wir auch tun!�</p><p>�Und wie?�, wollte Rione wissen.</p><p>�Captain Cresida hat gemeldet, dass sie mit ihrer Vorrichtung, mit der der Zusammenbruch eines Portals verhindert werden kann, ausreichend Fortschritte gemacht hat, um sie in der Praxis einzusetzen. Wir m�ssen eine von ihnen bei Varandal installieren und danach jedes andere Portal damit ausr�sten, so schnell wir k�nnen. Und wir k�nnen nur hoffen, dass die Aliens zu lange brauchen, um zu begreifen, was wir machen.�</p><p>�Und was ist mit Captain Tulevs Liste?�</p><p>�Die ist von den Ereignissen �berrollt worden. Uns bleibt keine Zeit mehr f�r langwierige Planungen, und es w�re zu kompliziert, schnell genug eine Liste der vorrangig zu sch�tzenden Portale zu verbreiten. Wenn wir die Nachricht verbreiten, dass die Hypernet-Portale eine Bedrohung darstellen, wird jeder damit beginnen, Cresidas Vorrichtung zu installieren.�</p><p>Desjani dr�ckte die Handfl�che gegen ihre Stirn. �Selbst wenn wir die Syndiks aufhalten k�nnen � wer sagt, dass die Aliens nicht sofort das Portal sprengen, sobald sie wissen, dass wir in Varandal eingetroffen sind? Nein, das wissen sie ja so schnell gar nicht. Es wird eine Weile dauern, bis sie davon erfahren. Aber werden wir auch genug Zeit haben, um Cresidas Vorrichtung zu installieren?�</p><p>�Das k�nnen wir nur hoffen. Wir k�nnen ja von Gl�ck reden, dass wir diese Syndik an Bord geholt haben�, sagte Geary. �Ansonsten w�ssten wir jetzt noch nichts davon, was im Kalixa-System vorgefallen ist.�</p><p>�H�tte ihr Schiff nicht �berlebt, dann h�tte die Reserveflotte nichts von dem Zusammenbruch des Hypernet-Portals erfahren�, hielt Desjani k�hl dagegen, �und dann w�re die Reserveflotte auch nicht nach Varandal aufgebrochen, um das dortige Portal der Allianz zu zerst�ren. Mir pers�nlich w�re es weitaus lieber gewesen, erst viel sp�ter von Kalixa zu erfahren, wenn uns daf�r die Reaktion der Syndiks erspart geblieben w�re.�</p><p>�Durch sie haben wir noch etwas Wichtiges erfahren�, fuhr Rione fort. �Ein Handelsschiff der Syndiks hielt sich bei Kalixa auf, das eine Kopie unserer Aufzeichnungen von Lakota besa�. Das best�tigt, dass sich diese Information in den Syndikatwelten herumspricht, auch wenn die F�hrer mit Sicherheit alles versuchen, um das zu verhindern.�</p><p>Geary ging zur Komm-Einheit. �Wir m�ssen sofort eine Besprechung einberufen.� Keine zehn Minuten sp�ter waren au�er ihm, Desjani und Rione auch die virtuellen Bilder von Cresida, Duellos und Tulev anwesend. Augenblicke sp�ter war die Situation erkl�rt, und Geary wandte sich an Cresida: �Sie sprachen davon, dass die grundlegende Arbeit erledigt ist. Wie weit sind Sie mit einem Plan, um diese Vorrichtung tats�chlich bauen und installieren zu k�nnen?�</p><p>�Weit genug, Sir.� Sie zuckte entschuldigend mit den Schultern. �Es k�nnte noch verfeinert werden, aber im Prinzip ist es fertig. Etliche Faktoren basieren derzeit noch auf Sch�tzungen. Aber es sollte wirkungsvoll genug sein, um die Schockwellen so sehr einzud�mmen, dass sie einem Sternensystem keinen Schaden mehr zuf�gen k�nnen. Es handelt sich um ein Basissystem, durch das die Intensit�t der Energieentladung in jedem Fall so sehr abgemildert wird, dass sie keine nennenswerten Sch�den verursacht. Au�erdem gibt es ein komplizierteres System, um das die erste Vorrichtung erg�nzt werden kann, damit der Zusammenbruch des Portals v�llig harmlos verl�uft.�</p><p>�Wie schnell kann das produziert und an Hypernet-Portalen angebracht werden?�, wollte Rione wissen.</p><p>�So schnell, wie es nach der Priorit�t der Portale notwendig ist, Madam Co-Pr�sidentin�, antwortete Cresida. �Wir m�ssen nur die Allianz-Beh�rden und unsere milit�rische Befehlskette von der Dringlichkeit �berzeugen.�</p><p>Der Sarkasmus in ihren Worten war nicht zu �berh�ren und veranlasste Rione zu einem w�tenden Blick, der aber nicht auf Cresida gerichtet war. �Das d�rfte kein Problem mehr sein, wenn wir erst einmal Varandal verloren haben. Lieber w�re mir aber, wenn wir nicht erst ein solches Beispiel anf�hren m�ssten. Wir haben schon Lakota und Kalixa als Beispiele, nur liegen die auf feindlichem Gebiet, und das macht sie nicht ann�hernd so bedeutsam. Wir m�ssten einen Weg finden, um die Allianz-B�rokratie zu umgehen.�</p><p>�Captain Geary k�nnte den Befehl erteilen.�</p><p>�Das ist keine Garantie, dass es auch umgesetzt wird�, wandte Geary ein. �Erst recht nicht, wenn die Leute erst mal anfangen, �ber meine Person zu diskutieren, anstatt dieses � dieses ��</p><p>�Diese Schutzvorrichtung zu installieren�, half Cresida ihm auf die Spr�nge.</p><p>Tulev l�chelte humorlos. �Wir sagen es einfach allen. Wir verbreiten die Nachricht, was sich bei Lakota und Kalixa ereignet hat, und wir sagen den Leuten, dass sich so was in ihrem System auch jederzeit abspielen kann. Es sei denn, sie bauen diese Vorrichtung nach und installieren sie umgehend an ihrem Hypernet-Portal.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wir w�rden eine Panik ausl�sen.�</p><p>�Wenn Sie den offiziellen Dienstweg nehmen�, hielt Tulev dagegen, �werden die politischen und milit�rischen Institutionen das Ganze <emphasis>geheimer als geheim</emphasis> einstufen und alles so lange begutachten und abw�gen, bis ein Allianz-System nach dem anderen ausgel�scht wird. Und das alles unter dem Vorwand, keine Panik ausl�sen zu wollen.�</p><p>Rione nickte zustimmend. �Captain Tulev hat recht. Wir m�ssen den Leuten klar machen, dass es von gr��ter Dringlichkeit ist, die Hypernet-Portale mit diesen Vorrichtungen zu versehen, bevor die Aliens dahinterkommen, was wir machen. Und bevor die Syndiks irgendeines dieser Portale zerst�ren. Das l�sst sich nur erreichen, wenn so viele Menschen wie nur m�glich �ber die drohende Gefahr aufgekl�rt werden.�</p><p>�Dringlichkeit und Hysterie lassen sich nicht unbedingt klar voneinander trennen. Werden die Beh�rden nicht trotzdem versuchen, das Risiko herunterzuspielen?�, fragte Duellos.</p><p>�Nat�rlich werden sie das. Sie werden behaupten, dass die Portale hundertprozentig sicher sind, und vielleicht werden sie sagen, unsere Portale seien anders konstruiert als die der Syndiks.�</p><p>�Das ist doch Unsinn�, wandte Cresida ein.</p><p>�Ja, sicher. Trotzdem werden sie das behaupten und jeden unglaubw�rdig machen, der das Gegenteil sagt.� Dann sah Rione zu Geary. �Gl�cklicherweise wird die Erkl�rung, dass die Portale eine Gefahr darstellen, von keinem Geringeren als Black Jack Geary verbreitet werden, der von den Toten auferstanden ist, um die Allianz-Flotte und die Allianz selbst zu retten.�</p><p>Alle �brigen Anwesenden nickten erfreut. �Sie hat recht, Sir�, pflichtete Desjani bei.</p><p>Er h�tte es wissen m�ssen. Wenn der Moment kam, an dem Rione und Desjani Einigkeit demonstrierten, w�rde es ganz sicher etwas betreffen, das ihm gar nicht gefiel. Aber Geary dachte einen Moment lang dar�ber nach und sah ein, dass Rione tats�chlich recht hatte. Der Augenblick war gekommen, da er sich nicht von Black Jacks Verm�chtnis distanzieren durfte, sondern es zum Wohl der Allianz nutzen musste. �Also gut. Sobald wir Varandal erreichen, senden wir unsere Nachricht an alle aus. Die Konstruktionsanleitung f�r Captain Cresidas Vorrichtung schicken wir mit. Und mein Name wird unter der Nachricht stehen.�</p><p>Cresidas n�chste Frage verbl�ffte sie alle. �Und was ist mit den Syndiks?�</p><p>�Die werden fr�her oder sp�ter bestimmt davon erfahren�, meinte Duellos.</p><p>�Nein, ich meine, ob wir ihnen die Information auch geben, bevor wir dieses System verlassen.� Sie schaute sich um und blickte in entsetzte Gesichter. �Ich habe mir dar�ber Gedanken gemacht. Sicher, die Syndiks sind unsere Feinde. Aber ihre Hypernet-Portale werden von einer dritten Gruppe als Waffen gegen <emphasis>uns</emphasis> eingesetzt. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass noch irgendein Syndik-CEO sein eigenes Portal sprengen wird, weil sich herumsprechen d�rfte, was geschehen ist. Aber die Aliens k�nnen das auch gegen den Willen der Syndiks machen, so wie bei Kalixa. Wenn sie wissen, dass wir uns in einem Sternensystem der Syndiks befinden, das �ber ein Hypernet-Portal verf�gt, dann werden sie versuchen uns zu erwischen. Und zweifellos werden sie weitere Syndik-Portale zusammenbrechen lassen, um unseren Feind dazu zu veranlassen, sich an uns r�chen zu wollen.�</p><p>Tulev sah sie eindringlich an. �Sie wollen damit sagen, dass die Syndik-Portale jetzt zu Waffen geworden sind, die nur von einem gemeinsamen Feind gegen uns und gegen die Syndiks eingesetzt werden.�</p><p>�Richtig. Und schon deswegen m�ssen wir diese Waffen unsch�dlich machen, von der humanit�ren Seite einmal ganz abgesehen. Die sicherste Methode ist die, den Syndiks die Pl�ne f�r die Schutzvorrichtung zukommen zu lassen.�</p><p>�Was Sie vorhaben, ist Verrat�, warf Desjani ein.</p><p>�Man � man k�nnte es so auslegen.�</p><p>Schweigen machte sich breit, das schlie�lich von Duellos gebrochen wurde: �Ich glaube, Captain Cresida spricht da einen wichtigen Punkt an. Sie redet davon, eine �u�erst gef�hrliche Waffe unsch�dlich zu machen, die gegen uns eingesetzt werden kann. Wenn wir den Syndiks keine Informationen geben, k�nnen die Aliens nach wie vor ganze Systeme ausl�schen und uns die Schuld in die Schuhe schieben.�</p><p>�Der Rat der Allianz wird sich dieser Ansicht wohl nicht anschlie�en�, sagte Rione leise. �Der Rat wird sich die M�glichkeit vorbehalten wollen, die Portale als Waffen gegen die Syndiks zu gebrauchen.�</p><p>�Und wie denken Sie dar�ber?�, fragte Geary.</p><p>�Sie wissen genau, wie ich dar�ber denke. Diese Portale sind zu schrecklich und zu gef�hrlich, um sie jemals als Waffen zu benutzen.�</p><p>Tulev hielt den Kopf vorn�ber gebeugt, sein Blick auf das Deck gerichtet. �Als Offizier der Allianz-Flotte habe ich geschworen, die Allianz zu besch�tzen. Es ist nicht immer so leicht zu erkennen, wann man die Allianz besch�tzt und wann man wom�glich dem Feind hilft.� Er sah hoch und musterte die anderen mit ausdrucksloser Miene. �Ich habe f�r die Syndiks nichts �brig, aber hier geht es sowohl um unsere eigenen Interessen als auch um einen humanit�ren Akt. Unsere F�hrer w�rden �ber dieses Argument erst lang und breit diskutieren und damit Zeit verlieren, die Milliarden Menschenleben kosten kann. Da ich nichts mehr zu verlieren habe, kann ich derjenige sein, der den Syndiks diese Informationen zukommen l�sst.�</p><p>Desjani warf Tulev einen gequ�lten Blick zu. �Sie haben der Allianz schon genug gegeben! Ich werde mich nicht hinter Ihnen verstecken!�</p><p>�Wie denken Sie dar�ber?�, wollte Geary von ihr wissen.</p><p>Sie schaute zur Seite und atmete schwer. �Ich � zum Teufel! Zum Teufel mit den Syndiks und ihren F�hrern! Nachdem sie so viel Leid und Elend �ber uns gebracht haben, wollen sie jetzt auch noch, dass wir einen Verrat begehen, damit wir sch�tzen k�nnen, was uns wichtig ist!� Desjani drehte sich zu Geary um, ihre Miene war todernst. �Der Hypernet-Schl�ssel der Syndiks.�</p><p>�Was ist damit?�</p><p>�Er ist im Moment f�r uns nutzlos. Wir haben ihn f�r einen kriegsentscheidenden Vorteil gehalten, wenn wir ihn nach Hause bringen und kopieren k�nnen, aber im Augenblick k�nnen wir nichts mit ihm anfangen.�</p><p>Cresida lachte verbittert und nickte. �Ja, nat�rlich. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Wir k�nnen das Syndik-Hypernet nicht benutzen, weil wir es gar nicht wagen, ein Syndik-System aufzusuchen, das �ber ein Hypernet-Portal verf�gt. Die Aliens k�nnten es zusammenbrechen lassen, wenn wir uns unmittelbar davor befinden, und damit die komplette Flotte ausl�schen. Damit uns der Schl�ssel wieder einen entscheidenden Vorteil verschaffen kann, m�ssen die Hypernet-Portale der Syndiks vor einem Zugriff durch die Aliens gesch�tzt sein.�</p><p>�Wir m�ssen den Syndiks unsere Sicherheitsvorrichtung �berlassen, damit wir �berhaupt eine Chance haben, sie zu besiegen?� Auch Duellos musste jetzt lachen. �Die Syndiks wiederum sind gezwungen, solche Vorrichtungen zu installieren, weil sie sonst riskieren, dass alle Systeme ausgel�scht werden, in denen sich Portale befinden. Das sollte jedem Syndik-CEO die Entscheidung leicht machen. Die lebenden Sterne haben eine Schw�che f�r Ironie, nicht wahr?�</p><p>�Warum sollte sich die Syndik-B�rokratie nicht dagegen sperren, unsere Sicherheitssysteme zu installieren?�, wunderte sich Desjani.</p><p>�Oh, dagegen str�uben werden sie sich ganz sicher. Und sie w�rden sogar noch beharrlicher schweigen und alles vertuschen, w�hrend ein System nach dem anderen ausgel�scht wird. Dann m�ssten die Syndik-F�hrer so tun, als h�tte sie niemand gewarnt und sie h�tten keine Ahnung, was da geschieht. Bedauerlicherweise hat das ja bereits begonnen.� Duellos deutete auf Rione. �Aber was f�r die Allianz gut ist, funktioniert auch bei den Syndiks. Wenn wir eine Nachricht von den Ereignissen bei Lakota verbreiten, wie wir es ja schon zuvor gemacht haben, und wenn wir dazu noch die Pl�ne f�r die Sicherheitsvorrichtung mitsenden, wird sich das schnell herumsprechen. Lokale F�hrer werden Argumente finden, um die Installation des Systems zu rechtfertigen � entweder aus freien St�cken oder als Ma�nahme, um Massenunruhen auf ihren Welten zu verhindern. Bis die F�hrer im Heimatsystem davon erfahren, werden die meisten Portale des Syndik-Hypernets bereits gesch�tzt sein.�</p><p>�Werden die Syndiks unseren Konstruktionspl�nen vertrauen?�, hakte Desjani nach.</p><p>�Jedes halbwegs f�hige Ingenieursteam�, gab Cresida zur�ck, �wird erkennen k�nnen, dass es sich um ein geschlossenes System handelt, das genau das tut, was es tun soll. Vermutlich arbeiten die Syndiks bereits selbst an einem solchen System, aber wahrscheinlich steckt das in der Syndik-B�rokratie fest, die darauf versessen ist, alles geheimzuhalten, auch vor den eigenen Leuten.�</p><p>Desjani atmete gedehnt aus. �Dann bin ich dabei. Geben Sie es den Syndiks, weil die Entscheidung letztlich dem Schutz der Allianz dient.�</p><p>�Gut.� Geary sah sich um und wusste, was er zu tun hatte. �Danke, dass Sie sich freiwillig gemeldet haben, Captain Tulev, aber ich werde Sie nicht bitten, etwas zu tun, was in meine Verantwortung f�llt. Ich werde ��</p><p>�Nein, das werden Sie nicht�, unterbrach Rione ihn und seufzte. �Ich sollte Sie eigentlich alle an Ihre Pflicht erinnern und daran, dass Sie einen Eid abgelegt haben. Aber ich bin Politikerin, und als solche kann ich anderen keine Vorhaltungen machen, dass sie ihrem Eid gerecht werden wollen. Ihnen allen hat man bereits genug abverlangt, indem man Ihnen und Ihren Vorfahren hundert Jahre Krieg aufgezwungen hat. Ich m�chte den Beweis liefern, dass Ihre gew�hlten F�hrer nicht komplett vergessen haben, was das Wort Ehre bedeutet. Daher werde ich die Information an die Syndiks weitergeben.�</p><p>�Madam Co-Pr�sidentin�, begann Geary, w�hrend die anderen Rione �berrascht ansahen.</p><p>�Ich unterstehe nicht Ihrem Befehl, Captain Geary. Sie k�nnen mir nicht befehlen, es nicht zu tun. Die vorgetragenen Argumente sind durchweg �berzeugend, aber uns fehlt die Zeit, zun�chst die heimischen Beh�rden zur gleichen Ansicht zu bringen. Nicht nur das Schicksal der Flotte h�ngt von einer schnellen Entscheidung ab, sondern auch das Leben von Milliarden oder Billionen Menschen. Wenn man es als Verrat auffasst, m�ssen Sie das Wohl f�r die Allianz bedenken. Wenn Sie nicht gerade bereit sind, mich festzunehmen und formell anzuklagen, dann werde ich machen, was ich gesagt habe.� Sie sah Cresida an. �Captain, befindet sich der Bauplan f�r Ihre Vorrichtung in der Datenbank der Flotte?�</p><p>Cresida nickte und betrachtete Rione. �Ja, Madam Co-Pr�sidentin. In meinem pers�nlichen Ordner.�</p><p>�Dann werde ich mir den Plan aneignen, ohne Ihre Hilfe in Anspruch nehmen zu m�ssen. Damit haben Sie sich auch nicht die H�nde schmutzig gemacht.�</p><p>�Aber wir wissen doch, dass Sie es machen werden�, warf Duellos ein.</p><p>�Nein, das wissen Sie nicht.�</p><p>�Sie haben es doch selbst gesagt.�</p><p>�Sie glauben das, was eine Politikerin sagt?� Rione l�chelte in die Runde, dass man h�tte meinen k�nnen, sie w�rde diese Unterhaltung genie�en. �F�r Sie gibt es keinen Grund zu glauben, dass ich in irgendeinem Punkt die Wahrheit sage. Vermutlich denken Sie, ich versuche Sie in eine Falle zu locken, indem ich nur vorgebe, das zu tun, was ich sage, damit Sie sich zum Handeln veranlasst sehen. Sie haben keinerlei Gewissheit, wie ich mich tats�chlich verhalten werde.�</p><p>Dann verlie� sie schnell den Konferenzraum, bevor einer der anderen noch etwas sagen konnte. Pl�tzlich nickte Cresida nachdenklich, sah von Geary zur Luke, durch die Rione entschwunden war, und sagte: �Jetzt wird mir endlich klar, warum �� Abrupt verstummte sie, err�tete leicht und gab sich alle M�he, nicht Desjani anzusehen. Dann stand sie auf, salutierte hastig und verschwand.</p><p>Tulev stand mit ungewohnter Eile auf, salutierte gleichfalls und zog sich auch zur�ck.</p><p>�Ich muss auf die Br�cke�, erkl�rte Desjani mit resignierter Miene.</p><p>�Aber ��, begann Geary.</p><p>�Wir sehen uns oben, Captain.� Auch sie salutierte vorschriftsm��ig und verlie� den Konferenzraum.</p><p>Geary schaute ratlos zu Duellos. �Was war denn das gerade? Was wollte Cresida sagen?�</p><p>Anstatt zu antworten, hob Duellos abwehrend eine Hand. �Mich ziehen Sie da nicht hinein.�</p><p>�In <emphasis>was</emphasis> hinein?�</p><p>�Reden Sie mit Ihren Vorfahren. Irgendeiner von denen muss sich mit Frauen ausgekannt haben.� Duellos wollte ebenfalls gehen, sch�ttelte aber den Kopf. �Okay, ich kann Sie nicht dumm sterben lassen. Ich werde Ihnen auf die Spr�nge helfen. Wenn zwei Leute eine Beziehung haben, auch wenn die von noch so kurzer Dauer ist, dann fragen sich andere Leute, die mindestens einen der beiden gut kennen, was die beiden wohl im jeweils anderen gesehen haben m�gen.�</p><p>�Sie reden von Rione und mir? Sie haben sich alle gefragt, was ich in ihr gesehen habe?�</p><p>�Lieber Himmel, Mann, wie kann Sie das �berraschen?� Duellos schaute vor sich aufs Deck. �Wir Menschen sind schon ein seltsamer Haufen. Da k�nnen wir es mit einer Bedrohung zu tun haben, die unsere gesamte Spezies ausl�schen k�nnte, und trotzdem lassen wir uns einen Moment lang von den �ltesten und kleinsten pers�nlichen Dramen ablenken.�</p><p>�Vielleicht versuchen wir auf diese Weise, den Problemen ein bisschen auszuweichen�, �berlegte Geary. �Wir verdr�ngen die Konsequenzen, falls es nicht klappen sollte. Bislang bedeutete ein Scheitern unseren Tod, den Verlust unserer Schiffe und vielleicht sogar die Niederlage der Allianz. Aber nun geht es darum, dass alles ausgel�scht werden k�nnte. Wie sch�tzen Sie unsere Chancen ein?�</p><p>�Ich h�tte ja nicht mal gedacht, dass wir auch nur halb so weit kommen�, machte Duellos ihm bewusst. �Absolut alles ist m�glich.�</p><p>�Warum? Warum machen sie das?�</p><p>�Die Aliens? Tja, vielleicht bekommen wir ja noch die Gelegenheit, sie zu fragen.� Duellos Gesicht nahm einen f�r ihn untypisch harten Ausdruck an. �Und vielleicht k�nnen wir dabei ja auch ein paar H�llenspeer-Batterien auf sie richten, um sicherzustellen, dass wir auch eine Antwort bekommen.�</p><p>�Noch ein Krieg?�, fragte Geary.</p><p>�Vielleicht, vielleicht auch nicht. Die Aliens scheinen direkte Konfrontationen zu scheuen.�</p><p>�Ganz im Gegensatz zu uns.�</p><p>�Richtig.� Duellos� L�cheln hatte einen unangenehmen Zug an sich. �M�glicherweise sind sie deshalb bereits zur Tat geschritten, weil sie Angst bekommen haben.�</p><p>Noch sieben Stunden, bis der Sprungpunkt nach Varandal erreicht war. Gut sechs Stunden, bis die Flotte die Flugbahn des zweiten besch�digten Schweren Kreuzers der Syndiks �berquerte, der von den letzten Salven der <emphasis>Intractable</emphasis> getroffen worden war. Geary schlenderte rastlos durch die G�nge der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Er unterhielt sich hin und wieder mit Crewmitgliedern, w�hrend ihm die ganze Zeit �ber klar war, dass sich die Ereignisse auf entscheidende Weise zuspitzten. Ein erfolgreicher Verlauf der anstehenden Schlacht bei Varandal war der Schl�ssel daf�r, die Flotte und die Allianz zu retten, auch wenn die R�ckkehr der Flotte ins Allianz-Gebiet an sich noch mit einigen Problemen behaftet war. Aber ohne den Sieg bei Varandal w�rde es keinen n�chsten Schritt geben k�nnen. Also streifte er durch die l�ngst vertrauten Korridore, unterhielt sich mit den Besatzungen der H�llenspeer-Batterien, mit Ingenieuren und K�chen, mit dem Verwaltungspersonal, den Spezialisten f�r alle Arten von Dingen und mit allen m�glichen Personen, die die <emphasis>Dauntless</emphasis> zu einem lebenden Schiff machten.</p><p>Zum ersten Mal wurde ihm bewusst, dass ihn der Verlust der <emphasis>Dauntless</emphasis> genauso schmerzen w�rde wie der Verlust der <emphasis>Merlon</emphasis>, auch wenn er diesmal nicht der Captain war.</p><p>Er begab sich in die Tiefen des Schiffs und beriet sich mit seinen Vorfahren, die ihm diesmal nur wenig Trost spenden konnten. K�nnten seine Vorfahren doch nur Raum und Zeit verdrehen, damit seine Flotte noch in diesem Moment in Varandal auftauchte, um sofort auf die Syndik-Reserveflotte loszugehen. Er wollte es <emphasis>jetzt</emphasis> entscheiden und <emphasis>jetzt</emphasis> beenden. Aber das Weltall war unermesslich gro�, und bis zum Sprungpunkt nach Varandal ben�tigten sie immer noch �ber sechs Stunden, ganz zu schweigen von den nahezu vier Tagen im Sprungraum.</p><p>Schlie�lich hatte er auf seinem Spaziergang die R�umlichkeiten des Geheimdienstes erreicht. �Wo ist die Syndik-Befehlshaberin?�, fragte er.</p><p>�Auf dem Weg in die Arrestzelle, Sir�, antwortete Lieutenant Iger. �Captain Desjani begleitet sie dorthin.�</p><p>Etwas daran kam ihm seltsam vor. �Ist das etwas Ungew�hnliches?�</p><p>Iger nickte. �Oh ja, Sir.� Er sah in Richtung Verh�rraum und verzog den Mund. �Wir lassen es nicht zu, dass unseren Gefangenen k�rperlicher Schaden zugef�gt wird. Aber auf dem Weg zu den Zellen m�ssen sie die gleichen G�nge benutzen wie unsere Crew. Und die reagiert f�r gew�hnlich in der Form, dass sie den Gefangenen den Weg so unangenehm wie m�glich macht.�</p><p>�Also ein Spie�rutenlaufen.�</p><p>�Richtig, Sir�, best�tigte Iger. �Keine k�rperliche Gewalt, aber Bemerkungen und Gesten, und man bewirft sie mit Gegenst�nden, die sie nicht verletzen k�nnen, die aber zum Beispiel ihre Uniform beschmutzen. Die Marines haben zwar den Befehl, ihre Gefangenen zu besch�tzen, aber einige Dinge werden dennoch toleriert.�</p><p>Das war nur zu verst�ndlich, immerhin bekam man den verhassten Gegner nur selten pers�nlich zu sehen. Geary blickte zu der Luke, durch die Desjani die Abteilung verlassen hatte. �Aber die Crew wird das nicht machen, wenn Captain Desjani die Gefangene begleitet?�</p><p>�Nein, Sir, das nehme ich nicht an.�</p><p>Wie seltsam. Eine h�fliche Geste gegen�ber dem Feind. Geary wartete eine Weile ab, dann bat er Desjani, ihn in seinem Quartier aufzusuchen, wenn sie Zeit f�nde. �Ich habe von Ihnen keine abschlie�ende Einsch�tzung unserer Pl�ne erhalten�, begann er, als sie eintraf.</p><p>�Ich bitte um Verzeihung, Sir�, erwiderte Desjani. �Es ist das Beste, was wir in einer so schlechten Situation tun k�nnen. Das ist meine Einsch�tzung. Eine bessere Vorgehensweise kann ich mir nicht vorstellen.�</p><p>�Danke, das wollte ich nur wissen.� Nach einer kurzen Pause f�gte er an: �Ich h�rte, Sie haben die Syndik-Befehlshaberin zu ihrer Arrestzelle begleitet.�</p><p>Desjani reagierte mit einer v�llig ausdruckslosen Miene. �Das ist richtig, Sir.�</p><p>�Schon seltsam, nicht wahr? Wenn wir eine Chance darauf haben, diesem Krieg ein Ende zu setzen, dann sind Offiziere wie diese Frau die Leute, mit denen wir uns verst�ndigen m�ssen. Offiziere, die bereit sind ihr Wort zu halten und denen ihre Crew so sehr am Herzen liegt, dass sie sich �ber unerbittliche Befehle hinwegsetzen. Aber um die Syndiks an den Verhandlungstisch zu holen, m�ssen wir unser Bestes geben, um solche Offiziere zu t�ten.�</p><p>�Ich w�rde sagen, �seltsam� ist eine Art es zu bezeichnen.� Immer noch verriet Desjanis Miene keine Gef�hlsregung. �W�rden solche Leute nicht mit solchem Eifer f�r eine Regierung k�mpfen, vor der sie sich f�rchten, dann h�tte dieser Krieg schon vor langer Zeit enden k�nnen. Es ist schlie�lich nicht so, als k�nnten wir den Syndiks noch vertrauen, wenn es darum geht, mit ihnen zu verhandeln. Das wissen Sie selbst, immerhin haben Sie oft genug gesehen, wie sie versucht haben, uns zu hintergehen.�</p><p>�Das stimmt�, pflichtete Geary ihr bei. �Darf ich Ihnen eine pers�nliche Frage stellen?�</p><p>Desjani senkte kurz den Blick, dann sah sie ihn an und nickte.</p><p>�Warum haben Sie die Syndik-Offizierin durch die Korridore Ihres Schiffs eskortiert?�</p><p>Anstatt sofort zu antworten, schaute sie abermals weg, schlie�lich sch�ttelte sie den Kopf. �Sie hat sich ehrenvoll erwiesen. Ich wollte sie im Gegenzug auch ehrbar behandeln. Das ist alles.�</p><p>�Sie war bereit, ihr Leben f�r das �berleben ihrer Crew zu opfern�, betonte Geary. �Mich als ehemaligen Befehlshaber eines Schiffs hat das sehr beeindruckt.�</p><p>�Erwarten Sie nicht zu viel von mir�, warnte sie ihn. �Ich hasse diese Leute noch immer f�r das, was sie getan haben. Und das gilt auch f�r diese Frau. Ich bin mir sicher, sie hasst uns auch. W�re sie wirklich so ehrbar, dann frage ich mich, warum sie f�r die Syndiks k�mpft.�</p><p>�Die Frage kann ich Ihnen nicht beantworten. Ich sehe nur gewisse Gemeinsamkeiten, das ist alles. Jedenfalls, was sie betrifft.�</p><p>�Haben wir ihren j�ngeren Bruder get�tet?� Desjani kniff die Augen zusammen, als sie merkte, was ihr rausgerutscht war. �Vielleicht haben wir das ja gemacht. Ab welchem Punkt ergibt das Hassen und das T�ten keinen Sinn mehr?�</p><p>�Tanya, Hass ergibt nie einen Sinn. T�ten ist manchmal notwendig. Man tut, was man tun muss, um sein Heim und seine Familie und die Dinge zu besch�tzen, die einem wichtig sind. Aber Hass verdreht den Menschen nur den Verstand, bis die nicht mehr wissen, wann sie t�ten m�ssen und wann sie es nicht d�rfen.�</p><p>Ihre Miene war noch immer wie versteinert, doch ihre Augen hatten etwas Suchendes an sich. �Haben die lebenden Sterne Ihnen das gesagt?�</p><p>�Nein, meine Mutter.�</p><p>Pl�tzlich verzog sie den Mund zu einem schiefen L�cheln. �Sie haben auf Ihre Mutter geh�rt?�</p><p>�Manchmal.�</p><p>�Ihre Mutter �� Desjani unterbrach sich und wurde wieder ernst.</p><p>Geary war klar, was ihre Reaktion bedeutete. Ganz gleich, was sie �ber seine Mutter hatte sagen wollen, ihr war bewusst geworden, dass sie bereits seit sehr langer Zeit tot war. W�hrend er im K�lteschlaf durch das All trieb, war sie �lter und �lter geworden und irgendwann gestorben. Dass er hundert Jahre in dieser Rettungskapsel verbracht hatte, lag nur daran, dass die Syndiks angegriffen hatten. Dass die Syndiks beschlossen hatten, diesen Krieg zu beginnen.</p><p>�Die haben Ihnen Ihre Familie genommen�, sagte Desjani schlie�lich. �Die haben Ihnen alles genommen.�</p><p>�Ja, das ist mir klar.�</p><p>�Das tut mir leid.�</p><p>Er zwang sich zu einem L�cheln. �Das ist etwas, womit ich leben muss.�</p><p>�Wollen Sie sich nicht r�chen?�</p><p>Jetzt war Geary derjenige, der einen Moment lang zu Boden blickte, w�hrend er nachdachte. �Rache? Die Syndik-F�hrer, die diese ersten Angriffe befahlen, mit denen dieser Krieg seinen Lauf nahm, sind selbst l�ngst tot. An ihnen kann ich mich nicht mehr r�chen.�</p><p>�Ihre Nachfolger sind aber noch an der Macht�, hielt Desjani dagegen.</p><p>�Tanya, wie viele Leute soll ich t�ten und wie viele soll ich in den Kampf schicken, nur um ein Verbrechen zu r�chen, das vor hundert Jahren begangen wurde? Ich bin nicht vollkommen. K�nnte ich irgendwie die Syndik-Bastarde in die Finger bekommen, die diesen Krieg vom Zaun gebrochen haben, dann w�rde ich sie daf�r leiden lassen. Aber diese Leute sind l�ngst tot. Ich versuche zu verstehen, um was es in diesem Krieg �berhaupt noch geht. Eine Seite will sich doch immer nur noch f�r die letzte erlittene Niederlage oder die letzte Grausamkeit r�chen. Das Ganze ist l�ngst zu einem Selbstzweck geworden, der sich im Kreis dreht. Sie und ich, wir wissen, dass sowohl die Allianz als auch die Syndikatwelten langsam aber sicher unter dem Druck dieses unendlichen Krieges zu zerbrechen drohen.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf und ging zu einem Sessel, um sich hinzusetzen. �Ich habe sie lange Zeit einfach nur alle t�ten wollen. Sie alle. Um mich zu r�chen und um sie davon abzuhalten, weiter zu morden. Aber es geht immer weiter hin und her. Man ist niemals quitt. Und wie viele Syndiks sollen ihr Leben lassen, um den Tod meines Bruders zu vergelten? Es ist egal, wie viele von ihnen sterben, Yuri kommt trotzdem nicht zu mir zur�ck. Und dann sah ich bei Wendig diesen Syndik-Jungen, der so war wie Yuri, und da habe ich mich gefragt, worin der Sinn besteht, den Bruder eines anderen zu ermorden, nur um Yuri zu r�chen. Fr�her einmal war das f�r mich Grund genug. Es reichte, ihnen wehzutun. Inzwischen w�nschte ich mir, dass kein Bruder und keine Schwester, kein Ehemann und keine Ehefrau, kein Vater und keine Mutter sterben m�ssten. Aber ich wei� nicht, was ich tun kann, um das zu erreichen.�</p><p>Geary nahm ihr gegen�ber Platz. �Wir k�nnten die Chance dazu haben, wenn wir nach Hause zur�ckgekehrt sind. Und dann werden Sie eine wichtige Rolle dabei gespielt haben, dass wir diese Chance �berhaupt erst bekommen haben.�</p><p>�Wenn wir nach Hause zur�ckgekehrt sind, werden Sie mit anderen Dingen besch�ftigt sein. Ich w�nschte, ich w�sste, wie ich das alles leichter machen k�nnte.�</p><p>�Danke.� Er schaute zur Seite. �Es kommt mir immer noch unwirklich vor, dass alle Menschen tot sind, die ich einmal kannte. Wenn ich zu Hause bin, muss ich mich dieser Tatsache wirklich stellen. Ich frage mich, ob ich dann die Syndiks genauso hassen werde, wie Sie es getan haben.�</p><p>Sie warf ihm einen ver�rgerten Blick zu. �Sie sollten besser sein als wir alle. Darum haben die lebenden Sterne Ihnen diesen Auftrag gegeben.�</p><p>�Das hei�t, ich darf die Syndiks nicht hassen?�</p><p>�Nicht, wenn es Ihrer Mission im Weg steht.�</p><p>Er sah sie einen Moment lang forschend an. �Wissen Sie, Captain Desjani, mir ist gerade die Erkenntnis gekommen, dass <emphasis>Sie</emphasis> es sind, die <emphasis>mir</emphasis> von Zeit zu Zeit Befehle erteilt.�</p><p>Ihre Miene wurde noch grimmiger. �Ich erteile Ihnen keine Befehle, Captain Geary, ich sage Ihnen nur, was Sie tun m�ssen.�</p><p>�Ist das etwas anderes?�</p><p>�Nat�rlich ist das etwas anderes. Das ist doch offensichtlich.�</p><p>Er wartete eine Weile, aber Desjani �u�erte sich nicht weiter zu dem, was ihrer Ansicht nach offensichtlich war. Da er nicht davon ausgehen konnte, diese Diskussion zu gewinnen, lie� er das Thema lieber auf sich beruhen. �Okay, aber �� Er z�gerte, da er �berlegte, ob er etwas ansprechen konnte, das ihn schon seit Langem verfolgte. Dann aber wurde ihm klar, wenn es einen geeigneten Zeitpunkt gab, um darauf zu sprechen zu kommen, dann war dieser Zeitpunkt jetzt und hier. �Ich bin besorgt, wie ich auf die Heimat reagieren werde. Ich glaube, es ist mir noch immer nicht in jeder Hinsicht so richtig bewusst. Als ich aus dem K�lteschlaf erwachte, da wurde ich von dieser Erfahrung �berw�ltigt. Und als ich h�rte, was geschehen war und wie lange ich im Tiefschlaf zugebracht hatte, da kam es mir so vor, als w�re mein ganzer K�rper wie bet�ubt.�</p><p>�Sie sahen auch aus wie ein Zombie�, stimmte Desjani ihm in einem deutlich sanfteren Tonfall zu. �Ich wei� noch, wie ich mich gefragt habe, ob Black Jack tats�chlich noch lebte.�</p><p>�Wie es Black Jack ergangen ist, wei� ich nicht, aber ich habe tats�chlich noch gelebt.� Er betrachtete seine H�nde und atmete tief durch, ehe er fortfuhr. �Ich musste all diese Dinge zur�ckstellen, als ich das Kommando �ber die Flotte �bernahm. Ich habe sie zur�ckgestellt, aber wohl nie richtig verarbeitet. Was wird geschehen, wenn wir nach Hause kommen? Wenn mir klar wird, dass wirklich jeder tot ist, den ich gekannt habe? Wenn mir bewusst wird, dass ich ganz allein bin?�</p><p>Sehr leise entgegnete Desjani daraufhin: �Sie werden nicht allein sein.�</p><p>Diese Aussage bewegte sich bedenklich nahe an dem Thema, das sie nicht anschneiden konnten. Dem Thema, dessen Existenz sie sich nicht einmal eingestehen durften. Erschrocken hob er den Kopf und sah ihr in die Augen.</p><p>Desjani wich seinem Blick aus. �Sie mussten das von mir h�ren.� Dann stand sie auf und straffte die Schultern. �Wenn Sie gestatten, Sir, werde ich mich jetzt zur�ckziehen, sofern es nicht noch etwas zu besprechen gibt. Ich muss mich noch um verschiedene Dinge k�mmern.�</p><p>�Ja, sicher. Vielen Dank, Captain Desjani.�</p><p>Nachdem sie gegangen war, sah er auf die Uhr. Noch f�nf Stunden bis zum Sprung nach Varandal.</p><p>Das Wrack, das kurz zuvor noch der letzte Syndik-Schlachtkreuzer im Atalia-System gewesen war, trieb weit hinter der Allianz-Flotte, die sich dem Sprungpunkt nach Varandal n�herte.</p><p>�Captain?� Das Gesicht des Offiziers f�r Systemsicherheit der <emphasis>Dauntless</emphasis> tauchte in einem Fenster vor Desjani auf. �Es wurden nicht freigegebene Nachrichten von unserem Schiff aus �bertragen.�</p><p>�Nicht freigegebene Nachrichten?�, wiederholte Desjani.</p><p>�Ja. Unverschl�sselte Mitteilungen an jeden in diesem Sternensystem. Ich versuche, die Quelle an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> ausfindig zu machen.�</p><p>�Handelt es sich um geheime Informationen?�</p><p>Der Offizier blinzelte ein paar Mal, als er �ber diese Frage nachdachte. �Nein, Captain, nicht dass ich w�sste. Es ist keine formale Klassifizierung angeh�ngt worden, und der Sicherheitsscan hat auch kein geheimes oder vertrauliches Material finden k�nnen.�</p><p>�Dann w�sste ich nicht, warum wir uns jetzt damit befassen sollten�, sagte Desjani. �Wir m�ssen sicherstellen, dass unsere Schiffssysteme bei der Ankunft in Varandal so gut wie irgend m�glich arbeiten.�</p><p>�Aber � Captain, jede Mitteilung an den Feind ist verboten.�</p><p>�Ganz richtig�, best�tigte sie. �Aber da es nicht um geheime Informationen geht, wird die Schadenseinsch�tzung diesen Vorfall auf der Priorit�tenliste ganz bestimmt weit unten ansiedeln. Konzentrieren wir uns also lieber auf die bevorstehende Schlacht, Commander.�</p><p>��hm � ja, Captain.�</p><p>Nachdem das Bild des Offiziers sich aufgel�st hatte, warf Desjani Geary einen r�tselnden Blick zu. �M�chte wissen, um was es dabei gegangen sein k�nnte.�</p><p>�Vermutlich nichts Wichtiges, wie Sie ja schon sagten�, gab er zur�ck.</p><p>Einen Moment sp�ter warf sie einen Blick auf die Informationen, die der Offizier f�r Systemsicherheit ihr zugeschickt hatte. �Die gleiche Mitteilung �ber Lakota, die wir schon einmal verschickt haben, dazu eine Beschreibung von irgendeinem Vorfall bei Lakota. Au�erdem irgendein Bauplan f�r irgendwelche Ausr�stung mitsamt erl�uterndem Text. Kein Autorisierungscode bei der �bertragung.� Desjani tippte auf ihre Kontrollen. �Nichts, was mein Schiff oder die Flotte in Gefahr bringen k�nnte. Ich muss mich mit Wichtigerem besch�ftigen.�</p><p>�Sehe ich auch so.� Geary fragte sich, wie es Rione gelungen war, das Komm-System der <emphasis>Dauntless</emphasis> so zu �berlisten, dass eine Nachricht ohne Autorisierung das Schiff verlassen konnte. Auch wenn Rione bereits Verschiedenes zugegeben hatte, wozu sie die angeblich so sicheren Schiffssysteme benutzen konnte, war Geary davon �berzeugt, dass sie zu noch viel mehr in der Lage war.</p><p>Er betrachtete sein Display, um einen letzten Blick auf die Situation in Atalia zu werfen. Die Gruppe um die <emphasis>Illustrious</emphasis> befand sich inzwischen gut zwei Lichtstunden hinter der Flotte und sammelte immer noch Rettungskapseln ein. Die �berlebenden der <emphasis>Intractable</emphasis> waren nicht weit von der Flotte entfernt, aber bei der Geschwindigkeit, mit der sie sich durch das System bewegten, w�re es unm�glich gewesen, sie an Bord zu holen. Sie w�rden alle warten m�ssen, bis die <emphasis>Illustrious</emphasis> mit den Begleitschiffen eintraf.</p><p>Die Brennstoffzellen bewegten sich auf den meisten Kriegsschiffen bei rund zwanzig Prozent, aber manche Schiffe, wie zum Beispiel die <emphasis>Rifle</emphasis>, lagen deutlich darunter. Nur drei Phantome waren in der gesamten Flotte noch vorhanden, und der Bestand an Kart�tschen belief sich auf sechzig Prozent.</p><p>An den R�ndern des Atalia-Systems befanden sich Syndik-J�ger, Kuriere und Handelsschiffe immer noch auf Kurs zu den Sprungpunkten im System; entweder um die Flucht zu ergreifen oder um irgendwem Bericht zu erstatten, wohin die Allianz-Flotte unterwegs war. Die meisten dieser Schiffe w�rden die Mitteilung von der <emphasis>Dauntless</emphasis> empfangen, bevor sie in den Sprung wechselten.</p><p>Von den Syndik-Beh�rden im System war nichts zu h�ren. Es gab weder eine Kapitulationsforderung noch irgendwie geartete Drohungen. Er fragte sich, ob die hochrangigsten CEOs vor Ort �ber die Mission der Reserveflotte und �ber die Lage in Kalixa informiert worden waren. Sp�testens jetzt w�rden sie es erfahren.</p><p>�Noch f�nf Minuten bis zum Sprung.�</p><p>Geary bet�tigte seine Kontrollen. �Captain Badaya, wir springen jetzt nach Varandal. Wir sehen uns dort wieder. Viel Gl�ck.� Mehr wusste er nicht zu sagen, und abgesehen davon w�rde Badaya die Nachricht ohnehin erst in gut zwei Stunden empfangen.</p><p>�Vier Tage.� Desjani betonte jede Silbe, dann schloss sie resigniert die Augen.</p><p>�Ja, das werden f�r mich die l�ngsten vier Tage, die ich jemals im Sprungraum verbracht habe�, pflichtete Geary ihr bei. Die Reserveflotte der Syndiks befand sich auch noch im Sprungraum, und das galt genauso f�r die Allianz-Kriegsschiffe, die vor den Syndiks den R�ckzug nach Varandal angetreten hatten. Nun w�rde diese Flotte sich ihnen anschlie�en. Das Steuersystem lie� eine Alarmleuchte aufblinken, woraufhin Geary eine weitere Nachricht sendete. �An alle Schiffe, springen Sie bei Zeit zwei null vier neun. Wir sehen uns bei Varandal. Machen Sie sich darauf gefasst, unmittelbar bei Eintreffen sofort in Kampfhandlungen verwickelt zu werden.�</p><p>Wenige Minuten darauf verschwanden die Sterne, und Geary sah wieder auf das tr�be Grau des Sprungraums. Beim Gedanken an die Mission der Reserveflotte und an deren zahlenm��ige �berlegenheit dr�ngte sich ihm die Frage auf, ob das wohl sein letzter Sprung sein w�rde.</p><p>Vier scheinbar endlose Tage sp�ter sa�en sie wieder auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, w�hrend ein Countdown die noch verbleibenden Minuten im Sprungraum z�hlte. Geary atmete tief und gleichm��ig durch, dann lie� er seine Schultern kreisen, als mache er sich auf einen Faustkampf gefasst. Desjani sa� da, den Blick gebannt auf ihr Display gerichtet, w�hrend ihre Augen vor Begeisterung funkelten. Rione, die sich wie immer im hinteren Teil der Br�cke aufhielt, gab sich zwar ruhig und gefasst, dennoch war ihr die Anspannung deutlich anzumerken. Die Wachhabenden waren �ber ihre Stationen gebeugt und wie die gesamte Crew der <emphasis>Dauntless</emphasis> einsatzbereit.</p><p>�Alle Waffen bereithalten, Feuer auf Automatik einstellen�, befahl Desjani mit einer Gelassenheit, die in der von Stress gepr�gten Stimmung fast unheimlich wirkte.</p><p>Vor ihnen in der grauen Leere des Sprungraums tauchte eines jener mysteri�sen Lichter auf, das dicht vor ihnen, ebenso gut aber auch weit entfernt sein konnte. Auf jeden Fall hing es dort, als warte es auf die <emphasis>Dauntless</emphasis>. Geary h�rte, wie fast jeder auf der Br�cke erschrocken nach Luft schnappte.</p><p>�Wir verlassen den Sprungraum.�</p><p>Das endlose Grau und das r�tselhafte Licht verschwanden und machten den Sternen Platz.</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis> drehte abrupt bei, um m�glichen Minen und feindlichem Beschuss auszuweichen.</p><p>Desjani, die sich wegen des Man�vers an ihrem Sessel festklammerte, lie� das Display nicht aus den Augen. �Sie sind nicht am Sprungpunkt.�</p><p>Auch Geary sah auf sein Display. F�r einen Moment fehlten ihm die Worte, als er das Varandal-Sternensystem angezeigt bekam.</p><p>Nach so vielen Spr�ngen, nach so vielen Lichtjahren, so vielen von Syndiks kontrollierten Systemen war die Allianz-Flotte endlich in heimisches Gebiet zur�ckgekehrt. Varandal, Heimat eines regionalen Flottenhauptquartiers und zahlreicher Einrichtungen der Flotte, die allesamt massiv gesichert waren. W�hrend der Zeit auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> hatte er sich mit diesem System besch�ftigt und dabei feststellen m�ssen, wie sehr all diese Einrichtungen in jenen hundert Jahren gewachsen waren, seit er das letzte Mal hier gewesen war. Es nun real vor sich zu sehen, war im ersten Augenblick ein wenig desorientierend, weil alles einerseits so vertraut, andererseits so v�llig ver�ndert war.</p><p>Sirenen gellten los, Warnsymbole blinkten auf. Geary verfolgte mit, wie die Darstellung auf dem Display aktualisiert wurde, sobald die Sensoren das System abtasteten. �Wir sind noch rechtzeitig eingetroffen.�</p><p>Das Hypernet-Portal existierte noch und lag keine sechs Lichtstunden entfernt von ihrem Sprungpunkt. In drei Lichtstunden Entfernung kreiste die Syndik-Reserveflotte um den Stern Varandal. Sieben Lichtminuten trennten die Kastenformation des Gegners von einer kleineren Formation aus Allianz-Schiffen � den �berlebenden, die Atalia angegriffen und dann zur�ckgeeilt waren, um Varandal zu verteidigen. �Zwei Schlachtschiffe, ein Schlachtkreuzer, sechs Schwere Kreuzer, ein Leichter Kreuzer, neun Zerst�rer�, las Desjani vor. �Mehr haben sie nicht.�</p><p>Mit wachsendem Unbehagen musterte Geary sein Display. �Warum haben die Syndiks nicht l�ngst alles zerst�rt? Etliche Verteidigungsanlagen sind mit kinetischen Geschossen bombardiert worden, aber ansonsten haben die Syndiks wohl nichts vernichtet. Alle �brigen Einrichtungen scheinen noch intakt zu sein.�</p><p>�Was haben die vor?�, murmelte Desjani.</p><p>�Allianz-Flotte!� Die eingehende Nachricht �berraschte Geary, dem erst jetzt auffiel, dass ein Allianz-Zerst�rer als Sp�her in der N�he des Sprungpunkts in Position gegangen war. Es war die Stimme des befehlshabenden Offiziers der <emphasis>Howitzer</emphasis>, die aus dem Lautsprecher ert�nte. �Den lebenden Sternen sei Dank!�</p><p>Desjani wandte sich zu ihrem Ablauf-Wachhabenden um. �Lassen Sie sich von diesem Zerst�rer eine umfassende Aufzeichnung schicken, damit wir wissen, was hier passiert ist, seit die Syndiks ins System gekommen sind. Sofort!�</p><p>�Verbinde uns mit deren Gefechtssystemen�, meldete der Wachhabende. �Auf Ihrem Display.�</p><p>�Position halten, <emphasis>Howitzer</emphasis>�, befahl Geary und konzentrierte sich dann auf das eigene Display, das die Geschehnisse im Zeitraffer darstellte. Die Allianz-Verteidiger waren eine halbe Lichtstunde vom Sprungpunkt entfernt in Stellung gegangen, um sich den Verfolgern zu stellen, dabei hatten sie einen weiteren Schlachtkreuzer und ein Schlachtschiff sowie zahlreiche Eskortschiffe verloren. �So eine schlechte Ausgangssituation, und sie sind trotzdem einfach auf den Feind losgest�rmt�, murmelte Geary kopfsch�ttelnd.</p><p>Admiral Tethys hatte diesen Zug befohlen, war aber bei der Zerst�rung der <emphasis>Encourage</emphasis> ums Leben gekommen. Danach hatte Captain Deccan von der <emphasis>Contort</emphasis> das Kommando �bernommen, aber auch nur so lange, bis die <emphasis>Contort</emphasis> von den Syndiks in St�cke geschossen worden war. Im Anschluss daran war die Befehlsgewalt auf Captain Barrabin �bergegangen, doch kurz darauf wurde dessen Schiff <emphasis>Chastise</emphasis> durch eine �berladung des Hauptantriebs in St�cke gerissen, als es �ber zwei Lichtstunden vom Sprungpunkt entfernt zur n�chsten Konfrontation gekommen war.</p><p>Laut den Aufzeichnungen der <emphasis>Howitzer</emphasis> wurden die restlichen Kriegsschiffe im Varandal-System von Captain Jane Geary auf der <emphasis>Dreadnaught</emphasis> befehligt. Neben ihr hatten noch das Schlachtschiff <emphasis>Dependable</emphasis> und der Schlachtkreuzer <emphasis>Intemperate</emphasis> sowie eine Hand voll Eskortschiffe �berlebt.</p><p>In der Zwischenzeit hatten die Syndiks damit begonnen, die Verteidigungsanlagen mit kinetischen Geschossen auszuschalten. Auf weitere Bombardements hatten sie aber verzichtet. Auch hatte sich die Reserveflotte seitdem den wenigen Allianz-Schiffen nicht weiter gen�hert, obwohl sie dazu Gelegenheit gehabt haben mussten.</p><p>Warum hatten die Syndiks die Allianz-Verteidiger nicht l�ngst erledigt? Und warum hatten sie nicht auch die �brigen Einrichtungen der Allianz bombardiert? Allerdings waren diese Bilder drei Stunden alt, und in der Zeit konnte viel passieren.</p><p>�Was ist denn das?� Desjani hatte ihr Display wachsam beobachtet, und nun huschten ihre Finger �ber die Tasten, um einen Teil der Darstellung zu wiederholen. �Sehen Sie mal hier, nach der letzten Auseinandersetzung mit den Allianz-Schiffen.�</p><p>Geary sah sich das Detail an, das sie hervorgehoben hatte, und vergr��erte den Ausschnitt, um besser erkennen zu k�nnen, was sich dort abspielte. Die optischen Sensoren der Flotte waren empfindlich genug, um selbst kleine Details wahrnehmen zu k�nnen, die sich am anderen Ende eines Sternensystems befanden. �Shuttles? Was machen die denn da?�</p><p>�Die pendeln zwischen den Schweren Kreuzern und den anderen Schiffen hin und her�, murmelte Desjani und gab weitere Befehle, um den Ausschnitt zu vergr��ern, bis sie erkennen konnte, wo genau sich die Shuttles neben den Schiffen aufhielten. �Personal. Sehen Sie? Sie holen das Personal von den Schweren Kreuzern.�</p><p>�Warum?�</p><p>Rione meldete sich mit angestrengter Stimme zu Wort. �Automatische Steuerung. Sie haben mir doch mal erz�hlt, dass die Syndiks ihre Schiffe automatisieren und dann fernsteuern k�nnen.�</p><p>�Ja, aber warum sollten sie die Schweren Kreuzer fernle �� Die Antwort fiel ihm und Desjani im gleichen Moment ein.</p><p>�Sie wollen mit den Schweren Kreuzern das Hypernet-Portal zerst�ren�, sprach Desjani es aus. �Das passt alles gut zusammen. Die Syndiks sind tief ins System eingedrungen, aber sie haben weder die Allianz-Schiffe vernichtet noch die Allianz-Einrichtungen verw�stet.�</p><p>�Ein K�der�, hauchte Geary.</p><p>�Richtig. Wenn sie alles zerst�rt h�tten, k�nnten wir in aller Ruhe in der N�he des Sprungpunkts abwarten, weil sie ja fr�her oder sp�ter auf diesem Weg das System wieder verlassen wollen. Aber wenn es noch jemanden zu retten gibt ��</p><p>�Dann st�rmen wir geradewegs auf sie los.� Geary strich mit einem Finger �ber sein Display, w�hrend er sich die n�chsten Flottenbewegungen vorstellte. �Sobald sie uns gesehen haben, warten sie bis zum richtigen Augenblick, dann gehen sie auf die verbliebenen Allianz-Schiffe los und l�schen sie aus, gleichzeitig schicken sie ihre Schweren Kreuzer Richtung Hypernet-Portal. Der Rest ihrer Streitmacht nimmt Kurs auf den Sprungpunkt und jagt an uns vorbei. Wenn wir endlich merken, was los ist, bewegt sich die Schockwelle schon auf uns zu, und die Syndiks verschwinden in letzter Sekunde in den Sprungraum. H�tten wir nicht l�ngst herausgefunden, dass sie �berhaupt nur hergekommen sind, um das Portal zu vernichten, dann w�re ihr Plan wom�glich von Erfolg gekr�nt gewesen.�</p><p>�Damit h�tten sie uns und zugleich das gesamte System erwischt.� Desjani wirkte, als wollte sie die Syndiks mit blo�en H�nden in St�cke rei�en. �Aber wie k�nnen sie Gewissheit haben, dass das Portal ausreichend besch�digt wird? Das ist doch der Haken in ihrem Plan.�</p><p>�Das Niveau der Energieentladung l�sst sich nach oben genauso ver�ndern, wie man es abschw�chen kann�, erwiderte Geary. Er sah nicht zu Rione hin�ber. Als Cresida die Berechnungen durchgef�hrt hatte, wie man die Entladung eines Portals minimieren konnte, da hatte sie f�r ihn auch die umgekehrte L�sung kalkulieren m�ssen. Dieses Weltuntergangsprogramm hatte er dann Rione in der Hoffnung anvertraut, es niemals benutzen zu m�ssen. �Wir sollten davon ausgehen, dass die Syndiks mittlerweile auch dahintergekommen sind, wie das funktioniert.�</p><p>Sie waren jetzt schon seit f�nfzehn Minuten hier. Der Feind w�rde die Flotte erst in zweieinhalb Stunden sehen, doch Geary konnte keine Sekunde dieser Zeit vergeuden, zumal jeder Befehl an die noch vorhandenen Allianz-Schiffe in diesem System genauso lange ben�tigen w�rde, um sie zu erreichen.</p><p>Oberste Priorit�t hatten die verbliebenen Verteidiger von Varandal. �Hier spricht Captain John Geary, Befehlshaber der Allianz-Flotte. An Captain Jane Geary, Befehlshaberin der Eingreiftruppe, die Varandal verteidigt. Die Syndiks beabsichtigen, das Hypernet-Portal in diesem System kollabieren zu lassen, indem sie gen�gend Trossen zerst�ren. Wenn das Portal zusammenbricht, entsteht eine Energieentladung, die alles ausl�schen wird, was in diesem System existiert. Wir gehen davon aus, dass die Syndiks das mithilfe von unbemannten und ferngelenkten Schweren Kreuzern erreichen wollen, da diese Kreuzer beim Zusammenbruch des Portals ebenfalls zerst�rt werden. Ihr Befehl lautet, das Portal zu besch�tzen.� Seine Stimme versagte einen Moment lang, erst dann konnte er fortfahren: �Und zwar um jeden Preis. Der Schutz des Portals hat Vorrang vor allem anderen, auch vor der Zerst�rung von Syndik-Schiffen, die das Portal nicht bedrohen, und auch vor dem Schutz der �brigen Allianz-Einrichtungen in diesem Sternensystem. Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Streitmacht als Bedrohung unsch�dlich gemacht wird, es sei denn, das ist zum Schutz des Portals erforderlich. Halten Sie durch, Hilfe ist unterwegs. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Er hatte es bis in das Sternensystem geschafft, in dem sich seine Gro�nichte befand, und seine ersten Worte an sie waren der Befehl, sich zu opfern, falls anders das Hypernet-Portal nicht gesch�tzt werden konnte.</p><p>�Sind Sie sich sicher, dass nicht jemand Ihre Befehle widerrufen wird?�, fragte Rione. �Es k�nnte im System immer noch den einen oder anderen �berlebenden Admiral geben.�</p><p>�Niemand hat Jane Geary bislang das Kommando entzogen�, warf Desjani ein, als w�rde sie auf etwas antworten, das jemand anders gesagt hatte. �Aber wir sind zur�ck zu Hause, und jemand k�nnte diesen Schiffen oder unserer Flotte einen sinnlosen Sturmlauf gegen die Syndiks befehlen.� Desjani drehte sich zu ihrem Komm-Wachhabenden um. �Sollten Befehle f�r Captain Geary eingehen, die von einem rangh�heren Offizier in diesem System kommen, dann m�chte ich sicherstellen, dass es auf diesem Schiff nicht zu einem gravierenden Problem kommt, was den Empfang und die Weiterleitung ankommender Nachrichten angeht. Jeglicher Fehler w�re unverzeihlich. Unter diesen Umst�nden werde ich pers�nlich alle derartigen Nachrichten sichten, bevor ihr Empfang best�tigt wird und bevor eine Weiterleitung an andere Schiffe erfolgt. Es muss absolute Gewissheit bestehen, dass diese Nachrichten nicht verst�mmelt sind und dass Captain Geary nicht im verkehrten Moment abgelenkt wird.�</p><p>Der Komm-Wachhabende reagierte einen Augenblick lang verwirrt, nickte dann aber ernst. �Verstanden, Captain. Wenn ich eine solche Nachricht sehe, leite ich sie ausschlie�lich an Sie weiter, damit Sie �berpr�fen k�nnen, wie stark verst�mmelt sie ist.�</p><p>�Ja, richtig. Sie werden Captain Geary in keiner Weise behelligen, solange wir die Syndiks in diesem Sternensystem nicht erledigt haben.� Desjani lehnte sich zur�ck und sah Geary an. �Gibt es ein Problem, Sir?�</p><p>�Nur die Erkenntnis, dass ich Sie vielleicht immer noch untersch�tze, Captain Desjani.�</p><p>Sie zog eine Augenbraue hoch. �Das kann sehr gef�hrlich sein, Sir.�</p><p>�Dem werde ich nicht widersprechen.� Er drehte sich zu Rione um. �Madam Co-Pr�sidentin, w�hrend ich mit den Syndiks zu tun habe, k�nnten Sie in der Zwischenzeit in Erfahrung bringen, was dieses Sternensystem auf der Allianz-Seite zu bieten hat.�</p><p>Rione machte eine vage Geste. �Daran sitze ich schon. Soweit ich das derzeit sagen kann, bin ich hier die rangh�chste politische Figur, also m�ssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Ihnen von dieser Seite reingeredet wird.�</p><p>�Damit bleiben nur noch die Syndiks. Wie machen wir denen einen Strich durch die Rechnung, Tanya?� Genau genommen kannte er die Antwort l�ngst, weil sie die einzige L�sung war. �Wir m�ssen die Verteidiger unterst�tzen, und der Rest der Flotte muss sich den Syndiks widmen und sie daran hindern, das Portal zusammenbrechen zu lassen. Also m�ssen wir ihnen so sehr wehtun, dass sie ihr Vorhaben nicht mehr in die Tat umsetzen k�nnen.�</p><p>Desjani warf ihm einen herausfordernden Blick zu. �Sie wissen, was Schlachtkreuzer tun, Captain Geary.�</p><p>�Oh ja.� Er hatte noch zw�lf Schlachtkreuzer in seiner Flotte, von denen etliche schwer besch�digt waren. Aber sie verf�gten �ber die Feuerkraft, die er ben�tigte, und sie waren in der Lage, sie dort zum Einsatz zu bringen, wo sie etwas bewirken konnte. �Wie schnell k�nnen wir fliegen, ohne dass uns die Brennstoffzellen ausgehen, sobald wir die Syndiks erreicht haben?�</p><p>Sie rechnete kurz. �0,14 Licht. Wird die <emphasis>Dauntless</emphasis> sie begleiten?�, f�gte sie mit einer Mischung aus Sorge und Hoffnung an.</p><p>�Darauf k�nnen Sie wetten.� Er begann neue Formationen auszuarbeiten. �Wir m�ssen die Flotte aufteilen. Eine Formation, die aus den zw�lf Schlachtkreuzern besteht und von den Leichten Kreuzern sowie einigen Zerst�rern begleitet wird. Die andere Formation setzt sich zusammen aus den Schlachtschiffen, den Schweren Kreuzern und den restlichen Zerst�rern.�</p><p>�Alles klar. Ich sorge daf�r, dass das Zw�lfte Leichte Kreuzergeschwader und das Dreiundzwanzigste Zerst�rergeschwader bei den Schlachtschiffen bleiben. Ihr Bestand an Brennstoffzellen ist zu niedrig, als dass sie die Schlachtkreuzer begleiten k�nnten.�</p><p>�Gute Idee.� Sie arbeiteten beide in aller Eile und �berpr�ften immer wieder gegenseitig ihre Resultate. Dann �bermittelte Geary die Befehle. �Alle Einheiten der Allianz-Flotte, f�hren Sie bei Zeit zwei eins null f�nf die angeh�ngten Steuerbefehle aus.� Er hielt inne und ging die Liste der Schlachtschiffe durch. Die <emphasis>Warspite</emphasis>. Sie hatte sich bew�hrt. �Captain Plant, Sie sind der Befehlshaber der Schlachtschiff-Formation. Sollte mir etwas zusto�en, m�ssen Sie alles in Ihrer Macht Stehende versuchen, um die Syndiks an der Zerst�rung des Hypernet-Portals zu hindern.�</p><p>�Habe verstanden�, erwiderte Plant Sekunden sp�ter. �Viel Gl�ck, Sir.�</p><p>Rione kam zu ihm und redete so leise, dass nur er sie h�ren konnte. �Captain Geary, Sie k�nnen die <emphasis>Dauntless</emphasis> nicht einer solchen Gefahr aussetzen.�</p><p>�Madam Co-Pr�sidentin�, gab er genauso leise zur�ck. �Wenn das Hypernet-Portal zusammenbricht, dann ist die <emphasis>Dauntless</emphasis> in Gefahr, ganz gleich wo sie sich in diesem Sternensystem aufh�lt. Wir m�ssen die Syndiks davon abhalten, und die <emphasis>Dauntless</emphasis> ist jetzt ein Zw�lftel meiner Schlachtkreuzerstreitmacht. Sie wird von ihren Schwesterschiffen gebraucht.�</p><p>Rione schnaubte aufgebracht, kehrte aber ohne ein weiteres Wort auf ihren Platz zur�ck.</p><p>�Danke, Sir�, wisperte Desjani.</p><p>�Wir m�ssen die Syndiks schlagen und selbst �berleben, Captain Desjani. K�nnen wir das schaffen?�</p><p>�Wir werden verdammt noch mal unser Bestes geben, Sir.�</p><p>Auf dem Display teilten sich die glatten Formen der Allianz-Unterformationen. Gut die H�lfte der Schiffe bildeten eine einzelne Scheibe, zu der alle �berlebenden Schlachtschiffe, die Schweren Kreuzer sowie eine brauchbare Anzahl an Zerst�rern geh�rten. Die Schlachtkreuzer, die meisten Leichten Kreuzer und die �brigen Zerst�rer glitten vorw�rts und nahmen die Form einer kleineren Scheibe an, die sich auf einen Vektor begab, der sie zwischen die Reserveflotte und das Hypernet-Portal bringen w�rde.</p><p>Geary versp�rte eine gewisse Erregung, als die Schlachtkreuzer vorpreschten und sich dem Feind mit einer Beschleunigung n�herten, mit der es Schlachtschiffe niemals aufnehmen konnten. Er war nie zuvor Teil einer gro�en Schlachtkreuzerformation gewesen, die sich geradewegs auf den Gegner st�rzte. Zwar machte die Vernunft ihn darauf aufmerksam, wie schwach die Panzerung und die Schilde seiner Schiffe waren, und er wusste auch, dass diese Streitmacht nicht mehr viele Treffer einstecken konnte, doch das �nderte nichts an der v�llig irrationalen Begeisterung, die dieser Sturmlauf bei ihm ausl�ste.</p><p>Es war kein kluger Zug, doch � bei seinen Vorfahren � es f�hlte sich gro�artig an.</p><p>Er fragte sich, wie viele seiner Schlachtkreuzer diese Attacke �berleben w�rden.</p></section><section><title><p>Zw�lf</p></title><p>Weitere Mitteilungen mussten verschickt werden, eine davon war f�r den Feind bestimmt. �Stellen Sie eine Verbindung zum Flaggschiff der Syndiks her�, befahl er, und als die Verbindung stand, setzte er seine beste �Legend�rer Held�-Miene auf, dann sprach er: �An den CEO, der die Reserveflotte der Syndikatwelten befehligt. Hier spricht Captain John Geary. Uns ist bekannt, vor wem Sie die Syndikatwelten auf der anderen, dem von der Allianz abgewandten Seite Ihres Territoriums besch�tzen sollten. Sie wissen, dass es nicht die Allianz war, die das Hypernet-Portal bei Kalixa zerst�rt hat. Und Sie wissen, wer das in Wahrheit getan hat. Lassen Sie sich nicht zu deren Werkzeug machen. Es wird Ihnen nicht erlaubt werden, Ihre Befehle in diesem Sternensystem auszuf�hren. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Wahrscheinlich w�rde es nichts bringen, dennoch hatte er es nicht unversucht lassen wollen.</p><p>Die n�chste Mitteilung: �An das Kommandozentrum der Allianz im Varandal-System, hier spricht Captain John Geary, der befehlshabende Offizier der Allianz-Flotte. Ich werde versuchen, die Syndik-Flotte zu vernichten, und ich ben�tige jeden Beistand, den Sie uns gew�hren k�nnen. Sie sollten wissen, dass es das Ziel der Syndiks ist, das hiesige Hypernet-Portal zu zerst�ren und auf diese Weise eine Energieentladung von der Gr��enordnung einer Nova zu erzeugen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Desjani gab ihm ein Zeichen. �Cresida sendet ihre Nachricht an jeden im System.�</p><p>�Sehr gut.� Er �berlegte kurz und sah sich an, wie sich seine Schiffe durchs All bewegten, wobei ihre Flugbahnen auf dem Display ein leuchtendes Netz bildeten. Die Schlachtkreuzer flogen in einem weiten Bogen, w�hrend die Schlachtschiffe sich geradewegs durch das System schnitten, damit sie alle ihre Positionen zu beiden Seiten der Syndiks einnehmen konnten.</p><p>H�tte er noch etwas zu seiner Gro�nichte sagen sollen? Aber was? Immerhin befanden sie sich mitten in einer Schlacht. <emphasis>Wahrscheinlich ist dir aufgefallen, dass die</emphasis> Repulse <emphasis>nicht bei der Flotte ist. Das liegt daran, dass dein Bruder wahrscheinlich gestorben ist, als er beim R�ckzug aus dem Heimatsystem der Syndiks der Flotte R�ckendeckung gab. �brigens soll ich dir etwas von ihm ausrichten.</emphasis></p><p>Nein, alles Pers�nliche w�rde warten m�ssen. Jane Geary konnte jetzt nichts gebrauchen, was sie von ihren Aufgaben abzulenken vermochte, und das galt f�r ihn genauso. Solange dieses Gefecht noch nicht hinter ihnen lag, war er an erster Stelle der Flottenbefehlshaber, an zweiter Stelle Captain John Geary, und erst an dritter Stelle war er der Gro�onkel von Jane Geary.</p><p>Die Schlachtkreuzer nahmen gemeinsam mit den Leichten Kreuzern und den Zerst�rern ihre Formation ein, w�hrend die Schlachtschiffe bereits hinter ihnen zur�ckfielen. Nach der kurzzeitigen Hektik folgte nun eine lange Phase des Wartens. Trotz der h�heren Geschwindigkeit w�rden die Schlachtkreuzer f�nfundzwanzig Stunden ben�tigen, ehe sie ihr Ziel erreichten, einen Orbit zwischen den Syndiks und dem Hypernet-Portal. In gut zweieinhalb Stunden w�rde die Reserveflotte die Ankunft der Allianz-Flotte im System beobachten k�nnen, und nicht ganz drei Stunden sp�ter konnte die Allianz-Flotte dann feststellen, zu welcher Reaktion sich die Syndiks entschlossen hatten.</p><p>Geary wandte sich an die Flotte: �Status der sofortigen Gefechtsbereitschaft ist aufgehoben. Ihre Leute sollen sich eine Weile ausruhen.�</p><p>�Sir, die <emphasis>Howitzer</emphasis> bittet um Instruktionen.�</p><p>Er nahm die Anfrage entgegen und sah, wie die Befehlshaberin der <emphasis>Howitzer</emphasis> ihn entgeistert anstarrte. �Wie lauteten Ihre Befehle, Captain?�, fragte Geary.</p><p>Die Offizierin ben�tigte einen Moment, ehe sie sich wieder im Griff hatte. ��hm � Sir, unser Befehl lautete, in der N�he des Sprungpunkts zu bleiben, um notfalls als Sp�her und als Kurier zu handeln.�</p><p>�Sehr gut. Ich wei�, das ist kein Auftrag, um den man sich rei�t, dennoch erf�llen Sie eine sehr wichtige Funktion. Bleiben Sie auf Ihrem Posten. Sollte es den Syndiks gelingen, das Hypernet-Portal zu zerst�ren, dann k�nnen Sie zuvor beobachten, wie sie die Trossen vernichten. Wenn Sie das sehen, dann warten Sie nicht ab, bis das Portal zusammenbricht, sonst wird die Energiewelle Ihr Schiff ausl�schen. Wenn sich der Zusammenbruch des Portals abzeichnet, m�ssen Sie sofort in den Sprungraum entkommen und melden, dass Varandal wahrscheinlich komplett zerst�rt wurde.�</p><p>�J-ja, Sir.�</p><p>�Vielen Dank.� Nachdem das Bild der Befehlshaberin der <emphasis>Howitzer</emphasis> verschwunden war, widmete er sich wieder dem Display und dachte �ber all die Dinge nach, die schiefgehen konnten. �Tanya, welchen Stand werden die Brennstoffzellen der Schlachtkreuzer haben, wenn wir die Syndiks erreichen?�</p><p>�Etwa f�nfzehn Prozent, Sir. Das h�ngt auch davon ab, wie die Syndiks reagieren.�</p><p>�Wie viel verbraucht die Flotte bei einem typischen Gefecht?�</p><p>Desjani machte eine vage Geste mit den H�nden. �Einem Ihrer typischen Gefechte oder einem der Gefechte, bevor Sie das Kommando �bernommen haben?�</p><p>�Ersteres.�</p><p>�Bei Ihnen gibt es keine typischen Gefechte, Sir�, meinte sie und l�chelte ihn aufmunternd an. �Wir kommen mit f�nfzehn Prozent schon hin.�</p><p>�Wenn man Vertrauen in Brennstoffzellen abf�llen k�nnte, Captain Desjani, dann k�nnten Sie die gesamte Flotte mit Energie versorgen.�</p><p>�Ich bin nicht die Einzige, die Ihnen vertraut, Captain Geary.� Mit ihren Blicken deutete sie auf die Wachhabenden auf der Br�cke, die ruhig dastanden oder voller Eifer �ber die aktuellen Ereignisse diskutierten. Niemand lie� Angst oder Unsicherheit erkennen. �Keiner von ihnen f�rchtet sich vor dem Ausgang dieses Kampfs.�</p><p>Gut f�nf Stunden sp�ter beobachtete Geary sein Display. In einem Fenster, das sich dort ge�ffnet hatte, war Captain Jane Geary zu sehen, die den Erhalt seiner Befehle best�tigte. Haltung und Tonfall waren steif, in ihren Augen loderte ein Feuer. Sie machte einen ersch�pften Eindruck, offenbar eine Folge des lang anhaltenden Gefechts, das sie sich mit den Syndiks geliefert hatte, bevor die Allianz-Flotte eingetroffen war. Er wusste, dass sie wegen des Jahrhunderts, das er im K�lteschlaf verbracht hatte, �lter war als er, obwohl sie seine Gro�nichte war. Dennoch empfand er es als eigenartig, eine Verwandte zu sehen, die unter normalen Umst�nden mehr als eine Generation j�nger h�tte sein m�ssen als er. �Hier spricht Captain Jane Geary. Ich best�tige die empfangenen Befehle des Flottenbefehlshabers. Wir werden bis zum Tod k�mpfen, um die Syndiks daran zu hindern, das Hypernet-Portal zu zerst�ren. Geary Ende.�</p><p>Sie hatte es vermieden, seinen Namen zu nennen, aber sie hatte seine Befehlsautorit�t auch nicht angezweifelt. Einen Moment lang versp�rte er Ver�rgerung, weil Jane Geary nicht salutiert hatte, aber dann fiel ihm ein, dass au�erhalb seiner Flotte niemand diesen Gru� benutzen w�rde, den er nach der �bernahme des Kommandos erst wieder eingef�hrt hatte. Der fehlende Salut war nicht als Beleidigung gemeint gewesen.</p><p>Jane Geary hatte den Befehl eindeutig verstanden, dass die Syndiks um jeden Preis aufgehalten werden mussten. War ihr aber auch klar, dass sie daf�r sorgen musste, ihre Schiffe so lange wie m�glich vor einer Zerst�rung zu bewahren?</p><p>�Alles in Ordnung, Sir?�, fragte Desjani beil�ufig.</p><p>�Ich w�nschte, meine Familienzusammenf�hrung w�rde unter weniger anstrengenden Umst�nden stattfinden. Augenblick, die Syndiks reagieren.� Zweieinhalb Stunden zuvor hatte die Reserveflotte den Kurs ge�ndert � in Richtung Hypernet-Portal. Geary berechnete die Zeiten und stellte fest, dass die Syndiks vor seinen Schlachtkreuzern das Portal erreichen w�rden. �Jetzt h�ngt alles von Jane Geary ab. Wird sie die Syndiks aufhalten k�nnen?�</p><p>�Wollen wir�s hoffen.�</p><p>Die verbliebenen Verteidiger der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe hatten sich vor den Syndiks zur�ckfallen lassen und bewegten sich in gleichbleibendem Abstand vor ihnen her in Richtung Hypernet-Portal. Geary verfolgte diesen R�ckzug fast eine halbe Stunde lang, w�hrend er sich immer wieder fragte, was Jane Geary unternehmen w�rde.</p><p>Die Antwort kam umgehend, als auf dem Display Minentreffer an den Schiffen der Syndik-Reserveflotte angezeigt wurden. �Sehr sch�n�, lobte Desjani. �Sie haben gewartet, bis die Syndiks auf einen festen Verfolgerkurs eingeschwenkt waren, und dann haben sie die Minen ausgelegt. Sehen Sie, dieser Syndik-Schlachtkreuzer hat drei Treffer abbekommen.�</p><p>�Und sie haben einen ihrer Schweren Kreuzer verloren�, erg�nzte Geary. Keines der anderen Syndik-Schiffe schien ernstere Sch�den davongetragen zu haben, aber auf ihre Weise trugen die Minen dennoch dazu bei, dass der Feind ein wenig geschw�cht wurde.</p><p>Doch die Syndiks r�ckten weiter vor, bis f�nfzehn Minuten sp�ter ein weiteres Minenfeld zwei J�ger zerst�rte und zahlreiche weitere Schiffe besch�digte. �Wie viele Minen hat sie wohl noch?�, �berlegte Desjani.</p><p>�Diese Frage werden sich die Syndiks wohl auch stellen.�</p><p>Diesmal blieb die Reserveflotte nicht auf ihrem Kurs, sondern beschleunigte und stieg auf, um die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe aus einem anderen Winkel anzufliegen. Doch die Allianz-Schiffe reagierten prompt mit einem Ausweichman�ver, woraufhin die Syndiks auf einen Verfolgungskurs gingen, der sie vom Hypernet-Portal wegf�hrte. �Sie versucht, die Syndiks abzulenken�, bemerkte Desjani erfreut. �Sie ist eben eine Geary.�</p><p>Allerdings setzte nicht die gesamte Flotte zur Verfolgung an, denn auf einmal teilte sich die Kastenformation auf. Ein halbes Dutzend Schlachtschiffe, zwei Schlachtkreuzer und eine Reihe von Eskortschiffen folgten den Allianz-Schiffen, w�hrend der Rest wieder auf den alten Kurs einschwenkte und weiter auf das Portal zuflog.</p><p>�Was soll �?� Bevor Geary ausreden konnte, hatten die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die <emphasis>Dependable</emphasis> und die <emphasis>Intemperate</emphasis> erneut den Kurs ge�ndert und st�rmten nun auf ihre Verfolger los. Allerdings war das Kr�fteverh�ltnis auch so aus der Sicht der Allianz-Schiffe noch immer sehr ung�nstig. Mit einem unguten Gef�hl verfolgte Geary, was sich weiter abspielte, wobei er wusste, dass das alles schon vor zwei Stunden geschehen war.</p><p>Dann strebten die beiden Kriegsschiffgruppen pl�tzlich wieder voneinander fort, ohne dass eine von beiden Seiten irgendwelche erkennbaren Verluste davongetragen hatte. �Sie ist ihnen ausgewichen. Die Syndiks haben damit gerechnet, dass sie ihnen geradewegs in die Arme fliegt, aber sie hat ihre Schiffe wegtauchen lassen, um Treffer zu vermeiden.� Fasziniert sah Desjani auf ihr Display. �Sir, die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> macht absichtlich einen Bogen um die Syndiks. Sie hat erkannt, dass die Syndiks die ferngelenkten Schweren Kreuzer nicht losschicken k�nnen, solange sich die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> und die anderen Schiffe in der N�he des Portals aufhalten. Sie k�nnte diese Kreuzer m�helos erledigen, wenn sich die anderen Syndiks zur�ckziehen.�</p><p>�Da m�ssten sich wohl erst ein paar Syndiks mit einem Himmelfahrtskommando einverstanden erkl�ren�, meinte Geary. �Das ist nicht das Gleiche wie bei Lakota: Diese Schiffe wissen, was passiert, wenn das Portal zusammenbricht. K�nnte der Befehlshaber der Reserveflotte gen�gend Schiffe �berreden, in der N�he des Portals zu bleiben, um die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> fernzuhalten, w�hrend sie die Trossen zerst�ren?�</p><p>�Das m�chte ich bezweifeln. Eine kleine Spezialeinheit auf ein Selbstmordkommando zu schicken, ist eine Sache, aber eine komplette Schiffsbesatzung? Das geh�rt nicht zu deren Aufgabenbeschreibung.�</p><p>Geary rief Lieutenant Iger. �Ich ben�tige Ihre Einsch�tzung, ob Syndik-Schiffe wissentlich auf eine Selbstmordmission gehen w�rden.�</p><p>Iger sch�ttelte den Kopf. ��blicherweise nicht, Sir. Syndiks k�mpfen bis zum Tod, aber eine Selbstmordmission ist nicht ihre Art.� Nach einer kurzen Pause f�gte er an: �Da ist noch etwas, das f�r diese Frage von Interesse sein k�nnte. Die Gefangene an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> ist medizinisch versorgt worden, und die �rzte sagen, dass sie ein Trauma erlitten hat, weil sie die Zerst�rung des Kalixa-Systems mitansehen musste. Sie braucht sogar Schlafmittel.�</p><p>�Das �berrascht mich gar nicht, Lieutenant�, sagte Geary. �Aber was hat das mit unserer gegenw�rtigen Situation zu tun?�</p><p>�Sir, Sie erinnern sich sicher, dass die Frau sagte, dass die CEOs der Reserveflotte ihr befahlen, ihnen die Kopien der Aufzeichnungen der Katastrophe zu schicken, die ihr Kreuzer gesammelt hatte. Das bedeutet, dass zumindest einige Syndik-Offiziere dieser Flotte genau das gesehen haben, was unsere Gefangene bei Kalixa so heftig hat reagieren lassen.�</p><p>�Verstehe.� Wenn der Anblick der noch vergleichsweise harmlosen Szenen bei Lakota bei seinen eigenen Offizieren Abscheu ausgel�st hatte, welche Wirkung w�rde dann etwas viel Schlimmeres auf die Syndiks haben? �Ich nehme allerdings an, die CEOs halten diese Aufzeichnungen unter Verschluss.�</p><p>Iger l�chelte. �Sie werden es zumindest versuchen, Sir. Aber die Syndik-Systeme sind wie unsere. Sie stecken voller Hintert�rchen und inoffiziellen Subnetzen. Derart komplexe Netze lassen sich gar nicht einrichten und warten, ohne dass auch solche M�glichkeiten geschaffen werden. Und wir wissen, dass das Personal der Syndik-Streitkr�fte diese L�cken genauso ausnutzt, wie es unsere Leute tun.�</p><p>�Dann k�nnten also bereits zahlreiche Syndiks in dieser Flotte die Aufzeichnungen gesehen haben. Gut, vielen Dank, Lieutenant.� Er wandte sich um und berichtete Rione und Desjani, was er von Iger erfahren hatte.</p><p>Als er fertig war, nickte Desjani. �Ich wei�, dass der Anblick bei Lakota mich von jedem Restverlangen geheilt hat, mit der <emphasis>Dauntless</emphasis> ein Portal zum Zusammenbruch zu bringen.�</p><p>�K�nnen die CEOs, die diese Reserveflotte befehligen, nicht einfach eines ihrer Schiffe unter ihre Kontrolle bringen und es fernlenken?�, warf Rione ein. �So sind sie doch auch bei Sancere vorgegangen.�</p><p>�Das k�nnten sie�, stimmte Geary ihr zu. �Aber den Besatzungen dieser Schiffe war es auch gelungen, zum Teil die Kontrolle zur�ckzuerlangen, bevor sie zerst�rt wurden. Ich denke, wir k�nnen davon ausgehen, dass diese Besatzungen dort alles unternehmen werden, um die automatische Kontrolle �ber ihr Schiff auszuschalten. Immerhin wissen sie, welches Schicksal ihnen bl�ht, wenn sie das nicht machen.�</p><p>�Dann haben wir also eine Chance, solange die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> der Vernichtung entgeht�, schloss Desjani.</p><p>�So sieht es aus.� Geary schickte eine weitere Nachricht an die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, in der er die aktuellen Erkenntnisse zusammenfasste. �Ich muss zugeben, ich bin �berrascht, dass Jane Geary ein Gefecht mit den Syndiks meidet. Es ist zwar genau das, was sie tun soll, aber es ist v�llig untypisch f�r die Art, wie � �hm ��</p><p>�F�r die Art, wie die Flotte vor Ihrer R�ckkehr gek�mpft hat?�, f�hrte Desjani seinen Satz zu Ende. �Es ist gar nicht so untypisch. Wir haben uns doch gefragt, warum eine Geary ein Schlachtschiff befehligt, aber keinen Schlachtkreuzer. Wissen Sie noch? Da haben Sie Ihre Antwort: mangelnde Aggressivit�t.�</p><p>Mit anderen Worten: Sie dachte taktisch, anstatt gedankenlos auf den Feind loszust�rmen. Gearys Hoffnung, doch noch seine Gro�nichte Jane kennenzulernen, bekam durch diese Erkenntnis neuen Auftrieb. Er �berpr�fte, wie lange es noch dauerte, bis seine Schlachtkreuzer die Syndik-Flotte erreichte. Neunzehn Stunden. �Captain Desjani, haben wir schon irgendein Wort von den Beh�rden auf Varandal geh�rt?�</p><p>�Nein, Sir.�</p><p>�Nicht mal eine �verst�mmelte� Nachricht?�</p><p>�Nein, Sir. Wir haben auch keine Befehle aufgefangen, die an die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> gerichtet waren. Sieht so aus, als w�rden sie Ihnen die Leitung dieser Schlacht �berlassen.�</p><p>�Ich Gl�ckspilz. Was sch�tzen Sie, wann die Eingreiftruppe der <emphasis>Illustrious</emphasis> hier eintreffen wird?�</p><p>Desjani machte eine nachdenkliche Miene. �Einige Stunden wird das auf jeden Fall noch dauern. Nachdem sie bei Atalia die Rettungskapseln an Bord genommen haben, k�nnen sie nicht ann�hernd auf 0,1 Licht beschleunigt haben, da sie ansonsten ihre Brennstoffzellen fast v�llig aufgebraucht h�tten. Badaya ist kein Genie, aber so dumm ist er nun auch wieder nicht.�</p><p>Geary korrigierte den Kurs seiner Schlachtkreuzer, um sie an die Flugbewegungen der Syndiks anzupassen, dann schickte er den Befehl zur Kurskorrektur auch an die Schlachtschiffe. F�r den Augenblick gab es weiter nichts zu tun, als zu beobachten, wie die Syndiks versuchten, die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe in ein Gefecht zu verwickeln, w�hrend die sich immer aus deren Reichweite entfernte.</p><p>Sie waren immer noch zehn Stunden vom Ort des Geschehens entfernt, als der Syndik-CEO offenbar die Geduld verlor. Mit einem Mal zerfiel die Kastenformation, und jedes Schiff begann auf eigene Faust, sich der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe zu n�hern. Nur vier Syndik-Schlachtschiffe verharrten in der Formation, die um zehn Schwere Kreuzer und einen Schwarm aus Leichten Kreuzern und J�gern herum angeordnet waren. �Dort sind die Schweren Kreuzer, mit denen sie das Portal zerst�ren wollen. Es wird f�r die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> schwierig werden, all diesen Schiffen zu entwischen�, �u�erte sich Geary voller Unbehagen. Angesichts schnellerer und mobilerer Schlachtkreuzer, Kreuzer und J�ger, die von allen Richtungen kamen, konnte ein Schlachtschiff nicht darauf hoffen, auf lange Sicht unversehrt zu bleiben.</p><p>Das versuchte die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe auch gar nicht erst. Stattdessen beschleunigten die Schiffe auf einem Vektor, der auf die kleine Formation aus Syndik-Schlachtschiffen und Schweren Kreuzern zielte, um sich in den Schwarm aus Syndik-Schiffen zu bohren, der sich zwischen ihnen und ihren Zielen befand.</p><p>Nacheinander fielen drei Allianz-Zerst�rer aus, entweder weil sie unter dem feindlichen Beschuss in St�cke gerissen wurden oder weil ein Totalausfall aller Systeme sie unkontrolliert durchs All trudeln lie�. Der einzige Leichte Kreuzer fiel dem Feuer eines Dutzends Syndik-Schiffe zum Opfer, die an ihm vorbeirasten. Ein Schwerer Kreuzer erzitterte unter den Treffern, dann verging er in einer heftigen Explosion. Die <emphasis>Intemperate</emphasis> steckte einen Treffer nach dem anderen ein, k�mpfte aber weiter. Ein weiterer Zerst�rer wurde auf umherwirbelnde Tr�mmerteile reduziert.</p><p>Dann hatte die Allianz-Eingreiftruppe sich durch die feindlichen Schiffe gek�mpft und nahm Kurs auf die kleinere Syndik-Formation.</p><p>Die vier Syndik-Schlachtschiffe schleuderten ihnen Flugk�rper und Kart�tschen entgegen, aber die Allianz-Gruppe hatte sich bereits geteilt, um nicht zu viele Treffer abzubekommen. Dennoch fielen ein Schwerer Kreuzer und zwei weitere Zerst�rer dem Sperrfeuer zum Opfer.</p><p>Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe raste auf die Syndik-Formation zu, die Schlachtschiffe <emphasis>Dreadnaught</emphasis> und <emphasis>Dependable</emphasis> schirmten dabei den Schlachtkreuzer <emphasis>Intemperate</emphasis> vor dem feindlichen Beschuss ab, w�hrend sie alle ihr eigenes Feuer auf die Schweren Kreuzer der Syndiks konzentrierten.</p><p>Geary sah, wie sich die Formationen wieder entfernten, und wartete ungeduldig darauf, dass das Display die Bewertungen der Flottensensoren darstellte.</p><p>�Wow�, meinte Desjani. Acht von zehn Schweren Kreuzern der Syndiks waren au�er Gefecht gesetzt worden, einige v�llig zerst�rt, andere kampfunf�hig geschossen. �Gebt dieser Frau doch einen Schlachtkreuzer. So viel zum Plan der Syndiks. Jetzt werden sie noch ein paar Schwere Kreuzer mehr evakuieren m�ssen.�</p><p>�Allerdings.� Geary sch�ttelte den Kopf, als er sah, was von der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe noch �brig war. Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> und die <emphasis>Dependable</emphasis> hatten beide Treffer abbekommen, waren aber weiterhin gefechtsbereit. Die <emphasis>Intemperate</emphasis> hatte die H�lfte ihrer Waffen eingeb��t und war so langsam geworden, dass sie nur mit M�he mit den Schlachtschiffen mithalten konnte. Von den Eskortschiffen hatten nur zwei Schwere Kreuzer und ein einzelner Zerst�rer �berlebt. �Noch mal kann sie das aber nicht machen.�</p><p>�Vielleicht noch einmal�, widersprach Desjani. �Aber dann werden nur die beiden Schlachtschiffe durchkommen. Wenn sie schlau ist, wird sie den Syndiks eine Weile aus dem Weg gehen.�</p><p>Die eigenst�ndig agierenden Syndik-Kriegsschiffe hatten inzwischen gewendet und versuchten erneut, die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe abzufangen, doch die flog weiter in Richtung Hypernet-Portal. �Sie werden eine Weile brauchen, um diese Schiffe einzuholen�, sagte Geary. �Allerdings keine neun Stunden.� Die Auseinandersetzungen zwischen Syndiks und Allianz vor dem Eintreffen der Allianz-Flotte hatte beiden Seiten herbe Verluste zugef�gt, doch nach dem letzten Gefecht verf�gte die Reserveflotte immer noch �ber vierzehn Schlachtschiffe, elf Schlachtkreuzer, acht Schwere Kreuzer, dreiunddrei�ig Leichte Kreuzer und f�nfundachtzig J�ger. �Acht Schwere Kreuzer. W�rden die f�r die Syndiks gen�gen, um das Portal zu zerst�ren?�</p><p>�Das kommt darauf an, wie lange sie auf das Portal schie�en.� Desjani sch�ttelte den Kopf. �Dieser CEO muss doch einsehen, dass er nicht an seinem urspr�nglichen Plan festhalten kann. Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> und ihre Begleiter verschaffen uns zu viel Zeit. Die Syndiks werden anders vorgehen m�ssen.�</p><p>Pl�tzlich nahm Gearys Unbehagen Konturen an. �Sie werden versuchen, uns nacheinander auszuschalten. Sie werden erst unsere Formation besiegen. Dann werden Sie unsere Schlachtschiffe unsch�dlich machen, sobald die hier eintreffen. Danach k�nnen sie sich Zeit lassen, den Rest der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe zu eliminieren, um schlie�lich in aller Ruhe das Portal hochgehen zu lassen.�</p><p>Desjani nickte. �Das ist genau das, was ich auch tun w�rde.�</p><p>�Aber wir besitzen nicht mehr gen�gend Brennstoffzellen, um mit den Syndiks Fangen zu spielen, bis unsere Schlachtschiffe uns eingeholt haben.�</p><p>�Wissen die Syndiks das?�</p><p>�Ich will es nicht hoffen.�</p><p>Noch sieben Stunden. Vier Syndik-Schlachtschiffe hatten die Verfolgung der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe fortgesetzt, der Rest nahm wieder die gewohnte Kastenformation ein, wobei die �berlebenden Schweren Kreuzer gut gesch�tzt im Zentrum der Formation platziert wurden. Geary wog die Optionen ab. Ihm war klar, dass er seine Schlachtkreuzer vielleicht durch die Mitte dieser Kastenformation zu steuern vermochte, um an die Schweren Kreuzer heranzukommen. Das bedeutete allerdings, dass wahrscheinlich keines seiner Schiffe lange genug �berlebte, um auf der anderen Seite der Syndiks deren Formation auch wieder zu verlassen.</p><p>Noch sechs Stunden bis zum Kontakt. Die kompakte Kastenformation begann zu wenden, um sich den Schlachtkreuzern der Allianz in den Weg zu stellen. �Richtig geraten, Captain Desjani. Was die gro�en Schiffe angeht, sind sie uns im Verh�ltnis zwei zu eins �berlegen, aber mit Blick auf ihre vielen Schlachtschiffe verf�gen die Syndiks �ber mindestens dreimal mehr Feuerkraft als wir.� Sein Blick fiel auf die vier Schlachtschiffe, die die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe verfolgt hatten, nun aber auf einen neuen Kurs gegangen waren, um sich wie ein Schild zwischen die Allianz-Schiffe und die Hauptformation der Syndiks zu schieben.</p><p>Es war, als h�tte Desjani seine Gedanken gelesen. �Vier Schlachtschiffe. Die k�nnen wir ausschalten.�</p><p>�Wenn wir es richtig anstellen.� Er studierte die Position der Allianz-Schlachtschiffe, die stetig ihrem Kurs folgten, aber �ber eine Stunde hinter seinen Schlachtkreuzern herhinkten. Die Best�nde an Brennstoffzellen aller Schiffe schwanden zusehends. Geary konzentrierte sich auf die <emphasis>Rifle</emphasis>, die mit sechs Prozent Reserven den niedrigsten Stand der gesamten Flotte erreicht hatte. �Ich h�tte die <emphasis>Rifle</emphasis> am Sprungpunkt zur�cklassen sollen.�</p><p>�Das h�tte die Crew Ihnen niemals verziehen.�</p><p>Sorgf�ltig widmete er sich der Ann�herung an den Feind und korrigierte den Kurs der Schlachtkreuzer so, dass es aussah, als w�rden die mitten in die Syndik-Formation hineinrasen wollen. Tats�chlich war ihr Vektor aber so ausgerichtet, dass sie die Syndiks genau im richtigen Moment erreichen w�rden, um erneut den Kurs zu �ndern.</p><p>�Wie lange noch?�, fragte Rione. Sie hatte so schweigsam dagesessen, dass man ihre Anwesenheit auf der Br�cke leicht vergessen konnte.</p><p>�Die Syndiks kommen uns jetzt entgegen�, erkl�rte Geary. �Zwei Stunden, vierzig Minuten bis zum Kontakt, plus/minus ein paar Minuten. Bei zwei Stunden und zwanzig Minuten werden sie eine �berraschung erleben.�</p><p>�Sie k�nnten bereits damit rechnen�, wandte Desjani ein. �Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> hat genau das Gleiche gemacht.�</p><p>�Ja, stimmt. Dann werden wir eben auf eine unerwartete Weise ausweichen.�</p><p>Bei einer Stunde bis zum Kontakt hatte die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe ihren Kurs ge�ndert, um sich den vier Syndik-Schlachtschiffen zu n�hern, die daraufhin ihrerseits gewendet hatten. Da die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> nur noch f�nfzehn Lichtminuten entfernt war, schickte Geary ihr einen weiteren Befehl: �Captain Geary, hier spricht � Captain Geary. Vermeiden Sie es diesmal, den vier Syndik-Schlachtschiffen zu nahe zu kommen. Wir sind zu Ihnen unterwegs und wollen versuchen, Ihnen unter die Arme zu greifen.�</p><p>Es kam keine R�ckmeldung, obwohl die Zeitverz�gerung nur noch f�nfzehn Minuten betrug. Da es bis zum Kontakt mit der Reserveflotte keine halbe Stunde mehr dauerte, konnte sich Geary keine Gedanken dar�ber machen, ob Jane Geary seine Befehle ausf�hren w�rde. �An alle Einheiten der Formation Indigo eins, wir werden diesmal an der Syndik-Formation vorbeifliegen, diese vier Schlachtschiffe unter Beschuss nehmen und dann zur�ckkommen, damit wir uns der Flotte widmen k�nnen. Sparen Sie sich Ihre Munition bis dahin auf.�</p><p>Zwanzig Minuten bis zum Kontakt. Die Reserveflotte der Syndiks und die Schlachtkreuzer waren nur noch vier Lichtminuten voneinander entfernt, als sie mit einer Gesamtgeschwindigkeit von 0,2 Licht aufeinander zurasten. Die Syndiks hatten ihre Geschwindigkeit auf 0,1 Licht gedrosselt, damit die relativistischen Verzerrungen nicht ihre Chancen minderten, die Kriegsschiffe der Allianz zu treffen.</p><p>F�nfzehn Minuten bis zum Kontakt. Zehn Minuten. �An alle Einheiten der Formation Indigo eins, drehen Sie bei Zeit vier null neun nach backbord zwei null Grad, nach unten eins f�nf Grad.�</p><p>Die Schlachtkreuzer und ihre Eskortschiffe bogen nach links unten ab, weg vom Stern Varandal in Richtung der Unterseite der Systemebene. Eine Minute war vergangen, ehe die Syndiks erkennen konnten, dass die Allianz-Flotte ausgewichen war, als die beiden Streitm�chte keine sieben Minuten mehr voneinander entfernt gewesen waren. Geary bet�tigte seine Kontrollen. �An alle Einheiten der Formation Indigo eins, drehen Sie bei Zeit vier eins drei nach oben zwei null Grad.�</p><p>Die Syndiks w�rden selbst auch eine Kurs�nderung vornehmen, und zwar seitlich nach unten, um die Allianz-Schiffe abzufangen, doch die Schlachtkreuzer waren l�ngst wieder in eine Aufw�rtsbewegung �bergegangen, w�hrend der Countdown bis zum Kontakt den Sekundenbereich erreichte. �Die Syndiks haben Flugk�rper und Kart�tschen abgefeuert�, meldete der Wachhabende f�r die Gefechtssysteme.</p><p>Das Feuermuster der Syndiks zielte in die Richtung, in die die Allianz-Schlachtkreuzer zuerst ausgewichen waren. Die Syndiks waren davon ausgegangen, dass ihr Gegner noch steiler nach unten ausweichen w�rde, und dementsprechend war ihr Beschuss ausgerichtet. Damit ging der jedoch deutlich ins Leere, denn Gearys Schiffe hatten l�ngst Kurs auf die vier einzelnen Schlachtschiffe genommen.</p><p>Hinter ihnen begann die Syndik-Formation ein so extremes Wendeman�ver, dass ein Leichter Kreuzer pl�tzlich zerbrach, weil seine Tr�gheitskompensatoren �berlastet worden waren.</p><p>�Macht sie verr�ckt, macht sie irre�, merkte Desjani am�siert an. �Wissen Sie, es ist noch gar nicht so lange her, da w�re ich wirklich au�er mir gewesen, mit ihnen nur Fangen zu spielen, anstatt sie frontal anzugreifen. Aber jetzt ist es eine richtige Genugtuung, wenn ich daran denke, was dieser Syndik-CEO gerade von sich gibt.�</p><p>�Danke.� Die vier Syndik-Schlachtschiffe w�rden jetzt allm�hlich aufwachen und merken, dass zw�lf Schlachtkreuzer aus der einen Richtung auf sie zukamen, w�hrend sich aus der anderen Richtung die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe n�herte. �Das kommt dabei heraus, wenn ein Commander Kompromisse eingeht, weil er versucht, an seinem urspr�nglichen Plan festzuhalten, obwohl sich die Umst�nde drastisch ver�ndert haben. Dieser CEO h�tte niemals seine Streitmacht teilen d�rfen, sondern sich darauf konzentrieren sollen, entweder uns oder die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe anzugreifen.�</p><p>Eine Viertelstunde sp�ter war die Reserveflotte noch immer mit ihrem Wendeman�ver besch�ftigt, als die Allianz-Schlachtkreuzer bereits massiv verz�gerten, um auf 0,1 Licht herunterzugehen und an den vier Syndik-Schlachtschiffen vorbeizufliegen. Dabei bombardierten sie die Syndiks mit zahlreichen H�llenspeer-Salven, gefolgt von den Null-Feldern der hinteren Schlachtkreuzer.</p><p>�Zwei erledigt�, meldete Desjani triumphierend, als eines der Schiffe explodierte und das andere unkontrolliert aus der Formation brach. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> erzitterte noch immer von den Treffern, die ihre Schilde abbekommen hatten.</p><p>Trotz der �berlegenen Feuerkraft der Allianz-Schiffe hatten auch die <emphasis>Leviathan</emphasis>, die <emphasis>Implacable</emphasis> und die <emphasis>Brilliant</emphasis> schwere Sch�den davongetragen. �<emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die beiden anderen Schlachtschiffe geh�ren Ihnen�, sendete Geary, w�hrend er die Allianz-Schlachtkreuzer erneut wenden lie�.</p><p>Als sie auf einen Vektor gingen, der auf die Kastenformation der Syndiks zielte, die mit 0,1 Licht auf sie zugeflogen kam, ert�nte auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> ein Alarm. �Captain, unser Bestand an Brennstoffzellen hat soeben zehn Prozent unterschritten�, meldete der Wachhabende f�r den Maschinenraum. �Die Steuer- und Gefechtssysteme des Schiffs empfehlen, dass wir den Kampf abbrechen und sofort den Bestand auff�llen.�</p><p>�Dass ich daran nicht gedacht habe�, bemerkte Desjani trocken. �Die Empfehlung des Systems wurde zur Kenntnis genommen.�</p><p>��hm � Captain, die Systeme warnen davor, dass sie automatisch einen Logbucheintrag vornehmen werden, dass der befehlshabende Offizier das Schiff in Gefahr bringt, wenn ihre Empfehlung missachtet wird.�</p><p>�Sagen Sie dem System, es soll sich seine Warnung sonstwohin stecken, Lieutenant.�</p><p>�Captain? Wie �?�</p><p>��bergehen Sie sie einfach!� Dann sah sie Geary an. �Es w�re eine �berlegung wert, diese Schlacht in n�chster Zeit zu beenden.�</p><p>�Ich werde sehen, was sich machen l�sst.� Vor ihnen kam die Kastenformation schnell n�her, dicht dahinter befanden sich die Schlachtschiffe der Allianz.</p><p>�Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>-Eingreiftruppe greift die beiden verbliebenen Syndik-Schlachtschiffe der vormaligen Vierergruppe an. Die versuchen jedoch, zur Hauptformation zur�ckzukehren.�</p><p>Die Kastenformation enthielt noch immer zehn Schlachtschiffe und elf Schlachtkreuzer, auch wenn zwei der Letzteren zuvor zahlreiche Treffer hatten einstecken m�ssen.</p><p>Nach den Bewegungen der Syndik-Flotte zu urteilen, war deren Befehlshaber inzwischen offenbar so w�tend und frustriert, dass er allm�hlich unvorsichtig wurde. Geary wiederholte das letzte Ausweichman�ver nach links unten. Dann aber lie� er die Schlachtkreuzer so steil nach rechts oben aufsteigen, dass sich dort gleich eine Ecke der Formation vor ihnen befinden musste; vorausgesetzt, der gegnerische Befehlshaber ging davon aus, dass sie das komplette Man�ver flogen.</p><p>Die Finte funktionierte, die Flugk�rper und Kart�tschen der Syndiks flogen �ber die Allianz-Flotte hinweg, die ihrerseits auf ein Schlachtschiff und zwei Schlachtkreuzer zusteuerte, die die Ecke der Formation bildeten, die die Allianz ins Visier genommen hatte.</p><p>Die beiden Streitm�chte zuckten im Bruchteil einer Sekunde aneinander vorbei, automatische Systeme erfassten ihre Ziele und feuerten. Als sich die beiden Flotten nach einem Augenblick wieder trennten, sah Geary, dass zwei Schlachtkreuzer der Syndiks nicht l�nger funktionst�chtig waren und dass das Schlachtschiff erhebliche Sch�den davongetragen hatte.</p><p>Erst eine Sekunde sp�ter wurde ihm bewusst, dass in der Allianz-Formation eine L�cke klaffte. Dort hatte sich zuvor die <emphasis>Furious</emphasis> aufgehalten. Hinter ihnen, wo die beiden Streitm�chte einander begegnet waren, trieb eine Tr�mmerwolke, die alles darstellte, was von der <emphasis>Furious</emphasis> noch geblieben war.</p><p>Mit tonloser Stimme meldete Desjani: �Die m�ssen ihr Feuer auf die <emphasis>Furious</emphasis> konzentriert haben. Es ist zu einer �berladung des Hauptantriebs gekommen. Niemand kann der Explosion entkommen sein. Verdammt.�</p><p>Einen Moment lang sah Geary Captain Gaylen Cresida vor sich, wie er sie zum ersten Mal im Heimatsystem der Syndiks gesehen hatte. Sie hatte sich ohne zu z�gern hinter ihn gestellt und ihn gegen Zweifel und Anfeindungen verteidigt. Und er sah ihr Gesicht vor sich, wie er bei Atalia mit ihr �ber die Vorrichtung f�r die Sicherung der Hypernet-Portale sprach, mit der sie die Menschheit vor deren eigener Dummheit retten wollte, weil die ein Hypernet aufgebaut hatten, ohne irgendetwas �ber dessen Gefahren und Risiken zu wissen.</p><p>Dann sch�ttelte er den Kopf. <emphasis>Nicht jetzt.</emphasis> Sp�ter w�rde er noch Zeit haben zu trauern. �Die <emphasis>Dragon</emphasis> ist schwer besch�digt, die <emphasis>Implacable</emphasis> hat weitere Treffer abbekommen.� Elf Schlachtkreuzer waren noch �brig, und gut die H�lfte davon war in ihren F�higkeiten stark eingeschr�nkt.</p><p>Sein Blick wanderte zu seinen Schlachtschiffen, die noch eine Lichtminute entfernt waren, als die Syndik-Kastenformation erneut wendete. Achtzehn St�ck, dazu etliche Eskortschiffe. Instinktiv �berlegte er, wie die Schlachtschiffe angesichts der geringen Zeitverz�gerung zwischen ihnen und der <emphasis>Dauntless</emphasis> den Anflugvektor anpassen sollten. �Formation Indigo zwei, drehen Sie nach rechts null null zwei Grad, nach unten null zwei Grad.�</p><p>Der Flottenbefehlshaber der Syndiks, der ganz auf die Allianz-Schlachtkreuzer konzentriert war, musste einen ordentlichen Schock erlitten haben, als ihm klar wurde, dass die Schlachtschiffe der Allianz nahe genug gekommen waren, um ins Geschehen eingreifen zu k�nnen. Die Kastenformation hatte sich kaum ausgerichtet, um erneut die Allianz-Schlachtkreuzer zu attackieren, da flogen die Schlachtschiffe durch eine Seite des Kastens und zerst�rten mit ihrer enormen Feuerkraft zwei Syndik-Schlachtschiffe und sechs Schlachtkreuzer.</p><p>Nachdem die Allianz-Schiffe hindurchgeflogen waren, hatten sie alle acht gro�en Schiffe der Syndiks au�er Gefecht gesetzt, und einige der Schlachtkreuzer waren wie eine Vergeltungsma�nahme f�r das Schicksal der <emphasis>Furious</emphasis> buchst�blich zerrissen worden.</p><p>Aber Gearys Freude w�hrte nur kurz, da der Ablauf-Wachhabende im n�chsten Moment meldete: �Die Brennstoffzellen der <emphasis>Rifle</emphasis> sind aufgebraucht, der Hauptantrieb hat sich abgeschaltet. Der Antrieb der <emphasis>Culverin</emphasis> hat die Abschaltung eingeleitet. Die restlichen Schiffe des Achten Leichten Kreuzergeschwaders haben f�r weniger als f�nf Minuten Energie. Die Schiffe des Dreiundzwanzigsten Zerst�rergeschwaders melden, dass ihre Brennstoffzellen aufgebraucht sind und die Abschaltung des Hauptantriebs unmittelbar bevorsteht.�</p><p>Auf dem Display waren die beiden Zerst�rer zu sehen, die hilflos durchs All trieben. �Wie lange kann die Notversorgung die Lebenserhaltungssysteme versorgen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Zw�lf Stunden�, antwortete Desjani sofort. �Ich dachte mir bereits, dass wir das w�rden wissen wollen. Bis dahin sollte dieses Gefecht beendet sein.�</p><p>�Ganz bestimmt.� Er befahl seinen Schiffen zu wenden. Dabei konnte er beobachten, wie eine wachsende Zahl an Zerst�rern und Leichten Kreuzern auf ihrer bisherigen Flugbahn aus der Formation davontrieb. Sie hatten keine Energie mehr, um zu man�vrieren.</p><p>Er sp�rte, dass alle Augen auf ihn gerichtet waren, und er musste gar nicht erst auf die Statusanzeige schauen, weil er auch so wusste, wie es um den Bestand an Brennstoffzellen auf seinen Schiffen bestellt war. Die zahlenm��ige �berlegenheit der Allianz-Flotte w�rde schon bald keine Rolle mehr spielen, weil dann fast alle Schiffe reglos im All treiben w�rden.</p><p>Die Syndiks befanden sich jetzt zwischen den Schlachtkreuzern und den Schlachtschiffen der Allianz, die Schlachtkreuzer wiederum hielten sich zwischen der Syndik-Flotte und dem Hypernet-Portal auf. Trotzdem nahmen die Syndiks keine gr��ere Kurs�nderung vor, sondern versuchten nur, die Kastenformation wiederherzustellen, nachdem deren eine Seite zerschmettert worden war.</p><p>�Denen muss klar sein, dass uns die Brennstoffzellen ausgehen�, murmelte Desjani.</p><p>�Bislang haben sie nur gesehen, dass die Eskortschiffe keine Energie mehr haben. Wir m�ssen sie in dem Glauben lassen, dass unsere gro�en Schiffe damit noch lange kein Problem haben.� Geary bet�tigte seine Kontrollen. �Formation Indigo eins, drehen Sie sofort nach links eins neun null Grad, nach oben eins zwei Grad, und beschleunigen Sie auf 0,6 Licht.� Die Struktur der <emphasis>Dauntless</emphasis> �chzte, als das Schiff das geforderte Man�ver auf so engem Raum ausf�hrte, wie es die Tr�gheitskompensatoren aushielten. Ringsum folgten die verbliebenen Schlachtkreuzer ihrem Beispiel und richteten sich auf die Seite der Syndik-Kastenformation aus, die noch immer L�cken aufwies. �Konzentrieren Sie das Feuer auf die vorderen Syndik-Schiffe!�</p><p>Sie jagten am Rand der Formation vorbei, und wieder schauderte die <emphasis>Dauntless</emphasis> bei den Treffern, die die Syndiks landeten. �Die <emphasis>Valiant</emphasis> meldet schwere Sch�den, die <emphasis>Daring</emphasis> hat bis auf H�llenspeer-Batterie Bravo und den Null-Feld-Generator alle Waffen verloren. Die <emphasis>Implacable</emphasis> hat die Antriebs- und Steuerkontrolle verloren.�</p><p>Geary blickte weiter aufmerksam auf sein Display, das die Ergebnisse der j�ngsten Salve anzeigte. Eines der �berlebenden Syndik-Schlachtschiffe war in einen Tr�mmerhaufen verwandelt worden, und der einzelne Schlachtkreuzer am Rand der Formation existierte ebenfalls nicht mehr.</p><p>Die Allianz-Schlachtschiffe drehten bei, und auf Gearys Display leuchteten immer mehr Warnungen auf, was den Bestand an Brennstoffzellen auf seinen Schiffen betraf. Doch sie erweckten von au�en den Eindruck, als w�ren sie unver�ndert bereit, wieder und wieder auf die Syndiks einzuschlagen. Die Allianz-Schlachtkreuzer, die sich jetzt auf der gleichen Seite der Syndiks befanden wie die Schlachtschiff-Formation, n�herten sich weiter diesen Schlachtschiffen, w�hrend mehr und mehr Leichte Kreuzer und Zerst�rer hinter ihnen zur�ckfielen, weil sich ihre Hauptantriebe nach und nach abschalteten. Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die <emphasis>Dependable</emphasis> und die <emphasis>Intemperate</emphasis> waren nur zwei Lichtminuten entfernt, aber auch wenn sie noch �ber gen�gend Energiereserven verf�gten, hatten sie bei den vorangegangenen Gefechten mit den Syndiks schwer gelitten.</p><p>Abermals blinkte ein Warnlicht auf seinem Display auf. �Allianz-Schiffe am Sprungpunkt von Atalia. Wir k�nnen soeben sehen, dass die <emphasis>Illustrious</emphasis>-Eingreiftruppe eingetroffen ist.� Er sah zu den Syndiks und wartete darauf, wie sie reagieren w�rden.</p><p>Die drehten sich ein kleines St�ck weit nach rechts und beschleunigten, w�hrend die besch�digten Schiffe zur�ckblieben und Rettungskapseln ausstie�en. �Sie ergreifen die Flucht.� Desjani grinste ihn an. �Sie haben die Schiffe gesehen, die die <emphasis>Illustrious</emphasis> begleiten, aber sie haben nicht �berpr�ft, in welchem Zustand die sich befinden. Sie haben nur weitere Allianz-Schiffe eintreffen gesehen, und da wir ihnen den Weg zum Hypernet-Portal versperren und so aussehen, als h�tten wir den l�ngeren Atem, treten sie die Flucht an.�</p><p>Geary konnte nicht glauben, dass das wahr sein sollte, und lie� das Display nicht aus den Augen. Jeden Moment rechnete er damit, dass sie doch noch umkehrten. Doch die entfernten sich immer weiter und beschleunigten, so schnell sie konnten. Sieben Syndik-Schlachtschiffe und zwei Schlachtkreuzer mitsamt den �berlebenden Eskortschiffen rasten wie vom Teufel besessen in Richtung Sprungpunkt nach Atalia davon.</p><p>�Das Zehnte Leichte Kreuzergeschwader und das Dritte Zerst�rergeschwader melden, dass die Brennstoffzellen aufgebraucht sind. Das Gleiche gilt f�r den Schweren Kreuzer <emphasis>Camail</emphasis>.�</p><p>Pl�tzlich begann Desjani schallend zu lachen, Geary sah sie verwundert an.</p><p>Sie zeigte auf die Anzeige f�r die Brennstoffzellen ihres eigenen Schiffs, die zwischen ein und zwei Prozent schwankte. Genauso pl�tzlich verstummte Desjani, schien ihm um den Hals fallen zu wollen, hielt sich aber davon ab und ballte stattdessen eine Faust, um Geary gegen die Schulter zu boxen. �<emphasis>Sie haben�s geschafft!</emphasis> Bei den lebenden Sternen, Sie haben�s geschafft!�</p><p>�Wir haben es geschafft�, berichtigte er sie und rieb sich die Schulter. Mit einem Mal f�hlte er sich versucht, ebenfalls in hysterisches Gel�chter auszubrechen. �Jeder in dieser Flotte hat es geschafft.� Er h�rte, dass �berall auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> Jubel zu h�ren war. Die Crew feierte die Heimkehr.</p><p>Einen Moment lang merkte Geary, wie sich wieder die Erinnerungen an die letzten Minuten der <emphasis>Merlon</emphasis> regten. Er hatte den Schweren Kreuzer nicht retten k�nnen, und es war ihm auch nicht gelungen, dessen Besatzung nach Hause zu bringen. Ganz gleich, was alle anderen �ber die Schlacht bei Grendel sagten, ihm war es immer so vorgekommen, als habe er versagt. Aber diesmal nicht.</p><p>�Sir?�, fragte Desjani, die immer noch grinste, ihn aber ein wenig r�tselnd ansah. �Stimmt etwas nicht?�</p><p>Er erwiderte ihr L�cheln. �Nein, Tanya, es ist alles in Ordnung. Ich musste nur gerade an etwas denken.� Etwas sagte ihm, dass die R�ckblenden an die letzten Augenblicke an Bord der <emphasis>Merlon</emphasis> ihn zwar vermutlich niemals loslassen w�rden, doch er wusste: Sie w�rden nie wieder so schmerzhaft sein.</p><p>�Captain�, meldete der Ablauf-Wachhabende. �Drei Schnelle Transporter mit Bauplattformen im Schlepp fliegen zum Hypernet-Portal.�</p><p>Desjani wurde ernst und atmete tief durch. �Captain Cresidas Sicherheitsvorrichtung wird installiert. M�gen Ihre Vorfahren Sie mit den Ehren willkommen hei�en, die Sie verdient haben, Jaylen. Gr��en Sie Roge von mir.�</p><p>�Ihr Ehemann?�, fragte Geary, der M�he hatte, sich nicht von seinen Gef�hlen �berw�ltigen zu lassen.</p><p>�Ja. Seit er tot ist, hat sie immer gesagt, dass er auf sie wartet.� Mit einer schroffen Geste wischte Desjani sich �ber ein Auge und drehte sich zu ihren Wachhabenden um. �Beginnen Sie mit maximalen Energiesparma�nahmen, bis wir neue Brennstoffzellen bekommen.�</p><p>Durch ihren Befehl f�hlte sich Geary an seine eigenen Aufgaben erinnert. Er wandte sich ab und bet�tigte verschiedene Tasten. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit so weit wie m�glich, ohne dabei die Brennstoffreserven unter ein Prozent sinken zu lassen.� Dann wechselte er auf einen anderen Kanal: �An alle Allianz-Einrichtungen im Varandal-System, hier spricht Captain John Geary, Befehlshaber der Allianz-Flotte. Die Schiffe dieser Flotte verf�gen �ber extrem niedrige Best�nde an Brennstoffzellen. Einige Schiffe mussten sogar bereits abgeschaltet werden. Ich bitte darum, dass mit h�chster Priorit�t alle verf�gbaren Kr�fte mobilisiert werden, um die Schiffe mit neuen Brennstoffzellen zu versorgen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Und noch eine Nachricht musste er senden: �<emphasis>Dreadnaught</emphasis>, verfolgen Sie mit Ihren Schiffen die auf dem R�ckzug befindlichen Syndiks.� Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis> w�rde sie bei dem bereits bestehenden Vorsprung nicht mehr einholen k�nnen, aber es konnte nicht schaden, die Syndiks noch ein wenig unter Druck zu setzen.</p><p>Und noch eine Nachricht: �Captain Badaya, die Syndiks sind auf der Flucht aus dem System. Es k�nnte sein, dass sie auf dem Weg zum Sprungpunkt nach Atalia noch versuchen, eine Salve auf Sie abzufeuern. Vermeiden Sie jeden Kontakt mit ihnen. Wir holen sie uns sp�ter, und dann m�chte ich Sie und die anderen Schiffe in meiner Flotte haben.�</p><p>Rione hatte schweigend dagesessen und mit leerem Blick vor sich auf den Boden gestarrt. Schlie�lich erwachte sie aus ihrer Trance und schaute Geary an, als wisse sie nicht so recht, was sie da sah. �Meinen Gl�ckwunsch. Der Kampf ist noch nicht vorbei, aber Sie haben schon jetzt das Unm�gliche vollbracht.�</p><p>Der Krieg war noch nicht zu Ende, doch die verloren geglaubte Flotte war heimgekehrt.</p><p>Geary stand in seinem Quartier und betrachtete das Display, in dessen Mitte sich nun Varandal befand. Die Schiffe der Flotte kreisten als gro�er Schwarm um den Stern. Zum ersten Mal, seit er das Kommando �bernommen hatte, befanden sie sich in einem System, in dem keine Bedrohung auf sie lauerte. Die Planeten, St�dte und Anlagen waren bereit, der Flotte zu helfen und sie stellten keine Gefahr f�r sie dar. Was vierundzwanzig Stunden ausmachen konnten �</p><p>Vor zwei Stunden hatten die Syndiks Varandal verlassen, immer noch so in Eile, als wolle der Teufel pers�nlich sie in ein Schwarzes Loch ziehen. Noch w�hrend sie sich auf der Flucht befanden, waren aufgrund von Gearys Aufruf Schiffe aller Art von den Welten, Kolonien und Orbitaleinrichtungen im System zu Hilfe geeilt, um so viele Brennstoffzellen herbeizuschaffen, wie sie nur transportieren konnten. Nun war keines seiner Schiffe mehr in Gefahr, ohne Energieversorgung dazustehen, w�hrend die Schiffe, die alle Vorr�te aufgebraucht hatten, neu gestartet wurden. Die am schwersten besch�digten Kriegsschiffe waren bereits auf dem Weg zu den weitl�ufigen Raumdocks mit ihren umfassend ausger�steten Werkst�tten.</p><p>Geary versp�rte eine dr�ckende Schwere, als er an die Schiffe und die Matrosen dachte, die so kurz vor der Heimat noch gestorben waren. Die <emphasis>Furious</emphasis> war nicht der einzige Verlust, doch der hatte ihn am tiefsten getroffen. Auch die Schweren Kreuzer <emphasis>Kaidate</emphasis> und <emphasis>Quillion</emphasis> waren so schwer besch�digt worden, dass sie nicht gerettet werden konnten. Die Leichten Kreuzer <emphasis>Estocade</emphasis>, <emphasis>Disarm</emphasis> und <emphasis>Cavalier</emphasis> waren in St�cke geschossen worden, und die Zerst�rer <emphasis>Serpentine</emphasis>, <emphasis>Basilisk</emphasis>, <emphasis>Bowie</emphasis>, <emphasis>Guidon</emphasis> und <emphasis>Sten</emphasis> waren entweder in Wracks verwandelt worden oder w�hrend der K�mpfe explodiert. Und das waren nur die Schiffe, die zur Flotte geh�rt hatten. Nicht mitgerechnet waren all jene Schiffe, die an der Seite der <emphasis>Dreadnaught</emphasis> gek�mpft hatten und dabei zerst�rt worden waren. Und nicht mitgerechnet waren auch all jene Matrosen, die an Bord jener Schiffe get�tet oder verletzt worden waren, die �nur� Sch�den davongetragen hatten.</p><p>Doch die Flotte war heimgekehrt. Nicht unversehrt, nicht mehr vollz�hlig, aber sie war heimgekehrt.</p><p>Es hatte Zeiten gegeben, da er sich diesen Augenblick vorgestellt und sich selbst gesehen hatte, wie er erleichtert das Kommando �ber die Flotte abgab. Was genau er danach h�tte unternehmen wollen, war ihm nie so ganz klar gewesen. Von dem Wunsch abgesehen, noch einmal Kosaka zu besuchen, hatte Geary keine Ahnung gehabt, wo er sich vor der Legende von Black Jack Geary verstecken konnte.</p><p>Das hatte sich grundlegend ge�ndert. Er hatte gesehen, wohin die Pflicht ihn f�hrte und was die Ehre von ihm verlangte. Und er hatte jemandem gegen�ber einen Eid abgelegt, der ihm sehr wichtig war. Nat�rlich konnte er immer noch versuchen, allem den R�cken zu kehren, seine Vorstellungen von Pflicht und Ehre �ber Bord zu werfen und seine Versprechen zu vergessen. Doch wenn er das tat, dann ging das T�ten zweifellos weiter. Der Krieg w�rde weitergef�hrt werden, so wie es schon seit Jahrzehnten der Fall war, und er w�rde den einen Menschen verlieren, dessen Gegenwart diese brutale, gewaltt�tige Zukunft zu einem Ort machte, an dem er trotz allem sein wollte.</p><p>Aus diesem Blickwinkel betrachtet, fiel ihm die Entscheidung nicht so schwer. Vielleicht machte er sich auch nur etwas vor. Vielleicht litt er sogar am Geary-Syndrom, das die �rzte in den letzten Jahrzehnten als einen Zustand definiert hatten, bei dem die betroffene Person glaubte, nur sie k�nne die Allianz retten. Aber die Menschen, denen er vertrauen konnte, sagten ihm, dass er als Einziger eine Chance hatte, den Krieg zu beenden. Er glaubte alles andere, was sie ihm sagten, also musste er ihnen auch dies glauben.</p><p>Und so stand er nun da, betrachtete seine Flotte und fragte sich, ob er das Kommando behalten und seine Vorgesetzten von dem �berzeugen konnte, was unternommen werden musste.</p><p>�Es war schlimmer als bef�rchtet�, sagte Rione. �Meine Kontakte im System haben mir berichtet, dass die Syndiks seit Monaten die Behauptung verbreitet haben, diese Flotte sei zerst�rt worden. Dann sprach sich herum, sie sei im Feindgebiet verschollen. Das f�hrte zu zivilem Ungehorsam und zu Demonstrationen in zahlreichen Sternensystemen. Die Menschen der Allianz sind im Begriff, die Hoffnung zu verlieren.� Sie lie� eine kurze Pause folgen. �Sie <emphasis>waren</emphasis> im Begriff, die Hoffnung zu verlieren. Wenn man Varandal zum Ma�stab erheben kann, dann weckt Ihre R�ckkehr mitsamt der Flotte einen gewaltigen Optimismus.�</p><p>�Gro�artig.� Er musste an einige der Nachrichtensendungen denken, die in den St�dten auf Varandal ausgestrahlt worden waren. Fr�hliche Gesichter hatten die neuesten Informationen verbreitet, die bekannt geworden waren. <emphasis>Offiziell weigern sich das Milit�r und die Regierung, irgendetwas zu best�tigen, aber unsere Kontakte in der Flotte haben uns versichert, dass die Ger�chte der Wahrheit entsprechen! Black Jack ist zur�ckgekehrt, so wie die Legende es vorhergesagt hat! Er hat die Flotte gerettet! Und er hat Varandal gerettet! Kann er auch die Allianz retten? Nach seiner wundersamen R�ckkehr scheint f�r den Helden der Allianz alles m�glich zu sein!</emphasis></p><p>Es folgten Bilder von grimmig dreinblickenden Pressesprechern. <emphasis>Die Regierung gibt dazu derzeit keinen Kommentar ab.</emphasis></p><p><emphasis>Was ist mit den Nachrichten, die Captain Geary w�hrend des Gefechts mit den Syndiks bei Varandal gesendet hat?</emphasis></p><p><emphasis>Die Regierung gibt dazu derzeit keinen Kommentar ab.</emphasis></p><p><emphasis>Was ist mit den Aussagen von Syndik-Gefangenen, wonach Black Jack Geary die Flotte durch das Herz der Syndikatwelten gef�hrt und fast deren gesamte Raumschiff-Flotte vernichtet haben soll?</emphasis></p><p><emphasis>Die Regierung wird sich dazu �u�ern, sobald ihr weitere Informationen vorliegen.</emphasis></p><p><emphasis>Die Nachricht der Flotte, dass die Hypernet-Portale eine ernste Bedrohung darstellen, ist mit gro�er Sorge aufgenommen worden. K�nnen Sie best�tigen, dass die in der Nachricht angesprochene Sicherheitsvorrichtung bei Varandal installiert worden ist?</emphasis></p><p><emphasis>Das Hypernet-Portal bei Varandal stellt keine Bedrohung dar. Aus Sicherheitsgr�nden k�nnen wir keine weiteren Informationen dazu herausgeben.</emphasis></p><p><emphasis>Beobachtungen des Hypernet-Portals haben ergeben, dass erst vor Kurzem neue Elemente dort installiert worden sind. K�nnen Sie dazu etwas sagen?</emphasis></p><p><emphasis>Nein. Das Hypernet-Portal ist sicher.</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Warum gibt die Regierung nicht einfach zu, was ohnehin jeder wei�?�, wunderte sich Geary. �So stehen sie jetzt wie ein paar Idioten da.�</p><p>�So stehen Regierungen oft da, wenn sie versuchen, Informationen zu kontrollieren. Ich hoffe, Sie erwarten nicht von mir, dass ich diesen Ansatz diesmal rechtfertige. Angesichts der Zahl der Schiffe, die seit Ihrer Ankunft Varandal per Sprung und per Hypernet verlassen haben, muss sich die Neuigkeit rasend schnell herumsprechen. Und es ist eine gute Neuigkeit�, beharrte Rione. �Die Allianz braucht Hoffnung, und Sie verk�rpern diese Hoffnung. Machen Sie sich gar nicht erst die M�he, einen Schmollmund zu ziehen. Sie wissen, dass es wahr ist, auch wenn Sie es f�r noch so irrational halten. Und per definitionem ist Hoffnung an sich schon irrational.�</p><p>�Vermutlich kann ich mich nicht dar�ber beklagen, wenn ich bedenke, was ich der Regierung vorschlagen will�, r�umte Geary ein. �Ob man das als rational bezeichnen k�nnte, wage ich eher zu bezweifeln.�</p><p>�Wollen Sie immer noch um die Erlaubnis bitten, mit der Flotte ins Heimatsystem der Syndiks zur�ckzukehren?�</p><p>�Ja, sobald sich jemand die Zeit nimmt, mit mir zu reden.� Er drehte sich zu Rione um. �Haben Sie irgendeine Ahnung, wie lange das noch dauern wird?�</p><p>�Schwer zu sagen�, erwiderte sie nachdenklich. �M�glicherweise kommt der komplette Gro�e Rat her, um sich mit Ihnen zu unterhalten.�</p><p>�Das ist doch l�cherlich!�</p><p>�Ist es nicht!�, schnaubte sie aufgebracht. �Sie besitzen mehr Macht als der Rat. Sie m�ssen das begreifen, und doch d�rfen Sie nicht so handeln, als w�re es so. Diese Leute m�ssen Sie sehen und sich anh�ren, was Sie zu sagen haben, weil sie entscheiden m�ssen, ob Sie der Allianz den Untergang oder die Erl�sung bringen. Wenn der Gro�e Rat herkommt, dann k�nnen wir beide diese Leute davon �berzeugen, dass sie Ihrem Plan zustimmen sollten. Selbst ich kann erkennen, dass es kein verr�ckter Plan ist. Ich dachte immer, Blochs Plan war ziemlich aussichtslos, aber nach den Verlusten, die Sie den Syndiks zugef�gt haben, sehe ich das anders. Wenn Sie dann noch innerhalb k�rzester Zeit die Zustimmung bekommen, einen Schlag gegen die F�hrung der Syndikatwelten zu wagen, stehen die Chancen gut, dass wir der Bestie den Kopf abschlagen. Aber das muss wirklich bald geschehen, denn wenn wir den Syndiks genug Zeit lassen, um neue Kriegsschiffe zu bauen, sehe ich schon jetzt eine neue Pattsituation auf uns zukommen, die sich erst aufl�sen wird, wenn beide Regierungen zusammengebrochen sind.�</p><p>Geary nickte. �Das w�re durchaus m�glich. Was glauben Sie, wie sie die Nachricht von den Aliens aufnehmen werden?�</p><p>�Nicht gut. Aber wir haben eindeutige Beweise. Sie werden verstehen, dass wir uns so schnell wie m�glich mit den Aliens und mit den Syndiks befassen m�ssen. Wir haben schlie�lich keine Ahnung, mit welchen verlockenden Fallen diese Aliens noch aufwarten werden.�</p><p>�Die Aliens m�ssen erfahren, dass sie teuer daf�r bezahlen werden, wenn sie Kalixa irgendwo wiederholen. Und es w�rde mir auch nichts ausmachen, sie f�r Kalixa b��en zu lassen. Ich werde mein Bestes geben, um unsere F�hrer zu �berzeugen. Dann werden wir die Syndiks besiegen und anschlie�end ein ernstes Wort mit den Aliens reden, nat�rlich unterst�tzt von ausreichender Feuerkraft.�</p><p>�Wenn man die j�ngste Geschichte als Ma�stab nehmen kann, dann d�rfte Ihr Bestes gen�gen.� Rione wandte sich zum Gehen, doch als sie die Luke �ffnete, wollte gerade Desjani eintreten. Beide Frauen warfen sich k�hle Blicke zu und gingen wortlos aneinander vorbei.</p><p>�Captain Geary.� Desjani ging zu ihrer Komm-Einheit und aktivierte sie. �Sie erinnern sich bestimmt an meinen Befehl, dass alle verst�mmelten Nachrichten erst an mich geleitet werden. Nun, vor Kurzem ist eine Nachricht eingegangen.� Sie bet�tigte eine Taste, dann sah Geary einen Admiral, der sich �u�erlich ruhig gab, dessen Augen aber seine Nervosit�t verrieten.</p><p>�Hier ist Admiral Timbale mit einer pers�nlichen Mitteilung f�r Captain John Geary. Alle Menschen im Varandal-System und �berall in der Allianz sind au�er sich vor Freude �ber Ihre R�ckkehr. Au�er sich vor Freude und � �hm � verbl�fft.� Der Admiral sah fl�chtig zur Seite.</p><p>�Da hatte er seinen Text vergessen�, murmelte Desjani.</p><p>Geary warf ihr einen ironischen Blick zu. �Wie kommt es, dass Sie eine Nachricht ansehen konnten, die mit dem Vermerk �Pers�nlich� versehen ist?�</p><p>�Ich bin Captain dieses Schiffs�, antwortete sie. �Das macht mich zwar nicht zum Gott �ber die <emphasis>Dauntless</emphasis>, aber es kommt ziemlich nahe heran. Sie sollten sich besser anh�ren, was der Admiral zu sagen hat.�</p><p>�Bis auf Weiteres behalten Sie das Kommando �ber die Flotte�, redete Admiral Timbale weiter. �Die Kriegsschiffe bei Varandal, die nicht bereits zur Flotte geh�ren, werden hiermit Ihrem Kommando unterstellt.� Der Admiral l�chelte nerv�s in die Kamera. �Sie werden hiermit autorisiert, die Aufstockung und die Reparaturen an Ihren � an den Schiffen der Flotte nach Ihrem Ermessen zu bestimmen. Ihre Anforderungen werden mit der h�chsten Priorit�tsstufe behandelt.� Wieder z�gerte der Admiral kurz. �Angesichts der vielen Aufgaben, die Sie zu erledigen haben, und mit Blick auf die Tatsache, dass f�r Varandal noch der Alarmzustand gilt, wird von dem �blichen Anstandsbesuch Ihres vorgesetzten Offiziers abgesehen. Ich werde Sie wissen lassen, wann wir ein Treffen vereinbaren k�nnen. Bis dahin hoffe ich, dass Varandal Sie mit allem N�tigen versorgen kann. Timbale Ende.�</p><p>Geary legte die Stirn in Falten. �Er will sich nicht mit mir treffen?�</p><p>�Wahrscheinlich hat er Angst�, gab Desjani zu bedenken. �Wenn er sich mit Ihnen trifft, k�nnte man ihm unterstellen, dass er mit Ihnen gemeinsame Sache machen will. Oder er f�rchtet, Sie k�nnten genau das von ihm verlangen. Oder er bietet seine Unterst�tzung f�r einen Staatsstreich an, und dann muss er feststellen, dass Black Jacks Loyalit�t gegen�ber der Allianz in keiner Weise �bertrieben dargestellt worden ist. Wenn er sich nicht mit Ihnen trifft und auch nicht pers�nlich mit Ihnen redet, ist es f�r ihn viel sicherer.�</p><p>�Verdammt. So oft wollte ich lieber nichts mit Admir�len zu tun haben, konnte es aber nicht vermeiden. Jetzt, wo ich dringend mit einem Admiral sprechen muss, treffe ich auf einen, der nichts von mir wissen will. Ist Timbale der rangh�chste Admiral im System?�</p><p>�Er ist der einzige Admiral, den Varandal noch zu bieten hat�, erwiderte Desjani. �Sie wissen ja, wie heftig die Schlacht im Atalia-System war, und hier ging es nicht viel anders weiter. Admiral Tagos starb bei Atalia, Admiral Tethys kam hier ums Leben. Damit bleibt nur noch Timbale.�</p><p>�Tagos, Tethys und Timbale hat man alle im Varandal-System stationiert?�, grummelte Geary. �Das h�rt sich ja ganz so an, als h�tte sich das Personalb�ro einen seiner albernen Scherze erlaubt. Machen die so was immer noch?�</p><p>�Oh ja.� Sie verdrehte die Augen. �Vor ein paar Jahren wurden auf ein Schiff Offiziere versetzt, die alle den gleichen Nachnamen hatten. Mehr als einmal habe ich mir geschworen: Wenn der Krieg jemals endet, lasse ich auf dem Heimweg ein paar Steine genau auf das Personalb�ro fallen.�</p><p>�Da mache ich auf jeden Fall mit.�</p><p>Desjani deutete auf das Display. �Wenigstens haben Sie formell ein paar neue Schiffe erhalten. Viele Eskortschiffe aus dem System haben nicht �berlebt, aber Sie haben zwei weitere Schlachtschiffe und einen Schlachtkreuzer. Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die <emphasis>Dependable</emphasis> und die <emphasis>Intemperate</emphasis> sind zwar alle brutal zusammengeschossen worden, aber das hei�t eigentlich nur, dass sie zum Rest der Flotte passen.�</p><p>�Ja, sieht ganz so aus. Na gut, wenn ich schon mit keinem Admiral reden kann, sorgen diese Befehle wenigstens daf�r, dass wir die Flotte so schnell wie m�glich wieder auf Vordermann bringen k�nnen. Kann ich das mit den verf�gbaren automatischen Systemen �berwachen?�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Zu viele W�rmer, die in zu viele Richtungen kriechen. Allein die Reparaturarbeiten an den gro�en Schiffen zu �berschauen, ist keine Leichtigkeit. Wenn dann noch die Zerst�rer dazukommen, wird es zu einem Albtraum. Es sind so viele und wir haben so wenig Zeit zur Verf�gung. Selbst wenn Sie jeden verf�gbaren automatischen Assistenten bem�hen, ben�tigen Sie immer noch menschliche Unterst�tzung, um alles im Blick zu haben. Ich empfehle Ihnen, ein paar Ingenieure von den Hilfsschiffen zu rekrutieren. Ich kann Ihnen aber auch ein paar von meinen Offizieren �berlassen, da die <emphasis>Dauntless</emphasis> in n�chster Zeit wohl nicht ins Gefecht ziehen wird.�</p><p>�Das w�re kein Problem?�</p><p>��berhaupt nicht, Sir�, versicherte Desjani ihm. �Meine Junioroffiziere lieben zus�tzliche Herausforderungen.� Ihre Mundwinkel zuckten, aber es gelang ihr, ein L�cheln zu unterdr�cken.</p><p>�Das glaube ich Ihnen gern. Ich wei�, wie mir so etwas gefallen hat, als ich noch ein Junioroffizier war.� Geary starrte auf die Sterne auf seinem Display und versuchte, an alles zu denken, was erledigt werden musste. �Gibt es sonst noch was?�</p><p>�Wir haben die Best�tigung, dass bereits eine Basisversion von Captain Cresidas Vorrichtung am hiesigen Hypernet-Portal installiert worden ist. Eine verfeinerte Version wird derzeit vorbereitet. Wir wissen nicht, wie die von Cresida zusammengestellten Informationen in anderen Sternensystemen aufgenommen worden sind, aber dass man hier so schnell reagiert hat, ist schon mal ein gutes Zeichen. Es sollte sich �ber das Hypernet rasend schnell verbreiten, und die �ffentlichen Quellen hier im System zeigen, dass die Bilder von Lakota die Leute in Angst und Schrecken versetzen.�</p><p>�Gut. Sehr gut. Was ist mit dem Hypernet-Schl�ssel der Syndiks?�</p><p>�Der wurde von der <emphasis>Dauntless</emphasis> geholt und einem Schl�sselfabrikanten auf der bewohnten Welt hier im System �bergeben. Eigentlich sollte er jetzt schon damit besch�ftigt sein, Duplikate herzustellen.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Ich kann noch immer nicht fassen, dass wir es hierher geschafft haben. Aber wir werden diesen Hypernet-Schl�ssel ben�tigen.�</p><p>�Deshalb bekommen wir ihn ja auch zur�ck�, f�gte Desjani an. �Sobald die Fabrikationsdaten best�tigt worden sind, wird der Schl�ssel auf die <emphasis>Dauntless</emphasis> zur�ckgebracht. Die gesch�tzte Zeit bel�uft sich auf sechsunddrei�ig Stunden. Diesmal m�ssen wir seine Position an Bord des Schiffs nicht mehr geheimhalten, weil die Allianz jetzt so viele Kopien herstellen kann, wie sie will. Aber wir werden wieder im Besitz des Originals sein.�</p><p>�Hervorragend. Ich hatte schon bef�rchtet, Theater machen zu m�ssen, damit wir das Ding zur�ckbekommen.� Er sah kurz zu Boden und wappnete sich f�r die n�chste Frage, die ihm auf der Zunge lag. �Sonst sind keine Nachrichten f�r mich eingegangen?�</p><p>�Nein, Sir. Von der <emphasis>Dreadnaught</emphasis> haben wir nur aktualisierte Statusmeldungen erhalten, Sir.� Er sah sie verdutzt an. �Sie braucht etwas Zeit. Jane Geary muss sich erst noch an alles gew�hnen, dann wird sie auch auf Ihre pers�nlichen Nachrichten antworten.�</p><p>Einen Moment lang schloss er die Augen. �M�glicherweise haben wir nicht so viel Zeit.�</p><p>�Das wei� jeder, sie auch. Denken Sie an Michael Geary. Er konnte sich wochenlang mit der Tatsache befassen, dass Sie noch leben, und erst dann haben Sie mit ihm gesprochen.�</p><p>�Und trotzdem hat er mich immer noch gehasst!�, sagte er, �ffnete die Augen und musterte abermals die Sterne.</p><p>�Aber nicht am Ende, das haben Sie mir selbst gesagt. Ich habe auf die eine oder andere nichtautorisierte Weise den Funkverkehr der <emphasis>Dreadnaught</emphasis> �berwacht. Daher wei� ich, dass Jane Geary mit verschiedenen befehlshabenden Offizieren dieser Flotte Kontakt aufgenommen hat. Offiziere, die Jane Geary kennt. Offiziere, die Sie kennen. Sie werden ihr von Ihnen erz�hlen, sie werden ihr sagen, wer Sie wirklich sind. Geben Sie ihr etwas Zeit, dann wird sie schon Kontakt mit Ihnen aufnehmen.�</p><p>�Diese anderen Offiziere sagen ihr, dass ich ihren Bruder im Syndik-Heimatsystem zur�ckgelassen habe und dass er wahrscheinlich tot ist.�</p><p>Desjani machte einen Schritt auf ihn zu und sagte in energischerem Tonfall: �Jane Geary ist eine Offizierin der Flotte. Sie kennt die Risiken so gut wie jeder von uns, sie kann Ihnen nicht die Schuld am Tod ihres Bruders geben, vorausgesetzt er ist tats�chlich umgekommen.�</p><p>Er lachte kurz traurig auf. �Sie gehen also davon aus, dass sie das Thema logisch angeht.�</p><p>�M�gen die lebenden Sterne verhindern, dass jemals ein Geary etwas logisch angeht!� Desjani sch�ttelte den Kopf. �Biologisch sind Sie j�nger als sie, obwohl Sie ihr Gro�onkel sind. Sie sind der Berg, in dessen Schatten sie ihr ganzes Leben verbracht hat. <emphasis>Geben Sie ihr Zeit.</emphasis>�</p><p>�Okay, es ist ja auch nicht so, als h�tte ich in der Zwischenzeit �berhaupt nichts zu tun.�</p><p>�Stimmt genau.� Desjani sah sich um. �Soll ich die Junioroffiziere in Ihr Quartier schicken, damit Sie mit der Koordinierung beginnen k�nnen? Hier ist Platz genug.�</p><p>�Ja, sicher. Wie lange wird das dauern?�</p><p>�Geben Sie mir eine halbe Stunde, dann habe ich ein paar Junioroffiziere zusammen, die so aussehen, als h�tten sie nichts zu tun.� Sie sah ihn einen Moment lang an. �Haben Sie f�r Jaylen Cresida zu Ihren Vorfahren gebetet?�</p><p>Prompt meldete sich Gearys schlechtes Gewissen zu Wort. So viel war zu tun gewesen, dass er das immer wieder verdr�ngt oder vor sich her geschoben hatte. �Nicht formal.�</p><p>�Warum gehen Sie nicht nach unten und erledigen Sie das, w�hrend ich mich um die Junioroffiziere k�mmere?�</p><p>Der Vorschlag h�rte sich eher nach einem Befehl an, aber trotzdem war es eine gute Idee und eine l�ngst �berf�llige Pflicht; f�r Jaylen Cresida im Besonderen und f�r die vielen Matrosen im Allgemeinen, die bei diesem letzten Gefecht ihr Leben verloren hatten. �Ja, das werde ich machen.� Gemeinsam gingen sie zur Luke.</p><p>Bevor sie sich auf die Br�cke begab, drehte sie sich zu ihm um. �Wir kehren doch zur�ck, nicht wahr?�</p><p>�So bald wie m�glich�, versicherte er ihr. �Falls ich die Zustimmung bekomme.� Er musste an Riones Worte denken, die die Situation perfekt umrissen. �Wir m�ssen schnell siegen, sonst werden wir nie siegen.�</p><p>�Dann werden wir eben schnell siegen.�</p><p>�Ja, das werden wir.�</p><p><emphasis>Oder bei dem Versuch sterben.</emphasis></p></section><section><title><p>Danksagung</p></title><p>Mein besonderer Dank gilt meinem Agenten Joshua Bilmes f�r seine zahlreichen Ideen und seinen Beistand; meiner Redakteurin Anne Sowards f�r ihren Einsatz; Cameron Dufty bei Ace f�r ihre Hilfe. Ein Dankesch�n geht auch an Catherine Asaro, Robert Chase, J. G. �Huck� Huckenpohler, Simcha Kuritzky, Michael LaViolette, Aly Parsons, Bud Sparhawk und Constance A. Warner f�r ihre Vorschl�ge, Kommentare und Empfehlungen. Und ich danke Charles Petit f�r seine Vorschl�ge zu den Raumschlachten.</p></section><section><title><p>Die Allianz-Flotte</p></title><p>Captain John Geary</p><p>Verantwortlicher Befehlshaber</p><empty-line/><p>Neustrukturiert nach den Verlusten, die die Flotte vor der �bernahme des Kommandos durch Captain Geary im Syndik-Heimatsystem erlitten hat.</p><p>Fettgedruckte Schiffsnamen kennzeichnen im Gefecht verlorene Schiffe, in Klammern wird das Sternensystem genannt, in dem das Schiff verloren wurde.</p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Gallant</emphasis></p><p><emphasis>Indomitable</emphasis></p><p><emphasis>Glorious</emphasis></p><p><emphasis>Magnificent</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Dritte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis><strong>Paladin</strong></emphasis> (Lakota)</p><p><emphasis>Orion</emphasis></p><p><emphasis><strong>Majestic</strong></emphasis> (Lakota II)</p><p><emphasis>Conqueror</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis><strong>Warrior</strong></emphasis> (Lakota II)</p><p><emphasis><strong>Triumph</strong></emphasis> (Vidha)</p><p><emphasis>Vegeance</emphasis></p><p><emphasis>Revenge</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Fearless</emphasis></p><p><emphasis>Resolution</emphasis></p><p><emphasis>Redoubtable</emphasis></p><p><emphasis>Warspite</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Siebte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis><strong>Indefatigable</strong></emphasis> (Lakota)</p><p><emphasis><strong>Audacious</strong></emphasis> (Lakota)</p><p><emphasis><strong>Defiant</strong></emphasis> (Lakota)</p><empty-line/><p><strong>Achte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Relentless</emphasis></p><p><emphasis>Reprisal</emphasis></p><p><emphasis>Superb</emphasis></p><p><emphasis>Splendid</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zehnte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Colossus</emphasis></p><p><emphasis>Amazon</emphasis></p><p><emphasis>Spartan</emphasis></p><p><emphasis>Guardian</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Scout-Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis><strong>Arrogant</strong></emphasis> (Kaliban)</p><p><emphasis>Exemplar</emphasis></p><p><emphasis><strong>Braveheart</strong></emphasis> (Cavalos)</p><empty-line/><p><strong>Erste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Courageous</emphasis></p><p><emphasis>Formidable</emphasis></p><p><emphasis>Intrepid</emphasis></p><p><emphasis><strong>Renown</strong></emphasis> (Lakota)</p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Leviathan</emphasis></p><p><emphasis>Dragon</emphasis></p><p><emphasis>Steadfast</emphasis></p><p><emphasis>Valiant</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Dauntless</emphasis> (Flaggschiff)</p><p><emphasis>Daring</emphasis></p><p><emphasis><strong>Terrible</strong></emphasis> (Ilion)</p><p><emphasis>Victorious</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis><strong>Invincible</strong></emphasis> (Ilion)</p><p><emphasis><strong>Repulse</strong></emphasis> (Syndik-Heimatsystem)</p><p><emphasis>Furious</emphasis></p><p><emphasis>Implacable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Sechste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis><strong>Polaris</strong></emphasis> (Vidha)</p><p><emphasis><strong>Vanguard</strong></emphasis> (Vidha)</p><p><emphasis>Illustrious</emphasis></p><p><emphasis>Incredible</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Siebte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis><strong>Opportune</strong></emphasis> (Cavalos)</p><p><emphasis>Brilliant</emphasis></p><p><emphasis>Inspire</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Dritte Schnelle Hilfsschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Titan</emphasis></p><p><emphasis>Witch</emphasis></p><p><emphasis>Jinn</emphasis></p><p><emphasis>Goblin</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Siebenunddrei�ig �berlebende Schwere Kreuzer in sieben Divisionen</strong></p><p><emphasis>Erste Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Dritte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Vierte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>F�nfte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Siebte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Achte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Zehnte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p>abz�glich</p><p><emphasis><strong>Invidious</strong></emphasis> (Kaliban)</p><p><emphasis><strong>Cuirass</strong></emphasis> (Sutrah)</p><p><emphasis><strong>Crest, War-Coat, Ram</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Citadel</strong></emphasis> (Vidha)</p><p><emphasis><strong>Basinet</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Sallet</strong></emphasis> (Lakota)</p><p><emphasis><strong>Utap, Vambrace</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Fascine</strong></emphasis> (Lakota II)</p><p><emphasis><strong>Armet</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Gusoku</strong></emphasis> (Cavalos)</p><empty-line/><p><strong>Zweiundsechzig �berlebende Leichte Kreuzer in zehn Geschwadern</strong></p><p><emphasis>Erstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>F�nftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Elftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p>abz�glich</p><p><emphasis><strong>Swift</strong></emphasis> (Kaliban)</p><p><emphasis><strong>Pommel, Sling, Bolo</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Staff</strong></emphasis> (Vidha)</p><p><emphasis><strong>Spur, Damascene</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Swept-Guard</strong></emphasis> (Lakota)</p><p><emphasis><strong>Brigandine, Carte</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Ote</strong></emphasis> (Lakota II) <emphasis><strong>Kote</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Cercle</strong></emphasis> (Cavalos)</p><empty-line/><p><strong>Hundertdreiundachtzig �berlebende Zerst�rer in zwanzig Geschwadern</strong></p><p><emphasis>Erstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Viertes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebtes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zw�lftes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Einundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Dreiundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>F�nfundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebenundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drei�igstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweiunddrei�igstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p>abz�glich</p><p><emphasis><strong>Dagger</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Venom</strong></emphasis> (Kaliban)</p><p><emphasis><strong>Anelace, Baseland</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Mace</strong></emphasis> (Vidha)</p><p><emphasis><strong>Celt, Akku, Sickle, Leaf, Bolt, Sabot, Flint, Needle, Dart, Sting, Limpet</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Cudgel</strong></emphasis> (Vidha)</p><p><emphasis><strong>Falcata</strong></emphasis> (Ilion)</p><p><emphasis><strong>War-Hammer, Prasa, Talwar</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Xiphos</strong></emphasis> (Lakota)</p><p><emphasis><strong>Armlet, Flanconade, Kukri, Hastarii, Petard</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Spiculum</strong></emphasis> (Lakota II)</p><p><emphasis><strong>Flail, Ndziga, Tabar, Cestus</strong></emphasis> und <emphasis><strong>Balta</strong></emphasis> (Cavalo)</p><empty-line/><p><strong>Marines-Streitmacht der zweiten Flotte</strong></p><p>Colonel Carabali</p><p>Verantwortliche Befehlshaberin</p><empty-line/><p>Urspr�nglich 1560 Marines in mehrere Abteilungen verteilt auf die Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe. Inzwischen sch�tzungsweise 1200 �berlebende Marines nach Eins�tzen und durch die Zerst�rung von Allianz-Kriegsschiffen.</p></section></body><binary id="cover" 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