<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Ein teurer Sieg</book-title><annotation><p>Der Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten tobt weiter, und Captain �Black Jack� Geary wird zum Admiral bef�rdert, obwohl der Rat bef�rchtet, dass er einen Milit�rputsch vom Zaum brechen k�nnte. Gearys neuer Rang verleiht ihm die Befugnis, mit dem Feind zu verhandeln. Die Syndiks mussten gewaltige Verluste hinnehmen und sind m�glicherweise endlich dazu bereit, in Friedensverhandlungen einzutreten. Doch jenseits der �u�eren Grenze des Syndik-Raumgebiets lauert eine noch weit gr��ere, fremde Gefahr�</p></annotation><date value="2012-05-18">2012</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Ralph</first-name><last-name>Sander</last-name></translator><sequence name="Die verschollene Flotte" number="6"/></title-info><src-title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Victorious</book-title><date value="2010-04-01">2010</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>Cosmopilit</nickname></author><program-used>calibre 2.53.0, FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2016-07-31">31.7.2016</date><id>8a2ebcba-8762-4397-be25-9fde1dead77b</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><book-name>Jack Campbell. Ein teurer Sieg</book-name><publisher>Bastei L�bbe</publisher><city>K�ln</city><year>2012</year><isbn>978-3-404-20663-6</isbn></publish-info></description><body><title><p>Jack Campbell</p><p>Ein teurer Sieg</p></title><section><title><p>Widmung</p></title><p>F�r Paul Parsons, einen Mann mit gro�em Enthusiasmus, scharfem Verstand und gro�em Herzen. All das hat er im �berschwang mit all jenen geteilt, denen er jetzt so sehr fehlt.</p><empty-line/><p><emphasis>Und wie immer f�r S.</emphasis></p></section><section><title><p>Eins</p></title><p>Er hatte dem Tod schon viele Male ins Auge gesehen, und das h�tte er jetzt auch liebend gern wieder getan, wenn ihm daf�r nur diese Besprechung erspart geblieben w�re.</p><p>�Sie werden nicht vor ein Erschie�ungskommando gestellt�, hielt Captain Tanya Desjani ihm vor Augen. �Sie sollen dem Gro�en Rat der Allianz Bericht erstatten.�</p><p>Captain John Geary drehte den Kopf ein wenig zur Seite, um Captain Desjani unmittelbar anzusehen, die Frau, die als Befehlshaberin auf seinem Flaggschiff <emphasis>Dauntless </emphasis>diente. �Erkl�ren Sie mir doch noch mal den Unterschied zwischen den beiden.�</p><p>�Die Politiker tragen keine Waffen, zumindest sollen sie das nicht, und sie haben mehr Angst vor Ihnen als umgekehrt. Entspannen Sie sich. Wenn die Sie so verkrampft sehen, dann glauben sie erst recht, dass Sie einen Staatsstreich planen.� Desjani verzog den Mund. �Allerdings sollte ich Ihnen wohl sagen, dass sie von Admiral Otropa begleitet werden.�</p><p>�Admiral Otropa?� Geary hatte buchst�blich ein Jahrhundert verschlafen, daher beschr�nkte sich sein Wissen �ber die Namen der Offiziere auf die Schiffe seiner Flotte.</p><p>Zwar nickte Desjani nur, doch sie schaffte es, in diese simple Geste Verachtung zu legen, die allerdings nicht Geary galt. �Milit�rattach� des Gro�en Rats. Sie m�ssen sich allerdings keine Sorgen machen, der Rat k�nnte ihm das Kommando �ber die Flotte �bertragen. Niemand w�rde Otropa den Amboss als Flottenbefehlshaber akzeptieren, wenn er zwischen ihm und Ihnen w�hlen kann.�</p><p>Geary betrachtete sein Spiegelbild. In seiner Galauniform f�hlte er sich nerv�s und unbehaglich. Besprechungen hatten ihm noch nie Spa� gemacht, und vor hundert Jahren h�tte er sich erst recht nicht tr�umen lassen, dass man ihn pers�nlich vor den Gro�en Rat zitieren w�rde. �Der Amboss? Das h�rt sich nach einem schlagkr�ftigen Spitznamen an.�</p><p>�Man nennt ihn blo� so, weil schon so oft auf ihn eingeh�mmert worden ist�, erl�uterte Desjani. �Da sein politisches Geschick deutlich ausgepr�gter als seine milit�rische Begabung ist, hat Otropa irgendwann erkannt, dass er ein Leben ganz ohne Risiken f�hren kann, wenn er dem Gro�en Rat als Milit�rattach� zur Seite steht.�</p><p>Fast h�tte sich Geary verschluckt, so sehr musste er mit sich k�mpfen, um nicht laut zu lachen. �Ich sch�tze, es gibt schlimmere Spitznamen als Black Jack.�</p><p>�Viel schlimmere�, beteuerte sie. Aus dem Augenwinkel sah Geary, dass sie den Kopf fragend schr�g legte. �Sie haben mir nie gesagt, wie Sie eigentlich zu diesem Spitznamen gekommen sind, und ich wei� auch nicht, warum Sie ihn nicht m�gen. In der Schule habe ich nur den offiziellen Teil Ihrer Biographie gelernt, und da gibt es keinen Hinweis darauf, dass Ihnen dieser Name eigentlich nicht gef�llt.�</p><p>�Und was steht in diesem offiziellen Teil?�, wollte er wissen. Seit er aus dem K�lteschlaf in einer besch�digten und verschollenen Rettungskapsel erwacht war, hatte er es vermieden, irgendwelche offiziellen Schilderungen seiner angeblichen Heldentaten zu lesen.</p><p>�Dass weder Sie noch eine Ihrem Kommando unterstellte Einheit bei den Leistungsbeurteilungen jemals eine rote Bewertung erhalten hat, die bei schlechten Resultaten erteilt wird. Ihre Bewertungen lagen immer im schwarzen Bereich, was so viel bedeutet wie �erf�llt oder �bertrifft die Erwartungen�. Schwarzer Bereich, also Black Jack.�</p><p>�Die Vorfahren m�gen uns beistehen.� Wieder hatte Geary M�he, sich ein schallendes Lachen zu verkneifen. �Jeder, der jemals einen Blick auf meine Beurteilungen geworfen hat, wei�, dass das nicht wahr ist.�</p><p>�Und was ist wahr?�</p><p>�Ich glaube, ich sollte vor Ihnen wenigstens <emphasis>ein </emphasis>Geheimnis wahren.�</p><p>�Solange es sich um ein pers�nliches Geheimnis handelt. �ber Ihre dienstlichen Geheimnisse muss der Captain Ihres Flaggschiffs dagegen auf dem Laufenden sein.� Einen Moment lang hielt sie inne. �Was dieses Treffen mit dem Gro�en Rat angeht � haben Sie mir da alles gesagt? Werden Sie so vorgehen, wie Sie es mir versichert haben?�</p><p>�Ja und ja.� Er drehte sich ganz zu ihr um, damit er ihr ins Gesicht sehen und sie seine sorgenvolle Miene sehen konnte. Als Flottenkommandant musste Geary unter allen Umst�nden in der �ffentlichkeit Zuversicht ausstrahlen, auch wenn die Lage noch so verzweifelt war. Desjani war eine der wenigen Personen, denen gegen�ber er seine Sorgen eingestehen konnte. �Das wird ein Drahtseilakt werden. Ich muss diese Leute davon �berzeugen, dass wir so vorgehen m�ssen, wie ich es sage, und dass sie mir das Kommando �bertragen sollten, aber es darf nicht so aussehen, als wollte ich die Herrschaft an mich rei�en.�</p><p>Desjani nickte und machte in keiner Weise einen beunruhigten Eindruck. �Sie schaffen das schon, Sir. Ich werde daf�r sorgen, dass im Shuttlehangar alles bereit ist, um Sie zur Station Ambaru zu bringen. In der Zwischenzeit k�nnen Sie Ihre Uniform glatt ziehen.� Dann salutierte sie mit milit�rischer Pr�zision, machte auf dem Absatz kehrt und ging weg.</p><p>Gearys Blick ruhte noch lange, nachdem die sich hinter Desjani geschlossen hatte, auf der Luke seines Quartiers. Die dienstliche Beziehung zu Tanya Desjani w�re perfekt gewesen, h�tte er nicht die uns�gliche Dummheit begangen, sich in sie zu verlieben. Nat�rlich hatte er das nicht offen ausgesprochen, und das w�rde er auch nicht tun, solange sie seine Untergebene war. Zus�tzlich problematisch wurde das Ganze allerdings dadurch, dass sie das Gleiche f�r ihn zu empfinden schien, auch wenn sie so wie er kein Wort dar�ber verlor. Eigentlich h�tte das nur ein kleines, fast unbedeutendes Problem sein sollen f�r einen Mann, dessen eigene Zeit hundert Jahre hinter ihm lag und der sich in einem Universum wiedergefunden hatte, in dem die Allianz ihn f�r einen mythischen Helden hielt, der von den Toten auferstanden war, um in einen Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten einzugreifen. Der Konflikt tobte seit einem Jahrhundert und war f�r die B�rger der Allianz so ein Gr�uel, dass sie sich wohl nur zu gern von ihren politischen F�hrern abwenden und es begr��en w�rden, wenn er sich zum Diktator aufschw�nge. Aber manchmal bereiten einem die kleinen pers�nlichen Probleme viel mehr Kopfzerbrechen als die wirklich gro�en Dinge.</p><p>Er konzentrierte sich wieder auf sein Spiegelbild, konnte aber keine Stelle entdecken, die nicht ordentlich sa�. Allerdings h�tte Desjani nicht diese Bemerkung gemacht, wenn da nicht irgendetwas gewesen w�re. W�hrend er kritisch die Augen zusammenkniff, r�ckte er alles um Bruchteile eines Millimeters zurecht, wobei sein Blick zwangsl�ufig auch auf den mehrzackigen Allianzstern fiel, der gleich unter dem Kragen hing. Es missfiel ihm, dieses Abzeichen zu tragen, das ihm mutma�lich posthum verliehen worden war, nachdem er vor hundert Jahren in einer Schlacht bis zuletzt an Bord seines Schiffs geblieben war. Er fand, dass er eine solche Ehre nicht verdiente. Doch die Vorschriften verlangten unmissverst�ndlich, dass ein Offizier in Galauniform �alle Abzeichen, Auszeichnungen, Ehrungen, B�nder und Orden� zu tragen hatte, die ihm verliehen worden waren. Obwohl er wusste, dass er die Macht dazu besa�, konnte er es sich nicht erlauben, sich aus den Vorschriften nur die Dinge herauszusuchen, die ihm gefielen. W�rde er erst einmal damit anfangen, w�re nicht absehbar, wo es endete.</p><p>Gerade wollte er sein Quartier verlassen, da meldete sich das Komm. Geary nahm den Anruf an und sah, wie das Abbild eines l�chelnden Captain Badaya vor ihm Gestalt annahm, sodass es so aussah, als w�rde er direkt vor Geary stehen, obwohl er sich k�rperlich nach wie vor auf seinem Schiff befand. �Guten Morgen, Captain�, sagte Badaya gut gelaunt.</p><p>�Guten Morgen. Ich bin im Begriff, mich zum Treffen mit dem Gro�en Rat zu begeben.� Mit Badaya musste er vorsichtig umgehen, denn auch wenn Badaya von der Rangordnung her einfach nur der befehlshabende Offizier des Schlachtkreuzers <emphasis>Illustrious </emphasis>war, f�hrte er zugleich jene Gruppierung in der Flotte an, die sich ohne zu z�gern hinter Geary stellen w�rde, sollte der einen Milit�rputsch durchf�hren und sich zum neuen Machthaber erkl�ren. Da sich dieser Gruppe mittlerweile fast die gesamte Flotte angeschlossen hatte, musste Geary unbedingt darauf achten, dass diese Leute nicht den Staatsstreich in dem Glauben ver�bten, ihm damit einen Gefallen zu tun. Seit er das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, war seine Sorge einer Meuterei gegen seine Person der Sorge gewichen, sie k�nnten in seinem Namen eine Meuterei gegen die Allianz anzetteln.</p><p>Badaya nickte, sein L�cheln nahm einen etwas h�rteren Zug an. �Einige Captains wollten ein paar Schlachtschiffe in die N�he der Station Ambaru verlegen, um den Gro�en Rat daran zu erinnern, wer eigentlich die Macht in der Hand hat, aber ich habe ihnen erkl�rt, dass das nicht in Ihrem Sinne w�re.�</p><p>�Ganz genau�, best�tigte Geary, der sich M�he gab, nicht allzu erleichtert zu klingen. �Wir m�ssen weiter den Eindruck vermitteln, dass der Gro�e Rat immer noch das Sagen hat.� Zumindest war das der Vorwand, den er Badaya gegen�ber gew�hlt hatte. Wenn der Gro�e Rat Geary einen Befehl erteilte, von dem die Flotte wusste, dass Geary selbst anders entschieden h�tte, dann w�rde er sich verpflichtet f�hlen, diesen Befehl auszuf�hren oder von seinem Posten zur�ckzutreten. Und dann w�re in der Allianz sehr wahrscheinlich der Teufel los.</p><p>�Rione wird Ihnen helfen, mit diesen Leute zurechtzukommen�, merkte Badaya mit einer wegwerfenden Geste an. �Sie haben Rione in der Hand, und sie wird schon daf�r sorgen, dass keiner von den anderen Politikern aus der Reihe tanzt. Da die Zeit dr�ngt, mache ich jetzt besser Schluss, Sir.� Mit einem Grinsen zum Abschied und einem Salut l�ste sich Badayas Bild in Luft auf.</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf und fragte sich, was Madam Co-Pr�sidentin der Callas-Republik und Senatorin der Allianz dazu sagen w�rde, w�sste sie, dass Badaya glaubte, er habe Rione in der Hand. Es w�re ganz sicher nichts Gutes.</p><p>Auf dem Weg durch die <emphasis>Dauntless </emphasis>zum Shuttlehangar erwiderte er den begeisterten Salut der Crewmitglieder, die ihm in den Korridoren begegneten. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>war sein Flaggschiff, seit er im Syndik-Heimatsystem das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, wo die Allianz in eine Falle des Gegners geraten war und alles danach ausgesehen hatte, dass sie dieser Falle nicht entkommen w�rde. Obwohl alles dagegen gesprochen hatte, war es ihm gelungen, den gr��ten Teil dieser Flotte zur�ck nach Hause zu bringen. Sp�testens seit diesem Moment waren s�mtliche Angeh�rigen der Flotte davon �berzeugt, dass er alles erreichen konnte, was er sich vornahm � auch dass er den Krieg gewinnen konnte, in dem ihre Eltern und Gro�eltern schon gek�mpft hatten. Er gab sich alle M�he, nach au�en hin ruhig und gelassen zu wirken, auch wenn er innerlich aufgew�hlt war.</p><p>Er konnte sich jedoch ein Stirnrunzeln nicht verkneifen, als er den Shuttlehangar erreichte und sah, dass Desjani und Rione nebeneinander standen und sich leise unterhielten, wobei beide einen v�llig neutralen Gesichtsausdruck zur Schau stellten. Da die zwei f�r gew�hnlich nur miteinander sprachen, wenn es unbedingt n�tig war, und sie dabei jedes Mal den Eindruck erweckten, als w�rden sie am liebsten zu Messern, Pistolen, H�llenspeeren oder jeder anderen verf�gbaren Waffe greifen, irritierte es ihn, dass sie sich auf einmal zu vertragen schienen.</p><p>Als er sich n�herte, kam Desjani auf ihn zu, w�hrend Rione durch die Luke in den Hangar ging. �Shuttle und Eskorte sind bereit�, meldete Desjani. Mit kritischer Miene begutachtete sie ihn und machte sich daran, den Sitz einiger B�nder zu korrigieren. �Die Flotte wird in Bereitschaft sein.�</p><p>�Tanya, ich z�hle auf Sie, Duellos und Tulev, dass Sie alles unternehmen, um eine Supernova zu verhindern. Badaya sollte mit Ihnen zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass irgendjemand innerhalb der Flotte auf die Idee kommt, die Initiative zu ergreifen und damit nichts weiter als eine Katastrophe herbeizuf�hren. Aber Sie drei m�ssen auch daf�r sorgen, dass Badaya selbst sich zu nichts hinrei�en l�sst.�</p><p>Sie nickte gelassen. �Selbstverst�ndlich, Sir. Aber Ihnen ist hoffentlich klar, dass keiner von uns noch irgendetwas aufhalten kann, sollte der Gro�e Rat �berreagieren.� Sie kam noch einen Schritt auf ihn zu, legte eine Hand auf seinen Unterarm und erg�nzte dann mit gesenkter Stimme: �H�ren Sie auf sie. Das ist ihr Schlachtfeld, sie kennt sich mit den Waffen aus.�</p><p>�Rione?� Niemals h�tte er erwartet, dass Desjani ihn dazu auffordern w�rde, Riones Ratschl�ge zu beherzigen.</p><p>�Ja.� Sie trat wieder einen Schritt nach hinten und salutierte, wobei nur ihre Augen verrieten, wie besorgt sie war. �Viel Gl�ck, Sir.�</p><p>Er erwiderte den Salut und betrat den Hangar. Vor ihm befand sich das Flottenshuttle, ein kompletter Zug Marines bildete eine Ehrengarde zu beiden Seiten der Rampe.</p><p>Ein ganzer Zug Marines in vollst�ndiger Gefechtspanzerung, einschlie�lich des gesamten Waffenarsenals.</p><p>Ehe er etwas sagen konnte, trat ein Major der Marines vor und salutierte. �Ich habe den Auftrag erhalten, Ihre Ehrengarde zu befehligen, Captain Geary. Wir begleiten Sie zum Treffen mit dem Gro�en Rat.�</p><p>�Warum tragen Ihre Leute Gefechtspanzerung?�, wollte Geary wissen.</p><p>Ohne zu z�gern antwortete der Major: ��ber das Varandal-Sternensystem wurde der Alarmzustand f�r einen unmittelbar bevorstehenden Angriff verh�ngt, Sir. Die Vorschriften verlangen von meinen Leuten maximale Gefechtsbereitschaft, wenn sie bei diesem Alarmzustand an offiziellen Bewegungen teilnehmen.�</p><p>Wie praktisch, dachte er und sah zu Rione, die sich am martialischen Erscheinungsbild der Marines nicht zu st�ren schien. Desjani musste auch darin verstrickt sein, aber ohne die Zustimmung von Colonel Carabali, der Befehlshaberin der Marines in seiner Flotte, w�re das alles nicht m�glich gewesen. Auch wenn es ihm �berhaupt nicht gefiel, mit einer gefechtsbereiten Streitmacht im R�cken seinen politischen Vorgesetzten gegen�berzutreten, hielt er es nicht f�r ratsam, sich �ber den gemeinschaftlichen Beschluss von Desjani, Rione und Carabali hinwegzusetzen. �Also gut. Vielen Dank, Major.�</p><p>Die Marines hoben die Waffen, um sie zu pr�sentieren, w�hrend Geary von Rione begleitet die Rampe hinaufging. Er salutierte, um die Ehre anzuerkennen, die ihm zuteil wurde. In Augenblicken wie diesen, in denen er das Gef�hl bekam, eine Stunde lang ununterbrochen salutieren zu m�ssen, wurden immer wieder Zweifel wach, ob es wirklich so klug von ihm gewesen war, diese Form der Respektsbekundung wieder in der Flotte einzuf�hren.</p><p>Er und Rione begaben sich in die kleine VIP-Kabine gleich hinter dem Cockpit, w�hrend die ihnen nachfolgenden Marines im Hauptabteil des Shuttles Platz nahmen. Geary legte den Gurt an, dabei ruhte sein Blick auf dem Display unmittelbar vor ihm, auf dem ein paar Sterne zu sehen waren, die in der endlosen Nacht des Weltalls funkelten. Es h�tte auch ein Fenster sein k�nnen, aber nat�rlich w�re niemand so verr�ckt gewesen, ein echtes Fenster in den Rumpf eines Schiffs oder eines Shuttles einzubauen.</p><p>�Nerv�s?�, fragte Rione.</p><p>�Merken Sie das nicht?�</p><p>�Eigentlich nicht. Sie �berspielen das sehr gut.�</p><p>�Danke. Was haben Sie und Desjani eigentlich ausgeheckt, als ich den Hangar betrat?�</p><p>�Nur die �blichen Frauenthemen�, sagte sie beil�ufig und winkte ab. �Der Krieg, das Schicksal der Menschheit, das Universum und so weiter.�</p><p>�Sind Sie zu irgendwelchen Erkenntnissen gelangt, von denen ich wissen sollte?�</p><p>Sie musterte ihn, dann setzte sie ein anscheinend ehrlich gemeintes L�cheln auf. �Wir finden, Sie schaffen das schon, solange Sie nur Sie selbst sind. Wir beide geben Ihnen R�ckendeckung. F�hlen Sie sich jetzt besser?�</p><p>�Wesentlich besser, vielen Dank.� Statusanzeigen gaben an, dass die Shuttlerampe geschlossen und versiegelt sowie die inneren Hangartore geschlossen und die �u�eren ge�ffnet wurden. Dann erhob sich das Shuttle, drehte sich elegant auf der Stelle und drang ins All vor. Unwillk�rlich musste Geary grinsen. Technisch gesehen konnten Autopiloten ein Shuttle genauso gut fliegen wie ein menschlicher Pilot, in vielen F�llen sogar noch besser. Aber nur ein Mensch war in der Lage, ein Shuttle mit Stil zu steuern. Auf dem Display wurde der Umriss der <emphasis>Dauntless </emphasis>rasch kleiner, als das Shuttle beschleunigte. �Das ist das erste Mal, dass ich mich nicht an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>befinde�, wurde ihm pl�tzlich bewusst.</p><p>�Seit Ihre Rettungskapsel an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>geholt wurde, meinen Sie doch sicher�, korrigierte Rione ihn.</p><p>�Ja, richtig.� Sein einstiges Zuhause und alle seine Freunde und Bekannten waren in einer hundert Jahre entfernten Vergangenheit zur�ckgeblieben, und die <emphasis>Dauntless </emphasis>war sein neues Zuhause, ihre Crew seine neue Familie geworden. Es f�hlte sich eigenartig an, sie zu verlassen.</p><p>Die Reise an sich dauerte nicht allzu lange. Die riesigen Konturen der externen Elemente der Raumstation Ambaru wirkten vergleichsweise nah, als das Shuttle sich in sanftem Flug dem zugewiesenen Dock n�herte. Augenblicke sp�ter war es auch schon gelandet. Geary wartete, bis die Statuslampen anzeigten, dass der Luftdruck im Dock wiederhergestellt worden war, dann atmete er einmal tief durch, stand auf und zog abermals seine Uniform zurecht. Schlie�lich nickte er Rione zu. �Dann wollen wir mal.� Sie erwiderte das Nicken, wobei er den Eindruck bekam, dass ihm etwas an ihr vertraut und zugleich ungewohnt vorkam. Dann wurde ihm klar, was es war: Rione lie� die gleiche Ausstrahlung erkennen wie Desjani, wenn ein Gefecht bevorstand. So wie Desjani beim Anblick von Syndik-Kriegsschiffen, so war Rione hier in ihrem Element, und sie schien bereit, den Kampf auf ihre Weise zu f�hren.</p><p>Das Dock war deutlich gr��er als der Hangar der <emphasis>Dauntless</emphasis>, doch was Geary als Erstes auffiel, war die Anordnung seiner Marines-Ehrengarde, die sich im Kreis um die Rampe herum aufgestellt hatte, den R�cken ihm zugewandt, die Waffen in einsatzbereiter Haltung, anstatt sie wie zuvor zu pr�sentieren. Ihre Gefechtsr�stungen waren zudem versiegelt.</p><p>Als Geary sich im Hangar umsah, entdeckte er, dass an den Schotten vor ihm sowie links und rechts von ihm eine ganze Kompanie aus Bodentruppen Stellung bezogen hatte. Jeder der Soldaten war bewaffnet, aber keiner trug eine Panzerung, und dementsprechend nerv�s waren die Blicke, die sie den Marines zuwarfen.</p><p>Dann hatte Rione also recht gehabt. Sie hatte ihn gewarnt, der Gro�e Rat k�nnte versuchen, ihn gleich bei der Ankunft zu verhaften und ihn so vom Rest der Flotte zu isolieren, weil man f�rchtete, er k�nne die Macht an sich rei�en wollen. Diese Beleidigung seiner Ehre lie� eine K�lte in ihm aufkommen, durch die er sich verkrampfte. Mit steifen Schritten ging er die Rampe hinunter, wo ein vertrautes Gesicht auf ihn wartete. Er war Admiral Timbale noch nie pers�nlich begegnet, aber er hatte von dem Mann mehrere Nachrichten erhalten.</p><p>Vor Timbale blieb er stehen, salutierte und verharrte in dieser Haltung, w�hrend der Admiral ihn sekundenlang ratlos anstarrte. Dann begann er zu verstehen und erwiderte die Geste mit einem recht grobschl�chtigen, ungelenken Salut. �C-Captain Geary. Wi-Willkommen auf der Station Ambaru.�</p><p>�Danke, Sir.� Gearys tonlose Worte hallten auf dem Deck wider, auf dem sonst kein Ger�usch zu h�ren war.</p><p>Rione stellte sich neben ihn. �Admiral, ich schlage vor, Sie lassen Ihre Ehrengarde wegtreten, nachdem die nun Captain Geary begr��t hat.�</p><p>Timbale sah sie an, dann schaute er zu den Marines, w�hrend ihm ein Schwei�tropfen �bers Gesicht lief. �Ich��</p><p>�Vielleicht sollten Sie mit Senator Navarro Kontakt aufnehmen. Ich k�nnte mir vorstellen, dass er bereit sein wird, den urspr�nglich erteilten Befehl anzupassen�, redete Rione weiter.</p><p>�Ja.� Von fast unverhohlener Erleichterung erfasst machte Timbale einen Schritt nach hinten und murmelte etwas in seine Komm-Einheit, wartete eine Weile und murmelte erneut etwas. Er zwang sich zu einem L�cheln, dann nickte er Rione zu und drehte sich schlie�lich zu den Bodentruppen um. �Colonel, schicken Sie Ihre Leute zur�ck in ihre Quartiere.� Die Befehlshaberin der Truppen kam auf ihn zu und setzte erkennbar zu einem Protest an, doch bevor sie einen Ton herausbringen konnte, herrschte Timbale sie an: �Sie haben mich geh�rt, Colonel. F�hren Sie den Befehl aus!�</p><p>Die Soldaten befolgten ihre neuen Befehle und drehten sich zur Seite, um einer nach dem anderen das Dock zu verlassen. Viele von ihnen konnten es sich nicht verkneifen, Geary einen ehrf�rchtigen Blick zuzuwerfen. Der fragte sich unwillk�rlich, was wohl geschehen w�re, h�tte er diesen Leuten unmittelbar einen Befehl erteilt. H�tten sie ohne zu z�gern getan, was Black Jack ihnen sagte? Der Gedanke bereitete ihm Sorge, da ihm diese Situation vor Augen gef�hrt h�tte, wozu er f�hig war � und was er alles anrichten konnte, wenn ihm ein Fehler unterlief.</p><p>Als auch der letzte Soldat das Dock verlassen hatte, blickte Geary zu seinem Major der Marines hin�ber. Und nun? Sollte er seine gesamte Eskorte mitnehmen? Oder nur ein paar Mann? Welchen Grund gab es zu glauben, dass niemand versuchen w�rde ihn zu verhaften, sobald er das Dock verlie�? Die Vernunft forderte von ihm, sich zumindest von ein paar Marines eskortieren zu lassen.</p><p>Das bedeutete aber auch, dass er von bewaffneten und gepanzerten Marines begleitet vor den Gro�en Rat treten w�rde. Jeder, der das beobachtete, w�rde sofort zwei Dinge folgern: dass ein Staatsstreich unmittelbar bevorstand und dass Geary den politischen F�hrern der Allianz mit tiefem Misstrauen gegen�bertrat. Diese Schlussfolgerung war dazu angetan, alles zunichte zu machen, was er hatte erreichen wollen, und damit genau den Putsch auszul�sen, vor dem er sich f�rchtete.</p><p>Sollte man ihn allerdings festnehmen, w�rde die Flotte zur Tat schreiten, auch wenn er einer solchen Vorgehensweise vehement widersprochen hatte.</p><p>Rione beobachtete ihn und wirkte v�llig ruhig und entspannt. Sie w�rde ihm jetzt nicht sagen, was er tun sollte, weil zu viele Leute anwesend waren, die sie dabei belauschen w�rden. Doch ihre Haltung �bermittelte ihm bereits die Botschaft, die er von ihr h�ren wollte: Zuversicht, Vertrauen, Gelassenheit.</p><p>Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte, nickte Geary dem Kommandanten der Marines zu. �Sie bleiben mit Ihren Leuten hier. Sagen Sie ihnen, sie sollen sich r�hren. Ich wei� nicht, wie lange wir sie ben�tigen werden.�</p><p>�Sir?� Der Major deutete auf seine Leute. �Wir k�nnen einen Trupp��</p><p>�Nein.� Geary lie� seinen Blick �ber das Dock schweifen und bem�hte sich, wie ein Mann zu wirken, der nichts zu verbergen hatte und f�r den es keinen Grund gab, seine Vorgesetzten zu f�rchten. �Wir befinden uns auf Allianz-Territorium, Major. Wir sind hier unter Freunden. Die B�rger der Allianz haben keinen Grund, ihresgleichen oder ihre Regierung zu f�rchten.� Er wusste nicht, wer sie belauschte, doch derjenige sollte die Bedeutung seiner Worte verstanden haben.</p><p>Der Major salutierte. �Jawohl, Sir.�</p><p>Timbale sah Geary mit einer Mischung aus Ratlosigkeit und Sorge an. �K�nnten Sie mich wissen lassen, welche Absichten Sie haben, Captain?�, fragte der Admiral leise.</p><p>�Ich habe den Befehl erhalten, dem Gro�en Rat Bericht zu erstatten, Sir. Meine Absicht ist, Befehle auszuf�hren.� W�rde Timbale verstehen, welche tiefere Bedeutung dem letzten Satz innewohnte?</p><p>Rione deutete auf die Luke vor ihnen. �Wir sollten den Gro�en Rat nicht warten lassen, Admiral.�</p><p>Der Blick des Admirals wanderte zwischen ihr und Geary hin und her, dann schien er zu einem Entschluss zu gelangen. �Einen Moment noch�, sagte er und entfernte sich einige Schritte, w�hrend er leise, aber hastig in seine Komm-Einheit sprach, kurz wartete und dann in w�tendem Tonfall energisch weiterredete. Schlie�lich wirkte er zufrieden, als er sich wieder an Geary wandte. �Es sollte keine weiteren Hindernisse geben, die Sie davon abhalten k�nnten, den Gro�en Rat zu erreichen, Captain. Wenn Sie mich bitte begleiten w�rden.�</p><p>Geary lie� Rione den Vortritt, damit sie neben Timbale gehen konnte, er folgte den beiden aus dem Hangar. Seine Nervosit�t hatte sich fast komplett verfl�chtigt, an ihre Stelle war eine kochende Wut dar�ber getreten, dass der Gro�e Rat davon ausgegangen war, er w�rde ehrlos agieren. Timbale f�hrte sie durch ein Labyrinth aus G�ngen und S�len. So wie die meisten Orbitalstationen war auch Ambaru nach und nach in alle Richtungen erweitert worden, und es �berraschte nicht, dass der Gro�e Rat sich einen Treffpunkt ausgesucht hatte, der m�glichst weit im Inneren gelegen und damit am besten gesch�tzt war.</p><p>Als Geary den Besprechungsraum betrat, sah er, dass eine Wand durch ein riesiges virtuelles Fenster zum All ersetzt worden war, was den Eindruck erweckte, dieser Raum befinde sich am �u�ersten Rand der Station. �ber dem ausladenden Konferenztisch schwebte ein Sternendisplay, w�hrend auf der anderen Seite eine verkleinerte Darstellung der Flotte und anderer Schiffe im Varandal-Sternensystem in der Luft hing. Auf der r�ckw�rtigen Seite des langen Tischs sa�en sieben M�nner und Frauen in Zivilkleidung, daneben standen ein General der Bodentruppen und ein Admiral, die sich beide sichtlich unbehaglich f�hlten.</p><p>Seit er das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, war Geary bei vielen Besprechungen gewesen, doch dieses Treffen hier war anderer Natur. Im Gegensatz zum Konferenzraum der Flotte an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>waren hier alle Teilnehmer tats�chlich anwesend und wurden nicht nur durch eine Konferenzsoftware virtuell dargestellt. Viel entscheidender aber war, dass Geary diesmal nicht der rangh�chste Offizier im Raum war. Ihm war bis zu diesem Moment nicht bewusst gewesen, wie sehr er sich in den letzten Monaten an diesen Status gew�hnt hatte. Doch dann erkannte er, dass es eine Sache gab, die ihn noch viel mehr st�rte als alles andere: Captain Tanya Desjani war nicht anwesend. Er hatte sich in hohem Ma� an ihre Gegenwart, an ihren R�ckhalt und an ihre Ratschl�ge bei Besprechungen von erheblicher Tragweite gew�hnt.</p><p>Er ging weiter, bis er die Tischmitte erreicht hatte, blieb stehen und salutierte. �Captain John Geary, Befehlshaber der Allianz-Flotte, meldet sich, um Bericht zu erstatten�, verk�ndete er mit steifer F�rmlichkeit.</p><p>Ein gro�er, schmaler Zivilist, der den Platz in der Mitte innehatte, nickte und beschrieb eine vage Geste. �Vielen Dank, Captain Geary.�</p><p>�Wer hat Sie zum Flottenbefehlshaber bestimmt, Captain?�, wollte ein anderer Politiker wissen.</p><p>Geary hielt den Blick auf das Schott hinter dem Tisch gerichtet, w�hrend er antwortete: �Admiral Bloch ernannte mich dazu, nachdem wir im Heimatsystem der Syndikatwelten eingetroffen waren und unmittelbar vor seiner Abreise zu einem Treffen auf dem Syndik-Flaggschiff, Sir. Als er starb, behielt ich aufgrund meiner Dienstzeit in der Flotte diesen Posten.�</p><p>�Das wussten Sie bereits�, murmelte eine kleine, st�mmige Politikerin ihrem Kollegen zu.</p><p>Der Mann, der als Erster gesprochen hatte, machte eine Geste, damit die anderen schwiegen, und warf den beiden einen erbosten Blick zu, als sie dennoch weiterredeten. �Der Vorsitzende spricht�, herrschte er sie an. Nachdem er sich gegen die folgenden trotzigen Blicke der Politiker durchgesetzt hatte, wandte er sich wieder Geary zu, musterte ihn eine Zeit lang und fragte schlie�lich: �Wieso sind Sie hier, Captain?�</p><p>�Um Bericht �ber die Dinge zu erstatten, die sich w�hrend meines Kommandos �ber die Flotte ereigneten, als kein Kontakt zu den Allianz-Beh�rden m�glich war�, erkl�rte Geary und f�gte noch an: �Und um Empfehlungen f�r zuk�nftige Operationen auszusprechen.�</p><p>�Empfehlungen?� Der gro�e Zivilist lehnte sich nach hinten und sah Geary forschend an, dann wanderte sein Blick zu Rione. �Madam Co-Pr�sidentin, bei Ihrem Eid auf die Allianz frage ich Sie: Meint dieser Mann das, was er sagt?�</p><p>�Ja, das tut er.�</p><p>Abrupt warf der General der Bodentruppen ein: �Er ist jetzt von seinen hinterh�ltigen Marines getrennt, Senator Navarro. Nun k�nnen wir ihn festnehmen, von der Station schaffen und aus dem System bringen, bevor��</p><p>�Nein.� Senator Navarro sch�ttelte nachdr�cklich den Kopf. �Ich war schon nicht davon begeistert, als dieser Gedanke als eine reine Sicherheitsma�nahme an mich herangetragen wurde, aber nachdem ich dem Mann nun gegen�berstehe, bin ich davon �berzeugt, es w�re ein Fehler gewesen.�</p><p>�Diese Entscheidung muss der Rat als Ganzes treffen�, warf eine schmale Frau ein.</p><p>�Ich schlie�e mich Senator Navarros Ansicht an�, tat die st�mmigere Frau kund, was bei den anderen erstaunte Blicke ausl�ste und Geary erkennen lie�, dass sie offenbar f�r gew�hnlich nicht auf Navarros Seite stand.</p><p>Ein anderer Mann sch�ttelte aufgebracht den Kopf. �Er ist mit einem Trupp Marines auf diese Station gekommen und��</p><p>�Das war doch sehr vorausschauend von ihm, nicht wahr?�, konterte die Frau.</p><p>�Wir k�nnen dem Ganzen jetzt ein Ende setzen�, beharrte der General. �Wir k�nnen ihn jetzt und hier stoppen!�</p><p>Senator Navarro schlug mit der flachen Hand so fest auf den Tisch, dass der Knall von allen Seiten widerhallte und augenblicklich Stille eintrat. Er sah die anderen am Konferenztisch der Reihe nach an, dann wandte er sich an den General. �Was wollen Sie stoppen, General Firgani? Verraten Sie mir, warum Captain Geary seine Marines im Shuttlehangar zur�cklassen sollte, wenn er mit der Absicht hergekommen ist, uns zu entmachten?� Der General reagierte mit einem w�tenden Blick in Gearys Richtung, zu dem sich auch Navarro wieder umdrehte. �Captain Geary, ich bin der Meinung, dass wir nur knapp davor bewahrt worden sind, einen schweren Fehler zu begehen. Die Allianz hat noch nie einen B�rger wegen eines Verbrechens festgenommen, das er noch gar nicht begangen hat. Erst recht dann nicht, wenn dieser B�rger in keiner Weise zu erkennen gegeben hat, dass er sich mit der Absicht tr�gt, solche Verbrechen zu begehen. Das gilt im �brigen schon gar nicht, wenn es sich um einen B�rger handelt, der der Allianz so hervorragende Dienste geleistet hat, wie es bei Ihnen der Fall ist. Ich bitte um Entschuldigung, Captain.� Navarro stand auf und verbeugte sich, w�hrend der General nur noch finsterer dreinblickte und einige Ratsmitglieder aus ihrer Ver�rgerung keinen Hehl machten.</p><p>�Vielen Dank, Sir�, erwiderte Geary, dessen eigene Ver�rgerung ein wenig verrauchte, da Navarro ihn ausgesprochen h�flich behandelte. �Ich war best�rzt dar�ber, dass meine Ehre infrage gestellt wurde.�</p><p>Der andere Senator, der zuerst Geary herausgefordert hatte, reagierte mit einem fast unmerklichen abf�lligen Laut, doch Navarro ignorierte ihn und drehte sich stattdessen zu dem General und dem Admiral neben ihm um. �Captain Geary wird jetzt dem Rat Bericht erstatten. General Firgani, Admiral Otropa, Admiral Timbale, behalten Sie bitte die Situation in diesem Sternensystem im Auge, w�hrend wir hier Captain Geary und Senatorin Rione anh�ren.�</p><p>Die drei Offiziere wandten sich zum Gehen, wobei das Ausma�, in dem es ihnen gelang, die Entt�uschung dar�ber zu verbergen, dass sie so pl�tzlich weggeschickt wurden, durchaus variierte. In diesem Moment meldete sich Geary zu Wort. Es gab f�r ihn keinen Grund, eine gute Meinung von General Firgani zu haben oder die Ansichten von Admiral Otropa gutzuhei�en, die der wom�glich zum Besten geben w�rde. Aber Admiral Timbale hatte zu keinem Zeitpunkt gegen ihn gearbeitet. Vielmehr hatte er sogar daf�r gesorgt, dass die Schiffe der Flotte alles geliefert bekamen, was sie ben�tigten. Und offenbar war es auch sein Verdienst, dass Geary diesen Konferenzraum hatte erreichen k�nnen, ohne auf dem Weg hierher festgenommen zu werden. �Sir, wenn ich eine Bitte �u�ern d�rfte. Ich w�rde es zu sch�tzen wissen, wenn Admiral Timbale anwesend sein k�nnte, w�hrend ich Bericht erstatte. Als der Flottenoffizier, der die Auseinandersetzung mit der Flotte der Syndikatwelten in diesem System beobachten konnte, ist er wom�glich in der Lage, meine Schilderungen zu erg�nzen.�</p><p>Navarro zog verwundert eine Augenbraue hoch, bedeutete aber dem erstaunten Timbale, dass er bleiben sollte. �Wie Sie w�nschen, Captain Geary.�</p><p>Admiral Otropa sah ungl�ubig zwischen Timbale, Geary und Navarro hin und her. �Ich sollte nicht von diesem Treffen ausgeschlossen werden, wenn Offiziere anwesend sein d�rfen, deren Dienstzeit k�rzer ausf�llt als meine.�</p><p>Einige Ratsmitglieder begannen leise zu reden, aber Navarro brachte sie mit seinem energischen Tonfall und einem gelangweilten Gesichtsausdruck zum Verstummen. �Selbstverst�ndlich, Admiral. Bleiben Sie. General�, f�gte er rasch hinzu, da Firgani im Begriff zu sein schien, ebenfalls Protest einzulegen, �da Ihnen die Sicherheit des Rates so sehr am Herzen liegt, sollten Sie pers�nlich die Geschehnisse im System �berwachen. Vielen Dank.�</p><p>�Aber Senator��, begann Firgani.</p><p>�<emphasis>Vielen Dank.�</emphasis></p><p>Firgani err�tete ein wenig und verlie� den Raum. Timbale ging ein wenig auf Abstand zu Admiral Otropa, dann standen beide Offiziere schweigend da, w�hrend Navarro sich wieder Geary zuwandte und ihn mit beherrschter Stimme aufforderte: �Captain, uns allen ist der grob umrissene Bericht bekannt, den Sie vorgelegt haben. Aber uns ist auch klar, dass es noch mehr zu berichten gibt. Wenn ich Sie bitten darf��</p><p>Geary griff nach den Displaykontrollen auf dem Tisch und schloss seine Komm-Einheit an, da er nicht mal hier auf die Sicherheit einer drahtlosen Verbindung vertrauen wollte. Das Sternenfeld wich Bildern, die sich in sein Ged�chtnis eingebrannt hatten: eine Sph�re aus besch�digten Allianz-Schiffen hinter einer Wand aus nicht ganz so sehr in Mitleidenschaft gezogenen Schwesterschiffen, die sich mit einer kurvenf�rmig angeordneten Formation aus Syndik-Kriegsschiffen konfrontiert sahen, die zahlenm��ig hoffnungslos �berlegen waren. Es war die Situation im Syndik-Heimatsystem, wie sie sich zu dem Zeitpunkt dargestellt hatte, als er den Befehl �ber das �bernahm, was von der Flotte nach dem ersten Schlag der Syndiks noch �brig war. Gearys Erinnerungen an die Zeit, nachdem man ihn aus dem K�lteschlaf geholt hatte, bis hin zum Augenblick dieser Krise waren durch den posttraumatischen Stress beeintr�chtigt, mit dem er zu k�mpfen gehabt hatte, da er die Tatsache verarbeiten musste, dass ein Jahrhundert an ihm vorbeigegangen war. Doch von diesem Augenblick an konnte er sich alles glasklar ins Ged�chtnis rufen, was von ihm gefordert worden war, nachdem er das Kommando �bernommen hatte. Er atmete tief durch, um sich zu entspannen, dann begann er mit seinem Bericht.</p><p>An einem Punkt geriet er ins Stocken. �Ich wies die Flotte an, sich zum Sprungpunkt nach Corvus zu begeben. W�hrend dieses R�ckzugs opferte sich der Schlachtkreuzer <emphasis>Repulse</emphasis>, um die f�hrenden Syndik-Schiffe daran zu hindern, weitere Kriegsschiffe der Allianz zu besch�digen oder zu zerst�ren, bevor sie in den Sprungraum entkommen konnten.� Die <emphasis>Repulse </emphasis>war von seinem Gro�neffen Michael Geary befehligt worden, einem Mann, der �lter war als er selbst und der voller Verbitterung ein Leben lang im Schatten des legend�ren Black Jack Geary gestanden hatte.</p><p>�Wissen Sie, ob Commander Michael Geary den Verlust seines Schiffs �berlebt hat?�, warf die st�mmige Frau ein.</p><p>�Nein, Ma�am, dar�ber ist mir nichts bekannt.�</p><p>Sie nickte auf eine �bertrieben mitf�hlende Weise, w�hrend sich ein anderer Senator in forderndem Tonfall zu Wort meldete: �Haben Sie den Syndik-Hypernetschl�ssel zur�ckgebracht, der uns von diesem Syndik-Verr�ter �berlassen worden war?�</p><p>�Ja, Sir�, best�tigte Geary und fragte sich, wieso diese Frage so vorwurfsvoll gestellt wurde.</p><p>�Warum haben Sie den Schl�ssel dann nicht noch einmal benutzt?�, wollte der Senator wissen. �Warum haben Sie die Flotte nicht auf diese Weise viel schneller nach Hause gebracht?�</p><p>�Weil es f�r die Syndiks kein Problem dargestellt h�tte, Truppenverst�rkung in alle Systeme zu schicken, die auf unserem Weg liegen und �ber ein Hypernet-Portal verf�gen�, erwiderte Geary in einem � wie er hoffte � geduldigen Ton. �Wir wussten, dass wir den Schl�ssel ins Allianz-Gebiet zur�ckbringen sollten, aber das bedeutete f�r uns, dass wir die Hypernet-Portale der Syndiks meiden mussten. Bei Sancere haben wir einmal den Versuch unternommen, aber die Syndiks er�ffneten das Feuer auf ihr eigenes Hypernet-Portal und lie�en es zusammenbrechen, bevor wir es erreichen konnten.�</p><p>�Dann ist der Schl�ssel also nutzlos.� Der Senator sah sich gereizt um, als warte er nur darauf, dass ihm jemand widersprach.</p><p>�Nein�, sagte Geary und konnte nur hoffen, dass er entschieden, aber respektvoll klang. �Er ist vielmehr von entscheidender Bedeutung. Der Schl�ssel ist analysiert worden, und es werden derzeit Duplikate davon hergestellt, auch wenn das einige Zeit in Anspruch nehmen wird, wie ich geh�rt habe. Das Original wurde mittlerweile der <emphasis>Dauntless </emphasis>zur�ckgegeben, wo uns der Schl�ssel weiterhin den enormen Vorteil verschafft, das Hypernet des Feindes benutzen zu k�nnen. Diesen Vorteil k�nnten die Syndiks nur ausgleichen, indem sie ihr gesamtes Hypernet kollabieren lassen, was dann aber der Allianz einen umso gr��eren wirtschaftlichen und milit�rischen Vorteil verschaffen wird. Es gibt noch andere Dinge, auf die ich in diesem Zusammenhang zu sprechen kommen werde��</p><p>�Ich will aber <emphasis>jetzt </emphasis>wissen, ob��, begann der Senator.</p><p>Navarro ging sofort energisch dazwischen: �Wir werden zun�chst Captain Geary gestatten, seinen Bericht vorzutragen. Danach k�nnen wir uns immer noch allen Fragen widmen, die sich daraus ergeben.�</p><p>�Aber diese Meldungen �ber kollabierende Hypernet-Portale��</p><p>��werden zur Sprache kommen, wenn der Captain fertig ist�, beharrte Navarro. Der andere Mann sah sich nach Unterst�tzung f�r seine Forderung suchend um, doch die bekam er nicht, woraufhin er gekr�nkt verstummte.</p><p>Geary fuhr fort, das Display ver�nderte sich, um zun�chst das Corvus-System und dann alle anderen Systeme darzustellen, die die Flotte durchquert hatte und in denen es zu Auseinandersetzungen mit den Syndiks gekommen war. Parallel dazu listete Geary den st�ndig sinkenden Bestand an Brennstoffzellen und an Lebensmittelvorr�ten auf, au�erdem beschrieb er die verzweifelten Gefechte, um die Syndiks daran zu hindern, die Flotte ein weiteres Mal in eine Falle laufen zu lassen.</p><p>Admiral Otropa war deutlich anzusehen, dass er es nicht gew�hnt war, stumm dazustehen, w�hrend ein anderer Offizier im Rampenlicht stand. Mit wachsender Ungeduld lauschte er Gearys Schilderungen, bis der eine kurze Pause machte, um einmal Luft zu holen. �Angeh�rige des Gro�en Rats, ich glaube nicht, dass Captain Geary den Verlauf dieser Gefechte zutreffend darstellt.�</p><p>Alle drehten sich zu Otropa um, aber Rione war diejenige, die das Wort ergriff: �Ist das so, Admiral? Wollen Sie behaupten, die Logb�cher der Allianz-Kriegsschiffe und die Berichte der befehlshabenden Offiziere sind zu diesem Zwecke gef�lscht worden?� Ihr Tonfall hatte nichts Vorwurfsvolles an sich, vielmehr etwas tr�gerisch Interessiertes.</p><p>�Ja!�, erkl�rte Otropa und nickte nachdr�cklich. �Ja, denn unsere Vorfahren kannten das Geheimnis, wie man siegt, n�mlich durch einen frontalen Angriff, bei dem jeder Captain mit den anderen wetteifert, um festzustellen, wer von ihnen der Tapferste ist und dem Feind den h�rtesten Schlag zuf�gt. Diese Siege, von denen uns erz�hlt wird, versto�en gegen all diese Prinzipien. Sie k�nnen nicht wahr sein. Nicht, wenn wir unsere Vorfahren ehren!�</p><p>Geary starrte Otropa ungl�ubig an, und nur allm�hlich wurde ihm bewusst, dass alle anderen ihn ansahen und auf seine Erwiderung auf die Worte des Admirals warteten, der ihn �berheblich anl�chelte. �Admiral�, begann er ruhig. �Sie zweifeln meine Ehre an, indem Sie Anschuldigungen aussprechen, f�r die es keine Grundlage gibt. Und Sie zweifeln auch die Ehre jedes Offiziers und jedes Matrosen in der Flotte an. Ich habe mich nie in einer Weise ge�u�ert, die den Schluss zul�sst, dass es ihnen an Tapferkeit fehlte oder dass sie jemals darin nachgelassen haben, den Feind auf jede nur denkbare Weise in die Enge zu treiben. Die Schiffe und ihre Besatzungen, die wir auf dem Weg nach Hause verloren haben, belegen deutlicher den Mut unseres Personals, als ich es mit Worten ausdr�cken k�nnte.�</p><p>�Ich habe nicht��, begann Otropa.</p><p>�Ich bin noch nicht fertig, Admiral.� Geary hatte als Befehlshaber der Flotte lange genug mit aufs�ssigen Offizieren zu tun gehabt, dass es f�r ihn keinen Grund gab, Otropa mit Samthandschuhen anzufassen, auch wenn der ein Vorgesetzter war. Einen Moment lang sah er Numos bei Kaliban scheitern, er sah Falco, wie der einen Teil der Flotte bei Vidha in den Tod f�hrte, wie Midea die <emphasis>Paladin </emphasis>bei Lakota blindlings in den Untergang trieb. Seine Geduld mit Idioten war schon seit Langem aufgebraucht. �Unsere Vorfahren sind mit Mut, aber auch mit Weisheit in die Schlacht gezogen. Ich wei� es, denn ich war dabei. Ihre K�mpfe und ihre Opfer waren nicht vergebens. Mir wurde die Ehre zuteil, die Schiffe unserer gegenw�rtigen Flotte zu befehligen und den M�nnern und Frauen an Bord dieser Schiffe zu zeigen, wie unsere Vorfahren tats�chlich gek�mpft haben. In einer Schlacht wetteifert man mit dem Feind, aber nicht mit den eigenen Kameraden. Innerhalb des Zusammenwirkens einer gut ausgebildeten und disziplinierten Flotte ist immer noch genug Spielraum f�r den Mut des Einzelnen, aber ein Wetteifern darf nicht auf Kosten unserer Pflichten gegen�ber den Menschen und den Welten erfolgen, die wir besch�tzen.�</p><p>Otropa verzog das Gesicht, da er krampfhaft nach einer passenden Erwiderung zu suchen schien. Admiral Timbale, der nach wie vor neben ihm stand, lie� kein Interesse erkennen, dem anderen Offizier zu Hilfe zu kommen. Vielmehr starrte er beharrlich in eine entlegene Ecke des Raums, als wolle er sich auf diese Weise von dem Admiral distanzieren.</p><p>Die st�mmige Frau lachte am�siert und fragte sp�ttisch: �K�nnen Sie irgendwelche Beweise vorlegen, dass die hier gezeigten Flottenaufzeichnungen gef�lscht worden sind, Admiral Otropa?�</p><p>�Nein, Madam Senatorin�, r�umte der Mann schlie�lich mit erstickter Stimme ein. �Aber diese Ergebnisse und die Behauptung, es seien derma�en viele gegnerische Schiffe vernichtet worden, w�hrend die eigenen Verluste so niedrig ausgefallen sind��</p><p>�Dann sollten wir vielleicht Captain Geary gestatten, seinen Vortrag fortzusetzen. In der Zwischenzeit k�nnen Sie sich ja auf die Suche nach entsprechenden Beweisen machen�, schlug sie vor.</p><p>Otropa bekam einen roten Kopf, w�hrend Senator Navarro zustimmend nickte und mit einer Kopfbewegung auf die T�r deutete. Nachdem der Admiral gegangen war, schwieg Geary einen verlegenen Moment lang, dann fuhr er fort und kam auf die streng vertraulichen Punkte seines Berichts zu sprechen, n�mlich auf das, was �ber die fremde Rasse auf der anderen Seite des Syndik-Territoriums bekannt war und welche Vermutungen �ber sie am plausibelsten waren. Die Politiker reagierten zun�chst mit Unglauben, zeigten sich dann aber zunehmend besorgt. Als Geary schilderte, wie die Aliens versucht hatten, die Vernichtung der Allianz-Flotte im Lakota-System sicherzustellen, sch�ttelte eine der anderen Frauen den Kopf. �Wenn es irgendeine andere Erkl�rung daf�r g�be, Captain, w�rde ich keine f�nf Sekunden damit vergeuden, auch nur ein Wort von diesen Dingen zu glauben.�</p><p>Geary verzog den Mund. �Glauben Sie mir, Ma�am, wenn es irgendeine andere Erkl�rung g�be, h�tten wir keine f�nf Sekunden ben�tigt, um sie zu akzeptieren.�</p><p>Als er von den W�rmern in den Navigations- und Kommunikationssystemen der Allianz-Kriegsschiffe berichtete, bekam Timbale vor Fassungslosigkeit den Mund nicht mehr zu. Senator Navarro machte fast einen Satz �ber den Konferenztisch hinweg. �Sie haben diese W�rmer gefunden? Unsere eigenen Schiffe haben ihre jeweilige Position an diese� diese Fremden gesendet?�</p><p>�Wir haben nicht herausfinden k�nnen, wie sie arbeiten�, erg�nzte Geary. �Aber wir haben eine Methode entwickeln k�nnen, wie wir unsere Systeme von ihnen s�ubern. Allerdings m�ssen wir davon ausgehen, dass auch andere Schiffe und Einrichtungen der Allianz mit diesen W�rmern infiziert worden sind. Und das gilt auch f�r die Schiffe und Einrichtungen der Syndiks.�</p><p>�Ich frage mich, warum keiner von uns bislang davon etwas gewusst hat�, meldete sich der d�nne Mann auf eine abf�llige Weise zu Wort, die Navarro dazu veranlasste, die Augen ein wenig zusammenzukneifen.</p><p>�Wir haben nicht danach gesucht�, antwortete Rione. �Keiner von uns hat danach gesucht, jedenfalls nicht nach etwas, das so viel weiterentwickelt ist als alles, was wir oder die Syndiks besitzen.�</p><p>�Vielleicht haben wir nicht danach gesucht�, meinte die Frau daraufhin. �Auch wenn die Gr�nde f�r eine solche Nachl�ssigkeit durchaus verschieden sein d�rften.�</p><p>Die st�mmige Frau lachte auf. �Soll das ein Kommentar zum Intellekt oder zur Moral Ihrer Ratskollegen sein, Suva?�</p><p>Es gelang Navarro, wieder f�r Ruhe zu sorgen, auch wenn sein Missfallen �ber das Verhalten der anderen immer offensichtlicher wurde. �Fahren Sie bitte fort, Captain Geary.�</p><p>Alle zuckten unwillk�rlich zusammen, als Geary die Aufzeichnung abspielte, die die Zerst�rung des Lakota-Systems zeigte, nachdem das Hypernet-Portal von Syndik-Kriegsschiffen zum Kollaps gef�hrt worden war. �Hier hatten wir noch Gl�ck. Wie ich in meinen vorangegangenen Berichten beschrieben habe, konnten unsere Experten herausfinden, dass die potenzielle Energie-Entladung beim Kollaps eines Hypernet-Portals die Dimensionen einer Nova erreichen kann.� Seine Worte versetzten einige der Politiker unwillk�rlich in Schrecken. �Wir glauben, die Aliens besitzen die F�higkeit, den spontanen Zusammenbruch jedes Hypernet-Portals im Gebiet der Allianz und der Syndikatwelten auszul�sen. Das scheint die einzige logische Erkl�rung f�r das zu sein, was bei Kalixa geschehen ist.�</p><p>Timbale nickte zustimmend. �Es ist uns gelungen, einen Sp�her nach Kalixa zu schicken, der gerade erst zur�ckgekehrt ist. Das Sternensystem ist vollst�ndig zerst�rt worden.�</p><p>Senator Navarro lie� langsam die Hand sinken, die er vor seine Augen gehalten hatte. �Dann ging es in der Nachricht, die Sie bei der Ankunft der Flotte in diesem System gesendet hatten, gar nicht darum, dass es zu unvorhersehbaren Zusammenbr�chen von Hypernet-Portalen kommen k�nnte, sondern Sie waren in Sorge, die Aliens k�nnten damit beginnen, die Portale zu zerst�ren?�</p><p>�Jawohl, Sir. So wie bei Kalixa. Ich hielt es allerdings f�r besser, diese Information nicht auch noch zu senden.�</p><p>Die d�nne Frau sch�ttelte den Kopf. �Mit dem, was von Ihnen gesendet wurde, haben Sie schon genug Panik verursacht. Die Bilder von Lakota haben alle in Angst und Schrecken versetzt.�</p><p>�Wir hielten es f�r erforderlich�, erwiderte Rione, �dass jeder dazu angespornt wird, so schnell wie m�glich Schutzvorrichtungen an den Hypernet-Portalen zu installieren.�</p><p>�Das ist Ihnen zweifellos gelungen�, meinte Navarro und atmete tief und langsam aus. �Kurz vor dieser Zusammenkunft bin ich davon unterrichtet worden, dass das Hypernet-Portal im Petit-System kollabiert ist. Es hat etwas gedauert, diese Information zu �berbringen, weil ein Schiff erst einmal in ein System springen musste, in dem sich das n�chste Portal befindet. Dank der Schutzvorrichtung, die erst zw�lf Stunden zuvor installiert worden war, beschr�nkte sich die freigesetzte Energie auf das Niveau einer mittleren Sonneneruption.�</p><p>Admiral Timbale schaute Geary an. �In den letzten f�nfzig Jahren haben wir bei Petit etliche Werften gebaut. Das System ist nicht nur dicht besiedelt, es ist auch von Bedeutung f�r den Krieg gegen die Syndiks. W�re bei Petit das Gleiche geschehen wie bei Kalixa, dann h�tte das zu einer ungeheuren menschlichen Trag�die gef�hrt � und es h�tte unserer Kampfkraft einen schweren Schlag versetzt.�</p><p>�Sind inzwischen alle Hypernet-Portale im Allianz-Gebiet mit diesen Schutzvorrichtungen versehen worden?�, erkundigte sich Rione.</p><p>�Davon gehen wir aus�, antwortete Navarro. �Wir hatten noch keine Zeit, bei allen Planeten eine Best�tigung abzufragen, aber selbst das Portal im Sol-System sollte inzwischen damit ausger�stet sein, und das befindet sich von allen Portalen am tiefsten im Allianz-Gebiet.�</p><p>Ein recht klein geratener Senator begann geh�ssig zu grinsen. �Dann sind wir endlich im Besitz einer Waffe, mit der wir den Krieg gewinnen k�nnen! Unsere Portale sind jetzt mit diesen Vorrichtungen ausger�stet, die die Syndiks nicht haben! Wir k�nnen ihre Portale zusammenbrechen lassen und die Systeme ausl�schen und��</p><p>�Sind Sie verr�ckt?�, fiel ihm die schm�chtige Senatorin namens Suva ins Wort. �Sie haben doch gesehen, was ein einzelnes Portal bei Lakota angerichtet hat.�</p><p>�Aber wir k�nnten auf diese Weise den Krieg gewinnen�, stimmte die gewichtigere Senatorin dem Mann widerstrebend zu.</p><p>Geary erkannte die Unschl�ssigkeit, die er, seine vertrauensw�rdigsten Offiziere und auch Rione vorhergesehen hatten. Im Angesicht einer unmenschlichen Waffe, die einhundert Jahren Krieg ein Ende setzen konnte, zogen die F�hrer der Allianz ernsthaft in Erw�gung, von Menschen bewohnte Sternensysteme einfach auszul�schen. Bevor er jedoch etwas einwenden konnte, meldete sich Rione zu Wort. �Nein, das k�nnen wir nicht. Die Syndiks wissen auch, dass ihre Portale kollabieren k�nnen, und sie haben �hnliche Schutzvorrichtungen installiert.�</p><p>�Ist das sicher?�, fragte ein anderer Senator.</p><p>�Ja�, erwiderte Rione geradeheraus. �Wir wissen, dass die Syndiks diese Vorrichtung besitzen.�</p><p>�Ich m�chte anf�gen�, sagte Geary, �dass ich eher mein Offizierspatent zur�ckgeben w�rde, als den Befehl auszuf�hren, Hypernet-Portale zu zerst�ren, damit sie die bewohnten Sternensysteme ausradieren.�</p><p>Navarro sch�ttelte den Kopf. �Sie w�rden Ihr Offizierspatent zur�ckgeben? Sie w�rden nicht einfach den Befehl verweigern?�</p><p>�Die Vorschriften der Allianz-Flotte gestatten es nicht, einen rechtm��igen Befehl zu verweigern, Sir. Ich m�chte au�erdem darauf hinweisen, Sir, dass ein Hypernet-Portal nur zerst�rt werden kann, wenn die Trossen aus n�chster N�he von einem Kriegsschiff beschossen werden.�</p><p>�Also ein Selbstmordkommando�, folgerte Navarro.</p><p>�Aber bedenken Sie, was dadurch bewirkt wird!�, beharrte wieder ein anderer Senator. �Die Menschen und die Streitkr�fte der Allianz erwarten von uns, dass wir harte Entscheidungen treffen, die aber notwendig sind, um diesen Krieg zu gewinnen! Wenn das bedeutet, dass wir Allianz-Kriegsschiffe f�r solche Missionen opfern m�ssen, um die Hypernet-Portale der Syndiks als Waffe gegen sie einzusetzen, dann��</p><p>�Die Streitkr�fte erwarten von uns ein wenig Weisheit, wenn wir Entscheidungen treffen, die sie das Leben kosten k�nnen�, hielt Navarro dagegen. �F�r Sie mag es hart sein zu entscheiden, wen Sie in den Tod schicken, aber ich bin mir sehr sicher, dass es f�r die, die sterben sollen, noch viel h�rter ist.�</p><p>�Wir m�ssen siegen! Vielleicht <emphasis>wollen </emphasis>manche von uns gar nicht siegen, aber��</p><p>�Es gibt keinen Grund, irgendeinem Mitglied des Rats derartige Absichten zu unterstellen!�, protestierte ein anderer Senator.</p><p>�Vielleicht gibt es eher keinen <emphasis>Beweis </emphasis>daf�r��, kam von anderer Seite ein Einwand.</p><p>�Allm�hlich frage ich mich�, fiel Navarro den anderen energisch ins Wort, �ob es nicht besser gewesen w�re, wenn Captain Geary seine Marines mitgebracht h�tte.� Als sich entsetzte Stille breitmachte, bedachte Navarro jeden der Senatoren mit einem aufgebrachten Blick. �Wir k�nnen gewinnen, indem wir von Menschen bewohnte Systeme ausl�schen? Und welchen Preis bezahlen wir daf�r? Was ist unsere Menschlichkeit dann noch wert?� Die Senatoren sa�en da und schwiegen, da offenbar keiner von ihnen eine Antwort wusste. Schlie�lich zuckte Senator Navarro ungl�ubig mit den Schultern. �So wie es aussieht, ist ohnehin keine von beiden Seiten l�nger in der Lage, die Hypernet-Portale als Waffe einzusetzen, also gibt es auch keinen Grund, dar�ber zu diskutieren, wie wir entscheiden sollen. Ich pers�nlich bin meinen Vorfahren daf�r dankbar, dass ich eine solche Entscheidung nicht treffen muss. Und ich danke den lebenden Sternen daf�r, dass diese Bedrohung gebannt worden ist.�</p><p>Navarro hielt kurz inne, dann sah er zum wiederholten Mal Geary an. �Mir f�llt dabei ein, dass das Wissen �ber die von den Portalen ausgehende Bedrohung und �ber ihren Einsatz als Waffe f�r jeden einen einzigartigen Vorteil bedeutet, der die Kontrolle �ber die Regierung der Allianz erlangen oder die Hysterie ausnutzen wollte, die durch kollabierende Portale im Allianz-Gebiet ausgel�st w�rde. Und doch haben Sie dieses Wissen mit uns geteilt.�</p><p>�Das war von Anfang an seine Absicht�, merkte Rione an. �Dieser Mann ben�tigt Politiker, damit ihm eine solche M�glichkeit �berhaupt erst bewusst wird, aber zum Gl�ck hat er kein Interesse, sie f�r sich zu nutzen.�</p><p>�Das ist wirklich ein Gl�ck�, stimmte Navarro ihr zu. �Ich werde heute Abend meinen Vorfahren danken m�ssen. Sie h�tten ebenso gut den Hypernet-Schl�ssel der Syndiks behalten k�nnen, da der f�r jede Allianz-Streitmacht einen immensen taktischen Vorteil bedeutet. Sie h�tten sich zu einem unverzichtbaren Mann machen k�nnen, Captain.�</p><p>Geary fragte sich, wie deutlich ihm seine Reaktion anzusehen war. �Wenn ich eines nicht sein m�chte, dann unverzichtbar, Sir.�</p><p>�Manche Leute betrachten so etwas als eine Arbeitsplatzgarantie, Captain Geary. Aber fahren Sie doch bitte mit Ihrem Bericht fort.�</p><p>Viel gab es nicht mehr zu berichten. Geary behandelte die letzten Gefechte und gelangte schlie�lich an den Punkt, als die Flotte Varandal erreicht hatte und zusammen mit dieser heimgekehrt war. �Und Sie sind davon �berzeugt, dass die Syndiks unser Hypernet-Portal zerst�ren wollten als Vergeltung f�r das Portal, das bei Kalixa kollabiert ist?�, wollte die st�mmige Frau wissen.</p><p>�Das halten wir f�r die wahrscheinlichste Erkl�rung, Madam Senatorin, und sie entspricht auch dem �brigen Verhalten der Syndiks in dieser Phase. Ich m�chte gern anmerken, dass die mutige Verteidigung von Varandal durch das anwesende Allianz-Personal und die Kriegsschiffe vor und nach unserer Ankunft vermutlich den Ausschlag f�r das Scheitern des Plans der Syndiks gegeben hat.�</p><p>Navarro wandte sich an Admiral Timbale. �Was haben die Gefangenen von den Syndik-Schiffen dazu sagen k�nnen, die wir von den zerst�rten Schiffen gerettet haben? Sie geh�rten doch zu dieser Reserveflotte, nicht wahr?�</p><p>Timbale presste die Lippen zusammen, w�hrend er im Geiste seine Antwort formulierte. �Die meisten unteren Dienstgrade schienen nichts zu wissen, und ihnen war wohl auch nicht bekannt, warum sie an dieser Grenze stationiert worden waren, die so weit von der Allianz entfernt liegt. Es kursieren wohl Ger�chte �ber einen mysteri�sen Gegner, aber das Syndik-Personal verf�gt �ber kein konkretes Wissen. Im Verh�r haben die meisten h�herrangigen Gefangenen gestanden, dass sie das Hypernet-Portal zerst�ren wollten, um dieses Sternensystem als Vergeltungsma�nahme f�r die Vernichtung von Kalixa auszuradieren. Ihnen ist auch bekannt, dass es auf der von der Allianz abgewandten Seite des Syndikat-Territoriums eine intelligente nichtmenschliche Spezies gibt. Wir konnten belegen, dass ihre Mission lautete, die Syndikatwelten gegen diese Spezies zu verteidigen. Aber sie scheinen nichts weiter �ber diese Aliens zu wissen, jedenfalls haben wir ihnen nichts entlocken k�nnen.�</p><p>�Aber sie haben die Existenz einer solcher Rasse best�tigt?�, wollte einer der Senatoren wissen.</p><p>�Ja, Senator, das haben sie. Ihre Hirnwellenmuster haben sie verraten, als sie auf diese Fragen antworteten.�</p><p>�Handelt es sich um eine feindselige Rasse?�</p><p>Timbale z�gerte kurz. �Die gefangenen Syndiks wollten sich zu nichts �u�ern, aber es wurde deutlich, dass diese Aliens ihnen Sorge bereiten.� Er sah zu Geary und l�chelte fl�chtig. �Die Tatsache, dass die Syndiks eine so gro�e Streitmacht so weit vom Allianz-Gebiet entfernt aufgestellt haben, ist f�r mich ein deutlicher Hinweis daf�r, dass sie den Aliens nicht trauen.�</p><p>Senator Suva sch�ttelte den Kopf. �Warum haben wir bei fr�heren Verh�ren von Kriegsgefangenen nie ein Wort �ber diese Aliens erfahren? Wir haben doch schon mehr als einen Syndik-CEO gefangengenommen.�</p><p>�Weil niemand einen von ihnen danach gefragt hat�, antwortete Rione. �Wieso auch? Es gab keinen Grund, einen Syndik nach der Existenz einer intelligenten nichtmenschlichen Spezies auf der von uns abgewandten Seite ihres Territoriums zu fragen.�</p><p>�Aber Sie sind dahintergekommen�, merkte Navarro an Geary gewandt an.</p><p>�Das ist nicht allein mein Verdienst, Sir�, widersprach Geary. �Wir hatten auch Zugriff zu Syndik-Aufzeichnungen und Gebieten, die bislang keinem Allianz-Personal zug�nglich gewesen waren. Es war eine Kombination verschiedener Ereignisse.�</p><p>Mit einem Mal wirkte Navarro viel �lter. �Und Sie glauben, die Aliens k�nnten den Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten ausgel�st haben?�</p><p>�Wir halten das f�r eine plausible Erkl�rung. Es passt zu dem, was wir wissen, und es erkl�rt einige Dinge, die sonst keinen Sinn ergeben.�</p><p>Ein anderer Senator meldete sich mit solcher Verbitterung zu Wort, dass Geary sie fast f�hlen konnte. �Selbst wenn es stimmt, befreit es die Syndiks nicht von der Verantwortung f�r diesen Krieg. Sie sind immer noch verantwortlich f�r allen Schmerz und alles Leid, das wir erduldet haben.�</p><p>�Das will ich auch gar nicht bestreiten, Senator�, gab Geary zur�ck. �Die damalige Syndik-F�hrung hat diese Entscheidung getroffen. Aber wenn die Aliens sie dazu verleitet haben, uns anzugreifen, ist das ein weiteres Indiz daf�r, dass diese Aliens uns als eine Bedrohung betrachten, die sie ausschalten wollen. Es passt auch zum Einsatz der Hypernet-Technologie als Mittel, nicht nur die Syndiks, sondern die Menschheit insgesamt an der Nase herumzuf�hren und sie dazu zu bringen, aus eigenem Antrieb das gesamte Territorium in ein riesiges Minenfeld zu verwandeln.�</p><p>�Sind Experten auf dem Gebiet des Hypernets befragt worden?�, wollte Navarro wissen. �Stimmen sie der Theorie zu, dass das Hypernet eine Technologie fremder Herkunft ist, die beiden Seiten in diesem Krieg bewusst zug�nglich gemacht wurde? K�nnen sie best�tigen, dass das Portal bei Kalixa nicht blo� zuf�llig kollabiert ist?�</p><p>�Ja, Sir. Das trifft zu. Ich habe mit den Experten in der Flotte gesprochen. Mit Experten au�erhalb der Flotte habe ich das nicht diskutiert, weil ich es angesichts der heiklen Natur dieser Sache nicht ohne eine Erlaubnis von oben tun wollte.� Geary senkte f�r einen Moment den Blick. �Bedauerlicherweise ist die beste Expertin der Flotte auf diesem Gebiet, Captain Cresida, hier in der Schlacht bei Varandal gestorben, als ihr Schiff, der Schlachtkreuzer <emphasis>Furious</emphasis>, zerst�rt wurde.�</p><p>�Jaylen ist tot?�, rief ein bis dahin schweigsamer Senator. �Das wusste ich noch gar nicht. O verdammt, ich kenne ihre Familie. Aber Sie sagten, sie ist zuvor noch zum Captain bef�rdert worden?�</p><p>Geary nickte. �Eine vorl�ufige Bef�rderung. Es gab eine Reihe derartiger Ma�nahmen, die ich ergriffen habe und die ich hiermit formal meinen Vorgesetzten �bergebe, mit der Bitte, sie zu bef�rworten und zu best�tigen. Ich hoffe, die Regierung wird im Sinne der Betroffenen entscheiden. Es gab auch einige disziplinarische Ma�nahmen und Anklagen, die vor einem Kriegsgericht verhandelt werden m�ssen. Ich bedaure es, solche Dinge melden zu m�ssen, hoffe aber, dass ich in meiner Beurteilung der Sachlage best�tigt werde.�</p><p>Die Ratsmitglieder sahen Geary einen Moment lang mit sichtlich gemischten Gef�hlen an. Als Navarro das Dokument aus Gearys Bericht aufrief, lachte er leise. �Entschuldigen Sie, Captain Geary, aber manchmal wirkt Ihre Wortwahl� nun� antiquiert. Aber auf eine gute Art, m�chte ich betonen. Warum glauben Sie, dass Ihre Vorgesetzten die von Ihnen vorgenommenen vorl�ufigen Bef�rderungen erst noch best�tigen m�ssen?�</p><p>�Ich bin davon ausgegangen, dass das immer so abl�uft�, sagte Geary.</p><p>�Die Flotte besitzt heute etwas mehr Autonomie�, lie� Navarro ihn wissen. �Dann wollen wir doch mal sehen� Sie bitten also um die Best�tigung bestimmter vorl�ufiger Bef�rderungen. Die Bef�rderung von Commander Cresida zum Captain. Da sehe ich kein Problem. Sie empfehlen, dass Colonel Carabali in Anbetracht ihrer Leistungen unter Ihrem Kommando zum General bef�rdert wird. Das werden wir ganz sicher in Erw�gung ziehen.�</p><p>Wieder mischte sich Senatorin Suva ein. �Gefechtsbereite Marines haben sich Allianz-Truppen in den Weg gestellt und daran gehindert, ihre Befehle auszuf�hren! Wem gilt Colonel Carabalis Loyalit�t?�</p><p>�Der Allianz�, konterte Geary entschieden.</p><p>�Das kann heutzutage alles M�gliche bedeuten�, warf die st�mmige Frau m�rrisch ein.</p><p>�Ja�, stimmte Senator Navarro ihr zu, hielt kurz inne und las die Liste ein zweites Mal durch. �Numos. Falco. Ihm bin ich einmal begegnet, schon lange her. Kila. Sie hat sich unserem Zugriff entzogen. M�gen die lebenden Sterne �ber sie urteilen.� Dann kehrte sein Blick zur�ck zu Geary. �Ich suche auf dieser Liste etwas, aber ich kann es einfach nicht finden.�</p><p>�Und was soll das sein, Sir?�, fragte Geary mit pl�tzlicher Sorge, er k�nnte doch noch etwas Wichtiges �bersehen haben.</p><p>�Hier steht nichts �ber Sie, Captain.�</p><p>Geary stutzte, als er diese Bemerkung h�rte. �Ich verstehe nicht, Sir.�</p><p>�Sie selbst wollen �berhaupt nichts haben, Captain. Keine Bef�rderung, keine Auszeichnung, rein gar nichts.�</p><p>�Das w�re nicht angemessen�, wandte er ein.</p><p>Einige Politiker begannen zu lachen, w�hrend Admiral Timbale einen peinlich ber�hrten Eindruck machte.</p><p>Navarro l�chelte fl�chtig, dann wurde er wieder v�llig ernst. �Sie haben Bemerkenswertes geleistet, Captain Geary. Diese Tatsache und dazu der mythische Ruf von Black Jack Geary, den unsere Regierung mit so viel Aufwand gef�rdert hat, macht Sie zu einem sehr, sehr m�chtigen Mann. Was wollen Sie, Captain?�</p></section><section><title><p>Zwei</p></title><p>Mit einem Mal hatte sich die Anspannung im Konferenzraum um ein Vielfaches gesteigert. Geary w�hlte seine Worte mit Bedacht, da er wusste, er musste seine Absicht klar und deutlich vermitteln und jegliches Missverst�ndnis vermeiden. �Meine Empfehlungen habe ich detailliert in meinem Bericht formuliert, aber mit wenigen Worten ausgedr�ckt bitte ich um die Erlaubnis, das Kommando �ber diese Flotte behalten zu d�rfen, Sir. Ferner bitte ich darum, dass die Regierung und meine Dienstvorgesetzten den Plan f�r die weitere Vorgehensweise guthei�en, den ich ebenfalls mit meinem Bericht vorgelegt habe.�</p><p>�Sie reden immer davon, dass Sie um dieses und jenes bitten. Dabei wird Ihnen doch klar sein, dass Sie das alles ebenso gut als Forderung formulieren k�nnten.�</p><p>�Nein, Sir, das k�nnte ich nicht�, wandte Geary ein.</p><p>�Spielen Sie nicht mit uns, Captain�, ermahnte Senatorin Suva ihn missmutig. �Sie wissen so gut wie ich, dass Sie nur mit den Fingern schnippen m�ssen, um alles zu bekommen, was Sie haben wollen.�</p><p>�Madam Senatorin, mir ist klar, dass ich wohl die Macht besitze, um Forderungen zu stellen. Aber ich <emphasis>kann </emphasis>sie nicht stellen. Ich habe gegen�ber der Allianz einen Eid abgelegt, und den werde ich nicht brechen. Ich unterstehe Ihren Befehlen und Ihrer Autorit�t.�</p><p>Die st�mmige Frau sah ihn mit zusammengekniffenen Augen und m�rrischer Miene an. �Sie legen Ihr Schicksal in unsere H�nde, Captain, und damit legen Sie auch das Schicksal der Allianz in die H�nde einer Gruppe von Leuten, die Ihrer Ansicht nach zweifellos nicht ann�hernd so f�hig sind, wie diese Leute es mit Blick auf die Verantwortung sein sollten, die sie tragen.�</p><p>Er hatte nicht damit gerechnet, dass einer der Senatoren zugunsten eines Staatsstreichs argumentieren w�rde. Es gelang ihm, seine Reaktion darauf zu �berspielen, dann sagte er ruhig: �Ich habe mein Schicksal schon vor langer Zeit aus der Hand gegeben, Madam Senatorin. Ich habe geschworen, rechtm��ige Befehle auszuf�hren, und genau das werde ich auch weiterhin machen. Und falls ich diese Befehle nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann, werde ich mein Offizierspatent zur�ckgeben.�</p><p>Schlie�lich ergriff Rione mit leiser, aber fester Stimme das Wort. �Das ist sein Ernst. Er spielt Ihnen nichts vor. Ich hatte den gleichen Verdacht wie Sie alle, dass Black Jack als k�nftiger Diktator auftritt, der seine milit�rische Rolle nutzt, um die politische Autorit�t zu ersetzen.� Ihr Blick ruhte kurz auf der st�mmigen Frau und einem anderen Senator, womit sie nur beinahe andeutete, dass diese beiden eine solche Entwicklung nicht f�rchteten, sondern vielmehr herbeisehnten. �Allerdings bin ich Captain Geary nahe genug gewesen, um Ihnen versichern zu k�nnen, dass er es ehrlich meint. Unterziehen Sie ihn einem Verh�r, und Sie werden feststellen, er macht Ihnen zu keinem Zeitpunkt etwas vor. Captain Geary tr�gt nicht den Makel von einem Jahrhundert Krieg, meine verehrten Senatoren. Er glaubt immer noch an alles, was unseren Vorfahren lieb und teuer war. Und er glaubt an <emphasis>Sie</emphasis>, an jeden Einzelnen von Ihnen.�</p><p>Ein paar Senatoren schauten weg, als seien ihnen diese Worte peinlich, aber Navarro sah sie forschend an. �Wir haben Berichte gelesen, wonach Sie Captain Geary tats�chlich sehr nahe gewesen sein sollen, Madam Co-Pr�sidentin. Wird Ihre Meinung �ber ihn davon in irgendeiner Weise beeinflusst?�</p><p>�Es war eine k�rperliche Beziehung�, r�umte Rione wie beil�ufig ein. �Sie war von kurzer Dauer.� Dann straffte sie auf einmal die Schultern, und alles L�ssige an ihrem Verhalten war verschwunden. �Aus den Informationen, die die Flotte im Syndik-Gebiet sammeln konnte, ergibt sich, dass mein Ehemann von den Syndiks lebend gefangengenommen wurde. Es k�nnte sein, dass er noch lebt. Meine Loyalit�t gilt der Allianz und ihm.�</p><p>Einer der Senatoren sch�ttelte den Kopf. �Sie haben mit einem anderen Mann geschlafen, obwohl Ihr Ehemann noch leben k�nnte? Ein solch unehrenhaftes��</p><p>Rione stieg die Zornesr�te ins Gesicht, doch Geary kam ihr zuvor und unterbrach den Senator: �Sie wusste nicht, dass er noch leben k�nnte. Jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt. Co-Pr�sidentin Rione ist eine ehrbare Frau.�</p><p>�Wohingegen Sie, Senator Gizelle�, f�gte Rione mit gesenkter Stimme an, als sich nach Gearys Bemerkung Schweigen breitgemacht hatte, �das Wort Ehre nicht mal buchstabieren k�nnten, wenn Ihr Leben davon abhinge.�</p><p>Navarro schlug wieder mit der flachen Hand auf den Tisch, um dem Streit ein Ende zu setzen, bevor er eskalieren konnte. �Das reicht. Beantworten Sie nur die Frage, Senatorin Rione. Ist Ihr Urteil neutral?�</p><p>�Ja.� Rione nickte und sah sich um. Offenbar hatte sie sich wieder im Griff. �Jeder hier wei�, was Captain Geary in diesem Moment tun k�nnte, wenn er es wollte. Und was er l�ngst alles getan haben k�nnte, wenn er es wirklich beabsichtigte. In diesem Moment k�nnte er im Unity-Sternensystem eintreffen, begleitet von einer Flotte von Kriegsschiffen, auf denen s�mtliche Senatsmitglieder in Arrestzellen sitzen, und die Leute w�rden ihm <emphasis>zujubeln</emphasis>. Haben Sie auch nur eine vage Ahnung davon, wie lange er gebraucht hat, um zu begreifen, dass so etwas m�glich w�re? Ein solcher Gedanke war in seinem Universum schlicht undenkbar, und so verh�lt es sich immer noch. Aber es gibt Leute, die vort�uschen w�rden, in seinem Namen zu handeln, und wir m�ssen diese Leute davon abhalten, etwas in Gang zu setzen, was sich m�glicherweise nicht mehr stoppen lie�e. H�ren Sie also bitte mit solchem Unsinn wie der Verhaftung von Captain Geary auf. Er wird seine Kr�fte nicht gegen die Allianz wenden.�</p><p>�Das m�chte ich gern glauben�, erwiderte Navarro. �Aber ich wei� nicht, ob ich das wagen darf.�</p><p>�Dann m�chte ich Ihnen etwas zeigen.� Rione lud eine Datei herunter, aktivierte sie und Geary sah sich auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>sitzen. Insgeheim fragte er sich, wie es Rione gelungen war, auf die Logb�cher des Flaggschiffs zuzugreifen und wo diese Aufnahme entstanden war, doch als er h�rte, was gesagt wurde, fiel es ihm ein. Die Szene zeigte sein Verhalten in dem Moment, als er zu verstehen begann, dass das Personal der Allianz-Flotte beabsichtigte, Kriegsgefangene zu t�ten, als sei das ein v�llig routinem��iger Vorgang.</p><p>Als der Ausschnitt endete, deutete Rione auf Geary. �Das hat sich bei Corvus abgespielt, kurz nachdem er das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte. Meinen Sie, das war gespielt? Dann irren Sie sich. Das waren unsere Vorfahren, die durch diesen Mann zu uns gesprochen haben.�</p><p>�Ich muss unbedingt mit meinen Vorfahren reden�, sagte Navarro mehr zu sich selbst, senkte kurz den Blick und sah dann erneut Geary an. �Fassen Sie die von Ihnen empfohlene Vorgehensweise in wenigen Worten zusammen, Captain. Da Sie offenbar nicht vorhaben, mit der Flotte nach Unity zu fliegen und uns ins Gef�ngnis zu stecken � wohin wollen Sie dann mit ihr?�</p><p>Er h�tte sich nie tr�umen lassen, dem Gro�en Rat pers�nlich Bericht zu erstatten, doch das w�re immer noch wahrscheinlicher gewesen als eine solche Frage aus dem Mund des Ratsvorsitzenden zu h�ren zu bekommen. Geary lie� wieder das Sternendisplay anzeigen. �Ich m�chte zwei Dinge vorschlagen. Zum einen halte ich es f�r wichtig, den Schaden auszunutzen, den wir in der letzten Zeit der Syndik-Flotte zugef�gt haben. Wenn wir den Syndiks Zeit lassen, werden sie in der Lage sein, ihre Streitkr�fte wieder zu verst�rken, aber wenn wir sofort zuschlagen, solange sie geschw�cht sind, k�nnte es uns gelingen, sie zu einem Waffenstillstand zu zwingen.� Das Display ver�nderte sich und konzentrierte sich auf einen Stern. Die leisen Seufzer von der anderen Seite des Tischs bildete sich Geary in diesem Moment nicht blo� ein.</p><p>�Das Syndik-Heimatsystem?�, fragte die st�mmige Frau ungl�ubig. �Sind Sie nicht von da entkommen, Captain Geary? Aus dieser Falle, die die Syndiks unserer Flotte gestellt hatten?�</p><p>�Richtig, Ma�am, aber jetzt geschieht das unter anderen Vorzeichen. Die Syndik-Flotte ist deutlich dezimiert worden. Ein paar ihrer Kriegsschiffe sind uns entwischt, als wir den Angriff abgewehrt haben, aber selbst mit diesen neu konstruierten Kriegsschiffen, die die Syndiks losgeschickt haben, stehen unsere Chancen immer noch sehr gut.� Er deutete auf den Stern. �Wir haben den Syndik-Hypernetschl�ssel sicher nach Hause gebracht, und jetzt k�nnen wir diesen Schl�ssel benutzen, um mit unserer Flotte z�gig in ihr Heimatsystem zu gelangen, die dortige Verteidigung zu zerschlagen und die F�hrung aufzufordern, ernsthafte Verhandlungen zu beginnen. Wir haben jetzt die Gelegenheit, bis ins Herz des Syndik-Territoriums vorzudringen und ihnen einen schweren Schlag zuzuf�gen.�</p><p>�Und wenn die Syndik-F�hrer nicht an ernsthaften Verhandlungen interessiert sind?�, wollte Navarro wissen, der die H�nde gefaltet hatte und das Kinn auf ihnen ruhen lie�.</p><p>�Dann, Sir, k�nnen wir immer noch zu unserer tief vordringenden Munition greifen, um einen Wechsel auf der F�hrungsebene der Syndiks herbeizuf�hren.� Er hatte gen�gend Beweise daf�r gesehen, dass diese F�hrer bereit waren, zahlreiche ihrer Leute zu opfern, w�hrend sie selbst stets daf�r sorgten, dass sie gut gesch�tzt waren. Diesmal allerdings sollten sie dazu gar nicht erst die Gelegenheit bekommen.</p><p>�Welche Forderungen sollen wir stellen?�, fragte Senatorin Suva.</p><p>�Das muss der Rat entscheiden�, antwortete Rione. �Aber meine Empfehlung geht dahin, zu erw�gen, welchen Nutzen wir davon haben, Forderungen zu stellen, wenn die einzige andere Alternative bei einer Ablehnung durch die Syndiks die ist, dass dieser Krieg fortgesetzt wird. Daher schlage ich vor, wir bieten den Syndiks ein Ende der Feindseligkeiten und eine R�ckkehr zu den Verh�ltnissen vor dem Krieg an, einschlie�lich eines vollst�ndigen Gefangenenaustauschs und eines Austauschs aller verf�gbaren Informationen �ber s�mtliches im Verlauf des Krieges in Gefangenschaft geratenes Personal.�</p><p>�Dann w�ren alle unsere Opfer vergebens gewesen�, protestierte die st�mmige Senatorin lautstark.</p><p>�Was auch f�r alle Opfer der Syndiks gilt�, stellte Navarro fest. �Das ist ein hervorragendes Argument, Senatorin Rione, zumal Sie so gut wie wir wissen, in welcher Verfassung sich die Allianz derzeit befindet.� Einige Senatoren setzten zum Reden an, doch Navarro brachte sie alle mit einer knappen Geste zum Schweigen. �Wir werden uns zur�ckziehen und �ber Ihren Vorschlag, Captain Geary, ebenso diskutieren wie �ber Co-Pr�sidentin Riones Idee. Was ist Ihr zweiter Punkt?�</p><p>Geary streckte den Arm aus, um auf die entlegene Seite des Syndik-Gebiets zu zeigen. �Dass wir uns nach M�glichkeit mit dem besch�ftigen, was sich dort drau�en befindet. Wir haben keine Ahnung, wie m�chtig sie sind, wie gro� ihr Territorium ist, welche F�higkeiten sie besitzen. Alles deutet darauf hin, dass ihre Technologie unserer auf bestimmten Gebieten �berlegen ist � so zum Beispiel bei der Kommunikation, die sie mit �berlichtgeschwindigkeit f�hren k�nnen. Au�erdem behaupten sie sich gegen die Syndiks und haben sie sogar aus einigen Sternensystemen verjagt, was kein Kinderspiel gewesen sein kann, so wie wir die Syndiks kennen. Aber sie haben sich auch in die Angelegenheiten der Menschheit eingemischt. Sie haben uns reingelegt, indem sie uns die Technologie f�r die Hypernet-Portale zugespielt haben, damit wir in allen wichtigen Sternensystemen selbst die Bomben bauen, mit denen sie uns ausl�schen k�nnen. Sie haben mit Kalixa mindestens ein von Menschen bewohntes System zerst�rt, und wie ich soeben von Ihnen erfahren musste, haben sie bei Petit offenbar das Gleiche versucht. Diese Aliens m�ssen begreifen, dass ihre Einmischungen in unsere Angelegenheiten und ihre Angriffe auf die Menschheit ein Ende nehmen m�ssen.�</p><p>Lange Zeit herrschte Schweigen, dann fragte ein Senator mit fast ver�ngstigter Stimme: �Wir sollen einen neuen Krieg anfangen?�</p><p>�Nein, Sir, das ist das Letzte, was ich will. Aber es ist m�glich, dass bereits ein Krieg auf uns zurollt, von dem wir nur noch nichts wissen. Wir m�ssen auch diesem Krieg ein Ende setzen oder zumindest einen Waffenstillstand erreichen.�</p><p>Rione deutete auf das Sternendisplay. �Die Syndiks hatten ihre Reserveflotte an der uns abgewandten Grenze positioniert, um die Aliens fernzuhalten. Jetzt ist diese Flotte nicht mehr dort. Ein Gro�teil der Schiffe wurde zerst�rt, und die Reste sammeln sich vermutlich derzeit im Heimatsystem der Syndiks, um eine letzte Verteidigungslinie zu bilden. Was werden die Aliens machen, wenn ihnen eine leichte Beute quasi auf dem Pr�sentierteller gereicht wird?�</p><p>�Wen k�mmert�s?�, grummelte die st�mmige Frau. �Es sind Syndiks.�</p><p>�Es sind Menschen, Senatorin Costa�, entgegnete Rione. �Jedes Sternensystem, das ihnen abgenommen wird, schw�cht die Menschheit und macht die Aliens umso st�rker.�</p><p>Senatorin Suva lachte. �Sie wollen, dass wir die Syndiks nicht mehr als Feinde ansehen, sondern als Verb�ndete? Dass wir sie besch�tzen?�</p><p>�Es geht darum, uns selbst zu besch�tzen�, stellte Rione klar. �Wir k�nnen nicht davon ausgehen, dass eine fremde intelligente Spezies uns anders behandelt, als sie es mit den Syndiks macht, nur weil wir uns selbst f�r etwas anderes halten als die Syndiks.�</p><p>Der Blick von Senator Navarro war nach wie vor auf die Region gerichtet, in der das Gebiet der Aliens an das der Syndiks angrenzte. �Wenn da drau�en tats�chlich eine andere intelligente Spezies existiert��</p><p>�Es k�nnte mehr als nur eine sein�, meinte Rione. �Und gegenw�rtig befinden sich die Syndiks zwischen uns und der Region, in der diese Spezies leben k�nnten.�</p><p>Pl�tzlich schnappte Admiral Timbale aufgeregt nach Luft. �Wenn wir in die Verteidigung dieser Grenze einbezogen werden, dann werden wir Zugang zu dem bekommen, was sich jenseits der Grenze befindet.�</p><p>�Genau�, stimmte Geary ihm zu. �Und da die Syndiks angez�hlt sind, k�nnten sie sich gezwungen sehen, sich damit einverstanden zu erkl�ren. Wenn es uns gelingt, den Krieg mit den Syndiks zu beenden, werden wir unter Umst�nden in der Lage sein, einige Schiffe in dieses Gebiet zu schicken, um mehr dar�ber zu erfahren und um vielleicht sogar Kontakt mit diesen Wesen aufzunehmen.�</p><p>Navarro nickte verstehend. �Eine faszinierende Vorstellung. Also gut, Captain Geary. Sie haben die Allianz-Flotte und die Allianz selbst gerettet. Sie haben den gr��ten Teil der Syndik-Flotte vernichtet und damit g�nstige Bedingungen geschaffen, um ein Ende des Kriegs zu erzwingen. Sie haben eine Bedrohung f�r die gesamte Menschheit erkannt und unsch�dlich gemacht, und Sie haben Beweise geliefert, die f�r die Existenz einer nichtmenschlichen intelligenten Spezies sprechen. Gibt es sonst noch etwas?�</p><p>�Im Augenblick nicht, Sir.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Geary. Wenn Sie, Senatorin Rione und Admiral Timbale uns jetzt allein lassen w�rden, dann werden wir Ihren Bericht und Ihre Empfehlungen diskutieren.�</p><p>�Einige von uns haben aber noch Fragen�, meldete sich ein Senator zu Wort.</p><p>�Die werden wir ebenfalls unter uns besprechen�, erkl�rte Navarro und warf dem Mann einen Blick zu, der den sofort verstummen lie�.</p><p>Geary wartete noch einen Moment, bis er das Gef�hl hatte, dass er tats�chlich den Raum verlassen sollte. Er salutierte und drehte sich um, hielt kurz inne, bis sich Rione und Timbale vor ihm befanden, und folgte ihnen nach drau�en. Als sich die T�r hinter den dreien schloss, wandte sich der Admiral an Geary: �Danke, Captain Geary. Dass ich anwesend sein durfte, hat mir viel bedeutet. Ich h�tte nicht die ganze Zeit mit dem Amboss verbringen wollen.�</p><p>Geary nickte ihm zu. �Wir geh�ren alle zu einer gro�en Flotte, Sir.�</p><p>�Da haben Sie verdammt recht.�</p><p>�Apropos�� Timbale drehte sich zu Rione um. �Madam Co-Pr�sidentin, wenn Sie gestatten, w�rde ich gerne nachsehen, was Otropa und Firgani eigentlich treiben.�</p><p>�Ja, vielen Dank, Admiral.�</p><p>W�hrend Timbale z�gig durch den Korridor entschwand, atmete Geary tief durch und sah Rione an. �Ich nehme an, wir werden hier beobachtet.�</p><p>Sie schaute auf ihren Armschmuck und tippte auf einzelne Edelsteine. �Sie versuchen es, aber sie k�nnen meinen St�rsender nicht durchdringen. Mittlerweile konnte ich meine Systeme aufr�sten lassen, damit sie wieder auf dem neuesten Stand sind.�</p><p>Ein weiterer Trick aus Riones schier unersch�pflichem Arsenal, einer, der Geary bislang �berhaupt nicht bewusst gewesen war. �Aber jetzt wissen die, dass Sie etwas an sich tragen, was Sie dazu in die Lage versetzt, Signale zu st�ren.�</p><p>�Jeder Politiker tr�gt irgendwelche Sicherheitsausr�stung mit sich herum. Die Unbedeutenderen sind ausreichend ausger�stet, um zu verhindern, dass jemand sie belauscht, wenn sie �ber Bestechungsgelder oder Stimmenkauf oder etwas anderes in dieser Art reden. Die wichtigeren Politiker sind entsprechend besser und kostspieliger ausgestattet.� Sie sch�ttelte den Kopf. �W�rde ich ihre Signale nicht st�ren, w�ren sie zum einen schockiert, und zum anderen w�rden sie glauben, dass alles, was ich sie sehen und h�ren lasse, nur gespielt ist. Machen Sie sich keine Sorgen.�</p><p>�Das versuche ich ja. Ich hatte das Gef�hl, dass es da drinnen ganz gut gelaufen ist.�</p><p>�M�glicherweise ja.�</p><p>�Diese eine Senatorin, Costa� sie schien auf unserer Seite zu sein.�</p><p>Rione lachte leise auf. �Ja und nein. Costa glaubt, sie unterst�tzt das Milit�r, aber sie h�tte kein Problem damit gehabt, Selbstmordkommandos auf den Weg zu schicken, damit sie die Hypernet-Portale der Syndiks zerst�ren. Das haben Sie so deutlich sehen k�nnen wie ich. Au�erdem bin ich davon �berzeugt, dass sie einen Milit�rputsch begr��t h�tte. Nicht um einen pers�nlichen Vorteil zu erlangen, sondern weil ihr Patriotismus fehlgeleitet ist. Sie k�nnen nicht darauf vertrauen, dass sie wirklich das tut, was am Besten ist.� Sie schaute zur Decke. �Meine Ausr�stung verr�t mir, dass da oben ein paar Kameras versteckt sind, aber mein St�rsender verschleiert das Bild, damit sie nicht von unseren Lippen ablesen k�nnen. Wie gesagt, auf Costa k�nnen Sie nicht z�hlen, aber sie kann von Nutzen sein, wenn man sie richtig anleitet.�</p><p>�Ich habe nur bei einigen Ratsmitgliedern offene Feindseligkeit bemerkt�, sagte Geary.</p><p>��Offen� ist hier das Zauberwort. Gizelle mag Sie nicht, aber das werte ich als ein Ehrenabzeichen. Er geh�rt zu den Leuten, die einen Putsch nutzen w�rden, um jede Menge Geld und noch mehr Macht anzuh�ufen.� Rione l�chelte ironisch. �Er �rgert sich zweifellos dar�ber, dass Sie ihm dabei im Weg stehen. Ich bin nie dahintergekommen, was Gizelle mit Admiral Bloch ausgeheckt hatte, aber er hat massiv hinter den Kulissen gewirkt, damit Bloch Zustimmung f�r seinen Plan erhielt. Und was Bloch erreichen wollte, wissen wir schlie�lich beide.�</p><p>Geary rieb sich die Augen. �Und Senator Navarro? Was sollten diese Spitzen gegen ihn bedeuten?�</p><p>�Die bedeuten, dass er unter dem Verdacht steht, heimlich mit den Syndiks gemeinsame Sache zu machen. Er stammt aus dem Abassas-System nahe der Grenze, und w�hrend die umliegenden Allianz-Systeme immer wieder von den Syndiks angegriffen werden, herrscht seit Navarros Wahl in den Gro�en Rat in Abassas v�llige Ruhe.�</p><p>Das sah nicht gut aus, fand Geary. �Und was glauben Sie? L�uft da was zwischen ihm und den Syndiks?�</p><p>Nachdenklich sah Rione zur Seite. �Ich habe nie etwas davon geh�rt, dass Navarro Bestechung nachgewiesen wurde. Das soll hei�en, dass seine Feinde Ger�chte verbreiten, aber er noch nie bei einem Bestechungsakt ertappt worden ist. W�re es passiert und vertuscht worden, dann w�re es mir trotzdem bekannt. Abgesehen von der auffallenden Tatsache, dass die Syndiks sein Heimatsystem in Ruhe lassen, gibt es keinen Hinweis auf einen Verrat oder andere, nicht so schwerwiegende Verbrechen.� Einen Moment lang hielt sie inne. �Ich glaube, er ist nicht mehr und nicht weniger ehrlich als jeder von uns. Meiner Ansicht nach versucht er, sein Bestes f�r die Allianz zu geben. Aber er musste zu viele Kompromisse eingehen, damit nicht alles aus den Fugen ger�t. Das ist eben der Unterschied zwischen einem guten milit�rischen F�hrer und einem guten Politiker, John Geary. Sie haben mir gezeigt, dass ein guter milit�rischer F�hrer das Leben seiner Untergebenen nur widerstrebend und voller Bedauern opfert, aber wenn die Umst�nde es erfordern, dann opfert er diese Leben. Der gute Politiker macht das Gleiche mit seinen Prinzipien. Nur dass es f�r geopferte Prinzipien kein Heldenbegr�bnis gibt.�</p><p>�Wollen Sie damit sagen, dass er so ist wie Sie?�</p><p>�In vieler Hinsicht.�</p><p>�Dann k�nnen wir ihm vertrauen, auch wenn Abassas nicht von den Syndiks unter Beschuss genommen wird.�</p><p>Rione warf ihm einen aufgebrachten Blick zu. �Ich w�rde Ihnen nie den Ratschlag geben, mir in jeder Hinsicht zu vertrauen. Aber ich glaube, er wird die Vorgehensweise bef�rworten, die er als die beste im Sinne der Allianz ansieht. Allerdings haben Sie gesehen, dass seine F�higkeiten, den Rat zu kontrollieren, durch die gegen ihn ge�u�erten Verd�chtigungen behindert werden.�</p><p>Da war noch etwas anderes, was ihn ins Gr�beln gebracht hatte, und das sprach Geary nun an: �Hat Navarro deswegen daf�r gesorgt, dass der Rat Admiral Blochs Plan zustimmt, obwohl alles dagegen sprach und die M�glichkeit bestand, dass Bloch sich bei einem unerwarteten Erfolg zum Diktator aufschwingen w�rde?�</p><p>�Der Ratsvorsitz rotiert�, lie� Rione ihn wissen. �Als Blochs Plan genehmigt wurde, hatte Costa den Vorsitz. Navarro sprach sich mit Nachdruck gegen Blochs Vorhaben aus, aber wegen der Zweifel, was sein Verh�ltnis zu den Syndiks betrifft, konnte er sich mit seinen Argumenten nicht durchsetzen. Ein Verr�ter w�rde schlie�lich nicht wollen, dass ein Plan in die Tat umgesetzt wird, der zum Sieg f�hrt, nicht wahr?�</p><p>�Verstehe. Aber nat�rlich w�rde ein vern�nftiges und loyales Individuum ebenfalls keinem Plan zustimmen, der solche Risiken in sich birgt�, erwiderte er und schaute zu der geschlossenen T�r. �Warum wollten Sie mir eigentlich im Vorfeld nichts �ber diese Politiker sagen, denen ich Bericht erstatten sollte?�</p><p>�Weil ich wollte, dass Sie zu unpolitischer und milit�rischer Hochform auflaufen, Captain Geary�, meinte sie seufzend. �H�tte ich Ihnen zu jedem von ihnen gesagt, was ich �ber sie wei�, dann h�tten Sie wom�glich auf einer pers�nlicheren Ebene reagiert, und das h�tte Sie selbst m�glicherweise auch wie einen Politiker wirken lassen. So aber waren Sie ganz Milit�r, v�llig distanziert und das Musterbeispiel f�r einen Flottenoffizier, der nicht mal �ber Politik nachdenkt, sondern nur dar�ber, wie er seine Arbeit zu erledigen hat.� Sie lachte ver�chtlich. �Vermutlich ist Ihnen nicht mal aufgefallen, wie sehr sie das verwirrt hat. Die hatten einen Politiker erwartet, der lediglich eine Uniform tr�gt, aber so denkt und handelt wie einer von ihnen. Und als Sie davon nichts erkennen lie�en, wussten die nicht, wie sie mit Ihnen umgehen sollten. Es gab einen Moment, da konnte ich Navarro anmerken, wie ihm bewusst wurde, dass Sie ihm kein Theater vorspielten. Das war der Moment, als ich zu hoffen begann, dass wir hier erfolgreich sein k�nnten.� Mit einem Mal schlug ihre Stimmung wieder um, und sie warf Geary einen h�mischen Blick zu. �Ist doch eine gute Sache, dass Sie mich in der Hand haben, nicht wahr?�</p><p>Er hielt sich davon ab, das zu erwidern, was ihm als Erstes durch den Kopf ging, stattdessen begn�gte er sich mit einer harmlosen Feststellung: �Mir war nicht bewusst, dass Sie meinen gesamten Komm-Verkehr �berwachen.�</p><p>�Das ist nicht der Fall�, versicherte sie ihm. �Ich versuche allerdings, Badayas s�mtlichen Komm-Verkehr zu �berwachen. Ihre Abschirmungen zu �berwinden, ist eine sehr schwierige Sache, was vor allem dem Eifer des befehlshabenden Offiziers der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu verdanken ist. Aber in diesem Fall habe ich Badayas �bertragung abgeh�rt. Keine Sorge, ich werde dem Mann nichts tun, solange er nicht au�er Kontrolle ger�t. Im Augenblick sind seine Illusionen f�r uns von Nutzen.�</p><p>Das h�rte sich in Gearys Ohren grundverkehrt an. �Ich t�usche den Mann nicht, um einen pers�nlichen Nutzen daraus zu ziehen. Und Sie machen das auch nicht.�</p><p>�Glauben Sie nicht, Sie w�ssten alles �ber mich, Captain Geary.� Rione l�chelte ihn frostig an. �Vertrauen Sie jedem nur so weit, wie es sein muss.�</p><p>Anstatt sich auf eine Diskussion mit ihr einzulassen, nickte er nur. Rione war und blieb ihm ein R�tsel, doch soweit er das beurteilen konnte, war sie auch weiterhin seine Verb�ndete. F�r ihn gab es keinen Zweifel daran, dass Desjani, Duellos und Tulev sie st�ndig im Auge behielten und auf Hinweise darauf achteten, ob sie vorhatte, ihm in den R�cken zu fallen.</p><p>Das Warten zog sich hin. Geary konnte die ganze Zeit �ber nur starr dastehen, w�hrend sich Rione gegen die Korridorwand lehnte und auf einen weit entfernten Punkt schaute. Es war nicht das erste Mal, dass er sich w�nschte zu wissen, was ihr in diesem Moment durch den Kopf ging.</p><p>Nach einer Weile kehrte Timbale kopfsch�ttelnd zu ihnen zur�ck. �General Firgani war mit einem Plan besch�ftigt, wie er die Marines Ihrer �Ehrengarde� ausschalten kann. Ich habe ihn letztlich davon �berzeugen k�nnen, was f�r eine dumme Idee das ist, indem ich ihm vor Augen gef�hrt habe, welche Mittel ihm im Gegensatz zur gesamten Flotte zur Verf�gung stehen. Und ich konnte ihm deutlich machen, dass er sich unm�glich in einem �u�eren Abteil einer Raumstation mit einem ganzen Zug Marines anlegen kann, ohne dass man �berall im Sternensystem das unvermeidliche Feuerwerk bemerkt. Nicht mal Firgani ist so dumm, dass er ein Gefecht vom Zaun bricht, das so offensichtlich von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.�</p><p>�Und Admiral Otropa?�, erkundigte sich Rione.</p><p>�Er hat mich ausgefragt, was sich noch alles zugetragen hat, nachdem er hinauskomplimentiert worden war.� Timbale machte keinen Hehl aus seiner Schadenfreude. �Er wollte von mir einen umfassenden Bericht bekommen, aber ich habe ihm gesagt, ich werde hier ben�tigt.� Die Haltung des Admirals hatte sich deutlich ver�ndert, da Timbale sich jetzt so verhielt, als stehe er voll und ganz hinter Geary, anstatt sich wie zuvor zu f�rchten, was der wohl als N�chstes machen w�rde. �Hier wird kein heimliches Spiel gespielt, oder? Ich kann nichts in der Art erkennen, aber meine Vorfahren wissen, dass ich nicht mal die H�lfte von dem erlebt habe, was Sie im Syndik-Gebiet zu sehen bekommen haben.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Nein, kein heimliches Spiel, Sir.�</p><p>�Das beruhigt mich, aber das muss ich Ihnen wohl nicht noch sagen.� Einen Moment lang wirkte Timbale wie um Jahre gealtert. �Viele von uns wussten, was Bloch beabsichtigte. Zahlreiche andere Offiziere versuchten, auf �hnlichen Wegen das Gleiche f�r sich zu erreichen.�</p><p>�Was h�tten Sie gemacht, wenn Bloch als Sieger zur�ckgekehrt w�re?�, wollte Rione wissen.</p><p>Der Admiral atmete tief durch. �Eigentlich sollte ich darauf keine Antwort geben, aber offensichtlich genie�en Sie Captain Gearys Vertrauen. Um ganz ehrlich zu sein, ich wei� nicht, was ich getan h�tte. Wirklich nicht. So ging es vielen. Wir waren so verzweifelt wie der Rest. Wir hatten kein Vertrauen in die Regierung. Wir wussten, wie zerbrechlich die Allianz geworden war. Wir hatten keine Ahnung, was wir noch tun sollten. Aber ein Putsch� Haben Sie je von der Quantenkatze geh�rt, Madam Co-Pr�sidentin? Die Katze, die in einer Kiste sitzt, und man muss erst nachsehen, um herauszufinden, ob sie lebt oder ob sie tot ist, was das Universum erst entscheidet, wenn man tats�chlich die Kiste �ffnet? So war auch unsere Situation. W�re Bloch zur�ckgekehrt, h�tten viele von uns diese Kiste ge�ffnet, um festzustellen, was ihr Herz ihnen sagt. Erst dann h�tten wir die Antwort erfahren. Zu meiner Erleichterung und zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich diese Antwort nun niemals erfahren werde. Es ist so, wie einer der Senatoren vorhin sagte: Fr�her war es einfacher zu wissen, was Loyalit�t gegen�ber der Allianz bedeutet. Aber vielleicht war es auch gar nicht einfacher, und vielleicht ist es jetzt auch gar nicht so kompliziert. M�glicherweise haben sich nicht die Antworten ver�ndert, sondern die Fragen, die wir stellen.�</p><p>Rione schien von Timbales offener Art beeindruckt zu sein. �Und was war in dem Moment, als Captain Geary mit der Flotte zur�ckkehrte? Versp�rten Sie da nicht eine �hnliche Ungewissheit?�</p><p>�In dem Moment? Sehen Sie, die Flotte wurde als verloren angesehen, die Syndiks tobten sich in diesem Sternensystem aus, unsere Verteidigung kam nur noch mit M�he hinterher, und dann taucht auf einmal die Flotte auf und st�rzt sich wie ein Racheengel auf die Syndiks. �ber Komm h�ren wir, dass Black Jack zur�ckgekehrt war, dass er die Flotte gerettet hatte und dass er im Begriff war, uns ebenfalls zu retten.� Timbale lachte leise auf. �In dem Moment war Black Jack f�r uns ein Gott.�</p><p>�Das ist nicht��, begann Geary.</p><p>�So hat man Sie wahrgenommen�, unterbrach Rione ihn. �Ich habe Ihnen gesagt, dass es so sein w�rde.�</p><p>�Ganz genau�, best�tigte Timbale. �Black Jack hatte mich nicht n�tig, es war bedeutungslos, was ich tat. H�tte ich im Weg gestanden, w�re ich einfach �berrannt worden. Ich gebe zu, ich war um mich selbst und um die Allianz besorgt, deswegen blieb ich auf Abstand und beobachtete zun�chst nur, was Captain Geary tat. Aber ich bin nicht dem Irrglauben erlegen, er w�rde meine Unterst�tzung ben�tigen oder er w�rde sich von meinem Widerstand aufhalten lassen.� Er warf Geary einen immer noch verwirrten Blick zu. �Als Sie im Shuttlehangar zu mir sagten, Sie seien hergekommen, um Ihre Befehle zu befolgen, da musste ich einen Moment lang an meinem eigenen Verstand zweifeln. Wie sollte es m�glich sein, dass Sie so etwas gesagt hatten? Aber dann lie�en Sie all Ihre Marines dort zur�ck, also musste das entweder Ihr Ernst sein, oder Sie mussten verr�ckt sein. Ich beschloss darauf zu hoffen, dass es Ihr Ernst war, denn im anderen Fall w�ren wir alle dem Untergang geweiht gewesen.� Timbale �berpr�fte seine Komm-Einheit, die sich hartn�ckig meldete. �Der Gro�e Rat erwartet uns zur�ck.�</p><p>Rione stie� sich von der Wand ab und lie� die Schultern locker kreisen, dann dr�ckte sie die Finger durch, als mache sie sich f�r einen Faustkampf bereit. Schlie�lich f�hrte sie die beiden M�nner zur�ck in den Konferenzraum, wo die Senatoren des Gro�en Rates an ihrem langen Tisch sa�en und schweigend abwarteten.</p><p>Senator Navarro ergriff als Erster das Wort, als Geary vor dem Tisch stehen blieb. �Captain Geary, versprechen Sie uns den Sieg in diesem Krieg?�</p><p>Nach kurzem Z�gern sch�ttelte er den Kopf. �Nein, Sir. Aber ich habe allen Grund darauf zu vertrauen, dass die Streitkr�fte unter meinem Kommando alle Verteidigungslinien der Syndiks �berwinden k�nnen.�</p><p>�Das nennen Sie keinen Sieg?�, warf Costa ein.</p><p>�Ich kann einen milit�rischen Sieg erringen�, antwortete Geary. �Sie fragen mich nach einem Sieg in diesem Krieg, aber ich wei� nicht, wie Sie das definieren.�</p><p>�Aber Senatorin Rione hat einen Frieden vorgeschlagen, der der Allianz jeglichen Nutzen aus diesem Krieg versagt!�</p><p>�Ja, Madam Senatorin. Und er versagt auch den Syndiks jeglichen Nutzen.�</p><p>Rione kam n�her, beugte sich vor und tippte mit einem Finger auf die Tischplatte, um ihre Worte zu unterstreichen. �Unser �berleben ist der Nutzen. Wir k�nnen genauso wenig gewinnen wie die Syndiks, wenn jede Seite weiterhin versucht, den Gegner zu vernichten. Aber die Syndikatwelten und die Allianz k�nnen von innen heraus zerrissen werden. Ich habe Berichte �ber die Demonstrationen und die Unruhen auf verschiedenen Welten der Allianz gesehen, die sich abgespielt haben, als das Ger�cht kursierte, die Flotte sei tats�chlich vernichtet worden. H�tte Captain Geary die Flotte nicht nach Hause gebracht, worauf w�rden Sie dann hoffen k�nnen? M�glicherweise w�ren Sie dann gezwungen gewesen, zu den Bedingungen zu kapitulieren, die die Syndiks Ihnen diktiert h�tten.�</p><p>�Aber er hat die Flotte nach Hause gebracht�, beharrte ein Senator.</p><p>�Ja. Die lebenden Sterne haben uns ein Geschenk �berreicht. Nehmen wir es mit Demut an, oder fordern wir, dass sie uns noch mehr geben? Wer von Ihnen wird sich an seine Vorfahren wenden und sie bitten, eine von Undankbarkeit und Habgier bestimmte Nachricht weiterzuleiten?�</p><p>Geary merkte, dass Rione mit ihren Bemerkungen ins Schwarze getroffen hatte, aber ein weiteres Mal sorgte Senator Navarro f�r Ruhe und verhinderte, dass sich in seinen Reihen lautstarker Protest regen konnte. �Es sieht folgenderma�en aus�, begann der Senator. �Die anscheinende Schlagkraft der Allianz tr�gt, auch wenn Captain Geary den Syndiks schwere Verluste zugef�gt hat. Wir k�nnen das Blutvergie�en, die Zerst�rungen und die Kosten nicht unendlich lange durchhalten, zumal wir diesen Krieg gar nicht begonnen haben.�</p><p>Navarro zeigte auf das Sternendisplay, das inzwischen wieder �ber dem Tisch schwebte. �Die von der Flotte mitgebrachten Informationen �ber die Syndikatwelten zeigen, welche Belastung der Krieg f�r sie darstellt. Senatorin Rione hat recht. Wir haben jetzt die Gelegenheit, der Syndik-F�hrung einen Vorschlag zu unterbreiten, von dem sie zum einen nicht behaupten k�nnen, dass er ihre Position schw�cht, der ihnen zum anderen aber auch keinen Vorteil aus dem Krieg einbringt, den sie angefangen haben. Dann haben wir die Allianz erfolgreich verteidigt und die Aggressoren mit schweren Verlusten bestraft, und wir werden in der Lage sein, der Allianz weitere Kosten an Menschenleben und Material zu ersparen. So definiere ich im Moment einen Sieg, und so sieht es auch eine Mehrheit im Rat. Da wir bereits abgestimmt haben, sehe ich keinen Grund f�r weitere Diskussionen, auch wenn wir alle Captain Gearys Antwort auf die Frage nach seiner Definition eines Siegs h�ren wollten. Captain Geary, dieser Rat war zuvor verzweifelt genug, Admiral Blochs Plan zuzustimmen, und ich bin mir sicher, Sie wissen, dass der Admiral es mit Ihnen nicht aufnehmen konnte. Die Umst�nde sind nun andere, wir haben einen Befehlshaber, dem wir vertrauen k�nnen. Deshalb stimmt der Rat Ihrem vorgeschlagenen Plan eines Angriffs auf die Syndiks zu. Ich muss wohl nicht ausdr�cklich erw�hnen, dass Sie selbstverst�ndlich das Kommando �ber die Flotte behalten werden, um den Plan in die Tat umzusetzen.�</p><p>Geary hatte das Gef�hl, dass ihm eine zentnerschwere Last von den Schultern genommen worden war. �Vielen Dank, Sir.�</p><p>�Was ist mit den Aliens?�, wollte Rione wissen.</p><p>�Das gestaltet sich als schwierig. Wir m�ssen noch viel mehr �ber sie in Erfahrung bringen.� Navarro sah wieder Geary an. �Ohne das Einverst�ndnis der Syndiks k�nnte es zu riskant sein, in dieses Gebiet vorzudringen, aber die endg�ltige Entscheidung �berlassen wir Ihnen, je nachdem welche Ausgangslage sich ergibt. Wenn Sie dem Krieg ein Ende setzen k�nnen und die Syndiks einverstanden sind, Allianz-Kriegsschiffe zu dieser Grenze zu schicken, dann haben Sie schon jetzt unsere Erlaubnis, so zu verfahren. Wir werden auf Sie z�hlen, dass Sie kein Gefecht beginnen, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist. Finden Sie heraus, so viel Sie k�nnen, ohne negative Reaktionen dieser Wesen zu provozieren. Sollte es dennoch zum Kampf kommen, beschr�nken Sie die Kampfhandlungen auf das absolute Minimum, um das Risiko k�nftiger Aggressionen gegen die Menschheit m�glichst gering zu halten.�</p><p>Senatorin Costa verdrehte ver�chtlich die Augen.</p><p>Geary verstand diese Geste nur zu gut, da seine Befehle sich selbst widersprachen. Aber vielleicht konnte er diese Tatsache nutzen, um die Befehle etwas gro�z�giger auszulegen, sollte das erforderlich werden. �Jawohl, Sir. Dann stimmen Sie also meinen Pl�nen zu?�</p><p>�Unsere Vorgaben f�r diesen Mann sind vage und bedeutungslos�, gab Senator Gizelle laut genug von sich, um von allen im Raum geh�rt zu werden. F�r Costa gen�gte die Bemerkung, um abermals mit den Augen zu rollen.</p><p>�Wir haben dar�ber diskutiert und abgestimmt�, sagte Navarro. �Ich werde nicht durch detaillierte Anweisungen daf�r sorgen, dass einem vertrauensw�rdigen Gesandten die H�nde bis hin zur Tatenlosigkeit gebunden sind. Und Captain Geary hat sich unser Vertrauen verdient. Angesichts der Tragweite der zu erwartenden Verhandlungen sowohl mit der Syndik-F�hrung als auch mit dieser nichtmenschlichen Rasse m�ssen wir diesmal allerdings darauf bestehen, dass Sie von einer gr��eren Zahl politischer Vertreter der Allianz begleitet werden.� Er schaute zu Rione. �Offenbar hat die Anwesenheit von Co-Pr�sidentin Rione nicht allzu sehr gest�rt.�</p><p>Zwar war die Flotte in dieser Frage ohne jeden Zweifel geteilter Meinung, dennoch nickte Geary. �Wir haben uns arrangieren k�nnen, Sir.�</p><p>Mit ungew�hnlicher Zaghaftigkeit in ihrem Tonfall warf Rione daraufhin ein: �Mit Blick auf die Arbeitsbeziehungen, die ich innerhalb der Flotte geschaffen habe, und angesichts der Tatsache, dass Kriegsschiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration weiterhin Teil der Flotte sein werden, bitte ich um die Erlaubnis, auch diesmal die Flotte begleiten zu d�rfen.�</p><p>Gizelle setzte zu einer Entgegnung an, machte den Mund aber gleich wieder zu, als Navarro ihm einen warnenden Blick zuwarf. �Vielen Dank, Madam Co-Pr�sidentin�, sagte Navarro. �Ihrer Bitte kann wahrscheinlich entsprochen werden. Ich bin mir sicher, Ihre Arbeitsbeziehungen werden von gro�em Wert sein. Wer die anderen politischen Repr�sentanten sein sollen, werden wir noch entscheiden und Ihnen mitteilen, Captain Geary. Wann wird die Flotte Varandal verlassen?�</p><p>�Ich m�chte den Schlag gegen die Syndiks so bald wie m�glich f�hren, aber erst sind noch erhebliche Sch�den aus den Gefechten zu beheben, und die Vorr�te auf allen Schiffen sind so gut wie ersch�pft. Ich brauche mindestens noch eine Woche, Sir, bis die dringendsten Reparaturen ausgef�hrt und alle Vorr�te aufgestockt worden sind.�</p><p>�Wie denken die Besatzungen dar�ber?�, wollte ein anderer Senator wissen. �Sie k�nnen nur ein paar Wochen daheim verbringen. Wird es Probleme mit der Moral geben? M�glicherweise eine Meuterei?�</p><p>Riones schallendes Gel�chter hallte von allen Seiten wider. �Entschuldigen Sie, Senator, es ist nur� Ich schlage vor, Sie stellen diese Frage den Besatzungsmitgliedern der Flotte.�</p><p>�Dann glauben Sie, die Moral wird keinen Anlass zur Sorge bieten?�, erkundigte sich Costa.</p><p>�Solange Black Jack das Kommando hat? Die Besatzungen w�rden in ein Schwarzes Loch springen, wenn er ihnen das befehlen w�rde, und auf dem Weg zum Ereignishorizont w�rden sie ihm dabei noch zujubeln.�</p><p>Navarro nickte. �Dieser Eindruck ergibt sich auch aus unseren eigenen Berichten. Captain Geary, es gibt da noch eine Sache, die wir besprechen m�ssen. Warten Sie bitte drau�en, w�hrend wir mit Senatorin Rione und Admiral Timbale reden.�</p><p>Was sollte das nun geben? Geary wartete im Korridor, diesmal allerdings allein, und da er nun ohne Riones St�rsender auskommen musste, wurde er in diesem Augenblick vermutlich von der besten �berwachungstechnologie beobachtet, die die Allianz zu bieten hatte. Auch wenn es nichts gab, was ihn hinsichtlich seiner Pflicht gegen�ber der Allianz h�tte belasten k�nnen, fiel es ihm dennoch �berraschend schwer, einen unschuldigen Eindruck zu machen, wenn gleichzeitig so viele Kameras auf ihn gerichtet waren.</p><p>Als Senator Navarro, Co-Pr�sidentin Rione und Admiral Timbale den Konferenzraum verlie�en, dr�ckte Geary den R�cken durch und straffte die Schultern. �Entspannen Sie sich bitte�, sagte Navarro. �Der Rat musste noch einen Entschluss fassen, und das ist nun geschehen, wenn auch nicht ohne vorherige Diskussion.� Er sah zu Rione. �Es ist wohl offensichtlich, dass ein Captain nicht im Namen der Allianz-Regierung Verhandlungen f�hren und Entschl�sse fassen kann. Ganz sicher nicht f�r etwas von so gro�er Tragweite. Die Flotte ben�tigt einen Senioroffizier, der das Kommando hat. Wir wissen auch, dass Sie unter Umst�nden wichtige Entscheidungen treffen m�ssen, bei denen Ihnen keine Zeit bleibt, um sich mit einer h�heren Autorit�t abzusprechen. Sie selbst ben�tigen die Autorit�t, um f�r die Allianz zu verhandeln und Vereinbarungen zu treffen, die f�r die Allianz bindend sind.�</p><p>Geary musterte Navarro mit wachsendem Unbehagen. �Sir, ich dachte, Co-Pr�sidentin Rione und andere Senatoren begleiten die Flotte, um die Regierung zu vertreten.�</p><p>�Das ist richtig�, best�tigte Navarro. �Aber Ihr Dienstgrad sollte Ihre Position und Ihre Verantwortung widerspiegeln. So hat Admiral Timbale es ausgedr�ckt. Daher bitten wir Sie, dies im Namen des Gro�en Rates der Allianz anzunehmen.� Er hielt seine rechte Hand ausgestreckt.</p><p>Als Geary auf Navarros Handfl�che schaute, ben�tigte er einige Sekunden um zu begreifen, was er da sah. Es waren goldene Abzeichen in Form von stilisierten Supernovae. �Sir, das muss ein Irrtum sein.�</p><p>Der Senator stutzte. �Wieso? Sind das nicht die Abzeichen f�r den Admiral der Allianz-Flotte?�</p><p>Flottenadmiral. Nicht blo� Admiral, sondern Flottenadmiral. Der allerh�chste Dienstgrad. Sein Unbehagen war Unglauben gewichen. �Doch, Sir, aber��</p><p>�Dann ist es auch kein Irrtum. Der Gro�e Rat wei�, dass Sie diese Autorit�t ben�tigen, und er ist mehrheitlich der Ansicht, dass Ihnen dieser Dienstgrad anvertraut werden kann. Sie und ich, wir wissen doch beide, dass Sie eigentlich mehr Macht besitzen, als Ihnen durch den Dienstgrad verliehen wird.�</p><p>�Sir�, protestierte Geary. �Niemand hat jemals den Rang eines Admirals der Allianz-Flotte bekleidet.�</p><p>�Bis jetzt�, warf Rione mit einem schiefen L�cheln ein.</p><p>�Aber, Sir, ich��</p><p>Navarro lachte erleichtert auf und sah zu Rione. �Sie hatten recht, er will das wirklich nicht.� Dann drehte er sich wieder zu Geary um. �Wissen Sie, wie viele Admir�le seit Kriegsbeginn um diese Bef�rderung gebettelt haben? <emphasis>Sie </emphasis>dagegen wollen sie gar nicht erst annehmen.�</p><p>�Sir�, versuchte er einen weiteren Anlauf. �Ich besitze daf�r gar nicht die n�tige Qualifikation.�</p><p>�Meinen Sie? Dann werfen Sie mal einen Blick in Ihre Dienstakte, Mann. Eigenst�ndiges Kommando unter den denkbar schwierigsten Umst�nden, und dazu dort Erfolge, wo jeder andere gescheitert w�re.� Diesmal warf Navarro Admiral Timbale einen Blick zu, der mit einem Nicken reagierte. �Sie haben sich nicht genommen, was Sie sich h�tten nehmen k�nnen, Captain Geary, aber wir vermuten, dass es auch weiterhin Versuche geben wird, Sie in diese Richtung zu dr�ngen und in den Mittelpunkt zu r�cken. Indem Ihnen diese Bef�rderung zuteil wird, sollten diejenigen zufriedengestellt werden, die wollen, dass Ihnen mehr formale Macht einger�umt wird, und es sollte helfen, die Gefahr f�r die Regierung einzud�mmen.�</p><p>Wieder nickte Timbale, diesmal noch nachdr�cklicher. �Ich glaube, das sehen Sie richtig, Sir. Das Personal der Flotte wird es so wahrnehmen, dass seine Sorgen und Bed�rfnisse zur Kenntnis genommen worden sind.�</p><p>�Vielen Dank, Admiral. Also, Flottenadmiral Geary, werden Sie das hier nun annehmen?�</p><p>Angesichts der von Navarro angesprochenen Punkte bekam Geary ein schlechtes Gewissen, weil das Erste, was ihm durch den Kopf ging, nicht der Gedanke war, f�r diesen Posten hoffnungslos unterqualifiziert zu sein. Seine Hauptsorge war vielmehr etwas rein Pers�nliches.</p><p>Rione beobachtete ihn eine Weile und fragte schlie�lich: �Was m�ssen wir tun, damit Sie diese Bef�rderung annehmen, Captain Geary?�</p><p>Er sah zu ihr. Er wusste, dass sie seine gr��te Sorge kannte, und er fragte sich, ob sogar Rione ihn mit diesem Wissen aufziehen w�rde. Aber ihre n�chsten Worte zeigten, dass es f�r sie einen anderen Grund f�r ihre Frage gab. �Sollte es vielleicht nicht auf Dauer sein?�</p><p>Geary klammerte sich an diesen Vorschlag wie ein ertrinkender Seemann an einen Rettungsring. �Ja, genau. Eine vor�bergehende Bef�rderung.�</p><p>��Vor�bergehend�?�, wiederholte Navarro verwundert. �Und wie lange soll das sein?�</p><p>�Bis� zum Kriegsende. Wenn der Krieg vor�ber ist und ich die Flotte nach Abschluss ihrer Missionen nach Hause bringe, werde ich diesen vor�bergehenden Dienstgrad wieder ablegen, den Befehl �ber die Flotte abgeben und meinen Dienstgrad des Captains dauerhaft zur�ckerhalten.�</p><p>Admiral Timbale sah ihn erstaunt an. �Ihnen ist doch klar, dass f�r uns alles, was auf dem Kriegsende basiert, dauerhaft ist, nicht wahr?�</p><p>�Aber nicht f�r mich, Admiral.� Geary bedachte Navarro mit einem flehenden Blick. �Kann ich diese Bedingung an die Bef�rderung kn�pfen? Als Versprechen der Regierung?�</p><p>Navarro dachte kurz nach, dann zuckte er mit den Schultern. �Nat�rlich. Ich werde das in Ihre Akte aufnehmen. Wenn der Krieg vor�ber ist und Sie mit der Flotte ins Allianz-Gebiet zur�ckgekehrt sind, werden Sie automatisch in den dauerhaften Rang eines Captains zur�ckgestuft, und gleichzeitig geben Sie das Kommando �ber die Flotte ab.�</p><p>Sekundenlang z�gerte Geary, da er sich fragte, wieso Navarro so schnell zugestimmt hatte. Aus seiner Erfahrung wusste er, dass die Leute Black Jack Geary nicht so leicht davonkommen lie�en, wenn sie ihn f�r irgendetwas brauchten. Aber er konnte sich nicht gegen einen Befehl der Regierung stellen, wenn die bereits Bedingungen zugestimmt hatte, die zu stellen er eigentlich gar nicht befugt war. �Gut, Sir.�</p><p>Wieder streckte Navarro ihm die Hand hin. �Dann nehmen Sie die Abzeichen, Captain. Oh, entschuldigen Sie. Dann nehmen Sie die Abzeichen, <emphasis>Flottenadmiral</emphasis>.�</p><p>Geary lie� sich die goldenen Supernovae geben und starrte sie eine Zeit lang einfach nur an.</p><p>Rione stellte sich zu ihm und dr�ckte ihm die Hand zu, dann sagte sie leise: �Lassen Sie sich von Ihrem Captain helfen, sie an Ihrer Uniform zu befestigen. Das wird sie gl�cklich machen. Es war nicht meine Idee, aber als der Vorschlag gemacht wurde, habe ich mich mit Nachdruck daf�r ausgesprochen.�</p><p>Navarro l�chelte Geary an. �Viel Gl�ck, Flottenadmiral. Das ist schon eigenartig. Ich habe mich mittlerweile daran gew�hnt, als eine niedere Lebensform angesehen zu werden, der man nicht vertrauen kann, dass sie wirklich im Interesse der Allianz entscheidet. Und jetzt hoffe ich auf einmal, dass ich Sie nicht entt�uschen werde, weil Sie ernsthaft daran glauben, dass ich mehr bin als nur diese Lebensform.�</p><p>Eine weitere Last fiel von ihm ab, als sein Shuttle die Station Ambaru wieder verlie� und die Marines v�llig entspannt im hinteren Abteil sa�en. H�tte er nicht immer noch die Abzeichen in der Hand gehalten, dann h�tte er sich vermutlich gef�hlt, als schwebe er auf Wolke Sieben. Die goldenen Supernovae verhinderten das, da sie ihn nach unten zogen, als h�tten sie die gleiche Anziehungskraft wie echte Sterne.</p><p>�Sir�, rief der Pilot ihm zu. �Die <emphasis>Dauntless </emphasis>bittet um routinem��ige Identifizierung der Passagiere und ihres Status. Sind Sie� immer noch� �hm��</p><p>Geary fiel auf, dass er und Rione noch niemandem ein Wort gesagt hatten. �Oh, entschuldigen Sie. Ja, ich bin immer noch Befehlshaber der Flotte.�</p><p>�Den lebenden Sternen sei� Ich wollte sagen, danke, Sir!�</p><p>�Sie wird es im ganzen Sternensystem herumerz�hlen�, merkte Rione leise an.</p><p>�Ich gehe davon aus, dass es in K�rze ohnehin eine offizielle Bekanntmachung geben wird�, erwiderte Geary achselzuckend.</p><p>�Das wird nicht das Einzige sein, was sie bekanntgeben werden, <emphasis>Captain </emphasis>Geary.� Dann lehnte sie sich zur�ck, schloss die Augen und schien sich zu entspannen.</p><p>Der vertraute Rumpf der <emphasis>Dauntless </emphasis>r�ckte schnell n�her und schob sich abrupt aus dem Blickfeld, da das Shuttle mit einer zus�tzlichen Drehung andockte, als w�rde es sich auch �ber die j�ngsten Ereignisse freuen. Geary verlie� allen voran das Shuttle und l�chelte, als er sah, dass Desjani am Fu� der Rampe auf ihn wartete. Sie nickte ihm zu und erwiderte das L�cheln, das sich ein wenig verzog, als ihr Blick auf Rione fiel, w�hrend Geary den Sideboys salutierte, die zu Ehren des an Bord zur�ckgekehrten Flottenbefehlshabers aufgestellt worden waren.</p><p>�Da w�ren wir�, verk�ndete Rione, als sie das Ende der Rampe erreicht hatten. �Einmal John Geary, unversehrt und wohlbehalten, ohne Kratzer oder �hnliches.�</p><p>Desjani hielt den Blick auf Geary gerichtet. �Sie behalten das Kommando �ber die Flotte? Wie lange?�</p><p>�Bis meine Mission abgeschlossen ist�, erwiderte er.</p><p>Was das bedeutete, wusste Desjani, weshalb auch ein Leuchten ihre Augen erf�llte. �Willkommen zur�ck an Bord, Sir. Wann brechen wir auf?�</p><p>Geary sah, dass Rione in eine andere Richtung davonging, w�hrend er mit Desjani den Weg zu seinem Quartier einschlug. �Fr�hestens in einer Woche. Erst m�ssen die Reparaturen erledigt sein, und wir ben�tigen Vorr�te aller Art, au�erdem muss das Personal aufgestockt werden.�</p><p>�Ja, das ist alles dringend n�tig.� Desjani sah in die Richtung, in die sich Rione entfernt hatte. �Musste sie hierher zur�ckkommen? Gab es nicht irgendeinen Asteroiden oder Planeten oder ein Straflager, wo sie dringend ben�tigt wird?�</p><p>�Wahrscheinlich wird sie uns wieder begleiten, Tanya�, lie� Geary sie wissen und versuchte, nicht zu l�cheln, als er sah, wie sie zusammenzuckte. �Es werden auch noch einige andere Senatoren mitkommen, allerdings wei� ich nicht, wer das sein wird.�</p><p>�Ich glaube, ich h�tte lieber einen Haufen Syndiks an Bord. Vertraut man Ihnen nicht?�</p><p>�Doch, das tun sie.� Er z�gerte, da er sich noch nicht in der Lage f�hlte, Desjani von der Bef�rderung zu erz�hlen. �Der Gro�e Rat hat beide Vorschl�ge angenommen. Erst nehmen wir uns die Syndiks vor, und wenn die Umst�nde es zulassen, werden wir ein paar Worte mit den Aliens reden.�</p><p>�Hervorragend�, sagte sie und sah ihn triumphierend an. �Ich habe nie an Ihnen gezweifelt. Ich wusste, Sie w�rden erfolgreich sein.�</p><p>�Um erfolgreich sein zu k�nnen, m�ssen wir erst diese Mission hinter uns bringen.�</p><p>�Ich werde Sie nicht entt�uschen, und der Rest der Flotte auch nicht. So wie Sie uns auch nicht entt�uscht haben.� Wieder l�chelte sie ihn an, als sie sein Quartier erreichten. �Ich nehme an, Sie wollen sich ein wenig ausruhen. Sobald Sie sich dazu bereit f�hlen, w�re ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir mehr �ber das Zusammentreffen sagen k�nnten.�</p><p>�Nat�rlich.� Er hob seine freie Hand, als Desjani weggehen wollte. �Warten Sie, da ist noch etwas, was ich Ihnen zeigen muss.�</p><p>Desjani runzelte die Stirn, folgte ihm aber in sein Quartier.</p><p>Nachdem sich die Luke hinter ihnen geschlossen hatte, �ffnete er schlie�lich seine Hand und hielt sie Desjani hin.</p><p>Sie sah auf die Abzeichen, dann setzte sie ein L�cheln auf, das breiter und breiter wurde. �Meinen Gl�ckwunsch, Flottenadmiral Geary.� Im n�chsten Moment wurde sie ernst. �Ist die Bef�rderung schon wirksam?�</p><p>�Zum Flottenadmiral? Ja.�</p><p>Mit finsterer Miene sah sie ihn an. �Sie haben uns vor Ihrer Ankunft nicht dar�ber informiert! Mein Schiff hat einen Flottenadmiral nicht mit den ihm geb�hrenden Ehren empfangen! Wie konnten Sie <emphasis>mein </emphasis>Schiff so schlecht dastehen lassen?�</p><p>�Ich sch�tze, dar�ber habe ich mir��</p><p>�Ganz genau, das haben Sie nicht�, unterbrach Desjani ihn und bet�tigte ihre Komm-Einheit. �Br�cke, setzen Sie den Rest der Flotte davon in Kenntnis, dass Captain Geary auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>zur�ckgekehrt ist und dass man ihn zum Flottenadmiral bef�rdert hat.�</p><p>Geary h�rte die �berraschte Reaktion des Wachhabenden auf der Br�cke. �Flottenadmiral?�</p><p>�Habe ich genuschelt, Lieutenant?�</p><p>�Nein, Captain! Ich werde die Flotte sofort informieren.�</p><p>Dann richtete sie ihren m�rrischen Blick wieder auf ihn. �Warum tragen Sie Ihre Abzeichen nicht?�</p><p>�Ich��</p><p>�Ein Flottenadmiral kann nicht ohne Uniform sein.� Sie begann, die alten Rangabzeichen zu entfernen, und befestigte stattdessen die goldenen Supernovae. �Sie k�nnen nicht so leger auftreten, Flottenadmiral Geary.�</p><p>�Tanya��</p><p>�Warten Sie.� Als sie fertig war, trat sie einen Schritt zur�ck und musterte ihn kritisch, erst dann nickte sie zufrieden. Sie nahm Habtachthaltung an und salutierte, so f�rmlich sie nur konnte. �Lassen Sie mich Ihnen als Erste meinen Gl�ckwunsch aussprechen, Flottenadmiral.�</p><p>Geary erwiderte den Salut. �Tanya��</p><p>�Sie haben es verdient. Wenn jemand diese Bef�rderung verdient hat, dann Sie.�</p><p>�Ich habe nicht darum gebeten.�</p><p>�Meinen Sie, das wei� ich nicht? Ich freue mich unglaublich f�r Sie.�</p><p>�Tanya, wenn der Krieg vorbei ist��</p><p>Ihr professionelles Auftreten bekam f�r einen Moment lang einen Riss. �Ich verstehe, was das bedeutet.�</p><p>�Es ist nicht��</p><p>�Sie mussten die Bef�rderung zum Wohl der Allianz annehmen. Alle pers�nlichen Bedenken, die vielleicht vorhanden sind, m�ssen��</p><p>�Tanya!� Er sah sie aufgebracht an, da er endlich seinen Satz zu Ende sprechen wollte. �Es ist nur vor�bergehend! Ich habe ihnen gesagt, dass ich die Bef�rderung nur akzeptiere, wenn sie von vor�bergehender Dauer ist. Wenn der Krieg vorbei ist, werde ich wieder Captain sein.� Sie starrte ihn nur an, ohne einen Ton herauszubringen. �Tanya?�</p><p>�Warum?�, fragte sie schlie�lich.</p><p>�Das wissen Sie.�</p><p>�Nein, das wei� ich nicht.� Sie machte einen benommenen Eindruck. �Wie kann man auf den Rang eines Flottenadmirals verzichten?�</p><p>�Ich habe einen sehr guten Grund daf�r. Ich hoffe, eines Tages ehrenvoll das Kommando �ber diese Flotte abgeben zu k�nnen. Aber als Admiral k�nnte ich niemals eine Beziehung mit einem Captain eingehen, ganz gleich ob sie meinem Befehl untersteht oder nicht.�</p><p>�Ich w�rde nie��</p><p>�Ich habe ein Versprechen gegeben.�</p><p>�Unter Druck�, f�gte sie hinzu und br�llte ihn dabei fast an. �Und Sie glauben, ich werde Sie zwingen, dieses Versprechen zu halten?�</p><p>Er sp�rte, wie er erneut w�tend wurde. �Wie kommen Sie auf die Idee, Sie m�ssten mich dazu zwingen?�</p><p>�Ich wollte Ihre Ehre nicht beleidigen��</p><p>�Das hat mit meiner Ehre nichts zu tun!�</p><p>�Dann sind Sie ein Idiot!�</p><p>Er starrte Desjani an, die entsetzt dar�ber zu sein schien, dass ihr diese Worte �ber die Lippen gekommen waren. �Was soll das hei�en?�</p><p>�Ich wei� nicht.� Sie schluckte und sch�ttelte den Kopf. �Ich wei�, wenn Sie etwas so Wichtiges aufgeben��</p><p>�Ich wei� selbst, was f�r mich wichtig ist, Tanya.�</p><p>Sie wich noch einen Schritt vor ihm zur�ck. �Vielleicht ist das ein Zeichen. Vielleicht soll uns das sagen, dass dies hier verkehrt ist. Wir wissen, es ist verkehrt. Es verst��t gegen die Vorschriften, gegen die Ehre��</p><p>�Wir haben weder etwas gesagt noch getan, das gegen Vorschriften oder gegen die Ehre verst��t!�</p><p>Desjani sah ihn eindringlich an. �Es liegt uns im Blut.� Sie presste die Kiefer zusammen. �Niemand ist so wichtig. Und niemand kann von einem anderen ein solches Opfer verlangen und dabei ein reines Gewissen haben.� Abrupt ging sie wieder in Habtachthaltung. �Wenn Sie gestatten, Sir. Die Crew wird eine f�rmliche Zeremonie aus Anlass Ihrer Bef�rderung vorbereiten wollen. Ich hoffe, das ist f�r Sie annehmbar.�</p><p>Er nickte und f�hlte sich mit einem Mal todm�de. �Ja, Captain Desjani. Vielen Dank.�</p><p>Sie verlie� sein Quartier, und er lie� sich in einen Sessel sinken, wobei seine Galauniform zerknitterte.</p><p>Nach den M�hen mit den Politikern der Allianz w�rde es ein Kinderspiel werden, die Syndiks zu besiegen. Und verglichen mit seinen Bem�hungen, aus Captain Tanya Desjani schlau zu werden, w�rde es eine Leichtigkeit sein, die Motive der Aliens in Erfahrung zu bringen.</p></section><section><title><p>Drei</p></title><p>Admiral Timbales Bild salutierte ungelenk. Zu Gearys Erstaunen schien sogar ein so hochrangiger Offizier wie Timbale Gefallen daran zu finden, diese Geste des Respekts zu �ben, die Geary in der Flotte wiedereingef�hrt hatte. �Wir k�nnen Ihnen leider nicht so viele Schnelle Hilfsschiffe zur Verf�gung stellen, wie wir es bei einer Mission gern machen w�rden, die so tief in feindliches Gebiet hineinf�hrt. Bloch ist mit zehn Schiffen aufgebrochen, die nahezu unseren gesamten Bestand darstellten. Von diesen zehn haben Sie vier geerbt und drei heil nach Hause gebracht, auch wenn ich mir nicht erkl�ren kann, wie Sie das angestellt haben. Sie behalten die <emphasis>Titan</emphasis>, die <emphasis>Witch </emphasis>und die <emphasis>Jinn</emphasis>. Die <emphasis>Tanuki </emphasis>und die <emphasis>Alchemist </emphasis>sind nach Varandal geschickt worden und sollten in K�rze hier eintreffen. Sie bekommen beide.�</p><p>�F�nf sind immer noch besser als drei. Vielen Dank, Sir.� Er �berpr�fte seine Daten und stellte fest, dass die <emphasis>Tanuki </emphasis>zur gleichen Klasse geh�rte wie die <emphasis>Titan</emphasis>, w�hrend die <emphasis>Alchemist </emphasis>ein Schwesterschiff der kleineren Modelle <emphasis>Witch </emphasis>und <emphasis>Jinn </emphasis>war.</p><p>�Und wir versorgen Sie mit aller Feuerkraft, die wir Ihnen geben k�nnen�, fuhr Timbale fort. �Es sind f�nf frisch fertiggestellte Schlachtkreuzer auf dem Weg hierher, die alle zur neuen <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse geh�ren.�</p><p>�Ich bin mir sicher, dass die sich als n�tzlich erweisen werden.� Geary las die Namen: <emphasis>Adroit, Auspice, Assert, Agile </emphasis>und <emphasis>Ascendant</emphasis>. Brandneue Schiffe mit brandneuen Crews, darunter vermutlich nur ein paar Veteranen. Er musste sich immer wieder vor Augen f�hren, dass die Verluste in diesem Krieg durchweg so schwer ausgefallen waren, dass Besatzungen mit auch nur ein wenig Erfahrung die Ausnahme darstellten. Zumindest war das bislang so gewesen. Er hatte die meisten seiner Schiffe mitsamt ihren Besatzungen am Leben erhalten, sodass sie die dabei gewonnenen Erfahrungen bei zuk�nftigen Gefechten einsetzen konnten.</p><p>�Und Sie bekommen eine neue <emphasis>Invincible</emphasis>�, erg�nzte Timbale. �Sie absolvierte die letzten Testfl�ge, als Sie zur�ckkehrten und den Verlust der alten <emphasis>Invincible </emphasis>best�tigten. Deshalb beh�lt sie jetzt den eigentlich nur vorl�ufig vergebenen Namen.�</p><p>Geary entging nicht die Ironie des Schicksals, dass die �ltere, zerst�rte <emphasis>Invincible </emphasis>durch eine neue <emphasis>Invincible </emphasis>ersetzt werden sollte. Er �u�erte sich nicht dazu, dennoch schien Timbale ihm seinen Gedankengang angemerkt zu haben.</p><p>Der Admiral grinste ihn schief an. �Ich wei� nicht, ob Ihnen das bekannt ist, aber in der Flotte gelten Schiffe mit dem Namen <emphasis>Invincible </emphasis>als mit einem Fluch belegt, weil sie meistens sehr schnell zerst�rt werden. Warum, kann sich niemand erkl�ren. Die Matrosen schieben es darauf, dass der Name f�r die lebenden Sterne eine zu stolze Herausforderung darstellt.�</p><p>�Und trotzdem geben wir weiterhin Schiffen diesen Namen?�</p><p>�Ich glaube, die Flottenb�rokraten sind entschlossen, diesen Fluch zu widerlegen, auch wenn noch so viele Schiffe mit diesem Namen dabei zerst�rt werden�, merkte Timbale an.</p><p>Geary verzog den Mund. �Vor der Schlacht bei Grendel war mal davon die Rede gewesen, Schiffe nach Planeten oder Personen zu benennen.�</p><p>�Das wird immer noch von Zeit zu Zeit diskutiert, aber jedes Mal wieder zur�ckgestellt, weil sich niemand auf ein Prinzip einigen kann, welchen Planeten und Personen die Ehre zuteil werden soll. Die Diskussionen dar�ber werden so hitzig und so erbittert gef�hrt, dass wir letztlich doch wieder Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer nach Eigenschaften und Attributen benennen, bei denen jeder vorgeben kann, dass er damit einverstanden ist.� Timbale zuckte mit den Schultern. �Die f�nf <emphasis>Adroits</emphasis>, die neueste <emphasis>Invincible </emphasis>sowie die <emphasis>Intemperate </emphasis>und die <emphasis>Insistent </emphasis>sind also Ihre neuen Schlachtkreuzer. Dann w�ren da noch die Schlachtschiffe. Sie haben bereits die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>und die <emphasis>Dependable</emphasis>. Die <emphasis>Resound</emphasis>, die <emphasis>Sustain </emphasis>und die <emphasis>Encroach </emphasis>sind hierher unterwegs. Neben diesen gro�en Kriegsschiffen bekommen Sie noch zw�lf neue Schwere Kreuzer, zehn Leichte Kreuzer und neunzehn Zerst�rer.� Der Admiral machte eine entschuldigende Geste. �Der Gro�e Rat will viele Zerst�rer zur�ckbehalten, um sie als Sp�her und Kuriere einzusetzen.�</p><p>�Das ist schon in Ordnung. Ich bin f�r alles dankbar, was f�r die Flotte er�brigt werden kann�, versicherte Geary ihm.</p><p>�Brauchen Sie sonst noch etwas? Irgendwas?�</p><p>Geary betrachtete die Statusanzeige, dann machte er eine vage Geste. �Nichts, worum ich Sie guten Gewissens bitten k�nnte. Die Allianz �berl�sst mir auch jetzt schon sehr viel von dem, was ihr noch geblieben ist.�</p><p>Admiral Timbale nickte. �Ich w�nschte nur, wir h�tten hier Kapazit�ten, um Reparaturen durchzuf�hren.� Dann z�gerte er kurz. �Flottenadmiral Geary, es gibt da etwas, was ich gerne aussprechen w�rde. Als Sie in diesem Sternensystem eintrafen, da h�tten Sie mich zerquetschen k�nnen. Sie h�tten arrogant auftreten und mich vor dem ganzen Universum l�cherlich machen k�nnen, aber das haben Sie nicht getan. Sie haben mich so h�flich und respektvoll behandelt, wie ein vorgesetzter Offizier sich das nur w�nschen kann. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich jetzt unter Ihnen dienen kann. Vielen Dank.�</p><p>Das Lob war Geary unangenehm, und die gleiche Reaktion zeigte sich auch, wenn er mit seinem neuen Dienstgrad angesprochen wurde, dennoch l�chelte er den anderen Offizier an. �Das war nur meine Pflicht, Admiral Timbale.�</p><p>�Sie hatten die Wahl�, widersprach ihm Timbale. �Wann bricht die Flotte auf?�</p><p>�In zwei Tagen, sofern die zus�tzlichen Schiffe bis dahin eingetroffen sind.�</p><p>�Das sollten sie eigentlich.�</p><p>Nachdem Timbales Bild verschwunden war, wandte sich Geary wieder seinem Display zu, das den Flottenstatus anzeigte. Es waren beachtlich umfangreiche Reparaturarbeiten durchgef�hrt worden, die Einrichtungen bei Varandal hatten rund um die Uhr gearbeitet. Allerdings waren die Schiffe der Flotte auf dem Weg in das System auch stark in Mitleidenschaft gezogen worden.</p><p>Dennoch war der Schlachtkreuzer <emphasis>Incredible </emphasis>seinem Namen gerecht geworden und hatte es geschafft, trotz der ihm zugef�gten massiven Sch�den wieder gefechtsbereit zu sein. Die <emphasis>Inspire </emphasis>unter dem Kommando von Captain Duellos war ebenfalls einsatzbereit, auch wenn nicht alle der vorgenommenen Reparaturen bei einer Flotteninspektion akzeptiert worden w�ren. Duellos meldete, dass ein gro�er Teil der Crew dieses Schiffs noch immer unter Schock stand, nachdem sie erfahren hatte, was aus ihrem fr�heren befehlshabenden Offizier geworden war. Wenn ein Captain in einer Schlacht starb, war das eine Sache, aber es war etwas grundlegend anderes, einen Captain durch Verrat zu verlieren.</p><p>Andere Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer waren entweder zu fast voller Gefechtsbereitschaft wiederhergestellt worden, zumindest aber so weit, dass sie in der Lage waren, die Flotte wieder zu begleiten. Mit gen�gend Ressourcen lie� sich jedes Schiff zusammenflicken, wenn es nicht gerade vom Feind in St�cke geschossen worden war. Varandal und die umliegenden Sternensysteme hatten alles gegeben, um die maximale Anzahl von Schiffen in k�rzestm�glicher Zeit wieder einsatzf�hig zu machen.</p><p>Mit m�rrischem Blick betrachtete Geary den Namen <emphasis>Orion</emphasis>. Die Leistungen dieses Schlachtschiffs waren unter dem Kommando von Captain Numos und auch danach immer wieder entt�uschend ausgefallen. Seine Absicht, die Besatzung auf andere Schiffe umzuverteilen und eine komplett neue Crew zusammenzustellen, war jedoch durch den Umstand verhindert worden, dass diese Versetzungen einen immensen Aufwand bedeutet h�tten, zumal jeder mehr als genug damit zu tun hatte, die Flotte wieder in Form zu bringen.</p><p>Er fragte sich, wie die Captains der neuen Schiffe wohl sein w�rden und wie viel Umerziehung von seiner Seite aus erforderlich war, damit sie im Einklang mit dem Rest der Flotte k�mpfen konnten. Der Gedanke brachte ihn auf die Idee, die Daten �ber die neuen Schlachtkreuzer aufzurufen, da ihn interessierte, was es mit dieser neuen <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse auf sich hatte. Als er die Angaben las, h�tte er am liebsten das Display mit der Faust traktiert. Unter dem Vorwand, eine neue Schiffsklasse zu bauen, hatte die Allianz die Gr��e und die Gefechtsf�higkeiten beschnitten, was sie nat�rlich preiswerter machte. Die Schiffe der <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse waren k�rzer als die <emphasis>Dauntless </emphasis>und ihre Schwesterschiffe, sie besa�en eine geringere Masse, verf�gten �ber weniger H�llenspeere in kleineren Batterien, und f�hrten auch nicht so viele Phantom-Flugk�rper, Kart�tschen und Minen mit sich. Wenigstens schien die Antriebsleistung mit der der �lteren Schlachtkreuzer weitgehend identisch zu sein.</p><p>Ver�rgert dar�ber, dass die neuen Schiffe verschlechterte Versionen ihrer Vorg�nger waren, konnte Geary besser nachvollziehen, wieso die Flotte mit der Regierung so unzufrieden war. Zwar wusste er, wie sehr die Allianz unter den Kosten und den Ressourcenanforderungen dieses Krieges litt, dennoch st�rte es ihn, dass das zu Lasten der Gefechtstauglichkeit der <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse ging.</p><p>Allerdings war es mittlerweile f�r ihn nichts Neues, mit dem Wenigen auszukommen, das ihm f�r ein Gefecht zur Verf�gung stand, und f�nf weitere Schlachtkreuzer waren immer noch besser als gar nichts, selbst wenn sie nicht seinen Erwartungen entsprachen.</p><p>Geary sah auf, als die T�rglocke zu seinem Quartier bet�tigt wurde. �Herein.�</p><p>Die Luke flog f�rmlich auf, so wutentbrannt kam Tanya Desjani hereingest�rmt.</p><p>W�hrend sie die Luke hinter sich zuschlug, stand Geary auf. �Was ist los?�, fragte er, als sie sich direkt vor ihm aufbaute.</p><p>�Diese Frau! Diese Politikerin! Sie hat einen Syndik an Bord meines Schiffs gebracht, ohne mich dar�ber zu informieren!�</p><p>Geary sp�rte, wie allzu vertraute Kopfschmerzen einsetzten. �Warum hat Rione einen Syndik an Bord gebracht?�</p><p>�Sie hat es nicht f�r n�tig gehalten, mir das zu sagen!� Desjani war so w�tend, wie er sie schon lange nicht mehr erlebt hatte, und er konnte das nur zu gut verstehen, war doch offensichtlich ihre Stellung als befehlshabender Offizier der <emphasis>Dauntless </emphasis>missachtet worden. �Flottenadmiral Geary, ich bitte respektvoll darum, dass Sie in dieser Angelegenheit einschreiten, da die Senatorin nicht meinem Befehl untersteht!�</p><p>Es gab tausend andere Dinge, die in diesem Moment wichtiger gewesen w�ren. Angesichts der Feindseligkeiten zwischen den beiden konnte er sich gut vorstellen, warum Rione Desjani nicht informiert hatte � aber warum war er ebenfalls �bergangen worden? Gerade wollte er sie �ber Komm rufen, da ert�nte abermals die T�rglocke. �Herein.�</p><p>Co-Pr�sidentin Rione trat ein und schien Desjanis zornigen Blick nicht wahrzunehmen. �Oh, gut, dass Sie beide hier sind. Ich wollte den Captain wissen lassen, dass es in letzter Minute eine dringende Verlegung eines Gefangenen gegeben hat. Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie nicht fr�her davon in Kenntnis setzen konnte.�</p><p>Desjani war anzuh�ren, wie sehr sie sich beherrschen musste, als sie entgegnete: �Madam Co-Pr�sidentin, als Captain dieses Schiffs hat man mich erst zu informieren und meine Zustimmung abzuwarten, bevor irgendwelche Gefangene auf mein Schiff gebracht oder von hier weggeholt werden sollen.�</p><p>�Wie ich schon sagte, es war in letzter Minute. Ich musste spontan entscheiden, um zu verhindern, dass dieser Syndik auf das Gefangenenschiff gelangt, das die anderen zum Lager auf Tartarus bringen soll.�</p><p>Bevor Desjani dazu etwas sagen konnte, mischte sich Geary ein: �Was ist so besonders an diesem Syndik?�</p><p>�Er will mit Ihnen reden.�</p><p>Geary bedachte Rione mit einem ver�rgerten Blick. �Eine Milliarde Menschen wollen unbedingt mit mir reden. Was ist so besonders an <emphasis>diesem </emphasis>Syndik?�</p><p>Sie sah ihn v�llig leidenschaftslos an. �Er ist der CEO, der der Stellvertreter des Commanders der Syndik-Reserveflotte war. Er wurde von uns gefangengenommen, nachdem sein Schiff in der Schlacht hier zerst�rt worden war.�</p><p>�Tats�chlich?� Seine Wut begann abzuebben. �Warum will er mit mir reden?�</p><p>Rione lehnte sich mit dem R�cken gegen das Schott und verschr�nkte die Arme. �Er sagt, er will einen Handel mit Ihnen abschlie�en.�</p><p>�Einen Handel?� Geary hatte nur begrenzt Erfahrungen mit Syndik-CEOs machen k�nnen, doch die waren bei ihm gr��tenteils in unangenehmer Erinnerung geblieben. Andererseits waren auch ein paar darunter gewesen, die sich durchaus ehrbar verhalten hatten.</p><p>Desjani, deren Meinung zur Vertrauensw�rdigkeit eines Syndiks sich allenfalls knapp �ber Null bewegte, behielt ihren finsteren Blick bei. �Was f�r ein Handel soll das sein?�</p><p>�Ist das denn nicht offensichtlich?�, gab Rione zur�ck. �Als hochrangiger Offizier der Reserveflotte wei� er wahrscheinlich so viel �ber die Aliens wie jeder Syndik au�erhalb ihres Exekutivrats. Er will dieses Wissen gegen irgendetwas eintauschen.�</p><p>Geary betrachtete Rione skeptisch. �Was f�r ein Typ ist er?�</p><p>�Ich wei� nicht genug �ber ihn, um Ihnen eine Einsch�tzung zu geben.�</p><p>�Trotzdem meinen Sie, ich sollte mit ihm reden.�</p><p>Rione verdrehte die Augen. �Ja, Black Jack. Reden Sie mit dem Mann.�</p><p>�Flottenadmiral Geary�, meldete sich Desjani in beherrschtem Tonfall zu Wort. �Ich rate zur Vorsicht beim Umgang mit einem Feind, der nichts zu verlieren hat.�</p><p>Ohne Gearys Erwiderung abzuwarten, nickte Rione Desjani zu. �Das sehe ich auch so. W�ren Sie einverstanden, beim Verh�r ebenfalls anwesend zu sein, Captain?�</p><p>Die h�flichen Worte lie�en Desjani mit Argwohn reagieren, dennoch nickte sie. �Ja, danke.�</p><p>Geary schluckte noch rasch etwas gegen seine Kopfschmerzen, dann ging er zur Luke. �Kommen Sie.�</p><p>Der Syndik war in einen der Verh�rr�ume in der Geheimdienstabteilung des Schiffs gebracht worden � R�ume, deren Systeme von au�en alles beobachteten und aufzeichneten, was in und mit einer Person vor sich ging, die man dort platziert hatte. Geary sah sich an, was �ber den Syndik-CEO bekannt war. Name: Jason Boyens. Dienstgrad: CEO Dritter Ebene. Letzte bekannte Position: Stellvertreter eines Flottenbefehlshabers. Von dem Namen des Mannes abgesehen war an diesen Angaben f�r ihn nichts neu. �Also gut, dann bringen wir das mal hinter uns.� Geary sah zu Desjani und stellte fest, dass sie ihren Zorn noch immer kaum im Zaum halten konnte. �Was ist los?�</p><p>�Ich musste gerade an den letzten Syndik-�berl�ufer denken, der uns einen Handel angeboten hatte, Sir�, gab sie schroff zur�ck. �Er war im Besitz eines Syndik-Hypernetschl�ssels, mit dem wir ihr Heimatsystem erreichen konnten.�</p><p>�Oh�, machte Geary, was sich nicht nur dumm, sondern auch unangemessen anh�rte. �Ist der Kerl denn nie in einem Verh�rraum befragt worden?� Bislang hatte er nie den Wunsch versp�rt, mehr �ber die Ereignisse zu erfahren, die der Beinahevernichtung dieser Flotte vorausgegangen waren.</p><p>Ohne den Blick von den Anzeigen abzuwenden, antwortete Rione: �Doch, das wurde gemacht. Aber entweder war er so geschickt darin, falsche Antworten so �berzeugend von sich zu geben, dass wir sie nicht als L�gen durchschauen konnten, oder aber er war selbst von den Syndiks in die Irre gef�hrt worden, sodass er gar nicht wusste, welche Rolle er f�r sie spielte.�</p><p>�Was ist aus ihm geworden? Ich bin immer davon ausgegangen, dass das Schiff, auf dem er sich befand, beim Hinterhalt der Syndiks zerst�rt wurde.�</p><p>Rione sagte nichts dazu, doch ihr Blick wanderte vielsagend zu Desjani, deren Miene sich daraufhin regelrecht versteinerte. �Er befand sich an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, Sir.�</p><p>�Und was ist dann�?� Er lie� die Frage unvollendet, da er sich die Antwort denken konnte. Die Flotte, �ber die er das Kommando �bernommen hatte, kannte zu der Zeit keine Skrupel, wenn es darum ging, einen Kriegsgefangenen zu t�ten. Man konnte sich leicht ausrechnen, was mit einem Syndik passiert sein musste, nachdem klar geworden war, dass er die Flotte mit seinem verlockenden Angebot in eine Falle gelockt hatte.</p><p>Dennoch antwortete Desjani: �Er wurde auf Befehl von Admiral Bloch auf der Stelle hingerichtet. Die fragliche Stelle befindet sich drei Meter hinter und einen halben Meter links vom Sessel des Flottenkommandanten auf der Br�cke.�</p><p>Geary ben�tigte ein paar Sekunden, ehe er verstand. �Er sa� auf dem Beobachterplatz?� Unwillk�rlich musste er Rione ansehen, die �blicherweise auf eben diesem Platz zu finden war, seit er das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte. Sie schien �ber diese Enth�llung nicht erstaunt zu sein.</p><p>�Wir haben die Sitzkissen verbrannt�, erg�nzte Desjani. �Die Blutflecken w�ren auch rausgegangen, aber niemand wollte sie noch benutzen.� Sie hielt inne, als sie Geary in die Augen sah. �Nein, Sir. Ich hatte alle H�nde voll zu tun, um mein Schiff lebend durch den Hinterhalt zu bringen. Die Hinrichtung wurde von dem Marine ausgef�hrt, der dazu abgestellt worden war, den �berl�ufer zu bewachen.�</p><p>F�r einen Moment wich er ihrem Blick aus. �Es war ein rechtm��iger Befehl. Ich k�nnte Ihnen keinen Vorwurf daraus machen, wenn Sie ihn ausgef�hrt h�tten.� Er erinnerte sich noch gut daran, welchen Schock der Hinterhalt bei der Crew ausgel�st hatte, nachdem so viele Schwesterschiffe in k�rzester Zeit zerst�rt worden waren. Keiner von ihnen h�tte auch nur eine Sekunde gez�gert, an der Person Rache zu �ben, die an dieser Katastrophe die Hauptverantwortung trug. �Wir werden nicht zulassen, dass diesem Syndik etwas �hnliches gelingt.�</p><p>�Wir k�nnen ihm nicht vertrauen�, beharrte Desjani.</p><p>�Ich habe auch nicht die Absicht, ihm zu vertrauen.� Gearys Antwort schien Desjani ein wenig zu beruhigen, also wandte er sich ab und betrat den Verh�rraum, w�hrend Desjani und Rione gemeinsam mit dem Geheimdienstpersonal drau�en blieben und die Monitore beobachteten.</p><p>Als Geary eintrat, stand CEO Boyens auf. Er machte einen nerv�sen Eindruck, was aber nur zu verst�ndlich war. An einem Bein trug er noch einen leichten flexiblen Gips aufgrund einer im Gefecht erlittenen Verletzung, die noch nicht ganz verheilt war. Beim Anblick der Rangabzeichen z�gerte der Mann leicht. �Admiral Geary?�</p><p>�Ja�, erwiderte Geary in abweisendem Tonfall. �Um was f�r einen Handel geht es?�</p><p>Bevor der Syndik darauf antwortete, atmete er erst einmal tief durch. �Ich bin im Besitz von Informationen, die Sie ben�tigen. Im Gegenzug m�chte ich Ihre Zusicherung, das von Menschen besiedelte Weltall vor den Aliens zu besch�tzen.�</p><p>Das musste Geary erst verarbeiten, ehe er nachhaken konnte: �Sie sind der erste Syndik, der offen zugibt, dass diese Aliens existieren, und Sie wollen, dass wir die Syndikatwelten vor ihnen besch�tzen?�</p><p>�Ja.�</p><p><emphasis>Bislang sagt er die Wahrheit, </emphasis>meldete Lieutenant Iger �ber die Komm-Verbindung an Geary.</p><p>Gleich darauf h�rte er Riones Stimme: <emphasis>Wie viel wei� er wirklich?</emphasis></p><p>Das war eine gute Frage. Geary sah den Syndik-CEO skeptisch an. �Woher wei� ich, dass Sie wirklich so viel wissen, wie Sie behaupten?�</p><p>Boyens setzte ein schiefes L�cheln auf. �Ich war zehn Jahre lang Stellvertreter des Befehlshabers der Reserveflotte. Ich wei� das, was der Exekutivrat gesagt hat und was ich pers�nlich beobachten konnte.�</p><p><emphasis>Zehn Jahre?, </emphasis>wiederholte Desjani ungl�ubig.</p><p>Geary wusste, was sie damit meinte. �Das ist eine lange Zeit, um sie auf einem einzigen Posten zu verbringen. Warum waren Sie so lange dort?�</p><p>Daraufhin zuckte Boyens mit den Schultern. �Ich wurde auf diesen Posten abgeschoben, anders kann ich es nicht formulieren. Ich bin ein ausgebildeter Ingenieur, und ich hatte ein Erfolg versprechendes Unternehmen gegr�ndet. Ein viel gr��eres Unternehmen wollte uns schlucken, und dessen Gesch�ftsf�hrer besa�en gute Kontakte zu den CEOs, die die Syndikatwelten regieren. Man nahm mir mein Unternehmen. Anstatt so schlau zu sein, den Mund zu halten und mich auf der Karriereleiter nach oben zu arbeiten, um ein paar Jahrzehnte sp�ter Vergeltung zu �ben, machte ich Theater und berief mich auf die Gesetze der Syndikatwelten, gegen die durch dieses Vorgehen versto�en worden war. Ehe ich mich versah, bekam ich einen Posten in der Reserveflotte zugeteilt.� Wieder zuckte er fl�chtig mit den Schultern. �Ein Posten an der Grenze, ohne jegliche Aufstiegschancen. Ich konnte nicht mal jemandem sagen, wieso ich in Wahrheit dort war, weil die Reserveflotte offiziell nur als Verst�rkung gegen die Allianz existierte. Von dort versetzt werden konnte ich auch nicht, weil ich mich mit den falschen Leuten angelegt hatte.�</p><p><emphasis>Bislang stimmt das alles, </emphasis>meldete Iger.</p><p>Geary nahm Platz und lehnte sich leicht nach hinten, w�hrend er Boyens nicht aus den Augen lie�. �Und jetzt soll die Allianz-Flotte Ihnen dabei helfen, sich an diesen Leuten zu r�chen?�</p><p>Der CEO sch�ttelte den Kopf. �Nein, darum geht es nicht. Diese Leute sind Teil einer herrschenden Gruppe, die die Syndikatwelten in diesen Krieg getrieben hat und deren Ausl�schung man ein ums andere Mal irgendwie verhindern konnte. Ich erwarte nicht, dass Sie mir glauben, wenn ich das sage, aber mich treibt auch das Verlangen an, meine Heimat vor der Korruption und der Idiotie jener Leute zu besch�tzen, die �ber die Syndikatwelten herrschen.�</p><p>�W�rden Sie sich als Patriot bezeichnen?�, fragte Geary.</p><p>Boyens zuckte leicht zusammen. �Ich wei� nicht. Ich wei� nur, dass die Syndikatwelten dank der Entscheidungen unserer F�hrer und dank der von Ihnen errungenen Siege inzwischen weitgehend schutzlos einem Angriff durch die Allianz, aber auch durch die Aliens ausgeliefert sind. Ich wei� so viel oder so wenig wie jeder andere Mensch �ber ihr Verhalten, und niemand kann ihre Denkweise verstehen. Aber ich bin in gro�er Sorge.�</p><p>�Sie reden jetzt von den Aliens, oder geht es immer noch um die F�hrer der Syndikatwelten?�, hakte Geary ein.</p><p>�Sowohl als auch�, gab der CEO mit einem schwachen L�cheln zur�ck. �Ich w�rde mein Leben darauf verwetten, dass die CEOs des Exekutivrats in diesem Moment alle noch verbliebenen Kriegsschiffe im Heimatsystem zusammenziehen.�</p><p>�Sie scheinen davon fest �berzeugt zu sein.�</p><p>�Deshalb w�rde ich ja auch mein Leben verwetten.�</p><p>Dieser CEO machte auf ihn den Eindruck, dass er offen und ehrlich, wenn auch durchtrieben war. W�hrend Geary sich nachdenklich das Kinn rieb, fl�sterte Rione ihm zu: <emphasis>Seine Aussagen werden als ehrlich bewertet. Und er ist tats�chlich besorgt. Aber das k�nnte eher Sorge um seine eigene Sicherheit als Angst um die Menschen der Syndikatwelten sein.</emphasis></p><p><emphasis>Fragen Sie ihn nach den Aliens, Sir, damit wir mehr haben, um seine Aussagen insgesamt bewerten zu k�nnen, </emphasis>dr�ngte Iger ihn.</p><p>�Ich muss alles �ber das wissen, was Sie mir anzubieten haben�, erkl�rte Geary. �Erz�hlen Sie mir etwas �ber diese Aliens.�</p><p>Boyens z�gerte. �Was ich wei�, ist alles, was ich f�r meinen Handel in der Hand habe. Wenn ich Ihnen zu viel sage, m�ssen Sie sich m�glicherweise zu nichts mehr bereit erkl�ren.�</p><p>�CEO Boyens�, gab Geary in frostigem Ton zur�ck. �Ich werde mich auf keinen Handel mit Ihnen einlassen, solange ich nicht wei�, dass es Ihnen tats�chlich um das Wohl der Allianz und der gesamten Menschheit geht. Daher schlage ich vor, dass Sie sich anstrengen, mich zu �berzeugen.�</p><p>Der CEO betrachtete Geary sekundenlang und nickte schlie�lich. �Das passt zu dem Verhalten, das wir bei Ihnen beobachtet haben. Was wollen Sie wissen?�</p><p>�Wie sehen diese Aliens aus?� Das war zwar nicht die dringendste Frage, aber dar�ber r�tselte er schon seit einer Weile.</p><p>�Das wei� ich nicht. Und soweit mir bekannt ist, wei� das auch sonst niemand.� Auf Gearys skeptischen Blick reagierte er mit einem schwachen L�cheln. �Das stimmt. Falls irgendein Mensch jemals pers�nlich den Aliens begegnet ist, dann hat er niemandem davon berichtet. Es sind Schiffe verschwunden, die sich in der Grenzregion aufhielten. Und vor langer Zeit haben wir auch Schiffe verloren, die zu Erkundungszwecken die Grenze �berquert haben. Vielleicht wurden die Besatzungen gefangengenommen, vielleicht sind sie auch tot. Auf jeden Fall ist keiner von ihnen jemals zur�ckgekehrt.�</p><p>�Haben die Syndiks nie mit den Aliens Kontakt aufgenommen?�</p><p>�Doch, �ber Komm-Verbindungen. Verhandlungen mit ihnen finden nur sehr selten statt, aber ich hatte zweimal die Gelegenheit, das mitzuerleben.� Boyens beschrieb mit den H�nden eine frustrierte Geste. �Ich rede hier nicht von virtuellen Treffen, sondern nur �ber Bildschirm. Was sie uns dabei zeigen, sind eindeutig menschliche Avatare. Gef�lschte Bilder von Menschen vor gef�lschten Hintergr�nden.�</p><p><emphasis>Woher wei� er, dass sie gef�lscht waren?, </emphasis>wollte Iger wissen. <emphasis>Digitale Signale enthalten keinen Hinweis darauf, ob der Inhalt authentisch ist oder ob er ver�ndert wurde.</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Gef�lscht?�, gab Geary die Frage weiter. �Was macht Sie so sicher, dass sie gef�lscht sind?�</p><p>�Oh, die Bilder sind realistisch genug, um sie auf den ersten Blick echt aussehen zu lassen, aber nach einer Weile fallen einem kleine Unstimmigkeiten auf, die sich falsch <emphasis>anf�hlen</emphasis>. Das ist so, als ob� Na ja, stellen Sie sich vor, Sie w�rden sich als Katze ausgeben. Vermutlich w�rde es Ihnen gelingen, andere Menschen zu t�uschen, aber eine echte Katze w�rde den Unterschied bemerken.�</p><p><emphasis>Er h�lt das f�r die Wahrheit, </emphasis>versicherte Iger Geary.</p><p>Der sah Boyens eindringlich an. �Jeder Mensch ist anders. Wie wollen Sie <emphasis>wissen</emphasis>, dass sie nicht doch Menschen sind?�</p><p>Diesmal begann Boyens zu lachen, aber damit wollte er bestenfalls Galgenhumor vermitteln. �Wenn Sie sie zu Gesicht bekommen, werden Sie es wissen. Ich habe mit Menschen von unterschiedlichster kultureller Herkunft gesprochen, und ich wei�, wie verschieden Menschen und ihre Ansichten sein k�nnen. Aber bei diesen Aliens gibt es irgendetwas, das dar�ber hinausgeht, auch wenn sie sich noch so viel M�he geben, es zu verbergen. Sie k�nnen mir vertr�� Wieder lachte er. �Gerade wollte ich sagen: �Sie k�nnen mir vertrauen.� Aber das wird wohl nicht passieren, nicht wahr?�</p><p>�Nein. Verraten Sie mir, was diese Aliens wollen. Dar�ber m�ssen Sie doch irgendetwas wissen.�</p><p>Der CEO legte die Stirn in Falten. �Nur in groben Z�gen. Ich konnte nur auf wenige Aufzeichnungen zugreifen, weil alles, was diese Aliens angeht, streng geheim ist und jeder Beteiligte nur so viel erf�hrt, wie unbedingt n�tig. Nach dem Erstkontakt sah es so aus, als wollten die Aliens nur, dass wir nicht in ihr Gebiet vordringen. In den darauffolgenden Jahrzehnten entstand der Eindruck, als wollten sie sich in <emphasis>unser </emphasis>Territorium vorwagen, allerdings nur sehr behutsam. Vor ungef�hr siebzig Jahren stellten sie diese Anstrengungen ein, und bislang haben sie sich ruhig verhalten, wenn man von gelegentlichen Versuchen absieht, unsere Verteidigungsbereitschaft auf die Probe zu stellen. Warum sie sich zur�ckgezogen haben, wei� niemand, denn wer jemals mit ihnen gesprochen hat, der bekommt den Eindruck, dass sie an einigen von den Syndikatwelten besiedelten Sternensystemen interessiert sind. Aber in den letzten f�nf oder sechs Monaten, bevor man unsere Flotte von der Grenze abgezogen hat, um die Allianz anzugreifen, hat es von ihrer Seite keinen Vorsto� mehr gegeben.�</p><p>Das waren f�r Geary keine Informationen, mit denen er etwas anfangen konnte. �Wie sehen deren Schiffe aus?�</p><p>�Das wissen wir nicht. Sie verf�gen �ber irgendeine Art von Tarnvorrichtung, die unserer Technologie Millionen von Lichtjahren voraus ist. Auf den Sensoren nimmt man nur einen gro�en Fleck wahr, von dem unsere besten Ger�te keinerlei Details ausmachen k�nnen.� Boyens warf Geary einen forschenden Blick zu, als erwarte er, dass der dieser Aussage widersprach. �Wir haben alles versucht, um uns ein Bild von ihren Schiffen zu machen. Vor etlichen Jahrzehnten wurden ein paar Freiwillige in Tarnanz�gen in Richtung einiger Schiffe der Aliens geschickt, die f�r Verhandlungen in ein Sternensystem der Syndikatwelten gekommen waren. Unsere Hoffnung war, dass sie nahe genug an sie herankommen, um in diese Tarnblase zu gelangen oder was immer das ist, das ihre Schiffe umgibt. Aber all starben, bevor sie irgendetwas zur�ckmelden konnten.�</p><p>�Die Syndiks haben noch nie ein Schiff der Aliens zerst�ren und das Wrack untersuchen k�nnen?�, forschte Geary nach.</p><p>�Nein.� Der CEO richtete seinen Blick auf den Boden.</p><p><emphasis>Er verschweigt irgendetwas, </emphasis>meldete Lieutenant Iger.</p><p>�Haben Sie je gegen sie gek�mpft?�</p><p>�Nein.�</p><p>Diese Antwort verbl�ffte Geary, daher wartete er, dass Iger sie als L�ge identifizierte. Er �berlegte, welche Frage er als N�chstes stellen sollte, da meldete sich Rione zu Wort: <emphasis>Fragen Sie ihn, ob die Syndiks jemals gegen die Aliens gek�mpft haben. Nicht er pers�nlich, sondern die Syndiks im Allgemeinen.</emphasis></p><p>Nachdem Rione das gesagt hatte, wurde f�r Geary die dreiste T�uschung auch offensichtlich. Mit ver�rgertem Unterton fragte er: �Haben die <emphasis>Syndiks </emphasis>jemals gegen die Aliens gek�mpft?�</p><p>Einen Moment lang reagierte Boyens mit einer verkniffenen Miene, dann nickte er. �Vor Jahrzehnten.�</p><p>�Was geschah damals?�</p><p>�Ich war nicht dabei.�</p><p><emphasis>Ausflucht, </emphasis>warf Iger ein.</p><p>�Wissen Sie, was damals geschah?� Der Syndik stand nur schweigend da, woraufhin Geary sich erhob. �Sie wollen, dass wir Ihnen vertrauen, wenn Sie ganz offensichtlich entscheidende Informationen f�r sich behalten? Warum soll ich nicht einfach das Syndik-Grenzgebiet sich selbst �berlassen?�</p><p>Der Syndik bekam einen roten Kopf, was anscheinend von einer Mischung aus Wut und Verlegenheit verursacht wurde. �Die Aliens scheinen uns immer einen Schritt voraus zu sein. Ich wurde einmal in ein Programm eingearbeitet, das eigentlich h�tte funktionieren sollen. Wir sprangen mit unseren Schiffen in Sternensysteme, die nur etwa ein Lichtjahr von Systemen der Aliens entfernt lagen. Dann starteten wir Asteroiden, die wir zuvor ausgeh�hlt und mit Sensoren ausger�stet hatten. Bei der Geschwindigkeit, mit der wir sie losschickten, h�tten sie Jahrzehnte ben�tigt, um ihre Ziele zu erreichen. Aber sie h�tten wie Felsbrocken wahrgenommen werden sollen, weil es sich um passive Sensoren handelte und die Energieversorgung massiv abgeschirmt worden war. Es hat nicht funktioniert. Unsere Sensoren, die die Flugbahn der Asteroiden verfolgten, stellten fest, dass sie kurz vor Erreichen der Sternensysteme zerst�rt wurden.�</p><p><emphasis>Zwar interessant, </emphasis>meinte Rione leidenschaftslos, <emphasis>aber am Thema vorbei. Er sagt noch immer nichts dazu, was passiert ist, als die Syndiks gegen die Aliens gek�mpft haben.</emphasis></p><p>Geary rieb sich das Kinn, w�hrend er �berlegte, wie er den Syndik dazu bringen konnte, ihm mehr �ber die Sensoren und die Gefechtsf�higkeiten der Aliens zu verraten. �Ich nehme an, die Syndikatwelten haben auch versucht, bemannte Missionen in von den Aliens besiedelte Sternensysteme zu schicken, oder?�</p><p>�Ja, aber keine dieser Missionen ist jemals zur�ckgekehrt. Und wir haben auch nie wieder etwas von ihnen geh�rt.�</p><p>�Was ist mit den Sternensystemen, die Sie ihnen �berlassen haben? Haben Sie versucht, dort irgendwelche Anlagen zu installieren, die Sie mit Informationen �ber die Aliens versorgen sollten?�</p><p>Boyens sah ihn verbl�fft an. �Woher wissen Sie�? Ja, wir haben einige Systeme aufgegeben, um an der Grenze den Frieden zu wahren, und wir haben auch Sensoren zur�ckgelassen. Wir haben automatisierte Kurierschiffe in den Systemen versteckt, damit sie aufzeichnen, was die Sensoren wahrnehmen, und dann mit diesen Informationen das System verlassen. Von keinem der Schiffe haben wir je etwas geh�rt. Es ist so, als w�ssten diese verdammten Aliens alles, was wir vorhaben, und zwar nicht erst in dem Moment, in dem wir es tun, sondern schon davor.�</p><p>�War das auch der Fall, als die Syndiks gegen sie gek�mpft haben?�, hakte Geary sofort nach.</p><p>Der Syndik-CEO schien zu �berlegen, was er darauf erwidern sollte, dann sah er Geary in die Augen. �Ja. Und wenn es unseren Kriegsschiffen mal gelang, ein Ziel zu erfassen und das Feuer zu er�ffnen, dann zeigten die Treffer keine Wirkung. H�llenspeere wurde einfach absorbiert, Kart�tschen l�sten sich in Nichts auf, sobald sie deren Schilde ber�hrten. Und unsere Raketen wurden vor Erreichen ihrer Ziele zerst�rt.�</p><p>Geary erlaubte sich ein schwaches L�cheln. �Warum wollten Sie uns das nicht sagen?�</p><p>�Weil ich wollte, dass Sie den Kampf gegen sie aufnehmen. Ich dachte, wenn ich Ihnen das sage, dann beschlie�en Sie vielleicht, die Aliens zu meiden und die Syndikatwelten mit der Bedrohung allein zu lassen.�</p><p>�Sie glauben also, dass wir das erreichen k�nnen, was Ihren Kriegsschiffen nicht gelungen ist?�</p><p>Boyens bekam einen roten Kopf. �Spielen Sie nicht mit mir. Sie haben eine Syndik-Flotte nach der anderen ausgel�scht, darunter auch mehrere, die Ihrer Flotte zahlenm��ig weit �berlegen waren. Ich wei� nicht, wie Sie das angestellt haben, aber ganz offenbar sind Sie im Besitz einer Technologie, die Ihnen diesen Vorteil verschafft.�</p><p>Wieder meldete sich Rione, diesmal klang sie am�siert. <emphasis>Ich frage mich, ob ihm bewusst ist, dass diese �Technologie� vor ihm steht.</emphasis></p><p>Da er Rione keinen ver�rgerten Blick zuwerfen konnte, konzentrierte sich Geary weiter auf den Syndik. �Was k�nnen Sie uns noch erz�hlen?�</p><p>Der CEO z�gerte, dann erkl�rte er: �Nicht viel. Wovon ich am meisten zu bieten habe, das ist Erfahrung aus erster Hand � im Umgang mit vorgesetzten CEOs und mit den Aliens. Ich kann Ihnen n�tzen. Ich m�chte nur, dass Sie uns helfen, die Aliens von uns fernzuhalten.�</p><p>�Wieso?�</p><p>Boyens seufzte und spreizte hilflos die H�nde. �Ich habe zehn Jahre lang geholfen, diese Leute zu besch�tzen. Ich habe sie n�her kennengelernt, und ich� ich f�hle mich f�r sie verantwortlich.�</p><p>�Sie sagen das, als wollten Sie sich daf�r entschuldigen, dass Ihnen diese Leute am Herzen liegen�, warf Geary ihm herausfordernd hin.</p><p>Der Syndik antwortete zun�chst nicht und wich Gearys Blick aus, dann jedoch schaute er ihm direkt in die Augen. �Den CEOs von mobilen Streitkr�ften, genau genommen allen Offizieren und dem Personal wird immer wieder dringend davon abgeraten, irgendwelche pers�nlichen Beziehungen zur lokalen Bev�lkerung zu unterhalten� Es k�nnte dazu f�hren, dass sie z�gern, wenn sie den Befehl erhalten, unverzichtbare interne Sicherheitsma�nahmen zu ergreifen.�</p><p>�Interne Sicherheitsma�nahmen? Reden Sie davon, eigene Planeten zu bombardieren?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Wie zum Teufel kann sich irgendein Mensch zu so etwas bereit erkl�ren?�, wollte Geary wissen.</p><p>Abermals schwieg der Syndik eine Zeit lang. �Um die Sicherheit aller zu gew�hrleisten. Ich wei�, wie sich das anh�rt. Eine Drohung an die eigenen Leute, sie zu t�ten, um ihre Sicherheit zu gew�hrleisten. Aber so wird die Ordnung aufrechterhalten. Auf diese Weise bleiben wir stark genug, um uns Bedrohungen von au�en zu stellen. Es geht darum, was f�r die Mehrheit das Beste ist. Wir k�nnen nicht zulassen, dass kleine Gruppen die Sicherheit der Masse in Gefahr bringen.�</p><p>Offenbar waren die Aliens nicht die Einzigen, mit deren Denkstrukturen Geary seine Schwierigkeiten hatte. Er �berlegte, was er noch fragen konnte und ob er befehlen sollte, Boyens an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu lassen, als sich Rione zu Wort meldete: <emphasis>Fragen Sie ihn nach Senator Navarro und warum Abassas nicht angegriffen wird.</emphasis></p><p>Warum wollte Rione denn das wissen? Aber vielleicht w�rde die Antwort zu irgendeiner anderen hilfreichen Erkenntnis f�hren. �Eine Sache noch, CEO Boyens, und ich will Sie warnen, dass ich Sie sofort von diesem Schiff schaffen lasse, wenn mir Ihre Antwort nicht gef�llt. Warum ist das Abassas-System schon seit einer Weile nicht mehr angegriffen worden?�</p><p>Boyens sah ihn verdutzt an. �Abassas? Liegt das an der Grenze zu den Syndikatwelten?�</p><p>�Ja, und es ist die Heimat des momentanen Ratsvorsitzenden der Allianz.�</p><p>Sekundenlang zeigte der Syndik eine r�tselnde Miene, dann begann er auf einmal zu lachen. �Darauf sind Sie reingefallen? Allen Ernstes? Das ist doch der �lteste Trick �berhaupt.�</p><p>�Was f�r ein Trick?�</p><p>�Keine Angriffe auf das Zuhause eines feindlichen politischen F�hrers. Der Feind beginnt sich dann n�mlich zu fragen, welchen Handel dieser F�hrer mit dem Gegner eingegangen sein k�nnte. Ich pers�nlich wei� nichts �ber Abassas, aber das ist eine �bliche Strategie, um Argwohn zu s�en.� Boyens wurde wieder ernst. �Ich wei� nicht, ob Ihnen die Antwort gefallen hat, aber es ist die Einzige, die ich Ihnen geben kann.�</p><p>Geary nickte knapp. �Danke. Sie werden in eine Arrestzelle gebracht, w�hrend wir uns mit Ihrem Angebot besch�ftigen.� Dann drehte er sich um und ging nach drau�en, w�hrend er sich dem heftigen Verlangen widersetzen musste, den Syndik anzubr�llen.</p><p>Im Beobachtungsraum blieb er stehen und sah sich die Displays an. �Was meinen Sie?�, fragte er in die Runde.</p><p>Rione antwortete als Erste, ohne den Blick von den Anzeigen zu nehmen. �Bei seiner Bitte um Hilfe hat er Sie nicht zu t�uschen versucht, aber es gab einige andere Momente, in denen er ganz eindeutig �ber die Wahrheit hinweggegangen ist und sich Zeit gelassen hat, um seine Antworten gut zu formulieren.�</p><p>Lieutenant Iger nickte zustimmend. �Das passt zu meiner Einsch�tzung, Sir. Die Bitte um Hilfe ist ehrlich gemeint. �berhaupt war nichts von seinen �u�erungen gelogen. Nat�rlich hei�t das nicht, dass er uns nicht etwas verheimlicht hat, was m�glicherweise sehr wichtig f�r uns ist.�</p><p>In Gedanken versunken starrte Desjani auf einen fernen Punkt weit au�erhalb dieses Raums. �Sie verhalten sich nicht so, als w�ren sie m�chtiger als wir.�</p><p>Es dauerte einige Sekunden, ehe Geary verstand, worauf sie sich bezog. �Die Aliens?�</p><p>�Ja.� Sie drehte sich zu ihm um und sah ihn an. �Die eigene Schlagkraft, F�higkeiten und Neigungen zu verschleiern, ist in einem Gefecht f�r gew�hnlich eine gute Taktik, aber es gibt auch Situationen, da ist es nicht verkehrt, die Gegenseite wissen zu lassen, dass man ihr deutlich �berlegen ist. Aber sie geben auf nichts einen Hinweis.�</p><p>Rione reagierte mit einem best�tigenden Nicken auf Desjanis �u�erung. �Das stimmt, und es gilt vor allem f�r Verhandlungen.�</p><p>�Allerdings�, fuhr Desjani fort, �ist es auch nicht verkehrt, den Gegner glauben zu lassen, dass man st�rker ist, als es in Wahrheit der Fall ist. Diese Taktik ist vor allem dann von Vorteil, wenn man wei�, dass man es mit dem Gegner eigentlich gar nicht aufnehmen kann.�</p><p>Alle schwiegen sie einen Moment lang, w�hrend sie �ber diese �berlegungen nachdachten. �Woher wissen wir�, fragte Geary schlie�lich, �ob sie �berhaupt so denken wie wir? Vielleicht ist diese Geheimniskr�merei f�r sie etwas ganz Normales.�</p><p>�Sogar, dass sie die Formen ihrer Schiffe unkenntlich machen?� Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wenn es stimmt, was dieser Syndik gesagt hat, dann haben die Aliens sich sehr viel M�he gegeben, um Menschen daran zu hindern, etwas �ber sie herauszufinden. Kann sein, dass sie davon besessen sind, sich selbst und alles, was mit ihnen zusammenh�ngt, zu verschleiern, zu tarnen und zu vertuschen. Aber bei einem menschlichen Gegner w�rde ich mich schon fragen, was andere nicht �ber sie in Erfahrung bringen sollen.�</p><p>In zur�ckhaltendem Tonfall wandte Lieutenant Iger ein: �Captain, das ist ein menschlicher Blickwinkel. Auf der Erde und auf vielen anderen Planeten bedienen sich die dominanten Lebensformen k�rperlicher Zurschaustellung, um bei ihren Widersachern Ehrfurcht zu wecken. Sie versuchen, sich gr��er zu machen, als sie es in Wahrheit sind. In gewisser Weise verhalten sich die Menschen ebenfalls so. Aber es gibt auch Lebensformen, die auf ganz andere Methoden zur�ckgreifen, indem sie sich zum Beispiel verstecken und tarnen, um abzuwarten, bis ihre Beute nahe genug ist, damit sie zuschlagen k�nnen, bevor das Opfer eine Chance hat zu reagieren.�</p><p>Rione gab ein ver�rgertes Schnauben von sich. �Man sollte meinen, dass die Syndiks in den hundert Jahren seit dem Erstkontakt mehr herausgefunden haben m�ssten. Dieser CEO h�lt ganz sicher Informationen zur�ck.� Auf einmal schien ihr etwas einzufallen. �Wie lange ist es her, dass die Allianz und die Syndikatwelten die Hypernet-Technologie �entdeckten� und damit begannen, ein eigenes Hypernet zu schaffen?�</p><p>Desjani tippte etwas auf ihrer Dateneinheit ein, dann las sie vor: �Die ersten Segmente des Hypernets wurden auf beiden Seiten vor neunundsechzig Jahren aktiviert.�</p><p>Daraufhin zog Rione ver�rgert die Oberlippe kraus. �Der CEO hat behauptet, dass die Aliens bis vor etwa siebzig Jahren recht aktiv waren, und seitdem lassen sie so gut wie nichts von sich h�ren. Diese Mistkerle haben ein paar Jahrzehnte damit verbracht, mehr �ber die Menschheit in Erfahrung zu bringen, dann haben sie uns die Hypernet-Technologie geschenkt und warten seitdem in aller Ruhe darauf, dass wir uns selbst ausradieren.�</p><p>�Und warum dann die gelegentlichen Vorst��e?�, fragte Geary.</p><p>�Um sicherzustellen, dass sich unsere Sensoren- und Waffentechnologie nicht deutlich weiterentwickelt hat�, spekulierte Desjani.</p><p>�Das ist ein plausibles Argument�, stimmte Iger ihr zu.</p><p>Es gab noch immer viel zu viele Fragen, und wie es schien, wusste der Syndik-CEO auf viel zu wenige davon eine Antwort. �Lohnt es sich, ihn an Bord zu behalten?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Ich w�rde es empfehlen�, sagte Rione. �Ich nehme ihm seine Antwort ab, was die ausbleibenden Angriffe auf Abassas angeht. Sie wurde als ehrlich erfasst, und ich muss sagen, das ist eine sehr wirkungsvolle Taktik. Vielleicht werde ich sie selbst einmal anwenden m�ssen.�</p><p>�Ich rate auch dazu, ihn an Bord zu lassen, Sir�, erg�nzte Iger. �Er k�nnte noch mehr Informationen besitzen, und er hat gesagt, dass er die Leute in den Sternensystemen entlang der Grenze kennt, die dort das Sagen haben. Vielleicht werden wir solche Kontakte ben�tigen.�</p><p>Desjani machte einen missmutigen Eindruck, nickte aber bed�chtig. �Wir m�ssen jeden Vorteil nutzen, der sich uns bietet, da wir zu wenig �ber diese Aliens wissen. Sollte er versuchen, uns zu hintergehen, dann will ich, dass sich ein Marine mit entsicherter Waffe in seiner N�he aufh�lt.�</p><p>Zweieinhalb Tage sp�ter befahl Geary der Flotte, sich in Marsch zu setzen. Er sah mit an, wie der Schwarm aus Raumschiffen jene gro�e Formation einzunehmen begann, die er f�r diesen Teil des Transits angeordnet hatte. Wenn man von den flammenden Antriebseinheiten am Heck absah, erinnerten die Kriegsschiffe an Haie von unterschiedlicher Gr��e, wobei sie im Fall der Schlachtschiffe f�r einen Hai etwas zu kurz und zu klobig ausfielen. Ansonsten war es ein Vergleich, der einem schnell in den Sinn kam. Die Flossen mit den Sensoren, den Waffen und den Schildgeneratoren ragten aus den geschwungenen R�mpfen, die so entworfen waren, dass Treffer abgelenkt wurden. Die schnellen, schlanken Haie, als die sich die Zerst�rer pr�sentierten, nahmen z�gig die ihnen zugewiesenen Positionen rings um die <emphasis>Dauntless </emphasis>ein, wobei sie von den deutlich gr��eren Leichten Kreuzern begleitet wurden, die sich mit fast der gleichen Wendigkeit bewegten. Die Schweren Kreuzer zogen mit gelassener Autorit�t ihre Bahnen, ihre st�rkere Panzerung und Bewaffnung sowie der gr��ere Rumpf spiegelten dabei deutlich ihren vorrangigen Auftrag als Killer innerhalb der Gruppe wider.</p><p>Die Schlachtschiffe bewegten sich wie riesige Monster, sie strotzten vor Waffen, waren wegen ihrer enormen Gr��e und der dadurch bedingten Tr�gheit aber fast schon als plump und tr�ge zu bezeichnen. Dabei waren sie zugleich jedoch auch nahezu unzerst�rbar. Um sie herum waren die Schlachtkreuzer angeordnet, in etwa so gro� wie die Schlachtschiffe, jedoch schlanker und schneller, wobei die bessere Beschleunigung und die leichtere Man�vrierbarkeit mit einer schw�cheren Panzerung erkauft worden war.</p><p>Nahe dem Mittelpunkt der Formation befanden sich die sogenannten Schnellen Hilfsschiffe, wobei den Zusatz �schnell� wohl nur derjenige verstehen konnte, der ihnen seinerzeit diesen Namen gegeben hatte. Sie hatten weder einen abgerundeten Rumpf wie die anderen Schiffe, noch traf bei ihnen der Vergleich mit einem Hai zu. Die kantigen, klobigen Konturen erinnerten vielmehr an die Fabrikhalle, die sie im Grunde auch waren, handelte es sich doch um mit einer Antriebseinheit ausgestattete Fabrikationsanlagen, die ihre eigenen Rohstoffe an Bord mit sich f�hrten, um Ersatzteile ebenso zu produzieren wie neue Brennstoffzellen, Flugk�rper, Kart�tschen und Minen, die das ersetzten, was von den anderen Schiffen verbraucht wurde. In einer Schlacht waren sie ein st�ndiger Grund zur Sorge, da sie weder die Wendigkeit eines Kriegsschiffs besa�en, noch in der Lage waren, sich vor Angreifern vern�nftig zu sch�tzen. Doch ohne den von den Hilfsschiffen gelieferten Nachschub w�re es Geary niemals gelungen, die Flotte aus dem Syndik-Gebiet herauszuf�hren. Er konnte nur hoffen, dass er diesmal nicht so sehr auf sie angewiesen sein w�rde.</p><p>Der Anblick der Schlachtkreuzer der neuen <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse lie� ihn einen Moment lang innehalten, wobei er sich zwingen musste, sein Display nicht missbilligend anzustarren. Er konnte nicht einsch�tzen, wie jemand, der ihn in diesem Moment beobachtete, seine m�rrische Miene gedeutet h�tte, aber aus langj�hriger Erfahrung wusste er, dass jeder die rangh�chsten Offiziere im Auge behielt, um deren Gef�hlsregungen einzusch�tzen. Das war eine der ersten �berlebenstaktiken, die sich jeder halbwegs intelligente Junioroffizier schnell aneignete.</p><p>Aber seine Unzufriedenheit galt weder einer Person in dieser Flotte noch dem Verhalten eines der Kriegsschiffe. Vielmehr war sie die Folge eines virtuellen Rundgangs durch die <emphasis>Adroit </emphasis>selbst, erm�glicht durch die Flottensoftware. Geary hatte sich schon vor einer Weile damit abgefunden, dass die Kriegsschiffe dieser Zeit keine Meisterwerke mehr waren, deren Lebenserwartung sich auf Jahrzehnte belief. Stattdessen wurden die Raumer in aller Eile zusammengeschustert, da sie erwartungsgem�� so bald zerst�rt werden w�rden, dass ihre Montage kein handwerkliches Geschick mehr rechtfertigte.</p><p>Doch mit der <emphasis>Adroit </emphasis>war ein neuer Tiefpunkt erreicht worden, der sich in der Praxis als viel erb�rmlicher gestaltete, als Geary es beim Studium der offiziellen Daten und Fakten �ber die neuen Schlachtkreuzer f�r m�glich gehalten hatte. W�hrend sich sein Avatar durch das Schiff bewegt hatte, war er gezwungen gewesen, sich noch st�rker zu beherrschen, damit niemand ihm sein Entsetzen ansehen konnte. Die Kompromisse, die man beim Design eingegangen war, um Zeit und Geld zu sparen, hatten bei der <emphasis>Adroit </emphasis>und ihren Schwesterschiffen zu gravierenden Schw�chen in der Konstruktion gef�hrt. Captain Kattnigs Erkl�rungen und seine gelegentlichen Entschuldigungen zum Zustand mancher Ausr�stungselemente hatten ihm klargemacht, dass der Befehlshaber des Schiffs um die Unzul�nglichkeiten wusste, was mit Sicherheit auch f�r die erfahreneren Offiziere an Bord galt. Aber es w�re nutzlos gewesen, diese Schw�chen hervorzuheben und offen auszusprechen. Geary war mit dieser Seite des Dienstes in der Flotte bestens vertraut, da auch er mit solchen M�ngeln konfrontiert worden war, die es eigentlich gar nicht h�tte geben d�rfen. Fast noch schlimmer waren dabei die schlechten Bewertungen und die harsche Kritik gewesen, die Inspektionsteams an seine Adresse und die seiner Crew gerichtet hatten, als k�nnte eine Schiffsbesatzung Wunder wirken und alle Fehler ausb�geln, die sich beim Design, bei der Konstruktion und in der Testphase angesammelt hatten.</p><p>Also achtete er sorgf�ltig darauf, seine wahre Reaktion zu verbergen, weil die Besatzungsmitglieder der <emphasis>Adroit </emphasis>allzu leicht h�tten glauben k�nnen, dass sein Missfallen ihnen galt. Die Crew brannte darauf, ihr K�nnen unter Beweis zu stellen, und zeigte sich entt�uscht dar�ber, dass ihr die Beteiligung an der verzweifelten Heimreise verwehrt worden war. Umso entschlossener waren sie alle, die Gunst von Black Jack Geary f�r sich zu gewinnen. Captain Kattnig kannte Captain Tulev. �Als Unteroffiziere dienten wir gemeinsam auf der <emphasis>Determined</emphasis>, unsere Bef�rderung erhielten wir nach einer Schlacht bei Hattera.� Einen Moment lang nahmen Kattnigs Augen einen wehm�tigen Ausdruck an. �Das ist viele Schiffe und viele Schlachten her, aber Tulev und ich sind immer noch hier.�</p><p>�Ich bin froh, Sie beide unter meinem Kommando zu haben�, erwiderte Geary. �Wie ich h�re, ist die <emphasis>Adroit </emphasis>erst vor zwei Monaten in Dienst gestellt worden.�</p><p>�Ja, in etwa, Sir. Aber wir sind bereit�, beteuerte Kattnig. �Wir k�nnen mit der Flotte mithalten.�</p><p>�Daran habe ich keinen Zweifel�, sagte Geary laut genug, um von den in der N�he befindlichen Crewmitgliedern geh�rt und verstanden zu werden. �Die <emphasis>Adroit </emphasis>f�hlt sich f�r mich an wie ein Schiff mit Erfahrung. Ich wei�, Sie werden gut k�mpfen.�</p><p>Captain Kattnig nickte, seine Miene wirkte angespannt. �Das werden wir, Sir. Keiner von uns konnte Sie auf dem langen Weg nach Hause begleiten, was wir alle sehr bedauern.�</p><p>Die absurde Tatsache, dass jemand bedauerte, eine verzweifelte Heimreise nicht mitgemacht zu haben, die er vielleicht gar nicht �berlebt h�tte, entlockte Geary ein L�cheln, das er aber zu einer verst�ndnisvollen Geste umzugestalten wusste. Er konnte nur zu gut verstehen, warum jemand in einer solchen Zeit an der Seite seiner Kameraden sein wollte. �Wir h�tten Sie gut gebrauchen k�nnen, aber daf�r begleiten Sie uns ja jetzt.�</p><p>�Wie ich h�rte, hat sich Captain Tulev gut geschlagen�, f�gte Kattnig mit gesenkter Stimme hinzu. �Er hat sich selbst �bertroffen.�</p><p>�Ja, das hat er. Captain Tulev ist ein zuverl�ssiger und f�higer Offizier. Ich war wirklich froh, dass er mit dabei war.�</p><p>�Es tut gut, das zu h�ren. Captain Tulev und ich bekamen zur gleichen Zeit unser eigenes Kommando.�</p><p>�Ja, das sagten Sie.�</p><p>�Wirklich? Entschuldigen Sie bitte, Admiral.� Captain Kattnig schaute sich um, als w�rde er sein eigenes Schiff zum ersten Mal sehen. �Es hei�t, Sie werden den Krieg beenden. Das hier k�nnte der letzte Feldzug sein.�</p><p>�Wenn die lebenden Sterne uns diesen Segen geben, dann wird es tats�chlich der letzte Feldzug in diesem Krieg sein�, stimmte Geary ihm zu.</p><p>�Ja, das w�re eine gute Sache�, erkl�rte Kattnig, klang dabei aber ein wenig unschl�ssig. �Ich konnte nicht bei der Flotte sein, m�ssen Sie wissen. Mein letztes Schiff, die <emphasis>Paragon</emphasis>, war bei den K�mpfen bei Valdisia schwer besch�digt worden und musste bei T�shima umfangreichen Reparaturen unterzogen werden.�</p><p>�Ich verstehe.�</p><p>�Dann wurde die <emphasis>Paragon </emphasis>�berhastet wieder ins Gefecht geschickt, als die Allianz-Flotte� unauffindbar war. Bei der Verteidigung von Beowulf bekamen wir so schwere Treffer ab, dass das Schiff aufgegeben werden musste.�</p><p>�Das muss ein mutiger Einsatz gewesen sein�, meinte Geary, w�hrend er sich wunderte, warum Kattnig so beharrlich zu erkl�ren versuchte, wieso er beim ersten Angriff der Flotte auf das Heimatsystem der Syndiks nicht dabei gewesen war.</p><p>�Das war es, Sir, das war es.� Kattnig fl�sterte die Worte, w�hrend sein Blick in die Ferne gerichtet war. Dann auf einmal sah er wieder Geary an. �Ich bestand darauf, ein anderes Schiff zu bekommen. Um� um diesmal bei der Flotte zu sein.�</p><p>�Die Verteidigung der Allianz in der Zeit, als die Flotte sich im Syndik-Territorium aufhielt, stellte eine �u�erst wichtige Aufgabe dar. Ansonsten w�ren wir in eine Heimat zur�ckgekehrt, die nur noch aus Ruinen und Toten bestanden h�tte. Sie haben Gro�es geleistet.�</p><p>�Vielen Dank, Sir. Sie werden sehen, wozu mein Schiff in der Lage sein kann�, versprach Kattnig ihm.</p><p>Geary hatte alles in seiner Macht Stehende unternommen, um die Moral auf der <emphasis>Adroit </emphasis>zu f�rdern, aber seine Inspektion hatte zu viele Belege daf�r ergeben, dass diese Crew eigentlich um L�ngen besser war als das ihr zugeteilte Schiff. Notwendige Sicherungen in wichtigen Systemen waren bis unter die minimalen Sicherheitsanforderungen abgebaut worden, die Leistungsf�higkeit der Waffensysteme wurde durch Einsparungen bei den Energieleitungen zu den H�llenspeeren eingeschr�nkt, und die Magazine konnten nur mit wenigen Phantom-Flugk�rpern best�ckt werden, obwohl bei einer vern�nftigen, aber kostenintensiveren Planung selbst auf dem beengten Raum f�r deutlich mehr Platz gewesen w�re. Auch den Sensoren fehlte es an Sicherungen und an Leistungsf�higkeit, sodass die <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse von den Daten abh�ngig war, die ihnen die Sensoren anderer Schiffe lieferten. Bei einem gr��eren Gefecht war das ja noch hinnehmbar, aber ein auf sich gestelltes Schiff dieser Klasse befand sich dadurch deutlich im Nachteil. Geary konnte ein <emphasis>Adroit</emphasis>-Schiff nicht einmal nur von Eskortschiffen begleitet losschicken, da die F�higkeiten von Kreuzern und Zerst�rern nicht die Schw�chen auszugleichen vermochten, mit denen die neuen Schlachtkreuzer wegen der Probleme mit den Sensoren zu k�mpfen hatten.</p><p>Diese Erkenntnisse hatten Geary einmal mehr deutlich gemacht, wie schlecht es um die Allianz bestellt war. Ein Jahrhundert Krieg hatte die wirtschaftliche und industrielle Grundlage so ausbluten lassen, dass die interstellaren Zivilisationen nicht in der Lage waren, das Milit�r finanziell ausreichend zu unterst�tzen. Wenn es ihm nicht gelang, den Krieg zu beenden, w�rde der Zerfall immer weiter voranschreiten und sich mehr und mehr beschleunigen, so als w�re der Krieg ein Schwarzes Loch, das die Menschheit und alles von ihr Geschaffene verschlucken wollte. Jetzt verstand er auch die Verzweiflung, die Desjani dazu getrieben hatte, ihm das Versprechen abzuringen, dass er nicht dieser Mission den R�cken kehrte, die ihm ihrer Meinung nach von den lebenden Sternen pers�nlich �bertragen worden war. Und er verstand, warum die Menschen ihre ganze Hoffnung in ihn setzten. Zugleich fragte er sich, wie vielen von ihnen eigentlich klar war, welche Belastung das alles f�r ihn bedeutete.</p><p>Zumindest Desjani wusste das, davon war er �berzeugt. Sie wusste es gut genug und w�re sogar bereit gewesen, ihre Ehre f�r ihn aufzugeben, wenn er sie darum gebeten h�tte. Seine Reaktion auf dieses Angebot, n�mlich die strikte Weigerung, ihr etwas Derartiges anzutun, hatte ihm die Kraft zum Weitermachen verliehen. Die Zivilisationen der Menschheit mochten im Zerfall begriffen sein, doch solange Leute wie Desjani den Glauben nicht aufgaben und weiterk�mpften, so lange gab es die Hoffnung, dass dieser Prozess gestoppt werden konnte.</p><p>Und so sa� Geary ein weiteres Mal auf dem Platz des Flottenbefehlshabers auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, w�hrend die Schiffe seiner Flotte ihren Platz in der Formation einnahmen. Sie beschleunigten und nahmen Kurs auf den Sprungpunkt zu dem von Syndiks kontrollierten System Atalia.</p><p>Ihm wurde bewusst, dass Desjani ihn beobachtete, ohne etwas von den Gedanken zu ahnen, die ihm durch den Kopf gingen. Zumindest hoffte er, dass sie nichts ahnte, denn zeitweise hatte Desjani eine beunruhigende F�higkeit zur Schau gestellt, seine Gedanken zu lesen. �Was ist?�</p><p>�Ein sch�ner Anblick, nicht wahr, Sir?�, sagte sie. �Ich habe sie noch nie so man�vrieren sehen. Fr�her waren wir immer viel nachl�ssiger. Was da z�hlte, war, den Feind in den Griff zu bekommen. Auf das Aussehen der Formation kam es uns nicht so an, weil uns nicht klar war, dass ein Zusammenhang zwischen beidem besteht.�</p><p>�Sie geben ein sehr gutes Bild ab, und sie <emphasis>sind </emphasis>auch sehr gut. Aber sie werden nicht alle heimkehren�, gab Geary leise zu bedenken.</p><p>�Nein. Es ist ein Jahrhundert vergangen, seit sie alle heimgekehrt sind, Flottenadmiral Geary. Vielleicht werden Sie daran endlich etwas �ndern.�</p><p>�Falls ja, wird das nicht allein mein Verdienst sein, Captain Desjani.�</p><p>Die Flotte war aufgebrochen, alle Augen im Varandal-System waren auf sie gerichtet.</p><p>�Unseren ersten Stopp werden wir in Atalia einlegen�, best�tigte er den Offizieren, die ihn beobachteten. �Wir werden noch vor dem Sprung Gefechtsformation einnehmen, auch wenn wir nicht davon ausgehen, bei Atalia auf nennenswerte Gegenwehr zu sto�en. Sollten die Syndiks dort k�mpfen wollen, dann werden sie ihren Kampf bekommen.� Der Konferenzraum wirkte riesig, den langen Tisch s�umten die virtuellen Abbilder aller befehlshabenden Offiziere von jedem Schiff der Flotte. Ebenfalls anwesend waren die frischgebackene Marine General Carabali sowie Co-Pr�sidentin Rione mit zwei Vertretern des Gro�en Rats � der st�mmigen Senatorin Costa und einem Senator namens Sakai, der kaum ein Wort gesagt hatte, als Geary vom Rat befragt worden war.</p><p>Die meisten Flottenoffiziere gaben sich M�he, die beiden neuen Politiker zu ignorieren, w�hrend sie Rione mit einem Mindestma� an H�flichkeit behandelten, seit bekannt war, dass Geary ihr vertraute. Die Offiziere von den Schiffen der Callas-Republik und Rift-F�deration hatten Rione von Anfang an als ihre Politikerin angesehen und ihr Handeln verteidigt, dennoch waren sie froh dar�ber gewesen, dass sich niemals eine Gelegenheit ergeben hatte, bei der sie sich zwischen ihr und Geary h�tten entscheiden m�ssen.</p><p>Dort, wo sich Captain Cresidas Platz befunden hatte, sa� nun ein Captain von einem der neuen Schlachtkreuzer. Er war ein Ersatz, aber gleichzeitig war er genau das nicht. Wenigstens waren Captain Duellos und Captain Tulev anwesend, zwei standhafte, zuverl�ssige Kommandanten. Und Desjani befand sich mit Geary in diesem Raum.</p><p>�Um die Sicherheit f�r unsere Pl�ne zu gew�hrleisten, werde ich bei Atalia weitere Befehle ausgeben�, fuhr Geary fort. �Es gef�llt mir nicht, Sie bis dahin alle im Ungewissen zu lassen, aber es ist von entscheidender Bedeutung, dass unsere Pl�ne geheim bleiben. Gibt es irgendwelche Fragen?�</p><p>Die meisten Offiziere machten einen entt�uschten Eindruck, bekundeten aber mit einem Kopfsch�tteln, dass f�r sie alles klar war. Die Befehlshaber dagegen, die sich erst bei Varandal der Flotte angeschlossen hatten, schauten sich verst�ndnislos um. Geary wusste, was sie von ihm erwarteten, n�mlich eine ausf�hrliche Vorstellung seines Plans und das anschlie�ende Bem�hen, die Offiziere seiner Flotte davon zu �berzeugen, damit er ihre Unterst�tzung bekam. Sie erwarteten politisches Taktieren, bis der Flottenkommandant das Gef�hl hatte, gen�gend Untergebene auf seiner Seite zu haben, um dann eine Abstimmung durchzuf�hren. Diese Angewohnheit hatte er schnellstens �ber Bord geworfen, trotzdem waren Flottenkonferenzen lange Zeit ein zerm�rbendes Unterfangen gewesen.</p><p>�Flottenadmiral Geary�, meldete sich Captain Olisa vom Schlachtkreuzer <emphasis>Ascendant </emphasis>zu Wort. Sein Tonfall schwankte zwischen Respekt und Herausforderung. �Flottenoffiziere sind es gew�hnt, zu diesem Zeitpunkt mehr Informationen �ber einen vorgeschlagenen Plan zu erhalten.�</p><p>Geary reagierte mit einem h�flichen, aber entschlossenen Blick. �Meine Pl�ne werden nicht vorgeschlagen, Captain, sondern gefasst. Ich werde Sie mehr wissen lassen, sobald ich das vertreten kann.�</p><p>�Aber wir m�ssen dar�ber diskutieren, was��</p><p>Leidenschaftslos fiel Tulev ihm ins Wort: �Flottenadmiral Geary hat nichts gegen Vorschl�ge und Anmerkungen einzuwenden, Isvan. Ich kann Ihnen versichern, dass er sich alles anh�rt, was Sie zu sagen haben. Aber er handelt nicht so, wie Sie es gew�hnt sind. Er folgt dem Pfad unserer Vorfahren.�</p><p>�Unserer Vorfahren?� Olisa verzog den Mund, nickte dann aber. �Ich hatte schon davon geh�rt, dass sich einiges ge�ndert hat. Allerdings wird es eine Weile dauern, sich an alles zu gew�hnen.�</p><p>�Das kann ich verstehen�, erwiderte Geary. �Ich musste mich auch erst an einige Dinge gew�hnen.�</p><p>�K�nnen Sie unsere Mission best�tigen, Flottenadmiral Geary?�, fragte Captain Armus von der <emphasis>Colussus</emphasis>. �Ist es wirklich unser Ziel, den Krieg zu beenden?�</p><p>Geary wog seine Antwort gr�ndlich ab. Armus hatte sich gelegentlich als schwierig erwiesen, und er war alles andere als ein beseelter Offizier. Allerdings war er tapfer und befolgte die ihm erteilten Befehle. Im Moment verhielt er sich zudem respektvoll und angemessen, was ein entsprechendes Auftreten ihm gegen�ber rechtfertigte. Schlie�lich nickte Geary. �Das ist korrekt. Unsere Absicht ist es, die Syndiks in eine Ecke zu treiben und sie dort festzusetzen, bis sie sich damit einverstanden erkl�ren, die K�mpfe einzustellen. Es geht nicht nur um einen Waffenstillstand, sondern um ein Ende des Kriegs.�</p><p>Captain Badaya, der sich seit Gearys Bef�rderung �berheblich und zufrieden zugleich zu geben schien, nickte best�tigend, als h�tte Geary ein Geheimnis mit ihm geteilt. �Indem wir <emphasis>Ihren </emphasis>Plan anwenden, Flottenadmiral Geary.�</p><p>�Ja, richtig. Ich verspreche Ihnen, bei Atalia werden Sie alle viel mehr Details erfahren.�</p><p>W�hrend sich die Bilder der Offiziere aufl�sten, bemerkte Geary, dass die beiden neuen politischen Beobachter zur�ckblieben, als ob sie noch irgendetwas erwarteten. �Ja, Senatoren?�</p><p>Costa l�chelte Geary fl�chtig an. �Jetzt, da die anderen weg sind, k�nnen Sie uns informieren.�</p><p>Desjani schien sich auf die Unterlippe zu bei�en, um sich von einem Kommentar abzuhalten, w�hrend Geary nach der passenden diplomatischen Erwiderung suchte.</p><p>Pl�tzlich drehte sich Rione zu Costa um und sagte: �Ich werde sie auf den aktuellen Stand bringen, Flottenadmiral Geary.�</p><p>War das ihr Ernst? Er hatte Rione nicht in die Details seiner Pl�ne eingeweiht. Hatte sie die Sicherheitsvorkehrungen �berwunden, um auf seine Daten zuzugreifen? Dann jedoch zwinkerte sie ihm so zu, dass die beiden Senatoren davon nichts mitbekommen konnten. �Okay�, meinte er. �Captain Desjani?�</p><p>Er und Desjani verlie�en z�gig den Raum, w�hrend er sich fragte, was Rione den anderen wohl erz�hlen w�rde, um sie ruhigzustellen. �M�chte wissen, ob es eine M�glichkeit gibt, diese beiden aus der Konferenzsoftware herauszunehmen.�</p><p>�Wenigstens haben Sie diese Politikerin, die sich um sie k�mmern kann�, grummelte Desjani. �M�gen die Vorfahren mir diese Worte verzeihen, aber im Augenblick bin ich tats�chlich dankbar daf�r, dass sie an Bord ist.�</p><p>�Das wird schon wieder�, versicherte er ihr ironisch.</p><p>�Ja, und hoffentlich schon sehr bald�, stimmte Desjani ihm zu. �Werden Sie f�r den Sprung nach Atalia auf die Br�cke kommen?�</p><p>�Selbstverst�ndlich.� Geary schwieg kurz. �Davon h�ngt eine Menge ab. Aber erst sollte ich noch etwas anderes erledigen.�</p><p>�Dorthin bin ich auch unterwegs.� Sie begaben sich tief ins Innere der <emphasis>Dauntless</emphasis>, in den am besten gesch�tzten Teil des Schiffs, wo sich die religi�sen Zwecken dienenden R�umlichkeiten befanden. Desjani verabschiedete sich vor einem der R�ume, wobei sie ihm einen Moment lang in die Augen sah, ehe sie die T�r hinter sich schloss.</p><p>Er setzte sich in seinem Raum auf die traditionelle Holzbank und fragte sich zum ersten Mal, von welcher Welt dieses Holz wohl stammte. Auf vielen Welten fanden sich B�ume und �hnliche Vegetation, und die Menschheit hatte von den langen Reisen durch die Weite des Alls sehr viele Pflanzen mitgebracht. Geary z�ndete die einzelne Kerze an, dann sa� er da und betrachtete eine Weile die Flamme. Es fiel ihm schwer, seine vielen Empfindungen in Worte zu fassen, aber schlie�lich sprach er leise. �Ich bitte nicht um Erfolg f�r mich, sondern f�r alle, die auf mich z�hlen. Bitte helft mir, diesem Krieg ein Ende zu setzen. Wenn es mein Schicksal ist, auf dieser Mission zu sterben, dann sorgt bitte daf�r, dass Tanya Desjani unversehrt nach Hause zur�ckkehren kann.�</p><p>Eine halbe Stunde sp�ter sa�en er und Desjani auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>und sahen mit an, wie die in drei Unterformationen aufgeteilte, gefechtsbereite Flotte den Sprung nach Atalia unternahm.</p></section><section><title><p>Vier</p></title><p>Vier Tage sp�ter kehrte die Allianz-Flotte am Sprungpunkt bei Atalia in den Normalraum zur�ck.</p><p>�Was soll denn das?�, war Gearys erste Reaktion, als die Sensoren der Flotte die Situation aktualisierten.</p><p>Der Sprungpunkt wurde nicht durch Minen blockiert, weder in unmittelbarer N�he des Sprungpunkts noch weiter entfernt zog eine Kriegsflotte ihre Bahnen. Stattdessen hielt sich vier Lichtminuten entfernt eine gro�e Gruppe von Handelsschiffen auf, als h�tten sie dort auf die Ankunft der Allianz-Kriegsschiffe gewartet.</p><p>Desjani legte verwundert die Stirn in Falten, w�hrend sie den Wachhabenden auf der Br�cke befahl: �Finden Sie �ber diese Handelsschiffe heraus, was Sie in Erfahrung bringen k�nnen!�</p><p>�Captain�, meldete sich der Ablauf-Wachhabende. �Jedes dieser Handelsschiffe ist von einer Reihe kleinerer Schiffe umgeben, bei den gr��eren sind es zum Teil bis zu zwanzig St�ck.�</p><p>�Mutterschiffe.� Ungeduldig wartete Geary auf weitere Berichte auf der Grundlage dessen, was die Sensoren �ber den Gegner herausfinden konnten. �Aber was haben sie an Bord?�</p><p>�Diese Dinger sind zu gro� f�r Flugk�rper�, �berlegte Desjani laut, dann riss sie pl�tzlich die Augen auf. �Verdammt, das sind��</p><p>�SAS, Sir, Schnelle Angriffsschiffe der Syndiks�, rief der Ablauf-Wachhabende dazwischen.</p><p>�Die empfangen uns mit SAS?�, wunderte sich Desjani und verzog erschrocken das Gesicht, allerdings nicht auf eine Weise, als wenn sie vor diesem Gegner Angst h�tte. �Gegen so viele Kriegsschiffe?�</p><p>�SAS?� Geary las hastig die Beschreibung, die auf seinem Display auftauchte, und verstand sofort, um was es ging. �Die sehen fast genauso aus wie die KAS vor hundert Jahren.�</p><p>�KAS?�, fragte Desjani. �Kurzstrecken-Angriffsschiffe. Die sollten nur in unmittelbarer N�he zu einem Planeten oder einem gro�en Raumschiff zum Einsatz kommen, weil sie �ber eine geringe Reichweite verf�gen und nur eingeschr�nkt gefechtstauglich sind.�</p><p>�Dann sind beide im Wesentlichen identisch�, best�tigte Desjani. �Hier drau�en, wo sie nicht in eine andere Atmosph�re eintauchen oder sich hinter einem Planeten verstecken k�nnen, werden sie Probleme bekommen.�</p><p>Hastig widmete sich Geary den Informationen �ber die SAS. Mit 0,1 Lichtgeschwindigkeit ben�tigte die Allianz-Flotte nur vierzig Minuten, um eine Strecke von vier Lichtminuten zur�ckzulegen. Zehn Minuten waren bereits verstrichen, und er musste davon ausgehen, dass die SAS losgeflogen sein mussten, sobald sie die Schiffe der Allianz entdeckt hatten, sodass die Zeitspanne bis zum Kontakt noch k�rzer war.</p><p>So wie die KAS waren die SAS auch sehr schnell und mit h�chstens zwei Personen besetzt. Neben einem einzelnen H�llenspeer-Partikelstrahlprojektor, der zum Wiederaufladen viel Zeit ben�tigte, verf�gten manche Modelle zus�tzlich �ber einen einzigen Flugk�rper, w�hrend andere ein paar Kart�tschenwerfer aufwiesen, die jeweils f�r einen Schuss ausgelegt waren. Eine Panzerung war nicht vorhanden, und wegen der kleinen Energieversorgungseinheit fielen die Schilde entsprechend schwach aus. �Wer um alles in der Welt hat sie auf dieses Selbstmordkommando geschickt?�</p><p>�Die m�ssen sich alle freiwillig gemeldet haben�, meinte Desjani.</p><p>Alarmsirenen sprangen an, als die Flottensensoren feststellten, dass die SAS drei Minuten zuvor von ihren improvisierten Mutterschiffen gestartet waren. Rein zahlenm��ig betrachtet hatte der Schwarm aus kleinen Schiffen durchaus etwas Beeindruckendes an sich.</p><p>Das dachte offenbar auch Rione. �Kommen wir damit klar?�</p><p>�M�helos�, murmelte Desjani, woraufhin Geary zustimmend nickte.</p><p>�Aber die sind kleiner, schneller und wendiger�, wandte sie ein.</p><p>�Kleiner sind sie�, best�tigte Geary. �Aber weder schneller noch wendiger. Derjenige, der sich diesen Plan ausgedacht hat, muss sich bislang vorwiegend mit planetarer Verteidigung befasst haben. Offenbar meint er, weil SAS im Vergleich zu Raumschiffen mehr nach atmosph�rischen Fahrzeugen aussehen, muss die Physik die gleiche sein wie beim Verh�ltnis zwischen einem Flugzeug und einem seet�chtigen Motorschiff. Aber die SAS operieren nicht in einem Medium, das eine geringere Dichte aufweist als das Medium, von dem unsere Schiffe umgeben sind. Vielmehr ist es ein und dasselbe Medium, und daher z�hlt nur das Verh�ltnis zwischen Masse und Schub. Die SAS sind klein, aber dadurch ist die Antriebseinheit ebenfalls klein, und das gilt auch f�r die Energieeinheit. Nat�rlich sind sie wendiger als Schlachtschiffe, aber unsere Zerst�rer verf�gen �ber gr��ere Antriebseinheiten, und bei ihnen ist das Verh�ltnis zwischen Masse und Schub g�nstiger.� Auf seinem Display war zu sehen, dass die SAS sich von den Handelsschiffen gel�st und Kurs auf die Allianz-Flotte genommen hatten.</p><p>Desjani sch�ttelte w�tend den Kopf. �Selbst wenn einige dieser Schiffe den Angriff �berleben, haben sie keine Chance, anschlie�end heimzukehren. Die Brennstoffzelle reicht daf�r nicht aus, und die Lebenserhaltungssysteme halten auch nicht lange genug durch. Ich hoffe, der Syndik-Kommandant, der sie losgeschickt hat, befindet sich auf einem dieser Handelsschiffe.�</p><p>�Der ist wahrscheinlich viele Lichtjahre weit weg von hier�, gab Geary zur�ck. �Wie gut k�nnen sich diese SAS tarnen?�</p><p>�Sie verf�gen �ber einfache M�glichkeiten, aber sie befinden sich hier mitten im Nichts, sie beschleunigen, und wir haben ihren Abflug mitverfolgt. Die Gefechtssysteme werden keine Schwierigkeiten haben, sie zu verfolgen, wenn sie� und da sind sie auch schon weg. Die Tarnvorrichtungen der SAS sind aktiviert worden, und wir verfolgen weiter ihre Flugbahn.�</p><p>�Okay.� Geary beobachtete noch einige Sekunden lang, wie die Masse aus SAS sich der Allianz-Flotte n�herte, dann widmete er sich einigen der Formationen, an denen er zuvor gearbeitet hatte, und �berspielte sie auf die Steuersysteme. Nachdem er die Zeiten �berpr�ft hatte, die erforderlich waren, um auch die am weitesten entfernten Einheiten der momentanen Formation zu erreichen, bet�tigte er die Komm-Taste. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte, hier spricht�� Fast h�tte er �Captain Geary� gesagt, aber er konnte sich eben noch bremsen. ��Admiral Geary. Nehmen Sie bei Zeit vier sieben Formation November ein.�</p><p>Desjani sah kurz zu ihm, dann rief sie die Formation auf ihrem Display auf und nickte nach einigen Sekunden. �Das wird gen�gen. Aber die Formation sollte etwas langsamer fliegen, damit wir so viele SAS wie m�glich erwischen.�</p><p>�Danke. Meinen Sie, 0,08 Licht ist langsam genug?�</p><p>Nachdem sie die Frage an den Gefechtswachhabenden weitergegeben hatte, wartete sie einen Moment lang, dann nickte sie. �Jawohl, Sir.�</p><p>�Wenn die doch ohnehin dem Untergang geweiht sind�, wandte Rione resignierend ein, �m�ssen wir sie dann unbedingt zerst�ren und dabei auch noch eigene Verluste riskieren?�</p><p>�Ja, das muss sein�, antwortete Geary. �Wir k�nnen zu keiner Seite weit genug ausweichen, um Geschossen zu entgehen, die von dieser riesigen Menge SAS abgefeuert werden. Die w�rden n�mlich die Einheiten in der ihnen zugewandten Flanke treffen, w�hrend sie bei der h�heren Geschwindigkeit ihrerseits gr��ere Schwierigkeiten h�tten, die SAS unsch�dlich zu machen. Vor allem w�re ich dann in Sorge, dass einige der SAS ihr Feuer auf die Hilfsschiffe konzentrieren.�</p><p>Bei Zeit vier sieben l�ste sich die Allianz-Formation auf, die Geschwader und Divisionen aus Kriegsschiffen begaben sich zu neuen Positionen rings um die <emphasis>Dauntless</emphasis>. Geary wartete, bis die Flotte sich zu f�nf Rechtecken formiert hatte, deren Fl�chen in die Richtung ausgerichtet waren, in die sich die Schiffe bewegten. Das gr��te Rechteck befand sich in der Mitte, die vier kleineren waren in geringer Entfernung an jeder der Ecken positioniert. Zu Gearys Ver�rgerung befanden sich dabei zwei der neuen Schlachtkreuzer, ein neues Schlachtschiff und etliche kleinere Schiffe ein ganzes St�ck vor den ihnen zugewiesenen Positionen. �<emphasis>Adroit, Assert, Insistent, Dungeon, Pavise, Demicontres, Halda, Tschekan, </emphasis>nehmen Sie unverz�glich die befohlene Position ein!�</p><p>Im Gegensatz zu Corvus und den Gefechten im unmittelbaren Anschluss daran bildete die Flotte nun eine kompakte, geschlossene Formation, die Gearys Befehle eindrucksvoll unterstrich. W�hrend er die Abweichler nur beil�ufig im Auge behielt, konzentrierte er sich in erster Linie auf die Bewegungen seiner Flotte und die der herannahenden SAS, die das ganze All vor Geary �berzogen. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Drosseln Sie die Geschwindigkeit auf 0,08 Licht bei Zeit null neun, dann gehen Sie bei Zeit eins zwei runter auf 0,04 Licht, danach beschleunigen Sie bei Zeit eins f�nf auf 0,06 Licht.�</p><p>�Keines unserer Schiffe kann in so kurzer Zeit so drastisch die Geschwindigkeit ver�ndern�, merkte Desjani an.</p><p>�Ich wei�. Aber dadurch sind sie bis zum Kontakt mit den Zielerfassungssystemen der SAS st�ndig mit anderer Geschwindigkeit unterwegs, was es den Systemen deutlich erschwert, den richtigen Zeitpunkt zum Abfeuern der H�llenspeere und Kart�tschen zu bestimmen. Bei gro�en Kriegsschiffen w�rde ich das nicht wagen, weil durch die st�ndigen Tempowechsel die Formation aus den Fugen ger�t. Aber bei den SAS sollte diese Taktik funktionieren.� Zumindest hatten das vor hundert Jahren die offiziellen Richtlinien zum Umgang mit den KAS besagt.</p><p>Ein weiterer Befehl war noch zu erteilen. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Drehen Sie bei Zeit zwei vier nach oben null drei f�nf Grad.� Damit w�rde die Flotte durch den Pulk aus SAS fliegen und sich gleichzeitig nach oben bewegen, um mit deutlichem Abstand �ber die Handelsschiffe hinweg zu gelangen.</p><p>�So erwischen wir die Handelsschiffe nicht�, beklagte sich Desjani, warf dann aber Geary einen verstehenden Blick zu. �Die sind zu verlockend, sie sind eine zu leichte Beute. Sie versuchen gar nicht erst die Flucht zu ergreifen, obwohl sie ihren Auftrag ausgef�hrt und die kleineren Schiffe ausgesetzt haben.�</p><p>�Richtig. Sie sind eine zu leichte Beute. Oder stellen sie in Wahrheit einen K�der dar?� Er sch�ttelte den Kopf. �Ich traue diesen Handelsschiffen alles zu, nur nichts Gutes.�</p><p>Die Flotte setzte zum Bremsman�ver an, die Steuerd�sen drehten den Bug eines jeden Kriegsschiffs zur Seite und nach oben, dann sprangen die Antriebseinheiten an, um die Schiffe so schnell abzubremsen, wie die Fliehkraft, die Leistungsf�higkeit des Antriebs und die Tr�gheitsd�mpfer es erlaubten. Nach den beiden befohlenen Bremsman�vern und unmittelbar vor dem Kontakt mit den SAS w�rden sich die Schiffe abermals drehen, um dann zu beschleunigen und den Bug ein weiteres Mal zu drehen, damit sie dem Syndik-Angriff mit der st�rksten Panzerung und der gr��ten Feuerkraft begegnen konnten.</p><p>�Sie fliegen immer noch geradewegs auf uns zu�, meldete Desjani.</p><p>Etwas an ihrem l�ssigen, selbstbewussten Tonfall irritierte Geary, und er bet�tigte erneut seine Kontrollen. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Diese SAS k�nnen nur einmal zuschlagen, aber dieser eine Schlag kann verheerend ausfallen. Untersch�tzen Sie diese Schiffe nicht, solange sie nicht vernichtet sind. Alle Einheiten f�hren unmittelbar vor dem Kontakt mit den SAS Ausweichman�ver durch.� Das bedeutete, dass sie nicht zu weit von ihren zugewiesenen Positionen abweichen durften, es ihnen aber gestattet war, kleine �nderungen bei den Vektoren vorzunehmen, die es den feindlichen Feuerkontrollsystemen weiter erschweren w�rden, die wahrscheinliche n�chste Position des jeweiligen Schiffs vorauszuberechnen. Dieses Man�ver sollte die Trefferzahl w�hrend der nur einen Sekundenbruchteil w�hrenden Begegnung weiter nach unten dr�cken.</p><p>Noch mehr Alarmsirenen begannen zu heulen, als die ersten SAS Flugk�rper abzufeuern begannen. Sch�tzungsweise die H�lfte dieser Schiffe war �berhaupt in der Lage, Flugk�rper einzusetzen, und dann hatten sie auch nur diesen einen Versuch. �An alle Schiffe: Er�ffnen Sie das Feuer. Nehmen Sie sich zuerst die Flugk�rper vor, dann die Angriffsschiffe.�</p><p>Auf diese kurze Distanz und mit Blick darauf, dass sich beide Seiten z�gig aufeinander zubewegten, blieb den feindlichen Flugk�rpern keine Zeit mehr, um eigene Ausweichman�ver zu fliegen. H�llenspeere zuckten aus den Allianz-Kriegsschiffen und erf�llten das All mit ihren gerichteten, hochenergetischen Partikelstrahlen, die sich auf kurze Distanz durch eine Panzerung schnitten, als w�re die blo� aus Papier. Flugk�rper der Syndiks detonierten vorzeitig oder wurden von einem Feuerhagel in St�cke gerissen, die �berlebenden Exemplare rasten dann auf in bestimmten Mustern angeordnete Kart�tschen zu. Die Ansammlungen aus metallenen Kugeln fra�en sich in die herannahenden Flugk�rper, wobei jede dieser Kugeln beim Auftreffen auf ein Ziel durch die ungeheure Wucht des Aufpralls verdampfte. Die Kart�tschen-Batterien zerfetzten die letzten feindlichen Flugk�rper, w�hrend die Allianz-Flotte auf den Kontakt mit den SAS zuraste.</p><p>Die gro�e Zahl an Angriffsschiffen h�tte ihre schw�chliche Verteidigung und die eingeschr�nkte Bewaffnung dadurch wettmachen k�nnen, dass sie ihre begrenzte Feuerkraft konzentrierten, um vereint wieder und wieder gr��ere Schiffe zu treffen. Doch unter diesen Bedingungen konnte das nicht funktionieren, da ihnen eine Flotte aus gro�en Kriegsschiffen im Formationsflug gegen�berstand, deren ohnehin massiv �berlegene Feuerkraft einander �berlappte und sich selbst so zus�tzlich verst�rkte. SAS sollten kleine Gruppen von isolierten Kriegsschiffen unter Beschuss nehmen, im Idealfall h�chstens ein oder zwei Kriegsschiffe. Unter den richtigen Umst�nden, also in der N�he eines Planeten oder einer Raumbasis, wo sich die kleineren Schiffe auf die Lauer legen konnten, um darauf zu warten, dass der Feind sich ihnen n�herte, w�rden sie in einer ausreichend gro�en Zahl sogar ein Schlachtschiff besiegen k�nnen, wenn auch nur unter schweren eigenen Verlusten.</p><p>Das hier waren nicht die richtigen Umst�nde f�r sie.</p><p>Allianz-Zerst�rer waren bei solchen Gegnern ganz in ihrem Element, da sie sich durch den Pulk aus SAS pfl�gten wie ein Falke, der sich auf einen Spatzenschwarm st�rzt. H�llenspeere zuckten so schnell umher, wie sie nur abgefeuert werden konnten, und schnitten sich m�helos durch die hauchd�nnen Schilde der viel kleineren Raumfahrzeuge. Leichte Kreuzer bewegten sich mit fast der gleichen Leichtf��igkeit neben den Zerst�rern her, mit ihren schweren Waffen l�schten sie bei jeder Salve etliche kleinere Schiffe aus. Gleich hinter diesen leichteren Eskorten befanden sich die Schweren Kreuzer, nicht ganz so schnell und auch nicht so wendig, daf�r aber besser gepanzert und waffentechnisch den SAS noch viel weiter �berlegen. Um sich gegen die Allianz-Schiffe zu behaupten, versuchten die, ihren Beschuss auf ein einziges Schiff zu konzentrieren, um Schilde und Panzerung zu �berwinden. Da aber immer wieder andere Ziele auftauchten, die erfasst werden wollten, konnten sie bei keinem Schiff gen�gend Treffer landen, um etwas zu bewirken.</p><p>Die Formation der Allianz-Flotte verschmolz mit dem Schwarm aus Angriffsschiffen bei einer kombinierten Geschwindigkeit von mehr als 0,1 Licht, die Wolke aus SAS verging dabei wie ein Schwarm M�cken, der von einem mit hohem Tempo fahrenden Landfahrzeug erfasst wurde. Die kleinen Schiffe explodierten oder wirbelten unkontrolliert umher, die Systeme fielen aus, die Besatzungen wurden get�tet. Aufgrund der immensen Zahl an SAS kamen einige von ihnen an den Eskortschiffen der Allianz vorbei, wurden dann aber sogleich von der Feuerkraft der Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer in St�cke gerissen.</p><p>Die Begegnung mit dem Schwarm und seine Zerst�rung spielten sich so schnell ab, dass die menschlichen Sinne sie kaum wahrnehmen konnten, da die Allianz-Flotte die feindliche Formation bereits durchflogen hatte und Gearys n�chsten Befehl befolgte, die Schiffe steil nach oben zu steuern. Wo oben war, definierte sich dabei nach der Ausrichtung der Ebene des Sternensystems und bezeichnete alles, was oberhalb dieser Ebene lag. Angespannt schaute Geary auf sein Display, das ihm den Status der Flotte anzeigte. Ihm war bewusst, dass das eine oder andere Eskortschiff durch eine Kollision mit einem SAS oder eine zuf�llig ins Ziel gegangene Salve schwer besch�digt oder sogar zerst�rt worden sein konnte. Die Statusanzeigen wurden immer noch aktualisiert, und er sah Meldungen von geschw�chten Schilden und vereinzelten Treffern bei Zerst�rern und Leichten Kreuzern, als ihm auf einmal etwas anderes auffiel. �<emphasis>Dungeon</emphasis>, kehren Sie sofort in die Formation zur�ck! �ndern Sie Ihren Kurs, um diesen Handelsschiffen auszuweichen!�</p><p>Anders als der Rest der Flotte hatte der einzelne Schwere Kreuzer einfach nicht die letzte Kurs�nderung mitgemacht und steuerte nun geradewegs auf die Ansammlung von Handelsschiffen zu, die in aller Seelenruhe auf dem Kurs warteten, den Gearys Flotte eigentlich h�tte nehmen sollen. Hilflos musste Geary mitansehen, wie das Schiff weiter auf dem alten Kurs blieb, was ihn an den sinnlosen Verlust eines Kreuzers und dreier Zerst�rer im Minenfeld bei Sutrah erinnerte.</p><p>Dann endlich kam eine Antwort von der <emphasis>Dungeon</emphasis>. �Wir lassen diese Syndik-Schiffe entkommen?�, fragte der Captain verbl�fft.</p><p>�Das ist eine Falle!�, br�llte Geary ihn an. �Benutzen Sie Ihren Verstand! Die versuchen nicht zu entkommen, es werden auch keine Rettungskapseln ausgesto�en, mit denen die H�ndler sonst von Bord fliehen w�rden! H�chstwahrscheinlich sind diese Schiffe nichts anderes als eine riesige Sprengfalle! Bringen Sie Ihr Schiff <emphasis>sofort </emphasis>von da weg!�</p><p>Sekunden sp�ter begann die <emphasis>Dungeon </emphasis>endlich mit der Kurs�nderung, die sich unertr�glich langsam abspielte, wobei ihr eigener Schwung sie immer noch an die Handelsschiffe heranf�hrte.</p><p>Schweigend verfolgte Desjani die Flugbahn des Schweren Kreuzers, ihr Gesicht verriet keine Regung, aber zweifellos dachte sie in diesem Moment auch an Sutrah.</p><p>�Zehn Sekunden bis zur dichtesten Ann�herung der <emphasis>Dungeon </emphasis>an die Handelsschiffe�, meldete der Ablauf-Wachhabende.</p><p>�Sie haben ihre Antriebssysteme gestartet�, sagte Desjani im n�chsten Augenblick. Tats�chlich hatten die Handelsschiffe ihre Maschinen gestartet und Steuerd�sen bewegten die schwerf�lligen Schiffe in dem Versuch nach oben, die Allianz-Flotte abzufangen, die �ber sie hinwegfliegen w�rde. �Sie sind alle gleichzeitig losgeflogen. Die Bedienung muss auf Automatik umgeschaltet worden sein, und die Schiffe m�ssen alle zusammengeschaltet sein. So koordiniert k�nnte ein Haufen Zivilisten niemals handeln.�</p><p>�Nicht mal dann, wenn ein Haufen Zivilisten es darauf anlegen wollte, diese Flotte anzugreifen�, pflichtete Geary ihr bei, w�hrend er die Sekunden mitz�hlte, bis die <emphasis>Dungeon </emphasis>au�er Gefahr sein w�rde.</p><p>Wegen der Lichtsekunden, die den Rest der Flotte von der <emphasis>Dungeon </emphasis>und den Handelsschiffen trennte, sahen sie die Explosionen erst drei Sekunden sp�ter. �Die beiden Handelsschiffe, die der Flugbahn der <emphasis>Dungeon </emphasis>am n�chsten sind, haben eine �berladung ihrer Antriebseinheit erlitten�, meldete der Ablauf-Wachhabende. �Es ist damit zu rechnen, dass die <emphasis>Dungeon </emphasis>in den Randbereich des gef�hrdeten Gebiets ger�t und Schaden erleidet.�</p><p>�Die haben wohl gedacht, sie k�nnten Ihren alten Trick gegen Sie verwenden�, beschwerte sich Desjani.</p><p>�Vielleicht dachten sie, ein anderer hat das Kommando �ber die Flotte, oder aber Admiral Geary ist selbstzufrieden und nachl�ssig geworden�, warf Rione ein.</p><p>Was auch der Grund sein mochte, auf jeden Fall hatten die Syndiks das aus Schiffen improvisierte Minenfeld ver�ndert, das Geary bei Lakota benutzt hatte. �Es ist keine schlechte Idee�, merkte er an, �die Schiffe durch eine automatische Steuerung miteinander zu verbinden, damit sie sich zu ihren Zielen begeben k�nnen, wenn die nicht zu ihnen kommen. Wir m�ssen die Augen offen halten, falls wir dieser Art von Taktik nochmals begegnen.�</p><p>�Nicht mal die Syndiks w�rden funktionst�chtige Kriegsschiffe einfach so wegwerfen�, sagte Desjani. �Aber von jetzt an werde ich wohl schneller das Feuer auf ein Handelsschiff er�ffnen, wenn es mir zu nahe kommt.� Sie schaute auf ihr Display und stutzte. �Lieutenant Yuon�, rief sie einem der Wachhabenden zu. �Diese Explosionen erscheinen mir etwas zu heftig daf�r, dass sie allein von einem �berladenen Antrieb ausgel�st worden sein sollen. Stellen Sie fest, um wie viel st�rker sie ausgefallen sind, und versuchen Sie herauszufinden, wie die Syndiks das angestellt haben.� Dann warf sie Geary einen warnenden Blick zu. �Wenn wir in Reichweite der H�llenspeere gelangen, k�nnten wir so nahe sein, dass es denen gelingt, einige unserer Schiffe zu besch�digen.�</p><p>�Das sehe ich auch so. Wir sollten kein Risiko eingehen.� Er hatte sich angew�hnt, Phantom-Flugk�rper nur im �u�ersten Notfall einzusetzen, weil die Vorr�te der Flotte auf dem langwierigen Flug nach Hause bedenklich geschrumpft waren, doch die Best�nde waren bei Varandal wieder aufgestockt worden, und diese Flugk�rper waren genau die richtige Waffe f�r diese Situation. Die Schilde eines Handelsschiffs dienten lediglich dem Zweck, Strahlung abzuhalten, es gab keine Panzerung und keine Verteidigungssysteme, au�erdem bewegte sich diese Gruppe von Schiffen auf einem leicht zu berechnenden Kurs, der das Ziel verfolgte, die Allianz-Flotte abzufangen. Es war eine Arbeit von Sekunden, den Gefechtssystemen der Flotte den Auftrag zu erteilen, von ein paar Schiffen aus jeweils einen Flugk�rper abzufeuern, um so die Gruppe aus Handelsschiffen zu zerst�ren. Bevor Geary aber genau diesen Befehl geben konnte, wurde er von Desjani abgelenkt, die von Herzen zu lachen begann.</p><p>�Die Syndiks haben die Schiffe zu dicht platziert�, sagte sie. �Es h�tte mehr bewirkt, wenn wir genau auf sie zugeflogen w�ren, aber so�� Wieder lachte sie und zeigte auf das Display.</p><p>Der Abstand zwischen den beiden Handelsschiffen, die sich selbst zerst�rt hatten, und den anderen war zu gering, sodass durch die Explosionen eine Kettenreaktion ausgel�st wurde, die von einem Schiff aufs n�chste �bersprang. Eine sich rasch ausdehnende Welle der Zerst�rung griff um sich, wodurch sich das Minenfeld der Syndiks innerhalb weniger Augenblicke selbst ausl�schte.</p><p>�Ich sch�tze, dann k�nnen wir uns den Einsatz unserer Flugk�rper ja sparen�, kommentierte Geary zufrieden, doch dann sah er mit Schrecken mit an, wie die <emphasis>Dungeon </emphasis>sich trudelnd aus dem Randbereich der Explosionswelle der ersten beiden Handelsschiffe zur�ckzog. Geary verkniff sich einen Fluch, als er den automatischen Schadensbericht sah, der von dem Schiff �bertragen wurde. Als die <emphasis>Dungeon </emphasis>die Detonationen bemerkte, war es f�r eine Kurskorrektur l�ngst zu sp�t, und so war die Hecksektion auf einer Seite in Mitleidenschaft gezogen worden. Fester, als es eigentlich n�tig gewesen w�re, bet�tigte Geary die Komm-Taste. �<emphasis>Dungeon</emphasis>, ich ben�tige schnellstens einen vollst�ndigen Schadensbericht und eine Sch�tzung, wie lange die Reparatur des defekten Antriebs dauern wird.� Dann schaltete er auf einen anderen Kanal und rief die <emphasis>Tanuki</emphasis>.</p><p>Captain Smyth, der bei Varandal das Kommando �ber die Hilfsschiff-Division von einer sichtlich erleichterten Captain Tyrosian �bernommen hatte, reagierte Sekunden sp�ter: �Ja, Admiral?�</p><p>�Ich ben�tige Ihre Einsch�tzung f�r den Umfang der Sch�den an der <emphasis>Dungeon </emphasis>und f�r die voraussichtliche Reparaturdauer�, erkl�rte er ihm. �Die ersten Berichte deuten an, dass die Sch�den zu schwer sind, als dass die <emphasis>Dungeon </emphasis>sie allein beheben kann. Wenn das zutrifft, will ich wissen, wie lange Sie ben�tigen, den Antrieb wenigstens so weit wiederherzustellen, dass das Schiff mit der Flotte mithalten kann.�</p><p>�Selbstverst�ndlich�, antwortete Captain Smyth gut gelaunt. �Ich melde mich umgehend bei Ihnen.�</p><p>�Das nenne ich eine l�ssige Haltung�, merkte Desjani an. �Selbst f�r einen Ingenieur.�</p><p>�Stimmt�, musste Geary ihr beipflichten. �Aber er scheint gewillt zu sein, Befehle zu befolgen. Tyrosian hat passable Arbeit geleistet, aber es hat ihr nie Spa� gemacht, und zeitweise schien ihr das Ganze �ber den Kopf zu wachsen.�</p><p>�Das ist noch milde ausgedr�ckt.�</p><p>�Captain?�, meldete sich Lieutenant Yuon zu Wort. �Die �berladung der Antriebseinheiten ist um gut f�nfzig Prozent st�rker ausgefallen, als es bei einem Handelsschiff der Fall sein sollte. Die Analysen lassen darauf schlie�en, dass die Syndiks die Frachtr�ume mit Sprengstoff vollgepackt hatten.�</p><p>�Die wollten uns erwischen, w�hrend wir noch der Meinung gewesen w�ren, dass wir uns au�erhalb des Gefahrenbereichs befinden�, �berlegte Desjani. �Gut, das Problem hat sich ja nun erledigt.� Sie l�chelte, als auch noch die am �u�ersten Rand des Minenfelds befindlichen Schiffe von den Explosionen erfasst und zerst�rt wurden. Zur�ck blieb nur ein langsam in alle Richtungen treibendes Tr�mmerfeld. �Sch�n, nicht wahr? Es gibt nur eine Sache, die sch�ner ist als Syndik-Schiffe in die Luft zu jagen: zusehen, wie sie sich gegenseitig selbst zerst�ren.�</p><p>Geary erwiderte kurz das L�cheln, dann konzentrierte er sich wieder auf die Situation. Die Kriegsschiffe der Allianz waren weit genug von dem Tr�mmerfeld entfernt und befanden sich auf einem Kurs, der sie noch weiter von dort wegf�hrte. Die <emphasis>Dungeon </emphasis>war dem Gefahrenbereich zu nahe, jedoch sollte sie es schaffen, einen weiteren Treffer zu vermeiden. Jetzt, da Geary nicht mehr mit der Bedrohung durch die Syndik-Streitkr�fte in der N�he des Sprungpunkts besch�ftigt war, konnte er sich erstmals die Zeit nehmen, sich einen �berblick �ber die Situation im Rest des Atalia-Systems zu verschaffen.</p><p>Viel gab es dort nicht zu entdecken. Als an der Front gelegenes Sternensystem war Atalia in den letzten hundert Jahren heftig umk�mpft gewesen. Die Verteidigungsanlagen in ihrem festen Orbit wurden immer wieder zerst�rt, kaum dass sie fertiggestellt worden waren. Die Allianz-Flotte hatte erst vor relativ kurzer Zeit das letzte Mal hier operiert. Seitdem waren eine Reihe von Verteidigungssystemen auf Monden und Asteroiden installiert und zudem ein neues orbitales Fort gebaut worden. Hinzu kamen ein paar Syndik-J�ger, die von ihrer Art her mit den Zerst�rern der Allianz vergleichbar, jedoch deutlich kleiner waren. Sie hielten sich in der N�he der beiden anderen Sprungpunkte auf, die Atalia zu bieten hatte. Einer davon f�hrte zur�ck nach Padronis, einem System mit einem Wei�en Zwerg, das sonst nichts zu bieten hatte. Durch den anderen gelangte man in das verw�stete Sternensystem Kalixa. In gut vier Stunden, wenn das Licht die J�ger erreichte, das sie die Ankunft der Allianz-Flotte im System sehen lassen sollte, w�rde einer von ihnen zweifellos in den Sprungraum �berwechseln, um andere Sternensysteme davon in Kenntnis zu setzen, dass die Allianz-Flotte zur�ckgekehrt war. Vielleicht w�rde sich auch noch ein zweiter J�ger auf den Weg machen, falls die Syndiks mittlerweile damit begonnen hatten, Kalixa wiederaufzubauen.</p><p>Von den J�gern abgesehen gab es nur einen einzelnen Leichten Kreuzer, der um einen der Planeten im inneren System kreiste. Das �berraschte Geary nicht, denn da es den Syndiks an Kriegsschiffen mangelte, hatten sie vermutlich so gut wie alle Schiffe zusammengezogen, um das Heimatsystem verteidigen zu k�nnen. Die SAS waren ein Akt der Verzweiflung gewesen, anders lie� sich diese wirkungslose Attacke nicht bezeichnen.</p><p>Geary wies das Gefechtssystem an, einen Plan zu entwickeln, um die festen Verteidigungsanlagen bei Atalia m�glichst effektiv mit kinetischen Projektilen � im Sprachgebrauch der Flotte kurz als Steine bezeichnet � zu bombardieren. Als Augenblicke sp�ter eine Feuerl�sung vorgeschlagen wurde, best�tigte er den Plan und sah zu, wie Dutzende von Schiffen riesige Bl�cke aus massivem Metall ausstie�en, die mit gewaltiger Energie in ihre Ziele einschlagen w�rden. Nichts, was sich in einem festen Orbit oder unverr�ckbar auf einem Planeten befand, konnte dieser Zerst�rung entgehen, w�hrend es umgekehrt f�r die Flotte ein Leichtes gewesen w�re, einem Beschuss durch diese Anlagen auszuweichen. Doch Geary wollte sich nicht mit solchen Dingen befassen m�ssen, w�hrend die Flotte sich durch die �u�eren Regionen des Systems bewegte. Und er wollte auch nicht, dass auf die <emphasis>Dungeon </emphasis>das Feuer er�ffnet wurde, w�hrend die Crew mit den Reparaturarbeiten alle H�nde voll zu tun hatte.</p><p>Die <emphasis>Dungeon </emphasis>hatte sich noch nicht gemeldet, als Captain Smyths Gesicht auf dem Display auftauchte. �Sch�ne Bescherung�, verk�ndete er in seinem unver�ndert fr�hlichen Tonfall. �Die <emphasis>Dungeon </emphasis>h�tte ausweichen sollen. Dieser Kreuzer kann das nicht selbst reparieren. Zwei Hauptantriebseinheiten sind komplett zerst�rt. Die <emphasis>Tanuki </emphasis>oder die <emphasis>Titan </emphasis>kriegt das wieder hin, aber das wird sch�tzungsweise vier Tage dauern. Bis dahin kann der Kreuzer nur hinter uns her humpeln.�</p><p>Was bedeutete, dass die gesamte Flotte vorl�ufig zum Humpeln gezwungen war. Geary brauchte nur einen Moment, um die zur Verf�gung stehenden M�glichkeiten abzuw�gen, da er wusste, dass es nicht ratsam war, die Flotte so lange an einem Ort in feindlichem Territorium zu belassen. �Vielen Dank, Captain.�</p><p>�Gern geschehen!�</p><p>�M�chte wissen, wie er reagiert, wenn es mal richtig schlechte Neuigkeiten gibt�, murmelte Desjani.</p><p>�Vermutlich genauso. Solange was repariert werden muss, ist er gl�cklich�, �berlegte Geary.</p><p>�Eine bessere Einstellung kann man sich von einem Ingenieur nicht w�nschen. Apropos Ingenieure und Einstellungen: Hat Captain Gundel jemals diese Studie fertiggestellt, die Sie ihm �bertragen hatten, damit er Sie in Ruhe l�sst?�</p><p>�Nein, bislang nicht. Ich habe ihn in Varandal zur�ckgelassen, wo er jetzt noch daran arbeitet.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Was glauben Sie, wie lange er ben�tigt, um zu begreifen, dass die Flotte Varandal erreicht hat und er nicht l�nger die logistischen Notwendigkeiten ermitteln muss, damit die Flotte Varandal erreichen kann?�</p><p>�Ich glaube, Captain Gundel l�sst sich nicht durch Kleinigkeiten ablenken wie zum Beispiel die Frage, ob ein Bericht noch einen Zweck erf�llt oder nicht. Abgesehen davon diente das Ganze ja auch nur dazu, ihn mit etwas Ungef�hrlichem zu besch�ftigen. Das hat funktioniert, und es funktioniert sogar jetzt immer noch.� Es war sinnlos, das vor sich her zu schieben, was er als N�chstes erledigen musste. Also rief er die <emphasis>Dungeon</emphasis>.</p><p>Der Captain des Kreuzers tauchte in dem virtuellen Fenster auf, das vor Gearys Display schwebte. �Sir, wir beurteilen noch immer die Sch�den.�</p><p>�Meine Anzeigen und eine Einsch�tzung der Ingenieuren der Hilfsschiffe ergeben, dass Sie f�r die Reparaturen vier Tage und umfangreiche externe Hilfe ben�tigen werden�, gab Geary zur�ck. �Passt das zu Ihrer momentanen Bewertung der Lage?�</p><p>Der Befehlshaber der <emphasis>Dungeon </emphasis>nickte, obwohl er das lieber nicht gemacht h�tte. �Jawohl, Sir.�</p><p>�Die Flotte kann Sie nicht so lange Zeit begleiten�, erkl�rte Geary ohne Umschweife. �Die <emphasis>Dungeon </emphasis>muss nach Varandal zur�ckkehren, um die Reparaturen erledigen zu lassen. Sie k�nnen dort berichten, was sich hier in Atalia ereignet hat.�</p><p>Diese Worte lie�en den Captain des Kreuzers entsetzt dreinschauen. �Bitte, Sir. Es ist nicht meinetwegen, aber die Crew hat es verdient, an dieser historischen Mission teilzunehmen. Die <emphasis>Dungeon </emphasis>kann mit der Flotte mithalten, Sir.�</p><p>�Nein, das kann sie nicht. Ich tue das wirklich nicht gern, Commander, aber Ihr eigenes Handeln hat Sie in diese Lage gebracht. Ich bin nur froh, dass die <emphasis>Dungeon </emphasis>nicht von diesem improvisierten Minenfeld zerst�rt wurde. Ich rechne es Ihnen an, dass Sie � wenn auch mit Versp�tung � auf meinen Befehl reagiert haben, sich davon fernzuhalten. H�tten Sie das nicht getan, w�re Ihnen das Kommando entzogen worden. Ich werde allerdings nicht vier Tage lang im Schneckentempo durch dieses System ziehen, nur damit die <emphasis>Dungeon </emphasis>unterwegs repariert werden kann, w�hrend jedes andere Schiff in dieser Flotte und sogar unsere Mission selbst einem unn�tigen Risiko ausgesetzt wird. Ich bedauere, dass die <emphasis>Dungeon </emphasis>uns nicht begleiten kann, und mein Bericht wird in keiner Weise ihre Offiziere und Besatzungsmitglieder in ein schlechtes Licht r�cken. Aber jetzt und hier habe ich keine andere Wahl. Verlassen Sie die Flotte und kehren Sie nach Varandal zur�ck, so schnell Sie k�nnen, Commander.�</p><p>�Jawohl, Sir.� Der Captain der <emphasis>Dungeon </emphasis>sah so blass aus wie ein Geist, als er ungelenk salutierte.</p><p>Danach sa� Geary einen Moment lang zusammengesunken auf seinem Platz und starrte auf sein Display.</p><p>�Er hat noch Gl�ck gehabt�, merkte Desjani schlie�lich an.</p><p>�Ich wei�. Und wir ebenfalls. Wie verzweifelt m�ssen die Syndiks sein, dass sie hier eine solche Falle f�r uns aufbauen?�</p><p>�Sehr verzweifelt.� Dieser Gedanke schien Desjani in eine noch bessere Stimmung zu versetzen.</p><p>Pl�tzlich meldete sich Rione wieder zu Wort: �Hat irgendeiner der Syndiks in diesen kleinen Schiffen �berlebt?�</p><p>Desjani verzog angesichts der Frage den Mund, gab sie aber wortlos an einen ihrer Wachhabenden weiter.</p><p>�Vermutlich nicht, Madam Co-Pr�sidentin�, antwortete der Lieutenant. �Die SAS sind so klein, dass bei einem Treffer des Schiffs sehr wahrscheinlich auch die Besatzung getroffen wird. Ein SAS verf�gt nicht �ber Rettungskapseln, ein Besatzungsmitglied ist allein auf seinen Schutzanzug angewiesen. Nach einem Ausfall der Systeme wird die �berlebenszeit auf eine halbe bis eine Stunde gesch�tzt.�</p><p>�Dann w�re es also sinnlos, die <emphasis>Dungeon </emphasis>nach �berlebenden suchen zu lassen, um sie gefangenzunehmen?�, hakte Rione nach.</p><p>Ohne sich direkt an Rione zu wenden, sagte Desjani: �Sie befanden sich auf einer selbstm�rderischen Mission, und das wussten sie auch. Wenn noch irgendjemand �berlebt hat und dann von der <emphasis>Dungeon </emphasis>gerettet werden soll, m�ssen wir damit rechnen, dass er entweder das Wrack sprengt oder Sprengstoff z�ndet, den er am K�rper tr�gt.�</p><p>Da Geary sah, dass Rione von dieser Antwort nicht begeistert war, rief er Lieutenant Iger und bat ihn um eine Einsch�tzung von Desjanis Beurteilung der Lage. �Sehen Sie das auch so?�</p><p>Iger unterhielt sich kurz mit anderen Angeh�rigen seiner Abteilung, dann nickte er. �Ja, Sir. Wer unter diesen Umst�nden bereit ist, uns mit den SAS anzugreifen, muss ein Fanatiker sein, der bereit ist, f�r seine Sache zu sterben. Ich w�rde mich keinem von ihnen n�hern, wenn er nicht gerade tot oder bewusstlos ist.� Er hielt inne und �berlegte kurz. �Aber selbst dann w�rde ich es eher nicht wagen. Sie k�nnten mit N�herungssensoren versehen worden sein, die auch dann noch eine Z�ndung ausl�sen.�</p><p>Igers Erl�uterungen f�hrten Geary einmal mehr vor Augen, wie abscheulich dieser Krieg im Lauf von hundert Jahren geworden war. �Tut mir leid, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>�Ich verstehe.� Sie erhob sich von ihrem Platz. �Ich werde mich jetzt in mein Quartier zur�ckziehen und so tun, als h�tte ich es die ganze Zeit �ber nicht verlassen. Senatorin Costa und Senator Sakai wissen nicht, dass es Politikern gestattet ist, sich in solchen Phasen auf der Br�cke aufzuhalten, und es ist mir auch lieber, wenn sie es nicht erfahren.�</p><p>Als Rione die Br�cke verlie�, warf Desjani ihr einen argw�hnischen Blick hinterher. �Wieso ist sie auf einmal so nett?�</p><p>�Keine Ahnung�, gab Geary zur�ck.</p><p>�Wei� sie von Ihren Pl�nen?�</p><p>�Sie kennt keine Details.� Er h�tte noch ein �im Gegensatz zu Ihnen� anf�gen k�nnen, aber das w�re wom�glich zu viel des Guten gewesen.</p><p>Desjani l�chelte finster. �Gut. Wann werden alle anderen die Einzelheiten erfahren?�</p><p>�In eineinhalb Tagen, ein paar Stunden, bevor wir dieses System verlassen.�</p><p>�Gut�, wiederholte sie. �Bis dahin ist die <emphasis>Dungeon </emphasis>zum Sprungpunkt gehumpelt und auf dem Weg nach Varandal. Also kann man ihr auch nicht in letzter Sekunde eine Nachricht hinterherschicken, die Ihren Plan vereiteln k�nnte.�</p><p>�Genau.� Er sagte es, als h�tte er das l�ngst in Erw�gung gezogen, doch Desjanis Grinsen verriet ihm, dass er noch immer kein guter L�gner war.</p><p>Die Flotte hielt sich seit etwas mehr als zw�lf Stunden im Atalia-Sternensystem auf, als von der bewohnten Welt eine �bertragung aufgefangen wurde. Sieben Personen standen hinter einem ausladenden Tisch, eine von ihnen sprach mit ernster Stimme: �An Captain Geary, hier sprechen die CEOs der Syndikatwelten im Atalia-System. Wir haben entschieden, uns von den Syndikatwelten abzuspalten und ein eigenst�ndiges Sternensystem zu gr�nden. Wir bieten Ihnen und der Allianz die f�rmliche Kapitulation Atalias unter der Bedingung an, dass Sie pers�nlich die Sicherheit aller B�rger vor weiteren Angriffen oder Vergeltungsma�nahmen garantieren.�</p><p>Geary, der sich in seinem Quartier befand, lehnte sich in seinem Sessel nach hinten und leitete die Nachricht innerhalb der <emphasis>Dauntless </emphasis>weiter. �Madam Co-Pr�sidentin, Sie m�ssen sich diese Mitteilung ansehen.�</p><p>Keine zehn Minuten sp�ter lie� er Rione in sein Quartier eintreten, wobei er ihre triumphierende, aber auch sorgenvolle Miene bemerkte. �Eine Kapitulation. Wissen Sie, wann zum letzten Mal ein Syndik-Sternensystem der Allianz seine Kapitulation angeboten hat?�</p><p>�Nein. Wann war das?�</p><p>�So etwas hat es noch nie gegeben. Man kann ein Sternensystem der Syndiks mit viel M�he erobern und unterwerfen, und einzelne Gruppen oder vielleicht auch St�dte ringen sich zu einer Kapitulation durch � aber kein komplettes Sternensystem.� Rione setzte sich und kniff die Augen zusammen. �Im System gibt es keine Hinweise auf eine Revolte?�</p><p>�Nein, es scheint hier nicht so ablaufen wie bei Heradao. Weder die Sensoren noch die Geheimdienstabteilung konnte irgendwelche K�mpfe feststellen, und auf dem Kommando- und Kontrollnetz hat sich auch nichts ereignet.�</p><p>Sie musterte das Sternendisplay in seinem Quartier. �Wir haben den Widerstand der Loyalisten gleich am Sprungpunkt gebrochen. Da waren all diejenigen versammelt, die lieber ihr Leben opfern wollten, anstatt sich zu ergeben. Das haben sie nun getan, und die �brigen sind nicht ann�hernd so engagiert, sich in einen aussichtslosen Kampf zu st�rzen.�</p><p>Das klang zwar einleuchtend, dennoch blieb ein wichtiger Punkt ungekl�rt. �Wie zum Teufel soll ich die Kapitulation eines ganzen Sternensystems annehmen? Ich habe weder genug Marines noch andere Bodentruppen, um auch nur die allerwichtigsten Positionen zu besetzen und zu kontrollieren.�</p><p>Sie sah ihn bedauernd an. �Sie sollten sich vielleicht auch die Frage stellen, wie Sie dieses System vor einem Vergeltungsschlag der Syndiks sch�tzen k�nnen. Ich nehme nicht an, dass Sie daf�r einen erheblichen Teil Ihrer Flotte zur�cklassen wollen.�</p><p>�Nein, ganz bestimmt nicht�, erwiderte er und stand auf, um in seinem Quartier auf und ab zu gehen, w�hrend er �berlegte, wie er antworten sollte. �Die <emphasis>Dungeon </emphasis>hat noch nicht den Sprungpunkt erreicht. Ich habe ihre Position �berpr�ft, und die Zeit sollte noch ausreichen, um ihr eine Nachricht zukommen zu lassen, bevor sie nach Varandal springt. Sie kann die Nachricht zur Allianz �berbringen, die kann dann wiederum ein paar Einheiten herschicken, um sich die Leichten Kriegsschiffe vorzunehmen, die die Syndiks vielleicht noch herbeordern k�nnten.�</p><p>�Atalia ist in den letzten hundert Jahren schwer umk�mpft gewesen, f�r die Allianz stellt das System keine lohnende Beute dar.� Sie zuckte mit den Schultern und stand ebenfalls auf. �Aber schlie�lich wollen wir uns das System ja auch nicht einverleiben. Also gut, ich bereite eine Nachricht an die <emphasis>Dungeon </emphasis>vor, die sie dem Gro�en Rat �bergeben soll. Ich werde vorschlagen, dass wir der F�hrung von Atalia einen begrenzten Schutz anbieten, aber keine weiteren Zugest�ndnisse machen. Die Allianz kann sich nicht die Verantwortung aufhalsen, in Syndik-Sternensystemen den Wiederaufbau zu beginnen, wenn wir uns erst mal um unsere eigenen Systeme k�mmern m�ssen. Machen Sie in Ihrer eigenen Nachricht an die <emphasis>Dungeon </emphasis>klar, dass Sie bei Ihrer Ehre versprochen haben, dass die Bewohner dieser Welten nicht wieder von uns bombardiert werden, es sei denn, es kommt zu Angriffen auf Allianz-Einheiten in diesem System.�</p><p>W�hrend Rione das Quartier verlie�, formulierte Geary seine Antworten. Irgendwann zwischendurch machte ein Signal darauf aufmerksam, dass die vor zw�lf Stunden gestarteten kinetischen Projektile einige der anvisierten Ziele erreicht hatten. Dieses Bombardement lie� sich nicht mehr aufhalten, da die Allianz wie auch die Syndiks nicht in der Lage waren, die Flugbahn der Steine noch irgendwie zu beeinflussen.</p><p>Au�erdem st�rte ihn dabei noch etwas anderes: Atalia hatte sich eigentlich nicht der Allianz ergeben, sondern ihm.</p><p>Captain Duellos � in Person, nicht als virtuelle Darstellung � lehnte sich zur�ck und sah sich in Gearys Quartier um. �Ich erwarte immer, dass ein Ort anders aussieht, wenn ich ihn pers�nlich besuche, auch wenn meine virtuellen Ausfl�ge eigentlich die Realit�t zeigen sollten. Aber es gibt einfach zu viele Leute, die mit Filtern ihren virtuellen Besuchern Illusionen zeigen, in denen sie selbst eigentlich lieber leben w�rden als in der Realit�t.�</p><p>�Und? Sieht es hier anders aus?�, fragte Geary ihn und nahm ihm gegen�ber Platz.</p><p>�Nicht dass ich w�sste�, erwiderte Duellos. �Aber in diesem Fall habe ich auch nichts anderes erwartet. Bei Ihnen habe ich immer das Gef�hl, dass es Ihnen unangenehm ist, anderen etwas vorzugaukeln.�</p><p>Die meisten Besuche auf anderen Schiffen der Flotte liefen virtuell ab, dennoch war es nicht v�llig ungew�hnlich, sich pers�nlich zu seinem Gespr�chspartner zu begeben. Da es nach wie vor keine Bedrohung durch feindliche Schiffe gab, war Duellos mit einem Shuttle zu einem alten Bekannten geflogen, der jetzt einen der neuen Schlachtkreuzer befehligte. Auf dem R�ckweg zur <emphasis>Inspire </emphasis>hatte er dann noch einen Abstecher auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>eingelegt.</p><p>�Wie geht�s Ihrem Freund auf der <emphasis>Agile?</emphasis>�, erkundigte sich Geary.</p><p>�Ganz gut, wenngleich auch ein wenig beunruhigt, weil er so viel �ber die radikal neuen Methoden geh�rt hat, zu denen Black Jack Geary greift. Ich habe ihm versichert, dass es sich um ehrbare, wirkungsvolle und erlernbare Methoden handelt, was er ja aus erster Hand hier bei Atalia miterleben konnte. Er wollte mich pers�nlich sehen, um mir ein Erinnerungsst�ck von einer gemeinsamen Freundin zu geben, die vor einer Weile in einer Schlacht umgekommen ist.� Sekundenlang sa� Duellos schweigend da, dann sah er Geary an. �Ich rechne immer noch damit, jeden Moment von Jaylen Cresida eine Nachricht zu erhalten, weil sie mit mir �ber die neuesten Entwicklungen bei ihren Forschungen reden oder mir eine neue Taktik pr�sentieren will.�</p><p>�Ich wei�, wie es Ihnen ergeht. Mir f�llt es noch immer schwer, beim Anblick der Flotte die <emphasis>Furious </emphasis>nicht mehr sehen zu k�nnen.�</p><p>�Aber� wir machen dennoch weiter.� Duellos atmete seufzend aus, dann deutete er mit einer Kopfbewegung auf das Sternendisplay. �Wir machen weiter und kehren zur�ck ins Heimatsystem der Syndiks.�</p><p>�Das ist der Plan�, best�tigte Geary.</p><p>�Sind Sie nicht neugierig, woher ich wei�, wie Ihr Plan aussieht?�</p><p>Geary verzog den Mund und machte eine vage Handbewegung. �Nach den Berichten von Lieutenant Iger, dem Geheimdienstoffizier an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, wusste offenbar jeder im Varandal-System � und mit �jeder� meine ich Milit�r und Zivilpersonen gleicherma�en � dar�ber Bescheid, noch bevor wir losgeflogen sind. Allerdings musste ich auch mit einer Reihe von Leuten meinen Plan besprechen, um die Zustimmung zu erhalten.�</p><p>�Und irgendjemand hat den Plan ausgeplaudert�, f�gte Duellos gespielt �berrascht hinzu. �Wohin geht es wirklich?�</p><p>�Ins Heimatsystem der Syndiks.�</p><p>Duellos beugte sich vor, um Geary forschend anzusehen. �Wollen Sie den Syndiks weismachen, dass wir in Wahrheit doch nicht hinfliegen, gerade weil jeder wei�, dass die Zentralwelt unser Ziel ist? Ihnen ist bestimmt bekannt, was f�r eine unsichere Wissenschaft es ist, wenn man versucht, den Feind zu manipulieren.�</p><p>�Ja, davon habe ich geh�rt�, gab er zur�ck und seufzte ebenfalls. �Ich wollte nicht, dass das bekannt wird, aber ich nehme an, die Syndiks wussten l�ngst, es w�rde unser Ziel sein. Es ist das einzig sinnvolle Ziel, das die Syndiks auf keinen Fall verlieren d�rfen. Wenn die Syndik-F�hrer aus ihrem Heimatsystem fliehen, dann liegt die Moral in den Syndikatwelten am Boden.�</p><p>�Das trifft f�r unsere F�hrer zu�, wandte Duellos ein. �Aber denken die Syndiks genauso?�</p><p>�Soweit wir wissen, ja. Die Syndikatwelten stehen dicht vor dem Zusammenbruch. Ein klein wenig davon ist soeben hier bei Atalia abgebr�ckelt. Wenn ihre F�hrer jetzt noch die Flucht vor uns ergreifen, dann ist das eindeutig das Ende.�</p><p>Wieder musterte Duellos das Sternendisplay. �Um so schnell wie m�glich dort einzutreffen, m�ssen wir schon das Hypernet der Syndiks benutzen, und das hei�t, wir m�ssen wieder zur Vordert�r bei ihnen hereinspazieren. Ich denke nur ungern an dieses Minenfeld zur�ck, das uns beim letzten Mal vor ihrem Hypernet-Portal erwartet hat.�</p><p>�Mein Plan ber�cksichtigt diesen Punkt�, vertraute Geary ihm an. �Wir m�ssen uns ins Syndik-Heimatsystem begeben, um den entscheidenden Treffer zu landen. Aber es gibt verschiedene Wege, dorthin zu gelangen. Ich habe mein Bestes gegeben, so wenige Leute wie m�glich einzuweihen, und die Komm-Systeme nur benutzt, wenn es unbedingt n�tig war. Aber bevor wir von hier in den Sprungraum gehen, werde ich wie versprochen die Flotte informieren.�</p><p>�Ich verstehe Ihre Vorbehalte, sogar die ultragesicherten Komm-Systeme zu benutzen. Vermutlich haben Sie bereits erraten, dass ich genau deswegen pers�nlich hergekommen bin.� Duellos warf ihm einen Seitenblick zu. �Haben Sie mit Tanya gesprochen? Kennt sie den Plan?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Hervorragend.�</p><p>�Was bringt Sie auf den Gedanken, ich k�nnte sie nicht eingeweiht haben?�, wollte Geary l�chelnd wissen.</p><p>Duellos betrachtete intensiv seine Fingern�gel. �Pers�nliche Gr�nde.�</p><p>�Von pers�nlichen Gr�nden lasse ich mich nicht beeinflussen.�</p><p>�Sie hat mich gebeten, mit Ihnen zu reden�, fuhr er entspannt fort. �Tanya meine ich. Sie meinte, ich solle versuchen, Ihnen Vernunft einzupr�geln.�</p><p>�Was habe ich denn nun schon wieder angestellt?�, fragte Geary.</p><p>�Sie sprach davon, dass Sie nur vor�bergehend Flottenadmiral sein wollen. Sie meinen wohl wirklich alles ernst, was Sie sagen, nicht wahr? Wenn ein Mann davon redet, dass er f�r seine gro�e Liebe alles geben w�rde, dann ist das in den meisten F�llen eine theoretische Erkl�rung, an die sich so gut wie niemand gebunden f�hlt.�</p><p>Geary musste lachen. �Roberto, ich bin nicht dazu qualifiziert, Flottenadmiral zu sein.� Schnell hob er die Hand, um Duellos� Widerspruch abzuwehren. �Ich kann diese Flotte befehligen, aber Flottenadmiral zu sein, das ist einiges mehr. Ich verf�ge nicht �ber die erforderliche Erfahrung auf Gebieten wie Diplomatie, Logistik und Planung, um nur ein paar zu nennen.�</p><p>�Bei allem Respekt, Admiral, aber dieser Meinung kann ich nicht zustimmen.� Damit war Duellos sehr ernst geworden. �Ganz ehrlich, ist es das, was Sie wollen? Ist das die beste Entscheidung, die Sie treffen k�nnen?�</p><p>Er sah Duellos an und lie� zu, dass der ihm etwas von der emotionalen Belastung anmerken konnte. �Ich glaube, ich habe viel gegeben und viel geleistet. Ich wei� auch, dass es immer noch etwas mehr gibt, das getan werden muss. Ich habe auch damit aufgeh�rt, mir einzureden, dass ich dem Ganzen einfach den R�cken kehren kann. Ich werde nicht die Menschen im Stich lassen, die auf mich z�hlen. Aber wie lange kann ich das durchhalten, ohne� ohne auf das R�cksicht zu nehmen, was ich selbst brauche? Unsere Schiffe erreichten Varandal mit dem letzten Rest aus den Brennstoffzellen, Roberto. Manchmal f�hle ich mich so wie die Schiffe in diesem Moment � als ob meine Brennstoffzellen verbraucht sind und ich mich abschalten muss. Dann rede ich mit Tanya, und mit einem Mal kann ich wieder weitermachen.�</p><p>�Haben Sie ihr das gesagt?�</p><p>�Das kann ich nicht! Jedenfalls nicht so, und das wissen Sie. Das ist unangemessen und unprofessionell, und es w�rde sie in eine unangenehme Lage bringen. Ich respektiere sie zu sehr, als dass ich ihr so etwas antun k�nnte.�</p><p>�Respektieren?�, wiederholte Duellos und zog fragend eine Braue hoch. �Oder meinen Sie ein anderes Gef�hl, das Sie nur nicht laut aussprechen k�nnen?�</p><p>�Sowohl als auch�, r�umte Geary ein. �Aber ich werde nicht ihre Ehre aufs Spiel setzen.�</p><p>�Und genauso will Tanya nicht Ihre Ehre aufs Spiel setzen.� Duellos sch�ttelte den Kopf. �Wollen Sie also warten, bis man Sie wieder zum Captain herabgestuft hat? Bis Sie das Kommando �ber die Flotte abgegeben haben, damit Sie nicht l�nger Ihre Untergebene ist und Sie beide rechtm��ig und ehrbar eine Beziehung eingehen k�nnen?�</p><p>�Genau.� Er gestikulierte aufgebracht. �Was unm�glich w�re, solange ich Admiral bin. Daher die vor�bergehende Bef�rderung, von der ich mich auch nicht abbringen lassen werde. Die Allianz-Regierung hat sich mit meiner Bedingung einverstanden erkl�rt, dass ich wieder Captain werde, wenn der Krieg vor�ber und die Flotte ins Gebiet der Allianz zur�ckgekehrt ist.�</p><p>Duellos nickte bed�chtig. �So habe ich es auch von Tanya geh�rt. Hat die Regierung Ihnen versprochen, dass sie Sie nicht im n�chsten Augenblick wieder zum Flottenadmiral bef�rdern und Ihnen das Kommando �ber die Flotte zur�ckgeben wird?�</p><p>�Nein�, antwortete Geary, der das Gef�hl hatte, dass sich eine gro�e Last auf ihn legte.</p><p>�Dann sollten Sie sich lieber schon mal darauf einstellen.�</p><p>Kein Wunder, dass Senator Navarro so schnell eingelenkt hatte. Und es war auch kein Wunder, dass die Offiziere der Flotte von Politikern eine so schlechte Meinung hatten. Zumindest versicherte es ihn der Ansicht, dass es nicht blo� ein taktischer Schachzug seinerseits gewesen war, als er in dem Versuch, den Mann davon zu �berzeugen, keinen Milit�rputsch zu erzwingen, zu Badaya gesagt hatte, dass es f�r Politiker leicht sei, Offiziere zu manipulieren. Allerdings war diese Erkenntnis jetzt nur ein schwacher Trost. �Aber wie soll ich�?�</p><p>Duellos stand auf und l�chelte ihn ironisch an. �Handeln Sie schnell, �berlisten Sie den Feind, schlagen Sie auf eine Weise zu, die er nicht erwartet.� Das L�cheln wurde schw�cher. �Sie m�ssen sich Gewissheit verschaffen, dass Tanya genauso empfindet.�</p><p>�Wie soll ich denn das anstellen, wenn wir nicht dar�ber reden k�nnen?�</p><p>�Das wei� ich auch nicht�, meinte er kopfsch�ttelnd. �Tanya hat mich zu Ihnen geschickt, um mit Ihnen �ber Ihre Karriere zu reden, nicht �ber Ihre Beziehung zu ihr. Ich kann bei dem Thema nicht als Vermittler agieren, das wissen Sie.�</p><p>�Ja, ich wei�. Das kann niemand. In jedem Fall w�rden wir damit zu unehrenhaftem Verhalten anstiften und zum Versto� gegen die Vorschriften auffordern. Dabei w�ren die Einzigen, die wir �berhaupt um so etwas bitten k�nnten, diejenigen, denen wir am meisten vertrauen� und das w�re wirklich eine denkbar ungeeignete Methode, sich f�r dieses Vertrauen zu revanchieren.� Geary sah auf das Sternendisplay, als k�nnte er dort die L�sung finden. �Mir f�llt schon irgendwas ein.�</p><p>�Denken Sie aber immer daran, dass Tanya ihre eigenen Pl�ne verfolgt. Es k�nnte sein, dass die nicht zu Ihren Pl�nen passen.�</p><p>�Wieso nicht?�</p><p>Duellos schwieg einen Moment lang und �berlegte ganz offensichtlich, ob er darauf antworten sollte oder nicht. Schlie�lich sagte er aber nur: �Das m�ssen Sie schon Tanya fragen.�</p><p>�Das <emphasis>kann </emphasis>ich aber nicht.�</p><p>�Tut mir leid, Sir.� Er ging zur T�r, blieb aber noch einmal stehen. �Ich werde ihr sagen, dass Ihre Entscheidung wegen der Bef�rderung feststeht. Es wird sie nicht freuen.�</p><p>�Dann sind wir schon zu zweit.�</p><p>Duellos folgte Gearys Blick auf das Display. �Sie sehen auf die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>.�</p><p>�Ja. Ich habe noch immer nichts von Jane Geary geh�rt, abgesehen nat�rlich von dienstlichen Berichten.�</p><p>�Da kann ich versuchen, was zu tun. Es ist nichts unehrenhaft daran, mit einem engen Verwandten �ber pers�nliche Dinge zu reden. Ich werde sie darauf ansprechen�, versprach Duellos ihm.</p><p>�Danke.� Geary stand auf und sah Duellos aufmerksam an. �Es hat mich gefreut, Ihnen endlich einmal pers�nlich zu begegnen. Man wei� ja nie.� Sie w�rden wieder ins Gefecht ziehen, und im Verlauf der Sekundenbruchteile, in denen die Kriegsschiffe beider Seiten einander passierten, spielte der Zufall eine gro�e Rolle dabei, wer �berlebte und wer nicht.</p><p>�Ja, man wei� nie. Ich werde jetzt Captain Desjani aufsuchen und ihr vom Scheitern meiner Mission berichten.�</p><p>Obwohl es eigentlich keinen Grund daf�r gab, stand Geary da und l�chelte noch, nachdem Duellos l�ngst gegangen war.</p><p>�berall am Konferenztisch sah man zufriedene Gesichter. Jeder Befehlshaber freute sich, dass das Gemetzel der Schnellen Angriffsschiffe der Syndiks so einseitig zu deren Lasten ausgegangen war und Atalia seine Kapitulation verk�ndet hatte. Der Einzige, der in diesem Moment ganz sicher nicht l�chelte, war der Captain der <emphasis>Dungeon</emphasis>, dessen Kreuzer vor zwanzig Stunden zum Sprung nach Varandal angesetzt hatte.</p><p>Zum ersten Mal, seit Geary das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, sah er sich veranlasst, die allzu gute Stimmung ein wenig zu d�mpfen. �Wir haben hier einen leichten Sieg errungen, aber die gro�e Schlacht steht uns erst bevor. Ein Teil der Syndik-Streitkr�fte, die in die K�mpfe bei Varandal verwickelt waren, konnte entkommen und wird inzwischen Verst�rkung angefordert haben. Diese Streitmacht m�ssen wir ausschalten.�</p><p>Er aktivierte das Sternendisplay, da er wusste, dass dies der Moment war, auf den alle gewartet hatten. �Wir springen von hier nach Kalixa. Das dortige Hypernet-Portal wurde zerst�rt, aber von Kalixa k�nnen wir einen Sprung nach Indras anschlie�en.� Mit einer Hand zeichnete er den Weg nach, der die Flotte tiefer in Syndik-Gebiet hineinf�hrte. �Vorausgesetzt, das Hypernet-Portal bei Indras ist mit einer Cresida-Schutzvorrichtung versehen, werden wir uns dem Portal n�hern und den Hypernet-Schl�ssel an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>benutzen, um in das Netz der Syndiks zu gelangen und Kurs auf Parnosa zu nehmen.� Der Pfad auf dem Display schoss nach vorn, bis er einen fernen Stern erreicht hatte.</p><p>Die anschlie�ende Stille wurde schlie�lich von Commander Neeson von der <emphasis>Implacable </emphasis>unterbrochen, der die Frage stellte, die allen anderen auf der Zunge lag. �Wieso Parnosa?�</p><p>�Weil keiner von uns den Syndiks vertraut, und weil die j�ngste Geschichte uns davor warnt, auf direktem Weg durch das dortige Hypernet-Portal ins Syndik-Heimatsystem zu fliegen.� Der Hinweis auf den Syndik-Hinterhalt, der dieser Flotte vor gar nicht allzu langer Zeit so verheerende Verluste beschert hatte, bedurfte keiner weiteren Erkl�rungen. �Also werden wir aus einer Richtung kommen, mit der sie nicht rechnen. Von Parnosa springen wir nach Zevos, von dort weiter ins Heimatsystem der Syndiks.�</p><p>Wieder machte sich Schweigen breit, da jeder die Informationen verarbeitete. Schlie�lich war es Captain Jane Geary, die sich zum ersten Mal bei einer dieser Konferenzen zu Wort meldete. �Zevos befindet sich nicht in Sprungreichweite zum Heimatsystem.�</p><p>�Doch, das tut es�, gab Captain Duellos bed�chtig zur�ck. �Zwar nicht in der offiziellen Reichweite, aber als diese Flotte den Sprung nach Sancere unternahm, zeigte uns Admiral Geary, wie man aus dem Sprungantrieb zus�tzliche Kapazit�ten herausholen kann. Die Entfernung von Zevos zum Heimatsystem ist k�rzer als die Strecke, die wir seinerzeit zur�cklegen mussten.�</p><p>�Richtig�, best�tigte Geary. �Egal mit welcher �berraschung uns die Syndiks empfangen werden, nichts davon wird den Sprungpunkt von Zevos zum Ziel haben. Wir treffen also an einem Sprungpunkt ein, den die Syndiks f�r bedeutungslos halten, weil der n�chste Stern eigentlich zu weit entfernt ist.�</p><p>Nun l�chelte Neeson wieder. �Dann werden die Syndiks dort f�r uns nichts vorbereitet haben. Wir drehen den Spie� um und �berraschen sie mit einem eigenen Hinterhalt, w�hrend ihre Falle leer bleibt.�</p><p>Captain Armus zog dagegen die Stirn kraus. �Und wenn die Syndik-Verteidiger einfach durch das Hypernet-Portal verschwinden, anstatt sich uns im Gefecht zu stellen?�</p><p>Bei diesen Besprechungen mischte sich Rione f�r gew�hnlich nicht ein, aber nun erkl�rte sie: �Sie k�nnen es sich nicht erlauben, die Flucht zu ergreifen. Sie m�ssen sich uns stellen und versuchen zu siegen, denn wenn der Exekutivrat einfach davonl�uft, verspielt er auch noch den letzten Rest seiner ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogenen Autorit�t. Dann werden die meisten Systeme der Syndikatwelten dem Vorbild von Atalia und Heradao folgen. Und das wissen die Syndiks, also m�ssen sie k�mpfen.�</p><p>Armus und einige andere Captains zeigten sich anfangs verwundert, dass Rione das Wort ergriff, doch als sie mit ihren Ausf�hrungen endete, war von diesem Unverst�ndnis nichts mehr zu sehen. �Das ist nat�rlich gut�, kommentierte Armus das Geh�rte. �Sieht unser Geheimdienst das auch so?�</p><p>�Ja�, best�tigte Geary, dem klar war, dass die Offiziere der Flotte auf das Wort eines Politikers nichts gaben. �Dieser Plan ist nicht hundertprozentig endg�ltig. Wenn das Portal bei Indras nicht mehr existiert oder wenn es keine Schutzvorrichtung besitzt, werden wir es nicht benutzen k�nnen. Sollte das der Fall sein, m�ssen wir tiefer ins Syndik-Gebiet vordringen, bis wir ein Portal finden, das wir nehmen k�nnen.�</p><p>Der Captain der <emphasis>Dependable </emphasis>gab ein Zeichen, dass er das Wort ergreifen wollte. �Admiral, m�glicherweise haben die Syndiks keines ihrer Portale mit dieser Schutzvorrichtung versehen. Ich habe geh�rt, dass diese Flotte die Schockwellen der kollabierenden Portale bei Sancere und Lakota ausgehalten hat. Warum k�nnen wir nicht versuchen, eines der Portale zu benutzen, auch wenn es keine Schutzvorrichtung aufweist?�</p><p>Geary merkte sofort, dass keiner der Offiziere, die Lakota miterlebt hatten, hinter diesem Vorschlag stand, dennoch war nachvollziehbar, warum jemand, der nicht mit dabei gewesen war, diese Frage stellen w�rde. �Unser n�chstes Ziel ist Kalixa. Ich glaube, wenn Sie sehen, was von diesem System noch �brig ist, dann werden Sie die Antwort auf Ihre Frage kennen. M�chte sonst noch jemand etwas sagen?�</p><p>Captain Kattnig von der <emphasis>Adroit </emphasis>stand auf. �Ich m�chte die Schlachtkreuzer der F�nften Schlachtkreuzerdivision als freiwillige Vorhut f�r jede zuk�nftige Aktion gegen die Syndiks anmelden.�</p><p>Die anderen Befehlshaber schauten sich an, manche missbilligend, w�hrend viele andere durchaus Verst�ndnis f�r ein solches Anliegen hatten. Geary lie� sich mit seiner Antwort ein wenig Zeit. �Captain, die Angriffsformation dieser Flotte wird von der jeweiligen Situation abh�ngen, in der wir uns befinden. Ich versichere Ihnen, bei allen Gefechten wird jedem Schiff in dieser Flotte eine wichtige Rolle zukommen.�</p><p>Kattnig nickte respektvoll. �Das verstehe ich, Admiral, aber meine Schlachtkreuzer hatten bislang noch keine Gelegenheit, sich unter Ihrem Kommando zu beweisen, und sie w�rden das gern nachholen.�</p><p>�Ich werde es im Ged�chtnis behalten, Captain.� Die Bitte lag im Rahmen der offensiven Einstellung innerhalb der Flotte, daher gab es keinen Grund, ein solches Anliegen rundweg abzulehnen. Kattnig setzte sich wieder hin, und Geary lie� seinen Blick �ber die �brigen Offiziere wandern. �Da w�re noch eine Sache.� Er hatte lange dar�ber nachgedacht, wie er das am besten anfangen sollte, und hoffte, alles richtig vorbereitet zu haben. Desjani warf ihm einen zuversichtlichen Blick zu. Sie kannte seine Rede, er hatte sie an ihr getestet und sie hatte ein paar Vorschl�ge f�r einige kleinere �nderungen vorgebracht.</p><p>�Als ich das erste Mal das Kommando �ber diese Flotte �bernahm�, begann er, �befanden wir uns in einer verzweifelten Situation. Wir k�mpften wie jemand, der nichts mehr zu verlieren hatte. Je n�her wir auf unserem Weg der Heimat kamen, waren wir von der Verzweiflung der Hoffnung erf�llt und auch von der Bereitschaft, alles zu riskieren, um nach Hause und damit zu den Menschen zur�ckzukehren, die wir lieben. Jetzt ist die Situation eine v�llig andere. Wir werden nicht l�nger von Verzweiflung getrieben. Daf�r m�ssen wir jetzt k�mpfen, um nicht beh�big zu werden, um nicht zu selbstsicher zu werden und zu glauben, dass die schwersten K�mpfe hinter uns liegen und wir einen schmerzlosen Sieg erringen werden. Am Sprungpunkt hier bei Atalia haben wir m�helos den Sieg davongetragen. Aber w�ren wir unbeschwert ans Werk gegangen und h�tten wir nicht die Skepsis erfahrener K�mpfer walten lassen, dann w�re diese Flotte geradewegs auf die Handelsschiffe der Syndiks zugeflogen, und viele von uns h�tten die Falle nicht �berlebt, in die uns der Gegner hat locken wollen.�</p><p>Er hielt kurz inne, damit seine Worte wirken konnten. �Ich wei� nicht, wie die n�chste Falle aussehen wird, die die Syndiks uns stellen werden, aber wir m�ssen die Augen offen halten. Wir m�ssen so verbissen und verzweifelt k�mpfen, wie wir es auf dem Heimflug getan haben, denn jeder in der Allianz glaubt, dass wir diesem Krieg ein Ende setzen k�nnen. Wir d�rfen diese Menschen nicht entt�uschen, also m�ssen wir tapfer, umsichtig, klug und energisch handeln � so wie wir das bislang auch gemacht haben.�</p><p>Wieder lie� er eine Pause folgen, vergewisserte sich, dass ihm jeder zugeh�rt hatte, und sah, wie die meisten zustimmend nickten. �Vielen Dank�, f�gte Geary schlie�lich hinzu. �Wir kehren ins Heimatsystem zur�ck und ziehen einen Schlussstrich unter den Krieg. Das w�re alles.�</p><p>Die Offiziere brachen in lauten Jubel aus und standen auf, um vor ihm zu salutieren. Dann l�sten sich die virtuellen Teilnehmer der Besprechung in Luft auf, zur�ck blieben nur die ebenfalls virtuell anwesenden Senatoren Costa und Sakai sowie Rione, au�erdem die real im Raum befindlichen Tanya Desjani und Geary. Costa sah ihn auf eine �berraschte und skeptische Weise an, wobei er ihr anmerkte, dass sie beide Reaktionen eigentlich vor ihm verbergen wollte. Senator Sakai nickte Geary h�flich zu. �Eine gute Rede�, meinte er mit leiser Stimme. �Ist das der wahre Plan, den Sie hier pr�sentiert haben?�</p><p>�Ja, ich w�rde meine Commander nicht in die Irre f�hren. Wenn ich ihr Vertrauen verliere� nun, ich nehme an, Sie wissen, was dem Schweren Kreuzer <emphasis>Dungeon </emphasis>kurz nach unserem Eintreffen in diesem System beinahe widerfahren w�re. Diese Offiziere m�ssen wissen, dass sie auf mich z�hlen k�nnen.�</p><p>�Sobald die Syndik-Verteidiger in ihrem Heimatsystem ausgeschaltet sind�, fuhr Sakai fort, �werden Senatorin Costa, Co-Pr�sidentin Rione und ich die Verhandlungsf�hrung �bernehmen.�</p><p>Rione machte mit einem Finger eine knappe Geste, die Geary verriet, dass er �ber diese Sache im Augenblick nicht diskutieren sollte. �Ja, nat�rlich, Senator.�</p><p>Nachdem sich auch die Bilder von Costa und Sakai aufgel�st hatten, musste Rione lachen. �Haben Sie Costas Miene gesehen?�</p><p>�Ja. Was ist mit ihr los?�</p><p>�Ihr ist soeben deutlich geworden, dass sie ihre Konkurrenz untersch�tzt haben k�nnte. Damit sind Sie gemeint. Costa hat geglaubt, sie k�nnte jeden Offizier zur Seite dr�ngen, aber jetzt sind ihr daran Zweifel gekommen.� Wieder musste Rione lachen.</p><p>�Was ist mit dem anderen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Sakai?� Rione wurde wieder ernst. �Er h�lt die Augen offen. Er ist hier als Vertreter jenes Teils des Gro�en Rats, der Black Jack am heftigsten misstraut. Das d�rfen Sie nie vergessen. Ich wei�, Sie hatten genug damit zu tun, die Reaktionen Ihrer Offiziere zu beobachten, deshalb konnten Sie auch nicht bemerken, wie Sakai Ihren Captain die ganze Zeit �ber betrachtet hat. Er wei�, wenn es hart auf hart kommt, muss er versuchen, �ber den Umweg des Captains an Sie heranzukommen. Ich glaube, ihm ist erst jetzt bewusst geworden, wie schlecht die Chancen in diesem Fall f�r ihn stehen w�rden.�</p><p>Desjani stand auf, ihre Miene verriet keine Gef�hlsregung. �Ich sollte jetzt besser gehen.�</p><p>Rione hob abwehrend eine Hand. �Meinetwegen m�ssen Sie nicht aufbrechen, ich wollte mich jetzt sowieso zur�ckziehen.� Mit diesen Worten verschwand auch ihr Bild.</p><p>�K�nnen wir sie nicht in Kalixa zur�cklassen?�, fragte Desjani.</p><p>�Nein. Hat Senator Sakai mit Ihnen gesprochen?�</p><p>�Ein Antrittsbesuch, und dann hat er noch ein paar Mal vorbeigeschaut, um nochmals auf das eine oder andere zu sprechen zu kommen. Sie wissen schon: Politik, der Krieg, pers�nlicher Ehrgeiz. Solche Dinge eben.�</p><p>�Ich hoffe, Sie haben seine Zweifel ausger�umt�, meinte er l�chelnd.</p><p>�Ich bin davon �berzeugt, dass er mir kein Wort geglaubt hat.� Sie atmete seufzend aus. �Sir, ich wei�, dass Captain Duellos mit Ihnen geredet hat und��</p><p>�Und ich wei�, er hat weitergegeben, was ich gesagt habe.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wenn ich Senator Sakai erz�hlen w�rde, was Ihr wahrer Ehrgeiz ist, dann w�rde er Sie f�r verr�ckt halten.�</p><p>�So wie Sie.�</p><p>�Und jetzt bin ich sogar einer Meinung mit einem Politiker. Sie k�nnen tats�chlich Wunder wirken, Admiral.�</p><p>Er wartete, bis sie gegangen war, dann rief er Tulev. �Tut mir leid, dass ich Sie so schnell schon wieder herzitieren muss, aber ich m�chte Sie etwas fragen.�</p><p>Tulev, der nach au�en hin wie �blich keine Gef�hle erkennen lie�, neigte den Kopf leicht nach vorn. �Ich hoffe, es ist nichts allzu Ernstes, Admiral.�</p><p>�Das wei� ich noch nicht. Wie ich h�rte, haben Sie zusammen mit Captain Kattnig gedient.�</p><p>�Kattnig?�, wiederholte Tulev. �Ja, aber das ist schon lange her. Damals waren wir noch einfache Matrosen.�</p><p>�Er sprach davon, dass Sie beide gleichzeitig jeder ein Kommando �bertragen bekommen haben.�</p><p>�Ja, das ist richtig�, best�tigte Tulev. �Die Flotte ben�tigte damals nach der Schlacht von Hattera dringend neue Offiziere. Aber seitdem habe ich ihn nur sehr selten wiedergesehen.� Er warf Geary einen neugierigen Blick zu. �Gibt es irgendein Problem mit Kattnig?�</p><p>�Ich wei� nicht.� Geary tippte mit der Faust leicht auf die Tischplatte. �Seine Dienstakte sieht gut aus.�</p><p>�Captain Kattnig hat ein paar Mal mit mir gesprochen, seit die <emphasis>Adroit </emphasis>zur Flotte gesto�en ist. Er wollte mehr dar�ber erfahren, wie wir unter Ihrem Kommando nach Hause zur�ckgekehrt sind.�</p><p>Geary nickte, gleichzeitig fiel ihm auf, dass nicht mal Tulev die Heimreise als �R�ckzug�, bezeichnete. Niemand in der Flotte griff zu dieser Wortwahl, und mehr als einmal hatte sich Geary davon abhalten m�ssen, selbst diesen Begriff zu benutzen. Nur allm�hlich war ihm bewusst geworden, dass die Flotte die R�ckkehr tats�chlich nicht als einen R�ckzug ansah. Die Flotte �kehrte heim�, sie �ordnete sich neu�, sie �ver�nderte ihre Angriffsachse� � aber sie zog sich nicht zur�ck. Folglich konnte die R�ckkehr ins Gebiet der Allianz auch kein R�ckzug sein. �Entschuldigen Sie, wenn ich das so geradeheraus sage, aber Kattnig scheint zu glauben, dass er irgendetwas beweisen muss, vielleicht weil er zuvor nicht Teil der Flotte gewesen ist. Er sprach zwar davon, dass seine neuen Schlachtkreuzer sich beweisen wollen, aber ich hatte das Gef�hl, dass er eigentlich von sich redete. Ich wei� nur nicht, warum.�</p><p>Nach kurzem �berlegen nickte Tulev zustimmend. �Ich glaube, das ist eine zutreffende Einsch�tzung, Admiral. Viele Offiziere und Matrosen der Flotte, die nicht mit uns unterwegs waren, empfinden �hnlich. Aber an Kattnigs Dienstakte gibt es nichts auszusetzen, wie Sie sagten. Ich werde unter vier Augen mit ihm reden und versuchen, seine Bedenken zu zerstreuen. So wie die anderen neuen Offiziere muss auch er sich noch daran gew�hnen, dass Sie ganz anders k�mpfen. Vielleicht spielt das auch eine Rolle. Immerhin k�nnen die neuen Taktiken das Gef�hl vermitteln, dass f�r die individuelle Tapferkeit nicht mehr viel Platz ist.�</p><p>�Diese neuen Taktiken sind hundert Jahre alt, und Kattnig hat seine Tapferkeit bereits unter Beweis gestellt. Ich w�re Ihnen wirklich dankbar, wenn Sie mit ihm reden k�nnten, um ihm klarzumachen, dass die Offiziere, die er um ihre Erfahrungen beneidet, ihre Erfahrungen mit eben diesen Taktiken gesammelt haben.�</p><p>�Sicher, Admiral.� Tulev schaute ihn forschend an. �Machen Sie sich Sorgen, wie er sich verhalten k�nnte?�</p><p>�Diese Sorgen mache ich mir bei allen neuen Offizieren�, gab Geary zu. �Ich hoffe, sie haben aus dem gelernt, was der <emphasis>Dungeon </emphasis>widerfahren ist.�</p><p>�Auch wenn die Sch�den an der <emphasis>Dungeon </emphasis>die Heimkehr erforderlich gemacht haben, k�nnte ich mir keine h�rtere Strafe f�r Ungehorsam vorstellen�, pflichtete Tulev ihm bei.</p><p>�Wenn ihre Befehlshaber nicht noch rechtzeitig das Schiff hochgezogen h�tte, w�ren sie vielleicht alle gestorben.�</p><p>�Sie h�tten dem Tod den Vorzug vor der Schmach gegeben, den Angriff auf die Heimatwelt der Syndiks zu vers�umen. Das w�re f�r sie die geringere Strafe gewesen.�</p><p>Geary seufzte. �Ja, das vergesse ich immer wieder. F�r mich ist der Tod nach wie vor etwas, wovor ich mich f�rchte.�</p><p>�Wir f�rchten den Tod auch, Admiral, aber es gibt andere Dinge, die uns noch mehr Angst bereiten. Das gilt auch f�r Sie, das wei� ich. Ansonsten w�ren Sie kein so guter Commander.� Dann stand Tulev auf, salutierte und verschwand aus dem Konferenzraum.</p><p>Der Sprung nach Kalixa vermittelte ein Gef�hl von Routine, auch wenn die Flotte sich wieder in Gefechtsformation befand und in Kampfbereitschaft war. Geary versp�rte das �bliche Unbehagen, das ihn immer �berkam, wenn er im Sprungraum unterwegs war, jenem formlosen grauen Universum, das nicht von Sternen erhellt wurde. Aber ihn plagte auch eine Rastlosigkeit, die ihn zu h�ufigen und ausgedehnten Spazierg�ngen durch die Korridore der <emphasis>Dauntless </emphasis>veranlasste. Die Crew war gl�cklich und zuversichtlich, dass Black Jack jedes Hindernis aus dem Weg r�umen und jedes Problem l�sen w�rde. Wenn Geary von diesen Streifz�gen zur�ckkehrte, setzte er sich eine Weile in seinen Sessel und sah zu, wie die mysteri�sen Lichter aufflackerten, die durch den Sprungraum zuckten.</p><p>Dann endlich erreichten sie Kalixa.</p></section><section><title><p>F�nf</p></title><p>Die R�ckkehr in den Normalraum kam ihm seltsam abrupt vor, als sei der Sprungpunkt selbst in irgendeiner Weise gest�rt. Da Sprungpunkte durch die Masse des in der N�he befindlichen Sterns erzeugt wurden, wusste Geary, dass das Problem sehr wahrscheinlich mit dem Stern Kalixa zusammenhing. Dann verschwand das graue Nichts, und die Allianz-Flotte hatte Kalixa erreicht.</p><p>Eine Zeit lang sagte niemand ein Wort, alle starrten nur auf das, was einmal das Sternensystem Kalixa gewesen war. Nach einigen Minuten wandte sich Geary von dem Anblick auf seinem Display ab und verglich die aktuellen Daten mit denen aus den Syndik-Archiven, die die Flotte bei Sancere in ihren Besitz gebracht hatte.</p><p>Zwischen der alten Karte und der aktuellen Situation gab es nicht viele �bereinstimmungen, oder besser gesagt: nicht <emphasis>mehr </emphasis>viele. Die Karte zeigte ein recht abgelegenes Sternensystem mit einem Planeten, der von Menschen bewohnt wurde, sowie mit weiteren Welten und Monden, auf denen man unterirdische Kolonien angelegt hatte, durch die sich die systemweite Bev�lkerung auf �ber einhundert Millionen Menschen belief. Das in der N�he befindliche Hypernet-Portal hatte entscheidend dazu beigetragen, den Wohlstand nach Kalixa zu bringen.</p><p>Bis das Portal kollabierte und eine Energiewelle freisetzte, deren St�rke den Bruchteil einer typischen Nova erreichte. Trotz der erschreckenden Berichte von Augenzeugen, mit denen Geary gesprochen hatte, war von der Welle doch nicht alles restlos zerst�rt worden. Es w�re sicherlich ertr�glicher gewesen, stattdessen jedoch fanden sich �berall gen�gend Spuren dessen, was dort einmal existiert hatte.</p><p>�Auf keinem Planeten scheint sich mehr Leben zu befinden�, meldete der Ablauf-Wachhabende fast im Fl�sterton. �An den R�ndern der Gebiete, die von der Welle direkt getroffen wurden, sind zerfetzte Tr�mmerreste festzustellen. Sogar die Regionen, die sich zu dem Zeitpunkt auf der abgewandten Seite befanden, sind verw�stet, vermutlich durch Erdbeben und andere Naturkatastrophen. Die gr��te bewohnbare Welt weist nur noch eine sehr d�nne Atmosph�re auf, was der einzige Grund daf�r sein d�rfte, warum nicht alles auf dem Planeten restlos verbrannt ist.�</p><p>Geary hatte sein Display auf einen vergr��erten Ausschnitt gerichtet, der die �berreste einer Stadt auf dieser Welt darstellte. Einige wenige Ruinen ragten aus dem Tr�mmerfeld heraus, die Stadt an sich war auf Schutt- und Ger�llhaufen reduziert worden. Das Ganze war mit einer unnat�rlich wirkenden Klarheit zu sehen, wie sie m�glich war, wenn etwas nicht von einer st�renden Atmosph�re umgeben wurde. �L�sst sich sagen, wie viele Schiffe sich hier aufgehalten haben?�</p><p>�Nein, Sir. Die Sensoren haben zwar Tr�mmer entdeckt, die im Orbit treiben, aber die sind so weit verstreut und so verdreht, dass man daraus keine R�ckschl�sse mehr ziehen kann. Dieser Syndik-Offizier von dem Schweren Kreuzer hatte davon berichtet, dass es das einzige gr��ere Kriegsschiff im System war. Nach den Sch�den zu urteilen, die dieser Kreuzer davongetragen hatte, l�sst sich sagen, dass kein Leichter Kreuzer und kein J�ger das hier �berlebt haben kann. Schiffe ohne Panzerung und ohne Schilde nach Milit�rstandard hatten �berhaupt keine Chance.�</p><p>Desjani zeigte auf das Bild von Kalixa. �In welchem Zustand befindet sich der Stern?�</p><p>�H�chst instabil. Aber da so viel von seiner solaren Masse weggerissen wurde, ist er selbst nicht auch noch zur Nova geworden. In diesem Sternensystem ist auf lange Sicht kein Leben m�glich, Captain.�</p><p>Mit versteinerter Miene sah sie Geary an. �Einhundert Millionen Menschen. Diese Kerle haben auf einen Schlag einhundert Millionen Menschen umgebracht. Mir ist egal, ob das einhundert Millionen Syndiks waren, aber so etwas darf sich nicht wiederholen.�</p><p>Hatten die Aliens gewusst, wie viele Menschen hier gelebt hatten? War es ihnen egal gewesen? �Zumindest k�nnen sie das in keinem System wiederholen, dessen Portal mit einer Schutzvorrichtung versehen ist.�</p><p>�Bis sie einen Weg finden, um die Schutzvorrichtung zu umgehen.� Da Desjani merkte, dass die Wachhabenden auf der Br�cke neugierig in ihre Richtung schauten und herauszufinden versuchten, was ihre �u�erung zu bedeuten hatte, beugte sie sich zu Geary hin�ber, um in dessen virtuelle Privatsph�re einzutauchen. �Die Aliens d�rfen nicht glauben, dass sie mit so etwas ungestraft davonkommen k�nnen. Lakota war schon schlimm genug, aber wenigstens waren es da andere Menschen, die den Ausl�ser bet�tigt haben. <emphasis>Das hier </emphasis>ist dagegen das Werk der Aliens.�</p><p>�Das sehe ich auch so. Wir m�ssen sie aufhalten.� Er atmete tief durch und dachte einen Moment lang dar�ber nach, dass diese Bilder der Verw�stung ihn f�r alle Zeit begleiten w�rden. �Madam Co-Pr�sidentin, sorgen Sie bitte daf�r, dass die Senatoren Costa und Sakai sich dieses Sternensystem ganz genau ansehen. Ich m�chte, dass ihnen wirklich bewusst ist, wie ein Krieg aussehen w�rde, der mit kollabierenden Hypernet-Portalen gef�hrt wird.�</p><p>�Ja, Admiral Geary�, best�tigte Rione, die ungew�hnlich bedr�ckt klang.</p><p>�Captain Desjani, lassen Sie Kurs auf den Sprungpunkt nach Indras nehmen. Ich will hier keine Sekunde l�nger bleiben als unbedingt n�tig.�</p><p>�Lieber w�rde ich um ein Schwarzes Loch herumfliegen�, stimmte Desjani ihm zu.</p><p>Abgesehen davon, dass das System deutlich vor Augen f�hrte, welchem Schicksal die Menschheit in zahllosen weiteren Sternensystemen nur um Haaresbreite entgangen war, erteilte Kalixa auch jeder �berm��ig guten Laune einen D�mpfer. Alle wurden auf drastische Weise daran erinnert, welche Risiken trotz allem immer noch auf sie lauerten, wenn sie sich einen Fehler leisteten und scheiterten. W�hrend Geary die Reaktionen der Besatzungsmitglieder um ihn herum beobachtete, �berlegte er unwillk�rlich, was sie sagen oder tun w�rden, wenn sie w�ssten, dass dies hier kein Unfall oder irgendein Fehler seitens der Syndiks, sondern ein vors�tzlicher Akt gewesen war. So absto�end er die Zerst�rung von Kalixa auch empfand, musste er sich fragen, ob seine gr��te Herausforderung wom�glich darin bestand, die Aliens in ihre Schranken zu verweisen, ohne einen Vergeltungsfeldzug der Menschen gegen sie auszul�sen.</p><p>Seinen ersten Gedanken, dass die Aliens f�r dieses Verbrechen bezahlen mussten, w�rde vermutlich jeder Mensch teilen. Aber ein Angriff auf die Aliens, der im Gegenzug zur Ausl�schung weiterer von Menschen bewohnter Systeme f�hrte, konnte nur einen neuen Teufelskreis aus Schlag und Gegenschlag, aus Rache und Vergeltung nach sich ziehen. Und solange sie nicht mehr �ber die F�higkeiten der Aliens wussten und niemand zu sagen vermochte, ob sie � wie von Desjani spekuliert � �ber andere Mittel verf�gten, um ganze Sternensysteme im Handumdrehen zu verw�sten, war ein Vergeltungsschlag einfach zu riskant. <emphasis>So gern ich jemanden daf�r bezahlen lassen w�rde, k�nnen wir im Moment doch nur alles versuchen, um eine Wiederholung zu verhindern und mehr �ber diejenigen in Erfahrung zu bringen, die das hier zu verantworten haben. Vielleicht kann ja unser mitreisender Syndik etwas dazu beitragen, unsere Kenntnisse zu erweitern.</emphasis></p><p>Er lie� den Syndik-CEO Boyens wieder aus der Arrestzelle in den Verh�rraum bringen. �Wir wissen, dass Ihre Reserveflotte Varandal angegriffen hat, um Vergeltung f�r den Zusammenbruch des Portals im Kalixa-System zu �ben�, sagte Geary. �Sie m�ssen doch gewusst haben, dass das nicht das Werk der Allianz war.�</p><p>�Nein, das wussten wir nicht�, stritt Boyens ab. �Wer sollte es denn sonst gemacht haben?�</p><p>�Sie sind doch derjenige, der so viele Jahre quasi T�r an T�r mit den Aliens gelebt hat.�</p><p>Der CEO sah Geary lange Zeit an, als versuche er, einen Zusammenhang zwischen dem Kollaps des Portals und der letzten Aussage herzustellen. �So weit sind die nie in das Gebiet der Syndikatwelten vorgedrungen. Au�erdem haben wir die Aufzeichnung vom Zusammenbruch begutachtet, die Kreuzer C-875 bei Heradao ausgel�st hat. Da gab es keinen Hinweis auf einen Angriff der Aliens auf das Portal. Die Aliens k�nnen das nicht herbeigef�hrt haben. Aber wir wissen, dass Sie mindestens ein Hypernet-Portal in einem Sternensystem der Syndikatwelten haben zusammenbrechen lassen.�</p><p>�Reden Sie von Sancere?�, wollte Geary wissen. �Wo wir einen Kollaps aufhalten mussten, der von Syndik-Kriegsschiffen in Gang gesetzt worden war? Wo wir verhindert haben, dass dort alles das gleiche Ende nimmt wie hier bei Kalixa? Oder meinen Sie Lakota, wo Syndik-Schiffe das Portal zerst�rten, w�hrend diese Flotte etliche Lichtstunden entfernt war?�</p><p>Boyens schob trotzig den Unterkiefer vor. �Ich habe Aufzeichnungen gesehen, ich wei�, dass Ihre Schiffe auf das Hypernet-Portal bei Sancere gefeuert haben.�</p><p>�Um einen kontrollierten und damit sicheren Zusammenbruch herbeizuf�hren. Aber wenn Sie die Aufzeichnungen kennen, die dieser Schwere Kreuzer von Kalixa mitgebracht hat, dann wissen Sie, dass sich bei Kalixa kein Kriegsschiff der Allianz-Flotte aufgehalten hat, als dieses Portal hier kollabierte.�</p><p>�Das scheint zu stimmen.� Boyens legte die Stirn in Falten und sah nachdenklich auf das Deck. �Die Allianz-Flotte war nahe genug, um das ausgel�st zu haben. Das war unsere �berlegung. Sie haben die Aliens erw�hnt, aber die haben in der ihnen zugewandten Grenzregion nie ein Hypernet-Portal zusammenbrechen lassen. Wenn sie uns angreifen wollten, warum sollten sie das dann so weit von ihrer eigenen Grenze entfernt machen?�</p><p>Irgendetwas ging da vor sich, �berlegte Geary, als das Gespr�ch beendet war. Etwas, das weitaus bedeutender war als der Gedanke, dass die Syndiks der Allianz den Zusammenbruch der Hypernet-Portale bei Kalixa und Sancere in die Schuhe zu schieben versuchten. Es hatte irgendetwas damit zu tun, wie die Syndiks �ber die Aliens dachten. Da er einfach nicht dahinterkam, um was es ging, schob er den halbfertigen Gedanken in eine Ecke seines Ged�chtnisses, damit er sp�ter noch einmal darauf zur�ckkommen konnte.</p><p>Es dauerte dreieinhalb Tage, um den Sprungpunkt nach Parnosa zu erreichen. Als die Ruinen von Kalixa dem grauen Nichts des Sprungraums wichen, konnte Geary nahezu sp�ren, wie sich eine Welle der Erleichterung ihren Weg durch die <emphasis>Dauntless </emphasis>bahnte. Er selbst entspannte sich auch, da er wusste, dass ein langer Sprung vor der Flotte lag. Achteinhalb Tage und damit fast das �u�erste Limit der normalen Reichweite des Sprungantriebs. In einer Woche w�rde der eigenartige Druck des Sprungraums die Besatzungsmitglieder nerv�s und gereizt reagieren lassen, aber Geary ging nicht davon aus, dass das zu echten Problemen f�hren w�rde.</p><p>Sieben Tage sp�ter sa� Geary in seinem Quartier und betrachtete die Lichter des Sprungraums, w�hrend er versuchte, sich nicht von diesem seltsamen Kribbeln anstecken zu lassen, das umso st�rker wurde, je l�nger man sich im Sprungraum aufhielt. Auf einmal wurde die T�rglocke auf eine Weise bet�tigt, die etwas auffallend Hastiges, Dringendes an sich hatte.</p><p>Einen Augenblick sp�ter kam Tanya Desjani hereingest�rmt und wirkte so w�tend, als wollte sie mit blo�en H�nden ein Loch in die Schiffsh�lle rei�en. �Diese Frau werde ich nicht l�nger auf meinem Schiff tolerieren!�</p><p>�Welche Frau?�, fragte Geary, auch wenn er die Antwort l�ngst kannte. �Und was hat sie getan?�</p><p>�Diese Politikerin! Sie wissen doch, wie sie sich benommen hat! Sie waren dabei, als sie etwas Nettes zu mir sagte!�</p><p>Geary sah sie einen Moment lang verdutzt an. ��hm� ja, ich wei�.�</p><p>�Haben Sie sich nicht gefragt, <emphasis>warum </emphasis>sie das gemacht hat?� Ohne seine Antwort abzuwarten, redete sie weiter: �Ich habe sie jetzt endlich danach gefragt, und wissen Sie, was sie gesagt hat? Wissen Sie�s?�</p><p>�Nein.� Knappe Antworten schienen ihm die sicherste Taktik zu sein.</p><p>�Weil ich f�r Sie <emphasis>wichtig </emphasis>bin. Das hat sie gesagt. Ich bin f�r <emphasis>Sie </emphasis>wichtig, und deshalb versucht sie, mich bei Laune zu halten!�</p><p>Offensichtlich hatte Riones Taktik nicht funktioniert. Geary nickte nur, da ihm keine unbedenklich erscheinende Antwort in den Sinn kommen wollte.</p><p>Desjani hob w�tend eine Faust, Zornesr�te hatte ihr Gesicht fest im Griff. �Das ist genau das Gleiche wie ihr Vorschlag, ich sollte mich Ihnen als Belohnung anbieten, falls Sie bereit w�ren, Diktator zu werden! Ich bin kein Spielzeug und keine Schachfigur, die von Ihren Feinden oder Ihren Freunden nach Belieben benutzt werden kann! Ich bin ein Captain der Allianz-Flotte, diesen Rang habe ich mir mit meinem Schwei� und meinem Blut und mit einem ehrenvollen Dienst erarbeitet. Ich lasse nicht zu, dass <emphasis>irgendjemand </emphasis>versucht, mich zu manipulieren, mich zu benutzen oder mit mir zu spielen, nur weil er auf <emphasis>Sie </emphasis>Einfluss nehmen will!�</p><p>Er sah ihr in die Augen. �Ich verstehe, was Sie meinen.�</p><p>�Tun Sie das?�, gab sie zur�ck und bedachte ihn mit einem w�tenden Blick. �K�nnen Sie das? W�rden Sie in meinem Schatten stehen wollen?�</p><p>�Ich w�rde niemals��</p><p>�Um Sie geht es hier nicht! Es geht um jeden anderen in diesem verdammten Universum, der <emphasis>uns beide </emphasis>anschaut und dabei nur <emphasis>Sie </emphasis>sieht! Ich habe nicht mein Leben damit verbracht, diese Position zu erreichen, damit ich zur unbedeutenden Begleiterin von irgendwem werde!�</p><p>Diese M�glichkeit war ihm in den Sinn gekommen, und das war eine Tatsache, die ihm gar nicht gefiel. Ihm h�tte bewusst sein sollen, wie sehr sich Black Jack auf Tanyas eigenes Image auswirken w�rde. �Sie k�nnten niemals unbedeutend sein.�</p><p>�Erz�hlen Sie das mal dem Universum!� Mit einer ausholenden Handbewegung schien sie auf die gesamte Sch�pfung zu zeigen.</p><p>�Das werde ich. Es tut mir leid, ich trage eben sehr viel Vergangenheit mit mir herum.�</p><p>�Ich sagte schon, es geht nicht um Sie, sondern um alle anderen und darum, wie sie mich wahrnehmen. Oder wie sie mich eben <emphasis>nicht </emphasis>wahrnehmen.� Sie ballte beide F�uste. �Warum musste mir das alles passieren? Warum konnte mein Herz nicht auf meinen Verstand h�ren? Als diese Hexe mir ihre Motive sagte, da musste ich irgendwie Dampf ablassen, sonst w�re ich in die Luft gegangen� und mit mir das ganze Schiff! Bei Ihnen kann ich wenigstens� Aber bei Ihnen kann ich�s eben eigentlich nicht� Oh, verflucht!� Desjani machte einen Schritt nach hinten und fuhr sich durch die Haare. �Wir sind bedenklich dicht davor, �ber etwas zu reden, �ber das wir beide gar nicht reden k�nnen.�</p><p>�Jedenfalls nicht im Moment.�</p><p>�Nicht bis� haben Sie noch einmal �ber alles nachgedacht? Werden Sie Flottenadmiral bleiben? Werden Sie das Kommando �ber die Flotte behalten?�</p><p>�Nein�, antwortete Geary leise.</p><p>�Muss ich etwa diejenige sein, die die Vernunftentscheidungen trifft?�</p><p>�Das h�ngt davon ab, wie Sie Vernunft definieren.�</p><p>Frustriert und zugleich w�tend sah sie ihn an. �Mir war wirklich nicht bewusst� Ich muss noch mal mit meinen Vorfahren reden.� Desjani dr�ckte den R�cken durch und straffte die Schultern, dann fragte sie in ruhigerem, gefassterem Tonfall: �Gibt es sonst noch etwas, Admiral Geary?�</p><p>Er verkniff sich die Erwiderung, dass sie ihn aus eigenem Antrieb aufgesucht hatte, aber nicht von ihm herbestellt worden war. �Nein, sonst gibt es nichts.�</p><p>Sie salutierte und verlie� sein Quartier.</p><p>Eine halbe Stunde sp�ter stattete Rione ihm einen Besuch ab. �Da ist etwas, was Sie vermutlich wissen sollten�, begann sie.</p><p>�Das wei� ich bereits. Sehen Sie nicht die Schneise der Verw�stung, die Desjani hinterlassen hat?�</p><p>�Sie scheinen es aber unbeschadet �berstanden zu haben�, meinte Rione achselzuckend. �Ich wollte nur nett sein. Ich wei� nicht, warum sie sich so dar�ber aufgeregt hat.�</p><p>�Weil es f�r Sie untypisch war�, entgegnete Geary.</p><p>�Das muss sie wohl misstrauisch gemacht haben.� Anstatt sich �ber seine Bemerkung zu �rgern, wirkte Rione vielmehr am�siert. �Sie ist hergekommen, um sich von Ihnen tr�sten zu lassen, nicht wahr?�</p><p>�Das ist nicht witzig.�</p><p>�Nein. Ich kann mir vorstellen, dass es f�r sie nicht so leicht ist. Dabei habe ich wirklich nur versucht, sie ein wenig aufzumuntern.� Rione hielt kurz inne. �Wenn sie sich wieder beruhigt hat, k�nnen Sie ihr ja vielleicht deutlich machen, dass ich nur gesagt habe, was ich glaube. Zu schade, dass sie nicht f�hig ist, das zu akzeptieren.�</p><p>�Ich werde sehen, ob ich eine M�glichkeit finde, ihr das Erstgenannte zu sagen.� So viel also zu seiner Absicht, in irgendeiner Weise zwischen Rione und Desjani zu vermitteln. Die beiden waren so grundverschieden, dass sie eine kritische Masse zu bilden begannen, sobald sie sich zu nahe kamen. Eine Explosion lie� sich offenbar nur verhindern, wenn er daf�r sorgte, dass die zwei Frauen immer so weit wie m�glich voneinander entfernt waren. �Es ist ihr gutes Recht, auf das Schicksal w�tend zu sein.�</p><p>�Das Recht haben Sie auch.� Rione atmete mit einem leisen Seufzer aus. �Ich werde versuchen, es f�r Sie beide nicht noch schwerer zu machen.�</p><p>�Wieso? Weil es f�r mich wichtig ist? Ich wei�, f�r Tanya Desjani haben Sie nichts �brig.�</p><p>�Nein�, antwortete sie und verfiel dann in ein so langes Schweigen, dass Geary sich allm�hlich zu fragen begann, ob sie �berhaupt noch etwas sagen w�rde. Doch dann fuhr sie leise fort: �Weil die Frau, die ich einmal war, sich nicht darauf beschr�nkt h�tte, sich darum zu sorgen, wie gut andere ihren Bed�rfnissen und Zwecken dienen k�nnten. Lange Zeit dachte ich, ich h�tte meine Seele f�r das eingetauscht, was ich f�r wichtig hielt. Aber ich habe festgestellt, dass ich meine Seele doch noch besitze. Und falls Sie davon irgendjemandem ein Wort sagen, werde ich alles leugnen, und niemand wird Ihnen glauben.�</p><p>�Ihr Geheimnis ist bei mir in guten H�nden.�</p><p>Rione reagierte mit einem ironischen Blick. �Es w�re nicht gut, wenn die Leute w�ssten, dass Politiker eine Seele haben, stimmt�s? Apropos seelenlose Politiker: Senatorin Costa sucht eifrig nach Informationen �ber Sie und Ihren Captain, weil sie gern f�r alle F�lle etwas gegen Sie in der Hand h�tte. Sie ist inzwischen sehr frustriert, weil ihr niemand irgendein schmutziges kleines Geheimnis �ber Sie verraten will.�</p><p>�Es gibt ja auch keine schmutzigen Geheimnisse, die ihr jemand verraten k�nnte.� Er wollte gar nicht wissen, welche Verleumdungen Costa zu h�ren bekommen h�tte, w�ren Leute wie Kila, Faresa oder Numos noch immer Schiffskommandanten in dieser Flotte.</p><p>�V�llig richtig. Nach allem, was ich geh�rt habe, sind Ihre Matrosen und Offiziere voll des Lobes dar�ber, wie ehrbar und vorbildlich Sie beide sich verhalten. Damit kann man jemanden nur schwer erpressen.�</p><p>Das war zwar erfreulich, aber auch ein wenig unangenehm. Mit Blick auf die Ger�chte �ber ein angebliches Verh�ltnis mit Desjani habe, die die Runde machten, lange bevor sie beide �berhaupt begriffen hatten, was sie f�r einander empfanden, war ihm der Gedanke peinlich, dass man in der Flotte �ber sie beide redete, auch wenn es nur darum ging, wie gut sie sich in dieser Situation verhielten. �Macht Sakai das denn nicht?�</p><p>�Sakai arbeitet so nicht. Sein eigentlicher Vorteil Ihnen gegen�ber sollte die Tatsache sein, dass er von Kosatka stammt. Hat Ihnen das niemand gesagt?�</p><p>�Nein.� Desjani und der gr��te Teil der <emphasis>Dauntless</emphasis>-Crew stammten von Kosatka.</p><p>�Sakai hat bereits einsehen m�ssen, dass ihm das nicht weiterhelfen wird, wenn er versuchen sollte, die Mannschaft gegen Sie aufzubringen. Er hat versucht, Ihren Captain zu bearbeiten, damit sie die Loyalit�t f�r ihre Heimatwelt an oberste Stelle r�cken l�sst, aber damit bei�t er bei ihr auf Granit.�</p><p>Geary lehnte sich nach hinten und lie� sich anmerken, dass er �ber diese Situation gar nicht erfreut war. Gegen jede Vernunft hatte er die Hoffnung gehegt, dass die beiden anderen Senatoren ihm vertrauen w�rden, solange er ihnen keinen Grund lieferte, das nicht mehr zu tun. �Aber Sie sind weiter auf unserer Seite.�</p><p>�Ich bin auf der �Seite� der Allianz, Admiral Geary�, erwiderte Rione energisch. �Sollten Sie nicht in deren Interesse handeln, werde ich alle erforderlichen Ma�nahmen ergreifen. Ich gehe zwar nicht l�nger davon aus, dass es dazu kommen k�nnte, aber Sie sollten meine Loyalit�t nicht als selbstverst�ndlich hinnehmen. Ich bin nicht w�tend auf Sie.� Dann machte sie kehrt und verlie� sein Quartier.</p><p>Parnosa. Geary konnte den Anflug von Angst nicht unterdr�cken, als die Flotte am Rand des Sternensystems Parnosa auftauchte. Sechs Lichtstunden vom Austrittspunkt aus dem Sprungraum entfernt befand sich am Rand des Systems das Hypernet-Portal. �Ich ben�tige umgehend eine Einsch�tzung zu diesem Portal. Ich will wissen, ob es mit einer Schutzvorrichtung versehen worden ist, bevor sich unsere Flotte zu weit vom Sprungpunkt entfernt hat.�</p><p>F�r die optischen Sensoren der Allianz-Flotte war eine Entfernung von sechs Stunden ein Kinderspiel. Innerhalb von Sekunden wurden die Daten auf Gearys Display aktualisiert, w�hrend er mit kaum zu b�ndigender Ungeduld auf die eine Information wartete, die wichtiger war als alle anderen.</p><p>�Das Portal verf�gt �ber eine Schutzvorrichtung�, meldete einer der Wachhabenden, als die Sensoren ihre Analyse �bermittelten. �Es scheint mit unserer Version weitgehend identisch zu sein.�</p><p>Geary atmete erleichtert aus, obwohl ihm gar nicht bewusst war, dass er gebannt den Atem angehalten hatte. Nachdem er nun wusste, wie es um die gr��te potenzielle Bedrohung bestellt war, konnte er sich in Ruhe dem System insgesamt widmen.</p><p>�Ein Leichter Kreuzer und ein halbes Dutzend J�ger�, sagte Desjani. �Keiner davon weniger als vier Lichtstunden von unserer Position entfernt.�</p><p>�Au�erdem die �bliche Ansammlung fest eingerichteter Verteidigungseinrichtungen.� Dann fiel ihm auf, was fehlte. �Es halten sich keine J�ger an den Sprungpunkten auf.�</p><p>�Daf�r wartet einer vor dem Hypernet-Portal�, erkl�rte sie. �Sie wissen, wohin wir von hier aus wollen, oder zumindest glauben sie das zu wissen. Wenn der J�ger uns in etwa sechs Stunden sieht, wird er durch das Portal fliegen, um sich ins Heimatsystem zu begeben.� Desjani verzog den Mund. �Zwei zu eins, dass sie nicht versuchen werden, das Portal zu schlie�en.�</p><p>Geary schaute sie fragend an. �Das ist einer der Punkte, der mir Sorgen bereitet. Wieso sollten sie es nicht machen? Sie haben schon zuvor versucht, uns auf diese Weise zu stoppen, und dank der Schutzvorrichtung m�ssen sie sich nicht mal Gedanken dar�ber machen, was aus ihrem eigenen Sternensystem wird.�</p><p>�Der Syndik-Regierung geht es um Unternehmensgewinne�, stellte Desjani klar. �Wenn dieses Portal abgeschaltet w�rde, w�re das ein schwerer Schlag f�r die lokale Wirtschaft. Das ist der Ansporn f�r die Menschen in diesem System, das Portal ge�ffnet zu lassen. Und der Exekutivrat der Syndiks ist davon �berzeugt, f�r unser Auftauchen in ihrem Heimatsystem gewappnet zu sein, wie Sie ja selbst gesagt haben. Das hei�t, sie wollen, dass wir zu ihnen kommen und nicht erst noch lange von einem System zum anderen umherziehen. Und sie wollen, dass wir das Hypernet-Portal nehmen, damit sie uns abermals in einem Hinterhalt aufreiben k�nnen.�</p><p>�Gute Argumente. Dann sollten wir den Exekutivrat nicht l�nger als unbedingt n�tig warten lassen.�</p><p>Er ordnete keine Bombardierung der festen Verteidigungsanlagen an, sondern wartete ab, was die Syndiks tun w�rden. Als sich die Allianz-Flotte am Rand des Systems in Richtung Hypernet-Portal bewegte, flog der J�ger tats�chlich wie von Desjani vorausgesagt ins Portal, w�hrend die Syndik-Autorit�ten im System keinen Angriff starteten und auch die wenigen gegnerischen Schiffe auf Abstand zu ihnen blieben. �Wir sollten diese Anlagen dennoch au�er Gefecht setzen�, beharrte Desjani nach einer l�ngeren Pause.</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Die Steine kosten zwar nicht viel, aber wir haben keinen unendlich gro�en Vorrat. Mein Gef�hl sagt mir, dass es im Syndik-Heimatsystem von Zielen nur so wimmeln wird, und dann werden wir froh �ber jeden Stein sein, den wir dann noch an Bord haben.�</p><p>Als sie noch einen Tag vom Hypernet-Portal entfernt waren, nahmen die Syndik-Autorit�ten schlie�lich doch noch Kontakt mit Geary auf. Auf dem Display war nur ein Syndik-CEO zu sehen, ein �lterer Mann, der ohne Umschweife erkl�rte: �Ich rufe Sie im Namen der unschuldigen Zivilbev�lkerung in diesem System.�</p><p>Desjani gab einen ver�chtlichen Laut von sich.</p><p>�Wir wissen, Sie besitzen die F�higkeit, unser Hypernet-Portal zu zerst�ren und alles Leben in unserem System auszul�schen�, fuhr der CEO fort. �Im Namen der Menschlichkeit bitten wir Sie, davon Abstand zu nehmen. Sollte Captain Geary diese Flotte befehligen, dann richte ich meine Bitte direkt an Sie und versichere Ihnen, dass wir keine Angriffe gegen Ihre Schiffe starten werden, wenn Sie uns versprechen, nicht unser Portal zu zerst�ren.�</p><p>�Interessant�, merkte Rione an, nachdem die Nachricht geendet hatte. �Er hat auf einem eng geb�ndelten Strahl gesendet. Die Syndik-Kriegsschiffe im System werden davon nichts mitbekommen haben.�</p><p>�Typisch Syndiks. Hintergehen ihre eigenen Verteidiger�, brummte Desjani.</p><p>�Von denen sie vermutlich sofort bombardiert w�rden, wenn die w�ssten, dass sich die Planetenbev�lkerung �ber die Befehle der Syndik-Regierung hinwegsetzt�, entgegnete Geary und sah wieder zu Rione. �Wieso sind die so in Sorge, dass wir das Portal zerst�ren k�nnten? Es ist doch mit einer Schutzvorrichtung ausgestattet.� Abrupt drehte er sich zu Desjani um. �Ist das vielleicht nur eine Attrappe?�</p><p>Rione kam Desjani mit ihrer Antwort zuvor: �Die Menschen in diesem System haben zweifellos die Aufzeichnungen gesehen, die unsere Flotte von den Geschehnissen in Lakota ausgestrahlt hat, und sie werden von dem Vorfall bei Kalixa geh�rt haben, also wissen sie, was passieren kann, wenn ein Portal kollabiert. Ihre Regierung hat ihnen nat�rlich versichert, dass die Schutzvorrichtung so etwas verhindert, aber ich habe so meine Zweifel, ob die Syndiks hier dieser Vorrichtung wirklich trauen.�</p><p>Geary nickte. �Sie gehen davon aus, dass ihre Regierung sie bel�gen k�nnte.�</p><p>�Ist das ein so ungew�hnlicher Gedanke?�, fragte Rione sarkastisch.</p><p>Er vermied es, Desjani direkt anzusehen. Die Offiziere der Flotte misstrauten ihren politischen F�hrern, und er fragte sich, wie viele von ihnen wohl an die Funktionst�chtigkeit der Schutzvorrichtung glauben w�rden, w�re die nicht hier in dieser Flotte entwickelt worden. �Also gut. Glauben Sie, es wird Costa oder Sakai etwas ausmachen, wenn ich das hier regele? Oder werden sie sagen, dass ich Verhandlungen f�hre?�</p><p>�Das hier ist eine Gefechtssituation�, gab Rione zur�ck. �Das f�llt ganz allein in Ihre Zust�ndigkeit, Flottenadmiral Geary.�</p><p>�Captain Desjani, lassen Sie bitte von Ihrem Komm-Wachhabenden einen eng geb�ndelten Strahl �ffnen, damit ich dem Syndik-CEO antworten kann.�</p><p>Nachdem die Verbindung hergestellt war, setzte Geary die ernste Miene eines Flottenbefehlshabers auf und aktivierte sein Komm. �Hier spricht Flottenadmiral Geary, ich rufe die CEOs der Syndikatwelten und das Volk im Parnosa-Sternensystem. Die Allianz war nicht verantwortlich f�r den Zusammenbruch der Hypernet-Portale in irgendeinem System der Syndikatwelten. Ganz im Gegenteil haben sogar Schiffe dieser Flotte sich den gr��ten Risiken ausgesetzt, um daf�r zu sorgen, dass das Portal bei Sancere bei seinem Kollaps nur minimalen Schaden anrichtet. Es ist nicht unsere Absicht, das Portal in diesem System zu zerst�ren.� Das musste er vorwegschicken, weil er nicht einmal die Andeutung einer Bereitschaft vermitteln wollte, ein Portal als Waffe gegen die Bev�lkerung eines Systems einzusetzen. �Wenn Sie diese Flotte nicht angreifen, werden wir auch keine Vergeltungsma�nahmen ergreifen, die sich gegen Ihre Bev�lkerung oder gegen Ihre Einrichtungen wenden.� Er hielt kurz inne, dann erg�nzte er noch etwas, das ihm immer nur schwer �ber die Lippen kam, weil es eine Bedrohung betraf, die von der Allianz niemals h�tte ausgehen d�rfen. �Diese Flotte f�hrt keinen Krieg gegen Zivilisten.� Jedenfalls nicht mehr und auch nicht weiterhin, solange er das Kommando hatte. Er war sich sicher, dass die meisten Offiziere seiner Flotte diese Haltung unterstrichen. �Wir er�ffnen das Feuer nur auf milit�rische Ziele, was Ihnen aufgrund unserer Aktivit�ten in den letzten Monaten in anderen Sternensystemen bekannt sein d�rfte. Halten Sie Ihre Streitkr�fte von dieser Flotte fern und greifen Sie uns nicht an, dann m�ssen wir uns auch nicht zur Wehr setzen. Auf die Ehre unserer Vorfahren.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wir befinden uns in einem ziemlich wohlhabenden System, und die Flotte wird wahrscheinlich keinen Schuss abfeuern.� Sie warf Geary einen zynischen Blick zu. �Fr�her h�tten wir uns einen Spa� daraus gemacht, hier alles in die Luft zu jagen.�</p><p>�Sie meinen �vor ein paar Monaten�, nicht wahr?�</p><p>�Es sind mehr als �ein paar Monate� vergangen, Admiral.� Dann ver�nderte sich ihr Minenspiel. �Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt h�tte, was sich bis zum heutigen Tag alles ver�ndern w�rde, ich h�tte ihm kein Wort geglaubt.�</p><p>Fast h�tte er darauf etwas erwidert, doch dann wurde ihm bewusst, wo er vor einem Jahr gewesen war. Da hatte er noch im k�nstlichen Tiefschlaf gelegen, in einer besch�digten Rettungskapsel, die in einem Tr�mmerfeld im Grendel-System trieb. Nicht ahnend, dass die allerletzten Energiereserven der Kapsel angezapft wurden und er in ein paar Monaten sterben w�rde, weil die lebenserhaltenden Systeme dann unwiderruflich ausfielen.</p><p>�Was ist los?�, fragte Desjani, die ihn mit Sorge musterte.</p><p>�Mir war nur f�r einen Moment kalt�, murmelte er und fragte sich, ob er die Erinnerung an das Eis, das seinen K�rper erf�llt hatte, wohl jemals ganz loswerden w�rde.</p><p>Sie sah ihn noch einen Augenblick lang an, dann beugte sie sich vor, bis sie sich wieder in Gearys virtueller Privatsph�re befand. �Egal, was ich in den letzten Wochen gesagt oder getan habe, ich danke den lebenden Sternen daf�r, dass Sie �berlebt haben, dass Sie auf mein Schiff gekommen sind und dass ich Sie kennenlernen durfte.�</p><p>Er nickte und musste sich zwingen, nicht zu l�cheln. �Danke.�</p><p>Dann lehnte sich Desjani wieder zur�ck und wurde ernst. �Noch ein Tag, dann werden wir wissen, ob dieser Schl�ssel noch funktioniert.� Ihr L�cheln hatte etwas W�lfisches an sich. �Ich kann es nicht erwarten, ins Heimatsystem der Syndiks zur�ckzukehren. Diese Flotte hat mit ihnen noch eine Rechnung zu begleichen.�</p><p>Zwei Stunden vor Erreichen des Hypernet-Portals gab Geary vor, sich noch ein wenig ausruhen zu wollen. Die Stimmung auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>war auch so angespannt genug. In einer Stunde w�rde er dorthin zur�ckkehren, um das letzte St�ck des Anflugs auf das Portal mitzuverfolgen, dem die erst zweite Hypernet-Erfahrung in seinem Leben folgen w�rde. Von der ersten hatte er so gut wie nichts mitbekommen, da er geistig und k�rperlich noch posttraumatischem Stress ausgesetzt gewesen war.</p><p>Pl�tzlich versprach ein eingehender Anruf eine willkommene Ablenkung. �Geary hier�, meldete er sich.</p><p>�Es ist eine Bitte um eine Konferenzschaltung f�r Sie eingegangen, Admiral�, meldete ihm der Komm-Wachhabende der <emphasis>Dauntless</emphasis>. �Von der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>.�</p><p>Hastig stand Geary auf und zog seine Uniform zurecht. �Nehmen Sie sie an.�</p><p>Einen Augenblick sp�ter tauchte das Bild von Captain Jane Geary in seinem Quartier auf, als w�rde sie leibhaftig vor ihm stehen. Ihre Miene verriet nichts, ihr Tonfall war neutral. �Captain Geary. Ich bitte um eine private Besprechung mit Admiral Geary.�</p><p>�Gew�hrt.� Er konnte ihr nicht anmerken, was sie empfand, und er hatte auch keine Ahnung, was sie ihm sagen wollte. �Bitte, setzen Sie sich doch.�</p><p>Auf der <emphasis>Dreadnaught </emphasis>nahm Jane Geary steif in einem Sessel in ihrem eigenen Quartier Platz, ihr virtuelles Abbild tat genau das Gleiche. Sie sahen sich gegenseitig an, wobei es ihn sogar jetzt erschreckte, als er erkannte, dass seine Gro�nichte um einige Jahre mehr gealtert war als er. Bislang hatte er nur ein Foto von ihr gekannt, doch als sie jetzt in Person vor ihm sa�, konnte er eine gewisse �hnlichkeit mit seinem Bruder erkennen. �Darf ich nach dem Grund f�r diese private Besprechung fragen?�, erkundigte er sich schlie�lich.</p><p>�Ja, Sir. Zun�chst w�rde ich gern wissen, warum Sie die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>und die <emphasis>Dependable </emphasis>der Dritten Schlachtschiffdivision zugeteilt und mir den Befehl �ber diese Division �bertragen haben.�</p><p>Diese Frage konnte er problemlos beantworten. �Die Dritte Schlachtschiffdivision hatte etliche Probleme hinsichtlich ihrer F�hrung, der Moral und der Effizienz. Die �berlebenden Schiffe dieser Division ben�tigten gute Vorbilder und eine gute F�hrungspers�nlichkeit. Nach allem, was ich w�hrend der K�mpfe bei Varandal beobachten konnte, war ich der Ansicht, dass die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>und die <emphasis>Dependable </emphasis>die erste Anforderung und Sie pers�nlich die zweite erf�llen.�</p><p>Jane Geary dachte kurz �ber seine Antwort nach, dann sagte sie: �Ich habe geh�rt, Sie haben eine Nachricht von meinem Bruder Captain Michael Geary f�r mich.� Sie sprach ohne erkennbare Gef�hlsregungen.</p><p>�Ja. Ich hatte Ihnen angeboten, eine Kopie der �bertragung an Sie weiterzuleiten.�</p><p>�K�nnen Sie mir nicht einfach erz�hlen, was er gesagt hat?�</p><p>�Nat�rlich.� Er hatte sich die ganze Zeit �ber auf diese Unterhaltung gefreut, sich aber gleichzeitig davor gef�rchtet, und daran hatte sich auch jetzt nichts ge�ndert. �Er sagte, ich soll Ihnen ausrichten, dass er mich nicht mehr hasst.�</p><p>Eine Zeit lang sah Jane Geary ihn nur an, dann wandte sie ihren Blick von ihm ab und atmete angestrengt. �Ist das alles?�</p><p>�Wir hatten nicht viel Zeit. Wie viel wissen Sie �ber das, was sich abgespielt hatte?�</p><p>�Ich kenne die offiziellen Berichte und habe mit ein paar Offizieren der Flotte gesprochen, Admiral.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck und atmete schnaubend aus. �Was erwarten Sie von mir, Jane? Sind Sie als meine Gro�nichte hier oder als eine der mir unterstellten Commander? Verdammt, Sie sind meine n�chste noch lebende Verwandte.�</p><p>�Viele von uns sind in diesem Krieg gestorben.� Sie schaute ihn wieder an. �Sagen Sie mir die Wahrheit: Hat Michael sich freiwillig f�r dieses Himmelfahrtskommando gemeldet? Oder haben Sie es ihm vorgeschlagen?�</p><p>�Er hat sich freiwillig gemeldet. Ich hatte noch genug damit zu tun, mich an die Tatsache zu gew�hnen, dass ich das Kommando �ber die Flotte hatte. Ich war noch gar nicht bereit, jemanden� jemandem einen solchen Befehl zu erteilen.�</p><p>Jane Geary schien ein wenig in sich zusammenzusinken und kniff kurz die Augen zu. �Er war alles, was ich noch hatte, und Sie haben ihn im Heimatsystem der Syndiks zur�ckgelassen.�</p><p>�Ja, das habe ich.� Er w�rde es nicht auf den Druck des Kommandos oder auf seine Pflicht gegen�ber der Flotte schieben. Nichts davon w�rde etwas daran �ndern, was er getan hatte. �Ich hoffe immer noch, dass er �berlebt hat und dass wir ihn wiedersehen werden.�</p><p>�Sie wissen, wie schlecht die Chancen daf�r stehen.�</p><p>�Ja, das wei� ich.� Er bemerkte einen bitteren Geschmack im Mund. �Viele haben es nicht nach Hause geschafft. Es tut mir leid.�</p><p>Sie lehnte sich nach vorn und sah ihn mit gro�en Augen eindringlich an. �Wir beide haben Sie gehasst. Wir konnten nie unser eigenes Leben leben. Als wir noch Kinder waren, gab es bei uns ein Spiel. Einer von uns war Black Jack, der b�se Schwarze Mann, der den anderen jagt, um ihn zu fangen und mit sich in den Krieg zu nehmen. Michael haben Sie schon erwischt, und nun mich auch noch, nicht wahr?�</p><p>�Ich bin nicht Black Jack. Ich will diesem Krieg ein Ende setzen. Es tut mir leid, was Ihnen und Michael passiert ist, was allen Gearys passiert ist, die dazu gezwungen worden sind, in meine angeblichen Fu�stapfen zu treten und in den Krieg zu ziehen. Aber ich schw�re bei der Ehre unserer Vorfahren, ich w�re niemals damit einverstanden gewesen, dass eine Legende um mich herum entsteht, die mich zu jemandem macht, der ich nie war. Ich habe diese Dinge nicht getan, aber ich bedauere trotzdem, was diese Legende Menschen wie Ihnen und Michael angerichtet hat.�</p><p>Wieder sa� Jane Geary eine Weile schweigend da. �Haben Sie jemandem von dieser Nachricht von Michael erz�hlt?�</p><p>Er wollte verneinen, doch dann wurde ihm klar, dass er das nicht konnte. �Nur einer Person.�</p><p>�Ich kann mir schon denken, wer das war.� Sie schaute sich um, als erwarte sie, irgendwo Tanya Desjani zu sehen. �Und was soll <emphasis>ich </emphasis>nun machen, Admiral?�</p><p>�Fragen Sie mich das als meine Nichte oder als Captain Jane Geary?�</p><p>�Als Ihre Nichte. Captain Jane Geary kann ein v�llig professionelles Verh�ltnis wahren. Ich wei�, wie man das macht.�</p><p>Er stutzte, da ihm die gar nicht so unterschwellige Anspielung auf Desjani nicht entgangen war. �Da sind Sie nicht die Einzige.�</p><p>Daraufhin entspannte sie sich ein wenig. �Entschuldigen Sie bitte. Es war nicht so gemeint, wie es rausgekommen ist. Mir ist nichts zu Ohren gekommen, was auf ein ungeb�hrliches Verhalten von Ihrer oder von anderer Seite hingedeutet hat. Aber in K�rze werden wir ins Hypernet der Syndiks �berwechseln, und dann wird keine Kommunikation mehr m�glich sein. Danach k�nnten wir unmittelbar in K�mpfe verwickelt werden, deshalb wollte ich diese vielleicht letzte Gelegenheit nutzen, um mit Ihnen zu reden. Schlie�lich k�nnte es sein, dass einer von uns anschlie�end nicht mehr da ist.�</p><p>�Danke.� Geary entspannte sich. �Seien Sie bitte f�r eine Weile meine Nichte. Ich wei� nicht, ob ich mir vorstellen kann, wie es gewesen sein muss, im Schatten von Black Jack aufzuwachsen und dabei st�ndig von diesem Krieg begleitet zu werden. Daran kann ich nichts �ndern, genauso wenig wie an den anderen Dingen, die sich zugetragen haben, als ich im K�lteschlaf lag. Aber ich m�chte wiedergutmachen, so viel nur geht. Sie m�ssen wissen, ich�� Einen Moment lang brachte er keinen Ton heraus, da er in ihrem Gesicht Z�ge seines Bruders wiederfand. Die meiste Zeit �ber konnte er so tun, als h�tte sich zu Hause nichts ver�ndert, dass sein Bruder daheim in Glenlyon seiner Arbeit nachging und dass seine Eltern immer noch lebten. Aber wenn er Jane Geary gegen�bersa�, konnte er das nicht.</p><p>Sie beobachtete ihn, dann schien sie das Thema wechseln zu wollen. �Als wir beide noch Lieutenants waren, habe ich eine Weile unter Captain Kila gedient.�</p><p>Dieser Name weckte prompt Erinnerungen, die seine anderen Gedanken verdr�ngten. �Mein Beileid. Das muss unangenehm gewesen sein.�</p><p>�Das war es auch�, best�tigte Jane Geary. �H�tten Sie sie erschossen?�</p><p>�O ja, an ihren Fingern klebte Allianz-Blut.�</p><p>�Captain Falco habe ich auch gekannt�, fuhr sie fort.</p><p>Er verzog kurz den Mund. �Er� starb einen ehrenvollen Tod.�</p><p>Etwas an seinen Antworten schien sie zufriedenzustellen, da sie abermals nickte. �Es gibt da etwas, das ich Ihnen erz�hlen muss. Ich habe auch eine Nachricht f�r Sie. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, dass ich Ihnen das erst jetzt sage.�</p><p>Solche Worte h�tte er von ihr nicht erwartet. �Eine Nachricht?�</p><p>�Als ich noch ein junges M�dchen war, haben wir einmal abends meinen Gro�vater besucht, also Ihren Bruder. Er stand drau�en und sah hinauf zu den Sternen. Ich fragte ihn, was er da macht, und er sagte, dass er etwas sucht. Daraufhin fragte ich, was er denn sucht, und er antwortete: �Meinen Bruder. Er fehlt mir. Wenn du ihm da oben irgendwo mal begegnen solltest, dann richte ihm von mir aus, dass er mir fehlt.��</p><p>Sekundenlang war er von ihren Worten so �berw�ltigt, dass er seine Trauer verga� und Jane nur anschaute. �Das hat er Ihnen gesagt?�</p><p>�Ja. Ich habe nie ein Wort davon vergessen, obwohl ich nicht davon ausgegangen bin, diese Nachricht tats�chlich eines Tages zu �berbringen.� Sie seufzte leise. �Ich h�tte Ihnen das schon fr�her ausrichten sollen. Er hat uns immer gesagt, dass Sie genauso waren, wie es die Legende besagt. Absolut vollkommen und der gr��te Held aller Zeiten.�</p><p>�Mike hat das gesagt? Dass ich vollkommen bin?�</p><p>�Ja.�</p><p>Unwillk�rlich musste er lachen. �Das hat er mir aber nicht gesagt, als er� als er noch lebte. Verdammt, er ist tot. Er ist schon eine Ewigkeit tot, so wie alle anderen auch.� Monatelanges Leugnen st�rzte auf ihn ein, er sank in sich zusammen und vergrub das Gesicht in seinen H�nden.</p><p>Schlie�lich brach Jane Geary die Stille. �Es tut mir leid. Ich muss Ihnen auch noch etwas anderes sagen. Michael und ich, wir haben nie richtig an Sie geglaubt. Black Jack war ein Mythos. Aber wir haben uns geirrt.�</p><p>Das riss ihn aus seiner Trauer. �Nein, Sie haben sich nicht geirrt. Black Jack <emphasis>ist </emphasis>ein Mythos. Ich bin nur ich selbst.�</p><p>�Ich habe mir die Aufzeichnungen angesehen, seit Sie das Kommando �bernommen haben, und ich habe mich mit den Offizieren dieser Flotte unterhalten! Ich h�tte nicht das leisten k�nnen, was Sie geschafft haben, und es w�re auch keinem anderen gelungen.� Sie hielt kurz inne, dann platzte sie pl�tzlich heraus: �Seit Ihrer Wiederkehr haben Sie doch mit unseren Vorfahren gesprochen, nicht wahr? F�hlen Sie, ob Michael noch lebt?�</p><p>Geary ballte die Faust und schlug auf die Armlehne. �Ich wei� es nicht. Meine Vorfahren haben mir nie ein klares Gef�hl vermittelt, das in die eine oder andere Richtung geht.�</p><p>Fast erleichtert nickte sie. �So geht es mir auch. Sie wissen, was das hei�t, nicht wahr?�</p><p>�Nein, das wei� ich nicht.�</p><p>�Tats�chlich nicht? Es kann bedeuten, dass ein Leben auf Messers Schneide steht. Es kann bedeuten, dass Ihre Entscheidungen und Ihr Handeln etwas bewirken k�nnen, dass sie dar�ber entscheiden, ob diese Person gestorben ist oder noch lebt.�</p><p>�Das habe ich noch nie geh�rt.� Offenbar hatte sich der Glaube in den letzten hundert Jahren auch ver�ndert, aber auch das war kein Wunder. Immerhin gab es so viele Kriegsgefangenen, �ber deren Schicksal man nichts erfuhr, dass die Angeh�rigen nach jedem Strohhalm greifen mussten, um nicht die Hoffnung zu verlieren.</p><p>Jane Geary nickte nachdr�cklich. �Die ganze Familie war sich einig, was Sie anging. Wir sprachen mit unseren Vorfahren, aber keiner von uns hatte jemals das Gef�hl, dass Sie auch dabei waren. Das schw�re ich. Deshalb trug Gro�vater mir auch auf, Ihnen seine Botschaft zu �berbringen, falls ich Ihnen begegnete. W�ren Sie tot gewesen, h�tte er damit gerechnet, der Erste von uns zu sein, der Sie wiedersieht. Aber keiner von uns glaubte, dass Sie dort sind.� Ihr Gesichtsausdruck wurde beseelter. �Wir haben au�erhalb der Familie mit niemandem dar�ber gesprochen. Die Legende begann, um sich zu greifen, dass Sie eines Tages zur�ckkehren w�rden, um die Allianz zu retten. Aber aus der Familie hat das niemals jemand �ffentlich gesagt, deshalb wei� ich nicht, wie die Legende entstanden ist. Aber sie ist wahr. Es hat lange gedauert, bis ich das akzeptieren konnte.�</p><p>�Jane, bitte nicht. Auf meinen Schultern lasten schon die Erwartungen all dieser Menschen, die nicht mit mir verwandt sind.� Er spreizte die H�nde. �Es ist sch�n, wenn es Leute gibt, die mir glauben, dass ich ein Mensch bin. Das ist f�r mich wichtig.�</p><p>Sie dachte kurz nach und nickte. �Ich glaube, ich verstehe, was Sie meinen. Trotzdem muss ich Sie als Mitglied der Familie nach der Wahrheit fragen. Wo waren Sie all die Jahre? Bei den Lichtern im Sprungraum? Bei den lebenden Sternen?�</p><p>Sie meinte die Frage offenbar v�llig ernst, also verkniff sich Geary ein Lachen, weil seine Gro�nichte sich davon vermutlich verletzt gef�hlt h�tte. �Ich wei� nicht. Eigentlich kann ich mich an gar nichts erinnern. Ich wei� nur, ich bin eingeschlafen, und dann bin ich auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>aufgewacht.�</p><p>�Nicht mal irgendwelche Tr�ume?�, forschte sie sichtlich entt�uscht nach.</p><p>�Ich kann� Nicht dass ich w�sste�, korrigierte er sich. �Von Zeit zu Zeit glaube ich, mich an irgendwelche Fragmente zu erinnern. Aber die �rzte haben mir erkl�rt, dass im K�lteschlaf alle K�rperfunktionen angehalten oder so weit wie m�glich gedrosselt werden. Das gilt auch f�r den Denkprozess. Ich habe nicht gedacht, also konnte ich auch nicht tr�umen. Jedenfalls sagen das die �rzte. Falls doch irgendetwas geschehen ist, dann kann ich mich daran nicht erinnern.� Geary sah seine Gro�nichte an und f�hlte sich wegen der Richtung, in die ihre Fragen gegangen waren, ein wenig unbehaglich, weshalb er dringend das Thema wechseln wollte. �Was h�tten Sie gemacht, wenn Sie nicht zur Flotte gegangen w�ren?�</p><p>Jane Geary l�chelte ihn an. �Irgendetwas mit Geb�uden. Architektur. Die Leute orientieren sich seit Jahrtausenden an den gleichen Modellen, aber ich glaube, wir k�nnen mehr lernen, wenn wir etwas Neues entwerfen.� Dann wurde sie wieder ernst. �Michael hat eine Tochter und zwei S�hne. Die Tochter ist in sechs Monaten alt genug, um mit dem Training zum Flottenoffizier zu beginnen.�</p><p>Er hatte das gewusst, das Thema aber nicht anschneiden wollen, weil er sich fragte, was diese Kinder wohl von Black Jack hielten, der ihren Vater im Heimatsystem der Syndiks zur�ckgelassen hatte. �Ist es das, was sie will?�</p><p>�Vielleicht bekommen Sie ja eine Gelegenheit, sie selbst zu fragen.�</p><p>�Solange sie wirklich eine Wahl hat.�</p><p>Jane Geary nickte. �Wom�glich bekommt sie ja durch Sie diese Wahl. Verzeihen Sie bitte, dass ich nicht schon fr�her mit Ihnen gesprochen habe. Ich sollte jetzt besser gehen, Sie haben sicher noch viel vorzubereiten.�</p><p>Er warf einen Blick auf die Uhr und nickte widerstrebend. �Vielen Dank. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viel mir das bedeutet hat.�</p><p>�Vielleicht bekommen wir ja beide noch eine Gelegenheit, mit Michael zu reden.� Sie stand auf und salutierte ganz so wie jemand, der sich mit dieser Geste erst vor Kurzem vertraut gemacht hatte. �Wenn Sie gestatten, Admiral.�</p><p>�Selbstverst�ndlich.� Geary erwiderte den Salut und erhob sich von seinem Platz. Er starrte einen Moment auf die Stelle, an der sich eben noch ihr Bild befunden hatte, und begab sich dann auf die Br�cke.</p><p>Auf Gearys Display war das Hypernet-Portal zu sehen, das fast den ganzen Bildschirm ausf�llte. Das eigentliche Portal war eine Matrix aus gebundener Energie, die mit menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar war. Sichtbar war dagegen ein Ring aus Hunderten von Objekten, den sogenannten Trossen, die diese Matrix stabil hielten und daf�r sorgten, dass sich ihre Position nicht ver�nderte. Seit Sancere war er keinem Portal mehr so nah gewesen wie in diesem Moment, und dieses andere Portal war im Kollabieren begriffen gewesen, da zu viele Trossen von Syndik-Kriegsschiffen zerschossen worden waren, nur um zu verhindern, dass die Allianz-Flotte das Portal benutzte. Als ihm ins Ged�chtnis kam, wie das All selbst fluktuiert hatte, als das Portal zusammenbrach, musste Geary tief durchatmen, um wieder ruhig zu werden.</p><p>�Keine Probleme�, meldete Desjani und l�chelte ihn zuversichtlich an.</p><p>�Captain Desjani, ich habe mich bislang nur einmal einem Hypernet-Portal gen�hert, und Sie werden sich erinnern, dass das keine angenehme Erfahrung war.�</p><p>�Wir haben�s �berlebt.�</p><p>Wenn er ber�cksichtigte, dass diese Menschen seit hundert Jahren mit dem Krieg lebten, war das allerdings ein �berzeugender Ma�stab f�r Erfolg und Misserfolg.</p><p>�Jetzt werden wir herausfinden, ob alles so funktioniert, wie es soll�, meinte Desjani.</p><p>Er nickte, da er wusste, dass sie sich auf Dinge bezog, �ber die sie auf der Br�cke nicht diskutieren sollten. Alle wahrscheinlichkeitsbasierten W�rmer, die sie hatten finden k�nnen, waren aus den Hypernet-, Steuer- und Komm-Systemen aller Schiffe der Flotte entfernt worden. Jetzt blieb nur zu hoffen, dass die Aliens sie nicht umleiten konnten, sobald sie sich im Hypernet befanden, so wie sie es mit einer Syndik-Flotte gemacht hatten. Aber ob es sicher war oder nicht, w�rde die Allianz-Flotte erst in dem Moment herausfinden, wenn sie es versuchten. �Und wie funktioniert das noch mal mit diesem Hypernet-Schl�ssel?�</p><p>�Wenn wir in das Feld des Hypernet-Portals eindringen, wird der Syndik-Schl�ssel an Bord aktiviert. Wir legen die Parameter f�r das Transportfeld fest, damit es gro� genug ist f�r die gesamte Flotte. Wir stellen sicher, dass das auf dem Schl�ssel angezeigte Ziel auch das gew�nschte ist, und dann befehlen wir dem Schl�ssel, das Startkommando an das Portal zu �bertragen. Es ist ganz einfach.�</p><p>Geary nickte. �Zu einfach sogar. Welcher menschliche Ingenieur hat jemals etwas konstruiert, das leicht zu bedienen war?�</p><p>�Da haben Sie recht. Wir h�tten eigentlich von vornherein misstrauisch werden m�ssen, weil zum Aktivieren der Vorrichtung nicht irgendwelche mystischen Gesten in einer bestimmten Reihenfolge erforderlich sind und weil man den Namen des Ziels angezeigt bekommt, nicht aber einen endlosen Zahlencode, den man erst einmal Ziffer f�r Ziffer vergleichen muss. Kein menschlicher Software-Entwickler w�rde etwas so Benutzerfreundliches konstruieren.� Desjani grinste und deutete auf die Flotte. �Sind Sie mit der Formation zufrieden?�</p><p>�Ja. Diese Formation kommt mit allem zurecht, was uns erwarten k�nnte, falls die Syndiks am Hypernet-Portal auf uns warten sollten. Damit ist allerdings nicht zu rechnen.�</p><p>Desjani schaute auf einen anderen Teil des Displays. �Der Schl�ssel ist aktiviert. Wollen Sie die Daten eingeben?�</p><p>�Nein, machen Sie das bitte.�</p><p>Ihre Finger huschten �ber das Tastenfeld, dann betrachtete sie kritisch die Anzeige. �Ablauf-Wachhabender, best�tigen Sie, dass die Gr��e des Transportfelds korrekt eingegeben ist.�</p><p>Einen Moment sp�ter nickte der Offizier. �Best�tigt, Captain. Das Feld umschlie�t die gesamte Flotte.�</p><p>�Best�tigen Sie Zevos als angegebenes Ziel.�</p><p>�Zevos als Ziel angegeben.�</p><p>Desjani schaute zu Geary. �Bitte um Erlaubnis, den Hypernet-Schl�ssel f�r den Transport nach Zevos zu aktivieren.�</p><p>�Erlaubnis erteilt.�</p><p>Sie tippte auf verschiedene Tasten, dann verschwanden die Sterne.</p><p>Geary konnte sich kaum daran erinnern, welchen Blick man in einem Hypernet-Kanal nach drau�en hatte. �Da gibt es wirklich gar nichts zu sehen.�</p><p>�Nein. Die Wissenschaftler sagen, dass wir uns in einer Art Blase befinden, die das Licht, wie wir es kennen, nicht durchdringen kann. Deshalb ist es einfach nur dunkel.�</p><p>Nur Dunkelheit. Kein Gef�hl f�r die Geschwindigkeit oder daf�r, dass sie sich �berhaupt von der Stelle bewegten. �Wie lange dauert das, sagten Sie?�</p><p>�Acht Tage, vierzehn Stunden, sechs Minuten f�r diese Reise. Je weiter man reist, umso h�her wird die Geschwindigkeit im Verh�ltnis zum umgebenden Universum. Es ist schon eigenartig, denn wir legen jetzt eine weite Strecke zur�ck, und dabei sind wir schneller, als wenn wir eine k�rzere Strecke zur�cklegen w�rden.�</p><p>�Eine k�rzere Reise kann genauso lange dauern wie eine l�ngere?�</p><p>�Ja, oder sogar l�nger.� Desjani deutete auf die Schw�rze auf dem Display. �Wie gesagt, es ist eigenartig. Sie m�ssen schon einen Wissenschaftler bitten, Ihnen das zu erkl�ren, auch wenn ich mir nicht so ganz sicher bin, ob die selbst �berhaupt wissen, wovon sie reden. Allerdings haben sie ein paar beeindruckende Namen f�r das auf Lager, was sich dabei ihrer Meinung nach abspielt.�</p><p>Selbst wenn es mit einem einzelnen Sprung m�glich gewesen w�re, h�tte man f�r diese Strecke im Sprungraum mehrere Monate ben�tigt. Mit Blick darauf, dass das Ende des Krieges in greifbare N�he ger�ckt war, erschienen jedoch selbst diese acht Tage, vierzehn Stunden und sechs Minuten als viel zu lange. �Ich will das hinter mich bringen.�</p><p>�Ja, Sir, ich auch. Denken Sie einfach nur daran, wie lange wir alle schon auf diesen Tag hoffen.�</p><p>Der Krieg hatte vor hundert Jahren begonnen, und bis auf Geary wartete jeder in dieser Flotte schon ein Leben lang auf sein Ende.</p><p>Wenn er es so betrachtete, dann konnte er auch noch acht Tage warten.</p><p>Falls die Aliens immer noch in der Lage waren, die Flotte einfach umzulenken, machten sie diesmal von dieser F�higkeit keinen Gebrauch. Zevos pr�sentierte sich als System mit zwei nur eingeschr�nkt bewohnbaren Welten, einer dicht besiedelten Welt sowie zahlreichen Kolonien und Au�enposten auf Monden, Asteroiden und Beinahe-Gasriesen. Nicht ein einziges Syndik-Kriegsschiff wurde von den Sensoren der Flotte entdeckt, als die das Hypernet-Portal verlie�. �Sie haben alle mobilen Verteidigungen ins Heimatsystem verlegt�, mutma�te Desjani. �Und vermutlich haben sie auch die festen Verteidigungsanlagen weggeschleppt und hingebracht.�</p><p>�Vermutlich.� Eine Kontrollboje nahe dem Portal forderte mit blecherner Stimme die Allianz-Flotte auf, den ausgewiesenen Strecken zu folgen, die f�r den ins System einfliegenden Flugverkehr bindend waren. �<emphasis>Diamond</emphasis>, schie�en Sie diese Boje ab.�</p><p>�<emphasis>Diamond </emphasis>verstanden�, best�tigte der Schwere Kreuzer. �Boje wird in sch�tzungsweise f�nfunddrei�ig Sekunden zerst�rt.�</p><p>Der Sprungpunkt, zu dem sie gelangen wollten, war vom Hypernet-Portal nur eineinhalb Lichtstunden entfernt. Geary lie� die Flotte Kurs auf den Punkt nehmen, w�hrend er sich dar�ber freute, dass die Syndik-Beh�rden im Zevos-System die Allianz-Kriegsschiffe erst in einigen Stunden sehen w�rden, kurz bevor die zum Sprung aus dem System ansetzten. Da die Syndiks vergessen hatten, wie man die erweiterte Sprungreichweite erzielen konnte, w�rden sie glauben, die Flotte habe einen Stern namens Marchen zum Ziel, der noch weiter vom Heimatsystem entfernt war als Zevos.</p><p>�Was sollen wir mit diesen Handelsschiffen machen, die sich dem Hypernet-Portal n�hern?�, wollte Desjani wissen.</p><p>Trotz des T�uschungsman�vers wollte Geary nicht, dass sich die Nachricht von seiner Ankunft im Zevos-System zu schnell herumsprach. Er benutzte das Steuerdisplay, um verschiedene L�sungen so schnell durchzuspielen, wie er die verschiedenen Allianz-Einheiten markieren und die jeweiligen Abfangkurse abrufen konnte. �Zwanzigstes Zerst�rergeschwader, fangen Sie die gekennzeichneten Syndik-Handelsschiffe ab und zerst�ren Sie sie. Verfolgen Sie keine anderen m�glichen Ziele, solange Sie nicht den ausdr�cklichen Befehl erhalten. Kehren Sie vor dem Sprung in die Formation zur�ck.�</p><p>�Zwanzigstes Zerst�rergeschwader verstanden!� Froh dar�ber, sich auf ein paar Syndiks st�rzen zu k�nnen, w�hrend der Rest der Flotte zum Sprungpunkt flog, machten sich die Zerst�rer auf den Weg zu ihrer Beute.</p><p>Geary sah ihnen einen Moment lang nach, dann widmete er sich wieder den m�glichen Formationen seiner Flotte. Er konnte davon ausgehen, dass die Syndik-Flotte sich �berall in ihrem Heimatsystem aufhielt, nur nicht an der Stelle, an der die Allianz-Flotte aus dem Sprungraum kommen w�rde, dennoch wollte er f�r den Fall gewappnet sein, dass er sich irrte. �Captain Smyth, ich will, dass Ihre Hilfsschiffe auf allen Schiffen die Best�nde an Brennstoffzellen und Munition auff�llen. Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie Schwierigkeiten sehen, das noch vor dem Sprung zu erledigen.�</p><p>F�nfzehn Stunden bis zum Sprungpunkt, dann zehn Tage im Sprungraum. Und das alles nur, um dorthin zur�ckzukehren, wo er das Kommando �ber diese Flotte �bernommen hatte.</p></section><section><title><p>Sechs</p></title><p>Ein Gebr�ll wie von einem Rudel L�wen, das seine Beute entdeckt hatte, erf�llte die Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, als die Wachhabenden auf den Displays das Syndik-Heimatsystem zu sehen bekamen. Sechs Monate zuvor war die Flotte vor einer �berlegenen feindlichen Streitmacht aus diesem System geflohen, sie war um ihr Leben gerannt und hatte dabei schreckliche Verluste erlitten. Und nun war sie zur�ck. Die Wracks der auf der Flucht zerst�rten Syndik-Kriegsschiffe s�umten den Weg, den die Flotte damals genommen hatte. �Jetzt haben wir sie�, fl�sterte Desjani, in ihren Augen schimmerte ein erwartungsvoller Glanz.</p><p>Geary hielt inne, um diesen Augenblick zu genie�en, auch wenn er sich vorgenommen hatte, sich durch nichts ablenken zu lassen. Die Allianz-Flotte war in einem Winkel relativ zu der Position eingetroffen, an der sie sich aufgehalten hatte, als Geary das Kommando �bernahm, gut ein Viertel entlang des �u�eren Randes des Sternensystems vom Sprungpunkt, den die Flotte benutzt hatte, um nach Corvus zu entkommen. Drei Lichtstunden entfernt hing das Hypernet-Portal des Systems im Raum, und selbst auf diese betr�chtliche Entfernung konnten die Sensoren der Flotte den dicken Schutzwall aus Minenfeldern unmittelbar vor dem Portal wahrnehmen, so zahlreich und dicht nebeneinander waren die Minen dort platziert worden. Gleich hinter dieser Barrikade warteten zahllose Handelsschiffe, an denen Hunderte SAS festgemacht waren, die sofort zuschlagen sollten, sobald die von den Minen in Mitleidenschaft gezogenen Allianz-Schiffe die Minenfelder hinter sich gelassen hatten. Hinter den Handelsschiffen und nur f�nfzehn Lichtminuten vom Hypernet-Portal entfernt hatte sich die Flotte der Syndik-Verteidiger in Position gebracht, lediglich zw�lf Schlachtschiffe und sechzehn Schlachtkreuzer, begleitet von immerhin einundsechzig Schweren Kreuzern, f�nfzig Leichten Kreuzern und hundertsiebenundneunzig J�gern.</p><p>Das Wichtigste war aber die Erkenntnis, dass die Flottensensoren das Vorhandensein einer Schutzvorrichtung am Hypernet-Portal best�tigten. Zwar hatte vonseiten der Allianz niemand erwartet, dass sie fehlen k�nnte, dennoch wurden durch diese Meldung alle noch verbliebenen Zweifel ausger�umt.</p><p>An anderer Stelle im System flogen ein paar Leichte Kreuzer und einige J�ger zwischen Planeten hin und her, und fast am anderen Ende des Sternensystems fand sich eine kleine Gruppe aus einem einzelnen Schlachtschiff und drei Schweren Kreuzern.</p><p>�Ich wei� ja, dass viele dieser Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer neu gebaut worden sind, aber wie kommen die an so viele Eskortschiffe?�, wunderte sich Geary.</p><p>�Sie m�ssen die Verteidigung aus zahlreichen Sternensystemen fast komplett abgezogen haben�, �berlegte Desjani. �W�ren wir auf direktem Weg hergekommen, h�tte es eine Wiederholung des letzten Besuchs der Flotte in diesem System gegeben. Bis wir uns durch das Minenfeld gek�mpft h�tten, w�ren schon so viele Schiffe verloren gewesen, dass die Syndiks uns h�tten besiegen k�nnen.� Ihr Blick wanderte �ber das Display. �Alles, was sich in einem fixen Orbit befindet, sind entweder auf Schienen montierte Gesch�tze oder Partikelstrahl-Batterien. Gut, dass Sie mit unseren Steinen sparsam umgegangen sind.�</p><p>Das Heimatsystem der Syndiks war ohne jeden Zweifel eine an Zielen reiche Umgebung. Neben den festen Verteidigungsanlagen wiesen die Planeten eine Vielzahl an St�dten und Kolonien auf, doch die vorrangig besiedelte Welt wurde auch gro�fl�chig von Parklandschaften �berzogen, in denen ausladende Villen standen, die mit so gro�em Abstand zueinander verteilt waren, dass die Bewohner der einen Villa von keinem Bewohner einer anderen gesehen werden konnten. �Sieht ja h�bsch aus�, kommentierte Geary.</p><p>�Die Hauptwelt, die acht Lichtminuten vom Stern entfernt liegt, ist nahezu perfekt�, stimmte Desjani ihm zu. �Der viereinhalb Lichtminuten entfernte Planet ist viel zu hei�, aber der andere in f�nfzehn Lichtminuten Entfernung scheint auch ganz passabel zu sein, weil sich dort etliche Kuppelst�dte befinden. Und der zweiunddrei�ig Minuten entfernte Gasriese eignet sich hervorragend f�r den Bergbau. Ein gutes Sternensystem. K�nnen wir es knacken?�</p><p>�Ja, das k�nnen wir. Fangen wir mit den fest installierten Verteidigungsanlagen an. Industrieanlagen und Transportsysteme behalten wir als Druckmittel erst einmal zur�ck. Die zerst�ren wir nur, wenn wir die Syndiks anders nicht an den Verhandlungstisch holen k�nnen.� Geary gab die Befehle an die Gefechtssysteme der Flotte ein. Er markierte die fixen Verteidigungseinrichtungen auf Planeten, Monden, Asteroiden und k�nstlichen Satelliten, au�erdem Kommando- und Kontrollstationen und die mit den Einrichtungen verbundenen Sensorsysteme, dann lie� er von den automatisierten Systemen einen Bombardierungsplan erstellen. Die Zahl der Ziele war so gro�, dass die Gefechtssysteme sp�rbar Zeit ben�tigten, ehe sie eine L�sung vorschlagen konnten. Als er die Zahlen sah, konnte sich Geary einen leisen Pfiff nicht verkneifen. �Ich muss veranlassen, dass die Hilfsschiffe mehr Steine f�r uns produzieren. Das hier wird unseren Bestand ziemlich schwinden lassen.�</p><p>Er bewegte den Finger zur Best�tigen-Taste, dann ver�nderte er eine Einstellung und sah Desjani an. �Machen Sie das.�</p><p>�Was?�</p><p>�Ich habe Ihnen die Berechtigung �bertragen, den Plan zu best�tigen. Machen Sie schon und starten Sie das Bombardement.�</p><p>Sie reagierte mit einem angenehm �berraschten L�cheln. �Sie wissen, wie man eine Frau gl�cklich macht. Jedenfalls mich.� Dann nahm ihr L�cheln einen boshaften Zug an. �Vielen Dank, Admiral. Das ist f�r alle Kameraden, die wir beim letzten Mal hier verloren haben�, verk�ndete sie und bet�tigte die Taste.</p><p>�berall in der Flotte begannen Kriegsschiffe damit, kinetische Projektile abzuwerfen. Es w�rde Stunden oder sogar Tage dauern, ehe sie ihr Ziel erreichten, doch wenn sie einschlugen, w�rden sie das ausgekl�gelte Verteidigungsnetzwerk der Syndiks in einen Tr�mmerhaufen verwandeln.</p><p>Im Verlauf dieses hundert Jahre w�hrenden Kriegs hatte das Heimatsystem der Syndiks nie unmittelbar die Auswirkungen der Kampfhandlungen zu sp�ren bekommen, doch das w�rde sich jetzt �ndern, wie Geary mit einer gewissen Befriedigung feststellen durfte. �Dann wollen wir uns mal diese Syndik-Flotte vornehmen. An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Drehen Sie bei Zeit drei null nach backbord vier zwei Grad und nach unten null eins Grad.� Die Formation w�rde er erst mal eine Weile beibehalten, bis er erkennen konnte, wie die Syndiks reagierten. Auch wenn bislang alles nach Plan verlaufen war, machte ihm die Sorge zu schaffen, dass die Syndiks irgendwelche Fallen im System platziert hatten, die ihnen bislang blo� noch nicht aufgefallen waren. �Halten Sie wie bisher Ausschau nach Hinweisen auf weitere Minenfelder in diesem Sternensystem.�</p><p>Nachdem er die Flotte auf den Weg geschickt hatte, wurde es Zeit, sich dem Grund zu widmen, der sie eigentlich hergef�hrt hatte. Er rief die Geheimdienstabteilung an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>: �Lieutenant Iger, wie exakt k�nnen Sie mir angeben, wo sich in diesem System der Syndik-Exekutivrat befindet?�</p><p>Igers Gesichtsausdruck war der eines Untergebenen, der wusste, dass die Antwort seinen Vorgesetzten nicht zufriedenstellen w�rde. �Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir Ihnen exakte Koordinaten geben k�nnen. Momentan scannen wir alle unverschl�sselten Nachrichten, ob sich Hinweise finden. Au�erdem versuchen wir, aus verschl�sselten �bermittlungen so viel wie m�glich herauszuholen. Wahrscheinlicher ist es aber, dass wir nur mit den Sendungspriorit�ten im Komm-Netz dieses Systems weiterkommen.�</p><p>�Sie k�nnen die Sendungspriorit�ten lesen?�</p><p>�Nein, Sir, nicht im eigentlichen Sinn. Aber wir k�nnen feststellen, welche �bertragungen von den Routern im Sternensystem vorrangig weitergeleitet werden. Indem wir die zu ihrem Ursprung zur�ckverfolgen, k�nnen wir in einem groben Rahmen feststellen, wo derjenige sitzt, der dazu autorisiert ist, die gr��te Anzahl an �bertragungen mit hoher Priorit�t zu senden.�</p><p>Das klang vielversprechend. �Und wie grob ist dieser Rahmen?�</p><p>Das Unbehagen des Geheimdienstoffiziers wurde noch offensichtlicher. �Sobald eine Nachricht in ein geschlossenes �bertragungssystem gelangt, k�nnen wir sie nicht mehr zur�ckverfolgen. Das w�re zum Beispiel eine Orbitaleinrichtung� oder ein Planet.�</p><p>�Ein Planet?� Geary sah Iger ungl�ubig an. �Soll das hei�en, Sie k�nnen mir nur sagen, dass sich die Quelle irgendwo auf einem Planeten befindet?�</p><p>�Vermutlich ja, Sir�, erl�uterte Iger. �Sobald wir uns auf Planetenebene bewegen, haben wir es mit allen m�glichen �bertragungsmethoden zu tun, die wir von hier drau�en nicht �berwachen k�nnen. Zum Beispiel unterirdisch verlegte Kabel. Au�erdem liegen Kommandoknoten auf Planeten meist extrem abgelegen, damit man bei drahtlosen �bertragungen nicht die Position des Absenders feststellen kann. Aber wir sollten Ihnen auf jeden Fall sagen k�nnen, auf welchem Planeten der Syndik-Exekutivrat zu finden ist.�</p><p>Es war eindeutig eine Erkl�rung und keine Entschuldigung, weshalb Geary verstehend nickte. �Also gut. Wie lange wird es dauern, bis Sie mir diese Informationen geben k�nnen?�</p><p>�Das h�ngt davon ab, wie engmaschig das Syndik-Netz ist. Ein paar Stunden mindestens, aber maximal weniger als ein Tag. Admiral, wenn irgendeine Quelle bessere Informationen liefert, werden wir den Exekutivrat auch schneller und pr�ziser lokalisieren k�nnen. Wir sollten nur nicht darauf bauen, dass wir so bald genau diese Informationen bekommen.�</p><p>�Verstehe. Haben Sie schon irgendwelche Kriegsgefangenenlager identifizieren k�nnen?�</p><p>Iger sch�ttelte den Kopf. �Nein, Sir. Nichts sieht nach einem Kriegsgefangenenlager oder einem Arbeitslager aus, und es ist auch kein Komm-Verkehr zu diesen Themen feststellbar. Aber wir halten weiter Ausschau.�</p><p>�Gut, aber Vorrang hat die Suche nach dem Standort der Syndik-F�hrung. Geben Sie mir Bescheid, sobald Sie etwas haben. Und halten Sie sich ran.� Er kannte Iger inzwischen gut genug, um zu wissen, dass seine Wortwahl den Mann dazu veranlassen w�rde, seine Abteilung auf Hochtouren arbeiten zu lassen.</p><p>Weniger als ein Tag, aber mindestens einige Stunden. Das war einfach viel zu viel Zeit, in der die Syndiks weitere Angriffe planen konnten, ehe sie zu Verhandlungen bereit sein w�rden. Aus Erfahrung wusste Geary, dass man leichter die Ausarbeitung eines Plans als seine Umsetzung verhindern konnte.</p><p>Da er seine Nachricht noch nicht an eine bestimmte Position schicken konnte, blieb ihm nichts anderes �brig, als sie systemweit zu senden. Bevor er damit begann, setzte er sich zun�chst gerader hin. �An die Mitglieder des Exekutivrats der Syndikatwelten: Hier spricht Admiral Geary, Befehlshaber der Allianz-Flotte. Wir sind gekommen, um diesem Krieg zu Bedingungen ein Ende zu setzen, die beide Seiten akzeptieren k�nnen. Wir werden den Krieg nach M�glichkeit durch Verhandlungen beenden, notfalls aber auch durch Gewaltanwendung. Dieser �bertragung folgt eine Liste mit Vorschl�gen, die die Grundlage eines Friedensvertrags bilden sollen. Sehen Sie sich diese Liste sobald wie m�glich an und reagieren Sie zustimmend darauf. Die Allianz-Streitkr�fte in diesem System werden ihre Offensiven fortsetzen, bis ein Vertrag zustande gekommen ist.� Rione hatte das als einen Weg vorgeschlagen, um die Syndiks daran zu hindern, Verhandlungen so lange wie m�glich hinauszuz�gern. �Auf die Ehre unserer Vorfahren.�</p><p>Kaum hatte er geendet, h�rte Geary L�rm vom hinteren Teil der Br�cke. Ver�rgert drehte er sich um und sah, dass Rione mit den beiden anderen Senatoren dastand und sich mit ihnen �ber irgendetwas zu streiten schien. Desjanis Blick lie� vermuten, dass sie �berlegte, ob sie die drei wohl verhaften lassen konnte, ohne sich damit �rger einzuhandeln. �Entschuldigen Sie�, sagte Geary lauter als �blich, �aber wir stehen hier einer starken Streitmacht der Syndiks gegen�ber, und es w�re uns lieber, wenn wir dabei nicht gest�rt w�rden.�</p><p>�Auch wenn wir damit schon eine ganze Weile leben m�ssen�, f�gte Desjani leise genug hinzu, um von den Politikern nicht geh�rt zu werden.</p><p>Senatorin Costa machte eine gro�spurige Geste. �Admiral Geary, wir versuchen nur, einen gerechten Plan auszuarbeiten, wer wann den Beobachterposten auf der Br�cke einnehmen kann.�</p><p>So, dass Costa und Sakai davon nichts sehen konnten, machte Rione eine entschuldigende Geste in Gearys Richtung. �Vielleicht sollten wir diese Diskussion woanders f�hren�, schlug sie vor, �wo wir die Besatzung nicht st�ren.�</p><p>�Zum Beispiel in der Arrestzelle�, murmelte Desjani.</p><p>�Tanya�, warnte Geary leise, dann hob er seine Stimme wieder an. �Ein guter Vorschlag, Madam Co-Pr�sidentin. Machen Sie das bitte unter sich aus.� Er wollte sich nicht einmischen, da er ansonsten f�rchtete, die Geduld mit den Politikern zu verlieren und ihnen vorzuschreiben, wann wer auf der Br�cke sein durfte. So etwas konnte allzu schnell zu einer Gepflogenheit werden, und er wollte sich nicht angew�hnen, Politiker herumzukommandieren, weil es gen�gend Leute in der Flotte und in der Allianz gab, die sich genau das von ihm w�nschten.</p><p>Sakais Einstellung war nur schwer auszuloten, aber er war bereit, die Br�cke zu verlassen. �Gut, Admiral. Wir gehen davon aus, dass wir umgehend benachrichtigt werden, wenn die feindliche Streitmacht eliminiert worden ist.�</p><p>Aus Sakais Mund h�rte sich das an, als sei es eine reine Formsache, die Syndik-Flotte zu eliminieren, dachte Geary, aber nach au�en hin nickte er nur und sagte: �Selbstverst�ndlich.�</p><p>�Ich bin sehr stolz�, fuhr Sakai fort, �hier so viele tapfere B�rger von Kosatka zu sehen, die in dieser Schlacht eine so entscheidende Rolle spielen. Ohne ihr Opfer k�nnten wir heute nicht hier stehen.�</p><p>Desjani verdrehte die Augen, was Sakai nicht sehen konnte, und sagte dann in einem respektvollen Ton: �Vielen Dank, Senator.� Auch die Wachhabenden auf der Br�cke gaben knappe, aber h�fliche Bemerkungen von sich, dann zogen sich die drei Senatoren zur�ck.</p><p>Es wunderte Geary nicht, dass Senatorin Costa kurze Zeit darauf wieder auf die Br�cke kam und den Platz im Beobachtersessel einnahm. Er war davon ausgegangen, dass Rione einen ihrer Kollegen f�r eine Weile den Platz �berlassen w�rde, da sie aus Erfahrung wusste, dass erst einmal f�r Stunden Ruhe herrschte. Immerhin dauerte es ja zun�chst noch zwei Stunden, bevor die Syndik-Flotte, die das Hypernet-Portal bewachte, die Ankunft der Allianz-Flotte �berhaupt wahrnehmen konnte. Und erst fast drei Stunden danach w�rde man sehen, wie die Syndiks darauf reagierten.</p><p>Nach einer Stunde war noch immer nicht viel geschehen, au�er dass die Allianz-Flotte weiter auf die Syndiks zusteuerte und dass ein paar kinetische Geschosse die in der N�he befindlichen gegnerischen Verteidigungsanlagen trafen. Costa war inzwischen etwas unruhig geworden. Eine Stunde sp�ter hatte sich noch immer nichts Nennenswertes ereignet. 0,1 Lichtgeschwindigkeit h�rte sich nach hohem Tempo an, was auch zutraf, bewegte sich doch die Flotte mit rund drei�igtausend Kilometern in der Sekunde durchs All. Doch angesichts der gewaltigen Entfernungen, die es zu �berwinden galt, konnte sich sogar diese Geschwindigkeit manchmal so anf�hlen, als w�rde man im Schneckentempo unterwegs sein. Da zehn Stunden erforderlich waren, um die Strecke einer einzelnen Lichtstunde zur�ckzulegen, und da der Feind fast drei Lichtstunden entfernt war, w�rde es weit �ber einen Tag dauern, ehe ein Gefecht �berhaupt in greifbare N�he r�ckte.</p><p>�Inzwischen sollten sie uns entdeckt haben�, merkte Desjani an Geary gerichtet an und war dabei laut genug, dass Costa sie h�ren konnte. �Nur noch drei Stunden, dann wissen wir, wie sie reagieren werden.�</p><p>Die bereits gelangweilt dreinblickende Costa verzog entsetzt den Mund.</p><p>Geary stand auf. �Ich muss ein wenig spazieren gehen, um in Ruhe nachzudenken. Lassen Sie mich wissen, wenn sich vor Ablauf der drei Stunden etwas ereignet.�</p><p>�Wird gemacht, Sir.�</p><p>Als er zwei Stunden sp�ter auf die Br�cke zur�ckkehrte, hatte Rione wieder den Beobachterplatz eingenommen, doch sie machte nicht den Eindruck, dass sie sich dar�ber freute, die Rotation unter den Senatoren so eingeteilt zu haben, dass sie die beste Schicht hatte. Stattdessen glaubte Geary bei ihr einen besorgten Gesichtsausdruck zu bemerken. �Was ist los?�</p><p>�Ich wei� nicht.�</p><p>Da sie sich weiter nicht �u�erte, setzte sich Geary wieder auf seinen Platz und nickte Desjani zu, die ebenfalls irgendwie irritiert wirkte. �Wie sieht es da drau�en aus?�</p><p>�Gut.� Trotzdem schien sie sich dar�ber nicht zu freuen.</p><p>�Woran st�ren Sie sich?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Das kann ich nicht sagen, Admiral. Woran st�ren Sie sich?�</p><p>�Das kann ich auch nicht sagen.�</p><p>Die Minuten zogen sich z�h dahin, aber schlie�lich blinkten Warnlichter auf dem Steuerdisplay auf, da sich die Syndik-Flotte in Bewegung gesetzt hatte.</p><p>�Sie weichen dem Kampf aus�, stellte Desjani verbl�fft fest.</p><p>Die Kriegsschiffe der Syndiks hatten abgedreht und verlie�en ihre Positionen in der N�he des Hypernet-Portals, jedoch nicht auf einem Vektor, der sie zu den n�her kommenden Schiffen der Allianz gef�hrt h�tte. �Ich frage mich, wohin sie wollen�, wunderte sich Geary. Falls die feindliche Flotte vorhatte, sich immer wieder au�er Reichweite der Allianz-Streitmacht zu begeben, w�rde sie als l�stige und konstante Bedrohung �ber allem schweben. Im Normalraum konnten Menschen mit der Physik spielen, beispielsweise in der Gestalt von Tr�gheitsd�mpfern, die es ihnen erlaubten, so schnell zu beschleunigen und abzubremsen, dass Schiffe und Besatzungen unter gew�hnlichen Umst�nden von den Fliehkr�ften zerrissen worden w�ren. Aber niemand hatte bislang einen Weg gefunden, wie man die simplen Faktoren Entfernung und Zeit in den Griff bekommen konnte. Die Syndiks waren einfach zu weit entfernt, als dass die Allianz-Flotte eine Chance gehabt h�tte, sie zu fassen zu bekommen. F�r ein Gefecht mussten die Syndiks schon deutlich n�her herankommen, doch im Augenblick schienen sie daran nicht interessiert zu sein.</p><p>�Wo immer die auch hin wollen, sie wollen auf jeden Fall nicht zu uns�, sagte Desjani, als die berechneten Vektoren sich von Kegeln zu immer d�nner werdenden Linien ver�nderten, da die Syndiks ihren Kurs und die beabsichtigte Geschwindigkeit erreichten. �Sieht aus, als wollten sie ein Segment des Systems durchqueren. Sie fliegen zwar nicht von uns weg, aber nennenswert n�her kommen sie auch nicht.�</p><p>Hatten die Syndiks beschlossen, lieber zu verhandeln, anstatt einen aussichtslosen Kampf zu beginnen? Bislang war bei Geary noch keine Reaktion auf seine im System ausgestrahlten Forderungen eingegangen. �Sie bleiben eine Bedrohung, aber wir erreichen sie nicht. Auch gut, dann nehmen wir eben Kurs auf den Planeten mit der h�chsten Bev�lkerungsdichte. Damit kann die Syndik-Flotte dann gut zwei Tage lang dar�ber nachdenken, ob sie wirklich tatenlos zusehen will, wie wir uns zu ihren F�hrern begeben und ihnen die Pistole an den Kopf setzen. Entweder sie k�mpfen, oder wir gewinnen.� Sehr befriedigend kam ihm das alles nicht vor, aber es schien die beste L�sung zu sein.</p><p>�Wenn wir sie nicht einholen k�nnen, m�ssen wir sie eben dazu zwingen, dass sie zu uns kommen�, stimmte Desjani ihm un�berh�rbar frustriert zu.</p><p>Die Flotte drehte bei und nahm Kurs auf den Planeten, der in nur acht Lichtminuten den Stern dieses Systems umkreiste.</p><p>Weitere zehn Stunden vergingen wie im Schneckentempo, in deren Verlauf immer mehr feste Verteidigungsanlagen auf ihren Bahnen vom Allianz-Bombardement getroffen wurden. Ein Sperrfeuer aus kinetischen Projektilen wurde von einigen der weiter entfernten Einrichtungen auf die Allianz-Flotte abgefeuert, die so entlegen waren, dass die Steine der Allianz sie noch nicht erreicht hatten. Der Flotte blieben buchst�blich Tage Zeit, um den Projektilen auszuweichen, weshalb niemand sich die M�he machte, ihretwegen besorgt zu sein.</p><p>Als dann endlich eine Nachricht von den Syndiks eintraf, stammte die nicht von einem der Planeten. �Wir haben eine �bertragung vom Flaggschiff der Syndik-Flotte�, meldete der Komm-Wachhabende.</p><p>Geary �berkam ein D�j�-vu-Gef�hl, als das Bild auf dem Display auftauchte. Er hatte schon einmal in diesem Sessel gesessen, an Bord dieses Schiffs � und dabei das Gesicht dieses Syndik-CEO gesehen. �Er?�</p><p>�Der gleiche Mann, der zuletzt auch die Syndik-Streitkr�fte in diesem System befehligt hat� und der die Ermordung von Admiral Bloch und dessen Begleitern angeordnet hat�, best�tigte Desjani, deren Tonfall mit jedem Wort h�rter wurde. Sie hatte Admiral Bloch nicht bewundert, doch das �nderte nichts an ihrer Wut �ber die Tatsache, dass er und seine Leute unter dem Vorwand von Verhandlungen von Bord gelockt worden waren, um sie t�ten zu k�nnen.</p><p>�Ja, genau der.� Geary sah noch deutlich vor sich, wie dieser CEO die bedingungslose Kapitulation jenes Teils der Flotte gefordert hatte, der dem Hinterhalt entgangen war. Wenn er gewollt h�tte, w�re er in der Lage gewesen, die Aufzeichnung jener Szene abzurufen, die zeigte, wie Bloch und die anderen auf dem Hangardeck des gegnerischen Schiffs erschossen wurden. Alte Wut flammte in Geary auf, als er nun wieder in dieses Gesicht sah.</p><p>Der Syndik-CEO auf dem Bildschirm l�chelte, als w�sste er genau, dass sie ihn wiedererkannt hatten, und als wollte er ihnen zeigen, wie sehr er sich an ihren Reaktionen erfreute. �Die Syndikatwelten gr��en Admiral Geary. Ich bin CEO Ersten Grades Shalin.�</p><p>�Er tr�gt mehr Orden als letztes Mal�, fl�sterte Desjani mit kaum beherrschter Wut. �Auszeichnungen f�r das, was er unserer Flotte angetan hat.�</p><p>CEO Shalin redete weiter. �Wir sind bereit, im Interesse der Menschheit einen Waffenstillstand in diesem System anzubieten. Und wir sind geneigt, Verhandlungen mit Ihrer Flotte aufzunehmen.�</p><p>Geary starrte das Bild an und fragte sich, ob er selbst wohl vor Unglauben den Mund nicht mehr zubekam, ohne dass er es wusste. Dass dieser Mann jetzt von Verhandlungen sprach, nachdem er die letzten �Verhandlungen� in ein Massaker verwandelt hatte, war der blanke Hohn.</p><p>�In diesem Sternensystem befindet sich eine Reihe von Kriegsgefangenen�, fuhr der CEO fast beil�ufig fort. �Es handelt sich um Personal, das wir nach dem letzten Besuch Ihrer Flotte hier bei uns festgenommen haben. Diese Gefangenen sind weit verstreut an den verschiedensten Orten untergebracht, und w�re wirklich zu bedauerlich, wenn sie durch Bombardierungen zu Schaden k�men. Ich erwarte Ihre Antwort und vertraue darauf, dass Sie nicht zu Ma�nahmen greifen, die die angespannte Atmosph�re und die Zahl der Opfer eskalieren lassen.�</p><p>Das Gesicht verschwand vom Bildschirm, und Geary sch�ttelte ungl�ubig den Kopf. �Was sollte denn das? Wollen die uns �rgern?�</p><p>�Das ist ihnen schon gelungen�, knurrte Desjani.</p><p>�W�rden sie wirklich unsere Leute in ihren Verteidigungsanlagen unterbringen?� Die Antwort darauf kannte er l�ngst, dennoch ben�tigte er eine Best�tigung. Der Geheimdienst hatte noch immer keine Gefangenenlager entdeckt, was bedeuten musste, dass die Allianz-Angeh�rigen in relativ kleinen Gruppen im System verstreut gefangen gehalten wurden.</p><p>�Ja, das w�rden sie.� Auch Desjani konnte nur den Kopf sch�tteln. �Aber es ist unsinnig, jetzt noch diese Drohung auszusprechen, nachdem wir bereits die Steine abgeworfen haben. Die k�nnen wir nicht aufhalten, und die Erkl�rung, dass sich unsere Leute dort befinden sollen, f�hrt zu nichts.�</p><p>Er hatte auf die Syndik-Nachricht genauso reagiert wie Desjani. �Das ist der Sinn! Er will uns w�tend machen, damit wir die Beherrschung verlieren und un�berlegt handeln. Wir haben diese Taktik gegen die Syndiks eingesetzt. Ich w�sste keinen anderen Grund f�r den Tonfall und die Wortwahl dieses Mannes.� Er �berlegte kurz, dann drehte er sich zu Senator Sakai um, der inzwischen den Beobachterplatz auf der Br�cke innehatte und bislang aufmerksam das Geschehen mitverfolgt, aber keinen Kommentar zum Besten gegeben hatte. �Senator, k�nnen Sie irgendetwas dazu sagen?�</p><p>Ohne eine Miene zu verziehen, erwiderte Sakai: �Nichts, was �ber Ihre und Captain Desjanis �berlegungen hinausgehen w�rde, Admiral. Ich bin Ihrer Meinung, dass die Nachricht des feindlichen Commanders darauf abzielte, Sie zu un�berlegtem Handeln zu provozieren. Allerdings bin ich nur mit den Tricks und Taktiken vertraut, mit denen auf dem politischen Parkett gefochten wird, nicht aber auf einem richtigen Schlachtfeld. Ich wei� nicht, zu welchen Aktionen die Syndiks uns herausfordern wollen, und im Moment wei� ich auch nicht, was ich noch dazu sagen k�nnte.�</p><p>�Danke, Senator.� Zumindest war Sakai intelligent genug, seine eigenen Grenzen zu erkennen und auch zu ihnen zu stehen. �Captain Desjani, leiten Sie bitte eine Kopie dieser Nachricht an Co-Pr�sidentin Rione weiter. Ich w�rde gern ihre Einsch�tzung zu den Absichten der Syndiks h�ren.�</p><p>Desjani gab einem Wachhabenden ein Zeichen, damit er die Aufgabe erledigte. �Wenn ich in Waffenreichweite dieses Mannes komme, und ich bete zu den lebenden Sternen, dass mir das gelingt, dann werde ich seine ewige Seele in so viele winzige St�cke zerschie�en, dass nicht mal seine Vorfahren in der Lage sein werden, sie wieder zusammenzuf�gen.�</p><p>Ein ged�mpfter Alarm ert�nte und lenkte Gearys Blick auf das Display. �Die Syndik-Flotte hat Kurs auf uns genommen.�</p><p>Desjanis Augen leuchteten auf, w�hrend sie auf ihr eigenes Display schaute. Nach einigen Minuten hatten die Syndik-Schiffe ihren neuen Kurs eingeschlagen, aber Desjani machte eine m�rrische Miene. �Sie haben sich unserer Steuerbordseite gen�hert, aber auf diesem Kurs passieren sie uns immer noch mit einem Abstand von gut einer Lichtstunde. Wenn wir auf Abfangkurs gehen, k�nnen sie uns nach wie vor m�helos ausweichen.�</p><p>�Was haben sie vor?�, r�tselte Geary. �Erst �rgern sie uns, und dann bleiben sie doch au�er Reichweite. Was erwarten die nur von uns?�</p><p>Desjani atmete tief und gleichm��ig durch, da sie ihre eigene Wut in den Griff bekommen musste, dann sah sie Geary an. �Erinnern Sie sich noch an Sutrah? Und Corvus?�</p><p>Es gefiel ihm nicht, �ber diese K�mpfe nachzudenken, in die er diese Flotte kurz nach �bernahme des Kommandos gef�hrt hatte. Dennoch wusste er sofort, auf was sie hinauswollte. �Damals w�re diese Flotte auf den Gegner losgegangen, obwohl jeder wusste, dass es nicht m�glich w�re, sie abzufangen.�</p><p>�Weil der Angriff immer die richtige L�sung war, und weil wir erwartet h�tten, dass uns die Syndiks entgegenst�rmen.� Desjani legte die Stirn nachdenklich in Falten. �Dieser CEO ist derjenige, an dem wir uns vor allem r�chen wollen. Er sagt Dinge, die uns dazu provozieren sollen, ihn zu verfolgen, w�hrend seine Schiffe sich immer au�erhalb unserer Reichweite bewegen.�</p><p>�Sie wollen uns so w�tend machen, dass wir ihnen nachstellen, obwohl wir keine Chance haben, sie einzuholen.� Geary lehnte sich nach hinten und suchte sein Display nach irgendeinem Detail ab, das er bislang �bersehen hatte. �Aber warum? Welchen Sinn hat das? Wir w�rden doch ein Minenfeld entdecken, das uns den Weg versperrt, und au�erdem zwingen sie uns zu keinem engen Kurs, bei dem wir mit Minen in Ber�hrung kommen k�nnten. Ist das eine Verz�gerungstaktik? Aber das w�rde allenfalls ein paar Tage bringen, sp�testens dann h�tte die Flotte keine Lust mehr auf diese sinnlose Verfolgungsjagd.�</p><p>�Wenn unsere Formation zerf�llt und die Flotte in die L�nge gezogen wird, dann k�nnten sie auf einzelne Schiffe schie�en, die sonst durch die anderen gesch�tzt w�ren�, gab Desjani zu bedenken.</p><p>�Das w�re denkbar. Wenn unsere Schlachtkreuzer zum Beispiel zu weit vorst�rmen, dann h�tten sie eine Chance, diese Schiffe zu treffen. Aber wir w�ren zahlenm��ig immer noch deutlich �berlegen.� Dann kam ihm eine andere Erkl�rung in den Sinn. �K�nnten sie uns hinhalten, weil sie mit� Unterst�tzung rechnen?�</p><p>Desjani stutzte. �Unterst�tzung von au�en?�, gab sie zur�ck und mied es, die Aliens zu erw�hnen. �Warum sollten die Syndiks ihnen auf einmal wieder vertrauen?�</p><p>�Vielleicht weil es ihre einzige Chance ist. Aber warum wollen sie uns dann zu einer sinnlosen Verfolgung anstiften, wenn sie das Gleiche doch auch erreichen k�nnten, indem sie einfach anfangen mit uns zu verhandeln und dabei die Verhandlungen hinausz�gern?� Das waren zu viele Fragen, auf die es keine befriedigenden Antworten gab. �Bleiben wir erst mal auf Kurs und warten, was sie machen, wenn sie merken, dass wir nicht mitspielen.�</p><p>�Wollen Sie diesem Abschaum eine Antwort senden?�, fragte Desjani.</p><p>�Noch nicht.� Zum Teil, weil er nicht wusste, ob er tats�chlich die Ruhe bewahren konnte, wenn er mit diesem Syndik reden musste, zum Teil aber auch, weil er erst mehr erfahren wollte, bevor er sich auf eine Antwort festlegen musste.</p><p>Eine halbe Stunde sp�ter und damit deutlich, bevor die Syndiks die Reaktion der Allianz-Flotte auf ihr vorangegangenes Man�ver sehen konnten, �nderten sie die Flugbahn ihrer Schiffe abermals nach Steuerbord und schwenkten so auf einen Vektor ein, der in gut drei Tagen den Kurs der Allianz-Flotte kreuzen w�rde. �Jetzt m�ssen wir nicht mal unseren Kurs �ndern�, stellte Desjani finster fest. �Ich m�chte diese Bastarde zu gern in St�cke schie�en, aber wenn sie wirklich k�mpfen wollten, w�rden sie uns viel eher abfangen. Die werden einfach wieder ausweichen, sobald wir ihnen zu nahe kommen.�</p><p>�Dann m�ssen wir sie also gar nicht jagen, und trotzdem sind sie f�r den Augenblick gl�cklich, wenn wir weiter so verfahren, wie wir das schon die ganze Zeit machen.� Geary betrachtete mit zusammengekniffenen Augen sein Display, als k�nnte er so irgendwelche verborgenen Objekte erkennen. �Und auf unserem Kurs befindet sich nichts, was f�r uns eine Bedrohung darstellen k�nnte?�</p><p>��berhaupt nichts, es sei denn, sie haben bei der Technologie ihrer getarnten Minen auf einmal einen Quantensprung gemacht.�</p><p>Das war theoretisch im Bereich des M�glichen, weil die Aliens den Syndiks dabei unter die Arme gegriffen haben k�nnten, �berlegte Geary. Aber die Syndiks hatten nicht vorhersehen k�nnen, dass die Allianz-Flotte auf diesem Weg ins System kommen w�rde. Folglich konnten sie auch nicht in Erwartung ihres Auftauchens Minenfelder gelegt haben, in die sie sie jetzt hineinzulocken versuchten. Warum aber gen�gte es den Syndiks, die Allianz-Schiffe hinter sich her fliegen zu lassen?</p><p>Als Rione auf die Br�cke kam, dachte er noch immer �ber diese Frage nach. �Wir glauben, dieser CEO will uns zu einem Angriff verleiten. Was meinen Sie?�, fragte Geary sie.</p><p>�Das ist m�glich�, erwiderte Rione und setzte sich, nachdem Senator Sakai seinen Platz ger�umt hatte, aber neben dem Beobachtersessel stehen blieb. �Aber die Lage liefert keinen vern�nftigen Grund zu der Annahme, dass diese Taktik erfolgreich sein k�nnte. Ich h�tte erwartet, dass die Syndik-F�hrer versuchen, Zeit zu schinden. Aber das hier ist etwas anderes� ein Versuch, unsere Aufmerksamkeit auf die Flotte gerichtet zu lassen. Gibt es in diesem Sternensystem irgendetwas, das wir nicht bemerken sollen?�</p><p>Mit dieser Frage im Hinterkopf betrachtete er sein Display, dann zeigte er auf etwas. �Ich hatte erwartet, dass dieses Schlachtschiff dort und die drei Schweren Kreuzer sich der Flotte anschlie�en w�rden, aber stattdessen warten sie einfach da, w�hrend sich die Flotte ihnen allm�hlich n�hert.�</p><p>�Sie befinden sich in der N�he eines Sprungpunkts�, betonte Desjani. �Nach Mandalon. Ich wei� allerdings nicht, warum die Syndiks diese Schiffe abstellen, um einen Sprungpunkt bewachen zu lassen. Vielleicht erwarten sie Verst�rkung, die durch diesen Sprungpunkt kommen soll, und die Flotte n�hert sich ihnen, um sich mit der Verst�rkung zusammenzuschlie�en.�</p><p>�Das w�re denkbar.� Geary rieb sich den Nacken, w�hrend er dahinterzukommen versuchte, was die Syndiks beabsichtigten. �Sie gehen davon aus, dass sie fr�her oder sp�ter gegen uns k�mpfen m�ssen, und wenn sie erst die Ankunft ihrer Verst�rkung abwarten wollen, dann w�rde das ihr Verhalten erkl�ren. Wenn die Syndik-Flotte einfach nur entkommen wollte, h�tte sie das Hypernet-Portal nehmen oder auf direktem Kurs zum Sprungpunkt fliegen k�nnen.�</p><p>�Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre�, sagte Rione. �Aber ein Schlachtschiff und drei Schwere Kreuzer mehr werden doch das Kr�fteverh�ltnis zwischen den beiden Flotten nicht entscheidend ver�ndern. Au�erdem kann keine nennenswerte Verst�rkung unterwegs sein, es sei denn, unsere Geheimdienste liegen v�llig verkehrt. Also fehlt noch irgendetwas, das wir nicht sehen sollen.� Kopfsch�ttelnd sah sie sich ihr Display an. �Die Syndik-F�hrung ist an der Macht geblieben, weil sie zu allen Mitteln greift, um diese Macht zu behalten. Sie wissen, dass Sie jede von deren Flotten besiegt haben, und sie wissen, dass ihre festen Verteidigungsanlagen in diesem Sternensystem keine gegnerische Flotte vernichtend schlagen k�nnen. Wir haben gesehen, welchen Hinterhalt sie am Hypernet-Portal eingerichtet hatten, weil sie von dort unsere Ankunft erwarteten. Es war eine gr�ndliche und todbringende Falle, aber es ist nicht das erste Mal, dass die Flotte unter dem Kommando von Admiral Geary dem sicheren Untergang entwischen konnte. Welchen Trumpf halten sie noch in der Hand? Was k�nnen die Syndik-F�hrer tun, wenn alle anderen Versuche gescheitert sind, den Mann aufzuhalten, den sie auch zuvor nicht aufhalten konnten?�</p><p>Mit �bertriebener Geduld gab Desjani zur�ck: �Madam Co-Pr�sidentin, die Sensoren unserer Flotte sind nicht unfehlbar, aber wir haben dieses System wiederholt gescannt. Es ist keine �berheblichkeit, wenn ich sage, dass wir alles erfasst haben, was die Syndiks hier haben. Sie haben sich in ihrer Planung auf den Hinterhalt konzentriert, mit dem sie diese Flotte am Hypernet-Portal zerst�ren wollten.�</p><p>�Mir ist bewusst, was die Sensoren melden.� Riones Tonfall blieb unver�ndert emotionslos, w�hrend sie auf ihr Display sah. �Irgendetwas fehlt hier. All meine Instinkte sagen mir, dass die Syndiks irgendeine R�ckversicherung haben m�ssen, ein letztes Mittel f�r den allzu wahrscheinlichen Fall, dass Black Jack Geary wieder einmal ein Wunder bewerkstelligt.�</p><p>Geary sah zwischen Rione und Desjani hin und her, w�hrend ihm seine eigenen Vorbehalte wieder durch den Kopf gingen. �Das Verhalten der Syndik-Flotte legt den Verdacht nahe, dass sich hier noch irgendetwas anderes abspielt. Aber wenn es tats�chlich eine Bedrohung gibt, die gro� genug ist, um diese Flotte in Gefahr zu bringen, dann haben wir sie bislang nicht finden k�nnen. Was kann das sein?�</p><p>Zum ersten Mal meldete sich daraufhin Sakai zu Wort: �Wie ich bereits sagte, habe ich wenig direkte Erfahrung mit milit�rischen Angelegenheiten, aber ich kenne mich darin aus, mit Gegnern auf eine Weise umzugehen, die sie nicht erwarten. Wenn das, was Sie suchen, hier ist, und wenn Sie davon �berzeugt sind, dass wir alles gesehen haben, dann haben wir das Gesuchte bereits gesehen, ohne zu wissen, welche Bedeutung ihm zukommt.�</p><p>�Vielleicht haben die Leute vom Geheimdienst ja noch etwas entdeckt. Es ist deren Job, herauszufinden, ob irgendeiner Sache eine Bedeutung zukommt.� Wieder wandte sich Geary an Lieutenant Iger, der diesmal eine Miene machte, als habe er etwas zu berichten, das seinen Vorgesetzten �berhaupt nicht erfreuen w�rde. �Lieutenant, k�nnen Sie mir irgendetwas �ber m�gliche Bedrohungen in diesem System erz�hlen, die bislang nicht als solche zu erkennen gewesen sind?�</p><p>Iger schien diese Frage zu erschrecken. �Nein, Sir. Es gibt nichts, was wir nicht l�ngst gemeldet haben. Wir haben alle Daten �ber m�gliche Bedrohungen in die Gefechtssysteme eingespeist. Allerdings wollte ich mich noch bei Ihnen melden, Sir, wenn wir mit der dritten �berpr�fung unserer Analyse des Syndik-Netzes fertig sind. Da scheint sich irgendetwas Eigenartiges abzuspielen.�</p><p><emphasis>Noch etwas </emphasis>Eigenartiges. Wieso auch nicht? �Und was soll das sein?�</p><p>�Sir, es geht um den Standort des Syndik-Exekutivrats.� Lieutenant Iger stutzte, als er etwas auf seinem eigenen Display sah, dann zuckte er hilflos mit den Schultern. �Wir haben einen Standort lokalisieren k�nnen, der innerhalb des Netzes h�chste Priorit�t besitzt.�</p><p>�Auf welchem Planeten?�, hakte Geary ungeduldig nach.</p><p>�Auf gar keinem Planeten, Sir. Es handelt sich um die kleine Gruppe von Kriegsschiffen am Sprungpunkt nach Mandalon.�</p><p>Geary schaute auf sein Display. �Die sind auf dem Schlachtschiff?�</p><p>�Das ist unsere Einsch�tzung, Sir. Wie gesagt, wir waren noch mit der Analyse��</p><p>�Wieso? Was wollen sie auf einem Schlachtschiff?�</p><p>�Wir m�ssen davon ausgehen, dass sie die Flucht antreten wollen, Sir.�</p><p>�Aber wenn die Syndik-F�hrer sich auf diesem Schiff aufhalten, damit sie fliehen k�nnen, warum haben sie das dann nicht schon l�ngst gemacht? Es w�re doch logischer, das System zu verlassen, bevor wir eintreffen, damit ihre Flucht nicht so offensichtlich wird. Und wie wollen sie ihre Autorit�t wahren, wenn sie sich aus dem Heimatsystem absetzen?�</p><p>Igors Gesichtsausdruck bekam einen bedauernden Zug. �Sir, darauf wissen wir keine Antworten. Wir k�nnen nur davon ausgehen, dass es f�r die Syndik-F�hrer einen Grund gibt, warum sie immer noch hier sind. Ferner m�ssen sie auch Grund zu der Annahme haben, dass sie eine solche Flucht politisch �berleben k�nnen.�</p><p>�Vielen Dank, Lieutenant.� Geary sah Desjani, Rione und Sakai an. �Der Geheimdienst sagt, dass der Syndik-Exekutivrat sich auf dem Schlachtschiff am Sprungpunkt nach Mandalon befindet. Er kann aber nichts dazu sagen, warum der Rat nicht l�ngst die Flucht ergriffen hat, wenn das seine Absicht ist.�</p><p>�Die haben noch irgendetwas vor, bevor sie sich absetzen�, entgegnete Desjani.</p><p>�Das denkt der Geheimdienst auch. Die Frage ist nur: Was haben sie vor?�</p><p>�Ich wei� nicht. Ich kann mir nur einen Grund vorstellen, warum ich als Offizier einen Ort m�glichst schnell verlassen will, nachdem ich noch eine letzte Sache erledigt habe.�</p><p>Erinnerungen jagten durch Gearys Kopf: die letzten Augenblicke seines Schweren Kreuzers <emphasis>Merlon </emphasis>im Grendel-Sternensystem. �Wenn diese letzte Sache darin bestanden hat, die �berladung der Antriebseinheit zu aktivieren. Der Befehl zur Selbstzerst�rung. Wenn man den Befehl erteilt hat, muss man das Schiff so schnell wie m�glich verlassen.�</p><p>�Richtig. Aber �ber welches Gegenst�ck zu einem Selbstzerst�rungsbefehl verf�gt der Syndik-Exekutivrat hier im System?�</p><p>Rione antwortete auf Desjanis Frage, auch wenn ihre Erwiderung mehr nach einem Gebet klang. �M�gen die lebenden Sterne uns besch�tzen.� Sie stand auf, ihr Gesicht wurde vor Entsetzen kreidebleich. �Senator Sakai hat recht. Wir haben es direkt vor unserem Gesicht. Bei den Vorfahren, es ist da, und wir haben es nicht gesehen!�</p><p>�Wovon reden Sie?�, wunderte sich Desjani, w�hrend sie ihr Display betrachtete.</p><p>�Ich rede von dem, was wir zu sehen erwarten, und dem, was tats�chlich da ist! Wie hat diese Flotte die Syndiks bei Lakota geschlagen? Indem eine gro�e Anzahl Schiffe als improvisiertes Minenfeld herhielt, was den Syndiks nicht klar war, weil es nicht wie ein Minenfeld aussah.� Rione hob ihre Hand und zeigte auf das Display. �Das Hypernet-Portal.�</p><p>Geary f�hlte, wie sich sein Magen verkrampfte. �Das verf�gt �ber eine Schutzvorrichtung. Das haben wir best�tigen k�nnen.�</p><p>�Das ist richtig.� Rione warf ihm einen eindringlichen Blick zu, dann trat sie vor und beugte sich so weit nach vorn, dass nur Geary und Desjani sie h�ren konnten. �Aber man kann Systeme umprogrammieren, Admiral Geary. Der Kollaps eines Hypernet-Portals kann abgeschw�cht werden, damit nur wenig Energie freigesetzt wird, aber er kann auch <emphasis>verst�rkt </emphasis>werden, sodass man eine noch t�dlichere Waffe besitzt.�</p><p>In dem Moment verstand er. Als Captain Cresida an den notwendigen Algorithmen gearbeitet hatte, um die Energieentladung eines kollabierenden Hypernet-Portals zu reduzieren, musste sie auch den gegenteiligen Effekt errechnen. Diese Algorithmen hatte er an Rione �bergeben, da er sich selbst nicht gen�gend vertraute, das Wissen �ber eine solch verheerende Waffe unter Verschluss zu halten.</p><p>Aber die Syndiks hatten nat�rlich die gleichen Berechnungen durchgef�hrt und waren zu den gleichen Schlussfolgerungen gelangt � sie hatten ebenfalls herausgefunden, wie sie ein Hypernet-Portal in eine Waffe ver�ndern konnten, die Flotten und ganze Sternensysteme auf einen Schlag auszul�schen imstande war. Ein Selbstzerst�rungsbefehl, der das Heimatsystem ausl�schte, um die Allianz-Flotte zu vernichten.</p><p>Desjanis Miene wirkte versteinert, und sie sprach sehr behutsam: �Kann man die Wirkung einer Schutzvorrichtung umkehren? Um das Portal zu einer Waffe zu machen, die Schlimmeres anrichtet als das Portal bei Kalixa?�</p><p>�Ich wei� es nicht�, antwortete Geary energisch. �Ich kann es herausfinden.� So wie Desjani zweifelte er nicht daran, dass die Syndik-F�hrung dieses Sternensystem ausl�schen w�rde, wenn das der Preis daf�r war, die Allianz-Flotte ein f�r alle Mal zu vernichten. Zu oft war er Zeuge davon geworden, wie die CEOs von diesem Sternensystem mit unglaublicher Missachtung und Kaltbl�tigkeit gegen die Menschen vorgegangen waren, die ihnen in ihrem System unterstellt waren.</p><p>Rione zeigte wieder auf das Display, diesmal auf das Schlachtschiff und die Schweren Kreuzer am Sprungpunkt nach Mandalon. �Sie haben alles vorbereitet und sich auf eine m�gliche Flucht eingestellt. Wenn der Hinterhalt fehlschl�gt, senden sie den Selbstzerst�rungsbefehl an das Portal und bringen sich mit einem Sprung in Sicherheit.�</p><p>�Und anschlie�end geben sie uns die Schuld�, fuhr Desjani fort. �Wir w�ren alle tot. Verdammt. Sir, sie hat recht. Die Syndiks haben uns die gr��te Bombe der gesamten Galaxis vorgesetzt, und wir haben es nicht erkannt.�</p><p>�Das liegt daran, dass wir die Portale nach der Installation der Schutzvorrichtungen nicht mehr als Waffen angesehen haben. W�re Cresida nicht bei Varandal gestorben, dann h�tte sie uns ganz sicher davor gewarnt.� Geary bet�tigte seine Kontrollen. �Commander Neeson, ich ben�tige eine Analyse von Ihnen, und das am besten vorgestern.� Der Befehlshaber der <emphasis>Implacable </emphasis>war nach Cresidas Tod einer der herausragendsten Hypernet-Experten der Flotte. �Kann eine Schutzvorrichtung so umprogrammiert werden, dass der Energieaussto� eines Hypernet-Portals verst�rkt wird? Und falls ja, wie lange ben�tigt man daf�r?�</p><p>Die <emphasis>Implacable </emphasis>war ein paar Lichtsekunden entfernt, aber Neeson sah ihn auf dem Display deutlich l�nger an, als es die Zeitverz�gerung h�tte rechtfertigen k�nnen. Schlie�lich nickte er. �Ja, Admiral. Daf�r muss ich keine Analysen durchf�hren. Die Ausr�stung kann auf diese Weise ebenfalls benutzt werden, auch wenn mir der Gedanke an eine solche M�glichkeit bislang nicht gekommen war.� Neeson hielt kurz inne und schluckte. �Wie lange man ben�tigt? Wenn man die Algorithmen berechnet hat, kann man sie als Wahlm�glichkeit in die Kontrollsoftware integrieren. Der Wechsel zwischen beiden Optionen geht so schnell, als w�rde man einen Schalter umlegen.�</p><p>Geary schwieg eine Zeit lang, bis er sich sicher war, dass ihn seine Stimme nicht im Stich lassen w�rde. �Danke, Commander. Behalten Sie diese Einsch�tzung bitte bis auf Weiteres f�r sich. Wir erw�gen die m�glichen Optionen des Gegners, keine tats�chlichen Szenarien.�</p><p>�Verstanden, Sir.� Neeson rieb sich mit einer Hand �ber die Mundpartie. �Sir, wenn die Syndiks so etwas machen sollten��</p><p>�Ja, das wissen wir�, unterbrach Geary ihn und beendete die Verbindung, dann wandte er sich wieder an Desjani und Rione, w�hrend sich Sakai bescheiden im Hintergrund hielt, aber aufmerksam zuh�rte. �Es ist machbar. Wenn die Syndiks die Berechnungen durchgef�hrt haben, dann k�nnen sie mit einem Tastendruck aus der Schutzvorrichtung einen Z�nder f�r eine verheerende Bombe machen.�</p><p>�Es w�rde aber immer noch Zeit vergehen, bis das Signal das Portal erreicht�, gab Desjani zu bedenken.</p><p>Rione hatte die Augen geschlossen, offenbar musste sie um Fassung ringen. �W�rden wir irgendwelche Warnsignale sehen?�</p><p>�Wir w�rden sehen, wie das Portal zu kollabieren beginnt, aber wenn wir uns in dem Moment nicht dicht vor einem Sprungpunkt befinden, hilft uns das auch nicht�, lie� Geary sie wissen. �Aber wenn das der Notfallplan der Syndiks ist, warum haben sie ihn nicht l�ngst in Gang gesetzt?�</p><p>Wieder musterte Desjani ihr Display, dann nickte sie verstehend. �Weil sie diese Schiffe n�tig haben.� Sie schaute zu Geary. �Die Syndik-F�hrer ben�tigen die Kriegsschiffe in dieser Flotte. Das ist ihre letzte nennenswerte Streitmacht. Ohne diese Schiffe verlieren sie die F�higkeit, den n�tigen Druck auszu�ben, der die Syndikatwelten zusammenh�lt. Sie wollen nicht, dass ihre Flotte hier zerst�rt wird.�</p><p>�Darum hat sich die Flotte auch nicht auf den Weg zum Hypernet-Portal gemacht, nachdem der Hinterhalt fehlgeschlagen war�, erkannte Geary. �Cresida sprach davon, dass niemand wei�, was mit einem Schiff im Transit passiert, wenn eines der Portale zerst�rt wird. Eine M�glichkeit ist die, dass das Schiff ebenfalls vernichtet wird, aber sie hielt es f�r am wahrscheinlichsten, dass es irgendwo entlang der zur�ckzulegenden Route in den Normalraum zur�ckkehrt.�</p><p>�Lichtjahre vom n�chsten Stern entfernt?�, fragte Desjani. �Irgendwann w�rden sie irgendwo ankommen, wo sie den Sprungantrieb schlie�lich wieder benutzen k�nnen, aber das w�rde Jahrzehnte dauern, und bis dahin h�tte niemand einen Nutzen von den Schiffen. Also werden die Syndiks nicht versuchen, ihre Flotte durch das Portal aus dem System zu schaffen. Sie h�tten m�helos den Sprungpunkt nach Tremandir erreichen k�nnen, auch den nach Corvus, ohne dass wir sie h�tten aufhalten k�nnen. Stattdessen haben sie eine Position erreicht, von der aus sie ungef�hrdet zum Sprungpunkt nach Mandalon gelangen k�nnen.�</p><p>�Aber warum hat die Flotte nicht den Sprungpunkt nach Corvus benutzt? Wieso ist Mandalon ein besseres Ziel als Corvus? Hat es nur damit zu tun, dass der Exekutivrat mit seinem Schlachtschiff dorthin entkommen will? Und warum fliegt die Flotte nicht direkt zu diesem Sprungpunkt, sondern n�hert sich auf dem Weg dorthin auch noch unserer Position?�</p><p>�Sie wollen, dass wir diese Flotte verfolgen. Sie wollen, dass wir tiefer in das System vordringen.� Desjani machte eine nachdenkliche Miene. �Zeitverz�gerungen. Sehen Sie sich die Geometrie des Ganzen an. Als wir in diesem Sternensystem eintrafen, waren wir nur etwas mehr als zehn Lichtstunden vom Sprungpunkt nach Mandalon und gut drei Lichtstunden vom Hypernet-Portal entfernt. Die Syndik-F�hrer auf dem Schlachtschiff konnten nur sehen, was wir zehn Stunden zuvor gemacht hatten. Jedes Signal an das Hypernet-Portal h�tte� etwa sieben Stunden ben�tigt, um dort anzukommen. Dann h�tte die Schockwelle drei Stunden ben�tigt, um unsere Position nahe dem Sprungpunkt nach Zevos zu erreichen. Ihre Informationen �ber uns w�ren zehn Stunden alt gewesen, und es h�tte weitere zehn Stunden gedauert, bis ihr �berraschungsangriff uns erreicht h�tte.�</p><p>�In zwanzig Stunden konnten wir schon weit weg sein�, stimmte Geary ihr zu. �Die Flotte h�tte kehrtmachen und aus diesem Sternensystem springen k�nnen, w�hrend das Signal der Syndiks noch zum Portal unterwegs gewesen w�re. Also haben sie versucht, die Zeitverz�gerung zu verringern und uns tiefer ins System zu lotsen, damit wir weiter von den Sprungpunkten entfernt sind. Deshalb haben die Flotte und ihr verdammter CEO uns gek�dert. Wir sollen den Syndik-Schiffen folgen, ohne auf andere m�gliche Gefahren zu achten, bis wir so weit von allen Sprungpunkten in diesem System entfernt sind, dass wir nicht mehr entkommen k�nnen, wenn das Portal zusammenbricht und sich die Schockwelle ausbreitet.�</p><p>Sakai sch�ttelte den Kopf. �Aber den Syndik-F�hrern muss doch klar sein, welche Folgen es nach sich zieht, wenn sich herumspricht, dass sie ihr eigenes System vernichtet und jeden hier lebenden Syndik-B�rger ermordet haben. Die Angst vor Vergeltungsakten vonseiten der eigenen Regierung hat dazu beigetragen, die Syndikatwelten zusammenzuhalten, aber wenn den Menschen klar wird, dass sie trotz ihrer Loyalit�t von ihren eigenen F�hrer einfach ausgel�scht werden k�nnen, k�nnte das eine Revolte nach sich ziehen.�</p><p>�Die Syndik-F�hrer w�rden uns die Schuld geben�, erwiderte Rione. �Sie w�rden erz�hlen, dass die Allianz ein weiteres Hypernet-Portal zerst�rt hat, nachdem sie das bei Sancere und Kalixa schon mal �ben konnte. Dabei ist unsere Flotte von der eigenen Waffe mit vernichtet worden. Gen�gend Syndik-B�rger w�rden diese Version glauben wollen, um nicht eine Revolte anzetteln zu m�ssen.�</p><p>�Aber sogar die Syndiks wissen inzwischen, dass diese Flotte unter dem Kommando von Admiral Geary keine grausamen Akte gegen�ber Zivilisten begeht�, wandte Desjani fast beleidigt ein.</p><p>�Das stimmt�, r�umte Rione ein. �Aber es w�re f�r sie nur ein schwacher Trost, wenn die B�rger der Syndikatwelten ihren F�hrern diese Geschichte nicht abnehmen, nachdem diese Flotte bereits ausradiert worden ist.� Sie wandte sich Geary zu. �K�nnen wir noch entkommen? Bleibt noch Zeit, um umzukehren und durch den Sprungpunkt zu fliehen, durch den wir hergelangt sind?�</p><p>�Wahrscheinlich nicht�, antwortete Geary, der sich fragte, wie lange die Syndiks wohl z�gern w�rden, bevor sie das Portal kollabieren lie�en. �Wir sind bei 0,1 Licht bereits mehr als vierzehn Stunden vom Sprungpunkt nach Zevos entfernt. Der Sprungpunkt nach Mandalon ist nicht viel n�her. Wenn sie das Portal zerst�ren, sobald sie sehen, dass wir umkehren, dann m�ssten wir schon extrem viel Gl�ck haben, wenn wir unversehrt aus dem System entkommen wollen.�</p><p>�Dann fliegen Sie schneller! Wenn sie sowieso wissen, dass wir kehrtmachen��</p><p>�Ich kann die Flotte nicht auf der Stelle wenden lassen, und ich kann nicht jedes Schiff genauso beschleunigen lassen wie einen Zerst�rer oder einen Schlachtkreuzer. Es k�nnte funktionieren, wenn wir es auf der Stelle versuchen w�rden, aber ich habe da meine Zweifel.� Er hielt inne und fragte sich, ob es trotz aller Bedenken vielleicht genau das war, was er tun musste � ob es wom�glich die einzige Chance war, die der Flotte blieb, wenn sie �berleben wollte.</p><p>�Aber Sie k�nnen diese Flotte nicht einfach kehrtmachen lassen und sie zum Sprungpunkt schicken!�, wandte Desjani mit einem energischen Kopfsch�tteln ein. Sie sprach leise, aber eindringlich. �Das w�re nicht wie bei Lakota, wo wir sagen konnten, dass wir einen anderen Teil der Syndik-Streitkr�fte angreifen wollen. Es w�re eine grundlose Flucht aus diesem System. Unsere Flotte glaubt an Sie, Admiral Geary, aber stellen Sie diesen Glauben bitte nicht auf eine solche Weise auf die Probe. Das w�rde gegen alles versto�en, woran unsere Flotte sonst noch glaubt.� Ihr Blick wanderte zu Rione. �Und weil niemand akzeptieren wird, dass Sie so etwas tun w�rden, wird man stattdessen glauben, dass die Politiker Ihnen den R�ckzug befohlen haben. Dass man Sie dazu gezwungen hat und dass Sie nachgegeben haben. Muss ich Ihnen noch erkl�ren, was das nach sich ziehen k�nnte?�</p><p>Rione betrachtete Desjani ohne eine Gef�hlsregung und nickte schlie�lich. �Sie hat v�llig recht. Man w�rde glauben, dass wir, die Politiker, die Allianz an den Feind verkauft oder sie verraten haben � dass wir Ihnen den R�ckzug befohlen haben.�</p><p>Aufgebracht atmete Geary mit einem lauten Schnauben aus. �Wie kommt es nur, dass mir mein Leben immer noch etwas schwerer gemacht wird, wenn Sie beide sich in einer Sache einig sind?�</p><p>�Das haben gute Ratschl�ge so an sich�, meinte Rione. �Falls Sie es noch nicht gemerkt haben, schlechte Ratschl�ge sorgen f�r gew�hnlich daf�r, dass Sie sich nur kurze Zeit besser f�hlen.�</p><p>Desjani hatte den Blick wieder auf ihr Display gerichtet. �Mit jeder Sekunde, die wir ungenutzt verstreichen lassen, kommen wir der Syndik-Falle ein St�ck n�her, aber wenn wir wenden und den Sprungpunkt ansteuern, dann werden die Syndiks die Falle zuschnappen lassen, sobald sie unser Man�ver bemerken, w�hrend wir mit einer Meuterei konfrontiert werden. Im Moment wei� ich mir einfach keinen Rat.�</p><p>Geary tippte mit den Fingern auf die Armlehne und suchte nach Alternativen. �Besteht die Chance, dass wir das Hypernet-Portal erreichen, bevor die Syndik-Flotte am Sprungpunkt nach Mandalon angelangt ist? Dass wir also in diese Richtung fliegen, um das Portal kontrolliert abzuschalten?�</p><p>�Mal sehen.� Desjanis Finger tanzten �ber die Tastatur vor ihrem Display, als sie die erforderlichen Man�ver durchrechnete, dann machte sie eine ermattete Geste. �Ja und nein. Wir k�nnten nur mit den Schlachtkreuzern hinfliegen, und indem wir maximal beschleunigen und maximal verz�gern w�rden wir theoretisch dort eintreffen. Um aber nahe genug heranzukommen, damit wir den Selbstzerst�rungsbefehl der Syndiks verhindern k�nnen, m�ssen wir erst noch das Minenfeld durchqueren. Wir w�rden jedes Schiff verlieren, das versucht, sich den Weg freizurammen. Wir k�nnten mit den Null-Feldern eine Schneise schlagen, doch daf�r m�ssten wir erheblich langsamer werden.�</p><p>�Womit wir dann zu sp�t eintreffen w�rden.�</p><p>�Richtig, und zwar sogar dann, wenn die Syndiks bis dahin mit der Zerst�rung des Portals warten.�</p><p>�Sie k�nnten doch diese Projektile abfeuern�, schlug Rione vor.</p><p>�Nein. Die Steine w�rden zwar das Portal zerst�ren, aber die Syndiks w�rden sie entdecken und h�tten noch gen�gend Zeit, die Selbstzerst�rung zu aktivieren, bevor die Steine auch nur in die N�he k�men. Vielleicht w�rde es sie diese Flotte kosten, die sie so gern retten wollen, aber es w�rde garantiert unser Ende bedeuten, und ich kann mir vorstellen, dass es ihnen das wert w�re.�</p><p>Desjani nickte. �Was machen schon eine Flotte und ein Sternensystem mehr oder weniger aus? Das sind nur Posten in einer Bilanz. Es z�hlt nur, dass sie uns die Schuld geben k�nnen.�</p><p>Eine Umkehr stand nicht zur Diskussion. Ein Weiterflug brachte sie nur tiefer in die Syndik-Falle hinein. �Sie hatten mich ja gewarnt�, raunte er Rione zu. �Ich soll nicht anfangen zu glauben, dass ich wirklich Black Jack bin. Aber ich hab�s getan. Ich habe mich f�r so verdammt schlau gehalten. Aber die Syndiks haben von mir erwartet, dass ich irgendetwas tue, womit sie nicht rechnen, und sie haben auch f�r diesen Fall vorgesorgt.�</p><p>�Sie sind nicht der Einzige, der das �bersehen hat�, stellte Rione schroff klar. �Aber Sie k�nnten der Einzige sein, der uns hier noch herausbringen kann.�</p><p>�Sie hat recht�, stimmte Desjani ihr zu.</p><p>�H�ren Sie endlich auf, einer Meinung zu sein!�, herrschte Geary die beiden an. Er wusste, sie hatten beide recht, aber in diesem Moment h�ren zu m�ssen, wie sie sich gegenseitig recht gaben, das war einfach zu verr�ckt. �Wir sind so weit vom Sprungpunkt entfernt, dass wir nicht mit Sicherheit sagen k�nnen, ob die Flotte sich in Sicherheit bringen k�nnte, selbst wenn wir sofort kehrtmachen. Ein R�ckzug wird uns nicht helfen, wenn die Syndiks uns tats�chlich die Falle gestellt haben, die wir vermuten. Wir k�nnen aber auch nicht einfach nach wie vor in diesem Teil des Systems bleiben, was bedeutet, dass wir uns weiter der prim�ren Welt und der Syndik-Flotte n�hern, w�hrend wir nach einer anderen L�sung suchen. Solange die Syndiks glauben, dass wir tiefer ins System eindringen, und solange sie eine Chance sehen, ihre Flotte unversehrt hier rauszuholen, werden sie mit der Zerst�rung des Hypernet-Portals noch warten. Sehen Sie beide das auch so?�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Ich h�tte eigentlich schon sterben sollen, als ich das letzte Mal in diesem System war. Wenn es diesmal passieren soll, dann w�rde ich lieber im Kampf sterben. Oder zumindest bei der Verfolgung des Feindes.�</p><p>Rione ben�tigte einen Augenblick, ehe sie sagte: �Ich w�sste keine Alternative, Admiral Geary, aber ich hoffe, einem von uns f�llt bald etwas ein.�</p><p>�Dann werden wir den Syndiks zeigen, was sie von uns sehen wollen�, erkl�rte er, berechnete ein Man�ver, um den Abfangkurs zu ver�ndern, damit sie dichter an die Syndiks herankamen, und sendete den Befehl an die Flotte. �Soll ich dem CEO eine Antwort �bermitteln?�</p><p>�Was wollen Sie ihm denn sagen?�</p><p>�Nichts, was meine Mutter als jugendfrei bezeichnet h�tte.�</p><p>�Dann lassen Sie ihn lieber noch eine Weile zappeln. Bevor wir uns an diesen CEO wenden, m�ssen wir erst entschieden haben, was wir ihm sagen wollen.�</p><p>Das hing wiederum ganz davon ab, was sie unternehmen w�rden. Er w�nschte, er h�tte eine Ahnung davon, was das sein sollte. �Ich muss einen Spaziergang machen, um nachzudenken�, verk�ndete er und stand auf. Wenn sie mit ihren Vermutungen richtig lagen, w�rde vorl�ufig nichts passieren, und wenn er noch weiter einfach nur dasa�, w�rde er irgendwann noch durchdrehen. Ein Spaziergang erzeugte zumindest die Illusion einer sinnvollen Bet�tigung, die es seinem Verstand erlaubte, sich auf die Suche nach einer Antwort zu konzentrieren.</p><p>Rione machte einen Schritt nach hinten. �Sie haben noch immer eine L�sung gefunden.�</p><p>�Das hatte nur damit zu tun, dass es bislang immer Alternativen gab, zwischen denen ich w�hlen konnte. Im Moment will mir nicht mal eine einzige einfallen.�</p><p>Zu Gearys �berraschung pr�sentierte ihm Desjani ein verkniffenes L�cheln. �Sir, haben Sie jemals den Text auf der Widmungsplakette der <emphasis>Dauntless </emphasis>gelesen?�</p><p>�Ich habe ihn gesehen.� Die eingravierten Informationen an einem Schott nahe dem Herzen des Schiffs gaben Auskunft dar�ber, wann der Stapellauf der <emphasis>Dauntless </emphasis>stattgefunden hatte, wann sie in Dienst gestellt worden war und welche anderen Schiffe zuvor diesen Namen getragen hatten, als jedes Kriegsschiff der Menschen ausschlie�lich auf der Erde zu Wasser unterwegs gewesen war.</p><p>�Auch das Schiffsmotto?�</p><p>�Das ist in irgendeiner alten Sprache verfasst�, antwortete er. Er wusste l�ngst nicht mehr, wie oft er sich vorgenommen hatte, jemanden danach zu fragen oder nachzusehen, was die Worte bedeuteten, aber es war immer irgendetwas dazwischengekommen, das ihn dann doch wieder davon abgehalten hatte.</p><p>�In einer sehr alten Sprache, die so wie der Name <emphasis>Dauntless </emphasis>von Schiff zu Schiff weitergegeben wurde. Jeder Befehlshaber erf�hrt, was es bedeutet. �Nil Desperandum�, das hei�t so viel wie �niemals verzweifeln�.� Sie sch�ttelte den Kopf. �Es gab eine Zeit, da dachte ich, dieses Motto verh�hnt uns. Das war, als wir das letzte Mal den Syndiks in ihrem Heimatsystem gegen�berstanden, als unsere Vernichtung beschlossene Sache zu sein schien und wir keinen Ausweg mehr sahen. Dann haben Sie das Kommando �ber die Flotte �bernommen, und seitdem gab es f�r mich keinen Grund mehr zu verzweifeln.�</p><p>Sprachlos sah er sie sekundenlang an. H�tte Desjani soeben gesagt, sie sei davon �berzeugt, dass er eine L�sung finden w�rde, h�tte das nur noch mehr Druck auf ihn ausge�bt. So aber hatte sie nur indirekt ihrem Vertrauen in seine F�higkeiten Ausdruck verliehen, indem sie uralte Worte aussprach, deren Bedeutung so eindringlich war, wie sie es immer schon gewesen sein musste. Und so erwiderte Geary ihre Geste mit einem finsteren L�cheln, nickte Rione zu und begab sich dann in die Korridore der <emphasis>Dauntless</emphasis>, als w�rde dort irgendwo die L�sung zu finden sein.</p><p>Eine Stunde sp�ter betrat er m�de und v�llig uninspiriert sein Quartier, wo er sich in einen der Sessel fallen lie�, um einen d�steren Blick auf das Sternendisplay �ber dem Tisch zu werfen. Der Stern selbst schien ihn mit seinem grellen Schein anzustarren, woraufhin er sich vorbeugte, um ihn auszublenden.</p><p>Mitten in der Bewegung hielt er inne und sah weiter den Stern an.</p><p>Sie hatten die vom Hypernet-Portal ausgehende Gefahr vor Augen gehabt, ohne sie zu erkennen. Vielleicht hatten sie die rettende L�sung genauso vor Augen gehabt und sie ebenfalls nicht erkannt.</p><p>Er begann, vom Steuersystem Man�verl�sungen abzufragen und spielte die verschiedenen Optionen durch, so schnell er sie anfordern konnte, um sich die Resultate zeigen zu lassen.</p><p>Im Konferenzraum hatten sich die vertrauten Gesichter versammelt, und w�hrend alle anderen Anwesenden mit Neugier darauf warteten, welchen Gefechtsplan ihnen Geary pr�sentieren w�rde, sa� Commander Neeson dabei und verfolgte das Geschehen voll nerv�ser Anspannung. Desjani strahlte die �bliche Zuversicht aus, und Rione hatte alle Gef�hlsregungen und Gedanken hinter einer ausdruckslosen Miene versteckt.</p><p>Geary stand auf und entschied erst in diesem Moment, wie er am besten anfangen sollte. �Wir sehen uns mit einer unerwarteten und ernsthaften Bedrohung konfrontiert.� Dann lie� er eine kurze Pause folgen, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. �Wie es aussieht, haben die Syndiks sich einen Notfallplan �berlegt.� Als er ausf�hrte, welche Gefahr von dem Hypernet-Portal f�r sie alle ausging, verwandelte sich der neugierige Gesichtsausdruck der meisten Anwesenden in Entsetzen und Sorge.</p><p>�Dieser widerw�rtige Abschaum�, murmelte Captain Badaya, dessen Gesicht vor Wut rot anlief. �Wir machen immer wieder den gleichen Fehler und glauben, noch tiefer k�nnten sie nicht sinken, und dann zeigen sie uns, dass es doch einen neuen Tiefpunkt geben kann.�</p><p>�Das w�rden sie tats�chlich machen? Mit ihrem eigenen Sternensystem?�, fragte Captain Vitali von der <emphasis>Daring</emphasis>. �Ich kann mir gut vorstellen, dass sie so was bei uns machen w�rden, aber das hier, das ist ihr Heimatsystem!�</p><p>�Die F�hrer der Syndikatwelten haben das bereits in einem ihrer eigenen Systeme gemacht, n�mlich bei Lakota�, antwortete Tulev. �Sie wussten, was passieren k�nnte, und trotzdem gaben sie den Befehl, das dortige Portal zu zerst�ren. Bei der Gelegenheit konnten sie es vor dem, was sie wohl als ihr Gewissen bezeichnen, noch mit dem Argument rechtfertigen, dass der schlimmste Fall nur eine <emphasis>m�gliche </emphasis>Folge war. Aber sie waren da schon bereit, den schlimmsten Fall in Kauf zu nehmen. Uns w�re nie in den Sinn gekommen, dass sie Ma�nahmen ergreifen, die die v�llige Ausl�schung ihres eigenen Systems <emphasis>garantiert</emphasis>, nur um unsere Flotte zu schlagen.�</p><p>�Das liegt nur daran, dass wir niemals eines unserer eigenen Systeme vernichten w�rden�, f�gte Neeson hinzu.</p><p>Tulev sch�ttelte sich und machte keinen Hehl aus seiner Abscheu. �Die Syndik-F�hrung weigert sich, diesen Krieg zu verlieren, ganz gleich, wie sehr die eigene Bev�lkerung darunter leiden muss.�</p><p>�Politiker�, schnaubte Captain Armus, als w�rde er einen w�sten Fluch aussto�en.</p><p>�Manche Politiker�, korrigierte Geary. �Ihnen sollte bekannt sein, dass wir von drei unserer Politiker begleitet werden, die sich den gleichen Risiken aussetzen wie wir.� Keiner der drei machte einen besonders gl�cklichen Eindruck dar�ber, diesen Gefahren ausgesetzt zu sein, doch es gab keinen Grund, auf diesen Umstand hinzuweisen. �Wir sind au�erdem Syndik-F�hrern begegnet, die ihrem Volk gegen�ber nicht so kaltbl�tig agieren. Die oberste F�hrungsriege scheint sich von alledem allerdings abgekapselt zu haben. Diese Leute tun alles, um den Krieg zu gewinnen, oder besser gesagt: um ihn nicht zu verlieren, weil sie sonst f�r ihre Fehler zur Rechenschaft gezogen w�rden. Aber sie werden keinen Erfolg haben, und wenn wir erst einmal allen in diesem System klar gemacht haben, was sie planen, d�rfte das die Situation umkehren.�</p><p>�Das ist Ihr Plan?�, warf Armus ein. �Wir sollen darauf hoffen, dass die Syndiks ihren eigenen F�hrern doch noch Manieren beibringen?�</p><p>�Nein, das ist das, was geschehen wird, wenn wir meinen Plan ausgef�hrt haben.� Die Nervosit�t im Raum war mit einem Mal verschwunden, und Geary sah in den Mienen fast aller Offiziere die gleiche Zuversicht, die auch Desjani ausstrahlte. �Die Syndiks haben ein Detail �bersehen. Die Energieentladung dieses Portals wird so gewaltig sein, dass unsere Schiffe nicht darauf hoffen k�nnen, sie irgendwie zu �berstehen. Aber es gibt in diesem Sternensystem etwas, das gro� genug ist, um von der Schockwelle nicht zerst�rt zu werden, und das auch gro� genug ist, um die gesamte Flotte dahinter zu verstecken.� Er zeigte auf die Darstellung des Sterns auf dem Display. �Es gibt einen Ort in diesem Sternensystem, der dieser Flotte Schutz bieten sollte, falls wir ihn erreichen k�nnen.� Die Ansicht des Sterns drehte sich um ihre Achse. �Und zwar hier, auf der abgewandten Seite des Sterns.�</p><p>Schweigen machte sich breit, als sich alle auf das Display konzentrierten. Duellos ergriff schlie�lich als Erster das Wort. �Das sollte funktionieren, aber es garantiert keine Sicherheit. Die Schockwelle wird aus Partikeln bestehen, die miteinander kollidieren und auch seitlich weggeschleudert werden. Also wird die Welle auch in den Bereich hinter dem Stern ausstreuen.�</p><p>�Wir haben eine gute Chance�, wandte Badaya ein, �wenn wir dicht genug an den Stern herankommen.�</p><p>�Das habe ich auch nicht abgestritten, aber wie es aussieht, bleibt uns auch gar keine andere Wahl.�</p><p>Captain Armus betrachtete kopfsch�ttelnd die Darstellung. �Die Syndiks sind zwar Dreck, aber sie sind keine Idioten. Die werden sehen, wohin wir wollen.�</p><p>Armus war nicht der hellste Kopf in der Flotte, doch selbst er war klug genug, um das zu erkennen. �Deshalb m�ssen wir unsere Absichten verschleiern�, fuhr Geary fort, �bis wir den Stern zwischen uns und dem Portal haben. Gl�cklicherweise liefern uns die Syndiks mit ihren Flugman�vern reichlich Anlass, um einen plausiblen Grund zu haben, wieso wir ausgerechnet in diese Richtung unterwegs sind.� Er gab einen Befehl ein, woraufhin verschiedene Routen eingeblendet wurden, denen die Flotte folgen konnte. �Die Syndik-Flotte t�uscht vor, dass sie Kurs auf uns genommen hat. Angesichts der Tatsache, dass wir ihre Absicht durchschaut haben, gehen wir davon aus, dass sie in etwa sechs Stunden den Kurs �ndern und den Sprungpunkt nach Mandalon ansteuern werden. Dann werden sie von uns eine von zwei Reaktionen erwarten: Entweder wir machen uns daran, die Syndik-Flotte noch eine Zeit lang zu verfolgen, oder wir versuchen, sie auf andere Weise zum Kampf zu zwingen, indem wir Einrichtungen in diesem System bedrohen.� Auf dem Display leuchteten mehrere B�gen hell auf. �Wir werden auf diese Vektoren einschwenken und an dem bewohnten Eisplaneten vorbeifliegen, der f�nfzehn Lichtminuten von der Sonne entfernt ist. Dabei werden wir jedes milit�rische und industrielle Ziel in Reichweite ausschalten und anschlie�end Kurs auf die bewohnte Prim�rwelt nehmen. Allerdings erreichen wir diese Welt nicht auf einer schnurgeraden Flugbahn, sondern m�ssen um den Stern herumfliegen, um den Planeten auf seinem Orbit abzufangen.�</p><p>Duellos grinste. �Ein l�ngerer Weg, der den Eindruck erwecken wird, dass wir die Syndik-Kriegsschiffe zu einem Kampf zwingen wollen. Werden sie glauben, dass Black Jack so offensichtlich vorgeht?�</p><p>�Im Augenblick freuen sie sich dar�ber, wie sie uns reingelegt haben�, erkl�rte Desjani. �Sie glauben, wir sind in ihre Falle getappt und haben das bis jetzt noch nicht bemerkt. �bermut ist genau das, was sie von uns erwarten, und da die Syndik-F�hrer sich auf dem Schlachtschiff befinden, das am Sprungpunkt nach Mandalon wartet, werden sie immer noch f�nf Lichtstunden von uns entfernt sein, wenn wir in den Windschatten des Sterns eintauchen. Vom Portal sind sie sieben Lichtstunden entfernt.�</p><p>Badaya nickte. �F�nf Stunden, ehe sie sehen, dass wir auf einen anderen Kurs einschwenken. Selbst wenn sie sofort durchschauen, was wir vorhaben, ben�tigen sie immer noch sieben Stunden, bis ihr Signal das Portal erreicht. Die Schockwelle braucht dann weitere f�nf Stunden, bis sie auf unsere Flotte trifft. Siebzehn Stunden also, w�hrend wir nur gut zehn Lichtminuten vom Stern entfernt sind, wenn wir unser Man�ver beginnen. Sie werden uns nicht erwischen k�nnen.�</p><p>�Vorausgesetzt, sie warten so lange�, knurrte Armus. �Warum sollten sie das �berhaupt tun?�</p><p>�Weil die Syndiks nicht wollen�, erwiderte Rione, �dass ein Augenzeuge �berlebt, der davon berichten kann, was hier passiert ist. Die Flotte muss in einer Position sein, um den Sprungpunkt zu benutzen, bevor irgendjemand das Signal empfangen kann, das sie an das Portal senden. Dann k�nnen sie gemeinsam mit der Flotte das System verlassen, und au�er ihnen wei� niemand, was sie getan haben. Wer nach der Schockwelle ins System zur�ckkehrt, findet nur noch Zerst�rung vor, und es ist niemand da, der ihm noch erz�hlen kann, was geschehen ist.�</p><p>Einen Moment lang kniff Badaya die Augen zusammen, dann nickte er abermals. �Sie k�nnen behaupten, dass das unser Werk war, so wie sie es uns schon bei Kalixa angekreidet haben.�</p><p>Commander Landis sah das auch so, machte dennoch einen beunruhigten Eindruck. �Aber was ist, wenn sie eher durchschauen, was wir beabsichtigen? Wenn sie beschlie�en, ihre eigene Flotte zu opfern, und das Portal zerst�ren, bevor wir uns im Windschatten dieses Sterns befinden?�</p><p>Geary hatte sich bereits � wenn auch nur sehr widerstrebend � mit dieser M�glichkeit befasst. Er bet�tigte eine andere Taste, und eine Formation wurde angezeigt. �Wenn uns Zeit bleibt, nachdem wir festgestellt haben, dass das Portal kollabiert, dann werden wir uns so anordnen. Die Schlachtschiffe werden mit dem Bug zum Portal so dicht wie m�glich zusammenr�cken, um eine massive Mauer zu bilden. Der Rest der Flotte wird sich dahinter ebenfalls so angeordnet platzieren, damit wir eine Chance haben, dass wenigstens einige unserer Schiffe �berleben.�</p><p>Jeder nickte ernst, auch die Captains der Schlachtschiffe. Deren Panzerung und Schilde waren zwar auf offensives Handeln ausgerichtet, aber diese Schiffe wurden oft als die letzte Verteidigungslinie ins Spiel gebracht, wenn der Rest der Flotte sie n�tig hatte. Wie Captain Mosko bei Lakota angemerkt hatte, geh�rte es zu den Aufgaben eines Schlachtschiffs, die �brigen Schiffe der Flotte vor Gefahren abzuschirmen. Sie hatten Mosko zusammen mit den drei Schlachtschiffen seiner Division zur�ckgelassen, um den Feind aufzuhalten. Dem Tod ins Auge zu sehen war etwas, woran sich jeder in der Flotte gew�hnt hatte, und f�r seine Kameraden zu sterben, war schlie�lich nicht die schlechteste Weise, um aus dem Leben zu scheiden.</p><p>Nicht, dass irgendjemand noch meinte, dass das diesmal eine Rolle spielte. Sie hatten gesehen, was der Zusammenbruch eines Hypernet-Portals in einem Sternensystem anrichten konnte. Die Schlachtschiffe und alles, was sich hinter ihnen befand, w�rden zweifellos in St�cke gerissen, wenn die Schockwelle auch nur ein wenig st�rker ausfiel als die bei Kalixa. Dennoch war es notwendig, irgendetwas zu unternehmen.</p><p>Captain Armus zuckte mit den Schultern. �Na gut. Wenn unsere Vorfahren uns zul�cheln, dann werden wir auch dieses Mal die Syndiks �berlisten.�</p><p>�Und wenn sie es nicht tun�, warf Captain Tulev ein, �dann werden sie zumindest wissen, dass wir uns dem Feind zugewandt hatten, als der Tod uns ereilte.�</p><p>Jane Geary meldete sich auf einmal zu Wort: �Admiral, was werden wir tun, wenn wir es in den Windschatten des Sterns schaffen?�</p><p>�Das h�ngt davon ab, was sonst noch geschieht�, erwiderte er. �Wir werden nicht tatenlos dasitzen und abwarten, sondern Sensorbojen hinter der Flotte aussetzen, damit wir das Portal auch noch beobachten k�nnen, wenn wir uns hinter dem Stern befinden. Angenommen, sie lassen das Portal in Ruhe und springen aus dem System, dann werden wir einige Ma�nahmen ergreifen, um ihnen das Leben schwer zu machen. Aus dem Windschatten des Sterns heraus k�nnen wir immer noch die Syndiks hier im System ausl�schen, wenn das sein muss. Noch Fragen?�</p><p>�Admiral�, sagte Captain Kattnig hastig. �Darf ich eine Aktion vorschlagen, mit der wir den Syndiks l�stig werden k�nnten? Aus ihrer Sicht muss diese Flotte vernichtet werden, aber wenn die komplett hinter dem Stern Zuflucht sucht, dann verliert sie die M�glichkeit, unmittelbar Druck auf die Syndiks auszu�ben. Wenn wir aber eine Gruppe aus schnellen Schiffen auf direktem Weg zum Sprungpunkt nach Mandalon schicken, dann m�ssen die Syndik-F�hrer entweder dieses System zerst�ren, wobei sie wissen, dass sie eben nicht den Gro�teil ihrer Flotte in Sicherheit bringen k�nnen. Oder aber sie m�ssen in Richtung Sprungpunkt fliehen oder den Kampf aufnehmen.�</p><p>Viele Offiziere nickten zustimmend, als sie Kattnig reden h�rten. Geary dachte �ber den Vorschlag nach und musste zugeben, dass er durchaus sinnvoll war, auch wenn es ihm widerstrebte, irgendeines seiner Schiffe auf ein so gut wie sicheres Himmelfahrtskommando zu schicken.</p><p>�Es m�ssten Schlachtkreuzer sein�, warf Desjani ein.</p><p>�Richtig�, stimmte Kattnig ihr zu. �Ich schlage daher die F�nfte Schlachtkreuzerdivision vor, die sich freiwillig f�r diesen Auftrag meldet.�</p><p>Einige der befehlshabenden Offiziere in dieser Division machten zwar einen erschreckten Eindruck, als sie Kattnig reden h�rten, doch keiner von ihnen meldete Widerspruch an. In dieser Flotte mit ihrer Vorstellung von Ehre konnte keiner von ihnen widersprechen.</p><p>�Dieses Angebot entspricht ganz den besten Traditionen der Flotte�, wandte Duellos in bewusst neutralem Tonfall ein, �allerdings habe ich mir die Eigenschaften der Schlachtkreuzer aus der <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse angesehen, und ich muss sagen, dass das Design Ihrer Schiffe es erforderlich machen w�rde, dass andere gro�e Schiffe Sie begleiten.�</p><p>�Ganz sicher�, stimmte Kattnig ihm zu. �Die Erste Schlachtkreuzerdivision?�, fragte er dann und benannte ausgerechnet Duellos eigene Einheit. �Wir w�ren stolz, Sie bei uns zu haben.�</p><p>Geary schaute vor sich, um in Ruhe dar�ber nachdenken zu k�nnen. Dabei fiel ihm auf, wie angestrengt Desjani auf die Tischplatte blickte. Er wusste, sie h�tte die <emphasis>Dauntless </emphasis>auch zu gern f�r diesen Einsatz freiwillig gemeldet, doch wenn der Feind erkannte, dass das Flaggschiff mit Admiral Geary an Bord Teil dieser kleinen Streitmacht war, w�rde die vermutlich als ein lohnenswertes Ziel angesehen werden.</p><p>Er z�gerte, Duellos ebenfalls loszuschicken. Aber Kattnigs Eifer, sich dem Gegner zu stellen, war zwar nichts Au�ergew�hnliches in dieser Flotte, dennoch bereitete er Geary Sorgen. Wenn Kattnig zur�ckgepfiffen werden musste, dann hatte Duellos nicht nur die Befehlsgewalt, sondern er war vern�nftig genug, im richtigen Moment einzuschreiten. Tulev w�re daf�r auch geeignet gewesen, aber im Augenblick war Duellos gefragt, und der wartete un�bersehbar darauf, dass Geary seine Meinung �u�erte, ehe er Kattnig eine Antwort gab.</p><p><emphasis>Soll ich Duellos sagen, er fliegt nicht mit, und stattdessen Tulevs Division mitschicken? Oder soll ich sagen, ich will �ber die Zusammensetzung dieser Streitmacht erst noch in Ruhe nachdenken, ehe ich die betreffenden Schiffe benenne? Nein, durch den Ablauf der Ereignisse bin ich gezwungen, jetzt und hier zu entscheiden. Wenn ich nicht ausdr�cklich sage, ich will, dass die Erste Division mitfliegt, wird das so klingen, als wollte ich eben nicht, dass sie mitfliegt. Das Regelwerk der Flotte besagt zwar, dass ich nicht verpflichtet bin, diese Entscheidung zu erkl�ren, aber praktisch gesehen w�rde ich sie trotzdem rechtfertigen m�ssen. Aber wie mache ich das, ohne den Matrosen und Offizieren der Ersten Division das Gef�hl zu geben, dass ich sie benachteilige?</emphasis></p><p><emphasis>Ich stecke in der Zwickm�hle. Duellos ist keine schlechte Wahl, aber ich wei� nicht, ob ich ihn ausgew�hlt h�tte. Jetzt muss ich mich damit einverstanden erkl�ren, da sonst der Eindruck entsteht, dass ich weder ihm noch seinen Schiffen vertraue.</emphasis></p><p>Also nickte er Duellos zu. �M�chte die Erste Schlachtkreuzerdivision Teil dieser Streitmacht sein?�</p><p>�Selbstverst�ndlich, Admiral�, erwiderte Duellos, der die Geste richtig gedeutet hatte. �Meine Schiffe sind bereit.�</p><p>Das war es dann also. Kattnig schaute sehr zufrieden drein, Duellos strahlte Ruhe und Zuversicht aus. Tulev lie� sich seine Gef�hle nicht ansehen, und Badaya machte ebenfalls einen erfreuten Eindruck. Lediglich Desjani hatte sichtlich M�he, sich davon abzuhalten, vor Frust die Tischplatte so lange mit den F�usten zu traktieren, bis sie blutig waren.</p><p>Geary zwang sich zur Ruhe, obwohl es ihn �rgerte, dass man ihn so in Zugzwang gebracht hatte. �Ich muss die Mission und die Zusammensetzung der Eingreiftruppe festlegen. Die Schlachtkreuzer m�ssen von gen�gend schnellen Eskortschiffen begleitet werden, damit die Truppe allen Bedrohungen etwas entgegenzusetzen hat. Ich werde Sie �ber weitere Pl�ne informieren, sobald wir uns im Windschatten des Sterns befinden.�</p><p>Die Bilder der meisten Offiziere l�sten sich auf, Duellos dagegen blieb noch lange genug zur�ck, um Geary einen resignierten Blick zuzuwerfen. �Das haben wir beide nicht kommen sehen.�</p><p>�Allerdings. Wir unterhalten uns sp�ter noch dar�ber, unter vier Augen.�</p><p>W�hrend Duellos� Bild verschwand, nickte Badaya zun�chst Rione, dann Geary zu. �Es ist n�tzlich, wenn man jemanden hat, der die Denkweise der Syndik-F�hrer versteht.�</p><p>�Ja�, erwiderte Geary, sagte weiter aber nichts, da er wusste, dass Rione nach Badayas Meinung die Syndiks nur deswegen so gut verstand, weil sie selbst ganz genauso dachte.</p><p>�Machen die anderen Ihnen irgendwelche Schwierigkeiten?�</p><p>Hinter Badaya verdrehte Rione die Augen und sah gelangweilt zur Decke.</p><p>Mit Bedacht w�hlte Geary seine Worte, die er ruhig und gelassen aussprach: �Die Senatoren machen keine Schwierigkeiten.�</p><p>�Gut. Solange sie wissen, wer hier das Sagen hat, ist ja alles in Ordnung.� Dann salutierte Badaya l�chelnd und verschwand ebenfalls.</p><p>Rione sah Geary interessiert an. �Was werden Sie eigentlich machen, wenn er irgendwann mal dahinterkommt, dass Sie der Regierung gar keine Befehle erteilen?�</p><p>�Wenn ich das w�sste.�</p><p>Da auch Badaya nicht mehr mit am Tisch sa�, stand Desjani auf. �Es tut mir leid�, sagte Geary zu ihr. �Ich wei�, Sie h�tten mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>auch gern an diesem Einsatz teilgenommen.�</p><p>�Das Flaggschiff zu befehligen, hat �blicherweise seine Vorteile�, erwiderte sie mit einem Schulterzucken. �Aber ich m�sste schon dumm sein, um in diesem Fall nicht zu erkennen, dass dieses Schiff f�r die Syndiks ein viel zu verlockendes Ziel darstellt.�</p><p>Sie war nicht allzu �berzeugend in ihrem Bem�hen, ihm vorzumachen, dass sie sich mit der Situation abgefunden hatte.</p><p>�Leider ist das so�, stimmte er ihr zu.</p><p>�Sie m�ssen Kattnig im Auge behalten�, f�gte sie hinzu.</p><p>Er stutzte. �Aus welchem Grund?�</p><p>�Aus dem gleichen Grund, der Sie genauso beunruhigt wie mich. Ich konnte es Ihnen ansehen. Er ist �bereifrig. Er ist zwar kein so ma�los aggressiver Idiot wie Captain Midea, aber er ist �bereifrig.�</p><p>�Ja, Duellos wird auf ihn aufpassen m�ssen.�</p><p>�Tulev w�re besser gewesen, aber Sie h�tten Duellos nicht vor versammelter Mannschaft die Zustimmung verweigern k�nnen. Der Schein ist wichtig. Ach, noch etwas, Admiral. Wenn wir sehen, dass das Portal kollabiert, und die Flotte ihre Verteidigungsformation einnimmt, wo wird dann die <emphasis>Dauntless </emphasis>sein?�</p><p>Er wich ihrem Blick aus. �Tanya, wenn es dazu kommen sollte��</p><p>�Wenn es dazu kommen sollte, dann sind die �berlebenschancen f�r jedes Schiff in dieser Flotte gleich null. Daher bitte ich darum, wenn die <emphasis>Dauntless </emphasis>mitsamt ihrer Crew schon sterben muss, dann soll es wenigstens ein ehrenvoller Tod sein, und zwar an dem Platz, der einem Flaggschiff in der Flotte geb�hrt.� Sie sprach mit ruhiger, gefasster Stimme.</p><p>Ihm wollte kein Argument einfallen, mit dem er ihr h�tte widersprechen k�nnen. �Wo ist Ihrer Meinung nach dieser Platz? In der vordersten Reihe, Seite an Seite mit den Schlachtschiffen?�</p><p>�Nein, Sir, dort w�rde sie eine Schwachstelle in der Mauer aus Schlachtschiffen darstellen. Aber die <emphasis>Dauntless </emphasis>sollte sich unmittelbar hinter ihnen befinden.�</p><p>Geary schloss die Augen, da er sie nicht ansehen wollte, w�hrend er das vermutliche Todesurteil f�r Desjani aussprach. Zwar war das auch sein Todesurteil, aber in gewisser Weise war seit dem Erwachen aus dem K�lteschlaf seine Zeit ohnehin abgelaufen. �Also gut, Captain. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>wird den ihr geb�hrenden Platz einnehmen, sollte es dazu kommen, dass die Flotte mit dieser Situation konfrontiert wird.�</p><p>�Danke, Sir.�</p><p>Er schlug die Augen auf und sah, dass Desjani salutierte und ihn dabei dankbar anschaute. �Das ist das Mindeste, was ich der <emphasis>Dauntless </emphasis>und Ihnen schulde�, f�gte er hinzu, w�hrend er den Salut erwiderte. �Aber ich hoffe, es kommt gar nicht erst dazu. Falls doch��</p><p>�<emphasis>Nil Desperandum</emphasis>�, unterbrach sie ihn l�chelnd, dann verlie� sie entspannt den Konferenzraum.</p><p>Rione sah Desjani nach und sch�ttelte den Kopf. �Hat es irgendeiner von uns verdient, dass solche Leute f�r uns k�mpfen?�</p><p>�Ich dachte, Sie m�gen sie nicht.�</p><p>�Tu ich auch nicht. Sie kann fast so zickig sein wie ich. Aber ich danke den lebenden Sternen daf�r, dass sie dieses Schiff befehligt, und nicht so jemand wie Badaya.�</p><p>Geary setzte sich wieder hin und schaute Rione an. Die virtuellen Bilder der Senatoren Costa und Sakai waren schon fr�her verschwunden, da keiner von ihnen damit gerechnet hatte, sie k�nnte noch bleiben und unter vier Augen mit Geary reden. �Badaya ist ein f�higer Offizier. Wenn wir sein Vertrauen in die Allianz-Regierung wiederherstellen k�nnen, wird er f�r die Flotte ein Gewinn sein.�</p><p>Rione reagierte mit einem traurigen L�cheln. �Ich glaube, solange nichts Verheerendes passiert, wird Captain Badaya davon �berzeugt sein, dass Sie in Wahrheit das Sagen haben und heimlich alle F�den in der Hand halten. Und er wird nicht der Einzige sein, der das glaubt.�</p><p>Er wollte sich nicht jetzt schon mit der Zeit nach dem Kriegsende befassen, wenn nicht mal sicher war, ob irgendeiner von ihnen das noch erleben w�rde. �Madam Co-Pr�sidentin, ist Ihnen irgendetwas eingefallen, was wir den Syndiks auftischen k�nnen, um sie in dem Glauben zu lassen, dass wir nichts von der Gefahr wissen, die vom Hypernet-Portal ausgeht? Wir m�ssen ihnen irgendetwas vormachen, das sie lange genug hinh�lt, damit wir die R�ckseite des Sterns erreichen k�nnen.�</p><p>W�hrend sie dar�ber nachdachte, verzog sie den Mund. �Ich glaube, wir m�ssen so weitermachen wie bisher und in Worten und Taten unsere Siegesgewissheit zum Ausdruck bringen. Sie sollten noch einmal Ihre Forderung nach Verhandlungen senden, diesmal mit mehr Arroganz und mit mehr Verachtung dem CEO gegen�ber, der die Flotte befehligt. Vielleicht eine spitze Bemerkung dar�ber, wie sehr seine Flotte seit dem letzten Mal geschrumpft ist.�</p><p>�Vielleicht k�nnte ja einer unserer Regierungsvertreter mit dem richtigen Ma� an Arroganz und Verachtung unsere Forderungen besser r�berbringen�, schlug Geary vor.</p><p>�Meinen Sie mich? Ich bin in Sachen Arroganz besser als Sie.� Rione lehnte sich nach hinten. �Aber Costa kann das noch besser als ich. Ich werde ihr sagen, Sie haben �berlegt, dass sie die n�chste Forderung �bermitteln sollte. Das wird Costa glauben lassen, dass Sie von ihr beeindruckt sind.�</p><p>�Und sie wird nicht unsere Bedenken wegen einer Falle der Syndiks verraten?�</p><p>�Costa? Sie h�tet ein Geheimnis besser als ein Priester seine Jungfr�ulichkeit. Das ist das Letzte, worum Sie sich bei ihr Gedanken machen m�ssen.� Rione l�chelte fl�chtig. �Ich werde ihr offen sagen, dass es darum geht, die Syndiks zum Narren zu halten. Das wird ihr so richtig gefallen, genauso wie die Gelegenheit, sich �ber einen Syndik-CEO lustig zu machen. Wie lange m�ssen wir ihnen eigentlich etwas vormachen?�</p><p>Geary deutete auf das Sternendisplay. �Sie wissen ja, wir k�nnen nicht auf direktem Kurs unser Ziel anfliegen, weil sie sonst unsere wahren Absichten durchschauen, also m�ssen wir einen Umweg nehmen. Wir brauchen etwas mehr als zwei Tage, dann k�nnen wir den Kurs �ndern und direkt in den Windschatten des Sterns fliegen.�</p><p>�Werden die Syndiks uns so viel Zeit geben?�</p><p>�Wenn ihre eigene Flotte weiter kreuz und quer durch das System kreist, wird sie drei Tage ben�tigen, um den Sprungpunkt nach Mandalon zu erreichen.�</p><p>�Dann sollten wir ja Zeit genug haben. M�chten Sie wissen, was Sakai �ber Sie gesagt hat?�</p><p>Einen Moment lang dachte er �ber ihre Frage nach, schlie�lich nickte er.</p><p>�Senator Sakai sagte: �Er h�rt uns zu.��</p><p>Geary wartete, aber mehr kam nicht von Rione. �Ist das alles?�</p><p>�<emphasis>Das </emphasis>ist eine Menge, Admiral Geary.� Sie betrachtete ihn eine Weile. �Ich wei� nicht, wann es passiert ist. Vielleicht war es schon immer so, und es ist nur viel schlimmer geworden. Aber irgendwann haben die rangh�chsten Offiziere und die rangh�chsten Politiker der Allianz sich gegenseitig einfach nicht mehr zugeh�rt. Wir tun alle so, als w�rden wir zuh�ren, aber am Ende sehen und h�ren wir doch nur das, was wir erwarten.�</p><p>�So wie Badaya.�</p><p>�Oder Costa.� Sie stand auf und ging zur Luke, dann blieb sie stehen und drehte sich noch einmal zu ihm um. �Vielleicht gab es einen anderen Grund, dass ich die Flotte begleitete, als Admiral Bloch das Kommando hatte. Einen Grund, der mir gar nicht bewusst war. Damit die Allianz heilen kann, braucht man Offiziere, die Politikern vertrauen, und Politiker, die Offizieren vertrauen.�</p><p>Er grinste sie schief an. �Jetzt kommen <emphasis>Sie </emphasis>mir aber nicht so mystisch.�</p><p>�Das w�rde mir im Traum nicht einfallen, Admiral. Wenn die lebenden Sterne auf Leute wie mich angewiesen w�ren, um ihre Missionen auszuf�hren, dann w�re es wirklich schlecht um sie bestellt.�</p></section><section><title><p>Sieben</p></title><p>Zun�chst hatte die Syndik-Flotte gar nicht auf die Kurs�nderung der Allianz-Flotte reagiert, aber zehn Stunden sp�ter nahm sie Kurs auf den Sprungpunkt nach Mandalon, w�hrend die Schiffe gleichzeitig langsamer wurden. �Offensichtlicher k�nnen sie es nun wirklich nicht mehr machen, dass wir sie verfolgen sollen�, merkte Geary an.</p><p>Desjani verzog den Mund. �Ich finde, sie machen sich nur noch mehr �ber uns lustig. Sehen Sie das nicht auch so?�</p><p>�Es ist zu offensichtlich�, beharrte er.</p><p>�F�r Sie vielleicht.� Sie sch�ttelte den Kopf, ihr Blick auf einen Punkt irgendwo in der Vergangenheit gerichtet. �F�r Sie sind solche Man�ver ein nachvollziehbares taktisches Positionieren. Wir sind es gew�hnt, den Feind zu sehen und direkt auf ihn loszufliegen, weil er genau das Gleiche macht. Ihnen ist noch immer nicht ganz klar, wie Ihre vielen Man�ver die Syndiks wahnsinnig gemacht haben, weil dieses Spiel eigentlich nicht so gespielt wurde, nicht wahr? Und jetzt revanchieren sich die Syndiks. �Hier sind wir, versucht doch mal, uns zu fangen und zu t�ten!� Die Syndiks hoffen, dass sie uns im Gegenzug genauso rasend machen, damit wir Kurs auf sie nehmen und sie in einen richtigen Kampf verwickeln.�</p><p>Er hatte sich noch nie Gedanken dar�ber gemacht, ob ein Kampf richtig oder nicht richtig war, er unterschied nur nach klugen und dummen Taktiken. Im Training zu Friedenszeiten hatte es manch Dummes gegeben, das von der Doktrin oder von demjenigen gefordert wurde, der gerade der dienst�lteste Commander war. Aber diese Dummheiten waren stets von einer klaren oder angedeuteten Anmerkung begleitet worden, dass man es in einem tats�chlichen Gefecht anders handhaben w�rde. Vielleicht lie� sich in Friedenszeiten leichter herausfinden, welcher der kluge Weg war, oder es erschien einem nur leichter, weil es keine echten Schlachten waren und keine Menschenleben auf dem Spiel standen. �Ich sch�tze, ich muss immer noch einiges lernen.� Desjani gelang es, auf die respektvollste Weise ihre Skepsis erkennen zu lassen, w�hrend er fortfuhr. �Auf jeden Fall sollte es jetzt nicht mehr viel ausmachen, ob wir ihnen folgen oder nicht. Wir sind l�ngst viel zu weit von jedem Sprungpunkt entfernt, um noch fliehen zu k�nnen, wenn die Flotte zum Sprung nach Mandalon ansetzt.�</p><p>Diesmal rieb sich Desjani das Genick, dann lie� sie vom System etwas durchrechnen. �Die Syndik-Flotte ist gerade mal zwei Lichtstunden von uns entfernt. Theoretisch ist es m�glich, dass wir jetzt sofort wie verr�ckt beschleunigen und Kurs auf den Sprungpunkt nach Tremandir nehmen. Wenn wir alle Faktoren einbeziehen, dann w�re unsere Flotte wohl in der Lage, noch rechtzeitig nach Tremandir zu entkommen. Da w�re zum einen die Zeitverz�gerung f�r die Syndik-F�hrer am Mandalon-Sprungpunkt, bis sie sehen, in welche Richtung wir fliegen. Dann die Zeit, die es braucht, bis sie den Befehl an die Syndik-Flotte gesendet haben, sofort zu beschleunigen, um den Sprungpunkt schnellstens zu erreichen. Und schlie�lich w�ren da noch die Verz�gerungen, durch erstens die Zeit, die deren Flotte f�r diese Strecke ben�tigt, zweitens die Zeit, die das Signal der Syndik-F�hrer braucht, um das Hypernet-Portal zu erreichen, und drittens die Zeit, bis die Schockwelle uns einholt. Ich m�chte zwar nicht mein Leben darauf verwetten, aber die Syndik-F�hrer k�nnten versuchen, absolut sicherzugehen, dass sie ihre Flotte aus dem System holen k�nnen, w�hrend es f�r uns gleichzeitig unm�glich ist zu fliehen, bevor sie das Hypernet-Portal kollabieren lassen.�</p><p>Er zeichnete einige der Flugbahnen durch das Sternensystem nach und erkannte, was Desjani meinte. �Wenn wir diese Flotte verfolgen, dann nehmen wir wieder Kurs auf die Syndik-F�hrer und verringern so die Zeitverz�gerung, bis sie sehen k�nnen, was wir machen, und gleichzeitig kommen wir dem Hypernet-Portal n�her, womit f�r uns die Zeitspanne etwas verk�rzt wird, bis die Schockwelle uns trifft. Weniger Ungewissheit f�r sie, auch wenn ihre eigene Flotte nicht kontinuierlich der Sicherheit entgegenfliegt.� Pl�tzlich ging ihm ein anderer Gedanke durch den Kopf. �Das sind �berwiegend Politiker, aber sie treffen eine milit�rische Entscheidung dar�ber, wann sie das Portal kollabieren lassen sollen.�</p><p>Damit brachte er Desjani zum Grinsen. �Dann werden sie�s wahrscheinlich falsch machen.� Gleich darauf wurde sie wieder ernst. �Was f�r uns ein b�ses Ende haben k�nnte, wenn sie zu fr�h zuschlagen.�</p><p>�Ganz genau.� Costa sa� auf dem Beobachterplatz auf der Br�cke, aber sie schien einged�st zu sein. Anstatt sie aufzuwecken, tippte Geary auf seine Komm-Kontrolle. �Madam Co-Pr�sidentin, ich k�nnte die Meinung einer Politikerin zu einem Thema gebrauchen.�</p><p>Rione h�rte sich an, was er zu sagen hatte, dann zuckte sie mit den Schultern. �Das kann in die eine oder die andere Richtung gehen, Admiral. Wenn ein Politiker zu entscheiden hat, wann die Falle zuschnappen soll, k�nnte er zu lange z�gern, weil er darauf hofft, dass die Situation immer noch etwas perfekter und der Erfolg umso sicherer wird. Ich w�rde diese Entwicklung f�r die wahrscheinlichere halten, weil sie sich in ihrem Raumschiff sehr sicher f�hlen m�ssen, so dicht neben einem Sprungpunkt, der es ihnen erlaubt, jederzeit die Flucht zu ergreifen. Trotzdem bleibt die M�glichkeit, dass sie in Panik geraten und ihren Plan zu fr�h in die Tat umsetzen. Zum gro�en Teil kann die Entscheidung auch davon abh�ngen, was ihre Milit�rberater ihnen sagen.�</p><p>�Und was wird das sein?�</p><p>�Das, wovon sie glauben, dass ihre Vorgesetzten es h�ren wollen, und wovon sie glauben, dass ihnen diese Vorgesetzten genau das befehlen werden, was sie selbst wollen.� Rione machte eine vage Geste in Richtung der Arrestzellen. �Sehen Sie sich doch nur an, wie der Syndik-CEO bei uns an Bord versucht hat, mit Ihnen umzugehen. Er sagt Ihnen etwas Bestimmtes, weil er glaubt, dass Sie dann auf eine bestimmte Weise reagieren werden, aber alles andere versucht er zu verschweigen. Ich garantiere Ihnen, dass unser Gast ebenso aus Gewohnheit wie aus Berechnung handelt.�</p><p>Nachdenklich rieb sich Geary das Kinn. �Wir wissen nicht, was dem Commander des Schiffs, auf dem sich die Syndik-F�hrer befinden, vorschwebt, was die tun sollten, wenn es nach ihm ginge. Irgendeine Ahnung, was der CEO, der die Flotte f�hrt, ihnen erz�hlen k�nnte?�</p><p>Nun geriet Rione ins Gr�beln, verzog den Mund und legte die Stirn in Falten. �Ich w�rde darauf tippen, dass er sich so ehrlich wie m�glich gibt, um zu beweisen, wie loyal er ist, und um Wiedergutmachung daf�r zu leisten, dass ihm unsere Flotte bei der letzten Begegnung entkommen war.�</p><p>�Meinen Sie, er wei� von dem Plan mit dem Hypernet-Portal?�</p><p>Sie gab einen ver�chtlichen Laut von sich. �W�rden Sie ihm eine solche Information anvertrauen? Das Wissen k�nnte er dazu benutzen, es an uns oder andere Syndik-CEOs zu verkaufen, um seine gegenw�rtigen F�hrer zu st�rzen. Aber selbst wenn er so etwas versuchen w�rde, k�nnten wir ihm nicht vertrauen.�</p><p>�Weil er Admiral Bloch und die anderen Allianz-Unterh�ndler ermordet hat.�</p><p>�rgerlich sch�ttelte Rione den Kopf. �Weil er Sie mit aller Macht besiegen will. Sie, Black Jack Geary, der ihm seinen perfekten Sieg entrissen hat. Ohne Sie w�rde er heute vielleicht zur F�hrungsriege geh�ren.�</p><p>Diese �berlegung brachte ihn auf eine andere Idee. �Vielleicht sollte ich ihn verspotten, ich pers�nlich. Wenn wir die Syndik-Flotte dazu bringen, kehrtzumachen und uns zu verfolgen, bringt das den Plan der F�hrer durcheinander.�</p><p>�Das w�rde nichts��, begann Rione, hielt aber gleich wieder inne und �berlegte kurz. �Doch, das k�nnte funktionieren. Aus der Sicht dieses CEO muss es f�r ihn die ideale L�sung sein, Sie zu besiegen. Er wei� nicht, dass er damit seinen Vorgesetzten einen Strich durch die Rechnung macht, und er wird glauben, dass man ihn als den gro�en Helden feiern wird, der er schon vor Monaten h�tte sein sollen. Ja, treiben Sie ein Messer in sein Ego und drehen Sie die Klinge rum.�</p><p>�Ich werde es versuchen.� Geary lehnte sich zur�ck und dachte nach. Den Syndik-CEO zu verspotten k�nnte zu der Absicht passen, die Eingreiftruppe aus Schlachtkreuzern abzulenken. �Captain Desjani, abgesehen davon, dass diesem Syndik-CEO unsere Flotte schon einmal entwischt ist, was w�rde den Mann Ihrer Meinung nach so richtig bis aufs Blut reizen?�</p><p>Desjani konnte ihm mit Vergn�gen eine ganze Reihe von Vorschl�gen liefern.</p><p>Dann aktivierte Geary eine �bertragung an die Syndik-Flotte, von der er wusste, dass jedes Schiff in dieser Streitmacht seine Nachricht empfangen w�rde. Das sollte den CEO noch heftiger zum Kochen bringen. �An Shalin, den gegenw�rtigen Befehlshaber der Flotte der Syndikatwelten in diesem System: Ich bedauere, dass Sie kein Interesse daran haben, sich uns im Kampf zu stellen, aber vielleicht hat das ja mit Ihrem Unverm�gen zu tun, diese Flotte vor einigen Monaten bei ihrem letzten Aufenthalt in diesem System zu besiegen. Ich kann Ihren Unwillen, sich auf ein Gefecht einzulassen, gut verstehen, trotzdem ist die Allianz-Flotte bereit, Ihnen eine weitere Gelegenheit zum Kampf zu bieten, wenn Sie damit aufh�ren, vor uns davonzulaufen. Wie gesagt, ich kann es gut verstehen, dass Sie sich mir nicht noch einmal stellen wollen. Es ist eine wohltuende Abwechslung, endlich auf einen Syndik-F�hrer zu treffen, dem das �berleben und das Wohlergehen seiner Untergebenen wichtiger ist als die eigene Ehre und irgendwelche Privilegien. Wenn Sie einfach kapitulieren, dann garantiere ich Ihnen, dass Ihren Leuten nichts geschehen wird. Sie k�nnten dann auf mein Flaggschiff kommen, um mir Ihr Einverst�ndnis mit meinen Bedingungen f�r Ihre Kapitulation zu erkl�ren. Denken Sie in Ruhe dr�ber nach, Shalin. Ein Befehlshaber mit <emphasis>Ihrem </emphasis>Ruf sollte keine Schwierigkeiten damit haben, sich zu entscheiden. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Flottenadmiral Geary, Ende.�</p><p>Desjani musste laut lachen. �Wenn er das nicht schon l�ngst wollte, w�re er sp�testens jetzt davon besessen, Sie zu t�ten. Zu schade, dass wir vier Stunden warten m�ssen, bis wir seine Reaktion darauf zu sehen bekommen. Aber wir k�nnen ein bisschen Zeit totschlagen, indem wir auf den dritten Planeten einpr�geln.�</p><p>�Was wollen Sie eigentlich als Zeitvertreib machen, wenn man Sie keine Planeten mehr verw�sten l�sst?�</p><p>�Dann werde ich mir wohl ein neues Hobby zulegen m�ssen.�</p><p>F�r Menschen bewohnbare Welten, die nur eine Klimazone besitzen, sind sehr selten zu finden, aber der f�nfzehn Lichtminuten vom Stern entfernte Planet war buchst�blich eine Eiswelt. Er war gro� genug f�r eine Atmosph�re, er besa� Wasser im �berfluss, da er in einer relativ kurzen Phase nach dem Abk�hlen und Verfestigen der Landmassen von riesigen Ozeanen und Meeren �berzogen gewesen war. Da er aber zu weit von dem w�rmenden Stern entfernt war, hatte sich allm�hlich alles Wasser in Eis verwandelt und existierte seitdem nur noch in gefrorenem Zustand.</p><p>Inmitten der Eis- und Schneefl�chen fanden sich St�dte und Siedlungen, in denen weniger als eine halbe Million Menschen lebten. Zwar lie�en sich etliche Sport- und Erholungsanlagen ausmachen, doch Industrie war so gut wie gar nicht zu entdecken. �Ich sch�tze, wenn man Wintersport mag, dann d�rfte man da unten bestens aufgehoben sein�, kommentierte Geary.</p><p>Desjani zeigte mit dem Finger auf einen Ausschnitt des dargestellten Planeten. �Sehen Sie nur, wie sie riesige Eisfl�chen glatt geschliffen haben. Die haben ausladende Eisebenen geschaffen, auf denen sie Rennen fahren k�nnen. Stellen Sie sich vor, Sie segeln mit einem Eisboot Tausende Kilometer �ber eine makellos glatte Eisfl�che. Sehen Sie das da? Eine Eisyacht, eine richtig gro�e.� Sie schnaubte ver�chtlich. �Das ist ein Urlaubsplanet. Diese verdammten Syndik-F�hrer haben doch tats�chlich gleich neben der Prim�rwelt einen Urlaubsplaneten angelegt.�</p><p>Er versuchte sich vorzustellen, wie viel Geld n�tig sein mochte, um eine ganze Welt zu unterhalten, die nur der Oberschicht als Urlaubsziel diente. �Vielleicht sollten wir dankbar daf�r sein, dass sie ihr Geld f�r solche Spielereien ausgeben, anstatt das auch noch in den Krieg zu stecken. Welche Ziele bieten sich hier an?�</p><p>�Raumh�fen, Kommunikationszentren, ein paar Sicherheitseinrichtungen.� Desjani machte aus ihrer Abscheu keinen Hehl. �Ich nehme an, alles andere au�er Luxustourismus h�tte die sch�ne Aussicht verschandelt.�</p><p>�Wir haben bislang noch keine Arbeitslager entdeckt�, wandte Rione ein. �Aber es w�rde zur Arroganz der Syndik-F�hrer passen, wenn sie ihren Kriegsgefangenen die schwierige und unangenehme Aufgabe �bertragen haben, diesen Planeten sauber zu halten. Wir d�rfen nicht davon ausgehen, dass dieser Syndik-CEO uns nur verunsichern wollte, als er davon sprach, unsere Leute seien an wichtigen Punkten untergebracht. Ich schlage vor, dass wir bei der Auswahl der Ziele gro�e Sorgfalt walten lassen. Zwangsarbeiter k�nnten in einzelnen Geb�uden oder sogar in Geb�udeteilen untergebracht sein.�</p><p>�Gutes Argument.� Es lie� sich nicht sagen, wie viele Besatzungsmitglieder von den in diesem System zerst�rten Allianz-Schiffen als lebende Kriegsbeute hierbehalten worden waren. �Wie heftig hat denn Senatorin Costa diesen Widerling bedroht?�</p><p>�Ich selbst bin ja nicht schnell von Worten beeindruckt, aber was sie gesagt hat und vor allem wie sie es gesagt hat, das h�tte sogar mich dazu gebracht, mein Handeln noch einmal zu �berdenken�, gab Rione am�siert zur�ck.</p><p>�Danke.� Geary verdr�ngte die wieder auflebenden Gedanken an seinen Gro�neffen Michael Geary und befahl den Gefechtssystemen, alle Ziele auszunehmen, bei denen es sich um Kasernen oder um Wohnquartiere f�r Arbeiter handelte oder wo diese zu dicht bei geeigneten Zielen gelegen waren. Auch wenn Desjani nicht sehr gl�cklich �ber die eingeschr�nkte Auswahl war, hatte sich dennoch eine zwar nicht gro�e, dennoch brauchbare Anzahl an Zielen ergeben. Geary hielt kurz inne, dann erg�nzte er diese Liste um ein paar verstreut liegende Punkte auf den v�llig planen Segelfl�chen. �Wollen wir ihnen doch mal ein bisschen ihr Urlaubsparadies verunstalten.�</p><p>�In den tieferen Regionen einige Kilometer unter dem Eis ist fl�ssiges Wasser vorhanden�, lie� Desjani ihn wissen. �Warum bohren wir nicht ein bisschen tiefer, einfach nur zum Spa�?�</p><p>Ein so tiefes Loch mitten im Segelgebiet w�rde die Syndik-F�hrung ganz sicher ver�rgern, und es w�rde lange Zeit daran erinnern, dass es der Allianz m�glich gewesen ist, hier im Heimatsystem zuzuschlagen. �Klar, warum nicht?� Die Stunden, die sie mittlerweile damit verbrachten, sich m�glichst unauff�llig der abgewandten Seite der Sonne zu n�hern, waren sehr angespannt, da sie sich unwillk�rlich st�ndig fragten, ob die Syndik-Politiker wohl das Hypernet-Portal kollabieren lassen w�rden, noch bevor ihre eigene Flotte sie erreicht hatte, nur um ganz sicherzugehen, dass die Allianz-Schiffe auch tats�chlich vernichtet wurden. Ein kilometertiefes Loch in die Eisdecke eines gefrorenen Ozeans zu schlagen, war vielleicht genau das Richtige, um diese Anspannung ein wenig abzubauen. Die Gefechtssysteme hatten daf�r schnell eine Feuerl�sung errechnet, die darin bestand, mehrere kinetische Salven kurz hintereinander an immer der gleichen Stelle einschlagen zu lassen. ��berpr�fen Sie bitte diese Feuerl�sung. Ich m�chte nicht versehentlich eine Stelle unter Beschuss nehmen, an der sich Kriegsgefangene aufhalten k�nnten.�</p><p>Desjani sah sich den Plan an und reichte ihn dann vorsichtshalber an einen ihrer Wachhabenden weiter. �Ich glaube, etwas Besseres kriegen wir nicht hin, Sir. Wir sind nicht sehr weit vom Planeten entfernt, aber die kinetischen Geschosse werden sie fr�h genug entdecken, um die Zielgebiete zu evakuieren.�</p><p>Er genehmigte die Bombardierung, und dann wurde einmal eine Welle aus kinetischen Geschossen von den Schiffen der Allianz-Flotte ausgesto�en. F�r einen Moment ver�nderte Geary den Ma�stab seines Displays, um nach den anderen Steinen zu sehen, die sie vor �ber zwei Tagen gestartet hatten und die immer noch auf dem Weg zu ihren Zielen waren. �Gut. So viel zum Winterwunderland der Syndiks. Dann werden wir jetzt so tun, als w�rden wir als N�chstes das Gleiche mit der vorrangig bewohnten Welt machen.�</p><p>Desjanis Laune schien sich dank des j�ngsten Feuerbefehls etwas gebessert zu haben. �Die versuchen uns dazu zu verleiten, dass wir sie verfolgen, und wir machen das Gleiche mit ihnen, aber beide haben wir es in Wahrheit auf etwas ganz anderes abgesehen.�</p><p>�Ich habe mit� jemandem dar�ber gesprochen, und der meinte, dass CEO Shalin vermutlich nichts von den Pl�nen der Syndik-F�hrer wei�.�</p><p>Sein kl�glicher Versuch, Riones Namen aus dem Spiel zu lassen, konnte Desjani nicht t�uschen, die daraufhin wieder den Mund verzog. �Man muss schon Politiker sein, um andere Politiker zu verstehen.�</p><p>Costa war unterdessen auf die Br�cke gekommen, ihre Miene verriet keine Regung. Sie musste Gearys Bemerkung geh�rt haben, nicht aber Desjanis gemurmelte Bemerkung. �Ich sehe das so wie Ihre Quelle, Admiral. Es ist nicht anzunehmen, dass CEO Shalin eingeweiht wurde. Man wird ihn bestraft haben�, erkl�rte sie geradeheraus. �Ich habe eine Weile damit verbracht, mir seine Mitteilung anzusehen, bis ich in der Lage war, meine eigene Wut zu ignorieren, um das beurteilen zu k�nnen, was er �ber sich selbst verschweigt. Sehen Sie sich genau an, welchen Eindruck er von sich vermittelt. Trotz seiner Ehrenabzeichen und des arroganten Auftretens wird deutlich, dass ihm die j�ngere Vergangenheit geistig und k�rperlich zugesetzt hat. Er hat Ihre Flotte entkommen lassen, und er wei� genau, er ist ersetzbar.�</p><p>Rione sah Costa fragend an. �Meinen Sie, wir k�nnten mit ihm etwas aushandeln?�</p><p>Desjani drehte sich hastig auf ihrem Platz um. Ihr Gesicht verriet keine Regung, aber Geary konnte ihr deutlich anmerken, wie aufgebracht sie war. Schlie�lich erging es ihm selbst nicht anders. Eine Abmachung mit <emphasis>diesem </emphasis>CEO? Nicht nur, dass er f�r den Hinterhalt verantwortlich war, der dieser Flotte schwere Verluste zugef�gt hatte, auf sein Konto ging auch der kaltbl�tige Mord an den Offizieren, die sich mit ihm zu Unterhandlungen getroffen hatten. Aber Rione hatte bereits davon gesprochen, dass es aufgrund eben dieser Vorf�lle keinerlei Vertrauensbasis f�r Shalin gab. Wieso sprach sie dann aber jetzt Costa auf diese M�glichkeit an?</p><p>�Ein Handel?� Costa zog die Mundwinkel nach unten. �Das m�chte ich bezweifeln, selbst dann, wenn wir ihm vertrauen k�nnten. Wenn ich ihn richtig einsch�tze, wird er, sobald er sich im Nachteil w�hnt, alles unternehmen, um die Oberhand zu gewinnen. Er w�rde uns ohne zu z�gern hintergehen.�</p><p>�Ja, das sehe ich auch so�, sagte Rione.</p><p>Geary entging nicht, dass die Augen der anderen Senatorin vor Freude kurz aufblitzten. Dann wurde ihm klar, dass Rione diese Frage nur gestellt hatte, damit sie �ffentlich der Meinung dieser Frau zustimmen konnte, um sich auf diese Weise eine gewisse Dankbarkeit zu sichern. <emphasis>Ich k�nnte niemals ein Politiker sein. Solche Spielchen w�rde ich niemals beherrschen. </emphasis>Aber die Unterhaltung warf eine andere Frage auf. �Warum tr�gt er Auszeichnungen, wenn man ihn bestraft hat? Warum haben die Syndiks ihm weitere Orden verliehen, wenn sie w�tend auf ihn sind, dass er uns hat entwischen lassen?�</p><p>�Plausibilit�t.� Costa beschrieb eine vage Geste in die Richtung, in der sich in etwa das Schiff mit den Syndik-F�hrern befand. �W�hrend diese Flotte als verschollen galt, verbreiteten die Syndiks weiter ihre Propaganda, dass die Flotte hier vollst�ndig vernichtet worden sei. H�tte man den CEO, der damals den Angriff geleitet hat, nicht mit Orden beh�ngt, w�ren Fragen laut geworden, ob mit den Behauptungen vom Sieg an ganzer Front vielleicht etwas nicht stimmt. Glauben Sie mir, wir h�tten uns auf unserer Seite auch �ber so etwas gewundert.�</p><p>�Wenn er aus dem Grund diese Auszeichnungen erhalten hat, dann wundert es mich, dass er sie tats�chlich tr�gt�, meinte Geary und wandte sich an Desjani, die sich wieder beruhigt hatte, nachdem sie wusste, dass niemand versuchen w�rde, mit dem CEO der Syndik-Flotte zu verhandeln. �Noch zwei Stunden, dann k�nnen die Syndiks das Portal nicht mehr zeitig genug kollabieren lassen, um uns noch zu erwischen.�</p><p>�Das d�rfte ein interessantes Experiment in Sachen Zeitdehnung werden�, erwiderte sie. Ihr Blick kehrte zur�ck zum Display. Geary wusste, wohin sie sah, n�mlich auf den Punkt, von dem auch er immer wieder wie magisch angezogen wurde. Das Hypernet-Portal hing wie ein riesiges Auge im All, das sie beobachtete, das mit ihnen spielte und das wie ein Zyklopengott aus einer primitiven Mythologie bereit war, entsetzliche Kr�fte zu entfesseln. �Diese Stunden werden uns vermutlich wie Tage vorkommen�, fuhr Desjani fort. �Wann werden Sie die Eingreiftruppe losschicken?�</p><p>�Sobald wir Kurs auf den Windschatten der Sonne nehmen.� Bislang hatte er die Aufgabe vor sich hergeschoben, Duellos detaillierte Befehle zu geben, doch das musste nun erledigt werden.</p><p>Als sie nickte, wurde Desjani bewusst, dass sie ihn wieder einmal ganz beil�ufig dazu gebracht hatte, sich einer Bet�tigung zu widmen, um die er lieber einen Bogen gemacht h�tte. �Der Rest der Flotte kann weitere Ziele in festen Orbits bombardieren, sobald wir es hinter den Stern geschafft haben�, machte sie deutlich. �Aber wenn die Syndiks beschlie�en, die Flucht anzutreten, dann hat unsere Eingreiftruppe keine Chance mehr sie einzuholen. Selbst ein Schlachtschiff kann sich einen Schlachtkreuzer vom Hals halten, wenn er nur gen�gend Vorsprung hat.�</p><p>�Ich wei�. Das ist einer der Hauptaspekte, den ich in meinen Befehl an Duellos einzuarbeiten versuche. Ich w�nschte, wir k�nnten auf eine andere Weise an die Syndik-F�hrung herankommen. Meine Hoffnung war, sie auf dem zweiten Planeten festzusetzen, aber da sie nun auf dem Schlachtschiff darauf lauern, durch den Sprungpunkt zu entkommen, habe ich kein Druckmittel gegen sie in der Hand, um sie von da hinten wegzuholen.� Rione hatte zuvor davon gesprochen, dass diese Syndik-F�hrer nur auf ihre eigenen Interessen konzentriert waren; solange er sie nicht unmittelbar bedrohen konnte, war er praktisch machtlos. Sein Blick wanderte zu dem Teil des Displays, wo das Syndik-Schlachtschiff zu sehen war, auf das sich die Angeh�rigen des Syndik-Exekutivrats zur�ckgezogen hatten. Das Schiff war viel zu weit entfernt, um etwas unternehmen zu k�nnen, solange die anderen Schiffe ihnen nicht entgegenkamen. Wenn er doch irgendwie deren Befehlshaber beeinflussen k�nnte�</p><p>�Admiral, ich��, begann Desjani.</p><p>�Warten Sie.� Geary versuchte, alles um sich herum auszublenden, um diesen einen Gedanken zu fassen zu bekommen, der sich ganz am Rand seines Verstands hielt. Das Schlachtschiff und die Schweren Kreuzer. Da war etwas, das die Syndiks ebenso betraf wie den gefangenen Syndik-CEO an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, etwas, das Boyens gesagt hatte� �Senator Costa, im Sternensystem Unity ist doch eine Verteidigungsstreitmacht stationiert, richtig?�</p><p>Costa nickte ein wenig irritiert. �Ja, nat�rlich.�</p><p>�Lassen Sie die rotieren? Kommen da in Abst�nden neue Einheiten hin, w�hrend die anderen woanders eingesetzt werden?�</p><p>�Nein�, kam die verwunderte Antwort. �Wir ziehen es vor, Einheiten vor Ort zu haben, die�� Sie verstummte und sah sich um, da ihr soeben bewusst wurde, dass sie um ein Haar die Angst ihrer eigenen Regierung enth�llt h�tte, nicht alle Allianz-Kriegsschiffe k�nnten loyal sein. �Einheiten, die eine bekannte Gr��e sind�, sagte sie stattdessen.</p><p>Geary bet�tigte ein paar Tasten an seinem Display und versuchte, eine �ltere Anzeige aufzurufen. �Captain Desjani, ich ben�tige ein Bild von der Syndik-Flotte in diesem System, unmittelbar nachdem ich das Kommando �bernommen hatte.�</p><p>Desjani gab einem Wachhabenden ein Zeichen, und nur Sekunden sp�ter tauchte neben Geary das alte Display auf. Er schwenkte fort von der gewaltigen Formation aus Syndik-Kriegsschiffen, die bislang immer seine Aufmerksamkeit ganz in Beschlag genommen hatte. Stattdessen zoomte er einen Ausschnitt heraus, der weit von der Position der Allianz-Flotte entfernt gewesen war. �Sehen Sie da, im Orbit um die bewohnte Prim�rwelt.�</p><p>�Ein Schlachtschiff und drei Schwere Kreuzer�, murmelte Desjani. �Was f�r ein interessanter Zufall.�</p><p>�Ja, nicht wahr? L�sst sich feststellen, ob es sich dabei um die vier Schiffe handelt, die am Sprungpunkt warten?�</p><p>�Wir k�nnen es versuchen. Auf den ersten Blick identisch aussehende Schiffe weisen meistens kleine Abweichungen auf. Lieutenant Yuon, lassen Sie die Sensoren so gr�ndlich wie m�glich die Schiffe am Sprungpunkt erfassen, und dann vergleichen Sie sie mit den Schiffen, die auf der alten Aufnahme den Planeten umkreisen.� Desjani war sichtlich neugierig, dennoch wartete sie geduldig ab, bis die Sensoren ihre Arbeit getan hatten.</p><p>�Captain�, meldete Lieutenant Yuon. �Die Sensoren bewerten die �bereinstimmungen bei den drei Schweren Kreuzern mit f�nfundneunzig, zweiundachtzig und achtundneunzig Prozent, bei dem Schlachtschiff mit 99,7 Prozent. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um dieselben Kriegsschiffe handelt wie bei unserem letzten Aufenthalt in diesem System.�</p><p>�Eine Palastwache�, sagte Geary. �Das Schlachtschiff und die Kreuzer halten sich demnach vielleicht schon seit Jahren hier auf.�</p><p>Senatorin Costa konnte ihm noch immer nicht folgen. �Das w�rde unserer eigenen Vorgehensweise entsprechen, was das Personal zum Schutz und zur Verteidigung der h�chsten Regierungsebene angeht. Aber wieso ist das so wichtig, Admiral?�</p><p>�Weil der gefangene Syndik-CEO uns erz�hlt hat, dass die Syndik-F�hrer es nicht m�gen, wenn die Besatzungen ihrer Kriegsschiffe allzu enge Beziehungen zu den Bewohnern des jeweiligen Systems entstehen lassen.�</p><p>�Nat�rlich m�gen sie das nicht! Erst recht nicht, wenn sie sich gezwungen sehen, diesen Schiffen den Befehl zu erteilen, dieses Sternensystem zu bombardieren. Aber wieso��</p><p>�Die sind bereits seit Jahren hier�, unterbrach Desjani sie. �Freunde, Freundinnen, Familien, alle m�glichen pers�nlichen Beziehungen.�</p><p>�Eben�, bekr�ftigte Geary. �Diese Besatzungen sind hiergeblieben, weil die Syndik-F�hrer Schiffe in ihrer N�he haben wollten, auf deren Loyalit�t sie sich blind verlassen k�nnen. Aber weil sie bleiben durften, haben die Syndiks gegen ihre eigenen Grunds�tze versto�en. Diesen Besatzungen m�ssen die Menschen im System am Herzen liegen. Diese Planeten sind f�r sie keine milit�rischen Ziele, sondern die Heimat von Menschen, deren Wohl f�r die Syndiks auf diesen Kriegsschiffen von Bedeutung ist.�</p><p>Desjani l�chelte geh�ssig. �Jemand sollte ihnen erz�hlen, was ihre F�hrer mit dem Sternensystem vorhaben.�</p><p>�Richtig, das sollte jemand machen. Sobald die Flotte vor dem Hypernet-Portal sicher ist, werde ich mich wohl an jeden Syndik in diesem System wenden, damit sie alle erfahren, was ihre F�hrer f�r sie geplant haben, w�hrend sie selbst die Flucht ergreifen wollen, um sich in Sicherheit zu bringen.�</p><p>Rione beugte sich vor. �Glauben Sie, das wird auf den Schiffen zu einer Meuterei f�hren?�</p><p>�Ich glaube, wir haben eine Chance, einen Regierungswechsel auf den Syndikatwelten herbeizuf�hren, Madam Co-Pr�sidentin. Es wird davon abh�ngen, was die anderen Syndik-CEOs in diesem Sternensystem unternehmen werden. Schlie�lich werden sie ja erfahren, dass sie auch ersetzbar sind.�</p><p>�Der CEO, der die Flotte befehligt, wird einen Staatsstreich nicht unterst�tzen�, beharrte Costa. �Er wei�, dass derjenige, der dann an die Macht kommt, ihn uns zum Fra� vorwerfen wird.�</p><p>Das klang durchaus nachvollziehbar. �Dann hat man ihm das Kommando �ber die Flotte �bertragen, weil die Syndik-F�hrer wissen, dass er zu ihnen steht, auch wenn er in deren Augen eigentlich ein Versager ist.�</p><p>�Egal, was er macht, es ist immer das Falsche�, merkte Desjani mit strahlendem L�cheln an. �Ich k�nnte mir niemanden vorstellen, der so etwas besser verdient hat als er.� Dann kniff sie die Augen zusammen und schaute skeptisch auf ihr Display. �Aber wenn die Besatzungen dieser vier Schiffe eine Meuterei anzetteln, dann wird sich Shalin gegen sie wenden. Er hat gar keine andere Wahl, weil die derzeitigen Syndik-F�hrer seine einzige Hoffnung sind.�</p><p>Rione nickte. �Ja, richtig. Also m�ssen wir uns darauf einstellen, diese vier Schiffe unter Umst�nden vor dem Rest der Flotte zu besch�tzen.�</p><p>�Wir sollen Syndik-Kriegsschiffe besch�tzen?�, rief Desjani mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Abscheu dazwischen.</p><p>Geary atmete frustriert aus. Die Befehle f�r Duellos wurden von Minute zu Minute schwieriger.</p><p>So ungern er die Br�cke auch verlie�, musste Geary sich doch in sein Quartier zur�ckziehen, um Duellos den Einsatzbefehl zu erteilen. Er wollte nicht riskieren, dass irgendjemand diese Unterhaltung belauschen konnte oder durch die virtuelle Privatsph�re rings um den Kommandosessel m�gliche Reaktionen beobachtete.</p><p>Duellos lehnte sich nach hinten und wirkte �u�erlich v�llig entspannt, da nur seinen Augen die Wachsamkeit und Anspannung anzusehen war. �Ein Kampf an drei Fronten? Das klingt� interessant.�</p><p>�Ein einziges Durcheinander�, erwiderte Geary. �W�rden Ihre Schlachtschiffe Syndik-Kriegsschiffe besch�tzen?�</p><p>�Nicht, wenn ich den Befehl so formuliere. Um das Syndik-Schlachtschiff zu besch�tzen, m�sste ja erst einmal die Syndik-Flotte angegriffen werden. Das kann ich meinen Schlachtkreuzern befehlen, ohne mir Sorgen machen zu m�ssen, ob sie das auch ausf�hren.� Duellos seufzte. �Eigentlich w�rde ich ja am liebsten jedes feindliche Kriegsschiff in diesem System vernichten, damit die Syndiks anschlie�end allein zusehen k�nnen, wie sie zurechtkommen.�</p><p>�Wir ben�tigen jemanden, mit dem wir verhandeln k�nnen�, antwortete Geary und z�gerte, da er den n�chsten Teil des Befehls eigentlich nicht aussprechen wollte, ihm aber gar keine andere Wahl blieb. �Wenn Sie vor der Wahl stehen, dieses Kriegsschiff zu zerst�ren oder zuzulassen, dass es von der Syndik-Flotte wiedereingenommen wird, dann m�ssen Sie sicherstellen, dass diese Syndik-F�hrer uns nicht entwischen.� Nein, das gen�gte nicht. Er musste den Befehl eindeutig abfassen, er durfte keine vagen Formulierungen verwenden, die ihm zwar helfen w�rden, den Kopf aus der Schlinge ziehen zu k�nnen, die aber Duellos im Unklaren dar�ber lie�en, was nun genau von ihm erwartet wurde. �Mit anderen Worten: Zerst�ren Sie das Schlachtschiff.�</p><p>Duellos nickte. �Und wer entscheidet, wann wir den Punkt erreicht haben, an dem das Schlachtschiff zerst�rt werden muss?�</p><p>�Sie werden zu dem Zeitpunkt einige Lichtstunden weit von mir entfernt sein, deshalb treffen Sie die Entscheidung abh�ngig von den Umst�nden. Egal, wie Sie sich entscheiden, meine R�ckendeckung haben Sie in jedem Fall.�</p><p>�Als ich so etwas von einem Admiral gesagt bekam, hatte ich meine Zweifel, wie ernst er das meinte�, stellte Duellos fest. �Aber der Admiral waren nicht Sie. Ich werde mein Bestes geben, um das Vertrauen nicht zu entt�uschen, das Sie in mich gesetzt haben.�</p><p>�Ganz meinerseits�, gab Geary zur�ck und schaute auf die Darstellung der Eingreiftruppe, die zwischen ihm und Duellos in der Luft schwebte. �Ich gebe Ihnen drei Geschwader Leichte Kreuzer und f�nf Zerst�rergeschwader, die Ihre neun Schlachtkreuzer unterst�tzen werden. Ich will nicht zu viele Schiffe mitschicken, damit Ihre Eingreiftruppe kein allzu lohnendes Ziel abgibt. Glauben Sie, das gen�gt?�</p><p>�H�ngt davon ab, was passieren wird, aber es d�rfte gen�gen, um mit allem klarzukommen, auch wenn wir es nicht sofort �berwinden k�nnen.� Duellos hielt kurz inne. �Und es h�ngt davon ab, was Captain Kattnig machen wird.�</p><p>�Versuchen Sie, ihn an der kurzen Leine zu halten. Er ist viel zu versessen darauf zu k�mpfen.�</p><p>�So etwas gibt es in dieser Flotte nicht, Admiral.� Duellos zuckte mit den Schultern. �Ich werde mein Bestes geben. Die Schiffe der <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse werden bei einem Frontalangriff keine gute Figur machen.�</p><p>�Das letzte Scout-Schlachtschiff wurde im Gefecht zerst�rt, aber jetzt muss ich mir um die <emphasis>Adroit </emphasis>und ihre Schwesterschiffe Sorgen machen. Wann wird diese Regierung endlich begreifen, dass niemandem damit gedient ist, Schiffe aus Kostengr�nden so klein und spartanisch ausgestattet zu bauen wie die <emphasis>Adroit?</emphasis>�</p><p>�Wenn Sie mal Diktator sind, werden Sie diesem Unsinn als Erstes ein Ende setzen.� Duellos grinste ihn breit an, um ihn wissen zu lassen, dass er es nicht so meinte. �Kattnig hat in der Vergangenheit gut gek�mpft, daher glaube ich nicht, dass er sich zu irgendeiner Dummheit verleiten l�sst.�</p><p>�Das sollte er auch besser bleiben lassen. Hatten Sie Gelegenheit, sich mit seinem letzten Gefechtseinsatz zu befassen?�</p><p>Wieder nickte Duellos. �Bei Beowulf, richtig? H�ssliche Sache, aber Kattnig hat sich gut geschlagen.�</p><p>�H�sslich� war eine milde Formulierung f�r eine Schlacht, bei der beide Seiten fast gleich stark waren und es zu einem langwierigen Gefecht kam, in dessen Verlauf die Allianz sich nur sehr langsam einen Vorteil verschaffen konnte. Das Ergebnis war ein Sieg, der angesichts der Gefallenen und der zerst�rten Schiffe genauso schmerzhaft ausfiel wie eine Niederlage. �Sein Schiff wurde zu einem fliegenden Schrotthaufen zusammengeschossen, aber es k�mpfte immer weiter�, stimmte Geary ihm zu. Danach hatte sich Kattnig ganz auf das Wohlergehen der �berlebenden seiner Crew fixiert, sodass er schlie�lich �rztlich behandelt und ruhiggestellt werden musste. Es gab keinen Grund, sich f�r ein solches Verhalten zu sch�men, und der �rztestab der Flotte hatte Kattnig wenig sp�ter wieder diensttauglich geschrieben. Geary sah grunds�tzlich keine Charakterschw�che darin, dass ein Befehlshaber um seine Crew besorgt war.</p><p>Dennoch stand diese Tatsache im Widerspruch zu Kattnigs schier unb�ndigem Willen, sich in einen Kampf st�rzen zu k�nnen. �Behalten Sie ihn einfach im Auge. In weniger als zwei Stunden werde ich die Eingreiftruppe losschicken, wenn der Rest der Flotte Kurs auf den Windschatten des Sterns nimmt. Ich wei� nicht, was passieren wird, aber wir alle werden spontan auf das reagieren m�ssen, was sich uns in den Weg stellen wird. Viel Gl�ck.�</p><p>�Wenn das Hypernet-Portal kollabiert, w�hrend meine Schiffe da drau�en unterwegs sind, wird mir nicht viel Zeit bleiben, um mir Sorgen dar�ber zu machen, was ich tun soll�, betonte Duellos. �Ansonsten werde ich versuchen, Sie nicht zu entt�uschen.�</p><p>�Es wird Ihnen nicht gelingen, mich zu entt�uschen, Roberto.�</p><p>Duellos grinste ihn wieder an, salutierte, und dann l�ste sich sein Bild in nichts auf. Daraufhin verlie� Geary sein Quartier und kehrte auf die Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>zur�ck.</p><p>Das Bombardement der Eiswelt stellte eine angenehme Ablenkung dar, da ansonsten jeder nur gebannt auf einen Hinweis wartete, ob das Hypernet-Portal schon bald zusammenbr�che. Die Serie von Steinen, die in kurzen Abst�nden auf einen einzelnen Punkt des riesigen erstarrten Ozeans trafen, bildete dabei von allem den spektakul�rsten Anblick. Eine Font�ne aus verdampfendem Wasser stieg h�her und h�her in die Atmosph�re auf, da jeder Einschlag unter der Oberfl�che erfolgte. Die immense Hitze, die von jedem der Steine ausging, lie� das Wasser tief unter der Eisschicht verkochen, aber der durch das kilometerweite Loch aufsteigende Dampf erstarrte in der eisigen Luft gleich wieder. Ein Multispektral-Beobachtungssatellit der Flotte wurde im Orbit �ber dem Loch im Ozean ausgesetzt, sodass die Crew der <emphasis>Dauntless </emphasis>immer noch in die Tiefe schauen konnte, als der Planet l�ngst hinter ihnen zur�ckfiel. Das Ergebnis empfand Desjani allerdings als entt�uschend. �Am Boden ist fl�ssiges Wasser, aber das stammt vermutlich nur von den eisigen W�nden. Ob wir tats�chlich bis zum Ozean unter dem Eis vorgedrungen sind, l�sst sich nicht erkennen.�</p><p>�Tut mir leid�, sagte Geary daraufhin. �Aber es ist immer noch ein gigantisches Loch.�</p><p>�K�nnen Sie sich vorstellen, wie das sein wird, wenn die W�nde wieder gefroren sind? Steile, glatte W�nde, fast ohne Reibungswiderstand, und das bis in etliche Kilometer Tiefe. Aber ich wette mit Ihnen, die Syndiks werden uns nicht daf�r danken, dass wir ihnen eine Kletterwand geschenkt haben, die es wirklich in sich hat.�</p><p>�Das sehe ich auch so. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Eisozean jetzt in alle Richtungen auf Hunderte von Kilometern Risse aufweist.� Eigentlich war es albern, sich �ber solche Dinge zu freuen, aber es war immer noch besser als unentwegt auf das Hypernet-Portal zu starren.</p><p>Noch eine Stunde, bis sie das Man�ver beginnen konnten, das sie in den Windschatten des Sterns bringen w�rde. Wenn das Hypernet-Portal innerhalb der n�chsten halben Stunde kollabierte, w�rde es eine grausame Ironie sein, weil die Rettung zum Greifen nah war. Trotz der v�llig irrationalen Sorge, es k�nnte irgendetwas Verheerendes passieren, sobald er die Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>verlie�, rang Geary sich dazu durch, die kleinen R�ume nahe dem Mittelpunkt des Schiffs aufzusuchen, wo die Besatzungsmitglieder zu den Ahnen beten konnten. In Augenblicken wie diesen schien es ihm eine gute Idee zu sein, um Hilfe und Gnade zu bitten. Zumindest konnte es nicht schaden. Er versuchte Michael Geary zu finden, aber weder sein Bruder noch sein Gro�neffe schienen ihm zu antworten. Schlie�lich streckte er die Hand aus, um die Flamme der zeremoniellen Kerze zu l�schen, da verharrte er mitten in der Bewegung. �Ich habe deine Nachricht erhalten, Mike. Deine Enkelin Jane hat sie mir �berbracht. Du fehlst mir auch.�</p><p>Wenige Minuten sp�ter war er zur�ck auf der Br�cke und betrachtete die Darstellung der Flotte auf dem Display, die sich scheinbar im Schneckentempo durch die Weiten des Sternensystems bewegte. Der Punkt, an dem sie sich hinter den Stern zur�ckziehen konnten, kam ihm dabei noch immer unendlich weit entfernt vor.</p><p>Die letzten f�nf Minuten dauerten l�nger als eine Ewigkeit. Auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>herrschte gebannte Stille, selbst beim Atmen schien jeder zu versuchen, keinen Laut von sich zu geben. Nur Desjani erweckte den Anschein, als k�nne das Ganze sie nicht beeindrucken, da sie damit besch�ftigt war, routinem��igen Verwaltungskram zu erledigen. Erst als Geary von der ihm als Flottenbefehlshaber zustehenden Autorit�t Gebrauch machte und sich auf seinem Display ansah, was Desjani eigentlich machte, erkannte er, dass sie die Seiten viel zu schnell umbl�tterte, als dass sie irgendetwas h�tte lesen k�nnen.</p><p>Der Z�hler schlug auf null um, und als Geary daraufhin einmal tief durchatmete, fiel ihm erst auf, dass er mindestens im Verlauf der letzten drei�ig Sekunden die Luft angehalten hatte. W�hrend er zum Dank ein Sto�gebet hauchte, bet�tigte er die Komm-Taste an seinem Platz. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Hier spricht Admiral Geary. Bei Zeit zwei f�nf beschleunigen Sie auf 0,15 Licht und drehen dabei null vier Grad nach unten und drei sechs Grad nach Steuerbord. Einheiten, die zur Eingreiftruppe Eins geh�ren wechseln bei Zeit drei null auf die taktische Kontrolle von Captain Duellos auf der <emphasis>Inspire</emphasis>.�</p><p>Von da an war es nur eine Frage der Zeit, da sich das Signal mit Lichtgeschwindigkeit in alle Richtungen bewegte und die am weitesten entfernten Einheiten erst nach einigen Minuten erreichte. Dann wartete Geary weiter, bis jedes Schiff den Befehl best�tigte, wobei die Symbole auf dem Display anzeigten, welches von ihnen verstanden hatte und bereit war. Danach hie� es weiter warten, bis die Zeit zwei f�nf erreicht war.</p><p>Desjani gab ihrem Steuer-Wachhabenden ein Zeichen, der tippte den Befehl f�r die Geschwindigkeits- und Kurs�nderungen ein. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>neigte sich leicht nach vorn und zur Seite, dann schalteten sich die Hauptantriebseinheiten ein und trugen das Schiff voran, dem der Rest der Flotte folgte.</p><p>�In etwa vier Stunden und dreiundzwanzig Minuten�, lie� Desjani verlauten, �werden die Syndik-F�hrer eine sehr best�rzte Miene machen.�</p><p>�Wir haben es noch nicht geschafft�, warnte Geary sie. �Wenn die Syndiks das Portal bereits haben hochgehen lassen, k�nnen wir immer noch von der Druckwelle erfasst werden.�</p><p>�Es ist ja nicht so, dass ich den Syndiks besonders hohe Intelligenz unterstellen m�chte, aber nicht mal sie werden so dumm sein, ihre eigene Flotte auszul�schen, wenn es nicht danach aussieht, als ob sie das tun m�ssten.� Sie sah zu, wie die Schiffe der Eingreiftruppe aus der Formation ausscherten und beschleunigten. �Wie lange noch, bis Sie allen im System erz�hlen, was ihre ach so anst�ndigen F�hrer vorhaben?�</p><p>�Nicht mehr lange. Ich will, dass der Syndik-Exekutivrat sieht, wie wir auf den neuen Vektor einschwenken, und anf�ngt zu �berlegen, was wir damit bezwecken. Dann soll meine Mitteilung sie noch mehr verwirren und unter Druck setzen.�</p><p>Desjani warf einen Blick auf den hinteren Teil der Br�cke, wo Sakai sa� und schweigsam, aber mit hellwachen Augen alles verfolgte, was sich um ihn herum abspielte. �Apropos Leute verwirren und unter Druck setzen: Haben die Politiker versucht, Ihnen bei Ihrer �bertragung reinzureden?�</p><p>�Costa schlug vor, ich sollte ihnen den Text vorlegen. Sakai konnte sich nicht so recht entscheiden, und Rione war strikt dagegen, weil sie meinte, ich sollte nach mir selbst klingen, nicht nach einem Politiker.�</p><p>�Verdammt, ich bin schon wieder einer Meinung mit dieser Frau.�</p><p>�Daran muss man sich erst mal gew�hnen.� Eine Weile sa� Geary schweigend da und versuchte, sich in die richtige Stimmung zu versetzen, dann sah er auf die Uhr. Ja, das w�rde passen. Seine Erkl�rung an die Bewohner des Systems w�rde das Schiff, auf dem sich die Syndik-F�hrer aufhielten, erst erreichen, wenn die bereits sehen konnten, wie sich die Flotte hinter den Stern zur�ckzog. Die meisten Menschen auf den Planeten und anderswo im System w�rden lange vor ihren F�hrern zu h�ren bekommen, was er zu sagen hatte. Sein Hohn und Spott, den er �ber CEO Shalin verbreitet hatte, war bislang ohne Erwiderung geblieben, von daher w�rde es sogar noch interessanter sein, wie diese Nachricht aufgenommen werden w�rde.</p><p>Zweimal atmete er tief und gleichm��ig durch, um zur Ruhe zu kommen und sich auf seine Mitteilung an die Syndiks zu konzentrieren. Dann �ffnete er die Frequenz, auf der er jeden Syndik-Empf�nger �berall im System erreichen konnte. �An die Bewohner der Syndikatwelten: Hier spricht Admiral John Geary. Es ist meine traurige Pflicht, Ihnen mitteilen zu m�ssen, dass Ihre F�hrer nicht nur beabsichtigen, Sie alle im Stich zu lassen. Sie wollen au�erdem alles Leben in diesem System ausl�schen, nur um meine Flotte zerst�ren zu k�nnen.</p><p>Am Hypernet-Portal in Ihrem System befindet sich eine Schutzvorrichtung, die mit der Absicht entwickelt wurde, bei einem Kollaps des Portals die Energieentladung so sehr zu drosseln, dass sie keine Gefahr f�r Leib und Leben bedeutet. Diese Vorrichtung kann allerdings auch in ihr Gegenteil verkehrt werden, um daf�r zu sorgen, dass die Zerst�rung eine Schockwelle erzeugt, die fast genauso schlimm ist, als w�rde sich Ihre Sonne in eine Nova verwandeln. Ihre eigenen F�hrer beabsichtigen, diese Ma�nahme zu ergreifen und Sie alle zu opfern, nur um die Allianz-Flotte zu besiegen. Dass sie das bislang noch nicht gemacht haben, liegt einzig daran, dass ihre eigene Flotte aus Kriegsschiffen der Syndikatwelten bislang keinen Sprungpunkt erreicht hat, um in ein anderes System zu entkommen. Anstatt diese Flotte einzusetzen, um Sie zu verteidigen und vor uns zu besch�tzen, wollen sie sie lieber mitnehmen, um mit ihrer Hilfe anderswo ihre Herrschaftsanspr�che durchzusetzen.</p><p>Ihre eigenen F�hrer m�ssen sich keine Gedanken �ber die drohende Vernichtung Ihres Systems machen, da sie am Sprungpunkt nach Mandalon warten, wohin sie sich in Sicherheit bringen werden, nachdem sie den Kollaps des Hypernet-Portals in die Wege geleitet haben. Sie alle werden sterben, nachdem Ihre F�hrer sich l�ngst abgesetzt haben. Kein Augenzeuge w�rde �berleben, kein Aufzeichnungsger�t w�rde die Katastrophe �berstehen, und Ihre F�hrer k�nnten ungest�rt einen sinnlosen Krieg weiter vorantreiben.</p><p>Wir haben ihnen angeboten, �ber ein Ende des Krieges zu verhandeln, wir haben Ihrem Exekutivrat die Bedingungen der Allianz �bergeben und sie zudem im gesamten Sternensystem ausgestrahlt. Zum Abschluss dieser Mitteilung werde ich diese Bedingungen wiederholen, sodass Sie alle sich davon �berzeugen k�nnen, dass sie auf ein Kriegsende in einer Form abzielen, mit der beide Seiten leben k�nnen. Aber Ihre F�hrer haben beschlossen, nicht zu verhandeln, stattdessen wollen sie lieber dieses Sternensystem vernichten, um nicht eigene Fehler einzugestehen oder sich mit Bedingungen einverstanden zu erkl�ren, die sie nicht selbst diktiert haben.</p><p>Wenn diese Nachricht Sie erreicht, wird sich der gr��te Teil der Allianz-Flotte vor dem geplanten Anschlag in Sicherheit gebracht haben, n�mlich im Schutz Ihres Sterns. Aber keiner von Ihnen kann sich sch�tzen, es sei denn, Sie handeln in Ihrem eigenen Interesse und im Interesse der Syndikatwelten insgesamt. Sie kennen meinen Ruf, Sie wissen, was Ihre gegenw�rtigen F�hrer in der Vergangenheit getan haben. Sie m�ssen jetzt entscheiden, wem von uns Sie vertrauen. Ihr �berleben und die Zukunft der Syndikatwelten h�ngen davon ab. Auf die Ehre unserer Vorfahren.�</p><p>Desjani l�chelte ihn zuversichtlich an, als er sich in seinen Sessel sinken lie�. �Jetzt k�nnen wir nur noch hoffen, dass die Syndiks ausnahmsweise einmal ihren Kopf benutzen, anstatt Befehle zu befolgen.�</p><p>Wieder mussten Stunden vergehen, ehe irgendetwas geschehen konnte. Durch die Korridore der <emphasis>Dauntless </emphasis>konnte Geary nicht spazieren, weil er dort unweigerlich Besatzungsmitgliedern begegnet w�re, die ihm seine Nervosit�t h�tten anmerken k�nnen. Da er sich aber auch nicht imstande sah, einfach nur weiter auf der Br�cke zu sitzen, zog er sich in sein Quartier zur�ck, wo er unentwegt wie ein Tier in Gefangenschaft auf und ab ging. Dort hielt er sich auch auf, als sich Lieutenant Iger bei ihm meldete. �Da findet ungew�hnliche Aktivit�t im Komm-Netz der Syndiks statt, Admiral. Ein anderer Standort versucht Priorit�t �ber das Schiff am Sprungpunkt zu erlangen.�</p><p>�Wo ist dieser andere Standort?�</p><p>�Irgendwo auf der Prim�rwelt. Aber sie benutzen zahllose Relais, deshalb hat es eine Weile gedauert, bis uns das �berhaupt aufgefallen ist.� Lieutenant Iger l�chelte fl�chtig. �Auf der Prim�rwelt hat man vor gut zwei Stunden Ihre Nachricht empfangen, Sir.�</p><p>Genug Zeit, um jemanden dazu zu veranlassen, die Initiative zu ergreifen, und das erst recht, da der Exekutivrat rund f�nf Lichtstunden entfernt war und die Ereignisse auf dem Planeten nicht in Echtzeit mitverfolgen konnte. �Irgendetwas Offensichtliches haben Sie noch nicht empfangen?�</p><p>�Nein, Sir. Keine �bermittlungen �ber Revolten, �ber eine neue F�hrung oder irgendetwas anderes in dieser Art. Es gibt auch keine Anzeichen f�r irgendwelche Konflikte oder Truppenbewegungen. Aber unsere politik-analytischen Routinen sch�tzen, dass derjenige, der den Exekutivrat absetzen will, noch damit besch�ftigt ist, sich die Unterst�tzung verschiedener Milit�rbefehlshaber und anderer wichtiger Personen zu sichern. Derjenige wird sich bedeckt halten, bis er wei�, wen er hinter sich hat, anstatt den Exekutivrat zu fr�h auf sich aufmerksam zu machen.�</p><p>Die Syndik-F�hrer hatten die Allianz-Flotte in eine Falle locken wollen, und nun hatten sie sich selbst in eine Falle man�vriert. �Geben Sie mir Bescheid, sobald Sie mehr wissen.�</p><p>Die n�chste Nachricht traf jedoch von Desjani ein. �Die Flotte bewegt sich in den Windschatten des Sterns�, verk�ndete sie triumphierend. �Wir sind in Sicherheit.�</p><p>�Bis auf die Eingreiftruppe.�</p><p>�Ja, Sir, aber Duellos kann gut auf sich selbst achten. Bislang keine Reaktionen von der Syndik-Flotte oder vom Schlachtschiff am Sprungpunkt.�</p><p>Alles schien nach Plan zu verlaufen, und sofort begann Geary zu �berlegen, was er wohl jetzt wieder �bersehen hatte.</p></section><section><title><p>Acht</p></title><p>�Das Schlachtschiff hat sich in Bewegung gesetzt�, meldete Desjani und beendete damit Gearys vergebliche Bem�hungen, in seinem Quartier ein wenig Schlaf zu bekommen. Er fragte sich, ob sie in den letzten vierundzwanzig Stunden �berhaupt einmal die Br�cke verlassen hatte.</p><p>�Auf welchem Vektor?�, fragte er und versuchte die M�digkeit abzusch�tteln, die seinen Verstand, aber nicht seinen restlichen K�rper erfasst hatte.</p><p>�Es sieht danach aus, dass sie Kurs auf die Prim�rwelt genommen haben.�</p><p>Was hatte das zu bedeuten? War an Bord eine Meuterei ausgebrochen, und man brachte nun die Mitglieder des Exekutivrats nach Hause, damit sie sich vor einer neuen Regierung f�r ihr Handeln verantworteten? Oder hatten sie immer noch alles fest im Griff und kehrten nur zur�ck, um zu belegen, dass sie Autorit�t besa�en, aber niemand sonst?</p><p>Desjani hatte sich aber bereits eine andere m�gliche Erkl�rung ausgedacht. �Vielleicht wollen sie uns hinter dem Stern hervorlocken�, �berlegte sie. �Wir sollen versuchen sie abzufangen, dann eilen sie zur�ck zum Sprungpunkt und entkommen, w�hrend das Hypernet-Portal kollabiert.�</p><p>Er rieb sich die Augen, dann musterte er kurz das Display �ber dem Tisch. �Wir m�ssen uns gar nicht r�hren. Die Eingreiftruppe kommt mit dem Schlachtschiff zurecht.�</p><p>�Nicht wenn die Flotte sich einmischt.�</p><p>Wie auf ein Stichwort hin blinkten Warnsymbole auf dem Display auf, da die Syndik-Flotte ihre Vektoren ge�ndert hatte. Ungeduldig wartete Geary, bis endlich klar war, auf welchem Kurs sie mit welcher Geschwindigkeit unterwegs war. Die voraussichtliche Flugbahn n�herte sich der Allianz-Flotte, schwenkte dann aber weg und verschmolz mit dem Kurs des Schlachtschiffs. �Mussten Sie das unbedingt aussprechen?�, fragte er Desjani.</p><p>Sie l�chelte ihn freudlos an. �Es war so vorhersehbar. Entweder sind die Syndiks unterwegs zur Prim�rwelt, um da aufzur�umen und die R�delsf�hrer festzunehmen, und deshalb wollen sie von der Flotte begleitet werden. Oder aber der Exekutivrat wurde unter Arrest gestellt, und nun will die Flotte die F�hrer retten.�</p><p>Ein weiterer Kurs verschmolz mit dem der Flotte und dem des Schlachtschiffs. �Die Eingreiftruppe wird das Schlachtschiff erreichen, kurz bevor es von der Flotte abgefangen wird.�</p><p>�Und wir sitzen hier fest.�</p><p>�Tut mir leid.�</p><p>�Daf�r habe ich was gut bei Ihnen.�</p><p>Er reagierte mit einem gleicherma�en freudlosen L�cheln. �Ist vermerkt. Ich finde, wir sollten unsere Position noch nicht verlassen, sondern einige Stunden l�nger warten, bis wir Gewissheit haben, dass man uns nicht nur aus der Deckung holen will.�</p><p>�Das wird der Flotte nicht gefallen, Sir. Wir halten uns hinter dem Stern versteckt, w�hrend sich die Syndiks n�hern.�</p><p>�Mir gef�llt das auch nicht. Aber falls die Syndik-F�hrer uns k�dern wollten, werden sie diesmal keine Sekunde z�gern, den Befehl an das Hypernet-Portal zu senden, sobald wir uns weit genug hinter dem Stern hervorgewagt haben.� Dummerweise konnte diese Logik ihn dazu zwingen, unendlich lange hinter dem Stern zu verharren. �Tanya, wenn Sie das Gef�hl bekommen, dass ich zu lange damit z�gere, diese Flotte von der Stelle zu bewegen, dann sagen Sie es mir.�</p><p>�Das mache ich doch immer, Sir.�</p><p>Eine weitere Stunde verging, die Geary damit verbrachte, immer unruhiger und ungehaltener zu werden. Seinen Komm-Status hatte er auf Ausruhen eingestellt, damit niemand au�er Desjani, Rione oder Duellos mit ihm Kontakt aufnehmen konnte. F�r den Augenblick sah er sich nicht in der Lage, sich Ratschl�ge von Leuten wie Badaya anzuh�ren.</p><p>Allerdings war da noch CEO Boyens. W�rde er helfen k�nnen? <emphasis>Nein, nach seiner eigenen Aussage war er vor mehr als zehn Jahren in die Grenzregion versetzt worden. Selbst wenn wir ihm vertrauen k�nnten � was wir nicht k�nnen �, wei� er nichts dar�ber, wer in diesem System wichtig ist.</emphasis></p><p>Schlie�lich kehrte Geary auf die Br�cke zur�ck und nahm mit finsterer Miene im Sessel des Flottenbefehlshabers Platz, w�hrend die Wachhabenden auf ihren gut geschulten �berlebensinstinkt h�rten und alles taten, um ihn ja nicht auf sich aufmerksam zu machen.</p><p>�Admiral�, meldete sich Lieutenant Iger mit einem fr�hlichen L�cheln auf den Lippen, das schnell wieder verschwand, als er den Ausdruck in Gearys Augen bemerkte. �Sir, es spielt sich sehr viel Kommunikationsverkehr zwischen dem Schlachtschiff und der Prim�rwelt ab.�</p><p>�Und was bedeutet das?�, wollte Geary wissen. Als ihm bewusst wurde, wie schroff er mit Iger gesprochen hatte, bem�hte er sich um einen normalen Tonfall. �Wissen Sie, �ber was sie sich unterhalten?�</p><p>�Nein, Sir. Aber in den �bertragungen findet sich ein sehr interessanter Hinweis. Die Nachrichten von der Prim�rwelt haben im Syndik-Net Vorrang vor der Kommunikation, die vom Schlachtschiff ausgeht.�</p><p>�Was ist mit der Flotte? Mit wem redet sie?�</p><p>Lieutenant Iger sch�ttelte den Kopf. �Wir konnten zwar �bermittlungen von der Prim�rwelt an die Flotte feststellen, aber wir haben nichts entdeckt, was in die entgegengesetzte Richtung gesendet wird. Unsere Schiffe und Erkundungssatelliten sind nicht in der richtigen Position um etwas dazu sagen zu k�nnen, ob auch eine direkte Kommunikation zwischen der Flotte und dem Schlachtschiff stattfindet.�</p><p>�Danke.� Geary rieb sich die Augen und spielte ernsthaft mit dem Gedanken, das medizinische Personal der Flotte um ein Schmerzmittel zu bitten, das nur von �rzten verschrieben werden durfte. �Captain Desjani, mein Gef�hl sagt mir, wenn in der n�chsten halben Stunde nichts geschieht, dann sollten wir unsere Position verlassen und auf einen Abfangkurs zum Schlachtschiff gehen, das dann immer noch vier Lichtstunden entfernt ist. Was meinen Sie dazu?�</p><p>�Ich meine dazu, wenn wir versuchen zu warten, bis wir uns sicher f�hlen, werden wir die Gelegenheit vers�umen, diese Situation zu unseren Gunsten zu l�sen. Das Syndik-Schlachtschiff sieht erst in vier Stunden, dass wir uns von der Stelle ger�hrt haben. Dessen Reaktion sehen wir dann in weiteren vier Stunden, aber die Prim�rwelt wird schon viel fr�her sehen, dass wir uns in Bewegung gesetzt haben. Die ist nur zehn Lichtminuten von uns entfernt. Wenn man dort bemerkt, dass wir Kurs auf das Schlachtschiff genommen haben, wird vielleicht jemand, der den Exekutivrat absetzen will, mit uns reden wollen. Sie werden uns auf ihrer Seite haben wollen, und so absto�end f�r mich auch der Gedanke ist, mich mit einem Syndik zu verb�nden, brauchen wir jemanden, der die Bedrohung durch das Hypernet-Portal abstellen kann.�</p><p>�Warum machen wir uns dann nicht sofort auf den Weg?�</p><p>�Das klingt nach einer hervorragenden Idee, Admiral. Da kann ich nur zustimmen.�</p><p>Geary bedachte sie mit einem m�rrischen Blick und �berlegte, ob er Tulevs Meinung dazu einholen sollte. Es konnte nicht verkehrt sein, die Meinung von jemandem zu h�ren, der einen anderen Blickwinkel auf die Lage hatte, vor allem wenn es sich um jemanden wie Tulev handelte, der sehr bodenst�ndig und vern�nftig war. Aber gerade wollte er ihn rufen, da ging ihm ein Gedanke durch den Kopf. �Captain Desjani, haben Sie bereits mit Captain Tulev dar�ber gesprochen?�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>�Und w�rde mir Captain Tulev den gleichen Rat geben wie Sie?�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>Er konnte weiterhin ver�rgert bleiben, er konnte es aber auch mit Humor nehmen. Seine Ver�rgerung hatte ihm bislang nicht weitergeholfen, also konnte er es mit einem Lachen versuchen. �Danke, Captain Desjani.� Er warf einen Blick in den r�ckw�rtigen Bereich der Br�cke, wo Senator Sakai wieder ganz entspannt in seinem Sessel sa�, aber alles sehr wachsam mitverfolgte. �Wir werden versuchen, die politischen Spielchen zu enth�llen, die sich momentan abspielen, Senator.�</p><p>Sakai nickte. �Ich nehme an, Sie beziehen sich damit auf die politischen Spielchen der Syndiks, oder, Admiral?�</p><p>�Ja, genau.� Es war gut zu wissen, dass Sakai Sinn f�r Humor hatte. Geary �berpr�fte das Steuersystem, dann rief er die Flotte. �An alle Einheiten in der Hauptformation der Allianz-Flotte: Hier spricht Admiral Geary. Drehen Sie null eins drei Grad nach Steuerbord und null zwei Grad nach oben. Beschleunigen Sie dann bei Zeit vier eins auf 0,1 Licht.�</p><p>Er schaltete um: �Captain Duellos, unsere Flotte geht auf Abfangkurs zum Schlachtschiff der Syndiks, das seinen Platz am Sprungpunkt nach Mandalon verlassen hat.�</p><p>Bei Zeit f�nf eins befahl Desjani der <emphasis>Dauntless </emphasis>die Kurs- und Geschwindigkeits�nderungen, dann musste sie g�hnen. �Mindestens ein Tag, vielleicht sogar eineinhalb, bis wir mit dem Schlachtschiff zusammentreffen. Ich glaube, ich lege mich hin, um mich auszuruhen.�</p><p>�Gute Idee.� Nachdem nun die Entscheidung getroffen worden war, hatte die Anspannung auf der Br�cke sp�rbar nachgelassen � was eigentlich absurd war, hatte er doch soeben befohlen, dass die Flotte ihre gesch�tzte Position hinter dem Stern verlie�. Dennoch f�hlte er selbst sich auch gleich etwas ruhiger. �Vielleicht kann ich jetzt ja auch eine Weile schlafen.�</p><p>�Dann sollten Sie sich aber beeilen�, riet Desjani ihm. �In einer halben Stunde k�nnten wir schon eine Nachricht von der Prim�rwelt erhalten.�</p><p>�Damit kann ich leben.�</p><p>Wie sich herausstellte, ereignete sich bereits nach zehn Minuten etwas. Geary hatte soeben sein Quartier betreten, da meldete sich der Komm-Wachhabende der <emphasis>Dauntless </emphasis>bei ihm. �Admiral, wir haben eine Nachricht vom Syndik-Schlachtschiff erhalten.�</p><p>Das Bild zeigte diesmal keinen CEO, sondern einen Syndik-Offizier des Milit�rs, der mit ernster Miene redete: �An die Allianz-Flotte: Beachten Sie, dass dieses Schlachtschiff und die begleitenden Schweren Kreuzer einem Befehl des neuen Exekutivrats der Syndikatwelten folgen. Wir sind im Begriff, die Mitglieder des alten Exekutivrats nach Prime zu bringen, dem zweiten Planeten in diesem System. Diese Mitglieder haben keinen Zugriff auf irgendwelche Kommunikations- oder Sendeausr�stung. Wir�� Der Syndik musste sich sichtlich zwingen, ehe er weiterreden konnte: �Wir <emphasis>bitten </emphasis>Sie darum, nicht in unseren Transit einzugreifen.�</p><p>Das musste dem Mann sehr schwer gefallen sein, aber das musste aufgenommen und gesendet worden sein, noch bevor das rebellierende Syndik-Schlachtschiff hatte sehen k�nnen, wie deren Flotte beidrehte und auf Abfangkurs ging. W�rde eine weitere Nachricht folgen, dann vielleicht mit der noch viel schwieriger �ber die Lippen kommende Bitte an die Allianz-Flotte, das Schlachtschiff vor der Syndik-Flotte zu besch�tzen?</p><p>Er dachte noch dar�ber nach und �berlegte, wie er einen solchen Befehl wohl am besten formulieren sollte, als sich der Komm-Wachhabende erneut meldete und diesmal eine Nachricht von der Prim�rwelt ank�ndigte.</p><p>Geary sah eine Gruppe von CEOs, die unter freiem Himmel auf dem Rasen vor einer Gruppe von flachen Geb�uden zu stehen schienen. Sie trugen ihre �bliche, makellos gearbeitete Kleidung, doch zur Abwechslung hatte keiner von ihnen dieses affektierte, unehrliche L�cheln aufgesetzt. �An Admiral Geary und die Vertreter des Gro�en Rats der Allianz�, begann einer der CEOs zu reden. �Wir sind die Mitglieder des neuen Exekutivrats der Syndikatwelten. Wir haben uns mit Ihren Vorschl�gen besch�ftigt und sind bereit, mit Ihnen �ber deren Annahme zu verhandeln, um die Feindseligkeiten einzustellen. Wir haben alle mobilen und fixen Streitkr�fte im System angewiesen, von allen offensiven Ma�nahmen abzusehen, und wir bitten Sie im Gegenzug, von allen offensiven Ma�nahmen gegen alle Personen und Einheiten der Syndikatwelten abzusehen, die unsere Autorit�t anerkannt haben.�</p><p>Mit noch ernsterem Tonfall fuhr der CEO fort: �Die Programmierung f�r die Umkehr der von Ihnen als Schutzvorrichtung bezeichneten Einheit wurde aufgehoben. Das Hypernet-Portal kann jetzt nicht mehr dazu benutzt werden, dieses System und Ihre Flotte zu vernichten. Wir k�nnen gut verstehen, dass Sie Erkl�rungen von F�hrern der Syndikatwelten mit Misstrauen behandeln. Unser eigener Standort befindet sich auf der Oberfl�che unserer Welt. W�hrend wir auf Ihre Antwort warten, werden wir als Geiseln unserer Zusicherung hier bleiben, dass Ihrer Flotte nichts geschehen wird.�</p><p>Das klang vielversprechend. Es hatte tats�chlich etwas bewirkt, die Flotte in Bewegung zu setzen.</p><p>Auf seinem Bildschirm tauchte Riones Bild auf. �Ich habe die Mitteilung gesehen. Wir k�nnen nicht mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie sich tats�chlich auf der Planetenoberfl�che befinden. Das k�nnte eine Simulation in einem Raum sein, der sich tief im Inneren dieser Welt befindet. Aber ich habe eine Analyse vorgenommen, wonach nicht mal in einer sehr tief unterirdisch gelegenen Kammer die �berlebenschancen nennenswert sind, wenn das Hypernet-Portal mit einer verst�rkten Energie-Entladung kollabiert. Die Syndiks sind zwar hinterlistig, aber ihre Ingenieure beherrschen ihr Fach so gut wie unsere, und das wissen sie auch.�</p><p>�Dann hei�t das, wir k�nnen ihnen vertrauen?�</p><p>�So sehr, wie man jedem Syndik vertrauen kann. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass diese CEOs h�here moralische Standards haben als ihre Vorg�nger oder dass sie weniger egoistisch sind. In diesem Fall sind diese Ichbezogenheit und der �berlebenswille vorteilhaft f�r uns. Sie mussten diese Vorrichtung abschalten, um ihr eigenes Leben zu retten.� Rione nahm eine f�rmlichere Haltung an. �Admiral Geary, ich bitte um Erlaubnis, dass die anwesenden Vertreter des Gro�en Rats der Allianz direkte Verhandlungen mit den CEOs des neuen Exekutivrats der Syndikatwelten aufnehmen.�</p><p>�Erlaubnis erteilt.�</p><p>�Wenn ich zwischen den Zeilen richtig gelesen habe, erkennt die Syndik-Flotte die Autorit�t des neuen Exekutivrats nicht an. Ich gehe davon aus, dass der Rat uns darum bitten wird, die Bev�lkerung vor der eigenen Flotte zu besch�tzen. Wie soll ich mit dieser Bitte umgehen, Admiral?�</p><p>Sein Spannungskopfschmerz drohte wiederzukehren. �Die Allianz-Flotte wird sich allen feindseligen Streitkr�ften in diesem Sternensystem in den Weg stellen.�</p><p>Rione l�chelte. �Sehr gut. Zwar vage, aber auch entschlossen. Damit sollte f�r alle Eventualit�ten vorgesorgt sein. Ich werde mich mit Sakai und Costa treffen und eine Verbindung zu den Syndiks herstellen.�</p><p>�Und ich werde die Flotte weiter dem Kurs folgen lassen, der sie wieder mit der Eingreiftruppe zusammenf�hrt. Danach werden wir das Syndik-Schlachtschiff und die Flotte abfangen. Wenn alle auf dem momentanen Kurs bleiben, dann haben Sie nicht ganz dreiundzwanzig Stunden zur Verf�gung, um zu einer Einigung zu gelangen. Wenn das bis dahin nicht klappt, dann wird diese Syndik-Flotte entweder die Flucht ergreifen, oder wir werden sie in Grund und Boden schie�en.�</p><p>�Ich werde mir das vor Augen halten, Admiral. Denken Sie bitte daran, dass wir die Mitglieder des bisherigen Exekutivrats nicht l�nger n�tig haben. Solange sie leben, stellen sie eine Bedrohung f�r die Verhandlungen dar.�</p><p>�Ich werde daran denken.� Geary fragte sich, ob seine Stimme genauso kalt klang, wie es ihm vorkam. �Allerdings werde ich sie nicht ermorden.�</p><p>�Ich bezweifle auch, dass Sie das tun m�ssen, Admiral. Die Mitglieder des alten Exekutivrats d�rften von drei Seiten unter Beschuss geraten. Sollten sie das irgendwie �berleben, werden die Syndik-Offiziere auf diesem Schlachtschiff wohl eher diese Mitglieder hinrichten, anstatt zu riskieren, dass sie doch wieder irgendwie an die Macht kommen. Immerhin haben sie CEO Shalin seinerzeit den Befehl gegeben, die von Admiral Bloch angef�hrten Allianz-Offiziere zu t�ten.� Riones L�cheln war so frostig wie zuvor Gearys Tonfall. �Die lebenden Sterne handeln manchmal langsam, aber sie neigen dazu, jedem das Schicksal zuteil werden zu lassen, das er verdient hat.�</p><p>Die Syndik-Flotte musste inzwischen gesehen haben, dass die Allianz-Flotte sich auf den Weg gemacht hatte. Das war aber f�r sie kein Anlass, die Flucht zu ergreifen, stattdessen blieb sie beharrlich auf einem Abfangkurs zum Schlachtschiff, das in Richtung der Prim�rwelt unterwegs war.</p><p>�Die wollen das Schlachtschiff haben�, lie� Geary Duellos wissen, der diese Nachricht erst in �ber einer Stunde empfangen w�rde. �Sie m�ssen es jagen, also wollen wir, dass es unbesch�digt bleibt und so schnell wie m�glich die inneren Planeten erreicht. Dadurch wird die Syndik-Flotte gezwungen, sich mit uns auseinanderzusetzen. Versuchen Sie, diese Flotte irgendwie aufzuhalten, feuern Sie auf die Schiffe am Rand, und achten Sie vor allem darauf, ob sich Schlachtkreuzer aus der Formation l�sen und versuchen, das Schlachtschiff einzuholen, bevor es uns erreichen kann. Sobald wir die Flotte gestellt haben, ist das Schlachtschiff f�r uns nicht l�nger von Interesse.� Hatte er noch irgendetwas vergessen? �Versuchen Sie, nicht in Feuerreichweite des Schlachtschiffs zu gelangen. Man hat uns zwar zugesichert, dass es nicht das Feuer auf uns er�ffnen wird, aber darauf k�nnen wir nicht vertrauen. Und selbst wenn die Syndiks Wort halten, k�nnten sie trotzdem einen Angriff bef�rchten, wenn Sie ihnen zu nahe kommen, und dann schie�en sie vielleicht doch auf uns. Geary Ende.�</p><p>Desjani sa� wieder im Kommandosessel und wirkte ausgeruht, entspannt und gut gelaunt, w�hrend die beiden Flotten sich mit einer kombinierten Geschwindigkeit von rund 0,2 Licht einander n�herten. �Vor einiger Zeit ist ein Syndik-J�ger durch das Hypernet-Portal gekommen. Sieht so aus, als w�rde er in dessen N�he bleiben wollen.�</p><p>�Ein Kurier.� Der J�ger hatte seine Nachricht �bermittelt und wartete nun am Hypernet-Portal, bis er eine Antwort erhalten hatte, damit er wieder abfliegen konnte. �M�chte wissen, was er von diesem Minenfeld vor dem Portal und von den Handelsschiffen mit ihren SAS denkt.� Geary betrachtete nachdenklich das Display. �Apropos� mich wundert, warum diese Schiffe sich noch immer nicht von der Stelle ger�hrt haben.�</p><p>�Die Schiffe sind zu langsam, um sich in irgendeiner Weise n�tzlich zu machen�, betonte Desjani. �Und das wissen die Syndiks auch, egal auf welche Seite sie sich schlagen. Wenn wir die Flotte unsch�dlich gemacht haben, bleibt uns immer noch genug Zeit, um die SAS und ihre Mutterschiffe zu zerst�ren.�</p><p>Das Syndik-Schlachtschiff, das auf dem Weg zu ihnen war, befand sich auf der Backbordseite der Allianz-Schiffe, der relative Kurs war unver�ndert und brachte das Schiff n�her an den voraussichtlichen Treffpunkt mit der Allianz-Flotte heran. Etwas weiter entfernt an Backbord n�herte sich ihnen die Syndik-Flotte, w�hrend sich die Eingreiftruppe fast genau vor ihnen befand und gleichfalls Kurs auf das Schlachtschiff genommen hatte. Es w�rden jedoch noch sechs Stunden vergehen, ehe sie das Schlachtschiff erreichte, kurz darauf w�rde die Syndik-Flotte eintreffen, w�hrend die Allianz-Flotte erst in f�nfzehn Stunden nahe genug sein w�rde, um in das Geschehen einzugreifen. �Wollen wir das Schlachtschiff auch au�er Gefecht setzen, selbst wenn es nicht sein muss?�, sagte Geary mehr zu sich selbst.</p><p>Desjani h�rte ihn und warf ihm einen zustimmenden Blick zu. �F�rbe ich allm�hlich auf Sie ab? Ja, wir sollten das machen. Das ist dann ein Schlachtschiff weniger, das die Syndiks irgendwann einmal gegen uns einsetzen k�nnen.�</p><p>�Aber wir wollen auch nicht, dass im Syndik-Gebiet Anarchie herrscht�, hielt er dagegen. �Das k�nnte n�mlich drohen, wenn wir ihnen jedes Mittel nehmen, um sich zu verteidigen.�</p><p>�Es ist immer noch ein feindliches Schiff, und unser Auftrag lautet, feindliche Schiffe zu zerst�ren.�</p><p>�Die Syndik-Flotte versucht m�glicherweise auch, das Schiff zu vernichten.�</p><p>�Umso besser, das macht es leichter f�r uns. Wir helfen der Flotte, es zu zerst�ren, und danach zerst�ren wir die Flotte.�</p><p>Desjanis Vorschlag war einfach, aber effektiv. �Wir werden sehen, was passiert�, gab er schlie�lich zur�ck. �Ich gebe zu, ich f�hle mich versucht. Aber ich werde das Schlachtschiff nicht beschie�en, wenn es unsere Schiffe in Ruhe l�sst.�</p><p>Sie machte eine unzufriedene Miene, dann nickte sie. �Das Feuer auf sie zu er�ffnen, w�hrend sie sich an einen Waffenstillstand halten, w�re das, was ein Syndik tun w�rde, nicht wahr? Also gut, dann werden wir uns zivilisiert verhalten und nur t�ten, wenn wir von ihnen provoziert werden.�</p><p>�Sie sind eine interessante Frau, Tanya.� Geary rieb sich die Augen. �Ich glaube, ich werde mal versuchen, ob ich jetzt schlafen kann.�</p><p>Vielleicht war es Ersch�pfung, vielleicht aber auch Erleichterung dar�ber, dass in n�chster Zeit mit einer Entscheidungsschlacht zu rechnen war, auf jeden Fall hatte er diesmal keine Probleme mit dem Einschlafen. Dass er nur vier statt der erhofften f�nf Stunden Schlaf bekam, lag daran, dass eine Nachricht der Eingreiftruppe einging.</p><p>Duellos wirkte entspannt. F�r Geary war es immer noch schwierig sich vorzustellen, dass der Captain inzwischen auf der Br�cke der <emphasis>Inspire </emphasis>sa�, war doch die <emphasis>Courageous </emphasis>bei Heradao zerst�rt worden. �Ich habe vor, an dem Schlachtschiff mit seiner Eskorte aus drei Kreuzern vorbeizufliegen. Die Syndik-Flotte ist derzeit so angeordnet, dass die Schlachtschiffe den �u�eren Rand bilden, w�hrend sich die Schlachtkreuzer in der Mitte befinden. Dadurch ist das eine sehr harte Nuss, die wir da knacken m�ssen. CEO Shalin mag ja ehrlos und verabscheuensw�rdig sein, aber er ist auch schlau. Ich will sehen, was ich tun kann, um ihn aufzuhalten und ihm wehzutun, aber wir brauchen die Schlachtschiffe unserer Flotte, wenn wir richtig auf die Syndiks einpr�geln wollen. Duellos Ende.�</p><p>Geary konnte f�r mindestens einen Tag jeden Gedanken an Schlaf abschreiben, also verlie� er sein Quartier und begab sich auf die Br�cke.</p><p>Desjani sa� noch immer auf ihrem Platz und schien die ebenfalls anwesende Senatorin Costa beharrlich zu ignorieren. Die konzentrierte sich ihrerseits ganz auf ihr Display.</p><p>�Stimmt das?�, fragte sie, als sie Geary sah. �Unsere Eingreiftruppe zieht in zwei Stunden gegen den Feind ins Gefecht?�</p><p>�Ganz so ist es nicht�, erkl�rte er, w�hrend er sich hinsetzte. �In etwas weniger als zwei Stunden wird unsere Eingreiftruppe auf das Syndik-Schlachtschiff treffen, das auf dem Weg zur Prim�rwelt ist. Wir haben nicht vor, auf das Schiff zu schie�en, es sei denn, es er�ffnet das Feuer auf uns.�</p><p>�Dann wird es so bald noch keine Schlacht geben?� Costa wirkte entt�uscht.</p><p>�Ich will es nicht hoffen. Ich brauche alles, was diese Schlachtkreuzer beim Kampf mit der Syndik-Flotte in die Waagschale werfen k�nnen. Au�erdem sind Schlachtschiffe verdammt z�he Ziele, selbst wenn eines nur von drei Eskorten begleitet wird.�</p><p>�Wir haben gerade eine Verhandlungspause, und ich bin auf die Br�cke gekommen, weil ich gehofft hatte, aus erster Hand mitzuerleben, wie unsere tapferen Matrosen sich dem Feind in den Weg stellen�, beklagte sich Costa.</p><p>Er sah zu Desjani, die so tat, als w�rde sie von dieser Unterhaltung gar nichts mitbekommen. �Senatorin, die Eingreiftruppe wird fast eine Lichtstunde von uns entfernt auf den Feind treffen, was bedeutet, dass wir erst eine Stunde sp�ter zu sehen bekommen, was sich dort abspielt.�</p><p>Costa legte die Stirn in Falten. �Ja� nat�rlich� Das� das versteht sich von selbst. Geben Sie mir bitte Bescheid, bevor die Eingreiftruppe auf die Syndik-Flotte trifft. Ich nehme an, der Angriff wird auf das Zentrum der feindlichen Formation erfolgen, wo sich deren Schlachtkreuzer befinden.�</p><p>�Nein, Senatorin, das werden wir nicht machen.�</p><p>�Sie sagten doch gerade eben, dass Schlachtschiffe z�he Ziele sind. Mir ist klar, dass Schlachtkreuzer nicht daf�r ausgelegt sind, sich mit Schlachtschiffen zu messen. Warum sollen unsere Schlachtkreuzer dann nicht deren Schlachtkreuzer attackieren?�</p><p>Erst nachdem er tief durchgeatmet hatte, um sich zu beruhigen, erwiderte Geary: �Zum einen stehen unseren neun Schlachtkreuzern sechzehn feindliche gegen�ber, zum anderen w�rde sich unsere Eingreiftruppe dem Beschuss von allen Seiten aussetzen, sollte sie versuchen, mitten in die Formation zu fliegen � nicht nur von den Schlachtschiffen am Rand der Formation, sondern auch von der immensen Menge der Eskortschiffe. Allein die einundsechzig Schweren Kreuzer w�rden f�r die Eingreiftruppe eine gro�e Herausforderung darstellen.�</p><p>�Warum ist unsere Eingreiftruppe denn nur so klein?�</p><p>Geary sah abermals zu Desjani, die sich bestens zu am�sieren schien. <emphasis>Rione sprach davon, dass Politiker und Offiziere irgendwann aufgeh�rt haben, miteinander zu reden. Wenn das hier ein Beispiel f�r diese Unterhaltungen ist, kann ich gut verstehen, dass sie das Reden eingestellt haben, </emphasis>dachte er. Sobald er ihr ein Detail erkl�rte, stellte sie sofort weitere Fragen, ohne irgendetwas von dem zu ber�cksichtigen, was sie aus den Antworten gelernt haben sollte. Vielleicht lag die L�sung darin, so vage Antworten zu geben, dass die Senatorin sich keine Details herauspicken konnte. �Das war meine Entscheidung als Flottenbefehlshaber, Senatorin.�</p><p>Nachdem sie eine Weile �ber diese Erkl�rung nachgedacht hatte, stand Costa auf. �Ich kehre besser zu den Verhandlungen zur�ck.�</p><p>Als sie gegangen war, drehte sich Geary zu Desjani um. �Das haben Sie mir eingebrockt.�</p><p>�Ich habe die Senatorin nur wissen lassen, dass es bestimmte Fragen gibt, auf die besser der Flottenkommandant antworten sollte, Sir.�</p><p>�Vielen Dank, Captain. Ich werde mich zu gegebener Zeit revanchieren.�</p><p>Desjani sah ihn wachsam an. �Sind Sie in Sorge? Duellos wird nicht den Kern der Formation angreifen. Vor einem Jahr h�tten wir das wohl noch so gemacht, aber jetzt nicht mehr.�</p><p>�Und Kattnig? Wenn er mit der <emphasis>Adroit </emphasis>mitten durch die Formation prescht, wie viele Schiffe werden ihm dann folgen?�</p><p>�Hoffentlich nicht viele. Wann haben Sie zuletzt etwas gegessen?�</p><p>�Ich� habe keine Ahnung.�</p><p>Sie zog ein paar Verpflegungsriegel hervor. �Es reicht nicht, wenn Sie Ihrem K�rper Schlaf geben, er braucht auch Nahrung.�</p><p>Z�gerlich nahm er die Riegel entgegen, da er sich nur zu gut an einige der widerw�rtig schmeckenden Sorten erinnerte, die er w�hrend der R�ckkehr der Flotte in Allianz-Gebiet hatte essen m�ssen. �Bulgorin?�</p><p>�Die sind ziemlich gut. Ich habe zwar keine Ahnung, wo man Bulgorin isst, aber es ist nicht �bel.�</p><p>�Was steckt da drin?�</p><p>�Wei� ich nicht und will ich auch gar nicht wissen. Essen Sie einfach. F�r die n�chsten zw�lf Stunden wenigstens m�ssen Sie hellwach sein, also braucht Ihr K�rper Nahrung.�</p><p>�Ja, Ma�am.�</p><p>Mit zusammengekniffenen Augen sah sie ihn an. �Wenn Sie nicht in Bestform sind, Admiral, werden Ihre Leute und Ihre Schiffe darunter leiden.�</p><p>Dem konnte er nicht widersprechen, also a� Geary die Riegel auf, die f�r Verpflegungsriegel wirklich erstaunlich gut schmeckten. Anschlie�end versuchte er, sich zu entspannen, w�hrend er zusah, wie sich die Formationen der Allianz und der Syndikatwelten �ber das Display bewegten. Die Syndik-Flotte hatte auf 0,15 Licht beschleunigt, was ungef�hr f�nfundvierzigtausend Kilometern in der Sekunde entsprach, doch durch den Ma�stab der Darstellung schienen sich die Schiffe kaum von der Stelle zu bewegen. Zoomte er einen Ausschnitt heran, um eines der Kriegsschiffe aus der N�he zu betrachten, dann wirkte das v�llig reglos, da keine anderen Objekte zu sehen waren, die ein Gef�hl f�r die Geschwindigkeit h�tten vermitteln k�nnen.</p><p>Die Syndiks n�herten sich kontinuierlich dem Schlachtschiff, das seinerseits auf 0,12 Licht beschleunigt hatte. Eigentlich h�tte das Schiff viel st�rker beschleunigen m�ssen. <emphasis>M�chte wissen, welche Ver�nderungen der Exekutivrat �ber die Jahre hinweg an dem Schiff vorgenommen hat, damit er dort in Luxus schwelgen kann, w�hrend wichtige Elemente wie der Antrieb in ihrer Leistung eingeschr�nkt worden sind.</emphasis></p><p>Er musste ungewollt laut gedacht haben, da Desjani sofort erwiderte: �Das w�rde einiges erkl�ren. Unsere Sensoren sch�tzen die Masse deutlich h�her ein als bei vergleichbaren Schlachtschiffen der Syndiks. An der Panzerung kann es nicht liegen, die erscheint nicht massiver als �blich. Es muss sich irgendetwas Schweres im Inneren befinden.�</p><p>�Eine Festung?�</p><p>�Das w�rde ich auch sagen. Etwas mit sehr dicken Au�enw�nden aus dem dichtesten Material, das die Syndiks auftreiben konnten, ohne gleich mit Radioaktivit�t zu tun zu haben. Die Syndik-F�hrer wollten einen Ort schaffen, an dem sie sich im Ernstfall einschlie�en konnten.�</p><p>�Diese Idioten!�, knurrte Geary. �Damit machen sie das Schiff noch schwerer, sodass es Verfolgern gar nicht mehr entkommen kann! Als ob sie dadurch hinter ihren dicken Mauern gesch�tzt w�ren!�</p><p>Die Begegnung zwischen Eingreiftruppe und Syndik-Schlachtschiff hatte fast schon etwas Entt�uschendes an sich. Beide Formationen passierten einander in hohem Tempo und au�erhalb der Waffenreichweite. Aber nur zwei Lichtminuten hinter dem Schlachtschiff folgte die Syndik-Flotte.</p><p>�Verdammt.� Geary ballte frustriert die F�uste. �Die Syndiks bleiben bei 0,15 Licht!�</p><p>Desjani machte eine hilflose Geste. �Sie �berholen das Schlachtschiff im schr�gen Winkel, weshalb ihre relative Geschwindigkeit zu dem Schiff bei nur 0,08 Licht liegt. Langsam genug, um Ziele zu erfassen.�</p><p>�Aber Duellos wird seine Geschwindigkeit extrem drosseln m�ssen, sonst kreuzen sich ihre Wege bei 0,3 Licht. Wie viele Treffer will er da landen?�</p><p>Desjani gab die Frage an die Gefechtswachhabende weiter, die den Kopf sch�ttelte. �Der Ausgleich der relativistischen St�rung w�rde nicht ausreichen, Admiral. Die Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei maximal f�nf Prozent, vermutlich aber noch weit darunter.�</p><p>�Er bremst ab�, meldete Desjani.</p><p>Auf seinem Display sah Geary die gleiche Information. Vor einer Stunde und f�nf Minuten hatte Duellos seine Schiffe so drehen lassen, dass die Antriebseinheiten nach vorn wiesen, um die Geschwindigkeit so schnell zu drosseln, wie es die Struktur der Schiffe und die Tr�gheitsd�mpfer erlaubten.</p><p>�Duellos hat bis zuletzt gewartet�, erkl�rte sie bewundernd. �Auf diese Weise sollte er eine passable kombinierte Geschwindigkeit erreichen, um die Schiffe zeitig wieder drehen zu lassen, damit sie im Vorbeiflug auf die Syndiks feuern k�nnen.�</p><p>Geary musste zugeben, dass die vertraute Kastenformation der Syndiks diesmal sehr geschickt aufgebaut war. Der CEO hatte die Schiffe zu einem flachen Kasten angeordnet, dessen Breitseite nach vorn zeigte. Jede Ecke setzte sich aus drei Schlachtschiffen zusammen, in der Mitte bildeten alle sechzehn Schlachtschiffe einen kompakten Pulk, sodass die kombinierte Feuerkraft die leichtere Panzerung und die schw�cheren Schilde wettmachte. Die einundsechzig Schweren Kreuzer waren so verteilt, dass sie die ohnehin schlagkr�ftigen Schlachtschiffe an den Ecken sowie die Schlachtkreuzer in der Mitte ideal erg�nzten. Dazwischen verteilt fanden sich die Schw�rme von Leichten Kreuzern und J�gern. Es gab schlichtweg keine Schwachstelle, die von den Schlachtkreuzern der Eingreiftruppe mit Erfolg massiv unter Beschuss h�tte genommen werden k�nnen. �Sieht so aus, als h�tte Duellos einen Winkel gew�hlt, um eine der unteren Ecken zu erwischen.�</p><p>Desjani nickte. �Sie neigen dazu, auf obere Ecken zu schie�en, deshalb wird er das wohl gemacht haben, um die Syndiks zu verwirren.�</p><p>�Ich neige zu den oberen Ecken?� Ein Verhaltensmuster zu entwickeln, war eine gef�hrliche Sache, weil der Feind mit diesem Wissen Gegenma�nahmen ergreifen konnte.</p><p>�Ja, dar�ber wollte ich sowieso noch mit Ihnen reden.�</p><p>�Danke. N�chstes Mal weisen Sie mich auf so etwas fr�her hin.� Er sagte es in einem unbeschwerten Tonfall, aber innerlich war Geary verkrampft. Was Duellos getan hatte, war inzwischen eine Stunde her, und es gab nichts, was Geary noch h�tte tun k�nnen, um in das Geschehen einzugreifen. Das wusste er zwar, doch es machte das Ganze nicht einfacher � vor allem als er sah, wie Duellos� Formation in einer Weise auszufransen begann, die ihm nicht geplant erschien. �Was ist� die <emphasis>Adroit! </emphasis>Wohin will denn die <emphasis>Adroit?</emphasis>� Kattnig �bernahm genau das, was sie alle bef�rchtet hatten: Er scherte aus und flog direkt auf die Syndik-Flotte zu, anstatt dem Kurs zu folgen, den Duellos vorgegeben hatte.</p><p>Aber im n�chsten Moment verwandelte sich Gearys Ver�rgerung in Unglauben, als die Flugbahn der <emphasis>Adroit </emphasis>deutlicher wurde. �Was soll denn das?�</p><p>Nach ihrem verdutzten Tonfall zu urteilen, empfand Desjani ganz genauso: �Die <emphasis>Adroit </emphasis>dreht ab, sie entfernt sich von der Syndik-Formation.� Entsetzt drehte sie sich zu Geary um. �Er ergreift die Flucht vor dem Gefecht.�</p><p>Hilflos musste Geary mitansehen, wie die �brigen vier Schlachtkreuzer in der Division der <emphasis>Adroit </emphasis>zun�chst versuchten, ihr zu folgen, dann aber auf neue Vektoren einschwenkten, da jeder der Befehlshaber versuchte, das letzte Flugman�ver zu kompensieren.</p><p>In dem extrem kurzen Zeitraum, der ihnen f�r eine Reaktion zur Verf�gung stand, gelang dieser Versuch nicht jedem.</p><p>�Verflucht!�, zischte Desjani, als die Eingreiftruppe an der Syndik-Flotte vorbeischoss, w�hrend sich die <emphasis>Assert </emphasis>und die <emphasis>Agile </emphasis>auf Flugbahnen befanden, die sie nur noch n�her an den Gegner heranf�hrten.</p><p>Die <emphasis>Assert </emphasis>wurde zerrissen, als sie in das konzentrierte Sperrfeuer von drei Schlachtschiffen an einer der Ecken der Kastenformation geriet. Die <emphasis>Agile </emphasis>versuchte mit allen Mitteln, sich nach hinten wegzudrehen, dennoch musste sie Dutzende Treffer einstecken, die unter anderem die Steuer- und die Antriebssysteme au�er Gefecht setzten und zweifellos etliche Besatzungsmitglieder das Leben kosteten.</p><p>Die Verwirrung an Bord der Schlachtkreuzer, die der <emphasis>Adroit </emphasis>gefolgt waren, sorgte daf�r, dass der Schlag gegen die Syndiks nicht so intensiv ausfiel wie geplant. Ein Syndik-Schlachtschiff erzitterte unter den wiederholten Treffern, aber trotz schwerer Sch�den an einer Sektion behielt es seinen Platz in der Formation bei.</p><p>Das alles spielte sich im Bruchteil von Sekunden ab, dann hatten sich die beiden Formationen auch schon wieder voneinander gel�st. Nun lie� Duellos seine Schiffe wenden, um sich neu zu formieren und um die Verfolgung der Syndiks aufzunehmen, die weiter in Richtung des Schlachtschiffs rasten.</p><p>�Vielleicht ist an Bord der <emphasis>Adroit </emphasis>irgendetwas schiefgegangen�, spekulierte Desjani, doch ihre Stimme verriet ihren anhaltenden Unglauben. �Es sind ganz neue Schiffe, vielleicht hat sich ja im Steuersystem ein Fehler eingeschlichen.�</p><p>�Ja, vielleicht. Auf jeden Fall war das Duellos� beste Chance, diese Flotte ein wenig aufzuhalten. Das Schlachtschiff mit den ehemaligen Syndik-F�hrern an Bord kann sich beerdigen lassen. Es kann ansonsten nur noch kapitulieren und diese Leute vom Schiff gehen lassen.�</p><p>�Wozu es auch kommen wird�, erg�nzte Desjani verbittert.</p><p>�Nein, Rione hat nicht so gedacht und ich tue das auch nicht. Solange das Schlachtschiff k�mpft, haben die Offiziere eine �berlebenschance. Wenn die F�hrer, gegen die sie gemeutert haben, wieder an die Macht kommen, dann wird sich jeder Offizier auf diesem Schiff w�nschen, er w�re tot.�</p><p>Die Flotte legte z�gig die noch verbleibende Strecke zur�ck und �nderte leicht den Kurs, sodass das einzelne Schlachtschiff mit seinen drei Schweren Kreuzern zwischen zwei Ecken und der Ansammlung von Schlachtkreuzern in der Mitte der Formation zu allen Seiten umflogen wurde. Abrupt starteten die drei Schweren Kreuzer und das Schlachtschiff Ausweichman�ver, wobei Letzteres nach links abdrehte, um den Flugbewegungen der in seinem Nacken sitzenden Flotte etwas entgegenzusetzen.</p><p>�Damit haben sie zu lange gewartet�, merkte Desjani an, als die Flotte die fliehenden Kriegsschiffe �berholte. Zwei Schwere Kreuzer verwandelten sich in Wolken aus Tr�mmerteilen, als die vormaligen Kameraden das Feuer auf sie er�ffneten. Der dritte Kreuzer erzitterte unter Dutzenden Treffern, dann zerbrach er in mehrere Teile, die sich um ihre Achse drehten und davontrieben.</p><p>Auch angesichts der �berlegenen Feuerkraft war das Syndik-Schlachtschiff nicht in der Lage, z�gig zu beschleunigen. Es machte einen Satz vorw�rts, dann fielen die Schilde aus, und die Panzerung wurde an mehreren Stellen durchbrochen. Immerhin setzte es sich energisch genug zur Wehr, um einen Schlachtkreuzer und zwei Schwere Kreuzer au�er Gefecht zu setzen.</p><p>Im Vorbeiflug an dem einzelnen Schlachtschiff bremste die Syndik-Flotte ab und wurde so langsam, dass sie die gleiche Geschwindigkeit erreichte wie das massiv besch�digte Schiff, das Dutzende von Rettungskapseln ausspuckte, die dann in alle Richtungen davoneilten.</p><p>Die Eingreiftruppe der Allianz hatte sich eben neu formiert und n�herte sich der Syndik-Flotte, die sich um das einzelne Schlachtschiff scharte.</p><p>�Vorfahren, steht uns bei�, fl�sterte Desjani entsetzt. �Die er�ffnen das Feuer auf ihre eigenen Rettungskapseln.�</p><p>�Was will Shalin damit erreichen?�, wunderte sich Geary. �In den Kapseln k�nnten sich die Mitglieder des alten Exekutivrats befinden!�</p><p>Er hatte Rione nicht auf die Br�cke kommen h�ren und bemerkte ihre Anwesenheit erst, als sie zu reden begann: �CEO Shalin r�umt die Konkurrenz aus dem Weg. Er geht davon aus, die Macht an sich rei�en zu k�nnen, weil er �ber die letzte nennenswerte Syndik-Streitmacht verf�gt. Ich hatte mich schon gewundert, wann er endlich erkennt, welche Gelegenheit sich ihm hier bietet. Jetzt hat er es ja wohl getan.�</p><p>�Dann wird er auch versuchen, den neuen Exekutivrat zu eliminieren.�</p><p>�Wenn er an uns vorbeikommt, dann ja.�</p><p>�Das wird er aber nicht. Warum befolgen die anderen seinen Befehl, auf Rettungskapseln zu schie�en, die Syndiks an Bord haben?�</p><p>Desjani lachte finster auf. �Einige von ihnen machen das nicht. Sehen Sie sich seine Formation an.�</p><p>Die Kastenformation, die wegen des abrupten Bremsman�vers schon ein wenig aus den Fugen geraten war, begann sich in die L�nge zu ziehen, da einzelne Kriegsschiffe ihren Platz verlie�en. Geary w�nschte, seine Flotte w�re n�her am Geschehen und h�tte nicht noch einige Stunden Flug vor sich. �Wir k�nnten sie erledigen, solange dieses Chaos in ihren Reihen herrscht.�</p><p>�Die m�ssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollen�, gab Desjani zu bedenken. �Wie viele Seiten stehen ihnen im Moment eigentlich zur Verf�gung? Drei?�</p><p>�Zwei�, antwortete Rione. �Nachdem Shalin zweifellos alle Mitglieder des alten Exekutivrats get�tet hat, existiert diese Seite nicht l�nger. Jetzt haben die anderen nur noch die Wahl zwischen ihm und dem neuen Exekutivrat.�</p><p>�Wenn ich nahe genug herankomme�, brummte Geary, �werde ich alles unternehmen, dass f�r die Syndiks nur noch eine Seite zur Wahl steht.�</p><p>�Und ich werde mich wieder den Verhandlungen widmen. Ich muss herausfinden, wie sich die Ermordung des alten Exekutivrats auf die Einstellung des Nachfolgers ausgewirkt hat.�</p><p>W�hrend Rione die Br�cke verlie�, �ffnete sich neben Geary ein Fenster, das Lieutenant Iger zeigte, der ihn erfreut ansah. �Admiral, wir haben es.�</p><p>�Was haben Sie?�</p><p>�Das Flaggschiff der Flotte, Sir. Normalerweise ist es nicht m�glich, das Flaggschiff zu identifizieren, weil es im lokalen Netzverkehr versteckt wird, aber jetzt gehen die Mitteilungen in alle Richtungen, da es eine Art internen Disput gibt, und dabei konnten wir das Flaggschiff ausfindig machen. Es ist dieser Schlachtkreuzer, Sir.� Eines der Schiffe auf Gearys Display leuchtete im gleichen Moment etwas heller als der Rest.</p><p>�Hervorragend.� Geary merkte, wie er den Mund zu einem w�lfischen Grinsen verzog. �Sorgen wir daf�r, dass wir es im Auge behalten.� Abermals �berpr�fte er die Entfernungen und Zeiten. W�hrend des Kampfs zwischen der Syndik-Flotte und dem Schlachtschiff war der Abstand der Allianz-Flotte zum Ort des Geschehens weiter zusammengeschmolzen. Die �berlebenden Syndik-Schiffe folgten nach wie vor dem Vektor, auf dem sie sich befunden hatten, bevor Verwirrung dar�ber entstanden war, wessen Befehle sie ausf�hren sollten. Die Zeit bis zum Zusammentreffen belief sich jetzt nur noch auf knapp �ber vier Stunden.</p><p>Duellos war deutlich n�her, aber seine Eingreiftruppe jagte unver�ndert den Syndiks hinterher, die mit etwas mehr als 0,1 Licht durchs All rasten. Fast eine Stunde w�rde es noch dauern, bis Duellos in einer Position war, um erneut das Feuer auf die Flotte zu er�ffnen.</p><p>Aber sollte er dann �berhaupt so vorgehen? Geary widmete sich wieder dem Durcheinander, das in der Syndik-Formation weiter um sich griff. Selbst wenn jegliche Ordnung aufgegeben werden sollte, w�rde Duellos die Formation nicht aufbrechen k�nnen. Ganz im Gegenteil�!</p><p>�Captain Duellos, hier spricht Admiral Geary. Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit, damit Sie nicht so schnell zur Syndik-Flotte aufschlie�en. Die Syndiks streiten gerade dar�ber, wem sie sich anschlie�en sollen. Wenn Sie nun ein paar Treffer landen, k�nnte es sein, dass sie ihre Diskussion einstellen und sich geschlossen gegen den gemeinsamen Feind wenden. Ich m�chte, dass Sie Ihre Geschwindigkeit so anpassen, dass Sie in dem Moment von der einen Seite angreifen k�nnen, in dem wir von der anderen Seite die Flotte erreichen. Ich betone ausdr�cklich: Dieser Befehl bedeutet kein mangelndes Vertrauen in Sie oder in Ihre Schiffe. Beobachten Sie die Syndik-Flotte genau, und wenn Sie glauben, dass sich eine entscheidende Gelegenheit ergibt, dann haben Sie meine Erlaubnis, auch nach eigenem Ermessen in Aktion zu treffen, bevor der Rest der Flotte in Feuerreichweite ist. Geary Ende.�</p><p>Aktuelle Daten von Duellos� Schiffen gingen ein, die alle nur leichtere Sch�den erlitten hatten. Die <emphasis>Agile </emphasis>�bermittelte dagegen einen viel umfangreicheren Schadensbericht. Geary musste sich einen Fluch verkneifen, als er die Angaben las, dann rief er die <emphasis>Tanuki</emphasis>. �Captain Smyth, machen Sie bitte eines Ihrer Hilfsschiffe bereit, um es zur <emphasis>Agile </emphasis>zu schicken, sobald wir die Bedrohung durch die Syndik-Flotte abgestellt haben. Die <emphasis>Agile </emphasis>muss so bald wie m�glich wieder einsatzbereit sein.�</p><p>Sekunden sp�ter ging Smyths Antwort ein. �Ich verstehe, dass Sie die <emphasis>Agile </emphasis>retten wollen. Ich werde die <emphasis>Witch </emphasis>schicken, Sir, aber ich muss Ihnen schon jetzt sagen, dass mir nicht gef�llt, welche Daten die <emphasis>Agile </emphasis>mir �ber ihre strukturellen Sch�den sendet. Das k�nnte mehr sein, als wir zu leisten imstande sind.�</p><p>�Verstanden.� Geary starrte finster auf sein Display. �Die Leute, die ein so lachhaftes Design f�r ein Kriegsschiff absegnen, sollten mit dem Ding pers�nlich in die Schlacht ziehen.�</p><p>Desjani verzog den Mund. �Die <emphasis>Agile </emphasis>wurde wegen des Handelns eines Flottenoffiziers so zusammengeschossen.�</p><p>�Wir wissen noch nicht, warum die <emphasis>Adroit </emphasis>den Kurs ge�ndert hat.�</p><p>�Empfangen wir keine aktuellen Statusmeldungen von der <emphasis>Adroit?</emphasis>�</p><p>�Doch.�</p><p>�Weisen diese Meldungen auf irgendwelche Probleme mit den Steuersystemen hin?�, hakte sie nach.</p><p>�Nein. Die Kurs�nderung erfolgte aufgrund eines Befehls, der an den Steuerkontrollen eingegeben wurde. Ich wei� blo� nicht, aus welchem Grund dieser Befehl erteilt wurde.�</p><p>�Ist das wichtig?� Sie hielt kurz inne. �Ich habe �ber Beowulf gelesen, auch �ber Kattnigs �briges Verhalten in der j�ngsten Zeit. Ich habe mich gefragt, warum ein Offizier, der auf so schlimme und blutige Schlachten zur�ckblicken kann, sich auff�hrt wie ein frischgebackener Ensign, der gro�e Reden schwingt, insgeheim aber v�llig verunsichert ist, weil er nicht wei�, wie er sich in einem echten Gefecht verhalten wird.�</p><p>�Ich wei�, es klingt nicht nach dem gleichen Offizier.�</p><p>�Vielleicht ist er der ja nicht mehr�, redete Desjani ganz leise weiter. �Vielleicht hat er zu viel Blutvergie�en gesehen und zu viele Schiffe verloren. Vielleicht war Beowulf f�r ihn eine brutale Schlacht zu viel, und er hat es einfach nicht mehr ausgehalten. So etwas kommt vor.�</p><p>Geary sah sie erstaunt an. �Ich dachte, bei der medizinischen Untersuchung f�llt so was auf.�</p><p>�Nicht immer. Das ist so wie bei einer Verh�rzelle, die einem nur das sagt, was jemand f�r wahr h�lt. Wenn jemand sich selbst davon �berzeugt hat, dass es ihm gut geht, dann wird das auch so angezeigt.� Sie sch�ttelte leicht den Kopf. �Wom�glich wusste Kattnig es gar nicht richtig, sondern er hat nur vermutet, dass er die Nerven verloren hat. Aber durch sein Handeln haben wir mindestens ein Schiff verloren, vielleicht sogar zwei.�</p><p>�Wir haben noch immer nicht�� Er unterbrach sich und schaute weg.</p><p>�Captain Duellos hat das vor�bergehende taktische Kommando �ber die <emphasis>Adroit</emphasis>, aber er besitzt nicht die Autorit�t, um Kattnig das Kommando zu entziehen und ihn in Schutzhaft zu nehmen. Sie schon. Sie m�ssen das jetzt machen.�</p><p>Geary drehte sich abrupt zu ihr um und musterte sie w�tend. �Es dauert �ber eine Stunde, bis der Befehl ihn erreicht. Warum sind Sie so darauf versessen, Kattnig schlechtzureden? Er hat eine tadellose Personalakte, und der �rztestab hat ihn f�r gesund erkl�rt.�</p><p>�Er <emphasis>hatte </emphasis>eine tadellose Personalakte. Wenn er zu weit getrieben worden ist, dann lag es in seiner Verantwortung, diese Tatsache zu erkennen, bevor sie Menschenleben kosten konnte.�</p><p>�Wenn ihm jetzt das Kommando entzogen wird, dann wird das f�r die meisten so aussehen, als h�tte ich ihn zum Feigling gestempelt. Warum wollen Sie so vorschnell urteilen und einen Mann zerst�ren, der der Allianz so viel gegeben hat?� Sein Ton wurde mit jedem Wort hitziger.</p><p>Desjanis Augen flammten auf, dann beugte sie sich vor bis in seine virtuelle Privatsph�re, um ihm zuzuzischen: �Er hat sich bereits selbst zerst�rt, Admiral Geary. Sie <emphasis>wissen</emphasis>, wie diese Flotte ist und wie wir denken. K�nnen Sie etwas so Simples immer noch nicht verstehen? Kattnig hat sich �ffentlich entehrt, indem er dem Gefecht ausgewichen ist. Offiziere und Matrosen sind seinetwegen umgekommen. Aber er ist kein gro�m�uliger Dummkopf wie Numos. Kattnig wei�, was er getan hat, und er wei� auch, wie jeder von ihm denkt und welches Schicksal ihn erwartet. Was wird ein ehrbarer Mann tun, der sich mit einem solchen Schicksal konfrontiert sieht? Ein Mann, der bereits �ber seine Grenzen getrieben wurde?�</p><p>Dann begriff er, was sie meinte. �Ihm muss das Kommando entzogen und er muss verhaftet werden, damit er vor sich selbst gesch�tzt wird.�</p><p>�Ja, Admiral Geary. Und Sie t�ten gut daran, mir <emphasis>nie wieder </emphasis>zu unterstellen, ich k�nnte es auf die Vernichtung eines guten Offiziers abgesehen haben!� Dann wich sie zur�ck und lehnte sich in ihrem Sessel nach hinten, w�hrend sie wutentbrannt auf ihr Display schaute.</p><p>Er versuchte, ruhiger zu werden, dann rief er die <emphasis>Adroit</emphasis>. �Captain Kattnig wird mit sofortiger Wirkung das Kommando entzogen, er ist in Schutzhaft zu nehmen. Der XO der <emphasis>Adroit </emphasis>�bernimmt vorl�ufig das Kommando.� Nachdem er die Verbindung beendet hatte, sagte er z�hneknirschend: �Es tut mir leid, Captain Desjani. Ich h�tte das nicht sagen sollen. Es war unprofessionell von mir, Ihnen so etwas zu unterstellen, insbesondere mit Blick darauf, wie gut ich Sie kenne.�</p><p>Desjani nickte, schaute aber weiter stur geradeaus.</p><p>�Eines Tages werde ich es schon noch schaffen, dass ich Ihnen beim ersten Mal richtig zuh�re, wenn Sie mir etwas Wichtiges zu sagen haben.�</p><p>Ihr Gesicht nahm einen etwas sanfteren Ausdruck an. �Das glaube ich erst, wenn ich es sehe.�</p><p>�Glauben Sie, der Befehl wird die <emphasis>Adroit </emphasis>noch rechtzeitig erreichen?�</p><p>�Nein. Aber ich hoffe, ich irre mich.�</p><p>�Ich glaube nicht, dass Sie sich irren.� Eine Weile sa�en sie schweigend da und sahen mit an, wie die verschiedenen Formationen auf den Displays langsam zusammenr�ckten.</p><p>Mit einer kombinierten Geschwindigkeit von fast 0,25 Licht n�herten sie sich der Syndik-Flotte und der Eingreiftruppe. Als Folge davon dauerte es nur eineinhalb Stunden, bis sie sahen, wie Duellos auf Gearys Befehl hin seine Schiffe leicht abbremsen lie�. W�hrend die Eingreiftruppe auf den neuen Vektor einschwenkte, nickte Desjani zufrieden. �Wenn sich nichts ver�ndert, wird die Eingreiftruppe die Syndik-Flotte fast zur gleichen Zeit erreichen.�</p><p>Die Syndik-Formation war nicht weiter zerfallen, aber sie hatte sich auch nicht wieder zusammengeschlossen. Die Schiffe folgten weiter einem Kurs, der sie zur Prim�rwelt f�hrte. Zuvor sollte es aber noch ein Zusammentreffen mit der Allianz-Flotte geben. �Was hat er vor?�, wunderte sich Desjani. �Will er an uns so vorbeirasen wie an Duellos� Schiffen und den Planeten erreichen, um den neuen Exekutivrat ebenfalls zu ermorden?�</p><p>�So leicht wird der Exekutivrat nicht zu finden sein, immerhin hat er einen ganzen Planeten zur Verf�gung, um irgendwo unterzutauchen.� Geary st�tzte das Kinn auf eine Hand auf und dachte nach. �Rione sprach davon, dass CEO Shalin mich pers�nlich tot und geschlagen sehen will.�</p><p>�Diese Vermutung ist nicht gerade eine �berw�ltigende Leistung�, meinte Desjani daraufhin.</p><p>Er beschloss, auf ihre Erwiderung nicht einzugehen. �Was ich damit sagen will: Er k�nnte einen Plan schmieden, wie er mich schlagen kann.�</p><p>Desjani �berlegte kurz, dann sagte sie: �Das ist m�glich. Als er das letzte Mal dieser Flotte unter Ihrem Kommando gegen�berstand, da verloren wir� einen Schlachtkreuzer.�</p><p>�Es war die <emphasis>Repulse</emphasis>�, stellte er mit fester Stimme klar.</p><p>�Ja, Sir. Aber Shalin k�nnte denken, dass das sehr wohl ein Sieg �ber uns war. Wir haben bei dem Hinterhalt schwere Verluste erlitten und mussten nach Corvus entkommen, um uns neu zu formieren. Seitdem hat er nicht wieder gegen Sie gek�mpft. Er k�nnte also durchaus der der Meinung sein, dass er der bessere Befehlshaber ist.� Sie nickte wieder, mehr zu sich selbst als in seine Richtung. �Erst die Allianz-Flotte besiegen, dann den neuen Exekutivrat eliminieren, und dann k�nnte er die F�hrung der Syndikatwelten f�r sich reklamieren. Das ist zwar verr�ckt, aber er k�nnte es f�r machbar halten. Das w�rde erkl�ren, warum er uns nicht wieder ausweicht, w�hrend die Flotte immer noch dar�ber diskutiert, wem sie folgen soll. Er will uns aus dem Weg r�umen.�</p><p>Das passte sehr gut. Geary erinnerte sich an Captain Falcos Worte, wie der Kampfgeist m�helos eine zahlenm��ige Unterlegenheit wettmachen kann. Zudem war Falco nicht der Einzige in der Allianz-Flotte, der so dachte. Die Syndiks hatten bei vorangegangenen Schlachten mit der Flotte demonstriert, dass sie die gleiche Einstellung vertraten. �Vielleicht hat er sogar keine andere Wahl mehr. Er muss vorpreschen, denn wenn er eine Pause macht, wenn er z�gert oder wenn er einen R�ckzug befiehlt, wird er nicht l�nger in der Lage sein, die Flotte zusammenzuhalten.�</p><p>Desjani Lachen hatte etwas Boshaftes an sich. �Und wenn er nur einfach nicht schnell genug rennt, werden die W�lfe, die er jetzt noch anf�hrt, �ber ihn herfallen und ihn zerfleischen.�</p><p>�Also ist er verzweifelt, aber auch gerissen genug, um immer noch am Leben zu sein.� Im Geiste begann er, sich auszumalen, was Shalin tun k�nnte und wie er darauf reagieren m�sste. Seine �berlegungen wurden nach kurzer Zeit jedoch unterbrochen, da eine Mitteilung von der <emphasis>Adroit </emphasis>einging.</p><p>Er erkannte die Frau, die ihn auf der Br�cke der <emphasis>Adroit </emphasis>sitzend anschaute. Sie war Kattnigs XO, seine Stellvertreterin auf dem Schlachtkreuzer. Als Geary bei Varandal durch die <emphasis>Adroit </emphasis>gef�hrt worden war, hatte sie einen ruhigen und kompetenten Eindruck auf ihn gemacht. Jetzt sah sie mit ernster Miene drein, so als m�sse sie um Beherrschung ringen. �Hier ist Commander Yavina Lakova, vor�bergehende Befehlshaberin der <emphasis>Adroit</emphasis>. Ich muss zu meinem Bedauern mitteilen, dass� Captain Kattnig tot ist. Er war im Besitz einer den Vorschriften entsprechenden Handfeuerwaffe. Aus ihr hat sich ein� ein Schuss gel�st. Die erste Einsch�tzung der Situation ergibt, dass er in seinem Quartier die Waffe �berpr�ft hat, und dabei hat sich� versehentlich ein Schuss gel�st. Der Tod ist vermutlich sofort eingetreten. Das ereignete sich eine halbe Stunde vor Eintreffen Ihres Befehls betreffend Captain Kattnig, daher war ich nicht mehr in der Lage, diesen Befehl auszuf�hren. Abgesehen davon ist die <emphasis>Adroit </emphasis>kampfbereit. Ich werde das Kommando f�hren, bis Sie etwas anderes entscheiden. Lakova Ende.�</p><p>Der Bildschirm erlosch, Geary kniff die Augen zu und atmete tief durch. �Sie hatten recht�, sagte er zu Desjani.</p><p>�Verdammt, verdammt, verdammt. Und so etwas nach diesem ehrenvollen Dienst��</p><p>�Der Befehl, ihm das Kommando zu entziehen, traf zu sp�t ein. Hei�t das, dass er offiziell nie in Kraft getreten ist?�</p><p>�K�nnte sein.�</p><p>�Es liegt in meiner Verantwortung, die Diensttauglichkeit der mir unterstellten Offiziere zu beurteilen. Ich habe versagt.�</p><p>Sie schaute ihn ernst an. �Geben Sie sich nicht die Schuld. Er ist vom �rztestab der Flotte untersucht worden, und seinen Offizieren ist auch nichts aufgefallen.�</p><p>�Trotzdem bin ich daf�r verantwortlich.�</p><p>�Dann tun Sie f�r ihn, was Sie noch k�nnen. Es wird eine offizielle Untersuchung der Todesursache geben, und Sie m�ssen dem Ergebnis zustimmen oder es ablehnen.�</p><p>Geary starrte ins Nichts, w�hrend er �ber ihre Worte nachdachte. �Die XO der <emphasis>Adroit </emphasis>hat Kattnigs Tod als Unfall hingestellt. Wird die Flottenb�rokratie das akzeptieren?�</p><p>�Wenn der Flottenadmiral diese Einsch�tzung teilt, bleibt der B�rokratie gar keine andere Wahl. Es liegt au�erdem auch im Ermessen des Flottenadmirals, ob das Verhalten der <emphasis>Adroit </emphasis>im Gefecht kurz vor dem Unfall Gegenstand einer Untersuchung wird oder nicht.�</p><p>�Ich w�sste nicht, welchen Sinn eine Untersuchung jetzt noch haben sollte. Das ist das Mindeste, was er verdient hat.�</p><p>�Ja, das finde ich auch�, sagte Tanya wieder sehr ernst. �Sie k�nnen sich um diese Dinge sp�ter immer noch k�mmern. Wir fliegen ins Gefecht, konzentrieren Sie sich darauf.�</p><p>�Stimmt, Tanya. Danke.�</p><p>Sie hatte sich wieder ihrem Display zugewandt, aber er h�rte sie murmeln. �Sie haben mir ja tats�chlich beim ersten Mal zugeh�rt.�</p><p>Allm�hlich nahm die Syndik-Formation wieder ein kompakteres Aussehen an. �Unsere Einsch�tzung auf der Grundlage der Muster des Komm-Verkehrs ist die, dass der Syndik-CEO, der diese Flotte befehligt, zun�chst nur ein Drittel aller Schiffe hinter sich hatte�, meldete Lieutenant Iger. �Dieses Drittel stellte einen harten Kern, w�hrend die restlichen beiden Drittel vorwiegend unentschlossen waren. Er scheint sie nun alle �berzeugt zu haben, zumindest so weit, dass sie seine Autorit�t nicht infrage stellen.�</p><p>Nur noch vier Lichtminuten trennten die Allianz-Flotte von den Syndiks. �Das werden sie noch bereuen�, gab Geary zur�ck. �Vielen Dank, Lieutenant. An alle Schiffe im Hauptpulk der Allianz-Flotte: Hier spricht Admiral Geary. Nehmen Sie bei Zeit zwei eins Ihren Platz in der modifizierten Formation Fox Five ein.�</p><p>�Sie greifen noch mal auf dieses Man�ver zur�ck?�, staunte Desjani. �Gibt es von den Syndiks, die Kaliban �berlebt haben, keine Berichte �ber diese Schlacht?�</p><p>�Die gibt es ganz sicher�, stimmte Geary ihr zu. �Ich werde nicht die Strategie von dort wiederholen, auch wenn diese Syndiks glauben werden, dass ich genau das vorhabe.�</p><p>Bei Zeit zwei eins teilte sich die Flotte auf und bildete drei flache Ovale. Das gr��te Oval mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>in seiner Mitte war dem Feind zugewandt und bestand neben dem Flaggschiff aus den drei weiteren Schlachtkreuzern der Division sowie aus zw�lf Schlachtschiffen und zwanzig Schweren Kreuzern. Das war Fox Five One. Das Oval, das sich �ber der Hauptformation anordnete und aus den restlichen sieben Schlachtkreuzern bestand, w�rde Fox Five Two sein, w�hrend sich die verbliebenen dreizehn Schlachtschiffe sowie alle Schweren Kreuzer in Fox Five Three zusammenfanden. Die Leichten Kreuzer und die Zerst�rer waren auf Fox Five One und Fox Five Two aufgeteilt, w�hrend die f�nf Hilfsschiffe eine weitere Formation bildeten, Fox Five Four, die unterhalb der Hauptformation in Stellung ging. Das Oval dieser Hauptformation war dem Feind zugewandt, w�hrend die ovalen Formationen gleich dar�ber und darunter im rechten Winkel angeordnet waren. Das Gesamtbild erinnerte an eine dreiseitige Schachtel, die an zwei Seiten offen war und deren Oberseite zu den Syndiks wies. �Keine Eskorte f�r die Hilfsschiffe?�, fragte Desjani.</p><p>�Die gesamte Flotte bildet ihre Eskorte�, erwiderte Geary. �Diesmal bin ich davon �berzeugt, dass die Syndiks nicht von ihrem Kurs abweichen werden, um auf die Hilfsschiffe zuzuhalten.� Dann richtete er sein Augenmerk wieder auf die Eingreiftruppe, die seit dem missgl�ckten Schlag gegen die Syndik-Flotte nur noch aus den vier vollwertigen Schlachtkreuzern aus Duellos� Division und den drei verbliebenen Kriegsschiffen der <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse � <emphasis>Adroit, Auspice </emphasis>und <emphasis>Ascendant </emphasis>� bestand. Die Eingreiftruppe verf�gte noch immer �ber eine betr�chtliche Feuerkraft, aber die musste gegen die Masse der Syndik-Schiffe mit Sorgfalt eingesetzt werden.</p><p>Als die Allianz-Flotte ihre neue Formation eingenommen hatte, waren die Syndiks keine zwei Lichtminuten mehr entfernt. In gut zehn Minuten w�rden sie in Feuerreichweite sein. Die Kastenformation der Syndiks war wieder intakt, wenn man vom Fehlen eines Schlachtkreuzers absah, der beim Kampf mit dem Syndik-Schlachtschiff zerst�rt worden war. Wie zuvor waren die Syndik-Schlachtkreuzer in der Mitte versammelt, w�hrend die Schlachtschiffe an jeder Ecke kleine Gruppen bildeten. <emphasis>Er kommt direkt auf mich zu. Er erwartet von mir, dass ich die R�nder seiner Formation ausd�nne, wie sonst auch � und wie ich es vor allem mit dem Einsatz dieser Formationen bei Kaliban gemacht habe. Es gibt einen Gegenzug, wenn ich diese Taktik benutze; ein Gegenzug, der ihn in die Lage versetzen w�rde, sich den Weg genau durch die Mitte der Formation zu bahnen und seinen Angriff auf die </emphasis>Dauntless <emphasis>zu konzentrieren, auf das Flaggschiff der Flotte, auf dem sich der Mann befindet, der Shalin um den erhofften Ruhm gebracht hat.</emphasis></p><p><emphasis>Und du glaubst immer noch, du bist schlauer als ich, Shalin. Du h�ltst dich f�r schlauer als alle anderen, und du hasst mich mit Leib und Seele. Arroganz und Hass sind eine schlechte Kombination. Das wird dich teuer zu stehen kommen.</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Also dann, Geschwindigkeit reduzieren, um Ziele erfassen zu k�nnen. Alle Einheiten in den Formationen Fox Five One, Fox Five Two, Fox Five Three und Fox Five Four gehen bei Zeit drei null herunter auf 0,04 Licht. Alle Einheiten in Fox Five Two: Drehen Sie die Formation bei Zeit drei neun um null neun f�nf Grad nach unten und beschleunigen Sie auf 0,06 Licht. Alle Einheiten in Fox Five Three: Drehen Sie die Formation bei Zeit drei sieben um null sieben f�nf Grad nach oben und beschleunigen Sie auf 0,06 Licht. Alle Einheiten in Fox Five Four: �ndern Sie den Kurs bei Zeit vier null um null neun null Grad nach oben.� Er hielt kurz inne, um Luft zu schnappen. �Captain Duellos, beschleunigen Sie, um auf Ihrem gegenw�rtigen Kurs Kontakt mit dem Feind herzustellen. Feuern Sie auf alle Ziele, die sich Ihnen bieten.�</p><p>Desjani sah erschrocken auf ihr Display. �Sie zielen nicht auf die R�nder seiner Formation ab, um ihn zu zerm�rben?�</p><p>�Richtig. Das erwartet er n�mlich von mir. Er denkt, ich habe es auf den oberen oder den unteren Rand abgesehen.� Er grinste Desjani an. �Ich habe da eine Angewohnheit.�</p><p>Sie begann zu l�cheln, als sie in Gedanken das Man�ver durchspielte. �Er hat das vor, was Sie in der ersten Schlacht bei Lakota gemacht haben, richtig?�</p><p>�Vermutlich ja. Falls es stimmt, wird er sich auf die Mitte dieser Formation konzentrieren, wo sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>befindet � und wo er mich findet.�</p><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hatte sich gedreht, nun lief ein Zittern durch das Schiff, als die Antriebseinheiten sich abm�hten, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Geary sp�rte die Anstrengung, h�rte die Schiffsstruktur unter dem Druck �chzen. Er wusste, wenn jetzt die Tr�gheitsd�mpfer versagten, w�rde es das Schiff zerrei�en, und jeder an Bord w�rde unter dem ungeheuren Druck zerquetscht werden. Rings um die <emphasis>Dauntless </emphasis>herum waren die �brigen Schiffe der Allianz-Flotte mit dem gleichen Man�ver befasst.</p><p>Das w�rde der Syndik-Commander auch erwarten. Geary hatte wiederholt unmittelbar vor dem Kontakt die Geschwindigkeit ver�ndert, und diesmal war es n�tig, dass seine Schiffe langsamer wurden, da er sich bei einem Beschleunigungsvorgang jede Chance genommen h�tte, beim Gegner auch nur einen einzigen Treffer zu landen.</p><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>drehte sich abermals, um den Bug zum Feind hin auszurichten, w�hrend nur noch wenige Minuten bis zum Kontakt blieben. Die Unterformationen �ber und unter der Hauptformation drehten sich fast parallel zu ihr, wobei die Schlachtkreuzer der oberen Unterformation gleich dahinter abtauchten, w�hrend gleichzeitig die untere Schlachtschiff-Unterformation davor aufstieg. Ganz am Ende dieser Anordnung stiegen die Hilfsschiffe steil nach oben, um sich aus der Schusslinie der Syndiks zu begeben. �Alle Einheiten: Feuern Sie nach eigenem Ermessen, sobald sich der Feind in Reichweite Ihrer Waffen befindet.�</p><p>In den letzten Sekunden vor dem Kontakt ver�nderte sich auch die Syndik-Formation und schrumpfte zu einem deutlich kompakteren Block zusammen, der auf das Zentrum der Allianz-Formation zielte. �H�tten wir auf die R�nder gezielt�, stellte Desjani fest, �dann w�ren wir viel zu weit nach au�en konzentriert gewesen, um Treffer zu landen, da er seine Formation zusammengezogen hat. Gut eingesch�tzt, Admiral. Waffen�, rief sie dem Wachhabenden zu, �zielen Sie auf das feindliche Flaggschiff.�</p><p>�Eine Minute bis zum Kontakt�, meldete der Steuer-Wachhabende.</p><p>Flugk�rper schossen aus den Kriegsschiffen hervor und erf�llten das Gebiet zwischen Syndiks und Allianz-Schiffen, Augenblicke sp�ter gefolgt von einem Sperrfeuer aus Kart�tschen und H�llenspeeren. Dann feuerten die Schlachtschiffe und die Schlachtkreuzer auf Allianz-Seite ihre Nullfeld-Waffen ab.</p><p>Anstatt dem auf die urspr�nglichen R�nder der Syndik-Flotte gerichteten Beschuss durch die Allianz-Unterformationen ausgewichen zu sein und auf die einzelne, d�nne Schicht der Hauptformation zu treffen, sahen sich die Syndiks drei Ebenen aus feindlichen Kriegsschiffen gegen�ber, wobei sich die erste und die letzte Lage mit hohem Tempo in fast rechtem Winkel zur Flugrichtung der Syndiks bewegten. Das machte es schwierig, auf die Schiffe zu zielen, die ihrerseits keine Schwierigkeiten hatten, ihre Waffen auf den Vektor auszurichten, dem die Syndik-Flotte folgte.</p><p>Grelle Blitze zuckten durch das All, als Geschosse ihre Ziele trafen und Schiffe explodierten, w�hrend sich die Syndiks ihren Weg durch die erste Unterformation bahnten, in der sich mehr Schlachtschiffe befanden, als die Syndik-Flotte insgesamt zu bieten hatte. Danach trafen sie auf die Hauptformation mit fast genauso vielen Schlachtschiffen und einigen Schlachtkreuzern, nur um dann zur dritten Unterformation weitergereicht zu werden, die mit den restlichen Schlachtkreuzern und den zahlreichen Eskortschiffen weiter auf die bereits geschw�chten Syndik-Kriegsschiffe einpr�gelten.</p><p>Dicht hinter den Syndiks f�hrte Duellos die Eingreiftruppe in einem atemberaubenden, nur den Bruchteil einer Sekunde dauernden Man�ver mitten durch die Allianz-Flotte hindurch, um dann die Syndiks von hinten kommend unter Beschuss zu nehmen.</p><p>Weniger als eine Sekunde war seit dem Aufeinandertreffen der beiden Streitm�chte vergangen, da hatten sie sich auch schon wieder getrennt. Geary sp�rte, wie die <emphasis>Dauntless </emphasis>immer noch von den feindlichen Treffern zitterte, aber er versuchte, sich nicht auf die Sch�den am Flaggschiff zu konzentrieren, sondern sich anzusehen, was die Flottensensoren �ber den Verlauf dieser Auseinandersetzung zu melden hatten.</p><p>�Alles Gute auf dem Weg in die H�lle�, zischte Desjani mit Blick auf ihr Display, w�hrend sie die Schadenskontrolle koordinierte.</p><p>Geary wusste, was sie mit dieser Bemerkung meinte. Die f�nfzehn verbliebenen Syndik-Schlachtkreuzer waren zerst�rt worden, darunter auch das Flaggschiff. Alle waren sie in St�cke gerissen worden oder in Explosionen vergangen, da sie dem Beschuss der Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe der Allianz nichts hatten entgegensetzen k�nnen. CEO Shalin w�rde nun doch nicht �ber die Syndikatwelten herrschen.</p><p>Von den zw�lf Syndik-Schlachtschiffen waren nur noch sechs in der Lage, sich qu�lend langsam weiterzubewegen, doch sie wurden im n�chsten Moment von Duellos� Eingreiftruppe eingeholt, die ihrer Existenz ein Ende setzte. Die �brigen Schlachtschiffe waren schon zuvor kampf- und flugunf�hig geschossen worden, und mittlerweile quollen ganze Schw�rme aus Rettungskapseln aus ihnen hervor.</p><p>Die fast zweihundert J�ger waren auf weniger als ein Dutzend reduziert worden, da die kleinen Kriegsschiffe in der auf einen eng begrenzten Raum konzentrierten Feuerkraft chancenlos gewesen waren. Zehn Leichte Kreuzer hatten �berlebt, f�nf davon verf�gten noch �ber die volle Leistungsf�higkeit, und fast zwanzig Schwere Kreuzer waren nach wie vor einsatzbereit, da sie mit ihrer geringen Gr��e dem auf die Schlachtschiffe und die Schlachtkreuzer gerichteten Beschuss hatten ausweichen k�nnen, zugleich aber gro� genug gewesen waren, um die Waffen zu �berleben, die die kleineren Schiffe fast ausgel�scht hatten.</p><p>Duellos meldete sich und machte einen zufriedenen Eindruck. �Wir k�nnten vielleicht ein wenig Hilfe bei ein paar von den Schlachtschiffen gebrauchen, aber davon abgesehen ist alles sehr gut gelaufen. Es interessiert Sie vielleicht, dass in dem Moment, als sich meine Formation Ihrer n�herte, von den Sensoren die h�chste jemals registrierte Feuerdichte in einem Gefecht gemessen wurde und wir davor gewarnt wurden, unseren Kurs beizubehalten.�</p><p>Die <emphasis>Inspire </emphasis>entfernte sich momentan wieder, die Distanz betrug aber noch weniger als eine Lichtminute, sodass eine ann�hernd normale Unterhaltung m�glich war. �Das geh�rt mit zu den Dingen, die ich lieber nicht wiederholen m�chte. Ich werde jetzt die Flotte wenden lassen, wenn Sie also Unterst�tzung ben�tigen, geben Sie Bescheid.�</p><p>Er erteilte die notwendigen Befehle, um die vier Unterformationen, die im Augenblick weit verstreut waren, wieder zu einer Einheit zusammenzuf�gen, dann zwang er sich dazu, sich dem Unerfreulichen zu widmen. Die <emphasis>Witch </emphasis>war unterwegs zur besch�digten <emphasis>Agile </emphasis>und wurde vom Schlachtschiff <emphasis>Guardian </emphasis>begleitet, was gen�gen sollte, nachdem die Syndik-Flotte nun aufgeh�rt hatte zu existieren.</p><p>Auf Gearys Display zeugten rote Symbole und umfangreiche Textmeldungen von dem Preis, den die Allianz-Flotte f�r den Sieg �ber die Syndiks hatte zahlen m�ssen.</p><p>Die Schlachtschiffe und Eskortschiffe der Unterformation Fox Five Three hatten die vorderste Linie gebildet und waren von der ganzen Wucht der angreifenden Syndiks getroffen worden. Erst jetzt wurde Geary bewusst, dass die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>zu dieser Formation geh�rte. Er hatte seine Nichte in eine t�dliche Gefahr geschickt, ohne es zu bemerken, so sehr war er darauf konzentriert gewesen, seine Strategie zu planen und umzusetzen. Die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>war zwar in Mitleidenschaft gezogen worden, hatte aber keine Sch�den davongetragen, die f�r das Schiff eine Bedrohung darstellten. Die <emphasis>Orion</emphasis>, die immer noch vom Pech verfolgt wurde, hatte es schlimm getroffen, und sie w�rde einiges an Reparaturen ben�tigen, um wieder einsatzbereit zu sein. Die vier Schlachtschiffe <emphasis>Fearless, Resolution, Redoubtable </emphasis>und <emphasis>Warspite </emphasis>schienen allesamt zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein, sie hatten die schwersten Sch�den erlitten.</p><p>In der Hauptformation hatten die Syndiks versucht, vor allem die vier Schlachtkreuzer zu treffen, da sie wohl davon ausgegangen waren, dass sich Geary auf einem dieser Schiffe befand. Die <emphasis>Daring </emphasis>hatte es von allen am schlimmsten erwischt, aber die <emphasis>Dauntless </emphasis>war alles andere als unversehrt geblieben. �Wie viele Tote?�, fragte er Desjani.</p><p>Sie seufzte. �Zehn werden best�tigt, drei weitere Besatzungsmitglieder befinden sich in kritischem Zustand. Alle Sch�den k�nnen innerhalb einer Woche repariert werden, dann sind wir wieder voll einsatzbereit.�</p><p>Wenn man das mit der Zahl der Schiffe multiplizierte, aus denen sich die Flotte zusammensetzte, war der Preis f�r diesen Sieg auch dieses Mal viel zu hoch ausgefallen.</p><p>Erstaunlicherweise hatte in der dritten Formation ausgerechnet die <emphasis>Invincible </emphasis>die meisten Treffer abbekommen. <emphasis>Man k�nnte fast meinen, die </emphasis>Invincible <emphasis>zieht feindliches Feuer magnetisch an, </emphasis>dachte er erschrocken.</p><p>So wie die Schlachtschiffe in Fox Five Three hatte es auch die Eskortschiffe besonders schwer erwischt, weshalb Geary erst gar keine Zerst�rer oder Leichten Kreuzer in dieser Formation untergebracht hatte. Vier Schwere Kreuzer � die <emphasis>Menpo</emphasis>, die <emphasis>Hoplite</emphasis>, die <emphasis>Bukhtar </emphasis>und die <emphasis>Squamata </emphasis>� waren entweder komplett zerst�rt worden oder hatten so massive Sch�den erlitten, dass eine Reparatur nicht mehr m�glich war. Weitere elf Schiffe waren erheblich unter Beschuss geraten. In den anderen Unterformationen hatte es zwanzig Zerst�rer und sechs Leichte Kreuzer erwischt, nicht zu vergessen der Schlachtkreuzer <emphasis>Assert</emphasis>, den sie vor diesem Zusammentreffen verloren hatten.</p><p>�Es h�tte noch viel schlimmer kommen k�nnen�, stellte Desjani fest.</p><p>�Das sagen Sie meistens.�</p><p>�Weil es meistens auch stimmt. Wir haben die Syndiks hier in ihrem Heimatsystem aufgerieben, und f�r den Augenblick sind von ihrer Flotte nur noch diese Schweren Kreuzer und ein paar Eskortschiffe �brig, die alle um ihr Leben rennen.�</p><p>Geary sah auf und bemerkte das Grinsen auf den Gesichtern der Wachhabenden. Er wusste, dass man in diesem Moment �berall in der Flotte an die Verluste dachte, die ihnen von den Syndiks zugef�gt worden, bevor Geary das Kommando �bernommen hatte. Diese Frauen und M�nner freuten sich, dass sich das Gl�ck ihnen zugewandt hatte und dass es ihnen gelungen war, Vergeltung an dem CEO zu �ben, der f�r das Massaker verantwortlich gewesen war. Er versuchte, die Melancholie abzusch�tteln, die ihn bei dem Gedanken an die vielen Gefallenen �berkam, die die Gefechte hier und in den anderen Systemen gefordert hatten.</p><p>Es war ihm noch nicht ganz gelungen, die Freude zu teilen, die auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>herrschte, da meldete der Ablauf-Wachhabende verdutzt: �Das Hypernet-Portal bricht zusammen.�</p></section><section><title><p>Neun</p></title><p>Geary sah sofort wieder auf sein Display, wo das dargestellte Hypernet-Portal rot pulsierte. Jetzt? Was f�r ein grausamer Scherz sollte denn das sein, nun doch alles so enden zu lassen, nachdem sie jedes andere Hindernis gemeistert hatten? �Wie viel Zeit bis zum vollst�ndigen Kollaps?�</p><p>Als er keine Antwort bekam, schaute er zu dem Wachhabenden und stellte fest, dass der, wie alle anderen auch, voller Entsetzen auf das Display vor ihm starrte.</p><p>Mit energischer Stimme und lauter als sonst �blich meldete sich Desjani zu Wort: �Der Admiral hat um eine Angabe gebeten, wie viel Zeit noch bis zum vollst�ndigen Kollaps des Portals bleibt!�</p><p>Der Lieutenant zuckte zusammen und nahm seine Umgebung wieder wahr. �Entschuldigen Sie, Captain. F�nfzehn Minuten, Sir.�</p><p>�F�nfzehn Minuten?�, wiederholte Geary.</p><p>�Ja, Sir. Mehr nicht. Es f�llt sehr schnell in sich zusammen.�</p><p>Geary kniff die Augen zu und atmete tief durch, dann sah er auf das Display. �Das reicht ja nicht mal, um die Flotte in eine Defensivformation zu bringen.�</p><p>�Nein, Sir�, stimmte Desjani ihm zu. Ihre Stimme klang jetzt viel ged�mpfter.</p><p>Daraufhin �ffnete Geary den entsprechenden Komm-Kanal. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Hier spricht Admiral Geary. Wie Ihnen bewusst sein d�rfte, bricht das Hypernet-Portal in sich zusammen. Uns wurde mitgeteilt, dass die Programmierung abgeschaltet wurde, die die Energie-Entladung verst�rkt, aber wir haben keine Best�tigung daf�r, ob die Schutzvorrichtung noch aktiv ist, die die Entladung minimiert. Wir k�nnen daher keine Einsch�tzung zur St�rke der Entladung abgeben. Alle Schiffe bringen sich sofort in eine Position, in der der Bug zum Hypernet-Portal zeigt. Die vorderen Schilde sind auf maximale Leistung hochzufahren.� Irgendetwas musste er noch sagen, immerhin w�rde dies vielleicht das letzte Mal sein, dass er zur Flotte sprach. �Wenn es hart auf hart kommt, haben wir zumindest die Gewissheit, dass die Reste der Regierung der Syndikatwelten und ihrer mobilen Streitkr�fte gemeinsam mit dieser Flotte ausgel�scht werden. Unser Opfer wird nicht vergebens gewesen sein, und unsere Kinder werden von diesem Krieg befreit.�</p><p>Pl�tzlich st�rmte Rione auf die Br�cke und blieb vor dem Display an ihrem Platz stehen, starrte es einen Moment lang an, ehe sie sich hinsetzte. Ihr Blick schien dabei gar nicht das Display zu erfassen, sodass Geary sich fragte, was sie wohl vor ihrem geistigen Auge sah. �Was machen die Verhandlungen?�, fragte er und wunderte sich dar�ber, dass diese Frage nicht in einem verbitterten, sondern einem sarkastischen Tonfall �ber seine Lippen kam.</p><p>Rione sch�ttelte hastig den Kopf, dann konzentrierte sie sich auf Geary. �Die Syndiks stehen genauso unter Schock wie wir. Als ich wegging, beteuerten sie h�nderingend, dass sie das nicht waren, dass sie nicht den Befehl gesendet haben. Ihrer Meinung nach k�nnen die Algorithmen f�r eine katastrophale Entladung nicht mehr funktionst�chtig sein.�</p><p>Was sollte er dazu sagen? �Danke.�</p><p>�F�nf Minuten bis zum Kollaps�, verk�ndete der Ablauf-Wachhabende mit erstickter Stimme.</p><p>�Vordere Schilde auf Maximum�, meldete der Gefechtswachhabende.</p><p>�Sehr gut.� Mit den Fingerspitzen massierte Desjani leicht ihre Stirn, um so ihren Gesichtsausdruck zu verbergen. Schlie�lich drehte sie sich zu Geary um und erlaubte sich ein fl�chtiges wehm�tiges L�cheln. �Wenn es hart auf hart kommt � es war sch�n, Sie gekannt zu haben.�</p><p>�Ganz meinerseits.� Vermutlich blieben ihnen nur noch Minuten, aber selbst jetzt brachten sie es nicht fertig, sich an den H�nden zu halten. Bis zu diesem Moment hatten sie ihre eigene Ehre und die des anderen geachtet, und so sollte es auch bleiben, wenn es das war, was das Schicksal f�r sie vorgesehen hatte.</p><p>Eigentlich war das Hypernet-Portal bereits vor �ber sieben Stunden zusammengebrochen, nur erreichte sie jetzt erst das Licht dieses Ereignisses. Die Schockwelle w�rde schon bald folgen. Geary sah auf sein Display und nahm mit einem gewissen Erstaunen zur Kenntnis, dass m�glicherweise alles im n�heren Umfeld des Portals l�ngst zerst�rt war.</p><p>�Eine Minute.� Die Stimme des Wachhabenden versagte.</p><p>�Also gut�, sagte Desjani gefasst und wieder lauter als �blich. �Wir stellen uns dieser Gefahr so, wie es die <emphasis>Dauntless </emphasis>und ihre Crew bei jeder anderen Gefahr auch gemacht haben � voller Ehre und Mut.�</p><p>Ein Chor aus zustimmendem Gemurmel folgte ihren Worten, Desjani warf Geary wieder ein L�cheln zu, er reagierte mit einem Nicken. Rione blickte unver�ndert starr auf irgendeinen fernen Punkt.</p><p>�Drei�ig Sekunden bis zum gesch�tzten Eintreffen der Schockwelle� zehn Sekunden� f�nf Sekunden� vier� drei� zwei� eins.�</p><p>Der Augenblick war gekommen und sofort wieder verstrichen, so wie bei Lakota. �Geben Sie mir eine aktualisierte Sch�tzung, wenn das geht, Lieutenant�, befahl Desjani.</p><p>�Ja, Captain, ich� Captain?� Der Ablauf-Wachhabende betrachtete eindringlich sein Display. �Ich glaube, es ist bereits geschehen. Ja, genau. Eine Sekunde nach der Sch�tzung. Die Energieentladung war so minimal, dass unsere Instrumente sie kaum feststellen konnten. Wir haben freie Sicht auf die Stelle, an der sich das Portal befand. Es ist weg, aber im System ist alles bestens.�</p><p>�Verdammt noch mal�, murmelte Desjani und sah verdutzt Geary an. �Diese Syndik-CEOs haben die Wahrheit gesagt.�</p><p>Er f�hlte sich ein wenig schwindlig, als er zustimmend nickte. �Sieht ganz so aus. Wir leben alle noch.�</p><p>�Ein Wunder�, sagte Desjani kopfsch�ttelnd. �Dass wir noch leben, meine ich. Aber das gr��ere Wunder ist, dass die Syndiks die Wahrheit gesagt haben. So was h�tte ich nie f�r m�glich gehalten.�</p><p>�Ich w�rde sagen, wir verdanken den lebenden Sternen dieses Wunder genauso wie die Tatsache, dass wir noch leben.� Geary bet�tigte seine Kontrollen. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Hier spricht Admiral Geary. Die Schutzvorrichtung am Hypernet-Portal hat ordentlich funktioniert. Die Bedrohung wurde abgewendet. Widmen Sie sich wieder Ihren urspr�nglichen Aufgaben.� Er drehte sich zu Rione um. �Ich glaube, Sie k�nnen Ihre Verhandlungen fortsetzen, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>Sie stand l�chelnd auf. �Das werde ich machen, Admiral. Ich werde heute Abend auch eine Kerze f�r Captain Cresida aufstellen.�</p><p>Nachdem sie gegangen war, wandte sich Geary an Desjani: �Erinnern Sie mich sp�ter daran, dass ich das auch mache.�</p><p>�Daran sollte ich Sie nicht erinnern m�ssen�, gab sie in dem gleichen schroffen Tonfall zur�ck, in dem sie zuvor mit ihren Wachhabenden gesprochen hatte. �Aber ich werde es machen, bevor ich heute Abend eine Kerze f�r sie anz�nde. Aber warum ist das Portal kollabiert?�</p><p>�Vielleicht wurde das Signal von jemandem gesendet, der den vormaligen Syndik-F�hrern treu ergeben ist � und der bereit war, f�r seine Loyalit�t sein Leben zu opfern�, �berlegte Geary. �Oder��</p><p>�Ja. Oder unsere mysteri�sen Feinde hatten die Finger im Spiel. Irgendwie haben sie davon erfahren, dass wir hier sind, und daraufhin haben sie den Befehl an das Portal gesendet.� Desjani lehnte sich zur�ck, war aber immer noch angespannt. �H�tten sie den Befehl fr�her gesendet, dann w�ren die Syndikatwelten jetzt f�hrungslos, und die Allianz-Flotte w�rde nicht mehr existieren.�</p><p>�Wie praktisch f�r sie�, meinte er und rieb sich nachdenklich das Kinn. �Es wird hier nicht enden, richtig?�</p><p>�Verdammt richtig, Sir.�</p><p>�Es ist m�glich, dass die Aliens durch die Syndik-Schiffe herausgefunden haben, dass wir hier sind.� Mit den Fingern trommelte er auf die Armlehne. �Einige der Syndik-Schiffe sind flugunf�hig, insbesondere die Schlachtschiffe. Wir m�ssen ein paar unserer Schiffe zu ihnen schicken, um ihnen zu �helfen�.� Desjani sah ihn daraufhin ungl�ubig an. �Wir bringen ein paar von unseren Leuten an Bord, ob es den Syndiks gef�llt oder nicht, und betonen die humanit�re Geste, indem wir den Verwundeten helfen und Leute evakuieren, die es nicht mehr in die Rettungskapseln geschafft haben. Bei der Gelegenheit suchen wir in ihren Betriebssystemen nach Hinweisen auf die W�rmer der Aliens.�</p><p>Desjanis Miene hellte sich auf. �Wenn wir dort W�rmer finden, ist klar, dass die Syndiks davon nichts wussten.�</p><p>�Ganz genau. Und es ist dann auch klar, wie die Aliens von unserer Anwesenheit erfahren konnten. Falls da keine W�rmer sind, k�nnte es bedeuten, dass die Syndiks ebenfalls einen Weg gefunden haben, um sie zu neutralisieren, oder aber dass die Aliens entschieden hatten, die Syndiks nicht auszuspionieren.�</p><p>�Ich an Ihrer Stelle w�rde auf die letzte M�glichkeit lieber kein Geld setzen. Was immer es mit diesen Aliens auf sich haben mag, ich habe jedenfalls den Eindruck, dass sie jeden Vorteil nutzen, der sich ihnen bietet.� Desjani sch�ttelte den Kopf. �Aber offiziell muss es darum gehen, dass wir den Syndiks helfen, auch wenn sich nicht viele Matrosen freiwillig f�r einen solchen Einsatz melden werden.�</p><p>�Das ist mir klar�, meinte Geary und grinste. �Aber ich habe jede Menge Marines.�</p><p>General Carabali nahm ihre Befehle gelassen entgegen, und nur ein ganz fl�chtiges L�cheln verriet ihre Zufriedenheit, als sie den wahren Grund f�r die Hilfsmission erfuhr. �Admiral, ich empfehle Ihnen, dass Sie die Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer mit meinen Marines an Bord sehr nah an die betroffenen Syndik-Kriegsschiffe heranbringen. Wenn sie die Feuerkraft der Flotte ganz dicht vor Augen haben, wird das das Risiko verringern, dass die Besatzungen Widerstand leisten, der nur zu weiteren Sch�den bei ihren Systemen f�hren w�rde.�</p><p>Ganz zu schweigen davon, dass die Syndik-Crews sich dabei selbst Schaden zuf�gen konnten. �Gute Idee. Wir stellen in diesem Augenblick den Plan zusammen. Ich gebe Ihnen Bescheid, sobald die Schiffe ausgew�hlt sind, damit Sie Ihre Marines informieren k�nnen. Wenn Sie Experten f�r die Flottensysteme ben�tigen, lassen Sie es mich wissen. Ich werde dann genug �Freiwillige� zusammentreiben.�</p><p>�Danke, Sir. Ich habe unter meinen Marines eine Reihe von Systemspezialisten, die der Aufgabe gewachsen sein sollten. Es k�nnte allerdings sein, dass sie mehr �ber die W�rmer erfahren m�ssen, nach denen sie suchen sollen, zumal Sie ja gesagt haben, dass die auf einem ungew�hnlichen Prinzip basieren.�</p><p>�Auf einem sehr ungew�hnlichen, General. Ich werde veranlassen, dass die Systemsicherheitsoffiziere der ausgew�hlten Schiffe sich bereithalten, um die notwendigen Angaben zu machen.�</p><p>Wieder versuchte er, sich zu entspannen. Sofern nicht der Stern ohne Vorwarnung zur Nova wurde, sollte es keine weiteren Bedrohungen geben, die seiner Flotte gef�hrlich werden konnten. Als aber auch am letzten Syndik-Schlachtschiff die Lichter erloschen, da Duellos� Eingreiftruppe sie alle au�er Gefecht gesetzt hatte, meldete sich Geary bei den Politikern. �Sie k�nnen dem neuen Exekutivrat ausrichten, wenn er uns zusichert, dass die �berlebenden Kriegsschiffe uns nicht angreifen, dann werden wir davon Abstand nehmen, diese Schiffe zu zerst�ren.�</p><p>Rione l�chelte ihn humorlos an. �Ich glaube, die neuen Syndik-F�hrer werden alles tun, um daf�r zu sorgen, dass m�glichst keines der verbliebenen Kriegsschiffe zerst�rt wird. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Sieg, Admiral.�</p><p>�Danke. Ich z�hle darauf, dass Sie diesen Sieg in einen Friedensschluss verwandeln.�</p><p>�Ich werde tun, was ich kann.�</p><p>In den n�chsten Stunden gab es gen�gend Ablenkung, um die Zeit schnell verstreichen zu lassen, w�hrend Teile der Allianz-Flotte sich den Wracks der Syndik-Streitmacht n�herten und damit begannen, Hilfsteams der Marines zu den Schiffen zu schicken, die sich in ihrer Zusammensetzung, Panzerung und Bewaffnung nicht allzu sehr von den Sturmtruppen zu unterscheiden schienen. �Ein MHT erf�llt eine prim�r nicht auf Kampf ausgerichtete Mission, w�hrend ein MST in erster Linie eine Kampfmission verfolgt�, erkl�rte General Carabali. �Nat�rlich ist jedes MHT so zusammengesetzt, dass es jederzeit als MST zum Einsatz kommen kann. Umgekehrt ist das genauso m�glich.�</p><p>�Also kann man sagen�, erwiderte Geary, �dass es sich um die gleiche Sache handelt, die zwei verschiedene Namen tr�gt.�</p><p>�Nein, Sir�, antwortete Carabali v�llig ernst. �Es sind zwei verschiedene Dinge, die exakt die gleichen F�higkeiten besitzen. Die taktischen Anweisungen sind da sehr eindeutig.�</p><p>Mit einer Marine �ber semantische Spitzfindigkeiten zu diskutieren, w�hrend sie die offiziellen Definitionen auf ihrer Seite hatte, erschien ihm nicht als ein nutzbringender Zeitvertreib, also akzeptierte Geary die Logik dahinter als gegeben und befasste sich lieber damit, den Marines dabei zuzusehen, wie sie die Wracks der Syndik-Schlachtschiffe durchk�mmten. Ein paar Mal erlag er der Versuchung und zoomte Bilder von einem der Marines heran, um sich anzusehen, was vom jeweiligen Helmvisier �bertragen wurde und exakt dem entsprach, was auch der Marine in dem Moment sah. Das Innere der Syndik-Schiffe sah immer gleich aus, �berall bot sich die gleiche Verw�stung als Folge der Konfrontation mit der Allianz-Flotte. Sobald �berlebende Syndik-Matrosen gefunden wurden, die mangels funktionierender Rettungskapseln nicht von Bord hatten gelangen k�nnen, bestanden die Marines darauf, die Syndiks aus den Wracks herauszuholen, was allerdings etwas v�llig anderes war als eine Festnahme der Syndiks, wie General Carabali ihm versicherte.</p><p>�Die meisten Systeme auf den Schlachtschiffen wurden zerst�rt, und alles, was noch funktionierte, wurde von den Syndiks gel�scht, bevor sie das Schiff aufgaben�, berichtete Carabali schlie�lich. �Aber die Fachidioten f�r Flottensystemcodes haben uns gesagt, dass diese au�ergew�hnlichen W�rmer bei einer normalen Systeml�schung nicht gel�scht werden, und sie haben Recht behalten. An mehreren Stellen haben wir Spuren dieser W�rmer gefunden.�</p><p>Also hatte Boyens ihnen keine Informationen �ber die W�rmer der Aliens verschwiegen, den Syndiks war deren Existenz vielmehr tats�chlich nicht bekannt gewesen. �Welche Systeme waren betroffen?�</p><p>�Das k�nnen wir nicht so genau sagen�, r�umte Carabali ein. �Die gegnerischen Schlachtschiffe sind so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, dass Funktionen durch Schadenskontrollroutinen automatisch �ber alle verf�gbaren Prozessoren und internen Server und Netzwerke umgeleitet wurden. Als Folge davon k�nnen wir keine spezifischen Untersysteme mehr isolieren, die urspr�nglich von den W�rmern infiziert worden sind.�</p><p>�Danke, General. Hervorragende Arbeit.�</p><p>�Werden Sie noch mehr Arbeit f�r meine Marines haben, Sir? Irgendwo auf der Planetenoberfl�che?�</p><p>�Ich wei� nicht, General. Sobald sich etwas ergibt, werde ich Sie sofort benachrichtigen.�</p><p>Geary rieb sich wieder die Augen und w�nschte, er k�nnte sich mal f�r eine Weile richtig ausruhen. Er hatte sich zwar in sein Quartier zur�ckgezogen, doch das Abteil kam ihm eher wie eine Gef�ngniszelle vor, nicht wie eine Zuflucht. Wie lange w�rden die Politiker wohl noch verhandeln? Sie hatten CEO Boyens aus seiner Zelle geholt, damit er ihnen half. Das mochte ein gutes Zeichen sein, es konnte aber ebenso gut das Gegenteil davon bedeuten.</p><p>Er rief ein Display auf und ver�nderte den Ma�stab, um sich ein Bild davon zu machen, was ringsum geschah. In der N�he der Stelle, an der sich das Hypernet-Portal befunden hatte, hielten sich noch immer die Handelsschiffe mitsamt den SAS auf, als w�rden sie nach wie vor auf ihre Befehle warten, obwohl ihre Mission durch die Ereignisse �berholt worden war und sogar das Portal verschwunden war, sodass dort auch kein Angreifer mehr eintreffen konnte, den man aufhalten konnte. Der einzelne J�ger, der kurz vor dem Kollaps durch das Hypernet-Portal eingetroffen war, bewegte sich jetzt am Rand des Systems entlang zum Sprungpunkt nach Mandalon, doch seine Geschwindigkeit lie� vermuten, dass er nicht davon ausging, in n�chster Zeit einen Sprungbefehl zu erhalten.</p><p>Captain Smyth von der <emphasis>Tanuki </emphasis>hatte sich in einen Wirbelwind aus Aktivit�ten verwandelt, indem er die anderen Hilfsschiffe zu den am schwersten besch�digten Kriegsschiffen schickte und selbst f�r Unterst�tzung bei der Reparatur der schlimmsten Sch�den sorgte.</p><p>Geary hatte kurz mit Commander Lavona auf der <emphasis>Adroit </emphasis>gesprochen und sie bis auf Weiteres zur Befehlshaberin des Schiffs ernannt. Bei dieser Gelegenheit hatte er sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass er die Untersuchung des Todes von Captain Kattnig bald abgeschlossen wissen wollte. Dabei lie� er auch keinen Zweifel daran, wie das Ergebnis aussehen sollte. Lavona schien sehr angetan davon, Gearys Wunsch nachzukommen. �Ich wei� nicht, warum die Dinge im Verlauf der Schlacht so gekommen sind, aber er war ein guter Offizier, Admiral.�</p><p>�So wird man ihn auch in Erinnerung behalten�, versprach Geary ihr.</p><p>Er beobachtete, wie sich seine Flotte bewegte, er �berflog Statusberichte �ber Tote und Verletzte, �ber Sch�den und die Fortschritte bei den Reparaturen. Er wartete und kam sich f�r einen Flottenadmiral seltsam machtlos vor.</p><p>Als er schlie�lich in den Verhandlungsraum gerufen wurde, nahm sich Geary einen Moment Zeit, um den Sitz seiner Uniform zu �berpr�fen. Dann durchschritt er in gem��igtem Tempo die Korridore der <emphasis>Dauntless</emphasis>, bis er das gesicherte Abteil in der N�he der R�umlichkeiten des Geheimdienstes erreichte. Marines waren als Wachposten davor aufgestellt; einige sorgten f�r die Sicherheit der Verhandlungsteilnehmer, andere hatten Boyens hergebracht und warteten nun darauf, ihn nach getaner Arbeit in seine Zelle zur�ckzubringen. Im Raum selbst sa�en die Allianz-Senatoren und Syndik-CEO Boyens an einem Tisch. Weder virtuelle Bilder noch aktive Komm-Schirme zeigten irgendwelche F�hrer oder Unterh�ndler der Syndiks. Costa wirkte zornig und st�rrisch, Sakai machte einen etwas unschl�ssigen Eindruck, und Rione verbarg wie gewohnt ihre wahren Gef�hle hinter einer Maske. Syndik-CEO Boyens schien einfach nur deprimiert zu sein.</p><p>Als Geary sich zu ihnen setzte, schob Rione ihm eine Dateneinheit zu. �Wir sind zu einer Einigung gekommen. Die neuen F�hrer der Syndikatwelten haben sich mit den Bedingungen einverstanden erkl�rt, die im Wesentlichen dem entsprechen, was der Gro�e Rat der Allianz vorgeschlagen hatte.�</p><p>Diese Neuigkeit stand so sehr im Widerspruch zu den Mienen der Beteiligten, dass sich Geary die Worte lange durch den Kopf gehen lassen musste, ehe er sich sicher sein konnte, dass er sich nicht verh�rt hatte. �Ist das nicht gut?�</p><p>�Das ist sehr gut, Admiral�, erwiderte Sakai, der die Stirn in Falten legte und Geary in die Augen sah. �Was Sie sehen, ist zum Teil Unglauben. Keiner von uns kann im Moment so richtig begreifen, dass die formellen Feindseligkeiten zwischen der Allianz und den Syndikatwelten ein Ende haben werden. Der Krieg hat uns unser Leben lang begleitet.�</p><p>Ein Wort lie� Geary aufhorchen. �<emphasis>Formelle </emphasis>Feindseligkeiten?�</p><p>�Ja.� Costa verlieh dem einen Wort besondere Betonung. �Die Syndik-F�hrer, also die ehemaligen F�hrer, haben ihre Planeten zu sehr drangsaliert. Die neuen F�hrer haben einger�umt, dass es ihres Wissens �berall im Syndik-Territorium so aussieht wie in Atalia und Parnosa. Rebellion, Revolutionen und in manchen F�llen reine Anarchie.�</p><p>�Die Syndikatwelten�, fuhr Rione nahtlos fort, �sind im Zerfall begriffen. Wir haben ihnen den Todessto� versetzt, als wir die Flotte hier im System ausl�schten. Damit hat die letzte gr��ere mobile Streitmacht aufgeh�rt zu existieren, die dem Befehl der zentralen Autorit�t unterstand.�</p><p>�Diese Streitmacht befolgte allerdings nicht mehr die Befehle der zentralen Autorit�t, als sie von Ihnen vernichtet wurde�, warf Boyens niedergeschlagen ein.</p><p>�Das stimmt. Aber auf jeden Fall war diese Flotte das letzte noch existierende Mittel, mit dem eine zentrale Autorit�t die Faktoren h�tte unterdr�cken k�nnen, die nun das zerrei�en, was lange Zeit Welten und Bev�lkerungen zusammengehalten hatte. Der Prozess spielt sich �berall im Syndik-Gebiet ab, wenn auch unterschiedlich schnell und unterschiedlich heftig. Das Problem dabei ist, dass die neuen F�hrer der Syndikatwelten nicht all das kontrollieren, was bislang die Syndikatwelten darstellte. Das wird die R�ckkehr von Kriegsgefangenen in die Allianz erschweren, und es k�nnte dazu kommen, dass diese Flotte in Aktion treten muss, um sicherzustellen, dass einzelne Sternensysteme sich an diese Abmachung halten und die Kriegsgefangenen ausliefern.�</p><p>Dann endlich wurde ihm klar, wieso sie alle so finster dreinblickten. �Das hei�t, der Vertrag ist bedeutungslos.�</p><p>�Nein, Admiral�, gab Sakai kopfsch�ttelnd zur�ck. �So schlimm ist es nicht. Wir m�ssen nicht l�nger Angriffe von Streitm�chten f�rchten, die der Kontrolle der Syndikatwelten unterstehen.�</p><p>�Aber die Nachfolgekr�fte der Syndikatwelten sind ein ganz anderes Thema�, spie Costa f�rmlich aus. �Die Syndiks hier haben keinen gro�en Einfluss auf das, was sich anderswo in ihrem Gebiet abspielt, oder besser gesagt: in ihrem <emphasis>ehemaligen </emphasis>Gebiet. Aber sie wissen, dass sich einzelne Sternensysteme und ganze Bl�cke aus Systemen abspalten. Sie werden versuchen, die Syndikatwelten bestehen zu lassen, aber die Chancen stehen nicht besonders gut, dass sie hinsichtlich ihrer Gr��e und St�rke noch viel mit den alten Syndikatwelten zu tun haben werden.�</p><p>�Keine der Nachfolgekr�fte ist m�chtig genug, um f�r sich betrachtet eine Bedrohung f�r die Allianz darzustellen�, warf Sakai ein.</p><p>�Noch nicht�, mahnte Costa. �Aber es gibt wohlhabende ehemalige Syndik-Sternensysteme mit gro�en Schiffswerften, was bedeutet, dass sie im Lauf der Zeit ihre eigenen Flotten bauen werden � entweder zu ihrer eigenen Verteidigung oder zu Eroberungszwecken.�</p><p>Geary rieb sich �ber die Stirn, w�hrend er zu Ende dachte, was er zu h�ren bekam. �Das hei�t, der gro�e Krieg ist vorbei, aber daf�r haben wir es jetzt �berall im Syndik-Gebiet mit kleineren Sicherheitsrisiken zu tun.�</p><p>�Bei denen wir nicht zulassen d�rfen, dass sie zu einer gr��eren Bedrohung zusammenwachsen, die irgendwann f�r die Allianz zu einem Problem werden k�nnte.� Costa schaute finster auf den Tisch. �Was nicht hei�en soll, dass da drau�en nicht schon l�ngst eine gr��ere Bedrohung auf uns wartet.� Sie bet�tigte die Kontrollen vor ihr auf der Tischplatte. �Vor nicht allzu langer Zeit ist ein Syndik-Kurierschiff in diesem Sternensystem eingetroffen. Die von diesem Schiff gesendete Nachricht wurde von den neuen F�hrern der Syndikatwelten an uns weitergeleitet, begleitet von einer Bitte um Unterst�tzung. Eben noch haben sie versucht, uns umzubringen, und eine Minute sp�ter betteln sie uns an, ihnen zu helfen.�</p><p>Das Bild einer Syndik-CEO tauchte �ber dem Tisch auf. Im Gegensatz zu der �u�eren Gelassenheit und �berheblichkeit, die Geary von diesen Leuten gew�hnt war, machte die CEO keinen Hehl aus ihrer Verzweiflung. �Wir haben zahlreiche Bitten um defensive Unterst�tzung gesendet, die alle unbeantwortet geblieben sind. Jetzt brauchen wir dringend Hilfe. Die Enigma-Rasse hat uns ein Ultimatum gestellt und verlangt, dass die Menschen dieses Sternensystem komplett evakuieren.�</p><p>�Die Enigma-Rasse?�, wiederholte Geary. �Bezeichnen die Syndiks so die Aliens?�</p><p>Boyens nickte. �Das schien mir keine wichtige Information zu sein. Falls es Sie tr�stet, nur drei Mitglieder des neuen Exekutivrats wussten zuvor von der Existenz der Aliens. Die anderen besa�en nie eine Freigabe f�r diese Informationen. Das dort auf dem Bildschirm ist �brigens CEO Gwen Iceni vom Midway-Sternensystem. Eine anst�ndige Frau, auch wenn sie eine CEO ist, wenn Sie mein Urteil �ber sie interessiert.�</p><p>CEO Iceni redete immer noch: �Das Ultimatum l�sst keinerlei Spielraum f�r Verhandlungen oder Kompromisse, und alle Versuche, mit der Enigma-Rasse Kontakt aufzunehmen, sind bislang gescheitert, au�er dass sie immer wieder ihre Forderungen senden. Von den fest installierten Verteidigungsanlagen in diesem Sternensystem abgesehen stehen nur einige kleinere mobile Einheiten zur Verf�gung. Wie ich h�rte, existiert die Flotte nicht mehr, die fr�her diese Region �berwacht hat. Alle anderen Schiffe wurden ebenfalls von dieser Grenze abgezogen und in Richtung Allianz geschickt, um dort zu k�mpfen. Jetzt besitzen wir keine M�glichkeit mehr, um uns zur Wehr zu setzen, und zugleich k�nnen wir bis zum Ablauf des Ultimatums der Enigma-Rasse nicht einmal die H�lfte der Bev�lkerung evakuieren. Wir ben�tigen alle Hilfe, die Sie uns senden k�nnen, sonst werden die Menschen hier so gut wie schutzlos der Enigma-Rasse ausgeliefert sein, wenn die nach Ablauf des Ultimatums das Sternensystem an sich nimmt. Wir werden k�mpfen, aber wenn wir keine Hilfe bekommen, k�nnen wir nicht auf einen Sieg hoffen.� Das Bild verschwand, an seine Stelle trat ein schlichtes Textdokument, das die Forderungen der Aliens auflistete und den Zeitpunkt nannte, an dem das Ultimatum ablief. Geary sah, dass es bis zu diesem Termin nur etwas mehr als drei Wochen war.</p><p>In die Stille hinein, die sich dem Ende der Mitteilung angeschlossen hatte, sprach Rione: �Noch ein Fall, den wir bef�rchtet haben, ist eingetreten. Die Aliens wollen in Syndik-Territorium vordringen und nutzen dabei die Tatsache aus, dass die Syndiks geschw�cht sind.�</p><p>�Sie wollen in von Menschen bewohntes Territorium vordringen� wurde sie von Sakai korrigiert. �Ein Teil der Menschheit ist geschw�cht, aber jeder Vorteil, den diese Aliens jetzt erringen, geht zu Lasten der St�rke der gesamten Menschheit, wenn die sich ihnen sp�ter in den Weg stellen will.�</p><p>�Von dieser Grenze bis zur Allianz ist es ein weiter Weg�, grummelte Costa.</p><p>�Das h�ngt davon ab, wie man den Weg misst�, hielt Rione dagegen. �In Lichtjahren ausgedr�ckt ist es ein weiter Weg, das stimmt. Durch den Sprungraum dauert es auch lange, bis man die Allianz erreicht. Aber im Hypernet ben�tigt man gerade mal vier Wochen.�</p><p>�Das kommt hin�, stimmte Sakai ihr zu.</p><p>Costas Miene verfinsterte sich noch mehr. �Der Gro�e Rat kann �ber die Situation diskutieren und entscheiden, was zu tun ist.�</p><p>�So viel Zeit haben wir nicht mehr�, beharrte Sakai. �Das Ultimatum l�uft ab, noch bevor wir das Allianz-Gebiet wieder erreicht haben.�</p><p>�Pech f�r die Syndiks. Der Gro�e Rat��</p><p>��hat Admiral Geary bereits die Autorit�t �bertragen, im Umgang mit den Aliens entscheiden zu d�rfen�, unterbrach Rione sie. �Wir k�nnen ihm beratend zur Seite stehen, aber er hat die Macht, die Vorgehensweise zu bestimmen.�</p><p>Wieder richteten sich alle Blicke auf ihn. Mit einem Mal versp�rte Geary Sehnsucht nach der guten alten Zeit, als er nur einer von vielen Offizieren gewesen war, der einen Vorgesetzten hatte, der dar�ber entscheiden musste, wie man sich aus einer verfahrenen Situation retten sollte. Aber seit dem unerwarteten Angriff der Syndiks bei Grendel hatten die Leute damit begonnen, von ihm zu erwarten, dass er einen Weg aus einer verfahrenen Situation fand. Seltsam, dass er sich noch immer nicht daran hatte gew�hnen k�nnen.</p><p>Dass die Aliens in Aktion treten k�nnten, damit hatte er gerechnet. Nun gab es eine konkrete Situation, der er sich widmen musste. Und seine Flotte, die endlich ihren Krieg gewonnen hatte, w�rde bald erfahren, dass sie sich einem neuen Gegner stellen musste.</p><p>Aber es gab zumindest jemanden, dem er Fragen stellen konnte, und deshalb wandte er sich an Boyens. �Warum da? Was ist so besonders an diesem Sternensystem? Wieso wollen die Aliens dieses System besetzen?�</p><p>�Das hat mit seiner Lage zu tun.� Boyens rief ein Display auf, das diese Region des Syndik-Gebiets darstellte, dann zeigte er auf einen Stern an der Grenze zu den Aliens. �Das Midway-Sternensystem verdankt seinen Namen der Tatsache, dass es sich in einer guten Position zu anderen Sternen befindet. Von Midway aus k�nnen Schiffe direkt zu acht anderen Sternensystemen springen. Es ist ein hervorragender Knotenpunkt.�</p><p>Geary presste unwillk�rlich die Lippen aufeinander, als er das Display betrachtete. �Und damit ist das System auch der Dreh- und Angelpunkt f�r die Verteidigung dieses gesamten Sektors, nicht wahr? Wenn die Aliens die Kontrolle �ber Midway erlangen, k�nnen sie als N�chstes diese acht anderen Sternensysteme bedrohen und deren Evakuierung fordern. Damit bricht die gesamte Verteidigung der Grenze zusammen.�</p><p>�Eines dieser acht Systeme wird zwar bereits von den Aliens kontrolliert, aber im Wesentlichen stimmt es. Es w�ren zu viele Sterne in Reichweite, die alle von uns verteidigt werden m�ssten. Wir m�ssten uns entlang der Grenze zur�ckfallen lassen, bis wir eine neue Linie gefunden haben, bei der durch die Sprungreichweiten m�glichst wenige Systeme direkt bedroht sind.�</p><p>�Wir?�, fragte Costa spitz.</p><p>Boyens� Gesicht lief leicht rot an. �Ich meinte die Syndikatwelten.�</p><p>�Die Syndikatwelten existieren nicht mehr.�</p><p>�Die Situation ist derzeit v�llig unklar, vor allem in den Systemen entlang der Grenze. Aber wenn es nicht anders geht, werden wir dort irgendeine neue Gruppierung bilden. Wir k�nnen es uns nicht leisten, dass dieses Gebiet zerf�llt. Einzelne Sternensysteme k�nnen nicht die Ressourcen aufbringen, um die Region zu verteidigen.�</p><p>�Und mit �wir��, warf Rione ein, �meinen Sie jetzt die Bev�lkerung in den Sternensystemen der Grenzregion?�</p><p>�Richtig.� Boyens schaute auf das Display. �Oder das, was noch davon �brig ist. H�ren Sie, ich wei�, wie Sie �ber uns denken � und �ber mich pers�nlich. Aber wir haben es hier mit einem gemeinsamen Feind zu tun, was Grund genug sein sollte, um sich gegen ihn zusammenzuschlie�en.�</p><p>�Warum sind die Aliens Ihr Feind?�, fragte Sakai. �Wie sind die Syndikatwelten bislang mit der Enigma-Rasse umgegangen?�</p><p>�Ich kenne nicht alle Einzelheiten�, beharrte Boyens, �erst recht nicht �ber die Anfangsphase vor �ber hundert Jahren. Ich wei�, dass wir versucht haben, ihre Geheimnisse herauszufinden, aber soweit mir bekannt ist, sind wir dabei nie erfolgreich gewesen.�</p><p>�Sie haben sie provoziert�, warf Costa ihm vor. �Und jetzt wollen Sie, dass wir Sie vor dem Schicksal bewahren, dass Sie sich selbst eingebrockt haben.�</p><p>�Ich bin nicht mit allem vertraut, was wir getan haben! Aber was macht das jetzt noch aus? Was geschehen ist, geh�rt der Vergangenheit an! Es ist passiert, und es kann nicht mehr r�ckg�ngig gemacht werden. Jetzt und hier werden unz�hlige unschuldige Menschen leiden, wenn Sie nichts unternehmen!�</p><p>Rione hatte w�hrenddessen die Tastenfelder an ihrem Platz bedient, nun sah sie Boyens an. �Es sieht so aus, dass Sie bei einer �bernahme dieses Systems durch die Aliens �ber zwanzig andere Sternensysteme aufgeben m�ssten, um eine Grenze einrichten zu k�nnen, die sich verteidigen l�sst.�</p><p>Boyens sah auf das Display, dann nickte er. �Das d�rfte stimmen. Mehrere Milliarden m�ssten umgesiedelt werden.�</p><p>�Haben Sie gen�gend Schiffe, um das zu bewerkstelligen?�</p><p>�In der Grenzregion auf keinen Fall. Was das ganze Syndik-Territorium angeht, wei� ich es nicht, allerdings m�chte ich es bezweifeln. Und selbst wenn, wir k�nnten nicht sofort darauf zur�ckgreifen.�</p><p>�Was passiert mit Menschen, die auf einem Planeten zur�ckbleiben, der von den Aliens �bernommen wird?�</p><p>�Ich wei� es nicht. Das wei� keiner. Von ihnen haben wir nie wieder etwas geh�rt oder gesehen. Alles, was wir zu ihnen geschickt haben, hat sich in Luft aufgel�st und keinerlei Spuren hinterlassen.�</p><p>Eine Weile herrschte Schweigen im Raum, dann wandte sich Rione zu Geary um. �Haben wir irgendeine andere Wahl?�</p><p>�Was halten Sie von dem Ultimatum?�, gab er zur�ck. �Passt es zu dem, was der andere CEO dazu gesagt hat?�</p><p>�Ja. Es ist direkt und bedingungslos, es duldet keinen Widerspruch. Und es gibt absolut keinen Hinweis darauf, wie die Aliens denken. Es k�nnte von einem Menschen verfasst worden sein.�</p><p>�Vielleicht ist das ja auch der Fall, immerhin wissen die Syndiks nicht, was die Aliens mit Menschen machen, die in ihre Gewalt geraten.�</p><p>Sakais Blick ruhte auf dem Text des Ultimatums. �Gefangene? Sklaven? Diener? G�ste? Haustiere? Wenn wir zumindest w�ssten, was davon zutrifft.�</p><p>�Sie haben in Ihrer Aufz�hlung �tot� vergessen�, f�gte Rione leise an. �Auf jede nur denkbare Weise. Wir <emphasis>m�ssen </emphasis>eine Antwort auf diese Frage finden, sonst k�nnen wir nicht beurteilen, ob eine friedliche Koexistenz m�glich ist.�</p><p>�Friedlich?�, schnaubte Costa entr�stet. �So etwas ist doch sehr unwahrscheinlich. Sie haben selbst gesehen, was sie bei Kalixa gemacht haben! Diese Wesen sind unmenschlich!�</p><p>Rione warf der anderen Senatorin einen zornigen Blick zu. �Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie eine gewisse Senatorin vorgeschlagen hat, wir sollten doch die Hypernet-Portale als Waffen einsetzen, obwohl ihr bekannt war, welche Verheerung sie anrichten. Die vormaligen F�hrer der Syndikatwelten haben eine solche Entscheidung getroffen. W�rden sich diese Aliens als menschlich entpuppen, w�re das f�r mich kein Trost.�</p><p>Costa wurde rot im Gesicht, wandte sich aber wieder an Geary. �Also, Admiral, was werden Sie machen?�</p><p>Den Vorfahren daf�r danken, dass ich niemals Politiker werden wollte. Nach au�en hin machte er nur eine vage Geste in Richtung des Ultimatums und des Sternendisplays. �Ich m�chte erst mit einigen meiner Offiziere reden, bevor ich eine Entscheidung treffe.� Er erhob sich von seinem Platz und sah dabei wieder Boyens an. �Gibt es sonst noch irgendetwas, das Sie uns sagen k�nnen? Je mehr ich wei�, umso wahrscheinlicher wird es, dass ich mich entscheide, diesen Leuten zu helfen.�</p><p>�<emphasis>Meinen </emphasis>Leuten�, murmelte Boyens. �Ich habe Ihnen gesagt, was ich wei�. Da w�re nur noch eine Sache: Sie haben uns vorgeworfen, wir h�tten die Enigma-Rasse provoziert und sie dazu gebracht, sich der Menschheit gegen�ber so feindselig zu verhalten. Ich habe Ihnen gesagt, dass ich nicht wei�, was die Syndikatwelten in den ersten Jahrzehnten nach dem Erstkontakt getan haben, und das entspricht der Wahrheit. Aber unser Befehl in den letzten zehn oder mehr Jahren lautete, nichts zu tun, was die Aliens ver�rgern oder zu einer angespannteren Situation beziehungsweise zu echten Problemen f�hren k�nnte. Ich war immer davon ausgegangen, dass dieser Befehl erteilt wurde, weil wir es uns nicht leisten k�nnen, an zwei Fronten gleichzeitig zu k�mpfen. Vielleicht gab es ja noch einen anderen Grund. Auf jeden Fall haben wir uns seit Langem ruhig verhalten.�</p><p>�Vielleicht haben diese Aliens ja ein gutes Ged�chtnis�, gab Sakai zu bedenken.</p><p>Boyens schaute ihn lange an, dann nickte er. �Ja, vielleicht. Ich kann nicht schw�ren, dass nichts vorgefallen ist, aber mir ist nichts bekannt, schon gar nicht aus j�ngerer Zeit.�</p><p>�Es gibt gegliederte Aktionen�, warf Rione ein. �Ma�nahmen, von denen nicht mal diejenigen etwas wissen, die in der gleichen Region aktiv sind. W�rden Sie davon etwas wissen?�</p><p>Geary sah dem Mann an, wie er z�gerte. Er ben�tigte keinen Verh�rraum, um sagen zu k�nnen, dass der Syndik-CEO �berlegte, ob er l�gen oder die Wahrheit sagen sollte. Schlie�lich jedoch sch�ttelte Boyens den Kopf. �Nein, nicht zwangsl�ufig. Aber warum sollte irgendjemand so was gemacht haben?�</p><p>�Warum haben die Syndikatwelten einen Krieg gegen die Allianz begonnen?�, fragte Geary.</p><p>Boyens sah ihn an. �Das wei� ich nicht. Ich vermute, sie dachten, sie k�nnten gewinnen. Warum sie das gedacht haben, kann ich mir nicht erkl�ren.�</p><p>�In den Reihen der CEOs der Syndikatwelten hat man doch sicher dar�ber spekuliert, oder nicht?�, fragte Rione.</p><p>�Eigentlich nicht. Es ist nicht so wichtig� es war nicht so wichtig. Vor hundert Jahren hat es interessiert, als sie diesen idiotischen Entschluss fassten, den Krieg zu beginnen. Wenn wir dar�ber redeten, war es das Einzige, was gesagt wurde. Eben, dass es idiotisch war. Aber die Gr�nde f�r den Krieg interessierten schon lange niemanden mehr. Wir hatten den Krieg am Hals, und niemand wusste, wie wir ihm ein Ende setzen sollten.� Der CEO lie� den Kopf sinken, doch seine schmerzverzogene Miene entging keinem der Anwesenden. �Glauben Sie mir, einige von uns wollten den Krieg beenden. Aber niemand hatte eine Vorstellung davon, wie man das anstellen sollte, und deshalb haben wir einfach weitergek�mpft.�</p><p>�Vielen Dank. Admiral, w�rden Sie CEO Boyens von Ihren Marines zur�ck in sein Quartier bringen lassen?� Rione wartete, bis der Syndik gegangen war, dann seufzte sie leise. �Meine Empfehlung lautet, verteidigen Sie die ehemalige Syndik-Grenze. Wenn wir sie zerfallen lassen und es den Aliens erlauben, �ber etliche ehemalige Syndik-Systeme die Kontrolle zu �bernehmen, k�nnte es am Ende die F�higkeiten der Allianz �bersteigen, diese Grenze wiederherzustellen.�</p><p>Sakai nickte bed�chtig. �Mein Rat lautet ganz genauso.�</p><p>�Ich kann mich dem nicht anschlie�en�, erkl�rte Costa. �Wir haben wegen der Syndiks genug geblutet. Sie haben sich das Ganze selbst eingebrockt, sollen sie zusehen, wie sie sich da wieder rausman�vrieren.�</p><p>�Und wenn ihnen das nicht gelingt?�, hielt Sakai dagegen. �Wird die Allianz dann nicht fr�her oder sp�ter gezwungen sein, sich mit den Folgen zu befassen?�</p><p>�Die Syndiks haben uns hundert Jahre lang abwehren k�nnen�, sagte die Senatorin. �Wenn sie sich wirklich mit diesen Aliens auseinandersetzen wollen, dann sollen sie es selbst machen, anstatt uns darum zu bitten, den Scherbenhaufen wegzufegen, den sie zu verantworten haben. Wir haben in diesem Krieg schon genug M�nner und Frauen und auch Kinder verloren. Die Allianz wurde durch den Krieg fast in den Bankrott getrieben. Wir haben das alles geschehen lassen, weil es sein musste. Aber wir m�ssen uns nicht in einen Streit zwischen den Syndiks und einer fremden Rasse einmischen, �ber deren Motive wir so wenig wissen wie �ber deren F�higkeiten. Wir m�ssen keine idiotische Entscheidung treffen, mit der wir vielleicht den n�chsten Krieg ausl�sen.� Die Anspielung auf die Dummheit der Syndiks war nicht zu �berh�ren gewesen.</p><p>�Wenn wir jetzt entscheiden, nicht dieses Sternensystem aufzusuchen�, argumentierte Rione, �dann berauben wir uns zugleich aller anderen Optionen, uns mit diesen Aliens zu befassen. Wir werden nicht mal in der Lage sein, mit ihnen in direkten Kontakt zu treten, wenn die Syndiks damit nicht einverstanden sind. Wenn wir aber dieses System aufsuchen, dann bewahren wir uns die F�higkeit, selbst zu entscheiden, was wir tun wollen. Lassen wir es bleiben, dann haben wir keinerlei Einfluss mehr darauf, was die Aliens und die Syndiks machen werden. Ich pers�nlich traue keiner von beiden Seiten gen�gend �ber den Weg, um sie gew�hren zu lassen. Die Allianz muss mit am Verhandlungstisch sitzen, und das bedeutet, den Sprung nach Midway zu unternehmen.�</p><p>�Allein unsere Anwesenheit k�nnte gen�gen, um der Bedrohung ein Ende zu bereiten�, warf Sakai ein. �Wenn sie diesen Zug machen, weil sie bei den Syndiks Schw�che erkannt haben, dann reicht unter Umst�nden eine Machtdemonstration, um sie zur Umkehr zu bewegen.�</p><p>�Dann schlagen Sie doch mal in den Geschichtsb�chern nach!�, hielt Costa dagegen. �Unz�hlige Kriege sind allein aus dem Grund ausgebrochen, weil irgendwer glaubte, er m�sse seine Macht demonstrieren!�</p><p>�Ich habe ja nicht behauptet, dass die Gefahr damit auf jeden Fall gebannt wird. Mein Gedanke war lediglich, dass es ein Weg sein k�nnte, das Problem aus der Welt zu schaffen. Wenn nicht, gibt es bestimmt noch Alternativen zum Einsatz von Waffen.�</p><p>�Meinen Sie, eine Allianz-Flotte wird im Angesicht einer feindlichen Streitmacht klein beigeben?�</p><p>�Das h�ngt davon ab�, meinte Rione, �wer diese Flotte anf�hrt. Admiral Geary hat bislang seine Meinung noch nicht ge�u�ert, aber er kennt jetzt unsere Einstellung. Ich schlage vor, wir lassen ihm Zeit, um �ber unsere Optionen nachzudenken und um sich mit den Leuten aus seinem Stab zusammenzusetzen, denen er vertraut.� Sie nickte Geary zu, Sakai schloss sich sofort an, nur Costa z�gerte und folgte dann mit un�bersehbarem Widerwillen dem Beispiel der anderen.</p><p>Geary erwiderte das Nicken und versuchte, seine Gef�hle vor den dreien zu verbergen. Er war l�ngst zu der Ansicht gelangt, dass es notwendig war, die Flotte nach Midway zu schicken. Vor seiner Entscheidung wollte er jedoch mit anderen Flottenoffizieren reden und deren Meinung h�ren. Aber er wusste auch, dass er noch etwas anderes zur Sprache bringen musste. �Haben die Syndiks irgendeinen Hinweis darauf geben k�nnen, wer den Befehl gesendet hat, der das Hypernet-Portal zusammenbrechen lie�?�</p><p>Sakai sch�ttelte den Kopf. �Sie behaupten, es nicht zu wissen, und sie sagen, dass es keine Aufzeichnung in irgendeinem ihrer Systeme gibt, die belegt, dass ein entsprechendes Signal gesendet wurde. Auch nicht von der Flotte, bevor sie zerst�rt wurde.�</p><p>�Wer soll denn sonst versucht haben, unsere Flotte zu vernichten?�, wollte Costa wissen.</p><p>�Ich glaube, wir haben gerade eben ausf�hrlich �ber diejenigen gesprochen, die daf�r infrage kommen, Senatorin�, erwiderte Geary. �Ein Hypernet-Portal kollabiert ohne einen Hinweis darauf, wer das Signal gesendet hat. Das haben wir schon einmal erlebt. Das Gleiche k�nnte hier auch passiert sein, wobei wir alle froh sein k�nnen, dass es dazu erst gekommen ist, nachdem die zerst�rerische Programmierung gel�scht wurde. Ich habe die Best�tigung, dass sich in den Systemen der Syndik-Schiffe die W�rmer der Aliens finden. Dar�ber k�nnten die Aliens erfahren haben, dass wir uns hier im Heimatsystem aufhalten, allerdings gl�cklicherweise nicht mehr rechtzeitig genug, um das Portal zu einer Zeit zusammenbrechen zu lassen, als es noch das gesamte System ausgel�scht h�tte.�</p><p>�Dann�, begann Sakai leise, w�hrend Costa Geary ansah, �befinden wir uns bereits mit ihnen im Krieg, obwohl der gr��te Teil der Menschheit noch gar nicht wei�, dass sie �berhaupt existieren.�</p><p>�Kriege lassen sich beenden, Senator�, gab Geary zur�ck, dann verlie� er den Raum.</p><p>Eine Viertelstunde sp�ter sa� er im Flottenkonferenzraum. Die reale Captain Tanya Desjani sowie die Captains Duellos und Tulev in Form virtueller Darstellungen waren die einzigen Anwesenden. Zun�chst erkl�rte er den Inhalt des Friedensvertrags und hielt inne, um die Reaktionen der drei Offiziere zu beobachten.</p><p>Duellos schloss die Augen. �Ich hatte nicht gedacht, dass ich jemals diesen Tag erleben w�rde.�</p><p>�Es hat zu lange gedauert�, murmelte Tulev. �Viel zu lange, aber es ist vollbracht. Der Affe hat gesungen.�</p><p>�Was?�, fragte Geary. �Wer hat gesungen?�</p><p>�Der Affe�, wiederholte Desjani, die den Eindruck machte, als m�sse sie gegen Tr�nen ank�mpfen. �Das bedeutet, es ist vorbei.�</p><p>�Nein, warten Sie. Wenn etwas vorbei ist, sagt man: �Klappe zu, Affe tot.� Wenn etwas noch nicht vorbei ist, hei�t es: �Es ist noch nicht aller Tage Abend.��</p><p>Duellos machte die Augen wieder auf und sah Geary verwundert an. �Wirklich?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Welcher Abend denn?�</p><p>�Keine Ahnung, das ist so eine Redewendung.�</p><p>�Und was ist mit dem Affen?�, wollte Desjani wissen. �Warum ist er tot, wenn die Klappe zu ist? Und was f�r eine Klappe soll das sein?�</p><p>�Wei� ich auch nicht. Ich wei� nur, dass das vor einem Jahrhundert zwei verschiedene Redewendungen waren. Sie haben die irgendwie zu einer zusammengesetzt.�</p><p>�Vielleicht hatte es ja urspr�nglich mit einem Affen zu tun, der gern gesungen hat�, warf Duellos ein, dann begann er zu lachen und Desjani stimmte mit ein. Sogar Tulev lie� sich zu einem L�cheln hinrei�en.</p><p>Geary konnte diese Reaktionen gut verstehen. Sie alle waren wie berauscht vor Freude. Sie waren von der Nachricht �berw�ltigt, dass der Krieg doch noch ein Ende nehmen w�rde. Die Senatoren der Allianz hatten sich nicht ann�hernd so erfreut gezeigt, da ihnen die nachfolgenden Probleme Kopfzerbrechen bereiteten. Das zeigte auch, dass f�r sie der Krieg immer nur etwas weit Entferntes, fast schon Abstraktes gewesen war. Im Gegensatz zu ihnen hatten die Flottenoffiziere ein Leben lang Tod und Zerst�rung aus erster Hand erleben m�ssen.</p><p>Und nun w�rde er ihnen er�ffnen m�ssen, dass der Krieg zwar vor�ber war, ein Frieden aber noch in weiter Ferne lag.</p><p>Etwas an seinem Gesichtsausdruck musste ihn verraten haben, denn pl�tzlich wurde Desjani ernst und fragte besorgt: �Was ist? Sind es die Aliens?�</p><p>�Ja, und von denen abgesehen werden wir es mit vielen kleinen Gruppierungen zu tun bekommen, die bislang im Rahmen der Syndikatwelten zusammengeschlossen waren. Wir haben also jede Menge Probleme vor unserer eigenen T�r, und die Aliens versuchen, das zu ihrem Vorteil auszunutzen.� Die aufgekommene Unbeschwertheit wich schnell wieder, als die drei Offiziere h�rten, was er zu berichten hatte. �Captain Tulev, ich w�re Ihnen dankbar, von Ihnen eine offene und ehrliche Meinung zu dieser Situation zu h�ren.�</p><p>Tulev sah ihn ausdruckslos an und lie� durch nichts erkennen, dass seine gesamte Familie mit allen Angeh�rigen vor Jahrzehnten umgekommen war, als die Syndiks seine Heimatwelt mit einem ungeheuren Bombenteppich �berzogen hatten. �Sie wollen von mir wissen, ob wir denjenigen helfen sollen, die uns so viel Tod und Zerst�rung gebracht haben?� Einen Moment lang sa� er schweigend da, schlie�lich seufzte er. �Meine Vorfahren haben mir vor langer Zeit aufgetragen, dass ich andere vor den Syndiks besch�tzen soll. Aber sie sagten auch, dass ich bereit sein sollte zu vergeben, weil der Hass sonst meine Seele so zerst�rt, wie der Krieg alles andere kaputtmacht.�</p><p>�Tanya?�</p><p>�Was ist?�, fragte sie und wirkte mit einem Mal w�tend.</p><p>�Ihren Ratschlag. Ich m�chte wissen, was Sie denken.�</p><p>�Ich denke, das ist alles gro�er Mist, Sir�, sagte sie und beugte sich vor, w�hrend sie schnaubend ausatmete. �Ich kann in der Analyse keinen Denkfehler entdecken. Mindestens zwanzig Sternensysteme, das ist eine Menge, zumal einige dieser Systeme ein erstklassiges Territorium darstellen. Ich w�nschte nur, wir w�ssten mehr �ber diese Aliens. Wie kann es sein, dass die Syndiks so wenig �ber sie herausgefunden haben, wenn es doch seit hundert Jahren Kontakt zu ihnen gibt?�</p><p>�Es w�re auch sch�n, etwas �ber ihre Bewaffnung zu wissen�, erg�nzte Geary. �Oder �berhaupt irgendetwas �ber ihre Schiffe.�</p><p>�Mein Gef�hl sagt mir, dass wir das alles wohl auf die harte Tour rausfinden m�ssen�, meinte Desjani und warf Geary einen gereizten Blick zu. �Die Alternative besteht darin, dass wir uns von einem Gegner, �ber den wir so wenig wissen, einen betr�chtlichen Teil eines von Menschen bewohnten Territoriums einfach so wegnehmen lassen.�</p><p>�Richtig�, stimmte Geary ihr zu, w�hrend sein Blick auf der Darstellung des Midway-Systems ruhte. �Was glauben Sie, wie die Flotte reagieren wird?�</p><p>�Das h�ngt davon ab, was Sie den Leuten sagen werden. Wenn Sie ihnen erz�hlen, dass wir den Syndiks helfen wollen, wird das nicht so gut ankommen.�</p><p>�Und wenn ich sage, es geht darum, die Menschheit zu besch�tzen. Was wird die Flotte dazu sagen?�</p><p>Sie verzog das Gesicht. �Nicht ganz so schlimm, aber es sind Syndiks, die diesen Teil der Menschheit ausmachen, und damit sind wir wieder beim ersten Problem. Etwas verteidigen oder besch�tzen, das sind alles passive Aktivit�ten. Diese Flotte glaubt an den Angriff.�</p><p>Er nickte verstehend. �Also soll ich sagen, wir werden den Aliens in den Hintern treten?�</p><p>�Den Aliens, die sich in die Angelegenheiten der Menschheit eingemischt haben�, gab Desjani grinsend zur�ck. �Sie m�ssen der Flotte Gr�nde liefern, damit klar wird, dass diese Enigma-Irgendwas bereits die Allianz bedroht haben. Dass sie uns mit dem Kollaps des Hypernet-Portals umzubringen versucht haben.� Sie wurde ernster. �Aber wenn die Flotte den Eindruck bekommt, dass das nur das Vorspiel zu einem neuen endlosen Krieg ist, dann wird die Begeisterung nicht sehr gro� sein.�</p><p>Duellos hatte sich in der Zwischenzeit das Ultimatum genauer angesehen. �Wer oder was diese Aliens auch sein m�gen, auf jeden Fall kennen sie sich mit der Anwaltssprache der Menschen aus. Dieses Dokument k�nnte ebenso gut von einem menschlichen Anwalt aufgesetzt worden sein.�</p><p>�Das war auch die Ansicht der Politiker�, lie� Geary seine Offiziere wissen.</p><p>�Vielleicht haben sie ja ein paar von unseren Anw�lten entf�hrt�, �berlegte Desjani.</p><p>�Das k�nnte erkl�ren, warum sie uns vernichten wollen�, stimmte Duellos den anderen zu. �Was w�rden wir machen, wenn uns pl�tzlich ein paar Anwaltsaliens einen Besuch abstatten w�rden?�</p><p>�Ich glaube, das ist l�ngst passiert. Vielleicht sind einige von unseren Anw�lten in Wahrheit Aliens.�</p><p>�Ich kenne ein paar, auf die das zutreffen k�nnte.�</p><p>Desjani schnaubte und sch�ttelte den Kopf. �Admiral, Sie fragen uns, ob wir den Kampf gegen diese Aliens aufnehmen sollen, aber das haben wir doch schon l�ngst gemacht. N�mlich bei Lakota, wissen Sie noch?�</p><p>�Ja.� Er w�rde nie den Anblick vergessen, wie sich die <emphasis>Indefatigable</emphasis>, die <emphasis>Defiant </emphasis>und die <emphasis>Audacious </emphasis>opferten, um den Rest der Flotte zu retten. �Ich sch�tze, wir sind es unseren Toten schuldig, dass wir uns den Aliens in den Weg stellen. Also ein Grund mehr, der daf�r spricht.�</p><p>Duellos nickte. �Dar�ber hinaus sagten Sie, dass dieser Boyens kein v�llig hoffnungsloser Fall ist.�</p><p>�Nun, er scheint in groben Z�gen wie unsere Politiker zu sein.�</p><p>�Das spricht nicht unbedingt f�r ihn�, murmelte Desjani.</p><p>�Trotzdem�, hielt Duellos dagegen. �Wenn wir die Syndik-Grenzregion retten k�nnen und diesen Sternensystemen helfen, ihre eigene politische Koalition zu bilden, dann k�nnten wir in dieser Region des Alls eine uns freundlich gesinnte Macht etablieren. Zwar nur eine kleine Macht, das ist gar keine Frage, aber immer noch besser als eine ganze Grenzregion, die in viele einzelne Systeme zerf�llt.�</p><p>�Mit einer solchen Macht, die mit unserer Unterst�tzung einverstanden ist, w�rden wir au�erdem Zugang zu den von ihr kontrollierten Gebieten erlangen�, erg�nzte Tulev. �Das w�re f�r die zuk�nftige Verteidigung der Allianz von entscheidender Bedeutung, immerhin m�ssen wir in der Lage sein, unmittelbar mit diesen Aliens zusammentreffen zu k�nnen.�</p><p>�Die Aliens treffen nie unmittelbar mit Menschen zusammen�, brummte Desjani.</p><p>�Vielleicht k�nnen wir daran ja etwas �ndern�, gab Geary zu bedenken. �Dann sind wir also alle einer Meinung?� Duellos und Tulev nickten sofort best�tigend, Desjani folgte mit leichter Verz�gerung und machte dabei den Eindruck einer Frau, die sich in ihr Schicksal gef�gt hatte. �Danke. Es wird sicher interessant werden, welche Reaktionen kommen, wenn ich das allen Offizieren auf einer Flottenkonferenz mitteile. Ich habe keine Ahnung, wie das ankommen wird.�</p><p>�Die anderen werden Ihnen folgen�, erkl�rte Tulev geradeheraus. �Sie haben sie aus der H�lle herausgef�hrt, und Sie haben sie hierher an diesen Punkt gef�hrt, an dem der Krieg endet.�</p><p>�Aber jetzt muss ich ihnen sagen, dass ich ihnen wichtige Informationen vorenthalten habe, die eine ernste Bedrohung dieser Flotte und der Allianz darstellen.�</p><p>Desjani und Duellos z�gerten, da sie beide �berlegten, was sie darauf entgegnen sollten, aber Tulev sch�ttelte sofort den Kopf. �Ich habe nicht oft das Vergn�gen, einen Admiral sagen zu k�nnen, dass er sich irrt. Welche wichtige Information wurde denn zur�ckgehalten? Es ging doch nur um Mutma�ungen, Annahmen, M�glichkeiten. Wir wussten bislang doch nicht mal, dass diese Enigma-Rasse tats�chlich existiert. Die Best�tigung haben wir erst von den Syndiks erhalten.�</p><p>�Wir haben wegen der Bedrohung durch die Aliens um Sternensysteme mit Hypernet-Portal einen Bogen gemacht�, wandte Geary ein.</p><p>�Wir haben um diese Systeme schon davor einen Bogen gemacht, Admiral, weil die Syndiks dank der Hypernet-Portale zu schnell ihre Streitkr�fte verlegen konnten.� Tulev zeigte auf das Sternendisplay. �Welchen Ihrer Befehle h�tten Sie anders gegeben, welchen anderen Weg nach Hause h�tte die Flotte eingeschlagen, wenn Sie nie auf die Vermutung gekommen w�ren, dass es diese Aliens geben k�nnte?�</p><p>Geary musterte das Display und ging in Gedanken die lange Heimreise durch. �Wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann muss ich sagen, dass mir nichts einf�llt, was ich anders gemacht h�tte. Wir h�tten sogar die Schutzvorrichtung entwickelt, um die Hypernet-Portale der Allianz vor Angriffen durch die Syndiks zu sch�tzen, nachdem uns bewusst geworden war, welche Gefahr sie f�r unsere eigenen Sternensysteme darstellen.�</p><p>�Ganz genau. Sie haben nichts verschwiegen, das Sie zu einer anderen Vorgehensweise veranlasst h�tte.� Tulev lehnte sich nach hinten und l�chelte fl�chtig. �In dieser Hinsicht gibt es f�r Sie keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben.�</p><p>Duellos sah zu Tulev, zog eine Augenbraue hoch und nickte schlie�lich. �Captain Tulev hat recht, Admiral. Selbst bei Lakota haben wir erst anschlie�end vom Eingreifen der Aliens erfahren, weshalb dieses Wissen keinen Einfluss auf Ihre Befehle hatte.�</p><p>Nachdenklich rieb sich Geary �bers Gesicht. �Das ist ein gutes Argument, aber wir haben die Systeme unserer Kriegsschiffe von den W�rmern der Aliens ges�ubert. Andere Offiziere und Matrosen werden sich zu Recht fragen, warum wir ihnen zu dem Zeitpunkt nicht gesagt haben, dass wir eine nichtmenschliche Spezies f�r die Urheber dieser W�rmer vermuteten.�</p><p>�Nein, das werden sie nicht�, sagte Desjani. �Sie werden annehmen, dass unsere politische F�hrung etwas wusste, aber geschwiegen hat. Ihnen wird niemand die Schuld daran geben, sondern den Politikern, weil sie das sonst auch immer machen. Und woher wissen wir, ob das wirklich so verkehrt ist? Wer sagt denn, dass die Allianz-Regierung wirklich niemals etwas �ber die Existenz dieser Aliens vermutet hat? Die Syndiks haben schlie�lich auch eisern geschwiegen und den gr��ten Teil ihres Milit�rs f�r dumm verkauft. Die Flotte wird Ihnen keine Schuld geben.�</p><p>�Aber�� Er hielt inne und dachte dar�ber nach. Rione hatte erkl�rt, nichts �ber die Aliens zu wissen, und das hatte er ihr geglaubt, auch wenn er davon �berzeugt war, dass sie ihn bel�gen w�rde, wenn sie es f�r notwendig hielt, um die Allianz zu besch�tzen. Aber Rione hatte auch zugegeben, dass der Gro�e Rat durchaus Dinge wissen konnte, die er nicht einmal dem �brigen Senat anvertraute. �Also gut, das klingt plausibel.� In dem Moment bemerkte er bei Desjani einen Gesichtsausdruck, den er nicht deuten konnte. �Was ist?�</p><p>Sie schwieg beharrlich, woraufhin Duellos seufzend erkl�rte: �Captain Desjani hat die Wahrheit gesagt. Die Flotte wird Ihnen keine Schuld geben. Nicht in diesem Punkt und auch nicht in anderen Punkten. Daf�r glauben alle viel zu sehr an Sie. Wenn doch etwas schiefgeht, muss ein anderer schuld sein. Manchmal sind das die Politiker, manchmal aber auch die milit�rischen Berater.�</p><p>Es dauerte einen Moment, ehe Geary verstand. �Sie? Sie drei?�</p><p>��berrascht Sie das?�, fragte Desjani. �Sie haben doch diesen Dummkopf Badaya geh�rt. Solange ich das Richtige mache, sollten Sie gl�cklich sein und in die richtige Richtung gelenkt werden. Wessen Schuld ist es wohl, wenn Sie ungl�cklich sind?� Die letzten Worte schrie sie fast hinaus, dann verstummte sie und schaute vor sich auf den Tisch. Ihr Gesicht war rot angelaufen.</p><p>�Oder wenn Sie versagen?�, beendete Duellos das erneute Schweigen. �Zumindest erwartet von mir niemand, dass ich daf�r sorge, dass Sie gl�cklich sind.�</p><p>�Sie sind ein freundlicher Mann, Roberto. Vielleicht sollten Sie es mal versuchen�, schlug Tulev vor und gab damit zum ersten Mal etwas von sich, was einem Witz gleichkam. �Admiral, das ist einfach die Kehrseite der Medaille. Viele sehen in uns diejenigen, denen Sie am st�rksten vertrauen. Das ist ein Status, um den uns viele beneiden. Aber wenn Sie scheitern, wird jeder davon ausgehen, dass wir Sie nicht gut beraten haben.�</p><p>Na, gro�artig. Da hatte er alles versucht, um nicht den Eindruck zu erwecken, er w�rde irgendjemand beg�nstigen, und dabei war es offenbar schon genug gewesen, sich f�r Ratschl�ge auf bestimmte Offiziere zu verlassen. Was war wom�glich noch alles so offensichtlich, ohne dass er es merkte?</p><p>In harschem Tonfall sprach Desjani, ohne den Blick von der Tischplatte abzuwenden: �Ich habe keine Angst davor, mich f�r meine dienstlichen Ratschl�ge zu rechtfertigen, die ich dem Admiral gebe.�</p><p>�Das sollen Sie auch gar nicht�, stimmte Duellos ihr zu.</p><p>Wieder machte sich betretenes Schweigen breit, dem Geary ein j�hes Ende setzte. �Ich danke Ihnen allen. In etwa einer Stunde werde ich eine Flottenbesprechung einberufen und die Neuigkeit bekanntgeben. Ich kann mich sehr gl�cklich sch�tzen, dass Sie drei unter mir dienen.�</p><p>Die virtuellen Bilder von Duellos und Tulev salutierten, wobei Duellos fast �berm�tig wirkte, w�hrend Tulev ruhig und pr�zise agierte. Dann verschwanden beide M�nner aus dem Raum.</p><p>Desjani stand auf, ohne ihn anzusehen. �Wenn Sie gestatten, Sir.�</p><p>�Ja, nat�rlich.� Ihm gingen tausend Dinge durch den Kopf, die er ihr h�tte sagen wollen, aber die meisten davon h�tten vermutlich eine v�llig verheerende Wirkung gehabt. Er war sich nicht einmal sicher, ob auch nur ein einziger dieser Gedanken <emphasis>nicht </emphasis>verkehrt gewesen w�re.</p><p>Dann aber war sie diejenige, die noch etwas anzuf�gen hatte, auch wenn sie dabei den Tisch nicht aus den Augen lie�. �Sie haben es nicht erw�hnt, aber ich wei�, dass Sie Ihr Versprechen mir gegen�ber eingel�st haben. Die Flotte ist heimgekehrt, der Krieg ist vor�ber. Sie haben sich nicht dazu verpflichtet, sich das hier � die Aliens, der Tr�mmerhaufen der Syndikatwelten � auch noch anzutun.�</p><p>�Ich w�rde jetzt nicht einfach weggehen. Ich wei�, ich werde noch gebraucht.� Geary fragte sich, wann sich wohl seine Einstellung ge�ndert hatte, wann ihm bewusst geworden war, dass er eine Flucht vor seiner Verantwortung nicht l�nger als ehrbar oder als realistisch ansehen konnte. Es ging einfach nicht, dass er die eine Mission ausf�hrte und die Sache danach auf sich beruhen lie�, weil jede neue Mission nahtlos in die n�chste Mission �berging. �Ich habe eine Verpflichtung gegen�ber der Allianz und gegen�ber meinen Kameraden in der Flotte.�</p><p>�Allen Kameraden?�</p><p>�Allen Kameraden. Ich w�nschte nur, meine Gegenwart w�rde nicht einigen von ihnen das Leben schwerer machen, ganz besonders einer Kameradin, die nicht meinetwegen irgendetwas �ber sich ergehen lassen sollte.�</p><p>�Ich bin ja nicht ganz schuldlos. Vielleicht muss ich diese Dinge �ber mich ergehen lassen, weil sie der Preis sind f�r� f�r das, was unausgesprochen bleiben muss.� Dann endlich sah sie ihn an. �Was ist passiert? Warum wollen Sie nicht mehr gehen?�</p><p>Er zuckte mit den Schultern, die Frage war ihm unangenehm. �Ich bin mir nicht sicher, aber zu einem gro�en Teil hat es damit zu tun, dass ich Leute wie Sie, Duellos und Tulev beobachten konnte. Keiner von Ihnen hat aufgegeben, Sie kommen alle Ihrer Pflicht nach, obwohl Sie in diesen Krieg buchst�blich hineingeboren wurden. Sie sind ein gro�artiges Vorbild daf�r, das Richtige zu tun und seine Aufgaben zu erledigen, ganz gleich unter welchen Umst�nden.�</p><p>Sie schaute zur Seite. �Dann� dann bleiben Sie Befehlshaber der Flotte, Admiral?�</p><p>�Bis wir zur�ck in der Allianz sind, wo ich das Kommando �ber die Flotte abgeben und meinen vor�bergehenden Dienstgrad als Flottenadmiral ablegen werde. Wenn man mich braucht, werde ich zur Verf�gung stehen, aber zumindest f�r kurze Zeit werden sich die Dinge anders gestalten.�</p><p>�Sie sind extrem starrk�pfig. Und verr�ckt. Das wissen Sie ja, oder?� Sie wollte zur T�r gehen, drehte sich aber noch einmal zu ihm um, wobei ein schwaches ironisches L�cheln ihre Lippen umspielte. �Tun Sie mir einen Gefallen und versuchen Sie, gl�cklich auszusehen.�</p><p>�Jawohl, Ma�am.�</p><p>�Aber nicht zu gl�cklich.�</p><p>Es war klar, was jeder glauben w�rde, was sich zwischen ihnen beiden abgespielt haben musste, wenn er auf einmal zu guter Laune war. �Ja, Ma�am.�</p><p>�Und h�ren Sie auf, Ma�am zu sagen. Sie haben den h�heren Dienstgrad.�</p><p>�Ja, Tanya.�</p><p>Sie warf ihm einen finsteren Blick zu, dann sch�ttelte sie den Kopf, konnte sich ein erneutes L�cheln aber nicht verkneifen und verlie� den Konferenzraum.</p></section><section><title><p>Zehn</p></title><p>Im Konferenzraum herrschte eine entspannte Atmosph�re, wie Geary sie sich beim besten Willen nicht h�tte vorstellen k�nnen. Aber warum sollten die Captains der Flotte nicht gelassen sein? Er wusste, dass die Ger�chtek�che l�ngst daf�r gesorgt hatte, dass man auf allen Schiffen von dem Friedensvertrag mit den Syndiks geh�rt hatte.</p><p>Nun musste er sie davon in Kenntnis setzen, dass die Arbeit noch nicht getan war.</p><p>Geary stand auf, und alle drehten sich zu ihm um. Als sie seine ernste Miene bemerkten, wurde das L�cheln auf ihren Gesichtern schw�cher und verschwand bei einigen ganz. �Ich nehme an, Sie haben alle bereits davon geh�rt, dass die neuen F�hrer der Syndikatwelten sich zu einer Beendigung des Krieges und einem sofortigen Ende der Feindseligkeiten bereit erkl�rt haben. Sie haben au�erdem versprochen, alle gegenw�rtigen Kriegsgefangenen freizulassen und eine vollst�ndige Liste aller M�nner und Frauen vorzulegen, die in der Gefangenschaft gestorben sind.�</p><p>Eine Mischung aus Freude und Melancholie erfasste die Captains, die ihn weiter erwartungsvoll anschauten. Die Toten wurden durch diese Geste der Syndiks nicht wieder lebendig, aber ihre Zahl w�rde nicht durch unabl�ssige K�mpfe immer weiter ansteigen. Diejenigen, die man f�r tot gehalten hatte, die aber in Wahrheit in einem Gefangenenlager untergebracht worden waren, w�rden heimkehren k�nnen. Doch eine gro�e Zahl an H�ftlingen, die zu Lebzeiten Tag f�r Tag auf ihre Befreiung gehofft hatten, war aufgrund gesundheitlicher Probleme oder schlicht an Altersschw�che gestorben.</p><p>W�hrend sich verschiedene Offiziere gegenseitig gratulierten, h�rte Geary wiederholt, wie von dem singenden Affen gesprochen wurde.</p><p>�Das sind die guten Neuigkeiten�, fuhr Geary fort und bemerkte, dass sein Tonfall etwas schroffer wurde. Aber das spiegelte nur seine Empfindungen wider, war er doch w�tend dar�ber, dass das Ende nun doch nicht das Ende bedeutete. �Die schlechten Neuigkeit ist die, dass die Syndikatwelten im Zerfall begriffen sind. Wir werden uns mit langfristigen Problemen befassen m�ssen, die von den Nachfolgeregierungen ausgehen k�nnen, denen dann klargemacht werden muss, dass sie sich an die Bedingungen des Friedensvertrags zu halten haben.�</p><p>Commander Landis von der <emphasis>Valiant </emphasis>meldete sich zu Wort, als Geary eine kurze Pause machte: �Aber wir reden von kleinen Eins�tzen im Vergleich zum Krieg, richtig, Sir?�</p><p>�Relativ betrachtet ja�, best�tigte Geary. �Aber es werden viele von diesen kleinen Eins�tzen sein, und denjenigen, die sie ausf�hren m�ssen, kommen sie dann vielleicht gar nicht so klein vor.�</p><p>�Die Reglementierung des verrottenden Leichnams der Syndikatwelten�, brummte Armus.</p><p>Commander Neeson sch�ttelte den Kopf. �Dieser Leichnam k�nnte manche regionale Macht hervorbringen, die stark genug ist, um �rger zu machen. Das ist das Problem, das das Kriegsende mit sich bringt, aber das war wohl unvermeidlich. Die Syndiks haben sich auf ihre Kriegsschiffe verlassen, um die einzelnen Systeme einzusch�chtern, aber wir mussten diese Schiffe zerst�ren, um zu siegen.�</p><p>Badaya schnaubte ver�chtlich. �Wenn die Syndiks schon vor langer Zeit so schlau gewesen w�ren, den Krieg zu beenden, dann h�tten sie auch weiter an ihrer Macht festhalten k�nnen. Aber sie haben es �bertrieben, und daf�r bekommen sie jetzt die Rechnung.�</p><p>�Dutzende von Sternensystemen wie Heradao?�, fragte Captain Vitali von der <emphasis>Daring</emphasis>. �Die Syndiks werden f�r diesen Krieg teuer bezahlen.�</p><p>�Unwichtig�, meinte Badaya. �Wir haben gewonnen, und die milit�rischen Bedrohungen, mit denen wir von jetzt an zu tun haben, werden vergleichsweise harmlos sein.�</p><p>�Bis auf eine�, warf Geary ein und sah die allgemeine Verwirrung, als er das Sternendisplay �ber dem Tisch so ver�nderte, dass es die Grenze zwischen den Syndiks und den Aliens zeigte. �Die Syndiks haben zugegeben, dass auf der anderen Seite des Syndik-Territoriums, also auf der der Allianz abgewandten Seite, eine intelligente, nichtmenschliche Rasse existiert.�</p><p>Sekundenlang herrschte derart v�llige Stille, dass Geary sich fragte, ob er pl�tzlich taub geworden war. �Wer ist das?�, fragte Captain Duellos, der so klang, als h�tte er soeben zum ersten Mal davon geh�rt.</p><p>�Das wissen die Syndiks nicht. Diese Aliens haben sich bislang erfolgreich bedeckt gehalten und existieren so v�llig zur�ckgezogen, dass es den Syndiks in den letzten hundert Jahren nicht gelungen ist, irgendetwas Nennenswertes �ber sie in Erfahrung zu bringen. Sie bezeichnen die Aliens als die Enigma-Rasse.�</p><p>General Carabali atmete lautstark aus. �Lassen Sie mich raten. Die sind feindselig.�</p><p>�Offenbar ja, allerdings wissen wir nicht, in welchem Ausma�.�</p><p>Schlie�lich hatte sich Badaya wieder gen�gend im Griff, um zu fragen: �Welchen Beweis haben die Syndiks geliefert, dass diese Rasse tats�chlich existiert?�</p><p>�Ich werde es Ihnen darlegen, aber einen Beweis daf�r haben wir sogar selbst in den H�nden gehalten. Sie erinnern sich an die Entdeckung von W�rmern in unseren Betriebssystemen, die zur Programmierung Quantenwahrscheinlichkeiten benutzten. Solche W�rmer �bersteigen unsere technischen F�higkeiten, und wir haben nun Belege daf�r, dass die Syndiks derartige F�higkeiten ebenfalls nicht besitzen. Soweit wir das beurteilen k�nnen, ist ihnen die Existenz der W�rmer �berhaupt nicht bekannt. Doch in den Systemen der kampfunf�hig geschossenen Syndik-Schiffe haben wir genau die gleiche Software gefunden, wie Ihnen General Carabali best�tigen kann. Die W�rmer m�ssen folglich das Werk dieser Rasse sein. In unsere Systeme hatten sie die eingespeist, um unsere Flugbewegungen beobachten zu k�nnen.�</p><p>�Arbeiten sie gegen uns, oder �berwachen sie uns nur?�</p><p>�Sie arbeiten gegen uns. Sie k�nnen mit einer Art Fernsteuerung die Hypernet-Portale zusammenbrechen lassen. Das ist bei Kalixa geschehen, und hier ebenfalls.�</p><p>�Die haben versucht, uns auszul�schen?�</p><p>�Offenbar ja. Lassen Sie mich alles darlegen, was wir inzwischen �ber diese Aliens wissen und wie sich die Situation an der Syndik-Grenze zu ihnen gestaltet.�</p><p>Er holte aus, umriss die Belege f�r deren Existenz, zeigte die Aufzeichnung der um Hilfe bittenden Syndik-CEO und berichtete das Wenige, das er �ber ihre F�higkeiten erz�hlen konnte. Als er zum Abschluss seiner Ausf�hrungen kam, sagte lange Zeit niemand auch nur ein Wort.</p><p>Dann setzte der Captain der <emphasis>Dragon </emphasis>dem Schweigen ein Ende. �Reden wir hier davon, uns mit den Syndiks zu verb�nden, um gemeinsam gegen diese Aliens vorzugehen?�</p><p>�Nein.� Geary sah, wie die Anspannung von einigen M�nnern und Frauen vor ihm am Tisch abfiel. �Niemand hat vorgeschlagen, dass wir uns einverstanden erkl�ren sollen, die Syndikatwelten zu verteidigen. Eine solche Vereinbarung k�nnte zu leicht in ihr Gegenteil verkehrt werden.� Viele der Anwesenden nickten bekr�ftigend, da niemand hier den Syndiks traute. �Aber es ist eine andere Sache, wenn es darum geht, eine Invasion aufzuhalten. Wir wissen nicht, welche Absichten die Enigma-Rasse verfolgt, und wir wissen auch nicht, wie weit sie tats�chlich vorr�cken w�rde, wenn die Grenze zu den Syndiks zusammenbricht.�</p><p>�Sie reden doch nicht von einer Bedrohung f�r die Allianz, oder? Das ist doch eine viel zu gro�e Strecke.�</p><p>�Vier Wochen Reisezeit von der Grenze der Allianz bis zur Grenze mit den Aliens�, hielt Desjani dagegen. �Im Hypernet.�</p><p>�K�nnen die das Hypernet benutzen?�, wollte der Captain der <emphasis>Warspite </emphasis>wissen.</p><p>�Es ist m�glich�, antwortete Geary. �Wir haben sogar Grund zu der Annahme, dass es die Aliens waren, die die Allianz und die Syndikatwelten mit der Hypernet-Technologie versorgt haben.�</p><p>Wieder starrten ihn alle an, dann sagte Commander Neeson, als w�rde er mit sich selbst reden: �Das w�rde erkl�ren�, dass es so viele Dinge gibt, die wir am Hypernet gar nicht verstehen� Und diese W�rmer haben sich �ber die Hypernet-Schl�ssel an Bord unserer Schiffe geschlichen.�</p><p>�So sieht es aus.�</p><p>�Aber warum?�, fragte Badaya und kniff bedrohlich die Augen zusammen. �Warum geben sie beiden Seiten solche Technologie? Was hatten sie vor?�</p><p>Duellos� Blick schien auf einen Punkt in weiter Ferne gerichtet zu sein. �Das Hypernet sorgte f�r einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Allianz ebenso wie bei den Syndikatwelten, der in dem Moment einsetzte, als die Ausgaben f�r den Krieg f�r beide Seiten zu hoch zu werden drohten. Au�erdem machten sie das K�mpfen viel einfacher, da die Logistik verbessert wurde, weil Schiffe und Material viel schneller von System zu System gelangen konnten.�</p><p>�Die wollten also, dass wir weiterk�mpfen?� Badaya lehnte sich nach hinten, Zornesr�te stieg ihm ins Gesicht. �Sie wollten beide Seiten immer weiter schw�chen, bis sie uns unterwerfen konnten.�</p><p>�Das war m�glicherweise die Absicht dahinter�, stimmte Geary ihm zu. �Unsere Absicht ist es, diesen Aliens zu verstehen zu geben, dass wir eine solche Einmischung in unsere Angelegenheiten nicht dulden. Wir wollen ihnen klar machen, dass interne Konflikte die Menschheit nicht davon abhalten werden, sich zur Wehr zu setzen, wenn jemand versucht, in ihr Territorium vorzudringen und es f�r sich zu beanspruchen.�</p><p>�Was einen Kampf erforderlich machen k�nnte�, warf Jane Geary ein. �Einen Kampf gegen einen Kontrahenten, von dem wir nicht wissen, wie stark er ist und �ber welche Ressourcen er verf�gt, welche Waffen er besitzt und wie es um seine Verteidigungsf�higkeiten bestellt ist.�</p><p>�Das ist richtig. Aber wenn wir nicht jetzt k�mpfen, werden wir es irgendwann sp�ter dennoch m�ssen, wenn wir schw�cher und die Aliens st�rker sind. Wir haben jetzt die Chance, eine Linie zu ziehen und ihnen zu sagen, dass sie diese Linie nicht �berschreiten sollen, weil sich die Menschheit nicht zum R�ckzug zwingen l�sst.�</p><p>Das kam bei den Offizieren gut an. Er sah, wie etliche von ihnen die Schultern strafften, als er sie mit dem Gedanken an einen R�ckzug konfrontierte. Sie waren der Ansicht, dass sie niemals vor den Syndiks zur�ckgewichen waren, und sie w�rden erst recht nicht vor irgendwem sonst zur�ckweichen.</p><p>�Sie sagten, sie haben schon zuvor Planeten der Syndiks �bernommen�, meldete sich Captain Parr von der <emphasis>Incredible </emphasis>zu Wort. �Waren das Planeten, auf denen noch Menschen zur�ckgeblieben waren? Wissen wir irgendetwas dar�ber, was aus diesen Menschen geworden ist?�</p><p>�Nein, das wissen wir nicht. Von den Menschen, die in die Gewalt der Aliens geraten sind, hat niemand je wieder etwas geh�rt.� Das st�rte alle Anwesenden, das konnte er deutlich merken. Es waren nicht blo� �ngste, die durch �ber Jahrtausende hinweg erz�hlte Geschichten entstanden waren, in denen fremde Rassen die Menschheit zu versklaven oder zu vernichten versuchten. Geschichten, die in j�ngerer Zeit mehr und mehr als Fantastereien abgetan wurden, da bislang nirgends eine nichtmenschliche intelligente Spezies entdeckt worden war. Nein, �berlegte Geary, es ging darum, Menschen zur�ckzulassen. Die Flotte tat so etwas nicht freiwillig, und wenn es sein musste, dann wurde jedes Mal das Versprechen gegeben, irgendwie zur�ckzukehren und sich um die zu k�mmern, die man zur�ckgelassen hatte. In der Praxis wurden diese Versprechen nicht oft eingel�st, dennoch waren sie stets ehrlich gemeint, wenn sie gegeben wurden.</p><p>Badaya betrachtete finster das Sternendisplay. �Das sind zwar Syndiks, aber es sind Menschen. Und vielleicht werden sie bald keine Syndiks mehr sein. Sie werden ihre CEOs aufkn�pfen oder erschie�en und dann Regierungen bilden, mit denen wir vern�nftig umgehen k�nnen. Diese Sternensysteme m�ssen evakuiert werden, aber das k�nnen die Syndiks nicht bewerkstelligen, richtig?�</p><p>�Richtig�, best�tigte Geary. �Sie haben nicht genug Schiffe, und die Zeit reicht auch nicht. Sie wissen ja, wie kompliziert es ist, nur ein einziges Sternensystem zu evakuieren, selbst wenn man alle Ressourcen der Allianz zur Verf�gung hat. Millionen Menschen m�ssten auf diesen Welten zur�ckgelassen werden.�</p><p>�Dann m�ssen wir hin und die Aliens aufhalten! Mag ja sein, dass sie in der Lage waren, auf die Syndiks einzupr�geln, aber dann werden sie feststellen, dass der Angriff der Allianz-Flotte eine Bedrohung ist, mit der sie es nicht aufnehmen k�nnen!�</p><p>Zustimmender Jubel folgte Badayas Worten.</p><p>Nachdem die Konferenz beendet war, stand Geary da und fragte sich, wie lange der Enthusiasmus f�r eine Offensive gegen einen neuen Feind anhalten w�rde.</p><p>Duellos war noch geblieben und sch�ttelte am�siert den Kopf. �Captain Badaya h�lt die Flotte f�r den gr��ten und schwersten Hammer, der je gefertigt worden ist. Und sobald er ein Problem als einen Nagel betrachten kann, dr�ngt er unweigerlich darauf, die Flotte zum Einsatz zu bringen.�</p><p>�Ja�, best�tigte Geary. �Badaya hat mir in der Vergangenheit immer wieder Kopfschmerzen bereitet, aber seine direkte Art kann manchmal ganz n�tzlich sein.� Das klang erschreckend nach etwas, das Rione sagen w�rde.</p><p>Pl�tzlich begann Desjani zu lachen. Als sie bemerkte, dass Geary und Duellos sie anschauten, zeigte sie auf das Display. �Diese Syndik-CEO bei Midway sitzt da und wartet, dass Hilfe eintrifft. Sie rechnet damit, dass die Aliens jeden Moment auftauchen, und dann kommt statt einer kleinen Syndik-Flotte die komplette Allianz-Flotte aus dem Hypernet-Portal geflogen. Die wird den Schock ihres Lebens kriegen.�</p><p>Es dauerte einige Tage, um die notwendigsten Reparaturen zu erledigen. Am liebsten h�tte Geary die am schwersten in Mitleidenschaft gezogenen Schiffe auf die Heimreise geschickt, aber auch wenn man in der Allianz damit besch�ftigt war, anhand der Daten des Hypernet-Schl�ssels an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>weitere Schl�ssel zu produzieren, war von denen kein Exemplar zeitig genug fertig geworden, um es der Flotte als Reserve mitzugeben. Nur Schiffe, die von der <emphasis>Dauntless </emphasis>begleitet wurden, konnten das Syndik-Hypernet benutzen, und so blieb ihnen nichts anderes �brig, als bei der Flotte zu bleiben und den Hilfsschiffen Gesellschaft zu leisten. Diese Hilfsschiffe verteilten Brennstoffzellen, Flugk�rper und Kart�tschen an die Schiffe, damit die ihre Best�nde auff�llen konnten, und produzierten alle notwendigen Ersatzteile.</p><p>Er konnte mit der Flotte nach Mandalon oder zur�ck nach Zevos springen, seine Entscheidung fiel auf letzteres System, da es dort ein Hypernet-Portal gab. Auch wenn dem Vertrag nach zwischen den Syndikatwelten und der Allianz Frieden herrschte, f�hlte sich Geary wie der Befehlshaber einer Besatzungsmacht, w�hrend er die Flotte zum Sprungpunkt f�hrte, wusste er doch, dass jeder Mann, jede Frau und jedes Kind im Sternensystem seine Flotte mit Furcht und Misstrauen betrachtete.</p><p>Ob sich Desjani auch an den wachsamen Blicken der argw�hnischen Syndiks st�rte, war ihr nicht anzusehen. �Zur�ck nach Zevos durch den Sprungraum, danach per Hypernet weiter nach Midway. Wenn man den Syndik-Daten trauen kann, dann kommen wir gut hin und werden etwa einen Tag vor Ablauf des Ultimatums dort eintreffen.�</p><p>�Ich glaube nicht, dass die Syndiks sich dar�ber beklagen werden.�</p><p>�Das sollten sie sich auch besser verkneifen.�</p><p>Er rief Carabali. �General, ich wollte mich nur vergewissern, dass wir alle Syndik-G�ste abgesetzt haben, die Ihre Marines von den Wracks mit an Bord gebracht haben.�</p><p>�Jeder unserer G�ste wurde in reparierten Rettungskapseln untergebracht, die sie zu sicheren Standorten bringen werden�, best�tigte Carabali. �In den Datenbanken der Flotte ist vermerkt, dass sich ein einzelner Syndik noch an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>befindet, aber man hat mir gesagt, dass er einen Sonderfall darstellt.�</p><p>�Das ist richtig, General. Wir bringen CEO Boyens zur�ck nach Hause.�</p><p>�Was ist mit den Kriegsgefangenen hier im System, Admiral?�, hakte sie nach. �Die w�rden sicher auch gern nach Hause gebracht werden.�</p><p>�Die will ich jetzt nicht an Bord nehmen�, erkl�rte Geary. �Mit ihnen w�ren zum einen unsere Schiffe �berlaufen, und ich m�chte nicht, dass die befreiten Kriegsgefangenen gleich darauf in Gefechte hineingezogen werden, falls wir doch gegen die Aliens k�mpfen m�ssen. Wenn wir bei Midway mit den Aliens fertig sind, kommen wir hierher zur�ck und holen unsere Leute ab. Ich habe mit den Gefangenen gesprochen und ihnen die Situation erkl�rt. Die neue Syndik-F�hrung wei�, dass sie den Leuten besser kein Haar kr�mmt, bis wir wieder da sind.� Geary l�chelte. �Ich habe diesen Syndiks pers�nlich erkl�rt, wenn sie sich nicht gut um unsere Leute k�mmern, dann wird jeder von ihnen Besuch von den Allianz-Marines bekommen.�</p><p>Es war das erste Mal, dass er Carabali lachen h�rte.</p><p>Zweieinhalb Wochen sp�ter kam die Allianz-Flotte aus dem Hypernet-Portal bei Midway geschossen, sie war damit tiefer ins Syndik-Territorium vorgesto�en als jedes andere Allianz-Schiff vor ihnen. Sie verf�gten zwar �ber Sternenkarten dieser Region, aber keiner von ihnen h�tte es f�r m�glich gehalten, eines dieser Systeme jemals zu Gesicht zu bekommen.</p><p>Das Erste, was die Flottensensoren registrierten, waren Scharen von Transportern, die mit zus�tzlichen Passagiermodulen versehen worden waren. Diese Schiffe flogen in weitem Bogen von den bewohnten Planeten zum Hypernet-Portal sowie zu den Sprungpunkten, um die Menschen in andere Systeme zu bef�rdern. Die Werte, die sie f�r den Planeten empfingen, lie�en jedoch keinen Zweifel daran, dass der weitaus gr��te Teil der Bev�lkerung dort zur�ckbleiben w�rde, da er bis zum Ablauf des Alien-Ultimatums nicht evakuiert werden konnte.</p><p>Es hielten sich auch Syndik-Kriegsschiffe im System auf, jedoch waren es nicht viele. In einer Entfernung von f�nf Lichtstunden kreiste eine kleine Syndik-Flotte durch das All. �Sechs Schwere Kreuzer, vier Leichte Kreuzer, f�nfzehn J�ger�, merkte Desjani an. �Wahrscheinlich ist das alles, was sie in dieser Region noch zusammenkratzen konnten.�</p><p>�Captain?�, rief der Ablauf-Wachhabende. �Einige der Schiffe lassen erkennen, dass sie nicht vollst�ndig ausgestattet sind. Es sieht so aus, als w�ren sie hergeschickt worden, obwohl sie noch gar nicht fertig montiert waren.�</p><p>�Dann werden die Crews auch nichts taugen. V�llig unge�bt und ohne jede Erfahrung.� Desjani warf Geary einen sehns�chtigen Blick zu. �Die w�ren so leicht in St�cke zu schie�en.�</p><p>Er zog mahnend eine Augenbraue hoch. �Ich dachte, Sie bevorzugen einen fairen Kampf.�</p><p>�Also� ja. Es ist ohnehin egal. Wir w�rden sie niemals zu fassen bekommen, au�er sie nehmen geradewegs Kurs auf uns. Aber ob sie unerfahren sind, m�chte ich doch eher bezweifeln.�</p><p>�Oder so selbstm�rderisch veranlagt. Daf�r sind wir sowieso nicht hergekommen.� Sobald das Licht von der Ankunft der Flotte jeden erreichte, w�rde man �berall im System in Panik geraten, vor allem nat�rlich auf den wehrlosen Transportern mit ihrer menschlichen Fracht an Bord. Geary sammelte sich kurz, dann bet�tigte er die Komm-Kontrollen. �An die Menschen im Midway-Sternensystem: Hier spricht Admiral Geary, der Befehlshaber �ber die Allianz-Flotte. Zwischen der Allianz und den Syndikatwelten wurde ein Friedensvertrag geschlossen. Der Krieg ist zu Ende. Wir sind nicht hergekommen, um Sie anzugreifen, sondern wir folgen einer Bitte der gegenw�rtigen F�hrer der Syndikatwelten, jeden Versuch abzuwehren, der zum Ziel hat, die geforderte Evakuierung dieses Sternensystems durchzusetzen. Ich betone: Wir sind hergekommen, um zu unterbinden, dass aggressive Akte gegen dieses Sternensystem gerichtet werden. Wir werden keine mit Menschen besetzten Schiffe angreifen, und wir werden auch gegen keine Einrichtung der Menschen in diesem System vorgehen, es sei denn, wir werden angegriffen. Dann werden wir auch nur im Rahmen der Selbstverteidigung zur Tat schreiten. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Er beendete die �bertragung, dann bet�tigte er eine andere Taste und richtete einen eng geb�ndelten Funkstrahl auf den Punkt auf der bewohnten Prim�rwelt, wo sich nach Boyens Angaben das Kommando-und Kontrollzentrum der Syndiks befinden musste. �CEO Iceni, hier spricht Admiral Geary, befehlshabender Offizier der Allianz-Flotte. Wir sind hier, weil die neuen F�hrer des Exekutivrats der Syndikatwelten uns gebeten haben, Sie dabei zu unterst�tzen, die zu erwartende Aggression der Enigma-Rasse zur�ckzuschlagen. Wir bitten Sie darum, uns umgehend �ber die aktuelle Situation zu informieren und uns dar�ber hinaus alle Informationen �ber die Enigma-Rasse zur Verf�gung zu stellen, von denen Sie glauben, sie k�nnten uns bislang noch nicht zug�nglich gemacht worden sein.�</p><p>Geary gab Boyens ein Zeichen, daraufhin trat der Syndik-CEO vor und stellte sich ins Transmissionsfeld. �Sie kennen mich, Gwen. Ich wurde gefangengenommen, als die Reserveflotte zerst�rt wurde. Die Flotte wird nicht wiederkehren, sie wurde vernichtet. Die Syndikatwelten haben keine Schiffe mehr, die sie herschicken k�nnten, aber es stimmt, was Admiral Geary gesagt hat. Der Krieg ist vorbei, und die Allianz hat sich bereit erkl�rt, bei der Verteidigung dieses Systems zu helfen. Admiral Geary ist ein Ehrenmann. Sie k�nnen ihm vertrauen. Er ist unsere einzige Hoffnung, um dieses und viele andere Sternensysteme zu verteidigen, die alle evakuiert werden m�ssten, wenn dieses hier von der Enigma-Rasse �bernommen werden sollte.�</p><p>Boyens ging wieder einen Schritt nach hinten, dann redete Geary weiter: �Wir bitten Sie, Ihrer Flotte und anderen Verteidigungseinrichtungen in diesem System den Befehl zu geben, keine Ma�nahmen zu ergreifen, die als provozierend gedeutet werden k�nnten. Wir bitten Sie ferner noch einmal, uns alle Informationen zur Verf�gung zu stellen, die f�r die Verteidigung dieses Sternensystems von Nutzen sein k�nnten. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Desjani betrachtete stirnrunzelnd ihr Display. �Wir sind da, aber wohin jetzt?�</p><p>�Ich w�rde Ihnen empfehlen, sich in diese Region zu begeben�, schlug Boyens vor und deutete auf einen Teil des Displays. �Das ist die Seite des Systems, die zum Territorium der Aliens hin gelegen ist. Wenn sie ankommen, dann irgendwo in diesem Gebiet.�</p><p>�Danke�, erwiderte Geary und wartete, bis Boyens von der Br�cke eskortiert worden war. Dann erst befahl er der Flotte, auf einen Vektor einzuschwenken, der in die von dem CEO empfohlene Region f�hrte.</p><p>Sie warteten wieder eine Weile, w�hrend die Crews auf den besch�digten Kriegsschiffen weiterhin darum bem�ht waren, so viele Reparaturen wie m�glich zu erledigen. Die Flotte zog an davoneilenden Syndik-Handelsschiffen vorbei, in denen sich die Menschen dr�ngten, die die Ankunft der Allianz-Streitmacht zweifellos mit einer Mischung aus Hoffnung und Angst mitverfolgten.</p><p>Die Antwort der Syndiks traf so schnell ein, wie es die Verz�gerungen bei der �bermittlung erlaubten.</p><p>�CEO Iceni ist immer noch hier�, stellte Rione fest, die zur�ck auf der Br�cke war. Sie hatte die rotierende Besetzung mit Sakai und Costa abermals so eingerichtet, dass sie anwesend sein konnte, wenn es etwas Interessantes zu beobachten gab. �Ich w�rde sagen, Iceni verdient unsere Anerkennung daf�r, dass sie sich nicht unter irgendeinem fadenscheinigen Vorwand gleich als Erste selbst evakuiert hat.�</p><p>Desjani murmelte etwas Unverst�ndliches, das sich ungef�hr so anh�rte wie: �Aber nicht von mir.�</p><p>CEO Iceni machte einen verwirrten und entsetzten Eindruck. �Hier spricht die Seniorrepr�sentantin der Syndikatwelten. Uns war bislang von der Unterzeichnung eines Friedensvertrags nichts bekannt, aber die von Ihnen �bermittelten Dokumente und das Echtheitszertifikat scheinen authentisch zu sein. Wir sind auf Ihre Ankunft nicht vorbereitet, eine solche Situation hat es� noch nie gegeben. Aber� wir sind Ihnen f�r Ihre Unterst�tzung dankbar. Wir hatten nicht erwartet, hier zu siegen� oder auch nur zu �berleben. Mein Stab stellt in diesem Augenblick alle Informationen zusammen, die f�r Sie hilfreich sein k�nnen. Was ich Ihnen jetzt schon mitteilen kann, ist, dass die Enigma-Rasse am wahrscheinlichsten durch den Sprungpunkt herkommt, der zu dem Stern f�hrt, den wir unter dem Namen Pele kennen. Ich habe Anweisungen an den CEO gesendet, der die kleine Flotte in diesem System befehligt, damit er unmittelbar mit Ihnen Kontakt aufnimmt und nicht das Feuer auf Ihre Flotte er�ffnet, es sei denn, er wird selbst angegriffen. Alle Verteidigungsanlagen der Syndikatwelten sind angewiesen worden, Ihre Schiffe nicht als Ziele zu erfassen.� Nach einer kurzen Pause f�gte sie hinzu: �Ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie CEO Boyens zugestehen w�rden, eigenst�ndig mit mir Kontakt aufzunehmen.�</p><p>�Tr�um weiter�, murmelte Desjani, dann hellte sich ihre Miene auf. �Wir k�nnen alles �berwachen, was er sendet und was von ihr zur�ckkommt.�</p><p>�Stimmt�, sagte Geary. �K�nnen Sie alles Notwendige veranlassen, Captain Desjani? Und denken Sie bitte daran, Lieutenant Iger einzubeziehen, damit er auf dem Laufenden ist.�</p><p>Fast drei Stunden sp�ter ging endlich eine Nachricht von der kleinen Syndik-Flotte ein. �Hier spricht CEO Vierten Grades Kolani, Befehlshaberin der Flotte Sieben Drei Vier der Syndikatwelten.� Kolanis Stimme und K�rperhaltung waren ungew�hnlich steif und f�rmlich, sie lie� das typische falsche L�cheln ebenso vermissen wie die echte Arroganz eines Syndik-CEOs. F�r ihren Posten wirkte sie recht jung, andererseits waren die �lteren und erfahreneren Commander alle dazu verdammt gewesen, im letzten Aufgebot gegen die Allianz im Heimatsystem zu sterben. Ihre Uniform sa� genauso tadellos wie ihre Frisur. Allem Anschein nach war schon etwas Schlimmeres als diese gegenw�rtige Krise n�tig, um selbst einen Junior-CEO der Syndiks aus der Ruhe zu bringen. �Mir wurde <emphasis>befohlen</emphasis>, mich wegen der Verteidigung dieses Sternensystems mit Ihnen in Verbindung zu setzen.�</p><p>�Und dieser Befehl macht sie ja so ungl�cklich�, merkte Desjani schadenfroh an.</p><p>�Ich� bitte� darum�, fuhr CEO Kolani fort, wobei ihr das Wort �bitte� fast im Hals stecken blieb, �dass Sie Ihre� Vorschl�ge �bermitteln, wie die mobilen Streitkr�fte der Syndikatwelten und der Allianz�� Wieder hielt sie kurz inne. ��gemeinsam die Verteidigung dieses Sternensystems �bernehmen sollten.� Die Augen der CEO loderten f�rmlich, und sie verkrampfte sich noch etwas mehr. �Wir sind bereit, bei der Verteidigung unserer Bev�lkerung zu sterben. Kolani Ende.�</p><p>Desjanis Schadenfreude hatte sich in ein widerstrebendes L�cheln verwandelt. �Sie ist z�h. Mit ihr h�tte ich mir gern ein Feuergefecht geliefert.�</p><p>�Das glaube ich gern�, antwortete Geary.</p><p>�Haben Sie vor, sie Seite an Seite mit uns k�mpfen zu lassen?�</p><p>Er sah sie an. �Das halte ich f�r keine gute Idee. Was meinen Sie?�</p><p>�Es w�re eine schreckliche Idee�, betonte Desjani. �Mit einem Syndik-Kriegsschiff in Waffenreichweite ins Gefecht zu ziehen? Mir ist egal, was in diesem Vertrag steht, und mir ist auch egal, dass wir uns auf einmal auf derselben Seite befinden sollen. Es besteht immer noch ein gro�es Risiko, dass mehr als nur ein Allianz-Schiff �versehentlich� auf die Syndiks feuert.� Nach kurzer Denkpause erg�nzte sie: �Genau genommen k�nnte es im Eifer des Gefechts tats�chlich dazu kommen, dass die Syndiks rein aus Gewohnheit beschossen werden, ohne dass da irgendeine Absicht im Spiel ist. Wir haben die Syndiks unser Leben lang als Feinde angesehen, das kann man nicht von jetzt auf gleich einfach abschalten.�</p><p>Desjani sah ihm einen Moment lang in die Augen, dabei erkannte er, was sie ihm sagen wollte, ohne es laut auszusprechen. <emphasis>Wenn die </emphasis>Dauntless <emphasis>in die N�he dieser Syndiks ger�t, k�nnte es </emphasis>mir <emphasis>im Eifer des Gefechts passieren, sie als Ziele anzusehen, weil sie schon immer der Feind gewesen sind. Ich w�rde es wahrscheinlich nicht absichtlich machen, aber ich h�tte deswegen anschlie�end bestimmt kein schlechtes Gewissen.</emphasis></p><p>Daraufhin nickte er bed�chtig, um ihr zu verstehen zu geben, dass ihre stumme Botschaft angekommen war. �Danke f�r Ihre offenen Worte. Es ist sehr wichtig f�r mich, solche Dinge zu h�ren. Auch wenn ich Ihre Bedenken au�er Acht lie�e, kann ich mir nicht vorstellen, dass eine enge Zusammenarbeit mit den Syndiks funktionieren d�rfte. Wir haben f�r einen solchen Fall keine festgelegten Protokolle, die sicherstellen, dass einer dem anderen sagen kann, was er tun soll, und dass das dann auch geschieht.�</p><p>�Ja, das auch. Werden Sie ihr sagen, dass sie sich weit, weit weg von uns aufhalten soll?�</p><p>�Sagen wir, ich werde nicht genau diese Wortwahl benutzen.� Mit ruhiger Stimme und neutraler Miene schickte er seine Antwort an die Befehlshaberin der Syndik-Flotte. �Ich danke Ihnen f�r Ihr Angebot, uns zu unterst�tzen, aber mit Blick auf die bis vor Kurzem noch ausgetragenen Feindseligkeiten zwischen unseren V�lkern und angesichts der Tatsache, dass wir nicht �ber von beiden Seiten einvernehmlich festgelegte Ablaufprotokolle verf�gen, ist das Risiko zu gro�, dass es zu Missverst�ndnissen kommt. Wir bitten Sie daher, mit Ihrer Flotte eine Position einzunehmen, die gut bei einem Drittel der Strecke zwischen der bewohnten Prim�rwelt dieses Systems und jenem Punkt liegt, an dem mit dem Auftauchen der Aliens zu rechnen ist. Unsere Flotte wird sich in einen Orbit begeben, der gut zwei Drittel der Entfernung zu Ihrer Prim�rwelt betr�gt, also ein Drittel zur erwarteten Position der Aliens. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Voller Unglauben sch�ttelte Desjani den Kopf. �Ich wei� nicht, wie Sie mit denen reden k�nnen.�</p><p>�Sie meinen, woher ich wei�, wie ich mich ausdr�cken muss? Ich bin schon fr�h in meiner Karriere Syndik-Kriegsschiffen begegnet, vor �ber hundert Jahren, als noch Frieden herrschte. Damals musste ich lernen, wie ich reden muss.�</p><p>�Das habe ich damit nicht gemeint.� Desjani schob leicht den Unterkiefer vor, w�hrend sich ihr Blick auf ferne Erinnerungen richtete. �Ich wei� nicht, wie Sie mit denen reden k�nnen, ohne Drohungen oder Forderungen auszusprechen. Ich k�nnte das nicht, und ich glaube kaum, dass irgendein anderer Offizier dieser Flotte dazu in der Lage w�re.� Dann sah sie ihn wieder an, diesmal mit einem abw�genden Ausdruck in den Augen. �Die lebenden Sterne wussten mehr, als wir uns vorstellen konnten. Sie wussten, wir brauchen Sie, um diese Flotte zu retten und den Krieg zu gewinnen. Aber ihnen war auch klar, dass wir Sie jetzt immer noch brauchen; einen Mann, der frei ist von der Verbitterung und dem Zorn, die wir alle empfinden, weil wir unser ganzes Leben lang gegen diese Bastarde k�mpfen. Jemanden, der in der Lage ist, mit den Syndiks zu reden.�</p><p>Da war wieder seine Mission. Er hatte gehofft, nach Kriegsende w�rde dieses Gerede endlich aufh�ren, die lebenden Sterne h�tten ihn aus der Vergangenheit in diese Zeit geschickt. Aber Desjani hatte bislang immer an ihrem Glauben festgehalten, und sie war ganz sicher nicht die Einzige, die der Meinung war, dass h�here M�chte ihre Finger im Spiel hatten. Also versuchte Geary, sich nicht anmerken zu lassen, wie er innerlich bei diesen Worten zusammenzuckte.</p><p>Doch Desjani entging seine Reaktion nicht. �Tut mir leid. Ich wei�, es ist Ihnen unangenehm, wenn ich davon rede.�</p><p>�Ich bin auch nur ein Mensch�, hielt er ihr vor Augen.</p><p>�Nur?� Sie grinste ihn an. �Jawohl, Sir.� Er war schon vor einer Weile dahintergekommen, dass sie, wenn sie mit einem simplen �Jawohl, Sir� antwortete, in Wahrheit gar nicht seiner Meinung war. Aber dann verschwand das L�cheln so schnell, wie es gekommen war. �Tatsache ist, dass Sie nach wie vor gebraucht werden.�</p><p>�Ich kann nicht der Einzige sein, der in der Lage ist, bestimmte Dinge zu erledigen, Tanya. Andere m�ssen das auch lernen, weil ich nicht �berall zugleich sein kann. Au�erdem werde ich nicht ewig leben.�</p><p>�Ja, das stimmt.� Sie verzog den Mund. �Ich werde mir M�he geben.�</p><p>�Sie haben bereits eine Menge mehr gemacht, als sich nur M�he zu geben, Captain Desjani, und das wei� ich zu sch�tzen. Na gut, in ungef�hr sechs Stunden werden wir wissen, was die Syndik-Flotte tun wird. Bis dahin sind wir schon in Position gegangen. Wenn diese Aliens auftauchen, werden wir sie in Empfang nehmen.�</p><p>�Und wenn nicht?�</p><p>�Dann improvisieren wir eben, Captain Desjani.�</p><p>�Ja, das werden wir machen�, gab sie grinsend zur�ck.</p><p>Sie befanden sich im Orbit und warteten, als die Antwort der Syndik-Flotte einging. Die befehlshabende CEO machte den gleichen m�rrischen Eindruck wie bei der ersten �bermittlung, ihre Worte kamen wie ein einstudierter Text �ber ihre Lippen. �Die mobilen Streitkr�fte der Syndikatwelten in diesem Sternensystem entsprechen Ihrer Bitte. Wir werden in einen Orbit einschwenken, von dem aus wir so reagieren k�nnen, wie es die Ereignisse erfordern. F�r das Volk. Kolani Ende.�</p><p>Senator Sakai beugte sich auf seinem Platz vor und machte eine beeindruckte Miene. �Sie hat die �bertragung mit der f�rmlichen Floskel beendet. Vor �ber einer Generation haben die Syndiks aufgeh�rt, so mit uns zu reden. Ich kenne das nur noch aus historischen Aufzeichnungen. Vielleicht ist es ja ein Zeichen, dass sie bereit sind, wieder ernsthaft mit uns zu reden.�</p><p>Desjani wirkte einen Moment lang beunruhigt, dann erkl�rte sie entschlossen: �Aber nicht als Erste. Sie werden nicht lernen, mit uns ernsthaft zu reden, bevor wir gelernt haben, wieder mit ihnen zu reden.�</p><p>Und dann warteten sie weiter. Die Allianz-Flotte hatte einen Orbit in einer festen Position zum Sprungpunkt nach Pele eingenommen, w�hrend sich die Syndik-Flotte gut eine Lichtstunde n�her zur Prim�rwelt aufhielt. Die Syndik-Transporter mit den Evakuierten an Bord versuchten weiter, so viele Menschen wie m�glich aus dem System zu bringen, w�hrend die Planeten und Asteroiden ihre Bahnen zogen, wie sie es seit Jahrtausenden taten. Nur die Kriegsschiffe waren nicht in Bewegung. Von den Syndiks wurden keine weiteren Mitteilungen �bertragen, und Geary fiel auf, dass seine eigenen Offiziere ganz bewusst die Gegenwart der Syndik-Schiffe ignorierten. Es wirkte, als w�re es ihnen lieber, ein verlassenes Sternensystem zu verteidigen, anstatt eines, das von den Menschen bev�lkert wurde, die in ihren K�pfen noch immer die Feinde waren.</p><p>Geary f�hlte sich einmal mehr rastlos und unternahm einen seiner typischen Spazierg�nge durch die <emphasis>Dauntless</emphasis>, auf denen er in den G�ngen des Schiffs unterwegs war und die Offiziere und Matrosen gr��te, denen er dabei begegnete. Mit dem einen oder anderen wechselte er ein paar Worte, aber nur einer, ein Chief Petty Officer, stellte die Frage, die allen in der Flotte durch den Kopf gehen musste. �Wer sind die, Admiral? Diese Aliens, meine ich.�</p><p>�Das wissen wir nicht�, antwortete Geary. �Das ist einer der Gr�nde, weshalb wir hier sind, Chief. Wir wollen herausfinden, wer sie sind und was sie vorhaben.�</p><p>�Die Leute erz�hlen sich, dass die sich ein paar Sternensysteme der Syndiks einverleiben wollen, Admiral.�</p><p>�Danach sieht es aus, Chief. Aber wir wissen nicht, wann sie zufrieden sind oder ob sie nicht auf einmal bei uns zu Hause vor der T�r stehen und Allianz-Systeme �bernehmen wollen. Sollten sie tats�chlich feindselig sein, dann wollen wir uns ihnen hier in den Weg stellen, bevor sie bei uns auftauchen.�</p><p>Der Chief und die Matrosen, die mit ihm in einer Gruppe standen, nickten zustimmend. Das war die Art von Logik, die einen Sinn f�r sie ergab. �Hatten sie was mit Kalixa zu schaffen?�</p><p>�Wir glauben ja.�</p><p>Alle verzogen sie angewidert den Mund. �H�ssliche Sache�, meinte der Chief. �Wir wollen nicht, dass sie so was in einem Allianz-System versuchen.�</p><p>�Ganz bestimmt nicht�, pflichtete Geary ihm bei. �Wir wollen nicht mal, dass sie auch nur glauben, sie k�nnten mit so was ungeschoren davonkommen.�</p><p>�Ist ja fast wie Grendel, nicht wahr?�, merkte der Chief an. �Nur dass es diesmal nicht die Syndiks sind, die einen �berraschungsangriff auf uns planen. Wir danken den lebenden Sternen, dass Sie hier bei uns sind, Sir. So wie Sie damals auch dort waren.� Wieder folgte zustimmendes Nicken.</p><p>�Danke, und ich danke den lebenden Sternen, dass Sie heute alle bei mir sind.� Er wusste nie so recht, wie er mit Bemerkungen umgehen sollte, wie sie der Chief gemacht hatte, aber eine schlichte, ehrliche Antwort erschien ihm immer noch die beste Antwort. Die Matrosen schienen sich dar�ber zu freuen.</p><p>Als er weiterging, musste er wieder an das denken, was der Chief gesagt hatte. In gewisser Weise erinnerte das hier tats�chlich an Grendel. Die Syndik-Flotte entsprach in ihrer Gr��e in etwa der, der sich Geary bei Grendel gegen�bergesehen hatte. Doch w�hrend es damals nur ihn und die Crew seines Schweren Kreuzers <emphasis>Merlon </emphasis>gegeben hatte, wurde er nun von einer eigenen Flotte begleitet. Und diesmal waren es die Kriegsschiffe der Allianz-Flotte gewesen, die ohne Vorwarnung in einem Syndik-Sternensystem aufgetaucht waren und ihre friedlichen Absichten bekundet hatten, und das war das genaue Gegenteil der Ereignisse bei Grendel. Genau genommen war die Allianz-Flotte sogar darum gebeten worden herzukommen. Und sie hegte keine feindseligen Absichten gegen die Bev�lkerung dieses Systems. Manches war wie bei Grendel, aber vieles war auch v�llig anders.</p><p>Die Leute aus dieser Zeit glaubten unbeirrbar daran, dass er bei Grendel gesiegt hatte, obwohl die <emphasis>Merlon </emphasis>zerst�rt worden war. Unwillk�rlich fragte er sich, wie man wohl in hundert Jahren die jetzt anstehende Konfrontation in Erinnerung haben w�rde � und wie hoch der Preis war, den sie kosten w�rde.</p><p>Schlie�lich kehrte Geary auf die Br�cke zur�ck, wo er auf sein Display starrte, auf dem sich keine bedeutenden Ver�nderungen abgespielt hatten, obwohl das Ultimatum der Aliens vor Stunden abgelaufen war. Desjani sa� immer noch in ihrem Sessel und schien sich in der ganzen Zeit nicht ger�hrt zu haben. Sie wirkte wie eine gro�e Raubkatze, die geduldig darauf wartete, dass ihre Beute auftauchte und sie sich auf sie st�rzen konnte. Auch die Wachhabenden schienen auf eine ganz �hnliche Weise angespannt zu sein, da sich unter ihre Zuversicht in ihre Vorgesetzten und ihr eigenes K�nnen die Sorge vor dem Unbekannten mischte, das auf sie alle wartete. Hinter Geary gab Senatorin Costa nur unwillig ihren Platz an Rione ab, die sich wortlos hinsetzte und nach au�en hin v�llig unbesorgt erschien.</p><p>Eine weitere Stunde verstrich, und Gearys Gedanken kreisten um die Schlachten, in denen er das Kommando gehabt hatte, und um die M�nner, Frauen und Schiffe, die diese Schlachten nicht �berlebt hatten. Seine Entscheidungen, seine Verantwortung. Ihm kamen Carabalis Worte in den Sinn: <emphasis>Ich bin es leid, entscheiden zu m�ssen, wer �berlebt und wer stirbt.</emphasis></p><p>Dann auf einmal waren sie da und rissen Geary aus seinen �berlegungen. Das All, das eben noch leer gewesen war, hatte sich schlagartig mit Schiffen gef�llt.</p><p>Mit einer gro�en Menge an Schiffen.</p><p>Geary sp�rte, wie die Anspannung auf der Br�cke abrupt in die H�he ging, und er bem�hte sich, nach au�en hin Ruhe zu bewahren. �Sieht aus, als w�ren sie uns zahlenm��ig �berlegen.�</p><p>�Ungef�hr im Verh�ltnis zwei zu eins�, best�tigte Desjani genauso gefasst wie er. Er fragte sich, ob sie ihre Gelassenheit auch nur so vort�uschte wie er. Bei Desjani hatte er schon immer das Gef�hl gehabt, dass sie umso ruhiger wurde, je n�her ein Gefecht r�ckte. �Sie sind ungef�hr zweieinhalb Lichtstunden von uns entfernt und gleichzeitig ungew�hnlich weit weg vom Sprungpunkt. Lieutenant Commander Kosti, was erz�hlen die Schiffssysteme?�</p><p>Kosti, der offensichtlich froh war, sich auf etwas anderes konzentrieren zu d�rfen als auf die Anzahl an Alien-Schiffen, betrachtete aufmerksam seine Displays. �Sie sind tats�chlich deutlich weiter vom Sprungpunkt entfernt, als es unsere Schiffe w�ren. Die Systeme k�nnen aber nicht feststellen, ob die Aliens einen v�llig anderen Antrieb verwenden, um das Sprungph�nomen zu nutzen, oder ob sie bei der gleichen Antriebsart andere Ergebnisse erzielen.�</p><p>Desjani nickte. �Danke. Das hei�t, sie k�nnten auch �ber gr��ere Sprungreichweiten verf�gen.�</p><p>�Ja, Captain. Vielleicht sogar deutlich gr��ere, aber dazu lassen sich keine Angaben machen.�</p><p>Geary konzentrierte sich wieder auf die Aliens, deren Armada in sechs Unterformationen aufgeteilt war, die alle die Form einer Scheibe aufwiesen. Die Unterformationen waren zu zwei V-f�rmigen Gruppen angeordnet, in denen eine Formation ein St�ck weit vor den beiden anderen positioniert war. Beide V-Gruppen hatte man �bereinandergestapelt, wobei die untere ein St�ck nach hinten zur�ckversetzt war. �Ich habe keine Ahnung, wie sie in dieser Formation k�mpfen wollen. Ist das eigentlich die beste Aufl�sung, in der die einzelnen Schiffe dargestellt werden?� Die Sensoren zeigten nur vage Schemen an.</p><p>�Ja, Admiral�, best�tigte Lieutenant Commander Kosti. �Das ist alles, was wir sehen. Wir k�nnen zwar sagen, dass sich da ein Schiff befindet, aber das ist auch schon alles. Wir wissen nicht mal, wie gro� es ist, von irgendwelchen Details ganz zu schweigen. Und ich habe keine Ahnung, wie es den Aliens m�glich ist, etwas von den Ausma�en eines Raumschiffs so gut zu verschleiern.�</p><p>�Stellen Sie eine Verbindung zu Boyens her. Er soll die gleichen Bilder zu sehen bekommen wie wir, aber er soll uns nicht h�ren k�nnen, es sei denn, wir sprechen ihn direkt an.�</p><p>�Ich sagte Ihnen ja, dass die �ber unglaubliche Tarnf�higkeiten verf�gen�, lie� CEO Boyens verlauten, als seine virtuelle Pr�senz auf der Br�cke erschien und er die Informationen auf den Displays zu sehen bekam. Er selbst sollte keinen Zugang zur Br�cke erhalten, erst recht nicht, wenn mit einem Gefecht zu rechnen war. �Ein besseres Bild als das da haben wir auch nie empfangen k�nnen. Manchmal sind sie vollst�ndig unsichtbar, bis sie sich aus irgendeinem Grund entscheiden, sich einem zu zeigen.�</p><p>�Haben Sie schon einmal so viele Schiffe gesehen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Nein, nicht ann�hernd so viele.� Der Syndik-CEO musterte ratlos die Displays. �Warum so viele? Sie k�nnen nicht erwartet haben, dass wir als Syndikatwelten noch eine Flotte zusammenstellen k�nnen, die eine solche Armada rechtfertigt.�</p><p>�Wollen sie immer so deutlich die Oberhand demonstrieren, wenn sie mit Menschen zu tun haben?�, fragte Rione.</p><p>�Schwer zu sagen. In den letzten Jahrzehnten gab es nur selten Kontakte, und soweit ich wei�, ist es auch genauso lange nicht mehr zu milit�rischen Auseinandersetzungen gekommen.�</p><p>�Dann werden wir abwarten m�ssen, was diesmal geschieht�, sagte Geary. Obwohl sich Allianz-Politiker an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>befanden, hielt er es f�r angebracht, dass er sich an die Aliens wandte. Das hier vermittelte eher den Eindruck einer milit�rischen Konfrontation als den einer diplomatischen Mission. �Hier spricht Admiral Geary, befehlshabender Offizier der Allianz-Flotte. Ich wende mich an die unbekannten Schiffe, die im Midway-Sternensystem eingetroffen sind. Identifizieren Sie sich und dringen Sie nicht tiefer in das System ein. Wir w�nschen keine Gewaltanwendung, aber die Allianz-Flotte wird alle erforderlichen Ma�nahmen ergreifen, um jeden Angriff auf dieses Sternensystem abzuwehren.�</p><p>Rione war kreidebleich, als sie auf ihr Display schaute. �Also wird es einen Kampf geben, einen weiteren Krieg.�</p><p>�M�glicherweise. Ich werde versuchen, so etwas zu vermeiden.�</p><p>�Ich wei�, Sie werden das tun, aber die Aliens haben uns gesehen, als sie hier aufgetaucht sind, und trotzdem n�hern sie sich weiter dem Stern. Ich hatte gehofft, wir k�nnten mit ihnen reden, aber wenn sie uns zahlenm��ig so �berlegen sind, sehen sie dazu wom�glich gar keine Veranlassung.� Auf den Displays war zu sehen, wie die Schiffe der Aliens einem Kurs folgten, der sie tiefer ins System f�hrte � und damit in Richtung der Allianz-Flotte.</p><p>�Sie werden meine Nachricht erst in zweieinhalb Stunden empfangen. Wir werden sehen, wie sie dann reagieren.�</p><p>�Aber sie wissen bereits, dass wir hier sind, und trotzdem kommen sie n�her.�</p><p>�Ja.� Mehr als das gab es dazu nicht zu sagen.</p><p>Rione kam n�her und fragte fast im Fl�sterton: �K�nnen Sie eine so gro�e Armada besiegen, Admiral Geary?�</p><p>�Das wei� ich nicht, weil es zu vieles gibt, was uns �ber die Aliens noch nicht bekannt ist.�</p><p>Desjani meldete sich zu Wort und erkl�rte lauter als Rione: �Wenn jemand sie besiegen kann, dann ist es Admiral Geary.�</p><p>Ohne den Blick von Geary abzuwenden, stimmte Rione der Kommandantin der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu: �Da bin ich wieder einmal Ihrer Meinung. Tut mir leid.�</p><p>�Versuchen Sie nur, daraus keine Angewohnheit zu machen. Das ist n�mlich ein bisschen beunruhigend.�</p><p>�Ich glaube, dar�ber m�ssen Sie sich keine Sorgen machen�, gab Rione ironisch zur�ck, w�hrend Desjani nickte und dabei stur auf ihr Display sah.</p><p>Die Antwort der Aliens traf nach etwas �ber f�nf Stunden ein, was verriet, dass sie ein wenig Zeit ben�tigt hatten, um ihre Erwiderung zu formulieren. Alle drei Senatoren waren auf der Br�cke, da sie darauf hofften, den historischen Moment mitzuerleben, wenn die Aliens sich zum ersten Mal an die Vertreter der Allianz wandten. Da sich die drei ruhig verhielten, gab es f�r Geary keinen Grund, sie wegzuschicken.</p><p>Die �bertragung der Aliens zeigte eine Br�cke, die an die eines Syndik-Kriegsschiffs erinnerte. Bev�lkert wurde sie von Menschen, die v�llig unscheinbare Kleidung trugen. Boyens zeigte auf das Bild. �Sehen Sie? Das ist alles nicht echt. Bei unserer ersten Nachricht an die Enigma-Rasse haben wir Bild und Ton gesendet, w�hrend von ihnen nur Audioantworten zur�ckkamen, die aus ein oder zwei Worten bestanden. Dann auf einmal bekamen wir von ihnen solche Bilder geliefert. Wir haben sie analysieren lassen und fanden heraus, dass ihre Br�cke aus Elementen der Br�cken jener Syndik-Schiffe bestand, die mit den Aliens kommuniziert hatten. Das Gleiche gilt auch f�r die �Menschen�, die wir sehen. Sie sind nichts als digitale Kombinationen aus dem Personal, das zuvor mit ihnen zu tun hatte.�</p><p>Geary betrachtete die Darstellung der Br�cke und nickte zustimmend. �Das ist ja eigenartig. Ich kann sogar Elemente von Syndik-Kriegsschiffen wiedererkennen, wie sie vor hundert Jahren ausgesehen haben. Die Aliens haben ihre Bilder nie aktualisiert.�</p><p>�Ganz richtig�, best�tigte Boyens. �Wir haben �berlegt, ob sie nichts aktualisiert haben, weil es ihnen egal ist, dass wir ihre F�lschung durchschauen, oder ob ihnen nicht klar ist, wie verr�terisch diese alte, immer gleiche Br�cke ist.�</p><p>Der �Mann� im Kommandosessel l�chelte exakt so, wie man es von einem Syndik-CEO kannte. �M�chte wissen, ob ihnen bewusst ist, dass es sich um ein offensichtlich aufgesetztes L�cheln handelt�, sagte Rione leise.</p><p>�Das w�rde ich auch gern wissen�, erwiderte Boyens. �Sie scheinen falsche menschliche Gef�hlsregungen besser nachahmen zu k�nnen als echte.�</p><p>�Kriegsschiffe der Allianz�, begann der menschliche Avatar zu reden, wobei sich der Gesichtsausdruck auf eine Weise ver�nderte, die nicht so ganz zum Tonfall passte. Der Effekt war nur sehr unterschwellig zu bemerken, wie Boyens bereits gesagt hatte. Aber er war erkennbar. �Ihrer Flotte geh�rt dieser Stern nicht, ihre Flotte geh�rt nicht hierher. Verhandelt wird mit denen, die diesen Stern besetzt haben, denen er aber nicht geh�rt. Verlassen Sie diesen Stern, und Sie werden in Ruhe gelassen werden. Vernichtung wird jeden treffen, der hier bleibt. Durch eine vor langer Zeit getroffene Vereinbarung ist dies unser Stern.�</p><p>Geary sah zu Boyens� Bild, der sch�ttelte sofort den Kopf. �Keine Vereinbarung, die die Syndikatwelten mit ihnen getroffen haben.�</p><p>�Das k�nnte zum Beispiel bedeuten, dass er ihnen als g�ttliches Geschenk �bertragen wurde�, warf Rione ein. �Oder dass sie einen Anspruch auf dieses Gebiet angemeldet hatten, lange bevor sie �berhaupt in der Lage waren, die Kontrolle dar�ber zu �bernehmen.� Sie sah die beiden anderen Senatoren an. �Die Behauptung, dass sie nicht k�mpfen wollen, gepaart mit Drohungen, was geschehen wird, wenn wir nicht ihre Forderungen befolgen.�</p><p>Costa machte eine w�tende Miene. �Sie wollen diese Art Frieden, bei dem uns nichts passiert, wenn wir tun, was sie sagen.�</p><p>�Das sehe ich auch so�, stimmte Sakai der Senatorin zu. �Allerdings kann es auch aggressives Gehabe sein, um die Verhandlungen zu er�ffnen.�</p><p>�Vielleicht ja. Glauben Sie, unsere Anwesenheit hier im System k�nnte sie verwirrt haben?�, wollte Geary wissen.</p><p>Die drei Senatoren dachten dar�ber nach, schlie�lich nickte Rione. �Vielleicht keine Verwirrung, aber wie es scheint, wollen sie nur mit den Syndiks zu tun haben.�</p><p>�Wegen der W�rmer in den Systemen der Syndik-Schiffe m�ssen sich die Aliens daran gew�hnt haben, immer zu wissen, wo sich Schiffe der Menschen gerade aufhalten. M�glicherweise hat es sie �berrascht, uns hier vorzufinden, und jetzt versuchen sie, uns mit einem Bluff loszuwerden. Es kann nicht schaden, weiter mit ihnen zu reden, damit wir herausfinden, ob sie einen R�ckzieher machen, wenn wir dazu nicht bereit sind.� Geary �berlegte kurz, dann bet�tigte er seine Kontrollen. �Hier spricht Admiral John Geary von der Allianz-Flotte. Der Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten wurde beendet. Wir sind darum gebeten worden, bei der Verteidigung dieses Systems gegen jegliche Bedrohung mitzuhelfen. Es hat nie eine Vereinbarung gegeben, dieses Sternensystem an Sie zu �bergeben. Wir erkennen die Berechtigung Ihres Ultimatums nicht an. Wir wollen keinen Kampf mit Ihnen beginnen, aber wir werden jeden Angriff auf dieses Sternensystem abwehren, ebenso Angriffe auf jedes andere System, das von Menschen bewohnt wird oder das sich innerhalb der Grenzen der von Menschen bewohnten Gebiete befindet. Ziehen Sie Ihre Streitmacht zur�ck, dann k�nnen wir Gesandte losschicken, um mit Ihnen zu verhandeln und Bedingungen f�r eine friedliche Koexistenz festzulegen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>�Als ob die sich zur�ckziehen�, murmelte Desjani.</p><p>�Ich wei�. Aber ich will es zumindest versucht haben.�</p><p>Da die Armada der Aliens weiter mit 0,1 Licht auf die Allianz-Flotte zusteuerte, vergingen bis zur Antwort nicht ganz vier Stunden. Diesmal jedoch nahm der erste Teil der Erwiderung eine Form an, die wohl die F�higkeiten der Aliens unter Beweis stellen sollte.</p><p>Die Formation bewegte sich abrupt nach oben, dann zur Seite und kehrte danach in perfektem Einklang zu den alten Vektoren zur�ck. Die Schnelligkeit des Man�vers und die abrupten Richtungswechsel waren beeindruckend und be�ngstigend zugleich. Geary schaute verdutzt auf sein Display. �Habe ich das gerade richtig gesehen?�</p><p>�Ja�, antwortete Desjani, die die Kiefer so zusammenpresste, dass Geary das Spiel ihrer Muskeln sehen konnte.</p><p>�Captain�, meldete der Maschinen-Wachhabende fast im Fl�sterton. �Die Schiffe der Aliens scheinen �ber Antriebssysteme zu verf�gen, die ein deutlich besseres Verh�ltnis von Schub zu Masse aufweisen als unsere. Au�erdem m�ssen ihre Tr�gheitsd�mpfer viel leistungsf�higer sein.�</p><p>Die anderen Wachhabenden auf der Br�cke schauten weiter auf ihre Displays, doch allein ihre Haltung verriet schon ihr pl�tzliches Unbehagen.</p><p>Desjani zwang sich dazu, sich zu entspannen, was Geary als genauso bemerkenswert empfand wie die Zurschaustellung der Man�vrierk�nste der Aliens. Dann wandte sie sich l�ssig an den Waffen-Wachhabenden: �K�nnen wir sie treffen?�</p><p>�Captain?� Der Wachhabende ben�tigte einen Moment, ehe er die Frage erfasst hatte, dann begann er hastig zu rechnen. �Ja, Ma�am. Unsere Feuerkontrollsysteme k�nnen mit Zielen zurechtkommen, die solche Man�ver fliegen.�</p><p>�Was ist mit Phantomen?�, hakte Desjani nach.</p><p>�Ja, Ma�am, wenn wir sie in der richtigen �berlappung abfeuern.� W�hrend der Mann antwortete, wurde er sichtlich ruhiger, was auch f�r das �brige Br�ckenpersonal galt.</p><p>�Sie k�nnen also Phantomen und H�llenspeeren nicht ausweichen�, folgerte sie.</p><p>�Nein, Ma�am�, best�tigte der Wachhabende, der inzwischen zu grinsen begonnen hatte.</p><p>�Dann k�nnen sie tanzen, so viel sie wollen�, meinte sie und zwinkerte Geary verstohlen zu, w�hrend sich die Wachhabenden wieder mit gesteigerter Zuversicht ihren Displays zuwandten.</p><p>Er reagierte mit einem bewundernden Blick und beugte sich vor, um leise zu sagen: �Sie sind ein verdammt guter Offizier, Captain Desjani. Gut gemacht. Wollen Sie diese Beobachtung der gesamten Flotte mitteilen?�</p><p>Desjani l�chelte zufrieden. �Das muss ich gar nicht. Die Wachhabenden sind l�ngst damit besch�ftigt, die Neuigkeit zu verbreiten. Manchmal haben die inoffiziellen Kan�le auch ihr Gutes.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck und zwang sich dazu, genauso gelassen zu wirken wie Desjani, da er wusste, dass alle Blicke auf ihm ruhten. Dabei fragte er sich, wie gut die Aliens wohl solche menschlichen Gef�hle begreifen konnten. W�rden sie Ruhe und Zuversicht sehen? Oder Arroganz und Desinteresse? Oder nichts, was f�r sie irgendeinen Sinn ergab?</p><p>�Eine weitere Nachricht�, meldete der Komm-Wachhabende. �Als Ursprung wird die vordere Unterformation am unteren Rand der gesamten Formation angegeben.�</p><p>Die menschlichen Avatare der Aliens wirkten diesmal in ihren Bewegungen steifer, das Mienenspiel ernster. �Gehen Sie weg. Verlassen Sie diesen Stern. Dieser Stern geh�rt Ihnen nicht, Admiral Geary. Verhandelt wird nur mit denjenigen von den Syndikatwelten. Ihre Flotte muss abreisen. Wenn Sie k�mpfen, werden Sie vernichtet werden. Verhandlungen werden erst gef�hrt, wenn das, was uns geh�rt, von den Syndikatwelten verlassen worden ist.�</p><p>�Admiral�, meldete sich der Komm-Wachhabende abermals zu Wort. �Wir erhalten eine Nachricht von der Syndik-CEO, die das Sagen �ber dieses Sternensystem hat.�</p><p>CEO Iceni erschien nun auf dem Display und war sichtlich darum bem�ht, Ruhe und Zuversicht auszustrahlen. �Admiral Geary, die Enigma-Rasse hat uns wissen lassen, dass man nicht mit Ihnen verhandeln will und Sie auffordert, dieses Sternensystem sofort zu verlassen. Ich habe mich entschieden, nicht auf diese Nachricht zu reagieren. Angesichts der zahlenm��igen St�rke und des Tonfalls ihrer Mitteilungen m�ssen wir wohl davon ausgehen, dass die Enigma-Rasse zum Kampf bereit ist, um die Kontrolle �ber dieses System zu erlangen. Ich wei� nicht, unter welchen Bedingungen Sie sich bereiterkl�rt haben, das Midway-System zu verteidigen, aber indem Sie sich der Enigma-Rasse in den Weg gestellt haben, ist Ihre eigene Ehre gew�hrleistet. Wir werden Sie nicht bitten, unseretwegen einen aussichtslosen Kampf zu beginnen. Wenn Sie sich jetzt zur�ckziehen wollen, kann Ihnen niemand einen Vorwurf daraus machen. Wir bitten Sie nur darum, w�hrend Ihres R�ckzugs die Aufmerksamkeit der Enigma-Schiffe zu binden, damit unsere Schiffe so viele Menschen wie m�glich evakuieren k�nnen.�</p><p>In die Stille nach dieser Nachricht sprach Desjani: �Sie meint, wir wollen <emphasis>davonlaufen?</emphasis>� Ihre Entr�stung entsprach der des gesamten Br�ckenpersonals.</p><p>Geary dagegen hatte den Sinn dieser Bemerkung erfasst. �Die Aliens m�ssen ihr eine Nachricht geschickt haben parallel zu der, die wir empfangen haben. F�r sie gibt es keinen Grund zu glauben, dass wir bereit sind, bei der Verteidigung eines Syndik-Systems zu sterben. Aber sie macht uns daraus auch keinen Vorwurf.�</p><p>�Was glaubt sie eigentlich, wer wir sind?�, ereiferte sich Desjani. �Diese Flotte zieht sich <emphasis>nicht </emphasis>zur�ck.�</p><p>Tats�chlich hatte sie das sehr wohl schon gemacht; zum ersten Mal, als sie unter Gearys Kommando aus dem Heimatsystem der Syndiks geflohen war, und danach noch einige Male, als sie sich auf dem Weg nach Hause befand. Aber er wusste, wie Desjani es meinte, und es ermutigte ihn, dass ihre Einstellung wahrscheinlich der der gesamten Flotte entsprach, nachdem alle geh�rt hatten, dass die Syndiks ihnen die Gelegenheit zum ehrenvollen R�ckzug anboten. Sie mochten zwar nicht davon begeistert sein, Syndiks zu besch�tzen, doch wenn die einzige Alternative die Flucht vor dem Feind war, dann wollten sie lieber k�mpfen.</p><p>Rione beobachtete Desjani erstaunt und zugleich berechnend, dann unterhielt sie sich leise mit den anderen Senatoren.</p><p>Geary l�chelte Desjani finster an. �Nein, wir werden nicht davonlaufen.� Nat�rlich war es dumm, das Angebot zum R�ckzug nicht wahrzunehmen. Schlie�lich waren die Aliens zahlenm��ig deutlich in der �bermacht, und auch wenn man �ber die Feuerkraft und andere F�higkeiten der fremden Schiffe rein gar nichts wusste, war dennoch davon auszugehen, dass sie denen der Allianz-Flotte ebenfalls �berlegen waren. Einen kleinen Vorgeschmack darauf hatte das kurze Flugman�ver geliefert. Allerdings war es eher unwahrscheinlich, dass sich das Kr�fteverh�ltnis zugunsten der Allianz-Flotte verschieben w�rde, wenn es anderswo zu einer Konfrontation kommen sollte. Vielmehr war davon auszugehen, dass die Chancen zunehmend schlechter standen, wenn die Aliens mehr und mehr Systeme an sich rissen und dadurch immer st�rker wurden, w�hrend die Verteidigungsf�higkeit der Menschheit mit jedem verlorenen Sternensystem schwand. <emphasis>Da k�nnen wir auch direkt �berpr�fen, ob wir ihnen hier so starke Schmerzen zuf�gen k�nnen, dass sie umkehren und das Weite suchen. Fragt sich nur, </emphasis>wie sehr <emphasis>wir ihnen daf�r wehtun m�ssen.</emphasis></p><p>Zuerst wandte er sich an die Syndik-CEO. �Ihre Sorge um das Wohl unserer Leute wissen wir zu sch�tzen, und wir nehmen es entsprechend zur Kenntnis. Aber wir haben uns verpflichtet, jeden Aggressor abzuwehren, der dieses Sternensystem bedroht, und diese Pflicht werden wir erf�llen. Wir beabsichtigen, notfalls zu k�mpfen, und wir haben vor, den Kampf auch zu gewinnen. Ich habe ein wenig Erfahrung mit scheinbar ausweglosen Situationen, und ich kann Ihnen versichern, dass sie nicht immer so hoffnungslos sind, wie man auf den ersten Blick meinen m�chte. Ich wiederhole: Die Allianz-Flotte wird hier k�mpfen, wenn das von uns verlangt wird. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Dann waren wieder die Aliens an der Reihe. �Die Flotte wird dieses Sternensystem nicht verlassen, bis sich Ihre Schiffe zur�ckgezogen haben. Sie werden mit uns verhandeln, oder Sie werden gegen uns k�mpfen. Wir werden dieses System nicht aufgeben. Ihren Schiffen wird es nicht gestattet, an dieser Flotte vorbeizufliegen. Wir m�chten mit Ihnen reden, aber wenn es sein muss, werden wir k�mpfen.�</p><p>Geary machte eine kurze Pause, �berlegte und bet�tigte dann erneut die Kontrollen. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Unsere Kommunikation mit den Schiffen der Aliens ist bislang ergebnislos verlaufen. Alle Einheiten machen sich gefechtsbereit. Wer immer diese Aliens auch sind, sie werden es noch bereuen, wenn sie sich mit der Allianz-Flotte anlegen wollen.�</p><p>Die Senatoren diskutierten aufgebracht untereinander, und obwohl sie nur tuschelten, zogen sie ver�rgerte Blicke von Desjani und den Wachhabenden auf sich. �M�chten Sie Ihre Diskussion gern in einem anderen Raum fortsetzen?�, schlug Geary den Politikern vor.</p><p>�Es ist nicht weiter wichtig�, antwortete Rione, w�hrend sie ihre beiden Kollegen w�tend ansah. �Wir haben auch keinen besseren Vorschlag, wie man mit dieser Situation umgehen sollte.�</p><p>�M�ssen wir k�mpfen?�, fragte Sakai.</p><p>�Senator�, gab Geary zur�ck. �Ich will nicht gegen diese Wesen k�mpfen, nicht angesichts dieses Kr�fteverh�ltnisses. Aber ich w�sste nicht, was ich sonst machen soll, wenn sie weiter vorr�cken. Sie m�ssen einfach lernen, dass die Menschheit sich zur Wehr setzen wird, um weitere Grausamkeiten wie die bei Kalixa zu verhindern.�</p><p>�Wenn unsere Flotte hier ausgel�scht wird, dient das auch nicht den Interessen der Allianz�, wandte Sakai ein, w�hrend Costa nachdr�cklich nickte. �Wie es aussieht, will sich diese Enigma-Rasse nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen.�</p><p>Geary suchte noch nach der passenden Antwort, da murmelte Desjani nachdenklich: �Die Reserveflotte.�</p><p>Er sah sie an und �berlegte, was ihre Bemerkung bedeuten sollte, als er es auf einmal begriff. �Als diese Region von der Reserveflotte der Syndiks kontrolliert wurde, haben die Aliens nicht angegriffen und auch nicht versucht, das System hier einzunehmen. Jahrzehntelang herrschte Ruhe in der Grenzregion, als die Reserveflotte hier stationiert war.�</p><p>�Und diese Reserveflotte war deutlich schw�cher als unsere Flotte�, erg�nzte Desjani.</p><p>Costa und Sakai schauten Desjani an, aber Rione nickte bed�chtig. �Wie es aussieht, hat die Reserveflotte sie von irgendwelchen Aktionen abgehalten. Aber warum, wenn sie doch �ber so viele Schiffe verf�gen, mit denen sie die Syndik-Flotte h�tten angreifen k�nnen.�</p><p>Ein Alarm ert�nte, und Geary sah ungl�ubig auf sein Display, wo auf einmal weitere gegnerische Schiffe auftauchten, jedoch nicht am Sprungpunkt, sondern inmitten der Armada. Urpl�tzlich waren dort drei weitere Unterformationen zu sehen, die ebenfalls ein V bildeten, das sich �ber und ein wenig vor den beiden anderen Unterformationen befand.</p><p>Wie aus dem Nichts hatte sich die �berlegenheit der Aliens von zwei zu eins auf drei zu eins erh�ht.</p></section><section><title><p>Elf</p></title><p>Geary drehte sich zu dem virtuell anwesenden Boyens um. �Erkl�ren Sie mir, wie die Aliens das gemacht haben.�</p><p>Der Syndik-CEO wich Gearys Blick aus. �Das passiert einfach. Ich selbst habe das nicht beobachtet, aber ich kenne das aus Aufzeichnungen von fr�heren Begegnungen. Ich sagte ja, dass man die Schiffe der Aliens manchmal erst sehen kann, wenn sie sich zu erkennen geben. Syndik-Schiffe haben diese Schiffe gar nicht gesehen, nicht mal diese vagen Schemen, bis sie pl�tzlich vor ihnen auftauchten und das Feuer er�ffneten.�</p><p>�Und wann wollten Sie uns von dieser Taktik der Aliens erz�hlen?�, fuhr Geary ihn an.</p><p>Boyens sah ihm in die Augen. �Die Aufzeichnungen, die wir aus unseren zerst�rten Schiffen geborgen haben, waren bruchst�ckhaft, und sie h�tten fehlerhaft sein k�nnen. Aber ich wollte, dass Sie herkommen und gegen sie k�mpfen. H�tte ich Ihnen gesagt, dass die zu so etwas in der Lage sind, w�ren Sie dann hergekommen?�</p><p>�Ich muss solche Dinge im Voraus wissen, wenn ich gegen die Aliens k�mpfen soll!� Dann wandte er sich zu Desjani um und sagte: �Okay, es ist noch schlimmer.�</p><p>Sie nickte und lie� sich nicht anmerken, was sie tats�chlich von dieser Vervielfachung der Bedrohung hielt. �Wir k�nnen die Unterformationen treffen, die sich an den oberen R�ndern befinden, und die Aliens so zerm�rben.�</p><p>�Wir k�nnen es versuchen.� Unausgesprochen blieb dabei die Tatsache, dass die gegnerischen Schiffe wendiger zu sein schienen als die der Allianz-Flotte, was diese Taktik extrem kompliziert machen w�rde. Gearyr rief ein Simulatorfenster auf und begann an Formationen zu arbeiten, um es mit der �berlegenen Anzahl an Schiffen aufnehmen zu k�nnen. Um den Gegner in Verwirrung zu st�rzen, teilte er seine Flotte in f�nf Unterformationen auf. Wenn er sie gegen die Flanken der Aliens in Stellung brachte, k�nnte er�</p><p>�Eine weitere Nachricht von den Schiffen der Enigma-Rasse.�</p><p>Offenbar war mehr Zeit vergangen, als er gedacht hatte. Die menschlichen Avatare der Aliens machten einen ernsten und fast schon �berheblichen Eindruck. �Die letzte Warnung. Gehen Sie. Verhandelt wird nur mit Syndikatwelten. Zerst�rung erwartet die Allianz-Flotte, wenn sie bleibt. Ihnen geh�rt dieser Stern nicht. Gehen Sie. Die letzte Warnung.�</p><p>Senator Sakai beschrieb eine ungeduldige Geste. �Wie sollen wir mit ihnen verhandeln, wenn sie immer nur ihre Forderung wiederholen?�</p><p>�Sie wollen gar nicht verhandeln�, zischte Costa. �Admiral Geary, diese Situation erfordert eine� eine Neupositionierung der Flotte. Es w�re ein Verrat an der Allianz, w�rde die Flotte in einem Syndik-System zerst�rt.�</p><p>Geary merkte, dass alle anderen auf der Br�cke in diesem Moment gebannt den Atem anhielten, aber er versp�rte nur ironische Belustigung, als er diese Worte h�rte. �Senatorin, wollen Sie mich des Verrats bezichtigen?�</p><p>�Das habe ich nicht gesagt, aber��</p><p>�Der gesamte Gro�e Rat hat mir das Kommando �ber diese Flotte anvertraut, und ich beabsichtige, dieses Vertrauen nicht zu entt�uschen�, fiel er ihr schroff ins Wort. �Ich muss jetzt ein Gefecht planen, und ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie mich nicht noch einmal unterbrechen, es sei denn, Sie haben etwas Konstruktives beizusteuern.�</p><p>Rione, die hinter Costa stand, erlaubte sich ein fl�chtiges L�cheln, w�hrend Sakai nur weiter wortlos auf die Displays sah.</p><p>Costa bekam einen roten Kopf, erwiderte aber nichts, da sie merkte, dass sie von ihren beiden Kollegen keine Unterst�tzung erhielt.</p><p>Die anderen Anwesenden auf der Br�cke atmeten wieder durch, und Geary wandte sich erneut der n�her r�ckenden Armada zu. Die Alien-Schiffe waren inzwischen nur noch eine Lichtstunde entfernt. �Dann wollen wir das Ganze mal etwas beschleunigen.� Er befahl der Flotte, mit 0,1 Licht auf einen Vektor einzuschwenken, der sie vor die feindliche Armada bringen w�rde, damit sie sich ihr in den Weg stellen konnten. �Ungef�hr f�nf Stunden bis zum Kontakt.�</p><p>�Das kommt hin�, best�tigte eine gut gelaunte Desjani, die sich besonders dar�ber zu freuen schien, dass Costa vor der versammelten Br�ckenbesatzung von Geary zusammengestaucht worden war. �Das sind wirklich sehr viele�, merkte sie in einem Tonfall an, als w�rde sie sich zum Wetter �u�ern.</p><p>�Stimmt.�</p><p>�Warum machen die sich die M�he, uns zu warnen?�</p><p>Geary drehte sich zu ihr um. �Was?�</p><p>�Warum greifen die nicht einfach an? Sie sind dreimal so viele wie wir, falls sich nicht irgendwo sogar noch mehr von ihrer Art versteckt halten. Wenn ich mir die Hypernet-Portale und diese W�rmer ansehe, dann m�ssen ihre Waffen bei einer solchen Technologie mindestens so gut sein wie unsere. Sie h�tten bis zum Augenblick des Angriffs verheimlichen k�nnen, wie viele sie wirklich sind. Aber sie versuchen, uns von hier zu verscheuchen, anstatt mit uns zu k�mpfen.�</p><p>Ihre �berlegungen brachten ihn ins Gr�beln. �Damit sind wir wieder bei Duellos� R�tsel angekommen. Federn oder Blei? Das unl�sbare R�tsel, bei dem sich die L�sung �ndert, wenn der D�mon will, dass sie sich �ndert. Wie k�nnen wir die richtige Antwort finden, wenn wir die Frage nicht verstehen, die die Aliens stellen? Und wenn wir nicht mal wissen, was die Frage f�r sie eigentlich bedeutet?�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Die Aliens geben uns die Chance, kampflos von hier zu verschwinden�, beharrte sie. �Sie versuchen, uns dazu zu <emphasis>�berreden</emphasis>. Dabei haben sie doch schon bewiesen, dass sie v�llig unerbittlich sind, als sie das Hypernet-Portal bei Kalixa zusammenbrechen lie�en. Warum sind sie dann jetzt so nett zu uns? Es sieht doch so aus, dass wir ihre Schiffe gar nicht entdecken k�nnen, wenn sie es nicht wollen. An ihrer Stelle w�rde ich doch mit meiner Flotte in dieses System kommen, alles �berrennen und der anderen Seite deutlich machen, dass sie mich zuk�nftig in Ruhe lassen soll. Ich h�tte nicht gezeigt, wie viele Schiffe ich habe, und vor allem h�tte ich meine Schiffe so lange getarnt gelassen, bis ich mich in den Reihen des Feindes befinde, um dann aus n�chster N�he das Feuer zu er�ffnen, so wie sie es in der Vergangenheit mit den Syndiks gemacht haben.�</p><p>Er beugte sich vor und lie� sich Desjanis Argumente in Ruhe durch den Kopf gehen. Es war tats�chlich eigenartig. Zugegeben, sie hatten es mit jemandem zu tun, der nicht so dachte wie Menschen, der aber �u�erst erbarmungslos sein konnte, wenn er wollte. Sie wussten nichts �ber die Motive der Aliens, aber nichts von dem, was sie bisher getan hatten, konnte man von einem menschlichen Standpunkt als irrational bezeichnen, auch wenn sie beispielsweise in Kalixa bewiesen hatten, dass sie definitiv keine Gnade kannten, wenn sie es mit Menschen zu tun hatten. Die Aliens schienen im kaltbl�tigsten Sinn des Wortes Pragmatiker zu sein, was sie aber nicht zu Teufeln machte. Sie waren lediglich darauf aus, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, und das war eine Eigenschaft, die die Menschheit bei anderen Spezies besser nicht kritisieren sollte. Aber Desjani hatte es mit ihrer Frage auf den Punkt gebracht und damit Gearys Aufmerksamkeit zum Teil von der Alien-Armada abgelenkt. Warum sollte eine pragmatisch denkende, nichtmenschliche Spezies, die zu erbarmungslosem Verhalten f�hig war, einer Flotte der Menschheit gegen�ber so gn�dig sein, wenn sie ihr dadurch eines Tages doch wieder gegen�berstehen konnte?</p><p>W�ren sie Menschen, h�tte er sich schon fr�her gewundert, warum sie die Allianz-Flotte entkommen lassen wollten. Aber welche Gr�nde sollte er bei den Aliens vermuten? �Warum sollten sie uns loswerden wollen, anstatt uns zu vernichten?�</p><p>�Das habe ich mich zuerst auch gefragt�, gab Desjani zur�ck. �Ich denke, wir k�nnen getrost davon ausgehen, dass es keine moralischen Bedenken sind, die sie davon abhalten, die Flotte zu vernichten.�</p><p>�Nachdem sie uns alle reingelegt haben, indem wir f�r sie die Hypernet-Portale gebaut haben? Und nachdem sie Kalixa zerst�rt haben? Und versucht haben, das Syndik-Heimatsystem auszul�schen? Nein, moralische Bedenken k�nnen da keine Rolle spielen.�</p><p>�Und sie haben auch keinen Angriff gestartet, solange die Reserveflotte der Syndiks hier stationiert war�, erg�nzte Desjani.</p><p>Auch das stimmte. �Was bedeuten d�rfte, dass diese Flotte vermutlich stark genug war, um sie in Unruhe zu versetzen, obwohl sie mit einer solchen Armada, wie wir sie jetzt sehen, die Syndiks auch leicht h�tten �berw�ltigen k�nnen. Was wiederum hei�t, dass wir ebenfalls stark genug sind, um sie zu beunruhigen, auch wenn es eigentlich nicht den Anschein hat.�</p><p>�Dann�, folgerte Desjani, �sind sie vielleicht gar nicht so stark, wie sie aussehen. Und vielleicht haben sie allen Grund, besorgt zu sein, ob sie uns wohl besiegen k�nnen, auch wenn das zahlenm��ige Verh�ltnis eine deutliche Sprache zu sprechen scheint.�</p><p>Das h�rte sich plausibel an, warf aber die Frage auf, warum die Aliens von dieser Sorge geplagt werden sollten, wenn sie doch so viele Schiffe hatten. F�rchteten sie zu hohe Verluste? Aber sie hatten doch mehr als einmal gegen die Syndiks gek�mpft. Vielleicht war das hier ja so �hnlich wie beim Hypernet-Portal im Syndik-Heimatsystem. Sie sahen etwas, von dem sie nicht wussten, was es bedeutete. So etwas wie ein trojanisches Pferd. Aus einem unerfindlichen Grund gelang es Geary nicht dahinterzukommen, w�hrend sein Verstand sich an den Formulierungen festklammerte, die er und Desjani in den letzten Minuten benutzt hatten. <emphasis>Die Armada, wie wir sie jetzt sehen� Nicht so stark, wie sie aussehen� </emphasis>�Sehen�. Warum wollte ihm sein Verstand weismachen, dass dieses Wort so wichtig war?</p><p>Es sollte nicht wichtig sein, weil keiner von ihnen die Aliens direkt ansah. Alle Beobachtungen stammten von den Sensoren der Flotte, und die waren sehr gut und konnten viel weiter und viel deutlicher sehen als jedes menschliche Auge. Syndik-Sensoren unterschieden sich in Details, waren aber im Prinzip nichts anderes, und die Syndiks hatten �ber Jahrzehnte hinweg versucht, mehr �ber die Aliens herauszufinden, was ihnen aber nicht gelungen war.</p><p>Desjanis �berlegungen mussten in die gleiche Richtung gegangen sein. Nachdenklich betrachtete sie ihr Display, dann hob sie eine Hand und zeigte mit dem Finger darauf. �Es <emphasis>sieht so aus</emphasis>, als w�ren wir hoffnungslos unterlegen.�</p><p>�Das ist das, was unsere Sensoren melden.�</p><p>�Aber wenn wir alles andere in Erw�gung ziehen, was wir wissen, wenn wir �berlegen, wie die Aliens sich in der Vergangenheit verhalten haben und wie sie sich jetzt verhalten, dann ergibt das keinen Sinn, was unsere Sensoren uns melden. Wenn dieses Bild stimmt, dann ist alles verkehrt, was wir wissen.�</p><p>Er wusste, worauf sie hinauswollte, da sein Geist sich in die gleiche Richtung vorarbeitete. �Die Syndiks <emphasis>glauben</emphasis>, einige Dinge �ber die Aliens zu wissen, und das hat sie zu bestimmten Schlussfolgerungen gef�hrt, wozu die Aliens in der Lage sein sollen.� Zum Beispiel Boyens, der davon �berzeugt gewesen war, dass die Aliens nicht f�r den Zusammenbruch des Hypernet-Portals bei Kalixa verantwortlich gewesen sein konnten. Oder die Syndiks im Heimatsystem, die nichts von den W�rmern in den Systemen ihrer Kriegsschiffe gewusst hatten. �Aber wir haben unsere Analyse der Aliens nicht in dem Glauben begonnen, bereits etwas �ber sie zu wissen. Alles was wir zu wissen glauben, war die Folge neuer Beobachtungen, und ich w�rde bei der Ehre meiner Vorfahren schw�ren, dass unsere Schlussfolgerungen bez�glich der Aliens und ihrer Vorgehensweisen nicht verkehrt sind. Wenn das also alles stimmt��</p><p>��dann muss das Bild verkehrt sein, das wir zu sehen bekommen�, folgerte Desjani.</p><p>Ein trojanisches Pferd, in dem eine verborgene Bedrohung steckte. Und dabei war seine Aufmerksamkeit so wie die jedes anderen Offiziers die ganze Zeit �ber auf das gerichtet gewesen, was sich da drau�en befand � die Armada der Aliens. �Wir haben doch jedes einzelne System unserer Kriegsschiffe von den W�rmern der Aliens ges�ubert, richtig?�</p><p>Desjani nickte. �Das geh�rt inzwischen zu den ganz normalen Sicherheitsroutinen.�</p><p>�Hat seit unserer Ankunft hier eine �berpr�fung stattgefunden?�</p><p>Sie l�chelte ihn grimmig an, dann drehte sie sich um. �Lieutenant Castries, stellen Sie fest, wann die Schiffssysteme zum letzten Mal auf Quantenwahrscheinlichkeitsw�rmer durchsucht wurden.�</p><p>Der erschrockene Lieutenant Castries f�hrte den Befehl sofort aus und meldete: �Vor zwei Tagen, Captain.�</p><p>�Also vor dem Eintreffen der Aliens�, merkte Geary an.</p><p>Desjani verzog den Mund zu einem Grinsen, das eigentlich nichts mehr von einem Grinsen an sich hatte. �Lieutenant, weisen Sie das Sicherheitspersonal an, in <emphasis>allen </emphasis>Schiffssystemen nach den W�rmern zu suchen.�</p><p>�In allen Systemen? Jetzt sofort, Captain?�</p><p>�Nein, vorgestern, Lieutenant!�</p><p>�Ja, Ma�am.�</p><p>W�hrend der Lieutenant loseilte, um den Offizier f�r Systemsicherheit zu informieren, damit der die Suche nach den W�rmern begann, warf Desjani Geary einen Seitenblick zu. �Die haben neue W�rmer aktiviert.�</p><p>�Darauf k�nnen Sie wetten.�</p><p>�In den Sensorsystemen, in den Analysesystemen und in den Displaysystemen.�</p><p>�Ganz genau.�</p><p>�Weil wir keine Ahnung haben, wie sie diese W�rmer erzeugen. Sie k�nnen sich im Ruhezustand befinden, bis ein Schiff der Aliens auftaucht und einen Aktivierungsbefehl sendet. Wenn das wie bei ihren F�higkeiten l�uft, die Bewegungen der Flotte nachzuvollziehen, dann bewegt sich dieser Befehl mit �berlichtgeschwindigkeit. Also k�nnten die W�rmer aktiviert worden sein, bevor wir �berhaupt wussten, dass die Flotte eingetroffen war. Von da an w�rden wir also nur das sehen, was wir nach dem Willen der Aliens sehen sollen.�</p><p>Geary nickte. �Es ist so, wie Sie sagten: Wenn sie uns so �berlegen sind, warum greifen Sie nicht einfach an?�</p><p>�Weil sie gar nicht so �berlegen sind, wie wir meinen.� Sie sah ihm in die Augen und l�chelte, und in diesem Moment sp�rte er es auch, dieses unvergleichliche Gef�hl, wenn ein anderer genau das Gleiche denkt und man sich gegenseitig erg�nzt, um gemeinsam ein R�tsel zu entschl�sseln. Dann nahm ihr L�cheln einen wehm�tigen Zug an. �Wir sind schon ein verdammt gutes Team.�</p><p>�Das k�nnen Sie laut sagen.� Dabei belie� er es, dann warteten sie beide, bis sich vor ihnen ein Fenster �ffnete, das einen v�llig verwirrten Offizier der Systemsicherheit zeigte.</p><p>�Captain, Admiral, wir haben in den Systemen Scharen von W�rmern gefunden. Gefechtssystem, Sensorsystem, Steuersystem, Analysesystem. Einfach unm�glich! Ich habe keine Ahnung, woher die so pl�tzlich kommen und was sie bewirken, aber wir holen sie jetzt da raus.�</p><p>Gearys Display flackerte kurz, dann wurden die Anzeigen aktualisiert, was sich einige Male wiederholte, wobei mit jeder neuen Aktualisierung eine gro�e Zahl an Alien-Schiffen einfach verschwand und die Flotte in dem Tempo zusammenschrumpfte, in dem die Systeme von den W�rmern befreit wurden. Die Gruppe Schiffe, die zuletzt wie aus dem Nichts aufgetaucht war, l�ste sich auch wieder in nichts auf, und der gr��te Teil der unteren V-Formationen verschwand ebenfalls St�ck f�r St�ck.</p><p>Desjanis Grinsen hatte jetzt zweifellos etwas W�lfisches angenommen. �Wir k�nnen sie <emphasis>sehen</emphasis>.�</p><p>Auch die verschwommenen Konturen waren nicht l�nger ein Thema, stattdessen waren nun alle Schiffe deutlich zu erkennen. Unabh�ngig von ihrer Gr��e wiesen sie alle in etwa die gleiche Form auf, die etwas stumpfer und rundlicher war als bei den Schiffen der Allianz. W�hrend die von Menschen gebauten Schiffe eher an Haie erinnerten, glichen die Alien-Schiffe eher d�rren Schildkr�ten. �Nicht zu fassen. Kein Wunder, dass die Tarnvorrichtungen der Aliens die Syndiks so gut t�uschen konnten. Es hatte gar nichts mit den Schiffen zu tun, es waren die W�rmer, die den Sensoren vorgegaukelt hatten, etwas ganz anderes zu sehen.�</p><p>�Gute Arbeit, Admiral Geary.�</p><p>�Ich w�re niemals darauf aufmerksam geworden, wenn Sie mich nicht in diese Richtung gelotst h�tten.� Er l�chelte sie an. �Wirklich ein verdammt gutes Team, Captain Desjani.�</p><p>Boyens hatte die Ver�nderungen auf den Displays mitverfolgt und bekam vor Staunen den Mund nicht mehr zu, als er das Ergebnis sah. �Was haben Sie gemacht?�</p><p>�Dieses Geheimnis werde ich vorerst noch f�r mich behalten.� Ihm war klar, dass er fr�her oder sp�ter den Syndiks mitteilen musste, wie man die W�rmer der Aliens finden und unsch�dlich machen konnte, doch f�r den Augenblick genoss er es, den Syndik-CEO im Unklaren zu lassen. �Wichtig ist im Moment nur, dass wir keineswegs unterlegen sind, sondern dass wir den Aliens sogar im Verh�ltnis zwei zu eins �berlegen sind.�</p><p>�Die Syndiks sprachen davon�, redete Desjani weiter, deren L�cheln mittlerweile einen be�ngstigenden Zug angenommen hatte, �dass sie nur selten einen Treffer bei einem Alien-Schiff landen konnten, und wenn doch, dann blieb das ohne Folgen. Aber wenn die Systeme alle von W�rmern befallen waren, dann werden die die Sch�sse umgeleitet haben, um Schiffe zu treffen, die gar nicht existierten, was dann nat�rlich keine Wirkung zeigte. Diese Aliens sind nicht unbesiegbar, und jetzt k�nnen wir sie treffen.�</p><p>�M�ssen wir das denn auch?�, fragte Rione, die mittlerweile dahintergekommen war, was sich zugetragen hatte, und nun dicht neben Geary stand. �Wir k�nnen die Aliens wissen lassen, dass wir ihre W�rmer entdeckt und entfernt haben, dass wir sie klar und deutlich sehen und das Feuer auf sie er�ffnen k�nnen. Wenn sie das wissen, werden sie bestimmt ihren Angriff abbrechen und zu Verhandlungen bereit sein.�</p><p>�Werden sie das?�, fragte Desjani, ohne sich dabei an Rione zu wenden. �Oder werden sie zu ihrem n�chsten Trick greifen, den wir noch nicht durchschaut haben?�</p><p>�Das ist eine berechtigte Sorge�, stimmte Geary ihr zu. �Madam Co-Pr�sidentin, diese Aliens haben den Kollaps des Hypernet-Portals bei Kalixa zu verantworten. An ihren H�nden klebt sehr viel menschliches Blut.�</p><p>�Das bestreite ich auch gar nicht. Aber ich wei� nicht, welchen Sinn es haben sollte, noch mehr menschliches Blut zu vergie�en, wenn wir das vermeiden k�nnen. Wenn wir deren Blut vergie�en, k�nnte das einen Streit zwischen unseren Rassen ausl�sen, den wir vielleicht nie wieder beilegen k�nnen.�</p><p>Diesmal schwieg Desjani, aber mit den Fingern einer Hand trommelte sie auf die Armlehne ihres Sessels, gleich neben den Waffen- und Zielerfassungskontrollen. Um ihren Rat brauchte Geary sie gar nicht erst zu fragen.</p><p>Aber Rione hatte ein gutes Argument geliefert. W�rden die Aliens von weiteren �bergriffen Abstand nehmen, wenn eine gro�e Zahl ihrer Angeh�rigen get�tet wurde, oder w�re das f�r sie ein Grund, die Situation eskalieren zu lassen? Sie wussten einfach zu wenig dar�ber, wie die Enigma-Rasse dachte. Oder vielleicht doch nicht? �Die Aliens schienen nicht allzu besorgt dar�ber zu sein, wie wir auf ihr Verhalten reagieren w�rden.� Rione sah ihn fragend an. �Sie haben wahrscheinlich die Syndik-F�hrer get�uscht, damit die einen Krieg gegen uns beginnen. Sie haben die ganze Menschheit reingelegt, indem sie uns dazu brachten, in unseren wichtigsten Sternensystemen Hypernet-Portale zu bauen. Sie haben eine Syndik-Flotte nach Lakota geschickt, die unsere Flotte fast vernichtet h�tte. Und sie haben die Hypernet-Portale bei Kalixa und im Heimatsystem der Syndiks kollabieren lassen.�</p><p>�Worauf wollen Sie hinaus?�, fragte Rione.</p><p>�Ich will darauf hinaus, dass die Aliens bislang nicht so gehandelt haben, als w�rden sie von uns Vergeltungsschl�ge f�rchten. Sie haben sich so verhalten, als sei nichts davon f�r uns Grund genug, eine Blutfehde zu beginnen. Aber jeder, der sich mit der Geschichte der Menschheit oder auch nur mit diesem Krieg befasst, dem wir ein Ende gesetzt haben, erkennt schnell, dass Menschen auf Provokationen und Angriffe mit Vergeltungsschl�gen reagieren.�</p><p>Desjani sah ihn wieder von der Seite an. �Wollen Sie damit sagen, dass Vergeltung f�r sie kein Thema ist?�</p><p>�Sie scheinen von uns keine Vergeltung erwartet zu haben. Vielleicht f�rchten sie auch keine Vergeltungsaktionen.�</p><p>Rione musterte ihn, ohne sich anmerken zu lassen, was ihr gerade durch den Kopf ging. �Sie versuchen, von ihrem Handeln R�ckschl�sse auf ihre Denkweise zu ziehen.�</p><p>�Das ist das Einzige, was wir im Augenblick machen k�nnen. Was meinen Sie?�</p><p>Einige Sekunden vergingen, ehe sie antwortete. �Ich versuche einen Grund zu finden, um Ihr Argument abzuschmettern, aber mir will nichts einfallen. Au�er dass sie keine Vergeltungsma�nahmen von unserer Seite f�rchten, was Sie ja bereits sagten. Selbst das w�rde ein gewisses Ma� an Arroganz bedeuten, dem zu unserer eigenen Sicherheit etwas entgegengesetzt werden m�sste. Aber falls Sie recht haben, werden die Aliens unser Handeln dann �berhaupt verstehen?�</p><p>�Vielleicht sollten wir es anders formulieren.� Geary wandte sich an CEO Boyens. �Die Syndiks sagen doch immer, dass dies hier ihr Sternensystem ist. Scheint die Enigma-Rasse das Konzept zu verstehen, dass jemand sein eigenes Territorium verteidigt?�</p><p>Boyens lachte humorlos auf. �Das kann man wohl so sagen. Sehen Sie sich doch nur an, was sie gerade machen. Die sagen nicht: �Gebt uns dieses Sternensystem, weil wir es haben wollen.� Stattdessen hei�t es: �Das ist unser Sternensystem, ihr m�sst verschwinden.� Sie rechtfertigen ihr Verhalten, indem sie sagen, dass es ihr Sternensystem ist und wir kein Recht haben, uns auf ihrem Grund und Boden aufzuhalten.�</p><p>�Passt das zu fr�heren Verhaltensweisen und Formulierungen?�, wollte Rione wissen.</p><p>Der CEO �berlegte einen Moment lang. �Soweit ich mich erinnern kann, ja. Das geh�rt uns, ihr m�sst gehen. Das geh�rt uns, haltet euch fern. So in dieser Art.�</p><p>�Sie sind besitzergreifend.�</p><p>�Extrem sogar. Wir, also die Syndikatwelten, haben ihr Verhalten meistens so gedeutet, dass sie auf Sicherheit bedacht sind, dass wir �ber sie nichts herausfinden sollen. Aber man kann es auch so auslegen, dass sie alles und jeden von sich fern halten wollen.�</p><p>�Danke.� Rione wandte sich wieder an Geary, wobei sie ungewohnt offen eine unzufriedene Miene erkennen lie�. �Das passt alles zusammen, auch wenn mir das Gegenteil lieber w�re. Die Aliens, die diese Armada anf�hren, scheinen nicht begreifen zu k�nnen, wieso wir hier sind, in einem Sternensystem der Syndiks, und wieso wir uns nicht zur�ckziehen, wenn wir dazu aufgefordert werden. Die Aliens verstehen unsere Motivation nicht, weil das hier nicht unser Sternensystem ist. Ihrer Meinung nach gibt es f�r uns keinen Grund, etwas zu verteidigen, was uns nicht geh�rt. Andererseits glauben sie, sie k�nnten einfach das Eigentum an einem System an sich rei�en und die Menschen vertreiben, die dort seit langer Zeit leben. In Anbetracht Ihrer Einsch�tzung, Admiral, und der von CEO Boyens scheint es die beste L�sung zu sein, dieses System mit Nachdruck zu verteidigen, um in den K�pfen der Aliens die Erkenntnis zu verankern, dass wir von Menschen bewohnte Sternensysteme als unser eigenes Territorium ansehen.�</p><p>Desjani warf Rione einen erstaunten Blick zu, riss sich aber schnell wieder zusammen und tat so, als sei sie ganz auf ihr Display konzentriert.</p><p>Die beiden anderen Senatoren kamen nach vorn und begannen erneut zu diskutieren, doch Rione f�hrte sie rasch ans hintere Ende der Br�cke.</p><p>�Also gut�, sagte Geary zu Desjani. �Dann werden wir diesen Enigmas mal die Nase blutig schlagen, damit sie begreifen, dass wir genauso besitzergreifend sein k�nnen wie sie.�</p><p>�Beanspruchen wir auch dieses Sternensystem f�r uns?�</p><p>�Nicht in dieser Wortwahl, tut mir leid.�</p><p>�Wir k�nnten es gut gebrauchen�, betonte sie. �Ein sch�nes System mit einem praktischen Zugang zur Grenze mit den Aliens. Ich meine, die Syndiks sind uns schlie�lich was schuldig, wenn wir ihnen den Gefallen tun, die Aliens zur�ck in Richtung Pele zu jagen.�</p><p>�Ist das Ihr Ernst, oder berauscht Sie die Aussicht, dass wir gegen die Aliens ins Gefecht ziehen?�</p><p>Sie schien einen Augenblick lang �ber seine Frage nachzudenken. �Teils, teils. Ich meine, aus milit�rischer Sicht ist das wirklich ein sch�nes System, Admiral. Ein sehr sch�nes.�</p><p>�Vielleicht k�nnen wir uns ja mit den Syndiks hier einigen, vorausgesetzt, sie sind �berhaupt noch Syndiks, wenn die Syndikatwelten erst mal auseinandergebrochen sind.� W�hrend er sein Display betrachtete, dachte er �ber etwas nach. �Wir m�ssen behutsam vorgehen und so tun, als w�rden die W�rmer uns immer noch t�uschen, um erst im letzten Moment ein paar der tats�chlich vorhandenen Schiffe zu treffen.�</p><p>Desjani nickte. �Lieutenant Yuon, k�nnen Sie das Bild der Flottensensoren �ber das Bild der Sensoranalyse der <emphasis>Dauntless </emphasis>legen?�</p><p>�Sie meinen, beide Bilder gleichzeitig zeigen?�</p><p>�Ja, aber so, dass sie nach wie vor voneinander getrennt sind.�</p><p>�Das Netz ist daf�r nicht eingerichtet, sondern f�r das genaue Gegenteil, n�mlich die Daten aus allen Quellen zusammenzuf�hren. Aber das l�sst sich �ndern, Ma�am. Das dauert allerdings ein bisschen.�</p><p>�Wie lange?�</p><p>�F�nf Minuten, Captain.�</p><p>�Erledigen Sie�s.� Sie warf Geary ein L�cheln zu. �Die �brigen Schiffe der Flotte sehen die Bilder, die die W�rmer erzeugen. Die k�nnen wir benutzen, damit wir wissen, was die Aliens glauben, was wir sehen.�</p><p>�Gut�, stimmte Geary ihr zu. �Aber wir k�nnen nicht den gr��ten Teil unserer Schiffe unter dem Einfluss der W�rmer lassen. Immerhin st�ren die auch die Zielerfassungssysteme. Wir m�ssen die meisten Schiffe dazu veranlassen, ihre Systeme zu s�ubern. Nur ein paar k�nnen weiterhin das manipulierte Bild sehen.�</p><p>�Wie w�re es mit den Hilfsschiffen? Die verf�gen ohnehin nur �ber wenige Waffen.�</p><p>�Das klingt nach einem geh�ssigen Streich, den Sie den Ingenieuren spielen wollen, aber es ist eine gute Idee. Keines der Alien-Schiffe h�lt eine Position nahe der Hilfsschiffe, also sind die trotz der W�rmer in Sicherheit. Machen wir es so.�</p><p>Das taktische Problem hatte sich damit ver�ndert. Anstatt die Masse der Alien-Schiffe zu meiden, musste er es darauf anlegen, sie gleich beim ersten Vorbeiflug so massiv wie m�glich zu treffen, bevor die Aliens begriffen, dass ihre W�rmer nicht l�nger die Systeme der Allianz-Schiffe st�rten.</p><p>�Wir haben endlich ein paar Informationen von den Syndiks erhalten�, lie� Desjani ihn wissen. �Viel ist es nicht.�</p><p>Er sah sich die Daten an und musste feststellen, dass Boyens� Bezeichnung �bruchst�ckhaft� f�r den Zustand der �berlebenden Aufzeichnungen von den zerst�rten Syndik-Schiffen ziemlich optimistisch war. Die Aliens hatten sich offenbar gro�e M�he gegeben, die Schiffe zu Schrottklumpen zusammenzuschie�en. Dennoch warf Geary einen Blick auf das, was vorhanden war. �Tanya, w�hrend ich den Gefechtsplan ausarbeite, m�chte ich, dass Sie das hier selbst analysieren und dann mit den Leuten von den Gefechtssystemen dar�ber reden. Mein Eindruck von diesen Aufzeichnungen ist der, dass die Waffen der Aliens unseren nicht in dem gleichen Ma� �berlegen sind, wie es bei ihren Antriebseinheiten der Fall zu sein scheint. Ich w�rde gern wissen, ob Sie das auch so sehen.�</p><p>�Bin schon dabei, Admiral.�</p><p>Er konzentrierte sich wieder ganz auf seinen Plan und unterbrach nur eben lange genug, um Desjani erkl�ren zu lassen, dass jeder, mit dem sie gesprochen hatte, ihre Meinung zu den Waffen der Aliens teilte. �Vielleicht eine gr��ere Reichweite, vielleicht mehr Energie, aber vielleicht auch nicht. Im Wesentlichen Partikelstrahlen, Laser und kinetische Projektile.�</p><p>So fremd sie ihrer Denkweise und Gestalt nach auch sein mochten, waren diese Aliens doch an die gleichen Grundregeln gebunden, nach denen das Universum funktionierte. Gewisse Waffen kamen zwangsl�ufig zur Entwicklung und Anwendung, wenn ein bestimmtes technologisches Niveau erreicht wurde. Vielleicht verf�gten die Aliens auch �ber Nullfeld-Waffen, aber das war eher unwahrscheinlich, da sie sie ansonsten wohl eingesetzt h�tten, um die au�er Gefecht gesetzten Syndik-Schiffe restlos zu vernichten.</p><p>Als er endlich fertig war, lehnte sich Geary nach hinten und atmete mit einem lauten Seufzer aus. �Wie weit sind sie noch entfernt?�</p><p>�Siebzehn Lichtminuten�, antwortete Desjani.</p><p>�Nur noch?�</p><p>�Bei f�nfzehn Lichtminuten h�tte ich Sie unterbrochen, um Sie auf die Zeit hinzuweisen.�</p><p>�Danke. Ich will die Aliens glauben lassen, dass sie schon fr�h wissen, was wir vorhaben, deshalb werden wir fr�hzeitig in Gefechtsformation gehen. Werfen Sie einen Blick auf meinen Plan, bevor ich ihn an die Flotte sende.�</p><p>Sie verbrachte einige Minuten damit, dann nickte sie. �Sie tun so, als w�rden Sie die eigentlich nicht existierende oberste Formation angreifen. Aber woher wissen Sie, dass die zweite Ebene der Formation so nach oben schwenken wird?�</p><p>�Wenn ihre Waffen unseren nicht allzu sehr �berlegen sind, werden sie das machen m�ssen. Sie werden annehmen, dass wir die angeblichen Schiffe in der obersten Lage angreifen, also werden sie wollen, dass diese Schiffe in Reichweite unserer Waffen bleiben, damit wir unsere Munition sinnlos verschie�en. Aber sie werden auch wollen, dass ihre Schiffe auf der zweiten Ebene dicht genug an uns herankommen, um uns im Vorbeiflug zu treffen. Das sollte sie dazu veranlassen, sich so zu verhalten, wie ich es annehme.�</p><p>�Das sind aber viele Annahmen�, wandte Desjani ein.</p><p>�Ich wei�, aber die beruhen auf dem, was wir wissen.�</p><p>�Auf jeden Fall werden sie nicht erwarten, dass wir solche Man�ver fliegen�, meinte sie am�siert. �W�ren diese Schiffe alle real, dann w�re das der reine Selbstmord. Die Aliens werden auch von jeder Menge Annahmen ausgehen. Ja, ich glaube, das ist gut. Es sieht nach einem plausiblen Angriff aus, wenn man annimmt, dass diese Schiffe alle tats�chlich da sind. Au�erdem haben die Aliens keine Erfahrung mit Ihnen, also werden sie auch nicht wissen, wie untypisch es f�r Sie ist, die Flotte so fr�h ihre Angriffsformation einnehmen zu lassen.�</p><p>�Gut.� Einen Moment lang z�gerte er, da er wusste, in welchem Umfang er sich auf Mutma�ungen und Spekulationen verlie�. Aber diese Attacke konnte er nur durchf�hren, wenn er dabei einige Risiken einging. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Hier spricht Admiral Geary. Ihnen gehen jetzt die Gefechtsbefehle zu. F�hren Sie die Formation Merit bei Zeit vier null aus. Geary Ende.�</p><p>Bei Zeit vier null teilte sich die Allianz-Flotte auf und bildete vier abgeflachte Scheiben, deren d�nne Seite den herannahenden Aliens zugewandt war. Drei dieser Scheiben waren nebeneinander angeordnet, jeweils acht Schlachtschiffe und sieben Schlachtkreuzer in den Unterformationen zu beiden Seiten der Hauptformation, in der sich neun Schlachtschiffe und sechs Schlachtkreuzer befanden. Dazu war es erforderlich gewesen, die drei Schlachtkreuzer der <emphasis>Adroit</emphasis>-Klasse der F�nften Division aufzuteilen, doch nach Gearys Ansicht war es sinnvoller, diese Schiffe den gr��eren und leistungsf�higeren Schlachtkreuzern zuzuteilen, anstatt sie in einer eigenen Division zu belassen. Die Schweren Kreuzer, die Leichten Kreuzer und die Zerst�rer hatte er ebenfalls ann�hernd gleichm��ig auf drei Unterformationen aufgeteilt, sodass sie die schwerer besch�digten, aber immer noch gefechtst�chtigen Kriegsschiffe sch�tzen konnten.</p><p>Oberhalb dieser drei Gefechtsformationen und damit hoffentlich weit genug entfernt von jeder direkten Bedrohung fand sich eine deutlich kleinere Scheibe, bestehend aus den f�nf Hilfsschiffen, dem Schlachtkreuzer <emphasis>Agile </emphasis>und den �brigen Kriegsschiffen, deren Sch�den einen weiteren Kampfeinsatz nicht zulie�en.</p><p>Geary wartete, bis die Unterformationen sich geordnet hatten, dann korrigierte er den Kurs der Flotte ein wenig, um die k�mpfenden Unterformationen direkt auf die drei nicht existenten Alien-Formationen auf der obersten Ebene der Armada zuhalten zu lassen. Wie Desjani ihm best�tigt hatte, sah es nach einer plausiblen Strategie aus, da jede Allianz-Unterformation in etwa der Gr��e der Alien-Formation entsprach, die sie zum Ziel hatte. So entstand der Eindruck, dass die Allianz-Flotte versuchte, nur einen Teil der gegnerischen Armada zu attackieren, um deren zahlenm��ige �berlegenheit wettzumachen.</p><p>Er konnte Costa anmerken, dass sie darauf brannte, ihn zu fragen, was er da tat, doch Sakai wartete schweigend ab und bot ihr keine Unterst�tzung. Rione strahlte Ruhe und Zuversicht aus, was vermuten lie�, dass sie wusste, was da vor sich ging.</p><p>�Der Feind ist noch f�nf Lichtminuten entfernt. Gesch�tzte Zeit bis zum Kontakt f�nfundzwanzig Minuten.�</p><p>Sakai sch�ttelte betr�bt den Kopf. �Die erste Begegnung der Allianz mit einer intelligenten nichtmenschlichen Rasse, und wir m�ssen sie als Feind bezeichnen.�</p><p>�Wir haben keine andere Wahl�, hielt Rione ihm vor Augen. �Aber wenn Admiral Geary sich entschlie�t, den Aliens eine letzte Chance zu geben, noch beizudrehen und einem Kampf auszuweichen��</p><p>Desjani warf den Politikern einen m�rrischen Blick zu, aber Geary zuckte mit den Schultern. �Es kann nicht schaden, einen letzten Versuch zu unternehmen.� Er bet�tigte die Komm-Kontrollen. �An die Armada aus nichtmenschlichen Schiffen, die weiter in dieses Sternensystem eindringt: Wir werden Ihnen nicht gestatten, kampflos an dieser Flotte vorbeizukommen. Wir werden Ihnen nicht gestatten, Menschen oder deren Eigentum in diesem Sternensystem anzugreifen. Wir werden Ihnen nicht gestatten, die Kontrolle �ber dieses Sternensystem zu �bernehmen. Wenden Sie und kehren Sie zu dem Sprungpunkt zur�ck, durch den Sie hergekommen sind, wenn Sie sinnloses T�ten vermeiden wollen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>�M�ssen wir ihnen noch ein paar Mal anbieten umzukehren�, fragte Desjani leise genug, um von den Politikern nicht geh�rt zu werden, �oder ist es in Ordnung, wenn wir sie jetzt t�ten?�</p><p>�Es ist in Ordnung, wenn wir sie jetzt t�ten. Es ist blo� eine Schande. �berlegen Sie mal, was wir alles voneinander lernen k�nnten, wenn sie blo� einverstanden w�ren, mit uns zu reden.�</p><p>�Wir k�nnen immer noch reden, wenn sie begriffen haben, dass sie sich nicht mit uns anlegen sollen.�</p><p>Mit einer kombinierten Geschwindigkeit von 0,2 Licht flogen die beiden Flotten aufeinander zu, keine �nderte Kurs oder Geschwindigkeit. �Zehn Minuten bis zum Kontakt.�</p><p>Geary nickte und lie� seinen Geist den richtigen Augenblick f�r den Beginn des Man�vers erforschen. Vor fast einer Stunde hatte er seine Schiffe in ihre Gefechtsformation gebracht, um den Aliens fr�h genug zu zeigen, was er angeblich vorhatte. Nun w�rde sein endg�ltiges Man�ver in allerletzter Sekunde erfolgen m�ssen, damit die Aliens den Positionswechsel ihrer anvisierten Ziele zu sp�t sahen und nicht mehr rechtzeitig reagieren konnten. Wenn er sich get�uscht hatte, was den Plan der Aliens anging, k�nnte sich der Vorbeiflug zu einem Fiasko entwickeln. Doch das galt nur f�r den schlimmsten aller F�lle, wenn die Aliens eine geheime Wunderwaffe zum Einsatz bringen w�rden, die sie bislang vor ihnen versteckt hatten. �An alle Einheiten in Formation Merit One, Merit Two und Merit Three: �ndern Sie bei Zeit drei f�nf den Kurs nach unten null eins f�nf Grad. Schie�en Sie auf die Ziele, sobald Feuerreichweite erreicht ist. Geary Ende.�</p><p>Nach dem Display seitlich von ihm zu urteilen, auf dem zu sehen war, was die Sensoren der nach wie vor von W�rmern infizierten Hilfsschiffe anzeigten, hatte er soeben einen selbstm�rderischen Sturmlauf der k�mpfenden Allianz-Unterformationen genau zwischen die zweite und dritte Ebene der Alien-Armada befohlen, die zusammen eine �bermacht im Verh�ltnis von zwei zu eins darstellten und die Allianz-Schiffe von oben und unten ins Fadenkreuz nehmen konnten. Auf seinem korrekten Display dagegen war zu sehen, wie die Allianz-Flotte in letzter Sekunde abtauchte und von oben auf die Schiffe der Aliens zuraste, der sie im Augenblick des Kontakts hinsichtlich der Feuerkraft um das Vierfache �berlegen sein w�rde.</p><p>Er dachte �ber die Trag�die nach, dass bei diesem Erstkontakt mit einer nichtmenschlichen Spezies die Aliens ihre Feinde waren, wie Sakai v�llig zutreffend beklagt hatte. Aber Geary dachte auch an die vielen Syndik-Schiffe, die in den letzten hundert Jahren von den Aliens vernichtet worden waren, Schiffe, deren Besatzungen nicht gewusst hatten, wie sehr sie durch die W�rmer der Aliens benachteiligt worden waren. Die Aliens hatten einen gewaltigen Vorteil in ihren H�nden gehalten, und offenbar hatten sie keine Bedenken gehabt, diesen Vorteil auch auszuspielen.</p><p>Bei Zeit drei f�nf tauchten die drei Allianz-Unterformationen ab, w�hrend die Formation rund um die Hilfsschiffe auf Kurs blieb und in sicherem Abstand �ber das Kampfget�mmel hinwegzog. �Zieht nach oben, ihr Mistkerle�, fl�sterte Desjani, dann johlte sie schadenfroh: �Da kommen sie!�</p><p>Da die Aliens die in letzter Sekunde erfolgte Kurs�nderung der Allianz-Flotte nicht mehr rechtzeitig sehen konnten, um noch darauf zu reagieren, steuerten die Schiffe der gesamten Formation nach oben, sodass sie die Kriegsschiffe der Allianz von unten kommend unter Beschuss nehmen konnten, w�hrend die das Feuer auf die gar nicht vorhandene dritte Ebene er�ffneten.</p><p>Doch diese dritte Ebene war l�ngst nicht mehr das Ziel der Allianz-Flotte, die stattdessen den aufsteigenden Aliens entgegenflogen.</p><p>Die Feindbegegnung war in Sekundenbruchteilen vor�ber, und Geary atmete erleichtert aus. Keine geheime Superwaffe war zum Einsatz gekommen, um die tats�chliche Unterlegenheit der Aliens wettzumachen. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>war nach wie vor intakt, auch wenn er h�rte, dass die ersten Schadensberichte eingingen.</p><p>Das von den W�rmern manipulierte Bild zeigte an, dass die Alien-Armada nach dem Schusswechsel v�llig unversehrt geblieben war, doch die von den W�rmern ges�uberten Sensoren lieferten in aller Eile ein aktuelles Bild der Situation. Die zweite Ebene der gegnerischen Flotte war regelrecht verw�stet worden. Da diese Schiffe von der deutlich �berlegenen Feuerkraft der Allianz �berrascht worden waren, galt nun gut ein Dreiviertel dieser Unterformation als zerst�rt oder als so schwer besch�digt, dass f�r sie eine Fortsetzung des Gefechts ausgeschlossen war.</p><p>Die Aliens schienen ihr Feuer auf die Schlachtkreuzer der Allianz konzentriert zu haben, w�hrend die Eskort- und Schlachtschiffe verschont geblieben waren. Doch das Sperrfeuer hatte nicht seine erhoffte Wirkung entfalten k�nnen, da zu viele Alien-Schiffe zerst�rt worden waren. Der Fluch der <emphasis>Invincible </emphasis>hatte sich wieder mal bewahrheitet, da sie am schwersten getroffen worden und kaum noch man�vrierf�hig war. Auch die <emphasis>Illustrious </emphasis>hatte es erwischt, ebenso die Schiffe <emphasis>Ascendant</emphasis>, <emphasis>Auspice</emphasis>, <emphasis>Formidable</emphasis>, <emphasis>Brilliant</emphasis>, <emphasis>Daring</emphasis>, <emphasis>Dragon </emphasis>und <emphasis>Valiant.</emphasis> Die �brigen Schlachtkreuzer, darunter auch die <emphasis>Dauntless</emphasis>, waren zwar getroffen worden, hatten aber keine ernsthaften Sch�den davongetragen.</p><p>�Hier spricht Admiral Geary. Formationen Merit One und Merit Four, drehen Sie bei Zeit vier zwei nach Backbord eins neun null Grad. Formation Merit Two, drehen Sie bei Zeit vier zwei nach Steuerbord eins neun null Grad.� Die vier Unterformationen setzten zu ausholenden Wendeschleifen an, die Formation mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>in ihrer Mitte machte sich an die unmittelbare Verfolgung des Gegners, w�hrend die anderen Formationen erst in einigen Augenblicken wieder auf die Aliens treffen w�rden.</p><p>Die ben�tigten allem Anschein nach ein paar Minuten, ehe sie begriffen, wie sehr der Schusswechsel ihre Armada in Mitleidenschaft gezogen hatte. Als sie sahen, dass die Allianz zum zweiten Vorbeiflug anr�ckte, �nderten sie ihren Kurs und jagten mit atemberaubender Geschwindigkeit nach unten, um auf einen Vektor einzuschwenken, der sie weit unterhalb der Allianz-Flotte brachte, um unter den Schiffen hindurchzutauchen, bevor die noch einmal das Feuer er�ffnen konnten.</p><p>�Wir k�nnen sie nicht einholen, Captain�, meldete der Steuer-Wachhabende betroffen. �Sie haben zu schnell gewendet. Sie werden unter uns hindurchgeflogen sein, noch bevor wir vollst�ndig wenden k�nnen.�</p><p>�Wir k�nnen sie trotzdem aus dem System jagen�, �berlegte Desjani.</p><p>Geary dachte kurz nach, dann sch�ttelte er den Kopf. �Nein. Damit beweisen wir ihnen h�chstens, wie �berlegen die Wendigkeit ihrer Schiffe unseren ist. Lassen wir sie entkommen, damit sie stattdessen in Erinnerung behalten, wie �berlegen wir sie geschlagen haben. Au�erdem m�ssen wir uns um die Wracks der Alien-Schiffe k�mmern.� Die hilflos durchs All treibenden Wracks versprachen eine wahre Schatztruhe an Informationen. Sie w�rden die Leichen der Aliens vorfinden, hoffentlich auch ein paar �berlebende, mit denen sie w�rden reden k�nnen. Und nat�rlich die Ausr�stung dieser nichtmenschlichen Spezies, von der sie sicher einiges lernen konnten. �Sind von den Schiffen der Aliens Rettungskapseln ausgesto�en worden?�</p><p>�Nein, Sir�, erwiderte der Steuer-Wachhabende. �Bislang ist nichts passiert.�</p><p>�Dann m�ssen ihre Schiffe �ber irgendeine Art von Lebenserhaltungssystem f�r Notf�lle verf�gen�, wandte Desjani ein.</p><p>�Falls ja, setzen sie es nicht ein. Schicken wir ein paar Schiffe zu den Wracks, damit�� Mitten im Satz brach Geary ab, als auf seinem Display Alarmsignale aufflammten. �Bei unseren Vorfahren! Sie explodieren alle!�</p><p>Alle Wracks der Alien-Schiffe waren im gleichen Moment explodiert, grelle Flammen kennzeichneten die v�llige Zerst�rung der Schiffe mit allem und jedem, der sich an Bord befunden hatte.</p><p>Der Maschinen-Wachhabende war in die Anzeigen auf seinem Display vertieft. �Sir, die Charakteristika der Detonationen entsprechen in etwa denen, die bei einer �berhitzung des Antriebs bei unseren Schiffen festzustellen sind. Aber f�r Schiffe von dieser Gr��e fallen sie ungew�hnlich heftig aus.�</p><p>�Das passt�, merkte Desjani mit frostiger Stimme an. �Um so man�vrieren zu k�nnen, wie sie es uns demonstriert haben, m�ssen sie �ber einen deutlich leistungsf�higeren Antrieb verf�gen. Ich nehme an, Massenselbstmord wird in ihrer Gesellschaft akzeptiert.�</p><p>�Captain�, fuhr der Ingenieur fort. �Ich glaube nicht, dass wir es mit Massenselbstmord zu tun haben. Die Explosionen erfolgten nicht simultan, sondern in einer Art Wellenbewegung im Abstand von einigen Millisekunden. Jemand hat ein Signal gesendet, um diese Detonation auszul�sen, und es sieht so aus, als h�tte diese Welle ihren Ursprung bei den �berlebenden Schiffen der Aliens.�</p><p>Zorn legte sich auf Desjanis Miene. �Diese kaltbl�tigen Schlangen. Die haben ihre eigenen Leute in die Luft gesprengt, nur um sicherzustellen, dass wir auch ja nichts �ber sie herausfinden. Dieser gnadenlose Abschaum!� Die Wachhabenden auf der Br�cke teilten erkennbar die Meinung ihres Captains.</p><p>�Sie beurteilen sie nach unseren Standards�, wandte Rione ein, deren z�gerlicher Tonfall deutlich machte, dass sie eigentlich auch Desjanis Meinung war.</p><p>�Und das werde ich auch weiterhin so machen�, gab Desjani knapp zur�ck.</p><p>Geary sah wieder den Maschinen-Wachhabenden an. �Kann von den Wracks noch irgendetwas �brig sein, was uns weiterhilft?�</p><p>�Das ist nicht anzunehmen, Sir. Die Tr�mmer, die wir registrieren, werden als staubkorngro� angegeben. Vielleicht k�nnte eine Analyse des Staubs eine Vorstellung davon vermitteln, mit welchen Legierungen und Materialien sie arbeiten.�</p><p>�Unerbittlich und gr�ndlich�, sagte Geary zu Desjani. �Eine gef�hrliche Kombination.�</p><p>�Und was ist mit den Aliens selbst?�, fragte Sakai. �Woraus sie bestehen, meine ich. Es w�re doch zumindest n�tzlich zu wissen, ob es sich um Lebensformen auf Kohlenstoffbasis handelt.�</p><p>Der Ingenieur verzog nachdenklich den Mund. �Ich glaube nicht, Sir. Wenn das Schiff in Staub verwandelt wurde, kommen viele Quellen f�r m�gliches organisches Material infrage. W�rden unsere Schiffe so gr�ndlich vernichtet werden, dann w�rden zum Beispiel unsere Lebensmittelvorr�te Proben verunreinigen, die man von dem Staub nimmt. Dazu kommen Kleidung, Mobiliar und unz�hlige andere Dinge.�</p><p>Geary starrte auf sein Display und fragte sich, welche geistige Haltung wohl vorhanden sein musste, wenn jemand zu solchen Ma�nahmen griff, um zu verhindern, dass man etwas �ber ihn herausfand. �Madam Co-Pr�sidentin, sollte ich unseren Hals �ber Kopf fl�chtenden Aliens zum Abschied noch ein paar Worte mit auf den Weg geben, oder sollte das besser einer der politischen Repr�sentanten an Bord �bernehmen?�</p><p>�Ich w�rde empfehlen, dass Sie das machen, Admiral.� Rione machte ebenfalls einen ver�rgerten Eindruck. �Wer immer diese Aliens auch sind, auf jeden Fall greifen sie zu extremen Mitteln, um uns daran zu hindern, mehr �ber sie zu erfahren. Vielleicht sind sie sehr xenophob oder paranoid. Das k�nnte ihr besitzergreifendes Wesen bestimmen, k�nnte aber auch ebenso gut diesem Wesen entspringen. Ich f�rchte, es wird eine gute Verteidigung notwendig sein, w�hrend wir nach dem richtigen Weg suchen, um mit ihnen Kontakt aufzunehmen.�</p><p>Geary h�rte Desjani etwas von �mehr H�llenspeere und Kart�tschen� murmeln. Er musste zugeben, dass er diese Einstellung durchaus teilen konnte, wenn er sich ansah, dass alle m�glicherweise �berlebenden Aliens von ihren eigenen Leuten brutal ermordet worden waren. Wie sollten sie jemals mit einer Rasse in Kontakt treten, die zu so etwas f�hig war? Wie sollten sie solchen Wesen vertrauen k�nnen?</p><p>Es w�rde nicht leicht werden, so viel war klar. Er fragte sich, wie hoch die Verluste bei einem Gefecht ausfallen mussten, um die Aliens davon abzubringen, ihre eigenen Kameraden zu t�ten, anstatt sie in Gefangenschaft geraten zu lassen. Aber vielleicht war den Aliens das Individuum gar nicht so wichtig. <emphasis>O ja, und uns ist das Individuum wichtig. Darum werfen wir auch Steine aus dem Orbit auf Planeten, und wir schicken Menschen ins Gefecht, wo sie ihr Leben verlieren. Andererseits sind wir doch um den Einzelnen besorgt. Ich sch�tze, eine fremde Rasse d�rfte ihre Schwierigkeiten haben, wenn sie versuchen sollte, aus uns schlau zu werden.</emphasis></p><p>Er �berlegte sich einen Text, dann schickte er den fliehenden Aliens eine letzte Nachricht hinterher. �Hier spricht Admiral Geary von der Allianz-Flotte. Uns geh�rt dieser Stern. Alle unsere Sternensysteme sind von Menschen bewohnt. Wir haben keine Sternensysteme, die von Ihnen bewohnt werden. Wir wollen keinen Krieg mit Ihnen, und wir wollen Ihnen auch nichts wegnehmen. Aber wir werden verteidigen, was wir besitzen. Wir streben nach Frieden. Kommen Sie in Frieden, und wir werden reden. Das ist alles, was wir wollen. Aber wenn Sie kommen, um Krieg zu f�hren, dann werden wir k�mpfen. Jeder weitere Angriff auf die Menschheit wird in gleicher Weise vergolten. Aggressionen von Ihrer Seite werden nicht unbeantwortet bleiben. Wenn Sie weiter versuchen sollten, unsere Sternensysteme zu zerst�ren, indem Sie Hypernet-Portale kollabieren lassen, dann wird Sie das teuer zu stehen kommen. Auf die Ehre unserer Vorfahren.�</p><p>Rione seufzte laut. �Das haben Sie gut gesagt. In der einen Hand das Schwert, in der anderen den �lzweig. Ich hoffe, sie werden sich f�r den Frieden entscheiden.�</p><p>Boyens betrat den Shuttlehangar, seine Bewacher blieben an der Luke stehen. Der Syndik-CEO ging zielstrebig auf das Shuttle zu, blieb dann aber stehen und drehte sich zu Geary um. �Ich bin Ihnen zu Dank verpflichtet, Admiral Geary. Dieser Dank kommt von mir und von jedem menschlichen Wesen in dieser Region.�</p><p>�Sie sollten Ihren Dank an jeden in der Allianz-Flotte richten, au�erdem haben wir das nicht nur f�r Sie gemacht.�</p><p>�Ich wei�. Aber Sie h�tten es auch gar nicht tun m�ssen.� Boyens nickte Rione, Sakai und Costa zu. �Im Augenblick steht zwischen unseren V�lkern eine lange und unerfreuliche Vergangenheit, aber das hier ist ein wichtiger Grundstein f�r etwas Neues, etwas Besseres.�</p><p>�Sparen Sie sich die Reden f�r sp�ter auf�, erwiderte Costa.</p><p>�Das ist mein Ernst.� Boyens machte eine ausholende Geste. �Diese Sternensysteme entlang der Grenze brauchen Sie. Das wissen wir. Die zentralen Beh�rden, die jetzt versuchen, das am Leben zu erhalten, was von den Syndikatwelten �brig ist, haben alle H�nde voll zu tun, um das zu verteidigen, was sich noch unter ihrer Kontrolle befindet. Von dieser Seite k�nnen wir so schnell keine nennenswerte Hilfe erwarten. Aber bei Taroa gibt es gut ausgestattete Schiffswerften. Das ist eines der Systeme, das wir h�tten aufgeben m�ssen, w�re Midway an die Aliens gefallen. Aber selbst diese Werften werden eine Weile brauchen, um eine vern�nftige Zahl an Kriegsschiffen zu bauen, zumal der Nachschub an Rohstoffen durch den Zusammenbruch der zentralen F�hrung der Syndikatwelten ins Stocken gekommen ist. Wir sind hier auf uns gestellt, und es wird einige Zeit dauern, ehe wir eine vern�nftige Verteidigung unseres Systems organisiert haben.�</p><p>Sakai erwiderte die unbestimmte Geste. �Reden Sie davon, dass Ihr Sternensystem immer noch Teil der Syndikatwelten ist? Oder ist es bereits etwas anderes?�</p><p>�Das wei� ich nicht.� Boyens grinste fl�chtig. �Ich muss wohl besser auf meine offenen und ehrlichen Antworten aufpassen. Es wird davon abh�ngen, was die Leute wollen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass man in der Region hier sehr ver�rgert ist, weil die Syndikatwelten einfach die zur Verteidigung stationierten Streitkr�fte abgezogen haben, um sie in den Kampf gegen die Allianz zu schicken. Aber auf Prime gibt es jetzt eine neue F�hrung, und vielleicht sind die Leute nun eher bereit, ein Teil der Syndikatwelten zu bleiben. Allerdings werden sie dann vermutlich auf mehr Autonomie bestehen und vielleicht eine regionale Konf�deration bilden, die sich nicht ganz so fest an die Reste der Syndikatwelten bindet. Mehr so etwas wie in der Allianz. Ich verspreche, ich werde Sie auf dem Laufenden halten.�</p><p>Boyens sah einen nach dem anderen an, dann verzog er den Mund zu einem betr�bten L�cheln. �Das Versprechen eines Syndik-CEO. Ich wei�, was das in Ihren Augen wert ist. Aber es ist mein pers�nliches Versprechen. Ich bin nicht dumm. Ich wei�, wir brauchen Sie. Und wir sind Ihnen was schuldig, weil Sie uns diesmal das Leben gerettet haben. Das werde ich in Erinnerung behalten.�</p><p>�Sie haben sich uns gegen�ber ehrlich verhalten�, entgegnete Rione, �wenn auch nicht immer so offen, wie es h�tte sein sollen. Das werden wir in Erinnerung behalten.�</p><p>�Und was wird jetzt aus Ihnen?�, wollte Geary wissen.</p><p>Boyens sah ihn verwundert an, und Geary wurde bewusst, dass der Syndik nicht damit gerechnet hatte, einer der Allianz-Vertreter k�nnte sich f�r sein Schicksal interessieren. �Das wei� ich nicht genau. Die �bliche Vorgehensweise war die Unterbringung in einer Verh�reinrichtung, um herauszufinden, welche Informationen ich w�hrend meiner Gefangenschaft an den Feind weitergegeben habe, gefolgt von Fragen, wie ich entkommen bin oder warum man mich freigelassen hat. Das Ganze f�hrte dann zu einer Anklage wegen Verrats und zu einem �ffentlichen Gerichtsverfahren, gefolgt von meiner Hinrichtung oder vielleicht auch von einem sehr schmerzhaften Exil in einem Gef�ngnis. Aber jetzt ist die Lage etwas anders als �blich. Gwen Iceni ist eine gute CEO, und sie ist klug genug, um zu erkennen, dass wir uns angesichts der Entwicklungen �berall im Syndik-Gebiet und angesichts dessen, was Sie hier geleistet haben, von ein paar Praktiken der Vergangenheit verabschieden m�ssen. Daher wei� ich nicht, was kommt. Vielleicht ende ich in einer Gef�ngniszelle, vielleicht werde ich auch als Botschafter zu Ihnen geschickt. Oder ich erhalte das Kommando �ber eine neue mobile Streitmacht, sobald sie fertiggestellt ist. Oder ich werde vor ein Erschie�ungskommando gestellt. Fr�her oder sp�ter werden Sie es schon erfahren.�</p><p>�Wir k�nnten Zugang zu diesem Sternensystem gebrauchen�, sagte Geary.</p><p>�Ich wei� nicht, ob es irgendjemanden gibt, der Sie davon abhalten kann herzukommen, wenn Sie das wirklich wollen�, erwiderte Boyens mit sarkastischem Unterton.</p><p>Rione hatte ihr bestes Pokerface aufgesetzt und sprach verhalten: �Eine Vereinbarung, die uns Zugang zu Ihrem System gestattet, w�re f�r Ihr Volk genauso von Vorteil wie f�r die Allianz. Sagen Sie Ihren Leuten, die Allianz m�chte auf der Grundlage des gegenseitigen Interesses ein solches Abkommen schlie�en.�</p><p>Boyens musterte sie mit einer gleicherma�en unergr�ndlichen Miene. �Selbst wenn die Menschen hier beschlie�en, sich von den Syndikatwelten zu trennen und stattdessen eigene Wege zu gehen, bezweifle ich, dass sie Teil der Allianz werden m�chten.�</p><p>�Die Allianz zwingt niemanden zu einer Mitgliedschaft�, antwortete Sakai an Riones Stelle. �Es gibt viele M�glichkeiten der Zusammenarbeit, ohne dass man gleich Mitglied werden muss.�</p><p>�Also gut, ich werde das weitergeben.�</p><p>Rione und Sakai nickten Geary zu, w�hrend Costa nur mit finsterer Miene dastand und beharrlich schwieg. Geary hielt dem Syndik eine Datendisk hin. �Darauf befinden sich Beschreibungen der W�rmer dieser Aliens. Wie man sie findet, wie man sie unsch�dlich macht. Sie werden vermutlich in so gut wie jedem System auf Ihren Schiffen und auf Ihrem Planeten diese W�rmer finden. Deshalb waren die Aliens f�r Sie unsichtbar, und Sie konnten sie im Gefecht nicht treffen.�</p><p>Boyens starrte auf die Disk, dann griff er vorsichtig danach, als rechne er damit, dass man sie ihm in letzter Sekunde doch nicht geben w�rde. �Warum geben Sie uns das?�</p><p>�Weil Sie sonst Ihre Grenze nicht vern�nftig verteidigen k�nnen�, erkl�rte Geary. �Und als Zeichen des guten Willens gegen�ber den Menschen hier.� Er erw�hnte nicht, dass er ebenso wie Sakai und Rione davon �berzeugt war, dass die Syndiks auf der Grundlage von Boyens� Beobachtungen an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>fr�her oder sp�ter selbst auf die Existenz der W�rmer sto�en w�rden. Auf diese Weise empfanden die Syndiks hoffentlich eine gewisse Dankbarkeit gegen�ber der Allianz. Au�erdem hatte Geary keine Raumschiffe aus seiner Flotte zur�cklassen wollen, die hier weit von zu Hause entfernt und auf die Gastfreundschaft der Syndiks angewiesen gewesen w�ren, nur um sicherzustellen, dass die Aliens nicht in n�chster Zeit erneut versuchten, das Sternensystem einzunehmen. Sinnvoller war es da, den Syndiks ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dessen Hilfe sie sich selbst den Aliens erfolgreich in den Weg stellen konnten. �Diese Disk erkl�rt nicht, wie die W�rmer funktionieren, weil wir das selbst nicht wissen. Wenn Sie dahinterkommen sollten, w�rden wir uns freuen, wenn Sie uns im Gegensatz den Gefallen tun, es uns wissen zu lassen.�</p><p>�Ich werde meine Leute auf jeden Fall dazu anhalten.� Boyens schaute finster auf die Datendisk. �Wir haben seit hundert Jahren mit ihnen zu tun und sind nie auf diese Sache aufmerksam geworden. Wie haben Sie das geschafft?�</p><p>�Wir haben das Problem aus einer neuen Perspektive betrachtet. Vielleicht hat uns das geholfen. Wir hatten nicht ein Jahrhundert Erfahrungen und Mutma�ungen im Hinterkopf, die uns in die falsche Richtung gelotst haben. Es war einfach nur logisch, dass die Aliens �ber irgendetwas auf ihren Schiffen verf�gten, dass Sie daran hinderte, sie sehen zu k�nnen. Vor hundert Jahren war es vielleicht nicht einmal m�glich, diese W�rmer aufzusp�ren. Ausgehend davon sind Sie dann zu Schlussfolgerungen gekommen, die all Ihre nachfolgenden Forschungen bestimmt haben.�</p><p>Boyens nickte ein wenig betr�bt. �Wie lautet doch das alte Sprichwort? Manchmal ist nicht das gef�hrlich, was man nicht kennt, sondern es sind die Dinge, die man zu wissen glaubt und die gar nicht wahr sind.�</p><p>�Ganz genau. Aber die W�rmer wurden auch entdeckt, weil eine geniale Offizierin der Allianz sich auf die Suche nach etwas gemacht hatte, ohne mit bestimmten Erwartungen an die Arbeit zu gehen.�</p><p>�Ein einzelnes geniales Individuum kann viel bewirken�, stimmte Boyens ihm zu. �Ich w�rde dieser Offizierin gern meinen Dank aussprechen.�</p><p>Geary lie� sich keine Gef�hlsregung anmerken. �Das ist bedauerlicherweise nicht mehr m�glich. Sie starb bei Varandal in der Schlacht gegen Ihre Flotte.�</p><p>Der Syndik-CEO sah Geary einen Moment lang in die Augen. �Das tut mir leid. Ich wei�, es ist kein Trost, aber ich habe in der Schlacht auch Freunde verloren. Ich w�nschte, sie alle w�rden noch leben � Ihre Freunde genauso wie meine.�</p><p>�Dann�, warf Rione entschieden ein, �tun Sie alles, was in Ihrer Macht steht, und sorgen Sie daf�r, dass unsere V�lker in der Zukunft zusammenarbeiten, anstatt sich auf dem Schlachtfeld zu begegnen. Wir k�nnen die Toten nicht zum Leben erwecken, aber wir k�nnen verhindern, dass noch mehr Menschen sterben m�ssen.�</p><p>Boyens hielt die Datendisk fest umschlossen. �Ja. Ich kann nicht f�r die gesamten Syndikatwelten sprechen, sondern nur f�r die Region hier, aber ich werde mein Bestes geben.� Sein Blick blieb wieder auf Geary haften. �Werden Sie weiterhin das Allianz-Milit�r befehligen? Die Leute hier werden das wissen wollen.�</p><p>�Ich diene dem Senat der Allianz�, formulierte Geary seine Antwort mit gro�er Sorgfalt. �Derzeit befehlige ich nur diese Flotte, nicht das ganze Milit�r. Ich wei� nicht, welche Aufgaben man mir �bertragen wird, wenn diese Mission beendet ist.�</p><p>�Nun, dann lassen Sie mich offen reden: Die Leute hier werden <emphasis>Ihnen </emphasis>vertrauen. Ich hoffe, die Allianz-Regierung wird sich diese Tatsache vor Augen halten.� Boyens nickte Geary und den drei Senatoren zu, dann machte er kehrt und ging zum Shuttle.</p><p>Sie sahen zu, wie sich die innere Schleusent�r schloss, dann startete das Shuttle und verlie� den Hangar. Geary sp�rte, wie ein Teil der Anspannung von ihm abfiel. Irgendwie schien sich ein Kreis zu schlie�en, als der Syndik-CEO genau hier die <emphasis>Dauntless </emphasis>verlie�, da von diesem System aus die Reserveflotte gestartet war.</p><p>�Zu schade, dass hier nirgendwo ein Gefangenenlager existiert�, merkte Sakai an. �Sonst h�tten wir sie um die Freilassung unserer Leute bitten k�nnen, solange sie uns dankbar sind.�</p><p>�Sie werden dankbar sein, solange wir unsere Waffen auf sie gerichtet halten�, brummte Costa. �Ich halte es immer noch f�r einen Fehler, dass wir ihnen von den W�rmern erz�hlt haben. Wir h�tten diese W�rmer analysieren k�nnen, um herauszufinden, wie sie funktionieren, und dann h�tten wir sie notfalls gegen die Syndiks einsetzen k�nnen.�</p><p>�Wir haben jetzt einen anderen Feind�, gab Rione zur�ck. �Einen gemeinsamen Feind, wie es scheint, ob uns das gef�llt oder nicht. Und diese Syndiks w�ren als Verb�ndete besonders hilfreich.�</p><p>Costas Miene wurde nur noch finsterer. �Wenn ich an einen Syndik denke, kann ich mir den nicht als Verb�ndeten vorstellen.�</p><p>�Vielleicht sind sie ja schon bald keine Syndiks mehr, wenn Sie damit besser umgehen k�nnen.�</p><p>�Ein Wolf kann von sich behaupten, ein Hund zu sein, und er bleibt trotzdem ein Wolf.� Costa warf Geary einen m�rrischen Blick zu. �Ich hoffe, Sie planen nicht, in n�chster Zeit in den Ruhestand zu gehen, Admiral. Ich garantiere Ihnen, das wird Ihnen nicht genehmigt werden.�</p><p>Geary lie� sich keine Regung anmerken. �Damit habe ich gerechnet. Aber ich habe mit dem Rat bestimmte Vereinbarungen getroffen.�</p><p>Daraufhin konnte Costa nicht verhindern, dass ein sp�ttisches L�cheln �ber ihre Lippen huschte. �Ja, nat�rlich�, sagte sie nur. Sakai vermied es, irgendeine Gef�hlsregung zu zeigen, w�hrend Rione Geary einen warnenden Blick zuwarf, von dem die anderen Senatoren nichts mitbekamen.</p><p>F�r Geary war damit endg�ltig klar, dass der Gro�e Rat irgendein Spiel mit ihm treiben w�rde, um sich nicht an das gegebene Versprechen halten zu m�ssen. Aber er war auch in der Lage, ein Spiel zu spielen. Immerhin hatte er alle Tricks durchschaut, mit denen die Syndiks und die Aliens ihn in ihre Fallen hatten locken wollen, und das w�rde ihm auch beim Gro�en Rat gelingen.</p><p>Als er den Shuttlehangar verlie�, wurde ihm die Ironie bewusst, dass er so wie Badaya in der Allianz-Regierung nur ein weiteres Hindernis sah, dass es zu �berwinden galt. Im Gegensatz zu Badaya verfolgte er dagegen rein pers�nliche Ziele. Die Regierung sollte sich um die Politik k�mmern, aber Geary wollte nur ein wenig Kontrolle �ber sein Leben haben. Er fand, dass er das verdient hatte.</p><p>Er kehrte zur�ck auf die Br�cke und setzte sich auf seinen Platz neben Desjani, dann sah er zu, wie das Allianz-Shuttle an dem Schweren Kreuzer der Syndiks andockte. Desjani schien bereit, sofort eine Salve Phantome in Richtung des Schiffs zu schicken, sollte das auf das Shuttle schie�en. Nach einigen Minuten jedoch meldete das Shuttle, dass es den Passagier abgesetzt hatte, und machte sich auf den R�ckweg zur <emphasis>Dauntless</emphasis>.</p><p>Als das Shuttle zur�ck auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>war, schien Desjani endlich ruhiger zu werden. �Kehren wir jetzt heim?�</p><p>�Ja.� Er lehnte sich zur�ck und betrachtete die Flotte auf seinem Display. �Wir kehren heim.�</p></section><section><title><p>Zw�lf</p></title><p>Es war ein eigenartiges Gef�hl heimzukehren, ohne dass die n�chste Schlacht bevorstand. Es war auch ein eigenartiges Gef�hl, ganz offiziell das Hypernet der Syndiks zu benutzen und Syndik-Sternensysteme (oder ehemalige Syndik-Sternensysteme) zu durchfliegen, ohne einen Angriff f�rchten zu m�ssen. Einige Syndik-CEOs boten ihnen sogar an, ihnen Rohstoffe zu verkaufen, um die Lager der Hilfsschiffe aufzuf�llen, aber niemand in der Allianz-Flotte war bereit, jetzt schon einem solchen Handel zu vertrauen.</p><p>Als sie das letzte Syndik-Sternensystem durchquerten, um zum Sprung nach Varandal und damit zur�ck ins Allianz-Gebiet anzusetzen, hielt Geary eine weitere Besprechung mit seinen engsten Vertrauten ab. Er hatte das Gef�hl, dass es das letzte Treffen dieser Art sein w�rde. Desjani wirkte nachdenklich, aber da sie in der letzten Zeit immer wieder einen anderen Grund gefunden hatte, um nicht mit ihm reden zu m�ssen, kannte er den Anlass f�r ihre ernste Miene nicht. Duellos hatte sogar jene melancholische Aura abgelegt, die auch sonst hinter seinem �bermut nur schlecht zu erkennen war. Tulev machte den Eindruck, als erw�ge er, wieder das L�cheln zu erlernen, auch wenn er sich selbst noch nicht so recht davon hatte �berzeugen k�nnen. �F�hlt sich so Frieden an?�, fragte er.</p><p>�Ich wei� nicht�, gestand Geary ihm. �Bei den vielen Bedrohungen, die nach wie vor existieren, ist das f�r mich kein Frieden.�</p><p>�Aber die Syndikatwelten werden nur noch ein Schatten ihrer Selbst sein.�</p><p>�Die Allianz kann aber mit dem gleichen Druck wie zuvor konfrontiert werden. Rione erwartet, dass viele Sternensysteme und Gruppen von Systemen so wie die Rift-F�deration und die Callas-Republik nach mehr Autonomie und weniger Verpflichtungen gegen�ber der Allianz streben werden.�</p><p>�Weniger Verpflichtungen�, wiederholte Desjani ver�chtlich. �Das hei�t doch nichts anderes als �weniger Geld�. Jetzt, da sie sich sicher f�hlen, wollen sie zwar, dass die Allianz sie weiterhin sch�tzt, aber im Gegenzug wollen sie nichts f�r diesen Schutz bezahlen.�</p><p>�Darauf l�uft es im Prinzip hinaus. Die gro�e Gefahr, die alle bedroht hat, existiert nicht mehr, und es wird nicht leicht sein, einer kriegsm�den Bev�lkerung klar zu machen, dass man sich nun mit den Nachfolgestaaten der Syndikatwelten ebenso befassen muss wie mit den unbekannten Dimensionen der Gefahr, die von den Aliens ausgeht.�</p><p>�Der Preis f�r den Sieg war sehr hoch�, erkl�rte Duellos. �F�r die Allianz fast zu hoch. Aber der Preis f�r die Niederlage ist f�r die Syndiks noch viel h�her.�</p><p>Sie gratulierten sich zum Sieg und zu ihrem �berleben, dann zogen sich die virtuellen Bilder von Duellos und Tulev zur�ck.</p><p>Desjani dagegen blieb am Tisch sitzen. Sie hielt die H�nde verschr�nkt und den Kopf leicht gebeugt.</p><p>Eine Zeit lang wartete Geary, aber als deutlich wurde, dass sie von sich aus nichts sagen w�rde, fragte er: �Was ist los?�</p><p>�Ich wei� nicht�, kam ihre ged�mpfte Antwort.</p><p>�Ist es irgendetwas, wor�ber Sie reden k�nnen?�</p><p>�Es ist die eine Sache, �ber die ich <emphasis>nicht </emphasis>reden kann.�</p><p>�Oh.� Er lie� ein paar Sekunden verstreichen. �K�nnen wir �ber Sie reden?�</p><p>��ber mich? Nein, Admiral. Das halte ich f�r keine gute Idee.�</p><p>Diese Luke war mit Schwung zugeschlagen worden. Unwillk�rlich versp�rte Geary eine gewisse Ver�rgerung. Sie schien reden zu wollen, und trotzdem tat sie es nicht. �Dann versuchen wir es eben anders. Der Admiral macht sich Sorgen, da einer seiner besten Befehlshaber wegen einer pers�nlichen Angelegenheit sehr aufgew�hlt ist. Gibt es irgendetwas Angemessenes, das dieser Offizier ihm mitteilen kann, ohne seine Ehre zu kompromittieren?�</p><p>�Vielleicht ja.� Desjani schaute zur Seite und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. �Ich habe so viele Jahre damit zugebracht, ich selbst zu werden. Die Vorstellung, dass man mich anschaut und dabei nicht mich, sondern jemand anders sieht, kann ich nur sehr schwer akzeptieren.�</p><p>�Davon sprachen Sie bereits. Ich w�nschte, ich w�sste darauf eine Antwort.�</p><p>�Ich kann darauf keine Antwort erwarten, erst recht keine offene Diskussion. Im Moment geht es mir nur darum, dass ich wissen muss, ob Sie wirklich verstehen k�nnen, wie ich mich f�hle.�</p><p>�Sehr gut sogar�, erwiderte Geary. W�hrend er weiterredete, musterte sie ihn skeptisch. �Als ich das erste Mal auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>erwachte, da standen Sie alle da und redeten �ber diesen Black Jack, diesen Helden und alle diese Legenden, die ihm zugeschrieben werden. Und dabei sahen Sie alle mich an. Ich wei� seitdem, wie sich das anf�hlt.�</p><p>Ihr finsterer Ausdruck wich sichtlicher Verlegenheit. �Da sagen Sie genau das Richtige. Ich habe einige Zeit ben�tigt, bis ich Sie anschauen konnte und Sie selbst sah, nicht mehr Black Jack.�</p><p>�Aber Sie haben selbst gesagt, dass das Universum in mir immer Black Jack sehen wird.�</p><p>�Wird es dadurch richtiger?�, fragte sich Desjani. �Zwei falsche Vorstellungen von zwei Menschen. Ich wei� es nicht. Ich wei� es einfach nicht. Und ich wei� auch nicht, ob Sie mich wirklich sehen. Wen sehen Sie? Was glauben Sie, wer ich bin? Sagen Sie nichts, wir k�nnen dar�ber noch nicht reden.�</p><p>�Ich glaube, ich sehe Ihr wahres Ich�, antwortete Geary vorsichtig.</p><p>�Sie sind auf der <emphasis>Dauntless</emphasis>, seit Sie aufgewacht sind. Sie waren fast die ganze Zeit �ber in diesem Schiff eingeschlossen, w�hrend wir beide gro�en Belastungen ausgesetzt waren, weil es von Ihnen verlangt wurde, sich in meiner Gegenwart aufzuhalten.�</p><p>�Und?�</p><p>�Denken Sie mal dar�ber nach.� Mit diesen Worten stand sie auf und verlie� den Konferenzraum.</p><p>Geary sa� eine Weile da, dann rief er seine Nichte auf der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>. Sie unterhielten sich eine Zeit lang, und schlie�lich gestand Jane Geary ihm, dass sie nicht entscheiden konnte, was sie sich von der Zukunft erwartete. �Seit mir klar war, was es bedeutet, eine Geary zu sein, habe ich die Flotte immer als unentrinnbares Schicksal angesehen. Aber die Flotte ist auch alles, was ich mein ganzes Erwachsenenleben lang gekannt habe. Die Flotte ist etwas, womit ich mich auskenne. Ich wei�, die �berlebenden von der <emphasis>Repulse</emphasis>, die wir auf dem R�ckflug aus dem Heimatsystem der Syndiks mitgenommen haben, glauben nicht, dass Michael es geschafft hat, das Schiff zu verlassen. Aber es gab auch niemanden, der mit Sicherheit sagen konnte, dass er tot ist. Vielleicht lebt er ja noch, und wenn ich bei der Flotte bleibe, kann ich bei der Suche nach ihm mithelfen.�</p><p>�Die Entscheidung liegt ganz bei dir�, sagte Geary. Als sie erkannte, dass er damit recht hatte, sah er sie zum ersten Mal l�cheln.</p><p>Am n�chsten Morgen sprangen sie nach Varandal, und Geary versp�rte eine wachsende Rastlosigkeit, da die letzten Tage immer langsamer zu vergehen schienen. Er wollte sicherstellen, dass entscheidende Funktionen fortgef�hrt werden konnten, ohne dass er pers�nlich in Varandal anwesend sein musste. Aber er konnte nicht unendlich viele Pl�ne ausarbeiten, damit die Reparaturen von Gefechtssch�den und die Wartungsaufgaben erledigt wurden und die Besatzungen gleichzeitig genug Zeit bekamen, um sich auszuruhen und zu erholen.</p><p>Drei Tage nach dem Sprung stattete Rione ihm einen ihrer selten gewordenen Besuche in seinem Quartier ab. �Ob Sie es glauben oder nicht, aber mein Gewissen belastet mich. Muss ich Sie vor dem warnen, was geschehen wird, wenn wir zur�ckgekehrt sind?�</p><p>�Ich glaube nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn es um die Versprechen geht, die der Gro�e Rat mir gegeben hat.�</p><p>Rione l�chelte ihn schief an. �Der Gro�e Rat wird sich ganz exakt an seine Versprechen halten. Mehr als das sollten Sie nicht erwarten.�</p><p>�Ja, so was habe ich auch schon von anderer Seite geh�rt. Aber ich werde eine Weile freinehmen, um einige pers�nliche Dinge zu regeln.�</p><p>�Freinehmen?�, wiederholte sie skeptisch. �Meinen Sie, das wird man Ihnen erlauben?�</p><p>�Als Befehlshaber der Flotte werde ich mir das selbst erlauben�, entgegnete er.</p><p>�Wie praktisch. Und? Wollen Sie lange freinehmen?�</p><p>�Nein. Drei�ig Tage.�</p><p>Sie machte eine beeindruckte Miene. �Wenn es Ihnen gelingt, sich so lange von der Allianz-B�rokratie fernzuhalten, dann wird das eine beachtliche Leistung sein. Sie m�ssen w�hrend Ihres K�lteschlafs eine stattliche Anzahl an Urlaubstagen angesammelt haben, aber ich nehme an, der Sold f�r diese hundert Jahre ist f�r Sie der gr��ere Trost.�</p><p>�Urlaubstage? Sold?� Geary sch�ttelte den Kopf. �Da hat sich gar nichts angesammelt.� Er sah Riones verst�ndnislosen Blick und erkl�rte: �Irgendwann w�hrend der Zeit, als ich im K�lteschlaf lag, wurden die Vorschriften �ber den Sold und die Urlaubstage �angepasst�, nachdem ein paar Leute nach mehreren Jahren aus dem K�lteschlaf geholt worden waren. Die Personalb�rokratie legte fest, dass im K�lteschlaf verbrachte Zeit nicht als Pflichtzeit im Dienst angesehen wird und daher auch kein Anspruch auf Sold und bezahlten Urlaub besteht.�</p><p>�Verstehe.� Rione reagierte mit einem ungl�ubigen Kopfsch�tteln. �Die B�rokratie hat also einen Weg gefunden, wie sie es vermeiden kann, Sold zu zahlen und Dienstzeiten anzuerkennen. Und wie haben sie das argumentiert?�</p><p>�Indem sie sagen, dass man sich nicht in einem �dienstbereiten Status� befindet, weil man nicht zum Dienst erscheinen kann, wenn man ben�tigt wird.� Geary zuckte mit den Schultern. �Zum Gl�ck ist das Thema Dienstalter nie angesprochen worden, deshalb z�hlen meine Jahre im K�lteschlaf als Dienstjahre. Ansonsten w�re ich vermutlich der j�ngste Captain der Flotte gewesen.�</p><p>�Ich m�chte gar nicht dar�ber nachdenken, was aus uns geworden w�re, wenn das gez�hlt h�tte�, meinte Rione seufzend. �Sogar ein Skeptiker m�sste zugeben, dass einige f�r die Allianz sehr kritische Dinge in Ihrem Fall genau richtig verlaufen sind, Admiral Geary.�</p><p>Er lachte kurz. �Zu schade, dass sich die lebenden Sterne nicht um meine Bankkonten gek�mmert haben. Die wurden n�mlich aufgel�st, als man mich f�r tot erkl�rte, also kann ich mich nicht mal auf Zinsen aus einhundert Jahren freuen. Ich besitze nur, was ich seit meinem Aufwachen verdient habe. Der Sold als Admiral ist ein ganz angenehmer Bonus, aber ich gehe nicht verm�gend aus dieser Sache hervor. Allerdings habe ich noch Resturlaub aus meiner Zeit vor dem K�lteschlaf, und den hat man mir nicht streichen k�nnen.�</p><p>�Na ja, wenigstens wissen Sie so, dass sie es nicht auf Ihr Geld abgesehen hat.�</p><p>Geary warf Rione einen ver�rgerten Blick zu. �Ich habe weder ihr noch sonst jemandem so etwas unterstellt.�</p><p>Rione verzog das Gesicht, als h�tte er ihr einen Stich versetzt. �Das hat sehr wehgetan.� Geary reagierte nicht auf ihren Humor, woraufhin sie ihn fragend ansah. �Was ist los? Ist jetzt nicht alles bestens? In ein paar Tagen k�nnen Sie mit ihr �ber alles reden. Ob Sie�s mir glauben oder nicht, aber ich wei�, wie schwierig es gewesen sein muss, immer darauf zu achten, dass man nichts sagt oder tut, was einen von beiden in eine missliche Lage gebracht h�tte.�</p><p>�Danke.� Er wusste, er schaute missmutig drein, w�hrend er sich den Nacken rieb. �Es ist nur� ich wei� nicht.�</p><p>�Kalte F��e?�, fragte sie leise.</p><p>�Nein, nicht von meiner Seite.�</p><p>�Oh.�</p><p>Er hob den Kopf und stellte fest, dass sie mit nichtssagender Miene in eine Ecke des Raums blickte. �Was soll das hei�en?�</p><p>�Das soll hei�en, Admiral, dass Sie damit allein klarkommen m�ssen.�</p><p>�Ich wollte nicht��</p><p>�Ich bin nicht diejenige, mit der Sie �ber Ihre pers�nlichen Beziehungsprobleme reden werden. Sie ist diejenige, und Sie m�ssen schon mit ihr reden.�</p><p>�Das kann ich nicht. Fr�hestens in einer Woche, und ich kann nur hoffen, dass ich dann die richtigen Worte finde.�</p><p>Wieder sch�ttelte sie den Kopf. Bevor sie aber das Quartier verlie�, sagte sie noch zu ihm: �Verlassen Sie sich auf Ihre Instinkte, Admiral.�</p><p>Nachdem sie gegangen war, sa� Geary eine Weile da und gr�belte �ber seine Situation nach. Schlie�lich verlie� er ebenfalls sein Quartier und streifte durch die Korridore der <emphasis>Dauntless</emphasis>. �berall wimmelte es zu dieser sp�ten Stunde von Besatzungsmitgliedern, die sich dar�ber unterhielten, dass der Krieg vor�ber war und sie nach Hause zur�ckkehren w�rden. Diesmal bedachten sie ihn nicht mit hoffnungsvollen, sondern mit dankbaren Blicken, was Geary leichter ertragen konnte, auch wenn er sich bei jedem von ihnen die M�he machte zu betonen, dass sie diejenigen waren, die all diese Schlachten gewonnen hatten, die schlie�lich zum Sieg gef�hrt hatten. Er selbst konnte f�r sich nur das Gl�ck reklamieren, sie in diesen Schlachten gef�hrt zu haben.</p><p>Geary begab sich bis zu den Gebetskammern, wo regelrechtes Gedr�nge herrschte, da hier diejenigen zusammenkamen, die lieber den h�heren M�chten dankten als ihrem Admiral. Nach kurzem Warten fand er einen freien Raum. Dort sa� er eine Weile in der Stille und Einsamkeit, ehe er die Kerze entz�ndete und zu seinem vor langer Zeit gestorbenen Bruder sprach. �Manchmal frage ich mich, ob das alles eigentlich wirklich real ist. Ob ich wirklich vom befehlshabenden Offizier eines einzelnen Schweren Kreuzers zum Befehlshaber �ber eine Flotte aufgestiegen bin, die gr��er ist als alles, was die Allianz zu meiner Zeit h�tte aufbieten k�nnen. Wer h�tte gedacht, dass ich versuchen w�rde, eine Flotte nach Hause zu bringen, die weit hinter den feindlichen Linien in der Falle sa�? Und dass man von mir erwarten w�rde, dass ich die Allianz rette? Ich wei�, deine Enkelin Jane sagt, du h�ttest ihr immer erz�hlt, ich sei alles, was die Legenden �ber mich behaupteten. Aber du und ich, wir wissen es besser. Ich bin nur ich. Ich wei� nicht, wie ich das alles geschafft habe, aber ich wei�, mir wurde sehr viel geholfen.�</p><p>Nach einer kurzen Pause f�gte er hinzu: �Richte deinem Enkel Michael von mir aus, dass es mir leidtut. Er war ein guter Offizier, und er war der wahre Held. Wir bringen einen Teil der <emphasis>Repulse</emphasis>-Crew nach Hause. Die Leute wurden noch immer im Heimatsystem der Syndiks festgehalten. Sie k�nnen nicht best�tigen, dass Michael tot ist, aber keiner von ihnen hat beobachten k�nnen, wie er lebend das Schiff verlassen hat. Ich werde es immer bedauern, dass ich ihn nicht retten konnte.</p><p>Deine Enkelin Jane ist eine gute Frau. Ich werde versuchen, auf sie aufzupassen. Aber sie ist eine Geary. Starrk�pfig und entschlossen. Ich wei� nicht, ob sie in der Flotte bleiben oder vielleicht doch noch Architektin werden wird. Jetzt kann sie w�hlen. So wie Michaels Kind. Ich danke den lebenden Sternen daf�r, dass ich wenigstens das erreicht habe.�</p><p>�Admiral, die letzten Einheiten der Flotte sind in ihren vorgegebenen Orbit im Varandal-Sternensystem eingeschwenkt.�</p><p>�Danke.� Das Komm-Feld in seinem Quartier wurde wieder dunkel, und Gearys Blick wanderte zur�ck zu dem Display, das �ber seinem Tisch schwebte. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>und etliche andere Kriegsschiffe befanden sich seit mehr als einem Tag auf ihren Positionen in der N�he der Ambaru-Station. Shuttles hatten bereits etliche <emphasis>Dauntless</emphasis>-Besatzungsmitglieder auf die Station gebracht, manche, weil sie offizielle Angelegenheiten zu erledigen hatten, andere, weil sie ihren immer wieder verschobenen Landurlaub nehmen wollten. Andere Kriegsschiffe hatten l�nger ben�tigt, um den ihnen zugewiesenen Orbit zu erreichen, einige von ihnen in der N�he anderer Orbitalstationen. Die Flotte war so gro�, dass man nicht blo� ein oder zwei Einrichtungen im System mit den Massen an Personal �berfordern wollte, die sich an Bord so vieler Kriegsschiffe befanden.</p><p>Das war es dann. Die Befehle und Pl�ne, die er f�r die Flotte nach ihrer R�ckkehr ausgearbeitet hatte, waren verschickt worden und wurden zum Teil bereits umgesetzt. Er hatte nun jeden zufriedengestellt: Er hatte seine Versprechen eingel�st und seine Pflicht erf�llt, und f�r den Augenblick war sogar die Gefahr eines Milit�rputsches gebannt. Badaya und seine Anh�nger waren mit dem formalen Kriegsende mehr als zufrieden, da sie davon �berzeugt waren, dass jede wichtige Entscheidung in Wahrheit hinter den Kulissen von Geary getroffen worden war.</p><p>Geary hob die Hand und nahm das Abzeichen ab, das ihn als Admiral der Flotte auswies. Er tat es mit einem gewissen Bedauern, da Tanya diejenige gewesen war, die es ihm angesteckt hatte. Dann stellte er sich vor den Spiegel und steckte das Captainsabzeichen fest.</p><p>Er lie� den Blick durch sein Quartier auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>schweifen, sah die Sternenlandschaft an einem Schott, die St�hle, den Tisch, an dem er unz�hlige Simulationen und Schlachtpl�ne entwickelt hatte. Bis auf die wenigen Wochen vor Admiral Blochs Tod war dies Gearys Zuhause gewesen, sein einziges Zuhause.</p><p>F�r eine Weile w�rde er es verlassen. Ganz sicher schuldete die Allianz ihm ein paar Wochen Ruhe und Erholung, und in so kurzer Zeit konnte nicht so viel schiefgehen. Er �berlegte, wohin er sich in dieser Zeit begeben und was er unternehmen sollte. �berall w�rden die Menschen nur darauf warten, ihn zu best�rmen, w�hrend er sich eine Zeit lang irgendwo zur�ckziehen und verstecken wollte, um zur Abwechslung einmal keine Entscheidungen treffen zu m�ssen, von denen das Schicksal einer Flotte oder sogar der gesamten Allianz abhing.</p><p>Er hoffte, diese Zeit nicht allein zu verbringen, immerhin gab es da jemanden, dem er jetzt endlich seine wahren Gef�hle offenbaren konnte � auch wenn Tanya Desjani ihn in den letzten Tagen beharrlich gemieden hatte. Vielleicht war es ihr genauso ergangen wie ihm, und sie hatte bef�rchtet, ihr k�nnten im letzten Moment doch noch die Worte rausrutschen, unmittelbar bevor sie beide sie aussprechen konnten, ohne damit ihrer Ehre zu schaden.</p><p>Obwohl er das Schiff verlie�, war er davon �berzeugt, schon bald auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>zur�ckzukehren. Die Allianz w�rde zweifellos Black Jack bald wieder zu sich bestellen, weil das Universum noch nicht ganz aufger�umt war. Inwieweit die Allianz sich in das Chaos einmischen w�rde, das nach dem Zerfall der Syndikatwelten in ihrer bisherigen Form unweigerlich kommen musste, war zwar noch ungewiss, aber f�r Geary gab es keinen Zweifel daran, dass die Flotte dabei wieder zum Einsatz kommen w�rde. Zumindest gab es Heerscharen von Kriegsgefangenen, die in den diversen Arbeitslagern erst einmal gefunden werden mussten, damit sie heimkehren konnten.</p><p>Und dann waren da ja immer noch die Aliens, �ber die man nach wie vor viel zu wenig wusste und die auf der entlegenen Seite der Syndikatwelten eine hartn�ckige Bedrohung darstellten. Ganz sicher beobachteten sie in diesem Moment weiter die Menschheit und suchten nach neuen Wegen, wie sie die Menschen als N�chstes gegeneinander aufbringen konnten. Und vielleicht planten sie bereits neue Offensiven, auch wenn niemand zu sagen vermochte, welche Gef�hle die ihnen zugef�gten Verluste in ihren Reihen ausl�sen mochten. Und was sich jenseits der Heimat der Aliens befand, war ein noch gr��eres R�tsel. Aber wo es eine nichtmenschliche intelligente Rasse gab, konnten auch noch viele weitere existieren.</p><p>Nein, die Geschichte hatte kein rundum gl�ckliches Ende genommen. Aber er hatte die Flotte gerettet und den Krieg beendet � und das war mehr als er je f�r m�glich gehalten h�tte.</p><p>Geary warf einen letzten Blick auf die eingegangenen Nachrichten und ignorierte geflissentlich die lange Liste an �bermittlungen vom Flottenhauptquartier. Die konnten noch warten. Ganz bestimmt fand sich mindestens eine Nachricht darunter, mit der ihm mitgeteilt wurde, dass er mit sofortiger Wirkung wieder zum Admiral bef�rdert worden war, und mindestens eine andere Mitteilung enthielt neue Befehle f�r ihn. Aber der Gro�e Rat und das Flottenhauptquartier hatten sich selbst ein Bein gestellt, indem sie alle ihre Nachrichten mit Standardpriorit�t und unverf�nglichen Betreffzeilen geschickt hatten. Die Absicht dahinter war nat�rlich, ihn nicht erahnen zu lassen, welchen Inhalt eine bestimmte Nachricht hatte, damit er sie ganz arglos �ffnete. Aber da keine von ihnen den Anschein erweckte, besonders dringend zu sein, konnte man ihm keinen Vorwurf daraus machen, dass er sie nicht sofort gelesen hatte. <emphasis>Ich bin vielleicht nur ein Flottenoffizier, aber ich bin kein </emphasis>dummer <emphasis>Flottenoffizier, vor allem nicht mehr, nachdem ich lange genug Rione bei der Arbeit habe zusehen k�nnen.</emphasis></p><p>Dann schrieb er eine knappe <emphasis>Nachricht </emphasis>an seine Vorgesetzten.</p><cite><p><emphasis>Entsprechend der getroffenen Vereinbarung gebe ich hiermit den mir vor�bergehend verliehenen Dienstgrad zur�ck und nehme wieder meinen vormaligen Dienstgrad als Captain an. Damit trete ich ebenfalls das Kommando �ber die Flotte ab. Als eine meiner letzten Amtshandlungen als Flottenadmiral habe ich mir drei�ig Tage Landurlaub gew�hrt, der mit sofortiger Wirkung beginnt. Hiermit �bertrage ich das Kommando �ber die Flotte vor�bergehend an Admiral Timbale unter der Voraussetzung, dass das Flottenhauptquartier und der Gro�e Rat keine anderslautende Entscheidung f�llen.</emphasis></p><p><emphasis>Hochachtungsvoll</emphasis></p><text-author><emphasis>John Geary</emphasis></text-author><text-author><emphasis>Captain der Allianz-Flotte</emphasis></text-author></cite><p>Nachdem er dann noch den Befehl gegeben hatte, dass diese Mitteilung erst in zehn Stunden �bertragen werden sollte, ging er zur Luke, um sich auf die Suche nach Desjani zu machen.</p><p>Doch als sich die Luke �ffnete, stand Victoria Rione im Gang davor und sah ihn erstaunt an. �Wollten Sie gerade gehen?�</p><p>�Ja, das wollte ich. Wenn Sie nichts dagegen einzuwenden ha��</p><p>�Hat man Sie nicht wieder zum Admiral bef�rdert?�</p><p>�Vermutlich ja, aber diese Bef�rderung wird eine von vielen ungelesenen Nachrichten im Eingangskorb sein, genauso wie die Aufforderung, mich irgendwo zu melden, um irgendwas zu befehligen. Aber alle diese Nachrichten werde ich erst in drei�ig Tagen lesen. Mir ist nichts anderes bekannt, als dass ich ein Captain bin und ich keine Verpflichtungen zu erf�llen habe, die mich von meinem Landurlaub abhalten k�nnten.� Dann sah er Rione mit einer Mischung aus Bedauern und Ver�rgerung an. �Ich <emphasis>muss </emphasis>jetzt los.�</p><p>�Aber da ist noch etwas, wor�ber wir beide reden m�ssen, Captain Geary.� Sie ging an ihm vorbei in sein Quartier, woraufhin er ihr folgte und sich M�he gab, nicht auf Rione w�tend zu sein. �Habe ich Ihnen gesagt, wie dankbar ich bin, Captain Geary?�, fuhr sie fort. �F�r alles, was Sie f�r die Allianz getan haben? F�r alles, was Sie h�tten tun k�nnen, wenn Sie nur gewollt h�tten? Ich bin Ihnen als Senatorin, als Co-Pr�sidentin der Callas-Republik und als Mensch etwas schuldig.�</p><p>�Das ist schon in Ordnung.� Er winkte beil�ufig ab. �Ich habe nur meine Pflicht getan.�</p><p>�Sie haben mehr als nur Ihre Pflicht getan, Captain Geary. Und das ist der Grund, weshalb ich hier bin. Denn trotz aller pers�nlichen Vorbehalte, die ich im Hinblick auf eine bestimmte, uns beiden bekannte Befehlshaberin Ihrer Flotte hege, sollten Sie dennoch wissen, dass sich in Ihrer Mailbox eine Nachricht befindet, die Sie lesen sollten, bevor Sie durch dieses Schiff spazieren, um nach jemandem zu suchen.�</p><p>Was hatte Rione jetzt schon wieder vor? �Wieso?�</p><p>�Vertrauen Sie mir, rufen Sie ihre Mailbox auf.�</p><p>Da ihre Worte ihn nicht nur noch �rgerlicher, sondern auch neugierig machten, �ffnete er erneut die Mailbox. �Und welche von diesen Nachrichten ist so wichtig?�</p><p>�Keine von denen da. Ich meine die, die so markiert ist, dass sie erst versp�tet zugestellt wird. Sie ist in diesem Ordner, Sie k�nnen sie nur noch nicht sehen, sondern erst in ungef�hr einer Stunde. Es sei denn, Sie geben diesen Widerrufcode ein.� Riones Finger tanzten �ber die Tasten, und einen Moment sp�ter tauchte eine weitere Nachricht auf. �Na, sieh mal einer an.�</p><p>Irritiert sah er sich die Nachricht an. Vertraulich. Pers�nlich. Sie war von der <emphasis>Dauntless </emphasis>geschickt worden. Er �ffnete sie und las:</p><cite><p><emphasis>Lieber Flottenadmiral Geary,</emphasis></p><p><emphasis>ich hoffe, Sie werden mir verzeihen, dass ich mich auf diesem Weg an Sie wende, aber es scheint mir der beste Weg, um Ihnen eine unangenehme oder peinliche Situation zu ersparen.</emphasis></p><p><emphasis>Sie haben alle Versprechen erf�llt, die Sie gegeben haben, aber zwischen uns gibt es unausgesprochene Versprechen. Wir wissen beide, was ich damit meine. Ich habe keinen Zweifel an Ihrer Ernsthaftigkeit, aber seit Sie auf der </emphasis>Dauntless <emphasis>aus dem K�lteschlaf erwacht sind, haben Sie Ihre gesamte Zeit auf diesem Schiff eingesperrt zugebracht. Sie waren gro�em Stress ausgesetzt, Sie waren gezwungen, sich mit gewissen Individuen zu arrangieren, um Ihren Pflichten als Flottenkommandant nachzukommen. Angesichts dieser Umst�nde war es nur nat�rlich, dass Sie eine pers�nliche Bindung entwickeln w�rden. Aber jetzt, da Sie Zeit und Ihre Freiheit haben, werden Sie m�glicherweise die unausgesprochenen Versprechen bereuen, die Sie unter Stress gegeben haben. Das kann und werde ich Ihnen nicht ver�beln.</emphasis></p><p><emphasis>Ich werde Sie nicht an Versprechen binden, die nie ausgesprochen wurden.</emphasis></p><p><emphasis>Wenn wir uns wieder begegnen, werden Sie die Gelegenheit gehabt haben, das Leben abseits der Enge der </emphasis>Dauntless <emphasis>zu genie�en und eine Entscheidung zu treffen, die Sie auch wirklich treffen wollen. Vor Ihnen liegen noch viele Herausforderungen, und auf Sie warten viele Gelegenheiten.</emphasis></p><p><emphasis>Es war mir eine gro�e Ehre, unter Ihrem Kommando dienen zu d�rfen, und ich hoffe, Sie werden beim n�chsten Mal wieder die </emphasis>Dauntless <emphasis>zu Ihrem Flaggschiff machen.</emphasis></p><p><emphasis>Hochachtungsvoll</emphasis></p><text-author><emphasis>Tanya Desjani</emphasis></text-author><text-author><emphasis>Captain der Allianz-Flotte</emphasis></text-author></cite><p>Er starrte die Nachricht eine scheinbare Ewigkeit lang an, dann endlich drehte er sich zu Rione um. �Was zum Teufel hat das zu bedeuten?�</p><p>�Wieso glauben Sie, ich h�tte diese Nachricht gelesen?�</p><p>�Weil ich Sie kenne! Wovon redet Tanya da?�</p><p>Rione machte eine kapitulierende Geste. �Sie spricht das alles mehr oder weniger deutlich an. Sie ist besorgt, dass der gro�e Held Black Jack Geary, der jede Frau kriegen kann, die er haben will� dass er fr�her oder sp�ter tats�chlich eine andere Frau haben will.� Rione l�chelte ironisch. �Genau wie ich m�chte sie nicht die zweite Wahl eines Mannes sein.�</p><p>�Wie kommt sie denn auf diese Idee?� Dann ging ihm eine andere Frage durch den Kopf. �Warum hat sie daf�r gesorgt, dass ich die Nachricht erst in einer Stunde erhalten soll?�</p><p>�Woher soll ich das wissen?�, gab Rione mit gespielter Ahnungslosigkeit zur�ck. �Haben Sie Ihre Nachricht, mit der Sie dem Hauptquartier mitteilen, dass Sie Urlaub nehmen, sofort zukommen lassen?�</p><p>�Nat�rlich nicht. Ich wollte erst weit genug weg sein, bevor�� Er verstummte, da ihm eine Zeile aus Desjanis Nachricht ins Auge sprang: <emphasis>Wenn wir uns wieder begegnen� �</emphasis>Desjani ist weg? Wohin ist Sie?�</p><p>�Muss ich Ihnen eigentlich <emphasis>alles </emphasis>erkl�ren?�</p><p>Er h�rte auf, krampfhaft zu �berlegen, und dann kam ihm die Antwort sofort in den Sinn. �Kosatka. Sie reist nach Hause, um dort Urlaub zu machen.� Er atmete tief durch, um zur Ruhe zu kommen. �Warum hat sie nicht erst mit mir geredet? Wir w�ren jetzt <emphasis>endlich </emphasis>in der Lage gewesen, offen zu reden.�</p><p>�Sie haben die Nachricht gelesen. Sie glaubt, dass Sie noch nicht bereit sind, um zu reden.�</p><p>�Wie kann sie eine solche Entscheidung allein treffen?� Geary merkte, dass er allm�hlich w�tend wurde. �Ich kann es nicht fassen, dass sie wegl�uft, anstatt��</p><p>Riones aufgebrachtes Schnauben war heftig genug, um ihn verstummen zu lassen. �Haben Sie vor, ihr zu sagen, dass Sie glauben, sie ist �weggelaufen�?�</p><p>Wieder atmete er tief durch. �Nein.�</p><p>�Gut, dann sind Sie ja doch kein hoffnungsloser Fall. Aber Sie machen sich keine Gedanken dar�ber, was in ihr vorgeht. Pflicht und Ehre verlangen von ihr, sich nicht dem in den Weg zu stellen, was Sie in Zukunft f�r die Allianz tun m�ssen. Selbst ich muss ihr Respekt zollen, dass sie dar�ber besorgt ist. Ihre eigenen Zweifel stellen sie vor die Frage, wie echt Ihre Gef�hle f�r sie sind. Gef�hle, �ber die Sie bislang nicht mit ihr reden konnten. Und sie fragt sich, wie lange diese Gef�hle anhalten werden. F�hlen Sie sich nur zu ihr hingezogen, weil Sie in dieser Flotte so isoliert sind? Ist eine Frau mit ihrem Dienstgrad eine w�rdige Partnerin f�r einen Flottenadmiral? Sie wird sich wahrscheinlich sogar fragen, ob Sie jetzt zu mir zur�ckkehren werden � als ob ich Sie wiederhaben wollte.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf, da er versuchte, irgendeine L�cke in Riones Argumenten zu finden. �Aber��</p><p>�Und dem�, redete Rione weiter und wechselte dabei zu einem energischeren Tonfall, �hat Ihre Tanya Desjani nur ihre eigene Liebe entgegenzusetzen, die sie auch noch nie offen hat aussprechen k�nnen und die ihr mit Sicherheit ein schlechtes Gewissen bereitet, wenn sie es wagt, dar�ber nachzudenken. Liebe muss zum Ausdruck gebracht werden, Captain Geary, sonst bringt das Schweigen Zweifel am anderen und Zweifel an sich selbst.�</p><p>Wieder atmete er tief durch, dann nickte er. �Sie haben etwas vergessen. Sie hat Angst, nur noch als meine Partnerin wahrgenommen zu werden, als Black Jacks Gef�hrtin, aber nicht als Frau, die etwas Eigenes geleistet hat.�</p><p>�Ah, ja. Das ist eine gro�e Sache. Also, was werden Sie tun, Black Jack?�</p><p>Er warf ihr einen finsteren Blick zu. �Was <emphasis>soll </emphasis>ich denn tun?�</p><p>Seufzend gab sie zur�ck: �Was w�rde Ihr Captain Ihnen raten, wenn Sie vor einer sehr schwierigen Entscheidung stehen?�</p><p>�Dass ich auf meine Instinkte h�ren soll.�</p><p>�Und was habe ich Ihnen vor ein paar Tagen geraten, was Sie mit Blick auf Ihren Captain machen sollen?�</p><p>Er dachte kurz nach. �Dass ich auf meine Instinkte h�ren soll.�</p><p>�Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass Sie auf einen von uns h�ren. Was sagen Ihnen Ihre Instinkte?�</p><p>�Dass ich nach ihr suchen sollte, um ihr zu sagen, was ich f�r sie empfinde. Um ihr zu versichern, dass sie meiner Pflicht nicht im Weg stehen wird. Dass ihre Ehre mir die Kraft gibt, das zu tun, was ich tun muss. Dass ich immer zu ihr stehen werde und dass ich mich niemals f�r eine andere Frau interessieren werde.�</p><p>�Nicht schlecht.� Sie deutete auf die Luke. �Worauf warten Sie dann noch?�</p><p>�Ich verstehe immer noch nicht, wieso sie nicht gewartet hat, bis wir reden konnten. Es ist das erste Mal, dass wir die Gelegenheit haben. Warum trifft sie sich dann nicht mit mir, solange wir uns auf dem gleichen Schiff befinden?�</p><p>Diesmal verdrehte Rione frustriert die Augen. �Sie meinen, warum sie nicht in Ihr Quartier gekommen ist? Auf ihrem eigenen Schiff, auf dem Sie monatelang mehr oder weniger eingesperrt waren? Sollte sie Sie zu fassen bekommen, ehe Sie ihr entwischen?�</p><p>�Das ist nicht� Sie hat etwas in dieser Art gesagt.�</p><p>�Nat�rlich hat sie das. Sie bietet Ihnen eine Ausflucht, eine Chance, die Dinge neu zu ordnen� Wegzugehen, wenn Sie das wollen, Ihre Ehre und Ihren Stolz zu wahren, ohne Sie dazu zu zwingen, ihr sagen zu m�ssen, dass sich �die Dinge ge�ndert haben�.�</p><p>�Aber wie soll ich sie zu fassen bekommen, wenn sie das Schiff bereits verlassen hat?� Eine innere Stimme sagte ihm, dass sie l�ngst von Bord gegangen war.</p><p>Rione zog eine Augenbraue hoch. �Sie haben eine Chance, John Geary, wenn Sie sie tats�chlich einholen wollen. Das ist das, was sie wissen will, und Sie haben eine M�glichkeit, es ihr zu beweisen. Stattdessen stehen Sie hier und diskutieren mit mir.�</p><p>Geary war schon fast aus seinem Quartier gest�rmt, da blieb er stehen und drehte sich zu Rione um. �Danke.�</p><p>�Sie danken mir?� Rione zuckte mit den Schultern. �Wenn mein Mann noch lebt, dann werden das Kriegsende und der Austausch der Kriegsgefangenen ihn zu mir zur�ckbringen. Und da glauben Sie, Sie m�ssen sich bei mir bedanken?�</p><p>�Ja. Wir sehen uns, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>�Ja, das werden wir, Captain Geary. Es gibt noch viel zu tun.� Sie deutete auf die Luke. �Ihr Ziel entwischt Ihnen.�</p><p>Er eilte durch den Korridor, dann blieb er an der erstbesten Komm-Einheit stehen und rief die Br�cke. �Wo ist Captain Desjani?�</p><p>Der Wachhabende auf der Br�cke sah ihn nerv�s an. ��hm� Sir� Captain Desjani ist derzeit nicht zu sprechen. Sie hat darum gebeten, nicht gest�r��</p><p>�Befindet sie sich noch auf dem Schiff?�, unterbrach er den Mann.</p><p>Der z�gerte, dann fasste er erkennbar einen Entschluss. �Nein, Sir. Sie hat das Schiff verlassen, um Landurlaub zu nehmen. Sie hat sich mit einem Shuttle zum Haupt-Passagierterminal bringen lassen.� Der Wachhabende klang fast erleichtert.</p><p>�Sie haben �ber Bord-Komm nicht mitgeteilt, dass der Captain das Schiff verl�sst?�</p><p>�Sir, Captain Desjani hat uns befohlen��</p><p>�Ja, schon gut. Ich brauche ein Shuttle der <emphasis>Dauntless</emphasis>, das mich zum Haupt-Passagierterminal auf der Ambaru-Station bringt, und zwar sofort.�</p><p>Der Wachhabende auf der Br�cke machte einen entsetzten Eindruck. �Sir, alle Shuttles der <emphasis>Dauntless </emphasis>werden zurzeit gewartet und k�nnen nicht benutzt werden. Es ist sehr ungew�hnlich, alle Shuttles gleichzeitig stillzulegen, aber Captain Desjani hat genau diesen Befehl gegeben. Das Shuttle, das sie genommen hatte, wurde gleich nach der R�ckkehr einem Wartungsteam �bergeben.�</p><p><emphasis>Noch mehr Steine konnte sie mir wohl nicht in den Weg legen, </emphasis>dachte Geary kopfsch�ttelnd und versuchte zu �berlegen, wie er jetzt am besten vorgehen sollte. Ein Shuttle von einem anderen Schiff zur <emphasis>Dauntless </emphasis>kommen zu lassen, nahm Zeit in Anspruch, vermutlich zu viel, und wom�glich wurde man dann im Hauptquartier darauf aufmerksam, dass er zu entwischen versuchte. Aber ihm blieb nichts anderes �brig. Geary war im Begriff, den Befehl zu geben, da meldete sich der Wachhabende auf der Br�cke wieder zu Wort und klang sehr verdutzt.</p><p>�Sir, ein Shuttle von der <emphasis>Inspire </emphasis>meldet soeben, dass es im Landeanflug auf unseren Hangar ist. Der Pilot sagt, er habe den Befehl, einen Passagiertransport der h�chsten Priorit�t durchzuf�hren. Betrifft das Sie, Sir?�</p><p><emphasis>Vielen Dank, Captain Duellos. Ich wei� zwar nicht, wie Sie das angestellt haben, aber Sie haben was bei mir gut. </emphasis>�Ja, das betrifft mich. Dieses Shuttle muss startklar sein, wenn ich den Hangar erreiche.�</p><p>Letztlich musste er doch noch ein paar Minuten warten, ehe das Shuttle der <emphasis>Inspire </emphasis>die <emphasis>Dauntless </emphasis>verlie�. �Irgendein bestimmtes Dock im Passagierterminalbereich, Sir?�, wollte der Shuttlepilot wissen.</p><p>�Ich ben�tige ein Dock, das m�glichst nahe an einem Passagierschiff liegt, das in K�rze nach Kosatka starten wird.�</p><p>�Ziviler Passagierverkehr?�, fragte der Pilot zweifelnd. �Ich kann zwar schnell herausfinden, welches Dock das ist, Sir, aber ich soll nur milit�rische Docks anfliegen. Das hei�t, ich m�sste trotzdem ziemlich weit entfernt andocken.�</p><p>�Gibt es denn gar keine M�glichkeit, ein ziviles Dock zu benutzen?�</p><p>�Nein, Sir. Na ja, es gibt nur eine Ausnahme. Wenn es beim Anflug einen Notfall an Bord gibt, der mich zwingt, das n�chstgelegene Dock zu erreichen.�</p><p>�Ein Notfall?�, gab Geary zur�ck und bem�hte sich, m�glichst desinteressiert zu klingen.</p><p>�Ja, Sir, zum Beispiel� �hm� die Alarmmeldung, dass der Druck in der Kabine abf�llt.�</p><p>�Verstehe. Was w�rden Sie sagen, wie die Chancen stehen, dass ein solcher Alarm in dem Moment losgeht, wenn wir uns in der N�he des Docks befinden, zu dem ich muss?�</p><p>Er konnte f�rmlich h�ren, wie der Pilot bei der Antwort grinste. �F�r Sie, Sir? Ich kann schon sp�ren, wie der Alarm sich darauf gefasst macht, gleich loszugehen. Ich nehme an, ich soll das Terminal in der k�rzestm�glichen Zeit erreichen, richtig, Sir?�</p><p>�Sie haben es erfasst.�</p><p>�Ist schon so gut wie erledigt, Sir.�</p><p>Gut f�nfundzwanzig Minuten sp�ter verlie� Geary auf wackligen Beinen das Shuttle, dessen Pilot seinen Vogel mit nicht zu bremsendem Enthusiasmus durchs All gejagt hatte. Am Dockausgang ging er an ein paar m�rrisch dreinblickenden Zivilisten vorbei, deren Kleidung ihm v�llig fremdartig erschien. Einer von ihnen versuchte, ihn aufzuhalten, aber Geary hob eine Hand. �Ich bin in Eile.�</p><p>�Sie m�ssen trotzdem�� Als der Zivilist Gearys Gesicht genauer betrachtete, bekam er mit einem Mal den Mund nicht mehr zu. �Ich� ich��</p><p>�Tut mir leid, ich bin in Eile�, wiederholte Geary und lief an dem Mann vorbei.</p><p>In der Menge fanden sich genug Uniformierte, aber die Zivilpersonen wirkten auf ihn v�llig fremdartig, was nicht nur damit zu tun hatte, dass er seit Monaten auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>nur von Offizieren und Matrosen umgeben gewesen war. Es lag auch daran, dass sich der Stil der Mode so grundlegend ver�ndert hatte, seit er vor hundert Jahren das letzte Mal mit Zivilisten zusammengekommen war. Die Senatoren waren alle f�rmlich gekleidet gewesen, ihr Kleidungsstil hatte sich in einem Jahrhundert nur wenig weiterentwickelt, weshalb er sich an das erinnert gef�hlt hatte, was ihm vertraut gewesen war. Diese Zivilisten dagegen in ihrer legeren Kleidung wirkten einfach nur fremdartig, aber Geary war bewusst, dass dies nur die Spitze des Eisbergs war, ein winziger Teil all jener Ver�nderungen in der Gesellschaft, an die er sich erst noch w�rde gew�hnen m�ssen.</p><p>Das musste aber warten, bis er das richtige Dock erreicht hatte. Sofern er es �berhaupt rechtzeitig erreichen w�rde. Immer wieder wurde er durch stehende Gruppen am Vorankommen gehindert, da er sich erst einen Weg durch die Menge bahnen musste, wobei er den Kopf gesenkt hielt, um nicht erkannt zu werden. W�hrend er die neugierigen Blicke ignorierte, die ihn auf allen Seiten begleiteten, lief er weiter in Richtung der Docknummer, die der Pilot ihm genannt hatte. Dann aber drehte sich eine Gruppe Matrosen um, entdeckte ihn und salutierte ihm mit breitem Grinsen, was andere anwesende Milit�rangeh�rige stutzen lie�, da sie mit der Geste nichts anzufangen wussten.</p><p>Geary blieb nichts anderes �brig als den Salut zu erwidern, dann suchte er nach der Nummer des Docks, vor dem er sich im Augenblick befand. Einer der Matrosen, dessen Emblem ihn als von der <emphasis>Daring </emphasis>kommend auswies, trat aus der Gruppe vor. �Sir? Suchen Sie etwas Bestimmtes?�</p><p>�Ja, Dock Eins-vierundzwanzig Bravo�, erwiderte er. �Ich muss da schnellstens hin.�</p><p>�Wir bringen Sie hin, Sir. Folgen Sie uns!� Die Matrosen der <emphasis>Daring </emphasis>hakten sich gegenseitig unter, um einen Keil zu bilden, dann r�ckten sie vor und schnitten eine Schneise in die Menge, um Geary den Weg freizumachen, auch wenn die Umstehenden lautstark protestierten, als sie von den M�nnern rigoros aus dem Weg geschoben wurden.</p><p>Unwillk�rlich musste Geary grinsen, als er sah, wie die M�nner sich f�r ihn einsetzten. W�hrend er ihnen folgte, h�rte er, wie hinter ihm erschrockene Stimmen seinen Namen aussprachen. Er konnte nur hoffen, dass keine Menschenmenge hinter ihm her war.</p><p>Augenblicke sp�ter blieben die Matrosen stehen, der Anf�hrer der Gruppe wandte sich ihm zu. �Da w�ren wir, Sir. Mit freundlicher Empfehlung des Schlachtkreuzer <emphasis>Daring</emphasis>. Werden Sie die Flotte wieder anf�hren, Sir?�</p><p>Geary blieb stehen und erwiderte das L�cheln der M�nner. �Wenn das Gl�ck auf meiner Seite ist. Danke.� Nach einem raschen Salut betrat er den Wartebereich vor dem Dock.</p><p>Tanya Desjani drehte sich um, als er hereinkam. Sie trug ihre Galauniform und hob sich sogar von dem anderen Milit�rpersonal ab, das darauf wartete, auf das Passagierschiff gelassen zu werden. Abrupt blieb er stehen und konnte sich einen Moment lang nicht von der Stelle r�hren, da er erst einmal die Tatsache begreifen musste, dass er sie noch eingeholt hatte, dass sie vor ihm stand und dass weder Ehre noch Pflichtgef�hl sie und ihre Empfindungen trennte. Ihre Miene hellte sich auf, als sie ihn sah, und sie bekam vor Freude gro�e Augen. Zumindest hoffte er, dass Freude der Grund f�r ihre Reaktion war.</p><p>Dann setzte sie rasch eine neutrale Miene auf und nahm die f�rmliche, professionelle Haltung an, die ihm l�ngst so vertraut war. �Sir?�, fragte Desjani. �Was machen Sie hier?� Sie bemerkte seine Captainsabzeichen, und eine ganze Serie von Gef�hlsregungen huschte �ber ihr Gesicht, die so schnell wechselten, dass er ihnen nicht folgen konnte.</p><p>�Ich glaube, die Antwort darauf d�rften Sie kennen, Tanya. Und h�ren Sie auf, �Sir� zu mir zu sagen. Ich befehlige nicht die Flotte, wir sind beide Captains, und Sie sind jetzt nicht mehr meine Untergebene. Wie haben Sie sich das eigentlich vorgestellt, dass ich es doch noch in letzter Sekunde schaffen w�rde, Sie einzuholen?�</p><p>Wieder blitzte in ihren Augen dieser Anflug von Freude auf. �Sie haben schon Schwierigeres geschafft, wenn Sie es wirklich gewollt haben. Freut es Sie, dass Sie es in letzter Sekunde geschafft haben?�</p><p>�Ob es mich freut?� Geary seufzte. �Tanya, als ich hier hereinkam und Sie sah, da h�tte ich einen Moment lang schw�ren k�nnen, dass es au�er Ihnen nichts und niemanden im ganzen Universum gibt. Freut es Sie, mich zu sehen?�</p><p>�Ich�� Sie verstummte und fing noch einmal von vorn an: �Wenn Sie meine Nachricht lesen��</p><p>�Die habe ich bereits gelesen.�</p><p>�Die haben Sie�? Aber die sollte doch erst�� Nun machte sie einen ver�rgerten Eindruck. �Na gut. Habe ich mich da nicht klar und deutlich ausgedr�ckt?�</p><p>�Eigentlich nicht, aber ich bin trotzdem dahintergekommen.� Selbst ihm war in diesem Augenblick klar, dass es ein schwerer Fehler w�re, Riones Rolle bei dem Ganzen anzusprechen. �Ich brauche keine Zeit, um erst dar�ber nachzudenken. Ich wei�, was ich will. Ich hoffe nur, dass Sie das auch immer noch wollen.�</p><p>Ihre Ver�rgerung nahm einen aufgebrachten Unterton an. �Ich gebe Ihnen die Gelegenheit, sich alles in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen.�</p><p>�Vielen Dank, aber diese Gelegenheit brauche ich nicht.�</p><p>Desjani beugte sich vor und sprach im Fl�sterton zu ihm, w�hrend ihm auffiel, dass die Blicke aller Umstehenden interessiert auf sie gerichtet waren. �Das war weder mir noch Ihnen gegen�ber fair. Sie hatten noch keine Zeit, sich mit der heutigen Allianz zu befassen. In ein paar Monaten werden Sie Ihre Meinung ge�ndert haben.�</p><p>�Ich werde meine Meinung nicht �ndern, weil mein Herz seine Meinung nicht �ndern wird�, widersprach er ihr mit einem nachdr�cklichen Kopfsch�tteln. �Tanya, ich hatte ein Leben, bevor Grendel mich auf einen anderen Pfad schickte. Ich kannte damals viele Leute, ich kenne heute wieder viele Leute, auch wenn die meisten davon der Flotte angeh�ren. Aber vor hundert Jahren gab es keine Frau, die so war wie Sie, und heute gibt es die auch noch nicht.�</p><p>�Fangen Sie nicht so an, Captain Geary! Ich wei�, wie schmerzhaft es f�r Sie ist, dass Sie Ihre ganze Vergangenheit verloren haben!�</p><p>Einen Moment lang sah er sie an, w�hrend ihm bewusst wurde, dass sich eine wachsende Anzahl Matrosen um sie scharte und sich mit dem R�cken zu ihnen im Kreis um sie stellte, um einen Schutzwall zwischen ihnen beiden und den Schaulustigen im Wartebereich zu schaffen. �Es war schmerzhaft, weil ich alles verloren hatte. Aber dann wurde mir schlie�lich klar, dass ich auch etwas gewonnen hatte. W�re ich nicht in diese Zeit gekommen, dann h�tte ich Sie nie kennengelernt. Vielleicht war das schon immer so vorgesehen, und ich habe nur etwas l�nger gebraucht, um es zu begreifen.�</p><p>Desjani sah ihn verwundert an. �Glauben Sie ernsthaft, dass die lebenden Sterne Sie in diese Zeit geschickt haben, weil ich hier lebe?�</p><p>�Warum nicht? Zugegeben, ich habe ein paar Dinge leisten k�nnen, wichtige Dinge sogar. Aber das w�re mir ohne die Menschen, die ich hier kennengelernt habe, nicht m�glich gewesen. Und von all diesen Menschen waren und sind Sie mir am wichtigsten. Sie geben mir die Kraft, um das zu tun, was ich tun muss. Ich habe Ihnen das schon einmal gesagt� Na ja, jedenfalls so in etwa� Ich hab�s so deutlich gesagt, wie es mir zu der Zeit m�glich war. Ich kann mich ohne Sie nicht dieser Zukunft stellen, Tanya.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Ich glaube, Sie �bertreiben, was meine Bedeutung f�r Sie angeht, Captain Geary.�</p><p>�Es ist gar nicht m�glich, Ihre Bedeutung zu �bertreiben�, erwiderte er leise, aber eindringlich. �Sie stehen nicht zwischen mir und meiner Pflicht. Sie stehen an meiner Seite, als ein starkes und bemerkenswertes Individuum. Ich schw�re Ihnen, das wird jeder wissen.�</p><p>�Sie sind ein hoffnungsloser Fall. Glauben Sie wirklich, irgendjemand wird zuh�ren?�</p><p>�Dann werde ich es eben so oft sagen, bis mir alle zuh�ren. Sie wissen, wenn es sein muss, kann ich sehr starrsinnig sein.�</p><p>�Das m�ssen Sie mir nicht sagen.� Fast h�tte Desjani gel�chelt, dann aber wurde sie gleich wieder ernst. �Aber daf�r gab es viele andere Dinge, die Sie mir nicht sagen konnten. Und Dinge, die ich Ihnen nicht sagen konnte.�</p><p>�Ich wei�. Aber jetzt k�nnen wir es sagen, ohne unsere Ehre anzutasten. Wir k�nnen uns die Wahrheit sagen.�</p><p>�Und was ist die Wahrheit, Captain Geary?�</p><p>�Dass ich Sie liebe. Davon bin ich fest �berzeugt.�</p><p>�Sie haben in einer schwierigen Zeit Trost gesucht.�</p><p>�Wenn ich nur Trost suchen w�rde, g�be es einfachere Mittel und Wege.�</p><p>�Das ist mir bewusst. Eine Zeit lang haben Sie ja auch Trost gefunden � in den Armen einer anderen Frau.� In Desjanis Augen blitzte Zorn auf, als sie auf Gearys kurze Aff�re mit Rione zu sprechen kam.</p><p>Daran gab es nichts zu leugnen. �Ja, das stimmt. Das war ein Fehler. Ich habe sie nicht geliebt, sie hat mich nicht geliebt.�</p><p>�Und das gen�gt als Rechtfertigung, dass sie Ihr Bett geteilt hat?�</p><p>�Nein, das entschuldigt es nicht. Es tut mir leid, dass das passiert ist. Die einzige Entschuldigung, die ich Ihnen bieten kann, ist die, dass mir da meine Gef�hle f�r Sie noch nicht bewusst waren. Als der Moment kam, habe ich es beendet. Das schw�re ich Ihnen.�</p><p>Wieder sah sie ihn aufgebracht an. �Es w�rde mir leichter fallen, weiterhin w�tend auf Sie zu sein, wenn Sie nicht so reum�tig und so ehrlich w�ren. Ich bin auch nicht fehlerlos, aber es hat mir wehgetan.�</p><p>�Ich wei�. Ich werde Ihnen nie wieder wehtun.�</p><p>�Geben Sie keine Versprechen, von denen niemand � weder Mann noch Frau � hoffen kann, dass er sie auch halten kann.� Sie sch�ttelte den Kopf. �Ich wei�, wer ich bin, und ich habe eine ziemlich gute Vorstellung davon, wer Sie sind. Selbst wenn wir alle anderen Probleme l�sen w�rden, w�re eine Beziehung zwischen uns� Nun, sagen wir, sie w�re fordernd.�</p><p>�Ich wei�, es wird von Zeit zu Zeit schwierig werden�, gab Geary zur�ck. �Das ist es schon gewesen. Sie zu lieben, Ihnen nichts davon sagen zu k�nnen, das war f�r mich sehr schwierig. Vielleicht werden Sie mir das nicht glauben, aber ich suche f�r gew�hnlich nicht nach Mitteln und Wegen, damit ich mich elend f�hle.�</p><p>Desjani sah ihn forschend an und kniff gereizt die Lippen zusammen. �Sie f�hlen sich elend, weil Sie mich lieben?�</p><p>�Ja, weil ich nichts tun oder sagen konnte.� Er machte eine frustrierte Geste. �Ich kriege das nicht richtig ausgedr�ckt. Ich bin in so was nicht gut. Ich glaube, ich kann ganz gut eine Flotte f�hren, aber mit Frauen komme ich nicht ann�hernd so gut klar.�</p><p>�Ach, wirklich?�</p><p>�Ja, wirklich.� War sie noch immer w�tend auf ihn, oder machte sie sich �ber ihn lustig?</p><p>�Haben Sie sich das wirklich gut �berlegt?�, wollte sie wissen. �Glauben Sie mir, ich habe das gemacht. Im Moment sind wir beide Captains, aber nur im Moment. Sie wissen, die Allianz wird Sie umgehend wieder zum Admiral bef�rdern. Eine entsprechende Nachricht wartet mit Sicherheit schon in Ihrer Mailbox auf Sie.�</p><p>�Wahrscheinlich ja, aber ich habe nicht nachgesehen.�</p><p>�Was glauben Sie, wie lange Sie das vor sich herschieben k�nnen? Captains k�nnen untereinander eine Beziehung eingehen, solange sie nicht zur gleichen Befehlskette geh�ren. Zwischen Admiral und Captain darf es keine pers�nlichen Beziehungen geben.� Desjani kniff die Augen zu, ihre Miene verh�rtete sich. �Ich werde nicht Ihre heimliche oder auch nicht-ganz-so-heimliche Geliebte sein.�</p><p>�Darum w�rde ich Sie auch niemals bitten. Das habe ich nicht getan, und das werde ich nicht tun.�</p><p>�Aber welche Alternative bleibt dann noch?�, wollte sie wissen und schaute ihm ins Gesicht. �Vermutlich sind Sie schon l�ngst wieder Admiral.�</p><p>Dem konnte er nicht widersprechen. �Dann hei�t das wohl, dass wir uns schnell etwas einfallen lassen m�ssen, bevor ich meine Nachrichten lese oder jemandem begegne, der es bereits wei�. Es gibt eine M�glichkeit, um zu beweisen, dass ich mit Ihnen und nur mit Ihnen zusammen sein m�chte. Eine M�glichkeit, damit es zwischen Admiral und Captain eine pers�nliche Beziehung geben darf: wenn wir beide verheiratet sind, bevor ich von meiner Bef�rderung wei�.�</p><p>Desjani schien sich bei seinen Worten zu versteifen, dann wiederholte sie langsam: �Verheiratet?�</p><p>�Ja. Willst du mich heiraten? Es ist mein Ernst. Ich schw�re dir, mir war in meinem Leben noch nichts so ernst wie das.�</p><p>�Du machst mir einen Heiratsantrag? An einem �ffentlichen Passagierdock?�</p><p>��hm� ja. Es tut mir leid, dass ich mir daf�r keinen besseren Ort aussuchen konnte.�</p><p>Desjani schaute hoch und wirkte auf ihn untypisch nerv�s, w�hrend ihr Mienenspiel ihn abermals nicht erkennen lie�, was in diesem Moment in ihr vorging. �Und wenn ich Nein sage? Wenn ich dir von Captain zu Captain, von Frau zu Mann sage, dass ich das nicht will und dass ich es so nicht will? Was wirst du dann machen?�</p><p>Nun war es Geary, der sekundenlang nichts anderes tun konnte als ihr in die Augen zu sehen. Hatte er jede ihrer Gef�hlsregungen wom�glich falsch gedeutet? �Dann werde ich dich bitten, dass du es dir noch einmal gr�ndlich �berlegst. Dann werde ich dich bitten, mir zuzuh�ren, was ich f�r dich empfinde. Wenn du aber von deinen Gef�hlen nicht abzubringen bist, werde ich das respektieren. Von da an werde ich dich wieder wie der Captain behandeln, der du bist, und das Thema nie wieder zur Sprache bringen.�</p><p>�Ich werde gleich mit diesem Schiff abreisen. Uns bleiben nur noch ein paar Minuten. Du w�rdest mir doch nicht befehlen, hierzubleiben, um dir zuzuh�ren, oder?�</p><p>Er versp�rte eine Leere in sich, als w�re soeben tief in seinem Inneren ein winziges Schwarzes Loch entstanden, das alles zu verschlingen drohte, aber er sch�ttelte den Kopf. Vielleicht w�rde es ihn das Wichtigste kosten, was er in diesem Universum noch besa�, aber er musste die Wahrheit aussprechen, er musste ihre Frage ehrlich beantworten. Er konnte sie nicht bel�gen. �Nein, Tanya, wenn du wirklich gehen willst, dann geh. Ich besitze keine Autorit�t �ber deine Person und deine Entscheidungen, und die m�chte ich auch niemals besitzen wollen. Wenn du nicht glaubst, dass ich dir deine Ehre bereits zur�ckgegeben habe, dann tue ich das jetzt ohne irgendwelche Vorbehalte oder Bedingungen. Du bist Captain deiner Seele, genauso wie du Captain der <emphasis>Dauntless </emphasis>bist, aber das sind zwei v�llig verschiedene Dinge. In dem einen Fall kann ich dir Befehle erteilen, im anderen nicht. Und das wei� ich auch.�</p><p>Ein Mundwinkel zuckte leicht, und schlie�lich begann Desjani zu l�cheln. Dann tat sie einen Schritt nach vorn und dr�ckte ihm einen verlangenden Kuss auf den Mund.</p><p>Als sie sich wieder von ihm l�ste, musste sie erst nach Luft schnappen, ehe sie sagen konnte: �Darauf habe ich schon so lange gewartet. Das war �brigens die richtige Antwort.�</p><p>Geary f�hlte sich von dem Kuss noch ein wenig schwindlig. �Ist das deine Antwort f�r mich?�</p><p>�War die nicht eindeutig genug? Ja. Ja zu allem, was du gesagt hast. Dein Verhalten mir gegen�ber, deine Weigerung, meine Gef�hle auszunutzen � das hat mir schon vor langer Zeit meine Ehre zur�ckgegeben. Aber wie sollen wir heiraten, bevor du von deiner erneuten Bef�rderung erf�hrst? Selbst wenn wir dieses System verlassen k�nnen, ohne dass man dich findet, wird deine Bef�rderung bestimmt einem schnellen Kurierschiff �bergeben, das bereits auf uns wartet, wenn wir Kosatka erreichen. Also m�ssen wir auf dem Passagierschiff heiraten, so schnell sich das arrangieren l�sst.�</p><p>�Auf dem Passagierschiff?�</p><p>Sein Tonfall musste etwas Z�gerliches an sich gehabt haben, dass Desjani sofort argw�hnisch die Augen zusammenkniff. �Ja, auf dem Schiff. Oder bekommst du schon kalte F��e? Jetzt gibt es f�r dich kein Zur�ck mehr, daf�r habe ich dir vorher jeden Fluchtweg offengehalten.�</p><p>Einen Moment lang stellte er sich vor, wie er einer rachs�chtigen Tanya Desjani zu entkommen versuchte. Das w�rde f�r ihn sicher ein ereignisreiches, aber sehr kurzes restliches Dasein bedeuten. �Nein� Das hei�t ja. Ja, ich halte es f�r eine gro�artige Idee, auf dem Schiff zu heiraten. Und irgendwie auch passend.�</p><p>�Es ist zwar kein Kriegsschiff�, gab Desjani ein wenig wehm�tig zu bedenken, �aber es wird gen�gen. Dir ist aber doch klar, dass die aktuellen Flottenvorschriften davon abraten, Ehepaare gemeinsam einem Schiff zuzuteilen, oder?�</p><p>Genau genommen hatte er v�llig vergessen, sich danach zu erkundigen. �Falls ich wieder Admiral bin, werde ich ja nicht zu deiner Crew geh�ren, wenn ich auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>bin.�</p><p>�Was f�r eine Haarspalterei�, schnaubte Desjani. �Aber du hast recht. Wenn wir allerdings wieder zusammenarbeiten sollten, k�nnen wir an Bord nicht wie ein Ehepaar auftreten, sondern wir m�ssen uns wieder so verhalten wie bisher.�</p><p>�Hei�t das, ich muss mich dann wieder elend f�hlen?�</p><p>�Wenn du damit noch mal anf�ngst��</p><p>�Ja, Ma�am.� Geary l�chelte sie an. �Das sehe ich auch so. Wir kriegen das schon hin, schlie�lich hat es bislang ja auch geklappt. Allerdings hatte ich gehofft, wir k�nnten auf Kosatka heiraten.�</p><p>Desjani grinste vergn�gt. �Wir k�nnen da unsere Flitterwochen verbringen, bis dich deine Einsatzbefehle eingeholt haben. Was bedeutet, dass es sehr kurze Flitterwochen werden d�rften. Unser Schiff wird bald aufbrechen. Wo ist eigentlich dein Gep�ck?�</p><p>�Gep�ck?� Erst jetzt fiel ihm auf, dass er au�er seiner Uniform nichts mitgenommen hatte, als er die <emphasis>Dauntless </emphasis>verlie�.</p><p>�Genau wie damals, als wir dich aus deiner Rettungskapsel geholt haben. Du bist nicht gut darin, irgendwelche Sachen zu packen, wie? Wir kaufen auf dem Schiff ein paar Dinge f�r dich. Ich nehme auch nicht an, dass du auf dem Weg hierher daran gedacht hast, dir ein Flugticket f�r dieses Schiff nach Kosatka zu besorgen, oder?�</p><p>��hm� ich hatte mehr damit zu tun, dich zu finden, und� Tja, was soll ich sagen?�</p><p>�Schon in Ordnung�, meinte sie lachend. �Ich habe eine Privatkabine gebucht. Eigentlich war es gegen jede Vernunft und auch gegen all meine Zweifel, aber ich hatte gehofft, ich w�rde die Kabine brauchen� <emphasis>Wir </emphasis>w�rden die Kabine brauchen. Und danach sieht es jetzt ja auch aus. Wir m�ssen nur noch den Fahrpreis f�r dich bezahlen.� Wieder musste sie lachen. �Ich glaube, meine Eltern werden aus dem Staunen nicht rauskommen. Sie dachten immer, ich bin mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>verheiratet. Und stattdessen pr�sentiere ich dich als ihren Schwiegersohn. Oh, da f�llt mir was ein. Es gibt da noch eine nicht verhandelbare Bedingung f�r unsere Ehe. Sollten wir eines Tages eine Tochter haben, dann muss sie nach Jaylen Cresida genannt werden.�</p><p>L�chelnd erwiderte Geary: �Aber nat�rlich. Meinst du, ich h�tte damit ein Problem?�</p><p>�Nein, aber im Gegensatz zu dir �berrasche ich andere Leute nicht. Ausgenommen meine Eltern, was diesen Fall betrifft.� Sie verstummte und sah ihn ernst an. �Was ist nach Kosatka? Wenn wir Zeit haben, m�chtest du dann deine Heimatwelt Glenlyon besuchen? Die Leute dort w�rden dich bestimmt gern sehen.�</p><p>Er sch�ttelte den Kopf. �Eines Tages reise ich hin, aber im Moment macht mir allein schon der Gedanke daran Angst. Glenlyon war vor hundert Jahren meine Heimat, aber jetzt ist die Flotte meine Heimat� und jeder Ort, an dem du bist.�</p><p>�Du Gl�ckspilz. Mein Zuhause ist ebenfalls die Flotte, also wirst du dich nicht zwischen zwei Orten entscheiden m�ssen.� Desjani stutzte, als sich ein Commander seinen Weg zwischen den dicht an dicht stehenden Matrosen hindurch bahnte. �Ja?�</p><p>Der Commander salutierte ernst, dann hielt er eine Reisetasche hoch, die zur Standardausr�stung der Flotte geh�rte. �Captain Geary, Sir. Mit den besten Empfehlungen von Captain Tulev.�</p><p>�Vielen Dank, Commander.� Geary nahm die Tasche an sich und warf einen Blick hinein. In ihr befanden sich eine Ersatzuniform und diverse Reiseutensilien. �Bin ich eigentlich der Einzige in der gesamten Flotte, der nicht wusste, was heute passieren w�rde?�</p><p>�Nein�, erwiderte Desjani. �<emphasis>Wir beide </emphasis>sind die Einzigen, die nichts wussten. Allerdings waren wir beide ja auch die Einzigen, die nicht dar�ber reden konnten.� Ein Flugbegleiter stand neben der Einstiegsluke und versuchte vergeblich, die anderen Passagiere dazu zu bewegen, sich an Bord zu begeben. �Sollen wir?�, fragte sie Geary. �Oder m�chtest du noch warten, bis ein Geistlicher auftaucht und uns unsere Heiratsurkunde in die Hand dr�ckt?�</p><p>�Nein, ich glaube, das bekommen wir noch allein geregelt.�</p><p>�Ja, das sehe ich auch so.� Desjani hakte sich bei ihm unter, dann gingen sie gemeinsam zur Luke. �Selbst wenn die lebenden Sterne dich noch nicht in Ruhe lassen wollen und selbst wenn die Allianz dich erst recht nicht in Ruhe lassen wird, hast du dir f�r den Augenblick eine kurze Verschnaufpause verdient. Willkommen zum Rest deines Lebens, Black Jack.�</p><p>�Ich bin nicht Black Jack�, protestierte er. �Ich k�nnte niemals Black Jack sein.�</p><p>�Da irrst du dich, John Geary. Du bist immer dann Black Jack gewesen, wenn es darauf ankam.�</p><p>Die Matrosen l�sten die Schutzmauer auf, und Desjani und er konnten Arm in Arm in die Richtung gehen, in die der Flugbegleiter sie dirigierte. Als die Matrosen und Offiziere hinter ihnen in Jubel ausbrachen, bekam Desjani rote Wangen, l�chelte aber weiter und hob stolz das Kinn an. Dabei zwinkerte sie Geary zu, der den Matrosen mit seiner freien Hand zuwinkte und verdammt stolz auf die Frau war, die sich entschieden hatte, sich bei ihm unterzuhaken.</p><p>Die Vergangenheit w�rde niemals vergessen sein, aber sie schmerzte nicht l�nger, und egal welche Herausforderungen der n�chste Tag auch mit sich bringen w�rde, heute f�hlte es sich gut an, Black Jack zu sein.</p></section><section><title><p>Danksagung</p></title><p>Mein besonderer Dank gilt meinem Agenten Joshua Bilmes f�r seine zahlreichen Ideen und seinen Beistand; meiner Redakteurin Anne Sowards f�r ihren Einsatz. Ein Dankesch�n geht auch an Catherine Asaro, Robert Chase, Chuck Gannon, J.G. �Huck� Huckenpohler, Simcha Kuritzky, Michael LaViolette, Aly Parsons, Bud Sparhawk und Constance A. Warner f�r ihre Vorschl�ge, Kommentare und Empfehlungen. Und ich danke Charles Petit f�r seine Vorschl�ge zu den Raumschlachten.</p></section><section><title><p>Die Allianz-Flotte</p></title><p>Flottenadmiral John Geary, Befehlshaber</p><empty-line/><p>Neustrukturiert im Varandal-Sternensystem vor der Offensive gegen das Syndik-Heimatsystem.</p><p>Fettgedruckte Schiffsnamen kennzeichnen im Gefecht verlorene Schiffe seit dem Zeitpunkt, da Geary das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, in Klammern wird das Sternensystem genannt, in dem das Schiff verloren wurde.</p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Gallant</emphasis></p><p><emphasis>Indomitable</emphasis></p><p><emphasis>Glorious</emphasis></p><p><emphasis>Magnificent</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Dritte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><strong><emphasis>Paladin</emphasis></strong>(Lakota)</p><p><emphasis>Orion</emphasis></p><p><strong><emphasis>Majestic</emphasis></strong>(Lakota II)</p><p><emphasis>Conqueror</emphasis></p><p><emphasis>Dreadnaught</emphasis></p><p><emphasis>Dependable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><strong><emphasis>Warrior</emphasis></strong>(Lakota II)</p><p><strong><emphasis>Triumph</emphasis></strong>(Vidha)</p><p><emphasis>Vengeance</emphasis></p><p><emphasis>Revenge</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Fearless</emphasis></p><p><emphasis>Resolution</emphasis></p><p><emphasis>Redoubtable</emphasis></p><p><emphasis>Warspite</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Siebte Schlachtschiffdivision </strong>(neu aufgebaut)</p><p><strong><emphasis>Indefatigable</emphasis></strong>(Lakota)</p><p><strong><emphasis>Audacious</emphasis></strong>(Lakota)</p><p><strong><emphasis>Defiant</emphasis></strong>(Lakota)</p><p><emphasis>Sustain</emphasis></p><p><emphasis>Encroach</emphasis></p><p><emphasis>Resound</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Achte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Relentless</emphasis></p><p><emphasis>Reprisal</emphasis></p><p><emphasis>Superb</emphasis></p><p><emphasis>Splendid</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zehnte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Colossus</emphasis></p><p><emphasis>Amazon</emphasis></p><p><emphasis>Spartan</emphasis></p><p><emphasis>Guardian</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Scout-Schlachtschiffdivision </strong>(aufgel�st)</p><p><strong><emphasis>Arrogant </emphasis></strong>(Kaliban)</p><p><strong><emphasis>Exemplar </emphasis></strong>(Heradao)</p><p><strong><emphasis>Braveheart </emphasis></strong>(Cavalos)</p><empty-line/><p><strong>Erste Schlachtkreuzerdivision</strong> (neu aufgebaut)</p><p><strong><emphasis>Courageous </emphasis></strong>(Heradao)</p><p><strong><emphasis>Intrepid </emphasis></strong>(Heradao)</p><p><strong><emphasis>Renown </emphasis></strong>(Lakota)</p><p><emphasis>Formidable</emphasis></p><p><emphasis>Inspire</emphasis></p><p><emphasis>Implacable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Leviathan</emphasis></p><p><emphasis>Dragon</emphasis></p><p><emphasis>Steadfast</emphasis></p><p><emphasis>Valiant</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Dauntless </emphasis>(Flaggschiff)</p><p><emphasis>Daring</emphasis></p><p><strong><emphasis>Terrible </emphasis></strong>(Ilion)</p><p><emphasis>Victorious</emphasis></p><p><emphasis>Intemperate</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtkreuzerdivision </strong>(neu aufgebaut)</p><p><strong><emphasis>Invincible </emphasis></strong>(Ilion)</p><p><strong><emphasis>Repulse </emphasis></strong>(Syndik-Heimatsystem)</p><p><strong><emphasis>Furious </emphasis></strong>(Varandal)</p><p><emphasis>Implacable</emphasis></p><p><emphasis>Adroit</emphasis></p><p><emphasis>Auspice</emphasis></p><p><emphasis>Assert</emphasis></p><p><emphasis>Agile</emphasis></p><p><emphasis>Ascendant</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Sechste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><strong><emphasis>Polaris </emphasis></strong>(Vidha)</p><p><strong><emphasis>Vanguard </emphasis></strong>(Vidha)</p><p><emphasis>Illustrious</emphasis></p><p><emphasis>Incredible</emphasis></p><p><emphasis>Invincible </emphasis>(Neukonstruktion)</p><empty-line/><p><strong>Siebte Schlachtkreuzerdivision</strong> (aufgel�st)</p><p><strong><emphasis>Opportune </emphasis></strong>(Cavalos)</p><empty-line/><p><strong>Dritte Schnelle Hilfsschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Titan</emphasis></p><p><emphasis>Tanuki</emphasis></p><p><emphasis>Witch</emphasis></p><p><emphasis>Jinn</emphasis></p><p><emphasis>Alchemist</emphasis></p><p><strong><emphasis>Goblin </emphasis></strong>(Heradao)</p><empty-line/><p><strong>Drei�ig Schwere Kreuzer in sechs Divisionen (siebenunddrei�ig, als Geary das Kommando �bernahm, abz�glich sechzehn im Kampf verlorene, zuz�glich neun als Verst�rkung von Varandal)</strong></p><p><emphasis>Erste Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Dritte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Vierte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>F�nfte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Achte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Zehnte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p>Verluste</p><p><strong><emphasis>Invidious </emphasis></strong>(Kaliban)</p><p><strong><emphasis>Cuirass </emphasis></strong>(Sutrah)</p><p><strong><emphasis>Crest, War-Coat, Ram </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Citadel </emphasis></strong>(Vidha)</p><p><strong><emphasis>Basinet </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Sallet </emphasis></strong>(Lakota)</p><p><strong><emphasis>Utap</emphasis></strong>, <strong><emphasis>Vambrace </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Fascine </emphasis></strong>(Lakota II)</p><p><strong><emphasis>Armet </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Gusoku </emphasis></strong>(Cavalos)</p><p><strong><emphasis>Tortoise, Breech, Kurtani, Tarian </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Nodowa </emphasis></strong>(Heradao)</p><p><strong><emphasis>Lorica </emphasis></strong>(Padronis)</p><p><strong><emphasis>Kaidate </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Quillion </emphasis></strong>(Varandal)</p><empty-line/><p><strong>Zweiundf�nfzig Leichte Kreuzer in zehn Geschwadern (zweiundsechzig, als Geary das Kommando �bernahm, abz�glich zweiundzwanzig im Kampf verlorene, zuz�glich zw�lf als Verst�rkung von Varandal)</strong></p><p><emphasis>Erstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>F�nftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Elftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p>abz�glich</p><p><strong><emphasis>Swift </emphasis></strong>(Kaliban)</p><p><strong><emphasis>Pommel, Sling, Bolo </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Staff </emphasis></strong>(Vidha)</p><p><strong><emphasis>Spur, Damascene </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Swept-Guard </emphasis></strong>(Lakota)</p><p><strong><emphasis>Brigandine, Cater </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Ote </emphasis></strong>(Lakota II)</p><p><strong><emphasis>Kote </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Cercle </emphasis></strong>(Cavalos)</p><p><strong><emphasis>Kissaki, Crest, Trunnion, Inquarto, Intagliata </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Septime </emphasis></strong>(Heradao)</p><p><strong><emphasis>Estocade, Disarm </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Cavalier </emphasis></strong>(Varandal)</p><empty-line/><p><strong>Hundertf�nfzig Zerst�rer in achtzehn Geschwadern (hundertdreiundachtzig, als Geary das Kommando �bernahm, abz�glich siebenundvierzig im Kampf verlorene, zuz�glich vierzehn als Verst�rkung von Varandal)</strong></p><p><emphasis>Erstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Viertes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebtes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zw�lftes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Einundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Dreiundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebenundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweiunddrei�igstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p>abz�glich</p><p><strong><emphasis>Dagger </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Venom </emphasis></strong>(Kaliban)</p><p><strong><emphasis>Anelace, Baseland </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Mace </emphasis></strong>(Vidha)</p><p><strong><emphasis>Celt, Akku, Sickle, Leaf, Bolt, Sabot, Flint, Needle,� Dart, Sting, Limpet </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Cudgel </emphasis></strong>(Vidha)</p><p><strong><emphasis>Falcata </emphasis></strong>(Ilion)</p><p><strong><emphasis>War-Hammer, Prasa, Talwar </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Xiphos </emphasis></strong>(Lakota)</p><p><strong><emphasis>Armlet, Flanconade, Kukri, Hastarii, Petard </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Spiculum </emphasis></strong>(Lakota II)</p><p><strong><emphasis>Flail, Ndziga, Tabar, Cestus </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Balta </emphasis></strong>(Cavalos)</p><p><strong><emphasis>Barb, Yatagan, Lunge, Arabas, Kururi, Shail, Chamber, Bayonet </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Tomahawk </emphasis></strong>(Heradao)</p><p><strong><emphasis>Serpentine, Basilisk, Bowie, Guidon </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Sten </emphasis></strong>(Varandal)</p><empty-line/><p><strong>Marines-Streitmacht der zweiten Flotte</strong></p><p>Major General Carabali</p><p>Befehlshaberin</p><empty-line/><p>1420 Marines in mehrere Abteilungen verteilt auf die Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe</p></section></body><binary id="cover" 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