<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Ein halber Sieg</book-title><annotation><p>Admiral John �Black Jack� Geary hat seinen Dienstgrad mehr als verdient. In zahllosen Gefechten hat er die Allianz zum Sieg gegen die Syndic-Welten gef�hrt. Doch seine Vorgesetzten zweifeln an seiner Loyalit�t und �bertragen ihm das Kommando �ber die Erste Flotte. Sein Auftrag: die gef�hrlichen Raumgebiete jenseits der Syndic-Welten zu erforschen. Im Grunde eine wichtige Mission, doch schon bald wird Geary klar, dass seine Vorgesetzten ein anderes Ziel verfolgen: ihn ein f�r allemal loszuwerden�</p></annotation><date value="2013-04-19">2013</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Ralph</first-name><last-name>Sander</last-name></translator></title-info><src-title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Invincible </book-title><date value="2012-05-01">2012</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>Cosmopilit</nickname></author><program-used>calibre 2.53.0, FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2016-08-01">1.8.2016</date><id>cd9b5e31-3277-4d12-84bf-8e0b097fa907</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><book-name>Jack Campbell. Ein halber Sieg</book-name><publisher>Bastei L�bbe</publisher><city>K�ln</city><year>2013</year><isbn>978-3-404-20711-4</isbn></publish-info></description><body><title><p>Jack Campbell</p><p>Ein halber Sieg</p></title><section><title><p>Widmung</p></title><p><emphasis>F�r Lieutenant Colonel Robert W. Lamont, USMC (i. R.), der sehen wollte, wie Marines ein Fort st�rmen, Commander Christopher J. Lagemann, USN (i. R.), der einen verdammt guten Admiral abgegeben h�tte, und Captain Michael A. Durnan, USN (i. R.), der (mit wechselndem Erfolg) all die Jahre versucht hat, uns vor �rger zu bewahren.</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>Und wie immer f�r S.</emphasis></p></section><section><title><p>Eins</p></title><p>�Wenn man feststellt, dass man die H�lle durchmacht, dann soll man einfach weitermachen.�</p><p>Admiral John Geary wandte seinen Blick nicht vom Display ab, auf dem eine ins Chaos gest�rzte Flotte zu sehen war, die sich nach dem Angriff der in diesem Sternensystem heimischen Kreaturen neu zu formieren versuchte. �Den haben Sie sich gerade eben ausgedacht, nicht wahr?�</p><p>�Nein�, antwortete Captain Tanya Desjani. �Der stammt von einem alten Philosophen. Mein Vater zitiert ihn gern.�</p><p>Geary nickte, h�rte ihr aber nur mit halbem Ohr zu. Ihm war auch so klar, was Desjani damit sagen wollte, sofern man die H�lle so definierte, dass eine Flotte fernab des von Menschen kontrollierten Weltalls auf einer Mission unterwegs war, um die Schlagkraft und die Gr��e einer unl�ngst entdeckten intelligenten fremden Spezies zu bestimmen. Eine Flotte, die sich ihren Weg bis in diese Region freigek�mpft hatte, nur um mit einer weiteren fremden Spezies konfrontiert zu werden, die noch feindseliger zu sein schien als die vorangegangene. Aber vielleicht definierte sich die H�lle auch so, dass man den R�ckzug in eine besch�digte Rettungskapsel antrat, um sich aus einem Kreuzer zu retten, der nur noch Sekunden von der Selbstzerst�rung entfernt war. Und dass man in einen K�lteschlaf fiel und ein Jahrhundert lang verschollen war, um dann unverhofft vor dem unmittelbar bevorstehenden Tod gefunden und wiederbelebt zu werden� und dann zu erfahren, dass man durch die lange Abwesenheit und das mutma�liche zwischenzeitliche Ableben in den Status einer Legende erhoben worden war. F�r Sekunden kehrte Gearys Verstand in jene Zeit zur�ck, als er hatte erfahren m�ssen, dass jeder, den er gekannt hatte, l�ngst tot war, und dass der Krieg, zu dessen Beginn er in K�lteschlaf gesunken war, nach einem Jahrhundert immer noch tobte�� und dass die Menschen, die ihn ins Leben zur�ckgeholt hatten, von dem gro�en Black Jack Geary erwarteten, dass er sie davor bewahrte, diesen Krieg zu verlieren.</p><p>Zwar hatte er all diese Menschen retten k�nnen, doch f�r ihn existierte kein Zusammenhang zwischen der Legende von Black Jack und dem Mann, der er tats�chlich war. Es war ihm gelungen, den Krieg gegen die Syndikatwelten zu gewinnen, und jetzt musste er es irgendwie schaffen, seine Flotte aus dieser Falle zu befreien, in die sie weit weg von jeglicher menschlicher Hilfe geraten war.</p><p>Aber nichts von dem, was er erreicht hatte, war allein sein Verdienst. Ohne den R�ckhalt durch die Flotte und durch Offiziere wie Tanya Desjani h�tte er �berhaupt nichts erreichen k�nnen.</p><p>�Ihre Bedenken sind zur Kenntnis genommen, Captain�, sagte Geary und verbannte jeden Gedanken an die Vergangenheit, um sich erneut ganz auf die Gegenwart zu konzentrieren. �Wir werden nicht l�nger hier bleiben als unbedingt n�tig.� Die Flotte war ohnehin in Bewegung. Sie hatte in Richtung Systemrand beschleunigt, w�hrend die Aliens versucht hatten, sie zu �berholen. Nachdem die unmittelbaren Bedrohungen unsch�dlich gemacht worden waren, hatten viele Schiffe ihre Richtung und Geschwindigkeit ge�ndert, dennoch entfernten sich die Flotte und die Wracks der Angreifer weiterhin rasend schnell von der gewaltigen Festung, die den Sprungpunkt bewachte, durch den die Allianz-Flotte ins System gelangt war. Die Festung, die um den weit entfernten Stern kreiste und fest mit dem Sprungpunkt verbunden war, wies eine so immense Gr��e auf, dass man sie als einen k�nstlichen kleineren Planeten h�tte einordnen k�nnen.</p><p>Ein Zerst�rergeschwader flog mit so geringem Abstand unter der <emphasis>Dauntless </emphasis>hindurch, dass die Kollisionswarnung des Schlachtkreuzers ausgel�st wurde. Desjani machte eine m�rrische Miene. �Sagen Sie diesen Blechdosen, sie sollen sich von uns fernhalten�, wies sie ihren Komm-Wachhabenden an, dann wandte sie sich an Geary: �Admiral, ich bitte um Erlaubnis, Sie dabei zu unterst�tzen, die Ordnung innerhalb der Flotte wiederherzustellen.�</p><p>Da er nur zu gut wusste, dass seine Flotte im Augenblick eher an einen Schwarm w�tender Insekten erinnerte als an eine milit�rische Streitmacht, warf er Desjani einen verdrie�lichen Blick zu. �Die Steuersysteme haben bereits L�sungen ausgearbeitet. Es dauert nur eine Weile, das alles umzusetzen und zur gleichen Zeit Kollisionen mit den Tr�mmern zu vermeiden.�</p><p>Gl�cklicherweise stammte der gr��te Teil dieser Tr�mmer von den zerst�rten Schiffen der Aliens, allerdings war vom Zerst�rer <emphasis>Zaghnal </emphasis>so gut wie nichts �brig, obwohl er nur einen Treffer abbekommen hatte. Aber die Sprengk�pfe der gegnerischen Schiffe waren so massiv, dass sie den Zerst�rer in kleine St�cke gerissen hatten. Auch die <emphasis>Invincible </emphasis>hatte mindestens einen direkten Treffer erlitten, der dem nur leicht gepanzerten Schlachtkreuzer schwere Sch�den zugef�gt hatte. Zum Gl�ck waren das schon die schlimmsten Neuigkeiten. Die <emphasis>Orion </emphasis>war zweimal von detonierenden Sprengk�pfen getroffen worden, w�hrend sie zwei Schiffe der Aliens au�er Gefecht setzte, die Kurs auf die <emphasis>Titan </emphasis>und die <emphasis>Tanuki </emphasis>genommen hatten. Trotz der erlittenen Sch�den meldete die <emphasis>Orion </emphasis>weiterhin Gefechtsbereitschaft. Etliche Schiffe waren in geringerem Umfang besch�digt worden, da selbst das Vakuum des Weltalls keinen Schutz bieten konnte, wenn es in unmittelbarer N�he zu derart heftigen Explosionen kam. �Wir sind ja noch einigerma�en ungeschoren davongekommen�, wunderte sich Geary. �Haben Sie gesehen, was die <emphasis>Orion </emphasis>in der letzten Phase der K�mpfe gemacht hat?�</p><p>�Darauf konnte ich nicht achten�, r�umte Desjani ein. �Ich hatte genug damit zu tun, mir anzusehen, wie die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>um ein Haar mein Schiff gerammt h�tte.�</p><p>�Wenn es die Zeit zul�sst, werde ich noch mal mit meiner Gro�nichte reden.� Jane Geary war vern�nftig und zuverl�ssig gewesen, sie hatte nie zu angeberischen oder riskanten Man�vern geneigt. <emphasis>Hatte. </emphasis>Aber diese Zeiten waren vorbei. Jetzt dagegen jagte sie mit ihrem Schlachtschiff hin und her, als w�re die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>nichts weiter als ein weiterer Schlachtkreuzer.</p><p>W�hrend er sich insgeheim w�nschte, dass die neuen Probleme nicht schneller entstanden, als er die bestehenden Schwierigkeiten l�sen konnte, rief Geary Commander Shen von der <emphasis>Orion</emphasis>.</p><p>Shen war ein Mann, dessen Gesichtsausdruck nur wenig variierte, weshalb es Geary nicht verwunderte, seine finstere Miene zu sehen. �Wie geht es Ihrem Schiff, Captain?�, fragte Geary. �ber das Flottennetz konnte er die Schadensmeldungen jeder einzelnen Einheit abrufen, sobald die Sch�den erfasst waren, und normalerweise w�hlte er auch diese schnelle, einfache Methode. Aber manchmal ben�tigte er Informationen von den Leuten vor Ort, Informationen, die von pers�nlichen Eindr�cken und von Details gepr�gt waren, wie man sie in den automatisierten Meldungen nicht fand.</p><p>�Die <emphasis>Orion </emphasis>kann nach wie vor k�mpfen�, antwortete Shen in einem Tonfall, als erwarte er, dass Geary ihm diese Tatsache absprach. �Einundsiebzig Opfer, davon drei�ig tot, der Rest verwundet, davon f�nf schwer. Zwei von ihnen m�ssen wom�glich auf einen der Sturmtransporter verlegt werden, um sie besser behandeln zu k�nnen. Um alle anderen kann sich die Krankenstation der <emphasis>Orion </emphasis>k�mmern. Einheit Eins des Hauptantriebs ist ausgefallen, kann aber repariert werden. Die schwersten Sch�den finden sich an backbord im vorderen oberen Viertel. Bruch der Panzerung, die Sch�den der betroffenen Abteilungen reichen von Totalverlust bis hin zu Bagatellen. Wir riegeln den Bereich ab, bis umfangreiche Reparaturen vorgenommen werden k�nnen. Waffen und Sensoren in dem Bereich arbeiten nicht, was die Gefechtstauglichkeit der <emphasis>Orion </emphasis>langfristig um zwanzig Prozent reduziert. Etliche Systeme �berall im Schiff m�ssen repariert werden, da sich die Schockwelle durch die H�lle ins Innere �bertragen hat, aber das haben wir alles im Griff.�</p><p>Eine solch optimistische Einsch�tzung aus dem Mund des Befehlshabers der <emphasis>Orion </emphasis>war f�r Geary eine v�llig neue Erfahrung. �Ich konnte mitansehen, wie Ihr Schiff die <emphasis>Tanuki </emphasis>und die <emphasis>Titan </emphasis>gerettet hat. Die beiden h�tten wahrscheinlich keinen Treffer �berlebt, der bei einem Schlachtschiff so schwere Sch�den verursacht. Sie und Ihre Crew haben sich musterg�ltig und �u�erst ehrbar verhalten. Ihre Vorfahren werden stolz auf Sie sein.�</p><p>�Daf�r sind Schlachtschiffe nun mal da�, gab Shen schroff zur�ck. �Wir retten die Schlachtkreuzer, die sich in Schwierigkeiten gebracht haben, aus denen sie sich aus eigener Kraft nicht retten k�nnen. Richten Sie Captain Desjani bitte aus, dass ich das gesagt habe.�</p><p>�Wollen Sie ihr das nicht selbst sagen?�</p><p>�Nein, Sir.�</p><p>�Sie ist hier neben mir.�</p><p>�Dann hat sie es ja bereits mitbekommen, Sir.� Shen machte eine kurze Pause. �Ein verdammtes Chaos da drau�en. Allerdings hatte ich damit gerechnet, dass wir deutlich mehr Schiffe verlieren w�rden. Interessante Taktik. W�re das alles, Admiral?�</p><p>�Nein. Halten Sie mich �ber den Zustand Ihrer Verletzten auf dem Laufenden. Wenn Sie medizinische Unterst�tzung ben�tigen, kann ich die <emphasis>Tsunami </emphasis>zu Ihnen schicken. Und sorgen Sie daf�r, dass diese Antriebseinheit so schnell wie m�glich repariert wird. Wenn wir wieder mit den Bewohnern dieses Sternensystems aneinandergeraten, dann ben�tigt die <emphasis>Orion </emphasis>die komplette Antriebsleistung. Captain Smythe wird die <emphasis>Kupua </emphasis>zu Ihnen schicken, um Ihnen bei der Reparatur dieser Einheit zu helfen.�</p><p>�Vielen Dank, Admiral�, erwiderte Shen.</p><p>�Ich habe zu danken, Captain.� Geary beendete das Gespr�ch, dann wandte er sich an Desjani. �Es scheint Sie nicht zu st�ren, dass der Captain eines Schlachtschiffs abf�llige Bemerkungen macht.�</p><p>�Bei dieser Schlacht hat er sich das Recht auf eine solche Bemerkung verdient�, entgegnete Desjani. �Au�erdem hat er mir einmal den Hintern gerettet, als wir noch beide auf der <emphasis>Pavis </emphasis>dienten. Und er hat Ihnen gesagt, wie sehr Sie ihn beeindruckt haben. Daher fand ich, dass ich dieses Mal �ber seine amateurhaften Ansichten hinwegsehe.�</p><p>�Er hat mir gesagt, wie sehr ich ihn beeindruckt habe?�, wiederholte Geary.</p><p>�Ohne jeden Zweifel. Auf seine ganz eigene Art.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf und betrachtete die auf seinem Display aufgelisteten Sch�den der <emphasis>Invincible</emphasis>. �Das Gl�ck hat bei dem Ganzen eine mindestens genauso wichtige Rolle gespielt wie ich.�</p><p>�Falsch�, konterte Desjani. �Sir, sehen Sie sich die Bewertung der Auseinandersetzung aus der Sicht der Gefechtssysteme doch nur an. Als sich unsere Formation aufl�ste, ben�tigte der Feind zwischen zehn und zwanzig Sekunden, um eine Kurs�nderung vorzunehmen und ein neues Ziel zu erfassen. Mit Gl�ck hatte das nichts zu tun. Diese Aufl�sung unserer Formation hat den Gegner verwirrt, so wie Sie es auch beabsichtigt hatten. Das Z�gern von deren Seite verschaffte uns genug Luft, um Ausweichman�ver zu fliegen und die feindlichen Schiffe zu zerst�ren, die den ersten Ansturm �berstanden hatten. Unsere Schiffe entgingen Treffern, weil sie die Gelegenheit nutzten, ausgenommen die bedauernswerte <emphasis>Zaghnal</emphasis>. Sie muss einfach Pech gehabt haben.�</p><p>�Und die <emphasis>Invincible�</emphasis>� Er lie� die Gefechtssysteme die letzten Sekunden wiedergeben, unmittelbar bevor die <emphasis>Invincible </emphasis>getroffen wurde. Der Befehl zur Aufl�sung der Formation wurde erteilt, verbunden mit der Anweisung, eigenst�ndig zu man�vrieren, um den Gegner zu verwirren. Rings um den Schlachtkreuzer setzte sich alles in Bewegung und flog wild durcheinander, um kein brauchbares Ziel zu bieten, nur die <emphasis>Invincible </emphasis>verharrte auf ihrer bisherigen Flugbahn und ver�nderte nicht einmal ihre Geschwindigkeit. F�nf Sekunden verstrichen, dann zehn Sekunden. Bei vierzehn Sekunden wurden endlich die Steuerd�sen gez�ndet, doch die gen�gten nicht, um den Vektor des Kriegsschiffs so weit zu �ndern, als dass es dem gegnerischen Schiff h�tte entgehen k�nnen, das sich ihm n�herte und dann detonierte.</p><p>�Er ist zur Salzs�ule erstarrt. Captain Vente hat sich nicht ger�hrt, anstatt sofort in Aktion zu treten.�</p><p>�Und das �berrascht Sie?�, murmelte Desjani.</p><p>�Sollte er noch leben, war das sein letztes Kommando in dieser Flotte�, erwiderte Geary. Ihm entging sein eigener aufgebrachter Tonfall nicht. <emphasis>Warum habe ich ihm nicht schon fr�her das Kommando entzogen? Warum ist mir kein Argument daf�r eingefallen? Wer wei�, wer an Bord der </emphasis>Invincible <emphasis>gestorben ist, nur weil Vente ein unf�higer Befehlshaber war! Und ich hatte allen Grund, an seiner Bef�higung zu zweifeln, und trotzdem habe ich nicht zeitig gehandelt. Mich trifft genauso viel Schuld wie Vente, verdammt noch mal!</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Sie k�nnen nichts daf�r�, sagte Desjani pl�tzlich.</p><p>Er sah sie verbl�fft an. �Woher wissen Sie�?�</p><p>�Ich kenne Sie schlie�lich. H�ren Sie, das Hauptquartier hatte ihm das Kommando �ber die <emphasis>Invincible </emphasis>�bertragen. Sie hatten Ihre Bedenken, aber Sie k�nnen einem befehlshabenden Offizier nicht einfach aufgrund von Bedenken das Kommando entziehen. Sonst h�tten Sie Shen schon vor langer Zeit von der <emphasis>Orion </emphasis>nehmen m�ssen. Sie ben�tigen einen triftigen Grund f�r eine solche Ma�nahme. So ist das schon seit langer Zeit, und es hat sich bew�hrt.� Desjani musterte ihn. �Haben Sie mich verstanden?�</p><p>�Nein. Ich kann sehr wohl etwas daf�r. Wir h�tten die <emphasis>Invincible </emphasis>verlieren k�nnen, weil ich nicht gehandelt habe, obwohl es n�tig gewesen w�re.� Als h�tte er ein Stichwort gegeben, leuchtete in diesem Moment ein Warnlicht auf seinem Display auf. �Nachricht von der <emphasis>Tanuki</emphasis>, Admiral�, meldete der Komm-Wachhabende.</p><p>�Durchstellen�, befahl Geary, und im n�chsten Augenblick tauchte das Gesicht von Captain Smythe vor Geary in der Luft auf. Der Befehlshaber des Hilfsschiffs <emphasis>Tanuki </emphasis>und Senior-Ingenieur der Flotte strahlte zur Abwechslung einmal nicht. �Ich habe mir pers�nlich die Schadensliste der <emphasis>Invincible </emphasis>angesehen, Admiral. Sie werden sicher nicht gern h�ren, dass Ihnen keine gro�e Wahl bleibt.�</p><p>�Ist es so schlimm?�, fragte Geary.</p><p>Da das Weltall so ungeheuer gro� war, hielten sich Schiffe oftmals mehrere Lichtminuten oder sogar Lichtstunden voneinander entfernt auf, was bei Unterhaltungen zu frustrierenden Verz�gerungen f�hrte, da eine Nachricht zun�chst mit Lichtgeschwindigkeit eine Strecke von etlichen Millionen oder Milliarden Kilometern zur�cklegen musste. Diesmal jedoch war die Flotte dicht genug beisammen, sodass nur ein paar Sekunden verstrichen, bis Smythe auf die Frage mit einem Schulterzucken reagierte und dann sagte: �Das kommt ganz darauf an, �ber welche Partien der <emphasis>Invincible </emphasis>wir uns unterhalten. Etliche Waffensysteme befinden sich noch in einem erstaunlich guten Zustand, aber was wirklich z�hlt, ist der Schaden an der Schiffsstruktur und am Antrieb. Da sieht es �bel aus. Die <emphasis>Invincible </emphasis>kann sich nicht aus eigener Kraft von der Stelle bewegen, und wenn wir versuchen sie abzuschleppen, wird sie wahrscheinlich in mehrere gro�e St�cke zerbrechen. Wenn ich ein paar Monate Zeit und ein Flottendock zur Verf�gung gestellt bekomme, kann ich sie bestimmt wieder flugtauglich machen.� Es war Smythe anzumerken, dass er das besch�digte Schiff zu gern gerettet h�tte.</p><p>�Wir haben weder Zeit noch ein Flottendock�, sagte Geary, w�hrend sein Blick zu jenem Bereich des Displays wanderte, das eine gro�e Anzahl feindlicher Schiffe anzeigte. Einige von ihnen waren von bemerkenswerter Gr��e, doch zum Gl�ck hielt sich keines in unmittelbarer N�he auf. Nachdem die Flotte in aller Eile die Orbitalfestung vor dem Sprungpunkt hinter sich gelassen hatte, lag diese Bedrohung inzwischen sieben Lichtminuten hinter ihnen und r�ckte mit jeder Sekunde weiter weg. Einige feindliche Kriegsschiffe waren rund drei Lichtstunden von der Flotte entfernt, doch die eigentliche Armada war in einer Distanz von fast vier Lichtstunden und damit in der N�he der Prim�rwelt dieses Systems festgestellt worden. Diese Armada w�rde in fr�hestens drei Stunden zu sehen bekommen, dass die Allianz-Flotte ins System gesprungen war. Selbst wenn sie sofort beschleunigen sollte, w�rde es Tage dauern, ehe deren Schiffe in Reichweite gelangten, es sei denn, Geary beschloss ein Wendeman�ver und lie� seine Flotte Kurs auf den Gegner nehmen. Doch die <emphasis>Invincible </emphasis>war man�vrierunf�hig, was sie zu einer unbeweglichen Zielscheibe f�r die Aliens machte, selbst wenn die eine Woche oder l�nger gebraucht h�tten, um sie zu erreichen. Beim Anblick der riesigen Einheiten�� Superschlachtschiffe, die dreimal so gro� waren wie die gr��ten von Menschen erbauten Schlachtschiffe�� versp�rte Geary kein Verlangen danach, der Armada n�her als unbedingt n�tig zu kommen.</p><p>�Und welche Wahl habe ich?�</p><p>�Entweder Sie sprengen die <emphasis>Invincible</emphasis>, oder Sie �berlassen sie den� na, den Aliens halt, die hier leben.� Man konnte Smythe anmerken, wie zuwider ihm beide M�glichkeiten waren.</p><p>Geary wusste, dass ihm seine eigene Unzufriedenheit anzusehen sein musste, aber er versuchte, das nicht in seinen Tonfall einflie�en zu lassen. Niemand fand Gefallen daran, schlechte Neuigkeiten zu �berbringen, aber er hatte vor langer Zeit erkennen m�ssen, wie m�helos ein Kommandant jeden davon abhalten konnte, ihn mit eigentlich wichtigen Informationen zu versorgen, wenn er nur ein paar Mal seine Wut �ber eine schlechte Nachricht an denen auslie�, die sie ihm �berbrachten. �Wir k�nnen das Schiff nicht hier zur�cklassen. Erst recht nicht, wenn die Bewohner dieses Sternensystems so aggressiv auf unser Auftauchen reagieren. Ich werde unverz�glich die Evakuierung anordnen. Schicken Sie Ihre Leute los, damit sie alles f�r die Sprengung vorbereiten. Sie sollen sicherstellen, dass nicht ein einziges brauchbares Teil �brig bleibt.�</p><p>Smythe nickte. �Die Antriebseinheit der <emphasis>Invicible </emphasis>ist noch intakt. Wir k�nnen die �berhitzung so steuern, dass die Explosion das Schiff in Staub verwandelt. Allerdings w�rde ich die Gelegenheit nutzen wollen und zuvor so viel Brauchbares wie m�glich vom Schiff schaffen. Da sind noch viele Ausr�stungsgegenst�nde, die wir anderweitig einsetzen k�nnen, anstatt sie erst herstellen zu m�ssen.�</p><p>F�r einen Ingenieur wie Smythe war es nur logisch und vern�nftig, alles Wiederverwertbare von der <emphasis>Invincible </emphasis>zu holen und es als Ersatzteillager f�r den Rest der Flotte zu benutzen. Dennoch� �Tanya?�</p><p>�Sir?�</p><p>�Was w�rden Sie sagen, wenn Ersatzteile von der <emphasis>Invicible </emphasis>auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>eingebaut w�rden?�</p><p>Sie sch�ttelte sofort den Kopf. �Ich m�chte keine Teile von einem Ungl�cksschiff auf meinem Schiff haben, Admiral.�</p><p>Genau diese Antwort hatte er erwartet. �ber Tausende von Jahren hatten sich gewisse Einstellungen bei Seeleuten nicht ge�ndert, warum also sollte das ausgerechnet in den hundert Jahren geschehen sein, die er im K�lteschlaf verbracht hatte? Dennoch versuchte er, f�r die Haltung des Ingenieurs zu werben. �Aber w�hrend des Kriegs gegen die Syndiks muss es doch an der Tagesordnung gewesen sein, gerettete Ausr�stung wiederzuverwenden.�</p><p>�<emphasis>Ausgeschlachtete </emphasis>Ausr�stung�, korrigierte Desjani ihn. �Nein. Es ergab sich nur selten eine Gelegenheit dazu, und das war auch gut so. Als ich an Bord der <emphasis>Tulwar </emphasis>diente, wurden w�hrend einer Notreparatur zwischen zwei Gefechten gegen unseren Protest einige Teile aus dem Wrack der <emphasis>Buckler </emphasis>eingebaut. All diese Ausr�stungsgegenst�nde fielen in eben dem Moment aus, als wir in die n�chste Schlacht zogen.�</p><p>�Nachl�ssiges Arbeiten beim Einbau k�nnte doch��</p><p>�Die Ger�te waren alle getestet worden, und sie waren in Ordnung. Aber sie stammten von einem toten Schiff. Wir verloren dadurch die <emphasis>Tulwar</emphasis>. Niemand in dieser Flotte m�chte auch nur eine Schraube von der <emphasis>Invincible </emphasis>auf seinem Schiff haben. <emphasis>Schon gar nicht </emphasis>von einer <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>Am liebsten h�tte Geary trotzdem die Bergung der wiederverwendbaren Teile angeordnet, doch er wusste, Tanyas Einstellung spiegelte nur wider, wie man in der gesamten Flotte dachte. Und das galt umso mehr, wenn es dabei auch noch um diese <emphasis>Invincible </emphasis>ging. Da er den Aberglauben nicht hatte wahrhaben wollen, dass Schiffe dieses Namens im Gefecht fr�her zerst�rt wurden als andere Schiffe, hatte Geary einen Blick auf die Statistik geworfen. Zu seinem Erstaunen st�tzten die Statistiken in gewisser Weise den Aberglauben. Die Lebenserwartung eines Kriegsschiffs war durch den brutalen Krieg gegen die Syndiks auf ein paar Jahre zusammengeschrumpft, aber selbst in Anbetracht dieses Hintergrunds brachten es Schiffe mit Namen <emphasis>Invincible </emphasis>auf eine deutlich k�rzere Existenz als der Rest. Vielleicht fanden die lebenden Sterne ja, dass der Name <emphasis>Invincible </emphasis>f�r ein Allianz-Kriegsschiff einfach zu gro�spurig war.</p><p>Er wandte sich wieder Smythe zu und sch�ttelte den Kopf. �Nein. R�umen Sie das Ersatzteillager der <emphasis>Invincible </emphasis>leer, aber die vorhandene Ausr�stung bleibt, wo sie ist. Ich kann es mir nicht leisten, der Moral in der Flotte einen Tiefschlag zu versetzen, indem ich auf irgendeinem Schiff etwas einbauen lasse, was zuvor auf der <emphasis>Invincible </emphasis>benutzt wurde.�</p><p>Smythes Gesicht nahm den Ausdruck eines Ingenieurs an, der gezwungen war, sich mit einf�ltigen, irrational denkenden Menschen zu besch�ftigen. �Es sind nur Ausr�stungsgegenst�nde, Admiral. Da lebt nichts, und da spukt es auch nicht.�</p><p>�Captain Smythe, es w�rde die Kopfschmerzen nicht rechtfertigen, die ich mir damit selbst bescheren w�rde.� Die Moral innerhalb der Flotte stand auch so schon auf wackligen Beinen. Sie alle sollten jetzt eigentlich zu Hause sein und sich in dem Ruhm sonnen, nach einhundert Jahren Krieg den Sieg �ber die Syndikatwelten errungen zu haben. Aber Geary hatte den Befehl erhalten, mit dieser Flotte sofort in ein Gebiet vorzudringen, das weder von Menschen erforscht worden war noch von ihnen kontrolliert wurde. Ihr Auftrag lautete, mehr dar�ber herauszufinden, welche Bedrohung von einer nichtmenschlichen intelligenten Spezies namens Enigmas ausging. Er hatte diesen Befehl befolgt, und auch die seinem Kommando unterstellten Schiffe hatten ihn befolgt, doch Offiziere und Besatzungsmitglieder waren kriegsm�de und unzufrieden. Irgendeine Kleinigkeit konnte gen�gen, um die Moral auf ein gef�hrliches Niveau sinken zu lassen, und f�r die Matrosen dieser Flotte stellte der Einsatz von Ausr�stungsgegenst�nden von toten Schiffen alles andere als eine Kleinigkeit dar.</p><p>�Die <emphasis>Tsunami </emphasis>ist bereits auf dem Weg zur <emphasis>Invincible</emphasis>, um die Verwundeten an Bord zu nehmen�, lie� er Smythe wissen. �Ich werde der <emphasis>Tsunami </emphasis>sagen, sie soll auch den Rest der Crew mitnehmen, allerdings wei� ich nicht, ob der Platz reicht. Da die <emphasis>Tanuki </emphasis>ebenfalls in der N�he ist, soll sie sich um die Crewmitglieder k�mmern, die keinen Platz mehr gefunden haben, bis sich eine Gelegenheit ergibt, die Matrosen anderweitig in der Flotte zu verteilen.�</p><p>�Aye, aye, Sir.� Smythe hielt kurz inne. �Diese Matrosen kommen doch auch von der <emphasis>Invincible</emphasis>, und <emphasis>die </emphasis>setzen Sie woanders ein.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Smythe.�</p><p>�Soll ich Captain Vente als einen Sonderfall an Bord zur�cklassen? Ich glaube, ihn wollen Sie nicht gern woanders einsetzen, und Captain Badaya von der <emphasis>Illustrious </emphasis>scheint ihn nicht haben zu wollen.�</p><p>�F�hren Sie mich lieber nicht in Versuchung.� Schon vor seinem letzten Patzer hatte Vente es sich dank seiner Arroganz mit fast jedem Offizier der Flotte verscherzt. Au�erdem hatte er es sich zur Angewohnheit gemacht, �ber Badayas Befehle herzuziehen, der das Kommando �ber die Sechste Schlachtkreuzerdivision hatte, jene Division, der die <emphasis>Invincible </emphasis>angeh�rte.</p><p>�W�re das dann alles, Captain Smythe?�</p><p>�Nicht ganz�, antwortete der l�chelnd. �Wir k�nnen die <emphasis>Invincible </emphasis>so pr�parieren, dass sie erst explodiert, wenn die Aliens an Bord gehen wollen.�</p><p>Das h�rte sich sogar noch verlockender an. Geary warf einen Blick auf die Liste der get�teten und verletzten Besatzungsmitglieder. Diese Aliens hatten sie angegriffen, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, die Absicht zu ergr�nden, die die Menschen hergef�hrt hatte. Au�erdem war bislang auf keine an sie gerichtete Nachricht eine Antwort zur�ckgekommen�</p><p>Aber der Wunsch nach Vergeltung war nicht die richtige Grundlage f�r eine Entscheidung von solcher Tragweite. �Nein, Captain Smythe. Wir wissen nicht, ob es uns vielleicht doch noch gelingt, eine Verst�ndigung mit diesen Kreaturen zu erzielen. Eine solche Sprengfalle w�rde jede Chance auf friedliche Beziehungen zunichtemachen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich diese Chance im Augenblick als �u�erst gering einsch�tze.�</p><p>�Es w�re eine effektive Lektion, um ihnen zu zeigen, wie wir mit denjenigen umgehen, die uns angreifen. Es k�nnte helfen, sie davon zu �berzeugen, dass sie uns besser nicht untersch�tzen sollten, Admiral�, gab Smythe zu bedenken.</p><p>Es war ein gutes Argument, das Geary zum Nachdenken brachte.</p><p>Auf einmal sagte Desjani: �Wir wissen nicht, wozu diese Wesen f�hig sind. Vielleicht besitzen sie eine Technologie, mit der sie unsere Sprengfalle unsch�dlich machen k�nnen. Wenn es dazu kommt, gelangen sie in den Besitz der <emphasis>Invincible </emphasis>und erfahren alles �ber unsere technologischen F�higkeiten.�</p><p>Smythe zog die Brauen zusammen, schlie�lich nickte er. �Das ist ein sehr gutes Argument.�</p><p>�Dann bereiten Sie das Schiff so vor, dass es zerst�rt wird, sobald wir alle au�er Reichweite sind�, ordnete Geary an.</p><p>�Wird erledigt, Admiral. Ach, die <emphasis>Kupua </emphasis>hat mir soeben gemeldet, dass sie ihre Bewertung der Hauptantriebseinheit der <emphasis>Orion </emphasis>abgeschlossen hat. Sie sch�tzt, dass die Reparatur in zehn Stunden abgeschlossen sein wird. Bis dahin kann die <emphasis>Orion </emphasis>mithalten, solange Sie mit der Flotte keine wilden Flugman�ver veranstalten.� Unmittelbar bevor Smythe die Verbindung beendete, seufzte er theatralisch: �All die Ausr�stung an Bord der <emphasis>Invincible�</emphasis>�</p><p>Geary sah zu Desjani. �Ich dachte, es h�tte Ihnen gefallen, wenn er aus der <emphasis>Invincible </emphasis>eine Sprengfalle gemacht h�tte.�</p><p>Sie reagierte mit einem fl�chtigen L�cheln. �Ich muss doch daf�r sorgen, dass Sie eben nicht wissen, was ich will oder nicht will. Au�erdem habe ich nur pragmatisch gedacht.�</p><p>Kaum hatte sie das ausgesprochen, ging eine weitere Nachricht ein, diesmal vom Flottenarzt. �Admiral, unbemannte Sonden untersuchen momentan, was von den angreifenden Aliens �brig ist. Es ist nicht viel, �berwiegend kleine Fetzen. Aber die sollten gen�gen, um wenigstens ein paar Dinge �ber sie herauszufinden.�</p><p>Das h�rte sich unappetitlich an. �K�nnen Sie sagen, ob es sich um Menschen oder Enigmas handelt?�</p><p>Den Arzt schien die Frage zu �berraschen. �Weder noch. Wir versuchen immer noch zu bestimmen, was sie sind. Ich kann Ihnen aber mit Gewissheit sagen, was sie nicht sind.�</p><p>Also eine zweite intelligente Rasse, die so wie die erste auf den Kontakt mit Menschen mit sofortigem Angriff reagierte. �Die Schiffe, von denen wir verfolgt wurden, waren alle bemannt? Absolut alle? Keine automatisch gelenkten Schiffe?�</p><p>�Ja, die Schiffe waren bemannt. Zumindest das, was von uns untersucht wurde. Von den meisten Schiffen ist ja kaum etwas �brig geblieben. Wir h�tten vollst�ndigere Proben gut gebrauchen k�nnen, Admiral�, schickte der Arzt in einem fast schon vorwurfsvollen Tonfall hinterher.</p><p>�Ich werde es mir merken f�r das n�chste Mal, wenn wir von einer gro�en Zahl von Schiffen einer uns unbekannten Spezies unter Beschuss genommen werden.�</p><p>�Vielen Dank.� Der Arzt schien keinen Sarkasmus zu verstehen. �Ich wei�, die Umst�nde waren etwas schwierig und damit nat�rlich alles andere als ideal, um gut erhaltene Proben nehmen zu k�nnen. Geh�rten diese Schiffe zu einem Selbstmordkommando?�</p><p>�Ja, richtig.� Die Taktik erinnerte in beunruhigender Weise an das Vorgehen der Enigmas. Hatte jede fremde Spezies genauso wenig Achtung vor dem eigenen Leben wie vor dem des Gegners? �Wie lange dauert es, bis Sie uns ein Bild von ihnen liefern k�nnen?�</p><p>Der Arzt machte eine hilflose Geste. �Wir setzen ein Puzzle zusammen, ohne zu wissen, welches Bild es ergeben soll, Admiral. Ich kann nichts dazu sagen, wie lange das dauern wird.�</p><p>�Okay, danke. Melden Sie sich sofort bei mir, wenn Sie etwas Brauchbares erreicht haben.� M�glicherweise w�rde er diese Anweisung noch bedauern, konnten �rzte doch ohne jede Gef�hlsregung Dinge untersuchen, bei deren Anblick sich bei einem gew�hnlichen Menschen der Magen umdrehte. Als Junioroffizier hatte er die Erfahrung machen m�ssen, dass man sich zum Essen niemals an einen Tisch setzen sollte, an dem �rzte sich �ber ihre Arbeit unterhielten.</p><p>Das Gespr�ch erinnerte ihn jedoch an etwas anderes. Er lief Gefahr, wichtige Dinge zu �bersehen, da so viel gleichzeitig ablief. Sofort bet�tigte er seine Komm-Kontrolle. �Captain Tulev.�</p><p>Tulev meldete sich von seinem Schlachtkreuzer <emphasis>Leviathan</emphasis>. Sein breites Gesicht strahlte keinerlei Begeisterung aus, allein Gelassenheit und Kompetenz. �Ja, Admiral?�</p><p>�Wir k�nnen hier nichts zur�cklassen. Schicken Sie Ihre Schlachtkreuzer und alle weiteren erforderlichen Schiffe los, um s�mtliche Tr�mmer von besch�digten oder zerst�rten Allianz-Schiffen zu bergen. Machen Sie das so lange, bis Sie davon �berzeugt sind, dass von unseren Schiffen nichts mehr zu finden ist, auch wenn sich der Rest der Flotte bereits von Ihrer Position entfernt.� Die Schlachtkreuzer, Kreuzer und Zerst�rer konnten die Flotte viel leichter wieder einholen, als es den Schlachtschiffen oder den Schnellen Hilfsschiffen m�glich gewesen w�re. �Achten Sie vor allem darauf, dass keine im All treibenden Leichen zur�ckgelassen werden.�</p><p>�Ja, Admiral, ich werde sicherstellen, dass nichts und niemand zur�ckbleibt. Alle menschlichen �berreste werden wir einsammeln.�</p><p>Geary lehnte sich nach hinten, dankbar daf�r, dass er Tulev vertrauen konnte, alles zu erledigen, was er ihm aufgetragen hatte. Seine Gedanken kehrten zur�ck zu den Aliens, und er drehte sich auf seinem Platz um, sodass er den hinteren Teil der Br�cke sehen konnte. Beide Gesandte der Allianz-Regierung sa�en nach wie vor dort hinten, der pensionierte General Charban sah mit leerem Blick und ausdrucksloser Miene nach vorn, die ehemalige Senatorin Rione hielt sich neben ihm auf. Ihr Gesichtsausdruck verriet wie �blich nichts dar�ber, was in ihr vorging. �Irgendwelche Reaktionen auf unsere Versuche, mit ihnen Kontakt aufzunehmen?�, fragte Geary die beiden.</p><p>�Nein�, antwortete Rione. �Diese Wesen k�nnten Verb�ndete der Enigmas sein, Admiral. Das w�rde erkl�ren, wieso sie uns attackierten, kaum dass wir hier aufgetaucht waren. Die Enigmas k�nnten ihre �berlicht-Kommunikation benutzt haben, um sie zu warnen, dass wir unterwegs zu ihnen sind.�</p><p>Charban runzelte die Stirn. �Das ist m�glich. Aber�� Er starrte weiter so vor sich hin, als k�nnte er durch die H�lle der <emphasis>Dauntless </emphasis>hindurchsehen. ��ihre Festungen befinden sich alle an den Sprungpunkten, und besonders dicht am Sprungpunkt ist die gelegen, der wir als Erstes begegnet sind. Nichts davon wurde �ber Nacht gebaut und in Position gebracht. Falls es sich bei diesen Wesen um Verb�ndete der Enigmas handelt, lassen die Befestigungen den Schluss zu, dass sie ihnen nicht �ber den Weg trauen.�</p><p>�W�rden Sie den Enigmas nicht mit Misstrauen begegnen?�, fragte Desjani.</p><p>�Oh, aber auf jeden Fall�, bekr�ftigte Charban.</p><p>Rione nickte zustimmend. �Die Enigmas, die uns verfolgt haben, k�nnten inzwischen eingetroffen sein. Aber sie sind nicht zeitig genug angekommen, um sich am Angriff auf uns zu beteiligen. Meine Annahme war verkehrt.�</p><p>�H�tten Sie noch weitere Vorschl�ge?�, fragte Geary, w�hrend er sich fragte, ob Rione wohl endlich diese sonderbare Passivit�t ablegen w�rde, die sie schon seit Beginn dieser Mission zur Schau stellte.</p><p>�Ja. Verlassen Sie dieses Sternensystem, so bald Sie k�nnen.�</p><p>�Diesen Hinweis habe ich bereits geh�rt�, versicherte Geary ihr. �Und es ist meine Absicht, diesen Ratschlag zu beherzigen. Sie beide versuchen weiter, mit irgendjemandem Kontakt aufzunehmen, der hier etwas zu sagen hat. Sagen Sie ihnen, wir wollen nur wieder abreisen, auch wenn wir uns freuen w�rden, friedliche Beziehungen zu ihnen einzugehen. Wir ziehen uns wortlos zur�ck, wenn man uns l�sst, aber wenn sie sich uns in den Weg stellen wollen, werden wir zu allen erforderlichen Mitteln greifen.�</p><p>Auf Gearys Display nahm das Gewirr aus Schiffen allm�hlich wieder eine erkennbare Formation an; mit Ausnahme von Captain Smythe mit seiner <emphasis>Tanuki </emphasis>und der <emphasis>Tsunami,</emphasis> die sich beide in der N�he der zerschossenen <emphasis>Invincible </emphasis>aufhielten. Und Captain Tulevs Schiffen, die damit besch�ftigt waren, Tr�mmer und Leichen zu bergen.</p><p>Damit blieb immer noch eine wichtige Sache zu erledigen. Geary bet�tigte die Tasten f�r das schiffsinterne Komm. �Geheimdienst. Ist Lieutenant Iger da?�</p><p>�Hier, Admiral.� Iger wirkte besorgt, riss sich aber zusammen, als er sich an Geary wandte. �Wir analysieren, was wir nur k�nnen, Sir.�</p><p>�K�nnen Sie mir schon irgendetwas �ber die Wesen sagen, die dieses System bev�lkern?�</p><p>�Noch nicht, Admiral�, musste Iger zugeben. �Es werden sehr viele Videobilder �bertragen, allerdings haben wir das Format noch nicht knacken k�nnen. Es ist nicht so verschl�sselt wie bei den Enigmas, aber sie arbeiten mit Techniken, die sich v�llig von unseren unterscheiden. Wir arbeiten daran. Ich kann Ihnen nur schon sagen, dass diese Wesen sehr zahlreich im System vertreten sind.�</p><p>Neben dem Bild des Geheimdienstoffiziers tauchte ein weiteres Fenster auf, das die Prim�rwelt dieses Sternensystems zeigte. Auf Igers Befehl hin wurde ein Ausschnitt vergr��ert, der sich als sonderbar rechteckig geformte Landschaft pr�sentierte. �Das sind Geb�ude, Sir. Jedes einzelne Objekt ist ein Geb�ude. Auf den D�chern finden sich Erde und Pflanzen, aber soweit sich das sagen l�sst, besteht praktisch die gesamte Landmasse aus H�usern und Stra�en. Anhand verschiedener Baustellen k�nnen wir vermuten, dass alle Geb�ude mehrere Etagen tief in den Untergrund reichen und oberirdisch etliche Stockwerke hoch sind.�</p><p>Geary versuchte, sich dieses Ausma� an Bev�lkerungsdichte vorzustellen, doch es wollte ihm nicht gelingen. �Woher bekommen sie ihr Essen?�</p><p>�Aus den Geb�uden, Admiral. Einige von ihnen oder zumindest einige Stockwerke sind vertikale Bauernh�fe. Auf fast allen D�chern kann man sehen, dass Getreide auf ihnen w�chst.�</p><p>�Wie viele von diesen Kreaturen leben da unten?�</p><p>Fast h�tte Iger mit den Schultern gezuckt, aber in letzter Sekunde hielt er sich zur�ck. Das war keine Geste, die sich ein Junioroffizier gegen�ber einem Admiral erlauben durfte. �Der Planet ist etwas kleiner als der Erdstandard, Sir, und die Landmasse ist etwas kleiner. Es h�ngt sehr stark davon ab, wie gro� sie sind. Wenn sie in etwa die gleiche Gr��e haben wie Menschen�� Er sah zur Seite, da er etwas berechnete. ��dann k�nnten es etwa zwanzig Milliarden sein.�</p><p>�Zwanzig Milliarden? Auf einem Planeten dieser Gr��e?�</p><p>�Vorausgesetzt, sie sind so gro� wie wir�, betonte Lieutenant Iger.</p><p>�Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie etwas Neues herausfinden�, befahl er, dann lehnte er sich zur�ck und rieb sich die Stirn. �Was habe ich jetzt noch vergessen?�, fragte er Desjani.</p><p>�Die Festungen.�</p><p>�Die verdammten Festungen habe ich nicht vergessen. Die sind zwar unglaublich beeindruckend, aber sie sind Ziele, die sich in einem starren Orbit befinden. Wenn wir gen�gend Steine auf sie abwerfen, dann�� Geary hielt inne, als Desjani beharrlich den Kopf sch�ttelte. �Was denn?�</p><p>�Sie haben v�llig recht�, sagte sie. �Sie sind Ziele. Warum also wurden sie gebaut? Und wieso sind sie noch hier? Warum hat nicht schon jemand anders sie in St�cke geschossen? Ich hasse die Enigmas, aber ich wei�, sie sind intelligent genug, um Ziele von der Gr��e eines kleinen Planeten mit Steinen zu bewerfen. Die Wesen, die hier leben, haben trotzdem immense Anstrengungen unternommen, diese Festungen zu errichten. Ist Ihnen aufgefallen, wie wenig Asteroiden es in diesem System gibt? Sie m�ssen den gr��ten Teil ihrer Asteroiden benutzt haben, um die Festungen zu bauen. Falls sie nicht einfach nur v�llig verr�ckt sind, werden sie das nicht getan haben, wenn diese Anlagen nichts weiter als Ziele f�r einen Gegner darstellen.�</p><p>Geary betrachtete das Display. �Sie glauben, die haben eine Abwehrvorrichtung gegen Steine?�</p><p>�Es w�re ratsam, von dieser Annahme auszugehen, Admiral.�</p><p>�Dann wollen wir es mal herausfinden. Wie schwer ist der gr��te Stein an Bord der <emphasis>Dauntless?</emphasis>�</p><p>Desjani grinste erfreut. �Wir haben da eine f�nfhundert Kilogramm schwere kinetische Salve.�</p><p>�K�nnen wir die auf uns am n�chsten gelegene Festung abfeuern, ohne unsere Schiffe in Gefahr zu bringen?�</p><p>Sie nahm ein paar Berechnungen vor, dann nickte sie. �Erlaubnis die Salve abzufeuern?�</p><p>�Tun Sie�s�, befahl Geary ihr.</p><p>Die kinetische Salve war nichts weiter als ein gro�er Klotz aus massivem Metall, schwer genug, um sogar die <emphasis>Dauntless </emphasis>ruckeln zu lassen, als das Objekt mit hoher Geschwindigkeit auf eine Flugbahn geschickt wurde, die es zu der am n�chsten gelegenen Festung f�hren w�rde. Es war jene Festung, die den Angriff auf Gearys Flotte begonnen hatte. �F�nfundsechzig Minuten bis zum Einschlag�, meldete eine immer noch l�chelnde Desjani.</p><p>Wenigstens war sie jetzt wieder gut gelaunt.</p><p>H�tte er aus einem Fenster an der Seite der <emphasis>Dauntless </emphasis>sehen k�nnen�� sofern es ein solches Fenster anstelle von Sensoren gegeben h�tte, die �berall auf dem Schiff den Blick durch virtuelle Fenster und auf virtuelle Displays erlaubten, und sofern sich die Br�cke unmittelbar an der Au�enh�lle befunden h�tte, nicht aber tief im Inneren des Schiffs vergraben��, dann h�tten sich die durch dieses Fenster sichtbaren Sterne nicht bewegt. H�tte Geary ein Bild aufgerufen, das die <emphasis>Dauntless </emphasis>von einem anderen Schiff aus gesehen zeigte, dann w�re das eigentlich riesige Schiff ganz winzig erschienen, w�hrend es scheinbar reglos im All stand. Nichts h�tte darauf hingewiesen, dass der Schlachtkreuzer mit einer Geschwindigkeit von 0,05 Licht unterwegs war, also rund f�nfzehntausend Kilometer in der Sekunde zur�cklegte. Auf einer Planetenoberfl�che war das unvorstellbar schnell, doch angesichts der gewaltigen Entfernungen zwischen zwei Planeten erschien es ebenso unglaublich langsam. W�ren die Menschen gezwungen gewesen, mit einer solchen Geschwindigkeit von einem Stern zum n�chsten zu reisen, dann w�ren sie Jahre und Jahrzehnte unterwegs gewesen.</p><p>Dann w�re er jetzt nicht hier; tiefer ins All vorgesto�en als je ein Mensch vor ihm, und mit einer fremden Spezies konfrontiert, die gar nicht davon begeistert zu sein schien, die Bekanntschaft der Menschheit zu machen.</p><p>Zumindest konnte die Allianz-Regierung ihm nicht vorwerfen, er h�tte seine Befehle nicht befolgt. Es war ihm auf jeden Fall gelungen, das andere Ende des von den Enigmas kontrollierten Gebiets zu finden. Geary sa� da und sah zu, wie die Flotte rund um die <emphasis>Dauntless </emphasis>ihre Formation wieder einnahm, wobei f�r sie alle das Flaggschiff der Bezugspunkt war. Es hatte etwas Beruhigendes, wie die Befehlshaber der jeweiligen Schiffe ihr K�nnen unter Beweis stellten.</p><p>�Entschuldigen Sie, Admiral�, sagte Desjani pl�tzlich.</p><p>Er versuchte, nicht zusammenzuzucken, obwohl sie ihn aus einem Augenblick der Ruhe gerissen hatte. Dabei fragte er sich, was er wohl nun schon wieder vergessen haben mochte. �Was?�</p><p>�Es gibt da etwas, was diese Superschlachtschiffe der Aliens angeht. Ist Ihnen aufgefallen, dass ihr Antrieb nicht in einem proportionalen Verh�ltnis zu dem ihrer Masse steht?�</p><p>�Weniger als bei unseren Schiffen?�, fragte er.</p><p>�Ja.� Desjani zeigte auf ihr eigenes Display. �Unsere Systeme sch�tzen, dass sie sich im Verh�ltnis zu unseren Schlachtschiffen so bewegen wie unsere Schlachtschiffe im Verh�ltnis zu unseren Schlachtkreuzern. Das hei�t, sie ben�tigen eine Weile, bis sie in Fahrt kommen, und sie wenden so elegant wie vollgefressene Schweine.�</p><p>Er sah auf den Punkt des Schirms, an dem die immensen Schiffe der Aliens dargestellt wurden. Sie folgten weiterhin viele Lichtstunden entfernt ihrer Flugbahn, ohne etwas von der Existenz der Allianz-Flotte zu ahnen. Sobald sie das Licht von deren Ankunft im System erreichte, w�rden sie jedoch zweifellos beschleunigen und auf einen Abfangkurs gehen. Dann betrachtete Geary jeden der Sprungpunkte, die einen Fluchtweg aus dem System darstellten, die aber alle von jeweils einer dieser immensen Festungen wie von einem b�sartigen Gef�ngnisw�rter kontrolliert wurden. �Wir k�nnen ihnen davonfliegen, aber es gibt keine Richtung, in der wir uns in Sicherheit bringen k�nnen.�</p><p>�Ja, aber�� Desjani machte eine untypisch unschl�ssige Geste. �Diese Kriegsschiffe sind aus einem ganz bestimmten Grund so konstruiert. Auf irgendeine Weise m�ssen sie zum Einsatz kommen. Wie w�rden Sie das machen?�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf, w�hrend er sich vorzustellen versuchte, wie wohl eine Begegnung mit einem dieser Superschlachtschiffe verlaufen w�rde. �So etwas schneidet sich durch die Flotte wie ein angew�rmtes Messer durch ein St�ck Butter. Wir k�nnten diese Dinger nicht aufhalten. Ist das der Sinn ihrer Existenz? Dass sie einfach alles plattwalzen, was sich ihnen in den Weg stellt?� Ein weiterer Komm-Alarm ert�nte.</p><p>�Entschuldigen Sie mich bitte, Captain Desjani.� Vor Geary tauchte das Bild des Flottenarztes auf.</p><p>Dr. Nasr strahlte ihn zufrieden an. �Wir konnten diese Kreaturen teilweise rekonstruieren, Admiral, und wir sind in hohem Ma� davon �berzeugt, dass es sich um ein akkurates Bild handelt.�</p><p>�Wie f�gen Sie die Puzzleteile zusammen?�, fragte Geary und hoffte, dass ihm bei der Antwort nicht zu �bel wurde.</p><p>�Es gibt verschiedene� oh, Sie meinen dieses Mal? Nun, wir hatten nicht genug Zeit, um mit den echten �berresten zu arbeiten, da die sich noch alle in Quarant�ne befinden. Aber wir haben virtuelle Kopien angefertigt und mit ihnen experimentiert, bis wir sie zusammenf�gen konnten.� Der Arzt lie� das alles klingen, als sei es ein faszinierender Zeitvertreib, Fetzen von Wesen untereinander zu kombinieren, die bis vor Kurzem noch gelebt hatten.</p><p>Neben dem Chirurgen �ffnete sich ein gr��eres Fenster.</p><p>Einen Moment lang fehlten Geary die Worte. Dann bet�tigte er seine Kontrollen und leitete das Bild weiter. �Tanya, so sehen sie aus.�</p><p>Sie warf ihm einen fragenden Blick zu, dann betrachtete sie eine Weile das Bild, ehe sie herausbrachte: �Sie machen Scherze, nicht wahr?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Teddyb�ren.� Sie zeigte auf das rundliche pelzige Wesen. �Wir wurden von Teddyb�ren angegriffen?�</p><p>Die virtuelle Rekonstruktion der Kreatur war gut einen Meter gro� und mit lockigem, kurzem Fell �berzogen. Das Bild zeigte weder Adern noch innere Organe, daf�r war es an manchen Stellen ein wenig unscharf, f�r die offenbar nicht gen�gend Informationen f�r eine pr�zise Darstellung vorlagen. Das pausb�ckige Ding hatte gl�nzende Augen und eine Schnauze, die mehr an eine Kuh als an einen B�ren erinnerte. Insgesamt machte sie einen� niedlichen Eindruck.</p><p>�Fleischfresser?�, fragte Geary den Arzt.</p><p>�Nein, Pflanzenfresser.�</p><p><emphasis>�Pflanzenfresser?�</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>K�he�, sagte Desjani. �Niedliche kleine K�he.�</p><p>Mordl�sterne, s��e kleine Teddyb�r-K�he, die riesige Kriegsmaschinen bauten.</p><p>Geary sah sich das Bild noch einmal an und stellte sich dabei ein b�sartiges Funkeln in den Knopfaugen vor. �Schicken Sie das an unsere Experten f�r au�erirdische Lebensformen�, sagte er zu dem Arzt. Bis zu dem Moment, da die Flotte in das Gebiet der Enigmas vorgedrungen war, hatten diese Experten noch nie eine echte andere intelligente Lebensform zu Gesicht bekommen, aber sie waren die Einzigen auf diesem Gebiet, die ihm zur Verf�gung standen. �Und bitte auch an Lieutenant Iger vom Geheimdienst.�</p><p>Als der Zeitpunkt gekommen war, an dem er sehen konnte, wie das von der <emphasis>Dauntless </emphasis>abgefeuerte kinetische Projektil sich der Festung n�herte, hatte sich die Flotte weitere drei Lichtminuten von diesem Ziel entfernt, sodass er Ereignisse zu sehen bekam, die sich gut zehn Minuten zuvor abgespielt hatten.</p><p>Der f�nfhundert Kilogramm schwere Metallklotz wies die Form einer alten Rakete auf, damit sie f�r einen m�glichen Einsatz in einer Atmosph�re stromlinienf�rmig genug war, um nicht von ihrem Kurs abgebracht zu werden. Mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Stundenkilometern raste er auf die Festung zu, um dort beim Aufprall eine immense kinetische Energie freizusetzen.</p><p>Doch ein paar tausend Kilometer vor diesem Ziel �nderte das Projektil auf einmal seine Flugbahn und schwenkte auf einen Kurs ein, der es in gro�er Entfernung an der Festung vorbeirasen lie�.</p><p>�Wie haben die das denn gemacht?�, wunderte sich Geary.</p><p>�Gute Frage�, gab Desjani zur�ck. �Wollen wir hoffen, dass die Sensoren gen�gend Daten gesammelt haben, um uns eine Antwort zu liefern.�</p><p>�Allerdings.�</p><p>�Und wir m�ssen das, was die Sensoren aufgezeichnet haben, mit verschiedenen Leuten besprechen, um unterschiedliche Meinungen zu h�ren.�</p><p>�Mit anderen Worten: Ich muss ein Treffen einberufen, richtig?�</p><p>�Leider ja.�</p><p>Die Hauptarmada der Aliens w�rde in gut zwei Stunden das Licht vom Eintreffen der menschlichen Flotte im System zu sehen bekommen, zweifellos zur gleichen Zeit, wenn sie von der Orbitalfestung auf die Anwesenheit von Eindringlingen in ihrem Sternensystem aufmerksam gemacht wurden. Kriegsschiffe der Aliens, die nicht so weit entfernt waren, hatten die menschliche Flotte bereits entdeckt, doch das Licht, das ihre Reaktionen zeigte, w�rde Gearys Schiff erst in einigen Stunden erreichen. F�r ihn war klar, worin diese Reaktionen bestehen w�rden, doch f�r den Augenblick war die Gefahr weiterer K�mpfe mit diesen Aliens weit entfernt. Also war jetzt der ideale Zeitpunkt, um den Captains der anderen Schiffe seine Pl�ne zu erl�utern und deren Reaktionen und Vorschl�ge zu sammeln. Geary schickte den Befehl an die Schiffskommandanten der Flotte, w�hrend er sich insgeheim w�nschte, anstelle der Konferenz noch einmal gegen die Aliens k�mpfen zu d�rfen. Zudem bef�rchtete er, dass er von nun an nur noch die Wahl zwischen dem gro�en und dem kleineren �bel haben w�rde.</p></section><section><title><p>Zwei</p></title><p>Der Konferenzraum bot eigentlich nur gut einem Dutzend Leute Platz, aber durch eine spezielle Software wurde es m�glich, den Raum zu �erweitern�, damit virtuelle Teilnehmer anwesend sein konnten. Gearys Blick wanderte �ber den endlos lang erscheinenden Tisch, an dem alle Offiziere aufgereiht sa�en. Die Befehlshaber aller Schiffe der Flotte sahen ihn an, au�erdem waren Lieutenant Iger und der Chefarzt der Flotte, Captain Nasr, anwesend, ebenso General Charban und die Gesandte Rione sowie ein paar derjenigen Zivilisten, die als Experten f�r intelligentes nichtmenschliches Leben mitgereist waren.</p><p>Einige andere konnten nur von Geary und Desjani gesehen und geh�rt werden. Diesen wenigen�� ehemalige Kriegsgefangene, die nun an Bord der <emphasis>Mistral </emphasis>und der <emphasis>Typhoon </emphasis>untergebracht waren�� war es gestattet, Zeuge der Besprechung zu werden. H�tten die anderen hochrangigen und von sich eingenommenen ehemaligen Gefangenen davon gewusst, dann h�tten sie alle darauf bestanden, ebenfalls teilnehmen zu d�rfen, und sie w�ren �berdies noch auf die Idee gekommen, darauf zu pochen, dass sie sich im Rahmen der Konferenz zu Wort melden durften. Das durfte auf keinen Fall geschehen.</p><p>Seit Geary das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, waren in diesem Raum f�r sein Empfinden schon zu viele Konferenzen abgehalten worden, die einen dramatischen Verlauf genommen hatten. Im Verlauf seiner hundert Jahre im K�lteschlaf waren die Flottenkonferenzen in politische Debatten verwandelt worden, bei denen die Flottenkommandanten um die Gunst ihrer Untergebenen buhlten, anstatt ihnen Befehle zu erteilen, die sie auszuf�hren hatten.</p><p>Als man Geary aus dem K�lteschlaf geholt hatte, stellte sich heraus, dass er bei Weitem der dienst�lteste Captain der gesamten Allianz-Flotte war, hatte man ihn doch vor gut einem Jahrhundert in diesen Rang bef�rdert. Ihm selbst war das zun�chst egal gewesen, doch nach dem Tod von Admiral Bloch, der ihm vor�bergehend das Kommando �ber die Flotte �bertragen hatte, war Geary nicht nur per Befehl, sondern auch vom Dienstalter her derjenige, dem das Recht zustand, Blochs Nachfolge anzutreten. Eine ausreichende Anzahl der damaligen Commander der Flotte war dieser Argumentation gefolgt und hatte zugestimmt, dass Geary tats�chlich das Kommando �ber die Flotte �bernehmen sollte. Dieser gesamte Prozess, bei dem er als Befehlshaber nicht nur die Meinung seiner Untergebenen anh�ren, sondern daf�r sorgen sollte, dass seine Entscheidung eine Mehrheit fand, war ihm als skandal�s verkehrt vorgekommen, doch da hatte er auch nicht gewusst, wie grundlegend ein Jahrhundert Krieg und Blutvergie�en die Struktur der Flotte und den Charakter der Offiziere besch�digt hatten.</p><p>Er hatte sofort begonnen, zu den Verh�ltnissen zur�ckzukehren, wie er sie noch gekannt hatte, und auch wenn es ein langwieriger und allzu oft schmerzhafter Prozess gewesen war, ging es inzwischen doch deutlich gesitteter und professioneller zu. �Als Erstes�, begann er, �m�chte ich zum Ausdruck bringen, dass ich sehr sch�tze, mit welchem Geschick sich diese Flotte in unserer letzten Schlacht geschlagen hat. Gut gemacht.�</p><p>Es w�re f�r ihn deutlich schwieriger gewesen, diese Worte auszusprechen, w�re Captain Vente von der <emphasis>Invincible </emphasis>anwesend gewesen. Doch dessen Schiff war inzwischen nur noch ein sich rasch ausdehnender Ball aus Staub, da man die Antriebseinheit kontrolliert gesprengt hatte. Da Vente selbst nicht l�nger Befehlshaber �ber ein Schiff war, besa� er auch kein Recht, an dieser Besprechung teilzunehmen.</p><p>In diesem Augenblick sa� Vente in einem Behelfsquartier an Bord der <emphasis>Tanuki </emphasis>und wusste nicht einmal, dass eine Konferenz einberufen worden war.</p><p>�Bedauerlicherweise sind auch einige Verluste zu beklagen�, fuhr Geary fort. �M�gen die Vorfahren die Toten mit allen Ehren empfangen, die ihnen zustehen.�</p><p>Captain Badaya sa� mit finsterer Miene da und starrte auf die Tischplatte. �Wir werden die <emphasis>Invincible </emphasis>r�chen. Und vielleicht h�rt die Allianz ja jetzt endlich auf, neue Schlachtkreuzer auf diesen unheilvollen Namen zu taufen.�</p><p>�Das ist wohl nicht zu bef�rchten�, meldete sich Captain Vitali von der <emphasis>Daring</emphasis>. �Mit dem Ende des Krieges hat man aufgeh�rt, neue Schiffe zu bauen. Es befinden sich keine Schlachtkreuzer im Bau, denen man diesen Namen noch geben k�nnte.�</p><p>Geary schaute zu Captain Smythe, der weder eine Miene verzog noch irgendeine Geste machte, der aber dennoch zu vermitteln verstand, dass sie beide das Gleiche dachten. Wenn das stimmte, was Smythe und seine Leute herausgefunden hatten, dann wurden sehr wohl neue Kriegsschiffe gebaut. Diese Tatsache wurde lediglich vor Geary und jedem anderen Mitglied dieser Flotte geheimgehalten. Warum dem so war, das stellte f�r Geary nur eine von vielen Fragen dar, die er zu kl�ren hatte. Im Augenblick war es aber besser, wenn er die Unterhaltung auf andere Themen lenkte. �Ich m�chte vor allem das Agieren der <emphasis>Orion </emphasis>in dieser j�ngsten Konfrontation hervorheben.�</p><p>Commander Shen reagierte nur mit einem m�rrischen Nicken auf Gearys lobende Worte, w�hrend die anderen Offiziere diesem Lob mit Gesten und �u�erungen zustimmten. Zumindest galt das f�r die meisten Offiziere, w�hrend ein paar eine neutrale Miene wahrten, wom�glich, weil sie immer noch eine gewisse Verbundenheit mit dem in Ungnade gefallenen Captain Numos versp�rten. Und Captain Jane Geary schien M�he zu haben, ihr Missfallen dar�ber f�r sich zu behalten, dass Shen so hervorgehoben wurde.</p><p>�Meine Crew verdient dieses Lob�, erkl�rte Shen mit notorisch verdrie�lichem Gesichtsausdruck. Er war kein Diplomat, und ihm schien der Gedanke fremd zu sein, sich bei seinen Vorgesetzten anzubiedern. Aber die <emphasis>Orion </emphasis>hatte nun mal gut gek�mpft, und f�r Geary war es in seiner Erfahrung mit dieser Flotte das erste Mal, dass er das von diesem Schiff sagen konnte. Vielleicht hatte Desjani ja recht, und Shen war trotz seiner schroffen Art genau der richtige Commander, um die <emphasis>Orion </emphasis>endlich auf den richtigen Weg zu bringen.</p><p>�Der zweite Punkt�, fuhr Geary fort, �betrifft unser Wissen dar�ber, wie die Aliens den Stein abgelenkt haben, den wir auf ihre Orbitalfestung abfeuerten. Oder anders ausgedr�ckt: Wir haben keine Ahnung, wie ihnen das gelingen konnte. Ihnen allen wurde der Zugriff auf s�mtliche Sensordaten erlaubt, jetzt w�rde ich gern Ihre Meinung dazu h�ren.�</p><p>Captain Neeson von der <emphasis>Implacable </emphasis>ergriff als Erster das Wort: �Mein erster Gedanke war Magnetkraft, also ein sehr starkes, sehr konzentriertes Magnetfeld, das projiziert wird, um alles abzulenken, was auf die Festung abgefeuert wird, vorausgesetzt, das Objekt besteht aus dem richtigen Metall. Aber ein so starkes Magnetfeld h�tten unsere Sensoren bemerken m�ssen.�</p><p>Captain Hiyen von der <emphasis>Reprisal </emphasis>nickte nachdr�cklich. �Und doch entspricht das Beobachtete dem, was wir auch zu sehen bekommen h�tten, w�re ein Magnetfeld im Spiel gewesen. Das hei�t, es muss etwas gewesen sein, das sich genauso wie ein Magnetfeld verh�lt. Vielleicht etwas, das bei nichtmagnetischen Substanzen genau die gleiche Wirkung erzielt.�</p><p>�Und was sollte das sein?�, fragte Captain Duellos von der <emphasis>Inspire</emphasis>.</p><p>�Ich habe keine Ahnung�, erwiderte Hiyen. �Ich kann nur mit Gewissheit sagen, dass immens viel Energie notwendig w�re, um etwas Derartiges zu erzeugen.�</p><p>�Das sehe ich auch so. Mehr Energie zumindest als jedes unserer Schiffe erzeugen k�nnte�, pflichtete Neeson ihm bei.</p><p>Captain Tulev nickte und sagte mit d�sterer Stimme: �Dann wissen wir jetzt, wieso diese Festung so riesig ist. Sie muss Platz bieten f�r die Generatoren, die f�r den Abwehrmechanismus sorgen.�</p><p>Seit dem Tod von Captain Cresida waren Neeson und Hiyen zwei der besten noch lebenden Wissenschaftstheoretiker unter den Offizieren dieser Flotte. Nachdem er nun ihre Meinung kannte, wandte er sich an Captain Smythe. �Was meinen die Ingenieure dazu?�</p><p>Smythe spreizte die H�nde, um seine Ahnungslosigkeit kundzutun. �Unter meinen Ingenieuren herrscht die �bereinstimmende Ansicht, dass die Aliens zu so etwas nur in der Lage sein k�nnen, wenn sie sehr starke und eng begrenzte Magnetfelder projizieren. Genau das haben sie aber nicht gemacht, und somit wissen wir absolut nichts dar�ber, wie sie das bewerkstelligt haben.�</p><p>General Carabali, welche die dieser Flotte zugeteilten Marines befehligte, schlug pl�tzlich mit der Faust auf den Tisch. �Ganz gleich, wie sie das hinkriegen m�gen, ihre Prim�rwelt wird �ber die gleiche Art der Verteidigung verf�gen.�</p><p>Alle sahen sie an, schlie�lich nickte Desjani. �Das muss tats�chlich so sein. Ein Gl�ck, dass wir keine kinetischen Projektile f�r einen Vergeltungsschlag vergeudet haben.�</p><p>General Charban sah immer noch Carabali an. �Ein solches Verteidigungssystem w�re f�r uns von unsch�tzbarem Wert. Wenn man unsere Planeten unverwundbar machen k�nnte gegen eine Bombardierung aus dem All��</p><p>Er musste den Gedanken nicht erst noch zu Ende f�hren. Im Verlauf von einhundert Jahren Krieg gegen die Syndikatwelten waren durch solche Bombardements unz�hlige Menschen get�tet und ganze Welten verw�stet worden.</p><p>�Wie kommen wir daran?�, fragte Rione, deren Stimme nach Charbans Aussage auf schroffe Art dem einsetzenden Schweigen ein Ende bereitete. �Ich gebe zu, so etwas w�re f�r uns von unsch�tzbarem Wert, aber wie bringen wir es in unseren Besitz? Die reden schlie�lich �berhaupt nicht mit uns. Bislang ist auf keine unserer Nachrichten geantwortet worden.�</p><p>�Ein �berfall?�, schlug Captain Badaya vor, gab sich aber sofort selbst die Antwort darauf. �Auch wenn wir uns keine Sorgen machen m�ssten, sie k�nnten wieder ein paar Hundert von diesen Selbstmordfliegern auf uns hetzen, bleiben ein paar Fragen offen. Wie sollen wir ihre Verteidigung lahmlegen, wenn sie unsere Bomben ablenken k�nnen? Wie sollen wir mit Shuttles landen, wenn die m�glicherweise von diesem Abwehrsystem genauso vom Kurs abgelenkt werden?�</p><p>Carabali sch�ttelte den Kopf. �Egal, wie viele Shuttles wir zur Oberfl�che einer dieser Festungen schicken, sie w�rden alle von den Verteidigungsanlagen ausgel�scht werden, die wir dort entdeckt haben. Solange die Flotte nicht zumindest einen Teil der Anlagen ausschaltet, k�nnen meine Marines nicht ins Innere dieser Festungen gelangen. Jedenfalls nicht lebend.�</p><p>�Und was ist mit Tarnausr�stung?�, hakte Badaya nach.</p><p>�Davon habe ich nicht genug zur Verf�gung, um eine halbwegs schlagkr�ftige Truppe zusammenzustellen. Und selbst wenn die Soldaten unversehrt landen sollten, h�tte das die gleiche Wirkung, als w�rde man ein paar Sandk�rner gegen einen Berg werfen.� Carabali hielt inne und setzte eine noch finsterere Miene auf. �Au�erdem wissen wir nicht, ob unsere Tarntechnologie die Sensoren dieser Aliens �berhaupt t�uschen k�nnte. Vielleicht funktioniert�s, vielleicht aber auch nicht.�</p><p>Badaya verzog das Gesicht. �Das finden wir nur heraus, wenn wir einen Versuch wagen.�</p><p>General Carabali stand kurz davor, vor Wut zu explodieren, aber Geary verhinderte das, indem er sagte: �Ich bin mir sicher, Captain Badaya wollte damit nicht vorschlagen, dass wir es tats�chlich so machen sollten. Er hat nur festgestellt, dass es keinen anderen Weg gibt, um Gewissheit dar�ber zu erlangen, wozu die Aliens f�hig sind. Ein tats�chlicher Angriff angesichts solcher Unw�gbarkeiten w�re das letzte Mittel, zu dem wir greifen k�nnten, und davon sind wir noch weit entfernt.�</p><p>Diese Worte bes�nftigten Carabali ein wenig, w�hrend Badaya f�r einen Moment erschrocken wirkte, dass seine �u�erung eine solche Reaktion nach sich gezogen hatte. �Ja, genau das wollte ich damit sagen.�</p><p>�Eines wissen wir�, hob Tulev hervor. �Die Enigmas sind seit Jahren die unmittelbaren Nachbarn dieser Aliens. Aber sie verf�gen nicht �ber eine solche Technologie. Unsere Bombardierungen von Enigma-Zielen verliefen alle nach Plan. Obwohl sie so viele Tricks und T�uschungen auf Lager haben, obwohl sie W�rmer und Trojaner verbreiten, besitzen sie keine derartige Abwehrvorrichtung.�</p><p>�Vielleicht sollten wir den Aliens hier sagen, dass wir Feinde der Enigmas sind und�, begann Badaya.</p><p>�Das haben wir bereits versucht�, unterbrach ihn Rione. �Keine Reaktion.�</p><p>Badaya schien ver�rgert, dass Rione ihm ins Wort gefallen war, dann sah er wieder zu Geary. �Admiral, was wissen wir �ber die Spezies in diesem System?�</p><p>�Wir wissen, dass sie blutr�nstige Dreckskerle sind�, erwiderte Captain Vitali. �So wie die Enigmas.�</p><p>Geary bet�tigte eine Taste, das Bild des rekonstruierten Aliens nahm �ber dem Tisch Gestalt an und schien unmittelbar vor jedem Anwesenden in der Luft zu stehen.</p><p>Einen Moment lang herrschte Stille, dann begann jemand zu lachen, ein anderer fluchte.</p><p>�Teddyb�ren?�, fragte schlie�lich Commander Neeson.</p><p>�Teddyb�r-K�he�, korrigierte ihn Desjani.</p><p>Dr. Nasr zog die Stirn in Falten. �Medizinisch gesehen ist das nicht korrekt. Ihre DNA ist mit B�ren und K�hen nicht verwandt. Anhand der gefundenen Fetzen konnten wir dieses Bild rekonstruieren, und wir sind sicher, dass wir es mit Pflanzenfressern zu tun haben. Sie sind intelligent, und ihre H�nde eignen sich f�r feinmotorische Aufgaben.�</p><p>�Augenblick mal!�, sagte Badaya. �Pflanzenfresser? Wir werden von�� Er drehte sich zu Desjani um. ��von K�hen angegriffen?�</p><p>�Vielleicht sind sie Sklaven irgendeiner J�gerspezies, die sie zu diesem Selbstmordkommando gezwungen hat�, warf der Commander eines Kreuzers ein.</p><p>Lieutenant Iger sch�ttelte daraufhin den Kopf. �Es ist uns gelungen, das Videosystem zu entschl�sseln, und wir haben bislang etliche Bilder dieser Kreaturen zu sehen bekommen. Es deutet nichts darauf hin, dass sie von einer anderen Spezies dominiert werden oder dass es eine Spezies gibt, die ihnen ebenb�rtig ist. Unsere Beobachtung der Prim�rwelt liefert auch keinen Hinweis darauf, dass es eine herrschende J�gerklasse geben k�nnte. Alles ist einheitlich, jedes Geb�ude, jeder Quadratmeter�� es sieht alles gleich aus. Es gibt keine Abwechslung. Eine herrschende J�gerklasse h�tte Freir�ume rings um besondere Bauwerke angelegt.�</p><p>Duellos sah zu Iger. �Keine Abwechslung? Eine monolithische Kultur?�</p><p>�So sieht es aus, Sir.�</p><p>�Wie sieht Ihre Sch�tzung hinsichtlich der Bev�lkerungszahlen aus, nachdem wir jetzt etwas mehr �ber diese Kreaturen wissen?�, erkundigte sich Geary.</p><p>�Mindestens drei�ig Milliarden, Admiral. Das ist die unterste Zahl, die wir sch�tzen k�nnen.� Iger h�rte, wie ringsum erstaunt nach Luft geschnappt wurde, und sah sich mit einem trotzigen Gesichtsausdruck um. �Sie leben dicht gedr�ngt, Schulter an Schulter. �berall.�</p><p>�Herdentiere�, meldete sich Professorin Shwartz zu Wort, eine der zivilen Experten. Alle Augen richteten sich sofort auf sie. �Herdentiere�, wiederholte sie. �Pflanzenfresser. Auf den Videos, die Lieutenant Iger aufzeichnen konnte, sehen wir sie �berall in Gruppen, selbst wenn sie sich in einem Raum aufhalten, der Platz genug bietet, um auf Abstand zueinander zu gehen. Sie dr�ngen sich aus freien St�cken aneinander. In einer kompakten Gruppe f�hlen sie sich wohl, und es ist ihnen unbehaglich, von der Gruppe getrennt zu sein.�</p><p>Badaya sch�ttelte den Kopf. �Das mag ja alles sein, aber� K�he, die uns angreifen?�</p><p>�Sind Sie der Meinung, dass von Pflanzenfressern keine Gefahr ausgehen kann?�, konterte Shwartz. �Sie k�nnen sogar sehr gef�hrlich sein. Eines der todbringendsten Tiere auf der Alten Erde war das Hippopotamus. Oder der� Elefant. Oder das Rhinozeros. Sie alle waren Pflanzenfresser, aber wenn sie das Gef�hl hatten, dass einer von ihnen oder die ganze Herde bedroht wurde, griffen sie an. Schnell, entschlossen und t�dlich. Waffen mit ausreichender Feuerkraft konnten sie aufhalten, sonst nichts.�</p><p>�Das klingt ganz nach dem Gefecht, das wir eben hinter uns gebracht haben�, musste Duellos zugeben.</p><p>�Und es passt zu der Tatsache, dass wir keine Kommunikation herstellen k�nnen�, f�gte Shwartz hinzu. �Sie wollen nicht mit uns reden. Weil sie nicht verhandeln wollen, da ihrer Ansicht nach jeder Feind nichts anderes will, als sie zu t�ten. J�ger. Mit J�gern verhandelt man nicht, sondern man t�tet sie�� oder man wird von ihnen get�tet.�</p><p>�Aber sie werden doch untereinander verhandeln�, �berlegte Neeson. �Oder nicht? Herdentiere. Sie tun das, was ihr Anf�hrer befiehlt, nicht wahr?�</p><p>�Mindestens drei�ig Milliarden�, murmelte Charban, dessen Stimme von der Software aufgefangen und klar und deutlich �bertragen wurde. �Was passiert, wenn die Herdentiere alle J�ger get�tet haben? Dann wird die Herde immer gr��er und gr��er.�</p><p>�Wieso verhungert eine so gro�e Herde nicht?�, wollte Badaya wissen.</p><p>�Die Menschen auf der Alten Erde sind auch nicht verhungert, als die Bev�lkerung von Tausenden auf Millionen und schlie�lich auf Milliarden anwuchs. Wir sind intelligent, wir haben Wege gefunden, wie sich mehr Essen herstellen l�sst. Viel mehr Essen. Und das hier sind intelligente Pflanzenfresser.�</p><p>�Wir stellen eine Bedrohung f�r sie dar�, sagte Professorin Shwartz. �Als wir versucht haben, mit ihnen zu kommunizieren, da haben wir ihnen Bilder von uns gezeigt. Anhand dieser Bilder konnten sie unsere Z�hne sehen und daraus folgern, dass wir im g�nstigsten Fall Allesfresser, m�glicherweise aber nur Fleischfresser sind. Sie sind nicht zu Herrschern �ber ihre Welt aufgestiegen, weil sie schwach oder passiv waren. Sie m�ssen die F�higkeit besitzen, aggressiv zu werden, wenn sie sich bedroht f�hlen. Das hei�t, sie werden alles tun, um uns zu vernichten, damit wir keine Gelegenheit bekommen, sie zu t�ten und zu verspeisen.�</p><p>�Und es interessiert sie nicht, wenn wir ihnen sagen, dass wir sie gar nicht verspeisen wollen?�, fragte Duellos.</p><p>�Nat�rlich nicht. W�ren Sie ein Schaf, w�rden Sie dann den Beteuerungen des Wolfs glauben wollen?�</p><p>�Ich glaube, diese Gelegenheit w�rde ich wohl nur einmal bekommen�, meinte Duellos daraufhin.</p><p>�Die sind wie die Enigmas�, sagte Badaya voller Verachtung. �Sie wollen uns t�ten und nehmen dabei keine R�cksicht auf das Leben ihrer eigenen� Leute. Sie sind bereit, ohne auch nur zu z�gern Selbstmordkommandos auf den Weg zu schicken.�</p><p>Ein Moment der Stille, der f�r die Zustimmung aller Anwesenden stand, endete, als General Charban das Wort ergriff: �Captain, angenommen, Sie w�rden einer intelligenten Spezies angeh�ren und h�tten in den letzten hundert Jahren das Verhalten der Menschheit beobachtet, wie sie gegen die Syndikatwelten gek�mpft hat. K�nnten Sie dann zu der Annahme gelangen, dass uns das Leben eines anderen Menschen etwas bedeutet? Oder w�rden Sie zu dem Schluss kommen, dass wir bereit sind, zahllose Leben zu opfern, ohne Bedauern oder Z�gern erkennen zu lassen?�</p><p>Badaya lief rot an, w�hrend er nach einer passenden Antwort suchte.</p><p>�Das kann man nicht vergleichen!�, widersprach Captain Vitali energisch.</p><p>Tulev redete betont langsam, als er sich einmischte: �Wir wissen das, oder zumindest glauben wir das zu wissen. Aber manches Verhalten der Menschen spricht eher dagegen. Das ist uns ebenfalls bekannt, und einem Au�enstehenden k�nnte dieses Verhalten noch viel schlimmer erscheinen.�</p><p>Diesmal herrschte noch l�nger Stille. Alle wussten, dass Tulevs Heimatwelt von den Syndiks zerst�rt worden war. Der Planet existierte noch, aber die bedauernswert wenigen im System verbliebenen Menschen waren abgebr�hte �berlebende, die die verbliebenen Verteidigungssysteme f�r den Fall bemannten, dass die Syndiks je zur�ckkommen sollten. Ansonsten gab es auf der toten Welt nur noch Krater und Tr�mmer.</p><p>�Dem kann ich nicht widersprechen�, sagte Badaya schlie�lich in einem f�rmlichen Tonfall. �Tatsache ist dennoch, dass wir nicht sofort angegriffen haben, kaum dass wir in diesem Sternensystem angekommen waren. Und wir haben uns auch nicht geweigert, mit ihnen zu reden. Wir m�ssen diese Kreaturen als unsere Feinde ansehen, weil sie uns gar keine andere Wahl lassen.�</p><p>�Wenn das Herdentiere sind�, warf Captain Jane Geary von der <emphasis>Dreadnaught </emphasis>ein, �und wir sind die J�ger, dann sollten wir unserer Rolle gerecht werden und daf�r sorgen, dass sie uns respektieren.�</p><p>�Auf jeden Fall�, stimmte Badaya ihr zu.</p><p>Na, gro�artig. Jetzt feuerte seine Gro�nichte Badaya auch noch an, wo der grunds�tzlich nicht erst dazu ermuntert werden musste, zum Angriff zu blasen. Ehe Geary aber einschreiten konnte, sagte Desjani mit un�berh�rbar ironischem Unterton: �Diese K�he haben Waffen. Gro�e Waffen.�</p><p>�Ich konnte K�he noch nie leiden�, erkl�rte General Carabali. �Schwer bewaffnete K�he mag ich gar nicht, und das gilt besonders, wenn es dann auch noch drei�ig Milliarden sind.�</p><p>Duellos nickte. �Es w�rde lange Zeit dauern, um drei�ig Milliarden zu t�ten. Die haben genug Kanonenfutter, au�erdem haben sie kein Problem damit, Einzelne zu opfern, um die Herde als Ganzes zu sch�tzen.�</p><p>�Also gut�, sagte Geary. �Im Moment k�nnen wir �ber diese Wesen in erster Linie blo� spekulieren. Wir wissen, dass sie eine Abwehrmethode gegen kinetische Waffen besitzen, �ber die wir nicht verf�gen. Au�erdem besitzen sie etliche sehr gro�e und viele kleinere Kriegsschiffe. Da sie zahlenm��ig sehr stark vertreten sind, m�ssen wir davon ausgehen, dass sie uns massiv unter Beschuss nehmen k�nnen. Augenblicklich durchqueren wir den �u�eren Rand ihres Systems, um zu einem der anderen Sprungpunkte zu gelangen. Bei unserer gegenw�rtigen Geschwindigkeit, die wir wegen der zu erledigenden Reparaturen beibehalten m�ssen, werden wir den n�chsten Sprungpunkt in einundvierzig Stunden erreichen. Wir folgen unserem momentanen Vektor, w�hrend ich mir Gedanken dar�ber mache, wie wir hier rauskommen, ohne bei einer weiteren Auseinandersetzung mit diesen B�rk�hen die halbe Flotte zu verlieren.�</p><p>�Was ist unser Ziel?�, fragte Jane Geary.</p><p>�Unser Ziel ist es, dieses Sternensystem zu verlassen und in ein anderes zu gelangen, damit wir von dort ins Gebiet der Allianz zur�ckkehren k�nnen.�</p><p>�Das ist unser endg�ltiges Ziel, Admiral. Als Zwischenziel m�ssen wir die Gefahr ausschalten, die uns bedroht.�</p><p>�Unsere Mission ist es zu erforschen und zu bewerten�, gab Geary in einem Tonfall zur�ck, von dem er hoffte, dass er ruhig und gelassen klang. �Diese Wesen scheinen sich mit den Enigmas auch nicht zu verstehen. Ich sehe daher keinen Nutzen darin, ihre Kampfkraft zu schw�chen. Die von ihnen ausgehende Bedrohung k�nnte bislang daf�r gesorgt haben, dass die Enigmas nicht ihre ganze Konzentration auf uns richten. Au�erdem w�sste ich nicht, wie wir sie schlagen sollten, ohne selbst schwere Verluste hinnehmen zu m�ssen. Wenn es n�tig werden sollte, k�mpfen wir uns den Weg aus diesem System frei und zerst�ren alles und jeden, der uns daran hindern will. Aber es w�re mir lieber, nicht noch mehr Schiffe und Leute zu verlieren.�</p><p>Captain Bradamont von der <emphasis>Dragon </emphasis>bet�tigte eine Taste, mit der sie eine Darstellung eines der Superschlachtschiffe der Aliens vor sich in der Luft entstehen lie�. Bradamont sagte nichts dazu, sondern lie� das Bild des gigantischen Schiffs f�r sich sprechen.</p><p>Badaya betrachtete die Darstellung und nickte schlie�lich widerstrebend. �Diese Superschlachtschiffe sind sehr beeindruckend.�</p><p>�Sie sehen beeindruckend aus�, hielt Jane Geary dagegen.</p><p>�Das Aussehen ist alles, woran wir uns orientieren k�nnen. Wir wissen zu wenig dar�ber, wozu diese Kreaturen f�hig sind.� Badaya l�chelte General Carabali schief an. �Die Marines sind nicht scharf darauf, auf die harte Tour mehr �ber die Gefechtsf�higkeiten des Feindes herauszufinden, und mir geht�s nicht anders, wenn ich daran denke, ich m�sste mich einem dieser Schiffe in den Weg stellen. Vielleicht k�nnen wir mehr �ber ihre Schwachstellen herausfinden, aber bis dahin hat Admiral Geary v�llig recht, wenn er entscheidet, nicht blindlings den Kampf zu suchen.</p><p>Desjani �berspielte ihr Erstaunen, indem sie h�stelte, dann warf sie Geary einen fragenden Blick zu, den der sofort verstand. <emphasis>Badaya sagt, wir sollten nicht blindlings den Kampf suchen? Vielleicht bekommt er sich ja mit der Zeit doch besser in den Griff.</emphasis></p><p>Captain Jane Geary erkannte, dass sie nicht Badayas R�ckhalt erhielt, doch das lie� sie nur f�r einen kurzen Moment schweigen. �Was ist mit den Enigmas, Admiral? Sind die f�r uns immer noch Anlass zur Sorge?�</p><p>�F�r mich schon�, antwortete Geary, auch wenn er ehrlich gesagt in letzter Zeit kaum einen Gedanken an sie verschwendet hatte, da es Wichtigeres zu tun gab. �General Charban hat �berlegt, dass die auf die Enigmas ausgerichteten Verteidigungsanlagen darauf deuten k�nnten, dass diese Spezies hier sich nicht gut mit den Enigmas versteht.� Er wandte sich an die virtuell anwesenden zivilen �Experten�. �Was meinen Sie dazu?�</p><p>Professorin Shwartz und Dr. Setin sahen sich kurz an, dann antwortete Setin bed�chtig: �Die Enigmas haben uns durch das Gebiet gejagt, das von ihnen kontrolliert wird. Aber das hier ist nicht ihr Gebiet. F�r sie mag es eine entscheidende Motivation sein, die Privatsph�re dieser Spezies zu wahren. Und solange sie selbst nicht hier sind, k�mmert es sie nicht, dass wir diese Privatsph�re st�ren.�</p><p>�Diese Spezies war eindeutig bereit, gegen jeden in Aktion zu treten, der den Sprungpunkt hier verl�sst�, erg�nzte Professorin Shwartz. �Soweit wir wissen, k�nnen sie nur damit rechnen, dass die Enigmas auf diesem Weg in ihr System gelangen. Daher muss es so sein, wie der General gesagt hat, dass n�mlich diese Anlagen gegen die Enigmas errichtet worden sind.�</p><p>�Was bedeutet, dass wir uns f�r den Augenblick ganz auf diese Spezies konzentrieren und herausfinden k�nnen, wie gro� die von ihnen ausgehende Bedrohung f�r uns ist�, schloss Geary das Thema. �Sonst noch was?�</p><p>Wieder meldete sich Commander Neeson zu Wort. �Ich h�tte da einen Vorschlag, Admiral. Diese Aliens haben doch problemlos die kinetische Salve abgelenkt, die wir auf ihre Festung abgefeuert hatten. Captain Smythes Ingenieure k�nnten die Geschosse einer zweiten Salve mit Sensoren best�cken, dann feuern wir sie auf die n�chstgelegene Orbitalfestung ab und erhalten vielleicht Anzeigen, die uns mehr �ber dieses Abwehrsystem und �ber das Kraftfeld verraten, das von ihm erzeugt wird.�</p><p>�Gute Idee�, fand Geary. �Captain Smythe?�</p><p>Smythe schaute zu den Befehlshabern der Hilfsschiffe. �Ich glaube, diese Herausforderung wird uns gefallen, Admiral. Wir k�nnen bei der Konstruktion der neuen Projektile mit einer Vielzahl von verschiedenen H�llen arbeiten. Diverse Legierungen und Mischungen und so weiter. Auf diese Weise sehen wir, wie die Abwehrsysteme darauf reagieren. Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass ich daf�r einige Ressourcen von anderen Aufgaben abziehen werde.�</p><p>�Verstanden.� Andere Aufgaben. Vor allem meinte er damit die laufenden Anstrengungen, um diverse Ausr�stungsgegenst�nde auf allen Schiffen zu ersetzen, deren erwartete Lebensspanne sich dem Ende n�herte. Es kam Geary so vor, dass immer dann, wenn die Flotte sich diesem Problem widmen wollte, irgendetwas anderes die Aufmerksamkeit der Hilfsschiffe auf sich lenkte. �Machen Sie sich an die Arbeit. Holen Sie vor dem Start meine Best�tigung ein, nur f�r den Fall, dass sich in der Zwischenzeit irgendwelche Fortschritte bei unseren Kommunikationsbem�hungen ergeben haben sollten. Vielleicht h�ren wir ja von den� den��</p><p>�Teddyb�rk�hen�, sagte Desjani.</p><p>�K�nnen wir sie nicht einfach B�rk�he nennen?�, fragte Captain Vitali. �Ich komme mir l�cherlich vor, wenn ich davon rede, dass wir gegen Teddyb�rk�he k�mpfen.�</p><p>�Sie sind niedlich�, warf Duellos ein. �Nicht, dass das etwas ausmacht.�</p><p>�Mir jedenfalls nicht�, meinte Desjani. �Ich vermag auch etwas Niedliches zu t�ten, wenn es versucht, mich umzubringen.�</p><p>�Wir werden sie B�rk�he nennen�, entschied Geary und w�nschte, ebenso einfach entscheiden zu k�nnen, wie sie dieses System m�glichst unversehrt verlassen sollten.</p><p>�Ich h�tte auch noch eine Frage�, meldete sich Captain Hiyen zu Wort.</p><p>�Ja?�, hakte Geary nach, als Hiyen nicht von sich aus weiterredete.</p><p>�Wieso sind wir �berhaupt hier, Admiral? Warum sind wir Dutzende Lichtjahre vom Gebiet der Syndiks und noch viel weiter von zu Hause weg? Warum befinden wir uns in dieser Situation?�</p><p>Eine besondere Anspannung machte sich am Konferenztisch breit. Als Geary einen nach dem anderen anblickte, zoomte die Software automatisch denjenigen heran, auf den er sich soeben konzentrierte. Dabei sah er ungl�ckliche Gesichter ebenso wie verbohrte, und zu viele verrieten ihm, wer alles den Gedanken hinter dieser Frage teilte.</p><p>Er hatte sich vor dem Moment gef�rchtet, an dem jemand diesen Punkt offen ansprach, denn die Antworten darauf waren nicht so einfach, zumal ein Gro�teil dieser Flotte der Ansicht war, dass Black Jack Geary im Hintergrund die F�den der Allianz in seinen H�nden hielt. Genau dieser Glaube war es, der bislang ein offenes Aufbegehren dieser Milit�rs verhindert hatte, obwohl die Streitkr�fte doch unendlich viele Opfer in einem scheinbar ebenfalls unendlichen Krieg erlitten hatten, f�r den sie die Zivilregierung verantwortlich machten. So stark und m�chtig diese Flotte auch war, schwelte in ihrem Kern dennoch eine gewisse Kriegsm�digkeit, da man zu lange auf die immer gleichen Forderungen eingegangen war, zu viele Freunde und Verwandte umgekommen waren und man die Schiffe weit �ber die Grenzen ihrer eigentlichen Belastbarkeit hinaus strapaziert hatte. Zudem begann die Allianz ungewollt, sich aufzul�sen, weil die Belastung eines erst vor Kurzem gewonnenen, hundert Jahre lang gef�hrten Kriegs zu gro� geworden war. Hinzu kam ein Offizierskorps, das in sich zerstritten war, w�hrend man die Politik der Zivilregierung f�r den Zwist verantwortlich machte.</p><p>Gearys simple Aufgabe bestand darin, dennoch alles zusammenzuhalten, was auseinanderzubrechen drohte. Im Augenblick galt es vor allem, diese Flotte zusammenzuhalten, da niemand von ihnen nach Hause zur�ckkehren w�rde, wenn sich ein Teil abspaltete, beispielsweise die Schiffe der Callas-Republik, zu denen auch die <emphasis>Reprisal </emphasis>unter Captain Hiyen geh�rte.</p><p>Ehe Geary antworten konnte, stand Victoria Rione auf und sagte: �Captain Hiyen, wenn Sie wissen wollen, warum die Schiffe der Callas-Republik immer noch ein Teil der Allianz-Flotte sind und nach wie vor dem Kommando von Admiral Geary unterstehen, dann bin ich wohl am besten bef�higt, um darauf zu antworten. Ich habe diese Befehle von der Callas-Republik mitgebracht, die an dieser Kooperation festh�lt.�</p><p>�Aber wieso?�, wollte Hiyen wissen. �Man hat uns nie einen Grund genannt. Und jetzt werden wir so weit von der Republik entfernt schon wieder mit dem Tod konfrontiert. Ist es zu viel verlangt, wenn diejenigen nach dem Grund fragen, warum sie nicht nach Hause zur�ckkehren d�rfen, nachdem sie so lange Zeit ihr Leben riskiert haben und dabei den Tod so vieler Freunde mitansehen mussten?�</p><p>Rione machte eine hilflose Geste, w�hrend Minenspiel und K�rperhaltung r�ckhaltloses Mitgef�hl ausstrahlten. �Das wei� ich nicht, Captain Hiyen. Ihnen ist bekannt, dass ich aus der Regierung abgew�hlt wurde, bevor diese Befehle gegeben und diese Entscheidungen getroffen wurden. Weil die Allianz mich gebeten hat, in einer anderen Funktion wieder mit dieser Flotte zu reisen, wurde ich beauftragt, die Befehle der Callas-Republik mitzubringen. Aber es wurde nicht meine Meinung zu diesen Befehlen eingeholt. Die neue Callas-Regierung hat diese Entscheidung getroffen.�</p><p>Captain Hiyen z�gerte, dann blickte er zu Geary.</p><p>�Die Befehle f�r Ihre Schiffe haben mich mindestens genauso �berrascht wie Sie selbst�, erkl�rte Geary und sprach damit nur die Wahrheit aus. Er war davon ausgegangen, dass sie genauso die Heimreise antreten w�rden wie die Schiffe der Rift-F�deration. �Wie ich Ihnen bereits gesagt habe, habe ich Ihre Schiffe nicht angefordert, aber ich m�sste l�gen, wenn ich behaupten wollte, dass ich nicht froh bin, Sie und Ihre Leute an meiner Seite zu haben. Die Callas-Republik und die Rift-F�deration sind unabh�ngige Sternengruppen, die sich aus eigener Veranlassung der Allianz angeschlossen haben. Ich kann ihnen nicht vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben, und das will ich auch gar nicht, denn sie sind freie V�lker.�</p><p>Badaya verdrehte resigniert die Augen. Er hatte vorgeschlagen, die Callas-Republik und die Rift-F�deration dazu zu zwingen, bei der Allianz zu bleiben, bis Geary ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, dass eine solche Vorgehensweise doch allzu sehr dem entspr�che, was man an den Syndiks immer so gehasst hatte.</p><p>�Admiral.� Commander Sinicrope vom Leichten Kreuzer <emphasis>Florentine </emphasis>deutete auf die Offiziere in ihrer unmittelbaren Umgebung. �Das ist keine Sache, die nur die Kriegsschiffe unserer Alliierten betrifft. Wir alle in der Allianz haben uns dem Kampf angeschlossen, um gegen die Syndiks vorzugehen. Wir haben gek�mpft, um sie zu besiegen, und das haben wir geschafft. Ich sehe die Notwendigkeit ein, mehr �ber die Gefahren herauszufinden, die aus der Ferne drohen, bevor sie in unsere N�he gelangen, aber wir sind hier sehr weit von der Allianz entfernt, Admiral, und wir haben es mit Gegnern zu tun, die in keinem Zusammenhang mit den Syndikatwelten stehen.�</p><p>Desjani wollte zum Reden ansetzen, jedoch kam ihr Duellos zuvor. �Ja, wir haben die Syndiks besiegt, aber erst unter dem Kommando von Admiral Geary.�</p><p>�Das streitet niemand ab, Captain Duellos. Ich w�re auch keinem anderen Commander bis hierher gefolgt.�</p><p>�Und Admiral Geary hat bereits angek�ndigt, dass wir nach dem Besuch dieses Sternensystems nach Hause zur�ckkehren werden.�</p><p>�Ja�, stimmte Commander Sinicrope widerstrebend zu.</p><p>Rione stand immer noch da und ergriff abermals das Wort, wobei sie so tat, als w�rde sie die w�tenden und ver�chtlichen Blicke nicht bemerken, die etliche Offiziere auf sie gerichtet hatten. Ihr erster Satz gen�gte, um diese Frauen und M�nner in Verlegenheit zu bringen. �Ich wei�, aus Ihrer Perspektive geh�re ich zum Feind. Obwohl ich alle Gefahren mit Ihnen geteilt habe und sie jetzt auch wieder teile, obwohl mein Ehemann, ein Flottenoffizier, f�r tot gehalten und lebend wiedergefunden wurde, nachdem er unter den Syndiks gelitten hatte. Misstrauen Sie mir, wenn Sie wollen. Halten Sie von mir, was immer Sie wollen. Aber denken Sie auch daran, was wir in dem Gebiet gesehen haben, das noch vor Kurzem von den Syndikatwelten kontrolliert wurde. Denken Sie an den Zusammenbruch der zentralen Regierung, an das um sich greifende Chaos, an Welten, die unter dem menschlichen und dem materiellen Preis erdr�ckt werden, den dieser Krieg ihnen abverlangt hat, und denen jetzt eine Zukunft ohne Alliierte und ohne Freunde droht.� Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: �Ich m�chte auch nach Hause zur�ckkehren.� Ihr trauriger Tonfall hallte in der v�lligen Stille nach.</p><p>Als Geary sie jetzt reden h�rte, als er die Gef�hle heraush�rte, von denen sich jeder angesprochen f�hlen musste, der so empfand wie sie, da wurde ihm mit einem Mal bewusst, wie Rione es geschafft hatte, in ein so hohes politisches Amt aufzusteigen.</p><p>�Aber das kann ich nicht�, redete sie weiter. �Denn ich muss weiter daran arbeiten, dass die Allianz nicht den gleichen Weg einschl�gt wie einst die Syndikatwelten. Diese Flotte ist ein Symbol f�r die Macht der Allianz. Sie alle repr�sentieren die Allianz. Sie sind in vieler Hinsicht das Beste, was die Allianz zu bieten hat. Und wenn Sie jetzt eigene Wege gehen wollen, wenn Sie sagen, dass Sie lange genug Opfer f�r andere gebracht haben�� was soll dann aus der Allianz werden? Aus der Allianz, die zu Ihnen aufgesehen hat, die immer noch zu Ihnen aufsieht, und das nicht nur, weil Sie sie besch�tzen, sondern weil Sie die Tugenden verk�rpern, die unseren Vorfahren wichtig waren. Eines Tages werden Sie heimkehren k�nnen, jeder Einzelne von Ihnen, nur nicht Admiral Geary.� So pl�tzlich zeigte sie auf ihn, dass er keine Zeit hatte, um auf ihre Geste zu reagieren. �Sein Zuhause liegt ein Jahrhundert in der Vergangenheit, es wurde in der ersten Schlacht des Krieges geopfert, und zwar geopfert f�r die Allianz. Er hat die Flotte und die Allianz gerettet, und er wird weder Sie noch die Allianz verraten. Ich bitte Sie nicht darum, mir zu vertrauen. Aber vertrauen Sie ihm. Black Jack Geary wird Sie zur�ck nach Hause bringen. Aber wenn er Sie bittet, dieses Zuhause zu verlassen und ihm zu folgen, dann hat er daf�r einen guten Grund. Er tut es f�r die Allianz und f�r unser Zuhause.�</p><p>Sie setzte sich hin und schien auch jetzt wieder nicht wahrzunehmen, wie die anderen sie ungl�ubig anstarrten. Desjani bekam vor Fassungslosigkeit einen Moment lang den Mund nicht mehr zu. Aber dann kam sie zur Besinnung, und w�hrend sie ihr Erstaunen rasch �berspielte, bemerkte einzig Geary das Misstrauen, das sich in ihren Augen abzuzeichnen begann.</p><p>Captain Hiyen stand auf und nahm die Habtachthaltung ein. �Ich ziehe meine Frage zur�ck, Admiral. Nicht, weil ich sie nicht h�tte stellen sollen, sondern weil sie beantwortet worden ist.�</p><p>Von Verlegenheit fast �berw�ltigt musste sich Geary erst r�uspern, ehe er sagen konnte: �Wenn das alles ist, danke ich Ihnen. Ich werde Sie alle �ber unsere Pl�ne auf dem Laufenden halten.�</p><p>Die Bilder der virtuell Anwesenden verschwanden in rascher Folge, als Geary die Besprechung beendete; entsprechend schnell schrumpften der Raum und der Konferenztisch zusammen. Geary musste einmal zwinkern, um sich wieder an die tats�chliche Gr��e des Raums zu gew�hnen, dann drehte er sich um und wollte Desjani nach drau�en folgen, woran Rione ihn jedoch hinderte, die sich ihm in den Weg gestellt hatte. �Danke�, sagte er zu ihr.</p><p>Sie winkte ab. �Ich wusste, Sie sind zu dem�tig und zu bescheiden, um auszusprechen, was ausgesprochen werden musste. Haben Sie einen Moment Zeit?�</p><p>�Gibt es noch etwas?�, fragte er und h�rte den vorwurfsvollen Unterton in seiner Stimme, ausgel�st durch Riones r�tselhaftes Verhalten. Unwillk�rlich �berlegte er, wie sie wohl darauf reagieren w�rde.</p><p>Desjani drehte sich zu Rione um, ihr Gesicht zeigte keine Regung. Auf Gearys Geste hin schloss sie hinter sich die Luke, sodass Geary und Rione allein waren.</p><p>Sie nickte als Antwort auf seine Frage. �Sie wissen, dass die Antwort, die ich hier verk�ndet habe, nur das Pflaster auf einer Wunde ist, die immer weiter eitert.�</p><p>�Sie k�nnen mir glauben, dass ich mir dessen vollauf bewusst bin.�</p><p>�Wenn diese Flotte wieder auf dem Heimweg ist, wird das der Moral sehr guttun. Sie haben diese Leute schon einmal nach Hause gebracht. Sie glauben Ihnen, dass Sie es auch diesmal schaffen werden.� Sie hielt inne und musterte ihn argw�hnisch. �Das wird Ihnen doch wieder gelingen, nicht wahr?�</p><p>Das war die alte Rione, wie er sie kannte. Voller Hohn und Sarkasmus, selbst wenn sie ihm gleichzeitig ihre Unterst�tzung anbot. �Ich will es hoffen�, antwortete er. �Im Augenblick bin ich mir zwar nicht sicher, wie wir aus diesem System herauskommen k�nnen, aber daran arbeite ich.�</p><p>�Nicht allein.� Sie lie� ihre Aussage so klingen, als h�tte sie ihm soeben einen Befehl erteilt.</p><p>�Tanya wird mir dabei helfen, und ich werde jeden dazu holen, von dem ich glaube, dass er auch etwas dazu beitragen kann.�</p><p>�Gut. Dienstliche Beziehungen leiden manchmal darunter, wenn sie pers�nlich werden.� Dann sah sie zur Seite und verzog den Mund. �Ich bin bereit, Ihnen eine Frage zu beantworten, Admiral.�</p><p>Er stand da und betrachtete sie mit neu erwachtem Argwohn. �Seit diese Mission begonnen hat, verhalten Sie sich, als w�rden Sie einen ganzen Berg an zus�tzlichen Geheimnissen mit sich herumschleppen, Madam Gesandte. Warum wollen Sie ausgerechnet jetzt anfangen zu reden?�</p><p>�Die Umst�nde, Admiral. Angenommen, ich h�tte Befehle erhalten, von denen Sie nichts wissen, dann k�nnte die Entdeckung einer weiteren intelligenten Spezies bewirkt haben, dass Sie etwas erfahren sollen.�</p><p>�Verstehe. Eine Frage?� Wieder nickte sie. �Also gut. Wie lauten Ihre Befehle?�</p><p>Sie reagierte mit einem vertrauten Blick, der kaum verh�llte Belustigung mit einem Hauch �berlegenheit vereinte. �Darauf kann ich nicht antworten. Versuchen Sie es noch einmal. Ich w�rde vorschlagen, mich zu fragen, was ich tun werde, nicht aber, wie meine Befehle lauten.�</p><p>Geary nahm Platz und deutete auf einen der anderen Sessel. �Victoria, ich w�re Ihnen dankbar, zu erfahren, was Sie tun werden.�</p><p>Sie setzte sich und sah ihm in die Augen. �Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um diese Flotte nach Hause zu bringen.�</p><p>�Ist das etwas Neues?�</p><p>�In Bezug darauf, was ich tun w�rde oder wie meine Befehle gelautet haben k�nnten?�</p><p>�Sowohl als auch.�</p><p>�Das sind zwei Fragen�, gab sie zur�ck. �Vielleicht sogar drei.�</p><p>�K�nnen Sie mir sagen, von wem diese Befehle kommen?�</p><p>�Nein.� Sie wich seinem Blick aus, ihr Gesicht war auf einmal bleich. �Es ist� Ich verspreche Ihnen, Admiral, ich bin auf Ihrer Seite, auch wenn meine Handlungsm�glichkeiten bislang etwas eingeschr�nkt waren.�</p><p>�Gut.� Konnte er ihr glauben? Zumindest hatte sie angefangen zu reden. �Arbeiten Sie mit jemandem zusammen? Ich nehme an, Sie haben immer noch Agenten in meiner Flotte.�</p><p>�K�nnte sein.�</p><p>�Wissen Sie, was mit Captain Jane Geary los ist? Warum sie sich mit einem Mal so aggressiv auff�hrt?�</p><p>Rione zog eine Augenbraue hoch. �Damit habe ich nichts zu tun. Ich wei� nicht, ob jemand auf sie einwirkt, damit sie sich verh�lt wie Captain Falcos uneheliche Tochter. Das hei�t nat�rlich nicht, dass da nicht tats�chlich jemand dahintersteckt, aber soweit ich das beurteilen kann, hat sie diesen Wandel ganz allein vollzogen.�</p><p>Er wusste nicht, warum er Rione glaubte, auf jeden Fall tat er es. Was immer es auch sein mochte, das Jane Gearys Verhalten so ver�ndert hatte, es war nicht auf Riones Handeln zur�ckzuf�hren. �Was muss ich wissen, was ich nicht wei�?�</p><p>�Das ist schon wieder eine andere Frage�, erwiderte Rione und hob mahnend den Zeigefinger. �Sie sind selbst auch ziemlich aggressiv geworden, Admiral.�</p><p>Er beugte sich vor und musterte sie. �Von meinem Handeln h�ngen viele Menschenleben ab, Madam Gesandte.�</p><p>�Das ist richtig.� Sie hielt inne und dachte �ber irgendetwas nach, das sie ihm nicht anvertrauen w�rde. Schlie�lich sah sie ihn wieder an. �Ich bin der ehrlichen Meinung, dass Sie im Augenblick alles wissen, was Sie wissen m�ssen. Ihnen k�nnten sogar Dinge bekannt sein, von denen ich nichts wei�.�</p><p>�Ich w�rde zu gern wissen, was Sie heute antreibt.�</p><p>Sie sah ihn mit ernster Miene an. �Meine Priorit�ten haben sich nie ge�ndert.�</p><p>Damit meinte sie die Allianz und einen bestimmten Mann. �Wie geht es Paol?� Ihr Ehemann war in Kriegsgefangenschaft geraten und f�r tot gehalten worden, bis er vor Kurzem aus einem Arbeitslager der Syndiks befreit werden konnte. Geary hatte aus der Krankenstation alle Berichte �ber Paol Benan erhalten, weshalb er �ber dessen Gesundheitszustand Bescheid wusste. Dennoch wollte er h�ren, was Rione ihm �ber Commander Benan sagen konnte.</p><p>Es dauerte einen Moment, dann sch�ttelte sie den Kopf. �Die Krankenstation beh�lt ihn im Auge.�</p><p>Geary h�rte das Unbehagen aus ihrer Stimme heraus. �Sind Sie sicher vor ihm?�</p><p>�Ich wei� nicht, aber ich glaube schon. Vermutlich haben die Syndiks ihm Dinge angetan, an die er sich nicht erinnern kann; Dinge, die f�r diejenigen, die ihn untersuchen, nicht zu erkennen sind. Er ist immer noch ein sehr w�tender Mann, Admiral.� Sie sah ihm wieder in die Augen. �Ich habe ihm gesagt, er soll sich von Ihnen fernhalten, sonst werde ich ihn verlassen. Darum ist es nicht zu weiteren Konfrontationen gekommen. Ich bin der letzte Strohhalm, an den er sich klammern kann.�</p><p>Trotz der immensen Verantwortung, die auf ihm lastete, und trotz der vielen Menschenleben, die von seinen Entscheidungen abh�ngig waren, erf�llte ihn dieses relativ unbedeutende menschliche Drama mit Schuld und Trauer. �Es tut mir leid.�</p><p>�Es muss Ihnen nicht leid tun. Ich hatte den ersten Schritt getan, und Sie haben es beendet, noch bevor einer von uns wusste, dass Paol noch lebte. Bringen Sie einfach diese Flotte heim.� Sie war wieder ganz die Gesandte. �Sie sind angemessen auf unsere gegenw�rtige Situation eingestellt. Ich glaube, General Charban hat recht, wenn er sagt, die Enigmas werden uns nicht bis hierher verfolgen. Aber Sie d�rfen diese Bedrohung nicht vergessen.�</p><p>Geary seufzte, lehnte sich zur�ck und rieb sich die Augen. �Es gibt im Moment jede Menge dringlicher Probleme, um die ich mich k�mmern muss. Was k�nnen die Enigmas jetzt schon tun?�</p><p>�Das wei� ich nicht, und Sie wissen es auch nicht. Und genau <emphasis>das </emphasis>sollte Ihnen Sorgen bereiten.�</p></section><section><title><p>Drei</p></title><p>Er warf Rione einen aufgebrachten Blick zu, da ihn die Richtigkeit ihrer Aussage ebenso �rgerte wie sein eigenes Unverm�gen, von selbst an diesen Punkt zu denken. �Ich kann mich nicht mit allen Dingen gleichzeitig besch�ftigen.� Eine Ausrede. Warum verfiel er auf eine Ausrede, anstatt sich Gedanken �ber eine Antwort zu machen?</p><p>Rione sah ihn von oben herab an. �Ein kluger F�hrer, der Sie f�r gew�hnlich auch sind, versucht gar nicht erst, alles selbst zu erledigen. Ich schlage vor, Sie beauftragen jemanden, dem Sie vertrauen, eine Einsch�tzung zu liefern, was die Enigmas wahrscheinlich tun werden.�</p><p>�Ich kann Tanya nicht daf�r abstellen.�</p><p>�Ist Ihr Captain der einzige andere Mensch in Ihrem Universum, Admiral? Gibt es in dieser Flotte au�er Ihnen beiden niemanden, der vern�nftig denken kann?�</p><p>Geary reagierte mit einem schiefen Grinsen. �Vielleicht.� Er streckte den Arm aus, um eine Komm-Verbindung herzustellen, aber bevor er die Taste bet�tigte, hielt er inne. �Diese Kriegsgefangenen, die wir bei Dunai eingesammelt haben.�</p><p>Rione nickte, ihre Miene verriet wieder keine Gef�hlsregung. �Die vielen hochrangigen Offiziere, die Ihnen seit ihrer Rettung das Leben schwermachen?�</p><p>�Ja. Ich m�chte eine Antwort auf diese Frage: Warum hat die Regierung mir befohlen, sie zuerst abzuholen, anstatt mich das erledigen zu lassen, wenn wir uns auf dem Heimweg befinden?�</p><p>�Da k�nnte ich nur spekulieren�, sagte sie nach einer kurzen Pause.</p><p>�Dann spekulieren Sie.�</p><p>�Es gibt ganz bestimmt einige Leute, die froh w�ren, wenn diese Senioroffiziere niemals zur�ckkehren w�rden, weil dann die gegenw�rtigen hochrangigen Offiziere Ruhe vor ihnen h�tten.�</p><p>Gearys Miene verfinsterte sich. �Dann w�ren die gleichen hochrangigen Offiziere also auch froh, wenn diese Flotte nicht zur�ckkehren w�rde?�</p><p>Diesmal erwiderte sie nichts, w�hrend sie starr wie eine Statue dastand.</p><p>�Wir werden heimkehren�, fuhr er nach einer Weile fort. �Und zwar mit jedem Einzelnen dieser Offiziere, solange sie nichts unternehmen, was mich dazu veranlasst, ihre Erschie�ung anzuordnen.� Erst als er ausgesprochen hatte, wurde ihm bewusst, dass er damit auch Riones Ehemann Commander Benan einbezogen hatte.</p><p>Rione entging nicht, dass er f�r einen Sekundenbruchteil das Gesicht verzog. �Sie wollen niemanden erschie�en lassen.�</p><p>�Wenn es notwendig sein sollte, werde ich das anordnen. Das wissen Sie.�</p><p>Sie betrachtete ihn nachdenklich. �Wissen Sie, wie viele Leute der Ansicht sind, dass, wenn man gro�e Macht besitzt und gro�e Verantwortung tr�gt, man tun und lassen darf, was man m�chte? Dass man dann nie wieder etwas tun muss, was man nicht tun will?�</p><p>Sein Lachen hallte von allen Seiten des kleinen Raums wider. �Das w�re eine feine Sache.�</p><p>�Ja, das w�re es. Nat�rlich glauben so etwas auch einige Leute, die zu solcher Macht gelangen. Sie tun, was immer ihnen gef�llt.� Rione sah ihn eindringlich an. �Wissen Sie, ich hatte bef�rchtet, Black Jack k�nnte ein solcher Mensch sein. Aber da habe ich mich geirrt. Und jetzt wollen Sie von mir wissen, ob irgendeiner der ehemaligen Gefangenen aus demselben Holz geschnitzt ist.�</p><p>�Immerhin haben sie bereits begonnen, sich in die Abl�ufe innerhalb dieser Flotte einzumischen�, sagte Geary. �Ich bin mir sicher, dass Sie davon bereits erfahren haben.�</p><p>�Bedauerlicherweise habe ich von nichts anderem erfahren. Wenn sie weiter an irgendeinem Plan arbeiten, beteiligen sie weder mich noch irgendjemanden sonst daran, der vertrauliche Informationen an mich weiterleitet.�</p><p>�K�nnen Sie mir etwas �ber Admiral Lagemann sagen? Seine Dienstakte ist tadellos. Er ist durch das Gewinnen von Schlachten zum Admiral aufgestiegen, nicht �ber politische Taktierereien.�</p><p>Einen Moment lang schaute sie verwundert drein. �Warum fragen Sie mich dann nach ihm? Ich wei� nichts Negatives �ber den Mann. Sein Name ist in keinem internen Sicherheitsbericht aufgetaucht, den ich gelesen habe. Offenbar war er zu sehr damit besch�ftigt, Krieg zu f�hren, weshalb er keine Zeit hatte, sich anderweitig seine Bef�rderungen zu beschaffen oder gegen die Regierung zu arbeiten.�</p><p>�So habe ich ihn auch eingesch�tzt�, sagte Geary. �Aber ich habe mich zuvor auch schon geirrt, und wenn es �ber seine Vergangenheit irgendwas Unsch�nes g�be, dann w�ssten Sie das sicher.�</p><p>�Das tut weh, Admiral.� Sie h�rte sich an, als h�tten seine Worte sie tats�chlich verletzt.</p><p>�Ich bitte vielmals um Entschuldigung�, gab er zur�ck, wobei er keinen Hehl aus seinem Sarkasmus machte. Dann bet�tigte er schlie�lich die Komm-Taste.</p><p>Augenblicke sp�ter wurde von der <emphasis>Mistral </emphasis>Admiral Lagemanns Bild �bertragen. Der Mann, der als einer von wenigen die j�ngste Flottenkonferenz heimlich hatte mitverfolgen d�rfen, legte den Kopf schr�g, als er Geary sah. �Gibt es schon Neuigkeiten, Admiral Geary? Wir �berlegen, was getan werden kann, um durch diesen Sprungpunkt entkommen zu k�nnen.�</p><p>�Und? Erste Ideen?�, fragte Geary.</p><p>�Nicht eine einzige.�</p><p>�Da ist noch was, das Sie f�r mich �bernehmen k�nnten�, redete Geary weiter. �Etwas von besonderer Wichtigkeit. Sie und Ihre Kameraden hatten mich ja bereits vorgewarnt, zu welchen Taktiken die Enigmas bei Alihi greifen k�nnten. Ich w�re Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir eine Einsch�tzung dar�ber geben w�rden, was die Enigmas wahrscheinlich unternehmen, nachdem sie nun wissen, dass wir zu diesem Stern gesprungen sind.�</p><p>�Sie meinen, au�er dass sie die Tatsache feiern, dass wir mitten in dieses Minenfeld gesprungen sind?�, fragte Lagemann.</p><p>�Ganz genau.�</p><p>�Das ist eine sehr interessante Frage.� Einen Moment lang stand Lagemann da und schaute nachdenklich nach unten. �Wir werden sehen, was wir Ihnen dazu sagen k�nnen. Darf ich Sie etwas fragen, Admiral?� Beil�ufig schaute er dabei Richtung Rione.</p><p>�Fragen Sie.�</p><p>�Kehren wir wirklich um, oder ist das nur die offizielle Version, um zu verhindern, dass die Moral der Flotte von einem Schwarzen Loch geschluckt wird?�</p><p>�Wir kehren tats�chlich um�, sagte Geary. �Und dann darf sich die Regierung mit Ihnen allen herumschlagen.�</p><p>�Ohne mich. Wenn wir zur�ck sind, werde ich in den Ruhestand gehen und mir eine ruhige Stelle auf meiner Heimatwelt suchen.� Lagemann hielt inne und �berlegte. �Irgendwas, wo ich nachts in geschlossenen R�umen arbeiten kann. Ich m�chte bis zu meinem Lebensende keinen Stern mehr sehen m�ssen.�</p><p>Als Geary den Konferenzraum verlie� und Rione allein zur�ckblieb, stand Desjani ein St�ck weit entfernt und wartete auf ihn. �Haben Sie sich gut unterhalten, Admiral?�, fragte sie, als er sie erreicht hatte.</p><p>�Ja, Tanya�, erwiderte er nur, dann gingen sie eine Weile schweigend nebeneinander her. �Sie sagt, sie wird uns helfen, die Flotte nach Hause zu bringen.�</p><p>�Oh, das ist ja wundervoll�, meinte Desjani in einem v�llig desinteressierten Tonfall. �Diese Hexe versucht nach wie vor, Sie f�r ihre eigenen Zwecke einzuspannen. �Tun Sie das nicht, weil ich es so will. Tun Sie es, weil der gro�e Held Black Jack soooo viel f�r Sie geopfert hat.��</p><p>�Ich glaube nicht, dass sie wollte, dass es uns hierher verschl�gt, Tanya�, redete er weiter. �Ich habe das Gef�hl, sie wurde dazu genauso gezwungen wie wir.�</p><p>�Das haben Sie mir schon mal gesagt. Sie k�nnen gerne weiterhin glauben, was Sie wollen, aber ich lasse sie nicht aus den Augen, und meine Waffe bleibt auf sie gerichtet. Ist Ihnen aufgefallen, dass ich es nicht mal kommentiere, wie schnell Sie entschieden haben, dieser Frau erneut zu trauen, oder wie leichtgl�ubig Sie sind?�</p><p>�Leichtgl�ubig?�</p><p>�Vertrauensvoll. Ich habe vertrauensvoll gesagt, nicht leichtgl�ubig.�</p><p>�Sie meinen, als Sie nichts kommentiert haben?�</p><p>Desjani warf ihm einen finsteren Blick zu. �Jemand muss Ihnen R�ckendeckung geben, Admiral.�</p><p>�Und es gibt niemanden, dem ich in dem Punkt mehr vertraue als Ihnen. Aber sie will auch, dass die Flotte heimkehrt.�</p><p>�Wann hat sie denn ihre Meinung ge�ndert?� Sie hielt noch immer mit ihm Schritt und schaute ihn von der Seite an. �Oder will sie Sie nur ablenken, w�hrend Sie sich mit nichts anderem besch�ftigen sollen als mit unserer gegenw�rtigen Situation und den B�rk�hen?�</p><p>Geary winkte frustriert ab. �Damit werde ich mich gleich wieder befassen, sobald wir unsere Unterhaltung beendet haben. Sie redete von der Suche nach einer weiteren fremden Spezies. Vielleicht legt derjenige, der diese Mission sabotieren wollte, mehr Wert darauf, Informationen �ber eine weitere potenzielle Bedrohung zu erlangen.�</p><p>Desjani l�chelte. �Oh, Darling, du hast zugegeben, dass jemand versucht, diese Mission zu sabotieren.�</p><p>�Ich habe diese M�glichkeit nie ausgeschlossen.� Oder doch? �Und achten Sie darauf, was Sie sagen, Captain.�</p><p>�Ja, Admiral.�</p><p>�Ich glaube, Rione macht sich auch Sorgen um ihren Mann.�</p><p>�Das tue ich auch. Ich bin nach wie vor davon �berzeugt, dass er eines Tages eine Sabotage begehen wird.�</p><p>Geary hatte M�he, ihr nicht auch einen b�sen Blick zuzuwerfen. Er war nicht auf Desjani w�tend, sondern auf� vielleicht auf das Schicksal. �Ich habe mir die Personalakte von Paol Benan angesehen. Vor seiner Gefangennahme war er anders. Er hatte ein gutes pers�nliches Profil. Jetzt dagegen ist er impulsiv, w�tend, unberechenbar.�</p><p>�Tja�, meinte Desjani. �Die Syndiks haben ihn gefoltert. Es gibt immer Mittel und Wege, das zu tun, ohne dass bewusste Erinnerungen oder k�rperliche Spuren zur�ckbleiben, wie Sie wissen.�</p><p>Er blieb stehen und sah sie an, da ihm nun endlich klar wurde, was Rione angedeutet hatte. �Lieutenant Iger hat mir gesagt, dass wir nie so tief gesunken sind, Folter anzuwenden, auch wenn er zugeben musste, dass das zum Teil eine pragmatische Entscheidung war. Folter bringt keine brauchbaren Informationen hervor. Die Syndiks m�ssen auch zu dieser Einsicht gelangt sein.�</p><p>Desjani biss sich auf die Lippe, ehe sie erwiderte: �Was Sie, Lieutenant Iger und die Flotten�rzte dabei nicht ber�cksichtigen, ist die Tatsache, dass es manchen Menschen gar nicht darum geht, durch Folter brauchbare Informationen zu erlangen. Sie foltern, weil es ihnen gef�llt oder weil sie glauben, jemand verdiene eine Strafe.� Sie musste Gearys Gesicht seine Reaktion angesehen haben. �Ich glaube nicht, dass die Allianz das jemals erlaubt hat. Soweit mir bekannt ist, haben wir Verh�rpersonal immer gr�ndlich durchleuchtet, um solche Neigungen auszuschlie�en. Aber glauben Sie ernsthaft, die Syndiks h�tten die gleiche Sorgfalt walten lassen?�</p><p>Er war einigen Syndiks begegnet, die auf ihn nicht den Eindruck gemacht hatten, dass sie schreckliche Menschen waren. Manche waren ihm sogar regelrecht anst�ndig und verantwortungsvoll erschienen. Aber andere, vor allem hochrangige F�hrer, wiederum hatten auf ihn gewirkt, als ob sie keinerlei Moral besa�en. �Ich werde den �rzten sagen, sie sollen von dieser Annahme ausgehen und dann entscheiden, was sie tun k�nnen.�</p><p>�Es ist viel leichter, Menschen zu brechen anstatt sie zu heilen�, erwiderte Desjani leise. �Nur damit Sie es wissen: Ich w�nschte, das w�re ihm nicht widerfahren. Und auch niemandem sonst.�</p><p>�Daran habe ich nie gezweifelt. Ich wei�, Commander Benan steht unter medizinischer Beobachtung. Aber haben Sie auch Leute abgestellt, die ihn im Auge behalten?�</p><p>�Rund um die Uhr.� Sie lie� eine kurze Pause folgen. �Sie haben den Befehl, ihn aufzuhalten, sobald er sich irgendwie falsch verh�lt. Ich suche nicht nach Gr�nden, um ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen. Ich will nur vermeiden, dass mein Schiff besch�digt wird.�</p><p>�Gut.� Sie hatten die Luke zu seinem Quartier erreicht. �Mein Gef�hl sagt mir, dass ich wohl noch einmal mit ihm reden muss.�</p><p>�Das w�re keine gute Idee, Admiral.�</p><p>�Nur ich mit ihm allein�, erg�nzte er. �Um herauszufinden, was er sagt, wenn wir allein sind.�</p><p>Mit bemerkenswert ruhiger Stimme sagte sie: �Bei allem Respekt, aber das w�re eine sehr dumme Idee, Admiral.�</p><p>�Ich werde es Sie wissen lassen, bevor ich es versuche. Passieren wird das ohnehin erst, nachdem wir einen Weg gefunden haben, wie wir mit den B�rk�hen verfahren werden.�</p><p>�Das beruhigt mich ja ungemein.� Desjani sch�ttelte ungl�ubig den Kopf. �Die lebenden Sterne m�ssen Ihnen tats�chlich den Weg weisen. Kein Mensch w�rde es f�r eine gute Idee halten, sich auf ein Gespr�ch unter vier Augen mit dem Mann einzulassen, mit dessen Frau er geschlafen hat.�</p><p>Sie sprach nur selten so direkt die Dinge an, die sich zwischen ihm und Rione abgespielt hatten, bevor bekannt geworden war, dass Riones Ehemann doch noch lebte. Und bevor er und Desjani sich zu ihren Gef�hlen f�reinander bekannt hatten. Dass Desjani es jetzt tat, zeigte ihm, wie sehr sie sich �ber sein Vorhaben aufregte.</p><p>�Ich verspreche Ihnen, wir beide werden dar�ber noch einmal diskutieren, bevor ich mich mit Commander Benan unterhalte. Jetzt werde ich dieses Problem erst einmal vergessen und mir �berlegen, wie wir dieses Sternensystem verlassen k�nnen.�</p><p>�Danke.� Sie l�chelte ihn ein wenig ironisch an. �Immer sch�n eine Krise nach der anderen.�</p><p>�Das w�re eine feine Sache�, sagte er und benutzte die gleiche Formulierung wie zuvor bei Rione. Sie passte zwar auch hier, aber es war schon besser, wenn Tanya nicht wusste, dass er nur etwas wiederholte.</p><p>Schweigend stand er da, nachdem sich die Luke hinter ihm geschlossen hatte; allein in seinem Quartier, das fr�her einmal Admiral Bloch geh�rt hatte, bevor die Syndiks ihn w�hrend einer �Unterredung� get�tet hatten. Sein Quartier, das seitdem Gearys einziges Zuhause war. Was, wenn Tanya in die Gefangenschaft der Syndiks geraten w�re, als der Krieg noch getobt hatte?</p><p>Was, wenn sie jetzt in die �berreste der versprengten Gruppen geriete, die die Autorit�t der Syndikatwelten in weiten Teilen des einst unter Aufsicht der Syndiks stehenden Territoriums ersetzt hatten? Was w�rde man mit dem Menschen machen, der Black Jack Geary von allen am n�chsten stand, um Informationen zu sammeln oder ihn unter Druck zu setzen oder um ihm einfach nur aus Rache wehzutun?</p><p>Er verdr�ngte den Gedanken. Eine solche M�glichkeit auch nur in Erw�gung zu ziehen, w�rde ihn l�hmen und handlungsunf�hig machen.</p><p>Geary beobachtete, wie die Flotte nach dem Passieren der feindlichen Festung mit maximaler Leistung abbremste und wie eine Welle aus Hunderten Raketen, die von der Festung aus abgefeuert worden waren, den vordersten Rand der Allianz-Formation erreichte. Gewaltige Explosionen ersch�tterten die Schiffe, da Selbstmordkommandos mit ihren Schiffen geradewegs in die Formationen aus Kriegsschiffen und Hilfsschiffen hineinrasten.</p><p>Mit einem m�rrischen Brummen schaltete er die Simulation ab. <emphasis>Ich habe jeden denkbaren Anflugwinkel ausprobiert, jede Variation bei der Geschwindigkeit, aber es f�hrt kein Weg an der Tatsache vorbei, dass diese Festung nun mal da ist und dass ich mit der Flotte dorthin muss, wo sich der Sprungpunkt befindet. Au�erdem k�nnen wir beim Eintreffen an unserem Ziel nicht schneller als 0,1 Licht sein.</emphasis></p><p>Es hatte etwas �u�erst Frustrierendes an sich, dass man vor sich eigentlich das ganze Universum sah und man trotzdem nicht reisen konnte, wohin man wollte.</p><p>Geary bewegte den Finger in Richtung Komm-Taste, z�gerte aber, als sein Blick auf die Uhrzeit fiel. Es war lange nach Schichtende und die Beleuchtung in den Korridoren der <emphasis>Dauntless </emphasis>war gedimmt worden, um jenen Tag-Nacht-Zyklus zu simulieren, den die Menschen bevorzugten. Es war auch kaum Personal unterwegs, wenn man von der Nachtwache absah, die jetzt Dienst hatte. Er wollte mit Desjani �ber den Anflug auf den Sprungpunkt reden, doch Admiral Timbales Warnung lie� sich nicht ignorieren, er und Tanya seien unter st�ndiger Beobachtung jener, die nur darauf warteten, ihnen unziemliches Verhalten nachzuweisen. Tanya w�rde nat�rlich nichts tun, was f�r eine seinem Kommando unterstellte Offizierin als unangemessen gelten konnte. Dennoch war nicht auszuschlie�en, dass auch v�llig harmloses Verhalten vors�tzlich falsch gedeutet wurde, vor allem wenn sie um diese Uhrzeit sein Quartier aufsuchte.</p><p>Verdammt, er hatte eine Aufgabe zu erledigen! Geary schickte Desjani eine Bitte, sich bei ihm zu melden, dann wartete er, bis sich vor ihm in der Luft ihr Fenster �ffnete.</p><p>Tanya hielt sich in ihrem Quartier auf, was angesichts der sp�ten Stunde eine gute Sache war. Manchmal kam es ihm so vor, als w�rde sie auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>leben, was weder f�r sie noch ihre Untergebenen gut gewesen w�re. �Guten Abend, Admiral. Was gibt es?�</p><p>�Sind Sie besch�ftigt?�</p><p>�Ich bin die Befehlshaberin eines Schlachtkreuzers. Selbstverst�ndlich bin ich besch�ftigt. Wieso fragen Sie?�</p><p>�Weil ich nicht weiterkomme.� Geary deutete auf das Display, das �ber seinem Tisch schwebte. �Ich finde zwar einen Weg, wie wir den Kriegsschiffen dieser B�rk�he aus dem Weg gehen k�nnen, aber ich wei� einfach nicht, wie wir an den Festungen vor den Sprungpunkten vorbeikommen sollen. Wenn ich mir keine Gedanken um die Kriegsschiffe machen m�sste, k�nnte ich vielleicht eine Methode finden, eine der Festungen auszuschalten, aber diesen Luxus kann ich mir nicht leisten.�</p><p>�Es ist alles ein Problem�, stimmte sie ihm zu. �Ich pers�nlich neige ja dazu, mich auf die Kriegsschiffe zu konzentrieren. Aber unsere gr��te H�rde sind die Festungen. M�ssen wir uns in deren Feuerreichweite begeben?�</p><p>�Nein�, antwortete Geary und machte eine finstere Miene. �Wir k�nnen au�erhalb des wahrscheinlichen Bedrohungsradius aller Waffensysteme dieser Festungen vorbeifliegen. Was sich nicht vermeiden l�sst, ist der Schwarm Raketen, den die jeweilige Festung auf uns loslassen wird, um uns abzufangen. Und das wird ihnen in jedem Fall gelingen, weil sie ja ganz genau wissen, dass der Sprungpunkt unser Ziel ist. Irgendeine Idee?�</p><p>�Ich lasse es Sie wissen, wenn mir etwas in den Sinn kommt. Aber ich bin nur die Befehlshaberin eines Schlachtkreuzers. Sie dagegen sind Black Jack Geary.�</p><p>�Sie wissen, ich mag diesen Namen nicht. K�nnen Sie zu mir nach unten kommen, damit wir diese Dinge durcharbeiten k�nnen?�</p><p>Desjani lachte. �Oh, das w�rde sicher einen guten Eindruck machen, wenn ich mich mitten in der Nacht in Ihr Quartier schleiche. Soll ich etwas Verf�hrerisches tragen? Zum Beispiel meine Galauniform?�</p><p>�In der sehen Sie verdammt gut aus. Verdammt, Tanya, wir sind verheiratet.�</p><p>�Nur, wenn wir uns nicht auf meinem Schiff befinden, Admiral. Auf meinem Schiff sind wir Captain und Admiral. Sie wussten, es w�rde so sein.�</p><p>�In der Theorie l�sst es sich damit einfacher leben als in der Praxis�, beklagte sich Geary. �Au�erdem ist das eine rein dienstliche Sache, Tanya. Sie haben ein gro�artiges taktisches Verst�ndnis, und davon k�nnte ich jetzt ein bisschen gebrauchen.�</p><p>�Sie wissen, wie Sie einer Frau Komplimente machen m�ssen�, meinte sie und sch�ttelte erneut den Kopf. �Ich glaube, Sie haben Schlaf dringender n�tig als meine� taktischen Kenntnisse. Wir �berlegen derzeit alle, wie wir an der Festung vor dem Sprungpunkt vorbeikommen k�nnen, aber keinem von uns ist bislang etwas eingefallen. Wir m�ssen irgendetwas anderes versuchen.�</p><p>�Zum Beispiel?�</p><p>�Was gibt es denn sonst noch? Die Heimatwelt der B�rk�he� nein. Wir haben uns schon Gedanken dar�ber gemacht, zu was ihre Kriegsschiffe wohl in der Lage sind.�</p><p>�Wir wissen allerdings nicht, wie sie diese Schiffe einsetzen werden�, wandte Geary ein.</p><p>�Nein, aber bislang haben wir nur gesehen, wie sie gewendet und Kurs auf uns genommen haben. Und wir wissen, wie uns diese Raketenschiffe angegriffen haben.� Sie zuckte fl�chtig mit den Schultern. �Das ist nicht gerade viel, aber wir wissen doch immer ein klein wenig dar�ber, wie sie denken. Vielleicht sollten wir uns darauf konzentrieren. Aber erst morgen, denn ohne Schlaf k�nnen Sie nicht klar denken. Gehen Sie ins Bett, wir reden morgen fr�h weiter.�</p><p>�Gehen Sie auch ins Bett?�, gab Geary zur�ck.</p><p>�Ich befehlige einen Schlachtkreuzer. Hatten wir das nicht eben schon mal gehabt? Schlaf ist Luxus.�</p><p>�Ich k�nnte Ihnen befehlen, sich schlafen zu legen.�</p><p>�Ja, das k�nnten Sie, allerdings w�rden Sie das bereuen. Wenn Sie unbedingt aufbleiben wollen, dann �berlegen Sie, wie die B�rk�he denken, damit Sie versuchen k�nnen, den Feind zu verstehen. So haben Sie es auch bei den Enigmas gemacht, und das ist der beste Ratschlag, den ich Ihnen geben kann.�</p><p>Nachdem das Gespr�ch beendet war, sa� er in seinem abgedunkelten Quartier und dachte �ber ihren Ratschlag nach. Kenne deinen Feind. Das war eine sehr alte und sehr richtige Weisheit. Tanya hatte recht. Er hatte die ganze Zeit nur �berlegt, was seine Streitkr�fte tun konnten und wozu der Feind in der Lage sein sollte. Aber die Frage war nicht, was diese Aliens tun <emphasis>konnten</emphasis>, sondern was sie tun <emphasis>w�rden</emphasis>. W�hrend er sich vor Augen hielt, dass er niemals damit gerechnet hatte, sich diese Frage zu stellen, begann er nach Antworten zu suchen. Sie wussten immer noch verdammt wenig �ber diese B�rk�he. Im Grunde gab es nur die Einsch�tzungen von Lieutenant Iger und den zivilen Experten, und die enthielten vor allem Begriffe wie �unbekannt�, �angenommen�, �sch�tzungsweise� und �wom�glich�. Also begann er, nach Informationen �ber echte B�ren zu suchen.</p><p>B�ren waren eigentlich auf der Alten Erde zu Hause gewesen, doch die Menschheit hatte einige Exemplare der Spezies mit ins All genommen und auf anderen Welten angesiedelt. Au�erdem war man auf wiederum anderen Welten auf b�ren�hnliche Tiere gesto�en, die so �hnliche Merkmale aufwiesen, dass man sie der gleichen Familie zugeordnet hatte. Nat�rlich handelte es sich bei Ber�cksichtigung der unterschiedlichen DNS, der Evolution und zahlloser weiterer Faktoren um v�llig eigenst�ndige Kreaturen. Aber der durchschnittliche Mensch bezeichnete sie dennoch alle als B�ren, auch wenn Zoologen auf eine solche Einstellung mit Grausen reagierten.</p><p>Nichts von dem, was er �ber B�ren fand, schien von irgendwelchem Nutzen f�r die gegenw�rtige Situation zu sein. B�ren waren relativ einzelg�ngerische Tiere, vor allem im Vergleich mit K�hen. Klar war, dass diese B�rk�he es mochten, dicht gedr�ngt zu leben. B�ren waren zudem Allesfresser, w�hrend die fortgesetzte Analyse der geborgenen �berreste die erste Vermutung best�tigte, dass es sich bei ihnen um reine Pflanzenfresser handelte.</p><p>Er rief die Begriffe �K�he�, �Vieh�, �Stiere� und �Herde� sowie alles andere auf, was ihm in diesem Zusammenhang in den Sinn kam. Er las Beschreibungen und Analysen, er sah sich Videos an (von denen einige laut Beschreibung sogar noch von der Alten Erde stammten) und lie� seinen Gedanken dabei freien Lauf.</p><p>Nach einer Weile musste Geary an die Superschlachtschiffe denken. Die waren nicht zwangsl�ufig langsamer als die erheblich kleineren Kriegsschiffe der Menschen. Wenn man ihnen genug Zeit lie�, konnten sie durchaus die gleiche Geschwindigkeit erreichen. Auf dem Weg dorthin waren sie auch in diesem Moment, da sie best�ndig beschleunigten, um seine Flotte abzufangen. Aber das Beschleunigen dauerte erheblich l�nger, und wenn sie mit ihren Steuerd�sen eine Kurs�nderung vornehmen wollten, dann kostete sie das auch viel mehr Zeit. Der Grund daf�r war nicht nur der verh�ltnism��ig schwache Antrieb, sondern auch die deutlich gr��ere Masse dieser Schiffe. Eine solche Masse auf einen anderen Kurs zu bringen, erforderte entweder einen sehr hohen Kraftaufwand oder es dauerte sehr lange. Und den Kraftaufwand konnten diese Superschlachtschiffe nicht leisten.</p><p>Es war wie in diesem Video, das im Augenblick lief. Ein Stier st�rmte dort auf einen in grellen Farben gekleideten Mann zu, der im letzten Moment zur Seite t�nzelte, da er die Laufrichtung des Tiers richtig eingesch�tzt hatte und somit rechtzeitig ausweichen konnte�</p><p>Geary betrachtete das Standbild seiner j�ngsten Simulation, das nach wie vor �ber dem Tisch schwebte. Die gewaltige Festung, der Raketenschwarm, die feindliche Armada, die durch geschicktes Taktieren an den Rand des Geschehens verbannt worden war. Aber wenn sich die Armada schon in eine bestimmte Richtung dirigieren lie�, dann war es vielleicht auch m�glich�</p><p>�Tanya!�</p><p>Ohne nachzudenken, hatte er das Standardprotokoll �bergangen, das es ihr erlaubte, erst einmal aufzuwachen und seinen Ruf anzunehmen, wenn sie dazu bereit war. Stattdessen hatte er einfach aus dem Lautsprecher in ihrer Kabine gepl�rrt.</p><p>Tanya sah ihn aus verkniffenen Augen an. �Ich hoffe, es geht um mein taktisches Geschick, Admiral. Immerhin haben Sie meinen Ratschlag ja offensichtlich ignoriert, w�hrend ich mir Ihren zu Herzen genommen hatte.�</p><p>�Daf�r habe ich mir Ihren anderen Ratschlag zu Herzen genommen, Tanya. Ich glaube, ich wei�, wie ich es machen muss. Aber ich brauche Ihre Hilfe, um die Flugbewegungen auszuarbeiten. Sie m�ssen meine Ergebnisse kontrollieren, damit wir feststellen k�nnen, ob es machbar ist.�</p><p>�Jetzt?�</p><p>Er z�gerte, da ihm mit einem Mal bewusst wurde, wie sp�t es bereits war. Bei der Suche in den Dateibest�nden hatte er gar nicht gemerkt, wie viele Stunden inzwischen vergangen waren. Und dennoch meinte Tanya ihre Frage v�llig ernst. Sie w�rde sich sofort mit dem Problem besch�ftigen, wenn er sie jetzt darum bat. ��hm� nein. Wir sind noch weit von dem Sprungpunkt entfernt, den wir benutzen m�ssen, und diese Armada aus B�rk�hen ist auf ihrem Abfangkurs noch lange nicht in Reichweite. Sie k�nnen sich das auch morgen fr�h ansehen. Legen Sie sich wieder schlafen.�</p><p>Der Blick, den sie ihm daraufhin zuwarf, war ein wortloses Versprechen, dass sie sich irgendwann daf�r r�chen w�rde. �Sie wecken mich auf�, z�hlte Desjani auf, �sagen mir, dass Sie m�glicherweise eine L�sung gefunden haben, und dann fordern Sie mich auf, ich solle weiterschlafen? Vielen Dank, <emphasis>Sir</emphasis>. Schicken Sie mir r�ber, was Sie sich �berlegt haben. Ich kann mich auch jetzt sofort damit besch�ftigen, schlie�lich stehen die Chancen ziemlich schlecht, dass ich vor Beginn des Schiffstags noch mal einschlafen werde.�</p><p>Vielleicht w�rde sie ihm verzeihen k�nnen, wenn sich seine Idee als umsetzbar entpuppte.</p><p>Die Armada der B�rk�he wuchs weiter an, da sich ihr immer wieder einzelne Schiffe anschlossen, die alle auf dem Weg waren, die Allianz-Flotte abzufangen. Die hatte ihren Flugvektor bislang nicht ge�ndert und folgte immer noch einer Kurve am �u�ersten Rand des Systems, ihr Ziel war nach wie vor der n�chstgelegene Sprungpunkt. Wenn niemand seine Geschwindigkeit oder den Kurs �nderte, w�rde die Flotte in zweiunddrei�ig Stunden in die Reichweite der Raketen kommen, die von der Festung der Aliens abgefeuert w�rden. Drei Stunden sp�ter w�rde die Armada der Aliens auf das treffen, was dann noch von der Allianz-Flotte �berlebt hatte.</p><p>Geary sa� da und betrachtete das Display, w�hrend er sich fragte, was Desjani von seiner Idee hielt. Zumindest hatte sie sie nicht sofort als v�llig unbrauchbar abgetan. Da bislang niemand einen Gegenvorschlag vorgelegt hatte, konnte er nur weiter hoffen, dass sein Plan umsetzbar war.</p><p>Ersch�pft, aber zugleich zu aufgedreht, als dass er h�tte schlafen k�nnen, verlie� er sein Quartier und spazierte durch die Korridore der <emphasis>Dauntless</emphasis>, w�hrend die Crew der Morgenschicht sich daranmachte, ihren Dienst anzutreten.</p><p>Die Leute mussten ihn sehen, sie mussten sehen, dass der Admiral Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte. In Wahrheit f�hlte er sich weder ruhig noch gelassen, aber es geh�rte mit zu seinen wichtigsten Aufgaben als befehlshabender Offizier, nach au�en hin diesen Eindruck zu erwecken. <emphasis>Machen Sie sich keine Gedanken dar�ber, ob die Matrosen Sie hin und wieder ein wenig besorgt dreinschauend sehen, </emphasis>hatte eine seiner Chief Petty Officers zu Geary gesagt, als er noch Lieutenant gewesen war. <emphasis>Das zeigt den Leuten, dass Sie klug genug sind zu wissen, wann es angebracht ist, ein wenig besorgt zu sein. Aber schauen Sie auch nicht zu besorgt drein, sonst werden sie glauben, dass Sie keine Ahnung haben, was Sie tun. Und vermeiden Sie bei all Ihren Vorfahren den Eindruck, als w�rden Sie sich nie �ber irgendetwas Sorgen machen. Dann wird die Crew Sie f�r einen Idioten halten. Diese Leute wissen, dass Offiziere auch nur Menschen sind, und jeder Mensch, der auch nur ann�hernd bei Verstand ist, wei�, dass es Situationen gibt, in denen man sich einfach Sorgen machen muss. Aber solange Sie den Anschein erwecken, dass Sie wissen, was Sie tun, werden sie Ihnen auch folgen.</emphasis></p><p>Der Gedanke an diese Frau, die vermutlich vor achtzig oder mehr Jahren in den ersten Jahrzehnten des Kriegs gegen die Syndiks ihr Leben verloren hatte, lie� Geary wehm�tig l�cheln. Master Chief Gionnini hier in der Flotte trug zwar einen anderen Nachnamen, dennoch konnte er ein Nachfahre von Senior Chief Voss sein. Auf jeden Fall schien er die gleichen Gene zu besitzen, die Voss f�r den damaligen Lieutenant Geary so unverzichtbar�� aber auch zu einer st�ndigen Quelle der Unruhe�� gemacht hatte.</p><p>Die Crewmitglieder im Korridor sahen Gearys L�cheln, und sofort wich ihre besorgte Miene einem siegesgewissen Gesichtsausdruck. Der Admiral hatte die Situation offenbar im Griff. Schon gut, dass auf diesem Schiff lediglich Desjani meine Gedanken lesen kann, �berlegte er ironisch.</p><p>Sein Spaziergang f�hrte ihn an den Gebetsr�umen vorbei, wo die Matrosen und Offiziere in Ruhe ihren Glauben praktizieren konnten. Er entschied sich f�r eine der winzigen Kammern und setzte sich, dann z�ndete er die bereitstehende Kerze an. <emphasis>Vorfahren, helft mir, die richtige Entscheidung zu treffen. </emphasis>Welche Bitte konnte er sonst noch �u�ern? <emphasis>Aber vielleicht sollte er nicht immer nur um irgendetwas bitten, wenn er herkam. Ich danke euch daf�r, dass ihr uns geholfen habt, so weit vorzusto�en.</emphasis></p><p>Eben wollte er aufstehen, da fiel Geary noch etwas ein und er blieb sitzen. <emphasis>Commander Michael Geary. Wir wissen noch immer nicht, ob Sie ums Leben gekommen sind, als Ihr Schiff </emphasis>Repulse <emphasis>zerst�rt wurde. Sind Sie jetzt bei unseren Vorfahren? </emphasis>Er versuchte eine Antwort wahrzunehmen, doch er sp�rte nichts. <emphasis>Ihre Schwester, meine Gro�nichte, verh�lt sich sonderbar, und ich habe keine Ahnung, was mit ihr los ist. Das ist bei ihr mehr als nur ein leicht aggressiveres Verhalten, wie es sonst schon mal �blich ist. Es ist ein Symptom f�r irgendetwas anderes�� blo� was? Wenn Sie es wissen sollten, helfen Sie mir bitte, es zu verstehen.</emphasis></p><p><emphasis>Und wenn Sie noch leben und sich in der Gefangenschaft der Syndiks befinden, dann werde ich Sie finden und befreien. Ich werde nichts unversucht lassen, das verspreche ich Ihnen.</emphasis></p><p>Anschlie�end kehrte Geary in sein Quartier zur�ck. Er f�hlte sich noch immer wie ger�dert. Die Gedanken an seine Gro�nichte und seinen sehr wahrscheinlich toten Gro�neffen, beides Nachfahren seines Bruders, der vor langer Zeit als alter Mann gestorben war, hatten Erinnerungen an damals wach werden lassen. Einmal mehr lastete die Vergangenheit zentnerschwer auf seinen Schultern, ihm verging das L�cheln, weil er an all jene denken musste, die in dem Jahrhundert gestorben waren, das er im K�lteschlaf verbracht hatte. Zum Gl�ck lag noch viel Arbeit vor ihm, die ihn von diesen d�steren Gedanken ablenken konnte.</p><p>In seinem Quartier eingetroffen, bl�tterte Geary in den Nachrichten, die seit dem letzten Abruf aufgelaufen waren und darauf warteten, von ihm gelesen zu werden. Als Befehlshaber der Flotte erreichten ihn jeden Tag gleich Hunderte von Mitteilungen, doch nur ein Bruchteil davon betraf wirklich wichtige Dinge, die eine Entscheidung von seiner Seite erforderten. Um aber die gro�en Entscheidungen zu treffen, musste er so viel wie m�glich �ber die kleinen Dinge wissen. Daher wurden zahlreiche Informationen und Berichte an ihn weitergeleitet oder in Kopie an ihn geschickt, damit er auf sie zugreifen konnte, wenn das erforderlich war. Er �berflog die Betreffzeilen, hin und wieder warf er einen Blick auf den eigentlichen Inhalt der Nachricht, und nur gelegentlich nahm er sich die Zeit, um etwas zu lesen, das tats�chlich von Interesse f�r ihn war.</p><p>Die unbemannten Sonden, die in den Tr�mmern der zerst�rten gegnerischen Schiffe auf der Suche nach �berresten der Besatzung gewesen waren, hatten auch ein paar Proben der Tr�mmerteile geborgen. Der Bericht �ber die Analyse, den Captain Smythe ihm geschickt hatte, fasste die bisher gewonnenen Erkenntnisse zusammen, die bedauerlicherweise sehr sp�rlich ausfielen. <emphasis>Keine ungew�hnlichen Mischungen aus Legierungen und Verbundstoffen� Strukturanalyse der Legierungen ergibt einige interessante Anzeichen f�r un�bliche Gussmethoden� Verbundstoffe neigen deutlich st�rker zu Silizium denn zu Kohlenstoff, was ein reiches Vorkommen dieses Stoffs auf der Heimatwelt der Aliens vermuten l�sst� es wurden keine ausreichend gro�en �berreste von Ausr�stungsgegenst�nden gefunden, die Hinweise auf ihre Funktion oder ihre Bauweise liefern k�nnten.</emphasis></p><p>Captain Tulev hatte Bericht �ber alles erstattet, was am Schauplatz der Raumschlacht eingesammelt worden war. Wenigstens mussten sie sich keine allzu gro�en Sorgen machen, dass die Aliens aus den �berresten allzu viel �ber die Menschen herausfinden k�nnten. Was nach Tulevs S�uberungsaktion noch verblieben war, bot erheblich weniger Anhaltspunkte �ber die Menschen als das, was sie an Informationen �ber die Aliens hatten gewinnen k�nnen.</p><p>Gearys Blick fiel auf eine Zusammenfassung der Disziplinarma�nahmen an Bord der <emphasis>Dragon</emphasis>. Ein Petty Officer war dabei erwischt worden, wie er aus gestohlenen Medikamenten hergestellte Drogen verkauft hatte. Es gab sechs F�lle von Insubordination, au�erdem drei Schl�gereien, bei einer davon waren gleich mehrere Matrosen beteiligt gewesen. Hatte Captain Bradamont Schwierigkeiten, ihre Crew unter Kontrolle zu halten?</p><p>Er forderte vom System eine Zusammenstellung aller Disziplinarma�nahmen an, die zudem nach den Durchschnittswerten f�r jeden Schiffstyp aufgeschl�sselt war. Wie sich daraufhin zeigte, lag die <emphasis>Dragon </emphasis>eigentlich ein wenig unter dem Durchschnitt, w�hrend sich sogar an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>mehr F�lle als �blich ereignet hatten.</p><p>Nachdenklich betrachtete Geary die Zahlen, von denen er nur zu gut wusste, was sie bedeuteten. Schl�gerei, Insubordination, nicht ausgef�hrte Befehle�� allesamt Anzeichen f�r �rger, der immer weiter um sich griff. Die Matrosen waren unzufrieden mit ihrer Situation, aber sie hatten keine M�glichkeit, diese Unzufriedenheit an einem Gegner auszulassen, also gingen sie in den eigenen Reihen aufeinander los. Kleinigkeiten eskalierten dadurch rasend schnell, bis ein offizielles Eingreifen n�tig wurde. All das bewegte sich noch auf einem sehr harmlosen Niveau, aber er musste aufpassen, dass die Lage nicht mit einem Mal bedrohlich wurde.</p><p>Und das hie�, er musste bald nach Hause zur�ckkehren.</p><p>Schlie�lich schlief er im Sitzen ein und wachte erst Stunden sp�ter wieder auf. Vor sich sah er einen Bericht, in dem es um die Fortschritte bei der Qualifizierung der Junioroffiziere in der Flotte ging, und mit einem Mal wurde ihm klar, wieso ihm die Augen zugefallen waren.</p><p>Ein Blick auf das Sternendisplay zeigte ihm, dass in diesem Sonnensystem nichts Nennenswertes vorgefallen war. Seine Flotte und die Armada der Aliens waren ein St�ck n�her zusammenger�ckt, au�erdem hatten sie sich weiter der Orbitalfestung gen�hert, die den anvisierten Sprungpunkt bewachte, doch das war auch schon alles.</p><p>Er schaltete das Display aus, �berpr�fte sein Erscheinungsbild und �berlegte, ob er sich so auf der Br�cke sehen lassen sollte, als h�tte er eine wilde, st�rmische Nacht hinter sich gebracht. Aber dann malte er sich aus, wie Tanya darauf reagieren w�rde, und er nahm prompt wieder Abstand von dieser Idee. Stattdessen nahm er sich Zeit, sich zu waschen und eine frisch gereinigte Uniform anzuziehen.</p><p>Desjani befand sich auf der Br�cke, als er dort eintraf. Ihre Uniform sa� wie immer tadellos, doch ihr Gesicht lie� Anzeichen f�r Erm�dung erkennen. G�hnend winkte sie Geary zu, als er sich seinem Sessel n�herte. �Konnten Sie sich noch ausruhen, Admiral?�</p><p>�Ein wenig.�</p><p>�Gut. Als Belohnung f�r dieses vern�nftige Verhalten m�chte ich Ihnen etwas zeigen.�</p><p>Er nahm Platz und sah sie von der Seite an. �Einen brauchbaren Plan?�</p><p>�Einen brauchbaren Plan? Oh nein, Admiral, ich werde Ihnen einen gro�artigen Plan zeigen.� Sie tippte einige Befehle ein, dann erwachte Gearys Display zum Leben.</p><p>Er sah sich an, wie die Flugman�ver verliefen, und verfolgte die Simulation bis zu ihrem Ende, dann atmete er tief durch. �Es funktioniert.�</p><p>�Es k�nnte funktionieren�, berichtigte sie ihn. �Wenn die B�rk�he sich so verhalten, wie wir es vermuten. Falls sie das nicht tun, k�nnen wir dem Kontakt mit ihnen immer noch ausweichen und etwas anderes versuchen.� Desjani musterte stirnrunzelnd das Display. �Wahrscheinlich werden wir das k�nnen.�</p><p>�Wahrscheinlich?�</p><p>�Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es k�nnen, Admiral.� Wieder musste sie g�hnen. �Bei den Syndiks w�rden wir damit nicht durchkommen, aber ich habe mit Lieutenant Iger gesprochen, und er sagt, unsere �berlegungen passen zu dem, was auf den Videos zu sehen ist. Allerdings haben wir nur wenig Spielraum f�r irgendwelche Fehler. Es ist ein gro�artiger Plan, aber auch ein schrecklicher Plan.�</p><p>Geary musste sich zwingen, nicht die Brauen zusammenzuziehen. �Ein schrecklicher Plan?�</p><p>�Ja, Sir. Er basiert auf sehr vielen Vermutungen, und wenn sich der Feind anders verh�lt, als wir es vermuten, dann wird er nicht funktionieren. Und dann k�nnten wir ernsthaft in Schwierigkeiten stecken.�</p><p>Nun konnte er nicht anders, als die Stirn zu runzeln. Er versp�rte eine Mischung aus Wut und Unzufriedenheit. Er hatte gehofft, eine L�sung gefunden zu haben, und Desjanis einleitende Worte hatten diese Hoffnung noch best�tigt. Aber wenn Tanya den Plan f�r so misslungen hielt� �Also m�ssen wir uns etwas anderes ausdenken.�</p><p>�Oh, nein, nein.� Sie sch�ttelte den Kopf, lehnte sich zur�ck und seufzte zufrieden. �Erstens habe ich schon viel zu viel Arbeit in diesen Plan gesteckt, und zweitens ist er zwar schrecklich, aber immer noch um L�ngen besser als alles, was aus der Flotte an Vorschl�gen gekommen ist. Und was sich die Gefechtssysteme mit ihrem kleinen k�nstlichen Verstand ausgedacht haben, das wollen Sie sich gar nicht erst ansehen.�</p><p>�So �bel?�, fragte er. Seine Ver�rgerung war wie weggeblasen.</p><p>�Die zu erwartenden Verluste liegen bei f�nfzig Prozent.� Erneut sch�ttelte sie den Kopf, diesmal aber vor Entr�stung. �Ich kann nicht fassen, dass die Leute so was als k�nstliche <emphasis>Intelligenz </emphasis>bezeichnen.�</p><p>�Ohne die Systeme k�nnten wir unsere Waffen nicht auf ein Ziel richten�, hielt Geary dagegen. �Das geht nun mal nicht, wenn die Begegnung mit einem Feind innerhalb weniger Millisekunden vor�ber ist. Und bei den Geschwindigkeiten, mit denen wir unterwegs sind, m�chte ich auch nicht versuchen, ohne die automatischen Assistenten ein Schiff zu steuern.�</p><p>�Ja, aber das ist nichts weiter als Physik. Wenn wir erst mal die Grundlagen begriffen haben, k�nnen wir das auch selbst erledigen. Aber richtige Denkvorg�nge? Innovative L�sungen? Hah! Schnell und dumm ergibt immer noch dumm. Die Systeme gelangen nur viel schneller zu einem dummen Vorschlag als wir Menschen. Was allerdings eine bemerkenswerte Leistung ist�, f�gte sie hinzu, �wenn man bedenkt, wie gut wir darin sind, auf dumme Gedanken zu kommen.�</p><p>�Das ist etwas, worauf man stolz sein kann�, stimmte Geary ihr zu.</p><p>�Ich nehme, was ich kriegen kann�, meinte sie. �Au�erdem ist Ihr Plan bei Weitem nicht so dumm wie eine beliebige Alternative. Meinen Gl�ckwunsch.�</p><p>Wieder widmete er sich dem Display und untersuchte jede Ungewissheit und jede Mutma�ung, die Desjani in den Plan hatte einbeziehen m�ssen. Er sah jedes Falls und jedes M�glicherweise. Nun lag es an ihm, ob sie diesen Plan trotzdem umsetzen sollten. Aber selbst wenn sie noch einen Monat lang in diesem System blieben und st�ndig der feindlichen Armada auswichen, w�rden sie keine der offenen Fragen beantwortet bekommen. Sein Instinkt sagte ihm, dass sie schnell handeln mussten, bevor die Vorr�te zu schwinden begannen und bevor es um die Moral in der Flotte noch schlechter bestellt w�re�� und bevor die B�rk�he noch mehr Schiffe um sich scharten und mit ihrer zahlenm��igen �berlegenheit seine Flotte ernsthaft in Bedr�ngnis brachten.</p><p>�Wir machen es so.� Desjani nickte, dann schloss sie f�r einen Moment die Augen. �Ach, �brigens, Admiral, Sie haben eine Phase in diesem Plan �bersehen.�</p><p>�Welche Phase soll ich �bersehen haben?�</p><p>�Die, in der wir beten, dass das da auch funktionieren wird.�</p></section><section><title><p>Vier</p></title><p>Geary sa� in seinem Kommandosessel auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>und verfolgte, wie die Zahl auf der Entfernungsanzeige zur n�chstgelegenen Festung der Aliens in rasendem Tempo kleiner wurde. Da die Flotte nach wie vor weit von ihrem Ziel entfernt war, wurde die Festung aber noch nicht erkennbar gr��er. Dennoch hatte Geary das Gef�hl, dass sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>und alle �brigen Schiffe ihr im Sturzflug n�herten. Es war eine sonderbare Empfindung, geboren aus den Instinkten jener Vorfahren, die sich auf der Oberfl�che einer weit entfernten Welt fortbewegt hatten.</p><p>Da das eigentliche Ziel der Flotte der Sprungpunkt war, �ber den die Festung der Aliens wachte, musste sie einen leichten Bogen am Rand des Sternensystems entlangfliegen. Dabei schien sich die Festung nur leicht rechts von Geary zu befinden�� oder an Steuerbord, wie es auf den Schiffen der Menschen �blicherweise formuliert wurde. Sie waren noch immer vierzig Lichtminuten von der Festung entfernt, und da Geary beschlossen hatte, die Flotte weiter mit 0,1 Licht fliegen zu lassen, w�rde es noch fast sieben Stunden dauern, ehe sie die Festung erreichten.</p><p>Viel weiter seitlich und damit fast mittschiffs hing die Armada im All, die die Allianz-Flotte verfolgte. F�r das menschliche Auge waren diese Schiffe noch nicht wahrnehmbar, doch die Displays gaben exakt an, dass diese Armada noch gut eine Lichtstunde entfernt war. Die relative Flugrichtung der Aliens hatte sich seit Stunden nicht mehr ge�ndert, aber der Abstand zu ihnen schrumpfte immer mehr, da ihr Kurs sie in knapp acht Stunden mit der Allianz-Flotte zusammentreffen lassen w�rde.</p><p>Die Allianz-Flotte, die Festung der Aliens und deren Armada bildeten die Spitzen eines Dreiecks mit gew�lbten Seiten, die von den Flugbahnen gezeichnet wurden, auf denen sich die verschiedenen Objekte einander n�herten. Diese Seiten ver�nderten sich unabl�ssig, da beide Flotten mit unverminderter Geschwindigkeit auf die Festung zuhielten.</p><p>Geary konzentrierte sich auf die Darstellung seiner Flotte. Eine ganze Reihe von Offizieren hatte erschrocken auf die Formation reagiert, in die er die Flotte gebracht hatte. Entgegen seiner Gewohnheit, die Schiffe zu mehreren Unterformationen zu ordnen, die unabh�ngig voneinander operierten, wies die Flotte diesmal eine einzelne, flache Kastenform auf. Die Hilfsschiffe und die Sturmtransporter befanden sich in der Mitte des Kastens, w�hrend die Schlachtschiffe, Schlachtkreuzer, Kreuzer und Zerst�rer die Seiten und den Boden bildeten.</p><p>�Was genau versuchen wir hier eigentlich zu erreichen?�, hatte sich Captain Duellos erkundigt.</p><p>�Wir geben dem Gegner ein klares, konzentriertes Ziel�, hatte Gearys Antwort gelautet.</p><p>�Normalerweise versuchen Sie das doch zu vermeiden�, hatte Duellos erwidert.</p><p>Das stimmte zwar, jedoch ging es ihm jetzt darum, ein Ziel zu schaffen, das die B�rk�he einfach nicht ignorieren konnten.</p><p>Das gr��te Problem bei diesem Plan bestand darin, das richtige Timing zu finden. Alles, was seine Flotte tun sollte, musste exakt in dem Augenblick geschehen, in dem die Aliens reagieren mussten, damit alles wie vorgesehen ablief. Geary konnte vorl�ufig nichts anderes machen, als zu warten. Also versuchte er, sich zu entspannen, damit er f�hlen konnte, wann der Moment gekommen war. �An alle Einheiten: Bei Zeit drei null drehen Sie zwei null Grad nach Steuerbord und f�nf Grad nach unten.� Das sollte gen�gen.</p><p>Im All gab es kein Oben und kein Unten, und kein Schiff konnte von sich aus bestimmen, wo links und rechts war, ganz gleich in welche Richtung es sich bewegte. Also hatten die Menschen daf�r eigene Regeln festlegen m�ssen. Bei der Ankunft in einem Sternensystem schufen die Flottensysteme eine Bezugsfl�che, und zwar diejenige Ebene, auf der sich die Mehrheit der vorhandenen Planeten bewegte. Anhand dieser Ebene wurde �oben� und �unten� festgelegt, damit jedes Schiff wusste, was gemeint war. Genauso war jedem Schiff klar, dass Steuerbord die Seite bedeutete, die dem Stern zugewandt war, w�hrend Backbord in die entgegengesetzte Richtung wies. Es war ein simples, aber funktionierendes System, an dem man seit Jahrhunderten nichts mehr ver�ndert hatte.</p><p>Desjani sa� in ihrem Sessel gleich neben Gearys Platz. �Da die Flotte so konzentriert ist, erreichen wenigstens Ihre Nachrichten schneller den jeweiligen Empf�nger.�</p><p>�Eine Sorge weniger�, pflichtete Geary ihr bei.</p><p>Drei�ig Minuten nach der vollen Stunde vollzogen alle Schiffe der Formation gleichzeitig den befohlenen Kurswechsel, sodass sich die Kastenform selbst nicht �nderte, wohl aber die Richtung, in die sie flog, da sie sich nun der gegnerischen Armada n�herte. Von einem gewissen Stolz erf�llt, sah Geary mit an, wie das Man�ver ausgef�hrt wurde. �Verdammt, die machen das richtig gut.�</p><p>�Wir wussten schon immer mit unseren Schiffen umzugehen�, betonte Desjani. �Sie haben uns nur wieder beigebracht, wie wichtig es ist, aufeinander abgestimmt zu agieren.�</p><p>�Kommen Sie, Tanya, Sie k�nnen mit einem Schiff im Schlaf besser umgehen als ich im hellwachen Zustand.�</p><p>�Ach, das sagen Sie doch jetzt nur, weil es wahr ist.� Sie nahm irgendeine Berechnung vor. �Also gut, die B�rkuh-Armada ist etwas mehr als neunundf�nfzig Lichtminuten von uns entfernt. Das hei�t, unsere Kurs�nderung sehen die in nicht ganz einer Stunde. Da wir uns jetzt schneller an sie ann�hern als zuvor, sollten wir ihre Reaktion in� weiteren sechsundf�nfzig Minuten sehen k�nnen.�</p><p>�Sie d�rften mit dieser Reaktion nicht lange auf sich warten lassen. Lieutenant Iger und die zivilen Experten sind anhand der mitgeschnittenen Videos der einhelligen Meinung, dass die B�rk�he tats�chlich wie eine Viehherde organisiert sind. Der Anf�hrer entscheidet, was getan wird, und das stimmt er mit niemandem vorher ab.�</p><p>�Und der oberste Herdenanf�hrer auf dem Planeten ist f�nf Lichtstunden entfernt, also kann er nicht erst mit ihm R�cksprache nehmen�, erg�nzte Desjani. �Wie werden Sie die n�chsten zwei Stunden verbringen?�</p><p>�Mit Warten.�</p><p>�Ich wollte Ihnen eigentlich vorschlagen, sich ein wenig auszuruhen. Haben Sie schon gegessen?�</p><p>Als er den Kopf sch�ttelte, zog sie einen Verpflegungsriegel hervor, dessen Verpackung ungew�hnlich bunt war. �Versuchen Sie mal.�</p><p>Stirnrunzelnd nahm er ihn und betrachtete das Etikett. �Das ist kein Verpflegungsriegel, sondern ein �Fusion-Cuisine Wrap�. Nur f�r VIPs?�, las er vor und warf Desjani einen verwunderten Blick zu. �Wie viele haben wir davon?�</p><p>�Oh, einige�, antwortete sie, w�hrend sie genie�erisch ihren eigenen Wrap kaute. �Die Crew wird sich �ber diese Abwechslung bei den Gefechtsrationen freuen.�</p><p>�Ich wei�, ich sollte das besser nicht fragen, aber wie sind die an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>gelangt?�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Keine Ahnung.�</p><p>�Mit anderen Worten: Sie haben nicht gefragt.�</p><p>�Sehe ich aus, als sei ich so dumm?�, gab Desjani zur�ck. �Wenn Sie Master Chief Gioninni fragen wollen, woher er die hat, nur zu. Aber ich wette, er wird Ihnen erz�hlen, dass die irgendwo rumlagen und vernichtet werden sollten, und er hat sie davor bewahrt.�</p><p>Geary biss von seinem Wrap ab, der gut schmeckte. Sehr gut sogar! Und vor allem viel, viel besser als die Verpflegungsriegel, die �blicherweise in der Flotte verteilt wurden. �Oh, ist das sch�n, ein VIP zu sein.� Er bemerkte ihren am�sierten Blick und stellte klar: �Nein, ich bin keiner. Und wieso tauchen diese Wraps erst jetzt auf?�</p><p>�In der Kantine der Chiefs stehen die bereits zur Verf�gung, seit wir Varandal verlassen haben�, sagte sie. �Ich��</p><p>�Sie haben die Chiefs ertappt?�</p><p>�Ich habe von der Verf�gbarkeit der Wraps erfahren�, redete Desjani in todernstem Tonfall weiter, �und Master Chief Gioninni angewiesen, sie umgehend im Kontrollsystem f�r den Lebensmittelbestand an Bord dieses Schiffs zu erfassen.�</p><p>�Verstehe.� Geary biss wieder von seiner Portion ab. �Hat der Master Chief irgendwelche ungew�hnlichen Aktivit�ten auf den Hilfsschiffen berichtet?�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Da war nichts los, �womit man den Admiral behelligen m�sste�, wie er es ausdr�ckt. Mit anderen Worten, es laufen die �blichen inoffiziellen Dinge ab, w�rde ich sagen, aber nichts Bedenkliches.� Sie a� den Rest ihres Wraps. �Was macht Ihr gr�nhaariger Lieutenant?�</p><p>�Seit wir hier eingetroffen sind, habe ich von Lieutenant Kleeblatt nichts mehr geh�rt.�</p><p>�Kleeblatt?�</p><p>�Das ist ihr Spitzname. Ich wei� nicht, wieso ich mir den Spitznamen besser merken kann als ihren richtigen Namen. Vielleicht liegt�s an den Haaren. Lieutenant� Jamenson.�</p><p>Desjani grinste. �Ich bin froh, dass meine Vorfahren nicht auf die Idee gekommen sind, mir in meinem Gencode gr�nes Haar angedeihen zu lassen.�</p><p>�Geht mir ganz genauso.� Geary wurde wieder ernst und dachte �ber die mysteri�sen Aktivit�ten rund um den Bau von Kriegsschiffen nach, auf die sie gesto�en war, nachdem sie Hunderte von Routinenachrichten auf Details und scheinbare Nebens�chlichkeiten untersucht hatte. �Alle Ingenieure haben rund um die Uhr gearbeitet, um die Sch�den zu reparieren. Ich bezweifle, dass noch Zeit geblieben ist, um sich damit weiter zu besch�ftigen.�</p><p>�Captain Smythe hat vermutlich Kl�ngeleien durchgezogen, von denen Master Chief Gioninni nur tr�umen kann�, warnte sie ihn.</p><p>�Solange er daf�r sorgt, dass meine Schiffe einsatzbereit bleiben, soll es mir egal sein.� Geary a� den Rest seines Wraps auf. �Stimmt doch, oder?�</p><p>�Ja, nat�rlich. Noch einen?�</p><p>Die Crew war nicht gl�cklich, da sie wusste, dass die Kurs�nderung die Flotte fr�her als bis dahin erwartet mit der feindlichen Armada zusammentreffen lassen w�rde. Geary sp�rte die besorgten Blicke der Wachhabenden um ihn herum.</p><p>�Diese B�rk�he werden vermutlich glauben, dass wir vorhaben, sie zu rammen�, sagte er zu Desjani und war dabei laut genug, um von den Wachhabenden geh�rt zu werden.</p><p>�Dann wartet jetzt schon eine Entt�uschung auf sie�, erwiderte sie in der gleichen Lautst�rke, f�gte dann aber leiser hinzu: �Sofern das hier funktioniert.�</p><p>�Captain�, meldete Lieutenant Yuon. �Wir empfangen Sensorwerte zur Ablenkung der kinetischen Projektile durch die Festung der Aliens.�</p><p>�Und was sagen uns diese Werte?�, fragte Desjani.</p><p>��hm� Captain�� Yuon sch�ttelte hilflos den Kopf. �Die Werte sagen uns, dass die Projektile abgelenkt wurden.�</p><p>Sie drehte sich auf ihrem Platz um und sah Yuon an. �Das ist alles?�</p><p>�Ja, Captain. Die Sensoren haben nichts registriert au�er der �nderung des Vektors, die dazu f�hrte, dass die Festung verfehlt wurde.�</p><p>�Leiten Sie die Werte an alle Schiffe der Flotte weiter�, befahl Geary. �Vielleicht f�llt ja irgendjemandem irgendetwas auf.�</p><p>Yuon z�gerte. �Sir, Lieutenant Iger hat gesagt, dass die Werte geheim sind und unter der Aufsicht eines einzelnen Benutzers bleiben m�ssen.�</p><p>Auf eine sonderbare Art ergab das einen Sinn, da eine solche Technologie der B�rk�he in den H�nden bestimmter Menschen einen immensen taktischen Vorteil gegen�ber anderen Menschen darstellen w�rde.</p><p>Aber damit es dazu �berhaupt kommen konnte, musste die Flotte erst einmal diese Technik der B�rk�he �berwinden, und dazu war es n�tig, so viel wie m�glich so schnell wie m�glich �ber deren Funktionsweise in Erfahrung zu bringen. �Lassen Sie Lieutenant Iger wissen, dass ich seinen Befehl widerrufe. In diesem Fall ist der Sicherheit der Flotte am ehesten gedient, schnellstens alles �ber die Technologie der Aliens herauszufinden.�</p><p>Geary lehnte sich zur�ck und musste wieder warten, da es im Augenblick nichts gab, mit dem er sich h�tte besch�ftigen k�nnen.</p><p>�Da haben wir es�, sagte Desjani. �Nicht mal eine Minute, nachdem sie unsere Vektor�nderung bemerkt haben, sind sie auf einen neuen Kurs zu uns gegangen.�</p><p>Geary nickte. Sein Blick war auf das Display gerichtet, auf dem zu sehen war, dass die Aliens ihre Armada nach Backbord hatten schwenken lassen, damit sie noch fr�her mit der Allianz-Flotte zusammentreffen konnten. �Augenblick mal. Wie viel Geschwindigkeit haben sie weggenommen?�</p><p>�Um einiges�, erwiderte sie und klang nachdenklich, w�hrend sie mit einer Hand die neuen Daten auf ihrem Display nachvollzog. �Interessant. Als wir den Kurs �nderten, erh�hte sich dadurch die kombinierte Geschwindigkeit, mit der wir aufeinandertreffen w�rden.�</p><p>�Richtig, und zwar auf gut 0,25 Licht, wenn wir beide unsere Geschwindigkeit nicht verringert h�tten. Also deutlich zu schnell f�r unsere Gefechtssysteme, um die relativistische Verzerrung auszugleichen.� Je schneller sich ein Schiff im normalen Raum bewegte, umso verzerrter war das Bild des umgebenden Universums, da es den Gesetzen der uralten Relativit�tstheorie folgte. Wenn es daran ging, bei einem wenige Millisekunden dauernden Feindkontakt Waffen auf den Gegner zu richten, gen�gte schon eine winzige Abweichung zwischen der Wahrnehmung des Universums durch das Schiff und dessen tats�chlichen Zustandes, um das Ziel weit zu verfehlen. Die Gefechtscomputer der Menschen konnten diese Verzerrung bis zu einer Geschwindigkeit von 0,2 Licht recht gut ausgleichen, doch alles, was dar�ber hinausging, f�hrte seitens der Systeme zu so vielen Fehlberechnungen, dass ein Treffer praktisch unm�glich wurde. �Ich bin davon ausgegangen, dass sie irgendwann langsamer werden, aber sie haben ja augenblicklich ihre Geschwindigkeit reduziert.�</p><p>�Und sie bremsen immer noch ab�, sagte Desjani. �Diese Superschlachtschiffe ben�tigen eine Weile, ehe sie sp�rbar langsamer werden. Lieutenant Castries.�</p><p>�Ja, Captain?�</p><p>�Behalten Sie die Flugbewegungen der gegnerischen Armada im Auge und geben Sie Bescheid, wenn sich ihre Geschwindigkeit stabilisiert hat.� Desjani lehnte sich zur�ck und kniff die Augen zusammen, als w�rde sie mit einer Waffe ein Ziel anvisieren. �Zuvor hatten sie fr�her als erwartet aufgeh�rt zu beschleunigen.� Sie bet�tigte einige Kontrollen. �Ja. Als wir aufeinandertrafen, betrug unsere kombinierte Geschwindigkeit� 0,17 Licht.�</p><p>�0,17.� Geary rieb sich das Kinn. �Ich dachte, sie w�rden wieder beschleunigen, wenn sie sich uns ein St�ck gen�hrt haben. Aber vielleicht wollen sie nicht, dass wir uns bei einer dar�ber liegenden Geschwindigkeit begegnen.�</p><p>�Wollen wir wetten, dass sie so stark abbremsen, bis wir uns wieder bei 0,17 Licht begegnen werden?�, fragte Desjani.</p><p>�Falls ja�� Geary merkte, dass er zu l�cheln begonnen hatte. �Unsere Gefechtssysteme sind besser als ihre.�</p><p>�Deutlich besser�, erg�nzte Desjani. �Aber was glauben Sie, warum sie ihre Geschwindigkeit schon so fr�h drosseln? Warum warten sie nicht noch?�</p><p>�Gute Frage.� Die Antwort darauf konnte seinen gesamten Plan in Gefahr bringen, basierte der doch auf der Annahme, dass der Feind auf seine Flotte losst�rmen w�rde. Geary gab die Frage weiter an die zivilen Experten und hoffte darauf, dass sie etwas Brauchbares liefern konnten.</p><p>Es dauerte fast eine halbe Stunde, ehe Lieutenant Castries sich bei Desjani meldete. �Sie haben jetzt eine gleichbleibende Geschwindigkeit erreicht, Captain.�</p><p>�Danke. Was sagen die Steuersysteme zur kombinierten Geschwindigkeit, wenn wir den B�rk�hen begegnen?�</p><p>�Wenn es keine Ver�nderungen mehr gibt, dann wird die bei� 0,17 Licht liegen, Captain.�</p><p>�Na bitte.� Desjani lachte leise auf.</p><p>�Gut erkannt, Tanya.� Geary nahm verschiedene Aktualisierungen an seinem Plan vor und ber�cksichtigte dabei die Tatsache, dass die Armada der B�rk�he ihre Geschwindigkeit reduzierte, wenn der Kontakt bevorstand. �Das hei�t, unser n�chstes Man�ver findet erst in eineinhalb Stunden statt.�</p><p>�Admiral, jemand von einem der Sturmtransporter m�chte mit Ihnen sprechen�, meldete der Komm-Wachhabende. �Aber Ihr Komm ist so eingestellt, dass der Ruf blockiert wird.�</p><p>Er konnte jetzt eigentlich keine Ablenkung gebrauchen, dennoch sah er nach, wer da etwas von ihm wollte. Es war Dr. Setin, einer der zivilen Experten. �Warum blockiert meine Software Setin?�, grummelte er vor sich hin.</p><p>Desjani h�rte es und warf dem Komm-Wachhabenden einen finsteren Blick zu. �Die Systemfachleute sollen sich die Filtersoftware des Admirals ansehen und herausfinden, warum die falschen Kontakte blockiert werden.�</p><p>Geary widerrief die Sperre, sofort tauchte ein Fenster auf, das Dr. Setins Gesicht zeigte, gleich daneben befand sich Dr. Shwartz. �Admiral�, sagte Setin freudig. �Dr. Shwartz hat eine interessante Theorie �ber die Aliens in diesem Sternensystem. Sie beruht auf einer Vielzahl von Beobachtungen und Analysen und��</p><p>�Doctor�, unterbrach Geary ihn. �Im Moment stecke ich mitten in den Vorbereitungen f�r eine erneute Konfrontation mit diesen Aliens. K�nnen Sie Ihre Theorie so knapp wie m�glich zusammenfassen?�</p><p>�Als Menschen sind wir den Umgang mit Wesen gew�hnt�, begann Dr. Shwartz hastig, �die bei einer Bedrohung oder Verfolgung zuerst abrupt beschleunigen, entweder weil sie ihrem Verfolger entkommen wollen oder weil sie eine Beute fangen wollen, wobei sie f�r einen kurzen Zeitraum auf maximale Beschleunigung gehen. Aber ein intelligentes Wesen�� und damit rede ich von einer Intelligenz, wie sie der typische J�ger oder die typische Beute besitzen�� ist sich einer Sache bewusst: Wenn ihm erst einmal die Flucht gelungen ist oder wenn ihm die Beute doch noch entwischt ist, dann kann sich eine lange Jagd anschlie�en. Bei dieser Jagd bewegt sich der J�ger ebenso wie die Beute mit einer Geschwindigkeit fort, die sie �ber lange Zeitr�ume hinweg halten k�nnen.�</p><p>Geary dachte dar�ber nach, sein Blick kehrte zur�ck zum Display. �Das machen die B�rk�he jetzt gerade mit uns? Anstatt sich mit maximaler Geschwindigkeit zu n�hern, bewegen sie sich in einem Tempo auf uns zu, das f�r sie am effizientesten ist?�</p><p>�Das w�rde ich so sagen, Admiral.�</p><p>�Dr. Shwartz, das ergibt doch keinen Sinn. Sie laufen nicht hinter uns her, sie sind in Raumschiffen unterwegs. Die Antriebssysteme werden nicht wegen �berlastung ausfallen, und der Treibstoff geht ihnen auch nicht aus, es sei denn, sie h�tten ihre Schiffe so widersinnig konstruiert, dass sie tats�chlich keine Belastung aushalten. Wenn wir dieses Sternensystem schon l�ngst verlassen haben, werden sie noch immer nicht die Reserven ihrer Brennstoffzellen antasten m�ssen.�</p><p>�Admiral�, sagte Dr. Shwartz, hielt kurz inne und redete dann weiter: �Sie gehen von der Annahme aus, dass diese Aliens uns nur so lange verfolgen wollen, wie wir uns hier in ihrem System aufhalten.�</p><p>Geary musste diese Worte erst einmal verarbeiten, um zu verstehen, was Dr. Shwartz damit in letzter Konsequenz meinte. Die Aussichten gefielen ihm ganz und gar nicht. �Sie meinen, die k�nnten uns verfolgen? Durch den Sprungpunkt?�</p><p>�Admiral, es ist m�glich, dass sie uns verfolgen werden, solange sie nur k�nnen, um uns zu vernichten und so sicherzustellen, dass wir nicht zur�ckkehren und die Herde noch einmal bedrohen. Diese Pflanzenfresser haben die Kontrolle �ber ihre Welt erlangt, sie haben diese Festungen errichtet. Das hei�t, sie m�ssen beharrlich sein und �ber lange Zeit Ziele verfolgen k�nnen. Und sie m�ssen bereit sein, alles zu tun, um Bedrohungen unsch�dlich zu machen.�</p><p>�Danke, das ist eine� interessante Auslegung. Allerdings will ich sehr hoffen, dass Sie sich irren.� Nachdem sich das Fenster geschlossen hatte, wandte sich Geary zu Desjani um und berichtete ihr von der Theorie, die ihm soeben erkl�rt worden war.</p><p>�Na, toll.� Sie ballte die F�uste, als wollte sie sich f�r einen Nahkampf bereit machen. �Ich frage mich, ob die genug Ressourcen besitzen, um uns bis ins Gebiet der Allianz zu verfolgen.�</p><p>�Ohne Hilfsschiffe, die sie mit neuen Brennstoffzellen versorgen oder was immer sie f�r ihren Antrieb benutzen?�, gab Geary zur�ck.</p><p>�Diese Superschlachtschiffe sind gro� genug, um solche Produktionsanlagen und die entsprechenden Vorratsr�ume zu beherbergen�, machte sie ihm klar. �Wissen Sie, diese Schiffe sind l�ngst nicht so unsinnig, wie ich bislang gedacht habe. Vielleicht pflanzen sie auf manchen Ebenen sogar ihre Nahrung an. Ein sich selbst versorgendes Kriegsschiff, das jedes ben�tigte Ersatzteil herstellen kann, ist in der Lage, unbegrenzte Zeit zu reisen, solange es von Zeit zu Zeit die Vorr�te an Rohstoffen und allem anderen auff�llt, wenn es in einem System unterwegs ist.�</p><p>Er betrachtete die Darstellung der Superschlachtschiffe und sah sie auf einmal mit ganz anderen Augen. �Sie haben recht. Es k�nnte sein, dass sie nicht allein aus gefechtstaktischen �berlegungen so riesig sind. Damit h�tten wir eine Sorge mehr.�</p><p>�Wir k�nnten sie bis ins Syndik-Gebiet locken und dann absch�tteln, damit sie sich da austoben k�nnen�, schlug Desjani vor und f�gte sogleich hinzu: �Das war �brigens nur ein Scherz.�</p><p>�Danke, dass Sie das klargestellt haben�, meinte er nur halb im Scherz. Als er Tanya das erste Mal begegnet war, hatte sie noch viele der h�sslichen Einstellungen und �berzeugungen mit sich herumgetragen, die in hundert Jahren Krieg entstanden waren. Damals gab es nur wenig, was sie den verhassten Syndikatwelten nicht angetan h�tte, ohne R�cksicht darauf, ob sie Milit�r oder Zivilisten vor sich hatte. Auf ihrer Seele fanden sich noch viele Narben dieses Kriegs, aber sie lie� sich nur selten etwas davon anmerken. �Aber wenn sie uns folgen, werden wir sie irgendwo kampfunf�hig machen m�ssen, wo sie nicht von ihren Festungen unterst�tzt werden und wo sie nicht auf all die Ressourcen zur�ckgreifen k�nnen, die dieses System ihnen bietet.�</p><p>Sie nickte und l�chelte fl�chtig. �Mir ist aufgefallen, dass Sie noch kaum ein Wort �ber den Stern verloren haben, zu dem wir springen wollen.�</p><p>�Wir werden sehen, was uns da erwartet, und dann werden wir uns damit auseinandersetzen.�</p><p>�Admiral?�, meldete sich der Komm-Wachhabende zu Wort. �Captain Smythe von der <emphasis>Tanuki </emphasis>versucht Sie zu erreichen, aber er sagt, dass er eine Sperrmitteilung angezeigt bekommt.�</p><p>�Captain Smythe?� Geary sah zu Desjani. �Ich wei� <emphasis>ganz genau</emphasis>, dass meine Komm-Einstellungen keine Sperre bei ihm enthalten.�</p><p>Desjanis Miene verfinsterte sich, und er haute mit Wucht auf die interne Komm-Kontrolle. �Systemwartung, hier spricht der Captain. Etwas stimmt nicht mit der Komm-Software f�r den Flottenkommandanten. Finden Sie heraus, was es ist, und beheben Sie es auf der Stelle. Verstanden?�</p><p>�Ja, Captain!� Die Stimme des Mitarbeiters aus der System�berwachung klang beunruhigt, was auch nur angebracht war, wenn Desjani in diesem Tonfall mit jemandem redete.</p><p>�Stellen Sie Captain Smythe zu mir durch�, wies Geary den Komm-Wachhabenden an.</p><p>Ein Fenster �ffnete sich, der verwundert dreinblickende Smythe tauchte darin auf. �Komm-Probleme, Admiral? Ist nur so eine Vermutung, aber anders l�sst sich eigentlich nicht erkl�ren, dass ich nicht direkt zu Ihnen durchgekommen bin.�</p><p>�Offenbar ja�, antwortete Geary. �Es wird bereits daran gearbeitet.�</p><p>�Wahrscheinlich haben Sie� ist das der einzige Vorfall? Oder haben Sie noch was in dieser Art mitgekriegt?�</p><p>�Mindestens ein weiteres Problem bei meinen Komm-Einstellungen.�</p><p>�Admiral, ich will Sie nicht unn�tig beunruhigen�, sagte Smythe, dessen Gesichtsausdruck mit einem Mal gro�e Sorge verriet. �M�glicherweise ist das kein Softwareproblem. Jedenfalls dann nicht, wenn die Betriebssysteme ordentlich arbeiten. Aber wenn die Prozessoren und Speicherstifte des Komm-Systems physische Fehler entwickeln, wird das bei der Software f�r widerspr�chliches Verhalten sorgen.�</p><p>Geary wusste, dass wegen der geringen Lebenserwartung der Schiffe alles in der Flotte kurz vor dem Zusammenbruch stand, doch an dieses spezielle Problem hatte er nicht gedacht. Wenn er jetzt Probleme mit dem Komm hatte, so kurz vor einem neuerlichen Zusammentreffen mit den Aliens, dann� �Captain Desjani, ich h�re gerade von Captain Smythe, dass es ganz gut w�re, wenn Ihre Systemtechniker auch die Hardware im Komm-System �berpr�fen, also Prozessoren und Speicherstifte.�</p><p>Sie verstand sofort die Bedeutung dieser Worte und sah Geary nur einen Moment lang stumm an. �Systemwartung! Hardware �berpr�fen! Chefingenieur! Ich ben�tige eine sofortige und umfassende �berpr�fung aller Prozessoren, die mittelbar oder unmittelbar mit dem Komm zu tun haben.�</p><p>Smythe, der nichts von Desjanis Befehlen h�ren konnte, sagte zu Geary: �Ich melde mich eigentlich wegen der <emphasis>Orion</emphasis>. Die <emphasis>Kupua </emphasis>hat alle Reparaturen an der besch�digten Hauptantriebseinheit ausgef�hrt. Die Bereitschaftssysteme der Flotte werden Ihnen anzeigen, dass die <emphasis>Orion </emphasis>wieder bei hundert Prozent Leistung ist. Allerdings hat die Befehlshaberin der <emphasis>Kupua</emphasis>, Commander Miskovic, mir gesagt, sie sei besorgt.�</p><p>�Besorgt?� <emphasis>Sie ist besorgt? Was w�rde sie wohl dazu sagen, dass im Augenblick nicht klar ist, ob das Komm-System funktioniert, w�hrend wir auf eine Begegnung mit einer gegnerischen Flotte zurasen. </emphasis>�Aus welchem Grund?�</p><p>�Die Systemtests sind fehlerlos verlaufen�, erkl�rte Smythe und suchte nach den richtigen Worten �Aber� Miskovic hat mir gesagt, dass sie sich ihrem Gef�hl nach nicht gut anf�hlen.�</p><p>�Was soll das hei�en?�, wollte er wissen.</p><p>�Das soll hei�en, dass es kein erkennbares Problem mit dem Antrieb der <emphasis>Orion </emphasis>gibt, Admiral. Trotzdem hat eine begabte und erfahrene Frau kein gutes Gef�hl.� Smythe machte eine frustrierte Geste. �Ich muss Sie ja nicht erst darauf aufmerksam machen, dass die <emphasis>Orion </emphasis>im abgelaufenen Jahr etliche Treffer hat einstecken m�ssen und dementsprechend oft repariert worden ist. Manchmal waren das sogar sehr hastige Reparaturen. So etwas kann auf manchmal undefinierbare Arten zusammenspielen.�</p><p>�Ich verstehe nicht.�</p><p>Ein paar Sekunden lang wirkte Smythe erschrocken, dann bekam er sich wieder unter Kontrolle. �Oh ja, nat�rlich. Sie haben nicht Ihre ganze Karriere �ber im Gefecht verbracht, jedenfalls nicht nach der Schlacht bei Grendel. Ich bitte um Verzeihung, Admiral, aber heute neigt jeder zu der Annahme, dass alle Offiziere, die man kennt, ihr Leben lang von einer Schlacht zur n�chsten gezogen sind. Aber es bedeutet, dass Sie keine gro�e Erfahrung mit Systemen haben, die wiederholt im Gefecht besch�digt und repariert wurden. Ich muss allerdings auch einr�umen, dass das nicht so oft vorgekommen ist, wie man eigentlich meinen sollte, weil einfach zu viele Schiffe vollst�ndig zerst�rt wurden oder sie nur noch ausgeschlachtet werden konnten. Aber so etwas addiert sich mit der Zeit, genauso wie die normale Beanspruchung ihre Spuren hinterl�sst.�</p><p>Geary sp�rte, wie Kopfschmerzen einsetzten, und er versuchte, sich zu entspannen. Wenn er zulie�, dass die pers�nliche Beanspruchung Spuren bei ihm hinterlie�, dann konnte das zu gravierenden Fehlurteilen und falschen Entscheidungen f�hren, die sich diese Flotte nicht leisten konnte. �Was genau bedeutet das in diesem konkreten Fall?�</p><p>�Das bedeutet, dass zwar alle Tests ein einwandfreies Funktionieren der Antriebssysteme der <emphasis>Orion </emphasis>ergeben. Dennoch ist die Ingenieurin, die diese Tests vorgenommen hat, der Meinung, dass bei dem Schiff mit nur minimaler oder sogar ganz ohne Vorwarnung ein massives Problem mit dem Antrieb auftauchen kann. Ich finde, das sollten Sie wissen.�</p><p>�Kann ich von mir aus irgendetwas tun?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Dann m�ssten Sie schon alle Systeme der <emphasis>Orion </emphasis>�berholen, austauschen oder neu bauen�, antwortete Smythe. �Das ist zwar geplant, aber der Termin wird kontinuierlich nach hinten geschoben.�</p><p>Geary nickte verstehend. �Danke, Captain Smythe. Falls es unerwartete Probleme mit den Antriebssystemen der <emphasis>Orion </emphasis>geben sollte, bin ich wenigstens schon geistig darauf gefasst.� <emphasis>Bitte, Vorfahren, legt bei den lebenden Sternen ein gutes Wort ein, damit das nicht ausgerechnet mitten in einem Gefecht passiert!</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Ist Commander Shen davon in Kenntnis gesetzt worden?�</p><p>�Ja, Admiral. Er schien nicht sonderlich erfreut zu sein. Allerdings macht Commander Shen nie einen erfreuten Eindruck.�</p><p>Desjani beugte sich vor. �Der Fehler steckte in den Prozessoren, die die Kommunikation auf einer �bergeordneten Ebene koordinieren. Bei mehreren Speicherstiften sind die Updates nicht mehr vorhanden.�</p><p>Smythe h�rte sie reden und nickte. �Genau das ist es. Sie verlieren nach und nach ihre Speicherf�higkeit. Deshalb kehren Ihre Systeme in die Grundeinstellung zur�ck. Es ist nichts, was im ersten Moment sonderlich auff�llt, aber die Speicherprobleme werden sich auf alle Ihre Systeme ausweiten.�</p><p>�Meine Systemingenieure tauschen momentan die betroffenen Stifte aus�, sagte Desjani. �K�nnen sie sonst noch etwas tun?�</p><p>�Sie k�nnen den Rest des Systems durch ein neues ersetzen�, meinte Smythe seufzend. �Das Versagen dieser Stifte ist in Ihrem Komm-System das Gleiche wie der Kanarienvogel in einer Kohlenmine. Verlassen Sie sich ab sofort nicht auf die normalen physischen Ausr�stungsdiagnosen und Selbsttests. Betrachten Sie das System als krank, bis wir alles ausgetauscht haben.�</p><p>�Captain Smythe�, erwiderte Geary, wobei er alle M�he hatte, ruhig und gelassen zu klingen. �Wir sind auf dem Weg in eine Schlacht. Wollen Sie mir erz�hlen, dass ich mich nicht auf das Komm-System der <emphasis>Dauntless </emphasis>verlassen kann?�</p><p>Er sp�rte, wie sich Desjani neben ihm verkrampfte. Sie war immer besonders stolz darauf gewesen, dass ihr Schiff das Flaggschiff war, au�erdem eilte ihr der Ruf voraus, dass alles und jeder an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>stets in bester Verfassung und jederzeit einsatzbereit war. Wenn er so kurz vor dem n�chsten Gefecht mit seiner Flagge auf ein anderes Schiff wechseln musste, weil entscheidende Systeme der <emphasis>Dauntless </emphasis>nicht zuverl�ssig arbeiteten, w�re das f�r Tanya und ihre Crew eine Blamage.</p><p>Smythe dagegen behandelte die Frage lediglich aus der Sicht eines Ingenieurs. �Ich m�sste eine umfassende Inspektion und einen Testlauf vornehmen, um auf diese Frage antworten zu k�nnen, Admiral. Allerdings gibt es ja offensichtlich erste Probleme an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>.�</p><p>Desjanis Miene hatte sich verfinstert, und sie schien zu einer hitzigen Erwiderung bereit zu sein.</p><p>Sollte er seine Loyalit�t gegen�ber Tanya und seine Vertrautheit mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>und ihrer Besatzung schwerer wiegen lassen als seine Verantwortung, �ber ein Flaggschiff zu verf�gen, das ein zuverl�ssiges Komm-System vorweisen konnte? Die Konsequenzen einer Entscheidung auf Grundlage seiner Gef�hle anstelle kalter Logik konnten extrem gravierend sein.</p><p>Aber in einem Krieg gab es auch noch andere Faktoren, die mit kalter Logik rein gar nichts zu tun haben. Faktoren, die �ber den Ausgang einer Schlacht entscheiden konnten. Wie w�rde die Flotte reagieren, wenn sie alle miterlebten, wie er in letzter Minute ein neues Flaggschiff bestimmte und die <emphasis>Dauntless </emphasis>verlie�, obwohl die �u�erlich keine Sch�den aufwies? Wie viele Mutma�ungen �ber den Grund f�r eine solche Ma�nahme w�rden im n�chsten Augenblick �berall in der Flotte die Runde machen? Welchen Schaden konnten solche Ger�chte dem Kampfgeist und der Disziplin dieser Flotte zuf�gen?</p><p>Ohne zu ahnen, was Geary in diesem Moment durch den Kopf ging, redete Smythe weiter. Seine Miene war ernst, sein Blick auf einen weit entfernten Punkt gerichtet, w�hrend er �ber das Problem nachdachte. �Offensichtlich ist auch, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>das Problem bereits erkannt und Gegenma�nahmen eingeleitet hat. Au�erdem kann sich auf jedem anderen Schiff jederzeit die gleiche Situation ergeben. Aber niemand wei�, wie langwierig oder umfangreich die Reparaturen ausfallen k�nnen��</p><p>�Vielen Dank, Captain Smythe�, unterbrach ihn Geary, der die Anspannung inzwischen bei jedem auf der Br�cke sp�rte, nicht nur bei Desjani. Auch wenn er nicht wusste, ob es die richtige Entscheidung war, sagte ihm sein Verstand, dass er diesmal seinem Gef�hl den Vorrang geben musste. �Die <emphasis>Dauntless </emphasis>arbeitet an dem Problem, und ich habe volles Vertrauen in meine Crew, dass sie dieses Problem auch beheben kann. Ich bin von ihr noch nie entt�uscht worden.�</p><p>�Wie Sie meinen, Admiral. Es ist Ihre Flotte. Ach ja, vergessen Sie nicht diese Sache bei der <emphasis>Orion</emphasis>.�</p><p>�Glauben Sie mir, Captain Smythe, das werde ich ganz bestimmt nicht vergessen.� Er lehnte sich zur�ck und atmete aus. Als er zu Desjani schaute, sah er, wie sie �ber ihre internen Komm-Leitungen mit ihren Leuten redete. Von Anspannung war ihr nun nichts mehr anzumerken. Ringsum arbeitete die Br�ckencrew der <emphasis>Dauntless </emphasis>und strahlte dabei Ruhe und Entschlossenheit aus. �Wie sieht es aus?�, fragte er Desjani.</p><p>Sie beendete ihre Unterhaltung und drehte sich zu ihm um. �Noch zehn Minuten, dann sind der Austausch der Komponenten und die System�berpr�fungen abgeschlossen. Eine umfassende Inspektion der physischen Komponenten wird erheblich l�nger dauern, aber wir arbeiten dran, Admiral.�</p><p>�Vielen Dank.�</p><p>�Nein, Sir, ich habe zu danken.� Sie l�chelte ihn an. �Sie haben �ffentlich Ihr Vertrauen in mein Schiff und meine Crew ausgesprochen.�</p><p>Er zuckte mit den Schultern und f�hlte sich ein wenig verlegen, dass seine Worte ihr und ihren Leuten so viel bedeuteten. �Ich habe nur die Wahrheit gesagt. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hat mich nie entt�uscht. Wenn es ein Schiff in dieser Flotte gibt, das wirklich unbesiegbar ist, dann die <emphasis>Dauntless</emphasis>.�</p><p>Desjani wurde schlagartig ernst. �Und jetzt versuchen Sie, mein Schiff mit einem Fluch zu belegen.�</p><p>�Ich wollte nur��</p><p>�H�ren Sie lieber auf, solange es noch geht, Admiral. Ich bin mir sicher, Sie werden sich sp�ter bei den lebenden Sternen f�r diese �u�erung entschuldigen, aber f�r den Augenblick tun wir einfach so, als h�tten Sie das nicht gesagt. Konzentrieren wir uns stattdessen auf die Tatsache, dass Black Jack kein anderes Flaggschiff haben m�chte.�</p><p>Fast h�tte er damit gez�gert, seine n�chsten Man�verbefehle auszusenden, da er sich unwillk�rlich fragte, ob die den Rest der Flotte erreichen oder ob sich weitere Probleme beim Komm-System bemerkbar machen w�rden. Doch Desjanis Personal hatte gemeldet, dass das System zumindest im Augenblick ordentlich arbeitete. �An alle Einheiten: Bei Zeit eins f�nf drehen Sie sechs f�nf Grad nach Steuerbord und drei Grad nach unten.�</p><p>Alle Schiffe befolgten gleichzeitig den Befehl, und wieder �nderte die Schachtelformation ihre Richtung, ohne dabei die Form zu verlieren. Die Flotte beschrieb nun eine Kurve weg vom Stern und von der herannahenden Flotte, die jetzt nur noch zwanzig Lichtminuten entfernt war.</p><p>�Das wird den B�rk�hen aber gar nicht gefallen�, merkte Desjani an.</p><p>�Solange sie das tun, was wir von ihnen erwarten�, meinte Geary.</p><p>�Und was genau erwarten wir?�, fragte Victoria Rione von ihrem Platz im hinteren Bereich der Br�cke aus.</p><p>Geary drehte sich mit seinem Sessel zu ihr um. �Wir versuchen, sie dazu zu bringen, das zu tun, was wir wollen. Ich nehme an, wir haben von ihnen immer noch nichts geh�rt, richtig?�</p><p>�Nein�, erwiderte Rione. �Nicht mal ein trotziges �Muh�, das einem das Blut in den Adern gefrieren lassen k�nnte. Ich glaube, Ihre Experten haben recht. Diese Wesen reden nicht mit ihren Feinden, sondern r�umen sie einfach aus dem Weg.�</p><p>In diesem Moment betrat General Charban die Br�cke. �Schlecht f�r jeden, der eigentlich nie ein richtiger Feind gewesen ist. Allerdings nehme ich an, dass sie den Begriff Feind sehr weit auslegen. Ich hatte gerade eine faszinierende Unterhaltung mit Dr. Shwartz.�</p><p>�Irgendwelche neuen Erkenntnisse?�, erkundigte sich Geary. Es dauerte noch gut vierzig Minuten, bis sie die Reaktionen der B�rk�he auf ihr j�ngstes Flugman�ver beobachten konnten, also konnte er diese Zeit auch nutzen und wom�glich noch etwas Brauchbares herausfinden.</p><p>�Jedenfalls nichts Gutes�, sagte Charban.</p><p>�Wie kommt es nur, dass von Dr. Shwartz so selten etwas Erbauliches kommt?�</p><p>Charban l�chelte ihn an. �Dazu kann ich leider nichts sagen. Aber ich kann Ihnen berichten, welche Schlussfolgerungen unsere Experten aus den fortgesetzten Analysen der Oberfl�che des bewohnten Planeten gezogen haben. Wie Sie wissen, ist fast s�mtliches Land mit Geb�uden bedeckt.�</p><p>�Genau. Geb�ude, auf deren D�chern Getreide angebaut wird.�</p><p>�Es ist �berall das gleiche Getreide, Admiral. Welchen Bereich der Oberfl�che wir uns auch angesehen haben, es existiert dort unten so gut wie keine Abwechslung in der Vegetation.�</p><p>�Auf dem ganzen Planeten?�</p><p>Desjani bekam das mit und schnaubte ungl�ubig. �Sie haben alles andere ausradiert? Der Planet ist mit ihnen bedeckt und dem, was sie als Nahrung anbauen?�</p><p>�So gut wie restlos�, entgegnete Charban. �Sie haben nicht nur s�mtliche J�ger ausgerottet, sondern auch alles andere aus dem Verkehr gezogen, was ihnen im Weg h�tte sein k�nnen. In den abgefangenen Videos sahen wir hin und wieder vogel�hnliche Kreaturen, au�erdem ein paar kleinere Bestien, bei denen es sich um Haustiere zu handeln scheint. Aber wenn man davon absieht, begegnet man �berall auf dieser Welt nur B�rk�hen. Ausgenommen irgendwelche Auff�hrungen, bei denen wohl historische Ereignisse nachgespielt werden. Dort tragen diese Wesen primitive R�stungen und liefern sich Gefechte mit anderen Kreaturen. Bei denen handelt es sich klar erkennbar um digitale Spezialeffekte, die vermutlich die inzwischen ausgestorbenen J�ger darstellen.�</p><p>�Gefechte?� Das klang nach einer Gelegenheit, einen genauen Eindruck von der Art und Weise zu erhalten, wie diese Gesch�pfe k�mpften. �K�nnen Sie mir ein solches Video sofort r�berschicken?�</p><p>�Auf jeden Fall, Admiral.� Charban dr�ckte auf seine Komm-Einheit und nickte Geary zu.</p><p>Desjani beugte sich zu Geary hin�ber, um sich Charbans �bermittlung ansehen zu k�nnen. Dabei ignorierte sie den herablassenden Blick, den Rione ihr wegen dieser k�rperlichen N�he zu Geary zuwarf.</p><p>Ein neues virtuelles Fenster �ffnete sich vor Geary, und er sah ganze Reihen von B�rk�hen, die Schilde und lange Speere trugen, w�hrend sie gegen Widersacher vorr�ckten, die vergeblich auf die Wand aus Schilden einschlugen. Fr�her oder sp�ter wurden sie alle von den Speeren ihrer Widersacher durchbohrt.</p><p>�Eine beeindruckende Zurschaustellung in Sachen Disziplin�, merkte Charban an. �Die B�rk�he bleiben in der Formation, jede an ihrer Position. Sie bewegen sich im Gleichschritt vorw�rts, alle reagieren sofort auf die erteilten Befehle.�</p><p>�Ich sehe nicht besonders viel Drama�, kommentierte Desjani. �Sie bedienen sich ihrer zahlenm��igen �berlegenheit, um die J�ger zur�ckzudr�ngen, einzukreisen und schlie�lich aufzuspie�en.�</p><p>�Das ist auch alles, was sich da ereignet�, sagte Charban. �All diese Geschichtsvideos laufen gleich ab. Wir konnten nicht einen einzigen Fall finden, in dem eine einzelne B�rkuh den Helden spielt. Offenbar gef�llt es diesen Kreaturen, dabei zuzusehen, wie die Massen ihrer eigenen Armee in Bewegung sind. Ich habe das nachgepr�ft und konnte Vorf�lle in der Menschheitsgeschichte finden, die grobe �hnlichkeiten dazu aufweisen. Eine antike Gesellschaft auf der Alten Erde beispielsweise k�mpfte in ganz �hnlichen Formationen mit einer geschlossenen Front aus Schilden. Heldentum und Drama drehten sich einzig um die simple Frage, ob jeder Soldat seinen Platz in der Formation beibehalten konnte, wenn die zwei Streitm�chte aufeinandertrafen.�</p><p>�Sie sind gar nicht so anders als wir�, warf Rione ein. �Es gibt Dinge, bei denen wir Gemeinsamkeiten feststellen k�nnten, wenn sie nur mit uns reden w�rden. Aber unsere anf�ngliche Vermutung, dass diese Pflanzenfresser uns einzig aus dem Grund angegriffen haben, weil sie uns f�r J�ger hielten, war unvollst�ndig.�</p><p>�Es gibt noch einen anderen Grund?�, hakte Geary nach.</p><p>Sie deutete in die Richtung, in der sich der weit entfernte Heimatplanet der B�rk�he befand. �Wir sind f�r sie Konkurrenz, Admiral, und Konkurrenz k�nnen sie nicht dulden. Sie haben auf ihrer Heimatwelt alle Konkurrenz vernichtet, und w�ren sie nicht durch die Anwesenheit der Enigmas darauf beschr�nkt, hier in ihrem System zu bleiben, h�tten sie sich inzwischen vermutlich bis in die von den Menschen kontrollierten Gebiete vorgewagt und dabei jede andere Lebensform �berrannt, auf die sie dabei gesto�en w�ren.�</p><p>�Was ist mit den Systemen, die in entgegengesetzter Richtung liegen? M�ssen wir davon ausgehen, dass die B�rk�he zu allen Seiten von den Enigmas umgeben sind?�</p><p>�Das k�nnen wir zumindest hoffen�, meinte Rione. �Ja, ich wei�, keiner von uns h�tte vor dem Eintreffen in diesem System so etwas f�r m�glich gehalten, aber inzwischen kommen einem die Enigmas als das kleinere �bel vor.�</p><p>�Pandora�, sagte Desjani.</p><p>�Was?�, fragte Geary stellvertretend f�r jeden auf der Br�cke.</p><p>�Eine von den alten Legenden�, erl�uterte sie. �Von der Sorte, die den Frauen die Schuld an allem Schlechten gibt. Pandora hat irgendeine Kiste oder etwas in der Art aufgemacht, und darin befanden sich alle m�glichen �blen Dinge. Ich glaube, Pandora w�re ein passender Name f�r diesen Stern.�</p><p>�Die alten Legenden gaben nicht den Frauen die Schuld an allem Schlechten�, widersprach Charban. �Das betraf nur Frauen, die� die nicht auf das h�rten, was man ihnen gesagt hatte.�</p><p>�Was f�r eine feinsinnige Unterscheidung�, kommentierte Rione sarkastisch. �Es ist ja auch so schwer zu betonen, wie wichtig es ist, dass eine Frau gehorsam ist.�</p><p>Desjani grinste, als sie Charbans Verlegenheit bemerkte, bis ihr klar wurde, dass sie sich damit auf Riones Seite gestellt hatte. Rasch konzentrierte sie sich wieder auf Geary. �Nur noch f�nf Minuten, bis wir ihre Reaktion zu sehen bekommen.�</p><p>Um nicht in eine Diskussion �ber die historischen Ansichten zum �angemessenen� Verhalten einer Frau hineingezogen zu werden, nickte Geary nur und wandte den Blick nicht von seinem Display ab. Die B�rk�he sollten auf sein j�ngstes Man�ver in der Form reagieren, dass sie ihren Kurs nach Backbord und leicht nach unten korrigierten und erneut beschleunigten, um auf einen neuen Abfangkurs zur Allianz-Flotte zu gehen.</p><p>�Es besteht immer noch das Risiko�, merkte Desjani an, �dass die Flotte sich zur�ckzieht und uns ihre Festung �berl�sst.�</p><p>�Ich wei�. Unser n�chstes Man�ver wird uns aber viel n�her an sie heranbringen. Wenn das zutrifft, was wir �ber diese Aliens wissen und vermuten, sollten sie dann dicht hinter uns bleiben.�</p><p>Die feindliche Armada �nderte ihren Vektor genau im erwarteten Moment und nahm damit exakt die Kurs�nderung vor, die n�tig war, um weiterhin auf Abfangkurs zu bleiben. Au�erdem beschleunigten die Kriegsschiffe. Geary lie� ihnen Zeit, bis die B�rk�he ihren neuen Kurs erreicht hatten. Er gab den n�chsten Befehl an seine Flotte aus, w�hrend die gegnerischen Schiffe immer noch beschleunigten. �An alle Einheiten: Bei Zeit zwei sieben drehen Sie eins drei vier Grad nach Steuerbord und f�nf Grad nach oben.�</p><p>Diesmal n�herte sich die Allianz-Flotte in einem weiten Schwenk der Armada, wobei sich jedes Schiff innerhalb der Kastenformation drehte.</p><p>�Sie sind achtzehn Lichtminuten entfernt�, sagte Desjani. �Aber auf unserem neuen Kurs verk�rzen wir diese Strecke. Momentane N�herungsgeschwindigkeit liegt bei 0,24 Licht, und sie werden weiter beschleunigen, bis sie sehen, dass wir Kurs auf sie genommen haben.�</p><p>Geary nickte, seine Aufmerksamkeit galt ganz der Festung der Aliens. Die Flotte hatte sich auch ihr inzwischen gen�hert, sodass die Schiffe auf der Backbordseite nur noch gut zweiundzwanzig Lichtminuten davon entfernt waren. Die Armada befand sich an der Steuerbordseite der Allianz-Schiffe, womit Festung, Allianz-Flotte und Armada fast eine Linie bildeten. �Von jetzt an werden wir schnellere Kurs�nderungen vornehmen, und vieles davon muss instinktiv geschehen, da uns keine Zeit bleibt, erst einmal die Reaktion der B�rk�he abzuwarten, ehe wir unseren n�chsten Zug machen. Lassen Sie es mich wissen, sobald Sie ein ungutes Gef�hl haben.�</p><p>�Bei Flottenman�vern sind Sie besser als ich�, sagte Desjani. �Sehr viel besser sogar.�</p><p>�Aber Sie k�nnen einsch�tzen, ob sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>in die gew�nschte Richtung bewegt. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt. Jedes Schiff in dieser Flotte h�lt seine Position zur <emphasis>Dauntless</emphasis>, und wenn sie sich so bewegt, wie wir es wollen, dann bewegt sich auch die Flotte so, wie wir es wollen.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>F�nfundsiebzig Minuten bis zum Kontakt�� oder eher nur noch siebzig, wenn die B�rk�he weiter so beschleunigten wie bisher.</p><p>Er hatte seine Captains davon in Kenntnis gesetzt, was passieren sollte. Im Verlauf der n�chsten Stunden beschrieb die Flotte wiederholt Wendeman�ver, mal nach Backbord, nach Steuerbord, mal um hundertachtzig, mal um dreihundertsechzig Grad. Damit wurden die gegnerischen Kriegsschiffe gezwungen, ihrerseits auch immer wieder Kurs�nderungen vorzunehmen und die Geschwindigkeit zu drosseln oder zu erh�hen. W�ren diese Gegner Menschen, dann w�rde sich in ihnen l�ngst Frust und �rger regen, da die Flotte immer wieder dazwischen wechselte, auf ein fr�heres Zusammentreffen zuzusteuern oder die Verfolgungsjagd in die L�nge zu ziehen. Nat�rlich bestand das Risiko, dass Gearys eigene Captains die gleiche Reaktion versp�rten. Aber mit jedem Man�ver kamen die B�rk�he mit ihren Kriegsschiffen den Menschen ein St�ck n�her, w�hrend sich die Allianz-Flotte der Orbitalfestung n�herte. Die doppelte Bedrohung aus Armada auf der einen und Festung auf der anderen Seite gen�gte hoffentlich, um die hitzk�pfigsten Captains in Gearys Flotte davon abzuhalten, aus der Formation auszuscheren und auf den Feind loszugehen.</p><p>Als die Flotte wieder einen weiten Bogen nach Backbord flog, dachte Geary �ber die Vor- und Nachteile der Art und Weise nach, wie die B�rk�he k�mpften. Jeder K�mpfer blieb exakt an dem Platz, den man ihm zugeteilt hatte, und er tat genau das, was sein Commander ihm befahl. Es musste ein gutes Gef�hl sein, sich keine Sorgen dar�ber machen zu m�ssen, jemand k�nnte pl�tzlich ausscheren und irgendetwas auf eigene Faust versuchen.</p><p>Aber dann h�tte er eine Flotte voller Schiffskommandanten, von denen jeder noch schlimmer war als Captain Vente. Unf�hig zu eigenst�ndigem Handeln, wenn die Umst�nde das erforderten; v�llig fixiert darauf, exakte Anweisungen zu erhalten; so blind, dass sie jeden Befehl befolgten, selbst wenn der offensichtlich verkehrt war. Zu viel und zu wenig Disziplin waren die beiden Seiten ein und derselben M�nze, mit der sich nur die Niederlage erkaufen lie�.</p><p>�Der Anf�hrer dieser Armada d�rfte inzwischen vor Wut kochen�, sagte Desjani. �Sie spielen nur mit ihnen, anstatt zum Angriff �berzugehen.�</p><p>�Das ist der Sinn der Sache.� Nicht mehr lange. Die Kastenformation seiner Flotte hatte sich St�ck f�r St�ck vorgearbeitet und war nur noch ein paar Lichtminuten von der Festung entfernt. Damit befand sie sich inzwischen aber auch fast auf der gegen�berliegenden Seite der Armada, die sich soeben abm�hte, zum wiederholten Mal nach Steuerbord zu drehen. Die gewaltigen Superschlachtschiffe ben�tigten dabei jedoch einen enormen Wendekreis und wurden w�hrenddessen von den kleineren Schiffen begleitet, die ihre relative Position zu den Riesen zu keiner Zeit verlie�en. Geary hatte seine Flotte immer wieder nach oben und unten fliegen lassen, w�hrend die Einheiten der B�rk�he hin und her zogen, und das j�ngste Man�ver dieser Art brachte seine Schiffe einige Grad unter die Ebene dieses Systems.</p><p>Auf seinem Display beobachtete Geary, wie die Bestandteile dieser bislang unblutigen Schlacht auf den Kurs schwenkten, auf den er den ganzen Tag hingearbeitet hatte. Dieser Kurs lenkte die Allianz-Flotte unter die Festung. Gleich hinter ihr befand sich auf fast gerader Linie der Sprungpunkt, den sie erreichen mussten. Auf der Backbordseite der Allianz-Flotte und der Festung glitt die Armada auf einem Kurs auf Gearys Schiffe zu, der sie dicht an der Festung vorbeif�hren w�rde. <emphasis>Das wird den Commander der B�rk�he nicht st�ren. Er will mich, er will meine Flotte, und er muss sich keine Sorgen machen, von der Festung angegriffen zu werden. Und die Festung ihrerseits hat mich fest im Blick, w�hrend sie darauf wartet, dass wir nahe genug kommen, damit sie ihre Raketenschiffe starten k�nnen.</emphasis></p><p><emphasis>Der eine achtet nicht auf den anderen, weil beide meinen, dass das nicht n�tig ist.</emphasis></p><p><emphasis>Hoffe ich zumindest.</emphasis></p><p><emphasis>Jetzt.</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>An alle Einheiten: Bei Zeit vier neun drehen Sie drei f�nf Grad nach Steuerbord. Beschleunigen Sie auf 0,15 Licht.�</p><p>Steuerd�sen arbeiteten mit maximaler Leistung, als die Flotte ihre Bewegung nach Backbord beendete und in einem wedelnden Man�ver nach Steuerbord zur�ckkehrte. Die Hauptantriebseinheiten flammten auf und trieben die Kriegsschiffe zu einem h�heren Tempo an, w�hrend ihre Drehung noch nicht ganz abgeschlossen war.</p><p>Geary lie� die schwerf�lligen Hilfsschiffe in der Mitte der Formation nicht aus den Augen, da er wusste, dass dieses Man�ver sie an die Grenzen ihrer F�higkeiten brachte. Wenn eines von ihnen die Bewegung der Flotte nicht mitmachen konnte, musste er auf der Stelle eine Kurskorrektur anordnen, damit sie nicht in Gefahr gerieten.</p><p>Aber auch wenn die H�llenbelastung der Hilfsschiffe auf seinem Display einen roten Alarm aufblinken lie�, hielten sie mit dem Rest der Flotte mit. Geary atmete angestrengt durch und merkte nichts davon, dass er den Schiffen beide Daumen dr�ckte. �An alle Einheiten: Nehmen Sie die Modifizierte Formation Hotel ein.�</p><p>Auf der Backbordseite seiner Flotte w�rde die mittlerweile viel zu nahe Armada zwar das letzte Man�ver sehen, das diesmal nicht ausreichte, um erneut einer Feindber�hrung auszuweichen. Und sie w�rden auch sehen, wie die Allianz-Schiffe abrupt ihre Geschwindigkeit ver�nderten und einen Satz nach vorn machten, um die Zielerfassungssysteme zu verwirren und eine direkte Konfrontation zu erschweren. Und dann w�rden sie sehen, wie sich mitten in diesem Flugman�ver die R�nder der Flottenformation aufl�sten.</p><p>Hunderte von Schiffen flogen scheinbar wild durcheinander, die einen tauchten ab, die anderen stiegen auf. In Wahrheit waren diese Man�ver exakt aufeinander abgestimmt. Die Schlachtschiffe, die sich nicht ohnehin auf der obersten Ebene der Formation befanden, nahmen Kurs nach oben, um sich den anderen anzuschlie�en und eine geschlossene Lage aus schlagkr�ftigen Schiffen zu bilden. Die Schlachtkreuzer bildeten an der Vorder- und der R�ckseite der Formation Schw�rme, um diese Bereiche zu sichern oder um die Schlachtschiffe zu unterst�tzen. Schwere Kreuzer sanken ein St�ck weit nach unten, damit sie die Hilfsschiffe und Sturmtransporter wie eine sch�tzende Schicht umgeben konnten. Leichte Kreuzer und Zerst�rer suchten sich einen Platz inmitten der Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer.</p><p>Die Masse der Formation blieb dabei allerdings relativ kompakt, w�hrend sie geradewegs auf die Festung zuflog, unter der sie dann aber hinwegtauchen w�rden.</p><p>Auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>herrschte gebannte Stille. Jeder hatte den Blick auf sein Display gerichtet und wartete darauf, wie die Armada reagieren und wann die Festung ihre Raketenschiffe starten w�rde.</p><p>�Jetzt gibt es kein Zur�ck mehr�, murmelte Desjani. Sie waren auf ihrem Kurs so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr schnell genug der Festung und der Armada ausweichen konnten, um eine Kollision zu verhindern.</p><p>�Da kommen sie�, sagte Geary.</p><p>Die Armada hatte beigedreht und drosselte ihre Geschwindigkeit, wobei die plumpen Superschlachtschiffe sich anstrengen mussten, um das Flugman�ver vollziehen zu k�nnen. Die Kurve, die die vorausberechnete Flugbahn der Armada anzeigte, driftete ein wenig zur Seite und kam direkt unter der Festung zum Stillstand. Die massigen Schiffe der B�rk�he konnten aber nicht schnell genug abbremsen. �Kombinierte Geschwindigkeit beim Zusammentreffen auf 0,19 Licht gesch�tzt�, verk�ndete Desjani mit jener unnat�rlichen Ruhe und Gelassenheit, die bei ihr im Angesicht einer Schlacht v�llig normal waren.</p><p>�An alle Einheiten�, wies Geary an. �Er�ffnen Sie das Feuer auf jedes Ziel, das in Feuerreichweite gelangt.�</p><p>Tage waren vergangen, dann Stunden, danach Minuten, und nun blieben nur noch Sekunden, w�hrend die drei Elemente dieser Schlacht aufeinander zurasten. W�rde die Festung ihre Raketen genau rechtzeitig abfeuern, um die Allianz-Flotte im Augenblick des Vorbeiflugs zu erwischen? Oder�?</p><p>�Da kommen sie�, sagte Desjani und wandte sich an ihre Br�ckencrew. �Schie�en Sie auf alles, was uns nahe genug kommt.�</p><p>Die Raketenschiffe waren gestartet und sprangen f�rmlich von der Oberfl�che der Festung ins All, doch die Starts kamen ins Stocken, da sich die Armada in ihrem blinden Eifer, die Allianz-Flotte zu treffen, zwischen die Flotte und die Festung schob. Mit einer kombinierten Geschwindigkeit von gut siebenundf�nfzigtausend Kilometern in der Sekunde stellten sich die Schiffe den Raketen in den Weg, die die Allianz-Flotte zum Ziel hatten.</p><p>Geary hatte das Ganze wie einen antiken Stierkampf geplant. Indem er den Stier in Rage versetzte, dirigierte er ihn dorthin, wo er ihn haben wollte, bis es zum letzten Aufeinandertreffen kam. Bei dem w�rde der Stier allerdings an seinem Widersacher vorbeist�rmen, da er ihn an einer anderen Stelle vermutete.</p><p>Das eigentliche Feuergefecht dauerte nur Millisekunden und lief zu schnell ab, als dass die menschlichen Sinne davon etwas h�tten mitbekommen k�nnen. Automatische Gefechtssysteme w�hlten die Ziele aus und feuerten auf Gegner, die eben noch hier und im n�chsten Augenblick bereits weit entfernt waren. Partikelstrahlen schnitten t�dliche Wunden in Schiffsr�mpfe, Phantomraketen wurden gestartet, um auf Ziele zu treffen, die zu nah waren, um Ausweichman�ver zu fliegen. Hier und da kamen sogar Kart�tschen zum Einsatz, metallene Kugeln, die mit ungeheurer Wucht auf Schilde und Panzerplatten trafen. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>wurde von Explosionen durchgesch�ttelt, die bereits weit hinter ihr zur�ckgefallen waren.</p><p>Noch bevor Geary sich mit den Sch�den befassen konnte, die seine Flotte erlitten hatte, rief er bereits neue Befehle: �An alle Einheiten: Mit maximaler Verz�gerung auf 0,1 Licht abbremsen.�</p><p>Die Kriegsschiffe drehten sich auf der Stelle, w�hrend sich ihre Antriebseinheiten abm�hten, die Geschwindigkeit weit genug zu drosseln, damit sie den Sprungpunkt benutzen konnten, der sich jetzt unmittelbar vor ihnen befand.</p><p>�Viele Fehlsch�sse�, lie� Desjani ihn wissen und atmete h�rbar erleichtert durch. �Sieht so aus, als h�tten die B�rk�he blindlings auf uns gefeuert.�</p><p>Geary schaute kurz auf die Anzeigen f�r den Flottenstatus. Seine Schiffe hatten ihren Beschuss auf die Raketen des Gegners konzentriert und die kleine Welle kurz vor dem Erreichen ihrer Zeile ausgel�scht, allerdings hatten die Detonationen in unmittelbarer N�he f�r einige Sch�den gesorgt. Die B�rk�he, deren Feuerkontrollsysteme bei einer kombinierten Geschwindigkeit von 0,19 Licht mit denen der Menschen nicht mehr mithielten, hatten trotz der immensen Salven ihrer Superschlachtschiffe nicht viel Schaden anrichten k�nnen. Sein Blick kehrte zur anderen Anzeige zur�ck, auf der er mitverfolgte, wie seine Schiffe allm�hlich langsamer wurden und sich der Marke von 0,1 Licht n�herten, w�hrend der Sprungpunkt mit sehr hoher Geschwindigkeit auf sie zuzurasen schien.</p><p>�Wir schaffen es�, stellte Desjani fest.</p><p>�Aber nur knapp.� Dennoch gen�gte es, um erfolgreich zu sein. �Alle Einheiten: Springen Sie jetzt!�</p></section><section><title><p>F�nf</p></title><p>�Die werden uns verfolgen�, stellte Desjani nach einer Weile fest. Rings um die <emphasis>Dauntless </emphasis>war nur die mattgraue Leere des Sprungraums zu sehen. �Diese zivilen Experten haben recht.�</p><p>�Ja.� Das Gef�hl hatte er auch. Er sah zu einem der r�tselhaften Lichter im Sprungraum, die auf einer Seite des Schiffs kurz aufflammten und gleich darauf schon weit hinter ihnen zur�ckgefallen waren. �Der Stern im n�chsten System ist ein Wei�er Zwerg. Die Chancen f�r eine bewohnbare Welt stehen damit extrem schlecht. Wenn die B�rk�he hier nicht einen massiv befestigten Au�enposten installiert haben, befinden wir uns in einer Ausgangslage, die es uns leichter macht, sie unsch�dlich zu machen.�</p><p>�Einige dieser Superschlachtschiffe haben im Vorbeiflug eine Reihe von schweren Treffern abbekommen�, warf Desjani ein. �Aber sie haben keine entsprechend schweren Sch�den davongetragen. Es wird sehr schwer werden, sie auszuschalten. Und ist Ihnen �brigens das hier aufgefallen?� Sie schickte eine Aufzeichnung zu Gearys Display. �Beobachten Sie die oberste Ebene unserer Schiffe in der Formation, wenn sie der Festung der B�rk�he am n�chsten ist.�</p><p>Er sah sich die Szene an und entdeckte, was ihr aufgefallen war: In dem Moment, in dem die Schiffe den geringsten Abstand zur Festung der Aliens erreichten, der zu dem Zeitpunkt immer noch etliche Tausend Kilometer betrug, wurden sie wie von einer unsichtbaren Hand ein St�ck weit weggedr�ckt. �Die planetare Verteidigung der B�rk�he, was immer das auch f�r ein Ger�t sein mag. Immerhin hat diese unerwartete Verschiebung der Vektoren daf�r gesorgt, dass ein Teil des feindlichen Feuers unsere Schiffe nicht treffen konnte.�</p><p>�Und das Feuer unserer Schiffe hat dadurch auch zum Teil sein Ziel verfehlt�, erg�nzte Desjani. �Ich glaube, jetzt haben wir ein ziemlich deutliches Bild von der maximalen Reichweite dieser Verteidigungsanlage.�</p><p>�Gut erkannt.� Die Spannung fiel noch immer nur z�gerlich von ihm ab. Wie lange hielt er sich schon auf der Br�cke auf? Wie viele Stunden hatte dieser Stierkampf mit der Armada der Aliens gedauert? �Vor uns liegen acht Tage im Sprungraum. Ein wirklich langer Sprung.�</p><p>�Werden Sie sich jetzt endlich eine Weile schlafen legen?�</p><p>�Genau das habe ich vor.� Er musste Desjani nicht sagen, dass sie ihrer Crew f�r die n�chsten Tage maximale Ruhe und Erholung befehlen sollte. Sie w�rde das auch ohne seine Aufforderung erledigen. Manchmal musste ein Captain von seiner Crew �ber lange Zeitr�ume hinweg H�chstleistungen fordern. Jeder Captain wusste das, und jedem guten Captain war auch klar, dass er seiner Crew bei einer sich bietenden Gelegenheit auch entsprechende Ruhe und Freizeit gew�hren sollte. Nur so konnte er seinen Leuten zeigen, dass er deren H�chstleistungen und Einsatzbereitschaft nicht als selbstverst�ndlich ansah. �Als Erstes werde ich nach unten gehen und meinen Vorfahren danken. Wir werden deren Hilfe n�tig haben, wenn wir wieder mit den B�rk�hen zusammentreffen.�</p><p>Es war kein richtiger Sieg gewesen, aber wenigstens auch keine Niederlage. Die Flotte hatte Pandora hinter sich gelassen, und sie befand sich wieder auf dem Heimweg, auch wenn dieser Weg recht verwinkelt sein w�rde, da sie von System zu System springen mussten. Sobald sie das Gebiet der Syndikatwelten erreicht hatten, konnten sie deren Hypernet benutzen, um schneller zur Allianz zur�ckzukehren, doch diese M�glichkeit bestand au�erhalb des von Menschen besiedelten Alls nicht.</p><p>Niemand konnte unterstellen, er und die Flotte h�tten die Befehle der Allianz-Regierung nicht befolgt. Geary hatte sich pr�zise an seinen Auftrag gehalten, mehr �ber die Enigma-Rasse und ihre Schlagkraft herauszufinden und in Erfahrung zu bringen, wie gro� das von den Enigmas kontrollierte Gebiet war. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, mit den gesammelten Informationen nach Hause zur�ckzukehren.</p><p>Die Crewmitglieder, denen er in den G�ngen begegnete, waren guter Laune, da sie sich wohl sagten, dass sie das Schlimmste hinter sich hatten und auf dem Weg nach Hause waren.</p><p>Geary dankte den M�chten, die hoffentlich eine sch�tzende Hand �ber ihn und �ber die Flotte hielten, danach begab er sich in sein Quartier, lie� sich auf sein Bett sinken und war schlie�lich entspannt genug, um einzuschlafen.</p><p>�Ich werde mit Commander Benan reden m�ssen�, erkl�rte Geary. Nach drei Tagen im Sprungraum hatte er einigen Schlaf nachholen k�nnen, und er versp�rte noch nicht jenes eigenartige Unbehagen, das sich bei Menschen zeigte, wenn sie sich l�ngere Zeit im Sprungraum aufhielten.</p><p>Desjani verdrehte die Augen und sah flehentlich nach oben. Wie seltsam, �berlegte Geary, dass Menschen instinktiv nach oben schauten, wenn sie sich an die Gottheiten ihres Glaubens wandten. Obwohl sie in den Himmel und zu den Sternen vorgesto�en waren, waren f�r sie die h�heren Wesen immer noch irgendwo �da oben� zu Hause.</p><p>�Admiral, ich kann nur wiederholen, ich halte das f�r eine schreckliche Idee.�</p><p>�Schon verstanden. Ich sehe das ja ganz genauso.� Er suchte nach den richtigen Worten. �Aber ich habe so ein Gef�hl, dass ich das tun muss.�</p><p>Sie musterte ihn von der Seite. �So ein Gef�hl?�</p><p>�Ja. Eine innere Stimme sagt mir, wenn ich allein mit Benan rede, wird das etwas bewirken.� Geary spreizte die Finger, als wollte er etwas nicht Greifbares zu fassen versuchen. �Ich bin das dem Mann schuldig. Und zwar ich pers�nlich f�r das, was zwischen seiner Frau und mir vorgefallen ist. Und als Vertreter der Allianz f�r das, was ihm bei der Erf�llung seiner Dienstpflicht widerfahren ist. Mein Verstand sagt mir, dass ich so lange mit ihm reden kann, wie ich will, und dass ich trotzdem nichts erreichen werde. Doch meine Ehre verlangt mehr von mir, als meine Pflicht gebietet. Sie verlangt von mir, dass ich etwas versuche, von dem ich nicht erwarten darf, dass es funktioniert. Denn wenn ich etwas nicht versuche, was helfen <emphasis>k�nnte</emphasis>, dann w�re das falsch von mir.�</p><p>Desjani seufzte. �Sie lassen sich von Schuldgef�hlen dazu antreiben?�</p><p>�Nein, ich glaube nicht, dass es Schuldgef�hle sind. Ich habe ihn nicht absichtlich verletzt, und ich kann auch nichts daf�r, was die Syndiks ihm w�hrend seiner Gefangenschaft angetan haben.� Er hielt inne und dachte nach. �Aber er ist einer von meinen Leuten, ein Offizier, der meinem Kommando untersteht und der an irgendeiner Art von Verletzung leidet. Nichts von dem, was wir bislang ausprobiert haben, konnte viel bewirken. Was wir aber noch nicht versucht haben, ist ein Gespr�ch unter vier Augen. Und genau das will ich jetzt nachholen.�</p><p>Sie nickte und verzog den Mund zu einem betr�bten L�cheln. �Die Pflicht ist eine schwierige Sache. Also gut. Ich k�nnte die gleiche Verpflichtung empfinden, und wenn Ihnen eine innere Stimme sagt, Sie sollen das versuchen� Unsere Vorfahren reden oft mit ged�mpfter Stimme zu uns, und vielleicht versucht einer Ihrer Vorfahren Ihnen zu sagen, dass Sie genau das tun sollen. Aber�� Sie wurde wieder ernst. ��Sie werden nicht diese Frau zu dem Gespr�ch mitnehmen, oder?�</p><p>�Nein. Victoria Riones Gegenwart w�rde nur eines der Dinge unterstreichen, die zwischen uns stehen.�</p><p>�Sie k�nnte auch dazu dienen, ihn zu b�ndigen, wenn er die Beherrschung verliert. Admiral, Sie wissen so gut wie ich, wenn Benan irgendetwas Vorschriftswidriges zu Ihnen sagt, sind Sie verpflichtet, entsprechende Ma�nahmen einzuleiten, auch wenn au�er Ihnen beiden niemand etwas davon wei�.�</p><p>�Dessen bin ich mir bewusst�, erwiderte Geary.</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Sch�n. Beabsichtigen Sie, dieses Gespr�ch in Ihrem Quartier zu f�hren?�</p><p>�Das ist eine Privat-�</p><p>�Es ist auch der Raum, in dem Sie mit dieser Frau viel Zeit verbracht haben. Schon vergessen?� Ihre Stimme wurde etwas schroffer, doch es gelang Desjani, nicht allzu w�tend zu klingen. �Glauben Sie, Benan wird das nicht ahnen?�</p><p>Geary verzog das Gesicht. �Dann nehmen wir einen privaten Besprechungsraum, der versiegelt wird.�</p><p>�Und ich warte mit dieser Frau drau�en vor der Luke. Wenn Sie die Paniktaste bet�tigen, �ffne ich die Luke und werfe die Frau so schnell zwischen sie beide, dass Sie nicht mal bis drei z�hlen k�nnen.�</p><p>�Alles klar, Captain.�</p><p>Rione war von Gearys Idee genauso wenig begeistert gewesen wie Desjani, aber er hatte nicht lockergelassen. �Ihr Instinkt hat in Gefechten mehr als einmal richtig gelegen�, hatte Rione schlie�lich gesagt. �Und mein Instinkt hat sich mindestens genauso oft get�uscht. Vielleicht behalten Sie ja diesmal auch wieder recht.�</p><p>Geary f�hrte Benan in den Konferenzraum, w�hrend Desjani und Rione au�er Sichtweite hinter der n�chsten Ecke warteten. Sie w�rden vor der Luke in Stellung gehen, sobald die geschlossen worden war.</p><p>Commander Benan stand stocksteif vor dem ausladenden Tisch, der den Mittelpunkt des Raums bildete. Seine Augen waren weit aufgerissen wie bei einem Tier, das in eine Falle geraten war. �Setzen Sie sich�, sagte Geary und bemerkte erst anschlie�end, dass er diese Worte im Befehlston gesprochen hatte.</p><p>Benan z�gerte, sein Blick war starr auf das Schott ihm gegen�ber gerichtet, dann setzte er sich verkrampft auf einen Stuhl gleich neben ihm.</p><p>Geary nahm ihm gegen�ber Platz und legte die H�nde vor sich auf den Tisch. Dies hier war ein rein dienstliches Treffen. �Commander, seit Ihrer Befreiung sind Sie in Behandlung.�</p><p>Benan nickte ruckartig, sagte aber nichts.</p><p>�Die �rzte sind sehr besorgt, was die Fortschritte hinsichtlich Ihrer Genesung angeht.�</p><p>Wieder nur ein Nicken und beharrliches Schweigen.</p><p>�Gibt es irgendetwas, was ich �ber die Dinge wissen sollte, die Ihre Gesundheit betreffen, Commander? Irgendetwas, das weder mir noch dem medizinischen Personal bekannt ist?�</p><p>Der Commander sah zu Geary, seine Augen schienen etwas vor ihm zu verbergen. �Dazu kann ich nichts sagen�, brachte er stockend heraus.</p><p>�Dazu k�nnen Sie nichts sagen?� Geary sp�rte, wie Wut in ihm aufstieg. <emphasis>Ich versuche ihm zu helfen, warum str�ubt er sich dagegen? </emphasis>�Das hier ist keine pers�nliche Angelegenheit, auch wenn Sie das vielleicht denken. Es ist rein dienstlich. Sie sind ein Offizier, der meinem Kommando untersteht, und ich bin f�r Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen verantwortlich.�</p><p>�Ich kann dazu nichts sagen�, wiederholte Benan, doch diesmal klangen seine Worte wie eine einstudierte, heruntergeleierte Antwort.</p><p>�Ich bin der Befehlshaber dieser Flotte�, sagte Geary, �und in dieser Funktion erteile ich Ihnen hiermit den Befehl, mir alle Gr�nde zu nennen, die sich negativ auf Ihre medizinische Behandlung und Ihre Genesung von den Bedingungen als Kriegsgefangener auswirken k�nnten.�</p><p>F�r einen Moment schien Benan den Atem anzuhalten, dann setzte er mehrmals zum Reden an, ehe er entgegnete: �Der Flottenbefehlshaber. Als Flottenbefehlshaber befehlen Sie mir zu reden. Bitte wiederholen Sie das.�</p><p>�Als Flottenbefehlshaber befehle ich Ihnen zu reden�, sagte Geary, w�hrend er sich fragte, was mit diesem Mann los war.</p><p>Benan schaute sich um, hielt inne und schluckte. �Wir sind allein. Hier befinden sich keine Aufzeichnungsger�te.�</p><p>�Das ist korrekt.�</p><p>�Verdammt!� Wieder schluckte er, diesmal fast krampfhaft, dann sprang er von seinem Stuhl auf. �Ich kann reden! Ich kann reden.� Leicht schwankend blieb er stehen.</p><p>�Setzen Sie sich, Commander�, wies Geary ihn an.</p><p>Benan lie� sich auf seinen Stuhl sinken, w�hrend Gef�hlsregungen in so rascher Folge �ber sein Gesicht huschten, dass Geary sie nicht deuten konnte. �Ja, etwas hemmt meine Behandlung. Ich wei� nicht, wie das sein kann, doch es muss in irgendeiner Weise daf�r verantwortlich sein. Aber ich muss das erkl�ren. Wissen Sie, was ich getan habe, Admiral? Bevor die Syndiks mich gefangen nahmen?�</p><p>�Sie waren Offizier der Flotte�, antwortete Geary. �Ihre Dienstakte enth�lt nur Gutes. Sie gelten als zuverl�ssig, mutig, intelligent.�</p><p>Benan stie� ein kurzes Lachen aus. �Das war einmal, bis auf die Sache mit der Intelligenz. Nein. Ein intelligenter Mann h�tte sich auf so etwas niemals eingelassen.�</p><p>�Worauf, Commander? Auf den Krieg?�</p><p>�Am Krieg mussten wir uns alle beteiligen.� Benan starrte auf eine Ecke des Konferenzraums. �Au�er Vic. Sie h�tte es nicht tun sollen. Es hat sie auch ver�ndert. Vic h�tte niemals�� Seine Stimme versagte, das Gesicht lief rot an und er begann zu zittern, w�hrend er weiterhin Gearys Blick auswich.</p><p>Da dem nichts Sinnvolles einfiel, was er h�tte sagen k�nnen, wartete er einfach geduldig ab. <emphasis>Es tut mir leid, dass ich mit Ihrer Frau geschlafen habe. Wir beide hielten Sie f�r tot. Ich bin mir sicher, dass Sie sich deswegen nicht besser f�hlen. Aber Sie wissen bereits, Ihre Frau hat die H�lle durchlebt, seit sie wusste, dass Sie vielleicht doch noch leben k�nnten.</emphasis></p><p>Nach einer langen Pause redete Benan weiter. �Ich kann es Ihnen sagen. Wenn ein Flottenbefehlshaber mich auffordert, dann muss ich antworten. Wenn wir allein sind, ganz ohne Zeugen.�</p><p>�Wollen Sie damit sagen, dass Ihnen befohlen wurde, kein Wort zu verraten?�</p><p>�Es war kein Befehl, Admiral�, spie Benan aus. �Hat man Ihnen von Brass Prince erz�hlt? Hat man Black Jack von Brass Prince erz�hlt?�</p><p>�Brass Prince?� Im Geiste ging Geary all die Namen der geheimen Projekte und Pl�ne durch, von denen er seit seinem Erwachen geh�rt oder gelesen hatte. �Daran kann ich mich nicht erinnern.�</p><p>�Das w�rden Sie, wenn Sie davon geh�rt h�tten.� Benan fl�sterte jetzt nur noch. �Ein streng geheimes Projekt, das von der Allianz-Regierung in Auftrag gegeben worden ist. Wissen Sie, woran die arbeiten, Admiral? An Biowaffen.� Das Letzte sagte Commander Benan so leise, dass er kaum zu verstehen war. �F�r eine strategische biologische Kriegf�hrung. Vielleicht haben Sie geglaubt, das dies die eine Regel war, die von den Syndiks und von der Allianz w�hrend des Krieges nicht gebrochen wurde, aber die Allianz hat tats�chlich in dieser Richtung geforscht.�</p><p>�Strategische biologische Kriegf�hrung?�, wiederholte Geary ungl�ubig.</p><p>�Ja. Waffen, die in der Lage sind, die gesamte Bev�lkerung eines Planeten auszul�schen. Waffen, die so lange in einem menschlichen K�rper schlafen, dass sie erst virulent werden, wenn die Person ein anderes Sternensystem erreicht hat, und die eine Bev�lkerung dann so schnell ausradieren, dass gar keine Zeit bleibt, um Gegenma�nahmen in die Wege zu leiten.� Benans H�nde zitterten heftig. �Nat�rlich nur zum Zweck der Verteidigung, wie alle behauptet haben. W�rden wir diese F�higkeit besitzen, dann w�rden die Syndiks es aus Angst vor einem entsprechenden Vergeltungsschlag nicht wagen, etwas �hnliches als Erste gegen uns einzusetzen. Das war das, was wir uns gesagt haben. Vielleicht stimmte es ja sogar.�</p><p>Geary bemerkte, dass er gebannt den Atem angehalten hatte. Jetzt atmete er langsam durch, ehe er fragte: �Gilt die Europa-Vorschrift noch?�</p><p>�Nat�rlich gilt sie noch. Aber uns wurde gesagt, dass sich die Verh�ltnisse ge�ndert h�tten und dass wir eine neue Realit�t akzeptieren m�ssten. Die Syndiks w�rden zu allen Mitteln greifen, und man unterstellte ihnen, auch nicht vor dem Einsatz von Biowaffen zur�ckzuschrecken.�</p><p>�Aber� die Europa-Vorschrift�, wiederholte Geary best�rzt. �Zu meiner Zeit zeigte man Videos davon auf der Highschool, um sicherzustellen, dass jeder wusste, was tats�chlich passiert war. Dass dieser Koloniemond im Sol-System eben nicht durch einen Angriff f�r alle Zeit f�r Menschen unbewohnbar geworden war, sondern dass das Pathogen durch einen Unfall in der sogenannten Verteidigungsforschungsanlage auf Europa freigesetzt wurde. W�re es nicht so virulent gewesen, dass der Tod praktisch sofort eintrat, h�tte es die Erde erreichen k�nnen, noch bevor unseren Vorfahren bewusst gewesen w�re, was ihnen widerfuhr.�</p><p>�Das wei� ich! Wir alle wussten das!� Commander Benan starrte mit finsterer Miene zu Boden, dann fuhr er beherrschter fort: �Diese Videos zeigen sie noch immer in der Schule. Bilder, die so klar sind wie an dem Tag, an dem sie von den �berwachungskameras aufgenommen wurden, deren Personal da bereits l�ngst tot war. Bilder, die von unbemannten Sonden aus dem All geschickt wurden. Bilder von den leblosen Menschen auf Europa, die �berall verstreut lagen. Manche wirkten, als w�rden sie nur schlafen, andere Gesichter waren von Panik und Schmerz verzerrt, die im letzten Moment eingesetzt hatten. Wenn Sie sie gesehen haben, dann werden Sie sie sicher genauso in Erinnerung behalten haben wie ich.�</p><p>�Ich w�sste gar nicht, wie man die Bilder je wieder vergessen kann. Und die Nachbilder?�, fragte Geary.</p><p>�Ja. Jahrhunderte sp�ter, G�nge und R�ume immer noch ohne Leben, nur angef�llt mit den allm�hlich zerfallenden �berresten derjenigen, die dort gelebt hatten.� Benan sch�ttelte den Kopf. �Man hat uns gesagt, dass unsere Arbeit so etwas verhindern soll, indem wir die F�higkeiten erlangen, genau das zu tun. Ist es nicht eigenartig, Admiral, welchen Unsinn sich Menschen einreden k�nnen?�</p><p>�Sie waren daran beteiligt?� Geary �berlegte, ob die Abscheu, die er empfand, in seiner Stimme mitschwang.</p><p>Benan bleckte einen Moment lang die Z�hne. �Eine Zeit lang ja. Aber einer meiner Vorfahren geh�rte zur Crew eines der Kriegsschiffe, die daf�r sorgten, dass die �ber Europa verh�ngte Quarant�ne befolgt wurde. Sein Schiff fing ein mit Fl�chtlingen �berlaufenes Handelsschiff ab und zerst�rte es.�</p><p>�Es muss schrecklich sein, eine solche Erinnerung mit sich herumzutragen�, sagte Geary.</p><p>�Es ist noch schrecklicher, als Sie glauben, Admiral. Mein Vorfahr wusste, dass sich die Familie seiner Schwester an Bord befand. M�glicherweise hatte die Seuche sie l�ngst get�tet, aber mit Sicherheit war das nicht zu sagen. Und ich� na ja, ich arbeitete an dem gleichen teuflischen Projekt mit.� Er schlug mit der Faust auf den Tisch. �Aber ich erlangte meinen gesunden Menschenverstand zur�ck. Ich sagte ihnen, ich mache nicht l�nger mit. Ich sagte ihnen, dass es kriminell und verr�ckt war, dass die Arbeit eingestellt werden muss.�</p><p>�Und? Wurde sie eingestellt?�</p><p>�Ich wei� nicht. Ich wurde versetzt und bekam einen Posten in der Flotte.� Wieder verzog Benan den Mund. �Zweifellos hatte man gehofft, ich w�rde schon bald bei einer Schlacht ums Leben kommen und mein geheimes Wissen mit in den Tod nehmen. Wir mussten schw�ren, kein Wort dar�ber zu verlieren, aber als ich versetzt wurde, erhielt ich daf�r auch eine geistige Programmierung. Nicht blo� einen Befehl, sondern eine Blockade. Kannte man zu Ihrer Zeit auch schon Blockaden?�</p><p>�Blockaden? Welche Art von Blockaden?�</p><p>�Mentale Blockaden. In den Verstand implantierte Hemmer.�</p><p>Eine Erinnerung kam nach oben. �Mentale Blockaden? Aber� die sind� Die haben Sie mit einer mentalen Blockade versehen?� Diesmal wusste Geary ganz sicher, dass er angewidert klang.</p><p>�Ja. Ich konnte nicht dar�ber reden. Ich wusste zwar, was da an mir nagte, aber ich konnte kein Wort sagen! <emphasis>Nichts konnte ich sagen!</emphasis>� Diese letzten Worte schrie er f�rmlich hinaus, dann versank er wieder in Schweigen.</p><p>Geary rieb mit einer Hand �ber seinen Mund, w�hrend er nach einer passenden Erwiderung suchte. �Aber die Blockade ist so angelegt, dass Sie reden k�nnen, wenn man Ihnen den Befehl dazu erteilt.�</p><p>�Nur wenn der Befehl von einem Flottenbefehlshaber kommt. Das verlangten die Vorschriften. Und auch nur, wenn niemand sonst anwesend ist. Also nur ein winziges Risiko, denn wie wahrscheinlich ist es schon, dass ein Flottenbefehlshaber mit mir �ber eine Sache reden will, von der er gar nicht wei�, dass sie existiert. Und wie wahrscheinlich w�rde dann der Fall eintreten, dass ich mit dem Befehlshaber allein sein w�rde, wenn er mir Fragen stellte?� Er starrte Geary an. �Wussten Sie davon?�</p><p>�Nein, es war blo� mein Instinkt, der mir gesagt hat, ich sollte mich mal mit Ihnen unter vier Augen unterhalten.�</p><p>Benan nickte, die Anspannung fiel gr��tenteils von ihm ab, an ihre Stelle r�ckten alle Anzeichen f�r geistige und emotionale Ersch�pfung. �Nat�rlich. Black Jack, zu uns geschickt von den lebenden Sternen. So sehr ich Sie auch f�r das hasse, was Sie getan haben, scheinen die Sterne doch zu Ihnen zu sprechen.�</p><p>�So etwas habe ich nicht behauptet.� Geary dachte an Desjanis Bemerkung, Benan m�sse von den Syndiks gefoltert worden sein. �Als Sie Gefangener der Syndiks waren, haben die dar�ber irgendetwas in Erfahrung gebracht?�</p><p>�Nein.� Benan lachte verbittert. �Die Blockade. Ich sagte Ihnen ja, es war alles blockiert. Ich konnte nichts sagen. Rein gar nichts. Unter welchen Umst�nden auch immer. Egal� was sie� taten.� Wieder fl�sterte er kaum h�rbar. �Ich kann mich nicht daran erinnern, was sie getan haben.�</p><p>Diesmal nickte Geary bed�chtig, um die Tatsache zu �berspielen, dass es ihm einmal mehr die Sprache verschlagen hatte. �Wie k�nnen wir Ihnen jetzt helfen? Was k�nnen wir tun?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung.� Er zuckte hilflos mit den Schultern. �Mein Schicksal ist nicht wichtig. Ich musste aufh�ren, um mich besorgt zu sein. Victoria. Sie ist die Einzige, die mir wichtig ist.� Sein Blick erfasste Geary und wurde von Ver�rgerung erf�llt, dann drehte er sich hastig zur Seite. �Irgendetwas treibt sie an. Etwas, von dem sie nicht will, dass es sie kontrolliert. Sie betrifft das nicht, auch wenn ich das zuerst gedacht hatte.�</p><p>�Erst k�rzlich hat sie mir gesagt, dass sie von jemandem, dessen Namen sie nicht verraten will, irgendwelche Befehle erhalten hat, bevor sie sich f�r diese Mission unserer Flotte angeschlossen hatte.�</p><p>�So viel hat sie mir nicht gesagt�, grummelte Benan und lachte gleich darauf los. �Man sollte meinen, dass ich als nicht stabil genug eingesch�tzt werde, um mir etwas anvertrauen zu k�nnen. Was k�nnte jemand gegen Victoria Rione in der Hand haben, um sie dazu zu zwingen, gegen ihren Willen zu handeln? So leicht gibt sie nicht nach. Womit k�nnte man ihren Gehorsam und ihr Schweigen erkaufen?�</p><p>Mit einem Mal �berkam Geary eine h�ssliche Gewissheit. �Sie hat mir gesagt, dass Sie und die Allianz ihr alles bedeuten, und das glaube ich ihr auch. Ich versuche zu verstehen, welches Druckmittel jemand gegen sie in der Hand haben k�nnte. Vielleicht ist das ja das Druckmittel. Jemand, der von Ihrer Mitarbeit bei Brass Prince wei�, hat ihr damit gedroht, an die �ffentlichkeit zu gehen, wenn sie nicht tut, was er sagt.�</p><p>�Ja! Ich bin mir sicher, dass es das ist! Man w�rde mich verteufeln und mir die Schuld an Brass Prince geben, man w�rde behaupten, ich h�tte das Projekt begonnen und vorangetrieben, bis sie es gestoppt haben! Sie hat mich f�r tot gehalten und damit f�r unf�hig, mich selbst gegen Anschuldigungen zur Wehr zu setzen!� Benan zitterte, solche M�he hatte er, seine Wut im Zaum zu halten, doch diesmal richtete sich die Wut gegen ihn selbst. �Victoria Rione hat sich erpressen lassen, um mein Andenken zu besch�tzen, um den Commander Paol Benan zu besch�tzen, der ich mal war. Und jetzt sehen Sie mich an, Admiral! Sehen Sie sich an, was aus mir geworden ist! F�r dieses Wrack von einem Mann hat die Frau, die mir als Einzige im gesamten Universum wichtig ist, sich erpressen lassen!�</p><p>Mit einem Mal ergab alles einen Sinn, da sich die Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenf�gten. Er konnte es nicht beweisen, dennoch hatte er das Gef�hl, dass sich nun einiges erkl�ren lie�, was ihm bis dahin ein R�tsel gewesen war. �Sie sind ihre Achillesferse, Sie sind ihre verwundbare Stelle, mit der sie ihr drohen k�nnen, damit sie tut, was die von ihr verlangen. Aber so wie ich sie kenne, wird sie deren Befehle auf eine Weise ausgef�hrt haben, die deren Zielen nicht f�rderlich gewesen sein d�rfte. Glauben Sie, sie wei�, wer diese Leute sind?�</p><p>Benan sch�ttelte den Kopf, ohne Geary anzusehen. �Ich glaube, wenn sie es w�sste, h�tte sie die schon l�ngst zur Strecke gebracht.� Er hielt inne. �Oder auch nicht. Ich finde erst so nach und nach heraus, dass meine Frau auch einen langen Atem haben kann, wenn es drauf ankommt.�</p><p>�Als sie Sie nach Ihrer Befreiung zum ersten Mal sah, da habe ich mich gefragt, wieso sie f�r einen Moment ein so entsetztes Gesicht machte�, redete Geary weiter. �Aber jetzt ist es mir klar. Dass Sie noch leben, hat zur Folge, dass nicht nur Ihr Ruf ruiniert w�re, wenn diese Informationen bekannt werden. Man w�rde Sie auch als Kriegsverbrecher vor Gericht stellen.�</p><p>�Ja, ich k�nnte die Anschuldigungen weder widerlegen noch zur�ckweisen, weil ich kein Wort dar�ber verlieren kann.� Benan stand auf, seine ganze Haltung war verkrampft. �Es gibt einen Ausweg. Sie k�nnen meine Frau von allem befreien, Admiral, und mich ebenfalls. Sie haben bereits einen ausreichenden Grund, mich wegen meines Verhaltens zum Tode zu verurteilen und mich vor ein Erschie�ungskommando zu stellen. Tun Sie es. Wenn ich tot und zum Verr�ter erkl�rt worden bin, haben diese Leute keine Macht mehr �ber Victoria.�</p><p>Geary erhob sich ebenfalls und sah Benan in die Augen. �Das werde ich nicht tun. Sie beide haben etwas Besseres verdient.�</p><p>�Haben Sie denn �berhaupt nichts begriffen?�</p><p>�Ich habe begriffen, dass nichts damit erreicht wird, wenn wir ihnen diesen Sieg schenken. Wenn Sie tot sind, kann Ihr Andenken immer noch besudelt werden, und Sie k�nnten nichts zu Ihrer Verteidigung aussagen. Das w�re aber m�glich, wenn es uns gelingt, diese Blockade aufzuheben.�</p><p>�Aber��</p><p>�Verdammt, Commander! Denken Sie doch mal nach! Sie wollen wegen Verrats hingerichtet werden? Oder wegen Meuterei? Ein toter Verr�ter? Nachdem Ihre Frau bereits alles aufs Spiel gesetzt hat, um Ihren Namen und Ihre Ehre zu besch�tzen? Das allein w�rde sie umbringen! Und wenn diese Vorw�rfe �ffentlich erhoben w�rden, wie viele Leute w�rden dann automatisch einen verurteilten Verr�ter f�r schuldig halten? Und wie viele Leute w�rden Ihrer Frau unterstellen, dass sie gemeinsame Sache mit Ihnen gemacht hat?�</p><p>Benan setzte sich so abrupt wieder hin, als h�tte Geary ihm einen Schlag gegen die Brust verpasst. �Es gibt aber keinen Ausweg.�</p><p>�Es gibt immer einen Ausweg. Wir m�ssen ihn nur finden.� Er w�rde genau das machen, weil er es diesem Mann schuldig war.</p><p>Benan schien zu verstehen, da er Geary mit zusammengekniffenen Augen ansah. �Sie wollen etwas in die Waagschale werfen, um ein Gleichgewicht herzustellen?�</p><p>�Nein, das kann ich nicht. Aber selbst wenn ich Victoria Rione nie kennengelernt h�tte, w�rde ich nicht zulassen, dass einem guten Offizier so etwas angetan wird. Und wenn dieses Projekt Brass Prince immer noch l�uft, werde ich tun, was ich kann, um ihm ein Ende zu bereiten. Aber daf�r brauche ich Sie.�</p><p>Benan sch�ttelte den Kopf. �Auf mich k�nnen Sie nicht z�hlen. Ich bin nicht der Mann, der ich einmal war. Ich beobachte mich dabei, wie ich Dinge tue, die ich nicht kontrollieren kann.�</p><p>�Vielleicht k�nnen wir Ihnen ja jetzt helfen, nachdem wir von dem Problem wissen�, gab Geary zu bedenken. �Ich werde mich damit befassen. Mein Befehl an Sie lautet, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um nicht zusammenzubrechen. Sie k�nnen mir sagen, was Sie brauchen, und wenn Sie in Einzelhaft genommen werden wollen, dann soll es eben so sein.�</p><p>�Admiral, �ber diesen Aspekt kann ich nicht mal reden! Ich kann nichts vorschlagen, was in irgendeiner Weise mit der Blockade zu tun hat! Glauben Sie mir, ich habe es versucht.�</p><p>�<emphasis>Ich </emphasis>habe jedenfalls keine Blockade�, entgegnete er. �Da wir beide davon �berzeugt sind, dass Ihre Frau von den Vorw�rfen wei�, die man gegen Sie verwenden w�rde�� h�tten Sie etwas dagegen einzuwenden, wenn sie die ganze Wahrheit erf�hrt?�</p><p>�Sie hat keine Berechtigung, um auf solche Informationen zuzugreifen�, wandte Benan ein.</p><p>�Sie wird es von mir erfahren.�</p><p>Benan stand wieder auf und st�tzte sich in verkrampfter Haltung auf die Tischplatte. �Ich werde Sie immer hassen, Admiral.�</p><p>�Das ist mir klar.�</p><p>�Warum sind Sie nicht bei ihr geblieben? Sie k�nnten doch jede bekommen.�</p><p>�Sie hat mich nicht geliebt. Es gibt nur einen Mann, den Victoria Rione liebt, einen Mann, f�r den sie alles aufgeben w�rde, und dieser Mann sind Sie.�</p><p>Commander Benan erwiderte darauf nichts, sondern lie� den Kopf nach vorn sinken, sodass seine Tr�nen auf den Tisch fielen.</p><p>Geary �ffnete die Luke und verlie� den Raum, Rione und Desjani warteten zu beiden Seiten der Luke auf ihn. �Ich habe ein paar Antworten in Erfahrung gebracht.� Er beugte sich zu Rione vor, bis sein Mund dicht an ihrem Ohr war, dann fl�sterte er: �Gesandte Rione, Ihrem Mann wurde vom Sicherheitsdienst eine mentale Blockade implantiert.� Ihr Gesicht wurde erst bleich vor Schreck, dann stieg ihr Zornesr�te in die Wangen. �Ich glaube, Sie wissen, wieso das erforderlich war, aber falls nicht, werde ich es Ihnen unter vier Augen erkl�ren.�</p><p>Er machte einen Schritt nach hinten und drehte sich zu Desjani um, die argw�hnisch die Luke betrachtete. �Geht es ihm jetzt gut?�, wollte sie wissen.</p><p>�Nein, aber es k�nnte sein, dass wir den Schl�ssel gefunden haben, um ihm zu helfen.�</p><p>Rione betrat den Raum, wandte sich aber noch einmal zu Geary um. �Ihm zu helfen, k�nnte immer noch extrem schwierig sein. Vielen Dank, Admiral.�</p><p>Dann ging die Luke hinter ihr zu, und Desjani und Geary standen allein im Korridor.</p><p>�Hat er��, begann sie in f�rmlichem Tonfall.</p><p>�Nein, hat er nicht�, antwortete er kopfsch�ttelnd. �Ich muss mit dem medizinischen Personal Ihres Schiffs reden, aber ich habe den unangenehmen Verdacht, dass von denen niemand wissen wird, was zu tun ist. Wenn wir den Sprungraum verlassen haben, kann ich mit dem Flottenarzt reden. Wenn einer etwas �ber die richtige Behandlungsmethode wei� oder in Erfahrung bringen kann, dann er. Bis dahin sollten Sie ihn weiter beobachten. Commander Benan r�umt selbst ein, dass er mental und emotional weder zuverl�ssig noch stabil ist.�</p><p>�Diese verdammten Syndiks�, murmelte Desjani.</p><p>�Das war nicht das Werk der Syndiks, Tanya. Das hat die Allianz ihm angetan.�</p><p>Einige Sekunden lang schwieg sie. �Weil es notwendig war?�, fragte sie schlie�lich.</p><p>�Ja. Noch so eine Sache, die �notwendig� war, um zu gewinnen, die aber auch nicht zum Sieg gef�hrt hat.�</p><p>Einige Tage sp�ter sa� Geary wieder im Sessel des Flottenbefehlshabers auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>und wartete auf den Moment, in dem die Flotte den Sprungpunkt im System des Wei�en Zwergs verlie�. Wenn dieses System auch von den B�rk�hen bev�lkert wurde, w�rde ihnen ein weiterer harter Kampf bevorstehen, falls auch hier alle Sprungpunkte durch solche Festungen gesichert waren. Wurde es von den Enigmas kontrolliert, dann konnte es sein, dass sich hier eine Streitmacht versammelt hatte, die die Allianz-Flotte durch das gesamte Enigma-Gebiet verfolgen und attackieren w�rde. Dabei durfte man nicht vergessen, dass ihnen wahrscheinlich auch noch die Armada der B�rk�he im Nacken sa�, denen sie bei Pandora entwischt waren. �Vielleicht finden wir da �berhaupt keinen Gegner vor�, sagte er laut.</p><p>�Das w�re sehr angenehm�, meinte Desjani dazu.</p><p>Im hinteren Teil der Br�cke warteten Rione und Charban, ringsum standen die diversen Wachhabenden und hielten sich f�r alle F�lle bereit.</p><p>Auf Gearys Display, das im Sprungraum nur den Status der <emphasis>Dauntless </emphasis>anzeigen konnte, leuchtete der Schlachtkreuzer in der Farbe der Gefechtsbereitschaft. Die Schilde arbeiteten mit maximaler Leistung, alle Waffen waren einsatzbereit.</p><p>�Zehn Sekunden bis zum Sprungende�, verk�ndete Lieutenant Castries. �F�nf� vier� drei� zwei� eins.�</p><p>Das Universum machte einen Satz, und Geary versp�rte die �bliche Desorientierung, die bei jedem Verlassen des Sprungraums auftrat. Er zwang sich, das Gef�hl zu ignorieren, und konzentrierte sich ganz auf das Display, auf dem das graue Nichts des Sprungraums durch die von Sternen durchwirkte Finsternis des Normalraums ersetzt worden war.</p><p>Sirenen ert�nten von den Gefechtssystemen, als die Schiffe der Flotte das automatische Ausweichman�ver beschrieben, das Geary vor Beginn des Sprungs hatte programmieren lassen. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>�chzte, als sie zu einer scharfen Kurve nach unten und nach Steuerbord gezwungen wurde, mit der der Schlachtkreuzer aus der Schussbahn einer m�glichen Verteidigungsanlage gebracht werden sollte. Dieses Man�ver war n�tig, da die Besatzung in ihrem vor�bergehend desorientierten Zustand nicht schnell genug h�tte reagieren k�nnen.</p><p>Desjani erholte sich vor Geary, und er h�rte ihre Bemerkung, noch bevor seine Augen das Display richtig erfasst hatten. �Oh, verflucht.�</p><p>Geary blinzelte, w�hrend sein Verstand zwei Dinge fast genau gleichzeitig wahrnahm.</p><p>Die Enigmas erwarteten sie nicht, und auch die B�rk�he waren hier nicht vertreten.</p><p>Daf�r war da etwas anderes.</p><p>�Was soll das sein?�, fragte Charban im Fl�sterton.</p><p>�Was immer es sein soll�, erwiderte Desjani, �es ist auf jeden Fall weit genug entfernt, dass wir uns keine Gedanken �ber eine unmittelbar bevorstehende Schlacht machen m�ssen.� Sie hielt inne, da die Flottensensoren weitere Daten lieferten, die mit der Ankunft in diesem Sternensystem automatisch analysiert wurden. �Ungef�hr eine Lichtstunde von uns entfernt. Das sind wirklich keine Enigmas?�</p><p>�Nein, Captain�, versicherte Lieutenant Yuon ihr. �Die Gefechtssysteme kennzeichnen sie als unbekannt. Die Eigenschaften entsprechen nicht den Enigma-Schiffen, die wir bislang gesehen haben. Au�erdem haben sie auch keine �hnlichkeit mit von Menschen entwickelten Schiffen, und sie gleichen auch nichts, was wir im Pandora-System zu Gesicht bekommen haben.�</p><p>�Noch eine fremde Spezies�, sagte Geary, der l�ngst nicht mehr �berrascht war.</p><p>�Noch eine?�, wiederholte Desjani und warf Geary einen vorwurfsvollen Blick zu.</p><p>Er reagierte nicht darauf, sondern musterte aufmerksam die Darstellung der Streitmacht, die sie hier erwartete. In einer Entfernung von etwa einer Lichtstunde zum Sprungpunkt hing eine prachtvolle Ansammlung von Schiffen im All, die in so komplexen, miteinander verwobenen Formationen angeordnet waren, dass das Ganze wie ein gigantisches Kunstwerk aussah. �Verdammt�, platzte Lieutenant Castries voller Bewunderung heraus.</p><p>�Das ist wundersch�n�, fand auch Desjani. �Und jetzt w�rde ich gern wissen, welche Art von Schiffen dieses h�bsche kleine Arrangement bilden.�</p><p>Geary wartete, w�hrend die Sensoren die weit entfernten Schiffe analysierten und die Werte von allen Schiffen der Flotte zusammenf�hrten, um Bilder erzeugen zu k�nnen, die schlie�lich auf dem Display vor ihm auftauchten. <emphasis>�Was?� </emphasis>Zwar hatte die Anwesenheit dieser Aliens ihn nicht �berraschen k�nnen, doch das schafften nun die Formen dieser Schiffe.</p><p>Desjani schaute best�rzt drein. �Genau das habe ich auch gedacht.�</p><p>Die Schiffe reichten in ihrer Gr��e von der halben Masse eines Allianz-Zerst�rers bis hin zu den Ausma�en der Scout-Schlachtschiffe, die die Allianz als fehlgeschlagenes Experiment zu den Akten hatten legen m�ssen. Aber das war auch schon das einzig Vertraute.</p><p>�Eif�rmige Objekte mit einer makellos glatten Oberfl�che�, best�tigte Lieutenant Yuon die Werte. �Keine Sensoren erkennbar, keine Gesch�tze, keine Werfer, keine Schildgeneratoren, keine Steuerd�sen� absolut nichts, einzig v�llig glatte H�llen.�</p><p>�Was ist mit dem Antrieb?�, wollte Desjani wissen. �Die m�ssen doch erkennbare Antriebssysteme besitzen!�</p><p>�Aus unserer Perspektive k�nnen wir davon nichts erkennen, Captain. Wenn die Schiffe alle mit dem Bug zum Sprungpunkt ausgerichtet sind, dann d�rften die Hauptantriebssysteme von uns abgewandt sein.�</p><p>Desjani spreizte perplex die H�nde. �Welchen Sinn hat ein Schiff, das nichts tun kann?�</p><p>�Sie m�ssen irgendetwas tun k�nnen, nur haben wir es noch nicht entdeckt�, gab Geary zur�ck. Er war dankbar daf�r, dass diese Schiffe noch eine Lichtstunde entfernt waren. Diese Formation w�rde das Licht von der Ankunft der Allianz-Flotte im System erst in einer Stunde zu sehen bekommen, und bis zu einer Reaktion w�rde noch etwas mehr Zeit vergehen. F�r ihn bedeutete das eine entscheidende Zeitspanne, die er nutzen konnte, um so viel wie m�glich �ber die Besatzungen dieser Schiffe herauszufinden. �Was sind das wohl f�r Wesen, die derart sch�ne Schiffe bauen?�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Auf jeden Fall sind es keine B�rk�he. Admiral, w�rden Sie bitte aufh�ren, immer neue intelligente Spezies zu entdecken?�</p><p>�Ich versuche ja gar nicht erst, neue Spezies zu entdecken, Captain Desjani�, erwiderte er.</p><p>Ihre Antwort darauf wurde von einer eingehenden Nachricht unterbrochen. Captain Smythe strahlte vor Freude, als sein Bild vor Geary auftauchte. �Bei meinen Vorfahren, Admiral, diese Kreaturen sind Ingenieure!�</p><p>�Wie kommen Sie darauf?�</p><p>�Sehen Sie sich doch mal an, was die geleistet haben! Haben Sie auf den H�llen schon die verschiedenen Systeme ausmachen k�nnen?�</p><p>W�hrend Smythe redete, begannen die Gefechtssysteme der Flotte die Bilder der fremden Raumschiffe zu aktualisieren. Dabei wurden unter Vorbehalt Systeme wie Waffen, Sensoren, Schilde, Generatoren und Steuerd�sen identifiziert, die bis dahin nicht als solche erkannt worden waren. �Sehen Sie sich das an�, redete Smythe weiter. �Die haben alles so in die H�lle integriert, dass die Oberfl�che fast keine �ffnungen aufweist und vollkommen glatt ist. Die Ingenieurskunst, die f�r so etwas erforderlich ist und die dann auch noch die Funktionalit�t aller Ger�te bewahrt� das ist unglaublich, Admiral.�</p><p>Geary versuchte, die Situation aus dem Blickwinkel von Captain Smythe zu betrachten. �Dann halten Sie diese Wesen f�r ausgezeichnete Ingenieure?�</p><p>�F�r ausgezeichnete und wom�glich auch f�r intuitive Ingenieure�, best�tigte er. �Diese Arbeit� das Design und die Bauweise. Das ist einfach nur elegant. Anders kann man das nicht bezeichnen.�</p><p>Geary drehte sich zu Desjani um. �Captain Smythe glaubt, dass die Kreaturen hier allesamt geborene Ingenieure sind.�</p><p>�Na, gro�artig�, st�hnte sie. �Das hat uns gerade noch gefehlt: eine weitere Spezies, die keinerlei Umgangsformen kennt.�</p><p>�Was halten Sie von deren Formation?�</p><p>�Sch�n anzusehen. Und das gilt f�r die einzelnen Unterformationen und die verbindenden Muster genauso wie f�r die Formation insgesamt. Aber was die Funktionalit�t angeht? Angenommen, ihre Waffen �hneln in etwa unseren, dann wird die Formation auf jeden Fall funktionieren. Ob sie allerdings besser ist als unsere grobschl�chtigeren Anordnungen, w�rde ich nicht sagen. Wir erreichen �berlappende Feuerbereiche und Beschusskonzentration auch ohne deren��</p><p>�Eleganz?�, warf Geary ein.</p><p>�Ja, das ist ein zutreffendes Wort daf�r.� Desjani betrachtete einen Moment lang die Bilder, schlie�lich sch�ttelte sie den Kopf. �Ich m�chte wetten, diese h�bsche Anordnung macht das Man�vrieren so kompliziert, dass es erhebliche Schwierigkeiten bereiten d�rfte, diese Formation beizubehalten. Wir k�nnten so etwas auch machen. Wir m�ssen nur die Steuersysteme anweisen, Formationen zu schaffen, die auf Fraktalen wie einem Mandelbrot-M�nnchen beruhen oder indem Fourierreihen gebildet werden und so weiter. Aber das w�rde beim Man�vrieren eine Menge zus�tzliche Arbeit bedeuten. Ich kann keinen Nutzen erkennen, der diese Komplikation rechtfertigen w�rde.�</p><p>�Also machen sie das, weil sie es so wollen, nicht weil es auf irgendeine absolute oder physikalische Weise eine �berlegene Formation darstellt?�</p><p>�So w�rde ich das ausdr�cken�, bekr�ftigte Desjani.</p><p>�Captain Smythe, aus der Sicht eines Ingenieurs gesprochen: Glauben Sie, das Design dieser Schiffe kann bessere Ergebnisse hervorbringen?�</p><p>Smythe legte den Kopf ein wenig schr�g und dachte nach. �Wie definieren Sie bessere Ergebnisse? Ich meine, rein auf die Funktionalit�t bezogen, k�nnten sie schlechtere Leistungen erbringen. Vermutlich wird das sogar der Fall sein. Nat�rlich bietet eine fast vollkommen glatte H�lle keine Kanten und Winkel und damit auch keine Schwachstellen, auf die sich ein Angreifer konzentrieren kann. Jeder Strahl und jedes Objekt, das auf das Schiff trifft, wird von der H�lle wahrscheinlich abprallen. Aber unsere H�llen sind zu einem gro�en Teil auch gew�lbt, damit der gleiche Effekt erzeugt wird. Wenn man das auf die gesamte H�lle anwendet, dann entstehen dabei etliche gro�e Herausforderungen, was die Effizienz der Schiffe angeht. Das ist nat�rlich nur meine Meinung als Ingenieur, aber ich kann nichts dazu sagen, wozu diese Kreaturen f�hig sein k�nnten, die solche Schiffe gebaut haben. Mit meinem Wissensstand w�rde ich sagen, dass sie ein wenig von ihrer Funktionalit�t eingeb��t und die Bedienung ihrer Schiffe etwas komplexer gemacht haben.�</p><p>Das f�gte sich in den Gesamteindruck, dass f�r diese Kreaturen Ingenieurswissen und eventuell auch mathematische �sthetik von gro�er Wichtigkeit waren. �Sie m�gen sch�ne Dinge, und h�ngen dabei einer �sthetik an, die wir auch als sch�n empfinden.�</p><p>�Zumindest was ihre Schiffe angeht, Admiral.�</p><p>�Danke, Captain Smythe.�</p><p>Geary sah Desjani an. �Vielleicht ist es ja ein gutes Zeichen, dass wir ein vergleichbares Empfinden f�r Sch�nheit haben.�</p><p>Sie zog eine Augenbraue hoch. �Darf ich den Admiral daran erinnern, dass wir von einer Horde niedlicher kleiner Teddyb�rk�he in dieses System gejagt worden sind, die einfach alles ausl�schen wollen, das nicht so ist wie sie selbst?�</p><p>Er ver�nderte den Ma�stab seines Displays, um sich das Sternensystem genauer anzusehen, in das es sie verschlagen hatte. Ein Wei�er Zwerg leuchtete grell, der dem Leben nicht zutr�glich war. Es gab nur zwei Planeten, einer davon ein kahler Felsbrocken, der in einer Entfernung von weniger als zwei Lichtminuten um den Stern kreiste, der andere ein aufgedunsener Gasriese, der gro� genug war, um als Brauner Zwerg eingeordnet zu werden.</p><p>Auf der Grundlage der wenigen Minuten, die die Flottensensoren bislang Zeit gehabt hatten, um das System zu erkunden, war die Sch�tzung errechnet worden, dass er sich bis zu zwei Lichtstunden vom Stern entfernte, ehe er zu ihm zur�ckkehrte. �Wenn wir es nicht mit einer sehr exotischen Lebensform zu tun haben, dann ist das hier nicht ihr Heimatsystem.�</p><p>�Auf diesem Felsblock k�nnen sie sich nicht entwickelt haben�, stimmte Desjani ihm zu. �Und dieser Braune Zwerg sieht ganz danach aus, dass der Stern ihn eingefangen hat. Wenn die Orbitalwerte zutreffen, dann ist er h�chstens vor ein paar Millionen Jahren in das hiesige Schwerkraftfeld geraten.�</p><p>Mit Blick auf die Lebenserwartung eines Sterns war das ein sehr kurzer Zeitraum. Geary �berlegte, was das zu bedeuten hatte. �Sie halten sich hier in einem Sternensystem auf, das au�er Sprungpunkten nichts N�tzliches vorzuweisen hat. Und sie sind vor dem Sprungpunkt in Position gegangen, der zum System der B�rk�he f�hrt.�</p><p>�Der Sprungpunkt k�nnte auch vom Enigma-Gebiet erreichbar sein�, wandte Desjani ein. �Ich m�chte nur wissen, warum sie sich ausgerechnet da aufhalten. Ah! Deshalb also.�</p><p>Die Systeme der Flotte hatten inzwischen die anderen Sprungpunkte identifiziert. Es gab insgesamt drei weitere Sprungpunkte: einen links von der Allianz-Flotte, einen zweiten rechts oben und einen dritten fast genau am anderen Ende des Systems und damit hinter dem Stern. Desjani rechnete einige Man�ver durch, dann l�chelte sie zufrieden. �Ja, genau. Sehen Sie das? Von ihrer Position aus k�nnen sie jeden abfangen, der durch diesen Sprungpunkt ins System kommt, und dabei ist es egal, zu welchem der anderen Sprungpunkte derjenige will.�</p><p>�Und sie haben Zeit genug, um zu sehen, was die andere Streitmacht unternimmt, ohne als Erste reagieren zu m�ssen�, erg�nzte Geary. �Also gut, sie sind gute Ingenieure, und sie sind kluge Taktiker. Hoffen wir, dass sie wenigstens nicht feindselig sind.�</p><p>�In dieser Hinsicht haben wir bislang ja nicht sonderlich viel Gl�ck gehabt�, meinte Desjani.</p><p>�Aller guten Dinge sind drei.� Geary gab neue Befehle an die Flotte aus und lie� sie bei einer gleichbleibenden Geschwindigkeit von 0,1 Licht Kurs auf den Sprungpunkt nehmen, der auf dem Weg zur�ck in das von Menschen besiedelte Gebiet zu einem weiteren Stern f�hren sollte. Dabei fiel sein Blick auf die Formation seiner Flotte, n�mlich die grobschl�chtige Schachtelform, die bei den letzten Man�vern und beim Gefecht im Pandora-System an allen Seiten ausgefranst war, die so gar nichts von den faszinierenden Kreisen und Spiralen der Alien-Flotte hatte. �Versuchen wir, nicht ganz so barbarisch auszusehen.�</p><p>Er durchsuchte die Auswahl an verf�gbaren Formationen in der Datenbank der Steuersysteme, dann entschied er sich f�r eine, bei der die einzelnen Divisionen und Geschwader die Konturen von Diamanten bildeten, die sich wiederum zu gr��eren Formationen zusammenf�gten, bis ein gro�er Diamant entstanden war. Das Ganze hatte Geary bislang immer f�r ein beeindruckendes Schauspiel gehalten, doch im Vergleich zur Leistung dieser Aliens w�rde es immer noch grob wirken, wenn auch nicht so extrem primitiv wie die aktuelle Schachtelformation.</p><p>�An alle Einheiten: Nehmen Sie sofort die Diamantformation ein.�</p><p>Rione stand angespannt neben seinem Sessel. �Sprechen Sie sie an, Admiral. Etwas Kurzes und Knappes, um ihnen zu versichern, dass wir in Frieden kommen.�</p><p>�Wir kommen in Frieden�, murmelte Desjani sarkastisch, �und bringen eine Flotte aus Kriegsschiffen mit.�</p><p>�Vor wem wollen sie dieses System besch�tzen?�, fragte Rione und ging �ber Desjanis Bemerkung hinweg. �Sie sind diesem Sprungpunkt zugewandt, durch den die B�rk�he kommen k�nnten. Sagen Sie Ihnen, dass wir nicht hier sind, um zu k�mpfen.�</p><p>Vielleicht w�rde eine solche Erkl�rung ja zur Abwechslung einmal Geh�r finden. W�hrend er �ber die B�rk�he nachdachte, die in K�rze in diesem System eintreffen w�rden, um seine Flotte weiter zu verfolgen, hoffte er, dass er zwar weitere Aliens, aber nicht auch weitere Feinde entdeckt hatte. �Ist alles f�r eine �bertragung auf der gesamten Breite des Spektrums bereit?�, fragte er Desjani.</p><p>Sie sah zu ihrem Komm-Wachhabenden, der sofort best�tigend nickte. �Sie k�nnen jederzeit anfangen, Admiral.�</p><p>Nachdem er sich gerade hingesetzt hatte, begann er, ruhig und gem�chlich zu reden, wobei er versuchte, zwar St�rke erkennen zu lassen, dabei aber nicht bedrohlich zu wirken. �Wir gr��en die Besatzungen dieser Schiffe hier im System. Wir sind Vertreter der Menschheit und befinden uns auf einer friedlichen Forschungsmission.� Er konnte nur hoffen, dass die Waffen und sichtbaren Gefechtssch�den auf der H�lle etlicher Schiffe der Beteuerung nicht allzu offensichtlich zuwiderliefen, sie seien in friedlicher Absicht unterwegs. �Wir m�chten eine freundschaftliche Beziehung zu Ihnen aufbauen und dieses System durchqueren und in die Region zur�ckkehren, die von unserer Spezies kontrolliert wird. Mein Name ist Admiral John Geary. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Ende.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck und musste unwillk�rlich lachen. �Wie sollen die auch nur ein einziges Wort von dem verstehen, was ich gerade gesagt habe?�</p><p>�Es ist zu hoffen, dass sie in der Lage sind, die Einstellung des Sprechenden zu erfassen�, sagte Rione, doch es klang nicht so, als w�rde sie selbst daran glauben.</p><p>Desjani hatte auf ihrem Display verschiedene Dinge durchgerechnet, wobei sich ihre Finger flink �ber die Tasten und Anzeigen bewegt hatten, um die Berechnungen zu steuern. Nun zeigte sie auf die Darstellung der fremden Streitmacht. �Wir befinden uns in einer Position vor ihnen, die es ihnen erlaubt, sich uns in den Weg zu stellen, ganz gleich welchen Sprungpunkt wir w�hlen. Laut Sch�tzung unserer Steuersysteme d�rfte die Armada der B�rk�he zwischen einer halben und einer vollen Stunde ben�tigen, um zu wenden und uns durch den Sprungpunkt zu folgen.�</p><p>�Eine halbe bis eine volle Stunde?� Geary sah auf die Uhr. �Wir befinden uns inzwischen seit gut zwanzig Minuten in diesem System.�</p><p>�Sollen wir beschleunigen, um auf Abstand zum Sprungpunkt zu gehen?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Damit w�rden wir uns deren Formation n�hern�, gab Geary zu bedenken. �Das k�nnte als aggressiver Akt aufgefasst werden.�</p><p>�Wenn sie uns angreifen wollen, werden sie das so oder so machen.�</p><p>Nachdr�cklich sch�ttelte er den Kopf. �Ich werde die Situation nicht eskalieren lassen, nur weil das sowieso passieren k�nnte. Die Vorstellung, zwischen diesen beiden Flotten in der Falle zu sitzen, ist schon unerfreulich genug. Aber noch schlimmer w�re es, wenn wir auch noch selbst daf�r sorgen w�rden, dass wir in diese Falle gehen.�</p><p>Sie hielt inne und kam zu dem Entschluss, dass Geary nicht einlenken w�rde, woraufhin sie sich wieder ihrem Display zuwandte. �Dann werde ich meiner Crew befehlen, sich zur�ckzuhalten. Die Reaktionen dieser Aliens werden wir erst in gut zwei Stunden sehen k�nnen, und wenn die B�rk�he hier auftauchen, haben sie noch eine lange Strecke vor sich, w�hrend wir uns �berlegen k�nnen, wo wir uns von ihnen einholen lassen.�</p><p>Diesmal nickte er nur. An eine gro�e Schlacht gegen die B�rk�he wollte er lieber gar nicht denken, doch er wusste, dass er genau das tun musste. Er konnte nicht zulassen, dass eine solche Streitmacht ihnen bis in das von Menschen kontrollierte Gebiet folgte. Aber vorher musste er in Erfahrung bringen, ob sie das tats�chlich vorhatten. Wom�glich waren die B�rk�he ja schon zufrieden damit, dass sie die Menschen aus dem Pandora-System verjagt hatten.</p><p>Allerdings durfte er dabei nicht vergessen, dass er den F�hrer dieser Armada mit seinen st�ndigen Kurswechseln zur Wei�glut getrieben haben musste. Und er durfte erst recht nicht vergessen, wie w�tend der dar�ber sein musste, dass die Flotte ihm auch noch entkommen war.</p><p>Es dauerte noch einmal f�nfundzwanzig Minuten, bis die Flotte�� die vom Sprungpunkt gut sechs Lichtminuten entfernt war�� die Antwort auf die Frage erhielt, was die B�rk�he beabsichtigten. Warnsymbole blinkten auf den Displays auf, als die Sensoren der Flotte deren Kriegsschiffe als aus dem Sprungpunkt kommend registrierten. Sie hatten die Verfolgung der Allianz-Flotte also nicht abgebrochen.</p><p>�Ich will schwer hoffen, dass diese Kerle da vor uns auf unserer Seite stehen�, sagte Desjani leise.</p></section><section><title><p>Sechs</p></title><p>Dies war eine der Gelegenheiten, bei denen die gewaltigen Entfernungen im All einfach nur frustrierend waren. Da eine Streitmacht unbekannter Aliens sich vor ihnen befand und eine zweite sich von hinten n�herte, deren feindselige Absichten ihnen nur zu vertraut waren, wollte Geary etwas unternehmen. Irgendetwas. Aber er konnte nur warten, ohne zu wissen, wie die neue fremde Spezies auf die Ankunft der Menschen reagieren w�rde. Ihm war mehr als bewusst, dass jede Aktion von seiner Seite falsch ausgelegt werden k�nnte. Unterdessen hatte die Armada der B�rk�he erneut beschleunigt und n�herte sich der Allianz-Flotte. Zumindest in dieser Hinsicht spielten die immensen Entfernungen Geary in die H�nde, denn selbst wenn die B�rk�he auf �ber 0,2 Licht beschleunigten, w�rde es Stunden dauern, um die Schiffe der Menschen einzuholen.</p><p>�Captain, wir empfangen etwas von vorn�, meldete der Komm-Wachhabende. �Ein sich wiederholendes Funksignal auf etlichen Frequenzen gleichzeitig.�</p><p>Rione lachte laut auf. �Die wollen mit uns reden.�</p><p>�Vielleicht wollen sie uns ja nur sagen, dass sie uns umbringen werden�, murmelte Desjani, dann fragte sie ihren Wachhabenden: �Nur Audio oder auch Video?�</p><p>�Eindeutig Video, Captain. Es �hnelt einem der alten Sendeformate, die fr�her von den Menschen benutzt wurden. Daher k�nnen wir das Signal auch in ein brauchbares Bild umwandeln, sobald das System das erforderliche Protokoll erzeugt hat. Das Bild kann ab und zu ruckeln, aber es sollte klar und deutlich sein, und das Gleiche d�rfte auch f�r den Ton gelten.�</p><p>�Lassen Sie es uns sehen, sobald Sie bereit sind�, befahl Desjani.</p><p>�Das sollte in weniger als einer Minute der Fall sein, Captain.�</p><p>Tats�chlich vergingen lediglich Sekunden, ehe sich vor Geary und den anderen auf der Br�cke virtuelle Fenster �ffneten, die ein klares, deutliches Bild zeigten. Im ersten Moment bekam Geary den Mund nicht mehr zu, und erst allm�hlich wurde ihm klar, dass alle auf der Br�cke verstummt waren.</p><p>�Wie gro� ist das Ding?�, fragte Desjani schlie�lich mit erstickter Stimme. �Lieutenant Yuon?�</p><p>�Das� das l�sst sich nicht sagen, Captain�, stammelte Yuon. �Es gibt keine Bezugsgr��e, an der wir uns orientieren k�nnten.�</p><p>Geary zwang sich, das Bild genauer zu betrachten. H�tte sich eine sehr gro�e Spinne irgendwie mit einem Wolf gepaart, w�re wohl dieses Ding dabei herausgekommen: mindestens sechs Gliedma�en, die als Arme ebenso wie als Beine dienen konnten; gl�nzende Haut, die hart wie ein Panzer zu sein schien, aber mit Haarb�scheln �berzogen war; der Kopf verf�gte �ber sechs Augen, die um den Mittelpunkt herum verteilt waren; eine lappen�hnliche �ffnung oberhalb der Augen diente m�glicherweise der Atmung; darunter ein riesiges Maul aus mehreren Kiefern. Zwei Lappen zu beiden Seiten des Kopfs aus hauchd�nner, von feinen Adern durchzogener Haut stellten m�glicherweise die Ohren dar.</p><p>Es war so, als h�tte jemand bei allen Lebewesen nach den am schrecklichsten aussehenden Elementen gesucht und sie zu diesem Ding kombiniert.</p><p>�Wenigstens hat es keine Tentakel�, stellte Charban fest.</p><p>Geary richtete sein Augenmerk auf die Kleidung der Kreatur, wie Seide schimmernde Stoffb�nder in leuchtenden Farben �berzogen den Leib in einem komplexen Muster. Die Farben stachen sich dabei nie und ergaben ein sonderbares, auf ihre Weise aber sch�nes Bild.</p><p>Die Kreatur sprach in schrillen, wabernden T�nen. Dabei streckte sie vier ihrer Gliedma�en zu beiden Seiten des K�rpers zu voller L�nge aus. Auch die Klauen an den Enden dieser Gliedma�en wurden gespreizt. W�hrend das Wesen zu ihnen sprach, behielt es diese Pose bei. Die T�ne wurden hin und wieder von einem Knacken unterbrochen, das immer dann entstand, wenn die Kiefer aufeinanderschlugen.</p><p>�Die Vorfahren m�gen uns beistehen�, fl�sterte Desjani, dann schluckte sie und redete in einem fast normalen Tonfall weiter. �Werden wir bedroht?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung�, entgegnete Geary.</p><p>�Etwas, das <emphasis>so </emphasis>aussieht, baut <emphasis>solche </emphasis>Schiffe und denkt sich <emphasis>derartige </emphasis>Formationen aus?�</p><p>�Offenbar ja.� Er schaute nach unten und atmete ein paar Mal tief durch, um seine Fassung zu bewahren. �Leiten Sie das an die zivilen Experten weiter. Ich will wissen, was das Ding ihrer Meinung nach macht.�</p><p>Schlie�lich meldete sich Rione zu Wort. Ihre Stimme klang von allen auf der Br�cke noch am normalsten. �Es redet mit uns. Was f�r eine Spezies das auch sein mag, sie haben mit uns Kontakt aufgenommen. Die Enigmas haben erst nach langem Versteckspiel begonnen mit uns zu reden, und auch das nur sehr z�gerlich. Von den B�rk�hen haben wir nicht ein einziges Wort geh�rt.�</p><p>�Vielleicht will es ja blo� wissen, wonach wir schmecken�, meinte Desjani leise und musste dann lachen. �M�chte wissen, was in ihrer Sprache �schmeckt wie H�hnchen� hei�t.�</p><p>Auch Geary musste lachen, da der rabenschwarze Humor eine willkommene Ablenkung nach dem Schock war, den er erlitten hatte, als die Kreatur zum ersten Mal auf seinem Display aufgetaucht war.�</p><p>�Captain?� Der Komm-Wachhabende hatte sein halb hysterisches Gel�chter �ber Desjanis Witz unter Kontrolle gebracht. �Es ist etwas an diese Mitteilung angeh�ngt. Irgendein Programm.�</p><p>Desjani warf Geary einen finsteren Blick zu. �Ein Trojaner, ein Virus oder was?�, fragte sie den Wachhabenden.</p><p>�Weder noch, Captain. Es ist nicht in irgendeiner Weise versteckt worden. Der Anhang ist auf den ersten Blick erkennbar. Entweder sind diese� �hm, was immer sie sind� v�llig unbeholfen, was Sicherheitsvorkehrungen bei Computern angeht, oder aber sie wollten sicherstellen, dass wir das Programm auf jeden Fall entdecken.�</p><p>�Lassen Sie es von der Sicherheitsabteilung �berpr�fen�, wies Desjani an. �Ich will, dass unsere Kodierspezialisten es analysieren und mir ihre Einsch�tzung mitteilen, bevor wir irgendwas damit machen. Augenblick mal, jedes Schiff der Flotte k�nnte diese Nachricht empfangen haben.�</p><p>�Ja, Captain.�</p><p>Geary bet�tigte hastig die Komm-Kontrolle, ohne den Blick von der Nachricht abzuwenden. �An alle Einheiten: Die an die Nachricht der Aliens angeh�ngte Software wird weder gespeichert noch gestartet noch in irgendeiner anderen Form aktiviert. Sie wird zun�chst unter kontrollierten Bedingungen getestet und aktiviert.�</p><p>Im Komm-Fenster vor Geary hatte die Kreatur ihre Nachricht beendet, sie verschr�nkte die vier oberen Gliedma�en vor der Brust, dann hob sie zwei von ihnen hoch, um den Kopf einzurahmen, ehe im n�chsten Moment die �bermittlung beendet wurde.</p><p>�Und jetzt?�, fragte Desjani.</p><p>�Ich wei� nicht�, erwiderte Geary. �Vielleicht ist es leichter zu entscheiden, was wir tun sollen, wenn sie nicht mit uns reden.�</p><p>�Uns sitzen die B�rk�he im Nacken. Wir k�nnen nicht einfach hier stillstehen und darauf warten, dass wir dahinterkommen, was diese� diese Spinnenw�lfe wollen oder vielleicht auch nicht wollen.�</p><p>�Sie sollten eine Antwort senden�, sagte Rione.</p><p>�Eine Antwort?�, wiederholte Geary. �Auf was denn? Ich wei� nicht, was das Ding zu uns gesagt hat.� Vor ein paar Stunden war es noch eine gute Idee gewesen, blindlings eine Nachricht an die Fremden abzuschicken. Doch nachdem er nun die �bermittlung der Spinnenw�lfe gesehen hatte, kam es ihm so vor, dass zwischen seiner und dieser Spezies eine L�cke klaffte, die erheblich breiter war als die ohnehin immense Entfernung zwischen zwei Sternen.</p><p>�Sie werden meine Gesten nicht begreifen, sie werden meine Worte nicht verstehen, und m�glicherweise finden sie mich genauso h�sslich wie ich sie.�</p><p>�Dennoch sollten Sie etwas erwidern�, beharrte Rione. �Lassen Sie sie wissen, dass wir reden wollen. Vielleicht wissen sie ja, was ein Mensch ist. Immerhin sind sie sozusagen Nachbarn der Enigmas.�</p><p>Geary sah Rione m�rrisch an. �Ich habe die B�rk�he angel�chelt, und als sie meine Schneidez�hne sahen, dachten sie, ich wollte sie verspeisen.�</p><p>�Das ist nur eine Vermutung, Admiral�, hielt sie ihm vor Augen. �Wenn auch eine ziemlich �berzeugend klingende Vermutung, wie ich zugeben muss. Aber Sie sprachen zuvor von technischen Aspekten, die auch auf Lebewesen zutreffen. Eine Angriffshaltung unterscheidet sich von einer Abwehrhaltung, nicht wahr? Das muss doch so sein, oder?�</p><p>Charban meldete sich zu Wort. �Das kommt ganz auf die Umst�nde an. Es gibt eine ganze Reihe von Gefechtsmethoden, bei denen ein Individuum sich in der Schwebe befindet und gleicherma�en zum Angriff wie auch zur Verteidigung bereit ist. Diese Dinge sind aber sehr hochentwickelt.� Er hielt inne und schaute nachdenklich drein. �Bei uns Menschen deuten wir Angriffslust an, indem wir uns nach vorn beugen, die Arme dicht am K�rper halten und zum Zuschlagen bereit sind. Eine Abwehrhaltung kann ganz �hnlich aussehen. Aber wenn ein Mensch seine friedfertigen Absichten kundtun will, dann stellt er sich hin, streckt die Arme aus und h�lt seinem Gegen�ber die ge�ffneten H�nde hin. Diese Haltung passt weder zum Angriff noch zur Abwehr.�</p><p>�Die Art, wie der� �hm� Spinnenwolf dastand�, stimmte Geary ihm zu. �Die Arme ausgestreckt, die Klauenh�nde ge�ffnet.�</p><p>�Bereit um zuzuschnappen�, warf Desjani ein. �Mit welcher Feinmotorik bewegen die eigentlich ihre Klauen?�</p><p>�Auch eine berechtigte Frage.� Geary setzte eine finstere Miene auf. Er wusste, Rione hatte recht, doch er fragte sich, ob er tats�chlich noch frei und ruhig reden konnte, nachdem er nun wusste, wie seine Zuh�rer aussahen. �K�nnen wir die Antwort im gleichen Format senden wie die Nachricht, die wir empfangen haben?�</p><p>�Nat�rlich kann die <emphasis>Dauntless </emphasis>das�, erwiderte Desjani und wirkte fast beleidigt angesichts seines Gedankens, ihr Schiff k�nnte zu irgendetwas nicht f�hig sein.</p><p>�Wir k�nnen das gleiche Umwandlungsprogramm einsetzen, Admiral�, erkl�rte der Komm-Wachhabende. �Wir lassen einfach Ihre Mitteilung in unserem durchlaufen und senden es in deren Format.�</p><p>Er nickte stumm und versuchte, sich in die richtige geistige Verfassung zu bringen, um zu diesen Kreaturen zu sprechen, ohne sich dabei anmerken zu lassen, wie sehr ihr Aussehen ihn abstie�.</p><p>Mit beschwichtigender Stimme meldete sich wieder Charban zu Wort. �Sie k�nnen einen anderen zum Teil danach beurteilen, was er tut, was er erschafft und womit er sich umgibt. Bei den B�rk�hen sind wir so vorgegangen, indem wir uns ihre Welt angesehen haben und zu dem Schluss gekommen sind, dass sie anderen gegen�ber erbarmungslos sein m�ssen. Hier k�nnen wir zwar keinen Blick auf die Heimatwelt dieser neuen Spezies werfen, aber wir sehen, was sie geschaffen haben. Wir k�nnen erkennen, wie ihnen bestimmte Dinge am liebsten sind. Das verschafft uns eine Grundlage, um mit ihnen mitzuf�hlen.�</p><p>�Mitf�hlen�, wiederholte Geary, h�rte aber aus diesem einen Wort seine eigene Skepsis heraus.</p><p>�Ja. Genau so, wie Sie bestimmte Aspekte von uns Menschen in dem sehen, was wir erschaffen und wir Dinge in Angriff nehmen.� Charban machte eine ausholende Geste. �Wir haben diese Flotte geschaffen, ein m�chtiges Kriegsger�t. Das sagt etwas �ber uns aus, aber da ist mehr als nur das Offensichtliche. Nicht alles in dieser Flotte spiegelt pure Wissenschaft, Physik oder Ingenieurskunst wider. Vieles davon zeigt, wie wir Dinge erledigt wissen m�chten, weil wir es eben so wollen. Es ist uns wichtig, auch wenn wir den Grund daf�r vielleicht gar nicht erkl�ren k�nnen.�</p><p>�Der Goldene Schnitt�, sagte Rione. �Er bestimmt ein Verh�ltnis zwischen Zahlen. Wir Menschen wenden ihn oft an, weil uns Dinge mit diesen Proportionen gefallen.�</p><p>�Ein Verh�ltnis?�, erkundigte sich Geary.</p><p>�Eine irrationale mathematische Konstante�, warf Lieutenant Castries ein und schaute blinzelnd auf die Ergebnisse der Anfrage, die sie eingegeben hatte. �Abgeleitet vom Verh�ltnis einer gr��eren zu einer kleineren Menge. Sie betr�gt 1 zu 1,6. Man findet sie in der Architektur und der Bildhauerei, es ist das Format f�r gedruckte B�cher, f�r Papier, Spielkarten und unter anderem auch f�r virtuelle Fenster.�</p><p>�Ganz genau.� Rione deutete auf ihr Display. �Diese Anzeigen weisen dieses Format wahrscheinlich aus dem Grund auf, dass wir Dinge gern in diesem Gr��enverh�ltnis sehen. Das ist irgendwie ein Teil von uns. Und jetzt sehen Sie diese Kreaturen und deren Schiffe an. Wenn sie so etwas erschaffen k�nnen, besitzen sie auf irgendeine Weise selbst innere Sch�nheit.�</p><p>�Die muss aber sehr tief in ihrem Inneren verborgen sein�, sagte Geary.</p><p>�Sehen Sie sich an, was sie geschaffen haben, und denken Sie daran, wenn Sie sich an sie wenden.�</p><p>�Sie k�nnten sich auch zuerst betrinken�, schlug Desjani vor. �Das macht es immer einfacher, etwas Abscheuliches zu akzeptieren.�</p><p>�Ich werde gar nicht erst fragen, woher Sie das wissen�, gab Geary zur�ck, seufzte und stand auf, wobei er versuchte, eine Haltung zu wahren, die nicht aggressiv wirkte. Dann auf einmal hielt er inne. �Bilder. Wir k�nnen es mit Bildern versuchen. Was muss ich tun, damit mein Display mit mir zusammen zu sehen ist?�</p><p>�Wir sollen ihnen eines unserer Displays zeigen?�, hakte Desjani nach.</p><p>�Ja.�</p><p>�Einen Augenblick, Admiral�, sagte der Komm-Wachhabende, w�hrend seine Finger f�rmlich �ber die Tastatur wirbelten. �Fertig. Wenn Sie jetzt senden, ist es neben Ihnen zu sehen. Hier ist ein sekund�res Fenster, das Ihnen anzeigt, wie das als Ganzes aussieht.�</p><p>Das sekund�re Fenster �ffnete sich vor ihm, und Geary konnte sich betrachten, wie er neben dem Bild eines Displays stand. Einen Moment lang �berlegte er, wie er anfangen sollte, dann bet�tigte er die Komm-Kontrolle. �Vielen Dank, dass Sie mit uns Kontakt aufgenommen haben. Wir m�chten in friedlicher Absicht dieses System durchqueren.� Er zeigte auf den Sprungpunkt, durch den sie ins System gekommen waren, und zeichnete mit dem Finger eine Kurve zu einem der Sprungpunkte auf der anderen Seite des Systems. �Dort sind Feinde, die uns bis hierher verfolgt haben.� Jetzt hielt er die Handfl�che wie einen sch�tzenden Schild vor die Armada der B�rk�he, die andere Hand war erhoben, als wollte er zuschlagen. �Wir wollen nicht mit Ihnen k�mpfen.� Beim Anblick der Darstellung der Spinnenwolf-Streitmacht lie� er die Arme sinken und drehte die leeren Handfl�chen nach vorn. �Auf die Ehre unserer Vorfahren, hier spricht Admiral Geary, Ende.�</p><p>�Captain?� Desjani drehte sich zur Seite und betrachtete das Fenster, das vor ihr aufgetaucht war und einen Lieutenant Commander zeigte. Geary erkannte den Mann als den Offizier, der f�r die Systemsicherheit der <emphasis>Dauntless </emphasis>zust�ndig war. �Wir haben den Anhang dieser Nachricht isoliert und auf einem System ge�ffnet, das mit keinem anderen System auf dem Schiff verbunden ist. Dadurch war es unm�glich, irgendetwas an Bord zu infizieren. Es hat einiges an Arbeit bedeutet, aber wir sind dahintergekommen, wie dieses Programm funktioniert, weil es sein eigenes Betriebssystem enthielt, das sich offenbar an unsere Hardware anpassen konnte.�</p><p>�Es hat sich an unsere Hardware angepasst?�</p><p>�Ja, Captain, aber keine Sorge. Es kann nicht auf andere Systeme �berspringen. Es gibt keine materielle oder elektronische Verbindung, und die Einheit befindet sich in einem isolierten Umfeld.�</p><p>Desjani atmete tief durch, dann fragte sie: �Und was f�r ein Programm ist das?�</p><p>�Ich glaube�� Der Offizier der Systemsicherheit kratzte sich am Kopf. �Es gibt Bilder zu sehen, und da ist auch eine Art interaktive Routine. Mich erinnert das Ganze an ein Kinderbuch f�r wirklich kleine Kinder, denen man bestimmte Begriffe beibringen will.�</p><p>�Begriffe?�, rief Charban dazwischen. �Dann ist das so was wie ein Bilderbuch, das dem Zweck dient, eine Kommunikation zu erm�glichen.�</p><p>�Ja, Sir�, stimmte der Offizier ihm zu. �So kommt es mir vor.�</p><p>�Lassen Sie es vorl�ufig noch unter Quarant�ne�, wies Desjani ihn an. �Und mach-�</p><p>�Wir m�ssen darauf zugreifen�, wurde sie von Charban unterbrochen.</p><p>�Das ist mein Schiff, und ich entscheide, wer auf die Systeme zugreifen darf.�</p><p>�Captain Desjani�, wandte Geary f�rmlich ein. �Ich bin Ihrer Meinung, dass das Programm unter Quarant�ne bleiben muss. Trotzdem m�ssen wir so bald wie m�glich darauf zugreifen, damit General Charban, Gesandte Rione und die zivilen Experten sich damit befassen k�nnen.�</p><p>�Wir k�nnen ein in sich geschlossenes Netzwerk anlegen�, schlug der Offizier der Systemsicherheit vor. �Das wird etwas Arbeit machen, und sie werden auch nur in einem einzigen Quartier darauf zugreifen k�nnen, weil wir zwischen den Arbeitsstationen nur kurze, materielle Verbindungen verlegen k�nnen. Aber auf diese Weise k�nnen sie alle gleichzeitig damit spielen.�</p><p>�Nehmen Sie einen der gro�en Konferenzr�ume�, forderte Desjani ihn auf. �Und gehen Sie von maximal einem Dutzend Benutzer gleichzeitig aus. Wie lange werden Sie daf�r ben�tigen?�</p><p>�Eine halbe Stunde, Captain.�</p><p>�Dann tun Sie�s, und denken Sie daran, mir Bescheid zu geben, wenn Sie mehr Zeit ben�tigen, um das fertigzustellen. Ich will nicht, dass diese Software in irgendeiner Weise auf die �brigen Systeme zugreifen kann.�</p><p>Der Lieutenant Commander nickte. �Jawohl, Captain. Ich w�rde auch nicht wollen, dass so etwas sich ungehindert ausbreiten kann. Aber wenn wir herausfinden k�nnen, wie diese Anpassung l�uft, dann sind wir vielleicht in der Lage, ein paar gute Dinge zu �bernehmen.�</p><p>Desjani verzog ein wenig den Mund, w�hrend sie den Offizier ansah. �Deren Software kann Dinge, die unsere nicht kann?�</p><p>�Richtig, Captain.� Der Mann grinste so breit wie ein Kind, dem man ein besonders sch�nes Geschenk gemacht hatte. �Wir wissen noch nicht, wie das funktioniert, aber es war faszinierend, das mitanzusehen. Diese Software ist einfach� cool.�</p><p>�Danke. K�mmern Sie sich um das Netzwerk�, entgegnete Desjani. Nachdem das Bild des Offiziers verschwunden war, schaute sie zu Geary. �Irgendeine Software, bei der meinen Computerleuten das Wasser im Mund zusammenl�uft, und die haben uns das einfach so gegeben.�</p><p>�Vielleicht halten sie sie ja f�r nichts Besonderes�, gab Geary zu bedenken.</p><p>�M�glicherweise. Aber wenn das stimmt, dann m�chte ich nicht wissen, wozu ihre besondere Software in der Lage ist.�</p><p>Desjani drehte sich zu Charban um. �General, Sie werden auf dieses Programm zugreifen k�nnen, sobald meine Leute das isolierte Netzwerk fertiggestellt haben.�</p><p>Auch Geary wandte sich an ihn und Rione: �Diese Aliens m�ssen uns das Programm gegeben haben, damit wir einen Weg finden, um mit ihnen zu kommunizieren. Ich muss ihnen vor allem anderen schnellstm�glich zu verstehen geben, dass wir nicht mit ihnen k�mpfen wollen. Wir wollen nur ihr Gebiet unbehelligt durchqueren. Und ich muss wissen, was sie �ber die B�rk�he denken. Sind es ihre Feinde? Verhalten sie sich neutral? Oder sind sie deren Verb�ndete? Werden sie sich zur�ckhalten, wenn es zum Kampf zwischen uns und der B�rkuh-Armada kommt?�</p><p>Charban nickte eifrig. Seine Augen funkelten erwartungsvoll. �Das werden unsere vorrangigen Aufgaben sein. Aber von der Zeit abgesehen, die wir ben�tigen, um herauszufinden, wie wir diese Fragen stellen m�ssen, ist da auch noch das Problem der Entfernung zu den Schiffen der Spinnenw�lfe. Wir sind von ihnen immer noch �ber f�nfzig Lichtminuten weit weg, dementsprechend lang wird sich eine Kommunikation hinziehen.�</p><p>�Ich wei�, wir brauchen mehr Zeit.� Geary bet�tigte eine andere Taste. �An alle Einheiten: Beschleunigen Sie bei Zeit f�nf null auf 0,15 Licht.� Das sollte eigentlich gen�gen, um etwas mehr Zeit herauszuholen, bevor die B�rk�he sie erreichen konnten. Diese zus�tzlichen Stunden w�rden wom�glich gen�gen, um dahinterzukommen, was die Spinnenw�lfe vorhatten.</p><p>�Wie zum Teufel sollen wir blo� diese Schiffe unsch�dlich machen?�, fragte sich Desjani, als sie auf ihr Display schaute, das die Superschlachtschiffe der B�rk�he zeigte. Die folgten mit relativ hoher Geschwindigkeit der Allianz-Flotte.</p><p>�Gibt es hier irgendjemanden, der nicht die Bilder gesehen hat, die uns die Wesen in den Schiffen vor uns geschickt haben?�, fragte Geary, w�hrend er seinen Blick durch den Konferenzraum wandern lie�.</p><p>Da die Nachricht an die gesamte Flotte geschickt worden war, ging er davon aus, dass jeder sie kannte. Das Minenspiel seiner Captains war f�r ihn Antwort genug.</p><p>�Die Absichten der Spinnenw�lfe sind uns immer noch unbekannt�, fuhr er fort. �Unsere Experten und Gesandten arbeiten daran, eine brauchbare Kommunikation zu ihnen in die Wege zu leiten, aber die wird im g�nstigsten Fall f�r einige Zeit sehr simpel und sehr eingeschr�nkt ausfallen.�</p><p>�Werden sie sich auf die Seite der Kiks stellen?�, fragte Captain Badaya. �Das ist das, was wir vor allem anderen wissen m�ssen.�</p><p>�Kiks?� Geary sah, dass einige verstehend nickten, w�hrend andere mit dem Begriff genauso wenig anfangen konnten wie er selbst.</p><p>�Den haben sich die Matrosen ausgedacht�, erl�uterte Captain Duellos. �Sie fingen an, die B�rk�he als Killerk�he zu bezeichnen, und inzwischen haben sie das auf Kik verk�rzt.�</p><p>�Damit kann ich leben�, murmelte Desjani.</p><p>Geary konnte nichts gegen diese Bezeichnung einwenden, da sie nicht obsz�n oder anderweitig verletzend war. Wenn seine Leute sich entschieden hatten, diese Kreaturen als Kiks zu bezeichnen, sollte ihm das recht sein. Doch das Gepl�nkel hatte ihn abgelenkt, und er brauchte einen Moment, ehe ihm Badayas eigentliche Frage wieder in den Sinn kam. Er aktivierte eine Kopie der j�ngsten von den Spinnenw�lfen �bermittelten Nachricht, die daraufhin vor jedem der Anwesenden in der Luft schwebend auftauchte. Die animierte Nachricht von Schiffen der Spinnenw�lfe, die auf die B�rk�he schossen, war mehr als eindeutig. �Wie es aussieht, sind sie deren Feinde. Achten Sie auf die n�chste Szene.�</p><p>Die Animation verschob sich, Bilder der Allianz-Flotte wurden einkopiert. Die Kriegsschiffe der Menschen und die der Spinnenw�lfe bewegten sich gemeinsam weiter und er�ffneten gleichzeitig das Feuer auf den Gegner, dessen Armada in einer gelungenen Computergrafik-Explosion verging.</p><p>�Sie wollen sich mit uns verb�nden?�, fragte Captain Duellos. �Die h�sslichsten Kreaturen im ganzen Universum, und die wollen mit uns befreundet sein?�</p><p>Captain Bradamont, der bei den Konferenzen nur selten einmal ein Wort herausbrachte, erkl�rte daraufhin: Wie der Admiral ja zu einem fr�heren Zeitpunkt erw�hnt hatte, d�rften sie im Gegenzug das Gleiche von uns denken.�</p><p>Gel�chter machte sich breit, einmal weil die Bemerkung wirklich witzig war, aber genauso, um sich von der dauernden Anspannung wenigstens f�r einen Moment zu befreien.</p><p>�Wenn die glauben, wir seien h�sslich�, f�gte Captain Badaya an, �dann sollten die erst mal ein paar von unseren Marines zu Gesicht bekommen.�</p><p>Wieder wurde ausgelassen gelacht, w�hrend General Carabali mit einer wegwerfenden Handbewegung reagierte. �Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Marines bei der Landung auf einem Planeten alle M�dchen und Jungs abkriegen, w�hrend die Flottenoffiziere und die Matrosen nur dumm rumstehen und in die R�hre gucken.�</p><p>�Ich glaube, die meisten hier sind meiner Meinung, dass das Verhaften der lokalen Bev�lkerung eher wenig mit einem Kennenlernen der Jungs und M�dchen zu tun hat�, warf Duellos ein.</p><p>Geary sorgte daf�r, dass nicht sofort die n�chste Lachsalve folgte. Er wusste, dass die Erleichterung in der gel�sten Stimmung schnell wieder der Erkenntnis weichen musste, dass sie vor einer besonders ernsten Bedrohung standen. �Wichtig ist, dass wir Verb�ndete haben. Bedauerlicherweise fehlt uns die M�glichkeit, einen gemeinsamen Angriff auf die Armada zu koordinieren. Wir m�ssen unabh�ngig voneinander operieren, die B�rk�he angreifen und gleichzeitig darauf achten, dass wir den Spinnenw�lfen nicht in den Weg fliegen.�</p><p>�Und m�ssen wir nicht auch die Spinnenw�lfe im Auge behalten?�, wollte Tulev wissen. �Ich meine, wir haben schlie�lich nur ihr Wort, dass sie Feinde der B�rk�he sind.�</p><p>�Wir werden unsere neuen Verb�ndeten und allerbesten Freunde nicht aus den Augen lassen�, best�tigte Desjani.</p><p>Geary z�gerte, als ihm auffiel, wie alle Anwesenden Desjanis Bemerkung als endg�ltige Antwort in der Sache akzeptierten, so als h�tte er selbst das gesagt. Gingen sie davon aus, dass sie bereits mit ihm �ber die weitere Vorgehensweise gesprochen hatte? Oder meinten sie, dass Tanya nicht nur auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, sondern auch bei ihrer dienstlichen Beziehung das Sagen hatte? �Richtig�, sagte er letztlich und konnte nur hoffen, dass es nicht so klang, als w�rde er klein beigeben. �Wir verlassen uns allein auf uns selbst und halten die Augen offen.�</p><p>Er aktivierte das Display, welches das Sternensystem darstellte. Vor ihnen befand sich die h�chst komplexe Formation der Spinnenw�lfe mit ihren makellos glatten Schiffen, die jetzt nur noch zehn Lichtminuten entfernt waren. �Wir befinden uns immer noch zwischen den Fronten, aber das wird nicht mehr lange so bleiben.� Hinter ihnen hatte sich die Armada der B�rk�he zur beunruhigenden Form eines Vorschlaghammers stabilisiert. Dieser Eindruck wurde dadurch verst�rkt, dass sich die Superschlachtschiffe in den vordersten Reihen befanden. Da Geary seine Flotte konstant mit 0,15 Licht hatte weiterfliegen lassen, waren die B�rk�he kontinuierlich n�her gekommen, und inzwischen waren sie nur noch zwei Lichtminuten hinter ihnen.</p><p>Auf dem Display l�ste sich die Formation aus unterschiedlich gro�en, untereinander verbundenen Dreiecken endlich auf, die einzelnen Schiffe flogen in verschiedene Richtungen davon, wobei sich nach einer Weile drei nahezu gleich gro�e Unterformationen herausbildeten, die jede einem anderen Vektor folgte. �Wir haben den B�rk�hen ein einzelnes Ziel geboten, auf das sie losst�rmen konnten, und nun lassen wir sie w�hlen. Ganz egal, f�r welche Formation sie sich entscheiden, es bleiben immer zwei Formationen �brig, mit denen wir sie angreifen k�nnen.�</p><p>�Falls diese Spinnenw�lfe tats�chlich die Feinde der B�rk�he sind�, warf Duellos ein, w�hrend er das Display betrachtete, �dann fliegen die vielleicht einfach auf sie zu, sobald wir ihnen ausgewichen sind. W�re ich einer von diesen Spinnenw�lfen, w�rde mir das nicht unbedingt gefallen.�</p><p>Wieder hielt Geary inne. Diesen Punkt hatte er nicht in Erw�gung gezogen, da er davon ausgegangen war, dass die B�rk�he zwangsl�ufig die Allianz-Flotte verfolgen w�rden. Doch mit den Spinnenw�lfen unmittelbar vor ihnen war es denkbar, dass sie die einfach zu ihrem neuen Ziel erkl�rten.</p><p>Er sah zu Desjani, die ihm geholfen hatte, den Plan zu entwickeln. Vergeblich versuchte sie in diesem Moment, eine �berraschte Miene zu machen. <emphasis>Tanya, du hast diese M�glichkeit ganz offensichtlich erkannt, aber kein Wort gesagt. Dar�ber werden wir noch reden m�ssen.</emphasis></p><p>Badaya runzelte die Stirn, w�hrend er nachdachte. �Wenn es dazu kommt und die Kiks geradewegs auf die Spinnenw�lfe zufliegen, wird das f�r uns eine exzellente Gelegenheit sein zu beobachten, ob die beiden Spezies tats�chlich verfeindet sind und wie die Spinnenw�lfe bei einer Raumschlacht auf ihre Gegner losgehen. Das ist ein geschickter Schachzug, Admiral.�</p><p>�Danke�, sagte Geary, ohne dabei Desjani anzusehen. �Wir werden uns ansehen, was geschieht, aber wir m�ssen in der Lage sein, angemessen zu reagieren, ganz gleich, was die B�rk�he tun werden. Und wir m�ssen immer auf Abstand zur Formation der Spinnenw�lfe bleiben, falls sie doch nicht ganz so freundlich sind, wie sie behaupten.�</p><p>Commander Neeson beugte sich vor. �Mein Offizier f�r Systemsicherheit hat mir von diesem Programm erz�hlt, das die Spinnenw�lfe uns geschickt haben. Unsere Softwarespezialisten sind v�llig aus dem H�uschen.�</p><p>�Ja, ich habe geh�rt, dass die F�higkeiten dieses Programms alles �bertreffen, was von Menschen entwickelte Software kann�, entgegnete Geary.</p><p>�Ist der Rest ihrer Technologie unserer genauso �berlegen? Meine Ingenieure sind ganz begeistert von diesen Schiffen.�</p><p>Geary antwortete auf die einzig m�gliche Weise: �Das werden wir noch herausfinden. Im Augenblick k�nnen wir nicht mal etwas zu ihren Man�vrierf�higkeiten sagen, da ihre Flotte noch immer keine Kurs�nderung vorgenommen hat. Ihre Schildst�rke scheint unserer zu entsprechen, aber wir wissen nicht, ob sie mit voller Leistung betrieben wird oder nicht.�</p><p>Captain Smythe meldete sich zu Wort: �Meine Spezialisten haben das analysiert, was auf den uns zugeschickten Videos zu sehen war. Die einzige Schlussfolgerung, auf die sie sich einigen konnten, ist die, dass die Br�cke im wahrsten Sinn des Wortes dreidimensional angelegt ist.�</p><p>�Dreidimensional?�, wiederholte Tulev.</p><p>�Es scheint kein Deck zu geben�, erl�uterte der Captain. �Keine Ebene, um die herum die verschiedenen Stationen angeordnet sind. Vielmehr erweckt die Anordnung der Ger�te den Eindruck, als w�rden sie nicht in Begriffen wie oben oder unten denken, sondern alles einfach dort eingebaut haben, wo es am besten passt.�</p><p>�Sie k�nnen sich nicht in der Schwerelosigkeit entwickelt haben�, protestierte jemand.</p><p>�Nein, aber auf jeden Fall denken sie nicht, dass irgendetwas unten oder oben sein muss und nicht umgekehrt.�</p><p>�Haben Sie diese Analyse an die zivilen Experten weitergeleitet?�, wollte Geary von Smythe wissen.</p><p>��hm, ich��</p><p>�Holen Sie das bitte nach, sobald dieses Treffen vor�ber ist.� Er �berlegte einen Moment lang, um sich sicher zu sein, dass er nichts vergessen hatte. �Wir wissen von unserer Begegnung bei Pandora, dass die Superschlachtschiffe der B�rk�he extrem hart im Nehmen sind. Anstatt sie unter Beschuss zu nehmen, werden unsere Gefechtssysteme angewiesen, das Feuer zun�chst auf die kleineren Kriegsschiffe zu konzentrieren, von denen sie begleitet werden. Wir schie�en diese Eskorten kampfunf�hig, notfalls werden wir sie auch vernichten, und sobald die Superschlachtschiffe nicht mehr von ihnen gesch�tzt werden, nehmen wir sie uns der Reihe nach vor.�</p><p>�Und wenn sie die Flucht ergreifen?�, wollte Captain Jane Geary wissen.</p><p>�Dann winken wir ihnen zum Abschied hinterher, w�hrend sie Kurs auf den Sprungpunkt nehmen.� Er wusste nicht, wie man seine Antwort aufnehmen w�rde, schon gar nicht in dieser Flotte, die lange Zeit nur den beharrlichen Angriff gekannt hatte, nachdem durch die hohen Verluste �ber Jahrzehnte hinweg alles taktische Wissen praktisch verloren gegangen war. �Wenn sie sich zur�ckziehen, haben wir gewonnen. Ein Streben nach einem noch gr��eren Triumph w�rde zweifellos nur mehr von unseren Leuten das Leben kosten, und ich bin der Ansicht, dass wir durch die K�mpfe mit den B�rk�hen schon mehr als genug Menschenleben verloren haben.�</p><p>�Wir m�ssen den Kiks eine Lektion erteilen�, beharrte Jane Geary. �Das hier ist der ideale Zeitpunkt, um genau das zu machen.�</p><p>�Wir <emphasis>m�ssen </emphasis>nach Hause zur�ckkehren�, grummelte Captain Hiyen als Antwort darauf. �Die Schiffe der Callas-Republik sind Teil dieser Flotte, deren Aufgabe es ist, unser Zuhause zu verteidigen. Indem die Kiks mit blutiger Nase heimkehren, sind sie nicht l�nger in der Lage, uns zu folgen, also wissen sie auch nicht, wo sie uns finden k�nnen, und damit hat die Flotte diese Aufgabe erf�llt.�</p><p>�Die Allianz-Flotte�, mischte sich der Commander des Schweren Kreuzers <emphasis>Barding </emphasis>ein, �schreckt vor keiner Schlacht zur�ck und begn�gt sich niemals mit weniger als einem vollkommenen Triumph.�</p><p>�Reden Sie nur�, konterte der Captain der <emphasis>Sapphire</emphasis>. �Das da ist Black Jack, schon vergessen? Wenn er sagt, dass ein errungener Sieg das Verlangen nach Ehre befriedigt, dann stelle ich seine Worte nicht infrage. Wie kann irgendeiner von Ihnen so etwas tun?�</p><p>�Black Jack war auch nur ein Mensch�, sagte Jane Geary in einem Tonfall, als h�tte sie das schon Dutzende Male gesagt. Nach allem, was Geary �ber seine Gro�nichte wusste, hasste sie schon ihr Leben lang die Legende rund um Black Jack, die sie und ihren Bruder gezwungen hatte, zur Flotte zu gehen und in die Fu�stapfen des legend�ren Gro�onkels zu treten. �Wir tun weder uns noch dem Flottenbefehlshaber einen Gefallen, wenn wir nicht die notwendigen Fragen aufw-�</p><p>�Das hier ist keine Diskussionsrunde!� Dass Geary das gesagt hatte, wurde ihm erst bewusst, als alle Anwesenden verstummten und sich zu ihm umdrehten. �Ich habe das Kommando, und mein Plan wird befolgt werden. Hat sonst noch jemand eine Frage?�</p><p>Niemand wollte sich �u�ern. Als die Offiziere einer nach dem anderen verschwanden und schlie�lich nur noch Tanya Desjani bei ihm war, musste Geary noch immer mit sich ringen, um seine Wut unter Kontrolle zu bringen.</p><p>�Ich habe versucht mit ihr zu reden�, sagte Desjani. �Sie war h�flich zu mir, mehr auch nicht. Als ich dann einen kleinen Scherz wagte, ich w�rde ja jetzt zur Familie geh�ren, da bekam ich das Gef�hl, dass ihre Laune noch unter den Nullpunkt gesunken war.�</p><p>�Ich begreife das nicht.�</p><p>�Ich glaube, ich komme allm�hlich dahinter.� Tanya stand auf und kniff f�r einen Moment die Lippen fest aufeinander. �Sie hasst es, eine Geary zu sein. Ihr Leben lang hat sie es gehasst, in Ihrem Schatten zu stehen��</p><p>�Es war niemals <emphasis>mein </emphasis>Schatten!�</p><p>�Also gut, in Black Jacks Schatten. Auf jeden Fall hat sie es gehasst, aber immerhin war sie eine Geary. Jeder sah in ihr einen Teil der Legende, auch wenn es ihr nicht gefallen hat. Aber jetzt�� Sie hob die Schultern. �Jetzt sind Sie wieder da. Sie sind Black Jack pers�nlich�� nein, versuchen Sie gar nicht erst, das gleich wieder abzustreiten�� und allein durch Ihre Anwesenheit rauben Sie ihr die Luft zum Atmen. Sie ist jetzt nur noch Jane. Und nun bin ich auch noch Ihre Partnerin, ich bin auserw�hlt, um an Ihrer Seite zu sein. Was bleibt da noch f�r sie �brig?�</p><p>Eine Weile stand er schweigend da. �Sie versucht, sich zu beweisen.�</p><p>�Richtig. Weil sie glaubt, dass ihr alles genommen worden ist, was sie einmal war. Etwas muss diese Leere f�llen. Sie hat sich ver�ndert, seit sie auf Ihrer Heimatwelt war. Was glauben Sie, was die Leute dort zu ihr gesagt haben? Wie oft musste sie sich Vergleiche anh�ren, nicht mit einer Legende, sondern mit dem Mann selbst? Jetzt will sie beweisen, dass sie auch eine Geary ist.�</p><p>Er starrte auf das Schott vor sich, sah aber nicht dessen Oberfl�che, sondern die Gesichter anderer Captains, die vor ihr versucht hatten, zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Captain Midea bei Lakota mit der <emphasis>Paladin </emphasis>auf dem Weg in den Untergang. Captain Falco, der die <emphasis>Triumph,</emphasis> die <emphasis>Polaris </emphasis>und die <emphasis>Vanguard </emphasis>bei <emphasis>Vidha </emphasis>in den Tod f�hrte. Captain Kila, die bei Padronis kaltbl�tig die Vernichtung der <emphasis>Lorica </emphasis>arrangierte und dabei auch noch versuchte, die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu zerst�ren. Jeder von ihnen hatte sich f�r einen Helden gehalten, und die Schiffe mitsamt ihren Besatzungen hatten daf�r mit ihrem Leben bezahlt.</p><p>Es gab eine M�glichkeit, das zu verhindern.</p><p>�Das halte ich f�r keine gute Idee�, sagte Tanya.</p><p>Er drehte sich zu ihr um. �Was w�re keine gute Idee?�</p><p>�Ihr das Kommando zu entziehen.�</p><p>�Woher��</p><p>Sie beugte sich vor und legte den Zeigefinger auf seine Brust. �Ich wei�, an wen Sie denken. Sie meinen, sie ist wie Midea? Ich kannte Midea wesentlich l�nger als Sie. Jane Geary ist nicht mal ann�hernd so wie Midea. Sie verh�lt sich ein bisschen �berm�tig, und sie dr�ngt darauf, in Aktion treten zu d�rfen, aber sie ist nicht dumm.�</p><p>�Und was ist mit Falco?�</p><p>�Falco? Falco war der Inbegriff der Ignoranz. Ihn hat es nicht gek�mmert, wie viele Schiffe und Besatzungsmitglieder dabei draufgehen mussten, damit er seine Siege erringen konnte.� Sie kniff ein wenig die Augen zusammen. �Ihnen geht noch jemand durch den Kopf.�</p><p>�Sie k�nnen tats�chlich meine Gedanken lesen, wie?� In diesem Augenblick erschien es ihm durchaus m�glich, dass sie wirklich dazu in der Lage war.</p><p>�Reden Sie keinen Unsinn. An wen denken Sie noch?�</p><p>�Kila.�</p><p>Sekundenlang starrte Desjani ihn zornig an. �Niemand verdient es, mit diesem Mistst�ck verglichen zu werden, und erst recht nicht Ihre eigene Gro�nichte. Merken Sie sich das, Admiral. Ich bin ein Albtraum f�r jeden unf�higen Offizier, das wissen Sie ganz genau. Jane Geary ist nicht unf�hig, sondern intelligent. Im Augenblick fehlt ihr nur eine starke Hand, die sie f�hrt. Sie sind ihr Vorgesetzter, also <emphasis>f�hren </emphasis>Sie sie.�</p><p>�Jawohl, Ma�am.�</p><p>�Das ist nicht witzig, Admiral. Und jetzt kommen Sie, wir m�ssen den Kiks eine Lektion erteilen, dass man sich nicht mit der Allianz-Flotte anlegt.�</p><p>�Da f�llt mir was ein�, sagte Geary und lie� eine lange Pause folgen, bis Desjani ihn schlie�lich ansah. �Wieso haben Sie mich nicht auf die M�glichkeit aufmerksam gemacht, dass die B�rk�he sich auf die Spinnenw�lfe konzentrieren k�nnten, wenn sich unsere Flotte in drei Unterformationen aufteilt?�</p><p>�Weil Sie das l�ngst wussten. Ich wusste, Sie w�rden nicht zugeben, dass Sie wissen, so etwas k�nnte passieren. Aber Sie wissen, ich beherrsche meinen Job gut genug, um das zu erkennen. Und ich wei�, Sie wissen genug �ber Taktiken, weshalb Sie das genauso schnell wie ich erkannt haben.�</p><p>Es dauerte ein paar Sekunden, ehe Geary sich durch ihre Antwort gearbeitet hatte. �Tanya, ich hatte es bis zu dem Moment nicht gesehen, als in der Konferenz darauf hingewiesen wurde.�</p><p>�Wirklich nicht?� Sie musterte ihn, dann zuckte sie mit den Schultern. �Tut mir leid, Admiral. Sie sind ein guter Taktiker, und das wissen Sie. Ich gehe davon aus, dass Sie Dinge wissen, die offensichtlich erscheinen. In diesem speziellen Fall dachte ich, Sie sind einfach nur so diplomatisch, dass Sie nicht sagen wollten: �Besser die h�sslichen Gestalten als wir.��</p><p>�Sie m�ssen mich auf solche Dinge aufmerksam machen, anstatt davon auszugehen, dass ich das alles l�ngst wei�.�</p><p>�Damit Sie mir an den Kopf werfen k�nnen, dass Sie das alles nat�rlich wissen?�, hielt Desjani dagegen.</p><p>�Das habe ich <emphasis>einmal </emphasis>gesagt!�</p><p>�Bei allem Respekt, aber das habe ich anders in Erinnerung, Sir.�</p><p>�Ich� Tanya, wieso zum Teufel kannst du manchmal meine Gedanken lesen, und dann wieder hast du keine Ahnung, was mir gerade durch den Kopf geht?�</p><p>�Dass du das sagen w�rdest, habe ich gewusst! Nein, ich kann nie deine Gedanken lesen. K�nnen wir jetzt damit anfangen, ins Gefecht zu ziehen?�</p><p>�Ja.� Im Gegensatz zu dieser Diskussion hatte er wenigstens eine Chance, die Schlacht zu gewinnen.</p><p>Er nahm seinen Platz auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>ein und versuchte, an nichts anderes zu denken als an den bevorstehenden Kampf. <emphasis>Wir schie�en diese Eskorten kampfunf�hig, notfalls werden wir sie auch vernichten, und sobald die Superschlachtschiffe nicht mehr von ihnen gesch�tzt werden, nehmen wir sie uns der Reihe nach vor. </emphasis>Es klang alles so leicht und m�helos. Es in die Tat umzusetzen, w�rde dagegen verdammt schwer werden.</p><p>Allein schon sein Versuch sich zu konzentrieren, wurde prompt durch ein Signal seiner Komm-Einheit gest�rt, das ihm anzeigte, dass jemand versuchte ihn anzurufen. Zumindest das funktionierte.</p><p>Nein, es funktionierte doch nicht, denn der eingehende Anruf kam von Captain Vente, dem offenbar endlich aufgefallen war, dass er seit dem Verlust der <emphasis>Invincible </emphasis>v�llig aufs Abstellgleis geschoben worden war. Eine Nachricht von Captain Vente h�tte automatisch blockiert werden m�ssen.</p><p>Sollte er Tanya etwas davon sagen? Nein, die konnte es sich jetzt auch nicht leisten, durch irgendetwas abgelenkt zu werden.</p><p>Aber wenn die Komm-Systeme der <emphasis>Dauntless </emphasis>erneut Probleme bereiteten, dann musste sie davon in Kenntnis gesetzt werden, und er hatte daf�r zu sorgen, dass sie repariert wurden. �Captain Desjani, meine Komm-Einstellungen werden vom System nicht beachtet.�</p><p>Ihre Miene verfinsterte sich. �Kommunikation: Das Komm des Admirals arbeitet nicht fehlerfrei. Sie haben f�nfzehn Minuten Zeit f�r die Reparatur, sonst erh�lt dieses Schiff einen neuen Komm-Offizier.�</p><p>�Jawohl, Captain.�</p><p>Geary versuchte erneut, sich auf die kommende Schlacht einzustimmen, aber gleich darauf blinkte ein anderes Alarmsymbol auf seinem Display rot auf. Noch bevor er den Alarm best�tigen konnte, �ffnete sich ein Fenster, darin war das Gesicht des Befehlshabers der <emphasis>Spartan </emphasis>zu sehen. �Admiral, mein halbes Schiff ist in Dunkelheit getaucht. Erste Vermutungen besagen, dass mehrere Knotenpunkte f�r die Energieverteilung fast gleichzeitig ausgefallen sind.�</p><p><emphasis>Verdammt, verdammt, verdammt! </emphasis>�Funktionieren Steuerd�sen und der Antrieb noch?�</p><p>�Ja, Sir, wir haben noch unseren Antrieb. Wir basteln an den Steuerschaltkreisen, um das Problem auf der Backbordseite zu umgehen. In f�nf Minuten sollte die Leistungsf�higkeit wiederhergestellt sein.�</p><p>Es h�tte schlimmer kommen k�nnen, viel schlimmer sogar. �Wie w�re es damit, die Knotenpunkte auszutauschen?�, fragte Geary.</p><p>�Wir haben nur gerade so viele Ersatzeinheiten an Bord, um f�nf der sieben ausgefallenen Knoten zu ersetzen.� Der Captain der <emphasis>Spartan </emphasis>blickte finster drein. �Ich sorge daf�r, dass alle Aufzeichnungen unter Verschluss bleiben und die Stellen, an denen die Sch�den aufgetaucht sind, so weit wie m�glich unangetastet bleiben, ausgenommen nat�rlich alles, was im Rahmen der Reparaturen ver�ndert oder bewegt werden muss. Falls das Sabotage oder Nachl�ssigkeit war, werden wir nachvollziehen k�nnen, wie es dazu gekommen ist.�</p><p>�Danke�, entgegnete Geary. �Ein guter Gedanke, allerdings spricht bedauerlicherweise vieles daf�r, dass es lediglich technisches Versagen war. Haben Sie vor dem Ausfall die Energiesysteme Ihres Schiffs besonders belastet?�</p><p>�Besonders? Nur die Vorbereitungen f�r den Kampf, Sir. Die Schilde wurden auf maximale Leistung hochgefahren, um ihre Bereitschaft zu testen, und die H�llenspeer-Batterien wurden eingeschaltet.�</p><p>W�rde ein solcher Vorfall auch auf anderen Schiffen eintreten, wenn sie sich f�r diese bevorstehende Schlacht bereit machten? �Geben Sie mir Bescheid, sobald Sie wieder voll man�vrierf�hig sind.� W�hrend das Bild des Captains der <emphasis>Spartan </emphasis>noch verblasste, wandte sich Geary an die Flotte insgesamt: �An alle Einheiten: Wenn Sie sich auf das kommende Gefecht vorbereiten, achten Sie darauf, dass Sie die Systeme nacheinander hochfahren, nicht gleichzeitig. So vermeiden Sie, dass die Knotenpunkte f�r die Energieverteilung �ber Geb�hr belastet werden.�</p><p>Von Captain Smythe ging bereits eine R�ckmeldung ein: �Admiral, die vorl�ufige Analyse zeigt, dass die Energieverteilung an Bord der <emphasis>Spartan </emphasis>in rascher Folge ausgefallen ist. Nachdem der erste Knotenpunkt den Geist aufgab, hat das Energieverteilsystem automatisch versucht, die Energie durch die verbleibenden Knoten umzuleiten. Das hat zur n�chsten �berladung gef�hrt, weshalb durch die �brigen noch mehr Energie floss, und so weiter und so fort. Einer der Wachhabenden im Maschinenraum der <emphasis>Spartan </emphasis>hat noch gerade rechtzeitig die manuelle Abschaltung vornehmen k�nnen, bevor s�mtliche Knoten auf dem Schiff durchbrennen konnten.�</p><p>Geary war weit davon entfernt, sich zu entspannen. Vielmehr regten sich heftige Kopfschmerzen. �Ich dachte, es gibt automatische Sicherungen, die so was verhindern.�</p><p>�Die gibt es, aber die Knotenpunkte f�r die Energieverteilung sind nicht die einzigen Systeme, die uns allm�hlich im Stich lassen, Admiral. In diesem Fall hat die automatische Abschaltung nicht reagiert. Es kann eine Weile dauern, ehe wir den Grund daf�r herausfinden, aber ich habe bereits Eilmitteilungen an alle Schiffe geschickt, damit sie darauf achten k�nnen, ob sich so etwas bei ihnen ebenfalls ereignet.�</p><p>Ein weiterer Alarm blinkte auf, den Smythe auf seinem Display ebenfalls gesehen haben musste, da er erschrocken zur Seite schaute. �Die <emphasis>Titan </emphasis>hat soeben eine Hauptantriebseinheit verloren. Ursache unbekannt.�</p><p>Die Schlacht hatte noch nicht richtig begonnen, und schon wurden von seinen Schiffen bereits die ersten Sch�den gemeldet. Die <emphasis>Titan </emphasis>war ohnehin ein tr�ges Schiff, aber wenn sie jetzt auch noch auf eine Antriebseinheit verzichten musste�</p><p>�Captain Smythe, diese Antriebseinheit muss innerhalb der n�chsten zwanzig Minuten wieder voll funktionsf�hig sein.�</p><p>�Ich kenne ja nicht mal die Ursache f�r ihren Ausfall, Admiral! Folglich wei� ich auch noch nicht, in welchem Umfang Reparaturen notwendig werden!�</p><p>�Egal, was es ist, Sie haben zwanzig Minuten.�</p><p>�Wie Sie meinen, Admiral. Aber ich habe Sie schon vor Monaten gewarnt, dass diese Probleme auf uns zukommen. Machen Sie sich lieber darauf gefasst, dass es auf anderen Schiffen zu �hnlichen Systemausf�llen kommen kann, sobald sie ihre Systeme gefechtsbereit machen.�</p><p>Smythe hatte gerade erst die Verbindung beendet, da entpuppte sich seine Warnung als prophetisch. Weitere Alarmsymbole �bers�ten im n�chsten Moment Gearys Display. Ausgerechnet die <emphasis>Dependable </emphasis>meldete pl�tzliche Ausf�lle in den Gefechtssystemen, die <emphasis>Dragon </emphasis>und die <emphasis>Victorious </emphasis>berichteten vom Verlust einer H�llenspeer-Batterie, nachdem die Energiesysteme versagt hatten. Die <emphasis>Witch </emphasis>hatte einen Teil ihrer Schildgeneratoren verloren. Auch auf den Schweren Kreuzern <emphasis>Parapet</emphasis>, <emphasis>Chanfron</emphasis>, <emphasis>Diamond </emphasis>und <emphasis>Ravelin</emphasis>, den Leichten Kreuzern <emphasis>Assault</emphasis>, <emphasis>Forte </emphasis>und <emphasis>Retiarii </emphasis>sowie den Zerst�rern <emphasis>Herebra</emphasis>, <emphasis>Cutlass</emphasis>, <emphasis>Stave</emphasis>, <emphasis>Rifle </emphasis>und <emphasis>Flail </emphasis>waren H�llenspeer-Batterien ausgefallen. Vom Leichten Kreuzer <emphasis>Rocket </emphasis>kam die Meldung, dass es Probleme mit den Schilden gab.</p><p>Geary lehnte sich zur�ck, sein Blick hing an der Armada der B�rk�he fest, die best�ndig n�her kam und nun gerade noch eine Lichtminute von der Allianz-Flotte entfernt war. Eine komplizierte Raumschlacht war soeben noch um einiges komplizierter geworden.</p></section><section><title><p>Sieben</p></title><p>�Eine gute Seite hat das Ganze wenigstens�, sagte Geary, w�hrend die letzten zehn Minuten bis zum Beginn des ersten Man�vers anbrachen.</p><p>�Ich w�rde zu gern wissen, was das wohl sein mag�, erwiderte Desjani.</p><p>�Nun, die B�rk�he k�nnen nicht erkennen, wie viele unserer Schiffe unter Systemausf�llen leiden und wie umfangreich diese Ausf�lle im Einzelnen sind. Sie m�ssen jedes unserer Schiffe so behandeln wie eine vollwertige Bedrohung.�</p><p>�Ausgenommen�, machte sie ihm klar, �die Schiffe mit geschw�chten Schilden. Das sollten die Kiks feststellen k�nnen.�</p><p>�Ja, die ausgenommen�, r�umte Geary ein.</p><p>�Was werden Sie tun, wenn die <emphasis>Titan </emphasis>nicht mithalten kann?�</p><p>�Improvisieren.�</p><p>Desjani nahm eine Meldung entgegen und wandte sich mit einem Nicken an Geary: �Mein Komm-Offizier schw�rt bei der Ehre all seiner Vorfahren, dass Ihr Komm-System diesmal fehlerfrei arbeiten sollte, Admiral.�</p><p>�Admiral!� Captain Smythe machte einen so abgek�mpften Eindruck, als h�tte er nicht nur eine halbe Stunde, sondern einen ganzen Tag anstrengender Arbeit hinter sich. �Wir helfen den betroffenen Schiffen per Ferndiagnose, aber das sind verdammt viele Schiffe.�</p><p>�Dessen bin ich mir sehr wohl bewusst, Captain�, gab Geary zur�ck. �Wie sieht es auf der <emphasis>Titan </emphasis>aus?�</p><p>�Commander Lommand hat die Probleme unter Kontrolle und glaubt, das Schiff wird auch unter Belastung durchhalten.�</p><p>�Commander Lommand hat sich bislang immer gut bew�hrt�, betonte Geary. �Ich bin bereit, ihn beim Wort zu nehmen. Was ist mit der <emphasis>Witch? </emphasis>Kann Captain Tyrosian deren Schilde in den n�chsten Minuten hochfahren?�</p><p>Die Hilfsschiffe waren bei einem Gefecht immer die gr��ten Sorgenkinder, da man auf ihre Unterst�tzung zwischen zwei Raumschlachten unm�glich verzichten konnte. Sie verf�gten ohnehin �ber einen nur schwachen Schutz, und jeder weitere Leistungsabfall der Schilde war daher umso beunruhigender.</p><p>�Sie arbeitet daran�, sagte Smythe.</p><p>Damit blieb nichts anderes zu tun als zu warten und von Zeit zu Zeit einen Blick auf die aktualisierten Statusanzeigen der diversen Schiffe zu werfen, an deren pl�tzlich ausgefallenen Systemen emsig gearbeitet wurde. Nein, das war eigentlich falsch formuliert, �berlegte Geary. Schlie�lich bedeutete der Begriff �pl�tzlich�, dass etwas unerwartet kam. In Wahrheit wusste er aber seit einer Weile, dass man diese Schiffe so konzipiert hatte, dass sie die wenigen Jahre bis zu ihrer erwarteten Zerst�rung durch die Syndiks gerade eben �berstehen konnten. Gearys Auftauchen und das mit ihm verbundene Ende des Kriegs gegen die Syndikatwelten hatten diese Erwartungen �ber den Haufen geworfen, und nun blieben die Kriegsschiffe viel l�nger als geplant in einem Einsatz, der mit weiteren Schlachten verbunden war. Die internen Systeme gaben allm�hlich den Geist auf, da sie l�ngst h�tten abgeschaltet werden m�ssen. Smythe und seine Leute arbeiteten auf Hochtouren daran, die befallenen Komponenten zu verbessern oder auszutauschen, doch das Ganze war ein langer und schwieriger Prozess.</p><p>In der Zwischenzeit musste er in eine Schlacht ziehen, obwohl seine Kriegsschiffe nach vier oder auch nur nach zwei Jahren zu �pl�tzlichen� Systemausf�llen neigten.</p><p>�An alle Einheiten: Bei Zeit drei null f�hren Sie das vorgegebene Man�ver Alpha One aus.� Es fiel ihm schwer, den Blick von der <emphasis>Titan </emphasis>zu nehmen, w�hrend die Sekunden weiter verstrichen. Was w�rde geschehen, wenn die <emphasis>Titan </emphasis>versuchen sollte, die in Mitleidenschaft gezogene Antriebseinheit zu aktivieren? Das erste Mal, als ihm von der <emphasis>Titan </emphasis>Probleme gemeldet worden waren, hatten die sich auch schon um den Antrieb gedreht. Und jetzt waren sie genau dorthin zur�ckgekehrt.</p><p>Bei jenem ersten Mal war vermutlich sein Gro�neffe Michael Geary an Bord der <emphasis>Repulse </emphasis>ums Leben gekommen, mit der er versucht hatte, f�r die <emphasis>Titan </emphasis>ein wenig Zeit herauszuholen.</p><p>So etwas w�rde diesmal nicht geschehen. Auf gar keinen Fall.</p><p>�Es ist so weit�, verk�ndete Desjani, als die Steuerd�sen die <emphasis>Dauntless </emphasis>nach oben schoben, unmittelbar gefolgt vom Schub des Hauptantriebs, der den Schlachtkreuzer aufw�rts und nach Backbord lenkte. Gleichzeitig beschrieb gut ein Drittel der anderen Kriegsschiffe seiner in Aufl�sung befindlichen Flotte die gleiche Flugbewegung.</p><p>Die B�rk�he w�rden diese Man�ver nur wenig sp�ter sehen, da sie nur noch f�nfzig Lichtsekunden voneinander entfernt waren, doch es sollte sie einige Zeit kosten, ehe sie durchschauten, was die Allianz-Flotte vorhatte. Und dann w�rden sie noch einmal ein paar Sekunden ben�tigen, um zu entscheiden, wie sie vorgehen sollten.</p><p>Zahlreiche Schiffe nahmen rings um die <emphasis>Dauntless </emphasis>ihre Positionen ein, die nach wie vor das Leitschiff f�r diesen Teil der Flotte war. Ein anderes Drittel hatte sich nach Steuerbord verlagert, um sich um die <emphasis>Leviathan </emphasis>von Captain Tulev zu scharen, w�hrend der Rest der Streitmacht ein St�ck weit abtauchte und dabei der <emphasis>Illustrious </emphasis>von Captain Badaya folgte.</p><p>Die <emphasis>Titan </emphasis>folgte Captain Badayas Flottenteil, genauso wie die <emphasis>Kupua</emphasis>, die <emphasis>Alchemist </emphasis>und die <emphasis>Cyclops</emphasis>. Die Kriegsschiffe rund um Tulevs <emphasis>Leviathan </emphasis>wurden von der <emphasis>Tanuki</emphasis>, der <emphasis>Domovoi</emphasis>, der <emphasis>Witch </emphasis>und der <emphasis>Jinn </emphasis>begleitet. Unterdessen hatten sich die vier Sturmtransporter <emphasis>Tsunami, Typhoon, Mistral </emphasis>und <emphasis>Haboob </emphasis>um die <emphasis>Dauntless </emphasis>herum angeordnet. �Wenn die Kiks sich die leichter bewaffneten Versorgungsschiffe vornehmen wollen, k�nnen sie sich nicht darauf beschr�nken, sich auf eine einzelne der drei Formationen zu konzentrieren�, stellte Desjani fest. �Sch�n gemacht.�</p><p>Die Kriegsschiffe rings um die <emphasis>Dauntless </emphasis>nahmen eine ovale Formation ein, wobei die Sturmtransporter sich auf der von den B�rk�hen abgewandten Seite in Position brachten. Die Flugbahn dieses Ovals beschrieb eine lang gestreckte Kurve, die auf die Kik-Armada zuf�hrte.</p><p>Die Schiffe der Allianz bewegten sich mit 0,15 Licht durch den Raum, w�hrend die B�rk�he bis auf 0,23 Licht beschleunigt hatten, was vor dem jetzigen Kurswechsel eine Ann�herungsgeschwindigkeit von 0,08 Licht zur Folge gehabt hatte. Da alle Allianz-Formationen aber zwischenzeitlich gewendet hatten und auf ihre Verfolger zuhielten, stieg die Ann�herungsgeschwindigkeit damit auf fast 0,4 Licht. Geary beobachtete, wie die Positionen der Kik-Kriegsschiffe auf seinem Display von klar definierten Lichtpunkten zu verwischten Klecksen wurden, da die enorme kombinierte Geschwindigkeit f�r Verzerrungen der Realit�t sorgten, die selbst mit den besten technischen Mitteln nicht ausgeglichen werden konnten. Die Allianz-Schiffe jagten an den B�rk�hen vorbei, ehe der Gegner �berhaupt richtig verstehen konnte, was um ihn herum geschah.</p><p>�Sie fliegen stur geradeaus weiter�, meldete Desjani. �Ihr Ziel sind die Spinnenw�lfe.�</p><p>�Dann wollen wir mal unseren neuen Freunden helfen.� Geary schickte neue Befehle an die Flotte. �Sofort ausf�hren: Alle Einheiten in Gamma One One, drehen Sie eins neun null Grad nach Steuerbord und null zwei Grad nach unten. Einheiten in Gamma One Two, drehen Sie eins acht f�nf Grad nach Steuerbord. Einheiten in Gamma One Three, drehen Sie eins drei Grad nach oben.� Er schaltete auf die individuellen Komm-Kan�le um. �Captain Tulev, Captain Badaya, sobald Ihre Formationen auf ihrem neuen Kurs sind, arbeiten Sie eigenst�ndig. Konzentrieren Sie sich darauf, die Begleitschiffe auszuschalten.�</p><p>Desjani sah ihn erstaunt an. �Sie befehlen den Formationen von Tulev und Badaya nicht, was sie zu tun haben?�</p><p>�Nein. Nach allem, was wir �ber diese Kiks herausgefunden haben, glauben sie an das Prinzip, dass nur einer das Sagen hat. Wenn alle Schiffe meinen Befehlen folgen, dann erf�llen wir ihre Erwartungen, und es wird ein Kampf, bei dem ein Verstand gegen einen anderen arbeitet. W�rde jedes unserer Schiffe v�llig eigenst�ndig handeln, dann w�ren sie uns mit ihren aufeinander abgestimmten Aktionen �berlegen.�</p><p>Sie nickte verstehend. �Aber drei Formationen erlauben es uns, ihnen drei schwere Schl�ge gleichzeitig zu verpassen, w�hrend die Kiks es gleich mit drei Widersachern zu tun haben, die zwar zusammenarbeiten, aber dabei dennoch individuell agieren.�</p><p>�Vier Widersacher�, korrigierte Geary sie. �Vorausgesetzt, die Spinnenw�lfe versuchen nicht blo�, dem Kampf aus dem Weg zu gehen. Ich hoffe, das unterschiedliche Temperament der Formationsbefehlshaber verwirrt die B�rk�he noch etwas mehr. Tulev arbeitet methodisch und konstant, w�hrend Badaya schnell und wagemutiger ist.�</p><p>�Und Sie selbst sind unberechenbar�, erg�nzte Desjani.</p><p>�Das will ich doch hoffen.�</p><p>Vor ihnen hatte die Formation der Spinnenw�lfe begonnen sich aufzul�sen. Das komplexe Muster zerbrach in Scherben, die sich gleich darauf zu neuen Wirbelformen zusammenzusetzen schienen, die dann aber auch sofort zerfielen, bis jedes Schiff der Spinnenw�lfe auf einem anderen Vektor davonraste.</p><p>�Sieht so aus, als w�rden sie individuell k�mpfen�, beobachtete Desjani.</p><p>Da die Schiffe der Spinnenw�lfe nun zum ersten Mal seit dem Zusammentreffen mit ihrer Flotte ihre Position verlie�en, war es den Sensoren der Allianz m�glich, die F�higkeiten ihrer Steuerd�sen und Antriebseinheiten zu erforschen. �Das ist ja irre�, stellte Desjani bewundernd fest, was nach Gearys Meinung nicht treffender h�tte ausgedr�ckt werden k�nnen.</p><p>Leitklappen hatten sich nach au�en ge�ffnet und gaben den Blick frei auf beeindruckende Antriebsaggregate. �hnliche Klappen waren an anderen Stellen der H�llen zur Seite geschoben worden, damit leistungsf�hige Steuerd�sen ihre Arbeit aufnehmen konnten. Dabei schien das Verh�ltnis zwischen der Leistung der D�sen auf der einen und der Masse der Schiffe auf der anderen Seite deutlich h�her zu liegen als bei jedem bekannten von Menschen gebauten Schiff. Das bedeutete, sie konnten fast so gut man�vrieren wie die Enigma-Schiffe�� und sie alle hielten auf die B�rkuh-Armada zu�</p><p>Er presste die Lippen zusammen, w�hrend er dar�ber nachdachte, dass es schlicht unm�glich w�re, den Schiffen der Spinnenw�lfe auszuweichen, die um die Formation der B�rk�he herumschwirrten. �Sie sollten sich besser von uns fernhalten, denn wir k�nnen nicht zwischen ihnen hindurchman�vrieren und sie angreifen.� Das brachte ihn auf einen anderen Gedanken, der ihm bislang �berhaupt nicht gekommen war, wie er zu seiner eigenen Schande gestehen musste. Nicht auszudenken, was h�tte passieren k�nnen, wenn es dazu gekommen w�re. �An alle Einheiten: �berpr�fen Sie, ob Ihre Gefechtssysteme alle so eingestellt sind, dass sie nicht irrt�mlich das Feuer auf Schiffe der Spinnenw�lfe er�ffnen, ausgenommen sie werden auf Befehl von mir zum Ziel erkl�rt.�</p><p>Nachdem den B�rk�hen die Spinnenwolf-Formation als geschlossenes Ziel genommen worden war, hatten sie sich nun endlich entschieden, auf wen sie ihren Angriff fortsetzen wollten. Die Kik-Formation bremste so schnell ab, wie es der Pulk aus Superschlachtschiffen erlaubte, dabei nahm sie zugleich Kurs auf die Formation von Captain Badaya. Dessen Schiffe stiegen kontinuierlich auf, um sich den B�rk�hen zu n�hern, wobei die Kriegsschiffe sich so drehten, dass sie einen sch�tzenden Schild bildeten, hinter dem die vier Hilfsschiffe sicher aufgehoben waren.</p><p>Die Vorschlaghammerformation der Kiks begann, sich mit der Drehung auszubreiten, wobei zwei ihrer Superschlachtschiffe den seitlichen Abschluss bildeten, w�hrend die �brigen sechs sich weiter nahe dem Mittelpunkt aufhielten. �Sie werden es uns nicht leicht machen�, sagte Desjani.</p><p>Geary passte den Kurs seiner Formation an, sodass sie auf eines der Superschlachtschiffe auf der ihm zugewandten Seite der Armada zielte.</p><p>�An alle Einheiten in Gamma One One: Sofort ausf�hren! Verringern Sie die Geschwindigkeit auf 0,08 Licht.� Die <emphasis>Dauntless </emphasis>und die anderen Schiffe drehten sich daraufhin um ihre Achse, bis die Antriebseinheiten in die eigentliche Flugrichtung wiesen. Trotz der Tr�gheitsd�mpfer sp�rte Geary, wie er in seinen Sessel gepresst wurde, als die Antriebseinheiten mit aller Kraft die Geschwindigkeit des Kriegsschiffs zu drosseln begannen.</p><p>Trotz der tats�chlich immensen Entfernungen waren die Unterformationen alle recht dicht zusammen. Da die Distanz zwischen den Streitkr�ften nur gut eine Lichtminute betrug, konnte Geary nahezu in Echtzeit sehen, was die anderen Teile seiner Flotte taten. Badaya hatte bislang noch keine Kurs�nderung vorgenommen, seine Formation n�herte sich nach wie vor von unten den B�rk�hen, w�hrend Tulev so wie Geary auf einen bestimmten Teil der feindlichen Armada zuflog.</p><p>Als seine Streitmacht auf die gegnerischen Kriegsschiffe zuraste, ging Geary das Bild eines w�tenden Stiers durch den Kopf, der auf ihn zust�rmte, wobei die H�rner und der Sch�del von den riesigen Superschlachtschiffen gebildet wurden. �F�nf Minuten, bis wir in Reichweite sind�, warnte ihn Desjani.</p><p>�Verstanden.� Er wartete, da er beabsichtigte, dass die Kiks seinen Kurswechsel zu sp�t zu sehen bekommen sollten, um noch reagieren zu k�nnen. Als es noch drei Minuten bis zum Kontakt waren, hielt er den richtigen Zeitpunkt endlich f�r gekommen. �An alle Einheiten in Gamma One One: Sofort ausf�hren! Drehen Sie vier Grad Steuerbord, ein Grad nach oben. Feuern Sie auf die feindlichen Begleitschiffe, sobald Sie in Reichweite sind.�</p><p>Die Allianz-Formation drehte sich leicht nach rechts und nach oben, sodass der Vektor nicht l�nger auf das n�chstgelegene Superschlachtschiff gerichtet, sondern so ausgelegt war, dass der obere Teil der B�rkuh-Formation wegrasiert werden konnte. Die Kiks hatten so lange wie m�glich abgebremst, um Gefechtsgeschwindigkeit zu erreichen, doch nun drehten sie ihre Formation in letzter Sekunde so, dass die am st�rksten gepanzerten und am besten bewaffneten Schiffe den Angreifern der Allianz im Weg waren. Die kombinierte Ann�herungsgeschwindigkeit hatte sich auf 0,18 Licht verringert und lag damit innerhalb der Zielerfassungsparameter der Allianz-Schiffe, aber knapp oberhalb der F�higkeiten der B�rk�he. �Es ist zu schnell f�r sie, allerdings nicht sehr viel�, merkte Desjani im Augenblick des Kontakts an.</p><p>Phantomraketen schossen aus den Sch�chten und jagten auf die Kriegsschiffe der B�rk�he zu, dann folgten H�llenspeere und Kart�tschen, und in einigen wenigen F�llen kamen Nullfelder zum Einsatz, die ihre Ziele umschlossen und in nichts aufl�sten.</p><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>wurde von einem einzigen Beinahetreffer durchgesch�ttelt, w�hrend Geary das Display nicht aus den Augen lie�, das st�ndig die Angaben �ber die Flotte der B�rk�he aktualisierte. Sechs der kleineren Schiffe�� vier von der Gr��e eines Schweren Kreuzers, ein Leichter Kreuzer und ein Gegenst�ck zu einem Schlachtschiff der Allianz�� hatten schwere Treffer erlitten. Zwei Kreuzer waren in kleine St�cke zerrissen worden, das Schlachtschiff trudelte handlungsunf�hig durchs All, und die anderen versuchten irgendwie, Anschluss zu ihrer Formation zu finden, obwohl Schilde, Panzerung und Waffen brutal zusammengeschossen worden waren.</p><p>Desjani rief etwas, gleichzeitig setzten Sirenen ein, um in ohrenbet�ubender Lautst�rke vor einer bevorstehenden Kollision zu warnen. Erschrocken sah Geary, wie zwanzig bis drei�ig Kriegsschiffe der Spinnenw�lfe mit ungeheurer Geschwindigkeit zwischen den Schiffen seiner Formation hindurchrasten. Dabei kamen ihnen manche dieser Schiffe so nahe, dass jeder menschliche Captain Todes�ngste versp�rt h�tte, w�re er der Pilot gewesen, der solche Man�ver fliegen musste.</p><p>Kaum hatten sie die Allianz-Schiffe hinter sich gelassen, er�ffneten die Spinnenw�lfe das Feuer auf die Wracks der B�rk�he, bis von ihnen nur noch Tr�mmer �brig waren.</p><p>�Darf das wahr sein?�, rief Desjani und starrte auf ihr Display. �Um ein Haar h�tten sie uns erwischt, nicht die Kiks!�</p><p>�Captain?�, meldete sich Lieutenant Castries in einem Tonfall zu Wort, der Ehrfurcht und Entsetzen zugleich vermittelte. �Unsere Systeme sind der Ansicht, dass die Spinnenw�lfe ihre Schiffe manuell zwischen unseren hindurchgesteuert haben.�</p><p>�Manuell? Das ist unm�glich! Niemand kann�� Sie sch�ttelte den Kopf. �Jedenfalls kein Mensch. Admiral, diese Kreaturen sind vollkommen verr�ckt!�</p><p>�Zumindest sind sie auf unserer Seite�, erwiderte er und versuchte einzusch�tzen, wann der ideale Moment f�r sein n�chstes Man�ver kommen w�rde. Tulevs Streitmacht hatte sich soeben durch den unteren Rand der B�rkuh-Formation gepfl�gt und f�nf Kik-Begleitschiffe zu Tr�mmern reduziert, dabei allerdings im Verh�ltnis mehr Sch�den bei seinen eigenen Schiffen erlitten, als es bei Gearys Formation der Fall gewesen war. Das hing jedoch damit zusammen, dass die kombinierte Geschwindigkeit der beiden Formationen kurz vor dem Kontakt auf einen Wert gesunken war, der es den B�rk�hen erlaubte, ihre gegnerischen Ziele besser zu erfassen. Geary beobachtete einen weiteren Schwarm Spinnenwolfschiffe, die um jedes Hindernis herumflogen, um den Opfern von Tulevs Attacke den Rest zu geben.</p><p>Badaya war in letzter Sekunde nach unten ausgewichen, sodass seine Formation die Unterseite der feindlichen Armada anvisieren und vier Begleitschiffe komplett au�er Gefecht setzen und etliche andere schwer besch�digen konnte. Allerdings hatten die <emphasis>Illustrious </emphasis>und die <emphasis>Incredible </emphasis>selbst auch einige Treffer abbekommen, f�r die zwei der Superschlachtschiffe verantwortlich waren.</p><p>�An alle Einheiten in Gamma One One: Sofort ausf�hren! Drehen Sie nach oben um neun null Grad�, befahl Geary. �Geschwindigkeit erh�hen auf 0,1 Licht.� Er wollte mit seiner Formation nach oben fliegen und dann zu einem Halbkreis ansetzen, der sie hinter die B�rkuh-Armada bringen w�rde, die jetzt nur noch mit 0,09 Licht unterwegs war.</p><p>Ein Alarmsymbol flammte auf. �Die <emphasis>Titan </emphasis>hat die gleiche Antriebseinheit erneut verloren�, sagte Geary und lie� einen ausgiebigen lautlosen Fluch folgen.</p><p>Damit war Badayas Formation mit einem Mal in ihren M�glichkeiten eingeschr�nkt, zu beschleunigen, zu bremsen und Kehren zu fliegen. Die B�rk�he mussten erkannt haben, dass etwas mit der <emphasis>Titan </emphasis>nicht stimmte, da sie auf einmal eine Kurve flogen und auf einen Abfangkurs zu Badayas Streitmacht gingen. Die <emphasis>Incredible </emphasis>begab sich m�hsam in Position nahe der <emphasis>Titan</emphasis>, da ihre eigenen Antriebseinheiten durch die zuvor erlittenen Treffer in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Fast im gleichen Moment fielen bei der <emphasis>Illustrious </emphasis>fast alle Schutzschilde aus.</p><p>Geary erteilte weitere Befehle und lie� seine Unterformation h�rter wenden. Das St�hnen der Tr�gheitsd�mpfer war genauso deutlich zu h�ren wie das �chzen der H�lle der <emphasis>Dauntless</emphasis>, die mit der extremen Belastung zu k�mpfen hatte. Die anderen Kriegsschiffe folgten dem Kurs der <emphasis>Dauntless</emphasis>, lediglich die Sturmtransporter mussten eine ausladendere Kurve fliegen, da die Man�ver der �brigen Schiffe sie �berfordert h�tten.</p><p>Wenn er so weitermachte, kam er mit der B�rkuh-Armada in Ber�hrung, w�hrend seine eigene Formation v�llig aufgel�st war und die Sturmtransporter ungesch�tzt unterwegs waren.</p><p>�Admiral?�, fragte Desjani.</p><p>�Es geht nicht�, murmelte er. �Jedenfalls nicht so.� Aber er musste irgendetwas unternehmen, um den auf Badaya lastenden Druck zu lindern, der vergeblich versuchte, seine Formation geschlossen zu halten, w�hrend die wendete, um der heranst�rmenden Armada der B�rk�he auszuweichen. Tulevs Unterformation war zu weit entfernt gewesen, als die Kiks Kurs auf Badaya nahmen, und nun musste er sich beeilen, um an den eigentlichen Ort des Geschehens zur�ckzukehren. Sicher war dabei, dass Tulev nicht rechtzeitig eintreffen w�rde, um den Angriff auf Badayas Unterformation zu st�ren.</p><p>Geary hatte in seiner eigenen Formation f�nf Schlachtkreuzer, die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die <emphasis>Daring</emphasis>, die <emphasis>Victorious</emphasis>, die <emphasis>Intemperate </emphasis>und die <emphasis>Adroit</emphasis>. Seine Finger ber�hrten hastig die Komm-Kontrollen. �An alle Einheiten in Gamma One One: Sofort ausf�hren! Drehen Sie zwei null Grad nach oben. Ihr neues Leitschiff ist die <emphasis>Warspite</emphasis>. <emphasis>Daring</emphasis>, <emphasis>Victorious</emphasis>, <emphasis>Intemperate</emphasis>, <emphasis>Adroit</emphasis>, Sie alle passen Ihre Bewegungen an die <emphasis>Dauntless </emphasis>an.�</p><p>Er wandte sich an Desjani: �Captain, steuern Sie die <emphasis>Dauntless </emphasis>mitten durch die feindliche Formation, und zwar mit der maximalen Geschwindigkeit, die Sie vertreten k�nnen.�</p><p>Daraufhin grinste sie ihn so breit an, dass ihre Z�hne aufblitzten. Dieses Bild h�tte jede B�rkuh wohl auf das �u�erste verunsichert. �Auf geht�s�, sagte sie zu ihrer Crew, dann lie� sie die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu einer Kurve ansetzen, die noch enger war als die vorangegangene und die sie mit noch h�herer Geschwindigkeit durchfliegen musste, was mit einer umso st�rkeren Belastung des Schiffs verbunden war. Die �brigen vier Schlachtkreuzer folgten ihr.</p><p>Auf Gearys Display leuchteten immer mehr rote Warnsymbole auf, da Desjani ihr Schiff bis an seine Grenzen f�hrte. Irgendwie gelang es den vier anderen Schiffen, mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>mitzuhalten, als die winzige Formation geradewegs auf die Streitmacht der B�rk�he zuhielt.</p><p>Rasend schnell jagten sie zwischen den feindlichen Schiffen hindurch, die Hauptantriebseinheiten arbeiteten nach wie vor mit maximaler Leistung. Eines der Superschlachtschiffe und ein Dutzend leichterer, aber immer noch schlagkr�ftiger Kik-Kriegsschiffe feuerten alles auf die kleine Formation ab, die auf sie zugeschossen kam. Desjani hatte aber in der Zwischenzeit die relative Geschwindigkeit auf fast 0,2 Licht erh�ht, sodass der Feind kein Ziel erfassen konnte, w�hrend die Allianz-Schiffe mit einem blitzschnellen Sperrfeuer antworteten, das zwei der Kik-Schlachtschiffe traf.</p><p>Dann waren sie auch schon vorbeigeflogen, und Geary �bernahm wieder das Kommando �ber die <emphasis>Dauntless</emphasis>. Sofort lie� er die Schlachtkreuzer kehrtmachen, damit sie sich mit dem Rest seiner Formation zusammenschlie�en konnten.</p><p>Eine Art Schutzschirm aus Spinnenwolfschiffen hatte sich derweil zwischen Badayas Streitmacht und den n�her kommenden B�rk�hen in Position gebracht, doch die konnten dem Feind nur geringf�gige Sch�den zuf�gen, ehe sie sich mit den Superschlachtschiffen konfrontiert sahen und sich in alle Richtungen zur�ckziehen mussten. Jetzt gab es nichts mehr, was die Kik-Armada noch davon abhalten konnte, Badayas Schiffe in Tr�mmer zu schie�en, zumal es so schwierig war, diese Superschlachtschiffe ernsthaft zu besch�digen oder zum R�ckzug zu veranlassen.</p><p>Ohne Vorwarnung brachen die Schlachtschiffe <emphasis>Dreadnaught </emphasis>und <emphasis>Orion </emphasis>aus Badayas Unterformation aus, dicht gefolgt von der <emphasis>Dependable </emphasis>und der <emphasis>Conqueror</emphasis>. Die <emphasis>Relentless</emphasis>, <emphasis>Reprisal, Superb </emphasis>und <emphasis>Splendid </emphasis>flogen den anderen Schlachtschiffen Hals �ber Kopf hinterher, wobei jedes Schlachtschiff in Badayas Formation gleichm��ig und schwerf�llig auf einen Vektor schwenkte, der genau auf den herannahenden Feind ausgerichtet war.</p><p>Pl�tzlich musste Geary an etwas denken, das Captain Mosko zu ihm gesagt hatte. Es ist das, was Schlachtschiffe tun.</p><p>�Die werden in St�cke geschossen�, fl�sterte Geary. <emphasis>Meine Gro�nichte. Sie fliegt unter meinem Kommando in den sicheren Tod, so wie zuvor ihr Bruder. M�gen die Vorfahren mir das verzeihen!</emphasis></p><p>Desjanis Gesicht war von einem Ausdruck gepr�gt, der so etwas wie tragischen Stolz vermittelte. �Ja. Aber so k�nnten sie Badayas Streitmacht genug Zeit verschaffen, um sich vor dem Ansturm in Sicherheit zu bringen.�</p><p>Sein Blick huschte �ber das Display und suchte nach einem Wunder. Tulevs Unterformation war noch immer zu weit entfernt, und die Spinnenw�lfe machten lediglich den R�ndern der B�rkuh-Armada zu schaffen. Seine eigenen Schlachtschiffe befanden sich noch immer auf dem R�ckweg zum Rest seiner Unterformation, die ihrerseits nach wie vor ein Wendeman�ver beschrieb, um ihm entgegenzukommen und dann gemeinsam der feindlichen Armada in den R�cken zu fallen.</p><p>Keine Wunder. Nur M�nner und Frauen, die alles taten, was sie tun konnten, und die wussten, es w�rde nicht gen�gen.</p><p>�Was machen die�?�, platzte Desjani heraus.</p><p>Geary sah wieder zu den acht Schlachtschiffen, die als Selbstmordkommando unterwegs waren. Er ben�tigte einen Moment, um zu begreifen, was er da sah: Hunderte Projektile, abgefeuert von diesen Schlachtschiffen, auf Flugbahnen geschickt, auf denen sie mit den noch eine Minute entfernten feindlichen Schiffen zusammenprallen w�rden. �Kinetische Projektile? Bei einem Kampf zwischen Schiffen? Das ist�� Dann auf einmal begriff er. ��genial.�</p><p>Normalerweise konnte ein Schiff einem stur seiner Bahn folgenden kinetischen Projektil problemlos ausweichen, doch hier war alles losgeschickt worden und bildete ein todbringendes Feld f�r die feindliche Armada. Sogar die gr��ten Projektile waren zum Einsatz gekommen, die nur �u�erst selten benutzt wurden, weil sie auf einem Planeten f�r extreme Verw�stungen sorgten. Sie alle befanden sich nun auf Flugbahnen, die sie schnurstracks zum Feind f�hrten. Nur eine gro�e Zahl an Schlachtschiffen konnte so viele kinetische Projektile schnell genug auf den Weg schicken, um eine Armada von dieser Gr��e zu einem Ausweichman�ver zu zwingen.</p><p>Sollten die Kiks nicht ausweichen, sondern den Kurs auf Badayas Formation beibehalten, dann w�rden sie geradewegs in dieses Sperrfeuer hineinrasen, und niemand konnte�</p><p>Mit wachsender Verwunderung verfolgte Geary mit, wie die verbleibenden Sekunden bis zum Kontakt verstrichen. Die Allianz-Schiffe schickten den Projektilen ihre Phantomraketen hinterher, so schnell sie nur konnten. Die Kiks blieben auf Kurs und feuerten ihre eigenen Raketen ab. So wie sie es in den Videos der B�rk�he gesehen hatten, schreckte keines ihrer Schiffe zur�ck, und es wagte auch niemand, aus der Formation auszubrechen. Jeder blieb genau an dem Platz, der ihm zugeteilt worden war.</p><p>Als die zwei Streitkr�fte und das kinetische Bombardement zusammentrafen, wurde der Raum von einem solchen Chaos erf�llt, dass die Flottensensoren nicht mehr feststellen konnten, was genau sich dort abspielte. Geary konnte nur fassungslos auf sein Display starren, w�hrend ihm angesichts des Ausma�es der Zerst�rungen der Atem stockte.</p><p>Ein Schlachtschiff der Allianz kam aus dem Durcheinander zum Vorschein, zwar massiv besch�digt, aber immer noch flugtauglich. Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>. Gleich dahinter tauchte die <emphasis>Orion </emphasis>auf, die mit verbissener Entschlossenheit der <emphasis>Dreadnaught </emphasis>folgte. Auch die <emphasis>Dependable </emphasis>und die <emphasis>Conqueror </emphasis>wurden von den Sensoren registriert, beide erstaunlich wenig in Mitleidenschaft gezogen. Dann sah er die <emphasis>Relentless, Reprisal, Superb </emphasis>und <emphasis>Splendid </emphasis>auftauchen, die Panzerung mit tiefen Narben �bers�t, die Schilde kaum noch vorhanden, etliche Waffensysteme ausgefallen, aber nach wie vor funktionst�chtig.</p><p>Die Armada der B�rk�he war stur weitergeflogen, doch die Energien, die inmitten dieser Szene freigesetzt worden waren, hatten die anderen Schiffe teilweise in St�cke gerissen und so dem Ansturm ein Ende gesetzt.</p><p>Und Badaya war es inzwischen gelungen, genau das richtige Man�ver anzuordnen, indem er seine Formation steil aufsteigen lie�, um seine Schiffe au�er Reichweite der meisten feindlichen Kriegsschiffe zu bringen, die irgendwie immer noch weiterflogen.</p><p>Dann endlich wurde Geary klar, was sich da abgespielt hatte: keine Wunder, sondern etwas Unerwartetes. �Sie haben ein Loch in die Kik-Formation gesprengt. Sie konnten durchkommen, weil alles vor ihnen von den kinetischen Projektilen pulverisiert worden war, da die feindlichen Schiffe auf ihrem Kurs blieben.� Warum waren sie nicht ausgewichen? Nur weil ihre Taktiken kein individuelles Handeln erlaubten? War der gegnerische Befehlshaber von dieser neuen Vorgehensweise �berrascht worden? Hatte er noch versucht, ein Ausweichman�ver anzuordnen, aber hatte ihm dazu die Zeit gefehlt? Und waren die einzelnen Kik-Schiffe deswegen auf ihrem Kurs geblieben, weil niemand einen gegenteiligen Befehl erteilt hatte?</p><p>�Drei Superschlachtschiffe sind zerst�rt, zusammen mit fast allen Schiffen, die sich in ihrer unmittelbaren N�he aufhielten.� Unter Desjanis Stolz mischte sich nun auch Schadenfreude. �M�gen die lebenden Sterne niemals vergessen, was hier geschehen ist!�</p><p>�Wir haben sie noch nicht besiegt�, warnte Geary sie, w�hrend sich die B�rk�he neu ordneten. Nach jedem Verlust hatten sie ihre Formation immer nur wieder so kompakt gemacht wie zuvor, sodass sie zwar kleiner und kleiner wurde, aber nach wie vor kampfbereit schien. Genau das war jetzt auch wieder der Fall.</p><p>Geary h�rte den Jubel durch die <emphasis>Dauntless </emphasis>hallen, als sich herumsprach, was die anderen Schlachtschiffe erreicht hatten. Auch auf den anderen Schiffen wurde in diesem Moment zweifellos gejubelt, sodass die Moral derzeit kein Problem darstellte.</p><p>�Warum sind die nicht ausgewichen?�, wunderte sich Desjani. �Die Kiks mussten doch wissen, was eine solche Masse an kinetischen Projektilen anrichten w�rde�� Auf einmal drehte sie sich zu Geary um und nickte verstehend. �Sie wussten es nicht. Sie haben an Bord ihrer Schiffe keine kinetischen Projektile, und sie setzen solche Projektile nicht ein, weil sie in der Lage sind, sie abzulenken, wenn sie gegen Planeten zum Einsatz kommen sollen. Da Schiffe diesen Steinen �blicherweise m�helos ausweichen k�nnen, gibt es keinen Grund, warum sie auf ihren Kriegsschiffen Steine transportieren sollten.�</p><p>�Der �lteste Trugschluss �berhaupt�, entgegnete Geary. �Die Annahme, dass die F�higkeiten, Taktiken und Absichten des Gegners den eigenen entsprechen. Den lebenden Sternen sei Dank, dass wir nicht so denken.� Allerdings hatte er seine Zweifel, dass diese Taktik ein zweites Mal funktionieren w�rde, nachdem die B�rk�he nun die Konsequenzen zu sp�ren bekommen hatten.</p><p>Die f�nf Schlachtkreuzer schlossen sich mit dem Rest der Unterformation Gamma One One zusammen, die <emphasis>Dauntless </emphasis>nahm wieder ihre Rolle als Leitschiff ein. Die Kiks waren eine weite Kurve nach links und nach oben geflogen und versuchten, Badayas Schiffe zu erwischen, aber die Tr�gheit der �berlebenden Superschlachtschiffe hinderte sie an einem z�gigen Vorankommen. Badaya lie� seine Streitmacht weiter steil nach oben fliegen, aber da er in seinen Reihen Schiffe mit eingeschr�nkter Leistung des Antriebs hatte, konnte er den Verfolgern letztlich nicht entkommen. Zumindest jedoch gelang es ihm, ein wenig Zeit zu gewinnen, ehe die B�rk�he ihn einholen w�rden. Tulevs Formation befand sich auf einem Abfangkurs zu den Kiks, w�hrend es �berall von den Schiffen der Spinnenw�lfe wimmelte, die mit unglaublicher Gelassenheit zwischen den Allianz-Schiffen hin und her jagten und jedes B�rkuh-Schiff in St�cke schossen, das besch�digt aus der Armada ausgeschert war.</p><p>Die acht Schlachtschiffe aus Badayas Formation waren unterdessen auf einen Kurs gegangen, der sie zu ihrer Streitmacht zur�ckf�hren sollte. Die <emphasis>Dependable </emphasis>und die <emphasis>Conqueror </emphasis>schirmten dabei ihre st�rker in Mitleidenschaft gezogenen Schwesterschiffe ab, zudem sorgte ein Schwarm aus Spinnenwolfschiffen f�r eine Barriere zwischen den Allianz-Schiffen und der Armada der B�rk�he.</p><p><emphasis>Wer hat diesen Vorsto� angeordnet?, </emphasis>fragte sich Geary. <emphasis>Hat Badaya ihnen gesagt, sie sollen so vorgehen? Oder hat Jane Geary die Initiative ergriffen? Wer immer es war, er hat richtig entschieden. Und wessen Idee war es, die kinetischen Projektile gegen diesen Feind einzusetzen?</emphasis></p><p>Er stellte die Fragen zur�ck, auf die er im Moment keine Antwort finden konnte, und sorgte stattdessen daf�r, dass seine Formation nahezu stur geradeaus flog, um die B�rk�he zu fassen zu bekommen, die ihrerseits auf einen neuen Abfangkurs zu Badaya eingeschwenkt waren. Er sollte wenige Minuten nach Tulev dort eintreffen.</p><p>�Wie haben die Spinnenw�lfe die Kiks in Schach gehalten?�, fragte Desjani. �Mit ihrer Feuerkraft und ihren Taktiken h�tten sie niemals die Kiks daran hindern k�nnen, dieses Sternensystem zu durchqueren und einen der anderen Sprungpunkte zu erreichen.�</p><p>�Gute Frage. Die sollten wir ihnen stellen, wenn das hier alles �berstanden ist.�</p><p>Er sah, wie die Schadensmeldungen und die Verletztenstatistiken von den acht Schlachtschiffen eingingen. Dabei kam es ihm so vor, als w�rde sich eine zentnerschwere Last auf ihn legen, w�hrend die Flottensysteme unbeirrt automatisch alles auflisteten, was es aufzulisten gab. Die Schlachtschiffe hatten ihren Erfolg teuer bezahlt.</p><p>Hier und da auf dem Display flammten neue Schadenswarnungen auf, da f�r viele der veralteten Systeme die Belastung des Gefechts zu viel geworden war. Doch zumindest hatte der regelrechte Ausbruch von Ausf�llen nachgelassen. Die gemeldeten Probleme waren zwar nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen konnte, aber wenigstens l�ste sich die Flotte nicht vor seinen Augen in ihre Bestandteile auf.</p><p>Tulevs Formation passierte die feindliche Armada an einer Seite und nahm die Kriegsschiffe so unter Beschuss, dass zwei weitere von ihnen nicht l�nger einsatzf�hig waren. Bei den Superschlachtschiffen zeigte diese Attacke jedoch kaum Wirkung, weshalb die Armada der B�rk�he unverdrossen weiter auf Badayas Streitmacht zuhielt und dabei kontinuierlich beschleunigte, um den Abstand zu verringern. Badaya konnte wegen der Probleme mit dem Antrieb der <emphasis>Titan </emphasis>und der <emphasis>Incredible </emphasis>nicht schneller als etwa 0,06 Licht fliegen.</p><p>Geary lie� seine Formation Kurs auf die Unterseite der feindlichen Streitmacht nehmen. Immer wieder ging ein Zittern durch die <emphasis>Dauntless</emphasis>, da die Kiks sie mit schwerem Sperrfeuer belegten, das zu einigen Treffern und etlichen Beinahetreffern f�hrte. Mit halbem Ohr bekam er die Schadensmeldungen mit, die bei Desjani eingingen. An manchen Stellen hatten die Schilde versagt, die leichte Panzerung des Schlachtkreuzers war getroffen und hier und da durchschlagen worden, aber es war nicht zu Systemausf�llen gekommen. Auf seinem Display wurden �hnliche Meldungen von den anderen Schiffen seiner Formation aufgelistet. Keines von ihnen war schwer getroffen worden, dennoch hatten viele Einheiten umfangreiche Sch�den erlitten.</p><p>Eines der B�rkuhschiffe hinkte hinter seiner Formation her und verlor trudelnd den Anschluss, woraufhin es einem Schwarm der Spinnenwolfschiffe zum Opfer fiel. Auch andere feindliche Kriegsschiffe waren besch�digt worden, doch das gen�gte alles nicht, um den Feind zur Umkehr zu bewegen.</p><p>Badaya verf�gte noch �ber zwei Schlachtkreuzer, die sich in guter Verfassung befanden, und jetzt l�sten sich die <emphasis>Inspire </emphasis>und die <emphasis>Formidable </emphasis>vom Rest der Formation, um der Kik-Armada entgegenzufliegen.</p><p>Geary verschaffte sich einen �berblick �ber die Situation. Tulevs Formation flog einen weiten Bogen, der viel Zeit kosten w�rde. Seine eigene Formation n�herte sich dem Feind von unten, was aber auch zu lange dauern w�rde. Badaya war auf einen Kurs gegangen, der ihn vom Gegner wegf�hrte, weil er nur so m�glichst viel Zeit schinden konnte, ehe man ihn eingeholt hatte. Und dann waren da noch die acht Schlachtschiffe auf der anderen Seite des Feindes, die darum bem�ht waren, zu Badaya zur�ckzukehren. In aller Eile lie� Geary sich von den Gefechtssystemen verschiedene Man�ver berechnen, dann stie� er auf eine L�sung, die zwar verzweifelt, aber umsetzbar war. �<emphasis>Dependable, Conqueror</emphasis>, hier spricht Admiral Geary. Gehen Sie mit maximaler Geschwindigkeit auf einen Abfangkurs zum Feind.�</p><p>In zwei Minuten w�rden die beiden Schlachtschiffe wenden und beschleunigen und dabei ihre schwerer besch�digten Schwesterschiffe zur�cklassen. Wom�glich w�rde das die B�rk�he ablenken, doch das hielt Geary f�r eher unwahrscheinlich. Wichtig war nur, mit allem auf die Armada loszugehen, was ihm zur Verf�gung stand. �Captain Tulev, ich �bernehme die Steuerkontrolle �ber Ihre Unterformation.�</p><p>Ihm blieb keine Zeit, das erst von den Gefechtssystemen durchrechnen zu lassen, keine Zeit, um die st�ndig wechselnden Entfernungen und die damit verbundenen Zeitverz�gerungen zu berechnen. Er musste sich ganz auf sein eigenes Geschick verlassen, auf seine eigene Erfahrung und auf die einzigartige F�higkeit des menschlichen Gehirns, solch komplexe Situationen aus dem Stegreif zu l�sen. �Captain Badaya, bei Zeit eins sieben schicken Sie alle Ihre Eskortschiffe los und befehlen ihnen, mit 0,15 Licht auf Abfangkurs zur feindlichen Formation zu gehen.�</p><p>Desjani hatte die Bewegungen innerhalb der Flotte bemerkt und sah stirnrunzelnd auf ihr Display. �Was haben Sie vor?�</p><p>�Ich werde mit dem Hammer zuschlagen. Wenn ich das nicht mache, verlieren wir alle besch�digten Schiffe und die unversehrten Hilfsschiffe in Badayas Formation.� Neben der <emphasis>Incredible, Titan </emphasis>und <emphasis>Illustrious </emphasis>schloss das auch die <emphasis>Kupua</emphasis>, die <emphasis>Alchemist</emphasis>, die <emphasis>Cyclops</emphasis>, zwei Schwere und mehrere Leichte Kreuzer sowie Zerst�rer mit ein.</p><p>Die <emphasis>Inspire </emphasis>und die <emphasis>Formidable</emphasis>, die sich zu schnell bewegten, um von den B�rk�hen zuverl�ssig erfasst zu werden, schlugen auf den Feind ein, doch es gen�gte nicht, um wenigstens ein oder zwei Kriegsschiffe au�er Gefecht zu setzen.</p><p>�Captain Duellos�, befahl Geary. �Stimmen Sie die Flugbewegungen der <emphasis>Inspire </emphasis>und der <emphasis>Formidable </emphasis>mit denen der <emphasis>Dependable </emphasis>und der <emphasis>Conqueror </emphasis>ab. Nehmen Sie den n�chsten Feindbeschuss zusammen mit ihnen vor.�</p><p>Desjanis Blick zuckte auf ihrem Display hin und her. �Sie lassen uns alle zusammenkommen. Wir werden die Armada fast simultan angreifen. Meinen Sie, das wird gen�gen?�</p><p>�Das will ich doch hoffen.� Er blickte sein Display aufmerksam an. Badayas Gruppe aus besch�digten Schiffen bewegte sich nach wie vor steil aufw�rts, seine Kreuzer und Zerst�rer bremsten ab, um sich hinter ihren Kameraden zur�ckfallen zu lassen und sich dem herannahenden Feind entgegenzustellen. Die Armada der B�rk�he flog eine Kurve und n�herte sich von rechts unten, um Badaya zu erreichen. Tulev war auf einem weiten Bogen unterwegs, an dessen Ende er die Kiks vorfinden w�rde, w�hrend Gearys eigene Unterformation leicht aufw�rts flog, um sie ebenfalls zu erwischen. Links vom Feind kam unterdessen Duellos mit seiner kleinen Streitmacht herbeigeeilt. �An alle Einheiten: Wir m�ssen das Vorr�cken der feindlichen Armada zum Stillstand bringen. Greifen Sie die Formation an, sobald Sie nahe genug sind, und setzen Sie auch kinetische Projektile ein.�</p><p>�Wenn irgendwas sie dazu bringen wird umzukehren, dann die Projektile�, meinte Desjani.</p><p>�Wenn sie nicht umkehren und wir treffen sie mit so vielen Steinen, dann werden sie es nicht bis zu Badaya schaffen.� Wie sehr war der feindliche Commander darauf versessen, an die ramponierten Allianz-Schiffe heranzukommen? Gab es bei den B�rk�hen das gleiche Ph�nomen wie bei den Menschen, sich so sehr auf ein Ziel zu fixieren, dass man von den Hindernissen auf dem Weg zu diesem Ziel keine Notiz nahm?</p><p>�Wissen Sie�, sagte Desjani ruhig und gelassen, w�hrend die verschiedenen Gruppen auf den Feind zurasten, �die Kiks haben eine wichtige Tatsache nicht ber�cksichtigt.�</p><p>�Und zwar?�, fragte Geary, ohne den Blick von seinem Display abzuwenden.</p><p>�Die wissen nicht, wie verr�ckt Menschen sein k�nnen. W�ren wir vern�nftig, h�tten wir l�ngst die Flucht ergriffen, und Badayas Formation w�re l�ngst in alle Richtungen verstreut. Sie k�nnten uns jagen und vernichten. Aber wir sind verr�ckt, und deshalb bleiben wir zusammen und schie�en ihnen den Hintern weg.�</p><p>Geary l�chelte und sah mit an, wie Badayas Kreuzer und Zerst�rer kinetische Projektile in Richtung des Feindes abfeuerten.</p><p>Die B�rkuhschiffe ver�nderten leicht ihre Position, da sie versuchten, dem Steinhagel auszuweichen. Vermutlich w�re ihnen das auch gelungen, immerhin konnten ihnen noch so viele kinetische Projektile den direkten Weg versperren, das All war weit genug, um auszuweichen. Allerdings hatte jetzt auch Tulev die Armada erreicht und schickte ebenfalls eine Steinlawine auf den Weg, sodass die B�rk�he sich mit einem Mal einem Kreuzfeuer ausgesetzt sahen. Und dann kam auch noch Duellos� kleine Formation ins Spiel, die ebenfalls Steine auf den Feind abfeuerte.</p><p>�Es geht los�, merkte Desjani an, als die Gefechtssysteme in Gearys Unterformation ebenfalls kinetische Projektile ins All schossen, sodass die B�rk�he fast von allen Seiten gleichzeitig mit Steinen attackiert wurden.</p><p>Die letzten Sekunden verstrichen, w�hrend die Kik-Armada auszuweichen versuchte, ohne dabei allerdings die Verfolgung von Badayas Formation aufgeben zu wollen. Der Commander der B�rk�he war einen Kompromiss eingegangen, wie Geary unmittelbar vor dem Kontakt erkannte. Er hatte versucht, sein Ziel nicht aus den Augen zu lassen und dennoch irgendwie ein Ausweichman�ver zu fliegen. Solche Kompromisse�� also das Unverm�gen, sich nur f�r den einen oder nur f�r den anderen Weg zu entscheiden�� waren schon unz�hligen menschlichen Befehlshabern zum Verh�ngnis geworden.</p><p>Er sah, wie eines der f�nf �berlebenden Superschlachtschiffe von mehreren Treffern ersch�ttert wurde. Die eigentlich leistungsf�higen Schilde brachen unter dem Ansturm der Projektile zusammen, und dann raste einer der besonders gro�en Steine in das Raumschiff und zerriss es in St�cke. Im n�chsten Moment hatte Gearys Unterformation die Armada auch schon wieder durchflogen und hinter sich gelassen.</p><p>Diesmal sp�rte Geary, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>nur wenige Treffer abbekam, und einen Augenblick sp�ter str�mten die Schadensmeldungen auf sein Display�� von Tulevs Unterformation, von Duellos� kleiner Eingreiftruppe, von Badayas Eskortschiffen.</p><p>Ihm stockte der Atem, als er ein gef�rchtetes Symbol aufblinken sah, neben dem mehrere Namen aufgelistet wurden. <emphasis>Kein Kontakt mehr. Als zerst�rt eingestuft. </emphasis>Die <emphasis>Brilliant</emphasis>. Ein leidgepr�ftes Schiff, seit Captain Caligo wegen einer Verschw�rung mit Captain Kila verhaftet worden war. Kaum zu glauben, dass der Schlachtkreuzer nicht mehr existieren sollte. Die Schweren Kreuzer <emphasis>Emerald </emphasis>und <emphasis>Hoplon</emphasis>, der Leichte Kreuzer <emphasis>Balestra</emphasis>, die Zerst�rer <emphasis>Plumbatae</emphasis>, <emphasis>Bolo</emphasis>, <emphasis>Bangalore </emphasis>und <emphasis>Morningstar</emphasis>. Nicht alle diese Allianz-Schiffe waren in den Sekundenbruchteilen ausgel�scht worden, die der Schlagabtausch mit der feindlichen Armada gedauert hatte, sodass sich ihre Besatzungen nicht mehr h�tten retten k�nnen. Einige von ihnen hatten allen Sch�den zum Trotz lange genug �berlebt, um der Crew Zeit zu geben, an Bord der Rettungskapseln zu entkommen, die nun geborgen werden mussten.</p><p>Immerhin hatten die Kiks ihren Starrsinn teuer bezahlt. Selbst die Superschlachtschiffe konnten nur einem gewissen Beschuss standhalten, und die wiederholten Salven unmittelbar nach der Lawine aus kinetischen Projektilen hatten gen�gt, um die Armada in die Knie zu zwingen. Zwei der vier �berlebenden Superschlachtschiffe waren nichts weiter als im All treibende Wracks, ein drittes war so flugunf�hig, dass es bereits von den Kriegsschiffen der Spinnenw�lfe best�rmt wurde, die auf seine Zerst�rung hinarbeiteten. Ein viertes Schiff trudelte davon und versuchte, die Kontrolle �ber die Steuerung zur�ckzuerlangen, was angesichts einer zerrissenen Hauptantriebseinheit so gut wie unm�glich war. Die kleineren Kriegsschiffe der B�rk�he waren drastisch dezimiert worden; die gut vierzig verbliebenen Schiffe nahmen in aller Eile Kurs auf denjenigen Sprungpunkt, durch den sie ins System gelangt waren.</p><p>Sie hatten es geschafft, aber als sich Geary in seinen Sessel sinken lie�, versp�rte er kein Triumphgef�hl.</p><p>�Es ist vollbracht�, stellte Desjani fest, doch auch ihre Stimme klang ged�mpft, und nicht wie die eines Siegers.</p><p>�Ja�, stimmte er ihr zu. �Ist Frieden nicht eine tolle Sache?�</p><p>�Kommt mir mehr wie Krieg vor�, meinte sie.</p><p>Geary rappelte sich auf. Als Erstes mussten die Rettungskapseln eingesammelt werden, um die �berlebenden der zerst�rten Schiffe zu bergen. Viele von ihnen waren vermutlich verletzt und bedurften medizinischer Hilfe. �Zweites und F�nftes Leichtes Kreuzergeschwader, bergen Sie alle Rettungskapseln. Geben Sie mir sofort Bescheid, wenn Sie dabei Unterst�tzung ben�tigen.� Damit war diese vordringliche Aufgabe in Angriff genommen. Nun musste nur wieder Ordnung in die Flotte gebracht werden, wozu geh�rte, zun�chst einmal die Sch�den der Schwere nach zu beheben und den �berlebenden Schiffen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie am dringendsten n�tig hatten�</p><p>�Admiral�, sagte Desjani auf eine Weise, die ihn aufhorchen lie�.</p><p>Das letzte �berlebende Superschlachtschiff hatte inzwischen seine Flugbewegungen halbwegs unter Kontrolle gebracht, aber die Steuerd�sen hatten ihre Arbeit eingestellt, obwohl es sich immer noch um seine eigene Achse drehte.</p><p>�Es sitzt auf dem Pr�sentierteller�, �u�erte sich Desjani.</p><p>�Sollen die Spinnenw�lfe sich��, begann Geary, setzte sich dann aber wieder gerader hin. �Es kann nicht entkommen.�</p><p>�Ob sie die Selbstzerst�rung einleiten werden?�, fragte sich Desjani.</p><p>�Wir haben bislang bei keinem ihrer Schiffe eine Selbstzerst�rung beobachten k�nnen. Au�erdem sind keine�� Er unterbrach sich, da ihm auf einmal etwas bewusst wurde. �Wir haben nicht eine einzige Rettungskapsel aus einem der von uns zerst�rten Kik-Schiffe kommen sehen.�</p><p>�Ich sch�tze, sie betrachten so was als unn�tige Ausgaben. Wenn man Milliarden von B�rk�hen hat, die blindlings tun, was man ihnen sagt, warum sollte man sich dann die M�he machen, hier und da ein paar von ihnen zu retten. Die Herde ist immer noch stark.� Dann hob Desjani einen Finger. �Aber, Admiral, wenn sie dieses Superschlachtschiff nicht zerst�ren wollen oder k�nnen, dann ist es unser gutes Recht, es zu entern und in Besitz zu nehmen.�</p><p>Ein riesiges Raumschiff vollgestopft mit der Technologie der B�rk�he, mit ihren �berlebenden, ihrer Literatur, ihrer Geschichte, Kunst, Wissenschaft�</p><p>�Es wird nicht einfach werden, das Schiff einzunehmen�, stellte Geary fest.</p><p>Dennoch wusste er, dass ihnen nichts anderes �brig blieb, als es zu versuchen.</p></section><section><title><p>Acht</p></title><p>�Sagen Sie ihnen, sie sollen es in Ruhe lassen!�, verlangte Geary.</p><p>Die Bilder von General Charban und der Gesandten Rione, die die ganze Zeit darum bem�ht waren, mit den Spinnenw�lfen zu kommunizieren, sahen sich kurz an. �Wir sind uns nicht sicher, ob wir bereits in der Lage sind, ihnen etwas Derartiges zu vermitteln�, antwortete Charban diplomatisch.</p><p>�Dann versuchen Sie es. Sie haben doch diese zivilen Experten, die mit Ihnen zusammenarbeiten, nicht? Vermitteln Sie ihnen gemeinsam eine entsprechende Nachricht. Wir wollen nicht, dass das Kriegsschiff der B�rk�he zerst�rt wird. Es geh�rt <emphasis>uns!</emphasis>�</p><p>Etliche Kriegsschiffe der Spinnenw�lfe hatten sich um das flugunf�hige Superschlachtschiff geschart, aber da es noch immer �ber Schilde, Panzerung und Waffen verf�gte, verharrten die Spinnenw�lfe in sicherer Entfernung zu ihm. Die �brigen dagegen pr�gelten buchst�blich auf jene B�rkuh-Kriegsschiffe ein, die unver�ndert beschleunigten und auf den Sprungpunkt zuhielten. Sie w�rden noch fast einen Tag ben�tigen, ehe sie dort eintrafen, auch wenn sie sich noch so sehr beeilten. Doch die Spinnenw�lfe wollten sicherstellen, dass sie es sich nicht noch einmal anders �berlegten.</p><p>Nachdem Geary die Verbindung zu Charban und Rione beendet hatte, lehnte er sich zur�ck und rieb sich die Stirn. Nur widerstrebend lie� er seinen Blick zum Display wandern, um sich die neuesten Informationen anzusehen. Die Allianz-Flotte fand allm�hlich wieder zusammen, um ihre Wunden zu lecken. Zerst�rer und Leichte Kreuzer jagten durch das weitl�ufige Gebiet, in dem sich die j�ngste Schlacht abgespielt hatte, um die Rettungskapseln der zerst�rten Allianz-Schiffe einzusammeln. Geary hatte bislang nicht ein einziges zerst�rtes Schiff der Spinnenw�lfe entdecken k�nnen, was f�r ihn angesichts der eigenen Verluste Anlass f�r eine gewisse Verbitterung gewesen war. Doch dann spielte er die Aufzeichnung vom letzten Sturm auf die B�rk�he ab und musste feststellen, dass die Spinnenw�lfe sich ihm angeschlossen hatten und mit ins Herz der Kik-Armada geflogen waren, um die Front des Gegners zu knacken. Dabei hatten sie selbst auch etliche Schiffe verloren. Die kleinen Rettungsboote dieser Schiffe waren gleich nach dem Aussto� von anderen Spinnenwolf-Schiffen aufgelesen worden.</p><p>Ein anderer Eindruck hatte sich aber inzwischen als zutreffend erwiesen: Von keinem der B�rkuh-Kriegsschiffe war ein Rettungsboot oder auch nur eine einzige Rettungskapsel gestartet worden. Er �berpr�fte den Status der Bergung der Rettungskapseln seiner eigenen Flotte und sah, dass die f�r diese Aufgabe abgestellten Leichten Kreuzer z�gig vorankamen. Aber was war� �Ist das ein Spinnenwolf-Schiff, das da eine unserer Rettungskapseln an Bord nimmt?� Er wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Mit Dankbarkeit? Emp�rung? Furcht?</p><p>�Die Kapsel ist schwer besch�digt�, antwortete Desjani. �Sie stammt von der <emphasis>Balestra</emphasis>. Vielleicht wollen die Spinnenw�lfe sich erkundigen, ob jemand Hilfe ben�tigt. Die <emphasis>Quarte </emphasis>ist auf dem Weg zu dieser Kapsel, aber sie wird sie erst in einer halben Stunde erreichen.�</p><p>�Sehen Sie zu, dass Sie mit jemandem in dieser Kapsel Kontakt aufnehmen�, ordnete Geary an. �Geben Sie mir Bescheid, sobald Sie etwas erreicht haben.�</p><p>Wegen der gro�en Entfernungen musste Geary fast zehn Minuten warten, ehe vor ihm ein Bild auftauchte, das aufgrund der besch�digten Komm-Ausr�stung der Kapsel verzerrt war. Er konnte das Innere der Kapsel sehen, in der sich die �berlebenden der <emphasis>Balestra </emphasis>aufhielten. Sie und die Kapsel trugen deutliche Spuren, die sie bei der Zerst�rung ihres Leichten Kreuzers davongetragen hatten.</p><p>Einige Insassen waren so schwer verletzt, dass sie nur reglos dalagen, w�hrend andere damit besch�ftigt waren, verletzte Kameraden zusammenzuflicken oder besch�digte Ger�te zu reparieren. Geary sah, dass die Schr�nke offen standen und man die Notfallausr�stung gr��tenteils entnommen hatte�� Werkzeuge, medizinische Vorr�te, Ersatzteile. Auch die zwei Rollen Klebeband, die zur Standardausstattung einer jeden Rettungskapsel geh�rten, waren bereits in Gebrauch, und an einer Stelle der Bordwand klebte ein St�ck von diesem Band, zweifellos um einen Riss oder eine Schwachstelle zu verschlie�en. An anderer Stelle kam das Klebeband bei der Reparatur in einer ge�ffneten Konsole zum Einsatz, und ein Besatzungsmitglied versorgte in aller Eile die klaffende Brustwunde eines Verletzten, dessen geschienter Arm soeben von einem anderen Matrosen verbunden wurde.</p><p>An der Luftschleuse standen zwei Gestalten in Weltraumr�stung. Auch wenn die Spinnenw�lfe selbst bei Menschen Abscheu ausl�sten, entsprachen die Raumanz�ge in ihrem Aussehen sehr dem eleganten Erscheinungsbild ihrer Schiffe. Zwar konnte man die sechs Gliedma�en deutlich erkennen, doch die Schutzanz�ge verhinderten, dass man etwas von ihren K�rpern zu sehen bekam.</p><p>�Hier ist Chief Petty Officer Madigan, Gefechtssysteme des Leichten Kreuzers <emphasis>Balestra</emphasis>�, meldete sich ein Matrose, dessen Gesicht auf einer Seite von einer schweren Prellung �berzogen war. �Die� die� Aliens sind an Bord gekommen, aber sie tun nichts anderes als uns zu beobachten. Die Lage ist hier stabil, trotzdem m�ssen wir schnellstens abgeholt werden. �hm� Senioroffizier an Bord der Kapsel ist Lieutenant Junior Grade Sidera, aber sie ist derzeit bewusstlos.�</p><p>Geary atmete erleichtert aus. �Chief Madigan, ein Leichter Kreuzer ist auf dem Weg zu Ihnen. Halten Sie durch. Ich glaube, die Spinnenw�lfe sind an Bord gekommen, um festzustellen, ob Sie irgendwelche Hilfe ben�tigen. Ich schicke Ihnen einen Schlachtkreuzer r�ber.� Es war das schnellste Schiff, �ber das er verf�gte, und zudem war es mit einer gro�en Krankenstation und zahlreichen �rzten ausgestattet. Es sollte noch einige Minuten dauern, bis Chief Madigan diese Worte h�ren w�rde, aber es schien, dass er die Situation unter Kontrolle hatte. �Gute Arbeit. Wir holen Sie so bald wie m�glich ab.�</p><p>�Die <emphasis>Dragon</emphasis>�, sagte Desjani. �Dieser Schlachtkreuzer ist ihnen am n�chsten.�</p><p>Er schickte die <emphasis>Dragon </emphasis>auf den Weg, dann kniff er die Augen zu und versuchte, sich wieder auf andere Dinge zu konzentrieren.</p><p>�Wie hei�t dieser Stern?�, fragte Desjani, die einen m�den, aber erleichterten Eindruck machte. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hatte weitere Sch�den davongetragen, doch es waren nur ein paar Verwundete zu beklagen und wenigstens keine Toten.</p><p>�Wei� ich nicht�, erwiderte Geary. �Ist das wichtig?�</p><p>�Schiffe sind hier gestorben, Admiral, und ebenso Matrosen. Wir sollten einen Namen f�r den Ort haben, an dem sie ums Leben gekommen sind.�</p><p>Wieder schloss er die Augen, diesmal jedoch, weil es ihm so peinlich war, dass er daran nicht gedacht hatte. Eigentlich h�tte dieser Stern einen d�steren Namen verdient, doch er war das Grab f�r viele Menschen geworden, und sein Name sollte ihrem Opfer und ihrem Mut entsprechen. Ein Name, der etwas dar�ber aussagte, dass Menschen hier gek�mpft hatten, weit jenseits ihrer eigenen Grenzen. �Gibt es einen Stern namens Honor?�</p><p>�Honor?�, wiederholte Desjani und durchsuchte die Datenbank. �Nein, Admiral. Es ist ein ungew�hnlicher Name f�r einen Stern.�</p><p>�Es ist f�r die Gefallenen�, erkl�rte er.</p><p>�Verstehe.� Sie hielt kurz inne, dann brachte sie ein L�cheln zustande. �Es ist ein guter Name, um ihr Andenken zu ehren. Bitte um Erlaubnis, in der Datenbank der Flotte diesem Stern den Namen Honor zuzuweisen.�</p><p>�Erlaubnis erteilt.�</p><p>Jane Geary hatte die Attacke auf die feindliche Armada �berlebt, doch die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>war dabei schwer besch�digt worden. Captain Badaya, der einen ungewohnt kleinlauten Eindruck machte, hatte erkl�rt, Jane Geary sei auf eigene Initiative mit ihrem Schiff losgezogen, w�hrend er noch immer nach einer L�sung gesucht hatte, mit der er seine �brigen Kriegsschiffe retten konnte. Die <emphasis>Orion</emphasis>, die bereits bei Pandora arg in Mitleidenschaft gezogen worden war, hatte erneut einige Treffer abbekommen, doch Commander Shen hatte sichtlich ver�rgert darauf beharrt, sein Schiff sei nach wie vor gefechtsbereit.</p><p>Die Sch�den an der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, der <emphasis>Relentless</emphasis>, der <emphasis>Reprisal</emphasis>, der <emphasis>Superb </emphasis>und der <emphasis>Splendid </emphasis>best�tigten einmal mehr die alte Maxime, dass Schlachtschiffe zwar eine Weile ben�tigten, um dorthin zu gelangen, wo sie gebraucht wurden, doch dort einmal angekommen, waren sie nur erstaunlich schwer totzukriegen. W�re der Commander der B�rk�he jedoch auf die Idee gekommen, auch nur eines seiner Superschlachtschiffe mit ein paar Eskortschiffen aus der Armada zu nehmen und es auf diese sechs ramponierten Schlachtschiffe zu hetzen, h�tten sie diese Schlacht vermutlich nicht �berstanden.</p><p>Die <emphasis>Quarte </emphasis>erreichte die besch�digte Rettungskapsel der <emphasis>Balestra</emphasis>, woraufhin sich bei der Ann�herung des Leichten Kreuzers die beiden Spinnenw�lfe in ihr eigenes Schiff zur�ckzogen, das daraufhin einen gewaltigen Satz machte und in die eigenen Reihen zur�ckkehrte. Die <emphasis>Dragon </emphasis>war noch gut zwanzig Minuten von der <emphasis>Quarte </emphasis>und der Kapsel entfernt, kam aber kontinuierlich n�her.</p><p>Geary musste an das medizinische Personal �berall in der Flotte denken, das sich mit einer regelrechten Flut von Verletzten konfrontiert sah. In den Krankenstationen w�rden sich die Besatzungsmitglieder dr�ngen, die medizinisch versorgt werden wollten. Mittlerweile war es so, dass kaum eine Verletzung so schwer war, dass sie von den �rzten nicht mehr behandelt werden konnte. Und doch war es eben nicht immer m�glich, genau das Richtige zu unternehmen, um einen Verletzten zu retten. �Wie schaffen die das nur?�, fragte er sich halblaut, woraufhin Desjani sich mit fragender Miene zu ihm umdrehte, da sie diesmal seine Gedanken nicht hatte lesen k�nnen. �Die �rzte, die Schwestern, die Sanit�ter, sie alle�, erkl�rte er. �Manchmal k�nnen sie tun, was sie wollen, und trotzdem sterben Leute, denen sie zu helfen versuchen. Wie schaffen sie es nur weiterzumachen?�</p><p>Nach kurzem �berlegen fragte Desjani: �Wie schaffen <emphasis>Sie </emphasis>es nur weiterzumachen, wenn Sie noch so sehr Ihr Bestes geben k�nnen, und trotzdem sterben Leute?�</p><p>Der Treffer hatte gesessen, aber er begriff die Logik hinter ihrer Erwiderung. �Ich sch�tze, ich halte mir vor Augen, wie viel schlimmer die Dinge sein k�nnten, wenn ich nicht alles in meiner Macht Stehende versuchen w�rde.�</p><p>�Ja, so geht es mir auch. �blicherweise.�</p><p>Captain Smythe stellte zum wiederholten Mal unter Beweis, wie wertvoll er f�r Geary war, indem er den gewaltigen Reparaturaufwand quer durch die gesamte Flotte koordinierte und seine Ingenieure mit gen�gend Koffein und Schokolade versorgte, damit sie weiterarbeiteten. (Die Speise der G�tter�, erkl�rte Smythe unaufgefordert. �Wenn in den alten Mythen von Nektar und Ambrosia die Rede ist, dann meinen die eigentlich Kaffee und Schokolade.�) Die acht Hilfsschiffe hatten inzwischen an den am schlimmsten zugerichteten Kriegsschiffen angedockt oder befanden sich auf dem Weg dorthin.</p><p>Commander Lommand von der <emphasis>Titan </emphasis>hatte sein R�cktrittsgesuch eingereicht, was von Geary prompt abgelehnt und um den Befehl an den Kapit�n erg�nzt worden war, er solle lieber seine �u�erst talentierten Leute daransetzen, die Schiffe zu reparieren, unter anderem auch sein eigenes.</p><p>Das Verwaltungssystem der Flotte lie� einen weiteren Alarm aufblinken, die n�chterne Erkl�rung dazu besagte, dass der verf�gbare Lagerraum f�r totes Personal ersch�pft sei und man Beerdigungen vornehmen sollte, um das Problem zu l�sen. W�hrend Geary diesen Ratschlag las, wusste er nur zu gut, dass er sein Display weder mit F�usten noch mit irgendwelchen Gegenst�nden traktieren konnte, da alles wirkungslos die virtuelle Anzeige durchdringen w�rde. Dennoch f�hlte er sich versucht, etwas in dieser Art zu unternehmen.</p><p>�General Charban, Gesandte Rione, nachdem wir den Spinnenw�lfen klargemacht haben, dass sie die Finger von diesem letzten Superschlachtschiff lassen sollen, m�ssen wir so schnell wie m�glich herausfinden, ob wir unsere Toten in diesem Sternensystem sicher beerdigen k�nnen.�</p><p>Rione schaute zur Seite, w�hrend Charban bed�chtig nickte. �Ich verstehe, Admiral.�</p><p>Zweifellos hatte der Mann verstanden, �berlegte Geary. Die Bodenstreitkr�fte hatten w�hrend des Krieges oftmals verheerende Verluste erlitten, wenn sie um ganze Welten k�mpften und dabei gro�e Teile eben dieser Welten verw�steten. Wie viele Soldaten hatte Charban w�hrend seiner Dienstzeit verloren? Wie viele dieser Soldaten hatten ihr Leben bei der Eroberung einer Welt verloren, die beim n�chsten Strategiewechsel schon wieder aufgegeben und verlassen wurde? Oder die von den Bodentruppen verlassen werden musste, bevor die Syndik-Kriegsschiffe aus dem Orbit den Tod auf sie herabregnen lassen konnten?</p><p>Geary hatte das ganze Jahrhundert verschlafen, w�hrend die Frauen und M�nner um ihn herum von diesen Opfern gepr�gt worden waren. Desjani machte ihm von Zeit zu Zeit�� bei manchen Gelegenheiten w�tender als bei anderen�� klar, dass er ihre Einstellung nicht verstehen konnte, auch wenn sie von ihm an jene Dinge erinnert werden mussten, an die ihre Vorfahren geglaubt hatten, bevor sie in die F�nge dieses Krieges geraten waren.</p><p>Und nun waren noch mehr aus ihren Reihen bei einer Schlacht ums Leben gekommen, die so unerbittlich verlaufen war wie jedes beliebige Gefecht zu Kriegszeiten. Er hatte es geschafft, ihnen dabei zu helfen, diesen Krieg zu �berleben. W�rde er nun auch sicherstellen k�nnen, dass diese M�nner und Frauen den Frieden �berlebten?</p><p>�Admiral�, meldete sich Rione aus dem Konferenzraum an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, in dem hektisch daran gearbeitet wurde, mit den Spinnenw�lfen kommunizieren zu k�nnen. �Wir haben den Leuten hier begreiflich machen k�nnen, dass wir uns um das letzte Superschlachtschiff k�mmern.�</p><p>�Den Leuten hier?�, wiederholte er ratlos, dann begriff er. �Sie meinen die Spinnenw�lfe?�</p><p>�Ja, Admiral.� Ihr Tonfall hatte jetzt etwas Tadelndes an sich. �Wir m�ssen sie als Leute betrachten, weil sie Leute sind.�</p><p>�Au�ergew�hnlich h�ssliche Leute�, murmelte Desjani.</p><p>Er warf ihr einen warnenden Blick zu, ehe er sich wieder Riones Bild zuwandte. �Danke, ich werde mein Bestes versuchen.�</p><p>Rione l�chelte ihn gequ�lt an. �Ich kann verstehen, dass Ihnen das schwerfallen wird. Das k�nnen Sie mir glauben.�</p><p>�Denken Sie und General Charban daran, dann und wann eine Pause einzulegen. Sie arbeiten jetzt schon seit Stunden ununterbrochen.� Als Riones Bild verschwunden war, beugte sich Geary �ber sein Display. Er musste seine Schiffe in die N�he des Superschlachtschiffs der Kiks bringen, damit die Spinnenw�lfe keinen Zweifel daran haben konnten, dass die Menschen das Schiff f�r sich beanspruchten.</p><p>Einige der Allianz-Schiffe waren erst seit einer halben Stunde unterwegs zum Superschlachtschiff, als ein weiteres Mal ein Alarm losging. Geary, der insgeheim noch immer mit einer gewaltigen Selbstzerst�rungsaktion rechnete, zuckte zusammen, als h�tte ihn etwas gestochen.</p><p>Aber es war keine Markierung zu sehen, die besagte, dass sich das Schiff in eine sich rasch ausweitende Tr�mmerwolke verwandelt hatte. Vielmehr war die feindliche Einheit noch vorhanden, wenngleich sie zu etwas ganz anderem geworden war als zuvor. �Was haben wir denn jetzt?�</p><p>Ein Teil des feindlichen Schiffs war herausgerissen worden, was Geary einen Moment lang vermuten lie�, dass sich im Inneren eine Explosion ereignet hatte, die zu schwach gewesen war, um das Schiff v�llig zu zerst�ren, die aber gen�gt hatte, um ein St�ck herauszusprengen. Aber nach wenigen Sekunden wurde deutlich, dass das losgel�ste Teil �ber einen eigenen Antrieb verf�gte und eine Form aufwies, die es wie eine kleinere Version der B�rkuhschiffe aussehen lie�. Dort, wo es gr��tenteils im Rumpf des Superschlachtschiffs verborgen gewesen war, fand sich nun ein Abdruck, der dem kleineren Schiff entsprach.</p><p>�Rettungsschiff�, meldete Lieutenant Castries prompt. �Es beschleunigt und h�lt auf den Sprungpunkt zu.�</p><p>Sie waren also schlie�lich doch noch auf ein Fluchtschiff gesto�en�� aber nur dieses eine? Das zudem noch f�r solche Geschwindigkeiten ausgelegt war. �Bestimmt werden sie nicht die gesamte Crew da untergebracht haben�, �berlegte Geary.</p><p>�Ganz bestimmt nicht�, best�tigte Desjani. �Das w�re schlicht unm�glich!�</p><p>Die Allianz-Schiffe waren immer noch zu weit entfernt, um das Rettungsschiff abzufangen, doch die Spinnenw�lfe st�rzten sich bereits voller Eifer auf ihre neue Beute.</p><p>�Wollen wir sie dazu auffordern, das Rettungsschiff in Ruhe zu lassen?�, fragte Desjani.</p><p>�Ich glaube kaum, dass die Zeit noch daf�r reicht�, antwortete er. Allein eine Nachricht bei den Spinnenw�lfen ankommen zu lassen, dauerte so lange, dass sie bis dahin mit ihren ersten Schiffen ihr neues Ziel bereits abgefangen hatten.</p><p>Desjani nickte und kniff die Lippen zusammen. �Ich vermute, sie werden jetzt das Wrack in St�cke schie�en.�</p><p>�K�nnte sein.� Stirnrunzelnd betrachtete Geary sein Display. �F�r ein Rettungsschiff ist das Ding riesig, aber es ist nicht mal halb so gro� wie ein Zerst�rer.�</p><p>�Masse und L�nge liegen ungef�hr bei einem Drittel�, stimmte sie ihm zu. �Lieutenant Castries, geben Sie mir eine Sch�tzung, wie viele Kiks sich an Bord dieses Rettungsschiffs befinden k�nnten.�</p><p>Nach ein paar Sekunden kam die Antwort: �Unsere Systeme sch�tzen, dass dieses Schiff maximal hundert Kreaturen von der Gr��e der Kiks fassen kann. Vorausgesetzt, sie stehen dort dicht gedr�ngt und die Ausr�stung beansprucht in etwa genauso viel Platz wie bei unseren Schiffen. Mindestens sollten sie Platz f�r zwanzig Kiks haben.�</p><p>�Maximal hundert.� Desjani verzog das Gesicht. �Die Crew dieses Superschlachtschiffs k�nnte m�helos in die Tausende gehen.�</p><p>�Vielleicht werden viele Abl�ufe automatisch gesteuert�, �berlegte Geary, sch�ttelte dann aber den Kopf. �Nein, einige der Videos haben uns das Innere ihrer Schiffe gezeigt, und �berall dr�ngten sich die B�rk�he. Aber h�chstens hundert von ihnen k�nnen sich vom Schiff retten.� In diesem Moment wurde ihm die Antwort klar. �Die Offiziere! Der Befehlshaber und sein Stab, vielleicht noch seine Familie, sofern die mit an Bord gekommen ist. Die F�hrer dieses Teils der Herde, die sich in Sicherheit bringen, w�hrend sie die Herde sich selbst �berlassen.�</p><p>�Wir sollten sie �Herdenf�hrer� nennen�, sagte Desjani grimmig. �Offiziere sollten ihre Besatzung niemals im Stich lassen, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass es noch irgendein anderes Rettungsschiff gibt.�</p><p>�Manche B�rk�he sind offenbar gleicher als andere�, stellte Geary fest. �Was uns nicht �berraschen sollte. Immerhin wussten wir, dass sie Anf�hrer haben, und die k�nnen leicht eine elit�re Kaste bilden.�</p><p>�So wie bei den Syndiks.�</p><p>�Vielleicht ja. In gewisser Hinsicht.� Aber wenigstens hatten die ihre Kriegsschiffe mit gen�gend Rettungskapseln ausger�stet. Allerdings konnten sie auch nicht auf drei�ig Milliarden B�rk�he zur�ckgreifen, die auf ihrer Welt dicht an dicht gedr�ngt lebten.</p><p>�Diese Herdenf�hrer wollen zwar davonlaufen, aber weit werden sie nicht kommen�, meinte Desjani l�chelnd und lie� ein leises Lachen folgen. �Zu viele Spinnen versperren ihnen den Weg.�</p><p>Tats�chlich n�herten sich die Spinnenwolfschiffe dem Rettungsschiff auf einer Vielzahl von gekr�mmten Vektoren, dass es aussah, als w�rde sich ein Spinnennetz um die Fl�chtenden legen.</p><p>F�r ein Schiff von dieser Gr��e verf�gte es �ber bemerkenswert leistungsf�hige Schilde. Aber es konnte nicht allzu gut gepanzert sein, wenn es flink und beweglich sein wollte, und es besa� nur wenige Waffen, aus denen es jetzt auf die immer n�her kommenden Kriegsschiffe der Spinnenw�lfe feuerte.</p><p>Ein Dutzend Spinnenwolfschiffe hieb auf das fl�chtende Schiff ein und lie� zuerst die Schilde kollabieren. Dann durchdrangen die Treffer die Au�enh�lle und sorgten offenbar f�r eine �berhitzung des Antriebs. Als die Spinnenw�lfe sich wieder zur�ckzogen, war von dem feindlichen Schiff nur noch eine auseinanderdriftende Tr�mmerwolke �brig.</p><p>�Wir k�nnen wohl davon ausgehen, dass die Spinnen keine Gefangenen machen wollten�, merkte Desjani an. �Warum ist der Commander weggelaufen? An Bord ihres Superschlachtschiffs w�ren sie alle sicherer aufgehoben gewesen.�</p><p>�Dieses Schiff ist dem Untergang geweiht�, entgegnete Geary. �Vielleicht ist er in Panik geraten, aber vielleicht erleben wir ja gleich auch die Selbstzerst�rung mit, und er wollte blo� nicht so enden.�</p><p>�Jetzt hat er ein ganz �hnliches Ende genommen�, stellte Desjani zynisch fest und deutete auf die �berreste des Rettungsschiffs. �Hmm. Sie w�ren an dem Punkt l�ngst in Sicherheit gewesen. Unsere Berechnungen ergeben: Selbst im schlimmsten Fall w�re das Schiff bei einer Explosion des Superschlachtschiffs au�er Reichweite des zerst�rerischen Radius gewesen. Warum ist es noch nicht explodiert?�</p><p>�Eine Sprengfalle? Etwas in der Art, das Captain Smythe bei der <emphasis>Invincible </emphasis>vorgeschlagen hatte? Wom�glich haben die B�rk�he ihr Superschlachtschiff so vorbereitet, dass es hochgeht, sobald wir an Bord kommen.�</p><p>�Oder irgendetwas ist nicht nach Plan verlaufen�, hielt sie dagegen. �Oder die an Bord zur�ckgebliebenen Kiks wollen nicht in die Luft gesprengt werden. Oder sie haben eine Selbstzerst�rung gar nicht in Erw�gung gezogen. Ich habe mir die Aufzeichnungen der Schlacht angesehen, und Tatsache ist, dass keines ihrer flugunf�hig geschossenen Schiffe die Selbstzerst�rung ausgel�st hat. Die Spinnenw�lfe haben jedes Schiff zerst�rt, das zwar nicht mehr flugtauglich, in jeder anderen Hinsicht aber noch intakt war.�</p><p>�Wann hatten Sie denn eine Gelegenheit, sich die Aufzeichnungen der Schlacht anzusehen?�, wunderte sich Geary und dachte dar�ber nach, was er seit dem Ende des Gefechts alles getan hatte.</p><p>�In meiner gro�z�gig bemessenen Freizeit. Hier eine Sekunde, da eine Sekunde� da kommt ganz sch�n was zusammen.�</p><p>Geary ballte die F�uste. �Wir haben immer noch die Chance, das Ding in die Finger zu bekommen.�</p><p>�Ja�, pflichtete Desjani ihm bei. �Aber jeder, der sich an Bord begibt, wird mit dem Risiko konfrontiert, dass das Superschlachtschiff erst dann gesprengt wird. Und mit dem Risiko, auf Tausende von B�rk�hen zu treffen, die vermutlich bis zum Tod k�mpfen werden, weil sie nicht bei lebendigem Leib gefressen werden wollen, was wir ihrer Meinung nach schlie�lich mit ihnen vorhaben. Habe ich Ihnen schon mal erz�hlt, warum ich kein Marine geworden bin?�</p><p>�Ich wei�, Sie haben fr�her mal Enterteams angef�hrt�, sagte Geary, der sich an Desjanis Ehrenabzeichen erinnerte. Sie hatte bislang nur vage �ber diesen Teil ihrer Vergangenheit gesprochen.</p><p>�Als ich noch jung und dumm war.� Sie sch�ttelte ungl�ubig den Kopf. �Noch immer keine Selbstzerst�rung. Hey, mir ist was eingefallen. Die Taktiken und Waffen der Spinnenw�lfe allein h�tten nicht ausgereicht, um diese Armada zu besiegen, auch wenn die Spinnenw�lfe irgendeinen Weg kennen m�ssen, um die Kiks aufzuhalten.�</p><p>�Davon sprachen Sie bereits.�</p><p>�Wirklich? Das hier ist mir gerade erst eingefallen. Vielleicht haben die Kiks noch nie Schiffe in feindseligen Systemen verloren. Ihre Schlachten haben sie allesamt zu Hause ausgetragen, oder sie m�ssen jede Einheit, die nicht vom Gegner in die Luft gesprengt wurde, wieder mit nach Hause genommen haben. Sie haben gar keinen Ablaufplan, um ihre Schiffe zu sprengen, weil so etwas noch nie vorgekommen ist. Ich meine, sehen Sie sich das Ding doch nur an.� Dabei deutete sie auf das Bild des Superschlachtschiffs. �W�rde man erwarten, dass so etwas hilflos im Raum treibt?�</p><p>�Als ganz so hilflos w�rde ich es nicht bezeichnen. Waffen und Schilde arbeiten noch. Und was ist mit dem kleinen Schiff, das die Flucht ergreifen wollte?�</p><p>�Ja, gutes Argument. Die F�hrer an Bord dieses Dings m�ssen einen Grund gehabt haben, der sie zu der Annahme veranlasste, dass sie irgendwie entkommen mussten, wenn es hart auf hart kam. K�nnte das da das Flaggschiff der Armada gewesen sein?�</p><p>�Das w�re denkbar.� Ein Flottenbefehlshaber musste im Notfall in der Lage sein, das Flaggschiff zu verlassen und auf ein anderes Schiff zu wechseln. �Aber selbst wenn Sie recht haben, sollte die Crew in der Lage sein, die Selbstzerst�rung auf irgendeine Weise auszul�sen. Wir k�nnen es einfach nicht mit Gewissheit sagen.�</p><p>Desjani deutete mit einem Nicken auf ihr Display. �Die �berlebenden der Armada steuern immer noch auf den Sprungpunkt zu. Einundvierzig Schiffe. Ich bin froh, dass die Spinnenw�lfe sie auf dem Weg dorthin verfolgen, weil nicht mal ich im Moment dazu Lust h�tte. Aber wenn das letzte Kik-Schiff das System verlassen hat und das Superschlachtschiff ist immer noch intakt, m�ssen wir entscheiden, ob wir das Risiko eingehen und versuchen wollen, die Kontrolle dar�ber zu �bernehmen.�</p><p>�Ich werde das entscheiden m�ssen�, korrigierte Geary sie.</p><p>Das Bild von General Carabali deutete auf das Display in Gearys Quartier. �Geht es um dieses Schiff da?�</p><p>�Ja, General.� Geary zoomte das Display. �K�nnen Ihre Marines es erobern?�</p><p>�Ob wir das k�nnen, Admiral, das ist hier nicht die Frage. Wir k�nnen das bestimmt. Die Frage, auf die es ankommt und auf die ich Ihnen keine Antwort geben kann, ist die, wie teuer uns das zu stehen kommt.�</p><p>Das war allerdings die entscheidendere Frage. �Ich verstehe. Unter diesem Gesichtspunkt ben�tige ich Ihre Einsch�tzung, ob wir versuchen <emphasis>sollten</emphasis>, es zu erobern?�</p><p>Carabali hielt inne und �berlegte kurz. �Es gibt da eine Menge unbekannter Faktoren. Wir haben nur eine ungef�hre Vorstellung vom individuellen k�mpferischen Geschick der Kiks, die auf einigen abgefangenen Videos basiert. Aber Sie wissen so gut wie ich, dass Filme nicht zwangsl�ufig die Realit�t abbilden. Au�erdem haben wir keine Ahnung, ob wir Spielfilme oder Dokumentationen zu sehen bekommen haben. Und wir k�nnen auch nichts dazu sagen, wie viele Kiks sich an Bord dieses Schiffs befinden. Weniger als tausend w�rde ich nicht sch�tzen, aber es k�nnen erheblich mehr sein. In einem Schiff von dieser Gr��e k�nnen sich auch zehntausend Kiks aufhalten, wenn sie so viele mitnehmen wollten.�</p><p>�Zehntausend?�, fragte Geary verbl�fft. �So gro� sch�tzen Sie die Crew ein?�</p><p>�Nein, Sir, das ist unsere maximale Sch�tzung. Die plausibelste Zahl bewegt sich irgendwo zwischen f�nf-und sechstausend. Das sind mehr als genug Kiks.� Carabali unterbrach kurz, um zu ihrem eigentlichen Gedankengang zur�ckzufinden. �Wir wissen nichts �ber den Grundriss des Schiffs. Normalerweise begeben sich meine Leute bei einem solchen Einsatz zuerst zu kritischen Bereichen, um die Kontrolle �ber die Maschinen, die Br�cke und so weiter zu erlangen. Wir wissen nicht, wo wir die auf diesem Schiff finden und wie die entsprechenden Ger�te aussehen.�</p><p>�Wir wissen ja nicht mal, ob sie Abteile in der Art haben, wie wir sie kennen�, musste Geary zugeben.</p><p>�Der Grundriss des Schiffs�� Sie zuckte mit den Schultern. �Die Kiks sind viel kleiner als wir, und ein Korridor k�nnte dann f�r einen Marine in Gefechtsr�stung verdammt eng werden. Selbst wenn wir ihnen in Sachen Feuerkraft �berlegen sein sollten, kann es sich als schwierig erweisen, diese Feuerkraft zum Einsatz zu bringen. Das alles ergibt eine sehr komplizierte Operation, die mehr dem Sturm auf ein Fort gleicht als einem Entervorgang auf einem Raumschiff.�</p><p>Es war kein erfreuliches Bild, aber immerhin hatte Carabali nicht gesagt, es sei nicht machbar. Genau genommen hatte sie gesagt, es sei machbar. Die Frage war nach wie vor die, ob der Nutzen einer Eroberung dieses Schiffs es rechtfertigte, derartige Risiken einzugehen. Captain Smythe und die zivilen Experten hatten sich alle schon daf�r ausgesprochen, da sie von der Aussicht begeistert waren, einen solchen Fang nach Informationen �ber die B�rk�he und ihre Technologie zu durchsuchen.</p><p>Es war denkbar, dass man dabei auf Hinweise stie�, mit deren Hilfe die Menschheit in die Lage versetzt wurde, selbst diese Abwehrvorrichtung gegen orbitale Bombardements zu entwickeln und einzusetzen. Der Wert allein dieser Errungenschaft rechtfertigte fast jeden Preis und fast jedes Opfer. �Aber Sie k�nnen es machen.� Diesmal waren Gearys Worte keine Frage, sondern eine Feststellung.</p><p>�Ja, Sir. Vorausgesetzt, die Kiks jagen das Schiff nicht in die Luft, bevor wir die Kontrolle dar�ber erlangen. Bevor die Landeoperation beginnen kann, m�ssen wir die externen Verteidigungsvorrichtungen reduzieren. Und danach ben�tigen wir direkte Unterst�tzung. Das hei�t, ein Gro�teil der Flotte muss sich in der N�he des riesigen Schiffs aufhalten, wo sie im Falle einer versp�teten Selbstzerst�rung ebenfalls in Gefahr ger�t.�</p><p>�Verstanden.� Er w�rde also einen erheblichen Teil seiner begrenzten Anzahl an Schiffen und Marines zur Verf�gung stellen m�ssen. Wenn die B�rk�he nur darauf warteten, die Menschen in eine Falle zu locken, dann konnten sie einen vernichtenden Schlag landen, indem sie im richtigen Moment die Selbstzerst�rung ihres Schiffs aktivierten. Es bestand die Gefahr, dass er verheerende Verluste erlitt und keinerlei neue Erkenntnisse gewann. Aber wenn er kein Risiko einging, w�rde er ganz sicher keine neuen Erkenntnisse gewinnen k�nnen�� und das im Angesicht einer Gelegenheit, die sich so vielleicht nie wieder ergeben w�rde.</p><p>�Beginnen Sie mit Ihrer Planung�, befahl Geary ihr. �Gehen Sie davon aus, dass Sie jegliche Unterst�tzung bekommen, die ich Ihnen geben kann. Ich werde jedes erforderliche Kriegsschiff einsetzen, um die Verteidigungsanlagen der Aliens zu zerst�ren, bevor Ihre Marines reingehen. Es wird eine Drecksarbeit werden, aber ich wei�, Sie k�nnen sie erledigen.�</p><p>Carabali salutierte und l�chelte zynisch. �Daf�r haben Sie ja die Marines, damit die die Drecksarbeit �bernehmen, die sonst keiner erledigen kann. Wann wollen Sie meinen Plan sehen, Admiral?�</p><p>�So bald wie m�glich, aber lassen Sie sich gen�gend Zeit, um alles richtig zu machen. Wir m�ssen erst unsere besch�digten Schiffe reparieren, also werden wir noch eine Weile hier verweilen.�</p><p>�Verstanden, Sir. Unsere Planung wird in diesem Fall durch den Mangel an Detailwissen vereinfacht. Wir werden vieles spontan entscheiden m�ssen, wenn wir erst mal in diesem Ding sind. Zum Gl�ck sind Marines darin besonders gut.�</p><p>Geary setzte sich hin, nachdem Carabalis Bild verschwunden war, und legte die H�nde vors Gesicht, w�hrend er dar�ber nachdachte, wie viele M�nner und Frauen bereits in diesem Sternensystem umgekommen waren�� und wie viele noch als Folge dieser Entscheidungen w�rden sterben m�ssen.</p><p>Das Superschlachtschiff drehte sich langsam um seine Achse, w�hrend es gem�chlich durchs All trieb. Die Seite wurde sichtbar, an der sich das Rettungsschiff befunden hatte. Dort waren nur wenige Hinweise auf Sch�den zu erkennen, ausgenommen am Heck, wo die Hauptantriebseinheiten durch mindestens einen schweren Treffer zerrissen worden waren. �Deren Maschinenr�ume k�nnten zerst�rt worden sein�, hatte Captain Smythe zu bedenken gegeben. �Wenn das zutrifft, werden sie gezwungen gewesen sein, ihren Hauptantrieb abzuschalten.�</p><p>�Und wieso arbeiten dann die Schilde und die Waffen noch?�, hatte Geary wissen wollen.</p><p>�Eine sekund�re Energiequelle speziell f�r diesen Zweck. Schilde und Waffen ben�tigen weniger Energie als ein Hauptantrieb bei voller Leistung. Sie k�nnten �ber mehrere sekund�re Energiequellen verf�gen, die jeweils verschiedene Funktionen unterst�tzen. Nach unseren Ma�st�ben zwar nicht effizient, aber als Reserve eine sehr praktische Sache, wenn man darauf zur�ckgreifen kann.�</p><p>Die Allianz-Flotte hatte eine station�re Position in der N�he des Superschlachtschiffs eingenommen, die meisten Schiffe hielten sich drei�ig Lichtsekunden entfernt in einer Gruppe auf. Dadurch wurden die Wege zwischen den verschiedenen Einheiten auf ein Minimum reduziert. Shuttles flogen zwischen den Schiffen hin und her, um Ersatzteile und Reparaturteams zu bef�rdern. Viel n�her am Superschlachtschiff hielten sich s�mtliche Schlachtschiffe und die H�lfte der Schlachtkreuzer auf, und obwohl sie sich alle durchs All bewegten, machten sie als Ganzes betrachtet den Eindruck, sich nicht von der Stelle zu r�hren.</p><p>Die Gefechtssysteme der Flotte und Captain Smythes Ingenieure hatten berechnet, wie gro� der zerst�rerische Radius vermutlich sein w�rde, sollte es zu einer Explosion des Superschlachtschiffs kommen. Geary hatte noch einmal die H�lfte dazugerechnet und seine Schlachtschiffe au�erhalb dieses Gebiets platziert. Die Schlachtkreuzer wahrten sogar noch etwas mehr Distanz.</p><p>Gut zehn Lichtminuten und damit erheblich weiter entfernt hatten sich die Schiffe der Spinnenw�lfe wieder zu einer wundersch�n gestalteten Formation angeordnet, um aus sicherer Entfernung das Treiben der Menschen zu beobachten. Offensichtlich hielten sie sich an die zuvor getroffene Vereinbarung, dass das Superschlachtschiff Eigentum der Menschen war, die damit verfahren konnten, wie sie wollten.</p><p>Keiner der Menschen, die mit den Spinnenw�lfen �redeten�, hatte einen Eindruck davon gewinnen k�nnen, was die Aliens davon hielten, dass die Menschen das Kriegsschiff der B�rk�he erobern wollten. Die Tatsache, dass sie nun so gro�en Abstand hielten, lie� deutlich erkennen, wie wenig sie daran interessiert waren, an dieser Eroberung mitzuwirken. Und ebenso wenig wollten sie in das hineingezogen werden, was die Menschen mit ihrer Vorgehensweise wom�glich ausl�sen w�rden.</p><p>�Vielleicht sind sie kl�ger als wir�, hatte Charban angemerkt.</p><p>Rione war direkter gewesen und hatte unter vier Augen mit Geary gesprochen. �Ich wei�, Ihnen ist bewusst, was mit diesen Tausenden von Marines geschehen kann, wenn Sie sie auf das Schiff schicken.�</p><p>�Dessen bin ich mir nur zu gut bewusst�, hatte er erwidert. �Welchen Preis w�rden Sie bezahlen, um in den Besitz dieser Abwehrvorrichtung zu gelangen, die ein Bombardement aus dem All ablenken kann?�</p><p>Sie hatte die Ver�rgerung in seinem Tonfall bemerkt. �Da ist doch noch etwas. Was ist es?�</p><p>Geary hatte sie eindringlich angesehen. �Sie haben mir mehr oder weniger deutlich best�tigt, dass die Regierungen der Callas-Republik und der Rift-F�deration nicht wollen, dass ihre Kriegsschiffe heimkehren.�</p><p>�So etwas habe ich nie gesagt.�</p><p>�Sie haben nicht gesagt, dass ich mich irre, als ich die M�glichkeit zur Sprache brachte, bevor diese Flotte Varandal verlie�. Eine M�glichkeit, auf die ich gekommen war, weil Sie mir entsprechende Anspielungen hingeworfen hatten. Anspielungen der Art, dass die Regierungen diesen Kriegsschiffen nicht �ber den Weg trauen w�rden, weil sie in meinem Namen handeln k�nnten, wenn ich zum Staatsstreich aufrufe. Oder weil sie auf eigene Faust einen Staatsstreich in die Wege leiten k�nnten. Ich vermute, in der Allianz-Regierung gibt es viele Leute, die diese Flotte hier aus den gleichen Gr�nden f�rchten. Deshalb haben sie uns auch in der Hoffnung auf diese Mission geschickt, dass wir niemals zur�ckkehren werden. Jetzt muss ich an die Schiffe, die M�nner und die Frauen denken, die nicht mehr heimkehren k�nnen, und ich bin wirklich sehr betr�bt dar�ber, dass zu Hause Leute sitzen, die sich sehr dar�ber freuen w�rden, wenn sie davon w�ssten.�</p><p>Es dauerte lange, bis sie antwortete: �Ich h�tte auch nichts anderes von Ihnen erwartet. Mein Ziel war es nie, dieser Flotte und diesen Menschen zu schaden. Und ich habe auch niemals dazu beigetragen, ein solches Ziel zu erreichen, ganz gleich, was andere von mir verlangt haben.�</p><p>�Sagen Sie mir, wer diese anderen sind.�</p><p>�Das kann ich nicht, weil ich es nicht mit Gewissheit wei�. Sie sind schlau genug, Mittelsm�nner zu benutzen, die ich mit niemandem in Verbindung bringen kann. Es tut mir leid, Admiral. Es tut mir leid f�r diejenigen, die ums Leben gekommen sind, weil einige ihrer eigenen F�hrer ihnen nicht vertrauen. Aber andere vertrauen ihnen. Verfallen Sie nicht in den Irrglauben, die Allianz-Regierung w�rde gegen Sie arbeiten. Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, dass viele Gehirne versuchen, diese Regierung zu kontrollieren. Manche von denen sind Ihre Verb�ndeten, und viele von ihnen wollen nur das Beste f�r die Allianz, vertreten aber unterschiedliche Auffassungen, wie dieses Beste aussieht.�</p><p>Mittlerweile sa� Geary wieder auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>und fragte sich, ob er hier tats�chlich das Richtige tat, auch wenn er wusste, dass er gar keine andere Wahl hatte. �Schicken Sie die Sonden los.�</p><p>Automatische Sonden wurden von mehreren Allianz-Schiffen gestartet und bewegten sich in einem gleichm��igen, gem�chlichen Tempo auf das Superschlachtschiff zu, w�hrend sie den B�rk�hen die Aufforderung �bermittelten, sich zu ergeben. Gleichzeitig wurde ihnen ihre Unversehrtheit garantiert. Die zivilen Experten hatten gemeinsam mit ein paar Technikern der Flotte einen Trickfilm gedreht, der die gleiche Botschaft vermittelte und der Bilder in dem Format verwendete, das von den Kiks benutzt wurde. Diese Filme wurden parallel zu den Audiobotschaften gesendet.</p><p>Dieselbe Mitteilung war schon zuvor an das Superschlachtschiff �bermittelt worden, jedoch ohne eine Reaktion zu bewirken. War die �brige Crew des Kik-Schiffs tot? Oder weigerte man sich auch weiterhin, mit den Menschen zu reden?</p><p>Auf einmal schossen Partikel- und Laserstrahlen aus der H�lle des Kik-Schiffs, und innerhalb von Sekunden wurde eine Sonde nach der anderen zerst�rt oder unbrauchbar geschossen, bis alle Systeme tot waren. �Dann werden wir es auf die harte Tour machen m�ssen�, sagte Geary.</p><p>�Wen wundert�s?�, gab Desjani zur�ck. Sie war seit einer Weile schlecht gelaunt, weil sie sich dar�ber �rgerte, dass es vor allem die Aufgabe der Schlachtschiffe in der Flotte war, die Verteidigung des Gegners zu dezimieren, w�hrend Schlachtkreuzer wie die <emphasis>Dauntless </emphasis>tatenlos zusehen mussten.</p><p>�Captain Armus�, sagte Geary.</p><p>Das Gesicht des Befehlshabers der <emphasis>Colossus </emphasis>tauchte vor Geary in der Luft auf. Armus war ein solider, fantasieloser und so pr�zise agierender Mann, dass er nur einen Schritt davon entfernt war, zu langsam zum vern�nftigen Handeln zu sein. Das konnte oftmals ein Problem darstellen, aber bei dieser Art von Angriffen waren solche Eigenschaften eine wahre Tugend, weshalb Geary Armus auch f�r diese Operation das Kommando �ber die Schlachtschiffe �bertragen hatte.</p><p>�Meine Eingreiftruppe ist bereit�, meldete Armus.</p><p>�Beginnen Sie das Bombardement.�</p><p>Armus salutierte auf jene leicht ungelenke Art jener Senioroffiziere, die die meiste Zeit ihrer Karriere in einer Flotte gedient hatten, in der der Salut zu einem vergessenen Ritual geworden war. Dann verschwand sein Bild wieder.</p><p>Rings um das hilflose Superschlachtschiff richteten die Allianz-Schlachtschiffe ihren Bug auf das neue Ziel aus und n�herten sich ihrem Ziel, wobei die Schilde mit maximaler Leistung arbeiteten und die Waffen feuerbereit waren. Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die <emphasis>Orion</emphasis>, die <emphasis>Superb </emphasis>und die <emphasis>Splendid </emphasis>mit ihren geschw�chten Schilden und den umfassenden Sch�den hatten den Befehl erhalten, im Hintergrund zu warten, bis der gr��te Teil der Verteidigungseinrichtungen des gegnerischen Schiffs ausgeschaltet war. Falls erforderlich, konnten sie aber immer noch fr�her zum Einsatz kommen. Auch wenn er die angeschlagenen nicht mitz�hlte, verf�gte Geary �ber neunzehn Schlachtschiffe, die er gegen das einzelne Superschlachtschiff vorgehen lassen konnte. So riesig und m�chtig das Kik-Kriegsschiff auch sein mochte, konnte es derzeit nicht man�vrieren, und es war der Feuerkraft hoffnungslos unterlegen, die allm�hlich n�her r�ckte. Mit einem gewissen Stolz sah er mit an, wie sich seine Schlachtschiffe nach Divisionen geordnet dem Feind n�herten. Er hatte diese Schiffe schon oft in eine Schlacht gef�hrt, aber nur selten war es ihm m�glich gewesen zu beobachten, wie majest�tisch sie in den Kampf zogen. Die <emphasis>Gallant</emphasis>, die <emphasis>Indomitable</emphasis>, die <emphasis>Glorious </emphasis>und die <emphasis>Magnificent</emphasis>; die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die von den j�ngsten Gefechten gezeichnet war, die <emphasis>Orion </emphasis>so in Mitleidenschaft gezogen wie ihr Schwesterschiff, die <emphasis>Dependable </emphasis>und die <emphasis>Conqueror</emphasis>; die <emphasis>Warspite</emphasis>, die <emphasis>Vengeance</emphasis>, die <emphasis>Revenge </emphasis>und die <emphasis>Guardian</emphasis>; die <emphasis>Fearless</emphasis>, die <emphasis>Resolution </emphasis>und die <emphasis>Redoubtable</emphasis>; die <emphasis>Colossus</emphasis>, die <emphasis>Encroach</emphasis>, die <emphasis>Amazon </emphasis>und die <emphasis>Spartan</emphasis>; die <emphasis>Relentless</emphasis>, die <emphasis>Reprisal</emphasis>, die <emphasis>Superb </emphasis>und die <emphasis>Splendid</emphasis>, alle vier ebenfalls erheblich besch�digt. Irgendwie lie�en die Wunden diese Schlachtschiffe noch beeindruckender erscheinen, noch bedrohlicher�� wie Kriegsveteranen, die sich auch durch ihre Kriegsverletzungen nicht davon abhalten lie�en, noch einmal in die Schlacht zu ziehen.</p><p>Das Superschlachtschiff musste im vorangegangenen Gefecht und bei der Abwehr der l�stigen Spinnenw�lfe alle Raketen verbraucht haben, da es nun erneut nur mit Partikel- und Laserstrahlen reagierte. Doch die Allianz-Schiffe erwiderten das Feuer noch nicht, sondern lie�en die Treffer von den Schilden absorbieren, w�hrend die Sensoren die exakten Positionen aller Waffen an der H�lle des B�rkuh-Schiffs ermittelten.</p><p>�Sie konzentrieren ihren Beschuss nicht�, stellte Geary fest. Seine Hauptsorge war gewesen, geb�ndelte Salven k�nnten auf die am st�rksten in Mitleidenschaft gezogenen Schlachtschiffe gerichtet werden. Doch die Kiks schossen beliebig auf alles, was sich um sie herum bewegte. Dadurch bekam keines der Schiffe genug Treffer gleichzeitig ab, um in Gefahr zu geraten.</p><p>�Keine Anf�hrer�, erwiderte Desjani. �Ihre Anf�hrer haben das Schiff verlassen, also kann ihnen niemand sagen, wen oder was sie am besten angreifen sollen. Sie w�hlen ihre Ziele nach dem Zufallsprinzip aus.�</p><p>Nachdem die Positionen aller Waffen auf der H�lle des Kik-Schiffs festgestellt waren, erteilte Armus den Feuerbefehl. Dreiundzwanzig Schlachtschiffe er�ffneten gleichzeitig das Feuer und schickten ein gewaltiges Sperrfeuer aus Kart�tschen und schwereren kinetischen Projektilen auf den Weg, denen der Gegner ohne Antrieb nicht ausweichen konnte. Die Kart�tschen trafen von allen Seiten auf die H�lle, die Schilde flammten grellwei� auf, als die Masse der Kugelgeschosse in Energie umgewandelt wurde. Die Schilde begannen zu flackern, und an verschiedenen Stellen zeigten sich Schwachpunkte, die schnell gr��er wurden.</p><p>Die Schlachtschiffe der Allianz lie�en hastige Salven aus H�llenspeeren folgen, die die �berreste der Schilde durchbrachen, sich in die Panzerung bohrten und �berall dort einschlugen, wo Waffen festgestellt worden waren. Die Schilde kollabierten schlie�lich vollst�ndig, und dann war es die H�lle des Superschlachtschiffs selbst, die unter der Hitze der aufprallenden H�llenspeere zu gl�hen begann.</p><p>�berraschenderweise feuerten die �berlebenden Kiks weiter aus allen Waffen, die noch halbwegs funktionst�chtig waren, weil sie wohl immer noch hofften, den Angriff der Menschen zur�ckschlagen zu k�nnen.</p><p>�Wow�, hauchte Desjani.</p><p>�Es ist erstaunlich viel Feuerkraft, die da auf ein einziges Ziel gerichtet ist�, sagte Geary zustimmend.</p><p>�Nun, ich dachte eigentlich mehr an die Tatsache, dass das Ziel in Anbetracht dieser Feuerkraft immer noch dort ist und weiterhin das Feuer erwidern kann�, entgegnete sie. In ihrer Stimme schwang widerwilliger Respekt vor einem Feind mit, der sich in einer solch ausweglosen Situation immer noch gegen seine Angreifer behauptete.</p><p>Der Beschuss vonseiten des Superschlachtschiffs ebbte immer schneller ab, bis er ganz endete, da die Waffen der Allianz-Schiffe jedes Gesch�tz vernichteten, sobald es zu feuern begann. Das Sperrfeuer der Allianz hielt noch mehrere Sekunden lang an, dann kam es zum Erliegen, wenn man von einer letzten rachs�chtigen Salve absah, die die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>abfeuerte, w�hrend sie mit der <emphasis>Orion</emphasis>, der <emphasis>Superb </emphasis>und der <emphasis>Splendid </emphasis>zu den anderen Schlachtschiffen aufschloss.</p><p>Wieder tauchte Captain Armus vor Geary auf und machte eine zufriedene, aber keine erkennbar erfreute Miene. Geary vermutete, dass dem Mann ein solcher Gesichtsausdruck v�llig fremd war. �Die externen Verteidigungsanlagen des feindlichen Schiffs sind ausgeschaltet worden�, meldete er.</p><p>�Sehr gut. Hervorragende Arbeit, Captain Armus. Halten Sie Ihre Schlachtschiffe in Position, um eingreifen zu k�nnen, falls auf die Marines das Feuer er�ffnet wird. Zerst�ren Sie jede Waffe, sobald sie zu feuern beginnt.�</p><p>Armus nickte bed�chtig, salutierte wieder, und dann war sein Bild auch schon verschwunden.</p><p>�General Carabali�, ordnete Geary an. �Sie k�nnen Ihren Angriff beginnen.�</p><p>Die vier Sturmtransporter l�sten sich aus der Flotte, die <emphasis>Tsunami </emphasis>und die <emphasis>Typhoon </emphasis>n�herten sich dem immer noch langsam rotierenden Superschlachtschiff von der einen, die <emphasis>Haboob </emphasis>und die <emphasis>Mistral </emphasis>von der gegen�berliegenden Seite, sodass sich alle f�nf Schiffe wie in einem erhabenen Tanz bewegten.</p><p>�Warum teilt Carabali ihre Streitmacht auf?�, wollte Desjani wissen. �Ist das nicht unpraktisch, wenn wir kaum etwas dar�ber wissen, wie es im Inneren dieser Blechdose aussieht?�</p><p>�Das hat zum Teil damit zu tun, dass wir keine Deckpl�ne kennen�, erkl�rte Geary. �Carabali will nicht in irgendwelche Engp�sse geraten, weil dann zu viele Marines mit ihrem Vorr�cken ins Stocken geraten. Indem sie von zwei Seiten kommen, kann sie eine solche Situation vermeiden.�</p><p>General Charban hatte von allen unbemerkt in der Zwischenzeit die Br�cke betreten, um sich eine Pause von den anhaltenden Bem�hungen zu g�nnen, mit den Spinnenw�lfen zu kommunizieren. Er hatte dunkle Ringe unter den Augen, und ihm war anzusehen, welche Gef�hle und Erinnerungen ihm durch den Kopf gingen, als er sah, wie der Angriff der Marines seinen Lauf nahm. �Macht sie dem Feind nicht auch die Verteidigung schwerer, wenn sie von mehr als nur einer Seite kommt?�, fragte der General.</p><p>�Ja, das war der andere Grund.� Geary hatte �berlegt, ob er Charban vorab einen Blick auf Carabalis Plan werfen lassen sollte, war er doch ein Offizier mit viel Erfahrung mit Bodeneins�tzen. Letztlich hatte er sich aber dagegen entschieden, was nicht nur damit zu tun hatte, dass er sich lieber auf die Kommunikationsbem�hungen mit den Spinnenw�lfen konzentrieren sollte. Die Eins�tze von Marines unterschieden sich in einigen wichtigen Punkten von einem Angriff, der von Bodentruppen durchgef�hrt wurde. Au�erdem war Charban nicht in einer milit�rischen Funktion mit der Flotte mitgereist. Es kam nie etwas Gutes dabei heraus, wenn man die Grenzen der Zust�ndigkeit verwischte.</p><p>Au�erdem war es v�llig egal, wessen Rat er einholte, �berlegte Geary. Die Verantwortung lag am Ende bei ihm allein.</p><p>�Sie haben dreitausend Marines in dieser Flotte?�, fragte Charban. �Wie viele davon kommen bei dieser Operation zum Einsatz?�</p><p>�Bei der ersten Welle sind es zweitausend�, antwortete er. �Tausend von jeder Seite. General Carabali h�lt f�nfhundert in Reserve, und die restlichen f�nfhundert sind auf den gro�en Schiffen verteilt, um notfalls den Angriff zu unterst�tzen.�</p><p>�Zweitausend�, wiederholte Charban. �Gegen wie viele Aliens? Bald werden wir wissen, gegen wie viele B�rk�he sich ein einzelner Marine zur Wehr setzen kann.�</p><p>Geary musste sich ein Lachen verkneifen, als er die ironische Spitze eines Soldaten gegen den legend�ren Stolz der Marines der Flotte erkannte, die von sich glaubten, im Gefecht jeder noch so gro�en Zahl an Gegnern gewachsen zu sein.</p><p>Desjani dagegen erlaubte sich ein Lachen, dann drehte sie sich zu Charban um und l�chelte ihm zu. Sie hatte ihn nicht gemocht, sie hatte seinen Widerwillen nicht verstanden, Gewalt anzuwenden, wenn sie das f�r notwendig hielt. Aber ihr waren Leute sympathisch, die im Angesicht einer solchen Situation noch einen Witz rei�en konnten.</p><p>Scharenweise schossen Shuttles aus den Sturmtransportern hervor, bildeten eine lange Reihe und nahmen Kurs auf das Superschlachtschiff, als w�ren sie Adler, die auf ihre Beute zugeschossen kamen.</p><p>Vereinzelt wurden vom Gegner Partikel- oder Laserstrahlen abgefeuert, zum Teil aus Waffen, die das Feuer eingestellt hatten, bevor sie entdeckt und vernichtet werden konnten, oder die bislang noch gar nicht zum Einsatz gekommen waren.</p><p>Ein paar Shuttles wurden von vereinzelten Treffern durchgesch�ttelt, doch die Schlachtschiffe hatten den Feind im Auge behalten, und so wurden die H�llenspeerbatterien erneut ge�ffnet, um das Abwehrfeuer innerhalb von Sekunden zum Verstummen zu bringen.</p><p>Acht Shuttles waren getroffen worden, zwei von ihnen hatten schwere Sch�den erlitten. Geary h�rte, wie der Sturmkoordinator befahl: �Shuttles 1210 und 4236: Anflug abbrechen und zur Basis zur�ckkehren. Alle anderen Shuttles fliegen weiter.�</p><p>Der Pilot von Shuttle 1210 erwiderte irritiert: �Wiederholen Sie, ich habe Sie nicht verstanden.�</p><p>�Anflug abbrechen und zur Basis zur�ckkehren.�</p><p>�Tut mir leid, ich kann Sie nicht verstehen�, wiederholte der Pilot. �Setze Anflug fort.�</p><p>�Hier ist 4236�, meldete sich eine andere Stimme. �Ich habe immer noch die Kontrolle. Bitte um Erlaubnis, den Anflug fortsetzen zu d�rfen. Das ist sicherer als eine Umkehr zur Basis.�</p><p>Alle anderen hatten 1210 und 4236 geh�rt, und sofort flogen die �brigen Shuttles wieder in Reih und Glied, da niemand aus der Formation ausbrechen wollte, w�hrend die schwerer in Mitleidenschaft gezogenen Kameraden sich verbissen auf ihren Positionen hielten.</p><p>Auch wenn der Feindbeschuss einmal mehr verstummt war, wurden die Hauptantriebseinheiten der <emphasis>Dreadnaught </emphasis>f�r einen Moment gez�ndet, um das Schlachtschiff etwas n�her an den Feind heranzubringen.</p><p>Geary �ffnete einen speziellen Kanal, der eine private Unterhaltung mit dem Befehlshaber jedes beliebigen Schiffs der Flotte erm�glichte. �Captain Jane Geary, hier spricht Admiral Geary�, sagte er. �Sie m�ssen nichts mehr beweisen, Ihre Taten in diesem System sprechen f�r sich. Kehren Sie auf die Ihnen zugewiesene Position an der Seite ihrer Kameraden zur�ck.�</p><p>Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern beendete die Verbindung und lehnte sich zur�ck.</p><p>Desjani sah ihn von der Seite an. Der spezielle Kanal hatte automatisch ein Privatsph�renfeld um Gearys Platz herum aktiviert, das jeden anderen daran hinderte, etwas von dem mitzubekommen, was er redete. Desjani war zweifellos neugierig, was er zu Jane Geary gesagt hatte.</p><p>Die Bugsteuerd�sen der <emphasis>Dreadnaught </emphasis>wurden gez�ndet und brachten das Schiff zur�ck auf seine urspr�ngliche Position.</p><p>�Also gut�, sagte Desjani. �Ich geb�s auf. Was haben Sie ihr gesagt?�</p><p>�Dass sie sich keine Gedanken machen soll, noch irgendwem beweisen zu m�ssen, dass sie eine echte Geary ist.�</p><p>�Wollen wir hoffen, dass sie sich das merkt, Admiral. Wenn Sie sich auf den Angriff der Marines konzentrieren wollen, kann ich die externe Situation f�r Sie im Auge behalten.�</p><p>�Ich sollte mich�� Er sollte sich nicht auf einen Bereich konzentrieren und alles andere um sich herum ignorieren. Und erst recht sollte er sich nicht in die Details einer Marines-Operation vertiefen und dar�ber vergessen, was sich rund um seine Schiffe abspielte. Aber nirgendwo war ein Gefecht auszutragen, im gesamten Sternensystem gab es keine feindselige Streitmacht, und die Spinnenw�lfe waren so weit entfernt, dass sie keinen �berraschungsangriff einleiten konnten, selbst wenn sie auf einmal aus unerfindlichen Gr�nden aggressiv werden sollten.</p><p>�Sie m�ssen mehr dar�ber erfahren, wie Marines vorgehen�, machte Desjani ihm klar. �Sie sind jetzt ein Admiral, und Sie k�nnen nur dann richtig etwas erfahren, wenn Sie ihnen bei ihrem Einsatz zusehen.�</p><p>�Sie haben recht�, lenkte Geary ein.</p><p>�Ich habe immer recht�, murmelte sie und f�gte dann deutlich lauter hinzu: �Ich behalte das Geschehen im Auge, w�hrend Sie die Marines �berwachen, Admiral.�</p><p>Kein Offizier der Flotte w�rde eine solche Vorgehensweise anzweifeln. So gro� auch ihr Respekt vor den Marines war, hatten sie kein grenzenloses Vertrauen zu ihnen, wenn sie sich mit ihnen auf einem Schiff befanden. Die Marines waren anders. Sie waren anders ausgebildet und sie hatten andere Erfahrungen gesammelt. Manchmal dr�ckten sie auf irgendwelche Kn�pfe, auf die sie nicht dr�cken sollten, weil sie gar nicht wussten, was sie damit ausl�sten. Jeder w�rde froh sein, wenn er wusste, dass der Admiral den Marines �ber die Schulter sah.</p><p>Nat�rlich hegten Marines die gleiche Einstellung gegen�ber Matrosen, und zweifellos w�nschte General Carabali, sie k�nnte das Handeln der Flottenoffiziere �berwachen.</p><p>Geary �ffnete das Fenster, das ihm den Blick durch die Kameras der Marines erm�glichte. Im ersten Moment stutzte er, da er so viele Ebenen gleichzeitig angezeigt bekam wie noch nie zuvor. Allerdings hatte er auch nie zuvor eine Operation von solchen Ausma�en mitgemacht, bei der so viele Marines in eine solche Anzahl von Trupps, Z�gen, Kompanien und Bataillonen eingeteilt worden waren. Er konnte das Bild eines Bataillonskommandanten antippen, und sofort bekam er die ihm unterstellten Kompaniekommandanten angezeigt, darunter die Zugkommandanten und die Truppkommandanten, bis er bei den einzelnen Marines angelangt war. Er konnte auch ein riesiges Fenster aktivieren, das winzige Bilder von Hunderten Marines zeigte, die alle auf dem Weg zum Schiff der B�rk�he waren. Und wenn er wollte, konnte er auch eine direkte Verbindung mit General Carabali herstellen und mit ihr sprechen.</p><p>Allerdings wollte er jetzt nicht mit ihr reden, um sie nicht abzulenken. Sie hatte genug damit zu tun, ihre Truppen zu befehligen. Er wollte auch mit keinem der Marines reden, deshalb nahm er seine andere Hand weg, damit sie sich nicht l�nger in der N�he der Komm-Kontrollen befand, die er versehentlich ber�hren k�nnte. Er musste wissen, was da vor sich ging. Er musste mehr �ber die Vorgehensweise der Marines herausfinden, aber er musste nicht einzelnen Leuten sagen, wie sie ihre Arbeit zu erledigen hatten, wenn sie selbst das viel besser wussten.</p><p>Ein kleineres Fenster an einer Seite irritierte Geary, bis ihm klar wurde, dass er dort aus der Sicht der Shuttles mitverfolgen konnte, wie die sich dem Superschlachtschiff n�herten. Er tippte auf eines der Bilder und bekam eine riesige Ansicht des Schiffs der B�rk�he zu sehen, dessen H�lle den Ausschnitt in allen Richtungen ausf�llte, was es so erscheinen lie�, als w�rde das Shuttle auf eine gigantische, leicht gew�lbte Wand zufliegen. War das eine verschlossene Luke? Es sah f�r ihn nach einer Frachtluke aus. Daneben schien sich eine Art Personalzugang zu befinden, der deutlich kleiner war als die Luke�� und sehr viel kleiner als eine �ffnung, die f�r Menschen vorgesehen war. Sollte ein Marine in Gefechtsr�stung da wirklich hindurchpassen?</p><p>Das Shuttle kam zum Stillstand, nachdem die Bugsteuerd�sen aktiviert worden waren, und schwebte dann dicht vor dem Superschlachtschiff im All. Der Abstand war so gering, dass Geary die Narben von Treffern der abgelaufenen Schlacht erkennen konnte. Er sah auch eine Stelle, bei der es sich um einen Schildgenerator gehandelt haben musste, der vom Beschuss der Schlachtschiffe au�er Gefecht gesetzt worden war.</p><p>Alles war v�llig ruhig, so als w�rde auf dem Schiff niemand mehr leben�� wie ein Wrack, das nur noch von Toten bev�lkert wurde.</p><p>Es war durchaus m�glich. Das Abwehrfeuer, das sie beobachtet hatten, konnte von einem Computersystem automatisch er�ffnet worden sein.</p><p>Allerdings glaubte Geary so wenig daran wie die Marines.</p><p>W�hrend er das Superschlachtschiff virtuell aus der unmittelbaren N�he beobachtete, fragte er sich unwillk�rlich, wie es wohl w�re, sollte es sich in diesem Moment selbst zerst�ren. Der Gedanke lie� ihm einen eisigen Schauer �ber den R�cken laufen. Rasch schaute er sich nach etwas anderem um, das ihn von einer m�glichen Entwicklung ablenken w�rde, gegen die er jetzt ohnehin nichts mehr unternehmen konnte.</p><p>Sein Blick fiel auf Bilder, die mehr Aktivit�t versprachen, also tippte er mehrere von ihnen an, die in den Vordergrund r�ckten. Sie zeigten ihm die Blickwinkel verschiedener Marines, die sich auf der H�lle des feindlichen Schiffs befanden. Die Symbole am Bildrand verrieten ihm, dass es sich bei ihnen um Gefechtsingenieure handelte. Er sah ihnen zu, wie sie Sprengladungen auf der H�lle platzierten, dann ver�nderte sich das Bild rasch, da sie sich hastig zur�ckzogen und zusammenkauerten. Einen Augenblick sp�ter ging ein Zittern durch das Bild, da ein Teil einer Luke aus der Schiffsh�lle herausgesprengt worden war. Die Vibrationen der Explosionen breiteten sich auf der Oberfl�che aus und sch�ttelten die Marines durch, die sich dort festhielten.</p><p>Die Aussicht ver�nderte sich in schwindelerregendem Tempo, da die Ingenieure sich zur Luke umdrehten. Gleich darauf waren w�ste Fl�che zu h�ren. �Wir sind nicht durch!�, �Wie dick ist das Zeug?�</p><p>Dann ging ein Befehl von Carabali ein, der in den Gefechtsr�stungen eines jeden Ingenieurs zu h�ren war: �Verdoppeln Sie die Sprengladungen.�</p><p>Die Leute arbeiteten z�gig weiter und ben�tigten das anfeuernde �Macht schon!� ihres Truppf�hrers eigentlich nicht, w�hrend sie neue Sprengladungen anbrachten, um die Panzerung des Superschlachtschiffs aufzubrechen. Diese Verz�gerung hatte den Flugplan der Shuttles durcheinandergebracht, die sich nun dicht vor dem Superschlachtschiff dr�ngten, da es f�r sie keinen Platz gab, um die Marines abzusetzen. Das Bild zuckte abermals hin und her, da die Gefechtsingenieure in aller Eile auf Abstand zu den befestigten Sprengladungen gingen. �Die Lunte brennt!�</p><p>Wie alt war diese Warnung blo�, und worauf hatte sie sich wohl urspr�nglich einmal bezogen?, fragte sich Geary. Vielleicht ging der Satz auf eine Zeit zur�ck, in der jemand mit einer offenen Flamme eine Z�ndschnur angez�ndet hatte. Mittlerweile war es nur noch die Standardwarnung vor einer bevorstehenden Explosion.</p><p>Das Bild zitterte erneut, diesmal l�nger als zuvor. Jubelrufe ert�nten, als die Marines dorthin zur�ckkehrten, wo nun L�cher in der gepanzerten Luke klafften.</p><p>�Noch f�nf! Da, da und da! Dann wird das St�ck rausbrechen. Los!�</p><p>Geary schaute zu den anderen Fenstern und sah eine �hnliche Szene an all den Stellen, an denen die Marines versuchten, sich den Weg in das feindliche Schiff freizusprengen. Nach und nach entstanden so L�cher in der H�lle, die gro� genug waren, damit die Marines sich ins Innere ziehen konnten.</p><p>Er �ffnete ein anderes Fenster, das ihm zeigte, was einer der Marines zu sehen bekam, der soeben in eine Art Frachtbereich gelangt war. Es gab dort kein Licht, nur schwarze, g�hnende Leere. �Keine Schwerkraft! Entweder ausgefallen, oder sie haben sie abgeschaltet!� Der Marine bewegte sich zu einer Seite, um seinen Kameraden Platz zu machen, deren Infrarotlichter f�r geisterhafte Bilder eines Frachtraums sorgten, der eine gewisse �hnlichkeit mit einem beliebigen Frachtraum auf einem Schiff der Allianz aufwies. Warum h�tte er auch anders aussehen sollen? Die Anforderungen an einen solchen Raum waren im Grunde immer gleich, egal, von welcher Art von Kreatur er benutzt wurde.</p><p>�Keine Schwerkraft an Bord?�, h�rte Geary General Charban fragen, der irgendwo hinter ihm stand. �Marines werden f�r so etwas ausgebildet, richtig?�</p><p>�Ja, richtig�, antwortete Desjani. �Sie k�mpfen lieber in einem Schwerkraftfeld, aber mit null g kommen sie auch zurecht.� Es klang fast so, als sei sie stolz darauf, dass die Marines mit einer Situation umgehen konnten, f�r die Bodentruppen gar nicht erst ausgebildet wurden. Geary hatte sie �ber das Verhalten und die Einstellungen der Marines klagen h�ren, aber wenn man mit Au�enstehenden zu tun hatte, die den Bodentruppen oder der Luftmacht angeh�rten, dann waren die Flotte und die Marines sich auf einmal so nah wie Waffenbr�der und -schwestern.</p><p>Die Marines, auf die sich Geary bis gerade eben konzentriert hatte, bewegten sich z�gig, aber behutsam weiter, um das Abteil zu sichern. Ihre im Helmvisier gespiegelten Displays zeigten ihnen dabei alles an, was irgendwie ungew�hnlich oder verd�chtig aussah. In diesem Fall, bei dem sie an allen Schotten und Decken von fremdartigen Ger�ten umgeben waren, die vermutlich nur allzu bekannte Funktionen erf�llten, wurde fast alles mit einer Warnung belegt, was nicht eine glatte Oberfl�che war. Vereinzelt war es sogar so, dass scheinbar schmucklose Bereiche der W�nde, der Decke und des Bodens irgendetwas an sich hatten, das die Sensoren in der Gefechtsr�stung der Marines anschlagen lie�.</p><p>�Druckausgleichsschalter?�, �berlegte einer der Marines in der Einheit, in der sich Geary umsah.</p><p>�Kann schon sein�, erwiderte der Sergeant. �Vielleicht auch nur eine Vorrichtung, um Fracht zu bewegen. Aber vielleicht auch nicht. Also Finger weg.�</p><p>�Was zum Teufel ist denn das?�</p><p>�Wenn ihr nicht wisst, was etwas ist, <emphasis>dann fasst es nicht an! </emphasis>Und jetzt h�rt schon auf, euch wie Touristen zu benehmen, und haltet lieber Ausschau nach den Luftschleusen und den dazugeh�rigen Steuerungen!�</p><p>Geary wechselte von einer Einheit zur anderen, bekam aber �berall fast die gleichen Bilder zu sehen. Einheiten in den Abteilen, zu denen die Ingenieure den Weg freigesprengt hatten. Marines, die sich in der Schwerelosigkeit bewegten und nach Luken suchten, durch die sie tiefer ins Schiff vordringen konnten. �Hab eine gefunden!�, rief pl�tzlich einer von ihnen. �Ist das die Steuerung? Die ist ja richtig tief unten angebracht, fast schon auf dem Deck.�</p><p>�Bist du hirntot, oder was? Das sind ganz kurze Typen, schon vergessen?�</p><p>�Klappe halten�, ging ein Corporal dazwischen. �Hey, Sarge, das sieht ganz danach aus. Blo� eine Art Messerschalter, kein Knopf.�</p><p>�Lieutenant?�</p><p>�Warten Sie. Okay, Sergeant. Der Captain sagt, wir sollen die Luke �ffnen, aber wir sollen uns darauf gefasst machen, dass sie uns auf der anderen Seite empfangen. Waffen ziehen.�</p><p>�Alles klar. Sichert die Luke, ihr Schlafm�tzen. Kezar, Schalter umlegen.�</p><p>Geary wartete und sah mit an, wie Corporal Kezar den Messerschalter nach oben schob.�</p><p>Und er wartete weiter.</p><p>�Es tut sich nichts, Sarge.�</p><p>�Das sehe ich auch. Lieutenant?�</p><p>�Mit keinem der Schalter l�sst sich eine Luke �ffnen, Sergeant. Lassen Sie Ihren Hacker ran.�</p><p>�Cortez! Machen Sie das Ding auf.�</p><p>Ein weiterer Marine hockte sich vor den Schalter, zog mit einigen M�hen die Abdeckung herunter und sp�hte in die �ffnung. Sofort schaltete Geary um, weil er wissen wollte, was Cortez sah, aber er hatte keine Ahnung, was er da vor sich hatte.</p><p>Wieder war die Stimme des Lieutenants zu h�ren. �Wie sieht�s aus? K�nnen Sie die Steuerung umgehen?�</p><p>�Ich wei� ja nicht mal, was da die Steuerung sein soll!�, protestierte Private Cortez. �Dieser Kasten sieht so aus, als k�nnte er es sein��</p><p>�Dann finden Sie den Zugang, suchen Sie nach Kabeln oder��</p><p>�Lieutenant, ich sehe da nichts weiter als diesen Schalter, und Dr�hte gibt es in dem Ding schon gar nicht. Da ist nur irgendeine Masse drin� was ist das f�r ein Zeug? Sieht aus wie Gel oder so was.�</p><p>�Sie k�nnen nicht� was ist�?� Der Lieutenant musste nun auch gesehen haben, was Cortez und Geary betrachteten. �Wie zum Teufel funktioniert dieses Zeugs?�</p><p>�Keine Ahnung, Lieutenant. Ich wei� nur, ich kann mich nicht in etwas einhacken, das nicht auf die Weise arbeitet, die uns vertraut ist.�</p><p>�hnliche Unterhaltungen spielten sich auch bei den anderen Gruppen ab, die ins Schiff vorgedrungen waren. �Captain, wir werden die Luftschleusen heraussprengen m�ssen�, meldete der Lieutenant, nachdem er sich mit seinem Sergeant beratschlagt hatte.</p><p>�Sind die �ffnungen nach drau�en wieder verschlossen?�</p><p>�Sir, das wei� ich nicht, aber wir k�nnen im Vakuum ohne Weiteres��</p><p>�Unser Befehl lautet, das Schiff so intakt wie m�glich einzunehmen, und es gibt eine Menge Dinge, die mit einem Vakuum nicht so gut klarkommen wie unsere Gefechtsr�stungen�, sagte der Captain. �Warten Sie. Colonel, wir m�ssen wissen, ob die L�cher in der H�lle hier in diesem Bereich inzwischen versiegelt worden sind.�</p><p>�Yuhas! Wir ben�tigen gr�nes Licht, damit wir die Schleusen aufsprengen k�nnen!�</p><p>Fast eine Minute verstrich, und weitere Marines lie�en �ber die Befehlskette die Frage durchreichen, ob sie den Weg ins Innere des Schiffs freisprengen durften.</p><p>�Colonel Yuhas meldet, seine Gefechtsingenieure h�tten gesagt, wir k�nnen hier weitermachen�, kam schlie�lich die erl�sende Antwort von weiter oben. �Sprengt ein Loch ins Schott, nicht in die Luke. Wir wissen nicht, wie sie versiegelt oder verriegelt ist. Das kommt vom Brigadekommando. Alle sollen sich den Weg ins Innere freisprengen, dabei aber die Luftschleusen meiden. Wir hinken weit hinter unserem Zeitplan hinterher. Los, los, wir m�ssen da rein.�</p><p>�Wie sieht es aus?�, erkundigte sich Desjani.</p><p>�Sie sprengen die inneren Schotte, um weiter vorzudringen�, berichtete Geary ihr.</p><p>�Ach, deshalb haben sie L�cher in die H�lle gesprengt und sie mit Notfall-Luftschleusen wieder geschlossen. Schon irgendwelche Kiks gesehen?�</p><p>�Nein.� Er �berflog hundert Bilder gleichzeitig, als sich die Marines den Weg in tiefer gelegene G�nge und Abteile freisprengten. �Leer.�</p><p>Egal, in welche Sektion die Marines auch vordrangen, an Bord des Superschlachtschiffs schien sich keine Besatzung mehr zu befinden. Die Soldaten hetzten durch G�nge, die weder so breit noch so hoch waren wie die auf einem von Menschen benutzten Schiff, die aber immer noch genug Platz boten, um zwei Marines nebeneinander gehen zu lassen. Kleinere G�nge kreuzten die Hauptverbindungswege in recht regelm��igen Intervallen, �hnlich wie auf von Menschen konstruierten Schiffen. Entlang der Decke verliefen Rohre und Bel�ftungssch�chte, an denen die Marines sich festhalten konnten, die durch die Schwerelosigkeit trieben. Je weiter sie vorr�ckten, umso mehr verteilten sich die Marines auf den Decks, indem sie auch nach links und rechts vorstie�en.</p><p>�Haltet weiter Ausschau nach Abteilungen mit Kontrollpulten, nach dem Maschinenraum, der Br�cke und so weiter�, ermahnte ein Major seine Einheit.</p><p>�Es sieht alles gleich aus�, wandte ein frustrierter Captain ein. �Es finden sich zwar �berall Symbole und Beschriftungen, aber die lassen sich mit nichts vergleichen, was es bei uns an Bord gibt. Die k�nnen alles M�gliche bedeuten.�</p><p>�Keine Ventilation�, meldete ein anderer Offizier. �Die Luft scheint in Ordnung zu sein. Sie kann von Menschen geatmet werden, auch wenn der Luftdruck niedriger ist, als es f�r uns Menschen angenehm w�re. Auf jeden Fall haben sie die Ventilation abgeschaltet.�</p><p>�Von den Kreaturen sollen sich ein paar Tausend an Bord befinden�, murmelte eine andere Marine, die ihre Waffe in einen leeren Durchgang richtete, um dort nach m�glichen Zielen zu suchen. �Wo zum Teufel sind die alle hin?�</p><p>Die winzigen Bilder, die Geary vor sich hatte, zeigten auf einmal Chaos, als die Marines an Dutzenden Stellen gleichzeitig die Antwort auf diese Frage erhielten.</p></section><section><title><p>Neun</p></title><p>Die Marines hatten ungef�hr ein Drittel der L�nge des Superschlachtschiffs zur�ckgelegt, als in jedem Gang mit einem Mal vor ihnen gleichzeitig die B�rk�he auftauchten. Die bis dahin fast schon be�ngstigend leeren Korridore wurden auf einmal von lauten Stimmen und dr�hnenden Sch�ssen erf�llt, da die Marines sich gegen die Heerscharen von Kiks zur Wehr setzten, die das Feuer auf sie er�ffnet hatten und wie eine Wand auf sie zukamen.</p><p>�Sie sind gepanzert!�</p><p>�Vorsicht! Da rechts!�</p><p>�Durien ist zu Boden gegangen!�</p><p>�Schie�t weiter!�</p><p>�Es sind einfach zu viele!�</p><p>�Luftsch�chte an den Decken! Sie schie�en von da auf uns!�</p><p>�Meine Granaten sind aufgebraucht!�</p><p>�Jemand soll Sierra aufheben! Sie lebt noch!�</p><p>�Schluckt das, ihr Mistkerle!�</p><p>Nach und nach gelang es den Sergeants und Corporals, die Komm-Disziplin wiederherzustellen. Die Marines begannen, ihre Stellungen zu halten und mit allem Verf�gbaren auf die B�rk�he zu feuern, deren Waffen eine Kombination aus Sturmgewehr und rechteckigem Schutzschild waren.</p><p>�Energie und Munition werden knapp!�</p><p>�Zur�ckziehen! Alle zur�ckziehen!�</p><p>�Die Kiks benutzen die K�rper ihrer Toten als Schutzschild!�, rief ein Marine. �Sie schieben sie einfach vor sich her! Unsere Sch�sse erreichen die Lebenden gar nicht erst!�</p><p>�R�ckzug!�, wurde erneut befohlen. �Keinen schrittweisen R�ckzug nach Teams, sondern alle sofort zur�ckziehen! Schnell, schnell! Wir holen die Reserve rein und gehen n�her an der Au�enh�lle wieder in Stellung! Los jetzt!�</p><p>Geary verfolgte die Kampfszenen und sah, wie eine massive Wand aus toten B�rk�hen durch einen Gang geschoben wurde. Die R�stungen der Gefallenen waren vom Beschuss durch die Marines durchl�chert worden, zwischen ihnen ragten die L�ufe jener Waffen hervor, mit denen die lebenden Kiks auf die im R�ckzug befindlichen Marines schossen.</p><p>Er fuhr die Nahaufnahmen zur�ck, weil er begreifen wollte, was General Carabali vorhatte. Das Bild des Superschlachtschiffs auf seinem Display war nach und nach um jene Details erg�nzt worden, die die Systeme von den vorr�ckenden Marines gesammelt hatten und nun zusammenf�gten. Nun konnte er auch die Symbole der diversen Marines-Einheiten sehen, die alle kehrtgemacht hatten.</p><p>Warum zog Carabali ihre Truppen so schnell und so weit zur�ck? Sie gab kostbare Meter auf, die sie bereits erobert hatten und die sich nur mit sehr viel M�he noch einmal einnehmen lassen w�rden, wenn die B�rk�he Stellungen errichteten und Hinterhalte anlegten.</p><p>Gearys Finger schwebte dicht �ber der Komm-Taste. <emphasis>Hat Carabali die Nerven verloren? Ich muss sie fragen, wieso sie so reagiert. Wieso sie�</emphasis></p><p>Sein Blick fiel auf die Aktivit�ten, die auf einer Gruppe von Bildern aus einem Bereich des Superschlachtschiffs zu erkennen waren. Die Marines hatten sich bis hinter eine Verteidigungslinie zur�ckgezogen, die mit einem explosionsartigen Beschuss die sch�tzende Barriere aus toten Kiks in St�cke riss. Das Feuer durchsiebte die vordersten Reihen der B�rk�he, ehe sich auch diese Marines zur�ckfallen lie�en, bis sie sich hinter einer weiteren Verteidigungslinie befanden, die sie mit schweren Gesch�tzen best�ckten. �hnliches spielte sich �berall auf dem Superschlachtschiff ab, doch Gearys Aufmerksamkeit galt weiter diesem einen Punkt, da die Marines pl�tzlich von den Kiks �berrascht wurden, die von allen Seiten kamen�� auch von oben und unten�� und die dabei G�nge und �ffnungen nutzten, die f�r die Marines viel zu klein waren.</p><p>Nur eine Minute sp�ter, und der Zug Marines w�re von den anderen Einheiten abgeschnitten gewesen und von den Kiks �berrannt worden, doch so hatten sie sich weit genug zur�ckgezogen, dass ein Sturm aus Abwehrbeschuss und heftige Nahk�mpfe mit dem Gegner es dem Zug erm�glichten, sich in Sicherheit zu bringen und zu den Kameraden zur�ckzukehren.</p><p>Geary zog seine Hand zur�ck. <emphasis>Sie hat es gewusst. General Carabali hat erkannt, wozu die B�rk�he mit ihrer enormen zahlenm��igen �berlegenheit auf ihrem eigenen Schiff in der Lage sein w�rden. Anstatt die Stellungen beizubehalten und dabei von den Kiks eingekreist zu werden, zieht sie ihre Leute schneller zur�ck, als die vom Feind �berrannt werden k�nnen. Und dabei bezahlen die Angreifer auch noch teuer jeden Meter, den sie vorr�cken.</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Admiral? Arbeitet Ihre Komm-Konsole ordentlich?�, fragte Desjani in einem Tonfall, der nichts Gutes f�r ihren Komm-Offizier versprach.</p><p>�Alles bestens�, antwortete Geary. �Ich selbst war das Problem, weil ich fast vergessen h�tte, dass General Carabali ihren Job besser beherrscht als ich.�</p><p>W�hrend die Marines sich in Richtung Au�enh�lle zur�ckzogen, wuchs der Raum, den sie verteidigen mussten, da der Durchmesser der H�lle des Superschlachtschiffs zunahm. Aber Carabali holte zum einen Verst�rkung herbei, zum anderen zogen sich ihre Streitkr�fte zusammen und igelten sich an den Kreuzungspunkten der breitesten Korridore ein, sodass sie ihre schweren Waffen in alle Richtungen abfeuern konnten, w�hrend die B�rk�he weiter vorr�ckten. Unter dem konzentrierten Beschuss dieser Waffen sowie der Hand- und Schulterfeuerwaffen der Marines wurden die dicht gedr�ngten Kik-Reihen nach und nach aufgerieben. Dennoch versuchten sie unabl�ssig, zu den Eindringlingen auf ihrem Schiff durchzukommen.</p><p>�Wie viele sind das eigentlich?�, br�llte ein Marine.</p><p>Einige B�rk�he hatten es bis in die Abteile geschafft, in die die Marines zuerst vorgedrungen waren, wo sie auf die Ingenieure losgingen, die die Br�ckenk�pfe verteidigen sollten. Den Ingenieuren fehlte es an den schweren Waffen der anderen Marines, aber das machten sie mit ihren Werkzeugen m�helos wett. Unwillk�rlich zuckte Geary zusammen, als er sah, was diese Leute anrichteten, indem sie auf die vorr�ckenden B�rk�he einschlugen. Wer mehr �ber die B�rk�he und ihre Technologie in Erfahrung bringen wollte, der w�rde in diesem Teil des Schiffs nicht mehr viel Brauchbares vorfinden.</p><p>Angewidert von diesem Gemetzel konnte Geary dennoch nicht den Blick von den Monitoren abwenden, auf denen die B�rk�he sich in gro�er Zahl mit ihren Handfeuerwaffen gegen die konzentrierte Feuerkraft der Marines zu behaupten versuchten. An einigen Stellen gelang es ihnen tats�chlich, die eingeigelten Marines an den Kreuzungspunkten zu erreichen und sich in solchen Massen auf sie zu st�rzen, dass seine Leute drohten, von den Gegnern erdr�ckt zu werden. Geary sah, wie Marines trotz der �berlegenen Kraft ihrer Gefechtsr�stungen zu Boden geworfen wurden und die Verteidigungslinien ins Wanken gerieten. Da sie auf ihrem Posten noch dichter gedr�ngt waren als auf dem Weg durch die beengten Korridore, konnten sich die Allianz-Soldaten nicht r�hren. Ihnen blieb nichts anderes �brig, als weiter auf den Feind zu schie�en, w�hrend ihre Waffen vor �berlastung bereits zu gl�hen begannen.</p><p>Carabali hatte das ganze Geschehen mitverfolgt. Weitere Einheiten zur Verst�rkung der Truppen trafen ein, sprangen aus den Shuttles in die provisorischen Luftschleusen, durch die sie so schnell wie m�glich ins Innere des Schiffs geholt wurden. Diese Marines bildeten Sturmtrupps, die durch die Korridore zu den am heftigsten umk�mpften Kreuzungen eilten, wo sie die angreifenden Kiks von hinten �berraschten.</p><p>Auf diese Weise gelangte ein Kreuzungspunkt nach dem anderen wieder unter die Kontrolle der Marines, die ausladendere Stellungen einrichteten, damit es den B�rk�hen nicht noch einmal m�glich war, sich auf einzelne Positionen zu konzentrieren.</p><p>Der Sturm auf die Stellungen der Marines kam hier und da ins Stocken, und diese Entwicklung setzte sich fort, bis alle Stellen betroffen waren, an denen die Kiks vorgest�rmt waren. Als die Angriffe eingestellt wurden, entstand mit einem Mal das Gef�hl, als w�rde der Gegner nur einmal kurz Luft schnappen und seine Kr�fte sammeln, um den Kampf gleich darauf fortzusetzen. Bevor aber diese Verschnaufpause verstrichen war, gab Carabali neue Befehle, und ihre Marines verlie�en die Stellungen und sprengten L�cher in die Schotte, damit sie die von toten B�rk�hen verstopften Korridore umgehen konnten.</p><p>�Z�he Mistkerle�, meinte ein Marine, als er an einer massiven Wand aus reglosen Kiks vorbeiging, deren R�stungen von Treffern aufgerissen waren. Ihr Blut schwebte wie lilafarbene Quallen durch die Schwerelosigkeit des Raums.</p><p>�Ein Gl�ck, dass es nicht noch mehr waren�, erwiderte ein Kamerad.</p><p>�Es sind aber noch mehr von der Sorte da�, herrschte der Sergeant sie an. �Also Waffen bereit halten, Klappe zu und Augen offen.�</p><p>Als die Marines tiefer in das Schiff vordrangen, trafen sie auf versprengte Gruppen von Kiks, die sich in einem aussichtslosen, verzweifelten Aufbegehren auf die Marines st�rzten. Ihre Attacken endeten erst, wenn der letzte Kik tot war. Geary beobachtete, wie sich die Symbole der Marines-Einheiten wieder im feindlichen Schiff ausbreiteten und schlie�lich den Punkt �berschritten, an dem sie zuletzt vor den B�rk�hen hatten zur�ckweichen m�ssen.</p><p>�Was ist denn das?�, fragte ein Lieutenant, als ihre Einheit einen �u�erst weitl�ufigen Bereich etwa in der Schiffsmitte betrat, dessen Decke mindestens sechs Meter hoch war. Der Boden dieses Abteils war mit Vegetation bewachsen, eine Getreidereihe nach der anderen, die in riesigen Containern wuchsen. An den Spitzen der zahlreichen Stiele einer jeder Pflanze hing schwere Saat oder Obst, vielleicht auch eine Mischung aus beidem.</p><p>�Nahrung und Sauerstoffversorgung in einem�, merkte ein Sergeant an und zog sich durch die Schwerelosigkeit nach unten, um eine lange Reihe von Containern genauer zu betrachten. �Mein Vater hat auf einer solchen Farm in einer versiegelten Stadt gearbeitet, bevor das Huldera-System aufgegeben werden musste. Wenn ich nicht v�llig falsch liege, verwenden die B�rk�he hier zumindest einen Teil ihrer Abf�lle als D�nger wieder. Ein Gl�ck, dass diese Wannen verschlossen sind, sonst w�re das ganze Zeugs hier herumgeflogen, nachdem die Schwerkraft ausgefallen war.�</p><p>Aus dem Trupp des Sergeants waren angewiderte Laute zu vernehmen, und mit einem Mal achteten seine Leute viel st�rker darauf, was sie anfassten und wo sie hintraten.</p><p>Andere Einheiten stie�en auf ganz �hnliche Anlagen, dann kam von einem Zug eine Meldung, die Geary aufhorchen lie�. �Lieutenant, ich glaube, wir haben eine Kontrollstation entdeckt. Sie sieht aber f�r eine Hauptanlage nicht gro� genug aus.�</p><p>�Woher wollen Sie das denn wissen, Winski?�</p><p>�Ich habe mal mitgeholfen, bei Welfrida ein Syndik-Schiff zu entern, daher wei� ich das. Das Schiff war erheblich kleiner als dieses Ding hier, und da war die Kontrollstation ein ganzes St�ck gr��er als die hier.�</p><p>�Tanya�, sagte Geary. �Sehen Sie sich das mal an.� Er schickte das Bild ebenfalls zu Captain Smythe. �Was halten Sie davon?�</p><p>Desjani machte eine zweifelnde Miene. �Vielleicht eine sekund�re Kontrollstation. Das Ding ist auf jeden Fall nicht mal gro� genug f�r ein Schiff von der Gr��e der <emphasis>Dauntless</emphasis>.�</p><p>Smythe stimmte ihr zwar zu, erg�nzte aber noch etwas anderes dazu: �Es k�nnte aber sein, dass wir nur auf Dinge sto�en, die aussehen wie sekund�re Kontrollstationen. Ich habe mir die Deckpl�ne dieses Superschlachtschiffs angesehen, die durch die Aufnahmen der Marines immer weiter erg�nzt werden, und ich bin mehr denn je davon �berzeugt, dass die B�rk�he es vermieden haben, mit ein oder zwei gro�en Energiequellen zu arbeiten, und dass sie stattdessen viele kleinere Quellen benutzen. Vielleicht diente so etwas als Reserve. Oder aber es ist bei einem Schiff von dieser Gr��e sinnvoll, die Energiequellen zu verteilen, anstatt alle Leitungen von ein oder zwei gro�en Quellen ausgehend durch das ganze Schiff zu f�hren.�</p><p>�Warum haben sie das Schiff nicht in die Luft gejagt?�, fragte Geary nicht zum ersten Mal.</p><p>�Vielleicht ist ihnen der Gedanke nie gekommen. Es kann sein, dass sie die J�ger auf ihrem Planeten besiegten, indem sie sich weigerten, ihre Bem�hungen aufzugeben. Stattdessen haben sie bis zum letzten Atemzug und bis zum letzten Kik gek�mpft, weil sie ihre Gegner t�ten wollten.� Smythe stutzte und verzog den Mund. �Als Sie mir die Bilder von diesem Kontrollraum gezeigt haben, da konnte ich einen Teil der Korridore auf dem Schiff erkennen. Wieso t�rmen sich da ihre Toten? Wieso k�mpfen sie immer weiter? Sie sterben doch alle in einem hoffnungslosen Kampf.�</p><p>�Vermutlich dachten sie, sie sterben sowieso, und das sollte wohl nicht kampflos geschehen.� Geary hatte die B�rk�he nicht leiden k�nnen. Nein, er hatte sie gehasst, weil sie ihn zu den K�mpfen zuerst im Pandora-System und dann hier gezwungen hatten. Inzwischen brachte er ihnen einen widerstrebenden Respekt entgegen, was auch f�r Desjani galt. Jetzt konnte man leicht nachvollziehen, wie sie es geschafft hatten, ihre Heimatwelt zu �berrennen und alle Konkurrenten aus dem Feld zu werfen.</p><p>Doch das war nur ein Grund mehr, warum man ihnen nicht erlauben durfte, dieser Flotte ins Gebiet der Allianz oder der Syndikatwelten zu folgen.</p><p>Die Marines breiteten sich weiter auf dem Superschlachtschiff aus, wobei sie in immer kleinere Einheiten zerfielen, die immer kleinere Widerstandsnester der Kiks aushoben. Die weigerten sich nach wie vor zu kapitulieren und k�mpften bis zum Tod. Hin und wieder ergriff eine Gruppe B�rk�he die Flucht vor den Marines, doch kaum waren sie in einer Sackgasse gelandet, machten sie kehrt und st�rmten auf ihre Verfolger los.</p><p>Die menschlichen Eindringlinge stie�en auf gigantische Mannschaftsquartiere, die sich �ber weite Teile des Schiffs erstreckten und lediglich in regelm��igen Abst�nden von luftdichten Schleusen unterbrochen wurden. �berall fanden sich Abteile, die der Nahrungsaufnahme dienten, was den Eindruck erweckte, dass die B�rk�he permanent damit besch�ftigt waren zu grasen. Die Marines entdeckten R�ume, die nur Krankenstationen darstellen konnten, doch da alle Ger�te viel kleiner ausfielen, als es die Menschen gewohnt waren, wirkten diese Einrichtungen wie verst�rende Spielzimmer f�r Kinder. Sie fanden Waffenkammern ohne Waffen, weitere Kontrollr�ume.</p><p>Dann endlich wurde ein Trupp f�ndig und entdeckte die Br�cke des Superschlachtschiffs, ein Abteil, in dem sich hinter den Kommandopl�tzen etliche Sitzreihen befanden, so als w�rden Dutzende Zuschauer dort regelm��ig irgendwelche Veranstaltungen besuchen.</p><p>�Das ist sehr eigenartig�, fand Desjani. �Welchen Zweck soll das haben?�</p><p>�Wenn ich das w�sste�, erwiderte Geary.</p><p>General Carabali meldete sich und erstattete wie immer todernst Bericht: �Der organisierte Widerstand an Bord des Schiffs hat aufgeh�rt, Admiral. Aber ich kann noch nicht sagen, dass die Situation jetzt keine Risiken mehr birgt. Das wei� ich erst, wenn wir uns viel gr�ndlicher umgesehen haben. Meine Marines auf dem Schiff werden in Gefechtsbereitschaft bleiben, und jegliches Flottenpersonal, das an Bord kommen m�chte, muss von Marines begleitet werden.�</p><p>�Danke, General�, sagte Geary. �Verdammt gute Arbeit. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Erfolg und ich spreche Ihnen mein Mitgef�hl f�r Ihre Verluste aus.�</p><p>�Danke, Admiral.�</p><p>�Leben noch irgendwelche B�rk�he?�</p><p>�Die Kiks haben bis zum Tod gek�mpft, und in den F�llen, in denen wir im Begriff waren, sie zu �berw�ltigen, sind sie einfach gestorben. Bislang wissen wir nicht, ob sie irgendetwas bei sich tragen, das ihnen die M�glichkeit gibt, sich im Ernstfall das Leben zu nehmen, oder ob das Ganze eine psychologische Angelegenheit ist. Sie haben auch die Verletzten get�tet, die bewusstlos waren, sobald die Gefahr bestand, dass wir sie gefangen nehmen k�nnten.�</p><p>�Die Vorfahren m�gen uns beistehen!�</p><p>Carabali verzog den Mund. �Na ja, Admiral, stellen Sie sich doch mal vor, Sie w�ren eine Kuh und Sie w�ssten, welches Schicksal eine Ihrer Mitk�he ereilen wird, wenn sie in Gefangenschaft ger�t. Dann ergibt das Handeln der Kiks durchaus einen Sinn. Sie besch�tzen ihre Verwundeten vor einem Schicksal, das schlimmer ist als der Tod. Meine Marines suchen unter den Toten nach Kiks, die so schwer verletzt wurden, dass sie ohnm�chtig sind, aber von den anderen irrt�mlich nicht get�tet wurden.�</p><p>Dann z�gerte Carabali. �Wo wir gerade von toten Feinden reden� Admiral, nach jeder Schlacht stellt sich die Frage, was man mit den sterblichen �berresten des Gegners anf�ngt. Unsere Verfahrensweise w�hrend des Kriegs war sehr unterschiedlich, wie Sie wissen, auch wenn unsere Widersacher eigentlich Menschen wie wir waren. Aber seit Sie das Kommando �bernommen haben, behandeln wir diese �berreste mit W�rde und Respekt. Jetzt allerdings� Admiral, hier sind so viele Tote, dass ganze Korridore unpassierbar sind, au�erdem treibt so au�erordentlich viel Blut durch die Luft, dass wir es nicht wagen w�rden, die Ventilation einzuschalten, selbst wenn wir w�ssten, wo der Schalter w�re. Was sollen wir mit ihnen machen?�</p><p>Wie konnten sie so viele tote Gegner angemessen beisetzen? Vor allem, da viele der Leichen in kleine St�cke zerrissen worden waren�</p><p>Aber sie mussten sie aus dem Schiff schaffen, sonst w�rde es in wenigen Tagen unm�glich werden, sich dort aufzuhalten.</p><p>�General, wir behandeln sie so gut, wie wir es k�nnen. Die Toten sollen in einen der Frachtr�ume gebracht werden. Die medizinische Abteilung wird zweifellos ein paar Exemplare behalten wollen. F�r den Rest gilt, dass jedes Mal ein Gottesdienst abgehalten wird, wenn der Frachtraum voll ist. Danach werden die Toten auf eine Flugbahn in Richtung des Sterns geschickt, und anschlie�end beginnen wir, das Dock von Neuem zu f�llen.�</p><p>�Ja, Sir. Es w�re n�tzlich, wenn uns Matrosen dabei helfen k�nnten. Ich wei�, es ist keine angenehme Aufgabe, und es gilt etliche Tote wegzuschaffen.�</p><p>Geary warf einen Blick auf die Anzeigen zum Flottenstatus, w�hrend er bed�chtig den Kopf sch�ttelte. �General, jeder verf�gbare Matrose arbeitet quasi rund um die Uhr bei der Reparatur des eigenen oder eines anderen Schiffs mit. Oberste Priorit�t ist es, die Gefechtsbereitschaft so bald wie m�glich wiederherzustellen.� Welche anderen Ressourcen standen sonst noch zur Verf�gung?</p><p>Die Senioroffiziere aus dem Syndik-Arbeitslager auf Dunai.</p><p>Die Syndik-B�rger, die sie vor der Enigma-Rasse gerettet hatten. Viel war das nicht, aber immerhin etwas. �Ich werde bei unseren beiden Passagiergruppen anfragen, ob es freiwillige Meldungen gibt, und ich werde bei den Hilfsschiffen nachfragen, ob es dort wom�glich irgendwelche Ger�te gibt, die diese Aufgabe eigenst�ndig erledigen k�nnen.�</p><p>Carabali machte keinen Hehl aus ihrer Entt�uschung, dennoch nickte sie. �Ich verstehe. Momentan hat es niemand leicht. Aber ein paar Mann, die meinen Marines unter die Arme greifen k�nnten, w�ren schon eine gro�e Hilfe.�</p><p>�Ich werde daf�r sorgen, dass Sie die bekommen, General.�</p><p>Fast zwei Tage lang wurde das Schiff auf den Kopf gestellt. Die Marines setzten kleine Robotersonden ein, um auch die Bereiche zu erkunden, in die sie selbst nicht vordringen konnten. Dann erst wurde das Kik-Schiff von General Carabali offiziell f�r in Besitz genommen erkl�rt.</p><p>Lange vor Ablauf dieser Zeit waren Ingenieure, die eigentlich dringend ben�tigt wurden, um die Reparaturen auf Gearys Schiffen zu erledigen, von diesen Aufgaben abgezogen worden, um herauszufinden, wie die Kontrollen des Superschlachtschiffs funktionierten. Au�erdem sollten sie daf�r sorgen, dass keinerlei Gefahren mehr drohten.</p><p>Die Ingenieure der Hilfsschiffe hatten ein halbes Dutzend Dekontaminierungseinheiten zur Verf�gung gestellt, mobile Ger�te, die ein Schiff von allen Verseuchungen und Verunreinigungen befreien konnten. Sie saugten das Blut aus der Luft, wischten die Schotte, Decken und B�den sauber, sammelten das ein, was von den Ingenieuren als zuf�llige biologische �berreste bezeichnet wurde, und schafften in gro�en St�ckzahlen die relativ unversehrt gebliebenen toten B�rk�he in den Frachtraum. Ihre Arbeit gew�hrte den ersch�pften und schlecht gelaunten Marines eine Verschnaufpause. Offiziere des mittleren Dienstgrads der Flotte und der Marines wechselten sich im Frachtraum ab, wobei jeder von ihnen die Worte des standardm��igen Gottesdienstes sprach, ehe die n�chste Ladung toter B�rk�he ins All geschickt wurde, um ihre letzte Reise zum Stern dieses Systems anzutreten.</p><p>In der Masse der toten B�rk�he hatten die Marines sechs �berlebende entdeckt, die so schwer verletzt waren, dass sie nicht aus ihrer Bewusstlosigkeit geholt werden konnten. Alle sechs wurden in medizinische Quarant�ne auf die <emphasis>Mistral </emphasis>gebracht, wo die Flotten�rzte sich den Kopf dar�ber zerbrachen, wie sie sie am Leben erhalten sollten.</p><p>�Und was machen wir jetzt mit dem Ding?�, fragte Desjani am dritten Tag. Sie war genauso ersch�pft und m�de wie alle anderen auch. �Wir nehmen es mit, richtig?�</p><p>�Ja, das m�ssen wir.� Geary wusste, sie kannte die Antwort auf ihre Frage so gut wie er selbst.</p><p>�Und wie?�</p><p>Die Antwort darauf fiel deutlich schwieriger aus. �Ich werde Captain Smythe fragen.� Geary rieb sich die Augen und bemerkte, dass sein Verstand sich nach so vielen Tagen mit zu wenig Schlaf anf�hlte, als w�re er in Watte gepackt worden. Es kostete einfach zu viel Zeit, alle Reparaturen und sonstigen Arbeiten zu �berwachen. �An alle Einheiten: Hier spricht Admiral Geary. Morgen ist Ruhetag. Alle sollen sich erholen, ausruhen, schlafen, essen und neue Kraft sch�pfen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Desjani schaute ihn ungl�ubig an. �Wir k�nnen uns keinen Ruhetag leisten.�</p><p>�Ich wei�, wir k�nnen das nicht. Aber es geht nicht anders. Wir gehen alle auf dem Zahnfleisch, wir sind vor �berm�dung wie benommen. Wir brauchen Ruhe, wir m�ssen uns erholen. Danach k�nnen wir wieder deutlich mehr leisten.�</p><p>Auch Captain Smythe hatte etwas gegen diesen Befehl einzuwenden. �Meine Ingenieure brauchen keinen Ruhetag, Admiral. Dadurch werden sie nur aus ihrem Rhythmus gerissen. Die k�nnen noch zwei oder drei Tage weitermachen, ohne eine Pause einlegen zu m�ssen.�</p><p>�Wollen Sie behaupten, Ihre Ingenieure befinden sich in bester Verfassung und werden das auch noch sein, wenn sie ohne Pause zwei oder drei Tage weiterarbeiten?�, fragte Geary ungl�ubig.</p><p>�Auf jeden Fall. Nat�rlich wird es h�ufiger zu Halluzinationen und widerspr�chlichem Verhalten kommen, aber��</p><p>�Sie sollen sich ausruhen, Captain Smythe. Das ist ein Befehl. Ich werde mich h�chstpers�nlich davon �berzeugen, ob man sich an meine Anweisungen h�lt.�</p><p>Auch wenn Geary selbst vorhatte, am Morgen auszuschlafen, konnte er es sich nicht leisten, einen ganzen Tag lang nichts zu tun.</p><p>�Ich bitte um eine pers�nliche Besprechung�, sagte Captain Badaya, dessen Bild in Gearys Quartier stand.</p><p>Er wirkte so zur�ckhaltend, wie Geary ihn wohl noch nie erlebt hatte. �Gew�hrt. Setzen Sie sich, Captain.�</p><p>�Vielen Dank, Admiral.� Badaya nahm in seinem eigenen Quartier Platz und beugte sich vor, bis er sich mit den Ellbogen auf den Knien abst�tzen konnte. �Sie kennen ja bereits meinen f�rmlichen Bericht zum letzten Gefecht.�</p><p>�Ja. Sie haben sich darin nicht geschont.�</p><p>�Was ich auch verdient habe.� Er lehnte sich nach hinten. �Ich hab�s vermasselt. Ich konnte nicht damit rechnen, dass die <emphasis>Titan </emphasis>einen Teil ihres Antriebs verlieren w�rde. Und ich konnte auch nicht wissen, dass die <emphasis>Incredible </emphasis>einen Defekt an ihren Hauptantriebseinheiten genau in dem Moment erleiden w�rde, als die Schilde der <emphasis>Illustrious </emphasis>zusammenbrachen. Aber als das geschah, h�tte ich besser und schneller reagieren sollen. Ohne Captain Geary w�re der gr��te Teil der mir unterstellten Schiffe vermutlich zerst�rt worden, und der Rest h�tte schwerste Sch�den davongetragen.�</p><p>�Die Entscheidung, die Captain Jane Geary getroffen hat, h�tte eigentlich gar nicht so gut funktionieren d�rfen, wie es der Fall gewesen ist�, machte Geary ihm klar.</p><p>�Trotzdem war es die richtige Entscheidung�, beharrte Badaya. �Ich war mit der Frage besch�ftigt, wie ich meine gesamte Formation retten sollte, obwohl ich das gar nicht konnte. Aber sie hat erkannt, dass es notwendig war, ein Opfer zu bringen. Ich wei�, es ist nicht Ihre Art, Offiziere �ffentlich zu dem�tigen, auch wenn sie es verdient h�tten�� und Sie und ich kennen beide einige von denen, die es verdient h�tten. Aber ich wollte Ihnen sagen, ich werde nicht dagegen protestieren, wenn ein anderer Offizier das Kommando �ber eine Unterformation �bernimmt, zu der auch mein Schlachtkreuzer geh�rt. Mir ist klar, dass jeder das als eine Degradierung ansehen wird, aber mir ist auch bewusst, dass ich in einer h�heren Kommandoposition gescheitert bin. Vielleicht werde ich mit der Zeit einen Weg finden, mit solchen Situationen besser umzugehen. Wenn Sie es f�r angemessen halten, werde ich auch nicht widersprechen, wenn Sie das Kommando �ber die Sechste Schlachtkreuzerdivision an Captain Parr �bertragen. Er ist nicht so erfahren wie ich, aber er ist ein guter Offizier.�</p><p>Geary musterte Badaya eine Weile, ehe er antwortete: �Es h�tte besser laufen k�nnen, aber es h�tte auch viel schlimmer kommen k�nnen.�</p><p>�Danke, Admiral.�</p><p>�Ich musste an den befehlshabenden Offizier auf meinem ersten Schiff denken�, redete Geary weiter. �Ich war noch ein frischgebackener Offizier, gerade mal einen Monat auf dem Schiff, als mir ein schwerer Fehler unterlief. Mein Abteilungsleiter h�tte mir am liebsten den Kopf abgerissen, der XO br�llte mich an, dass mir fast die Trommelfelle platzten. Das ging den ganzen Morgen so. Dann wurde ich zum Captain gerufen.�</p><p>�Das muss aber ein wirklich schlimmer Fehler gewesen sein�, meinte Badaya.</p><p>�Allerdings. So schlimm, dass ich nicht dar�ber reden werde, was eigentlich passiert war. Aber mein Captain rief mich zu sich. Ich Junioroffizier zitterte am ganzen Leib, zumal man mich bereits stundenlang zur Schnecke gemacht hatte. In ruhigem Tonfall sagte er zu mir: �Aus Fehlern lernen wir.� Nachdem ich ihn einen Moment lang ungl�ubig angestarrt hatte, f�gte er in einem Tonfall hinzu, der so frostig war wie gefrorener Stickstoff: �Machen Sie <emphasis>diesen </emphasis>Fehler nie wieder.� Und dann schickte er mich weg.�</p><p>Badaya lachte. �Das kann ich kaum glauben.�</p><p>�Was ich damit sagen will: Ich habe aus diesen zwei S�tzen mehr gelernt als aus all den Beschimpfungen und Vorhaltungen, die ich den Morgen �ber ertragen hatte. Dieser Captain war in der Lage, mich mit zwei S�tzen zur Schnecke zu machen und mir gleichzeitig zu vermitteln, dass er weiterhin sein Vertrauen in mich setzte. Danach habe ich ihn nie wieder entt�uscht. Ich wollte immer Gewissheit haben, dass ich ihn nicht noch mal entt�usche.� Geary lehnte sich zur�ck und strahlte absichtlich Gelassenheit aus. �Ja, Sie haben Mist gebaut, und das wissen Sie auch. Ich werde das bei zuk�nftigen Entscheidungen �ber den Befehlshaber einer Unterformation in Erw�gung ziehen, und Sie wissen, ich muss das tun. Aber ich werde auch in Erw�gung ziehen, was Sie richtig gemacht haben. Es wird keine Ver�nderungen beim Kommando �ber die Sechste Schlachtkreuzerdivision geben. Ich habe keine Probleme mit Captain Parr, der sich als guter Offizier bew�hrt hat, wie Sie selbst ja auch sagen. Aber Sie besitzen weiterhin mein Vertrauen als Befehlshaber dieser Division.�</p><p>Es dauerte gut eine halbe Minute, bis Badaya sich in der Lage sah, darauf zu antworten, und selbst dann war seine Stimme fast mehr ein Kr�chzen. �Sie sind tats�chlich er, wissen Sie? Ich habe Leute reden h�ren, dass niemand wirklich Black Jack sein kann, aber��</p><p>�Ich habe auch genug Fehler gemacht�, unterbrach Geary ihn und hielt inne, als ihm deutlich wurde, dass er diesen Augenblick f�r andere Dinge zu seinen Gunsten nutzen konnte. �Vor allen Dingen auf den Gebieten, f�r die ich nicht ausgebildet bin. Captain Badaya, nur weil viele der Politiker, die die Allianz f�hren, keine gute Arbeit geleistet haben und nach wie vor nicht leisten, hei�t das noch lange nicht, dass Sie oder ich das besser machen k�nnten.�</p><p>Badaya schaute ihn an, seine Augen verrieten, wie sein Verstand arbeitete. Schlie�lich sagte er: �Das ist ein gutes Argument. Haben Sie bei einer Schlacht jemals das Gef�hl, dass das alles zu viel f�r Sie ist, Admiral? Dass zu viele Dinge gleichzeitig geschehen und Sie nicht wissen, wie Sie sich entscheiden sollen?�</p><p>�Aber nat�rlich.�</p><p>�Als Sie gerade eben von den Politikern sprachen, da habe ich versucht, mir vorzustellen, wie ich in einer Krisensituation politische Entscheidungen treffe. Dabei ist mir schnell deutlich geworden, wie leicht man dabei das Gef�hl bekommen kann, dass alles zu viel f�r einen ist.� Er lie� eine kurze Pause folgen. �Deshalb �berlassen Sie ihnen immer noch in den meisten Punkten die Entscheidungen, nicht wahr?�</p><p>�Ja, richtig.� Es war eine teilweise L�ge, bei der Geary sich innerlich verkrampfte. Badaya war der Ansicht, dass Geary hinter den Kulissen der Regierung sagte, was sie zu tun und zu lassen hatte. Es war notwendig gewesen, diesen Eindruck entstehen zu lassen, weil sich nur so ein Staatsstreich in Gearys Namen, wenn auch ohne seine Zustimmung, hatte verhindern lassen. Trotzdem suchte Geary nach einem Ausweg aus diesem T�uschungsman�ver, gleich nachdem er sich darauf hatte einlassen m�ssen. �So schlecht sie ihre Arbeit auch erledigen m�gen, jedenfalls gilt das f�r die meisten von ihnen, k�nnen sie das immer noch besser als ich. Es gibt einige, die sind schlichtweg verheerend, aber es sind auch einige Gute darunter. Das Wichtigste dabei ist, dass sie ihre Macht aus der Tatsache ableiten, von den Menschen der Allianz gew�hlt worden zu sein.�</p><p>Badaya sah Geary eindringlich an. �Die Menschen der Allianz w�rden Sie w�hlen, wenn Sie sie �ffentlich fragen w�rden.�</p><p>�Ich wei�.� Das war jetzt die ungeschminkte Wahrheit. �Und das macht mir eine H�llenangst.�</p><p>�Das kann ich nur zu gut verstehen.� Badaya stand auf und salutierte. �Vielen Dank, Sir.�</p><p>Sein Komm meldete sich in dem Moment, in dem Badayas Bild verschwunden war.</p><p>�Was wollte er?�, fragte Desjani.</p><p>�Er hat sich entschuldigt.�</p><p>�Entschuldigt? Badaya? Der sonst fr�hlich drauflosredet? Verdammt.� Desjani hatte Badayas oftmals peinliche Bemerkungen �ber sie und Geary nie gut aufgenommen. �Sie k�nnen tats�chlich Wunder wirken, wie?�</p><p>�Sehr witzig. Ruhen Sie sich aus?�</p><p>�Ob ich mich ausruhe? Oh ja, Sir. Ich ruhe mich so unglaublich aus, dass ich sogar im Schlaf schlafe.�</p><p>�Tanya, Sie sollen ein gutes Beispiel f�r Ihre Besatzung abgeben.�</p><p>Sie reagierte mit einem steifen, aber korrekten Salut. �Ja, Admiral. Ich h�re und gehorche.�</p><p>Nachdem Captain Badaya und Captain Desjani sich zur�ckgezogen hatten, rieb sich Geary die Augen und dachte daran, ein wenig zu schlafen�</p><p>In diesem Moment schallte eine Serie von Klingelt�nen aus dem Lautsprechersystem des Schiffs, gefolgt von einer Stimme, die verk�ndete: �Admiral der Allianz-Flotte trifft ein.�</p><p>Ein Admiral? In diesem Sternensystem gab es nur eine M�glichkeit, wo auf einmal ein Admiral der Allianz-Flotte herkommen konnte, n�mlich von der <emphasis>Mistral </emphasis>oder der <emphasis>Typhoon</emphasis>, wo die befreiten Kriegsgefangenen untergebracht waren. Aber von keinem der Schiffe sollte ein Admiral zur <emphasis>Dauntless </emphasis>unterwegs sein.</p><p>Geary griff eben nach der Komm-Einheit, da erwachte die bereits von selbst zum Leben. Wieder sah er Desjani, die ihm meldete. �Admiral Lagemann ist mit einem Shuttle eingetroffen und bittet um ein Treffen mit Ihnen, Admiral.�</p><p>�Admiral Lagemann?� Seine pl�tzliche Anspannung lie� gleich wieder nach. Ein pers�nlicher Besuch war ungew�hnlich, aber kein Grund argw�hnisch zu werden. Schlie�lich pendelten momentan unz�hlige Shuttles zwischen den Schiffen hin und her. �Nat�rlich. Schicken Sie ihn in mein Quartier.�</p><p>Der Admiral ben�tigte nur f�nf Minuten, um Gearys Quartier zu erreichen. Als er eintrat, nickte er zum Gru�. Es war das erste Mal, dass Geary dem Mann pers�nlich gegen�berstand. �Es stand ein Shuttleflug von der <emphasis>Mistral </emphasis>zur <emphasis>Dauntless </emphasis>an, da dachte ich mir, diese Gelegenheit nutze ich, um Ihnen einen Besuch abzustatten. Ich bin Ihnen schlie�lich einen Bericht schuldig, Admiral Geary.�</p><p>�Ein Bericht?� Geary konnte sich nicht erinnern, um was es ging, da sein Kopf mit so vielen Dingen vollgestopft war, mit denen er sich seit dem Ende der Schlacht und der Einnahme des Superschlachtschiffs befassen musste. �Es freut mich, Sie endlich pers�nlich kennenzulernen. Nehmen Sie doch Platz.�</p><p>�Danke.� Lagemann setzte sich hin, sah sich kurz in Gearys Quartier um und l�chelte fl�chtig. �Nichts Luxuri�ses, aber wenigstens ein Zuhause, nicht wahr?�</p><p>�So kann man es auch ausdr�cken.� Ein anderes Zuhause als dieses hier gab es nicht. Da war seine Heimatwelt Glenlyon, auf der der Kult um Black Jack die wildesten Bl�ten trieb. Der Gedanke, dorthin zur�ckzukehren, auf eine Welt voller vertrauter Orte, aber ohne auch nur ein einziges vertrautes Gesicht� jeder Mensch, den er dort gekannt hatte, war im Verlauf der letzten hundert Jahre gestorben. Und dann war es eine Welt, auf der man ihn wie einen Superhelden verehrte�� das war eine noch erschreckendere Aussicht als jede Schlacht, die noch vor ihm liegen mochte.</p><p>�So �hnlich sah es auf meinem letzten Flaggschiff auch aus.� Admiral Lagemann setzte eine ironische Miene auf. �Ebenfalls ein Schlachtkreuzer. Die <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�Die <emphasis>Invincible? </emphasis>Ich frage mich, wie viele Schiffe mit dem Namen es in der Zwischenzeit wohl gegeben hat�, sagte Geary.</p><p>�Vermutlich ein Dutzend. Ich war lange genug in Syndik-Gefangenschaft, und jeder wei�, wie lange eine <emphasis>Invincible </emphasis>durchh�lt. Ich wei� nicht, wieso ich so dumm war, ausgerechnet eine von ihnen zu meinem Flaggschiff zu machen. Darf ich?� Lagemann griff nach der Displaykontrolle und aktivierte ein Bild der Gebiete, die die Flotte durchflogen hatte. �Sie hatten uns um eine Einsch�tzung gebeten, was die Enigmas unserer Meinung nach vorhaben d�rften.�</p><p>Und gleich darauf hatte er das vollkommen vergessen. Ein Gl�ck, dass er daran gedacht hatte, diese Aufgabe zu delegieren. �Und zu welchem Schluss sind Sie gekommen?�</p><p>�Ein Hinterhalt.� Lagemann grinste ihn schief an. �Keine gro�e �berraschung, nicht wahr?� Er hob einen Stern hervor. �Von dort sind wir nach Pandora gesprungen. Die Enigmas waren dort mit einer recht gro�en Streitmacht hinter uns her, aber sie sind uns nicht nach Pandora gefolgt. Zweifellos wussten sie, was uns dort erwartet. Da sie also dar�ber auf dem Laufenden waren, �ber welche Verteidigungseinrichtungen die B�rk�he verf�gen, hatten sie allen Grund zu der Annahme, dass wir nur minimale Chancen hatten, Pandora unversehrt wieder verlassen zu k�nnen.�</p><p>�Das war keine Situation, in der ich mich noch einmal wiederfinden m�chte�, kommentierte Geary.</p><p>�W�rden wir uns also zur�ck zum Stern der Enigma-Rasse k�mpfen, um auf dem Weg heimzukehren, auf dem wir hergekommen sind, dann k�nnten sie dort die �berreste unserer Flotte m�helos aufreiben. Das w�re eine logische Schlussfolgerung, die die Enigmas ziehen k�nnten. Sie m�ssten nur eine gen�gend gro�e Streitmacht zur�cklassen, die es mit allem aufnehmen kann, was es zur�ck in ihr System schafft. Allerdings w�rden sie damit nicht verhindern, dass die Menschheit irgendwann eine weitere Flotte losschickt, die ebenfalls ihr Territorium durchquert.�</p><p>Lagemann verschob die Darstellung, bis die von Menschen besiedelten Gebiete zu sehen waren. �Nein, wenn sie sicherstellen wollen, dass nicht noch mehr Menschen bei ihnen aufkreuzen, m�ssen sie die Eingangst�r zu ihrem Gebiet verriegeln.�</p><p>�Pele?�, fragte Geary. �Da gibt es doch �berhaupt nichts.�</p><p>�Nein. Aber damit wir nach Pele gelangen konnten, mussten wir��</p><p>��Midway passieren�, sagte Geary und betrachtete erschrocken das Display. �Die Enigmas werden versuchen, uns die M�glichkeit zu nehmen, dass wir Midway als Zugang zu ihrem Territorium benutzen.�</p><p>�Das ist unsere Einsch�tzung der Lage. Sie k�nnten zumindest dort hinfliegen und das Hypernet-Portal kollabieren lassen. Sind Sie sicher, dass die Syndiks ihre Portale mit den entsprechenden Sicherungen versehen haben, die verhindern, dass ein Zusammenbruch das gesamte Sternensystem verw�stet?�</p><p>�Davon bin ich �berzeugt. Als wir das letzte Mal das Portal bei Midway gesehen haben, konnten wir am Hypernet-Portal die Vorrichtung entdecken, die einen katastrophalen Kollaps verhindert.�</p><p>Lagemann biss sich auf die Lippe und schaute finster drein. �Das war ein schwerer Schlag f�r mich, als ich in den Aufzeichnungen sah, wie viel Schaden ein kollabierendes Hypernet-Portal anrichten kann. Eine Explosion von der Gewalt einer Nova! Und wir haben die verdammten Dinger in all unseren wichtigen Sternensystemen installiert!�</p><p>�Genau das wollten die Enigmas ja auch erreichen, als sie uns diese Technologie unterschoben�, sagte Geary. �Die Allianz und die Syndikatwelten sollten gigantische Bomben in ihren Systemen platzieren. Eine von beiden Seiten musste fr�her oder sp�ter feststellen, dass sich die Portale auch als Waffen nutzen lassen, und dann w�ren sie dazu benutzt worden, die Menschheit massiv zu dezimieren oder sogar komplett auszul�schen. Und falls wir Menschen zu intelligent sind oder aus moralischen Gr�nden davor zur�ckschrecken, unsere Spezies zu vernichten, k�nnten die Enigmas die Portale so zum Einsatz bringen.�</p><p>�Ich h�tte sicher nicht darauf gewettet, dass wir zu intelligent f�r so etwas sind�, meinte Lagemann. �Auf jeden Fall ist der Plan gescheitert. Nun m�ssen die Enigmas uns System f�r System stoppen, und das gelingt ihnen am besten, wenn sie Midway als das System ausl�schen, von dem aus wir in ihr Territorium vordringen k�nnen. Eine Streitmacht mit genau dieser Aufgabe k�nnte in dem Moment entsandt worden sein, als wir den Sprung nach Pandora unternahmen.�</p><p>Midway konnte einem massiven Angriff der Enigmas nichts entgegensetzen. Falls die Beh�rden dort noch der Regierung der Syndikatwelten unterstanden, verf�gten sie nur noch �ber eine kleine Flotte aus Kreuzern und J�gern, die das System besch�tzen sollten. Mit der Entsendung einer Reserve war auch nicht zu rechnen, da die mobilen Streitkr�fte der Syndikatwelten in den letzten Phasen des Krieges von Geary zerschlagen worden waren. Die �berreste hatten alle H�nde voll damit zu tun, im Auftrag ihrer Regierung so viele Sternensysteme wie m�glich davon abzuhalten, sich von der F�hrung loszusagen.</p><p>Das Einzige, was Midway noch aufzubieten hatte, war Admiral Gearys Versprechen, sie gegen die Enigma-Rasse zu verteidigen.</p><p>Doch er befand sich jetzt auf der anderen Seite des Territoriums der Enigmas und der B�rk�he, und damit war er sehr weit von Midway entfernt.</p></section><section><title><p>Zehn</p></title><p>Admiral Lagemann spreizte in einer entschuldigenden Geste die H�nde. �Ich wei�, das ist keine w�nschenswerte Einsch�tzung unserer Lage.�</p><p>�Es ist eine ungeheuer wertvolle Einsch�tzung�, erwiderte Geary. �Ich wei� nicht, ob mir rechtzeitig etwas gelingt, das noch was bewirken k�nnte, aber zumindest wei� ich jetzt, ich muss es auf jeden Fall versuchen.� Er betrachtete die Entfernung bis zur�ck zum Midway-System und wusste genau, dass es bis dorthin viel zu weit war, wenn er in Erw�gung zog, wie wenig Zeit ihm nur blieb. �Es k�nnte unm�glich sein. Vor allem weil wir dieses Superschlachtschiff im Schlepptau haben werden.�</p><p>�Wir k�nnen nicht riskieren, dieses Schiff zu verlieren�, pflichtete Lagemann ihm bei. �Sind Sie schon an Bord gewesen?�</p><p>�Nur virtuell. Ich habe ein paar Abteile und einige Korridore gesehen, und nat�rlich habe ich mitangesehen, wie das Schiff eingenommen wurde.�</p><p>�Eine fantastische Operation�, meinte Lagemann. �Die Colonels und Gener�le bei mir auf der <emphasis>Mistral </emphasis>sind einhellig der Meinung, dass General Carabali gro�artige Arbeit geleistet hat. Aber egal, ich war inzwischen pers�nlich auf diesem Schiff. W�hrend die anderen Mitglieder meiner Beurteilungsgruppe mit den letzten Schlussfolgerungen besch�ftigt waren, habe ich mich freiwillig zum Saubermachen gemeldet, weil ich die Gelegenheit nutzen und mir ein Raumschiff ansehen wollte, das von Aliens gebaut worden ist. Au�erdem kann es nie schaden, wenn Matrosen und Marines einen Admiral dabei erleben, wie er richtig Hand anlegt, nicht wahr?� Nachdenklich hielt er inne. �Sich auf diesem Schiff aufzuhalten, das war f�r mich wie ein Traum. Es war tats�chlich so ein Gef�hl, irgendwie vertraut und doch alles fremd. Ich ging durch einen Korridor und alles um mich herum kam mir v�llig normal vor, bis ich dann auf einmal auf irgendetwas stie�, das absolut fremdartig wirkte und dennoch dorthin geh�rte. Man macht sich nie Gedanken dar�ber, wie viele Dinge wir in einer bestimmten standardm��igen Art und Weise erledigen, weil jeder so vorgeht. Und dann auf einmal bekommt man etwas ganz und gar Fremdartiges vorgesetzt, weil es von Aliens geschaffen wurde, die eine ganz andere Vorstellung davon haben, wie etwas sein sollte.�</p><p>Geary nickte. �Das ist genau das, was die Ingenieure im einen Moment begeistert und im n�chsten Moment in den Wahnsinn treibt, weil sie nicht dahinterkommen, wie ein bestimmtes Teil funktioniert.�</p><p>�Wenn wir es mitnehmen, wer wird es dann steuern? Und wer wird der befehlshabende Offizier sein?�</p><p>Dar�ber hatte Geary sich bislang noch gar keine Gedanken gemacht.</p><p>�Sie ben�tigen zumindest einen Captain�, machte Lagemann ihm klar. �Vielleicht sogar einen Admiral, wenn sich einer freiwillig meldet.�</p><p>�Wo soll ich einen Admiral finden, der dumm genug ist, sich f�r so etwas freiwillig zu melden?�, gab Geary l�chelnd zur�ck. �Das wird ein verdammt harter Job werden. Die Lebenserhaltungssysteme spinnen, weil wir das Schiff so stark besch�digt haben. Zu essen gibt es nur Gefechtsrationen, und s�mtliche Einrichtung ist nicht auf unsere K�rperma�e abgestimmt.�</p><p>�Klingt ja regelrecht himmlisch�, sagte Lagemann.</p><p>�Kann irgendwer auf der <emphasis>Mistral </emphasis>die Dinge im Auge behalten, wenn Sie sich auf dem Superschlachtschiff aufhalten?� Lagemann hatte sich in den Reihen der ehemaligen Gefangenen als zuverl�ssige Informationsquelle und als geduldiger Zeitgenosse erwiesen, w�hrend andere au�er sich gewesen waren, als sie feststellen mussten, dass sie beim Schicksal der Allianz-Flotte und der Allianz selbst kein W�rtchen mitzureden hatten.</p><p>�Admiral Meloch�, antwortete er. �Angela hat eine ruhige Hand und bewahrt einen k�hlen Kopf. Oder General Ezeigwe. Er geh�rt zu den Aerospace-Verteidigungsstreitkr�ften, aber drehen Sie ihm daraus keinen Strick.�</p><p>�Werde ich nicht machen.� Geary �berlegte nur einen Moment lang, dann versp�rte er ein Dr�ngen, dass er nach der von Lagemann �berbrachten Einsch�tzung der Situation schnell zur Tat schreiten sollte. �Also gut, betrachten Sie sich als Befehlshaber auf das Superschlachtschiff versetzt. Stimmen Sie sich mit dem Commander der Marines vor Ort und dem leitenden Offizier der Ingenieure an Bord des Schiffs ab. Ich werde General Carabali und Captain Smythe informieren.�</p><p>Lagemann stand auf und l�chelte begeistert. �Es wird mir guttun, endlich wieder f�r etwas verantwortlich zu sein. Wissen Sie zuf�llig, wann das n�chste Shuttle von hier zum Superschlachtschiff fliegt?�</p><p>�Wir werden bestimmt in K�rze etwas arrangieren k�nnen.�</p><p>�Sagen Sie, hat das Superschlachtschiff schon einen eigenen Namen? Irgendetwas, das nicht so umst�ndlich klingt wie �das eroberte Kik-Superschlachtschiff�?�</p><p>�Dar�ber hatte ich mir bislang auch noch keine Gedanken gemacht. Ich werde Ihnen Bescheid geben, sobald ich etwas habe.�</p><p>�Gro�artig. Bei allem n�tigen Respekt, Admiral, aber ich habe erfahren, dass die Tochter eines Mannes, mit dem ich gedient hatte, Offizierin auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>ist. Bevor ich mit einem Shuttle zum� �eKSss� zur�ckfliege, w�rde ich sie gern aufsuchen und ihr sagen�� Auf einmal wurde Lagemann ernst. �Ich w�rde sie gern wissen lassen, wie ihr Vater gestorben ist. So etwas m�chte ich lieber pers�nlich erledigen.�</p><p>Nachdem Lagemann gegangen war, sa� Geary eine Weile da und versuchte zu entscheiden, was er tun sollte. Ein Gedanke wog dabei schwerer als alles andere: Er konnte unm�glich noch zeitig nach Pele oder Midway zur�ckkehren, solange die Spinnenw�lfe sich nicht damit einverstanden erkl�rten, dass er ihr Territorium durchqueren durfte, von dem er nur hoffen konnte, dass es sich weit genug erstreckte, um auf dem Weg zur�ck in das von Menschen kontrollierte Gebiet m�glichst wenige fremde Systeme durchfliegen zu m�ssen. Also war es notwendig, mit denjenigen zu reden, die bislang versucht hatten, mit den Spinnenw�lfen zu kommunizieren.</p><p>Er rief Rione, die sich in ihrem Quartier eine Reihe von Piktogrammen ansah.</p><p>�Sie sollten sich doch ausruhen, Madam Gesandte.�</p><p>�Sie etwa nicht? Und seit wann sind Sie der Meinung, ich w�rde Ihre Befehle befolgen?� Sie sah noch immer �berm�det aus und schien nicht in der Stimmung f�r ein harmloses Wortgepl�nkel zu sein.</p><p>�Ich wei�, Sie haben mit den Spinnenw�lfen dar�ber gesprochen, dass sie uns die Durchquerung ihres Territoriums gestatten sollen, damit wir auf dem Weg nach Hause zur�ckkehren k�nnen�, erkl�rte er ohne weitere Vorrede. �Das ist nun zu unserer h�chsten Priorit�t geworden. Wir m�ssen schnellstens in die N�he von Pele oder Midway gelangen.�</p><p>Rione musterte ihn kritisch, dann nickte sie. �Die Enigmas?�</p><p>�Ja, h�chstwahrscheinlich.�</p><p>�Verstehe. Darauf h�tte ich auch von selbst kommen k�nnen. General Charban und ich werden uns sofort an die Arbeit machen. Ach, Sie oder irgendwer sonst hatte die Frage gestellt, wie die Spinnenw�lfe mit ihren Klauen kleine Objekte handhaben k�nnen. Mittlerweile wissen wir, dass sich in jeder Klaue kleine� wurmartige Tentakel befinden, die f�r feinmotorische Aufgaben ausgefahren werden k�nnen.�</p><p>�Kleine wurmartige Tentakel? In jeder Klaue?�</p><p>Seine Reaktion musste sehr verr�terisch gewesen sein, da Rione ihn schief angrinste. �Ich wei�. Kann es in irgendeiner Weise noch abscheulicher werden, als es ohnehin schon ist? Das ist eine Sache, die wir �berwinden m�ssen. Apropos, ich empfehle Ihnen, unbedingt mit Dr. Setin und Dr. Shwartz Kontakt aufzunehmen. Sie haben eine faszinierende Theorie �ber die Spinnenw�lfe entwickelt, die Sie sicher gern h�ren w�rden.�</p><p>�Okay, danke.� Er stellte eine Verbindung zur <emphasis>Mistral </emphasis>her, wo sich sofort ein schuldbewusst dreinblickender Dr. Setin meldete.</p><p>�Admiral! Kann ich etwas f�r Sie tun?�</p><p>�Ja, das k�nnen Sie.� Geary musterte aufmerksam den Experten f�r nichtmenschliche intelligente Spezies und versuchte dahinterzukommen, wieso er so wirkte wie ein Student, den man bei der Abschlusspr�fung beim Pfuschen ertappt hatte. �Sind Sie besch�ftigt, Doctor?�</p><p>�Ja, sehr, Admiral�, platzte Setin heraus. �Es ist so wichtig, dass wir der Meinung waren, uns keine Pause g�nnen zu k�nnen. Ich wusste, Sie w�rden das verstehen.�</p><p><emphasis>Und deshalb haben Sie mir gar nicht erst etwas davon gesagt? </emphasis>�Die Gesandte Rione sprach davon, Sie und Dr. Shwartz h�tten eine Theorie �ber die Spinnenw�lfe entwickelt.�</p><p>�Oh, richtig. Aber wir befinden uns noch nicht in einer Phase, in der wir��</p><p>Dr. Shwartz erweiterte den Ausschnitt des Komm-Schirms, sodass Geary sie ebenfalls sehen konnte. Sie machte einen ersch�pften, aber auch erfreuten Eindruck. �Ich finde, wir sollten es dem Admiral sagen. Es ist mehr ein Gef�hl, ein Instinkt, aber noch nichts wissenschaftlich Greifbares. Wir k�nnen uns mit den Worten und S�tzen der Spinnenw�lfe befassen, bis alle bekannten Sterne erloschen und neue entstanden sind, und trotzdem werden wir keine Gewissheit bekommen. Was ich bei diesen Wesen f�hle�� und Dr. Setin stimmt mit mir �berein, dass es durchaus m�glich sein k�nnte�� ist, dass sie in Mustern oder Strukturen denken.�</p><p>�Muster? Strukturen?�</p><p>�Ja. General Charban und Gesandte Rione und auch wir alle versuchen, �ber spezifische Dinge zu reden. Ich brauchte einige Zeit, bis mir klar wurde, dass diese Aliens immer �ber <emphasis>Verbindungen </emphasis>zwischen Dingen reden. Sie und ich, wir sehen einen Wald, der aus einzelnen B�umen besteht. Sie dagegen sehen den Wald an sich als die prim�re Sache.� Sie hielt inne und verzog unzufrieden den Mund. �Vielleicht ist das nicht der richtige Vergleich, weil sie Begriffe benutzen, die sich auf ein Gleichgewicht der Kr�fte zu beziehen scheinen. Zum Beispiel Spinnennetze. Deshalb kam ich auf diesen Gedanken. Unsere akademische Voreingenommenheit verlangt von uns die Annahme, selbst wenn etwas wie eine Spinne aussieht, kann es eigentlich keine Spinne sein. Es muss zerlegt und analysiert werden, um herauszufinden, was es in Wahrheit ist. Aber was, wenn die Spinnenw�lfe sich tats�chlich aus den Wesen entwickelt haben, an die sie uns erinnern? Irgendwelche Spinnenwesen. Wesen, die Netze spinnen, durch die alles zusammengehalten wird, alle Spannungen und Kr�fte im Gleichgewicht, ein Bild der Sch�nheit und Stabilit�t. Stellen Sie sich eine Spezies vor, die alles unter diesem Gesichtspunkt betrachtet.�</p><p>Geary runzelte die Stirn und lehnte sich nach hinten. �So wie ihre Schiffsformationen. Nicht blo� funktional, sondern auch sch�n anzusehen. Und wenn sie von etwas abstammen, das Netze spinnen konnte, dann besitzen sie einen nat�rlichen Instinkt f�r die Ingenieurskunst, die von uns Menschen voller Ehrfurcht betrachtet wird.�</p><p>�Ja. Etwas, das grundlegend anders denkt als wir, aber immer noch auf eine Weise, die wir begreifen k�nnen.�</p><p>�Menschen k�nnen Muster sehen�, wandte Geary ein. �So was ist uns nicht fremd.�</p><p>�Das k�nnen wir�, meldete sich Dr. Setin zu Wort. �Aber das ist auch nicht die Voreingenommenheit, von der wir sprachen. Dadurch bin ich erst auf den Gedanken gekommen, die �berlegungen von Dr. Shwartz als so faszinierend anzusehen, weil Menschen nicht instinktiv in Mustern denken. Wir denken mehr im Sinne von Gegens�tzen. Schwarz und wei�, gut und b�se, Yin und Yang, These und Antithese, Ja und Nein, rechts und links, Freund und Feind. F�r uns z�hlen die Gegens�tze, und sobald etwas nicht das eindeutige Gegenteil von etwas anderem ist, bewerten wir es auf einer Skala zwischen den beiden absoluten Punkten. Etwas ist dann lauwarm. Es ist ein Vielleicht. Es ist in einer Grauzone. Wenn wir unseren Verstand richtig anstrengen, dann erkennen wir Muster und Strukturen, aber das ist eben nicht unsere nat�rliche Art, etwas zu betrachten.�</p><p>Dar�ber musste er erst noch eine Weile nachdenken, da die Konsequenzen aus dieser Theorie erst langsam deutlich wurden. Schlie�lich erwiderte er: �Dann sehen uns diese Aliens weder als Verb�ndete noch als Feinde, sondern wir sind Teil eines Musters.�</p><p>�Das glauben wir jedenfalls�, antwortete Dr. Shwartz. �Ein Satz, den sie uns �bermittelt hatten, hat mich nachdenklich werden lassen. Er schien zu besagen: �Das Bild ist ver�ndert, aber geblieben.� Dann dachte ich: �Was ist, wenn es nicht Bild, sondern Muster hei�t?� Unsere Ankunft hat das Muster ver�ndert, aber es ist nicht verschwunden, sondern nur anders als zuvor. Und dann sagten die Spinnenw�lfe: �Gemeinsam halten wir das Bild.� Nun, wenn das so viel hei�t wie �Gemeinsam halten wir das Muster�, dann erkl�rt sich dadurch, was sie von uns erwarten. Ich glaube, wir k�nnen mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass unsere Rolle in diesem Muster ihrer Ansicht nach die eines weiteren Ankers ist, damit das Muster stabil bleiben kann, durch das sie ihr Universum betrachten.�</p><p>�Sie glauben, diese Wesen sehen die Menschheit als eine stabilisierende Kraft an?�, fragte Geary.</p><p>Die beiden �rzte z�gerten und sahen sich kurz an. �Das klingt eigenartig, nicht wahr?�, sagte dann Dr. Shwartz. �Wir sehen uns selbst nicht so. Aber wie viele au�enstehende Beobachter haben bislang auch ihr Urteil �ber die Menschheit abgegeben? Vielleicht sehen wir im Vergleich zu den paranoiden Enigmas und den aggressiven B�rk�hen f�r die Spinnenw�lfe ganz gut aus.�</p><p>�Es gibt da einen Begriff, ein Piktogramm�, erg�nzte Dr. Setin, �das sie immer wieder verwenden. Die Software, die sie uns mitgegeben haben, interpretiert es auf unterschiedliche Weise. Mal als Anker, mal als Fundament, als Band oder Kiel oder Pfeiler. Allesamt Dinge, die einer anderen Sache Stabilit�t verleihen. Dieses Piktogramm taucht auf, wenn sie mit uns reden. Dieses Konzept eines festen, stabilen Ankers scheint f�r sie von �u�erster Wichtigkeit zu sein.�</p><p>In diesem Moment begriff er. �Weil sich ohne Anker jedes Muster aufzul�sen beginnt.�</p><p>�Ja, genau.�</p><p>�Ich glaube�, fuhr Dr. Shwartz warnend fort, �dass ihre Vorstellung von einem Anker nicht nur stoffliche Objekte betrifft, sondern auch solche, die sich nicht fassen lassen. Also Ideen, Theorien, Philosophien, Mathematik. Das alles tr�gt etwas zu dem Muster bei, es hilft dem Muster, seine Form zu wahren.�</p><p>W�ren sie doch blo� nicht so extrem h�sslich� �Das klingt, als wenn eine Verst�ndigung zwischen den Spinnenw�lfen und uns m�glich sein sollte. Zumindest in einem Ma�, dass wir in Frieden koexistieren k�nnen und vielleicht ein paar Ideen austauschen werden.�</p><p>�Ja, das glaube ich, Admiral.� Sie machte eine Geste, die ihr Unbehagen ausdr�ckte. �Selbstverst�ndlich ist das alles noch nicht mehr als eine Theorie. Es ist nicht immer klar, wie sie reagieren werden, wenn wir etwas zu sagen versuchen. Und ihnen ihre Gef�hle anzusehen, ist� eine ziemliche Herausforderung.�</p><p>�Wir konnten leichte Farbver�nderungen feststellen�, erkl�rte Dr. Setin. �Wir haben sie bei ihnen an Kopf und K�rper beobachten k�nnen, aber wir wissen nat�rlich nicht, welcher Farbton was bedeutet. Wom�glich gibt es noch andere Hinweise auf ihre Emotionen, zum Beispiel D�fte oder Hormonemissionen. Aber da wir nur auf Distanz kommunizieren und uns nie in einem Raum mit ihnen aufhalten, l�sst sich dazu nat�rlich nichts sagen.�</p><p>�Ich� verstehe.� Wie mochten die Spinnenw�lfe wohl riechen? Er war sich nicht mal sicher, ob er das �berhaupt wissen wollte. �Haben sie sich zu dem Schiff ge�u�ert, das von uns erobert wurde?�</p><p>�Das Schiff?� Beiden schien das Thema unbehaglich zu sein. �Dar�ber haben wir nicht viel geredet��, sagte Dr. Setin.</p><p>�Wieso nicht? Sind die Spinnenw�lfe dar�ber ver�rgert?�</p><p>�Nein, es ist�� Dr. Setin senkte den Blick. �Der Angriff. Wir sahen die� die Folgen. So viele, so schrecklich viele��</p><p>Geary begriff, um was es hier ging. �Die B�rk�he, die wir t�ten mussten. Ich wei�, das ist nicht so leicht zu verarbeiten. Das haben wir nicht aus freien St�cken gemacht. Sie haben uns gejagt, sie sind uns hierher gefolgt und haben uns angegriffen. Und sie haben sich geweigert zu kapitulieren.�</p><p>�Aber wenn man auf eine v�llig fremde Spezies trifft und sie einfach so��</p><p>�Haben Sie sich auch so viele Gedanken �ber die M�nner und Frauen gemacht, die gestorben sind, weil die B�rk�he nicht mal mit uns reden wollten?� Das war ihm schroffer als beabsichtigt �ber die Lippen gekommen. �Tut mir leid. Aber so traurig das auch ist, die B�rk�he haben weniger Mitgef�hl mit ihresgleichen gezeigt als wir. Das ist ein Unterschied zwischen unseren Spezies, der mir keine andere Wahl lie�. Wenn Sie glauben, dass ich dar�ber erfreut bin, dann t�uschen Sie sich.�</p><p>�Das wissen wir, Admiral�, beteuerte Dr. Shwartz. �Wir bedauern, dass es so kommen musste. Und das ist keine Kritik an Ihrem Handeln.�</p><p>Dr. Setin machte nicht den Eindruck, dass er diese Meinung hundertprozentig teilte, aber zumindest war er klug genug, den Mund zu halten.</p><p>�Was ist mit den sechs lebenden B�rk�hen, Admiral?�, erkundigte sich Dr. Shwartz. �Wir bekommen immer zur Antwort, dass es sich um eine Verschlusssache handelt.�</p><p>�Soweit wir das beurteilen k�nnen, erholen sie sich zwar, aber sie liegen nach wie vor im Koma�, sagte Geary. �Sie sind v�llig isoliert von jeglichem menschlichen Kontakt, um zu verhindern, dass sie beim Erwachen in Panik geraten. Mehr wei� ich dazu momentan auch nicht.�</p><p>Nachdem das Gespr�ch beendet war, sa� Geary eine Weile da und starrte auf das Sternendisplay. Er �berlegte, dass er vielleicht versuchen sollte, sich eine Weile auszuruhen. Oder irgendetwas einfach nur zu tun, um seinen Spa� zu haben. Er k�nnte ein Buch le�</p><p>Der Summer seines Komms ert�nte.</p><p>Flottenarzt Dr. Nasr sah aus, als h�tte er seit Tagen kein Auge mehr zugekriegt. Vermutlich war das auch der Fall, obwohl Geary allen befohlen hatte, einen Ruhetag einzulegen. Aber �rzte waren schon immer der Meinung gewesen, �ber der milit�rischen Disziplin zu stehen, die allen au�er ihnen sagte, was zu tun und zu lassen war. Sie machten auch keinen Hehl daraus, dass sie ihren hippokratischen Eid f�r wichtiger hielten als die Regeln und Gesetze, denen sich andere Offiziere unterordnen mussten. �Sie hatten mir eine Nachricht hinterlassen, Admiral?�</p><p>Tats�chlich? Wann war denn das gewesen? Dann erinnerte er sich doch wieder. Die Nachricht war im Zwischenspeicher des Komm-Systems der <emphasis>Dauntless </emphasis>gelandet und hatte �bermittelt werden sollen, als die Flotte vor Tagen den Sprungraum verlassen hatte. Weder er noch der Arzt hatten bislang Zeit gefunden, sich um diese Nachricht zu k�mmern. �Es geht um einen Offizier der Flotte, Commander Benan.�</p><p>�Benan?� Nasrs Blick verriet, dass er sein Ged�chtnis durchforstete. �Wurde er bei der Schlacht verwundet?�</p><p>�Nein. Es geht um die Gr�nde f�r seine Schwierigkeiten, sich daran zu gew�hnen, dass er aus dem Gefangenenlager bei Dunai befreit worden ist.�</p><p>Nasr seufzte. �Admiral, ich bewundere es wirklich, wie besorgt Sie um jeden Ihrer Offiziere sind, aber im Moment haben wir alle H�nde voll zu tun, um die Verwundeten zu versorgen.�</p><p>�Doctor�, sagte Geary in einem unbewussten Tonfall, der den Arzt argw�hnisch dreinschauen lie�, �was wissen Sie �ber mentale Blockaden?�</p><p>Der Mann starrte Geary sekundenlang schweigend an. �Nicht viel.�</p><p>�Wissen Sie, ob sich die Art der Blockaden in den letzten hundert Jahren ma�geblich ver�ndert hat?�</p><p>Wieder schickte der Arzt eine lange Pause voraus, ehe er eine zunehmend finstere Miene aufsetzte und schlie�lich den Kopf sch�ttelte. �Nicht in einer Weise, die etwas ausmachen w�rde.�</p><p>�Aber sie werden heutzutage eingesetzt�, sagte Geary und machte daraus eine Feststellung.</p><p>�Sie wissen davon, Admiral?�</p><p>�Ich wei� davon. Bis vor Kurzem war mir davon allerdings noch nichts bekannt.�</p><p>Der Arzt schloss f�r einen Moment die Augen, dann schaute er wieder Geary an. �Offiziell werden keine Blockaden eingesetzt, nicht einmal f�r die h�chsten Geheimhaltungsstufen. Ich k�nnte dar�ber mit niemandem sonst reden, aber Sie sind der Flottenbefehlshaber. Ich habe keine Blockade. Lieber h�tte ich den Dienst quittiert, anstatt mich darauf einzulassen. Aber ich habe einen Eid abgelegt, dass ich die Sicherheitsprotokolle beachte.�</p><p>�Commander Benan konnte auch nur mit mir dar�ber reden, weil ich der Flottenbefehlshaber bin.�</p><p>�Commander Benan? Warum sollte ein Offizier wie er mit Ihnen� <emphasis>er </emphasis>hat eine Blockade?�</p><p>�Ja.� Geary �berlegte, was er weiter dazu sagen konnte und durfte. �Durch einen puren Zufall habe ich all die Voraussetzungen erf�llt, unter denen er mit mir dar�ber reden konnte.�</p><p>�<emphasis>Mir </emphasis>konnte er es nicht sagen.� Der Arzt schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, Wut pr�gte seine Gesichtsz�ge. �Verdammt! Wissen Sie eigentlich, Admiral, dass Sie bereits gegen Sicherheitsvorschriften versto�en, wenn Sie mit mir �ber einen speziellen Fall einer mentalen Blockade reden?�</p><p>�Wollen Sie damit sagen, dass die Sicherheitsvorschriften Sie daran hindern zu erfahren, was mit einem Patienten nicht stimmt? Einem Patienten, der ein Offizier dieser Flotte ist?�</p><p>�Nicht einmal <emphasis>das </emphasis>darf ich Ihnen sagen!� Geary hatte sich daran gew�hnt, dass Dr. Nasr sich durch nichts aus der Ruhe bringen lie�, doch jetzt machte er keinen Hehl aus seiner Ver�rgerung. �In dieser Flotte k�nnte es ein oder zwei �rzte geben, die sich mit der Anwendung von Blockaden auskennen, aber ich wei� nicht, wer diese Leute sind.�</p><p>�Die Vorfahren m�gen uns beistehen�, seufzte Geary. �Bedeutet das wenigstens, dass Blockaden �u�erst selten eingesetzt werden?�</p><p>�Soweit ich wei�.� Der Arzt antwortete voller Ironie, w�hrend er eine Anfrage in seine Konsole eintippte. �Auf jeden Fall erkl�rt das die Probleme, die wir bei Commander Benan erleben. Pers�nlichkeitsver�nderungen, Wutausbr�che, gelegentliche Verwirrung.�</p><p>�Er hatte eine tadellose Personalakte, als er von den Syndiks gefangen genommen wurde�, betonte Geary.</p><p>�Tats�chlich?� Nasr �ffnete eine Akte und �berflog sie. �Verstehe� ja� Er meldete sich auf seinem neuen Schiff, und drei Monate sp�ter geriet er in Gefangenschaft. Davor zwei Wochen Urlaub, dazu gut drei Wochen im Transit, ehe er sein Schiff erreicht hatte. Insgesamt etwas mehr als vier Monate.� Er hielt inne und legte die Stirn in Falten. �Ja, genau. Sechs Monate. Das ist die �bliche Zeit, ehe erste Symptome der Blockade auftreten. Commander Benan wurde gefangen genommen, ehe sich die Symptome zeigen konnten.�</p><p>W�re er nicht in Gefangenschaft geraten, h�tte sich sein Verhalten an Bord des Schiffs zusehends verschlechtert, und er h�tte gegen die Disziplin und die allgemeine Ordnung versto�en, und das alles ohne erkennbaren Grund, bis man ihn schlie�lich aus dem Flottendienst entlassen h�tte.</p><p>�Ich habe da etwas in Erinnerung, was Selbstmorde angeht�, sagte Geary z�gerlich. �Als ich vor hundert Jahren das Training f�r den Fall von Gefangennahme und Verh�r durchlief, da erfuhren wir nicht viel �ber Blockaden, aber es war die Rede von Selbstmorden, als davon gesprochen wurde, warum Blockaden nicht eingesetzt wurden.�</p><p>�Ja.� Der Arzt verzog angewidert den Mund. �Das kommt bei blockierten Personen h�ufig vor. Sie leiden unter den Symptomen, sie wissen, was mit ihnen nicht stimmt, aber sie sind nicht in der Lage, mit irgendwem dar�ber zu reden. Und jeder Versuch einer Behandlung schl�gt fehl, weil das behandelnde Personal den wahren Grund nicht kennt�� Er unterbrach sich und sch�ttelte den Kopf. �Eine impulsive Entscheidung. Der einzige Ausweg. Die einzige L�sung, um Frieden zu finden. Das ist alles. Ich bin im Begriff, eine Aussage zu machen, die mir gro�e Probleme mit der Sicherheit bescheren w�rde, Admiral.�</p><p>�Reden Sie, ich werde Sie verteidigen.�</p><p>�Danke. Bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen ich �ber Blockaden nachgedacht habe, ist mir bewusst geworden, dass es tats�chlich ihre Aufgabe ist, auf die �lteste und sicherste Methode Geheimnisse unter Verschluss zu halten. Die Blockaden treiben die betroffene Person letztlich in den Selbstmord, und sobald die Person tot ist, kann sie niemandem mehr ihr Geheimnis mitteilen.�</p><p>Tote reden nicht. Wie alt war dieses Sprichwort wohl? Geary atmete leise schnaubend aus und versuchte, sich zu beruhigen. �Warum t�tet man diese Person nicht einfach?�</p><p>�Aber, Admiral, wir sind doch zivilisiert. Wir w�rden doch nicht einfach so jemanden t�ten!� Diesmal trieften die Worte des Arztes vor Sarkasmus.</p><p>�Ich verstehe schon, warum sie das so sehr unter Verschluss halten�, fuhr Geary fort. �Wenn mehr als nur eine Hand voll Leute davon w�sste, dass die Allianz Blockaden einsetzt, w�rden die Fakten doch irgendwie an die �ffentlichkeit dringen, und die Reaktion darauf w�rde verdammt heftig ausfallen. Wie oft greifen die Syndiks zu mentalen Blockaden?�</p><p>��berhaupt nicht�, sagte Dr. Nasr und sch�ttelte den Kopf. �Ich h�tte davon erfahren, wenn sie es tun w�rden. Die Syndiks sind nicht so zivilisiert wie wir, und allem Anschein nach erschie�en sie jeden, der zuf�lligerweise etwas wei�, was er nicht wissen sollte. Wenn man nur kaltbl�tig genug an die Sache herangeht, ist das die viel effizientere L�sung, um ein Problem aus der Welt zu schaffen.�</p><p>Was sollte er dazu noch sagen? �Danke f�r Ihre Ausk�nfte, Doctor. Nach allem, was Sie jetzt wissen�� k�nnen Sie Commander Benan nun gezielter und besser behandeln?�</p><p>�Ich kann ein paar Dinge ausprobieren, aber ich bezweifle, dass sie viel n�tzen werden. Die Blockade muss aufgehoben werden, Admiral. Danach k�nnen wir versuchen, den angerichteten Schaden zu beheben.�</p><p>�Kann ich Ihnen befehlen, die Blockade aufzuheben?�</p><p>�Nein, Admiral�, antwortete Nasr und machte eine hilflose Geste. �Selbst wenn Sie das k�nnten, w�sste ich nicht, was ich tun soll. In der Theorie wei� ich zwar in groben Z�gen, wie man ein Gehirn mit einer Blockade versieht, aber ich kann das nicht in die Praxis umsetzen. Ich h�tte eine solche Ausbildung auch niemals mitgemacht. Das hei�t, dass ich erst recht keine Ahnung habe, wie man die Blockade wieder aufhebt.�</p><p>�Dann muss Commander Benan warten, bis wir wieder zu Hause sind, bevor eine wirksame Behandlung begonnen werden kann.�</p><p>�Wenn er solange durchh�lt. Und wenn Sie nach unserer R�ckkehr die Zustimmung erhalten, die Blockade aufheben zu lassen. Diejenigen, die das k�nnen, werden es auch nur machen, wenn sie auf dem ordnungsgem��en Weg den richtigen Befehl daf�r erhalten.� Dr. Nasr sch�ttelte erneut den Kopf. �Es tut mir leid, Admiral.�</p><p>�Sie trifft �berhaupt keine Schuld.�</p><p>�Wenn es sonst nichts mehr gibt� ich werde in einer Viertelstunde im OP erwartet.�</p><p>�Bekommen <emphasis>Sie </emphasis>eigentlich genug Schlaf?�</p><p>Dr. Nasr hielt kurz inne. �Meine Patienten brauchen mich, Admiral. Wenn Sie mich dann entschuldigen w�rden, ich muss�� Er hielt inne und sah zur Seite, wo soeben eine Nachricht f�r ihn einging. �Eine B�rkuh hat das Bewusstsein wiedererlangt, Admiral. Sie ist jetzt tot.�</p><p>�Tot.� Geary bemerkte einen bitteren Geschmack im Mund. �Ich nehme an, in dem Moment, als sie erkannt hat, dass sie sich in Gefangenschaft befindet.�</p><p>�Ja. Ihr gesamter Metabolismus hat sich einfach abgeschaltet. Wie, das wei� ich nicht. Aber angesichts der kompletten Isolation, in der sie sich befinden, war es bereits zu sp�t, um noch etwas zu unternehmen.�</p><p>�Ich hatte gehofft, eine von ihnen w�rde erkennen, dass wir ihr geholfen haben, um ihr das Leben zu retten, und sie w�rde verstehen, dass wir ihr nichts antun wollen.�</p><p>Der Arzt z�gerte abermals, dann sagte er mit Nachdruck: �Admiral, diese Kreaturen hier, die��</p><p>��die Spinnenw�lfe.�</p><p>�Ja. Haben Sie mal die M�glichkeit in Erw�gung gezogen, dass sie wom�glich so essen wie die Spinnen, mit denen wir vertraut sind?�</p><p>�Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich mir alle erdenkliche M�he gegeben, um genau dar�ber nicht nachzudenken.�</p><p>�Das ist verst�ndlich.� Dr. Nasr zog einen Mundwinkel nach unten. �Manche Spinnen fressen ihre Beute nicht sofort auf, sondern l�hmen sie oder wickeln sie in einen Kokon, damit sie sich nicht mehr bewegen kann. Dann wenden sie sich vorl�ufig von ihr ab, weil sie sie jetzt essen k�nnen, wann ihnen danach ist. Sie wollen nicht, dass ihrer Beute etwas zust��t, sie soll vielmehr leben und f�r den Verzehr frisch gehalten werden.�</p><p>Im ersten Moment verstand Geary nicht, aber nachdem ihm die Worte des Arztes einen Augenblick lang durch den Kopf gegangen waren, begann er zu begreifen. �Es k�nnte sein, dass die B�rk�he den Spinnenw�lfen schon einmal begegnet sind und sie dabei herausgefunden haben, dass die ihre Beute am liebsten lebend essen und dass sie die B�rk�he als eine solche Beute ansehen, nicht wahr?�</p><p>�Wir m�ssen eine solche M�glichkeit in Erw�gung ziehen�, antwortete Dr. Nasr. �Wir wissen es zwar nicht mit Gewissheit, aber genauso wenig wissen wir, dass die B�rk�he noch nie mit derartigen J�gern zu tun gehabt haben, bevor es ihnen gelungen ist, die Herrschaft �ber ihre Welt zu erlangen. Wir k�nnen nichts dar�ber sagen, ob sie mit einer Spezies zusammengetroffen sind, die vom Geschmack von B�rk�hen angetan ist. Menschen betrachten sich selbst �blicherweise nicht als Beute, Admiral. Aber wenn wir den Eindruck bekommen, dass wir f�r einen anderen nichts weiter darstellen als die n�chste Mahlzeit, dann ist das ein wirklich entsetzliches Gef�hl. Zuerst habe ich mich gefragt, warum eine intelligente Spezies die F�higkeit entwickelt, alle Lebensfunktionen einfach abzuschalten und damit zu sterben. Aber dann kam mir der Gedanke, dass die B�rk�he schon immer von irgendwem als Beute angesehen worden sind. Es k�nnte sein, dass ihre F�higkeit, sich selbst den Tod aufzuzwingen, zur gleichen Zeit entstand, als sie Intelligenz entwickelten. Ich kann mir die k�rperlichen Schmerzen vorstellen, die ich empfinden w�rde, wenn jemand mich verspeisen wollte. Aber ich wei� nicht, wie entsetzlich die seelischen Schmerzen sein k�nnen, wenn man wei�, dass man soeben aufgefressen wird. Unter solchen Umst�nden d�rfte es sehr angenehm sein zu wissen, dass man diesen Schmerzen ein Ende bereiten kann, wann immer man das will.�</p><p>Ein Summer ert�nte in Dr. Nasrs B�ro, der Mann zuckte daraufhin zusammen. �Meine Operation, Admiral. Ich muss jetzt los.�</p><p>�In Ordnung, Doctor. Stellen Sie nur sicher, dass die restlichen f�nf B�rk�he weiterhin bet�ubt bleiben.�</p><p>Dr. Nasr hielt inne, kurz bevor er die Verbindung unterbrechen konnte. �Ihnen ist doch klar, dass wir so wenig �ber ihre Physiologie wissen, dass wir sie mit unseren Beruhigungsmitteln ohne Weiteres t�ten k�nnten.�</p><p>�Ich verstehe schon, Doctor.� Es ist egal, ob wir etwas unternehmen oder nichts tun, beides kann verkehrt sein. �Aber wenn wir nicht wollen, dass die verbliebenen f�nf sich auch noch umbringen oder auf andere Weise ums Leben kommen, sehe ich im Moment keine Alternative zu den Beruhigungsmitteln.�</p><p>Nach dem Gespr�ch sa� Geary da und gr�belte �ber die Situation nach. Was sollte er mit den B�rk�hen anfangen? Eine als humanit�r gedachte Geste hatte sich in die Notwendigkeit verwandelt, sie in einem Zustand zwischen Leben und Tod zu halten, um sie daran zu hindern, dass sie ihnen einfach wegstarben. W�re es vielleicht humaner, sie einfach sterben zu lassen?</p><p>Ihm wurde bewusst, dass er sie nach den Unterhaltungen mit den Wissenschaftlern und dem Arzt wieder als B�rk�he sah, nicht als Kiks. Doch es war egal, welchen Namen er benutzte, die Probleme blieben die Gleichen. Und das Gespr�ch mit Dr. Nasr �ber Commander Benan war auch alles andere als erfreulich verlaufen.</p><p>Zweifellos hatten sich ein paar wichtige Leute eingeredet, dass in bestimmten F�llen der Einsatz von mentalen Blockaden gerechtfertigt war und dass es sich um eine humane Methode handelte, um Wissen zu handhaben, das zu gef�hrlich war, um es in die falschen H�nde geraten zu lassen. Aber zumindest eine Person, die von Benans Beteiligung an Brass Prince wusste, hatte keine Blockade erhalten und war dadurch in die Lage versetzt worden, Rione mit diesem Wissen zu erpressen. Alles deutete darauf hin, dass es ein sehr hochrangiges Individuum in den Reihen der Flotte oder der Regierung sein musste.</p><p>Es war l�ngst an der Zeit, Licht in ein sehr unerfreuliches Dunkel zu bringen. Er konnte sich an Lieutenant Iger wenden, um sich �ber die angemessenen Sicherheitsvorkehrungen zu informieren, aber der w�rde ihm zweifellos erkl�ren, dass die darin bestanden, niemandem gegen�ber auch nur ein Wort �ber diese Angelegenheit zu verlieren. Vorausgesetzt, der Geheimdienstoffizier war in dieser Angelegenheit �berhaupt auf dem Laufenden. Nein, das w�rde er gar nicht erst versuchen. �Stell keine Fragen, wenn du nicht die Antworten h�ren willst�, hatte ein Chief ihm mal gesagt, als er noch ein Ensign gewesen war. Es kam ihm vor, als w�ren hundert Jahre vergangen, seit er diese Unterhaltung gef�hrt hatte�� aber dann machte er sich bewusst, dass sie wirklich hundert Jahre her war. Doch auch eine derartige Zeitspanne reichte nicht, um diesen besonders weisen Ratschlag zu vergessen.</p><p><emphasis>Wenn ich ins Allianz-Gebiet zur�ckkehre, wird es Ver�nderungen geben, und Leuten wie Commander Benan wird geholfen werden. Ich werde jeden dazu anhalten, der notwendig ist, um das geschehen zu lassen. Sicherheitsbedenken sind kein Freibrief f�r Leute in hohen Positionen, um Taktiken zu verheimlichen, zu deren Anwendung sie sich �ffentlich niemals bekennen w�rden.</emphasis></p><p>Am n�chsten Morgen legte er einen Zwischenstopp auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>ein, um den aktuellen Status zu �berpr�fen. Dabei gab er sich alle M�he, ausgeruht und gelassen zu erscheinen. Er h�tte diese �berpr�fung auch von seinem Quartier aus vornehmen k�nnen, doch eine F�hrungspers�nlichkeit musste sich immer wieder unters Volk mischen, um zu zeigen, dass sie mit Leib und Seele bei der Sache war.</p><p>�Ich hoffe, wir bekommen heute zu h�ren, dass wir gr�nes Licht kriegen, um quer durch das von den Spinnenw�lfen kontrollierte Gebiet heimkehren zu k�nnen�, sagte er zu Tanya.</p><p>�Gut�, erwiderte sie. �Aber bevor Sie sich mit ihnen auf irgendwelche Vereinbarungen einlassen, muss Lieutenant Yuon Ihnen noch was sagen.� Desjani deutete auf ihren Gefechtswachhabenden.</p><p>Lieutenant Yuon zwinkerte ein paar Mal, straffte ein wenig die Schultern und machte dann eine Geste hin zu seinem Display. �Admiral, Captain Desjani hatte uns angewiesen, die Sprungpunkte in diesem System sehr genau unter die Lupe zu nehmen. An dem Sprungpunkt, durch den wir ins System gekommen sind, gab es nichts festzustellen, was uns nicht bereits bekannt gewesen w�re. Allerdings sind wir an jedem der anderen Sprungpunkte auf etwas gesto�en.�</p><p>Auf Gearys Display leuchteten neue, intensiv rote Symbole auf, die auf eine bekannte Gefahr hinwiesen. �Minen?�</p><p>�Eine Mine, Admiral. Nur eine einzelne Mine. An jedem Sprungpunkt, versehen mit einer wirklich beeindruckenden Tarntechnologie. Eine <emphasis>richtig </emphasis>gro�e Mine.�</p><p>Das ergab doch keinen Sinn. Eine einzige, gro�e Mine? Geary warf Desjani einen verst�ndnislosen Blick zu.</p><p>Wieder gab sie Yuon ein Zeichen. �Erstatten Sie Bericht, Lieutenant.�</p><p>�Jawohl, Captain. Ich habe die Sensoren angewiesen, alle verf�gbaren Daten zu den Minen zu liefern, aber da war nichts Ungew�hnliches zu bemerken. Also habe ich sie das Gebiet rund um die Minen nach Auff�lligkeiten scannen lassen, und schlie�lich sind sie f�ndig geworden und haben mir eine Raum-Zeit-Verzerrung angezeigt.�</p><p>�Eine Raum-Zeit-Verzerrung? Rund um eine Mine? Wie soll das�? Moment mal, eine Raum-Zeit-Verzerrung. Kommt es zu so etwas nicht in der N�he von Hypernet-Portalen?�</p><p>�Sie haben es erkannt�, erwiderte Desjani und deutete Applaus an. �Oder besser gesagt: Lieutenant Yuon hat es erkannt.�</p><p>�Diese Minen sind die Hypernet-Portale in Waffenform, Admiral�, redete Yuon eifrig weiter. �Keine Transportf�higkeit, lediglich ein Mittel, um einen verheerenden Energieaussto� zu erzeugen.�</p><p>�Was sagen die Waffeningenieure dazu?�</p><p>�Wir haben Captain Smythe gefragt�, sagte Desjani. �Seine Leute haben es zun�chst f�r unm�glich gehalten, so etwas in einem Objekt von der Gr��e einer Mine unterbringen zu k�nnen, selbst wenn sie so extrem gro� ist. Dann aber mussten sie eingestehen, dass wirklich gute Ingenieure wohl dazu in der Lage sein k�nnten.�</p><p>�Wirklich gute Ingenieure�, wiederholte Geary. �Wie beispielsweise die Spinnenw�lfe.�</p><p>�Und das�, fuhr sie fort, �ist der Grund, weshalb die B�rk�he nicht einfach in dieses Sternensystem und weiter zum n�chsten gesprungen sind. Wenn jemand versucht, einen dieser Sprungpunkte ohne die Erlaubnis der Spinnenw�lfe zu benutzen, erwartet ihn ein Feuerwerk. Ich dachte mir, das sollten Sie wissen.�</p><p>�Danke. Und Ihnen auch, Lieutenant Yuon. Das war eine beeindruckende Recherche und Analyse.�</p><p>Yuon strahlte vor Freude. Lieutenant Castries hob eine Faust, um ihm zu gratulieren.</p><p>�Wenn Sie mit diesen Typen verhandeln�, sagte Desjani zu Geary, �dann denken Sie immer daran, dass sie vermutlich immer noch ein Ass mehr im �rmel haben�� ganz zu schweigen davon, dass sie auch noch mehr �rmel haben als wir. Woher wissen wir, was sie in Wahrheit denken?�</p><p>�Die zivilen Experten sind der Meinung, dass die Spinnenw�lfe in Mustern denken. Uns f�llt dabei wohl eine Rolle zu, die dieses Muster stabil h�lt.�</p><p>Desjani zog skeptisch die Brauen hoch. �Ein stabiles Muster? Im Sinne von� �hm� einfach allem?�</p><p>�Ja, im Sinne von allem. Dem Leben, dem Universum.�</p><p>�Wie k�nnen sie glauben, dass da irgendwas stabil ist? Es gibt nichts Stabiles, was das Leben, das Universum und den ganzen Rest angeht. Alles ver�ndert sich st�ndig, alles ist im Fluss. Die k�nnen nicht glauben, dass irgendein Muster existiert, das sich nie ver�ndert, solange es nur gut genug verankert ist.�</p><p>�Nein�, gab Geary zur�ck. �Sie sprachen davon, dass sich das Muster ver�ndert und trotzdem gleich bleibt. Es kann sich also ver�ndern, trotzdem ist dieses Muster f�r sie die Realit�t.�</p><p>�Hm�, machte sie un�berh�rbar skeptisch. �Ich will ja nicht sagen, dass sie wie die B�rk�he oder wie die Enigmas sind, aber es handelt sich trotzdem um Aliens.�</p><p>�Das m�ssen Sie mir nicht erz�hlen.�</p><p>Bevor sie darauf etwas erwidern konnte, meldete sich Rione bei Geary, Charban war im Hintergrund zu sehen. �Die Spinnenw�lfe sind einverstanden, dass wir ihr Territorium durchfliegen�, verk�ndete sie und klang ein wenig au�er Atem.</p><p>�Den lebenden Sternen sei Dank. Wie schnell��</p><p>�Das ist noch nicht alles.� Rione verzog den Mund zu einem triumphierenden L�cheln. �Sie verf�gen �ber ein Hypernet. Sie werden einige ihrer Schiffe zur Verf�gung stellen, die uns durch dieses Hypernet in ein System begleiten, das nahe an von Menschen besiedeltes Gebiet heranreicht.�</p><p>Geary konnte kaum glauben, dass sie so viel Gl�ck haben sollten. �Das ist ja gro�artig. Wann��</p><p>�Das ist noch immer nicht alles�, unterbrach Rione ihn erneut. �Sie stellen zwei Bedingungen. Die erste lautet, dass eines ihrer Schiffe mit einer diplomatischen Delegation an Bord uns nach Hause begleitet.�</p><p>�Einverstanden�, sagte er ohne zu z�gern.</p><p>�Ein solches Zugest�ndnis h�tte zur Folge, dass die Spinnenw�lfe erfahren, wo genau die Menschen leben, Admiral.�</p><p>�Ich vermute, sie haben ohnehin l�ngst eine Vorstellung davon, falls ihre Grenze zu den Enigmas so weit an Pele heranreicht. Vielleicht sind sie nie mit uns in Kontakt gekommen, aber sie m�ssen Hinweise auf eine andere Spezies bemerkt haben, denen die Enigmas auf dieser Seite gegen�berstanden. Was ist die andere Bedingung?�</p><p>�Sie wollen etwas von uns�, sagte Charban.</p><p>�Und das w�re?�</p><p>�Nun, das ist das Problem. Wir kommen nicht dahinter, was es ist.�</p><p>�Aber� irgendeine Information? Wollen sie das Superschlachtschiff, das wir den B�rk�hen abgenommen haben?�</p><p>�Nein, es ist eindeutig nicht das Superschlachtschiff. Es ist auch keine Information. Es ist ein Objekt. Irgendetwas vermutlich Technisches.�</p><p>�Ein Volk aus Ingenieursgenies will von uns etwas Technisches haben?�</p><p>�Ja, und sie scheinen es unbedingt haben zu wollen. Das Angebot, ihr Hypernet benutzen zu d�rfen, ging bei uns ein, w�hrend wir noch versuchten dahinterzukommen, was sie haben wollen. Offenbar haben sie unsere Verwirrung so gedeutet, dass wir einen h�heren Preis aushandeln wollten.�</p><p>�Das soll mir recht sein. Aber wir wissen trotzdem noch immer nicht, was sie meinen?�</p><p>�Nein, Admiral.� Charban wirkte frustrierter als zuvor. �Aus den Piktogrammen und Worten, die sie verwenden, ergibt sich am ehesten der Begriff Universalreparatursubstanz.�</p><p>�Universalreparatursubstanz?�, fragte Geary. �Wir besitzen eine Universalreparatursubstanz?�</p><p>Charban spreizte hilflos die H�nde. �Jedenfalls glauben <emphasis>sie </emphasis>das, und sie wollen diese Substanz von uns haben.�</p><p>�Aber wieso glauben sie das? Wie kommen sie auf die Idee, dass wir eine solche Universalreparatursubstanz besitzen?�</p><p>�Unsere Kommunikation ist zu eingeschr�nkt, um darauf eine Antwort von ihnen zu bekommen. So beharrlich und �berzeugt, wie sie sind, kann ich nur annehmen, dass sie glauben, wir h�tten den Einsatz dieser Universalreparatursubstanz vorgef�hrt.�</p><p>Geary sah sich auf der Br�cke um. �Was haben wir, was sich mit dem Begriff beschreiben lie�e?�</p><p>Alle dachten angestrengt nach, doch niemand hatte irgendeinen Vorschlag.</p><p>�Leim?�, fragte Lieutenant Yuon schlie�lich.</p><p>Es war zumindest einen Versuch wert. �Leim?�, leitete Geary die Frage an Charban weiter.</p><p>�Nein, Admiral. Daran hatte ich auch gedacht und ihnen eine Tube Klebstoff angeboten, aber sie bestanden weiter darauf, die Universalreparatursubstanz ausgeh�ndigt zu bekommen.�</p><p>�Admiral, fragen Sie bei den Ingenieuren nach�, schlug Desjani vor. �Captain Smythe und seine Leute. Wenn irgendeiner dar�ber etwas wei�, dann einer der Ingenieure der Hilfsschiffe.�</p><p>�Wenn einer der Ingenieure etwas �ber eine Universalreparatursubstanz wei� und mir davon nie ein Wort gesagt hat�, knurrte Geary, �dann wird er das noch bitter bereuen.�</p><p>Smythe, dem die Anstrengungen der letzten Tage anzusehen waren, schaute Geary v�llig ratlos an. �Universalreparatursubstanz?�</p><p>�Genau. Was haben wir, das sich so beschreiben lassen w�rde?�</p><p>�Gar nichts. Das ist das Gleiche wie ein� ein Allesl�ser. Es w�re sch�n, so etwas zu haben, aber niemand hat das jemals erfunden. Obwohl� ein Allesl�ser w�re eine schlechte Sache, weil man ihn in kein Beh�ltnis f�llen kann, da er ja alles l�st und��</p><p>�Captain Smythe�, fiel Geary ihm ins Wort. �Die Spinnenw�lfe sind davon �berzeugt, dass wir das Zeugs haben.�</p><p>�<emphasis>Ich </emphasis>hab�s jedenfalls nicht.�</p><p>�Informieren Sie bitte alle Ihre Ingenieure, dass wir diese Universalreparatursubstanz ben�tigen, und fragen Sie sie, um was es sich dabei ihrer Meinung nach handeln k�nnte.�</p><p>�Wird gemacht, Admiral. Aber ich w�rde keine allzu gro�en Erwartungen hegen, dass irgendwer in dieser Flotte Ihnen das geben kann, wonach Sie suchen.�</p><p>Geary wartete, bis Smythe die Verbindung beendet hatte, dann schickte er eine Nachricht an alle Schiffe in der Flotte, ob irgendjemand eine Ahnung hatte, was die Aliens wollten.</p><p>Anschlie�end wartete er und wurde von Minute zu Minute ungeduldiger. Mit jeder Sekunde r�ckte der Vergeltungsschlag der Enigma gegen Midway n�her, und er konnte nichts anderes tun als dazusitzen. �Captain Smythe�, wandte er sich schlie�lich wieder an den Ingenieur. �Haben Sie eigentlich inzwischen einen Weg gefunden, wie wir das Superschlachtschiff von der Stelle kriegen?�</p><p>��hm� ja, Admiral�, antwortete Smythe, der nur f�r einen winzigen Moment wegen des pl�tzlichen Themenwechsels verbl�fft zu sein schien. �Wir benutzen die Schlachtschiffe.�</p><p>�Schlachtschiff<emphasis>e? </emphasis>Plural?�</p><p>�Ja.� Smythes Miene hellte sich auf, da er die Gelegenheit f�r gekommen sah, �ber etwas zu reden, was jeder Ingenieur als sexy bezeichnen w�rde. �Vier St�ck. <emphasis>Relentless, Reprisal, Superb </emphasis>und <emphasis>Splendid</emphasis>. Die wurden alle ziemlich �bel beschossen, aber die Antriebssysteme sind nach wie vor in guter Verfassung. Wir koppeln sie an das Superschlachtschiff, verbinden die Antriebskontrollen durch eine Steuereinheit miteinander, und dann schleppen sie das Superschlachtschiff nach Hause.�</p><p>�Das werden aber vier sehr ungl�ckliche Schlachtschiffe sein�, murmelte Desjani.</p><p>�Wir haben sonst nichts, das mit so viel Masse zurechtkommen kann�, konterte Geary. �Au�erdem sollen sie das Ding ja auch verteidigen. Da wir jede Waffe an diesem Superschlachtschiff au�er Gefecht gesetzt haben, m�ssen jetzt unsere Schlachtschiffe daf�r sorgen, dass niemand es zerst�ren kann. Gibt es schon eine Antwort auf die Frage nach der Universalreparatursubstanz?�</p><p>�Nicht, seit Sie mich das letzte Mal danach gefragt haben�, konterte sie.</p><p>�Und die Frage ist jedem Schiff geschickt worden?�</p><p>�Ja, Admiral, Sie haben die Frage �ber die Kommandofrequenz an alle Schiffe rausgeschickt.�</p><p>Etwas ging Geary durch den Kopf. �Kommandofrequenz�, sagte er rasch, um den Gedanken nicht zu verlieren.</p><p>�Die haben Sie benutzt�, best�tigte Desjani. �Dar�ber erreichen Sie die Befehlshaber aller Schiffe in der Flotte.�</p><p>�Ja� so wie sonst auch.�</p><p>Was war das nur? Welche �berlegung versuchte da blo�, ihm zu entgleiten? �Wen werden Sie fragen? Auf den jeweiligen Schiffen, meine ich?�</p><p>�Verschiedene Besatzungsmitglieder, w�rde ich sagen�, antwortete Desjani und zuckte fl�chtig mit den Schultern. �Ihre Offiziere vermutlich.�</p><p>�Ihre Offiziere. Haben Sie die Offiziere der <emphasis>Dauntless </emphasis>gefragt?�</p><p>�Ja, Admiral.� Ihr Tonfall hatte etwas Neugieriges, zugleich aber auch Trotziges. �Wollen Sie auf irgendetwas Spezielles hinaus?�</p><p>�Ich bin mir�� Ein alter Witz ging ihm durch den Kopf. Wenn Junioroffiziere nicht weiter wussten, sollten sie ihre Senioroffiziere fragen, weil die ihnen nur zu gern vorschrieben, was sie tun und lassen sollten. �Ich bin ein Idiot.�</p><p>Desjani sah ihn fragend an. �War das jetzt rein dienstlich gemeint? Pers�nlich muss ich n�mlich auf das Sch�rfste widersprechen.�</p><p>�Captain, wenn Sie wissen wollen, wie man etwas macht, an wen wenden Sie sich dann? Wer erledigt Dinge, die erledigt werden m�ssen?�</p><p>Ihr verwirrter Gesichtsausdruck wich einem L�cheln. �Die Chiefs.�</p><p>�Die Chiefs. Die Seniorrekruten. Warum haben wir keinen von denen gefragt, was sie von dieser Universalreparatursubstanz halten?�</p><p>�Weil wir beide Idioten sind. Da h�tten wir als Erstes nachfragen sollen.� Desjani aktivierte das interne Komm. �Hier spricht der Captain. Alle Chief Petty Officers begeben sich sofort in die Chiefsmesse. Geben Sie mir Bescheid, wenn alle vollz�hlig versammelt sind.�</p><p>Gut f�nf Minuten sp�ter konnte Desjani die Frage an ihre versammelten Seniorrekruten weitergeben. �Jetzt hei�t es abwarten, Admiral.�</p><p>Sie hatte kaum ausgesprochen, da tauchte das Bild von Master Chief Gioninni auf der Br�cke auf. �Captain? Wollen Sie tats�chlich wissen, was eine Universalreparatursubstanz sein k�nnte?�</p><p>�Ich nehme an, Sie k�nnen was dazu sagen?�, erwiderte Desjani.</p><p>�Ja, Captain. Sie hatten kaum Ihre Frage gestellt, da haben Senior Chief Tarrini und ich uns angesehen, und sie hat im gleichen Moment wie ich gesagt: �Klebeband!��</p></section><section><title><p>Elf</p></title><p>�Klebeband?� Desjani starrte Gioninni an.</p><p>�Klebeband�, wiederholte der.</p><p>�Klebeband�, sagte sie zu Geary.</p><p>�Das habe ich bereits geh�rt.� Geary dachte �ber diese v�llig abstruse Idee nach. Warum sollte eine Rasse, die �ber geniale Ingenieure verf�gte, sich von etwas so simplem und altem wie Klebeband beeindrucken lassen. �Was meinen die anderen Chiefs?�</p><p>�Die sind der gleichen Meinung�, sagte Gioninni.</p><p>Geary rief Captain Smythe, der etwas genervt schien, da er zum dritten Mal innerhalb k�rzester Zeit antworten musste. �Ja, Admiral? Ich bedauere, aber ich habe von meinen Leuten noch keine Antwort bekommen.�</p><p>�Daf�r kann ich Ihnen eine liefern, Captain Smythe. K�nnte es sein, dass sie an Klebeband interessiert sind?�</p><p>Einen Moment lang bekam Smythe den Mund nicht mehr zu, gleichzeitig wurden seine Augen gr��er und gr��er. �Oh verdammt. Wie� Ein Chief ist dahintergekommen, richtig?�</p><p>�Richtig. Wie k�nnen die Aliens so von Klebeband beeindruckt sein? Wann sollen sie gesehen haben, wie wir es benutzen?�</p><p>�Haben Ihre Gesandten mit ihnen� nein, warten Sie. Waren die auf irgendeinem unserer Schiffe?�</p><p>�Nein�, sagte Geary.</p><p>�Aber sie waren in dieser Rettungskapsel�, warf Gioninni ein.</p><p>�Rettungskapsel?� Einen Augenblick sp�ter konnte er sich erinnern. �Die besch�digte Rettungskapsel von der <emphasis>Balestra</emphasis>. Zwei von ihnen waren an Bord der Kapsel gekommen.�</p><p>�Tats�chlich?�, hakte Smythe nach. �Gibt es davon eine Aufzeichnung? Die Systeme dieser Kapsel waren ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, wenn ich mich nicht irre.�</p><p>�Es gibt eine Aufzeichnung meiner Komm-Verbindung zur Kapsel�, erkl�rte Geary, der Desjani ein Zeichen gab, die wiederum dem Komm-Wachhabenden signalisierte, was den zu einer hektischen Suche veranlasste.</p><p>�Hab�s gefunden�, meldete der Wachhabende nur Momente sp�ter. �Es kommt sofort.�</p><p>Zwischen Gioninni und Smythe �ffnete sich ein weiteres Fenster, und Geary konnte wieder das Innere der besch�digten Rettungskapsel sehen. Chief Madigan hielt sich an der Komm-Station auf, die beiden Spinnenw�lfe standen an der Luftschleuse, sie trugen Schutzanz�ge. �Wir haben keine Ahnung, was sie sich ansehen�, stellte Geary fest.</p><p>�Stimmt�, pflichtete Smythe ihm bei. �Aber wir und die Spinnenw�lfe k�nnen sehen, dass die Matrosen mit Klebeband arbeiten. Sie kleben damit Risse in der H�lle zu, sie reparieren Konsolen, sie legen diesem verwundeten Matrosen einen Verband an. Hilft das wirklich bei solchen Verletzungen?�</p><p>�Ja, Sir�, versicherte ihm Master Chief Gioninni.</p><p>Desjani nickte verstehend. �Reparatur der Elektronik, der Schiffsh�lle, dazu Behandlung von Verwundeten. Ja, ich w�rde sagen, das klingt nach einer Universalreparatursubstanz.�</p><p>�Darum wird ja auch jede Rettungskapsel mit mehreren Rollen Klebeband ausgestattet�, machte Master Chief Gioninni deutlich. �Wir m�ssen einmal im Monat eine Bestands�berpr�fung vornehmen, weil sich immer wieder Leute in die Rettungskapseln schleichen und die Rollen mitnehmen, um sie zu verkaufen oder um sie auf ihren Schiffen zu verwenden.�</p><p>�Verkaufen?�, fragte Desjani, deren Gesichtsausdruck einen bedrohlichen Zug annahm, als sie wieder Gioninni ansah.</p><p>�Nicht auf diesem Schiff, Captain�, beteuerte der Master Chief. �Ein paar Leute kommen hin und wieder auf eine solche Idee, aber �ltere und kl�gere Besatzungsmitglieder machen jedem von ihnen klar, wie verkehrt ein solches Verhalten ist. Das Klebeband aus einer Rettungskapsel zu stehlen und dann zu verkaufen, das w�re so, als w�rde man� ja, als w�rde man die Fallschirme verkaufen, die sich an Bord eines Flugzeugs befinden. Wenn man das Band braucht, dann hat man es wirklich dringend n�tig, und deshalb achten wir darauf, dass niemand damit Unfug treibt.�</p><p>�Geh�rt Klebeband nicht zu unserer Standardausr�stung?�, wollte Desjani wissen, die zwar schon ein wenig bes�nftigt war, aber immer noch Argwohn erkennen lie�.</p><p>�Klar, Captain, aber man kann nie zu viel Klebeband haben.�</p><p>Geary h�rte jemanden lachen, dann erst wurde ihm bewusst, dass er selbst gelacht hatte. �Das Geschenk der Menschheit an das Universum: Klebeband.�</p><p>�Ohne Klebeband h�tten wir es nie bis zu den Sternen geschafft, Admiral�, sagte Gioninni.</p><p>�Ohne Chiefs aber auch nicht.�</p><p>Gioninni grinste als Reaktion darauf. �Ja, Sir. �hm� wenn ich das fragen darf, Admiral� Warum ist es so interessant, wie die Aliens unser Klebeband bezeichnen?�</p><p>�Sie wollen es haben�, antwortete Desjani.</p><p>Der Master Chief hielt einen Moment lang inne, dann nickte er. �Wie versessen sind sie denn auf das Klebeband, Captain? Wir k�nnten hier vielleicht einen richtig guten Deal aushandeln.�</p><p>Geary versuchte, sich ein Grinsen zu verkneifen. �Kennen Sie zuf�llig jemanden, der gut darin ist, Deals auszuhandeln, Master Chief Gioninni?�</p><p>�Ich glaube, ich besitze ein wenig Erfahrung auf diesem speziellen Gebiet, Admiral�, erkl�rte Gioninni mit �u�erst �berzeugender Bescheidenheit. �Nicht dass ich selbst viele Deals aushandeln w�rde, m�ssen Sie wissen. Aber manchmal gibt es was zu tauschen, und wenn die andere Seite eine Sache unbedingt haben will, dann kann man daraus ansehnliche Vorteile herausholen.�</p><p>�Da haben Sie wohl recht, Master Chief�, stimmte Desjani ihm zu. �Aber dieser Deal ist bereits ausgehandelt. Wir geben ihnen das Klebeband, und sie lassen uns f�r den Heimflug das Hypernet benutzen. Ich glaube, keiner von uns m�chte, dass sie dieses Angebot zur�ckziehen, nur weil wir nachverhandeln wollen. Au�erdem k�nnen wir es uns nicht leisten, die einzigen Aliens zu t�uschen oder zu betr�gen, deren wichtigstes Anliegen zur Abwechslung einmal nicht darin besteht, uns ausl�schen zu wollen.�</p><p>�Ich w�rde niemals jemanden t�uschen oder betr�gen, Captain!�, erkl�rte Gioninni todernst und schaffte es dabei auch noch irgendwie, mit einer schockierten Miene auf diese mutma�liche Unterstellung zu reagieren. �Ich bin die Fairness und Ehrlichkeit in Person.�</p><p>�Ist mir auch zu Ohren gekommen. Von Ihnen pers�nlich. Danke, Master Chief. Wir lassen die Gesandten wissen, dass Sie zur Verf�gung stehen, wenn sie wieder einen Deal aushandeln m�ssen.� Nachdem Gioninnis Bild verschwunden war, wandte sich Desjani an Geary. �Was glauben Sie, wo in ihrem Muster die Spinnenw�lfe wohl Master Chief Gioninni platzieren w�rden?�</p><p>�Das sollten wir lieber nicht herausfinden. General Charban? Gesandte Rione? Wir konnten die mysteri�se Substanz identifizieren. Captain Smythe, sorgen Sie daf�r, dass die vier Schlachtschiffe an das Superschlachtschiff angekoppelt werden. Wie lange wird das dauern?�</p><p>Smythe kratzte sich nachdenklich an der Wange. �Zwei Tage, Admiral.�</p><p>�Sie haben einen Tag Zeit.�</p><p>�Die unm�glichen Dinge brauchen immer etwas l�nger, Admiral. Ich kann versuchen, in eineinhalb Tagen fertig zu sein, aber f�r alles darunter kann ich nichts versprechen.�</p><p>�Okay.� Geary hatte nie die Klage vergessen, die er von dem ersten Matrosen unter seinem Kommando zu h�ren bekommen hatte. <emphasis>Warum reicht die Zeit nie, um etwas ordentlich zu machen, aber warum ist immer genug Zeit, es noch einmal zu versuchen? </emphasis>Die simple Logik hinter diesen Worten hatte sich ihm eingegraben, vor allem, seit entsprechende Erfahrungen sie best�tigt hatten.</p><p>Nach der Unterhaltung sa� Geary da und betrachtete einen Moment lang sein Display. �An alle Einheiten: Stellen Sie sich darauf ein, dass wir in eineinhalb Tagen zum n�chsten Sprungpunkt aufbrechen. Sorgen Sie daf�r, dass Sie bis dahin zur Abreise bereit sind.�</p><p>Smythe musste sich sofort an die Arbeit gemacht haben, das Schiff der Aliens an die Schlachtschiffe anzukoppeln, denn nur ein paar Minuten sp�ter meldete sich der befehlshabende Offizier der <emphasis>Reprisal</emphasis>. �Bei allem Respekt, Admiral, aber ich muss auf das Sch�rfste protestieren, dass mein Schiff als Schlepper benutzt wird!�</p><p>�Ich kann Ihre Bedenken verstehen, Captain�, sagte Geary und brachte alle Diplomatie ins Spiel, die er besa�. Laut Rione war das nicht gerade viel, weshalb er nur hoffen konnte, dass es gen�gen w�rde. �Ich habe diese Entscheidung auf Grundlage des Auftretens der <emphasis>Reprisal </emphasis>w�hrend des j�ngsten Gefechts getroffen. Es ist von �u�erster Wichtigkeit, dass wir das Schiff der Aliens unversehrt nach Hause schaffen, und ich wei�, der <emphasis>Reprisal </emphasis>kann ich vertrauen, dass uns das auch gelingt, ganz gleich, welchen Bedrohungen wir auch begegnen m�gen. Sie werden die letzte und st�rkste Verteidigungslinie f�r das Superschlachtschiff sein.�</p><p>Der Offizier z�gerte. �Dann ist das eine� eine ehrbare Position?�</p><p>�Auf jeden Fall.� Und das war nicht mal gelogen, denn wenn es hart auf hart kommen sollte, war es gut zu wissen, dass so standfeste Schiffe wie diese vier Schlachtschiffe die letzte Bastion rings um das Schiff der B�rk�he bildeten.</p><p>Innerhalb der n�chsten Minuten gingen fast wortgleiche Beteuerungen an die Befehlshaber der <emphasis>Relentless, Superb </emphasis>und <emphasis>Splendid</emphasis>. Dann wandte er sich an die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die <emphasis>Orion</emphasis>, die <emphasis>Dependable </emphasis>und die <emphasis>Conqueror</emphasis>, um sie wissen zu lassen, dass ihnen die Ehre zuteil wurde, als Eskorten f�r ihre Schwesterschiffe und das erbeutete Kriegsschiff zu operieren.</p><p>�Jane�, sagte er zu seiner Gro�nichte. �Sie haben das Kommando �ber diese Eskorte. Ihre Aufgabe ist es, das erbeutete Kriegsschiff zu besch�tzen.�</p><p>Captain Jane Geary nickte best�tigend. �Ich habe verstanden, Admiral.�</p><p>�Sie haben hier gute Arbeit geleistet. Niemand wird je wieder Ihre Tapferkeit, Ihren Kampfgeist oder Ihr K�nnen infrage stellen.�</p><p>�Vielen Dank, Admiral.�</p><p>Und einmal mehr versteckte sich Jane Geary hinter dienstlicher H�flichkeit, um zu verhindern, dass das Gespr�ch in irgendeiner Weise pers�nlicher werden konnte.</p><p>Es dauerte fast einen halben Tag, ehe es eine R�ckmeldung von den Gesandten gab. �Wir haben eine Abmachung�, sagte Rione. �Allerdings werde ich mich noch einmal gegen Ihre Entscheidung aussprechen, dass wir uns auf dem R�ckflug von Schiffen der Spinnenw�lfe begleiten lassen.�</p><p>�Schiff<emphasis>en? </emphasis>Ich dachte, es geht um ein Schiff.�</p><p>�Das liegt an einer Fehlinterpretation durch General Charban und mich�, erkl�rte Rione. Es schien ihr nicht allzu viel auszumachen, sich einen Fehler erlaubt zu haben, aber vielleicht hatten die Verhandlungen sie auch in einem Ma� ihrer Kr�fte beraubt, dass es ihr im Moment einfach v�llig egal war. �Sie wollen sechs Schiffe mitschicken.�</p><p>�Sechs Schiffe.� Geary rieb sich nachdenklich das Kinn. Sechs Alien-Schiffe, die ins von Menschen kontrollierte Gebiet gebracht wurden? Andererseits konnte er nichts dazu sagen, welche Gefahren unterwegs noch auf sie lauerten. Wenn sie von einem einzelnen ihrer Schiffe begleitet wurden, und diesem Schiff stie� etwas zu, wie sollten sie das dann den Spinnenw�lfen erkl�ren?</p><p>�Diese sechs Schiffe werden uns durch das Gebiet der Spinnenw�lfe sowie durch ihr Hypernet begleiten�, erg�nzte Charban. �Danach werden sie bei uns bleiben, w�hrend wir auf Heimatkurs gehen.�</p><p>�Wissen die bereits, wohin wir wollen?�</p><p>�Sie wissen, wir wollen nach Midway, Admiral. Das mussten wir ihnen sagen, um ihre Durchflugerlaubnis zu erhalten.�</p><p>Konnte er jetzt noch einen R�ckzieher machen? Nein, auf keinen Fall. Und je l�nger er dar�ber nachdachte, umso besser gefiel ihm die Vorstellung, im Falle eines Falles von sechs Schiffen der Spinnenw�lfe unterst�tzt zu werden. �Gut, ich bin einverstanden. Haben sie ihr Klebeband bereits erhalten?�</p><p>�Nein�, antwortete Rione. �Das werden wir pers�nlich �berreichen.� Sie musste Gearys Reaktion darauf bemerkt haben. �Die Spinnenw�lfe bestehen darauf, dass wir uns mit ihnen treffen, um ihnen unser �Geschenk� als Gegenleistung f�r ihre Versprechen zu �berreichen. Dazu geh�rt auch so etwas wie eine� eine Umarmung, wenn ich das richtig verstanden habe.�</p><p>�Eine Umarmung? Bei den Vorfahren, Victoria, Sie k�nnen��</p><p>�Ich behaupte ja nicht, dass ich mich darauf freue, aber jede Frau hat schon einmal unangenehme Erfahrungen gemacht, wenn sie mit einem Mann ausgegangen ist�, sagte sie. �Ich tue einfach so, als w�re ich noch Single und eine gute Freundin h�tte versucht, mich mit irgendeinem schrecklichen Mann zu verkuppeln. Eine schlaffe Umarmung, vielleicht noch ein Hauch von einem Wangenkuss, eine vage Zusicherung, sich demn�chst mal zu melden�� und dann kann ich schon wieder heimkehren.�</p><p>�Wir werden beide zugegen sein�, sagte General Charban. �Wir ben�tigen ein Shuttle, damit wir uns mit einem ihrer Shuttles treffen k�nnen. Wir beide als die Passagiere auf dieser, zwei von ihnen auf der anderen Seite. Wir treffen uns in der Luftschleuse.�</p><p>�Kann deren Luftschleuse mit unserer verbunden werden?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Sie scheinen das nicht f�r ein Problem zu halten, Admiral.�</p><p>�Und wie viel Klebeband ben�tigen Sie?�</p><p>�Gesandte Rione meint, wir sollten ihnen eine Kiste voll anbieten.�</p><p>Eine ganze Kiste Klebeband, einer Flotte weggenommen, die schon viel zu lange von zu Hause weg war und die in letzter Zeit kaum etwas anderes machte, als Sch�den an den Schiffen zu flicken. Geary drehte sich zu Desjani um, die allem Anschein nach M�he hatte, ein Kichern zu unterdr�cken. �Habe ich was Witziges vers�umt, Captain?�, fragte er.</p><p>�Nein, Admiral.� Doch bevor sie ihn ansah, zuckte ihr Blick einmal kurz zu Rione.</p><p>In diesem Moment wurde ihm alles klar. Ihre alte Rivalin Rione w�rde sich von einem Spinnenwolf umarmen lassen m�ssen.</p><p>�Manchmal k�nnen Sie richtig geh�ssig sein�, fl�sterte er ihr zu. �K�nnen Sie eine Kiste Klebeband er�brigen?�, fragte er dann in normaler Lautst�rke.</p><p>�Eine ganze Kiste? Eine <emphasis>volle </emphasis>Kiste? Wohl eher nicht�, gab sie zur�ck, als w�rde es sie kaum interessieren. �Wann ben�tigen Sie die?�</p><p>�Jetzt sofort.�</p><p>�Alles klar.� Desjani drehte sich zu ihrem Komm-Wachhabenden um. �Master Chief Gioninni soll sich umgehend melden. Die Allianz-Flotte ben�tigt wieder mal seine besonderen Talente.�</p><p>Eine halbe Stunde sp�ter verlie� ein Shuttle die <emphasis>Dauntless</emphasis>, an Bord die Pilotin und ein Marine-Wachmann auf dem Flugdeck, w�hrend sich Rione und Charban im Passagierbereich aufhielten. Charban hielt in seinen H�nden eine volle, unge�ffnete Kiste mit zwanzig Rollen Klebeband. Der Versorgungsoffizier der <emphasis>Dauntless </emphasis>hatte Captain Desjani wissen lassen, dass im Verlauf einer langen und gr�ndlichen Suche keine unge�ffnete Kiste Klebeband aufgetaucht war. Im Gegenzug hatte Desjani jedoch kein Wort dar�ber verlauten lassen, dass Master Chief Gioninni f�nfzehn Minuten zuvor mit einer solchen Kiste unter dem Arm im Shuttlehangar eingetroffen war, wo General Charban ihn bereits erwartet hatte.</p><p>Als das Shuttle den Hangar der <emphasis>Dauntless </emphasis>verlie� und Kurs auf die Formation der Spinnenw�lfe nahm, l�ste sich dort ein Schemen von der Spinnenwolf-Flotte und kam auf den Treffpunkt zugeschossen. �Sogar ihre Shuttles sind richtige Rennmaschinen�, stellte Desjani fest.</p><p>�Sie sind auffallend guter Laune�, gab Geary zur�ck.</p><p>�Es ist ja auch ein sch�ner Tag, Admiral.�</p><p>�Sie meinen, weil das der Tag ist, an dem Victoria Rione einen Spinnenwolf umarmen muss?�</p><p>�Ach, ist das f�r heute vorgesehen?�, fragte sie in einem �berraschten Tonfall, der nicht mal im Ansatz �berzeugend wirkte. �Ist es nicht gut zu wissen, wenn das Muster des Universums das n�chste Mal ein bisschen ausfranst, dass die Spinnenw�lfe dann in der Lage sein werden, es mit unserem Klebeband wieder zu richten?�</p><p>�Ihnen ist doch klar�, �berging Geary ihre letzte Bemerkung, �dass Victoria Rione in die Geschichte eingehen wird, weil sie als erster Mensch k�rperlichen Kontakt mit einer freundlich gesinnten fremden Spezies haben wird, oder?�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Die Marines hatten k�rperlichen Kontakt mit Heerscharen von B�rk�hen.�</p><p>�Aber die waren nicht freundlich gesinnt. Und ich glaube, niemand wird noch feststellen k�nnen, wer bei diesem Gemetzel als Erster in Kontakt mit ihnen gekommen ist.�</p><p>�Und die Enigmas��</p><p>�Angesichts der Geheimnisse, mit denen sie sich umgaben, als sie das erste Mal auf Menschen trafen, wird die Identit�t des Menschen, der ihnen als Erster begegnet ist, wohl f�r immer ein R�tsel bleiben. Au�er vielleicht f�r die Enigmas selbst. Abgesehen davon fallen sie auch nicht in die Kategorie freundlich.�</p><p>Das Shuttle der Allianz-Flotte und das der Spinnenw�lfe trafen zusammen, die Pilotin gab sich alle M�he, ihr Raumfahrzeug genauso elegant und selbstbewusst zu fliegen, wie es ihr Pendant im anderen Shuttle machte. Geary konnte auf der Videoleitung den Passagierbereich so gut �berblicken, dass er Charban und Rione mustern konnte, ob einer von beiden nerv�s wirkte. Zu seinem Erstaunen waren sie zumindest �u�erlich v�llig ruhig.</p><p>Die beiden Shuttles kamen Seite an Seite zum Stillstand, und die Pilotin meldete sich �ber die Videoleitung: �Befinde mich jetzt neben dem Shuttle der Aliens. Erwarte weitere Anweisungen.�</p><p>�Hier spricht Admiral Geary. Warten Sie ab, was sie als N�chstes tun.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>Er konnte auch mitverfolgen, was sich rings um das Shuttle abspielte. Die Kamera, die auf das eif�rmige Shuttle der Spinnenw�lfe gerichtet war, zeigte, wie sich ein ovaler Schlauch in Richtung des Allianz-Shuttles bewegte.</p><p>�Das sieht gut aus�, merkte Desjani an. �Diese ovale Form, die Proportionen. Man k�nnte meinen, die Spinnenw�lfe haben die gleiche Vorliebe wie wir f�r den Goldenen Schnitt.�</p><p>Der Schlauch ber�hrte die Seite des Allianz-Shuttles, vor dem Platz der Pilotin leuchteten Warnlampen auf. �Wir haben H�llenkontakt. Ich wei� nicht, was da los ist.� Ihre Stimme klang fest und ruhig.</p><p>�Haben die alle Beruhigungsmittel geschluckt?�, wunderte sich Geary. �Warum ist da kein Mensch auch nur ein bisschen nerv�s?�</p><p>�Ich habe die Pilotin ausgesucht, Admiral�, antwortete Desjani. �Sie hat definitiv nichts geschluckt. Ob das bei den Gesandten auch der Fall ist, m�ssen Sie sie schon selbst fragen.�</p><p>�Luftdruck au�erhalb der Schleuse�, meldete die Pilotin. �Ungef�hr 0,95 Standard. Zusammensetzung der Gase liegt im akzeptablen Bereich, um von Menschen geatmet zu werden.�</p><p>Wie hatte der Schlauch eine luftdichte Versiegelung an der H�lle des Shuttles erzeugen k�nnen? Und wie war aus ihm auf einmal ein starres Objekt geworden, wenn er eben noch flexibel gewesen war?</p><p>Rione und Charban hatten beide die Meldung der Pilotin geh�rt, Charban ging zur Schleuse, drehte sich um und salutierte in Richtung der Kamera. �Es geht los�, meinte er und grinste schief.</p><p>Rione stellte sich zu ihm, w�hrend sich erst die innere Schleusent�r und dann die �u�ere Luke �ffnete. Geary sah, wie sie tief einatmete, als die Luft aus dem fremden Shuttle sich mit der in der Passagierkabine vermischte. �W�rzig�, sagte sie. �Nicht zu scharf, auch nicht stechend. Fast schon angenehm.�</p><p>�Vielleicht riechen sie ja gut�, �berlegte Geary.</p><p>�So wie sich das anh�rt, riechen sie nicht nur gut, sondern besser als wir�, meinte Desjani. �Anwesende nat�rlich ausgenommen.�</p><p>Er fragte sich, was er empfinden sollte, w�hrend sie darauf warteten, dass die Spinnenw�lfe zum Vorschein kamen. Endlich nahm die Menschheit mit einer fremden Intelligenz Kontakt auf. Die Enigmas hatten sich einem Gespr�ch mit den Menschen verweigert und nur Drohungen und Forderungen ausgesprochen. Die B�rk�he waren zu keinerlei Kommunikation bereit gewesen. Aber die Spinnenw�lfe waren intelligent und zugleich bereit, mit den Menschen zu reden. Zum ersten Mal w�rde die Menschheit erfahren, wie eine andere Intelligenz das Universum betrachtete, das sie sich teilten. Mit der Zeit w�rde die noch sehr grobschl�chtige Verst�ndigung zwischen ihnen besser werden, einer w�rde die Sprache des anderen erlernen und�</p><p>Trotzdem w�rde man sich an den Anblick der Spinnenw�lfe erst noch gew�hnen m�ssen, wie Geary einsehen musste, als zwei von ihnen schlie�lich durch den ovalen Schlauch her�berkamen, der gro� genug war, um sie Seite an Seite hindurchgehen zu lassen.</p><p>An Bord der Rettungskapsel der <emphasis>Balestra </emphasis>hatte er Spinnenw�lfe in R�stung gesehen, aber jede Art von Panzerung oder Schutzanzug vermittelte f�r gew�hnlich ein falsches Bild von den Ma�en des Tr�gers. Als er sie jetzt zum ersten Mal in ihrer leuchtenden, seidenartigen Kleidung zu sehen bekam, konnte er sich endlich ein Bild davon machen, wie gro� sie waren.</p><p>Sie bewegten sich irgendwo zwischen den kleinen B�rk�hen und den deutlich gr��eren Menschen und waren vielleicht einen Meter f�nfzig hoch. Durch die Art, wie ihre Arme nach au�en ragten und wie sich der Bauchbereich zu beiden Seiten ausdehnte, waren sie zugleich deutlich breiter als ein Mensch.</p><p>Charban hielt ihnen den Karton Klebeband hin. �F�r unsere Freunde�, sagte er. �Eine der gr��ten Errungenschaften der Menschheit und zugleich eines ihrer am besten geh�teten Geheimnisse. Und dennoch teilen wir es aus freien St�cken mit Ihrer Spezies im Geist der Freundschaft und der Verst�ndigung.�</p><p>Irgendwie wollte ein Karton Klebeband nicht so recht zu den geschwollenen Worten passen, mit denen Charban das Pr�sent den Spinnenw�lfen �berreichte. Einer der Aliens streckte vier Arme aus, die Klauen schlossen sich dabei ganz behutsam um die Kiste, um sie auf eine Weise festzuhalten, als sei der Inhalt von ungeheurem Wert.</p><p>Der andere Spinnenwolf wandte sich Rione zu, deren leichte Anspannung Geary sonderbar vertraut vorkam. Nicht bei ihr, sondern vielmehr bei sich selbst. Vielleicht lag es an Riones Bemerkung �ber das Verkuppeln, dass er sich an seine eigenen Verabredungen in seiner Jugend erinnert f�hlte, vor allem an die missratenen, bei denen die jeweilige Freundin genauso dagestanden hatte. Es war nicht allzu viel Erfahrung notwendig, um zu begreifen, dass eine solche K�rperhaltung ein sicherer Vorbote f�r einen fl�chtigen Wangenkuss und eine genauso fl�chtige Umarmung mit minimalem K�rperkontakt gewesen war.</p><p>Empfand der Spinnenwolf das jetzt auch so? Er hob seine vier Klauenarme und legte sie so um Rione, dass er sie kaum ber�hrte. Dann lie� er seinen abscheulichen Kopf ein St�ck weit nach vorn sinken, um nur ganz leicht Riones Stirn zu ber�hren. Die ahmte die Geste nach, woraufhin der Spinnenwolf rasch die Arme sinken lie�. Geary konnte beobachten, wie sich Gesicht und Oberbauch pl�tzlich verf�rbten�� von einem Rosaton hin zu einem leichten Blau und schlie�lich einem Lila, das sich ausbreitete und dann verharrte.</p><p>Er und die anderen hatten gescherzt, dass die Spinnenw�lfe die Menschen f�r genauso widerw�rtig ansehen mochten wie umgekehrt. Wenn er die Reaktionen dieses Spinnenwolfs richtig deutete, hatten sie mit ihrer �berlegung gar nicht so verkehrt gelegen.</p><p>Desjani lachte kurz auf. �Sie hat Mut. Ich hasse diese Frau, aber sie hat Mut. Wie lange werden die beiden danach in Quarant�ne bleiben m�ssen?�</p><p>�Das werden die �rzte entscheiden, wenn sie sie untersucht haben.�</p><p>�Verdammt.� Desjanis Stimme klang mit einem Mal tiefer und eindringlicher. �Das ber�hrt mich richtig. Auf diesen Moment hat die Menschheit seit Tausenden von Jahren gewartet. Sie hat davon getr�umt und sich davor gef�rchtet, und jetzt auf einmal ist es so weit. Und wir k�nnen dabei zusehen.�</p><p>�Schon gro�artig, nicht wahr?�, meinte Geary.</p><p>�Bin ich immer noch geh�ssig, wenn ich hoffe, dass ich miterleben kann, wie die Spinnenw�lfe die Politiker im Gro�en Rat der Allianz umarmen?�</p><p>�Kein bisschen.� Er stellte sich vor, wie Senatorin Suva von einem Spinnenwolf umarmt wurde, und musste unwillk�rlich grinsen. �Das w�rde ich mir auch ansehen wollen.�</p><p>Der erste Spinnenwolf sagte etwas in einer schrillen, schnellen Sprache, dabei beschrieb er mit den Armen sorgf�ltig verschiedene Gesten, ehe er sie vor seinem K�rper verschr�nkte. Mit den Klauen machte er ein paar klickende Laute, dann verbeugte er sich vor Charban und Rione. Mit einem Arm wies er in Richtung eines der Sprungpunkte, mit allen vier Armen zeigte er schlie�lich auf die beiden Menschen.</p><p>Nach kurzem Z�gern hob Charban behutsam den Arm zum Salut und machte dann ein paar Schritte nach hinten.</p><p>Rione breitete die Arme aus, l�chelte und nickte den Spinnenw�lfen zu, ehe sie Charban folgte.</p><p>Die Spinnenw�lfe zogen sich durch den ovalen Schlauch zur�ck, bis sie aus Gearys Blickfeld verschwunden waren.</p><p>�Und jetzt?�, fragte Rione an Charban gerichtet.</p><p>�Ich w�rde sagen, wir schlie�en jetzt die Luke�, sagte er und machte sich daran, die �u�ere und die innere Luke zu verriegeln.</p><p>Die Pilotin hatte auf ihrem eigenen Schirm das Geschehen im Passagierabteil mitverfolgt, jetzt aber reagierte sie auf einen Alarm, der auf ihrem Pult angezeigt wurde. �Die Atmosph�re au�erhalb der Luftschleuse l�st sich rasch auf. Weiter, noch weiter� Jetzt ist sie nicht mehr feststellbar. Was immer den Kontakt zur Shuttleh�lle hergestellt hat, ist jetzt ebenfalls nicht mehr dort.�</p><p>�Kommen Sie zur�ck�, befahl Geary. �Befolgen Sie die Quarant�nevorschriften f�r s�mtliches Personal und f�r das Shuttle.�</p><p>�Verstanden, Admiral. Ich kehre jetzt zur <emphasis>Dauntless </emphasis>zur�ck.�</p><p>Die kleinen Schiffe trennten sich, jedes machte sich auf den Weg zu seiner eigenen Flotte.</p><p>Der Augenblick des Kontakts war vor�ber, doch als Geary die Anzeige des Shuttles �ber sein Display huschen sah, musste er daran denken, dass das von den Spinnenw�lfen erw�hnte Muster auf eine Weise ver�ndert worden war, dass es nicht einmal mit allem Klebeband des ganzen Universums in ihren urspr�nglichen Zustand zur�ckversetzt werden konnte.</p><p>Das Shuttle hatte soeben die <emphasis>Dauntless </emphasis>erreicht, als das Raumfahrzeug der Spinnenw�lfe von einem gr��eren Raumschiff geschluckt wurde, das sofort kehrtmachte und Kurs auf einen anderen Sprungpunkt nahm als den, durch den die Allianz-Flotte das System verlassen sollte. Fast gleichzeitig l�sten sich aus einem der geschwungenen Arme der Spinnenwolf-Formation sechs Schiffe und bewegten sich auf einen Punkt zu, der zwischen der Allianz-Flotte und dem vorgesehenen Sprungpunkt lag.</p><p>�Unsere Eskorte, w�rde ich sagen�, meinte Geary, als die sechs Schiffe abbremsten und zum Stillstand kamen. Er rief die zivilen Experten, von denen er wusste, dass sie alles mitangesehen hatten, und bekam das finster dreinblickende Gesicht von Dr. Shwartz zu sehen. �Stimmt etwas nicht?�</p><p>Die Expertin musste erst einmal tief durchatmen, ehe sie antwortete: �Es tut mir leid, wenn ich so unprofessionell bin, Admiral, aber haben Sie eine Vorstellung davon, wie schwierig es f�r mich gewesen ist, mir dieses Treffen anzusehen und nicht dabei anwesend sein zu k�nnen?�</p><p>�Das bedauere ich, Doctor, aber die Spinnenw�lfe wollten nur zwei menschlichen Repr�sentanten begegnen. Gesandte Rione und General Charban sind von der Allianz-Regierung ausdr�cklich dazu bestimmt worden, als Erste mit einer fremden Spezies Kontakt aufzunehmen. Es gab keine Rechtfertigung, um Ihnen den Vortritt zu lassen.�</p><p>�Ja, ich wei߫, sagte Shwartz. �Deshalb habe ich ja auch einger�umt, dass es unprofessionell von mir war. Trotzdem� ich habe mein Leben lang von diesem Augenblick getr�umt, Admiral, und in diesen Tr�umen war ich diejenige, die die Aliens pers�nlich begr��te.�</p><p>�Davon haben viele Leute getr�umt, Doctor. Sie waren immerhin Augenzeuge dieses Moments.� W�hrend Shwartz den Mund verzog, redete er weiter. �Unsere Gesandten werden vorl�ufig nicht zur Verf�gung stehen, da sie erst mal von unseren �rzten auf alles untersucht werden, was denen nur in den Sinn kommen kann. Unsere Begleiter sind bereits vor dem Sprungpunkt in Position gegangen, aber wir werden fr�hestens in zw�lf Stunden aufbrechen k�nnen. W�rden Sie und Dr. Setin den Spinnenw�lfen Bescheid geben, dass sie so lange warten m�ssen?�</p><p>�Zw�lf Stunden?�, wiederholte Dr. Shwartz. �Zw�lf ist einfach. Stunden� na ja, das wird einiges an Arbeit bedeuten. Ich werde meine Kollegen damit beauftragen, allerdings muss ich Sie warnen, dass die noch verbissener schmollen als ich.�</p><p>�Viel Gl�ck, Dr. Shwartz.�</p><p>Sie l�chelte ihn wieder an. �Danke, Admiral.�</p><p>Er beendete die Verbindung, dann erst bemerkte er Desjanis finsteren Gesichtsausdruck. �Was ist los?�</p><p>�Wir haben ein Problem mit Commander Benan auf der Quarant�nestation�, grummelte sie.</p><p>�Was f�r eine Art von Problem?�</p><p>�Er will seine Frau sehen, aber die �rzte wollen ihn nicht lassen. Ich stehe kurz davor, seine Verhaftung anzuordnen.�</p><p>Geary spannte sich einen Moment lang an. �Er will sie sehen? Pers�nlich oder �ber eine Komm-Verbindung?�</p><p>�Das muss ich erst nachfragen�, sagte sie und blickte noch finsterer drein. �Aha, er sagt, er will ihr Bild sehen und mit ihr reden. Die �rzte wollen aber in Ruhe arbeiten.�</p><p>�Lassen Sie Commander Benan mit seiner Frau reden!�</p><p>Diesmal reagierte Desjani fast erschrocken. �Entschuldigen Sie, <emphasis>Sir</emphasis>.�</p><p>�Was denn?�</p><p>�Sie haben das in Ihrem Befehlston gesagt, aber den m�ssen Sie bei mir nicht anwenden, und das wissen Sie auch.� Energisch tippte sie auf ihre Kontrollen. �Commander Benan ist autorisiert, mit seiner Frau Kontakt aufzunehmen. Video und Audio. Machen Sie es ihm m�glich, mir ist egal, wie Sie es hinkriegen. Sagen Sie dem medizinischen Stab, der Admiral hat das angeordnet, und wenn es denen nicht gef�llt, sollen sie das mit ihm pers�nlich ausdiskutieren.�</p><p>�Tut mir leid, Tanya�, sagte Geary. �Commander Benans Handeln und vor allem seine mangelnde Selbstbeherrschung sind die Folge von etwas, das ihm angetan wurde.�</p><p>�Ich wei߫, gab sie knapp zur�ck. �Die Syndiks��</p><p>�Und auch die Allianz, das hatte ich Ihnen ja gesagt.�</p><p>�Sch�n, aber Sie haben mir nicht gesagt, <emphasis>was </emphasis>man ihm angetan hat.� Ihr Blick hatte etwas un�bersehbar Herausforderndes an sich.</p><p>�Das ist streng geheim, Captain. Wenn ich es Ihnen sage, kann Sie das in Schwierigkeiten bringen.�</p><p>�Schwierigkeiten?�, wiederholte sie und begann zu lachen. �Oh, bei allen Vorfahren, bitte keine Schwierigkeiten. Was w�rde ich nur ohne meinen starken Besch�tzer tun, der alle Schwierigkeiten von mir abwendet?�</p><p>�Schon gut�, lenkte Geary ein. �Das klang wohl ein bisschen von oben herab��</p><p>�Kann man wohl sagen.�</p><p>��aber Sie haben schon genug Dinge, �ber die Sie sich den Kopf zerbrechen m�ssen.�</p><p>Desjani schnaubte ver�chtlich. �Wenn wir schon von solchen Dingen reden, �ber die ich mir den Kopf zerbrechen soll, dann sollten wir auch beide einr�umen, dass Commander Benan ein wandelnder Unfall ist, der jeden Moment wieder zuschlagen kann. Er befindet sich auf <emphasis>meinem </emphasis>Schiff, und wenn er durchdreht, bringt er <emphasis>mein </emphasis>Schiff in Gefahr. Vielleicht w�re es sinnvoller, wenn Sie mir sagen w�rden, was genau hier auf <emphasis>meinem </emphasis>Schiff vor sich geht, damit ich etwas dazu beitragen kann, diese Situation unter Kontrolle zu bringen.�</p><p>�Sie haben nat�rlich recht, auch wenn Sie mir das ruhig etwas dezenter unter die Nase h�tte reiben k�nnen. Sobald wir wieder im Sprungraum sind, werde ich es Ihnen sagen.�</p><p>�Was denn? Das k�nnen Sie mir nicht im Normalraum sagen?�</p><p>�Ich glaube, ich werde bis dahin zu besch�ftigt sein. Einen Moment bitte�� Er stellte eine Verbindung zu Captain Smythe her.</p><p>�Uns bleiben nach wie vor zw�lf Stunden�, machte Smythe ihm lautstark klar, bevor Geary sich �u�ern konnte. �Keine Minute weniger!�</p><p>�Unsere Eskorte wartet auf uns�, machte Geary ihm klar.</p><p>�Solange unsere Eskorte nicht vorhat, uns beim Abschleppen dieses Unget�ms zu helfen, schlage ich vor, dass sie warten, bis ich meine Arbeit ordentlich erledigt habe.�</p><p>�Deshalb habe ich mich eigentlich gar nicht bei Ihnen gemeldet. Ich h�re, es gibt Neuigkeiten zur <emphasis>Orion?</emphasis>�</p><p>�Ach, das meinen Sie.� Captain Smythe nickte. �Sie hat zu viele und zu schwere Treffer abbekommen. Genau genommen besteht sie inzwischen fast nur noch aus geflickten Stellen.�</p><p>�Ist sie noch gefechtstauglich? Diese aktualisierten Daten dr�cken sich vor einer klaren Antwort.�</p><p>Der Senior-Ingenieur legte die Stirn in Falten und warf einen Blick auf seine eigenen Anzeigen. �F�r mich sieht das ziemlich eindeutig aus. Die am extremsten belasteten Stellen in der Schiffsstruktur, die Bereiche der H�lle, an denen die Panzerung geschw�cht ist, kumulative Auswirkungen wiederholter Systemreparaturen� Wo ist das Problem, Admiral?�</p><p>�Das sagt mir nichts dar�ber, ob die <emphasis>Orion </emphasis>noch gefechtstauglich ist oder nicht�, wiederholte er.</p><p>�Das k�nnen wir nicht beurteilen, Admiral. Wir sagen Ihnen, in welcher Verfassung sich das Schiff befindet. Sie m�ssen entscheiden, ob und wie Sie es einsetzen. Die <emphasis>Orion </emphasis>ist in keinem einzelnen Bereich so �berbeansprucht, dass sie nicht l�nger ihre Grundfunktionen aus�ben k�nnte, aber in vielen Bereichen ist nur noch wenig Luft nach oben. Noch so eine Salve wie die von den Kiks beim letzten Gefecht, und wir werden nach der Schlacht vermutlich nur noch die Tr�mmer einsammeln k�nnen. Ich habe sie nicht ausgew�hlt, um das Superschlachtschiff zu schleppen, weil ich besorgt war, dass sie dieser zus�tzlichen Belastung nicht gewachsen sein k�nnte.�</p><p>Dummerweise hatte Smythe v�llig recht. Das hier war ein Fall, den Geary nicht dem Urteil der Ingenieure �berlassen konnte. Er w�rde selbst entscheiden m�ssen. �Gut, Captain Smythe.� Nach einer kurzen Pause stellte er die Frage, die er sich nicht verkneifen konnte: �Es bleibt bei den zw�lf Stunden?�</p><p>�Jetzt nur noch elf Stunden und siebenundf�nfzig Minuten, Admiral.�</p><p>Gleich danach wandte er sich an Commander Shen, den er in einem der Korridore der <emphasis>Orion </emphasis>erwischte, wo er �ber die n�chstgelegene Komm-Einheit antwortete. �Wie geht es Ihrem Schiff, Captain?�, fragte er geradeheraus.</p><p>�Es ging ihm schon besser, Admiral.� Shen sah sich um. �Ich k�nnte mir keine bessere und t�chtigere Crew vorstellen, aber es gab jede Menge zu tun.�</p><p>�Halten Sie die <emphasis>Orion </emphasis>f�r gefechtstauglich?�</p><p>Shen senkte den Blick, w�hrend er �ber seine Antwort darauf nachdachte. Seine �bliche unzufriedene Miene gab keinen Hinweis darauf, was ihm durch den Kopf ging. �Die <emphasis>Orion </emphasis>eignet sich nicht f�r die vorderste Front, aber sie kann nach wie vor k�mpfen. Unsere Schilde arbeiten wieder mit Maximalleistung, ein Drittel unserer Waffen ist funktionst�chtig.�</p><p>�Das habe ich gesehen�, best�tigte Geary. �Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, welche Sch�den die <emphasis>Orion </emphasis>in den letzten beiden Gefechten davongetragen hat.�</p><p>�Vielen Dank, Sir. Allerdings ist die H�lle an zahlreichen Stellen geflickt, und zwei Drittel unserer Waffen sind eben <emphasis>nicht </emphasis>einsatzf�hig.� Wieder sah sich Shen um und schien zu jenen Crewmitgliedern zu schauen, die sich in Sichtweite befanden. �Durch die Verluste im Gefecht sind wir derzeit unterbesetzt. Daran �ndert auch die Tatsache nichts, dass wir einige Leute von der <emphasis>Invincible </emphasis>als Verst�rkung erhalten haben. Die arbeiten zwar ordentlich, trotzdem scheint f�r die meisten von ihnen die Versetzung von einem Schlachtschiff auf einen Schlachtkreuzer genauso schlimm zu sein, als h�tte man sie in den dritten Kreis der H�lle verbannt.�</p><p>�Ihre vorrangige Aufgabe wird die Verteidigung des Superschlachtschiffs sein. F�hlen Sie sich dem gewachsen?�</p><p>�Ich habe keine Bedenken, was die Leistung der <emphasis>Orion </emphasis>angeht, Admiral.�</p><p>�Gut, dann werde ich Ihr Schiff weiterhin als gefechtstauglich f�hren. Lassen Sie Ihre Crew bitte wissen, dass ihr die wichtigste Rolle innerhalb der Flotte zukommt. Wir m�ssen dieses Superschlachtschiff heil nach Hause bringen. Ich vertraue diese Aufgabe der <emphasis>Orion </emphasis>an, weil ich wei�, sie ist ihr gewachsen.� War das der Hauch eines L�chelns auf Shens sonst so starrem Gesicht? �Ich werde sicherstellen, dass meine Crew erf�hrt, was Sie gesagt haben, Admiral.�</p><p>Als Geary die Verbindung beendete, fiel ihm Desjanis finsterer Blick auf. �Was ist los?�</p><p>Sie drehte sich zu ihm um. �Shen und ich sind alte Freunde. Kameraden. Ich m�chte nicht, dass er auch noch stirbt. �ber die Jahre hinweg habe ich schon zu viele Kameraden verloren.�</p><p>�Wie kommen Sie auf die Idee��</p><p>�Ich kenne ihn, Admiral, und Sie fangen eben an, ihn besser kennenzulernen. Sie wissen, er meint alles so, wie er es gesagt hat. Shen wird das Superschlachtschiff bis zu seinem letzten Atemzug verteidigen, selbst wenn die <emphasis>Orion </emphasis>dabei in St�cke zerf�llt. Und ich wei�, warum Sie ihn und die <emphasis>Orion </emphasis>genau an dieser Stelle haben wollen, auch wenn der Zustand dieses Schiffs bedenklich ist.�</p><p>Er musterte sie aufmerksam und versp�rte ein ungutes Gef�hl. �Und warum will ich das?� Sie beugte sich bis in seine Privatsph�re vor, damit niemand au�er ihm h�ren konnte, was sie ihm zu sagen hatte. �Weil Sie besorgt sind, dass Captain Jane Geary mit ihrer <emphasis>Dreadnaught </emphasis>ein weiteres Mal vorpreschen k�nnte, womit das Superschlachtschiff jedem Angriff ausgeliefert w�re. Sie wissen, diesmal wird Shen nicht mit der <emphasis>Orion </emphasis>folgen, und dann werden auch die <emphasis>Dependable </emphasis>und die <emphasis>Conqueror </emphasis>ihren Platz nicht verlassen. Commander Shen und die <emphasis>Orion </emphasis>sind Ihre Versicherung dagegen, dass Jane Geary wieder versuchen k�nnte, Ruhm und Ehre einzuheimsen.�</p><p>Er wollte ihr zu gern sagen, dass sie sich irrte und er weder Shen noch die <emphasis>Orion </emphasis>aufs Spiel setzen w�rde. Doch tief in seinem Inneren wusste er, er konnte Desjanis Worte nicht widerlegen.</p></section><section><title><p>Zw�lf</p></title><p>�An alle Einheiten: Bei Zeit vier null drehen Sie null zwei null Grad nach Steuerbord und vier Grad nach unten, dann beschleunigen Sie auf 0,1 Licht.� Die Erste Flotte der Allianz war zwar unter massiven Beschuss geraten, f�hlte sich aber jetzt wieder bereit, sich allem zu stellen, was sie erwartete. Ihr Ziel war der von den Spinnenw�lfen vorgegebene Sprungpunkt. Vor der Flotte wahrten die sechs sie nun begleitenden Schiffe der Aliens einen Abstand von exakt einer Lichtminute.</p><p>Da sie das Gebiet der Spinnenw�lfe durchfliegen w�rden, anstatt sich durch feindliches Territorium k�mpfen zu m�ssen, hatte Geary die Flotte eine schlichte, gro�e Ellipsenformation einnehmen lassen, die relativ kompakt war und nicht bedrohlich wirkte. Zudem war es eine der eleganteren Anordnungen seiner Schiffe, unter denen er hatte w�hlen k�nnen. Im Vergleich zur Formation der Spinnenw�lfe wirkte die Ansammlung der Allianz-Schiffe grobschl�chtig, als sei eine Bande Barbaren mitten in einen streng geordneten Tanz geraten. Immerhin jedoch sah es nicht ganz so schrecklich aus wie manche der anderen Alternativen. Im Zentrum der Ellipse m�hten sich von Sturmtransportern und Hilfsschiffen sch�tzend umgeben vier Schlachtschiffe damit ab, das erbeutete Superschlachtschiff der B�rk�he in Richtung Sprungpunkt zu schleppen.</p><p>Als sie sich am Rand des Systems entlangbewegten, zog zu ihrer Rechten die Hauptformation der Spinnenw�lfe vorbei, die nach wie vor auf den nach Pandora f�hrenden Sprungpunkt ausgerichtet war. Die wundersch�nen Wirbel und Muster ver�nderten sich, als der Blickwinkel der Menschen wechselte, und es schien, als w�rden die Kurven sich bewegen und ineinander zerflie�en.</p><p>�Viereinhalb Lichtstunden bis zum Sprungpunkt, also f�nfundvierzig Stunden Reisezeit, wenn Sie die Geschwindigkeit von 0,1 Licht beibehalten wollen�, verk�ndete Desjani.</p><p>�Es w�re den Verbrauch an Brennstoffzellen nicht wert, jetzt zu beschleunigen und kurz vor dem Sprung abzubremsen�, meinte Geary. �Jedenfalls nicht f�r die wenige Zeit, die wir dabei einsparen w�rden. Au�erdem ist es nicht ganz so einfach, das Schiff der B�rk�he schneller fliegen zu lassen.�</p><p>�Befindet sich das Hypernet-Portal im n�chsten Sternensystem?�</p><p>�Da sind sich unsere Gesandten und Experten nicht ganz sicher�, antwortete er. Sein Blick ruhte auf dem Display, w�hrend er die Anspannung zu bek�mpfen versuchte, die von der Erwartungshaltung ausging, dass jeden Moment wieder irgendein Problem auftauchte. Aber die Antriebseinheiten fielen nicht aus, es gab keine Probleme mit der Steuerung, und es wurde auch von keinem Schiff gemeldet, dass es im Flug irgendwelche Teile verloren hatte. <emphasis>Wie leicht ich doch heutzutage zufriedenzustellen bin. Als ich vor hundert Jahren zu Friedenszeiten an Bord von Schiffen unterwegs war, die viele Jahrzehnte halten sollten, w�re mir nie der Gedanke gekommen, ich k�nnte mich eines Tages mal dar�ber freuen, dass keines meiner Schiffe in St�cke zerf�llt, wenn die Flotte sich in Bewegung setzt. </emphasis>�Wenn sich das Hypernet-Portal nicht im n�chsten System befindet, k�nnen wir die Transitzeit nutzen, um noch mehr Reparaturen durchzuf�hren.�</p><p>�Sie sind sehr gut darin geworden, Dinge vern�nftig zu begr�nden�, sagte Desjani.</p><p>�Mir bleibt ja gar keine andere Wahl. Wir m�ssen Midway vor den Enigmas erreichen, aber wir k�nnen deswegen nicht schneller reisen, als es uns �berhaupt m�glich ist.� Er hatte eine Weile mit dem Gedanken gespielt, das Superschlachtschiff mit einer schlagkr�ftigen Eskorte folgen zu lassen, w�hrend er mit dem Rest der Flotte vorausflog. Aber General Charban hatte ernsthafte Zweifel angemeldet, dass er den Spinnenw�lfen w�rde erkl�ren k�nnen, wieso sich die Flotte teilte und das System in zwei Sch�ben durchflog. Abgesehen davon wussten sie nicht, was das jeweils n�chste System ihnen bringen w�rde, in das sie nach dem Verlassen des Hypernets der Spinnenw�lfe sprangen, um nach Hause zu gelangen. Was, wenn eines dieser Systeme von den Enigmas bev�lkert wurde? Was w�rden sie unternehmen, wenn sie sahen, dass die Allianz-Flotte ein Kriegsschiff der B�rk�he im Schlepptau hatte? Vermutlich irgendetwas Drastisches.</p><p>Aber bislang war alles gut gelaufen, und als Geary dasa�, ohne dass ihm irgendwelche Probleme gemeldet wurden, wurde ihm erst bewusst, wie sehr die unabl�ssige Arbeit in den letzten Tagen an seinen Kr�ften gezehrt hatte. Die erholende Wirkung des von ihm angeordneten Ruhetags hatte nicht lange vorgehalten, was vermutlich daran lag, dass er sich an diesem Tag kaum Ruhe geg�nnt hatte. �Ich werde mich eine Weile schlafen legen.�</p><p>Er machte sich auf den Weg in sein Quartier. Auf dem Weg dorthin bemerkte er bei den ihm entgegenkommenden Besatzungsmitgliedern eine Mischung aus Anspannung, Erleichterung und Freude. Freude, weil sie sich wieder auf dem Heimweg befanden. Erleichterung, nicht l�nger in diesem System verharren zu m�ssen. Anspannung, weil keiner wusste, was unterwegs noch alles passieren mochte.</p><p>Senior Chief Tarrini l�chelte Geary an, als sie ihm begegnete, und salutierte. �Ben�tigen Sie Antworten auf weitere Fragen, Admiral?�</p><p>Fast h�tte er verneint, da fiel ihm noch rechtzeitig etwas ein: �Ja, Senior Chief. Ich habe geh�rt, wie die Matrosen ein Wort benutzt haben, das ich zuvor noch nie geh�rt habe.�</p><p>�Na ja, Admiral, Sie wissen doch, wie Matrosen sind. Da kann��</p><p>�Nein, ich rede nicht von einem Wort dieser Art, Senior Chief. Jedenfalls glaube ich das nicht. Wissen Sie, was GeV bedeutet?�</p><p>�GeV?�, wiederholte Tarrini.</p><p>�Ja, und an Ihrer Antwort kann ich ablesen, dass Sie wissen, was es bedeutet.�</p><p>Die Frau nickte fl�chtig. �Das steht f�r gro�e, eklige Viecher, Admiral�, sagte sie. �So nennen die Matrosen die��</p><p>��die Spinnenw�lfe.� Geary machte keinen Hehl aus seiner Ver�rgerung �ber diesen Sprachgebrauch. �Die Spinnenw�lfe sind unsere Verb�ndeten, Senior Chief. Sie haben an unserer Seite gek�mpft und so wie wir selbst Verluste einstecken m�ssen. Au�erdem helfen sie uns, schneller heimzukehren.�</p><p>�Ich wei�, Admiral�, stimmte sie ihm zu. �Aber Sie wissen ja, wie Matrosen sind. F�r sie sind das einfach nur die GeVs. Allerdings glaube ich, der Begriff k�nnte von den Marines gepr�gt worden sein. Sie wissen ja, wie Marines sind.�</p><p>Aufgebracht sah er sich um. �Ich wei� auch, was passieren wird, wenn ich der Flotte die Verwendung dieses Begriffs verbiete.�</p><p>�Ja, jeder Matrose w�rde dann erst recht von den GeVs reden�, sagte Senior Chief Tarrini. �Und die Marines w�rden das Ganze sogar noch schlimmer machen.�</p><p>�Haben Sie etwas gegen Marines, Senior Chief?�</p><p>�Keineswegs, Admiral. Ich war sogar eine Zeit lang mit einem Marine verheiratet, bis der sich einem neuen Ziel zuwandte, wie die es formulieren. Ich verschwende kaum noch einen Gedanken an dieses A-� an dieses Individuum, wollte ich sagen, Sir.�</p><p>�Ich glaube Ihnen.� Geary sah ihr tief in die Augen. �Tun Sie mir einen Gefallen. Verbreiten Sie �berall, dass ich den Begriff �GeV� geh�rt habe und dass er mir nicht gef�llt. Ich finde es �u�erst bedauerlich, dass die Leute so von ihnen reden.�</p><p>�Auf jeden Fall, Admiral.� Senior Chief Tarrini salutierte abermals. �Jeder soll erfahren, dass sie diesen Begriff besser nicht benutzen sollten. Wenn es sich unter Kontrolle halten l�sst, dann nur so. Aber ganz ausrotten kann man es jetzt nicht mehr. Sie wissen ja, wie Matrosen sind.�</p><p>�Ja, ich wei�, Senior Chief. Vielen Dank.�</p><p>Als er den Rest des Weges zu seinem Quartier zur�cklegte, nahm er von irgendwoher die Kraft, um sich mit unbesorgter Miene zu zeigen und auf alles gefasst zu sein, w�hrend er einen Salut nach dem anderen erwiderte. In seinem Raum angekommen, lie� er sich einfach nur aufs Bett fallen, ohne sich erst noch die Uniform auszuziehen. Jetzt, fand er, war der Moment gekommen, an dem er sogar vor sich selbst rechtfertigen konnte, dass er eine Weile schlafen musste.</p><p>Sein Komm summte unaufh�rlich.</p><p>Endlich war Geary wach genug, um auf die Wartetaste zu dr�cken, damit das Summen aufh�rte. Wenn es sich um einen echten Notfall gehandelt h�tte, w�re ein ganz anderer Weckton zu h�ren gewesen. Er nahm sich die Zeit, seine Uniform so zurechtzuziehen, dass sie zumindest halbwegs passabel sa�, dann erst meldete er sich.</p><p>Captain Smythe tauchte vor ihm in einem Fenster auf und l�chelte so strahlend, dass es irgendwie nicht zu ihm zu passen schien.</p><p>�Einen sch�nen Nachmittag w�nsche ich, Admiral. Ich habe gute Neuigkeiten.�</p><p>�Das w�re ja mal eine erfreuliche Abwechslung�, sagte Geary, setzte sich hin und rieb sich mit beiden H�nden �bers Gesicht.</p><p>�Unsere Ingenieure haben sich eingehend mit den Systemausf�llen befasst, die sich ereignet hatten, als sich die Flotte f�r die Schlacht bereit machte. Sie haben festgestellt, dass der pl�tzliche Anstieg an Ausf�llen durch die zus�tzlichen Belastungen der bereits geschw�chten Systeme w�hrend der Aufw�rmphase ausgel�st wurde.</p><p>�Ich dachte, das w�re l�ngst bekannt.�</p><p>�Das ist richtig.� Smythes Grinsen wurde noch etwas breiter. �Aber, Admiral, Folgendes wussten wir nicht. Es sind nur die schw�chsten Systemkomponenten durchgebrannt. Wir hatten zwar dadurch einen extremen Anstieg an Ausf�llen, aber es bedeutet auch, dass uns jetzt erst einmal eine Phase mit relativ wenigen St�rungen bevorsteht. Die Komponenten, die am ehesten h�tten versagen m�ssen, haben versagt, w�hrend die anderen vermutlich noch eine ganze Weile l�nger funktionieren werden.�</p><p>Geary lie� sich das Ganze erst zweimal durch den Kopf gehen, damit er sicher sein konnte, dass er es auch richtig verstanden hatte. �Mit anderen Worten: Wenn wir das n�chste Mal in eine Schlacht ziehen, wird es wohl nicht zu einer ganzen Serie von Systemausf�llen quer durch die Flotte kommen?�</p><p>�Solange diese Schlacht nicht in zu ferner Zukunft stattfindet. Innerhalb der n�chsten vier Wochen d�rfte es keine Probleme geben.�</p><p>�Das nenne ich eine gute Neuigkeit.�</p><p>�Sie m�ssen dabei aber nicht <emphasis>so </emphasis>�berrascht klingen, Admiral.�</p><p>W�hrend ihm klar wurde, dass er freudig l�chelte, legte Geary noch eine Frage nach: �Hei�t das, wir haben eine Chance, uns mit Reparatur- und Austauscharbeiten einen kleinen Vorsprung zu verschaffen?�</p><p>Aber Smythe sch�ttelte den Kopf. �Nein, Sir. Wir h�ngen da im Zeitplan so hinterher, dass wir keine Chance auf einen Vorsprung haben. Wir werden weiterhin tun, was wir k�nnen, aber bevor wir es schaffen, derma�en viele interne Systeme auf einer so gro�en Zahl von Schiffen zu ersetzen, wird es noch einige Ausf�lle geben.�</p><p>�Verstehe.�</p><p>�Hilfreich w�re es nat�rlich�, erg�nzte Smythe, �wenn wir nicht so viel Zeit damit verbringen m�ssten, die Gefechtssch�den zu reparieren.�</p><p>�Ich werde tun, was ich kann, um weitere Gefechtssch�den zu vermeiden, Captain Smythe.� Geary �berlegte angestrengt. Da war doch noch irgendwas gewesen� �Hat Lieutenant Jamenson noch irgendetwas zu dem Thema herausgefunden, in das sie sich vertieft hat?�</p><p>�Vertieft? Ach, jetzt wei� ich, was Sie meinen. Nein, tut mir leid, sie war in letzter Zeit genauso eingespannt wie wir alle. Im Augenblick ist sie auf der <emphasis>Orion </emphasis>und k�mmert sich mit ihrem Team um die Taue, die das GKS halten.�</p><p>�Das GKS?� Geary blinzelte und versuchte, der Abk�rzung einen Sinn zu verleihen.</p><p>�Das Gro�e Kik-Schiff�, erkl�rte Smythe.</p><p><emphasis>Ich brauche dringend einen offiziellen Namen f�r das Ding, </emphasis>dachte Geary.</p><p>�Gut, Captain Smythe. Und vielen Dank f�r die erfreulichen Neuigkeiten.�</p><p>Nachdem Smythes Bild verschwunden war, schaute Geary sehns�chtig zu seinem Bett. Doch mit der letzten Unterhaltung war er an Dinge erinnert worden, um die er sich auch noch k�mmern musste. Er rief Admiral Lagemann auf dem von den B�rk�hen erbeuteten Superschlachtschiff.</p><p>Lagemann antwortete recht schnell und grinste Geary an, w�hrend er eine ausholende Geste beschrieb. �Willkommen auf der Br�cke des Schiffs, das mein Kommando darstellt, Admiral Geary.�</p><p>�Wissen wir inzwischen sicher, dass das die Br�cke ist?�</p><p>�Wir sind uns ziemlich sicher�, antwortete der Admiral. �Die Designphilosophie der Kiks weicht in interessanten Punkten von den �blichen Gewohnheiten der Menschen ab.� Er bewegte seine Hand dicht �ber seinem Kopf hinweg. �Unter anderem ziehen sie ihre Decken niedriger ein als wir. Meine Crew klagt dar�ber, dass sich schon zu viele Leute den Kopf angesto�en haben, wenn sich einer von uns zwischendurch einfach mal un�berlegt bewegt. Auf die Dauer werden wir alle Haltungssch�den davontragen.�</p><p>�Wie viel Platz haben Sie?�</p><p>�Die Br�cke, dazu ein paar angrenzende Abteile. Die Ingenieure haben f�r diese Gebiete eine tragbare Lebenserhaltungseinheit zusammengebaut. Wenn wir den Bereich verlassen, m�ssen wir Schutzanz�ge tragen, weil die Atmosph�re im restlichen Schiff so �bel ist wie in einer Kaschemme in einem Raumhafen.� Lagemann deutete auf einige Konsolen, die vor ihm aufgebaut waren. �Sie haben auch Sensor- und Komm-Kabel verlegt und ein einfaches Netzwerk eingerichtet, damit wir wenigstens sehen k�nnen, was drau�en los ist.�</p><p>�Arbeiten irgendwelche von den Ger�ten der B�rk�he noch?�</p><p>�Keine Ahnung.� Lagemann streckte eine Hand nach einer der Originalkonsolen aus, hielt sich dann aber in letzter Sekunde davon ab, etwas zu ber�hren. �Die Ingenieure haben alles abgeschaltet, und sie raten uns dringlichst davon ab, auch nur ein einzelnes Kik-System wieder einzuschalten. Sie sind in Sorge, dass die Kiks vielleicht noch irgendeine Selbstzerst�rungsroutine aktiviert haben, die nur nicht mehr ausgel�st werden konnte. Wenn wir irgendein System neu starten, dann k�nnte die Aktivierung dabei zu Ende gef�hrt werden�� mit sehr unerfreulichen Konsequenzen f�r uns alle hier.�</p><p>Geary schickte ein stummes Sto�gebet als Dank daf�r zum Himmel, dass jemand klug genug gewesen war, solche M�glichkeiten in Erw�gung zu ziehen. �Wie sieht es sonst bei Ihnen aus?�</p><p>�Wir haben Schlafs�cke und Nahrungsrationen von den Marines erhalten�, antwortete Lagemann. �Diese Schlafs�cke sind gar nicht so �bel.�</p><p>�Und die Rationen?�</p><p>�Besser als die Rationen der Flotte, aber das sagt letztendlich nicht viel aus.�</p><p>�Allerdings nicht�, best�tigte Geary.</p><p>Der andere Admiral grinste. �Es ist insgesamt ein bisschen beengt und unbequem, aber wir haben alle schon Schlimmeres mitgemacht. Was mich betrifft, geht es mir bestens: Ich habe immerhin das Kommando �ber das gr��te Kriegsschiff, das je zur Allianz-Flotte geh�rt hat.�</p><p>�Geben Sie mir Bescheid, wenn sich die Zust�nde ver�ndern oder wenn Sie auf irgendetwas sto�en, von dem ich wissen sollte.�</p><p>�Haben Sie mit Angela Meloch oder Bran Ezeigwe von der <emphasis>Mistral </emphasis>gesprochen?�, wollte Lagemann wissen.</p><p>�Nur kurz. Admiral Meloch und General Ezeigwe sind dar�ber informiert worden, dass sie eine direkte Leitung zu mir haben, damit sie mich rufen k�nnen, wenn es etwas gibt, das f�r mich von Bedeutung sein k�nnte.�</p><p>�Dann sind Sie bei den beiden genau richtig.� Lagemann streckte seinen Arm aus und strich mit den Fingern �ber die Kante einer Konsole der B�rk�he. �Die Unzufriedenen auf der <emphasis>Mistral </emphasis>und der <emphasis>Typhoon </emphasis>wollen die Vergangenheit einfach nicht ruhen lassen. Sie wollen wieder sein, wer sie fr�her einmal gewesen sind. Sie wollen die Rollen spielen, von denen sie w�hrend des Krieges immer getr�umt hatten. Bevor ich gegangen bin, habe ich versucht klarzumachen: �Das ist alles fort. Ihr k�nnt nichts von dem ver�ndern, was einmal geschehen ist. Aber ihr k�nnt nach neuen Tr�umen Ausschau halten, weil wir von denen �berall umgeben sind.� Viele von ihnen scheinen dar�ber ebenso best�rzt zu sein wie �ber die Ereignisse der letzten Monate. H�tten Sie uns sofort nach Hause gebracht, nachdem wir befreit worden waren, dann w�re die Heimkehr sicher sehr interessant verlaufen. Aber inzwischen hatten wir Zeit genug, uns mit all den Ver�nderungen vertraut zu machen, und Sie m�ssen sich zu dem Thema nicht mehr so viele Sorgen machen.� Das L�cheln auf Lagemanns Lippen k�ndete von seiner ehrlichen Freude. �Ein Raumschiff von Aliens, Admiral Geary. Etwas, das von einer nichtmenschlichen Intelligenz gebaut wurde, die so v�llig anders ist als unsere eigene. Das ist einfach� atemberaubend.�</p><p>�Ja, das ist wahr�, stimmte Geary ihm zu. �Da sich so viele Dinge auf einmal ereignen, verliere ich so etwas schon mal aus den Augen. Wenn wir das Schiff nach Hause bringen, und wenn wir dazu die Delegation der Spinnenw�lfe pr�sentieren, dann werden wir Dinge lernen und erfahren, �ber die wir nachgegr�belt haben, seit unsere fernsten Vorfahren zum ersten Mal nachts zum Himmel geschaut und die Sterne gesehen haben.�</p><p>�Ich frage mich nur, ob uns diese Antworten auch gefallen werden.�</p><p>�So oder so�� wir werden sie akzeptieren m�ssen.�</p><p>Als sie sich fast zwei Tage sp�ter schlie�lich dem Sprungpunkt n�herten, wanderte Gearys Blick wiederholt zu dem anderen Sprungpunkt, durch den sie in dieses System gelangt waren. Unwillk�rlich fragte er sich, ob weitere Schiffe der B�rk�he hier eintreffen w�rden, eine zweite Angriffswelle, um die fleischfressenden Kreaturen auszul�schen, die pl�tzlich bei ihnen aufgetaucht waren.</p><p>Dann blieb sein Blick auf den Hunderten von winzigen Markierungen auf dem Display haften, die sich alle auf die Sonne zubewegten. Hunderte von Gefallenen seiner Flotte, auf ihrer letzten Reise in die Gluthitze des Sterns, wo die Flammen sie verzehren sollten, damit sie in einem anderen Teil des Universums wiedergeboren werden konnten. �Licht, dann Finsternis, dann Licht�, murmelte er die vertrauten Worte. �Das Dunkel ist nur ein Intervall.�</p><p>Desjani h�rte ihn und warf ihm einen ernsten Blick zu. �Das Dunkel dauert nicht an�, erg�nzte sie die entsprechende Formulierung aus dem Ritual. Dann redete sie in einem anderen Tonfall weiter: �K�nnen wir uns eigentlich sicher sein, dass die Spinnenw�lfe unsere Toten nicht entehren werden? Es dauert immerhin Monate, bis sie den Stern erreichen.�</p><p>�Die Gesandten und die Experten sind sich einig, dass die Spinnenw�lfe verstanden haben, wie wichtig uns die sichere Reise unserer Toten ist�, antwortete Geary. �Um zu verhindern, dass sie sich den einen oder anderen Toten holen, um ihn zu sezieren, haben wir den Spinnenw�lfen Scans und Informationen �ber unsere Biologie �berlassen. Von den Toten k�nnen sie nicht mehr �ber unsere Spezies erfahren als das, was wir ihnen bereits zur Verf�gung gestellt haben.�</p><p>�Haben wir solche Informationen auch schon von den Spinnenw�lfen erhalten?�</p><p>�Noch nicht.�</p><p>�Politiker und Zivilisten�, murrte Desjani ver�chtlich.</p><p>�Sprungpunkt in f�nf Minuten�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>Geary aktivierte sein Komm. �An alle Einheiten, hier spricht Admiral Geary. Wir erwarten im n�chsten Sternensystem keine feindseligen Handlungen, und wir d�rfen in dem von den Spinnenw�lfen kontrollierten Gebiet nicht in einer bedrohlich wirkenden Weise auftreten. Daher gibt es kein vorbereitetes Ausweichman�ver f�r den Augenblick des Austritts aus dem Sprungpunkt, und es werden dann auch keine Waffen einsatzbereit gemacht. Allerdings werden die Schilde auf Maximum hochgefahren, und s�mtliches Personal macht sich auf alle Eventualit�ten gefasst. Alle Einheiten springen wie geplant.�</p><p>Der Augenblick des Sprungs war gekommen, die Sterne verschwanden, und Geist und K�rper der Menschen wurden durch den Wechsel von einem Ort an einen v�llig anderen kurzzeitig in Verwirrung gest�rzt.</p><p>Wenigstens w�rde die Zeit im Sprungraum Gelegenheit bieten, sich auszuruhen, wenn auch nicht sonderlich viel. Im Sprungraum selbst konnten die Ingenieure der Hilfsschiffe nicht von einem Schiff zum anderen reisen und Reparaturen vornehmen, aber zumindest konnten sie vor Ort die Zeit nutzen, um neue Ersatzteile und Austauscheinheiten f�r jene Systeme herzustellen, f�r die die Nachfrage innerhalb der Flotte besonders gro� war. Das galt auch f�r Brennstoffzellen und Raketen, mit denen die Best�nde aufgef�llt werden sollten. Die Besatzungen der einzelnen Schiffe waren gr��tenteils damit besch�ftigt, Wartungsarbeiten und Reparaturen durchzuf�hren.</p><p>Geary sa� da und betrachtete das Display, das die Umgebung des Schiffs anzeigte. Das matte Grau des Sprungraums erstreckte sich in alle Richtungen, eine Unendlichkeit aus Nichts. Es war m�glich, im Sprungraum ein Schiff zu verlassen, um beispielsweise an der Au�enh�lle Reparaturen vorzunehmen. Aber sobald der Kontakt mit dem Schiff auch nur f�r einen Sekundenbruchteil unterbrochen wurde, war der betroffene Mensch oder das benutzte Werkzeug verschwunden. Es befand sich nach wie vor im Sprungraum, jedoch an irgendeiner anderen Stelle. In �hnlicher Weise galt das auch f�r die Schiffe dieser Flotte, die sich alle gemeinsam im Sprungraum befanden, die sich aber gegenseitig nicht sehen konnten. Sie waren zwar in der Lage, untereinander Kontakt zu halten, doch die Nachrichten mussten sehr kurz und einfach sein. Der Unterschied zu Menschen oder Material bestand darin, dass jedes der Schiffe die F�higkeit besa�, den Sprungraum auch wieder zu verlassen, wenn man am Ziel angekommen war. Wer aber den Kontakt zu seinem Schiff verloren hatte, f�r den gab es keine Rettung.</p><p>Als Folge dieser Risiken wurden Menschen im Sprungraum nicht f�r Reparaturarbeiten drau�en eingesetzt. In Notf�llen konnten Roboter zum Einsatz gebracht werden, doch in diesen F�llen musste man von vornherein damit rechnen, dass man diese Roboter nicht wiedersehen w�rde.</p><p>War das vielleicht die Erkl�rung f�r die r�tselhaften Lichter im Sprungraum? Waren das verzweifelte Lichtsignale von Personen oder Objekten, die f�r alle Zeit im Nichts gefangen blieben? Der Gedanke lie� Geary schaudern. Da lebte es sich doch schon angenehmer mit dem vorherrschenden Glauben, der den Lichtern irgendeine mystische Bedeutung zuschrieb.</p><p>Beruhigend war auch die Tatsache, dass sich von au�en keine Bedrohung n�hern konnte, solange man im Sprungraum unterwegs war. Das gab ihm die M�glichkeit, sich f�r eine Weile auf andere Dinge zu konzentrieren.</p><p>�Ich gehe runter in mein Quartier�, sagte er zu Desjani. �Sind noch welche von diesen VIP-Wraps �brig?�</p><p>�Ich habe keine mehr ausfindig machen k�nnen�, erwiderte sie.</p><p>�Na, vielleicht esse ich ja auch was zusammen mit der Crew, um einen Eindruck von der momentanen Moral der Truppe zu bekommen.�</p><p>�Die Moral auf meinem Schiff ist in bester Verfassung, Admiral�, lie� Desjani ihn wissen. �Ich musste schon seit Tagen niemanden mehr auspeitschen lassen, nur damit die Moral sich bessert.�</p><p>�Das h�rt man gern, Captain.�</p><p>Der Spaziergang zum Speisesaal hatte fast etwas Entspannendes an sich. Die Mannschaft versp�rte offenbar die gleiche Begeisterung wie Geary, endlich die B�rk�he hinter sich zu lassen und nach Hause aufzubrechen. Beim Essen unterhielt er sich mit einigen Besatzungsmitgliedern. Er fragte sie nach ihren Heimatwelten und erfuhr, dass der gr��te Teil von Kosatka stammte. Ein paar von ihnen waren dort gewesen, als er und Tanya auf dem Planeten wenige, aber umso unvergesslichere Tage verbracht hatten, die als Flitterwochen hatten reichen m�ssen. �Ich musste in der Zeit nicht ein einziges Mal einen Drink bezahlen�, berichtete ein Matrose. �Sobald ich eine Bar betrat und man sah den Namen <emphasis>Dauntless </emphasis>auf meinem Schiffsabzeichen, wurde mir prompt etwas spendiert.�</p><p>�Ich bekam zwei Heiratsantr�ge�, erz�hlte eine j�ngere Frau. �Beiden habe ich gesagt, dass ich nichts dagegen einzuwenden h�tte, dass aber mein Ehemann vermutlich nicht so begeistert w�re.�</p><p>Als das Gel�chter nachlie�, kamen andere Themen zur Sprache. Wenn man einen Admiral am Tisch hatte, kamen Matrosen �blicherweise auf Dinge wie Lebens- und Arbeitsbedingungen, auf Verpflegung und Freizeit zu sprechen, doch diesmal gab es f�r sie Bedeutsameres. Die Marines, die zu Tausenden an Bord des Superschlachtschiffs gegangen waren, hatten jedem davon erz�hlt, was sie dort erlebt hatten, sodass alle bereits einiges �ber diese Kreaturen wussten. Dennoch gab es immer noch Grund zur Sorge. �Werden wir dorthin zur�ckkehren, wo die Kiks leben, Admiral?�</p><p>Entschieden sch�ttelte Geary den Kopf. �Nein.� Er sah, wie die Frauen und M�nner um ihn herum augenblicklich entspannter wurden, als sie seine eindeutige Antwort h�rten. �Jedes Schiff, das in absehbarer Zeit zu ihnen geschickt werden sollte, muss schon vollautomatisch arbeiten. Ich werde nicht ein einziges weiteres Menschenleben opfern, um mit den B�rk�hen Kontakt aufzunehmen.�</p><p>�Warum nehmen wir dieses riesige Schiff mit, Sir?�, wollte ein anderer wissen. �Es h�lt uns doch eigentlich auf, oder nicht?�</p><p>�Nur ein wenig�, r�umte Geary ein. �Aber es ist von unsch�tzbarem Wert. Es steckt randvoll mit B�rkuh-Technologie. Wenn wir erst mal zur�ck in der Allianz sind und Zeit haben, jeden Aspekt zu analysieren, kann es nat�rlich sein, dass sich gar nichts Unbekanntes in diesem Schiff finden l�sst. Vielleicht k�nnen sie ja gar nicht mehr als wir und erledigen die Dinge einfach nur auf eine andere Weise. Aber vielleicht sto�en wir auch auf Vorrichtungen, von denen wir gar nicht wussten, dass sie m�glich sind.�</p><p>Ein �lterer Systemtechniker nickte zustimmend. �Etwas Revolution�res, das uns nie in den Sinn gekommen w�re. Wie soll man beziffern, welchen Wert so etwas haben k�nnte?�</p><p>�Ganz genau. Und falls wir nichts finden, was �ber unseren derzeitigen Wissensstand hinausgeht, dann haben wir uns zumindest ein Bild von den Grenzen gemacht, die den B�rk�hen gesetzt sind.�</p><p>Wieder wurde zustimmend genickt, dann hielt ihm eine Matrosin ihre Dateneinheit hin, auf der ein Foto zu sehen war. �Admiral, sehen die G-� die Wesen, die uns geholfen haben� sehen die tats�chlich so aus?�</p><p>Es war eine gute Darstellung eines Spinnenwolfs, vermutlich stammte sie aus einer der Mitteilungen, die die Aliens der Flotte insgesamt geschickt hatten, kurz nachdem die das Honor-System erreicht hatte. Aber auch wenn die Matrosin sich noch rechtzeitig davon abgehalten hatte, in Gearys Gegenwart den Begriff GeV zu verwenden, kursierte der offensichtlich immer noch. �Ja, so sehen sie aus. H�sslich anzusehen, nicht wahr?�, fragte Geary, der damit versuchte, irgendwelchen abf�lligen Bemerkungen schon im Voraus den Wind aus den Segeln zu nehmen. �Aber das ist �u�erlich. Innerlich scheinen sie uns viel �hnlicher zu sein als die B�rk�he oder die Enigmas.�</p><p>�Ein paar von ihnen wollten einer Rettungskapsel von der <emphasis>Balestra </emphasis>helfen�, merkte ein anderes Crewmitglied an.</p><p>�Damit sind sie sogar noch besser als die Syndiks�, warf jemand ein.</p><p>Das sich anschlie�ende Gel�chter klang ein wenig nerv�s. �Worauf es ankommt�, sagte Geary so �berzeugend, wie er nur konnte, �ist die Tatsache, dass sie Seite an Seite mit uns gek�mpft haben und dass sie auch versucht haben, uns in anderer Hinsicht zu unterst�tzen. Sie lassen uns ihr Hypernet benutzen, was uns viel schneller nach Hause bringt. Man beurteilt einen anderen nach seinem Handeln, nicht nach seinem Aussehen.�</p><p>�Sagen Sie das mal meinem Chief, wenn er das n�chste Mal die Uniformen inspiziert, Admiral!�</p><p>�Ja, Admiral. Darf ich Sie dann mit diesen Worten zitieren?�</p><p>Geary lachte und stand auf. �Ich bin auch nur ein Admiral. Ich kann einem Chief nicht sagen, was er tun und lassen soll. Au�erdem wei� ich von Captain Desjani, dass Sie die besten Matrosen der Flotte sind. Warum soll ich mich f�r eine Sonderbehandlung f�r Sie einsetzen?�</p><p>Als er den Speisesaal verlie�, f�hlte er sich besser, doch die Fragen der Matrosen hatten einige seiner eigenen Bedenken wiedererwachen lassen. In seinem Quartier angekommen, rief er General Charban an und bat ihn, so bald wie m�glich vorbeizukommen.</p><p>�Admiral.� Endlich konnte sich auch der General ein wenig ausruhen, da er w�hrend des Flugs durch den Sprungraum nicht st�ndig versuchen musste, mit den Spinnenw�lfen zu kommunizieren. �Sie wollten mich sprechen?�, fragte er, als er Gearys Quartier betrat.</p><p>�Ja, richtig.� Er deutete auf einen Stuhl, auf dem Charban Platz nahm. �Ich hatte schon bef�rchtet, Sie k�nnten schon eingeschlafen sein.�</p><p>�Nachdem ich so viele Tage hintereinander wach bleiben und Verhandlungen f�hren musste, wird mein Metabolismus noch ein paar Stunden ben�tigen, bis er sich so sehr verlangsamt hat, dass ich schlafen kann�, sagte Charban. �Ich k�nnte ihn mit Medikamenten dazu zwingen, aber mir ist es lieber, wenn mein K�rper auf nat�rliche Weise in seinen Normalzustand zur�ckkehrt.�</p><p>�Ein kluger Zug�, meinte Geary. �Ich ben�tige eine offene, ehrliche Aussage von Ihnen, ohne den Druck, der durch die Anwesenheit weiterer Personen entstehen k�nnte. Sie hatten von allen an Bord den engsten Kontakt zu den Spinnenw�lfen.�</p><p>�Gesandte Rione ist genau genommen die Einzige, die tats�chlich Kontakt mit ihnen hatte�, betonte Charban. �Aber diese Unterscheidung scheint das medizinische Personal nicht zu machen, das uns beide dem gesamten Spektrum aller nur denkbaren Untersuchungsmethoden ausgesetzt hat. Um mich auf das Treffen mit den Spinnenw�lfen vorzubereiten, hatte ich ein paar Berichte �ber fiktive Begegnungen mit fremden Lebensformen gelesen, wie man sie sich in der fernen Vergangenheit vorstellte. In diesen alten Geschichten wird oft davon erz�hlt, dass die Aliens die Menschen mit Sonden und anderen Methoden der k�rperlichen Untersuchung �berraschten. Aber die Spinnenw�lfe waren �u�erst h�flich, stattdessen haben uns unsere eigenen �rzte so eifrig mit Sonden traktiert, dass uns H�ren und Sehen verging.�</p><p>�Das tut mir leid.� Geary nahm Charban gegen�ber Platz. �General, ich m�chte von Ihnen jeden Eindruck zusammengestellt bekommen, den Sie nicht in einem der vielen formalen Berichte erw�hnt haben.�</p><p>�Einen Eindruck, Admiral? In welcher Hinsicht? Ich kann stundenlang meine Eindr�cke zum Besten geben, aber es w�re hilfreicher, wenn ich ganz konkret w�sste, was Sie wissen wollen.�</p><p>�K�nnen wir ihnen vertrauen?� Geary sah, dass Charban mit Erstaunen auf seine Frage reagierte. �Ja, ich wei�, sie haben Seite an Seite mit uns gegen die B�rk�he gek�mpft. Aber wie sieht es jetzt aus? Der Sprungraum ist keine Frage des Vertrauens, weil wir wissen, wohin wir wollen. Mein Gef�hl warnt mich jetzt nicht, dass wir etwa mit einer Falle oder einem Hinterhalt vonseiten der Spinnenw�lfe rechnen m�ssen. Aber wir werden mit ihnen in ihr Hypernet vordringen, und dann sind wir v�llig von ihnen abh�ngig, was den Ort angeht, wo wir letztlich rauskommen werden.�</p><p>�Verstehe.� Charban bedachte Geary mit einem ironischen Blick. �Admiral, hatten Sie schon mal mit Leuten zu tun, die Sie als gef�hrlich angesehen haben, weil sie unberechenbar sind? Sie wissen, was ich meine. Leute, die zu allem f�hig sind und die jederzeit auf jeden losgehen k�nnten. Oder die etwas v�llig Unerwartetes tun.�</p><p>Er nickte und musste unwillk�rlich an Jane Geary denken, gleich danach kam ihm Commander Benan in den Sinn. Keinen von beiden Namen sprach er jedoch laut aus.</p><p>�Dann�, redete Charban weiter, �gibt es noch andere Typen, beispielsweise General Carabali, also Leute, die wegen ihrer F�higkeiten gef�hrlich sind, die sie aber in einem eng gesteckten Rahmen zum Einsatz bringen. General Carabali schl�gt erst zu, nachdem sie alle Optionen durchgespielt und entschieden hat, dass dieses bestimmte Ziel auf diese bestimmte Weise angegriffen werden muss.�</p><p>�Richtig�, stimmte Geary ihm zu. �Ich habe beide Typen kennengelernt.�</p><p>�Bei den Spinnenw�lfen habe ich den Eindruck, dass sie zu diesem zweiten Typ geh�ren. Sie k�nnen �u�erst todbringend sein, aber sie �berlegen sich jeden Schlag gegen den Feind ganz genau. Sie handeln immer zugunsten ihrer Ziele, und diese Ziele und Pl�ne sind alle bestens durchdacht. Zum Beispiel diese Sache mit dem Muster, auf das die zivilen Experten gekommen sind. Allein so zu denken, also zu �berlegen, wie eine Tat sich nicht nur auf die unmittelbare Umgebung, sondern auf alles auswirkt, das damit verbunden ist, das erfordert schon eine gr�ndliche Planung. Sie und ich, wir k�nnten auf diese Weise vorgehen, weil wir das f�r besonders klug oder geschickt halten. Aber bei den Spinnenw�lfen bin ich davon �berzeugt, dass sie so handeln, weil sie glauben, sie m�ssen das tun.�</p><p>Geary dachte eine Weile dar�ber nach, w�hrend Charban geduldig wartete. �Ist schon irgendwie unheimlich, nicht wahr?�, entgegnete er schlie�lich. �Eine intelligente Spezies, die sich verpflichtet f�hlt, �ber die Folgen und die Konsequenzen ihres Handelns erst einmal gr�ndlich nachzudenken. Das macht sie intelligenter, als wir es sind.�</p><p>�Vielleicht, aber es ist auch immer eine Frage, wie man �intelligent� definiert.� Charban sch�ttelte den Kopf. �Gehen sie Risiken ein? Ich glaube nicht. Jedenfalls nicht in einer Weise, wie wir es tun. Was ist mit Vertrauensvorschuss? Unwahrscheinlich, w�rde ich sagen. Spontane Handlungen? Pl�tzliche Inspiration, die sofortiges Handeln nach sich zieht? Halte ich bei ihnen auch nicht f�r m�glich. Alles ist sorgf�ltig geplant.�</p><p>�Ingenieure�, sagte Geary. �Richtig gute Ingenieure. Sie planen, bevor sie handeln. Sie bauen nichts, von dem sie nicht genau wissen, dass es funktioniert. Wir k�nnten sie vermutlich �berrumpeln.�</p><p>�Oder zumindest in Verwirrung st�rzen.� Charban beugte sich vor und sah Geary eindringlich an. �Aber lassen Sie mich zum wichtigsten Teil meiner Einsch�tzung kommen, Admiral. W�rde eine Rasse, die immer vorausplant, die sich mit unerwarteten oder unkontrollierbaren Ereignissen oder Konsequenzen besch�ftigen m�chte, eine Rasse, die stets Gewissheit dar�ber haben m�chte, was als N�chstes geschieht� w�rde eine solche Spezies jemals absichtlich einen Krieg beginnen?�</p><p>Die Frage war leicht zu beantworten. �Nein.�</p><p>�Richtig. Krieg ist Chaos, Krieg ist unberechenbar. Ich habe mal eine Geschichte von einem K�nig in der Antike geh�rt, der ein unfehlbares Orakel gefragt hat, was geschehen wird, wenn er in ein benachbartes K�nigreich einf�llt. Das Orakel sagte ihm, wenn er das mache, werde ein m�chtiges K�nigreich untergehen. �berzeugt davon, dass ihm der Sieg sicher war, begann er einen Angriff. Doch er verlor, und es war sein K�nigreich, das vernichtet wurde. Er hatte bei der Antwort des Orakels nicht in Erw�gung gezogen, dass sein eigenes Reich gemeint sein k�nnte.�</p><p>�Unvorhersehbare Umst�nde�, sagte Geary.</p><p>�Ganz genau. W�ren wir Menschen eine rationale Spezies, dann w�rden wir an unserer Geschichte ein Beispiel nehmen und nie wieder einen Krieg beginnen. Aber es gibt immer wieder Menschen, die sich einreden, dass es diesmal anders kommen wird und dass sie ganz genau voraussagen k�nnen, wie es ausgehen wird. Warum hat der Syndik-Exekutivrat vor hundert Jahren den Krieg gegen die Allianz begonnen, wenn ihnen doch h�tte klar sein m�ssen, dass sie nicht mal mit der Hilfe der Enigmas gewinnen k�nnten? Ihnen h�tte klar sein m�ssen, dass sie bei allem Blutvergie�en nicht mehr als eine Pattsituation erreichen konnten. Aber wir Menschen finden eben immer wieder Mittel und Wege, anderen und uns selbst etwas vorzumachen. Ich glaube nicht, dass die Spinnenw�lfe so denken. Ganz im Gegenteil: Ihre Neigung, alles Unberechenbare zu vermeiden, k�nnte sie daran hindern, ihren Nachbarn gegen�ber je aggressiv aufzutreten.�</p><p>Geary nickte nachdenklich. �Aber Selbstverteidigung ist ein anderes Thema. Ein Zuwenig an Verteidigungseinrichtungen w�rde ein von ihnen nicht gewolltes Ergebnis herbeif�hren, oder es w�rde einen Unsicherheitsfaktor ins Spiel bringen, weil sie nicht sagen k�nnten, ob jemand angreifen wird oder nicht.�</p><p>�Ja. Und das alles ist eine sehr verworrene Art, auf Ihre Frage zu antworten. Ja, ich glaube, wir k�nnen den Spinnenw�lfen vertrauen. Ich bin mir sicher, dass sie keinen Krieg mit uns anfangen werden. W�rden wir einen Krieg beginnen, dann w�rden sie mit all ihrer Schl�ue und ihrem K�nnen zur�ckschlagen. Aber sie werden einen Krieg nicht anzetteln. Sie wissen nicht, welche Folgen das f�r die Strukturen und Muster haben k�nnte.�</p><p>Ja, es passte alles zusammen. �Eigeninteresse.�</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Eigeninteresse�, wiederholte Geary und erkl�rte: �Wie verh�lt sich jede nichtmenschliche intelligente Spezies? Auf eine Weise, von der sie glauben, dass sie ihren eigenen Interessen dient. Die Enigmas sind davon �berzeugt, dass es f�r sie von entscheidender Bedeutung ist, alles �ber ihr Volk geheim zu halten, also tun sie alles, damit wir nichts �ber sie herausfinden. Die B�rk�he glauben, wir wollten sie aufessen, folglich greifen sie zu allen Mitteln, um uns davon abzuhalten. Und die Spinnenw�lfe sind der Meinung, wir k�nnen ihnen helfen, ihre Muster und Strukturen zu verankern, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten. W�rden wir sie attackieren, dann w�rden diese Strukturen gravierend gest�rt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie nach dem streben, was ihrem Ermessen nach ihr Eigeninteresse darstellt.�</p><p>General Charban lehnte sich zur�ck und �berlegte einen Moment lang. �Wir Menschen sind genauso. Warum sind wir jetzt hier? Weil wir es f�r wichtig hielten, �ber die Enigmas in Erfahrung zu bringen, ob wir mit ihnen fertigwerden k�nnen, ohne einen Krieg zu beginnen. Und weil wir herausfinden wollen, wie schlagkr�ftig sie sind. Es lag in unserem Eigeninteresse, die Flotte allen Risiken zum Trotz auf diese Mission zu entsenden.�</p><p>�Das Eigeninteresse der Menschheit als Ganzes, meinen Sie�, sagte Geary in stechendem Tonfall.</p><p>�Ja, richtig�, best�tigte Charban. �Diese Mission stellt nicht das Eigeninteresse des einzelnen Menschen in dieser Flotte in den Mittelpunkt. Vielleicht unterscheiden wir uns in dieser Hinsicht ja gar nicht so sehr von den Enigmas oder den B�rk�hen. Die Menschheit ist bereit, f�r das Wohl der Gesamtheit ein paar aus ihren eigenen Reihen zu opfern. Ich werde Ihren Gedanken an die zivilen Experten weiterleiten, wenn Ihnen das recht ist. Das k�nnte ein Konzept sein, das uns hilft, auf emotionaler Ebene sogar mit der fremdartigsten Spezies in Kontakt zu treten.�</p><p>�Gut.� Geary hob eine Hand, um Charban davon abzuhalten aufzustehen. �Was die zivilen Experten angeht��</p><p>�Ich glaube, denen k�nnen wir vertrauen, Admiral�, scherzte Charban, bemerkte dann aber Gearys Reaktion. �Sind Sie deswegen besorgt?�</p><p>�Ich wei� nicht. In letzter Zeit habe ich von ihnen einen wechselnden Eindruck. Jedenfalls von denen, die mit mir regelm��ig in Verbindung stehen. Sie m�ssen wissen, dass ich au�er mit Dr. Setin und Dr. Shwartz kaum mit einem von ihnen etwas zu tun habe.�</p><p>�Verstehe.� Charban setzte sich wieder entspannter hin. �Ich habe mit jedem von ihnen zu tun. Wussten Sie, dass sich unsere zivilen Experten in drei Gruppen aufteilen? Eine kleine Gruppe war vor der Begegnung mit unserer ersten au�erirdischen Spezies davon �berzeugt, dass es zwischen unseren Rassen zu einem Kampf bis zum Tod kommen w�rde. Interessanterweise glauben sie das jetzt immer noch und betrachten jede neue Erkenntnis als Argument, das f�r ihre Einstellung spricht. Eine andere kleine Gruppe war der Ansicht, das Universum w�rde uns mit offenen Armen empfangen und uns Frieden und Freundschaft schenken. Diese Gruppe ist von ihrer Meinung ebenfalls nach wie vor fest �berzeugt. Alle Probleme beim Kontakt mit den anderen Spezies beruhen demzufolge auf unseren Fehlleistungen.�</p><p>�Auf den Fehlleistungen des Milit�rs, wollten Sie sagen�, kommentierte Geary ironisch.</p><p>�Richtig. Und dann ist da noch die dritte und zugleich gr��te Gruppe. Diese Leute warten ab, bis sie einen Beweis sehen, um dann zu entscheiden, was dieser Beweis bedeutet. Um ehrlich zu sein, �berrascht es mich, dass diese Gruppe so gro� ausf�llt, aber das hat meiner Meinung nach mit Dr. Setins Bem�hungen zu tun, Einfluss darauf zu nehmen, welche Zivilisten uns begleiten sollten und welche nicht.� Sekundenlang schwieg Charban. �Diese Gruppe war zutiefst ersch�ttert �ber die Reaktionen der Enigmas und der B�rk�he, weil dieses Verhalten f�r die Gruppe spricht, die die Ansicht vertritt, dass das Universum uns hasst. Der Kontakt mit den Spinnenw�lfen war ausgesprochen wichtig, um ihnen den Glauben an das Universum und an diese Mission zur�ckzugeben.�</p><p>�Meinen Sie denn, es ist da unten wieder alles in Ordnung? Gibt es keinen Anlass zur Sorge?�</p><p>�Das habe ich damit nicht gesagt, Admiral.� Zwar l�chelte Charban, jedoch nicht, weil ihn irgendetwas am�siert h�tte. �Wenn wir ins Allianz-Gebiet zur�ckgekehrt sind, wird es in akademischen und popul�ren Ver�ffentlichungen zweifellos nur so von Artikeln wimmeln, in denen sich unsere Experten dar�ber auslassen, wie schlecht das Milit�r und einige der anderen Experten die Situation hier drau�en gehandhabt haben. Und nat�rlich wird der jeweilige Verfasser darauf hinweisen, dass allein durch ihn eine v�llige Katastrophe verhindert werden konnte.�</p><p>�Dann hat sich das Verhalten der Akademiker in den letzten hundert Jahren also kein bisschen ver�ndert�, stellte Geary fest.</p><p>�Nein, nat�rlich nicht.� Nachdenklich sah Charban auf das Sternendisplay. �Dr. Setin war einer Ihrer gr��ten F�rsprecher unter den zivilen Experten. Aber das Gemetzel auf dem Superschlachtschiff der B�rk�he hat ihn zutiefst ersch�ttert. Ich glaube, ihm ist klar, dass Sie keine andere Wahl hatten und dass wir alles versucht haben, die B�rk�he zur Kapitulation zu bewegen, anstatt auf Leben und Tod gegen sie zu k�mpfen. Aber emotional haben ihm diese Geschehnisse gro�e Schwierigkeiten bereitet. Dennoch ist er ein guter Mann mit klarem Verstand, und ich glaube, er wird dar�ber hinwegkommen.�</p><p>�Und Dr. Shwartz?�</p><p>�Eine bessere Verb�ndete als sie k�nnen Sie sich gar nicht w�nschen, Admiral. Sie haben ihr gleich drei intelligente nichtmenschliche Spezies pr�sentiert, mit denen sie sich befassen kann. Die Umst�nde, unter denen wir mit diesen Spezies zusammengetroffen sind, waren nicht immer so, wie wir sie uns gew�nscht h�tten. Aber Dr. Shwartz ist eine von den wenigen Akademikerinnen, denen klar ist, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Universum, in dem sich ihre Theorien bewegen, und dem realen Universum.�</p><p>�Vielen Dank, General�, sagte Geary. �Kehren Sie jetzt bitte in Ihr Quartier zur�ck und fahren Sie Ihren Metabolismus weit genug runter, damit Sie sich ausruhen k�nnen.�</p><p>Die n�chsten dreieinhalb Tage im Sprungraum verliefen ruhig. Geary fiel auf, dass Desjani ihre Crew zwar nach wie vor besch�ftigte, aber gleichzeitig ungew�hnlich viel Freizeit gew�hrte, damit jeder sich eine l�ngere Pause g�nnen konnte. Er selbst gab sein Bestes, obwohl ihn st�ndig die Sorge plagte, wie weit die Enigmas noch von Midway entfernt waren. Hinzu kam die Frage, ob die Spinnenw�lfe nicht vielleicht doch zu dem Schluss kommen w�rden, dass die Menschen eigentlich zu unberechenbar waren und es sich nicht lohnte, in ihnen Freunde oder Verb�ndete zu sehen.</p><p>Geary war l�ngst wieder auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, als die Flotte den Sprungraum verlie� und in einem System auftauchte, das nach menschlichen Ma�st�ben erstklassig war. Zw�lf Planeten kreisten um einen Stern, dessen nuklearer Hochofen so stabil lief, wie man es sich nur vorstellen konnte. Einer der Planeten war acht Lichtminuten von diesem Stern entfernt, sodass auf ihm ideale Voraussetzungen f�r Leben in der Form herrschten, wie die Menschheit es kannte. Zwei weitere Planeten kreisten auf ihrem Orbit bei neun Lichtminuten umeinander, beide waren relativ k�hl, Ebbe und Flut mussten auf ihnen spektakul�r sein. Zwei Lichtstunden seitlich der Flotte fand sich das, was nichts anderes als das Hypernet-Portal sein konnte.</p><p>�Richtig nett�, kommentierte Desjani zustimmend, w�hrend ihr Blick auf dem Display weiter nach irgendwelchen Bedrohungen suchte. In diesem System wimmelte es von Schiffen der Spinnenw�lfe, die zwar alle die gleiche, wundersch�n stromlinienf�rmige Bauart aufwiesen, von denen aber der gr��te Teil auf Strecken unterwegs war, die darauf hindeuteten, dass es sich bei ihnen um Handelsschiffe handelte, die von Planet zu Planet flogen.</p><p>Neben den sechs Schiffen der Spinnenw�lfe, von denen die Allianz-Flotte begleitet wurde, hielten sich am Sprungpunkt nur zwei weitere ihrer Schiffe auf.</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Wir wissen, dass sie Schiffe vorausgeschickt haben, um unsere Ankunft anzuk�ndigen, dennoch h�tte ich erwartet, dass dieser Sprungpunkt von einer gr��eren Streitmacht bewacht wird, selbst wenn sie sich als Ehrengarde getarnt h�tte. K�nnen Sie sich vorstellen, dass Sie eine Flotte aus Kriegsschiffen einer fremden Spezies einfach Ihr Territorium durchfliegen lassen w�rden?�</p><p>�Vergessen Sie nicht diese getarnten Mega-Minen, die die Spinnenw�lfe bei Honor versteckt hatten�, betonte Desjani. �Sie k�nnten hier alles M�gliche verborgen halten, das uns eine Menge Kummer bereiten w�rde, sobald wir was Verkehrtes machen.�</p><p>�Ich wei� Ihre Warnung zu sch�tzen, Captain�, erwiderte er. Sie hatte v�llig recht. Nur weil er keine Vorsichtsma�nahmen sehen konnte, bedeutete das nicht, dass da auch nichts war. �Gesandte Rione, General Charban, nehmen Sie bitte Kontakt mit unseren neuen Freunden auf und fragen Sie an, ob wir uns auf direktem Kurs zum Hypernet-Portal begeben sollen.�</p><p>Virtuelle Fenster �ffneten sich rund um Geary. Dr. Setin, Lieutenant Iger, Captain Smythe� alle baten sie ihn inst�ndig darum, so viel Zeit wie m�glich zu schinden, damit sie mehr �ber dieses von den Spinnenw�lfen bewohnte System herausfinden konnten. Geary schnitt ihnen allen das Wort ab, dankbar daf�r, dass er als Flottenbefehlshaber diese M�glichkeit besa�. Dann antwortete er ihnen allen gleichzeitig: �Wir nehmen mit den Spinnenw�lfen Kontakt auf, um sie zu fragen, auf welchem Kurs wir dieses System durchfliegen sollen. Wir werden ihre W�nsche befolgen m�ssen. Alle Sensoren dieser Flotte sammeln so viele Daten, wie sie nur k�nnen, und das werden sie auch weiter machen, solange wir uns in diesem Sternensystem befinden. Mehr kann ich Ihnen allen nicht versprechen.�</p><p>Desjani deutete auf ihr Display. �Unsere Eskorte nimmt Kurs auf das Portal. Folgen wir ihr?�</p><p>�Ja.� Bis die Gesandten den Kontakt zu den Aliens wiederherstellen konnten, mochte einige Zeit vergehen, daher hielt Geary es f�r das Sinnvollste, sich an die sicherste Vorgehensweise zu halten, und die bestand nun einmal darin, die Flotte hinter den sechs Schiffen der Spinnenw�lfe herfliegen zu lassen. Erleichtert nahm er zur Kenntnis, dass die vier mit dem erbeuteten Schiff der B�rk�he verbundenen Schlachtschiffe den Kurswechsel ebenfalls m�helos hinbekamen.</p><p>�Sie wissen ja, dass die uns genauso beobachten, nicht wahr?�, merkte Desjani an, w�hrend die Flotte auf den Kurs der Eskortschiffe einschwenkte.</p><p>�Ich wei߫, best�tigte er. Sein Blick war auf die beiden Schiffe der Spinnenw�lfe konzentriert, die sie beim Verlassen des Sprungraums empfangen hatten. Ohne Vorwarnung beschleunigten sie und jagten zwischen den Schiffen der Allianz-Flotte hindurch, wobei sie sich mit der Eleganz eines Delfins bewegten, der unter Wasser um Hindernisse herumschwamm.</p><p>�Sie haben Kurs auf das GKS genommen�, sagte Desjani mit angespannter Stimme.</p><p>�Das GKS? Ach ja, das Superschlachtschiff der Kiks�, fiel Geary in diesem Moment wieder ein. Mit der Faust schlug er auf seine Komm-Kontrolle. �An alle Einheiten, hier spricht Admiral Geary. Stellen Sie sich keinem Schiff der Spinnenw�lfe in den Weg, und er�ffnen Sie nicht das Feuer, solange ich nicht ausdr�cklich den Befehl dazu erteilt habe. Kein Waffenkontrollsystem darf ein Schiff der Spinnenw�lfe auch nur als Ziel erfassen.�</p><p>Die beiden Spinnenwolf-Schiffe wurden langsamer und gingen auf einen Parallelkurs zu dem Superschlachtschiff und den vier Allianz-Schiffen, von denen es geschleppt wurde. Obwohl beide mit 0,1 Licht durchs All flogen, wirkte es, als w�rden diese Schiffe einfach im Weltraum stehen. Mit einer ungeheuer pr�zisen Bewegung teilten sich die Schiffe der Spinnenw�lfe auf und flogen dicht �ber das ehemalige Kik-Schiff hinweg, um es genau zu untersuchen. Dieser Vorgang war noch nicht beendet, als sich Rione bei Geary meldete.</p><p>�Die Spinnenw�lfe bitten um Erlaubnis, jemanden an Bord des gekaperten B�rkuh-Schiffs schicken zu d�rfen.�</p></section><section><title><p>Dreizehn</p></title><p>Geary sah Rione eindringlich an. �Sind Sie sich sicher, dass die dem Schiff nur einen Besuch abstatten wollen? Oder wollen sie es unter ihre Kontrolle bringen? Oder Ausr�stungsgegenst�nde mitnehmen?�</p><p>Desjani schaute stur geradeaus und tat so, als h�tte sie nichts mitbekommen. Also lag die Entscheidung ganz allein bei ihm. �Na gut. Sagen Sie ihnen, sie k�nnen ein paar Teams r�berschicken�, sagte er zu Rione, ehe er eine andere Taste bediente. �Admiral Lagemann, sind Sie auf Besucher eingestellt?�</p><p>Es dauerte eine weitere halbe Stunde, ehe eines der Spinnenwolf-Schiffe sich der Luftschleuse n�herte, die die Ingenieure dort eingebaut hatten, wo von den Marines L�cher in den Rumpf des Superschlachtschiffs gesprengt worden waren, um an Bord zu gelangen. Inzwischen stand ein Empfangskomitee bereit, unter anderem bestehend aus Admiral Lagemann, dem hochrangigsten Marine an Bord, sowie einigen Ingenieuren. Obwohl die Menschen allesamt Schutzanz�ge oder Gefechtsr�stungen trugen und die Spinnenw�lfe selbst auch von ihrer Schutzpanzerung eingeh�llt waren, vollzogen sie ihre obligatorische Begr��ung in Form der vorsichtigen �Luftumarmung�, bei der jeder unmittelbare K�rperkontakt mit den Menschen vermieden wurde.</p><p>Als er sich die Abordnung der Allianz ansah, bemerkte Geary, dass zu ihr auch Lieutenant Jamenson geh�rte, auch wenn er das nur anhand des angezeigten Namens erkennen konnte. Der Helm machte es unm�glich, ihr leuchtend gr�nes Haar zu sehen. Er rief den Chefingenieur der <emphasis>Tanuki</emphasis>. �Captain Smythe, ich dachte, Lieutenant Jamenson befindet sich an Bord der <emphasis>Orion</emphasis>.�</p><p>�Richtig, Admiral, aber ich habe ihr eine Individualbewegung von Schiff zu Schiff aufgetragen, damit sie Teil des Empfangskomitees sein kann.�</p><p>�Wieso?�</p><p>Smythe grinste ihn an. �Zum einen m�chte ich wissen, wie die Spinnenw�lfe auf einen Menschen reagieren, dessen k�rperliches Erscheinungsbild nicht dem� na, dem Muster entspricht, das sie gew�hnt sind. Nat�rlich wird das nur funktionieren, wenn sie sich in einen Bereich begeben, in dem Lieutenant Jamenson ihren Helm abnehmen kann. Au�erdem ist mir eingefallen, dass sie sich mit ihren besonderen F�higkeiten n�tzlich machen k�nnte, wenn sie die Spinnenw�lfe in Aktion erlebt. Vielleicht f�llt ihr etwas auf, das keiner von uns bislang bemerkt hat.�</p><p>�Zwei gute Ideen, Captain. Vielen Dank.�</p><p>Desjani machte eine skeptische Miene. �Das ist der Lieutenant, die Dinge durcheinanderbringt, nicht wahr? Ich meine die Frau, die das absichtlich macht.�</p><p>�Richtig�, best�tigte Geary.</p><p>�Und wie soll uns das bei den Spinnenw�lfen behilflich sein?�</p><p>�Es ist die Kehrseite ihrer F�higkeit, die uns helfen k�nnte�, erkl�rte Geary. �Lieutenant Jamenson kann auch Informationen entdecken, die unter Bergen von anderen Daten vergraben liegen, die aber mit einem Sachverhalt zusammenh�ngen.�</p><p>�Sie meinen, sie kann Strukturen erkennen?�</p><p>�Sozusagen.�</p><p>�Dann ist es vielleicht gut, dass sie mit dabei ist.� Desjani lehnte sich in ihrem Sessel nach hinten und ber�hrte die Taste f�r die schiffsinterne Kommunikation. �Wir haben etwas mehr als neunzehn Stunden Reisezeit bis zum Hypernet-Portal vor uns�, lie� sie ihre Crew wissen. �Die Zeit werden wir nutzen, um das Schiff von au�en auf Vordermann zu bringen.�</p><p>Die Spinnenw�lfe verbrachten sechs Stunden an Bord des gekaperten Kriegsschiffs, wobei sie sich vor allem auf die Kontrollen und die Maschinenr�ume konzentrierten. Die menschliche Delegation konzentrierte sich ihrerseits darauf, die Spinnenw�lfe aufmerksam zu beobachten. Lieutenant Jamenson erhielt zwar die Gelegenheit, ihren Helm abzunehmen, doch die Aliens lie�en sich nicht anmerken, ob der Anblick sie in irgendeiner Weise irritierte.</p><p>Daten �ber die bewohnten Welten des Systems str�mten in Massen in die Speicher der Allianz-Schiffe. Froh dar�ber, dass er keine m�glicherweise bedrohlichen Aktivit�ten analysieren musste, �berlie� Geary diese Arbeit den zivilen Experten und den Geheimdienstleuten, die Lieutenant Iger unterstellt waren. Von Zeit zu Zeit sah er sich Ansichten der Planeten an, die nahe genug waren, um vom gesamten Spektrum der Sensoren erfasst zu werden. Er entdeckte weitl�ufige Gro�- und Kleinst�dte, die nach menschlichen Ma�st�ben nur m��ig bev�lkert waren. Die Bev�lkerung der Spinnenw�lfe war zahlenm��ig recht gro�, doch sie schienen es zu bevorzugen, gro�en Abstand zueinander zu wahren, anstatt dicht gedr�ngt zu leben. Im Gegensatz zum Sternensystem der B�rk�he fand sich auf diesen Planeten vielf�ltige Vegetation, auch innerhalb der St�dte.</p><p>Vier Stunden waren vergangen, seit die Spinnenw�lfe mit erneuten ber�hrungsfreien Luftumarmungen das gekaperte Schiff verlassen hatten, und es verblieben noch zehn Stunden bis zum Erreichen des Hypernet-Portals, als sich Rione in Gearys Quartier meldete. �Ich muss Sie von einigen Dingen in Kenntnis setzen�, sagte sie.</p><p>�Reden Sie, ich h�re zu.�</p><p>�Nein, pers�nlich.�</p><p>Er seufzte. Es war sp�t in der Nacht, und Rione wollte ihn in seinem Quartier aufsuchen. Admiral Timbale hatte ihn gewarnt, dass die Leute sehr genau darauf achten w�rden, ob er oder Desjani irgendwelche Anzeichen f�r unprofessionelles Verhalten zeigten. �Madam Gesandte��</p><p>�Commander Benan kann mich begleiten�, sagte sie in einem Tonfall, als w�rde sie sich auf einen Witz beziehen, der nur ihnen beiden vertraut war.</p><p>Als ihr Ehemann w�rde Commander Benan dar�ber auch nicht begeistert sein. �Also gut�, sagte er.</p><p>Nur Minuten sp�ter traf sie ein. Commander Benan begleitete sie mit steifen Bewegungen, dann sah er sich argw�hnisch im Quartier um, als suche er nach versteckten Gefahren. Schlie�lich salutierte er, machte kehrte und verlie� den Raum, um vor der Luke Position einzunehmen.</p><p>Erst als die Luke sich hinter ihm geschlossen hatte, fragte Geary: �Wie geht es ihm?�</p><p>�Seit dem Gespr�ch mit Ihnen auf jeden Fall besser.�</p><p>�Zumindest kennen wir jetzt den Grund f�r seine Probleme, und ich wei� nun, wie Sie erpresst werden.�</p><p>Eine Weile sa� sie schweigend da. �Ohne den letzten Teil Ihrer Aussage damit zu best�tigen, ist es doch unerfreulich, dass keine von beiden Informationen mit irgendeinem unmittelbaren Nutzen f�r uns verbunden ist.�</p><p>�Ja, da haben Sie recht. Aber Sie sagten, Commander Benans Zustand hat sich stabilisiert.�</p><p>�Ich sagte, es geht ihm besser.� Sie ging zu einem Stuhl und nahm Platz. Ihr Blick war auf das Sternendisplay gerichtet. �Ein wenig hat er sich stabilisiert, aber er ist immer noch gef�hrlich.�</p><p>�Seien Sie vorsichtig.�</p><p>�Das bin ich immer. Ich m�chte Sie dar�ber informieren, welche Erkenntnisse ich aus Unterhaltungen mit verschiedenen Spinnenw�lfen gewonnen habe, w�hrend General Charban und die zivilen Experten mit anderen Vertretern der Spezies geredet haben.�</p><p>Geary setzte sich ihr gegen�ber hin. �Haben Sie mit jemandem gesprochen, der etwas zu sagen hat? Welchen Dienstgrad haben die Spinnenw�lfe, die mit uns geredet haben?� Die Frage war ihm schon ein paar Mal durch den Kopf gegangen, aber nie, wenn er mit jemandem redete, der sie h�tte beantworten k�nnen.</p><p>�Das wei� ich nicht. Das wei� keiner von uns.� Mit den H�nden beschrieb sie eine hilflose Geste. �Die Organisationsstruktur der Spinnenw�lfe ist entweder zu kompliziert oder zu fremdartig f�r uns, weshalb wir sie bislang nicht begriffen haben. Diese Dr. Shwartz von den zivilen Experten glaubt, dass das Organigramm einem Netz �hnelt, und damit k�nnte sie durchaus recht haben. Ganz egal, wie ihre Dienstgrade aufgebaut sind, wir haben das Prinzip noch nicht durchschauen k�nnen, auch wenn die Spinnenw�lfe damit wohl zurechtkommen. Nun�, f�gte sie an, um das Thema zu wechseln, �man hat mir Dinge gesagt, von denen ich glaube, Sie m�ssen sie erfahren. Ich wei� nicht, wer sonst in der Flotte noch davon erfahren sollte, deshalb bringe ich Sie auf diese Weise und hier auf den neuesten Stand der Dinge.�</p><p>Rione redete recht pragmatisch, aber sie hatte auch nur Fakten mitzuteilen. �Zun�chst einmal haben die Spinnenw�lfe mich auf eine unmissverst�ndliche Weise wissen lassen, dass sie uns bei einem Angriff auf die Enigmas nicht unterst�tzen werden, sobald wir denen begegnen sollten. Und genauso werden sie nicht zu unserer Verteidigung eilen, wenn die Enigmas uns angreifen. Sie werden sich verteidigen, wenn sie selbst angegriffen werden, aber ein Eingreifen zwischen uns und den Enigmas kommt f�r sie nicht infrage.�</p><p>�Sind Sie sich da ganz sicher?�</p><p>�Absolut sicher. Wenn wir den Enigmas begegnen, sind wir auf uns allein gestellt.�</p><p>�Hat General Charban mit Ihnen �ber seinen Eindruck von den Spinnenw�lfen und deren Einstellung zum Krieg gesprochen?�</p><p>�Ja.� Sie sch�ttelte den Kopf. �Es ist eine m�gliche Erkl�rung, aber wir wissen nicht, ob es zutrifft. Ich wei� nur, dass sie nicht gegen die Enigmas k�mpfen werden, au�er sie m�ssen sich selbst zur Wehr setzen.�</p><p>�Wenigstens haben sie uns vorgewarnt�, meinte Geary. �Halten Sie es f�r m�glich, dass die Enigmas und die Spinnenw�lfe einen Nichtangriffspakt geschlossen haben?�</p><p>Sie setzte eben zu einer Antwort an, als ihr ein Gedanke durch den Kopf ging, der sie listig l�cheln lie�. �Sie meinen, wenn es einen solchen Pakt zwischen ihnen gibt, dann k�nnten wir darauf hoffen, mit den Enigmas die gleiche Vereinbarung zu treffen?�</p><p>�Richtig.�</p><p>�Ich wei� nicht, aber ich werde sehen, was ich dazu herausfinden kann.� Rione bet�tigte die Kontrollen des Sternendisplays und beugte sich vor, bis sie dicht bei Geary war.</p><p>Auch wenn sie sich nicht ber�hrten, sp�rte er ihre N�he, die unerw�nschte Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit ihr weckte, bevor er und Tanya sich zu ihren Gef�hlen f�reinander bekannt hatten. Er lie� Rione nicht erkennen, was er soeben dachte, und sie zeigte selbst auch keine entsprechende Reaktion. Auch ihre Stimme klang weiterhin so sachlich wie schon die ganze Zeit. �Wir verlassen bei diesem Stern das Hypernet der Spinnenw�lfe. Es ist von Menschen katalogisiert worden, aber einen Namen hat es nicht erhalten. Die Syndiks sind bei ihrer Expansion vor mehr als hundert Jahren nicht bis dorthin vorgedrungen. Von diesem Stern unternehmen wir einen kleinen Sprung bis zu dem Stern dort, der ebenfalls von Menschen keinen Namen bekommen hat. Aber als die Spinnenw�lfe von dem Stern sprachen, verwendeten sie das gleiche Symbol wie beim System Honor, obwohl es sich um einen Stern eines ganz anderen Typs handelt.�</p><p>Geary betrachtete stur das Display, w�hrend er nachdachte. �Ein Symbol� ein Etikett� Vielleicht nicht f�r den Stern selbst, sondern f�r irgendetwas anderes? Bei Honor hatten sie eine Streitmacht postiert, um Angriffe der B�rk�he abzuwehren. Dient der Stern dem gleichen Zweck, nur dann mit Blick auf die Enigmas? Das Symbol k�nnte Festung oder etwas in dieser Art bedeuten.�</p><p>�K�nnte sein�, stimmte sie ihm zu. �Von diesem Stern springen wir weiter zu diesem, den die Syndiks auf den Namen Hua getauft hatten. Sie k�nnten bis dort vorgedrungen sein, ehe sie von den Enigmas nach Midway zur�ckgetrieben wurden. Allerdings glaube ich nicht, dass sie es bis dort geschafft haben, denn die Spinnenw�lfe haben angedeutet, dass Hua fest in der Hand der Enigmas sein soll. Sie haben gesagt, dass dort Gefahr lauert.�</p><p>�Hoffentlich kein Enigma-Hypernet-Portal�, murmelte Geary. �Davor m�chte ich nicht noch mal davonlaufen m�ssen.� Er streckte die Hand aus und zeichnete auf dem Display einen Kurs ein. �Und Hua ist in Sprungreichweite von Pele.�</p><p>�Und von Pele gelangen wir nach Midway�, erg�nzte Rione.</p><p>�Vielen Dank, das sind alles sehr wichtige��</p><p>�Da ist noch etwas.� Sie hielt ihm ihre Datentafel hin. Das Symbol, mit dem sich die Schiffe der Syndikatwelten identifizierten, war darauf zu sehen. �Ich habe das den Spinnenw�lfen gezeigt, mit denen ich gesprochen habe. Sie haben es wiedererkannt.�</p><p>Geary sah auf das Symbol. �Ganz sicher?�</p><p>�Sie haben mir gesagt, dass sie es kennen.�</p><p>�Die Spinnenw�lfe wissen von den Syndiks? Sie hatten Kontakt mit den Syndikatwelten?�</p><p>�Das glaube ich nicht. Meine Vermutung ist, dass die Syndiks so wenig von der Existenz der Spinnenw�lfe wussten wie wir. Aber das Interessante kommt erst noch, Admiral. Ich habe sie gefragt, was dieses Symbol repr�sentiert, und bei ihrer Antwort benutzten sie die Symbole f�r �Feind Ihres Volks�.�</p><p>�Woher wollen sie�?� Geary sah Rione an. �Die Grenze zur Allianz ist von hier sehr weit entfernt. Von unserer Flotte abgesehen haben sich im Syndik-Gebiet seit �ber hundert Jahren keine Schiffe der Allianz mehr aufgehalten. Und Gefechte hat es nirgendwo in dieser Region gegeben. Wie k�nnen sie wissen, dass wir einen Krieg gegen die Syndiks gef�hrt haben?�</p><p>�Eine sehr gute Frage, Admiral.� Rione st�tzte das Kinn auf eine Hand und schaute nachdenklich drein. �Wir haben herausgefunden, dass die Enigmas uns ausspioniert haben, lange bevor wir etwas von ihrer Existenz wussten. Vielleicht��</p><p>��sind die Spinnenw�lfe bis ins Gebiet der Allianz vorgedrungen?�, f�hrte er ihren Satz zu Ende und zwang sich dazu, �ber diese M�glichkeit nachzudenken.</p><p>�Die Enigmas haben W�rmer in unsere Sensorsysteme geschleust, damit wir ihre Anwesenheit nicht wahrnehmen konnten�, sprach Rione. �K�nnten die Spinnenw�lfe das auch gemacht haben?�</p><p>�Falls ja, dann verwenden sie ein grundlegend anderes Prinzip. Wir haben die Systeme von allem ges�ubert, was wir uns nur irgendwie vorstellen k�nnen, und wir haben nichts weiter gefunden.�</p><p>�Haben Sie jemals geh�rt, ob etwas von der Art eines Spinnenwolfschiffs im Allianz-Gebiet gesichtet wurde?�</p><p>Er durchforstete sein Ged�chtnis, aber er konnte nichts Auff�lliges zutage f�rdern. �Falsche Sichtungen nennen wir so was. Die Sensoren sagen, dass da etwas ist, weshalb wir noch mal hinsehen und manchmal trotzdem nichts entdecken k�nnen. Oder wir schicken ein Schiff hin, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dann kommt es vor, dass das Schiff auf etwas st��t, das einfach nur schwer auffindbar war.� So war die Allianz-Flotte auch auf ihn gesto�en, als er in einer defekten Rettungskapsel im K�lteschlaf durchs All getrieben war. Das Funksignal war ausgefallen, die Energieversorgung stand kurz vor dem Zusammenbruch und arbeitete auf einem so niedrigen Niveau, dass die Flottensensoren der neuesten Generation sie kaum wahrnehmen konnten. W�ren sie nicht auf ihn aufmerksam geworden, h�tten sie nicht erkannt, dass es sich um mehr als nur ein Tr�mmerteil handelte. H�tte sich der Zerst�rer nicht gr�ndlich umgesehen und ihn entdeckt� Geary versuchte, die Erinnerung an jenes Eis aus seinem Kopf zu verbannen, das in der Zeit danach seinen K�rper erf�llt hatte. ��blicherweise wird nichts von dem gefunden, wonach sie suchen sollten. Deshalb nennt man es falsche Sichtung.�</p><p>�Wodurch wird so etwas verursacht?�</p><p>�Jedes System hat seine Macken, und die f�hren dazu, dass etwas als vorhanden angezeigt wird, das gar nicht da ist. Oder irgendein Ablauf, der gar nicht stattfindet, wird als gerade im Gange befindlich angezeigt. So etwas findet sich bei allem, das mit Elektronik und Kodierungen arbeitet. Deshalb k�nnen alle Systeme manuell abgeschaltet werden, damit nicht etwas geschieht, was besser nicht geschehen sollte.�</p><p>Sie nickte. �Bevor ich herkam, habe ich erst noch eine Weile recherchiert. Beispiele f�r �falsche Sichtungen� finden sich in der gesamten Menschheitsgeschichte, bis zur�ck in die Zeit der Alten Erde. Die meisten davon lie�en sich problemlos erkl�ren, andere wurden einfach ignoriert. Aber wenn wir w�ssten, dass solche Dinge geschehen sind, dann k�nnte man Dinge erkl�ren, die keineswegs durch technische Probleme verursacht wurden. Wenn die Spinnenw�lfe �ber eine gute Tarntechnologie verf�gen��</p><p>�Sie verf�gen sogar �ber eine exzellente Tarntechnologie.� Er musste an die Minen bei Honor denken.</p><p>�Dann, Admiral, m�ssen wir die M�glichkeit in Erw�gung ziehen, dass die Menschheit seinerzeit mit ihren eigenen Angelegenheiten besch�ftigt war und sich dar�ber beklagte, im Universum finde sich keine zweite Intelligenz so wie unsere, w�hrend eine solche Intelligenz l�ngst vor unserer Haust�r stand und so viel wie m�glich �ber uns herauszufinden versuchte.�</p><p>Er dr�ckte die Handfl�chen gegen seine Augen. �Aber warum haben die Spinnenw�lfe dann nicht mit uns Kontakt aufgenommen? Wir wissen, warum die Enigmas sich zur�ckgehalten haben. Aber die Spinnenw�lfe? Wieso auch sie?�</p><p>�Das wei� ich nicht.�</p><p>�Was h�tten sie mit uns gemacht, wenn unsere Kolonien und unsere Forschungsschiffe sich schon viel fr�her ihren Grenzen gen�hert h�tten?�</p><p>�Vermutlich das Gleiche, was sie jetzt auch gemacht haben�, sagte Rione. �Aus irgendeinem Grund haben sie darauf gewartet, dass wir zu ihnen kommen. Dieser Grund muss einen Sinn f�r sie ergeben. In der Praxis hielten sich die Enigmas auf den Wegen auf, auf denen sich die Menschheit in dieser Region ausdehnte. Daher haben die Enigmas die Menschen am Kontakt mit den Spinnenw�lfen gehindert.�</p><p>Geary betrachtete wieder sein Display und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. �Wenn die Spinnenw�lfe wissen, dass die Syndiks unsere Feinde sind� waren, was glauben sie dann, wieso wir unbedingt vor den Enigmas nach Midway gelangen wollen?�</p><p>Wieder reagierte Rione mit einem L�cheln. �Die Spinnenw�lfe glauben, dass wir unseren Bruder-Feinden im Kampf gegen unsere Nicht-Bruder-Feinde beistehen, und das scheint sie zutiefst zu beeindrucken.� Sie stand auf. �Ich sollte mich nicht so lange hier aufhalten.�</p><p>�Ich verstehe.� Er erhob sich ebenfalls, doch als Rione sich zum Gehen wandte, sagte er: �Victoria, ich werde ihm helfen. Ich wei�, was unternommen werden muss, und wenn wir zur�ck im Allianz-Gebiet sind, werde ich daf�r sorgen, dass es unternommen wird.�</p><p>Sie musterte ihn lange, dann nickte sie einmal. �Hoffen wir, dass er lange genug lebt.�</p><p>Rione war nicht mal eine Minute weg, da ert�nte von Gearys Komm-Einheit ein vertrautes Signal.</p><p>�Oh, Sie sind noch auf�, sagte Desjani.</p><p>�Als ob Sie das nicht w�ssten. Wollen Sie herausfinden, wieso die Gesandte Rione bei mir war?�</p><p>�War sie das?�</p><p>�Ja. Sie hat mich �ber Dinge informiert, die sie von den Spinnenw�lfen erfahren hat.� Es waren Dinge, die Desjani auch wissen musste. �Da ich heute Nacht die Ger�chtek�che schon genug zum Brodeln gebracht habe, werde ich Ihnen alles morgen erz�hlen.�</p><p>�Vielen Dank, Admiral.� Desjani warf ihm einen sonderbaren Blick zu. �Was immer es ist, das bei Ihnen so einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat�� m�ssen wir uns deswegen Sorgen machen?�</p><p>�Das wei� ich noch nicht. Im Moment kann ich dazu nur sagen, dass die Menschheit sich selbst lange Zeit auf die Schultern geklopft hat, weil sie ja so viel �ber das Universum wei�. Nur scheint es so, als h�tte das Universum w�hrend dieser ganzen Zeit hinter unserem R�cken Grimassen geschnitten und uns ausgelacht.�</p><p>Er wusste nicht, wieso er erwartet hatte, dass das Hypernet-Portal der Spinnenw�lfe anders aussehen sollte als das von den Menschen und den Enigmas konstruierte, aber auf jeden Fall wurden Gearys Erwartungen nicht entt�uscht. Die Spinnenw�lfe hatten die Trossen auf eine Weise gearbeitet, dass sie tats�chlich das Bild eines Spinnennetzes hervorriefen, das Dr. Shwartz immer wieder als Metapher benutzte. Aus Gearys Sicht wirkte dieses Hypernet-Portal nicht nur wie eine gewaltige technische Leistung (was auch bei dem von Menschen erbauten Portal der Fall war), es hatte auch etwas von einem Kunstwerk.</p><p>Letztlich blieb es trotzdem immer noch ein Hypernet-Portal.</p><p>�Ich mag das Hypernet nicht�, murmelte er gerade laut genug, um von Desjani geh�rt zu werden. Er wollte nicht, dass alle auf der Br�cke wussten, was er empfand.</p><p>Sie war damit besch�ftigt, den Status der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu �berpr�fen, damit das Schiff f�r den Transit bereit war. �Wieso nicht?�</p><p>�Es f�hlt sich unnat�rlich an.�</p><p>�Im Vergleich zu was? Zum Sprungraum?�</p><p>Er warf ihr einen finsteren Blick zu. �Sie wissen genau, was ich meine.�</p><p>�Wei� ich nicht�, gab sie zur�ck. �Wirklich nicht. Wenn man von einem Stern zum n�chsten reisen und daf�r nicht Jahrzehnte vergeuden will, dann muss man daf�r schon irgendwas Eigenartiges machen. Ich pers�nlich halte den Hypernet-Raum f�r nicht so eigenartig wie den Sprungraum.�</p><p>Er erwiderte nichts, da er schlecht gelaunt war. Riones Erkenntnisse machten ihm zu schaffen, und immer wieder regte sich die Sorge, wie es wohl um Midway bestellt war. Und die Tatsache, dass es keine brauchbaren Informationen dar�ber gab, womit die Enigmas bei Hua aufwarten mochten, war f�r ihn ein weiterer Grund zur Sorge�</p><p>�Die Spinnenw�lfe wollen wissen, ob wir bereit sind�, meldete sich General Charban.</p><p>Geary betrachtete die Anzeige f�r den Flottenstatus. Es k�nnte besser sein, viel besser sogar. Zu viele Sch�den und nicht genug Zeit und Ressourcen, um alle notwendigen Reparaturen durchzuf�hren. Waren sie dennoch bereit aufzubrechen? �Ja, die Flotte ist bereit. Werden die Spinnenw�lfe uns einen Countdown vorgeben?�</p><p>�Da bin ich mir nicht sicher�, erwiderte Charban, nachdem er die Frage �ber den Koordinationskanal weitergeleitet hatte. Kaum waren ihm diese Worte �ber die Lippen gekommen, da zuckte das Universum zusammen, die Sterne verschwanden, und rings um die <emphasis>Dauntless </emphasis>gab es nur noch v�llige Schw�rze. �Ich korrigiere mich. Die Antwort lautet: Nein, sie werden uns keinen Countdown vorgeben.�</p><p>�Danke, General.� Geary betrachtete das andere Nichts, das ein Schiff w�hrend eines Durchflugs des Hypernets umgab. Eine Blase aus Nichts, in der die Schiffe hingen, so hatte Desjani es einmal bezeichnet.</p><p>Den Physikern zufolge bewegten sie sich eigentlich nicht von der Stelle, dennoch w�rden sie weit von ihrer letzten Position entfernt sein, wenn sie durch das andere Hypernet-Portal in den Normalraum zur�ckkehrten.</p><p>�Vier Tage, sagen die Spinnenw�lfe�, machte Charban Geary klar.</p><p>�Wir haben eine lange Strecke vor uns�, merkte Desjani an. �Habe ich Ihnen schon mal gesagt, dass, je l�nger der Weg durch den Hypernet-Raum ist, man umso k�rzer unterwegs ist?�</p><p>�Ja, das haben Sie.� Er konnte sich noch lebhaft an diesen Augenblick erinnern. Damals hatte er darauf gewartet, das erste Mal den Konferenzraum der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu betreten, um das Kommando �ber die in der Falle sitzende Flotte zu �bernehmen. Es war seine erste richtige Begegnung mit Tanya gewesen, die ihn seinerzeit mit ihrem grenzenlosen Vertrauen in seine F�higkeit regelrecht erschreckt hatte.</p><p>Sie hatte zwar recht behalten mit ihrer �berzeugung, er werde sie schon alle retten, doch er selbst war nach wie vor der Meinung, dass das Gl�ck bei dem Ganzen eine viel zu gro�e Rolle gespielt hatte.</p><p>Vielleicht lag es daran, dass sie sich im Hypernet-Raum befanden, also genau genommen nirgendwo, was eigentlich kein Anlass zur Sorge sein sollte. Dennoch war Geary nach wie vor besorgt, was wahrscheinlich etwas damit zu tun hatte, dass zu viele unbekannte Gr��en im Spiel waren. Wom�glich hatte ihn auch irgendwas an vorangegangene Erlebnisse erinnert.</p><p>Auf jeden Fall wachte er mitten in der Nacht nass geschwitzt auf. Sein Blick ruhte auf dem Deckendisplay, das ihm zeigte, dass alles in Ordnung war. Der L�rm von Sirenen, das Dr�hnen von Explosionen, die Schreie der Sterbenden�� das alles hallte in seinem Kopf nach, doch in seinem Quartier herrschte die �bliche n�chtliche Stille, auch wenn es nur eine k�nstliche Nacht war wie auf jedem Schiff, das sich weit von irgendeinem Planeten entfernt befand.</p><p>Geary setzte sich in der Dunkelheit auf, rieb sich mit beiden H�nden �bers Gesicht und stellte die F��e auf den Fu�boden, um zu sp�ren, dass das Schiff um ihn herum tats�chlich existent war. Die leichten Vibrationen, die sich von verschiedenen Quellen kommend von einem Deck zum n�chsten fortsetzten, sagten ihm, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>quicklebendig war.</p><p>�Admiral?� Desjanis Gesicht tauchte auf dem Komm-Schirm auf. Ihr Haar war zerzaust, ihr Blick war vor M�digkeit noch unkonzentriert. Im Hypernet-Raum ebenso wie im Sprungraum war es sogar dem Befehlshaber eines Schlachtkreuzers m�glich, nachts einmal durchzuschlafen.</p><p>Geary atmete tief durch, ehe er fragte: �Was gibt es?�</p><p>�Was es gibt? <emphasis>Sie </emphasis>haben <emphasis>mich </emphasis>gerufen.�</p><p>�Nein, habe ich nicht.�</p><p>Desjani runzelte die Stirn. �Wenn Sie wollen, kann ich die Aufzeichnungen des Komm-Systems aufrufen. Vielleicht haben Sie die Taste im Schlaf bet�tigt, aber auf jeden Fall haben Sie mich gerufen.�</p><p>Zerknirscht schaute er auf die Tasten vor dem Bildschirm an seinem Bett. Er k�nnte tats�chlich versehentlich die Taste ber�hrt haben, die ihn direkt mit Tanya verband, vor allem weil dies die vorderste Taste war. Wenn er im Schlaf mit den Armen gefuchtelt hatte, dann war das durchaus m�glich. �Tut mir leid, das war keine Absicht.�</p><p>Anstatt abzuschalten, betrachtete sie ihn: �Sie sehen aus wie durch die Mangel gedreht.�</p><p>�Besten Dank.�</p><p>�Albtraum?�</p><p>�Ja.�</p><p>Sie wartete einfach ab und sah ihn so geduldig an wie eine Katze, die vor einem Mauseloch darauf lauerte, dass die Beute zum Vorschein kam, und die bereit war, notfalls auch die ganze Nacht darauf zu warten.</p><p>�Es gab einen Kampf�, sagte er. �Weiter nichts. Das �bliche eben.�</p><p>�Das �bliche?� Tanya seufzte. �Sie sind nicht der Einzige, der R�ckblenden erlebt. Au�erdem wei� ich von den Albtr�umen wegen der <emphasis>Merlon</emphasis>, schon vergessen? Damit haben Sie mich einmal w�hrend unserer Flitterwochen aus dem Schlaf gerissen. Ging es wieder um die letzten Momente an Bord der <emphasis>Merlon?</emphasis>�</p><p>Er h�tte es bejahen und das Gespr�ch beenden k�nnen, aber sie h�tte wahrscheinlich gewusst, dass er ihr etwas vormachte. �Zum Teil. Es war auch noch anderes mit dabei.� Und wieder wartete sie. �Ich habe manchmal diese Tr�ume. Ich stehe auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>oder der <emphasis>Merlon</emphasis>, und ich befehlige eine Flotte. Einen einzigen, winzigen Moment bin ich unaufmerksam, und dann ist auf einmal der Feind da, genau �ber uns. Ein hoffnungslos �berm�chtiger Feind. Ich gebe Befehle aus, aber die kommen zu sp�t und sind alle falsch. Ringsum werden meine Schiffe zerst�rt, und das Schiff, auf dem ich mich befinde, wird schwer getroffen. Mir ist bewusst, das ist das Ende, weil ich wei�, wie es sich anf�hlt, wenn ein Schiff verloren ist. Und alles ist allein meine Schuld.�</p><p>�Also gut�, sagte Tanya. �Das kenne ich alles, nur dass ich nie eine Flotte befehligt habe. Haben Sie sich einer Stresstherapie unterzogen?�</p><p>�M-hm.� Allein, dass er mit ihr reden konnte, machte es ihm etwas leichter, auch wenn er wieder von den Bildern von Zerst�rung und Verw�stung aus seinem Albtraum heimgesucht wurde. �Sie helfen einem, es besser zu ertragen, aber sie lassen es nicht verschwinden.�</p><p>Sie lachte leise und verbittert. �Meinen Sie, das w�sste ich nicht? Ich k�mpfe schon l�nger als Sie, Matrose.�</p><p>�Ich hatte gehofft, dass man bei einem Jahrhundert Krieg bessere Behandlungsmethoden entwickelt h�tte.�</p><p>�Sollte man meinen, schlie�lich konnten sie an gen�gend Versuchskaninchen herumexperimentieren�, antwortete Desjani von rabenschwarzem Humor erf�llt. �Aber es ist nicht so. Menschen sind kompliziert. Wenn in unserem Kopf etwas verkehrt l�uft, dann l�sst sich der Urzustand nicht so leicht wiederherstellen. Heute helfen uns die �rzte gleich wieder weiterzumachen, obwohl wir eigentlich gar nicht mehr funktionieren d�rften. Aber diese �rzte sind auch nur Menschen, keine G�tter. Stress und Traumata sind zwei der niemals endenden Freuden beim Milit�r, so wie schlechtes Essen, zu wenig Schlaf und miserable Unterk�nfte. Und wir sind eine Ewigkeit von unseren Familien getrennt.�</p><p>Er l�chelte fl�chtig. �Bei so vielen Freuden muss man sich fragen, warum sie uns �berhaupt noch Sold zahlen m�ssen.�</p><p>�Ja, das ist wirklich erstaunlich. Und? F�hlen Sie sich jetzt besser?�</p><p>�Ja.�</p><p>�L�gner. Was bedr�ckt Sie noch?�</p><p>Mit einer Hand fuhr er sich durchs Haar. �In diesem Albtraum sah ich� da sah ich dich sterben, Tanya. Ich schw�re, ich habe keine Ahnung, was ich tun w�rde, wenn��</p><p>�Wenn ich sterben sollte?� Sie sprach es schroff und direkt aus. �Wenn das passiert, wirst du dich zusammenrei�en, deine Pflicht tun und dein Leben weiterleben.�</p><p>Er starrte sie an. �Meinst du wirklich, es w�re so einfach?�</p><p>�Nein, aber darum geht es nicht. Glaubst du, ich m�chte einen am Boden zerst�rten, gebrochenen Mann hinterlassen? �Oh ja, das ist Black Jack. Fr�her war er mal ein Held, bevor sie gestorben ist und ihn zerst�rt hat.� Oh ja, so sollen doch bitte alle �ber mich denken, wenn ich nicht mehr da bin.�</p><p>�Tanya��</p><p>�Nein�, unterbrach sie ihn erneut. �Das ist nicht verhandelbar. Sollte es dazu kommen, dann wirst du den Rest deines Lebens <emphasis>leben</emphasis>. Du wirst neues Gl�ck finden, und du wirst weiterhin tun, was du tun musst und was du tun sollst. Ist das klar?�</p><p>�Glasklar�, sagte Geary. �Wirst du das auch so machen?�</p><p>�Was? Wenn du stirbst? Du, der legend�re verg�tterte Held der Allianz? Wahrscheinlich werde ich eine Enth�llungsbiografie schreiben und damit mehr Geld verdienen, als ich jemals ausgeben kann. Vergiss nicht, dass mein Onkel nicht nur Literaturagent ist, sondern auch noch nie bei etwas Unmoralischem ertappt wurde. <emphasis>Meine N�chte mit Black Jack. </emphasis>Wie klingt das als Buchtitel?�</p><p>Unwillk�rlich musste er l�cheln. �K�nntest du wenigstens auf das Black Jack verzichten, wenn du schon reich wirst, indem du �ber unsere gemeinsame Zeit schreibst?�</p><p>Tanya sch�ttelte den Kopf. �Unm�glich. Die Marketingabteilung wird ganz bestimmt darauf bestehen. Ich kann mir auch schon vorstellen, welches Titelbild ihnen vorschwebt. Irgendeine heldenhafte Pose, die dich bei etwas zeigt, das du nie getan hast. Vielleicht in einer Gefechtsr�stung. Mit einer Waffe in der Hand.�</p><p>�Als ob das passieren w�rde. Wenn ich sterbe, wirst du also deine Memoiren schreiben.�</p><p>�Ja, und ich werde mir wohl auch eine Katze zulegen.� Sie sah ihn am�siert an. �F�hlst du dich jetzt besser?�</p><p>�Ja, Tanya, das tue ich allerdings. Danke. Wirst du dich jetzt wieder schlafen legen?�</p><p>�Ich werde es zumindest versuchen.� Sie wurde wieder ernst. �Geh morgen fr�h zu den �rzten und finde heraus, ob du eine zus�tzliche Therapie oder irgendetwas anderes brauchst. Dieser Mist kann einem sehr zusetzen.�</p><p>�Werde ich machen�, versprach Geary.</p><p>Nachdem der Bildschirm dunkel geworden war, legte er sich hin und starrte an die Decke, w�hrend er sich fragte, wo er wohl inzwischen w�re, wenn er sich alledem allein stellen m�sste.</p><p>Das namenlose, von den Spinnenw�lfen bev�lkerte Sternensystem am anderen Ende der Hypernet-Reise war nicht ann�hernd so paradiesisch wie das System, das sie hinter sich gelassen hatten. Dennoch bot es eine immer noch �berdurchschnittliche Anzahl an Planeten sowie Ressourcen, au�erdem eine Vielzahl an Spinnenwolfst�dten auf der einzigen besiedelten Welt. Geary und der Rest der Flotte bekamen jedoch nicht viel von diesem Sternensystem und seinen Eigenschaften zu sehen, da der Sprungpunkt, zu dem sie von den sechs Eskortschiffen geleitet wurden, nicht einmal eine Lichtstunde vom Hypernet-Portal entfernt war. Seine anhaltende Sorge, die Spinnenw�lfe k�nnten sie zu einem v�llig anderen als dem zugesicherten Ziel bringen, verfl�chtigte sich in dem Moment, als die Flottenscanner die Umgebung abtasteten und die Best�tigung daf�r lieferten, dass alle Sterne exakt dort zu finden waren, wo sie auch zu finden sein sollten.</p><p>Auch wenn Rione, Charban und die zivilen Experten auf Mitteilungen von den Spinnenw�lfen warteten, meldeten sich weder lokale Stellen noch die Eskortschiffe, bis die Flotte fast den Sprungpunkt erreicht hatte.</p><p>�Sie wollen wissen, ob wir bereit sind�, fragte Charban wieder.</p><p>�Wir sind bereit�, erwiderte Geary, der dankbar daf�r war, dass er diesmal die Kontrolle dar�ber hatte, wann die Schiffe zum Sprung ansetzten.</p><p>Nach dem Sprung betrachtete Desjani die graue Leere ringsum. �Der n�chste Stern d�rfte kein Problem darstellen. Der danach k�nnte uns �rger einbringen.�</p><p>�Und der danach <emphasis>wird </emphasis>uns �rger einbringen�, bekr�ftigte Geary.</p><p>Als sie den n�chsten von den Spinnenw�lfen kontrollierten Stern erreichten, war es f�r Geary keine gro�e �berraschung, dass sich in der N�he aller Sprungpunkte die bereits bekannten schweren, getarnten Minen fanden. Das galt auch f�r eine weitere grandiose Formation aus Spinnenwolf-Kriegsschiffen, die so positioniert waren, dass sie jede Streitmacht abwehren konnten, ganz gleich durch welchen der beiden Sprungpunkte die ins System gelangte. �Es ist wohl offensichtlich, dass die Spinnenw�lfe den Enigmas nicht �ber den Weg trauen.�</p><p>�Sehen Sie sich das an.� Desjani tippte mit einem Finger auf die Anzeigen f�r den Stern, dann zeigte sie auf die Werte, die die Sensoren f�r die vier Planeten in diesem System ermittelt hatten. �Der Stern zeigt einen unregelm��igen Aussto�. Irgendetwas hat ihn aus dem Gleichgewicht gebracht. Und diese Planeten sind mehr als einmal schwer getroffen worden.�</p><p>Ein unregelm��iger Stern k�nnte daf�r verantwortlich sein�� Geary betrachtete die Anzeigen. �Aber der hat nicht den richtigen Typ, um von Natur aus so zu sein. Und er dreht sich auch nicht ungew�hnlich schnell.�</p><p>�Wo haben wir das schon mal gesehen?�, fragte Desjani. Ihre Stimme klang unterk�hlt und weit entfernt.</p><p>�Kalixa�, sagte er. �Und Lakota. Auch wenn Lakota nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen war.�</p><p>�Die haben diese Minen eingesetzt.� Desjani deutete mit einer ausholenden Handbewegung auf ihr Display und widmete sich eindringlicher den angezeigten Werten. �Und zwar mehr als einmal. Die Enigmas m�ssen wiederholt versucht haben, dieses System zu durchqueren.�</p><p>�M�chte wissen, wie es hier fr�her ausgesehen hat.�</p><p>Rione war von ihrem Platz aufgestanden und nach vorn gekommen. �Was ist hier passiert?�, fragte sie erschrocken.</p><p>�Minen von der Sprengkraft eines Hypernet-Portals�, antwortete Desjani, die so aufgew�hlt war, dass sie sogar direkt mit Rione sprach.</p><p>Geary nickte best�tigend. �Die Spinnenw�lfe gehen auf Nummer sicher, wenn es darum geht, ihr Territorium zu verteidigen.�</p><p>Rione schauderte, und sie kniff die Augen zu. �Was f�r ein Gl�ck, dass die Spinnenw�lfe uns als ihre Freunde betrachten.�</p><p>Man konnte die Anspannung auf der Br�cke fast greifen, so abrupt verlor jeder das Vertrauen in die Spinnenw�lfe. Die GeVs. Jede Spezies, die routinem��ig zu solch verheerenden Waffen griff, war�</p><p>�Einen Moment.� Auch General Charban war nach vorn gekommen und musterte aufmerksam die Br�ckendisplays. �Welche Taktik w�rden die Spinnenw�lfe anwenden, Admiral? Sehe ich das richtig, dass ihre Schiffe hier sich einfach zu einem Sprungpunkt zur�ckziehen k�nnten, um das System zu verlassen, w�hrend hinter ihnen die Mine detoniert und alle Feinde ausl�scht?�</p><p>Geary sah zu Desjani, in deren Augen er Zustimmung ablesen konnte. �Ja. Die Schiffe der Spinnenw�lfe sind schnell genug, um mit dieser Taktik jeden Gegner zu schlagen, den wir kennen.�</p><p>�W�ren wir nicht im System Honor gewesen�, fuhr Charban fort, �dann h�tten die Spinnenw�lfe so vorgehen k�nnen. Sie mussten nicht gegen die B�rk�he k�mpfen. Sie konnten zu einem der Sprungpunkte fliegen und dort warten, bis die B�rk�he weit genug ins System vorgedrungen waren, damit sie sie mit einer der Minen ausl�schen konnten, oder aber die B�rk�he h�tten die Verfolgung aufgegeben und kehrtgemacht. Aber das haben die Spinnenw�lfe nicht getan. Stattdessen sind sie dort geblieben und haben gek�mpft, weil wir dort waren. Sie haben uns geholfen und Verluste in Kauf genommen, obwohl sie mit ihrer eigenen Taktik kein Schiff und kein Besatzungsmitglied aufs Spiel h�tten setzen m�ssen.�</p><p>�Sie haben recht.� Geary hatte ein wachsendes Entsetzen versp�rt, dass die Spinnenw�lfe derartige Waffen einsetzten, doch Charbans Gedankengang widersprach dem. �Sie haben sich entschieden, uns beim Kampf gegen die B�rk�he zu helfen. Dabei h�tten sie sich zur�ckziehen und uns zusammen mit ihnen einfach ausl�schen k�nnen.�</p><p>Desjani atmete schnaubend aus. �Ich bin wirklich froh, dass mir das nicht schon zu der Zeit aufgefallen ist. Es war auch so schon aufregend genug, gegen die Kiks zu k�mpfen.�</p><p>Rione stie� ein raues, tiefes Lachen aus. �Und ich habe mir Gedanken gemacht. Ich war in Sorge, ob die Regierung der Syndikatwelten wohl versuchen w�rde, die Spinnenw�lfe anzugreifen. Ich glaube, damit habe ich eine Sorge weniger.�</p><p>�Zumindest was das Schicksal der Spinnenw�lfe angeht�, pflichtete Geary ihr bei. �Dennoch haben wir Grund zur Sorge. Die St�rke ihrer Verteidigungsstreitmacht und die Tatsache, dass mehr als nur eine Mine zum Einsatz gekommen ist, l�sst darauf schlie�en, dass die Enigmas bei Hua eine ernste Bedrohung darstellen.�</p><p>Desjani zeigte auf das Display. �Unsere Eskorte fliegt geradewegs auf den Sprungpunkt nach Hua zu. Die scheinen sich keine Sorgen zu machen.�</p><p>�Sch�n f�r sie.� Geary gab den Befehl aus, dass seine Flotte den sechs Schiffen der Spinnenw�lfe folgen sollte.</p><p>Es dauerte drei Tage, ehe sie das Sternensystem durchquert hatten und sich dem Sprungpunkt nach Hua n�herten. Drei Tage, in deren Verlauf sie unabl�ssig mit den verheerenden Folgen konfrontiert wurden, die wiederholte Explosionen von der St�rke einer Subnova ausgel�st hatten. In und an den Allianz-Schiffen wurden die Reparaturarbeiten fortgesetzt, Vorr�te wurden aufgestockt. Alles geschah mit einer d�steren Entschlossenheit, ausgel�st vom Anblick des verw�steten Sternensystems. Shuttles flogen zwischen den Schiffen hin und her, transportierten Brennstoffzellen, Ersatzteile, Waffen und Personal.</p><p>�Die Rohstoffbest�nde auf all meinen Hilfsschiffen sind bedenklich tief gesunken�, meldete Captain Smythe. �In diesem System finden sich nicht viele Asteroiden, daher k�nnen wir aus den �rtlichen Quellen nicht viel gewinnen.�</p><p>�Ich glaube, von hier wollen wir auch gar keine Rohstoffe haben�, meinte Geary. Die Flottensensoren hatten ein paar weit entfernte Asteroiden festgestellt, die jedoch durch die wiederholten Druckwellen der detonierenden Minen immer weiter an den Rand des Systems bef�rdert worden waren, wo sie nun in der Dunkelheit zwischen den Sternen ihre Bahnen zogen. Manche Asteroiden waren m�glicherweise fr�her einmal Monde gewesen, die um die vorhandenen Planeten gekreist waren. Die kleineren Asteroiden mussten von den Explosionen zu Staub zerschlagen worden sein. �Captain Smythe, wir n�hern uns Midway. Da k�nnen wir unsere Vorr�te aufstocken. Bis dahin bin ich sogar �u�erst dankbar, dass Ihre Hilfsschiffe nicht so schwer beladen sind. Das macht sie etwas wendiger, falls wir bei Hua, Pele oder Midway in ein Gefecht verwickelt werden.�</p><p>�Niemand benutzt die Worte �wendig� und �Hilfsschiff� im selben Satz�, machte Smythe ihm klar. �Admiral, in meinen Berichten habe ich auf den st�ndig sinkenden Bestand an Rohstoffen auf den Hilfsschiffen hingewiesen. Ich wei�, Sie sind dar�ber auf dem Laufenden. Allerdings muss ich jetzt darauf hinweisen, dass diese Best�nde ein bedenkliches Niveau erreicht haben. Meinen Berechnungen zufolge werden die wichtigen Rohstoffe an Bord der <emphasis>Witch </emphasis>aufgebraucht sein, noch bevor wir den Sprungpunkt nach Hua erreicht haben. Die Crew kann mit den vorhandenen Ersatzteilen immer noch Reparaturen durchf�hren, aber neue Ersatzteile oder Brennstoffzellen oder Waffen k�nnen nicht mehr produziert werden. Wenn wir Pele erreicht haben�� und das auch nur unter der Voraussetzung, dass wir Hua ohne Aufenthalt durchqueren��, wird es auf der <emphasis>Jinn</emphasis>, der <emphasis>Alchemist </emphasis>und <emphasis>Cyclops </emphasis>genauso aussehen. Was die <emphasis>Titan</emphasis>, die <emphasis>Tanuki</emphasis>, die <emphasis>Kupua </emphasis>und die <emphasis>Domovoi </emphasis>an Bord haben, wird nur noch f�r ein paar weitere Tage reichen.�</p><p>�Captain Smythe, ich habe zur Kenntnis genommen, dass es um unsere Rohstoffbest�nde nicht besonders bestellt ist�, sagte Geary. �Aber ich glaube nicht, dass wir bei Hua eine Gelegenheit bekommen werden, irgendetwas einzusammeln. Die Anwesenheit der Enigmas in diesem System macht eine solche Arbeit viel zu gef�hrlich. M�ssten wir nicht schnellstm�glich Midway erreichen, w�re ich damit einverstanden, bei Pele einen Zwischenstopp einzulegen, um dort ein paar Asteroiden zu pl�ndern. Aber die Zeit ist momentan der entscheidende Faktor, weil wir Midway erreichen m�ssen, bevor die Enigmas dieses System in Schutt und Asche legen k�nnen.�</p><p>�Es ist Ihre Entscheidung, Admiral�, sagte Captain Smythe, der nicht wie �blich vor guter Laune spr�hte. �Ich habe meine Pflicht erf�llt, indem ich Sie auf die Konsequenzen Ihrer Vorgehensweise hingewiesen habe.�</p><p>�Vielen Dank, Captain. Ihre Ingenieure haben hervorragende Arbeit geleistet. Heute Nachmittag werde ich eine Flottenkonferenz einberufen, bei der Gelegenheit werde ich daf�r sorgen, dass alle Befehlshaber �ber den Status Ihrer Best�nde informiert werden.�</p><p>Nachdem Captain Smythes Bild verschwunden war, sa� Geary eine Weile da und starrte vor sich hin. Dass sie gezwungen sein w�rden, Rohstoffe aus Syndik-Quellen zu nehmen, war eine denkbar schlechte Situation. Das einzig Gute daran war, dass die Syndik-CEO, mit der er bei Midway zu tun gehabt hatte, auf ihn den Eindruck gemacht hatte� nun, als vertrauensw�rdig wollte er sie nicht bezeichnen, immerhin war sie eine Syndik-CEO. So etwas zu sagen, w�re einfach nur l�cherlich. Aber CEO Gwen Iceni hatte auf ihn den Eindruck einer Frau gemacht, die pragmatisch genug dachte, um zu wissen, wie wichtig gute Beziehungen waren�� und welche Bedeutung seine Flotte f�r die Sicherheit ihres Sternsystems hatte. Sollte die Flotte erst nach den Enigmas Midway erreichen, w�rden sie bei ihrer Ankunft dort vermutlich �berhaupt keine lebenden Syndiks mehr vorfinden.</p></section><section><title><p>Vierzehn</p></title><p>�Wir m�ssen darauf gefasst sein, uns unseren Weg durch das Hua-System freik�mpfen zu m�ssen�, er�ffnete Geary den versammelten Schiffskommandanten seiner Flotte. Alle sahen sie ihn an; manche voller Entschlossenheit, andere wirkten resigniert, und keiner von ihnen lie� eine Spur von Enthusiasmus erkennen.</p><p>Mit unzufriedener Miene betrachtete Captain Badaya das Sternendisplay, das �ber dem Konferenztisch schwebte. �Warum k�nnen uns die Ge-, die Spinnenw�lfe nichts dar�ber sagen, welche Verteidigungsmittel die Enigmas bei Hua aufgefahren haben?� Sein finsterer Blick nahm einen vorwurfsvollen Ausdruck an, als er zur Gesandten Rione und zu General Charban schaute.</p><p>Rione reagierte g�nzlich unbeeindruckt von seinem Gebaren. �Es kann schon f�r einen Menschen eine Herausforderung sein, die Absichten eines anderen Menschen zu verstehen, der einen anderen Blickwinkel hat und auf andere Erfahrungen zur�ckgreift; beispielsweise bei einem Milit�r und einem Zivilisten. In diesem Fall sind wir immer noch damit besch�ftigt, die Grundlagen f�r eine Kommunikation mit den Spinnenw�lfen �berhaupt erst zu schaffen. Daher sind wir noch weit davon entfernt, solch spezielle Informationen austauschen zu k�nnen.�</p><p>�Captain Badaya�, sagte Charban, dessen Tonfall der eines Offiziers war, der mit einem anderen Offizier redete, womit er unterschwellig seine Verbundenheit mit dem hiesigen Milit�r ausdr�ckte. �Wenn meine Einsch�tzung der milit�rischen Denkweise der Spinnenw�lfe zutrifft, dann handelt es sich bei ihnen nicht um eine aggressive Spezies. Wer sie angreift, wird schnell zu sp�ren bekommen, dass er einen Fehler begangen hat. Das erkennt man am Zustand, in dem sich dieses System befindet, das von ihnen als Barriere benutzt wird. Dennoch bin ich davon �berzeugt, dass sie nicht den ersten Schritt unternehmen und angreifen. Das w�rde bedeuten, dass die Enigmas, die erheblich mehr Erfahrung mit den Spinnenw�lfen haben als wir, keine Veranlassung sehen, bei Hua eine gewaltige Streitmacht in Position zu bringen. Den Enigmas muss schlie�lich klar sein, dass solche Verteidigungsma�nahmen �berfl�ssig sind.�</p><p>�Hei�t das, da sind vielleicht nur ein paar Wachposten?�, warf Captain Bradamont ein. �So wie L�wen, die mit Haien konfrontiert werden? Die L�wen wissen, wenn sie sich in den Lebensraum der Haie begeben, werden die sie zerfleischen, aber sie m�ssen sich keine Sorgen machen, dass die Haie versuchen werden sie anzugreifen.�</p><p>�Irgendwelche Verteidigungseinrichtungen werden da sein m�ssen�, betonte Captain Tulev. �Vielleicht nichts Gro�es, aber etwas muss da sein. Solche Anlagen werden oftmals allein aufgrund der eigenen Wahrnehmung einer drohenden Gefahr eingerichtet, nicht aber, weil es tats�chlich eine Bedrohung gibt. Wir alle wissen, dass die Enigmas die personifizierte Paranoia sind.�</p><p>Geary nickte. �Wir gehen von einer soliden Verteidigungseinrichtung aus, erwarten aber nichts, das f�r uns zu viel w�re.�</p><p>Captain Duellos betrachtete das Display. �Falls unsere Einsch�tzung der Lage zutrifft, und die Enigmas schicken tats�chlich eine gro�e Streitmacht nach Midway, dann werden sie daf�r alle verf�gbaren Schiffe zusammengezogen haben. Dann d�rften wir es bei Hua nicht mit vielen Kriegsschiffen zu tun bekommen.�</p><p>�Ja�, stimmte Badaya zu. �Falls die Enigma-Flotte auf dem Weg nach Midway ist, wird sie nicht bei Hua auf uns warten. Trotzdem w�re es sch�n�, f�gte er mit �berzogenem Sarkasmus und einem neuerlichen Blick in Riones Richtung hinzu, �wenn wir zumindest w�ssten, ob die Enigmas bei Hua ein Hypernet-Portal installiert haben oder nicht.�</p><p>�Wie ich bereits zuvor mitgeteilt hatte�, redete Geary weiter, �werden uns die sechs Schiffe der Spinnenw�lfe nicht bei einem Angriff auf die Enigmas unterst�tzen. M�glicherweise geben sie uns diese Informationen nicht, weil sie das bereits als Unterst�tzung betrachten. Aber wir befinden uns deshalb nicht in einer schlechteren Position als beim ersten Mal, als wir das Gebiet der Enigmas durchquert haben. Wir treffen in Hua ein, wir stellen fest, was es dort gibt, und dann nehmen wir Kurs auf Pele. Wir planen ein automatisches Ausweichman�ver, das die Flotte bei der Ankunft ausf�hren wird. Immerhin k�nnte es sein, dass die Enigmas dort ein konventionelles Minenfeld eingerichtet haben.�</p><p>Commander Neeson schlug mit der Hand auf den Tisch, da ihm ein Gedanke kam. Die Software erzeugte sogar das dazu passende Ger�usch, obwohl er auf seinem eigenen Schiff auf die Tischplatte geschlagen hatte. �Die Enigmas verf�gen �ber Kommunikation mit �berlichtgeschwindigkeit. Wenn wir Hua durchqueren, k�nnen sie ihre auf dem Weg nach Midway befindliche Streitmacht warnen, dass wir unterwegs sind.�</p><p>Badaya zuckte mit den Schultern. �Dann warten sie halt bei Pele auf uns, und wir besiegen sie da.�</p><p>�Wenn die Enigmas bei Pele k�mpfen wollen, dann werden sie ihren Kampf bekommen�, erkl�rte Geary. �Wir k�nnen nichts dagegen unternehmen, dass die Enigmas in der Lage sind, ihre Streitkr�fte vor uns zu warnen. Aber es zeigt, wie wichtig es f�r uns ist, so schnell wie m�glich Midway zu erreichen.�</p><p>�Admiral�, meldete sich Captain Jane Geary zu Wort. �Wenn wir das gekaperte Superschlachtschiff abkoppeln, kommen wir schneller voran.�</p><p>Zu dieser Konferenz war auch Admiral Lagemann eingeladen worden, und etliche Offiziere sahen ihn nun an, w�hrend andere Geary beobachteten.</p><p>�Mein Schiff ist ein Klotz am Bein�, stimmte Lagemann zu. �Die Ingenieure wagen es noch nicht, die Maschinen einzuschalten, au�erdem sind die Antriebseinheiten so besch�digt, dass wir uns nicht von der Stelle r�hren k�nnen, selbst wenn die Maschinen laufen sollten. Aber wir k�nnen uns verteidigen, wenn uns jemand entern will.�</p><p>�Aber nicht besonders gut�, wandte General Carabali ein. �Sie haben nur eine Kompanie Marines an Bord. Ich w�rde die Anzahl zumindest verdoppeln wollen.�</p><p>�Die provisorischen Lebenserhaltungssysteme auf dem Schiff kommen mit so vielen zus�tzlichen Leuten nicht zurecht�, warnte Captain Smythe.</p><p>�K�nnen Ihre Ingenieure die Leistungsf�higkeit der Systeme erh�hen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Das k�nnten sie schon, aber daf�r m�sste ich sie von anderen vorrangig zu erledigenden Aufgaben abziehen.�</p><p>�Meine Ingenieure�, warf Carabali ein, �k�nnen unsere tragbare Lebenserhaltungsausr�stung benutzen, die eigentlich f�r den Einsatz in lebensfeindlichen Umgebungen gedacht ist. Damit kann der zus�tzliche Bedarf gedeckt werden.�</p><p>Smythe zog die Stirn in Falten. �Kann ich die Spezifizierungen dieser Ausr�stung sehen, General? Ich zweifele nicht an Ihrer Einsch�tzung, aber ich w�rde gern wissen, womit wir es im Detail zu tun haben.�</p><p>�Dann h�tten Sie nichts dagegen einzuwenden?�, fragte Geary.</p><p>�Sie meinen, Ausr�stung der Marines zu benutzen? Nein, Admiral. Sie ist so entwickelt, dass sie mit der Flottenausr�stung kompatibel ist. Au�erdem wissen General Carabalis Gefechtsingenieure, was sie tun.�</p><p>�Sch�n, so etwas von einem Flotteningenieur zu h�ren�, sagte Carabali. �Wenn Sie es genehmigen, Admiral, k�nnen wir damit fertig sein, bevor die Flotte dieses System verl�sst. Das gekaperte Schiff verf�gt dann �ber zwei Kompanien Marines, verst�rkt um schwere Waffen. Niemand erobert das Schiff ohne erbitterten Kampf und ohne eine sehr starke Streitmacht.�</p><p>Commander Shen blickte noch etwas missmutiger als �blich drein. �Ich sage nichts dagegen, dass sich Marines auf dem gekaperten Schiff befinden, aber jeder, der es mit einer Streitmacht entern will, muss erst mal den Beschuss durch die <emphasis>Orion </emphasis>und ihre Schwesterschiffe �berstehen.�</p><p>�Ich f�r meinen Teil werde mich sehr sicher f�hlen, wenn ich wei�, dass mich acht Schlachtschiffe und zwei Kompanien Marines vor jeder Bedrohung sch�tzen�, merkte Admiral Lagemann an. �Und dann steht nat�rlich auch immer noch die Panzerung dieses Superschlachtschiffs zwischen uns und allen m�glichen Gefahren.�</p><p>�Gut, dann wollen wir mal�, befahl Geary.</p><p>Jane Geary beugte sich vor. �Hei�t das dann, wir trennen das Superschlachtschiff von der Flotte und lassen es eskortiert folgen?�</p><p>�Nein�, antwortete er entschieden. �Jedenfalls jetzt noch nicht. Das gekaperte Schiff ist von ungeheurem Wert. Ich w�rde die halbe Flotte daf�r abstellen m�ssen, damit es eine ausreichende Eskorte erh�lt. Solange ich aber nicht wei�, was die Enigmas in Sachen Kriegsschiffe aufzubieten haben und ob wir ihnen unter Umst�nden schon bei Pele begegnen werden, beabsichtige ich nicht, die Flotte aufzuteilen.�</p><p>�Nicht bevor wir Hua hinter uns gebracht haben�, stimmte Tulev zu.</p><p>Geary wollte die Besprechung beenden, da beugte sich Desjani zu ihm her�ber und fl�sterte: �Fordern Sie Roberto Duellos auf, noch zu bleiben. Sie sollten mit ihm reden.�</p><p>Er �berspielte sein Erstaunen, nickte nur kurz und gab dann Duellos ein Zeichen zu bleiben, ehe er sich an die �brigen Schiffskommandanten wandte: �Das w�re dann alles. Wir werden zum Kampf bereit sein, wenn die Enigmas versuchen, sich uns in den Weg zu stellen.�</p><p>Die Bilder der Offiziere verschwanden im Eiltempo, gleichzeitig schrumpfte der Raum immer weiter zusammen, sodass es einen Moment lang so schien, als w�rden sich die Schotten tats�chlich zusammenziehen.</p><p>Rione und Charban, die so wie Desjani pers�nlich anwesend waren, standen beide auf und machten einen resignierten Eindruck. �Wir setzen uns wieder mit den Spinnenw�lfen in Verbindung und versuchen weiter, ihre sonderbare Denkweise zu durchschauen�, merkte Charban an.</p><p>�Wenn Sie in die Politik wollen�, gab Rione zur�ck, �dann sollten Sie sich daran lieber schon mal gew�hnen. Aber zeitweise ist es schon erm�dend. Wenn Sie uns entschuldigen w�rden, Admiral.�</p><p>Desjani wartete, bis die beiden gegangen waren, sodass nur noch sie, Geary und der virtuelle Duellos anwesend waren. �Ich glaube, ihr Jungs m�sst euch mal ein bisschen austoben.�</p><p>�Wie bitte?�, erwiderte Geary.</p><p>�Sie haben viel mit mir geredet. Aber ein gewisser Flottenbefehlshaber sollte seine Sorgen und Bedenken nicht nur mit einem gewissen Schlachtkreuzer-Captain teilen, wenn er mehr als nur eine Meinung und einen Blickwinkel erfahren will. Sie wissen, Sie k�nnen Captain Duellos alles anvertrauen. Und Sie, Roberto, erz�hlen mir seit Ihrer R�ckkehr vom Landurlaub, was Ihnen zu schaffen macht. Dabei sage ich Ihnen immer wieder, Sie sollen mal mit Jack reden. Bei allen Vorfahren, h�ren Sie wenigstens dieses eine Mal auf mich!�</p><p>�Jack?�, wiederholte Duellos verdutzt.</p><p>�Sie wissen, wen ich meine. Den <emphasis>Admiral</emphasis>�, f�gte sie hinzu und betonte den Dienstgrad auf eine Weise, dass es komisch wirkte. �Ich werde mich jetzt zur�ckziehen, damit Sie beide auch �ber mich herziehen k�nnen, wenn Sie das wollen.�</p><p>Duellos grinste und verbeugte sich in ihre Richtung, als sie den Raum verlie�. �Was haben Sie getan, um jemanden wie sie zu verdienen.�</p><p>�Ich verdiene sie gar nicht�, sagte Geary. �Ich sch�tze, Sie und ich, wir haben unsere Befehle.�</p><p>�Ich fand schon immer, dass ein Admiral eine Stimme an seiner Seite haben sollte, die ihn hin und wieder an seine Fehlbarkeit erinnert�, meinte Duellos. �Mit Tanya haben Sie eine solche Stimme gefunden.�</p><p>�Die manchmal ziemlich energisch werden kann, wenn ich nicht auf sie h�re. Was macht ihr Sorgen?�</p><p>�Sie und ich, w�rde ich annehmen.� Duellos wandte sich um und sah dorthin, wo Augenblicke zuvor noch die anderen Offiziere gesessen hatten. �Und Jane Geary, aber die wird nicht reden wollen. Sie scheint noch immer nach ihrem Anteil am Ruhm zu streben.�</p><p>�Glauben Sie mir, das ist mir nicht entgangen.� Geary setzte sich hin und bedeutete Duellos, ebenfalls Platz zu nehmen. �Entspannen Sie sich. Ich vermute, das hier ist mehr so eine Art private Therapiesitzung, auch wenn keiner von uns darum gebeten hat.�</p><p>�Daf�r hat man Freunde�, seufzte Duellos, der irgendwie �lter wirkte als noch vor ein paar Tagen, als Geary ihn das letzte Mal gesehen hatte.</p><p>�Was ist los mit Ihnen?�, fragte er. �Wir sind auf dem Heimweg.�</p><p>�Und ich sollte mich dar�ber so freuen wie alle anderen.� Duellos zuckte mit den Schultern, sein Gesichtsausdruck spiegelte seine Unentschlossenheit wider. �In der kurzen Ruhephase nach Kriegsende bin ich nach Hause gereist. Es kam mir sonderbar vor.�</p><p>�Sonderbar?�</p><p>�Sie sind nicht nach Glenlyon heimgekehrt?�</p><p>�Nein. Sie k�nnen sich ja vorstellen, was das geworden w�re. Kosatka hat mir mehr als gen�gt.�</p><p>Duellos nickte. �Der Held aus einer Legende kehrt heim. Ich muss gestehen, als ich nach Hause flog, da habe ich nicht nur erwartet, dass sich meine Familie �ber meine R�ckkehr freut, sondern dass ich auch Lob f�r alles h�re, was die Flotte getan hat. �Gut gemacht, Roberto.� Etwas in der Art. Nichts �bertriebenes, einfach nur eine Anerkenntnis, dass wir das gut gemacht haben. Aber die Stimmung war anders, Admiral, grundlegend anders.�</p><p>�Wie soll ich das verstehen?�</p><p>�Es ist vorbei.� Duellos hielt inne und dachte nach. �So kam es mir vor. Jetzt ist es vorbei. Kein Jubel, dass wir gewonnen haben. Kein Willkommen f�r die heimkehrenden Helden. Nein, einfach nur aus und vorbei. Auf Catalan gibt es eine gro�e Trainingsbasis, die bis zu zwanzigtausend Rekruten fassen kann. In den letzten hundert Jahren haben in Fort Cinque unz�hlige Rekruten gelernt, wie man marschiert und Befehle ausf�hrt; nat�rlich nicht immer gleicherma�en erfolgreich. Ich ging dorthin, Admiral, aber die Basis war geschlossen.�</p><p>�Das hei�t, sie wird aufgel�st?�, fragte Geary, der eine solche Vorgehensweise nachvollziehen konnte.</p><p>�Nein, sie wird nicht aufgel�st. An dem Tag, an dem sie erfuhren, dass der Krieg vorbei ist, dr�ckten sie jedem Rekruten ein Flugticket f�r die Heimreise in die Hand, und dann wurden sie noch am gleichen Tag nach Hause geschickt. Dann folgten die Instruktoren, die Wachen, die Wartungstechniker und alle anderen, und noch bevor die Sonne untergegangen war, verlie� der Befehlshaber der Basis als Letzter das Gel�nde und schloss hinter sich ab.� Duellos sah zu Geary, sein Gesicht verriet keine Regung. �Hundert Jahre lang haben Zigtausende M�nner und Frauen dieses Fort durchlaufen. Es war ein Teil ihres Lebens, ein Teil der Geschichte. Und dann h�ren sie, dass der Krieg vor�ber ist, und sie machen den Laden einfach sofort dicht.�</p><p>�Passiert so was mit allen Einrichtungen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Gr��tenteils ja. �berall werden Basen geschlossen, die lokalen Verteidigungsstreitkr�fte werden so schnell entlassen, wie man ihnen ihre Papiere ausstellen kann. Vertr�ge mit milit�rischem Bezug werden gek�ndigt, Ausr�stungsgegenst�nde werden eingemottet oder sogar gleich verschrottet. Es ist keine Verkleinerung des Milit�rs, es ist seine komplette Aufl�sung.� Duellos l�chelte bitter. �Meine Frau und ich sind zu ein paar Treffen gegangen. Die Leute wollten nicht wissen, was ich gemacht habe, sondern ob ich Ihnen begegnet bin. Ansonsten hie� es nur: �Und was werden Sie jetzt machen?� Jetzt, da der Krieg vorbei ist, braucht niemand mehr einen Flottenoffizier.�</p><p>Geary musste an die Spezialtruppen denken, denen er auf der Station Umbaru bei Varandal begegnet war. Sie hatten sich auch gefragt, was aus ihnen werden sollte, da Sondereinheiten in der bisherigen personellen St�rke nicht mehr ben�tigt wurden. Die Situation w�re eine andere gewesen, h�tte der Krieg nicht so lange gedauert; f�nf oder zehn Jahre vielleicht. Doch im Verlauf von hundert Jahren war er zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden. Duellos hatte ganz richtig gesagt, dass sich das ganze Leben dieser Leute um den Krieg gedreht hatte. �Was wollen Sie machen?�</p><p>�Ich wei� nicht�, gestand Duellos. �Ich bin ein Flottenoffizier. Von klein auf hat man von mir erwartet, dass ich das werde. Ich habe nie etwas anderes gemacht. Ich bin immer davon ausgegangen, dass ich irgendwann in einem weit entfernten Sternensystem oder auch in einem Grenzsystem der Allianz beim Kampf gegen die Syndiks ums Leben komme. H�tte ich durch irgendein Wunder lange genug �berlebt, um in den Ruhestand zu gehen, dann w�re ich nach Hause zur�ckgekehrt und h�tte zugesehen, wie an meiner Stelle andere M�nner und Frauen in den Krieg ziehen. So ist das hundert Jahre lang der Fall gewesen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Krieg einmal zu Ende sein k�nnte. Wir alle waren l�ngst der Ansicht, dass die K�mpfe ewig weitergehen w�rden. Aber dann waren sie auf einmal zu Ende.� Er hob die Hand und hielt die Finger so, als w�rde er mit einem Glas auf Geary ansto�en. �Und jetzt will niemand mehr einen Flottenoffizier haben.�</p><p>�Es werden nicht mehr so viele Flottenoffiziere ben�tigt, aber es werden��</p><p>�Nein, Admiral. Niemand will einen Flottenoffizier haben. Alle haben genug vom Krieg, genug davon, ihre jungen Leute wegzuschicken, damit sie vom gro�en Maul des Krieges geschluckt werden. Sie wollen nicht, dass gebrochene M�nner und Frauen heimkehren. Und erst recht wollen sie nicht, dass Gefallene nach Hause gebracht werden. Und sie wollen auch nicht, dass das Verm�gen ihrer Welt vom Krieg verschlungen wird.� Wieder hob Duellos die Schultern. �Wem kann ich das ver�beln? Und trotzdem haben nun sehr viele von uns, die stets eine Aufgabe hatten, mit einem Mal keine Funktion mehr.�</p><p>Was sollte er dazu sagen? Eine Weile sah er vor sich hin, w�hrend er �berlegte, wie er sich �u�ern konnte. Dann hob er den Kopf und sah Duellos an. �Was sagt Ihre Frau dazu?�</p><p>�Sie ist dankbar daf�r, dass ich �berlebt habe. Und dass nicht noch mehr von unseren Kindern weggeschickt werden, nur um in einem unendlichen Krieg zu sterben. Und sie war verbl�fft, mit welcher Melancholie ich einer Welt begegnet bin, die sich so sehr ver�ndert hat, dass ich sie nicht wiedererkenne. Eine Welt, f�r die ich von einem Moment auf den anderen �berfl�ssig geworden bin.� Duellos sch�ttelte den Kopf und schaute finster drein. �Es macht mir zu schaffen. Frieden ist eine gute Sache. Krieg fordert einen schrecklich hohen Preis. Aber ich wei� nichts �ber den Frieden. Ich bin f�r den Krieg geschaffen. Ich hasse den Krieg und den Tod. Ich hasse es zu wissen, dass noch mehr sterben werden. Ich hasse es, von den Menschen getrennt zu sein, die ich liebe, aber� aber das ist alles, was ich wei� und kann. Daheim will jeder das Thema so schnell wie m�glich zu den Akten legen und vergessen, was geschehen ist. Aber wenn sie die schrecklichen Dinge vergessen, dann vergessen sie auch die Opfer, die gebracht wurden, und das, was von denen verbrochen wurde, die von ihnen in den Kampf geschickt worden sind. Sie wollen nichts mehr davon h�ren. Und ich wei� einfach nicht, was ich sein soll, nachdem ich nun nicht mehr das bin, was ich f�r sie war.�</p><p>Geary blickte zur Seite und �berlegte, was er darauf erwidern sollte. �Es tut mir leid.�</p><p>�Das ist nicht Ihre Schuld, Admiral�, sagte Duellos. �Sie haben getan, was Sie tun mussten. Sie haben getan, was Sie der Legende nach tun w�rden.� Er hielt inne und sah Geary eindringlich an. �Aber die Legende hat nie ein Wort dar�ber verloren, was Black Jack tun w�rde, nachdem er die Menschheit gerettet hat, nicht wahr?�</p><p>�Das wei� ich nicht. Ich wollte nie etwas �ber diese Legende wissen.�</p><p>�Tanya und ich haben dar�ber geredet. Das ist ein Punkt, der keinem von uns bewusst gewesen ist, obwohl wir mit dieser Legende aufgewachsen sind. Es gab nie ein �und wenn sie nicht gestorben sind� oder etwas in der Art.� Wieder sah er Geary an. �Dar�ber wird nichts gesagt. Die Geschichte endet einfach, und jetzt m�ssen wir uns der Realit�t stellen. Braucht noch irgendjemand Black Jack? Wie viele Leute wollen Black Jack immer noch haben?�</p><p>�Ich wollte nie dieser Black Jack sein, schon vergessen?�, erwiderte Geary. �Sie wissen auch von dieser Bewegung, die will, dass ich zu Hause das Heft in die Hand nehme, dass ich die Regierungsmacht an mich rei�e und Ordnung schaffe, was immer man sich darunter vorstellt. Oder dass ich ein Wunder bewirke und jegliche Korruption und jeden Machtmissbrauch ausrotte, von dem die Regierung derzeit noch befallen ist. Das verlangen die Leute von mir.�</p><p>�Wollen sie das wirklich?�, fragte Duellos. �Ich meine, sie sagen das zwar, aber was, wenn man Ihnen tats�chlich diese Aufgaben �bertr�ge? Wie lange wird es dauern, bis der Held t�nerne F��e entwickelt?�</p><p>�Die hatte der Held schon immer�, erwiderte Geary. �Es w�re eine gro�e Erleichterung f�r mich, wenn die Leute ihre Erwartung aufgeben w�rden, dass ich zur Tat schreiten und alles in Ordnung bringen werde. Es w�rde mir nicht das Herz brechen, wenn ich nur� nur��</p><p>Er hielt inne, um seine Gedanken zu ordnen. <emphasis>Wenn er nur was?</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Roberto�, redete er bed�chtig weiter. �Sie wissen, ich war nicht begeistert davon, das Kommando �ber die Flotte zu �bernehmen, nachdem wir den Syndiks in die Falle gegangen waren. Und Sie wissen, ich konnte mich nie f�r die Legende von Black Jack erw�rmen. Eine Weile habe ich mich mit dem Gedanken getr�stet, die Flotte nach Hause zu bringen und dann einfach� irgendwo unterzutauchen. Einfach zu verschwinden und irgendwo zu leben, wo noch nie jemand den Namen Black Jack geh�rt hat. Den Krieg zu gewinnen, war nie meine Aufgabe. Das erwarteten nur alle von mir, weil sich die Regierung einen albernen Mythos �ber mich ausgedacht hatte, um mich zum gr��ten aller Helden zu erkl�ren.�</p><p>�Aber Sie haben Ihre Meinung ge�ndert�, sagte Duellos und tat so, als ob er den imagin�ren Wein in dem imagin�ren Weinglas betrachtete, das er immer noch in seiner Hand zu halten vorgab.</p><p>�Tanya hat mir klargemacht, dass ich nicht tun konnte, was ich tun wollte.� Einen Moment schaute er finster nach unten. �Ich wusste, es ging nicht. Ich hatte eine Aufgabe zu erledigen. Aber die Regierung hatte niemals Black Jacks Auferstehung gewollt. F�r sie war es die ideale Legende, um der Flotte und den Menschen der Allianz etwas zu geben, das sie zum Handeln inspirierte. Aber sie wollten keine reale Person haben. Seit ich die Legende mit Leben erf�llt habe, bin ich jemand, den genau die Leute loswerden wollen, die den Mythos geschaffen haben.�</p><p>Duellos betrachtete Geary, dann tat er so, als m�sse er das Weinglas erst hinstellen, ehe er sich vorbeugen konnte. �Und jetzt sind wir alle�� Sie und ich und viele andere�� Leute, die nicht mehr ben�tigt werden und die niemand mehr haben will. Was f�r ein Zufall, dass wir alle auf einer Mission unterwegs sind, die uns tief in ein Territorium gef�hrt hat, �ber das die Menschheit nichts wei�. Auf einer Mission, deren Risiko schlicht unkalkulierbar ist.�</p><p>�Ja, ein bemerkenswerter Zufall.� Geary verzog den Mund zu einem bem�hten L�cheln. �Es gibt da etwas, �ber das ich gern reden w�rde.�</p><p>�Davon hat Tanya gesprochen. Betrifft es die Regierung?�</p><p>�Unter anderem. Es geht um das Flottenhauptquartier. Um heimliche Pl�ne und Hinterlisten. Um eine Vertuschung, was den Bau neuer Kriegsschiffe angeht� und vermutlich noch ein paar Dinge mehr.� Geary atmete schnaubend aus, w�hrend er �berlegte. �Ich werde Ihnen sagen, was ich wei�. Ich werde Ihnen berichten, welche Fakten es gibt und dann, was ich auf deren Grundlage vermute.�</p><p>�Meinetwegen.� Irgendwo in seinem Quartier hatte Duellos unterdessen ein echtes Weinglas hervorgekramt und trank gen�sslich einen Schluck. �Fakt Nummer eins?�</p><p>�Fakt Nummer eins: Die Allianz-Regierung und das Flottenhauptquartier haben beide versucht, uns zu schnell auf diese Mission zu entsenden. Unsere Vorr�te waren noch nicht aufgestockt, und wir waren nicht in dem Ma� bereit, das f�r mich unbedingt erforderlich war. Ich wei�, dieser Unsinn kommt dauernd vor. Erst muss man sich sputen, dann sitzt man sechs Monate rum und dreht D�umchen, und dann auf einmal soll man innerhalb einer Woche einsatzbereit sein. Das ist zwar normal, aber in diesem Fall kam es mir nicht normal vor.�</p><p>�Das ist uns allen aufgefallen�, merkte Duellos an. �Jeder von uns kennt dieses Gef�hl, wenn man zum Handeln gedr�ngt wird. Als die Syndiks vor unserer Haust�r standen, war das nachvollziehbar, nicht aber, als noch gar keine Krise eingetreten war, der man sofort etwas entgegensetzen musste. Aber Sie hatten das Kommando, daher sind wir davon ausgegangen, dass es einen guten Grund f�r diese Eile gibt.� Er trank wieder einen Schluck Wein. �Fakt Nummer zwei?�</p><p>�Fakt Nummer zwei�, wiederholte Geary. �In letzter Minute�� und damit meine ich buchst�blich die letzte Minute�� hat das Flottenhauptquartier versucht, uns den Gro�teil der Hilfsschiffe wegzunehmen. Die <emphasis>Titan</emphasis>, die <emphasis>Tanuki</emphasis>, die <emphasis>Kupua</emphasis>, die <emphasis>Domovoi</emphasis>. In welchem Zustand w�rde sich die Flotte heute befinden, wenn wir nur die vier kleinen Hilfsschiffe zur Verf�gung h�tten?�</p><p>�In keinem guten�, meinte Duellos. �Wie sind wir denn da noch mal davongekommen? Haben Sie einfach den Befehl missachtet?�</p><p>�Nein. Admiral Timbale wies darauf hin, dass der Befehl nicht den Standardprotokollen entsprechend �bermittelt wurde, also bat er um Kl�rung, ob es sich um einen ordentlichen Befehl handelt oder nicht. Er hat die Anfrage abgeschickt, ich habe die vier fraglichen Hilfsschiffe mitgenommen.�</p><p>�Es ist immer gut, wenn man sich an die Vorschriften h�lt�, stimmte Duellos ihm zu. �Fakt Nummer drei?�</p><p>�Fakt Nummer drei: Uns allen wurde gesagt�� und ich pers�nlich habe es wiederholt zu h�ren bekommen��, dass der Bau neuer Kriegsschiffe ausgesetzt wurde, um Geld zu sparen. Dennoch gibt es stichhaltige Beweise daf�r, dass die Regierung insgeheim eine gr��ere Anzahl Kriegsschiffe bauen l�sst.�</p><p>Duellos hielt inne und musterte sein Weinglas, w�hrend er die Stirn langsam in Falten legte. �Wie stichhaltig sind diese Beweise?�</p><p>�Sie gen�gen, um die Leute zu �berzeugen, die sich mit solchen Dingen auskennen.� Er wollte Duellos gegen�ber nicht erw�hnen, dass es Lieutenant Jamenson war, die den Beweis in Hunderten von scheinbar unzusammenh�ngenden Vertr�gen und Berichten gefunden hatte.</p><p>�Wie viele Schiffe?�, fragte ein un�berh�rbar skeptischer Duellos.</p><p>�Zwanzig Schlachtschiffe, zwanzig Schlachtkreuzer, dazu eine entsprechende Anzahl Kreuzer und Zerst�rer, die als Eskorte dienen werden.�</p><p>Diesmal dauerte es lange, bis Duellos etwas erwiderte. �Ich kann verstehen, warum die Regierung so etwas vor einer kriegsm�den �ffentlichkeit verschweigen will. Aber warum sagt man Ihnen nichts davon?�</p><p>�Eine sehr gute Frage, die aber mit Fakt Nummer vier zusammenh�ngen k�nnte. Unseren Kriegsschiffen und den Systemen an Bord macht die lange Lebensspanne in zunehmendem Ma� zu schaffen. Kein Schiff ist so konstruiert, dass es l�nger als drei Jahre funktionst�chtig bleibt.�</p><p>�Wer bei Honor mit dabei war, wei� das l�ngst�, sagte Duellos. �Ich wusste, dass sich Probleme anbahnen, aber das hat mir wirklich die Augen ge�ffnet.�</p><p>�Uns auch�, r�umte Geary ein. �Ich wusste von dem Problem, und mir war auch klar, dass es sich mit der Zeit immer deutlicher bemerkbar machen w�rde. Aber auf ein solches Ausma� war ich nicht gefasst. Etwas �hnliches k�nnten wir bei Midway abermals erleben. Allerdings meint Captain Smythe, dass die Belastung der Systeme bei Honor alles hat durchbrennen lassen, was kurz vor dem Totalausfall stand. Deshalb sollten wir seiner Ansicht nach vorl�ufig weitgehende Ruhe haben. Aber bei allem, was unsere Hilfsschiffe leisten, schwindet unsere Einsatzbereitschaft kontinuierlich.� Sollte er Duellos die n�chste Sache auch noch anvertrauen?</p><p>�Fakt Nummer f�nf?�, fragte Duellos mit einer Selbstverst�ndlichkeit, als h�tte er eine Liste aller Themen vor sich liegen.</p><p>�Ja, Fakt Nummer f�nf�, meinte Geary und sch�ttelte l�chelnd den Kopf. �Von allen Seiten bekomme ich zu h�ren, dass ich ein miserabler L�gner bin.�</p><p>�Stimmt. Sie k�nnen das eigentlich gar nicht. Das geh�rt zu Ihren l�blicheren Eigenschaften.�</p><p>�Na gut. Diese neuen Schiffe, die momentan gebaut werden� wir haben Grund zu der Annahme, dass bei ihnen wesentlich h�here Standards angelegt werden als bei unseren.�</p><p>�Eine plausible Annahme�, fand Duellos. �Davon kann man ausgehen, wenn man bedenkt, dass unsere Schiffe im Kriegseinsatz nicht lange durchhalten mussten. Schiffe f�r eine Friedensflotte w�rde man dann deutlich langlebiger konstruieren. Aber� das w�rde bedeuten, die Leute, die Ihnen den Befehl f�r diese Mission erteilt haben, waren sich dar�ber im Klaren, dass Sie mit dem um sich greifenden Problem von Systemausf�llen auf den Schiffen dieser Flotte konfrontiert werden w�rden. Gibt es auch noch einen Fakt Nummer sechs?�</p><p>�Ja, den gibt es.� Geary deutete auf das Sternendisplay. �Wir wurden in eine unbekannte Region des Alls geschickt, um mehr �ber einen Feind herauszufinden, �ber dessen Kampfkraft wir nichts wussten. Dabei lautete der Befehl ausdr�cklich, herauszufinden, wie weit das von den Aliens kontrollierte Gebiet reicht, was aber deutlich weiter h�tte sein k�nnen, als es sich nun herausgestellt hat.�</p><p>�Und das bei einer Flotte, von der die �bergeordneten Stellen wussten, dass sie Probleme mit der Zuverl�ssigkeit ihrer Systeme bekommen w�rde�, erg�nzte Duellos. �Und der das Flottenhauptquartier auch noch die H�lfte der zugeteilten Hilfsschiffe wegnehmen wollte. Das ergibt aber kein besonders erfreuliches Bild.�</p><p>�Es kommt noch schlimmer. Fakt Nummer sieben. Auf dem Weg zu unserer Mission mussten wir einen gro�en Umweg einlegen, um Kriegsgefangene bei Dunai zu befreien. Fakt Nummer acht: Rione wurde dem Schiff zugeteilt, auf dem ich und Tanya uns befinden, obwohl man gewusst haben muss, dass so etwas zu Spannungen f�hren kann.�</p><p>�Noch ein St�rman�ver.�</p><p>�Fakt Nummer neun: Die Enigmas h�tten uns m�helos auf der von uns abgewandten Seite des Syndik-Gebiets festsetzen k�nnen, indem sie das gesamte Hypernet der Syndiks h�tten zusammenbrechen lassen. Uns ist dieser Gedanke nicht gekommen, den Syndiks dagegen sehr wohl. Deshalb habe ich den Beh�rden bei Midway die f�r die Syndiks entwickelte Sicherung f�r das Hypernet-Portal �berlassen, damit es nicht von den Enigmas zerst�rt werden kann.�</p><p>Duellos kniff die Augen zusammen, sein Gesicht nahm einen h�rteren Ausdruck an. �Und jemand auf unserer Seite k�nnte den gleichen Gedanken gehabt haben?�</p><p>�Fakt Nummer zehn�, sagte Geary. �Das Flottenhauptquartier hat au�erdem versucht, jeden aus dieser Flotte abzuziehen, der theoretisches Wissen �ber das Hypernet besitzt.�</p><p>�Also hatte in der Tat jemand den gleichen Gedanken.�</p><p>�Es f�llt schwer, diesen Schluss nicht zu ziehen, stimmt�s?�, entgegnete Geary. �Fakt Nummer elf: Victoria Rione verh�lt sich v�llig untypisch.�</p><p>�Um ehrlich zu sein�, sagte Duellos, �wei� ich nicht, welches Verhalten man bei Rione als typisch bezeichnen soll.�</p><p>�Hat Tanya mit Ihnen auch �ber sie gesprochen?�</p><p>�Andauernd. Zumindest hatte ich immer den Eindruck, dass sie mit �diese Frau� Rione meint.�</p><p>�Hat Tanya Ihnen auch gesagt, dass Rione endlich zugegeben hat, geheime Befehle erteilt bekommen zu haben? Von einer Quelle, zu der sie noch nichts sagen kann.�</p><p>�Tanya zufolge stellt �diese Frau� eine gr��ere Bedrohung f�r die Flotte und f�r die Allianz dar als die Enigmas, die Kiks und der gesamte Rest der Syndikatwelten zusammengenommen. Aber ich habe gesehen, welche Dienste die ehemalige Senatorin und ehemalige Vize-Pr�sidentin der Callas-Republik und gegenw�rtige Gesandte der Allianz in der Vergangenheit geleistet hat, und ich w�rde ihre Intelligenz nicht untersch�tzen. Warum sollte sie sich auf solche Befehle einlassen?�</p><p>�Erpressung.�</p><p>�Mit Blick auf Sie?�, fragte Duellos.</p><p>�Nein, das ist kein Geheimnis. Die kurze Beziehung zwischen Rione und mir zu einer Zeit, als niemand wusste, dass ihr Ehemann noch lebt, ist auch allenfalls eine Sache, die ihre Ehre beeintr�chtigen k�nnte.�</p><p>�Dann vielleicht die Ehre eines anderen? Ich habe von Tanya auch ein paar Dinge �ber Commander Benan geh�rt. Es gibt da einige Geheimnisse, die sie nicht mal mir anvertrauen kann.�</p><p>�Bedauerlicherweise stimmt das. Worum es mir geht: Jemand wollte Rione zwingen, diese Flotte zu begleiten und bestimmte Ma�nahmen zu ergreifen. Ich wei� es nicht sicher, aber ich bin der festen �berzeugung, dass Rione nichts unternommen hat, was dieser Flotte schaden k�nnte, ohne dabei gegen den Wortlaut dieser Geheimbefehle zu versto�en.�</p><p>Duellos nickte nachdenklich, w�hrend er sein Weinglas betrachtete. �Gibt es noch weitere Fakten?�</p><p>�Nein, nur Vermutungen.�</p><p>�Lassen Sie mich raten.� Duellos� Blick wanderte zum Sternendisplay. �Aus einer dubiosen Loyalit�t der Regierung gegen�ber wollte jemand erreichen, dass diese Flotte abermals als verschollen bezeichnet werden kann�� und es diesmal auch bleibt. Und gleichzeitig wollte man den legend�ren Helden aus der Vergangenheit loswerden, der sich erdreistet hatte, nach hundert Jahren immer noch quicklebendig zu sein. Da die Syndikatwelten im Zerfall begriffen sind und formal Frieden geschlossen worden ist, hat die Allianz keine Verwendung mehr f�r diese Flotte und die lebende Legende. Gleichzeitig wird eine neue Flotte gebaut, um sich notfalls wieder verteidigen zu k�nnen, wobei die Besatzungen dieser Schiffe aus M�nnern und Frauen bestehen, die nicht unter Black Jacks Kommando gestanden und deshalb auch keine pers�nliche Loyalit�t zu ihm entwickelt haben. Den Oberbefehl �ber diese neue Flotte wird man einem Offizier �bertragen, der der Regierung treu ergeben ist.�</p><p>�Nicht so ganz�, schr�nkte Geary ein. �Rione hat angedeutet, dass das keine v�llig in sich geschlossene Verschw�rung ist, sondern dass unterschiedliche Gruppen jeweils eigene Ziele zu erreichen versuchen. Eine Ansammlung einzelner Gruppen hat daf�r gesorgt, dass diese Flotte jetzt und hier unterwegs ist.�</p><p>�Und worin besteht der praktische Unterschied?�</p><p>�Einige dieser Gruppen und einige dieser Individuen k�nnten Absichten verfolgen, bei denen die Loyalit�t ihnen gegen�ber Vorrang vor einer Loyalit�t gegen�ber der Regierung hat.�</p><p>Duellos hielt inne, seine Gesichtsz�ge zeigten keine Regung, nur seine Augen verrieten, dass er intensiv einem Gedankengang folgte. �Als Sie sich mit dem Gro�en Rat der Allianz getroffen hatten, sprachen Sie anschlie�end davon, dass einige Senatoren sich Ihnen gegen�ber unverhohlen feindselig gaben, w�hrend andere nicht so offen zeigten, was sie von Ihnen halten.�</p><p>�Und ein paar von ihnen machten einen ehrlichen und engagierten Eindruck�, erg�nzte Geary. �Zum Beispiel Senator Navarro. Aber Victoria Rione sagte schon, dass er durch seine vormaligen Aufgaben als Ratsvorsitzender und durch die Anfeindungen seiner politischen Gegner angeschlagen ist. Senatorin Suva traue ich �berhaupt nicht �ber den Weg, und in ihrem Fall wei� ich auch, dass sie etwas mit den Befehlen f�r diese Mission zu tun hat. Welches Spiel Senator Sakai spielt, habe ich noch nicht herausgefunden. Und das sind gerade mal drei Beispiele von vielen.�</p><p>�Hmm�, machte Duellos. �Wissen Sie, diese Dinge, dass man Ihnen die Hilfsschiffe und jeden wegnehmen wollte, der etwas �ber die Funktionsweise des Hypernets wei�, k�nnte ebenso gut nichts anderes als b�rokratische Dummheit sein. Die Befehle k�nnten in den unterschiedlichsten Abteilungen ausgegeben worden sein, weil wieder mal jemand mit Tunnelblick nur an die Vorschriften oder an �die Bed�rfnisse der Flotte� gedacht hat. Wir reden hier immerhin vom Flottenhauptquartier, einer Organisation, die nicht gerade daf�r ber�hmt ist, dass die linke Hand wei�, was die rechte tut. Es gibt da ein altes Sprichwort, dass man nichts als Boshaftigkeit bezeichnen sollte, was sich auch mit Dummheit erkl�ren l�sst. Ich m�chte wissen, wer sich diesen Satz ausgedacht hat.�</p><p>�Ja, der Gedanke ist mir auch gekommen�, gab Geary zu. �Unter normalen Umst�nden kann man schon schnell den Eindruck haben, dass die Milit�rb�rokratie es auf einen abgesehen hat. Und das hier sind alles andere als normale Umst�nde.�</p><p>�Richtig. Und Sie haben oft genug erlebt, was f�r Leute in den oberen Etagen des Flottenhauptquartiers sitzen. Viele von denen haben es so weit gebracht, weil sie ihre Arbeitsweise ganz darauf ausgerichtet haben, m�glichst schnell Karriere zu machen. Leute wie Sie, die tats�chlich etwas geleistet haben, das eine Bef�rderung rechtfertigt, sind f�r diese Typen eine Bedrohung. Die werden versuchen, Sie einfach aus Prinzip verschwinden zu lassen, selbst wenn gar kein gr��erer Plan existieren sollte. Diese Leute schicken Sie schnell wieder aus ihrem B�ro, sie verweigern Ihnen die notwendige Zeit, um Vorbereitungen zu treffen. Was soll�s? Die Ihnen �bertragene Mission k�nnte scheitern? Ach, w�re das nicht ein Schicksalsschlag f�r alle, die sich f�r Ihre Rivalen halten? Und selbst wenn Sie nicht scheitern, h�tte man Ihnen das Leben ein ganzes St�ck schwerer gemacht, und dar�ber w�rden sich die Leute mit dem aufgeblasenen Ego und dem kurzen Verstand auch schon freuen.� Einen Moment dachte Duellos nach. �Die neuen Schiffe� die lie�en sich auch erkl�ren. Unsere Schiffe haben viel durchgemacht, und wie Sie ja selbst gesagt haben, waren sie nicht auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Da ist es nur verst�ndlich, wenn neue Schiffe gebaut werden, die der Allianz l�nger dienen k�nnen. Man k�nnte auch argumentieren, dass das eine vern�nftige Vorgehensweise ist.�</p><p>�K�nnte man schon�, r�umte Geary ein. �Aber wieso wird daraus ein Geheimnis gemacht?�</p><p>�Wenn wir mal davon ausgehen, dass keine finsteren Pl�ne geschmiedet werden, dann kann man argumentieren, dass Ausgaben f�r das Milit�r aus der Sicht der Steuerzahler Verschwendung sind. Sogar Korruption kann da im Spiel sein. Auftr�ge f�r bevorzugte Werftbesitzer, Bestechung, Vetternwirtschaft�� all das �bliche.�</p><p>�Meinen Sie, dass das alles da hineinspielt?�, hakte Geary nach.</p><p>�Zum Teil sicher. Wenn wir es mit vielen verschiedenen Gruppen und Individuen zu tun haben, dann spielen auch viele der unterschiedlichsten Motive eine Rolle. Ein paar haben die Vertr�ge und die damit verbundene Verschwiegenheit abgesegnet, weil das Ganze f�r die Verteidigung der Allianz notwendig ist und es auf politisch korrekte Weise erledigt werden muss. Andere handeln aus Habgier, und wieder andere�� Duellos sah zu Geary. �Wer erh�lt das Kommando �ber die neuen Schiffe? Das w�rde uns weiterhelfen. Einige Offiziere haben bekanntlich politische Ambitionen gehegt, zum Beispiel der verstorbene und kaum vermisste Admiral Bloch.�</p><p>�Er hatte einen Staatsstreich geplant.�</p><p>�Ja�, antwortete Duellos mit einem Schulterzucken. �Wir wissen einfach nicht genug. Aber wenn jemand zum Befehlshaber dieser neuen Flotte ernannt wird, dann wissen wir Genaueres. Und dann werden wir auch sehen, wie sie es rechtfertigen, dass�� Abrupt verstummte er und kniff die Lippen zusammen.</p><p>�Wie sie was rechtfertigen?�, fragte Geary verwundert.</p><p>Duellos schaute ihn eindringlich an. �Wie sie es rechtfertigen, dass sie nicht Ihnen das Kommando �bertragen. Sie sind der beste Gefechtskommandant der Allianz, Sie sind beliebter und angesehener als jeder andere Offizier. Wie soll man es rechtfertigen, dass nicht Sie das Kommando erhalten?�</p><p>�Sie scheinen schon eine Antwort auf diese Frage gefunden zu haben.�</p><p>�Allerdings. Wenn Admiral Geary nicht da ist, kann ihm auch nicht das Kommando �bertragen werden.�</p><p>Geary lehnte sich frustriert nach hinten und hielt die H�nde verschr�nkt. ��Nicht da� kann viele Gr�nde haben.�</p><p>�Richtig. Aber auch wenn die einzelnen Beteiligten unterschiedliche Gr�nde haben, <emphasis>warum </emphasis>Admiral Geary nicht da sein sollte, k�nnten sie sich darin einig sein, <emphasis>dass </emphasis>er nicht da sein sollte.� Duellos nickte zufrieden. �So deute ich diese Situation. Keine gewaltige Verschw�rung, die auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitet, sondern verschiedene Gruppen, die alle ihre eigenen Pl�ne verfolgen, von denen sich viele in dem Punkt �berlappen, dass unsere Flotte auf diese eine Weise auf ihre Mission geschickt werden musste. Es geht nicht darum, dass Sie allein gegen die Regierung antreten.�</p><p>�Danke�, erwiderte Geary. �Ich hatte zu der gleichen Schlussfolgerung kommen wollen, aber weil ich es wollte, habe ich meiner Denkweise misstraut. Sie sind jetzt wenigstens zum gleichen Schluss gekommen wie ich. Daheim sitzen Leute, die mir Steine in den Weg legen wollen, w�hrend andere Leute versuchen, zu Macht oder Reichtum zu gelangen. Ein paar von ihnen arbeiten tats�chlich f�r das Gemeinwohl, aber sie k�nnten dazu verleitet worden sein, Vorgehensweisen zu unterst�tzen, die anderen Zwecken dienen. Gut. Dann verraten Sie mir, wie ich Ihnen bei Ihren Sorgen helfen kann.�</p><p>�Gegen meine �ngste kann mir niemand beistehen�, sagte Duellos. �Ich geh�re nicht l�nger an diesen Ort, der einmal mein Zuhause war. Ich werde mich irgendwie anpassen m�ssen.�</p><p>�Sie werden in jeder Streitmacht unter meinem Kommando immer ein Zuhause haben.�</p><p>�Ich danke Ihnen vielmals.� Duellos stand auf und salutierte mit ernster Miene. �Allerdings glaube ich nicht, dass meine Frau Ihnen auch dankbar sein wird. Ich werde mich jetzt wieder meinen Aufgaben widmen, Admiral.�</p><p>Nachdem Duellos gegangen war, sa� Geary da und betrachtete das Sternendisplay. <emphasis>Also nicht ich gegen die Regierung. Aber was ist, wenn eine andere Regierung kommt? Wenn einige der Leute die Kontrolle �bernehmen, vor denen mich Rione gewarnt hat? Wenn sie behaupten, ich w�rde ihr Handeln bef�rworten, weil sie wissen, dass die Menschen in der Allianz dann Ruhe bewahren? Aber das wird dann nicht mehr die Regierung sein, jedenfalls keine Regierung, wie sie die Menschen der Allianz gew�hlt haben.</emphasis></p><p><emphasis>Aber wie viele von ihnen w�rden das erkennen und mein Vorgehen verstehen, wenn es dazu kommt?</emphasis></p><p>Er hatte einiges �ber diesen antiken Ort namens Rom auf der Alten Erde gelesen und dar�ber, was geschehen war, als sich die F�hrer des Milit�rs zu den Herrschern �ber das Land gemacht hatten, was sie dann mit Behauptungen �ber Unf�higkeit oder Korruption oder Schw�che aufseiten der Regierung gerechtfertigt hatten. Manche Behauptungen waren zutreffend gewesen, doch jedes Mal, wenn die Legionen marschierten, ging es in der Regierung wieder etwas weniger um den Senat und die R�mer und daf�r umso mehr um jene F�hrer, deren Macht sich danach bestimmte, wie scharf die Klinge ihrer Schwerter war.</p><p>Er durfte nicht zulassen, dass das auch der Allianz widerfuhr.</p></section><section><title><p>F�nfzehn</p></title><p><emphasis>Es ist blo� ein weiteres System, das von den Enigmas kontrolliert wird, </emphasis>sagte sich Geary, als die letzten Minuten bis zum Verlassen des Sprungraums bei Hua verstrichen. <emphasis>Wir haben sie jedes Mal geschlagen, sogar als sie wussten, dass wir auf dem Weg zu ihnen waren. Wir kommen auch hier durch.</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Wenigstens d�rfte es die Enigmas v�llig �berraschen, dass wir bei Hua auftauchen�, sprach Desjani unwissentlich das aus, was Geary durch den Kopf ging. �Die begl�ckw�nschen sich vermutlich noch immer gegenseitig, weil sie glauben, die Kiks h�tten unsere Flotte ausgel�scht. Sie wissen, dass es hier ein Hypernet-Portal gibt, nicht wahr?�</p><p>�Ja, das wei� ich.� F�r die Enigmas war es ein an der Grenze gelegenes System, und soweit sie das beurteilen konnten, benutzten die Enigmas die Portale selbst als Verteidigungswaffe, anstatt den Mechanismus in einer viel kleineren und unauff�lligeren Mine zu verstauen, wie es die Spinnenw�lfe machten.</p><p>Sein Verstand wurde durcheinandergewirbelt, als die <emphasis>Dauntless </emphasis>den Sprungraum verlie� und so wie alle anderen Allianz-Schiffe das im Voraus programmierte Ausweichman�ver flog. Als er wieder klarer denken konnte, bemerkte er, dass die Sensorsysteme keine unmittelbare Gefahr meldeten. Mit Erleichterung beobachtete er, dass auf seinem Display weder ein Minenfeld noch eine Formation aus Enigma-Kriegsschiffen in unmittelbarer N�he zum Sprungpunkt angezeigt wurde.</p><p>�Da ist es�, sagte Desjani. Das Hypernet-Portal hing in einer Entfernung von drei Lichtstunden bedrohlich genau in der Richtung im All, die die Flotte bei ihrem Ausweichman�ver eingeschlagen hatte. �Gute Wahl, was unsere Kurs�nderung angeht, Admiral.�</p><p>�Danke.� Wo waren die Sprungpunkte?</p><p>Dann wurde ihm klar, dass er nicht erst warten musste, bis die Flottensensoren die Sprungpunkte lokalisiert hatten. Die sechs vor der Flotte befindlichen Schiffe der Spinnenw�lfe machten einen regelrechten Satz nach vorn, um auf eine Position an Steuerbord zuzuhalten. Geary gab sofort den Befehl aus, den verb�ndeten Aliens zu folgen und dabei die Geschwindigkeit zu erh�hen, um den Abstand zu ihnen nicht zu gro� werden zu lassen. �H�ngen wir uns an die Spinnenw�lfe.�</p><p>�Haben Sie jemals damit gerechnet, so etwas zu sagen?�, kommentierte Desjani, die ihr Display aufmerksam beobachtete. �Vereinzelte fest installierte Verteidigungsanlagen� Raumdocks hier und da� Das da sieht aus wie eine gro�e milit�rische Orbitalstation. Da, da und dort halten sich Kriegsschiffe auf.�</p><p>�Eindeutig Enigma-Kriegsschiffe�, stellte Geary fest. Es waren nur f�nf St�ck, und sie alle wiesen die gedrungene, an Schildkr�ten erinnernde Form auf, die f�r die Kriegsschiffe der Enigmas typisch waren. In der Gr��e reichten sie von Allianz-Zerst�rern bis hin zu etwas, das gr��er als ein Schwerer Kreuzer, aber deutlich kleiner als ein Schlachtschiff war.</p><p>�Abgesehen von dem verdammten Hypernet-Portal�, erkl�rte Desjani schlie�lich, �finden sich hier nicht ann�hernd so viele Verteidigungseinrichtungen, wie ich erwartet hatte. Immerhin grenzt dieses System unmittelbar an das Gebiet der Spinnenw�lfe. General Charban k�nnte mit seiner Vermutung recht gehabt haben.�</p><p>�Captain�, meldete sich Lieutenant Yuon. �Es scheint in diesem System etliche Andockeinrichtungen f�r Milit�rschiffe zu geben. Das macht den Eindruck, dass hier normalerweise viel mehr Kriegsschiffe zu finden sind.�</p><p>Desjani nickte. �Gute Beobachtung, Lieutenant. Sie haben ihre Verteidigungsstreitmacht auf ein Minimum zur�ckgefahren, um gen�gend Schiffe f�r eine Angriffsstreitmacht abstellen zu k�nnen.� Sie sah zu Geary. �Und wir wissen, wohin diese Streitmacht sehr wahrscheinlich abgereist ist. Es muss f�r die Enigmas nach einer sicheren Sache ausgesehen haben, Hua nahezu ohne Verteidigung zur�ckzulassen, um sich auf Midway zu st�rzen. Die denken, wir sind von den Kiks ausgel�scht worden, ausgenommen vielleicht ein paar versprengte Schiffe, die irgendwie versuchen, nach Hause zu humpeln. Die Spinnenw�lfe lassen unterdessen ihre Nachbarn in Ruhe, solange die nicht bei ihnen auftauchen.�</p><p>�Wenn etwas so gut aussieht, stellt sich einem immer die Frage, was man wohl �bersehen hat�, gab er zu bedenken. �Die Enigmas haben die Tatsache �bersehen, dass wir m�glicherweise nicht die Rolle spielen, die sie f�r uns in ihrem Plan vorgesehen haben.�</p><p>�Das Hypernet-Portal liegt drei Stunden hinter uns�, betonte Desjani. �Die gr��te milit�rische Einrichtung ist auf der Backbordseite in Richtung des Sterns viereinhalb Lichtstunden von uns entfernt. Wie weit bis zum Sprungpunkt?�</p><p>Es vergingen einige Sekunden, ehe diese Information auf den Displays auftauchte.</p><p>�Eindreiviertel Lichtstunden�, sagte sie dann, w�hrend ihre Finger �ber das Tastenfeld wirbelten, da sie Daten von den Steuersystemen der Flotte durchrechnen lie�. �Wenn wir versuchen, auf die gleiche Geschwindigkeit wie die Spinnenw�lfe zu gehen, also 0,15 Licht vor dem Beginn des Bremsman�vers, dann haben wir� f�nfzehn Stunden Transitzeit vor uns.�</p><p>Die Berechnung war simpel. In sp�testens viereinhalb Stunden w�rde man auf der Milit�rbasis das Eintreffen der Allianz-Flotte bemerken. Wenn eines der Enigma-Kriegsschiffe vor diesem Zeitpunkt mit �berlicht-Komm eine Warnung aussandte, w�rde diese Zeitspanne auf zwei Stunden schrumpfen. Wenn die Basis daraufhin dem Hypernet-Portal den Befehl zum Kollabieren �bermittelte, w�rde es fast f�nfeinhalb Stunden dauern, bis das Signal das Portal erreichte. Die dann folgende Druckwelle der Explosion w�rde noch einmal mehr als drei Stunden ben�tigen, ehe sie die Flotte auf dem Weg zum Sprungpunkt erreicht hatte. �Dreizehn Stunden, bevor sie uns erwischen k�nnen.�</p><p>�Vielleicht nur zehn, wenn eines der Kriegsschiffe die Neuigkeit von unserer Ankunft mit �berlichtgeschwindigkeit meldet�, warnte Desjani ihn.</p><p>Geary betrachtete das Sternensystem, das st�ndig aktualisiert wurde, da die Sensoren kontinuierlich neue Daten erfassten und verarbeiteten. Das System war weder reich an Ressourcen, noch war es besonders dicht besiedelt, dennoch handelte es sich um ein gutes System. Auf einem Planeten fanden sich die getarnten St�dte, die sich am Rand von beeindruckend gro�en Ozeanen dr�ngten. �Wir wissen nicht, wie detailliert eine dieser �berlicht-�bermittlungen ausfallen kann. W�rden sie das Portal sprengen, ohne sich erst davon zu �berzeugen, was eines ihrer Schiffe gemeldet hat? Vor allem wenn sie sehen, dass wir schnurstracks zum n�chsten Sprungpunkt fliegen, um von hier zu verschwinden, anstatt hier zu verharren oder tiefer ins System einzudringen?�</p><p>�Menschliche Logik hilft uns nicht unbedingt weiter, wenn es um die Enigmas geht�, machte Desjani ihm klar.</p><p>�Stimmt. Aber wir wissen, dass die Zahl der ihnen zur Verf�gung stehenden Systeme begrenzt ist, weil wir uns auf der einen und die B�rk�he auf der anderen Seite befinden. Und nicht zu vergessen die Spinnenw�lfe, die ihnen in die andere Richtung den Weg versperren. Auf unserem Weg durch ihr Territorium haben wir nicht ein einziges Enigma-System entdeckt, das dem Kollaps eines Hypernet-Portals ausgesetzt gewesen ist. Sie k�nnen nicht die Befugnis besitzen, ein ganzes Sternensystem hochgehen zu lassen, au�er ihnen bleibt �berhaupt keine andere M�glichkeit.�</p><p>Eine Verwundbarkeitsphase, die sich irgendwo zwischen zwei und f�nf Stunden bewegte. Und das Einzige, was sie tun konnten, war bereits eingeleitet worden: das Bem�hen, den n�chsten Sprungpunkt so schnell wie m�glich zu erreichen, um von hier verschwinden zu k�nnen.</p><p>Er hatte in der Nacht vor der Ankunft in diesem System nicht gut geschlafen, und nun drohte der Flotte �ber Stunden hinweg keine Gefahr. �Captain Desjani, ich ziehe mich in mein Quartier zur�ck, um mich eine Weile auszuruhen. Ich schlage vor, Sie g�nnen Ihrer Crew auch eine Erholungspause.�</p><p>Desjani warf ihm einen skeptischen Blick zu und tat so, als w�rde sie nicht bemerken, wie die Br�ckencrew sich alle M�he gab, keinen hoffnungsvollen Gesichtsausdruck zur Schau zu tragen. �Meine Crew soll sich ausruhen?�</p><p>�Wenn Sie nichts dagegen einzuwenden haben.� Er wusste, wie angestrengt sie alle gearbeitet hatten, um bei der Ankunft alle Systeme wieder einsatzbereit zu haben, und wie sie alles getestet und repariert hatten, damit die <emphasis>Dauntless </emphasis>so gefechtsbereit war, wie es nur irgend m�glich war.</p><p>�Nein, Admiral, habe ich nicht. Jeder an Bord hat es sich verdient. An die Besatzung, hier spricht der Captain. Unterbrechen Sie Ihre Arbeit f�r drei Stunden, nach Ablauf dieser Zeit nehmen Sie Ihre T�tigkeit wieder auf.� Sie lie� die Komm-Taste los und zwinkerte Geary so zu, dass niemand sonst davon etwas mitbekommen konnte. �Genie�en Sie Ihre Ruhepause, Admiral. Ich werde hier oben alles im Auge behalten.�</p><p>�Tanya, Sie sollten��</p><p>�Ich habe letzte Nacht genug Schlaf bekommen.�</p><p>Vermutlich war das eine ma�lose �bertreibung, aber er w�rde ihr nicht vor versammelter Br�ckencrew widersprechen und sie damit indirekt als L�gnerin bezeichnen.</p><p>Nur zwei Stunden sp�ter war er bereits auf dem R�ckweg zur Br�cke, wobei ihm auffiel, dass auch etliche andere Crewmitglieder offenbar nicht die drei freien Stunden voll ausgenutzt hatten.</p><p>�Was glauben Sie, was die denken?�, fragte Desjani. �Die Enigmas meine ich. Wir tauchen hier auf, eskortiert von sechs Schiffen der Spinnenw�lfe, und haben ein Kik-Superschlachtschiff im Schlepptau, das un�bersehbar schon bessere Zeiten erlebt hat.�</p><p>�Ich hoffe�, antwortete Geary, �die Enigmas sehen, dass wir zum einen neue Verb�ndete haben und zum anderen die Kiks nicht nur zum Teufel gejagt, sondern ihnen auch noch ein sch�nes Andenken abspenstig gemacht haben.� Einen Moment lang fragte er sich, welchen Namen die Enigmas wohl f�r die Kiks benutzten. �Eines von beiden k�nnte die Enigmas dazu veranlassen, ernsthaft mit uns zu verhandeln. Aber beides zusammen gen�gt vielleicht sogar, um sie davon zu �berzeugen, dass sie sich nicht mit uns anlegen sollten.�</p><p>�Klingt nicht so, als w�rden Sie an das glauben, was Sie mir sagen�, stellte Desjani fest und lehnte sich auf ihrem Platz nach hinten, w�hrend sie das Display nicht aus den Augen lie�.</p><p>�Nein.� Geary versp�rte wieder dieses alte Gef�hl der Sinnlosigkeit. �General Charban glaubt, die Enigmas m�ssen mindestens noch einmal ordentlich unter Beschuss genommen werden, damit sie begreifen, dass sie uns milit�risch nicht schlagen k�nnen.�</p><p>�Wie kann ein General der Bodentruppen so gut begreifen, wie eine fremde Spezies denkt?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung. Und trotzdem ist er unverheiratet.� Geary konnte sich nicht davon abhalten, diese Bemerkung anzuf�gen.</p><p>Desjani drehte sich nicht zu ihm um, sondern sah ihn nur aus dem Augenwinkel an. �Frauen sind keine fremde Spezies.�</p><p>�Habe ich das gesagt? Hat sich irgendwas Erw�hnenswertes ereignet?�</p><p>�Au�er dass sich ein Admiral auf sehr d�nnem Eis bewegt? Nein. Dann w�ren Sie sofort dar�ber informiert worden, Sir.� Sie deutete auf eines der Enigma-Kriegsschiffe. �Der Bursche ist uns am n�chsten, er wird uns als Erster bemerken, und zwar irgendwann in den n�chsten Minuten. Wenn wir in einigen Stunden seine Reaktion zu sehen bekommen, gibt uns das vielleicht einen Hinweis darauf, was die Enigmas tun werden.�</p><p>Geary rieb sich mit einer Hand �bers Kinn. Er w�nschte, er h�tte klarere und aktuellere Informationen. <emphasis>Eigentlich solltest du dich inzwischen an diese zeitversetzten Informationen gew�hnt haben. </emphasis>Er bet�tigte die interne Komm-Taste. �Gesandte Rione? General Charban? Haben wir von den Spinnenw�lfen etwas geh�rt?�</p><p>Dr. Shwartz meldete sich. �Ich bin momentan allein hier, Admiral. Wir haben absolut nichts von ihnen geh�rt.�</p><p>�Was haben wir ihnen geschickt?�</p><p>�Bei unserer Ankunft haben wir eine Nachricht �bermittelt, mit der wir die Spinnenw�lfe zu fragen versuchen, was sie tun werden. Es ist nach wie vor schwierig, Piktogramme und andere Symbole auf eine Weise zu formatieren, dass wir ihnen auch nur die simpelsten Konzepte senden k�nnen. Vor einer Stunde haben wir angefragt, ob sie wissen, wie die Enigmas reagieren werden. Wir haben ihnen diese Frage nat�rlich auch schon gestellt, bevor wir das Gebiet der Spinnenw�lfe verlassen haben, aber sie haben nicht geantwortet. Da haben wir uns gedacht, wir wiederholen einfach unsere Frage an sie.�</p><p>�Nicht gerade freundlich�, murmelte Geary.</p><p>Dr. Shwartz musste ihn geh�rt haben. �Wir wissen nicht, ob die Frage so ankommt, wie wir uns das vorstellen. Au�erdem kennen wir ihre gesellschaftlichen Protokolle nicht. Wenn man einem Menschen eine Frage stellt und er wei� die Antwort nicht, dann wird er als h�flicher Mensch antworten: �Das wei� ich nicht.� Vielleicht verlangt die gleiche H�flichkeit von einem Spinnenwolf, dass er gar nichts antwortet, wenn er keine weiterf�hrende Antwort geben kann.�</p><p>�Aber wir wissen nicht, ob das bei ihnen wirklich so abl�uft.�</p><p>�Nein, Admiral, das wissen wir nicht.� Sie sch�ttelte bedauernd den Kopf. �Mit imagin�ren Aliens kommt man viel besser zurecht. Die verhalten sich letztlich doch immer so, wie man es will. Zu dieser Erkenntnis sind alle unsere �Experten� gekommen, bevor sie jetzt echten Aliens begegnet sind. Die Enigmas, die B�rk�he und die Spinnenw�lfe beharren darauf, Dinge in einer Weise zu tun, die nicht in die Formen passt, die wir f�r sie zu schaffen versuchen. Einige meiner Kollegen haben gro�e Schwierigkeiten, das zu akzeptieren. Sie versuchen weiter, die Aliens an die Form anzupassen, anstatt das genaue Gegenteil zu machen. Ich kann es ihnen nicht einmal ver�beln, schlie�lich haben wir alle schon immer so gearbeitet.�</p><p>�Glauben Sie, dass General Charban deshalb auf diese plausiblen Erkl�rungen f�r das Verhalten der Spinnenw�lfe kommt? Weil er kein Experte ist, der sein Leben lang �berlegt hat, wie eine fremde Spezies wohl denkt? Ein Experte, der dann wegen dieser jahrelangen Mutma�ungen nicht in der Lage ist, die Aliens so zu sehen, wie sie wirklich sind?�</p><p>Shwartz schien zu erschrecken, dann jedoch wurde sie nachdenklich. �Ja, das w�re m�glich, Admiral. W�re es anma�end von mir, wenn ich darauf hinweise, dass ich auch ein paar Erkenntnisse zu dem Ganzen beigetragen habe?�</p><p>Geary l�chelte. �Das haben Sie allerdings getan, Doctor. Ich bin Ihnen f�r Ihre Anwesenheit dankbar, und ich werde daf�r sorgen, dass in der Allianz jeder erf�hrt, welch gro�en Beitrag Sie zu dieser Mission geleistet haben.�</p><p>�Woraufhin alle meine Kollegen einen noch nie da gewesenen Hass auf mich entwickeln werden�, gab sie lachend zur�ck. �Haben Sie schon mal mitangesehen, wie Akademiker die Messer wetzen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen tats�chlich danken soll. Ach, ich werde es einfach mal machen. Falls die Regierung beschlie�t, eine Delegation zu den Spinnenw�lfen zu schicken, dann hoffe ich, dass ich als Mitreisende in Erw�gung gezogen werde.�</p><p>�Wenn ich bei der Auswahl irgendetwas zu entscheiden habe, werden Sie auf jeden Fall zu einer solchen Delegation geh�ren.�</p><p>Von den Spinnenw�lfen, deren Schiffe unver�ndert auf den Sprungpunkt nach Pele zuhielten, war noch immer keine Antwort gekommen, als endlich eine Reaktion der Enigmas zu sehen war. �Das Schiff dreht bei�, sagte Desjani. �Das sieht so aus, als ob� Ich wette, der geht auf Abfangkurs zu uns. Oder er kommt uns so nahe, dass die Distanz h�chstens ein paar Lichtminuten betr�gt.�</p><p>�Ein Sp�her�, �berlegte Geary. �Er h�ngt sich an uns dran, damit er den aktuellen Status mit �berlichtgeschwindigkeit melden kann. Auf die Weise wissen die Enigma-Oberen in diesem System viel eher, was wir vorhaben. Das Gleiche haben sie schon gemacht, als wir zuvor durch ihre Systeme geflogen sind.�</p><p>�Das deutet nicht darauf hin, dass sie das Hypernet-Portal kollabieren lassen wollen�, machte Desjani deutlich.</p><p>�Nein, es spricht eher daf�r, dass sie uns beobachten und daf�r sorgen werden, dass wir so schnell von hier verschwinden, wie wir gekommen sind.�</p><p>�Also wollen sie, dass wir nach Pele weiterfliegen�, f�gte Desjani hinzu und versetzte seiner wachsenden Erleichterung einen geh�rigen D�mpfer.</p><p>�Falls ja, wird es ihnen noch leid tun, wenn wir da eintreffen.�</p><p>Als die Spinnenw�lfe bereits den Sprungpunkt erreicht hatten und dort verschwunden waren, wurde die Allianz-Flotte immer noch von dem Enigma-Schiff verfolgt. F�nfzehn Minuten sp�ter wechselten auch Gearys Schiffe in den Sprungraum, das Sternensystem Hua verschwand, an seine Stelle trat das endlose Nichts.</p><p>�F�nf Tage�, bemerkte Desjani. �Wie Neeson gesagt hat: Wenn eine Streitmacht nach Midway unterwegs ist, haben die Enigmas bei Hua sie l�ngst wissen lassen, dass wir hinter ihnen sind.�</p><p>�Ich wei�. F�nf Tage.� Diesmal versp�rte er keine Angst bei der Frage, was sie bei Pele erwarten mochte. Vielmehr war er von dem Willen erfasst, sich mit dem letzten Hindernis zwischen dieser Flotte und dem von Menschen besiedelten Gebiet zu befassen.</p><p>Sie verlie�en den Sprungraum, alle Waffen feuerbereit, die Nerven bis zum Zerrei�en gespannt, weil sie sehen wollten, was sie bei Pele erwartete.</p><p>�Sie sind hier�, sagte Desjani.</p><p>�Nicht mehr lange�, erwiderte Geary.</p><p>Die Enigma-Flotte befand sich weit rechts von der Allianz-Flotte, fast drei Lichtstunden von dem Punkt entfernt, an dem die Menschen in das System gekommen waren. Die Enigmas waren mit 0,16 Licht auf dem Weg zum Sprungpunkt nach Midway und entfernten sich damit von Gearys Kriegsschiffen. Sie hatten kaum mehr als eine Stunde Flug vor sich, dann w�rden sie in den Sprungraum wechseln k�nnen. Da das Licht von der Ankunft der Allianz-Flotte ihre Position erst in drei Stunden erreichte, w�rden die Aliens bereits den Sprung nach Midway unternommen haben, ohne etwas davon mitzubekommen, dass die Menschen Pele erreicht hatten und dicht hinter ihnen her waren.</p><p>Allerdings h�tte sie das auch nicht von ihrem Vorhaben abbringen k�nnen, ihre Befehle zu befolgen und Midway anzufliegen, um dort so viel Schaden wie m�glich anzurichten, ehe Gearys Flotte sie eingeholt hatte.</p><p>�Zweihundertzweiundzwanzig Enigma-Kriegsschiffe�, merkte Desjani an. �Ich sch�tze, mehr konnten sie auf die Schnelle nicht zusammenbekommen.�</p><p>�Ja, ich�� Geary brach mitten im Satz ab, da er sich an etwas erinnerte. �Dreihundertdreiunddrei�ig.�</p><p>�Was?�</p><p>�Die Leute, die wir vom Gef�ngnisasteroiden der Enigmas gerettet haben� ihre Zahl betrug stets dreihundertdreiunddrei�ig. Und jetzt besteht diese Enigma-Flotte aus zweihundertzweiundzwanzig Schiffen.�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Dann gef�llt es ihnen wohl, Ziffern zu wiederholen.�</p><p>�Offensichtlich ja. Ich frage mich nur, warum das so ist.�</p><p>�Ist das wichtig?�</p><p>�Wenn ich sie begreifen will, ist es wichtig.� Er sah, wie Desjani eine abf�llige Miene dar�ber aufsetzte, dass er sich immer noch die M�he machte, die Enigmas verstehen zu wollen. �Captain, je mehr ich �ber sie wei�, umso �berlegener bin ich ihnen, und umso leichter kann ich einsch�tzen, was sie tun werden. Diese Enigma-Streitmacht erreicht Midway einige Stunden vor uns. Ich w�rde gern herausfinden, wie wir sie bei unserer Ankunft im System ablenken k�nnen, damit wir eine Chance haben, sie zu stoppen, bevor sie zu viel Unheil anrichten.�</p><p>�Gut, ich muss zugeben, das ist ein plausibler Grund, um mehr �ber sie in Erfahrung zu bringen. Aber ganz gleich, was sie denken und wie viele Stunden Vorsprung sie haben, es h�ngt viel davon ab, was wir tun.� Desjani sah ihn an und wartete auf seine Entscheidung.</p><p>Er wusste, worauf sie anspielte, und er wusste auch, dass sich in diesem Moment jeder Matrose dieser Flotte die gleiche Frage stellte. W�rde die Flotte die Verfolgung geschlossen fortsetzen und dabei in Kauf nehmen, dass sie wegen der Schlachtschiffe, der Hilfsschiffe, der Sturmtransporter und des erbeuteten Superschlachtschiffs nur langsam vorankam? Angesichts der gro�en Zahl an Enigma-Kriegsschiffen war es nur vern�nftig, die gesamte Feuerkraft der Flotte zu nutzen. Doch das konnte bedeuten, dass sie zu sp�t nach Midway gelangten, um dort noch etwas zu bewirken.</p><p>�Helfen Sie mir bei der Vorbereitung, Tanya. Ich will die Flotte aufteilen. Alle Schlachtkreuzer, Leichten Kreuzer und die H�lfte der Zerst�rer werden der schnellen Verfolgergruppe zugeteilt. Schlachtschiffe, Schwere Kreuzer und die restlichen Zerst�rer folgen uns mit maximaler Geschwindigkeit.�</p><p>Desjanis Grinsen verriet ihm, dass ihr dieser Plan gefiel. Dann wandte sie sich ihrem Display zu und begann die Schiffe zuzuteilen.</p><p>Ehe Geary sich ebenfalls dieser Aufgabe widmen konnte, rief er erst noch Captain Armus. �Captain, ich teile die Flotte auf und fliege mit unseren schnellsten Schiffen voraus, um den Angriff der Enigmas auf Midway zu st�ren. Sie haben das Kommando �ber den Rest der Flotte. Ihr Befehl lautet, uns mit diesen Schiffen zu folgen und so bald wie m�glich in Midway einzutreffen. Ich ben�tige Ihre Feuerkraft. Trotzdem werden Sie unser erbeutetes Superschlachtschiff und die Schlachtschiffe, die es abschleppen, nicht zur�cklassen. Irgendwelche Fragen?�</p><p>H�tte Armus dazu geneigt, vor Freude zu strahlen, dann w�re dies jetzt der Fall gewesen. Schlachtschiffkommandanten wurden innerhalb der Flotte als die zuverl�ssigen, aber eher langweiligen Typen angesehen, weshalb das Kommando �ber eine Formation �blicherweise einem Befehlshaber eines Schlachtkreuzers �bertragen wurde. Geary war bislang meistens gezwungen gewesen, sich diesem Verhalten anzuschlie�en, weil ihm nur die Schiffskommandanten zur Verf�gung standen, die er quasi geerbt hatte. Immerhin war ja auch davon auszugehen, dass der Befehlshaber eines Schlachtkreuzers f�higer war als der eines Schlachtschiffs. Bedauerlicherweise hatte Geary aber herausfinden m�ssen, dass einige von ihnen zu den schlechtesten Kommandanten zu z�hlen waren.</p><p>Anstatt aber Freude dar�ber erkennen zu lassen, dass ihm eine Gelegenheit geboten wurde, die einem Schlachtschiffkommandanten nur selten zuteil wurde, nickte Armus nur bed�chtig. Erst danach salutierte er und sagte: �Verstanden, Admiral. Danke f�r das Vertrauen, das Sie in mich setzen.�</p><p>Nachdem Geary die Verbindung beendet hatte, sah Desjani ihn verbl�fft an. �Armus? Er und Jane Geary sind in Sachen Dienstalter praktisch auf gleicher H�he.�</p><p>�Ich wei�.� <emphasis>Und ich wei� auch, wem von den beiden ich vertrauen kann, dass er das Superschlachtschiff mitsamt den Abschleppschiffen nicht im Stich lassen wird.</emphasis></p><p>Er sprach es nicht laut aus, doch Tanya wusste ganz bestimmt, warum er sich f�r Armus entschieden hatte. Aber von ihr kam kein Widerspruch.</p><p>�An alle Einheiten: Hier spricht Captain Geary. Ich werde die Flotte aufteilen. Die schnelle Verfolgergruppe wird nach Midway vorausfliegen, um die Enigmas aufzuhalten, der Rest der Flotte folgt so z�gig wie m�glich. Die Formationsbefehle werden gleich versandt.�</p><p>�Erledigt�, sagte Desjani. �Wie weit sind Sie? Oh verdammt, lassen Sie mich das fertig machen.�</p><p>�Ich musste mit verschiedenen Leuten reden�, verteidigte er sich.</p><p>�Ja, Sie sind der Admiral. Und nachdem Sie mir und allen anderen gesagt haben, was wir tun sollen, k�nnen Sie sich jetzt von uns helfen lassen, das in die Tat umzusetzen.�</p><p>Die Berechnung der Flugman�ver f�r jedes einzelne Schiff h�tte den Verstand eines Menschen �berfordert, der Tage f�r etwas ben�tigt h�tte, was sich mithilfe automatisierter Systeme innerhalb von Sekunden erledigen lie�. Wenn derjenige, der sich dieser Aufgabe widmete, ein gutes intuitives Verst�ndnis daf�r besa� und wusste, welches Schiff wohin sollte, dann ging es sogar noch z�giger.</p><p>Desjani besa� sogar ein sehr gutes intuitives Verst�ndnis f�r diese T�tigkeit. ��berpr�fen Sie�s�, sagte sie nur kurze Zeit sp�ter.</p><p>Er nahm eine fl�chtige �berpr�fung vor, zumal er wusste, dass die Steuersysteme der Flotte alle kleineren Fehler und Ungenauigkeiten eigenst�ndig korrigierten. Was das Gesamtbild anging� �Das sieht hervorragend aus.� Zwei weitere Tastendrucke am Komm-System und schon wurden die Steuerbefehle an jedes Schiff der Flotte �bermittelt.</p><p>Geary hatte f�r die Verfolgergruppe eine ovale Formation vorgegeben, die mit ihrer Breitseite nach vorn wies. Die Schiffe, die sich dort befinden sollten, flogen kreuz und quer, um ihre neue Position einzunehmen. In der Mitte waren die Schlachtkreuzer aufgereiht, die sich so m�helos genau dorthin schicken lie�en, wo sie gerade am dringendsten ben�tigt wurden. Nach dem Verlust der <emphasis>Invincible </emphasis>und der <emphasis>Brilliant </emphasis>waren nur noch vierzehn �brig, von denen die <emphasis>Illustrious </emphasis>und die <emphasis>Incredible </emphasis>seit Honor schwer in Mitleidenschaft gezogen waren. Auch wenn sie nach extrem umfangreichen Reparaturen theoretisch wieder gefechtstauglich waren, musste Geary aufpassen, wie er diese beiden einsetzte.</p><p>Rings um die Schlachtkreuzer rangierten die Leichten Kreuzer, w�hrend die Zerst�rer sich zu allen Seiten an die R�nder der Formation begaben. �An alle Einheiten der Verfolgergruppe: Beschleunigen Sie unverz�glich auf 0,25 Licht.�</p><p>Die Verfolgergruppe entfernte sich rasch von den restlichen Schlachtschiffen, Schweren Kreuzern und Zerst�rern, die ihrerseits ebenfalls eine ovale Formation rund um das gekaperte Superschlachtschiff, die Sturmtransporter, die Hilfsschiffe und die Schlachtschiffe einnahmen.</p><p>Geary erkannte, dass seine Verfolgergruppe sich z�gig der kleinen Formation aus Spinnenwolf-Schiffen n�herte, die bislang immer noch vorausflog. �General Charban, Gesandte Rione, wir m�ssen die Delegation der Spinnenw�lfe davon in Kenntnis setzen, dass unsere Formation mit maximaler Geschwindigkeit in Richtung Allianz-Gebiet fliegt, um sich den Enigmas in den Weg zu stellen.�</p><p>�Diese Nachricht k�nnte unser verf�gbares Vokabular sprengen, Admiral�, antwortete Rione. �Aber wir werden unser Bestes geben.�</p><p>Was war noch? Er musste mit jemandem reden� ja, genau. �Admiral Lagemann.�</p><p>Lagemann wirkte ein wenig abgek�mpft, aber das �nderte nichts an seiner guten Laune. Angesichts der rauen Lebensbedingungen auf dem gekaperten Schiff war Geary eigentlich nur erstaunt, dass der andere Admiral nicht noch schlechter aussah. �Ich fliege voraus. Captain Armus hat das Kommando �ber die Formation um Sie herum. Er wird nichts bis zu Ihnen durchkommen lassen.�</p><p>�Vielen Dank, Admiral�, erwiderte Lagemann. �Falls doch etwas bis zu uns durchkommt, kann ich auf eine beeindruckende Streitmacht aus Marines zur�ckgreifen, die mein Schiff verteidigen werden. Ich h�tte mir nie tr�umen lassen, einmal auf diese Weise ins Gefecht zu ziehen.�</p><p>�Wir werden versuchen, Sie von einem Gefecht zu verschonen.�</p><p>�Na ja�, meinte der Admiral und machte eine ausholende Handbewegung. �Wenn es hart auf hart kommt, sind wir wenigstens gut gepanzert. Habe ich eigentlich schon erw�hnt, dass ich mein Schiff getauft habe?�</p><p>�Nein�, sagte Geary. �Sie haben ihm einen Namen gegeben?�</p><p>�Ja, einen passenden Namen. Ich war es leid, dass mein Schiff st�ndig nur mit GKS bezeichnet wurde oder mit RGLZ oder��</p><p>�RGLZ?�, unterbrach Geary ihn.</p><p>�Richtig gro�es lahmes Ziel. Ich habe mir etwas viel Besseres �berlegt.� Lademann grinste breit. �Darf ich Ihnen die neueste <emphasis>Invincible </emphasis>vorstellen, Admiral?�</p><p>Er mochte das witzig finden, doch Geary hatte nicht das Gef�hl, dass es Desjani und den meisten Offizieren und Matrosen gefallen w�rde. �Halten Sie das wirklich f�r eine gute Idee?�</p><p>�Oh ja, Admiral. Erstens, weil es so verdammt gro� und so schwierig zu zerst�ren ist. Zweitens, weil es bereits einmal geschlagen und erobert wurde, womit der Beweis erbracht ist, dass der Name <emphasis>Invincible </emphasis>nicht Programm ist. Dass es unbesiegbar ist, haben die Kiks vermutlich gedacht, aber wir konnten sie widerlegen.� Wieder l�chelte Lagemann. �Indem wir das Schiff <emphasis>Invincible </emphasis>nennen, machen wir auf ihren Irrtum aufmerksam, sie k�nnten ein Schiff gebaut haben, das zu gro� und zu robust ist, um besiegt zu werden.�</p><p>In gewisser Weise ergab das sogar einen Sinn. �Sie gehen davon aus, dass die lebenden Sterne etwas f�r Ironie �brig haben.�</p><p>�Lieber Himmel, Admiral, sehen Sie sich das Universum doch nur an. Wenn das, was dies alles geschaffen hat, keinen Sinn f�r Ironie hat, wie wollen Sie dann die Existenz so mancher Dinge im Universum erkl�ren? Das beste Beispiel sind doch schlie�lich wir Menschen.�</p><p>Admiral Lagemann hatte tats�chlich recht. �Was sagt Ihre Crew zu dem Namen?� Die Besatzung war recht klein, vor allem im Verh�ltnis zur Gr��e des Superschlachtschiffs. Gerade mal rund hundert Offiziere und Matrosen befanden sich an Bord, dazu kamen noch die Marines.</p><p>��berraschend einverstanden. Einige von den Leuten kommen von der letzten <emphasis>Invincible</emphasis>, und ihnen gef�llt der Gedanke, vielleicht endlich den Fluch dieses Namens brechen zu k�nnen. Den Marines gef�llt er noch besser, weil sie davon ausgehen, dass er Bedrohungen wie magnetisch anziehen wird.�</p><p>�Tats�chlich?�, fragte Geary.</p><p>�Na ja, <emphasis>so </emphasis>begeistert sind die Marines eigentlich nicht, aber sie m�gen die dicke Panzerung dieses Dings� entschuldigen Sie, ich wollte nat�rlich sagen: der neuen <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�Dann w�nsche ich Ihnen viel Gl�ck. Wir sehen uns bei Midway wieder.� Geary beendete die Verbindung und schaute zu Desjani. �Haben Sie das mitbekommen?�</p><p>Sie sa� mit entsetztem Gesichtsausdruck da, der sich allm�hlich in Richtung Unglauben verschob. �Das will er wirklich machen? Er ist ja noch verr�ckter als Benan.�</p><p>�Wenn er das Monstrum auf den Namen <emphasis>Invincible </emphasis>tauft, kann die Flotte keine anderen Schiffe so taufen, richtig?�</p><p>Desjanis Miene nahm einen berechnenden Zug an. �Richtig. Glaube ich jedenfalls. Und diese Superschlachtschiffe sind sehr schwer aus dem Weg zu r�umen.� Sie deutete auf ihr Display.</p><p>Geary sah, dass sie ein gro�es virtuelles Fenster ge�ffnet hatte, das eine Ansicht des B�rkuh-Schiffs zeigte� der <emphasis>Invincible </emphasis>zeigte, korrigierte er sich. In Gro�aufnahme sah er die gleiche gepanzerte H�lle, die er zuletzt beim Angriff der Marines zu Gesicht bekommen hatte. Die Oberfl�che aus Metall und Legierungen wies zwar an manchen Stellen Kerben auf, die vom Beschuss durch die Allianz-Flotte stammten, aber �berwiegend war die dunkle H�lle so glatt und so strahlend, dass sich die Sterne in ihr zu spiegeln schienen.</p><p>�Wie kriegt man eine so dicke Panzerung hin?�, wunderte sich Geary.</p><p>�Ich vermute, das geh�rt zu den Dingen, denen unsere Ingenieure und Wissenschaftler auf den Grund gehen wollen�, sagte Desjani. �Es ist eigentlich nicht meine Sache, weil ich Schnelligkeit, Beweglichkeit und Schlagkraft mag. Aber wenn ich mir diesen Rumpf und die Gr��e des Schiffs ansehe, dann denke ich doch, dass das ein irres Schiff ist.�</p><p>�Aber nicht wirklich unbesiegbar.�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht. Aber dieser Admiral Lagemann k�nnte recht haben. Wir sagen damit aus: �Wir haben es begriffen, lebende Sterne. Wir wissen, dieser Name passt nicht mal zu diesem Schiff, und wir selbst haben den Beweis daf�r erbracht.��</p><p>Sie wurden unterbrochen, da Dr. Nasr sich bei Geary meldete und dabei finster dreinblickte. �Zwei weitere B�rk�he sind w�hrend des Transits von Hua nach hier gestorben�, erkl�rte der Arzt. �Soweit wir das beurteilen k�nnen, haben sie zu viel Beruhigungsmittel erhalten. Mit Sicherheit l�sst sich das aber nicht sagen.�</p><p>Damit blieben noch drei lebende Kik-Gefangene �brig. Geary wandte den Blick ab. �Warum lassen die sich nicht von uns retten?�</p><p>�Wir haben dar�ber gesprochen, Admiral. Aber aus ihrer Sicht erhalten wir sie nur am Leben, damit wir sp�ter eine frische Mahlzeit haben.�</p><p>�Doctor, ich w�rde gern Ihre ehrliche Meinung h�ren. Wie verfahren wir hier richtig?�</p><p>Nasr seufzte. �Admiral, der Leitsatz meines Berufsstands besagt, niemandem Leid zuzuf�gen. Das klingt recht simpel, aber jeder Arzt mit ein klein wenig Erfahrung wird Ihnen best�tigen, dass man sehr schnell in ein ernstes Dilemma verstrickt werden kann, wenn man versucht, diesen Leitsatz ernst zu nehmen. Wir haben versucht, uns richtig zu verhalten, indem wir die Verletzungen der B�rk�he behandelt und ihnen das Leben gerettet haben. Und das geschah nicht blo� aus Eigeninteresse, sondern weil wir ernsthaft daran interessiert waren, mit dieser Spezies eine Kommunikation zu erreichen. Aber unsere wohlmeinenden Absichten haben uns in eine Situation gebracht, in der jede weitere Entscheidung die verkehrte ist. Sie werden alle sterben, Admiral. Wir wissen nicht genug �ber ihren Metabolismus und �ber ihren K�rper. Entweder verabreichen wir ihnen zu viel oder zu wenig Beruhigungsmittel. Ein wacher Moment gen�gt, und schon setzen die B�rk�he ihrem Leben selbst ein Ende. Wachen sie nicht auf, sterben sie an einer �berdosis Beruhigungsmittel.�</p><p>Geary sah den Arzt eindringlich an. �Wollen Sie mir damit sagen, ich soll sie sterben lassen?�</p><p>�Nein, das kann ich nicht machen. Ich sage Ihnen nur, dass sie so oder so sterben werden. Die Frage ist nur: Wann und wo passiert es? Sie k�nnen mir befehlen, ihnen weniger oder mehr Beruhigungsmittel zu verabreichen. Oder Sie sagen mir, wir sollen uns m�glichst lange bem�hen, sie am Leben zu erhalten.�</p><p>�Doctor, ich kann Ihnen nicht den Befehl erteilen, sie zu t�ten. Werden sie leiden, wenn wir versuchen, sie m�glichst lange �berleben zu lassen?�</p><p>�Leiden? Nein, sie wechseln lediglich von Bewusstlosigkeit hin�ber in den Tod. Oder sie erwachen kurz und sind gleich darauf tot. Ich wei� nicht, ob das Sterben Schmerzen ausl�st, aber nach den Werten der einen B�rkuh zu urteilen, die sich selbst umgebracht hat, und auf der Grundlage der Autopsie scheint es bei ihr kein Trauma ausgel�st zu haben. Der K�rper wird vielmehr mit Chemikalien und Hormonen geflutet, die den Schmerz ausblenden und m�glicherweise sogar Halluzinationen erzeugen, w�hrend die K�rperfunktionen in sehr rascher Folge eingestellt werden.�</p><p>Es klang fast schon angenehm. Kein Schmerz, dazu wom�glich Visionen von dem, was das sterbende Wesen sehen wollte. Trost, Frieden� Und dennoch�� das eigene Ende absichtlich herbeizuf�hren? �Versuchen Sie alles, um sie am Leben zu erhalten. Das sind <emphasis>unsere </emphasis>Regeln, das gebe ich zu. Aber es sind die einzigen Regeln, die ich anwenden kann.�</p><p>�Wir erm�glichen ein Ende, wenn es keine Hoffnung mehr gibt und der Patient eine k�nstliche Verl�ngerung seines Lebens ablehnt�, machte Dr. Nasr ihm klar.</p><p>�Es gibt noch Hoffnung�, sagte Geary und fragte sich, ob er das tats�chlich glaubte.</p><p>Der Arzt nickte. Geary hatte dem medizinischen Stab nie das Prinzip verst�ndlich machen k�nnen, einem vorgesetzten Offizier zu salutieren. �Eine Sache noch, Admiral. Diese B�rger der Syndikatwelten, die wir vor den Enigmas gerettet haben� Wissen Sie bereits, was mit ihnen geschehen soll?�</p><p>�Nein, Doctor. Das wei� ich noch nicht. Ich habe soeben Gott und Richter f�r diese B�rk�he gespielt. Soll ich das jetzt bei den Syndiks auch machen?�</p><p>�Das werden Sie machen m�ssen, Admiral. Wenn Sie sie den Beh�rden der Syndikatwelten �bergeben, wissen Sie, was mit ihnen geschehen wird. Man wird sie wie Laborratten behandeln, man wird ihnen Schlimmeres antun, als es die Enigmas mit ihnen gemacht haben.�</p><p>Geary sch�ttelte w�tend den Kopf. �Wenn ich sie mit zur Allianz nehme, wird man sie nicht besser behandeln! Unsere Forscher t�nen, dass man ihre W�rde und Menschlichkeit respektieren muss, aber das Ergebnis wird das Gleiche sein.� Er rief einen Bericht auf, an den er sich erinnern konnte, �berflog ihn und fand das Gesuchte. �Diese Syndik-B�rger wurden gefragt, was sie wollen, und jeder von ihnen hat gesagt, dass er nach Hause zur�ckkehren will.�</p><p>�Wollen Sie nach Hause zur�ckkehren, Admiral?�</p><p>�Ich�� <emphasis>Ja, aber mein Zuhause existiert nicht mehr. Das ist schon vor langer Zeit verschwunden. Und wenn ich dorthin zur�ckkehre, wo mein Zuhause einmal war, werde ich keine ruhige Minute haben. So wie diese armen dreihundertdreiunddrei�ig Syndiks. </emphasis>�Ich verstehe, was Sie meinen, Doctor. Ganz ehrlich. Ich verspreche Ihnen, ich werde nichts entscheiden, solange ich mir nicht umfassende Gedanken �ber das Wohlergehen dieser Leute gemacht habe.�</p><p>�Danke, Admiral. Mehr als das will ich auch gar nicht.�</p><p>Geary lie� sich in seinen Sessel sinken. Er hatte genug davon, schwierige Entscheidungen zu treffen, vor allem bei Angelegenheiten, bei denen keineswegs klar war, welcher der richtige Weg war.</p><p>�Admiral?�, meldete sich Desjani leise zu Wort.</p><p>�Ja?�</p><p>�W�hrend Sie mit dem Arzt gesprochen haben, ist eine weitere Nachricht mit hoher Priorit�t f�r Sie eingegangen. Captain Jane Geary m�chte so bald wie m�glich mit Ihnen reden.�</p><p><emphasis>Na, gro�artig. </emphasis>Dass dieser Moment kommen w�rde, hatte er gewusst. Da sich die Schlachtkreuzer immer weiter von den Schlachtschiffen entfernten, w�rde die Zeitverz�gerung zwischen jeder Frage und Antwort gr��er und gr��er werden und die l�stige Unterhaltung sich umso mehr in die L�nge ziehen. �Ich melde mich von meinem Quartier aus bei ihr.�</p><p>�Reden Sie nicht um den hei�en Brei herum, schonen Sie nicht ihre Gef�hle. Sagen Sie ihr klipp und klar, was Sache ist. Und verraten Sie ihr bei den Vorfahren ja nicht, dass diese Ratschl�ge von mir gekommen sind.�</p><p>Einige Minuten lang blieb er noch auf der Br�cke und sah mit an, wie die Enigma-Flotte mit Ziel Midway in den Sprungraum verschwand. Das war eigentlich schon vor Stunden geschehen, doch jetzt beobachten zu k�nnen, wie der Feind tats�chlich das System verlie�, machte es umso deutlicher, dass sie keine Zeit zu verlieren hatten.</p><p>�Also gut, ich bin dann in meinem Quartier und rede mit meiner Gro�nichte.�</p><p>Bevor er mit der <emphasis>Dreadnaught </emphasis>Kontakt aufnahm, �berpr�fte er zun�chst alle Sicherheitseinstellungen seiner Komm-Software. Aus Erfahrung wusste er, dass es eine absolute Abh�rsicherheit nicht gab, dennoch wollte er alles tun, damit dieses Gespr�ch unter vier Augen auch ein solches blieb.</p><p>Jane Gearys Bild nahm in seinem Quartier Gestalt an. Sie machte keinen erfreuten Eindruck, doch damit hatte er auch nicht gerechnet. �Admiral, ich bitte mit allem n�tigen Respekt um eine Darlegung der Gr�nde, die dazu gef�hrt haben, dass ich bei dem Kommando �ber diese H�lfte der Flotte �bergangen wurde.�</p><p>Er konnte den pers�nlichen Ansatz f�r eine Antwort w�hlen, oder er konnte genauso wie sie eine dienstliche Fassade vorschieben, wie Jane Geary es schon zuvor wiederholt gemacht hatte, um ihre Gef�hle zu verstecken. Entgegen Desjanis Ratschlag entschied er sich f�r den zweiten Weg.</p><p>�Captain Geary�, begann er in f�rmlichem Tonfall. �Ich habe den Offizier ausgew�hlt, der meiner Meinung nach am besten daf�r geeignet ist, die erforderlichen Aufgaben auszuf�hren.�</p><p>�Wenn das etwas mit den Ger�chten zu tun hat, ich w�rde von Ihnen bevorzugt behandelt, dann ist es ungerecht, mich f�r falsche Anschuldigungen zu bestrafen, die andere �ber mich verbreiten, Admiral.�</p><p>Geary musste innehalten, bevor er antwortete. <emphasis>Es kursieren Ger�chte, dass ich Jane Geary bevorzugt behandele? Warum hat Tanya mir nichts davon gesagt? Aber vielleicht wei� sie ja auch gar nichts davon. Wer w�rde so etwas ihr gegen�ber schon wiederholen wollen? Und welche Grundlage gab es f�r solche Ger�chte? Ich habe sie nach der Schlacht bei Honor gelobt, aber wer will dagegen etwas einwenden? </emphasis>�Captain Geary, ich kann Ihnen versichern, dass meine Entscheidung nicht durch irgendwelche Ger�chte beeinflusst worden ist.� <emphasis>Da mir keine Ger�chte zu Ohren gekommen sind, ist meine Erkl�rung so wahr, wie sie es nur sein kann.</emphasis></p><p>Diesmal z�gerte Jane Geary, ehe sie weiterredete. �Wieso bin ich nicht am besten f�r dieses Kommando geeignet?�</p><p>Sollte er ihr die Wahrheit sagen? Wenn er es nicht tat, war er dann nicht zwangsl�ufig f�r alles verantwortlich, was sie unternahm? Vor seinem geistigen Auge sah er Tanya, wie sie ihm einen ernsten Blick zuwarf. <emphasis>Sagen Sie ihr klipp und klar, was Sache ist. </emphasis>�Ich werde nicht drumherumreden, Captain Geary. Die Befehlshaberin der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die ich bei Varandal kennengelernt habe, h�tte dieses Kommando erhalten. Sie war aggressiv und klug, sie war zuverl�ssig und f�hig. Ich war davon �berzeugt zu wissen, was sie tun und wie sie reagieren w�rde. Seit wir Varandal verlassen haben, bin ich immer weniger davon �berzeugt, ihre Reaktionen in einer beliebigen Situation einsch�tzen zu k�nnen.�</p><p>Erst wurde sie bleich, dann bekam sie einen roten Kopf. �Wann bin ich meinen Pflichten nicht nachgekommen? Welche Mission habe ich nicht ausgef�hrt? F�r mein Verhalten bei Honor habe ich keine Vorw�rfe zu h�ren bekommen.�</p><p>�Es w�re auch unm�glich, Ihnen f�r Ihr Verhalten bei Honor irgendwelche Vorw�rfe zu machen�, entgegnete Geary. �Wie ich in meiner Belobigung bereits ausgef�hrt hatte, haben Sie den h�chsten und besten Traditionen der Allianz-Flotte entsprechend gehandelt. Aber�, fuhr er fort, als sie wieder zu einer Bemerkung ansetzen wollte, �ich muss nicht wissen, ob einer meiner befehlshabenden Offiziere in der Lage ist, heldenhaft zu agieren. Es ist meine Aufgabe, alles zu tun, um zu verhindern, dass �berhaupt irgendjemand so agieren muss. Wenn meine Anstrengungen fehlschlagen, dann kann jemand einschreiten, so wie Sie es getan haben. Das Problem ist dabei aber, Captain Geary, dass Sie es sich seitdem zur Angewohnheit gemacht haben, auch dann die Heldin zu spielen, wenn es daf�r keine Notwendigkeit gibt. Sie <emphasis>wollen </emphasis>die Heldin sein. Es gibt f�r ein Schiff, f�r eine Crew, f�r eine Flotte nichts Gef�hrlicheres als einen Kommandanten, der ein Held sein will.�</p><p>Als Jane Geary ihn daraufhin fassungslos anstarrte, konnte er f�rmlich mitansehen, wie die Fassade vor ihren Gef�hlen zu br�ckeln begann. �Sie��, brachte sie nur erstickt heraus. �Sie sind Black Jack. Er��</p><p>�Ich bin nicht der Mann aus der Legende. Alles, was ich getan habe, geschah nur, weil es n�tig war, weil es getan werden musste, aber nicht, weil ich mich danach gesehnt habe.�</p><p>�Das sieht in der Flotte aber niemand so!� Ihr schien nicht klar zu sein, dass sie ihre letzten Worte gebr�llt hatte.</p><p>�Es kennt mich auch niemand so, wie ich mich selbst kenne. Ich habe versucht, Sie n�her kennenzulernen und eine pers�nliche Beziehung zu schaffen, aber��</p><p>�Warum sind Sie nicht nach Glenlyon gereist? Die Leute dort haben auf Sie gewartet. Stattdessen bekamen sie <emphasis>mich </emphasis>vorgesetzt. Mich, die Gro�nichte, die es gerade mal zum Captain eines Schlachtschiffs gebracht hat. Ich musste mir endlose Geschichten �ber Black Jack anh�ren�� und �ber meinen heldenhaften Bruder, der unter <emphasis>seinem </emphasis>Kommando gek�mpft hat!�</p><p>Geary sprang w�tend auf. �Sie haben bei Varandal auch unter meinem Kommando gek�mpft, und das haben Sie verdammt gut gemacht! Jane, Sie haben bei Honor getan, was notwendig war. Was mir Sorgen macht, ist die Gefahr, dass Sie so etwas auch dann noch einmal machen, wenn es <emphasis>nicht </emphasis>notwendig ist. Sagen Sie mir die Wahrheit. Als Sie bei Honor eingeschritten sind, haben Sie in dem Moment an irgendetwas anderes gedacht als an das, was getan werden muss?�</p><p>Sie presste die Lippen zusammen, w�hrend sie ihn anschaute. Schlie�lich brachte sie in ersticktem Tonfall heraus: �Ich hatte Angst. Ich dachte an nichts anderes als daran, dass das die einzige L�sung ist. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Einsatz der kinetischen Projektile etwas bringen w�rde, aber ich war verzweifelt. Seitdem erz�hlt mir zwar jeder, wie mutig und tapfer es von mir gewesen ist, diese Attacke anzuf�hren, aber ich denke immer nur daran, welche Angst ich hatte. So, jetzt kennen Sie die Wahrheit. Jetzt wissen Sie, dass ich keine Heldin bin. Ich bin nicht mal eine gute Offizierin. Als ich mit dieser Situation konfrontiert wurde, hatte ich nur Angst, sonst nichts.�</p><p>Einen Moment lang starrte er sie an, dann musste er lachen, wobei er sah, wie sie zuerst erschrak, gleich darauf aber w�tend wurde. �Jane� bitte� ich bin nicht� Vorfahren, bewahrt uns! Was glauben Sie, was Mut ist?�</p><p>�Wenn man keine Angst davor hat, sich einer Gefahr zu stellen! Jeder wei߅�</p><p>�Dann irrt sich jeder.� Geary setzte sich wieder hin und musterte sie. �Sie hatten also Angst. Haben Sie irgendeine Vorstellung davon, welche Angst ich bei Grendel ausgestanden habe? Mein Schiff wurde um mich herum in St�cke geschossen. Bis auf mich war die gesamte Crew der <emphasis>Merlon </emphasis>tot, die Selbstzerst�rung war aktiviert, und ich konnte keine funktionierende Rettungskapsel finden.�</p><p>�Sie� was? Davon hat nie jemand ein Wort gesagt.�</p><p>�Weil es niemand wei�, ausgenommen Tanya Desjani. Und jetzt Sie. Jane, als ich noch sehr jung war, da sagte mein Vater mir etwas. Wir unterhielten uns �ber Helden. Ich kann mich daran erinnern, dass ich Geschichtsb�cher gelesen hatte und dass ich davon sprach, wie gro�artig diese Menschen waren, die vor riesigen Herausforderungen gestanden und keine Angst versp�rt hatten. Daraufhin lachte mein Vater noch viel lauter, als ich es eben getan habe. Er sagte mir, Mut ist nicht das Fehlen von Angst. Mut, also richtige Tapferkeit, hei�t, Angst zu haben und trotzdem das zu tun, was getan werden muss. Ich nahm ihm das eigentlich nicht ab.� Er atmete tief durch. �Ich glaubte es ihm erst, als ich auf der <emphasis>Merlon </emphasis>war und den �berlebenden Besatzungsmitgliedern den Befehl gab, das Schiff zu evakuieren, w�hrend ich noch etwas l�nger Gegenwehr leistete. Und als ich durch einen Korridor gehen musste, der mit Tr�mmern und Toten �bers�t war. Als ich versuchte, irgendwie dieses Schiffswrack zu verlassen, das jeden Moment explodieren w�rde.�</p><p>Jane Geary schaute betreten zu Boden. �Das haben mir die Leute auch gesagt, aber ich habe ihnen nicht geglaubt. Ich komme mir vor wie eine Betr�gerin.�</p><p>�Sie sind ein Mensch, Jane. Und Sie sind eine gute Offizierin, solange Sie nicht versuchen zu beweisen, dass Sie auch noch eine Heldin sind. Das haben Sie bei Honor bewiesen, weil Sie da Angst hatten und trotzdem das taten, was notwendig war.� Er konnte nicht einsch�tzen, ob sie ihm glaubte.</p><p>Als sie endlich wieder etwas sagte, kam das so leise �ber ihre Lippen, dass er sie kaum h�ren konnte. �Hatte Michael Angst?�</p><p>�Als er mit der <emphasis>Repulse </emphasis>die Syndiks aufhielt, damit der Rest der Flotte entkommen konnte? Ja.�</p><p>�Warum haben Sie mir das nicht gesagt?�</p><p>Das war eine gute Frage, die ihn mit einem Mal erkennen lie�, aus welchem Grund er dazu geschwiegen hatte. �Weil Sie bis dahin so etwas nicht durchgemacht hatten�, antwortete er schlie�lich. �H�tte ich Ihnen gesagt, dass Michael Angst gehabt hat, dann h�tten Sie das wom�glich als Kritik an seiner Person aufgefasst, obwohl genau das Gegenteil gemeint war. Genauso gibt es Leute, die sich so in das vertiefen, was sie tun m�ssen, und die an tausend Dinge gleichzeitig denken, dass sie gar keine Zeit haben, um ihre Angst zu bemerken. Tanya Desjani geh�rt zu diesen Leuten. Diese Leute sind ebenfalls tapfer, aber auf eine andere Weise, weil sie ihre �ngste lange genug unterdr�cken, um ihre Aufgaben zu erledigen. Aber wenn Mut bedeuten w�rde, gar keine Angst zu empfinden, dann w�ren wohl die Maschinen die Mutigsten von allen im ganzen Universum.�</p><p>Eine Weile dachte sie �ber seine Worte nach, dann fragte sie mit fester Stimme: �Was muss ich tun?�</p><p>Die Antwort darauf fiel ihm leicht. �Seien Sie wieder die Offizierin, die ich bei Varandal erlebt habe. Ich brauche niemanden, der beweisen will, dass er Black Jack ist. Ich brauche Jane Geary.�</p><p>Sie sah ihm in die Augen und nickte. �Ich glaube, ich kann mich an sie erinnern. Sie wollte allerdings noch etwas anderes beweisen, n�mlich wer sie nicht ist.�</p><p>�Wir alle versuchen st�ndig, irgendetwas zu beweisen.� Geary sah ihr forschend in die Augen. �Jane, dieses Superschlachtschiff, die neue <emphasis>Invincible</emphasis>, muss nach Hause gebracht werden. Ihre Schlachtschiffe sind die letzte Verteidigungslinie vor den vier Schiffen, die diese <emphasis>Invincible </emphasis>schleppen. Lassen Sie sie nicht im Stich. Die brauchen Sie, um jeden Angriff abzublocken, der gegen sie gerichtet ist.�</p><p>Sie hob den Arm zu einem bed�chtigen Salut. �Wenn irgendetwas durchkommt, dann nicht, weil ich es durchgelassen h�tte.� Nachdem die Unterhaltung beendet und Jane Gearys Bild verschwunden war, stand er da und betrachtete die Stelle, an der er gerade eben noch seine Gro�nichte gesehen hatte. Wieder einmal hatte er ihr den Befehl gegeben, sich bis zum �u�ersten gegen den Feind zur Wehr zu setzen�� notfalls bis zum Tod. Nach diesem Gespr�ch war er �berzeugt, dass sie das auch tun w�rde. Nicht, weil er es befohlen hatte, sondern weil sie wusste, wer sie war. Sollte sie diesmal bei der Ausf�hrung seiner Befehle ums Leben kommen, dann w�rde das nichts an seinen Schuldgef�hlen �ndern.</p></section><section><title><p>Sechzehn</p></title><p>Die Schlachtkreuzer und der Rest der Verfolgergruppe hatten mittlerweile die sechs Spinnenwolf-Schiffe �berholt, sodass die sich jetzt zwischen ihnen und der anderen H�lfte der Allianz-Flotte befanden. Der Abstand zwischen beiden Teilen der Flotte wurde best�ndig gr��er, da Schlachtkreuzer, Leichte Kreuzer und Zerst�rer schneller beschleunigen konnten als die schwerf�lligeren Schlachtschiffe, Hilfsschiffe und Sturmtransporter. Geary behielt den Statusbericht der vier Schlachtschiffe im Auge, die das ehemalige Superschlachtschiff der B�rk�he abschleppten. Die Anzeigen verrieten, welche Belastung die <emphasis>Relentless</emphasis>, die <emphasis>Reprisal</emphasis>, die <emphasis>Superb </emphasis>und die <emphasis>Splendid </emphasis>aushalten mussten, w�hrend sie sich bem�hten, gemeinsam mit der <emphasis>Invincible </emphasis>zu beschleunigen. Wenn man genug Zeit hatte, gen�gte schon ein kleiner Schub, um ein tr�ges Objekt wie das Superschlachtschiff auf Geschwindigkeit zu bringen. Doch so viel Zeit konnten sie sich nicht nehmen, stattdessen mussten sie alles einsetzen, was ihre Antriebseinheiten hergaben.</p><p>Alle Statusberichte wiesen auf Probleme hin. Zwar nicht einmal ann�hernd so massiv wie bei Honor, da die Schiffe der Verfolgergruppe Steuerd�sen und Antriebseinheiten jedoch mit maximaler Leistung hatten arbeiten lassen, wurden nun bei etlichen Schiffen Sch�den gemeldet. Die <emphasis>Implacable </emphasis>und die <emphasis>Intemperate </emphasis>hatten je eine Hauptantriebseinheit verloren, die Ingenieure arbeiteten bereits hektisch daran, sie zu reparieren, w�hrend bei der <emphasis>Valiant </emphasis>die H�lfte der Systeme f�r die Steuerd�sen ausgefallen war, sodass die drei Schlachtkreuzer hinter den ihnen in der Formation zugewiesenen Pl�tzen herhinkten. Begleitet wurden sie von etlichen Leichten Kreuzern und zehn Zerst�rern, bei denen es ebenfalls zu teilweisen Ausf�llen in den Antriebssystemen gekommen war. Eben setzte Geary mit Erleichterung zu dem Gedanken an, dass es wenigstens keine Totalausf�lle gegeben hatte, doch dann unterbrach er sich und dachte an etwas anderes. Schlie�lich wollte er das Gl�ck nicht herausfordern.</p><p>Die <emphasis>Dragon </emphasis>und die <emphasis>Victorious </emphasis>konnten zwar ihren Platz in der Formation halten, daf�r hatten sie mit fluktuierenden Schildausf�llen zu k�mpfen, w�hrend auf Dutzenden Schiffen einzelne H�llenspeer-Batterien versagten.</p><p>Auch die Hauptformation unter Captain Armus hatte mit diversen Problemen zu k�mpfen, aber dank der Hilfsschiffe war es m�glich, diese Ausf�lle schnell zu beheben. Wie von Captain Smythe vorausgesagt, fehlte es nicht mehr nur der <emphasis>Witch</emphasis>, sondern auch der <emphasis>Jinn </emphasis>und der <emphasis>Goblin </emphasis>an jenen wichtigen Rohstoffen, die erforderlich waren, um Ersatzteile herzustellen. Die Best�nde der <emphasis>Cyclops </emphasis>waren so gering, dass es nur noch eine Frage von Stunden sein konnte, ehe sie den gleichen Zustand melden w�rde. Die Ingenieure der Hilfsschiffe halfen den Besatzungen der anderen Schiffe bei den Reparaturen, aber das war auch das Einzige, was sie im Augenblick f�r sie tun konnten.</p><p>�Es k�nnte schlimmer aussehen�, meinte Geary. �Diese Formation hat bis zum Sprung noch ein paar Stunden Zeit, um Defekte zu beheben, und dann ist w�hrend des Aufenthalts im Sprungraum genug Gelegenheit, um interne Arbeiten durchzuf�hren.�</p><p>�Und die Kiks jagen uns noch immer nicht�, f�gte Desjani an.</p><p>Gearys fl�chtiges L�cheln verschwand schnell wieder, als er sich den Reparaturstatus seiner Schiffe noch einmal genauer ansah. Ja, sie hatten noch Zeit, um Arbeiten auszuf�hren, doch ob sie auch die n�tigen Ersatzteile zur Verf�gung haben w�rden, stand auf einem anderen Blatt. �Ich hoffe, uns geht nicht in n�chster Zeit auch noch das Klebeband aus. Davon werden wir jede Menge ben�tigen.�</p><p>Er hatte sich immer wieder gefragt, ob noch irgendetwas bei Pele auftauchen w�rde, w�hrend seine Flotte das System durchquerte. Wom�glich noch ein paar Enigma-Schiffe, die sich beeilten, um sich der Hauptstreitmacht anzuschlie�en. Aber kaum waren die Enigmas in den Sprungraum �bergewechselt, gab es im System nur noch die beiden Unterformationen der Allianz-Flotte sowie die Schiffe der Spinnenw�lfe. Die Hauptformation befand sich deutlich abgeschlagen hinter der Verfolgergruppe, als die Schlachtkreuzer und ihre Begleitschiffe sich zu drehen begannen, um auf 0,1 Licht abzubremsen, damit sie in den Sprungraum �berwechseln konnten.</p><p>Geary sp�rte die Kr�fte, die auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>einwirkten, als die Hauptantriebseinheiten auf volle Leistung hochgefahren wurden, um das Schiff langsamer werden zu lassen. Tanya hatte f�r dieses Man�ver die Sicherheitsmargen auf das absolute Minimum zusammengestrichen, um die Zeit bis zum Sprung noch um ein paar Minuten zu reduzieren. Irgendwann w�rde er schon dahinterkommen, wie er herausfinden konnte, was sie dabei den Antriebseinheiten, der Schiffsstruktur und den Tr�gheitsd�mpfern abverlangte.</p><p>Andererseits trieb sie es dabei praktisch nie zu weit. Sie nutzte mit den Schiffen die vertretbaren Margen immer nur fast, aber nie restlos aus. �blicherweise jedenfalls.</p><p>�Wir haben es fast�, stellte Desjani fest, die lauter reden musste, um das gequ�lte Aufheulen der Tr�gheitsd�mpfer zu �bert�nen, die darum bem�ht waren, die Schiffe und ihre Besatzungen davor zu bewahren, von den auf sie einwirkenden Kr�ften zermalmt zu werden. �Die Spinnenw�lfe sind immer noch exakt zehn Lichtminuten hinter uns.�</p><p>�Sie wollen, dass wir als Erste in das hineinspringen, was die Enigmas f�r uns bei Midway vorbereitet haben�, erwiderte Geary. �Und das kann ich ihnen nicht mal ver�beln.� Er bet�tigte seine Komm-Kontrollen. �Captain Armus, wir sehen uns bei Midway. Ich bin davon �berzeugt, dass wir dort Ihre Feuerkraft ben�tigen werden. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.� Er beendete seine Mitteilung auf die f�rmliche Weise, weil ihm das diesmal angebracht erschien.</p><p>Die Zeit reichte nicht, um vor dem in f�nfzehn Minuten stattfindenden Sprung noch eine Reaktion von Armus zu empfangen, deshalb versuchte Geary sich zu entspannen, obwohl das Bremsman�ver ihm zusetzte.</p><p>�An alle Einheiten in der Verfolgergruppe: Hier spricht Admiral Geary. Seien Sie alle umfassend gefechtsbereit, wenn wir Midway erreichen. Die Enigma-Streitmacht, die wir vorhin in den Sprungraum haben wechseln sehen, wird uns bei unserer Ankunft entweder erwarten oder aber bereits damit besch�ftigt sein, Ziele in diesem System anzugreifen. So oder so werden wir ihnen einmal mehr zeigen, dass es keine gute Idee ist, ein von Menschen beanspruchtes System zu attackieren. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>�F�r eine Mitteilung innerhalb der Flotte sind Sie schrecklich f�rmlich, Admiral, oder sehe ich das falsch?�</p><p>�Wenn ich das n�chste Mal mit ihnen rede, k�nnten wir uns bereits mitten im Gefecht befinden.�</p><p>Beim Bremsvorgang der Verfolgergruppe bekamen alle hinter der Formation herhinkenden Schiffe Gelegenheit, wieder zu den schnelleren Schiffen aufzuschlie�en. Die <emphasis>Implacable</emphasis>, die <emphasis>Intemperate </emphasis>und die <emphasis>Valiant </emphasis>sowie diverse Leichte Kreuzer und Zerst�rer kehrten auf ihren Platz relativ zur <emphasis>Dauntless </emphasis>zur�ck. Je n�her sie dem Sprungpunkt kamen, umso langsamer wurden sie.</p><p>Jedes Schiff hatte schlie�lich 0,1 Licht erreicht, als sich der Sprungpunkt unmittelbar vor ihnen befand. �Alle Einheiten zum Sprung ansetzen.�</p><p>Geary zwang sich zur Ruhe, als die Umgebung schlagartig grau und konturlos wurde. �Wie macht sich die <emphasis>Dauntless?</emphasis>�, fragte er Desjani.</p><p>�Glauben Sie meinen Statusmeldungen nicht?�</p><p>�Nat�rlich tue ich das. Ich w�rde nur gern auch noch Ihren pers�nlichen Eindruck erfahren.�</p><p>Tanya zuckte mit den Schultern. �Als Flaggschiff wurden wir bei der Aufr�stung etlicher Systeme bevorzugt behandelt. Als die Ingenieure abgezogen wurden, um Gefechtssch�den und ausgefallene Systeme zu reparieren, hat das Tempo der Aufr�stung etwas nachgelassen. Trotzdem befindet sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>in einer guten Verfassung. Ich kann nat�rlich nicht daf�r garantieren, dass es nicht zu irgendwelchen Vorf�llen kommt, falls das aber eintritt, d�rfte es nichts Schwerwiegendes werden.�</p><p>�Gut. Ich wei�, auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>kann ich immer z�hlen.� Er sagte das nicht nur in der Absicht, von den Mannschaften geh�rt zu werden, die in diesem Moment nahe genug waren, um die Aussage mitzubekommen, damit sie es ihren Kameraden weitererz�hlten. Vielmehr glaubte er wirklich, dass es stimmte. Au�erdem meinte er, wenn er �ber die <emphasis>Dauntless </emphasis>redete, damit zugleich auch immer die Befehlshaberin des Schiffs.</p><p>Desjanis L�cheln verriet ihm, dass ihr das auch bewusst war. �Danke, Admiral.�</p><p>�Zehn Minuten bis zum Verlassen des Sprungraums�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>Desjani hatte das Kinn auf eine Hand gest�tzt, der Ellbogen ruhte auf der Armlehne. �Wissen Sie, was bizarr w�re?�, fragte sie pl�tzlich Geary.</p><p>�Da kommen mir ein paar Dinge in den Sinn. Woran genau hatten Sie gedacht?�</p><p>�Wieder mal stehen wir kurz davor, den Sprungraum zu verlassen. Wir sind alle aufgeregt und einsatzbereit, wir wissen, dass uns �rger droht oder drohen k�nnte. In diesem Fall wissen wir es nat�rlich schon.�</p><p>�Und das ist bizarr?�</p><p>�Nein, das ist der Normalfall. So l�uft es immer ab. Bizarr w�re es, wenn wir unser Ziel erreichen und uns darauf gefasst machen, den Sprungraum zu verlassen, und wir w�ren alle die Ruhe selbst und w�rden uns keine Gedanken dar�ber machen, was uns da erwartet.�</p><p>�Da ist was Wahres dran�, entgegnete Geary. �Ich sch�tze, wenn wir Varandal erreichen�� Tanyas Gesichtsausdruck lie� ihn mitten im Satz abbrechen.</p><p>�Sie sind doch nicht besorgt, was uns bei unserer R�ckkehr ins Allianz-Gebiet erwarten k�nnte, oder?�, fragte sie ihn. �Ernsthaft? Politische Machtspiele? Befehle vom Flottenhauptquartier? Forderungen, dass Black Jack die Regierungsmacht an sich rei�en soll? Forderungen, dass man Black Jack verhaften soll, bevor er einen Putsch in die Wege leiten kann? Sie machen sich doch deswegen keine Sorgen, oder�?�</p><p>Er lie� sich mehrere m�gliche Antworten durch den Kopf gehen, ehe er sich entschied: �Sagen wir, ich versuche, nicht dar�ber nachzudenken.�</p><p>�Muss sch�n sein.�</p><p>�Oh ja, sehr sogar.� Er l�chelte sie an. �Aber bedenken Sie eines, Captain Desjani. Wenn wir das hier durchziehen, wenn wir alles hinter uns bringen, was jetzt noch vor uns liegt, und wenn wir dann Varandal erreichen, dann werden wir da mit sechs Schiffen der Spinnenw�lfe und einem erbeuteten Kik-Superschlachtschiff aufkreuzen.�</p><p>Sie musste ebenfalls l�cheln. ��berraschung! Wir sind nicht blo� wieder da, wir haben auch noch neue Freunde mitgebracht. Oh ja, damit d�rften wir so manche sorgf�ltige Planung gr�ndlich �ber den Haufen werfen.�</p><p>�F�nf Minuten�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>Desjani wurde wieder ernst. �Glauben Sie, den Syndiks bei Midway gelingt es, die Enigmas wenigstens f�r eine Weile aufzuhalten?�</p><p>�Ich wei� nicht�, sagte Geary und w�nschte, er k�nnte zumindest eine plausible Einsch�tzung der Lage vornehmen. �Es h�ngt alles davon ab, was ihnen zur Verf�gung steht und wie geschickt sie das einsetzen. Wenn ihnen keine Verst�rkung geschickt worden ist, dann haben sie gegen eine so gro�e Enigma-Streitmacht keine Chance. Aber ich bin mir ja nicht mal sicher, ob sie sich �berhaupt noch als Syndiks bezeichnen. Mein Eindruck von ihnen war, dass zumindest einige der CEOs bei Midway der Syndikat-Regierung nicht allzu loyal gegen�berstehen.�</p><p>�Loyal und Syndik-CEOs? Haben Sie gerade beides in einem Atemzug ausgesprochen?�, fragte Desjani. �Vertrauen Sie dieser Frau, mit der Sie gesprochen haben? Wie hie� sie noch mal?�</p><p>�Iceni. CEO Iceni. Ich w�rde nicht behaupten, dass ich ihr vertraue. Ich bin schlie�lich nicht verr�ckt. Aber unsere Interessen k�nnten eine gemeinsame Schnittmenge haben, wie Victoria Rione es wohl ausdr�cken w�rde.�</p><p>Das brachte ihm einen finsteren Blick ein. �Mir w�re es recht, wenn Sie in einer Unterhaltung mit mir nicht diese Frau zitieren w�rden.�</p><p>�Tschuldigung.�</p><p>�Eine Minute bis zum Verlassen des Sprungraums�, meldete Lieutenant Castries mit unver�ndert ruhiger Stimme. Dennoch konnte man deutlich sp�ren, wie die Anspannung auf der Br�cke anstieg.</p><p>�Zeit, sich auf den Job zu konzentrieren�, sagte Desjani zu Geary.</p><p>�Schilde auf Maximum�, verk�ndete Lieutenant Yuon. �Alle Waffen bereit.�</p><p>Die letzten Sekunden wurden heruntergez�hlt, Geary sp�rte, wie sich sein Magen auf eine vertraute Weise verkrampfte. Dann folgte der Moment der Desorientierung, und das Grau des Sprungraums war mit einem Mal dem von Sternen erf�llten Schwarz gewichen, als sie Midway erreichten.</p><p>Was sie am meisten gef�rchtet hatten�� die Sirenen der Gefechtssysteme, die vor in unmittelbarer N�he befindlichen gegnerischen Schiffen warnten��, trat nicht ein. Diese Systeme waren so vorprogrammiert worden, dass sie sofort mit allen verf�gbaren Waffen auf Enigma-Schiffe feuerten, sollten die sich vor dem Sprungpunkt in Position gebracht haben. Aber auch das war nicht der Fall. Als Geary die vom Sprung hervorgerufene Verwirrung absch�ttelte, sah er auf seinem Display die Symbole aufleuchten, doch keines von ihnen befand sich in der N�he seiner Flotte. Der Feind war nicht gekommen, um sie bei ihrer Ankunft geb�hrend zu empfangen, dennoch hielten sich die Enigmas im System auf.</p><p>�Was machen die da?�, fragte sich Desjani.</p><p>�Ich wei� es nicht�, konnte Geary nur antworten.</p><p>Er hatte erwartet und bef�rchtet, dass die Enigmas sofort Kurs auf das Hypernet-Portal nehmen w�rden, das nicht ganz sechs Lichtstunden von diesem Sprungpunkt entfernt war und sich fast auf der gegen�berliegenden Seite des Systems befand. H�tten die Enigmas auf 0,2 Licht oder mehr beschleunigt, w�ren sie gerade einmal drei�ig Stunden sp�ter am Portal eingetroffen. Dort w�re es f�r zweihundertzweiundzwanzig Enigma-Kriegsschiffe ein Leichtes gewesen, binnen k�rzester Zeit die Trossen zu zerst�ren, die zusammen die Energiematrix aufrechterhielten.</p><p>Ebenso h�tten die Enigmas die prim�re bewohnte Welt anfliegen k�nnen, die in nur viereinhalb Lichtstunden um ihren Stern kreiste, um ein Orbitalbombardement zu beginnen, das alles menschliche Leben ausgel�scht und den Planeten unbewohnbar gemacht h�tte.</p><p>Stattdessen verharrten die Enigmas in einer Entfernung von drei�ig Lichtminuten von dem Sprungpunkt, durch den Gearys Flotte ins System gekommen war.</p><p>�Die warten auf uns�, sagte Desjani. �Sie wussten, wir w�rden herkommen, und deshalb warten sie da auf uns, um uns anzugreifen. Aber warum haben sie es nicht so wie bei Alihi mit einem Hinterhalt versucht?�</p><p>Kaum hatte sie ausgesprochen, kam ihm die Antwort darauf in den Sinn. �Weil sie zwar wussten, wir w�rden herkommen, aber keinen pr�zisen Zeitpunkt kannten. Die Enigmas bei Hua haben einen Alarm ausgegeben, eine �berlichtschnelle Nachricht, dass wir uns auf dem R�ckflug nach Midway befinden. Dadurch wussten die Enigmas nur in einem groben Rahmen, wann mit unserer Ankunft zu rechnen war. Doch das war nicht genau genug, um einen dieser Hinterhalte direkt am Sprungpunkt zu inszenieren.�</p><p>Damit ergab sich eine andere Frage, auf die Desjani prompt zu sprechen kam. �Wenn sie wussten, sie haben noch etwas Zeit, warum haben sie sich dann nicht schon im System ausgetobt. Sie h�tten doch l�ngst etwas zerst�ren k�nnen oder sie k�nnten kurz davor sein, weil sie wissen, dass wir nicht zeitig genug eintreffen, um sie aufzuhalten.�</p><p>Sein Blick wanderte vom Hypernet-Portal zu der bewohnten Welt, von dort zu einem Raumdock im Orbit um einen Gasriesen, eine Lichtstunde vom Stern entfernt, von dieser Einrichtung weiter zu den Syndik-Flotten an anderer Stelle in diesem System� <emphasis>Wo soll ich hin? Ich muss versuchen, die� </emphasis>�Verdammt!�</p><p>�Hei�t das, Sie haben die Antwort auf diese Frage gefunden?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Ja.� Er zeigte auf das Display. �Sie wollen <emphasis>uns </emphasis>auch erwischen. H�tten sie das Hypernet-Portal zerst�rt und die Menschen in diesem System ausgel�scht, dann g�be es f�r uns keinen Grund mehr, hierzubleiben und uns ein Gefecht mit ihnen zu liefern.�</p><p>�Aber sie wollen, dass wir bleiben und k�mpfen.� Sie nickte mit finsterer Miene. �Also lassen sie alles intakt, was wir retten wollen. Das hei�t, sie werden auch nicht einfach die Flucht ergreifen. Sie wollen nicht nur daf�r sorgen, dass die Haust�r wieder fest verschlossen wird. Sie wollen auch daf�r sorgen, dass wir ausgeschaltet werden, damit wir nicht kehrtmachen und abermals in ihr Territorium vordringen. Aber so gut stehen ihre Chancen gar nicht. Sie m�ssen irgendetwas unternehmen, mit dem sie sicherstellen, dass wir komplett ausradiert werden. Und dann�� Sie betrachtete irritiert ihr Display. �Drei Syndik-Flotten. Sind die f�r uns ein Grund zur Sorge? Werden sie uns helfen? Oder werden sie sich gegen uns wenden? Oder haben sie vielleicht vor, einfach nur dazusitzen und uns zuzusehen, wie wir gegen die Enigmas k�mpfen, damit sie sich vor Lachen auf die Schenkel klopfen k�nnen, weil sich ihre Feinde gegenseitig zerfleischen?�</p><p>�Wenn wir uns um eine Sache nicht sorgen m�ssen, dann d�rfte das ein Angriff der Syndiks auf uns sein.� Er versp�rte den dringenden Wunsch zu handeln, doch ihm war auch klar, dass die Flotte bei der momentanen Geschwindigkeit f�nf Stunden ben�tigen w�rde, um die Enigma-Streitmacht zu erreichen. Viel sinnvoller war es dagegen, sich zun�chst ein Bild von der Situation im System zu machen und erst dann zu handeln.</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Diese CEO, die bei unserem letzten Aufenthalt in diesem System das Sagen �ber die Schiffe hatte� Wie hie� sie noch gleich? Kolani. Sie war schroff und b�sartig. Ihr w�rde es Spa� machen, auf uns loszugehen, selbst wenn das nur noch bedeuten sollte, dass sie unsere Verletzten t�ten kann, nachdem die Enigmas uns zusammengeschossen haben.�</p><p>Drei Syndik-Flotten, die im Vergleich zu den Streitkr�ften der Allianz und der Enigmas winzig wirkten. Ein Schlachtschiff und zwei Schwere Kreuzer am Orbitaldock nahe dem Gasriesen; ein weiteres Schlachtschiff mit sechs Schweren und vier Leichten Kreuzern sowie zehn J�gern in der N�he des Hypernet-Portals; zwei Schwere und sechs Leichte Kreuzer, dazu zw�lf J�ger, die auf dem Weg zum Gasriesen waren und dabei einem Vektor folgten, der den Schluss zulie�, dass sie aus der N�he der bewohnten Welt gekommen sein mussten.</p><p>�Wenn es den Syndiks gelingt, alle Kr�fte zu sammeln und zu b�ndeln� wenn sie diese drei winzigen Flotten zusammenf�gen��, begann Geary.</p><p>��dann haben sie eine kleine Flotte�, meinte Desjani. �Wenn man die Streitkr�fte von diesem Planet und die in der N�he des Gasriesen dazu nimmt und dabei das Schlachtschiff unber�cksichtigt l�sst, dann kommt in etwa das zusammen, was die Syndiks auch schon hatten, als wir das letzte Mal hier durchgekommen sind. Sieht so aus, dass hier Ruhe geherrscht hat. Die Jungs nahe dem Hypernet-Portal m�ssen die Verst�rkung sein, die die Zentralregierung der Syndiks auf Prime hergeschickt hat.</p><p>�Viel ist es nicht�, musste Geary einr�umen, �aber zwei Schlachtschiffe sollte man auch nicht au�er Acht lassen.� Kaum hatte er ausgesprochen, ver�nderte sich eine Gefahrenanzeige auf seinem Display und gab einen neuen Status bekannt. �Als nicht funktionst�chtig eingestuft? Das Schlachtschiff nahe dem Gasriesen kann nicht k�mpfen?�</p><p>�Das sagen jedenfalls die Flottensensoren, Admiral�, best�tigte Lieutenant Yorn. �Die Analyse der Au�enh�lle ergibt, dass es v�llig neu ist, aber nach allem zu urteilen, was die Sensoren hinsichtlich Aktivit�ten und Ausr�stung feststellen k�nnen, scheint es sich noch im Bau zu befinden.�</p><p>�Das w�rde erkl�ren, warum es sich in der Orbitalwerft des Systems befindet�, sagte Desjani. �Die beiden Schweren Kreuzer in unmittelbarer N�he m�ssen dann wohl seiner Verteidigung dienen.�</p><p>Vor Geary tauchte Lieutenant Igers Gesicht auf. �Admiral, wir haben eine Nachricht abgefangen, die von der Flotte der Syndikatwelten nahe dem Hypernet-Portal an die Orbitalwerft geschickt wurde. Wir waren nahe genug dran, um sie empfangen zu k�nnen. Die Nachricht identifiziert den Befehlshaber der Flotte am Hypernet-Portal als CEO Boyens.�</p><p>�Dann haben sie ihn offenbar doch nicht erschossen�, meinte Desjani und klang dabei ein wenig entt�uscht.</p><p>�Wichtiger ist allerdings�, fuhr Iger fort, �was die Nachricht enth�lt. Wir konnten sie nicht vollst�ndig entschl�sseln, aber wir k�nnen mit Gewissheit sagen, dass es sich um eine Aufforderung zur Kapitulation handelt.�</p><p>Geary brauchte einen Moment, ehe er darauf etwas erwidern konnte. �Kapitulation? Galt sie den Kreuzern und dem Schlachtschiff oder dem Dock?�</p><p>�Allen, Admiral. Davon sind wir �berzeugt.�</p><p>�Wer w�re denn schon so verr�ckt, mit einem Schlachtschiff eine Rebellion anzuzetteln, das gar nicht einsatzbereit ist?�, wunderte sich Desjani. �Das hei�t, die Streitmacht, die sich vom Planeten n�hert, ist ebenfalls auf dem Weg, um sich die Rebellen vorzunehmen.�</p><p>�M�glicherweise nicht�, wandte Lieutenant Iger hastig ein. �Die Flottensensoren haben Hinweise auf Besch�digungen in einigen St�dten auf der Prim�rwelt entdeckt. Die Reparaturen sind zwar bereits angelaufen, aber die Sch�den sind so umfangreich, dass sie sich immer noch feststellen lassen.�</p><p>�Eine Bombardierung durch die Enigmas?�, warf Geary ein. �Nein, es ist nicht genug Zeit verstrichen, dass diese Flotte die bewohnte Welt erreicht haben k�nnte, um sie zu bombardieren. Ganz zu schweigen davon, dass so schnell keine Reparaturarbeiten vorgenommen w�rden.�</p><p>�Richtig, Sir. Und es sind auch keine Bombentrichter zu entdecken. Es sieht vielmehr nach Sch�den aus, wie sie durch schwere Bodenk�mpfe entstehen.�</p><p>Bodenk�mpfe? Wer hatte da gegen wen gek�mpft? �Spielt sich hier ein B�rgerkrieg ab?�</p><p>�Nein, Sir. Dann h�tten wir bei unserer Ankunft etwas von den K�mpfen sehen m�ssen. Was geschehen ist, liegt bereits eine Weile zur�ck.�</p><p>�Jemand hat gewonnen, jemand hat verloren�, sagte Desjani. �Wenn die Schiffe nahe dem Gasriesen und an der Orbitalstation von den Rebellen kontrolliert werden, dann haben sie wom�glich dort gewonnen, aber auf dem Planeten verloren.�</p><p>Iger h�rte jemandem zu, der ihm etwas sagte, dann wandte er sich wieder an Geary. �Admiral, in diesem Sternensystem herrscht ein sehr ungew�hnlicher Signalverkehr�� Nachrichten, die bereits vor unserer Ankunft und vor der Ankunft der Enigmas �bermittelt wurden. Die Nachricht von der Flotte, die von CEO Boyens befehligt wird, wurde im �blichen Standardformat gesendet, aber die Bewohner dieses Systems haben in letzter Zeit die standardm��igen Syndik-Codes nicht benutzt, auch wenn sie sich an deren Protokolle zu halten scheinen. Die Nachrichtensendungen, die wir empfangen konnten, reden von �Pr�sidentin� Iceni und �General� Drakon, als ob diese beiden hier das Sagen haben. Nach den Videobildern zu urteilen, handelt es sich bei ihnen um die Personen, die wir als CEO Iceni und CEO Drakon kennengelernt haben.�</p><p>�Dann wissen wir ja jetzt, wer gewonnen hat.�, sagte Geary zu Desjani.</p><p>��Pr�sidentin� Iceni?�, wiederholte sie. �Wer soll sie denn gew�hlt haben? Wem wollen die was vormachen?�</p><p>�Gab es auf dem Planeten nicht noch einen weiteren CEO?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Ja, Sir�, antwortete Lieutenant Iger. �CEO Hardrad. In den Nachrichten�bertragungen j�ngeren Datums kommt er �berhaupt nicht vor. Iceni hatte das Sternensystem insgesamt unter sich, Drakon war Befehlshaber der Bodentruppen. Und Hardrad war im Auftrag der Syndiks f�r die innere Sicherheit zust�ndig.�</p><p>Die innere Sicherheit. Auf einem Planeten der Syndikatwelten umfasste das weitaus mehr als blo� den Polizeiapparat. Hardrad war jemand, der die Bev�lkerung unter Kontrolle hielt. Doch wenn er jetzt nicht mehr da war�</p><p>�Augenblick mal�, sagte Geary. �Wenn Iceni und Drakon als diejenigen, die ohnehin das Sagen hatten, eine Revolte gegen die Syndiks angezettelt und Hardrad aus dem Weg ger�umt haben, dann ist die Flotte unter Boyens� Kommando wom�glich gar nicht als Verst�rkung hier eingetroffen.�</p><p>Iger sprach kurz mit jemandem, der neben ihm stand, dann nickte er Geary zu. �Ja, Admiral, das ist durchaus m�glich. Diese Flotte k�nnte geschickt worden sein, um die Revolte niederzuschlagen und das System wieder unter Syndik-Kontrolle zu bringen.�</p><p>�Wissen wir denn, wem dieses Schlachtschiff geh�rt, das noch nicht eingesetzt werden kann?�, fragte Desjani.</p><p>�Ja, Captain. Nach den Kommunikationsstrukturen untersteht es der Kontrolle durch die Beh�rden auf dem bewohnten Planeten.�</p><p>Desjani lachte kurz auf. �Hier k�mpfen nicht drei, sondern vier Parteien�� wir, die Enigmas, die Syndiks und die Rebellen. Jetzt m�ssen wir blo� noch herausfinden, was die anderen drei vorhaben.�</p><p>�Was Boyens vorhat, wei� ich�, entgegnete Geary und zeigte auf die Syndik-Flotte nach dem Hypernet-Portal. �Als wir ihn als Gefangenen an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>hatten, wirkte er auf mich sehr berechnend. Er versuchte vor jedem Schritt herauszufinden, wohin der ihn f�hren w�rde, ehe er diesen Schritt auch unternahm. Und selbst dann schien er lieber noch abzuwarten, um zu sehen, was andere taten, ehe er sich auf einen bestimmten Kurs festlegte. Es gibt kaum einen Zweifel daran, dass er den Befehl erhalten hat, die Rebellen in diesem Sternensystem zu unterwerfen. Wenn er sich mit den Enigmas anlegt, k�nnten dabei seine eigenen Schiffe besch�digt oder sogar zerst�rt werden, was es ihm schwieriger oder sogar unm�glich machen w�rde, die Aufst�ndischen zu besiegen. Also wird er sich erst mal von jedem Kampf fernhalten, in der N�he des Hypernet-Portals bleiben und darauf warten, dass wir die Enigmas schlagen. Ist das geschehen, wird er sich die Rebellen vorkn�pfen, die bis dahin vermutlich ein paar Schiffe verloren haben d�rften. Auf diese Weise kann Boyens nur gewinnen.�</p><p>�Was ist mit den Rebellen, Admiral?�, fragte Iger. �W�re es f�r sie nicht von Nutzen, wenn sie sich ebenfalls aus dem Kampf mit den Enigmas heraushielten, damit sie ihre Streitkr�fte f�r das Gefecht mit Boyens� Flotte schonen k�nnen?�</p><p>Desjani schnaubte ver�chtlich. �So was passt zu den Syndiks. Die warten einfach ab und schauen zu, wie wir und die Enigmas aufeinander losgehen.�</p><p>�Wenn wir sie brauchen, werden die Rebellen sich uns anschlie�en m�ssen�, �berlegte Geary und zog sich damit einen skeptischen Blick von Desjani zu. �Wenn wir verlieren, m�ssen sie sich nicht nur gegen Boyens zur Wehr setzen, der sie wieder gef�gig machen will��</p><p>��was zweifellos bedeutet, dass er sie f�r Wochen unter Beschuss nehmen wird�, warf Desjani ein.</p><p>��sondern auch gegen die Enigmas, denen es vermutlich darum geht, alles menschliche Leben in diesem System auszul�schen.�</p><p>�Da k�nnten Sie recht haben�, r�umte sie ein.</p><p>�Und sie werden wohl auch an unserer Dankbarkeit ihnen gegen�ber interessiert sein�, erg�nzte Lieutenant Iger. �Damit wir ihnen Unterst�tzung gegen die Flotte der Syndikatwelten gew�hren.�</p><p>Geary lehnte sich zur�ck und dachte �ber die Optionen nach, w�hrend alle anderen warteten. Er sp�rte, dass sie versuchten, nicht in seine Richtung zu schauen, w�hrend Sekunde um Sekunde verstrich.</p><p>�Wir sind vor zwanzig Minuten hier eingetroffen. In zehn Minuten wird die Enigma-Streitmacht unsere Ankunft sehen k�nnen. Sie sind hier und warten darauf, uns zu vernichten. Ich gehe davon aus, dass sie bei unserem Anblick sofort Kurs auf uns nehmen und beschleunigen, um uns in eine Schlacht hineinzuziehen.�</p><p>Desjani nickte. �Das sehe ich auch so. Was sollen wir also machen?�</p><p>�Wir fliegen ihnen entgegen, Captain, und pr�geln auf sie ein, und dann verpassen wir ihnen einen Tritt, der sie mit solcher Wucht in ihr eigenes Territorium zur�ckschickt, dass sie erst bei Pandora zum Stehen kommen.�</p><p>Er wusste, diese Worte w�rden sich in der Flotte herumsprechen, zumindest in jenem Teil der Flotte, die nach Midway vorausgeflogen war. Nach den begeisterten Rufen zu urteilen, die bereits jetzt durch die Korridore der <emphasis>Dauntless </emphasis>hallten, w�rden sie wohl �berall auf Zustimmung sto�en. �An alle Einheiten: Hier spricht Admiral Geary. Beschleunigen Sie sofort auf 0,15 Licht.�</p><p>Dann rief er General Charban: �General, diese Nachricht, die Sie zusammengestellt haben und mit der wir den Enigmas das Angebot machen wollen, dass wir sie in Ruhe lassen, wenn sie uns in Ruhe lassen� senden Sie sie an die Enigma-Streitmacht, auch wenn ich nicht erwarte, dass sie auf dieses Angebot eingehen werden. Aber ich will es zumindest versucht haben.�</p><p>Charman nickte betr�bt. �Ich glaube auch, dass sie mindestens noch eine deutliche Lektion ben�tigen, um zu begreifen, dass sie ihre Absichten uns gegen�ber nicht mit Gewalt durchsetzen k�nnen. Die Nachricht wird sofort gesendet, Admiral. Sollte irgendeine Reaktion darauf erfolgen, werde ich Sie umgehend davon unterrichten.�</p><p>Geary aktivierte wieder das Fenster, in dem Lieutenant Iger wartete. �Lieutenant, finden Sie �ber die Lage im System so viel wie m�glich heraus. Stellen Sie fest, wer tats�chlich das Sagen hat, und wie sich derjenige verh�lt. Bringen Sie einfach alles in Erfahrung, das meine Entscheidung �ber unsere weitere Vorgehensweise auf die eine oder andere Art beeinflussen k�nnte.�</p><p>Iger salutierte, dann verschwand sein Bild.</p><p>Als die Hauptantriebseinheiten der Schlachtkreuzer, der Leichten Kreuzer und der Zerst�rer der Verfolgergruppe hochfuhren, sah Geary, dass sich neben ihm ein weiteres Fenster �ffnete. Zu sehen war darin nur Text, der auf den ersten fl�chtigen Blick den Eindruck eines offiziellen Dokuments erweckte. Dann begann eine Stimme den Text vorzulesen, w�hrend zeitgleich die gerade aktuelle Passage farblich hervorgehoben wurde. �Die Flottenvorschriften bestimmen, dass kein Schiff mit einem Brennstoffzellenbestand von weniger als siebzig Prozent an einem Gefecht teilnehmen darf, da sichergestellt sein muss, dass gen�gend Energiereserven vorhanden sind, um auf jede denkbare Situation reagieren zu k�nnen. Jede Einheit, die einen Bestand von siebzig Prozent erreicht, muss umgehend��</p><p>Endlich fand Geary die Taste, mit der er die Ansage abstellen konnte.</p><p>Gleich darauf begann sie, die Aufforderung zu wiederholen.</p><p>Abermals bet�tigte er die Taste.</p><p>Die Stimme unternahm einen dritten Anlauf, Geary hielt die Taste gedr�ckt und lie� sie erst wieder los, als er sich sicher war, dass die vom Hauptquartier in den Flottensystemen installierte Subroutine ins Koma gefallen war. Er �berpr�fte die Statusanzeigen f�r die Flotte und stellte fest, dass die Zerst�rer nach dem Sprint durch Pele zum Teil die genannte Marke bereits erreicht hatten oder sich z�gig darauf zubewegten.</p><p>�Probleme?�, fragte Desjani h�rbar beunruhigt, da sie wohl f�rchtete, es k�nnten wieder Komplikationen mit dem Komm-System aufgetreten sein.</p><p>�Stabsinfektion�, erwiderte Geary und verwendete die �bliche Bezeichnung f�r in Flottensystemen installierte Pflichtsubroutinen, damit Vorschriften und Bestimmungen des Hauptquartiers beachtet wurden. �Die Brennstoffzellen der Zerst�rer n�hern sich der Siebzig-Prozent-Marke.�</p><p>�Oh nein�, rief Desjani in gespieltem Entsetzen. �Was werden Sie jetzt machen? Die Flotte umkehren lassen? Die Enigmas bitten, das anstehende Gefecht solange aufzuschieben, bis wir die Vorgaben aus den Flottenvorschriften wieder erf�llen?�</p><p>�Nein.� Er tippte auf seine Komm-Kontrollen. �An alle Einheiten: Hier spricht Admiral Geary. Ich �bernehme volle Verantwortung f�r die Brennstoffzellenbest�nde auf allen Schiffen der Flotte. Sie werden auf meinen ausdr�cklichen Befehl hin weiter an allen erforderlichen Kampfhandlungen teilnehmen. Dieser Befehl wird zu den Akten genommen.�</p><p>�Daf�r kann man Sie vor ein Kriegsgericht stellen, das wissen Sie ja�, kommentierte Desjani.</p><p>�Habe ich auch schon geh�rt.�</p><p>Ihre n�chste Bemerkung wurde j�h unterbrochen, da die Gesandte Rione die Br�cke betrat und zielstrebig zu Geary ging, um sich neben seinen Platz zu stellen. �Was haben Sie vor?�, fragte sie.</p><p>�Ich werde die Enigmas besiegen�, antwortete er knapp. �Ich halte das f�r n�tig.�</p><p>�Und dann? CEO Boyens wird Sie zweifellos fragen, ob Sie ihm dabei helfen, in diesem System �die Ordnung wiederherzustellen�.�</p><p>�Ich werde ihn nicht daran hindern k�nnen, mich zu fragen.�</p><p>Rione warf ihm einen w�tenden Blick zu. �Admiral, wir brauchen dieses Sternensystem. Es ist nicht nur unser Portal ins Gebiet der Enigmas, sondern auch der einzige uns bekannte Weg zu den von den Spinnenw�lfen kontrollierten Gebieten.�</p><p>�Glauben Sie mir, Madam Gesandte, ich bin mir dieser Tatsache v�llig bewusst.� Geary tippte mit den Fingern auf seine Armlehne. �Wollen Sie mir als N�chstes sagen, dass ich Boyens helfen muss, dieses System wieder unter die Kontrolle der Syndikatwelten zu bringen?�</p><p>�Ich will Ihnen sagen, Admiral, dass in diesem System bereits eine gro�e Schlacht eingeleitet worden ist, die alles hier ganz erheblich in Mitleidenschaft ziehen k�nnte. Ein Kampf zwischen Syndik-Loyalisten und Rebellen w�rde h�chstwahrscheinlich zu noch schwereren Sch�den f�hren. Wir brauchen kein Sternensystem, das von einem B�rgerkrieg in St�cke gerissen und dann zerst�rt wird, nur weil es vor den Enigmas gerettet werden sollte.�</p><p>�Ich habe Ihre Bedenken zur Kenntnis genommen, Madam Gesandte�, gab Geary in k�hlem Tonfall zur�ck. �Ich werde mich bem�hen, alle Zerst�rungen auf Objekte, Personen und Orte zu beschr�nken, die f�r die Allianz nicht von Bedeutung sind.�</p><p>Rione reagierte mit versteinerter Miene, doch als sie sich vorbeugte, um aus n�chster N�he auf ihn einzureden, waren ihrer Stimme die Gef�hlsregungen deutlich anzuh�ren. �Verdammt, h�ren Sie mir gef�lligst zu, <emphasis>Black Jack</emphasis>. Mag ja sein, dass sie glauben, Sie k�nnten im Moment tun, was immer Ihnen in den Sinn kommt. Aber Tatsache ist, dass ein einziger falscher Schritt alles zerst�ren k�nnte.�</p><p>�Ich bin mir dessen durchaus bewusst�, entgegnete er leise. �Und ich bin mir sicher, wenn ich eine Meuterei innerhalb meiner Flotte ausl�sen will, dann muss ich meinen Schiffen nur den Befehl erteilen, den Syndikatwelten dabei zu helfen, die Ordnung wiederherzustellen. Selbst wenn mich so etwas moralisch nicht absto�en w�rde, w�re meine Flotte nicht bereit, einen solchen Befehl auszuf�hren. Nicht mal, wenn er von Black Jack kommt.�</p><p>Sie richtete den Zeigefinger auf sein Display. �Haben Sie sich schon mal gefragt, wieso Boyens sich in der N�he des Hypernet-Portals aufh�lt, Admiral?�</p><p>�Nat�rlich. Er bleibt f�r den Fall da, dass die Enigmas die lokale Bev�lkerung ausl�schen, weil er dann so tun kann, als h�tten er und seine Flotte tapfer gek�mpft, um dann schnell durch das Hypernet-Portal zu entkommen�, erwiderte er.</p><p>�Das ist m�glich, aber Boyens wei�, dass das Hypernet-Portal mit einem Sicherheitsmechanismus ausgestattet ist. Er wei�, er kann es kollabieren lassen, ohne seine Flotte in Gefahr zu bringen. Au�erdem hat er ein Schlachtschiff dabei, das er ins Spiel bringen kann, wenn wir nicht tun, was er will.�</p><p>Das war eine unerfreuliche M�glichkeit. Das Hypernet-Portal bei Midway war entscheidend f�r die Bedeutung dieses Sternensystems f�r die Allianz. Wenn die Syndiks die Kontrolle �ber das System verloren, gab es f�r sie keinen Grund, das Portal intakt zu lassen. �Ich kann�� Was denn? Damit drohen, eine offizielle Flotte der Syndikatwelten anzugreifen, obwohl ein Friedensvertrag existiert? Einen neuen Krieg beginnen? Wie viel Begeisterung w�rde die kriegsm�de Bev�lkerung der Allianz f�r eine solche Vorgehensweise aufbringen?</p><p>�Woher wollen Sie wissen�, redete Rione weiter auf ihn ein, �dass die Enigmas angreifen, wenn sie sehen, womit sie es hier zu tun haben? Das ist doch eine gro�e Streitmacht, oder nicht? Bestimmt mehr, als sie sich ausgerechnet haben.�</p><p>�Es ist keine gro�e Streitmacht�, widersprach Geary. �Nicht, wenn man deren Flotte betrachtet. Zudem sind einige Kriegsschiffe auf unserer Seite bei den vorangegangenen Gefechten stark in Mitleidenschaft gezogen worden, und das werden die Enigmas feststellen k�nnen. Wenn sie glauben�� Er hielt inne, da ihm ein anderer Gedanke kam. �Captain Desjani, haben wir eigentlich herausbekommen, wie detailliert die Nachrichten sein k�nnen, die die Enigmas mit �berlichtgeschwindigkeit senden?�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf und ignorierte demonstrativ Riones Gegenwart. �Nein. Basisinformationen, soweit wir das sagen k�nnen. Ich habe mich dar�ber mit meinem Komm-Offizier unterhalten, und er ist der Ansicht, wenn die Enigmas routinem��ig komplexe Nachrichten mit �berlichtgeschwindigkeit senden k�nnten, dann h�tte uns das beim Durchqueren ihrer Systeme auffallen m�ssen, weil wir dann viel weniger Komm-Verkehr festgestellt h�tten. So aber hat sich das alles im normalen Rahmen bewegt, was den Schluss nahelegt, dass sie nur kleine Datenpakete mit �berlicht verschicken k�nnen und f�r alles andere weiterhin normale Nachrichten mit Lichtgeschwindigkeit benutzen m�ssen.�</p><p>�Was bedeuten w�rde, dass die Enigmas hier zwar wissen, dass die Allianz-Flotte hierher unterwegs ist, ihnen aber nicht zwangsl�ufig auch bekannt ist, wie viele Schiffe sie umfasst.�</p><p>�Sie w�rden wissen�� Desjani grinste. �Sie w�rden nur wissen, was sie sehen. W�rden sie glauben, dass die B�rk�he all unsere Schlachtschiffe und alle Schweren Kreuzer zerst�rt haben? Dass nur unsere schnellsten Schiffe entkommen konnten?�</p><p>�Ja, vielleicht. Wenn die Enigmas nicht wissen, dass die Schlachtschiffe und die Schweren Kreuzer dicht hinter uns sind, werden sie wom�glich �berm�tig und denken, wir w�ren schon erheblich geschw�cht. Falls ihnen aber bekannt ist, dass der Rest unserer Flotte hierher unterwegs ist, werden sie versuchen, unsere Formation zu vernichten, bevor die Verst�rkung eintrifft�, erg�nzte Geary.</p><p>�Was die Enigmas ermutigen wird, so schnell wie m�glich anzugreifen�, folgerte Desjani.</p><p>Rione hatte die Unterhaltung mitverfolgt, nun war ihr Blick auf einen weit entfernten Punkt gerichtet, w�hrend sie mit nachdenklicher Miene dreinschaute. �Die Enigmas m�ssen nicht unbedingt von dem erbeuteten Kriegsschiff der B�rk�he wissen. Auch nicht von den sechs Schiffen, mit denen die Spinnenw�lfe unterwegs sind. Aber sie k�nnen dar�ber informiert sein. Die Syndiks und die Rebellen dagegen haben definitiv keine Ahnung, was noch aus dem Sprungraum kommt.�</p><p>Geary l�chelte. �Meinen Sie, deren Auftauchen wird CEO Boyens von seiner bisherigen Planung abbringen?�</p><p>�Durchaus m�glich, Admiral. Diese Information der Regierung auf Prime zu �berbringen, k�nnte wichtiger sein als Boyens� m�gliche Absicht, uns zu erpressen, indem er das Hypernet-Portal bedroht. Dennoch sollten Sie versuchen, von diesem System nicht zu viel zu zerst�ren.�</p><p>�Ich werde mir M�he geben, Madam Gesandte.�</p><p>Desjani war inzwischen ernst geworden, w�hrend sie Geary ansah. �Sagen Sie, Admiral, haben Sie schon mal �berlegt, was die Enigmas tun k�nnten, wenn sie das Superschlachtschiff der Kiks sehen? Das taugt n�mlich genauso wenig wie eines dieser Syndik-Schlachtschiffe. Im Augenblick ist seine milit�rische Funktion nur eines: ein SGSLSEZ.�</p><p>�Ein SGSLSEZ?�, wiederholte Geary ratlos.</p><p>�Ein sehr gro�es, sehr langsames, sehr einladendes Ziel.�</p><p>�Das werde ich mir merken. Wenigstens ist unser funktionsunf�higes Superschlachtschiff noch nicht eingetroffen. Und vergessen Sie nicht: Auch wenn es das neueste Hobby innerhalb der Flotte zu sein scheint, sich immer neue K�rzel auszudenken, hei�t das Schiff jetzt <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�So ganz gef�llt mir das nach wie vor nicht.�</p><p>Die Enigmas mussten die Ankunft der Allianz-Flotte rund eine halbe Stunde nach deren Verlassen des Sprungraums sehen. Dann hatten sie h�chstwahrscheinlich begonnen, in Richtung der gegnerischen Schiffe zu beschleunigen, w�hrend Geary seine Formation l�ngst auf die Enigmas hatte Kurs nehmen lassen. Auf einem Display, das gro�e Bereiche des Sternensystems darstellte, war die Flugbahn der Allianz-Flotte als weite Kurve zu sehen, die sich auf den Stern und damit auf den Punkt zubewegte, an dem die Enigma-Formation auf ihr Eintreffen gewartet hatte.</p><p>Der Abstand zwischen beiden Streitm�chten sollte rapide zusammenschrumpfen, es sei denn, die Enigmas hatten entgegen allen Erwartungen einen anderen Kurs eingeschlagen, der von der Allianz-Flotte wegf�hrte. Sollten sie geradewegs auf das Hypernet-Portal zufliegen, konnten sie es immer noch zerst�ren, lange bevor Gearys Verfolgergruppe dort eintraf, um sie daran zu hindern.</p><p>In den letzten Minuten, die bis zu dem Moment verstrichen, an dem sie endlich sehen w�rden, wie die Enigmas reagierten, versuchte Geary einen unbesorgten Eindruck zu machen. Die Syndiks und die Aufst�ndischen in diesem System w�rden beide sogar noch fast eine Stunde l�nger warten m�ssen, ehe sie sahen, was sich vor ihren Augen abspielte.</p><p>Als das Licht der Enigma-Reaktion dann endlich die Flotte erreichte, wurde die Darstellung auf dem Display innerhalb von Sekundenbruchteilen aktualisiert. Desjani verzog den Mund zu einem fast boshaften Grinsen. �Sie kommen uns entgegen. So wie erwartet.�</p><p>Die Enigmas beschleunigten auf einem Vektor, der eindeutig auf Gearys Schiffe abzielte, wobei die Schiffe der Aliens einmal mehr ihre beeindruckende Man�vrierf�higkeit unter Beweis stellten, da sie in einem Ma� beschleunigten, mit dem Allianz-Schiffe es einfach nicht aufnehmen konnten.</p><p>Die gesch�tzte Zeit bis zum Zusammentreffen wurde laufend auf den neuesten Stand gebracht und dabei genauso schnell nach unten korrigiert, wie die Enigma-Schiffe Fahrt aufnahmen.</p><p>Dann ging fast ein Ruck durch die feindliche Formation, da die Aliens nicht weiter beschleunigten. �Sie haben gemerkt, dass wir uns mit 0,15 Licht n�hern�, sagte Desjani. �Also haben sie bei� 0,16 Licht aufgeh�rt zu beschleunigen. Wenn beide Seiten ihre Geschwindigkeit beibehalten, begegnen wir uns in f�nfundsechzig Minuten. Aber dann sind wir so schnell, dass niemand im Vorbeiflug einen Treffer landen wird.�</p><p>Geary nickte, da er wusste, seine Schiffe mussten irgendwann abbremsen, wenn seine Feuerkontrollsysteme eine Chance haben sollten, wenigstens ein paar Enigmas zu treffen. Die Enigmas w�rden ebenfalls die Geschwindigkeit verringern m�ssen, wenn sie der Allianz-Flotte irgendeinen Schaden zuf�gen wollten. Aber� w�rden sie wirklich so handeln?</p><p>Das war etwas, das ein von Menschen gesteuertes Kriegsschiff tun w�rde. Aber damit hatte er es hier nicht zu tun. Da waren keine menschlichen Befehlshaber am Werk, die menschliche Taktiken anwandten.</p><p>Geary beobachtete die Enigmas, wie sie sich schnell und auf einem schnurgeraden Kurs der Allianz-Formation n�herten. Auf ihrer langen Reise durch das Gebiet der Enigmas hatten sie einiges �ber deren Taktiken herausbekommen. Sie wussten, wie die Enigmas k�mpften. Die aufrechte, direkte Art war nicht die ihre. Es war nicht so, dass es ihnen an Mut fehlte oder dass sie den Tod f�rchteten. Sie verhielten sich ganz einfach anders, als es ein Mensch getan h�tte. Und eine Taktik, zu der die Enigmas gegriffen hatten, war�</p><p>�Sie werden uns rammen.�</p></section><section><title><p>Siebzehn</p></title><p>�Was?� Desjani starrte ihn ungl�ubig an.</p><p>�Sie werden uns rammen�, wiederholte Geary, der von dieser Einsch�tzung v�llig �berzeugt war. �Wenn sie vierzehn von ihren Kriegsschiffen den Befehl geben, je einen unserer Schlachtkreuzer zu rammen, dann schalten sie den Kern unserer Flotte aus und nehmen uns gleich beim ersten Aufeinandertreffen einen Gro�teil unserer Feuerkraft. Die restlichen Enigma-Schiffe h�tten dann nicht mehr viel Arbeit mit unseren �berlebenden Leichten Kreuzern und Zerst�rern, und gleich danach erledigen sie die Syndiks, ehe sie auf dem Weg aus dem System auch noch das Hypernet-Portal zusammenbrechen lassen. Ich gehe jede Wette ein, dass sie genau das beabsichtigen.�</p><p>Sie lie� ihren Blick hastig �ber das Display wandern, dann knurrte sie f�rmlich: �Ja, Sie haben recht. Aus deren Sicht w�re das tats�chlich denkbar. Wir haben gesehen, wie sie diesen Asteroid gerammt haben. Und wir wissen, sie sind bereit, aus allen m�glichen Gr�nden die eigenen Leute zu opfern. Wenn wir schnurstracks auf sie zufliegen, stehen die Chancen f�r sie gut, unsere Schiffe zu streifen, und bei diesen Geschwindigkeiten gen�gt das ja bereits. Aber woher wissen wir, dass sie das wirklich vorhaben? Wenn wir einfach ausweichen, vers�umen wir jede Gelegenheit, auf sie zu feuern.�</p><p>�Wir warten ab, ob sie langsamer werden�, erkl�rte Geary. �Wenn sie nicht abbremsen, was sie genau wie wir machen m�ssen, wenn sie im Vorbeiflug irgendetwas treffen wollen, dann wissen wir, dass sie es auf eine andere Art von Treffer abgesehen haben.�</p><p>�Bei diesen Geschwindigkeiten ist es selbst mit einer Waffe von der Gr��e eines Raumschiffs schwierig, ins Schwarze zu treffen�, murmelte Desjani, die ein paar Simulationen durchspielte. �Hmm, wenn sie zwei Schiffe auf jeden von unseren Schlachtkreuzern ansetzen, stehen ihre Chancen gleich viel besser. Oh, verdammt. Deshalb hatten sie auch diese Position eingenommen, damit wir geradewegs auf sie zufliegen. Das erh�ht ihre Chancen, mit einer Kollisionstaktik unsere Schiffe auszuschalten.�</p><p>Eine Stunde konnte eine lange Zeit sein. Wenn eine massive feindliche Streitmacht geradewegs auf einen zuhielt und m�glicherweise die Absicht hegte, die gr��ten Schiffe in der eigenen Formation auf die zuverl�ssigste und zugleich abscheulichste Weise au�er Gefecht zu setzen, dann kam einem eine Stunde verdammt kurz vor, da einem kaum Zeit blieb, sich eine wirkungsvolle Gegenma�nahme zu �berlegen. Nachdem Geary einige frustrierend lange Minuten damit zugebracht hatte, �ber eine L�sung nachzudenken, und noch immer keinen Ton gesagt hatte, wandte sich Desjani zu ihm um.</p><p>�Und? Werden Sie mir Ihren genialen Plan zur L�sung unseres Problems verraten?�</p><p>�Ja, sobald mir einer eingefallen ist�, grummelte Geary.</p><p>Was sie dann sagte, verbl�ffte ihn.</p><p>�Wissen Sie, Admiral, wir m�ssen sie bei diesem Vorbeiflug nicht so hart treffen. Wir m�ssen sie sogar �berhaupt nicht treffen.�</p><p>Geary drehte den Kopf zu ihr um. �F�hlen Sie sich nicht wohl, Tanya?�</p><p>�Mir geht�s gut. Vielleicht bin ich zu lange irgendwelchen taktischen �berlegungen ausgesetzt gewesen, aber ansonsten ist alles bestens.� Sie zeigte auf ihr Display. �Als wir in dieses System kamen, da nahmen wir an, wir m�ssten die Enigmas so heftig und so schnell wie m�glich treffen, weil wir dachten, sie sind hier, um das ganze System zu verw�sten. Aber das machen die Enigmas nicht, weil alles intakt bleiben soll. Damit zwingen sie uns, hierzubleiben und gegen sie zu k�mpfen. Mir ist klar geworden, dass wir noch immer annehmen, wir m�ssten sie so heftig und so schnell wie m�glich treffen, obwohl wir eine ganz andere Situation als die erwartete angetroffen haben. Sie kommen zu uns, und wir sind weit von allem entfernt, was die Enigmas unter Beschuss nehmen k�nnten. Bei der Geschwindigkeit, mit der wir jetzt unterwegs sind, wird der gro�e Rest unserer Flotte eintreffen, kurz bevor die Enigmas unsere Formation durchflogen haben. Die Ankunft werden sie aber erst anschlie�end sehen k�nnen, sodass sie sich auf einmal zwischen zwei Formationen wiederfinden. <emphasis>Dann </emphasis>k�nnen wir uns richtig auf sie st�rzen.�</p><p>Geary h�tte sich ohrfeigen k�nnen. �Das stimmt. Ich hatte immer noch im Hinterkopf, dass wir uns beeilen m�ssen, aber jetzt sind wir im Vorteil. Wir m�ssen diesmal keinen hochriskanten Vorbeiflug und Beschuss riskieren. Captain Desjani, habe ich Ihnen schon mal gesagt, wie wertvoll Sie f�r mich sind?�</p><p>�Ja, aber nicht oft genug.�</p><p>�Ich werde versuchen, das zu �ndern.� Jetzt konnte er die Situation mit anderen Augen betrachten. �Was glauben Sie, wie die Enigmas die Kollisionen herbeif�hren wollen, obwohl diese Flotte den Ruf hat, in letzter Minute ein Man�ver zu vollziehen, bei dem wir unser Feuer nur auf einen Teil der feindlichen Formation konzentrieren? Wie sollen sie wissen, auf welchen Kurs sie ihre Selbstmordschiffe zu schicken haben?�</p><p>�Das ist ziemlich leicht�, antwortete sie fast �berheblich. Auf ihrem Display leuchteten Darstellungen von Gearys Flotte und der Enigma-Streitmacht auf, die aufeinanderzurasten. �Die haben uns k�mpfen sehen und wissen, dass Sie wahrscheinlich in letzter Sekunde den Kurs �ndern werden, um einen Teil ihrer Formation unter massiven Beschuss zu nehmen. Um das tun zu k�nnen, m�ssen wir in eine gewisse Reichweite zu ihnen gelangen, ohne R�cksicht darauf, in welche Richtung wir ausweichen wollen.� Sie gab weitere Daten ein, woraufhin ein abgeflachter Kegel angezeigt wurde, der die feindliche Formation umschloss und die Richtungen angab, in die sie ein Ausweichman�ver in letzter Sekunde bringen w�rde. �Wir w�ren dann irgendwo in diesem Kegel. Wenn ich f�r die Enigmas k�mpfen w�rde, dann w�rde ich genau darauf achten, wann ein Zucken durch unsere Formation geht. Sobald es dazu gekommen ist, sehe ich, in welche Richtung der neue Vektor weist, und damit wei� ich dann auch, auf welchen Punkt in diesem Kegel wir zielen m�ssen. Beispielsweise so��</p><p>Desjani gab eine Zahl ein, dann wurde der Kegel durch einen einzelnen Vektor ersetzt. �Sehen Sie? Ganz einfach. Sofern man gut genug man�vrieren kann, um den eigenen Vektor so schnell zu �ndern, dass man die gegnerische Flotte auch dann noch erwischt, wenn sie l�ngst den Kurs ge�ndert hat. Von Menschen gebaute Schiffe sind zu so etwas nicht in der Lage, von Enigmas gebaute Schiffe dagegen schon.�</p><p>�Und wenn ich nicht ausweiche, mache ich es ihnen nur noch leichter�, hielt Geary dagegen. �Ich kann nur froh sein, dass Sie nicht die Enigmas befehligen.�</p><p>�Da haben Sie verdammt recht. Also? Was werden Sie nun machen?�</p><p>�Ihren Kegel benutzen. Wie viel st�rker m�ssen wir von unserem Kurs abweichen, um die Enigmas zu treffen, die auf uns schie�en wollen, und k�nnen trotzdem davor sicher sein, irgendwo innerhalb des Kegels abgefangen zu werden?�</p><p>�Das h�ngt davon ab, in welche Richtung Sie ausweichen wollen.� Abwartend zog sie eine Augenbraue hoch. ��blicherweise entscheiden Sie sich f�r die rechte obere Ecke.�</p><p>�Das haben Sie mir schon erz�hlt.� Er hielt inne und �berlegte. �Machen wir es ihnen doch etwas einfacher. Wir gehen nach rechts oben. Aber viel weiter nach oben als �blich.�</p><p>�Es k�nnte aber sein, dass wir dann bei der Begegnung mit ihnen �berhaupt keinen Treffer landen�, warnte Desjani.</p><p>�Die Befehlshaberin eines gewissen Schlachtkreuzers hat mir vor gar nicht so langer Zeit erkl�rt, dass wir uns das leisten k�nnen�, erwiderte Geary.</p><p>Rione meldete sich wieder zu Wort. �Admiral, die Spinnenw�lfe sind im System eingetroffen.�</p><p>�Gut.�</p><p>�Wie halten wir die Enigmas davon ab, sie zu zerst�ren?�</p><p>Das machte die Sache zus�tzlich komplizierter.</p><p>Als w�rde sie Gearys �berlegungen laut aussprechen, sagte Desjani: �Wenigstens m�ssen wir uns um die Spinnenw�lfe keine Sorgen machen. Die sind zwar nicht ganz so schnell wie die Enigmas, daf�r scheinen sie aber noch etwas besser man�vrieren zu k�nnen. Sofern sie sich nicht auf einen Kampf einlassen wollen, sollten sie in der Lage sein, jedem Versuch der Enigmas aus dem Weg zu gehen, sie in die Kampfhandlungen einzubeziehen.�</p><p>Geary nickte und sah zu Rione. �Genau meine Meinung.�</p><p>�Vielen Dank� Admiral.� Sie schaute nach vorn auf sein Display. �Wie ich geh�rt habe, gab es hier einige politische Ver�nderungen.�</p><p>�So sieht es aus, allerdings kennen wir noch nicht das genaue Ausma�. Sie k�nnen gern mit Lieutenant Iger dar�ber reden. Seine Leute versuchen derzeit, diese Ver�nderungen zu analysieren.�</p><p>Rione verstand, dass sie soeben eine Abfuhr erteilt bekommen hatte. �Gut, dann lasse ich Sie jetzt wieder in Ruhe, damit Sie sich auf Ihr Gefecht konzentrieren k�nnen, Admiral.�</p><p>�Halbe Stunde bis zum Kontakt�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>�Dann wollen wir mal so abbremsen, als wollten wir uns mit ihnen einen Schlagabtausch liefern�, sagte Geary. �An alle Einheiten der Verfolgerformation: Bei Zeit eins f�nf Geschwindigkeit reduzieren auf 0,1 Licht.�</p><p>Einige Minuten sp�ter drehten sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>und die anderen Schiffe um ihre eigene Achse, sodass die Antriebseinheiten nach vorn wiesen. Dann begann das angeordnete Bremsman�ver. Als die erforderliche Geschwindigkeit erreicht war und die Kriegsschiffe abermals eine halbe Drehung beschrieben hatten, verblieben bis zum Kontakt nur noch f�nf Minuten.</p><p>Geary warf einen pr�fenden Blick auf alles, was sein Display anzeigte, weil er sichergehen wollte, dass er durch seine Konzentration auf die Enigmas keine wichtigen Entwicklungen an anderer Stelle im Sternensystem �bersehen hatte. Die Spinnenw�lfe hatten nach oben beschleunigt, wohl um in einen Orbit zu schwenken, der nicht genau durch die beiden Streitm�chte hindurch verlief. Der Rest von Gearys Flotte musste vor wenigen Minuten den Sprungraum verlassen haben, aber das Licht dieser Ankunft hatte sie noch nicht erreicht. Die Syndiks und Rebellen hier im System w�rden innerhalb der n�chsten Stunde Gearys Verfolgergruppe zu sehen bekommen, doch von den drei anwesenden Flotten hatte bislang keine das Eintreffen der Allianz-Kriegsschiffe bemerkt oder den bisherigen Vektor ge�ndert.</p><p>�Die Enigmas haben noch nicht abgebremst�, sagte Desjani.</p><p>�Captain?�, warf Lieutenant Yuon ein. �Unsere kombinierte Geschwindigkeit wird 0,26 Licht betragen. Die Treffgenauigkeit der Gefechtssysteme wird erheblich eingeschr�nkt sein. Ich empfehle, die Geschwindigkeit zu reduzieren.�</p><p>�Vielen Dank, Lieutenant, aber diesmal nicht.�</p><p>Geary nickte, und als er sich sicher war, wie er wann vorgehen wollte, aktivierte er sein Komm. �An alle Einheiten: Bei Zeit vier vier drehen Sie sieben Grad nach Steuerbord und sechs Grad nach oben. Feuern Sie auf alle Enigma-Einheiten, die in Waffenreichweite kommen.� Er hatte den Captains der Schlachtkreuzer bereits Bescheid gegeben, dass sie auf der Hut sein sollten, um nicht von den Enigmas gerammt zu werden. Also ging es jetzt nur noch darum, der Physik ihren Lauf zu lassen.</p><p>Um genau vierundvierzig Minuten nach der vollen Stunde schwenkte die Allianz-Formation nach oben und in Richtung Stern, wodurch sich der Abstand zur Enigma-Streitmacht drastisch vergr��erte, woran sich nur etwas �ndern w�rde, wenn die ebenfalls eine Kurs�nderung vornahm. Geary beobachtete die Enigmas und sah, wie die feindlichen Schiffe in den letzten Sekunden vor dem Kontakt einen Satz auf die Allianz-Flotte zuzumachen schienen. F�r einen Moment bekam er es mit der Angst zu tun, obwohl sein Instinkt ihm sagte, dass die Enigmas sie verfehlen w�rden, selbst wenn sie jetzt noch den Kurs �nderten.</p><p>Einen Augenblick sp�ter, der zu kurz ausfiel, um von den menschlichen Sinnen noch wahrgenommen zu werden, waren beide Flotten aneinander vorbeigeflogen, die Distanz zwischen ihnen wurde rasch wieder gr��er. �An alle Einheiten: Sofort ausf�hren! Drehen Sie acht f�nf Grad nach oben und null acht Grad nach Backbord.� Kaum hatte er ausgesprochen, warf er einen fl�chtigen Blick auf das Display, das den Flottenstatus anzeigte. �Keine Treffer.�</p><p>�Weder bei uns noch bei ihnen�, best�tigte Desjani. �So wie wir es auch erwartet haben. Sehen Sie die Schiffe da?� Sie zeigte auf ihr Display, wo die Flugbahnen von mehr als einem Dutzend Enigma-Schiffen einen wilden Schlenker nach oben machten, weil sie versucht hatten, die ausweichende Allianz-Flotte doch noch irgendwie zu erreichen. Danach waren sie auf ihren alten Kurs zur�ckgekehrt. �Die h�tten uns gerammt, wenn wir auf unserem Kurs geblieben w�ren. Sie haben sie durchschaut, Admiral.�</p><p>�<emphasis>Wir </emphasis>haben sie durchschaut�, korrigierte Geary sie. Auf seinem Display leuchtete eine Reihe von Symbolen auf, die die Ankunft der restlichen Flotte im System anzeigten, deren Licht sie nun endlich erreicht hatte. Auf den ersten Blick�� solange man sich also nicht mit der Auflistung der Sch�den der einzelnen Schlachtschiffe befasste�� machte dieser gr��ere Teil von Gearys Flotte einen bedrohlichen Eindruck, vor allem mit der gewaltigen <emphasis>Invincible </emphasis>in der Mitte der Formation. Die Menschen hatten nie ein solch riesiges Kriegsschiff gebaut, und nun besa� die Allianz dennoch eins.</p><p>Die Verfolgergruppe flog weiter aufw�rts und beschrieb dabei einen riesigen Bogen, der sie zur�ck zum Sprungpunkt f�hrte, auf den momentan die Enigmas zuhielten. Obwohl sie die andere H�lfte der Flotte auch gesehen haben mussten, jagten sie ihre Schiffe steil aufw�rts.</p><p>�Sie� sie nehmen Kurs auf die Spinnenw�lfe�, rief Lieutenant Castries.</p><p>�Tats�chlich�, best�tigte Desjani. �Augen auf, meine Damen und Herren. Ich glaube, die Spinnenw�lfe werden jetzt einmal demonstrieren, wie Ausweichman�ver auszusehen haben.�</p><p>Kurz bevor seine Formation den h�chsten Punkt des Bogens erreicht hatte, gab Geary einen neuen Kurs aus, der seine Schiffe auf eine Flugbahn gehen lie�, auf der sie die Enigmas abfangen konnten, die weiter auf die Spinnenw�lfe zuhielten. Er wusste noch nicht, wie er den langsameren und nach wie vor weit entfernten Rest seiner Flotte ins Geschehen eingreifen lassen sollte. �Captain Armus, dringen Sie weiter ins System vor und lenken Sie Ihre Flotte nach eigenem Ermessen.�</p><p>�Hoppla!�, rief Lieutenant Yuon erschrocken, als sich die Spinnenwolf-Formation in ihre sechs Schiffe aufteilte, die umeinander kreisend einen Tanz vollzogen, der sie auf einer spiralf�rmigen Flugbahn noch h�her �ber die Ebene des Sternensystems brachte. �Was machen die da, Captain?�</p><p>�Die lenken die b�sen Jungs ab�, erwiderte Desjani mit einem am�sierten Grinsen auf den Lippen.</p><p>Geary nickte und versp�rte die gleiche Genugtuung. Die Spinnenw�lfe wollten sich zwar nicht am Kampf gegen die Enigmas beteiligen, aber offenbar hatten sie kein Problem damit, den Feind in eine Falle zu locken. �An alle Einheiten: Feuern Sie nach eigenem Ermessen.�</p><p>Die vom Anblick der herumwirbelnden Spinnenwolf-Schiffe offenbar v�llig faszinierten Enigmas mussten im gleichen Moment den Alarm ihrer Gefechtssysteme geh�rt haben, die sie davor warnten, dass sich hinter ihnen die Verfolgergruppe in hohem Tempo von schr�g oben n�herte. Die Enigma-Schiffe versuchten, in alle Richtungen davonzufliegen, doch f�r dieses Man�ver war es bereits zu sp�t, da sich die Verfolger der Allianz durch das untere Viertel der Enigma-Formation fra�en.</p><p>Geary sp�rte, wie die <emphasis>Dauntless </emphasis>von ein paar Treffern leicht durchgesch�ttelt wurde, als sie die Enigmas l�ngst hinter sich gelassen hatten. Er nahm sich die Zeit, um sich anzusehen, wie die Enigmas nun reagieren w�rden. Dabei beobachtete er, dass der Enigma-Befehlshaber die Verfolgung der Spinnenw�lfe aufgegeben hatte und seine Formation nach Steuerbord drehen lie�. Gleich darauf lie� er sie jedoch nach Backbord zur�ckkehren. Hinter seiner Flotte trudelten besch�digte und zerst�rte Schiffe in alle Richtungen davon.</p><p>�Wo zum Teufel will er hin?�, wunderte sich Desjani.</p><p>�Zum Rest der Flotte�, sagte Geary. �Sie haben die <emphasis>Invincible </emphasis>entdeckt.�</p><p>�Das Ding zieht wirklich jede Bedrohung an.�</p><p>�Daf�r wird es aber auch von ein paar unangenehmen Stacheln gesch�tzt�, gab er zur�ck, dann lie� er seine Flotte ebenfalls nach Backbord beidrehen und Kurs auf die Spitze der Enigma-Formation nehmen, die an der Verfolgergruppe vorbeizurasen versuchte, um den Rest der Flotte zu erreichen.</p><p>Dieses Man�ver gab Geary etwas Zeit, sich mit den Ergebnissen der letzten Konfrontation auseinanderzusetzen. Zun�chst nahm er sich die Enigma-Verluste vor und sah, dass sie einunddrei�ig Schiffe kampfunf�hig geschossen hatten. Seine eigene Formation war nicht v�llig verschont worden, doch da sie bei der Attacke im Vorteil gewesen waren, waren nur zwei Leichte Kreuzer und vier Zerst�rer ausgeschaltet worden, von denen lediglich die <emphasis>Musket </emphasis>als Totalverlust bezeichnet werden musste.</p><p>Aber auch wenn seine Schiffe relativ wenig Treffer abbekommen hatten, wurde die Liste der Systemausf�lle auf Gearys Display l�nger und l�nger. H�llenspeerbatterien auf den einen Schiffen, die Feuerkontrolle auf anderen, hier und da Teile der Schutzschilde. Ein Leichter Kreuzer m�hte sich ab, in die Formation zur�ckzukehren, da er den letzten Befehl wohl nicht empfangen hatte. Da von ihm auch keine aktuellen Statusmeldungen eingingen, war davon auszugehen, dass auf der <emphasis>Strike </emphasis>wahrscheinlich das Komm-System ausgefallen war.</p><p>�Wenn die auf die <emphasis>Invincible </emphasis>zielen��, begann Desjani.</p><p>�Dann wird ihr nicht mal die dicke Panzerung helfen. Ich wei�.� Geary nahm mit verschiedenen Schiffen gleichzeitig Kontakt auf. �Captain Armus und die befehlshabenden Offiziere der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, <emphasis>Orion, Dependable, Conqueror, Relentless, Reprisal</emphasis>, <emphasis>Superb </emphasis>und <emphasis>Splendid</emphasis>. Wir gehen davon aus, dass die Enigmas unsere gro�en Schiffe rammen wollen und dass sie es beim Angriff auf Ihre Formation vor allem auf die <emphasis>Invincible </emphasis>abgesehen haben d�rften. Achten Sie auf Enigma-Schiffe, die auf Kollisionskurs zu Ihnen oder der <emphasis>Invincible </emphasis>gehen, und sorgen Sie daf�r, dass weder die Schiffe noch irgendwelche gro�en Tr�mmerteile durchkommen. Captain Armus, ergreifen Sie alle notwendigen Ma�nahmen, um die Rammtaktik der Enigmas nach Kr�ften zu vereiteln. Und stellen Sie sicher, dass jeder in Ihrer Formation Ausschau h�lt nach Enigma-Schiffen, die Schlachtschiffe, Hilfsschiffe und Sturmtransporter rammen k�nnten.�</p><p>Die Enigmas beschleunigten wieder und versuchten, schneller jenen Punkt hinter sich zu bringen, an dem die Verfolgergruppe auf ihre Formation treffen w�rde. Geary sah mit an, wie dieser Punkt durch die Aktion des Gegners immer weiter nach vorn verlagert wurde, sodass er sich zu fragen begann, ob es den Enigmas wohl gelingen w�rde, ein Zusammentreffen vollst�ndig zu verhindern.</p><p>�An alle Einheiten: Feuern Sie von hinten auf sie, sobald wir sie erreicht haben. Achten Sie auf Minen, die die Enigmas hinter sich zur�cklassen k�nnten.� Minen auf diese Weise einzusetzen, w�re zwar mehr eine Verzweiflungstat, aber mit etwas Gl�ck w�rde es den Enigmas gelingen, ein paar von Gearys Schiffen au�er Gefecht zu setzen.</p><p>Die Verfolgerformation jagte �ber die Oberseite der Enigma-Flotte hinweg, Raketen und H�llenspeere prasselten auf die Kriegsschiffe nieder und trafen sie am Heck, w�hrend sie weiter beschleunigten und unver�ndert auf den gr��eren Teil der Allianz-Flotte zuhielten. Geary, der den vorderen Teil der feindlichen Flotte zu treffen versucht hatte, musste erkennen, dass die relative Bewegung der beiden Streitm�chte zueinander seine eigenen Schiffe vor allzu schweren Treffern und entsprechenden Sch�den bewahrt hatte. Die Enigma-Schiffe hatten ihre Hecksektionen den Angreifern von der Allianz zugewandt, wodurch sie den gr��ten Teil ihrer Waffen gar nicht zum Einsatz bringen konnten. Zudem waren die Antriebseinheiten dem Beschuss durch die Schiffe der Verfolgergruppe ausgesetzt, sodass sie Sch�den erlitten, die unter anderen Umst�nden von der H�llenpanzerung geschluckt worden w�ren.</p><p>�An alle Einheiten: Sofort ausf�hren! Drehen Sie f�nf null Grad nach Steuerbord und eins null Grad nach unten. Beschleunigen Sie auf 0,15 Licht.�</p><p>Als die Verfolger erneut Kurs auf die Enigmas nahmen, wurde Geary deutlich, dass er sie erst wieder einholen konnte, nachdem sie bereits den Rest seiner Flotte erreicht hatten. Der Feind hatte seine �berlegene Beschleunigung ausgenutzt, um f�r den Augenblick au�er Reichweite zu gelangen.</p><p>Aber hinter der Enigma-Formation trieben dreiundzwanzig weitere ihrer Schiffe im All, manche trudelten unkontrolliert umher, andere waren in Tr�mmerwolken verwandelt worden. Die Verluste der Allianz waren dagegen bislang minimal ausgefallen.</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Admiral, Sie verlangen da etwas viel von Captain Armus.�</p><p>�Mir ist bewusst, dass Captain Armus nicht zu den Flexibelsten und Schnellsten geh�rt�, erwiderte er und merkte, wie harsch sein Tonfall klang. �Aber er ist zuverl�ssig.�</p><p>Die Spinnenwolf-Schiffe waren noch etwas h�her �ber die Ebene des Sternensystems aufgestiegen und hatten Kurs auf den Stern und die inneren Planeten genommen. Von ihrer Position aus konnten sie den weiteren Verlauf des Gefechts wie von einem Logenplatz aus mitverfolgen, wo f�r sie kein Risiko bestand, noch einmal mit den Enigmas in Ber�hrung zu kommen.</p><p>Der Rest der Allianz-Flotte befand sich fast direkt vor Gearys Verfolgergruppe, zwischen beiden hielten sich die Enigma-Schiffe auf, die den Abstand zu Gearys Formation zwar langsam, aber kontinuierlich vergr��erten.</p><p>�Kontakt zwischen Hauptformation und Enigma-Flotte in f�nfundzwanzig�� Lieutenant Castries unterbrach sich kurz. �Ich muss neu berechnen, die Hauptformation bremst ab.�</p><p>�Sie bremsen ab?�, fragte Desjani ungl�ubig. �Da haben sie solche M�he zu beschleunigen, und dann bremsen sie ab?�</p><p>Geary betrachtete sein Display und begann zu verstehen. �Sie denken wie der Befehlshaber eines Schlachtkreuzers, aber Armus ist Captain eines Schlachtschiffs. Er will alles so einrichten, dass die Feuerkraft seiner Schlachtschiffe maximale Wirkung erzielt. Das hei�t, er will eine kombinierte Geschwindigkeit von unter 0,2 Licht erreichen.�</p><p>�Aber wenn man es mit einem Gegner zu tun hat, der einen rammen will��</p><p>�Captain, er kann ihnen gar nicht ausweichen, weder mit den Schlachtschiffen noch mit der <emphasis>Invincible</emphasis>. Und sehen Sie sich mal an, was er mit den Hilfsschiffen und den Sturmtransportern macht.� Diese Schiffe hatten inzwischen kehrtgemacht und hinter einer Wand aus Schiffen Schutz gesucht, die so dicht angeordnet war, dass dazwischen kaum noch Platz war. �Er wei�, dass er alles abschie�en muss, das sich ihm n�hert.�</p><p>�Das erinnert viel zu sehr an die Taktiken, von denen Sie gesagt haben, wir sollen sie nicht benutzen. Das gegenseitige Losst�rmen, pure Feuerkraft gegen Feuerkraft, keine Feinheiten, keine geschickten Man�ver.�</p><p>�Alles hat irgendwann einmal seine Berechtigung, Tanya.�</p><p>Sie wollte noch etwas erwidern, als sie ihn auf einmal erstaunt ansah, da ihr ein Gedanke gekommen war. �Sie wussten es. Sie haben gewusst, dass Sie Armus ben�tigen, weil er so reagieren w�rde. Aber woher haben Sie es gewusst?�</p><p>�Ich habe es nicht gewusst, ich habe blo� geraten. Und es war mein Gl�ck, richtig geraten zu haben.�</p><p>�Aber sicher.� Desjani beschrieb eine religi�se Geste der Dankbarkeit. �Und Sie haben nicht den Hauch einer Inspiration vernommen, nicht wahr?�</p><p>Statt zu antworten, sch�ttelte er nur den Kopf. Er wusste, die Legende von Black Jack lie� wenig Platz f�r das Gl�ck, stattdessen wurde jeder Erfolg irgendwelchen �bermenschlichen Kr�ften zugeschrieben.</p><p>Aber das war vielleicht auch nur eine andere Definition des Wortes Gl�ck.</p><p>�Zehn Minuten bis zum Kontakt mit der Hauptflotte�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>Die Schiffe der Hauptflotte hatten den Bremsvorgang abgeschlossen und drehten sich wieder, um dem herannahenden Feind den Bug zu zeigen, dessen Panzerung, Schilde und Waffen am st�rksten waren. Geary h�tte gern das Kommando �ber diese Schiffe gehabt, aber sie waren zu weit entfernt, weshalb er sich gezwungenerma�en darauf verlassen musste, dass Captain Armus den richtigen Zeitpunkt w�hlte, um das Feuer zu er�ffnen.</p><p>Mit dem blo�en Auge h�tte Geary bestenfalls eine auffallend regelm��ige Linie aus hellen Objekten ausmachen k�nnen, doch auf dem Display konnte er deutlich erkennen, dass es sich dabei um die Hauptflotte handelte. Jedes Schiff war dort mit Namen und Daten versehen. Direkt vor der <emphasis>Invincible </emphasis>hatten die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, die <emphasis>Orion</emphasis>, die <emphasis>Dependable </emphasis>und die <emphasis>Conqueror </emphasis>eine kleine Diamantformation eingenommen, um als Schild f�r das Kik-Schiff und die vier Schlachtschiffe zu dienen, von denen es geschleppt wurde. Bei diesem Anblick war Geary mit d�sterer Gewissheit erf�llt, dass Jane Geary diesmal um jeden Preis auf ihrem Posten bleiben w�rde.</p><p>Die Enigmas hatten sich zu einer flachen keilf�rmigen Formation geordnet, als wollten sie damit die Allianz-Flotte in zwei H�lften spalten.</p><p>Desjani sprach tonlos ein Gebet, doch ihr Gesichtsausdruck strahlte Zuversicht aus.</p><p>Geary sah wieder auf sein Display, obwohl er wusste, dass alles, was ihm dort angezeigt wurde, hinter den tats�chlichen Geschehnissen hinterherhinkte. Er konnte nur dasitzen und zuschauen.</p><p>Nur Augenblicke, bevor die beiden Streitm�chte aufeinandertrafen, wurden von allen Allianz-Schiffen Phantome abgefeuert, gleichzeitig jagten die H�llenspeerbatterien verheerende Salven in Richtung Gegner, dicht gefolgt von Heerscharen von Kart�tschen. Das perfekt aufeinander abgestimmte Sperrfeuer der unterschiedlichen Waffensysteme erf�llte das Gebiet vor den Kriegsschiffen der Allianz. Raketen und H�llenspeere erreichten fast gleichzeitig ihre Ziele, und nicht mal eine Sekunde sp�ter wurden die Schiffe von den Kart�tschen getroffen. Anstelle einer Serie von hintereinander erfolgenden harten Schl�gen wurde der anst�rmende Gegner von einem einzelnen gewaltigen Hieb getroffen.</p><p>Geary h�rte irgendjemanden auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>erschrocken nach Luft schnappen, als die Region vor dem gr��eren Teil der Flotte von gigantischen Energieausst��en in grelles Licht getaucht wurde. Die Enigma-Schiffe gleich hinter der Spitze ihrer Formation rasten mitten hinein in die Tr�mmer und die entfesselte Energie der Waffen und der explodierenden Enigma-Schiffe, die als Erste von diesem vernichtenden Sperrfeuer erfasst und zerrissen worden waren.</p><p>Die Schiffe der Allianz-Flotte schienen unterdessen Funken zu spr�hen, verursacht durch Tr�mmerteile, die gegen Schilde und Panzerung prallten. Die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>zuckte unter einer Serie von Treffern zusammen, die den Bug in grelles Licht tauchten. Die <emphasis>Orion </emphasis>geriet ins Wanken, die <emphasis>Dependable </emphasis>wich vor wiederholten brutalen Treffern am Bug zur�ck. Und f�r einen erschreckenden Moment schien es, dass die <emphasis>Conqueror </emphasis>explodiert war.</p><p>Als die Flottensensoren dann aber hinter den Lichtblitz schauten und die Statusmeldungen eingingen, wurde klar, dass es sich um eine dichte Wolke aus winzigen Tr�mmerteilen gehandelt hatte, die beim Auftreffen auf die Schilde der <emphasis>Conqueror </emphasis>eine gewaltige Entladung verursacht hatte, ohne jedoch bis zum Schiff selbst vorzudringen und ihm schwere Sch�den zuzuf�gen. Die <emphasis>Superb </emphasis>und die <emphasis>Splendid</emphasis>, die durch ihre Verbindung mit der <emphasis>Invincible </emphasis>praktisch hilflos waren, mussten weitere Treffer einstecken. Dann folgte eine gewaltige Explosion, als irgendetwas Gro�es es durch die Barriere schaffte und gegen die dicke Bugpanzerung der <emphasis>Invincible </emphasis>prallte.</p><p>Das Tr�mmerfeld trieb davon, und es wurde deutlich, dass im Bug der <emphasis>Invincible </emphasis>ein gro�er Krater klaffte. Davon abgesehen war das Schiff aber unversehrt geblieben.</p><p>�Verdammt�, fl�sterte Desjani. �Ich kann einfach nicht glauben, dass sie das �berlebt hat. Eine <emphasis>Invincible</emphasis>, die ihrem Namen gerecht wird.�</p><p>Die Hilfsschiffe r�ckten vor, so gut sie konnten, um sich wieder hinter den Schlachtschiffen in Sicherheit zu bringen. Unterdessen drehten sich die Schweren Kreuzer z�gig um die eigene Achse, damit sie sich den Enigma-Schiffen widmen konnten, die es durch die Allianz-Formation hindurch geschafft hatten. Die Schlachtschiffe am vorderen Rand der Formation bewegten den Bug nach oben, um weiter auf die Enigmas ausgerichtet zu sein, die sich nun �ber ihnen befanden.</p><p>Die Enigmas� Geary schickte ein Sto�gebet zum Himmel. Rund hundertsechzig Enigma-Schiffe waren auf Armus� Formation zugest�rmt. Nicht mal achtzig waren jetzt noch kampff�hig, die jetzt um die Hauptflotte kreisten und� �Was ist denn das?�</p><p>�Sie l�sen ihre Formation auf�, sagte Desjani.</p><p>In der n�chsten Sekunde war ihm der Grund daf�r klar. �An alle Einheiten der Verfolgergruppe: Man�vrieren Sie ab sofort eigenst�ndig. Die Enigmas konzentrieren sich jetzt nicht l�nger darauf, unsere Flotte zu besiegen, sondern sie l�sen ihre Formation auf, um mit einzelnen Einheiten an uns vorbeizukommen, damit sie andere Ziele im System angreifen k�nnen. Operieren Sie eigenst�ndig und feuern Sie auf jedes Enigma-Kriegsschiff, das sich in Waffenreichweite befindet. Ich wiederhole. An alle Einheiten der Verfolgergruppe: Operieren Sie ab sofort eigenst�ndig und schie�en Sie auf jedes Enigma-Schiff, das Sie erreichen k�nnen.�</p><p>Desjani rasselte bereits Befehle runter, um die <emphasis>Dauntless </emphasis>auf einen Vektor auszurichten, damit sie eine Gruppe von Enigma-Kriegsschiffen abfangen konnte, die noch immer dicht beisammen waren. �Ich stimme zwar Ihrer Meinung zu, dass sie es nicht l�nger darauf abgesehen haben, unsere Flotte zu vernichten. Aber woher wissen wir, dass nicht einfach jedes Schiff f�r sich versucht, den Sprungpunkt zu erreichen?�, fragte sie im n�chsten Moment.</p><p>�Wenn sie entkommen wollten, h�tten sie einfach als Formation weiterfliegen k�nnen. Wenn sie sich aufteilen, wird es f�r uns viel schwieriger oder sogar nahezu unm�glich, sie daran zu hindern, sich Zielen wie beispielsweise dem Hypernet-Portal zu n�hern. Es ist nicht der Sieg auf ganzer Linie, um den es ihnen eigentlich gegangen w�re, aber das k�nnte uns immer noch etwas kosten, das wir haben wollen und das wir ben�tigen.�</p><p>�Und wenn sich unsere Hauptformation ebenfalls aufl�st��</p><p>�Nein! Dann k�nnten einige Enigma-Schiffe versuchen, unsere Sturmtransporter und Hilfsschiffe anzugreifen!�</p><p>Auf seinem Display sah die Verfolgerformation aus, als w�re sie explodiert, da die Schiffe auf Hunderten verschiedenen Vektoren davonflogen. Geary lie� den Blick �ber die �brigen Bereiche des Displays wandern, um sich ein Bild von den Positionen der m�glichen Ziele f�r die Enigmas sowie der drei kleinen Syndik-beziehungsweise Nicht-Syndik-Flotten zu machen. Bislang hatte er sich noch nicht an diese m�glicherweise freundlichen, wahrscheinlich aber neutralen Streitkr�fte gewandt, doch jetzt �ffnete er die Kan�le, die f�r eine solche Nachricht erforderlich waren. �An alle bewaffneten Streitkr�fte im Midway-Sternensystem: Hier spricht Admiral Geary. Die Enigma-Schiffe haben ihre Formation aufgel�st und werden Kurs auf geeignete Ziele in diesem System nehmen. Wir werden so viele von ihnen aufhalten, wie wir k�nnen, aber Sie m�ssen ebenfalls eingreifen und auf jedes Schiff schie�en, das uns entkommt. Wenn alle anderen M�glichkeiten eines Angriffs scheitern, werden die Enigmas auf Kollisionskurs gehen. N�hern Sie sich auf keinen Fall den sechs eif�rmigen Schiffen, die meine Flotte begleitet haben. Sie sind in diesem Gefecht neutral, aber sie sind Verb�ndete der Menschheit.� Das war vermutlich eine ziemliche �bertreibung, was die Einstellung der Spinnenw�lfe den Menschen gegen�ber betraf, aber das hier war nicht der richtige Moment, um �ber semantische Feinheiten zu diskutieren.</p><p>�Ich w�rde mich �ber Ihre Mitwirkung an der Verteidigung dieses Systems gegen die Enigmas sehr freuen�, f�gte er hinzu. �Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Die weit verstreute und sich noch immer ausbreitende Streitmacht der Enigmas war �ber das System verteilt wie die Pollen einer Pusteblume, die von einem heftigen Windsto� erfasst worden war. Ihnen gegen�ber und etwas mehr in Richtung des Sterns gelegen, hatten sich die Schiffe aus Gearys Verfolgergruppe ebenfalls in alle Himmelsrichtungen ausgebreitet. Zwar waren sie den Enigmas zahlenm��ig �berlegen, doch ihnen fiel die schwierigere Aufgabe zu, diejenigen aufzuhalten, die irgendwie an ihnen vorbeikommen wollten.</p><p>Dazwischen befand sich immer noch die Hauptformation, was bei Geary einen Hoffnungsschimmer erwachen lie�. �Die einzelnen Enigma-Schiffe k�nnen nicht zu dicht an Armus� Formation vorbeifliegen, weil sie sonst in deren Beschuss geraten.�</p><p>�Das schr�nkt die M�glichkeiten ein, welche Wege sie nehmen k�nnen, und f�r uns wird es leichter, sie in eine bestimmte Richtung zu dirigieren�, stimmte Desjani ihm zu. �Ich gebe Ihnen zwei Ziele, Lieutenant Yuon. Ich will sie beide haben.�</p><p>�Jawohl, Captain. Die Feuerkontrollsysteme verfolgen die von Ihnen bestimmten Ziele.�</p><p>�Feuern Sie, sobald sie nahe genug sind�, befahl sie.</p><p>Geary konnte nicht l�nger nachhalten, was sich alles auf seinem Display abspielte. Hunderte von Vektoren verliefen ober- und unterhalb der Hauptformation. J�ger und Gejagte hetzten durch den Raum, flogen Ausweichman�ver und beschossen sich gegenseitig, sobald sie aneinander vorbeizuckten. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>feuerte im Vorbeiflug auf ein viel kleineres Enigma-Schiff, das durch den Treffer in zwei Teile zerbrach. Augenblicke sp�ter wurde ein zweites Schiff getroffen, das kaum kontrollierbar durch das System trudelte, dicht gefolgt von zwei Allianz-Zerst�rern.</p><p>�Ich habe keine Ahnung, wie es aussieht�, murmelte Geary, w�hrend er das Gewirr aus sich kreuzenden Vektoren betrachtete. Auf seinem Display sah er daneben auch die Meldungen �ber die Trefferquoten, die Sch�tzungen der den feindlichen Schiffen zugef�gten Sch�den und die Schadensmeldungen seiner eigenen Schiffe, die ihrerseits von den Enigmas beschossen worden waren.</p><p>�Behalten Sie das da im Auge�, schlug Desjani vor, w�hrend die <emphasis>Dauntless </emphasis>ein Wendeman�ver vollzog, das die Tr�gheitsd�mpfer gequ�lt aufst�hnen und die Struktur des Schiffs �chzen lie�. Sie zeigte auf eine einzelne Zahl. �Die gesch�tzte Anzahl feindlicher Schiffe. Solange die weiter sinkt, sieht es f�r uns gut aus.�</p><p>Sein Kopf wurde herumgerissen, als die <emphasis>Dauntless </emphasis>ihr Man�ver vollendete und sofort Kurs auf ein Enigma-Schiff nahm, das einen Leichten Kreuzer attackierte und dabei mehr Schaden anrichtete, als es selbst einstecken musste. �Sagen Sie dem Maschinenraum, ich brauche mehr Schub vom Hauptantrieb�, befahl Desjani ihren Wachhabenden auf der Br�cke.</p><p>�Der Maschinenraum meldet, dass wir bereits bei hundertzehn Prozent sind, Captain. Wenn wir weiter��</p><p>�Hundertf�nfzehn. <emphasis>Jetzt!�</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Jawohl, Captain.�</p><p>Sekunden sp�ter machte die <emphasis>Dauntless </emphasis>einen kleinen Satz nach vorn, der gen�gte, um den Abstand zu verringern. �Erledigen Sie ihn�, wies sie an.</p><p>Phantom-Raketen wurden abgefeuert und rasten auf das Enigma-Schiff zu, das zu sp�t erkannte, dass seine Attacke auf den Leichten Kreuzer nicht unbemerkt geblieben war. Es wollte sich noch seitlich wegdrehen, aber die beiden Phantome trafen ins Ziel und demolierten den Antrieb. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>kam n�her und h�mmerte mit H�llenspeeren auf das Enigma-Schiff ein, das hektisch das Feuer erwiderte.</p><p>�Unsere Bugschilde sind kurz davor auszufallen!�, rief Lieutenant Castries.</p><p>�Verstehe�, gab Desjani ruhig zur�ck. �Sie werden schon lange genug durchhalten.�</p><p>Ein Schuss des Enigma-Schiffs durchbrach die Schilde und bohrte ein Loch in ein Vorratslager im vorderen Teil, dann aber brachen die Schilde des Gegners zusammen, und die <emphasis>Dauntless </emphasis>lie� einen Regen aus H�llenspeerfeuer auf das andere Schiff niedergehen.</p><p>Geary bekam kaum etwas davon mit, wie das Schiff in einer Explosion verging, vielmehr besch�ftigte er sich mit der Gesamtsituation und behielt die Anzeige im Auge, auf die Desjani ihn hingewiesen hatte. Auch wenn die Zahl schnell kleiner wurde, schafften die Enigmas es dennoch, die Reihen der Allianz-Flotte zu durchbrechen und an den Kriegsschiffen der Menschen vorbeizukommen.</p><p>�F�nfunddrei�ig�, sagte er, als die Allianz-Schiffe begannen, die Enigma-Schiffe zu verfolgen, die sich an ihnen vorbeigeschlichen hatten. Einen Moment sp�ter fanden mehrere Phantome in �u�erster Reichweite noch ihr Ziel. �Vierunddrei�ig.�</p><p>�Damit sollten die Syndiks eigentlich klarkommen�, meinte Desjani l�chelnd. Dann aber wurde sie wieder ernst, als sie die Situation in der n�heren Umgebung studierte. �Sagen Sie dem Maschinenraum, sie sollen f�r den Hauptantrieb auf hundert Prozent runtergehen. Vor uns liegt eine lange Verfolgungsjagd, ehe wir wieder eines der Enigma-Schiffe einholen werden.�</p><p>�Die Syndiks verf�gen nicht �ber gen�gend Schiffe, um alle denkbaren Ziele ausreichend zu sch�tzen�, sagte Geary. �Haben wir eigentlich von den Syndiks irgendeine Antwort erhalten?�</p><p>Desjani sah zum Komm-Wachhabenden, der daraufhin nickte und sagte: �Vor f�nf Minuten ist etwas eingegangen.�</p><p>�Ihr st�ndiger Befehl lautet��</p><p>��keine zeitkritischen Ereignisse f�r Nachrichten zu st�ren, die nicht dringend sind�, f�hrte Desjani den Satz zu Ende. �Sie haben sich v�llig richtig verhalten. Von wem kommt die Nachricht?�</p><p>�Von der Flotte, die vom bewohnten Planeten zu den Docks in der N�he des Gasriesen unterwegs ist. Dem, der uns am n�chsten ist. Die Nachricht ist an Admiral Geary gerichtet, Captain.�</p><p>�Schicken Sie sie auf mein Display und auf das von Captain Desjani�, befahl Geary.</p><p>Einen Augenblick sp�ter �ffnete sich ein Fenster vor ihm und Desjani. Eine Frau in Syndik-Uniform war zu sehen, die sich auf der Br�cke eines Schweren Kreuzers der Syndiks aufhielt. Die Kragenabzeichen entsprachen allerdings nicht dem Syndik-Standard, und ihre Worte widersprachen vom ersten Ton an dem restlichen Erscheinungsbild. �Hier spricht Kommodor Marphissa vom Schweren Kreuzer <emphasis>Manticore </emphasis>des Midway-Sternensystems.�</p><p>�Kommodor Marphissa vom Schweren Kreuzer <emphasis>Manticore</emphasis>�, wiederholte Desjani. �Milit�rische Dienstgrade und Namen f�r die Schiffe? Hier hat sich seit unserem letzten Besuch aber einiges ge�ndert. Sie hat sich nicht als Syndik bezeichnet, aber sie sieht wie eine aus.�</p><p>�M�chte wissen, was aus CEO Kolani geworden ist�, sagte Geary.</p><p>�Wahrscheinlich etwas, was wir besser nicht wissen sollten.� Desjani musterte argw�hnisch das Bild der Kommodor.</p><p>�Kolani machte auf mich den Eindruck, den Syndikatwelten gegen�ber bedingungslos loyal zu sein�, redete Geary weiter. �Das w�rde erkl�ren, warum jetzt Kommodor Marphissa hier das Kommando f�hrt.�</p><p>Die Frau hatte nach ihrer Vorstellung eine l�ngere Pause eingelegt, als h�tte sie bereits erwartet, dass ihre Zuschauer �ber sie diskutieren w�rden. Jetzt redete sie selbstsicher und ruhig weiter. �Wir hei�en die Unterst�tzung der Allianz-Flotte unter dem Kommando Admiral Geary willkommen, das Midway-Sternensystem gegen <emphasis>jede </emphasis>Bedrohung zu verteidigen.�</p><p>Es war nicht zu �berh�ren gewesen, welches Wort sie betont hatte. �Jede?�, wiederholte Desjani. �Jede? Dieses vormalige Syndik-Mistst�ck will uns in einen Kampf gegen die Syndik-Regierung hineinziehen. Wie kommt sie auf die Idee, wir k�nnten darauf reinfallen?�</p><p>�Wir sind auf dem Weg zum Gasriesen�, fuhr Marphissa fort. �Wir werden weiter diesem Kurs folgen, bis wir entweder auf feindliche Streitkr�fte treffen oder den Befehl erhalten, Ihnen zur Seite zu stehen. Ich habe allerdings bereits den st�ndigen Befehl, Admiral Gearys Flotte stets im Midway-System willkommen zu hei�en. F�r das Volk! Ich bin Kommodor Marphissa. Ende.�</p><p>Nachdenklich zog Geary die Stirn in Falten, als die Nachricht zu Ende war. �Haben Sie das geh�rt?�</p><p>�Jedes einzelne Wort�, sagte Desjani nachdr�cklich.</p><p>�Ich meine den Schluss, als sie �f�r das Volk� gesagt hat. Das habe ich von vielen Syndik-Oberen geh�rt, und es wird immer noch ohne Betonung und ohne jede Gef�hlsregung gesagt. Es wird einfach hingeworfen, als h�tte der Satz keinerlei Bedeutung.�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. ��berrascht Sie das? Jeder wei�, dass das nur ein Witz ist. Den Syndikatwelten geht es niemals um das Volk.�</p><p>�Ja, aber so, wie die Kommodor es ausgesprochen hat, schien sie es ernst zu meinen�, beharrte er.</p><p>Sie spielte den Schluss der Mitteilung noch einmal ab, dann nickte sie widerstrebend. �Ja, okay, ich verstehe, was Sie meinen. Diese Leute haben sich gegen die CEOs erhoben. Vielleicht versuchen sie tats�chlich, etwas anderes zu sein als Syndiks. Aber die Personen an der Spitze, Iceni und Drakon, sind beide ehemalige CEOs. Entweder haben sie sich grundlegend ge�ndert, oder sie spielen nur Theater. Ich wei�, worauf ich mein Geld setzen werde.�</p><p>Geary lehnte sich nach hinten und betrachtete sein Display, auf dem Hunderte Allianz-Kriegsschiffe vierunddrei�ig Enigma-Schiffe jagten, jedes auf einer anderen Flugbahn unterwegs, w�hrend s�mtliche Vektoren im inneren Sternensystem oder am Hypernet-Portal endeten. Keiner der Vektoren wies einen Abfangspunkt auf, was die Tatsache verdeutlichte, dass seine Schiffe die Enigmas nicht einholen konnten, solange die nicht ihren Kurs oder ihre Geschwindigkeit �nderten. �Wer immer diese ehemaligen Syndiks sind, kann ich nur hoffen, dass sie wissen, wie man k�mpft. Wir k�nnen die Enigmas nicht mehr aufhalten. Das m�ssen sie jetzt erledigen.�</p><p>Alarmsignale leuchteten auf seinem Display auf, die ein Dutzend Enigma-Schiffe markierten.</p><p>�Sie haben Projektile f�r ein Bombardement gestartet�, meldete Desjani. �Nach den Flugbahnen zu urteilen, ist die bewohnte Welt das Ziel.� Sie ballte die Faust und schlug auf die Armlehne. �Die k�nnen weder wir noch die Syndiks aufhalten.�</p></section><section><title><p>Achtzehn</p></title><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>bewegte sich mit fast 0,2 Licht durchs All und legte damit nahezu sechzigtausend Kilometer in der Sekunde zur�ck, doch selbst das gen�gte nicht, um die vor ihr davoneilenden Enigma-Schiffe einzuholen. Das von ihnen begonnene Bombardement war auf diese Weise erst recht nicht aufzuhalten.</p><p>Sie konnten nur dasitzen und mussten tatenlos zusehen, wie die Projektile sich ihren Zielen n�herten.</p><p>�Admiral, wir empfangen eine Nachricht vom bewohnten Planeten.�</p><p>Geary nickte frustriert. �Die wissen noch gar nicht, was auf sie zukommt. Dann wollen wir mal h�ren, was �Pr�sidentin� Iceni zu sagen hat.�</p><p>Das Bild, das vor ihm auftauchte, zeigte Iceni und einen schroff wirkenden Mann, die beide hinter einem beeindruckenden Schreibtisch aus poliertem Holz sa�en. Der Mann erweckte nicht den Eindruck, ein Assistent zu sein, sondern schien eher der Frau ebenb�rtig zu sein.</p><p>Iceni trug nicht mehr den dunkelblauen Anzug, der als Standardkleidung der Syndik-CEOs fungierte, stattdessen strahlte ihr Erscheinungsbild Macht und Wohlstand aus, ohne damit zu prahlen. Der Mann neben ihr trug eine ungewohnte Uniform, die wohl aus ehemaligen Syndik-Elementen zusammengesetzt worden war. Allerdings h�tte er diese Uniform gar nicht ben�tigt, da er f�r Geary auch so das Image eines Milit�rs ausstrahlte.</p><p>�Hier spricht Pr�sidentin Iceni vom unabh�ngigen Sternensystem Midway.� Dann hielt sie inne.</p><p>Der Mann in Uniform f�gte knapp hinzu: �Hier spricht General Drakon, Befehlshaber der Bodenstreitkr�fte von Midway.�</p><p>�Wir freuen uns, die Allianz-Flotte wieder in unserem System begr��en zu d�rfen�, fuhr Iceni fort. �Das gilt vor allem mit Blick auf die gegenw�rtigen Umst�nde und die zuvor zwischen uns getroffenen Vereinbarungen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um unser Sternensystem gegen Invasoren zu verteidigen, und wir bitten Sie nur, uns bei dieser Aufgabe zu unterst�tzen, bis das Volk von Midway wieder in Sicherheit leben kann. Kommodor Marphissa, die Seniorbefehlshaberin unserer Kriegsschiffe, hat den Befehl erhalten, Ihre Anweisungen zu befolgen, solange die nicht im Widerspruch zu ihren Pflichten stehen, dieses Sternensystem zu verteidigen. Ich m�chte Sie darauf hinweisen, dass das Schlachtschiff in unserer Milit�rwerft derzeit �ber einen funktionst�chtigen Antrieb verf�gt, jedoch nicht �ber einsatzbereite Schilde oder Waffen. Hier spricht Pr�sidentin Iceni. F�r das Volk. Ende.�</p><p>Rione stand auf einmal wieder neben Geary und sah ihn verwundert an. �Zuvor getroffene Vereinbarungen?�</p><p>Er nickte und versuchte, keinen schuldbewussten Eindruck zu machen. �Zuvor getroffene Vereinbarungen�, wiederholte er, als sei das etwas v�llig Nat�rliches.</p><p>�Reden wir hier von mehr als dem Friedensvertrag mit der Regierung der Syndikatwelten? Von zus�tzlichen Vereinbarungen?�</p><p>�Warum fragen Sie mich das?�</p><p>Sowohl Desjani als auch Rione warfen ihm skeptische Blicke zu, und mit einem Mal wurde ihm klar, dass er zwischen zwei Fronten geraten war. �Admiral, haben Sie irgendwelche weiteren Vereinbarungen mit den Beh�rden hier bei Midway getroffen?�</p><p>Wieder nickte er. �Ich habe mich bereit erkl�rt, ihnen dabei zu helfen, sich gegen die Enigmas zu verteidigen, was mit dem Friedensvertrag vereinbar ist.�</p><p>�Das ist alles?�, hakte Rione nach. �Diese Kommodor schien auch mehr von uns zu erwarten als nur das, was der Friedensvertrag erforderlich macht.�</p><p>�Ja�, sagte Desjani. �Den Eindruck erweckte sie.�</p><p>Schlimmer konnte es nicht kommen, als dass Rione und Desjani einer Meinung waren, er m�sse irgendetwas falsch gemacht haben.</p><p>�Haben Sie etwas gesagt�, fragte Rione, �was diese Pr�sidentin Iceni so auslegen k�nnte, dass sie behaupten kann, Black Jack wird sie vor ihrer eigenen Regierung besch�tzen?�</p><p>�Nein, so etwas habe ich nicht versprochen.� Beide musterten ihn noch eindringlicher. �Ich habe allerdings aus guten Gr�nden zugestimmt, nicht �ffentlich zu erkl�ren, dass ich sie nicht vor solchen Bedrohungen besch�tzen werde.�</p><p>Desjani schaute ihn finster an. �Ich h�tte Sie niemals allein mit dieser Frau reden lassen d�rfen.�</p><p>Rione dagegen wirkte gar nicht mehr so ver�rgert. �Eine vage Zusage ohne ein echtes Versprechen? Ich bin beeindruckt, Admiral. Das k�nnen wir bestimmt verwenden.�</p><p>�Na, gro�artig�, warf Desjani ein. �<emphasis>Sie </emphasis>erz�hlt Ihnen, dass Sie das gut gemacht haben. Damit sollte Ihnen eigentlich klar sein, dass Sie sich v�llig verkehrt verhalten haben, nicht wahr?�</p><p>Geary hob eine Hand, um f�r Ruhe zu sorgen. �Sp�ter. Jetzt muss ich erst mal den beiden antworten. Wenn unsere Antwort bei ihnen eintrifft, werden sie bereits gesehen haben, dass wir den gr��ten Teil der Enigma-Streitmacht ausgeschaltet haben. Aber dann werden sie auch wissen, dass die Enigmas ihren Planeten bombardieren.�</p><p>�Die Oberfl�che dieses Planeten besteht aus sehr viel Wasser und nur wenig Land�, erkl�rte Desjani, die wieder finster dreinschaute. �Selbst wenn die Projektile die Ziele an Land verfehlen und im Wasser landen, werden sie f�r einige h�ssliche Wellen sorgen, die all diese kleinen Inseln �bersp�len d�rften. Ich w�rde ihnen raten, dass sie versuchen sollte, den gr��ten Teil der Bewohner zu evakuieren und irgendwie in den Orbit zu bringen und den Rest dazu zu veranlassen, dass er sich in h�her gelegene Gebiete zur�ckzieht. Aber so wie ich die Syndik-CEOs kenne, werden sie blo� zusehen, dass sie sich selbst in Sicherheit bringen, w�hrend sie die Bev�lkerung ihrem eigenen Schicksal �berlassen.�</p><p>Am liebsten h�tte er Desjani gefragt, wieso sie die Folgen eines so breit gestreuten planetaren Bombardements voraussagen konnte, doch im letzten Moment hielt er sich davon ab. Die Allianz hatte solche Taktiken �bernommen und versucht, durch fl�chendeckende Bombenteppiche nicht nur die Moral des Gegners zu brechen, sondern auch zivile Ziele zu zerst�ren. Diese Strategie hatte schon in der Vergangenheit nicht funktioniert, und sie hatte auch der Allianz nicht den erhofften Erfolg eingebracht, und dennoch hatte man sie viel zu lange angewandt. Als diese Ma�nahmen durchgef�hrt wurden, war Desjani eine Flottenoffizierin gewesen. Zwar geh�rte das zu den Dingen, �ber die sie nicht redete, doch er wusste, es hatte sich abgespielt. Es war sicher das Beste, wenn er sich jetzt nicht dazu �u�erte. Stattdessen konzentrierte er sich auf den letzten Teil von Desjanis Einsch�tzung.</p><p>�Iceni ist auch nicht davongelaufen, als die Enigmas das letzte Mal angegriffen hatten, wissen Sie noch? Sie blieb auf dem Planeten, obwohl es noch vor unserem Eintreffen so ausgesehen hatte, als w�rden die Enigmas das gesamte Sternensystem einfach �berrennen. Das ist ihre Art. Aber was halten Sie von diesem Drakon?�</p><p>Desjani reagierte mit einer gereizten Geste. �Er wirkte echt auf mich. Will sagen, er kam mir nicht wie ein CEO vor.�</p><p>�Den Eindruck hatte ich auch. Er wirkt wie jemand, der nicht so einfach seinen Posten aufgeben wird.�</p><p>�Wie ist er dann ein CEO geworden?�</p><p>�Keine Ahnung�, erwiderte Geary. �Sie haben recht, dass wir das nicht vergessen d�rfen. Aber f�r den Augenblick werde ich das Beste von ihnen denken, weil das momentan nicht schaden kann. Wir k�nnen sowieso nur hier sitzen und zusehen, wie sie sich verhalten werden.�</p><p>Rione nickte mit ernster Miene. �Wird der Planet nach dem Bombardement noch bewohnbar sein?�</p><p>�Das h�ngt davon ab, wo die Projektile einschlagen werden�, antwortete Geary. Er atmete einmal tief durch, dann bet�tigte er seine Komm-Kontrollen und begann zu reden: �Hier spricht Admiral Geary. Wir haben unser Bestes gegeben, die Enigma-Streitmacht unsch�dlich zu machen. Trotzdem sind uns einige Schiffe entkommen, von denen wiederum einige begonnen haben, Ihre bewohnte Welt zu bombardieren. Wir werden weiter die Enigma-Schiffe verfolgen, aber wir k�nnen nichts gegen die Projektile unternehmen, die auf Ihre Welt zusteuern. Ich muss Sie auffordern, alle erdenklichen Ma�nahmen zu ergreifen, um die Sicherheit Ihres Volks zu gew�hren. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Da weiter nichts zu tun war als zuzusehen, wie sich die Flugbahnen von Schiffen und Projektilen ihren Zielen n�herten, widmete sich ein m�rrischer Geary den drei Flotten, die zu den Syndiks geh�rten. Oder auch nicht mehr geh�rten. Dabei versuchte er sich zu �berlegen, was er anstelle des Commanders der Syndiks tun w�rde. �Wenn sie alles richtig gemacht und die Bewegungen dieser beiden Schweren Kreuzer beim Gasriesen vern�nftig aufeinander abgestimmt haben, dann k�nnten sie die Enigmas zu einem Spie�rutenlaufen zwingen, wenn die zu diesem Schlachtschiff oder zu der bewohnten Welt gelangen wollen.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Theoretisch ja, aber so gut sind sie nicht.�</p><p>�So gut m�ssen sie aber sein, wenn sie �berleben wollen. Wir k�nnen hier nicht bleiben. Was immer diese Leute haben, um sich zu verteidigen, wenn wir das System l�ngst verlassen haben, sie werden es klug einsetzen m�ssen, damit sie nicht vom n�chsten Angreifer �berrannt werden.�</p><p>�Sie k�nnen ihnen nicht Ihre Art zu k�mpfen beibringen�, wandte Desjani ein. �Abgesehen von der Tatsache, dass wir nicht monatelang in diesem System bleiben k�nnen, wird es niemandem gefallen, wenn den Syndiks Kampftaktiken beigebracht werden.�</p><p>�Es sieht nicht so aus, als w�ren das hier noch Syndiks.�</p><p>�Wie wollen Sie das beurteilen? Admiral, ich bin mit Ihnen einer Meinung, dass jeder hier besser k�mpfen muss als der durchschnittliche Syndik-CEO, aber Sie k�nnen ihnen das nicht vermitteln. Bei der Flotte und der Regierung w�re die H�lle los, wenn Black Jack pers�nlich seine Geheimnisse den Leuten verr�t, die immer noch Syndik-Uniformen tragen, selbst wenn sie sich mittlerweile anders nennen.�</p><p>Geary nickte, da er wusste, dass sie recht hatte. Er selbst lag aber ebenfalls richtig. Wie also konnte er den Menschen hier helfen, sich gegen Aggressoren zu verteidigen?</p><p>Was nat�rlich voraussetzte, dass es nach dem Bombardement �berhaupt noch etwas gab, was verteidigt werden konnte.</p><p>�Admiral?� General Charban war auf die Br�cke gekommen und zeigte auf das Beobachterdisplay. �Was veranstalten die Spinnenwolf-Schiffe da?�</p><p>Seit die Spinnenw�lfe sich aus dem Geschehen im System zur�ckgezogen hatten, war Geary nicht mehr auf den Gedanken gekommen, sich um ihren Verbleib zu k�mmern. �Sie befinden sich oberhalb der Ebene des Sternensystems und n�her am Stern, weil sie anders als wir nicht kehrtgemacht haben, um gegen die Enigmas zu k�mpfen�, antwortete Geary und suchte auf seinem Display nach den Anzeigen der sechs Schiffe. �Und jetzt� Was bei den lebenden Sternen machen die da?�</p><p>Desjani warf ihm einen besorgten Blick zu, dann betrachtete sie ebenfalls die Positionen und Bewegungen der Spinnenw�lfe. �Sie� sie befinden sich auf einem Abfangkurs zu den Enigma-Projektilen�, murmelte sie ungl�ubig. �Laut unserem System k�nnen sie sie erreichen, weil sie bereits dem inneren Sternensystem n�her waren, als die Enigmas aus gr��erer Entfernung ihr Bombardement gestartet haben. Au�erdem k�nnen sie besser beschleunigen als wir.�</p><p>�Aber wieso?�, fragte Geary in die Runde. �Welchen Sinn ergibt ein Abfangkurs zu kinetischen Projektilen? Die Projektile sind zu schnell und zu klein f�r eine brauchbare Feuerl�sung.�</p><p>�F�r uns schon�, sagte Desjani, die zu verstehen begann. �Admiral, die Schiffe der Spinnenw�lfe sind schneller und vor allem viel wendiger als unsere. Sie waren da, wo sie gebraucht wurden, um ein Bombardement von den Enigma-Schiffen abzufangen. Wenn sie es schaffen, sich hinter die kinetischen Projektile zu setzen und in die richtige Position, dann sollte es unseren Systemen zufolge theoretisch m�glich sein, zumindest ein paar Streifsch�sse zu schaffen, durch die diese Steine von ihrer Flugbahn abgelenkt werden.�</p><p>Rione stand da und bekam vor Staunen den Mund nicht mehr zu. �Sie mischen sich ein. Sie helfen uns zwar nicht beim Kampf gegen die Enigmas, aber sie versuchen, unsere Zivilbev�lkerung zu besch�tzen.�</p><p>�Sie sagten doch, die Spinnenw�lfe waren da, wo sie gebraucht wurden, um das Bombardement abzufangen, nicht wahr?�, wandte sich Charban an Desjani. �Es scheint, sie wollten absichtlich in der Lage dazu sein, wenn es notwendig werden sollte.�</p><p>Desjani verzog frustriert den Mund. �Warum m�ssen die nur so verdammt h�sslich aussehen?�</p><p>�Ich bin in zunehmendem Ma�e davon �berzeugt, dass sie das Gleiche �ber uns sagen�, erwiderte Charban l�chelnd. �Sie wissen, dass die Menschen in diesem System unsere Feinde sind oder es zumindest waren, und es hat sie tief beeindruckt, dass wir bereit sind zu k�mpfen, um sie zu verteidigen. Vielleicht hat unser Vorgehen hier die Spinnenw�lfe dazu veranlasst, auf diese Weise einzugreifen. So verschieden wir auch sind, ist das ein Punkt, bei dem wir beide das gleiche Verst�ndnis von den Dingen haben.�</p><p>�Schon eigenartig�, meinte Geary. �Da unterscheiden sich die Spinnenw�lfe st�rker von uns als jede andere nichtmenschliche Spezies, und ausgerechnet mit ihnen teilen wir gleich mehrere Gemeinsamkeiten. Die Enigmas und die B�rk�he kommen uns anatomisch viel n�her, aber deren Denkprozesse sind viel fremdartiger f�r uns.�</p><p>�Niemand hat je behauptet, dass das Universum leicht zu verstehen ist�, sagte Charban, �oder dass es all unsere Erwartungen erf�llen wird, anstatt sie auf den Kopf zu stellen.�</p><p>�Neunzehn Minuten, bis die Spinnenw�lfe die Projektile erreicht haben�, warf Desjani ein. �Sehen Sie mal, ihre Schiffe fliegen nicht mehr in Formation. Sie passen ihre Vektoren an, um sich hinter verschiedene Steinhaufen zu setzen, die von unterschiedlichen Enigma-Schiffen gestartet wurden.�</p><p>Hatte zuvor noch Resignation geherrscht, war die Br�cke mit einem Mal von Anspannung erf�llt. Geary verfolgte mit, wie sich die Flugbahnen der Spinnenwolf-Schiffe und die der Projektile einander n�herten, und fragte sich, ob die Spinnenw�lfe tats�chlich in der Lage waren, ein so komplexes Flugman�ver zu bew�ltigen.</p><p>�Wundersch�n�, fl�sterte Desjani, als sie sah, mit welcher Eleganz die Spinnenwolf-Schiffe ihren Kurs �nderten. �Sogar ihre Flugman�ver haben etwas Bet�rendes.�</p><p>�Unsere Systeme sch�tzen, dass die Spinnenwolf-Schiffe in zwei Minuten in Waffenreichweite sein werden�, meldete Lieutenant Yuon.</p><p>Geary �berpr�fte die Entfernungen. Zw�lf Lichtminuten bis zu dem Punkt, an dem die Spinnenw�lfe und die kinetischen Projektile zusammentreffen w�rden. Es war durchaus m�glich, dass die Spinnenw�lfe l�ngst ihren Einsatz beendet hatten und dass alles bereits vor�ber war, noch bevor man auf den Allianz-Schiffen �berhaupt den Beginn ihrer Aktion zu sehen bekam.</p><p>Auf der Br�cke herrschte gebanntes Schweigen, jeder starrte auf das Display vor ihm. Geary bemerkte, dass er unbewusst so leise atmete, wie er nur konnte, als k�nnte irgendein Ger�usch sich irgendwie auf die Ereignisse auswirken, die sich weit weg von ihnen abspielten. Es war der menschliche Instinkt, das Erbe der J�ger einer fernen Vergangenheit auf einer Welt, die von diesem Ort unvorstellbar weit entfernt war�� ein Erbe, das dennoch nach wie vor das Handeln diktierte.</p><p>�Wann werden wir es wissen?�, erkundigte sich Rione mit leiser Stimme, die dennoch so laut widerzuhallen schien, dass sie der Stille auf der Br�cke ein j�hes Ende setzte.</p><p>�Noch drei Minuten, bevor wir �berhaupt etwas zu sehen bekommen�, antwortete Lieutenant Yuon.</p><p>Es waren sehr lange drei Minuten, die damit endeten, dass �berall auf der Br�cke ungl�ubig nach Luft geschnappt wurde, als die ersten Bilder zu sehen waren. �Da sind sie�, sagte Desjani. Ihre Augen leuchteten vor Bewunderung. �Sie haben die perfekte Position eingenommen! Genau hinter ihren Zielen. Nicht ein Schuss kann danebengehen. Die relative Geschwindigkeit ist so niedrig wie nur m�glich!�</p><p>�Aber ihnen bleibt nur ein kurzes Zeitfenster zum Feuern, sonst fliegen ihnen die Steine davon.� Geary sah mit an, wie die Spinnenw�lfe das Feuer er�ffneten, und w�nschte ihnen, dass jeder Schuss ins Ziel ging, obwohl er wusste, dass sie schon vor �ber zehn Minuten ihre Ziele getroffen oder verfehlt hatten und dass daran nichts mehr zu �ndern war.</p><p>�Eins, zwei, vier, sieben�, rief Lieutenant Yuon, als die Systeme meldeten, wie viele kinetische Projektile von ihrer urspr�nglichen Flugbahn abgelenkt worden waren. �Zw�lf, neunzehn, sechsundzwanzig, achtunddrei�ig.�</p><p>Geary wandte den Blick nicht von seinem Display ab. Achtunddrei�ig von insgesamt zweiundsiebzig Steinen.</p><p>�Einundf�nfzig�, meldete Lieutenant Yuon. Die Treffer erfolgten nun noch schneller, da die Spinnenw�lfe ihre Position noch weiter verbesserten und somit besser zielen konnten. Aber die Steine entfernten sich kontinuierlich von ihnen und gerieten allm�hlich au�er Waffenreichweite. �Sechzig, vierundsechzig, achtundsechzig, neunundsechzig!�</p><p>�Macht schon!�, platzte Geary heraus. �Nur noch drei!�</p><p>�Siebzig� einundsiebzig.�</p><p>Die Spinnenwolf-Schiffe feuerten so schnell, wie sie nur konnten, aber es war nicht zu �bersehen, dass die Zielgenauigkeit drastisch abfiel, je weiter sich die Ziele von ihnen entfernten. Wieder war die Br�cke in gebanntes Schweigen versunken, alle Augen waren auf das eine Symbol gerichtet, das das letzte, noch auf den bewohnten Planeten zurasende Projektil kennzeichnete.</p><p>�Verdammt�, murmelte Desjani.</p><p>�Sie haben immer noch eine Chance�, hielt Geary dagegen.</p><p>Dann endete das Sperrfeuer der Spinnenw�lfe v�llig abrupt. Geary konnte es nicht fassen. So dicht vor einem vollst�ndigen Erfolg, aber offenbar hatten die Spinnenw�lfe aufgegeben�</p><p>In diesem Moment ging von jedem der sechs Schiffe ein Feuerball aus, da sie alle Waffen gleichzeitig abfeuerten, die auf den Punkt gerichtet waren, an dem das Projektil vor ihnen her durchs All raste.</p><p>�Zweiundsiebzig�, meldete Lieutenant Yuon mit zitternder Stimme.</p><p>Desjani lachte und sah Geary an, als wollte sie ihn am liebsten umarmen und k�ssen. Sie begn�gte sich aber damit, ihn mit der Faust gegen die Schulter zu knuffen.</p><p>�Den Vorfahren sei Dank! Und den Spinnenw�lfen sei Dank!�</p><p>�Madam Gesandte�, sagte Geary, dem vor Erleichterung ein wenig schwindlig war, �und General Charban, bitte �bermitteln Sie den Spinnenw�lfen, dass wir ihnen f�r ihr Eingreifen zutiefst dankbar sind.�</p><p>Im Gegensatz zu allen anderen auf der Br�cke schaute Rione besorgt drein. �Und wenn die Enigmas weitere Projektile abwerfen?�</p><p>�Jetzt sind die Spinnenw�lfe in einer noch besseren Position, um die abzufangen�, sagte Geary. �So k�nnen sie die n�chsten Steine noch pr�ziser vom Kurs abbringen. Wir haben noch immer Grund zur Sorge, wen oder was die Enigmas noch angreifen wollen, aber solange die Spinnenw�lfe zwischen ihnen und dem Planeten bleiben, werden keine Projektile mehr durchkommen.�</p><p>Die Flottensensoren hatten die Flugbahnen der zweiundsiebzig Projektile weiter verfolgt, doch keine von ihnen trug noch ein Warnsymbol, da die Steine in Richtungen davontrudelten, die sie weit an ihrem urspr�nglichen Ziel vorbeif�hren sollten.</p><p>�Ein Punkt f�r die Diplomatie�, sagte Charban.</p><p>Die immer noch zutiefst erleichterte Desjani l�chelte, als sie die Bemerkung h�rte. �General, ich w�rde das Ganze als die Folge einer lohnenden Investition in Form einer Kiste Klebeband betrachten.�</p><p>�Captain, einige Enigma-Schiffe vollziehen erhebliche �nderungen ihrer Vektoren�, warf Lieutenant Castries in dem Moment ein.</p><p>Alle sahen sie gleich wieder auf ihr Display. �Gut, dass Sie das Geschehen da drau�en im Auge behalten haben, w�hrend Ihre Vorgesetzten sich gegenseitig auf die Schultern klopfen�, sagte Desjani zu Castries. �Zw�lf Schiffe?�</p><p>�Die zw�lf, die den Planeten bombardiert haben�, best�tigte Lieutenant Yuon.</p><p>Diese Enigma-Kriegsschiffe tauchten tief unter die Ebene des Sternensystems ab und nahmen Kurs auf die Allianz-Schiffe, die ihnen und den �brigen Enigma-Schiffen gefolgt waren.</p><p>�Ein Selbstmordkommando?�, �berlegte Geary. �Wollen sie noch einmal versuchen, zu den Hilfsschiffen oder den Sturmtransportern zu gelangen?�</p><p>Zu seiner �berraschung antwortete General Charban darauf. �Es sind nur diese zw�lf, die eine Kurs�nderung vorgenommen haben, Admiral. Als wir das Gebiet der Enigmas durchquert haben, konnten wir herausfinden, dass sie keine geeinte Spezies sind. Diese Streitmacht muss sich aus Schiffen verschiedener Enigma-Nationen zusammensetzen. Ich w�rde vermuten, dass eine dieser Nationen zu dem Schluss gekommen ist, mehr als genug getan zu haben, um der Vereinbarung gerecht zu werden, die von ihnen den Angriff auf uns Menschen verlangt. Sie haben versucht, die bewohnte Welt zu bombardieren, es hat nicht geklappt, und jetzt kehren sie heim.�</p><p>�Es ist durchaus m�glich�, r�umte Desjani ein. �Mit diesem Man�ver haben sie auf jeden Fall ihre unmittelbaren Verfolger abgesch�ttelt.� Die Allianz-Kriegsschiffe, die diese Enigmas jagten, wurden von dem abrupten Kurswechsel ihrer Beute �berrascht. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit hatten sie M�he, ihre eigenen Vektoren weit genug zu ver�ndern, um die zw�lf Enigma-Schiffe abzufangen, ehe die an ihnen vorbei in Richtung Sprungpunkt entkommen konnten. �Admiral, wenn sich ein paar Zerst�rer und Schwere Kreuzer von der Hauptflotte l�sen, k�nnen sie diese Schiffe erwischen.�</p><p>Geary sah mit an, wie die zw�lf Enigma-Schiffe an ihren Verfolgern vorbeirasten. Lediglich das Letzte von ihnen geriet in den Beschuss der Allianz-Schiffe und wurde in St�cke gerissen, w�hrend die �brigen elf weiterflogen und entkamen.</p><p>Sein Blick wanderte zum Rest des Schlachtfelds, wo kampf- und flugunf�hig geschossene Enigma-Kriegsschiffe der Selbstzerst�rung zum Opfer fielen, um auf keinen Fall Geheimnisse dieser Spezies ans Licht kommen zu lassen. Den �berlebenden Crewmitgliedern an Bord wurde damit ein j�hes Ende bereitet. Nur neunzehn weitere Enigma-Schiffe waren �brig, von denen f�nf weiter auf das nicht einsatzbereite Schlachtschiff und die Werft in der N�he des Gasriesen zuhielten, w�hrend die �brigen vierzehn das Hypernet-Portal zum Ziel hatten. Er musste an die B�rk�he denken, die bis zum Tod k�mpften und den Selbstmord w�hlten, um einer Gefangennahme zu entgehen. �Nein.�</p><p>�Nein?�, wiederholte Desjani. �Captain Armus kann gen�gend Kreuzer und Zerst�rer entbehren, die sich um diese Enigmas k�mmern, und es bleibt ihm immer noch eine ausreichende Zahl an Schiffen, um seine kostbaren Einheiten vor anderen Enigmas zu besch�tzen, die noch mal versuchen k�nnten, sie zu rammen.�</p><p>�Nein�, beharrte Geary. �Es reicht. General, �bermitteln Sie diesen elf Enigma-Schiffen noch einmal unser Angebot, mit ihnen zu verhandeln. Und erg�nzen Sie eine Anmerkung, dass wir ihnen gezeigt haben, was geschehen wird, wenn sie uns weiter bek�mpfen wollen. Und machen Sie dann noch einmal deutlich, dass wir bereit sind, sie in Ruhe zu lassen, wenn wir von ihnen in Ruhe gelassen werden.�</p><p>�Ja, Admiral�, entgegnete Charban.</p><p>Seufzend sagte Desjani zu Geary: �Ich sch�tze, wir haben genug von ihnen get�tet. Wenn ein paar von ihnen es zur�ck nach Hause schaffen, k�nnen sie den anderen erz�hlen, was mit dem Rest ihrer Flotte geschehen ist. Dann �berlegen sie es sich vielleicht noch einmal, bevor sie wieder so etwas versuchen.�</p><p>�Genau das ist meine Absicht�, sagte er, doch ihr Blick verriet ihm, dass sie wusste, es war nicht der einzige Grund daf�r gewesen, weiteres Blutvergie�en zu vermeiden.</p><p>Auf seinem Display verfolgte er die Bewegungen der Schiffe im System mit und f�hlte sich dabei unertr�glich m�de. Wenn sich vorl�ufig nichts �nderte, w�rden Stunden oder sogar Tage vergehen, ehe sich irgendetwas ereignen konnte. Das war ihm nur allzu bewusst. Falls aber eines der neunzehn Enigma-Kriegsschiffe, die weiter auf ihre Ziele zuflogen, einen abrupten Vektorwechsel vollzog, dann mochte es nur eine Frage von Minuten sein, bis eine Reaktion erforderlich wurde. Sein Blick wanderte zu den Warnsymbolen, die bei den Zerst�rern und vereinzelt auch bei den Leichten Kreuzern der Verfolgergruppe auf den zu geringen Bestand an Brennstoffzellen aufmerksam machten. Aber die Leichten Kreuzer und Zerst�rer konnten die Enigmas ohnehin nicht einholen, solange die unver�ndert schnell vor ihnen davonflogen, und sie h�tten allenfalls bei einer sinnlosen Verfolgungsjagd die letzten Reserven aufgebraucht. �An alle Einheiten der Verfolgergruppe: Hier spricht Admiral Geary. Reduzieren Sie sofort Ihre Geschwindigkeit auf 0,15 Licht. Verfolgen Sie weiterhin die Enigma-Kriegsschiffe und er�ffnen Sie das Feuer, sobald sich eine Gelegenheit dazu bietet.�</p><p>Desjani schaute wieder missmutig drein.</p><p>�Wir k�nnen sie nicht einholen�, sagte er zu ihr.</p><p>�Das wei� ich.�</p><p>�K�nnte sein, dass die Syndiks sie zu uns zur�ckschicken.�</p><p>Ihre Miene hellte sich ein wenig auf. �Ja, das k�nnte sein. Mit einem Schlachtschiff und zwanzig weiteren Kriegsschiffen sollte sogar Boyens in der Lage sein, mit vierzehn Enigma-Schiffen fertigzuwerden.�</p><p>Geary nickte und �berlegte, dass sie inzwischen von Boyens h�tten h�ren m�ssen, wenn er eine Nachricht an die Allianz-Flotte geschickt h�tte. Aber offenbar wollte er sich zumindest f�r den Augenblick wortkarg geben.</p><p>Der Kampf war noch nicht vor�ber, und auch die Verfolgungsjagd dauerte noch an, dennoch lockerten die Schiffe der Verfolgergruppe ihren Gefechtsstatus, damit die Crewmitglieder Zeit bekamen, sich auszuruhen und eine anst�ndige Mahlzeit zu sich zu nehmen. Weit hinter ihnen und noch immer in der N�he des von Pele herf�hrenden Sprungpunkts bewegte sich die Hauptflotte kontinuierlich weiter ins System hinein, reagierte aber nicht auf die elf fliehenden Enigma-Schiffe auf ihrem Weg zum Sprungpunkt, die sich au�erhalb der Reichweite der Allianz-Waffen bewegten. Diese Enigmas hatten offenbar tats�chlich genug vom K�mpfen, ganz so wie Charban es vermutet hatte.</p><p>Etliche Stunden sp�ter traf eine weitere Nachricht von der bewohnten Welt ein, wieder waren Iceni und Drakon auf dem Bild zu sehen. Beiden gelang es, �berzeugende Ruhe auszustrahlen, als w�ren sie nicht in letzter Sekunde v�llig �berraschend vor dem sicheren Tod bewahrt worden. �Wir stehen abermals in Ihrer Schuld, Admiral Geary. Ich wei� nicht, wer Ihre Verb�ndeten sind, aber ihnen sind wir ebenfalls zu gro�em Dank verpflichtet.�</p><p>�Wartet nur ab, bis ihr sie zu sehen bekommt�, murmelte Desjani.</p><p>�Meine Kriegsschiffe�, fuhr Iceni fort, �werden sich den Enigmas widmen, die es auf mein Schlachtschiff abgesehen haben. Ich habe keinen Einfluss auf die Flotte nahe dem Hypernet-Portal, aber ich kann Ihnen sagen, dass Sie nicht davon ausgehen k�nnen, dass diese Flotte in unserem Interesse handeln wird. Ihr Befehlshaber CEO Boyens ist Ihnen ja bekannt. Wenn Sie ihm Ihre Befehle klarmachen, wird er es sich wom�glich anders �berlegen, ob er ihnen zuwiderhandeln soll. Es ist wichtig, Boyens zu verstehen zu geben, dass er nicht die Kontrolle �ber dieses System besitzt und dass er nicht vorschreibt, was hier zu geschehen hat. F�r das Volk, Iceni Ende.�</p><p>�Diesmal hat sie General Drakon gar nicht zu Wort kommen lassen�, stellte Desjani fest.</p><p>�Vielleicht hatte er ja nichts dazu zu sagen.�</p><p>�Das h�lt manche Leute trotzdem nicht vom Reden ab�, meinte sie grinsend. �Allerdings sieht er auch aus wie jemand, der nur dann den Mund aufmacht, wenn es etwas Wichtiges zu sagen gibt. Ist Ihnen aufgefallen, dass sie ihre Einheiten Kriegsschiffe genannt hat, nicht mobile Streitkr�fte? Und dass sie �mein Schlachtschiff� gesagt hat?�</p><p>�Ja. Mal sehen, wie Lieutenant Iger und Gesandte Rione das einsch�tzen.� Er �berlegte, wie er vorgehen sollte. �Iceni will, dass ich Boyens sage, was er tun und lassen soll.�</p><p>�Boyens soll wissen, dass Sie in diesem Sternensystem die Nummer eins sind�, stimmte sie ihm zu. �Das hilft uns genauso weiter wie ihr, nicht wahr?�</p><p>�Nicht, wenn wir dadurch zwischen sie und Boyens geraten.� Er dachte noch eine Weile nach, dann tippte er auf seine Komm-Kontrolle. �CEO Boyens, hier spricht Admiral Geary. Die kleine Gruppe Enigma-Kriegsschiffe, die auf dem Weg zum Gasriesen ist, wird von den Streitkr�ften in dieser Region in Empfang genommen. Die verbliebenen vierzehn Enigma-Schiffe, die Kurs auf Sie genommen haben, m�ssen aufgehalten werden, damit es ihnen nicht gelingt, das Hypernet-Portal mit der Hilfe von Waffen zu zerst�ren oder es zu rammen und so unbrauchbar zu machen. Meine Schiffe werden sie weiter verfolgen und jedes Enigma-Schiff angreifen, das in die Reichweite unserer Waffen ger�t. Auf die Ehre unserer Vorfahren, Geary Ende.�</p><p>Es war nicht erkennbar, was Boyens von den ihm zugeschickten Mitteilungen hielt, da er auf nichts reagierte. Seine Flotte befand sich nach wie vor im gleichen Orbit dicht beim Hypernet-Portal. Kommodor Marphissa dagegen meldete sich einige Male bei Geary. Zun�chst unterrichtete sie ihn von dem geplanten Vektor ihrer Flotte, die die f�nf Enigma-Kriegsschiffe abfangen sollte. Dann brachte sie ihn jedes Mal auf den neuesten Stand, wenn eine Kursanpassung notwendig wurde. Geary reagierte mit Vorschl�gen, wie sie die beiden Schweren Kreuzer am Gasriesen am besten in Stellung bringen sollte. Dabei versuchte er sich so auszudr�cken, dass es nicht nach einem Befehl klang, aber immer noch nach einem Ratschlag, den sie tunlichst befolgen sollte. �Die Kommodor wei�, was sie tut�, merkte Geary an. �Aber es scheint ihr an Erfahrung zu mangeln.�</p><p>�Erfahrung darin, wie <emphasis>wir </emphasis>k�mpfen�, erg�nzte Desjani. �Sehen Sie sich nur an, wie sie Ihnen st�ndig aktualisierte Daten liefert. Das ist der Kommando- und Kontrollstil der Syndiks. Aber sie ist davon abh�ngig, dass man ihr sagt, was sie tun soll. Ihre Man�verl�sungen sind technisch durchweg gut, auch wenn sie eleganter ausfallen k�nnten.�</p><p>�Sie sind von den Spinnenw�lfen verw�hnt.� Noch so eine Sache, von der er nie erwartet h�tte, dass sie �ber seine Lippen kommen w�rde.</p><p>�Da haben Sie verdammt recht.� Desjani verzog den Mund zu einem fl�chtigen Grinsen. �Wir werden die Syndiks� die ehemaligen Syndiks dabei beobachten k�nnen, wie sie gegen einen anderen Kontrahenten k�mpfen. Diese Gelegenheit habe ich noch nie gehabt. Aber ich muss Sie warnen. Wenn ich sehe, wie diese Kommodor gegen die Enigmas dort k�mpft, w�re sie nicht in der Lage, mit dem, was sie hat, etwas gegen Boyens� Flotte auszurichten.�</p><p>�Aber Sie halten es nach wie vor f�r verkehrt, wenn ich versuche, ihnen irgendetwas beizubringen.�</p><p>�Ja, ja, ja. Habe ich meine Meinung klar zum Ausdruck gebracht?�</p><p>�Das haben Sie�, sagte Geary. Solange er keine guten Argumente hatte, mit denen er sich gegen sie behaupten konnte, w�rde er das Thema nicht mit Desjani besprechen k�nnen.</p><p>Es dauerte weitere sechs Stunden, ehe Kommodor Marphissas Flotte die Enigmas erreicht hatte. Kurz vor dem eigentlichen Zusammentreffen teilten sich die zwei Schweren, die sechs Leichten Kreuzer und die zw�lf J�ger auf, damit sie die verstreuten gegnerischen Schiffe erreichen konnten. Zwei der f�nf Schiffe wurden gefechtsunf�hig geschossen, ein drittes verlor die Steuerkontrolle und trudelte von seinem urspr�nglichen Kurs abgelenkt durchs All.</p><p>Die Flotte formierte sich zum Teil, wobei drei Leichte Kreuzer die Verfolgung des besch�digten Enigma-Schiffs aufnahmen, w�hrend der Rest eine Schleife flog, um die beiden Schiffe zu jagen, die weiter auf den Gasriesen zuhielten. Mit einer Mischung aus Wut und Hilflosigkeit sah Geary mit an, wie diese beiden Enigma-Schiffe kinetische Projektile auf das Orbitaldock und das Schlachtschiff abfeuerten. Dann zogen sie abrupt nach unten weg, um einem Zusammentreffen mit den letzten beiden Schweren Kreuzern zu entgehen, die ihnen aus der Richtung des Orbitaldocks entgegenkamen.</p><p>�F�nfunddrei�ig Minuten, bis die Projektile die Orbitaleinrichtung und das�� Lieutenant Castries unterbrach sich kurz. ��hm� es bewegt sich.�</p><p>Geary blinzelte, als er auf sein Display sah. Das Schlachtschiff hatte den Hauptantrieb teilweise gestartet, war aber weiterhin fest mit dem Dock verbunden. �Die werden das Dock in St�cke rei�en. Das ist solchen Belastungen nicht gewachsen.�</p><p>Doch vor ihren Augen wurde der Antrieb des Schlachtschiffs weiter hochgefahren, ohne dass ein Teil des Docks herausbrach oder das Schiff selbst zerrissen wurde. �Die Schiffe von Captain Smythe sind noch fast eine Lichtstunde hinter uns�, sagte Geary. �Haben wir hier irgendeinen Ingenieur, der uns erkl�ren kann, was wir da sehen?�</p><p>�Maschinenraum�, wandte sich Desjani an den betreffenden Wachhabenden. �Ich brauche jemanden, der Erfahrung mit strukturellen Belastungen bei gro�en Orbitalanlagen hat. Derjenige soll sofort Kontakt mit der Br�cke aufnehmen.�</p><p>Eigentlich war es gar nicht so verwunderlich, dass sich kurz darauf Master Chief Gioninni bei ihnen meldete. �Ja, Captain?�</p><p>�Sie haben auf gro�en Orbitalanlagen gearbeitet, Master Chief?�</p><p>�Ich habe auf allem gearbeitet, Captain. Was brauchen Sie denn?�</p><p>Sie zeigte auf die Displays. �K�nnen die so was hinbekommen?�</p><p>Gioninni sah sich an, wie das Schlachtschiff beharrlich die weitaus gr��ere und schwerere Orbitaleinrichtung von der Stelle bewegte. �Sie tun es, Captain, auch wenn sie eigentlich nicht dazu in der Lage sein sollten.� Der Master Chief verzog das Gesicht, w�hrend er weiter beobachtete, was auf seinem Display vor sich ging. �Wissen Sie, was die gemacht haben m�ssen, Captain? Die m�ssen herausgefunden haben, wo sich die Belastung sammelt, wenn das Schlachtschiff an der Konstruktion zu ziehen beginnt. Dann haben sie die entsprechenden Stellen verst�rkt, damit die das aushalten.�</p><p>�Dazu sind sie in der Lage?�, wunderte sich Desjani.</p><p>�Sie haben alles da, was sie daf�r ben�tigen, Captain. Das ist eine Schiffswerft, zwar keine von den irrsinnig gro�en wie die, die wir bei Sancere zerlegt haben, trotzdem ist und bleibt das eine Werft. Das bedeutet, es gibt hier die industrielle Ausstattung und die Materialien, um das zu konstruieren, was sie ben�tigen. Das Einzige, was sie sonst noch brauchen, ist gen�gend Zeit.�</p><p>�Das Bombardement hat erst vor zehn Minuten begonnen�, wandte Geary ein.</p><p>�Ja, Sir. Aber da kein Teil aus dem Dock herausgerissen worden ist, als sie mit dieser Aktion begonnen haben, m�ssen sie sich so was schon vor einiger Zeit �berlegt und verwirklicht haben.�</p><p>�Danke, Master Chief�, sagte Desjani.</p><p>Gioninni salutierte flink, dann verschwand sein Bild.</p><p>�Die Enigmas sind hier vor einem Tag aufgetaucht�, �berlegte Geary, �also hatten die Syndiks oder ehemaligen Syndiks auf der Orbitalwerft h�chstens diesen einen Tag Zeit, um einzusehen, dass sie die Werft von der Stelle bewegen m�ssen, und um die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen. Da hat jemand sehr vorausschauend gehandelt und Initiative gezeigt.�</p><p>�Eine sch�ne Sache bei einem Allianz-Offizier�, meinte Desjani, �aber nicht so sch�n bei einem Syndik. Lieutenant Castries, k�nnen die das Ding weit genug aus dem Weg schaffen, dass es nicht von den Steinen getroffen wird?�</p><p>�Sie haben sie noch so gut wie gar nicht von der Stelle geschafft�, antwortete Castries. �Unsere Systeme m�ssen zun�chst die Masse der Werft sch�tzen, dann m�ssen sie sch�tzen, welchen Schub das Schlachtschiff leisten kann. Da ist eine gro�e Ungewissheit im Spiel, Captain.�</p><p>�H�rt sich an, als w�rde die endg�ltige Antwort �vielleicht� lauten�, erwiderte er.</p><p>�Ja, Admiral. �Vielleicht�, aber bis zu ein paar Nachkommastellen durchgerechnet.�</p><p>�Captain�, meldete sich Lieutenant Yuon zu Wort. �Die Projektile der Enigmas sind auf die Stelle konzentriert, an der sich die Werft und das Schiff befinden, wenn keines von beiden Objekten von der Stelle bewegt wird. Wir arbeiten dagegen mit etwas mehr Spielraum, weil wir dann sicherstellen, dass ein paar Steine immer ins Ziel treffen. Die Enigmas feuern ihre Steine so auf einen Punkt konzentriert ab, dass das Ziel sich tats�chlich gar nicht bewegen darf, wenn es getroffen werden soll. Das hei�t wiederum, sie m�ssen ihre Position gar nicht so sehr ver�ndern, und sie werden trotzdem verfehlt.�</p><p>�F�nfzehn Minuten bis zum Einschlag� wenn die sich bis dahin nicht weit genug entfernt haben�, meldete Castries.</p><p>Zun�chst herrschte einige Aufregung, da die beiden �berlebenden Enigmas aus der kleinen Gruppe nicht nur versuchen mussten, Kommodor Marphissas Flotte zu entkommen, sondern auch den Allianz-Schiffen, die ihre Verfolgung nicht abgebrochen hatten. Sie schafften es an den Syndiks vorbei, doch eines von ihnen wurde von Gearys Schiffen getroffen und in St�cke gerissen. Das andere jagte mit maximaler Beschleunigung auf den Sprungpunkt zu und schuf damit einmal mehr einen Abstand zu seinen Verfolgern, den die nicht mehr wettmachen konnten.</p><p>Damit blieb nur noch das Drama der sich ann�hernden kinetischen Projektile.</p><p>Geary war daran gew�hnt, Schiffe zu beobachten, die mit Tausenden Kilometern pro Sekunde unterwegs waren, jetzt dagegen hatte er es mit einem Schlachtschiff zu tun, das sich abm�hte, eine gewaltige Werft innerhalb von f�nfzehn Minuten ein paar Kilometer zu schleppen. Wenn das nicht gelang, w�rden die kinetischen Projektile eine verheerende Vernichtung anrichten.</p><p>�Es k�nnte klappen�, meldete Castries, als noch f�nf Minuten verblieben. �Aber es wird knapp werden.�</p><p>Das wurde es dann auch. Die Steine rasten an der Werft und dem Schlachtschiff vorbei, ohne Sch�den anzurichten, dann durchflogen sie die oberen Regionen der Atmosph�re des Gasriesen und irrten anschlie�end weiter durchs All, wobei der Kontakt mit dem Planeten daf�r sorgte, dass jeder Stein in eine andere Richtung davonflog.</p><p>�Gesch�tzte Entfernung zum n�chsten Stein liegt bei f�nfhundert Metern�, meldete Lieutenant Yuon. �Plus minus hundert Meter.�</p><p>�Da waren aber irgendwelche Vorfahren sehr aufmerksam�, meinte Desjani. �Merken Sie sich eine Lektion aus diesem Vorfall, Lieutenant. Wenn Sie Steine gegen ein im All befindliches Objekt einsetzen, dann ist es egal, ob Sie um einen Meter oder um hundert Kilometer verfehlen. Sie haben es in beiden F�llen verfehlt, und dem Ziel ist es egal, wie knapp es noch mal davongekommen ist.�</p><p>Das noch im Bau befindliche Schlachtschiff hatte den Hauptantrieb abgeschaltet, die deutlich schw�cheren Steuerd�sen der Orbitaleinrichtung waren gez�ndet worden, um sie wieder in einen stabilen Orbit zu bringen, der nun ein wenig weiter vom Gasriesen entfernt war.</p><p>Damit blieben immer noch die vierzehn Enigma-Kriegsschiffe, die unver�ndert auf das Hypernet-Portal zuflogen. Eineinhalb Stunden nachdem das kinetische Bombardement die Orbitalwerft verfehlt hatte, sahen diese Enigmas, was sich abgespielt hatte. Es schien, als ob damit f�r sie eine Entscheidung gefallen war. Abermals vollzogen die feindlichen Schiffe ein Wendeman�ver, das kein von Menschen erbautes Schiff h�tte leisten k�nnen. Dennoch konnten Gearys Streitkr�fte eines von ihnen eher zuf�llig abschie�en und ein zweites so stark besch�digen, dass sich die Besatzung zur Selbstzerst�rung entschloss. �Wenn die weiter wie die Verr�ckten hin und her fliegen�, sagte Desjani, �wird niemand eine Chance haben, den Rest zu vernichten. Dazu m�ssten Sie schon ein paar von Armus� Schiffen losschicken.�</p><p>�Nein.� Geary hatte nicht nur f�r diesen Tag genug Tod und Vernichtung miterlebt, er war auch besorgt, die Enigmas k�nnten wieder versuchen, eines seiner Schiffe zu rammen, wenn es ihnen zu nahe kam. Ein paar seiner Schiffe zu riskieren, nur um eine Handvoll Enigmas zu erledigen, forderte unter Umst�nden einen zu hohen Preis, nachdem die Enigmas bereits so vernichtend geschlagen worden waren.</p><p>Die Flotte von CEO Boyens nahe dem Hypernet-Portal hatte sich noch immer nicht ger�hrt. Desjani sah, wie Geary diese Streitmacht mit finsterem Blick betrachtete. �Boyens hielt es wohl f�r klug, keine Kratzer an seinen Schiffen zu riskieren�, monierte sie.</p><p>�Kurzfristig betrachtet mag das klug gewesen sein�, erwiderte Geary. �Langfristig bin ich dar�ber aber massiv ver�rgert, auch wenn ich so etwas bereits erwartet hatte. Jetzt muss er sich mit mir herumplagen. Ich wei�, die Leute, die dieses Sternensystem f�hren, waren fr�her auch einmal Syndik-CEOs, aber die haben ihre Schiffe losgeschickt, um zu k�mpfen, w�hrend er blo� abgewartet hat, was hier passiert.�</p><p>�Ich bin auf seine erste Mitteilung an unsere Adresse gespannt�, meinte Desjani. �Und erst recht auf Ihre Erwiderung. Ach ja, meinen Gl�ckwunsch.�</p><p>�Wof�r?�, fragte er, da er keine Ahnung hatte, was sie eigentlich meinte.</p><p>��hm� zum Sieg? Zur Rettung eines Sternensystems? Ich schlage vor, Sie ziehen einige von Armus� Schweren Kreuzern und Zerst�rern ab, damit sie den �berlebenden Enigmas bis zum Sprungpunkt hinterherfliegen und darauf achten, dass niemand auf dumme Gedanken kommt, bevor der Sprungpunkt erreicht ist. Allerdings glaube ich, nicht mal die lebenden Sterne werden mich f�r anma�end und voreilig halten, wenn ich Ihnen schon jetzt gratuliere.�</p><p>�Danke, Tanya.� Im Moment konnte er sich einfach nicht wie ein Sieger f�hlen. Stattdessen versp�rte er nur unendliche Ersch�pfung, w�hrend er den �berlebenden Enigmas zusah, wie sie fluchtartig das System verlie�en.</p></section><section><title><p>Neunzehn</p></title><p>�Midway steht auch weiterhin zu seinen Verpflichtungen aus den Vertr�gen, die mit der Regierung der Syndikatwelten auf Prime geschlossen wurden�, erkl�rte Pr�sidentin Iceni. �Da wir inzwischen allerdings ein unabh�ngiges Sternensystem sind, werden Nachverhandlungen �ber die Vereinbarungen erforderlich. Ich versichere Ihnen, wir sind an �bereink�nften interessiert, von denen wir und die Allianz gleicherma�en profitieren werden. Ich gehe nicht davon aus, dass es auf dem Weg zu diesen Vereinbarungen irgendwelche Schwierigkeiten geben wird. F�r das Volk. Iceni Ende.�</p><p>Geary sollte Rione diese Aufgabe �bertragen, jedoch waren da noch einige die Flotte betreffende Punkte zu kl�ren. Er zog seine Uniform glatt und bet�tigte die Antworttaste. �Hier spricht Admiral Geary. Die Verhandlungen �ber solche Vereinbarungen werde ich den beiden Gesandten der Allianz-Regierung �bertragen, die uns auf dieser Mission begleiten. Die beiden werden zu diesem Zweck mit Ihnen in K�rze Kontakt aufnehmen. In einer anderen Sache besteht f�r uns dringender Handlungsbedarf, denn die Rohstoffbest�nde meiner Hilfsschiffe sind stark gesunken. Ich m�chte Sie daher um Ihr Einverst�ndnis bitten, auf einigen Asteroiden in diesem Sternensystem Rohstoffe abzubauen, damit wir damit beginnen k�nnen, die hier erlittenen Gefechtssch�den zu reparieren.�</p><p>Nat�rlich waren die Sch�den seinen Schiffen nicht alle erst hier im System zugef�gt worden, aber es konnte nicht schaden, darauf hinzuweisen, dass seine Flotte Verluste erlitten hatte, um diejenigen zu besch�tzen, die er nun um einen Gefallen bat.</p><p>Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: �Bitte richten Sie Kommodor Marphissa meinen pers�nlichen Dank daf�r aus, dass sie und ihre Schiffe gemeinsam mit uns dieses Sternensystem verteidigt haben. Sie und ihre Leute haben gut gek�mpft.� Er hatte sich alle M�he gegeben, in Marphissa etwas anderes als eine Syndik zu sehen, und jeder Nicht-Syndik hatte f�r diesen Einsatz ein solches Dankesch�n von ihm verdient. �Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Eine weitere Nachricht musste �bermittelt werden. �Captain Smythe, ich gehe von einer positiven Reaktion auf unsere Anfrage aus, hier im System ein paar Rohstoffe abzubauen. Bereiten Sie daf�r alles Notwendige vor und machen Sie sich mit Ihren Schiffen schon mal auf den Weg zu den Asteroiden, auf denen Sie graben wollen.�</p><p>Aus einem unerfindlichen Grund folgten die Spinnenw�lfe seit dem Ende der Schlacht den Hilfsschiffen, wobei sie von Zeit zu Zeit komplexe Man�ver untereinander oder zwischen den Allianz-Schiffen hindurch flogen. Das Flottenpersonal bezeichnete diese Aktionen mittlerweile als T�nze, deren Zweck ein R�tsel war, die aber zumindest daf�r sorgten, dass sich die Moral unter den Menschen etwas besserte. Seit die Spinnenw�lfe es geschafft hatten, das auf eine von Menschen bewohnte Welt gerichtete kinetische Bombardement abzulenken, wurden sie als willkommene Besucher angesehen, weniger als Fremde, die irritierten und Besorgnis ausl�sten.</p><p>Niemand schien mehr den Begriff �GeV� zu benutzen, stattdessen h�rte Geary die Besatzung h�ufig von den �T�nzern� reden, was stets in einem lobenden oder bewundernden Tonfall geschah. Geary war es zun�chst gelungen, die Bezeichnung GeV f�r die Spinnenw�lfe weitgehend aus dem Sprachgebrauch zu verbannen, und jetzt hatten sie sich durch ihr eigenes Verhalten den respektvollen Namen T�nzer verdient.</p><p>Nachdem die Nachricht an Smythe verschickt worden war, lie� sich Geary in seinen Sessel sinken und w�nschte, er h�tte etwas mehr Schlaf bekommen, ehe seine Aufgaben ihn zur�ck auf die Br�cke geholt hatten.</p><p>�Keine Verschnaufpause f�r die Todm�den?�, fragte Rione.</p><p>�Offenbar nicht. Was gibt es?�</p><p>�Unser derzeit liebster Syndik-CEO hat sich endlich dazu entschlossen, uns den Gefallen zu tun, mit uns Kontakt aufzunehmen.�</p><p>�Oh, das ist ja wunderbar�, st�hnte Geary, setzte sich gerader hin und kniff ein paar Mal die Augen zusammen, um die M�digkeit zu vertreiben. �Und wie �bel ist es?�</p><p>�Ich habe die Nachricht noch nicht gesehen, sie ist an Sie adressiert. Aber sie sollte gut sein�, merkte Rione an.</p><p>CEO Boyens sah eigentlich noch genauso aus wie bei ihrer letzten Begegnung, als sie ihren hochrangigen Gefangenen nach dem Ende der Kriegshandlungen freigelassen hatten. Damals hatte er noch angemessen finster dreingeblickt, jetzt dagegen l�chelte er auf fast dieselbe einstudierte Weise wie alle CEOs der Syndikatwelten. Als h�tte er erkannt, dass sein Publikum diese Geste l�ngst als aufgesetzt durchschaut hatte, versuchte Boyens vielleicht, auf eine etwas ehrlicher wirkende Art zu l�cheln.</p><p>�Man k�nnte ja meinen, wir sind in einer Bar und er will mich anmachen�, meinte Desjani.</p><p>�Ist das das richtige L�cheln daf�r?�, fragte Geary.</p><p>�So in etwa. Es hat bei mir nie funktioniert, wenn ich was getrunken hatte, also kann es erst recht nicht funktionieren, wenn ich n�chtern bin. Wollen Sie behaupten, Sie sind noch nie in einer Bar angemacht worden?�</p><p>�Ich glaube, darauf sollte ich besser nicht antworten.� Er verstummte, als Boyens in ernstem Tonfall zu reden begann.</p><p>�Admiral Geary, ich bin Ihnen zutiefst dankbar daf�r, dass Sie abermals bei der Verteidigung dieses Sternensystems gegen die Enigma-Rasse mitgeholfen haben. Im Namen der Regierung der Syndikatwelten spreche ich Ihnen daf�r meinen Dank aus.�</p><p>�Ihnen�, murmelte Desjani. �Nicht der Allianz und auch nicht dieser Flotte, sondern nur <emphasis>Ihnen</emphasis>.�</p><p>H�tte Tanya ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, w�re ihm diese feinsinnige Unterscheidung vermutlich gar nicht aufgefallen.</p><p>�Admiral, nachdem Sie nun Ihre Arbeit hier beendet haben, werde ich Ihnen gern eine meiner mobilen Einheiten zur Verf�gung stellen, damit sie Sie durch das Gebiet der Syndikatwelten zur�ck zur Allianz eskortiert. Ich bin mir sicher, Sie k�nnen es kaum erwarten, wieder nach Hause zu kommen.�</p><p>Desjani lachte leise. �Sie m�ssen nur darauf achten, liebe Freunde und Verb�ndete, dass Ihnen nicht die T�r in den R�cken f�llt, wenn wir sie hinter Ihnen zuschlagen. Da habe ich ja noch lieber mit den Kiks zu tun.�</p><p>�Selbstverst�ndlich�, redete Boyens weiter, �werden Sie diesen R�ckweg mit einem kurzen Besuch auf Prime verbinden wollen, damit der Friedensvertrag um die neuen Gegebenheiten erg�nzt wird und damit Sie uns jene Informationen mitteilen k�nnen, die f�r die gesamte Menschheit von Bedeutung sind. Sollten einige der Sie begleitenden Schiffe eine Art Botschafterstatus haben, werden diese auf ihrem Weg ins Allianz-Gebiet nat�rlich auch einen Zwischenstopp bei Prime einlegen wollen. Ich habe hier noch das eine oder andere zu erledigen, gleich danach werde ich Ihnen folgen, denn es interessiert mich, alles dar�ber zu erfahren, welche Erkenntnisse Ihre Erkundungsmission f�r das Wissen der Menschheit ergeben hat. F�r das Volk. Boyens Ende.�</p><p>Das war einfach nur unversch�mt, aber Geary gelang es, die Stimme nicht anzuheben, als er antwortete. �Vielen Dank f�r Ihr Angebot�, begann er ohne jede vorausgeschickte H�flichkeitsfloskel. �Die Allianz-Flotte ist stets darauf gefasst, gegen jegliche Aggressoren vorzugehen.� Sollten Boyens und seine Vorgesetzten auf Prime doch ruhig in den Satz hineininterpretieren, was sie wollten. �Allerdings ist unsere Arbeit hier noch nicht ganz abgeschlossen. Wir haben noch Verschiedenes mit den �rtlichen Beh�rden zu besprechen.� Dar�ber konnte Boyens ebenfalls erst einmal in Ruhe nachdenken. �Da Ihre Streitmacht zur Verteidigung dieses Sternensystems nichts beigetragen hat, ben�tigen wir f�r unseren weiteren Weg auch nicht die Unterst�tzung durch Ihre Streitkr�fte. Wie Sie vielleicht bereits bemerkt haben, eskortieren wir selbst bereits Schiffe ins Allianz-Gebiet, weshalb wir �ber den Weg dorthin selbst entscheiden werden. Unsere G�ste haben den Wunsch ge�u�ert, unverz�glich zu den Allianz-Beh�rden gebracht zu werden. Diesem Wunsch werden wir nat�rlich nachkommen.�</p><p>Rione stellte sich auf einmal so selbstverst�ndlich neben Geary, als w�re der Auftritt zuvor geprobt worden. �Wie Sie wissen, CEO Boyens, bestimmt der Friedensvertrag nicht, welcher Route wir folgen m�ssen, wenn wir das Midway-System aufsuchen oder verlassen wollen. Auch schreibt der Vertrag nicht vor, wie lange wir uns hier aufhalten d�rfen. Als Gesandte der Allianz danke ich Ihnen f�r die angebotene Unterst�tzung und w�nsche Ihnen eine angenehme Heimreise nach Prime. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Rione Ende.�</p><p>Als die Erwiderung abgeschickt wurde, sah Rione Geary an und fragte in entschuldigendem Tonfall: �Sie hatten doch alles gesagt, was Sie sagen wollten, richtig?�</p><p>�Ja, das ist richtig.�</p><p>Eine Stunde sp�ter ging eine Nachricht ein, in der eine freundliche Iceni Geary freien Zugang zu den Asteroiden in ihrem System gew�hrte. Sie bat ihn lediglich darum, dass die Hilfsschiffe der Allianz diesen Abbau von Rohstoffen mit der zust�ndigen �Beh�rde f�r die Gewinnung von Weltraumressourcen� abstimmten.</p><p>Nicht ganz eine Stunde danach traf eine weitere Nachricht vom Planeten ein, die als streng vertraulich und ausschlie�lich f�r Admiral Geary bestimmt gekennzeichnet war. Er verlie� die Br�cke, um die Nachricht in seinem Quartier entgegenzunehmen. Auf dem Weg dorthin fragte er sich, was ihn nun schon wieder erwartete.</p><p>Die Mitteilung stammte von General Drakon, der diesmal allein vor der Kamera sa� und ihn ohne Vorrede sein Anliegen wissen lie�. �Ich m�chte Sie um einen pers�nlichen Gefallen bitten, Admiral Geary. Mir ist durchaus bewusst, dass Sie keinen Grund haben, einem ehemaligen Feind einen Gefallen zu tun. Allerdings geht es hier auch nicht um mich, sondern um meine Untergebenen. Colonel Rogero ist einer meiner vertrauensw�rdigsten und angesehensten Offiziere. Er hat mich gebeten herauszufinden, ob die angeh�ngte Nachricht an einen Ihrer Offiziere weitergeleitet werden kann. Angesichts seines loyalen Dienstes mir gegen�ber und von einem Befehlshaber zum anderen bitte ich Sie daher, diese Nachricht an den vorgesehenen Empf�nger weiterzuleiten. Falls Fragen gestellt werden, Pr�sidentin Iceni wei� von dieser Kontaktaufnahme und vom Inhalt der angeh�ngten Nachricht. Sie hat nichts dagegen einzuwenden. Wenn Sie Fragen zu dieser Angelegenheit haben, senden Sie sie an mich, ich werde Ihnen auf alles antworten.�</p><p>Drakon hielt kurz inne und blickte in die Kamera, als k�nnte er Geary tats�chlich sehen. �Ich bin froh, dass wir uns nie im Krieg begegnet sind, Admiral. Ich bin mir nicht sicher, ob ich eine solche Begegnung �berlebt h�tte, aber ich wei�, ich h�tte Ihnen zuvor noch die Schlacht Ihres Lebens geliefert. F�r das Volk. Drakon Ende.�</p><p>Geary spielte den Schluss noch einmal ab und lauschte aufmerksam. Bei General Drakon kam das �F�r das Volk� nicht so eindeutig von Herzen wie bei Kommodor Marphissa, dennoch klang es auch bei ihm nicht nur nach der reflexartigen Verwendung einer bedeutungslosen Floskel. Geary glaubte, bei ihm Trotz und Entschlossenheit wahrzunehmen, so als sei Drakon bereit, die mit diesem Satz verbundenen Ideale zu verteidigen�� Ideale, die seitens der Regierung der Syndikatwelten schon vor langer Zeit in Vergessenheit geraten waren, sofern sie denn den Syndik-F�hrern �berhaupt jemals irgendetwas bedeutet hatten.</p><p>Er widmete sich dem Anhang. Eine Nachricht von einem ehemaligen Syndik-Offizier f�r einen seiner eigenen Offiziere? Noch bevor er den Namen des Adressaten gelesen hatte, wusste er, f�r wen die Mitteilung bestimmt war. Captain Bradamont. F�r ihn als Flottenbefehlshaber gab es viele unerfreuliche Aufgaben zu erledigen, aber mit das Unangenehmste war f�r ihn, eine pers�nliche Mitteilung zu lesen oder sich anzusehen, die nicht f�r ihn bestimmt war. Daher kostete es ihn �berwindung, diesen Anhang zu �ffnen, von dem er wusste, dass die Schutzsoftware der Flotte die Datei auf alle m�glichen Gefahren hin untersucht hatte.</p><p>Colonel Rogero trug eine Uniform, die der von General Drakon �hnelte. Auch kam er so direkt wie sein Vorgesetzter zur Sache, wenngleich es sich so anh�rte, als w�rde er seinen Text ablesen. �F�r Captain Bradamont, Befehlshabende Offizierin des Allianz-Schlachtkreuzers <emphasis>Dragon</emphasis>, hier ist Colonel Rogero von den Midway-Streitkr�ften. Viel ist in den letzten Monaten geschehen.�</p><p>Rogero lie� eine umfassende �bersicht �ber eben jene Ereignisse folgen, bei denen er sich nicht auf die Aktivit�ten bei Midway beschr�nkte, sondern auch die umliegenden Sternensysteme einbezog. Vielerorts war es zu K�mpfen und Revolten gekommen, und die Syndiks hatten sich bem�ht, jede Form von Aufstand zu unterdr�cken. Midway hatte sich intensiv in die Ereignisse der benachbarten Systeme eingemischt, offensichtlich mit dem Ziel, eine F�hrungsrolle zu �bernehmen�� aber f�r welchen Zweck? Um ein kleines pers�nliches Imperium f�r Iceni und Drakon zu schaffen? Oder als anderes Extrem eine kleine Allianz aus freien Sternensystemen? Letzteres kam Geary sehr unwahrscheinlich vor, aber wenn es doch stimmen sollte�</p><p>H�tte er blo� mehr �ber Iceni und Drakon gewusst.</p><p>Rogero musste klar gewesen sein, dass nicht nur Bradamont diese Nachricht zu sehen bekommen w�rde. Und Drakon und Iceni waren zweifellos auch �ber den Inhalt informiert, womit es sich nicht blo� um eine Gef�lligkeit f�r Rogero handelte, sondern auch um einen Deckmantel, unter dessen Schutz Geary problemlos Informationen zugespielt werden konnten.</p><p>Es bedeutete aber auch, dass die Gef�hle von Rogero und Bradamont f�reinander von seinen Vorgesetzten nach wie vor f�r deren Zwecke benutzt wurden. Vielleicht war das f�r ehemalige Syndik-CEOs wie Drakon und Iceni immer noch eine ganz normale Vorgehensweise, doch Geary empfand das Ganze schon als ein wenig absto�end, auch wenn er selbst daran gar nicht beteiligt war.</p><p>Colonel Rogero machte eine kurze Pause, dabei war ihm anzusehen, dass er mit seiner Beherrschung zu k�mpfen hatte. �Captain Bradamont, ich� ich muss Sie davon in Kenntnis setzen, dass� dass sich an meinen Gef�hlen niemals etwas �ndern wird. Deshalb muss ich Sie bitten, mich zu vergessen, denn alles andere ist zu gef�hrlich und kann Ihnen nur schaden. Ich bin jetzt von den M�chten befreit, die unsere Gef�hle f�r ihre Zwecke nutzen wollten. Ich hoffe, nachdem der Krieg nun vorbei ist, sind Sie ebenfalls frei. Sollte das nicht der Fall sein, dann informieren Sie diese Leute bitte dar�ber, dass ich keine weiteren Berichte mehr liefern werde. Sie k�nnen ihnen nicht l�nger als Informationsquelle dienen. Sie haben stets patriotisch und ehrbar gehandelt, und ich werde jedem, der an Ihrer Rolle in der letzten Zeit Zweifel ge�u�ert hat, eine detaillierte offizielle Erkl�rung vorlegen. Leben Sie wohl, Captain Bradamont.�</p><p>Geary lehnte sich zur�ck und rieb sich �ber die Stirn. Rogeros Ausf�hrungen best�tigten, was Bradamont ihm bereits gesagt hatte und was von Lieutenant Iger teilweise best�tigt worden war. Geary wusste allerdings, dass Iger nicht bekannt war, wer sich hinter dem Decknamen Wei�e Hexe verbarg, unter dem Bradamont f�r den Geheimdienst der Allianz gearbeitet hatte.</p><p>Wenn Iger diese Nachricht zu sehen bekam, dann war ihre Tarnung aufgeflogen. �Captain Bradamont, ich muss mit Ihnen so bald wie m�glich unter vier Augen reden.�</p><p>Nur Minuten sp�ter nahm ihr Bild in seinem Quartier Gestalt an. Die <emphasis>Dragon </emphasis>war der <emphasis>Dauntless </emphasis>nahe genug, sodass die Kommunikation mit nur wenig mehr als einer Lichtsekunde Verz�gerung m�glich war, was bei einer normalen Unterhaltung nicht auffiel.</p><p>�Captain Bradamont�, begann Geary ein wenig verlegen. �Es geht hier um eine private und eine dienstliche Angelegenheit. Nehmen Sie doch bitte Platz.�</p><p>Sie setzte sich steif hin und musterte ihn skeptisch. �Hat es etwas mit der Angelegenheit zu tun, �ber die wir vor einer Weile gesprochen haben?�</p><p>�Ja, es geht um die Wei�e Hexe.� Geary brachte sein Komm-Pad auf der Armlehne ihres Platzes in Position, dann aktivierte er die Wiedergabe. �Diese Nachricht ist f�r Sie, auch wenn Teile davon eindeutig ebenfalls f�r andere Personen in der Flotte bestimmt sind.�</p><p>Sie sah sich die Nachricht an, w�hrend Geary versuchte, nicht ihre Reaktionen zu beobachten. Als sie fertig war, wollte sie nach dem Pad greifen, um die Anzeige abzuschalten, erst dann wurde ihr bewusst, dass sie nur virtuell anwesend war. Sie zog den Arm zur�ck, ihre Miene verriet nicht, was sie f�hlte. �Vielen Dank, Admiral.�</p><p>Er schaltete die Anzeige ab. �Gibt es irgendetwas, das Sie mir sagen wollen?�</p><p>�Ich hatte Sie bereits �ber die Umst�nde informiert, Admiral.�</p><p>�Haben Sie in dieser Angelegenheit irgendwelche W�nsche? Ich kann zumindest sicherstellen, dass eine Antwort �bermittelt wird, ganz gleich welche Form Sie daf�r w�hlen.�</p><p>�Eine Antwort.� Bradamont sch�ttelte den Kopf. �Was sollte ich noch sagen? Er hat recht. Es muss aufh�ren. Es ist ja schon vorbei. Keiner von uns kann jetzt noch benutzt werden. Der Inhalt dieser Nachricht wird das Geheimdienstpersonal der Flotte darauf aufmerksam machen, wer ich bin. Damit werde ich leben m�ssen. Aber ich habe schon Schlimmeres ertragen. Ich muss ohne ihn leben.�</p><p>�Das tut mir leid.�</p><p>�Ich wei�, Admiral. Ich wei� nur nicht, warum das passieren musste. Ich hatte nicht darum gebeten. Ich wei�, dass Sie das verstehen k�nnen.�</p><p>�Kann ich irgendetwas f�r Sie tun?�</p><p>Bradamont reagierte mit einem verbitterten L�cheln. �Nicht mal Black Jack kann daran etwas �ndern, Admiral. Warum zum Teufel�� Abrupt unterbrach sich Bradamont. �Verzeihen Sie, Sir.�</p><p>�Vergessen Sie�s. Ich werde noch eine Weile warten, ehe ich den Anhang an den Geheimdienst weiterleite oder ihn irgendwen sehen lasse. Falls Sie reden m�chten, melden Sie sich bei mir.�</p><p>�Ja, Admiral.� Bradamont nahm wieder Habtachthaltung ein. �Vielen Dank.�</p><p>Keine halbe Stunde sp�ter wurde an seinem Quartier gel�utet. �Herein.�</p><p>Rione trat ein und verhielt sich, als sei dies ihr Quartier. Sie ging einfach zu einem Sessel und lie� sich hineinfallen. �Mir ist da ein Gedanke gekommen, den ich gern mit Ihnen besprechen w�rde�, begann sie zu reden.</p><p>Er musterte sie skeptisch, da er sich nicht erkl�ren konnte, aus welchem Grund sie so gut gelaunt war. So hatte sie sich nicht mehr benommen, seit sie zu seiner Flotte zur�ckgekehrt war. �Und was f�r ein Gedanke ist das?�</p><p>�W�re es nicht n�tzlich f�r die Allianz, wenn ein Offizier der Flotte hier langfristig einen Posten zugewiesen bekommt? Hier in diesem System? Wie hei�t das noch gleich? Verbindungsoffizier, richtig?�</p><p>�Ja, Verbindungsoffizier�, sagte er und �berlegte angestrengt, worauf sie hinauswollte. �Der hier zur�ckbleiben soll?�</p><p>�Richtig.� Sie lie� eine Pause folgen, als denke sie �ber irgendwas nach. �Es sollte nat�rlich ein Offizier mit gen�gend Erfahrung sein, immerhin ist das ein bedeutsamer Posten. Und mit Blick auf den Argwohn zwischen unseren V�lkern w�re es sicher besonders hilfreich, wenn derjenige bereits eine Verbindung zur Gegenseite h�tte.�</p><p>�Eine Verbindung zur Gegenseite?�</p><p>�Eine pers�nliche Beziehung. Vielleicht zu einem ihrer Offiziere. Ich wei�, das ist eine ziemlich verr�ckte Idee, aber��</p><p>�Wie zum Teufel haben Sie es diesmal geschafft, sich in meine Konferenzsoftware zu hacken?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Nat�rlich�, redete Rione weiter, als h�tte sie ihn gar nicht geh�rt, �m�ssten Sie erst einmal jemanden finden, der bereit ist, einen offiziellen Befehl zu akzeptieren, der von ihm verlangt, hierzubleiben. Jemand, der die Syndiks gut genug kennt, um ihre Tricks zu durchschauen. Denn auch wenn diese Leute hier keine Syndiks mehr sein wollen, werden sie deswegen nicht ihr gewohntes Verhalten aufgeben.�</p><p>�Ein offizieller Befehl?� Wollte sie ihm tats�chlich helfen?</p><p>�Die Allianz ben�tigt jemanden, der die Situation im Auge beh�lt�, sagte Rione und betrachtete sehr interessiert ihre Fingern�gel. �Jemanden, der diesen Leuten zur Hand gehen kann, was korrekte milit�rische und staatliche Beziehungen betrifft. Jemanden, der demokratische Reformen ansto�en kann.� Sie legte den Kopf ein wenig schr�g, als sei ihr dieser letzte Gedanke gerade erst gekommen. �Und der vielleicht auch ein paar Ratschl�ge geben kann, wie man richtig ein Gefecht bestreitet, sollten die Verteidiger dieses Systems einmal in die Verlegenheit kommen, so etwas tun zu m�ssen.�</p><p>�Sie schlagen mir die perfekte L�sung f�r meine beiden Probleme vor, n�mlich wie ich diesem Sternensystem meine Unterst�tzung anbieten und wie ich Captain Bradamonts Krise aus der Welt schaffen kann. Wieso?�</p><p>Sie zog die Stirn in Falten. �Es k�nnte meine mitf�hlende Seite sein, die sich da regt.�</p><p>�Das tut sie aber nicht sehr oft�, gab Geary zur�ck. �Besonders nicht in der j�ngsten Zeit.�</p><p>�Dann ist es vielleicht mein innerer Schweinehund, der sich nicht allzu sehr von meinem �u�eren Schweinehund unterscheidet und der es darauf anlegt, dass die Pl�ne gewisser Gruppierungen in der Allianz durchkreuzt werden.� Rione sah ihm in die Augen. �Eine Flottenoffizierin, die mit dem Feind Kontakt h�lt, nachdem sie aus einem Kriegsgefangenenlager der Syndiks befreit worden war? Die Informationen an den Feind weitergeleitet hat? An einen feindlichen Offizier, f�r den sie romantische Gef�hle hegte? �berlegen Sie doch mal, welche Folgen es nach sich ziehen kann, wenn eine solche Information publik wird.�</p><p>Geary beugte sich vor und erwiderte energisch: �Wenn Sie so viel wissen, dann sollte Ihnen auch bekannt sein, dass diese Informationen auf Befehl des milit�rischen Geheimdienstes �bermittelt wurden, um den Feind mit falschen Fakten zu versorgen.�</p><p>�Ja, Admiral, das wei� ich auch. Und auch, dass man Leute erpressen kann, vor allem wenn die eigentliche Angelegenheit so streng geheim ist, dass diejenigen mit substanziellem Wissen dar�ber kein Wort von sich geben d�rfen.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck und wunderte sich, dass es immer noch m�glich war, ihn mit irgendwelchen Neuigkeiten zu schockieren. �Jemand erpresst Captain Bradamont? Das wissen Sie sicher?�</p><p>�Ja, das wei� ich sicher�, erwiderte sie leise und schaute wieder auf ihre Fingern�gel. �Oder besser gesagt: Jemand ist im Begriff, sie zu erpressen. Es ist alles vorbereitet. Man hat Bradamont gegen�ber bereits ein paar Andeutungen gemacht, vage Warnungen, dass etwas geschehen k�nnte, wenn sich gewisse Dinge herumspr�chen.�</p><p>Das erkl�rte, warum Bradamont vorhin so aufgew�hlt gewirkt hatte. �Warum?�</p><p>�Damit sie weiterhin spioniert, diesmal aber nicht bei den Syndiks, sondern wom�glich bei jemandem, dem genau dieses Quartier geh�rt. Es k�nnte sogar sein, dass man sie zu Handlungen zwingen wird, zu denen sie unter normalen Umst�nden niemals bereit w�re.�</p><p>Geary musste das alles erst einmal verdauen und dann jene Wut unterdr�cken, die der blo�e Gedanke an solche Taktiken bei ihm ausl�ste. �Captain Bradamont hatte bereits das Kommando �ber die <emphasis>Dragon</emphasis>, als man mich noch gar nicht wiedergefunden hatte�, wandte er ein.</p><p>�Glauben Sie etwa, nur Sie k�nnten die Zielscheibe von Spionage und Sabotage sein? Das Sch�ne an einer strategisch so gut platzierten Waffe besteht darin, dass man sie gegen jedes Ziel richten kann, wenn das notwendig erscheint. H�tte man Sie nie entdeckt, dann w�re Admiral Bloch das Ziel geworden, sofern er lange genug gelebt h�tte.�</p><p>�Und was w�re mit dieser� Waffe geschehen?�</p><p>�Waffen sind von Natur aus Gebrauchsgegenst�nde, die irgendwann durch neue Waffen ersetzt werden�, sagte Rione. Ihre tonlose Stimme verriet, was sie von einer solchen Denkweise hielt.</p><p>�Wenn ich Bradamont richtig einsch�tze, dann w�rde sie sich auf eine solche Erpressung nicht einlassen�, erkl�rte Geary.</p><p>�Und Sie w�rden damit die Befehlshaberin eines Schlachtkreuzers verlieren.�</p><p>�So oder so�, murmelte er. Die Regierung w�rde sie zu sich bestellen, man w�rde ihr das Kommando �ber ihr Schiff entziehen, bis die �Anschuldigungen� gekl�rt waren, die man �versehentlich� an die Medien durchsickern lassen w�rde, damit ihr Name durch den Dreck gezogen werden konnte. Und am Ende stand wom�glich ein �ehrbarer� Selbstmord, in den die Verachtung und der Zorn ihrer Kameraden sie treiben w�rden. �Sie helfen damit nicht nur Captain Bradamonts Liebesleben auf die Spr�nge, Sie retten ihr auch das Leben und die Ehre.�</p><p>�Seien Sie mal nicht albern�, gab Rione zur�ck. �Ich besch�tze die Allianz und meine eigenen Interessen. Dass das irgendwelche positiven Auswirkungen auf diese Frau haben k�nnte, ist purer Zufall.�</p><p>�Warum haben Sie mir nicht schon fr�her etwas davon gesagt?�</p><p>�Weil die Beteiligten, aus welchen Gr�nden auch immer, es nicht versucht haben, sie einzusetzen, bevor Sie mit der Flotte Varandal verlassen hatten. Nachdem wir uns nicht l�nger in Allianz-Gebiet befanden, konnte niemand mehr einen Versuch unternehmen, sie zu erpressen, ohne dass ich davon erfahren w�rde.�</p><p>Das war eine wichtige Information. �Einige von diesen Leuten befinden sich hier in der Flotte?�</p><p>�Ich wei� es nicht mit Sicherheit. Ich wei� nur, dass ich von ihnen nichts geh�rt habe. Sie� haben die Vermutung ge�u�ert, dass ich erpresst werde, um bestimmte Dinge zu tun, und dass ich das nur in dem Umfang mache, der unbedingt sein muss, der aber weder f�r Sie noch f�r die Allianz eine Bedrohung darstellt. Ziehen Sie daraus Ihre eigenen Schlussfolgerungen. Wenn Bradamont diese Drohung erhalten h�tte, w�hrend wir uns au�erhalb des Allianz-Territoriums befanden, h�tte ich davon erfahren und es Ihnen gesagt. Auch wenn die Allgemeinheit es nicht f�r m�glich h�lt, gibt es immer noch Methoden, die ich nicht guthei�en kann.�</p><p>Unwillk�rlich begann er zu l�cheln. �Und auch wenn die Allgemeinheit es nicht f�r m�glich h�lt, haben Sie doch ein Herz.�</p><p>�Das ist eine L�ge, Admiral. Ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie so etwas nicht weiterverbreiten w�rden, auch wenn ich bezweifle, dass Ihnen das irgendjemand glauben w�rde.� Rione stand auf. �Sollte mein Mann wieder gesund werden, dann habe ich das Ihnen zu verdanken. Halten Sie mich f�r so kaltherzig, dass ich nicht wei�, was ich daf�r schuldig bin? Rufen Sie Bradamont, bieten Sie ihr den Posten an. Ich garantiere Ihnen, die beiden Gesandten der Allianz-Regierung werden damit einverstanden sein, in diesem System die Stelle eines Verbindungsoffiziers einzurichten, die tats�chlich den Interessen der Allianz dient.�</p><p>Ohne ein weiteres Wort verlie� sie sein Quartier. Die Luke schloss sich hinter ihr, und Geary verbrachte die n�chsten f�nf Minuten damit, �ber Riones Worte nachzudenken. Schlie�lich bet�tigte er sein Komm. �Captain Bradamont, ich muss noch einmal unter vier Augen mit Ihnen reden.� Er w�rde ihr das Angebot unterbreiten, und wenn sie es annahm, war das f�r alle ein Gewinn. Nur nicht f�r die, die sie hatten erpressen wollen�� und die verdienten es, nie zu gewinnen.</p><p>Es dauerte eine Weile, dann endlich antwortete Boyens auf Gearys Nachricht. Zwar l�chelte er immer noch, aber es wirkte nicht mehr so ehrlich, sondern vielmehr bem�ht. �Ich bedauere zutiefst, Admiral Geary und die Repr�sentanten der Allianz-Regierung daran erinnern zu m�ssen, dass der Vertrag zwischen Ihrer Regierung und der der Syndikatwelten es erlaubt, dass <emphasis>Ihre </emphasis>Schiffe zum Midway-Sternensystem und zur�ck reisen k�nnen. Das schlie�t nicht Schiffe ein, die zu anderen Regierungen oder� Spezies geh�ren. Bei Ihnen befindet sich ein Kriegsschiff von Aliens, was bedeutet, dass es sich nicht um ein Allianz-Schiff handelt. Folglich f�llt es nicht unter die Bedingungen des Vertrags. Mit Blick auf meine Pflichten als B�rger der Syndikatwelten muss ich darauf bestehen, dass Sie jedes Schiff, das nicht zur Allianz geh�rt, nach Prime bringen, wo meine Regierung dar�ber entscheiden kann, wie mit diesem Schiff verfahren werden soll. Meine Flotte wird ihre Position nahe des Hypernet-Portals beibehalten. Es w�re zu tragisch, sollte diesem Portal als Folge von Unachtsamkeit oder Aggression irgendetwas zusto�en. F�r das Volk. Boyens Ende.�</p><p>�Glaubt er denn ernsthaft, wir �bergeben ihm die Spinnenwolf-Delegation und das Superschlachtschiff der B�rk�he?�, fragte Charban erstaunt.</p><p>�Das nennt man Diplomatie�, erkl�rte Rione. �Er stellt eine v�llig �berzogene Forderung in der Hoffnung, dass wir uns auf eine Abmachung einigen, bei der die Syndikatwelten immer noch irgendetwas gewinnen. Und wie ich es mir gedacht habe, hat er das Hypernet-Portal sozusagen als Geisel genommen, damit wir seinen Forderungen nachgeben. Admiral, ich bin keine Spezialistin f�r Weltraumrecht, aber ich gehe doch recht in der Annahme, dass das Schiff der B�rk�he inzwischen Eigentum der Allianz ist, oder?�</p><p>�Das ist v�llig richtig�, best�tigte Geary. �Wir haben es unter Einsatz von Waffen erobert. Es geh�rt uns. Wir haben eine Crew an Bord geschickt. Und es tr�gt sogar einen Namen: <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�Und unterscheidet sich die <emphasis>Invincible </emphasis>von anderen Schiffen in dieser Flotte, au�er nat�rlich von der Bauweise her?�</p><p>�Nein. Ich erteile Befehle, die vom befehlshabenden Offizier der <emphasis>Invincible</emphasis>, Admiral Lagemann, ausgef�hrt werden. Die <emphasis>Invincible </emphasis>war w�hrend der Schlacht Teil unserer Formation und hat so wie andere Schiffe der Flotte auch einige Treffer einstecken m�ssen.�</p><p>�Hervorragend�, sagte Rione. �Und die Schiffe der Spinnenw�lfe geh�ren uns garantiert nicht. Wenn Sie nichts dagegen einzuwenden haben, Admiral, w�rde ich CEO Boyens und der Regierung der Syndikatwelten gern eine offizielle Antwort zukommen lassen, was seine letzte Mitteilung an uns betrifft.�</p><p>�Mit Vergn�gen�, entgegnete Geary. �Ich f�rchte, meine eigenen diplomatischen F�higkeiten reichen nicht aus, um diese Nachricht in angemessener Weise zu beantworten.�</p><p>Rione klang absolut professionell und verzog keine Miene, als sie die Erwiderung �bermittelte: �Bedauerlicherweise sind wir nicht in der Lage, CEO Boyens, Ihrer Bitte nachzukommen, was die sechs uns begleitenden Schiffe angeht, die mit uns in das Gebiet der Allianz kommen werden. Die Besatzungen dieser Schiffe unterstehen nicht unserer Kontrolle, und sie haben den ausdr�cklichen Wunsch ge�u�ert, bei unserer Flotte zu bleiben. Diesen Wunsch haben wir ihnen nur zu gern erf�llt. Allerdings�� Rione setzte ein so frostiges L�cheln auf, dass Geary ein eisiger Schauer �ber den R�cken lief. ��haben wir ihnen versprochen, sie zu besch�tzen. Sollte irgendjemand versuchen, sie zum Handeln zu zwingen, dann werden wir uns aufgrund unserer Zusagen und unserer Ehre gezwungen sehen, sie im Rahmen unserer F�higkeiten zu verteidigen und jede Ma�nahme zu ergreifen, die zur Wahrung ihrer Sicherheit erforderlich ist. Was das Kriegsschiff der Aliens angeht, muss ich Sie darauf hinweisen, dass es sich in Wahrheit um ein Schiff dieser Flotte handelt. Es tr�gt den Namen <emphasis>Invincible</emphasis>, seine Besatzung setzt sich aus Angeh�rigen der Allianz-Streitkr�fte zusammen und f�hrt die von Admiral Geary erteilten Befehle aus. Rein rechtlich unterscheidet es sich von keinem der anderen Schiffe dieser Flotte, womit jede Forderung, es entgegen dem Friedensvertrag der Kontrolle durch die Regierung der Syndikatwelten zu �berlassen, absurd ist und demnach nicht ernst genommen werden kann.</p><p>Wir danken Ihnen f�r Ihre Sorge um die Unversehrtheit des Hypernet-Portals in diesem System, vor allem weil die hiesigen Beh�rden der Allianz eine Teilhaberschaft an diesem Portal gew�hrt haben. Da es nun zum Teil Eigentum der Allianz ist, w�rde jede dem Portal zugef�gte Besch�digung als Angriff auf die Allianz gewertet, was den Kriegszustand zwischen der Allianz und der Regierung nach sich ziehen w�rde, deren Kriegsschiffe einen solchen Angriff zu verantworten haben. Ich w�nsche Ihnen eine angenehme Reise zur�ck nach Prime. Sie m�ssen nicht unseretwegen in diesem System bleiben, zumal es uns schwerfallen w�rde, Midway zu verlassen, w�hrend Sie noch hier zur�ckbleiben. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Rione Ende.�</p><p>Geary sah Rione ungl�ubig an. �Iceni und Drakon haben uns zu Teilhabern an ihrem Hypernet-Portal gemacht?�</p><p>�Ich hatte es vorgeschlagen�, antwortete Rione triumphierend. �Ich habe ihnen die Vorteile f�r beide Seiten klargemacht, und sie haben bereits zugestimmt.�</p><p>�Ich bin froh, Sie auf unserer Seite zu haben, Gesandte Rione.�</p><p>�Iceni und Drakon haben eindeutig Anstrengungen unternommen, um ihren Einfluss �ber dieses Sternensystem hinaus auszudehnen�, meldete Lieutenant Iger. �Trotz ihrer eingeschr�nkten milit�rischen M�glichkeiten hat es sogar entsprechende Offensiven gegeben. Wenn diese F�higkeiten weiterhin wachsen, kann es durchaus sein, dass sie versuchen werden, ihren Einfluss auszuweiten, indem sie benachbarte Systeme angreifen, um sie zu erobern.�</p><p>�Aber die Nachbarsysteme geh�ren nicht mehr oder nicht mehr lange zu den Syndikatwelten�, sagte Geary. �In einigen Systemen hat es heftige K�mpfe gegeben. Dieses Sternensystem hier scheint das stabilste in der gesamten Region zu sein. Haben Sie Hinweise darauf gefunden, dass das neue Regime von Midway zu den gleichen unterdr�ckerischen Methoden greift wie zuvor die Syndiks?�</p><p>Iger hob unschl�ssig die Schultern an. �Das l�sst sich nur schwer sagen, Admiral. Wir gewinnen unsere Informationen fast ausschlie�lich aus Quellen, die wir von hier aus anzapfen k�nnen, zum Beispiel Nachrichtensendungen, aber auf so etwas kann ein Regime Einfluss nehmen. Eine Diktatur kann sicherstellen, dass nur das berichtet wird, was auch berichtet werden soll. Allerdings ist es so, dass hier die Medienaktivit�ten erheblich umfangreicher ausfallen, als es in von Syndiks kontrollierten Systemen �blicherweise der Fall ist. Seit wir das letzte Mal hier waren, sind etliche Medienorganisationen entstanden, und es berichten auch deutlich mehr Individuen �ber die Ereignisse auf dem Planeten. Das spricht zwar f�r eine Lockerung der Kontrolle �ber die Gesellschaft, aber es kann auch so sein, dass das alles nur zum Schein geschieht, weil vermeintlich unabh�ngige Meinungs�u�erungen den Eindruck erwecken, dass die Gesellschaft freier ist als zuvor.�</p><p>�Haben Sie noch irgendetwas �ber die Vorgeschichte von Iceni oder Drakon herausfinden k�nnen?�</p><p>�Nur bruchst�ckhafte Erw�hnungen in unserer Datenbank, Admiral. Drakon war ein an der Front eingesetzter Offizier der Bodenstreitkr�fte, daher taucht sein Name in einigen abgefangenen �bermittlungen auf, doch die letzte dieser Nachrichten ist schon einige Jahre alt. Danach findet er keine Erw�hnung mehr bei den Streitkr�ften, die gegen uns gek�mpft haben. Daher sind wir davon ausgegangen, dass er entweder tot ist oder dass er sich politisch unbeliebt gemacht hat und m�glicherweise in einem Arbeitslager gelandet ist.�</p><p>Igers Worte erinnerten Geary an etwas. �Boyens hat uns doch erz�hlt, dass man ihn seinerzeit durch die Versetzung zu der Flotte, die Midway besch�tzen sollte, praktisch ins Exil geschickt hatte. Er sprach davon, dass in Midway die Leute landeten, die in Ungnade gefallen waren, weil sie hier keine M�glichkeit mehr hatten, auf andernorts stattfindende Ereignisse Einfluss zu nehmen, und weil sie aus der Ferne auch nicht mehr die Gunst der Syndikatsherrscher zur�ckgewinnen konnten.�</p><p>�Ja, Sir. Das k�nnte der Grund sein, wieso Drakon hier ist. Aber wir wissen weder, ob das so war, noch kennen wir den Anlass f�r eine Strafversetzung.�</p><p>�Und Iceni?�</p><p>�Nur zwei Erw�hnungen, w�hrend sie verschiedene Flotten der Syndikatwelten befehligte. Sie scheint die meiste Zeit �ber andere Posten innegehabt zu haben.�</p><p>�Aber sie wurde ebenfalls nach Midway versetzt.� Geary nickte Lieutenant Iger zu, w�hrend er daran dachte, wie Iceni sich beim ersten Angriff der Enigmas gegen eine Evakuierung gestr�ubt hatte. Stattdessen war sie bei ihren Untergebenen und den B�rgern geblieben, die man vor der Attacke nicht mehr in Sicherheit hatte bringen k�nnen. Da er zu wenig �ber sie wusste, musste er dieses f�r jeden Syndik untypische Verhalten zu Icenis Gunsten auslegen. �Ist Captain Bradamont �ber alles unterrichtet worden, was ich gesagt habe?�</p><p>�Ja, Sir�, antwortete Iger, der sein Unbehagen nicht �berspielen konnte. �Admiral, falls Captain Bradamont unter dem Decknamen Wei�e Hexe an geheimdienstlichen Aktivit�ten beteiligt war�� Er lie� den Satz unvollendet, da er nach den passenden Worten suchte.</p><p>�Ich wei� dar�ber Bescheid�, sagte Geary. �Da sie schon zuvor als Informationsquelle gedient hat, wird der Geheimdienst sicher nichts dagegen einzuwenden haben, dass sie einen Posten bekommt, der es ihr erlaubt, dar�ber zu berichten, was in diesem Sternensystem vor sich geht.�</p><p>�Das� ist richtig, Sir. Aber ich f�hle mich verpflichtet, Sie zu warnen, dass der Geheimdienst im Flottenhauptquartier mit Ihrer Entscheidung wom�glich nicht einverstanden ist�</p><p>�Danke, Lieutenant. Ich bin mir sicher, wenn es ihnen nicht gef�llt, werden sie mir das schon sagen.� Das konnte nat�rlich erst dann geschehen, nachdem die Flotte ins Allianz-Gebiet zur�ckgekehrt war und nachdem eine Reihe unterschiedlichster Berichte bei den zust�ndigen Abteilungen eingetroffen war.</p><p>Nachdem er sich intern abgesichert und alles getan hatte, um mehr �ber Iceni, Drakon und ihr Regime auf dieser Welt in Erfahrung zu bringen, war es nun an der Zeit, mit den Herrschern von Midway �ber zwei sehr wichtige Angelegenheiten zu reden.</p><p>Geary sammelte sich, dann aktivierte er die Nachrichten�bermittlung. �Pr�sidentin Iceni, General Drakon, ich muss mit Ihnen zwei Dinge besprechen�, sagte er formal. Er sa� am besten Schreibtisch, den es auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>gab, er trug seine beste Uniform, sein Erscheinungsbild hatte er von Tanya Desjani abnehmen lassen, die ihn so gr�ndlich inspiziert hatte wie eine Ausbilderin einen Rekruten an seinem ersten Tag beim Milit�r.</p><p>�Zun�chst einmal, Pr�sidentin Iceni, muss ich Sie informieren, dass wir bei unserem Aufenthalt im von den Enigmas kontrollierten Gebiet einige von ihnen festgehaltene Menschen aus einem Lager befreien konnten, in dem sie allem Anschein nach zu Studienzwecken untergebracht worden waren. Von denjenigen abgesehen, die dort in Gefangenschaft geboren wurden, stammen sie alle aus Kolonien oder von Schiffen der Syndikatwelten. Wir haben sie gr�ndlich untersucht, bei keinem von ihnen konnten Hinweise auf biologische oder anderweitige Kontamination festgestellt werden.� Es war eine schwierige Entscheidung f�r ihn gewesen, Iceni und Drakon von diesen Leuten zu berichten, aber letztlich konnte er es vor sich selbst nicht rechtfertigen, sie noch l�nger an einer R�ckkehr nach Hause zu hindern, nachdem sie schon so lange Zeit festgehalten worden waren.</p><p>Geary atmete tief durch. �Ich muss eindringlich darauf hinweisen, dass keiner von ihnen etwas �ber die Enigmas wei�. Sie waren in einem Asteroiden eingeschlossen, und sie haben nie gesehen, von wem sie dort festgehalten wurden. Sie k�nnen nichts �ber die Enigmas berichten. Die lange Gefangenschaft hat bei jedem von ihnen seelische, k�rperliche und emotionale Sch�den verursacht. Angesichts ihrer Verfassung beabsichtige ich, die meisten von ihnen mit ins Allianz-Gebiet zu nehmen, wo man sich um sie k�mmern wird, ehe man daf�r sorgt, dass sie in ihre Heimatsysteme innerhalb der Syndikatwelten zur�ckkehren k�nnen. Drei Gefangene erkl�ren jedoch, dass sie oder ihre Eltern von Taroa kommen, und f�nfzehn andere behaupten, aus Ihrem System zu stammen. Diese achtzehn m�chten sofort heimkehren, und wir m�chten ihrem Wunsch nachkommen. Allerdings w�rde ich zuvor gern wissen, was Sie mir �ber die Zust�nde auf Taroa sagen k�nnen.</p><p>Und zudem m�chte ich erfahren, was Sie mit den f�nfzehn von Midway kommenden Personen machen werden. Ich f�hle mich verpflichtet daf�r zu sorgen, dass sie nach ihrer Befreiung gut behandelt werden.�</p><p>Er hielt einen Moment lang inne. �Die zweite Sache betrifft den weiteren Ausbau unserer Beziehungen zur neuen Regierung von Midway. Mein Vorschlag geht dahin, einen erfahrenen Offizier als Repr�sentanten der Allianz auf Ihre Welt zu entsenden. Auf diese Weise k�nnen wir unsere Verbundenheit mit Ihnen demonstrieren, und Sie erhalten die M�glichkeit, Ratschl�ge einzuholen in Fragen der Verteidigung oder der weiteren Demokratisierung Ihrer Regierung. Die Offizierin, die ich daf�r vorschlagen m�chte, ist Captain Bradamont, die derzeit noch die Befehlshaberin des Schlachtkreuzers <emphasis>Dragon </emphasis>ist. Sie ist eine hervorragende Offizierin, und da sie eine Zeit lang Kriegsgefangene der Syndiks war, hatte sie Kontakt mit Offizieren der Syndikatwelten und kann mit ihnen zusammenarbeiten. Captain Bradamont hat sich bereit erkl�rt, diese neue Aufgabe zu �bernehmen, aber ich ben�tige Ihr Einverst�ndnis, um diesen Posten offiziell einrichten zu k�nnen, von dem aus meiner Sicht alle Beteiligten profitieren werden. Die Gesandten der Allianz-Regierung, die diese Flotte begleiten, haben bereits ihre Zustimmung gegeben, sodass wir nur von Ihrer Regierung eine Entscheidung h�ren m�ssen. Ich hoffe, bald von Ihnen in beiden Angelegenheiten eine Antwort zu bekommen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Es kam nicht oft vor, dass er sich w�nschte anwesend zu sein, wenn eine Nachricht bei ihrem Empf�nger eintraf. Diesmal jedoch w�re es sicher sehr interessant gewesen, Icenis und Drakons erste Reaktion darauf zu sehen.</p><p>Und auch Colonel Rogeros Reaktion�</p><p>Als sie das n�chste Mal von CEO Boyens h�rten, waren die Hilfsschiffe der Allianz damit besch�ftigt, Rohstoffe von mehreren gro�en Asteroiden an Bord zu schaffen und sie zu neuen Brennstoffzellen und Ersatzteilen zu verarbeiten, kaum dass sie in den Lagerr�umen angekommen waren. Die Allianz-Flotte war wieder in einer gro�en Formation vereint, die einem Orbit um den Stern Midway folgte. Alle hatten erneut reichlich damit zu tun, im Gefecht erlittene Sch�den zu beseitigen oder Systeme auszutauschen, die das Ende ihrer Lebensspanne erreicht hatten.</p><p>Geary war damit besch�ftigt, sich die Berichte seiner Schiffe anzusehen. Zwar hatte er kein Schlachtschiff verloren, doch viele von ihnen hatten im Verlauf der Mission so viele Treffer abbekommen, dass man sie kaum noch als gefechtsbereit bezeichnen konnte. Einige von ihnen sollten erst einmal in einem Flottendock komplett �berholt werden, ehe sie wieder in einen Kampf geschickt werden konnten.</p><p>Und dann war da auch noch die <emphasis>Invincible</emphasis>, die zwar nur mit �u�erster Anstrengung kleinzukriegen war, von der man dennoch behaupten konnte, dass sie Gefahren und Bedrohungen jeder Art wie magnetisch anzog. Solange das Superschlachtschiff der B�rk�he nicht im Allianz-Gebiet angekommen war, w�rde jeder potenzielle Angreifer sich f�r das Schiff interessieren, um mehr �ber die an Bord befindliche Technologie herauszufinden. Er hatte den Verdacht, dass die Syndik-Regierung selbst einen Versuch unternehmen k�nnte, verf�gte sie doch derzeit nur noch �ber sehr begrenzte Ressourcen, w�hrend die <emphasis>Invincible </emphasis>von unermesslichem Wert f�r jeden war, der sie f�r sich beanspruchen konnte.</p><p>Die Spinnenw�lfe schienen in der Lage, sehr gut auf sich selbst aufzupassen, aber zu Unf�llen konnte es immer kommen, und es w�rde angesichts der immer noch auf sehr simple Konzepte beschr�nkten Konversation sehr schwierig werden, ihnen eine Begegnung mit einer im All treibenden Mine oder einem �hnlichen Objekt zu erkl�ren. Au�erdem wusste man aus Erfahrung und aus den Berichten �ber Sternensysteme rings um Midway, von manchen Leuten, denen das Erbe des vormaligen Syndik-Milit�rs in die H�nde gefallen war, dass sie sich alles andere als vertrauensw�rdig erwiesen hatten. Eine Gruppe Fanatiker mochte jederzeit einen �berraschungsangriff planen, zumal es Geary nicht m�glich war, die Spinnenwolf-Schiffe hinter den sch�tzenden Schirm seiner eigenen Kriegsschiffe zu platzieren. Die Spinnenw�lfe�� die T�nzer�� machten einfach, wonach ihnen gerade der Sinn stand.</p><p>Das alles bedeutete, dass Geary nicht gerade bester Laune war, als sich CEO Boyens bei ihm meldete, dessen Laune auch nicht besonders gut zu sein schien. Er schaute regelrecht feindselig drein, und er versuchte nicht, seine Unzufriedenheit hinter einer Fassade aus vorgeblicher Freundlichkeit zu verbergen. �Bedauerlicherweise bin ich an den Friedensvertrag zwischen den Syndikatwelten und der Allianz gebunden, auch wenn es so scheint, dass lediglich die Syndikatwelten ein echtes Interesse daran haben, sich an den Wortlaut dieses Vertragswerks zu halten. Deshalb kann ich nicht die Ma�nahmen ergreifen, die ich eigentlich f�r angemessen halte, um die Syndikatwelten und ihre B�rger vor der ma�losen Arroganz einer fremden milit�rischen Streitmacht zu sch�tzen.�</p><p>Geary hatte Desjani gebeten, sich diese Mitteilung gemeinsam mit ihm und den Gesandten anzusehen, und nun kr�mmte sie sich fast vor Lachen. �Oh, Sie k�nnen wirklich gern versuchen, irgendwen zu besch�tzen. Versuchen Sie es doch <emphasis>bitte!</emphasis>�, rief sie ausgelassen.</p><p>Boyens redete weiter: �Da Sie mein Angebot abgelehnt haben, Ihnen zur Seite zu stehen, werde ich mir nicht die M�he machen, Sie mit Informationen zu versorgen, die Ihre Heimreise angenehmer verlaufen lassen k�nnten. Allerdings werde ich Ihnen eine Sache mit auf den Weg geben, die Sie sicher sehr interessant finden werden.� Er hielt inne und genoss es, dass sein Publikum in diesem Moment v�llig gebannt vor dem Bildschirm sitzen w�rde, wenn es seine Nachricht zu sehen bekam. �Es wird Sie zweifellos sehr freuen zu erfahren, dass einer Ihrer Kameraden, ein Offizier, w�hrend eines der Gefechte im Heimatsystem der Syndikatwelten nicht wie von Ihnen angenommen ums Leben gekommen ist.�</p><p><emphasis>Michael? Lebt mein Gro�neffe noch? Hat er die Zerst�rung der </emphasis>Repulse <emphasis>�berlebt? </emphasis>Geary wusste nicht, ob sein Herz f�r einen Moment tats�chlich aufgeh�rt hatte zu schlagen oder ob er sich das nur eingebildet hatte. Er sah nach unten und stellte fest, dass Tanya nach seiner Hand gegriffen hatte und sie fest an sich gedr�ckt hielt. CEO Boyens, der gewusst haben musste, welche Hoffnungen er mit seinen Worten weckte, l�chelte. �Ja, mehr als nur ein Offizier, der f�r tot gehalten wird, lebt noch und ist in diesen Minuten auf dem Weg zur�ck in die Allianz. Das Schiff mit diesen Offizieren verlie� Prime, bevor meine Flotte hier eingetroffen ist.�</p><p><emphasis>Augenblick mal�</emphasis></p><p><emphasis>�</emphasis>Warum sollte er uns eine gute Neuigkeit berichten?�, murmelte Desjani, die Gearys Hand noch fester dr�ckte, w�hrend sie den Verdacht aussprach, der ihm durch den Kopf ging.</p><p>Rione befand sich auf der anderen Seite von ihm und sah mit starrer Miene auf das Bild. �Mehr als nur <emphasis>ein </emphasis>Offizier?�</p><p>�Wissen Sie, wen er meint?�, erkundigte sich Geary.</p><p>�Ich w�nsche Ihnen eine interessante Heimreise�, redete Boyens weiter. �Und ich garantiere, Sie werden bei Ihrer R�ckkehr feststellen, dass sich in der Allianz noch viel interessantere Dinge abspielen. F�r das Volk. Boyens Ende.�</p><p>Desjani stie� einen leisen Fluch aus.</p><p>�Der neue Exekutivrat der Syndikatwelten�, sagte Rione mit tonloser Stimme, �mischt sich in das Geschehen in der Allianz ein. Ganz so wie der alte Exekutivrat, bevor der Krieg ausbrach.�</p><p>�Was genau hei�t das?�, fragte Geary.</p><p>�Wenn ich das w�sste. Senator Navarro lie� mich vor unserer Abreise einige seiner Ahnungen wissen. Er vermutete, dass die Syndiks sich in die Allianz-Politik einmischen, Wirtschaftssabotage betreiben und bei jeder sich bietenden Gelegenheit Unruhe stiften k�nnten. Navarro konnte keine Beweise daf�r vorlegen, aber CEO Boyens hat uns in seinem Bem�hen, Sie irgendwie zu k�dern, eine sehr eindeutige Best�tigung daf�r geliefert, was die �berreste der Syndikatwelten vorhaben. Die Syndiks haben den Krieg verloren, aber sie wollen nicht, dass die Allianz den Frieden genie�en kann.�</p><p>�Welcher Offizier hat �berlebt?�, fragte Geary erneut.</p><p>�Vielleicht der eine, auf den Sie hoffen�, antwortete Rione vage. �Aber es kursieren Ger�chte, dass manche Hinrichtungen, die wir zu sehen bekommen haben, in Wahrheit nur gestellt waren.�</p><p>�Bloch?�, wollte Desjani wissen, die so schockiert war, dass sie tats�chlich Rione direkt ansprach. �Admiral Bloch?�</p><p>�Ich wei� darauf so wenig eine Antwort wie Sie. Aber es ist jemand, von dem Boyens erwartet, dass er uns �rger bereiten wird. Vielleicht ist es auch nur eine Finte, um uns in Unruhe zu versetzen. Admiral, Sie wissen, auf welch wackligen Beinen die Allianz nach dem Ende des Krieges steht. Der Krieg hat die Syndiks geschafft, und uns h�tte er fast geschafft. Es gibt gen�gend Leute, die aus ihrer Meinung nach guten Gr�nden kein Problem damit h�tten, der am Rand des Abgrunds stehenden Allianz einen kleinen Sto� zu versetzen. Wie schnell k�nnen wir es nach Hause schaffen?�</p><p>�Ich vermute, das wird nicht so schnell gehen, wie wir gedacht haben�, entgegnete Geary. Lebte Admiral Bloch tats�chlich noch? Es gab Allianz-Senatoren, die Bloch in fr�heren Zeiten unterst�tzt hatten, entweder aus pers�nlichem Ehrgeiz oder weil sie glaubten, dass er der richtige Mann war. Oder spielte Boyens blo� mit ihren schlimmsten �ngsten? �Wir k�nnen nicht aufbrechen, bevor wir nicht die dringendsten Reparaturen ausgef�hrt haben. Sonst verlieren wir auf dem Heimweg noch mehr Schiffe. Und wir d�rfen nicht Boyens� Andeutung vergessen, dass man uns vermutlich ein paar Stolpersteine in den Weg gelegt hat.�</p><p>�Die wollen die <emphasis>Invincible</emphasis>�, sagte Desjani. �Sie sind so hinter dem Schiff her, dass sie irgendetwas versuchen werden, w�hrend wir uns auf dem R�ckflug befinden. Und dazu m�ssen wir auch noch aufpassen, dass die T�nzer nicht irgendeinen �Unfall� erleiden, solange sie sich in Reichweite der Syndiks befinden.�</p><p>Ein Spielbrett, auf dem sich bislang schon zu viele Spielfiguren getummelt hatten�� von denen einige vor den Blicken aller anderen verborgen waren��, war um ein paar Figuren erg�nzt worden, die dazu angetan waren, eine Vielzahl von Strategien �ber den Haufen zu werfen� und wom�glich die Allianz ins Chaos zu st�rzen.</p></section><section><title><p>Anmerkungen des Autors</p></title><p><emphasis>Es hat sich hier einiges ver�ndert.</emphasis></p><empty-line/><p>Captain Tanya Desjani</p><p>Damals im 20. Jahrhundert (Ende der 60er-Jahre, um genau zu sein) lebte ich einige Jahre lang auf Midway Island mitten im Pazifischen Ozean. In jener Zeit war Satellitenfernsehen buchst�blich Zukunftsmusik. Das einzige Fernsehprogramm auf der Insel wurde von einem Lokalsender ausgestrahlt, der jeden Tag ein paar Stunden lang au�er alten Serien nichts zu bieten hatte. Manchmal konnten da sogar wei�e Sandstr�nde, eine von einem Korallenriff gesch�tzte Lagune und die Possen der Schwarzfu�albatrosse aller Sch�nheit zum Trotz nur Langeweile verbreiten. Wenn es mir langweilig wurde, konnte ich immer noch lesen, vor allem Geschichtsb�cher.</p><p>Aber es gab noch etwas anderes, womit man sich die Zeit vertreiben konnte. Jeden Samstag und Sonntag gab es im Kino auf der Milit�rbasis eine Fr�hvorstellung, in der es eine Episode von <emphasis>Kobra, �bernehmen Sie </emphasis>oder <emphasis>Big Valley </emphasis>und eine <emphasis>Star-Trek</emphasis>-Episode (nat�rlich aus der Originalserie) zu sehen gab. W�hrend der Rest der USA Kirk, Spock und McCoy auf einem kleinen Fernsehbildschirm vorgesetzt bekam, konnte ich ihre Abenteuer auf der Kinoleinwand erleben.</p><p>Als ich mit dem Schreiben begann, stellte ich fest, dass sich diese Einfl�sse in meinen Geschichten widerspiegelten. Die Geschichtsb�cher brachten mich auf interessante Ideen, und <emphasis>Star Trek </emphasis>hatte mir gezeigt, dass SF spannend und unterhaltsam sein und gleichzeitig zum Nachdenken anregen konnte. Und ich lernte dadurch auch, wie wichtig die Figuren waren. Die Raumschiffe an sich waren cool, aber die Geschichten w�ren nicht so gut gewesen, wenn es da nicht die Charaktere gegeben h�tte, deren Handeln etwas bewirkte und die immer ihr Bestes gaben, auch wenn sie vor fast unl�sbaren Problemen standen.</p><p>Aber auch viele andere Faktoren haben bei der Entstehung der Verschollenen Flotte eine Rolle gespielt. Die Grundlage bilden zwar diese �u�eren Einfl�sse, doch wenn ein Autor Charaktere erschafft, dann kommt es vor, dass sie die Geschichte beeinflussen, weil sie einem vorschreiben, was sie tun werden und was nicht, weil sie einem sagen, dass sie sich anders entscheiden w�rden, als man es selbst f�r sie geplant hatte. Als ich Black Jacks Geschichte erz�hlt habe, wurde ich von ihm mehr als einmal �berrascht. Er hat Freunde und Verb�ndete gefunden, er hat eine Vielzahl von Widersachern besiegt, und er hat eine sehr enge Beziehung zu einer bestimmten Befehlshaberin eines Schlachtkreuzers entwickelt. Als sich die M�glichkeit er�ffnete, mit ihm neue Schaupl�tze zu besuchen, wo er sich neuen Herausforderungen stellen musste, da war ich sehr erfreut dar�ber, Gearys Geschichte in der Reihe <emphasis>Beyond the Frontier </emphasis>weiterzuerz�hlen.</p><p>Wenn ich Black Jack Gearys Geschichte schrieb, dann schrieb ich dabei auch immer �ber seine Gegner, vor allem �ber die Syndikatwelten. Bei jedem Problem, das sich ihm stellte, hat Geary sein Bestes gegeben, seine Pflicht zu erf�llen und dabei stets ehrlich und ehrbar zu handeln. Den Gegensatz dazu bildeten die Syndiks, deren Verhalten in jeder Hinsicht Gearys Ansichten und �berzeugungen zuwiderlief. Es w�re ein Leichtes gewesen, die Syndiks einfach aus dem Grund als die B�sen abzustempeln, dass sie nur b�se sind. Aber damit h�tte ich der Handlung keinen Gefallen getan, weil es nicht <emphasis>den </emphasis>monolithischen Feind gibt. Jede Person, die zur gegnerischen Seite geh�rt, ist ein Individuum und unterscheidet sich von den anderen Individuen. Die Angeh�rigen der Syndikatwelten sind Menschen. Manche haben sich dem System verpflichtet, weil es ihnen Macht gibt, andere sind fest davon �berzeugt, dass nur dieses System Ordnung wahren kann. Andere erkennen die Schw�chen im System und arbeiten dagegen, und wieder andere haben sich gegen das System gewandt, weil sie dessen Ungerechtigkeit erkannt oder sogar am eigenen Leib erfahren haben.</p><p>Viele Leser haben mich gefragt, ob ich nicht mehr �ber die Syndiks berichten kann, und deshalb wollte ich diese andere Seite der Geschichte �ber die Verschollene Flotte zeigen. Was ist mit den Syndiks, die ihr System f�r das beste gehalten haben, bis es letztlich kl�glich scheiterte und der Allianz unterlag? Was ist mit denjenigen, die schon vor Langem aufgeh�rt haben, an das System zu glauben, die aber in Kriegszeiten keine andere Alternative sahen? Das Imperium der Syndikatwelten ist im Zerfall begriffen, die Zentralregierung versucht, so viele Sternensysteme wie m�glich an sich zu binden, w�hrend es ringsum zu Revolten und Rebellionen kommt. Und wenn die Revolution Erfolg hat, welche neue Denkweise ersetzt dann die alte?</p><p>Als die Allianz-Flotte gegen Ende der vorliegenden Geschichte ins Midway-System zur�ckkehrt, muss sie feststellen, dass das System nicht l�nger der Kontrolle durch die Syndikatwelten untersteht. Es gab K�mpfe auf der bewohnten Welt und auch im All, und die beiden F�hrer des Sternensystems nennen sich jetzt Pr�sidentin und General. <emphasis>The Lost Stars: Tarnished Knight </emphasis>erz�hlt von der Revolte auf Midway. Die CEOs Gwen Iceni und Artur Drakon haben genug von den Syndik-Methoden, aber es sind die einzigen Methoden, die sie kennen. Sie k�nnen sich gegenseitig nicht vertrauen, sie k�nnen <emphasis>�berhaupt niemandem </emphasis>vertrauen, weil das die Art ist, wie die Syndikatwelten Politik machen. Doch Iceni und Drakon sind aufeinander angewiesen, da sie nicht nur ihr eigenes Sternensystem verteidigen m�ssen, sondern auch noch in die benachbarten Systeme vordringen, die von internen Machtk�mpfen und Gegenangriffen der Syndiks zerrissen sind. Zwei Menschen, die vor langer Zeit aufgeh�rt haben, irgendwem zu trauen, m�ssen etwas finden, woran sie stattdessen glauben k�nnen. Vorausgesetzt, sie �berleben lange genug�</p><p>Es hat mich gefreut, dass die <emphasis>Verschollene Flotte </emphasis>von den Lesern so gut aufgenommen worden ist. F�r einen Autor gibt es keine sch�nere Belohnung als Leser, die mehr von ihm lesen wollen. Im Gegenzug m�chte ich meinen Lesern mehr Geschichten aus dem Universum der <emphasis>Verschollenen Flotte </emphasis>pr�sentieren. Die Reihe <emphasis>The Lost Stars </emphasis>f�hrt uns in einen Teil des Universums, in dem viel passiert, in dem neue Charaktere mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert werden�� w�hrend �ber allem der Schatten von Black Jack liegt.</p></section><section><title><p>Danksagung</p></title><p>Mein besonderer Dank gilt meinem Agenten Joshua Bilmes f�r seine zahlreichen Ideen und seinen Beistand und meiner Redakteurin Anne Sowards f�r ihren Einsatz. Katherine Sherbo und Brady McReynolds von Berkley Publishing Group haben sich gleicherma�en f�rsorglich um mich gek�mmert. Ein Dankesch�n geht auch an Catherine Asaro, Robert Chase, J. G. �Huck� Huckenpohler, Simcha Kuritzky, Michael LaViolette, Aly Parsons, Bud Sparhawk und Constance A. Warner f�r ihre Vorschl�ge, Kommentare und Empfehlungen. Und ich danke Charles Petit und den �Remoras� (alias Alex und Daniel) f�r einen wichtigen Vorschlag zur bedeutendsten Errungenschaft menschlicher Technologie.</p></section><section><title><p>Die Erste Flotte der Allianz</p></title><p>Admiral John Geary, Flottenbefehlshaber</p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Gallant</emphasis></p><p><emphasis>Indomitable</emphasis></p><p><emphasis>Glorious</emphasis></p><p><emphasis>Magnificent</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Dritte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Dreadnaught</emphasis></p><p><emphasis>Orion</emphasis></p><p><emphasis>Majestic</emphasis></p><p><emphasis>Conqueror</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Warspite</emphasis></p><p><emphasis>Vengeance</emphasis></p><p><emphasis>Revenge</emphasis></p><p><emphasis>Guardian</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Fearless</emphasis></p><p><emphasis>Resolution</emphasis></p><p><emphasis>Redoubtable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Siebte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Colossus</emphasis></p><p><emphasis>Encroach</emphasis></p><p><emphasis>Amazon</emphasis></p><p><emphasis>Spartan</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Achte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Relentless</emphasis></p><p><emphasis>Reprisal</emphasis></p><p><emphasis>Superb</emphasis></p><p><emphasis>Splendid</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Inspire</emphasis></p><p><emphasis>Formidable</emphasis></p><p><emphasis>Brilliant</emphasis></p><p><emphasis>Implacable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Leviathan</emphasis></p><p><emphasis>Dragon</emphasis></p><p><emphasis>Steadfast</emphasis></p><p><emphasis>Valiant</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Dauntless </emphasis>(Flaggschiff)</p><p><emphasis>Daring</emphasis></p><p><emphasis>Victorious</emphasis></p><p><emphasis>Intemperate</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Adroit</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Sechste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Illustrious</emphasis></p><p><emphasis>Incredible</emphasis></p><p><emphasis>Invincible</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Sturmtransporterdivision</strong></p><p><emphasis>Tsunami</emphasis></p><p><emphasis>Typhoon</emphasis></p><p><emphasis>Mistral</emphasis></p><p><emphasis>Haboob</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Schnelle Hilfsschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Titan</emphasis></p><p><emphasis>Tanuki</emphasis></p><p><emphasis>Kupua</emphasis></p><p><emphasis>Domovoi</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zweite Schnelle Hilfsschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Witch</emphasis></p><p><emphasis>Jinn</emphasis></p><p><emphasis>Alchemist</emphasis></p><p><emphasis>Cyclops</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Einunddrei�ig Schwere Kreuzer in sechs Divisionen</strong></p><p><emphasis>Erste Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Dritte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Vierte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>F�nfte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Achte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Zehnte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfundf�nfzig Leichte Kreuzer in zehn Geschwadern</strong></p><p><emphasis>Erstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>F�nftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Elftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Hundertsechzig Zerst�rer in achtzehn Geschwadern</strong></p><p><emphasis>Erstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Viertes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebtes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zw�lftes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Einundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Dreiundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebenundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweiunddrei�igstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Marines-Streitmacht der Ersten Flotte</strong></p><p>Major General Carabali, Befehlshaberin</p><empty-line/><p>3000 Marines in mehreren Abteilungen verteilt auf Sturmtransporter, Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe</p></section></body><binary id="cover" 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