<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Jenseits der Grenze</book-title><annotation><p>Jack Campbell bietet dem Leser Action von schwindelerregender Rasanz. Eine h�chst plausible Zukunftsvision, deren Held John "Black Jack" Geary zu den eindruckvollsten Figuren der modernen Science Fiction z�hlt.</p></annotation><date value="2013-01-11">2013</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Ralph</first-name><last-name>Sander</last-name></translator><sequence name="Die Verschollene Flotte" number="7"/></title-info><src-title-info><genre>sf</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Dreadnaught</book-title><date value="2011-04-01">2011</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>Cosmopilit</nickname></author><program-used>calibre 2.53.0, FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2016-08-01">1.8.2016</date><id>a2921338-42cf-4284-979f-e56feb653211</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><book-name>Jenseits der Grenze</book-name><publisher>Bastai L�bbe</publisher><city>K�ln</city><year>2013</year><isbn>978-3-404-20693-3</isbn></publish-info></description><body><title><p>Jack Campbell</p><p>Jenseits der Grenze</p></title><section><title><p>Widmung</p></title><p><emphasis>F�r meinen Onkel Oliver Holmes �Rick� Ulrickson, der im Mai 2010 die letzte Reise zu seinem Heimathafen angetreten hat. Er war der J�ngste in der Familie meiner Mutter und hatte sechs gro�e Schwestern, trotzdem �berlebte er irgendwie seine Kindheit, um in der Navy zu dienen, in der Raumfahrt zu arbeiten (unter anderem am Ortungssystem der NASA in der Johnson Space Center Mission Control) und um sich als Mentor f�r die Studenten an der Texas Christian University zu engagieren. Er war auch ein Amateurhistoriker, er las viel, er sang gern, und in den Sechzigern und Siebzigern war er in der B�rgerrechtsbewegung aktiv. Worauf er aber vor allem stolz war, das war seine Familie. Du fehlst uns, Onkel Oliver.</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>Und wie immer f�r S.</emphasis></p></section><section><title><p>Eins</p></title><p>Unz�hlige Sterne funkelten wie strahlende Diamanten, die man achtlos in der endlosen Weite des Alls verstreut hatte, und wurden von der H�lle des zivilen Passagierschiffs reflektiert. So hell sie auch strahlten, war es doch ein kalter Schein, da ihr Licht zu weit entfernt war, um noch irgendwelche W�rme zu spenden. Dabei bildeten sie Konstellationen, denen die Menschen eine Bedeutung zu verleihen versuchten. Admiral John �Black Jack� Geary betrachtete eben diese Sterne und dachte �ber die Tatsache nach, dass diese Konstellationen sich zwar ver�nderten, wenn man sie von einem anderen Standort aus sah, dass sich aber an der ihnen zugeschriebenen Bedeutung aus irgendeinem Grund nichts �nderte.</p><p>Er w�nschte nur, er w�sste, was es alles zu bedeuten hatte. Vor langer, langer Zeit hatte er ein Gefecht verloren, und viel sp�ter hatte sich herausgestellt, dass dieser Niederlage eine g�nzlich andere Bedeutung zugeschrieben worden war, die er sich niemals h�tte tr�umen lassen. In j�ngerer Zeit hatte er wesentlich gr��ere Schlachten gewonnen, doch welche Bedeutung denen zukam und wie sich seine Zukunft von diesem Tag an gestalten sollte, das war genauso ungewiss wie die Botschaften, die von den Sternen an den Himmel geschrieben wurden.</p><p>Das Passagierschiff hatte das Hypernet-Portal bei jenem Stern verlassen, der von den Menschen Varandal genannt wurde. Im Verlauf der zig Jahrzehnte seit seiner Montage hatte das Schiff unz�hlige Sterne passiert, und auch wenn diese Sterne, zumindest mit dem blo�en Auge betrachtet, heute noch genauso brannten wie damals, sp�rte das Schiff diese Jahre nur zu deutlich. M�nner und Frauen arbeiteten immer wieder daran, die Systeme funktionst�chtig zu halten und darauf zu achten, dass in der H�lle keine Schwachstellen entstanden. Aber w�hrend die Lebensdauer eines Sterns in Milliarden Jahren gemessen wurde, betrug die Lebensdauer menschlicher Kreationen oft weniger als hundert Jahre.</p><p>Dieses Schiff war alt, und obwohl es sich noch immer fast genauso flink bewegte wie kurz nach dem Stapellauf, nahm man in den Materialien, aus denen es konstruiert worden war, dennoch die angesammelte Belastung der vielen Jahre wahr. Man h�tte es eigentlich schon vor langer Zeit au�er Dienst stellen und durch einen j�ngeren Nachfolger ersetzen sollen. Doch eine Zivilisation, die in einen nicht enden wollenden Krieg verstrickt war, konnte sich einen solchen Luxus nicht leisten. Stattdessen wurden solche Ressourcen in den Bau von Kriegsschiffen umgeleitet, damit die an die Stelle anderer Kriegsschiffe r�cken konnten, die im Verlauf unz�hliger Schlachten zerst�rt worden waren.</p><p>Auf dieser Reise jedoch hatte die Crew mit Blick auf die Tatsache, dass seit einem Monat Frieden herrschte, Ger�chte �ber neue Schiffe aufgegriffen und weitergegeben. Etwas Genaues wusste allerdings niemand. Bislang hatte der Frieden keine nennenswerten Verbesserungen mit sich gebracht � auch kein Geld und keine Menschenleben, die ersetzen konnten, was man w�hrend des langen Krieges mit den Syndikatwelten verloren hatte. Niemand konnte genau sagen, was �Frieden� eigentlich war, denn kein Mensch lebte mehr, der den Frieden in der Zeit vor dem Angriff der Syndiks auf die Allianz vor hundert Jahren kannte.</p><p>Obwohl, das stimmte eigentlich nicht. Ein Mann, der heute noch lebte, hatte diese Phase des Friedens selbst mitgemacht. Ein Mann, der wie durch ein Wunder ein Jahrhundert im K�lteschlaf �berdauert und dann die Flotte zum Sieg gef�hrt hatte. Ein Sieg, der diesen Frieden mit sich brachte, der sich auf eine eigenartige Weise gar nicht so sehr von dem einst endlosen Krieg unterschied, der nun endlich beendet war. Und jetzt schaute dieser Mann zu den Sternen und fragte sich, welche neuen Wendungen sein Leben ihm als N�chstes bringen w�rde.</p><p><emphasis>Allianz-Regierung warnt vor Gefahr durch eine fremde Rasse f�r gesamte Menschheit.</emphasis></p><p>Geary lie� seinen Blick zur�ck zu den Schlagzeilen wandern, die unter dem Sternendisplay vorbeizogen. �Als wir Varandal vor ein paar Wochen verlie�en, wurde die Existenz von intelligenten Aliens noch als Geheimnis behandelt.�</p><p>Captain Tanya Desjani, die ganz in seiner N�he auf dem Bett sa�, schaute kurz auf die Schlagzeile, ehe sie sich wieder eingehend mit einem Verpflegungsriegel besch�ftigte. �Wir haben gegen diese Aliens gek�mpft. Die gesamte Flotte wei� inzwischen, dass sie existieren.� Sie deutete auf ein anderes Display an einem Schott, wobei der neue Ring an ihrem Finger kurz aufblitzte, als das Licht von dem in das Metall eingelassenen Sternensaphir gebrochen wurde.</p><p>Das Display, das eine Art virtuelles Fenster war, zeigte einen anderen Ausblick auf das Gebiet rings um das Passagierschiff. Hier wurden die Sterne und die von Varandals Strahlung beschienenen Planeten gedimmt dargestellt, daf�r zeigten Symbole Objekte an, die auf die gro�e Entfernung mit dem blo�en Auge nicht auszumachen waren. Hunderte von leuchtenden Markierungen gaben die Positionen der Kriegsschiffe der Allianz-Flotte an. Sie hingen scheinbar reglos vor dem Hintergrund des schwarzen Alls, obwohl sich diese Schiffe alle in einem festen Orbit um den Stern befanden.</p><p>Der Anblick l�ste zwei sehr gegens�tzliche Gef�hle aus. Zum einen war es Ehrfurcht angesichts dessen, was die Menschheit zu leisten imstande war. Aber dieser Ehrfurcht stand die Realit�t gegen�ber, dass die Schlachtschiffe, Schlachtkreuzer und die kleineren Kriegsschiffe nach menschlichen Ma�st�ben zwar gigantisch wirkten, dass sie auf die Dimensionen eines Sternensystems bezogen aber bereits winzig waren und zur v�lligen Bedeutungslosigkeit schrumpften, wenn man sie ins Verh�ltnis selbst zu einem kleinen Bereich der Galaxis setzte.</p><p>Geary betrachtete weiter diese Aussicht, wobei ihm bewusst wurde, wie sehr diese von Raumschlachten gezeichneten Schiffe, von denen er weiterhin nur Symbole sehen konnte, ihm gefehlt hatten. Seine eigene Heimatwelt war ihm fremd geworden, aber allen Ver�nderungen zum Trotz, die ein entbehrungsreiches Jahrhundert mit sich gebracht hatte, war die Flotte der eine Ort geblieben, an dem er sich nach wie vor zu Hause f�hlte. Die M�nner und Frauen, die mit dem Krieg aufgewachsen waren, seinen Schrecken in allen Facetten erlebt hatten und von diesen blutigen Erfahrungen gepr�gt worden waren, sie alle waren immer noch Matrosen so wie er selbst. Eigentlich h�tte das Ende des Konflikts mit den Syndiks f�r Ruhe sorgen sollen, aber es war unwahrscheinlich, dass diese Art von Frieden Ruhe mit sich bringen w�rde. �Ich dachte, wir wollten einen Weg finden, um weitere Auseinandersetzungen mit den Aliens zu vermeiden. Warum posaunt dann die Regierung hinaus, dass sie existieren und welche Gefahr sie darstellen?�</p><p>�Du solltest dir ein paar von den anderen Schlagzeilen ansehen�, schlug Desjani vor, dann biss sie von ihrem Riegel ab. �Diese Yanika Babiya-Verpflegungsriegel sind gar nicht so �bel, zumindest f�r Verpflegungsriegel.�</p><p>Geary konzentrierte sich wieder auf die Nachrichten und versuchte, sich auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen, nachdem er fast einen Monat lang ganz bewusst alles ignoriert hatte, was sich in der Galaxis abspielte. <emphasis>Herrschende Parteien in zweiundneunzig Sternensystemen nach vorgezogenen Wahlen entmachtet.</emphasis></p><p><emphasis>Rift-F�deration stimmt daf�r, die Beziehungen zur Allianz neu zu verhandeln.</emphasis></p><p><emphasis>Fingal verlangt als sechsunddrei�igstes Sternensystem von der Zentralregierung der Allianz K�rzung von R�stungsbeitr�gen und Steuern.</emphasis></p><p><emphasis>Black Jack Geary sichert auf Kosatka gegenw�rtiger Regierung nur bedingte Unterst�tzung zu. </emphasis>�Wie bitte? <emphasis>Bedingte </emphasis>Unterst�tzung? Was soll denn das hei�en? Als mich der Kerl gefragt hat, ob ich die Befehle der Regierung befolgen werde, habe ich das best�tigt!�</p><p>Desjani schluckte den Bissen von ihrem Riegel runter, dann sah sie Geary an und zog eine Augenbraue hoch. �Du hast ihm gesagt, du wirst jeden rechtm��igen Befehl befolgen.�</p><p>�Und?�</p><p>��Rechtm��ig� ist eine Bewertung, das wei� sogar eine dumme Matrosin wie ich.�</p><p>�Seit wann ist es �blich, aus einer Aussage, die eigentlich eine Selbstverst�ndlichkeit sein sollte, etwas Subversives zu machen?�, knurrte Geary.</p><p>�Seit die Mehrheit der Bev�lkerung die gew�hlte Regierung f�r korrupt und von Schurken unterwandert h�lt�, erwiderte Desjani. �Viele B�rger der Allianz verstehen �rechtm��ig� so, dass die Kriminellen aus ihren �mtern vertrieben werden.�</p><p>�Ich h�tte meinen Mund halten sollen.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Damit h�ttest du die Frage unbeantwortet gelassen. Die Schlagzeile dazu h�tte gelautet: �Black Jack Geary weigert sich, seine Unterst�tzung der Regierung zu best�tigen.� Das Ergebnis w�re kein bisschen besser gewesen, Darling.�</p><p>Das letzte Wort aus ihrem Mund hatte eine beruhigende Wirkung auf ihn. �Ist es tats�chlich erst vier Wochen her, seit wir geheiratet haben?�</p><p>�Es ist exakt sechsundzwanzig Tage her�, korrigierte sie ihn. �Auch wenn wir uns an Bord meines Schiffs nicht wie ein Ehepaar werden verhalten k�nnen, erwarte ich von dir trotzdem, dass du weder Jahrestage noch andere wichtige Daten vergisst.� Dann biss Desjani noch einmal von ihrem Riegel ab.</p><p>�Jawohl, Ma�am.� Er mochte diesen ver�rgerten Gesichtsausdruck, mit dem sie �blicherweise reagierte, wenn er wie einer ihrer Untergebenen antwortete, doch diesmal sch�ttelte Tanya nur den Kopf. Geary musterte sie und wunderte sich, wie gefasst sie war, seit sie im Varandal-Sternensystem eingetroffen waren. Dann jedoch fiel ihm wieder ein, dass Desjani stets umso ruhiger wurde, je n�her ein Gefecht r�ckte. �Gehst du davon aus, dass irgendwas passieren wird, wenn wir an der Station Ambaru andocken?�</p><p>�Ich rechne schon damit, seit das Schiff in dieses System zur�ckgekehrt ist, aber bislang scheint alles ruhig zu sein. Keine Schiffe der Regierung, die uns abfangen, um dich zu verhaften. Keine meuternden Schiffe der Flotte, die uns abfangen, um dich zum Diktator zu erkl�ren. Keine Gefechte zwischen irgendwelchen Splittergruppen und der Regierung.� Sie sah sich in ihrem Abteil um, einer luxuri�sen, wenn auch etwas veralteten Passagierkabine, die auf Desjani und Geary gleicherma�en irritierend wirkte, waren sie beide doch nur die recht spartanischen Unterk�nfte auf Kriegsschiffen gew�hnt. Allerdings hatte die Regierung von Kosatka auf einem �angemessenen� Transportmittel bestanden, als der Befehl einging, der von Geary verlangte, unverz�glich nach Varandal zur�ckzukehren. Immerhin war es ihnen beiden dadurch erspart geblieben, mit anderen Passagieren zu tun haben zu m�ssen.</p><p>Desjani sch�ttelte abermals den Kopf, ihr Blick wanderte zur�ck zum Display, das die Au�enansicht ihres Schiffs zeigte. �Vielleicht sind es meine Vorfahren, die zu mir reden. Ich kann die Anspannung hier deutlich sp�ren, als w�rde sich ein Stern jeden Augenblick in eine Nova verwandeln. Mir gef�llt es nicht, an Bord eines unbewaffneten Schiffs in irgendwelche Gefechtshandlungen verstrickt zu werden.�</p><p>�Ein Schlachtkreuzer ist es nicht gerade�, stimmte Geary ihr zu.</p><p>�Es ist nicht <emphasis>mein </emphasis>Schlachtkreuzer�, stellte sie klar. �Ich h�tte die <emphasis>Dauntless </emphasis>niemals so lange Zeit sich selbst �berlassen d�rfen.�</p><p>�Ich bin mir sicher, es ist alles in Ordnung. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hat eine gute Crew.�</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Was ich damit sagen wollte�, f�gte Geary rasch hinzu, �ist, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>�ber die beste Crew der ganzen Flotte verf�gt. Und �ber eine au�ergew�hnliche Befehlshaberin.�</p><p>�Du bist voreingenommen, was die Befehlshaberin angeht, aber du hast recht, dass die Crew die beste ist.� Sie atmete langsam tief durch. �Worauf ich hinauswill, ist Folgendes: Die Regierung will dich vielleicht nicht mal in der N�he irgendeines Schlachtkreuzers oder irgendeiner Crew wissen, und wir haben keine Ahnung, ob eines dieser Kriegsschiffe beabsichtigt, auf eigene Faust zu handeln. Sei einfach auf alles gefasst, wenn wir andocken.�</p><p>�Die Nachricht, die uns Duellos nach unserer Ankunft im System geschickt hat, l�sst den Schluss zu, dass allgemein Ruhe herrscht.�</p><p>Sie dachte kurz nach, schlie�lich sch�ttelte sie den Kopf. �Wir k�nnen nicht mit Gewissheit sagen, dass er diese Nachricht gesendet hat. Und falls sie tats�chlich von ihm stammt, wissen wir nicht, ob sie auf dem Weg zu uns ver�ndert wurde.�</p><p>Geary schloss die Augen, um die bequeme Umgebung auszublenden und in seine Gefechtsdenkweise zu wechseln. �Sie werden sicher nicht immer noch �berlegen, ob sie mich unter dem Vorwand festnehmen sollten, dass ich eine Gefahr f�r die Regierung darstelle.�</p><p>Sie grinste, ihre Z�hne verliehen ihrer Miene etwas Wildes. �Das w�rden sie jetzt nicht mehr in aller �ffentlichkeit wagen. Aber du k�nntest einfach verschwinden und angeblich in geheimer Mission unterwegs sein. Irgendwas werden die versuchen.�</p><p>��Die�? Von wem redest du konkret?�</p><p>�Von irgendwem. Es gibt viele M�glichkeiten. Du bist einfach viel zu gef�hrlich.�</p><p>Er musste an die Menschenmassen denken, denen sie auf Desjanis Heimatwelt Kosatka begegnet waren. Es war schlicht unm�glich gewesen, diesen allgegenw�rtigen Massen aus dem Weg zu gehen, zugleich hatte die gro�e Zahl an Jubelnden � die so enthusiastisch waren, dass ihre Begeisterung bisweilen einer regelrechten Anbetung gleichkam � zeitweise etwas Bedrohliches an sich. Die Bev�lkerungen ganzer St�dte schienen sich auf den Stra�en zu dr�ngen, nur um eine Gelegenheit zu bekommen, einen Blick auf den gro�en Black Jack Geary zu erhaschen, den legend�ren Helden der Allianz, den Mann, der bis zum bitteren Ende auf seinem Schiff geblieben war und einen �berraschungsangriff der Syndiks abgewehrt hatte, damit andere Schiffe sich in Sicherheit bringen konnten. Alle waren sie der Meinung gewesen, dass er vor hundert Jahren w�hrend dieser Schlacht bei Grendel umgekommen war. In Wahrheit hatte er an Bord einer besch�digten Rettungskapsel im K�lteschlaf gelegen, aus dem er erst vor recht kurzer Zeit geweckt worden war. Dabei war er in einer Welt wiedererwacht, in der man den Menschen immer wieder eingeimpft hatte, er sei ein unvergleichlicher Held. <emphasis>Was glauben sie, wer Black Jack wirklich ist? </emphasis>Ich <emphasis>wei� das jedenfalls nicht. Er ist jemand, den die Regierung sich ausgedacht hat, um jeden zu inspirieren, nachdem die ersten �berraschungsangriffe der Syndiks die Allianz v�llig unvorbereitet �berrollt hatten.</emphasis></p><p>�Wenn die Regierung das n�chste Mal einen Helden erschaffen will, der die Bev�lkerung motiviert und inspiriert, dann sollte sie sich mehr M�he geben, jemanden zu finden, der tats�chlich und unwiderruflich tot ist.�</p><p>Desjani warf ihm einen Blick von der Sorte zu, die ihn genauso verunsichern konnte wie eine gro�e Menschenmenge. �Die Regierung dachte ja, sie w�rde eine Illusion erschaffen, aber den Politikern war nicht klar, dass die lebenden Sterne ihre eigenen Pl�ne verfolgten. Du bist nicht blo� wiederaufgetaucht, sondern du stellst in Wirklichkeit auch noch viel mehr dar, als es deine offizielle Illusion von sich selbst behaupten konnte.�</p><p>�Ich dachte, das h�tte ich jetzt hinter mir�, murmelte er und schaute zur Seite. Tanya hatte ihn gerade eben wieder exakt so angesehen wie damals, als er aus einem hundertj�hrigen K�lteschlaf erwacht war. Da war wieder dieser bedingungslose Glaube zu erkennen gewesen, der Glaube an ihn und an seine F�higkeiten. Der Glaube daran, dass die lebenden Sterne ihn im Namen aller Vorfahren geschickt hatten, um die Allianz zu retten. Normalerweise betrachtete sie ihn inzwischen als ganz normalen Mann, und sie behandelte ihn wie einen Ehemann und einen Offizier. Aber von Zeit zu Zeit regte sich bei ihr doch wieder dieser Glaube, dass er mehr war als nur das.</p><p>Sie beugte sich vor, fasste sanft nach seinem Kinn und drehte seinen Kopf herum, damit er sie ansah. �Ich kenne dich. Ich wei�, wer du bist. Vergiss das nicht.�</p><p>Ihre Worte lie�en sich auf zweierlei Weise auslegen, aber er redete sich lieber ein, dass sie damit meinte, er sei auch nur ein Mensch mit Fehlern und Schw�chen. Seine eigenen Vorfahren wussten, er hatte ihr seit seinem Erwachen aus dem K�lteschlaf oft genug seine Fehlbarkeit unter Beweis gestellt. �Und wen sieht die Regierung in mir?�</p><p>�Gute Frage.� Desjani lehnte sich seufzend zur�ck. �Um auf deine erste Frage wegen der Aliens zur�ckzukommen � Anhand der �brigen Nachrichten kannst du sehen, wie sehr die Regierung momentan unter Druck steht. Daher erz�hlen sie einfach allen Leuten von der Bedrohung durch die Aliens, um sie abzulenken. Der Krieg hat die Allianz zusammengehalten. Mit dem Krieg lie� sich alles M�gliche entschuldigen oder rechtfertigen. Aber dir verdanken wir, dass der Krieg zu Ende ist � und du brauchst gar nicht erst zu versuchen, das abzustreiten. Wenn der Krieg die H�lle ist, dann ist der Frieden so, als wollte man ein Rudel Katzen b�ndigen. Mir selbst war das bis vor Kurzem auch nicht klar, aber einer unserer Politiker hat es mir beim letzten Empfang auf Kosatka gesagt. Er sprach davon, dass Sternensysteme in der gesamten Allianz �berpr�fen, ob dieses Verteidigungsb�ndnis �berhaupt noch notwendig ist, nachdem der b�se gro�e Syndik-Wolf ins n�chste Schwarze Loch bef�rdert wurde.�</p><p>�Du hast mit einem Politiker geredet?� So wie die meisten Flottenoffiziere besa� auch Desjani eine ausgepr�gte Abneigung gegen die politische F�hrung, geboren aus einem Jahrhundert blutiger Kriegf�hrung ohne Aussicht auf einen Sieg und auch geboren aus dem Bed�rfnis, jemandem die Schuld daran zu geben, dass der Gegner nicht geschlagen werden konnte.</p><p>Sie zuckte fl�chtig mit den Schultern. �Er ist ein alter Freund meiner Mutter. Sie hat sich f�r ihn verb�rgt, dass er nicht so �bel ist wie die anderen. Und da meine Mutter mich zu ihm gezerrt hatte, konnte ich schlecht einfach weggehen, ohne wenigstens ein paar Worte zu sagen. Von ihm wei� ich, dass niemand genau wei�, wie man mit dem Frieden umgehen soll. Der Krieg gegen die Syndikatwelten hat ziemlich genau hundert Jahre gedauert, daher gibt es keinen Politiker in der Allianz, der je eine Situation miterlebt hat, in der es f�r diese Allianz keine Bedrohung von au�en gab. Die Regierung macht das Einzige, womit sie vertraut ist. Sie glaubt, wir brauchen eine neue Bedrohung, damit die Allianz geeint bleibt. Au�erdem ist es ja nicht so, als w�rden diese Aliens keine Bedrohung darstellen. Wir wissen, sie sind bereit uns anzugreifen, und wir wissen, sie haben feindselige Akte begangen, lange bevor irgendjemand in der Allianz �berhaupt von ihrer Existenz wusste.�</p><p>�Ich w�nschte, das w�re nicht alles, was wir �ber sie wissen�, murrte Geary und wandte sich erneut den Schlagzeilen zu. <emphasis>Beh�rden k�ndigen baldige Heimkehr der Kriegsgefangenen an. </emphasis>Endlich mal eine erfreuliche Meldung. Viele M�nner und Frauen, die im Verlauf des scheinbar unendlichen Kriegs in Gefangenschaft geraten waren und die nicht mehr damit gerechnet hatten je wieder heimzukehren, w�rden nun doch ihre Liebsten wiedersehen. Die Heimkehr der �berlebenden Gefangenen war eine erfreuliche Aussicht, wenngleich sie mit einer d�steren Erkenntnis einherging. Zu viele Kriegsgefangene waren im Verlauf der vielen Jahrzehnte weit weg von zu Hause gestorben, ohne dass jemand noch etwas �ber ihr Schicksal zu berichten wusste. Die Zusammenstellung der Namen aller, die in den Lagern der Syndiks ihr Leben gelassen hatten, w�rde eine freudlose Arbeit werden, die Jahre in Anspruch nahm. �Wir verhalten uns schon zu unseren eigenen Leuten grausam und brutal. Warum brauchen wir dann noch feindselige Aliens, die nur f�r noch mehr Probleme sorgen?�</p><p>�Frag die lebenden Sterne, Darling. Ich bin blo� Captain eines Schlachtkreuzers. Die Antwort auf deine Frage �bersteigt meine Besoldungsstufe.�</p><p>Die n�chste Schlagzeile machte keine Hoffnung auf Besserung.</p><p><emphasis>Interne K�mpfe in vielen Sternensystemen auf dem Gebiet der Syndikatwelten, w�hrend Syndik-Regierung weiter zerf�llt.</emphasis></p><p>�Verdammt. Was von den Syndikatwelten �brig bleiben wird, d�rfte nur noch einen Bruchteil des Territoriums ausmachen, das die Syndiks bislang kontrolliert haben.�</p><p>�Bei dir h�rt sich das wie eine unerfreuliche Entwicklung an�, meinte Desjani.</p><p>�Dieses Chaos wird viel mehr Opfer kosten und uns Schwierigkeiten bereiten�, gab Geary zur�ck. <emphasis>Fl�chtlinge k�mpfen sich Weg durch ehemaliges Syndik-Territorium frei und erreichen Sternensysteme der Allianz.</emphasis></p><p>Sie gab sich gelassen, aber ihre Stimme verriet die Anspannung, die sie zu �berspielen versuchte. �Es sind Syndiks. Sie haben den Krieg angefangen und fortgesetzt, und daf�r bekommen sie jetzt die Rechnung pr�sentiert. Sie tun dir doch nicht etwa leid, oder?�</p><p>Er hielt sich vor Augen, wie viele Freunde und Weggef�hrten Tanya in diesem Krieg hatte sterben sehen; darunter auch ihren j�ngeren Bruder. �Nein, und mir ist auch klar, dass das Leid jedweder Syndiks kaum einen Angeh�rigen der Allianz zu Tr�nen r�hren wird.�</p><p>�Und das aus gutem Grund�, murmelte Desjani.</p><p>�Ich habe ja auch nicht das Gegenteil behauptet.�</p><p>Daraufhin verzog sie den Mund zu einem bissigen L�cheln. �Du hast mich gerade daran erinnert, dass unsere Vorfahren und die lebenden Sterne nichts davon halten, wenn Zivilisten oder Gefangene umgebracht werden. Gut. Wir haben auch damit aufgeh�rt und uns nur noch auf das gegnerische Milit�r konzentriert. Aber das hei�t noch lange nicht, dass wir irgendeinem Syndik helfen wollen, der diesen Krieg �berlebt hat.�</p><p>�Ich wei�.� Nach wie vor hatte er Schwierigkeiten damit zu akzeptieren, wie dieser langwierige Krieg die eigentlich nat�rliche Neigung der Menschen vergiftet hatte, den Bed�rftigen und in Not Geratenen zu helfen, sobald sie zu ihren vormaligen Feinden geh�rten. Andererseits hatte er diesen Krieg fast komplett verschlafen und konnte nicht dar�ber urteilen, wie es gewesen sein musste, sein Leben lang Tag f�r Tag mit Krieg konfrontiert zu werden. �Was ich damit sagen will, ist, dass die Allianz in ihrem eigenen Interesse mithelfen sollte, den Scherbenhaufen aufzur�umen, der von den Syndikatwelten �brig geblieben ist. In den Gebieten, die der Zentralregierung entgleiten, werden irgendwelche anderen Kr�fte an die Macht kommen. Meiner Ansicht nach w�re es klug, wenn man daf�r sorgte, dass diese Kr�fte friedfertig sind und dass keine aggressiven Diktatoren die Herrschaft an sich rei�en.�</p><p>Anstatt auf seine Bemerkung zu reagieren, warf Desjani einen Blick auf sein Display. �Apropos Scherbenhaufen: Wie schl�gt sich eigentlich unsere eigene Regierung?�</p><p>�Offenbar nicht allzu gut. Hier kommt gleich die passende Schlagzeile: <emphasis>�Neugew�hlte Allianz-Senatoren verlangen Untersuchung der Korruptionsf�lle w�hrend des Krieges.�</emphasis>�</p><p>�Hm, eine solche Untersuchung d�rfte eine Menge Leute mindestens ein paar Jahrzehnte lang besch�ftigen�, entgegnete sie.</p><p>�Solange ich keiner von diesen Leuten bin.� Geary las die n�chste Schlagzeile und wollte seinen Augen nicht trauen. <emphasis>Insider-Berichte enth�llen, dass Black Jack f�r den Feldzug, der den Krieg beendet hat, vom Gro�en Rat freie Hand forderte und zugestanden bekam. </emphasis>�Das stimmt doch gar nicht! Ich habe nie etwas gefordert! Wer zum Teufel verbreitet denn so was?�</p><p>Desjani las die Meldung ebenfalls. �Jemand, den es nicht freut, dass die Politiker allesamt versuchen, das Kriegsende als ihre eigene Leistung zu verkaufen. Flottenoffiziere, die mangels Informationen davon ausgehen, dass du dem Rat drohen musstest. F�r so was gibt es viele m�gliche Quellen.�</p><p>�Kein Wunder, dass die Regierung mich noch immer als Bedrohung ansieht.�</p><p>�Das bist du ja auch f�r sie�, hielt sie ihm vor Augen. �Wenn es dir nicht gelungen w�re, Captain Badaya und seinen Gefolgsleuten weiszumachen, dass du heimlich die Regierung in der Hand hast und hinter den Kulissen die F�den ziehst, dann w�ren die l�ngst auf die Idee gekommen, in deinem Namen einen Putsch zu inszenieren. Es k�nnte noch viel schlimmer sein, als es im Moment ist.�</p><p>Sein Blick kehrte zu den Meldungen zur�ck; er versuchte zwischen den Zeilen zu lesen. �Jemandem in der Regierung muss klar sein, was die Flotte von solchen Ma�nahmen zur�ckh�lt. Ein direktes Vorgehen gegen mich k�nnte immer noch einen Staatsstreich ausl�sen, den ich dann nicht mehr verhindern kann. Dann w�rde ein B�rgerkrieg folgen, weil sich als Reaktion darauf einige Sternensysteme aus der Allianz zur�ckziehen w�rden.� Er hatte lange ben�tigt, ehe er akzeptieren konnte, dass die Allianz so zerbrechlich sein sollte. Aber hundert Jahre unerbittlicher Krieg hatten unz�hlige Menschenleben gefordert und gewaltige Kosten verursacht, die an der Substanz der Allianz gezehrt hatten.</p><p>�Das hei�t nat�rlich nicht, dass sie nicht doch noch irgendetwas versuchen werden�, warnte ihn Desjani.</p><p>�Sollte die Regierung tats�chlich so dumm sein?�</p><p>�Ja�, kam ihre knappe Antwort, wobei sie ihn finster anl�chelte.</p><p><emphasis>B�rgervereinigungen fordern, dass Black Jack die Regierung ausmistet, </emphasis>schrie ihn die n�chste Schlagzeile an. Von einem Staatsstreich seiner fehlgeleiteten Anh�nger abgesehen, w�re das sein schlimmster Albtraum. Warum glaubten blo� so viele Leute, dass man als Befehlshaber einer Flotte zwangsl�ufig auch in der Lage war, eine Regierung zu f�hren? Er betrachtete das Display, das die verbleibende Entfernung bis zur Station Ambaru und die Restzeit bis zum Andocken anzeigte. Einmal mehr fragte er sich, was ihn und Tanya dort erwartete.</p><p>�Was ist los?�, fragte sie in sanfterem Tonfall.</p><p>�Ich habe nur �ber etwas nachgedacht.�</p><p>�Man hat dich wieder zum Admiral bef�rdert. Ich glaube nicht, dass es dir bei dem Dienstgrad noch erlaubt ist, viel nachzudenken.�</p><p>�Sehr witzig.� Sein Blick kehrte zu den Sternen zur�ck. �Vor dem Krieg habe ich mir nie Gedanken �ber die Zukunft gemacht. Ich hatte gr��tenteils keinen Einfluss auf die Zukunft. Als Offizier der Flotte und als Befehlshaber eines Schweren Kreuzers trug ich zwar gro�e Verantwortung, aber ich musste nie entscheiden, wohin wir fliegen und was wir tun. Dann kam der Krieg, und hundert Jahre sp�ter befehligte ich auf einmal die Flotte. In den ersten Monaten war die Zukunft eine sehr eng eingegrenzte Sache. Wir mussten mit der Flotte von einem Stern zum n�chsten gelangen, um nach Hause zu kommen. Als wir zu Hause waren, mussten wir uns den Syndiks widmen und die Aliens abwehren. Die Zukunft hat mir immer die Richtung vorgegeben. Tu dies, tu jenes. Finde jetzt sofort eine L�sung, sonst gibt es keine Zukunft mehr.�</p><p>Geary unterbrach sich und sah Tanya an, die eine ernste, aber ruhige Miene aufgesetzt hatte. �Und jetzt auf einmal ist die Zukunft ein riesiges, vages Etwas. Ich habe keine Ahnung, was der n�chste Tag bringen und was dann von mir erwartet wird. Nach allem, was geschehen ist, wei� ich, dass die Zukunft zu einem gro�en Teil von meinem Handeln und von meinen Entscheidungen abh�ngt. Aber ich habe keine Ahnung, wohin meine Entscheidungen uns f�hren sollen.�</p><p>Sie reagierte darauf mit einem dieser Blicke, die grenzenloses Vertrauen in seine F�higkeiten ausstrahlten und die ihn so sehr frustrierten. �Doch, die hast du, Black Jack. Du hast immer noch die gleichen Einstellungen wie damals, als du das Kommando �ber die Flotte �bernommen hast. Tu das Ehrbare, das Richtige, das Kluge. Auch wenn du dich versucht f�hlst, etwas anderes zu tun, halte dich an das, woran du glaubst � weil es das ist, woran auch unsere Vorfahren geglaubt haben. Au�erdem glaubst du daran, dass wir alle es wert sind, gerettet zu werden. Deshalb wei� ich: Wenn uns jemand durch das hindurchf�hren kann, was die Zukunft f�r uns vorgesehen hat, dann du. Und deshalb werden ich und viele andere Leute dir folgen und dir alles geben, was wir haben.�</p><p>�Solange ich dich habe.�</p><p>�<emphasis>Das </emphasis>hatte dir die Zukunft nicht vorgegeben�, sagte Desjani. �Du hattest viele andere M�glichkeiten, aber du hast dich f�r die schwierigste, die ehrbarste und die einzig richtige entschieden. Deshalb sind wir jetzt zusammen.�</p><p>�Du h�ttest nicht ��</p><p>�Doch, das h�tte ich, und das wei�t du. Ich h�tte es getan, weil ich dachte, dass du es brauchst. Und was du gebraucht hast, das war weitaus wichtiger als ich oder meine Ehre. Ich habe mich geirrt, du hattest recht.� Sie l�chelte ihn an. �Was nun nicht hei�en soll, dass du dich niemals irrst. Aber f�r den Fall, dass es doch mal passieren sollte, bin ich ja hier, um dich darauf aufmerksam zu machen.�</p><p>Seite an Seite verlie�en sie das Passagierschiff durch die Schleuse und gelangten auf die Station Ambaru. Geary und Desjani waren beide auf m�glichen �rger gefasst, gaben sich aber alle M�he, entspannt und gelassen zu wirken.</p><p>Zwei Reihen aus Soldaten der Bodenstreitkr�fte erwarteten sie, die Waffen zum Salut erhoben, und bildeten einen Korridor, den sie beide durchschreiten mussten. Handelte es sich bei den Soldaten um eine Ehrengarde? Oder war das nur eine Tarnung, um einen weiteren Versuch zu unternehmen, ihn zu verhaften? Dieses Mal wurde er schlie�lich nicht von Marines eskortiert, die eine �berreaktion vonseiten der Regierung h�tten verhindern k�nnen.</p><p>Zumindest trugen diese Soldaten keine gepanzerten R�stungen, sondern ihre Galauniform. Sollte man ihn doch festnehmen wollen, dann w�rde das von deren Seite sehr stilvoll ablaufen.</p><p>Hinter den Reihen der Ehrengarde waren weitere Soldaten damit besch�ftigt, Schaulustige in den G�ngen zwischen den Docks zur�ckzuhalten, die in lauten Jubel ausbrachen, sobald Geary in Sichtweite kam. Das war schon mal ein gutes Zeichen, denn die Regierung w�rde nicht so dumm sein, ihn in aller �ffentlichkeit zu verhaften. Was w�rde wohl geschehen, wenn die Soldaten das doch versuchen sollten und er stattdessen auf die Menschenmenge zuging? W�re das der eine falsche Schritt, der das Auseinanderbrechen der Allianz auszul�sen vermochte?</p><p>Obwohl Geary nerv�s war und ihm die Verehrung der Massen Unbehagen bereitete, zwang er sich, zu l�cheln und zu winken. Dann entdeckte er Admiral Timbale am Ende der Rampe, und die Anspannung fiel zumindest zum Teil von ihm ab. Obwohl er genauso politisch gef�rbt war wie die meisten derzeitigen Senioroffiziere, hatte Timbale einen ehrbaren Eindruck gemacht und zum Zeitpunkt von Gearys Abreise aus Varandal fest auf dessen Seite gestanden. Jetzt salutierte er vor Geary und erwiderte Desjanis Salut, wobei seine Geste die pr�zise und zackige Bewegung eines Mannes war, der sie gerade erst erlernt hatte und nun zeigen wollte, dass er sie beherrschte. �Willkommen zur�ck, Admiral Geary. Es freut mich, Sie pers�nlich kennenzulernen, Captain Desjani.�</p><p>�Vielen Dank, Sir�, erwiderte sie und entgegnete den Salut auf eine korrekte, aber l�ssige Weise. Unwillk�rlich bekam Geary den Eindruck, dass sie zumindest unterbewusst zeigen wollte, wie sehr ihr diese Gru�form in den letzten Monaten in Fleisch und Blut �bergegangen war. �Es �berrascht mich, dass Zivilisten hier sind�, erg�nzte sie und deutete auf die Menschenmenge.</p><p>Timbales L�cheln nahm einen versteinerten Zug an. �Von denen sollte eigentlich niemand hier sein. Ihre Ankunft sollte in aller Stille vonstatten gehen, um �St�rungen� zu vermeiden. Zumindest hatte man mir das so gesagt. Aber irgendwie hat es sich dann doch herumgesprochen, und nachdem die Zivilisten erst mal damit begonnen hatten, sich an den Absperrungen zu dr�ngen, weil sie Black Jack sehen wollten, konnten wir nicht mehr viel dagegen unternehmen.� Er sah sich um. �Der Dauerbefehl vom Flottenhauptquartier ging vor zwei Wochen bei uns ein. Wir sollen alles vermeiden, was �einen einzelnen Offizier unangemessen in den Mittelpunkt r�cken k�nnte�. Stattdessen sollen wir auf das verweisen, was das gesamte Personal gemeinschaftlich geleistet hat und leistet.�</p><p>�Dagegen kann ich nichts einwenden�, merkte Geary an. �Ich halte das f�r eine gute Idee.�</p><p>�Ist es auch�, stimmte Timbale ihm zu, dann aber wurde sein Tonfall bissiger. �Aber nachdem die hohen Tiere selbst den Weg ins Flottenhauptquartier nur geschafft haben, weil sie bei jedem erzielten Erfolg ihre eigene Rolle mit allen Mitteln in den Vordergrund geschoben haben, halte ich es f�r ein starkes St�ck, jetzt auf einmal von den anderen individuelle Demut zu verlangen.� Er nickte dem Befehlshaber der Ehrengarde zu und wandte sich zum Gehen. �Wenn Sie und Captain Desjani mir bitte folgen w�rden.�</p><p>Geary folgte ihm und fragte sich, ob die Ehrengarde ebenfalls mitkommen w�rde, aber nach wenigen Schritten war klar, dass die Soldaten an ihrem Platz verharrten. Einige von ihnen wagten einen Seitenblick, um ihm hinterherzusehen.</p><p>Timbale nickte, als h�tte er Gearys Gedanken gelesen. �Diesmal ist es nichts so Offensichtliches�, raunte er ihm zu. �Vor allem nicht vor so vielen Zuschauern.�</p><p>�Was ist denn los?�</p><p>�So genau wei� ich das auch nicht.� Mit ernster Miene f�hrte Timbale sie durch Korridore, die offenbar f�r anderes Milit�r und f�r Zivilpersonen gesperrt worden waren, sodass sich vor ihnen ein menschenleerer Gang erstreckte. W�hrend man zu Gearys Zeit hundert Jahre zuvor das nackte Metall der Schotte mit Texturmaterial bedeckt h�tte, das nat�rlich gewachsene Strukturen oder Landschaftsbilder zeigte, konnte man hier deutlich sehen, wo Reparaturen grobschl�chtig ausgef�hrt worden waren. Es war ein weiteres Zeichen f�r die Belastung, die der Krieg f�r die Allianz bedeutet hatte, von der verlangt worden war, jede verf�gbare finanzielle Ressource f�r die Kriegf�hrung zu nutzen. ��ber Varandal ist nicht ausdr�cklich das Kriegsrecht verh�ngt worden, aber in der Praxis sieht es sehr wohl danach aus. Die Regierung glaubt, dass Varandal den Anfang bilden wird, wenn es zum gro�en Knall kommt. Ich glaube, ich muss Ihnen nicht erkl�ren, wen man f�r den Z�nder h�lt, der diesen Knall ausl�sen k�nnte.�</p><p>�Und trotzdem ist die Flotte immer noch hier konzentriert?�, wunderte sich Desjani.</p><p>�Ja, Captain�, best�tigte Timbale. �Sie haben Angst davor, die Flotte an einem Punkt zu konzentrieren, aber sie haben auch Angst davor, die Flotte zu verteilen, weil sie sie dann nicht mehr so leicht im Auge behalten k�nnen. Also haben sie bis jetzt gar nichts getan.� Er l�chelte sie schief an. �Verzeihen Sie bitte meine Manieren, ich habe ganz vergessen, Ihnen beiden zu gratulieren. Sie m�ssen sehr schnell gehandelt haben, wenn es Ihnen gelungen ist, in der kurzen Zeitspanne zu heiraten, als Sie beide Captain waren und keiner von Ihnen der Befehlskette des anderen unterstanden hat. Ihnen ist hoffentlich klar, dass man beim Flottenhauptquartier stinksauer �ber diese Aktion ist.�</p><p>�Vielen Dank�, antwortete Geary, w�hrend Desjani nur zufrieden dreinschaute. �Sch�n zu wissen, dass wir wenigstens das geschafft haben. Wohin gehen wir eigentlich?�</p><p>�Konferenzraum 1A963D5. Mit Gewissheit kenne ich nur die Identit�t einer Person, die dort anwesend ist.� Timbale warf Geary einen Seitenblick zu. �Senator Navarro, Vorsitzender des Gro�en Rats.�</p><p>�Er ist nicht allein?�</p><p>�Es sind Leute bei ihm, aber ich wei� nicht, wie viele es sind und um wen es sich handelt. Die Sicherheitsperimeter sind sieben Lagen dick, und jede Einzelne davon ist undurchdringlich.� Nach kurzem Z�gern fuhr er leiser fort: �Viele Leute gehen davon aus, dass Navarro hier ist, um von Ihnen Befehle zu erhalten. Ich glaube nicht daran, weil ich Sie bereits kenne und mit Ihnen gesprochen habe. Aber von etlichen Seiten wird beteuert, dass Sie derjenige sind, der in Wahrheit die F�den in der Hand h�lt.�</p><p>Geary �berlegte noch, was er darauf erwidern sollte, da meldete sich bereits Desjani zu Wort: �Der strategische Erfolg kann manchmal taktische T�uschungsman�ver erforderlich machen, Admiral Timbale. Viele Offiziere glauben nur zu gern, dass die Regierung tut, was Admiral Geary sagt.�</p><p>Admiral Timbale nickte bed�chtig. �Und diese Offiziere w�ren ungl�cklich, wenn sie w�ssten, dass genau das gar nicht der Fall ist. Verstehe. Allerdings balancieren wir damit auf Messers Schneide. Das Flottenhauptquartier gibt am laufenden Band drakonische Befehle aus, die wohl nur belegen sollen, wer hier das Sagen hat. Die Flotte befolgt diese Befehle, aber die Leute sind zunehmend unzufrieden, zumal manche Forderungen schlichtweg sinnlos sind.�</p><p>�Einige Kommandanten der Kriegsschiffe haben bereits mit mir gesprochen�, erkl�rte Geary. �Keiner wei�, was los ist und was als N�chstes passieren soll. Sie bleiben einfach alle im Orbit und warten.�</p><p>�Mehr kann ich dazu auch nicht sagen, aber die Tatsache, dass der Ratsvorsitzende hergekommen ist, erweckt in mir den Eindruck, als h�tten sie nur auf Ihre R�ckkehr gewartet, damit sie Ihnen sagen k�nnen, dass Sie was tun sollen.� Timbale legte die Stirn in Falten, sodass ihm seine Unschl�ssigkeit deutlich anzusehen war. �Und sie haben vor, der Flotte irgendeine Mission aufzutragen. Auch wenn die Budgets rigoros gek�rzt werden, hat man mich angewiesen sicherzustellen, dass an allen besch�digten Kriegsschiffen die notwendigen Reparaturen durchgef�hrt werden. Wenn man bedenkt, was diese Arbeiten kosten, m�ssen die entsprechenden Befehle von der Regierung und vom Flottenhauptquartier gemeinsam gekommen sein. �Behalten Sie die Schiffe bei sich, bringen Sie sie wieder in Schuss.� So lautet mein Befehl.�</p><p>�Hatten Sie eine Gelegenheit, mit irgendeinem Flottenoffizier �ber die Situation zu reden?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Ja, aber die meisten sagen, dass Sie aus unbekannten Gr�nden die Reparaturen angeordnet haben. Niemand sonst scheint auch nur irgendeine Ahnung zu haben, was sehr ungew�hnlich ist. Sie wissen ja, wie schwierig es sonst ist, irgendetwas geheim zu halten.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wie wollen Sie die Flotte ordentlich auf eine Mission vorbereiten, wenn Sie die Mission gar nicht kennen?�</p><p>�Tja, wenn ich das w�sste.� Timbale machte keinen Hehl daraus, wie wenig ihm das Ganze gefiel. �Die Regierung hat schon vor Jahrzehnten damit aufgeh�rt, dem Milit�r zu vertrauen, trotzdem ist es mehr als �rgerlich, wenn man dann auch noch ganz unverhohlen so behandelt wird, als sei man nicht vertrauensw�rdig. Mir ist nichts Brauchbares gesagt worden, nur immer einzelne Dinge, wie zum Beispiel die Befehle f�r den heutigen Tag hinsichtlich der zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen. Und das alles geschieht mit dem Siegel des Gro�en Rats. Ich bin nicht mal zu diesem Treffen eingeladen, Admiral Geary. Mir wurde gesagt, dass nur Sie teilnehmen werden.�</p><p>Desjani lie� sich nichts anmerken, trotzdem wusste Geary, dass sie dar�ber nicht gl�cklich war. Ihm erging es im ersten Moment nicht besser, bis er sich vor Augen f�hrte, dass sie dann beide mit ihm zusammen hinter sieben Ebenen strengster Sicherheitsma�nahmen verborgen sein w�rden. �Ehrlich gesagt�, wandte er sich an Timbale, �halte ich es sogar f�r besser, wenn ich wei�, dass Sie und Captain Desjani drau�en warten und mit jedem in Verbindung stehen. So k�nnen Sie wenigstens etwas unternehmen, wenn es erforderlich werden sollte.�</p><p>Nun rang sich Timbale ein L�cheln ab. �Es gibt einige Gruppen, die sich nicht f�r das interessieren, was ich sage, aber sie werden alles akzeptieren, was vom Captain kommt. Es herrscht die �berzeugung, dass Captain Desjani f�r Sie spricht.�</p><p>Geary entging das melancholische Aufblitzen in ihren Augen nicht, aber Tanya nickte und sagte: �Ich werde die Situation im Auge behalten, w�hrend Sie in der Besprechung sind, Admiral.�</p><p>�Wenn wir unter uns sind, m�ssen Sie mit Ihrem Ehemann nicht so f�rmlich umgehen�, lie� Timbale sie wissen.</p><p>�Doch, Sir, das muss ich�, entgegnete sie. �Wenn wir in einem beruflichen Zusammenhang miteinander reden, ist er Admiral Geary und ich bin Captain Desjani. Darauf haben wir uns geeinigt.�</p><p>Sie bogen um eine Ecke, am Ende des Korridors sahen sie das, was die erste Sicherheitsebene sein musste: ein Kontrollpunkt besetzt mit einem ganzen Trupp Soldaten. �Wie viele gibt es davon?�, erkundigte sich Geary.</p><p>�In diesem Sektor der Station befinden sich gen�gend Kontrollpunkte und Soldaten, um eine ganze Brigade daraus zusammenstellen zu k�nnen�, antwortete Timbale. �F�r nichts ist Geld da, aber wenigstens reicht es f�r ma�los �berzogene Sicherheitsvorkehrungen. Egal auf welchem Weg Sie nach drinnen oder drau�en gelangen wollen, Sie m�ssen mindestens an zwei Kontrollpunkten vorbei. Kommunikation ist auch nicht m�glich, egal in welche Richtung. Absolut gesichert und isoliert. Wenn Sie erst mal zwei Kontrollpunkte passiert haben, werden Sie auch keine Nachrichten mehr senden oder empfangen k�nnen.�</p><p>In diesem Moment meldete sich Gearys Komm-Einheit. �Dann k�nnen wir wahrscheinlich froh sein, dass uns das hier gerade noch erreicht hat.� Er sah nach, von wem die Mitteilung kam, dann �ffnete er sie, w�hrend er noch weiterging. Als er die ersten Zeilen las, blieb er so abrupt stehen, dass Timbale und Desjani ihn fast angerempelt h�tten.</p><p>�Stimmt was nicht?�, fragte sie besorgt.</p><p>�Das kann man so sagen.� Geary musste sich unterbrechen, um die Wut zu �berwinden, die in ihm hochkochte. �Captain Duellos hat mich soeben dar�ber informiert, dass eine gro�e Zahl von befehlshabenden Offizieren der Flotte vor wenigen Augenblicken davon in Kenntnis gesetzt worden ist, dass gegen sie Kriegsgerichtsverfahren eingeleitet werden. Er hat mir diese Nachricht weitergeleitet.�</p><p>Falls Timbale sein Erstaunen nur vort�uschte, dann machte er das ausgesprochen gut. �Was? Ich habe keine � Darf ich, Admiral?�</p><p>Er �berlie� dem Mann seine Komm-Einheit, der den Text z�gig las. �Nicht zu fassen. Mehr als hundert Offiziere, die derzeit ein Schiff befehligen. Die Anklagen sind formal gerechtfertigt, aber welcher Idiot �� Er presste die Lippen zusammen. �Genau genommen fallen mir gleich mehrere Idioten ein, auf deren Mist so was gewachsen sein k�nnte. Ein paar von denen sitzen derzeit im Flottenhauptquartier. Ich sagte Ihnen ja schon, dass das Hauptquartier zu zeigen versucht, dass es die Lage kontrolliert. Aber ich h�tte nicht gedacht, dass sie sich einen solchen Unsinn ausdenken w�rden.�</p><p>�Wie ich sehe, stehe ich ebenfalls unter Anklage�, sagte Desjani v�llig ruhig. �Die wollen die gesamte Kommandostruktur der Flotte aush�hlen, Admiral.�</p><p>Timbale deutete mit seiner freien Hand auf die Komm-Einheit. �Jeder dieser Offiziere m�sste zumindest vor�bergehend seines Kommandos enthoben werden! Und das, wo wir versuchen, die Flotte einsatzbereit zu machen! Das w�rde ein v�lliges Chaos nach sich ziehen!� Er setzte zu einer Geste an, als wolle er die Komm-Einheit gegen die Wand schmei�en, aber dann fiel ihm ein, dass sie Geary geh�rte, und er gab sie ihm zur�ck. �Schon gut, dass Sie zur�ckgekommen sind, bevor das hier eingegangen ist. W�re das nur etwas fr�her passiert, dann w�re hier die H�lle los gewesen. Sie sind der Einzige, der eine massive �berreaktion der Flotte verhindern kann.�</p><p>Inzwischen hatte Desjani wieder ihre k�hle Kampfhaltung eingenommen, ihr Blick war auf Gearys Augen gerichtet. �Es k�nnte sein, dass Sie sich irren, Admiral Timbale. Nicht, was die Reaktion der Flotte angeht, sondern was den Zeitpunkt angeht, wann diese Nachricht empfangen werden sollte. Hat wom�glich irgendjemand vorschnell gehandelt? Vielleicht sollte die Flotte diese Information erst erhalten, nachdem Admiral Geary bereits mit den Regierungsvertretern zusammengetroffen war, sodass die Nachricht nicht mehr an ihn weitergeleitet werden konnte. Also w�rde er w�hrend seiner Besprechung nichts davon wissen und folglich auch nicht darauf reagieren k�nnen. Und genauso wenig w�re er in der Lage, die Flotte von einer �berreaktion mit unabsehbaren Folgen abzuhalten.�</p><p>�Sollte das die Absicht hinter dieser Nachricht sein?�, �berlegte Geary. �Soll die Flotte zu einer �berreaktion provoziert werden? Mein erster Gedanke war, dass das hier gegen mich gerichtet ist, weil man die meisten dieser Offiziere als mir gegen�ber loyal eingestellt bezeichnen k�nnte, aber ��</p><p>Admiral Timbale ben�tigte einen Moment, um sich zu beruhigen, dann sch�ttelte er den Kopf. �Mag sein. Aber solange keine Kommunikation m�glich ist, sind wir auch nicht in der Lage, der Flotte etwas �ber Ihren aktuellen Status zu sagen. Wenn jemand annehmen sollte, dass die Regierung Sie verhaftet hat ��</p><p>�Das ist zu umfassend�, sagte Desjani. �Sie haben recht, Admiral Timbale. Es k�nnte allzu leicht passieren, aber ich kann auch nicht glauben, dass irgendjemand so dumm ist, so etwas tats�chlich erreichen zu <emphasis>wollen</emphasis>.�</p><p>�Im Gegensatz dazu, so dumm zu sein, dass man die Reaktion unabsichtlich ausl�st?�, hielt Geary dagegen.</p><p>Timbale nickte hastig. �Ja, das w�rde zu den anderen Dingen passen, die sich das Flottenhauptquartier ausgedacht hat. �Wir haben das Sagen!� Vermutlich haben sie ein paar R�ckmeldungen erhalten, die ihnen die Haltung der Flotte zu den vorausgegangenen sinnlosen Befehlen gezeigt haben, und jetzt �berbieten sie das eben.�</p><p>�Also steckt da die Regierung eher nicht dahinter?� Navarro war ihm nicht wie jemand vorgekommen, der sich eine solche Idiotie ausdenken w�rde, aber auf der anderen Seite war Geary ja auch kein Politiker.</p><p>�Nein.� Timbale schaute den Korridor entlang, wo die Soldaten am Kontrollpunkt herumstanden und so taten, als h�tten sie die drei aufgeregt diskutierenden hochrangigen Offiziere noch gar nicht bemerkt. �Welchen Nutzen h�tte die Regierung davon? Sie f�rchten sich vor einer Revolte, und das da ist ja gerade dazu vorbestimmt, eine Revolte auszul�sen. Ich schreibe Politikern keine allzu hohe Intelligenz zu, aber sogar ich wei�, wie gut sie darin sind, ihre eigenen Interessen zu wahren und ihr �berleben sicherzustellen. Diese Angelegenheit dient weder ihren Interessen noch ihrem �berleben. Au�erdem wartet Navarro da drinnen auf Sie und ist von der Au�enwelt abgeschnitten. Er w�rde von dieser Nachricht auch erst erfahren, wenn Ihre Besprechung zu Ende ist.�</p><p>Desjani kniff die Augen zusammen. �Das w�rde es ihm erlauben, jegliche Kenntnis dieses Vorgangs zu leugnen.�</p><p>�Als Regierungschef? Soll er behaupten, davon nichts gewusst zu haben? Das w�rde ihm nicht helfen, es w�rde ihn nur noch schlechter dastehen lassen. Vorausgesetzt, die Flotte schie�t diese Station nicht in St�cke und t�tet ihn dabei.�</p><p>�Die Rolle des M�rtyrers w�rde die Aussichten f�r seine Wiederwahl sicher verbessern�, merkte Desjani ironisch an. �Sogar ich k�nnte mich dazu durchringen, einem toten Politiker meine Stimme zu geben.�</p><p>�Tote Helden bleiben aber nicht immer tot�, warf Timbale ein und deutete mit einem Nicken auf Geary.</p><p>�Und was machen wir nun?� Desjani sah ebenso wie Timbale Geary an.</p><p>Daran hatte sich also auch nichts ge�ndert. Ihm war f�r den Augenblick �berhaupt kein Kommando �bertragen worden, aber alle erwarteten nach wie vor von ihm, dass er entschied, was getan werden sollte. �Wir sind einer Meinung, dass die Flotte das nicht hinnehmen wird. Der Befehl kommt vom Flottenhauptquartier, widerrufen l�sst er sich nur, wenn wir uns an die Regierung wenden. Ich muss dieses Treffen wahrnehmen. Das ist der beste und vermutlich einzige Weg, um dieser Angelegenheit ein schnelles Ende zu bereiten.�</p><p>�Sir�, warf Desjani ein. �Der Aufruhr in der Flotte d�rfte schon begonnen haben.�</p><p>�Ich wei�.� Er nahm die Komm-Einheit hoch und stutzte, als er sah, dass das Ger�t keine Verbindung hatte. �Warum kann ich keine Nachricht senden? Ich habe doch vor ein paar Minuten auch eine Nachricht erhalten?�</p><p>Timbale verzog den Mund. �Das liegt an der Station. Hier gibt es so viele Korridore, Sch�chte und Abteile, die alle als Reflektoren, Kan�le und Leiter fungieren, dass der Randbereich der Sicherheitszone fluktuiert. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie weit Sie zur�ckgehen m�ssen, ehe Sie wieder eine Verbindung haben.�</p><p>�Daf�r haben wir keine Zeit.� Er tippte auf die Aufnahmetaste und sprach klar und deutlich ins Mikrofon: �An alle Kriegsschiffe im Varandal-Sternensystem, hier spricht Admiral Geary. Ich bin soeben �ber eine Nachricht in Kenntnis gesetzt worden, wonach gegen etliche Offiziere Anklage erhoben wurde. Ich befasse mich momentan mit dieser Angelegenheit. Alle Einheiten bleiben in dem ihnen zugewiesenen Orbit und werden von jeglichen nicht autorisierten Handlungen absehen. Bei der Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Dann �bergab er die Komm-Einheit an Desjani. �Sie m�ssen f�r mich dieses Feuer l�schen, bevor es sich ausbreiten kann. Verlassen Sie den Sicherheitsblock und senden Sie das. Anschlie�end halten Sie jeden davon ab, irgendwelche Dummheiten zu begehen.�</p><p>�Mich haben die lebenden Sterne aber nicht geschickt�, beklagte sie sich, w�hrend sie die Komm-Einheit an sich nahm. �Und selbst die k�nnen Dummheiten nicht verhindern.�</p><p>�Wenn Sie allen sagen, dass ich eben erst davon erfahren habe und dass ich mich schon darum k�mmere, dann werden sie Ihnen glauben. Die werden auf Sie h�ren.�</p><p>Ihre Blicke trafen sich. �In welcher Funktion handele ich? Laut dieser Nachricht m�sste ich das Kommando �ber die <emphasis>Dauntless </emphasis>bereits abgegeben haben.�</p><p>�Sie sind solange der befehlshabende Offizier der <emphasis>Dauntless</emphasis>, bis Sie von mir etwas Gegenteiliges h�ren.� Es war nicht richtig, es widersprach der Dienstordnung, und abgesehen davon, dass er Admiral und sie Captain war, hatte er keinerlei Befugnis, sich �ber den Befehl vom Hauptquartier hinwegzusetzen. Aber Black Jack Geary konnte damit durchkommen. Wenn er den Vorschriften jetzt nicht zuwiderhandelte, w�rden sie mit einem Chaos konfrontiert werden, das sich vielleicht nicht mehr unter Kontrolle bringen lassen w�rde. �Admiral Timbale, ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie Captain Desjani in dieser Angelegenheit unterst�tzen k�nnten. Ich wei� nicht, wie viel sich das nicht zur Flotte geh�rende Milit�r an Bord dieser Station von ihr sagen lassen wird.�</p><p>�Vermutlich mehr als Sie sich vorstellen k�nnen�, gab Timbale zur�ck. �Jeder wei� von Ihrer � Beziehung. Aber es wird wohl unsere gemeinsamen Anstrengungen erfordern, um das Ganze unter Kontrolle zu halten. Wenn ich die Einstellung in der Flotte richtig deute, dann wird man diese Anklagen nur f�r die erste Salve halten, der als N�chstes Ihre Verhaftung folgen wird. Zu viele Kriegsschiffe werden diese Station in St�cke schneiden wollen, bis man Sie unversehrt herausholen kann. Und wenn es dazu kommt, wird ganz sicher irgendjemand das Feuer erwidern.�</p><p>�Vielleicht komme ich besser mit�, �berlegte Geary. �Ich verschiebe das Treffen und ��</p><p>�Dann wird die Regierung allen Grund zu der Annahme haben, dass Sie hinter den pl�tzlichen aggressiven Man�vern der Flotte stecken! Es gibt keine Gew�hr daf�r, dass die Flotte eine von Ihnen kommende Nachricht sofort als authentisch akzeptiert und sich noch dazu davon �berzeugen l�sst, dass Ihre Befehle nicht unter Gewaltandrohung erteilt wurden.�</p><p>Ihm blieb nichts anderes �brig, als sich an die eine Person zu wenden, die ihn noch nie im Stich gelassen hatte. �Tanya.�</p><p>Desjani hob beide H�nde. �Schon gut, ich bin dabei, Admiral. Ich bin zwar nicht Black Jack Geary, aber ich werde mein Bestes geben.� Das war auch eine von diesen Redewendungen, die in der Flotte verbreitet waren und die Geary jedes Mal zusammenzucken lie�, wenn er sie zu h�ren bekam. Nur traf die Bemerkung in diesem Fall ausnahmsweise einmal zu. Sie trat einen Schritt zur�ck und salutierte.</p><p>Er erwiderte den Salut, w�hrend ihm all die Dinge durch den Kopf gingen, die schiefgehen konnten. Er dachte an die Milit�reinheiten der Allianz und an die Raumschiffe in diesem Sternensystem, die von einem Moment zum anderen zu Gefechtshandlungen greifen konnten, und er dachte an die vielen Menschen, die dann mit Sicherheit sterben w�rden. Tanya eingeschlossen. Die Allianz selbst konnte als Folge der K�mpfe untergehen, vielleicht nicht so schnell und heftig wie die Syndikatwelten, aber genauso unaufhaltsam. �Viel Gl�ck, Tanya.�</p><p>�Machen Sie sich um mich keine Sorgen. Ich bin ein verdammt guter Captain. Sie sind derjenige, der die Politiker und das Flottenhauptquartier davon abhalten muss, das Universum ins Chaos zu st�rzen. Wenn sie einer aufhalten kann, dann Sie.�</p><p>�Danke, ich wei� zu sch�tzen, dass �berhaupt kein Druck auf mir lastet.�</p><p>�Ist mir ein Vergn�gen. Und lassen Sie sich nicht zu viel Zeit mit dieser Besprechung, sonst ist von diesem Sternensystem vielleicht nicht mehr viel �brig.�</p></section><section><title><p>Zwei</p></title><p>Man konnte leicht vergessen, wie sehr man eigentlich darauf angewiesen war, dass man schnell an Informationen gelangte. Bewusst wurde es einem sp�testens, wenn man sich im Inneren eines Sicherheitsperimeters befand, das alle Signale st�rte, um sicherzustellen, dass keine Informationen nach drau�en gelangen konnten, und das einen zudem von allen Datenbanken und Displays abschnitt. Ausgerechnet jetzt, da in der Flotte Unruhe aufgekommen sein musste, hatte er keine Ahnung, was da drau�en los war und ob Tanya die Situation unter Kontrolle hatte. Nicht, dass er an ihren F�higkeiten gezweifelt h�tte, aber jedem, der auch nur �ber einen Funken gesunden Menschenverstands verf�gte, musste klar sein, dass es stets Faktoren gab, die sich dem Einfluss der Menschen entzogen.</p><p>Er wollte <emphasis>sofort </emphasis>dieses Treffen in Angriff nehmen und die Situation unter Kontrolle bekommen, aber diese Station war einfach zu gro�, jeder Korridor war zu lang und an jedem Kontrollpunkt wurde zu langsam gearbeitet, bis man ihn passieren lie�. Bei jedem Schritt rechnete Geary insgeheim damit, dass sich von Explosionen verursachte Ersch�tterungen �ber die Struktur der Station ausbreiteten, wenn da drau�en ein Gefecht ausgebrochen sein sollte. Er war mit dem Gef�hl vertraut, wenn ein Schiff beschossen und getroffen wurde � die Hammerschl�ge von Raketen, die ihr Ziel erreichten, das Zittern, wenn die Partikelstrahlen der H�llenspeere sich durch Metall und jedes andere Material schnitten, der brutale Hagel der Kart�tschen, die in einem Stakkatorhythmus auf die Schiffsh�lle einschlugen. W�rde sich das auf einer so massiven Konstruktion wie dieser Raumstation anders anf�hlen? Wie tief w�rden sich die H�llenspeere bohren k�nnen, wenn sie aus n�chster N�he abgefeuert wurden?</p><p>Seltsamerweise hatten diese Fragen sowie seine Bem�hungen, darauf Antworten zu finden, eine beruhigende Wirkung auf ihn. Die Auswirkungen von im Gefecht erlittenen Sch�den einzusch�tzen, hatte etwas angenehm Vertrautes an sich, w�hrend Geary die Begegnung mit Politikern, deren wahre Absichten ihm nicht bekannt waren, als etwas Ungewohntes und Befremdliches wahrnahm. <emphasis>Lieber lasse ich auf mich schie�en, anstatt mich mit Politikern abgeben zu m�ssen. Und das Kuriose daran ist, jeder Matrose in der Flotte w�rde das nachvollziehen k�nnen und mir zustimmen.</emphasis></p><p>Die Soldaten, denen er an den verschiedenen Kontrollpunkten begegnete, waren aus diversen Einheiten und Organisationen abgezogen und zu diesem Dienst abgestellt worden. Seit dem Erwachen aus seinem K�lteschlaf hatte er mit Bodenstreitkr�ften nur selten zu tun gehabt, und dieser geringe Kontakt beschr�nkte sich lediglich auf die letzten Wochen. Als er jetzt die M�nner und Frauen musterte, versuchte er ihre F�higkeiten, ihre Gef�hle und auch ihre Effizienz einzusch�tzen. Die Flotte und sogar die f�r ihre Traditionsverbundenheit ber�chtigten Marines hatten sich unter dem Eindruck des sehr langen und sehr blutigen Kriegs ver�ndert. Er stellte sich die Frage, ob die Bodentruppen es sich ebenso zur Angewohnheit gemacht hatten, auf den Feind loszust�rmen, ohne sich um Taktiken, Man�ver oder die m�gliche �berlegenheit des Gegners zu k�mmern. Hatten die Bodentruppen auch die Ehre �ber alles gestellt, und war blinder Mut der Verzweiflung an die Stelle der F�higkeiten von Anf�hrern getreten, heutzutage, wo diese Anf�hrer nur in seltenen F�llen lange genug �berlebten, um als Veteranen bezeichnet zu werden?</p><p>Alle Soldaten behandelten ihn mit steifer F�rmlichkeit, da sie zweifellos f�rchteten, von mehr als nur einem vorgesetzten Offizier beobachtet zu werden. Dennoch sahen die meisten von ihnen Geary auf eine Weise an, die ihre Gef�hle erkennen lie� � und die unterschieden sich nicht von den in Scharen herbeigeeilten Zivilisten, auch wenn sie sich nat�rlich deutlich disziplinierter und verschlossener gaben.</p><p>Geary passierte einen Kontrollpunkt nach dem anderen, und soweit er das beurteilen konnte, war bislang alles ruhig geblieben. Allerdings befand er sich inzwischen so tief im Inneren der Station, dass er nicht wusste, ob er hier �berhaupt irgendetwas wahrnehmen w�rde. Die Tatsache, dass er auf dem Weg von einem Kontrollpunkt zum n�chsten keiner Menschenseele begegnete, hatte etwas Unheimliches an sich, so als w�rde er sich auf einer Station in einem unbedeutenden Sternensystem befinden, das vom Hypernet �bergangen und von seinen wenigen Bewohnern verlassen worden war. Nachdem er wochenlang versucht hatte, Menschenansammlungen aller Art aus dem Weg zu gehen, w�nschte er sich jetzt, wenigstens den einen oder anderen Menschen zu sehen.</p><p>Nach insgesamt sieben Kontrollpunkten wurde Geary dann endlich zu einem Konferenzraum gef�hrt, der nur in der Hinsicht auffiel, dass die Symbole auf der ge�ffneten T�r ihn als extrem sicheres, versiegeltes Abteil kennzeichneten, das gegen jeden Aussp�hversuch von au�en garantiert so gut gesch�tzt war, wie es nur irgend ging. �Wie dicht ist dieser Konferenzraum?�, fragte er die Angeh�rigen des Spezialkommandos, das die letzte, innerste Sicherheitsebene bildete. Ihn interessierte, welche Fortschritte die Sicherheitstechnologie in den letzten hundert Jahren gemacht hatte, doch dann fiel ihm ein, wie viele Male Victoria Rione ihre F�higkeit unter Beweis gestellt hatte, dass sich mit der richtigen Ausr�stung und Software so ziemlich jede Sicherheitsbarriere �berwinden lie�.</p><p>Der Major, der die Einheit befehligte, schien einen Moment verbl�fft dar�ber zu sein, von Geary pers�nlich angesprochen zu werden, dann aber bekam er sich wieder in den Griff. �Absolut dicht, Admiral Geary. Laut den Spezifikationen dieser Systeme sind sogar die Lebenserhaltungssysteme in sich selbst geschlossen. Sobald die Luke versiegelt ist, sind Sie so vollkommen vom Universum ringsum abgeschlossen, wie es menschliche Technologie bewerkstelligen kann. Nichts gelangt hinein oder hinaus. Es sind sogar erst vor Kurzem St�rsender auf Quantenebene installiert worden, obwohl bislang noch niemand auf dieser Ebene Spionage betreiben kann.�</p><p>Zumindest kein Mensch, erg�nzte Geary im Geiste. Immerhin hatten die Politiker demnach bislang geheim gehalten, dass die Aliens in der Lage waren, Quantenw�rmer in die Betriebssysteme der Allianz-Schiffe einzuschleusen. �Beeindruckend�, sagte Geary. �Und wie verf�hrt der Raum mit der W�rme, die von den Menschen und von der Ausr�stung abgestrahlt wird, wenn er so perfekt versiegelt ist?�</p><p>Der Major sah einen Lieutenant an, der sich wiederum an einen Sergeant wandte. Der antwortete im knappen Tonfall eines Senior-Unteroffiziers, der Offizieren etwas erkl�rte, was sie eigentlich l�ngst wissen sollten: �Die W�rme, die sich im Raum ansammelt, kann nicht nach au�en geleitet werden, Sir. Sie sammelt sich an und kann etwas umgew�lzt werden, wird aber nach sp�testens zwei Stunden zu einem ernst zu nehmenden Problem, wenn drei oder mehr darin befindliche Personen pers�nliche elektronische Ger�te bedienen.�</p><p>�Wird das ein Problem darstellen, Admiral?�, erkundigte sich der Major.</p><p>�Keineswegs�, sagte Geary. �Augenblicklich muss ich einige Dinge so schnell wie m�glich erledigen, und davon abgesehen gef�llt mir der Gedanke, dass ein Konferenzraum nicht endlos lang genutzt werden kann.�</p><p>Der Major z�gerte, als sei er sich nicht sicher, was er sagen durfte und was nicht, aber schlie�lich grinste er: �So einen Konferenzraum habe ich mir schon mehr als einmal gew�nscht, Admiral.�</p><p>Die Soldaten gingen in Wachhaltung, w�hrend Geary an der Luke anklopfte, sie �ffnete und eintrat.</p><p>Sein Blick erfasste als Erstes das vertraute Gesicht von Senator Navarro, der sich von seinem Platz erhob, um Geary zu begr��en. Neben ihm befand sich ein anderer Politiker des Gro�en Rats, jener r�tselhafte Senator Sakai, der die Flotte auf ihrem Feldzug begleitet hatte, mit dem dem Krieg das Ende bereitet worden war. Dabei hatte er jene Ratsmitglieder repr�sentiert, die Geary das geringste Vertrauen von allen entgegenbrachten. Wie sehr hatte diese Erfahrung den Senator davon �berzeugen k�nnen, dass Geary keine Bedrohung f�r die Allianz darstellte? Auf der anderen Seite von Navarro sa� Senatorin Suva, eine schmale, zierliche Frau, von der er wusste, dass sie ebenfalls dem Rat angeh�rte. Sie misstraute dem Milit�r im gleichen Ausma�, mit dem das Milit�r den Politikern begegnete.</p><p>Drei Senatoren, kein Milit�r. Der Raum war sogar noch kleiner als der Konferenzraum an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, und angesichts der strengen Sicherheitsvorkehrungen konnte er nicht einmal �ber die virtuelle Konferenztechnologie verf�gen, die es einer Vielzahl von weiteren Personen erm�glicht h�tte, an der Besprechung teilzunehmen, ohne dabei k�rperlich anwesend sein zu m�ssen. An einer Seite zeigte ein Display das Sternensystem und die Verteilung der milit�rischen Einheiten, aber das Bild war statisch und erhielt deutlich erkennbar keine aktualisierten Daten von drau�en. Geary salutierte und musste sich dabei zwingen, seine Ungeduld zu b�ndigen. �Senator Navarro, ich ��</p><p>Mit einem h�flichen L�cheln auf den Lippen unterbrach Navarro ihn: �Willkommen zur�ck, Admiral. Es gibt ��</p><p>�Senator�, unterbrach Geary ihn. �Etwas Wichtiges hat sich ereignet.� Ihm entging weder der Argwohn nicht, der sich pl�tzlich in Navarros Augen abzeichnete, noch die abrupt versteifte K�rperhaltung. Er konnte fast die Gedanken des Mannes h�ren: <emphasis>Jetzt ist es soweit, jetzt rei�t er die Kontrolle an sich! </emphasis>�Ich m�chte nicht unh�flich sein, Sir, aber etwas von extremer Dringlichkeit ist vorgefallen, und ich muss Sie bitten, diese Angelegenheit vor allem anderen zu behandeln.�</p><p>�Was ist denn so dringlich, Admiral?�, wollte Sakai wissen, dessen Miene und Tonfall nichts �ber seine Gef�hle verrieten.</p><p>�Als ich auf dem Weg zu diesem Treffen war, hat die Flotte eine Nachricht erhalten, wonach mehr als hundert befehlshabende Offiziere sich vor einem Kriegsgericht verantworten m�ssen. Sie sollen sofort ihr Kommando abgeben, bis �ber die Vorw�rfe entschieden ist.�</p><p>So wie zuvor Timbale machten auch die drei Senatoren einen verdutzten Eindruck, dennoch lie� sich nicht erkennen, inwieweit sie ihm nur etwas vorspielten. Navarro sch�ttelte den Kopf, aber sein Tonfall blieb verhalten: �Wie lauten die Anklagen? Was wirft man diesen Offizieren vor?�</p><p>�Werden diese Offiziere angeklagt, weil sie versucht oder geplant haben, gegen rechtm��ige Autorit�ten vorzugehen?�, wollte Suva wissen, die keinen Hehl aus ihrem Misstrauen machte.</p><p>�Nein, Madam Senatorin�, antwortete Geary. �Ihnen wird nicht vorgeworfen, sich gegen die Regierung verschworen zu haben. Die Anklage lautet, dass sie die Brennstoffvorr�te ihrer Schiffe zu weit haben absinken lassen.� Es kostete ihn M�he, bei diesen Worten die Beherrschung zu wahren.</p><p>�Zu geringe Brennstoffvorr�te?�, wiederholte Navarro nach einer langen Denkpause, als habe er sich gefragt, ob Geary sie auf den Arm nehmen wollte. �Ist das Ihr Ernst? Ich erinnere mich, wie mir gesagt wurde, dass die Vorr�te der Flotte bei ihrer Ankunft im Varandal-System extrem gering waren und dass einige Schiffe w�hrend der Schlacht diese restlichen Vorr�te vollst�ndig aufbrauchten.�</p><p>�Richtig, Sir. Aufgrund der langwierigen Reise und der zahlreichen Gefechte auf dem Weg vom Syndik-Heimatsystem bis nach Hause waren die Brennstoffbest�nde tats�chlich extrem niedrig.�</p><p>�Ja, nat�rlich�, sagte Navarro, auch wenn es nicht so schien, dass er die Zusammenh�nge verstanden hatte. �Aber Sie haben den Krieg gewonnen und so viele Schiffe heil heimkehren lassen. Worin liegt da das Verbrechen?�</p><p>�Wenn man die Best�nde der Brennstoffzellen zu stark absinken l�sst, verst��t der Kommandant eines Schiffs gegen die Vorschriften�, erkl�rte er. �Ein Schiff mit zu geringen Brennstoffvorr�ten kann unter Umst�nden nicht ordentlich k�mpfen oder ist nicht in der Lage, den Befehl zu befolgen in ein Gefecht zu ziehen. Befehlshabende Offiziere sind dazu verpflichtet, die Reserven nicht zu sehr absinken zu lassen. Je geringer der Bestand, umso schwerwiegender der Versto�.�</p><p>�Aber � wenn Sie trotzdem diese Strecke zur�ckgelegt und all diese Gefechte ausgetragen haben � siegreich, sonst w�ren Sie heute nicht hier � und wenn Sie sogar noch rechtzeitig hier eintreffen konnten, um den Angriff der Syndikatwelten auf Varandal abzuwehren ��</p><p>�Sir, diese Anklagen beziehen sich auf eine rein technische Verletzung von Vorschriften, ohne dabei die tats�chlichen Umst�nde zu ber�cksichtigen.�</p><p>Senator Sakai nickte und lie� sich nicht anmerken, was er dachte. �Dann wurden diese Vorschriften aber tats�chlich verletzt, wie Sie sagen.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>Navarro schaute nachdenklich auf den Tisch vor ihm. �Es erscheint zwar l�cherlich, aber es bedeutet, dass das Milit�r nach Abschluss der Verfahren die gleiche Folgerung daraus ziehen wird. Das ist unerfreulich, aber kein Vorgang, in den wir uns einmischen sollten.�</p><p>Geary hatte erwartet, dass Zivilisten erkennen w�rden, wie geistlos diese Anklagen waren und welche gravierenden Konsequenzen sie nach sich ziehen konnten. Er hielt kurz inne, um seine Gedanken neu zu ordnen, dann erkl�rte er behutsam: �Senator, jeder dieser Offiziere hat bei der Verteidigung der Allianz seine Tapferkeit und Loyalit�t unter Beweis gestellt. Jetzt nimmt man ihnen ihr Kommando ab und stellt sie vor ein Kriegsgericht, weil sie technisch gesehen eine Vorschrift verletzt haben, auf die sie aufgrund der tats�chlichen Umst�nde gar keinen Einfluss hatten. Das ist eine extreme und grundlose Beleidigung der Ehre eines jeden einzelnen Offiziers.�</p><p>�Wer hat diese Anklagen in die Wege geleitet, Admiral?�, fragte Senatorin Suva und sprach dabei genauso bed�chtig wie Geary.</p><p>�Das Flottenhauptquartier, Madam Senatorin.�</p><p>�Dann waren es also die Vorgesetzten innerhalb der Flotte, die daf�r verantwortlich zeichnen. Wenn es stimmt, was Sie sagen, dann f�hlen sich diese Vorgesetzten offenbar zu diesem Schritt verpflichtet. Das hei�t, ihnen ist klar, wie wichtig es ist, sich an Gesetze, Regeln und Vorschriften zu halten.�</p><p>Ihre Worte waren ein unmissverst�ndlicher Seitenhieb auf Geary, als stelle sie damit sein eigenes Verst�ndnis f�r eine solche Ma�nahme infrage. �Ein guter F�hrer wei� aber auch, wann eine buchstabengetreue Auslegung von Gesetzen, Regeln und Vorschriften zu ungerechten und unangemessenen Resultaten f�hrt. Wir k�nnten uns von einem vollautomatischen Rechtssystem regieren lassen, wenn es keinen Ermessensspielraum mehr geben darf.�</p><p>Sakai musterte Geary eindringlich. �Ist das eine Kritik an den Entscheidungen Ihrer Vorgesetzten?�</p><p>Geary erwiderte den forschenden Blick und �berlegte einen Moment lang. Das war die Art von Frage, bei der man �blicherweise nur die Wahl hatte, in sein Verderben zu laufen oder in aller Eile zur�ckzurudern. <emphasis>Aber was sollen sie schon mit mir machen, wenn ich ehrlich antworte? Im schlimmsten Fall k�nnen sie mich zum Dienst auf einem Schiff weit weg von zu Hause verdonnern, mir lausiges Essen hinstellen und mich zwanzig Stunden am Tag arbeiten lassen, sofern ich nicht vorher von den Leuten erschossen werde, die mir nach dem Leben trachten. </emphasis>�Ja, Sir, das soll eine Kritik sein. Wer immer diese Anklagen vorgebracht hat, hat sich damit eine gravierende Fehlentscheidung geleistet.�</p><p>Die drei Senatoren sahen sich kurz an, dann entgegnete Navarro seufzend: �Admiral, mir ist bewusst, dass diese Angelegenheit Ihr Gerechtigkeitsempfinden ber�hrt. Aber wir k�nnen nicht in diesen Prozess eingreifen, zumal Sie selbst ja davon �berzeugt sind, dass es nur eine Formalie ist und man die angeklagten Offiziere letztlich freisprechen wird.�</p><p>�Vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedr�ckt, was diese Angelegenheit nach sich ziehen wird.� Es erstaunte ihn selbst, wie ruhig er sich anh�rte. �Die mindeste Konsequenz ist eine ernsthafte St�rung des Flottenbetriebs, wenn so viele befehlshabende Offiziere gleichzeitig ihren Platz r�umen sollen. Aber dazu wird es nicht kommen, weil die Flotte diesen Vorgang als eine gegen sie gerichtete Ma�nahme vonseiten der Regierung auslegen wird, als Ma�nahme gegen Offiziere, die gro�e Opfer gebracht haben und loyal zur Allianz stehen. Ich und einige andere Offiziere sind der Meinung, dass wir diese Anklagen als einen schweren Vertrauensbruch ansehen werden, als eine Attacke der Regierung gegen die Flotte.�</p><p>Suva starrte ihn an. �Wollen Sie damit sagen, dass die Flotte meutern wird?�</p><p>�Das halte ich f�r sehr wahrscheinlich�, bekr�ftigte Geary sehr ernst.</p><p>�Auf Ihren Befehl hin? Sie versuchen gar nicht erst, das aufzuhalten?�</p><p>Nun konnte Geary die Senatorin nur ungl�ubig anstarren. �Ich habe noch nie irgendwem den Befehl erteilt, sich gegen die gew�hlte Regierung der Allianz zu stellen, und das werde ich auch nicht machen. Was die Frage angeht, ob ich es nicht versuche � was glauben Sie, was ich hier gerade tue? Bevor ich in diese Besprechung gegangen bin, habe ich zwei anderen Offizieren den Befehl erteilt, die Flotte aufzufordern, dass sie keine Ma�nahmen ergreifen soll.�</p><p>�Dann w�re das Problem doch bereits gel�st�, wandte Navarro ein.</p><p>�Ich bin nicht davon �berzeugt, dass die Flotte diesen Befehl akzeptieren wird, Senator!� Warum wollten diese Leute eigentlich nichts begreifen? �Ich wei�, dass Ihnen die Stimmung in der Flotte bekannt ist. Dann sollten Sie eigentlich auch in der Lage sein zu verstehen, dass eine solche Anklage den Bogen �berspannt. Zu viele Offiziere werden der Ansicht sein, dass es an der Zeit ist, etwas zu unternehmen. Nat�rlich d�rfte jeder Einzelne dieser Offiziere von den Vorw�rfen freigesprochen werden, aber es wird nur wenige M�nner und Frauen in dieser Flotte geben, die in diesem Moment davon �berzeugt sind, dass es auch genauso kommen wird. Sie werden die Anklage als einen Versuch werten, ihre Ehre zu besudeln und sie dann einen Schauprozess durchlaufen zu lassen.�</p><p>�Aber Sie wollen, dass wir uns �ber die Milit�rautorit�t und �ber das milit�rische Rechtssystem hinwegsetzen. Wie soll so etwas Respekt vor Autorit�ten und vor dem Gesetz schaffen?�</p><p>Wieder mischte sich Suva mit unterk�hlter Stimme ein. �Wie soll verhindert werden, dass das Milit�r die Regierung kontrolliert, wenn der einzige Weg der ist, dass sich die Regierung den Forderungen des Milit�rs beugt? Wollen Sie etwa sagen, dass wir gewinnen, indem wir kapitulieren?�</p><p>Sakai sch�ttelte den Kopf. �Die Frage ist berechtigt, aber Admiral Gearys Ehre sollte nicht infrage gestellt werden.�</p><p>�Das sehe ich auch so�, stimmte Navarro ihm zu. �Mit Blick auf das, was Admiral Geary getan und was er <emphasis>nicht </emphasis>getan hat, w�re es nicht angebracht, an seinen Worten zu zweifeln. Aber � in dieser Angelegenheit k�nnen wir nicht intervenieren. Ihre milit�rischen Vorgesetzten haben ihre Entscheidungen gef�llt, und wenn wir an diesem Punkt in den milit�rjuristischen Prozess eingreifen w�rden, w�re das v�llig unangemessen. Sie werden also Ihre Befehle befolgen, wie es die Ehre von Ihnen verlangt.� Auch wenn die Stimme des Senators nicht zitterte, glaubte Geary dennoch, eine unterschwellige Anspannung und vielleicht sogar Angst heraush�ren zu k�nnen. �Sie, Admiral, werden die Offiziere Ihrer Flotte auffordern, ihre Befehle zu befolgen und auf die Integrit�t des Systems zu vertrauen. Auf lange Sicht kann nur diese Vorgehensweise die Allianz retten.�</p><p>Navarro hatte zwar grunds�tzlich recht, aber diese Leute �bersahen die kurzfristigen Gefahren. Geary wusste, dass diese Entscheidung verkehrt war. Er wusste, wenn die Senatoren nicht handelten, dann war eine Katastrophe so gut wie unvermeidlich. Aber auf eigene Faust w�rden die drei nicht handeln.</p><p>Seit Rione ihn vor Monaten davon �berzeugt hatte, dass er die Macht besa�, um sich �ber die zivile F�hrung der Allianz hinwegzusetzen, hatte er sich davor gef�rchtet, einmal an diesem Punkt anzugelangen. Warum sollte er das �berhaupt in Erw�gung ziehen? Vor hundert Jahren w�re so etwas f�r ihn noch v�llig undenkbar gewesen, aber nun sah er, wie ihm jede Alternative entrissen wurde, wie sich der Abgrund des Widerstands St�ck f�r St�ck n�herte. Er wusste nicht, was ihn in dessen Tiefen erwartete, doch er konnte seinen Kurs so wenig �ndern wie ein Raumschiff, das zu tief in das Schwerkraftfeld eines toten Sterns geraten war.</p><p>Wo stand seine Ehre? Was w�re das Beste f�r die Menschen, die ihm vertrauten, und f�r die Allianz? �Sir, ich muss noch einmal mit Nachdruck darauf hinweisen, dass die Flotte eine solche Vorgehensweise nicht tatenlos hinnehmen wird.�</p><p>�Das wird sie, wenn Admiral Geary es so fordert.�</p><p>�Weder bin ich davon �berzeugt, dass das geschehen wird, Sir, noch gef�llt es mir, ein solches Handeln gutzuhei�en.�</p><p>�Das ist egal�, beharrte Navarro. �Sie haben Ihre Befehle, und die werden Sie ausf�hren.� Nach au�en hin schien ihn Gearys Sturheit zu �rgern, aber je entschlossener sich der Senator gab, umso offensichtlicher wurde seine wachsende Unruhe. �Wir k�nnen uns nicht im Namen der Gerechtigkeit �ber Ihre Flottenvorschriften oder �ber das Gesetz hinwegsetzen.�</p><p>Es h�rte sich richtig und nachvollziehbar an, aber die reale Situation wurde dabei v�llig au�er Acht gelassen. Allerdings war das rein rechtlich gesehen f�r ihn kein Grund, seine Befehle zu missachten.</p><p>Geary z�hlte im Geiste bis zehn, um sich zu sammeln. �K�nnen wir uns �ber die aktuelle Situation au�erhalb dieses Raums informieren, Sir? Sind Einspeisungen von Informationen erlaubt?� Er wusste, wie die Antwort darauf lauten sollte, aber inzwischen hatte er auch feststellen m�ssen, dass vieles nicht so war, wie man es erwartete.</p><p>Navarro legte die Stirn in Falten und sah nacheinander Sakai und Suva an. �Wir haben kein � K�nnen wir einen kurzen Datenstrom in eine Richtung handhaben?�</p><p>�Selbst ein Mikroimpuls an eingehenden Informationen wird noch immer viel zu gef�hrlich sein�, entgegnete Suva, die Geary auf eine immer unnachgiebigere Art anschaute. �Ich w�sste auch nicht, welchem Zweck das dienen sollte.�</p><p>�Ich halte es f�r wichtig, dass wir wissen, was die Flotte in diesem Moment unternimmt�, betonte Geary. �Auch wenn ich den Befehl erteilt habe, dass jeder auf seiner Position bleiben soll.�</p><p>�Ich halte das f�r ratsam�, �u�erte sich Sakai. �Aus meiner Erfahrung mit Admiral Geary wei� ich, dass wir zuh�ren sollten, wenn er meint, etwas sei wichtig f�r uns.�</p><p>�Black Jack ��, begann Suva.</p><p>�� ist kein Gott, und das wei� er auch�, fiel Sakai ihr ins Wort. �Er wei�, dass seine F�higkeiten begrenzt sind, und wir sollten nicht davon ausgehen, dass alles unweigerlich so kommt, wie er es will.�</p><p>Navarro sah Geary lange an, dann wandte er sich an Sakai und tauschte mit ihm eine wortlose Nachricht aus. �Also gut. Laden Sie einen aktuellen Status und eine Zusammenstellung der letzten �bermittlungen herunter�, forderte er Suva auf, die mit finsterer Miene auf ihre Dateneinheit schaute und in rascher Folge Befehle eintippte.</p><p>Das Display flackerte, als die Daten auf den neuesten Stand gebracht wurden. Daneben wurde eine Liste mit den aktuellsten �bertragungen angezeigt, bis Augenblicke sp�ter das Bild wieder erstarrte, da die Sicherheitsbarrieren abermals aktiviert wurden. Alle Blicke richteten sich auf die Darstellung auf dem Display. Wo eben noch alle Kriegsschiffe ordentlich ihrem festen Orbit gefolgt waren, herrschte nun Durcheinander, da Dutzende von Schiffen ihre Position verlassen hatten und ihre Vektoren erkennen lie�en, dass ihr Ziel die Station Ambaru war. Nicht nur Kreuzer und Zerst�rer hatten diesen Kurs eingeschlagen, sondern auch Schlachtkreuzer sowie ein bedrohlicher Pulk aus Schlachtschiffen.</p><p>Geary konnte die Namen der Schiffe erkennen, die in Richtung der Station beschleunigt hatten. Die <emphasis>Illustrious</emphasis>. Es war klar gewesen, dass Captain Badaya in dieser Situation als Erster vorpreschen w�rde. Allerdings hatte Geary nicht damit gerechnet, dass Captain Parr mit der <emphasis>Incredible </emphasis>dicht dahinter sein w�rde. Auch die <emphasis>Implacable </emphasis>und die <emphasis>Intemperate </emphasis>folgten auf dem gleichen Kurs. Die neue <emphasis>Invincible </emphasis>hatte zwar ihre Position aufgegeben, beschleunigte dabei aber kaum, was aussah, als wollte sie den Eindruck erwecken, dass sie der <emphasis>Illustrious </emphasis>und der <emphasis>Incredible </emphasis>folgte, ohne dabei ihren Platz zu verlassen.</p><p>Ein echter Schock war aber der Anblick des Schlachtschiffs <emphasis>Dreadnaught</emphasis>, das ebenfalls nicht mehr auf der vorherigen Position zu finden war. Wieso hatte seine eigene Gro�nichte den Befehl ignoriert, sich nicht von der Stelle zu r�hren und stattdessen zu warten? Jane Geary hatte sich als bodenst�ndig und erfindungsreich zugleich erwiesen, um ihm wie eine zuverl�ssige Kommandantin vorzukommen. Aber auch die <emphasis>Dependable </emphasis>und die <emphasis>Conqueror </emphasis>hatten sich in Bewegung gesetzt. Das wiederum musste die <emphasis>Gallant</emphasis>, die <emphasis>Indomitable</emphasis>, die <emphasis>Glorious </emphasis>und die <emphasis>Magnificent </emphasis>dazu veranlasst haben, Kurs auf die Station Ambaru zu nehmen. Sieben gewaltige Schlachtschiffe, von denen jedes Einzelne gen�gend Feuerkraft besa�, um die Station in Tr�mmer zu schie�en.</p><p>�berall in der Flotte hatten sich Schwere und Leichte Kreuzer sowie Zerst�rer aufgemacht, um einzeln oder in Divisions- und Geschwaderst�rke gegen die Raumstation vorzur�cken.</p><p>Den Kontrast dazu bildeten die Schiffe, die ihre alte Position beibehalten hatten, an vorderster Front die <emphasis>Dauntless</emphasis>, dazu die <emphasis>Daring </emphasis>und die <emphasis>Victorious</emphasis>. Dann nat�rlich Captain Tulevs Schlachtkreuzerdivision, bestehend aus der <emphasis>Leviathan</emphasis>, der <emphasis>Dragon</emphasis>, der <emphasis>Steadfast </emphasis>und der <emphasis>Valiant</emphasis>. Auch Captain Duellos behielt mit der <emphasis>Inspire</emphasis>, der <emphasis>Brilliant </emphasis>und der <emphasis>Formidable </emphasis>die Position bei. Es �berraschte Geary nicht, dass sich Captain Armus mit seiner <emphasis>Colossus </emphasis>nicht von der Stelle ger�hrt hatte. Armus war schlicht zu schwerf�llig, um in einer pl�tzlich ver�nderten Situation z�gig zu reagieren. Das konnte zwar unter bestimmten Umst�nden ein Problem darstellen, aber in diesem Fall war es ein Segen, schien doch das Verharren der <emphasis>Colossus </emphasis>und der restlichen Formation anderen Schlachtschiffen und Eskortschiffen als Vorbild f�r deren eigenes Verhalten zu dienen.</p><p>Die wohl gr��te �berraschung stellte die scheinbar verfluchte <emphasis>Orion </emphasis>dar, bei der man sich in der Vergangenheit immer darauf hatte verlassen k�nnen, dass sie genau das Gegenteil von dem tat, was ihr aufgetragen worden war: Dieses Mal hatte sie Gearys Befehl befolgt und sich nicht von der Stelle bewegt.</p><p>�berall auf den Planeten, Monden und Orbitaleinrichtungen im System wurde f�r die Verteidigungsstreitkr�fte eine h�here Alarmstufe ausgerufen, au�erdem wurden Schilde aktiviert und Waffensysteme hochgefahren. Bislang war aber noch keine Zielerfassungsautomatik auf die Schiffe der Flotte ausgerichtet worden.</p><p>Es war nicht so schlimm, wie es h�tte sein k�nnen, aber die Situation war auch so schon erschreckend genug. Es musste nur auf irgendeiner Seite ein Schuss abgefeuert werden, dann konnte ein B�rgerkrieg seinen Lauf nehmen.</p><p>Navarro stand sekundenlang wie erstarrt da, w�hrend er das Display betrachtete. Dann erwachte er wie aus einer Trance und tippte auf eine der �bertragungen.</p><p>Tanyas Gesicht tauchte auf der Anzeige auf. �An alle Einheiten: Behalten Sie Ihre Position wie von Admiral Geary befohlen bei. Alle Schiffe, die sich in Bewegung gesetzt haben, werden hiermit aufgefordert, auf ihren urspr�nglichen Orbitalplatz zur�ckzukehren. Sie alle haben Admiral Gearys Befehle erhalten. Stellen Sie sofort alle nichtautorisierten Handlungen ein und kehren Sie auf Ihre Ausgangspositionen zur�ck.� Desjani strahlte alle Befehlsgewalt aus, die sie besa�, was in ihrem Fall eine betr�chtliche Ausstrahlung bedeutete. Aber selbst die gen�gte ganz offensichtlich nicht.</p><p>Navarro machte eine finstere Miene und tippte auf eine sp�ter gesendete Nachricht, diesmal von Admiral Timbale, der hastig drauflos redete. �Zur�ckziehen! Alle milit�rischen Streitkr�fte im Varandal-Sternensystem werden hiermit aufgefordert, sich sofort zur�ckzuziehen! Stellen Sie augenblicklich alle nichtautorisierten Handlungen ein. Niemand er�ffnet das Feuer! Ich wiederhole: Sofort zur�ckziehen! Alle Waffen sind Code Rot Status Null. Der Einsatz von Waffen ist nicht autorisiert!�</p><p>�Wieso sehen wir keine Reaktionen von den Kriegsschiffen?�, wollte Suva wissen.</p><p>�Weil die sehr wahrscheinlich ihre Nachrichten �ber heimliche Wege durch das Kommando- und Kontrollsystem schicken. Solche �bermittlungen tauchen dann in den offiziellen Aufzeichnungen nicht auf. Richtig, Admiral?�, erwiderte Sakai. Er hatte die Flotte auf ihrer letzten Reise begleitet und diese Tatsache zweifellos aus erster Hand miterlebt.</p><p>Geary nickte und machte keinen Hehl aus seiner Sorge. �Wie Sie sehen k�nnen, versuchen wir bereits, die Lage unter Kontrolle zu bringen ��</p><p>�Unter Kontrolle?� Suva warf ihm einen aufgebrachten Blick zu. �Dieser andere Admiral hat den Verteidigungsstreitkr�ften befohlen, nicht das Feuer zu er�ffnen!�</p><p>�Ja, weil etliche Leute kurz davor stehen, genau das zu tun�, erkl�rte Geary. �Sobald ein Schuss f�llt, werden alle gezwungen, sich f�r die eine oder andere Seite zu entscheiden. Unter diesem Druck, der im Moment auf allen lastet, werden sich zu viele von ihnen reflexartig f�r die Kameraden entscheiden, mit denen sie Seite an Seite gek�mpft haben. Wir konnten das im Syndik-Heimatsystem beobachten, als es dort zur Rebellion kam. Verstehen Sie denn nicht? Die Situation ger�t immer schneller au�er Kontrolle. Nicht zu handeln, ist jetzt keine Option mehr.� Er zeigte auf das Display. �<emphasis>Das da </emphasis>kann ich nicht mehr in den Griff bekommen.�</p><p>�Wir k�nnen nicht vor einem Putsch kapitulieren, noch bevor er �berhaupt richtig begonnen hat!�, br�llte ihn Suva nahezu an.</p><p>�F�hren Sie Ihre Befehle aus, Admiral�, dr�ngte Navarro ihn, dem seine Verzweiflung deutlich anzuh�ren war. �Senatorin Suva hat recht. Wenn wir diesem Druck nachgeben, dann kommt das in jeder Hinsicht einem Putsch gleich. Niemand in der Flotte wird sich �ber die Anweisungen von Black Jack Geary hinwegsetzen. Sagen Sie ihnen, sie sollen aufh�ren und alle Befehle befolgen.�</p><p>Allen Bem�hungen zum Trotz war er nun an dem Abgrund angelangt. So wie derjenige, der sich die Anklagen gegen seine Offiziere hatte einfallen lassen, befanden sich jetzt auch diese Politiker im Recht. Rein rechtlich gesehen konnte er nichts anderes tun, als zu salutieren, �Jawohl, Sir� zu sagen und sein Bestes zu geben, um das Desaster abzuwenden, von dem er sich sicher war, dass er es nicht w�rde aufhalten k�nnen. Alles andere w�re ein Verrat an seinem Eid, und er war schlie�lich auch der Einzige, der eine winzige Erfolgschance besa�. Doch wenn er jetzt stur seinen Befehl ausf�hrte, w�rde er denen in den R�cken fallen, die ihm ins Gefecht gefolgt waren. Zu viele Offiziere w�rden glauben, dass man ihn zu dieser Reaktion gezwungen hatte oder dass sie alle von ihm verraten worden waren. Angesichts der zu erwartenden Konsequenzen in der Flotte konnte gerade der Befehl, sich an die erteilten Befehle zu halten, der letzte Sargnagel f�r die Allianz sein.</p><p>Ihm blieb nur noch eine Waffe, ein letztes Mittel, um eine Lage in den Griff zu bekommen, die fast schon zu weit ausgeufert war. Geary z�gerte, da Angst und Ungewissheit sich in ihm regten. Im n�chsten Moment jedoch legte sich eine ungew�hnliche Ruhe �ber ihn. Es war, als w�rde etwas zu ihm sprechen, dessen Autorit�t die eines jeden Lebewesens �berstieg. Das ist der einzige Weg, der eine Chance bietet. Er atmete tief durch, dann sagte er entschieden und nicht zu laut: �Nein, Sir.�</p><p>Die drei Senatoren hielten in ihren Bewegungen inne. �Was verstehen Sie nicht an Ihrem Befehl, Admiral?�, fragte Navarro ruhig.</p><p>�Ich habe meine Befehle verstanden, Sir. Ich werde sie blo� nicht ausf�hren, weil ich hiermit meinen Dienst in der Flotte quittiere.�</p></section><section><title><p>Drei</p></title><p>Die Stille im Raum war so vollkommen, dass Geary bewusst wurde, dass alle Anwesenden f�r einen Moment den Atem angehalten haben mussten. So absurd der Gedanke unter diesen Umst�nden auch war, fragte er sich dennoch, wie sich das auf das Behaglichkeitsniveau in dem rundum versiegelten Konferenzraum auswirken w�rde.</p><p>Er hatte nicht gewusst, was er erwarten sollte, dennoch erstaunte es ihn, als Senator Navarro erst Sakai, dann Suva ansah, wohl um wortlos etwas zu �bermitteln, das ihnen allen klar sein musste.</p><p>Schlie�lich wandte er sich wieder an Geary und verschr�nkte die H�nde vor sich auf dem Tisch. �Nur um Missverst�ndnisse auszuschlie�en: Haben Sie soeben f�rmlich Ihre Absicht erkl�rt, nicht l�nger die Befehle der Regierung zu befolgen?�</p><p>Unwillk�rlich fragte sich Geary, ob am K�rper der Senatoren verborgene Abh�rvorrichtungen aktiviert waren und darauf warteten, sein Bekenntnis zu einem Verrat aufzuzeichnen. �Nein, Sir. So etwas k�me f�r mich niemals infrage. Aber ich kann und werde meinen Dienst in der Flotte quittieren, und zwar mit sofortiger Wirkung, was bedeutet, dass ich nicht l�nger Ihrer Befehlsgewalt unterstehe.�</p><p>�Aber als Offizier�, wandte Sakai kopfsch�ttelnd ein, �dienen Sie der Regierung. Die Regierung muss nicht akzeptieren, dass Sie den Dienst quittieren wollen. Wenn es stimmt, was die Reaktion der Flotte auf diese Anklagen betrifft, dann <emphasis>braucht </emphasis>die Allianz Ihre Hilfe, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen.�</p><p>�Wenn die Regierung der Allianz sich mit dem Problem befassen will, dann kann sie die notwendigen Ma�nahmen ergreifen�, sagte Geary. �Ich habe Ihnen erkl�rt, wie diese Ma�nahmen meiner Meinung nach aussehen m�ssen. Ich werde mich nicht an einem ungerechten und ehrlosen Prozess beteiligen.�</p><p>�Selbst wenn Ihr R�cktritt abgelehnt wird?�</p><p>�Selbst dann. In dem Fall soll die Flotte <emphasis>mich </emphasis>vor ein Kriegsgericht stellen.�</p><p>Navarro verbl�ffte ihn abermals, indem er sich zur�cklehnte und Geary ernst ansah. �Sie wissen so gut wie wir, was passieren w�rde, sollte die Regierung gegen Sie Anklage erheben. Die Regierung w�rde allein unter dem Druck der �ffentlichkeit zusammenbrechen, von der Flotte ganz zu schweigen. Tun Sie nicht so, als w�ssten Sie nicht, welche Macht Sie hier aus�ben k�nnen.�</p><p>�Wenn Sie wissen, dass ich so viel Macht besitze, und wenn Sie eine Vorstellung davon haben, wie wenig ich daran interessiert bin, von dieser Macht Gebrauch zu machen, warum wollen Sie dann nicht auf mich h�ren?�, fragte Geary.</p><p>�Weil wir nicht die Gesetze ignorieren k�nnen! Wir stehen unter enormem Druck, und jeden Tag werden neue Ermittlungsverfahren eingeleitet! Jede Verletzung, jede Gef�lligkeit wird man gegen uns verwenden. Ganz ehrlich gesagt, Admiral, ich glaube, wenn die Regierung zusammenbricht, wird das die Allianz genauso untergehen lassen wie eine Revolte der Flotte. Was erwarten Sie, das wir tun sollen?�</p><p>�Finden Sie eine L�sung, Sir. Das ist doch die Aufgabe eines Regierungschefs, nicht wahr?�</p><p>Senator Navarro seufzte und kniff f�r einen Moment die Augen zu, die er zus�tzlich noch mit seiner Hand bedeckte. �Wir m�ssen ��</p><p>Was immer er auch hatte sagen wollen, er wurde dabei von Senatorin Suva unterbrochen. Ihr Blick hatte etwas K�hles, Berechnendes, und was sie ohne Gef�hlsregung sagte, versetzte Geary sogar noch mehr in Erstaunen. �Admiral, Sie sprachen davon, dass diese Anklagen niemals h�tten erhoben werden sollen, und dass sie zwar formal korrekt sind, die Auswirkungen auf die Flotte dabei aber nicht in Erw�gung gezogen wurden.�</p><p>�Ja, Madam Senatorin.�</p><p>�Betrachten wir Admiral Geary als eine Autorit�t auf diesem Gebiet?�, fragte Suva die anderen Senatoren auf eine Weise, die mehr nach einer rhetorischen Frage klang. �Ja? Dann m�ssen wir daraus folgern, dass uns schwerwiegende Beweise daf�r vorliegen, dass die Anklageerhebung nicht ordentlich verlaufen ist. Jede Ma�nahme, die solch gravierende Konsequenzen f�r die Verteidigungsf�higkeit der Allianz nach sich zieht, h�tte mit dem Allianz-Senat in seiner Funktion als h�chster Autorit�t f�r milit�rische Angelegenheiten abgestimmt werden m�ssen, bevor irgendwelche Schritte in die Wege geleitet wurden.�</p><p>Navarro lie� seine Hand sinken und sah Suva an. �Die Anklagen kamen durch einen fehlerhaften Prozess zustande.�</p><p>�Wir haben allen Grund zu der Annahme, dass das der Fall ist.� Es h�rte sich nicht so an, als sei sie von ihren eigenen Worten �berzeugt, aber Geary schwieg und wartete ab, was die Politiker vorhatten.</p><p>�Dann ist es unsere Pflicht, diesen Prozess neu aufzurollen und ihn zu analysieren�, folgerte Navarro. �Wir m�ssen sicherstellen, dass keine Fehler gemacht und alle entscheidenden Faktoren ber�cksichtigt wurden. Derart schwerwiegende Anschuldigungen d�rfen nicht irrt�mlich erhoben werden.� Er wandte sich zu Geary um. �Wir k�nnen und wir werden diese Verfahren aussetzen, solange die Entscheidungen und Abl�ufe gr�ndlich �berpr�ft werden, die zu diesen Anklagen gef�hrt haben.�</p><p>Geary z�gerte. �Falls die zu einem sp�teren Zeitpunkt wieder auftauchen sollten ��</p><p>�Das wird nicht geschehen, auch wenn Sie das von uns nicht schriftlich bekommen werden.�</p><p>�Aber wenn diese Offiziere von der Regierung f�r ihr Handeln belobigt werden und dabei ausdr�cklich erw�hnt wird�, meldete sich Sakai nachdenklich zu Wort, �dass sie das trotz bedenklich geringer Brennstoffvorr�te geschafft haben, die sie nicht zu verantworten hatten, dann w�rde das jedem Versuch die Grundlage entziehen, sie wegen dieser Handlungen vor ein Kriegsgericht stellen zu wollen.�</p><p>�Richtig.� Navarro musste l�cheln. �So werden wir das machen, Admiral Geary. Das schw�re ich bei der Ehre meiner Vorfahren.�</p><p>Suva, die immer noch eine auffallend neutrale Miene wahrte, deutete mit einer Kopfbewegung auf Geary. �Nehmen Sie eine Mitteilung auf, Admiral. Teilen Sie der Flotte sofort mit, dass die Anklagen fallen gelassen werden. Wir k�nnen eine �bertragung nach drau�en schicken und f�r Ruhe sorgen.�</p><p>Hastig legte er sich einige Worte zurecht, von denen er hoffte, dass sie genau das waren, was Desjani und Timbale ben�tigten, um Ruhe einkehren zu lassen. �Hier spricht Admiral Geary. Die Regierung stimmt zu, dass die gegen die Offiziere der Flotte vorgebrachten Anklagen jeder Grundlage entbehren. Sie werden zur�ckgezogen. Ich befinde mich derzeit noch in einer Besprechung mit der Regierung, daher kann ich nicht auf �blichem Weg Kontakt aufnehmen, dennoch gehe ich davon aus, dass jeder die Befehle und Anweisungen befolgt, die von Captain Desjani an Sie weitergeleitet werden. Jedes Schiff, das seinen urspr�nglichen Orbit verlassen hat, kehrt unverz�glich dorthin zur�ck. Alle Schiffe nehmen Abstand von jeglichen Handlungen, die den Befehlen, Regeln und Vorschriften widersprechen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Suva bet�tigte ihre Kontrollen, damit die Sicherheitsbarrieren f�r den winzigsten Bruchteil einer Sekunde abgeschaltet wurden, den der Impuls ben�tigte, um die Nachricht nach drau�en zu senden.</p><p>Das sollte eigentlich gen�gen, um die Gem�ter zu beruhigen, aber mit Gewissheit lie� sich das erst sagen, wenn er diesen Raum wieder verlassen konnte. Genauso ungewiss war f�r ihn, was sich hinter der Tatsache verbergen mochte, dass ihm solche anscheinend ernst gemeinten Zugest�ndnisse gemacht worden waren. Der Gro�e Rat hatte ihm schon zuvor Dinge zugesichert und sich auch ganz exakt an diese Zusicherungen gehalten, w�hrend gleichzeitig geplant wurde, wie sich die erkl�rte Absicht dennoch umgehen lie�. Warum waren die Senatoren jetzt so schnell eingeknickt, nachdem sie sich so lange Zeit gegen alles gestr�ubt hatten? Und wieso war es ausgerechnet Suva, die ein Argument vortrug, mit dem sich ein Einschreiten der Regierung rechtfertigen lie�, wenn sie doch Minuten zuvor noch so sehr gegen jede Form der Intervention gewesen war?</p><p>�Gut�, sagte Navarro recht energisch. �Wenn wir uns dann dem eigentlichen Grund f�r dieses Treffen widmen k�nnten ��</p><p>�Senator�, unterbrach Sakai ihn. �Es gibt da noch etwas, das klargestellt werden muss. Zuvor hat Admiral Geary erkl�rt, dass er den Dienst in der Flotte quittiert.�</p><p>�Oh. Stimmt ja. Ist diese Erkl�rung widerrufen, Admiral?�</p><p>Geary atmete langsam aus. �Jawohl, Sir. Ich widerrufe hiermit meine Erkl�rung, dass ich den Dienst quittiere.�</p><p>�Gut.� Navarro lie� ein paar Sekunden verstreichen, in denen er den kleinen Raum betrachtete. �Bedauerlicherweise ist eine Barriere durchbrochen worden. Ihre F�higkeit, die Regierung unter Druck zu setzen, ist damit publik geworden, zumindest in diesem Kreis hier. Ich hoffte, wir k�nnen zuk�nftig auf Ihre Loyalit�t gegen�ber der Allianz und auf Ihr Ehrgef�hl z�hlen, um sicherzustellen, dass sich ein solcher Vorgang nicht wiederholt.�</p><p>�Dass es diesmal geschehen ist, ging nicht auf meine Veranlassung zur�ck, Sir�, erwiderte Geary so f�rmlich, dass es ihm sogar selbst auffiel. Er hatte ein schlechtes Gewissen, und obwohl er wusste, dass er das aus gutem Grund hatte, str�ubte er sich dennoch dagegen.</p><p>�Nat�rlich nicht.� Navarro tippte auf verschiedene Kontrollen, daraufhin zeigte das Display eine Region des Alls an, die Geary seit Kurzem vertraut war. �Wir haben eine sehr wichtige Mission f�r Sie, Admiral. Es existiert ein Problem auf der von uns abgewandten Seite des Syndik-Gebiets; ein Problem, auf das Sie gesto�en sind. Senator Sakai hat sich sehr ins Zeug gelegt, um uns zu versichern, dass Sie im Umgang mit diesen Aliens die angemessenen Ma�nahmen ergriffen haben, aber wir wissen nicht, wie nachhaltig die Ma�nahmen auf besagte Aliens gewirkt haben. Genau genommen wissen wir so gut wie nichts �ber die Aliens, und gerade das muss sich �ndern.�</p><p>Geary konnte nur zustimmend nicken.</p><p>�Sie werden mehr �ber die Aliens herausfinden, Admiral�, fuhr Navarro fort und deutete auf das Display. �Ihr Befehl lautet, dorthin zur�ckzureisen, diesmal aber nicht an der Grenze zwischen den Syndiks und den Aliens haltzumachen, sondern in das von ihnen beanspruchte Gebiet vorzudringen. Da uns zumindest bekannt ist, was zahlreichen Syndik-Schiffen durch die Aliens zugef�gt wurde, werden Sie mit einer gro�en Streitmacht vorr�cken. Sie werden das Kommando �ber die neu aufgebaute Erste Allianz-Flotte �bernehmen.� Jetzt war deutlich zu erkennen, dass er einen Text ablas, der vor ihm projiziert wurde. �Nachdem Sie das Kommando �bernommen haben, werden Sie umgehend die Planung f�r eine umfassende Expedition in Angriff nehmen und in die Tat umsetzen, um diese fremde Rasse zu erforschen, der k�rzlich nachgewiesen werden konnte, dass sie Sternensysteme auf der abgelegenen Seite des Territoriums der Syndikatwelten bev�lkern. Ihre Aufgabe ist es, alle erforderlichen Ma�nahmen zu ergreifen, um alles �ber die Schlagkraft, die F�higkeiten und Charakteristiken dieser fremden Rasse in Erfahrung zu bringen. Gleichzeitig obliegt es Ihnen, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um Feindseligkeiten zu vermeiden. Es ist von �u�erster Wichtigkeit zu erfahren, wie weit sich das von den Aliens besetzte Gebiet erstreckt, weshalb Ihr Auftrag auch die Aufgabe umfasst, die Parameter dieser Region zu bestimmen. Ferner werden Sie versuchen, Kontakt mit den Aliens aufzunehmen, wobei Sie aber die Umst�nde oder Gebr�uche respektieren werden, die die Aliens dazu veranlassen, so verschlossen zu agieren. Und wenn es sich in irgendeiner Weise arrangieren l�sst, werden Sie mit den Aliens Vereinbarungen mit dem Ziel aushandeln, weitere Feindseligkeiten zu vermeiden. Dabei werden Sie zugleich sicherstellen, dass wir uns nicht unserer F�higkeit berauben, auch zuk�nftig Ma�nahmen zur Verteidigung der Allianz zu ergreifen.�</p><p>Er hielt kurz inne, um zu sehen, wie Geary das aufnahm. �Bevor Sie diese Station verlassen, werden Sie Kopien von allen Befehlen erhalten, Admiral. Irgendwelche Fragen?�</p><p>Es war ein gewaltiger Auftrag, den er erst mal verarbeiten musste. Dennoch konzentrierte sich Gearys Verstand auf einen zentralen Punkt: �Diese Erste Flotte, Sir. Aus wie vielen Schiffen wird sie bestehen?�</p><p>Die Antwort kam von Suva, die die schmalen Lippen zu einem schwachen L�cheln verzog, w�hrend sie eine Handbewegung machte, mit der sie auf das Gebiet au�erhalb der Station deutete. �Alles, was da drau�en ist, Admiral Geary.�</p><p>�Alles im Varandal-System?�, fragte er, da er die Antwort nicht glauben konnte.</p><p>�Ja�, best�tigte Navarro. �Und noch einiges mehr. Sturmtransporter. Mehr Marines. Mehr von diesen � �hm � Reparaturschiffen.�</p><p>�Hilfsschiffe.�</p><p>�Ja, genau.�</p><p>�Sie bezeichnen das als die Erste Flotte. Aber wenn Sie ihr eine derart gro�e Anzahl der Kriegsschiffe zuteilen, �ber die die Allianz momentan verf�gt ��</p><p>�Es wird noch zwei andere Flotten geben�, antwortete Sakai, dessen Miene jetzt wieder verschlossener wirkte. �Die Zweite Flotte wird die Verteidigung der Allianz �bernehmen, weshalb sie innerhalb der Grenzen der Allianz verbleiben wird. Die Dritte Flotte wird zu Trainings- und Reparaturzwecken existieren.�</p><p>In Gearys Kopf schrillte eine Alarmglocke los. �Wenn die Zweite Flotte innerhalb der Allianz-Grenzen bleiben soll, dann folgt daraus eigentlich, dass die Erste Flotte f�r Missionen jenseits der Grenzen zust�ndig sein wird.�</p><p>�Ja�, bekr�ftigte Navarro. �Sie selbst haben in Ihren Berichten darauf hingewiesen, dass es im Gebiet der Syndikatwelten oder in den Regionen, die von den Syndikatwelten beherrscht wurden und in denen jetzt eigenst�ndige Regierungen oder die Anarchie das Sagen haben, zu Situationen kommen kann, die ein Einschreiten der Allianz erforderlich machen. Das wird die Aufgabe der Ersten Flotte sein.�</p><p>Die Beschreibung der Mission machte einen vern�nftigen Eindruck. Dass er das Kommando �ber eine Flotte erhielt, kam auch nicht unerwartet, immerhin hatte er als Befehlshaber der Flotte bereits brauchbare Arbeit geleistet. Doch nach der Auseinandersetzung, die er sich eben erst mit den Senatoren geliefert hatte, war es schon etwas eigenartig, nun die Kontrolle �ber eine solche Feuerkraft �bertragen zu bekommen. �Die Regierung vertraut mir mithin ein Flottenkommando an?�</p><p>�Nat�rlich�, erwiderte Navarro ohne zu z�gern. �Ihnen d�rfte klar sein, dass Sie die einzige logische Wahl f�r einen solchen Auftrag sind. Sie sind Black Jack Geary. Sie haben bereits bewiesen, dass Sie Gefechte weitaus besser handhaben k�nnen als jeder andere Senioroffizier der Flotte. Und selbst wenn es nicht so w�re, w�rde allein der �ffentliche Druck schon daf�r sorgen, dass man Ihnen eine so wichtige Funktion �bertr�gt.�</p><p>�Es gibt noch andere Faktoren, auf die wir Sie aufmerksam machen sollten�, sagte Senator Sakai, der weiterhin keine Regung zeigte. �Der Gro�teil der Milit�rbudgets wird drastisch zusammengestrichen, was f�r Sie bedeutet, dass Sie keine weiteren Schiffe erhalten werden.�</p><p>Navarro nickte best�tigend. �Richtig. Die Regierung stoppt die Fertigstellung der meisten im Bau befindlichen Kriegsschiffe. Diese Schiffe werden nicht mehr ben�tigt, und wir k�nnen sie uns nicht mehr leisten. Teilweise fertiggestellte Schiffe werden zerlegt oder eingemottet, um die Arbeiten an ihnen zu Ende zu f�hren, wenn sich zuk�nftig die Notwendigkeit dazu ergeben sollte. Nur ein paar neue Kriegsschiffe befinden sich bereits in einer Phase, in der die Demontage uns mehr kosten w�rde als die Fertigstellung. Sie werden der Dritten Flotte zugeteilt, bis sie bereit sind f�r die Zweite Flotte.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte Geary. Das alles ergab einen Sinn, und es passte zu den Berichten, die er in letzter Zeit gesehen hatte. Aber selbst die abgespeckte Flotte, von der die Regierung redete, w�rde um ein Vielfaches gr��er sein als die Flotte, �ber die die Allianz ein Jahrhundert zuvor zu Friedenszeiten verf�gt hatte. �Aber das bedeutet, dass die Zweite Flotte weit verstreut sein wird und dass wenige Schiffe ein sehr gro�es Gebiet abdecken m�ssen.�</p><p>�Das schon, aber diese Flotte wird sich nur mit dem Kleinkram befassen m�ssen, der aus den �berresten der Syndikatwelten in Allianz-Territorium hin�berschwappt.�</p><p>�Dann beabsichtigen Sie, die Erste Flotte regelm��ig au�erhalb des Allianz-Territoriums zum Einsatz kommen zu lassen?� Es war ihm wichtig, das im Voraus anzusprechen.</p><p>�Ja�, erwiderte Suva.</p><p>Geary beobachtete Navarro und Sakai, doch keiner von beiden �u�erte sich.</p><p>�Es gibt da einige Dinge, die Sie vielleicht noch nicht geh�rt haben�, erg�nzte Senatorin Suva. �Sie sollten sich �ber die Situation im Klaren sein, mit der wir uns konfrontiert sehen. Es gibt eine stetig gr��er werdende Gruppe innerhalb des Senats, die der Ansicht ist, dass die Budgets f�r das Milit�r noch deutlich st�rker gek�rzt werden sollten, als es ohnehin schon vorgeschlagen worden ist. Einige von ihnen haben keinerlei Vertrauen mehr in das Milit�r, manche wollen in erster Linie die Gelder anderen Zwecken zuf�hren oder Steuern senken. Und ein paar von ihnen wollen gleich beides auf einmal.�</p><p>�Aber die Bedrohungen von au�en existieren nach wie vor�, warf Sakai ein.</p><p>�Unser Problem�, redete Suva weiter, �besteht also darin, wie wir die derzeitige Gr��e der Allianz-Flotte weiterhin rechtfertigen k�nnen. Man muss sehen k�nnen, dass wir diese Kriegsschiffe <emphasis>einsetzen</emphasis>, und zwar den <emphasis>gr��ten </emphasis>Teil der Flotte und nicht nur ein paar Schiffe. Ansonsten wird der Druck auf uns zu gro�, und wir m�ssen die Schiffe au�er Dienst stellen und verschrotten.�</p><p>Diese Aussage war nachvollziehbar. Was jedoch nicht dazu passte, war die Tatsache, dass Senatorin Suva sich um das Schicksal des Milit�rs zu Friedenszeiten sorgte. Bei seinem vorangegangenen Zusammentreffen mit der Senatorin � das zugegebenerma�en nur sehr kurz gewesen war � hatte sie auf ihn nicht den Eindruck gemacht, dass ihr das Milit�r sonderlich am Herzen lag. Was hatte ihre Einstellung so beeinflusst, dass sie auf einmal Gr�nde liefern wollte, damit die Flotte ihre derzeitige St�rke beibehielt? �Senatorin�, erwiderte Geary, �ich glaube, die Allianz wird diese Kriegsschiffe ben�tigen.�</p><p>�Aber nat�rlich.� Nach au�en hin war das uneingeschr�nkte Zustimmung, und doch kam bei Geary nicht das Gef�hl auf, dass sie auch meinte, was sie sagte. �Da w�re noch eine andere Sache, die mit dem zusammenh�ngt, was wir vorhin erlebt haben. Wir haben zahlreiche Agenten in der Flotte verteilt, die uns �ber die Moral und �ber alle anderen, f�r uns wichtigen Angelegenheiten auf dem Laufenden halten. Uns ist daher bekannt, dass die Loyalit�t gegen�ber der Regierung keinen hohen Stellenwert hat.� Suva sah dabei Navarro an, als wollte sie irgendein Argument unterstreichen, �ber das sie zuvor schon gestritten hatten. �Diese Kriegsschiffe kann man auch als eine Bedrohung f�r die Regierung bezeichnen, und wenn diese Erkenntnis sich im Senat verbreitet, dann wird der Druck auf uns, diese Schiffe zu eliminieren, nur noch st�rker.�</p><p>�Eliminieren?�, fragte Geary, den diese Wortwahl erstaunte.</p><p>�Verzeihen Sie�, sagte Suva. �Ist Au�erdienststellung die korrekte Bezeichnung? Das ist ein Faktor. Ein anderer betrifft die Nachrichten unserer Agenten, dass die Besatzungen dieser Schiffe umso rastloser werden, je l�nger die Flotte im Orbit verharrt. Wenn wir die Schiffe nicht besch�ftigen, wird es immer schwieriger werden, die Mannschaften unter Kontrolle zu halten. Ich gehe davon aus, dass Sie diese Ansicht teilen.�</p><p>Geary nickte knapp. �Dem werde ich nicht widersprechen, Madam Senatorin. Aber die Besatzungen dieser Schiffe hatten w�hrend des Krieges kaum Gelegenheit, ihre Heimat und ihre Familien zu besuchen. Sie haben es verdient, das jetzt nachholen zu d�rfen. Wenn ihnen das versagt wird, bekommen wir ernsthafte Schwierigkeiten, was die Moral an Bord der Schiffe angeht. Das stellt ein gr��eres Problem dar als eine m�gliche Unterforderung der Leute durch unt�tiges Verharren im Orbit.�</p><p>�Was schlagen Sie vor, Admiral?�, wollte Navarro von ihm wissen.</p><p>�Dass sie mehr Zeit zu Hause verbringen k�nnen. Sie sagen, wir m�ssen diese Mission ins Territorium der Aliens schnell beginnen, aber wenn wir sie f�r ein paar Monate hinausz�gern ��</p><p>�Nein, nein, das ist v�llig unm�glich. Wir haben es mit einer aktiven Bedrohung zu tun, der wir auf den Grund gehen m�ssen. Davon haben mich die anderen Ratsmitglieder �berzeugt�, widersprach ihm Navarro und verriet damit, dass im Rat �ber seine Order diskutiert worden war. �Wir m�ssen schnell handeln, wir k�nnen nicht erst noch monatelang abwarten.�</p><p>Anstatt zu versuchen, mit den Senatoren einen zeitlichen Rahmen zu vereinbaren, nickte Geary nur. Egal wie viel Zeit er herauszuholen versuchte, sie w�rden ihm in jedem Fall deutlich weniger zugestehen. Wenn sie ihm keine �Monate� geben wollten, konnte er immer noch argumentieren, dass er f�r seine eigene Planung einen Monat ben�tigte. Wenn er aber um diesen einen Monat bat, w�rden Gro�er Rat und Flottenhauptquartier darauf beharren, dass er innerhalb von h�chstens zwei Wochen seine Vorbereitungen erledigte. <emphasis>Stell keine Fragen, auf die du keine Antworten h�ren willst. </emphasis>�Jawohl, Sir.�</p><p>Senatorin Suva musterte ihn aufmerksam. �Admiral, wenn diese Schiffe sich im Gebiet der Allianz befinden, stellen sie eine ernste Bedrohung f�r die Allianz dar. Den Beweis daf�r haben die heutigen Ereignisse geliefert.� Sie beugte sich vor. �Zweifellos haben Sie davon geh�rt, dass sich manche Leute w�nschen, Sie zum Herrscher �ber die Allianz zu machen. Wenn Sie und diese Schiffe sich au�erhalb der Allianz aufhalten, ist die von Ihnen ausgehende Bedrohung deutlich geringer. Uns wurde gesagt, dass Ihnen diese Sache wichtig ist und es nicht Ihr Wunsch ist, die Regierung zu schw�chen oder einen Anlass f�r einen Staatsstreich zu liefern. Jetzt ist der Moment f�r Sie gekommen, um zu beweisen, dass das auch tats�chlich Ihre Einstellung ist.�</p><p>Auch das stimmte alles, aber einmal mehr beschlich ihn das Gef�hl, dass man ihn zu etwas zwingen wollte und daf�r Argumente anf�hrte, denen er nicht offen widersprechen wollte. �Das ist meine Einstellung�, erkl�rte er. �Und ich glaube auch, dass mein bisheriges Handeln beweist, wie ernst ich meine Verpflichtung gegen�ber der Regierung nehme.�</p><p>Navarro l�chelte fl�chtig. �Sie haben jedes Recht, das zu sagen. Sehen Sie, wir versuchen hier, die Flotte schlagkr�ftig genug f�r das zu halten, was getan werden muss, dabei aber Situationen zu vermeiden, in denen die Flotte das bedrohen k�nnte, was sie eigentlich besch�tzen soll. Es f�llt mir schwer, diese Dinge auszusprechen, aber Sie kennen die Wahrheit. Viele Regierungsmitglieder f�rchten sich vor dem Milit�r, und etliche Politiker wollen das Milit�r f�r ihre eigenen Zwecke einspannen. Und genauso f�rchten sich viele vor Ihnen oder wollen Sie f�r ihre eigenen Zwecke einspannen.�</p><p>�Darauf bin ich hingewiesen worden, Sir.�</p><p>Der Senator atmete tief durch. �Dann werden Sie auch verstehen, dass wir die Flotte aus der Reichweite derjenigen bringen m�ssen, die sie gegen die Allianz einsetzen wollen. Sie sind ein Held der ganzen Allianz, Admiral, nicht der Held einer bestimmten Welt oder einer politischen Partei, auch wenn mir zu Ohren gekommen ist, dass sich Glenylon und Kosatka bereits streiten, welcher Planet denn nun das Recht hat, Sie f�r sich zu beanspruchen. Aber Ihre andauernde Existenz stellt ebenfalls eine Bedrohung f�r alles dar, was Sie und wir besch�tzen wollen.�</p><p>Das klang �berhaupt nicht gut. �Meine andauernde Existenz?�</p><p>�Entschuldigen Sie, so hatte ich das nicht gemeint.�</p><p>Sakais Gesicht verriet keine Reaktion auf diesen mutma�lichen Versprecher, w�hrend Suva ihren Blick vor sich auf den Tisch gerichtet hatte, sodass Geary in ihren Augen keine Gef�hlsregung ausmachen konnte.</p><p>�Ich werde nicht mehr lange Ratsvorsitzender sein�, lie� Navarro ihn seufzend wissen. �Dann werden Sie mit jemand anders zu tun haben, der diesen Posten innehat. Aber wir alle haben das besprochen, und wir sind uns darin einig, dass die Mission von sehr gro�er Wichtigkeit ist und dass Sie derjenige sind, der sich ihr stellen kann. Keinem anderen k�nnte man diesen Auftrag anvertrauen, und ich versuche keineswegs, Ihnen zu schmeicheln, wenn ich sage, dass ich auch keinem anderen ann�hernd die gleichen Erfolgsaussichten zutraue. Aber lassen Sie mich Ihnen auch noch etwas anderes sagen. Wenn man Ihnen das Angebot unterbreitet, Sie zum Herrscher �ber die Allianz zu machen, dann sind Sie gut beraten, wenn Sie das nicht annehmen. So etwas kann eine unsch�ne Richtung einschlagen, au�erdem ist der Druck auf einen unerbittlich. Mir wurde sogar von meinen politischen Gegnern unterstellt, ich sei von den Syndiks gekauft worden. Solche Behauptungen k�nnen fehlgeleitete politische Eiferer dazu veranlassen, ein Attentat zu ver�ben.�</p><p>�Ich dachte, die Regierung hat meinen Bericht gesehen, Senator. Der Syndik-CEO, den wir in Gefangenschaft verh�rt haben, hat ja best�tigt, dass die Syndiks absichtlich den Eindruck haben entstehen lassen, Sie seien k�uflich. Auf diese Weise sollte das Ansehen der Allianz-Regierung gesch�digt werden.�</p><p>Navarro lie� ein gequ�ltes L�cheln erkennen. �Fakten, Admiral, spielen in der Wahrnehmung mancher Individuen nur eine untergeordnete Rolle. Auch wenn ich begr��e, von diesen Verd�chtigungen freigesprochen worden zu sein. Nun, Admiral Geary, sind Sie bereit, Ihre Befehle auszuf�hren?�</p><p>�Er sollte sich entscheiden, die Autorit�t der Regierung anzuerkennen oder nicht�, wandte Suva ein. �Wir k�nnen ihn nicht st�ndig fragen, ob er seine Befehle als akzeptabel ansieht.�</p><p>�Ich werde meine Befehle nach besten F�higkeiten ausf�hren�, sagte Geary, bevor die Diskussion noch einmal zu seinem vorangegangenen Verhalten zur�ckkehren konnte. �Aber das Eindringen in das Gebiet der Aliens und der Versuch einer Kontaktaufnahme und Kommunikation k�nnten sich als sehr schwierig erweisen. Es ist nicht so, als w�rde ich gern noch einmal mit ihnen k�mpfen, aber wie Senator Sakai Ihnen sicherlich bereits gesagt haben wird, war bei der Begegnung unserer Flotte mit den Aliens auf deren Seite kein Interesse an irgendwelchen Unterhandlungen oder an friedlichen Beziehungen zu erkennen.�</p><p>�Vielleicht bewirken die Verluste, die Sie ihnen zugef�gt haben�, gab Navarro zur�ck, �dass sie mehr Gespr�chsbereitschaft als bislang erkennen lassen. Wir m�ssen nicht nur ihre Schlagkraft und ihre Technologie besser verstehen, sondern wir m�ssen auch erfahren, wer sie sind und wie sie denken.�</p><p>�Wir wissen, sie k�nnen erbarmungslos sein�, machte Geary ihm klar. �Sie haben ihre eigenen besch�digten Schiffe zerst�rt, um zu verhindern, dass wir sie in unseren Besitz bringen und mehr �ber sie herausfinden k�nnen.�</p><p>�Ja.� Navarro z�gerte sichtlich und sah nacheinander zu Suva und Sakai, die beide best�tigend nickten. �Aber genau das macht es umso dringlicher, mehr �ber sie in Erfahrung zu bringen. Wie sehen sie aus? Wie sehen ihre St�dte aus? Welche Kultur besitzen sie? Wenn wir dar�ber etwas erfahren, finden wir vielleicht auch heraus, wie wir verhindern k�nnen, dass sie so aufbrausend reagieren.�</p><p>�Senator Navarro, ich f�hle mich verpflichtet hervorzuheben, wie gef�hrlich diese Mission sein kann. Wir haben keine Ahnung, �ber welche Art von Verteidigung die Aliens in dem von ihnen besiedelten Gebiet verf�gen, und wir wissen nicht einmal, wie viele Kriegsschiffe sie besitzen.�</p><p>��ber diese Dinge bin ich ebenfalls besorgt, Admiral, aber genau deshalb m�ssen Sie sich auf den Weg dorthin machen! Es ist aus wissenschaftlicher und moralischer Sicht und auch mit Blick auf die Risiken unverantwortlich, dass wir so wenig �ber die erste nichtmenschliche Spezies wissen, der wir je begegnet sind.� Navarro schaute auf das Display und zeigte auf die Darstellung des Hypernet-Portals im Varandal-System. �Die Ignoranz der Menschheit hat ihr beinahe den Untergang gebracht. Wir h�tten uns wom�glich um ein Haar selbst ausgel�scht oder uns zumindest so schwere Verluste zugef�gt, dass wir uns niemals davon h�tten erholen k�nnen. Und das alles nur wegen eines potenziell t�dlichen Geschenks, von dessen Gefahren uns nichts bekannt war, �berreicht von Aliens, von deren Existenz wir nichts wussten.�</p><p>�Sie haben auch noch eine sekund�re Mission�, fuhr Senator Sakai fort. �Die Allianz ben�tigt schnellstens Berichte aus erster Hand, was sich im Syndik-Territorium tut. Unsere F�higkeiten, dort selbst Informationen zu sammeln, sind �u�erst bruchst�ckhaft, und sie beschr�nken sich auf Sternensysteme in der N�he der Grenze zur Allianz. Welche Systeme hat die Zentralregierung der Syndikatwelten noch unter ihrer Kontrolle und welche haben ihre Selbst�ndigkeit erkl�rt? Welche von ihnen bek�mpfen die Zentralregierung oder andere Systeme? Welche entwickeln sich zu einer Bedrohung nicht f�r ihre Nachbarn, sondern langfristig auch f�r die Allianz? Sie m�ssen Syndik-Gebiet durchqueren, um zur Grenze der Aliens zu gelangen, was Ihnen die Gelegenheit gibt, vor Ort Informationen zu sammeln und sie uns zu �bersenden.�</p><p>�Das ist eine gute Gelegenheit, um mich zu beweisen, Senator�, fasste Geary das Ganze zusammen.</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Ich will damit sagen, dass es sich um ein umfassendes B�ndel an Befehlen handelt. Aber ich werde mein Bestes geben�, betonte er noch einmal. �So wie jeder andere in der Flotte auch.�</p><p>�Dann w�re diese Besprechung damit beendet�, sagte Suva.</p><p>�In diesem Fall ist es vermutlich das Beste, wenn ich mich auf den Weg mache, damit ich mit meiner Flotte Kontakt aufnehmen und sicherstellen kann, dass die Situation wieder unter Kontrolle ist.�</p><p>Navarro schaute auf das erstarrte Display mit den gleicherma�en erstarrten Schiffen, w�hrend Suva Geary nicht aus den Augen lie�. �Die Best�tigung dieser Befehle werden Sie vom Flottenhauptquartier erhalten, Admiral�, sagte sie.</p><p>�Ich k�nnte ein wenig zus�tzliche Autorit�t gebrauchen, wenn es darum geht, vom Flottenhauptquartier tats�chlich alle Schiffe und Vorr�te zu erhalten, die ich f�r diesen Auftrag ben�tige.�</p><p>Senatorin Suva l�chelte ihm beruhigend zu. �Selbstverst�ndlich.�</p><p>Dieses Versprechen war ihr zu schnell �ber die Lippen gekommen. Es war Victoria Rione, die in Gearys Kopf die Warnung fl�sterte: <emphasis>Vertrauen Sie allen nur so weit, wie es unbedingt n�tig ist. </emphasis>Aber er konnte nicht erkennen, was er damit erreichen sollte, wenn er jetzt auf diesem Punkt weiter herumritt. Die Politiker w�rden ihm nur weiter m�ndliche Zusagen geben, aber keine schriftlichen Garantien. Er hielt es f�r ratsamer, zun�chst einmal die aktuelle Situation zu festigen, danach konnte er immer noch auf das dr�ngen, was er sp�ter ben�tigen w�rde.</p><p>Navarro war der einzige der drei Politiker, der Geary nach drau�en begleitete. �Geben Sie Admiral Geary eine Eskorte mit, damit er die Kontrollpunkte so schnell wie m�glich passieren kann�, wies der Senator die Soldaten an, die vor dem Besprechungsraum Wache hielten.</p><p>�Jawohl, Sir.� Der befehlshabende Major winkte vier Untergebene zu sich und salutierte vor Geary. �Sir, gestatten Sie uns, Sie zu eskortieren?�</p><p>�Es w�re mir eine Ehre. Aber wir m�ssen uns beeilen.�</p><p>�Jawohl, Sir!�</p><p>Die n�chsten drei Kontrollpunkte passierten sie im Eiltempo, da seine Eskorte den jeweiligen Soldaten ein Zeichen gab, dass alles in Ordnung war. Das l�ste bei den Milit�rs ein L�cheln aus, das sie nicht ganz unterdr�cken konnten. Die Anspannung schien von allen f�rmlich abzufallen, und obwohl sie ihre Haltung wahrten, wirkten die Soldaten mit einem Mal viel lockerer und pr�sentierten die Waffen, anstatt Geary einfach nur durchzuwinken. Er salutierte im Gegenzug und gab sich alle M�he, sich seine Besorgnis nicht anmerken zu lassen.</p><p>Gleich nach dem dritten Kontrollpunkt mussten sie den Bereich verlassen haben, der von den St�rsendern kontrolliert wurde. Auf einmal meldete sich die Komm-Einheit des Majors. Der Soldat sah Geary an, und nach einem raschen zustimmenden Nicken nahm er den Ruf an. �Sie werden gesucht, Admiral. Das ist eine dringende Bitte, mit einem Captain Desjani Kontakt aufzunehmen.�</p><p>�Kann ich mir Ihre Komm-Einheit ausleihen?� Gl�cklicherweise waren die von der Regierung ausgegebenen Ger�te standardisiert, sodass er nicht erst herausfinden musste, wie die Ausr�stung der Bodentruppen funktionierte. In aller Eile gab er die vertrauten Kontaktdaten ein. �Tanya?�</p><p>�Wo sind Sie, Admiral?�, fragte sie knapp, aber auch sehr ruhig.</p><p>Die St�rsender funktionierten teilweise immer noch, da sie jede Bild�bertragung unm�glich machten, doch ihm gen�gte schon Desjanis Tonfall, um zu wissen, dass die Situation noch nicht ganz unter Kontrolle war. �Ich habe die Sicherheitskordons etwa zur H�lfte zur�ckgelegt und bin auf dem Weg zu Ihnen. Was ist los?�</p><p>�Ihre zweite Nachricht war sehr hilfreich, aber ich habe nach wie vor nur begrenzten Erfolg, die Lage in den Griff zu bekommen. Die Ger�chte breiten sich schneller aus, als wir sie eind�mmen k�nnen. Verschiedene Kriegsschiffe sind noch immer nicht auf ihre zugewiesenen Orbitalpositionen zur�ckgekehrt und befinden sich weiter im Anflug auf die Station Ambaru.�</p><p>�Einen Teil davon habe ich sehen k�nnen. Warum haben die nicht auf meinen zweiten Befehl reagiert?�</p><p>Desjanis Stimme blieb ruhig, wurde aber k�lter. �Es sind Zweifel aufgekommen, ob es sich um eine authentische Nachricht handelt oder um etwas von der Regierung Zusammengebasteltes, damit die Flotte Ruhe gibt.�</p><p>Es kostete ihn M�he, seine Wut zu beherrschen, als er das h�rte. �Wo ist Admiral Timbale?�</p><p>�Im zentralen Kommandostand. Er versucht, das �brige Milit�r im System zu beschwichtigen, das auf die Man�ver der Schiffe reagieren will. Ich rate dringend zu einer weiteren pers�nlichen Mitteilung von Admiral Geary an die Flotte, die am besten schon vor f�nf Minuten gesendet worden sein sollte.�</p><p>Geary sah den menschenleeren Korridor entlang, durch den er momentan eilte, zu beiden Seiten begleitet von seiner Eskorte. �Sie wissen noch gar nicht, welche Neuigkeiten ich f�r Sie habe.�</p><p>�Es kann nicht schlimmer sein als das, womit ich besch�ftigt bin�, sagte Desjani.</p><p>Gereizt tippte er auf seine Komm-Einheit. �Ich bekomme mit dieser Komm-Einheit noch immer keine Verbindung nach drau�en. Kann ich das �ber Ihre Einheit senden?�</p><p>�Ich glaube schon, Admiral. Warten Sie � ja, das geht. Nur Audio. Verbindung steht in drei � zwei � eins � jetzt.�</p><p>Das Sendesymbol leuchtete auf dem Display von Gearys Komm-Einheit auf. Er ging langsamer weiter, um zu verhindern, dass er beim Reden anfing schwer zu atmen. Das Ger�t hielt er dichter an den Mund, dann sprach er klar und deutlich: �An alle Einheiten in der Allianz-Flotte, hier spricht Admiral Geary. Alle Schiffe kehren sofort auf ihre Orbitalpositionen zur�ck. Ich m�chte diesen Befehl <emphasis>nicht noch einmal </emphasis>geben m�ssen.� Bei diesen Worten legte er seine ganze Ver�rgerung und Entt�uschung in seine Stimme. Sollte er die Befehlshaber, die noch immer nicht auf ihn geh�rt hatten, von ihrem Posten entfernen, wenn sie diesmal auch nicht reagierten? Nein. Seine Erwartungen an sie waren klar, er w�rde den �berreagierenden Offizieren Spielraum lassen, um den R�ckzug auf eine Weise anzutreten, die nicht nach einer Kapitulation aussah. In dieser Flotte mit ihrer eigenartigen Vorstellung von Ehre konnten Drohungen sehr wohl nach hinten losgehen.</p><p>�Die Nachricht vom Flottenhauptquartier�, fuhr Geary fort, �die zahlreiche befehlshabende Offiziere davon in Kenntnis gesetzt hat, dass sie sich vor einem Kriegsgericht werden verantworten m�ssen, ist mit sofortiger Wirkung widerrufen worden.� In dieser Form hatten sich die Senatoren zwar nicht ge�u�ert, aber das hier war nicht der geeignete Zeitpunkt, um Raum f�r Zweifel und Spekulationen zu lassen. �Ich wiederhole: Die Nachricht vom Flottenhauptquartier ist widerrufen worden. Die mit der Nachricht �bermittelten Befehle m�ssen nicht befolgt werden, und es folgt auch keine weitere Nachricht dieser Art. Ich werde mich von der Station Ambaru unverz�glich auf mein Flaggschiff begeben. Sobald ich an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>bin, wird sofort eine Konferenz einberufen, um alle befehlshabenden Offiziere �ber die Situation zu informieren. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Er atmete wieder tief durch, dann schaltete er die Sendefunktion aus, sodass seine n�chste Frage nur von Desjani geh�rt werden konnte. �Wie war das?�</p><p>�Annehmbar.�</p><p>�Danke. Vorausgesetzt, es kehrt jetzt Ruhe ein, werden Sie und ich ein Shuttle ben�tigen, das uns zur <emphasis>Dauntless </emphasis>bringt.�</p><p>�Ich habe bereits eines angefordert. Es ist noch gut f�nfzehn Minuten vom n�chsten Andockpunkt entfernt. Wo soll es uns am besten abholen?�</p><p>Gute Frage. Geary f�hlte sich schon jetzt wie erschlagen, daher w�re ihm ein gesichertes, abgeschiedenes Dock lieb gewesen. Aber ihm war klar, dass die aufgekommene Anspannung im Varandal-System noch lange nicht abgeklungen war. Viele Leute mussten gemerkt haben, dass irgendetwas nicht stimmte, selbst wenn ihnen nichts von den Kriegsschiffen bekannt war, die eigenm�chtig ihre Position verlassen hatten. <emphasis>Ich muss den Menschen zeigen, dass alles in Ordnung ist. </emphasis>�Schicken Sie es zu einem zivilen Dock. Bitten Sie Admiral Timbale, die gleichen Soldaten zu diesem Dock zu schicken, die schon bei unserer Ankunft die Zivilisten zur�ckgehalten haben. Versuchen Sie nicht, das Dock komplett abzuriegeln. Die Leute sollen uns sehen, damit sie wissen, dass alles in Ordnung ist.�</p><p>�Verstehe, Admiral�, sagte Desjani, deren Tonfall wieder etwas Bissiges annahm. �Es wird mir ein Vergn�gen sein, Ihnen zu assistieren.�</p><p><emphasis>Autsch, das hat gesessen. </emphasis>�Ich w�re Ihnen dankbar, Captain.�</p><p>�Nat�rlich, Admiral. Ich kann Ihnen melden, dass offenbar alle Schiffe den R�ckzug angetreten haben. Ich glaube, niemand wollte herausfinden, was geschieht, wenn Sie den Befehl ein viertes Mal geben.�</p><p>�Danke, Tanya.�</p><p>Er beendete das Gespr�ch und gab die Komm-Einheit mit Dank an den Major zur�ck. Der nahm das Ger�t mit einem ehrf�rchtigen Gesichtsausdruck entgegen. <emphasis>W�rde er es behalten</emphasis>, �berlegte Geary, <emphasis>oder w�rde er es als ein Objekt versteigern, das von Black Jack pers�nlich bedient worden war?</emphasis></p><p>Danach ging Geary langsamer weiter, zwar immer noch z�gig, aber nicht in Eile. Jeder, der ihn zu sehen bekam, sollte wissen, dass er nicht beunruhigt war. Es kam ihm vor, als w�rde sich eine entspannte Atmosph�re in der gesamten Station breitmachen. An den letzten Kontrollpunkten wurde ihm von den Soldaten nur noch salutiert.</p><p>Pflichtbewusst erwiderte er jeden Salut und wunderte sich, dass diese alte Geste des Respekts so schnell auch vom �brigen Milit�r �bernommen wurde. Als er aus dem K�lteschlaf erwacht war, hatten nur die Marines noch das Salutieren beherrscht, w�hrend der von einem unendlichen Krieg gezeichnete Rest diesen Brauch aufgegeben hatte. �Ist Ihnen �ber Ihre Befehlskette aufgetragen worden, wieder zu salutieren?�, wollte er von dem Major wissen.</p><p>�Nein, Admiral Geary�, erwiderte er. Sein sch�chternes L�cheln stand in einem seltsamen Gegensatz zu den Ehrenabzeichen auf der linken H�lfte seiner Uniformjacke und zu den Narben, von denen eine Seite seines Gesichts gezeichnet war. �Die Matrosen der Flotte haben uns so begr��t und erkl�rt, dass Sie das f�r eine gute Idee halten. Deshalb wird das jetzt von jedem aufgegriffen. Unsere Vorfahren haben es so gemacht, also sollten wir es auch tun. Niemand hat es irgendwem befehlen m�ssen, Sir. Allerdings � na ja � Es war ein bisschen schwierig, damit anzufangen, Marines nachzuahmen.�</p><p>Geary musste grinsen, auch wenn es ihm zugleich etwas unangenehm war, dass ein Mann, der so viele Gefechte und Schlachten miterlebt hatte, von jemandem wie ihm noch in Ehrfurcht versetzt werden konnte. �Es gibt Schlimmeres, Major ��</p><p>�Sirandi, Sir�, antwortete der Major und nahm f�r einen Moment Habachthaltung an.</p><p>�Sirandi?� <emphasis>Woher kenne ich denn den Namen? Ja, von der alten </emphasis>Kutar. �Ich habe mal mit einem Lieutenant Sirandi auf einem Zerst�rer gedient. Er stammte von � Drina.�</p><p>Der Major machte gro�e Augen. �Meine Familie hat Verwandte auf Drina.�</p><p>�Vielleicht ist er ja einer von ihnen.� Geary hielt inne, als die Zeit einmal mehr �ber ihn hinwegraste. Er hatte sich nicht mit dem Schicksal von Lieutenant Sirandi besch�ftigt, genauso wie er bei den meisten Leuten verfahren war, die er vor hundert Jahren gekannt hatte. Sicher war nur, dass Sirandi genauso tot war wie alle anderen; entweder in einer Schlacht gefallen oder als alter Mann gestorben. �Vielleicht <emphasis>war </emphasis>er ja einer von ihnen, wollte ich sagen.�</p><p>Major Sirandi strahlte ihn an. �Es ist f�r mich eine gro�e Ehre zu wissen, dass einer meiner Vorfahren mit Ihnen zusammen gedient hat, Admiral Geary.�</p><p>Geary versuchte mit einem Kopfsch�tteln, sich vor dem Anflug von Melancholie zu bewahren, der ihn immer wieder zu ereilen drohte, wenn ihn etwas sehr Pers�nliches an jene hundert Jahre erinnerte, die er im K�lteschlaf verbracht hatte. �Die Ehre ist ganz meinerseits; mit ihm gedient zu haben und nun auch noch an Ihrer Seite zu stehen. Ihre Vorfahren, die Vorfahren von Ihnen allen�, bezog er auch die anderen Soldaten mit ein, �sind zweifellos stolz darauf, wie Sie sie mit Ihrem Dienst und Ihrer Opferbereitschaft ehren.�</p><p>Die Formulierung klang altmodisch, und das war sie f�r diese Soldaten in jedem Fall, auch wenn sie zu Gearys Zeit etwas ganz Normales gewesen war. Doch gerade das schien diesen Soldaten umso mehr zuzusagen. Tradition hatte einen hohen Stellenwert, vor allem in Zeiten, in denen andere feste Gr��en in ihren Grundfesten ersch�ttert wurden. W�hrend sie weitergingen, musterte Geary die Soldaten. Dabei bemerkte er, dass die meisten von ihnen nicht nur die gleichen Gefechtsauszeichnungen trugen wie der Major, sondern sie auch den d�steren Blick von Kriegsveteranen hatten, die zu viel Schreckliches gesehen hatten und denen der Tod von zu vielen Freunden zu schaffen machte. Eines Tages w�rde man ihre Einheit wom�glich aufl�sen und sie in die zivile Welt entlassen, aber keiner von ihnen w�rde je wieder ein echter Zivilist sein. �Wie geht es bei den Bodenstreitkr�ften voran?�, erkundigte sich Geary. �Hat schon eine umfassende Demobilisierung begonnen?�</p><p>Major Sirandi z�gerte und kniff f�r einen Moment die Lippen zusammen. �Darf ich frei reden, Admiral?�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>�Im Augenblick herrscht ein ziemliches Durcheinander. Einigen Einheiten wird gesagt, dass sie in n�chster Zeit aufgel�st werden, andere bekommen zu h�ren, dass mit einer deutlichen Verkleinerung des Milit�rs nicht zu rechnen ist. Am n�chsten Tag wird einem dann das genaue Gegenteil erz�hlt. Unsere Einheit ist davon in Kenntnis gesetzt worden, dass sie im aktiven Dienst bleiben wird, aber ob das stimmt, wei� ich nicht.� Der Major lie� eine kurze Pause folgen. �Ich habe �berlegt, was ich wohl tun sollte, wenn wir aufgel�st werden, aber ich habe keine Ahnung. Mein Leben lang bin ich zum K�mpfen ausgebildet worden, und ich habe immer nur gek�mpft. Es ist das, womit ich mich auskenne.�</p><p>Die anderen Soldaten, sogar die j�ngeren, nickten zustimmend. �Meine Familie hat seit drei Generationen im Krieg gedient�, meldete sich ein anderer zu Wort. �Als ich klein war, wusste ich immer, eines Tages w�rde ich dienen. Jetzt wei� ich nicht, was die Zukunft mir bringen wird.�</p><p>�Das geht nicht nur Ihnen so�, sagte Geary. Es �berraschte ihn, von diesen Soldaten genau das Gleiche zu h�ren, wor�ber er mit Tanya gesprochen hatte. �Keiner von uns wei�, was die Zukunft uns bringen wird.�</p><p>Die Soldaten tauschten untereinander fl�chtige Blicke aus, aber niemand sprach aus, was sie in Wahrheit dachten: Dass Black Jack, der angeblich seine hundert Jahre K�lteschlaf inmitten der lebenden Sterne verbracht hatte, sehr wohl mehr wissen k�nnte als jeder andere.</p><p>�Sie haben Ihre Marines in der Flotte, Admiral Geary�, redete Major Sirandi auf einmal weiter. �Aber wenn Sie gute Soldaten ben�tigen, M�nner und Frauen, die besser k�mpfen k�nnen als jeder andere, dann denken Sie bitte an uns.�</p><p>Geary sah dem Mann in die Augen. �Major, ich kann Ihnen versichern, dass ich an Sie und auch an jeden anderen hier denken werde.�</p><p>Gleich darauf meldete sich die Komm-Einheit des Majors. �Dock 71 Beta�, gab er an Geary weiter. �Dort dockt Ihr Shuttle an.�</p><p>�Danke. Kommt das von Captain Desjani?�</p><p>�Es ist nur eine Textnachricht, Admiral. Hier steht auch noch �� Der Major legte die Stirn in Falten. ��Mutter hatte recht.��</p><p>Unwillk�rlich musste Geary grinsen. �Das � ist ein Code, Major.� Gewisserma�en jedenfalls. Er erinnerte sich noch gut an den erschrockenen Gesichtsausdruck von Tanyas Mutter, als sie mit ihr auf Kosatka zusammengetroffen waren, und an die ersten Worte, die sie zu ihrer Tochter gesagt hatte: <emphasis>Du wirst ein sehr interessantes Leben f�hren, Tanya. Aber denk immer dran, wenn es </emphasis>zu <emphasis>interessant wird � es ist das, was du dir ausgesucht hast.</emphasis></p><p>Noch bevor sie den letzten Kontrollpunkt erreichten, kam ihnen Admiral Timbale entgegen. Die Soldaten gingen im bisherigen Tempo weiter, w�hrend Geary sich ein wenig zur�ckfallen lie�, um unter vier Augen mit Timbale zu reden. �Bei Ihnen alles in Ordnung?�</p><p>�Im Moment ja�, sagte der Admiral. �Froh werde ich erst sein, wenn die zus�tzlichen Truppen und die diversen Senatoren wieder abgereist sind und es auf meiner Station so normal zugeht wie �blich. Ich darf annehmen, Sie haben jetzt Befehle erhalten?�</p><p>�Sie reden mit dem neuen Befehlshaber der Ersten Flotte.� Geary machte eine ausholende Geste, um das gesamte Sternensystem zu umschlie�en.</p><p>�Ich hoffe, Gl�ckw�nsche sind angebracht.�</p><p>�Das hoffe ich auch.�</p><p>�Geh�rt die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu Ihrer Flotte?�</p><p>�Ja.� Bis zu diesem Augenblick hatte Geary noch keine Gelegenheit gehabt sich vor Augen zu f�hren, dass er nicht durch seine Befehle von Tanya getrennt wurde.</p><p>Timbale verzog den Mund. �Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, bis wir das Dock erreichen. Aber eine Sache sollte ich Ihnen noch sagen, solange Gelegenheit ist, ungest�rt mit Ihnen zu reden. Mir ist da etwas zu Ohren gekommen, vielleicht nur dummes Gerede, aber es h�rte sich nicht so abwegig an. Haben Sie sich nicht gefragt, wieso Ihre Befehle nicht zur Folge haben, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>mitsamt ihrer Befehlshaberin an das eine Ende der Allianz und Sie ans andere Ende geschickt werden?�</p><p>�Ehrlich gesagt war ich bis zu diesem Moment noch gar nicht dazu gekommen, mir dar�ber Gedanken zu machen�, erwiderte Geary. �Allerdings bin ich zuvor deswegen besorgt gewesen.�</p><p>�Das geschieht nicht aus R�cksicht auf Ihr privates Gl�ck. Sie und Desjani haben die ganze Zeit �ber professionell zusammengearbeitet, als Sie noch kein Paar waren.� Timbale sah ihn entschuldigend an. �Es gibt Leute, die sich fragen, wie gut das noch funktionieren wird, nachdem Sie nun verheiratet sind. Wenn Sie voneinander getrennt sind, dann kann es kein Versagen geben. Aber jetzt ��</p><p>�Jetzt k�nnten wir scheitern?� Er �rgerte sich nicht �ber die Worte, stattdessen fragte er sich, wor�ber sich manche Leute den Kopf zerbrachen, anstatt an der L�sung echter Probleme zu arbeiten.</p><p>�Es ist nur eine Warnung. Da drau�en sind Leute, die warten nur darauf und hoffen, auf der wei�en Weste von Black Jack endlich einen Fleck zu entdecken.�</p><p>Ein kurzes Auflachen kam �ber seine Lippen. �Himmel, wenn die Leute h�ren wollen, dass ich auch nur ein Mensch bin, dann verk�nde ich das gerne vor dem ganzen Universum.�</p><p>�Seien Sie nicht zu menschlich�, warnte Timbale ihn. �Dass Sie und Desjani geheiratet haben, hat einige Leute in Erstaunen versetzt, obwohl man wusste oder zumindest vermutete, was Sie f�reinander empfinden. Aber Sie haben nichts getan, was jemand gegen Sie h�tte verwenden k�nnen. Die Eheschlie�ung verlief exakt so, wie es die Regeln und Vorschriften von Ihnen verlangten. Aber wenn Sie beide sich jetzt unangemessen verhalten, k�nnten Sie damit f�r manche Leute einen aus deren Sicht legitimen Grund liefern, offen infrage zu stellen, ob zuvor tats�chlich alles ordnungsgem�� abgelaufen ist.�</p><p>Geary selbst war es egal, wie andere Leute �ber ihn dachten, doch was man Tanya nachsagte, war ein ganz anderes Thema. Er durfte nicht zulassen, dass jemand an ihrer Ehre zweifelte, schon gar nicht wenn er den Anlass dazu lieferte. �Danke f�r die Warnung. Wir hatten zwar nicht geplant, an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>irgendetwas Ehrenr�hriges zu tun, aber es ist gut, daran erinnert zu werden, dass wir nach wie vor unter Beobachtung stehen.� <emphasis>Und zwar von denen, die darauf hoffen, dass wir straucheln werden.</emphasis></p><p>Nachdem sie den letzten Kontrollpunkt hinter sich gebracht hatten, herrschte in den Korridoren wieder mehr Leben. Gearys Eskorte marschierte mit stolzgeschwellter Brust voraus, um den Weg f�r ihn und Timbale frei zu machen. Die Zivilisten l�chelten ihm zu und gr��ten ihn, w�hrend milit�risches Personal ihm l�chelnd salutierte. Geary erwiderte jeden Gru� und hoffte, dass sie das Dock erreichten, bevor ihm vor Ersch�pfung sein Arm abfiel.</p><p>Desjani wartete an der Zugangsrampe zum Shuttle auf ihn und stand so gelassen da, als h�tte es nie eine Krise gegeben. Die gleichen Soldaten wie zuvor standen auch jetzt wieder Spalier und bildeten seine Ehrengarde. Andere Soldaten hielten wie zuvor die Zivilisten zur�ck, deren Jubel und �Black Jack�-Rufe von allen Seiten widerhallten.</p><p>Major Sirandi und seine Leute begleiteten Geary bis zur Rampe, dann salutierte der Major vor Desjani. �Captain, das 574. Kommandoregiment hat die Ehre, Admiral Geary zu den Kriegsschiffen der Allianz-Flotte zur�ckzubegleiten.�</p><p>�Danke�, erwiderte sie, nahm Haltung an und erwiderte den Salut. �Die Flotte wei� zu sch�tzen, dass Sie den Admiral zu uns zur�ckgebracht haben. Wir w�rden ihn nur ungern verlieren. Admiral, ich schlage vor, wir brechen so schnell wie m�glich auf, damit Sie sich den wichtigen Angelegenheiten innerhalb der Flotte widmen k�nnen.�</p><p>Er nickte und fragte sich, was Desjani ihm �ber die ausgeliehene Komm-Einheit nicht hatte mitteilen k�nnen. Er dankte den Soldaten noch einmal f�r die Eskorte, die unter den neidischen Blicken der anderen Soldaten vor Stolz zu platzen schienen. Er zwang sich, der Menge zuzuwinken und dabei Ruhe und Selbstbewusstsein zu demonstrieren, w�hrend sein Arm vor Anstrengung schmerzte. Dann zog er sich in die willkommene Ruhe des Flottenshuttles zur�ck.</p><p>Doch diese Ruhe war nur vor�bergehender Natur. Die n�chste Krise wartete bereits auf ihn.</p></section><section><title><p>Vier</p></title><p>Nachdem sich die Luke geschlossen hatte, sa� Desjani ein paar Sekunden lang schweigend da. �War Ihre Nachricht an die Flotte die formale Mitteilung, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>abermals Ihr Flaggschiff sein wird?�, fragte sie schlie�lich und schaute dabei stur vor sich.</p><p>Oha. �Ich sch�tze, ja. Vor diesem Treffen wusste ich nicht mal, welchen Befehl ich erhalten und ob die <emphasis>Dauntless </emphasis>daran beteiligt sein w�rde.�</p><p>�Also haben Sie es nach dem Treffen der ganzen Flotte mitgeteilt, bevor Sie es mir gesagt haben.�</p><p>Er versuchte, nicht das Gesicht zu verziehen, doch so ganz wollte ihm das nicht gelingen. �Sie haben mir gesagt, ich soll mich so schnell wie m�glich an die Flotte wenden.�</p><p>Sie sah ihn von der Seite an. �Und von was genau wird die <emphasis>Dauntless </emphasis>das Flaggschiff sein?�</p><p>�Von der Ersten Flotte.�</p><p>�Das klingt beeindruckend.�</p><p>�Das ist es auch�, versicherte er ihr. �Die meisten von den Schiffen, mit denen wir unterwegs waren, werden dazugeh�ren.�</p><p>�Und trotzdem gef�llt Ihnen irgendetwas daran �berhaupt nicht�, stellte Desjani fest und drehte sich zu ihm um. �Wo ist der Haken?�</p><p>Er aktivierte die Privatsph�re rund um ihre Pl�tze, die Piloten mussten ihre Unterhaltung ja nicht mit anh�ren. Zwar sch�tzte diese Sph�re nicht davor, von hoch entwickelten Spionagesystemen belauscht zu werden, andererseits vertraute er Desjani aber nichts an, was er nicht auch bald den anderen befehlshabenden Offizieren seiner Flotte sagen w�rde. Er erkl�rte ihr den Auftrag und die Mission, was Desjani immer wieder mit aufgebrachten Lauten kommentierte.</p><p>Als er geendet hatte, sch�ttelte sie den Kopf. �Ich wusste gar nicht, dass Allianz-Politiker in der Lage sind, so viele widerspr�chliche Auftr�ge in einen einzelnen Befehl zu packen. Wie sollen Sie in das Gebiet einer erwiesenerma�en feindseligen Spezies vordringen und gleichzeitig feindselige Handlungen vermeiden? Wie sollen Sie mit diesen Aliens Kontakt aufnehmen, wenn Sie dabei deren Vorstellungen von Privatsph�re respektieren m�ssen, ohne �berhaupt zu wissen, was das f�r Vorstellungen sind? Und wie soll es m�glich sein, mit den Aliens irgendwelche Vereinbarungen zu treffen, ohne unsere eigenen Zukunftsoptionen zu beschneiden?�</p><p>�Das wei� ich selbst nicht�, r�umte er ein. �Wie gro� d�rften Ihrer Meinung nach die Probleme mit den Schiffsbesatzungen werden? Ich meine, weil sie jetzt auf eine solche Mission geschickt werden, ohne dass sie erst einmal eine Weile zu Hause verbringen durften, obwohl das eigentlich ihr gutes Recht w�re.�</p><p>�Probleme?� Desjani schnaubte aufgebracht. �Die Regierung wei� ganz genau, dass Sie der Einzige sind, dem die Flotte folgen wird, weil man Ihnen vertraut, dass Sie sie auch wieder nach Hause zur�ckbringen werden. Probleme w�rden auftreten, wenn ein anderer das Kommando h�tte.�</p><p>Durch ihre Worte f�hlte er sich noch unbehaglicher. �Weil sie mir vertrauen, werden sie mir in eine Situation folgen, die sich zu einer riesigen Katastrophe ausweiten k�nnte.�</p><p>�Admiral.� Ihr Tonfall veranlasste ihn, Tanya in die Augen zu sehen. �Es bleibt Ihnen gar nichts anderes �brig, als sich auf einem sehr schwierigen Pfad zu bewegen. Ohne Sie h�tte die Flotte Varandal l�ngst in Schutt und Asche gelegt.�</p><p>�W�re ich nicht hier, w�rde es das Problem gar nicht geben.�</p><p>�Admiral, w�ren Sie nicht hier, dann w�re die Flotte schon vor Monaten im Heimatsystem der Syndiks ausgel�scht worden, und dann h�tten die Syndiks Varandal in Schutt und Asche gelegt � so wie jedes andere System in der Allianz, bis zu dem sie vordringen k�nnten.�</p><p>�Warum reicht das nicht?�, wollte Geary wissen. �Wieso h�ngt das Schicksal der Allianz immer noch von mir ab?�</p><p>�Ich sagte ja bereits, dass die lebenden Sterne Sie vielleicht noch nicht zur Ruhe kommen lassen wollen�, gab Desjani zur�ck. �Was die Frage nach dem Warum angeht, m�ssen wir uns schon an unsere Vorfahren wenden. Ich wei� zumindest, dass in diesem Fall die Verantwortung jemandem �bertragen worden ist, der mit ihr umgehen kann.�</p><p>�Tanya.� Er dr�ckte die Handfl�che gegen seine Augen. �Wie soll ich hinter der Regierung und hinter der Flotte stehen, wenn jede Seite glaubt, dass die andere sie ausl�schen will?�</p><p>Desjani legte ihre Hand auf seine, w�hrend sie leise und ernst auf ihn einredete: �Versuch einfach, jede Seite von irgendwelchen Dummheiten abzuhalten.�</p><p>�Na, wenn�s weiter nichts ist.� Ein ungl�ubiges Lachen kam �ber seine Lippen und erf�llte einen Moment lang das Abteil. �Wie soll man andere Leute von Dummheiten abhalten? Menschen sind daf�r bekannt, dass sie Dummheiten machen. Es ist eine unserer besonderen F�higkeiten, und wir lieben es, uns m�glichst h�ufig darin zu �ben.�</p><p>Es dauerte eine Weile, ehe sie antwortete. �Wenn man seine F�higkeiten nicht �bt, rosten sie ein�, sagte Desjani schlie�lich. �Wir bleiben in �bung, indem wir m�glichst oft Dummheiten begehen. Kannst du dir vorstellen, John, wie es w�re, wenn die Menschen kein Talent f�r Dummheiten h�tten? Es w�rde Jahrhunderte dauern, um den Schaden anzurichten, f�r den wir normalerweise nur ein paar Monate ben�tigen.�</p><p>Er schlug die Augen auf und schaute in ihre todernste Miene, dann bemerkte er das Zucken eines Mundwinkels, da Desjani verbissen versuchte nicht zu grinsen. �Wann hast du dir denn diesen bissigen Humor angeeignet, Tanya?�</p><p>�Der ist ein kleiner Teil meiner Bem�hungen, nicht den Verstand zu verlieren. Apropos Verstand verlieren � sollen wir dar�ber reden, was sich vorhin w�hrend der Beinahe-Revolution abgespielt hat, Admiral? Sie sollten Bescheid wissen, bevor Sie sich mit allen Kommandanten treffen.�</p><p>Geary hielt einen Moment lang ihre Hand fest. �Danke, Captain. Ich bewege mich auf einem schwierigen Pfad, aber Sie sorgen daf�r, dass ich auf diesem Pfad bleibe. Sie haben nat�rlich recht. Ich habe nichts von den �bertragungen mitbekommen, die innerhalb der Flotte hin- und hergegangen sein m�ssen. Ich habe nur ein aktualisiertes Bild gesehen, daher wei� ich von einigen Schiffen, die daran beteiligt waren. Dass die <emphasis>Illustrious </emphasis>dazugeh�ren w�rde, war mir klar.�</p><p>Sie sah ihn mit m�rrischer Miene an. �Badaya hat ein unglaubliches Theater gemacht. Mit ihm hatte ich die gr��ten Schwierigkeiten, weil er darauf beharrte, die Regierung versuche, Sie und all Ihre Anh�nger in der Flotte aus dem Weg zu r�umen. Er ging so weit, mich als Witwe zu bezeichnen. H�tten wir uns gemeinsam in einem Raum aufgehalten, w�re ich auf das �u�erste versucht gewesen, ein ganzes Magazin in seinen K�rper zu pumpen.�</p><p>�Dann h�tte er wenigstens Ruhe gegeben�, meinte Geary.</p><p>�Das w�re dann noch ein weiterer Vorteil gewesen.�</p><p>Geary wollte im Augenblick nicht weiter �ber das Problem Badaya reden, stattdessen ging er im Geist die lange Liste an Kriegsschiffen durch, die sich gegenw�rtig im System aufhielten. �Die <emphasis>Dreadnaught</emphasis>.�</p><p>�Ja.� Es schien Desjani unangenehm zu sein, dass er ausgerechnet auf dieses Schiff zu sprechen kam. �Sie beharrte darauf, dass Sie Hilfe ben�tigen.�</p><p>�Obwohl Sie meinen Befehl weitergeleitet hatten.�</p><p>�Richtig. Jane Geary verhielt sich sehr aggressiv und wollte unbedingt eine Konfrontation mit der Regierung herbeif�hren. Dabei sind ihr mehr Schiffe gefolgt, als Sie vermutlich gesehen haben.�</p><p>Das ergab keinen Sinn. �Sie war nicht von den Anklagen betroffen, also sollte sie auch nicht das Kommando �ber ihr Schiff abgeben. Die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>geh�rte bis zur Schlacht hier im System nicht mal zur Flotte. Und Jane hat das Kommando �ber ein Schlachtschiff erhalten, weil man ihr einen Schlachtkreuzer nicht geben wollte, nachdem man sie als nicht energisch genug beurteilt hatte. Was hat sie so ausrasten lassen?�</p><p>�Das wei� ich nicht. Aber den Leuten ist aufgefallen, dass sie jeden dazu gedr�ngt hat, genau das zu tun, was sie laut meinen Anweisungen nicht tun sollten. Auf den privaten Kan�len wurde viel dar�ber diskutiert, dass sie mir keine R�ckendeckung geben wollte. Nicht, dass ich das pers�nlich genommen h�tte�, betonte Desjani nachdr�cklich, �aber aus professioneller Sicht war ich wirklich w�tend auf sie. Ich schlage vor, Sie reden mit ihr.�</p><p>�Das werde ich machen.� Geary durchforstete wieder sein Ged�chtnis. �Ist sonst noch jemand besonders aus der Reihe getanzt?�</p><p>�Hmm.� Sie �berlegte kurz, dann sah sie Geary auf eine r�tselhafte Weise an. �Die <emphasis>Dragon</emphasis>.�</p><p>�Die <emphasis>Dragon?</emphasis>� Commander Bradamont, einer von Tulevs Offizieren. �Was war daran �berraschend? Tulevs s�mtliche Schlachtkreuzer sind auf ihren Positionen geblieben.�</p><p>�Richtig�, best�tigte Desjani. �Aber auf den privaten Kan�len hat sich Bradamont ganz besonders engagiert, um mir den R�cken zu st�rken.�</p><p>�Wieso ist das ein Problem?� Geary dachte nach. �Es ist ungew�hnlich, nicht wahr?� Er hatte Bradamont als eine Befehlshaberin in Erinnerung, die ihr Schiff gut und aggressiv einzusetzen wusste, die bei den Besprechungen aber stets schweigsam agierte und in Tulevs Schatten stand. Er h�tte nicht sagen k�nnen, dass sie sich je zu Wort gemeldet oder auf irgendeine andere Weise w�hrend einer Besprechung die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatte.</p><p>�Auch richtig. Bradamont hat sich bedeckt gehalten, seit ihr das Kommando �ber die <emphasis>Dragon </emphasis>�bertragen wurde. Und das aus gutem Grund.�</p><p>�Augenblick mal.� Eine Erinnerung regte sich bei ihm, etwas, das er in ihrer Akte gesehen hatte, etwas Ungew�hnliches. �Sie hatte sich in Kriegsgefangenschaft befunden.�</p><p>�Sehr gut, Admiral. Sie wurde befreit, als man sie von einem Gefangenenlager in ein anderes verlegen wollte. Das war, noch bevor Sie zu uns kamen.� Wieder warf ihm Desjani einen von diesen r�tselhaften Blicken zu. �Ihr Transporter wurde von einem Allianz-Verband abgefangen, was nicht sehr oft vorkam, genau wie die Verlegung von Kriegsgefangenen in andere Lager.�</p><p>Geary lehnte sich zur�ck und beobachtete Desjani. �Es gab einen Sicherheitsvermerk in ihrer Akte, aber nichts von besonderer Dringlichkeit. Deshalb bin ich bislang nicht dazu gekommen, mich damit zu besch�ftigen.�</p><p>�Das wundert mich nicht. Was den Vermerk angeht � Es ist witzig, wie schwer es einem immer noch f�llt, so etwas auszusprechen.�</p><p>�Was auszusprechen?�</p><p>�Bradamont hatte sich w�hrend ihrer Gefangenschaft in einen Syndik-Offizier verliebt.�</p><p>Diese Antwort w�re ihm wohl als letzte in den Sinn gekommen. Eher h�tte er darauf getippt, dass sie eine schwierige Gefangene gewesen war, die unter den Mitgefangenen Widerstand organisierte. Oder dass sie im Besitz geheimer Informationen gewesen war, die die Syndiks aus ihr h�tten herausholen wollen. Oder dass Bradamont irgendwelche famili�ren Verbindungen innerhalb der Allianz hatte, die die Syndiks ausnutzen wollten. �Sie hatte sich in einen Syndik verliebt? In einem Kriegsgefangenenlager?�</p><p>�Er war wohl eine Art Verbindungsoffizier im Lager.� Sie musterte Gearys Gesichtsausdruck. �Jetzt wissen Sie, warum sie bislang immer so ruhig war. Mit einer solchen Vergangenheit empfiehlt es sich nicht, sich in den Mittelpunkt zu r�cken.�</p><p>Der Hass auf die Syndiks war allen w�hrend des endlosen Kriegs immer mehr in Fleisch und Blut �bergegangen. Die zersetzende Wirkung auf Ehre und Professionalit�t hatte Geary entsetzt, als er nach dem Erwachen aus dem K�lteschlaf damit konfrontiert worden war. Aber auch unter nicht so extremen Umst�nden war eine solche Beziehung zwischen Offizieren aus verfeindeten Lagern nur schwer nachvollziehbar. �Wie hat sie es geschafft, das Kommando �ber einen Schlachtkreuzer zu bekommen?�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Eine hervorragende Frage, Admiral, aber niemand kennt die Antwort darauf. Absolut sicher ist nur, dass der Sicherheitsdienst ihr uneingeschr�nkte Tauglichkeit attestiert haben muss. Nat�rlich hat jeder seine eigenen Theorien dar�ber, welche Beziehungen sie haben muss, um das zu schaffen. Manche meinen, sie sei mit einem Gefangenen in geheimer Mission unterwegs gewesen. Mit Gewissheit kann ich nur sagen, dass Bradamont eigentlich als XO auf der <emphasis>Dragon </emphasis>hatte dienen sollen. Dann wurde Captain Ming versetzt, und Bradamont erhielt das Kommando �ber das Schiff. Bloch f�hrte damals noch die Flotte, und zu der Zeit h�rte ich Bloch dar�ber klagen, dass Bradamont das Kommando von h�herer Stelle erhalten hatte, obwohl er die Bef�rderung als Zeichen der Anerkennung f�r einen Offizier benutzen wollte, der ihm gegen�ber loyal war.�</p><p>�Sie scheint eine gute Offizierin und eine gute K�mpferin zu sein, aber ��</p><p>�Genau�, sagte Desjani. �Aber. Eine Zeit lang hielt ich es nicht mal aus, sie nur anzusehen.�</p><p>Er betrachtete sie eindringlich und musste daran denken, wie sie ihm kurz nach ihrem Kennenlernen erkl�rt hatte, sie bedauere es, nicht ganze Syndik-Planeten ausl�schen zu k�nnen. �Und wie ist das jetzt?�</p><p>�Sie � hat ihre Pflicht getan und tapfer gek�mpft.� Desjani sah ihn etwas gereizt an. �Ich respektiere ihr Verhalten im Gefecht. Unmittelbar bevor Sie das Kommando �ber die Flotte �bernahmen, f�hrte Bradamont mitten im gro�en Chaos des Syndik-Hinterhalts ein gewagtes Man�ver mit der <emphasis>Dragon </emphasis>aus, um den Beschuss durch zwei Syndik-Schiffe von der <emphasis>Dauntless </emphasis>abzulenken und auf sich zu ziehen. Vermutlich hat sie dadurch mein Schiff gerettet.�</p><p>Er nickte bed�chtig. �Dann hat sie vermutlich auch uns beiden das Leben gerettet.�</p><p>�Das ist mir auch aufgefallen, aber das war f�r mich nicht so wichtig wie die Tatsache, dass sie so gut gek�mpft hat wie Black Jack.� Desjani hielt inne. �Das ist eine alte Redewendung in der Flotte.�</p><p>�Davon habe ich geh�rt�, entgegnete er.</p><p>�Tut mir leid.� Sie wusste, wie wenig er f�r den gr��ten Teil der Spr�che �brig hatte, die �ber ihn kursierten oder die ihm als Zitate aus dem Mund von Black Jack zugeschrieben wurden. �Jedenfalls ist das der Grund, wieso Bradamont seitdem bei mir einen guten Stand hat. Und � �hm � na ja, inzwischen wei� ich aus pers�nlicher Erfahrung auch mehr dar�ber, welche Streiche einem das Herz spielen kann, ob man das nun will oder nicht. Offenbar hat sie sich aber in diesem Gefangenenlager nichts zuschulden kommen lassen, sonst h�tte die Sicherheits�berpr�fung bei ihr keine Freigabe ergeben. Da h�tte sie sogar eine Geary sein k�nnen � �hm � Entschuldigung. Das ist auch so eine Redewendung. Aber auf jeden Fall ist das der Grund, wieso Bradamont nie die Gelegenheit genutzt hat, irgendwelche Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Und das wiederum macht es umso ungew�hnlicher, dass sie sich so engagiert hat, um die Ordnung in der Flotte wiederherzustellen. Allerdings haben sich die Umst�nde ge�ndert. Vor nicht allzu langer Zeit h�tten Leute wie Kila oder Faressa sie sich vorgekn�pft, wenn sie den Mund aufgemacht h�tte. Aber der Krieg ist jetzt offiziell beendet, und die beiden sind tot. M�gen meine Vorfahren und die lebenden Sterne mir verzeihen, dass ich das im Fall dieser beiden nicht im Mindesten bedauere.�</p><p>Wieder folgte eine Pause, dann l�chelte Desjani einen Moment lang. �Mir fehlt Jaylen Cresida. Aber Bradamont � Es f�hlte sich heute mit ihr an, als w�rde ich von Jaylen Unterst�tzung erhalten.�</p><p>�Das ist ein ziemlich gro�es Lob.�</p><p>�Es ist mein Ernst.� Desjani sah ihn an. �Aber nicht jeder hat ihr Engagement in dieser Angelegenheit begr��t. Wie wollen Sie Badaya und seinen Anh�ngern erkl�ren, dass Sie mit der Flotte die Allianz verlassen, wenn die glauben, dass Sie in Wahrheit die F�den in der Hand halten?�</p><p>Der abrupte Themenwechsel irritierte ihn einen Moment lang, und das galt auch f�r die Erkenntnis, dass er auf diese Frage keine Antwort wusste. �Ich bin offen f�r jeden Vorschlag.�</p><p>Sie warf einen Blick auf das Display vor ihr. �Zwanzig Minuten bis zur <emphasis>Dauntless</emphasis>. Ich w�rde mir die Zeit ja lieber mit meinem Ehemann vertreiben, weil die lebenden Sterne allein wissen, wann wir dazu das n�chste Mal Gelegenheit haben werden, aber wie es aussieht, m�ssen wir jede Minute nutzen, um unser Gehirn anzustrengen.�</p><p>�Das sehe ich leider auch so.� Geary aktivierte sein eigenes Display. �Mal sehen, ob wir hier f�ndig werden. Suchen: F�hrer � nein, Herrscher � k�mpft � jenseits � der Grenze.� Eine extrem lange Liste an Ergebnissen wurde angezeigt. �Na, gro�artig. Und wie soll ich mich da durchw�hlen?�</p><p>Desjani beugte sich vor und zeigte auf einen Eintrag. �Marcus Aurelius? Was f�r ein seltsamer Name. Und wie alt dieses Zitat ist. R�mischer Imperator. Was ist ein R�mischer Imperator?�</p><p>�Was <emphasis>war </emphasis>ein R�mischer Imperator?�, korrigierte Geary sie und sah sich die Daten an. �Das ist sehr lange her. Das ist noch die Alte Erde. Aber was hat das zu tun mit meiner � Halt. Er war Herrscher �ber ein Imperium, der seine Zeit damit verbrachte, an den Grenzen zu k�mpfen.�</p><p>�Klingt, als h�tten wir einen Treffer gelandet.�</p><p>�Wollen wir�s hoffen.� Er las den Eintrag weiter. �Er war offenbar auch eine Art Philosoph. �Wenn es nicht richtig ist, dann tu es nicht. Wenn es nicht wahr ist, dann sag es nicht�, wird er hier zitiert.�</p><p>�Er hat gut reden�, beklagte sich Desjani. �Damit Sie das richtige tun k�nnen, m�ssen Sie verdammt gut darauf achten, was Sie sagen. Vielleicht war das in der Zeit des R�mischen Imperiums einfacher. Da spielte sich alles auf einem einzelnen Planeten ab. Sogar nur auf einem Teil eines einzelnen Planeten. Wie kompliziert kann es da schon zugegangen sein?�</p><p>�Ich w�rde sagen, das h�ngt ganz davon ab, wie sehr sich die Menschen seitdem ver�ndert haben � oder ob sie sich �berhaupt ver�ndert haben. Dieser Aurelius musste an den Grenzen seines Imperiums k�mpfen, um dessen Sicherheit zu gew�hrleisten�, �berlegte Geary. �W�hrenddessen haben seine Untergebenen zu Hause die Amtsgesch�fte weitergef�hrt. Das ist unsere Antwort. Alle sagen, ich bin der Einzige, der mit diesen Aliens klarkommen kann, also erz�hlen wir, dass ich mich auf den Weg machen muss, w�hrend meine vertrauensw�rdigen Agenten innerhalb der Allianz meine Befehle ausf�hren.�</p><p>�Sehr geschickt�, lobte ihn Desjani. �Und die Identit�t dieser Agenten muss geheim bleiben?�</p><p>�Aber nat�rlich.� Er sagte es jedoch in einem so missmutigen Tonfall, dass er damit wieder einen warnenden Blick einfing.</p><p>�Admiral Geary, Sie f�hren damit nur die Leute in die Irre, die ansonsten nur f�r Unruhe und Probleme sorgen w�rden. Jetzt ziehen Sie Ihre Uniform glatt.�</p><p>�Die sitzt gut ��</p><p>�Sie sind ein Admiral, und Sie m�ssen sich von Ihrer besten Seite zeigen. Au�erdem m�chte ich nicht, dass Sie beim Verlassen des Shuttles so aussehen, als h�tte ich Sie begrapscht.�</p><p>�Jawohl, Ma�am.�</p><p>Abermals sah sie ihn an und verdrehte die Augen, w�hrend sie aufgebracht schnaubte.</p><p>Nachdem das Shuttle im Hangar aufgesetzt hatte, ging er die Rampe hinunter und betrat eines der Decks der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Das weckte die Erinnerung an all die Ereignisse, die sich an Bord dieses Schiffs abgespielt hatten. Gearys letzte Worte zu Admiral Bloch, bevor der sich auf den Weg in sein Verderben machte; die erste Begegnung mit M�nnern und Frauen der Allianz, die aus Arbeitslagern der Syndikatwelten befreit worden waren; seine �berhastete Abreise vier Wochen zuvor, mit der er einer erneuten Bef�rderung und neuen Befehlen entflohen war, um Desjani einzuholen.</p><p>Dass sie ihre Ankunft so kurz vor ihrem Eintreffen angek�ndigt hatten, schien die Crew der <emphasis>Dauntless </emphasis>nicht in Angst und Schrecken versetzt zu haben. Eine perfekt angeordnete Garde empfing Geary mit allen ihm geb�hrenden Ehren, als er das Deck betrat. Aus den Lautsprechern �berall an Bord ert�nte die Durchsage: �Admiral Geary eingetroffen.� Er hob den Arm, der sich eben von der Anstrengung zu erholen begonnen hatte, und erwiderte den Salut.</p><p>Als Desjani nach ihm die Rampe verlie�, wurde auch sie mit allen Ehren empfangen, gefolgt von der Ank�ndigung: �<emphasis>Dauntless</emphasis>, eingetroffen.� Alten Traditionen entsprechend, die die befehlshabenden Offiziere von Kriegsschiffen betrafen, wurde Desjani bei derartigen Anl�ssen mit dem Namen ihres Schiffs bezeichnet.</p><p>Geary blieb stehen und wartete auf sie, w�hrend sein Blick �ber die versammelten Offiziere des Schiffs wanderte, ebenso �ber die Reihen der Matrosen und Marines dahinter, die den Rest der Crew repr�sentierten. Sie sahen alle gut aus, nein, sogar besser als gut. Ihm wurde bewusst, dass er beim Anblick seiner Leute zu l�cheln begonnen hatte. Das L�cheln behielt er bei, weil er wusste, dass sie alle seine Reaktion sehen konnten.</p><p>Desjani stellte sich zu ihm, ihre Miene verriet keine Regung. Schlie�lich nickte sie ihrem XO zu. �Die Crew scheint sich in annehmbarer Verfassung zu befinden.�</p><p>�Danke, Captain.�</p><p>�Der Admiral und ich werden an einer dringenden Flottenkonferenz teilnehmen, im Anschluss daran werde ich eine Inspektion des Schiffs durchf�hren.�</p><p>�Jawohl, Ma�am.� Der XO nahm von einem anderen Offizier ein rechteckiges Objekt entgegen, das ungef�hr einen halben Meter breit und vielleicht f�nfundzwanzig Zentimeter hoch war. Er trat vor und �berreichte es Desjani. �Von den Offizieren und der Crew der <emphasis>Dauntless</emphasis>, mit den besten W�nschen und Gl�ckw�nschen f�r Sie und Admiral Geary, Captain.�</p><p>Desjani stutzte, als sie den Gegenstand an sich nahm, doch dann begann sie zu l�cheln und drehte das Geschenk so, dass auch Geary es sehen konnte. Es handelte sich um eine Tafel aus echtem Holz, in das eine gl�nzende metallene Sternenkarte eingelassen war. Diese Karte zeigte den Weg der Flotte unter Gearys Kommando, jedes dabei durchflogene Sternensystem war mit seinem Namen versehen worden. Die Reise endete im Varandal-System auf dem Gebiet der Allianz. Unter dieser Einlegearbeit waren echte F�den auf das Holz aufgesetzt worden, um die Namen Geary und Desjani zu bilden, zwischen denen die F�den zu einem wundersch�nen Knoten gebunden worden waren.</p><p>Geary hatte seit seiner Zeit als Junioroffizier Matrosen miterlebt, die sich mit solchen Knoten befasst und sie immer wieder ge�bt hatten. Von ihnen wusste er auch, dass diese Knoten ein unglaublich altes Handwerk waren. Sie hatten bis heute nichts von ihrem Nutzen verloren, wenn es darum ging, etwas mit einem Seil festzuzurren, wie es schon auf den allerersten Handelsschiffen auf den Meeren der Erde gemacht worden war. �Sehr sch�n�, erkl�rte er. �Vielen Dank.�</p><p>�Ja�, stimmte Desjani ihm zu. �Wir danken Ihnen allen�, f�gte sie laut genug an, um auch noch im letzten Winkel des Hangardecks geh�rt zu werden. �Bitte bringen Sie das in mein Quartier�, wandte sie sich wesentlich leiser an ihren XO und gab ihm die Tafel zur�ck. �Der Admiral und ich m�ssen jetzt die Konferenz einberufen.�</p><p>�Ja, Captain. Willkommen zur�ck.�</p><p>Dann endlich l�chelte sie. �Es ist sch�n, wieder hier zu sein. Zweifellos haben Sie das schon l�ngst geh�rt, dennoch freue ich mich, noch einmal formell zu best�tigen, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>wieder Admiral Gearys Flaggschiff sein wird. Informieren Sie bitte die Besatzung dahingehend.�</p><p>Zusammen mit Desjani verlie� Geary das Hangardeck, w�hrend sich hinter ihnen die geordneten Reihen aus Offizieren und Besatzungsmitgliedern aufl�sten. Stimmengewirr machte sich nach der Ank�ndigung des Captains breit. Geary atmete langsam und gleichm��ig tief durch, froh dar�ber, wieder in vertrauten Korridoren unterwegs zu sein. Man konnte sich zwar nirgendwo verlaufen, wo es eine Komm-Verbindung gab, die einen zu jedem Ziel dirigieren konnte. Dennoch hatte es etwas Beruhigendes, sich an einem Ort aufzuhalten, an dem man sich auch ohne Hilfe zurechtfand. �Sie wollen die Tafel in Ihrem Quartier haben?�, fragte er.</p><p>�Ja, Sir, sie wird an einem Schott in meinem Quartier aufgeh�ngt. Auf diese Weise bekommt sie nicht gleich jeder zu sehen.�</p><p>�Wenn sie in Ihrem Quartier h�ngt, werde ich sie wom�glich nie zu sehen bekommen. Ich dachte, wir waren uns einig, dass ich Sie dort nicht besuchen werde, um keinen falschen Eindruck zu erwecken.�</p><p>Der Gedanke lie� sie die Stirn runzeln. �Vielleicht werde ich sie Ihnen von Zeit zu Zeit ausleihen.�</p><p>�Danke.�</p><p>Auch der Konferenzraum der <emphasis>Dauntless </emphasis>war ihm vertraut, wenn auch nicht so behaglich wie der Rest des Schiffs. Zu viele Dramen hatten sich hier abgespielt, als dass es m�glich gewesen w�re, Ruhe und Entspannung zu finden. Seufzend setzte sich Geary hin und �berpr�fte die Konferenzsoftware, w�hrend er �berlegte, was er sagen sollte. Die Flotte war derzeit im ganzen Varandal-System verteilt, wobei die Distanz zu den am weitesten entfernten Schiffen fast zehn Lichtminuten betrug. �Das wird die Menge der Fragen und Antworten deutlich reduzieren�, sagte er.</p><p>�Wenn Sie meinen�, kam Desjanis Antwort, w�hrend sie etwas auf ihrem eigenen Display �berpr�fte.</p><p>Wie �blich hatte sie genau verstanden, wie es ihm in Wahrheit erging. �Man wird ja noch tr�umen d�rfen.�</p><p>Ihre Unterhaltung wurde j�h unterbrochen, als die virtuellen Darstellungen der befehlshabenden Offiziere zu beiden Seiten des Tisches Gestalt annahmen. Der Tisch und mit ihm der Raum schienen sich immer mehr in die L�nge zu strecken, um den immer zahlreicher auftauchenden Teilnehmern Platz zu bieten. Die meisten Gesichter waren ihm mittlerweile vertraut, aber bei Hunderten von Offizieren konnte Geary nur ein paar wirklich gut kennen, wohingegen manche andere ihm gar nichts sagten. Er nahm sich einen Moment Zeit, um sich auf den aktuellen Kommandanten der <emphasis>Orion </emphasis>zu konzentrieren, da in diesem Augenblick das Bild von Commander Shen auftauchte. Er war ein d�nner Mann, von schmaler Statur, und sein Gesichtsausdruck hatte etwas Ver�rgertes an sich, was bei ihm aber ein Dauerzustand zu sein schien, nicht jedoch die Reaktion auf irgendeinen aktuellen Vorfall. Geary nahm sich vor, sich so bald wie m�glich mit der Dienstakte dieses Mannes zu befassen.</p><p>Doch dann sah er, dass Desjani Shens Ankunft bemerkt hatte, den Mann anl�chelte und ihm zuwinkte. Commander Shens Blick wanderte zu ihr, und dann sah es aus, als w�rde seine untere Gesichtsh�lfte wie ein Felsblock bersten, der von einem Erdbeben ersch�ttert wurde. Er erwiderte ihr L�cheln und nickte zum Gru�, dann nahm sein Gesicht gleich wieder diesen auffallend gereizten Ausdruck an.</p><p>�Sie kennen ihn?�, erkundigte sich Geary bei Desjani.</p><p>�Wir haben zusammen auf einem Schweren Kreuzer gedient�, antwortete sie. �Er ist ein sehr guter Offizier.� Als wisse sie genau, was Geary dachte, erg�nzte sie dann noch: �Der �u�ere Eindruck kann t�uschen.�</p><p>�Ich vertraue auf Ihr Urteil, jedenfalls was ihn angeht.�</p><p>�Die <emphasis>Orion </emphasis>hat sich an die Befehle gehalten�, machte sie deutlich.</p><p>�Ein sehr gutes Argument.� Wenn Shen die <emphasis>Orion </emphasis>umkehren lassen konnte, dann hatte er sich das Recht verdient, jeden Gesichtsausdruck zur Schau zu stellen, der ihm gefiel.</p><p>Einen Moment sp�ter stutzte Geary, als ein weiterer befehlshabender Offizier auftauchte. Dieser Captain h�tte fast ein Zwilling von Commander Shen sein k�nnen, was auch f�r seine finstere Miene galt, die so wirkte, als k�nnte sie gar keinen anderen Ausdruck annehmen. Da die Konferenzsoftware erkannte, worauf Gearys Blick gerichtet war, holte sie das Bild des Captains n�her heran und listete neben ihm Informationen auf. Captain Shand Vente, <emphasis>Invincible</emphasis>.</p><p>�Was ist aus Commander Stiles geworden?�, fragte er verwundert.</p><p>Desjani sah wieder auf, entdeckte Vente und verzog angewidert das Gesicht. �Jemand mit h�herem Dienstgrad und besseren politischen Beziehungen d�rfte die richtigen Leute um einen Gefallen gebeten haben, damit er das Kommando �bernehmen kann. Vergessen Sie nicht, das Kommando �ber einen Schlachtkreuzer wird als wichtiger Schritt hin zum Dienstgrad des Admirals angesehen. Es war schon schwierig, in Kriegszeiten zum Admiral bef�rdert zu werden, und da die Admir�le nun nicht mehr scharenweise bei Raumschlachten ums Leben kommen, sind die Aussichten umso schlechter.� Ihr Blick kehrte zu Geary zur�ck. �Ausgenommen nat�rlich Sie. In Ihrem Fall ist es ja sogar so, dass Sie immer und immer wieder zum Admiral bef�rdert werden.�</p><p>�Ich Gl�ckspilz�, murmelte Geary. Von Zeit zu Zeit kam es zu solchen Situationen, die ihm vor Augen f�hrten, wie sehr der hundert Jahre w�hrende Krieg gegen die Syndiks die alten Werte der Flotte in ihr Gegenteil verkehrt hatten. Es war keineswegs so, dass Politik f�r Senioroffiziere ein Jahrhundert zuvor ein Fremdwort gewesen w�re, aber politische Einflussnahme hatte sich auf Umwegen abgespielt. Es war nie so offensichtlich gewesen, dass einem Offizier nach wenigen Monaten ein Kommando abgenommen worden w�re, um einen anderen auf diesen Platz zu setzen, damit sich dessen Aussichten auf eine weitere Bef�rderung verbesserten. �Ist Vente mit Shen verwandt?�</p><p>�Wieso �?� Sie schaute Vente genauer an und stutzte. �Nicht dass ich w�sste.�</p><p>Vente, dem die Konferenzsoftware signalisiert hatte, dass Geary ihn ansah, drehte sich zum Kopfende des Tischs um. Anders als bei Shen �nderte sich sein Gesichtsausdruck kein bisschen. Er nickte abrupt und wandte sich wieder ab, um weiter vor sich auf den Tisch zu starren, als liege dort etwas, das ihn schrecklich �rgerte.</p><p>Die Crew der <emphasis>Invincible </emphasis>tat Geary leid, aber er war sich nicht sicher, ob er in der verbleibenden Zeit noch etwas wegen Vente w�rde unternehmen k�nnen. Die Ankunft von Captain Tulev lenkte ihn von dem �rger ein wenig ab. Fast zeitgleich mit Tulev tauchten auch die befehlshabenden Offiziere seiner Division am Konferenztisch auf, darunter auch Commander Bradamont. Sie sa� schweigend da und schaute vor sich hin, wie Geary es von fr�heren Besprechungen von ihr gewohnt war, sofern er sie dabei �berhaupt wahrgenommen hatte. W�ren da nicht noch so viele andere Dinge gewesen, die ihm Kopfzerbrechen bereiteten, h�tte er sich vermutlich gr�ndlicher mit der Frage besch�ftigt, wie es sein konnte, dass jemand im Gefecht so energisch auftrat, bei den Konferenzen aber keinen Ton herausbrachte. Aber letztlich w�re er ihr daf�r vermutlich einfach nur dankbar gewesen, wenn er an die Probleme dachte, die er in der gleichen Zeit mit Offizieren wie Captain Numos gehabt hatte, die am Konferenztisch genauso agierten wie auf dem Schlachtfeld.</p><p>Der Gedanke lenkte Geary gen�gend ab, um sich schnell nach Numos� Status zu erkundigen. <emphasis>Er wartet noch immer auf sein Kriegsgerichtsverfahren. Die M�hlen der Justiz mahlen manchmal sehr langsam. Aber sie hatten Zeit genug, um sich diese idiotischen Anklagen gegen mehr als hundert befehlshabende Offiziere auszudenken, anstatt sich mit Numos zu befassen.</emphasis></p><p>Weitere virtuelle Bilder entstanden, w�hrend der Konferenzraum immer gr��er und gr��er zu werden schien, um allen Teilnehmern Platz zu bieten. Captains, Commander und Lieutenant Commander, die das Kommando �ber Schlachtkreuzer, Schlachtschiffe, Schwere und Leichte Kreuzer, Hilfsschiffe und Zerst�rer hatten. Captain Duellos lehnte sich auf seinem Platz gem�chlich zur�ck, als h�tte sich die Flotte nicht erst kurz zuvor noch am Rand der Meuterei befunden. Captain Tulev sa� stocksteif da und lie� kaum eine Gef�hlsregung erkennen, aber er nickte Geary zum Gru� zu. Captain Badaya schaute sich argw�hnisch um; er rechnete un�bersehbar damit, dass jeden Augenblick regierungstreue Agenten aus ihren Verstecken kamen, um Offiziere festzunehmen. Captain Jane Geary sa� ruhig da und lie� sich nicht anmerken, dass sie erst vor Kurzem noch andere Kommandanten dazu angestachelt hatte, sich �ber Befehle hinwegzusetzen. Auch Captain Armus lie� kein Unbehagen erkennen, wof�r er aber auch gar keinen Grund gehabt h�tte, wirkte er doch wie �blich so schwerf�llig wie das von ihm befehligte Schlachtschiff. Bis zu diesem Augenblick war es Geary nicht bewusst gewesen, wie beruhigend diese Art von Schwerf�lligkeit sein konnte, wenn ringsum andere kopflos hin- und hereilten.</p><p>Als auch der letzte noch fehlende Offizier aufgetaucht war, stand Geary auf, woraufhin die virtuell Anwesenden sich zu ihm umdrehten. Diejenigen, deren Schiffe sich in unmittelbarer N�he zur <emphasis>Dauntless </emphasis>aufhielten, reagierten fast in Echtzeit, w�hrend andere, deren Schiffe einige Lichtminuten entfernt waren, unter Umst�nden erst sehen w�rden, dass er sich erhoben hatte, wenn er l�ngst zu Ende gesprochen hatte. �Lassen Sie mich damit beginnen, Ihnen die Situation zu erkl�ren. Mir ist das Kommando �ber die neue Erste Flotte �bertragen worden. Da jedes Schiff hier im System zu dieser Flotte geh�rt, bin ich seit einer halben Stunde wieder offiziell Ihr Befehlshaber.�</p><p>Badayas Argwohn wich aus seinen Gesichtsz�gen, stattdessen schaute er so selbstsicher drein wie jemand, dessen feste �berzeugung soeben best�tigt worden war. Andere zeigten sich sichtlich erleichtert oder l�chelten erfreut, doch durch die Zeitverz�gerungen entging Geary nicht, dass der eine oder andere keine Miene verzog oder sogar eine gewisse Sorge erkennen lie�.</p><p>�Wie Sie sich zweifellos denken k�nnen, wurde die Erste Flotte zu einem bestimmten Zweck geschaffen. Wir sollen uns mit Bedrohungen f�r die Allianz befassen, bevor diese die Allianz erreichen k�nnen. Unsere erste Mission entspricht genau dieser Aufgabenstellung, und es ist eine komplexe Aufgabe. Ich bin aber davon �berzeugt, dass diese Flotte sie erledigen kann.� Er tippte auf verschiedene Tasten, dann entstand die Darstellung eines weit entfernten, aber vertrauten Gebiets. �Sie alle kennen diese Region, sie stellt einen Teil der Grenze zwischen den Syndiks und diesen Aliens dar, gegen die wir bereits gek�mpft haben. Die Allianz muss mehr �ber die Aliens in Erfahrung bringen, sogar viel mehr. Vor allem m�ssen wir wissen, wie gro� die von ihnen ausgehende Gefahr f�r uns ist. Deshalb kehren wir dorthin zur�ck, und diesmal dringen wir in ihr Territorium vor und beschaffen uns ein paar Antworten auf unsere Fragen.�</p><p>Die meisten Anwesenden h�rten auf zu l�cheln und reagierten zum Teil erstaunt, zum Teil beunruhigt. �Wie gro� soll denn die Gefahr sein, die von ihnen ausgeht?�, wollte Captain Armus wissen, dessen breites Gesicht wie �blich eine Mischung aus Sturheit und Trotz zur Schau stellte. �Wir haben sie geschlagen.�</p><p>�Wir haben sie �berrascht�, machte Desjani ihm klar. �Aber sie haben beeindruckende Man�vrierf�higkeiten demonstriert. Wir m�ssen die Gewissheit haben, dass wir sie auch weiterhin �berraschen k�nnen und dass sie uns im Gegenzug keine neuen �berraschungen pr�sentieren.�</p><p>Geary nickte zustimmend. �Denken Sie nur an die Hypernet-Portale. Die Aliens konnten uns damit so geschickt hinters Licht f�hren, dass sie die menschliche Rasse fast komplett h�tten ausl�schen k�nnen.�</p><p>Bei Desjanis Worten hellte sich Commander Neesons Miene auf. �Wenn wir herausfinden, wie diese Man�vriertechnologie funktioniert, w�ren wir deutlich im Vorteil, falls die Syndiks erneut versuchen sollten, uns anzugreifen.�</p><p>Commander Shen sah sich am Tisch um. �Ich wei�, diese Flotte hat eine gro�e Zahl an Kriegsschiffen der Aliens bei Midway zerst�rt. Wie schnell k�nnen die sich von einem solchen Schlag erholen?�</p><p>�Wir haben keine Ahnung�, erwiderte Geary. �Wir wissen nicht, welche Schlagkraft sie besitzen, wie viele Sternensysteme in ihrer Hand sind, wie gro� ihre Bev�lkerungszahl ist. Wir verf�gen �ber keinerlei Informationen, anhand derer wir einsch�tzen k�nnten, welche Gefahr sie f�r uns darstellen.�</p><p>�Aber wir werden gegen sie k�mpfen?�</p><p>�Unsere Absicht ist es, einen Kontakt herzustellen und mehr �ber sie in Erfahrung zu bringen. K�mpfen werden wir nur, wenn es sich nicht vermeiden l�sst.� Er sah die unterschiedlich zeitverz�gerten Reaktionen auf seine Worte, unter die sich die Reaktionen auf seine vorangegangene �u�erung mischten. �Es trifft zu, dass die Aliens bei unserer letzten Begegnung kein Interesse an irgendwelchen Verhandlungen gezeigt haben. Aber als wir gegen sie gek�mpft haben, konnten wir sie in ihr eigenes Territorium zur�ckdr�ngen. Diesmal k�nnten sie etwas anders reagieren, und sei es nur aus Respekt vor unseren F�higkeiten, ihnen Schaden zuzuf�gen.�</p><p>Captain Parr vom Schlachtkreuzer <emphasis>Incredible </emphasis>meldete sich zu Wort. Bislang hatte er noch den Anstand besessen, ein wenig betreten dreinzuschauen, weil er so wie einige andere gegen die Station Ambaru vorger�ckt war, jetzt dagegen grinste er breit. �Die wissen jetzt, dass sie uns nicht so leicht zum Narren halten k�nnen wie zuvor die Syndiks.�</p><p>Eine Anmerkung von Captain Casia von der <emphasis>Conqueror </emphasis>traf erst jetzt ein, bezog sich aber auf eine fr�here �u�erung: �Es scheint, als w�rde die Allianz keinerlei Angriffe erwarten, Admiral Geary, wenn sie uns alle zu einem Ziel schickt, das so weit von unserem Territorium gelegen ist. Werden im Allianz-Gebiet denn nur die Verteidigungsstreitkr�fte der einzelnen Systeme f�r Sicherheit sorgen?�</p><p>Er reagierte sofort auf diese Frage, da er wusste, dass andere sich diese Frage auch gestellt haben mussten. �Sie haben wahrscheinlich davon geh�rt, dass die meisten im Bau befindlichen Kriegsschiffe nicht fertiggestellt werden. Einige wenige dieser Schiffe wird man aber weiterbauen. Sie bilden dann gemeinsam eine deutlich kleinere Flotte, die sich der Verteidigung des Allianz-Territoriums widmen wird.�</p><p>�Wann brechen wir auf?�, wollte Captain Vitali vom Schlachtkreuzer <emphasis>Daring </emphasis>wissen.</p><p>�Ich muss mir zun�chst ein Bild vom Zustand unserer Schiffe machen. Wie viel Arbeit muss noch erledigt werden? Wie viel Personal hatte bislang die Gelegenheit zu einem Heimaturlaub? Wie viele Leute ben�tigen erst noch diese Gelegenheit?�, sagte Geary. �Aber meine Absicht ist es, mindestens einen Monat darauf zu verwenden, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Das ist das Mindeste, was die Besatzungen unserer Schiffe verdient haben.�</p><p>�Sie verdienen mehr Zeit daheim�, grummelte der Captain der <emphasis>Warspite</emphasis>.</p><p>Das stimmte zwar, aber noch w�hrend Geary sich im Geiste eine geeignete Antwort zurechtlegte, meldete sich wieder Captain Parr zu Wort und deutete auf das Sternendisplay. �Was ist mit den Menschen, von denen die Syndiks gesagt haben, dass sie im Gebiet der Aliens verschwunden sind? Werden wir versuchen, etwas �ber ihr Schicksal in Erfahrung zu bringen? Wenn wir herausfinden, was sie mit menschlichen Gefangenen anstellen, dann erfahren wir zugleich eine Menge �ber diese Aliens.�</p><p>�Einige von diesen Menschen leben noch�, erkl�rte Badaya in einem �berzeugten Tonfall, der alle Anwesenden aufhorchen lie�. �Ich bin gerade zu diesem Schluss gekommen�, erg�nzte er, als er merkte, dass alle Blicke auf ihn gerichtet waren. �W�hrend des � �Durcheinanders� vor ein paar Stunden musste ich daran denken, wie leicht es ist, uns zum Narren zu halten. Nicht nur, weil wir alle Menschen sind, sondern weil es sich bei denjenigen, die das mit uns machen, ebenfalls um Menschen handelt. Wir kennen unsere Schw�chen, wir wissen, wie unser Verstand arbeitet und was wir �bersehen, wenn der andere will, dass wir es �bersehen. Wir kennen die besten und wirkungsvollsten Tricks, um andere Menschen zu t�uschen.�</p><p>Duellos reagierte darauf mit einer widerstrebend respektvollen Miene. �Aber diese Aliens haben uns auch mehr als nur einmal get�uscht, ganz zu schweigen von den Syndiks, denen sie hundert Jahre lang etwas vorgemacht haben. Das hei�t, sie besitzen ein umfassendes Wissen �ber die menschliche Denkweise, und sie verstehen es auch, dieses Wissen wirkungsvoll anzuwenden.�</p><p>�Genau! Wir k�nnen �ber eine andere Spezies so viel lesen, wie wir wollen, ob es Katzen, Hunde, Rinder oder Fische sind � aber ohne sie pers�nlich zu erforschen, k�nnen wir nicht darauf hoffen, sie zu verstehen.�</p><p>Geary musste ein Schaudern unterdr�cken, als er sich vorstellte, dass Menschen gefangen gehalten wurden, um sie zu studieren. Die Reaktionen der anderen zeigten ihm, dass er nicht als Einziger diesen Gedanken hatte. �Als wir das Ultimatum sahen, das die Aliens den Syndiks geschickt hatten, fanden wir doch, dass es sich wie etwas las, das von einem Menschen verfasst worden war. Von menschlichen Anw�lten, nicht wahr?�, fragte er an Duellos gerichtet.</p><p>�Ja, richtig�, best�tigte der. �Es waren die Formulierungen in diesem Ultimatum, die uns auf diesen Gedanken brachten. Wenn die Aliens menschliche Anw�lte gefangen halten, w�rde ich pers�nlich empfehlen, dass wir uns nicht weiter darum k�mmern. Wir haben auch so schon genug Anw�lte.�</p><p>�Die werden den Aliens einigen Schaden zuf�gen�, meinte Desjani. �Besser denen als uns.�</p><p>�Es gibt Schicksale, die sind sogar f�r Anw�lte zu hart�, merkte Commander Landis von der <emphasis>Valiant </emphasis>an und f�gte hinzu: �Mein Bruder ist Anwalt.�</p><p>�Herzliches Beileid�, kommentierte Duellos diese �u�erung.</p><p>�Ich glaube aber, seine Bemerkung spricht einen wichtigen Punkt an�, sagte Tulev ernst. �Wir haben es hier mit Syndiks zu tun. Die Frage muss gestellt werden, welches Risiko wir eingehen sollen, um sie zu retten. Wird es davon abh�ngen, ob sie als Sklaven gehalten werden?�, fragte er. �Oder als Versuchskaninchen?�</p><p>Jane Geary sch�ttelte den Kopf. �Es ist m�glich, dass sie gar nicht so schlecht behandelt werden; zwar gefangen, aber in einer � na ja, in einer nat�rlichen Umgebung. In einer Stadt oder etwas �hnlichem. Wenn die Aliens sich ein Bild davon machen wollen, wie wir auf unsere Umwelt reagieren, dann werden sie sich nicht ansehen, wie sich Menschen in einem Labor verhalten, sondern wie sie in einem nat�rlicheren Umfeld agieren.�</p><p>�Vielleicht werden einige gefangene Menschen von ihnen so behandelt�, r�umte Tulev ein. �Aber die Zahl der Syndik-B�rger, die im Territorium der Aliens spurlos verschwunden sind, liegt zu hoch, als dass sie alle in ihrer nat�rlichen Umgebung beobachtet werden k�nnen, es sei denn, sie haben einen ganzen Planeten f�r die Forschung reserviert.�</p><p>�Dann k�nnen wir uns ja auf die Suche nach diesem Planeten machen�, konterte sie.</p><p>�Ja, aber das �ndert nichts am eigentlichen Argument. Ich schlage vor, wir suchen nach diesen Menschen. Sofern sie noch leben, und falls Captain Badayas Gedanke zu diesem Thema zutrifft, sollten wir sie befreien, auch wenn sie Syndiks oder deren Nachfahren sind.�</p><p>Dass Tulev so etwas sagte, war besonders bemerkenswert. Seine Heimatwelt war w�hrend des Kriegs von den Syndiks so massiv bombardiert worden, dass dort kein Leben mehr existieren konnte. Zudem waren alle seine Verwandten bei diesen Angriffen get�tet worden.</p><p>�Nicht mal Syndiks haben ein solches Schicksal verdient�, pflichtete Armus ihm bei. �Au�erdem k�nnen wir nicht ausschlie�en, dass sie auch ein paar Allianz-B�rger in ihre Gewalt gebracht haben. Ihre Schiffe k�nnten dank dieser verdammten W�rmer bis auf unser Gebiet vorgedrungen sein, ohne von irgendwem bemerkt worden zu sein.�</p><p>�Das ist durchaus m�glich�, sagte Badaya. �Wer w�rde dem blo�en Auge glauben, wenn die Sensoren nichts anzeigen? Und selbst wenn, wer w�rde dann diesen Leuten glauben? Nirgendwo wurde etwas registriert, das man als Beweis vorlegen k�nnte.�</p><p>�Auf welche Weise sollen Landemissionen durchgef�hrt werden?�, wollte der Befehlshaber der <emphasis>Revenge </emphasis>wissen. �Das normale Marines-Kontingent der Flotte ist bei solchen Missionen schnell �berfordert.�</p><p>�General Carabali wird uns begleiten�, antwortete Geary. �Zusammen mit einem gr��eren Kontingent Marines. Die Flotte wird um mehrere Sturmtransporter f�r diese Marines erweitert, die auch genug Platz bieten, um Gefangene aufzunehmen, die wir im Gebiet der Aliens oder im Syndik-Territorium retten k�nnen.�</p><p>Armus verzog das Gesicht. �Jede Menge Marines. Die lebenden Sterne m�gen uns beistehen, wenn die losgelassen werden. Sobald die auf einem Planeten sind, gibt es f�r sie kein Halten mehr.�</p><p>�Mit Carabali kommt man ganz gut zurecht�, meinte Duellos. �Jedenfalls f�r eine Marine.�</p><p>�Stimmt. F�r eine Marine ist sie nicht allzu schwierig im Umgang�, fand auch Armus und schaute zu Geary. �Was genau wird eigentlich von uns erwartet, wenn wir in das Gebiet der Aliens vorgedrungen sind?� So wie das von ihm befehligte Schlachtschiff war auch Armus nicht der Schnellste, daf�r neigte er aber dazu, eine Sache genau auf den Punkt zu bringen.</p><p>�Vor uns liegen vier grundlegende Aufgaben�, erkl�rte Geary. Die schriftlichen Befehle des Gro�en Rats waren ihm inzwischen zugeschickt worden und enthielten auch die von den Senatoren bereits ausgesprochenen widerspr�chlichen Einschr�nkungen und Warnungen. �Wir sollen Kontakt mit den Aliens aufnehmen und eine Kommunikation etablieren.� Unwillk�rlich sah er zu Desjani. �Kommunikation bezieht alle Methoden ein, allerdings nicht den Gebrauch von Waffen.�</p><p>�Unsere H�llenspeere haben ihr Interesse geweckt�, stellte Desjani fest.</p><p>�Das ist verdammt richtig�, pflichtete Badaya ihr bei.</p><p>�Stimmt�, sagte Geary, �aber wir m�ssen trotzdem andere Wege finden, um mit ihnen zu reden. Sofern das m�glich ist. Die zweite Aufgabe verlangt von uns herauszufinden, wie schlagkr�ftig diese Aliens tats�chlich sind. Wenn wir mit ihnen verhandeln k�nnen, wird es uns vielleicht erm�glicht, diese Frage zu beantworten, ohne sie erst zu provozieren, damit sie ihr ganzes Arsenal auffahren.�</p><p>Duellos lehnte sich seufzend zur�ck. �Es w�re sch�n, wenn wir w�ssten, wie viele Kriegsschiffe sie noch besitzen. Ich nehme an, wir sollen auch auskundschaften, �ber welche Waffen sie verf�gen.�</p><p>Geary nickte. �Vorzugsweise ohne uns erst mit diesen Waffen beschie�en zu lassen.�</p><p>�Wenigstens versucht die Regierung diesmal nicht wieder, das so billig wie m�glich �ber die B�hne zu bringen�, meinte Tulev. �Immerhin bekommen wir f�r diese Mission den gr��ten Teil der verbliebenen offensiven Kriegsschiffe.�</p><p>Badaya legte die Stirn ein wenig wichtigtuerisch in Falten. �Und was sollen wir noch erledigen, Admiral?�</p><p>Er zeigte auf das Sternendisplay. �Wir sollen uns ein Bild davon machen, wie gro� das von den Aliens beanspruchte Gebiet ist. Wahrscheinlich werden wir daf�r ziemlich tief in ihr Territorium vordringen m�ssen, was auch der Grund daf�r ist, dass wir zus�tzliche Hilfsschiffe mitnehmen. Ich beabsichtige, z�gig vorzur�cken und dabei die Grenzen des Alien-Gebiets zu bestimmen.�</p><p>Neesons Blick ruhte auf dem Sternendisplay. �Ich frage mich, was wohl hinter dem Gebiet liegt, das von den Aliens kontrolliert wird. Weitere intelligente, nichtmenschliche Spezies?�</p><p>�Das geh�rt zu den Dingen, die wir in Erfahrung bringen sollen.�</p><p>�Potenzielle Verb�ndete�, murmelte Badaya.</p><p>�M�glicherweise�, meinte Geary.</p><p>�Oder�, warf Armus mit s�uerlicher Miene ein, �weitere Wespennester, die uns das Leben zur H�lle machen k�nnten. Sie sprachen von vier Missionen, Admiral. Ich habe bislang drei gez�hlt.�</p><p>��ber die vierte Mission haben wir bereits gesprochen.� Geary hielt inne um sicherzustellen, dass beim n�chsten Thema alle wieder aufmerksam zuh�rten. �Wir wissen, die Schiffe mit menschlicher Besatzung sind im von den Aliens kontrollierten Raum verschwunden. Wir wissen auch, dass es diesen Syndiks nicht m�glich war, alle Sternensysteme komplett zu evakuieren, die sie auf Druck der Aliens r�umen sollten. Was aus diesen Menschen geworden ist, wei� niemand.� Alle Augen waren auf ihn gerichtet, die Mienen waren wie versteinert, noch bevor Geary weiterreden konnte. �Wir werden dort Ausschau nach irgendwelchen Hinweisen auf diese Menschen halten, um festzustellen, ob sie dort gefangen gehalten werden und ob wir sie retten m�ssen.�</p><p>Ausgedehntes Schweigen schloss sich an, bis Shen schlie�lich fragte: �Obwohl sie Syndiks sind?�</p><p>�In diesem Fall�, sagte Tulev, �hat die Tatsache, dass es sich um Menschen handelt, Vorrang vor der politischen Ausrichtung dieser Leute.�</p><p>Shen nickte. �Wenn das Ihre Meinung dazu ist, werde ich mich nicht dagegen aussprechen.�</p><p>�Der Pragmatismus verlangt es von uns, auch wenn unsere Pflicht gegen�ber den lebenden Sternen und die Ehre unserer Vorfahren es nicht von uns fordern�, merkte Duellos an. �Ganz gleich, um welche Art von Kreaturen es sich bei diesen Aliens handelt, wir k�nnen nicht zulassen, dass Menschen so behandelt werden.�</p><p>�Au�er von anderen Menschen�, f�gte Armus leise hinzu.</p><p>�Also � ja. Nur wir haben das Recht, unsere eigene Spezies schlecht zu behandeln. Es ist eine sonderbare Moral, aber etwas Besseres will mir auch nicht einfallen.�</p><p>Commander Landis von der <emphasis>Valiant </emphasis>meldete sich zu Wort. �Admiral, ich war so erleichtert wie alle anderen, als Sie uns sagten, dass die Nachricht des Hauptquartiers hinsichtlich der Anklagen gegen uns widerrufen worden ist. Aber mich wundert, dass diese Nachricht �berhaupt erst verschickt wurde.� Er sah kurz zu Badaya, der ihm zunickte. Geary war sich nie ganz dar�ber im Klaren gewesen, ob Landis zu Badayas Gefolgsleuten geh�rte, doch jetzt konnte er sich dessen recht sicher sein. Trotzdem hatte die <emphasis>Valiant </emphasis>bislang seine Befehle befolgt.</p><p>Er beschloss, auf eine Weise zu antworten, die der angespannten Atmosph�re entgegenwirkte und dabei so vage wie m�glich war. �Glauben Sie mir�, sagte Geary �bertrieben sarkastisch, �Sie waren nicht der Einzige, der davon �berrascht wurde.� Ringsum waren mit unterschiedlichen Verz�gerungen die Reaktionen der anderen Offiziere zu beobachten. �Befehle werden erteilt, aber manchmal dauert es eine Weile, bis die Leute darauf reagieren.� Die Doppeldeutigkeit dieser Worte sollte bewirken, dass diejenigen, die auf die Mitteilung �berreagiert hatten, sich in Acht nahmen. �Und manchmal bekommen wir es mit widersinnigen Aktionen von Leuten zu tun, die es eigentlich besser wissen sollten. Ich kann Ihnen und jedem anderen versichern, dass alle es jetzt besser wissen.� Er musste seine Versprechen auf ein Minimum beschr�nken, da niemand zu sagen vermochte, welchen Unsinn man im Hauptquartier als N�chstes f�r eine gute Idee halten w�rde.</p><p>�Das Thema ist erledigt�, erg�nzte Tulev. �Admiral Geary hat es uns soeben gesagt.�</p><p>�Die Lektion ist angekommen�, stimmte Badaya zu und schaute dabei zu Landis, der nur knapp nickte.</p><p>Geary wartete einige Minuten, um Gelegenheit f�r weitere Kommentare zu geben. Dann sah er, dass der Kommandant des Schweren Kreuzers <emphasis>Tetsusen </emphasis>sich erhob. �Admiral, es klingt so, als w�rden wir wieder f�r eine lange Zeit fernab von zu Hause unterwegs sein. Ich gebe unumwunden zu, dass ich nicht wei�, was ich von diesem Frieden erwarten soll, au�er dass es angenehm ist, eine feste Vorstellung davon zu haben, was die Zukunft f�r uns vorsieht, nachdem so lange Unsicherheit dar�ber geherrscht hat, ob wir aus dem Milit�rdienst entlassen werden oder ob wir bis in alle Ewigkeit hier im Orbit um diesen Stern kreisen m�ssen. Aber, Sir, wir haben auch ein Zuhause und Familie. Werden wir die in Friedenszeiten genauso selten zu Gesicht bekommen wie im Krieg?�</p><p>Er antwortete schnell, weil er diese berechtigten Bedenken nach Kr�ften ausr�umen wollte. �Commander, es ist meine Absicht, diese Flotte so lange und so h�ufig wie m�glich im Allianz-Gebiet zu belassen, wie es unter den Umst�nden einer von au�en drohenden Gefahr m�glich ist. Diese Flotte wird noch einen Monat lang in diesem System bleiben, ehe sie sich auf den Weg macht, weil jeder von Ihnen eine Erholungspause verdient hat. Meiner Ansicht nach muss diese Flotte sich an einer Position befinden, von der aus sie gut und schnell auf Bedrohungen von au�en reagieren kann. Sie darf nicht an einen einzelnen Ort gebunden sein, um von dort gegen diese Bedrohungen zu k�mpfen. Das bedeutet, diese Flotte muss sich so oft wie m�glich in ihrem Heimatsystem aufhalten.�</p><p>Es erschien ihm richtig, das zu sagen, und es musste auch das gewesen sein, was die Leute h�ren wollten, denn die anderen Offiziere nickten zustimmend, auch wenn Badaya fragend dreinblickte.</p><p>Geary lie� seinen Blick �ber den endlos erscheinenden virtuellen Konferenztisch schweifen, wobei er versuchte, mit jedem der Offiziere Blickkontakt herzustellen. �Ich f�hle mich geehrt, die Gelegenheit zu bekommen, erneut Ihr Befehlshaber zu sein. Willkommen bei der Ersten Flotte. Bis auf Weiteres werden Sie die Aufgaben fortf�hren, die Ihnen aufgetragen wurden. Ich werde mich mit dem Status der Schiffe befassen und alle notwendigen Ver�nderungen vornehmen, damit wir in einem Monat bereit sein werden.�</p><p>Alle Offiziere standen auf, was aufgrund der Zeitverz�gerungen zu den am weitesten entfernten Schiffen v�llig ungeordnet erfolgte. Einige von ihnen w�rden erst in zehn Minuten aufstehen, aber ein jeder salutierte, dann l�ste sich sein Bild auf.</p><p>Die meisten virtuellen Teilnehmer verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren, lediglich eine Gruppe von Offizieren blieb zur�ck. Als Geary genauer hinsah, erkannte er, dass es sich bei ihnen ausnahmslos um Befehlshaber der Kriegsschiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration handelte.</p><p>Captain Hiyen vom Schlachtschiff <emphasis>Reprisal </emphasis>salutierte auf eine fast zeremonielle Weise. �Admiral, auch wenn wir gegenw�rtig weiter Teil der Allianz-Streitkr�fte sind und daher unsere Zuteilung zur Ersten Flotte vorbehaltlos akzeptieren, rechnen wir dennoch damit, dass wir in n�chster Zeit nach Hause zur�ckbeordert werden. Als rangh�chster Offizier des Kontingents der Callas-Republik und der Rift-F�deration m�chte ich im Namen aller f�rmlich f�r die Ehre und die Gelegenheit danken, unter Ihrem Kommando gedient zu haben. Wir wissen, dass der Sieg und unser �berleben in vielen Schlachten zu einem gro�en Teil Ihrer F�hrung zu verdanken sind.�</p><p>Die �brigen Offiziere salutierten genauso schwungvoll wie Hiyen, woraufhin Geary die Geste erwiderte und dabei ein fl�chtiges L�cheln nicht unterdr�cken konnte. �Die Ehre war ganz meinerseits, weil ich die Gelegenheit hatte, so ausgezeichnete Schiffe und Crews wie Ihre in meiner Flotte zu haben. Ich werde immer f�r den Beitrag dankbar sein, den Ihre Republik und Ihre F�deration zu dem Sieg beigetragen haben, den wir gemeinsam erringen konnten.� Es betr�bte ihn, auf diese Schiffe verzichten zu m�ssen, aber angesichts der politischen Umw�lzungen w�re es dumm von ihm gewesen zu erwarten, dass dieser Pulk aus Kriegsschiffen weiter unter der Kontrolle der Allianz bleiben w�rde.</p><p>Die Offiziere verschwanden ebenfalls, und dann war Geary allein mit den Bildern von Badaya und Duellos sowie der real anwesenden Desjani.</p><p>Badaya lehnte sich zur�ck und schaute Geary forschend an. �W�hrend Sie geredet haben, sind mir auf den privaten Kan�len diverse Bedenken zu Ohren gekommen. Nachdem Sie nun der �ffentlichkeit die offizielle Version pr�sentiert haben, Admiral, m�chten einige Offiziere dieser Flotte ein paar Fragen an Sie richten, die beantwortet werden <emphasis>m�ssen</emphasis>.�</p></section><section><title><p>F�nf</p></title><p>Da Geary mit einer Bemerkung in dieser Richtung gerechnet hatte, nickte er nur. �Was st�rt sie denn?�</p><p>Badaya warf ihm einen verwunderten Blick zu. �Nat�rlich vertraue ich Ihnen, aber ich muss auch sagen, dass mich das Ganze etwas verwirrt. Warum verlassen Sie das Gebiet der Allianz? Es ist doch offensichtlich, dass die Politiker kaum unter Kontrolle zu bringen sind. Dieses Durcheinander mit den versuchten Kriegsgerichtsverfahren gegen die halbe Flotte ist ein deutlicher Beweis daf�r. Wer wei�, was ihnen in den Sinn kommt, w�hrend Sie weg sind!�</p><p>�Das Problem mit den Anklagen hatte seinen Ursprung im Flottenhauptquartier�, machte Geary ihm klar. �Ich habe mich der Sache angenommen, und jeder h�tte darauf vertrauen sollen, dass ich das tue.�</p><p>Der kaum verh�llte Seitenhieb auf Badayas Verhalten schien den Mann nicht zu ber�hren, stattdessen spreizte er die H�nde. �Sie haben recht. Vertrauen bedeutet, wir m�ssen davon ausgehen, dass Sie die Situation im Griff haben. Aber Sie waren eine Weile nicht da, und auch wenn jeder wei�, dass die Flitterwochen nur als Tarnung gedient haben, um die Regierung in ihre Schranken zu verweisen, ist jedem von uns klar, was f�r eine schwierige Aufgabe es ist, Ordnung in die Allianz zu bringen.�</p><p>�Richtig�, kommentierte Desjani in unschuldigem Tonfall. �Wir haben in den letzten Wochen politisch vieles neu positioniert.�</p><p>�Das versteht sich von selbst�, gab Badaya zur�ck, der offenbar nicht mal in Erw�gung zog, dass Desjanis Bemerkung auch noch eine andere Bedeutung haben k�nnte � ganz im Gegensatz zu Duellos, der so heftig zu lachen begann, dass es fast so schien, als m�sste er ersticken. �Tatsache ist, Sie verlassen die Allianz. Sie reisen weit weg, und ich frage mich, was in der Zwischenzeit daheim geschieht.�</p><p>Wieder war es Desjani, die etwas entgegnete, diesmal in einem flachen, professionellen Tonfall: �Au�erhalb des Allianz-Systems lauert eine ernste Bedrohung, die bewertet und gebannt werden muss � und das notfalls auch mit Waffengewalt. Wen w�rden Sie f�r eine solche Aufgabe ausw�hlen?�</p><p>Einen Moment lang schaute Badaya schweigend vor sich auf den Tisch. �Ich wei� nicht. F�r mich w�re das nichts. H�tte ich bei Midway das Kommando gehabt, w�re mir nicht rechtzeitig aufgefallen, was sich da drau�en in Wahrheit abgespielt hat. Diese verdammten Aliens h�tten uns sehr schmerzhaft getroffen und das Sternensystem erobert. So gut Sie, Tanya, und Sie, Roberto, auch sind, aber ich glaube nicht, dass einer von ihnen das geschafft h�tte. Jedenfalls nicht, wenn Sie auf sich allein gestellt gewesen w�ren.� Er lehnte sich zur�ck und rieb sich das Kinn, w�hrend sein Blick zwischen Geary und Desjani hin- und herging. �Manche Dinge lassen sich delegieren, aber wenn es darum geht, die Flotte zu f�hren ��</p><p>�� dann kann niemand Admiral Geary das Wasser reichen�, f�hrte sie den Satz f�r ihn zu Ende, wobei sie so tat, als w�rde sie nichts von Gearys Unbehagen angesichts ihrer Worte bemerken. �In der Allianz gibt es Bedrohungen, die von anderen kontrolliert und im Zaum gehalten werden k�nnen, aber die Bedrohungen, die sich von au�en der Allianz n�hern, erfordern sein pers�nliches Einschreiten. Sehen Sie das auch so?�</p><p>�Auf jeden Fall! Und diese anderen � k�nnen Sie ihnen vertrauen?�</p><p>Geary dachte an den Gro�en Rat, an den abgek�mpften aber allem Anschein nach ehrlichen Navarro, an den nur schwer zu durchschauenden Sakai, an die besorgniserregende Suva. Ganz zu schweigen von den anderen Senatoren, mit denen er zuvor zu tun gehabt hatte. Welche andere Wahl hatte er, als ihnen zu vertrauen? Und wen kannte er, der qualifizierter oder vertrauensw�rdiger war � wenn er denn jemanden h�tte ausw�hlen k�nnen? �Wir m�ssen mit dem arbeiten, was wir haben�, antwortete er schlie�lich.</p><p>�Ja, das alte Dilemma eines jedes Kommandanten�, merkte Duellos an. �Man muss seine Befehle mit dem ausf�hren, was einem zur Verf�gung steht, aber nicht mit dem, was man gerne h�tte. Mehr als einmal hat es schon zur Katastrophe gef�hrt, wenn Leute so gehandelt haben, als h�tten sie alles, was sie sich w�nschen k�nnten, anstatt sich darauf einzustellen, was sie eigentlich nur haben.�</p><p>�Mehr als einmal ist weit untertrieben�, pflichtete Badaya ihm bei. �Aber wenn wir schon davon reden, was wir haben � die Schiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration scheinen sehr davon �berzeugt zu sein, dass sie sich in K�rze von uns verabschieden werden.�</p><p>�Das ist nur zu verst�ndlich�, meinte Duellos. �Sie hatten sich uns f�r die Dauer des Kriegs angeschlossen, aber der Krieg ist nun offiziell beendet.�</p><p>�So ein offizielles Ende hinterl�sst eine Menge Chaos, nicht wahr?� Badaya zog wieder die Brauen zusammen. �Es kursieren Ger�chte, dass die Callas-Republik und die Rift-F�deration die Allianz komplett verlassen und alle Verbindungen kappen wollen, weil sie glauben, dass sie uns jetzt nicht mehr brauchen.�</p><p>�Dar�ber wird geredet�, sagte Geary. �Sie waren schon immer unabh�ngige M�chte, die sich entschieden hatten, sich im Krieg der Allianz anzuschlie�en.�</p><p>�Aber sie jetzt einfach aus der Allianz ausscheren zu lassen ��</p><p>�Die Allianz hat sie nie kontrolliert�, machte Duellos klar. �Und wir kontrollieren sie jetzt auch nicht. Sie haben eigenst�ndige Boden- und Raumstreitkr�fte, au�erdem eigenst�ndige Regierungen.�</p><p>Badaya verzog angewidert das Gesicht. �Wir m�ssten sie bezwingen, um sie in unseren Reihen zu halten. Das w�re ein B�rgerkrieg.�</p><p>�Oder ein eindeutiger Eroberungskrieg�, stimmte Duellos ihm zu. �Abh�ngig davon, wie man die gegenw�rtigen Beziehungen dieser M�chte zur Allianz definiert. Aber so oder so w�re das genau die Art von Vorgehensweise, f�r die die Syndikatwelten lange Zeit ber�hmt-ber�chtigt waren.�</p><p>�Sie sind es nicht wert, dass wir ihretwegen unsere Ehre besudeln�, grummelte Badaya. �Es ist eine gute Entscheidung von Ihnen, dass Sie sie gehen lassen, wenn sie gehen wollen, Admiral.�</p><p>Duellos h�stelte, wohl um einen weiteren Lacher zu �berspielen, w�hrend Geary Badaya zunickte, als w�re das tats�chlich seine Entscheidung gewesen. �Wenn diese Schiffe uns verlassen, entsteht eine gro�e L�cke in der Flotte�, sagte Geary. �Aber nichts, was wir nicht in den Griff bek�men. Es ist ja nicht so, dass wir sie zum Bleiben zwingen k�nnten. Sie werden mir fehlen, aber ich will nicht mit Leuten ins Gefecht ziehen, die nur auf unserer Seite sind, weil wir sie mit vorgehaltener Waffe dazu �berreden.�</p><p>Er hielt inne und betrachtete Badaya. Auch wenn der Mann ein noch so gro�es Problem darstellen konnte, war er ein brauchbarer befehlshabender Offizier mit rascher Auffassungsgabe. Und soweit Geary das einsch�tzen konnte, war er auch ehrbar genug, wenn man davon absah, dass er bereit war, gegen die Allianzregierung vorzugehen. Aber selbst diese Bereitschaft rechtfertigte Badaya mit der �berzeugung, dass diese Regierung korrupt war und nicht l�nger die Menschen der Allianz repr�sentierte. <emphasis>Au�erdem gef�llt es mir nicht, Leute wie Badaya �ber meine tats�chliche Rolle zu t�uschen. Und noch weniger gef�llt es mir, sie geradewegs zu bel�gen. Wenn ich sie dazu bringen kann, die Regierung wieder zu akzeptieren � </emphasis>�Auf lange Sicht muss man der Regierung einfach wieder vertrauen.�</p><p>�Da werden Sie von mir keinen Widerspruch h�ren�, erkl�rte Badaya.</p><p>�Das ist ein weiterer Grund, weshalb es wichtig ist, dass ich nicht zu oft zu Hause bin�, fuhr Geary fort und fragte sich, woher die Inspiration f�r diese Worte kam. Vielleicht hatten ihm seine Vorfahren diese dringend ben�tigten Argumente geliefert. �Wir k�nnen die Leute nicht ewig in dem Glauben lassen, dass ich der Einzige bin, der etwas bewegen kann und der deswegen das Sagen haben muss. Ich kann nicht als unersetzlich gelten, denn auch mir unterlaufen Fehler. Ich kann nicht �berall gleichzeitig sein, und irgendwann kommt der Tag, an dem auch ich mein Leben hinter mir lasse und mich unseren Vorfahren anschlie�e. Die Allianz kann nicht von mir abh�ngig sein.�</p><p>�Diese Flotte�, steuerte Duellos v�llig ernst bei, �hat durch Ihr Vorbild viel von ihrer fr�heren Ehre zur�ckerlangt. Vielleicht besteht ja f�r die Regierung ebenfalls Hoffnung.�</p><p>�Politiker �ndern sich nicht so schnell�, hielt Badaya dagegen. �Aber Sie haben recht, Admiral. Sie haben v�llig recht. Die B�rger m�ssen eine Regierung w�hlen, die diese Bezeichnung auch verdient. Sie tragen die Verantwortung daf�r. Es ist wie das Kommando �ber ein Raumschiff. Sie sind wichtig, Ihre Entscheidungen sind wichtig. Aber wenn Sie sterben und die �berlebenden Offiziere k�nnen das Schiff nicht befehligen, weil Sie sie nie auf diesen Fall vorbereitet haben, dann sind Sie einer Ihrer wichtigsten Pflichten nicht nachgekommen.�</p><p>�Ganz genau�, sagte Geary. �Bedeutet das, dass Ihre Fragen damit beantwortet sind?�</p><p>�Sie haben sogar einige Fragen beantwortet, an die ich gar nicht gedacht hatte.� Badaya stand auf und salutierte. �Oh, und ich m�chte Ihnen beiden nat�rlich noch gratulieren, wenn ich f�r einen Moment vom Protokoll abweichen darf.� Er sah Desjani strahlend an. �Und Sie haben es musterg�ltig gel�st! Nicht gegen eine einzige Vorschrift haben Sie dabei versto�en! Ich hoffe, Sie hatten w�hrend Ihrer Flitterwochen auch noch gen�gend Zeit f�r andere Dinge au�er Politik!� Er zwinkerte ihnen zu, dann verschwand auch er.</p><p>�Eines Tages bringe ich diesen Idioten um�, erkl�rte sie.</p><p>�Dann achten Sie aber bitte darauf, dass Sie das musterg�ltig erledigen und nicht gegen eine einzige Regel versto�en�, lie� Duellos sie wissen und wandte sich dann an Geary. �Es war gut von Ihnen zu betonen, dass Sie f�r die Allianz nicht unverzichtbar sein wollen. Da Sie nun ein langfristiges Kommando haben, k�nnten Sie vielleicht �berlegen, was geschehen soll, falls wir Sie als unseren Befehlshaber verlieren.�</p><p>Geary setzte sich hin und st�tzte den Kopf auf eine Hand, da er sich nach den mentalen und emotionalen Strapazen der j�ngsten Zeit v�llig ersch�pft f�hlte und nichts weiter tun wollte, als sich f�r eine Weile einfach nur zu entspannen. �Ich muss einen formalen Stellvertreter bestimmen.�</p><p>�Sie k�nnen nicht einfach irgendwen bestimmen�, wandte Desjani ein.</p><p>Duellos nickte zustimmend. �Dienstjahre und Ehre, Admiral, so bestimmen wir seit einer Weile unsere Befehlshaber.�</p><p>�Als Bloch Sie vertretungsweise zum Flottenkommandanten bestimmte�, erg�nzte Desjani, �da geschah das nicht blo�, weil Sie f�r ihn Black Jack waren. Wegen Ihrer Bef�rderung zum Captain hundert Jahre zuvor waren Sie auch zugleich der bei Weitem dienst�lteste Seniorcaptain in der Flotte. Und selbst da gab es manche Leute, die dieses Dienstalter anfechten wollten, wissen Sie noch?�</p><p>�Es gibt aus dieser Zeit einige Dinge, die ich liebend gern vergessen w�rde�, erwiderte Geary. �Wer kommt in dieser Flotte gleich nach mir?�</p><p>�Das k�nnte Armus sein�, sagte Duellos nachdenklich. �Aber selbst wenn das zutrifft, lassen Kommandanten von Schlachtschiffen oftmals anderen den Vortritt oder lassen sich zur Seite dr�ngen, wenn das Thema zur Sprache kommt.�</p><p>�Tulev k�nnte der dienst�lteste Captain eines Schlachtkreuzers sein�, �berlegte Desjani und begann zu l�cheln. Sie tippte etwas auf ihrer pers�nlichen Dateneinheit ein und wurde gleich wieder ernst. �Nein, er kommt erst an dritter Stelle. Sie sind auf Platz acht, Roberto.�</p><p>�Dann sind Sie auf Platz sieben.� Duellos verbeugte sich leicht in ihre Richtung. �Ich habe stets gro�en Respekt vor dem Alter.�</p><p>�Zum Teufel mit Ihnen�, konterte Desjani mit gespielter Entr�stung.</p><p>�Wer steht �ber Tulev?�, fragte Geary.</p><p>�Badaya ist Nummer zwei, und ganz oben steht � Vente auf der <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�Die Vorfahren m�gen uns davor bewahren!� Ein vertrauter Kopfschmerz drohte sich in den Vordergrund zu dr�ngen.</p><p>Duellos rieb sich das Kinn. �Badaya w�rde Vente nicht akzeptieren. Er w�rde versuchen, die anderen Captains der Flotte hinter sich zu scharen, um ihm ihren R�ckhalt zu geben. Sollte ihm das gelingen, dann w�re das ein Problem. Und es wird ihm vermutlich gelingen, weil Vente hier der Neue ist und er sich erst noch Verb�ndete schaffen muss.�</p><p>�Aber wie kann ich Badaya dazu bringen, nichts dagegen einzuwenden, wenn ich Tulev zu meinem Stellvertreter ernenne, der das Kommando �bernehmen wird, wenn mir etwas zust��t?� Das nachfolgende Schweigen best�tigte Gearys Sorge. �Ich habe noch nicht einmal begonnen, diese Flotte zu ordnen, und schon habe ich ein geh�riges Problem am Hals.�</p><p>�Warten Sie einfach ab, bis Sie den Organisationsbefehl vom Flottenhauptquartier erhalten�, meinte Desjani fr�hlich. �Da wird Ihnen ganz genau vorgeschrieben, wo welches Schiff sich aufzuhalten hat.�</p><p>Ja, die Kopfschmerzen begannen allm�hlich die Oberhand zu gewinnen. �Und was ist daran so am�sant, Captain Desjani?�</p><p>�Weil das Flottenhauptquartier immer diese detaillierten Organisationsbefehle ausgibt�, erl�uterte Duellos, �und weil der Kommandant, der diesen Befehl erh�lt, ihn komplett ignoriert. Es ist einfach unpraktisch, wenn jemand Lichtjahre entfernt dar�ber zu bestimmen versucht, welche Schiffe zusammengefasst werden, wie viele Schiffe in jeder Division und jedem Geschwader sein sollen, wie die Besatzungen zu verteilen sind und in welcher Kabine in welcher Abteilung auf welchem Schiff Lieutenant Durchschnittsoffizier untergebracht werden soll, wenn man ihm sein Schiff unter dem Hintern weggeschossen hat. Trotzdem hat das Hauptquartier sich noch nie davon abhalten lassen, genau diese Dinge vorschreiben zu wollen.�</p><p>�Das Hauptquartier verschickt wirklich extrem detaillierte Pl�ne�, fuhr Desjani fort, �gefolgt von regelm��igen Aktualisierungen, Korrekturen und Erg�nzungen ��</p><p>�Nicht zu vergessen Nachtr�ge und �berarbeitungen�, warf Duellos ein.</p><p>�� und das Hauptquartier ist davon �berzeugt, dass sich jeder Partikel im Universum so ausrichtet, wie es ihm vom Hauptquartier vorgeschrieben wird. Das macht das Hauptquartier. Wir ignorieren diese Befehle, damit wir unsere eigentliche Arbeit erledigen k�nnen, und das macht wiederum uns gl�cklich.�</p><p>�Kein Wunder, dass dieser Krieg hundert Jahre gedauert hat�, merkte Geary an.</p><p>�Das Hauptquartier kann dabei sicher einen Gro�teil dieser Leistung f�r sich reklamieren�, stimmte Duellos ihm zu. �Wie Sie es schaffen k�nnen, dass Tulev im unerfreulichen Fall der F�lle als Ihr Nachfolger akzeptiert wird, ist ein wirkliches Problem. Alternativ sollten wir �berlegen, wie wir Badaya dazu kriegen k�nnen, verantwortungsvoll zu handeln. Ehrlich gesagt k�nnte das die bessere Option sein, weil es sehr schwierig werden wird, Badaya zu �bergehen. Das sind Dinge, die gr�ndlich �berlegt sein wollen. Aber wenn der Organisationsbefehl eintrifft, dann k�nnen Sie die L�schtaste bet�tigen und sich dar�ber freuen, dass Sie nichts von dem beachten m�ssen, was da geschrieben steht.�</p><p>�Gro�artig. Danke �brigens, dass Sie mitgeholfen haben, die Situation unter Kontrolle zu bringen, als diese d�mliche Nachricht wegen der Kriegsgerichtsverfahren eintraf.�</p><p>Duellos nickte wieder, wirkte aber nicht mehr am�siert. �Das war eine verdammt gro�e Dummheit. Jemand mit sehr hohem Dienstgrad und sehr wenig Gehirn h�tte beinahe einen nicht wiedergutzumachenden Schaden angerichtet.� Er stand auf und zuckte mit den Schultern. �Aber warum sollte mich das wundern? �brigens m�chte ich Ihnen beiden auch noch gratulieren. M�gen die lebenden Sterne Ihre Verbindung erstrahlen lassen.�</p><p>Nachdem auch Duellos sich zur�ckgezogen hatte, stand Desjani seufzend auf. �Wir sollten wohl nicht l�nger als unbedingt n�tig allein im Konferenzraum bleiben. Ich fand, Sie haben das Ganze gut hinter sich gebracht. Werden Sie diesen Raum auch f�r nachfolgende Besprechungen mit einzelnen Offizieren benutzen?�</p><p>Er z�gerte. �Ich hatte eigentlich daran gedacht, mein Quartier zu benutzen ��</p><p>�Wenn Sie stattdessen diesen Raum hier benutzen, senden Sie gleichzeitig eine aussagekr�ftige Nachricht aus�, gab sie zu bedenken. �Vor allem, wenn Sie die Flotte wissen lassen wollen, dass Ihnen das Verhalten der j�ngsten Zeit gar nicht gefallen hat. Und vor allem, wenn die betreffenden Offiziere mit Ihnen verwandt sind.�</p><p>�Warum tue ich �berhaupt so, als w�ssten Sie nicht immer ganz genau, was ich mache?�, fragte Geary.</p><p>Sie l�chelte ihn nur an und verlie� den Raum.</p><p>Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte, rief er die Befehlshaberin der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>. �Ich muss Sie unter vier Augen sprechen.�</p><p>Nur ein paar Minuten sp�ter nahm Jane Gearys Bild wieder Gestalt an. �Ja, Admiral?�, fragte sie und lie� keinerlei Unbehagen erkennen.</p><p>Er forderte sie nicht auf, sich zu setzen, weil das so wie die Wahl des Raums ebenfalls eine deutliche Botschaft senden w�rde. �Captain, nachdem ich mich mit den Kommunikationsaufzeichnungen befasst habe, muss ich sagen, dass Ihr Verhalten in j�ngster Zeit f�r mich Anlass zur Sorge ist.� Er hatte beschlossen, es so zu sagen, dass Desjanis Name dabei nicht fiel. Schlie�lich sollte nicht der Eindruck entstehen, dass er nur deshalb so handelte, weil er von ihr auf diese Dinge aufmerksam gemacht worden war. �Genauer gesagt verstehe ich nicht, warum Sie so gehandelt haben.�</p><p>Jane Gearys Stimme und Mienenspiel verrieten Gelassenheit. �Ich habe so gehandelt, wie ich es f�r am besten hielt, Admiral.�</p><p>�Sie hatten von mir den Befehl erhalten, Ihre Position beizubehalten. Die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>hat nicht nur den ihr zugewiesenen Orbit verlassen, Sie haben auch noch andere Schiffe dazu ermutigt, Ihrem Beispiel zu folgen.�</p><p>�Unter den gegebenen Umst�nden hielt ich es f�r ratsam, weiter Druck auf diejenigen auszu�ben, die diese Krise ausgel�st hatten.�</p><p>�Obwohl Sie von mir den gegenteiligen Befehl hatten?� Er h�rte den Unglauben aus seiner Stimme heraus. Er wusste, dass er allm�hlich w�tend klang, aber er unternahm nichts, das diese Tatsache �berspielt h�tte.</p><p>�Komm-Mitteilungen k�nnen gef�lscht werden, Admiral.�</p><p>�Sie sprachen mit Captain Desjani, die von mir pers�nlich die Befehle erhalten und weitergeleitet hatte.�</p><p>�Captain Desjanis Komm-Mitteilungen h�tte man auf dem Weg zu uns ebenso f�lschen k�nnen�, beharrte Jane Geary. �Sie unterstanden beide der Kontrolle durch eine externe Macht.�</p><p>Irgendetwas war mit ihr geschehen, aber was? Geary setzte sich hin und lie� sie weiter stehen. �Captain Geary�, sagte er und betonte ihren formalen Titel, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. �Ich war in einer Besprechung mit Mitgliedern der Allianz-Regierung. Es handelte sich nicht um eine externe Macht. Ich m�chte Ihnen meine Gr�nde darlegen, wieso ich so entt�uscht bin. Ich bin nicht nur besorgt, weil Sie sich �ber meine Befehle hinweggesetzt haben, sondern auch weil ich sehen muss, wie Sie sich dabei betragen haben. Als ich Sie das erste Mal bei der Verteidigung von Varandal erlebt habe, da war ich von Ihrer Urteilsf�higkeit und Ihrer Beherrschung tief beeindruckt. Sie haben weder r�cksichtslos noch impulsiv gehandelt.�</p><p>Ein Flackern blitzte in ihren Augen auf, und sie kniff ein wenig die Lippen zusammen. �Ich habe die Ma�nahmen ergriffen, die in dieser Situation nach meinem Daf�rhalten erforderlich waren�, erkl�rte Jane Geary. �Ganz wie Sie es auch tun, Sir. Mir wurde das Kommando �ber ein Schlachtschiff gegeben, nicht �ber einen Schlachtkreuzer, aber das hei�t noch lange nicht, dass mir deswegen auch der Kampfgeist eines Geary fehlt.�</p><p>Verdutzt verzog er das Gesicht. �Niemand hat das je infrage gestellt.�</p><p>�Doch, Admiral, das hat man�, widersprach sie ihm und sah ihm in die Augen.</p><p>Die Vergangenheit schob sich wieder wie eine unsichtbare Mauer zwischen sie, die Geary f�r immer von all seinen noch lebenden Verwandten trennte. <emphasis>Sagen Sie ihr, dass ich Sie nicht mehr hasse, </emphasis>waren Michael Gearys letzte Worte zu ihm gewesen. F�r seine Nachfahren hatte sich Black Jack Geary als das uneinholbare und unentrinnbare Symbol der ganzen Familie entpuppt. Seinen Verwandten war das Schicksal gewiss gewesen, in den Dienst der Flotte zu treten, und das alles nur, weil ihr f�r tot gehaltener Vorfahr angeblich ein Held gewesen war. �Jane, ich habe Ihnen zuvor gesagt, dass ich Sie zu den besseren Befehlshabern in dieser Flotte z�hle. Das schlie�t auch die Kommandanten all meiner Schlachtkreuzer ein. Sie sind eine der Besten.�</p><p>�Danke, Sir.�</p><p>Sie glaubte ihm kein Wort. Was war in der Zeit geschehen, als er nicht bei der Flotte gewesen war? �Ich will wieder die Befehlshaberin sehen, die Varandal verteidigt hat. Vergessen Sie Black Jack, ich will, dass Sie wieder Jane Geary sind.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>Zum Teufel mit den milit�rischen Formalit�ten. Wenn alles andere versagte, waren sie immer noch das perfekte Versteck, um wahre Gef�hle und ehrliche Gedanken zu verbergen. Geary lehnte sich zur�ck und tippte auf den Tisch. �Setzen Sie sich bitte, Jane. Ich muss gestehen, ich dachte, jetzt nach dem Krieg w�rden Sie die Flotte verlassen und Ihr Leben so f�hren, wie es Ihnen gef�llt.�</p><p>Steif nahm sie ihm gegen�ber Platz. �Nicht jede Mission ist damit abgeschlossen�, sagte sie leise.</p><p>�Wenn Michael noch lebt, werde ich ihn schon finden.�</p><p>�Sie haben genug anderes zu tun, Admiral. Ich kann mich darum k�mmern.�</p><p>�Bleiben Sie deshalb bei der Flotte? Um nach Michael zu suchen?�</p><p>Nach kurzem Z�gern erwiderte sie: �Es gibt auch noch andere Gr�nde.�</p><p>�Sie haben Ihren Teil geleistet�, beharrte er. �Ich stecke hier fest, aber Sie k�nnen sich anderen Dingen widmen.�</p><p>�Ich bin eine Geary�, sagte sie leise, aber eindringlich. �Mehr denn je.�</p><p>Lange Zeit sah er sie schweigend an, da ihm nichts in den Sinn kam, was er h�tte sagen k�nnen. �Ich will eine Sache klar machen: Ich glaube, Sie haben das Recht auf ein eigenes Leben. Bleiben Sie nicht meinetwegen bei der Flotte. Ich habe der Familie schon genug Unheil eingebrockt. Aber wenn Sie bleiben, dann muss ich Gewissheit haben, dass ich auf Sie z�hlen kann.�</p><p>�Sie k�nnen auf mich z�hlen.� Sie wich seinem Blick nicht aus.</p><p>�Das habe ich immer gewusst.� Diese Unterhaltung kam einfach nicht von der Stelle. �Jane, als Ihr befehlshabender Offizier hoffe ich, Sie werden mich auf dem Laufenden halten, wenn sich irgendwelche Umst�nde ergeben, die Sie dahin hindern k�nnten, weiterhin so gut Ihren Dienst zu verrichten wie bisher. Als dein Onkel hoffe ich, dass du genauso offen mit mir �ber alle anderen Angelegenheiten reden wirst.�</p><p>Eine Weile erwiderte Jane nichts, dann sch�ttelte sie den Kopf. �Ich bin �lter als du, Onkel. Du hast hundert Jahre damit verbracht, nicht zu altern.�</p><p>�Seit ich aus dem K�lteschlaf erwacht bin, habe ich von diesen hundert Jahren schon einiges wettgemacht. Ich habe das Gef�hl, jeden Monat ein paar Jahre �lter geworden zu sein.� Sein Versuch, Humor ins Spiel zu bringen, zeigte keine Reaktion auf ihrer Seite, also f�gte er hinzu: �Das ist alles, was ich zu sagen hatte.�</p><p>�Vielen Dank.� Sie stand auf und salutierte, obwohl das Treffen einen privaten Zug angenommen hatte, dann verschwand ihr Bild. Geary sa� da und starrte finster auf die Stelle, an der sich eben noch Jane befunden hatte. <emphasis>Was sollte das? �Ich bin eine Geary.� Davor war sie ein Leben lang davongelaufen. Warum akzeptiert sie das auf einmal? Und wie wird das �</emphasis></p><p><emphasis>Verdammt. Akzeptiert sie etwa die </emphasis>Legende<emphasis>? Meint sie, sie muss dieser Legende gerecht werden? Das schaffe ich ja nicht mal!</emphasis></p><p><emphasis>Sie kann nicht glauben, dass sie wie Black Jack sein muss.</emphasis></p><p><emphasis>Aber was sie mit der </emphasis>Dreadnaught <emphasis>gemacht hat, als diese Nachricht wegen der Kriegsgerichtsverfahren eingegangen war � war das nicht genau das Verhalten, das man in den Mythen Black Jack zuschrieb?</emphasis></p><p><emphasis>Ich kann nur hoffen, dass ich mich irre. Das Letzte, was diese Flotte gebrauchen kann, ist der personifizierte Mythos von Black Jack.</emphasis></p><p>Nachdem er endlich ein paar Minuten Zeit hatte, um sich in sein Quartier zu verkriechen, musste Geary feststellen, dass er zu rastlos war, um sich dort an seinen Tisch zu setzen. Also entschloss er sich zu einem Spaziergang durch das Schiff. Auf dem Weg durch die vertrauten Korridore sp�rte er, wie sich seine Laune besserte. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>war nach einem genauso n�chternen und schn�rkellosen Plan gebaut wie die neuen Sektionen der Station Ambaru, aber der Schlachtkreuzer besa� eine besondere Eigenschaft: Die <emphasis>Dauntless </emphasis>f�hlte sich an wie sein Zuhause.</p><p>Es �berraschte ihn nicht, Tanya zu begegnen, die auf ihrem Weg durchs Schiff war, um alles zu inspizieren. Vor ihrer Ankunft hatte auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>zweifellos hektisches Treiben geherrscht, da alle darauf bedacht waren, auch noch das letzte Staubkorn zu beseitigen, alles an seinen angestammten Platz zu schaffen und daf�r zu sorgen, dass alles optimal funktionierte. �Guten Tag, Captain Desjani.�</p><p>�Guten Tag, Admiral Geary�, erwiderte sie im gleichen Tonfall, als h�tten sie die letzten Wochen damit zugebracht, wie �blich an Bord ihres Schiffs Seite an Seite ihren Dienst zu verrichten.</p><p>Er ging neben ihr her, wobei er darauf achtete, gen�gend Abstand zwischen ihnen zu wahren. Dies war Desjanis Schiff, und die Crew w�rde zweifellos jede unprofessionelle Vertrautheit zwischen ihnen beiden zur Kenntnis nehmen. �Ist schon eigenartig, wieder in meinem alten Quartier zu sein. Da dr�ngt sich mir so langsam das Gef�hl auf, die letzten Wochen k�nnten nur ein Traum gewesen sein.�</p><p>Sie zog eine Augenbraue hoch, dann hob sie ihre linke Hand und drehte sie so, dass der funkelnde neue Ring an ihrem Finger zu sehen war. �Ich bekomme in meinen Tr�umen f�r gew�hnlich keinen Schmuck geschenkt.�</p><p>�Ich auch nicht.�</p><p>�Etwas macht Ihnen zu schaffen. Wie ist die Einzelbesprechung gelaufen?�</p><p>�Ganz gut, aber etwas eigenartig.� Als er sein Treffen mit Jane Geary beschrieb, warf Desjani ihm einen weiteren fragenden Blick zu. �Ich wei� nicht, was in sie gefahren ist. Als ich das erste Mal mit ihr gesprochen habe, lie� sie keinen Zweifel daran, dass sie sich nur zur Flotte gemeldet hatte, weil es von ihr erwartet wurde. Weil sie eine Geary ist. Jetzt ist der Krieg vorbei, sie hat ihre Pflicht erf�llt. Nichts h�lt sie noch in der Flotte.�</p><p>�Irgendetwas tut das aber.�</p><p>�Ich habe ihr gesagt, dass sie frei ist und dass sie sich ihrem Leben widmen kann.�</p><p>Desjani l�chelte ironisch. �Das Leben verl�uft �blicherweise nicht so, wie wir es planen. Was auch immer Jane Geary sich mal vorgenommen hat, sie hat ihr Leben als Flottenoffizier verbracht. Vielleicht wird ihr allm�hlich klar, dass dies hier ihr Leben geworden ist. Vielleicht wei� sie nicht mehr, was sie sonst tun soll. Und vielleicht ��</p><p>�Ja? Was?�, hakte er nach.</p><p>�Sie haben mir von Ihrer Familie erz�hlt, wie man dort �ber Black Jack denkt.� Sie biss sich auf die Unterlippe, ehe sie weiterredete. �Es k�nnte doch sein, dass ein Teil von ihr das Wissen ausgemacht hat, eben nicht Black Jack zu sein, weil sie ihn so hassen und sich sagen konnte, dass er niemand war, dem sie nacheifern sollte. Aber jetzt hat sie den wahren Black Jack kennengelernt.�</p><p>�Es hat nie einen wahren Black Jack gegeben.�</p><p>�Werden Sie das eigentlich bis in alle Ewigkeit leugnen wollen? Ich will damit sagen, dass Jane Geary jetzt vielleicht versucht herauszufinden, wer sie stattdessen sein will. Eben nicht mehr �nicht Black Jack�, sondern etwas anderes.�</p><p>�Genau das macht mir Sorgen�, gab er missmutig zu. �Dass sie versuchen k�nnte, so zu sein wie der imagin�re Black Jack. Nicht so, wie ich wirklich bin. Ich w�nschte, sie w�rde mit mir dar�ber reden. Ich werde mich mit meinen Vorfahren beraten, m�glicherweise k�nnen sie mir ja eine Erkl�rung bieten.�</p><p>�Viel Spa�, und gr��en Sie sie von mir�, meinte Desjani. �Ich muss noch das restliche Schiff inspizieren. Ich werde anschlie�end mit meinen Vorfahren reden. Um Dank zu sagen�, f�gte sie bedeutungsvoll an, �f�r alles, was gut verlaufen ist, und f�r alles, was viel schlechter h�tte verlaufen k�nnen.�</p><p>�Botschaft angekommen, Captain Desjani.� Sie waren zusammen, und auch wenn das mit strengen Auflagen an sie selbst verbunden war, w�rde nur ein Narr sich nicht daf�r bedanken, dass der schlimmste Fall heute abgewendet worden war.</p><p>Der Organisationsbefehl vom Flottenhauptquartier war wie von Desjani und Duellos vorhergesagt eingetroffen � eine Woche nach der �bernahme des Kommandos �ber die Erste Flotte und vier Tage nachdem er selbst die Flotte bereits organisiert hatte. Er war sich nicht sicher gewesen, wie sehr ihn die beiden auf den Arm genommen hatten, was das Mikromanagement des Flottenhauptquartiers anging, weshalb ihm auch ein ungl�ubiges St�hnen �ber die Lippen gekommen war, als er das Ausma� und die Detailverliebtheit dieses Befehls sah.</p><p><emphasis>Ich soll die </emphasis>Inspire <emphasis>und die </emphasis>Leviathan <emphasis>in die gleiche Schlachtkreuzerdivision stecken? Warum sollte ich das machen, wenn ich dadurch Duellos und Tulev zusammen in einer Division habe, obwohl beide bewiesen haben, wie gut jeder von ihnen eine eigene Division f�hren kann? Und warum sollte ich die Schlachtschiffdivisionen durcheinanderw�rfeln, anstatt die Schiffe an der Seite jener Kameraden zu lassen, mit denen sie schon seit einiger Zeit zusammenarbeiten?</emphasis></p><p>Weitere Bef�rderungen waren nicht vorgenommen worden, weder von Geary vorgeschlagene noch solche, die wegen der L�nge des Dienstes, wegen heldenhaften Handelns oder neuer Aufgabengebiete vertretbar gewesen w�ren. Mit dem Kriegsende und dem Einfrieren der Flottenst�rke war das Bef�rderungskarussell abrupt zum Stillstand gekommen, was vor allem f�r die nachr�ckenden Offiziere eine ganz neue Situation darstellte. Immerhin waren sie daran gew�hnt, im gleichen Tempo bef�rdert zu werden, in dem ihre Kameraden an der Front get�tet wurden, die umgehend ersetzt werden mussten. Neben der offensichtlichen Notwendigkeit f�r die Allianz, Geary zum Admiral zu bef�rdern und Carabali vom Colonel in den Dienstgrad eines Generals aufr�cken zu lassen, war sonst niemand aufgestiegen, nicht einmal Lieutenant Iger. �Ungerecht� war noch die harmloseste Bezeichnung f�r diese Vorgehensweise, aber das System war ganz gezielt so aufgebaut worden, dass Bef�rderungen nie garantiert wurden, damit es keine M�glichkeit gab, sie einzuklagen, wenn sie einem verwehrt blieben. Geary fragte sich, wie lange es wohl dauern w�rde, bis sich seine Offiziere dar�ber zu ereifern begannen, dass ihnen mit einem Mal der Weg auf der Karriereleiter nach oben versperrt war und die Flotte eine au�erordentliche Leistung nicht mehr mit einem h�heren Dienstgrad honorierte.</p><p>Und dann w�rden sie sich an ihn wenden und sich fragen, warum er diesen Missstand nicht behob und daf�r sorgte, dass wieder flei�ig bef�rdert wurde. <emphasis>Eine Bef�rderung vor Ort. Vielleicht hat das Hauptquartier vergessen, meine M�glichkeiten als Flottenkommandant einzuschr�nken, und ich kann Offiziere immer noch als Anerkennung f�r herausragende Leistungen vor Ort bef�rdern. Aber dann werde ich gleich eine gro�e Gruppe bef�rdern m�ssen, denn sobald ich das einmal gemacht habe, wird man beim Hauptquartier bemerken, dass dieses Schlupfloch noch existiert.</emphasis></p><p>Er bl�tterte die Liste weiter durch und stie� auf die Crewaufstellungen. Jeder Mann und jede Frau in dieser Flotte war nach Schiff, Aufgabengebiet und Abteil oder Quartier aufgef�hrt. <emphasis>Kann ich das tats�chlich einfach ignorieren?, </emphasis>fragte er sich. Zum ersten Mal machte er sich Gedanken wegen der Statusberichte, die verschickt wurden, wenn sich die Flotte auf heimatlichem Territorium befand. Er wusste, dass die Berichte, die er von allen Schiffen erhielt, zutreffend waren, doch was davon wurde wirklich ans Hauptquartier weitergeleitet?</p><p>Desjani stutzte, als sie die Frage h�rte, die er ihr stellte, nachdem er sie zu sich gerufen hatte. �Es ist eine Simulation�, antwortete sie. �Sie m�ssen gar nichts machen. Die Datenbank der Flotte ist so programmiert, dass sie automatisch eine Simulation erzeugt, die auf Nachrichten vom Hauptquartier wie diese da reagiert. Diese Simulation wird um echte Daten erg�nzt, wenn das notwendig wird, wenn also zum Beispiel in einem Gefecht Schiffe zerst�rt oder besch�digt werden. Aber verwaltungstechnisch betrachtet ist es ein alternatives Universum, das dem Hauptquartier �bermittelt wird, damit es Ruhe gibt. Haben Sie das vor hundert Jahren nicht auch schon so gemacht?�</p><p>�Nein.� Sollte er jetzt entsetzt sein? Oder dankbar, dass die Streitkr�fte ein Mittel entdeckt hatten, wie sie der Einmischung durch die B�rokratie entgehen konnten? �Warum hat das Hauptquartier noch nicht gemerkt, was in Wahrheit l�uft?�</p><p>�Gemerkt hat man das da schon. Nat�rlich sind die jeweiligen Einheiten so weit entfernt, dass es eine Weile dauert, bis das Hauptquartier wei�, was los ist. Dann sagen sie uns, wir sollen tun, was man uns gesagt hat, und sie schalten die Simulation ab. Die simulierte Flotte stimmt ihnen zu und erz�hlt, dass alles in Ordnung ist. Nach einer Weile kommt das Hauptquartier dahinter, dass es nach wie vor R�ckmeldungen von der Simulation erh�lt, und dann bekommen wir das Gleiche gesagt wie zuvor, und die simulierte Flotte stimmt wieder zu. So geht das immer weiter. Einige Offiziere im Hauptquartier schw�ren von Zeit zu Zeit hoch und heilig, dass sie das System �ndern werden. Aber wenn dann tats�chlich jemand dorthin reist, wo die Flotte im Einsatz ist, �ndert sich seine Einstellung recht schnell.�</p><p>Das klang zwar logisch, aber es konnte auch ein raffinierter Streich sein. Geary musterte Desjani aufmerksam und suchte nach einem Hinweis darauf, dass sie sich nur einen Spa� erlaubte. �Und niemand redet jemals dar�ber?�</p><p>�Wir m�ssen nicht viel dar�ber reden. Von unserer Seite l�uft das alles ganz automatisch ab, aber ich sch�tze, das Hauptquartier verwendet viel Zeit darauf, unserer simulierten Crew zu erz�hlen, was sie tun und lassen soll. Haben Sie noch nie von der Potemkinschen Flotte geh�rt? Ich wei� nicht, woher der Name kommt. Vielleicht hie� derjenige so, der das System entwickelt hat, oder jemand hat den Namen in einer Datenbank gefunden und war der Meinung, dass er gut dazu passt. Auf jeden Fall wird damit die Flotte bezeichnet, so wie das Hauptquartier sie sehen will. Damit zeigen wir ihnen genau das, was man dort sehen will. Wir befolgen nat�rlich den eigentlichen Einsatzbefehl, aber das Mikromanagement ignorieren wir, ganz egal, welchen Bereich es betrifft.�</p><p>Nachdem er die Unterhaltung beendet hatte, starrte Geary minutenlang auf den Befehl. Auch wenn Desjani das Ganze auf die leichte Schulter nahm, str�ubte sich alles in ihm gegen die Vorstellung, dem Hauptquartier einfach nur simulierte Daten zu �bermitteln. Aber dann widmete er sich noch einmal eingehender den Befehlen und blieb dabei an einer Zeile h�ngen, die einen bestimmten Offizier auf einem bestimmten Schiff betraf. <emphasis>Ensign Door soll zweimal w�chentlich einen Bericht an seinen Vorgesetzten Lieutenant Orp senden und darin seine Fortschritte zusammenfassen, die er bei seiner Qualifizierung gem�� Flottenanweisung 554499A zum Notfallschadensbeseitigungsgruppenf�hrer macht. Falls Ensign Door nicht die erforderlichen Fortschritte nachweisen kann, sollen w�chentliche Berichte die bestehenden Wissensl�cken dokumentieren, wobei Formular B334.900 zu verwenden ist �</emphasis></p><p>Geary l�schte die Nachricht mit einem Tastendruck.</p><p>Nat�rlich war das nur die erste von vielen Nachrichten, die ihn aus dem Hauptquartier erreichten.</p><p>Die N�chste traf schon einen Tag sp�ter ein, diesmal als Mitteilung von h�chster Priorit�t, die mit einem w�tenden roten Blinken seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Das gen�gte bereits, um bei Geary ein ungutes Gef�hl auszul�sen, da er damit besch�ftigt war, sich einen �berblick �ber den Bereitschaftsstatus der zur Ersten Flotte geh�renden Schiffe zu verschaffen. Mit einem resignierenden Seufzer nahm er die Nachricht an, dann tauchte vor ihm Admiral Celu auf, die neue Chefin des Flottenhauptquartiers f�r die Allianz. Celu hatte ein ausgepr�gtes Kinn, das sie trotzig vorschob, als wollte sie Geary herausfordern.</p><p>�Admiral Geary, wir empfangen Berichte, die den Schluss zulassen, dass Sie beabsichtigen, Ihre Mission erst in drei�ig Standardtagen nach der �bernahme des Kommandos zu beginnen. Diese Mission hat oberste Priorit�t f�r die Sicherheit der Allianz. Sie werden hiermit angewiesen, Ihr beabsichtigtes Abreisedatum um mindestens zwei Wochen vorzuverlegen. Wir erwarten, dass Sie den Erhalt dieser Nachricht so schnell wie m�glich best�tigen und uns Ihr neues beabsichtigtes Abreisedatum mitteilen. Celu Ende.�</p><p>Nicht mal ein h�fliches und angemessenes �Auf die Ehre unserer Vorfahren� am Ende der Nachricht. Und nicht blo� eine Textnachricht oder ein Video, um die Botschaft zu �bermitteln, sondern ein virtuelles Ganzk�rperbild, das eindeutig der Einsch�chterung dienen sollte. Es gab einmal eine Zeit, da h�tte es bei ihm blinden Gehorsam ausgel�st, ob er den Befehl nun f�r klug hielt oder nicht. Aber in den letzten Monaten hatte er ganz allein eine Flotte gef�hrt, ohne von irgendeinem Vorgesetzten Anweisungen zu erhalten, er hatte sich zahlreichen Widersachern gestellt, die seine Autorit�t infrage stellen wollten, und er hatte mit seinen Befehlen w�hrend etlicher Schlachten zu viele M�nner und Frauen in ihren Tod schicken m�ssen. Seine eigene Einstellung zu den Dingen hatte sich sp�rbar ge�ndert, und Aktionen, mit denen er ohne R�cksicht auf das Risiko f�r die Untergebenen seinen Vorgesetzten gefallen wollte, sprachen ihn jetzt sogar noch weniger an als fr�her. Im Angesicht von mehr als nur einem kollabierenden Hypernet-Portal hatte das Bild der vor ihm stehenden Admiral Celu nicht ann�hernd die gleiche Wirkung wie fr�her.</p><p>Geary hielt die Nachricht an, um sich Celu genauer anzusehen. Eine sehr sch�n geschnittene Uniform, viele Auszeichnungen. Der Anblick erinnerte ihn an die Syndik-CEOs in ihren ma�geschneiderten Anz�gen. Der Gesichtsausdruck in Verbindung mit dem Tonfall ihrer Nachricht lie� Geary vermuten, dass Celu eine Offizierin vom Typ �Schreihals� war, jene Sorte Vorgesetzte, die glaubten, dass eine laute Stimme und st�ndige Wut die einzigen zwei F�hrungsqualit�ten waren, auf die es wirklich ankam.</p><p>Celu war eindeutig daran interessiert, ihr Verh�ltnis zu Geary als das zwischen Vorgesetzter und Untergebenem zu definieren. Er hatte damit kein Problem, schlie�lich war das ihr gutes Recht, und die Befehlskette musste beachtet werden. Aber ihm gefiel ihre Art nicht. Er hatte das Hauptquartier noch nie gemocht, das schon zu seiner Zeit seine Existenz damit rechtfertigte, dass es nun mal existierte, und das sich dadurch auszeichnete, Forderungen an die Kriegsschiffe zu stellen, die es eigentlich h�tte unterst�tzen sollen. Offenbar war das w�hrend des langen Krieges nur noch schlimmer geworden, da die klaffende L�cke zwischen dem Hauptquartier und den Offizieren im Einsatz immer breiter geworden war.</p><p>Also hielt Geary nun inne und dachte nach. Es gab eine M�glichkeit, den Termin f�r den Aufbruch der Flotte nicht vorzuverlegen, auch wenn Celu den ausdr�cklichen Befehl dazu erteilt hatte. Er rief das Regelwerk der Flotte auf, suchte nach dem richtigen Absatz und l�chelte zufrieden, als die Passage angezeigt wurde. <emphasis>Die letztliche Verantwortung f�r die Sicherheit der Schiffe und des Personals sowie f�r den erfolgreichen Abschluss der �bertragenen Aufgaben und Missionen liegt beim befehlshabenden Offizier. Es ist die Pflicht des Befehlshabers, alle potenziellen Faktoren in Erw�gung zu ziehen, wenn er Befehle gibt.</emphasis></p><p>Vor �ber hundert Jahren hatten Geary und seine Kameraden diese Vorschrift als die �Pech gehabt�-Regel bezeichnet. Befolgte man einen Befehl, obwohl ein paar von �allen potenziellen Faktoren� dagegensprachen, waren alle Konsequenzen daraus einfach nur die Schuld des jeweiligen Kommandanten. Befolgte man unter diesen Umst�nden einen Befehl nicht, dann traf ebenfalls den Kommandanten alle Schuld. Er h�tte sich keine Sorgen machen m�ssen, dass eine solche Vorschrift zum Schutz der vorgesetzten Autorit�t aus dem Regelwerk entfernt worden war.</p><p>Aber er konnte die Vorschrift auch gegen diese vorgesetzte Autorit�t zum Einsatz bringen. Er konnte auf diesen Befehl mit einem sehr detaillierten Bericht reagieren, der all jene potenziellen Faktoren enthielt, mit denen sich die aus seiner Sicht notwendige Verz�gerung bei der Umsetzung dieser Mission rechtfertigen lie�. Es waren weitere Reparaturen durchzuf�hren, die Vorr�te waren noch nicht vollst�ndig aufgestockt, Crewmitglieder waren nach wie vor auf Landurlaub, und wenn nicht ein Notruf an sie ausgesandt wurde, w�rden sie sich erst zum vereinbarten Termin wieder bei der Flotte einfinden. Um diese Argumente zusammenzustellen, w�rde er bestimmt einen ganzen Tag ben�tigen, und das, wo es keine Garantie gab, dass im Hauptquartier irgendjemand mehr lesen w�rde als den zusammenfassenden Absatz zu Beginn seiner Ausf�hrungen. Es war nicht mal sicher, ob sich im Hauptquartier �berhaupt jemand f�r Argumente interessierte, die der von ihnen gew�hlten Version der Wirklichkeit widersprachen.</p><p>Aber er konnte auch nicht l�gen. Eine Potemkinsche Flotte mochte sch�n und gut sein, wenn es sich nur um rein verwaltungstechnische Angelegenheiten handelte. Aber eine L�ge �ber den Bereitschaftsstatus der Flotte hatte da schon etwas Kriminelles an sich.</p><p><emphasis>Alle potenziellen Faktoren. Neue Offiziere beklagten sich immer dar�ber, dass es gar nicht m�glich sei, alle potenziellen Faktoren zu beschreiben, und wir begannen zu lachen, ehe wir ihnen erz�hlten, dass genau das der Sinn und Zweck dieser Vorschrift war. Alle � potenziellen � Faktoren.</emphasis></p><p><emphasis>Ich habe noch nie die Tatsache ausgenutzt, dass ich Black Jack bin, ein beliebter Held. Aber Leute wie Celu konnte ich noch nie ausstehen. Ich habe genug anderes zu tun als meine Entscheidungen vor einem Haufen B�rokraten im Hauptquartier zu rechtfertigen. Ich werde auch nicht meine Leute darunter leiden lassen, die sich ihren Urlaub nach den vielen Schlachten mehr als verdient haben. Und ich werde mich bei einer solchen Mission, die eine umfassende Vorbereitung erforderlich macht, von niemandem zur Eile antreiben lassen.</emphasis></p><p><emphasis>Zuvor habe ich auf solche Dinge kaum Einfluss gehabt, aber jetzt brauchen sie mich als Befehlshaber dieser Flotte. Den Vorschriften entsprechend trage ich die letztendliche Verantwortung f�r meine Entscheidungen. Ich muss nur die Entscheidung rechtfertigen.</emphasis></p><p>Sorgf�ltig formulierte er einen Antworttext: <emphasis>Als Reaktion auf Ihre Nachricht (Referenz a) erfordert Flottenvorschrift 0215 Absatz sechs Alpha von mir, dass ich bei der Ausf�hrung von Befehlen alle potenziellen Faktoren in Erw�gung ziehen muss. Das gegenw�rtig geplante Abreisedatum f�r die mir �bertragene Mission spiegelt meine Einsch�tzung aller potenzieller Faktoren wider, unter anderem die erforderliche Zeit f�r Erledigung der notwendigen Logistik, Einsatzbereitschaft, Reparaturen, Personal und Planungserfordernisse. Das umfasst die Rechtfertigung f�r die Einsch�tzung und Beschreibung aller potenzieller Faktoren. (Anhang b)</emphasis></p><p>Er hatte kein Entgegenkommen bei dem von ihm bestimmten Datum gezeigt, auch wenn das hinter angenehm vagen und h�flichen Worten verborgen war, die zusammen eine tr�gerisch kurze Nachricht ohne jeden echten Informationsgehalt bildeten. Die wahren Informationen w�rden sich im Anhang finden. <emphasis>Die wollen wissen, welche potenziellen Faktoren ich vorzubringen habe? Sollen </emphasis>die <emphasis>sich doch alles durchlesen und herausfinden, ob sie irgendwo einen Grund entdecken k�nnen, der belegt, dass meine Entscheidung nicht gerechtfertigt ist.</emphasis></p><p>Dann wies Geary die Datenbank der Flotte an, jede offizielle Datei zu jedem Thema anzuh�ngen (ausgenommen nat�rlich alles, was sich auf die Simulation der Potemkinschen Flotte bezog) und die gesamte Sammlung in einen einzigen Ordner zu packen, der mit seiner Antwort verschickt werden sollte. Die kombinierte Rechenkapazit�t der Flotte, deren Schiffe zu diesem Zweck zu einem �bergreifenden Netzwerk zusammengeschlossen waren, ben�tigte mehrere Minuten, um nur diese eine Aufgabe zu erledigen. Er h�tte nicht gedacht, dass irgendein Befehl an den Computer die Flottensysteme so lange Zeit beanspruchen w�rde. Nach einer Weile begann er sich zu fragen, ob er es wohl geschafft hatte, das Netzwerk zu �berlasten und lahmzulegen, als auf einmal �berraschend das Ergebnis auf seinem Display angezeigt wurde.</p><p>Geary musste innehalten, so beeindruckend war die Zahl, die die Gr��e des Anhangs an seine Nachricht anzeigte. Diese Masse an Information war so gewaltig, dass von deren Einspeisung vermutlich sogar ein Schwarzes Loch unter Verstopfung leiden w�rde.</p><p>Unwillk�rlich �berlegte er, was wohl geschehen w�rde, wenn diese Datenmenge in die Datenbanken des Flottenhauptquartiers �bertragen wurde, deren Kapazit�ten als recht fragw�rdig galten. Konnte eine ausreichend gro�e Menge an Informationen ein virtuelles Schwarzes Loch aus zerfallenden Daten erzeugen, aus dem nichts entkommen konnte? Wenn das Ergebnis darin bestand, dass das Hauptquartier Probleme bekam, Nachrichten zu verschicken, war das Ganze auf jeden Fall einen Versuch wert.</p><p>Wieder betrachtete er Celus Bild und dachte an ihren Befehl, er solle so schnell wie m�glich antworten. Dann versah er seine Antwort mit der h�chstm�glichen Priorit�t ohne sie als Notfall deklarieren zu m�ssen. <emphasis>Ihr wollt eine schnelle Antwort, und die werdet ihr auch bekommen.</emphasis></p><p>War ein einzelnes Kurierschiff �berhaupt in der Lage, eine solche Datenmenge zu transportieren? Es w�rde interessant sein, das herauszufinden und anschlie�end zu sehen, wie lange das Hauptquartier damit besch�ftigt sein w�rde, diesen Anhang runterzuladen. L�chelnd tippte Geary auf die Senden-Taste, dann widmete er sich wieder seiner eigentlichen Arbeit.</p><p>Nachrichten vom Hauptquartier, die von da an eingingen, �berflog er fast nur noch, um festzustellen, ob eine vage Antwort gen�gte, ob er sie komplett ignorieren konnte oder ob vielleicht wirklich eine wie auch immer geartete Reaktion notwendig war. Aber zwei Wochen nach �bernahme des Kommandos ging eine sehr sonderbare Mitteilung ein, die ihn veranlasste, sie noch einmal gr�ndlich zu lesen.</p><p><emphasis>Benennen Sie mit hoher Priorit�t f�r einen Transfer s�mtliches Flottenpersonal � Offiziere und Unteroffiziere � mit formellen oder informellen Kenntnissen �ber die Funktionsweise von Hypernet-Systemen. Derart benanntes Personal verbleibt bis zu einer anderweitigen Zuteilung auf Varandal.</emphasis></p><p>Transfer? Die wollten erfahrene Crewmitglieder von den Schiffen holen, die im Begriff waren, sich auf eine gef�hrliche Mission zu begeben? <emphasis>Augenblick mal!</emphasis></p><p>Er wusste nicht, wie viele Leute in dieser Flotte �ber �formelle oder informelle Kenntnisse� �ber das Hypernet verf�gten, aber ihm war klar, dass einer von ihnen Commander Neeson war, der Befehlshaber des Schlachtkreuzers <emphasis>Implacable</emphasis>. Er sollte einen erfahrenen Commander f�r einen Transfer benennen, und das zwei Wochen bevor diese Flotte aufbrechen w�rde, und dann sollte er den Offizier auch noch hier zur�cklassen, wenn die Flotte sich auf den Weg machte? Wie viele Leute in wichtigen Positionen w�rden noch dieser j�ngsten Forderung des Flottenhauptquartiers Folge leisten m�ssen?</p><p>Eine rasche Suche in der Datenbank ergab eine lange Liste von fast hundert M�nnern und Frauen, die alle mit sekund�ren Codes f�r hypernetbezogene Kenntnisse versehen waren. Von Neeson abgesehen waren vier weitere Kommandanten davon betroffen, darunter Captain Hiyakawa vom Schlachtkreuzer <emphasis>Steadfast </emphasis>und die Captains von zwei Schweren Kreuzern. Nach einem Blick auf die Kriterien f�r den angegebenen Code musste er aber feststellen, dass �Hypernet-Kenntnisse� ein sehr schwammig formuliertes Fachgebiet waren. Er warf einen Blick auf die prim�ren Kenntniscodes der Senior-Unteroffiziere, die alle klar und deutlich definiert waren, und sch�ttelte den Kopf. <emphasis>Ich kann es mir nicht leisten, diese Leute gehen zu lassen. Jedenfalls nicht viele von ihnen. Am liebsten gar keinen, wenn ich dabei ein W�rtchen mitzureden habe. Was zum Teufel will das Hauptquartier �berhaupt mit diesen Leuten?</emphasis></p><p>Er rief Commander Neeson, mit dem er schon zuvor bei Hypernet-Angelegenheiten zusammengearbeitet hatte. �Commander, wie ma�geblich w�rde Ihr Beitrag ausfallen, wenn die Allianz Sie in die Forschung oder die Entwicklung oder in Bauprojekte einbeziehen w�rde, die das Hypernet betreffen?�</p><p>Der drei Lichtsekunden von der <emphasis>Dauntless </emphasis>entfernte Neeson schien von der Frage �berrumpelt. �Sie reden von mir pers�nlich, Admiral? Minimal. Eigentlich �berhaupt nicht. Ich wei� ein paar theoretische und praktische Dinge �ber das Hypernet, aber im Vergleich zu richtigen Experten ist das �berhaupt nichts. Ich kenne mindestens ein halbes Dutzend Offiziere im Hauptquartier, die mir auf dem Gebiet um Lichtjahre voraus sind. Ich habe mich noch nie mit ihnen unterhalten, aber ich kenne ihre Namen von Forschungsver�ffentlichungen.�</p><p>�Wie sieht es mit anderen Angeh�rigen dieser Flotte aus? Wie ich gesehen habe, verf�gt Captain Hiyakawa auch �ber diesen Kenntniscode.�</p><p>�Ich kenne Captain Hiyakawa nicht allzu gut, Admiral�, antwortete Neeson mit sechs Sekunden Verz�gerung, die das Signal ben�tigte, um hin und zur�ck zu reisen. �Wir haben uns mal kurz unterhalten, daher w�rde ich sagen, dass er ungef�hr auf dem gleichen Niveau ist wie ich. Sir, die einzige Offizierin der Flotte, die zu irgendeinem Projekt etwas Brauchbares h�tte beitragen k�nnen, w�re Captain Cresida gewesen. Nicht wegen ihrer Ausbildung auf dem Gebiet der Hypernet-Portale, sondern weil sie intuitiv und genial war. Ich bin nur ein Amateur, ich wei� nicht mehr und nicht weniger �ber diese Portale als so ziemlich jeder andere in dieser Flotte.�</p><p>�K�nnen Sie sich irgendein Hypernet-Projekt vorstellen, bei dem Ihr Wissen einen ma�geblichen Einfluss h�tte?�, fragte Geary.</p><p>�Au�erhalb der Flotte? Nein, Sir. Ich k�nnte bei irgendwelchen Besprechungen den Kaffee aufsetzen, aber zu mehr w�rde es nicht reichen.�</p><p>�Danke, Commander. Ich wei� Ihre Beurteilung zu sch�tzen.� Nachdem die Verbindung beendet war, sa� Geary da und starrte auf die Stelle, an der sich eben noch das Fenster befunden hatte. <emphasis>Keine besonderen Kenntnisse, was die Hypernet-F�higkeiten angeht. Aber ein gro�er Nachteil f�r mich, wenn mir jetzt dieses Wissen verloren geht. Und das Flottenhauptquartier verf�gt bereits �ber Leute, die weitaus qualifizierter sind. Und die Nachricht vom Flottenhauptquartier hat mir nicht mal Ersatz f�r meine Leute angek�ndigt.</emphasis></p><p><emphasis>Cresida war die Einzige, die etwas dazu h�tte beitragen k�nnen � Verdammt, mir fehlt Jaylen. Eine hervorragende Offizierin. Genial, genau wie Neeson gesagt hatte. Aber wenn sie die Einzige war, bei der man von echten Kenntnissen reden konnte, dann d�rfte Commander Neeson jetzt der Einzige in dieser Flotte sein, der sich einigerma�en mit Hypernet-Portalen auskennt. Damit ist es wohl mein gutes Recht, entsprechend auf diese Anforderung zu reagieren.</emphasis></p><p>Geary tippte auf die Antwort-Taste. �In Erwiderung auf Ihre Bitte hat eine Bewertung des Flottenpersonals ergeben, dass nach meinem Urteil niemand Ihren Anforderungen gen�gt.�</p><p>Das Schlimmste, was passieren konnte, war, dass sie seine Urteilsf�higkeit zu dem Thema infrage stellten, und er war es allm�hlich gew�hnt, dass die Leute so mit ihm umgingen. Seit er aus dem K�lteschlaf erwacht war, hatte man �fter an seinem Urteil gezweifelt als zu der Zeit, da er noch ein Ensign gewesen war. Aber kurzfristig z�hlte f�r ihn nur, nicht das Personal zu verlieren, das seine Schiffe ben�tigten. Vielleicht w�rde derjenige im Hauptquartier, der sich diese merkw�rdige Anfrage ausgedacht hatte, es ja fertigbringen, in den verbleibenden zwei Wochen noch einen anderen Anlauf zu unternehmen, doch den konnte er dann problemlos abblocken und darauf verweisen, dass zu wenig Zeit verblieb, um noch personelle Umbesetzungen akzeptieren zu k�nnen. Auf jeden Fall war ihm eine Beschwerde lieber, dass er diesmal keine ausreichend begr�ndete Antwort geliefert hatte, anstatt noch fast hundert Leute von ihren Schiffen zu holen, wo die Flotte doch in K�rze Varandal verlassen sollte.</p><p>Wenigstens scheinen meine Probleme diesmal nur beim Hauptquartier zu liegen, nicht aber hier in meiner Flotte.</p><p>Wieder ging eine Meldung ein, diesmal eine visuelle Mitteilung. <emphasis>Von Timbale. Das d�rfte nicht so �bel sein.</emphasis></p><p>Admiral Timbales Gesicht tauchte in einem Fenster auf und l�chelte ihn aufmunternd an. �Gute Neuigkeiten.�</p><p>�Die kann ich gut gebrauchen.�</p><p>�Morgen treffen Ihre Experten ein.�</p><p>Geary wartete sekundenlang, dann fragte er: �Experten f�r was?�</p><p>�F�r intelligente nichtmenschliche Spezies.�</p><p>�Daf�r haben wir Experten? Bis wir auf die Enigma-Rasse gesto�en waren, wussten wir nicht mal, dass es irgendwo Aliens gibt. Und dass sie existieren, konnten wir erst vor ein paar Monaten best�tigen.�</p><p>�Das ist richtig�, stimmte Timbale ihm zu. �Aber Wissenschaft und Akademien bringen dennoch seit Jahrhunderten Experten zu diesem Thema hervor. In den letzten Jahrhunderten nicht mehr so viele, wie ich geh�rt habe. Offenbar hatte der Mangel an intelligenten nichtmenschlichen Spezies dazu gef�hrt, dass der Aussto� an Experten mit der Zeit immer weiter abgenommen hat. Aber ein paar gibt es immer noch. Offenbar gibt man Ihnen den Gro�teil der Experten mit, die in der Allianz zu finden sind. Wie ich h�re, sind sie ganz begeistert die Flotte zu begleiten.�</p><p>Geary sp�rte, wie sich der allzu vertraute Kopfschmerz erneut zu regen begann. �Wie viele?�</p><p>�Einundzwanzig. Allesamt Zivilisten. Vierzehn von ihnen sind vollwertige Doktoren.�</p><p>�Ich warte immer noch auf die guten Neuigkeiten. Wo soll ich einundzwanzig zivile Experten f�r intelligente nichtmenschliche Spezies unterbringen, die noch nie in ihrem Leben eine intelligente nichtmenschliche Spezies zu Gesicht bekommen haben?�</p><p>Timbale machte eine entschuldigende Geste. �Sie sind das Beste, was die Menschheit zu diesem Thema zu bieten hat. Wenn ich einen Vorschlag machen d�rfte: Einer der Sturmtransporter w�re doch f�r sie geeignet. Da sollten Sie doch gen�gend freie Quartiere f�r sie haben, und wenn es den Professoren und Doktoren langweilig wird, k�nnen sie immer noch die Marines studieren.�</p><p>�W�rde mich interessieren, zu welchen Erkenntnissen sie dabei kommen werden�, meinte Geary. �Danke f�r die Warnung. Ich werde die Experten dann mal General Carabali anvertrauen, dann darf sie entscheiden, auf welchem Transporter sie sie unterbringt.�</p><p>Eine weitere Woche verging. Ein lautes Klopfern gegen die Luke zu seinem Quartier lie� ihn erschrocken den Kopf heben. Jemand klopfte so energisch an, dass er an Kart�tschen denken musste, die mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Kilometern pro Sekunde auf die Panzerung eines Kriegsschiffs aufschlugen. Noch ehe die Schwingungen des letzten Schlags abgeebbt waren, flog die Luke auf, und Tanya Desjani kam hereingest�rmt. Sie kochte so sehr vor Wut, dass er fast bef�rchtete, sie w�rde Plasma spucken.</p><p>�<emphasis>Was macht </emphasis>diese <emphasis>Frau schon wieder auf meinem Schiff?�, </emphasis>herrschte sie ihn an.</p></section><section><title><p>Sechs</p></title><p>Geary wusste, wie verdutzt er dreinblicken musste, weil er sich genauso �berrumpelt f�hlte. Es gab nur eine Frau, die bei Desjani eine solche Reaktion ausl�sen konnte.</p><p>�Rione?�, fragte er. �Victoria Rione?�</p><p>Ihr wutentbrannter Blick war auf ihn gerichtet. �Davon wussten Sie nichts?�</p><p>�Sie ist an Bord der <emphasis>Dauntless? </emphasis>Seit wann? Und wieso?�</p><p>Noch immer aufgebracht, aber ein wenig bes�nftigt durch Gearys �berraschte Reaktion auf diese Neuigkeit nickte Desjani schlie�lich. �Sie ist mit dem routinem��igen t�glichen Shuttleflug an Bord gekommen. Ich habe erst davon erfahren, als sie vor ein paar Minuten das Shuttle verlassen hat.� Desjani ging in der Kabine auf und ab, dann drehte sie sich abrupt zu ihm um. �Sie k�nnen von Gl�ck reden, dass Sie so ein lausiger L�gner sind. Dadurch konnte ich Ihnen ansehen, dass Sie tats�chlich nichts von ihrer Ankunft wussten. W�re Ihnen das bekannt gewesen, und Sie h�tten mir nichts ��</p><p>�Tanya, so dumm bin ich nun auch wieder nicht. Was um alles in der Welt hat sie auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>verloren?�</p><p>�Da Sie es mir nicht sagen k�nnen, schlage ich vor, Sie fragen sie.�</p><p>W�hrend er insgeheim �berlegte, was er nur verbrochen hatte, dass die lebenden Sterne f�r ihn dieses Schicksal vorsahen, nickte er auf eine Weise, von der er nur hoffen konnte, dass sie etwas Bes�nftigendes vermittelte. �Wo ist sie?�</p><p>�In diesem Moment? So wie ich diese Frau kenne, ist sie auf dem Weg hierher.�</p><p>Kaum hatte Desjani ausgesprochen, wurde die T�rglocke zu Gearys Quartier bet�tigt. Desjani verschr�nkte die Arme vor der Brust und stellte sich auf eine Weise hin, die ihm verriet, dass sie in n�chster Zeit den Raum nicht verlassen w�rde. Er machte sich auf das Schlimmste gefasst, w�hrend er die Luke �ffnete.</p><p>Jede restliche Hoffnung, es k�nnte sich um jemanden handeln, der Victoria Rione zum Verwechseln �hnlich sah, zerschlug sich in dem Moment, als der Blick auf sie freigegeben wurde. �Ich st�re doch nicht, oder?�, fragte sie mit h�flich interessierter Miene.</p><p>Desjanis bereits rot angelaufenes Gesicht verf�rbte sich noch dunkler, ihre F�uste ballte sie dabei so fest, dass der Ring in die Finger zu beiden Seiten des Ringfingers schnitt. Dennoch brachte sie es fertig, in einem fast emotionslosen Ton zu sagen: �Man hat mich nicht dar�ber informiert, dass Sie meinem Schiff einen Besuch abstatten w�rden.�</p><p>�Das war ein Auftrag, den mir die Regierung in letzter Minute erteilt hat�, reagierte Rione auf Desjanis Bemerkung, wobei sie es aber irgendwie schaffte, es so aussehen zu lassen, als w�rde sie auf eine �u�erung von Geary antworten.</p><p>�Wird die Callas-Republik Sie nicht vermissen?�, fragte er.</p><p>�Leider nicht.� Ein Hauch von echten Gef�hlen huschte �ber Riones Gesicht und war so schnell verschwunden, wie er aufgetaucht war. �Au�erplanm��ige Neuwahlen. Vielleicht haben Sie davon geh�rt. Die W�hler fanden, ich sei zu sehr auf die Allianz konzentriert und ich w�rde nicht gen�gend hinter den Themen stehen, die die Interessen der Callas-Republik angehen.�</p><p>Es dauerte einen Moment, das zu erfassen. �Sie sind nicht l�nger Co-Pr�sidentin der Callas-Republik?�</p><p>�Weder Co-Pr�sidentin noch Senatorin der Allianz.� Riones Stimme klang gleichbleibend unbek�mmert, aber ihre Augen verrieten ihre Gef�hlsregungen. �Jemand, der der Allianz loyaler gegen�berzustehen scheint als der Callas-Republik, w�re ein schlechter Repr�sentant f�r die Frage, ob die Republik sich aus der Allianz zur�ckziehen soll, nachdem der Krieg jetzt vor�ber ist, nicht wahr? Immerhin hatte sich die Republik nur wegen der Bedrohung durch die Syndiks der Allianz angeschlossen. Da ich derzeit keine anderweitigen Verpflichtungen habe, ist die Allianz-Regierung auf die Idee gekommen, mich zur Gesandten des Gro�en Rats zu machen.�</p><p>�Zur Gesandten des Gro�en Rats?�, wiederholte Geary. �Und was hei�t das genau?�</p><p>�Alles, was es nach Ansicht des Gro�en Rats und nach meiner Ansicht hei�en soll.�</p><p><emphasis>Sie genie�t das, </emphasis>erkannte Geary.</p><p>Desjani war eindeutig zum gleichen Ergebnis gekommen, und sie hatte M�he, ihre Zunge im Zaum zu halten. �Ich bin mir sicher, Sie wollen mit dem Admiral alles Notwendige besprochen haben, bevor das Shuttle wieder ablegt, daher ��</p><p>�Nein, ich werde bleiben�, unterbrach Rione sie und sprach weiter in Gearys Richtung. �Der Gro�e Rat m�chte, dass ich f�r die Dauer der n�chsten Mission auf dem gleichen Schiff bleibe wie der Admiral.�</p><p>Da er f�rchtete, Desjani k�nnte vor Wut explodieren, fragte Geary an Rione gewandt: �Und wenn wir ins Allianz-Gebiet zur�ckkehren, werden Sie uns wieder verlassen?�</p><p>Zeigte sich eine Regung in ihr? Etwas so Heftiges, das sich nicht vollkommen verbergen lie�, das aber so schnell �berspielt wurde, dass er sich beim besten Willen nicht sicher sein konnte, ob er tats�chlich etwas gesehen hatte. �Das h�ngt davon ab, welche Befehle mir der Gro�e Rat erteilt�, sagte Rione.</p><p>Die Vorfahren m�gen uns beistehen. Wieder sa� er mit diesen beiden Frauen auf einem Schiff fest. �Ich werde eine Nachricht ��</p><p>�Sparen Sie sich die M�he. Es w�re nur vertane Zeit. Der Gro�e Rat will, dass ich Sie begleite. Der andere vom Gro�en Rat bestimmte Gesandte wird in K�rze ebenfalls eintreffen.� Dann erst nahm Rione Notiz von Desjani und l�chelte sie frostig an. �Aber ich bin nachl�ssig gewesen. Meinen Gl�ckwunsch an Sie beide. Wie erfreulich, dass alles so gut geklappt hat, als die Flotte das letzte Mal nach Varandal zur�ckgekehrt ist.�</p><p>Desjani versteifte sich wieder und sah zu Geary, der keine Reaktion zu zeigen versuchte. Sollte sie je dahinterkommen, dass Rione ihm geholfen hatte, an dem Tag noch rechtzeitig zu Desjani zu gelangen, dann w�rde die H�lle los sein. <emphasis>Und das wei� Rione. Warum macht sie also vor Tanya eine solche Anspielung? Was geht diesmal in ihrem Kopf vor? </emphasis>�Was genau ist Ihre Rolle in dieser Flotte?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Ich repr�sentiere die Regierung�, sagte sie und warf Desjani einen fl�chtigen Blick zu.</p><p>Tanya verstand die Botschaft und schaute finster zu Geary. �Wenn Sie gestatten, Sir. Ich werde mich wieder meinen Pflichten widmen.�</p><p>�Vielen Dank, Tanya.� Er versuchte, den Worten eine besondere Bedeutung mitzugeben, was ihm wom�glich auch gelang, da ihre Wut ein wenig zu verrauchen schien.</p><p>Kaum hatte sich die Luke hinter Desjani geschlossen, lie� Rione sich in einen Sessel sinken und wirkte mit einem Mal abgek�mpft. �Es tut mir wirklich leid, dass es keine Vorwarnung gab, bevor ich hier eintraf.�</p><p>�Sie mussten Tanya nicht so provozieren.�</p><p>�Stimmt. Aber ich bin ein Mistst�ck, und ich muss in �bung bleiben. Dass Sie auch keine Vorwarnung erhalten haben, ist �brigens nicht mein Werk. Der Gro�e Rat handelt in letzter Zeit ziemlich spontan. Mein Co-Gesandter sollte in den n�chsten Tagen hier eintreffen.�</p><p>�Das will ich ihm auch raten, weil wir in gut einer Woche aufbrechen werden. Kenne ich ihn?�, erkundigte er sich und nahm ihr gegen�ber Platz.</p><p>�Ich glaube kaum. General a. D. Hyser Charban.� Sie l�chelte ironisch. �Er versucht nicht, �ber den Umweg eines Putsches an die Macht zu gelangen, sondern auf die gute alte Art, indem er allen m�glichen m�chtigen Politikern irgendeinen Gefallen tut, damit sie sich revanchieren, wenn er sich selbst zur Wahl stellt.�</p><p>�General? Ein Marine?�</p><p>Sie musste lachen. �Nein, Bodentruppen. Ich kenne Charban auch nicht pers�nlich. Was ich �ber ihn gelesen habe, charakterisiert ihn als �pragmatisch, durch Erfahrung traurig und weise, und mit begrenzter Feuerkraft ausgestattet, wenn es darum geht, entscheidende Ziele zu erreichen��, zitierte sie am�siert.</p><p>�Es ist nicht verkehrt, wenn man die Grenzen seiner Feuerkraft kennt�, meinte Geary.</p><p>�Nicht, wenn es das ist, was Sie tats�chlich glauben.�</p><p>�Was genau werden Sie beide hier als Teil der Flotte machen?�</p><p>Einen Moment lang hielt sie inne, als �berlege sie, was sie darauf am besten sagen sollte. �Unsere Aufgabe ist es, die Regierung zu repr�sentieren.�</p><p>�Das haben Sie eben auch schon erz�hlt�, hielt Geary dagegen. �Das sagt mir �berhaupt nichts.�</p><p>�Sieh an, Sie machen sich ja. Lassen Sie es mich so formulieren: Da weder Charban noch ich ein gew�hltes Amt innehaben, k�nnen wir nicht w�hrend einer Mission entmachtet werden. So etwas w�rde unsere Legitimation als Repr�sentanten in Zweifel ziehen.�</p><p>�Victoria, sagen Sie mir, warum Sie die Flotte begleiten.�</p><p>Sie schaute in eine Ecke, ihr Gesichtsausdruck verriet nichts. �Vielleicht sollten Sie mich lieber fragen, was die Regierung mit dieser Mission tats�chlich erreichen will.�</p><p>Mit seiner Antwort lie� er sich Zeit, weil er sicherstellen wollte, dass er die richtige Formulierung w�hlte. �So wie ich das verstehe, soll ich mehr �ber die fremde Rasse in Erfahrung bringen, vor allem �ber ihre Technologie und ihre Schlagkraft. Und ich soll versuchen, friedliche Beziehungen zu ihnen aufzubauen.�</p><p>�Mehr oder weniger.� Rione schloss kurz die Augen und machte abermals einen sehr ersch�pften Eindruck. �Die Regierung will im Grunde genommen ein gro�es, kompliziertes und m�glicherweise sehr kostspieliges Problem auf die einfachste und billigste Weise l�sen. Das sollte bedeuten, mit den Aliens zu reden und jeden Konflikt zu vermeiden. Vielleicht aber auch nicht. Die Aliens werden im Gegenzug irgendetwas von uns fordern. Vielleicht muss man sie auch ein wenig unter Druck setzen. Meine Aufgabe und die von Charban ist es sicherzustellen, dass Sie den Weg w�hlen, der zun�chst einmal mit den geringsten Kosten und Risiken verbunden ist.�</p><p>�Und was ist mit langfristigen Kosten und Risiken?�, wollte er schnaubend wissen.</p><p>�Mit langfristigen Problemen kann man sich immer noch befassen, wenn der Moment daf�r gekommen ist�, sagte sie. Ihre Stimme verriet dabei nichts dar�ber, was sie selbst f�hlte. �Und zwar mit weiteren billigen und kurzfristigen L�sungen, mit denen sich die Probleme weiter hinausschieben lassen, damit sich irgendwann irgendjemand anders den Kopf dar�ber zerbrechen darf. So denken Politiker nun mal. Ich war der Meinung, das w�ssten Sie inzwischen.�</p><p>�Sie sind eine Politikerin.�</p><p>�Eine, die man aus dem Amt gew�hlt hat.� Sie l�chelte humorlos. �Alle Regierungen in der Allianz haben im Augenblick auf �berlebensmodus umgeschaltet. Man hat Angst vor Ihnen, aber man braucht Sie auch. Darum schickt man Sie weg, damit Sie weit, weit entfernt den Helden spielen, aber hier in der Allianz nicht f�r Schwierigkeiten sorgen k�nnen.�</p><p>�Das wusste ich bereits. Das ist ungef�hr so wie zuletzt, als ich tot war. Die Regierung konnte von dem profitieren, der ich angeblich war, aber sie musste sich keine Gedanken dar�ber machen, was ich tats�chlich tun k�nnte.�</p><p>�Ja, es ist eine ganz �hnliche Situation. Aber jetzt leben Sie, und Sie sind zu allem M�glichen f�hig. General Charban und ich sollen Ihre Entscheidungen in die Richtung lenken, von der die Regierung jeweils am meisten profitiert.�</p><p>Vielleicht hatte er einfach nur zu lange mit Rione zu tun gehabt, auf jeden Fall wurde ihm die Bedeutung ihrer Worte sofort klar. �Von der die Regierung profitiert�, wiederholte er. �Nicht �von der die Allianz profitiert�.�</p><p>�Aber ist das nicht ein und dasselbe?�, gab sie in einem Ton zur�ck, der seine Erkenntnis best�tigte, ohne dass sie das sagen musste. �Jetzt wissen Sie, wo wir beide stehen.�</p><p>�Ich wei�, was Sie �ber Ihre Befehle gesagt haben�, stellte er fest.</p><p>Wieder l�chelte sie auf eine Weise, die alles bedeuten konnte. �Ja.�</p><p>�Warum sind Sie hergekommen, Victoria? Ihnen muss klar gewesen sein, wie Tanya darauf reagieren w�rde.�</p><p>�Ich habe meine Gr�nde, und ich habe meine Befehle vom Gro�en Rat.� Sie machte eine wegwerfende Geste. �Da ich kurz zuvor meine Arbeit verloren hatte, befand ich mich nicht in einer Situation, in der ich das Angebot des Rats h�tte ablehnen k�nnen.�</p><p>�Ich kann noch immer nicht glauben, dass man Sie abgew�hlt hat.�</p><p>�Die Dankbarkeit der W�hler reicht nicht allzu weit�, erwiderte sie un�berh�rbar verbittert. �Ich bin bereit gewesen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Dummerweise bin ich in diesem Punkt sehr stark von einem Relikt vergangener Zeiten beeinflusst worden, von einem Mann, der gemeinhin unter dem Namen �Black Jack� bekannt ist.� Sie warf ihm einen k�hlen Blick zu, der ihm nur zu gut in Erinnerung war. �Mein Kontrahent war dagegen bereit, den W�hlern alles zu versprechen, was sie von ihm h�ren wollten, und er hat ihnen garantiert, dass niemand von ihnen daf�r Opfer w�rde bringen m�ssen. Eine Mehrheit der W�hler hielt das f�r eine gro�artige Idee.�</p><p>Geary hielt ihrem Blick stand. �Also haben Sie die Wahl verloren, weil Sie ehrlich waren.�</p><p>�Ironisch, nicht wahr?�</p><p>�Wie Sie mir einmal sehr deutlich zu verstehen gaben, besteht ein Teil dieser Flotte aus Schiffen der Callas-Republik. Deren Besatzungen und auch die Besatzungen der Schiffe der Rift-F�deration rechnen st�ndlich mit dem Befehl, nach Hause zur�ckzukehren. Sie haben diesen Befehl noch nicht erhalten, aber ich versuche zu entscheiden, ob ich diese Schiffe hier bei Varandal zur�cklassen soll.�</p><p>Wieder schaute Rione zur Seite und sch�ttelte den Kopf. �Auf einen solchen Befehl werden sie lange warten k�nnen. Die Regierung der Republik wird diese Schiffe nicht zur�ckrufen. Erwarten Sie nicht von mir, dass ich das �ffentlich wiederhole, aber Sie m�ssen auch nicht damit rechnen, dass die Rift-F�deration ihre Schiffe nach Hause holt.�</p><p>Er musste an die hoffnungsvollen Mienen der Befehlshaber dieser Schiffe denken, die davon ausgingen, schon bald die Heimat wiederzusehen. �Das ergibt aber keinen Sinn. Wenn sie sich von der Allianz l�sen wollen, warum sollten sie dann den gr��ten Teil ihrer Flotte unter dem Kommando der Allianz belassen?�</p><p>�Weil sie sich vor diesen Kriegsschiffen f�rchten.� Sie musterte ihn ernst. �Die neue Regierung hegt den Verdacht, die Besatzungen k�nnten eher zu Black Jack Geary stehen als zur Callas-Republik. Und vermutlich liegen sie damit sogar richtig.�</p><p>Wut regte sich in ihm, wie er sie zuletzt bei seiner Konfrontation mit dem Gro�en Rat versp�rt hatte. �Mutma�ungen sind keine Entschuldigung, um diese Besatzungen so zu behandeln, nachdem die so viel Tapferkeit und Opferbereitschaft gezeigt haben! Wie kann man mit den eigenen Leuten so umgehen? Wenn sie mir misstrauen, fein. Ich habe mich daran schon gew�hnt! Aber ich werde nicht zulassen, dass diese Schiffe versto�en werden, nur weil jemand vage Bedenken hat, was ich vielleicht eines fernen Tages einmal tun k�nnte!�</p><p>Sie stellte sich seinem Zorn, ohne mit der Wimper zu zucken, indem sie ihn einfach nur ansah. �Das ist doch das Gleiche, was die Allianz mit ihren eigenen Kriegsschiffen macht, oder nicht, Admiral?�</p><p>�Meine Schiffe kehren zwischen zwei Missionen heim!�</p><p>�Ja, nat�rlich.� Ihr Tonfall vermittelte nicht den Hauch von Zustimmung.</p><p>�Ich werde diese Schiffe nach Hause schicken�, entschied er. �Auf meinen eigenen Befehl hin. Ich werde ihnen sagen, dass sie zur Callas-Republik zur�ckkehren sollen und ��</p><p>�Ich habe Befehle mitgebracht, aber die Befehle von der Republik lauten, dass besagte Schiffe in der Flotte zu verbleiben haben. Die Befehle legen zwar nahe, dass es sich nur um eine vor�bergehende Ma�nahme handelt, aber ausdr�cklich gesagt wird das an keiner Stelle.� Sie starrte auf einen Punkt in einer Ecke, um Gearys Blick auszuweichen. �Sie m�ssen eines wissen: Sie k�nnen sich �ber diese Befehle nicht hinwegsetzen, ohne politische Autorit�t �ber den Haufen zu werfen. Zudem hat die neue Regierung der Republik jede Menge �berzeugend klingender Gr�nde angef�hrt, warum die Schiffe unter Ihrem Befehl bleiben sollten.�</p><p>�Ich verstehe das nicht.� Sein ver�rgerter Tonfall veranlasste Rione dazu, ihn wieder anzusehen. �Niemand in der Regierung vertraut mir, aber alle wollen, dass die Kriegsschiffe weiter meinem Kommando unterstellt bleiben. Die Callas-Republik will sich von der Allianz l�sen, aber die Kriegsschiffe sollen bei mir bleiben. Sind die anderen alle verr�ckt � oder ich?�</p><p>Wieder schloss sie f�r einen Moment die Augen. �Sie d�rfen die Schiffe behalten. Jeder andere Admiral w�rde das als ein Geschenk ansehen.�</p><p>�Aber wo ist der Haken?�</p><p>Das anschlie�ende Schweigen zog sich so lange hin, dass Geary bereits davon �berzeugt war, keine Antwort mehr zu erhalten, als Rione unvermittelt sagte: �Erwarten Sie von der Callas-Republik keine gro�e Unterst�tzung f�r diese Schiffe. Die Besatzungen erhalten weiter ihren Sold, aber Wartung und Reparaturen werden scheibchenweise erledigt, widerstrebend und gem�chlich, und es wird kein neues Personal entsendet, um die Besatzungsst�rke beizubehalten.�</p><p>Es dauerte ein paar Sekunden, ehe er verstand. �Dann l�sst man diese Schiffe einfach allm�hlich verk�mmern? Bis sie in einem Gefecht zerst�rt werden oder bis sie der Reparatur oder Instandhaltung nicht mehr wert sind? Dann werden die �berreste der Besatzungen nach Hause geschickt, die inzwischen so dezimiert worden sind, dass sie f�r niemanden mehr eine Gefahr darstellen?�</p><p>Diesmal antwortete Rione �berhaupt nicht.</p><p>�Was ist mit den Schiffen der Rift-F�deration?�, wollte er wissen.</p><p>�Ich komme aus der Callas-Republik ��</p><p>�Ich habe Sie nicht gefragt, woher Sie kommen. Wissen Sie etwas dar�ber, was deren Regierung vorhat?�</p><p>Nun loderte in ihren Augen Wut auf. �Aus recht zuverl�ssigen Berichten wei� ich, dass die Rift-F�deration dem Beispiel der Callas-Republik folgen wird, zumal sie nur noch wenige Schiffe in der Flotte hat.�</p><p>�Verflucht.� Mehr schien es nicht zu geben, was er dazu sagen konnte. Geary bemerkte einen Schmerz in einer Hand und stellte fest, er hatte die Faust vor Wut so fest geballt, dass er sich selbst damit wehtat. �Wie wollen diese beiden Regierungen ihren eigenen Leuten erkl�ren, dass die Besatzungen der Schiffe nicht zu ihnen zur�ckkehren werden?�</p><p>�Sie d�rfen nicht vergessen, Admiral�, wandte sie ein, �dass so viele Schiffe gar nicht mehr �brig sind. Bevor Sie das Kommando �bernahmen, hatten wir bereits einen Gro�teil beider Kontingente verloren. Weitere Schiffe wurden bei den anschlie�enden K�mpfen zerst�rt. Es geht nicht mehr darum, eine gewaltige Zahl an Besatzungsmitgliedern nach Hause zur�ckkehren zu lassen, sondern nur noch die �berlebenden. Gemessen an den Bev�lkerungszahlen dieser V�lker stellen die �berlebenden nur einen winzigen Bruchteil dar.�</p><p>Seine Wut schien verraucht zu sein, zur�ckgeblieben war eine dumpfe Hitze, die keine W�rme ausstrahlte. �So wie die Allianz-Flotte vor dem Krieg. Kaum jemand war zu der Zeit mit einem Angeh�rigen des Milit�rs verwandt.�</p><p>�Richtig, und damit wird auch die Logik klar. Diese beiden Regierungen wollen die von ihren Kriegsschiffen und den Besatzungen ausgehende Bedrohung so weit entfernt wie m�glich wissen. Beklagen werden sich dar�ber nur wenige, weil auch nur wenige sich daran st�ren k�nnen, dass diese M�nner und Frauen noch immer nicht nach Hause zur�ckkehren. Gleichzeitig kann man sich weiter damit br�sten, dass die Regierung auch k�nftig den gro�en Helden Black Jack unterst�tzt.�</p><p>�Ich werde nach wie vor benutzt�, stellte Geary fest.</p><p>�Ja, das werden Sie. Was werden Sie dagegen unternehmen?�</p><p>�Ich k�nnte den Dienst quittieren ��</p><p>Wieder kochten ihre Emotionen hoch. �Wer sonst sollte denn in der Lage sein, diese Leute am Leben zu erhalten, Admiral? Geben Sie auf, dann �bernimmt irgendein Idiot wie Admiral Otropa Ihren Platz. Wollen Sie, dass sie alle sterben m�ssen?�</p><p>�Das ist einfach nur unfair!�</p><p>�Glauben Sie immer noch daran, irgendetwas k�nnte fair sein?�, fragte sie.</p><p>�So seltsam das auch sein mag, aber genau das tue ich.� Dennoch hatte Rione etwas Wahres gesagt. <emphasis>Diese Soldaten werden von ihren eigenen Leuten versto�en, jemand muss sich um sie k�mmern. Solange ich niemanden gefunden habe, der das kann, werde ich dieser Jemand sein m�ssen. </emphasis>�Ich werde meine Arbeit nach Kr�ften erledigen.�</p><p>�Sie werden also weiterhin Ihre Befehle befolgen?� Riones Stimme klang sanfter, zugleich aber auch eindringlicher.</p><p>�Ja.� Geary bleckte die Z�hne. �Und zwar so, wie ich diese Befehle auslege. Das bedeutet, dass ich f�r die Leute unter meinem Kommando alles tun werde, was in meiner Macht steht.�</p><p>�Und die Aliens?�</p><p>�Sie haben Ihre Anweisungen, ich habe meine. Meine Befehle beschr�nken sich nicht darauf, kurzfristige Gefahren und Bedrohungen auszur�umen. Ich soll das Ganze auf eine Art und Weise l�sen, die langfristig funktioniert. Wenn die Regierung oder einer ihrer Gesandten damit ein Problem hat, dann sollen sie sich einen anderen suchen, den sie zu ihrem Hampelmann machen k�nnen.�</p><p>Rione begann, schwach zu l�cheln, was jedoch nichts daran �nderte, dass sie immer noch m�de und irgendwie viel �lter wirkte. �Jeder untersch�tzt Sie. Nur ich nicht.�</p><p>�Und Tanya.�</p><p>�Ja, aber sie betet Sie auch noch an, was ich nicht machen werde.� Rione stand auf. �Ich muss mich jetzt erst mal ein wenig ausruhen. Charban wird vor morgen nicht hier eintreffen. Also k�nnen Sie sich f�r eine Weile wieder von allen Politikern befreit f�hlen.�</p><p>�Ich bin mir sicher, Ihr Quartier ist inzwischen fertig.� Er musterte sie und fragte sich, wieso sich bei ihm der beharrliche Eindruck hielt, dass mit Rione irgendetwas anders war als beim letzten Mal. �Ist alles in Ordnung?�</p><p>�Alles bestens�, sagte sie und l�chelte abermals, was jetzt aber so emotionslos wirkte wie das L�cheln eines Syndik-CEOs. Ihre Augen verrieten ebenfalls keine Gef�hlsregung.</p><p>Nachdem sie gegangen war, sa� er noch eine Weile da und lie� sich die Unterhaltung noch einmal durch den Kopf gehen. Manche �u�erung, wie zum Beispiel die Andeutung in Tanyas Gegenwart, dass sie einen Beitrag dazu geleistet hatte, ihn mit Desjani zusammenzubringen, war untypisch gedankenlos. Dann wieder hatte Rione den Eindruck erweckt, ein noch heimlicheres Spiel zu treiben als beim letzten Mal, selbst wenn sie auf den ersten Blick ganz offen und ehrlich zu reden schien. <emphasis>Warum sind Sie tats�chlich zur�ckgekommen, Victoria? Wie sehr sind Sie meine Verb�ndete, und wie sehr folgen Sie der von der Regierung vorgegebenen Linie? Und inwieweit arbeiten Sie heimlich an der Vollendung Ihrer eigenen Ziele, wie auch immer die aussehen m�gen?</emphasis></p><p><emphasis>Und so viel Sie mir auch anvertraut haben � wie viel haben Sie mir gleichzeitig verschwiegen?</emphasis></p><p>Viel sp�ter an diesem Tag begegnete er Tanya in einem der Schiffskorridore wieder. �Hatten Sie Gelegenheit, sich diese speziellen Befehle vom Gro�en Rat anzusehen?� Die Befehle, die Rione f�r ihn mitgebracht hatte und die ausschlie�lich f�r ihn bestimmt waren. <emphasis>Zum Teufel mit der Geheimniskr�merei, ich brauche andere Perspektiven.</emphasis></p><p>Desjani verzog den Mund. �Leider ja.�</p><p>�Genau. Endlos viele Anweisungen nach dem Prinzip: �Tun Sie dies, es sei denn, Sie sollten es besser bleiben lassen, und tun Sie jenes nicht, es sei denn, Sie sollten es tun.��</p><p>Sie antwortete nicht sofort, sondern schaute auf einen weit entfernten Punkt. �Ber�cksichtigen Sie bitte, dass meine pers�nlichen Gef�hle nicht hineinspielen, wenn ich sage, dass diese Frau Sonderbefehle f�r uns mitgebracht hat, und wenn ich mich dann frage, wie eigentlich ihre eigenen Befehle lauten.�</p><p>�Das habe ich mich auch schon gefragt.�</p><p>�Die haben sie nicht blo� als Kurier hergeschickt, sondern noch aus irgendwelchen anderen Gr�nden. Solange wir diese Gr�nde nicht kennen, m�chte ich Sie bitten, sie wie eine potenzielle Gefahr zu behandeln.�</p><p>�Das werde ich auch�, versicherte Geary ihr. �Mir passen schon die Befehle nicht, von denen sie uns in Kenntnis gesetzt hat. Vor allem nicht ihre Anweisung, dass wir uns ins Dunai-Sternensystem begeben sollen. Ich hatte vor, einen Sprung nach Indras im Syndik-Territorium zu unternehmen und von dort durch das Hypernet der Syndiks bis nach Midway zu reisen, damit wir von da den Sprung ins Alien-Territorium unternehmen k�nnen. Der einfachste und schnellste Weg, um die Strecke zur�ckzulegen. Stattdessen will der Gro�e Rat, dass die Flotte einen Abstecher nach Dunai unternimmt, damit wir unsere Kriegsgefangenen aus einem Lager der Syndiks holen.� Er war w�tend und f�hlte sich zugleich hilflos, weil er sich �ber solche Befehle nicht hinwegsetzen konnte. �Die erforderlichen Zwischenstopps und Spr�nge verl�ngern unseren Flug nach Midway um drei Wochen.�</p><p>�Wieso Dunai?�, hakte Desjani nach. �Wieso ist dieses Gefangenenlager wichtiger als all die anderen, in denen es auch noch gen�gend Gefangene gibt, die auf eine R�ckkehr in die Allianz warten?�</p><p>�Der Befehl sagt dar�ber nichts aus, und Rione behauptet, nichts zu wissen.�</p><p>�Stecken Sie sie f�r eine halbe Stunde in einen Verh�rraum, dann ��</p><p>Er winkte ab und machte eine hilflose Geste. �Ich w�nschte, ich k�nnte das machen. Aber es gibt keine Grundlage, um eine Zivilperson und Regierungsrepr�sentantin so zu behandeln. Wir m�ssen nach Dunai, Tanya.�</p><p>�Und warum nicht auf dem R�ckweg?�, wollte sie wissen. �Was wir an Vorr�ten f�r diesen Umweg verbrauchen, k�nnte uns fehlen, wenn wir uns sp�ter im Gebiet der Aliens befinden. Au�erdem w�re das schon deshalb sinnvoller, damit wir nicht mit Schiffen voller befreiter Kriegsgefangener zu den Aliens reisen m�ssen.�</p><p>�Sie haben v�llig recht. Aber es bleibt keine Zeit mehr, gegen den Befehl Einspruch einzulegen, weil das unsere Abreise um Wochen hinausz�gern w�rde. Und wie soll ich argumentieren, wenn der Abstecher nach Dunai einfach nur l�stig ist, aber sonst nichts? Ich kann diesen Befehl nicht verweigern. Es ist machbar und es ist v�llig rechtm��ig vom Hauptquartier, so etwas anzuordnen. Das Ganze ist nicht unverh�ltnism��ig gef�hrlich oder riskant � soweit wir das wissen � und es stellt keine Gef�hrdung unserer eigentlichen Mission dar. Das ist nicht mit diesem Kriegsgerichtsbl�dsinn des Hauptquartiers vergleichbar.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>�Tanya, es k�nnte gute Gr�nde geben, nach Dunai zu reisen. Ihnen muss es nicht gefallen � Mir selbst gef�llt es auch nicht. Aber Sie m�ssen respektieren, dass ich die Autorit�t derjenigen akzeptieren muss, die �ber mir stehen, solange sie diese Autorit�t legitim einsetzen.�</p><p>�Das tue ich.� Sie l�chelte ihn entschuldigend an. �Sie stehen auch so schon genug unter Druck. Ich wei�, wie ungl�cklich die Schiffsbesatzungen der Rift-F�deration und der Callas-Republik sind. Glauben Sie mir, wenn nicht Sie der Befehlshaber dieser Flotte w�ren, dann h�tten die l�ngst gemeutert und die Heimreise angetreten. Wenigstens k�nnen Sie daf�r nun dieser Hexe die Schuld geben, die diese Befehle mitgebracht hat.� Riones ohnehin geringes Ansehen innerhalb der Flotte war fast auf den Nullpunkt gesunken. �Unsere eigenen Besatzungen sind nicht begeistert, aber sie vertrauen darauf, dass Sie sie zur�ck nach Hause bringen.�</p><p>�Ich wei�.� Dieser Druck lie� nie nach. Das Vertrauen dieser M�nner und Frauen, dass er das Leben eines jeden Einzelnen von ihnen als jenes unermesslich wertvolle Gut behandelte, das es ja auch war, war einfach unersch�tterlich. Aber er wusste auch, dass er eben diese Frauen und M�nner in Situationen w�rde schicken m�ssen, aus denen sie wom�glich lebend nicht wieder herauskommen w�rden.</p><p>�Es tut mir leid. Aber es gibt da noch eine Sache, die Sie wissen m�ssen. Ich bin wegen einer anderen Sache beunruhigt, die mit Politikern gar nichts zu tun hat. Glaube ich jedenfalls. Zumindest ist es sehr eigenartig. Heute hat die <emphasis>Dauntless </emphasis>einen weiteren Knotenpunkt zur Energieverteilung verloren.�</p><p>�Sie meinen, er l�sst sich nicht mehr reparieren?� Er wunderte sich, warum sie dieses Thema anschnitt. Verteilerknoten fielen eben manchmal aus. So was kam zwar nur ziemlich selten vor, aber bekanntlich funktionierte nichts ewig.</p><p>�Er ist vollst�ndig ausgebrannt. Es ist nichts �brig, was man noch irgendwie gebrauchen k�nnte.� Sie blieb stehen und drehte sich zu ihm um. Ihre Augen blickten in seine. �Normalerweise behellige ich Sie nicht mit Materialproblemen. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>in Schuss zu halten, ist meine Aufgabe, nicht ihre. Aber wir hatten drei Ausf�lle von Energieverteilerknoten, w�hrend ich nicht hier war. In zwei F�llen hat eine Inspektion daf�r gesorgt, dass sie aus dem Verkehr gezogen wurden, der dritte machte einen so wackligen Eindruck, dass mein XO ihn vorsorglich abschalten lie�. Zum Gl�ck konnte in Varandal Ersatz hergestellt werden, aber jetzt haben wir schon wieder einen verloren.�</p><p>Geary schaute in die Ferne und versuchte nachzudenken. �Vier Verteilerknoten? Innerhalb weniger Monate? Das ist eine sehr hohe Ausfallquote f�r ein Schiff, das seitdem keine Sch�den im Gefecht mehr davongetragen hat. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich so was vor hundert Jahren jemals mitbekommen h�tte.�</p><p>�Wahrscheinlich wurden Schiffe vor hundert Jahren auch anders gebaut�, wandte Desjani ein. �Au�erdem wurden sie nicht st�ndig in Gefechte verwickelt, wie es danach der Fall gewesen ist. Tatsache ist aber auch, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>noch nie mit solchen Problemen zu tun hatte. Ich habe meinen Leuten gesagt, sie sollen den Grund f�r diese Ausf�lle herausfinden, aber alle Ingenieure an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>und an Bord der Hilfsschiffe k�nnen mir nur sagen, dass die Verteilerknoten eine �schwere Komponentenfehlfunktion erlitten haben, die sich ma�geblich auf die Funktionsparameter auswirkt�. Normale Menschen bezeichnen eine Sache dann als �kaputt�.�</p><p>�So viele Ausf�lle der Ausr�stung, und es gibt keinen Hinweis auf die Ursache?� Er legte die Stirn in Falten und lie� eine vage Geste folgen. �Kommen Sie, wir sehen uns das mal genauer an.� Er f�hrte sie zu seinem Quartier, deutete auf den Sessel, in dem Desjani Platz nehmen sollte, dann setzte er sich ebenfalls hin. Geary rief die Datenbank der Flotte auf, dann engte er die Anzeige ein, bis nur noch die Ausf�lle der Verteilerknoten w�hrend der letzten Monate aufgelistet wurden. Eine F�lle von Schiffen wurde genannt, die alle im Zuge von Kampfhandlungen entsprechende Sch�den erlitten hatten, also gab er als Obergrenze zwei Monate ein. �Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hat nicht als einziges Schiff diese Probleme. Die <emphasis>Warrior </emphasis>hat f�nf verloren, die <emphasis>Amazon </emphasis>drei, die <emphasis>Leviathan </emphasis>vier �� Er stutzte und forderte das System auf, Gemeinsamkeiten zwischen den Kriegsschiffen zu suchen. Als er das Ergebnis sah, schwieg er einen Moment lang. �Die �ltesten Schiffe der Flotte, die <emphasis>Dauntless </emphasis>eingeschlossen.�</p><p>�Die <emphasis>Dauntless </emphasis>wurde vor fast drei Jahren in Dienst gestellt�, sagte Desjani und erg�nzte stolz. �Es gibt nicht viele Schiffe, die im Krieg so lange �berlebt haben.�</p><p>�Nur die <emphasis>Warspite </emphasis>ist noch ein paar Monate �lter.� Geary bet�tigte den Komm-Schirm. �Ich muss dar�ber mit Captain Smythe reden.�</p><p>Die Flotte hatte ihre Einheiten enger zusammengezogen, da der Zeitpunkt n�her ger�ckt war, Varandal zu verlassen. Aus diesem Grund waren die <emphasis>Tanuki </emphasis>und die anderen Hilfsschiffe nur ein paar Lichtsekunden entfernt. Das Bild von Captain Smythe tauchte mit nur geringer Verz�gerung in Gearys Quartier auf. Der Mann salutierte auf seine gewohnt nachl�ssige Art, von seiner �blichen guten Laune war nichts zu merken. �Ja bitte, Admiral?�</p><p>�Wir scheinen auf den �lteren Schiffe ein Problem mit den Energieverteilerknoten zu haben�, begann Geary.</p><p>Smythe seufzte angestrengt. �Mit �lter meinen Sie alles, was vor zwei Jahren und mehr vom Stapel gelaufen ist, richtig, Admiral?�</p><p>�Sie klingen nicht �berrascht.�</p><p>�Nachdem heute Morgen von der <emphasis>Dauntless </emphasis>und der <emphasis>Warspite </emphasis>neue Meldungen �ber Ausf�lle bei der Ausr�stung eingegangen sind, habe ich mich damit besch�ftigt und bin zu einigen unerfreulichen Schlussfolgerungen gekommen. Ich war eigentlich noch nicht ganz fertig, um Ihnen Bericht erstatten zu k�nnen, aber die Ergebnisse sind weit genug gediehen. Und wenn Sie schon danach fragen, kann ich es Ihnen ja auch direkt erz�hlen.� Er lie� eine kurze Pause folgen, in der er vor sich auf etwas schaute, ehe er sich wieder an Geary wandte. �Ihr letztes Schiff, Sir, die <emphasis>Merlon</emphasis>. F�r welche Einsatzdauer war sie konstruiert worden?�</p><p>Dar�ber musste er erst einmal nachdenken. Es schien eine Ewigkeit her zu sein, dass er das letzte Mal auf den Decks der <emphasis>Merlon </emphasis>gestanden hatte. Obwohl er ein Jahrhundert im K�lteschlaf verbracht hatte, war die Erinnerung an sein Schiff noch sehr klar und deutlich. �Sie war ungef�hr drei�ig Jahre alt, als ich das Kommando �bernahm. Geplant war eine Lebensdauer von ungef�hr hundert Jahren, was f�r alle Schiffe dieser Klasse galt. Die H�lle konnte notfalls auch l�nger im Einsatz bleiben, aber wenn man die Lebensdauer um mehrere Jahrzehnte verl�ngern wollte, musste ein Schiff komplett �berholt und ein Gro�teil des Innenlebens ersetzt werden.�</p><p>Desjani sah ihn ungl�ubig an. �Hundert Jahre? Man hat tats�chlich geglaubt, die Schiffe w�rden so lange durchhalten?�</p><p>�Sie <emphasis>haben </emphasis>so lange durchgehalten�, gab Geary zur�ck. �Bis der Krieg begann. Nat�rlich wurden die Systeme der Schiffe st�ndig auf den neuesten Stand gebracht.�</p><p>�Erstaunlich�, murmelte Smythe. �Ich w�nschte, ich h�tte mal so ein Schiff sehen k�nnen. Die Ingenieursleistung muss ja von au�ergew�hnlich hoher Qualit�t gewesen sein.� Traurig l�chelnd sch�ttelte er den Kopf. �Wissen Sie, auf welche Lebensdauer unsere Schiffe ausgelegt sind, Sir?�</p><p>Die Erinnerung an Gearys erste Eindr�cke kam an die Oberfl�che. �Scharfe Kanten, nachl�ssige Schwei�n�hte. Sie werden schnell zusammengebaut, und ich habe geh�rt, dass an ihre Lebenserwartung keine hohen Anforderungen gestellt werden.�</p><p>Smythe nickte. �Bei Kampfeins�tzen lag die Lebenserwartung bei einigen Monaten. Sollte ein Schiff nicht in Kampfhandlungen einbezogen werden, konnte man von ein paar Jahren ausgehen. Aber kaum ein Schiff hat drei Jahre schaffen k�nnen. Und f�nf Jahre hat nicht ein einziges Schiff zustande gebracht.� Er machte eine ausholende Geste. �Ich schicke eine Entschuldigung an die Befehlshaberin und ihre Crew voraus, aber gemessen an den Anforderungen an ihr Design ist die <emphasis>Dauntless </emphasis>ein altes M�dchen.�</p><p>Vielleicht lag es daran, dass Geary mit dieser Denkweise noch nicht vertraut war, aber Desjani verstand die Bemerkung gut. �Die <emphasis>Dauntless </emphasis>war nie f�r einen so langen Einsatz vorgesehen. Ihre Systeme sind verschlissen.�</p><p>�Genau�, best�tigte Smythe. �Wenn man das Schiff mit einem lebenden Organismus vergleicht, dann stirbt es an Altersschw�che. Die Energieverteilerknoten auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>und den anderen �lteren Schiffen sind so etwas wie die Kanarienv�gel in Kohlebergwerken. Sie sind die ersten Komponenten, die den Geist aufgeben, weil ihre Konstruktionsweise nicht darauf angelegt ist, dass sie �berhaupt so lange h�tten funktionieren sollen. Sehen Sie hier.� Ein Fenster �ffnete sich neben Smythe, und er zeigte auf einige der dargestellten Informationen. �Die Energieverteilerknoten auf der <emphasis>Dauntless</emphasis>, die wir in den letzten Monaten verloren haben, sind exakt die Bauteile, die alle Raumschlachten unbeschadet �berstanden hatten. Bei ihnen handelt es sich noch um Originalteile aus der Zeit, als das Schiff gebaut wurde. Ihre geplante Lebensspanne ist �berschritten worden, und das gilt f�r alle anderen Schiffe gleichen Alters in dieser Flotte.�</p><p>Geary zuckte zusammen, als er sich das Ausma� der erforderlichen Reparaturen vor Augen hielt. �Hei�t das, wir m�ssen auf den �lteren Schiffen den gr��ten Teil der Systeme austauschen?�</p><p>�Nein, Admiral�, sagte Smythe und zog entschuldigend die Schultern hoch. �<emphasis>Alles </emphasis>auf diesen Schiffen ist auf eine Lebensdauer von ein paar Jahren ausgelegt.�</p><p>�Bei den Vorfahren!�</p><p>�Mit meinen habe ich schon gesprochen�, meinte Smythe. �Leider glaube ich nicht, dass unsere Vorfahren uns mit Ersatzteilen �bersch�tten und sie auch noch f�r uns einbauen werden.�</p><p>Desjani sah den Mann entsetzt an. �Wenn alle �lteren Schiffe diese Probleme haben ��</p><p>�� dann werden diese Probleme in den n�chsten Jahren auch bei allen anderen Schiffen auftreten, genau. Das sind die schlechten Neuigkeiten.�</p><p>�Gibt es denn auch gute?�, fragte Geary, der r�tselte, was diese Erkenntnis f�r seine Zeitplanung bedeuten w�rde.</p><p>�Relativ gute.� Smythe rief ein anderes Fenster auf und zeigte auf Graphen und Kurven. �Zun�chst einmal werden die Ausf�lle nicht alle gleichzeitig einsetzen. Sie werden in einer Kurve verlaufen, die langsam einsetzt, sobald die �lteren Schiffe wie zum Beispiel die <emphasis>Dauntless </emphasis>an ihre Grenzen sto�en. Wenn unsere Hilfsschiffe sich darum k�mmern und nicht dadurch abgelenkt werden, dass Gefechtssch�den zu beheben oder Waffen zu produzieren sind, dann k�nnen wir neue Komponenten nicht nur schneller herstellen, als sie ben�tigt werden. Wir sind auch in der Lage, bessere Qualit�t zu liefern, die l�nger h�lt, sodass wir imstande sind, einen kleinen Vorsprung herauszuholen. Allerdings steht uns in gut eineinhalb Jahren ein gro�es Problem ins Haus, weil n�mlich dann der gr��te Teil der gegenw�rtigen Flotte ein Lebensalter von zweieinhalb bis drei Jahren erreicht.�</p><p>Geary betrachtete die Daten. �Sind das alle guten Neuigkeiten?�</p><p>�Nun, die haupts�chlichen Schwierigkeiten bescheren uns die Systeme und die Sensoren. Die Schiffsr�mpfe sind in guter Verfassung. Sie mussten so stabil gebaut werden, weil gewisse Toleranzen und eine bestimmte Haltbarkeit erforderlich sind, um in einem Gefecht man�vrieren zu k�nnen. Da konnte die Regierung nicht zu viel einsparen, sonst w�ren die Schiffe beim ersten abrupten Kurswechsel auseinandergebrochen. Das hei�t, wir m�ssen uns keine Sorgen machen, die Schiffe k�nnten allein wegen ihres Alters zerfallen. Allerdings empfehle ich, h�ufiger Inspektionen vorzunehmen und dabei auf Schwachstellen im Rumpf zu achten, die durch wiederholten Stress entstanden sein k�nnten.�</p><p>�Das h�rt sich nach einer guten Idee an.� Mit einem Finger zeichnete Geary die Kurve nach. �Wenn das hier zutrifft, dann wird in eineinhalb Jahren ein Drittel der Flotte genauso schwer in Mitleidenschaft gezogen sein wie nach einer Schlacht mit erheblichen Sch�den.�</p><p>�Es k�nnte sogar die H�lfte der Flotte treffen�, warnte Smythe. �Ich bin von einer optimistischen Sch�tzung ausgegangen. Aber wenn die Konstruktionsfirmen und die Schiffswerften selbst noch flei�ig gespart haben, um genug Profit zu machen, dann halten die Schiffe vielleicht nicht mal so lange durch. Und falls Sie nat�rlich darauf bestehen, sich mit irgendwem ein Gefecht zu liefern, macht das alles nur noch komplizierter, weil dann erst einmal diese Sch�den repariert und Ersatzteile hergestellt werden m�ssen, ganz zu schweigen von den Waffen, die verbraucht worden sind.�</p><p>�Ich werde das im Hinterkopf behalten. Was ist mit regelm��igen Wartungen hier im Allianz-Gebiet? Haben Sie die einkalkuliert?�</p><p>Smythe verzog den Mund. �Wartungen entsprechen heute wahrscheinlich nicht mehr dem, was Sie mal kannten. Eine Wartung bedeutete, dass alle Sch�den behoben werden und dass man �berpr�ft, ob alles funktioniert.�</p><p>Geary wurde bewusst, dass er Smythe erneut anstarrte. �Was ist mit dem Austausch von veralteten Systemen? Was ist mit Aufr�stungen?�</p><p>�Solange etwas nicht kaputt ist, wird es weder repariert noch ersetzt�, lie� der Techniker ihn wissen. �Diese Vorgehensweise hat sich nat�rlich im Verlauf dieses sehr langen Kriegs entwickelt, durch den die �berlebensdauer aller Schiffe drastisch schrumpfte. Warum soll man sich die M�he machen und zudem Geld ausgeben f�r eine Aufr�stung, wenn das Schiff doch ohnehin innerhalb des n�chsten Jahrs zerst�rt und durch ein neues ersetzt wird?�</p><p>Geary lie� sich in seinen Sessel sinken. �Diese Dinge m�ssen sich �ndern. Das System muss ab sofort wieder davon ausgehen, dass Schiffe eine l�ngere Lebensdauer haben. Und die Anforderungen an den Bau, an Wartungen und Reparaturen m�ssen sich entsprechend �ndern.�</p><p>�Welcher Bau?�, warf Desjani ein. �Es werden nur noch ein paar Schiffsr�mpfe zu Ende gebaut, alles andere hat man eingestellt.�</p><p>Smythe l�chelte ironisch. �Trotzdem sagen Sie da etwas v�llig Richtiges, Admiral. Aber das erfordert nicht nur ein Umdenken bei den Senioroffizieren, bei der gesamten Flottenb�rokratie und bei einem Gro�teil der Regierung, sondern es m�ssen auch betr�chtliche Summen zur Verf�gung gestellt werden.�</p><p>�Das haben die absichtlich gemacht�, knurrte Desjani. �Die wussten, was kommen w�rde, und trotzdem haben sie es Admiral Geary zugeschoben.�</p><p>�Das glaube ich nicht�, wandte Smythe ein. �Oder zumindest war ihnen nicht das ganze Ausma� klar. Wir selbst haben ja nicht mal gemerkt, was da auf uns zukommt. Im Fall von Admiral Geary ist es so, dass seine Erfahrung mit diesen Aspekten sich auf die Zeit vor dem Krieg beschr�nkt. Sie und ich und all die anderen konnten das nicht kommen sehen, weil wir nie zuvor in einer solchen Situation gewesen sind. Wenn je ein Schiff lange genug durchgehalten h�tte, um die Lebenserwartung seiner Systeme auszusch�pfen, w�re es durch unz�hlige Gefechte wahrscheinlich so in Mitleidenschaft gezogen gewesen, dass man es nur noch h�tte verschrotten k�nnen.�</p><p>Wieder sah sich Geary die Kurven und Graphen an, w�hrend er zu ergr�nden versuchte, was er in diesem Moment empfand. �Aber wenn wir das der Regierung und dem Flottenhauptquartier sagen, hei�t das nicht, dass irgendjemand irgendetwas dagegen unternimmt. Stattdessen werden sie einfach die Flotte aus Altersgr�nden zusammenschrumpfen lassen.� Was allerdings nicht bedeutete, dass sie auch die Missionen in ihrem Umfang schrumpfen lassen w�rden, nur weil dann weniger Schiffe zur Verf�gung standen. Er fragte sich, wie lange es her sein mochte, seit zum allerersten Mal jemandem gesagt worden war, dass er mit weniger mehr leisten sollte. Vermutlich waren das irgendwelche Steinzeitmenschen gewesen, die �ber zu wenig Faustkeile verf�gt hatten. �Geld ist ein Faktor, sagen Sie. Wie viel k�nnen wir uns leisten, dass wir es von Ihren Hilfsschiffen erledigen lassen? Ich wei�, diese Schiffe k�nnen alles herstellen und installieren, was wir ben�tigen, aber wie viel wird das kosten?�</p><p>Smythe l�chelte wie ein Pirat, der eine fette Beute vor sich sah. �Da gibt es einige faszinierende M�glichkeiten, Admiral. Es h�ngt davon ab, wie wir die Arbeiten weiterbelasten. Ich verf�ge �ber Trainingskonten, darunter w�rde so etwas ganz sicher fallen. Gefechtssch�den m�ssen den Flottenvorschriften entsprechend repariert und �ber verschiedene Konten beim Hauptquartier abgerechnet werden. Aber die kostenm��ige Bewertung eines Gefechtsschadens, der repariert werden muss, ist eine unsichere Kunst. Manchmal werden solche Sch�den erst einige Zeit nach einer Schlacht festgestellt, und dann muss dar�ber geurteilt werden, ob tats�chlich ein Zusammenhang zu den Kampfhandlungen besteht. Ich werde ganz bestimmt nicht anzweifeln, dass der Ausfall irgendeines Systems die Folge einer vorangegangenen Kampfhandlung ist. Und wenn es zu Ausf�llen bei der Ausr�stung kommt, w�hrend wir auf einer Operation unterwegs sind, dann w�rde das den entsprechenden Operationskonten belastet.�</p><p>Zum ersten Mal seit Beginn dieser Unterhaltung versp�rte Geary den Wunsch, den Ingenieur anzul�cheln. �Um wie viel k�nnten Sie die Konten der Flotte und der Regierung erleichtern, bevor das jemand bemerkt und versucht, uns an die kurze Leine zu nehmen?�</p><p>�Ich w�rde niemals etwas <emphasis>Vorschriftswidriges </emphasis>tun, Admiral�, gab Smythe prompt zur�ck. �Aber ich trage daf�r Verantwortung, dass die Schiffe dieser Flotte einwandfrei funktionieren. Das bedeutet eine Menge Arbeit. Die Finanzierung l�uft �ber viele Kan�le, durch zahlreiche Abteilungen und Organisationen, immer abh�ngig davon, was gemacht wird und aus welchem Grund es gemacht wird. Um zu entscheiden, wie und was belastet wird, wer damit belastet wird und wie sich das rechtfertigen l�sst � also, damit sind unter normalen Bedingungen zahlreiche Leute besch�ftigt, die wahrscheinlich was ganz anderes zu tun haben. Unter diesen speziellen Umst�nden werden diese Entscheidungen einen sehr wachsamen Findungsprozess durchlaufen m�ssen. Zum Teil wird man im Hauptquartier und in den Abteilungen der Regierung leichte Schwierigkeiten haben, bei dem Ganzen den Durchblick zu bekommen; vor allem seit Ger�chte kursieren, dass entsprechende Stellen mit dem Kriegsende wegfallen sollen. Aber ich bin mir sicher, wenn jemand in dem Prozess irgendwelche Unregelm��igkeiten entdeckt oder wenn es jemandem gelingt, die gesamten, �ber alle Konten verteilten Summen zusammenzurechnen, dann werden sie sich in dieser Sache <emphasis>irgendwann </emphasis>bei uns melden.�</p><p>�Zweifellos�, stimmte Geary ihm zu. �Arbeiten Sie schon einen Plan aus?�</p><p>�Der steht kurz vor der Vollendung, aber ich muss noch an einigen Details arbeiten�, meinte Smythe und grinste Desjani an. �Keine Angst, Captain. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>wird ihren jugendlichen Eifer zur�ckerhalten, damit Sie und Ihre Leute sie wieder strapazieren k�nnen, bis das n�chste Teil ausf�llt. Die <emphasis>Titan </emphasis>verf�gt �ber die erfahrenste Crew, darum werde ich sie sofort an der <emphasis>Dauntless </emphasis>arbeiten lassen, wenn Ihnen das recht ist, Admiral.�</p><p>�Das ist mir sogar mehr als recht�, gab er zur�ck. �Was ist mit den Pl�nen der Flotte? Wie wirkt sich das auf unseren vorgesehenen Einsatz aus?�</p><p>�Im Idealfall w�rden wir hier im System bleiben und alles ersetzen, was ersetzt werden muss�, erkl�rte Smythe. �Allerdings habe ich so meine Zweifel, dass die Regierung uns die n�chsten paar Jahre in Ruhe lassen wird, damit wir alle erforderlichen Reparaturen vornehmen k�nnen. Wenn Sie wissen wollen, ob uns das von unserer Mission in das Gebiet der Aliens abhalten wird, dann muss ich das wohl verneinen. Eigentlich ist es umso besser, je eher wir aufbrechen, weil es dann auf weniger Schiffen zu Ausf�llen kommen kann.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Smythe.� Nachdem das Bild des Ingenieurs verschwunden war, sah Geary zu Desjani. �Es ist �bel, aber es k�nnte noch viel �bler sein.�</p><p>�Den lebenden Sternen sei Dank, dass wir jetzt acht Hilfsschiffe haben�, sagte sie. �Ist Ihnen eigentlich sein Gesichtsausdruck aufgefallen, als er davon sprach, wie er das System �berlisten kann? Das ist nicht das erste Mal, dass er so was macht.�</p><p>�Er macht es ja f�r einen wirklich guten Zweck�, betonte er.</p><p>�Das trifft nur zum Teil zu�, konterte sie. �Was hat er noch vor? Und was hat er schon alles gemacht, ohne erwischt worden zu sein? Smythe k�nnte auf jedem der acht Hilfsschiffe ein Casino betreiben.�</p><p>�Wen kennen wir, der nach so etwas Ausschau halten k�nnte?�</p><p>Desjani �berlegte kurz. �Ich wei� nicht. Roberto Duellos mag es, sich als Gesetzloser hinzustellen, obwohl er in Wahrheit grundehrlich ist. Wir brauchen jemanden, der sich in Smythes Welt so gut auskennt, dass er jedes Quark entdeckt, das nicht an seinem Platz ist. Mindestens ein Senior-Unteroffizier, vielleicht auch ein Offizier, der einmal ein Unteroffizier war. Ich werde mit ein paar Leuten reden und herausfinden, ob ihnen der eine oder andere Kandidat in den Sinn kommt.�</p><p>Nachdem sie gegangen war, rief Geary die Daten �ber seine acht Hilfsschiffe auf, um sich mit deren F�higkeiten zu besch�ftigen. <emphasis>Titan, Tanuki, Witch, Jinn, Alchemist, Cyclops, Kupua </emphasis>und <emphasis>Domovoi</emphasis>. Er konnte von gro�em Gl�ck reden, dass er die beiden Letzteren bekommen hatte, geh�rten sie doch zur gr��eren <emphasis>Titan</emphasis>-Klasse. Fertiggestellt worden waren sie, unmittelbar bevor die Neuigkeit vom Kriegsende den meisten im Bau befindlichen oder geplanten Schiffen ein j�hes Ende bereitet hatte. Acht Hilfsschiffe h�tten die R�ckkehr aus dem Heimatsystem der Syndiks deutlich angenehmer gestalten k�nnen. Stattdessen war er gezwungen gewesen, sich mit gerade mal halb so vielen Schiffen zu begn�gen, von denen dann auch noch die <emphasis>Goblin </emphasis>zerst�rt worden war. Diesmal dagegen w�rden acht Hilfsschiffe und weniger von ihnen abh�ngige Kriegsschiffe f�r eine weitaus passablere logistische Sicherheitsmarge sorgen, um wohlbehalten ins Gebiet der Aliens vorzudringen und von dort wieder zur�ckzukehren, ohne dass irgendwelche Vorr�te auf ein bedenkliches Niveau absinken konnten.</p><p>Nat�rlich bekam man eine solche logistische Sicherheitsmarge nicht geschenkt. Die schweren Hilfsschiffe <emphasis>Titan, Tanuki, Kupua </emphasis>und <emphasis>Domovoi </emphasis>konnten von Gl�ck reden, wenn man sie in voll beladenem Zustand lediglich als schwerf�llig bezeichnete. Die �brigen vier Schiffe waren zwar kleiner und damit etwas leichter zu man�vrieren, aber auch sie waren weit davon entfernt, die offizielle Bezeichnung als Schnelle Hilfsschiffe verdient zu haben. Innerhalb eines Sternensystems musste die Flotte ihr Tempo drosseln, um die tr�gen Hilfsschiffe nicht weit hinter sich zur�ckzulassen. Und sollte die Flotte in ein Gefecht geraten, dann galt eine der gr��ten Sorgen der Unversehrtheit der nur leicht bewaffneten Hilfsschiffe.</p><p>Nicht mal eine Stunde sp�ter meldete sich Desjani bei ihm. �Es n�hert sich ein Shuttle von der <emphasis>Tanuki</emphasis>. An Bord befindet sich ein Besucher, der zu Ihnen will.�</p><p>Mit Blick darauf, wie m�helos es war, anderen Schiffen virtuelle Besuche abzustatten, kam es nur selten vor, dass sich jemand tats�chlich auf den Weg von einem Schiff zum anderen machte. Aber auch die sicherste Software konnte nicht verhindern, dass virtuelle Besuche belauscht wurden, und offenbar war Captain Smythe der Meinung, dass es etwas zu bereden gab, das niemand sonst mitbekommen sollte.</p><p>Doch der Besucher, der zwanzig Minuten sp�ter in Gearys Quartier eintrat, war nicht Smythe, sondern ein Lieutenant. Eine Frau mit gr�nen Haaren. Nicht blo� ein gr�nlicher Schimmer, sondern ein leuchtendes, kr�ftiges Gr�n. �Lieutenant Elysia Jamenson, Sir. Captain Smythe war der Meinung, ich sollte mich pers�nlich mit Ihnen treffen, um meine Rolle beim Assistieren der Flottenbereitschaft und der Reparaturen zu besprechen, Admiral.�</p><p>Er bedeutete ihr, sich zu setzen, w�hrend er sie einen Moment lang musterte und dann die zwangsl�ufige Frage stellte: �Warum ist Captain Smythe der Meinung, Sie m�ssten pers�nlich zu mir kommen, Lieutenant Jamenson?�</p><p>Jamenson sa� stocksteif auf ihrem Platz und antwortete in sachlichem Tonfall: �Captain Smythe hat mir den Befehl erteilt, Sie hinsichtlich der Reparaturanforderungen der Flotte direkt zu unterst�tzen, Admiral Geary. Ich werde daf�r verantwortlich sein, Berichte, Anforderungen und alle sonstigen logistischen Aspekte zu organisieren, die im Zusammenhang mit der Vorgabe stehen, die Kriegsschiffe dieser Flotte in ihren bestm�glichen Zustand zu versetzen. Au�erdem werde ich Sie mit Statusberichten in all diesen Angelegenheiten versorgen.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck und st�tzte das Kinn auf eine Faust. Jamenson schien Mitte zwanzig zu sein, was zu ihrem Dienstgrad passte. Dennoch war sie ungew�hnlich jung f�r jemanden, der eine so gro�e Verantwortung tragen sollte. �Was haben Sie, was andere nicht haben, dass Captain Smythe Sie f�r die richtige Person f�r diese Aufgabe h�lt?�</p><p>�Ich verdrehe Dinge, Sir.�</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Ich verdrehe Dinge.� Jamenson machte eine ausholende Geste, als wollte sie das ganze Universum einbeziehen. �Ich kann mir Informationen, Daten, Berichte und Anforderungen vornehmen und sie in eine Form bringen, dass es so gut wie unm�glich ist, sie anschlie�end noch zu verstehen.�</p><p>Geary konnte sich ein Lachen nur mit M�he verkneifen. �Tut mir leid, aber ich kenne viele Leute, darunter auch etliche Lieutenants, die das auch k�nnen und die sich daf�r nicht mal anstrengen m�ssen.�</p><p>�Ja, Admiral, aber Sie m�ssen wissen, ich mache das absichtlich, und ich <emphasis>ver�ndere </emphasis>damit nicht den Inhalt der Information, ich lasse nichts weg und ich f�ge nichts hinzu, und ich bringe sie auch nicht in eine Form, in der sie nicht den Anforderungen der Vorschriften und anderen Regelwerke gen�gt. Die Information ist vollst�ndig, akkurat und korrekt abgefasst. Es ist nur sehr, sehr schwer, sie zu verstehen.�</p><p>Diesmal musste Geary lachen. �Dann werden Sie das also mit Blick auf die Arbeit der Hilfsschiffe machen, die unsere Schiffe in Schuss halten? Sie werden das Hauptquartier und die zivile B�rokratie damit so verwirren, dass sie nicht merken, wie viel wir in Wahrheit ausgeben?�</p><p>�So lautet mein Einsatzbefehl, Admiral.�</p><p>Kein Wunder, dass Smythe diese Unterhaltung nicht �ber die Komm-Systeme der Flotte hatte f�hren wollen. �Und wie soll ich oder sonst jemand in der Flotte nachhalten k�nnen, was tats�chlich geschieht?�</p><p>Jamenson l�chelte ihn selbstbewusst an. �Ich kann das auch in entgegengesetzter Richtung, Admiral. Solange die urspr�ngliche Information echt ist, kann ich sie entwirren und in eine leicht verst�ndliche Form bringen.�</p><p>Geary wurde bewusst, dass er beide Brauen hochgezogen hatte, w�hrend er Jamenson ansah. �Das sind sehr beeindruckende Begabungen, Lieutenant. Wo haben Sie das gelernt?�</p><p>�Das hat sich bei mir einfach so entwickelt, Sir. Mein Vater sagt, ich h�tte es von meiner Mutter geerbt.�</p><p>�Verstehe.�</p><p>Jamensons Stimme hatte einen entschuldigenden Unterton. �Captain Smythe hat mir auch befohlen, Ihnen auszurichten, dass es f�r ihn ein schwerer Schlag w�re, sollten Sie versuchen, mich Ihrem Stab einzuverleiben, Admiral.�</p><p>Wieder lachte er auf. �Captain Smythe und Sie k�nnen beruhigt sein. Ich ziehe es vor, meinen Stab mit Leuten zu besetzen, die andere Begabungen haben, damit sie das tun, was ich von ihnen brauche, und nicht Energie darauf zu verwenden, andere zu verwirren, so n�tzlich das in diesem Fall auch sein mag.�</p><p>�Ich werde das Captain Smythe wissen lassen, Sir.�</p><p>�Danke.� Geary musterte die Frau und fragte sich unwillk�rlich, f�r welche Zwecke Smythe Jamenson in der Vergangenheit wohl schon eingesetzt hatte. Die F�higkeit, vor der B�rokratie das eigene Handeln zu verschleiern, konnte unbezahlbar sein. �Ich m�chte sicherstellen, dass wir auf der gleichen Seite stehen, was die von uns angestrebten Ziele angeht. Was sehen Sie als Ihre Verantwortung an?�</p><p>�Alles in meiner Macht Stehende zu tun, um den gegenw�rtigen Bereitschaftsstatus der Flotte zu bewahren und die vorhandenen Systeme aufzur�sten, damit ihre Einsatzf�higkeit auch langfristig gesichert ist.�</p><p>�Hervorragend. Haben Sie irgendwelche Fragen zu meinen Anforderungen?�</p><p>Es war das erste Mal, dass sie z�gerte, was Geary als beruhigend empfand. Zu selbstbewusste Offiziere konnten allzu leicht �bers Ziel hinausschie�en oder Fehler machen. �Soweit ich wei�, ziehen Sie es vor, im Rahmen der Vorschriften zu handeln, Sir.�</p><p>�Das ist korrekt.�</p><p>�Gibt es Umst�nde�, fragte Jamenson behutsam, �unter denen Sie ein Handeln erlauben w�rden, das sich au�erhalb ��</p><p>�Nein.� Er l�chelte aufmunternd, um seine knappe Antwort nicht so schroff wirken zu lassen, wie sie sich anh�ren musste. �Wenn wir etwas so dringend ben�tigen, dann erwarte ich, dass Leute wie Sie und Captain Smythe einen Weg finden werden, wie wir das im Rahmen der Vorschriften l�sen k�nnen. Suchen Sie nach einem Schlupfloch in den Vorschriften oder legen Sie die Vorschriften so aus, dass Sie Ihr Handeln rechtfertigen k�nnen.� Der Gedanke an die Beinahe-Katastrophe nach der massenhaften Androhung von Kriegsgerichtsverfahren gegen seine Offiziere lie� Geary schnell wieder ernst werden. �Es soll niemand dem Irrtum erliegen, dass ich von irgendjemandem einen Versto� gegen bestehende Vorschriften w�nsche. Wenn eine derartige Handlung die einzige Alternative ist, dann werde ich daf�r offen die Verantwortung �bernehmen. So etwas machen wir nicht unter der Hand, selbst wenn wir es anderen erschweren dahinterzukommen, dass wir etwas getan haben.�</p><p>Lieutenant Jamenson h�rte ihm aufmerksam zu und nickte. �Ich verstehe, Admiral.�</p><p>�Gut. Gibt es sonst noch was?�</p><p>�Captain Smythe hat mich gebeten, Sie zu einem pers�nlichen Besuch auf der <emphasis>Tanuki </emphasis>einzuladen, wann immer Sie daf�r Zeit finden, Admiral�, sagte sie. �Ich sollte vielleicht erw�hnen, dass die Offiziersmesse der <emphasis>Tanuki </emphasis>�ber eine der besten Sammlungen aus Weinen, Lik�ren und anderen destillierten und fermentierten Getr�nke im von Menschen besiedelten All verf�gt.�</p><p>Das erkl�rte schon mal teilweise, was Smythe so alles trieb. Geary fragte sich, wie viele VIPs hatten feststellen m�ssen, dass eine an sie gerichtete Lieferung nur unvollst�ndig eintraf, weil sie angeblich �beim Transport besch�digt� worden war. Und wie viele Anforderungen f�r ungew�hnliche Objekte waren von der <emphasis>Tanuki </emphasis>vorgenommen worden, die wegen einer verdrehten Formulierung niemandem aufgefallen waren? �Danke, Lieutenant Jamenson. Ich wei� nicht, wann sich ein Besuch auf Ihrem Schiff einrichten lassen wird, aber ich werde die Einladung im Ged�chtnis behalten. Ich freue mich schon darauf, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.�</p><p>�Die meisten meiner Besuche werden �ber die virtuelle Konferenzsoftware ablaufen�, f�gte sie hinzu. �Aber Captain Smythe hielt es f�r ratsam, dass ich Ihnen meine Rolle pers�nlich darlege.�</p><p>Desjani hatte recht gehabt. Smythe war eindeutig sehr erfahren darin, wie man nachvollziehbare Spuren vermied, die auf seine kleinen Gaunereien h�tten aufmerksam machen k�nnen. �Eine gute Idee, Lieutenant. Eine Sache m�chte ich allerdings noch ansprechen, die etwas damit zu tun hat, dass Sie und Captain Smythe sich gern im Hintergrund halten wollen.�</p><p>�Meinen Sie meine Haare, Sir?�</p><p>�Ja. Ich habe schon den einen oder anderen Matrosen mit gr�n gef�rbten Haaren gesehen, aber keinen von ihnen angesprochen, weil es sich im Rahmen der Vorschriften bewegte. Dennoch ist es etwas sehr auff�llig.�</p><p>Jamenson l�chelte ihn kl�glich an. �Das ist meine nat�rliche Haarfarbe, Sir. Ich stamme von �ire.�</p><p>��ire?� Der Name sagte ihm auf Anhieb nichts, daher rief er eine Sternenkarte auf. �Das ist ziemlich weit weg. Eines der Systeme, die unmittelbar von der Alten Erde aus kolonisiert wurden.�</p><p>�Richtig, Admiral. Die ersten Kolonisten auf �ire hatten eine ausgepr�gte Vorliebe f�r die Farbe Gr�n, und vermutlich hat man ihnen zu viel freie Hand bei Genmanipulationen gelassen.� Sie ber�hrte leicht ihre Schl�fe. �Es kann umgekehrt werden, aber viele von uns halten das f�r nicht angebracht, weil es unseren Vorfahren so viel bedeutet hat. Au�erdem ist es f�r uns gr��tenteils harmlos und schadet Dritten nicht.�</p><p>�Gr��tenteils harmlos?�, wiederholte Geary, w�hrend er dar�ber nachdachte, dass er sich gewundert hatte, wieso ein Offizier der Flotte einen solchen Farbton w�hlte.</p><p>�Ich kann nichts daran �ndern, was andere von meinen Haaren halten, Admiral. Aber der Farbe habe ich auch einen Spitznamen zu verdanken. Noch bevor ich �ire verlie�, nannte man mich Kleeblatt.�</p><p>�Kleeblatt? Das ist eine Pflanze, nicht wahr?�</p><p>�Eine gr�ne Pflanze. Man findet sie �berall auf �ire.� Wieder huschte ein betr�btes L�cheln �ber ihr Gesicht. �Die hat unseren Vorfahren offenbar auch sehr viel bedeutet.�</p><p>Nachdem Lieutenant Jamenson gegangen war, machte sich Geary auf den Weg zur Br�cke. Je n�her der Zeitpunkt der Abreise f�r die Flotte r�ckte, umso rastloser wurde er, da er aufbrechen wollte. Diese Mission war der Daseinszweck seiner Flotte, und je fr�her sie von hier wegkamen, desto eher geriet er au�er Reichweite f�r Nachrichten vom Hauptquartier und f�r weitere unsinnige Befehle vonseiten der Regierung.</p><p>Desjani hielt sich nat�rlich schon auf der Br�cke auf und beendete soeben eine Trainingssimulation f�r die Br�ckencrew. �Und? Wie war das Treffen?�, fragte sie.</p><p>�Aufschlussreich.�</p><p>�Da Sie offenbar Wert darauf legen, gezielte Fragen gestellt zu bekommen, werde ich es so formulieren: Warum hat Captain Smythe eine gr�nhaarige Offizierin hergeschickt, die mit Ihnen pers�nlich reden sollte?�</p><p>�Ihre Aufgabe ist es, Sachverhalte zu verdrehen.�</p><p>Desjani wartete einen Moment, ob Geary in irgendeiner Weise erkennen lie�, dass er sich einen Scherz erlaubt hatte, dann sagte sie: �Wenn Sie einen Lieutenant brauchen, der Sachverhalte verdreht, dann habe ich auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>mindestens einen Kandidaten, der diese Anforderungen erf�llt.�</p><p>�Ich werde es mir merken. Ich erkl�re Ihnen sp�ter die Einzelheiten.� Das Privatsph�ren-Feld, das seinen und Desjanis Platz auf der Br�cke umgab, war zwar ein guter Schutz, doch aus seiner eigenen Erfahrung als Junioroffizier wusste Geary, dass man eine erstaunliche F�lle an Informationen gewinnen konnte, wenn man in ein Gespr�ch vertiefte Senioroffiziere heimlich beobachtete. Er lie� sich in seinen Sessel sinken und sah sich auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>um, wobei er einen zufriedenen Seufzer unterdr�cken musste. �Wissen Sie, nach dem ganzen Hin und Her mit dem Gro�en Rat, den Allianz-Politikern und dem Hauptquartier wird es eine angenehme Abwechslung sein, wieder mit verlogenen Syndiks und mordl�sternen Aliens zu tun zu haben.�</p><p>�Wenn man sich Gefahren gegen�bersieht, w�nscht man sich, wieder zu Hause zu sein�, sagte sie nachdenklich. �Aber wenn man erst mal wieder zu Hause ist, dann kann es sein, dass man sich sehr schnell w�nscht, wieder weit weg zu sein und irgendwelchen Bedrohungen zu trotzen.�</p><p>�Sie k�nnen wirklich mit Worten umgehen, Captain Desjani. Als wir auf Kosatka waren ��</p><p>�Die ganzen vier Tage?�</p><p>�� hatten Sie da Gelegenheit, mit Ihrem Onkel zu reden, dem Literaturagenten?�</p><p>�Nur einmal.� Ihr Blick schweifte in die Ferne ab. �Er wollte, dass ich ein Tagebuch unserer Reise vom Syndik-Heimatsystem bis nach Hause schreibe. Ich habe gesagt, dass es die meiste Zeit �ber ziemlich langweilig war.�</p><p>�Au�er wenn es aufregend war.�</p><p>Sie grinste ihn an. �Und ich habe ihm gesagt, auf Pers�nliches w�rde ich ohnehin nicht eingehen. Man konnte f�rmlich zusehen, wie die Tr�ume meines Onkels sich in Rauch aufl�sten.�</p><p>Geary musste sich ein Lachen verkneifen. �Sie haben die Tr�ume eines Literaturagenten zerst�rt?�</p><p>�Das macht mich schon jetzt fast zu einer Schriftstellerin, nicht wahr?�, entgegnete Desjani.</p><p>Der Rest der Woche verging zu langsam in der Hinsicht, dass Geary mit neuen unangenehmen �berraschungen rechnete, w�hrend die Zeit f�r noch zu erledigende Arbeiten viel zu schnell verging. Eine Flut von Crewmitgliedern, die nach ihrem Landurlaub auf ihre Schiffe zur�ckkehrten, hielt die Shuttles auf Trab, und an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>war Geary bei seinen Spazierg�ngen immer h�ufiger zu Umwegen gezwungen, da die Ingenieure von der <emphasis>Titan </emphasis>immer wieder Korridore absperrten, um mit gro�em Enthusiasmus alte Komponenten aus den Kreisl�ufen des Schiffs herauszurei�en und gegen Ersatzteile austauschten, die so konstruiert waren, dass sie eine weitaus h�here Lebenserwartung aufwiesen.</p><p>Dr. Setin, der sich als der F�hrer der Expertengruppe vorgestellt hatte (�allerdings nicht als ein F�hrer in einem strikt hierarchischen Sinn�), bewerkstelligte es, lange genug von der <emphasis>Tsunami </emphasis>zu entwischen, um mit einem Shuttle zur <emphasis>Dauntless </emphasis>zu fliegen. �Eine unglaubliche Gelegenheit, Admiral�, hatte er zu Geary gesagt. �K�nnen Sie sich vorstellen, wie aufregend das ist, tats�chlich einer anderen intelligenten Spezies zu begegnen?�</p><p>W�hrend er an die Schlacht bei Midway zur�ckdachte, musste Geary h�flich l�cheln. �Ja.�</p><p>�Ja, nat�rlich. Sie sind mit dieser Spezies ja bereits zusammengetroffen. Und? Wie war das?�</p><p>�Aufregend.�</p><p>Dr. Setin hatte ihm bei dieser Gelegenheit auch die notwendige Autorisierung vorgelegt, damit er sich ansehen konnte, was von der Flotte bislang �ber die Enigma-Rasse zusammengetragen worden war. Geary versorgte ihn mit diesen Informationen und schickte ihn zur�ck zur <emphasis>Tsunami</emphasis>.</p><p>Am Tag vor der Abreise unternahm Geary einen virtuellen Rundgang durch die <emphasis>Orion</emphasis>, um sich pers�nlich ein Bild davon zu machen, wie weit die Reparaturen vorangekommen waren und wie es um die Moral der Crew bestellt war. Mittlerweile hatte er sich an den deprimierenden Gedanken gew�hnt, dass die <emphasis>Orion </emphasis>ihn immer dann im Stich lie�, wenn die Unterst�tzung durch dieses Schiff sich am dringendsten erwies. Auch wenn Desjani von Commander Shens F�higkeiten �berzeugt war, glaubte Geary, dass das Schiff nur noch durch eine g�ttliche Intervention zum Umkehren veranlasst werden konnte.</p><p>Shen schaute so finster drein wie gewohnt, w�hrend er Gearys virtuelle Pr�senz durch das Schiff f�hrte. Gelegentlich wies er auf das eine oder andere hin, f�r gew�hnlich �berlie� er jedoch seiner Crew das Reden. Bemerkenswert war, wie viele Reparaturen man erledigt hatte, doch das beeindruckte Geary nicht ann�hernd so sehr wie die enthusiastische Art, mit der die Besatzungsmitglieder ihm pr�sentierten, was sie alles geleistet hatten. �S�mtliches Batterie-Personal ist zertifiziert, die Projektoren der H�llenspeere liegen bei hundert Prozent�, erkl�rte ein Chief voller Stolz, als Geary stehen blieb und sich dessen Batterie ansah.</p><p>Shen, der die ganze Zeit �ber eine Miene zog, als h�tte er sich eine Blase gelaufen, konzentrierte sich auf den Chief: �Hat Lironi seine Qualifikation abgeschlossen?�</p><p>Der Chief deutete auf einen der Matrosen, die in der N�he in Reih und Glied standen. �Jawohl, Sir.�</p><p>�Wird auch Zeit.� Shen wandte sich an den betreffenden Matrosen. �Das h�tten Sie schon vor sechs Monaten machen k�nnen, dann w�rden <emphasis>Sie </emphasis>jetzt diese Batterie befehligen. Beim n�chsten Mal entt�uschen Sie weder die <emphasis>Orion </emphasis>noch sich selbst.�</p><p>�Sieht gut aus�, sagte Geary zu Shen, bevor er seinen Rundgang beendete. �Crew und Schiff gleicherma�en.�</p><p>Shen sah ihn an, als h�tte er blo� eine Selbstverst�ndlichkeit ausgesprochen, dann salutierte er steif, w�hrend Geary die Verbindung unterbrach. Er stand einen Moment lang in seinem Quartier, rieb sich den Nacken und fragte sich, was er wohl zu h�ren bek�me, wenn er sich das n�chste Mal an die <emphasis>Orion </emphasis>wandte.</p><p>Am n�chsten Tag sa�en er und Desjani auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, und Geary war bereits im Begriff, den Befehl an die Flotte zu geben, den Orbit um Varandal zu verlassen und Kurs auf den Sprungpunkt nach Atalia im Gebiet der Syndikatwelten zu nehmen. Oder besser gesagt: In das Gebiet, das einmal der Kontrolle durch die Syndikatwelten unterstanden hatte, bevor deren Regierung zusammengebrochen war. Atalias derzeitiger Status war ungewiss, was aber immer noch besser war als ein feindseliger Status.</p><p>Wie teils bef�rchtet, teils erwartet ging in diesem Moment eine dringende Mitteilung ein. �Admiral Timbale?�, fragte Geary mit gemischten Gef�hlen. Timbale war die ganze Zeit �ber ein hilfreicher und zuverl�ssiger Offizier gewesen, doch nun wirkte seine Miene angespannt. �Ich hoffe, Sie wollen uns eine gute Reise w�nschen.� Timbale hatte genau das schon vor ein paar Stunden gemacht, aber Geary wollte die Hoffnung nicht aufgeben.</p><p>Timbales Reaktion traf mit fast einer halben Minute Versp�tung ein, da die <emphasis>Dauntless </emphasis>entsprechend weit von der Station Ambaru entfernt war. �Admiral Geary, haben Sie irgendwelche Befehle hinsichtlich Ihrer Hilfsschiffe erhalten?�</p><p>�Meine Hilfsschiffe?� War Smythes Plan etwa schon aufgedeckt worden? Die Flotte war praktisch schon im Aufbruch begriffen. �Nein.�</p><p>�Ich habe einen Befehl mit hoher Priorit�t erhalten, der mich anweist, mit sofortiger Wirkung die Kontrolle �ber die <emphasis>Titan</emphasis>, die <emphasis>Tanuki</emphasis>, die <emphasis>Kupua </emphasis>und die <emphasis>Domovoi </emphasis>zu �bernehmen. Sie sollen vom Rest der Flotte getrennt werden und sich f�r anderweitige Befehle bereithalten.�</p></section><section><title><p>Sieben</p></title><p>�Wie bitte?� Er wollte seinen Ohren nicht trauen. Das war nicht nur die H�lfte seiner Hilfsschiff-Flotte, das waren auch noch die vier gro�en Hilfsschiffe, die von der Kapazit�t her zwei Drittel ausmachten. �Wieso?� Hatte tats�chlich schon jemand Captain Smythes Tricks durchschaut? Aber die ersten Lieferungen aufgrund dieser Anforderungen waren erst vor Tagen weitergeleitet worden. Das war zu wenig Zeit, als dass davon schon etwas beim Hauptquartier angekommen sein konnte, von einer Analyse dieser Anforderungen ganz zu schweigen. Diese Befehle mussten vor etwa einer Woche ausgegeben worden sein.</p><p>�Einen Grund kenne ich nicht�, sagte Timbale. Seine Stimme klang ruhig, aber er war sichtlich aufgebracht.</p><p>�Die anderen Flotten sollen innerhalb des Allianz-Gebiets eingesetzt werden, also gibt es keinen Grund f�r sie, auch nur ein einziges Hilfsschiff anzufordern.�</p><p>�Ich wei�. Zuerst dachte ich, man will Kosten sparen, was in dem Fall eine sehr un�berlegte Ma�nahme gewesen w�re. Aber die Befehle besagen eindeutig, dass die Hilfsschiffe auf neue Missionen geschickt werden. Sie sollen nicht au�er Dienst gestellt werden.�</p><p>�Ich werde �� Was? Was wollte er denn tun? Der Befehl war an Timbale ergangen, nicht an ihn. �Diese Schiffe unterstehen nicht einmal Ihrem Kommando, Admiral. Warum wurde der Befehl an Sie geschickt, aber nicht an mich?� <emphasis>Es sei denn, das Hauptquartier hat begriffen, dass ich tats�chlich alle potenziellen Faktoren in Erw�gung ziehe, wenn ich entscheide, wie ich meine Befehle ausf�hre. Wenn das der Fall ist, will man mich auf diesem Weg ausbooten, weil sie wissen, dass ich tausend Gr�nde anf�hren werde, wieso ich diese Schiffe ben�tige.</emphasis></p><p>Timbale �berlegte kurz, dann nickte er. �Sie haben recht, Admiral Geary. Nach meiner professionellen Einsch�tzung wurde dieser Befehl irrt�mlich an mich geschickt. Er kann also nicht korrekt sein. Die fraglichen Schiffe sind Ihrem Kommando unterstellt, folglich h�tte der Befehl an Sie gerichtet werden m�ssen. Zumindest h�tte man Sie in Kenntnis setzen m�ssen, wie es die gegenw�rtige Befehlskette vorschreibt. Ganz sicher w�rde das Hauptquartier es nicht vors�tzlich vers�umen, Sie zu informieren, schlie�lich w�re das ein Versto� gegen die Vorschriften.� Admiral Timbale sprach betont langsam und deutlich, um auf diese Weise sicherzustellen, dass die Aufzeichnung dieser Unterhaltung seine Argumentationskette vollst�ndig und gut verst�ndlich wiedergab, damit er sein Handeln rechtfertigen konnte. �Da ich mir auch keinen Grund vorstellen kann, warum die Schiffe zu diesem Zeitpunkt Ihrem Kommando entzogen werden sollten, l�sst sich daraus nur folgern, dass mich dieser Befehl irrt�mlich erreicht hat. Wom�glich handelt es sich um eine �bungsmitteilung, die versehentlich gesendet wurde.�</p><p>�Bestimmt ist es etwas in dieser Art�, pflichtete Geary ihm bei. Er wusste so gut wie Timbale, dass das Hauptquartier den Befehl sehr wahrscheinlich ganz gezielt an ihm vorbeigeschleust hatte. Aber sie mussten beide so tun, als seien sie v�llig ahnungslos, um nicht erkennen zu lassen, dass sie sich �ber einen rechtm��igen Befehl hinwegsetzten. �Meine h�herrangige Zust�ndigkeit in dieser Sache h�tte in diesem Befehl ausdr�cklich genannt werden m�ssen.�</p><p>�Folglich kann ich diesen Befehl nicht ausf�hren�, folgerte Timbale. �Von der Zust�ndigkeit her bin ich mir nicht sicher, ob ich �berhaupt dazu autorisiert bin, Ihnen diese Schiffe abzunehmen, und logistisch gesehen ergibt diese Anweisung keinen Sinn. Ich werde dem Hauptquartier darauf antworten und mitteilen, dass mich der Befehl irrt�mlich erreicht hat, und ich werde um Kl�rung bitten. Angesichts der Tatsache, dass die G�ltigkeit des Befehls ungewiss ist, rate ich Ihnen, dass Sie Ihre Vorbereitungen nicht unterbrechen, um Befehle auszuf�hren, die Ihnen nicht mal �bermittelt worden sind. Ich werde auf die Best�tigung der G�ltigkeit dieses Befehls warten, bevor ich ihn ausf�hre.�</p><p>Selbst wenn Timbale diese Anfrage sofort losschickte � und Geary hatte den Verdacht, dass er damit noch eine Weile warten wollte �, w�rden Wochen vergehen, bis ein Kurierschiff mit dieser Nachricht das Hauptquartier erreicht hatte und von dort mit der Antwort zur�ckgekehrt war. Bis dahin war Gearys Flotte l�ngst unterwegs. Allerdings konnte sich das Hauptquartier dann noch immer Timbale vorkn�pfen. �Admiral Timbale, ich wei� Ihre Bereitschaft zu sch�tzen, das Richtige zu tun, aber ich mache mir Sorgen, dass man Ihre Bereitschaft f�lschlich als Befehlsverweigerung auslegen k�nnte.�</p><p>�Vielen Dank, Admiral Geary, aber ich habe keine Alternative. Meine Pflicht gegen�ber der Allianz verlangt von mir, dass ich mich vergewissere, ob ein Befehl tats�chlich g�ltig ist, bevor ich ihn ausf�hre.� Timbale machte bei diesen Worten einen sehr ruhigen Eindruck. �Wissen Sie, Admiral, wie wir uns einmal �ber die Katze in der Kiste unterhalten haben? Diese Geschichte, dass man nicht wei�, ob man das Richtige tun wird, wenn der Moment gekommen ist? Ich freue mich, Ihnen mitzuteilen, dass die Katze lebt.�</p><p>�Das h�re ich gern. Ich kann Ihnen versichern, ich werde in dieser Angelegenheit auch eigene Schritte unternehmen, wo es mir m�glich ist.�</p><p>�Wollen die Sie sabotieren?�, fragte Desjani ungl�ubig, nachdem sich Timbales Bild in Luft aufgel�st hatte.</p><p>�Ich kann nicht glauben, dass irgendjemand so etwas tun w�rde�, entgegnete er nachdenklich. �Es muss eine andere Erkl�rung daf�r geben.�</p><p>�Die w�rde ich zu gern h�ren.�</p><p>�Vielleicht hat jemand durchschaut, was Smythe vorhat ��</p><p>�Daf�r ist noch nicht genug Zeit verstrichen, Admiral. N�chster Versuch.�</p><p>Sie w�rde daf�r sorgen, dass er weder sich noch sonst jemandem etwas vormachen konnte, auch wenn er noch so sehr vermeiden wollte, einige bestimmte M�glichkeiten in Erw�gung zu ziehen. �Vielleicht hat sich jemand hingesetzt und die Zahlen addiert�, meinte Geary. �Und dabei hat er erkannt, wie viel Kosten die vier gro�en Hilfsschiffe verursachen. Dann hat er sich gesagt, wenn sie mir diese Schiffe abnehmen, sparen sie viel Geld. Der Befehl sagt nichts dar�ber aus, dass das die tats�chliche Absicht ist, aber das k�nnte wiederum vors�tzlich geschehen sein. Vielleicht sollen wir nicht durchschauen, dass sie uns diese Schiffe auf Dauer und nicht nur vor�bergehend wegnehmen.�</p><p>�Hmpf�, gab Desjani skeptisch von sich. �Das w�rde zwar an ein oder zwei Stellen Kosten einsparen, daf�r k�men an anderer Stelle viel h�here Kosten dazu. Wen w�rden sie bezahlen m�ssen, damit die Arbeit erledigt wird, f�r die jetzt die Hilfsschiffe zust�ndig sind? Private Unternehmer? Haben wir nicht davon geh�rt, dass die Syndiks ein solches System anwenden?�</p><p>�Stimmt, und ihre mobilen Streitkr�fte hassen es wie die Pest.� Geary �berpr�fte sein Display. �Alle Schiffe melden Bereitschaft zum Abflug. Was halten Sie davon, wenn wir sofort aufbrechen anstatt noch eine halbe Stunde rumzusitzen und zu warten?�</p><p>�Ich halte das f�r eine exzellente Idee, Admiral.�</p><p>Er schickte den Befehl an die Flotte, dann sah er mit an, wie fast dreihundert Kriegsschiffe, Hilfsschiffe und Sturmtransporter ihren Hauptantrieb z�ndeten und die Formation f�r den Sprung nach Atalia einnahmen. Auch wenn der Krieg gegen die Syndiks beendet war und obwohl sich Atalia von den immer rascher in sich zusammenfallenden Syndikatwelten losgesagt hatte, war Geary zu dem Entschluss gelangt, vorsichtshalber in einer Formation zum Sprung anzusetzen, der es der Flotte erlaubte, im Fall �berraschender Bedrohung sofort gefechtsbereit zu sein.</p><p>Die wachsende Erfahrung und die verbesserten Fertigkeiten seiner Besatzungen hatten ihn eine Formation w�hlen lassen, die aus sechs Unterformationen bestand. F�nf davon waren um einen Kern aus Schlachtschiffen oder Schlachtkreuzern herum angeordnet und setzten sich zusammen aus Schweren und Leichten Kreuzern sowie Zerst�rern. Zur sechsten Formation geh�rten die acht Hilfsschiffe, aufgeteilt in zwei Divisionen, sowie eine einzelne Division aus vier Sturmtransportern. Diesmal wurde er von weit mehr Marines begleitet als zuvor, da niemand einzusch�tzen vermochte, was sie erwartete, wenn sie versuchten, mit den Aliens Kontakt aufzunehmen. Diese von General Carabali befehligte Truppe ben�tigte aber nur zwei Transporter, um die Marines zu bef�rdern, die nicht auf die anderen Schiffe der Flotte verteilt waren. Als Folge davon waren die <emphasis>Tsunami</emphasis>, die <emphasis>Typhoon</emphasis>, die <emphasis>Mistral </emphasis>und die <emphasis>Haboob </emphasis>je nur zur H�lfte mit Marines und deren Ausr�stung ausgelastet. Au�erdem beherbergten sie das recht kleine Kontingent aus Experten f�r intelligente nichtmenschliche Spezies. Der noch zur Verf�gung stehende Raum an Bord dieser Transporter w�rde dann von Nutzen sein, wenn sie die Kriegsgefangenen bei Dunai aus ihrem Lager holten. Der dar�ber hinaus noch verbleibende Platz konnte genutzt werden, falls sie im Gebiet der Aliens auf menschliche Gefangene stie�en.</p><p>Die Unterformationen waren so angeordnet, dass die schwersten Schiffe die F�hrung �bernahmen, gefolgt von den Hilfsschiffen und den Transportern, w�hrend die vier �brigen Unterformationen gleichm��ig um sie herum verteilt waren. Es sah fast so aus, als w�rden die Kriegsschiffe einen riesigen Becher bilden, dessen �ffnung nach vorn zeigte. Vorn im Zentrum der gr��ten Formation befand sich als Flaggschiff die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die buchst�blich den Dreh- und Angelpunkt der gesamten Flotte bildete, da alle anderen Schiffe ihre Position nach ihr ausrichteten.</p><p>Auf einmal bekam Geary das Gef�hl, beobachtet zu werden, und als er sich zur Seite drehte, bemerkte er Desjani, die ihn anschaute und anl�chelte. �Was habe ich jetzt schon wieder getan?�</p><p>�Es ist nur sehr offensichtlich, wie stolz Sie auf sie alle sind�, sagte sie. �Wenn ich fr�her Admiral Bloch oder einen anderen Admiral in dieser Situation beobachten konnte, dann hatte ich immer das Gef�hl, dass diese vielen Schiffe, die alle auf seinen Befehl h�rten, f�r ihn nur den Beweis lieferten, wie viel Macht er besa� und dass er etwas Besonderes war. Wenn ich dagegen sehe, wie Sie diese Schiffe betrachten, dann kommt es mir so vor, als ob Sie es als ein Privileg betrachten, ihr Kommandant zu sein.�</p><p>�Das ist auch ein Privileg�, murmelte er. �Wissen Sie, was morgen ist, Tanya? Morgen j�hrt sich zum hundertundersten Mal der Tag, an dem ich das Kommando �ber den Schweren Kreuzer <emphasis>Merlon </emphasis>�bernahm. Die Verantwortung, dieses Schiff befehligen zu d�rfen, l�ste bei mir Ehrfurcht aus. Und nun unterstehen all diese Schiffe meinem Kommando.�</p><p>�Das werden sie aber nur, wenn wir schnell genug dieses System verlassen, bevor das Hauptquartier weitere unerfreuliche Nachrichten schickt.�</p><p>Bei 0,1 Licht dauerte es fast drei Tage, ehe der Sprungpunkt nach Atalia erreicht wurde, aber eine �berraschung ereignete sich nur am zweiten Tag, als zwei zivile Schiffe ins System gesprungen kamen und Botschaften zu senden begannen, die Stunden sp�ter die Flotte erreichten.</p><p>�Kein Export von menschlichen Aggressionen!�</p><p>�Erforschung statt Eroberung!�</p><p>�Lasst unsere Steuergelder und unsere Soldaten zu Hause!�</p><p>�Ich will diesen Aussagen ja gar nicht widersprechen�, merkte Geary an. �Blo� �bersehen diese Leute die Tatsache, dass wir nicht diejenigen sind, die sich mit den Aliens anlegen wollen.�</p><p>Es war f�r Desjani v�llig untypisch, dass sie nicht sofort etwas darauf erwiderte, sondern erst nach einer Weile mit den Schultern zuckte. �Es war ein langer Krieg. Sie wissen, wie wir alle empfunden haben. Die meisten von uns haben nur weiterhin gek�mpft, weil wir keine brauchbaren Alternativen erkennen konnten. Ich habe viele Freunde verloren. Ich kann verstehen, warum manche Leute andere Wege gehen wollten. Aber nur weil sie das wollten, haben sich ihnen nicht automatisch auch andere Wege ge�ffnet. Und das ist auch jetzt noch nicht der Fall.�</p><p>Er nickte bed�chtig. �Stimmt. Im Moment h�tte ich nichts gegen eine gute Alternative einzuwenden, wenn wir uns damit ersparen k�nnten, ans andere Ende des uns bekannten Weltalls zu springen und dann bis an die Z�hne bewaffnet ins Gebiet der Aliens vorzudringen. Aber nach allem, was uns derzeit bekannt ist, hat keine Alternative bessere Aussichten zu bieten als das, was wir hier machen.�</p><p>Mit einem ironischen L�cheln auf den Lippen meinte Desjani: �Ich w�sste gern, was die machen w�rden, wenn sie pl�tzlich den Aliens begegneten, die wir nach Meinung dieser Demonstranten angreifen wollen.�</p><p>�Unser Job ist es sicherzustellen, dass es genau dazu nicht kommt. Oder wenn es dazu kommt, dass die Aliens sich dann bereits von uns zu einer friedlichen Koexistenz haben �berreden lassen.�</p><p>Jetzt musste sie kurz lachen. �Das hei�t, wenn uns genau das gelingt, was wir wollen, dann werden diese Demonstranten vermutlich niemals begreifen, was wir in Wahrheit bewerkstelligt haben.�</p><p>�Jemand hat mich gefragt, wieso ich immer noch daran glaube, irgendetwas k�nnte �gerecht� sein�, lie� Geary sie wissen. �Wenn ich mir so etwas vor Augen halte wie das, was Sie gerade gesagt haben, dann muss ich zugeben, dass das eine gute Frage ist. Genau genommen bin ich mir l�ngst nicht mehr sicher, ob ich �berhaupt jemals irgendetwas gesehen habe, das ich als �gerecht� bezeichnen k�nnte.�</p><p>�Nur weil Sie das noch nicht gesehen haben, kann es aber trotzdem irgendwo da drau�en existieren.�</p><p>Er dachte immer noch �ber diesen Kommentar nach, als der Komm-Wachhabende Bericht erstattete: �Die senden diesen M�ll auf allen Frequenzen, Captain, auf den offiziellen und den inoffiziellen. Offenbar ist das jetzt der Standard f�r Protesttaktiken.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Diese Idioten. Damit blockieren sie auch die Frequenzen, die f�r die Notfallkoordination notwendig sind. Die Leute hier im Sternensystem werden sowieso kein Verst�ndnis f�r deren Haltung aufbringen, aber mit einer solchen Aktion verscherzen sie sich auch noch die letzten Sympathien. Ich hoffe, die Verteidigungsstreitkr�fte von Varandal bekommen diese Truppe zu fassen.�</p><p>Einer der Wachhabenden grinste breit. �Deren Schiffe k�nnten unseren Phantomen nicht entkommen, Captain.�</p><p>Anstatt mit einem L�cheln zu reagieren, warf Desjani ihm einen ausdruckslosen Blick zu. �Wir er�ffnen nicht das Feuer auf friedliche Demonstranten, Lieutenant. Wenn diese Leute sich auf die autorisierten Frequenzen beschr�nkten, k�nnten sie so lange senden, wie sie wollten. Wir sind die Allianz, nicht die Syndiks.�</p><p>�Ja, Ma�am�, sagte der Lieutenant hastig und bekam einen knallroten Kopf. �Das war auch nicht ernst gemeint.�</p><p>�Verstehe. Aber wer eine Feuerkraft kontrolliert wie wir, der muss aufpassen, welche Art von Witzen er macht.�</p><p>Geary nickte Desjani zu, dann �berpr�fte er sein eigenes Komm. �Der gr��te Teil meiner Kan�le ist noch frei.�</p><p>�Admiral, das liegt daran, dass unsere Transmitter leistungsf�hig genug sind, um die Interferenzen von weit entfernten Schiffen zu durchdringen�, erkl�rte der Komm-Wachhabende.</p><p>�Gut. Dann schlage ich vor, wir ignorieren diese Typen. Sie sind nicht unser Problem, und sie erz�hlen uns auch nichts Neues.�</p><p>Ein paar von Varandal auf den Weg geschickte Zerst�rer scheuchten noch am n�chsten Tag die Demonstranten durch das System, w�hrend die Flotte den Sprungpunkt nach Atalia erreichte. Geary hielt unwillk�rlich die Luft an und fragte sich, ob diese Spr�nge sich f�r ihn wohl irgendwann einmal nach Routine anf�hlen w�rden oder ob er f�r alle Zeit von der Sorge dar�ber heimgesucht w�rde, was sie am Zielpunkt in einem anderen System erwarten k�nnte. �Alle Schiffe, Sprung bei Zeit eins null.�</p><p>Der Blick auf die endlosen Sterne und die schwarze Nacht zwischen ihnen verschwand, an seine Stelle r�ckte das graue Nichts des Sprungraums. Als wollte es die Ankunft der Flotte feiern, kam ihnen eines der seltsamen Lichter entgegen, die durch den Sprungraum zuckten und huschten. Es befand sich irgendwo vor ihnen und wurde heller und heller, doch wie weit es entfernt sein mochte, das lie� sich nicht sagen, da es hier keine Anhaltspunkte gab, um Entfernungen zu bestimmen. Dennoch schien es recht nah zu sein. Pl�tzlich erlosch das Licht und verlor sich im trostlosen Grau.</p><p>Geary ben�tigte einen Moment, ehe ihm auffiel, dass jeder auf der Br�cke ihn beobachtet hatte, w�hrend er auf das Licht konzentriert gewesen war. Als den anderen bewusst wurde, dass er das bemerkt hatte, widmeten sie sich schnell wieder ihren Konsolen � alle au�er Desjani, die einen finsteren Blick �ber die Br�cke wandern lie�, ehe sie sich mit betretener Miene an Geary wandte. �Jeder fragt sich nach wie vor, ob Sie sich w�hrend Ihrer hundert Jahre im K�lteschlaf wohl in einem von diesen Lichtern aufgehalten haben.�</p><p>�Wenn das der Fall gewesen w�re, sollte ich das dann nicht eigentlich wissen?�, gab er gereizt zur�ck. �Ich habe <emphasis>Ihnen </emphasis>gesagt, dass ich nicht dort gewesen bin.�</p><p>�Sie haben <emphasis>mir </emphasis>gesagt, dass Sie sich nicht daran erinnern k�nnen.�</p><p>Er konnte sich weiter �rgern, weil es weder f�r die eine noch f�r die andere Version einen Beweis gab und auch nie geben w�rde, oder er konnte es akzeptieren, dass ihn diese Frage wahrscheinlich f�r den Rest seines Lebens verfolgen w�rde. �Ich sch�tze, vor einigen Dingen werde ich einfach nicht davonlaufen k�nnen.�</p><p>Sie nickte zustimmend. �Jedenfalls nicht v�llig. Aber wenn wir erst mal das Syndik-Territorium erreicht haben, werden alle mit anderen Dingen besch�ftigt sein.�</p><p>Atalia hatte sich in den wenigen Monaten, seit sie das letzte Mal in diesem System unterwegs gewesen waren, nicht allzu sehr ver�ndert. Obwohl wichtige Neubauten nach ihrer Fertigstellung nicht gleich wieder durch Allianz-Bomben in Tr�mmerhaufen verwandelt wurden und obwohl die Allianz und die Syndikatwelten sich in diesem System keine regelm��igen Gefechte mehr lieferten, gab es dort noch viel aufzur�umen. Hinzu kam, dass es sich bei Atalia nicht um ein wohlhabendes Sternensystem handelte. Selbst wenn es fr�her einmal wohlhabend gewesen sein sollte, war es im Verlauf von einhundert Jahren Krieg nach und nach in Armut gebombt worden.</p><p>Ein Unterschied zum letzten Besuch bestand allerdings darin, dass sich ein Kurierschiff der Allianz nahe dem Sprungpunkt aufhielt, um die Allianz sofort davon in Kenntnis zu setzen, sollte irgendjemand Atalia angreifen. Bislang war dieses Schiff alles, was die Allianz als Unterst�tzung zur Verteidigung des Systems bereitgestellt hatte.</p><p>Desjani sa� da, das Kinn auf eine Hand gest�tzt, und betrachtete das Display. �Irgendwie kommt es mir so verkehrt vor, in dieses System zu kommen und nichts in die Luft zu jagen.�</p><p>�Hier gibt es nicht mehr viel in die Luft zu jagen�, meinte Geary kopfsch�ttelnd, w�hrend er sein Display betrachtete. �Der Krieg hat diesem System ziemlich zugesetzt.�</p><p>�Eigentlich ist es noch recht gut davongekommen.� Mit einem Mal klang ihre Stimme angespannt. �Jedenfalls im Vergleich zu anderen.�</p><p>�Ja, ich wei�.� Was er angesprochen hatte, war ein Reizthema. Zu viele Sternensysteme waren viel st�rker in Mitleidenschaft gezogen worden, und zu viele von diesen waren Sternensysteme der Allianz. Bislang war es ihm gelungen, einen Bogen um die Zahl der Opfer zu machen, die der Krieg auf beiden Seiten gefordert hatte. Er wollte sich einfach nicht eine in die Milliarden gehende Zahl vor Augen f�hren. Tanya dagegen war wie alle anderen Angeh�rigen der Flotte mit solch schrecklichen Statistiken aufgewachsen; sie hatte miterleben m�ssen, wie diese Zahl von Jahr zu Jahr angewachsen war. Es war besser, das Thema zu wechseln. �Sie haben jetzt einen J�ger.�</p><p>�Ja, hab� ich gesehen.� Ein Syndik-J�ger, ein Kriegsschiff, das etwas kleiner war als ein Allianz-Zerst�rer, zog seine Bahnen durch das innere System. Auch wenn es keine sechs Lichtstunden entfernt gewesen w�re, stellte das kleine Schiff keine Bedrohung f�r die Allianz-Flotte dar. �Ich frage mich, ob es auf Befehl der Syndik-Regierung hier ist oder ob seine Crew sich mit Atalia verb�ndet erkl�rt hat.�</p><p>�Sollen sich unsere Gesandten dar�ber Gedanken machen�, meinte Geary.</p><p>�Gute Idee! Vielleicht k�nnen wir ja einen unserer Gesandten hier zur�cklassen�, �berlegte Desjani und warf einen Blick �ber die Schulter zu dem leeren Beobachterplatz. �Vermutlich sollte ich dankbar daf�r sein, dass die beiden nicht st�ndig auf der Br�cke sitzen und alles beobachten. Dieser General spaziert gern durchs Schiff und versucht, sich bei der Crew beliebt zu machen ��</p><p>�Er �bt f�r seinen Politikerjob.�</p><p>�� aber die andere habe ich bislang noch gar nicht gesehen.�</p><p>Geary nickte und �berlegte, dass dies noch ein Punkt war, in dem sich Riones jetziges von ihrem fr�heren Verhalten unterschied. �Sie war zuvor immer sehr umsichtig und berechnend, und sie hat versucht, in allen Dingen auf dem neuesten Stand zu sein. Jetzt sitzt sie die ganze Zeit �ber in ihrem Quartier.�</p><p>�Ich habe mich nicht beklagt�, stellte Desjani fest. �Ich hoffe, Sie machen sich keine Sorgen um sie.�</p><p>�Tanya, sie hat neue Befehle f�r uns mitgebracht. Wie Sie selbst gesagt haben, wissen wir nicht, welche Befehle sie ihrerseits bekommen hat.� Er beugte sich vor und verschr�nkte fest die H�nde, als er an seine Unterhaltung mit Rione dachte. �Als ich mit ihr sprach, kurz nachdem sie an Bord gekommen war, da hatte ich das Gef�hl, als versuche sie herauszufinden, wie weit sie sich am Rand einer Klippe vorbeugen kann, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Sie hatte etwas Unbek�mmertes an sich, so als w�rde sie am liebsten von dieser Klippe springen, nur um zu wissen, wie sich das anf�hlt.�</p><p>�Normalerweise�, murmelte Desjani, �w�rde ich ihr zurufen, dass sie es doch ruhig versuchen soll. Aber wenn die Regierung ihr noch andere Befehle gegeben hat, von denen wir nichts wissen ��</p><p>�Befehle, die die Ver�nderungen in ihrem Verhalten erkl�ren w�rden ��</p><p>�Irgendetwas, das sie wei�?�, fragte sie. �Sie konnten ihr noch nie vertrauen. Ich hoffe, Sie sehen das jetzt ein. Vielleicht hat sie ja irgendwas verbrochen. Ich wette, sie hat ein paar tausend Leichen im Keller. Und es hat etwas damit zu tun, was man ihr aufgetragen hat. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass sie so was wie ein schlechtes Gewissen haben k�nnte.�</p><p>Geary machte eine unbeherrschte Geste. �Wenn es etwas rein Pers�nliches ist, dann ist das f�r sie unerfreulich, aber es d�rfte auf uns keine Auswirkungen haben. Aber sie ist eine Gesandte der Regierung.�</p><p>�M�sste nicht dieser General � wie hei�t er noch?�</p><p>�Charban.�</p><p>�Ja, genau. M�sste der nicht etwas dazu sagen k�nnen, ob es einen Zusammenhang zu den Befehlen f�r die Gesandten gibt?� Desjani verstummte, ihr Gesichtsausdruck nahm einen h�rteren Zug an. �Es sei denn, der Mann ist blo� eine Dreingabe. Ein Alibi f�r die andere Gesandte. Er ist ein General im Ruhestand. Was, wenn er nur benutzt wird?�</p><p>Wie immer gab es zu viele Fragen, auf die niemand eine Antwort wusste.</p><p>Auch wenn Atalia von Varandal aus ein leicht zu erreichendes Ziel war, gab es nur wenige n�tzliche Optionen, um von dort in andere Systeme zu gelangen. Ein m�gliches Ziel war Padronis, ein wei�er Zwerg, in dessen Umgebung sich nie viele Menschen aufgehalten hatten. Sogar die kleine Orbitalstation, die fr�her von den Syndiks unterhalten worden war, hatte man vor Jahrzehnten aufgegeben. Ein anderer Weg f�hrte nach Kalixa, vor noch nicht allzu langer Zeit einmal ein brauchbares Ziel, ein gutes Sternensystem mit einer zahlenm��ig gro�en Bev�lkerung und einem Portal zum Hypernet-System der Syndikatwelten. Aber dieses Portal war kollabiert und hatte die Menschen dort ausgel�scht, allem Anschein nach auf Betreiben jener fremden Spezies, mit der Gearys Flotte nun wieder Kontakt aufnehmen sollte. Der einzige Beweis f�r die vormalige Existenz von Menschen in diesem System waren die Ruinen auf den �berresten der einst besiedelten Welt.</p><p>Doch von Kalixa aus konnte die Flotte nach Indras springen, wo sich noch ein intaktes Hypernet-Portal befinden sollte. Die Allianz hatte dieses Portal schon einmal benutzt, um den entscheidenden Feldzug gegen die Syndiks zu f�hren.</p><p>Geary stand vor dem Konferenztisch und betrachtete einmal mehr die Bilder der Captains seiner Flotte, die f�r eine weitere Besprechung virtuell zusammengekommen waren. Diesmal war die Flotte in einer viel kompakteren Formation unterwegs, und nur den am weitesten entfernten Schiffen w�rde man die Zeitverz�gerung anmerken. Geary deutete auf das Sternendisplay. �Wir werden wieder �ber Kalixa gehen m�ssen.�</p><p>Die meisten Offiziere lie�en Missfallen oder Unzufriedenheit angesichts der Tatsache erkennen, noch einmal diesen Stern passieren zu m�ssen, wo die tote Leere auf eine ganz eigenartige Weise unterstrich, dass hier Millionen Menschen ums Leben gekommen waren. Andererseits war ihnen allen klar, dass der Weg �ber Kalixa die einzig sinnvolle Strecke f�r die Flotte war.</p><p>�Von da zur�ck nach Indras�, fuhr er fort. �Mein urspr�nglicher Plan hatte vorgesehen, von Indras direkt nach Midway zu springen, um unsere Reisezeit auf das absolute Minimum zu reduzieren. Allerdings f�hrt uns unser Weg jetzt �ber Dunai, was f�r uns bedeutet, das Syndik-Hypernet bis Hasadan zu nutzen, einen kurzen Sprung nach Dunai zu unternehmen, dann nach Hasadan zur�ckzukehren und von da wieder ins Hypernet �berzuwechseln, um den Transit nach Midway abzuschlie�en.� Wenn er die Vorgehensweise so erkl�rte wie in diesem Augenblick, wurde besonders deutlich, was f�r einen �rgerlichen Umweg dieser Befehl f�r sie alle bedeutete. �In Dunai gibt es ein Kriegsgefangenenlager der Syndiks, in dem noch sch�tzungsweise sechshundert von unseren Leuten sitzen. Die werden wir da rausholen.�</p><p>�Auf dem Hinweg?�, fragte Captain Vitali, aber dann schlug er sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. �Aber nat�rlich. W�rden wir es auf dem R�ckweg machen, dann m�ssten unsere Leute noch einige Monate mehr in Syndik-Gefangenschaft zubringen, nicht wahr?�</p><p>�Ganz genau�, stimmte Geary ihm zu. W�re Vitalis �berlegung nicht so willkommen gewesen, h�tte Geary allen Grund gehabt, ver�rgert zu reagieren, hatte er selbst doch Stunden dar�ber gebr�tet, wie er diesen Umweg �ber Dunai erkl�ren sollte. Immerhin war ein Teil der Flotte davon �berzeugt, dass die Regierung ihm einen solchen Befehl gar nicht erteilen konnte, wenn er das nicht wollte. �Wenn wir auf dem R�ckweg noch Platz f�r weitere Passagiere haben, werden wir einiges mehr an Gefangenen aus einem anderen System mitnehmen.� So lautete sein Befehl zwar nicht, aber es war ihm auch nicht ausdr�cklich untersagt worden. �Wir rechnen nicht damit, dass uns in Dunai irgendwelcher �rger erwartet.�</p><p>Tulev presste einen Moment lang die Lippen zusammen, dann sagte er: �Wenn die Syndiks vorhaben, irgendeinen Aspekt des Friedensvertrags hinauszuz�gern, dann werden wir das ja in Dunai merken.�</p><p>�Erlaubt der Vertrag es uns, dass wir uns ohne die Zustimmung der Syndiks in deren Gebiet nach Belieben bewegen d�rfen?�, fragte der Kommandant eines Schweren Kreuzers. Beim Anblick der Gesichter der anderen Offiziere erg�nzte er hastig: �Nicht dass es mich k�mmert, ob sie damit einverstanden sind oder nicht.�</p><p>�Ja, der Vertrag erlaubt uns das�, antwortete Geary. �Als der in aller Eile ausgehandelt wurde, hatten die CEOs der neuen Syndik-Regierung verzweifelt vor, die Allianz-Flotte nach Midway zu locken, um sie vor den Aliens zu besch�tzen. Also wurde uns auch das Recht einger�umt, uns im Syndik-Territorium zu bewegen. Ich bin mir sicher, dass die Syndiks das als einmalige Sache ansahen, aber unsere Unterh�ndler formulierten diesen Paragraphen so, dass wir das jederzeit wiederholen d�rfen.�</p><p>�Manchmal sind unsere Politiker ja doch zu etwas gut�, merkte Duellos an.</p><p>�Ich sch�tze, hin und wieder m�ssen sie auch mal irgendwas richtig machen�, erg�nzte Badaya.</p><p>�Zu beachten ist�, sagte Geary, �dass der Vertrag uns erlaubt, in Syndik-Gebiet vorzudringen, solange wir das Midway-Sternensystem anfliegen oder von dort zur�ckkehren. Auch wenn wir einen Umweg �ber Dunai einlegen, sind wir auf dem Weg nach Midway. Ich betone das, weil zuk�nftige Missionen auch Reisen nach Midway notwendig machen � nicht etwa, weil wir dorthin wollen, sondern weil es die Vertragsformulierungen verlangen.�</p><p>Commander Neeson lachte leise. �Das wird f�r die Syndiks in Midway aber eine �berraschung werden.�</p><p>�Das sehe ich auch so.�</p><p>Nachdem die anderen sich aus der Konferenz zur�ckgezogen hatten, blieb Duellos noch sitzen und hielt den Blick auf Geary gerichtet. �Wie f�hlen Sie sich?�</p><p>�Mir ging�s schon schlechter�, erwiderte er und setzte sich. �Und Sie?�</p><p>Duellos grinste ihn an. �In letzter Zeit macht mir nur eines zu schaffen: Neugier. Ich w�rde zu gern wissen, wie Ihr Kurzbesuch auf Kosatka verlaufen ist.�</p><p>�Meinen Sie meine Flitterwochen?�</p><p>�Ja. Wenn ich Tanya darauf anspreche, murmelt sie nur etwas vor sich hin.�</p><p>Geary hielt kurz inne und dachte an diese Zeit zur�ck. �Wir glaubten beide, dass sich die anderen Passagiere und die Crew pr�geln w�rden, sobald unser Schiff das Hypernet-Portal bei Kosatka verl�sst, weil jeder als Erster den Medien mitteilen wollte, dass wir an Bord sind. Oder besser gesagt: dass ich an Bord bin. Wohl aus Sorge, es k�nnte niemand auf diese Idee kommen, tauchte ein paar Stunden nach unserer Ankunft ein Schneller Kurier der Flotte auf und begann lautstark Befehle f�r mich zu senden, dass ich sofort nach Varandal zur�ckkehren solle. Damit musste auch dem D�mmsten klar geworden sein, dass ich mich auf Kosatka aufhielt.�</p><p>�Ich nehme an, der Kurier hat auch Ihre erneute Bef�rderung zum Admiral ausgeplaudert, wie?�</p><p>�Ja, das auch noch. Allerdings kam das zu sp�t, um noch unsere Heirat zu verhindern. Tanya hatte die Admiralsabzeichen bei sich und steckte sie mir sofort an, w�hrend sie die ganze Zeit �ber grummelte, dass nur ein Vollidiot den Rang eines Flottenadmirals aufgeben w�rde. Die lokale Regierung, die Streitkr�fte und die Medien reagierten so, wie man sich das vorstellen kann: Sie waren v�llig aus dem H�uschen. Tanya war fest entschlossen, ihren Eltern von unserer Heirat zu erz�hlen, bevor sie das aus den Medien erfuhren. Sie kennt zahlreiche Leute auf Kosatka, von denen einer auf ein Shuttle zugreifen konnte. Also kam das Shuttle uns entgegen und holte uns von Bord, w�hrend das Passagierschiff noch gut eine halbe Stunde vom orbitalen Raumhafen entfernt war, wo bereits alle auf uns warteten. Dann tauchte das Shuttle in einem schwei�treibenden Steilflug in die Atmosph�re ein, wobei wir von diversen anderen Shuttles der Regierung, des Milit�rs und der Medien verfolgt wurden.�</p><p>�Bestimmt haben Sie in dem Moment die vergleichsweise ruhigen Verh�ltnisse vermisst, die mitten in einer Schlacht herrschen�, meinte Duellos grinsend.</p><p>�Das war ja bis dahin noch harmlos. Wir erreichten eine sekund�re Landebahn, ohne eingeholt zu werden. Es war eine Landebahn, die von den Medien nicht ausspioniert wurde. Da wartete ein anderer von Tanyas alten Freunden mit einem Privatfahrzeug auf uns. Wir stiegen ein, und er raste mit uns in die Stadt, wo er seine Gefechtstauglichkeit unter Beweis stellte, als er sich durch den herrschenden Verkehr schl�ngelte. Wir schafften es zu dem Hochhaus, in dem Tanyas Eltern leben � eines von diesen Hochsicherheitsgeb�uden � sprangen aus dem Wagen und rannten zur T�r. Tanya tippte auf ein Tastenfeld neben der T�r und rief aufgeregt: �Sie haben den Zugangscode ge�ndert! Mom, Dad, lasst uns rein!��</p><p>�So was kenne ich nur aus Filmen�, warf Duellos ein.</p><p>�Wir stehen da und h�ren schon, wie sich von allen Seiten Sirenen n�hern. Tanya �berlegt schon, ob ihre Eltern vielleicht eine Extraschicht arbeiten und noch gar nicht zu Hause sind, aber dann endlich meldet sich ihre Mutter und fragt: �Was machst du auf Kosatka? Und wer ist �uns�? Wer ist das da bei dir?� Und Tanya sagt: �Mein Ehemann.�� Geary erwiderte Duellos� breites Grinsen. �Eine Ewigkeit kommt von ihrer Mutter keine Reaktion, dann sieht sie wieder Tanya an und sagt: �Ich dachte, du bist mit diesem Schiff verheiratet.� Sofort wird Tanya w�tend und entgegnet: �Es hei�t <emphasis>Dauntless</emphasis>, Mutter, nicht <emphasis>dieses Schiff</emphasis>. Und jetzt lass uns endlich rein!� Wir werden reingelassen und fahren hinauf zu dem Stockwerk, in dem ihre Eltern wohnen. Ihre Mutter �ffnet die T�r, sieht mich an und erstarrt, als sie mich erkennt. Schlie�lich schaut sie wieder Tanya an und fragt ganz ruhig: �Du willst wohl, dass ich tot umfalle, wie?� Tanya verneint, und ihre Mutter legt nach: �Worauf hast du dann gehofft? Auf einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt?��</p><p>Duellos nickte nachdenklich. �Jetzt wird mir klar, nach wem in der Familie Tanya kommt.�</p><p>�Nat�rlich ist ihre Mutter au�er sich, dass wir auf dem Schiff geheiratet haben. Sie meint, der ganze Planet h�tte die Zeremonie sehen wollen, weil es das gr��te Ereignis auf Kosatka seit der k�niglichen Hochzeit vor hundertzehn Jahren gewesen w�re. Daraufhin fragt Tanya, ob ihre Mutter will, dass sie einen Schlaganfall bekommt. Ich versuche, die Gem�ter zu beruhigen, indem ich beil�ufig erw�hne, dass ich bei der Hochzeit damals teilgenommen habe. Aber das tr�gt nat�rlich nicht dazu bei, mich als einen ganz normalen Matrosen darzustellen, den ihre Tochter geehelicht hat.</p><p>Zu dem Zeitpunkt haben alle dank der �berwachungskameras �berall in der Stadt herausgefunden, wohin wir uns abgesetzt haben, und wir werden in dem Hochhaus mehr oder weniger belagert. Tanyas Vater wird von einer Eskorte ins Haus gebracht, ohne eine Ahnung davon, was eigentlich los ist. Als wir kurz darauf in der Wohnung zusammensitzen und uns unterhalten, um uns gegenseitig besser kennenzulernen, findet sich drau�en so gut wie jeder W�rdentr�ger ein. Das lokale Milit�r muss mit tragbaren Elementen eine befestigte Absperrung errichten, weil sich inzwischen immer weiter herumgesprochen hat, wer da auf Kosatka eingetroffen ist. Die Menschenmenge �� Geary wurde ernst. �Die Vorfahren m�gen mir beistehen, Roberto. Diese Massen! Egal wo ich aufgetaucht bin, �berall waren die Medien und die Menschenmengen!�</p><p>�Die zweifellos �Black Jack, Black Jack� skandiert haben.�</p><p>�O ja. Ich glaube, da ist mir erst so richtig bewusst geworden, welche Gefahr ich tats�chlich f�r die Regierung und f�r die ganze Allianz darstelle. Kein Mensch sollte so beliebt sein und so verehrt werden. Schon gar nicht ich.�</p><p>Duellos nickte nach wie vor am�siert. �Sie k�nnen von Gl�ck reden, dass Sie nicht miterlebt haben, was sich auf meiner Heimatwelt abgespielt hat. Die Leute wollten mich sehen und mich anfassen, weil ich an Ihrer Seite gedient habe. Die lebenden Sterne allein wissen, womit sich Jane Geary konfrontiert gesehen hat, als sie Ihrer Heimatwelt Glenlyon einen kurzen Besuch abgestattet hat.�</p><p>�Das hat sie getan?� War das der Grund f�r ihr ver�ndertes Verhalten? �Hat sie mit Ihnen dar�ber gesprochen?�</p><p>�Nein.� Duellos bedachte ihn mit einem fragenden Blick. �Dann hat sie Ihnen auch nichts davon gesagt? Hm, aber ihr Verhalten als Schiffskommandantin seit ihrer R�ckkehr scheint mir etwas ungew�hnlich zu sein.�</p><p>�Ja.� Nachdem er das nun wusste, konnte er Jane vielleicht dazu bringen, ihm den Grund f�r ihr ver�ndertes Auftreten zu nennen. �Tja � die Menschenmengen. �berall nur Menschen. Tanya merkte mir an, wie sehr mich das st�rte, und sie war auch nicht allzu begeistert davon, dass man sie bei den wenigen Malen, bei denen sie erw�hnt wurde, �Black Jacks neue Ehefrau� nannte, aber nicht Captain Tanya Desjani. Damit sich die lokalen Beh�rden nicht vor den Kopf gesto�en f�hlten, mussten wir an einigen offiziellen Empf�ngen teilnehmen. Aber nach ein paar Tagen war ich froh, meine Befehle vorschieben zu k�nnen, um den Planeten hinter mir zu lassen.�</p><p>�Man sollte meinen�, �berlegte Duellos, �dass Ihr offensichtliches Unbehagen angesichts dieser Bewunderung beruhigend auf die Regierung h�tte wirken m�ssen.�</p><p>Geary zuckte mit den Schultern. �Vielleicht f�rchtet die Regierung ja, ich k�nnte mich daran gew�hnen.�</p><p>Die Entfernung zwischen dem Sprungpunkt von Varandal und dem nach Kalixa betrug vier Lichtstunden, was einen vierzigst�ndigen Durchflug des Systems bedeutete, wenn die Flotte ihre Geschwindigkeit beibehielt. Da die prim�re bewohnte Welt sich bei der Ankunft auf der vom Stern abgewandten Seite befand, w�rden die Beh�rden erst in mehr als f�nf Stunden das Eintreffen der Allianz-Flotte feststellen. Aus H�flichkeit hatte Geary eine kurze Nachricht �bermittelt, um mitzuteilen, dass die Flotte das System lediglich durchquerte, aber anderswo zu tun hatte. Ehe eine Antwort auf diese Mitteilung eingehen konnte, mussten erst noch einmal f�nf Stunden vergehen.</p><p>Geary h�rte zu und versp�rte ein wachsendes Unbehagen, als die neuen Herrscher von Atalia sich regelrecht �berschlugen, um die Flotte insgesamt und Admiral Geary im Besonderen zu begr��en. Es war nicht zu �berh�ren, dass sie Angst vor ihm hatten, dass sie ihn brauchten und dass sie von der Flotte vor ihren ehemaligen Herren der Syndikatwelten besch�tzt werden wollten. Es war dieses kaum verh�llte Flehen, das Geary so ungl�cklich machte. <emphasis>Ich bin nicht Herr �ber diese Flotte. Die oberste Autorit�t liegt bei meiner Regierung. Verstehen sie das nicht? Ich kann nicht einfach tun, was sie wollen und brauchen. Die Allianz hat hier ein Kurierschiff stationiert, und auch wenn das nicht unmittelbar etwas zur Verteidigung des Systems beitragen kann, ist es doch ein Symbol f�r das Interesse der Allianz am Schicksal der Menschen hier. Oder zumindest f�r das Interesse der Allianz zu erfahren, was sich hier tut. Das mag einen entschlossenen Angreifer nicht aufhalten, aber es ist zumindest etwas.</emphasis></p><p>Nachdem er eine Erwiderung mehrere Stunden vor sich hergeschoben hatte, schickte er eine weitere Nachricht und lie� die Herrscher von Atalia wissen, dass seine Flotte zu einer Mission in einem anderen System unterwegs war, er aber die Bitte um weitere Unterst�tzung an die Allianz-Regierung weiterleiten werde. N�chstes Mal sollte ich vielleicht die Gesandten mit den Syndiks beziehungsweise ehemaligen Syndiks reden lassen.</p><p>Von einer weiteren Nachricht an Geary abgesehen, mit der ihm eine gute und sichere Reise sowie eine baldige R�ckkehr gew�nscht wurde, ereignete sich w�hrend des Flugs durch das System nichts mehr. Mit dem Sprung in Richtung Kalixa erwachte eine andere Art von Angst, ein eindringliches Unbehagen vor dem Wiedersehen mit dem verw�steten Sternensystem. Er fragte sich, ob der Anblick diesmal nicht ganz so entsetzlich sein w�rde.</p><p>Aber er war genauso entsetzlich.</p><p>Das Verlassen des Sprungraums bei Kalixa kam ihm sonderbar abrupt vor, als h�tte unter dem Zusammenbruch des Hypernet-Portals sogar die Struktur des Raums gelitten. Nach einer kurzen Betrachtung der Situation wurde erkennbar, dass die Intensit�t des Sterns weiter extrem schnell fluktuierte. Die St�rme hatten in der d�nnen Atmosph�re ein wenig nachgelassen, die alles war, was der vormals bewohnten Welt noch geblieben war. Dadurch war es auch leichter, die leblose und fast v�llig ausgetrocknete Landschaft zu sehen. M�nner und Frauen auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>murmelten Gebete vor sich hin, w�hrend ihre Blicke auf der vollst�ndigen Zerst�rung ruhten. Geary ging davon aus, dass sich in diesem Moment auf allen Schiffen der Flotte die gleichen Szenen abspielten.</p><p>Er lie� die Flotte auf 0,2 Licht beschleunigen, damit sie nur die H�lfte der Zeit f�r die Durchquerung des Systems ben�tigten. Das erh�hte zwar den Verbrauch der Brennstoffzellen, aber es half, die Moral seiner Leute nicht zu tief sinken zu lassen.</p><p>Als sie das letzte Mal in Indras gewesen waren, hatte es dort keine Probleme gegeben. Und sofern das Hypernet-Portal noch existierte, w�rde sich die Flotte bei diesem Stern nicht lange aufhalten m�ssen. �Meinen Sie�, wandte Geary sich an Desjani, �wir sollen eine der Kopien des Hypernet-Schl�ssels der Syndiks ausprobieren?� Das Original an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>war mit der gr��ten Sorgfalt kopiert und vervielf�ltigt worden, aber als die Flotte aufbrach, waren nur noch wenige Exemplare verf�gbar gewesen. Einer war auf der <emphasis>Warspite </emphasis>installiert worden, der andere auf der <emphasis>Leviathan</emphasis>.</p><p>Desjani hob kurz die Schultern. �Wenn Sie wollen. Die Kopien sollten einwandfrei arbeiten. Aber ich rate davon ab.�</p><p>�Wieso?�</p><p>�Die Syndiks d�rften in der Lage sein festzustellen, welches Schiff an einem Portal einen Schl�ssel benutzt hat. Sie wissen, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>�ber einen Schl�ssel verf�gt, deshalb w�re es vielleicht gut, ihnen nicht anzuzeigen, welche Schiffe noch im Besitz eines Schl�ssels sind.�</p><p>Er nickte zustimmend. Es herrschte zwar Frieden, aber es w�rde noch sehr lange dauern, bis eine Seite der anderen vertraute.</p><p>Indras und Hasadan waren fr�her einmal milit�rische Ziele gewesen, feindliche Sternensysteme, die einen Angriff wert waren. Inzwischen handelte es sich nur noch um Zwischenstationen, um Systeme des ehemaligen Gegners, der nur zusehen konnte, wie die Allianz-Flotte ihre Kriegsschiffe an ihm vorbeiziehen lie�. Der Hypernet-Transit von Indras nach Hasadan war � langweilig, entschied Geary. Der Sprungraum f�hlte sich wenigstens noch wie ein Raum an, wenn es auch ein Raum war, in dem es au�er mysteri�sen Lichtern nichts zu sehen gab. Die vermittelten aber immerhin noch den Eindruck, dass dort etwas Unbekanntes existierte, dem die Menschheit wom�glich niemals auf den Grund w�rde gehen k�nnen. Der Sprungraum war ein Ort, an dem die Menschen nichts verloren hatten, und je l�nger man sich dort aufhielt, umso unbehaglicher f�hlte man sich.</p><p>Aber den Hypernet-Transit eines Raumschiffes empfand er als Flug im Nirgendwo, ein Gef�hl, das ihm Captain Cresida einmal zu erkl�ren versucht hatte, bevor ihm selbst die Erfahrung zuteil wurde. <emphasis>Unsere �berzeugendste Theorie geht dahin, dass das Schiff mit Blick auf das umgebende Universum im Hypernet selbst in eine Wahrscheinlichkeitswelle umgewandelt wird, die tats�chlich keinen Raum belegt. </emphasis>Sie waren buchst�blich im Nichts.</p><p>Ein Nichts, das keinerlei Verlockungen zu bieten hatte, wenn man von der Tatsache absah, dass man im Hypernet erheblich schneller von einem Punkt zum anderen gelangen konnte als im Sprungraum. �M�chte wissen, wie sich der Sprungraum f�r die Aliens anf�hlt�, �berlegte Geary laut. �Haben die auch den Eindruck, sich im Nichts zu befinden?�</p><p>Desjani, die neben ihm durch einen der Korridore der <emphasis>Dauntless </emphasis>ging, setzte eine nachdenkliche Miene auf. �Interessante Frage. Wie f�hlt sich das Nichts �berhaupt an? Vielleicht sollten Sie das an unsere Experten weiterleiten, damit die auch mal was zu tun haben.�</p><p>Zum Gl�ck war es von Hasadan, wo die Flotte durch das dortige Hypernet-Portal in den Normalraum zur�ckkehrte, bis nach Dunai nur noch ein kurzer Sprung.</p><p>Dunai war vom menschlichen Blickwinkel aus betrachtet ein durchaus brauchbares Sternensystem, aber es hatte nur wenig Besonderes zu bieten, was wohl auch der Grund daf�r war, dass es kein Hypernet-Portal erhalten hatte. Drei innere Planeten, von denen der zweite in einer Entfernung von gut neun Lichtminuten um die Sonne kreiste, also auf einem Orbit, der Welten f�r Menschen �blicherweise bewohnbar machte. Weit drau�en zogen drei Gasriesen ihre Bahnen, und ganz am Rand fanden sich zwei gefrorene Zwergplaneten, die umeinander rotierten, w�hrend sie in einem Abstand von �ber viereinhalb Lichtstunden ihren Stern umkreisten.</p><p>Die bewohnbare Welt machte einen guten Eindruck, Ressourcen waren im System gen�gend vorhanden, und zwischen den Planeten und ihren Orbitaleinrichtungen herrschte reger ziviler Flugverkehr, der Rohstoffe, fertige Produkte, Lebensmittel und Passagiere bef�rderte. Die Gesamtbev�lkerung belief sich auf einige hundert Millionen Menschen. Aus menschlicher Sicht ein gutes, aber eben kein herausragendes Sternensystem.</p><p>�Von hier aus betrachtet sieht es gar nicht so �bel aus�, urteilte Desjani, als die Flottensensoren den zweiten Planeten des Sterns Dunai analysierten. ��blicherweise scheinen die Syndiks ihre Kriegsgefangenen auf weniger angenehmen Welten untergebracht zu haben.�</p><p>�Das ist die Erfahrung, die wir gemacht haben�, stimmte Geary ihr zu und betrachtete dabei sein eigenes Display. Diverse Klimazonen, einige davon angenehm gem��igt, gen�gend Wasser, eine Atmosph�re dicht an Standardwerten f�r eine bewohnbare Welt, zahlreiche gepflegte gr��ere und kleinere St�dte, umgeben von gro�z�gigen unber�hrten Regionen. �Es ist sch�n da unten.�</p><p>�Zu sch�n�, murmelte sie.</p><p>�Sir?� Vor Geary hatte sich ein virtuelles Fenster ge�ffnet, aus dem ihn sein Geheimdienstoffizier Lieutenant Iger ansah. �Wir haben die Existenz des Gefangenenlagers best�tigen k�nnen und seine Position bestimmt.� Ein Leuchtpunkt tauchte auf der Karte auf, die auf der anderen Seite in der Luft stand.</p><p>Geary merkte, dass er eine finstere Miene ziehen musste, da er sah, wie sich bei Iger Unsicherheit regte, als �berlege er, ob er etwas Verkehrtes gesagt haben mochte. �Gute Arbeit, aber ist dieser Standort nicht ein wenig �berraschend? Diese Welt macht einen sehr lebenswerten Eindruck, und dieses Lager befindet sich mitten in einem angenehmen Gebiet, w�hrend andere Lager die Gefangenen mit rauen und unwirtlichen Lebensbedingungen konfrontieren.�</p><p>�Ja, Sir, aber ich glaube, die Bilder, die wir vom Lager bekommen, d�rften das erkl�ren.� Ein weiteres Fenster �ffnete sich, das die Draufsicht auf eine Ansammlung von Geb�uden zeigte � allerdings aus sehr gro�er H�he, schlie�lich lagen zwischen ihnen und den optischen Sensoren der Flotte etliche Millionen Kilometer.</p><p>Er zog die Augenbrauen noch weiter zusammen, als er die gut erhaltenen Bauwerke sah, die, nach ihrer Anordnung zu urteilen, Kasernen sein mussten. Drei Z�une umgaben die gesamte Anlage auf einer Breite von gerade mal zehn Metern, verf�gten aber nur �ber ein paar Wacht�rme. Der Gro�teil des Gel�ndes innerhalb dieser Umz�unung war begr�nt, w�hrend sie von anderen Lagern gew�hnt waren, dass das Areal komplett asphaltiert oder gar nicht befestigt und mit schroffen Steinen �bers�t war. Zudem konnte er ein paar B�ume erkennen. Gut erhaltene Stra�en f�hrten ins Lager hinein und zu mehreren gro�en Parkpl�tzen. �Sieht so aus, als w�rde man die Gefangenen recht h�ufig aus dem Lager bringen.�</p><p>�Wir vermuten, dass das auf einer t�glichen Basis geschieht�, erl�uterte Iger. �Wie Sie sehen, ist das Lager nicht weit von der Stadt entfernt. Nach dem Grundriss der Anlage zu urteilen und anhand einiger Syndik-Nachrichten, die wir belauschen konnten, werden unsere Leute als Arbeiter eingesetzt. Das ist an sich nichts Ungew�hnliches, allerdings haben die Syndiks ihre Kriegsgefangenen �blicherweise als Zwangsarbeiter im Bergbau oder im Ackerbau benutzt, weit entfernt von allen St�dten.�</p><p>Geary lehnte sich zur�ck und trommelte mit den Fingern auf seine Armlehne. �Dann meinen Sie nicht, dass man sie zu schwerer Zwangsarbeit verpflichtet hat?�</p><p>�Das ist trotzdem m�glich, Sir. Beim Stra�enbau zum Beispiel. Aber denkbar ist auch, dass sie Geb�ude reinigen oder �hnliche Arbeiten verrichten mussten. Wenn wir die ehemaligen Gefangenen an Bord geholt und befragt haben, werden wir Genaueres dar�ber wissen, ob und wie sie misshandelt wurden.�</p><p>Der Begriff �misshandelt� kam Iger wie selbstverst�ndlich �ber die Lippen. Geary wusste wegen der Arbeitslager, die sie bislang gesehen hatten, dass es durchaus der richtige Begriff sein konnte. Dennoch sah dieses Arbeitslager viel angenehmer aus als alles, was sie gew�hnt waren. Es war zwar eindeutig ein Lager f�r Kriegsgefangene, aber es schien nicht als die H�lle auf Erden angelegt worden zu sein. �Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie noch irgendetwas herausfinden.�</p><p>W�hrend sich Igers Fenster schloss, lehnte sich Desjani seufzend nach hinten. �Hier gibt es nicht viel, was Grund zur Sorge bieten sollte. Kein Kriegsschiff weit und breit, nur Billigkorvetten in dieser Werft, die um den zweiten Planeten kreist.�</p><p>Geary tippte auf das Symbol f�r die Korvetten und las, was die Sensoren der Flotte �ber diese kleinen Schiffe herausgefunden hatten. �Unsere Systeme vermuten, dass man die Korvetten ausgeschlachtet hat, allerdings nicht um sie zu verschrotten, sondern um sie mit neuen Systemen auszustatten.�</p><p>�Vielleicht haben sie hier ja auch einen Captain Smythe.�</p><p>�Teilweise fertiggestellte H�llen f�r Kriegsschiffe�, stellte Geary fest und zeigte auf andere Orbitalwerften. �Drei Schiffe von J�ger-Gr��e dort, ein Leichter Kreuzer da. Alle weit davon entfernt, eingesetzt zu werden.�</p><p>�Da scheint sich jemand seine eigene kleine Flotte zusammenzubauen�, merkte Desjani an. �Die H�llen dieser J�ger weichen von den Syndik-Standards ab. Vielleicht werden sie nicht im Auftrag der Zentralregierung gefertigt.�</p><p>Das war eine interessante Feststellung. �Macht sich der lokale CEO darauf gefasst, dieses Sternensystem verteidigen zu m�ssen, oder bereitet er sich darauf vor, andere Sternensysteme unter Druck zu setzen? Vielleicht durch Erpressung, die er durch Feuerkraft untermauert, vielleicht auch durch eine offene Ausweitung seiner Kontrolle.�</p><p>�K�mmert es uns, was sich Syndiks untereinander antun?�, fragte Desjani.</p><p>�Nein. Jedenfalls nicht bei solchen Dingen. Wenn wir Augenzeuge eines Angriffs werden, dann k�nnten wir eingreifen, auch wenn ich nicht wei�, ob wir das �berhaupt wollen w�rden. Immerhin sind unsere Befehle f�r solche Angelegenheiten �u�erst vage formuliert.�</p><p>�Diese im Bau befindlichen Schiffe w�ren leichte Ziele�, �berlegte sie. �Vermutlich w�rden wir den umliegenden Sternensystemen einen Gefallen tun, wenn wir die Dinger in kleine St�cke schie�en.�</p><p>Er grinste sie schief an. �So sehr mich Ihre neuentdeckte humanit�re Seite auch beeindruckt, herrscht jetzt zwischen uns und den Syndiks Frieden. Das bedeutet, wir m�ssten schon gewichtige Gr�nde anf�hren, um irgendetwas in die Luft zu jagen, das den Syndiks geh�rt.�</p><p>�Na, wenn Sie mit gewichtigen Gr�nden ankommen�, gab Desjani zur�ck, �dann frage ich Sie, ob so etwas nicht zu einem echten Problem werden k�nnte. Je l�nger wir durch das Gebiet der Syndiks reisen, was meines Wissens noch recht lange und recht h�ufig der Fall sein wird, und je st�rker die Syndik-Regierung die Kontrolle �ber die Syndikatwelten verliert, was meines Wissens weiter anhalten oder sich sogar verschlimmern wird, umso wahrscheinlicher wird es, dass wir in einem Sternensystem einmal mit einem sich abspielenden Gefecht konfrontiert werden. Was machen wir, wenn da ein Syndik-System ein anderes angreift? Angenommen, die Angegriffenen bitten uns um Hilfe, was sagen wir dann? Und was ist, wenn die Angreifer von der Syndik-Regierung geschickt worden sind und sie ihre eigenen Leute bombardieren, um die Kontrolle �ber das betreffende System zur�ckzuerlangen? Sollen wir dann einfach vorbeifliegen und so tun, als ob gar nichts los ist?�</p><p>Er lie� sich nach hinten sinken und trommelte wieder mit den Fingern auf die Armlehne, w�hrend er nachdachte. �Unsere Befehle machen um diese Frage einen gro�en Bogen. Man kann sie so auslegen, dass wir die Erlaubnis oder sogar die Pflicht haben einzugreifen. Sie lassen sich aber auch so deuten, dass wir wahlweise besser nicht eingreifen sollten oder es �berhaupt nicht d�rfen.�</p><p>�Mit anderen Worten: Weder die Regierung noch das Hauptquartier hatte eine Ahnung, wie man sich verhalten sollte, also hat man Ihnen die Entscheidung �berlassen. Ich bin schockiert! Wirklich schockiert!�</p><p>Geary nickte. �Weil sich alles auf die Aliens konzentriert und weil ich das Syndik-Territorium so schnell wie m�glich durchqueren will, um solche Situationen hoffentlich zu vermeiden, habe ich bislang noch gar nicht versucht, dieses Problem ernsthaft zu analysieren. Unser Handeln wird ganz entscheidend von den jeweiligen Umst�nden bestimmt. Vielleicht kennen ja unsere Gesandten eine Antwort auf diese spezielle Frage, die sie uns nur noch nicht mitgeteilt haben.�</p><p>�Wollten sie uns diese Antwort liefern, bevor wir das Feuer er�ffnen, oder erst wenn es bereits passiert ist?�, �berlegte Desjani.</p><p>�Ich werde sie fragen. Aber erst, nachdem wir das hier erledigt haben.� Geary tippte auf die Komm-Kontrolle, um eine schiffsinterne Verbindung herzustellen. Dabei �ffneten sich zwei Fenster, die Rione und Charban zeigten. �Madam Gesandte, General Charban, nehmen Sie bitte mit dem Senior-CEO der Syndiks in diesem System Kontakt auf und treffen Sie alle erforderlichen Vorkehrungen, damit wir unsere Leute aus dem Gefangenenlager holen k�nnen. Wir ben�tigen keine Unterst�tzung vonseiten der Syndiks, au�er dass sie uns Zugang zu ihnen verschaffen und alle wichtigen Aufzeichnungen aush�ndigen.�</p><p>�Wir sind dabei, Admiral�, verk�ndete Charban in einem Tonfall, als w�re er noch im aktiven Dienst und w�rde mit Geary an einer milit�rischen Operation zusammenarbeiten. �Der Friedensvertrag verpflichtet sie dazu, ihre Gefangenen zu entlassen, ohne irgendwelche Bedingungen daran zu kn�pfen. Von daher sollte es keinerlei Probleme geben.�</p><p>Rione nickte nur wortlos, um zu best�tigen, dass sie verstanden hatte. Ihr Blick war gesenkt.</p><p>�Danke�, sagte Geary. �Sollten sich Probleme ergeben, lassen Sie es mich umgehend wissen.�</p><p>�Admiral�, rief der Steuerwachhabende ihm zu. �Wenn Sie beabsichtigen, 0,1 Licht beizubehalten, dann empfehlen die Systeme f�r einen Abfangkurs zum zweiten Planeten eine Kurskorrektur nach Steuerbord um eins f�nf Grad und nach unten um null vier Grad.�</p><p>Geary �berpr�fte die Systemempfehlung und betrachtete die lang gestreckte Kurve, die die Flotte auf ihrem Weg durch das Sternensystem beschreiben w�rde. Ihr Ziel war ein in Bewegung befindliches Objekt, weshalb die eigentlich zur�ckzulegende Strecke deutlich l�nger war als die momentane Entfernung zwischen Flotte und Planet. �Etwas weniger als sechs Lichtstunden, bis wir in einen Orbit um diese Welt einschwenken k�nnen.�</p><p>�Jawohl, Sir. Zwei Tage und elf Stunden Reisezeit bei 0,1 Licht.�</p><p>�Also gut.� Er wandte sich an die Flotte. �An alle Einheiten: Bei Zeit zwei null drehen Sie eins f�nf Grad nach Steuerbord und null Grad nach unten. Behalten Sie die gegenw�rtige Formation und Geschwindigkeit bei.�</p><p>Zweieinhalb Tage Reisezeit bis zum Planeten, vielleicht ein halber Tag in dessen Orbit, um die Kriegsgefangenen an Bord zu holen, dann weitere zweieinhalb Tage, um zum Sprungpunkt zur�ckzukehren. Dazu noch ein wenig Reserve f�r Unvorhergesehenes. <emphasis>Also sechs Tage. Die Regierung und das Hauptquartier wollte nicht, dass ich noch vierzehn Tage l�nger im Varandal-System bleibe, aber diese kleine Rettungsaktion darf unsere Mission ins Gebiet der Aliens gern um eine Woche verz�gern. Dazu die Transitzeit durch Hasadan und die Zeit im Sprungraum, um Dunai zu erreichen und wieder zu verlassen, und wir kommen bei mehr als zwei Wochen Verz�gerung raus. Aber wenigstens tun wir etwas Gutes, indem wir diese Gefangenen mitnehmen, um sie nach Hause zu bringen.</emphasis></p><p>Die beiden Gesandten hatten ihr Pokerface aufgesetzt, als sie sich bei Geary meldeten. Zehn Stunden waren inzwischen vergangen, seit die Flotte Dunai erreicht hatte, gut vierzig Stunden lagen noch vor ihnen, ehe sie diese prim�re Welt erreichen w�rden. �Sie hatten uns doch gebeten, dass wir uns bei Ihnen melden, wenn sich Probleme ergeben sollten�, sagte Rione und lie� dabei ein wenig von ihrem fr�heren Feuer erkennen.</p><p>�Und welche Probleme haben sich ergeben?�</p><p>�Vielleicht�, schlug Charban vor, �sollten Sie sich die Antwort ansehen, die wir vom zust�ndigen Syndik-CEO erhalten haben. Dunai ist �brigens offiziell immer noch den Syndikatwelten gegen�ber loyal.�</p><p>Ein weiteres Fenster �ffnete sich vor Geary, einen Moment sp�ter tauchte das Bild des Syndik-CEO auf, der auf irgendwie erschreckende Weise fast genauso aussah wie jeder andere Syndik-CEO, den er je zu Gesicht bekommen hatte. CEOs wurden nicht geklont, und bei genauem Hinsehen konnte man durchaus Unterschiede ausmachen, aber sie alle trugen identisch geschnittene Anz�ge aus dem immer gleichen Stoff, der Haarschnitt war zum Verwechseln �hnlich, und jeder von ihnen stellte diesen einge�bten, nichtssagenden Gesichtsausdruck zur Schau. Es wirkte, als habe man eine gro�e Bandbreite von unterschiedlichsten Menschen in eine Form gepresst, die ihnen fast alles Individuelle raubte.</p><p>Der Syndik-CEO pr�sentierte das standardm��ige und erkennbar unsichere L�cheln, das zu beherrschen sehr viel �bung erfordern musste. �Wir freuen uns, mit den Allianz-Streitkr�ften in Kontakt zu treten, die entsprechend dem von den Syndikatwelten unterzeichneten Vertrag agieren. Da die Gefangenen eine betr�chtliche Belastung f�r unsere Welt darstellten, die wir gern auf uns genommen haben, um zu gew�hrleisten, dass diese Gefangenen ein Dach �ber dem Kopf und genug zu essen bekamen und dar�ber hinaus medizinisch angemessen versorgt waren, gehen wir davon aus, dass die Allianz bereit ist, uns f�r die Kosten zu entsch�digen, die uns entstanden sind. Wir sind davon �berzeugt, dass die Allianz nicht vor ihren eigenen Verpflichtungen zur�ckschrecken wird. Sobald wir uns auf eine Entsch�digungssumme geeinigt haben, werden wir die Einzelheiten f�r die �berstellung der Gefangenen besprechen. Ich habe dieser Nachricht die entsprechenden Buchhaltungsunterlagen angef�gt und eine vorl�ufige Summe genannt, damit wir einen Ansatzpunkt f�r unsere Verhandlungen haben.�</p><p>Das Fenster verschwand, Geary sah wieder zu Rione. �Und wie viel?�</p><p>Sie nannte ihm eine Summe, die ihn nur ungl�ubig auf das Fenster starren lie�. �Es ist eine �bliche Verhandlungstaktik der Syndiks, mit einer Forderung zu beginnen, die die andere Seite niemals akzeptieren wird. Dann gehen sie mit ihren Bedingungen runter�, erkl�rte Rione, w�hrend Charban ihr zuh�rte. �Er geht nicht davon aus, dass wir damit einverstanden sind, aber er rechnet damit, dass wir uns mit einer niedrigeren Summe anfreunden k�nnen.�</p><p>�Dann irrt er sich aber. Selbst wenn die Flotte auf solch einen Betrag zugreifen k�nnte, w�rde ich mich damit niemals einverstanden erkl�ren.�</p><p>�Dann werden wir den Syndik-CEO dar�ber informieren�, entgegnete Rione, �und ihm sagen, dass wir �ber Geld nicht verhandeln. Allerdings wird er sehr wahrscheinlich darauf beharren, weil sich die Gefangenen auf seiner Welt befinden.�</p><p>�Obwohl der Vertrag etwas anderes sagt?�</p><p>�Ja.�</p><p>�In dem Fall�, folgerte Geary, �sollten Sie ihn vielleicht daran erinnern, dass ich mit einer ganzen Flotte von Kriegsschiffen in sein System gekommen bin.�</p><p>Charban legte skeptisch die Stirn in Falten. �Wir m�ssen vorsichtig sein, was eine Gewaltandrohung von unserer Seite angeht.�</p><p>�Ich bin davon �berzeugt, dass zwei Gesandte, die im Auftrag des Gro�en Rats der Allianz handeln, in der Lage und willens sind, die richtige Formulierung zu finden.�</p><p>Charban stutzte bei diesen Worten, als sei er sich nicht sicher, ob ihn Gearys Aussage ver�rgern sollte oder nicht. Rione dagegen l�chelte ironisch und erwiderte: �Wir werden sehen, was wir tun k�nnen, Admiral.�</p><p>Desjani wartete mit einer Bemerkung, bis die Bilder von Charban und Rione verschwunden waren, dann st�hnte sie leise auf. �Dieser arrogante kleine CEO erwartet doch tats�chlich, dass wir auch noch daf�r bezahlen, dass er unsere Leute durchgef�ttert hat!� Sie warf Geary einen bittenden Blick zu. �K�nnen wir jetzt was in die Luft jagen? Nur um ihm zu zeigen, dass wir nicht mit uns spa�en lassen?�</p><p>�Tut mir leid�, gab er zur�ck �Noch nicht.�</p><p>�Frieden ist Mist�, grummelte sie.</p><p>Aber ihre Frage hatte ihn auf eine Idee gebracht. �Das hei�t ja nicht, dass wir ihm nicht demonstrieren k�nnen, auf welche Weise wir etwas in die Luft jagen werden, wenn er uns weiter davon abh�lt, unsere Leute an Bord zu holen.�</p><p>Sie zog fragend eine Braue hoch. �Vielleicht ein Warnschuss?�</p><p>Geary hielt kurz inne. �Mehr ein Demonstrationsschuss, der irgendein wertloses Grundst�ck trifft.�</p><p>�Wir m�ssen schon etwas treffen, das ihnen was bedeutet.�</p><p>�Das geht nicht�, beharrte er. �Nicht solange es keine weitere Provokation von seiner Seite gibt. Ich lasse dem CEO durch unsere Gesandten mitteilen, dass wir einen Waffentest durchf�hren werden. Dann werden wir ja sehen, ob er begreift.�</p><p>�Ein Waffentest, der auf nichts von Wert zielt. Aber wenigstens werden diese beiden Gesandten etwas tun, um ihr Gehalt zu rechtfertigen�, meinte Desjani gerade laut genug, dass er sie noch verstehen konnte. Sichtlich ver�rgert starrte sie stur auf ihr Display.</p><p>Sie musste irgendwie bes�nftigt werden, und es gab eine Sache, mit der man Tanya Desjanis Laune immer heben konnte. �Wie w�r�s, wenn Sie ein Ziel ausw�hlen? Ich lasse Sie dann wissen, wann Sie den Stein abfeuern k�nnen.�</p><p>�Den Stein? Nur einen einzigen?�</p><p>�Also gut, zwei Steine�, lenkte er mit einem Seufzer ein.</p><p>�Drei.�</p><p>�Meinetwegen auch drei. Aber sorgen Sie daf�r, dass sich in der N�he Ihrer Ziele keine Syndiks aufhalten.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Tanya ��</p><p>�Schon gut. Aber ich suche Ziele aus, die gen�gend Syndiks gut sehen k�nnen, damit sie sich Sorgen dar�ber machen, wo die n�chste Salve einschlagen wird.�</p></section><section><title><p>Acht</p></title><p>Weitere zw�lf Stunden waren vergangen, und einer der Monde im Orbit um einen Gasriesen wies drei neue Krater auf. In Riones Augen funkelte m�hsam beherrschter Zorn. �Der Syndik-CEO hat sich wieder bei uns gemeldet.�</p><p>�Und?�</p><p>�Sie k�nnen sich die Nachricht ansehen, wenn Sie sich ein wenig aufregen wollen. Aber um eine lange Mitteilung kurz zu fassen: Der CEO bekundet sein Bedauern, sieht sich aber nicht in der Lage, unserer Bitte nachzukommen, solange wir uns nicht auf eine f�r beide Seiten akzeptable Entsch�digungssumme geeinigt haben.� Rione verzog die Lippen zu einem humorlosen L�cheln. �Wie es scheint, haben ihn unsere Waffen nicht allzu sehr beeindrucken k�nnen.�</p><p>Geary schloss die Augen und z�hlte stumm bis zehn, dann machte er sie wieder auf. �Verst��t er damit nicht gegen den Vertrag?�</p><p>Sie schaute finster drein, was aber nicht ihm galt. �Vermutlich.�</p><p>�Vermutlich? Was ist denn noch n�tig, damit er den Vertrag verletzt?�</p><p>�Das wei� ich auch nicht. Aber ob eine solche Streitigkeit gen�gt, um von einer Vertragsverletzung zu reden, das ist eine Sache, �ber die Anw�lte bis in alle Ewigkeit diskutieren k�nnen.�</p><p>Geary fragte sich, wie stur und w�tend er wohl dreinblicken mochte. �Wir haben aber nicht bis in alle Ewigkeit Zeit, und ich werde ganz sicher nicht diskutierende Anw�lte �ber das Schicksal dieser Gefangenen entscheiden lassen.�</p><p>Er hatte vergessen, dass Desjani dieser Unterhaltung noch immer zugeschaltet war, bis sie sich mit tr�gerisch sanfter Stimme zu Wort meldete: �Wir haben zwar wenig Zeit und noch weniger Anw�lte, aber wir haben noch ganz, ganz viele Steine.�</p><p>Anstatt den Einwurf mit einer ver�chtlichen Bemerkung abzutun oder gleich v�llig zu ignorieren, schwieg Rione und dachte einen Moment lang nach. �Eine weitere Demonstration k�nnte eine gute Idee sein, aber nicht weil ich glaube, dass wir damit diesen CEO zum Einlenken bringen, sondern weil wir einen anderen Weg finden m�ssen, wie wir Druck auf ihn aus�ben k�nnen. Wir brauchen etwas, womit wir der Bev�lkerung zeigen k�nnen, dass das Verhalten ihres F�hrers ihre Welt in Gefahr bringt. Die Menschen von Dunai m�ssen ihn dazu dr�ngen, uns nicht l�nger zu provozieren.�</p><p>Eine sichtlich inspirierte Desjani hob einen Finger und sah zu Geary. �Warten Sie mal kurz.� Dann wandte sie sich an den Gefechtswachhabenden. �Lieutenant, haben Sie schon von springenden Steinen geh�rt?�</p><p>�Ja, Captain. Wenn ein Berechnungsfehler oder ein unerwartet auftretender Faktor daf�r sorgt, dass ein kinetisches Geschoss durch die obere Atmosph�re springt, anstatt in sie einzutauchen und geradewegs auf sein Ziel zuzusteuern.�</p><p>�Richtig. Stellen Sie fest, ob wir das auch absichtlich so machen k�nnen. Dabei muss gew�hrleistet sein, dass der Stein entweder komplett vergl�ht, bevor er die Planetenoberfl�che erreichen kann, oder dass er abprallt und nach ein paar Spr�ngen ins All zur�ckkehrt. Wir brauchen einen absichtlichen Fehlschuss, der sich durch die Atmosph�re brennt.�</p><p>�Ein Lichterspektakel?�, fragte Geary l�chelnd.</p><p>�Ein richtig <emphasis>gro�es </emphasis>Lichterspektakel�, erwiderte sie. �Nehmen wir diesmal mehr als nur drei Steine, damit wir dem Planeten des CEO ein Licht aufgehen lassen k�nnen.�</p><p>Wie �blich bezog Rione Desjani nicht in ihre Antwort mit ein, sondern sprach nur an Geary gerichtet: �Eine exzellente Idee. Lassen Sie dieses Spektakel von einer Nachricht an die Bev�lkerung begleiten; einer Nachricht von Ihnen, Admiral. Ich glaube, das k�nnte gen�gend Druck auf den CEO erzeugen, damit er endlich nachgibt.�</p><p>�Und wenn nicht�, meinte Geary, �dann lasse ich einen Stein genau auf seinen Kopf fallen, und dann k�nnen die Anw�lte gerne dar�ber diskutieren, ob ich damit gegen den Vertrag versto�en habe oder nicht.�</p><p>Das brachte ihm ein ironisches Grinsen von Rione ein. �Ich hatte gehofft, Sie w�rden einen m��igenden Einfluss auf Ihren Captain aus�ben, aber wie es aussieht, werden Sie von Ihrem Captain beeinflusst.�</p><p>W�hrend Riones Bild verschwand, schaute Geary zu Desjani, die vor Freude strahlte. �Wissen Sie�, vertraute sie ihm an, �das ist das erste Mal, dass diese Frau etwas sagt, was ich wirklich gern h�re.�</p><p>Er entgegnete darauf nichts, doch er wunderte sich, wieso ihm etwas an dem so wichtig erschien, was Rione soeben gesagt hatte. Seine Gedanken schweiften ab, er dachte zur�ck an seine ersten Begegnungen mit Desjani, an den Eindruck, den er damals von ihr bekommen hatte, an den Schock, als er feststellen musste, welche brutalen Akte sie zu der Zeit noch als ganz normale Bestandteile einer Milit�roperation der Allianz angesehen hatte � �Genau, das ist es!�</p><p>Desjani musterte ihn fragend, und ihm wurde klar, dass sie in Schweigen verfallen war, als sie bemerkt hatte, dass er in seine Gedanken versunken war. Mittlerweile machte sie das ganz automatisch, um ihm Zeit zu geben, damit er auf eine L�sung f�r welches Problem auch immer kommen konnte. Ihm fiel das nur viel zu selten auf. �Ich nehme an, Sie reden von etwas Wichtigerem als davon, welche Meinung ich von einer Politikerin habe�, sagte sie.</p><p>�Danke, dass Sie mir Zeit zum Denken gegeben haben. Sie machen das immer, und das kommt mir sehr entgegen. Nein, ich rede davon, welche Meinung ein Politiker von mir hat.� Er deutete auf sein Display, wo die bewohnte Welt in leuchtenden Farben dargestellt wurde. �Dieser Syndik-CEO. Er wei�, er hat mit <emphasis>mir </emphasis>zu tun. Nicht mit irgendeinem beliebigen Offizier der Flotte, sondern mit <emphasis>mir</emphasis>.�</p><p>Ihre Augen blitzten verstehend auf. �Mit dem Mann, der nicht einfach eine Welt in Grund und Boden bombt. Mit dem Mann, der noch nach dem alten Prinzip der Ehre k�mpft. Wir wissen, dass Ihre Verhaltensweisen sich bei den Syndiks ziemlich schnell herumgesprochen haben.�</p><p>�Richtig, und w�hrend des Kriegs meistens zu unserem Vorteil. Aber dieser CEO glaubt, er kann sich mit mir ein Spielchen erlauben, weil ich zur�ckhaltend und zivilisiert reagieren werde.� Er zog eine d�stere Miene. �M�chte wissen, ob sich seine Einstellung �ndern w�rde, wenn er mit einem anderen Offizier der Allianz-Flotte zu tun h�tte.�</p><p>�Mit einem, der nicht so zivilisiert ist?�, fragte sie.</p><p>�Tanya, ich meine nicht ��</p><p>�Ich wei� genau, was Sie meinen, und das ist auch in Ordnung. Ich glaube n�mlich, dass Sie ins Schwarze getroffen haben.� Sie sah ihn ernst an. �Ich kann sehr einsch�chternd wirken, aber ��</p><p>�Ich finde, die n�chste Nachricht an diesen CEO muss von einem Offizier kommen, dem die Aufgabe zugeteilt worden ist, sich um alles zu k�mmern, was mit dem Thema Kriegsgefangene zu tun hat, und Sie ��</p><p>�Aber sind Sie sich ganz sicher, dass <emphasis>ich </emphasis>das sein sollte?�, warf sie mit schneidigem Tonfall ein. �Ich kann nicht f�r all Ihre Auftr�ge die erste Wahl sein.�</p><p>�Ein gutes Argument.� Obwohl Desjani f�r diese Aufgabe bestens qualifiziert war, durften sie vor den anderen Offizieren nicht den Eindruck erwecken, dass ihr eine Sonderbehandlung zuteil wurde. Nach kurzem �berlegen sagte er: �Tulev.�</p><p>�Hervorragend�, pflichtete sie ihm bei. �Wenn die Syndik-Akten �ber das Allianz-Personal etwas taugen, wird Tulev bei ihnen als �berlebender von Elyzia gef�hrt. Dieser Syndik-CEO wird wissen, dass er es mit dem Mann zu tun hat, dessen Heimatwelt von den Syndiks in eine unbewohnbare Ruine verwandelt wurde.�</p><p>�Ich informiere Tulev, k�mmern Sie sich um Ihr Lichterspektakel. Tulevs Botschaft und Ihre Steine d�rften den CEO dazu veranlassen, seine Einstellung doch noch einmal zu �berdenken.�</p><p>Die Allianz-Flotte war nur noch drei�ig Lichtminuten vom zweiten Planeten entfernt, als das Lichterspektakel begann.</p><p>�Was halten Sie davon?�, fragte Desjani ein wenig selbstgef�llig.</p><p>�Ich wei� nicht, welchen Effekt das auf die Syndiks haben wird, aber ich bin davon auf jeden Fall beeindruckt�, antwortete Geary. Auf einem Teil seines Displays, das auf die ausschlie�liche Darstellung von sichtbarem Licht eingestellt worden war, wurde die Kugel des zweiten Planeten zu einem Drittel als eine wei� und blau gesprenkelte Murmel angezeigt, w�hrend der in die Schw�rze der Nacht getauchte Rest von den Lichtern der St�dte auf dieser Welt durchwirkt war. Aber all diese Lichter verblassten, als gl�hende feurige Streifen �ber den Nachthimmel zogen, und selbst als sie die Tagseite des Planeten erreichten, waren sie noch immer heller als jeder von der Sonne beschienene Flecken.</p><p>Tulevs Nachricht sollte eine halbe Stunde zuvor empfangen worden sein, ehe die kinetischen Projektile absichtlich von ihrer Flugbahn abgekommen waren. Seine �bliche gelassene Art war dabei noch deutlicher zutage getreten, was ihn so kalt wie Stein hatte r�berkommen lassen, w�hrend sein sachlicher Tonfall noch viel bedrohlicher wirkte, als wenn er wutentbrannt geredet h�tte. �Ihr F�hrer spielt mit Ihrer aller Leben, nur weil er von dieser Flotte Geld erpressen will. Meine Aufgabe ist es sicherzustellen, dass alle Allianz-Angeh�rigen in diesem Sternensystem aus der Kriegsgefangenschaft befreit und an Bord der Flotte gebracht werden. Ich werde diesen Auftrag mit allen notwendigen Mitteln in die Tat umsetzen und keine weiteren Verz�gerungen hinnehmen. Sie haben drei Stunden Zeit, um uns Ihre Bereitschaft mitzuteilen, friedfertig alle Gefangenen in unsere Obhut zu �bergeben. Wenn dieser Zeitraum verstreicht, ohne dass etwas geschieht, werde ich alle erforderlichen Ma�nahmen ergreifen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Captain Tulev Ende.�</p><p>Die Flotte war inzwischen dem Planeten so nahe gekommen, dass die Antwort nur eine Stunde ben�tigte. Geary befand sich unver�ndert auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, als beide Gesandten sich bei ihm meldeten.</p><p>�Er h�lt uns immer noch hin.�</p><p>Geary lie� ein paar Sekunden verstreichen, ehe er sich an Rione wandte, um sich zu vergewissern, dass er das richtig verstanden hatte. �Der Syndik-CEO in diesem System will immer noch L�segeld von uns erpressen?� Er hielt es f�r notwendig, das so auszusprechen, damit es auch ja keine Missverst�ndnisse gab.</p><p>�Ja, und er gibt sich sogar �u�erst trotzig.� Neben Riones Kopf �ffnete sich ein weiteres Fenster.</p><p>Die dort wiedergegebene Mitteilung zeigte den Syndik-CEO mit einem Gesichtsausdruck, den Geary mittlerweile als den Versuch eines einsch�chternden Blicks deutete, der ebenfalls einstudiert sein musste, da er ihn zuvor schon bei etlichen anderen CEOs hatte beobachten k�nnen. �Wir haben von Admiral Geary etwas Besseres erwartet als solch fadenscheinige Versuche, die unschuldige Bev�lkerung dieser Welt in Angst und Schrecken zu versetzen. Das sind keine Verhandlungstaktiken, wie sie von zivilisierten Menschen angewandt werden. Ich bin mir sicher, dass die lebenden Sterne so etwas nicht gerne sehen.�</p><p>Der CEO ver�nderte seinen Gesichtsausdruck in etwas, das Geary in die Kategorie �Finsterer Blick� eingeordnet h�tte. �Wir haben keine Angst davor, auf unseren Rechten zu bestehen, wie sie in dem Vertrag festgehalten wurden, mit dem ein langer und schrecklicher Krieg durch die gemeinschaftlichen Anstrengungen unserer V�lker beendet werden konnte. Wenn n�tig, sind wir bereit, uns mit allen zur Verf�gung stehenden Mitteln zur Wehr zu setzen. Es liegt in meiner Verantwortung, jeden Angriff und jeden Versuch einer Landung auf unserer friedfertigen Welt zu unterbinden.�</p><p>Desjani gab einen r�chelnden Laut von sich.</p><p>Nun wechselte der CEO zum Mienenspiel �Betr�bt, aber vern�nftig�. �Es w�re sehr unerfreulich, wenn jemand zu Schaden kommen w�rde, nur weil Sie sich weigern, �ber eine realistische Entsch�digung zu reden. Geld ist nicht wichtiger als Menschenleben. Ich erwarte ein Zeichen Ihrer Bereitschaft, nicht weiter mit Gewalt zu drohen, sondern zu verhandeln, damit wir zu einer f�r beide Seiten annehmbaren Beilegung unserer Differenzen gelangen k�nnen.�</p><p>Als das Bild des CEO verschwunden war, starrte Geary weiter auf den Schirm, ohne einen Ton zu sagen. Er wusste nicht, ob er seiner Stimme w�rde trauen k�nnen.</p><p>�Okay�, sagte Desjani ganz gelassen. �Ich brauche jetzt nur einen einzelnen Stein und die Koordinaten von diesem Syndik-Abschaum.�</p><p>�Er gibt einfach nicht nach�, stellte General Charban fest, was allen bewusst war. �Wir m�ssen noch mehr Druck auf ihn aus�ben. Wir m�ssen ihm zu verstehen geben, wie ernst wir es meinen. Irgendeine noch gr��ere, deutlichere Demonstration.�</p><p>Zwar konnte Charban nicht sehen, wie Desjani daraufhin die Augen verdrehte, aber ihre Antwort war laut genug, um von den Gesandten geh�rt zu werden: �Die spielen immer noch mit uns, weil sie glauben, dass der ehrbare Black Jack sie nicht bombardieren wird. Die halten uns hin und wiederholen weiter ihre Forderungen, weil wir tun k�nnen, was wir wollen � sie werden es immer f�r einen Bluff ansehen.�</p><p>Geary nickte und f�hlte sich endlich wieder in der Lage, ruhig zu reden. �Ich glaube, Sie haben v�llig recht. Und wenn dieser CEO so denkt, dann werden andere Syndik-CEOs die gleiche Ansicht vertreten: Sie halten mich f�r weich, weil ich zivile Opfer und r�cksichtslose Bombardements vermeiden will.�</p><p>�Und�, erg�nzte Desjani, �das bedeutet auch, wenn dieser CEO damit durchkommt, wird man uns in jedem Sternensystem, in dem wir unsere Leute aus der Kriegsgefangenschaft holen wollen, mit �hnlichen L�segeldforderungen konfrontieren.�</p><p>Er blickte erneut die beiden Gesandten an. Charban sah skeptisch drein und sch�ttelte den Kopf, w�hrend Rione Geary einfach nur anschaute und nicht erkennen lie�, ob sie seine Einsch�tzung teilte oder nicht. �Uns bleiben nur f�nf Stunden, bis wir den Orbit dieses Planeten erreichen�, machte Geary klar. �Wir haben unsere Haltung bereits erkl�rt, eine Haltung, die in jeder Hinsicht den Bestimmungen des Friedensvertrags entspricht. Meiner Ansicht nach lassen uns diese Syndiks keine andere Wahl, als ihnen und jedem, der ihnen nacheifern will, zu zeigen, wie wir auf solche Taktiken reagieren. Sie m�ssen begreifen, dass ich zwar ehrbar bin, dass man deswegen aber nicht so mit mir umspringen kann. Und sie m�ssen auch erkennen, dass Erpressung keine Methode ist, mit der man der Allianz kommen kann.�</p><p>�Was haben Sie vor?�, fragte Rione. �Wir haben mit diesen Leuten Frieden geschlossen.�</p><p>�Einen Frieden, der sie dazu verpflichtet, bestimmte Dinge zu tun, die sie genau jetzt aber nicht tun. Dieser CEO hat erkl�rt, dass er uns mit allen zur Verf�gung stehenden Mitteln daran hindern wird, die Gefangenen zu befreien, also auch mit milit�rischen Mitteln.�</p><p>�Ja, richtig�, stimmte Rione ihm zu, woraufhin Charbans finsterer Blick von Geary zu ihr wanderte.</p><p>�Also beabsichtige ich nun, mit allen zur Verf�gung stehenden Mitteln die Gefangenen zu befreien und daf�r zu sorgen, dass unserem Personal bei diesem Einsatz nichts zust��t. Das hei�t, wir schalten jede Verteidigungseinrichtung aus, die unsere Landestreitkr�fte oder die Schiffe im Orbit gef�hrden k�nnen, wir riegeln das Lager ab, um Verst�rkungen der Bodentruppen den Weg dorthin zu versperren, und wir reagieren auf jeden wie auch immer gearteten Versuch, uns anzugreifen oder unsere Operation zu st�ren.�</p><p>Neben ihm stie� Desjani ein lautloses <emphasis>Jawohl! </emphasis>aus.</p><p>Charban dagegen sch�ttelte nachdr�cklich den Kopf. �Es ist noch zu fr�h, um zu so drastischen Ma�nahmen zu greifen. Die rechtlichen Folgen ��</p><p>Im Augenblick hatte Geary von allen Politikern die Nase voll, daher unterbrach er den Mann: �Das mag Ihre Meinung sein, General, aber das Kommando �ber die Flotte liegt bei mir, nicht bei Ihnen!�</p><p>Der General bekam einen roten Kopf und schaute zu Rione. �Wir k�nnen diese Vorgehensweise nicht genehmigen.�</p><p>Rione schwieg weiter und lie� nun auch gegen�ber Charban nicht erkennen, ob sie seiner Meinung war oder nicht.</p><p>�Sofern keiner von ihnen dazu autorisiert ist, mich meines Kommandos zu entheben�, redete Geary weiter, w�hrend sein Finger sich der Taste n�herte, die die Unterhaltung beenden w�rde, �werde ich so vorgehen, ganz gleich ob Sie mir das genehmigen oder nicht. Ich danke Ihnen f�r Ihren Beitrag.� Er bet�tigte die Taste, gleich darauf erloschen die Gesichter der beiden Gesandten.</p><p>Desjanis Augen leuchteten, als sie sich zu ihm umdrehte und seinen Arm packte, damit er sich ihr zuwandte. Sie beugte sich vor und sprach so leise, dass man ihre Unterhaltung nicht einmal bei abgeschalteter Privatsph�re h�tte belauschen k�nnen: �Die perfekte Entscheidung und der perfekte Umgang mit diesen Politikern. Bei den lebenden Sternen, ich liebe dich!�</p><p>�Es ist nicht sehr professionell, so etwas zu sagen, Tanya�, erwiderte er genauso leise.</p><p>�Zum Teufel damit. Komm, Darling, lass uns den Syndiks in den Hintern treten!�</p><p>Die hastig einberufene Flottenkonferenz hatte zweifellos bei einigen Leuten Erstaunen ausgel�st, aber als Geary seinen Entschluss erkl�rte, wichen alle Anzeichen von Besorgnis einer breiten Zustimmung. Niemand in der Flotte hatte ein Problem damit, auf Syndiks einzuschlagen, v�llig ohne R�cksicht auf den geschlossenen Friedensvertrag. Genau das war auch der Grund, weshalb er so gro�en Wert darauf legte, seine Beweggr�nde ausf�hrlich darzulegen. �Wir m�ssen ein solches Handeln auf die Situationen beschr�nken, die mit dem Vertrag gerechtfertigt werden k�nnen. Die Syndiks in diesem Sternensystem verletzen beharrlich die Vereinbarungen, und sie drohen uns mit milit�rischen Mitteln f�r den Fall, dass wir unsere vertraglich verbrieften Rechte wahrnehmen. Damit geben sie uns das Recht, unsere Leute mit aller erforderlichen H�rte aus dem Gefangenenlager zu holen. Wir werden Gewalt dabei nur in einem Ma� anwenden, das f�r die Durchf�hrung absolut notwendig ist. General Carabali.�</p><p>Sie nickte Geary zu und war die Ruhe selbst.</p><p>�Die Zielerfassungssysteme der Flotte werden eine Liste der Ziele erstellen, die bombardiert werden m�ssen, um einen sicheren Transitkorridor f�r Ihre Leute zu schaffen. Ich m�chte, dass Sie und Ihre Shuttlekommandanten sich diese Liste ansehen und sicherstellen, dass die erforderlichen Sicherheitsmargen erf�llt werden.�</p><p>Wieder nickte sie. �Wie sehen die Verhaltensregeln f�r meine Marines aus?�</p><p>�Ihrer Landung wird eine Durchsage an alle Syndiks vorangehen, mit der sie aufgefordert werden, sich unseren Streitkr�ften nicht in den Weg zu stellen, wenn sie sich nicht zur Zielscheibe machen wollen. Jeder, der auf Ihre Leute feuert, der Ihre Leute als Ziel erfasst oder der auch nur eine Waffe auf sie richtet oder der auf andere Weise versucht, unseren Streitkr�ften das Vorankommen zu erschweren, wird mit den jeweils notwendigen Mitteln neutralisiert.�</p><p>Tats�chlich lie� Carabali ein fl�chtiges L�cheln erkennen. �Das sollte f�r meine Marines eine ausreichende Richtlinie sein.�</p><p>General Charban meldete sich zu Wort, er gab sich so umg�nglich wie ein Kamerad unter seinesgleichen. �Es ist von �u�erster Wichtigkeit, dass unsere Marines sich exakt an diese Vorgaben halten und dass sie bei ihrem Vorgehen ein hohes Ma� an Zur�ckhaltung �ben.�</p><p>�Das versteht sich von selbst�, erwiderte Carabali h�flich.</p><p>�Und au�erdem�, warf Duellos ein, �sind Marines f�r ihre Zur�ckhaltung bekannt.�</p><p>Gel�chter machte sich am Konferenztisch breit. Carabali nickte Duellos zu und l�chelte immer noch, w�hrend Charbans versp�tetes L�cheln aufgesetzt wirkte.</p><p>�Auf dem Weg ins Lager werden wir ein ziemlich gro�es Gebiet verw�sten�, erl�uterte Tulev. �Das ist nicht notwendig, um die Sicherheit unserer Leute zu gew�hrleisten, aber wir erteilen damit anderen Syndik-CEOs eine Lektion. Sie werden lernen, dass keiner von ihnen versuchen kann, L�segeld f�r Gefangene zu fordern, ohne daf�r teuer zu bezahlen.�</p><p>�Ganz genau�, best�tigte Geary. �Eine wichtige sekund�re Absicht dieser Operation ist es, jedem Syndik-CEO zu zeigen, dass sie alliierte Kriegsgefangene nicht als Mittel einsetzen k�nnen, um uns zu erpressen. Wenn es jemand versucht, wird ihn das mehr kosten, als er zu kassieren gehofft hatte. Wir wollen uns diesem Unsinn nicht in jedem anderen Sternensystem aufs Neue ausgesetzt sehen. Es gibt hier keine Kriegsschiffe, von denen eine Gefahr f�r uns ausgehen k�nnte, daher m�ssen wir uns nur mit den Verteidigungsanlagen auf der Planetenoberfl�che und den Orbitaleinrichtungen befassen. Untersch�tzen Sie allerdings nicht die Gefahr, die von diesen Anlagen ausgehen k�nnte. Ein Partikelstrahl, der von einer Energiequelle auf dem Planeten gespeist wird, kann leistungsf�hig genug sein, um sich sogar bei einem Schlachtschiff durch Schilde und Panzerung zu fressen. Alle Schiffe f�hren deshalb nach dem Zufallsprinzip Ausweichman�ver im Rahmen der ihnen zugewiesenen Position durch. Irgendwelche Fragen?�</p><p>�Die im Bau befindlichen Kriegsschiffe in diesem System k�nnen wir nicht zerst�ren?�, wollte Commander Neeson wissen.</p><p>�Nein. Sie stellen bei dieser Operation keine Bedrohung f�r uns dar. Ihre Zerst�rung w�rde �ber das hinausgehen, was wir im Rahmen der Wahrnehmung unserer Rechte aus dem Friedensvertrag tun d�rfen.� Geary sah sich am Tisch um. �Wir machen genau das, was uns m�glich ist. Wir tun das nicht aus Sorge dar�ber, was die Syndiks �ber unser Auftreten sagen k�nnten, sondern weil diese Flotte im Rahmen des Erlaubten handelt. Lassen Sie mich betonen, dass <emphasis>niemand </emphasis>�versehentlich� das Feuer auf ein anderes als die genehmigten Ziele er�ffnen wird. Es gibt auch keine �unerkl�rlichen Vorkommnisse� bei den Feuerkontrollsystemen und keine �Ausrutscher� bei den Abschussmechanismen.�</p><p>Einige seiner Offiziere gaben sich alle M�he, eine Unschuldsmiene zur Schau zu stellen, andere t�uschten Entsetzen angesichts eines solchen Gedankens vor, ein paar versuchten gar nicht erst, sich ein Grinsen zu verkneifen. Dennoch ging er davon aus, dass alle sich an seine unmissverst�ndlichen Anweisungen halten w�rden. �Sonst noch Fragen? Wir haben nicht viel Zeit, um diese Operation vorzubereiten. Wenn also einer von Ihnen irgendein Hindernis entdeckt, dann soll er mich sofort darauf aufmerksam machen, damit wir entsprechend reagieren k�nnen.�</p><p>Niemand sagte etwas dazu, doch als er die Konferenz f�r beendet erkl�rte, warf Jane Geary ihm einen langen Blick zu, ehe sich ihr Bild aufl�ste. Viele Fragen hatte er ohnehin nicht erwartet, schon gar nicht von dieser Flotte. Die wirklich heiklen Fragen w�ren ihm hingeworfen worden, wenn er sich unter diesen Umst�nden gegen Gewaltanwendung ausgesprochen h�tte.</p><p>Die gro�e Mehrheit der Captains zog sich in einer Flut aus verschwindenden Bildern zur�ck, auch die beiden politischen Gesandten beendeten ihre Teilnahme, bis nur noch Badaya und Duellos Geary und Desjani Gesellschaft leisteten.</p><p>Badaya sah Geary mit strahlender Miene an. �Ich habe diesen Politikern angemerkt, wie ungl�cklich die �ber Ihre Entscheidung sind. Diese Operation wird dazu beitragen, den Syndiks ihre Grenzen aufzuzeigen, aber sie macht auch allen Beteiligten noch einmal klar, wer tats�chlich das Sagen hat.�</p><p>�Ich will es hoffen�, erwiderte Geary und gab sich so, als w�re er einer Meinung mit Badaya, w�hrend er sich so vage wie m�glich �u�erte. Sich selbst wie ein Politiker benehmen zu m�ssen, ging ihm zwar gegen den Strich, aber er hatte keine andere Wahl, wenn er Badaya unter Kontrolle halten wollte.</p><p>Nach einem erneuten breiten L�cheln und einem Zwinkern in Desjanis Richtung salutierte Badaya und verschwand ebenfalls.</p><p>Desjani sah zu Duellos. �Ich hoffe, Sie werden nicht irgendetwas hineininterpretieren.�</p><p>�Ich? Etwas hineininterpretieren?� Der Captain zog vielsagend eine Augenbraue hoch. �Ich w�rde nur gern wissen, wie Sie das angestellt haben.�</p><p>Sie reagierte darauf mit einem ehrlich gemeinten unschuldigen Blick. �Ich hatte damit nichts zu tun. Der Admiral hat aus eigenem Antrieb die angemessenen Schlussfolgerungen gezogen.�</p><p>�<emphasis>V�llig </emphasis>aus eigenem Antrieb?�</p><p>�Ja�, antwortete sie. �Fast v�llig.�</p><p>�Fast v�llig?� Duellos spreizte die H�nde. �Ich lechze nicht danach, Blut zu vergie�en, Admiral, aber ich finde, was die notwendige Vorgehensweise angeht, haben Sie fast v�llig allein die richtigen Entscheidungen getroffen.�</p><p>�Ich nehme Ratschl�ge aus allen Richtungen an�, gab Geary zur�ck. �Aber da ich Ihre Erfahrung und Ihr Urteilsverm�gen zu sch�tzen wei�, bedeutet mir Ihre Zustimmung umso mehr.�</p><p>Duellos stand auf und deutete im Scherz eine Verbeugung an. �Wir vergeuden hier wertvolle Zeit�, sagte er dann. �Das ist ein Umweg, der uns nur Zeit kostet. Wieso hat die Regierung darauf bestanden, wenn es doch zuerst hie�, dass die oberste Priorit�t lautet, m�glichst schnell m�glichst viel �ber diese Aliens in Erfahrung zu bringen?�</p><p>�Sagen Sie mir Bescheid, wenn <emphasis>Sie </emphasis>die Antwort darauf finden k�nnen.�</p><p>Duellos wollte schon aufbrechen, dann hielt er doch noch inne. �Wie ironisch. Wir haben Monate f�r den Heimweg gebraucht, und immer wieder mussten wir versuchen, den Motiven und der Denkweise einer fremden Rasse auf den Grund zu gehen, von der wir nur vermuten konnten, dass sie existiert. Und jetzt verbringen wir unsere Zeit damit, den Motiven und der Denkweise unserer eigenen Regierung auf den Grund zu gehen. Da f�llt mir ein, Sie werden doch die Marines im Auge behalten, richtig? Diese Verhaltensregeln lassen sich n�mlich zu leicht als eine Lizenz zum T�ten auslegen, mit der sie alles aus dem Weg r�umen k�nnen, was ihnen als feindselig erscheint.�</p><p>�Ich kann darauf vertrauen, dass Carabali ihre Leute unter Kontrolle hat, aber ich werde ihr noch einmal eintrichtern, wie wichtig es ist, dass wir jeden einzelnen abgefeuerten Schuss auch rechtfertigen k�nnen.�</p><p>�Das w�re vermutlich gut, genau wie Ihre Ermahnung an die anderen Commander.� Sekundenlang schien Duellos auf irgendeinen Punkt in weiter Ferne zu starren. �Ein Leben lang auf alles zu schie�en, was nach einem Syndik aussieht, ist eine Angewohnheit, die man nicht so einfach ablegt�, erg�nzte er dann noch mit einem betr�bten Unterton.</p><p>Nachdem Duellos verschwunden war, schaute Geary eine Weile auf die Stelle, an der sich der Mann gerade eben noch befunden hatte. Zeitvergeudung. Ja, Duellos hatte es auf den Punkt gebracht, es ist Zeitvergeudung, und es lenkt mich von meiner eigentlichen Aufgabe ab � und das k�nnte auch noch der Fall sein, wenn wir diese Gefangenen an Bord geholt haben. �Tanya, achten Sie bitte mit darauf, dass ich ganz auf die Aliens konzentriert bleibe.�</p><p>Sie sah ihn verwundert an. �Das macht Ihnen Sorgen?�</p><p>�Ich wei� nicht, was uns in diesem Gef�ngnis erwartet � oder besser gesagt: wer uns da erwartet. Aber wir k�nnen es uns nicht leisten, dass ich mich mit Dingen besch�ftige, die sich darum drehen, wenn ich mir eigentlich Gedanken �ber das machen muss, was vor uns liegt. Wenn sich irgendetwas ergibt, das sich als zu gro�e Ablenkung entpuppt, dann helfen Sie mir, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.�</p><p>�Ich w�nschte, Sie h�tten das gesagt, solange Roberto Duellos noch hier war. Sie k�nnen manchmal so starrsinnig sein, dass ich ein zweites Paar H�nde gut gebrauchen k�nnte, um Ihnen die Augen zu �ffnen.�</p><p>Eine Anzahl Satelliten, die bis vor Kurzem den Planeten umkreist und mit ihren Sensordaten den Syndik-Streitkr�ften gedient hatten, waren in tote Objekte verwandelt worden, die aus ihrer Bahn geworfen in die Atmosph�re eintauchten und dort vergl�hten. Zudem hatte man vier Orbitalplattformen ausgeschaltet, da die mit Marschflugk�rpern best�ckt gewesen waren.</p><p>Als die Flotte in einen Orbit um die Prim�rwelt von Dunai einschwenkte, warf Geary wieder einen Blick zu Rione, die weiterhin nicht zu erkennen gab, was sie von seiner Vorgehensweise hielt. �Noch immer keine Reaktion von diesem Syndik-CEO?�</p><p>�Nein, nur eine Litanei von Beschwerden �ber Ihre �grundlose� Zerst�rung mehrerer Satelliten.�</p><p>Er �ffnete ein Komm-Fenster zu seiner Linken. �General Carabali, wie sieht�s aus?�</p><p>Carabali, die einen anderen Teil ihres Displays im Auge behielt und daher an Geary vorbeisah, nickte respektvoll. �Es ist ein guter Tag f�r eine nichterlaubnispflichtige Personenbefreiungsoperation, Admiral.�</p><p>�Sind sie immer noch bereit, Widerstand zu leisten?�, fragte er.</p><p>�Bodentruppen sind rund um das Gefangenenlager in Gefechtsformation verteilt�, erwiderte Carabali. Ein Fenster �ffnete sich vor Geary und zoomte das Gebiet rund um das Lager heran. �Aber bislang haben wir keine Versuche feststellen k�nnen, die Gefangenen aus ihren Kasernen zu holen und sie als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Die Syndiks haben s�mtlichen Flugverkehr eingestellt, aber es gibt zahlreiche Artillerie- und Raketenabschussbasen in Reichweite des Gefangenenlagers.�</p><p>�Glauben Sie, sie werden k�mpfen?�</p><p>�Meine Einsch�tzung ist, Admiral, dass sie davon ausgehen, dass wir im allerletzten Moment doch noch einen R�ckzieher machen werden. Das w�rde erkl�ren, warum sie die Gefangenen nicht noch offensichtlicher als Geiseln benutzen, denn das k�nnte uns ja erst so richtig sauer machen. Wenn das der Fall ist, kapitulieren sie vielleicht in dem Augenblick, in dem wir landen. Aber sie k�nnten nat�rlich auch den Befehl haben, sich zur Wehr zu setzen, wenn wir tats�chlich die Marines zu ihnen schicken.�</p><p>Geary dr�ckte eine Hand gegen seine Stirn und �berlegte. �Madam Gesandte, ich w�rde es zu sch�tzen wissen, wenn Sie mir sagen, was diesem CEO wohl im Augenblick durch den Kopf geht.�</p><p>Sekundenlang fragte er sich, ob sie �berhaupt antworten w�rde, aber dann begann sie doch zu reden: �Er hat seine ganze Autorit�t und Urteilsf�higkeit auf die Annahme gest�tzt, dass Sie auf seine Forderungen eingehen. Durch Ihre Weigerung und sein Beharren hat er sich selbst in eine Ecke man�vriert. Wenn er jetzt keinen Widerstand leistet, wird er als Schw�chling und Dummkopf dastehen. Wenn er k�mpft, wird man ihn zwar auch f�r dumm halten, weil er die Situation so v�llig falsch eingesch�tzt hat, aber er wird nicht als schwach dastehen. Ein F�hrer, der sich eine Dummheit leistet, kann politisch trotzdem �berleben, vor allem wenn die Leute sehen, dass er bis zum bitteren Ende k�mpfen will. Aber ein F�hrer, der dumm <emphasis>und </emphasis>schwach ist, hat keine �berlebenschancen. Das geht meiner Ansicht nach in diesen Minuten durch seinen Kopf.�</p><p>Desjani legte die Stirn in Falten und sah zu Rione, dann zuckte sie wie ver�rgert mit den Schultern. �Das sehe ich auch so�, fl�sterte sie Geary zu.</p><p>�Dann bleibt mir also keine andere Wahl.� Er aktivierte den Befehl zur Bombardierung, der Countdown zum Start des Feuers n�herte sich der Null, dann tippte er auf eine andere Taste, um seinen Befehl zu best�tigen. Minuten sp�ter war die Zeit abgelaufen, und die Kriegsschiffe begannen, kinetische Geschosse abzuwerfen.</p><p>Das Sperrfeuer durchdrang die Planetenatmosph�re wie ein t�dlicher Hagel, jedes massive St�ck Metall jagte mit enormer Geschwindigkeit der Oberfl�che entgegen und speicherte dabei Energie, die im Augenblick des Aufpralls in einer vernichtenden Detonation freigesetzt wurde. Die Bewohner dieser Welt konnten die Geschosse bei ihrem Eintritt in die Atmosph�re beobachten, und es war ihnen auch m�glich, ziemlich genau zu bestimmen, wo sie einschlagen w�rden. Aber sie konnten nichts tun, um die Projektile aufzuhalten, und es blieben ihnen allein wenige Minuten, um auf die nahende Gefahr zu reagieren. Menschen konnten dabei beobachtet werden, wie sie zu Fu� oder in Fahrzeugen aus befestigten Stellungen flohen, w�hrend die Truppentransporter nahe dem Gefangenenlager bem�ht waren, m�glichst schnell die Gefahrenzone zu verlassen.</p><p>Das Bombardement war so abgestimmt worden, dass jede Salve m�glichst simultan die verschiedenen Ziele erreichte, um die psychologische Wirkung der Treffer noch zu verst�rken. Die physikalische Wirkung musste dagegen nicht erst verst�rkt werden. Wo die kinetischen Projektile einschlugen, verwandelten sich Gesch�tzstellungen in Krater; Geb�ude, in denen Sensoren, Kommando- oder �berwachungsanlagen untergebracht waren, wurden in St�cke gesprengt; Br�cken und Stra�en wurden restlos ausgel�scht. Auf einem breiten Streifen entlang der Strecke, die die Shuttles mit den Marines an Bord fliegen w�rden, und in weitem Umkreis um das Lager selbst h�rten alle planetaren Verteidigungseinrichtungen von einer Sekunde zur n�chsten auf zu existieren.</p><p>�Schicken Sie die Marines los�, befahl Geary.</p><p>Shuttles starteten von den vier Sturmtransportern, aber auch von mehreren Schlachtschiffen und Schlachtkreuzern. Carabali hatte entschieden, eine erdr�ckend gro�e Streitmacht zu entsenden, und Geary war damit ohne zu z�gern einverstanden gewesen, da er die K�mpfe auf Heradao noch zu deutlich in Erinnerung hatte.</p><p>Als die Allianz-Shuttles in die Atmosph�re eintauchten und Kurs auf das Gefangenenlager nahmen, bemerkte Geary, dass Desjani ihn mit bleicher Miene ansah. �Stimmt was nicht?�</p><p>�Ich musste nur gerade an etwas denken.� Weiter sagte sie nichts, und er hakte auch nicht nach. Er wusste, dass Desjani noch nicht dazu bereit war, �ber alle Erinnerungen zu reden, die ihr zu schaffen machten. M�glicherweise w�rde sie sogar niemals dazu in der Lage sein.</p><p>Die Syndik-Verteidigung schien durch das Bombardement in v�llige Verwirrung gest�rzt worden zu sein. Von den versprengten Bodentruppen rings um das Gefangenenlager abgesehen tat sich eigentlich nichts. �F�nfundzwanzig Minuten bis zur Landung des ersten Shuttles�, meldete Carabali. Sie befand sich an Bord eines Shuttles, das als eines der letzten landen w�rde. �Kein Widerstand feststellbar.�</p><p>�Wir registrieren Raketenstarts auf der Oberfl�che�, meldete der Gefechtswachhabende im gleichen Moment, in dem auf Gearys Display ein Alarm aufblinkte. �Ballistische Mittelstreckenraketen von einer Einrichtung im Nordwesten des Lagers, tief fliegende Marschflugk�rper irgendwo aus �stlicher Richtung.�</p><p>Drei Tastendrucke waren notwendig, dann lieferten die Gefechtssysteme eine Empfehlung. �<emphasis>Fearless, Resolution, Redoubtable</emphasis>, sorgen Sie daf�r, dass diese ballistischen Raketen gestoppt werden. <emphasis>Leviathan </emphasis>und <emphasis>Dragon</emphasis>, l�schen Sie die Abschussvorrichtungen mit kinetischen Bomben aus.�</p><p>Die Marschflugk�rper waren dagegen ein ganz anderes Thema. Ihre Flugbahn f�hrte in geringer H�he �ber eine weitl�ufige Metropole mit zahlreichen Vororten hinweg. Sie zu treffen, ohne dabei die darunter befindliche Zivilbev�lkerung in Mitleidenschaft zu ziehen, stellte ein Problem dar. �<emphasis>Colossus </emphasis>und <emphasis>Encroach</emphasis>, zerst�ren Sie sofort die Abschussbasis der Marschflugk�rper, aber warten Sie mit der Vernichtung der Raketen selbst, bis die sich nicht mehr �ber den Vororten dieser Stadt befinden.�</p><p>�Diese Vororte liegen ganz in der N�he des Gefangenenlagers�, machte Desjani ihm klar. �Sie lassen unseren Leuten nicht viel Spielraum, um die Marschflugk�rper abzufangen.�</p><p>�Wir k�nnen nicht einfach zivile Bebauung mit unseren H�llenspeeren durchbohren.�</p><p>�Die zwingen Sie zu dieser Entscheidung!�, beharrte Desjani, w�hrend H�llenspeere der Schiffe <emphasis>Fearless, Resolution </emphasis>und <emphasis>Redoubtable </emphasis>die ballistischen Raketen auf dem Scheitelpunkt ihrer Flugbahn zerst�rten und die Steine von der <emphasis>Leviathan </emphasis>und der <emphasis>Dragon </emphasis>auf dem Weg zu den Abschussrampen waren. Es war eine versp�tete Reaktion, da man bereits auf sie gefeuert hatte, aber von dieser Anlage w�rden keine weiteren Angriffe mehr ausgehen, wenn sie erst mal in eine Kraterlandschaft verwandelt worden war.</p><p>�Ich wei�, aber �� Geary unterbrach sich, da etwas auf dem Display ihn ablenkte. �Was macht denn die <emphasis>Dreadnaught?</emphasis>� Das Schlachtschiff hatte sich nach unten gedreht und verlie� den hohen Orbit, um in die obersten Lagen der Atmosph�re einzudringen. W�tend schlug Geary auf die Komm-Taste. �<emphasis>Dreadnaught</emphasis>, was soll das geben?�</p><p>Jane Geary wirkte in Gedanken, als sie antwortete. Ihre Konzentration war auf etwas neben dem Bild des Admirals auf ihrem Display gerichtet. �Die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>reagiert auf Bedrohungen f�r die Landetrupps und die Gefangenen, Admiral.�</p><p>Die einzige Bedrohung, die die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>meinen konnte, waren die drei Marschflugk�rper. �Die <emphasis>Colossus </emphasis>und <emphasis>Encroach </emphasis>k�mmern sich um diese Ziele, <emphasis>Dreadnaught</emphasis>. Kehren Sie auf Ihre Position zur�ck.�</p><p>�Wenn wir irgendeine Anlage auf dem Planeten �bersehen haben, die Partikelstrahlen abfeuern kann, dann k�nnte die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>so tief im Orbit davon durchbohrt werden�, gab Desjani zu bedenken.</p><p>�Ich wei�!� Die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>war noch immer auf ihrem Kurs in Richtung Planet. �Captain Geary, kehren Sie <emphasis>sofort </emphasis>in den h�heren Orbit zur�ck und nehmen Sie Ihre alte Position ein!�</p><p>Jane Geary verzog keine Miene und war voll konzentriert, weshalb sie auf seinen Befehl auch nicht reagierte.</p><p>�Die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>feuert H�llenspeere ab�, meldete der Gefechtswachhabende.</p><p>Zehn Marschflugk�rper waren gestartet, die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>feuerte exakt zehn H�llenspeere ab. Geary hatte sein Display auf maximale Vergr��erung eingestellt und sah mit an, wie jeder H�llenspeer einen Marschflugk�rper in dem Moment zerriss, da der sich �ber einem freien Gel�nde wie einer Stra�e oder einem schmalen Streifen Wald befand.</p><p>�Ziele zerst�rt�, berichtete Jane Geary. �Keine Kollateralsch�den. <emphasis>Dreadnaught </emphasis>kehrt auf ihre Position zur�ck.�</p><p>�Gut.� Mehr traute sich Geary nicht zu sagen, w�hrend sich Jane Gearys Bild vor ihm in Luft aufl�ste.</p><p>Desjani r�usperte sich. �Sie werden entscheiden m�ssen, ob Sie ihr einen Orden verleihen oder ihr das Kommando entziehen.�</p><p>�Verdammt noch mal, Tanya, ich brauche keine ��</p><p>�Und in dieser Flotte�, fuhr sie fort, �wissen Sie ja, welche Reaktion als gerechtfertigt angesehen wird.�</p><p>�Sie hat sich �ber meinen ausdr�cklichen Befehl hin ��</p><p>�Sie hat die Bedrohung beseitigt�, unterbrach Desjani ihn und deutete auf den Planeten. �Und sie ist aggressiv und mit Stil vorgegangen. Denken Sie dar�ber nach, bevor Sie handeln, Sir.�</p><p>Er atmete tief durch, dann nickte er. �Na gut.� <emphasis>Was um alles in der Welt hat Jane sich nur dabei gedacht? Sie glaubt wohl, sie muss Black Jack spielen. Und das hat sie auch noch verdammt gut gemacht, wie Tanya gesagt hat. Aber was passiert beim n�chsten Mal, wenn sie einen Befehl missachtet, nur um zu beweisen, dass sie eine �echte� Geary ist? Vielleicht gibt es dann eine Katastrophe, weil sie wieder un�berlegt gehandelt hat. Durch ein solches Verhalten haben wir schon die </emphasis>Paladin <emphasis>bei Lakota verloren. Aber ich kann mich jetzt nicht damit befassen, weil meine Marines jeden Moment landen. Tanzt sonst noch jemand aus der Reihe?</emphasis></p><p>Die <emphasis>Invincible </emphasis>fiel ihm auf seinem Display ins Auge, aber nicht, weil der Schlachtkreuzer aus der Formation ausscherte, sondern weil er �berhaupt nichts tat. Alle Schiffe ver�nderten laufend ihre Position ein wenig, um den Waffensystemen auf der Oberfl�che die Zielerfassung zu erschweren. Nur die <emphasis>Invincible </emphasis>folgte stur ihrer Flugbahn um den Planeten, als w�re sie dort eingefroren. �<emphasis>Invincible</emphasis>, beginnen Sie Ausweichman�ver wie zuvor angeordnet.�</p><p>Captain Vente, der bei den Flottenkonferenzen nicht ein einziges Mal den Mund aufgemacht hatte, klang ein wenig beleidigt. �Es wurden keine spezifischen Befehle gegeben.�</p><p>�Sie sollen ja auch <emphasis>willk�rliche </emphasis>Ausweichman�ver fliegen, Captain Vente. Nehmen Sie zuf�llige Kurskorrekturen vor�, wies Geary ihn an.</p><p>�Welche <emphasis>Art </emphasis>von zuf�lligen Kurskorrekturen?�</p><p>Desjani gestikulierte, um Geary auf sich aufmerksam zu machen. �Gefechtsman�ver-Subroutine 47A.�</p><p>�F�hren Sie Gefechtsman�ver-Subroutine 47A durch�, gab Geary weiter.</p><p>�Oh. Gut, wird erledigt.�</p><p>Die <emphasis>Orion</emphasis>. Was war mit der <emphasis>Orion </emphasis>los? Wenn es ein Schiff gab, das Probleme haben w�rde, seine Befehle zu befolgen, dann �</p><p>Aber die <emphasis>Orion </emphasis>war auf ihrer Position und bewegte sich auf ihrer Flugbahn mal in die eine, mal in die andere Richtung.</p><p>Die ersten Shuttles setzten zur Landung innerhalb des Gefangenenlagers an. Die Rampen waren bereits ausgefahren, damit die Marines im Augenblick des Bodenkontakts in voller Gefechtsmontur aus dem Fahrzeug springen und in Deckung gehen konnten. Die Waffensysteme der nachfolgenden Shuttles beschossen weiter die Wacht�rme und andere Verteidigungseinrichtungen, um sicherzustellen, dass die Gef�ngnisw�rter weiter in Deckung bleiben mussten. Innerhalb weniger Augenblicke war die erste Welle gelandet. Die Shuttles hoben gleich wieder ab, um sich in Sicherheit zu bringen, w�hrend die Marines auf ihre Ziele vorr�ckten und die zweite Welle dicht hinter ihnen war.</p><p>Die Geb�ude erinnerten an mehrst�ckige Unterk�nfte, w�hrend die Unterk�nfte in den bisher aufgesuchten Arbeitslagern der Syndiks mehr wie flache, lang gestreckte Lagerhallen ausgesehen hatten. Lange Fensterreihen s�umten die zum Hof gewandten Geb�udeseiten, aber niemand er�ffnete von dort das Feuer auf die Shuttles oder die Marines.</p><p>Geary betrachtete ausgiebig sein Display. Die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>war fast wieder zur�ck auf ihrer alten Position, und es sah aus, als ob sich alle anderen an seine Befehle hielten. Die Ausl�schung der Raketenbasen schien das Milit�r von weiteren Angriffen auf das Lager abzuhalten, und sogar die Bodentruppen der Syndiks hielten sich zur�ck. <emphasis>Ihr F�hrer mag ja dumm sein, aber das gilt nicht f�r seine Untergebenen. Keiner von denen will die Feuerkraft dieser Flotte herausfordern, nur um den Stolz des CEO zu retten.</emphasis></p><p>Er rief die Fenster f�r die F�hrer der Marines-Einheiten auf und war einen Moment lang �ber die gro�e Zahl an Fenstern �berrascht. Mehr als doppelt so viele Marines wie zuvor standen ihm zur Verf�gung, was nat�rlich auch doppelt so viele Einheiten mitsamt F�hrern bedeutete. Er ber�hrte ein Gesicht. Das Unterdisplay zeigte die Aktivit�t der betreffenden Person im Gefangenenlager, zugleich markierte ein Lichtpunkt die Position des Offiziers, der sich in diesem Fall in der N�he der Shuttles aufhielt. Er unternahm einen neuen Versuch und erwischte eine Lieutenant, die sich in einem Geb�ude befand und einen Zug anf�hrte. Dann �ffnete er ein neues Fenster und lie� sich den Blick der Kamera in der Gefechtspanzerung der Marine anzeigen.</p><p>Ein Gef�hl der Desorientierung verschwand gleich wieder, als Gearys Verstand die Bilder einordnen konnte. Er sah einen d�steren, von T�ren ges�umten Korridor. Die Marines bewegten sich mit feuerbereiten Waffen z�gig bis zum Ende des Gangs, dann fasste einer von ihnen auf Befehl der Lieutenant nach dem T�rknauf und knackte das mit lautem, metallischem Kreischen protestierende Schloss, indem er die zus�tzliche, mechanische Kraft ihre Arbeit verrichten lie�, die ihm seine Gefechtspanzerung verlieh.</p><p>Zwei M�nner in verschossenen Uniformen der Allianz-Bodentruppen standen in dem Raum dahinter, hielten die H�nde hoch und r�hrten sich nicht. Beide waren klug genug, beim Anblick von Marines, die ihre Waffen auf sie gerichtet hatten, keine unbedachten Bewegungen zu machen. �Wo sind die Wachen?�, fragte die Lieutenant sie.</p><p>�Jeweils auf den ungeraden Etagen, in der Wachstation ganz am Ende�, antwortete einer der Gefangenen sofort. �Normalerweise sind sie zu dritt.�</p><p>�Alles klar. Sie bleiben hier, bis die n�chsten von unseren Leuten hier eintreffen.� Die Lieutenant schickte ihre Leute zur Treppe am Ende des Korridors. Deren Gefechtsr�stung erlaubte es ihnen, mehrere Stufen mit einem Satz zur�ckzulegen, dann durchbrachen sie die T�ren auf der n�chsten Etage.</p><p>Der Raum war verlassen, auf einem Monitor blinkten Alarmsymbole auf, aber es war niemand da, der sie h�tte beachten k�nnen. �Die Wachstation in diesem Geb�ude ist verlassen�, meldete die Lieutenant. �Roger�, h�rte Geary den Captain antworten, der eindringlich weitersprach: �Achten Sie darauf, dass Sie alle R�ume �berpr�fen. Gefechtsingenieure sind auf dem Weg zu Ihnen, um die Alarmmeldungen abzuschalten und um sicherzustellen, dass nichts an einen Totmannschalter gekoppelt ist. Und sagen Sie Ihren Marines, dass sie ja nichts anfassen sollen.�</p><p>�Verstanden.� Gleich darauf br�llte sie zwei ihrer Leute an: �Orvis! Rendillon! Sie sollen diese verdammten Tasten nicht ber�hren!�</p><p>Geary schloss das Fenster und versp�rte ein schlechtes Gewissen, weil er sich auf diesen einen, winzigen Aspekt des Geschehens konzentriert hatte, obwohl er f�r die gesamte Flotte Verantwortung trug. �Wie kommt es eigentlich, dass Matrosen und Marines auf jeden Knopf und jede Taste dr�cken m�ssen, die sie sehen?�</p><p>�Haben Sie sich schon mal gefragt, was die eigentlich gemacht haben, bevor die Menschen Kn�pfe und Tasten erfunden haben, auf die man dr�cken kann?�, gab Desjani zur�ck. �Da muss es auch schon irgendetwas gegeben haben, was sie nicht tun sollten.�</p><p>�Kein Widerstand�, berichtete Carabali. �Die Wachen kauern in ihren Unterst�nden und haben sich den ersten Marines ergeben, die ihnen die T�r eingetreten haben.�</p><p>Das lief dann also gut. �Irgendwelche Schwierigkeiten?�</p><p>�Noch nicht. F�nfundsiebzig Prozent des Lagers sind jetzt gesichert, gesch�tzte Zeit bis zur vollst�ndigen Sicherung f�nf Minuten.�</p><p>�Danke.� Das lief alles viel zu glatt ab, doch er konnte nichts entdecken, was als Problem irgendwo lauerte und darauf wartete, sie anzuspringen. Er versuchte sich zu entspannen, ohne dabei in seiner Wachsamkeit nachzulassen. Sein Blick wanderte zwischen den diversen Displays hin und her, w�hrend das Schiff sich weiter leicht hin- und herbewegte, um eine Zielerfassung von der Planetenoberfl�che aus zu erschweren. Dabei sah er mit an, wie immer neue Bereiche des Lagers gr�n aufleuchteten, sobald sie als gesichert galten. Er wartete geduldig, w�hrend die Marines sicherstellten, dass nirgendwo Sprengfallen installiert waren, bevor sie eine geschlossene T�r eintraten, um weitere Gefangene zu befreien, die auf den Hof zu den wartenden Shuttles gef�hrt wurden.</p><p>Gleich neben Geary �ffnete sich ein Fenster. �Wir erhalten jetzt die Identifizierung der Gefangenen, Admiral�, sagte Lieutenant Iger. �Sieht ganz so aus, als h�tten wir es hier mit einem VIP-Arbeitslager zu tun.�</p><p>�Einem was?�</p><p>�VIPs. Fast jede Gefangenen-ID steht f�r einen Admiral oder General. Es gibt auch Offiziere mit niedrigerem Dienstgrad, aber damit meine ich in diesem Fall Captains und Colonels. Es scheint sich durchweg um hochdekorierte und einflussreiche M�nner und Frauen zu handeln, die man hier festgehalten hat. Jetzt wissen wir auch, warum es in den Lagern, die wir zuvor ger�umt haben, keinen Senioroffizier �ber dem Dienstgrad eines Captains oder Colonels gegeben hat. Bislang haben wir nur ein paar Zivilisten identifiziert, aber selbst bei ihnen handelt es sich um hochrangige Amtstr�ger oder politische F�hrer, die bei �berf�llen auf Allianz-Welten entf�hrt wurden. Es gibt keinerlei Unteroffiziere.�</p><p>�Hoch dekoriert und einflussreich�, wiederholte Geary, der unwillk�rlich das Gef�hl bekam, dass diese Worte von gr��ter Wichtigkeit waren.</p><p>�Ja, Sir. So wie � �hm � beispielsweise Captain Falco.�</p><p>Captain Falco. Ein Mann, der im Alleingang eine Meuterei gegen Geary angezettelt hatte, die mit dem Verlust einiger Schiffe endete. Und in diesem Gefangenenlager wimmelte es von Leuten mit �hnlicher Vorgeschichte wie Falco. �Danke, Lieutenant.�</p><p>�Gibt es sonst noch etwas, Sir?�</p><p>�Nein, vielen Dank� Er musste erst mal in Ruhe dar�ber nachdenken. Waren diese Gefangenen f�r die Allianz noch von Bedeutung? Oder f�r die Regierung? Aber wenn sie vom gleichen Schlag waren wie die, die Geary bislang erlebt hatte, dann w�rden sie f�r die Regierung eher l�stig sein. �Warten Sie, Lieutenant. Ich m�chte, dass Sie sich deren Akten ansehen, und zwar aus der Zeit vor ihrer Gefangennahme. Vor allem m�chte ich wissen, ob diese VIPs �ber besonderes Wissen oder au�ergew�hnliche F�higkeiten verf�gen oder ob ihre fr�heren politischen Beziehungen noch immer so wichtig sind, dass man sie umgehend zur Allianz zur�ckkehren lassen will.� Er musste es so formulieren, damit nicht herauszuh�ren war, dass er nur herausfinden wollte, aus welchem Grund die Regierung ihn hergeschickt hatte.</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Was hat er gesagt?�, fragte Desjani, als Geary das Gespr�ch beendet hatte. Ihr besorgter Tonfall verriet ihm, dass sein Gesichtsausdruck viel zu offensichtlich gewesen war.</p><p>�Reden wir sp�ter dar�ber.� Im Augenblick hatte er anderes zu tun. War es besser, die VIPs auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu holen, wo er sie kontrollieren konnte? Oder waren sie auf einem der Transporter besser aufgehoben, wo sie ihm nicht in die Quere kommen w�rden? <emphasis>Ich kann sie problemlos auf andere Schiffe versetzen, wenn ich das will, nachdem ich sie erst mal irgendwo zwischengelagert habe. </emphasis>Er nahm Kontakt mit Carabali auf. �General, kleine Plan�nderung. Bringen Sie bitte alle befreiten Gefangenen auf die <emphasis>Typhoon </emphasis>und die <emphasis>Mistral</emphasis>. Die Sturmtransporter sind besser daf�r geeignet, die Leute �rztlich zu untersuchen.�</p><p>Carabali dachte kurz nach, dann nickte sie. �Ja, Sir. Ich werde die Shuttles entsprechend umleiten. Sind beide Schiffe �ber diese Plan�nderung informiert worden?�</p><p>F�r eine Marine konnte Carabali sehr diplomatisch sein. �Ich werde sie gleich nach unserer Unterhaltung informieren.�</p><p>�Gut, Admiral. Ich sollte Sie wohl besser wissen lassen, dass das erste Shuttle bereits gestartet ist und Kurs auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>genommen hat. Soll ich dieses Shuttle auch umleiten?�</p><p>Verdammt. Wenn er das Shuttle jetzt noch zu den Sturmtransportern schickte, w�rde das nur zu viele Fragen aufwerfen. �Nein, diese Leute nehmen wir an Bord.�</p><p>An Desjani gewandt sagte er: �Die <emphasis>Dauntless </emphasis>bekommt nur ein Shuttle, die �brigen fliegen zur <emphasis>Typhoon </emphasis>und zur <emphasis>Mistral</emphasis>.�</p><p>Sie sah ihn ein wenig verwundert an. �Von mir aus. Wir hatten mit mehr gerechnet, aber es ist Ihre Flotte. Wissen die <emphasis>Typhoon </emphasis>und die <emphasis>Mistral </emphasis>bereits ��</p><p>�Ich lasse es sie jetzt wissen!�</p><p>�Man wird ja noch mal fragen d�rfen�, murmelte sie gerade so laut, dass er sie verstehen konnte, dann hob sie die Stimme an: �Lieutenant Mori, wir bekommen nur ein Shuttle. Geben Sie das bitte an die Teams weiter, die bereitstehen, um unsere Leute in Empfang zu nehmen.�</p><p>Nachdem er die Befehlshaber der <emphasis>Typhoon </emphasis>und der <emphasis>Mistral </emphasis>informiert hatte, musste er daran denken, wie viel hektische Arbeit er den Besatzungen durch diese �nderung in letzter Minute aufhalste. Geary sah zu Desjani, die mit versteinerter Miene dasa�. �Tut mir leid. Das liegt daran, dass es sich um VIPs handelt.�</p><p>�Bei <emphasis>wem </emphasis>handelt es sich um VIPs?�</p><p>�Bei den Gefangenen.�</p><p>�Bei allen?�</p><p>�So gut wie.�</p><p>Es dauerte ein paar Sekunden, dann fragte Desjani: �Milit�r-VIPs?�</p><p>�Ja. So wie Falco.�</p><p>�Himmel!�</p><p>�Ganz meine Meinung.�</p><p>Da sie nirgends auf Gegenwehr stie�en, kamen die Marines sehr schnell voran. �In diesem Lager waren nicht einmal dreihundert Gefangene untergebracht�, berichtete Carabali. �Die wenigsten Zellen waren belegt. Wir lassen jetzt die letzten befreiten Gefangenen an Bord der Shuttles gehen. Ich habe auch schon damit begonnen, meine Leute zur�ckzuziehen. Rechnen Sie damit, dass in f�nfzehn Minuten das letzte Allianz-Personal den Planeten verlassen wird.�</p><p>�Exzellent.� Das lief alles wie am Schn�rchen, auch wenn Geary dasa� und damit rechnete, dass jeden Moment doch noch irgendetwas schiefging. Aber auch der letzte Marine sprang in eines der Shuttles, die letzte Rampe wurde geschlossen, und schlie�lich erhob sich das letzte Shuttle in die L�fte, um Reihen von entwaffneten Syndik-Gef�ngnisw�rtern zur�ckzulassen, von denen keiner zu wissen schien, was er als N�chstes tun sollte.</p><p>�Shuttle im Anflug�, meldete der Steuerwachhabende. �Gesch�tzte Zeit bis zum Andocken f�nf Minuten.�</p><p>�Wie lange, bis alle anderen Shuttles in ihren Docks sind?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Vierzig Minuten, Sir.�</p><p>Jeder Syndik auf dem Planeten schien in Deckung gegangen zu sein. Nichts r�hrte sich in der Luft oder auf den Stra�en der St�dte und auch nicht weiter drau�en auf dem Land. �Sieht so aus, als h�tten die Syndiks doch noch begriffen, dass es keine gute Idee war, sich mit dieser Flotte anzulegen�, merkte Desjani an, was ihren Wachhabenden ein Grinsen entlockte.</p><p>Geary stand auf. �Ich gehe nach unten, um die befreiten Gefangenen zu begr��en, Captain Desjani. In einer halben Stunde werde ich zur�ck sein. Ich muss mit ein paar von diesen VIPs reden.� <emphasis>Vielleicht komme ich ja dann schon dahinter, warum wir hergeschickt wurden.</emphasis></p><p>Desjani nickte nur, ihr Blick war auf das Display gerichtet, und sie zeigte eine nachdenkliche Miene.</p><p>Er ging z�gig durch die Korridore, w�hrend er versuchte, jegliches Unbehagen vor den Besatzungsmitgliedern zu verbergen, die ihm unterwegs begegneten. Alle waren bester Laune nach dem so leicht errungenen Sieg, der sich bereits �berall in der Flotte herumgesprochen hatte. Im Shuttlehangar angekommen, blieb er stehen und betrachtete die Matrosen, die sich in Reih und Glied aufgestellt hatten, um eine Ehrengarde zu bilden und gleichzeitig die ehemaligen Gefangenen in Empfang zu nehmen, ihre Personalien aufzunehmen, ihnen Quartiere zuzuweisen und sie medizinisch zu beurteilen, damit sie die notwendige Behandlung erhielten.</p><p>�So sieht man sich wieder�, murmelte Rione, die sich pl�tzlich neben ihn stellte.</p><p>�Was macht denn eine Gesandte hier unten?�, fragte er.</p><p>�Ich bin zwar keine Senatorin mehr, aber es ist immer noch meine Pflicht, jenen im Namen der Regierung Respekt zu zollen, die in Gefangenschaft geraten waren.�</p><p><emphasis>Und vermutlich will sie herausfinden, ob jemand etwas �ber das Schicksal ihres Ehemanns wei�. </emphasis>Er sprach es nicht laut aus, da er wusste, er h�tte an ihrer Stelle ganz genauso gehandelt.</p><p>Das Shuttle kam n�her und war hinter dem Schild deutlich zu erkennen, der daf�r sorgte, dass die Atmosph�re nicht aus dem Schiff entweichen konnte. Dann landete es, die �u�eren Tore schlossen sich, und der Schild wurde abgeschaltet. Geary wartete, bis die Rampe ausgefahren war und sich die Luke ge�ffnet hatte, dann sah er, wie die M�nner und Frauen das Shuttle verlie�en. Trotz ihres VIP-Status sahen sie genauso aus wie alle anderen Gefangenen, die diese Flotte auf dem monatelangen Heimflug befreit hatte. Alle Altersklassen waren vertreten, und einige waren so lange in Gefangenschaft gewesen, dass sie bereits ein hohes Alter erreicht hatten. Alle waren sie infolge der Kombination aus k�rperlich anstrengender Arbeit und einem Minimum an Essen d�nn und ausgezehrt. Am K�rper trugen sie abgewetzte und durchgescheuerte Uniformen sowie das eine oder andere abgelegte Syndik-Kleidungsst�ck. Ihre Augen spiegelten eine Mischung aus Unglauben und Freude wider, als f�rchteten sie, sich in einem Traum zu befinden, aus dem sie jeden Moment erwachen k�nnten.</p><p>Der einzige Unterschied zu den zuvor Befreiten bestand darin, dass so viele von ihnen einen hohen Dienstgrad innehatten. Geary konnte in der Gruppe nur den einen oder anderen Commander oder Major ausmachen, alle anderen mindestens Colonel oder Captain, und fast die H�lfte von ihnen trug die verf�rbten Abzeichen eines Admirals oder Generals. Iger hatte nicht im Mindesten �bertrieben.</p><p>Er betrachtete die Gefangenen und hielt dabei Ausschau nach Captain Michael Geary, obwohl er wusste, dass die Chancen minimal waren, dass sein Gro�neffe noch lebte und ausgerechnet in dieses Lager gebracht worden war. Ein ungewohntes Ger�usch von Rione gleich neben ihm lie� ihn aufhorchen. Es war ein wortloses Keuchen, das sich irgendwie im Hangar ausbreitete. Etliche ehemalige Gefangene drehten sich um, und ein Mann in der Gruppe blieb erst abrupt stehen, dann rannte er los. �Vic!�, rief er. �Bei den lebenden Sternen! Bist du das wirklich?�</p><p>Geary ging einen Schritt zur Seite, als die beiden sich um den Hals fielen. Es war ihm peinlich, solche Gef�hlsregungen mitanzusehen, zumal Rione die Tr�nen kamen, w�hrend sie den Mann an sich dr�ckte.</p><p>Er wollte wegschauen, doch dann konzentrierte er sich wieder auf Riones Gesicht. War das tats�chlich Entsetzen, das er da in diesem Wechselbad aus Unglauben und Freude sah? Wie konnte das sein?</p><p>Als sie Gearys Blick bemerkte, schaute sie selbst kurz zur Seite. Gleich darauf zeigte ihr Gesicht nur die Gef�hlsregungen, die zu einer solchen Wiedersehensfreude geh�rten. Sie l�ste sich aus der Umarmung, und als sie sich Geary zuwandte, strahlte sie die �bliche unersch�tterliche Beherrschung aus. �Admiral, darf ich Ihnen Commander Paol Benan vorstellen, meinen Ehemann?�</p><p>Geary wartete vergeblich auf einen Salut, dann erst fiel ihm ein, dass all diese Offiziere w�hrend jener Zeit in diesem Lager gewesen waren, als er den Salut in der Flotte wiedereingef�hrt hatte.</p><p>Benan grinste ihn breit an. �Das sind wirklich Sie. Verdammt, nat�rlich sind Sie es. Die Marines haben uns schon gesagt, dass Black Jack die Flotte befehligt. Wer sonst h�tte so tief in Syndik-Gebiet vordringen k�nnen? Die Syndiks m�ssen vor Ihnen auf der Flucht sein. Jetzt k�nnen wir sie schlagen und ihnen eine so vernichtende Niederlage beibringen, dass sie f�r die Allianz nie wieder eine Bedrohung darstellen k�nnen. Jetzt, wo Sie uns von diesem Planeten geholt haben, k�nnen Sie ihn mit allem bombardieren, was Sie haben.�</p><p>Sowohl Rione als auch Geary ben�tigten einen Augenblick, ehe sie begriffen, dass die Syndik-Beh�rden dieser Welt den Gefangenen die Neuigkeit vom Kriegsende verschwiegen hatten. �Paol�, sagte sie leise. �Der Krieg ist vorbei. Wir haben bereits gewonnen.�</p><p>�Was?� Benan schaute sekundenlang verst�ndnislos drein. �Wann? Wie?�</p><p>�Admiral Geary. Er hat die Syndik-Flotte ausgel�scht und sie gezwungen, einem Friedensvertrag zuzustimmen.�</p><p>�Frieden ��, sagte Benan und sprach das Wort aus, als h�tte er es noch nie geh�rt und als sei ihm die Bedeutung unbekannt. �Aber Sie haben den Planeten angegriffen. Die Marines haben das Lager gest�rmt.�</p><p>�Der Syndik-CEO wollte seinen Pflichten aus dem Friedensvertrag nicht nachkommen�, erkl�rte Geary. �Wir haben die erforderlichen Ma�nahmen ergriffen, um Sie und Ihre Mitgefangenen befreien zu k�nnen.�</p><p>�Ja.� Benan machte immer noch einen unschl�ssigen Eindruck. �Wir k�nnen Ihnen behilflich sein und Ihnen ein paar Ziele f�r Ihr nachfolgendes Bombardement nennen. Es gibt da einige gut getarnte Einrichtungen, die sich tief unter der Oberfl�che befinden, und wir kennen deren Positionen.�</p><p>�Es werden keine weiteren Bomben abgeworfen, Commander.�</p><p>�Aber � die Fabriken � die Gro�st�dte ��</p><p>Geary bemerkte, wie seine Stimme einen k�hleren Tonfall annahm. �Diese Flotte f�hrt nicht l�nger Krieg gegen Zivilisten, Commander. Wir greifen ausschlie�lich milit�rische Ziele an, und das auch nur, wenn es unbedingt erforderlich ist, damit die Syndiks sich an den Friedensvertrag halten.�</p><p>Benan sah Geary an, als h�tte der in einer fremden Sprache auf ihn eingeredet.</p><p>Rione nahm ihn sanft am Arm und erkl�rte f�r sie beide: �Die Daten m�ssen aufgenommen werden, und seine medizinische Untersuchung steht auch noch an, Admiral. W�hrend das alles geschieht, werde ich Zeit genug haben, um ihn auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Ich hoffe, Sie entschuldigen uns.�</p><p>�Ja, nat�rlich.� Es war ihm peinlich, dass er eben so w�tend geworden war. Benan und seine Mitgefangenen standen immer noch unter dem Stress der langen Gefangenschaft und der sich �berschlagenden Ereignisse der letzten Minuten. Sie mussten erst einmal verdauen, wie sich die Dinge ver�ndert hatten und dass die Flotte zu den ehrbaren Verhaltensweisen der Vorfahren zur�ckgekehrt war.</p><p>Beim Blick zur�ck zu den anderen befreiten Gefangenen entdeckte Geary einen Admiral und einen General, die beide auff�llig in seine Richtung schauten. <emphasis>Zeit zum R�ckzug, bevor ich gar nicht mehr von hier wegkomme. </emphasis>�Ich muss jetzt zur�ck auf die Br�cke�, sagte er mehr oder weniger in den Raum, laut genug, um von den anderen geh�rt zu werden. Er winkte den Ex-Gefangenen zu und l�chelte sie aufmunternd an, dann eilte er davon, bevor irgendwer die Schlange verlassen und zu ihm kommen konnte.</p><p>Nach nur zwanzig Minuten war er wieder auf der Br�cke, wo noch immer alles nach Plan lief. Nat�rlich h�tte er die Operation auch von einem beliebigen anderen Ort auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>durchf�hren k�nnen, aber die Geschichte hatte gezeigt, dass F�hrungspers�nlichkeiten von den Menschen bei ihrer Arbeit gesehen werden mussten und dass sie ihre Befehle besser von einem ihrem Rang angemessenen Ort aus erteilten. Geary hatte feststellen m�ssen, dass die alte (und offenbar wahre) Geschichte von dem Admiral nach wie vor kursierte, der seine Befehle von seinem gem�tlichen Quartier aus erteilt und dabei Bier getrunken hatte.</p><p>Carabalis Shuttle landete als Letztes auf der <emphasis>Tsunami</emphasis>. �Alle Shuttles zur�ckgekehrt, alle Marines vollz�hlig, alle Gefangenen gefunden und befreit�, meldete sie Geary. �Kein Shuttle besch�digt, Verletzungen beschr�nken sich auf ein paar Verstauchungen, die die betreffenden Marines sich w�hrend der Landung zugezogen haben.�</p><p>�Hervorragende Arbeit, General.� Geary atmete erleichtert aus und hatte das Gef�hl, als habe er seit Stunden den Atem angehalten. �Alle Einheiten, nehmen Sie bei Zeit vier null Formation November ein.�</p><p>Die Flotte nahm die Form von f�nf Rechtecken an, die breite Seite nach vorn ausgerichtet, das gr��te Rechteck mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>in seiner Mitte. Dann beschleunigten die Schiffe in Richtung des Sprungpunkts, der sie nach Hasadan zur�ckbringen sollte. Diesmal jedoch sollte die Flotte von Hasadan aus das dortige Hypernet-Portal benutzen, um nach Midway zu gelangen.</p><p>Geary stand wieder auf und streckte sich, um die angestaute Anspannung loszuwerden. �Ich glaube, ich lege eine kleine Pause in meinem Quartier ein, Captain Desjani.�</p><p>�Vergessen Sie nicht, etwas zu essen�, sagte sie.</p><p>Er widerstand der Versuchung, mit einem �Jawohl, Ma�am� zu antworten, salutierte vor der Br�ckencrew und machte sich auf den Weg zu seinem Quartier, wobei er jedoch einen Abstecher zur Offiziersmesse einlegte, um sich eine Gefechtsration mitzunehmen. Es war nicht das beste Essen, und in der Flotte wurde zum Teil hitzig dar�ber diskutiert, ob es sich dabei per Definition �berhaupt um Essen handelte, doch die Rationen waren s�ttigend und erf�llten alle Anforderungen an die t�gliche Dosis N�hrstoffe.</p><p>Er hatte fast sein Quartier erreicht, als ihm aus der anderen Richtung Desjani entgegengeeilt kam. Ihr Gesichtsausdruck zeigte keine Regung, und sie deutete wortlos auf Gearys Quartier, lie� ihn eintreten und folgte ihm sofort. Nachdem sie die Luke ordentlich hinter sich geschlossen hatte, drehte sie sich um und sah ihn mit kaum verhohlener Wut an. Das war umso be�ngstigender, da das Feuer in ihren Augen eisigkalt loderte. �Ich bitte um Erlaubnis frei reden zu d�rfen, Sir.�</p><p>�Sie ben�tigen nicht erst meine Erlaubnis, um das zu tun�, erwiderte er in betont ruhigem Tonfall.</p><p>�Ich habe soeben von der Identit�t eines der befreiten Gefangenen erfahren. Er ist <emphasis>ihr </emphasis>Ehemann.�</p><p>�Das ist richtig.� Er fragte sich, ob ihr Zorn ihm galt, doch er hatte das Gef�hl, dass es daf�r ein anderes Ziel gab.</p><p>�Was f�r ein erstaunlicher Zufall. <emphasis>Sie </emphasis>kommt mit neuen Befehlen an Bord, l�sst die Flotte von ihrem geplanten Kurs abweichen, der sie von ihrer Mission abh�lt, nur damit wir Kriegsgefangene aus einem Lager in diesem System holen � Kriegsgefangene, unter denen sich zuf�llig auch <emphasis>ihr </emphasis>Ehemann befindet.� Desjani sprach abgehackt und so energisch, als w�rde eine Salve Kart�tschen abgefeuert. <emphasis>�Sie hat uns zu ihren pers�nlichen Laufburschen gemacht!�</emphasis></p><p>�Das ist m�glich, aber ��</p><p>�M�glich? Sie hat diese Flotte f�r ihre pers�nlichen Zwecke benutzt ��</p><p>�Tanya, h�r mir doch erst einmal zu.� Er wartete, w�hrend sie tief durchatmete und das Lodern in ihren Augen ein wenig nachlie�. �Ich hatte Zeit, um dar�ber nachzudenken. Mein erster Eindruck war, dass sie schockiert war, ihren Ehemann wiederzusehen. Aber sie ist sehr gut darin, ihre wahren Gef�hle zu verbergen, deshalb sagt mein Eindruck nichts Endg�ltiges aus.�</p><p>�Sie ist ��</p><p>�Mehr Sorge bereiten mir all die <emphasis>anderen </emphasis>VIPs.�</p><p>Desjani atmete langsam und gleichm��ig weiter, zwar immer noch aufgebracht, aber nun in einer deutlich beherrschten Weise. �VIPs wie Falco.�</p><p>�Richtig, und die gleich zu Hunderten.�</p><p>Sie kniff die Augen zusammen, w�hrend das Feuer in ihnen wei� aufgl�hte. �Wieso? Du konntest Falco nicht ausstehen. Und die Regierung konnte ihn auch nicht leiden. Warum l�sst man dann Leute von seinem Schlag dutzendfach auf uns los?�</p><p>�Das wei� ich nicht.� Er setzte sich hin, eine Hand an seiner Stirn, w�hrend er versuchte seine Ver�rgerung und seinen Frust zu unterdr�cken. Die Gefechtsration stand unangetastet auf dem Tisch, jeglicher Appetit war f�r den Augenblick vergessen. �Mit Sicherheit wei� ich nur, dass diese Leute hier sind und dass wir mit ihnen ins Gebiet der Aliens fliegen.�</p><p>�Hunderte von Leuten, die sich nichts sagen lassen werden und die glauben, dass nur sie das Richtige tun.� Desjani sch�ttelte ratlos den Kopf. �Welchen Nutzen sollte das f�r uns haben?�</p><p>�Ich glaube, Rione wei�, warum wir losgeschickt wurden, um sie da rauszuholen.�</p><p>�Ihre geheimen Befehle. Aber warum will die Regierung diese Falco-Imitatoren nicht solange wie m�glich in den H�nden der Syndiks lassen? Warum ist ihre Befreiung wichtiger als unsere Mission?�</p><p>�Das wei� ich auch nicht.� Gearys Blick ruhte auf dem Sternendisplay, das �ber dem Tisch schwebte und in dessen Zentrum noch immer das Dunai-Sternensystem dargestellt wurde. �Selbst wenn Rione gewusst haben sollte, dass ihr Ehemann in Dunai zu finden ist, warum sollte die Regierung sich damit einverstanden erkl�ren, dass sie die ganze Flotte wegen einer privaten Angelegenheit einen Umweg einlegen l�sst? So viel Macht und Einfluss hat sie nicht. Sie wurde aus ihrem Amt gew�hlt. Und welchen Grund sollte die Regierung haben, ihr das zu erlauben, wenn sie auch nur eine Ahnung davon hatten, dass all diese Senioroffiziere hier zu finden sein w�rden?�</p><p>�Das muss eine Art Belohnung gewesen sein�, �berlegte Desjani. �Etwas, das sie gefordert hat, damit sie im Gegenzug diese Mission annimmt und die Befehle ausf�hrt, die man ihr erteilt hat.� Sie schien kurz davor zu stehen, Rione zu verhaften.</p><p>�Sie ist immer noch eine autorisierte Repr�sentantin der Regierung, Tanya. Selbst wenn die Regierung ihr zugestanden hat, uns in dieses System zu schicken, damit sie eine pers�nliche Angelegenheit erledigen kann, ist es trotz allem das gute Recht der Regierung, so etwas zu tun.�</p><p>Auch Desjani setzte sich nun hin und sah ihn finster an. �Bist du dir ganz sicher, dass du kein Diktator sein willst?�</p><p>�Ja.� Allerdings brachte sie ihn damit auf einen anderen Gedanken. �Wir wissen, die Regierung f�rchtet sich vor dieser Flotte. Sie hat Angst vor dem, was ich mit der Flotte im R�cken tun k�nnte. Aber jetzt haben sie daf�r gesorgt, dass sich bei uns noch mehr Leute befinden, die einen Milit�rputsch bef�rworten w�rden. Entweder ist das v�llig irrational oder so genial verdreht, dass es nur scheinbar keinen Sinn ergibt.�</p><p>�Und was ist, wenn diese geheimen Befehle die Sicherheit der Flotte gef�hrden?�</p><p>�Das wissen wir nicht ��</p><p>�Wir wissen auch alles andere nicht�, fiel sie ihm ins Wort, sprang von ihrem Sessel hoch und ging zur Luke, um sie w�tend aufzurei�en. �Das ist das Gleiche wie bei den Aliens.�</p><p>�In solchen F�llen ist ein gewisses Ma� an Desorientierung ganz normal�, erkl�rte der Chefarzt der Flotte an Geary gewandt. �Aber f�r diese Individuen sind die Schwierigkeiten bei der Eingew�hnung deutlich ausgepr�gter. Es war eine gute Idee, so viele von ihnen auf die <emphasis>Mistral </emphasis>zu bringen, denn so konnte ich sie pers�nlich untersuchen.�</p><p>Geary nickte l�chelnd, als w�re das tats�chlich seine vorrangige Absicht gewesen.</p><p>�Bezeichnen Sie mich ruhig als altmodisch�, fuhr der Arzt fort, �aber ich glaube, dass selbst die beste virtuelle Untersuchungssoftware Dinge �bersieht. F�r sich betrachtet nur Kleinigkeiten, aber von entscheidender Bedeutung bei der Beurteilung eines Individuums.�</p><p>�K�nnen Sie Ihre Eindr�cke zusammenfassen?�, fragte Geary.</p><p>�Das habe ich bereits gemacht.� Der Mediziner z�gerte. �Ich sch�tze, ich k�nnte noch etwas mehr ins Detail gehen. Sie alle haben mindestens mehrere Jahre in einem Syndik-Arbeitslager zugebracht, viele von ihnen sogar mehrere Jahrzehnte. Sie haben sich daran gew�hnt, sich in einem eng gefassten Gebiet zu bewegen, sich den Vorschriften anderer unterzuordnen, ohne etwas dagegen einwenden zu k�nnen.�</p><p>Das klingt ganz so wie beim Milit�r, dachte Geary.</p><p>�Aber hinzu kommt, dass gewisse Konstanten sich ver�ndert haben. Der Krieg ist vor�ber, und damit ist ein wesentlicher Faktor einer als unver�nderlich wahrgenommenen Realit�t verschwunden. Anders als bei uns, die wir als freie Menschen die Entwicklung der j�ngsten Zeit miterleben konnten, werden sie nun schlagartig mit komplett neuen Verh�ltnissen konfrontiert. Sie m�ssen erfahren, dass jenseits des von Menschen besiedelten Alls eine fremde, intelligente Spezies existiert. Und dann w�ren da auch noch Sie, dieser Black Jack, der allen rationalen Erwartungen zum Trotz wahrhaftig von den Toten auferstanden ist � nat�rlich nur im �bertragenen Sinn. Und dann haben Sie auch noch das Unm�gliche m�glich gemacht. Diesen ehemaligen Gefangenen muss das so vorkommen, als w�ren sie in einer Traumwelt gelandet, aber nicht in dem Universum, in dem sie vor ihrer Gefangennahme lebten.�</p><p>Der Flottenarzt schaute vor sich ins Leere, seufzte einmal und konzentrierte sich dann wieder auf Geary. �Bei diesen Gefangenen hat sich ein weiterer besonderer Faktor gezeigt. Wie Sie vermutlich bereits wissen, handelt es sich gr��tenteils um recht hochrangige Offiziere. Vor ihrer Gefangenschaft waren sie daran gewohnt, dass sie das Sagen hatten oder dass sie einen betr�chtlichen Einfluss auf die Dinge nehmen konnten, die sich um sie herum abspielten. Viele von ihnen glaubten, wegen ihrer eigenen F�higkeiten eine au�ergew�hnliche und sehr pers�nliche Rolle im Krieg zu spielen. Sie glaubten, dass das Schicksal Gro�es f�r sie vorgesehen hatte. Es gibt f�r diese �berzeugungen einen medizinischen Begriff.�</p><p>Geary konnte seinerseits einen Seufzer nicht verhindern. �Das Geary-Syndrom.�</p><p>�Genau! Davon haben Sie geh�rt?�, fragte der Arzt �berrascht, als sei es f�r ihn fast unvorstellbar, dass ein Nicht-Mediziner mit diesem Begriff vertraut war.</p><p>�Man hat mich darauf hingewiesen.�</p><p>�Dann bin ich mir sicher, Sie k�nnen verstehen, dass es f�r diese Leute schwer zu akzeptieren ist, mit einem Mal in dieser Flotte keinerlei Autorit�t zu besitzen, obwohl sie den n�tigen Dienstgrad und auch das entsprechende Dienstalter vorweisen k�nnen. Viele von ihnen haben trotz ihrer Gefangenschaft daran geglaubt, die Syndiks besiegen und die Allianz retten zu k�nnen. Dieser Glaube hat sie durchhalten lassen. Aber Sie haben diesen Krieg bereits gewonnen und damit jenen M�nnern und Frauen ihrem Gef�hl nach ihr eigenes Schicksal weggenommen.�</p><p>Er ben�tigte keine weiteren Erkl�rungen, um zu erkennen, wie viel �rger ihm diese Desorientierung bescheren konnte. �Ich werde mit ihnen als Gruppe reden. Das Treffen wird in zehn Minuten stattfinden.�</p><p>�Diese Leute erwarten, dass Sie mit Ihnen Gespr�che unter vier Augen f�hren. Ich habe bereits viele von ihnen sinngem�� sagen h�ren: �Ich bin davon �berzeugt, dass ich in k�rzester Zeit einen angemessenen Kommandoposten �bertragen bekomme.� Einige von ihnen rechnen fest damit, das Kommando �ber diese Flotte zu �bernehmen.�</p><p>�Ich verstehe das, aber ich habe vor dem Sprung nach Hasadan keine Zeit f�r individuelle Gespr�che.� Die Unm�glichkeit, im Sprungraum zwischen den Schiffen mehr als nur extrem kurze Nachrichten auszutauschen, war �blicherweise ein �rgernis, aber in diesem Fall stellte diese Tatsache einen wahren Segen dar.</p><p>�Dieses Treffen d�rfte sehr interessant verlaufen�, merkte der Arzt an. �D�rfte ich dabei anwesend sein?�</p><p>�Aber sicher.� <emphasis>Das gibt Ihnen die Gelegenheit, Geary dabei zu erleben, wie er mit einem Haufen Geary-Syndrom-Gesch�digter redet. Das d�rfte einen sch�nen Aufsatz f�r Ihre Medizinerkollegen ergeben. </emphasis>�Weisen Sie jedoch das System an, Sie auszublenden, damit niemand sonst von Ihrer Anwesenheit wei�.�</p><p>Einige Minuten sp�ter wuchs der Konferenzraum in seinen Dimensionen massiv an, da �ber zweihundert ehemalige Gefangene mit ihrer virtuellen Pr�senz am Tisch Platz nahmen. Sogar diejenigen unter ihnen, die sich an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>befanden, nutzten die Software, da der reale Raum zu klein war, um ihnen allen Platz zu bieten. Geary hatte mit den befreiten Gefangenen eigentlich allein reden wollen, aber w�hrend er wartete, sah er, dass auch die virtuellen Pr�senzen von General Carabali, Captain Tulev, Rione und General Charban Gestalt annahmen. �Captain Desjani deutete an, dass Sie mich dabeihaben wollten�, erkl�rte Carabali, woraufhin die anderen drei best�tigend nickten.</p><p><emphasis>Also gut, Tanya. Vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, jemanden zu haben, der mir den R�cken st�rken kann. </emphasis>Von einem pl�tzlichen Verdacht erfasst, �berpr�fte er die Software und stellte fest, dass Desjani selbst im ausgeblendeten Modus an der Sitzung teilnahm.</p><p>Geary lie� seinen Blick �ber den Tisch schweifen. Er wusste l�ngst, dass sich unter den Befreiten kein Michael Geary befand, dennoch musste er sich pers�nlich davon �berzeugen.</p><p>Gerade eben erhob er sich von seinem Platz, um zu den Anwesenden zu sprechen, da sprang ein Admiral auf und platzte heraus: �Es ist unbedingt notwendig, Kommandofragen zu behandeln, damit ��</p><p>Es war nicht das erste Mal seit dem Beginn eines langwierigen R�ckzugs aus dem Syndik-Heimatsystem, dass Geary mit so etwas konfrontiert wurde. Sein Finger ruhte vorsorglich auf den entsprechenden Kontrollen, und im n�chsten Moment war die Ton�bertragung dieses Offiziers verstummt. �Ich bin Admiral Geary�, sagte er, als h�tte niemand einen Ton von sich gegeben. �Ich befehlige diese Flotte.�</p><p>Rione machte eine knappe Geste, als k�nnte sie sich nicht beherrschen, was Geary einen Moment lang innehalten lie�. Erst dann wurde ihm klar, dass er mit dieser Pause seinen Worten mehr Nachdruck verliehen hatte. <emphasis>Will sie mir helfen?</emphasis></p><p>Schlie�lich redete er weiter, hie� die befreiten Allianz-Angeh�rigen willkommen und erl�uterte ihnen seine Mission: �Zwar verdienen Sie es alle, so schnell wie m�glich ins Gebiet der Allianz zur�ckgebracht zu werden, aber daf�r befinden wir uns schon zu tief im Syndik-Territorium. Ich kann keinen Sturmtransporter zur�ckschicken, weil der von einer schlagkr�ftigen Streitmacht aus Kriegsschiffen begleitet werden m�sste. Weil wir aber nicht wissen, was uns bei den Aliens erwartet, gef�llt mir der Gedanke nicht, auf einen Teil meiner Schiffe zu verzichten. Ebenfalls ist es mir bedauerlicherweise nicht m�glich, mit jedem Einzelnen von Ihnen unter vier Augen zu reden. Wir werden in K�rze zum Sprung zur�ck nach Hasadan ansetzen und anschlie�end das Hypernet-System der Syndiks benutzen, um nach Midway zu gelangen. Daher wird f�r eine Kommunikation zwischen den Schiffen kaum Gelegenheit bleiben.� Nach einer kurzen Pause f�gte er das hinzu, was er am liebsten vermieden h�tte: �Gibt es irgendwelche Fragen?�</p><p>Mehr als zweihundert M�nner und Frauen redeten gleichzeitig drauflos, aber zum Gl�ck blockierte die Software von sich aus den Ton und kennzeichnete jedes Individuum, damit Geary entscheiden konnte, wer zu h�ren sein sollte. �Einer nach dem anderen bitte�, sagte er lauter als eigentlich n�tig, da er gar nicht alle gleichzeitig, sondern nur jeden Einzelnen �bert�nen musste. Dann ergab er sich seinem unvermeidbaren Schicksal und lie� den Admiral zu Wort kommen, der sich als Erster gemeldet hatte. �Sie haben eine Frage?�</p><p>Mit entschlossener Miene stand der Offizier auf und sah sich am Tisch um, w�hrend seine Worte an Geary gerichtet waren. �Ungeachtet der Umst�nde m�ssen die Flottenvorschriften eingehalten werden. Wir sind alle erfahrene und angesehene Gefechtskommandanten. Unsere erste Amtshandlung muss darin bestehen, dass wir uns auf einen Flottenbefehlshaber einigen ��</p><p>Diesmal wurde der Admiral von einem anderen ehemaligen Gefangenen unterbrochen, ebenfalls ein Admiral, der auf Geary zeigte: �Chelak, benutzen Sie Ihren Kopf mal f�r was anderes als daf�r, nur L�rm von sich zu geben. Das ist Black Jack. Er hat den gleichen Dienstgrad wie wir, er hat das Kommando, und jeder Matrose und jeder Offizier, mit dem ich gesprochen habe, steht hinter ihm.�</p><p>�Ich habe meinen Dienstgrad schon viel l�nger inne als er! Ich habe mir daf�r Respekt verdient, so wie jeder von Ihnen!�, beharrte Chelak.</p><p>�Er hat sich auch einigen Respekt verdient�, wandte eine Frau ein, die die Abzeichen eines Generals trug. �Ich versuche, mir ein Bild von den Ereignissen zu machen, die seit unserer Gefangennahme passiert sind, aber es ist offensichtlich, dass keiner von uns die gegenw�rtige Situation so umfassend versteht, um jemanden zu ersetzen, der wei�, was da drau�en los ist.�</p><p>�Das hei�t noch lange nicht, dass wir Ehre und Tradition �ber Bord werfen sollten�, hielt eine Admiralin dagegen.</p><p>�Wir sollen Black Jack etwas �ber Ehre und Tradition erz�hlen?�</p><p>�Wir wissen ja nicht mal, ob er tats�chlich ��</p><p>�Lesen Sie nach, was in den letzten Monaten passiert ist!�, ging der zweite Admiral dazwischen.</p><p>Gleich darauf begannen hundert andere zu reden.</p><p>General Carabali stand auf und lenkte die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. �Die Marines dieser Flotte werden die Befehle von Admiral Geary befolgen.� Dann setzte sie sich wieder hin, w�hrend ihre Worte noch durch den Raum hallten.</p><p>�Einige von Ihnen kennen mich�, meldete sich General Charban zu Wort. �Ich kann Ihnen versichern, dass die Regierung und das Hauptquartier Admiral Geary v�llig rechtm��ig das Kommando �bertragen haben.�</p><p>�Als ob uns interessiert, was die machen�, rief jemand dazwischen, und gleich schaltete die Software hunderte gleichzeitige Wortmeldungen stumm, w�hrend sich die Bilder der hochrangigen Offiziere gegenseitig anbr�llten.</p><p>Tulev sah zu Geary und sagte auf einer privaten Leitung: �Denen ist nicht beizukommen. Sie k�nnten noch wochenlang mit ihnen reden und trotzdem nichts erreichen.�</p><p>Carabali nickte. �Zu viele Alphas in einer Flotte. Am besten verfrachten Sie sie alle auf die Haboob und schalten die Komm-Systeme ab.�</p><p>�Ganz meine Meinung�, ert�nte Desjanis Stimme in seinem Ohr.</p><p>Geary sah zu Charban und Rione. �Was will die Regierung mit ihnen machen?�</p><p>Rione erwiderte sofort: �Ich habe keine Anweisungen, wie mit den befreiten Gefangenen verfahren werden soll.�</p><p>�Ich ebenfalls nicht�, f�gte Charban hinzu.</p><p>Geary schaltete auf einen privaten Kanal um, der ihn nur mit den beiden verband. �Die Regierung hat uns den Befehl erteilt, diese Horde zu befreien. Ich bekam den Befehl, meine Flotte hierher zu bringen. Wieso? Was will sie von diesen Leuten? Warum mussten wir sie befreien, bevor wir die Aliens aufsuchen?�</p><p>�Ich habe keine Anweisungen erhalten�, wiederholte Rione, deren Mienenspiel nichts verriet.</p><p>Jetzt reichte es ihm. �Dann betrachte ich das als eine Angelegenheit, die mithilfe meiner Autorit�t gekl�rt werden muss. Keiner von Ihnen ist ein gew�hlter Vertreter der Regierung. Nach den Gesetzen der Allianz besitzt ein Flottenkommandant au�erhalb des Allianz-Territoriums die Befehlsgewalt �ber Zivilisten, die f�r die Regierung oder f�r jemanden t�tig sind, der mit der Regierung zusammenh�ngt. Sie und General Charban werden hiermit zu Verbindungsoffizieren f�r die befreiten Gefangenen bestimmt. Sie sind f�r sie die erste Anlaufstelle, und Sie werden alles versuchen, um die Dinge zu kl�ren, die diese Leute betreffen. Sie werden mich umgehend informieren, wenn jemand durch sein Handeln oder durch seine Erkl�rungen eine Bedrohung f�r die Flotte darstellt oder gegen Vorschriften oder Gesetze der Allianz verst��t. Die Regierung wollte diese Leute, dann soll sie sie auch haben.�</p><p>W�hrend General Charban ihn ungl�ubig anstarrte und Rione einen leicht ger�teten Kopf bekam, bet�tigte Geary wieder eine Taste und wandte sich an die Anwesenden insgesamt. �Ich danke Ihnen f�r Ihre Opfer im Dienst an der Allianz. Die Regierungsgesandten Rione und Charban werden ab sofort in allen Angelegenheiten Ihre ersten Ansprechpartner sein. Ich freue mich schon darauf, Sie sicher und unversehrt zur Allianz zur�ckzubringen.� Bei den lebenden Sternen, darauf freue ich mich mehr, als sich irgendjemand vorstellen kann. �Vielen Dank. Auf die Ehre unserer Vorfahren.�</p><p>Dann klinkte er sich, Carabali und Tulev aus der Besprechung aus, sodass sie f�r die anderen nicht mehr zu sehen waren. Geary verlie� umgehend den Besprechungsraum.</p><p>Eine Weile spazierte er durch die Korridore der <emphasis>Dauntless</emphasis>, da er nicht im Quartier mit seinen Gedanken allein sein wollte. Zudem war er zu rastlos, um sich irgendwo hinzusetzen. Unterwegs mit ein paar Matrosen zu reden, hatte etwas Tr�stendes und gab ihm ein wenig das Gef�hl, als w�re dieses Jahrhundert im K�lteschlaf nie geschehen. Die Ausr�stung mochte eine andere sein, aber Matrosen waren und blieben Matrosen.</p><p>Irgendwann begegnete ihm Tanya und schloss sich ihm an. Nach einer Weile sagte sie: �Diese Leute den Gesandten aufs Auge zu dr�cken, war genial, aber es ist keine dauerhafte L�sung.�</p><p>�Ich wei�. Ein paar von ihnen k�nnen uns immer noch viel �rger machen.�</p><p>�Sie haben die Flotte heute viel fester im Griff als zu der Zeit, als wir Falco befreit hatten. Au�erdem hat man Ihnen ganz f�rmlich das Kommando �bertragen. Und soweit wir wissen, gibt es auf keinem der Schiffe gegenw�rtig einen Captain, der gegen Sie arbeitet.�</p><p>�Soweit wir wissen�, betonte Geary.</p><p>Mehr konnte er nicht sagen, da in dem Moment vor ihnen im Gang Rione auftauchte, die allem Anschein nach auf der Suche nach ihm gewesen war. Sie blieb vor ihnen stehen und versperrte ihnen den Weg. �Admiral, ich muss mit Ihnen reden.�</p><p>�Sie und General Charban k�nnen unter sich ausmachen ��</p><p>�Darum geht es nicht.� Sie atmete tief durch und schien nach den richtigen Worten zu suchen, was so ungew�hnlich war, dass sogar Desjani mit einem Stirnrunzeln reagierte. �Mein � Commander Benan � jemand hat ihm davon erz�hlt, was in der Vergangenheit � zwischen uns war.�</p><p>Aus irgendeinem Winkel seines Gehirns kam die Frage: �Sind Sie in Gefahr?�</p><p>�Nein, ich nicht.�</p><p>�<emphasis>Sie </emphasis>nicht?� Dann blieb nur noch einer �brig.</p><p>Aber Rione sch�ttelte den Kopf. �Ich glaube nicht, dass er ��</p><p>Als Geary Desjani erschrocken ausatmen h�rte, folgte er ihrem Blick und sah Commander Benan geradewegs auf sie zukommen.</p></section><section><title><p>Neun</p></title><p>Desjani trat einen Schritt vor und stellte sich zwischen Benan auf der einen und Geary und Rione auf der anderen Seite. �Gibt es ein Problem, Commander?�</p><p>�Ich muss mit � dem Admiral sprechen.� Paol Benans Gesicht war kreidebleich, seine Stimme klang rau. �Es gibt eine Ehrenfrage zwischen uns zu kl�ren. Ich muss ��</p><p>Im energischen Kommandoton und mit entsprechender Lautst�rke unterbrach sie ihn. �Commander Benan, sind Sie sich �ber die Flottenvorschriften im Klaren?�</p><p>Sein aufgebrachter Blick richtete sich auf sie. �Ich muss mir nicht die Flottenvorschriften zitieren lassen von einer ��</p><p>�Dann wissen Sie auch, was passieren wird, wenn Sie so weitermachen�, fiel ihm Desjani frostig ins Wort. �Auf meinem Schiff werde ich solche Verletzungen der Disziplin nicht dulden.�</p><p>�Auf <emphasis>Ihrem </emphasis>Schiff? Nach allem, was Sie beide gemacht haben? Sie haben Ihre Position entehrt, Ihnen h�tte man das Kommando entziehen sollen, um Sie vor �� Andere Crewmitglieder waren stehen geblieben und beobachteten das Geschehen. Auf einmal regte sich ein tiefes, missbilligendes Murren, das bedrohlich genug war, um Paol Benan abrupt verstummen zu lassen.</p><p>Ein Chief Petty Officer trat vor und erkl�rte mit Nachdruck: �Sir, wenn es irgendeinen Grund gegeben h�tte, die Ehre unseres Captains in Zweifel zu ziehen, dann w�re uns das bekannt gewesen. Sie und der Admiral haben zu keinem Zeitpunkt ihre Pflichten oder Verantwortlichkeit vernachl�ssigt oder verletzt.�</p><p>�Ihre Ehre ist nicht beschmutzt�, erg�nzte ein Ensign.</p><p>Benan wollte etwas darauf erwidern, aber Victoria Rione kam ihm zuvor, da sie sich an Desjani vorbeidr�ngte und sich vor ihn stellte, um ihn w�tend anzustarren. Aufgebracht zischte sie ihrem Ehemann zu: �Wir werden reden. Unter vier Augen. Auf der Stelle.�</p><p>Benans Bl�sse wich einer einsetzenden Zornesr�te. �Was du mir zu sagen hast, das kannst du auch ��</p><p>�Wenn ich dir noch immer irgendetwas bedeute, dann wirst du nicht in aller �ffentlichkeit zu meiner Ehre oder meinem Handeln �u�ern�, unterbrach Rione ihn so energisch, dass es schien, als w�rde ihre Stimme ihm einen k�rperlichen Sto� versetzen.</p><p>Diesmal drang sie zu ihm durch. Benan schluckte, dann nickte er und murmelte kleinlaut: �Ich � es tut mir leid, Vic.�</p><p>�Komm jetzt mit. Bitte.� Rione drehte sich nicht zu Geary, sondern zu Desjani um. �Wenn Sie uns entschuldigen w�rden, Captain. Ich � danke Ihnen�, brachte sie erstickt �ber die Lippen, wandte sich ab und f�hrte ihren Mann weg.</p><p>Desjani sah den beiden nach, dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf ihre Crewmitglieder, die ein wenig unschl�ssig dastanden. �Danke.� Die M�nner nickten und salutierten, dann gingen sie weiter. Desjani gab Geary ein Zeichen. �Kommen Sie, gehen wir weiter. Das war knapp.�</p><p>�Was war knapp? Wovon haben Sie Benan abgehalten?�</p><p>Mitten in der Bewegung erstarrte sie und sah ihn an. �Sie wissen wirklich nicht, was er vorhatte? Er wollte Sie zu einem Ehrenduell herausfordern.�</p><p>Geary war sich nicht sicher, ob er das richtig geh�rt hatte. �Ein was?�</p><p>�Ein Ehrenduell. �blicherweise auf Leben und Tod.� Sie waren an ihrem Quartier angekommen, und sie bedeutete ihm einzutreten. �Ich hoffe, du kannst f�nf Minuten hier bei mir verbringen, ohne irgendwen auf die Idee zu bringen, wir k�nnten wie l�ufige Kaninchen �bereinander herfallen.� W�hrend sie redete, lie� sie sich in einen Sessel fallen und nahm dabei eine Haltung ein, die so ganz anders war als die f�rmliche Pose, die sie sonst zur Schau stellte. �Ehrenduelle begannen vor � ich wei� nicht, ich glaube vor drei�ig Jahren. Flottenoffiziere fingen auf einmal an, andere herauszufordern, von denen sie sich in ihrer Ehre beleidigt f�hlten. Wir konnten den Feind nicht besiegen, also machten wir uns daran, uns gegenseitig zu zerfleischen.� Sie sah ihm in die Augen. �Fragen der Ehre, beispielsweise der Vorwurf der Untreue.�</p><p>�Das hat sich in dieser Flotte abgespielt?�, fragte er.</p><p>�Du wei�t, wie wir selbst heute noch sind! Nur die Ehre z�hlt! Nur die Demonstration von Tapferkeit!� Desjani verzog angewidert das Gesicht. �Ein Offizier, der herausgefordert worden war, konnte keinen R�ckzieher machen, wenn er nicht als Feigling bezeichnet werden wollte. Wir hatten auch so schon einen Mangel an Offizieren, und die wenigen, die wir hatten, die brachten sich aus fehlgeleitetem Ehrgef�hl gegenseitig um. Dann endlich griff die Flotte ein und erlie� strenge Vorschriften, die harte Strafen f�r jeden androhten, der einen anderen herausforderte. Es dauerte eine Weile, und es waren einige Erschie�ungskommandos n�tig, um diese Vorschriften durchzusetzen. Aber zu der Zeit, als ich zur Flotte kam, waren das nur noch Geschichten, erz�hlt von den Leuten, die zu der Zeit schon gelebt hatten. Aber die Vorschriften haben nach wie vor Bestand. Wir mussten sie bei der Offiziersausbildung auswendig lernen. H�tte dieser Idiot seine Herausforderung an dich ausgesprochen, w�re ich gezwungen gewesen, ihn in die Arrestzelle zu stecken und ihn bei unserer R�ckkehr einem Kriegsgericht zu �bergeben.� Sie sah Geary forschend an. �Es sei denn, du h�ttest entschieden, ihn sofort hinrichten zu lassen, was dein gutes Recht gewesen w�re.�</p><p>Geary schaute sich um. Er konnte sich nicht daran erinnern, je in ihrem Quartier gewesen zu sein. Nachdem er sich einen Platz ihr gegen�ber ausgesucht hatte, setzte er sich hin. �Das ist nicht witzig.�</p><p>�Das war auch nicht witzig gemeint. Fast h�tte er mich auch noch herausgefordert, oder ist dir das nicht aufgefallen?�</p><p>Er starrte sie verdutzt an. �Mit dieser Bemerkung, dass man dir das Kommando h�tte entziehen sollen?�</p><p>�Ja, genau die�, spie Desjani aus.</p><p>�Deine Crew hat deine Ehre verteidigt�, machte Geary ihr klar.</p><p>�Aber nur, weil sie nicht wei�, wie unehrenhaft meine Gef�hle waren�, fuhr sie fort, wobei ihr Tonfall zunehmend verbittert klang. �Du h�ttest mich haben k�nnen, und du h�ttest mich nicht mal freundlich darum bitten m�ssen. Das wusstest du, und wenn du dir selbst gegen�ber ehrlich bist, dann wirst du es auch zugeben m�ssen. Stell mich nicht als Musterbeispiel in Sachen Ehre hin, denn ich h�tte dir jeden Wunsch erf�llt, obwohl du mein vorgesetzter Offizier warst.�</p><p>�Du hast nicht � Tanya, du warst davon �berzeugt, dass ich eine lebenswichtige Mission zu erf�llen hatte. Nicht mal unsere sch�rfsten Kritiker k�nnten irgendetwas vorlegen ��</p><p>�Ich selbst bin mein sch�rfster Kritiker, Admiral Geary!�, fuhr sie ihn an. �Hast du das noch nicht gemerkt?�</p><p>�Ich sch�tze, ich h�tte es merken sollen.�</p><p>Eine Zeit lang starrte Desjani in eine Ecke des Raums, dann sch�ttelte sie den Kopf. �Ich h�tte Rione sein k�nnen. Du wei�t, ich hatte vor dir Beziehungen. Es ist m�glich, dass eine von ihnen zu einer Heirat gef�hrt h�tte, und mindestens einer der Offiziere, die ich h�tte heiraten k�nnen, wurde von den Syndiks gefangengenommen. Ich h�tte Jahre damit zubringen k�nnen, die Erinnerung an ihn und an unsere gemeinsame Zeit in Ehren zu halten. Dann h�tte ich nach seiner Befreiung feststellen m�ssen, wie gro� der Unterschied zwischen diesen idealen Erinnerungen und der Realit�t ist, wie sehr er sich von dem Mann unterscheidet, der er einmal gewesen war. Und ich w�re gezwungen gewesen, ihm zu erkl�ren, was ich getan habe, w�hrend er in einer Gefangenschaft war, von der wir alle glaubten, sie w�rde bis an sein Lebensende dauern.�</p><p>Er lie� den Kopf sinken, da sich in ihren Augen Gef�hlsregungen widerspiegelten, die er nicht sehen wollte. �Du h�ttest nicht ��</p><p>�Ich h�tte es, und das wei�t du. Rede nichts sch�n. Es war purer Zufall, dass ich nicht das Leben f�hren muss, in das sie geraten ist.�</p><p>Verdutzt schaute er sie an. �Darum bist du dazwischengegangen? Du wolltest sie besch�tzen, weil sie dir leidtut?�</p><p>�Ich bin die Befehlshaberin dieses Schiffs! Ich toleriere keine Verletzung der Disziplin!�, konterte sie energisch. �<emphasis>Deshalb </emphasis>bin ich dazwischengegangen. Ist das klar?�</p><p>Er musterte sie lange. Ihm war klar, dieses Thema w�rde Desjani niemals auf eine andere Weise diskutieren k�nnen. �Jawohl, Ma�am.�</p><p>�Verdammt, Jack! H�r mit so was auf!�</p><p>Den Spitznamen Black Jack hatte er noch nie leiden k�nnen. Entsprechend entsetzt hatte er feststellen m�ssen, dass die Allianz-Regierung den Namen zu einem Teil von ihm gemacht hatte, w�hrend sie gleichzeitig diesen Mythos vom gr��ten Helden der Allianz �berhaupt schuf. Desjani dagegen hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, ihn von Zeit zu Zeit einfach nur Jack zu nennen, was ihr pers�nlicher Spitzname f�r ihn war. Er war zu der Erkenntnis gelangt, dass es ihm gefiel. Aber als sie ihn jetzt so anredete, war das ein Zeichen daf�r, wie w�tend sie war. �Schon gut, es tut mir wirklich leid. Wie lange willst du dich noch �ber die Gef�hle �rgern, die du f�r mich entwickelt hast, als ich dein vorgesetzter Offizier war?�</p><p>Sie machte eine wegwerfende Handbewegung. �F�r den Rest dieses Lebens. Und vermutlich auch f�r einen Teil meines n�chsten Lebens. Ich bin mir sicher, dass ich in dem Leben danach gen�gend S�nden angeh�uft habe, um mein schlechtes Gewissen anderweitig zu besch�ftigen.�</p><p>�Und was soll ich machen, wenn Commander Benan noch mal versucht, mich zu einem Duell herauszufordern?�</p><p>�Ich w�rde den Bastard standrechtlich erschie�en lassen, aber das ist nur meine Meinung dazu.� Sie sah missmutig nach unten. �Tut mir leid. Ich wei�, du willst einen Rat von mir h�ren. Falls diese Harpyie, mit der er verheiratet ist, ihn deswegen nicht bereits kastriert hat, solltest du versuchen, ihn dazu zu bringen, dass er die Klappe h�lt. Schlag ihn notfalls bewusstlos, aber sorg daf�r, dass er seine Herausforderung nicht ausspricht. Andernfalls wirst du vor Entscheidungen gestellt, die du lieber nicht treffen willst.�</p><p>�Alles klar.� Er stand auf und wusste, dass in diesem Moment viele Blicke auf die T�r zu ihrem Quartier gerichtet waren. �Und nochmals danke, dass du sichergestellt hast, dass es auf deinem Schiff nicht zu irgendwelchen Zwischenf�llen kommen konnte.�</p><p>Sie schaute ihn argw�hnisch an. �Gern geschehen.�</p><p>Er wollte gehen, da bemerkte er eine Metalltafel am Schott neben der Luke, wo Desjani sie jedes Mal sah, wenn sie ihr Quartier verlie�. Namen und Daten waren dort aufgelistet, au�erdem die Bezeichnung verschiedener Sterne. Die Liste war erkennbar �ber die Jahre hinweg kontinuierlich erg�nzt worden. Die Namen ganz oben waren die von Junioroffizieren, und je weiter die Liste reichte, umso h�her wurden die Dienstgrade. �Wer sind diese Leute?�</p><p>�Freunde.�</p><p>Sein Blick hatte den letzten Namen erreicht. �Captain Jaylen Cresida.�</p><p>�Freunde, die nicht mehr unter uns weilen.�</p><p>Er drehte sich zu ihr um. Sie schaute auf die Tafel und vermied es, Geary anzusehen. �M�gen die lebenden Sterne ihre Erinnerung strahlen lassen�, sagte er und verlie� ihr Quartier, dann zog er die Luke hinter sich leise zu.</p><p>Eine �u�erst rastlose Nacht trieb ihn wieder dazu, durch die Korridore der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu spazieren. Es erforderte ein gutes Ma� an Schauspielerei seinerseits, auf seiner n�chtlichen Wanderung durch das Schiff nicht den Eindruck zu erwecken, dass er nerv�s war und damit wom�glich noch die Crewmitglieder beunruhigte, die f�r die Nachtschicht eingeteilt waren. <emphasis>Was soll ich nur mit Jane Geary machen? Tanya hat v�llig recht. So gut es mir auch gelungen ist, diese Flotte in den Griff zu bekommen, bleibt es doch eine Tatsache, dass sie alle einer Attacke den Vorzug geben, dass sie Mut beweisen, dass sie schnell und energisch gegen den Feind vorgehen. Jane hat zwar meinen ausdr�cklichen Befehl missachtet, aber es ist ihr gelungen, mit einem wagemutigen Vorsto� die Bedrohung durch den Gegner unsch�dlich zu machen. Sie hat die Gefahr ausgeschaltet und unsere Truppen auf dem Planeten besch�tzt, dabei hat sie auch noch das Risiko von Opfern unter der Zivilbev�lkerung auf ein Minimum reduziert. Mit anderen Worten: Sie hat alles genau richtig gemacht.</emphasis></p><p><emphasis>Damit bleibt mir so gut wie kein Spielraum, um sie zurechtzuweisen. Ich kann eine so effiziente Initiative nicht verurteilen, ohne dabei die falsche Botschaft auszusenden. Wenn ich Gehorsam zur einzigen Tugend erkl�re, k�nnte ich eine Kultur schaffen, die genauso �bel ist wie das undisziplinierte Chaos, das ich hier vorgefunden habe. Will ich eine ganze Flotte mit Offizieren wie Captain Vente, dem man offensichtlich bis ins Detail alles erkl�ren muss, was er tun soll? Ich muss einen Grund finden, um ihm das Kommando �ber die </emphasis>Invincible <emphasis>abzunehmen, aber bislang will mir nichts einfallen.</emphasis></p><p>Um diese Uhrzeit waren nur wenige Besatzungsmitglieder unterwegs, und die meisten von ihnen waren auf ihren Posten. Deshalb fiel ihm auch sofort die Frau auf, die vor ihm um eine Ecke bog.</p><p>Rione.</p><p>Sie sah ihn und z�gerte kurz, doch dann ging sie weiter, bis sie unmittelbar vor ihm stehen blieb.</p><p>�Wie geht es Ihnen?�, fragte er.</p><p>�Es ging mir schon schlechter.�</p><p>Sein schlechtes Gewissen regte sich prompt. �Kann ich irgendetwas f�r Sie tun?�</p><p>�Das bezweifle ich. Was Sie f�r mich getan haben � was wir beide getan haben, ist genau das, was zu dieser Situation gef�hrt hat.� Sie schaute zur Seite. �Sie tragen daran keine Schuld. Das w�re nicht mal der Fall, wenn Sie mich gepackt und in Ihr Bett geschleift h�tten, weil ich es schlie�lich wollte. Genau genommen war ich diejenige, die Sie verf�hrt hat, nicht umgekehrt. Und das habe ich meinem Mann auch offen gesagt. Aber es geht hier nicht nur um die Vergangenheit, die Sie und ich teilen.� Rione senkte abermals den Blick, w�hrend sich ihre Miene verfinsterte. �Etwas in ihm hat sich ver�ndert. Er ist d�sterer � h�rter. W�tender.�</p><p>�Die meisten Gefangenen m�ssen eine Menge verarbeiten�, sagte Geary.</p><p>�Ich wei�, aber in seinem Fall ist Ihr medizinisches Personal in Sorge.� Sie sch�ttelte den Kopf. �Er redet nur noch von Vergeltung. Er will es den Syndiks heimzahlen, und er will es sogar den Menschen in der Callas-Republik heimzahlen, von denen er sich zur�ckgesetzt f�hlt. Und an Ihnen will er sich nat�rlich auch r�chen. Aber man hat mir versichert, dass sich seine Wutausbr�che bislang innerhalb akzeptabler Parameter bewegen.� Sie sagte das mit einem ironischen, bitteren Unterton.</p><p>�Und was ist mit Ihnen?�</p><p>�Mit mir?� Rione zuckte mit den Schultern. �Ich wei� nicht. Mit Blick auf den Mann, der er einmal war, werde ich weiter versuchen, zu ihm durchzudringen. Er wei� jetzt sehr genau, dass ich ein Verhalten, wie er es heute an den Tag gelegt hat, nicht hinnehmen werde. Aber es f�llt ihm schwer zu akzeptieren, dass ich nicht mehr die Frau bin, die ich mal war. Ich wurde Senatorin und Co-Pr�sidentin der Callas-Republik, ich habe vieles getan, seit wir getrennt worden sind. In seiner Vorstellung habe ich die ganze Zeit zu Hause gesessen und auf ihn gewartet, ohne mich in irgendeiner Weise zu ver�ndern. Wie kann ich ihm b�se sein, wenn er sich an dieses Bild geklammert hat, um die Trostlosigkeit dieses Arbeitslagers zu �berstehen? Aber wie konnte er die Augen vor der Tatsache verschlie�en, dass ich eben nicht allein zu Hause sitzen und bis in alle Ewigkeit auf ihn warten w�rde, sondern dass ich dieses Zuhause verlassen w�rde, um zu tun, was ich tun konnte?�</p><p>�Es kann verdammt schwer sein�, sagte Geary bed�chtig, �wenn man feststellen muss, wie sehr sich die Welt ver�ndert hat, die man einmal so gut gekannt hatte.�</p><p>�Gerade Sie m�ssen das wissen.� Tonfall und Gesichtsausdruck verrieten, dass Rione innerlich zu ihm auf Abstand ging, obwohl sie nach wie vor dicht vor ihm stand. �Die Dinge ver�ndern sich st�ndig, so wie sie zugleich immer so bleiben, wie sie einmal waren. Vertrauen Sie nie einem Politiker, Admiral Geary.�</p><p>�Nicht mal Ihnen?�</p><p>Nach einer langen Pause antwortete sie: �Vor allem nicht mir.�</p><p>�Was ist mit den Senatoren im Gro�en Rat?� Diese Frage hatte ihn schon lange gequ�lt.</p><p>Diesmal lie� Rione sich noch mehr Zeit mit ihrer Antwort: �Ein lebendiger Held kann etwas sehr L�stiges sein.�</p><p>�Denkt die Regierung immer noch so von mir?�, fragte Geary geradeheraus.</p><p>�Die Regierung.� Rione hauchte einen kurzen Lacher aus, ihr Gesichtsausdruck ver�nderte sich dabei nicht. �Sie reden von �der Regierung�, als w�re die eine einzelne, monolithische Bestie von gewaltigen Ausma�en, mit zahllosen H�nden, die nur von einem einzigen Gehirn kontrolliert werden. Drehen Sie das Bild lieber um, Admiral. Stellen Sie sich vor, dass die Regierung ein Mammut ist mit nur einer einzigen, riesigen Hand, die von zahllosen Gehirnen gelenkt wird. In der Praxis bedeutet das, dass diese Hand zwar gewaltige Macht besitzt, aber sich schwerf�llig und tollpatschig bewegt. Sie haben den Gro�en Rat bei der Arbeit beobachten k�nnen. Welches Bild halten Sie f�r passender?�</p><p>�Was ist im Augenblick los? Wieso sind Sie wirklich hier?�</p><p>�Ich bin eine Gesandte der Allianz-Regierung.� Ihre Stimme verriet keine Gef�hlsregung.</p><p>�Wer hat Sie zur Gesandten bestimmt? Navarro?�</p><p>�Navarro?� Sie sah ihm wieder in die Augen. �Glauben Sie, er w�rde Sie hintergehen?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Dann haben Sie recht. Jedenfalls w�rde er es nicht wissentlich machen. Aber er ist m�de, ihm haben die Pflichten im Gro�en Rat die Kr�fte geraubt. Suchen Sie woanders, Admiral. So einfach sind die Dinge nicht.�</p><p>�Wir sind nicht nach Dunai geflogen, nur weil Ihr Mann hier gefangen war. Sie wussten gar nicht, dass er hier festgehalten wurde. Wen sollten wir tats�chlich aus dem Lager holen?�</p><p>Wieder folgte eine lange Pause. �Suchen Sie nach einer einzelnen Person?� Mit diesen Worten wandte sie sich ab und ging an ihm vorbei durch den Korridor.</p><p>�W�rden Sie mir wichtige Informationen vorenthalten, wenn Sie wollten, dass ich Sie und Ihren Mann sicher zur�ck nach Hause bringe?�, rief Geary ihr nach. Rione antwortete nicht, sondern ging einfach weiter.</p><p>Es war ihm gelungen, einige der zahlreichen Bitten und auch Forderungen nach einem pers�nlichen Treffen von sich fernzuhalten, die von Charban an ihn weitergeleitet worden waren, bis die <emphasis>Dauntless </emphasis>und der Rest der Flotte in das Nichts des Sprungraums zur�ckgekehrt war. Aus Respekt vor dem Rang und Dienst an der Allianz hatte sich Geary nur Zeit genommen, um mit einigen wenigen zu reden. Dabei hatten sich diese Treffen �berwiegend als schwierig erwiesen, da er den Offizieren nichts von dem bieten konnte, was sie von ihm erwarteten. Obwohl er es ihnen ausf�hrlich darlegte, beharrten etliche von ihnen auf ihren Forderungen.</p><p>Nie zuvor hatte er das isolierte Nichts des Sprungraums so genossen wie in diesem Moment.</p><p>Die Arbeiten auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>sorgten weiter daf�r, dass Korridore zeitweise gesperrt waren, aber das allm�hliche Vorr�cken dieser Baustellen war auch der Beweis daf�r, dass die �berholung des Schiffs Fortschritte machte. Hin und wieder wurden dabei ganze Sektionen �bersprungen, weil dort Systemkomponenten aufgrund von in Gefechten davongetragenen Sch�den bereits umfassend ausgetauscht worden waren. �Die �berholung der <emphasis>Dauntless </emphasis>ist zu einundf�nfzig Prozent abgeschlossen�, hatte Captain Smythe vor dem Sprung stolz verk�ndet. �Die restlichen neunundvierzig Prozent k�nnen aber noch ziemlich haarig werden, weil wir erst mal das erledigt haben, was mit dem geringsten Aufwand verbunden ist.�</p><p>Wenig sp�ter erhielt Geary Besuch von Desjani, die beim Betreten seines Quartiers auf den Matrosen neben ihr deutete, einen Master Chief Petty Officer, dessen Bauchumfang an der obersten Grenze dessen liegen musste, was die Flotte erlaubte. Seine Uniform sa� dennoch tadellos, und die Abzeichen lie�en erkennen, dass er einige beeindruckende Gefechtsauszeichnungen erhalten hatte. �Admiral, kennen Sie Master Chief Gioninni?�</p><p>Geary nickte, da er sich gut daran erinnern konnte, dem st�mmigen Mann einige Male begegnet zu sein. �Wir haben uns schon mal unterhalten.�</p><p>�Hat Master Chief Gioninni bei einer dieser Unterhaltungen jemals erw�hnt, dass er noch nie wegen der Verletzung eines einzigen Gesetzes oder einer einzigen Vorschrift verurteilt worden ist? Und dass dennoch unz�hlige Ger�chte dar�ber kursieren, er w�rde angeblich in einem solchen Umfang tricksen und schachern, dass die taktischen Systeme eines typischen Schlachtkreuzers damit hoffnungslos �berfordert w�ren?�</p><p>�Captain, es gibt keinen Beleg daf�r, dass auch nur ein einziges dieser Ger�chte zutrifft�, protestierte Gioninni.</p><p>�W�rden wir einen Beleg finden, dann k�nnten Sie die n�chsten f�nfhundert Jahre in der Arrestzelle zubringen, Master Chief.� Desjani machte eine Geste in die ungef�hre Richtung, in der sich die Hilfsschiffe befanden. �Master Chief Gioninni ist meiner Meinung nach bestens geeignet, um die Aktivit�ten an Bord der anderen Schiffe der Flotte daraufhin zu �berwachen, ob sich dort irgendetwas abspielt, das nicht den Vorschriften entspricht.�</p><p>�Auf der Grundlage meiner Professionalit�t und meiner scharfen Beobachtungsgabe, versteht sich�, f�gte der Master Chief erl�uternd an.</p><p>�Ja, nat�rlich�, stimmte Geary zu, der sich fragte, ob Gioninni die Reinkarnation eines Senior Chiefs war, den er vor hundert Jahren gekannt hatte. �Warum sollte jemand, der sich vorschriftswidrig verh�lt, daran interessiert sein, die vorschriftswidrigen Verhaltensweisen anderer zu melden? Das ist eine rein theoretische Frage, wie Sie sich sicher vorstellen k�nnen.�</p><p>�Nun, Sir, rein theoretisch gesprochen�, antwortete Gioninni, �w�re jemand, der sich so verh�lt und daraus Profit erzielt, sicher an so wenig Konkurrenz wie m�glich interessiert. Und er w�rde wohl auch nicht wollen, dass diese Konkurrenz versucht, Beweismaterial gegen ihn zutage zu f�rdern. Was nicht hei�en soll, dass derartiges Beweismaterial existieren k�nnte.�</p><p>�Ja, nat�rlich.� Es fiel Geary schwer, eine ernste Miene zu wahren. �Ich muss allerdings wissen, was Sie als Ihre oberste Priorit�t ansehen, Master Chief.�</p><p>�Meine oberste Priorit�t, Sir?� Gioninni �berlegte einen Moment lang. �Selbst wenn ich einmal davon ausgehe, dass an gewissen Ger�chten etwas wahr sein k�nnte, Admiral, schw�re ich bei der Ehre all meiner Vorfahren, dass ich niemals zulassen w�rde, dass diesem Schiff etwas zust��t. Oder einem der anderen Schiffe. Oder irgendjemandem auf irgendeinem der Schiffe.�</p><p>Geary sah zu Desjani, die mit einem kurzen Nicken zu verstehen gab, dass sie dem Mann glaubte. �Also gut�, sagte er. �Behalten Sie die Dinge im Auge, und wenn es etwas gibt, das wir wissen sollten, dann geben Sie uns sofort Bescheid.�</p><p>�Und wenn wir herausfinden, dass Sie irgendwem gegen�ber bereits versprochen haben, Stillschweigen zu wahren, um am Profit teilzuhaben, dann werden Sie sich viel fr�her zu Ihren Vorfahren begeben, als Sie sich vorstellen k�nnen�, erg�nzte Desjani und warf ihm dabei ihren bedrohlichsten Blick zu.</p><p>�Ja, Ma�am!� Gioninni salutierte, dann verlie� er in bester milit�rischer Haltung das Quartier.</p><p>�Und Sie haben ihn bislang noch bei nichts ertappen k�nnen?�, fragte Geary an Desjani gewandt.</p><p>�Noch nicht, aber das ist vielleicht auch gut so. Es gibt Situationen, in denen bestimmte, dringend notwendige Dinge auf den offiziellen Wegen nicht schnell genug beschafft werden k�nnen. Bei solchen Gelegenheiten hat sich Master Chief Gioninni bereits als sehr n�tzlich erwiesen. Aber nat�rlich hat ihm nie jemand aufgetragen, die vorgeschriebenen Dienstwege zu umgehen.�</p><p>�Ja, nat�rlich.�</p><p>Bei 0,1 Licht dauerte es eineinhalb Tage, um vom Ankunftspunkt im Hasadan-System zum dortigen Hypernet-Portal zu gelangen. Geary musste sich immer wieder davon abhalten, eine h�here Geschwindigkeit anzuordnen, die sie fr�her das Portal erreichen und damit auch eher im Midway-System eintreffen lie�e, um endlich in das Gebiet der Aliens vordringen zu k�nnen.</p><p>Kurz vor Erreichen des Hypernet-Portals bat ihn Captain Tulev um ein Gespr�ch unter vier Augen. Es war eine ungew�hnliche Bitte, war doch Tulev jemand, der seine Gedanken und Gef�hle normalerweise f�r sich behielt. Aber nun schien er einen Moment lang um Worte verlegen zu sein, ehe er zu reden begann: �Admiral, es gibt da eine Sache, von der ich m�chte, dass Sie sie wissen. Es geht um die befreiten Gefangenen von Dunai. Einer von ihnen, Colonel Tukonov, ist mein Cousin.�</p><p>Geary hatte M�he, eine passende Erwiderung zu finden. Seines Wissens war Tulevs ganze, weit verzweigte Familie bei Raumschlachten und bei dem brutalen Syndik-Bombardement seiner Heimatwelt umgekommen. �Das ist doch eine erfreuliche Nachricht.�</p><p>�Ja. Colonel Tukonov war f�r tot gehalten worden, zusammen mit dem Rest seiner Einheit, von der seit neunzehn Jahren kein Lebenszeichen mehr gekommen war. Jetzt lebt er doch noch.� Wieder rang Tulev mit dem, was er sagen wollte. �Die Toten kehren ins Leben zur�ck. Sie. Mein Cousin. Der Krieg ist vor�ber. Die Menschheit stellt fest, dass sie nicht allein im Universum ist. Das sind au�ergew�hnliche Zeiten.�</p><p>�Sie h�ren sich schon fast so an wie Tanya Desjani.�</p><p>Ein fl�chtiges L�cheln umspielte seine Lippen. �Es gibt Schlimmeres, Admiral. Sie ist eine gro�artige Frau.�</p><p>�Da werde ich Ihnen nicht widersprechen. Danke, dass Sie mir wegen Ihres Cousins Bescheid gesagt haben. Es ist sch�n zu wissen, dass die Befreiung dieser Gefangenen wenigstens eine erfreuliche Sache nach sich gezogen hat.</p><p>Tulev dachte �ber Gearys Worte nach. �Diese Leute sind sehr aktiv, aber in erster Linie streiten sie sich untereinander, weil zu viele von ihnen der Meinung sind, den Anspruch auf das Kommando �ber die Flotte anmelden zu k�nnen.�</p><p>�Es ist schon gut, dass ihr hoher Dienstgrad und ihr Statusdenken zugleich ihre gr��ten Schw�chen sind�, meinte Geary dazu. �Wir haben ein paar von ihnen auf der <emphasis>Dauntless</emphasis>, und ich �berlege momentan, ob ich sie nicht zu den anderen auf die <emphasis>Haboob </emphasis>und die <emphasis>Mistral </emphasis>schicken sollte.�</p><p>�Auch den Ehemann der Gesandten Rione?�, fragte Tulev. �Tun Sie das besser nicht, Admiral.�</p><p>�Wieso nicht?� Commander Benan hatte seit der Szene im Korridor keinen �rger mehr gemacht, aber Geary hielt es dennoch f�r keine so schlechte Idee, den Mann von seinem Schiff zu schaffen.</p><p>�Sie sagten doch, dass die Gesandte Rione den Befehl hat, bei Ihnen auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu bleiben�, erl�uterte Tulev. �Sie wollen also ihren Ehemann wegschicken, w�hrend Sie beide sich gemeinsam auf einem Schiff befinden?�</p><p>�Oh.� Verdammt, das h�rte sich wirklich sehr �bel an. �Das sollte ich vielleicht besser nicht machen.�</p><p>�Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber ich glaube, damit liegen Sie richtig.� Tulev nahm Habtachthaltung an, ein Zeichen daf�r, dass er die Unterhaltung beenden wollte. �Behalten Sie die befreiten Gefangenen im Auge? Mein Cousin wird mir sicher das eine oder andere berichten, aber ich wei� nicht, ob er etwas davon mitbekommen wird, falls ein paar von denen � irgendetwas planen.�</p><p>�Wir behalten sie im Auge�, versicherte Geary ihm, aber nachdem Tulevs Bild verschwunden war, lie� er sich in seinen Sessel fallen. <emphasis>Lieutenant Iger kann in begrenztem Umfang die Aktivit�ten der Ex-Gefangenen �berwachen, aber fr�her konnte ich immer darauf z�hlen, dass Riones Agenten innerhalb der Flotte sie auf drohenden �rger aufmerksam machten. Nicht, dass diese Agenten absolut alles bemerkt h�tten. Bei Weitem nicht. </emphasis>Zum ersten Mal fragte er sich, ob die Agenten wohl noch aktiv waren und nach wie vor Rione Bericht erstatteten. <emphasis>Seit sie auf die </emphasis>Dauntless <emphasis>zur�ckgekehrt ist, hat sie dar�ber kein Wort verloren. Sie meidet die meiste Zeit �ber die Br�cke, was zumindest Tanya freut.</emphasis></p><p>Er verlie� sein Quartier und machte sich auf den Weg zur Br�cke. Dort angekommen nahm er seinen Platz ein und �berflog die Daten auf dem Display, das automatisch vor ihm in der Luft auftauchte, sobald er in seinem Sessel sa�. Die Flotte war noch immer in der Formation November unterwegs, die f�nf rechteckigen Unterformationen n�herten sich dabei kontinuierlich dem riesigen Hypernet-Portal, das nun nicht mehr in so weiter Ferne war.</p><p>Geary tippte auf seine Kontrollen und wandte sich an die ganze Flotte: �Hier spricht Admiral Geary. Die letzten Nachrichten aus Midway sind mittlerweile einige Monate alt. Wir k�nnen nur hoffen, dass wir den Aliens beim letzten Mal die Nase so blutig geschlagen haben, dass sie dem System ferngeblieben sind. Dennoch besteht die M�glichkeit, dass sie zur�ckgekehrt sind und das System besetzt halten. Alle Schiffe m�ssen in dem Augenblick in Gefechtsbereitschaft sein, wenn wir das Portal bei Midway verlassen. Wenn sich die Aliens in unmittelbarer N�he zum Hypernet-Portal aufhalten, werden sie als feindselig betrachtet, und wir er�ffnen sofort das Feuer.�</p><p>Diese Entscheidung war f�r ihn nicht einfach gewesen. Es war nicht auszuschlie�en, dass die Syndiks bei Midway sich in irgendeiner Weise mit den Aliens geeinigt hatten, damit die Zugang zu diesem System hatten. Wenn sie dort auftauchten und sofort das Feuer er�ffneten, liefen sie Gefahr, eine erst kurz zuvor vereinbarte friedliche Koexistenz zu zerst�ren. Sehr wahrscheinlich war das allerdings nicht, wenn man in Erw�gung zog, was �ber die Aliens bekannt war. Au�erdem w�rden wertvolle Sekunden und Minuten verstreichen, wenn jedes Schiff sich erst bei ihm eine Erlaubnis einholte, um das Feuer er�ffnen zu d�rfen. Sekunden und Minuten, die �ber Leben und Tod entscheiden konnten.</p><p>Dann ging ihm ein Gedanke durch den Kopf, der ihn gl�cklicherweise daran erinnerte, dass er noch etwas sagen musste. �Die Syndiks im Midway-Sternensystem stehen uns nicht feindselig gegen�ber, sie werden daher auch nicht angegriffen, solange ich das nicht ausdr�cklich genehmige. Es k�nnte ein Kriegsschiff oder ein Kurierschiff der Syndiks am Hypernet-Portal Wache halten. Dieses Schiff wird nicht unter Beschuss genommen. Wenn wir unseren Erwartungen entsprechend dort nicht auf die Aliens treffen, wird diese Flotte Midway durchqueren und den Sprungpunkt ansteuern, den die Aliens benutzt haben. Auf diesem Weg werden wir in ihr Territorium vordringen. Die Vorfahren eines jeden Einzelnen in dieser Flotte w�ren sicher stolz darauf, dass er zu denen geh�rt, die an diesem historischen Erkundungsflug teilnehmen d�rfen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Desjani sah ihn an. �Sie haben den Syndiks in Midway das Geheimnis der Quantenw�rmer der Aliens anvertraut. Mit diesem Wissen k�nnten sie in die Lage versetzt worden sein, sich mit ihrer kleinen Flotte zur Wehr zu setzen.�</p><p>�M�glicherweise ja. Achten Sie darauf, dass Ihre Finger nicht zu den Feuerkontrollen zucken, wenn wir bei Midway das Portal verlassen und vor uns einen Syndik-J�ger sehen.�</p><p>Sie setzte eine gespielt verletzte Miene auf. �Ich feuere Waffen nur ab, wenn ich das will.�</p><p>�Davon rede ich ja.�</p><p>Das Gef�hl der Desorientierung war beim Verlassen des Hypernets nicht ganz so schlimm wie beim Sprungraum. Innerhalb einer Sekunde nach dem Auftauchen der Flotte bei Midway konzentrierte sich Geary auf sein Display, w�hrend die Sensoren aller Schiffe hastig die Daten aktualisierten.</p><p>Tats�chlich hielt sich ein einzelnes Syndik-Schiff einige Lichtminuten entfernt in der N�he des Portals auf. Damit war es gl�cklicherweise weit genug entfernt, dass kein Allianz-Schiff �versehentlich� eine Salve darauf abfeuern konnte. Es handelte sich aber nicht um ein Kriegsschiff, sondern um ein ziviles Raumfahrzeug, dessen Pr�senz am Hypernet-Portal eher ungew�hnlich war. Die einzigen anderen Schiffe hielten sich in einer Entfernung von gut einer Lichtstunde auf, ein paar zivile Frachter, die mit Blick auf einen sparsamen Verbrauch ihrer Brennstoffvorr�te gem�chlich auf dem Weg ins System waren oder zum Portal flogen.</p><p>Midway hatte sich nicht sehr ver�ndert. Die gleichen Planeten und anderen Objekte wie beim letzten Besuch zogen auf ihren Bahnen um den Stern, so wie sie es schon seit einer Ewigkeit machten, ohne von den Menschen Notiz zu nehmen, die sich seit sehr kurzer Zeit f�r die Herrscher dieses Sternensystems hielten. Die Syndik-Flotte, die zum Schutz des Systems abgestellt worden war, bestand nach wie vor aus sechs Schweren Kreuzern, die Zahl der Leichten Kreuzer war um einen auf f�nf erh�ht worden, die Zahl der J�ger belief sich auf nur noch ein Dutzend. Es gab keinen Hinweis darauf, dass seit dem Zusammentreffen der Allianz-Flotte und der Aliens vor drei Monaten irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen vorgefallen waren.</p><p>Dort, wo es zuletzt von Schiffen gewimmelt hatte, die die Bewohner des Systems vor einer Attacke der Aliens in Sicherheit hatten bringen wollen, war nun blo� routinem��iger Fracht- und Passagierverkehr zu beobachten.</p><p>�Was glauben Sie, wieso sie nicht mehr so viele J�ger haben?�, fragte Geary an Desjani gewandt. �Hier deutet nichts auf einen Kampf hin, seit wir das System zuletzt verlassen haben.�</p><p>Sie verzog missbilligend den Mund, dann deutete sie auf die Region rings um das Hypernet-Portal. �Da h�lt sich in der N�he gar kein J�ger auf. Die �bliche Vorgehensweise der Syndiks bestand bislang darin, einen J�ger an einem Sprungpunkt oder einem Hypernet-Portal zu postieren, damit der als Kurier fungieren kann. Stattdessen haben sie nun ein ziviles Schiff daf�r abgestellt.� Desjani schaute Geary an. �Vermutlich haben sie ein paar J�ger als Kuriere benutzt, um Nachrichten zur Zentralregierung in ihrem Heimatsystem zu �berbringen, und die haben die Schiffe einfach einkassiert.�</p><p>�Das, was von der Syndik-Regierung noch �brig ist, kann jedes Kriegsschiff gebrauchen, das ihr in die Finger f�llt. Aber die Leute hier brauchen ihre Schiffe auch. Meinen Sie, sie haben auf zivile Schiffe als Kuriere umgestellt, als sie gemerkt haben, dass ihnen allm�hlich die J�ger ausgehen?�</p><p>�Selbst Syndiks d�rften schlau genug sein, um das zu erkennen�, sagte sie. �Nach einer Weile jedenfalls. Daf�r haben sie sich einen weiteren Leichten Kreuzer einverleibt, vielleicht einen, der auf der Durchreise war und dessen Crew sie zum Bleiben �berreden konnten. Aber vergessen Sie nicht, dass diesen Syndiks hier die sch�tzende Flotte weggenommen wurde, damit sie uns stoppt. Die wissen, dass ihre Flotte nicht zur�ckkehren wird und dass ihre eigene Regierung sie praktisch wehrlos gegen die Aliens zur�ckgelassen hat.�</p><p>�Sie m�ssen wissen, dass sie auf sich allein gestellt sind�, stimmte Geary ihr zu. �Ich werde sie wissen lassen, dass wir nur auf dem Durchflug sind. Vielleicht k�nnen sie uns ja neue Erkenntnisse �ber diese Wesen liefern.�</p><p>�Dann wollen sie bestimmt im Gegenzug etwas von uns haben.�</p><p>�Vielleicht versp�ren sie ja noch eine gewisse Dankbarkeit, dass wir ihnen das Leben gerettet haben.�</p><p>Desjani machte sich gar nicht erst die M�he, darauf etwas zu erwidern.</p><p>Die Prim�rwelt befand sich derzeit fast genau auf der gegen�berliegenden Seite des Sterns, was die Kommunikation um einige Minuten hinausz�gern w�rde. Da aber der Gesamtabstand zwischen der Flotte und diesem Planeten ohnehin bei �ber f�nf Lichtstunden lag, machte das auch nicht mehr viel aus.</p><p>Die Syndiks hatten abgewartet, zun�chst von den Allianz-Schiffen zu h�ren, daher traf ihre Antwort ein, als die Flotte bereits einen halben Tag im Midway-Sternensystem unterwegs war und sich dem Sprungpunkt zu jenem System deutlich gen�hert hatte, dem die Menschen einmal den Namen Pele gegeben hatten. Vor Jahrzehnten hatten sie es dann aber wieder verlassen m�ssen, als die Aliens dort einfielen und die Menschen vertrieben.</p><p>CEO Iceni meldete sich. Sie sa� an ihrem Schreibtisch und schaute skeptisch in die Kamera, was nur zu verst�ndlich war. Immerhin begr��te sie eine gro�e Raumflotte der Allianz in ihrem System; eine Flotte, die in den Jahrzehnten vor dem Friedensvertrag mit aller Verbitterung und Beharrlichkeit bek�mpft worden w�re. �Ich richte meinen pers�nlichen Gru� an Admiral Geary. Um auf Ihre Frage zu sprechen zu kommen: Nein, wir haben seit der Abreise Ihrer Flotte keine Aktivit�ten der Enigma-Rasse mehr beobachten k�nnen. Es ist der Wunsch unseres Volks, dass es auch weiterhin bei dieser Situation bleibt. Wir wollen die Enigma-Rasse nicht zu weiteren Offensiven gegen unser System provozieren. Nennen Sie uns bitte den Grund f�r die R�ckkehr Ihrer Flotte nach so vielen Monaten der Abwesenheit. Die Menschen von Midway sind Ihnen nat�rlich nach wie vor dankbar f�r die Verteidigung dieses Systems, dennoch geh�rt Ihre Flotte einer fremden Macht an. Wir wissen, dass vage Vertragsformulierungen diesen Zustand erlauben, aber die Bewohner des Midway-Systems hegen nicht den Wunsch, dass die Allianz ein solches Eindringen in unser Gebiet zur Routine werden l�sst. Wir werden Ihre Bewegungen aufmerksam verfolgen und darauf bestehen, dass zuk�nftige Besuche durch fremde Kriegsschiffe in unserem System zuvor mit uns abgesprochen werden.�</p><p>�Gern geschehen�, grummelte Desjani.</p><p>General Charban und Rione waren inzwischen auf die Br�cke gekommen, weil sie die Antwort der Syndiks hatten h�ren wollen. �Sie hat uns nicht bedroht�, betonte Charban, als w�re das das �u�erste Ma� an H�flichkeit, das man erwarten konnte.</p><p>�Das ist ja auch verst�ndlich�, warf Geary ein. �Anders als dieser Idiot bei Dunai will sie das Wenige noch eine Weile behalten, was sie an Verteidigungskapazit�ten aufbieten kann.�</p><p>�Ich glaube�, meldete sich Rione zu Wort, �dass Iceni wesentlich intelligenter ist als dieser CEO im Dunai-Sternensystem. Sie wei�, dass sie mit einem Bluff bei uns nicht weit kommt, darum versucht sie es gar nicht erst. Das ist das eine, was sie nicht gemacht hat.� Rione sah Geary forschend an. �Diese CEO hat nicht gesagt, dass sie unseren Durchflug durch dieses Sternensystem der Zentralregierung der Syndikatwelten melden wird.�</p><p>�Was von der Zentralregierung der Syndikatwelten noch �brig ist, wollten Sie sagen�, gab Geary zur�ck und runzelte die Stirn, w�hrend er auf sein Display sah. �Wir haben �berlegt, wieso in der N�he des Hypernet-Portals kein J�ger, sondern ein Zivilschiff als Kurier postiert worden ist. Wir dachten, sie wollten blo� verhindern, dass die Zentralregierung ihre J�ger einbeh�lt, sobald die dort eintreffen.�</p><p>�Das ist wahrscheinlich einer der Gr�nde, aber ich w�rde Ihnen raten, die M�glichkeit in Erw�gung zu ziehen, dass CEO Iceni sich ganz bewusst von der Regierung der Syndikatwelten distanziert, weil sie hier ein eigenst�ndiges Sternensystem entstehen lassen will.�</p><p>�Es gibt gen�gend CEOs, die das mit anderen Sternensystemen schon gemacht haben. Angenommen, es gelingt ihr, warum sollte uns das k�mmern?�</p><p>Charban machte eine gequ�lte Miene. �Unser Vertrag wurde mit der Zentralregierung der Syndikatwelten geschlossen, aber Iceni kann argumentieren, dass ihre eigene Regierung an diesen Vertrag nicht gebunden ist, und sie kann darauf bestehen, dass wir mit ihr alles neu verhandeln.�</p><p>Als h�tte Rione Gearys Gedanken gelesen sagte sie: �Wir k�nnen mit diesem Sternensystem nicht so umgehen wie mit Dunai. Wir wollen hier so oft wie n�tig wieder herkommen, und wir brauchen ein stabiles System mit einer stabilen Regierung an diesem Schnittpunkt zum Territorium der Aliens. Mit Iceni als Ansprechpartner d�rften wir gut bedient sein.�</p><p>�Sie ist eine Syndik-CEO�, betonte Geary.</p><p>�Und zwar eine, die bei ihren Leuten geblieben ist, als die von den Aliens bedroht wurden, w�hrend andere mit dem erstbesten Schiff Rei�aus genommen h�tten, wobei sie noch so viele Sch�tze wie nur m�glich mitgenommen h�tten�, machte Rione ihm klar. �Sie ist nicht nur mutig, sie scheint auch ein Pflichtgef�hl gegen�ber den Menschen zu haben, die sie f�hrt.�</p><p>�Eine Syndik-CEO?�, murmelte Desjani skeptisch.</p><p>�Syndik-CEOs�, sagte Rione zu Geary, �sind genauso Individuen wie Allianz-Politiker oder Flottenoffiziere. Jeder muss nach seinen pers�nlichen Leistungen beurteilt werden � oder nach dem Fehlen irgendwelcher Leistungen.�</p><p>�Iceni will nicht, dass wir uns zu den Aliens begeben�, entgegnete Geary. �Aber ich will sie nicht anl�gen, was unsere Pl�ne angeht, vor allem dann nicht, wenn es offensichtlich ist, dass wir zum Sprungpunkt nach Pele wollen.�</p><p>�Dann l�gen Sie sie nicht an�, meinte Rione tonlos. �L�gen hat Black Jack Geary sowieso noch nie gut zu Gesicht gestanden.�</p><p>Desjani warf ihr einen ver�rgerten Blick zu, aber sie konnte Rione nicht widersprechen.</p><p>Also sagte Geary die Wahrheit, als er seine Antwort an Iceni richtete. �Wir sind auf dem Weg nach Pele, von dort wollen wir weiter in das Gebiet der Aliens vordringen, um mehr �ber die Enigma-Rasse herauszufinden und hoffentlich friedliche Beziehungen herzustellen.�</p><p>Es dauerte bis zum n�chsten Tag, ehe er wieder von der CEO h�rte. Die Nachricht nahm er in seinem Quartier entgegen, da sie als streng vertraulich gekennzeichnet war. Die �bertragungsdauer war inzwischen ein wenig k�rzer geworden und betrug nur noch gut vier Stunden in eine Richtung, was eine Unterhaltung aber immer noch alles andere als ein Vergn�gen sein lie�. Icenis Gesichtsausdruck verriet nichts �ber ihre Gef�hle, auch wenn es nicht so offensichtlich war, dass sie ihm die bewusst verschwieg. In diesem Punkt konnten Allianz-Politiker noch etwas von ihr lernen � sogar Rione. �Ich will offen sprechen, Admiral Geary. Wie ich aufgrund Ihres Rufes und durch unsere vorangegangenen Unterhaltungen wei�, sind Sie kein Mann f�r ausschweifende Wortspielereien. Sie wollen mit Ihrer Flotte in das von der Enigma-Rasse kontrollierte Gebiet vordringen. Mir gef�llt das nicht, weil wir hier schon genug Probleme haben, ohne uns auch noch Sorgen machen zu m�ssen, dass wir es mit einem aufgebrachten Gegner aus der Richtung zu tun bekommen. Aber mir ist auch klar, dass ich nicht �ber die Mittel verf�ge, um Sie aufzuhalten oder Sie auch nur ein St�ck weit zu behindern.�</p><p>Iceni lehnte sich ein wenig vor und blickte eindringlich in die Kamera. �Mir ist klar, dass Sie das Schlupfloch im Friedensvertrag nutzen, um das Midway-Sternensystem als Vorposten f�r ein Vorr�cken auf das Territorium der Aliens zu benutzen. Genauso klar ist, dass Sie von unserer Kooperation profitieren w�rden. Ich bin bereit, mit Ihnen �ber eine solche Vereinbarung zwischen diesem Sternensystem und Ihnen zu reden, und zwar auf einer f�r beide Seiten n�tzlichen Grundlage. Ich kann mehr anbieten als nur unser Einverst�ndnis und unsere Unterst�tzung f�r Ihre Flottenbewegungen durch Midway hindurch. Ich kann Ihnen noch etwas bieten, was Sie ben�tigen. Im Gegenzug gibt es aber auch etwas, das ich von Ihnen haben m�chte. Ich werde einen Handel besprechen, aber nur mit Ihnen pers�nlich. Wenn Sie daran interessiert sind, antworten Sie auf diesem Kanal, auf keinem anderen. F�r das Volk. Iceni Ende.�</p><p>Und nun? Sollte er Rione fragen? Von einigen seltenen Ausnahmen abgesehen hatte sie aufgeh�rt, ihn mit Ratschl�gen zu versorgen. Au�erdem wollte Iceni nur mit ihm direkt in Verbindung treten. Charban mochte wegen seines Status als Gesandter politische Autorit�t besitzen, aber bislang hatte er Geary mit seinen wohlmeinenden, aber unbeholfenen Gehversuchen als Diplomat nicht beeindrucken k�nnen.</p><p>Was war es, das Iceni hatte und das Geary brauchte? War es nur ein K�der, damit er reagierte, oder gab es etwas, das seine Flotte tats�chlich n�tig hatte?</p><p>Schlie�lich antwortete er: �CEO Iceni, ich bin bereit, mit Ihnen �ber jedes Thema zu reden. Bedenken Sie, dass ich keine Zugest�ndnisse machen werde, die dem Wohlergehen der Allianz zuwiderlaufen. Wenn Sie irgendwelche Grundlagen diskutieren wollen, werde ich die Gesandten der Allianz-Regierung hinzuholen m�ssen. Lassen Sie mich bitte Ihr Angebot wissen und auch, was Sie im Gegenzug von uns haben wollen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary, Ende.�</p><p>Da bis zur Erwiderung rund acht Stunden vergehen w�rden, war es unsinnig, solange dazusitzen und zu warten. Er widmete sich wieder seiner Arbeit und versuchte, sich mit den Verwaltungsangelegenheiten zu besch�ftigen, bis sich Desjani bei ihm meldete: �Ein Shuttle von der <emphasis>Tanuki </emphasis>hat uns Ersatzteile geliefert � und einen Besucher, der zu Ihnen m�chte. Das Shuttle wartet im Hangar, bis Sie mit Ihrem Treffen durch sind.�</p><p>�Einen Besucher?� Captain Smythe pers�nlich, der gekommen war, um sich ein Bild von den bislang erledigten Arbeiten zu machen?</p><p>�Lieutenant Kleeblatt�, antwortete Desjani am�siert.</p><p>Lieutenant Jamensons gr�nes Haar wirkte irgendwie nicht ganz so leuchtend, als sie gegen�ber von Geary Platz nahm. �Admiral, es gibt da eine Sache, von der Captain Smythe meint, ich sollte Sie dar�ber informieren.�</p><p>�Ein Problem mit den Reparaturen innerhalb der Flotte?�</p><p>�Nein, Sir.� Jamenson hielt kurz inne, als wisse sie nicht so recht, wie sie weiterreden sollte. �Ich sagte Ihnen ja bereits, dass ich nicht nur Dinge verdrehen, sondern auch entwirren kann. Captain Smythe � nun, er h�lt sich gern auf dem Laufenden �ber alles, was sich so abspielt, deshalb �berwacht er auch einen Gro�teil des Nachrichtenverkehrs, der nicht ausdr�cklich f�r ihn oder f�r sein Kommando bestimmt ist.�</p><p>�Verstehe.� Das bedeutete nichts anderes, als dass Captain Smythe schon in Varandal Allianz-Mitteilungen angezapft hatte, die ihn eigentlich nichts angingen. Es �berraschte Geary nicht sonderlich. Rein rechtlich betrachtet war es eine Verletzung der Sicherheitsregeln und der Kommunikationsbestimmungen, aber in der Praxis war Captain Smythe nicht der einzige befehlshabende Offizier, der auf diese Weise Ausschau nach Dingen hielt, die er besser wissen sollte, auch wenn formal nicht festgelegt worden war, dass man ihn davon in Kenntnis zu setzen hatte. Au�erdem konnte es nie schaden, wenn man etwas wusste, das eigentlich nur ein anderer erfahren sollte.</p><p>�Wir hatten eine Menge solcher Nachrichten zwischengespeichert, bevor wir das Allianz-Gebiet verlie�en�, fuhr Jamenson fort. �Es dauert eine Weile, sie durchzuarbeiten, weil sie zahlreiche Details sowie unbekannte Programmcodes und Finanzierungskan�le enthalten, die ich nicht kenne. Aber ich glaube � nein, ich bin mir sicher, dass in diesen Nachrichten ein Muster zu finden ist.�</p><p>Ihr Tonfall war alles andere als ermutigend. �Etwas, das diese Flotte betrifft?�</p><p>�Das wei� ich nicht, Admiral. In wenigen Worten zusammengefasst: In der Allianz werden weiter neue Kriegsschiffe gebaut.�</p><p>�Das ist uns bekannt�, sagte Geary. �Es werden die Schiffe zu Ende gebaut, deren H�llen bereits fertiggestellt sind.�</p><p>�Nein, Sir. Es ist viel mehr als nur das.� Abermals z�gerte Jamenson. �Ich kann mich nicht mit absoluter Gewissheit auf Zahlen festlegen, aber nach der Anzahl der Projektnummern, der Verweise auf Vertr�ge und der Finanzierungsanforderungen muss es sich mindestens um je ein Dutzend Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer handeln, darunter auch umfassende Modifikationen an den teilweise fertiggestellten H�llen. Dazu kommen noch etliche Schwere und Leichte Kreuzer sowie Zerst�rer, die als Eskorten dienen sollen.�</p><p>Eine Zeit lang sah er Jamenson schweigend an, w�hrend er versuchte, diese Information in das einzuf�gen, was er bereits wusste. Oder was er zu wissen glaubte. �Und das wird geheim gehalten?�</p><p>�Ja, Admiral. Wir sollten keine von diesen Nachrichten sehen, die den Bau der Schiffe angehen, und das Ganze ist in einem Wirrwarr aus Details verborgen. Es existiert nicht eine einzige Namensnennung einer Werft, von daher war es schwierig herauszufinden, um was es da �berhaupt geht.�</p><p>Wieder folgte eine lange Pause, in der Geary nachzudenken versuchte. �Hilfsschiffe? Werden auch Hilfsschiffe gebaut?�</p><p>��hm �� Jamenson schaute verdutzt drein. �Ich habe keinen Hinweis auf den Bau neuer Hilfsschiffe entdecken k�nnen, Admiral.�</p><p>Hatte das Hauptquartier deshalb versucht, ihm einen Teil seiner Hilfsschiffe abzunehmen? Oder waren diese neuen Schiffe lediglich f�r die Verteidigung der Allianz vorgesehen, nicht aber f�r irgendwelche Operationen au�erhalb des Territoriums?</p><p>Warum hatte man den Bau dieser Schiffe vor ihm geheim gehalten? Warum hatten der Gro�e Rat und alle anderen ihm gegen�ber beteuert, dass keine neuen Schiffe mehr gebaut wurden? Und was hatte es mit diesen umfangreichen Modifikationen auf sich? Wurden diese Schiffe so angelegt, dass sich ihre Lebensdauer verl�ngerte? Wenn das der Fall war, dann hatte irgendjemand erkannt, was mit den viel kurzlebigeren Schiffen in Gearys Flotte schon bald geschehen w�rde.</p><p>Jamenson sah ihn besorgt an und biss sich auf die Unterlippe.</p><p>Schlie�lich nickte Geary ihr zu. �Danke, Lieutenant. Das ist eine wichtige Information, und dank Ihren F�higkeiten wissen wir jetzt Bescheid. Haben Sie sonst noch etwas?�</p><p>�Nein, Sir, das ist alles, was ich Ihnen im Moment dazu sagen kann.�</p><p>�Aber Sie k�nnen guten Gewissens sagen, dass vierundzwanzig gro�e Kriegsschiffe und gen�gend kleinere Schiffe f�r eine Eskorte gebaut werden?�</p><p>�Ja, Sir. Ich kann Ihnen alle Details aufzeigen, Admiral.�</p><p>�Lassen Sie die einfach bei mir, dann kann ich sie mir in Ruhe ansehen.� Erneut hielt er kurz inne. �Richten Sie bitte Captain Smythe meinen Dank aus, dass er vorausschauend genug war, mich �ber diese Erkenntnisse ins Bild zu setzen. Haben wir irgendeinen Anhaltspunkt, inwieweit die B�rokratie daheim durchschaut hat, dass wir diese Flotte aufr�sten?�</p><p>�Nein, Sir, tut mir leid. Allerdings gab es bis zum Zeitpunkt unserer Abreise keinen Hinweis darauf, dass jemand etwas durchschaut haben k�nnte. Ich gab mir ganz besondere M�he, um alles so undurchschaubar wie m�glich zu machen.�</p><p>�Ich h�tte mir nicht tr�umen lassen, dass ich einem Lieutenant jemals f�r so etwas dankbar sein w�rde.� Geary warf ihr seinen anerkennendsten Blick zu. �Verdammt gute Arbeit, Lieutenant. Nochmals vielen Dank.�</p><p>Wenn das hier alles vor�ber war, sollte er ihr eigentlich einen Orden verleihen, weil sich die Flotte dank ihrer Leistung auf etwas gefasst machen konnte, das noch keine klare Form hatte, von dem sie aber anderenfalls erst erfahren h�tte, wenn es wom�glich schon zu sp�t gewesen w�re. Aber wie sollte er den Orden begr�nden? <emphasis>Unter schwierigen Arbeitsbedingungen und mit begrenzten Ressourcen ist es Lieutenant Jamenson gelungen, wiederholt vorgesetzte Dienststellen zu verwirren und daf�r zu sorgen, dass die entsprechenden, in der Befehlskette �ber ihr stehenden Offiziere nicht in der Lage waren, die tats�chlichen Sachverhalte zu durchschauen. </emphasis>Viele Junioroffiziere (und gar nicht mal so wenige Senioroffiziere) hatten das in der Vergangenheit unabsichtlich bewerkstelligt, aber Jamenson konnte die Erste sein, die f�r ein vors�tzliches Handeln ausgezeichnet wurde.</p><p>Zw�lf Schlachtschiffe und zw�lf Schlachtkreuzer. Etwas, das man vermutlich vor den Steuerzahlern und ganz sicher vor den Syndiks verschweigen wollte. Aber wieso diese Anstrengungen, auch ihn selbst und viele andere dar�ber im Unklaren zu lassen?</p><p>CEO Iceni l�chelte fl�chtig, wie ein Gesch�ftspartner oder vielleicht ein Mitverschw�rer. �Ich werde Ihnen erkl�ren, was ich von Ihnen will, Admiral Geary, dann sage ich, was ich Ihnen im Gegenzug anbiete. Dann k�nnen Sie entscheiden, ob das ein fairer Tausch ist oder nicht. Ich versichere Ihnen, ich bitte Sie um nichts, was Sie mir nicht geben k�nnten. Was dieses Sternensystem vor allem ben�tigt, ist Ihr Schutz vor der Enigma-Rasse. Ich glaube, ich liege nicht verkehrt, wenn ich Folgendes sage: Die Formulierung im Friedensvertrag, die Sie als Rechtfertigung benutzen, um ungehindert durch das Gebiet der Syndikatwelten zu reisen und in dieses System zu gelangen, l�sst sich auch als eine zeitlich unbefristete Verpflichtung der Allianz deuten, dieses Sternensystem gegen die Enigma-Rasse zu verteidigen.�</p><p>Mit allem M�glichen hatte Geary gerechnet, aber nicht mit so etwas. Sein Gef�hl sagte ihm, dass dies auch eine der Interpretationen des Vertragstextes war, �ber die Anw�lte bis in alle Ewigkeit diskutieren konnten. Aber wenn die Syndiks etwas vorweisen konnten, was jeder Durchschnittsb�rger als eine dauerhafte Verpflichtung der Allianz zur Verteidigung von Midway deuten w�rde, dann w�rde es schwierig werden, diese Auslegung des Vertragstextes zu ignorieren. Vor allem, wenn die Allianz ihrerseits eine Interpretation w�hlte, die die gleiche Passage zu ihren Gunsten deutete.</p><p>�Dar�ber hinaus�, fuhr Iceni fort, als sei das Thema der Verteidigung bereits beschlossene Sache, �m�chte ich Ihre passive Unterst�tzung und Ihre aktive Duldung. Mein Wissen �ber die verbliebene St�rke der Allianz ist alles andere als umfassend. Zudem weigert sich die Zentralregierung der Syndikatwelten, uns mit Informationen �ber ihre momentane Schlagkraft zu versorgen. Allerdings kann ich wohl mit einiger Sicherheit behaupten, dass Sie und Ihre Flotte derzeit die beherrschende Macht im von Menschen besiedelten All darstellen. Wenn der Eindruck entsteht, dass dieses System Ihrem Schutz untersteht, dann wird jeder potenzielle Angreifer � ob menschlich oder nicht � es sich zweimal �berlegen, ob er uns nicht lieber in Ruhe l�sst.�</p><p>Ob menschlich oder nicht. Iceni sollte die Allianz nicht als Bedrohung ansehen. Die einzige menschliche Gefahr konnte von den CEOs der umliegenden Sternensysteme ausgehen, die auf eigene Faust ihre Nachbarn �berfielen, sowie von den �berresten der Zentralregierung der Syndikatwelten.</p><p>�Ihre aktive Duldung ist ebenfalls entscheidend.� Iceni deutete auf ein Sternendisplay neben ihr, in dessen Mitte sich das Heimatsystem der Syndikatwelten befand. �Die Zentralregierung hat alle H�nde voll zu tun, um die Systeme zu kontrollieren, die sich noch nicht von ihr abgewandt haben. Jedes Schiff, das hier eintrifft, berichtet von weiteren Sternensystemen, die nach Autonomie streben. Die Zentralregierung kann sie nicht alle dazu zwingen, sich wieder unter ihre Fuchtel zu begeben, schon gar nicht jetzt, nachdem Sie mit Ihrem Feldzug die Flotte der Syndikatwelten so drastisch dezimiert haben, Admiral Geary. Aber manche Sternensysteme sind wertvoller als andere. Ich wei� zum Beispiel, wie sehr die Zentralregierung darauf aus ist, die Kontrolle �ber <emphasis>dieses </emphasis>System zur�ckzuerlangen � wegen des Hypernet-Portals und wegen der strategisch bedeutsamen Lage.�</p><p>Sie hielt inne, um ihm Zeit zu geben, damit er �ber ihre Worte nachdenken konnte. �Ihre Hilfe w�re eine gro�e Unterst�tzung f�r die Menschen in diesem Sternensystem, um die Freiheit und die Eigenst�ndigkeit zu erlangen, die von der Allianz immer so sehr betont werden.�</p><p><emphasis>Will sie mich tats�chlich bitten, ihr zu helfen, damit sie ihre Unabh�ngigkeit von den Syndikatwelten erkl�ren kann? Sie erw�hnt zwar Freiheit und Eigenst�ndigkeit als Dinge, die der Allianz wichtig sind, aber von Demokratie war bislang keine Rede. Ich glaube kaum, dass sie das lediglich vergessen hat. Und ich habe so meine Zweifel, dass sie mit Freiheit die Freiheit der B�rger in diesem System meint.</emphasis></p><p>�Mir ist klar�, redete Iceni weiter, �dass eine aktive Unterst�tzung unserer Bestrebungen unm�glich ist, ohne damit offenkundig gegen den Friedensvertrag zu versto�en. Worum ich Sie deshalb nur bitten will, ist eine Weigerung, wenn die Zentralregierung der Syndikatwelten auf Sie zukommt und erkl�rt, es sei f�r die Verteidigung des von Menschen bewohnten Alls unverzichtbar, dass dieses Sternensystem ihrer Kontrolle unterstellt bleibt.�</p><p>Rione hatte recht gehabt. Iceni plante die Unabh�ngigkeit dieses Sternensystems. Oder besser gesagt: die eigene Unabh�ngigkeit, um selbst �ber dieses System zu herrschen.</p><p>�Nun�, sagte die CEO und schaute geradewegs in die Kamera, wobei sie bemerkenswert gut den Gesichtsausdruck einer Frau nachahmte, die nichts zu verbergen hatte, �kommen wir zu dem Punkt, was ich Ihnen im Gegenzug anbieten kann.� Das Display neben ihr ver�nderte sich und zeigte das Hypernet-Portal von Midway. �Alle von den Syndikatwelten gebauten Hypernet-Portale verf�gen jetzt �ber den Schutzmechanismus. Wie Sie aber selbst wissen, begrenzt dieser Mechanismus nur die unmittelbare Gefahr, wenn ein Portal kollabiert. Mit jedem kollabierenden Portal verlieren wir einen Teil unseres Hypernets, was unsere Verteidigungsf�higkeit einschr�nkt und unserem Handel sowie anderen wirtschaftlichen Aspekten schadet.</p><p>Wenn die Enigma-Rasse das gesamte von den Syndikatwelten errichtete Hypernet zusammenbrechen lassen wollte, wozu sie unserer Meinung nach in der Lage sein muss, dann w�ren die langfristigen Folgen verheerend. Unserer Ansicht nach haben sich die Enigmas noch nicht zu diesem Schritt durchgerungen, weil sie nach einem Weg suchen, wie sie die Wirkung der Schutzvorrichtung aufheben k�nnen, damit die kollabierenden Portale so wie zuvor ganze von Menschen bev�lkerte Sternensysteme ausl�schen.�</p><p>Geary betrachtete Icenis Bild und war froh dar�ber, dass sie seine Reaktion auf ihre Worte nicht sehen konnte. Ein Zusammenbruch des gesamten Hypernets? Das w�rde keinen direkten Schaden verursachen, aber jetzt, da sie darauf zu sprechen gekommen war, stellte sich diese Taktik als eigentlich v�llig offensichtlich dar. Wenn den Aliens klar wurde, dass die Menschheit sich nicht selbst ausl�schen w�rde, indem sie die Portale als Waffen benutzte, gab es auch keinen Grund mehr, sie weiter von Vorteilen profitieren zu lassen, die das Hypernet-System mit sich brachte.</p><p>Iceni machte eine wegwerfende Geste. �Mir ist bewusst, dass die Allianz die gleichen Schlussfolgerungen gezogen haben muss und an den entsprechenden Ma�nahmen arbeitet, um das Hypernet-System nicht zu verlieren. Wir haben allerdings bereits die L�sung. Ein Mechanismus, der den Befehl zum Kollabieren blockiert, sodass sowohl die Portale als auch das System als Ganzes gegen diese Form eines Angriffs durch die Aliens gesch�tzt sind. Es wurde getestet, und es funktioniert.�</p><p>Arbeitete die Allianz an einem solchen System? Das musste sogar der Fall sein. War das der Grund f�r den Befehl, alles Personal mit Kenntnissen �ber das Hypernet sofort von den Schiffen zu holen? Aber Commander Neeson war doch davon �berzeugt, dass niemand in der Flotte genug zum Thema Hypernet-Portale wusste, um bei den Anstrengungen der Allianz etwas bewirken zu k�nnen. Jedenfalls nicht, seit Captain Cresida tot war.</p><p>Aber mit dem Abzug dieses Personals von den Schiffen h�tte man erreicht, dass die Flotte keine M�glichkeit besa�, �berhaupt nur die M�glichkeit zu erkennen, dass diese spezielle Gefahr existierte. Und sie w�re auch nicht in der Lage gewesen, einen Mechanismus der Art zu entwickeln, wie Iceni ihn soeben angeboten hatte.</p><p>Gearys Blick wanderte zu seinem eigenen Sternendisplay. Er begann, sich die R�ckreise von Midway bis ins Allianz-Gebiet vorzustellen; immer darauf angewiesen, von einem System ins n�chste zu springen. Eine Strecke, doppelt so lang wie der Heimweg aus dem Syndik-Heimatsystem. Selbst ohne die vormals allerorten lauernde Gefahr eines Syndik-Angriffs w�rde es ein langer und m�hseliger Weg sein. Brennstoffvorr�te, Lebensmittel � wie sollte er solche Dinge f�r seine Flotte beschaffen, wenn er sie sich nicht gerade unter Gewaltandrohung einfach nahm?</p><p>Und was, wenn die Flotte aus dem Gebiet der Aliens nach Midway zur�ckkehrte, die Vorr�te gro�enteils aufgebraucht, m�glicherweise von einer Schlacht mit den Aliens geschw�cht, und dann feststellen musste, dass die Heimreise fast ein Jahr dauern w�rde?</p><p>Hatte die Regierung die Existenz dieses Risikos erkannt und sich gedacht, die Notwendigkeit, mehr �ber die Aliens herauszufinden, rechtfertigte es, sich dem Risiko zu stellen? Aber warum hatten sie ihm dann nichts davon gesagt? Und warum hatte das Flottenhauptquartier in letzter Minute versucht, ihm vier seiner acht Hilfsschiffe abzunehmen, wenn doch dieses Risiko es umso erforderlicher machte, dass er �ber alle diese Schiffe verf�gte? War das der wahre Grund f�r diese Vorgehensweise? Oder sollten sie die im Bau befindlichen neuen Kriegsschiffe unterst�tzen? Oder kamen beide Faktoren zuf�lligerweise zusammen?</p><p>Warum sollten die Regierung und das Hauptquartier das Risiko eingehen, den gr��ten Teil der Flotte am Rand des von Menschen besiedelten Weltraums und damit weit von der F�deration entfernt stranden zu lassen? Aber wenn es eigentlich gar nicht um die Flotte ging, sondern � sondern nur darum, <emphasis>ihn </emphasis>weit weg stranden zu lassen?</p><p><emphasis>Ein lebendiger Held kann etwas sehr L�stiges sein.</emphasis></p><p>Ihm wurde bewusst, dass Iceni weiterredete. �Ich bin mir sicher, Sie wissen den Wert meines Angebots zu sch�tzen. Im Austausch f�r den Bauplan f�r diesen �u�erst wichtigen Mechanismus m�ssen Sie nur schweigen, wenn behauptet wird, dass dieses Sternensystem unter Ihrem Schutz steht, und zwar gegen <emphasis>jeden </emphasis>Aggressor. Und Sie lehnen jede Bitte von Seiten der Zentralregierung der Syndikatwelten ab, wenn die Sie um Unterst�tzung bitten, um einen Schlag gegen die friedliebenden Menschen von Midway zu f�hren.�</p><p>Ihr L�cheln nahm den gewohnt aufgesetzten Ausdruck eines Syndik-CEO an. �Sie sehen also, es ist nicht nur eine Frage des Eigeninteresses, sondern auch eine humanit�re Angelegenheit. Ich bin bereit, in dieser Sache Ihr � Ehrenwort zu akzeptieren. Sagen Sie mir nur, dass es das ist, was Sie tun wollen, und Ihnen werden die Baupl�ne �bermittelt. Ich erwarte Ihre Zustimmung, Admiral Geary. F�r das Volk. Iceni Ende.�</p><p>Er vergrub das Gesicht in seinen H�nden, seine Gedanken �berschlugen sich. <emphasis>Die Regierung wird sich an nichts gebunden f�hlen, was ich mit dieser CEO vereinbare, aber sie scheint so wie Badaya und seine Gefolgsleute zu glauben, dass ich in der Allianz tats�chlich das Sagen habe. Wenn ich ihr sage, ich erhalte meine Befehle von der Allianz-Regierung, dann stimmt das zwar, aber sie wird nicht glauben, dass das der wahre Grund ist.</emphasis></p><p><emphasis>Jene Allianz-Regierung, die versucht haben k�nnte, mich mit meiner Flotte hier drau�en stranden zu lassen. Was w�rden die Aliens machen, wenn wir in ihr Territorium vordringen? Gerade unsere Ankunft k�nnte sie dazu veranlassen, den Zusammenbruch des Hypernets der Syndikatwelten auszul�sen. Hat sich dar�ber niemand Gedanken gemacht? War das boshafte Absicht oder blo�e Gedankenlosigkeit? Das Fiasko mit der Ank�ndigung der Kriegsgerichtsverfahren war doch ein deutlicher Beleg daf�r, dass da oben Leute das Sagen haben, denen die m�glichen Folgen ihres Handelns gar nicht bewusst sind. Aber wenn sich solche Dinge h�ufen, dann entsteht ein sehr beunruhigendes Muster.</emphasis></p><p><emphasis>Inwieweit ist Rione in diese Geschehnisse eingeweiht worden?</emphasis></p><p>Die Ironie an der momentanen Situation bestand darin, dass Geary den Syndiks die Informationen �ber die W�rmer der Aliens und die Baupl�ne f�r den von Captain Cresida entwickelten Schutzmechanismus �berlassen hatte, damit die Syndiks die Enigma-Rasse daran hindern konnte, die Portale als Waffe gegen die Allianz-Flotte einzusetzen. Und nun hatten die Syndiks daraus ein neues Schutzsystem entwickelt, das sie ihm jetzt in einem Tauschhandel �berlassen wollten. Aber vielleicht war das alles gar nicht so ironisch. Sein Handeln war ihm damals richtig vorgekommen. Es war eine humanit�re Geste im wahrsten Sinne des Wortes gewesen, um den Syndiks in Midway eine Chance zu geben, sich gegen die Aliens zu verteidigen. Zugleich hatte die Geste auch darauf abgezielt, die Allianz zu sch�tzen. Dank dieser Entscheidungen bot sich ihm nun die Gelegenheit, in den Besitz von etwas zu gelangen, das sich als ein Durchbruch von gewaltiger Tragweite entpuppen mochte. Wenn die Allianz so in ihr internes Kompetenzgerangel verstrickt war, dass ihr diese spezielle Bedrohung noch gar nicht bewusst war, oder wenn dort einfach niemand eine Ahnung davon hatte, wie man ein solches Ger�t konstruieren sollte � war es dann nicht seine Pflicht, dass er diese von den Syndiks entwickelte Gegenma�nahme der Allianz �berreichte?</p><p>Iceni verlangte von ihm keine schriftlichen Zusagen, aber das war auch kein Wunder. Sie war zu klug, als dass sie irgendetwas zu Papier gebracht h�tte, das von ihrer eigenen Regierung als Beweis f�r einen Hochverrat gegen sie verwendet werden konnte. Es war best�rzend, aber auch lehrreich, welch M�he Iceni hatte, den Begriff �Ehrenwort� �ber die Lippen zu bringen, der bis dahin in ihrem Wortschatz gar nicht vorhanden gewesen zu sein schien. Einen Moment lang fragte er sich, welche Art von Garantie Syndik-CEOs benutzten, um sicherzugehen, dass das Gegen�ber eine Vereinbarung auch einhalten w�rde.</p><p><emphasis>Ich kann in dieser Sache niemanden um Rat fragen. Wenn ich mich mit Iceni einige, k�nnte man das als Versto� gegen die Vorschriften einstufen, als �berschreitung meiner Befugnisse, als unrechtm��ige Handlung, mit der ich die Allianz in die inneren Angelegenheiten der Syndikatwelten hineinziehe. Und jeder, mit dem ich vor meiner Entscheidung rede, w�rde sich im nachhinein den gleichen Vorw�rfen ausgesetzt sehen.</emphasis></p><p><emphasis>Ich muss es allein entscheiden, damit niemand sonst f�r meine Entscheidung den Kopf hinhalten muss.</emphasis></p><p>Er rief einen vom Geheimdienst erstellten Bericht auf, der auf den abgefangenen Nachrichten in diesem Sternensystem basierte, und las ihn ein weiteres Mal. Iceni war hier immer noch die Senior-CEO, was ihn nicht �berraschte. Zweitm�chtigster CEO war der Befehlshaber der Bodenstreitkr�fte, ein Mann namens Drakon. �ber ihn wussten sie nicht viel, allerdings hatte er an mehreren Gefechten entlang der Grenze zur Allianz teilgenommen und war vom Allianz-Geheimdienst als �u�erst t�chtiger Offizier eingestuft worden, bis man ihn dann auf einmal unter r�tselhaften Umst�nden ans andere Ende des Syndik-Territoriums versetzt hatte.</p><p>Geary musste an Jason Boyens denken, den gefangen genommenen Syndik-CEO, der mit ihnen nach Midway gekommen war und der ihnen erz�hlt hatte, dass er hierher strafversetzt worden war, weit weg von der Allianz. <emphasis>M�chte wissen, wem Drakon auf die F��e getreten hat, dass man ihn in dieses Exil geschickt hat.</emphasis></p><p>Ebenfalls aufgef�hrt wurde ein CEO namens Hardrad, der offenbar die internen Sicherheitskr�fte unter sich hatte und der sich auf einer Ebene mit Iceni und Drakon zu befinden schien. Nach allem, was Geary wusste, verf�gten die f�r die innere Sicherheit zust�ndigen Syndik-Streitkr�fte �ber beachtliche Macht. Das war schon fr�her so gewesen, doch im Laufe des Krieges hatten sie diese Macht kontinuierlich ausgebaut, sodass sie in einigen Sternensystemen der Syndikatwelten sogar �ber Nuklearwaffen verf�gt hatten, um planetenweite Rebellionen niederzuschlagen. Er fragte sich, wie Iceni diesen Hardrad in den Griff bekommen wollte. Oder hatte sie ihn bereits auf ihre Seite gezogen?</p><p>In anderen Sternensystemen hatte er aus erster Hand beobachten k�nnen, welche Folgen versuchte Unabh�ngigkeitserkl�rungen manchmal nach sich zogen: offene kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Milit�r, Zivilisten und Sicherheitskr�ften. Es w�rde ihm missfallen, eine solche Entwicklung auch in Midway zu erleben, aber darauf hatte er keinen Einfluss.</p><p>Der Bericht listete die Namen weiterer Sub-CEOs auf, die im Nachrichtenverkehr erw�hnt worden waren, �ber die man aber wenig wusste. Au�erdem gab es noch eine Aufstellung der Syndik-Kriegsschiffe in diesem System.</p><p>Brauchbare Antworten fanden sich in diesem Bericht nicht, also unternahm Geary einen Spaziergang durch die G�nge tief im Inneren der <emphasis>Dauntless</emphasis>, dorthin, wo die Gebetskammern f�r jene bereitstanden, die Privatsph�re suchten. Er setzte sich in eine der Kammern und z�ndete eine zeremonielle Kerze an. <emphasis>Geehrte Vorfahren, ihr wisst, welche Entscheidung ich treffen muss. Was k�nnt ihr mir raten?</emphasis></p><p>Er wartete, sp�rte aber nichts. Nachdem er die Frage anders formuliert hatte, wartete er erneut, doch auch diesmal geschah nichts, woraufhin er die Flamme ausblies und den Raum verlie�. Drau�en w�re er beinahe mit einem Matrosen zusammengesto�en, der in eine der Kammern eilte. Mit einem fast schon am�santen entsetzten Blick schaute der Matrose ihn an, straffte die Schultern und salutierte. �Entschuldigen Sie, Admiral!�</p><p>�Kein Problem�, erwiderte Geary und winkte den Matrosen durch. �Sie scheinen eine sehr dringende Frage stellen wollen.�</p><p>�Nichts so Dringendes, Sir�, antwortete der Matrose und l�chelte verlegen. �Nur ich und � �hm � ein Freund. Ob � Sie wissen schon � etwas Pers�nliches. Die wichtigen Sachen wei� ich ja bereits, weil Sie das Kommando haben. Sie werden uns zur�ck nach Hause bringen. Das wollten meine Eltern wissen: Wirst du wiederkommen? Und ich habe ihnen gesagt, dass Admiral Geary das Kommando hat, und damit wussten sie, dass der Flotte nichts passieren w�rde.�</p><p>�Danke�, sagte Geary und sah dem Matrosen nach, der sofort weitereilte. Vielleicht waren es ja die Vorfahren, die ihm diese Antwort geschickt hatten. Sie werden uns zur�ck nach Hause bringen. Ohne R�cksicht darauf, was aus ihm wurde � was w�rde am wahrscheinlichsten sicherstellen, dass diese Schiffe und Matrosen heimkehren konnten?</p><p>Zur�ck in seinem Quartier versuchte Geary n�chternes Selbstbewusstsein auszustrahlen, als er seine Antwort an Iceni aufnahm und abschickte. �Ich erkl�re mich mit Ihrem Vorschlag einverstanden. Ich werde mich nicht ausdr�cklich dazu �u�ern, was unsere Unterst�tzung bei der Verteidigung dieses Sternensystems gegen andere Bedrohungen als die durch die Enigma-Rasse angeht. Aber ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass ich auch vermeiden werde, eine solche Unterst�tzung abzustreiten. Ich kann nicht garantieren, dass unsere Regierung nicht dieser oder einer anderen Allianz-Flotte befiehlt, die Zentralregierung der Syndikatwelten dabei zu unterst�tzen, die Kontrolle �ber das Midway-System zur�ckzuerlangen. Aber ich werde gegen einen Einsatz der Flotte zu diesem Zweck auf das Heftigste widersprechen, und ich werde mich weigern, eine solche Streitmacht zu befehligen. Im Gegenzug erwarte ich von Ihnen neben der zugesagten �berlassung der Baupl�ne f�r den verbesserten Schutzmechanismus auch Ihr Versprechen, dass Sie nicht die Unterst�tzung durch diese Flotte f�r Ihre eigenen Zwecke fordern und dass Sie nicht erkl�ren, bei Ihren Pl�nen von mir unterst�tzt zu werden. Sollten Sie so etwas �ffentlich behaupten, werde ich das abstreiten. Sollten Sie gegen Ihr eigenes Volk vorgehen oder andere Sternensysteme angreifen, dann betrachte ich diese Vereinbarung als nicht l�nger bindend.�</p><p>Da war noch etwas. �Ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen k�nnten, was aus CEO Boyens nach seiner Freilassung geworden ist. Ich erwarte Ihre Zustimmung zu meinen Bedingungen und die �bersendung der Baupl�ne f�r den Mechanismus, der den Zusammenbruch von Hypernet-Portalen blockiert.�</p><p>Keine zehn Minuten nach dem Absenden der Nachricht, wurde die T�rglocke an Gearys Luke bet�tigt. Er lie� seinen Besucher eintreten und stutzte, als er Lieutenant Iger sah. Was konnte den Geheimdienstoffizier dazu veranlasst haben, ihn hier in seinem Quartier pers�nlich aufzusuchen?</p><p>�Admiral�, begann der sichtlich nerv�se Iger. �Es gibt da eine Angelegenheit, die einen hochrangigen Offizier betrifft und die von mir verlangt, dass ich aktiv werde.�</p></section><section><title><p>Zehn</p></title><p>�Wie bitte?�, fragte Geary. Hatte der Geheimdienst soeben seine Nachricht belauscht? War das die Art von Loyalit�ts�berwachung, von der er geh�rt hatte, die er aber innerhalb der Allianz-Flotte nicht f�r m�glich gehalten h�tte?</p><p>Igers Nervosit�t steigerte sich. Der Mann f�hlte sich in einem Ma� unbehaglich, wie Geary es bei ihm noch nie beobachtet hatte. �Eine � eine Angelegenheit, die einen hochrangigen Offizier betrifft, Admiral. Es ist meine Pflicht, Ihnen davon Meldung zu machen, Sir.�</p><p>�Mir Meldung machen?� Also ging es nicht um ihn selbst. �Von wem reden Sie?�</p><p>�Von einem Captain, Admiral. Einem Kommandanten eines Schlachtkreuzers.�</p><p>Geary versteifte sich und starrte Iger forschend an. �Um was geht es denn? Nicht so was wie bei Captain Kila, oder?�</p><p>�Nein, Sir!� Iger sch�ttelte nachdr�cklich den Kopf. �Tut mir leid, Sir. Nein, nichts in dieser Art. Aber es ist etwas, das ich Ihnen melden muss�, wiederholte er abermals.</p><p>Es konnte nicht leicht sein, etwas offensichtlich Negatives �ber einen vorgesetzten Offizier zu berichten. Geary zwang sich zur Ruhe und nickte. �Lassen Sie sich das eine Lektion sein, wie Sie mir Neuigkeiten besser nicht �berbringen sollten, Lieutenant. Um welchen Offizier geht es?�</p><p>�Commander Bradamont, Sir. Die Befehlshaberin der <emphasis>Dragon</emphasis>.�</p><p>Bradamont? Jemand, dem sogar Desjani inzwischen vertraute? �Was hat Commander Bradamont angestellt?�</p><p>�Sir, Commander Bradamont hat auf die geheimdienstliche Analyse zugegriffen, die wir �ber die milit�rischen F�higkeiten der Syndiks in diesem System erstellt haben.�</p><p>Das hatte Geary erst vor Kurzem selbst auch gemacht. �Sie � wollte sich �ber die milit�rischen F�higkeiten eines potenziellen Widersachers informieren? Eine Befehlshaberin eines meiner Schlachtkreuzer wollte etwas �ber das Syndik-Milit�r in diesem Sternensystem wissen?�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Und wieso stellt das ein Problem dar, Lieutenant?�</p><p>Als Reaktion auf Gearys Haltung hatte sich Iger ein wenig entspannt, aber jetzt kehrte sein un�bersehbares Unbehagen zur�ck. �Auch wenn Commander Bradamont durch ihre Position dazu befugt ist, auf diesen Bericht zuzugreifen, und auch wenn f�r sie das Bed�rfnis besteht, diese Informationen einzuholen, gibt es in Commander Bradamonts Personalakte einen Sicherheitsvermerk. Ich wei� nicht, ob es Ihnen bekannt ist, Admiral, aber sie ��</p><p>�Sie meinen den Vermerk wegen ihrer Zeit in der Gefangenschaft der Syndiks?� Er hatte sich auf Desjanis Erl�uterungen zu der Angelegenheit verlassen und sich die Akte nicht noch zus�tzlich vorgenommen. Dennoch war es keine gro�e �berraschung, dass der Sicherheitsdienst Bradamont weiter im Auge behielt. �Ich dachte, die Angelegenheit h�tte sich erledigt.�</p><p>�Das ist richtig, Sir, aber wir sind nach wie vor verpflichtet, unter bestimmten Umst�nden Meldung zu machen, und � Sagen Sie, Sir, hatten Sie schon Gelegenheit, sich mit der Analyse zu besch�ftigen, die wir �ber die Syndik-Streitkr�fte in diesem Sternensystem zusammengestellt haben?�</p><p>Fast h�tte er gel�chelt, als er h�rte, wie umst�ndlich Iger ihn fragte, ob er den Bericht �berhaupt gelesen hatte, nur um Geary nicht zu nahe zu treten. �Ja, erst vor ein paar Minuten noch einmal. Was ist darin mit Blick auf Commander Bradamont Grund zur Sorge?�</p><p>�Einer der Syndik-Offiziere in diesem System, Admiral�, erkl�rte Iger. �Ein Sub-CEO vierten Grades. Sein Name ist Donal Rogero. Wir glauben, es handelt sich bei ihm um genau jenen Offizier, mit dem Commander Bradamont w�hrend ihrer Gefangenschaft eine � �hm � eine Beziehung hatte.�</p><p>�Ah, ich verstehe.�</p><p>�Ich bin verpflichtet, Ihnen das zu melden�, fuhr Lieutenant Iger fast kleinlaut fort. �Auch wenn es einen vorgesetzten Offizier betrifft.�</p><p>�Ja, ich verstehe.� Zumindest galt das f�r Igers Verhalten. Aber was hatte Bradamont vor? �Spricht irgendetwas dagegen, dass ich Commander Bradamont unmittelbar darauf anspreche?�</p><p>�Nein, Sir. Ich selbst bin nicht dazu autorisiert, die Angelegenheit weiterzuverfolgen, aber von den normalen Regeln und Vorschriften abgesehen haben Sie v�llige Handlungsfreiheit. Es sind keine Geheiminformationen betroffen, von denen Commander Bradamont nicht bereits wei�.�</p><p>�Gut, danke. Ich wei� zu sch�tzen, dass Sie mich auf den Vorgang angesprochen haben. Ich sehe keinen Grund, weshalb Sie sich weiter damit befassen m�ssten.� Er musste es so formulieren, damit Lieutenant Iger wusste, dass es stets eine unangenehme Pflicht war, etwas Negatives �ber einen vorgesetzten Offizier zu melden, dass er es aber angemessen erledigt hatte.</p><p>Iger verlie� das Quartier und kehrte in die heiligen Hallen der Geheimdienstabteilung der <emphasis>Dauntless </emphasis>zur�ck. Nachdem sich die Luke hinter ihm geschlossen hatte, nahm Geary Kontakt mit der <emphasis>Dragon </emphasis>auf. �Ich muss mit Commander Bradamont unter vier Augen reden. Sie soll sich bei mir melden, sobald sie Zeit hat.�</p><p>Keine f�nf Minuten darauf nahm Bradamonts Bild in Gearys Quartier Gestalt an. Sie salutierte und lie� au�er Neugier nichts erkennen. �Ja, Admiral? Ein Treffen unter vier Augen? Betrifft es die <emphasis>Dragon?</emphasis>�</p><p>�Nein, Commander.� Geary blieb stehen, da diese Sache so f�rmlich wie m�glich behandelt werden sollte. �Es betrifft eine pers�nliche Angelegenheit, die sich auf Ihre Dienstpflichten auswirkt.�</p><p>Sie verzog keine Miene, aber der Ausdruck von Neugier verschwand. �Rogero.�</p><p>�Richtig. Haben Sie versucht herauszufinden, ob der Sub-CEO Rogero in diesem Sternensystem der Mann ist, mit dem Sie w�hrend Ihrer Kriegsgefangenschaft eine Beziehung hatten?�</p><p>�Ich bin mir ziemlich sicher, dass er dieser Mann ist, Admiral. Das Letzte, was ich von ihm geh�rt hatte, war die Information, dass er unter einem CEO namens Drakon dient. Drakon ist in diesen Teil des Syndik-Gebiets strafversetzt worden, weil er es sich mit einigen sehr m�chtigen Syndik-CEOs verscherzt hatte.�</p><p>Geary stutzte. Bradamont wusste mehr �ber diesen Drakon als der Geheimdienstbericht, den er eben gelesen hatte? Was sagte das �ber diese Frau aus? �Commander, sind Sie einfach nur neugierig? Oder wollen Sie irgendetwas unternehmen, wenn sich herausstellt, dass er dieser Rogero ist?�</p><p>�Das wei� ich nicht, Sir�, antwortete sie nach einer Denkpause.</p><p>�Lieben Sie ihn noch?�</p><p>Wieder folgte eine Pause. �Ja, Sir.� Sie betrachtete ihn fast trotzig. �Wir befinden uns nicht mehr im Krieg.�</p><p>�Richtig, aber wir sind auch nicht gerade eine gro�e gl�ckliche Familie.�</p><p>�Admiral, ich schw�re bei allem, was Sie wollen, dass ich nicht gegen meine Pflichten als Offizier dieser Flotte versto�en werde. Ich werde auch in keiner Hinsicht meine Verantwortung als befehlshabender Offizier eines Allianz-Kriegsschiffs vernachl�ssigen. Ich bin gerne bereit, diesen Eid in einem Verh�rraum noch einmal abzulegen, damit kein Zweifel an meiner Ernsthaftigkeit bestehen kann.�</p><p>Sie machte zumindest den Eindruck, dass sie es sehr ernst meinte. H�tte es in einem der beiden Punkte irgendwelche Zweifel gegeben, dann w�re es Bradamont gar nicht erst gelungen, die Sicherheits�berpr�fung zu bestehen und in die Flotte zur�ckzukehren. �Ich glaube, ein Verh�rraum ist nicht n�tig, Commander. Darf ich Ihnen eine pers�nliche Frage stellen? Eine weitere, meine ich. Wir haben mit Ihnen an Bord der <emphasis>Dragon </emphasis>gegen die Syndiks gek�mpft. Haben Sie jemals dar�ber nachgedacht, Rogero k�nnte sich auf einem der Kriegsschiffe befinden, die von uns beschossen wurden?�</p><p>�Ich konnte es mir nicht leisten, dar�ber nachzudenken, Sir.� Bradamont sah ihm in die Augen. �Ich hatte meine Pflicht zu erf�llen, und ich wusste, er w�rde das verstehen.�</p><p>�Er w�rde verstehen, m�glicherweise von Ihnen im Gefecht get�tet zu werden? Nicht jeder Mann d�rfte <emphasis>so </emphasis>verst�ndnisvoll sein, Commander Bradamont.�</p><p>�Er wei�, was Pflicht bedeutet, Admiral. Das ist einer der Gr�nde, wieso �� Sie wich seinem Blick nicht aus. �Ich wei�, Sie wollen mir noch eine pers�nliche Frage stellen: Wie es passieren konnte, dass ich mich in einen Syndik-Offizier verliebe.�</p><p>�Das geht mich nichts an�, sagte Geary, auch wenn es ihn interessierte.</p><p>�Ich werde es Ihnen sagen, weil ich glaube, Sie werden meine Worte eher akzeptieren als manch anderer.� Sie schaute zur Seite, nicht um sich zu sammeln, sondern eher so, als w�rde sie einen Blick in die Vergangenheit werfen. �Eine Anzahl von neuen Gefangenen, zu denen ich geh�rte, wurde zu der Welt geflogen, auf der sich das Arbeitslager befand, in dem man uns festhalten w�rde. Das Syndik-Schiff wurde in einen schweren Unfall verwickelt, bei dem wir alle sehr wahrscheinlich gestorben w�ren. Rogero befehligte die Bodentruppen, die mit dem gleichen Schiff transportiert wurden. Er befahl, uns zu befreien, damit wir gerettet werden konnten, und dann erlaubte er uns, Seite an Seite mit seiner Besatzung zu arbeiten, um das Schiff und uns selbst zu retten.� Bradamont richtete ihren Blick wieder auf Geary. �Daf�r wurde er in der Form bestraft, dass man ihm das Kommando entzog.�</p><p>�Er hatte gegen die Vorschriften versto�en.�</p><p>�Ja. Seine Vorgesetzten sagten, er h�tte uns sterben lassen sollen. Ich wei� das, weil einige von uns zu den Ereignissen an diesem Tag aussagen mussten. Es geschah gegen unseren Willen, aber da wir in verschiedenen Verh�rr�umen untergebracht waren, konnten wir uns keine L�ge zurechtlegen, um ihn zu sch�tzen. Rogero verlor nicht nur das Kommando �ber seine Einheit, er wurde auch in das Lager versetzt, um dort als W�rter Dienst zu verrichten. Das war ein grausamer Scherz seitens seiner Vorgesetzten, Admiral. Da wir Gefangene ihm so wichtig gewesen waren, wurde er nun gezwungen, uns zu beaufsichtigen.�</p><p>Das passte zusammen. �Er war einer der Senioroffiziere der Syndiks im Lager, Sie geh�rten zu den Senioroffizieren der Allianz. Es blieb gar nicht aus, dass Sie regelm��ig Kontakt hatten.�</p><p>�Richtig, Sir, und ich wusste etwas �ber sein Wesen, weil ich gesehen hatte, welches Verhalten ihm diesen Posten eingebrockt hatte.� Sie hielt einen Moment lang inne. �Sie und � Captain Desjani k�nnen vermutlich von allen am besten verstehen, wie es mir erging, als ich mir meiner Gef�hle f�r ihn bewusst wurde. Es war nichts, was ich � was ich wollte oder was mir behagte. Als ich dann herausfand, dass er f�r mich genauso empfindet � da war das v�llig unm�glich. Er ist ein anst�ndiger, ehrbarer Mann, Admiral, auch wenn er dazu ausgebildet worden ist, eigentlich ganz anders zu handeln. Aber � wir blieben beide unseren Pflichten treu. Ich habe meinen Eid gegen�ber der Allianz nie verraten. Ich habe nie meine Vorfahren entehrt, ganz gleich, was einige �� Sie brach mitten im Satz ab.</p><p>�Verstehe. Den Syndiks gefiel es offenbar auch nicht, weshalb man Sie in ein anderes Lager brachte und ihn hierher ins Exil schickte.�</p><p>�Anfangs nicht. Da hatte CEO Drakon noch etwas Einfluss und schaffte es schlie�lich, Rogero unter sein Kommando zur�ckzuholen, nachdem ich das Lager verlassen hatte. Admiral �� Diesmal z�gerte sie etwas l�nger. �Es gibt da eine h�chst geheime Angelegenheit, die den Allianz-Geheimdienst und mich selbst betrifft. Ich bezweifle, dass irgendjemand in dieser Flotte etwas davon wei�, aber ich kann Sie als meinen Flottenbefehlshaber nicht guten Gewissens dar�ber im Unklaren lassen. Die Syndiks wurden in dem Glauben gelassen, dass meine Gef�hle f�r Rogero sich auch auf meine Loyalit�t ausgewirkt hatten. �ber Jahre hinweg habe ich die Syndiks regelm��ig mit Berichten versorgt, die mir der Geheimdienst der Allianz zur Verf�gung gestellt hat. Es waren angebliche Geheimnisse und irref�hrende Informationen, die ich dem Anschein nach an Rogero geschleust habe.�</p><p>Das war eine weitere �berraschende Enth�llung. �Und was hatte die Allianz davon? Nur einen Kanal, um Scheininformationen an die Syndiks weiterzuleiten?�</p><p>�Und Informationen, die Rogero von Zeit zu Zeit an mich schickte, angebliche Angaben zu geheimen Syndik-Aktivit�ten.� Sie sch�ttelte den Kopf. �Ich war lange Zeit der Ansicht, dass diese Nachrichten in Wahrheit gar nicht von ihm kamen, und falls doch, dass sie dann ebenfalls keine echten Geheimnisse enthielten, sondern nur Desinformation. Ich glaube, beide Seiten haben das nur gespielt, damit sie sich Erfolge einreden konnten, obwohl niemand in irgendeiner Weise wirklich davon profitierte.�</p><p>�K�nnen Sie irgendetwas davon beweisen?�</p><p>Wieder sch�ttelte sie den Kopf. �Nein, Sir. Ich habe nur die Kontaktinformationen von demjenigen, der im Allianz-Gebiet mein Ansprechpartner war.�</p><p>�So etwas ist ein gef�hrliches Spiel.� Schlie�lich setzte sich Geary hin und musterte sie. �Ist es m�glich, dass Lieutenant Iger �ber Informationen verf�gt, die auf Rogeros Meldungen beruhen? Wissen Sie, unter welchem Decknamen er in den Berichten des Allianz-Geheimdienstes gef�hrt wurde?�</p><p>�Red Wizard, Admiral.�</p><p>�Hatten Sie einen Decknamen, der in diesen Berichten benutzt wurde?�</p><p>�White Witch, Sir.�</p><p>Geary bet�tigte seine Kontrollen. �Lieutenant Iger, verf�gen Sie �ber Geheimdienstberichte, die aus einer Syndik-Quelle mit Codenamen Red Wizard stammen?�</p><p>Iger konnte eine verbl�ffte Miene nicht verhindern, w�hrend er sich zur Seite drehte und eine Datenbank aufrief. Dann sah er Geary v�llig �berrascht an. �Ja, Sir, aber ich habe hier keinen Vermerk, dass Sie jemals �ber dieses Programm unterrichtet wurden. Sie h�tten zwar jede darin enthaltene Information erhalten, allerdings sind die Quelle und der Deckname streng geheim.�</p><p>�Kennen Sie den wahren Namen dieser Quelle?�</p><p>�Nein, Sir. Diese Namen finden sich nicht in den Dateien auf diesem Schiff, damit die Quellen nicht bekannt werden k�nnen, sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass diese Daten eine Zerst�rung des Schiffs �berleben.�</p><p>�Ist Commander Bradamont jemals �ber dieses Programm unterrichtet worden?�</p><p>�Nein, Sir. Bei ihrer � Vorgeschichte w�re so etwas h�chst ungew�hnlich. Bei einem Sicherheitsvermerk in ihrer Akte kann es dazu nicht kommen.�</p><p>�Liegt Ihnen etwas �ber eine Quelle mit Codenamen White Witch vor?�</p><p>Iger sah nach, dann verst�rkte sich sein unbehaglicher Gesichtsausdruck. �Admiral, ich muss Sie fragen, wo Sie diese Codenamen geh�rt haben. Die stammen aus einem streng geheimen Bereich.�</p><p>�Besteht eine Verbindung zwischen White Witch und Red Wizard?�</p><p>�Ja, Sir. Auch wenn mir die Identit�t dieser Quelle nicht vorliegt. Admiral, ich kann �ber diese Dinge nicht weiter reden, solange Sie nicht formell �ber die Programme unterrichtet worden sind und die notwendigen Sicherheitsvereinbarungen unterzeichnet haben.�</p><p>�Das gen�gt schon, vielen Dank�, sagte Geary, beendete das Gespr�ch und forderte Bradamont mit einer Geste auf, sich ihm gegen�ber hinzusetzen. �Was Sie mir erz�hlt haben, ist belegbar. Und was nun, Commander? Wenn Rogero Ihnen diese Informationen hat zukommen lassen, dann k�nnte eine direkte Kontaktaufnahme Probleme f�r ihn mit sich bringen.�</p><p>�Das sehe ich auch so, Sir.�</p><p><emphasis>Aber ich muss wissen, was in diesem Sternensystem vor sich geht. </emphasis>�Ich werde offen sprechen, Commander. Wenn Rogero uns etwas �ber die Situation in diesem System sagen w�rde, dann k�nnte uns das eine sehr gro�e Hilfe sein. Die Senior-CEO hat irgendetwas vor, und wir kennen das Verh�ltnis der anderen Syndik-CEOs zu ihr nicht.�</p><p>Bradamont sa� eine Zeit lang schweigend da. �Ich m�chte ihn nicht anzapfen, Sir, aber ich vermute, er wei� so gut wie ich, wie sehr wir beide von unseren Regierungen schon benutzt worden sind. Wenn ich ihm eine private Nachricht schicke, kann er selbst entscheiden, ob und wie er darauf reagieren will. Wenn ein Kontakt zustande kommt, l�sst sich vielleicht ein Weg finden, wie Informationen ausgetauscht werden k�nnen. Sofern er nicht glaubt, dass er sich damit in einen Konflikt mit seiner Ehre bringt.�</p><p>�Mit seiner Ehre?�, wiederholte Geary ohne nachzudenken und presste die Lippen zusammen.</p><p>Aber Bradamont l�chelte nur fl�chtig. �Ich wei�, es ist schwer, sich einen Syndik mit einem Gef�hl f�r Ehre vorzustellen, Sir. Aber er ist nur ein Sub-CEO, kein vollwertiger CEO.�</p><p>�Ich m�chte mich trotzdem entschuldigen. Ich sollte Sie wohl darauf hinweisen, dass es sich in der Flotte herumsprechen k�nnte, wenn Sie eine Nachricht an Rogero schicken.�</p><p>Ihr L�cheln nahm einen ironischen Zug an. �Was soll man schon �ber mich sagen, was nicht bereits gesagt worden ist?�</p><p>Er schaute kurz zur Seite, wo ein Fenster ge�ffnet war, in dem Bradamonts Personalakte angezeigt wurde. Sie hatte in der Vergangenheit makellos gedient. Tulevs Bewertungen sch�umten fast �ber vor Begeisterung, und als Geary einen Blick auf die Schlachten warf, an denen die Dragon unter ihrem Kommando teilgenommen hatte, dann gab es an dieser Frau nichts auszusetzen und viel zu bewundern. �Also gut. Schicken Sie Ihre Nachricht an die <emphasis>Dauntless</emphasis>, wir leiten sie weiter an die Syndiks, damit gar nicht erst die Frage aufkommt, ob Ihre Vorgesetzten dar�ber Bescheid wissen. Wir werden die Syndiks anweisen, die Antwort ebenfalls zur Weiterleitung an uns zu schicken.�</p><p>�Dagegen habe ich nichts einzuwenden, Admiral. White Witch ist ein Teil von mir, den ich schon vor sehr langer Zeit liebend gern in den Ruhestand geschickt h�tte.�</p><p>�Commander, wenn Sie die Hoffnung hegen sollten, Rogero auf der R�ckreise mitzunehmen ��</p><p>�Das halte ich nicht f�r realistisch, Sir.� Bradamonts Tonfall bekam f�r einen Moment etwas Wehm�tiges, dann aber sprach sie ohne jede Gef�hlsregung weiter: �Aber wenn die Nachrichten an mich tats�chlich von Rogero stammten, dann ist CEO Drakon der beste Kommandant, den er bekommen konnte. Er soll seinen Untergebenen gegen�ber sehr loyal sein, was aus irgendeinem Anlass dazu gef�hrt hat, dass er v�llig unehrenhaft in dieses System hier verbannt wurde.�</p><p>�Ist Ihnen irgendetwas �ber das Verh�ltnis zwischen Drakon und Iceni bekannt?�</p><p>�Nicht dass ich w�sste, Sir. Aber ich werde sehen, was ich dar�ber herausfinden kann.�</p><p>Dr. Setin machte eine fragende Miene. �Admiral, wie lange wird es noch dauern, bis wir der Enigma-Rasse begegnen?�</p><p>�Wir sind auf dem Weg zu dem Sprungpunkt, der uns zu einem von den Aliens kontrollierten Sternensystem f�hren wird, Doctor�, versicherte Geary ihm.</p><p>�Viele meiner Kollegen sind besorgt, was die vielen gewaltt�tigen Konfrontationen zwischen den Menschen und der Enigma-Rasse angeht.�</p><p>�Glauben Sie mir, Doctor, das macht mir ebenfalls Sorgen.�</p><p>Iceni l�chelte wieder. �Ich habe kein Problem damit, Ihnen zu versprechen, dass ich mich an Ihre Bedingungen halten werde, Admiral Geary.�</p><p>Kein weiteres Verhandeln, nur eine prompte Zusage. Allm�hlich war er tats�chlich an dem Punkt angelangt, an dem er einem Politiker misstraute, der sich zu schnell mit einer Forderung oder einem Vorschlag einverstanden erkl�rte. Aber er konnte ja immer noch alles ablehnen, was �ber die vereinbarten Bedingungen hinausging, und wenn Iceni nicht die Wahrheit sagte, war er ohnehin an nichts gebunden. Wer w�rde schon einer Syndik-CEO eher Glauben schenken als ihm?</p><p>�Die von Ihnen erbetenen Informationen werden Ihnen gesondert �bermittelt�, fuhr Iceni fort. �Diese �bermittlung identifiziert das Geschenk der Baupl�ne als ein Dankesch�n f�r die Dienste, die Ihre Streitkr�fte bei der Verteidigung dieses Sternensystems geleistet haben. Wenn Ihre Experten Fragen zur Montage oder zur Funktionsweise haben, dann nehmen Sie bitte auf dem gleichen Weg wie jetzt Kontakt mit mir auf.</p><p>Was CEO Boyens betrifft, kann ich Ihnen nur sagen, dass er nicht hier ist. Damit meine ich dieses Sternensystem. Er hatte eines der Kurierschiffe in Richtung Heimatsystem genommen, weil er der Ansicht war, dass seine Informationen und seine Erfahrungen ihm in der neuen Regierung von Nutzen sein k�nnten.� Ihr L�cheln nahm einen leicht schiefen Zug an. �CEO Boyens ist ein ehrgeiziger Mann. Mehr kann ich Ihnen dazu leider nicht sagen, weil wir seit seiner Abreise nichts mehr von ihm geh�rt haben. Unsere Kommunikation mit der Zentralregierung und dem Heimatsystem war in den letzten Monaten eher sporadischer Natur.�</p><p>Dann machte ihr L�cheln einem Gesichtsausdruck Platz, der nach echter Sorge aussah. �Ich werde gar nicht versuchen, meine Besorgnis herunterzuspielen, was Ihre Flotte im Gebiet der Enigma-Rasse erwarten k�nnte, Admiral Geary. Die Syndikatwelten haben dort zahlreiche Schiffe verloren, die einfach spurlos verschwunden sind. Aber das war vor der Entdeckung der Quantenw�rmer. Diesmal k�nnte es anders verlaufen. Ich kann Ihnen nicht vorschreiben, was Sie tun sollen, trotzdem m�chte ich Sie bitten, auch das Wohl meines Volks zu bedenken, wenn Sie �ber Ihr weiteres Vorgehen entscheiden. F�r den Fall, dass sich die Gelegenheit ergeben sollte, mit der Enigma-Rasse irgendeine Art von Vereinbarung zu treffen, �bersende ich Ihnen ebenfalls separat alle Informationen, die wir aktuell �ber das Sternensystem vorliegen haben, das nun von der Enigma-Rasse kontrolliert wird. Ich tue das nicht, weil ich es muss, sondern weil wir in dieser Sache Verb�ndete sind, so seltsam das auch erscheinen mag und so ungern wir das m�glicherweise auch beide wollen. Wenn Sie auf irgendeinem anderen Kommunikationskanal Bezug auf unsere Vereinbarung oder auf das nehmen, was ich Ihnen auf diesem Weg zur Verf�gung gestellt habe, werde ich abstreiten, davon etwas zu wissen. F�r das Volk. Iceni Ende.�</p><p>Auch wenn sie zahlenm��ig hoffnungslos unterlegen war, folgte die Syndik-Flotte der Allianz-Flotte in einem Abstand von zwei Lichtstunden bis zum Sprungpunkt. Ehe er den Sprung befahl, �berpr�fte er noch einmal, ob eine R�ckmeldung von Rogero eingegangen war, aber es hatte sich nichts getan. Die Sensoren der Flotte hatten bei den Syndiks keinerlei ungew�hnliche Aktivit�ten feststellen k�nnen, also w�rde sich das, was Iceni beabsichtigte, wohl nicht mehr ereignen, solange die Allianz-Flotte sich noch in diesem Sternensystem aufhielt.</p><p>Er rief Commander Neeson auf der <emphasis>Implacable</emphasis>. �Haben Sie die Analyse des Schutzmechanismus der Syndiks abgeschlossen?�</p><p>�Ja, Sir. Das sollte funktionieren.� Er sch�rzte die Lippen. �Mich �berrascht, dass wir vor unserer Abreise aus dem Allianz-Territorium nichts dar�ber geh�rt haben, ob bei uns an etwas �hnlichem geforscht wird, Sir.�</p><p>�Das wundert mich auch, Commander. Aber vielleicht haben sie daheim schon ein �hnliches System entwickelt.�</p><p>�Sie schicken aber jetzt nicht sofort ein Schiff zur�ck nach Hause, oder, Sir? Nur f�r den Fall, dass die Allianz so etwas noch nicht besitzt?�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Das ist das gleiche Problem wie mit unseren befreiten Gefangenen. Ich m�sste eine betr�chtliche Streitmacht als Eskorte mitschicken, aber ich will die Flotte nicht so sehr schw�chen, solange wir nicht wissen, welche Probleme uns im Gebiet der Aliens erwarten. Au�erdem w�rde ein solches Schiff f�r die Heimkehr mehrere Wochen ben�tigen, und falls die Aliens auf die Idee kommen, als Vergeltungsma�nahme das Hypernet der Allianz zusammenbrechen zu lassen, dann werden sie das machen, noch bevor wir in ihr Territorium vorgedrungen sind.�</p><p>�Dann sollten wir mit dem Sprung ins Enigma-Gebiet vielleicht besser warten, bis wir wissen, dass die Allianz diese Mechanismen installiert hat, Admiral.�</p><p>�Nein�, widersprach er. �Ich habe das in Erw�gung gezogen, aber allein die Reisezeit hin und zur�ck w�rde sich auf mehrere Monate belaufen, und das auch nur dann, wenn unsere Flotte unterwegs nicht aufgehalten wird. Ich wei� auch nicht, ob die Syndik-Zentralregierung wom�glich versuchen wird, einer isolierten Flottille den Weg zu versperren und sie zu vernichten, nur um anschlie�end zu behaupten, nichts dar�ber zu wissen. Wenn die Baupl�ne bis nach Hause gebracht werden k�nnen, vergeht viel Zeit, bis die Allianz den Mechanismus getestet und in Serie gefertigt hat. Anschlie�end m�ssen die Bauteile in jedes ans Hypernet angeschlossene Sternensystem geliefert werden, und dann muss man abwarten, bis aus all diesen Systemen die R�ckmeldung eingegangen ist, dass der Mechanismus installiert wurde. Wir k�nnen es uns nicht erlauben, hier zu verharren und zu warten, weil wir nicht mal wissen, wie lange wir warten m�ssten. Genau genommen w�ssten wir dann ja nicht einmal, ob �berhaupt jemals eine R�ckmeldung und Best�tigung zu uns gelangen w�rde.�</p><p>Dann wandte er sich an die Flotte: �Alle Einheiten f�r den Augenblick gefechtsbereit halten, wenn wir bei Pele den Sprungraum verlassen. Alle Schiffe springen bei Zeit drei zwei.�</p><p>Die Flotte verlie� bei Pele den Sprungraum, alle Waffen einsatzbereit, jeder Mann und jede Frau darauf gefasst, sofort zum Kampf �berzugehen. Stattdessen jedoch bot sich ihnen �</p><p>�Nichts.�</p><p>Desjani sah ihren Gefechtswachhabenden an. �Werden unsere Systeme auf W�rmer der Aliens �berpr�ft?�</p><p>��berpr�fung l�uft kontinuierlich, Captain. Hier ist nichts.�</p><p>Geary schaute wieder auf sein Display, da er einfach nicht glauben konnte, dass es in Pele keine Spur von den Aliens geben sollte. Tanyas Gedanke, es k�nnte das Werk der Alien-W�rmer sein, war ihm ebenfalls gekommen. Diese W�rmer, deren genaue Funktionsweise der Menschheit R�tsel aufgab, waren nur entdeckt worden, weil Captain Jaylen Cresida auf ihre Intuition geh�rt hatte. Indem sich diese W�rmer in den Sensor-und den Zielerfassungssystemen menschlicher Schiffe versteckt hatten, war es den Au�erirdischen m�glich geworden, die Menschen nur das sehen zu lassen, was sie sie sehen lassen wollten. In der Praxis hatte das bedeutet, dass die Schiffe der Aliens f�r die menschlichen Besatzungen unsichtbar gewesen waren.</p><p>Aber hier schien nicht ein einziger Wurm am Werk, um die Sensoren zu t�uschen, und das, was die Sensoren wahrnehmen konnten, war alles andere als beeindruckend. Zwei innere Welten von bescheidener Gr��e kreisten um den Stern, doch es fehlte diesem System die �bliche Ansammlung von Gasriesen. Weiter drau�en zog nur ein einziger, massiger Planet seine Bahnen, der so gro� war, dass er zu einem Braunen Zwerg geworden war, der nicht genug W�rme ausstrahlte, um als Stern klassifiziert werden zu k�nnen. Zwischen dem Stern Pele und dem Braunen Zwerg waren die beiden inneren Planeten so viel W�rme ausgesetzt, dass sie f�r eine Besiedlung durch Menschen nicht geeignet waren, auch wenn sich auf einer der beiden Welten ein paar primitive Lebensformen gebildet hatten, die den extremen Umweltbedingungen trotzten.</p><p>Auf einer der inneren Welten war ein riesiger Krater zu sehen, der auf den von den Syndiks gelieferten Aufzeichnungen noch nicht zu finden war. Im Orbit um diesen Planeten hatte es fr�her auch einmal eine gro�e Einrichtung der Syndiks gegeben. �Die Aliens haben die Anlage aus dem Orbit gelenkt und sie mit einem gro�en Knall auf die Planetenoberfl�che krachen lassen�, merkte Desjani an und wandte sich an ihre Br�ckencrew: �Durchk�mmen Sie das System so gr�ndlich, wie Sie nur k�nnen. Wenn hier auch nur ein Alien-Molek�l zu finden ist, dann will ich wissen, wo es ist.�</p><p>�Warum lassen die nicht mal einen Beobachtungssatelliten hier zur�ck?�, wunderte sich Geary. �Irgendetwas um das System zu �berwachen, falls sich jemand hierher verirrt. Warum h�lt hier kein Schiff Wache, um sie zu warnen, dass jemand zu ihnen unterwegs ist?�</p><p>�Hochmut?�, �berlegte Desjani. �Vielleicht waren sie an diesem System nur interessiert, weil es ein Sprungbrett nach Midway darstellt. Vielleicht sollte es nie ein Sicherheitspuffer f�r ihr eigenes Territorium sein.�</p><p>�Mag sein. Sobald die Flottensysteme die Position f�r den Sprungpunkt nach Hina best�tigt hat, nehmen wir darauf Kurs.�</p><p>�Hina? Nicht Hua?�</p><p>�Hua liegt auf einer direkteren Linie in die Richtung, in der wir das Territorium der Aliens vermuten�, best�tigte Geary. �Aber die Syndiks hatten eine Kolonie bei Hina gegr�ndet. Es sieht so aus, als h�tten sie das System als Ausgangspunkt f�r weitere Kolonien nutzen und ihre Streitkr�fte dort ansiedeln wollen. Ich m�chte wissen, was Hina so Besonderes zu bieten hat.�</p><p>Ein weiteres Fenster �ffnete sich vor ihm. �Admiral�, meldete sich Dr. Setin. �In diesem Sternensystem befinden sich keine Aliens.�</p><p>�Das haben wir schon gemerkt, Doctor. Wir nehmen bereits Kurs auf ein anderes Sternensystem, das tiefer in ihrem Territorium liegt.�</p><p>�Werden wir da Aliens finden?�</p><p>�Ich will es hoffen. Wie kommen Sie mit den Marines zurecht?�, fragte Geary, um das Thema zu wechseln.</p><p>�Ganz hervorragend! Diese Marines haben eine ganz eigene, faszinierende Art, wie sie Informationen verarbeiten, bewerten und verstehen. Ihre intellektuellen Mechanismen unterscheiden sich deutlich von jenen, mit denen ich in der Vergangenheit zu tun hatte. In mancher Hinsicht kommt es einem so vor, als w�ren sie eine Variation der menschlichen Rasse.�</p><p>�Das h�re ich nicht zum ersten Mal, Doctor. Gr��en Sie bitte General Carabali von mir.�</p><p>Sie hielten sich erst seit einer Stunde in Pele auf, als pl�tzlich Gearys Display kurz flackerte, sich stabilisierte und dann wieder flackerte. Desjani musste bei ihrem Display das Gleiche beobachtet haben, da sie gleich nach dem zweiten Flackern ihre Wachhabenden anfuhr: �Was war das?�</p><p>�Unsere Systeme haben einen automatischen Neustart durchgef�hrt�, antwortete der Komm-Wachhabende, �eine Reaktion auf Versuche, die Kontrollen zu �berwinden. Jemanden hat einen Wurm in unsere Systeme geschleust, aber es handelt sich um ein altes Modell, weshalb die Sicherheitsprotokolle ihn sofort aufhalten konnten.�</p><p>�Wie hat es der Wurm auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>geschafft?�, wollte Desjani wissen.</p><p>Der Lieutenant an der Kommunikationsstation sch�ttelte den Kopf. �Er kann nicht von au�en gekommen sein, Captain. Dann h�tten unsere Systeme ihn n�mlich schon da aufgehalten. Jemand an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>hat ihn manuell eingef�hrt.�</p><p>Desjani warf Geary einen fragenden Blick zu. �Jemand auf der <emphasis>Dauntless</emphasis>, der ein altes Modell verwendet. Wer k�nnte da Ihrer Meinung nach infrage kommen?�</p><p>Er reagierte mit einem Nicken. �Einige unserer befreiten Gefangenen. Was wollte der Wurm in den Komm-Systemen bewerkstelligen?�</p><p>�Er sollte eine Nachricht an die Flotte senden, Admiral. Der Wurm hat versucht, diese Nachricht zu zerst�ren, als er blockiert wurde, aber unsere Systeme konnten sie retten.� Der Lieutenant stutzte. �Sir, die <emphasis>Haboob </emphasis>meldet, dass dort vor ein paar Minuten ein �hnlicher Versuch unternommen wurde, die Komm-Systeme zu beeinflussen.�</p><p>�Sieh einer an�, meinte Desjani sarkastisch. �Das wird ja sehr schwierig werden herauszufinden, wer hinter dieser Aktion steckt!�</p><p>�K�nnen Sie die Nachricht auf mein Display umleiten, die der Wurm senden sollte?�, fragte Geary den Lieutenant.</p><p>�Ja, Sir. Der Wurm wurde deaktiviert, die Nachricht wurde auf weitere W�rmer untersucht und ist jetzt sauber.�</p><p>�Dann lassen Sie mal sehen.� Er bemerkte Desjanis Blick. �Und schicken Sie sie auch an Captain Desjani.�</p><p>Vor Geary �ffnete sich ein Fenster, mehrere der ehemaligen Gefangenen waren dort zu sehen. Sie alle trugen neue Uniformen, an denen ihre Rangabzeichen, Orden und andere Auszeichnungen blitzten und funkelten, und sie standen da, als w�rden sie sich an eine Flotte wenden, �ber die sie das Kommando hatten. Einer von ihnen, Admiral Chelak, setzte an zu einer Rede �ber Ehre, Flottentraditionen, Respekt vor dem Dienstalter, die Meinung anderer Offiziere, �ber die Notwendigkeit Kommandofragen zu kl�ren und �</p><p>Geary beendete die Wiedergabe.</p><p>�Wieso haben Sie sich das so lange angesehen?�, fragte Desjani.</p><p>�Ich wollte sehen, ob er irgendwas sagt, das belegt, dass diese Leute ihren Verstand benutzt haben�, erkl�rte er und schaute finster auf sein Display. �Aber diese Ansprache an die Offiziere der Flotte zeigt nur, dass sie immer noch glauben, sie k�nnten gegen mich arbeiten, obwohl sie mit den Angeh�rigen dieser Flotte gesprochen haben.�</p><p>�Sabotage in einem Kriegsgebiet ��, setzte sie zum Reden an.</p><p>�Ich kann nicht einfach anfangen, sie zu erschie�en, Tanya. Vor allem weil der Wurm nicht darauf programmiert war, Schaden anzurichten.�</p><p>�Er sollte aber zur Meuterei anstiften.�</p><p>�Ja, stimmt.� Energisch tippte er auf seine Kontrollen. �Madam Gesandte Rione, jemand an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>hat einen Wurm in die Systeme geschleust. Ich gebe Ihnen hiermit die Gelegenheit, mit Commander Benan dar�ber zu reden, bevor er formell befragt wird. Wenn er davon wusste oder daran beteiligt war, werden sein Gest�ndnis und seine Kooperation zu diesem Zeitpunkt zu seinen Gunsten angerechnet. Wenn Sie mit Commander Benan reden, k�nnten Sie auch sicherstellen, dass er mit der j�ngeren Geschichte von W�rmern in dieser Flotte vertraut ist. Das betrifft sowohl W�rmer, die uns von den Aliens geschickt wurden, als auch jene, die von Feinden aus den eigenen Reihen geschaffen wurden.�</p><p>Rione starrte ihn an, ihre Miene zeigte keine Regung. �Vielen Dank, ich werde mit ihm reden.�</p><p>Desjani wartete, bis Geary fertig war, dann sagte sie: �Als Befehlshaber der <emphasis>Dauntless </emphasis>ist es meine Pflicht, eine Untersuchung in die Wege zu leiten.�</p><p>�Tun Sie das, Captain. Aber ber�cksichtigen Sie bitte den Status derjenigen, die befragt werden. Wir wollen niemandem einen Anlass bieten, sich dar�ber zu beklagen, er sei unehrenhaft oder respektlos behandelt worden.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>Er warf ihr einen eindringlichen Blick zu. �Das ist mein Ernst.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>Noch bevor der Tag vor�ber war, meldete sich Rione bei ihm und bat um ein privates Treffen. Sie brachte Commander Benan mit, der stocksteif dastand, w�hrend seine Frau erkl�rte: �Er sagt, er hat den Wurm in die Systeme der <emphasis>Dauntless </emphasis>geschleust, Admiral.�</p><p>�Es war eine �bung f�r unser Recht, geh�rt zu werden�, sagte Commander Benan. �Mir wurde versichert, dass der Wurm weder einem Schiff noch einem System Schaden zuf�gen w�rde.�</p><p>�Dessen ungeachtet, Commander�, gab Geary zur�ck, �ist es ein Versto� gegen die Vorschriften, wenn man nicht autorisierte Software in offizielle Systeme einschleust. Vor allem dann, wenn diese Software so entworfen ist, dass sie die normalen Kontrollfunktionen au�er Kraft setzen soll. Ist Ihnen bekannt, was dem Schweren Kreuzer <emphasis>Lorica </emphasis>widerfahren ist?�</p><p>Benan, der ohnehin starr wie eine Statue dastand, nahm eine noch steifere Haltung ein. �Ich w�rde niemals � <emphasis>Nichts </emphasis>kann ein solches Vorgehen rechtfertigen!�</p><p>�Ein Vorgehen, das in den Augen derjenigen gerechtfertigt war, weil ich ihrer Meinung nach nicht das Kommando �ber die Flotte haben sollte�, sagte Geary.</p><p>�So hat man es mir gesagt. Ich wiederhole, ich w�rde niemals eine solche Tat begehen.�</p><p>�Ich glaube Ihnen, Commander. Werden Sie mich oder einen anderen Vorgesetzten informieren, wenn man Sie erneut anspricht, damit Sie etwas tun, das gegen die Vorschriften verst��t?�</p><p>Im ersten Moment entgegnete Benan nichts, sondern sah Rione an, die seinem Blick begegnete. �Ja. Die Ehre meiner Frau hat schon genug gelitten.�</p><p>Das war wom�glich ein Seitenhieb auf Geary gewesen, aber darauf sprang er erst gar nicht an. �Sie sind ein Ehrenmann, daher werde ich Ihr Wort nicht anzweifeln. Die Gesandte Rione hat mich gebeten, Sie an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu lassen. Mit Blick auf ihren langj�hrigen und hervorragenden Dienst an der Allianz habe ich kein Problem damit, dieser Bitte nachzukommen. Sie beide sind schon lange genug getrennt gewesen.� Sein Blick wanderte zu Rione, und er fragte sich, welche Wirkung seine Worte �ber den Dienst an der Allianz wohl auf sie hatten, wenn sie momentan so viele Geheimnisse vor ihm und vor allen anderen wahrte.</p><p>Er hatte sich l�ngst den Ratschlag ins Ged�chtnis gerufen, der ihm nach der Befreiung anderer Gefangener erteilt worden war, n�mlich diesen Leuten eine sinnvolle Besch�ftigung zu geben, die sie von dummen Gedanken abhielt. Zu seinem Bedauern war es ihm nicht m�glich gewesen, so vielen hochrangigen Offizieren eine Aufgabe zu �bertragen. Aber vielleicht war es jetzt n�tig, irgendetwas anzubieten. �Commander Benan, es tut mir leid, dass es an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>keinen freien Posten gibt, der Ihrem Dienstgrad und Ihrer Erfahrung entspricht. Allerdings suchen unsere Ingenieure h�nderingend nach Offizieren, die die neu installierte und modernisierte Ausr�stung inspizieren und testen. Wenn Sie bereit sind, diese Aufgabe zu �bernehmen, wird Captain Desjani Sie entsprechend einweisen.� Es war ziemlich schwierig gewesen, Tanya die Zustimmung zu diesem Vorhaben abzuringen, aber schlie�lich hatte er sie �berzeugen k�nnen, dass eine sinnvolle Bet�tigung und eine Geste des Vertrauens nicht verkehrt sein konnten.</p><p>Benan sah Geary verdutzt an. �Sie bieten mir an, unmittelbar an den Systemen dieses Schiffs zu arbeiten?�</p><p>�Entweder akzeptiere ich das Wort, das Sie mir gegeben haben, oder nicht, Commander. Ich <emphasis>habe </emphasis>es akzeptiert.�</p><p>Nach einer langen Pause nickte Benan: �Ich w�rde mich freuen, in jeder erdenklichen Weise etwas zur Einsatzbereitschaft eines Allianz-Kriegsschiffs beizutragen.�</p><p>�Ich werde Captain Desjani informieren. Vielen Dank, Commander. Vielen Dank, Madam Gesandte.�</p><p>Beide zogen sich ohne ein weiteres Wort zur�ck, allerdings warf Rione ihm einen Blick zu, dessen Bedeutung ihm v�llig unklar war.</p><p>Es dauerte insgesamt sechs Tage, um den Sprungpunkt nach Hina zu erreichen. Sechs Tage, in denen sie vergeblich nach irgendwelchen Spuren suchten, die auf von Menschen oder von Aliens geschaffene Bauwerke jeglicher Art hindeuteten. Sollten inmitten der Asteroidenfelder in diesem System noch Tr�mmer von Syndik-Schiffen treiben, dann mussten die so alt und winzig sein, dass die Langstreckensensoren sie nicht mehr wahrnehmen konnten.</p><p>�Wenn sie Planeten �bernehmen wollten, die sich auch f�r eine Besiedlung durch Menschen eignen, dann sind sie bei Hina�, lie� Geary seine Flotte wissen. �Und wenn sie immer noch Menschen in ihrer Gewalt haben sollten, stehen die Chancen gut, dass wir die ebenfalls bei Hina finden. Halten Sie sich f�r den Moment gefechtsbereit, wenn wir den Sprungraum verlassen.�</p><p>Die Sterne erf�llten einmal mehr das lebende Universum, als die Flotte Hina erreichte.</p><p>�Ja�, rief Desjani beim ersten Blick auf die aktualisierten Daten auf ihrem Display.</p><p>Ein Schiff der Aliens, dessen Umrisse genauso an eine Schildkr�te erinnerten wie bei den Schiffen, denen sie bei Midway begegnet waren, befand sich gleich oberhalb des Sprungpunkts und er�ffnete augenblicklich das Feuer auf die Allianz-Schiffe. Partikelstrahlen und massive Projektile trommelten auf die <emphasis>Relentless </emphasis>ein, aber dieses und alle Kriegsschiffe in der unmittelbaren Umgebung erwiderten nicht mal eine Sekunde sp�ter das Feuer. Gleich darauf war von dem Angreifer nur noch ein Wrack �brig. Ehe Geary den Befehl geben konnte, Sonden zu dem in Tr�mmer geschossenen Schiff zu schicken, explodierte das in winzige Fragmente.</p><p>��berhitzung der Antriebseinheit�, meldete ein Wachhabender. �Sehr heftig f�r ein Schiff von dieser Gr��e, aber es l�sst sich nicht sagen, ob das ein Unfall oder Absicht war.�</p><p>Ein dr�ngendes akustisches Signal lenkte Gearys Aufmerksamkeit auf Informationen, die auf einer Seite des Displays angezeigt wurden. Die <emphasis>Relentless </emphasis>war von dem Beschuss nicht besch�digt worden, doch die Explosion des Schiffs hatte einem Leichten Kreuzer und einem Zerst�rer leichte Sch�den zugef�gt und einen weiteren Zerst�rer schwer in Mitleidenschaft gezogen. �Captain Smythe, schicken Sie ein Reparaturteam zur <emphasis>Sabar</emphasis>. Ich will, dass der Zerst�rer so schnell wie m�glich wieder zusammengeflickt wird.�</p><p>�Dieses Alien-Schiff befand sich sehr nah am Sprungpunkt�, gab Desjani zu bedenken. �Als h�tte sich es auf einen Sprung vorbereitet. Aber der kann von diesem Punkt aus nur nach Pele f�hren.�</p><p>Geary �berlegte kurz. �Ein Wachposten, der nicht schnell genug an seinem Einsatzort war?�</p><p>�Oder die Aliens haben einen �berwachungssatelliten bei Pele zur�ckgelassen, so niederenergetisch und als nat�rlicher Asteroid getarnt, dass wir ihn nicht entdecken konnten. Eine �berlichtschnelle Alarmmeldung nach hier, und das Schiff k�nnte auf dem Weg nach Pele gewesen sein, um herauszufinden, was die Menschen in dem System zu suchen haben.�</p><p>�Ich w�rde sagen, Sie haben recht. Mehr scheint hier nicht zu sein, oder?� Sein Display ver�nderte sich und zeigte nun an, was sich jetzt in diesem Sternensystem befand, aber nicht mehr, was die Syndiks dort zur�ckgelassen hatten. �Drei Schiffe, die nach Frachtern oder Handelsschiffen aussehen, zwei weitere Kriegsschiffe, dazu das, was sich auf den Planeten und Monden befindet. Da d�rften auch noch bewaffnete Einheiten drunter sein.�</p><p>�Und das da�, erg�nzte Desjani und zeigte auf das Hypernet-Portal am anderen Ende des Systems, gut elf Lichtstunden von ihnen entfernt. �Das ist kein Syndik-Portal.�</p><p>�Es weist Modifikationen auf, die nicht zu den von uns oder von den Syndiks gebauten Toren passen�, erg�nzte einer der Br�ckenoffiziere, �und ob es einen Schutzmechanismus hat, l�sst sich so noch nicht sagen.�</p><p>�Es geht doch nichts dar�ber, in ein neues Sternensystem zu kommen und von einer gro�en Bombe empfangen zu werden�, meinte Desjani.</p><p>�Das k�nnen Sie laut sagen�, stimmte Geary ihr zu. Die fremde Spezies hatte den Tod aller Verletzten auf den besch�digten Schiffen bei Midway in Kauf genommen, nur um zu verhindern, dass die Menschen irgendetwas �ber sie in Erfahrung brachte. Das mochte bedeuten, dass sie ebenso kaltbl�tig dieses ganze Sternensystem ausradieren w�rden, wenn sie sich auf diese Weise der Allianz-Flotte entledigen konnten. �Wir bleiben in der N�he des Sprungpunkts, solange wir das System analysieren.�</p><p>Rione und Charban waren auf die Br�cke gekommen, der General sch�ttelte betr�bt den Kopf. �Zu schade, dass unser Erstkontakt mit dieser Spezies zur Zerst�rung all ihrer Schiffe gef�hrt hat.�</p><p>�Unser Erstkontakt ist eine Weile her�, betonte Geary. �Das war w�hrend ihres Angriffs auf das Midway-Sternensystem. Ich nehme an, Sie beide wollen versuchen, mit den Aliens zu reden, nicht wahr?�</p><p>�Sofern die mit uns reden wollen�, entgegnete Rione.</p><p>Ein Fenster �ffnete sich, das Gesicht von Dr. Setin tauchte dort auf. �Das ist wirklich erstaunlich, Admiral. Haben Sie sich den prim�ren Planeten angesehen?�</p><p>�Dazu kommen wir jeden Moment, Doctor.�</p><p>�Von den St�dten, die die Syndiks auf dem zweiten Planeten angelegt haben, ist nichts mehr zu sehen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die von ihnen bewohnten Regionen jemals besiedelt gewesen sein k�nnten. Die Enigma-Rasse muss sich sehr gro�e M�he gegeben haben, alle Spuren ehemaliger menschlicher Pr�senz auszuradieren.�</p><p>Das war interessant, aber auch beunruhigend. Vielleicht war es gar nicht so verkehrt, diese Experten in der Flotte zu haben.</p><p>�Haben Sie sich mit den Bildern von den Alien-St�dten auf der sichtbaren Seite des Planeten befasst?�, erkundigte sich Setin. �Die Bilder sind sehr verschwommen, aber die St�dte sind nicht sehr gro�, wenn man �berlegt, seit wie vielen Jahren die Enigma-Rasse dieses Sternensystem bereits kontrolliert.�</p><p>�Wieso sind diese Bilder eigentlich so verschwommen?�, fragte Geary an die Wachhabenden auf der Br�cke gerichtet.</p><p>�Es muss etwas Atmosph�risches sein�, antwortete der Sensorenwachhabende. �Wir versuchen, klarere Bilder zu empfangen, aber das da wirkt so, als w�rde ein Schleier �ber den Bildern liegen.�</p><p>�Unsere Systeme sind ganz sicher frei von W�rmern?�, hakte Desjani sofort nach.</p><p>�Ja, Captain. Das scheint irgendetwas auf dem Planeten selbst zu sein. M�glicherweise handelt es sich um etwas, das sich �ber den St�dten befindet, das Licht durchl�sst, aber verhindert, dass man von oben Einzelheiten ausmachen kann.�</p><p>Geary gab das an Dr. Setin weiter, der sofort ganz aufgeregt das Gespr�ch unterbrach, um sich mit seinen Kollegen zu beratschlagen. Geary seinerseits nahm mit der Geheimdienstabteilung Kontakt auf. �Lieutenant Iger, wie sieht die Kommunikation in diesem System aus? Irgendwelche Videoaufzeichnungen, die wir f�r uns nutzen k�nnen?�</p><p>Iger machte einen etwas verwunderten Eindruck. �Es gibt �berhaupt keine Bild�bertragungen, Admiral. Es wird nur Text �bermittelt, und der ist ausnahmslos verschl�sselt.�</p><p>Desjani schnaubte aufgebracht. �Kein Wunder, dass die Syndiks sie als Enigma-Rasse bezeichnet haben. Bei so viel Geheimnistuerei wird ja jeder Paranoiker neidisch.�</p><p>�Wir k�nnen sie nicht nach unseren Ma�st�ben beurteilen�, warnte Charban.</p><p>�Das ist mir klar�, sagte Geary. �Dennoch hat Captain Desjani recht. Es handelt sich nicht um Gegenma�nahmen, die man nach unserem Eintreffen ergriffen hat. Das Licht von dieser Welt ist f�nf Stunden alt, und die Nachrichten, die wir von dort empfangen, sind mindestens genauso alt. Was wir jetzt sehen, ist das ganz normale, routinem��ige Verhalten dieser Spezies. Lieutenant Iger, halten Sie bitte Ausschau nach irgendwelchen Hinweisen, dass sich m�glicherweise noch Menschen in diesem System befinden.�</p><p>�Bislang haben wir keine Hinweise darauf entdecken k�nnen, Admiral.�</p><p>Dr. Setin war wieder da. �Sie sind sehr auf ihre Privatsph�re bedacht. Wirklich bemerkenswert. Ist Ihnen bei den St�dten etwas aufgefallen? Sie befinden sich alle unmittelbar an der K�ste. Auch wenn Einzelheiten nicht auszumachen sind, sieht es doch so aus, als h�tte man sie genau ans Ufer gesetzt. Was?� Jemand schien mit Setin zu reden. �Ja, genau. Admiral, es sieht sogar so aus, als h�tte man die St�dte ins Wasser <emphasis>hinein</emphasis>gebaut. Was da ins Meer ragt, k�nnte Piere sein, aber es macht eigentlich mehr den Eindruck, dass sich die Geb�ude von der Landmasse ins Wasser fortsetzen. Diese Bilder sind noch undeutlicher, und dann ist gar nichts mehr zu erkennen, was passen w�rde, wenn die Bauwerke sich auch bis dort erstrecken, wo das Wasser tiefer wird.�</p><p>�Was kann das bedeuten, Doctor?�</p><p>�Nun, die offensichtlichste M�glichkeit ist die, dass es sich bei der Enigma-Rasse um eine Amphibienspezies handelt. Ganz eindeutig ist ihnen die N�he zum Wasser wichtig, m�glicherweise k�nnen sie ohne Wasser nicht auskommen. Wir haben geh�rt, dass die Flotte am Sprungpunkt einem Alien-Schiff begegnet ist, Admiral. Werden wir es untersuchen und mit der Besatzung Kontakt aufnehmen k�nnen?�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Das Schiff hat sich leider selbst zerst�rt.�</p><p>�Oh. Hat es ein antagonistisches oder disputives Verhalten erkennen lassen?�</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Hat es uns angegriffen?�</p><p>�Ja, Doctor. In dem Moment, als es uns entdeckt hat, wurden wir auch schon beschossen.�</p><p>Die Systemtechniker arbeiteten konzentriert an den Sensoren und versuchten, ein sch�rferes Bild vom Planeten zu bekommen, doch es wollte ihnen nicht gelingen. Geary wartete mit wachsender Ungeduld ab und sah mit an, wie die fremden Raumschiffe nach und nach auf die Ankunft der Flotte reagierten, als das Licht vom Sprungpunkt sie erreichte. Mehr konnte er nicht tun, da es ihm nicht m�glich war, die Region vor dem Sprungpunkt zu verlassen. Das Risiko, von einem kollabierenden Hypernet-Portal vernichtet zu werden, war einfach zu gro�.</p><p>�Captain?�, lie� die Systemwachhabende nach vier ereignislosen Stunden in nachdenklichem Tonfall verlauten. �Beim Verhalten der Aliens ist mir etwas aufgefallen. Ich kann mich auch irren, aber ��</p><p>�Wenn Ihnen etwas aufgefallen ist, dann w�rde ich das gerne h�ren�, sagte Desjani prompt.</p><p>�Ja, Ma�am. Es ist so � wenn Sie sich die Reaktion der Alien-Schiffe ansehen, dann reagieren die mutma�lichen Frachter in dem Moment, in dem sie das Licht unserer Ankunft erreicht. Aber dieses Kriegsschiff in eineinhalb Lichtstunden Entfernung hat auch erst reagiert, als es uns sehen konnte. Und vor ein paar Minuten hat uns das Licht des zweiten Kriegsschiffs der Aliens erreicht, das nur rund f�nfundvierzig Lichtminuten von dem anderen entfernt ist. Dabei ist mir aufgefallen, dass es wenige Minuten nach dem Moment reagiert haben muss, nachdem das erste Schiff das Licht unserer Ankunft gesehen haben d�rfte.�</p><p>Desjani nickte und betrachtete ihr eigenes Display. �Das passt zu unserer Vermutung, dass sie zu einer Kommunikation mit �berlicht f�hig sind, ihre Sensoren diese Eigenschaft aber nicht besitzen, nicht wahr?�</p><p>�Ja, Captain. Das erste Kriegsschiff musste unser Licht sehen, um zu wissen, dass wir hier sind. Aber das verr�t uns noch etwas anderes�, f�gte sie hinzu, �und zwar, dass ihre Handelsschiffe nicht �ber �berlicht-Komm verf�gen. Erst nachdem das eine Kriegsschiff uns bemerkt hatte, zeigte das andere eine Reaktion.�</p><p>�Gut zu wissen. Hervorragende Arbeit, Lieutenant Castries.�</p><p>Rione und Charban schickten ihre vor einer Weile verfassten Gru�botschaften an die Aliens, in denen sie die bisherigen kriegerischen Auseinandersetzungen bedauerten, ihr Interesse an einem echten Dialog bekr�ftigten und ihnen anboten, Bedingungen f�r eine friedliche Koexistenz zu verhandeln.</p><p>F�nf Stunden nach Ankunft der Flotte im System traf eine Nachricht von den Aliens ein, die eindeutig abgeschickt worden war, bevor sie die Mitteilung der beiden Gesandten hatten h�ren k�nnen. Geary sah die gleichen menschlichen Avatare, die die Aliens schon bei Midway benutzt hatten, um ihre wahre Identit�t dahinter zu verstecken.</p><p>Ein �Mensch� sa� im Kommandosessel einer virtuellen Br�cke, die aus Syndik-�bertragungen digital zusammengebastelt worden war. Mit ernster Miene schaute dieser Mensch drein und machte dabei eine Geste, die vermutlich als Drohgeb�rde gemeint war, die aber von den realen Menschen als fehl am Platz wahrgenommen wurde. �Gehen Sie. Gehen Sie jetzt. Bleiben Sie, und Sie werden sterben. Dieser Stern geh�rt uns. Nicht Ihnen. Gehen Sie oder Sie werden sterben. Dieser Stern geh�rt uns. Gehen Sie oder sterben Sie.�</p><p>�Da bleibt nicht viel Verhandlungsspielraum�, stellte Desjani fest.</p><p>�Nein�, pflichtete Geary ihr bei. �Leiten Sie diese Nachricht an die zivilen Experten weiter, damit die sich damit befassen k�nnen. Und stellen Sie sicher, dass unsere Gesandten das auch zu sehen bekommen.� Sein Blick kehrte zur�ck zur Darstellung der feindlichen Kriegsschiffe auf seinem Display. Alle Enigma-Kriegsschiffe im System hatten Kurs auf die Allianz-Flotte genommen, nur die beiden, die ihnen am n�chsten waren, hatten in einer Entfernung von einer Lichtstunde angehalten und verharrten nun dort. Entweder wollten sie sich ihnen nur in den Weg stellen, da sie zahlenm��ig hoffnungslos unterlegen waren, oder sie warteten, bis sich alle Schiffe versammelt hatten, um dann einen immer noch aussichtslosen Angriff zu beginnen.</p><p>�Admiral?�</p><p>Er zuckte leicht zusammen, sah zu Desjani und merkte erst jetzt, dass er sich offenbar in seinen Gedanken verloren hatte. �Tut mir leid.�</p><p>�Alles in Ordnung?�, fragte sie. �Sie waren eine ganze Weile schweigsam.�</p><p>�Ich habe nur etwas �berlegt�, versicherte er ihr.</p><p>�Schon wieder?�</p><p>�Ja, Captain Desjani.� Er deutete auf sein Display. �Ich habe �ber die Tatsache nachgedacht, dass diese Aliens zwar �berlegene Man�vrierf�higkeiten besitzen, ihre Waffen aber � jedenfalls die, die sie gegen uns eingesetzt haben � nicht besser als unsere sind, vielleicht sogar noch etwas schw�cher. Das ist sehr widerspr�chlich.�</p><p>�Nein, finde ich gar nicht�, gab Desjani zur�ck. �Angenommen, Ihre Waffe ist ein Messer. Kein �berragendes Messer, aber eines, das seine Dienste tut. Und angenommen, Sie sind unsichtbar. Ihr Messer ist zwar nichts Besonderes, aber Sie kommen ja problemlos an ihre Opfer heran, um sie zu erstechen, bevor die �berhaupt merken, dass Sie da sind.� Sie spreizte die H�nde und sah ihn fragend an. �Warum sollten Sie sich dann ein neues Messer zulegen?�</p><p>�Weil ihre wahre Waffe die W�rmer waren, die es den Aliens m�glich machte, f�r unsere Sensoren unsichtbar zu werden.�</p><p>�Die W�rmer und das verdammte Hypernet-Portal. Wie gehen wir damit um?�</p><p>�Ich denke noch dar�ber nach.� Wieder schaute Geary auf sein Display. �Haben wir eine Best�tigung f�r die Syndik-Informationen erhalten, wo sich in diesem System die Sprungpunkte befinden?�</p><p>�Gerade eben. Einer davon ist ziemlich nah.�</p><p>Ziemlich nah. Aber war das auch nah genug?</p><p>Die Flotte hatte weiter am Sprungpunkt verharrt, nahe genug um noch mit einem Sprung das System zu verlassen, wenn sie sahen, dass das Hypernet-Portal zusammenzubrechen begann. Aber sie konnte nicht ewig hier warten, vor allem dann nicht, wenn sie auf diese Weise keine neuen Erkenntnisse �ber die Aliens gewinnen konnten.</p><p>Die Atmosph�re im Konferenzraum war von einer gewissen Unsicherheit gepr�gt. Der Kampf gegen Syndiks war selbst nach Abschluss des Friedensvertrags eine ziemlich schn�rkellose Angelegenheit. Die Enigma-Rasse dagegen schien nur immer neue Fragen aufzuwerfen und ein Dilemma nach dem anderen zu erzeugen.</p><p>�Wenn wir unbemannte Sonden losschicken, damit sie sich die Planeten aus n�chster N�he ansehen und bessere Bilder liefern k�nnen, werden die Aliens sie mit ihren Kriegsschiffen m�helos abfangen und zerst�ren�, grummelte Badaya. Die virtuellen Pr�senzen der anderen Flottenkommandanten am Tisch nickten zustimmend.</p><p>�Es scheint so, als k�nnten wir hier �ber diese Aliens gar nichts in Erfahrung bringen, wenn wir nicht gerade kopflos auf sie losst�rmen�, meinte Duellos. �Dieses Hypernet-Portal zwingt uns, in der N�he des Sprungpunkts zu bleiben.�</p><p>�K�nnen wir nicht einfach umkehren?�, fragte Armus. �Warum sollen wir hier mit Nichtstun unsere Zeit vertr�deln? Wir kehren nach Pele zur�ck und suchen von dort nach einem anderen Weg in ihr Territorium.�</p><p>�Das w�rde einen gro�en Umweg bedeuten�, antwortete Geary. �Und es k�nnte sein, dass wir dann in Hua die gleiche Situation wie hier erleben. Es gibt noch eine andere Option.� Er deutete auf das Display �ber dem Konferenztisch, das das Hina-Sternensystem zeigte. �Wir hatten genug Zeit um die Syndik-Daten zu �berpr�fen und zu best�tigen, wonach es in diesem System vier Sprungpunkte gibt. Der eine, an dem wir uns derzeit befinden, zwei auf der gegen�berliegenden Seite des Systems, und dann noch dieser hier.� Er kennzeichnete die Position farblich.</p><p>�Der ist nah�, urteilte Tulev. �Aber ist er auch nah genug, um ihn zu erreichen?�</p><p>�Das Hypernet-Portal ist elf Lichtstunden weit weg, die n�chsten Kriegsschiffe sind eine Lichtstunde von uns entfernt. Selbst wenn die Aliens Nachrichten mit �berlichtgeschwindigkeit versenden k�nnen, gibt uns das zw�lf Stunden.�</p><p>�Der Sprungpunkt ist 2,4 Lichtstunden entfernt�, stellte Badaya fest. �Wir werden beschleunigen m�ssen, aber selbst wenn wir nicht auf �ber 0,2 Licht gehen, damit unsere Hilfsschiffe mithalten k�nnen, w�re es m�glich, es in gut zw�lf Stunden zu erreichen. Da bleiben immer noch � hmmm.� Er rechnete etwas aus. �Selbst wenn alle Schiffe optimal beschleunigen, bleibt noch ein Zeitfenster von zwanzig Minuten, in dem eine Explosion des Hypernet-Portals uns erwischen k�nnte.�</p><p>�Zwanzig Minuten?�, fragte Captain Parr. �Wenn wir in die Druckwelle geraten, wird sie uns zerst�ren. Das ist ein verdammt gewagtes Spiel. Worauf warten wir noch?�</p><p>Geary l�chelte, als die anderen Offiziere ihre Zustimmung zu Parrs Einstellung erkennen lie�en. Der Gedanke daran, was geschehen w�rde, wenn die Flotte von der Explosion des Hypernets erfasst wurde, lie� ihm einen eisigen Schauer �ber den R�cken laufen. Dennoch war er nicht davon ausgegangen, auf gro�en Widerstand zu sto�en, wenn es darum ging, selbst einem solchen Wagnis zuzustimmen. Rione sa� schweigend da und warf ihm einen verstehenden Blick zu. Sie wusste, wie diese Flotte dachte. �Bevor wir aufbrechen�, warf Geary ein, �noch etwas anderes. Unsere Experten f�r intelligente nichtmenschliche Spezies� � er hoffte, er h�rte sich nicht sarkastisch an � �haben alles analysiert, was wir hier bislang gesehen haben, und sie haben es zu dem hinzugef�gt, was �ber die Enigma-Rasse bekannt ist. Sie w�rden uns gern eine Theorie vorstellen.�</p><p>Ein leises Seufzen ging durch den Raum wie von einer Gruppe Studenten, die soeben erfahren hatten, dass sie sich eine besonders langweilige Vorlesung anh�ren mussten. �Bringen wir�s hinter uns�, murmelte irgendwer.</p><p>Geary tippte die Befehle ein, die gleich darauf die zivilen Experten als kleine Gruppe am Tisch auftauchen lie�en. Dr. Setin stand auf und begann mit sichtlichem Eifer zu reden: �Wir k�nnen Ihnen allen gar nicht genug f�r diese Gelegenheit danken. Es ist sehr riskant, mit zu wenigen Informationen zu viel zu spekulieren, aber meine Kollegin Dr. Shwartz ist auf eine interessante Perspektive gesto�en, von der wir glauben, dass Sie sie faszinieren wird.�</p><p>Shwartz erhob sich, als Setin sich wieder hingesetzt hatte. Sie sah sich am Tisch um, strich eine Str�hne ihres recht kurz geschnittenen Haares aus der Stirn und begann pl�tzlich zu l�cheln. �Verzeihen Sie, aber so wie meine Kollegen bin ich es nicht gew�hnt, dass man unseren Theorien allzu viel Interesse schenkt. Das ist f�r uns eine sehr ungew�hnliche Erfahrung.�</p><p>Sie zeigte auf die Darstellung des Sterns Hina, der �ber dem Tisch schwebte. �Ich glaube, die Enigma-Rasse unterscheidet sich von der Menschheit auf eine sehr markante Weise. Ich muss Ihnen als Offizieren des Milit�rs nicht erkl�ren, dass wir Menschen uns bei unserem Umgang mit anderen Menschen auf offen zur Schau gestellte Macht und Aggression st�tzen. Das liegt in unserer Natur, so hat sich unsere Spezies aufgrund der Erfahrungen unserer fr�hesten Vorfahren entwickelt. Wenn wir einem Widersacher gegen�bertreten, dann versuchen wir, unser eigenes Erscheinungsbild aufzubl�hen, um bedrohlicher zu wirken. Wir stehen aufrechter da, die Schultern gestrafft, die Arme leicht ge�ffnet, die Finger gespreizt � in etwa so wie eine Katze, die einen Buckel macht und ihr Fell str�ubt, sodass sie eine gr��ere Silhouette erzeugt. Was wir bauen, spiegelt genau diese Denkweise wieder. Unsere Schlachtschiffe wirken todbringend. Sie sollen nicht nur leistungsf�hige Kriegsmaschinen sein, sondern sie sollen auch Bedrohung und Macht projizieren.�</p><p>Shwartz hielt kurz inne. �Die Enigma-Rasse dagegen scheint eine genau entgegengesetzte Strategie zu verfolgen. Ihre Methode ist uns Menschen nicht fremd, aber sie entspricht nicht unseren Instinkten. Ich gehe daher davon aus, dass die Enigmas nicht durch offen zur Schau gestellte Aggression agieren, sondern dadurch, dass sie ihre Gegenwart und ihre Macht verstecken.�</p><p>�Wie soll man jemanden beeindrucken oder abschrecken oder sonstwie reagieren lassen, wenn man sich vor demjenigen versteckt?�, wunderte sich Badaya.</p><p>�Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem abgedunkelten Raum�, erwiderte Dr. Shwartz. �In einem pechschwarzen Raum. Ist da jemand bei Ihnen? Wer ist da? Ist er gef�hrlich? Ist er so gef�hrlich, dass er Sie t�ten k�nnte? Wollen Sie ihn bek�mpfen? Oder lieber weglaufen? Aber wenn Sie k�mpfen wollen � wie bek�mpfen Sie das Unbekannte?�</p><p>Inzwischen h�rten die Flottenoffiziere ihr aufmerksam zu, und Desjani nickte zustimmend. �Ihre Theorie passt zu allem, was wir �ber die Aliens wissen. Sie legen vor allem Wert darauf, sich vor uns versteckt zu halten. Sogar die W�rmer, die sich in die Betriebssysteme unserer Schiffe eingeschlichen hatten, sorgten daf�r, dass die Aliens von unseren Sensoren nicht erfasst wurden, w�hrend sie immer genau wussten, wo wir uns aufhielten. Und die W�rmer in den Hypernet-Portalen machten diese Installationen zu heimlichen Waffen, die uns �berrumpeln sollten.�</p><p>�Genau�, best�tigte Shwartz. �Eine solche Vorgehensweise ist uns nicht fremd, schlie�lich arbeiten auch die Menschen mit Hinterhalten und greifen an, wenn der Feind uns den R�cken zudreht. Wir betrachten so etwas als unfair und unehrenhaft. Unsere Instinkte sagen uns, dass sich bei einer Auseinandersetzung die beiden Kontrahenten gegen�berstehen sollten, um sich einen �fairen Kampf� zu liefern, wie wir es nennen.�</p><p>�Schlangen�, warf Captain Vitali ein. �Wollen Sie sagen, die Enigmas verhalten sich wie Schlangen?�</p><p>�In gewisser Weise k�nnte man das wohl so formulieren.�</p><p>�Aber bek�mpfen sich Schlangen gegenseitig auch mit Hinterlist und Heimt�cke?�, wollte Badaya wissen. �Bek�mpfen sich Schlangen �berhaupt gegenseitig? Ich sage Ihnen, was mich bei Ihrer Theorie beunruhigt, Doctor. Wenn man das Unbekannte benutzen will, um einen Gegner zu beeindrucken und zu verwirren, erfordert das aber doch einen Gegner, der in der Lage ist zu verstehen, dass da eine unbekannte Bedrohung existieren k�nnte. Das funktioniert doch nicht bei jemandem, der davon keine Ahnung hat. Es ist unbedingt ein Gegner notwendig, der das auch wei�.�</p><p>�Wieso stellt das ein Problem dar?�, wunderte sich Duellos.</p><p>�Weil der Gedanke nahegelegt wurde, dass die Aliens diese Kampfstrategie entwickelt haben. Wer war ihr Gegner, der sie auf diese Strategie hat verfallen lassen? Welchem Widersacher standen sie gegen�ber, dass sie als seine Phantomgegner ihn dazu bringen konnten, die Nerven zu verlieren und die Flucht anzutreten?�</p><p>Dr. Shwartz legte die Stirn in Falten, nickte aber bed�chtig. �Das sind berechtigte Fragen. Vielen J�gern kann man mit der richtigen Art von Bedrohung Angst machen. Vielleicht kam der Feind aus den eigenen Reihen, vielleicht in Form von sich heftig bek�mpfenden Gruppen.�</p><p>�Aber es scheint von ihrer Art nicht allzu viele zu geben�, meldete sich ein anderer Experte zu Wort. �Obwohl sie schon sehr viel Zeit in diesem System verbracht haben, sind ihre Siedlungen nach menschlichen Ma�st�ben recht klein. Das spricht f�r eine niedrige Geburtenrate; eine Bev�lkerung, die sich langsamer vermehrt als eine menschliche Gruppe in der gleichen Gr��enordnung. Weniger Geburten und eine kleinere Bev�lkerungszahl bedeuten weniger Streit um Ressourcen, Land und den ganzen Rest.�</p><p>Jane Geary hatte sich mit irgendeinem Text besch�ftigt, auf einmal sah sie auf und sagte nur ein Wort: �Neandertaler.�</p><p>�Wie?�, fragte Badaya.</p><p>�Neandertaler. Eine evolution�re Sackgasse, eine der vormenschlichen Spezies auf der Alten Erde. Sie starben aus, kurz bevor die aufgezeichnete Menschheitsgeschichte begann.�</p><p>�Ich bin damit vertraut, was man �ber die Neandertaler wei߫, sagte Dr. Setin. �Welche Rolle spielt das in dieser Diskussion?�</p><p>�Wir wissen heute Folgendes. Als die ersten Menschen sich in deren Gebiet niederlie�en, wurden die Neandertaler immer weiter verdr�ngt, bis sie schlie�lich ausstarben�, legte Jane Geary dar. �Was w�re gewesen, wenn die Neandertaler bis in die aufgezeichnete Menschheitsgeschichte �berlebt h�tten? Wenn sie zahlreicher und m�chtiger gewesen w�ren, wenn sie sich mit unseren fr�hesten Vorfahren eine l�ngere Konfrontation h�tten liefern k�nnen?�</p><p>Dr. Setin atmete hastig ein. �Wir wissen nicht, ob die fr�hen Menschen die Neandertaler tats�chlich ausgel�scht haben. Man hat sich untereinander fortgepflanzt, aber weil alle vormenschlichen Spezies ausstarben, lange bevor die Menschheit damit begann, ihre Geschichte niederzuschreiben, k�nnen wir nichts dazu sagen, wodurch sie ausgestorben sind.�</p><p>�Die Menschen k�nnen eine lange Geschichte von Kriegen aus den unterschiedlichsten Anl�ssen vorweisen�, meldete sich Tulev zu Wort. �Unterschiedliche religi�se Ansichten, kulturelle Differenzen, ethnische Andersartigkeit. Da f�llt es nicht schwer, sich vorzustellen, welcher Konflikt daraus entstanden sein k�nnte, mit einer etwas anders aussehenden Variante von Menschen Seite an Seite leben zu sollen. Wie Sie sagten, sind all diese Varianten ausgestorben. <emphasis>Vielleicht </emphasis>war das ja ein Zufall.�</p><p>Dr. Shwartz nickte. �Wir k�nnen nichts dar�ber sagen, wie der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Varianten der Menschen sich auf unsere Entwicklung als Spezies ausgewirkt hat. <emphasis>Dass </emphasis>er irgendeine Wirkung hatte, davon k�nnen wir mit ziemlicher Sicherheit ausgehen. Das k�nnte der gleiche intelligente Wettbewerb gewesen sein, der die Enigmas dazu gebracht hat, diese Kampfstrategie zu entwickeln.�</p><p>�Das ist zwar alles plausibel�, warf Dr. Setin ein, �aber uns fehlen die Beweise. Wir verf�gen nicht mal �ber gen�gend Detailwissen, um das Ganze halbwegs zu untermauern. Wir ben�tigen mehr Informationen, Admiral Geary.�</p><p>�Wenn diese Aliens so vehement gegen uns eingestellt sind�, �berlegte Captain Armus, �wenn es keine M�glichkeit gibt, mit ihnen in friedlicher Koexistenz zu leben, warum kehren wir dann nicht sofort in Allianz-Gebiet zur�ck und bereiten einen ordentlichen milit�rischen Feldzug vor? Wir erobern dieses System zur�ck und arbeiten uns dann Schritt f�r Schritt vor, bis wir diese Bastarde zur Kapitulation zwingen k�nnen.�</p><p>Die Zivilisten starrten Armus an, aber nicht, weil sie so schockiert �ber diesen Vorschlag waren, sondern weil sie gar nicht in der Lage schienen, einen solchen Gedanken �berhaupt zu begreifen.</p><p>Badaya sch�ttelte den Kopf. �Wir m�ssen mehr �ber ihre St�rken und Schw�chen wissen, bevor wir einen Feldzug planen k�nnen. Ob diese Enigmas nun mit uns reden wollen oder nicht, wir m�ssen ihr Territorium gr�ndlicher erkunden. Wir m�ssen ihnen das eine oder andere Schiff intakt abnehmen, oder wir m�ssen �berf�lle durchf�hren, um in den Besitz eines Teils ihrer Technologie zu gelangen.�</p><p>�Wir werden weit genug vordringen, um so viel wie m�glich �ber sie in Erfahrung zu bringen, aber auch nicht zu weit, damit wir keine Schwierigkeiten bekommen, wenn wir uns zur�ckziehen wollen�, erkl�rte Geary. �Sobald wir den n�chsten Stern erreicht haben, der von den Syndiks den Namen Alihi erhalten hatte, richten wir unser Augenmerk auf lange Spr�nge, um m�glichst schnell m�glichst weit vorzudringen, bevor wir umkehren.�</p><p>�Die Aliens machen aber auf mich nicht den Eindruck, dass sie uns einen Ausflug in ihr Territorium genehmigen werden�, wandte Commander Neeson ein.</p><p>�Wenn wir k�mpfen m�ssen, werden wir das auch tun. Aber unsere eigentliche Aufgabe ist es, auszukundschaften und Informationen zu sammeln. Der Sieg besteht in diesem Fall f�r uns darin, dass wir so viel wie m�glich �ber die Aliens erfahren und diese Erkenntnisse nach Hause bringen.�</p><p>Niemand hatte etwas dagegen einzuwenden. Offenbar hatte der Eifer der Flotte etwas nachgelassen, von einer Schlacht in die n�chste ziehen zu wollen, nachdem der Krieg mit den Syndiks vor�ber war. Geary sah ihnen allen die Ersch�pfung und die M�digkeit an, er sp�rte die Gegenwart unz�hliger gefallener Freunde und Gef�hrten. Und doch war es zugleich das einzige Leben, was alle diese M�nner und Frauen jemals gekannt hatten. Auch wenn sie noch so kriegsm�de waren, gab es f�r sie gar nichts anderes. Wandel und Ungewissheit waren f�r sie in mancher Hinsicht unertr�glicher als die Aussicht, schon in der n�chsten Schlacht den Tod finden zu k�nnen. Sie waren bereit, sich auf einen Wettlauf mit der Zeit einzulassen, um den n�chsten Sprungpunkt zu erreichen. H�tte er stattdessen tats�chlich vorgeschlagen, den R�ckzug anzutreten und nach einem anderen Weg ins Gebiet der Aliens zu suchen, dann h�tten sie das missmutig mitgemacht, weil das nicht das Verhalten der Flotte war, wenn sie einer Herausforderung gegen�berstand. �Vielen Dank, ich werde die Flotte nach und nach beidrehen lassen, damit auch die langsameren Schiffe, vor allem unsere Hilfsschiffe, dem Sprungpunkt am n�chsten sind, auf den wir Kurs nehmen werden. Wenn die Flotte beschleunigt, werden die schnelleren Schiffe die langsameren �berholen und die Formation in sich umkehren. Innerhalb der n�chsten Stunde erhalten Sie alle Ihre exakten Steuerbefehle.�</p><p>Nachdem die Offiziere der Flotte sich zur�ckgezogen hatten, wandte sich Dr. Setin an Geary: �Admiral, ich habe Dr. Shwartz zu diesem Treffen mitgebracht, weil ich fand, dass ihre Theorie auf echten Beobachtungen basiert, nicht auf vorgefassten Vorstellungen. Allerdings gibt es in unserer Gruppe noch zwei andere � Lager. Ich bin �berzeugt, dass eines von ihnen diese Reise bereits mit der unverr�ckbaren Ansicht begonnen hat, diese Aliens seien uns moralisch �berlegen und h�tten nur mit Gewaltanwendung auf einen Angriff der Menschen reagiert.�</p><p>Desjani musste lachen.</p><p>�Ich kann Ihnen versichern�, sagte Geary, �dass das bei unseren Begegnungen mit den Aliens bislang nicht der Fall gewesen ist. Aber Sie sprachen von zwei Lagern.�</p><p>�Ja. Das andere glaubt, die Aliens sind feindselig und wir werden unweigerlich in einen Kampf auf Leben und Tod mit ihnen verstrickt werden.�</p><p>�Haben diese beide Gruppen vor dieser Mission jemals miteinander geredet?�, fragte Desjani.</p><p>�Nein�, antwortete Dr. Setin. �Jedenfalls nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden lie�, was meistens der Fall war. Beide Lager haben allerdings jeweils eine eigene Interpretation der bisherigen Beobachtungen, und es ist meine Pflicht, Sie zu bitten, diese Berichte ebenfalls zu lesen.�</p><p>�Das geht schon in Ordnung�, erwiderte Geary. �Einer der Fehler, den die Syndiks sich geleistet haben, war der, keine Alternativen zu dem in Erw�gung zu ziehen, was sie f�r die Wahrheit �ber die Enigma-Rasse hielten. Ich kann diese Berichte auf jeden Fall �berfliegen, um festzustellen, ob sie irgendetwas enthalten, was mich zum Nachdenken bringen kann.�</p><p>�Oh, vielen Dank.� Dr. Setin sah Geary lange an. �F�r einen Mann des Milit�rs sind Sie �u�erst unvoreingenommen.�</p><p>�Das kann er sich auch leisten�, warf Desjani ein. �Daf�r bin ich umso voreingenommener.�</p><p>Setin betrachtete sie und �berlegte erkennbar, ob sie wohl einen Witz gemacht hatte. Schlie�lich l�chelte er h�flich, bevor er verschwand.</p><p>�Ich lasse Sie Ihre diplomatischen Diskussionen f�hren�, sagte Desjani, stand auf und warf Charban und Rione einen herablassenden Blick zu.</p><p>Nachdem Desjani gegangen war, wandte sich Rione an Geary. �Ihr Befehl lautet, mit dieser Flotte die Grenzen des von der Enigma-Rasse kontrollierten Gebiets festzustellen.�</p><p>�Ja, das ist richtig. Aber als Flottenkommandant steht es mir zu, auf die jeweilige Situation zu reagieren, wenn das eine Anpassung meiner Anweisung erforderlich macht.� Geary sp�rte eine wachsende Wut auf Rione, die ihm kein bisschen entgegengekommen war, obwohl er trotz des Verhaltens von Paol Benan guten Willen demonstriert hatte. In f�rmlichem Tonfall redete er weiter: �Ich werde nicht bis zum Kern der Galaxis vorpreschen, selbst wenn die Enigma-Rasse mir das gestattet und meine Brennstoffvorr�te so lange durchhalten. Wir werden einen Punkt erreichen, an dem unser Bestand an Brennstoffzellen auf unter neunzig Prozent sinken wird. Auch wenn die Hilfsschiffe uns inzwischen mit neuen, leistungsf�higeren Brennstoffzellen versorgen k�nnen, wird das der Punkt sein, an dem wir kehrtmachen.� Dann f�gte er aus Neugier �ber die mit seinen Worten zu provozierende Reaktion hinzu: �Ich hoffe, der Gro�e Rat erwartet nicht von mir, dass ich die Flotte in Gefahr bringe, nur um blindlings Befehle auszuf�hren, die mir viele Lichtjahre von hier gegeben wurden.�</p><p>�Senator Navarro erwartet so was sicher nicht�, meinte Rione, deren Tonfall und Mienenspiel keinen Hinweis darauf gab, ob ihre Worte noch irgendeine andere Bedeutung hatten.</p><p>�Ich wei�, wir hatten unsere Meinungsverschiedenheiten�, sagte Geary und sah nun auch Charban an. �Aber ich m�chte Gewissheit haben, dass Sie beide verstehen, dass ich uns alle drei auf der gleichen Seite sehe.�</p><p>�Nat�rlich stehen wir auf der gleichen Seite�, stimmte Charban ihm zu.</p><p>Rione schaute ihn nur weiter an.</p><p>Drei Stunden sp�ter gab Geary den Befehl, die Schiffe zu drehen und mit maximaler Beschleunigung Kurs auf den Sprungpunkt nach Alihi zu nehmen.</p></section><section><title><p>Elf</p></title><p>Elf Stunden bis zum Sprung. Eine Stunde, nachdem die Flotte Kurs auf den Sprungpunkt genommen hatte, drehten die in vorderster Front befindlichen Kriegsschiffe der Aliens pl�tzlich bei und beschleunigten, um die Allianz-Flotte nicht entwischen zu lassen.</p><p>�Captain Smythe, Sie m�ssen aus Ihren Hilfsschiffen mehr herausholen!�, forderte Geary ihn auf.</p><p>�Ja, ja, Sir! Ich geh schon raus und schiebe sie pers�nlich an!� Seinen Worten lie� er einen �berschwenglichen Salut folgen. �Bitte um Erlaubnis, je zwanzig metrische Tonnen Rohstoffe aus der <emphasis>Tanuki, Kupua, Titan </emphasis>und <emphasis>Domovoi </emphasis>auszusto�en.�</p><p>�Zwanzig metrische Tonnen?� Das war eine Menge.</p><p>�Von jedem Schiff. Macht zusammen achtzig Tonnen. Das ist Material, das wir unterwegs �berall finden, zum Beispiel Roheisen. Im n�chstbesten System k�nnen wir ohne langsamer zu werden ein paar Asteroiden einfangen, aus denen wir uns das herausholen, was wir brauchen. Aber ohne das Gewicht der Schiffe zu verringern kann ich mehr Beschleunigung nicht herausholen.�</p><p>Ihm blieb damit praktisch keine andere Wahl. Die Beschleunigung der vier gro�en Hilfsschiffe reichte nicht aus, und wenn diese Schiffe hier zerst�rt wurden, konnte er mit deren achtzig Tonnen Rohmaterial auch nichts mehr anfangen. �Erlaubnis erteilt.�</p><p>�Sollen wir mit dem Material auf irgendjemanden oder irgendwas zielen?�, wollte Smythe wissen. �Je nachdem wo das landet, gibt das einen ordentlichen Knall.�</p><p>�Nein, schicken Sie es einfach nur in einen sicheren Orbit. Wir sollen mit den Enigmas friedliche Beziehungen herstellen, und da w�re es wohl nicht sehr hilfreich, sie mit achtzig Tonnen Rohmaterial zu bewerfen.�</p><p>Als Smythes Bild verschwand, sagte Desjani leise: �Sie m�ssen sich ein wenig ausruhen, Admiral.�</p><p>�W�hrend wir damit rechnen m�ssen, dass wir in letzter Minute von dem Hypernet-Portal da ausgel�scht werden?�</p><p>�Ja, weil wir n�mlich ohnehin nichts unternehmen k�nnen. Die Flotte k�nnen Sie auch von Ihrem Quartier aus im Auge behalten.� Sie sah ihn lange schweigend an. �Sie wirken nerv�s.�</p><p>Er <emphasis>war </emphasis>auch nerv�s, aber er verstand, was sie meinte. Jeder an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>w�rde ihn beobachten, um herauszufinden, ob er die Ruhe selbst oder doch eher ein Nervenb�ndel war.</p><p>Fast l�ssig stand er von seinem Platz auf. �Ich bin unten in meinem Quartier und werde was essen�, lie� er Desjani laut genug wissen, um auch von den anderen auf der Br�cke geh�rt zu werden.</p><p>�Gute Idee, Admiral�, gab sie zur�ck. �Ich w�nschte, ich w�re auf den Gedanken gekommen.�</p><p>Aber kaum war er in seinem Quartier angelangt, wurde er von einem Ruf gest�rt, gerade als er sich ein Bild davon machen wollte, wie weit Smythe mit den Hilfsschiffen war.</p><p>General Carabali verzog entschuldigend den Mund. �Tut mir leid, wenn ich st�re, Admiral, aber ich fand, ich sollte Sie davon in Kenntnis setzen, dass ich Admiral Chelak in seinem Quartier an Bord der <emphasis>Haboob </emphasis>unter Arrest gestellt habe.�</p><p>�Was hat Chelak denn gemacht?�</p><p>�Er wollte seinen Dienstgrad spielen lassen und das Kommando �ber die Marines an Bord der <emphasis>Haboob </emphasis>an sich rei�en. Genau genommen war das nicht sehr schlau, denn er h�tte zweihundert Marines davon �berzeugen m�ssen, statt auf mich auf ihn zu h�ren.�</p><p>Geary seufzte leise. �Danke f�r die Information.�</p><p>�Es wird noch schlimmer kommen, Admiral. Die sitzen auf der <emphasis>Haboob </emphasis>und der <emphasis>Mistral </emphasis>rum und langweilen sich, und das sind fast alles Leute, die daran gew�hnt sind, etwas zu tun und Befehle zu erteilen. Ich glaube, wir haben nur deshalb noch nicht mehr �rger am Hals, weil die meisten von ihnen noch unter dem Eindruck der langen Gefangenschaft stehen. Au�erdem sind einige von ihnen mit beachtlichen Dosen Medikamenten vollgepumpt worden, die die Flotten�rzte ihnen verschrieben haben.�</p><p>�Danke, General. Ich versuche, mir einen Zeitvertreib f�r sie zu �berlegen.� Nach dem Gespr�ch mit Carabali sa� Geary eine Weile da und starrte vor sich hin, w�hrend er sich den Kopf dar�ber zerbrach, was er den Leuten zu tun geben sollte. <emphasis>Ich kann sie nicht alle dazu einteilen, die Systeme auf der </emphasis>Haboob <emphasis>und der </emphasis>Mistral <emphasis>zu �berpr�fen. Selbst wenn sie diese Aufgabe �bernehmen w�rden, gibt es eine ganze Menge Kandidaten, denen ich den Zugang zu so kritischen Systemen nicht anvertrauen w�rde.</emphasis></p><p><emphasis>Zu schade, dass sie uns nicht bei den Aliens behilflich sein k�nnen.</emphasis></p><p>Der Gedanke zog nicht weiter, sondern verharrte in seinem Kopf. <emphasis>Wieso eigentlich nicht?</emphasis></p><p>Er nahm sich die Zeit, um einen Blick auf den Status der Hilfsschiffe und den Rest der Flotte zu werfen. Dabei entdeckte er, wie tonnenweise ausgesto�enes Rohmaterial hinter den Schiffen herzog und dabei wie seltsam rechteckige Asteroiden aussah.</p><p>Alles lief offenbar so gut, wie es nur m�glich war, also nahm Geary Kontakt mit der <emphasis>Mistral </emphasis>auf. Im Verlauf der kurzen und unerfreulichen Besprechung mit den befreiten Gefangenen hatte einer der Admir�le sich schnell hinter Geary gestellt und kein Verst�ndnis f�r Chelaks Haltung gezeigt. Eine �berpr�fung der Personalakte des Mannes hatte ergeben, dass er als zuverl�ssig und f�hig bezeichnet werden konnte. Er war ehrgeizig genug, um einen hohen Dienstgrad anzustreben, aber er schien nicht an einem politischen Amt interessiert zu sein. Er war jemand, mit dem Geary schon l�ngst h�tte reden sollen, wie ihm erst jetzt bewusst wurde. <emphasis>Lieber sp�t als nie. </emphasis>�Admiral Lagemann.�</p><p>Lagemann sah Geary an. �Was verschafft mir denn diese Ehre?�</p><p>�Ich hatte gehofft, Sie und Ihre Kameraden k�nnten mir bei einer sehr wichtigen Aufgabe behilflich sein.�</p><p>�Ich pers�nlich hab�s Ihnen nicht �bel genommen�, sagte Lagemann skeptisch, �dass Sie keine Zeit er�brigen konnten, um bei uns H�ndchen zu halten. Und ich wei� auch, dass es nur eine sehr kleine Zahl an Kommandoposten gibt, auf denen Sie Admir�le und Gener�le gebrauchen k�nnen. Ich w�rde mich freuen, irgendetwas Sinnvolles zu tun zu bekommen. Falls es Sie interessiert, kann ich Ihnen durchgeben, wie viele Wollm�use in den Korridorecken rumliegen. Wir hatten Zeit genug f�r eine genaue Bestandsaufnahme.�</p><p>�Soweit ich wei�, geh�ren Wollm�use nicht zu den gef�hrdeten Arten, Admiral. Sie wissen, wir befinden uns im Territorium einer intelligenten nichtmenschlichen Spezies, die sich bislang als sehr feindselig erwiesen hat. Wir verf�gen �ber wenige Daten und kaum Erfahrung mit diesen Aliens, aber wir m�ssen davon ausgehen, dass es weiter zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommen wird. Sie und Ihre Kameraden haben zwar schon eine Weile keine Gefechtserfahrung mehr sammeln k�nnen, aber Sie verf�gen �ber gen�gend Wissen und �bung im Umgang mit einem Feind. Sie k�nnten das Problem auch aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten als wir, weil wir mittlerweile alle mit einer bestimmten Einstellung an das Thema herangehen, die Sie noch nicht entwickelt haben. Ich m�chte Sie bitten, unsere Aufzeichnungen zu begutachten, die aus Material von den Syndiks und von unserer Flotte bestehen, und zu versuchen, die Denkweisen und Gefechtstaktiken der Aliens zu analysieren. Wie werden sie sich in einem Gefecht am wahrscheinlichsten verhalten? War die Situation bei Midway eine Anomalie, oder werden die Aliens beim n�chsten Mal wieder so agieren? Welche anderen Taktiken m�ssen wir von ihnen noch erwarten?�</p><p>Admiral Lagemann dachte kurz nach, dann nickte er. �Also keine reine Besch�ftigungstherapie? Ich kann zwar nichts versprechen, aber darum geht es ja auch gar nicht. Wenn wir etwas herausfinden, dann k�nnte das beim n�chsten Gefecht eine entscheidende Rolle spielen. Wenn wir nichts finden, haben Sie nichts verloren.�</p><p>�Genau. W�ren Sie dazu bereit, Admiral?�</p><p>�Ja, und ich wei�, dass viele meiner Kameraden dabei werden mitmachen wollen.� Lagemann schaute kurz zur Seite und atmete einmal tief durch. �Wissen Sie, das ist keine leichte Rolle, die wir derzeit spielen. Es wird uns viel bedeuten, wenn wir uns wieder sinnvoll bet�tigen k�nnen. D�rfte ich Sie um einen Gefallen bitten?�</p><p>�Gegen das Essen auf der <emphasis>Mistral </emphasis>kann ich auch nichts unternehmen.�</p><p>Lagemann grinste ihn an. �Nach siebzehn Jahren Syndik-Rationen schmeckt das Flottenessen wieder richtig gut. Nein, ich wollte Sie eigentlich um eine Gelegenheit bitten, etwas l�nger mit Ihnen reden zu d�rfen, vor allem �ber das Thema Taktik. Ich und einige andere hier w�rden gern die Gelegenheit bekommen, von Ihnen mehr dar�ber zu erfahren, wie Sie diese Gefechte gef�hrt haben, die den Syndiks letztlich das Genick gebrochen haben. Die Art, wie unsere Vorfahren gek�mpft haben, meine ich.�</p><p>�Nat�rlich, Admiral.� Geary bekam ein schlechtes Gewissen, dass er so viele f�hige Senioroffiziere zusammen mit den Unruhestiftern auf den Sturmtransportern quasi eingesperrt hatte. �Ich werde alle erw�hnten Aufzeichnungen f�r Sie zur Mistral senden. Wenn jemand auf der <emphasis>Haboob </emphasis>daran mitarbeiten will, erteile ich Ihnen hiermit die Erlaubnis, die Aufzeichnungen weiterzuleiten. W�ren Sie bereit, heute Abend mit mir zu reden?�</p><p>�Das w�re wunderbar.� Lagemann schaute auf seine Hand, dann salutierte er ungelenk. �Ich habe geh�rt, das ist in der Flotte die neueste Mode. Bis heute Abend, Admiral.�</p><p>Geary erwiderte l�chelnd den Salut. <emphasis>Vielleicht wollte mir ja jemand einen Klotz ans Bein h�ngen, als er sich den Befehl ausdachte, all diese Senioroffiziere aus der Gefangenschaft zu befreien. Aber das hei�t noch lange nicht, dass ich diese Leute nicht zum Nutzen der Flotte einsetzen kann.</emphasis></p><p>Knapp eine Stunde, bevor die Flotte den Sprungpunkt nach Alihi erreichen sollte, kehrte Geary zur�ck auf die Br�cke. Damit verblieben noch gut f�nfunddrei�ig Minuten, bis die Flotte m�glicherweise von der Druckwelle eines kollabierenden Hypernet-Portals erfasst wurde, die sie mit der Wucht einer Nova treffen w�rde. Da nicht nur die gr��eren Hilfsschiffe, sondern auch einige Schlachtschiffe M�he hatten, die optimale Beschleunigung zu erreichen, hinkte die Flotte hinter dem Zeitplan her. Damit war die Zeitspanne gr��er geworden, in der sie der Gefahr der v�lligen Zerst�rung ausgesetzt war.</p><p>�Die <emphasis>Orion </emphasis>konnte nicht mithalten�, sagte Geary mehr zu sich selbst.</p><p>�Die <emphasis>Revenge </emphasis>und die <emphasis>Indomitable </emphasis>auch nicht�, erg�nzte Desjani. �Man kann so viel testen und basteln wie man will, aber manche Probleme mit der Ausr�stung zeigen sich erst, wenn man sie zu H�chstleistungen antreibt.�</p><p>�Das wei� ich.�</p><p>�Ich wei�, dass Sie das wissen.�</p><p>Er beschloss, diese Unterhaltung nicht weiterzuf�hren.</p><p>Noch zehn Minuten bis zu dem Moment, da das Hypernet-Portal kollabieren konnte. Geary starrte auf die Darstellung des Hypernets auf seinem Display, obwohl sich da in den n�chsten Minuten nichts tun konnte � es sei denn, die Aliens hatten die Zerst�rung bereits befohlen, noch bevor die Flotte Kurs auf den Sprungpunkt genommen hatte.</p><p>Zwei weitere Alien-Kriegsschiffe hatten sich den beiden angeschlossen, die mit einem Abstand von einer Lichtstunde hinter der Allianz-Flotte herjagten und dabei die gleiche unfassbare Man�vrierf�higkeit demonstrierten wie zuvor bereits bei Midway.</p><p>F�nf Minuten. Die Wachhabenden auf der Br�cke versuchten, sich alle so zu verhalten, als w�rden sie routinem��ig ihre Arbeit erledigen. Aber Geary entging nicht, dass die Blicke immer wieder zu einem bestimmten Punkt auf dem jeweiligen Display wanderten � jenem Punkt, an dem das Hypernet-Portal angezeigt wurde.</p><p>Eine weitere Aktion war notwendig, auch wenn die jedem Instinkt widersprach, der nichts anderes wollte, als mit H�chstgeschwindigkeit auf den Sprungpunkt zuzufliegen. Aber ein Schiff, das zu schnell flog, konnte nicht in den Sprungraum �berwechseln. �Alle Schiffe bei Zeit f�nf null um eins acht null Grad drehen und auf 0,1 Licht abbremsen.� Ab dem Moment w�rde die Flotte langsamer werden, und damit verl�ngerte sich der Zeitraum, in dem sie schutzlos war. Allerdings gab es nichts, was man dagegen h�tte unternehmen k�nnen.</p><p>Eine Minute.</p><p>Desjani g�hnte. �Es w�re sch�n, mal irgendwo hinzukommen, wo es f�r uns was zu tun gibt, nicht wahr, Lieutenant Yuon?�</p><p>Yuon musste schlucken, ehe er mit halbwegs fester Stimme antwortete: �Ja, Captain.�</p><p>�Wie geht es Ihrer Familie auf Kosatka?�, fragte sie weiter.</p><p>�Gut, Ma�am. Alle wollten die ganze Zeit nur �ber � Sie wissen schon was reden.�</p><p>Geary sah zu Yuon und versuchte, Desjanis Plauderton zu treffen. �Ich hoffe, Sie haben Gutes �ber mich berichtet, Lieutenant.�</p><p>��hm � nat�rlich, Sir.�</p><p>�Eintritt in die kritische Phase�, meldete der Steuerwachhabende.</p><p>Desjani zog einen Verpflegungsriegel aus der Tasche. �Hunger?�, fragte sie Geary.</p><p>�Ich habe schon gegessen. Ist das ein Yanika Babiya?�</p><p>�Nein, das ist �� Sie schaute auf das Etikett. �H�hnchencurry, extra gew�rzt.�</p><p>�Ein H�hnchencurryriegel? Wie schmeckt der?�</p><p>Desjani biss ein kleines St�ck ab und begann zu kauen, wobei sie so tat, als w�rde sie nichts davon merken, dass alle auf sie schauten, aber nicht auf die Darstellung des Hypernet-Portals der Aliens. �Da ist auf jeden Fall Curry drin. Extra gew�rzt w�rde ich nicht sagen. Ein Teil von dem Rest <emphasis>schmeckt </emphasis>wie H�hnchen.�</p><p>�Das hat nicht viel zu sagen�, meinte Geary.</p><p>�Jedes Fleisch in einem Verpflegungsriegel schmeckt wie H�hnchen�, warf Lieutenant Castries ein. �Au�er H�hnchen.�</p><p>�Stimmt, Lieutenant�, gab Desjani zur�ck. �Echtes H�hnchen schmeckt wie � was? Hammel?�</p><p>�Schinken�, sagte Yuon. �Schlechter Schinken.�</p><p>�Dann kann das hier kein H�hnchen sein, weil es dann nicht nach H�hnchen schmecken d�rfte�, folgerte sie.</p><p>�F�nfzehn Minuten bis zum Sprung�, meldete der Steuerwachhabende.</p><p>Geary �berpr�fte das Bremsman�ver seiner Schiffe und stellte fest, dass die gesamte Flotte im richtigen Ma� abbremste, um beim Erreichen des Sprungpunkts mit 0,1 Licht zu fliegen.</p><p>�Was glauben Sie, wie die Aliens schmecken?�, fragte Desjani.</p><p>�Wir k�nnen sie nicht essen, sie sind intelligent�, wandte Geary ein.</p><p>�In Notsituationen essen Menschen manchmal sogar andere Menschen�, machte sie klar. �Zum Beispiel wenn man sich auf einem Schiffswrack befindet und keine Lebensmittelvorr�te mehr vorhanden sind. Das ist bei der Marine fast schon so etwas wie eine Tradition.�</p><p>�Davon habe ich geh�rt�, sagte Geary. �Werden nicht zuerst die Junioroffiziere mit dem niedrigsten Dienstalter verspeist?�</p><p>�Soweit ich wei� ja.� Desjani musterte ihre Wachhabenden. �Nur damit wir das fr�hzeitig festlegen k�nnen: Wer von Ihnen wurde als Letzter bef�rdert?�</p><p>Die Lieutenants sahen sich und grinsten dann. �Genau genommen, Captain�, antwortete Castries, �wurden Yuon und ich am gleichen Tag bef�rdert.�</p><p>�Hm, wir k�nnen Sie aber nicht beide gleichzeitig essen. Ich nehme an, Sie h�tten etwas gegen die alphabetische Reihenfolge einzuwenden, oder, Lieutenant Castries?�</p><p>�Nicht, wenn wir nach den Vornamen vorgehen, Captain�, gab Castries zur�ck. �Meiner lautet Xenia.�</p><p>�Das wird schwer zu �berbieten sein, nicht wahr, Lieutenant Bhasan Yuon?�</p><p>Yuon sch�ttelte den Kopf. �Ich glaube aber, dass Lieutenant Castries die bessere Mahlzeit ergibt, Captain. Ich werde zu z�h und zu sehnig sein.�</p><p>�F�nf Minuten bis zum Sprung�, rief der Steuerwachhabende dazwischen.</p><p>�Vielleicht sollten Sie beide eine M�nze werfen�, schlug Desjani vor, hob dann aber den Finger und machte eine Miene, als sei ihr ein genialer Einfall gekommen. �Ich wei� was. Ich teile diesem Team einfach einen Ensign zu.�</p><p>�Einen Notfallrations-Ensign?�, hakte Geary nach.</p><p>�Wir m�ssen das ja nicht in der Stellenausschreibung erw�hnen. Das k�nnte potenzielle Freiwillige abschrecken.�</p><p>�Wie w�r�s mit Master Chief Gioninni?�, schlug Yuon vor.</p><p>�Lieutenant Yuon�, sagte Desjani mit gespielter Entr�stung. �Wenn Master Chief Gioninni mit uns in einer Rettungskapsel sitzt, wird er uns so austricksen, dass wir zuerst gegessen werden, und dann wird er bei seinem Gl�ck mit m�glichen anderen �berlebenden auf einem Planeten landen, dessen Bewohner er davon �berzeugen kann, ihn auf Lebenszeit zu ihrem Herrscher zu machen.�</p><p>Gearys Aufmerksamkeit war jetzt ganz auf seine Flotte gerichtet, w�hrend er das Hypernet-Portal, das noch immer keine Anzeichen eines Zusammenbruchs erkennen lie�, nur von Zeit zu Zeit mit einem fl�chtigen Blick bedachte. Kein Schiff hinkte mehr hinter der Flotte her, alle flogen gleich schnell. Noch zwei Minuten. Die Flotte w�rde automatisch zum Sprung ansetzen, sobald die Steuersysteme feststellten, dass die richtige Position erreicht war. Das bedeutete, er musste den Sprung nicht erst noch befehlen, was nur weitere entscheidende Sekunden gekostet h�tte.</p><p>�Eine Minute bis zum Sprung�, sagte der Steuerwachhabende.</p><p>�Das Portal ben�tigt zum Kollabieren mehr als eine Minute�, erkl�rte Desjani. �Bislang ist nichts passiert, also haben wir es geschafft.�</p><p>�Ja�, best�tigte Geary. �Wir haben es geschafft.� Er tippte auf seine Kontrollen. �An alle Einheiten: Die Aliens k�nnten ihre �berlichtschnellen Komm-F�higkeiten einsetzen, um ihre Streitkr�fte bei Alihi zusammenzuziehen. Halten Sie sich gefechtsbereit, wenn wir den Sprungraum verlassen.�</p><p>Vierzig Sekunden sp�ter vollzog die Flotte den Sprung nach Alihi.</p><p>Desjani seufzte und stand von ihrem Platz auf, als das Grau des Sprungraums die Bedrohung durch die Aliens bei Hina ersetzte. �Ich bin m�de und aus irgendeinem Grund wie ausgehungert. Ich werde mir was zu essen holen.� Sie beugte sich zu Geary vor. �N�chstes Mal denken Sie sich was aus, wie wir alle abgelenkt bekommen.�</p><p>�Mit Ihnen kann ich es aber nicht aufnehmen.�</p><p>�Ich wei�, trotzdem k�nnen Sie ja Ihr Bestes geben, Admiral.� Nach einem letzten Blick verlie� Desjani die Br�cke.</p><p>Der Sprungraum neigte dazu, bei Menschen Unbehagen auszul�sen. Menschen geh�rten nicht in den Sprungraum, und m�glicherweise geh�rte �berhaupt nichts in den Sprungraum. Vielleicht waren die vorbeiziehenden Lichter Spiegelungen von etwas, das irgendwo anders geschah. Auf einer unterbewussten Ebene konnten sich Menschen hier einfach nicht wohlf�hlen, und je mehr Zeit sie im Sprungraum zubringen mussten, umso gereizter wurden sie.</p><p>Doch was Geary w�hrend des Sprungs nach Alihi versp�rte, das war anders als das �bliche Unbehagen. Es hatte etwas mit Desjanis Bemerkung zu tun, die wie der Schatten einer Erinnerung durch seinen Kopf geisterte. <emphasis>Wenn man ein Messer hat � </emphasis>Was st�rte ihn so sehr an dem Bild, das die Aliens mit einem Messer in der Hand zeigte?</p><p>W�hrend des Sprungs war eine normale Kommunikation zwischen zwei Schiffen nicht m�glich, aber seit jener Zeit vor hundert Jahren, als er die Schlacht bei Grendel ausgetragen hatte, und der Gegenwart, in der er aus seinem K�lteschlaf erwacht war, hatte die Menschheit immerhin eine Methode entwickelt, wie man kurze und knappe Nachrichten von einem Schiff zum anderen schicken konnte. Am vierten Tag im Sprungraum, keine acht Stunden vor der Ankunft im Alihi-System, ging von der <emphasis>Mistral </emphasis>eine Nachricht f�r Geary ein.</p><p>So kurz diese Mitteilung auch war, las er sie dennoch wieder und wieder. <emphasis>Wegen der Aliens: Denken Sie an R�ckendeckung. Lagemann.</emphasis></p><p>Er bat Desjani, zu ihm in sein Quartier zu kommen und einen Blick auf die �bermittlung zu werfen.</p><p>�Wir wissen, wir k�nnen den Aliens nicht vertrauen�, sagte sie irritiert, nachdem sie die wenigen Worte gelesen hatte. �Ist das alles, was er uns sagen will?�</p><p>�Das glaube ich nicht. Er und seine Kollegen sollten sich mit der Frage besch�ftigen, wie die Aliens vermutlich k�mpfen werden.�</p><p>�Das klingt eher nach einer Warnung, dass jemand einem ein Messer in den R�cken jagen will.�</p><p>�Was?� Geary riss den Kopf herum und starrte sie an.</p><p>Ihre Verwunderung galt nun seiner Reaktion. �Ich sagte, das klingt nach einer Warnung, dass die Aliens versuchen k�nnten, uns ein Messer in den R�cken zu jagen.�</p><p>�Ein Messer. In den R�cken.�</p><p>�Das habe ich nicht w�rtlich gemeint.�</p><p>Geary ballte die Faust vor der Stirn und lie� sie von seinem Kopf abprallen. �Verdammt! Genau das bedeutet es! Das ist es, was mich so gest�rt hat!� Er rief ein Display auf, das das Alihi-System zeigte � oder besser gesagt das Alihi-System, wie es zu der Zeit ausgesehen hatte, als sich dort noch die Au�enposten der Syndiks befanden. �Sie schlagen aus dem Verborgenen zu. Ein Hinterhalt. Wenn die W�rmer nicht mehr helfen, die eigene Position zu verschleiern, wo versteckt man sich dann in einem Sternensystem?�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Hinter dem Stern oder hinter einem Planeten oder einem Mond.�</p><p>�Hinter einem Sprungpunkt?�</p><p>�Nein.� Sie tippte mit dem Finger auf das Display. �Sie reden von einer Streitmacht, die hinter einem Sprungpunkt in Position gegangen ist, um eine Flotte von hinten anzugreifen, die den Sprungpunkt verl�sst. Das geht nicht. Das kann gar nicht gehen. Die Physik spricht dagegen.�</p><p>�Wieso?�</p><p>�Erstens wissen Sie nicht, ob und wann jemand einen Sprungpunkt verl�sst. Es ist schon schwierig, eine relative Position zu einem Sprungpunkt beizubehalten, und es ist noch schwieriger, genau dahinter zu bleiben. Und wie lange wollen Sie da verharren? Tage, Wochen oder Monate? Zweitens bewegt sich ein Schiff, das den Sprungpunkt verl�sst, mit 0,1 Licht von Ihnen weg. Sie selbst stehen im Raum und m�ssen erst einmal beschleunigen, um das Schiff zu verfolgen. Vielleicht schaffen Sie es, das Schiff einzuholen, aber das wird eine Weile dauern. Und dabei werden Sie von diesem Schiff aus auch noch beobachtet. Als �berraschungsangriff kann man das nicht bezeichnen.�</p><p>Geary nickte. �Aus genau diesen Gr�nden haben wir auch vor hundert Jahren nie einen Hinterhalt auf diese Art und Weise geplant. Aber was ist, wenn einem �berlicht-Kommunikation zur Verf�gung steht?�</p><p>Sie verstummte kurz. �Dann kann jemand seine Komplizen in Zielsystem warnen, dass wir unterwegs zu ihnen sind.�</p><p>�Und sie w�ssten auch ziemlich genau, wann wir dort eintreffen, weil die Physik des Sprungraums immer gleich ist. Wenn man zum Zeitpunkt X in den Sprungraum wechselt, dann kommt man zum Zeitpunkt Y am Ziel wieder aus dem Sprungraum.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Aber selbst dann w�ssten sie nicht exakt, wo man auskommt. Sie m�ssten in der Lage sein, viel schneller zu man�vrieren und zu beschleunigen als � o verdammt!� Sie sah ihn entsetzt an. �Genau das k�nnen sie ja!�</p><p>�Eben.� Geary lie� sich in seinen Sessel sinken und starrte vor sich. �Auf diese Idee sind wir gar nicht gekommen, weil wir die entsprechenden F�higkeiten nicht besitzen. Aber sie haben zwei gro�e Vorteile, die es m�glich machen. Und dank ihrer �berlicht-Kommunikation wissen sie vielleicht sogar, wie unsere Formation aussieht. Wir m�ssen den Sprungraum in der gleichen Formation verlassen, in der wir hineingeflogen sind, weil wir hier nicht man�vrieren k�nnen.�</p><p>�Sie werden als Erstes die Hilfsschiffe und vielleicht auch noch die Sturmtransporter erwischen, weil die sich ganz hinten befinden und sie von keiner Eskorte begleitet werden.� Desjani dr�ckte die Handballen auf ihre Augen. �K�nnen wir die Flotte schnell genug drehen lassen, um diesen Schiffen Deckung zu geben?�</p><p>�Es dauert einen Moment, um sich vom Sprung zu erholen�, knurrte Geary. �Au�erdem vergeht Zeit, bis die Schiffe gewendet und abgebremst haben, damit die Hilfsschiffe an ihnen vorbeifliegen k�nnen, um sich in deren Deckung zu begeben. Ich habe das unangenehme Gef�hl, dass es auf jede Sekunde ankommen wird.�</p><p>Desjani zeigte auf die Nachricht von der <emphasis>Mistral</emphasis>. �Formulieren Sie den Befehl ganz einfach, dann k�nnen wir ihn im Sprung senden.�</p><p>Etwas Einfaches, um einer Situation zu begegnen, die er �berhaupt nicht einkalkuliert hatte.</p><p>�Sie haben immer noch fast sieben Stunden Zeit, um sich etwas auszudenken, bevor wir den Sprungraum verlassen�, f�gte sie hinzu.</p><p>�Na, da f�hle ich mich ja gleich viel besser.�</p><p>�Oh, tut mir leid.�</p><p>Die Aliens warteten bei Alihi auf sie.</p><p>Gearys Gehirn hatte sich noch gar nicht an die normale Umgebung gew�hnt, da sp�rte er bereits, wie die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu wenden begann, um die Steuerbefehle auszuf�hren, die eingegeben worden waren, w�hrend sich das Schiff noch im Sprung befunden hatte. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>lie� die Haupttriebwerke mit voller Leistung arbeiten, um die Geschwindigkeit des Schiffs so schnell wie m�glich zu verringern, ohne die Belastung f�r Material und Besatzung zu gro� werden zu lassen. In diesem Moment begann eine Alarmmeldung der Gefechtssysteme zu pl�rren. Als Geary endlich klar sehen konnte, fuhr ein leichtes Zittern durch die <emphasis>Dauntless</emphasis>, da eine Salve Phantome auf Befehl der Gefechtssysteme abgefeuert wurde, die so programmiert worden waren, dass sie selbst�ndig das Feuer auf als feindselig eingestufte Ziele er�ffneten.</p><p>Seine Nachricht war an die anderen gro�en Kriegsschiffe der Flotte gegangen � an die Schlachtkreuzer <emphasis>Dauntless</emphasis>, <emphasis>Daring, Victorious </emphasis>und <emphasis>Intemperate </emphasis>sowie an die Schlachtschiffe <emphasis>Warspite, Vengeance, Revenge, Guardian, Fearless, Resolution </emphasis>und <emphasis>Redoubtable</emphasis>. Sie alle hatten die kurze Nachricht erhalten, die der Sprungraum ihm erlaubte. <emphasis>Beim Verlassen sofort ausf�hren. Drehen eins acht null, bremsen 0,05, Feuer er�ffnen. </emphasis>Das war die k�rzeste Form, in die er seinen Befehl hatte bringen k�nnen, falls die Aliens am Sprungpunkt lauerten und die Flotte unter Beschuss nehmen wollten.</p><p>Es war durchaus m�glich, dass die Enigma-Kriegsschiffe nicht hinter, sondern vor dem Sprungpunkt auf sie warteten, aber die verbliebenen Schweren und Leichten Kreuzer sowie die Zerst�rer w�rden hoffentlich gen�gen, um mit ihnen kurzen Prozess zu machen.</p><p>Endlich gelang es ihm, einen Blick auf sein Display zu werfen, gerade als die <emphasis>Dauntless </emphasis>begann, H�llenspeere abzufeuern. Enigma-Schiffe n�herten sich von ihrer Position hinter dem Sprungpunkt der Allianz-Flotte, die gedrungenen schildkr�tenartigen Raumfahrzeuge reichten in ihrer Gr��e von den Zerst�rern der Allianz bis hin zu einem Format, das �ber die Masse eines Schweren Kreuzers hinausging. Drei�ig � nein, vierzig � einundvierzig. Ihr Kurs �nderte sich geringf�gig, als die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die <emphasis>Daring</emphasis>, die <emphasis>Victorious </emphasis>und die <emphasis>Intemperate </emphasis>langsam genug geworden waren, damit die Hilfsschiffe sie passieren und sich hinter ihnen in Sicherheit bringen konnten. Die Schlachtkreuzer drehten und bremsten dabei schneller ab als die Schlachtschiffe.</p><p>Wiederholt durchfuhr ein Zittern die <emphasis>Dauntless</emphasis>, als die Aliens ihr Feuer auf die vier Schlachtkreuzer konzentrierten. Obwohl die ihren Bug dem Feind zugewandt hatten, versagten die schw�cheren Schilde, und einzelne Sch�sse drangen weit genug vor, und trafen auf die leicht gepanzerte H�lle. Geary blieb nur eine Sekunde, um sich eine Reaktion darauf zu �berlegen. Seine Hand landete auf der Komm-Kontrolle, gerade als die <emphasis>Daring </emphasis>von einem besonders heftigen Sperrfeuer erfasst wurde. �<emphasis>Dauntless</emphasis>, <emphasis>Daring</emphasis>, <emphasis>Victorious, Intemperate</emphasis>, bremsen Sie weiter maximal ab!�</p><p>W�hrend die unter Beschuss genommenen Schlachtkreuzer weiter ihre Fahrt verlangsamten, beschleunigten die Aliens, um Kurs auf die acht Hilfsschiffe zu nehmen. Von den Schlachtkreuzern abgefeuerte Kart�tschen trafen die gegnerischen Schiffe, und der <emphasis>Victorious </emphasis>gelang es, mit ihrem Nullfeld aus einem von ihnen ein gro�es St�ck herauszutrennen.</p><p>Auf seinem Display konnte Geary keine weiteren Alien-Schiffe in unmittelbarer N�he des Sprungpunkts ausmachen, also erteilte er schnell den n�chsten Befehl: �Alle Schiffe nach eigenem Ermessen steuern, um den Feind zu attackieren. Captain Smythe, bringen Sie Ihre Schiffe in Sicherheit!�</p><p>Von der Flotte der Aliens waren nur noch f�nfundzwanzig Schiffe einsatzf�hig, die das Feuer auf die Hilfsschiffe er�ffnet hatten, als die Allianz-Schlachtschiffe endlich die leicht bewaffneten Eskorten eingeholt hatten. Die Kreuzer und Zerst�rer zu beiden Seiten der Hilfsschiffe sowie die vor ihnen drehten sich nun auch, und die Schweren Kreuzer feuerten einige Phantome auf den Feind ab.</p><p>Es waren allerdings die Schlachtschiffe, die den Ausschlag gaben, da sie zun�chst die in unmittelbarer N�he befindlichen Enigma-Schiffe ausl�schten und dann deren zweite Reihe dezimierten.</p><p>Nur sechs Kriegsschiffen der Aliens gelang es, dem Beschuss zu entkommen, indem sie Flugman�ver beschrieben, zu denen kein menschliches Schiff in der Lage war, und dann mit unglaublicher Geschwindigkeit davonjagten.</p><p>Obwohl die Schlacht geschlagen war, kam es immer noch zu Detonationen im All, da die flugunf�hig geschossenen Alien-Schiffe sich eines nach dem anderen selbst zerst�rten.</p><p>�An alle Einheiten: Formation wieder einnehmen, abbremsen auf 0,02 Licht.� Er musste sich erst einmal einen Eindruck davon verschaffen, wie �bel man seiner Flotte mitgespielt hatte, bevor sie tiefer in dieses Sternensystem vordringen konnten.</p><p>�Hier gibt es auch ein Hypernet-Portal�, fauchte Desjani, w�hrend sie die eingehenden Schadensberichte begutachtete. �Diese Bastarde!�</p><p>Geary widmete sich ebenfalls den Schadensmeldungen, die von der <emphasis>Dauntless </emphasis>und den drei anderen Schlachtkreuzern �bermittelt wurden. Beim Anblick der Liste musste er unwillk�rlich zusammenzucken. Die <emphasis>Daring </emphasis>hatte es am schlimmsten erwischt, der Bug war massiv zerschossen worden, mehrere Systeme waren ausgefallen, und fast hundert Crewmitglieder waren tot oder verwundet. Auf der <emphasis>Victorious </emphasis>waren sechzig Opfer zu beklagen, sie hatte zudem die H�lfte ihrer H�llenspeere verloren. Dreiundf�nfzig Crewmitglieder der <emphasis>Intemperate </emphasis>waren tot oder verletzt, und die Backbordseite des Bugs wies schwere Sch�den auf.</p><p>Und dann die <emphasis>Dauntless</emphasis>. �Achtundzwanzig Tote�, sagte Desjani, deren Stimme keinerlei Gef�hlsregung verriet. �Einundvierzig Verwundete, sechs davon schwer. Ich habe noch vier funktionst�chtige H�llenspeer-Batterien.� Sie nahm einen weiteren Bericht entgegen, der soeben einging. �Korrektur: dreieinhalb Batterien.�</p><p>Geary nahm eine Art Taubheit in sich wahr, als er erneut die Komm-Kontrolle bet�tigte. In einem Zeitraum, der sich eher nach Sekunden als nach Minuten bema�, hatten so viele Menschen ihr Leben verloren. �Captain Smythe, ich brauche so schnell wie m�glich die Unterst�tzung der Hilfsschiffe f�r die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die <emphasis>Daring</emphasis>, die <emphasis>Victorious </emphasis>und die <emphasis>Intemperate</emphasis>. <emphasis>Daring</emphasis>, <emphasis>Victorious, Intemperate</emphasis>, melden Sie sich umgehend, wenn Sie medizinische Hilfe ben�tigen. General Carabali, stellen Sie sicher, dass die medizinischen Teams auf der <emphasis>Mistral, Haboob, Tsunami </emphasis>und <emphasis>Typhoon </emphasis>sich bereithalten, um sofort zum Einsatz zu kommen.�</p><p>Er sah zu Desjani, deren versteinerte Miene ihren Tonfall widerspiegelte. �Ben�tigt die <emphasis>Dauntless </emphasis>medizinische Hilfe?�</p><p>Sie fragte in der Krankenstation nach, dann nickte sie. �Wir k�nnen Hilfe gebrauchen, Admiral, vor allem bei den Schwerverletzten.�</p><p>�<emphasis>Typhoon</emphasis>, nehmen Sie Kurs auf die <emphasis>Dauntless</emphasis>, um medizinische Unterst�tzung zu leisten.� Geary bemerkte, dass Desjani noch immer auf etwas von seiner Seite wartete. �K�mmern Sie sich um Ihr Schiff, Captain. Ich nehme mir den Rest der Flotte vor.�</p><p>�Danke, Admiral.�</p><p>Da sie nur von ein paar Alien-Schiffen angegriffen worden waren, hatten die Schlachtkreuzer von der gesamten Flotte die heftigsten Treffer einstecken m�ssen. Die kleineren Treffer an den Hilfsschiffen lie�en sich schnell reparieren, und die Schlachtschiffe hatten nur oberfl�chliche Sch�den erlitten.</p><p>W�hrend die Allianz-Flotte in aller Eile die Reparaturen durchf�hrte, trafen durch das Hypernet-Portal weitere Alien-Kriegsschiffe ein. Die Sensoren hatten w�hrenddessen einen Scan des Systems durchgef�hrt. Es verf�gte �ber zwei Planeten, die von den Syndiks als in minimalem Umfang bewohnbar eingestuft worden waren, einer davon sechs Lichtminuten von seinem Stern entfernt, der andere rund zehn Lichtminuten. Keine der Welten war f�r Menschen angenehm, aber sie waren auch nicht v�llig unwirtlich. In zwanzig Lichtminuten Abstand zur Sonne gab es einen dichten Asteroideng�rtel, dahinter zogen vier Gasriesen ihre Kreise.</p><p>Die Enigmas hatten den sechs Lichtminuten entfernten Planeten besiedelt, und nach den Sensoranzeigen zu urteilen hatten sie dabei die immens schwierige Aufgabe �bernommen, die Umgebung zu modifizieren, um angenehmere Lebensbedingungen zu schaffen. �Menschen machen so etwas nicht�, erkl�rte einer der Ingenieure. �Es ist nicht so, als k�nnten wir das nicht. Die Grundlagentechnologie haben wir vor langer Zeit auf diesem Planeten nahe der Alten Erde geschaffen � wie hie� er noch gleich? Mars, ja, genau. Aber das war noch in der Zeit, bevor die Sprungtechnologie interstellare Reisen zu einer Leichtigkeit machte. Seitdem ist es viel einfacher und kosteng�nstiger, in einem anderen Sternensystem nach einem passenden Planeten zu suchen, anstatt sich die M�he zu machen, auf einer halbwegs lebenswerten Welt bessere Bedingungen zu schaffen.�</p><p>�Irgendeine Ahnung, warum die Aliens das hier trotzdem unternommen haben?�</p><p>Der Ingenieur dachte kurz dar�ber nach. �Ich k�nnte mir zwei Gr�nde vorstellen. Einer w�re der, dass planetare Modifikationen f�r sie mit deutlich weniger Aufwand und Kosten verbunden sind. Der andere w�re, dass sie einfach nicht gen�gend geeignetere Welten finden. Dadurch, dass sie hier auf die Syndiks gesto�en sind, wurde ihre Expansion in diese Richtung schon mal gestoppt.�</p><p>�Keine Anzeichen f�r die Anwesenheit von Menschen�, meldete Lieutenant Iger. �Aber so wie bei Hina wird auch hier durch ihre Gegenma�nahmen verhindert, dass unsere Sensoren die bewohnte Welt gr�ndlich analysieren.�</p><p>Dr. Setin machte keinen Hehl daraus, wie frustriert er war. �Wir k�nnen nur mutma�en, was die Bev�lkerungszahl angeht. Wenn wir die Anzahl der St�dte als Grundlage nehmen, dann d�rften dort mehr Aliens leben als auf dem Planeten im Hina-System. K�nnen wir nicht n�her an diese Welt dort heranfliegen? Jetzt haben wir endlich eine andere intelligente Spezies entdeckt, und trotzdem k�nnen wir nichts �ber sie in Erfahrung bringen!�</p><p>Wie es schien, gab es keinen plausiblen Grund, l�nger in Alihi zu bleiben.</p><p>�Das Hypernet-Portal ist nur zwei Stunden von diesem Sprungpunkt entfernt�, erkl�rte Geary ernst. Die Bilder der befehlshabenden Offiziere der Flotte waren auf das �ber dem Konferenztisch schwebende Sternendisplay gerichtet. �Es ist nicht m�glich, einen anderen Sprungpunkt zu erreichen, ohne das Risiko einzugehen, auf dem Weg dorthin ausgel�scht zu werden. Aber dieser Sprungpunkt f�hrt nach Hina und zu einem anderen Stern tiefer im Territorium der Enigma-Rasse. Die Syndiks hatten ihm den Namen Laka gegeben, aber zwei Erkundungsmissionen in dieses System verschwanden vor �ber hundert Jahren spurlos. Wir k�nnen davon ausgehen, dass Laka auch von den Enigmas bewohnt wird. Sobald unsere vier besch�digten Schlachtkreuzer wiederhergestellt sind, machen wir uns auf den Weg nach Laka.�</p><p>�Ich nehme an, wir werden diesen Sprung mit einer angepassten Formation unternehmen, oder, Admiral?�, wollte Armus wissen.</p><p>�Ja, wir werden darauf gefasst sein, auf einen Angriff aus jeder beliebigen Richtung zu reagieren.�</p><p>�Warum bleiben wir nicht hier�, warf Captain Vitali von der <emphasis>Daring </emphasis>ein, �und bombardieren sie in Grund und Boden, bis nur noch Ruinen �brig sind? Dann gehen wir runter und erkunden das, was noch �brig ist.�</p><p>General Charban machte eine missbilligende Miene und wandte ein: �Unsere Mission verlangt von uns, dass wir versuchen, friedliche Beziehungen zu ��</p><p>�Diese Kreaturen greifen uns jedes Mal an, wenn wir ihnen begegnen! Die reden nicht mit uns, weil sie das gar nicht wollen! Die wollen uns nur umbringen. Also gut, dann revanchieren wir uns eben auf die gleiche Weise!�</p><p>Leise zustimmendes Gemurmel machte sich am Tisch breit.</p><p>Daraufhin seufzte Duellos laut genug, um von allen geh�rt zu werden. �Das Problem, das sich uns stellt, ist das verdammte Hypernet-Portal. Selbst wenn wir auf dem Planeten alles zerst�ren w�rden, w�re das keine Garantie, dass es an dem Portal keinen Totmannmechanismus gibt, der es zusammenbrechen l�sst und uns mit einer gewaltigen Detonation ausl�scht.�</p><p>�Warum schie�en wir dann nicht auch auf das Portal?�, wollte Vitali wissen.</p><p>Commander Neeson sch�ttelte den Kopf. �Wenn wir damit anfangen, Portaltrossen zu zerschie�en, verlieren wir die Kontrolle �ber den Prozess, der das Portal kollabieren l�sst. Und sobald wir damit anfangen, k�nnten wir damit eine von den Aliens vorbereitete Sequenz ausl�sen, die unsere Vernichtung zur Folge hat.�</p><p>�Wenn wir gen�gend Steine auf die richtigen Trossen abfeuern ��, fuhr Vitali stur fort.</p><p>�Rund um das Portal sind Verteidigungsanlagen aktiv. Die m�ssen nur einen einzigen unserer Steine ein klein wenig aus der Bahn bringen, und schon ist unsere Planung hinf�llig.�</p><p>�Vielleicht�, warf Charban ein, �sollten wir ein paar Stellen auf ihrer Welt bombardieren, um ihnen zu zeigen, wozu wir in der Lage sind ��</p><p>�Das hat schon bei den Syndiks nicht funktioniert�, unterbrach Badaya ihn. �Ich h�tte nicht gedacht, dass ich das mal sagen w�rde, aber im Gegensatz zu diesen Enigmas sind die Syndiks richtiggehend vern�nftig. Wenn wir die Syndiks nicht zum Einlenken bringen konnten, wird es uns bei diesen Aliens erst recht nicht gelingen.�</p><p>�Da kann ich nur zustimmen�, sagte Duellos.</p><p>�Das muss uns aber nicht davon abhalten zur�ckzuschlagen�, warf Desjani ein. �Bombardieren wir ein paar von ihren St�dten. Sie haben uns Grund genug f�r einen Vergeltungsschlag geliefert. Wir k�nnen ihnen zeigen, dass sie nicht einfach davonlaufen k�nnen, wenn sie uns angegriffen haben.�</p><p>Charban z�gerte. �Ein von hier aus gestartetes Bombardement k�nnen sie fr�h genug sehen, um die Bev�lkerung zu evakuieren. Wir k�nnen damit unsere F�higkeiten auf eine Weise demonstrieren, die sich von ihnen nicht ignorieren l�sst, aber gleichzeitig vermeiden wir einen Vergeltungsschlag von deren Seite, weil wir zivile Opfer verhindern.�</p><p>Dr. Shwartz und Dr. Setin waren zu dieser Konferenz eingeladen worden, und es war Shwartz, die nun z�gerlich das Wort ergriff: �Wir wissen nicht, ob die Enigmas so wie wir zwischen Milit�r und Zivilbev�lkerung unterscheiden. M�glicherweise ist ihnen ein solches Konzept v�llig fremd.�</p><p>�Laut den Syndik-Unterlagen�, meldete sich erneut Duellos zu Wort, �haben die in dieser Region etliche Schiff verloren, bevor sie �berhaupt begriffen, dass es die Enigmas gibt. Viele von diesen Schiffen waren nur leicht oder sogar �berhaupt nicht bewaffnet. Falls die Aliens zwischen Milit�r und Zivilbev�lkerung unterscheiden k�nnen, machen sie zumindest keinen Unterschied darin, auf wen sie das Feuer er�ffnen.� Alle sahen sie zu Geary, der nachdenklich den Kopf nach vorn gebeugt hatte und schlie�lich nickte. �Ja. Wir werden ihnen noch eine Nachricht schicken und ihnen abermals erkl�ren, dass wir an einer friedlichen Koexistenz interessiert sind. Falls sie dann immer noch die Konfrontation und den Krieg suchen, sollen sie beides bekommen. Ich sehe keine andere M�glichkeit.�</p><p>Das anschlie�ende Schweigen wurde vom Captain der <emphasis>Victorious </emphasis>unterbrochen. �Beerdigen wir unsere Toten hier? Schicken wir sie in diesen Stern?�</p><p>�Nein�, beharrte Vitali sofort.</p><p>Geary nickte abermals. �Ich bin Captain Vitalis Meinung. Das Risiko ist zu gro�, dass die Reise unserer geehrten Toten zu diesem Stern von den Aliens gest�rt wird. Auf den Sturmtransportern finden sich R�ume f�r die vor�bergehende Unterbringung von Gefallenen. Wir bringen unsere Toten dorthin und warten, bis wir ein System finden, in dem wir sie ohne Risiko bestatten k�nnen. Captain Smythe, wie lange noch, bis alle vier besch�digten Schlachtkreuzer wieder gefechtsbereit sind?�</p><p>Smythe kratzte sich nachdenklich am Hals. �Keiner der Schlachtkreuzer wird in Bestzustand sein, aber geben Sie mir noch drei Tage, dann funktionieren die Waffen wieder, die L�cher in den Au�enh�llen sind geflickt und die Schilde haben ihre alte Leistungsf�higkeit zur�ck.�</p><p>Desjani rechnete etwas aus, dann sagte sie: �Ein von hier gestartetes Bombardement ben�tigt einundsechzig Stunden, bis es den Planeten mit den Enigma-St�dten erreicht.�</p><p>�Also gut�, sagte Geary. �Wir beginnen die Bombardierung innerhalb der n�chsten Stunde, begleitet von der Nachricht, dass dies nur ein Vorgeschmack auf das ist, was eine wirklich w�tende Menschheit zu leisten imstande ist. Das wird den Aliens gen�gend Zeit geben, um auf eine andere Weise als nur wieder mit einem Angriff zu reagieren. Und wir haben genug Zeit, um mit anzusehen, wie die Steine einschlagen, und das Ergebnis zu bewerten, bevor unsere Reparaturarbeiten abgeschlossen sind und wir nach Laka springen.�</p><p>Die meisten Offiziere zogen sich schnell zur�ck, als die Konferenz zu Ende war, lediglich Smythe blieb noch lange genug, um Desjani anzusehen und den Kopf zu sch�tteln. �Da mache ich mir die M�he und r�ste Ihre Schiffssysteme auf, und Sie lassen einen Gro�teil der Ausr�stung zerschie�en, noch bevor ich mit meiner Arbeit fertig bin.�</p><p>�Ich versuche nur, Ihren Ingenieuren etwas zu tun zu geben�, gab sie zur�ck und lie� den ersten Hauch eines L�chelns erkennen, seit sie so viele Crewmitglieder verloren hatte.</p><p>�Ich wei� Ihre Anstrengungen zu sch�tzen, aber ich m�chte den Admiral wissen lassen, dass eine der H�llenspeer-Batterien an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>nicht durch den Beschuss ausgefallen ist. Jedenfalls nicht unmittelbar. Einer der Verteilerknoten, der sie mit Energie versorgt, hat versagt.�</p><p>�Alter?�, fragte Geary.</p><p>�Alter und Belastung�, best�tigte Smythe. �Ich kann unserer Ausr�stung nicht das Meditieren beibringen, darum arbeite ich daran, sie zu verj�ngen.�</p><p>Charban sa� da und starrte vor sich auf den Tisch, nachdem Smythe gegangen war. �Wenn sie doch nur mit uns reden w�rden. Das ist so sinnlos. Krieg ist immer sinnlos, aber wir wissen ja nicht mal, wieso sie eigentlich so feindselig sind. Glauben Sie nicht, dass ich die Einstellung Ihres Captain Vitali nicht nachvollziehen kann. Ich habe zu meiner Zeit viele von meinen Leuten verloren.�</p><p>Dann stand er auf und ging nach drau�en. Etwas an der Art, wie er sich bewegte, lie� Charban mit einem Mal viel �lter wirken.</p><p>Desjani sah zu Rione, die immer noch an ihrem Platz sa�, und stand mit den Worten auf: �Ich muss eine Bombardierung planen, Admiral.�</p><p>�Danke. Nehmen Sie ungef�hr die H�lfte der St�dte auf dem Planeten unter Beschuss.�</p><p>�Die H�lfte?� Sie l�chelte wieder, diesmal auf eine wilde Art. �Ich dachte, Sie w�rden mir nur ein Viertel geben.�</p><p>Nachdem sie gegangen war, sa� Geary da und wartete, dass Rione zu reden begann. Nach einer scheinbaren Ewigkeit sah sie ihn endlich an. �Ich wei�, dass Worte wie �es h�tte schlimmer kommen k�nnen� in einem Moment wie diesem nur einen schwachen Trost darstellen. Aber sie treffen auch zu. Sie k�nnten den Verlust Ihrer halben Flotte beklagen, verbunden mit Tausenden von Toten.�</p><p>�Ich wei�.� Geary lehnte sich nach hinten und versuchte den dumpfen Schmerz zu verdr�ngen, den die erlittenen Verluste ihm bereiteten. �Wenn wir nicht so schnell reagiert h�tten, w�ren jetzt vermutlich die meisten Hilfsschiffe nichts weiter als Wracks, was diese Flotte in eine sehr unangenehme Lage bringen w�rde. War das die Absicht, Madam Gesandte?�</p><p>�Ich wei� nicht, was Sie meinen.�</p><p>�Ich glaube doch. Ich w�nschte nur, ich h�tte eine Ahnung, warum Sie sich bereit erkl�rt haben k�nnten, bei dem Ganzen mitzumachen.�</p><p>�Sie wissen, dass ich schon immer bereit war, mich aus den richtigen Gr�nden zu opfern.� Mit diesen Worten erhob Rione sich von ihrem Platz und verlie� ebenfalls den Konferenzraum.</p><p>Vier Stunden sp�ter stand Geary in Habachthaltung da, er trug seine beste Uniform. Neben ihm befand sich Captain Desjani, �hnlich gekleidet, in gleicher Haltung. Daneben standen Matrosen und Marines der <emphasis>Dauntless </emphasis>in zwei Reihen unmittelbar vor einer Luke. Von der Luke, die nach au�en ins All f�hrte, verlief ein unter Druck gesetzter Verbindungsschlauch bis hin zur <emphasis>Typhoon</emphasis>. Jeder von ihnen trug ein Armband, das einen breiten goldenen Balken zeigte, gefolgt von einem schwarzen und einem weiteren goldenen Balken. Es symbolisierte, dass die Nacht nur ein Intervall zwischen dem Licht war.</p><p>Geary hob den Arm zum Salut, als der erste von neunundzwanzig versiegelten Leichenbeh�ltnissen von weiteren Crewmitgliedern an ihm vorbeigetragen wurde, die mit bed�chtigen Schritten ihren Weg zur�cklegten. Die sterblichen �berreste der anderen Opfer folgten und wurden zwischen den in Reih und Glied stehenden Kameraden hindurch zur Luke gebracht, um von dort zur <emphasis>Typhoon </emphasis>getragen zu werden, wo sie in speziellen R�umen untergebracht wurden, die allein f�r diesen traurigen Zweck bestimmt waren.</p><p>Normale Fracht wurde einfach durch das All von Schiff zu Schiff geschickt, doch so ging die Flotte nicht mit ihren Toten um.</p><p>Nachdem das letzte Beh�ltnis die Reise zur <emphasis>Typhoon </emphasis>angetreten hatte und au�er Sichtweite war, lie� Geary den Arm sinken. Desjani folgte seinem Beispiel, dann wandte sie sich an die Ehrengarde. �Ich danke Ihnen. Wegtreten.�</p><p>Alle verlie�en den Bereich vor der Luke, um wieder ihre normale Uniform anzuziehen und um zu ihrer Arbeit zur�ckzukehren, die niemals getan war und die nur dann eine Pause einlegte, wenn die Tradition es erforderte.</p><p>Die Tage, die f�r die Durchf�hrung der Reparaturen notwendig waren, vergingen recht schnell. Geary fiel auf, dass die Crewmitglieder, die sich �ber die Aliens unterhielten, zunehmend w�tend wirkten. Auch die Wachhabenden auf der Br�cke trugen einen Gesichtsausdruck zur Schau, als w�rden sie Waffen auf ein Ziel richten, das sie tot sehen wollten. Verstanden die Enigmas, wie sich ihr Verhalten auf die Gef�hle der Menschen ihnen gegen�ber auswirkte? Kalixa war verheerend gewesen, aber diese Todesf�lle hier hatten etwas Pers�nliches. Hier ging es um M�nner und Frauen, die Freunde und Kameraden gewesen waren, und je mehr Zeit verstrich, umso eher schienen die Besatzungen bereit, den Enigmas mit Gewaltanwendung zu begegnen, anstatt weitere vergebliche Versuche zu unternehmen, mit ihnen einen Dialog zu beginnen.</p><p>�Wir haben eine weitere Nachricht von der Enigma-Rasse erhalten�, lie� Rione ihn wissen. �M�chten Sie sie sehen?�</p><p>�Hat sie was Neues zu bieten?�, fragte Geary.</p><p>�Nein. Der gleiche Avatar, die gleiche falsche Br�cke, der gleiche Text. Wenn wir den Enigmas die Formulierungen �Gehen Sie weg� und �Sie werden sterben� verbieten w�rden, h�tten sie uns so gut wie gar nichts mehr zu sagen.�</p><p>Charban verzog den Mund. �Sie nehmen nichts von dem zur Kenntnis, was wir sagen oder was hier geschieht. Es ist so, als w�rde man gegen eine Wand reden.�</p><p>Geary konnte sich ein finsteres L�cheln nicht verkneifen, als er auf sein Display zeigte. Die vor Tagen abgefeuerten Geschosse tauchten nun endlich in die Atmosph�re des zweiten Planeten ein. �Wir sind im Begriff, diese Wand einzurei�en. Ob es etwas bewirkt, wei� ich nicht, aber wenigstens werden wir alle uns ein bisschen besser f�hlen. Und vielleicht werden die Enigmas ja begreifen, was sie sich mit ihrem Verhalten einhandeln.�</p><p>�Wenn sie den Menschen in irgendeiner Weise �hnlich sind, dann k�nnte es einen Hoffnungsschimmer geben. Glauben Sie, sie haben die St�dte evakuiert?�, fragte Rione.</p><p>�Wir haben keine Ahnung. Diese verschwommenen Fl�chen lassen einfach keine Details erkennen.�</p><p>�Sind Sie sich sicher, dass das nicht auch von irgendwelchen Enigma-W�rmern verursacht wird?�, wollte Charban wissen.</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Falls aber doch, dann sind das W�rmer, die nach einem v�llig anderen Prinzip arbeiten. Wir haben Leute darauf angesetzt, jede M�glichkeit zu untersuchen; vor allem die, die unm�glich zu sein scheinen. Aber niemand hat bislang etwas gefunden. Unsere Techniker glauben einhellig, dass es sich um eine echte Interferenz handelt, die in unmittelbarer N�he der Objekte erzeugt wird, die wir beobachten wollen.�</p><p>Charban nickte und senkte den Blick. �Mich w�rde auch wundern, wenn es diesmal W�rmer w�ren. Immerhin ist es den Enigmas ja ebenso nicht gelungen, ihre Schiffe vor uns unsichtbar zu machen, als wir hier eintrafen.� Er stand auf und wandte sich zum Gehen.</p><p>�Wollen Sie nicht die Bombardierung miterleben?�, fragte Desjani ihn.</p><p>Der General sch�ttelte den Kopf, ohne sie anzusehen. �Ich habe schon zu viele St�dte sterben sehen, Captain Desjani.�</p><p>Sie schloss die Augen und �ffnete sie erst wieder, als Charban gegangen war. Sie drehte sich zu Geary um: �Wir sind also wieder an dem Punkt angekommen, an dem wir St�dte bombardieren.�</p><p>�Sie hatten Zeit genug f�r eine Evakuierung�, gab Geary zur�ck.</p><p>�Ich wei�. Diesmal hatten sie gen�gend Zeit. Aber was ist n�chstes Mal?�</p><p>�Dazu werde ich es gar nicht erst kommen lassen.�</p><p>�M�gen unsere Vorfahren uns vergeben, dass wir wieder so tief gesunken sind, ganz gleich wie sehr die uns auch provoziert haben�, sprach Desjani leise.</p><p>Die Stimmung auf der Br�cke war nicht ausgelassen, sondern betr�bt, als sie die mit Zeitverz�gerung eintreffenden Bilder sahen. Als die Bomben den Planeten erreichten, war der f�nfeinhalb Lichtstunden von dem Sprungpunkt entfernt, an dem sich die Allianz-Flotte aufhielt. Das Licht der Geschehnisse war f�nfeinhalb Stunden lang unterwegs gewesen, und jetzt sahen sie, wie die kinetischen Projektile in die Atmosph�re eintauchten und vom Himmel gerast kamen, um alles in Tr�mmer zu verwandeln � Wohnh�user, B�ros, Fabriken. Aber besa�en die Enigmas �berhaupt Dinge von der Art, wie Menschen sie begriffen?</p><p>Lieutenant Iger meldete sich und erkl�rte ernst: �Was immer sie auch benutzen, um die Bilder verschwommen zu zeigen, es hat die Bombardierung �berlebt. Wir k�nnen zwar best�tigen, dass diese Gebiete getroffen wurden, aber mehr l�sst sich nicht sagen.�</p><p>�Okay.� Geary �berpr�fte ein letztes Mal den Status der Reparaturarbeiten. Selbst an Bord der am schlimmsten betroffenen <emphasis>Daring </emphasis>hatte man auch noch die letzten Systeme wieder zusammengeflickt, und das Schiff war einsatzbereit. �Machen wir, dass wir von hier wegkommen.�</p></section><section><title><p>Zw�lf</p></title><p>Das Laka-Sternensystem war im wahrsten Sinn des Wortes so gut wie leer. Wei�e Zwerge neigten nicht dazu, sich mit einer Vielzahl von Planeten zu umgeben, und Laka verf�gte nur �ber einen winzigen zerschundenen Felsbrocken, der sich in einem dichten Orbit um den Stern bewegte. Es war sogar anzunehmen, dass der unbedeutende Planet vor Jahrmillionen das System durchflogen hatte und dabei von der Anziehungskraft des Sterns erfasst worden war. Von den Aliens war hier nichts zu entdecken, doch nach Pele wollte niemand die Hand daf�r ins Feuer legen, dass sich hier tats�chlich niemand aufhielt. �Viele M�glichkeiten um sich zu verstecken gibt es nicht�, stellte Desjani fest.</p><p>Geary sah sich den Weg zu einem Sprungpunkt an, der einen langen Sprung bis tief ins Gebiet der Aliens erlaubte. Der Stern, der diesmal ihr Ziel darstellte, hatte von den Syndiks nie einen offiziellen Namen erhalten. Das zeigte deutlich, dass sie an die wahren Grenzen der menschlichen Erkundung in diesem Teil der Galaxis gesto�en waren. �Das d�rfte vermutlich ein seit Langem von den Enigmas besiedeltes Sternensystem sein�, warnte Geary seine Offiziere. �Man k�nnte uns dort also erwarten. Alle Waffensysteme sind so zu schalten, dass sie automatisch auf jede Bedrohung feuern, die uns dort bei unserer Ankunft erwartet.� Es war ein riskantes Unterfangen, weil der Austritt aus dem Sprungraum manchmal sogar die Gefechtssysteme von Schiffen verwirren konnte, sodass die ein eigenes Schiff f�r einen Gegner hielten und das Feuer er�ffneten. Es war nur zu hoffen, dass das v�llig andere Erscheinungsbild der Alien-Schiffe diese Gefahr deutlich minimierte.</p><p>Nachdem die Flotte wieder in den Sprungraum �bergewechselt war, sa� Geary in seinem Quartier und starrte betr�bt vor sich hin, weil die Mission bislang so entt�uschend verlaufen war. Trotz allem, was mit den Aliens geschehen war, trotz aller R�ckschl�ge war er immer noch der Ansicht, dass eine Chance bestand, die Aliens zur Vernunft zu bringen und einen Dialog zu beginnen, selbst wenn der nur darin best�nde, dass sie ihre Bereitschaft erkl�rten, Seite an Seite mit der Menschheit zu koexistieren. Sie mussten sich ja nicht zu einer freundlichen Haltung durchringen, solange sie nur ihre Feindseligkeit aufgaben.</p><p>Die Glocke an der Luke zu seinem Quartier wurde bet�tigt, dann trat Desjani ein. �Wie f�hlen Sie sich, Admiral?�</p><p>�Mies. Und Sie, Captain Desjani?�</p><p>�W�tend.� Sie setzte sich hin und sah ihn an. �Nicht deprimiert, sondern einfach nur w�tend. Im Gegensatz zu einigen anderen bin ich nie davon ausgegangen, dass mit den Aliens ein vern�nftiges Verh�ltnis zu erreichen sein k�nnte. Vielleicht liegt das an den Erfahrungen, die ich mit den Menschen gemacht habe. Wie werden Sie den Stern nennen?�</p><p>Von dem abrupten Themenwechsel wurde er �berrumpelt. �Was?�</p><p>�Der Stern, zu dem wir unterwegs sind, braucht einen Namen. Wir k�nnen nicht einfach seine astronomische Bezeichnung benutzen. Normalerweise l�uft ein langwieriger b�rokratischer Prozess ab, um �ber einen Namen zu entscheiden. Aber wenn Sie ihm einen Namen geben, dann wird der sich vermutlich durchsetzen. Also wie werden Sie ihn nennen?�</p><p>Geary zuckte mit den Schultern. �Ich habe keine Ahnung.�</p><p>�Sie k�nnen ihn nach einer Person benennen.�</p><p>�Tanya.�</p><p>�Was?�</p><p>�Ich kann ihn Tanya nennen.�</p><p>�Nein�, widersprach sie. �Das k�nnen Sie nicht machen. Ich will nicht, dass die Leute zu einem Stern namens Tanya sehen und sagen: �Ach, ist das nicht s��, wie sehr er sie liebt?� W�rg! Benennen Sie ihn nach jemandem, der es verdient hat, auf diese Weise im Ged�chtnis zu bleiben.�</p><p>�Na gut, dann nenne ich ihn Cresida.�</p><p>�Ein Sternensystem, das von Aliens kontrolliert wird, die der Menschheit feindselig gegen�berstehen? So ein System soll nach Jaylen benannt werden?�</p><p>�Okay, dann eben Falco.�</p><p>�Dieser Mann verdient keinen Stern, der seinen Namen tr�gt.�</p><p>�Tanya�, sagte er. �Warum w�hlen Sie nicht einen Namen aus?�</p><p>�Weil es Ihr Recht ist, den Namen auszusuchen, der Ihnen gef�llt�, erwiderte sie.</p><p>�Und welcher Name gef�llt mir?�</p><p>�Ein angemessener, passender Name. Vielleicht nicht unbedingt eine Person, sondern ein Name, der f�r etwas Unbekanntes, Gef�hrliches steht.� Sie schnippte mit den Fingern. �Limbo. Nennen Sie ihn Limbo.�</p><p>�Es gibt noch keinen Stern, der so hei�t?�, hakte er nach.</p><p>�Ich �berpr�fe das schnell.� Mit flinken Fingern bediente Desjani ihren Dateneinheit. �Nein. Es gibt ein paar Planeten namens Limbo, aber die sind alle fiktiv. Sie stammen aus alten B�chern, aus richtig alten B�chern. Wussten Sie, dass die Menschen bereits B�cher �ber interstellare Reisen geschrieben haben, lange bevor die �berhaupt m�glich waren?�</p><p>�Das muss damals schon etwas Erstaunliches gewesen sein, worauf diese Leute sich gefreut haben. Also gut, ich werde ihn vermutlich Limbo nennen.�</p><p>�Eine gute Wahl�, freute sich Desjani. �Warum l�cheln Sie, wenn Sie sich so mies f�hlen?�</p><p>�Weil mir gerade etwas Witziges eingefallen ist.� Er legte den Kopf ein wenig schr�g und sah sie an. �Was sollte ich nur ohne Sie machen?�</p><p>�Sie w�rden sich schon durchschlagen.� Sie stand auf. �Vier Tage im Sprungraum, bis wir Limbo erreicht haben. Wenn es uns vorbestimmt ist, Erfolg zu haben, dann wird es auch so kommen. Das wissen Sie.�</p><p>�Danke, Tanya.�</p><p>Als die <emphasis>Dauntless </emphasis>diesmal den Sprungraum verlie�, wurden keine Waffen abgefeuert. Gearys Kopf war schnell genug klar, um sich davon �berzeugen zu k�nnen, dass sich in der N�he des Sprungpunkts keine gegnerischen Schiffe aufhielten. Dann wanderte sein Blick zum Display, auf dem das ganze Sternensystem dargestellt wurde. Die Flottensensoren arbeiteten in aller Eile, um die empfangenen Daten zu bewerten und in die Anzeige einzubeziehen.</p><p>�Volltreffer!�, hauchte Desjani.</p><p>Limbo besa� zwei recht dicht besiedelte Planeten mit einer mutma�lich hohen Bev�lkerungszahl. Unter dem bereits gewohnten Schleier verbargen sich zahlreiche kleine und gro�e St�dte. Im Orbit um diese Welten kreiste eine Vielzahl von Einrichtungen, und zwischen beiden Planeten waren ganze Scharen von Frachtern unterwegs. Nur ein Dutzend Enigma-Kriegsschiffe hielten sich in der N�he des Sterns auf. W�re dies ein von Menschen besiedeltes System, h�tte man es als dicht besiedelt und recht wohlhabend eingestuft.</p><p>Und es gab kein Hypernet-Portal.</p><p>Geary schaute angestrengt auf sein Display und wunderte sich, wieso ihm das so seltsam vorkam. Es gab im von Menschen bewohnten Territorium auch etliche Sternensysteme ohne Hypernet-Portal.</p><p>Captain Duellos meldete sich und lie� eine nachdenkliche Miene erkennen. �Das ergibt keinen Sinn, Admiral. Aus unserer Sicht ist es zwar gut, aber warum richten die Aliens in so unbedeutenden Systemen wie Hina und Alihi Portale ein, hier hingegen nicht?�</p><p>�Eine wirklich gute Frage�, stimmte Desjani ihm zu. �Hei�t das, in diesem System lauert eine andere Falle auf uns?�</p><p>Geary lie� die Flotte abbremsen, damit sie nahe dem Sprungpunkt zum Stillstand kam, w�hrend die Sensoren wieder und wieder das System abtasteten und dabei die Positionen der anderen Sprungpunkte bestimmte. Gleichzeitig versuchten sie irgendetwas zu entdecken, das sich als Gefahr f�r die Flotte erweisen k�nnte. �Und, Lieutenant Iger? F�ndig geworden?�</p><p>�Nein, Sir. Da sind nur die Kriegsschiffe, die wir sehen k�nnen. W�re hier ein Portal kollabiert, w�rden wir zumindest die �berreste der Trossen entdecken. Es sieht nicht danach aus, als h�tte es hier je ein Hypernet-Portal gegeben.�</p><p>Er wandte sich an seine Senior-Flottenoffiziere, um deren Meinung zu h�ren, warum es in diesem System kein Portal gab, aber keiner von ihnen konnte ihm eine �berzeugende Erkl�rung liefern. Auch Rione und Charban wussten darauf keine Antwort.</p><p>Admiral Lagemann und seine Kollegen konnten sich keinen Reim darauf machen und wiederholten nur die Warnung, dass diese Aliens eine Vorliebe f�r Fallen hatten. Das half Geary nat�rlich nicht, Herr seiner Besorgnis zu werden.</p><p>Als ihm gar nichts anderes mehr einfallen wollte, richtete er die gleiche Frage an die zivilen Experten.</p><p>�Vielleicht finden wir keine Antwort�, gab Dr. Shwartz zu bedenken, �weil wir die Situation aus einer menschlichen Perspektive betrachten.�</p><p>�Wie meinen Sie das?�, fragte Geary.</p><p>�Wir gehen von bestimmten Annahmen aus. �berlegen Sie mal, was Sie f�r selbstverst�ndlich halten. Welchem <emphasis>Zweck </emphasis>dient ein Hypernet-Portal?�</p><p>�Um in sehr kurzer Zeit interstellare Entfernungen zu �berwinden.� Es war das, was man ihm als Erstes erz�hlt hatte, und so wurden die Portale von den Menschen auch genutzt.</p><p>�Wof�r kann man sie sonst noch benutzen? �berlegen Sie, welche potenziellen Einsatzm�glichkeiten es gibt, die die Aliens als vorrangig betrachten k�nnten.�</p><p>�Ich w�sste nicht, was man sonst noch mit den Portalen machen kann. Was andere Eigenschaften angeht, wissen wir nur, wenn sie zusammenbrechen, dann �� Er stutzte und sah zu Desjani. �Waffen. Die Portale sind Waffen. Verteidigungsvorkehrungen f�r jedes System, in dem sie installiert werden.�</p><p>�Verteidigungsvorkehrungen?�, fragte Desjani ungl�ubig. �So was wie ein Minenfeld?�</p><p>�Das gr��te Minenfeld, das man sich vorstellen kann.� Geary lie� ein Sternendisplay anzeigen. �Die Enigmas haben herausgefunden, wie man das Hypernet nutzen kann. Sie wussten schon vor dem Bau des ersten Portals, wie gef�hrlich die sein k�nnen. Deshalb befinden die sich nicht bei den wertvolleren Sternen, sondern nur in den Grenzsystemen.�</p><p>Charban sch�ttelte den Kopf. �Eine Bereitschaft, diese Dinger als Verteidigungswaffe einzusetzen? Eine Mauer aus Hypernet-Portalen? Das ist eine Verbrannte-Erde-Politik, die �ber jedes begreifbare Ma� hinausgeht.�</p><p>�Die Aliens haben bereits gezeigt, dass sie ihre besch�digten Schiffe zerst�ren�, betonte Rione, �ohne R�cksicht darauf, dass sie damit auch ihre eigenen Besatzungen umbringen. F�r uns mag so was unvorstellbar grausam sein, aber f�r sie ist eine solche Verteidigung akzeptabel.�</p><p>�Wir haben diese Verteidigungsmauer �berwunden�, redete Geary weiter. �Vielleicht weil wir niemals vorhatten, diese Sternensysteme anzugreifen. Wir wollten sie nur durchqueren, und das hat die Enigmas wom�glich �berrascht.�</p><p>Dr. Shwartz hatte aufmerksam zugeh�rt. �Es besteht auch noch die M�glichkeit, dass die Enigmas davor zur�ckgeschreckt sind, solche Waffen tats�chlich einzusetzen. So sehr sie sich auch von uns unterscheiden, muss der Selbsterhaltungstrieb bei diesen Aliens eine Rolle spielen, auch wenn der mehr die Spezies insgesamt und nicht so sehr das Individuum betrifft. Es gibt auch Beispiele aus unserer eigenen Geschichte, als Menschen Waffen gebaut und einsatzbereit gemacht haben, die aber nie zum Einsatz kamen, weil ihre Vernichtungskraft sogar diejenigen in Angst und Schrecken versetzte, die sie geschaffen hatten. Diese Portale k�nnen als Abschreckung dienen, weil ihr Einsatz jeden Angriff auf das jeweilige Sternensystem sinnlos macht. Der Zweck kann darin bestehen, diese Waffen eben <emphasis>nicht </emphasis>einzusetzen.�</p><p>�Das funktioniert aber nur, wenn potenzielle Angreifer davon �berzeugt sind, dass die Enigmas alles Leben in einem Sternensystem auszul�schen bereit sind, nur um diese Angreifer zu eliminieren�, beharrte Charban.</p><p>�Ich bin davon �berzeugt�, sagte Desjani.</p><p>Gearys Blick ruhte nach wie vor auf dem Display. Vielleicht lauerte ja irgendwo da drau�en doch noch eine andere Falle. Er allein konnte die Entscheidung treffen, ob sie ihren Platz unmittelbar vor dem Sprungpunkt verlie�en und tiefer in das System vordrangen. Die Unw�gbarkeiten, was die technologischen F�higkeiten der Enigma-Rasse und deren Vorliebe f�r �berraschungsangriffe anging, machten ihm die Entscheidung umso schwieriger. Aber wenn er mehr �ber diese Spezies erfahren wollte, musste er zumindest ein paar Schiffe zu dem einen oder anderen Planeten schicken.</p><p>Sollte er die Streitmacht aufteilen? Sollte er eine schlagkr�ftige Formation zusammenstellen, die es mit diesem Dutzend Enigma-Schiffe ebenso aufnehmen konnte wie mit allem anderen, was noch auf dem Weg ins innere System auftauchen mochte? Und sollte der Rest in der Zwischenzeit am Sprungpunkt oder anderswo warten? �Wie viel w�re genug?�, �berlegte er laut.</p><p>Desjani stutzte kurz, dann verstand sie. �Das h�ngt von der Bedrohung ab.�</p><p>�Aber die kennen wir nicht, weshalb ich �berlege, ob ich die Flotte teilen soll. Besteht die richtige Antwort auf eine unbekannte Bedrohung darin, dass ich meine Flotte teile?�</p><p>�Nicht, wenn Sie es so formulieren.� Sie deutete auf das Display. �G�be es hier ein Portal, dann w�re die Vernichtung der ganzen Flotte in dem Moment sichere Sache, wenn Sie sie tiefer ins System schicken. Aber es gibt hier kein Portal.�</p><p>Er konnte noch eine halbe Ewigkeit damit verbringen, sich die Frage zu stellen, wie er sich verhalten sollte, w�hrend er wartete und darauf hoffte, dass noch irgendeine neue Information einging, die ihm weiterhelfen konnte. Doch die Enigmas hatten die Verfolgung dieser Flotte aufgenommen, und sie verf�gten �ber eine Kommunikationstechnologie, die Nachrichten mit �berlichtgeschwindigkeit �bertragen konnte. Je l�nger er wartete, umso wahrscheinlicher war es, dass weitere Kriegsschiffe der Aliens hier auftauchten. �Wir r�cken als ganze Flotte vor. Mein Gef�hl sagt mir, dass jede Bedrohung, die in den n�chsten Tagen hier auftaucht, uns ernsthaft in Gefahr bringen kann. Aber in geschlossener Formation sollten wir mit allem klarkommen, was uns in dieses System folgt.�</p><p>Desjani grinste erfreut. �Und wohin soll�s gehen, Admiral? Zum n�chsten bewohnten Planeten?�</p><p>�Nein.� Er markierte eine Einrichtung von passabler Gr��e auf einem gro�en Mond, der in zwei Stunden Entfernung vom Stern um einen Gasriesen kreiste. �Das ist unser Ziel. Abgelegen und nicht zu gro�. Da wird es nicht gleich eine solche Ansammlung von Verteidigungseinrichtungen geben wie auf einem der Planeten. Falls die Tarntechniken der Syndiks auch noch aus n�chster N�he unsere Erkundungsausr�stung st�ren, k�nnen wir immer noch unbemannte Sonden losschicken.�</p><p>�Sie k�nnten in der Lage sein, die Sonden zu zerst�ren.�</p><p>�In dem Fall schalten wir ihre Verteidigung aus, schicken die Marines los und holen uns die Informationen auf die harte Tour.�</p><p>Nat�rlich war Desjani damit einverstanden, und als Geary einen Blick �ber die Schulter warf, sah er, dass Rione wie mittlerweile gewohnt keine Regung zeigte, w�hrend Charban sich allem Anschein nach mit der Tatsache abgefunden hatte, dass Gewaltanwendung nicht zu vermeiden war.</p><p>Er legte f�r die Flotte einen Vektor fest, der auf den Gasriesen im Orbit um den Stern Limbo ausgerichtet war, und gab als Geschwindigkeit 0,1 Licht vor.</p><p>Der anvisierte Mond war sechs Lichtstunden von ihnen entfernt, sodass der Flug dorthin zweieinhalb Tage dauern w�rde. Am ersten Tag ereignete sich nichts, au�er dass die Kriegsschiffe der Aliens zu ihnen geeilt kamen und dann in einer Entfernung von einer Lichtstunde Position bezogen, um ihnen zu folgen. Es waren zu wenige, als dass sie der Allianz-Flotte h�tten gef�hrlich werden k�nnen, doch ihre st�ndige Pr�senz erwies sich als an den Nerven zehrende Erfahrung. Als die Flotte nur noch eineinhalb Tage entfernt war, zeigten die Aliens endlich eine Reaktion, die unmittelbar mit den Bewegungen der Menschen in ihrem System zu tun hatte.</p><p>�Ein Schiff hat die Einrichtung verlassen�, meldete der Steuerwachhabende. �Kein Kriegsschiff, sondern eins von den kompakten Schiffen, die wir f�r Frachter halten.�</p><p>�Sie evakuieren ihr Personal�, sagte Desjani.</p><p>Geary schaute sich die Daten an. �Das Schiff beschleunigt nur langsam. Ihre Frachter scheinen den gleichen wirtschaftlichen Zw�ngen zu folgen wie unsere.�</p><p>�Ganz genau. Man kann keine vern�nftigen Gewinne machen, wenn man zu viel Geld f�r Antriebseinheiten und Brennstoffzellen ausgibt.� Ihre Finger tanzten �ber das Display. �Lieutenant Casque, berechnen Sie einen Abfangkurs f�r diesen Frachter und �berpr�fen Sie meine Kalkulation.�</p><p>Casque arbeitete fast so flink wie Desjani und nickte dann. �Ich komme zum gleichen Ergebnis, Captain. Wir k�nnen ihn einholen.�</p><p>�Schicken Sie das Ergebnis auf das Display des Admirals.�</p><p>Geary betrachtete die lang gestreckte Kurve, die den zum Frachter f�hrenden Abfangkurs zeigte. Die Allianz-Flotte flog in einem flachen Winkel in das System hinein, w�hrend der Alien-Frachter Kurs auf eine der besiedelten Welten genommen hatte. Hinter der Flotte folgten ein Dutzend Enigma-Kriegsschiffe wie ein Wolfsrudel auf der Pirsch. �Unsere Streitmacht muss schnell handeln, um vor den Kriegsschiffen der Aliens diesen Frachter zu erreichen. Wenn alle Enigmas diese Einrichtung verlassen haben, brauchen wir den Frachter, weil es sonst niemanden mehr geben wird, den wir befragen k�nnen. Ich stelle eine schnelle Eingreiftruppe zusammen, damit die das erledigt, w�hrend der Rest der Flotte weiter in Richtung Mond fliegt, um sich diese Einrichtung dort genauer anzusehen.�</p><p>�Die <emphasis>Dauntless </emphasis>ist bereit um ��</p><p>�Tanya, sie ist das Flaggschiff, sie muss diesmal bei der Flotte bleiben.� Er schaute fl�chtig auf die Formation seiner Schiffe, dann hielt er in dem Moment inne, da er eigentlich eine Nachricht hatte senden wollen. <emphasis>Verdammt, ich m�chte, dass Tulev das �bernimmt, aber ich muss die drei anderen Schlachtkreuzer losschicken, zu der auch die </emphasis>Illustrious <emphasis>mit Badaya als Captain geh�rt � der ein h�heres Dienstalter vorweisen kann als Tulev.</emphasis></p><p><emphasis>Also gut, Badaya sollte das hinbekommen. Wenn er tats�chlich derjenige sein soll, der diese Flotte �bernimmt, wenn mir etwas zust��t, dann muss ich mehr dar�ber wissen, wie er mit einer eigenen Streitmacht umgeht. </emphasis>�Captain Badaya, Sie �bernehmen das Kommando �ber die Eingreiftruppe Alpha und fangen das Schiff der Aliens, das soeben die Einrichtung auf dem Mond verlassen hat. Wir wollen Schiff und Crew unversehrt in unsere Gewalt bringen.� Nun folgte die Mitteilung an die Schiffe, die zu dieser Eingreiftruppe geh�ren sollten. Sie musste gro� genug sein, um notfalls mit dem Dutzend Enigma-Kriegsschiffe fertig zu werden � und auch mit weiteren Schiffen, falls die pl�tzlich von irgendwoher kommend im System auftauchten. Au�erdem musste sie sich aus Schiffen zusammensetzen, die schon jetzt recht dicht beieinander positioniert waren. �Erste Schlachtkreuzerdivision, Zweite Schlachtkreuzerdivision, Sechste Schlachtkreuzerdivision, Zweites, F�nftes, Achtes und Neuntes Leichte Kreuzergeschwader, Drittes, Viertes, Siebtes, Zehntes und Vierzehntes Zerst�rergeschwader, l�sen Sie sich sofort aus der Hauptformation und bilden Sie die Eingreiftruppe Alpha unter dem Kommando von Captain Badaya.�</p><p>Desjani sa� ein wenig in sich zusammengesunken da und starrte finster auf ihr Display. �Jede andere Schlachtkreuzerdivision fliegt mit.�</p><p>�Die Eingreiftruppe muss stark genug sein, um mit diesen Alien-Kriegsschiffen zurechtzukommen, sollten die versuchen, um den Frachter zu k�mpfen. Die <emphasis>Adrift </emphasis>bleibt bei uns.�</p><p>�Ha-ha. Sie sind mir was schuldig.�</p><p>�Ich setze es auf die Liste zu den anderen Dingen.�</p><p>Badaya lie� keine Zeit verstreichen. Die Schiffe <emphasis>Inspire, Formidable, Brilliant, Implacable, Leviathan, Dragon, Steadfast, Valiant, Illustrious, Incredible </emphasis>und <emphasis>Invincible </emphasis>scherten aus der Formation aus, die Leichten Kreuzer und Zerst�rer machten einen Satz zur Seite, um sich um sie zu scharen.</p><p>Unerwartet kam Rione nach vorn und beugte sich zu Geary vor. �Badaya?�, fragte sie leise.</p><p>�Er wei�, was er tut�, erwiderte er genauso leise. �Und er wird von Tulev und Duellos begleitet.�</p><p>�Sie sind der Admiral. Allerdings w�rde ich empfehlen, dass jemand anders die Kommunikation mit den Aliens �bernimmt.� Mit diesen Worten kehrte Rione zu ihrem Platz hinter ihm auf der Br�cke zur�ck.</p><p>Er drehte sich zu ihr und Charban um. �Hervorragende Idee. Den Enigmas d�rfte klar sein, dass unsere Eingreiftruppe unterwegs ist, um den Frachter abzufangen. Au�erdem wissen sie, dass wir die Einrichtung auf diesem Mond erreichen wollen. Ich w�re Ihnen beiden dankbar, wenn Sie eine Nachricht an die Enigmas senden und ihnen sagen, dass wir trotz ihres bislang feindseligen Verhaltens nicht beabsichtigen, irgendwem auf diesem Frachter etwas zu tun, solange niemand uns zur Gegenwehr zwingt.�</p><p>�Wieder mal�, murmelte Desjani, dann sah sie auf ihr Display. �Das ist ja eigenartig.�</p><p>�Was ist eigenartig?�, erkundigte sich Geary.</p><p>�Die Beschleunigung dieses Frachters. Etwas kam mir seltsam vor, und jetzt wei� ich, was es ist. Wir haben ja festgestellt, dass ihre Kriegsschiffe eine h�here Leistungsf�higkeit zu besitzen scheinen als unsere Schiffe. Und es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass ein Frachter �ber den gleichen Antrieb verf�gt wie ein milit�risches Fahrzeug. Doch die Beschleunigungsf�higkeit dieses Frachters liegt ziemlich nah an den Werten unserer Frachter. Wenn sie einen milit�rischen Antrieb bauen k�nnen, der mehr leistet als unsere Kriegsschiffe, warum k�nnen sie dann nicht einen Frachterantrieb bauen, der ebenfalls leistungsf�higer ist als die Antriebsaggregate unserer Frachtschiffe?�</p><p>Er richtete den Blick auf den voraussichtlichen Vektor des Alien-Frachtschiffs. �Das ist eine gute Frage. Dieser Antrieb ist nicht im Mindesten besser. Vielleicht erhalten wir ja eine Antwort, wenn wir den Frachter geentert haben.�</p><p>Sie schnaubte ver�chtlich. �Sie sollten besser sagen �falls wir den Frachter entern k�nnen�.�</p><p>Charban hatte Rione dabei geholfen, eine Nachricht an die Aliens zu senden, nun kam er nach vorn und stellte sich neben Gearys Platz. �Mir ist da etwas durch den Kopf gegangen, Admiral.�</p><p>�Ihnen auch?�</p><p>�Die Alien-Kriegsschiffe h�tten die Bombardierung dieser Einrichtung beginnen k�nnen, sobald sie wussten, wohin wir wollen. Das haben sie aber nicht gemacht. Wieso? Sie sind davon besessen, ihre Privatsph�re zu wahren, und jetzt auf einmal sollen sie nichts dagegen einzuwenden haben, dass wir uns auf diesem Mond umsehen?�</p><p>Zum ersten Mal reagierte Desjani mit einer respektvollen Miene auf etwas, das der Gesandte gesagt hatte. �Die haben uns eine Falle gestellt?�</p><p>�Ich w�re sehr, sehr vorsichtig, was eine Einheit angeht, die sich da unten umsehen soll, Admiral�, sagte Charban, nickte Desjani zu und zog sich wieder zur�ck.</p><p>Danach gab es f�r sie alle nichts weiter zu tun als der Eingreiftruppe dabei zuzusehen, wie sie sich dem Frachter n�herte, und abzuwarten, wie die Enigma-Kriegsschiffe darauf reagieren w�rden. Einige Stunden verstrichen. Die Flotte n�herte sich der Einrichtung auf dem Mond des Gasriesen, w�hrend der Frachter langsam, aber zielstrebig ins innere Sternensystem vordrang. Die Eingreiftruppe entfernte sich rasch vom Rest der Flotte, da sie beschleunigte, um den Frachter einzuholen. Nur die Alien-Kriegsschiffe blieben wie zuvor eine Lichtstunde hinter dem Hauptteil der Allianz-Flotte. �Die tun �berhaupt nichts?�, polterte Geary und konnte nicht anders, als daraus eine Frage zu formulieren, weil es v�llig dem bisherigen Verhalten der Enigmas widersprach.</p><p>�Ihnen muss klar sein, dass die Eingreiftruppe es auf den Frachter abgesehen hat�, best�tigte Desjani. �Eine Reaktion darauf h�tten wir l�ngst zu sehen bekommen. Aber sie halten unver�ndert ihre relative Position zu uns.�</p><p>�Ob sie auf Befehle warten?�</p><p>�Wenn ich das w�sste, Sir. Aber bei �berlicht-Kommunikation sollten sie l�ngst irgendwelche Befehle erhalten haben, selbst wenn die zust�ndige vorgesetzte Stelle auf einem der inneren Planeten zu finden ist.�</p><p>Die Eingreiftruppe w�rde noch zwanzig Stunden ben�tigen, um den Frachter einzuholen. Danach sollte es weitere f�nf Stunden dauern, ehe die Flotte den Mond erreichte. Geary bet�tigte seine Komm-Kontrolle. �An alle Schiffe: Sorgen Sie daf�r, dass Ihre Besatzungen die Gelegenheit bekommen, sich auszuruhen und etwas zu essen.� In Situationen wie dieser fiel es einem ungeheuer schwer, sich zu entspannen, auch wenn es noch einen ganzen Tag dauern w�rde, ehe �berhaupt irgendetwas geschehen konnte. Selbst wenn die Verfolger beschleunigen sollten, w�rden immer noch Stunden vergehen, ehe sie �berhaupt in Gefechtsreichweite kommen konnten. Einer der gr��ten Fehler, der einem unter diesen Umst�nden unterlaufen konnte, bestand darin dazusitzen, angespannt und einsatzbereit zu sein, nur um von M�digkeit und Hunger heimgesucht zu werden, w�hrend man auf dem Display die Schiffe beobachtete, wie sie n�her kamen, dabei in Wahrheit aber noch durch gewaltige Entfernungen voneinander getrennt waren.</p><p>�Ich werde mir was zu essen holen und mich dann eine Weile hinlegen�, sagte Geary zu Desjani.</p><p>Sie nickte best�tigend. �Ich lasse meine Crew �ber die normalen Schichten rotieren. In K�rze werde ich ebenfalls eine Pause einlegen.�</p><p>Entgegen seiner erkl�rten Absicht unternahm Geary wieder einmal einen seiner langen Spazierg�nge durch die Korridore des Schiffs, da er sich noch nicht m�de genug f�hlte, um sich schlafen zu legen. Unterwegs nahm er sich immer wieder Zeit, um mit dem einen oder anderen Besatzungsmitglied ein Gespr�ch zu f�hren. Alle machten einen entspannteren Eindruck, da nun die Aussicht n�her r�ckte, enger an den Feind heranzukommen. Zugleich war aber auch jeder einzelne entt�uscht, weil die <emphasis>Dauntless </emphasis>nicht die Eingreiftruppe anf�hrte, die den Frachter abzufangen hatte.</p><p>In einem Abteil der Offiziersmesse nahm er eine Mahlzeit zu sich, und kam mit weiteren Matrosen ins Gespr�ch. Die meisten stammten von Kosatka, was ganz der gegenw�rtigen Absicht der Flotte entsprach, eine Schiffscrew gr��tenteils mit M�nnern und Frauen von einer einzelnen Welt zu besetzen. Als er sie etwas von ihrer Welt erz�hlen h�rte, da kam es Geary so vor, als sei dieser Planet auch sein Zuhause. Aus einem unerfindlichen Grund war er ihnen daf�r dankbar. Er war auf Glenlyon aufgewachsen, aber der Gedanke an die Heldenverehrung, die ihm dort noch mehr als auf jedem anderen Planeten begegnen w�rde, lie� ihm diese Welt fast genauso fremd erscheinen wie das Sternensystem Limbo.</p><p>Er nahm sich auch Zeit f�r einen kurzen Besuch bei den Gebetskammern, wo er daf�r betete, nicht noch mehr sinnlose Tote betrauern zu m�ssen. Danach gelang es ihm zu seinem eigenen Erstaunen, zun�chst einige Stunden ungest�rt zu schlafen und dann einen gro�en Teil der liegengebliebenen Arbeit zu erledigen, ehe er auf die Br�cke zur�ckkehrte.</p><p>Desjani nahm gerade auf ihrem Sitz Platz, als er die Br�cke betrat. �Ich habe mir ein Bild davon gemacht, wie die Reparaturen vorankommen�, sagte sie zu ihm. �Es ist fast alles von dem repariert, was gerade erst erneuert worden war, bevor die verdammten Enigmas es uns zerschossen haben.�</p><p>�Eine halbe Stunde, dann hat die Eingreiftruppe den Frachter eingeholt, Captain�, meldete Lieutenant Casque.</p><p>�Sehr g �� Weiter kam Desjani nicht, da sie auf ihr Display starrte.</p><p>Geary folgte ihrem Blick und hatte M�he, einen Fluch zu unterdr�cken.</p><p>�Sie haben ihn in die Luft gejagt�, sagte Casque in einem Tonfall, als k�nnte er selbst nicht glauben, was er da sah.</p><p>Auf Gearys Display war das kleine Symbol f�r den Enigma-Frachter durch eine sich ausbreitende Tr�mmerwolke ersetzt worden. Das Ganze hatte sich vor zwei Stunden abgespielt, aber die Wucht der Explosion f�hlte sich noch immer an, als sei es gerade erst geschehen. �Wie kann ein Frachter mit solcher Gewalt hochgehen?�</p><p>�Analyse�, befahl Desjani ihrer Br�ckencrew. �Die Vorfahren m�gen uns beistehen�, f�gte sie an Geary gewandt hinzu. �Sie haben die Selbstzerst�rung aktiviert, obwohl sich an Bord all die Leute befanden, die aus der Einrichtung geflohen waren. Gibt es eigentlich irgendetwas, wovor sie zur�ckschrecken, nur damit wir nichts �ber sie herausfinden?�</p><p>�Das frage ich mich allm�hlich auch.� Es �berraschte ihn kaum, als einen Moment sp�ter der Alarm auf seinem Display erneut aufflammte. Feste Verteidigungsanlagen in der N�he der Einrichtung auf dem Mond hatten kinetische Projektile abgefeuert, deren Flugbahnen eindeutig nicht zur Allianz-Flotte f�hrte, sondern zu eben dieser Einrichtung, die immer noch drei�ig Lichtminuten entfernt war. Die Salve war kaum entdeckt worden, da verwischte das Bild der Einrichtung und platzte aus der Mondoberfl�che heraus. �Sie haben die Selbstzerst�rung f�r die Anlage aktiviert, und sie bombardieren sie auch noch, damit au�er Staub nichts �brig bleibt.�</p><p>�Charban hatte recht, nur mit dem Unterschied, dass die Aliens nicht warten wollten, bis unsere Leute da unten eingetroffen sind. Wahrscheinlich hatten sie Angst, sie k�nnten bis zur Ausl�schung der Station doch irgendetwas in Erfahrung bringen. Und jetzt?�, fragte Desjani. �Fliegen wir einen der bewohnten Planeten an?�</p><p>�Tun Sie das bitte nicht�, warf Rione ein, die von den beiden unbemerkt soeben mit Charban auf die Br�cke zur�ckgekehrt war. �Ich m�chte lieber nicht wissen, was diese Enigmas tun, wenn wir uns einer ihrer Welten n�hern.�</p><p>�Die w�rden bestimmt nicht ��, begann Desjani, kniff dann aber die Augen zu. �Vielleicht w�rden sie es doch.�</p><p>�Was glauben Sie, General Charban?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Ich teile die Ansicht meiner Kollegin, Admiral.�</p><p>�Genau genommen trifft uns keine Schuld, wenn die sich selbst umbringen�, murrte Desjani. �Und ich werde dar�ber ganz sicher nicht mit den lebenden Sternen diskutieren, wenn ich ihnen begegne. Aber was sollen wir sonst machen? Wir stecken in einer Sackgasse. Entweder l�schen sie uns und sich mit den Hypernet-Portalen aus, oder sie jagen sich selbst in die Luft, wenn sie uns anders nicht daran hindern k�nnen, etwas �ber sie in Erfahrung zu bringen. Mir ist zwar die zweite Variante lieber, aber so oder so finden wir nichts �ber sie heraus.�</p><p>Nachdenklich stie� Geary langsam den Atem aus. �Also gut. Wir bleiben auf unserem Kurs. Vielleicht hat ja irgendetwas die Selbstzerst�rung �berlebt, und mit etwas Gl�ck �berlebt es auch das kommende Bombardement.�</p><p>Einige Zeit sp�ter ging eine kurze Nachricht von der Eingreiftruppe ein. Captain Badaya machte eine m�rrische Miene, als er meldete: �Wir bleiben auf unserem Kurs, um das Tr�mmerfeld nach irgendetwas Brauchbarem zu durchsuchen. Danach kehren wir zur Flotte zur�ck, Admiral.�</p><p>Von der Einrichtung auf dem Mond war so wenig �brig, dass man gerade noch die Zusammensetzung des Materials bestimmen konnte, aus der sie erbaut worden war. Carabali hatte sich dagegen ausgesprochen, Personal auf die Oberfl�che zu schicken, und damit argumentiert, dass dort weitere Fallen auf sie lauerten und nur darauf warteten, einen Erkundungstrupp in St�cke zu rei�en. Unbemannte Sonden hatte jedoch keinen Hinweis auf irgendwelche Fallen finden k�nnen. Die angerichtete Zerst�rung war so umfassend, dass man nicht mal die Gr��e und Form einzelner R�umlichkeiten rekonstruieren konnte.</p><p>Captain Smythe steuerte seine Kenntnisse als Ingenieur bei: �Die m�ssen beim Bau schon die m�gliche Selbstzerst�rung vorgesehen haben. Mit ein paar Sprengladungen kann man ein Geb�ude nicht so restlos zerst�ren. Da ben�tigt man jede Menge Sprengladungen, die zudem alle an genau den richtigen Stellen platziert sein m�ssen. Mich w�rde nicht wundern, wenn die Rohbauten bereits den Sprengstoff f�r eine m�gliche Z�ndung enthalten.�</p><p>�Ist so etwas nicht extrem gef�hrlich?�, erkundigte sich Geary.</p><p>�Und das aus dem Mund des Mannes, der in einem Schiff sitzt, vollgepackt mit Waffen, gef�hrlichen Schaltkreisen, instabilen Brennstoffzellen und einem Antrieb, der das alles in winzige St�ckchen zerrei�en kann. Des Mannes, der damit durch das All reist, also einer Umgebung, wie sie f�r das menschliche Leben nicht feindseliger sein k�nnte. Wir sind daran gew�hnt, und vielleicht sind die Enigmas daran gew�hnt, dass in ihren Hausw�nden Sprengstoff steckt.� Smythes Miene hellte sich auf. �M�glicherweise verf�gen sie �ber einen extrem stabilen Sprengstoff, der sich nicht so einfach z�nden l�sst. Ich w�rde mir das Zeugs gern mal ansehen.�</p><p>�Falls wir etwas finden, erfahren Sie�s als Erster. Glauben Sie, ihre St�dte k�nnten in der gleichen Weise gebaut sein?�</p><p>�M�glich w�r�s, aber den gleichen Effekt erzielt man auch, wenn man gen�gend Atombomben dicht genug beieinander platziert und z�ndet.�</p><p>Die Eingreiftruppe hatte die sich weiter ausdehnende Tr�mmerwolke erreicht, die kurz zuvor noch der Frachter der Aliens gewesen war, und verlangsamte ihre Fluggeschwindigkeit, um die �berreste gr�ndlich zu untersuchen. Als Badayas Nachricht schlie�lich Geary erreichte, machte der Mann einen unerkl�rlich gut gelaunten Eindruck, obwohl es seinen Schiffen nicht gelungen war, das fliehende Schiff unversehrt zu stellen. Aber nach den ersten Worten wurde der Grund f�r diese gute Laune deutlich: �Admiral, diesmal ist es den Enigmas nicht gelungen, restlos alles zu vernichten. Die <emphasis>Dragon </emphasis>hat eine nicht ganz vollst�ndige Leiche gefunden. Wenigstens wissen wir jetzt, wie sie aussehen. Es ist ganz allein Commander Bradamonts Verdienst, weil sie auf die Idee kam, die Aliens k�nnten sich in Tarnmaterial kleiden und damit f�r uns unsichtbar sein. Sie ist mit der <emphasis>Dragon </emphasis>um das Tr�mmerfeld geflogen und hat in den �berresten nach k�hlen Flecken gesucht, dabei hat sie eine halb erhaltene Leiche entdeckt. Aus irgendeinem Grund war dieser Alien teilweise vor der Explosion gesch�tzt, die den Frachter zerst�rt hat.�</p><p>Neben Badaya tauchte ein Bild auf, das Geary zusammenzucken lie� � aber nicht vor Abscheu vor dem Alien, sondern wegen des Zustands der Leiche. Das Wesen war nicht nur von der Explosion des Schiffs in Mitleidenschaft gezogen worden, sondern auch noch durch das Vakuum zus�tzlich zerrissen worden, sodass eine gr��tenteils blutige Masse zur�ckgeblieben war. Dennoch konnte er stellenweise etwas von der Haut ausmachen, die recht z�h zu sein schien und zumindest an einigen Stellen mit d�nnen Schuppen �berzogen war. An dem zerschmetterten Sch�del war noch eine schmale Mund�ffnung zu erkennen. In lebendigem Zustand war dieser Enigma offenbar so lang und so d�rr gewesen, dass er auf einen Menschen so wirkten musste, als h�tte man ihn am Kopf und an den F��en gepackt und ihn dann immer weiter in die L�nge gezogen. �Sorgen Sie daf�r, dass unsere Mediziner und die zivilen Experten das da zu sehen bekommen�, sagte er an den Komm-Wachhabenden gerichtet, dann rief er den Chefmediziner der Flotte.</p><p>�Ich nehme an, Sie wollen sich das pers�nlich ansehen�, begann Geary. �Wohin soll das Shuttle der <emphasis>Dragon </emphasis>die �berreste bringen?�</p><p>�Auf die <emphasis>Tsunami </emphasis>bitte, Admiral. Dort befindet sich ein exzellenter Chirurg, der auch einige Erfahrungen mit Autopsien hat. Das ist auch das Schiff, auf dem sich die � �hm � die Experten f�r intelligente nichtmenschliche Spezies befinden. Wie lange, bis wir den Leichnam zu sehen bekommen?�</p><p>�Sie schicken uns vorab schon ein paar Scans, aber es wird fast einen Tag dauern, bis die Eingreiftruppe zur�ck bei der Flotte ist und bis Sie den Alien pers�nlich begutachten k�nnen, Doctor.� Danach wurde es n�tig, sich an die viel weiter entfernte <emphasis>Illustrious </emphasis>zu wenden. �Captain Badaya, mein Kompliment gilt Ihnen und Commander Bradamont f�r eine hervorragend gel�ste Aufgabe. Sobald die Eingreiftruppe die Flotte erreicht hat, m�chte ich, dass die <emphasis>Dragon </emphasis>diese sterblichen �berreste per Shuttle zur <emphasis>Tsunami </emphasis>bringen l�sst.�</p><p>Endlich hatten sie etwas gefunden. Vielleicht waren seine Gebete ja erh�rt und zum Teil beantwortet worden.</p><p>Geary hielt sich in seinem Quartier auf, als Badaya sich wieder bei ihm meldete, da seine Eingreiftruppe zur Flotte zur�ckgekehrt war und die Schiffe nun wieder ihren Platz in der gr��eren Formation einnahmen. �Tut mir leid, dass ich Ihnen diesen Frachter nicht mitbringen konnte, Admiral. Aber wenigstens haben wir jetzt einen Teil einer Leiche. H�ssliche Gesch�pfe, nicht wahr?�</p><p>�Schwer zu sagen�, erwiderte Geary. �So zugerichtet, wie die Leiche ist.�</p><p>�Gutes Argument. Ernsthafte Probleme gibt es nicht zu berichten, aber ich w�rde es zu sch�tzen wissen, wenn Sie mit dem befehlshabenden Offizier der <emphasis>Invincible </emphasis>ein ernstes Wort reden k�nnten.�</p><p>�Was ist denn passiert?�</p><p>�Captain Vente kommt nicht so gut damit klar, dass er meiner Division zugeteilt worden ist. Er macht immer wieder Anspielungen, dass er das h�here Dienstalter hat und er eigentlich das Kommando haben sollte. W�hrend der Operation hat er sich �ber jeden meiner Befehle beklagt, um zu betonen, wie unzufrieden er damit ist, dass ich die Eingreiftruppe befehlige und nicht er.�</p><p>Es war keine gro�e �berraschung, das zu h�ren. �Hat er irgendetwas gemacht, das einen formellen Tadel rechtfertigen w�rde?�</p><p>�Leider nicht�, antwortete Badaya und verzog missmutig den Mund. �Vente stehen die Admiralsabzeichen ins Gesicht geschrieben, aber er ist schlau genug, es nicht zu �bertreiben. Schlie�lich will er ja ein gro�es Kommando abkriegen, damit er bei der R�ckkehr zum Hauptquartier etwas vorweisen kann, das ihm seine erhoffte Bef�rderung einbringt.�</p><p>�Vielleicht h�tte ihm jemand sagen sollen, dass der Bef�rderungsautomatismus der Vergangenheit angeh�rt.�</p><p>�Ha! Ich habe in meiner Zeit oft genug mit Leuten von Ventes Schlag zu tun gehabt. Diese Typen glauben, dass ihre Beziehungen ihnen trotzdem dazu verhelfen, das zu kriegen, was allen anderen verwehrt bleibt.�</p><p>Geary nahm sich einen Moment Zeit, um sich f�r eine l�stige, aber unverzichtbare Aufgabe zu wappnen, dann rief er Vente. Fast zwanzig Minuten sp�ter � lange genug, um Gearys Geduld zu strapazieren, aber nicht lange genug, um sich daf�r eine Zurechtweisung einzuhandeln � tauchte Ventes Bild in Gearys Quartier auf. �Captain Vente, aus gegebenem Anlass muss ich Ihnen offenbar erkl�ren, dass ich die Befehlsstrukturen innerhalb dieser Flotte nicht ver�ndern werde, nur weil ein Captain ein h�heres Dienstalter vorweisen kann als ein anderer. Captain Badaya befehligt seine Division bereits seit einer ganzen Weile mit Erfolg, und er wird sie auch weiterhin befehligen.�</p><p>Daraufhin wurde Ventes Gesichtsausdruck noch finsterer. �Das verst��t gegen die Vorschriften.�</p><p>�Nein, das tut es nicht. Ansonsten w�rden Sie jetzt schon die entsprechenden Vorschriften zitieren. Lassen Sie sich von mir sagen, dass ich den Dienst und die Ehre all meiner Offiziere respektiere. Ich werde nicht zulassen, dass irgendein Offizier in dieser Flotte auf eine Weise behandelt wird, die diesen Respekt infrage stellt.�</p><p>�Admiral Chelak ��</p><p>�� hat nicht das Kommando �ber diese Flotte. Habe ich mich klar ausgedr�ckt, welches Verhalten ich von meinen Offizieren erwarte, Captain Vente?�</p><p>�Ja � Admiral.�</p><p>Nachdem Vente wieder verschwunden war, gab Geary den Unterst�tzungssystemen der Flotte den Befehl, ihn h�ufiger und detaillierter als bislang �ber den aktuellen Status der <emphasis>Invincible </emphasis>zu informieren. <emphasis>Gebt mir einen Grund, damit ich diesem Mann das Kommando entziehen kann. Irgendetwas, das ich problemlos rechtfertigen kann. Ich will nur hoffen, dass das bald geschieht.</emphasis></p><p>Die medizinischen Vertreter sahen sich mit kaum verhohlener Neugier im Konferenzraum um. Der Kreis der Teilnehmer an Besprechungen war in den letzten Jahrzehnten immer enger gezogen worden, da die Konferenzen nach und nach zu politischen Debatten dar�ber ausgeartet waren, wer die Flotten kommandieren und wohin sie fliegen sollten. Zu der Zeit, da man Geary aus dem K�lteschlaf geholt hatte, war es �blich, dass au�er den Befehlshabern der zur Flotte geh�renden Schiffe niemand zu diesen Besprechungen zugelassen war. Aber Geary hatte viel von der verloren gegangenen Disziplin wiedereingef�hrt, sodass die Besprechungen nicht l�nger in hitzige Diskussionen ausarteten � was vermutlich die entt�uschten Mienen der �rzte erkl�rte.</p><p>Der Chirurg, der die Autopsie des Aliens geleitet hatte, hielt einen Vortrag �ber die Untersuchung, begleitet von virtuellen Bildern, die manchem Anwesenden auch dann auf den Magen geschlagen w�ren, wenn sie nicht dreidimensional und wie echte K�rperteile �ber dem Konferenztisch schwebend projiziert worden w�ren. �Wir k�nnen nicht mit Gewissheit etwas dazu sagen, wieso dieser Alien-K�rper so vergleichsweise gut erhalten geblieben ist, aber eine Analyse mit einer speziellen Software, mit der sich ein wahrscheinlicher Verletzungsablauf zur�ckverfolgen l�sst, ergibt mit gro�er Wahrscheinlichkeit, dass sich dieses Individuum nicht mehr an Bord des Frachters befand, als der explodierte. Eine Neuanalyse der Aufzeichnungen von den letzten Augenblicken in der Existenz des Frachters hat ergeben, dass Sekunden vor der Explosion ein getarntes Objekt aus dem Schiff ausgesto�en wurde.�</p><p>�Eine Rettungskapsel?�, fragte Duellos �berrascht.</p><p>�Wahrscheinlich ja. Der Abstand zum Frachter und die H�lle der Kapsel d�rften den Insassen teilweise vor der Vernichtung gesch�tzt haben.� Der Chirurg zeigte auf verschiedene Organe. �Vom Hals ist noch genug erhalten, um ein duales Atmungssystem auszumachen. Wir glauben, dass sich dieser Hautlappen schlie�t und dass die Atemluft von der Mehrkammerlunge zu diesen Organen umgeleitet wird. Die sind sehr empfindlich, und viel ist von ihnen nicht erhalten geblieben, dennoch vermuten wir, dass sie eine �hnliche Funktion erf�llen wie Kiemen.�</p><p>�Also Amphibienwesen!�, rief Dr. Setin dazwischen und l�chelte erfreut, weil das bereits von seinen Experten vermutet worden war.</p><p>�Sehr wahrscheinlich�, antwortete der Chirurg. �Von den Augen ist nicht genug erhalten, um die Wellenl�nge zu bestimmen, bei der sie optimal arbeiten. Die Kreatur k�nnte sechs Gliedma�en gehabt haben, aber es l�sst sich nicht sagen, wie die sich auf Arme und Beine verteilen. Wir k�nnen die wahrscheinlichen Funktionen der meisten noch vorhandenen Organe bestimmen, allerdings sind nicht viele Organe erhalten geblieben. Es handelt sich um eine Lebensform auf Kohlenstoffbasis, die unserem grunds�tzlichen Aufbau �hnelt, und sie atmet Sauerstoff. Das Gehirn wurde sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Gr��e l�sst sich ann�hernd sch�tzen, aber eine Bestimmung der verschiedenen Hirnregionen w�re extrem schwierig. Was jedoch offensichtlich erscheint, ist das Fehlen einer bilateralen Symmetrie des Hirns. Bei primitiveren fremden Lebensformen, wie wir sie auf von Menschen kolonisierten Welten vorgefunden haben, bedeutet das ein Fehlen von Rechts- oder Linksh�ndigkeit.�</p><p>�K�nnen Sie etwas dazu sagen, was diese Kreaturen essen?�</p><p>�Nein. Bis auf ein paar Fetzen war der Verdauungstrakt komplett herausgerissen. Es kann ein Fleischfresser sein, ein Vegetarier, ein Allesfresser.�</p><p>�Ist von den Fingern etwas �brig, um zu bestimmen, ob diese Aliens Fingern�gel oder Krallen haben?�</p><p>�Ein Finger war ausreichend erhalten. Er l�uft an der Spitze in einer verh�rteten Struktur aus, eine Art konischer Fingernagel.�</p><p>�Damit lie�e sich Beute t�ten oder aber Gem�se aus dem Boden ausgraben�, erl�uterte Shwartz.</p><p>Commander Lomand von der <emphasis>Titan </emphasis>hatte aufmerksam zugeh�rt und gab nun ein Zeichen, dass er geh�rt werden wollte. �Sir, Sie sprachen von Kiemen. Sind Sie sich sicher, dass diese Wesen in der Lage sind, unter Wasser zu atmen?�</p><p>�Ja�, erwiderte der Chirurg und nickte dabei nachdr�cklich.</p><p>�Wir haben etwas von der Umgebung sehen k�nnen, in der sie leben�, warf Dr. Setin ein. �Ihre St�dte reichen vom Land bis ins Wasser, sie sind nicht auf eine von beiden Seiten beschr�nkt. Wasser ist eine erstaunliche Substanz, m�ssen Sie wissen. Unglaublich n�tzlich. Sauerstoff ist eine starke Kraftstoffquelle, daher �berrascht es uns nicht, dass wir eine andere hoch entwickelte Spezies sehen, die sich ebenfalls dieser Quelle bedient. Und Kohlenstoff ist extrem flexibel. Das alles ist praktisch ma�geschneidert f�r komplexe Lebensformen. Die meisten h�her entwickelten Lebensformen, auf die wir bislang gesto�en sind, basieren auf Kohlenstoff und sind Sauerstoffatmer.�</p><p>Commander Lomand tippte eilig etwas ein, dann gab er einen zufriedenen Laut von sich. �Ich habe eine vorl�ufige Berechnung durchgef�hrt, Admiral, und die Werte von einigen Ingenieuren an Bord der <emphasis>Titan </emphasis>�berpr�fen lassen, die sich mit Schiffsdesign auskennen. Wir haben bekanntlich beobachten k�nnen, dass die Kriegsschiffe der Aliens schneller beschleunigen und man�vrieren k�nnen als unsere. Wenn diese Schiffe nicht mit Sauerstoff, sondern mit Wasser gef�llt sind, dann w�rde das die Auswirkung der Beschleunigungskr�fte auf ihre K�rper ganz erheblich d�mpfen und so die Arbeit der Tr�gheitsd�mpfer unterst�tzen.�</p><p>�So erheblich, dass sich damit die Man�ver erkl�ren lassen, die wir gesehen haben?�, wollte Commander Neeson wissen.</p><p>�Ja, wenn diese Kriegsschiffe �ber eine erheblich gr��ere Antriebseinheit verf�gen als vergleichbare Kriegsschiffe unserer Flotte.�</p><p>�Es gibt keine Hinweise darauf, dass das auch der Fall ist�, wandte Badaya ein.</p><p>�Doch, die gibt es�, widersprach Lomand. �N�mlich die Gewalt der Explosionen, die die Kriegsschiffe der Aliens zerrissen haben. Das kann auf einen effizienteren Antrieb hindeuten oder aber auf einen Antrieb, der nach den gleichen Prinzipien funktioniert wie unserer, aber erheblich gr��er ist.�</p><p>Daraufhin meldete sich Smythe zu Wort und redete sehr bed�chtig, da er keinen seiner Offiziere vor den anderen Anwesenden blamieren wollte. �Wir haben aber keine Werte bei den Alien-Kriegsschiffen festgestellt, die auf eine gr��ere Antriebseinheit schlie�en lassen, oder?�</p><p>�Nein, Sir. Aber wenn das Schiff mit Wasser gef�llt sein sollte, w�rde dieses Wasser die von der Antriebseinheit ausgehende Strahlung zus�tzlich isolieren, damit die Besatzung vor den Emissionen sch�tzen und uns daran hindern, von au�en die wahre Gr��e der Antriebseinheit zu bestimmen.�</p><p>Einen Moment lang lauschte Captain Smythe jemandem auf der <emphasis>Tanuki</emphasis>, der ihm etwas sagte, dann nickte er. �Ich kann Commander Lomants Berechnungen best�tigen. Die Wucht der Explosionen, die wir beobachten konnten, l�sst sich mit Antriebseinheiten erkl�ren, die deutlich gr��er sind als das, was wir in unsere Schiffe einbauen.�</p><p>�Aber Wasser wiegt mehr als eine Atmosph�re�, wandte Tulev ein. �Wirkt sich das nicht negativ auf die Man�vrierbarkeit aus?�</p><p>�Ja, wenn der Schiffsrumpf bestimmte Ausma�e erreicht. Wenn die H�lle in ihren Dimensionen nur um ein kleines St�ck w�chst, erh�ht sich das Volumen ganz erheblich � und damit auch die ben�tigte Wassermenge.�</p><p>�Keine Schlachtschiffe�, merkte Desjani an. �Darum haben sie keine Schiffe, die gr��er als ein Kreuzer sind.�</p><p>Neeson schaute nachdenklich drein, w�hrend er sich mit irgendetwas besch�ftigte. �Selbst wenn das Wasser die Strahlung isoliert, k�nnen so gro�e Antriebseinheiten auf Dauer f�r die Crew nicht gesund sein.�</p><p>�M�glicherweise machen ihnen die Emissionen nicht so viel aus�, �berlegte Smythe und sah den Chirurgen an, der nur mit den Schultern zuckte, um ihm zu verstehen zu geben, dass er darauf keine Antwort wusste.</p><p>�Es ist wohl eher anzunehmen, dass ihnen die Gesundheit ihrer Besatzungsmitglieder nicht sonderlich am Herzen liegt�, meinte Captain Vitali.</p><p>Mit �berspitzter Diplomatie in seinem Tonfall sprach Dr. Setin: �Die Enigma-Rasse hat ohne jeden Zweifel ein hohes Ma� an Bereitschaft gezeigt, Individuen f�r das Wohl der Rasse zu opfern. Admiral Geary hat meine Gruppe gebeten, eine Einsch�tzung abzugeben, was unserer Ansicht nach geschehen w�rde, wenn diese Flotte versucht, sich einer anderen Anlage oder einem Planeten zu n�hern, um mehr �ber die Enigma-Rasse herauszufinden. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ein solcher Versuch die Enigma-Rasse sehr wahrscheinlich dazu veranlassen wird, alles Leben und alle Bauwerke auf einem Planeten auszuradieren, damit nichts �brig bleibt, das uns etwas �ber diese Spezies verraten k�nnte.�</p><p>�Und wenn sie w�ssten, dass wir bereits im Besitz dieser Leiche sind?�, fragte Duellos. �W�rde sie das einsehen lassen, dass es sinnlos geworden ist, Massenselbstmord zu begehen, weil wir schon mehr �ber sie wissen, als ihnen recht sein kann?�</p><p>�Ich wei� nicht. Es h�ngt davon ab, welchen Grund es gibt, dass sie so im Verborgenen bleiben wollen. Wenn es sehr tief in ihnen verwurzelt ist, k�nnte sie die Erkenntnis, dass wir etwas �ber sie wissen, nur noch gewaltt�tiger reagieren lassen. Diese Mutma�ung basiert auf dem, was wir aus der menschlichen und der Tierpsychologie wissen. Eine andere Grundlage haben wir nicht.�</p><p>�Die sind verr�ckt�, sagte Badaya und l�ste damit ringsum zustimmendes Nicken aus.</p><p>�Sie sind <emphasis>anders</emphasis>�, korrigierte ihn Dr. Shwartz. �Diese Besessenheit, andere nichts �ber sie herausfinden zu lassen, kann so tief verwurzelt sein, dass sie sie nicht infrage stellen und nicht von ihr abweichen k�nnen, weil es in einer Fr�hphase ihrer Entwicklung so festgeschrieben wurde. Versuchen Sie, sich einmal vorzustellen, welches Bild Aliens von uns bekommen, wenn sie uns nach unserer st�ndigen Besessenheit in Sachen Sex beurteilen sollen.�</p><p>General Carabali gab ein herablassendes Schnauben von sich. �Menschen sind durchaus in der Lage, f�r kurze Zeit nicht an Sex zu denken und davon auch nicht ihr Handeln bestimmen zu lassen. Nat�rlich rede ich da nur von den weiblichen Vertretern der Spezies.�</p><p>�<emphasis>Ich </emphasis>habe auch schon mal ein paar Sekunden lang nicht an Sex gedacht�, warf Duellos ein. �Allerdings hat mich das dazu gebracht, meine M�nnlichkeit infrage zu stellen. Tatsache ist aber, dass dieses Streben der Aliens nach der v�lligen Wahrung ihrer Privatsph�re �berm�chtig genug ist, um daf�r sogar ihr Leben zu geben. Und um daf�r zu t�ten. �ber andere Aspekte dieser Enigmas k�nnen wir lang und breit spekulieren, aber es gibt keinen Zweifel daran, dass zumindest diese Erkenntnis feststeht.�</p><p>�Apropos Motivation�, warf Jane Geary ein. �Hat irgendjemand eine Erkl�rung daf�r, wieso dieses eine Alien versucht hat, der Vernichtung des Frachters zu entkommen?�</p><p>Es folgte langes Schweigen, bis Shwartz Setin zunickte. �Vielleicht war ja gerade dieser eine Alien verr�ckt, jedenfalls nach den Ma�st�ben der Enigma-Rasse. Er � sie � es wollte nicht sterben, nur um uns weiter im Ungewissen �ber diese Spezies zu lassen.�</p><p>�Ein Feigling?�, meinte Badaya lachend. �Ich w�rde sagen, dieser eine Alien war mehr bei Verstand als alle anderen zusammengenommen, wenn er nicht f�r diese Sache sterben wollte. Aber sie w�rden ihn wohl als Feigling bezeichnen, wie?�</p><p>�Zweifellos�, best�tigte Setin.</p><p>Geary lie� seinen Blick �ber den Tisch wandern und sah, wie alle ihn anschauten und auf seine Entscheidung warteten. �Ich sehe keinen Sinn darin, dass wir weiter versuchen, in diesem Sternensystem etwas �ber die Enigmas herauszufinden. Vielleicht wird es ihnen nicht gelingen, all ihre St�dte komplett auszul�schen, aber sie k�nnten durchaus �ber die Mittel verf�gen, um einen Schaden anzurichten, der mit dem dieser Einrichtung auf dem Mond vergleichbar w�re. Wir sind hergekommen, um so viel wie m�glich �ber die Enigma-Rasse herauszufinden, aber wie es scheint, k�nnen wir nicht mehr herausfinden. Wenn unsere Spekulationen �ber ihre Technologien zutreffen, dann w�re unsere vorrangigste Aufgabe, ihr �berlichtschnelles Kommunikationssystem in die Finger zu bekommen. Allerdings sind die Chancen daf�r so gering, dass sie nicht mal im Quantenbereich messbar sind. Daher werde ich der Flotte eine Reihe von Spr�ngen befehlen, um festzustellen, in wie viele von den Enigmas kontrollierte Systeme wir vordringen k�nnen, ehe wir uns auf den R�ckweg ins Allianz-Gebiet begeben. Unsere einzige Aufgabe besteht jetzt darin, so viel wie m�glich �ber die Ausdehnung ihres Territoriums und �ber ihre Schlagkraft in Erfahrung zu bringen, auch wenn unsere Gesandten weiterhin ihre vermutlich vergeblichen Bem�hungen fortsetzen werden, den Enigmas die M�glichkeit einer sinnvollen Kommunikation anzubieten.�</p><p>Er wartete auf Kommentare und Fragen, aber niemand sagte etwas. �Ich danke Ihnen allen. Ich werde die neuen Flugbefehle in K�rze �bermitteln.�</p><p>Nachdem die meisten Offiziere verschwunden waren, blieb Dr. Setin noch anwesend, w�hrend Dr. Shwartz ihm wutentbrannt etwas zufl�sterte. �Admiral, es gibt da etwas, das ich mit Ihnen besprechen m�chte�, erkl�rte Setin. �Vielleicht w�re es von Nutzen, einen einzelnen Menschen hier zur�ckzulassen, wenn die Flotte weiterfliegt. Er k�nnte wom�glich mehr dar�ber ��</p><p>�Nein.�</p><p>�Ich w�rde mich freiwillig melden. Die Gelegenheit ��</p><p>�Das kann ich nicht zulassen, Doctor. Es tut mir leid. Nach allem, was die Syndiks uns erz�hlt haben, wurden bereits etliche Menschen von den Enigmas gefangen genommen. Es g�be f�r die keinen Grund, Sie am Leben zu lassen.�</p><p>Setin stand unschl�ssig da, bis Dr. Shwartz wieder etwas zu ihm sagte. �Ja, das ist wahr�, lenkte er schlie�lich ein. �Vielleicht sto�en wir nach einem der von Ihnen geplanten Spr�nge ja auf eine andere intelligente Spezies.�</p><p>�Das w�re sch�n, Doctor.� Vor allem wenn es sich dabei um eine Spezies handelte, die nach menschlichen Ma�st�ben nicht verr�ckt war.</p><p>Die Flotte unternahm einen langen Sprung hin zu einem Stern, der ganz frisch auf den Namen Tartarus getauft worden war � gleich nachdem Captain Desjani hatte herausfinden m�ssen, dass es im Gebiet der Syndiks bereits einen Stern namens Purgatory gab.</p><p>Tartarus erinnerte, gemessen an der Enigma-Bev�lkerung, an Limbo, allerdings st�rte sich Geary mehr an der Tatsache, dass die Zahl der sie verfolgenden Alien-Kriegsschiffe immer weiter anwuchs und sich mittlerweile auf f�nfunddrei�ig belief. Aber hier gab es kein Hypernet-Portal, und nachdem Dr. Setin hartn�ckig genug gebettelt hatte, war Geary bereit gewesen, lange genug im System zu bleiben, damit sie Erkundungssonden aussenden und einen letzten Versuch unternehmen konnten, mit den Aliens sinnvoll zu kommunizieren.</p><p>Nachdem auch ein paar Tage sp�ter auf keinem der beiden Gebiete irgendwelche Fortschritte erzielt worden waren, wollte Geary der Flotte den Befehl zum Verlassen des Systems geben, als eine dringende Mitteilung einging.</p><p>�Sir!� Lieutenant Iger klang ein wenig au�er Atem. �Admiral, wir haben Menschen entdeckt!�</p></section><section><title><p>Dreizehn</p></title><p>Ein einzelnes Bild tauchte neben Igers Kopf auf und zeigte ein paar verschwommene Gestalten. �Diese Entdeckung ist purer Zufall�, erl�uterte Iger. �Eine der Sonden ist auf einen Datenstrom von diesem Asteroiden gesto�en.� Ein weiteres Bild �ffnete sich und pr�sentierte einen Asteroiden mit einem Durchmesser von rund vierzig Kilometern, der sich recht schnell um seine Achse drehte. �Die �berschneidung mit diesem Datenstrom dauerte nur einen Sekundenbruchteil, aber wir konnten dabei ein verschl�sseltes Video aufschnappen, aus dem wir gen�gend Details herausgeholt haben, um das hier zu sehen.�</p><p>Geary kniff die Augen zusammen, als er unscharfe Konturen sah. Das waren eindeutig keine Enigmas, und auch wenn keine Einzelheiten zu erkennen waren, handelte es sich dabei eindeutig um Menschen. �Die sind auf diesem Asteroiden?�</p><p>�<emphasis>In </emphasis>diesem Asteroiden, Admiral�, antwortete Iger. �Wir sind davon �berzeugt, dass er ausgeh�hlt wurde. Wir haben seine Rotation �berpr�ft. Sie reicht aus, um drei Viertel der Standardschwerkraft zu erzeugen, wenn jemand auf der Innenseite der Asteroidenh�lle steht.� Auf der Oberfl�che des Objekts leuchteten verschiedene Symbole auf. �Wir konnten einige Anomalien feststellen, die vermutlich durch Kommunikations- und Sensorantennen der Enigmas verursacht werden. Es ist nicht ungew�hnlich, solche Artefakte auf Asteroiden in von Menschen besiedelten Sternensystemen zu entdecken, weil sie von den Minenarbeitern dort zur�ckgelassen werden, die daf�r keine weitere Verwendung mehr haben. Aber diese Objekte wurden sorgf�ltig getarnt, und die Enigmas scheinen nicht zu der Art von Leuten zu geh�ren, die irgendetwas rumliegen lassen.�</p><p>In einem Asteroiden. Ohne eine M�glichkeit zu fliehen. Und v�llig im Unklaren dar�ber, wo sich die Enigmas aufhielten. �Aus der Sicht der Aliens zweifellos das perfekte Gef�ngnis.�</p><p>�Ja, Sir.� Anstatt auf seine Entdeckung stolz zu sein, verzog Lieutenant Iger missmutig den Mund. �Ich � ich w�sste nicht, wie wir sie da rausholen sollen.�</p><p>Tartarus. Wie es schien, hatte dieses Sternensystem einen passenden Namen erhalten.</p><p>Die in die Hunderte gehenden Offiziere am Tisch im Flottenkonferenzraum h�rten mit wachsender Begeisterung zu, als Lieutenant Iger ihnen von seiner Entdeckung berichtete. Nachdem er geendet hatte, sch�ttelte Tulev nachdenklich den Kopf. �Wenn wir uns diesem Asteroiden auch nur auf einen Kilometer n�hern, werden sie ihn zerst�ren. Sie haben kein Problem damit, ihresgleichen zu ermorden, da werden sie bei diesen Menschen da erst recht nicht z�gern.�</p><p>�Wie nahe k�nnen wir herankommen, bevor sie das machen?�, wollte Badaya wissen.</p><p>Auch Iger sch�ttelte den Kopf. �Ich habe keine Ahnung, Sir. Nach unseren Erfahrungen bei Limbo werden die Aliens wohl warten, bis sie Gewissheit haben, welches Ziel wir ansteuern. Dann vernichten sie es. Dieses spezielle Ziel ist sehr gut getarnt. H�tten wir nicht diese �bertragung abgefangen, w�ren wir vermutlich gar nicht auf den Gedanken gekommen, uns diesen Asteroiden genauer anzusehen. Dann w�re uns die getarnte Ausr�stung auf der Oberfl�che nicht aufgefallen, und wir h�tten uns nicht weiter mit diesem Objekt besch�ftigt. Solange sie nicht auf den Gedanken kommen, dass wir von den Menschen dort wissen, werden sie den Asteroiden vermutlich nicht zerst�ren, da sie glauben, wir fliegen nur zuf�llig in diese Richtung.�</p><p>�<emphasis>Vermutlich </emphasis>nicht�, wiederholte ein m�rrischer Armus.</p><p>�Etwas Besseres kann ich Ihnen nicht bieten, Sir.�</p><p>Bradamont hatte w�hrend dieser Unterhaltung die ganze Zeit �ber die Darstellung des Tartarus-Sternensystems betrachtet, die �ber dem Tisch schwebte. �Es muss eine Art Sperrgebiet sein. H�tten wir Aliens in einem Asteroiden untergebracht, w�rden wir keinem unbefugten Schiff erlauben, sich in die N�he zu begeben. Wenn wir die gesperrte Zone um den Asteroiden erreichen, k�nnte das die Aliens ebenfalls zu dem Entschluss bringen, ihn zu zerst�ren.�</p><p>�Das klingt plausibel�, fand Armus. �Etwas, das automatisch durch einen N�herungsalarm ausgel�st wird. Oder durch ein �berlichtschnelles Signal, das von einer anderen Stelle im System gesendet wird. Gibt es auf der �u�eren H�lle des Asteroiden keinen Hinweis auf die Gegenwart irgendwelcher Aliens?�</p><p>�Nein, Sir�, erwiderte Iger. �Nur eine Reihe von gut getarnten Solarzellenfl�chen.�</p><p>Duellos nickte. �Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie im Inneren Seite an Seite mit den Menschen leben, selbst wenn sie die von sich fern halten. Aber wir haben keine Ahnung, wo dieses Sperrgebiet beginnen k�nnte. Ich wei� nicht, wie uns diese Spekulation weiterhelfen soll.�</p><p>�Sie m�ssen ein Sperrgebiet r�umlich bestimmen�, sagte Bradamont. �Wir und die Syndiks rechnen dabei in Lichtsekunden, weil es ein einfacher Standard ist. Das ist gen�gend Abstand, um f�r Sicherheit zu sorgen, aber es ist zugleich eng genug gefasst, damit der Alarm nicht jedes Mal ausgel�st wird, wenn jemand unwissentlich ganz in der N�he unterwegs ist.�</p><p>�Wie viele Lichtsekunden nehmen die Syndiks f�r ein Sperrgebiet?�</p><p>�Eine.� Niemand fragte nach, woher sie das so gut wissen konnte.</p><p>�Das ist auch unser Standardma�.�</p><p>Duellos verzog gr�belnd das Gesicht. �Die Enigmas werden ganz sicher in einer anderen Ma�einheit rechnen, aber unsere Parameter beruhen auf praktischen Erw�gungen. Die Physik ist f�r die Enigmas die gleiche wie f�r uns. Wenn wir mindestens eine Lichtsekunde auf Abstand bleiben und so tun, als w�rde uns der Asteroid gar nicht k�mmern, dann k�nnte das eine sichere Distanz sein.�</p><p>�Nehmen wir lieber vierhunderttausend Kilometer, also deutlich mehr als nur eine Lichtsekunde�, hielt Tulev dagegen. �Aber damit sind wir immer noch zu weit weg. Den Verteidigungsanlagen oder irgendwelchen Selbstzerst�rungsmechanismen bleibt damit immer noch zu viel Reaktionszeit. Wir m�ssen den Asteroiden erreichen, uns an seine Geschwindigkeit anpassen und in einen Orbit einschwenken. Dann sind die Vorrichtungen der Aliens auf der Oberfl�che auszuschalten, wir m�ssen ins Innere gelangen und schlie�lich die dort befindlichen Menschen evakuieren. Wie lange ben�tigen wir f�r diese Aktion? Und das, wo der minimale Abstand, den wir wagen k�nnen, eine halbe Stunde Flug bis zum Asteroiden bedeutet?�</p><p>�Eher eine Stunde�, wandte Desjani ein. �Und das allein, wenn wir ausschlie�lich Schlachtkreuzer einsetzen.�</p><p>Wieder meldete sich Bradamont zu Wort, diesmal mit etwas mehr Nachdruck: �Die Hilfsschiffe k�nnen kleine unauff�llige Schiffe bauen, die Platz bieten f�r kleinere Landeteams. Wenn wir �� Sie unterbrach sich, als sie Smythes Kopfsch�tteln bemerkte.</p><p>�Tut mir leid, Commander�, sagte er. �Bei so wenig Zeit und Material kann ich nicht versprechen, dass wir irgendetwas zusammenbauen k�nnen, das einerseits gro� genug ist, um ein paar Leuten Platz zu bieten, und andererseits so klein ist, dass es wahrscheinlich nicht entdeckt wird.�</p><p>�Und wen w�rde man auf eine solche Mission schicken?�, erkundigte sich Badaya. Es war eine rhetorische Frage, die sich aber in Wahrheit an Bradamont richtete.</p><p>Sie bekam rote Wangen, antwortete aber mit fester Stimme: �Ich melde mich freiwillig f�r diese Mission.�</p><p>Geary beendete schlie�lich das lange Schweigen, das ihrer Bemerkung gefolgt war: �Solange es keine vern�nftigen Erfolgsaussichten gibt, wird keine Mission stattfinden. Es bringt nichts, wenn wir unsere Freiwilligen und die Menschen in diesem Asteroiden opfern, nur weil ein Rettungsversuch trotz zu geringer Erfolgsaussichten unternommen wird.�</p><p>�Wir k�nnen diese Menschen nicht hier zur�cklassen�, wandte Bradamont ein.</p><p>�Das sehe ich auch so�, sagte Badaya. �Aber ��</p><p>�Entschuldigen Sie.� General Carabali hatte sich kurz mit jemandem au�erhalb ihrer Software unterhalten, nun �bert�nte ihre Stimme die anderen Anwesenden. �Die Marines k�nnen das erledigen.�</p><p>Badaya zog die Augenbrauen hoch. �Vierhunderttausend Kilometer sind nicht gerade ein Katzensprung, General. Ich glaube nicht, dass Ihre Marines so was zustande bringen, selbst wenn Sie ihnen sagen, dass es auf dem Asteroiden Bier gibt.�</p><p>�Das kommt drauf an. Wenn�s Freibier ist, k�nnte es klappen. Aber wir m�ssen sie gar nicht auf diese Weise motivieren.� Vor Carabali entstand ein Diagramm in der Luft. �Mit Blick auf unsere Mission, mehr �ber diese Aliens herauszufinden, geh�ren zu unserer Ausr�stung mehr Exemplare als �blich unserer auf maximale Tarnung ausgerichteten K�rperpanzerung. Das reicht, um drei�ig meiner Scouts damit einzukleiden. Ich habe von einigen meiner Untergebenen die Zahlen durchrechnen lassen, und wir k�nnen das erledigen. Wenn die Flotte im Vorbeiflug diese Scouts bei einer Entfernung von vierhunderttausend Kilometern starten l�sst, sollten wir sehr wahrscheinlich einer Entdeckung entgehen k�nnen. Sobald die Scouts auf der Oberfl�che gelandet sind, k�nnen sie St�rsender platzieren und alle erkennbare Ausr�stung der Aliens au�er Betrieb nehmen. Indem wir den Systemen die M�glichkeit nehmen, etwas zu entdecken, und indem wir alle ein- und ausgehenden Nachrichten st�ren, sollte es m�glich sein, der Flotte gen�gend Zeit zu geben, damit sie den Asteroiden erreichen und Shuttles losschicken kann. Diese Shuttles holen die Leute da raus und nehmen gleichzeitig unsere Scouts mit.�</p><p>Tulev beugte sich vor. �Mit welcher Geschwindigkeit m�ssten diese Scouts unterwegs sein?�</p><p>�Es muss so langsam sein, dass sie sich nicht zu deutlich vor dem Hintergrund abheben, und es muss langsam genug f�r die Anzugsysteme sein, damit sie eine gebremste Landung hinlegen k�nnen, bei der die Scouts weder umkommen noch entdeckt werden.� Carabali zeigte auf das Diagramm. �Die Durchschnittsgeschwindigkeit sollte bei viertausend Stundenkilometern liegen, allerdings w�rden wir beim Start deutlich schneller sein wollen, weil wir auf dem letzten Abschnitt abbremsen m�ssen.�</p><p>Commander Neeson sah Carabali verdutzt an. �Sie k�nnen von viertausend Stundenkilometern so stark abbremsen, dass Sie sicher landen und dabei immer noch getarnt bleiben werden?�</p><p>�Richtig�, sagte sie. �Meine Scouts sagen, sie k�nnen das � und sie sind diejenigen, die ihr Leben riskieren.�</p><p>�Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von viertausend Stundenkilometern macht immer noch eine Reisezeit von vier Tagen erforderlich�, wandte Geary ein. �K�nnen diese Scoutanz�ge einen Menschen so lange am Leben erhalten? Und vergessen Sie dabei nicht die Zeit, die sie ben�tigen werden, um sich auf dem Asteroiden umzusehen und die St�rsender zu deponieren.�</p><p>Carabali nickte. �Wir k�nnen sie mit Lebenserhaltungseinheiten f�r einen langen Einsatz versehen, au�erdem benutzen wir Medikamente, um ihren Metabolismus zu verlangsamen, solange sie sich im Anflug auf den Asteroiden befinden. Auf diese Weise schonen wir die Lebenserhaltung und verringern die W�rmeentwicklung und den Energieaussto�, also die Dinge, die von der Spezialausr�stung getarnt werden m�ssen.�</p><p>�K�nnen die St�rsender es mit allem aufnehmen, was die Aliens aufzubieten haben?�, fragte Badaya. �Ich meine, wir wissen ja nicht mal, wie ihr �berlichtkomm funktioniert.�</p><p>�Die St�rsender sind um ein paar Dinge aufger�stet worden, die wir uns bei dieser Syndik-Erfindung abgeguckt haben, mit der der Zusammenbruch der Hypernet-Portale verhindert wird�, erl�uterte Carabali. �So wie unsere Systemsicherheit die auf Quantenwahrscheinlichkeit basierenden W�rmer der Aliens eliminieren kann, ohne dass wir eigentlich wissen, wie sie funktionieren, so sind wir sehr davon �berzeugt, dass die St�rsender die Kommunikation der Aliens vollst�ndig unterbinden k�nnen.�</p><p>Eine Weile herrschte Schweigen, da sich alle Carabalis Entwurf ansahen, bis Duellos auf einen Punkt in der Darstellung des Sternensystems zeigte und sagte: �Auf dem zweitgr��ten Mond dieses Planeten dort findet sich eine Einrichtung der Aliens. Wenn wir im richtigen Moment darauf Kurs nehmen, k�nnen wir den Eindruck erwecken, dass diese Anlage da unser n�chstes Ziel ist, so als w�rden wir wie bei Limbo versuchen, uns einem isolierten Punkt im System zu n�hern. Dabei kann ein Teil der Flotte in einer Entfernung von vierhunderttausend Kilometern an dem Asteroiden vorbeifliegen, w�hrend es so aussieht, als w�ren wir zu diesem Mond unterwegs.�</p><p>�Das ist machbar�, stellte Badaya fest und hunderte Stimmen pflichteten ihm bei.</p><p>�Wenn Sie die Schlachtkreuzer einsetzen�, erg�nzte Desjani und warf Geary dabei einen energischen Blick zu. �<emphasis>Alle </emphasis>Schlachtkreuzer. Wir m�ssen so schnell wie m�glich agieren.�</p><p>Geary betrachtete sekundenlang das Display und dachte daran, wie viele Menschenleben auf dem Spiel standen. Er wollte eine solche Entscheidung nicht treffen. Aber Carabali hatte ihre Bef�higung unter Beweis gestellt, und seine Flottenoffiziere waren davon �berzeugt, dass sie ihren Teil dazu beitragen konnten. Au�erdem mussten diese Menschen gerettet werden, wenn es sich irgendwie einrichten lie�. Ironischerweise wurde diese Mission unter anderem erst durch die Syndik-Schutzvorrichtung erm�glicht, die ihm Iceni im Rahmen ihrer Abmachung �berlassen hatte. �Also gut, wir machen es so.�</p><p>Diesmal brachen alle in lauten Jubel aus.</p><p>Es f�hlte sich so eigenartig an, als w�rde man an einer Gruppe Polizisten vorbeigehen, obwohl man gar nichts angestellt hatte. Man gab sich alle M�he, ruhig und unschuldig auszusehen und ja nichts Bedrohliches auszustrahlen. Das war allerdings umso schwieriger zu bewerkstelligen, wenn man dabei von einer Flotte begleitet wurde, deren Feuerkraft ausreichte, um ganze Welten in Schutt und Asche zu legen. Und das alles, w�hrend man sich in einem Sternensystem aufhielt, in dem man eindeutig nicht erw�nscht war, und w�hrend es sich bei den Polizisten um Aliens handelte, die einen am liebsten umbringen wollten und die bereit waren, ihre Privatsph�re notfalls auch durch Selbstmord zu besch�tzen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass man etwas im Schilde f�hrte, was den �Polizisten� �berhaupt nicht gefallen w�rde.</p><p>Geary wartete bis zum richtigen Moment ab, dann lie� er die Flotte Kurs auf den Mond nehmen, der ihr angebliches n�chstes Ziel war. Es war nichts ungew�hnlich daran, dass Shuttles zwischen den Kriegsschiffen hin- und herpendelten, waren doch schlie�lich Ersatzteile oder Fachpersonal zu transportieren. In den letzten Stunden waren jedoch viele dieser routinem��igen Shuttlefl�ge dazu benutzt worden, Marine Scouts mitsamt ihrer Ausr�stung auf die Schlachtschiffe der Vierten Schlachtschiffdivision zu bringen. Die <emphasis>Warspite</emphasis>, die <emphasis>Vengeance</emphasis>, die <emphasis>Revenge </emphasis>und die <emphasis>Guardian </emphasis>waren die Kriegsschiffe, die sich in unmittelbarer N�he des Asteroiden befinden w�rden, wenn die Flotte ihn passierte. Sie w�rden jeweils sieben oder acht Marines ausspucken, die vier Tage sp�ter an der Stelle eintreffen sollten, wo sich dann der Asteroid befinden w�rde. Durch eine neue Verteilung der Kreuzer und Zerst�rer rings um die Schlachtschiffe sowie durch eine verst�rkte Pendelaktivit�t der Shuttles wurde der Start der Marines zus�tzlich getarnt.</p><p>�Hier spricht Admiral Geary. Bei Zeit eins f�nf drehen sich alle Einheiten um null vier eins Grad nach Backbord und um null sechs Grad nach oben. Behalten Sie Ihre Geschwindigkeit von 0,1 Licht bei.� Es hatte etwas Eigenartiges an sich, menschliche Ma�st�be f�r Flugman�ver in einem Sternensystem anzulegen, in dem vermutlich noch nie ein von Menschen gesteuertes Raumschiff unterwegs gewesen war. Aber es waren alte Konventionen, die sich im Lauf der Zeit herausgebildet hatten und die sicherstellten, dass jedes Schiff wusste, was alle anderen Schiffe im n�chsten Moment vorhatten, ganz ohne R�cksicht darauf nehmen zu m�ssen, wohin sie unterwegs waren oder in welcher Position sie sich relativ zueinander befanden. Backbord bedeutete �weg vom Stern�, w�hrend bei Steuerbord Kurs auf den Stern genommen wurde. �Oben� und �unten� orientierten sich nach der Ebene des Sternensystems. Das Ganze war v�llig willk�rlich, aber es funktionierte so gut, dass seit Jahrhunderten niemand auf die Idee gekommen war, daran etwas zu �ndern.</p><p>Er fragte sich, wie die Aliens dieses Problem handhabten. Stellte es f�r sie �berhaupt ein Problem dar? <emphasis>Warum zum Teufel wollen die nicht mit uns reden? Was k�nnten wir alles lernen, wenn wir allein schon etwas dar�ber w�ssten, wie eine andere intelligente Spezies das Universum sieht. So eine Vergeudung.</emphasis></p><p>�Wieder nachdenklich, Admiral?�, fragte Desjani, w�hrend sie irgendeinen administrativen Vorgang erledigte. �Haben Sie schon von Jane Geary geh�rt?�</p><p>�Ja. Woher wissen Sie das?�</p><p>�Sie hat ihr Schlachtschiff freiwillig vorgeschlagen, um die Marines zum Asteroiden zu schie�en, richtig?�</p><p>�Auch das stimmt. Ich habe ihr gesagt, die Entscheidung beruht ausschlie�lich darauf, welche Schlachtschiffe mit dem geringsten Man�vrieraufwand an den Rand der Formation gebracht werden konnten. Wir wollen den Aliens m�glichst keinen Hinweis auf das geben, was wir vorhaben.� Geary sah Desjani fragend an. �Sind Sie dahintergekommen, was Jane zu diesem Tatendrang motiviert?�</p><p>�Nein. Ich glaube nicht, dass es das Gleiche ist, was Kattnig zu schaffen gemacht hat�, sie hielt inne und beschrieb eine religi�se Geste, die Gnade bedeutete, �aber es k�nnte etwas �hnliches sein.�</p><p>�Sie meinen, dass sie sich beweisen will?�</p><p>�Sie ist nun mal eine Geary, Admiral. Sie wissen, wie Gearys sind.�</p><p>�Ich w�nschte, ich w�sste es.� Er lehnte sich zur�ck und betrachtete das Display, w�hrend die Flotte das Flugman�ver vollzog und dann Kurs auf den Mond nahm. �Das Schlimmste wird sein, tagelang zu warten, dann kehrtzumachen und den Asteroiden erneut anzusteuern, ohne eine Ahnung zu haben, ob die Scouts �berhaupt ihr Ziel erreicht haben und ob es ihnen gelungen ist, ihre Mission zu erf�llen. Sie k�nnen weder Statusberichte noch sonst etwas senden. Sie aktivieren die St�rsender und setzen die Anlagen au�er Betrieb, und w�hrend sie damit besch�ftigt sind, m�ssen wir schon wieder Kurs auf den Asteroiden nehmen. Und dann werden diese f�nfunddrei�ig Kriegsschiffe der Aliens ganz sicher auf uns losgehen.�</p><p>Desjani grinste ihn an. �Dann bekommen wir ja endlich mal ein bisschen Abwechslung.�</p><p>�Die <emphasis>Warspite </emphasis>meldet, dass ein Crewmitglied beim Kurswechsel verletzt worden ist�, gab der Komm-Wachhabende bekannt.</p><p>�Sehr gut.� Geary sah zu Desjani, die den Daumen nach oben gerichtet hielt. Nachdem die Systeme der Allianz-Schiffe von den Quantenwahrscheinlichkeitsw�rmern der Aliens befreit worden waren, sollten die Enigmas nicht mehr in der Lage sein, auf das Datennetz oder das Komm-System der Flotte zuzugreifen. Aber nur weil sie nicht dazu in der Lage sein sollten, hie� das noch lange nicht, dass es ihnen tats�chlich unm�glich war. Deshalb hatte man sich auf einen Codespruch geeinigt, der Geary wissen lie�, dass alle Scouts problemlos gestartet waren.</p><p>Langatmige zwei Tage sp�ter, und dabei immer noch eine Lichtstunde vom Mond entfernt, lie� Geary die Flotte wenden, als w�rde sie Kurs auf den Sprungpunkt nehmen. Ein Frachter hatte bereits die Einrichtung auf dem Mond verlassen, womit sich das wiederholte, was sie bei Limbo zu sehen bekommen hatten. �Wenn sie unseren Kurswechsel bemerken, sollten sie zu dem Schluss kommen, dass wir diesmal aufgeben, weil wir keine Lust mehr haben, Dingen nachzujagen, die dann dicht vor unserer Nase in die Luft gejagt werden.�</p><p>Desjani nickte gedankenverloren, ihr Blick war auf ihr eigenes Display gerichtet. �Wissen Sie, Admiral, selbst wenn diese St�rsender funktionieren und wenn alle Sensor- und Komm-Anlagen auf dem Asteroiden ausgeschaltet worden sind, werden die Kriegsschiffe der Aliens immer noch Kurs auf ihn nehmen, sobald ihnen klar wird, wohin wir unterwegs sind. Wir haben keine Ahnung, wie viele Leute wir aus diesem Asteroiden herausholen m�ssen und wie schwierig es �berhaupt sein wird, ins Innere zu gelangen, ohne dass wir irgendwelche Sprengfallen ausl�sen. Das wird alles verdammt knapp werden.�</p><p>�Ich wei߫, erwiderte Geary. �Deshalb werden Sie auch die erforderlichen Flugman�ver befehlen, sobald wir abbremsen um in einen Orbit einzuschwenken.� Sie sah ihn verdutzt an und begann allm�hlich zu grinsen, als er weiterredete: �Ich bin in so was ziemlich gut, aber Sie sind besser als ich, wenn es darum geht, Steuerbefehle f�r Schlachtkreuzer zu erteilen. Genau genommen sind Sie besser als jeder in der Flotte.�</p><p>�Ja�, stimmte sie ihm zu. �Das bin ich tats�chlich.�</p><p>�Und f�r einen Captain eines Schlachtkreuzers sind Sie auch noch au�ergew�hnlich bescheiden.�</p><p>�Ja, das auch.� Desjani schaute wieder auf ihr Display, auf dem sie Simulationen f�r die Ann�herung an den Asteroiden durchrechnete. �Oh, das wird gut werden.�</p><p>Die Marine Scouts sollten vor mehr als acht Stunden gelandet sein. Ihre Befehle lauteten, bei Zeit null vier vierzig die St�rsender zu aktivieren und die auf der Oberfl�che befindlichen Anlagen au�er Betrieb zu setzen, wenn die Flotte auf dem Weg in Richtung Sprungpunkt erneut den Asteroiden passierte.</p><p>Von dem Asteroiden abgesehen waren die sie verfolgenden Kriegsschiffe die einzige feststellbare Pr�senz der Aliens in ihrer N�he, und die hatten mit einem kontinuierlichen Abstand von einer Lichtstunde hinter ihnen an Steuerbord gelauert. Doch im Verlauf des letzten Tages musste ihnen aufgefallen sein, dass die Allianz-Flotte sich dem Orbit des Asteroiden n�herte. Nach und nach hatten sie die Distanz verk�rzt, und mittlerweile war die Entfernung auf eine halbe Lichtstunde geschrumpft.</p><p>Es war inzwischen null vier achtunddrei�ig. Der Asteroid war f�nfundvierzig Lichtsekunden oder 13,5 Millionen Kilometer entfernt. Bei 0,1 Licht konnte die Flotte diese Strecke in rund siebeneinhalb Minuten zur�cklegen, doch das half ihnen nichts, da sie mit einer solchen Geschwindigkeit an ihrem Ziel vorbeischie�en w�rden, anstatt sich an die Geschwindigkeit des Asteroiden anzupassen. Der Anflug musste auf eine Weise verlangsamt werden, die m�glichst wenig Zeit kostete, dabei aber die Schiffe ausreichend abbremste, damit sie beim Eintreffen am Asteroiden exakt so schnell waren wie er. Lediglich die Schlachtkreuzer verf�gten �ber die notwendigen Antriebseigenschaften, um so schnell zu verz�gern, und selbst die mussten jetzt mit dem Bremsvorgang beginnen, sonst w�rden sogar sie zu schnell am Ziel vorbeijagen. Allerdings durften sie auch nicht zu stark abbremsen, weil sie sonst l�nger ben�tigen w�rden, um den Asteroiden zu erreichen, wo es doch auf jede Sekunde ankam.</p><p>Und genau daf�r ben�tigten sie Tanya Desjani.</p><p>Geary atmete einmal tief durch, dann schickte er die Befehle an die Flotte. �Eingreiftruppe Lima, Formation verlassen und die Befehle von Captain Desjani von der <emphasis>Dauntless </emphasis>befolgen. Alle anderen Einheiten: Drehen Sie null vier f�nf Grad nach Steuerbord und null zwei Grad nach unten und beginnen Sie bei Zeit vier null auf 0,02 Licht abzubremsen.�</p><p>Desjani lie� ihre eigenen Befehle an ihr Kommando folgen, kaum dass Geary ausgesprochen hatte: �An alle Einheiten der Eingreiftruppe Lima: Drehen Sie sofort vier sechs Grad nach Steuerbord und null zwei Grad nach unten, bremsen Sie mit maximaler Verz�gerung ab.�</p><p>�blicherweise sa� Desjani schweigend da, w�hrend Geary sich darauf konzentrierte den richtigen Moment abzupassen, um die Vektoren der Flotte zu �ndern. Diesmal jedoch war es Desjani, der diese Aufgabe zufiel. Geary sa� daneben und beobachtete, wie sich die Schlachtkreuzer von der Flotte l�sten und mit einer Heftigkeit abbremsten, dass er unter Schmerzen in seinen Sessel gepresst wurde und die gesamte Struktur der <emphasis>Dauntless </emphasis>aus Protest �ber diese Belastung �chzte und st�hnte. Auch wenn er sich versucht f�hlte, Desjani bei der Arbeit zu beobachten und sich davon zu �berzeugen, dass sie tats�chlich ihr Bestes gab, hielt er sich davon ab. Er musste sie den Job machen lassen, den er ihr �bertragen hatte, w�hrend er selbst den Rest der Flotte im Auge behielt. Diese Schiffe bremsten alle viel langsamer ab und flogen eine etwas weitere Kurve, die sie zu einem sp�teren Zeitpunkt an den Asteroiden heranf�hren sollte. Zudem achtete Geary auf die Aliens, auch wenn die erst eine halbe Stunde sp�ter das Licht von den Man�vern der Flotte zu sehen bekommen w�rden und sie bis dahin keine Ahnung hatten, was die Allianz-Schiffe vorhatten.</p><p>Er verzog angestrengt den Mund, als er sich unter der Einwirkung jener Kr�fte bewegte, die die Leistung der Tr�gheitsd�mpfer �berstiegen, um General Carabali zu rufen. �Geben Sie mir augenblicklich Bescheid, wenn Sie von Ihren Scouts irgendetwas sehen oder h�ren.�</p><p>�Das sollte jeden Moment der Fall sein, Admiral�, gab sie zur�ck und hielt kurz inne. �Statusbericht geht ein, ich leite ihn an Sie weiter, Sir.�</p><p>Ein sekund�res Display entstand gleich neben dem Hauptdisplay vor Geary. Darauf war der Asteroid zu sehen, der sich mit schwerf�lliger W�rde um seine eigene Achse drehte und dessen Oberfl�che jetzt mit weitaus mehr Symbolen �berzogen war, die nicht nur die Positionen der Scouts angab, sondern auch alle Relais, Antennen, Sensoren und die �brigen Ger�te der Aliens, die von den Marines entdeckt worden waren. Einige dieser Symbole blinkten rot auf, womit angezeigt wurde, dass die Scouts die entsprechenden Anlagen mit einer Sprengladung unsch�dlich gemacht hatten. Gelbe Symbole gaben dagegen an, welche Teile der Ausr�stung gest�rt wurden.</p><p>Ebenfalls gekennzeichnet war eine gro�e, geschickt getarnte Luftschleuse, die ins Innere f�hrte. �Bitte um Erlaubnis, in den Asteroiden vordringen zu d�rfen�, sagte Carabali.</p><p>�Erlaubnis erteilt. Aber wieso komme ich nur auf neunundzwanzig Marines?�</p><p>�Ich bin gerade vom F�hrer der Scouteinheit davon in Kenntnis gesetzt worden, dass einer der Anz�ge nicht schnell genug gebremst hat und am Ziel vorbeigeschossen ist.�</p><p><emphasis>Vorfahren, steht uns bei</emphasis>. Geary aktivierte einen anderen Komm-Kreis. �Elftes Leichte Kreuzergeschwader, Dreiundzwanzigstes und Zweiunddrei�igstes Zerst�rergeschwader, verlassen Sie sofort die Flottenformation, suchen Sie nach einem Marine Scout, der mutma�lich am Asteroiden vorbeigeflogen ist. Gehen Sie auf Abfangkurs und nehmen Sie den Marine an Bord.�</p><p>Carabali atmete erleichtert auf. �Vielen Dank, Admiral. Meine Scouts werden jeden Augenblick die Luftschleuse sprengen.�</p><p>Nachdem Geary selbst einmal tief Luft geholt hatte, um zur Ruhe zu kommen, da er an den einsamen Marine hatte denken m�ssen, der durch das All raste und dessen Lebenserhaltungssysteme allm�hlich den Geist aufgaben, sagte er: �Ob wir ihn zur�ckholen k�nnen, h�ngt davon ab, wie weit der Marine seine Geschwindigkeit drosseln konnte, General. Wenn er mit viertausend Stundenkilometern weitergeflogen ist, dann werden wir ihn wom�glich nicht mehr rechtzeitig finden.�</p><p>�Wenn die Enigma-Schiffe den Schiffen folgen, die Sie soeben losgeschickt haben ��</p><p>�Das bezweifle ich, General. Sie werden es sp�testens dann bleiben lassen, wenn sie sehen, dass wir den K�fig aufbrechen, in dem sie ihre gefangenen Menschen festhalten.�</p><p>Desjani gab den n�chsten Befehl: �An alle Einheiten der Eingreiftruppe Lima, sofort ausf�hren: Bremsgeschwindigkeit reduzieren auf 0,9 Maximum.�</p><p>Die auf Geary einwirkenden Kr�fte lie�en ein wenig nach, und er h�tte schw�ren k�nnen, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>vor Erleichterung seufzte. Er konzentrierte sich wieder auf sein Display, wo die Flugbahn der Schlachtkreuzer sich dem Asteroiden zu n�hern begann. Die Zeit bis zum Zusammentreffen wurde dabei st�ndig nach oben korrigiert, da die Schiffe ihre Fahrt nach wie vor verlangsamten.</p><p>�Marines sind eingedrungen�, meldete Carabali. �M�gliche Ausl�ser f�r Sprengfallen identifiziert. Sie m�ssen sie erst unsch�dlich machen, ehe sie weiter vorr�cken k�nnen.�</p><p>Verdammt. �Wir haben nicht viel Spielraum, General.�</p><p>�Verstanden, Admiral.�</p><p>�An alle Einheiten der Eingreiftruppe Lima, sofort ausf�hren: Bremsgeschwindigkeit reduzieren auf 0,8 Maximum�, ordnete derweil Desjani an.</p><p>Sechzehn Minuten nach Desjanis erstem Befehl und nach zahlreichen kleineren Korrekturen der Bremsgeschwindigkeit kamen die Schlachtkreuzer in einer relativen Position zum Stillstand und kreisten um den Asteroiden. �Alle Shuttles starten�, befahl Desjani.</p><p>Von jedem Schlachtkreuzer starteten etliche Shuttles und jagten auf den Asteroiden zu. An Bord befanden sich jeweils ein paar Ingenieure der Marines, die mit allem n�tigen Ger�t ausgestattet waren, um in das Innere dieses Gef�ngnisses vorzudringen, au�erdem medizinisches Personal sowie ein Flotteningenieur, der s�mtliche Ausr�stung der Aliens daraufhin �berpr�fen sollte, ob sie es wert war, ausgebaut und mitgenommen zu werden. Dar�ber hinaus boten die Shuttles vor allem Platz f�r die Menschen, die dort gefangen gehalten wurden und die hoffentlich befreit werden konnten. �F�nf Minuten, bis das erste Shuttle an der Schleuse andockt�, sagte Desjani zu Geary.</p><p>�General Carabali�, setzte Geary an, kam aber nicht weiter.</p><p>�Sie haben die Fallen �berwunden�, meldete Carabali in diesem Moment. �Sie passieren leere Abteile. Ausr�stungsgegenst�nde. Noch eine Luftschleuse. Fallen auf dieser Seite erkennbar. Gesch�tzte Zeit, bis die unsch�dlich sind, zwei Minuten.�</p><p>Desjani hatte ihren Blick auf die Kriegsschiffe der Aliens gerichtet: �Wir sind langsamer geworden, sie aber nicht. In zehn Minuten d�rften sie das Licht von unseren Man�vern zu sehen bekommen.�</p><p>Geary nickte. �Sp�testens dann werden wir herausfinden, ob sie jetzt auch noch in der Lage sind, diesen Asteroiden in die Luft zu jagen.� Er musterte seinen Teil der Flotte, der immer noch abbremste, w�hrend der Abstand zur Eingreiftruppe mit jeder Sekunde ein St�ck wuchs. Er ben�tigte keine Man�verberechnungen, um zu wissen, dass er diese Schiffe nicht dazu bringen konnte kehrtzumachen, um noch rechtzeitig bei ihnen zu sein und etwas bewirken zu k�nnen. �Sieht ganz so aus, als m�ssten unsere sechzehn Schlachtkreuzer sich diese f�nfunddrei�ig Alien-Schiffe vorkn�pfen.�</p><p>�Kleinigkeit�, meinte Desjani nur.</p><p>Die Hauptformation wirkte seltsam gestreckt, und als Geary einen bestimmten Bereich markierte, stellte er fest, dass die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>st�rker abbremste als befohlen und dass die <emphasis>Dependable </emphasis>und die <emphasis>Conqueror </emphasis>versuchten, mit ihr mitzuhalten. �Captain Geary, Sie beanspruchen Ihre Antriebseinheiten zu sehr. Bremsen Sie nicht so stark ab und bleiben Sie bei der Flotte.�</p><p>Desjani hatte das ebenfalls bemerkt und sch�ttelte den Kopf. �Sie versucht, diese Schlachtschiffe in unserer N�he zu belassen, um uns zu unterst�tzen. Aber so schnell k�nnen die nicht abbremsen.�</p><p>�Was sie auch wissen sollte.�</p><p>Er konzentrierte sich wieder auf die Leichten Kreuzer und die Zerst�rer, die weiter in der Richtung beschleunigten, in der der Marine vermutlich zu finden war. �General, wenn Sie Ihrem Scout befehlen k�nnten, ein Leuchtfeuer zu z�nden, dann k�nnte uns das weiterhelfen.�</p><p>�Schon geschehen, Admiral. Der Scout sollte den Befehl inzwischen empfangen haben, aber es gibt noch keine Reaktion. Sein Metabolismus k�nnte also immer noch verlangsamt arbeiten. Wir haben ihm soeben den Aktivierungsbefehl geschickt.�</p><p>�Empfange Notrufsignal�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>Geary rechnete �berschl�gig die Position des Notrufs und dessen Bewegung in Relation zu den Kreuzern und Zerst�rern aus. �Dieser Marine konnte aber noch deutlich seine Geschwindigkeit reduzieren, bevor die Bremsvorrichtung an seinem Anzug versagte. Ich glaube, eine Rettung sollte m�glich sein.�</p><p>�Da muss sich aber jemand ganz geh�rig bei den Vorfahren bedanken�, merkte Desjani an.</p><p>�Wir haben die Luftschleuse passiert�, meldete Carabali. �Dahinter ist noch eine Luftschleuse. Versiegelt, aber keine Fallen. Wir sprengen jetzt.�</p><p>�Sie kommen n�her�, rief Desjani dazwischen.</p><p>�Alien-Schiffe beschleunigen, um uns auf unserer gegenw�rtigen Position abzufangen�, rief Lieutenant Yuon aufgeregt.</p><p>�Wir k�nnen Sie gut h�ren, Lieutenant�, sagte Desjani energisch. �An alle Einheiten der Eingreiftruppe Lima: Nehmen Sie die Shuttles an Bord, die sich in Ihrer unmittelbaren N�he befinden. Achten Sie dabei nicht darauf, welches Shuttle eigentlich auf welches Schiff geh�rt.� Sie zuckte mit den Schultern. �Das sollte uns ein paar Minuten einbringen, wenn die Shuttles zur�ckkehren�, wandte sie sich an Geary.</p><p>Er nickte beil�ufig, w�hrend seine Aufmerksamkeit zwischen der Hauptgruppe der Flotte, den Marine Scouts, den Shuttles und den Kriegsschiffen der Aliens hin- und herwanderte. �Uns bleibt nicht einmal mehr eine Stunde, dann haben sie uns erreicht.�</p><p>�Letzte Barriere �berwunden�, kam die n�chste Meldung von Carabali. �Betreten weitl�ufigen Bereich, etliche Geb�ude an der Innenwand des Asteroiden. Es ist eine Stadt. Menschen gesichtet. Einige laufen in unsere Richtung, andere rennen davon.�</p><p>�Erstes Shuttle dockt an, l�sst Passagiere aussteigen.�</p><p>�Erste Sch�tzung der menschlichen Gefangenen liegt bei �ber hundert.�</p><p>�Stromversorgung im Asteroiden ist ausgefallen. Ursache unbekannt. Wir stellen tragbare Lampen auf.�</p><p>�Enigma-Kriegsschiffe noch f�nfzig Minuten entfernt.�</p><p>�Leichter Kreuzer <emphasis>Kusari </emphasis>meldet, dass die gesch�tzte Zeit bis zur Rettung des Marine Scout bei einer Stunde vierzig Minuten liegt.�</p><p>�Befreite Gefangene werden an einem Platz zusammengef�hrt. Ich muss berichten, dass viele Gefangene sich in ihren Unterk�nften verstecken und verbarrikadieren.�</p><p>Geary widerstand der Versuchung, sich mit der flachen Hand gegen die Stirn zu schlagen. Auch wenn es eine noch so dumme Reaktion, konnte man sie doch nachvollziehen, wenn man ber�cksichtigte, in welcher Isolation sie hier lebten � von dem Zeitraum ganz zu schweigen, den sie hier zugebracht haben mussten. �Erteile Erlaubnis, alle Barrikaden zu durchbrechen und in die Geb�ude einzudringen, um die Menschen herauszuholen, damit wir keine unn�tige Zeit verlieren.�</p><p>Carabali schien sich �ber das Verhalten dieser Leute zu �rgern. �Bitte um Erlaubnis, notfalls Bet�ubungsmittel einzusetzen, um sich widersetzende Person unsch�dlich zu machen.�</p><p>�Erlaubnis erteilt. Uns l�uft die Zeit davon, General.�</p><p>�Admiral�, meldete sich in diesem Moment Captain Smythe zu Wort. �Meine Ingenieure berichten, ihre Scans haben ergeben, dass sich in den Ger�ten und Anlagen der Enigmas auf dem Asteroiden Sprengstoff befindet. Wir k�nnten den Selbstzerst�rungsmechanismus ausl�sen, wenn wir versuchen, irgendetwas abzumontieren und mitzunehmen, es sei denn, wir nehmen uns die Zeit, alle Elemente auszubauen, die zur Aktivierung dienen k�nnten.�</p><p>�Wie lange?�, wollte Geary wissen.</p><p>Smythe hielt nur einen Moment lang inne. �Mindestens eine Stunde.�</p><p>�Wir haben keine Stunde. Lassen Sie von Ihren Ingenieuren die Ger�te so gr�ndlich wie m�glich scannen, innen wie au�en, und dann sollen sie sich auf den Weg zu den Shuttles machen. Ihnen bleiben noch zwanzig Minuten.�</p><p>�Erstes Shuttle mit drei�ig Gefangenen hebt ab�, rief Castries dazwischen.</p><p>�Die m�ssen sie aber reingequetscht haben�, murmelte Desjani.</p><p>�Admiral!� Der Ruf kam vom Chefarzt. �Ich habe ausgewertet, was wir �ber die Gefangenen sagen k�nnen. Sie m�ssen unbedingt <emphasis>sofort </emphasis>medizinisch isoliert werden, bis wir Gelegenheit hatten, sie auf biologische oder k�nstliche Gefahren zu untersuchen.�</p><p>�Geben Sie den Schiffs�rzten der betroffenen Schlachtkreuzer Bescheid�, erwiderte Geary. �Jeder von ihnen soll es seinem Captain sagen und sicherstellen, dass das auch geschieht.�</p><p>�F�nfundzwanzig Minuten, bis die Enigma-Kriegsschiffe den Asteroiden erreichen.�</p><p>�Sir, eines der Schiffe ist aus der Formation ausgeschert und scheint Kurs auf die Position des Scouts zu nehmen, der auf seine Rettung wartet.�</p><p>Das w�rde er den Leichten Kreuzern und den Zerst�rern �berlassen m�ssen. Es war nicht n�tig, sie auch noch darauf hinzuweisen, dass sie vor dem feindlichen Kriegsschiff den Marine erreichen mussten.</p><p>�Verpflegungsriegel?�, fragte Desjani pl�tzlich.</p><p>�Nein, danke. Keinen Hunger.�</p><p>�Wir haben die H�lfte aller Shuttles an Bord genommen. Die andere H�lfte wartet noch darauf, dass die Marines diese Idioten aus ihren Verstecken holen, die es f�r witzig halten, vor ihren Rettern davonzulaufen.�</p><p>�Zwanzig Minuten bis zum Eintreffen der Aliens.�</p><p>�Admiral, im Asteroid explodieren verschiedene Teile der Anlagen�, berichtete Carabali. �Ursache unbekannt. M�glicherweise Totmannschaltkreise, die sich aktivieren, wenn die Kommunikation f�r einen l�ngeren Zeitraum unterbrochen wird.�</p><p>�Wie lange noch, bis Sie die letzten Leute da rausgeholt haben?�, gab Geary zur�ck.</p><p>�Unbekannt. Wir suchen immer noch, Admiral.�</p><p>�Sie haben f�nfzehn Minuten, General.�</p><p>�Verstanden, Sir.�</p><p>Desjani sandte wieder Befehle aus. �Captain Duellos, Ihre Shuttlehangars sind voll. Beschleunigen Sie mit Ihren Schlachtkreuzern auf den Feind zu und nehmen Sie ihn unter Beschuss, damit wir noch etwas Zeit gewinnen.�</p><p>�Sind schon unterwegs�, erwiderte Duellos. Auf dem Display entfernten sich die <emphasis>Inspire</emphasis>, die <emphasis>Formidable</emphasis>, die <emphasis>Brilliant </emphasis>und die <emphasis>Implacable </emphasis>langsam von dem Asteroiden und nahmen Kurs auf die gegnerischen Kriegsschiffe.</p><p>�Gute Idee�, sagte Geary. �Es gibt keinen Grund f�r Schlachtkreuzer, l�nger hier zu verharren, wenn sie sowieso keine Shuttles mehr aufnehmen k�nnen. Daran h�tte ich auch denken k�nnen.�</p><p>�Sie haben was anderes zu tun�, entgegnete Desjani. �Au�erdem haben Sie mir die Verantwortung f�r diesen Bereich �bertragen. Allerdings w�rde ich es zu sch�tzen wissen, wenn Sie die Marines scheuchen, damit wir die restlichen Shuttles an Bord nehmen k�nnen, bevor die Aliens hier eintreffen.�</p><p>�Wir ziehen uns zur�ck�, meldete Carabali in dem Moment. �Wir k�nnen nicht mit Gewissheit sagen, dass wir jeden rausgeholt haben, aber der Asteroid bricht in sich zusammen, und die Atmosph�re beginnt zu entweichen. Das hei�t, jeder, den wir bislang nicht finden konnten, wird ohnehin in ein paar Minuten tot sein. Die m�ssen hier �berall Totmannschaltkreise installiert haben.�</p><p>�Verstanden�, sagte Geary. �Holen Sie Ihre Leute raus. Wie viele Gefangene konnten Sie retten?�</p><p>�Dreihundertdreiunddrei�ig.�</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Dreihundertdreiunddrei�ig�, wiederholte Carabali. �Ja, Sir. Ist schon eigenartig, und vielleicht hat es irgendwas zu bedeuten.� Sie wurde von etwas abgelenkt. �Sofort! Ich will, dass alle Marines sofort rauskommen! Wenn diese Flotteningenieure tr�deln, schlagen Sie sie bewusstlos und tragen Sie sie raus!�</p><p>Kleinere Explosionen ersch�tterten die Oberfl�che des Asteroiden und sprengten Tr�mmerst�cke heraus, die wegen der geringen Schwerkraft ins All schossen und davontrudelten. An etlichen Stellen entwich die Atmosph�re ins Vakuum. Geary warf einen Blick auf das Hauptdisplay. Sechs Minuten bis zum Eintreffen der feindlichen Kriegsschiffe. �Das wird sehr knapp.�</p><p>Desjani nickte. �Captain Tulev, r�cken Sie mit Ihrer Division los und fliegen Sie den Aliens entgegen.�</p><p>�Verstanden�, erwiderte Tulev. Die <emphasis>Leviathan</emphasis>, die <emphasis>Dragon</emphasis>, die <emphasis>Steadfast </emphasis>und die <emphasis>Valiant </emphasis>beschleunigten und nahmen Kurs auf die Enigma-Schiffe.</p><p>�Captain, unser Hangar ist voll. Ich schlie�e jetzt die Luken.�</p><p>�In Ordnung. <emphasis>Invincible</emphasis>, wieso h�ngt da ein Shuttle vor Ihrem Hangar?�</p><p>Vente klang so steif wie immer. �Ich befolge nur die Vorschriften f�r die korrekte Landesequenz und ��</p><p>�Sie nehmen <emphasis>sofort </emphasis>das Shuttle an Bord, sonst stelle ich Sie vor ein Erschie�ungskommando! An alle Einheiten, wir haben noch drei Minuten! Ich m�chte mir nicht mit diesen Dreckskerlen ein Gefecht liefern, w�hrend wir noch Shuttles an Bord nehmen und neben diesem Felsbrocken festh�ngen!�</p><p>Duellos� Schlachtkreuzer hatten die Enigma-Kriegsschiffe erreicht und schleuderten ihnen Phantome entgegen, denen die mit hastigen Man�vern auszuweichen versuchten. Dann rasten die beiden Formationen auch schon aneinander vorbei und schossen mit allem, was sie aufzubieten hatten.</p><p>�Wir sind raus�, meldete Carabali. �Personal vollz�hlig, letztes Shuttle ist jetzt unterwegs zur <emphasis>Incredible</emphasis>.�</p><p>Sekundenlang starrte Geary auf das Display, das den Asteroiden zeigte. Gro�e Teile der H�lle st�rzten ins Innere, andere platzten nach au�en weg.</p><p>�Alle Shuttles an Bord, Captain. Die <emphasis>Incredible </emphasis>schlie�t die Hangartore.�</p><p>�An alle Einheiten der Eingreiftruppe Lima: Man�vrieren Sie nach eigenem Ermessen und er�ffnen Sie das Feuer auf den Feind.�</p><p>Neunundzwanzig Enigma-Schiffe waren noch �brig, aber die mussten erst einmal an Tulevs Schlachtkreuzern vorbeikommen. Auch wenn ihnen nicht viel Zeit zum Beschleunigen blieb, waren diese Schlachtkreuzer immer noch todbringend, und wenn die Enigmas den Asteroiden erreichen wollten, mussten sie an diesen Schiffen vorbei.</p><p>Phantome wurden abgefeuert, gefolgt von H�llenspeeren und Kart�tschen, als beide Streitm�chte einander passierten.</p><p>�Die <emphasis>Valiant </emphasis>ist schwer getroffen�, h�rte Geary jemanden sagen, aber dann wurde ihm bewusst, dass diese Worte �ber seine Lippen gekommen waren. Aber es waren nur noch sechzehn feindliche Schiffe, und die acht verbliebenen Schlachtkreuzer der Allianz unter F�hrung der <emphasis>Dauntless </emphasis>hielten zielstrebig auf sie zu.</p><p>Desjanis Finger tanzten �ber die Feuerkontrollen, und im n�chsten Moment ging ein leichtes Zittern durch die <emphasis>Dauntless</emphasis>, als die Gefechtssysteme Phantome und H�llenspeere auf den Feind loslie�en. Kart�tschensalven folgten in dem Augenblick, bevor die viel schneller fliegenden Kriegsschiffe der Aliens sich ihren Weg zwischen den Allianz-Schiffen hindurch bahnten.</p><p>Geary nahm den Blick nicht von seinem Display, das laufend die Anzeigen aktualisierte, sobald neue Werte von den Sensoren aller Schiffe der Flotte verarbeitet worden waren. Nur drei Enigma-Schiffe bewegten sich noch und hielten mit unverminderter Geschwindigkeit auf den Asteroiden zu. �Was soll denn das?�</p><p>Einen Augenblick sp�ter schlugen diese drei Schiffe mit einer Geschwindigkeit von sechzigtausend Kilometern pro Sekunde auf der Oberfl�che ein.</p><p>Niemand sagte ein Wort, als auf den Displays nur noch eine sich rasch ausbreitende Wolke aus Tr�mmern und Staub an der Stelle zu sehen war, an der sich eben noch der Asteroid und die drei feindlichen Schiffe befunden hatten. Schlie�lich riss sich Geary von diesem Anblick los und musste feststellen, dass alle in der N�he befindlichen Enigma-Schiffe ohne R�cksicht auf das Ausma� der Sch�den bereits der Selbstzerst�rung zum Opfer gefallen waren.</p><p>Gut eine halbe Stunde sp�ter konnten sie beobachten, wie das letzte verbliebene Enigma-Schiff beidrehte und die Flucht antrat, als ihm die Leichten Kreuzer und ein Teil der Zerst�rer entgegenkamen, w�hrend die restlichen Zerst�rer ihre Fahrt verlangsamten, um den Marine an Bord zu nehmen. �Warum nur bringen die sich manchmal um, wenn es daf�r keinen vern�nftigen Grund zu geben scheint? Und dann wieder sind sie intelligent genug, vor einer �bermacht den R�ckzug anzutreten? Ich verstehe das nicht�, r�tselte Geary. Er schaute auf die Schadensmeldungen der Schlachtkreuzer und konzentrierte sich dabei auf die <emphasis>Valiant </emphasis>und ihre siebzehn Toten.</p><p>�Ich wei� es nicht�, erwiderte Desjani, �und es interessiert mich auch nicht mehr. Wenn noch mal einer von diesen Aliens in die Reichweite meiner Waffen kommt, dann werde ich daf�r sorgen, dass ihm gar keine Zeit bleibt, sich zu �berlegen, ob er sich besser umbringen oder vielleicht doch die Flucht ergreifen sollte.�</p><p>Die Zerst�rer wurden noch langsamer, bis die <emphasis>Carbine </emphasis>den Marine an Bord holen konnte. �Treffer!� Die triumphierende Nachricht traf wenige Minuten sp�ter von den Rettern ein. Die Gruppe aus Leichten Kreuzern und Zerst�rern beschleunigte, um zur Flotte zur�ckzukehren.</p><p>�Die Zerst�rer verlangen ein L�segeld�, meldete Carabali, die nun wesentlich entspannter wirkte als w�hrend des Einsatzes auf dem Asteroiden.</p><p>�Irgendwas, das die Marines nicht zahlen wollen?�</p><p>�Wir werden ihren Besatzungen einen ausgeben, sobald diese Flotte an irgendeiner Bar eine Rast einlegt, Admiral. Vielen Dank.�</p><p>�Ich hatte nicht vor, Ihren Scout da drau�en zur�ckzulassen, General.�</p><p>�Die Entscheidung mussten Sie wenigstens nicht treffen, Admiral.�</p><p>Desjani sah ihn an, als er das Gespr�ch mit Carabali beendet hatte. �Sie sollten sich ein wenig ausruhen.�</p><p>�Sie auch.�</p><p>�Ich hab�s Ihnen aber zuerst gesagt.�</p><p>�Das war verdammt gute Arbeit.�</p><p>�Danke, Admiral. Darf ich Vente jetzt erschie�en lassen?�</p><p>�Nein.� Er schloss einen Moment lang die Augen und sp�rte, wie eine Welle der M�digkeit �ber ihm zusammenschlug, nachdem die Anspannung der letzten Tage von Erfolg gekr�nt worden waren. �Diese Drohung hat ihm aber offenbar Beine gemacht. Nur ein paar Minuten l�nger, und wir w�ren zu dicht an diesem Asteroiden gewesen, als er von den Aliens in einen Tr�mmerhaufen verwandelt wurde. Das h�tte �ble Folgen haben k�nnen.�</p><p>Desjani klang ein wenig distanziert, als sie erkl�rte: �Wir mussten diesmal Erfolg haben, weil wir das kein zweites Mal hinkriegen. Wenn wir das n�chste Mal in einer Lichtstunde Entfernung an einem Objekt vorbeifliegen, in dem sie Menschen festhalten, werden sie das Objekt sofort sprengen.�</p><p>Er wusste, dass sie recht hatte. Hier hatten sie einen Sieg errungen, aber zugleich vereitelt, dass ihnen ein Erfolg in dieser Art noch einmal gelingen konnte.</p><p>Geary nahm sich die Zeit, die Flotte zusammenkommen zu lassen und sie in eine einzelne geschlossene Formation zu bringen, obwohl durch andere Sprungpunkte fast zwanzig weitere Enigma-Schiffe ins System gekommen waren. Da das Ganze ebenso Tage in Anspruch nahm, wie die Reise zum Sprungpunkt, den sie als N�chstes benutzen wollten, ergab sich die Gelegenheit, etwas �ber die geretteten Menschen herauszufinden.</p><p>�Sie haben nie einen Alien gesehen�, berichtete Lieutenant Iger. �Weder die, die in Gefangenschaft geraten waren, noch die, die dort geboren wurden.� Er aktivierte ein weiteres Fenster, das zeigte einen Mann an, der sein mittleres Alter schon vor einer Weile hinter sich gelassen hatte. �Dieser Mann war einmal Crewmitglied eines Syndik-J�gers. Wie lange das her ist, kann er nicht sagen, weil die Gefangenen in diesem Asteroiden sich an nichts orientieren konnten, um zu bestimmen, wie viel Zeit verging. Wenn man seine Angaben aber mit den von den Syndiks �berlassenen Unterlagen vergleicht, dann ist es wahrscheinlich vierzig Jahre her, als ein J�ger beim Durchqueren des Grenzsystems Ina spurlos verschwand.�</p><p>Der alte Mann begann zu reden: �Ich wei� nicht, was passiert ist. Ich befand mich auf meinem Posten, als wir auf einmal aus dem Nichts beschossen wurden. Ich wei� noch, wie alle riefen: �Wo kommt denn das her?� Dann bekamen wir den Befehl, das Schiff zu evakuieren. Ich schaffte es mit zwei Kameraden in eine Rettungskapsel, und wir lie�en uns aus dem Schiff aussto�en. Das ist das Letzte, woran ich mich erinnern kann. Danach bin ich in diesem Asteroiden aufgewacht. Vom ersten Moment an war ich mir sicher, dass das ein Asteroid sein musste. Was mit den beiden anderen passiert ist, mit denen ich in der Rettungskapsel sa�, wei� ich nicht. Ich war der Einzige von unserer Einheit, der hier gelandet war. Aber keiner hat mich ankommen sehen. Ich war auf einmal da. Manchmal ging das Licht aus, und wir schliefen alle ein. Wenn wir wieder aufwachten, lag manchmal ein Neuzugang auf dem Boden. Oder man hatte uns eine Kiste mit Lebensmitteln hingestellt. Oder ein Verstorbener war verschwunden. Wenn jemand starb, dann wussten wir, dass entweder bald ein neuer Gefangener auftauchen oder dass eine der Frauen schwanger werden und ein Kind bekommen w�rde. Wir waren immer gleich viele. Ja, immer dreihundertdreiunddrei�ig. Keine Ahnung wieso.�</p><p>Der befreite Gefangene hatte aufgeh�rt zu reden, er kniff die Augen zusammen, um gegen seine Tr�nen anzuk�mpfen. �Ich wei�, Sie sind von der Allianz, aber � kann ich bitte zur�ck nach Hause, Sir? Es ist lange her, und ich dachte, ich m�sste an diesem Ort sterben. Ich m�chte einfach nur nach Hause, Sir.�</p><p>Geary schaute zur Seite, da er versuchte, seine Gef�hle unter Kontrolle zu bringen. Er konnte es sich nicht leisten, seine Entscheidungen vom Mitleid mit diesem Mann und vom Hass auf die Aliens beeinflussen zu lassen. <emphasis>Wie h�tten wir Aliens behandelt, wenn es uns gelungen w�re, sie gefangenzunehmen? Die Allianz h�tte es vielleicht nicht getan, aber den Syndiks w�re zuzutrauen gewesen, ein Gefangenenlager in einem Asteroiden unterzubringen. </emphasis>�Sonst kann er uns nichts sagen, Lieutenant Iger?�</p><p>�Nein, Sir. Und von den anderen kann auch keiner etwas berichten.�</p><p>Vom Chefarzt der Flotte kam eine Meldung, die nur wenig aufmunternder war als Igers Bericht. �Wir haben in den K�rpern keine biologischen Kampfstoffe finden k�nnen, und es deutet auch nichts darauf hin, dass man sie irgendwelchen Versuchen ausgesetzt hat. Allerdings hat man ihnen Nano-Objekte eingepflanzt, die wir rechtzeitig entdecken und unsch�dlich machen konnten. Diese Objekte l�sen t�dliche Reaktionen im K�rper aus, sobald der Gefangene den Asteroiden f�r eine bestimmte Zeit verl�sst.�</p><p>Auch eine Art von Totmannschalter. �Wie steht es um ihre Gesundheit?�</p><p>�F�r die Umst�nde nicht schlecht�, meinte der Arzt achselzuckend. �Sie haben in einer isolierten Gemeinschaft gelebt. Die Ausr�stung und die Ger�te, die sie f�r ihr �berleben ben�tigten, waren menschlichen Ursprungs, sie erhielten medizinische Versorgung und so weiter. Zwei Gefangene waren medizinisch ausreichend gebildet, um die Ger�te zu handhaben und bis auf wirklich schwere Erkrankungen oder Verletzungen alles behandeln zu k�nnen. Sie haben Getreide angebaut, und von Zeit zu Zeit tauchten in der N�he der Luftschleuse Lieferungen mit Lebensmitteln auf, die ganz eindeutig von Menschen verarbeitet und zubereitet worden waren. Nach ihrer k�rperlichen Verfassung zu urteilen haben sie eine ausgewogene Ern�hrung erhalten, nur war die die meiste Zeit �ber sehr eint�nig.�</p><p>�Und ihre geistige Verfassung? Wie sieht es damit aus?�</p><p>Der Arzt sah kurz vor sich, ehe er antwortete. �Zerbrechlich. Sie hatten in diesem Asteroiden eine Gesellschaftsstruktur errichtet, die stabil genug war, um Wissen weitergeben und Ordnung wahren zu k�nnen. Es gab eine Art Rat, der Entscheidungen traf. Aber sie waren v�llig isoliert und den Launen eines unbekannten und unsichtbaren Gegners ausgeliefert, der sie in dieser Umgebung festhielt. Jetzt k�nnen ein paar von ihnen es nicht erwarten, endlich wieder den Himmel �ber sich zu sehen, w�hrend andere genau davor panische Angst empfinden. Ihre Welt ist nicht nur im �bertragenen Sinn, sondern auch buchst�blich zerst�rt worden, und das hat ihrem Leben die vertraute Stabilit�t genommen.�</p><p>�Aber es war doch richtig, sie zu retten, oder nicht?�, vergewisserte sich Geary seufzend.</p><p>�Nat�rlich. Ein K�fig ist und bleibt nun mal ein K�fig. Aber sie werden M�he haben, sich an ihre Freiheit zu gew�hnen. Was werden Sie mit ihnen machen?�</p><p>�Sie nach Hause bringen.� Geary hielt inne, da ihm klar wurde, dass das gar nicht so einfach sein w�rde, wie es sich im ersten Moment anh�rte. �Sie m�ssten eigentlich alle noch irgendwelche Verwandten im Syndik-Territorium haben.�</p><p>�Wo die Zentralregierung die Kontrolle �ber viele Sternensysteme verloren hat�, gab der Arzt zu bedenken. �F�r einige von ihnen wird das Wiedersehen nicht allzu schwierig ausfallen, weil sie aus einer Welt gerissen wurden, in die sie zur�ckkehren k�nnen. Andere sind aber die Nachfahren von Syndiks, die vor �ber hundert Jahren in Gefangenschaft geraten waren. Sie kennen kein anderes Zuhause als das Innere dieses Asteroiden, und ihre Familie sind die Menschen, mit denen sie dort lebten.�</p><p>Nach einem kurzen Z�gern fuhr der Arzt bed�chtiger fort: �Ich habe Angst um sie, Admiral. Sie sind � einzigartige und damit sehr kostbare � Forschungssubjekte. So, jetzt ist es raus � Es gibt viele Leute, die sie liebend gern als Versuchskaninchen benutzen w�rden, die mit ihnen also nichts anderes anstellen w�rden als die Aliens. Sie haben niemanden, der sich sch�tzend vor sie stellt, erst recht nicht in den Syndikatwelten. Diese Leute m�ssen davor bewahrt werden, dass man sie wie Menschen ohne irgendwelche Rechte behandelt.�</p><p>�Meinen Schutzm�glichkeiten f�r diese Leute sind Grenzen gesetzt, Doctor.�</p><p>�Aber Sie k�nnen sie zur�ck in die Allianz mitnehmen, wenn sie das wollen�, beharrte der Chefarzt. �Da treten andere f�r ihre Rechte ein. Und wenn Black Jack Geary �ffentlich erkl�rt, dass man diese Leute wie Menschen behandeln soll, die schon genug gelitten haben, dann <emphasis>wird </emphasis>das Einfluss auf den Umgang mit ihnen haben. Vielleicht sogar im Territorium der Syndikatwelten.�</p><p>Der Gedanke war nicht verkehrt, aber Geary konnte dabei eine ma�gebliche H�rde nicht �bersehen. �Ich werde eine solche Erkl�rung abgeben, allerdings stellt sich die Frage, was sein soll, wenn sie gar nicht in die Allianz gebracht werden wollen.�</p><p>�Admiral, was werden Syndik-CEOs mit diesen Leuten anstellen? Die Antwort darauf kennen Sie so gut wie ich. Ich wei�, es wird noch eine Weile dauern, bis wir zur�ck bei den Syndiks sind, aber ich m�chte Sie bitten, sich bis dahin diese Sache noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.�</p><p>Die befreiten Menschen waren allesamt auf der <emphasis>Typhoon </emphasis>untergebracht. Zwar hatten deshalb einige Marines anderswo hingeschickt werden m�ssen, aber die Flotten�rzte hatten darauf gedr�ngt, dass diese Leute als Gruppe zusammenblieben, um sie nicht noch mehr zu verunsichern. Die Konferenzsoftware wurde so angepasst, dass sich Geary an sie alle gleichzeitig wenden konnte, indem er in jedem ihrer Quartiere gleichzeitig auftauchte, w�hrend es ihm erschien, als w�rden sie sich alle in einem gro�en Raum aufhalten, um ihm zuzuh�ren.</p><p>Er hatte die Gefangenen gesehen, die seine Flotte bei der Flucht aus dem Syndikterritorium aus deren Arbeitslagern befreit hatte, doch das hier war eine ganz andere Situation. Die Menschen standen dicht an dicht, fast so, als w�rde sich einer am anderen festklammern. Manche trugen Kleidung aus den Best�nden der Flotte, andere hatten das anbehalten, was sie bei ihrer Rettung getragen hatten: eine sonderbare Kombination aus unterschiedlichsten Stilen der verschiedenen Jahrzehnte und Berufe. Das Meiste davon durchgescheuert und an vielen Stellen geflickt. �Wir werden jeden von Ihnen dorthin bringen, wohin er will�, sagte Geary. �Einige von Ihnen m�chten nach Hause auf Ihren Planeten innerhalb der Syndikatwelten. Ich wei�, man hat Ihnen bereits erz�hlt, dass sich die Dinge ver�ndert haben. Sie wissen, dass das Leben in den Syndikatwelten ungewisser geworden ist, als Sie es in Erinnerung haben. Aber wenn Sie dorthin zur�ckkehren wollen, dann werden wir alles tun, damit Sie Ihre Heimatwelten erreichen k�nnen. Sie alle sind aber auch in der Allianz herzlich willkommen, wo man Sie gut behandeln wird. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort.�</p><p>Die Menschen blickten einander an; einigen war ihre Angst anzusehen, andere strahlten Hoffnung aus. Kinder klammerten sich an ihre M�tter. �Wie viel Zeit haben wir, um dar�ber nachzudenken?�</p><p>�Einige Monate. Diese Zeit werden wir allein schon ben�tigen, um ins Syndik-Gebiet zur�ckzukehren, da unsere Mission hier noch nicht abgeschlossen ist.�</p><p>Dem hatte keiner etwas hinzuzuf�gen, die Leute dr�ngten sich nur noch etwas dichter zusammen, sodass Geary schlie�lich die Verbindung beendete und sich in seinen Sessel sinken lie�. <emphasis>Und da habe ich mich noch bemitleidet, nachdem ich aus dem K�lteschlaf geholt worden war und feststellen musste, dass ein Jahrhundert vergangen ist. Ich hatte in vieler Hinsicht Gl�ck. Verzeiht mir, Vorfahren, aber ich m�chte diesen Enigmas wehtun. Ich m�chte sie f�r das hier bezahlen lassen. Aber ich habe ihnen l�ngst wehgetan. Viele von ihnen sind gestorben, und wir haben etliche ihrer Schiffe zerst�rt. Und hat das irgendwas gebracht? Zumindest konnten wir diese Menschen befreien.</emphasis></p><p>Er rief den aktuellen Statusbericht f�r die Flotte auf. Bei fast drei�ig Zerst�rern waren Teile der Ausr�stung ausgefallen, sodass Captain Smythes Hilfsschiffe neben der Reparatur der Sch�den aus dem Gefecht mit den Aliens auch noch damit besch�ftigt waren. Damit mussten die geplanten Austauscharbeiten an allen Schiffen weiter nach hinten geschoben werden, womit das Versagen durch Materialerm�dung auf den �lteren Schiffen der Flotte wieder ein St�ck n�her r�ckte.</p><p>Die Glocke an der Luke zu seinem Quartier wurde bet�tigt. Er sah auf und hoffte, Tanya w�rde ihm einen Besuch abstatten, musste aber feststellen, dass Victoria Rione vor ihm stand. �Was verschafft mir die Ehre?�, fragte er und bemerkte, wie unbeabsichtigt schroff ihm diese Worte �ber die Lippen kamen.</p><p>Riones Miene nahm einen h�rteren Zug an. �Ich wollte Sie wissen lassen, dass Commander Benan Diskussionen �ber Ihren Nachfolger zu Ohren gekommen sind.�</p><p>�Hat jemand meine Versetzung beschlossen, und ich wei� nichts davon?�</p><p>Sie kam zu seinem Tisch. �Unf�lle ereignen sich ohne Vorank�ndigung.�</p><p>�Ist das eine Warnung oder eine philosophische Weisheit?�</p><p>�Mir ist nichts von einer Bedrohung aus den Reihen der Flotte bekannt�, antwortete sie kopfsch�ttelnd.</p><p>Er wurde hellh�rig und wiederholte: �Aus den Reihen der Flotte?�</p><p>�Ich habe gesagt, was ich gesagt habe. Wer wird das Kommando �ber die Flotte �bernehmen, wenn Ihnen etwas zust��t?�</p><p>Er spielte einen Moment lang mit dem Gedanken, ihr nicht zu antworten, um sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, doch dann entschied er, sich auf seine St�rke zu besinnen und einfach nur die Wahrheit zu sagen. �Captain Badaya. Doch er hat auch zugesichert, sich die Empfehlungen von Tulev und Duellos anzuh�ren. Wollen Sie sich nicht setzen?�</p><p>Sie nahm Platz und betrachtete ihn. �Kein Kommandoposten f�r Ihren Captain?�</p><p>�Man kann wohl davon ausgehen, wenn mir etwas zust��t, wird sie sich in meiner unmittelbaren N�he befinden und ebenfalls davon betroffen sein. Au�erdem hat sie noch nicht gen�gend Dienstjahre zusammen, und Diplomatie ist auch nicht gerade Tanyas St�rke.�</p><p>�Ach, ist Ihnen das auch aufgefallen? Aber sollte der unerfreuliche Fall eintreten und Ihnen st��t etwas zu, w�rde sie dann nicht davon profitieren k�nnen, dass sie Black Jacks Witwe ist?�</p><p>�Tanya w�rde sich das nicht zunutze machen.�</p><p>�Wenn es erforderlich wird, sollte sie das aber.� Rione z�gerte und machte einen Moment lang den Eindruck, als h�tte sie mehr gesagt, als sie eigentlich wollte. �Was ist mit den Admir�len, die in den Transportern sitzen und auf Ihren Posten lauern?�</p><p>�Die sind alle aus medizinischen Erw�gungen zur�ckgestellt worden. Sie m�ssen erst gr�ndlich untersucht werden, um festzustellen, ob sie den Belastungen des aktiven Dienstes gewachsen sind.�</p><p>Rione lachte auf. �Der gro�e Black Jack l�sst sich zu politischen Spielchen hinrei�en?�</p><p>�Der gro�e Black Jack wei�, welche Folgen posttraumatischer Stress nach sich ziehen kann. Es ist ein Wunder, dass ich in der Lage war, die Flotte vor den Syndiks zu retten, als mir das Kommando vor die F��e geworfen wurde. Hinzu kommt, dass keiner dieser befreiten Admir�le eine Ahnung davon hat, was Taktik in Wahrheit bedeutet.� Er lehnte sich zur�ck. �Mir liegt das Wohl der Flotte am Herzen.�</p><p>�Indem Sie das Kommando Badaya �bertragen?�</p><p>�Badaya ist kein Dummkopf, und er wei�, dass Tulev genug Autorit�t besitzt, um ihm das Kommando streitig zu machen, wenn er vom Kurs abkommt. Badaya wei� auch, dass er ohne mich nicht darauf hoffen kann, die Allianz zu kontrollieren. Sind Sie hergekommen, um mit mir �ber Politik zu reden?�</p><p>Sie sah ihm in die Augen. �Lassen Sie die Flotte jetzt umkehren?�</p><p>�Nein. Erst sehen wir uns noch in ein paar Systemen um, danach machen wir kehrt.�</p><p>Ein behutsames Nicken war ihre erste Reaktion. �Ich muss Sie daran erinnern, dass Sie den Auftrag haben, die Ausdehnung des Enigma-Territoriums herauszufinden.�</p><p>�Was Sie hiermit getan haben. Victoria, warum hat man Sie als eine der Gesandten auf diese Mission geschickt?�</p><p>F�r einen kurzen Moment blitzten ihre so sorgf�ltig geh�teten Emotionen auf. �Ich habe mich freiwillig gemeldet, nachdem man mir ein Angebot gemacht hatte, das ich nicht ablehnen konnte. Vielleicht h�tte ich es abgelehnt, aber ich wusste nicht, wen sie stattdessen mitgeschickt h�tten.�</p><p>�Wussten Sie, dass Ihr Mann bei Dunai festgehalten wurde?�</p><p>�Nein. Ich wusste, dass es ein Arbeitslager f�r VIPs war, aber Paol ist nur Commander.�</p><p>�Ein Commander, der mit der Co-Pr�sidentin der Callas-Republik verheiratet ist.�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern und zog sich hinter ihren undurchdringlichen Panzer zur�ck. �Daran h�tte ich eigentlich denken sollen. Diese Leute, die wir jetzt gerettet haben � Was werden Sie mit ihnen machen?�</p><p>�Wir werden alles tun, um gut auf sie aufzupassen. Aber sie sind freie Menschen, und letztlich entscheiden sie, was sie machen wollen.�</p><p>�Welche Abmachung haben Sie mit CEO Iceni getroffen, damit sie Ihnen die Unterlagen f�r diesen Mechanismus �berl�sst, mit dem der Zusammenbruch von Hypernet-Portalen verhindert werden kann?�</p><p>Die Frage �berraschte ihn, weil er davon ausgegangen war, dass Rione die Antwort darauf schon l�ngst gefunden hatte. �Ich lasse den Eindruck zu, dass ich nichts gegen sie unternehmen werde. Sie plant, sich von den Syndikatwelten loszusagen. Schon ein Gl�cksfall, dass die Syndiks dieses Ger�t entwickelt haben, nicht wahr? Ohne das Hypernet der Syndiks w�re das eine sehr lange Reise geworden�, fuhr er fort, wobei er diese Anspielung ganz gezielt einbaute, um Riones Reaktion zu sehen.</p><p>�Ja, das w�re tats�chlich eine sehr lange Reise geworden.� Wieder nickte sie, dann stand sie auf. �Noch ein paar Systeme mehr, Admiral? Es k�nnte verlockend sein, noch etwas weiter vorzudringen.�</p><p>Ihre Haltung vermittelte Geary, dass sie es f�r einen Fehler hielt. Und doch hinderte irgendetwas sie daran, das auszusprechen. �Ich verstehe. Wir haben die Route f�r sieben weitere Sternensysteme geplant, weiter als bis zum siebten wird es nicht gehen.�</p></section><section><title><p>Vierzehn</p></title><p>Von Tartarus sprang die Flotte nach Hades, wo sie auf ein weiteres Hypernet-Portal stie�. Da dies die Frage aufwarf, ob sie wom�glich das andere Ende des von den Enigmas beanspruchten Gebiets erreicht hatten, unternahmen sie einen weiteren Sprung nach Perdition. Dort war von den Enigmas nur wenig zu sehen, aber auch da gab es ein Hypernet-Portal. Ein Sprung vom gleichen Sprungpunkt, diesmal aber in einer Seitw�rtsbewegung, brachte sie nach Gehenna, einem anscheinend recht wohlhabenden Sternensystem, das aber �ber kein Portal verf�gte. �Sind wir irgendwie tiefer ins Enigma-Gebiet zur�ckgekehrt?�, �berlegte Desjani, denn auch der n�chste Sprung nach Inferno brachte sie in ein weiteres, seit langem besiedeltes System ohne Hypernet-Portal.</p><p>Bei jedem Sprung schlossen sich ihnen mehr und mehr Kriegsschiffe der Aliens an, die wie zuvor in geb�hrlichem Abstand der Flotte folgten. Mittlerweile war diese Armada bereits auf �ber sechzig Schiffe angewachsen.</p><p>Zwei weitere Sterne folgten, beide mit Hypernet-Portal. Die Flotte unternahm einmal mehr einen riskanten Spurt zum n�chsten Sprungpunkt und gelangte zu einem Stern, der ebenfalls �ber ein Portal verf�gte.</p><p>�Warum sollten wir noch weiter vordringen?�, wollte Armus wissen.</p><p>Geary deutete auf das Sternendisplay. �Wir sind nahe dem Punkt, an dem wir umkehren werden. Auf jeden Stern, den wir angeflogen sind, kommen im Durchschnitt drei oder vier, die wir �bersprungen haben. Das vermittelt uns ein Bild von der St�rke der Enigmas, trotzdem reden sie noch immer nicht mit uns. Und wir k�nnen einfach nicht mehr �ber sie herausfinden, weil sie uns jedes Mal zuvorkommen, indem sie alles vernichten und jeden umbringen, der uns etwas verraten k�nnte.�</p><p>�Sie sagen das, als w�re das eine schlechte Sache�, murrte Captain Vitali, und fast jeder nickte zustimmend. Die Wut �ber die Gefallenen hatte noch zugenommen, nachdem sich herumgesprochen hatte, in welcher Verfassung sich die Menschen befanden, die von der Enigma-Rasse gefangen gehalten worden waren.</p><p>�Unser Auftrag lautet nicht, sie zu t�ten, auch wenn uns bislang viele von ihnen zum Opfer gefallen sind.� Geary zeigte auf einen Stern. �Das da ist unser n�chstes Ziel. Es ist ein langer Sprung bis dahin. Wir werden sehen, was wir dort vorfinden. Danach machen wir kehrt, aber nicht auf dem Weg, den wir gekommen sind, sondern auf einer anderen Route, um diesem Rudel Kriegsschiffe zu entgehen, das uns auf Schritt und Tritt verfolgt. Wenn wir ihr Gebiet verlassen und sie erkennen k�nnen, dass wir uns in ihrem Territorium bewegt haben, ohne sie ausl�schen zu wollen und ohne weiter in ihre Privatsph�re einzudringen, werden sie vielleicht in Erw�gung ziehen, doch mit uns zu reden und eine feste Grenze zu akzeptieren.�</p><p>Dr. Shwartz seufzte frustriert. �Diese Grenze. Warum interessiert es sie nicht, dass wir mit ihnen �ber den Grenzverlauf reden wollen? Bei Ihren Gespr�chen mit den Enigmas im Midway-System haben sie immer wieder betont, dass ihnen Midway ebenso geh�rt wie einige andere Sterne und dass wir kein Recht haben, uns dort aufzuhalten. Wenn sie schon in diesen Bahnen denken, sollten sie doch auch auf die Idee kommen, dass sie mit uns �ber einen von beiden Seiten akzeptierten Grenzverlauf reden k�nnen, der ihnen das Recht an den Sternensystemen garantiert, die sie nun f�r sich beanspruchen?�</p><p>�Es ist ein Widerspruch�, meinte Duellos. �Aber nur einer von vielen.�</p><p>Charban sah Shwartz an, als wollte er etwas sagen, was ihm soeben durch den Kopf gegangen war, aber schlie�lich versank er wieder in seinen �berlegungen.</p><p>�Wenn die mir eine Sache erkl�ren sollten�, warf Badaya ein, �dann die, nach welchem Prinzip die ihre Hypernet-Portale verteilen. Dieser Gedanke, dass sie Superminen sind, die als letztes Abwehrmittel gegen Eroberer zum Einsatz kommen sollen, klang bei den ersten Portalen noch nach der �berzeugendsten Erkl�rung. Aber was sollen dann diese Portale in den inneren Systemen? Und warum sto�en wir in Systemen in Folge auf sie, und dann klaffen wieder L�cken �ber Systeme hinweg?�</p><p>Commander Neeson meldete sich zu Wort: �Ich h�tte eine Idee � oder besser gesagt: eine m�gliche Erkl�rung.� Er deutete auf das Display. �Wenn wir es so betrachten, n�mlich als dreidimensionale Darstellung, durch die sich unsere Route schl�ngelt, dann ist Captain Badayas Aussage zutreffend. Es scheint kein einheitliches System f�r die Verteilung der Portale zu geben. Aber es geht gar nicht nur um die Portale. Die Verteidigungsanlagen von Sternensystemen mit Hypernet-Portal sind ebenfalls wesentlich besser als in anderen Systemen. Ich habe versucht, das zu analysieren, indem ich die Daten in eine andere Form gebracht habe.� Die dreidimensionale Sternenlandschaft wich einer schlichten zweidimensionalen Grafik.</p><p>�Die X-Achse gibt die Entfernung an, die wir im Enigma-Gebiet zur�ckgelegt haben, die Y-Achse steht f�r das Ma� an Verteidigungsanlagen im jeweiligen System. Die ersten Sternensysteme waren wie von uns erwartet massiv ger�stet. Das hier ist ihre Grenze zur Menschheit.� Neeson zeigte auf Spitzen in der Linie, die sich durch das Koordinatennetz zog. �Dann l�sst die Verteidigungsf�higkeit nach, auch damit haben wir gerechnet. Die Aliens k�nnen es sich so wenig wie wir leisten, jedes Sternensystem maximal zu befestigen, also liegt der Schwerpunkt ihrer Verteidigung an den Grenzen.�</p><p>Neeson folgte der Linie und hob eine weitere Spitze hervor. �Aber hier finden wir zwei Sternensysteme, die wieder ma�geblich verteidigt sind, zwei Systeme, die mit Blick auf den Sprungraum Nachbarn sind. Dann kommen weitere Sterne ohne Portale, bis wieder Portale auftauchen, und zwar in zwei Systemen, die f�r jeden, der den Sprungraum benutzt, gleich nebeneinander liegen.�</p><p>Tulev merkte als Erster etwas dazu an: �Sozusagen mehrere Schutzw�lle hintereinander? Aber die sind in keiner Weise einheitlich, und ich w�sste auch nicht, welchen Sinn das haben soll, so weit von ihrer Grenze entfernt wieder eine Verteidigungslinie einzurichten.�</p><p>�Weit entfernt von ihrer Grenze zu <emphasis>uns</emphasis>�, betonte Neeson. �Wir sehen diese Enigma-Rasse die ganze Zeit �ber als eine geschlossene Einheit an. Aber wenn das hier von Menschen bewohntes Gebiet w�re, wie w�rden wir dann solche Verteidigungseinrichtungen interpretieren, die <emphasis>gegeneinander </emphasis>gerichtet sind? Wie w�rde die Grenze zwischen Allianz und Syndikatwelten auf einen Sp�htrupp aus Aliens wirken?�</p><p>Fast h�tte sich Geary mit der flachen Hand gegen die Stirn geschlagen. �Die sind gar nicht geeint.�</p><p>�Innere Grenzen�, stimmte Tulev ihm zu. �Interne Abwehr gegen Angeh�rige ihrer eigenen Spezies. Die Enigmas sind so wenig eine geschlossene Einheit wie die Menschen. Und wenn man danach geht, wie oft wir auf solche Verteidigungsvorrichtungen gesto�en sind, dann bilden sie viel mehr f�r sich lebende Gruppen als die Menschen.�</p><p>�Wieso sind wir die ganze Zeit �ber davon ausgegangen, dass sie ein geeintes Volk sind?�, wunderte sich General Carabali. �Mir ist n�mlich gerade aufgefallen, dass ich immer stillschweigend davon ausgegangen bin.�</p><p>�Vermutlich weil wir so wenig �ber sie wissen�, meinte Neeson. �Wir mussten irgendwie unsere Wissensl�cken f�llen, die in diesem Fall schlie�lich sehr gro� sind. Also sind wir von etlichen Annahmen und Mutma�ungen ausgegangen, und um es uns so einfach zu machen wie m�glich, haben wir eine geschlossene Einheit vermutet.�</p><p>General Charban nickte. �Das hat es auch emotional einfacher gemacht, nicht wahr? <emphasis>Der Feind. Die Enigma-Rasse</emphasis>. Ich glaube, Ihr Offizier hat eine sehr wichtige Entdeckung gemacht, Admiral, die in der dreidimensionalen Darstellung nicht offensichtlich wurde. Aber aus der richtigen Perspektive betrachtet, wird es offensichtlich. Vielleicht k�nnen wir uns die fehlende Einheit dieser Spezies zunutze machen.�</p><p>Duellos seufzte leise. �General, ich w�rde mich freuen, wenn es so w�re, aber wir haben beobachten k�nnen, wie die Verfolgergruppe aus Schiffen der Aliens mit jedem Sternensystem gr��er geworden ist. Wir haben uns nichts dabei gedacht, dass sich in jedem System ein paar mehr Schiffe dieser Gruppe anschlie�en, weil das zu unserer Vorstellung von einer geeinten Spezies passt. Aber bei einer geteilten Spezies h�tten die Schiffe die Verfolgung in dem Moment einstellen m�ssen, als wir ihr Gebiet verlassen haben. Im n�chsten System h�tten uns dann wieder neue Schiffe verfolgen m�ssen. Aber genau das passiert nicht. Stattdessen werden es immer mehr Kriegsschiffe, die uns von Stern zu Stern folgen. Das hei�t, sie m�gen zwar untereinander zerstritten sein, aber so schlimm kann es nicht sein, sonst w�ren sie sich nicht so einig darin, geschlossen gegen uns vorzugehen.�</p><p>�Auch das sollte uns nicht �berraschen�, warf Bradamont ein. �Die Allianz-Flotte hat ein System der Syndikatwelten gegen die Enigma-Rasse verteidigt. Wir haben uns mit anderen Menschen verb�ndet, mit denen wir unter anderen Umst�nden niemals kooperieren w�rden. Die Aliens k�nnen sich untereinander vielleicht nicht so gut leiden, dass sie alle eine gro�e Familie sein wollen, und es mag auch sein, dass sie sich gegenseitig bek�mpfen, aber wir sind ihnen noch viel unsympathischer.�</p><p>Charbans Miene war w�hrend der Beitr�ge von Duellos und Bradamont noch ernster geworden, und schlie�lich sch�ttelte er nachdr�cklich den Kopf. �Aber als Sie den Aliens bei Midway begegnet sind, da schienen sie nicht begreifen zu k�nnen, wieso Sie ein Sternensystem der Syndiks verteidigen. Das macht nicht den Eindruck, als ob sie das Konzept verstehen, dass ehemalige Gegner auf einmal gemeinsam handeln k�nnen.�</p><p>�Und dennoch scheinen sie gegen uns gemeinsam vorgehen zu k�nnen�, sagte Geary. �Dann kann dieses Konzept ihnen nicht v�llig fremd sein.�</p><p>�Sie dachten auch, wir und die Syndiks w�rden die Hypernet-Portale benutzen, um uns gegenseitig auszul�schen, weil wir Feinde waren�, merkte Carabali an. �Aber wir haben kein System im Enigma-Gebiet entdeckt, in dem die Enigmas ihre Portale dazu genutzt haben, um andere Angeh�rige ihrer Spezies zu vernichten.�</p><p>�Sie haben den Menschen nur das Schlechteste zugetraut�, warf Commander Shen in einem nachdenklichen Tonfall ein, der so gar nicht zu seiner �blichen m�rrischen Miene passte. �Ist das Voreingenommenheit? Halten sie uns f�r minderwertig? Oder basiert diese Haltung der Aliens darauf, dass sie zuvor nur mit den F�hrern der Syndikatwelten zu tun hatten?�</p><p>Neeson schaltete wieder um auf das Sternendisplay. �Vielleicht gehen sie auch einfach davon aus, dass wir uns in jeder Hinsicht grundlegend von ihnen unterscheiden. Wir haben angenommen, eine geeinte Spezies vor uns zu haben. Wieso? Weil wir dachten, dass Aliens sich grundlegend von uns unterscheiden, und weil Menschen nun mal Schwierigkeiten haben, gut miteinander auszukommen ��</p><p>�� m�ssten die Aliens eine gro�e, gl�ckliche, wenn auch ein bisschen paranoide Familie sein�, f�hrte Duellos den Satz zu Ende. �Ja, richtig. Es ist gef�hrlich, wenn wir uns auf irgendwelche Annahmen verlassen, was die Aliens betrifft. Gleichzeitig k�nnen wir aber mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass sie Annahmen �ber uns aufgestellt haben. Sie haben den Krieg zwischen uns und den Syndiks beobachtet, sie haben dabei grenzenloses Zerst�ren und Morden gesehen. Das und dieser scheinbar niemals endende Konflikt k�nnte die Aliens zu der �berzeugung gebracht haben, dass verschiedene Gruppen von Menschen auf keinen Fall miteinander kooperieren k�nnen. Ganz im Gegensatz zu ihnen selbst. Das w�re eine plausible Denkweise.�</p><p>Gearys Blick ruhte wieder auf dem Sternendisplay. �Vielleicht sind wir genau falsch herum vorgegangen und haben sie durch das Eindringen in ihr Gebiet dazu gebracht, sich gegen unsere mutma�liche �Invasion� zusammenzuschlie�en. Die Alien-Streitmacht, die Midway angegriffen hat, war wesentlich gr��er als alles, was wir auf dieser Mission bislang gesehen haben. Das hei�t, es k�nnte sich um eine Koalition oder Allianz aus verschiedenen Enigma-Gruppen gehandelt haben. Der Fehlschlag, Midway zu erobern, k�nnte das Ende dieser Koalition herbeigef�hrt haben, aber jetzt findet sie m�glicherweise wieder zusammen.�</p><p>�Wenn sie schon einmal geschlossen gegen uns vorgegangen sind�, sagte Duellos, �dann h�tten sie das fr�her oder sp�ter ohnehin wiederholt, ohne R�cksicht darauf, ob diese Flotte in ihr Territorium eingedrungen ist.�</p><p>Badaya lachte rau auf. �Wie sollen wir die Verschiedenheiten zwischen den einzelnen Gruppen zu unseren Gunsten nutzen, wenn keiner von denen mit uns reden will? Es gibt einen Punkt, in dem sie sich von uns Menschen unterscheiden. W�rde eine Alien-Flotte durch ein von Menschen besiedeltes Sternensystem fliegen, dann w�rden die Leute versuchen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, Einzelpersonen genauso wie ganze Gruppen. Alle Politiker, die darauf aus sind, sich zu besch�tzen, oder die sich einen anderen Vorteil davon versprechen. Wir kapitulieren! Tut uns nichts! K�nnen wir uns irgendwie einig werden? Brauchen Sie Vorr�te? Und haben Sie Geld? Ich hasse diese Leute da dr�ben auch � k�nnen wir nicht gemeinsame Sache machen? Die Aliens w�ssten gar nicht, auf welche Anfrage sie zuerst reagieren sollten!�</p><p>Captain Shen war bei den Konferenzen meistens ein schweigsamer Teilnehmer, nun jedoch meldete er sich ein zweites Mal zu Wort und deutete mit einer Kopfbewegung auf das Display. �Vermutlich haben sie Zeit und M�he investiert, um die Menschen zu erforschen. Das Problem ist, dass wir im Gegenzug viel zu wenig �ber sie wissen. W�hrend sie f�r uns unsichtbar durch unser Gebiet gezogen sind, m�ssen sie ungeheure Datenmengen zusammengetragen haben. Wie werten sie diese Daten aus, wie filtern sie sie und welche Schl�sse ziehen sie daraus?�</p><p>�Einer unserer ersten Hinweise auf ihre Existenz�, f�gte Geary an, �war ein aufgebrochener Safe in einem von den Syndiks aufgegebenen Sternensystem. Das muss Teil der Bem�hungen der Enigmas gewesen sein, Daten �ber uns zu sammeln. Vielleicht dachten sie ja aufgrund ihrer eigenen verschlossenen Art, dass die Wahrheit �ber uns irgendwo in Tresoren versteckt aufbewahrt wird, und nicht f�r jeden offen erkennbar ist.�</p><p>�Wenn sie die Wahrheit �ber uns herausfinden�, meinte Shen, �dann hoffe ich, dass sie uns an ihren Erkenntnissen teilhaben lassen. Ich kenne n�mlich nur wenige Leute, die zu dem Thema die gleiche Meinung haben. Ich unterst�tze den Vorschlag, ins Allianz-Gebiet zur�ckzukehren, weil ich keinen Sinn darin sehe, noch tiefer in das Territorium der Enigmas vorzudringen. Allerdings m�chte ich noch eine Anmerkung zu Commander Neesons �berlegung machen. Wenn Hypernet-Portale der Verteidigung gegen ein benachbartes System dienen, dann wundert mich, wieso wir jetzt in Folge drei Sternensysteme gesehen haben, die alle �ber ein Portal verf�gen.�</p><p>�Das k�nnte eine andere Grenze bedeuten�, sagte Neeson.</p><p>�Genau. Und zwar eine, bei der die Enigma-Rasse eine besonders massive Verteidigung f�r notwendig h�lt.�</p><p>Ein Alarm ert�nte, das �ber dem Tisch schwebende Display wechselte die Ansicht und zeigte das System, in dem sie sich derzeit befanden. �F�nfzig weitere Enigma-Kriegsschiffe sind soeben eingetroffen�, kommentierte Desjani. �Bei �ber hundert Schiffen k�nnten sie glauben, dass das gen�gt, um uns anzugreifen.�</p><p>Geary nickte und nahm sich Zeit, die richtigen Worte zu w�hlen. Er konnte nicht verk�nden, dass die Allianz-Streitmacht einem Kampf aus dem Weg gehen oder sich aus diesem System zur�ckziehen wollte, weil das f�r die �ber hundert Jahre entwickelte Einstellung innerhalb der Flotte immer noch zu schwierig zu erfassen war. �Wenn sie sich n�hern, werden wir uns um sie k�mmern. Aber ich werde nicht dasitzen und darauf warten, dass sie angreifen. Wenn dieses System an einer Grenze liegt, dann k�nnte es sich um eine Grenze zwischen den Enigmas und einer anderen intelligenten Spezies handeln. Falls die nicht mit den Enigmas klarkommt, stellt sie f�r uns einen nat�rlichen Verb�ndeten dar. Wir machen nach Plan weiter, und wenn sie uns weiterhin verfolgen wollen, k�nnen sie das gern tun.�</p><p>Desjani lehnte sich zur�ck und sah ihn kurz an, dann wanderte ihr Blick zu Duellos, und als er sie anschaute, nahm sie eine Hand in einer unauff�lligen Geste zur Seite, die nur jemandem auffallen konnte, der sich ganz auf sie konzentrierte.</p><p>Einen Moment sp�ter nickte Duellos verstehend. �Admiral, darf ich vorschlagen, dass die Flotte ein vorausgeplantes Ausweichman�ver fliegt, sobald wir den Sprungraum verlassen? Wir haben immerhin Grund zu der Annahme, dass uns in dem System irgendetwas erwarten k�nnte.�</p><p>�Guter Gedanke. So machen wir�s.�</p><p>Admiral Lagemann hatte an der Konferenz ebenfalls teilgenommen, er vertrat die von Dunai befreiten Gefangenen. Es war eine Geste des guten Willens von Geary gegen�ber den Offizieren, die nicht von Zeit zu Zeit versuchten, ihm das Kommando �ber die Flotte streitig zu machen. Nachdem fast alle anderen den Konferenzraum verlassen hatten, blieb Lagemann noch zur�ck. �Ich kann nicht leugnen, dass ich froh sein werde, wenn wir die Heimreise antreten. Viele von uns k�nnen es kaum erwarten.�</p><p>Duellos war auch noch geblieben und sah den Mann verwundert an. �Wieso nur viele von Ihnen? Wieso nicht alle?�</p><p>�Weil wir genug dar�ber geh�rt haben, was uns zu Hause erwartet. Der Krieg ist vorbei, das Milit�r wird verkleinert. Da werden wir gleich nach unserer R�ckkehr in den Ruhestand geschickt.� Lagemann l�chelte ein wenig bedr�ckt. �Das ist nicht so ganz die Zukunft, an die wir uns geklammert haben, um das Arbeitslager zu �berstehen. Wir dachten, wir entkommen ihnen irgendwie und f�hren dann die Flotte oder die Bodentruppen zu bedeutenden Siegen. So, wie Black Jack von den Toten zur�ckkehrt.� Er grinste Geary an. �Tut mir leid. Ist eine alte Redewendung.�</p><p>�Und nicht die erste, die mir zu Ohren kommt�, erwiderte Geary.</p><p>�Aber�, fuhr der Admiral fort, �ich glaube, die Mehrheit wird damit zufrieden sein, wie sich die Dinge entwickelt haben. Nat�rlich gibt es viele, die mit der neuen Situation wohl nicht gl�cklich werden und die versuchen werden, die Dinge zu �ndern und die Regierung zu kritisieren. Ich muss zugeben, ich kann nicht nachvollziehen, warum die Regierung unsere Befreiung zur Priorit�t erkl�rt hat. Wenn wir heimkommen, werden wir f�r eine Menge Probleme sorgen, aber zumindest haben Sie das um einige Monate hinausgez�gert, indem Sie uns auf diese Mission mitgenommen haben.�</p><p>Ein Gedanke ging Geary durch den Kopf, und er konnte nur hoffen, dass ihm nichts anzumerken war. <emphasis>Warum mussten wir die Gefangenen befreien, bevor wir die Enigmas aufgesucht haben? Warum wollte die Regierung, dass sie uns auf einer Mission voller unbekannter Gefahren begleiten, bei der Schiffe verloren gehen k�nnen? Wenn etwas geschieht und wir werden aufgehalten, wenn wir Schiffe verlieren, wenn es zu einer Katastrophe kommt � dann bin ich nicht die einzige l�stige Person, die der Regierung keinen Kummer mehr bereiten kann.</emphasis></p><p><emphasis>Navarro h�tte so was nicht inszeniert, Sakai wohl auch nicht. Aber wer hofft auf einen solchen Ausgang? Welche Person in der Regierung h�tte ein Interesse daran? Und wer im Flottenhauptquartier, das ganz sicher genau wie die Regierung keine Lust hat, sich mit Scharen von heimgekehrten Senioroffizieren herumzuschlagen?</emphasis></p><p><emphasis>Rione wusste, dass das Teil dieses Befehls war. Deshalb auch ihr fassungsloser Blick, als sie erkennen musste, dass ihr Ehemann ebenfalls in dieses Komplott reingerissen worden war. Aber soweit ich wei�, hat sie nichts getan, um den Plan voranzutreiben. Sie ist zwar keine gro�e Hilfe, aber sie sabotiert uns zumindest auch nicht.</emphasis></p><p>Die einzelnen Teile des Puzzles begannen langsam, sich zusammenzuf�gen, aber das Bild, das sie bildeten, gefiel ihm gar nicht.</p><p>Der folgende Sprung machte es erforderlich, aus den Sprungantrieben alles herauszuholen, um eine etwas gr��ere Reichweite zu erzielen. Die Flotte setzte zum Sprung an, w�hrend sich hinter ihr mit einer Lichtstunde Abstand die beiden Enigma-Gruppen zusammenschlossen.</p><p>�Kann ich Sie sprechen, Admiral?� General Charban setzte sich auf den Platz, auf den Geary deutete, dann sah er sich in dessen Quartier um. �Viel ist es nicht, aber es ist trotzdem ein Zuhause, nicht wahr? Schon eigenartig, wie vertraut einem ein rein zweckm��iges Quartier oder der Komplex eines Hauptquartiers werden kann, stimmt�s? Menschen k�nnen �berall zu Hause sein, wo sie gerade sind. Ich habe da eine Idee, Admiral Geary�, wechselte er abrupt das Thema. �Es ist vielleicht eine M�glichkeit, auf der Grundlage von einvernehmlichem Eigeninteresse zu einer Einigung mit der Enigma-Rasse zu gelangen.�</p><p>�Ich bin ganz Ohr�, erwiderte Geary.</p><p>�Ich habe �ber ein paar Dinge nachgedacht, unter anderem auch dar�ber, was Dr. Shwartz bei unserer letzten Flottenkonferenz �ber die Widerspr�che zwischen den Erkl�rungen der Aliens und ihrem Handeln gesagt hat. Es k�nnte sein, dass wir bei der Auslegung dieser Worte einen grundlegenden Fehler gemacht haben, indem wir annahmen, dass die Erkl�rungen der Enigmas ihrer tats�chlichen Motivation entsprechen.�</p><p>Geary st�tzte das Kinn auf seine Hand und sah Charban an. �Warum sollten sie uns bel�gen und sagen, dass sie das eine wollen, w�hrend sie in Wahrheit etwas ganz anderes w�nschen?�</p><p>Charban l�chelte fl�chtig. �Wenn Sie zu den M�nnern und Frauen sprechen, die in der Flotte dienen, reden Sie dann von Kosten-Nutzen-Relationen, von der Notwendigkeit, die Tantiemen der Aktion�re zu steigern oder die Regierungsausgaben zu verringern? Oder sagen Sie ihnen das, was Ihrer Ansicht nach f�r diese Leute wirklich z�hlt?�</p><p>Nachdem er kurz �ber diese Frage nachgedacht hatte, entgegnete Geary: �Sie glauben, die Enigmas haben uns bei Midway eine eigens entwickelte Erkl�rung f�r ihr Verhalten geliefert, von der sie dachten, wir w�rden sie verstehen oder akzeptieren?�</p><p>�Ja. Jeder au�enstehende Agent, der den Krieg mitverfolgt hat, muss zwangsl�ufig erkannt haben, mit welcher Verbissenheit wir um die Kontrolle �ber Sternensysteme gek�mpft haben. Um die Kontrolle �ber Territorium. Etwas zu besitzen, ist uns wichtig, auch wenn es f�r die meisten Menschen gar nicht das Allerwichtigste darstellt. Ich glaube, die Enigmas liefern uns seit Midway die eine Rechtfertigung f�r ihr Verhalten, von der sie glauben, dass wir sie f�r plausibel halten. Anstatt ihre wahren Gr�nde zu nennen, haben sie uns das erz�hlt, was wir ihrer Meinung nach h�ren wollten.�</p><p>Der General beugte sich vor und fuhr eindringlicher fort. �Bedenken Sie, wie verschlossen sie sind, wie sie nichts �ber sich enth�llt sehen wollen. Warum sollten sie uns bei Midway den wahren Grund f�r ihr Auftauchen nennen? Warum sollten sie uns sagen, was sie wirklich wollen?�</p><p>�Gute Frage.�</p><p>�Ich bin auf diese �berlegung gesto�en, als ich �ber die Menschen nachgedacht habe, die von der Enigma-Rasse festgehalten wurden�, redete er weiter. �Aus menschlicher Sicht war nichts daran �berraschend, dass die Aliens mehr �ber uns erfahren wollen. Aber war das das wahre Motiv? Haben sie das Verhalten von Menschen nur erforschen wollen, weil sie neugierig sind, oder wollen sie mehr �ber uns wissen, weil sie uns als Bedrohung ansehen?�</p><p>Geary nickte bed�chtig. �Aus menschlicher Sicht w�rde beides zutreffen, und selbst wenn klar w�re, dass keine Gefahr von einer anderen intelligenten Spezies ausgeht, w�rden wir mehr �ber sie erfahren wollen.�</p><p>�Weil wir neugierig sind.� Charban beugte sich noch etwas weiter vor. �Vor einiger Zeit gab es bei einer Konferenz diese Diskussion �ber die Besessenheit der Menschen, wenn es um Sex geht. Das ist tats�chlich ein wesentlicher Teil unseres Wesens. Und dann k�mpfen wir nat�rlich noch um Eigentum und um andere Dinge. Aber es gibt noch eine andere Eigenschaft, die f�r uns Menschen typisch ist. Wir sind neugierig. Wir wollen immer mehr wissen. Was finden wir im n�chsten Sternensystem? Wie funktioniert dies und jenes? Warum verh�lt sich das Universum so und nicht anders? Es ist egal, wie viel wir dazulernen, wir wollen immer noch mehr wissen. Wir stellen uns jeder Sache mit der Absicht, mehr �ber sie zu erfahren. Was ist aber die wesentliche Eigenschaft der Enigma-Rasse, die wir bislang bei ihr ausmachen konnten?�</p><p>�Die Besessenheit, nichts �ber sich zu verraten.� Geary atmete tief durch. �Wir wollen mehr wissen, und sie wollen nicht, dass jemand etwas �ber sie wei�. Materie und Antimaterie. Wir sind sozusagen ihr schlimmster Albtraum. Haben sie uns deshalb angegriffen?�</p><p>�M�glicherweise. Ich habe mir die Aufzeichnungen angesehen, die die Syndiks uns �berlassen haben�, fuhr Charban fort. �Soweit ich das erkennen kann, haben sich die Syndiks der Enigma-Rasse nicht gerade unter dem Motto gen�hert: �Wir werden euch in Ruhe lassen.� Sie haben das gemacht, was alle Menschen machen. Sie haben ihre Forschungsmissionen ins Gebiet der Enigmas geschickt, ohne etwas von deren Existenz zu ahnen. Sie errichteten Basen und Kolonien, sie breiteten sich immer tiefer in deren Gebiet aus. Als die Syndiks dann von den Aliens erfuhren, wollten sie mehr �ber sie herausfinden. Sie wollten mit ihnen reden, und m�glicherweise haben sie auch deren Verteidigungsbereitschaft und -f�higkeit auf die Probe gestellt. Im Prinzip das Gleiche, was wir auch gemacht haben. Wir haben ihnen gesagt, wir wollen mit ihnen reden und sie kennenlernen � also genau das, was sie an uns �berhaupt nicht m�gen. Sehen Sie nur an, was wir getan haben. Wir sind auf einer Forschungsmission, um etwas �ber sie herauszufinden, aber was f�r uns ein ganz normaler Wunsch ist, stellt f�r die Enigma-Rasse einen aggressiven Akt dar.�</p><p>�Und wenn wir versprechen, sie in Ruhe zu lassen?�, fragte Geary. �Wenn wir sie v�llig ignorieren? Wenn wir versuchen, nie wieder in ihr Territorium einzudringen? Wenn wir nichts mehr �ber sie herausfinden wollen, wenn wir nie wieder Kontakt mit ihnen aufnehmen?�</p><p>�Einen Versuch w�re es wert. Aber da sind noch zwei Punkte zu beachten. Zun�chst m�ssen wir ihnen zu verstehen geben, dass unsere Neugier <emphasis>niemals </emphasis>gestillt wird, solange wir glauben, dass sie immer noch Menschen in ihrer Gewalt haben. Dann werden wir weiter nach ihnen suchen. Wenn sie wollen, dass wir so tun, als w�rde das Universum dort enden, wo ihr Territorium beginnt, m�ssen sie jeden Menschen freilassen, der noch bei ihnen festgehalten wird.�</p><p>�Hervorragende Idee�, fand Geary.</p><p>�Danke, aber ich sollte wohl besser erw�hnen, dass meine Kollegin mir dabei behilflich war.� Charban hielt inne und verzog den Mund, als h�tte er eben etwas unappetitlich Schmeckendes runtergeschluckt. �Der zweite Punkt: Die Enigmas haben sich entschlossen, milit�rische Optionen gegen uns einzusetzen. Ich halte es f�r m�glich, dass sie auch weiter nach milit�rischen L�sungen suchen werden, bis wir ihnen gezeigt haben, dass sie so nicht siegen k�nnen.�</p><p>�Das funktioniert ja nicht mal bei allen Menschen. Es gibt gen�gend von der Art, auf die man einpr�geln kann und die trotzdem gleich darauf wieder vor einem steht, um sich die n�chste Abreibung abzuholen.�</p><p>�Ja, das ist eine unserer besonders irrationalen Verhaltensweisen, mit der Realit�t umzugehen. Aber das sind die Enigmas. Die treibende Kraft scheint bei ihnen nicht dem �berleben oder dem Siegen zu dienen, sondern der Wahrung ihrer Geheimnisse. Zeigen Sie ihnen, dass sie das mit milit�rischer Gewalt nicht erreichen werden, und es k�nnte sie zum Umdenken bewegen.�</p><p>Geary betrachtete das Display �ber dem Tisch in seinem Quartier und schaltete auf das letzte Bild des Sternensystems um, aus dem sie den Sprung in Richtung des vor ihnen liegenden Systems unternommen hatten. Es zeigte einhundertzehn Enigma-Kriegsschiffe, die die Allianz-Flotte verfolgten. �Es k�nnte sein, dass wir wieder k�mpfen und m�glichst viele von diesen Schiffen zerst�ren m�ssen.�</p><p>�Ja.� Charban nickte Geary zu. �Sie betrachten das so wie ich als eine traurige Notwendigkeit. Victoria sagte bereits, Sie w�rden so reagieren.�</p><p>�Hat Victoria Rione sonst noch etwas gesagt?�</p><p>Charban legte die Stirn in Falten. �Nein. Sie meinte nur, ich sollte mit Ihnen reden, Admiral. Ich wei�, ich bin weit davon entfernt, die am besten qualifizierte Person f�r diese Aufgabe zu sein. Ich frage mich manchmal, wieso sie mir �berhaupt aufgetragen wurde und ob ��</p><p>�� und ob jemand will, dass wir scheitern?�</p><p>�So weit bin ich mit meinen Verd�chtigungen nicht gegangen, Admiral. Einige von den Leuten, mit denen ich zusammengearbeitet habe, w�rden so etwas <emphasis>niemals </emphasis>machen.�</p><p>�Aber andere schon?� Er musste an Riones seltsame Warnung denken. Viele Gehirne, die alle versuchten, eine einzelne plumpe Hand zu bewegen.</p><p>�Vertrauen Sie meiner Kollegin, Admiral?�, fragte Charban ihn.</p><p>�Ja.� <emphasis>Aber mir sind schon fr�her Fehler unterlaufen. Ich will hoffen, das ist diesmal nicht der Fall. </emphasis>�Ich bin froh, dass Sie mir von dieser Idee erz�hlen, General. Mit den zivilen Experten k�nnen wir erst dar�ber reden, wenn wir den Sprungraum verlassen haben, aber nehmen Sie mit ihnen bitte sofort Kontakt auf, sobald wir das n�chste System erreichen. Arbeiten Sie zusammen eine M�glichkeit aus, wie wir uns den Enigmas verst�ndlich machen k�nnen.�</p><p>Vielleicht gab es ja doch noch Hoffnung.</p><p>Das Letzte, was man beim Verlassen des Sprungraums h�ren wollte, war das hektische Gellen der Alarmsirenen, w�hrend Gefechts- und Steuersysteme ihre Warnungen hinausschrien, obwohl die Menschen sich erst noch orientieren mussten. Geary hielt sich fest, als die <emphasis>Dauntless </emphasis>sich dem vorprogrammierten Ausweichbefehl entsprechend seitlich nach oben bewegte, und versuchte, Herr zu werden �ber die Mischung aus Bewegungsstress und Desorientierung als Folge des Auftauchens aus dem Sprungraum.</p><p>�Verdammt noch mal!�, keuchte Desjani, die den Bruchteil einer Sekunde schneller als Geary wieder ihre Sinne unter Kontrolle hatte.</p><p>Er brauchte noch einen Moment l�nger, w�hrend er zu begreifen versuchte, was er da eigentlich sah. �Was zum Teufel ist denn das?�</p><p>Auf dem Kurs, der die Flotte eigentlich auf geradem Weg aus dem Sprungpunkt herausgef�hrt h�tte, befand sich in einer Entfernung von nur einer Lichtminute ein riesiges, massives Objekt. Die Gefechtssysteme hatten bereits die gesamte Oberfl�che des Dings mit Warnsymbolen �bers�t, trotzdem kamen unentwegt neue Symbole dazu, da laufend weitere Bedrohungen identifiziert wurden. Geary kniff die Augen zusammen und las noch einmal die Einsch�tzung der Gefechtssysteme zur Schildst�rke des Leviathans. Er wollte die Werte nicht glauben, die ihm da angezeigt wurden.</p><p>Eine der Wachhabenden lieferte die Antwort auf Gearys Fragen, ihre Stimme verriet ihre Fassungslosigkeit: �Es weist die Gr��e und Masse eines kleinen Planeten auf, Admiral. Sein Orbit ist fest mit dem Sprungpunkt verbunden. Entweder haben sie einen Planeten in eine Festung umgewandelt und hierher versetzt, oder aber sie haben hier etwas derart Gro�es hingebaut.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �H�tten wir nicht das Ausweichman�ver programmiert, w�re die Flotte dem Ding viel zu nah gekommen, um noch reagieren zu k�nnen. Das einzig Gute ��</p><p>Weiter kam sie nicht, da die Gefechtssysteme einen neuen Alarm ausgel�st hatten.</p><p>Geary sah verst�ndnislos mit an, wie ein Teil der Planetenoberfl�che ihnen entgegenzuspringen schien. Dann erst erkannte er, dass es sich in Wahrheit um einen dichten Schwarm aus kleinen Schiffen handelte, die in so gro�er Zahl auf die Allianz-Flotte zugerast kamen, dass sie zeitweise die Sicht auf die Festung hinter ihnen nahmen. �Wie viele sind das?�</p><p>Es kam keine Antwort, und als sich Desjani auf ihrem Platz umdrehte und ihrer Gefechtswachhabenden einen energischen Blick zuwarf, konnte Lieutenant Castries nur den Kopf sch�tteln. �Die Systeme rechnen noch. Sch�tzung bei mehr als zweihundert � mehr als vierhundert � mehr als achthundert �� Castries schnappte nach Luft. �Sch�tzung stabilisiert sich bei neunhundert plus minus zehn Prozent.�</p><p>Auch Desjani konnte nur nach Luft schnappen, dann sah sie Geary an. �Neunhundert�, wiederholte sie in n�chternem Tonfall.</p><p>�Plus minus zehn Prozent�, erg�nzte er und wunderte sich, dass ihm in diesem Moment sein Humor nicht einfach den Dienst verweigerte. �Irgendeine Idee, was das sein soll?�</p><p>�Wenn es Raketen sind, dann sind sie verdammt gro�.� Desjani tippte auf ihr Display. �Sie beschleunigen sehr schnell. Ich frage mich, ob sie bemannt sind oder automatisch gelenkt werden.�</p><p>�Sie sind ungef�hr doppelt so gro� und doppelt so schwer wie unsere standardm��igen Schnellen Angriffsschiffe�, meldete die Gefechtswachhabende. �Da ist Platz genug f�r eine Besatzung.�</p><p>�Oder Platz genug f�r sehr gro�e Sprengk�pfe.� Desjani zeigte auf ihr Display. �Sie k�nnten aus Sprengkopf und Antriebseinheit bestehen. Wenn sie weiter so beschleunigen ��</p><p>�� werden wir ihnen nicht entkommen k�nnen�, f�hrte Geary den Satz zu Ende und nahm eine neue Einsch�tzung der Steuersysteme vor, aber das Ergebnis war identisch. �Jedenfalls nicht, wenn sie so dicht beisammenbleiben und diese Geschwindigkeit beibehalten.�</p><p>Der Rest der Flotte hatte inzwischen den Sprungpunkt verlassen und das gleiche Flugman�ver wie die <emphasis>Dauntless </emphasis>ausgef�hrt. �An alle Einheiten: Hier spricht Admiral Geary. Bei Zeit vier eins drehen Sie null acht null Grad nach Backbord und gehen auf maximale Beschleunigung.� Damit w�rden zumindest die Unterformationen der Flotte in einer langen Kolonne vor der Streitmacht der Aliens davonfliegen, was ihm Zeit gab, sich eine L�sung auszudenken, die imstande w�re, die Flotte vor schweren Verlusten zu bewahren. Seine Augen erfassten ein detailliertes Bild des fremden Schiffs, das von den Flottensensoren zusammengesetzt und an den Rand des Displays platziert worden war. Anders als die schildkr�tenf�rmigen Schiffe, denen sie bislang �berall begegnet waren, handelte es sich hier um einen simplen Zylinder mit gerundetem Bug. Eine Art Antriebseinheit nahm die gesamte untere H�lfte in Anspruch, einige flache d�nne Grate zogen sich �ber die Oberfl�che und enthielten vermutlich Sensoren. Und dazu die Festung von der Gr��e eines Planeten � �Das ist nicht sch�n�, sagte er zu Desjani. �Aber nichts davon sieht nach den Enigmas aus.�</p><p>�Nein, ganz und gar nicht. Wenigstens gibt es hier kein Hypernet-Portal.�</p><p>�Wenigstens etwas.� Sie konnten also versuchen, den Sprungpunkt so schnell wie m�glich hinter sich zu lassen, ohne sich Gedanken �ber die Bedrohung zu machen, die von einem Portal f�r sie ausgegangen w�re. Aber wenn das hier keine Enigmas waren � �K�nnte es sein, dass wir ein von Menschen besiedeltes System entdeckt haben? Irgendeine Gruppe, die ins Enigma-Gebiet geraten ist und so lange vor ihnen fliehen musste, bis sie auf ein Sternensystem au�erhalb dieses Territoriums stie�?�</p><p>Desjani schaute zu ihrem Maschinenwachhabenden. �Was meinen Sie, Master Chief?�</p><p>Gioninni sch�ttelte den Kopf. �Nein, Captain. Nichts von dem, was wir da sehen k�nnen, erinnert in irgendeiner Weise an menschliches Design. Au�erdem w�re die industrielle Grundlage, um eine solche Festung zu bauen und zu betreiben, so gewaltig, dass menschliche Kolonisten so etwas nicht innerhalb von ein paar Jahrzehnten auf die Beine stellen k�nnten. Daf�r h�tten sie schon einige Jahrhunderte lang v�llig isoliert hier leben m�ssen. Und wie sollen sie vor so langer Zeit so weit gekommen sein? Mag sein, dass das keine Enigmas sind, aber ich kann da auch nichts entdecken, was mich an menschliche Erbauer denken l�sst.�</p><p>�Haben wir irgendeine Nachricht von ihnen erhalten?�, fragte Geary. �Die Zeit sollte ausreichen, um uns von dieser Festung aus irgendeine Drohmitteilung zu senden.�</p><p>Der Komm-Wachhabende antwortete ihm: �Nein, Admiral. Kein Wort, von dem wir sagen k�nnten, dass es f�r uns bestimmt ist. Und auch nichts, das einen Hinweis auf ihre Identit�t enth�lt. Wir empfangen eine Menge Komm-Verkehr, aber der ist massiv verschl�sselt.�</p><p>�Ist alles verschl�sselt?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Ja, Captain. Zivile Kommunikation k�nnen wir nicht auffangen. Das ist alles milit�rische Verschl�sselung. Zumindest w�rden wir es so bezeichnen, wenn wir es mit Menschen zu tun h�tten.�</p><p>�Menschen mit einer solchen Disziplin? Niemand, der eine Abk�rzung nimmt oder sich �ber Komm-Anforderungen hinwegsetzt?�</p><p>�Klingt nicht sehr wahrscheinlich�, fand auch Geary. �Wir haben keine Zeit, die Experten zu befragen. Und solange diese kleinen Schiffe auf uns zuhalten, bleibt uns auch keine andere Wahl, als dass wir uns zur Wehr setzen.� Er drehte sich zu Rione um, die auf ihrem Platz sa� und schweigend ihr Display betrachtete. �Versuchen Sie, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Sagen Sie ihnen, wir werden gern wieder von hier abreisen. Und dass wir gar nicht vorhatten zu bleiben und auch keine feindseligen Absichten verfolgen. Es bleibt nicht viel Zeit, um diese Nachricht zu �bermitteln.�</p><p>Rione klang resigniert, als sie antwortete: �Sie haben keinen Versuch unternommen, mit uns in Kontakt zu treten, und es wurde auch keine Forderung an uns gerichtet, dass wir uns zur�ckziehen oder kapitulieren sollen. Ich glaube, die wollen gar nicht mit uns reden, Admiral Geary. Sie scheinen �u�erst feindselig zu sein und sich nicht f�r unsere Absichten zu interessieren.�</p><p>�Geben Sie Ihr Bestes, Madam Gesandte.� Er schaute wieder auf sein Display. �Wenn wir sie nicht dazu bringen, den Angriff abzubrechen�, meinte er leise zu Desjani, �dann steht uns eine brutale Schlacht bevor.�</p><p>�Eine an Zielen reiche Umgebung�, gab Desjani fr�hlich und laut genug zur�ck, um auf der ganzen Br�cke geh�rt zu werden. Ihre Wachhabenden, die nerv�s zwischen ihren Vorgesetzten und der immensen Anzahl Angreifer hin- und herblickten, entspannten sich ein wenig, als die Zuversicht des Captains auf sie �bersprang.</p><p>Allerdings hatte Geary M�he, der Situation die gleiche Begeisterung entgegenzubringen. �So kann man es auch sehen. Es sind so verdammt viele.� Er lie� noch einmal die Zahlen durchrechnen, auch wenn er wusste, er w�rde die gleiche schreckliche Antwort erhalten. Nach einer unglaublichen Startbeschleunigung hatten sich die unbekannten Schiffe bei einer etwas niedrigeren, aber immer noch beeindruckenden Beschleunigung eingependelt. Seine Kriegsschiffe hatten mittlerweile so weit abgedreht, dass sie vor den herannahenden Aliens davonflogen und dabei ihre Antriebssysteme bis zum �u�ersten strapazierten. Doch die Steuersysteme best�tigten Gearys Verdacht, dass seine Schiffe einfach nicht schnell genug beschleunigen konnten, um den unbekannten Verfolgern zu entkommen. Lediglich die Schlachtkreuzer w�ren in der Lage, einem Kontakt mit ihnen zu entwischen. Die Kreuzer und Zerst�rer konnten es fast mit den Schlachtkreuzern aufnehmen, doch dieses �fast�, bedeutete, dass die Aliens mit ziemlicher Sicherheit viele Eskortschiffe einholen w�rden. Die vier Sturmtransporter waren dem Untergang geweiht, und mit ihnen die an Bord befindlichen Marines und die befreiten Gefangenen. Die Schlachtschiffe und die Schnellen Hilfsschiffe waren ebenfalls verloren. Selbst wenn die Hilfsschiffe all ihre Ladung �ber Bord warfen, konnten sie einfach nicht so beschleunigen, dass sie noch eine Chance auf Flucht gehabt h�tten. Zwar konnten die Schlachtschiffe schneller Fahrt aufnehmen, doch angesichts der wenigen Zeit, die ihnen zum Beschleunigen blieb, waren sie wegen ihrer gro�en Masse nicht viel beweglicher als die Hilfsschiffe.</p><p>Geary versuchte, alles auszublenden, was er nicht brauchte, auch die nat�rliche Angst, die eine solche Situation bei jedem Menschen ausl�ste. V�llig konzentriert suchte er nach einer M�glichkeit, den n�tigen Platz f�r Ausweichman�ver zu finden, doch da schien kein Platz zu sein. Immerhin sa�en ihnen neunhundert Schiffe im Nacken, die immer n�her kamen, w�hrend er normalerweise mehr Zeit hatte, um sich eine L�sung zu �berlegen und die Situation zu beurteilen, bevor er einen Plan entwickelte. Hier dagegen waren seine Kenntnisse zu gering und er hatte auch zu wenig Zeit. �Vorteile�, murmelte er.</p><p>�Wir haben deutlich mehr Feuerkraft�, antwortete Desjani. �Und da unsere Schiffe mit maximaler Beschleunigung davonfliegen, w�hrend die Aliens uns hinterherfliegen m�ssen, dauert es l�nger, den Abstand zu uns zu verringern. Das bedeutet, sie brauchen keine Millisekunden, sondern Minuten, um in Feuerreichweite zu gelangen. Das gibt uns mehr Zeit, um auf sie einzupr�geln. Andererseits wird ein Schuss mit einem H�llenspeer nicht gen�gen, um eines von diesen Dingern abzuschie�en. Wir werden mehrere Treffer landen m�ssen, und da es sich um eine so gro�e Menge an Zielen handelt, m�ssen wir in k�rzester Zeit so viele Salven abfeuern wie m�glich. Daf�r sind die Waffensysteme allerdings nicht ausgelegt.�</p><p>�Das wei� ich doch alles!� Warum erz�hlte sie ihm so etwas, wenn er L�sungsvorschl�ge h�ren wollte? Zugegeben, er hatte sich diese Dinge noch nicht alle durch den Kopf gehen lassen, aber das h�tte er noch gemacht. Seine Bemerkung war ihm schroff und aufgebracht �ber die Lippen gekommen, weil sich in seinem Hinterkopf der Gedanke an die Vergeblichkeit jeder Gegenma�nahme hielt. Er sah, wie Desjani als Reaktion darauf die Brauen zusammenzog, auf ihr Display schaute und ihn demonstrativ ignorierte, w�hrend sie ihr Schiff gefechtsbereit machte.</p><p><emphasis>Verdammt, ich kann so eine pers�nliche Ablenkung jetzt wirklich nicht gebrauchen. Warum muss sie ausgerechnet in diesem Augenblick so empfindlich reagieren? Sie ist die Beste, die ich habe, um uns durch dieses Chaos zu steuern, aber offenbar will sie lieber auf die Angreifer zuhalten und aus allen Rohren feuern �</emphasis></p><p>Mitten im Gedanken erstarrte Geary, da er versuchte, zu der m�glichen L�sung zur�ckzufinden, die im Durcheinander aus sich �berschlagenden Gedanken, Ver�rgerung und Best�rzung fast untergegangen w�re. <emphasis>Drauf zuhalten. </emphasis>�Tanya.�</p><p>�Was, Sir?�</p><p>�Wir wissen nicht, wie wendig die Dinger sind. Aber wir k�nnen beurteilen, wie schnell sie sich bewegen, weil sie mit maximaler Geschwindigkeit hinter uns herfliegen d�rften. Uns bleibt ein schmales Zeitfenster, um sie zu kontrollieren, wenn wir mit den Angreifern in Kontakt kommen. Allerdings m�ssen wir unsere eigenen Man�ver bis ins Detail genau abstimmen.�</p><p>Ihr finsterer Blick blieb bestehen, doch Desjanis Gesichtsausdruck nahm einen berechnenden Zug an. �Sie k�nnten ihre Geschwindigkeit drosseln, damit ihre Zielerfassungssysteme pr�zise arbeiten und damit sie ihre Brennstoffreserven schonen, weil eine lange Verfolgungsjagd vor ihnen liegen k�nnte. Aber wahrscheinlicher ist, dass sie momentan alles geben, was sie haben.� Desjani kniff die Augen zusammen und betrachtete ihr Display, als w�rde sie mit einer Waffe zielen. Dann wandte sie sich an ihre Wachhabenden. �Ich will, dass menschliche Augen die Sensoranzeigen studieren. Die Sensoren erz�hlen mir, dass sie an den Schiffen bislang noch keine Waffen identifizieren konnten. Sagen Sie mir, was <emphasis>Sie </emphasis>sehen.�</p><p>Es folgte eine Pause, da die Offiziere und Unteroffiziere die von den Sensoren erzeugte Darstellung eines der fremden Schiffe auf ihren Displays aufriefen, dann meldete sich ein Lieutenant zu Wort: �Captain, vielleicht arbeiten ihre Waffen grundlegend anders als unsere, aber ich kann nirgends Gesch�tz�ffnungen oder etwas �hnliches entdecken. Ich sehe auch nichts, was abgesprengt werden k�nnte, um einen im Inneren befindlichen Flugk�rper abzufeuern. Das sind einfach nur Rohre.�</p><p>�Patronenh�lsen�, sagte Lieutenant Castries. �Verdammt gro�e Patronenh�lsen.�</p><p>Desjani sah zu den anderen Wachhabenden hin�ber, die alle best�tigend nickten. Dann wandte sie sich zu Geary um. �Wir m�ssen davon ausgehen, dass diese Objekte keine Waffen mit sich f�hren, sondern selbst die Waffen <emphasis>sind</emphasis>. Das gibt uns die Gelegenheit zu entscheiden, wann wir uns ihnen stellen. Das ist das Positive. Ich langweile Sie doch nicht schon wieder mit Dingen, die Sie l�ngst wissen, oder?�</p><p>�Tut mir leid, aber ich stehe im Augenblick ein bisschen unter Druck ��</p><p>�Wenn die <emphasis>Dauntless </emphasis>zerst�rt wird, Admiral, dann werden wir beide sterben. Was haben Sie �berlegt?�</p><p>Geary bem�hte sich um eine knappe Antwort. �Wir konzentrieren die Flotte, indem wir die Beschleunigung nach Schiffstyp sequentiell verringern.�</p><p>�Damit wir ein leichteres Ziel f�r die Aliens abgeben, die uns so fr�her einholen werden? Ich w�rde sagen, das l�uft gegen die eigene Intuition. Die Flotte sequentiell konzentrieren?� Sie hielt inne und �berlegte, dann setzten sich ihre Finger in Bewegung und vollzogen auf dem Display verschiedene Man�ver nach. �Ich verstehe, was Sie meinen. Es wird nicht sch�n werden, aber es k�nnte funktionieren, und es ist besser als jede Option, die ich zu bieten habe.�</p><p>�Verbinden Sie mich mit Ihrem Display, dann k�nnen wir das schneller erledigen.� Die n�chsten Minuten zogen wie in Trance vor�ber, da Geary gemeinsam mit Desjani die Flugman�ver von Hunderten von Schiffen koordinierte. Parallel dazu stellten die Steuersysteme automatisch die Befehle zusammen, damit jedes Schiff zum erforderlichen Zeitpunkt drehte, beschleunigte oder abbremste, und achteten gleichzeitig darauf, dass es dadurch nicht zu Kollisionen kam. Das war die Art von Problemen, f�r deren L�sung Menschen Wochen ben�tigten, w�hrend die Systeme der Flotte auf der Stelle die Befehle von Geary und Desjani verarbeiteten.</p><p>Nat�rlich erzeugte jedes noch so gute System auch ein paar Schw�chen und Fehler. Im Idealfall blieb den Menschen eine ausreichende Frist, mithilfe ihrer Intuition diesen Schw�chen und Fehlern auf die Spur zu kommen, sobald sie das Gesamtbild sahen und auf winzige Ungereimtheiten aufmerksam wurden. Doch daf�r blieb jetzt keine Zeit, und Geary konnte nur hoffen, dass diese unvermeidbaren Fehler keine gravierenden Folgen nach sich ziehen w�rden. Zwei Schiffe, die zum gleichen Zeitpunkt den gleichen Platz im Raum f�r sich beanspruchten, w�rden sich in eine riesige Tr�mmerwolke verwandeln, die keine �berlebenden zur�cklie�.</p><p>�Sie m�ssen einzelnen Schiffen erm�glichen, dass sie eigenst�ndig man�vrieren, sobald die Angreifer nahe genug sind�, warnte ihn Desjani. �Das wird die Steuersysteme unter gro�en Druck setzen, wenn sie die Bewegungen anderer Schiffe vorausberechnen sollen, um Kollisionen zu vermeiden.�</p><p>�Ich habe keine andere Alternative, oder?�</p><p>�Nein. Aber das wussten Sie ja auch schon, nicht wahr?�, gab sie zur�ck.</p><p>Auch wenn sich gerade rund neunhundert Angreifer der Flotte n�herten, versetzte Desjanis spitze Bemerkung ihm dennoch einen Stich. �Ja, aber sagen Sie mir trotzdem weiter die Dinge, die ich bereits wei�.�</p><p>�Ich werde dr�ber nachdenken. Dieser Plan sieht f�r mich nach der besten L�sung aus, die wir in der K�rze der Zeit finden k�nnen.�</p><p>Dennoch hielt er kurz inne und sah sich alles noch einmal an. Es hatte etwas Be�ngstigendes, Hunderte von individuell geplanten Flugbahnen zu sehen, die ein so dichtes und in sich verstricktes Muster bildeten, dass das Ganze eher an ein Wollkn�uel erinnerte als an eine Gefechtsstrategie. Die Zeitanzeige in einer Ecke des Displays lief unbeirrt r�ckw�rts und erinnerte ihn daran, dass ihm nur zwei Minuten blieben, um diese Man�ver zu befehlen, da ansonsten nicht genug Zeit f�r die einzelnen Schiffe blieb, die Anweisungen in die Tat umzusetzen. Dann w�rde ihm nichts anderes �brig bleiben als sich einen komplett neuen Plan auszudenken. Er schickte ein gemurmeltes Gebet zu seinen Vorfahren, damit sie die lebenden Sterne bitten konnten, seine Schiffe zu besch�tzen. Dann dr�ckte er die Best�tigungstaste, und der Plan wurde augenblicklich an jedes Kriegsschiff, jeden Transporter und jedes Hilfsschiff �bertragen.</p><p>�An alle Einheiten: Hier spricht Admiral Geary. Ihre individuellen Man�verbefehle sind in diesem Augenblick an Sie unterwegs. Unsere Versuche, mit den Bewohnern dieses Sternensystems Kontakt aufzunehmen, haben zu keinen Ergebnissen gef�hrt, und allem Anschein nach hat die uns verfolgende Streitmacht die Absicht, uns anzugreifen. Wir werden uns diesen fremden Schiffen stellen und jedes von ihnen vernichten, das unsere Schiffe gef�hrdet. Nachdem wir dem Gegner m�glichst hohe Verluste zugef�gt haben, halten Sie sich bereit, dass weitere Befehle f�r jedes Schiff folgen, um ab diesem Zeitpunkt individuell zu man�vrieren, abh�ngig davon welches Handeln der Feind uns abverlangt.� Einen Moment lang versp�rte er den Impuls, noch etwas Dummes im Sinne von �Versuchen Sie, nicht mit anderen Schiffen zu kollidieren� anzuf�gen, aber davon konnte er sich dann doch gerade noch abhalten. �Nach dem Gefecht werden wir wieder unsere Formation einnehmen.� <emphasis>Vorausgesetzt, es ist noch genug von uns �brig, um eine Formation zu bilden. Aber ich muss noch irgendetwas sagen. Wir ziehen in einen brutalen Kampf, aber meine Leute m�ssen wissen, dass ich einen Sieg erwarte, auch wenn die Umst�nde noch so widrig sind</emphasis>. �Zeigen wir den Bewohnern dieses Systems, dass es ein schwerer Fehler war, die Allianz-Flotte anzugreifen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary Ende.�</p><p>Desjani sah ihn an. �Sie haben ihnen nicht gesagt, dass sie sich nicht gegenseitig treffen sollen ��</p><p>�Davon konnte ich mich gerade noch abhalten.�</p><p>�� aber ich nehme an, das wussten sie auch schon selbst.�</p><p>Geary schwieg nur und sah sich mit der Tatsache konfrontiert, dass er nach vielen Minuten extrem hektischer Arbeit und komplexer �berlegungen nun gezwungen sein w�rde, einfach nur zuzusehen, wie sich das Geschehen vor seinen Augen entfaltete. F�r die n�chste Zeit konnte er nicht mehr eingreifen, wenn er nicht den eigenen Plan zunichtemachen und seiner Flotte die beste Chance nehmen wollte, sich gegen die Bedrohung erfolgreich zur Wehr zu setzen. �Wie lange werde ich f�r meine Bemerkung eigentlich noch b��en m�ssen?�, fragte er schlie�lich.</p><p>�Das wei� ich noch nicht so genau�, antwortete Desjani. �Auf jeden Fall ist das ein guter Plan, Admiral. Besser als alles, was ich in der verf�gbaren Zeit h�tte bewerkstelligen k�nnen. Lassen wir dem Geschehen seinen Lauf und beobachten wir es, damit Sie wissen, wann Sie neue Befehle erteilen m�ssen.� Mit lauterer Stimme wandte sie sich dann an ihre Br�ckencrew und bet�tigte gleichzeitig eine Taste auf ihrem Display, damit ihre Worte im ganzen Schiff zu h�ren waren. �Wir ziehen jetzt ins Gefecht, und die <emphasis>Dauntless </emphasis>wird die Flotte anf�hren. Ich erwarte maximale Gefechtsbereitschaft von allen Besatzungsmitgliedern und allen Systemen. Zeigen wir der Flotte, wie es gemacht wird.�</p><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>begann, sich auf Desjanis Befehl hin zu drehen, damit der Bug mit seiner dicksten Panzerung und den leistungsf�higsten Schilden den zahlreichen Verfolgern zugewandt war. Geary lehnte sich zur�ck und sah schweigend zu, wie auch die anderen Schlachtkreuzer wendeten.</p><p>Rational betrachtet ergab das alles keinen Sinn. Die Schlachtkreuzer w�rden auf den Feind losst�rmen, obwohl der zahlenm��ig hoffnungslos �berlegen war, wobei das Losst�rmen eigentlich nur bedeutete, dass die Schlachtkreuzer ihre Fahrt verlangsamten, dabei aber weiter in die Richtung unterwegs waren, in die sich der Rest der Flotte bewegte. Die Schlachtschiffe, Kreuzer, Zerst�rer, Transporter und Hilfsschiffe beschleunigten unterdessen weiter und zogen an den Schlachtkreuzern vorbei, um hinter ihnen Schutz vor den Verfolgern zu suchen. Auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>herrschte ausgelassene Stimmung �ber diese Entwicklung der Ereignisse, auch wenn die bedeutete, dass sie sich rund neunhundert Schiffen in den Weg stellten, die sich ihnen rasch n�herten und bald in Reichweite der H�llenspeere gelangen w�rden. Die Crew war der Ansicht, dass die Schlachtkreuzer die Flotte gegen den Feind ins Gefecht f�hren sollten, und dank der positiven Einstellung ihres befehlshabenden Offiziers und dank ihres unersch�tterlichen Glaubens an Gearys F�higkeit, sie aus jeder noch so kniffligen Situation unversehrt herauszuholen, waren sie bereit, sich sogar einer solchen �bermacht zu stellen. �An alle Einheiten: Feuer er�ffnen, sobald sich die Ziele in Reichweite Ihrer Waffen befinden�, ordnete er an. Minen mochten unter den gegebenen Umst�nden nicht viel n�tzen, aber das hier war nicht der richtige Augenblick, um mit Munition sparsam umzugehen.</p><p>Ein leichtes Zittern durchfuhr die <emphasis>Dauntless</emphasis>, als die Phantomraketen abgefeuert wurden, um auf ihre Ziele zuzurasen. Auch die anderen Schlachtkreuzer begannen ihr Sperrfeuer. �Jetzt werden wir sehen, �ber welche Art von Verteidigung sie verf�gen�, kommentierte Desjani das Geschehen.</p><p>Was immer sie auch an Verteidigungssystemen aufzubieten hatten, sie waren nicht in der Lage, die Phantome zu stoppen. Zwar schafften es viele der kleinen Schiffe, in letzter Sekunde ihren Vektor zu �ndern, sodass die Geschosse zu weit entfernt von ihren Zielen detonierten, um noch eine Wirkung zu erzielen. Aber andere Schiffe der Aliens wurden von den Sprengk�pfen in winzige Fetzen gerissen, zumal durch die Detonation auch ihre eigene Munition hochging. �Sehen Sie sich nur diese Explosionen an�, staunte Desjani. �Die Dinger sind mit gigantischen Sprengk�pfen best�ckt.�</p><p>�Die Gefechtssysteme gehen nach der Art der Zerst�rung davon aus, dass die Schiffe der Aliens am Bug eine ganz erhebliche Panzerung aufweisen�, meldete der Gefechtswachhabende.</p><p>�Das wird es den H�llenspeeren erschweren, bei ihnen etwas zu bewirken�, beklagte sich Desjani. �Sie machen es uns wirklich nicht leicht.�</p><p>Geary wunderte sich insgeheim �ber Tanyas F�higkeiten, in Augenblicken wie diesen noch immer Sinn f�r Humor zu demonstrieren, aber er nickte nur und wartete ab. Die Frage war nach wie vor, mit welchen verborgenen Waffen diese Schiffe best�ckt sein mochten, doch als sie n�her und n�her kamen, begann nicht eines, auf die Schlachtkreuzer zu feuern, die eine Barriere zwischen den Aliens und dem Rest der Allianz-Flotte bildeten. �F�nf Sekunden bis zum Erreichen der Feuerreichweite der H�llenspeere�, meldete der Gefechtswachhabende.</p><p>Ein Schlachtkreuzer nach dem anderen stie� die H�llenspeer genannten Strahlen aus hochenergetischen Partikeln aus, die f�r das menschliche Auge nicht sichtbar waren. Die vordersten feindlichen Schiffe erzitterten, als sie getroffen wurden und die H�llenspeere ihre Schilde �berwanden, um L�cher in den Bug zu rei�en. Dennoch flogen sie unbeirrt weiter.</p><p>�Z�he Mistkerle�, meinte Desjani.</p><p>�Kann man wohl sagen.� Mit einem Auge hatte Geary die n�her r�ckenden Aliens beobachtet, mit dem anderen die Statusberichte der Schlachtkreuzer verfolgt. Wie Desjani bereits angemerkt hatte, waren Gefechtssysteme auf extrem schnell ablaufende Raumschlachten ausgelegt, die darin bestanden, bei jeder Begegnung der Kontrahenten eine oder maximal zwei Salven abzufeuern. H�llenspeere konnten nur �ber einen bestimmten Zeitraum in Folge abgefeuert werden, da die Batterien sonst mit �berhitzung zu k�mpfen hatten. Kaum war ihm dieser Gedanke durch den Kopf gegangen, sah er die ersten Warnhinweise auf seinem Display aufleuchten.</p><p>�Die H�llenspeerbatterien 1A und 2B sind bedenklich �berhitzt�, meldete der Gefechtswachhabende der <emphasis>Dauntless</emphasis>. �Gesch�tzte Zeit bis zur vor�bergehenden Abschaltung maximal zehn Sekunden.�</p><p>�Verstanden�, gab Desjani zur�ck. �Wie lange werden die anderen noch weiterfeuern?�</p><p>�Sch�tzung liegt bei maximal einer Minute, Captain. Aber die Gefechtssysteme gehen davon aus, dass wir in drei�ig Sekunden nur noch zwanzig Prozent der H�llenspeere abfeuern k�nnen. F�nf Sekunden, bis Nachladen der Phantome abgeschlossen.�</p><p>Die Geschosse jagten von der <emphasis>Dauntless </emphasis>davon, w�hrend der Beschuss mit H�llenspeeren unterbrochen wurde. Geary warf einen Blick auf die Anzeigen der anderen Schlachtkreuzer. Die Leviathan und die Dragon hatten bereits vor�bergehend mehrere Batterien wegen �berhitzung verloren, und der Beschuss durch die �brigen Schlachtkreuzer wurde ebenfalls rasch schw�cher. Immer mehr gegnerische Schiffe fielen dem Sperrfeuer der Allianz-Flotte zum Opfer, doch auf die Masse gesehen war das nur ein Bruchteil, und der Feind r�ckte dabei unerbittlich n�her.</p><p>Auch wenn er gewusst hatte, dass das geschehen w�rde, erschrak Geary f�r einen Moment, als die <emphasis>Dauntless </emphasis>und die anderen Schlachtkreuzer sich abermals drehten, dem Feind das Heck zeigten und dann die Hauptantriebseinheiten erneut zum Leben erwachten. Die Gefechtssysteme der Flotte hatten von vornherein einkalkuliert, wie lange die H�llenspeerbatterien bis zum �berhitzen durchhalten w�rden, und auf dieser Grundlage das n�chste Wendeman�ver eingeplant, das nun ausgef�hrt wurde. Zwar kamen die Gegner nun nicht mehr so schnell n�her, doch die Schlachtkreuzer konnten den Feind nun nicht mehr so wirkungsvoll unter Beschuss nehmen, da der Bug von den Verfolgern abgewandt war.</p><p>Desjani st�tzte das Kinn auf ihre Hand, w�hrend sie das Gefecht beobachtete. �Und da kommt das zweite Team.�</p><p>Die von Geary versandten Man�verbefehle wurden nun von der Masse der Eskortschiffe der Allianz-Flotte befolgt. Scharen von Zerst�rern und Leichten Kreuzern sowie Dutzende Schwere Kreuzer drehten sich, um ihren Bug auf die Verfolger auszurichten, w�hrend die Schlachtkreuzer die kleineren Schiffe zu �berholen begannen. Die er�ffneten das Feuer auf die Schiffe der Aliens, wobei sie von den nach hinten gerichteten Gesch�tzen der Schlachtkreuzer unterst�tzt wurden.</p><p>Manche feindliche Schiffe vergingen restlos in gewaltigen Explosionen, w�hrend andere in St�cke gerissen wurden. Doch f�r jedes Schiff, das zerst�rt wurde, schienen mindestens zwei neue aus den hinteren Reihen der Formation nachzur�cken. Geary sah mit an, wie die H�llenspeer-Anzeigen der Eskortschiffe sich viel zu schnell der �berhitzungsmarke n�herten, w�hrend eine dritte Salve Phantome von den Schlachtkreuzern ins Gefecht geschickt wurde. Inzwischen waren die Aliens so nahe, dass die Geschosse der Allianz M�he hatten, ein Ziel zu erfassen, da der Schauplatz des Geschehens an ihnen vorbeiraste. Die meisten von ihnen verfehlten die gegnerischen Schiffe deutlich. �An alle Einheiten: Feuern Sie Flugk�rper nur ab, wenn Sie eine brauchbare Feuerl�sung f�r ein feindliches Schiff haben.� Die H�llenspeere fielen unterdessen wegen �berhitzung aus, woraufhin die Kreuzer und Zerst�rer dem Gegner wieder das Heck zuwandten und maximal beschleunigten, um zu den Schlachtkreuzern aufzuschlie�en und den Abstand zu den Verfolgern so gro� wie m�glich zu halten.</p><p>Geary sah zu Desjani. �Wir bekommen sie nicht schnell genug klein.�</p><p>�Noch nicht. Aber jetzt d�rfen die gro�en Jungs und M�dchen zeigen, was sie k�nnen�, meinte sie und klang wieder so fr�hlich wie zuvor.</p><p>Die Flotte, die vor Kurzem noch auf Unterformationen verteilt gewesen war, hatte sich nach und nach zu einer kompakten Lage verdichtet, in der die Schlachtkreuzer und die Eskortschiffe die vorderste Reihe bildeten, gefolgt von Schlachtschiffen, Transportern und Hilfsschiffen. Nun drehten sich die Schlachtschiffe um ihre Achse, bis der Bug auf die gegnerische Flotte wies. Ihre Beschleunigung kam vor�bergehend zum Erliegen, und sie wurden schnell von den restlichen Allianz-Schiffen �berholt. Lediglich die Transporter und die Hilfsschiffe behielten ihren Platz an der Spitze der Formation, wo sie allm�hlich von den eigenen und den gegnerischen Kriegsschiffen eingeholt wurden.</p><p>Die Schlachtschiffe nahmen ihren Platz inmitten der Schlachtkreuzer und Eskortschiffe ein, dann brachten sie ihre gewaltigen Waffenarsenale ins Spiel. Unwillk�rlich musste Geary l�cheln, als das All von solchen Energieentladungen erf�llt wurde, dass es sogar f�r das menschliche Auge wahrnehmbar schwach zu leuchten begann. Gleich darauf wurden die vordersten Reihen der verbliebenen feindlichen Flotte von dieser Energie getroffen, die die kleinen Schiffe f�rmlich verdampfen lie�.</p><p>�Es wird trotzdem knapp werden�, meinte Desjani in einem Tonfall, als �berlege sie, was es zum Abendessen geben sollte. �Es sind einfach zu viele, und sie kommen immer n�her und n�her. Unsere vorderen Batterien haben sich inzwischen weit genug abgek�hlt, um wieder ein paar Salven abzufeuern, aber wenn wir drehen, werden wir diese Aliens genau vor unserer Nase haben.�</p><p>�Alles klar.� Bis hierhin hatte es also f�r die im Voraus geplanten Flugman�ver der Allianz-Flotte gereicht. Jetzt hing es von seinem Urteil ab, wann die letzte, richtig chaotische Phase des Gefechts beginnen sollte. Er sa� da und beobachtete, wie die Aliens sich immer mehr n�herten, w�hrend auch der Beschuss durch die Schlachtschiffe abzuebben begann. <emphasis>So nah sind sie schon. Aber sie m�ssen noch etwas n�her kommen, damit sie weniger Zeit haben, um auf unseren n�chsten Zug zu reagieren. Wie weit ist es bis zu den entlegensten Einheiten meiner Formation? Wie lange wird es dauern, bis mein Befehl sie erreicht? Zum Gl�ck zielen die Angreifer unver�ndert auf die Masse unserer Schiffe im Kern der Formation. Also wird eine zeitlich leicht verz�gerte Reaktion an unseren Flanken diesen Kriegsschiffen nichts ausmachen. Es ist fast so weit.</emphasis></p><p>�Admiral?�, fragte Desjani. Sie klang nur halbwegs interessiert, doch die Tatsache, dass sie �berhaupt etwas sagte, verriet die Anspannung, die sie sonst so gut �berspielte.</p><p>�Noch nicht.� Er hielt eine Hand hoch und bewegte sie ein paar Mal nach unten, als w�rde er einen Takt mitz�hlen, dann dr�ckte er auf seine Kontrollen. �An alle Einheiten: Befehl sofort ausf�hren! Weichen Sie mit maximaler Leistung den feindlichen Schiffen eigenst�ndig aus, schie�en Sie dabei weiter mit allen Kurzstreckenwaffen auf den Gegner.�</p><p>Er sp�rte, wie er trotz der Arbeit der Tr�gheitsd�mpfer in seinen Sessel gepresst wurde, als Desjani die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu einer m�glichst engen Kurve ansetzte und gleichzeitig das Schiff dabei drehte, um den Feind sofort ins Visier zu nehmen. �Kart�tschen abfeuern, sobald die Werfer ein Ziel erfassen!�, befahl sie. �Alle H�llenspeere abfeuern und weiterschie�en, bis auch der letzte Angreifer ausgeschaltet ist!�</p><p>Kollisionswarnungen t�nten aus den Lautsprechern, als Hunderte Kriegsschiffe sich drehten und auf neue Vektoren einschwenkten. Gearys Display wurde in leuchtendes Rot getaucht, da sich die zahlreichen Warnsymbole gegenseitig �berlagerten. Zum Gl�ck waren die ersten Kurs�nderungen, als die Schiffe noch am dichtesten beisammen waren, f�r die Steuersysteme der Flotte noch einigerma�en vorhersagbar, da praktisch jedes Schiff wendete, um sich dem Feind zu stellen. Aber vielleicht lag es auch an der von Geary erbetenen himmlischen Unterst�tzung, dass es zumindest in dieser ersten Phase nicht zu irgendwelchen Katastrophen kam.</p><p>Die Schiffe der Aliens waren genau vor der Allianz-Flotte, als �ber zweihundert Kriegsschiffe Kart�tschen abfeuerten, die bei einer relativen Geschwindigkeit von einigen tausend Kilometern pro Sekunde mit ihren Zielobjekten zusammenstie�en. Hunderte von �berlebenden Alien-Schiffen wurden von einer Welle der Zerst�rung erfasst und ausgel�scht, dann begannen wieder H�llenspeere durchs All zu zucken, da die Bugwaffen abermals individuelle Ziele entdeckt hatten.</p><p>Geary wusste nicht genau, wie viele Schiffe der Aliens in dem Chaos aus Tr�mmern und anhaltenden Energieentladungen noch kampff�hig waren. Die Allianz-Schiffe waren inzwischen so weit im Raum verteilt, als h�tte eine gewaltige Explosion die Flotte in Hunderte kleine St�cke zerrissen. Sogar die Hilfsschiffe und die Transporter hatten das Feuer er�ffnet und richteten ihre sp�rlichen Munitionsbest�nde auf die verbliebenen Angreifer, die zum gro�en Teil den Eindruck machten, dass die mit einem Mal gro�fl�chig verteilte Flotte sie verwirrte. Andere dagegen hielten unbeirrt auf die Ziele zu, die sie sich vermutlich schon lange zuvor ausgesucht hatten, wobei es sich bei diesen Zielen ausgerechnet um die Hilfsschiffe und die Transporter handelte. Offenbar hatten sie sie als die Achillesferse der Flotte identifiziert.</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die sich auf einem leicht nach unten weisenden Kurs befand, wurde durchgesch�ttelt, als ein Alien-Schiff von einem H�llenspeer getroffen wurde und dicht neben dem Flaggschiff explodierte. Zwei Allianz-Zerst�rer und ein Leichter Kreuzer stiegen im Steilflug auf, w�hrend die <emphasis>Dauntless </emphasis>unter ihnen hinwegtauchte, dann jagte ein Schlachtschiff so dicht �ber sie hinweg, dass es sogar Desjani sekundenlang die Sprache verschlug. Hastig erholte sie sich von dem Schreck, dann fluchte sie und erfasste zwei weitere Ziele. Sie l�ste den Feuerbefehl aus, die Waffen schalteten ein Alien-Schiff aus, das auf die Titan zuhielt, w�hrend das andere der <emphasis>Dauntless </emphasis>so nah war, dass sie durch dessen Explosion erneut heftig durchgesch�ttelt wurden.</p><p>Aber die <emphasis>Dauntless </emphasis>befand sich l�ngst auf einer Flugbahn, die es ihr unm�glich machte, schnell genug umzukehren, um die Verfolgung jener Alien-Schiffe aufzunehmen, die es geschafft hatten, an ihr vorbeizukommen. Geary konnte nur mit einem mulmigen Gef�hl in der Magengegend zusehen, wie weitere feindliche Schiffe Kurs auf die <emphasis>Titan </emphasis>und die <emphasis>Tanuki </emphasis>nahmen. Doch dann tauchte pl�tzlich wie aus dem Nichts die <emphasis>Orion </emphasis>auf. Das Schlachtschiff kam von unten herangeschossen und machte ein Alien-Schiff kurz vor der Kollision mit der <emphasis>Titan </emphasis>unsch�dlich, gleich darauf lie� es ein zweites in einer Explosion vergehen, das die <emphasis>Tanuki </emphasis>zum Ziel gehabt hatte. Die Wucht der Detonation versetzte sogar dem schweren Schlachtschiff einen heftigen Sto�.</p><p>Ein weiteres Schiff der Aliens steuerte auf den Transporter <emphasis>Mistral </emphasis>zu, doch die Schweren Kreuzer <emphasis>Diamond</emphasis>, <emphasis>Gauntlet </emphasis>und <emphasis>Buckler </emphasis>waren nahe genug herangekommen, um den Flugk�rper mit ihren H�llenspeeren zu durchbohren, sodass der kurz vor dem Transporter in St�cke gerissen wurde.</p><p>Kein weiteres Schiff der Aliens hatte lange genug �berlebt, um in die N�he der Transporter und Hilfsschiffe zu gelangen. Als Geary seinen Blick wieder auf das Hauptgeschehen richtete, hatte er M�he, inmitten der Tr�mmerfelder die Markierungen f�r die feindlichen Schiffe auszumachen, w�hrend Allianz-Kriegsschiffe nach weiteren Zielen suchten und dabei Ausweichman�ver fliegen mussten, um nicht mit den eigenen Schiffen oder den gr��eren Wrackteilen zu kollidieren.</p><p>Nichts. Die einzigen roten Symbole auf seinem Display waren die Warnmeldungen wegen drohender Kollisionen, die aber in schneller Folge erloschen, da die Steuersysteme der Flotte innerhalb von Millisekunden die notwendigen Entscheidungen trafen und Vektor�nderungen vornahmen, durch die Zusammenst��e verhindert wurden. Auch das letzte feindliche Schiff war zerst�rt worden, doch nun musste er herausfinden, wie viel Schaden der Gegner angerichtet hatte. Auf den ersten Blick konnte er nur erkennen, dass es nicht das bef�rchtete Massaker geworden war. �An alle Einheiten: Nehmen Sie wieder Formation Delta ein, wenn es sicher ist, an Ihren Platz zur�ckzukehren. Die Formationsgeschwindigkeit betr�gt 0,05 Licht.� Alle Schiffe sollten mit gem�chlicher Fahrt weiterfliegen, dabei aber den Abstand zu der Festung am Sprungpunkt kontinuierlich vergr��ern. Die Formation war eine schlichte Kastenformation, die gen�gen sollte, w�hrend er sich ein Bild von der Situation verschaffen und sich Gedanken �ber seine n�chsten Schritte machen konnte.</p><p>�Wow�, meinte Desjani l�chelnd. Ihr Gesicht war leicht ger�tet. �Es hat funktioniert. Ein toller Plan, Admiral.�</p><p>�Sie sind verr�ckt�, gab er zur�ck. Sein Herz raste noch immer.</p><p>�Ich dachte, das gef�llt Ihnen an einer Frau. Haben Sie gesehen, was die <emphasis>Orion </emphasis>veranstaltet hat?�</p><p>�O ja�, sagte er und f�hlte sich erleichtert, auch wenn er sich vor der Auflistung der Sch�den f�rchtete, die die Flotte bei dieser Schlacht erlitten haben musste. �Sie hatten recht, was Captain Shen angeht.�</p><p>�Ich habe immer recht, Admiral. Lieutenant Yuon, welches Schlachtschiff war uns da so dicht auf den Leib ger�ckt?�</p><p>�Die Systeme haben es als die <emphasis>Dreadnaught </emphasis>identifiziert, Captain. Der geringste Abstand betrug �� Yuon verstummte, dann fuhr sie in einer etwas h�heren Tonlage fort: �Das kann nicht stimmen.�</p><p>Desjani �berpr�fte den Abstand selbst und sa� anschlie�end sekundenlang schweigend da. �Admiral, Sie m�ssen noch mal ein ernstes Wort mit der Befehlshaberin der <emphasis>Dreadnaught </emphasis>reden. Captain Jane Geary schuldet mir einen Drink�, f�gte sie hinzu. �Und ich schulde meinen Vorfahren einen gro�en Dank.�</p><p>�So geht es uns allen.� Aber Jane Geary und seine Vorfahren w�rden noch ein wenig warten m�ssen. Geary ver�nderte den Ma�stab seines Displays und g�nnte sich den Luxus, das Sternensystem insgesamt nach weiteren Bedrohungen abzusuchen. Die gewaltige Festung direkt vor dem Sprungpunkt hatte keine weiteren Raketen oder Schiffe oder was f�r Dinge auch immer losgeschickt, aber sie war auch nicht die einzige monstr�se Befestigung in diesem System. �Ich habe das ungute Gef�hl, dass wir Schwierigkeiten bekommen werden, die Position der anderen Sprungpunkte in diesem System zu bestimmen.�</p><p>Desjani zog fragend eine Augenbraue hoch, dann sah sie auf ihr eigenes Display. �Bei den Vorfahren! Die haben an zwei weiteren Stellen solche Festungen in einen Orbit um den Stern geschickt. Nach der Entfernung zum Stern zu urteilen, k�nnten sie da ebenfalls Sprungpunkte bewachen.�</p><p>Diese Anlagen waren zweifellos mit den gleichen Objekten best�ckt, und ganz sicher auch dort gleich zu Hunderten. In einer Entfernung von mehreren Lichtstunden machten die Sensoren unterdessen zahlreiche Kriegsschiffe aus. Geary stie� einen leisen Pfiff aus, als er die Daten dieser Schiffe betrachtete. �Mehrere von den Kriegsschiffen sollen laut unseren Sensoren dreimal so gro� sein wie ein Schlachtschiff der <emphasis>Guardian</emphasis>-Klasse.�</p><p>�Offenbar bauen sie gern im gro�en Stil�, meinte Desjani. �Zum Gl�ck ist keines von ihnen weniger als drei Lichtstunden entfernt, und bei einer solche Masse Schiff k�nnen sie nicht sehr schnell und wendig sein. Trotzdem w�rde sogar ich mich lieber nicht mit ihnen anlegen.�</p><p>�Wir haben von den Bewohnern dieses Systems noch keine Nachricht erhalten�, meldete Rione tonlos. �Sie haben auch noch nicht auf unsere �bermittlungen geantwortet.�</p><p>Geary lie� sich in seinen Sessel sinken. �Wenn sie Menschen w�ren, h�tte sie sich l�ngst gemeldet.� Unmittelbare Gefahren waren nicht mehr zu erkennen, und alles andere w�rde Stunden oder Tage ben�tigen, ehe es einen Grund zur Sorge gab. Aber es gab auch ohne irgendwelche Bedrohungen genug zu tun. <emphasis>Sch�den und Verluste der Flotte bewerten. Reparaturen anordnen. Sicherstellen, dass �berlebende von zerst�rten oder schwer besch�digten Schiffen geholt werden. Versuchen, mit diesen Aliens Kontakt aufzunehmen oder zumindest mehr �ber sie herauszufinden. Die Flotte auf einen Kurs bringen, der die Aliens davon abh�lt, uns noch mal diese kleinen Schiffe oder Raketen auf den Hals zu hetzen. </emphasis>Sein Blick wanderte zu den gigantischen Festungen, die vor den Sprungpunkten in Position gebracht worden waren. Die Festung, der sie beim Eintreffen in diesem System mit M�he ausgewichen waren, hatte wom�glich ihren ganzen Waffenbestand verbraucht, aber etwas von dieser Gr��e verf�gte �ber genug Platz, um nachzuladen und das Feuer wieder zu er�ffnen, bevor die Flotte es passiert hatte. Um einen Sprungpunkt zu erreichen, mussten sie an einer dieser Festungen vorbei, und das w�rde auf dem Weg nach drau�en viel schwieriger werden als das, was sie gerade �berstanden hatten.</p><p>�Meinen Gl�ckwunsch, Admiral. Sie haben eine weitere intelligente Spezies entdeckt�, sagte Rione.</p><p>�Danke, ich bin froh dar�ber, dass die Regierung mit mir zufrieden ist.� Er machte sich nicht die M�he, seinen sarkastischen Tonfall zu �berspielen.</p><p>�Nicht jeder in der Regierung ist zufrieden�, murmelte sie fast zu leise, um noch von ihm vernommen zu werden. Ihre Augen waren auf das Display vor ihr fixiert, der Blick hatte etwas von einem Menschen, der sich letztlich in sein seit langer Zeit erwartetes Schicksal gef�gt hatte.</p><p>Desjani beugte sich zu Geary vor. �Wie finden wir hier wieder raus, Admiral?�</p><p>�Wenn ich das w�sste.� Obwohl das Problem eigentlich nicht darin bestand, wie sie hier rausfanden, denn die Festungen wiesen ihnen mehr als deutlich den Weg zu den Sprungpunkten. Die Frage war vielmehr, wie sie es anstellen konnten, ohne dass die Flotte in St�cke gerissen wurde.</p><p>Aber jetzt hatte er Zeit und Ruhe zum Nachdenken, und er hatte Tanya an seiner Seite � und au�erdem etliche gute Leute, die zwar alle davon abh�ngig waren, dass er die richtigen Entscheidungen traf, die aber auch eng mit ihm zusammenarbeiteten. Die Flotte war gr��tenteils intakt geblieben, und vielleicht w�rde ja sogar Rione sich wieder von ihrer hilfsbereiten Seite zeigen, anstatt alles mit dieser sonderbaren Passivit�t �ber sich ergehen zu lassen.</p><p>Geary zwang sich, seine verkrampften Muskeln zu entspannen, damit er gleichm�tig erschien. �Wir werden uns schon was �berlegen�, versicherte er an Desjani gewandt und sprach dabei laut genug, dass jeder auf der Br�cke die Gelassenheit mitbekommen konnte, die er demonstrativ ausstrahlte.</p></section><section><title><p>Danksagung</p></title><p>Mein besonderer Dank gilt meinem Agenten Joshua Bilmes f�r seine zahlreichen Ideen und seinen Beistand; meiner Redakteurin Anne Sowards f�r ihren Einsatz. Ein Dankesch�n geht auch an Catherine Asaro, Robert Chase, J. G. �Huck� Huckenpohler, Simcha Kuritzky, Michael LaViolette, Aly Parsons, Bud Sparhawk und Constance A. Warner f�r ihre Vorschl�ge, Kommentare und Empfehlungen. Und ich danke Charles Petit f�r seine Vorschl�ge zu den Raumschlachten.</p></section><section><title><p>Die Allianz-Flotte</p></title><p>Captain John Geary</p><p>verantwortlicher Befehlshaber</p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Gallant</emphasis></p><p><emphasis>Indomitable</emphasis></p><p><emphasis>Glorious</emphasis></p><p><emphasis>Magnificent</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Dritte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Dreadnaught</emphasis></p><p><emphasis>Orion</emphasis></p><p><emphasis>Majestic</emphasis></p><p><emphasis>Conqueror</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Warspite</emphasis></p><p><emphasis>Vengeance</emphasis></p><p><emphasis>Revenge</emphasis></p><p><emphasis>Guardian</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Fearless</emphasis></p><p><emphasis>Resolution</emphasis></p><p><emphasis>Redoubtable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Siebte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Colossus</emphasis></p><p><emphasis>Encroach</emphasis></p><p><emphasis>Amazon</emphasis></p><p><emphasis>Spartan</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Achte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Relentless</emphasis></p><p><emphasis>Reprisal</emphasis></p><p><emphasis>Superb</emphasis></p><p><emphasis>Splendid</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Inspire</emphasis></p><p><emphasis>Formidable</emphasis></p><p><emphasis>Brilliant</emphasis></p><p><emphasis>Implacable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Leviathan</emphasis></p><p><emphasis>Dragon</emphasis></p><p><emphasis>Steadfast</emphasis></p><p><emphasis>Valiant</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Dauntless </emphasis>(Flaggschiff)</p><p><emphasis>Daring</emphasis></p><p><emphasis>Victorious</emphasis></p><p><emphasis>Intemperate</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Adroit</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Sechste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Illustrious</emphasis></p><p><emphasis>Incredible</emphasis></p><p><emphasis>Invincible</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Sturmtransporterdivision</strong></p><p><emphasis>Tsunami</emphasis></p><p><emphasis>Typhoon</emphasis></p><p><emphasis>Mistral</emphasis></p><p><emphasis>Haboob</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Schnelle Hilfsschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Titan</emphasis></p><p><emphasis>Tanuki</emphasis></p><p><emphasis>Kupua</emphasis></p><p><emphasis>Domovoi</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zweite Schnelle Hilfsschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Witch</emphasis></p><p><emphasis>Jinn</emphasis></p><p><emphasis>Alchemist</emphasis></p><p><emphasis>Goblin</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Einunddrei�ig Schwere Kreuzer in sechs Divisionen</strong></p><p><emphasis>Erste Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Dritte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Vierte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>F�nfte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Achte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Zehnte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfundf�nzig Leichte Kreuzer in zehn Geschwadern</strong></p><p><emphasis>Erstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>F�nftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Elftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Hundertsechzig Zerst�rer in achtzehn Geschwadern</strong></p><p><emphasis>Erstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Viertes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebtes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zw�lftes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Einundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Dreiundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebenundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweiunddrei�igstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Marines-Streitmacht der zweiten Flotte</strong></p><p>Major General Carabali</p><p>Verantwortliche Befehlshaberin</p><empty-line/><p>3 000 Marines in mehrere Abteilungen verteilt auf die Schlachtkreuzer, Schlachtschiffe und Sturmtransporter</p></section></body><binary id="cover" content-type="image/jpeg">/9j/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7/wAARCAHbAT8DASIAAhEBAxEB/8QAHQAAAQQDAQEAAAAAAAAAAAAABQMEBgcBAggACf/EAGIQAAEDAwIEAgYEBwkKCQsDBQECAwQABREGEgcTITEiQQgUIzJRYRVCcYEzUmJykaGxFiQ0Q1PB0dPhF1Rjc4KSorLS8CUnN0RkdJOjsyYoNjhFdXaDtMLDGOLxNUZVlOP/xAAbAQACAwEBAQAAAAAAAAAAAAACAwABBAUGB//EADoRAAICAQMBBAYIBQUBAQAAAAABAhEDBBIhMQUTIkEUMlFhkaEjM0JDYnHR4QaBosHwFVJTsfE0gv/aAAwDAQACEQMRAD8A6QAxms4AQSaUSkbutJznENsnpTIxKlKgBqEhD7UxLiypCdhQD0x8cVx7x41exdL/ADLcw0+G45KULJ6EZ610FxfusfS2lbrqBqS7zZMfkspUrqFk9SB8q4ius96Q85JkOKeeWrK1E9TWjJ4UYk92QZy3dwpiT1rd13NIlVZ2akjVZrSsnrXiKWMMVkGvYr2KhDNer1eFQhrW1Yx1rxqEM16tayKhDFbCsAVmoQfJjc21rmb8ct0N7MfEE5z91MaJ2RTInch78DIGz/f76GqGFED41ZDSvVkCs1RD1er1eqENa9WcV7FQh7NZ6V4YpRJR8KhBNRG0DFe+6tyobsYrIUnd1FQgng96eQm1LWDSAKOxp8040y2lWaiZTJHYDMC1zWj/AAEoXXXHBN24asuLGpZDJYt0NoMQ0fjq+uquUtE236flSt73JjxI6nnF57Y7V196LRWrhnEUfc5ittNjfkKZcTAOe1PGjSDJHwpdAoWOZh3wLD3w6Vs4NyN/30pjIwqk4x8HKP1FbPu8qgAiG9x3mt1DIpYp6YFap6HFSwqBFymswWOc6fDUf1XqaHb7BKuIltIS2ySFZz18ulJ6kuogQnA82243+XVB8U7gW7G/MgHMN3xkZ9z6tbYYfeYZ5n5FYcXeKsvXMWJFdt/LEVwrzzc7lfHtVQSXCp4g56mis1fNQ4r8qhDg5kgD5is2R2aMcaLg9JPh5pvQtu0O5YGpLbt5s/rksvPbwVnb2+Hc0X4IcOeGz/Bu78SeJX0w7DiXT1Btq3Lwv3WzuPx6rot6b3S1cL//AIbT+xupDwK0zE1d6Hd+sdx1HA0/Hd1Dn16Z+Dbwlk47jv8AbSB5Fg96IhOPU9a5/PP9NR30ouHGl9EfuUu+jnZv0TqGCuQ01LVuW3tKSP1LH6KkI9HLR4IP933Rhx80f1tFPTgt6LTp/hVbmJrU1qNaH20yGvccA5PiHyNQhHuA3Dvh/cOFN+4h8Q/pN622yYmJy4Tmwozs8Xz6rp7zvREz/A9a/wCef6a30Ac+gvxB6/8At1r9seucBUIWTxnc4ROC2/3LGry3jmevfSHY+7s2/wClR69cPtORvRXsfEGPHf8ApyZd1w3XOb4Ng5n1fj4appNdeaMTw+V6GOnP7o8i6s2n6Zf5Ztwy5zd7mPuxmrohSXo6cMXeJmu27dKJj2WGn1i5SuwbbT9XPxV1+zv5UB4vp0a3reZH0HHdbscc8lh12RzVP47uZ8s/Cuopn7mmPRQ1N/cF9Zejc0/Tbkr+F8n+M7fkf6Oa4t8zUSsgniun43DzgforhnpC+cSTqGTP1FBExHqGAhAIBKfu3CuYyOldIelMf+I7gz8fob/8bdSiCPO9EP8AvPXP+f8A21TfEgaOd1xLRoNE5uwK5Yi+u/hfcTuz/lbqjR96lGf4Wx+en9tXtIdTav4fejzw2i2e065GqJl2mQUSi7EXhCgofLtSeh9Mei1rbVVv0zYWdYJuc9Rba5rhCAQgnr+ipx6SnC2wa3venbjc+Jmn9Lus2hppMefjcsd9wysUC4C8E9M6Y4u6fvkHi9pi+SIz6lIhQ1DmO+BQwMLNCQ5d4kWBvS3EDUGnGX1PtWu4vxEOKGCoNrKQSPLtXQl44e8AOH+ltMK4gDU0263m2oncyG4Q3hXlj5ZxVJ+kB146a7/9/wA3/wAZVWv6anS08Lv/AIXb/YioQOTeHfo7W3Q0LiZJkarVpm5veoxouRzEPDmblZ7/AMWaFak4d8GtT8FdS624aG/MSLAUc0T3MpXnywfl50z13/6heg//AIkd/bLpbgR/6o/FsH4tfsFQhAfRb0TY+IHF6JprUKHlwHYzzqw0varKEZHWrDuqPRKgzn4D0DW3Ojurbcw4cZScfGgXoGJ3ekLASembfLH/AHdSLUXo/aNlaiuUpXHbR7BelOKLaijKMqPhPtfKoQS1Jw74Nan4Oal1tw2+nmHrAUF0TF5Dm76uD+2oJ6KehbBxE4qo07qRqSuCYTz5DDvLXuQBjr99WvJt2iuFfo86700xxKsOpZt+DYjNQAN4UP8ALPTzzUR9AMf8foCu30RJz/oVCDyUfRIakrbdt+uQUKKT1Pcf5VK6x4ecG9R8Er/rfhmL/GdsLqEvC4LzzArywft71pcYfom+vvGTc9cb96t2B556/UqYTE6BT6JmvBwkfuLsD1pv6R+lfwndHu/dUIUB6PWiIHEPixadLXR51mHIDi3VN+8QhJVgfbirUvDPoo2q6zLbMg6zD0R9bCyhRI3IUUnz+VRf0H//AFirHn+Rkf8AhKqY6ti+iqdS3c3Sfrb6R9fe9Z5WOXv5h3Y8P21CAW63D0cW9NXSJopvWDd6ks7I3rJHKKs/W+VdScCrbBi6Wi29lj2TMPcftxXHGv4/BkGAnhlJ1A86pS/WvpHGB7u3b/pfqrtDgQkjScJ4g+0gn9lPiJmG9FXlu+2CHdGxjntBak/D5UdU7yYE17+QjLd/QCai/C1CEaEtGz+9G8/oqRTOlmvX/u53/UNBNBpmdPSVXCzw560hJksId2/AkA0tKIZltK+q74D9vlTLRODpC0KHnCZ/1BT2+sKkWtwN/hW8OI+0VRb4F6ScreO8iTEaeQffTk/KtinwiouC+pWXGGxOuWB0xXSXAK5UtF9hwtSIt92U59FSW1xJaPyV+ddt60dbZt7ylt7/AAK6VwNxfLZvUhyPC9VbUrI/K+ddGDuNmCa8bK+1BHRGuUmOw8H2EOqQ28kdFgHGRVoaAs/o7vaThPav1HquPfu8lqI2OUPkPZH9tV41dFvQYtruDZeiR3FqbKei0bu/XzGfKgz7PiO2s0oWaYui2/Sn4iaY17c9NQtJesuW2x24Q0PSEbVOdu4+6vWDXmnIXoo3zQT0hf07LvQlts8s7eVhvru7fUqo0xgkUqwztJ8NL7oZvBq0EKBq6fSJ15prWOkuHNusUp5+RY7Y5GmhbJQEqUGsYz3901VwYQR7gpViOjd7lEsNlby4+AmtuHjHCTU3DLiHJuVvg3WciYmTDRuJwG/D2O0gtjyOc06/c76JIP8A6aa3z/i0/wBVVTx7M26N1Jy4CGvBimPTe8HvkGuMFt4UQvo7+5hdLxcAvmeu/SA6p93Zjwp7+KpBfNdacl+ivYuH7Mhw32Hd1ynWi0duw7/rdvrVXqYSG0npTRyIkKziqeD3l7yc+jjxPc4a66bdmZcsNxAj3RnGQWz54+Wf0ZqO8WEaQPEC4P6ElOSLDJIfjhxktqa3Zy2Qfgf1YoGuGla8gVuwy0y51HiqliojmM5DADHMrpQaw4G8QOFmjbJxBvV/tM7T8T1XbAaBC8DG7qhXfH6q58U2hR6prYxkFOFIGKksVkjIur9zPolD/wDvXXH+Yj+qqoeIMXSMXWstGiJU2Xp9tbRivTPwqhsTvzgD627ypi1GjIltBweyUfH9lOJlt9QluRnE+JCsGqWKvMLcWL6V2udO6/1Np6Zpl9yS1Cs7cV4rbKMOAknvUX9Hy/2zR/GTTl/vjhZt8F9bj7qUFRA5ah2HzIqLchO7pSpYRtq+5RTmEOLFxh3/AIn6m1BblrXAuV2kyY6lJwS2txSkkjy6EVPfSV1zp/XVt0IxYZDrztosyIcoLZKNqwlPbPfsarPlDbXmWhmqUETcWbetY6buPowab0AmS8L5Aur0pxrleAD2/wBbt9cVjhZrbTun/R54h6Sub7qbtfSj1JsIyFbQO58qqmYyhTgPwpVLSVNgYoHAuyeeinrKx6C4xwtRajfcjwGoj7alIbKzuWjAGBUA1CWrpqO5zGCeU9MdcQT8ComsllA8qUaaTS2grsbx4DQ6HvVqei1q+wcPeKw1DqF19m3pgPMKUy0XFbl7QOgqtkAB/FOA318FQEul6x+inKfW6vVeuNylFRxGHc//ACqd6k1Zwm0vwS1LofhvIv10fv7qCtU9vYGtpT190eSe1VJbIKFSEucvxedTqyaWiXABYb8OOtWoWTeRH0e9UxOHHFi06qvTLi4Mfeh0N9VJC0lOceeM1ZN2t/op3a6TLpK1jrFL8uQ5IdDbI27lqKv5KgmoOGh9RadaHRw00m8LFsRYki2QHZim5TaXW209VbjjNVsJuLEsnDPgnPtiLlpGRra6SAocrmxPYOf90P211BDkwdP28vPRpa46GeWG4zJcWMjHQChOhbELLYYcHahBbScoR2Tk5/nqVtDFG3xRI8kMtV/s9nsTNss1n1G+uO2hphL8Bad/l1OKll5mRLfanlTo059qQyWloisKcXhYwegp4642yyp51YQ2gZKj2ApZlaHUbkrSQRkde9A+QyI27UkKJZ4lts1lv7y2+XHb9YgrbGPCnJOPh1qYpTlOCO461qy4VA8wBsjy3UsgAjoe9QoHWaO7DhPRXcFPNVy8Hsk08x7NNIE8me5l7AcZ/Z3NM5Fx5jvLjeX1qPZuE79oA4jqc2snI8CFggeYNca8Y4jTryJjaXEJcyEIUOxBrqvjbJegpZfU6QhKwdyOxFUNquXZ7hJgSXH23UJeUhbSh2zXYwxvEc/JOspzlIbwvPxpFDXjx8akmqYiEXJamtnKUd3ShsKCZSylsr2o8XSsUocm2MvDY0S2T5Ushr5UXt1pkSueqGOchvzxjNPLzCtTEG2epvOuS1o3zc+6hWeiR91aMeEpzAQikjcEml40fcroMGjMCOlRAPUGizNlKlhbSK0w0wDyA62hUYDcO9LTYKXCXUjv3oqi3rdURt9yidptSnXOSsZ3dq2LCJcyvpDSI6gh5WCrse2aZuRc9qsO+aVEsFsN9/cPfFaaW4b6lukjkQ46G/8AGD9lZs2DbIZGZXr7QjIOU+KhTqVLc3DvVkay4dX6wH1SYD79APoAxfZubHPdVvR+ysaxPI/D0D3gRDJ2gqpw20FDNE5EEpHQdKTRH2NlRpvo+wveBlN5XUpvZhXTREO4JGLlCfEWZ/hEbMNr+3CMGgQQCutTLebZehIVhp7bzB8cHIrM4UHYybBPl0rfHX5UssJQNgpu4em3zoGqCsTcxt215pQQaSyS5WqzikMI9JIDmfjSjJBRTafnc386xBWS4pPwoJFjtZy6U/KnDLYDYzSAGHB8KdkENrI7BNASxmjC5BHcUTgt5wPLNCIJPMCqPQAENBfzoC2TGwWNyS2joCPjVs8P7Vy9zS0+6O9RLhOEzYQWGz37Vc9shNMsBaUctSxin410FyPItYlRQwU79hyAKmGhLO0xID2w5X0UMdqbaciOpUl3oEjoc+dSeyPKbnus5SkHqk4pjXUAOpbQnoTgVsCpo9E70UsWkq6AZHxrYMrCcNmsiNImXGnG9iAVJ7HKc9KaOJhMuBpULe0s9FcnPWnw6OBSSpK0dkEe9SrXLeCkKCdyeqknPhpiVAPkZCBa3itKoO0LGCA1jNbutBpUZDJUlj3AjGMU4t5cZcW07jbnKVVteJKI0Quknd9Tp3NTqD0Itr8Pm3xJiHncwpaQ/j8VfQ0+szPsMu+0cPmUeFKfIfbS8JCpMGQ271G0GjDCENRUBI7JFMb2CoR3laccm4j9rMd1Hj2FTfy+FcTarckR7itvmlKkk7iD3612Px0khLo5ytoUnGfh8q5D1jbp0j1y5sshxpp3a9193511carAZb3ZSJPvOvDxnd869GC2l7m1FCu3St46NxHSnIbSCT50MIrqx/QK6ZnP22SXmHQl0pO4fjU3m75cpx91OCs5IHam8RxCFEKxk9qIxtjiDnyrZCpKkA+DEJGw521NtOctcXxDrUWQwoLGO1SKzupZQlHxrXCFC5+IkbEBJcPLb6Uat1nK2SpKMH40y0zc2mXVJI3hVS69zIcTScuXK9xDfuN/i/20OXwuhZTt51K5bdQOtRHgWm0bN+/63fpU+4a8R7gzLDxZ54+BNUe43EUtT7rfLyfZo/pqzOBF00nEvRRqRscn5KrD3kn1Y1QJDxf127dTy2rY1zW/G5VXM3RMtoBtpDfMV40VZMt7Tb8q68ln2Rlq5a3PrJx5VB75a4rLxegqQ34utaseNK6BsGyENbikEE9qE3MIaaLQHWiDpSx41nqaETH+acnuaPJSQcUwNIHLBTnJ+NNUezy5nKjT18KHQgU1V1O3GMVyc0aZpia70nJJ6/CmzxHelF+A5HWmjqypzp+iss2HZ4Z3ZrDqeopTG1OTSSl7hnzFJYRh4kgCkUeF7dSqlZSa0SAU7jS5MsdJc8aSU+VOXXsMbfjTALGO/nTreC0AaFsrzEmPD7vmaOwlJJDe3oR1oNHB54SPM0bhpCPmo0AT6FrcHiAx6uFhAHWugISULtLWFhSAMk1znw7ntxXWm1hGSjBNdBQ5DDcCLHadR42txGa0wiLZMbS60tltaFA7U4xUgt7CQ5u2jdjIqH2cqSwAgjqnIqU2FySHGitaVHbRvkBokzOCkUrs+eBSUDKklJGDTjkkghxW/wCysr4NEXQm7y/cX4/10HvLF8deaNokw2GwhXO9bZWtRPTZt2kY698/KpCEpQnakdKbyFIKHU+dSDBmAI8fWftXHbjY1NkezSYayR9vj/mpjd2tUGOlubLtK8lXKLbK0AdBjPU+efKpaz2/3/TUW1M/ehcmmo8KK5E/lFv4V8+mKfhVsRm4gFbDGvXqjXPftxb5XdDave/TRKEZDMBhu6OR3ZSkeNbCClBx8Mk0xtz2oAlloQreGvrEP/V6eWO/etZLt3Q5lVvjrXvUEJ9Y6FPxztpTXI2L2lI+kxL9WccSG1DwdBnpj41ybfX3A6tLS1Iakp6jPl8K7I9JS1Im29xaShA2YUnPUj41xbNaKJLrShkIUQM12Ic4TDHqNY7pCwPKnryF43AHNMFNke6e1FLfJSkFLnUEdSfKmYUnwx0hsYzhIX3A6mnLC1IIPUCisGE09IHLeCml02ukdEeQWWsqINbFi28oXusK25xS9qVjvTpxam3yUHtQO3LdQ8OYvsmi0IF1pLpOcmtUHYIZsstxSlj3CmgOsdcPPf8ABkR7MXZ4/wAtzP8ANig+obz6sXGYsrq54EbP10ys+m5z0tpUxJbZUcnB7isWozLI9sS1ChxYLRM1HNMaICXNm/8ANxSGn3Sxq9tDzTbfKfxsX/PVo6T9QtzXLjNctAz4/t8zTSdp+zLvUi8j28h7xf7ihWjmHuoVushtK9zYQSaCS5QB9ptGa9dH0tryobcVHJ0tTzuR4gK3OewWkKXdxTowg0GfeG7ae4pw86vHQ00QtBXhY61izTTQ5KjUAqzuOfnTSSpKQevWt575QjCOlDRvdOSa52afkMSPLcKjmsIbz7QpwaU5QaTuzk1qp1KRkn7qzteYaMyFJ27abHG75V4qU45nyrCxgFPnSWEarOAcVkdGTnzpNsKWv5Uq8MkI+FKkWad+1OFFOxNJBPQ4FKoHh60stKhdlTaHAoeSaWjz1tqU4rqB2rVuKVtBSTSbkV3kZCegNQsdpv8ALZktcn2ew1LIvEu8QpyXdiHQ39RZqDMNeNulJjftCaLdRR1TwY4qQNQzkxFgRZR6IaWvIV+qukLYFobQ4UeEjqfhXzHt8yRAlIlRXCy82vehaDgg11nwY4+iVpiVG1KcyoMfeHD9enQlYqfB0rK5zkF/1WYuI8pO5LqWuZjH5Pn3oQ99IMEPv6vmtfn2naj9Y7/f91JaF1ZaNRwLdJtstpxUhG4tbvEn7qlEqHdiwfVbg0F/lsihyeGVFIjN0mrmP8yDq5+O0VYx6jzf5qKwLJdWJAVO1JKntEj2fqzTf6wKQXYLtKmsvT7k260kZKEtYO77sVJBJbDoTzG/86hl4ehcZWayk8pAA8higN/aKEsODzqRup5qvlmh97j82PsA6pOaLTz2tA54boMRjTUpSztb3AqSkkU+dfWhWxLWSO5oNYXGi460rsDlGaPBClqzR5VtnReB7oWc8ekxLmR3Hhja04naDXJcthxT61K69e9dm+k5GjyLYhawAR1x8a5MuMYIfV4cDPau7p4b9PEx3WRgBTQJykADtW6mwEdBkU7UykIKQg5znNLMxf3up7mAY+r50bx8BbrNrNuDqFJ8uv31Jbpbm1IDzbG1S0eLp0BqORdjLnSpTDnSFxlQnHOclPbp1FbMHqip9QPEtjpWUlO4EdTmg8+VLZ5lttDLklz67n4malamnHPZpVtKuh61rFt/q6NrLexNTJjc1SdBwAmnNGtRmlSro23IkdwPJP8ATUj5QdczkgCnHPOMfk1o6shnc0oVeLFHEqiO6nlJ2oWlpHUihkqc7HRy1jAxWVTnEK6mmlzAkNc1B3HHWm2DQJuTpcByaCOu7CRnFPpjhSnGKFSCFGufnnQcEb8xB6qVTOS4ebuQa9zE79uO1IOup3npXPyZLQxIcJCVskfWpiSUqKNvbzpZDqyMdhTeQo5xWWTDRq46T4fhSavH0zWgxk9a26hPQUpsI0UotqAAzmkjvd3FXTHanDbTzqvZpyaUDPLOV+8e4oJENWGw0gKPQ+QrTaVOFSe5p4wxzZKEPdGx1zT9cVhDa3UDDY6D50pouwXHYcdWEoGc9xRiNbFlG1TeAfjRTT1qkPs+yjcwjr4e9Pn2ltnlLQWyO4NRIqcjaw2iI7HLTns+X7/9nzzUXuDRZkuJHke1TGCqM09tRIJPxqe2rQFv1VZm7pb0FVwQfEQM5psce4xyzuHkUtY4D8h914MZ9WbUtz8ih73U11bb+HNss8CZIWxhUpr1FzPg9nj/AF/nXO97s7LFxUyz7QBwoFXPBt8wsWq33wRXb+Sc1uwpwK2JCgT8POjn0cQDlGevepXpGwR5EpkBrmrJHTHaqhh3S2oe8tF/+g5pC5Ms3LV9zZU2haBFiBzv3ytQ/UK6nqO8PILNv0ba4rCcISwmpF5Vmn1GQMEoztyM0iuOxkKLSSfjW6gkeJeMqr29tRKQsEpqrCoy0kBJpsvCpCs9QE07AxTJgbnHs+ZxRQKn5ojrsaTEfU4pIG5WU4+GakUV9CpATvG8oBxSshht9na4M4TkGo1eliHdg4CQFMJHSnJ966M0l3Ksqj0pi41Z2nyCE9q5gddbkt+Lv8a6t9KtoPaFeXnq0rNcWRJ6kOEAnGe1dzST24UjK4/SBZW7eU7elOIRaRuLre5OO1MEyA7g7+vwpwlWRgg9q2J2CbEIKlJAwnPTrTyG8sObUKAUfPNMSkuM7EoHM+VN21KbyFJKVJ86PvNpdEpU46ytAUg7iOqqf298OuoS4oBvzzQW13VyQ0huQoBsdN22jUd61nwIeJP5tPjOyo8BGSxCW2diju8sdqBykuxgUr9z44qT2+3RXY6wiUndnw7u/wCitLpaJrkVxj1cunHRRGD+iopDFMglw8Qy2c00ZkKb8CyAk0rL5rC1suoKVA4OaGyT4cj40Ep0GYu0ZLid7dApjKmkbjRVuSum85DL0Nh9MlBCt+9HmMVzs8k3SGR4ASuv21hDZPvdqWcaOdw7Um6skbU965zQ41HTy6U1knzyKUcKsdFZpqUdSVkmkSYRjoSMHrT6HF5qhn9FN4jO5e4ii8Vl1JDjY6/CqgiD3a1BglePG50xTGDBU84VA+InOaUmvl2QW1Dqkdq2iulphRQepq5godzYfYtfg0e/RYWdy4iM1E7e+v7qf2Jq3fQBal/hffXTbRUl36VMUfHpSGWP48W4QC2IEZzNb3tcnk/8MDDifr/zVZWlbK8q/wAaL7MjZzn/AOaoxriE7qXXH0PCHskObPZ/LvVAplcPLU0ziLgj41OeHGt7rpi3u+pKDXrHjPMp5qHhRfmE+q29jmhtvedlVm9Eksy/VQ2oOZxtHXNPhPYDOKkWrxG423C/2uIhrksu+sKW7j83Yj7M1W8h/nv7kZ6I6qPmvzNP06CuEiSCY0z8GnY3j76kH7iH2EuNvD1X2fg30Dm5ALHGHqkWgLKsgjNXDwstSQWpfLAUMd/OqqRBeiuhBT1z+mrN4d3N+OtKHDlI8vhWnSS25LYvKtyOxtGubrO2kdgOlHKr/hTeWZcRUdTvUe7U/wCtYdRCsjNWnfgRhaUqGFeVahpsEqSkAnzpRXb41rk7ewzSR5npTJvAcczjqadlStvamhj73lKKTgiiiuORcuvAuo9ClOMEUylQw6+FLI92naGkpA6HNJPlS5GB0wKKDp8AzVrkq70j4KpGhJpSnIHjr5/Sl8mapGMFJr6VcUYQumkp0cHu0T+ivmtrABm/PhB6BZT+iujjn9CjNt+kF4s3Dg+VGEyC42F1EorvnRyDIy2EVqw578IOSAdiOczetH1fxq2f5bbJLnuL9nWLHLjRw/GkMcwOJ8Kk++hfxFbXzlfRfMDrf5m/2n6K1bzOB2Zii0E5wlHSjUNzDBe5gGE9Pzah63iPD2APWidq3yFJY5hCQfF1+rSsec0SgXJwalxXLq1JcfSZoXhpJPQirzvtmXdLX9KwmU+stJwUDzNcYWCc7bZseXEl4U2d469cV3VwYuab3oiJdRjxpwrr9amZc/G9dTPPGjmzi9a4bhau0P2RX/C2PxFdcfccfqqqpDbhX0Bq8uMDMVFy1ClCxhCN5H2uD+2q4YtE5dnlTkPobhI5aXFJVgrK+yc+VOfiLhkK/kbm1qQdyVEdPmKbrX02oSAMdqLanjpYmNoYUSVIySajrjhzgHofOudmnTNuPkXcXkFI70gptQVn416OcugFWc06W32pDmmMQydQcDpTfHj24oi6joflTJX4UGkTZaCEJCUt+IeI0Shq67SOlDmRvIKT2FPG1FIBqb+CCV0CWw4opKgod/hWtoCXXkr3HIH6BTxex5rlqGd3Q02jRJEXKWiCFnH2VnbosKRnG5Mwh3JbQfFiiOk1NMaoZWo4Qpda2mHyIoSvaXlnK/sp5Ota2lNPRvwh64HxqnIEu2BOagWCVKb/AIRLOEDyApXhZp5qLJcu0gFT6yVIGOmDUV05PZu/qsAkpKUhKx5A1dFoitxI7bKQNjaQkGmR8XUUb6meRbtOzZxTghgpbHzNU5wZ0W7c9Yu3S5Iy3FSXB0+se1XDrLl3CGiEroj64+QpXSEVq12x51tISXRnP2U3bZSCiosJhh7ehKD27VUfEhKXfA2SAg/pqzJDrrsJwrzUPvdublISHM9T8KLyKopl6I64sEoVkH4Ues0JUcbiDu7ipBNsgbkbUL6H5Uk5FW3jcrJHwoF1DZM+HN1chz2trmFJUDiujrXKEyE3I+soZOK5Y08lHrKHUZDiferoDh/cVOREtLPQpwKmePeR3F43RM69Xq9WE1GKzXq9UIeodMjuu7+Udq+nWiGcdK9jHWrTopqwBfQ2q3PJXjCkkV80OKtqNl11drc6clEhW0/EV3xdtWQ3dIvvvSGmlAdOtcFcVLp9N6rfuDn4VeN5+JrobNkaMMJ7p2RVk4o3bZDbboz/AE0ACtpB+FLzrhvd5uEN7vqoqoz2jHyS1c5tbWE9F78jFSPhfK06bxcY98itvyJENxmCXPdS6UnGarS2T0rXhOQodRmis7mrholNN7C53+6tHf2JeOj2pEsl5vk4GOi8UtpprmulrPtFhX+ocUwiJC2XC7731PnWtmun0Ld25nJ9qwshbDlBjnzZbVmbWyUpLhClkDxEdhVrcMtbXSzWVy3N3B5DRcy2kHoKqOBcVQmJDTKwQ+PEg+VHLG696vz1KCG0nFacE+eQcuO+hNNXXWZcoV0llxR2oaQ8c98uf/vFErjNahcFrDHjgkz7i++5/keCodLuLcDRMp6U1Icj3GapC1MqAUMYx3/Mr1l4ivtOW6BbEewgw1x2/WGkL99e/caOeojF0wI4GuQTqFSnJI5m5BSnt8Kj7uEjqKK3dDxeK1rU4tYypVM8IKMKxnFYM07NeNUDA8Wnegok06opBznNNHY6FLz50syCkgUi2NHQJXnpTSSgAYHeicZJLagU9fKm8hlQOVCqm+C0NoKykkk9qIoUFDAPU0NbGHCMdDRKOhPhUKWpcFC7W/mp6CiLDe91JI6DrTZtrJSodiKJRUbR38qrqUPbW2ZD4ccBDaffqQWVXMuTk91GI7CegPnQOMVbENNnG/v86NtlKkswG1duq8edXwQmGkre1GUZ7KeYlxX4PzHzqyLXccLBLpUEp6oPkKgdgdbjMIZBwhIwgedHJUltpIcaOHFjYDTFz0FEidnruEzaFBG8hI+ypIr2EYNKHhxgYqFaYCHpfNUSA11z8albcsOnB69egpqBCEZpswknKlb++aCamUIjQUUpKE9zRiI5J2rbWUhrGRioNxGnBmFgv4z3FG+hATc7qjmbWkhfTJNMGHlzXtgVgjuKb2RtE99ABwcdfnUvOndgS623y1KHVVLUbCsYWtt1mStRT3VVr6JeXlgpX0B6iq/t9rkBCkrOVd81OdHs+rNBwKzt6miivDRKLdaO5oVuKY2ySHmART+ufJbTTF2er1er1QI9TRh9Lkh5jstojI+II6GndRnVDi7TPj3rmEQ0tqZkgfM5Qr9PT76i5KbPn/I4izbjZ3bdLUeY5VfTkB+SBzsB3ss1jme1pRSGTHLyk80/USK2b9whQ2kw0XZuH0uS01eLvykjuo1c0PgPwg1ta/8AyS1TKanNjzc3f6B/mNc66cYisMOOzLP66wPrJ70VlTJeiVQtR6LuZEOV3Gfwa6dYlRJLqngJrXQ8/nrtp1HavN23+/j7OuP11YFs4R2qfaIkiyXZ1l7ldYU2P4gvvt+2iXC/j0/qqxCJqQtNXBo7Ob253z/spbVWqbba56Frd3QpR23BAP4Mns4PmKbiUULyJyZQetrM5aNRvw5DfLkRiFuMio9eohMzm8nmxiMocT72PhU317bX5l2nXlFwfkBtzMhxv38f296iUF71aGXLo9zY+ctob9/d8KqZcWAFtPl7lpbURntT5u6utoXBSggEda0F1Q08XlJzkfCt7evkO+vLS2sOnoFUqM0h6jY5TcLpe4x0803vipVvDf4mB3o3EtsK2D1ZpQWtKdzjvxyO1K6ZMeOwSzhx6T/Gf2fL4Vr4JMyWM/xu39lNjBLqwbGk9tl1sge9TJmN06jNOLzFeiryhWRQb12Qhw7Tms2R0NgrCaIKVqKynbimRTh1SQOxpNVwkLRtJxn4Vhhaub1Oc0hzGUFoitzYSqlZTaSkA0jEIUM08WMtbiM1FKigdyBuGE96XjoxuT7tPGmSvGAM1u7Gc5W7b2obKMR1HcAnHSi8VOU56fZQ6G0kIGRlWKKQ04SBjxVSIPWBs8RPftRSytBLvNc+tQoJOAM9aftTQywle3dsPUfGjKJlBWgoKVp6jpmiLsg7mWkeIJ6gVHY0lS2kuHpvGSKN2pXOdaO3BzRLgGibWNsNQgFnYV48NG4iC06MEZPUVG+c4YrK0rTuHTbRGC48qU3zF5HfFPXAslAdUnoSM461VXGJmZEtwmJVvTzgpXyFWhEb50hWT0Un9FbXWxQrjFehTCh1h1ONvnmrfJSKN05f4sCOXW3UlXxz1FZuvGiPb3ORzCop+qlOc1INT8GGIMUz7feAGMEllY71R+sLcxb96Wg2V5wT8KTOW0akT88cEOOp2tPtj63gqWad4lSH2g41IQWl+8BVe8A9BWPiHqn6Ivs96G05H5jfq7fvq/k+ufKuobF6OPDu1H2Zuzv58n+gUpZA9lhXhLeZV9QFtFwx0e8RVpdaHWGyWyxQUwrVFRGYT2SmiRpc5WFCNGa9TRT60OkervFOO/T+mtPXZH/+Pe/zk/01KCsf0g+0h5vlrSFJznBpjJuEhElllFtfXv8AeO9A2/rpT157+8Xv85P9NXtB3nydSvFLse0pooYorYEBU5O5vmDyT8T5USdkY5ukaRboaZDE9tYWnJb7bajKFSnIao3NWptSt2zd0qW6hjMNs7xbVxFEYHt9+6hNvhhwJDm1JPTcTjFMSF9BhZLg9AJ9WGwj4miVw1dc5UJbMloq3DaVHz+JNCCkLUfKtkwuf4aneBuAW0nra6We+x7gvbJbU0GHWF+642PI0TvNvt0k/STFxAtb3XlDxvR1/wAm5/N8aiFyQhgpjoDai25+GHnROLEc2h9Km1bm+3xolKxcomsu3wSypxiWeo6JVTXkh+O0lOVLaPUZpeRDkuFDyig8s9Up863ksSG1KeTGUhKh5UrY2RcCSnlBaXWlFJV0oja5io0oFa80LLmSElGMVvLUltpKsdTRJhIkM8z1DlymvV1nt+0ftqPrzzKORp3PtrTL/V1v8A5+T+JTFccb80M+Q4jUAefetkjHevEdetePSgCY9gO5O0UYikqRsUMio9HcCXMp70ctjqs5V2qANBCOzleUntREsOFBScAEUJZe2AEnbjrRGLNDjRyc+VWB0NENbVFI+NPYyCHQB596SG7mHoPiKXjFXrKVJ6ge8KsljxTKMkF0ZPnThmMVJCSoEedN0rTvXgp2q+PlSrUpbns2inYOhNQlhOLILe1lI357GpTp8ucwLVjCfKoxbloS4gbe4qXWdkFje2rr502HJTDrLpTHcbdSnKT4FU/hykIDTgzvSMH7KDpZSrlBbmfPdWzd0iKuD0VL6AhtnqfnTWwIhx7VqISnFNlJ243ZpA8Q4anCV4SR7mD3NUrqzUykvux0qGeb1I8xQJ27L5vs1YGehNK7yw0i3dc64mOtOBDmWR0CknoPuqlNSzG50kltxSnu+VJ8Jp4p+53FIjrUo569BjdRmwaLQ5i4XeQIsbOMZ8VKctwSRL/RbkM23iZbiTy+YeSvZ/PXctc98GOEtkiXZjUkd/1hheFoT+JXQlBLgYjI71416tVGqLPEZrCh4etahe1Pi71snKhk9qtIGwBdLmlm5hrmIQkI70m3KS4rmCSlSaHanZMS8xFYy3MXyV/LzH7K1ZiOh9zlfg/xa34kmjBPJNOz5i4orbonNhOYODn8eh0T2lPY8WWX/Cf8is+NG+ZPtIaIN1Q8yVetvAZAQfjU4HBZ9vgvNv8AcCGH0RlyB8cDtVO2m8XmwyzJcJDiW1NnB+NTg8UNSK4cyNFyJeUmNs7/AI1dVTxzjcVRzpQaZVV6iOIkAORuV7NK/wBPnRPTdtkSIk0+Tsb2R+FAH1KdkdSTj50fs9y/8n5tn/AEe0aP4/5NchuzoIk9r4KaykxWpzNy0836z4Gw5dmkr8VRa/aRm2IlL97sS3AcFqJKU8r9ScfroTDeehSo8qMvlyI7yXWl4ztUk57VIdQTzdyuUptDZdeW8pKfJSsZ/ZUg7LaI2px9lIS4NxUnI+/NJ8x8IARuTjvT+7oaM6IhOfCy3n9dFJ9rZRGQ6h9ICyMj4U+GO+gt8EWQ1KXMIHZWAP1UXhWK6S5r8Zprfy3NhyKLuxoTSYbrSgTzGwo/eKtzh7+51vV81iaQQ5Nx+qtuDQbvWM+fUd2QlvhPrVmySLyLYXYLSwnmNnOaHztJ3aIzzHoi0b/gmvodam9NxNKJYzEbgFgFwZ8NAtT2rSKmNihDQEDzArC/F5BRdew+cMyLIbJ3skUzUlfl0rrvWFu4aIZkF8wc5/iaofVrekkPv/RfMx5ZrPtHKZXzGdxJPWjFtcVgJFNJKYnLCmzhRrMZwpyU+VVQYWStfLUkgdDT63uAApUkbVigAkgu7io4I6inrUlJbQN23rVlEijlxCsqPs8d63YkJZcJT50GRNcwuOTkDzrZ2SS2lKPMYqrBoJuPKfd2g5APlTxp/kbdo6ntQ+Kr1aOhY8Sld6ciUlt5C3Ujp1FWUH7S+96w4pICNye9TS0yWCwBuG8gDHxqvYk5sJCs4yKK2mVzZqVoJS2nufjRpkfJNp81TcJzptJ6AjyqtrldnYbz7yHjuUrH21L9QTmGrcAXgCvsk1G7BpN293RPPcxDCtyzRPkFFdPXFlUxa3Vk5PlT+NcIfNQtMN977BVyXnhppbnD6Ia2O/xmf7a0/cuzEZ9mzG/N/mqtgSdlTq1Fdg6EQoamht6qQyM1eHCDgfM17ppq+3PUkuKha/E0pmtNCHT0a7OM3aysO7lgJJScV0xoWfCQfo2DGjx44QFIbbSak40NSC2h9LW7SVjbtdu3qSOq3FnKln40erFZrOGYOcda1Vk9hWeuO9IuOKSflVpFNiqRuHirST4W/BSTTnX69D7lekRro1A5RcK0FdWogOa8xS920XW1vRSrluFOWnP5Nfkr7q2s0ZarTFVMaDcrlJ5wH42OtPDJQAAOrm3OzzrXmyD9RCPzv7KuyHycilIQreMeQreIhTcsOw53LW2N+D8awp5CChCm+xyaVcFud6tnY551W4MOaVs911ddBbYk2GiSoZQmQ5ywv5A04v8Aw51zptEyZedOzY7TSAtxwgKRj8lQJBFRRKnYriX2XVIUg5SUnBBrqfglrribc+H8mEqLb9Txtq2izL8L+zZ5/jZo4OwJOjlNpH1qdB5tqNy22G/WCoKDuPF0oprW1yIF/U0q1O2lElRcYjOfUb/sPShKIr453gzyve60NF2YXsX4/wDRp1bQuZLagh9ppThwFLVgZpovaBt+PnTVUY5z1qgw7eNNX+JJ5z0B5TQA9q2NyP0ihsieVsoHmKJ6P1Vqe1ufR8CS5Ja84znjH66Ham579yduhtf0e1JXs5f1eaPtooyBZtbZDIlxTMLvqoXl7Z72PlT8ak23F16MSA5IUscz3qjyC8ltbmO3SsMqXtTkdD50+OacfMW4JltQeImoZMZEVdxdLC0tNqRu7ob7Ct9U64ukt7mesKxjH4Sq1ti+W82v1jlY/XRa79s0yerySjVgrDHzG8y7yXUr3uHqfjQ1bylZyrvSDpy2cfGtNxT5VjeSx203UrPn2rLLygrG7oe9Ik9cisDbuHTrULHYcGc+VbreBKdvXFNCcApFebODnFWC0Go8kq6pHcU+iPIWghXvCgLSyEHCsGl2niCCFeVCBRI2nlrSkeQNbvyOerAHVqgTL6kqQC57xp+lQbSpZX371Cx/Hmrbl4KAUkdRR633FbbRWyE9T2PlUVjgLdHi7n9FHIrrEeO8hICx9U/OiTBH0ic7cbg0hwBTacBRFWdZbhFhwWmmgBgeLpVR22T6uTgpKs56+VS61Sn3kYWtAO3OaNSopomEi7AhxSR18sVE7vqeQ0XNzoz5FPlT2OxJdKlISpaT0JSOlQnUsCUmY6022rYOpNRyLQU0/qWVPubUKEgyH3F4QgI7muy+CulbhZbG1PvayZ7yMlGPcB8qoP0N4NqjahkLuFtbdfca9hIWgHYRnPU9vKuwB26dqXJj0jyvjWfKseVYTQEMkdMedMnuY2FLWMgU8UenemBcWpl7rnFHAXNjZckFjmMeED41swA6SUhBdX2PyoRdXCYzMVnwlfejMAbYqduzKvcPyp01QjHPc6HAQGmkqQMHHWvKUpUhPh3I29a8VKKM9xiknCEkZc2jFLUbG7j5RPBtT6UnsTjNKuRUp91zunp9tNXSQ6D5g5xRCaG1IKgnao4Wj4dO9AE2JQPaverO/pqwdEXq5afdaetUtcd1v6wPeq/YWR0UjDgoxbZix1UvBFFBgy5HXE6dMut/VdZ0nnvv+8vt2+XlUcL5/DQ/5P2ntPfo3fG1y2uYj+L61HVhewqV51JBQZh5SnCOXTq984PD/FpX7P50PCHQRsp47EJHjdOTQjAelbzT6X23FIWnqCKdzZ0uaw2Zb5cTntTSU0428GkubwkdaRS6pKMpzjNQEPMRlTpseAwPwy9ppC72920zpFufHiZXkGpNwhDT93S86nxJQrGa04oPtv6uDTg8PLTTGLTIwhxtOMoK80XkFcmCT8qClx1g+FsAIqbcNI0K5yZT13G+PDaLgbHTf36Gqig2yCyUuIbKaQDpK6XvctyRKekrGAtw4FDmXcuYpQY/yD2rZASR1NN8LBIFKJSQ0T50SIK9AelYCxTVtbu4/ClVlXLztpm0BixcSOgNZQ8OoFMiSB1HWtmveHioaKHrazup4JKlI5ZNMkeHHWl0d+g61VWToFrfOQy2p8gYHQD508anh2ORnYpfeo8R0Ax1NLNrUlQBNSiiQxlJe2sNEkpOSallvWiMlAyMLGF9agtvkjm5KtnlRUTyoYXnCO5+VUmCW9p++tNQkstFvt3+NKFmDclhyWgAk+LZVS/S763W9pCEAZ8FPbffngXCp5YQvonBoi4lu6HmepXaGIT3KbYkBS67FjqK2kk+aQa4X4OsTb9ru3REguhboL/5veu6WsbEpHkMVAxSvV6thSwhPHypueW3+unfSg9xlBnoQSt5exGP1UcAMjpWNW22Jclx0sLJQnwinEYOiKElW4+Q+FIx3GGyGiHULCe/41PYxSEKQR4+4PypjEwR5SVBkke8CK2WlC1HqcH4UoMFWCrIpM+FRUQCD2xUQykfJog+shJ6pxinqUIFtluPu/WCGR54Pekm4a1SEKBPXqDW1xPNjsx+VtIyAr4k0ug3yIWltRbLivdJort2JyKwxCU0RHB8INPJbBKMo7JHWrSsXuFrbKQHMOo3o+t9lNbrY5jNv+lIJEuIffH1mfz/AIfb2oXNLo88IozolXNeLSp2U528twd8/L8X41TJZGo7/LXsd7n9VFmGvWUhCT7b+L/KqSwtKRLveHHiYnKjtqkSWGnNi+Un3uX9uQD9ooMi6Wu3XIuQLThaF5ZL7vM5fz7DJ+dUi91g19tJB3JwoimUFpmOlRlLCk56U6uEoOvFaHAQofChLwWUY3Z61LCssXhnNZf1E3AhQuaXWvZ4+XjNDNZ2K6BRust3mNc3Zv30z4bXdWn9UwLv7oYJyr4ZxV4a8tts1Noh+927DCg0t1sD3JH+y5Vp26KlHbBStc8e8pSw2G4Xpbke3ttOLcGSla9ucU305en7Sy/F5GS+hxsq+GRTm2Pvp5TGWx4/fz7n6KZLSW7xgteyLmM+VE0Hdkfumen20xY/hKaPX6C81I5X3t0EDCt3nQUTcPC4oO4p8lO5nrTPlLU4DjFPkISlABNOjEFsbbQhVLLP736UrhoqGRSi2ULbwDimKAG4H4SfezW7MdJVnrTlMBZ6tupc+Q71u3GeQfE2oD40UYURscMMApxhP20o3BC3MIJ3fE9qUiRUqOd235nvROMgoO1bZeR+Mn3qbHEJcxVnSF+ftK7jDtrsphv8I4yN2z7RQZcKVGWUzYzzR+DiNpq0NA3i+abls3OE/ljPVpH+/wCrtXUWmnNK8RbCHrtp6DKUB7TeyB/bVTwV5i45/ccJtteaEb6cx2y4cLRtruo8E+Fcz2jdgTHc/wAC4pH6u1Isej3w6aecd9Wkub/qLerLVDU7OKmmF+VSfR+hdR6nloi2iCp5Sz0V2T+muv7fwP4fQnQtFqLvbo6rd2qxbRZ7ZamAzAgsRk/4JG39lLlwNgrIDwL4XRNCWQLkAO3d3q89+L+SPlVlfxmylhXqGxlASfONv1JBjukli4IU03+S6nr+tOf82jeaYXWAxcGUNvDqhaHWz+IoHORTwHFQM2WfCQO4oOlKZEtbp6tte59vnT6a7lHLT0cX0T9latsIZZDTfUDqaKHAqfIltDzaTtxkeH5V50JBITnnIA7/AFhSqQQkYTSEuAl+ah8uOjanoB2ogdpu0pLm7aCg46pNboR0901nlBYPQgjzrZLEgHKXU/eKl0RRZ8s7ZMdkARX1toZCcjDfUUlcn4J5CQ9L3pONpb6GhSWltkrU6QtPYfGnzahNgqQpakvtHoSKqMQHEcLkQC2hLSH0LSrqvZ3pzG9bmOrajMF0AeYAxQhlC0ydjmMU+fWltaUtqUkqHdJPWiXBGqMyrW8q4xYTxZitON+Ba/8AfNSGx6YCFtNTJENpo5L8tEjHLaGP9I9hQxm5GMnmerRlLx3W0DUZnzHX55WskBHln41U+CJWSHVt7aFzlC05gtL8GW19x5AftqIrdcVMDm8lz4mlS6CetKtPMqHK5A3fjUsYlQ7fmMJZ2FwE0xSpC84VXnY6VJzswaRaBCtuyiLH7LiW2MnvVo8M9RlVr+jmn+h3NuNn66V1VHJJ65wKMWCW7bp0eUz9T/So0xUoWSHUdqestxXH5bMhTbmErB7o8jQy8c3mIbdjJZQrqhXwcHnRG33ND0pbs2M4tCj1yeuPlT29Ot3e3sqaYG9pXQHz29x9uKZtsqOSgFfbcpy2RZMgN85ILbiUqzhNRsNkL2pGR9lSKdIStBG3BV0OKGJbSNzgVg9gKBxsZuGhS3uAKNprdAGCEjJNZCFqcyvtSiWcq8KsUVUXuESwtLmNmM0tnwbSOtZKHU9VKyKwQhQ8S9tHDkkjeOOmO1PYk6bGDkdhzLb3vpI6U1jDx496i0GEVSMjxfGtkIGecuB3Z4cSYW+c061+Wj+g1OrVoWbyufbnG7k3s3BKDtcSPgU9/wBGaFWqPBbj9PB8aO2+5PQ3ubEexs8W/fW2GKvM52XJ7hrZ4T6bjzEDDudnKPy+NdY8D7I2LILnyW2vWUYUhHu5HyPaqV0xf9M38tR9RsNJdP8Az9vwuV1BoO3xLZpyNGhyfWmdu5L34+fOs2unsx17S9Et+QVXEU26Ng6URQzubBV3pyQn4Vk9vlXGeSzsxx0a7Rg7RSchK1IHKVtVShwAcHrXgkFIJ70PUZRq24dvtO9JKdG75U0nzVRFpUuM4tg93EDO37R8KXDgKN+PD8aKhdm7bu9IpZZ2kfZUetUmQzqGfbZTGGjiTEe8lpPRQ+0H9RFGM817oen1v6KjL3Hou9xSnnR1+r8qWSFbK2ZWlYVgYrdCTtqrIkYwcCsFJKhSnlXs1VhUYSMGtxjNajzr25IHiUAfmaEI+Vl6bt78tb7e6PvIHSgyNjK320qJCeoPxFFLO9FfiuIW0XCDt8R60hBgesOLdbIIQra4g99p86PdTMq4N7a4ClalAZXggmlH3luvBpQG1vsaX1XajaJrcfJSQ2lST5bTQuPJGxxS1dVKwKZutF1Y4krSGyFGgWC5IIx0FP5y/AcnrTWKfZqXigmFHgSUyCvJHak3ZCEdEpyaWaQ/IUpSPdFLCMltO9aRQ0XZhvc+dxyBWo2oc6VgyUgbW6SwtZJzirXAXQcrd+FPbI26qW02k5U4vpQ9LfuZ++iFoUpmc04g+MODZR7gGieR49pkXSOiS4uO24Noz0CDjqD99DbXJZDF0hTUlvlO7krT3B/tFFeIjEWbFE1qQmO8T1ZHTf8AFQqvzKeStRWSFLPjPxpu+hEMdhxuOENpWWVlta+X17j50HlAIWptxIyFHFOlzymWp+OslpSeiCcgKFMr0vMsLzkOICxih3WOSNC4k9AvFaNoJOebmmw3HrtrIKmyV4PUdqqwhRclSXMZyK8HAs9aZrU4T0T1zS7CTjKgQaZBlMMQtrY7710ctrh5fRG3cfFUdtqhvP2UXZlLbRtHXAzXRwujLkjYYkSi24QlfgSO1OrfPSse0QQlVRxt4vqTJd8LecYog3K2jokY+rT1kM7wkqiXSPELbzaACFdMeVWzo/ivc2IjDa5jim28AJrn9mQjmctYwVE/dUw0tJhMvNNyVhCB5nzptRn6xknilDldTrfRXEA3dIU6+ANwyFVYsC5QpgAZkIWod0g9a4jlaolRuc3b5CG2N/viiNg4jyLQ8zIM11xQ+B71jz6CE/UNODVzx/WHbG2sbahHDDWTWp7c2VHDuM9frVMI0uPKTvjPIdT8UnNcaeN45UzrY8qyK0LFsbutIo5PUUpk76GzbxZoksMy7tAjvK/iXZKELH3E1SYTFXEsb2lpUeYjolNOENMshISAEpHQAVowuM+kOMutrz2Ukg05qNlRQhJe5CNwTu8QT+mnB9+kHFLQkqUQGgMrJ8qpPXnpMaJ00+/DhIkXmWwcKDI2tj/KPf7gaJQcuhG6L1V3offbxbLHbnZ91msQ4zQytx1YSBXLmo/Sz9ft4jabs67dNcGQ/LTzEJ+wDvUXg8POLXFuR9LXSQ+IT3VEy4O4Rs/wbQ/oqljBcywuNHpP2C12Z636GfXLu7ySESVt+yaH43zP6K5Tu/EzXN4mmZdNVXZ989MiStKcfYmk+MOl3dGcQ7lpx6SJRibBzQMbspB/nqF5eOXGvza0RjROoViK5ThdR0IJyPKjBSw1GYmMugLfyh4A+XkaiaZC9ymUkbVZ607tUje8mMU+90BzWNsmTHfQl9zlJvVmC3FcyZETylD4o8jUSUFMpKSgjb3BrduTIhTSgktKOUrHxHlWs1Tr0pTiySCkdquwYqhNKw6khQ6U5QltMUoA6mkGS2PFiknXlOK2N9B8ab1CF+a2w3hPvVoouywCromvMspJHNOafZbbQABS2WDjHS34sVu0kgdqcPp3IGPjXmx1AxU6lM0eHj20/sDPOu8dsr7vbqaKGV7qJWNWy4IeCfcGaZ5lP1CbX6Gi4W1bRaHrSPGw58D5ioCqG7Fncq5MDxdQfl8amMeU46W0hZ6HA+dI65isvsx5TayXUDlpH41QRjkRWW0GGCyWxubyQftoM+4tTaSe6egqUoR67CTIU3uSgAOGhM+24wW0qUCc4+FRRH2BwXVYOTgU6bXuyN/XbilAAhso29c00WlbbqVbe5oqLNCteacsqW5sbAc301KF1KeFSYo1nGmT/wCBQG1y5GfxUJO39KygffQZMm2LYyENzBCFKRlHXdTyIVuq2KUOUPe+VLamtrsTUcuO17pc3oP+DX4/2UyOxCQ2lRCR7v5dOxZ7imLnj5HUqUtXUDKR0QmnMGWFt8lZ7dvtpvb2FSspHRKB4VU5iQTvLh6BB/TWpTsW0EWW0tsqfeUAB2puLkSrdnp5UIvdyU+oRG1eBvofnTVp5Rb2E0ff0LeHcSoXo9A5zDnKvtqwdBaI1Xqma23HiN2uM4jmCRNISlSPvqr7KGokNd2nK3FKcQmvx1/E/IUU05I1XqvVMK3MT5jkiUtLaAHDhI/mou+sjw+866tCbfpbh/cdRE81pqJ6pbuuz1hz6yvvc7fJNUba+LOtbZq+ywrNciXGWybgz/EIHveL7E9/nRXj/rli36ntGjrev12DpWOgKbz4JE3HTd+ZVLLuDzUGZP5wS9KRskLb+t//ADjrSYq+oTiWZxK9JjW+pZL0W1yfoK3g4T6kdrq/tc7/AKMVTsu7zZklcmVIfeeWcqcW4Son7aEuuIV1B60kFrJqo1DoFTZZmheIerNMT2p1mvMxotkYQpzLa/zkdq794Xasb1lpKNeuT6tIWNklj+TcHcD5ef318yITxMZNdU+jFxIteltLalN9fIabUw5Gbz43llHuoFJyRUiKW0sr0vdfOaS4cvW+E7snXbLCSlWFJb+uofpA++uBHnlvOl5Z3Z71cfE7XR4iakkNXC3TZ2GnilqL7zY2+z/zPP41RMZ1xCSgdcHzoY+AJeIm1kjMXPTLzo6PWte9f+JV0Ndt+h9rF/UnDhy0XE5uNif9TUr+Ua2hSFfrI+6uIeEkxhOsGoss5YmNORnEfjBaSP56uX0UNYpsPFqHbXzhFyYNtlDP8c2fZq+8Vc47lQnH4Ql6fOjhD1NadZxmjyLigxpRA91xHun7xXM0UtwZZacHcdR8++a+jfpJ2i36l4U3i2PJSZHKL0dWOqFo65r5z3paXWY7wSRIZT6u8PioedXFVHxDFJOfADUrCsitkKUFhQJryUkDoMinLKWwjKeqqw7DQPSUSmgpaitwVh1zypmiQph7KFpSfhT+5xvVy2+262fWWwvCTnb8jUihbY1b3LznpSjYSlJx3pJLiEjrWySScimlmQo7hnJp4lRAGRmmgV4u1LNLz0NCQWQolW2t1JIORSKVpByKWQSo0SQLNoaVE7j2oxaUblFQOOtDBtQAgL7U/YLgRls4xRASDcRaW3t61EeWKRubanbepxDh8C84ocmQtawVnqKIxVcx9TZIwtParASoZS5UaNCcjtKUFOJTkDtmmxmKdthQge1So7cfAUpco6Y7i4rikoWFJPX4UpamWidvRO5KwFGoMI7Iall/OeWK1AhE49rzv5RyiN/iKjHp1Rs3I+2n+vNLuaY+hmnjl+ZbWpTv5Kl5Vt+7OPuqPKoUn5hxW4b2TTirppzUdzcJ/wCCoySMfHm/7G6mtvbEfQd6kAfwh2PFbVnyJKlfsFSrRElNt0hyJEkR2b7OkR3XXD4NiWPrf5blAr1It8eG1p2z5fYiOcx2V/fD35P5A7D41z1NyyShXSjao7Upe5itwcMuwWqXjxmIY61fEteEfqFPtb6fTaLlDjJbKG3bfHdP55RlX66GaalRnmRZrk+IYCuZHkue4jJ8ST9tHtQXJV8i/SZf5yGpr8ZB/J3ZR+qmY24Zor8wJx3xbBTCUNABCcb+/Wkr5LTDhchPVa+3y+dFrHb0y4l1mKWR6hB9ZCQPePMQMfLoo1DHXVT5peVnaf1fKum8yk6XUyrHx7hqMqOceLt9tO4Uf1iQloq2/E/CluQkJ5gHbtWr6kRoqlZw672+ygTD/I2u9zRJlq2J9mhOxAq0+CkprS0C68QJnQ2xrlQAfryl+5j7O9VDbIzk2a0w0nLrqghA+JqfcRJzMJiJpCEQIlsa3yMH35P18/ZTYkZELjLlXGat6Y+t+S6suOvLOVLUTkk0Muj+4csH3Kfsexjl8/xv4P8ANH9J/ZQZ7KlFZ+saW2CNOYseMk04YUvG89qUZjuvvIYZaU44s4SlIySamMPhnqf1T12awzboaeq3pbnLSn5fM/IZNVbKkgAyoIZTUwvuorZ+5G0xLU6fWuRskIx4kL/nBqP6jj222LDMGZ683sSS5s2+I9xjr2phDucsuJhFI9VLmNjY61IyoCUbLj4X2DUelNAXfie3GASqIuK1ua8fj8Py71RC4ryFKW93USa6N9IHWMqPwP0jolNtn29h1PNLrn/OEN/75qgYGJMaUHpbbHJYLid3dw5ACR+mrzcTcfYBh9Td7RbRDnL1bbceb6B/NRGdKk2HW0p5heyRFn8xC/gpCsg0O04hUa9QZDg6NyWl4+ICgalvHq2Ro/GbUbMDCYvOStpIPTaUg1cZVFF7bOhpXE4an04w5zvDIYSV9e3TxD9Ncta3geo6lfS3j1aWS6g+Q60R0Xc3GYq4YcVtQrIHyNOtYR/pO2trbPtmVdPsPenZc/ex4iKxY3jnyV8cBWR1r2ULOQnav414p6dOlY2k9K55sszyy6NrqsK8jTtov8nkOjcjyNNE5BwoFQ+NO2Hdoxuyn4UyKQMhAjZkEVs2rPU0QU0h5jLScjzHnTLZsURjH21Uo10KTsxu+VbtH50kode+aUbHyqghZBJUEiioZ9XhblnxnzocnlocBSc/GnciQXUBCRlGO9XHgBjclKnB1yKONSyGEI29BQBJO4ADrmnqXD+iiQMmEsxi91jeD8lZRWzR8Hg6Dd+qmSHCe4wKXbBUoBJP2CiYIre0cxpLqT7nhoXHky4bgaGMHr8anNj0JqzUrCmrNZZcjP19mEj76nen/Rq1TPLRvl8ttnSn3xnmr/aBWHNr9Ph9eRohgnP1UU1EbNyukGAoFtpUlILn5JopxDuSr83EuynCsLmy2G/k2lY2fqq6NXcItNcN7EdQMX2Zd58YPLbDg2I92od6OELTd2tC0altRuLDcyQWEZ7K2DyrnZO0sWSaz4+VH+9m/Fpn3co3y/7UVzf2Nmn9JwlnDKvWZC/8p0p/+ylH4VqtWo2IhmNS4fgLi2/dp1xqkwn9axbdaGGmo8FhLDaG+yMuH9dQ9zcVjeV57/Ku72dL6NTrrb+LswatVLaHdXptE25SpEFgw4vdhn3vupPS68aXnRf5O4NL+zKf7KTuF3nXRDEaUsJYjNhDKGxt2pznGakXCiBb3r/MhXEhTT+z2Rc278Z/pq+0ZuGLvV7n/nxC0i3T2e0c6anNsWec0HMCdPjwl/m7V5qO6e09cLm45EgtILjRO/esJ88edSfilAtWn7XCFl5oaevIe9p+Qj+2lJmjJKrq+5CurbTinitHX55+VcrBrMcJvNJ1u/sdCelntWPzREbrBlWxRamMqaVjOFCo1IcMh/Ks4+GamWrLFqeLL5klC5mTuIbVv6fZQF9MEHa6y7EfV5FGP1V0VqcWbnGzHPDkxkm4YxY0FE3Ucz3IDJDCfi4R0oPa4M/VOpGrZG3LnXB7AIGcE9zS827sL04xZYh2bF73Vfj/AAo9wguDFj1Gm8Py0IlkcqIkj9JrU8m7bAV7wZxp00dJ6iFiM0PFptGcfU+H9NRew2S6XyUmLbIjkh0nyHhA+JPkKmF5cjX3VM293+U7Mckv+6g7Nv39aktuvDjEL6PtrLTUL+SZ77vj8z8zT8ODe6sROVDzR0DTfD9Bvd1Au95jD2cJsfvfP55FQ7XmrrrqWU29MJCSjZyvqIx8KOXVpAYkLJyFjer7RUFLqVx1qPcHJ+w0esxRxKkBh5Bc5lQxuVmmjSwzJSfnRd9La+poTMADuUDsa5/SRo6k+43Tp9xselJLz0hyEIam44dc3Yxtzj4eVV/GZ5v+LqwRAt2o+F0eQSWZ1sn8uU4XfByXPxU1Erj6lHvTghHLQ9xujzW5WwMb4HqrPOf0/IvaUBMaM4lonPUrIJA/VSOsp63Lsm49Sp+Mkfopa8aqkydIQ9OIaaZZjSVyNyB4nVK6eL44HQUPvyQ7aba8e4YIP2irivaUxCwz+ROSpXQZ21LpE9lCe4NV2k4AUKKiUVNtrUTjGKqDphPkaOpV3/VWNmMGnSkA9DWgT4viKyhGNgSkGshCe471kEBfxpdsIKs1atEFIZKDjOc08cih5vxt7vmO9NUoTnwjBpzDmOMPdDnHmadHkFoYPRy37o6Ujjrgd6NypKTPDspX71c6bkkZFZnWphlQWh5x1pzq26lQwn7atwYKyxAwRt65rYOYGKcyIvL8ZCVIPYheR+ykkNp3hpAS46rolKU5P7aU1Rd2ehe2msfnfsotFts643FEC3RHpLzhwhtpBUSat3hN6PV7uyGb/qyQLBa++w/whz/YH21dunLtoHRNu9R0tGYU+nwOSVD2z3z3+dcrU9r4sfqLcbcGglldWVBoL0b9R3MCbqqY1YYv8gfaP/0D9dWXH03w74a231tmxC6vNfx8jxu7vsNMtVcQrpOWtpmR6q1jqc+JP31BJl1kzkKbQ2Xl56unuv7687PtPLq+G/gd/T9lwxu2WLc+KTs2e1BtsYWqFj2hASFf7/Ooff8AUkyG2Xfpd57KNuFnNBb3Ns8K2uv3u/MNKc/io3f+ihUeUmbpP6fasAlw+atmKFK6yFj6ynOgQgfr7CssdLln1NUp4cXqjTX95elaHur0ieuSXWkR4occJ/CKb3foqorPqG/Wu0SLRbLk7EiSPwyEfW++rYt+p7o3cYaJL0b1aM0XLw5BCF8tnd4WG/5wO9V76zouHJPq1lut03r/AAs6TyUDJ/FQM/rr1XZmB6bD3WSN0cDWT72e5AC2qLanm21FSj5n+ai1ugz7qdrW3J8G0DxufYKb32E43qy4Q7LFUtthW5sN+MIT50R0jqaRpu6xbhBfSt2M5zG9o2lK69JhzYpq0zkZINCFygzYT5hzGC0834SlQwRTeRD5jaVl5bbiPaDd26Ucl3vUGs9ZqnMh2XdJrm8nHQf2UlaI0iLqB+06hjc71WK8Wmw5/v8AqpebURiiYsMpSpAe/wBw1DemoMGdLfuAZyY7aQVqGfIAd6ueLISqNEalsJSXozD/AFRg7SkH7+9VnYLhZrdKfuEdN0hzRGW21y3N6N7n6DUpsGs9QPWlj6RjR7kGpOHGyMPLQR/Ma852lieR7Yqq/ud/s3N3c33juychMG2LekwHXEIxzBk4H+UBQhLTmqX+TJt0GU27k527VfcR1oFq68RbYIyJkVxhqVuW08gqGO2U7D7uOn21KNIT5cyxkWm7JlN4V06b/wBf7BXBePJhjuZ2VPHllUehBZ3DWLLc22+TyX3VdGPjTFzT0uzSZBuEUtKipwD8asD1wpZ5b3NZlZ8aVt/79KM89n1Zp4sRpbR8B5/n9/cCujpu2Hp14lf8zJn7Lx5enUpaIEE9u9Eg1KgPZcaLYXVkzdH26eQ/ZiiBMSciK6nAJ+RqA6ivV3tUyTb77agnAwkpR3+w163Q9p6fPjtSo81qtFlxdFZul+EuK5zXAlwnsrzqI3gEy3OQ2dhHn2rT1lUlBeWNqD2JpsuatvKgdxPYHtWrJqe92mWENog+txBwqmD6yQTilHpLbij46aSHDtO2sMpeIftJZw9TJuke4WKMWyuYwSlCvrKT4h+yostwrWpauiknBoho26SLTfYdzjnC47qXMfHFI6lLLuoZ0uM1yWH31uNo+AJNG5bmLiqGJ3IcCs9AKVemPOww2fdBpNWMYNOkpbMUgDrihjItxGASupXoi0G+TzbQv2im97P3d/1VGNq848qtHga7Z7ZcZFyuSjzW29jH39/1U/DC5iM89sSDLT0+IpIoHlWwWR36ispVuWEgE5OABWPdRqSJ/wAFOGjHER27JfvgtQtzbaySwHN+7f8AlDHu/rraPoHTTsp5DWrnOW2cb/VUdf8AvKN+oMcOtGc6a6Rdbmn98xQe2Pwbf+l4/h2qnl25tSFK3KGTnoa5kZZc85NTpeXBtkseKMZSjbfyLWY4c6XUcfu2X/8A6yP9ullcM9L9/wB2yun/AEZH+3UV4d6EhzoUjUN1WtuCx4Iw/vp78X80edQfVLkB29OptaCmK30Bz0V86zxx6rJJpZun4V+o/dgjFPu+vvZbU/h5pmQFOp1W6AB4kchv/brWJozSsG2qI1XLW35MFhsn/XqtOHGlJes9YQdNxZqIrsxRSlxzJSnAJ64+yiPEfh/I0g5anmrxBu9uugV6tNi52KKF7Fjr8DTI4dUntef+n9xbyad/d/Mse16F0hOHOmaocT8nIn9K+tWLwlHDHQ0ozVbLpcf4uZJLaQj8xvy+2qJjcJpkji8nh63qCKVloOeuFCtgHJ5nb9Xeo1xB05bdOXZqFatTwb+2prc49GQpIbVuKSg58+mfvoJ6XLnqM8vyKjkww+7+bOvtba2i6llMsPXtMe2fBpSfHUdlI0VKkKDt3Wk46Ky3/TXIASrtzFD76sSHwudkass1kF/ZDVztBunrRYWUNICVK248/dxn51z5dgQV3k+X7m7H2o4xpR+ZeUeBoZpSi7fVvjyTlv8ApoZqO1WO8oLTGuHICD02txm/6yqV0Dw9Tqa13u6y9SQbPBs5aD70htRSeYopHb5it9DcOW9VasvFniaqt6IlsivS13ApUWlMt9Sr5dOtXi7HlgbePNXt8P7lT7S3KnH5k5Xwo0eFl17XDj6z9Zxhv+spo/w2tMhj1V/XbjkVr8C0ppOPu8fSoRrHh1ebBrS3aZZls3Jy6tsu25+Kcokod90pp3xN4YzdDwGpy71Bu0cyVwnlxF55MlHvtq+yulDDqG1F5rb6eEy99itvu/mS6Lw/0tHaU1+7CUnlj3uQ316/n0zi6J0rGWu4HVkocg52ert+Lxfn0EuvCW7wNDjULt4geuJhNz3rYF+3ajuKwhah86R0nwul6ghaWkt3hpkaguL0FALZPJLY94/HPwpi9ISt5vkA3i/2fNkr9QhzzMY09fHLWzJc5kl0kb3/ANnb5ffSVz0rB1DJj231yMNQOdG5QKGUPj/Cf01DNIaHmahvlxhJuUSDDtiFrnTpJIbaQlW3d+mnH9zydD4oR9HTL1FircUFInAK5YbLe9Lg+RFV6PtfE/l/nwD7+L6xJxF0/bIsZ3T1gviYDbns59wz43z8v5Nv5edYiW+x6emtR7ldE3ZotLbjPZ/B7k/79Kq7TWnXL/rSPp0XJDHPlFj1j3kjHn361nS2kpF+4gxtHszkNvSJhipeUCUggkZx91R6X/dP5FR1MV6sS3Y2htHktK/dc4PPHIT/ALdGL3prRNxtbLC7259Itn+FBSerfkjZ5Y+2qZ1boq2Wa7QLbb9YQrxIkSTHfTHbUPV17tvXPei2suE9z0zB1JKm3Noixyo0chKMc7mp3bu/THbHXNS89q8v9JIz066YvmyVK0Ra1n1Z7WD78NH4EOBJ5X2eKkouidNQJHOg6vlxHNn8WlvH+vUYmcM4sHQFu1TcNYQIzlyhqlRYKkK5jmOm39PnVd8n8sH76qODPL1cvyDefD/x/NnSNukwJSkW+6akdlMhO1DiozYIHz8dG7e3pe1BEZjVclaUq3IQttsDPy61RHCvQK9aovMhd8hWWHaIokyZElJKQkqCfL7aUtWg4t31fd7LbNVQpUW3wnZbc4tr2SNiQrakfPNYMvZCk2nPp7v3Hw7Tr7PzL9ub+npK1OtXrKyfdISAn7DmtnIeip9scgXm6+upWO4CN6fsOa5f0fpufqjVUDTttVmVNe5SCpWAPmflRfXmhJelHLa8u8wbhb7gpxLMuIsqRltexf6DScfYHdZt8MtL2V+5cu096pwLZkcL9DsgpRriQGj9T1Zt3b9++hr/AAi0gtW5PEJ/YfPkNjH3b6iut+F0HTmioup29d2qa3PC/UGWULSuRsVhePhit5XCq3NcMk64Ov7SptXskRuS5vVI2buT27+Vbo4dUvv/AOn9zG8mH/jRIhwc0aOqeIDysf8ARW/9um7/AAj0qk+HXD6t/wD0Zv8A26jWleGEa56IY1XeNaWuww5MlyMwJIVlxxHcVXa2trhAUVAHGc96OGm1bf1/9P7lvNgX3XzZcR4ZaZZ76xdcO/aOVEQfv9+tNQ6S0xIMVpOoJKXW07XHfU0eP4HG/pUC0Ku0/TIj3VCuVI8Acz7h/oo5rfSatNgLQlTsSU54T+JjuKKMdRGfdvNy+nhQyccDh3qx9PeyWOcMtKlKW4+vG3pSuiGDECSs/AHfUC1VYXLPdlxI7/rDafECRtqXaR0fZ5envpm3uF6dDc5jjWfGtFE48S23eYhmSg4c8CHB4j/v8a2YY5cOo2ZJ7l+VGKeXHnxSljVOJFuH+kjrL1xqLKaakxm94ac6bqSLMm0yHIpc5bjZ2mpxI0XKssSVIlRnWpjIU5FlsOFvBHzqA3eY669++3uY5/KD3lfbXcbpnHxT33wX3cXLUVFhjhDZS2PElbT7at5+eUUwm3RMVCFQuEtmiSE9Q/zWwUH7Aiud1LuiuYG7zOYdHiUy46oLx8utItTbxGWiSzcpiik5UnmKKiPmCa8ZHsRx+1/3+p6qPaOP/YXje412fvLd0n2KBNWtRLTbk1tSWx8MKSc/bRJiUEI3/wByy2KP/WWv6qq+9cl6r03z7TOdiz4I8TaHNvvfH9FV4b7qJK/ZXm5n4/vpz+mpj7OlltX0/P8AUZk1ePHW6PUsni5ctRfQDbKbILTbHTsIZc8CE/i+Xf8AXVR9hVtcL9TRr7DXovUYLipHRp5RyVfk/wA9QPXWm5Ol9Su2qSsLSDlpX46PI1v0v0d4muf+zJqo95WSPRkr9GP/AJbtPD/Cq/8ADXRHiTj+45w7/wDeFz/+pqK8ItTQdG8R7VqS4NOuxoa1FaG/eOUkdKfcTNYWK8WvT9h07FuSLbZlvuByaUc1xTzu89E9KbKLeVcf5z+plXQtPSjEeR6YjEdSilgxFZPw/eVUZrm32C06idjadvrl8iFO5UlUUsYWScpCSSenTrU7snEXTtv48J1wzGuirU2xyy0vZzz7DlnHlUI18vSDtxjuaPbuqIymcv8A0hs3lzertt8sYqsMHFq/Yi5u237SOYzXUOjQlfo/x9bKxzrPpa6Wcn8tT/s/9euXvtqyrPxEYi+j7duHHIfEmZdUSkPAjZyvBuSfP6tFqYOajXtF451ZJeBlusNz4PcR2NR3t+0W1TsAOSURi+tPjUcBI+Jpn6ObFuOoddxnLgtu3fuamo9bDGVckkAq2fHHlQXhXq3Slk0jqfTGrGbu5AvSoxzB2b0FtZJIKu9NtE6r0/pi66t9WYnuwrnZZUC3lRSHEFzASXPs+VBKEnuXt/YJEt4vzJVp4naIXaGHJ8a3Wy2/Q7iG/HLZScg7fJRORSfHIuv6QRfLHIdc03d73IkPRpUfZJhXAgcxCz8PgKjup9fxZeodD3u1xHi7py2Q47qHiAFusqJVj5GnnFriJYNRaf8AoLTtuuEaNJu715lrlKSdz7iQClGPqipGEk48BNhji5c9Qxr8sWePuYl6QhMXA+r79kfYOufqdh1qacDI8B7SXCxUmUY6jqaalpHK5nNXjtnps+3rUDvPFPTlw0Q8lFmnM6ml2ZmyyHQ6PVuU39fHfJodoTiFaLBG0aiSmas2S7vTpCG+xC0bRs+dA8Upwqqr9C3Lkd8OxmzcXh/J2l3/AOoqQ6xY5/pGaWYH8baIX/0xqvNGautdou+o2rlGfctV/YdYfLX4VDal7hj59qNtcR7UvjdatdOxZCbbbWWWUNd3FIba5Y+896KeOW5uvL+yIpgXhG1jjbZkef0ien6aK8Fmh/8AqVsoUcA37H+mqk4updC2TinZNV6fiXowY0hUic1LKN5Jz+Dx9vnS41doGx8V7Hq3T0O/liNcFS5zcst7iMnojHTz86LLcrpdUSPHxGGsrbpqBxbis6bvzt4Qq6JL6nIvJ5bnrHVI6nNdE+lPGtp4SaiucTu9NjRpf+MZeUn/AO6uaNXXXRB1bBvulI17aHrwlSxP2H6+7wbf56mPEXi5bdRaT1jY2Y8zbd76i4wct/g0AeIK6/spOTBOWXHNfZ/YqEkk0OOJ1s02eBmgbhJ1E/HvDdlPq9v9U3pkDnn+Mz4MfZVIZq0b1q3QV84cWO2XJi+Ivlmti4sYtcv1dayvdlXnVW5z5Vqw3FOxc0XL6OMe1zNN8RWL3dVWy3OWJIfkIa5uz2yeuzI3UL4PxY37ttSR7ZcPXoTFknlp4tcrmICO+35/Co1ojUFtsundUQpzUpb10gerxi1jYFbgfF8qecHtUWvSOp5U68xZL8GVbZEJxLGN45qduetVKL5CjwEvRjGeN2mcDrz1f6iqd8TR/wASugT/ANNuv/iIoTp7VOnNGcTrVqXSUa4v22Fhamp5TzSvGFe70x8K9xO1jZr1p6w6b07DnMWu0KkOtrmlPNW48sKXnb5dBiqlCTmpVx/6WpD3iT/yM8Nc+Tc//wAVFbTT/wCbRbhnr+6l7/wRQXWOprbcuHGjrHGYeE2ziSJRc9xfMUkp2/orWXqi3v8ACGFpP1d8TWbyucXOmzYW9mPjmr7t0l+K/wDsvdd/kWE3bdNXD0WbMb9qF+0PM3mcuGG4PrAkLCE+A+Ibftqi/qYzVqae1boGVwshaQ1ZG1DzIU+RMZdhcvZlxIABz17iqqUU4O3O3PTPeixQabv2ipMy708A8VXnwzk3G4aFZ+ndJs3yFzOXEden8hfs+nwO7HaoHwe0R+7XU3qz7wZt8Rv1ia58Gx5fae1SXjPrtM2VHsem/wB4wLZ7Mcrpt/J+7z+dYNfJ6vItJhVvq37PZ8fzN+iccMXnm+On5k+sdynWQEsaAgNg+SJDaf8A8VNbG3do+oZVyb0zFEJJ3OxnbgElKuuSFbOmfsql7E9qi9XqFaIF8ujkqY8lppPrbnc/fVk8SdRfuLtH7i7PeXps7/ncn8df8p/R8O9Ys3Z8oySTtv8AP9TXDVwl1VfD9EWKNSakfhuMvaGS/GWPwbs5Kv8A7KaWeVp7moZvfCOHGRg/vj17z/7P7u9cwGbchn/hSZ/2qv6a1VcriOhucs//ADFf01ol2RkkuMlfyf6mX0zA+sP8+Bhu4Bw8qYd5HuvDumllPFp1Ljo3L+o8OyvtoSls7SU04hPllpSVp5jB6LQe/wB1dy6OXtROdBags9qlXP6UwyX0oSjloO3HXPbt5UQtzXCdqU2qfNuLuUZPLcUj/wDGar3YxzOU4fYH8G5+JWZbSOWGnPw/8W5+OKzz0yk73NGhZ9sVGi2Lcrguxe48uNKvGW1bgFOK8v8A5dSDUc7ghqCb9JXGXeRISkIAbcV2/wCzo76OvDeyWTRz2vNYRPWPWxiGw75o/G++l7pp/Tt3uaFQLUzESV7Vt+9s+az0ryOXPglqJ48eWbcer3fsdfBgnOFySSfkQdED0ey1l6434L/xiv6utXYPo88r2dzvpV/jT/V1G+MF0sTFxOn9ORmOU10fkY8Sz8KhNuskybbpU5hscqN+Fya9BpOyJZ8ayd9Nf/r9jnZ8yxy20i2FRfR6COk2/wC7/rB/q6Sjx/R/U4edLv8At/6wf6uqaDJ3e7T2NESoeNNb/wDRmvvn8RHpdeRbDsb0e+Z7OZfdvn7U/wBXSi43o87By5t+3f40/wBXSXo9aIserteQ7NdGfYyTsKx1I8BPnVlR+EOjzx0OieQfU23Mc3Hj7Z+ykPsdX9dP4hPWX9hFaSonAIIQUT7w5+R6wrw/93WkmLwL3oCX7u4PNfrJ6f8Ad1eGueFXB2wRbnHYuLrt4jDCIzg+t+imuiuDWlLxwwuepix+/Iu7ljHg8P6+1V/pCavvp/EF6v8AAipGIfo9eLfcL9jHT98H+rrVmJ6Pexe+437ePc/fB/q6s/ijwn0pYeHdlvsGOozLijqFq8KfOiegeAehlaXtt31ZI9TNw8EXA7lVR9kKr76fxC9L/CinjG9H7kEKlXkueX75P9XSZjcAuR45V33+X75P9XUt1nwftOm+LEawusiTFkFPL5Y7hVWZqzgpwS0y4Yd2uMxmdyeY004PP7hUXY1RT7+fPv8A2L9L/Av8/mc6oj8GC743LulHn++Vf1dOX4vArYOVOu6T55kq/q6szg7wi0nq2PqJ6WhxAt7Rcb2eec/0UO4R6A4aX6bLialkuxJfrPKittD8J1+w0X+ktffz+K/Qv02L+7XzISWuBBGPW7wMfW9YPX/u60U1wIIz6xeB+T6yev8A3dXFxh4VcLtGWuVHgy3TeW9pEd0fVPn0FN+F3AvR0vR/7p9WXD1KG87y2ft++mvs+o7u8ZXpf4F/n8yoHWuCKoiA09d0rz4v3yf6unseFwEUlHOuN4SjHi/fJ/q6kvpA8IoWgbq2LelLsN0cxpa/hVRSo9qe5XIYHN2e031IdiblffT+It62vsInaIPo7Z9pcr7y/q+0P9XS6YPo37faXK/cz6vtD/V1jgNoix6u1jDtF1Ywy6fwjYrohXAHhfIiXm02dRmXqKPaNuOe5+qkT7GlD1s0/iWtZf2Uc5oiej11DtxvOz6v74X/AFdNn4vATPsrjd/l++F/1dW3wr4KaZvF1vVr1Ky6ym1dTyv7RQPiTpHhBYY0OXpKV9MSPWMPR5A+r+gedFHsfxKPfT+IXpn4EQR6P6P2PZTL7n/Gn+rrVuP6P/8AHTL9/wBqf6urvh8C+FUjS9mvt9uD9sVevwTbYRs3/orn/wBIThp/c81OYAPOZ/CNOfFFDHsi+O+n8S1q6+yh6Y/APaPa33P1f3yf6umwj8D/AFR/2t89Yz4f3yf6uqkd/wAXWG85/B019jNffT+JPSov7CLjiR+A5wH3b634/KSr+rpyuN6PwGEOX5zx/wB8K/q6pmLFff5imm1KDSd6yBkAfOri4Zixapsjsd+Ex9LRfHy+X+GTWXW6SWmjuc5P+Zp0zjnltpIk+itRcFNIpnC2TLysTWuW5vXnHfH1fmai62+AipalGbfuU6cn2v8A/wAqkKdG2q6JfZEcQ40gbG3OX7i6oXUNpes13fgPZJbV0VjGR8aw6LDj1E5TjOSbq+f2H6qMtPxJJotJcnhTZrrCuGkpN2D7LvM5sp3/APYKgOurrHu2onJcd3m7kDevZtyrzqMr96t1e7Xax6VY3d2/ec2ea+EuDZx3PakeYrPetc1jFaExI+SoITlACiruKSWhQHh8/L4UkFrHTtXg6vd1OfnVIGmbZx3qweCOkXtfa6t9jeWfo1lfOlKx2aHcff2qve9dmejzpVrQ/Bd7U78cfSt1HMQojqGx2H3964v8Q9oy0OilLF9Y+I/mbNHg77KovoPeLF+U+8iz29g+p28BttA/VVXcT9To0npg2+M+FXm44U7j+JHlUvN1jxY0vVF6VtZYCgtB/jVY6VzHqq9SNQXyRdZQPjUSj5DPQVxv4Y7JWb6WZ2+1NR6Nj7tAhSlFZUokqJySaI29cmUpbTbyEEIKsKVtCsCh/hI8R61ltO44GSa+lRjR5RsdNgl3HmaIqiuRpBYeBQtJwpJHUGh7QPMogw0Sc9SahnfBe3ogNbeKtsXnqHP/ALDVxQG8+li4f+kK/wBQ1U/oitPt8T7Y5IaKUlzp8/AatmAv/wA7Fz/rCv8AUNZ8i8T/ACHQ9VFWekkzL/urXH1QOr9v12fdXQno3R1SeE8uGoZ5jryP0oAqFceNT6SEu82gWAMXoOfw3Pv/AP8ANTL0brgmJwsMpfQGckE/nFAP7arLL6FIkepHePcfkcJNMtKGCx4D9wFLayUf7iOjLzHHPZtzrRdA/RTv0u0iNoaAwwMAOuEfoqE+jjrVi4RP3A39j95TBy058l/21I/VbvYFLqCdSa8ha74p2S6MQPUyyUNON8zf5/YPjTn0y2njrBksZ/gzX89DLlpEaT4zsQR7plILX2Zq0vSJ1fpOyXCVbrtYA/OegDlTSfc6HH6KOTpqilyQz0RlLGldWKVnd6kf2LqpOErKHOLcOS4/sWmc3hr/ACjVweiSpD9k1YtHuGEcf6dU1wsb/wCO2Isg4E1v/WND5SKJv6aMhyPxO3oVtBaayP8AIqxGD9J+jDalRva+pyg47jy9/wD2qrT03gpXEdYAyS21j/Mpb0UuIf0XI/cjfxm13H2bnM/G/wB+hqPnEpewvzH/AKQnECwaz03AbiIU3LZSG3ELPaucF7UOVbvpJaGOjdZPcn+CO+0j/m/2dqpte5S81ohW1NCWX/6Il2A1rBgOwmlFyR0c80d66K0xI38VdchLaW+RD6EDGe/WuYfRH/5VbeD/ACn81dJaQXu4u8QQrJCIx6fHv0rNndzY6BEvRyl/SFy1m7tORFKVKUrOe/WqQ4h6Kh2JcG+Q79FmuSiHERk++3+f5VdXovgMXDWUhyKEILRwgHuOvSqt40a00nfkRINitAs7zJw6jO/mfCrxPx0VMtTXnXhPww+PrjdVh6fH/pXDHn6m1V4uX6y2Lhbw+XeNPt3fnONtsb17eQs/WHxrnn04rdc4OunZMi4etNPrDjP+DQcYT91Kx9RjOanKNWK4WuG9z51rMtxO3ljm7UDH4wwd1D7owiHLLKH25CQM70HoaQ5vTGyt1FD24SWxPkfR63G2HVFWD1P307s91lWKfCultaXHeAwXCrIc+7ypG1Wl2dbpc1Ehhv1ROShSsFf2fGmrQKylBVkE9j5UucFkVFqfdnTWnpEK76VTd7X7dMhPtgo9WXPM1D+NunlXfTEe+REZlRMNStv1k+RqJcJtWP6Zvb1tlEvW64K5JT5A/GrTmNqTNkR33y1Afb5Cmz8+yq+dZtLPsvWPK/Vj0/Q9Viyx1+nrzOXu3SvZqQ64sLunNRPwHEkJScpPxFR2vXwmpxUkebnBwk4s1pVtSfMUlW6V48qIE1JOc1lPxrFOIbQekNtn6ygKKK5RCU8IdKua04gWvT6B7N90F7/Fg5V+rNdscWLkI7ELS0BI5ZwkJ/FQO1URwO0nrTT9xc1XobTL14OxcYuL6pQT38x1qURIfFu+XORcGNMLuL0Z5bEgFI9k5gEp6r7jNec7e/h/X9oaiO2SUI+T9rNug7R0une+d3+RX3pF3sLEbSlvVuZhpBmrHkvyqnGoL7zTq2W1LS0ncrA7CrlVwe1vf7jdHmdP3d571zlyfG2djowSn7goUha+CGr5kibHgaeu8hyG+Y8lKXEgtuAA7T9xB++vXaDQvS4VjtWjnavW+lZXk5KXSnxe7TuEha3NrbeVVbUDgbq6fJlsQtO3N52E9yJKUuJy05gHafngg/fUU1jpiVpKU5ElNPxJ7DoQ624RlBxmtu1PhMyvIRwMlB2OAoP1qlmiYIOo4YkM+xJH4Soy5PkuttpcXvKSSVEdSTRNF1mPS2HnnVq5KQlIzjAoSJndCtLQbFxT0WiwWgtQiy5IeU03037TUYtJB9LR0gj8Mr/w6rKxekTqa0acNrZdQtLadjZcHiAqAWTiddbTrFWqmEKVNSoqSVnIBNZu5fI7eWR6SGn9SzOI15ns2+b6k07/AAnl+D9mKszhLI9W9G67yD3alj/WbqltQekPq6/2aRbZ7qVR5Cdq0csUJtXFm72nQsjS8dIMKQrctJT55onFtJE6HS3pSPtS9D2GYezigv8ASlNBpuloLGkdC3izWgmbKktc51qqB1Nxbv2ptMwdNPtF5mL+C9n91WBoLiHxN0lpcBi3KetoHsnHWd+KHu2lRd2T3jo43/dvsiW1p5pLO4DuOooH6W2l77ftWMLtdskSWGoqd7iEEpHQedVlCvmsNX6xXqFppyXPjr3lARlQwRU61Jxi4o2uMUXSC5GiuI2eNjGR27mptqidQr6JLDsXTWrY7nRbMEo+/auql4TuPMcaIwVtUFykj/SqR8NL3rmDb7pN09bnX2pytkjlo3A5Sr+moiYeq9K6ui3t62KiSlvbm0uo2gnNGlyyE49NPrxNH5rX7Kl0XR1oPA6x3+3W/N5cloQ6419q6qnigNda0vsR6629X0i6MJ9njePKpRwm17rTQkn9zL0d14+UYj69TY9iivIq+SSem1gJs27HMEIZ+PeuVuaPh55q5uKNp4l60uj1wu1nnY8v3urAH6Kruz6Bv90U+mFEdklj3+SjdijxraqBnyWF6JDn/GtbP8f/ADGul9JRn2+KnEKS+hxDJinDhGEn765M0xG1nwtuKdSKtz0ct/g1utdM0V1T6RGs77ZX7e/JCW3RglvwGlZce+VhRdF3+jA96/L1YnvsjKQnFVjxD4YxLDeLTqRsPmzvKSZPMa2KR192q34c8ZL7oNUw2o4dlfhXC3votrf0g9Vausxtk5KVMLUPGUdB188UVPc5e0h0Pxf9S/ud8PPo7d6p9Itcrd32+VVX6fn/AKXQmR/eiP56h2p+LepF6QtDU5llNvjPA25I/iyio3q7i/L1lqOHeNSW9qfyPCts/XFLhiaYd2VKQc9jT1u1zXbW7c22sxWlhC157KPlR8xntVTLpcI4gRseMNFxLWPsFR1TjzbJjIeJCz7QA1qJdiUcHdjJp8hHbNK2gNCO7zkJXzPcUvvT0hnltcoqc5f4RK+1CJychM6Vulwtwu8dxAioVywUn3CnsatjRN/VqvRqvWI7aZtuHq7qvNwD61VA1fJ0KHJtcZSm4cggKRntjzFE+Fd6TZtXtpbUoxJ55ZSo9Pma43b2gWq03vjydPsrVvDnryJRx5t7V109btSsJAU2nkSMeZqkK6hTpx+ba77Zpn/OG3VJ/O/361zJLYcjSXY7qSlbailQ+BBrmdjZ9+Jx9hs7Uw1kT9o1rIrFZFdY5Z4nrTu2f/1CP83U/tporvT2zoK7pFT/AIZH7aOHrIpndnox6ulWPhu5HRpPUN1a+kX/AG8NhK0dkdOpBp7w54wWu3nWL7em9QSkfSj9yfLcdP72ZUlIy54unuGovwjaC+HGlnU6auN7dj6tU4n1R7YIo8PtV/FIqTaeZtelLjco14v0YHVupJTTgDY/fcZI5fz/AIx37K6OSKlJv2mBMIcKuJjTrGqLxb9JajnwJt5dltvMstgAFpsbPEsZPgz0z3pzoPXMu1M6k1AvRGqHbddroq5MvIYb6MlhsZ9//Bmq20PpyfPiM8ONTaYurtpiXCQYl7hr5fqa/wCM5v1P2VEzvjcAb9FTJU7ytVJbDm7qtHI/YaNYYybI8lF3aX4hHTJ1Pqa4aP1Gm2Xi4pnR3uS2AG1NNoTnx+ZFc0ekpKcu+vb5MdgyoTr0lB5EgeNHg+AzVn8ZLZIkW2wTI2l7q8GrZbuddw4r1dCenh24x+uq89KY8vinfSk5HPawR/i6PDBKVoHJK6KgS022gbu9KjqBy+/xrDSVOrwE7jSzfQlChtUKEaaltfdS8mtkpXjaK22bldO9OENKABAyaOihNDYLYBGNteeGUg5NZwsBWBj7abvuOFSBkdKEJMnvA63R7nxAtcaSMtrlNoP35rtVm/PucVJuiZDEVNlatnRspwO1caejz/ylWX/rbf8Ar10Rxn4dat1pxLuUzTkhtluO2yh3crGTy01kzU2rG4wZ6OTTcPjVqNpjaW0sulO0dOmKktzu72uuEusjqGMy87bH1IjKCAFJAPSoV6K0OZE4rXqHMkiRIbiOoWv4nwipjd7VM0Lwl1g3dUcx28SlqZ5J3bR86GfUiB3o9T5Vo4H6kuMFYbkRVb0KIz1AqmtU8S7zrrU9sjXpCFKjq6KSAB71W/6OcKVfOCGp7dBSFPyV8tsKOBnHxqk9YaEuGhddW5i6vI9Yfc3FCDkAE0eOrdkaOuNX2sL1XoK648bLpYVgfFA/ormjjxfntN8c7jc449q1Iyj7cCuxnoaZ9sszmBzIr7Lyf0YP6ia4l9KLxcXrsj8aV/MKVp3cqCmdC6O11fLvwgv+q7zdGXQIu1lttvZsUf5+tQ70RJgU9q6WzgumKVD7U001S/8AuX9Ey2xs4eurvMP5nf8A2KaehEVTI2pWmj7ZcQgf5VXXDLK04ycXb9qaM9ZL1seEd0ltQQE/sqkp8tK3S4llDefJPQVavHjhjqHRbv0rfSlAlAqQhLgV5/KqUU6XM1ohQrbZhxxTqsKNYCV9CgnpSYBHWlo6lJUBRjUqC0cyJDbomvKbiLX0BR9ahaQ7GWheFocwHEVMrzqaDcLBbLazYo8N2GVF6QwohUjOMbvswf0mou9veQ29tcWrKtn2CowUxiConpnJ+FPIUd5Mjctg+z/CAilBCfj8iaHmcrOfzKfuTbk7dV3Nc1xUpxW5a8dCfjURUpBvlaXfjtchyRHc9X8anfEC5+R8qZx20x3mvWWvWEbvEE+ElH9NNWxJeZbQ6N23z+NPzzXuW0f4hnYjZRCeoOcS284Sjwp/ENN3WihaVtHllJBTjyp6mCsJ56ztb/GpBxOEkZqmrLi6OkNK3Zu72Gy6kaVkOK5Ur5eVc+8abMuy8QrizjDbqua38wqrC4BXTNpvGnnDlsnntZ+rTH0mIhfkWW/JGEyWgz96a8Do8foXaEsS6P8A9PW6uXpOghkKSrJFZx1ryu1enPPHqlXDCIqdrCO0BnYy8v8AzW1KqK1Zfo8xku6wlOqGeXa5Sx97ahQZZbYNjIK5Is8xW4nA633yM4/Hmu3t2O4tt1Q3tcntjOO9T3T+ndHSblw+t9wgtKk3eHHd9op0rWeY5zNh7J+rn9VV3p/W1ni6IZ0vetJIvLLMpctpwznGNqlpAx4O+MfronY+KcaExY5MvSTEy86fZWxaphluIQ2lX46B7+PtFellinLocNTRYWgtNW97TVrcXa4smPcNQSok9yRdnI7iWkqI8AChzFEA9CD+uhOjdJWT9z9/CtPQrquJqj1Btq6zVQuWyUp/0h+moXY+JceFZbZbLvpODd3LZcnblFfXKcb2Pr88J74+2sscTWpVvvEPUel4d4RdLr9JukyXGQlzYlA90/KgWnyu+A96LAg6WtQuXEOA3BM2PZ5MVuAzdLk7FbbQr8rf2/bVA8SMv3SXuYajZkfgm5HOSnHwXkk/bmrHc4truE7UjmoNNQ7rHv3q2+Pz1NJa5HudUjJ/VVaawkWp+T69HtQhQ1Pg+pokLcCR54WetMjjnBNyBc0+ERuK65DkIdaVtcQcpIrdbxkyFuvEKcWckgdzSEhbBUsspGFLynr2FatupacSoggpOQazWaQguPGSEKbcJc7kfCncBlT7iWUlalKPlQ5t3mrUoqHXrRG2TREkNyEKTlPUZ+NHCipDq4WwRnC26hSFjoUkYIoO7HZHl1qQ3u8zLzNcmyl859w5WtXUmmk1LciSlaGUMowBhOenzopckTJHwC/5T7OB/fTf7a61tsiSPSjurAfeDH0YklvcdvuI8q464ZzhYNd266L/AAUeQlZz9tdks6i4eN64Vrf91rJemRuT6r0y307q+Fc/UxqRox9CufRxx/d31Ljzaez/AJ4oxpt12bwb4jesvLd5Et0N5OSPEO1Rjgrf7DY+MGobrcLpGYhvNupadJ6OEkdBTvSuqdOxeF2urXInsNS7jJcVGaJ6uDocihmnZaFOBylMej9rRTCikp6oIPaueGr9cLvraMzPfW+Y6wA4tRJPWr+4B3/SLPCy/wCndQX5m2m4O4Cz1O3FV9xD05oPT95tatJ6gFzDjoLrv4nWpjfLIdjWu47dWs2ckDm2Zt9sH4oXtP8ArVxx6QrPrvH2dHR9aYB+oVeF14kaZb4qaWuke/RHISIC40pwHo3kf01Ud9uWm7r6Tf0u/d4v0N69zTIJygpoMa2sJ8hL0z7izZdL6c0ozn96W5JV9qsf0Vt6DJItOqFAkEWonP31IONUDhNrudcr+9r0OzUxsRoWPBlA7Dp51FPRKv8ApnTatSt327sW1mYyWWiv5/ZUu4kKF4mauv0+4P2ufPekREqOA4d2OvlUNk8l5912GzymgPwe/wD3zXQfHbRPDa3aTVc9MamF4uCncugDGxFc3jv0rRj8UUyDy3LjIdJkR+c0B4QFYINbxER1rcWtJGT4RnsKa7ShWFNkH5iiQZZaZbcRIClK7pCe1MiDN0OrixbBcVi2iV6t05fN9778dKkumpD0jwv25h5n+Dc11vYhtavrfdQCK+mPNZfCUHlEH2g6GnIfekz1OtDcpairltg4o0xFm18tz0G4Ow3lsrU2cb2lbkK+YPmKzGZDXL5rXM+v/vikpUl+Q4FvrK1JSEjPkBTiE7/Ft/XqECMd7p2a5Ta9/wDN/uKQJbyTy/8AM/VST429C5j8inUyFyremcwtTscJHOWUFIbWc4ST9xphQOkOKW0cuKQkfV7imCinOTjFKvEczG8KA7lHUUymOdCnPSlE6k64a3W2Qb/bxHZ9tK3MP8xzwr7dumRUw47QXX+GUSQ6PawZhbX8qpmyyzbrrAnoGeRISvFdBcWVMz+Gl5Pm7sl/z14ztnH3PaeLP7T0nZku80c8fsOV1d6yO1aqrI7V206OSZyKtv0aG0qvl9PwtD/+qaqOrX9GwkXy+4P/ALIf/wBU1l1//wA8h2D10KH+evE149vvrHxr3mP1UeWl1MjrXq8KzRFGKDavcLdn6fygozQbV3WynP8ALCk5/q2PwfWIhXrToUCFY+yn1vl5fQiQV8onxKoUOqTn40+jfga451ZJIcyJhDyuUpWwHoT5inJlKRDZdS8hxaz4keaaEye5rVgn40SYCRKIF1S0gcyi7F1jrAqGdwM/GikQDanpRRkLYfckFZ3IpN6bJH/OXx8KxGA5iRjpkVvq/wAF6lx09GmCOUnyR9lFIuhs1L9r++ZUhH4ykULn3WS03773XtWrhOKH3d1zlNeM0vqEhIXWYF4Q+rFLfSExZyp5VCWj7Wnwqgp8Gz9zmJV0kLT8t1eZmTEJVJU6paljHv8AamT/AHH21lv31DyxUGx6CgnTVYT6y4STj3q3MiXDeU3z1AjrkKrVCEepb9o3Z74pqOpJPWgrksJTLih1kN4lDd7/ALfO79VJWxmE6XTIf5W1OUD8Y/CmNeoiwiwz65PbZZPv9MrX0/X2o1p6ySLkZYjuMD1RlT6+Y6hGUg9cbiMnr2FRyGtQUcGnEJxYknCiM96IVIxLlrU6dpK8HzFEoKrszDaubI2NqUUBaO4oH/H0QiqVuAycfCoipRokGnQ2txaprPObI8J39lfb50VtxtYgSmJjWJZPsHd+MH4Y86lPCSLHkWfUnOYbXyrNzG8pHhVv7ioHI/hIPzogDe4vSLrI9oPEnCNwHZI6eVO7bfH29IvaceDZiPv8/P1kqpZ2S+LvLUHDlxs7z8aAu++PmmqaKMPpaScIV0oXIJcd5bac0Vv3SMMfjr/moEPwlCUx/OjRRbGpDUve4Sd7e3G3Hzq5bjIQ/wAMLi846vc7bx4V9l+E+7VEv1ctpdW/wiuKHlcxLUDwBQzt8J7V57tuN92/f+h2Oy36/wCRQyqzXlV6tRkZ/9k=</binary>
</FictionBook>