<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Die W�chter</book-title><annotation><p>Admiral Gearys Erste Flotte hat eine neue Mission: Sie soll das Midway-Sternensystem sichern, das sich gegen die schw�chelnden Syndikat-Welten auflehnt. Dabei darf er keinesfalls den bestehenden Waffenstillstand brechen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn schon bald nimmt ein unbekannter Gegner Gearys Flotte unter Beschuss�</p></annotation><date value="2013-10-11">2013</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Ralph</first-name><last-name>Sander</last-name></translator><sequence name="Die verschollene Flotte" number="9"/></title-info><src-title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Guardian</book-title><date value="2013-05-01">2013</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>Cosmopilit</nickname></author><program-used>calibre 2.53.0, FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2016-08-01">1.8.2016</date><id>05c71d3b-0c09-4f06-b4de-76c72e0efe04</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><book-name>Jack Campbell. Die W�chter</book-name><publisher>Bastei L�bbe</publisher><city>K�ln</city><year>2013</year><isbn>978-3-404-20739-8</isbn></publish-info></description><body><title><p>Jack Campbell</p><p>Die W�chter</p></title><section><title><p>Widmung</p></title><p>F�r meinen j�ngeren Bruder Robert, der immer wieder aufstand, wenn das Leben ihn zu Boden schickte. Er war der St�rkste von uns allen. Und f�r seine Ehefrau Debbie C., die ihm gab, wonach er stets gesucht hatte, die an seiner Seite blieb und immer zur Familie geh�ren wird.</p><empty-line/><p><emphasis>Und wie immer f�r S.</emphasis></p></section><section><title><p>Eins</p></title><p>Der Admiral hatte einen schlechten Tag, und wenn das der Fall war, wollte niemand seine Aufmerksamkeit auf sich lenken.</p><p>Fast niemand.</p><p>�Stimmt irgendetwas nicht, Admiral?�</p><p>Admiral John �Black Jack� Geary, der bis gerade eben zusammengesunken in seinem Kommandosessel auf der Br�cke des Allianz-Schlachtkreuzers <emphasis>Dauntless </emphasis>gesessen hatte, dr�ckte den R�cken durch und warf Captain Tanya Desjani einen finsteren Blick zu. �Ist das jetzt Ihr Ernst? Wir sind momentan extrem weit von der Allianz entfernt, die Syndiks bereiten uns nach wie vor Schwierigkeiten, und die Kriegsschiffe dieser Flotte sind brutal zusammengeschossen worden, damit wir das von den Enigmas und den Kiks kontrollierte Gebiet hinter uns lassen konnten, und hier mussten wir schon wieder k�mpfen. Dieses Kriegsschiff, das wir den Kiks abgenommen haben, ist zwar von unsch�tzbarem Wert, aber es zieht auch jede denkbare Gefahr magnetisch an, und es h�lt unsere Flotte auf. Wir haben keine Ahnung, was derzeit in der Allianz los ist, aber wir haben allen Grund zu der Annahme, dass es nichts Gutes sein d�rfte. Habe ich noch irgendwas vergessen? Ach ja, die befehlshabende Offizierin meines Schiffs hat mich gerade gefragt, ob irgendetwas nicht stimmt!�</p><p>Desjani, die im Sessel des Captains neben ihm sa�, nickte verstehend und sah ihn gelassen an. �Aber davon abgesehen ist alles mit Ihnen in Ordnung?�</p><p>�Davon abgesehen?�, wiederholte er und w�re am liebsten explodiert, doch Desjani kannte ihn besser als jeder andere Mensch. H�tte er nicht ein Faible f�r das Absurde gehabt, dann w�re er vom Umfang seiner Verantwortung l�ngst in den Wahnsinn getrieben worden. �Ja, davon abgesehen ist alles in Ordnung. Sie erstaunen mich, Captain Desjani.�</p><p>�Ich gebe mir M�he, Admiral Geary.�</p><p>Die Wachhabenden auf der Br�cke konnten zwar sehen, dass sie redeten, und sie wussten auch, wie es um die Laune des Admirals bestellt war, aber sie konnten kein Wort von dem h�ren, was die beiden redeten. Deshalb klang Lieutenant Castries auch ein wenig verhalten, als sie allen anderen auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>meldete: �Ein Kriegsschiff hat eben das Portal verlassen.�</p><p>Der Alarm der Gefechtssysteme war bereits aktiviert worden, noch bevor Geary sich gerade hinsetzen konnte. Sein m�rrischer Gesichtsausdruck, der ihm selbst bis dahin gar nicht bewusst gewesen war, verschwand, als er sich auf das Hypernet-Portal auf seinem Display konzentrierte, das ganz am Rand des Midway-Sternensystems sein Dasein fristete. Vom Orbit der <emphasis>Dauntless </emphasis>und dem Rest der Allianz-Flotte war es fast zwei Lichtstunden entfernt.</p><p>�Ein weiterer Schwerer Kreuzer der Syndiks�, merkte Tanya an und klang ein wenig entt�uscht. �Nichts, was irgendwelche Aufregung wert w�re oder �� Sie unterbrach sich und betrachtete mit zusammengekniffenen Augen ihr eigenes Display. �Anomalien?�</p><p>Geary sah auf seinem Display die gleichen Informationen aufleuchten, w�hrend die Flottensensoren jedes noch so kleine Detail von dem noch Lichtstunden entfernten Schweren Kreuzer erfassten. Er f�hlte sich aufgeregt, obwohl er genau wusste, dass er momentan einen Blick in die Vergangenheit geboten bekam. Der Schwere Kreuzer war vor fast zwei Stunden ins System gekommen, lediglich das Licht seiner Ankunft hatte erst jetzt die <emphasis>Dauntless </emphasis>als das Flaggschiff der Ersten Flotte der Allianz erreicht.</p><p>Alles, was sie in den kommenden zwei Stunden beobachten konnten, war bereits geschehen, dennoch kam es ihm so vor, als s�he er ein Bild von etwas, das sich jetzt gerade ereignete. �Die haben zus�tzliche Frachtkapazit�ten auf der Au�enh�lle geschaffen und mit Lebenserhaltungssystemen ausger�stet�, stellte er fest.</p><p>�Das bedeutet, dass sie deutlich mehr Passagiere an Bord haben�, folgerte Desjani. �Eine Eingreiftruppe, die sich die hiesigen Einrichtungen vornehmen soll?�</p><p>Diese M�glichkeit war nicht aus der Luft gegriffen. Midway hatte sich vor Monaten mit einer Revolte von der Kontrolle durch die Syndikatwelten losgesagt und sich f�r unabh�ngig erkl�rt. Nach der Niederlage im Krieg gegen die Allianz waren die Syndikatwelten allm�hlich zerfallen, aber auch wenn viele Sternensysteme sich von ihnen abwandten, war Midway f�r die Syndik-Regierung viel zu wertvoll, als dass man diesen Verlust einfach so h�tte hinnehmen wollen. Geary hatte sich schon l�nger gefragt, was die Syndiks wohl als N�chstes versuchen w�rden, um wenigstens einen Teil ihrer Kontrolle zur�ckzuerlangen.</p><p>Bevor er jedoch etwas entgegnen konnte, zog Desjani verbl�fft die Augenbrauen hoch. �Er flieht.�</p><p>Der Schwere Kreuzer musste die kleine Syndik-Flotte bemerkt haben, die sich noch immer in der N�he des Hypernet-Portals aufhielt, aber anstatt Kurs auf sie zu nehmen, drehte er ab und beschleunigte.</p><p>�Die sind nicht auf Befehl der Syndiks hier. Das sind weitere Abtr�nnige�, stellte Geary fest. Ein weiteres Element der bewaffneten Streitkr�fte der Syndikatwelten, das auf die anhaltende Zersplitterung des Imperiums reagierte, indem es sich davonmachte, vermutlich mit Kurs auf das Heimatsystem der Crew. �Oder geh�rt der Kreuzer zu den Beh�rden hier in Midway?�</p><p>�Nicht, wenn sie uns die Wahrheit dar�ber gesagt haben, wie viele Kriegsschiffe ihnen zur Verf�gung stehen�, meinte Desjani, stutzte und musste laut lachen. �Haben Sie das gerade geh�rt? Ich habe mich gefragt, ob ein paar Syndiks uns wohl die Wahrheit gesagt haben k�nnten.�</p><p>Der Rest der Br�ckencrew stimmte in ihr Lachen �ber eine so absurde Aussage ein.</p><p>�Midway hat sich gegen die Syndikatwelten gestellt�, machte Geary klar, auch wenn er zugeben musste, dass Desjanis Belustigung durchaus begr�ndet war. Er war ein paar Syndiks begegnet, die sich ihm gegen�ber fair verhalten hatten, doch der gr��te Teil und dabei vor allem diejenigen auf der CEO-Ebene schienen die Wahrheit als etwas anzusehen, das man erst ins Spiel bringen durfte, wenn alle denkbaren Alternativen fehlgeschlagen waren.</p><p>�Okay, sie haben die Streifen auf ihrem Schwanz �bermalt�, gab Desjani zur�ck. �Aber hei�t das auch zwangsl�ufig, dass sie keine Stinktiere mehr sind?�</p><p>Er antwortete nicht darauf, weil er wusste, sein Gegenargument w�rde in der gesamten Flotte die Runde machen. Immerhin hatte jeder der Anwesenden den Krieg gegen die Syndiks aus erster Hand miterlebt; ein Konflikt, der hundert Jahre zuvor begonnen hatte und bei dem beide Seiten wie bei einer Spirale immer tiefer gesunken waren. Aber es waren die Syndikatwelten, die stets den ersten Schritt hin zu einem noch niedrigeren Niveau unternommen hatten, da deren F�hrer vor nichts zur�ckschreckten, um einen Krieg voranzutreiben, den sie nicht gewinnen konnten, aber auch keinesfalls verlieren wollten � bis Geary einschritt und ihre Flotte fast v�llig aufrieb.</p><p>Der Befehlshaber der kleineren Syndikflotte � Gearys alter Bekannter CEO Boyens � hatte fast sofort auf die Ankunft des Schweren Kreuzers reagiert, als der von der Flotte gesichtet worden war. Das einzelne Schlachtschiff, das den Kern der Flotte bildete, hatte seinen Orbit nicht ver�ndert, doch die Eskortschiffe hatten kehrtgemacht und beschleunigten nun auf ausholenden Vektoren, um den Neuank�mmling abzufangen.</p><p>Desjani sch�ttelte verwundert den Kopf. �Er schickt sechs seiner Schweren Kreuzer und alle neun J�ger hinterher? Das ist ja ma�los �bertrieben.�</p><p>�Wir wissen, dass Boyens �blicherweise sehr vorsichtig ist�, hielt Geary dagegen. �Er geht kein Risiko ein, au�erdem muss er bef�rchten, dass sich Leute hier aus dem System einmischen.�</p><p>�Die k�nnen diesen Schweren Kreuzer aber nicht eher erreichen als Boyens� Schiffe�, betonte sie. �Wenn der Kreuzer nicht mit so viel zus�tzlicher Masse unterwegs w�re, k�nnte er vielleicht entkommen. So dagegen ist er fl�gellahm.�</p><p>Geary betrachtete sein Display. Die Gefechtssysteme der <emphasis>Dauntless </emphasis>lieferten die gleiche Einsch�tzung der Situation wie Desjani. Von der Physik aus gesehen war die Situation nicht komplex, es war nur eine Frage von Masse, Beschleunigung und Entfernungen. Die geschwungenen, sich durchs All ziehenden Linien stellten wahrscheinliche Flugbahnen dar, auf denen markiert war, ab wo sich das Zielobjekt in der Reichweite der verschiedenen Waffensysteme befinden w�rde. Der neu eingetroffene Schwere Kreuzer flog mit nur 0,05 Licht, wohl um Treibstoff zu sparen, und obwohl er inzwischen mit aller Kraft beschleunigte, w�rden Boyens� Schwere Kreuzer ihn eingeholt haben, bevor jemand ihm zu Hilfe kommen konnte. Diese Kreuzer gingen bereits auf 0,1 Licht und w�rden sicher noch bis auf 0,2 Licht beschleunigen. �Ich m�chte wissen, wen dieser Kreuzer bef�rdert, dass daf�r zus�tzliche Lebenserhaltungssysteme notwendig sind.�</p><p>�Mehr Syndiks�, meinte Desjani un�berh�rbar desinteressiert.</p><p>�Mehr Leute, die vor den Syndiks fliehen�, sagte Geary. �Vielleicht die Familien der Besatzungsmitglieder.�</p><p>Sie schaute vor sich aufs Display und presste die Lippen zusammen, bis sie ihn schlie�lich ansah. �K�nnte sein. Im Krieg haben die Syndiks unz�hlige Familien umgebracht, und das werden sie jetzt auch wieder machen. Ich habe vor langer Zeit aufh�ren m�ssen, mir dar�ber Gedanken zu machen, weil es vor allem in Situationen wie dieser hier absolut nichts gab, was ich dagegen h�tte unternehmen k�nnen.�</p><p>Er nickte bed�chtig. Es war alles l�ngst geschehen. Die Familien und die Crewmitglieder auf dem Schweren Kreuzer waren vermutlich von den Syndik-Angreifern ermordet worden, noch bevor das Licht dieses Schiffs vom Eintreffen in Midway die <emphasis>Dauntless </emphasis>sie �berhaupt erreicht hatte.</p><p>�Wir beobachten, dass die Midway-Flotte ihre Vektoren �ndert�, meldete der Ablauf-Wachhabende. Die kleine, zu Midway geh�rende Flotte aus ehemaligen Syndik-Kriegsschiffen hatte in einer Entfernung von f�nf Lichtminuten zum Hypernet-Portal ihre Bahnen gezogen. Kaum dass der neue Kreuzer aufgetaucht war, hatten sich diese Schiffe gleichfalls auf den Weg zum Neuank�mmling gemacht.</p><p>�Die k�nnen den Kreuzer nicht mehr rechtzeitig erreichen�, sagte Desjani in professionell distanziertem Tonfall. �Und selbst wenn sie es schaffen, ist Boyens� Verfolgergruppe ihnen im Verh�ltnis von fast drei zu eins �berlegen.�</p><p>�Warum haben sie es dann �berhaupt versucht? Kommodor Marphissa kann das genauso berechnen lassen wie wir. Sie muss gewusst haben, dass es hoffnungslos sein w�rde.�</p><p>�Vielleicht wollte sie ja ein paar von den Schweren Kreuzern erwischen. Allerdings d�rfte sie bei dem Versuch die H�lfte ihrer Schiffe verloren haben.� Desjanis emotionale Distanz zum Geschehen entglitt ihr ein wenig, wie ihre Stimme erkennen lie�. Dadurch war herauszuh�ren, dass sie frustriert und w�tend war.</p><p>Geary sah, wie sich die vorausberechneten Flugbahnen aller Beteiligten ein wenig ver�nderten, als die automatischen Systeme der <emphasis>Dauntless </emphasis>Kurs und Geschwindigkeit der Syndik-Kriegsschiffe und der Midway-Flotte weiter korrigierten. Der einzelne Schwere Kreuzer, der durch das Hypernet-Portal ins System gekommen war, befand sich nun auf einem Kurs zu einem von mehreren Sprungpunkten, denen der Stern Midway seinen Namen verdankte. CEO Boyens� Syndik-Flotte war nur ein paar Lichtminuten vom Portal entfernt gewesen, etwas mehr zum Stern hin gelegen und leicht oberhalb des Portals. Die Schweren Kreuzer und die J�ger waren auf flacheren, schnelleren Flugbahnen unterwegs, sodass sie den fliehenden Kreuzer einholen konnten, lange bevor der sich in Sicherheit gebracht hatte.</p><p>Die Flotte des �Freien und unabh�ngigen Sternensystems Midway�, bestehend aus zwei Schweren und f�nf Leichten Kreuzern sowie mehreren J�gern, hatte ihren eigenen Orbit verlassen, der f�nf Lichtminuten unterhalb und an Steuerbord der Syndik-Flotte verlief. Damit waren diese Schiffe viel zu weit entfernt, um auf die Geschehnisse in unmittelbarer N�he zum Hypernet-Portal zu reagieren. Diejenigen, die sterben w�rden, waren l�ngst tot. Allerdings war es verdammt schwer, so zu tun, als w�rde einen das nicht k�mmern.</p><p>Geary f�hlte sich versucht, sein Display abzuschalten, um sich nicht etwas ansehen zu m�ssen, auf das er ohnehin keinen Einfluss hatte. Er konnte nur hoffen, dass es dem fliehenden Schiff gelungen war, ein paar von Boyens� Schiffen zu besch�digen, und dass wenigstens ein Teil der Midway-Flotte ihren eigenen Angriff auf die viel st�rkere Syndik-Streitmacht �berleben w�rde.</p><p>Doch er schaltete sein Display nicht ab, weil es seine Aufgabe war, sich das Geschehen anzusehen. Mit einem Anflug von �belkeit widmete er sich der Anzeige, die nur darstellte, was l�ngst geschehen war und sich nicht mehr umkehren lie�.</p><p>�Was ist denn das?�</p><p>Ihm war nicht bewusst, dass er selbst das laut ausgesprochen hatte, bis er Desjani in einem Tonfall lachen h�rte, der widerstrebende Bewunderung erkennen lie�. �Die Midway-Kriegsschiffe wollen gar nicht dem fliehenden Kreuzer helfen. Ihr Kommodor hat Kurs auf das Syndik-Schlachtschiff genommen.�</p><p>�Das ist doch �� Geary betrachtete, wie sich die Lage entwickelte, als die Vektoren der Midway-Streitmacht sich eingependelt hatten und erkennen lie�en, dass die Schiffe auf einen Abfangkurs zu Boyens� einzelnem Schlachtschiff gegangen waren, in dessen N�he sich noch ein paar Leichte Kreuzer aufhielten. �Was macht sie denn da? Die MidwayFlotte gen�gt nicht, um sich mit einem Schlachtschiff anzulegen, auch wenn die meisten Eskortschiffe anderweitig zu tun haben.�</p><p>�Sehen Sie sich die Geometrie an, Admiral�, empfahl Desjani ihm. �Sie konnten nicht als Erste den fliehenden Kreuzer einholen, aber sie schaffen es zu Boyens� Schlachtschiff, bevor dessen Kreuzer das einzelne Schiff zerst�ren und zu ihm zur�ckkehren kann.�</p><p>�Boyens hat trotzdem nicht viel Grund zur Sorge. Er k�nnte ein paar Leichte Kreuzer verlieren, aber sein Schlachtschiff �� In der Syndik-Formation flammte ein grelles rotes Symbol auf � eine Kollisionswarnung, die beharrlich �ber dem Syndik-Schlachtschiff blinkte. Geary verfolgte zwei voraussichtliche Flugbahnen zur�ck zu den Schiffen, die diesen Kurs eingeschlagen hatten: zwei J�ger der Midway-Flotte. �Die Vorfahren m�gen uns beistehen. Glauben Sie, die werden durchkommen?�</p><p>Desjani rieb sich das Kinn und betrachtete mit berechnendem Blick ihr Display. �Das ist die einzige M�glichkeit, Boyens� Schlachtschiff schwer zu besch�digen oder vielleicht sogar zu zerst�ren. Da die Schweren Kreuzer und die J�ger die Verfolgung des einzelnen Schiffs aufgenommen haben und da die �brigen Midway-Schiffe diese beiden J�ger abschirmen, um an den verbliebenen Eskortschiffen vorbeizukommen, k�nnte es funktionieren. Allerdings ist das eine verr�ckte Taktik.�</p><p>�Kommodor Marphissa ist eine ehemalige Syndik�, betonte Geary. �Boyens k�nnte etwas �ber sie wissen.�</p><p>�Meinen Sie damit die Tatsache, dass sie einen Hass auf Syndik-CEOs hat?�, fragte Desjani. �Und dass sie deshalb wirklich Boyens� Schlachtschiff von zwei ihrer Schiffe rammen lassen wird? Ja, Boyens k�nnte so etwas wissen.�</p><p>Entsetzt starrte Geary auf sein Display. W�rde er mitansehen m�ssen, wie zwei Schiffe ihre eigene Zerst�rung in Kauf nahmen, nur um vielleicht der Syndik-Streitmacht in ihrem System einen vernichtenden Schlag zuzuf�gen? �Augenblick, etwas stimmt da nicht. Angenommen, die Kommodor will wirklich dieses Schlachtschiff au�er Gefecht setzen � warum sollte sie dann die J�ger schon so fr�h auf Kollisionskurs gehen lassen?�</p><p>�Wenn sie nicht verr�ckt ist � und dass sie das ist, glaube ich nicht �, dann w�rde sie nicht jetzt zu erkennen geben, dass sie das Schlachtschiff rammen lassen will.� Desjani lachte abermals bewundernd auf. �Es ist ein Bluff. Boyens kann es nicht riskieren, dieses Schlachtschiff zu verlieren. Aber er kann auch nicht sicher sein, dass es seinen verbliebenen Eskortschiffen gelingen wird, die J�ger aufzuhalten. Was wird er also machen?�</p><p>�Hoffentlich das einzig Vern�nftige�, sagte Geary und schaute wieder auf die Schweren Kreuzer und J�ger der Syndiks, die dem einzelnen Kreuzer nacheilten, w�hrend der noch immer versuchte, mit der ihm zur Verf�gung stehenden Maximalgeschwindigkeit zu entkommen. Wegen der Zeitverz�gerungen, die bei der Kommunikation selbst �ber relativ kurze Distanzen von ein paar Lichtminuten eintraten, vergingen rund zehn Minuten, ehe sich die Flugbahnen der von Boyens losgeschickten Verfolgerschiffe zu ver�ndern begannen. Die Schiffe machten kehrt und nahmen wieder Kurs auf das Schlachtschiff, das sie erst kurz zuvor verlassen hatten.</p><p>�Die Syndiks haben ihre Bem�hungen aufgegeben, den neuen Kreuzer abzufangen�, meldete Lieutenant Castries, als k�nnte sie nicht glauben, was sie da redete. �Die Midway-Flotte ist weiter unterwegs zum Syndik-Schlachtschiff.�</p><p>�Vielleicht war es ja gar kein Bluff�, gab Desjani zu bedenken und verfolgte das Geschehen auf ihrem Display. �In zwanzig Minuten werden wir schlauer sein.�</p><p>�Captain?�, fragte Castries.</p><p>�Wenn die Midway-Flotte mit ihrer Aktion erreichen wollte, dass dieser einzelne Kreuzer unbehelligt davonkommt, dann m�ssen sie ihre Vektoren lange genug auf das Schlachtschiff ausgerichtet lassen, weil sonst diese Syndik-Gruppe dort abermals wenden und das neue Schiff immer noch einholen k�nnte.�</p><p>Geary war sich sicher, dass Kommodor Marphissa nur bluffte, dennoch sah er mit wachsender Anspannung zu, w�hrend die von Desjani erw�hnten zwanzig Minuten qu�lend langsam verstrichen. <emphasis>Ta n y a hat recht. Nach allem, was wir �ber Marphissa wissen, hasst sie die Syndik-CEOs, die fr�her ihr Leben kontrolliert haben. Aber gen�gt ihr Hass, um sie ihre Verantwortung vergessen zu lassen, dass sie mit ihren Streitkr�ften sparsam und vern�nftig umgehen muss? Syndik-Befehlshabern wurde nie eingeimpft, sich bei der Durchf�hrung ihrer Missionen Gedanken �ber die Zahl der m�glichen Opfer zu machen. Und Marphissa hat ihr Handwerk von diesen Leuten gelernt.</emphasis></p><p>�Die zwanzig Minuten sind um, Captain�, meldete Lieutenant Castries. �Der einzelne Kreuzer kann jetzt von den Syndiks nicht mehr eingeholt werden.� Desjani nickte wortlos. Falls sie sich Sorgen machte, lie� sie sich davon nichts anmerken.</p><p>Allerdings konnte sie ohnehin nichts mehr an den Ereignissen �ndern, die sich vor zwei Stunden abgespielt hatten.</p><p>Einundzwanzig Minuten nach dem Moment, da die Schweren Kreuzer ihr Wendeman�ver begonnen hatten, machte die Midway-Flotte kehrt und kehrte in einem weiten, ausholenden Bogen auf ihre alte Position zur�ck, auf der sie f�nf Lichtminuten von der Syndikat-Flotte entfernt waren.</p><p>Geary atmete erleichtert aus. �Sie ist etwas l�nger auf Kollisionskurs geblieben, um Boyens nerv�s zu machen.�</p><p>�Vermutlich ja�, stimmte Desjani ihm l�chelnd zu. �Zu schade, dass die Kommodor eine Syndik ist.�</p><p>�Eine Ex-Syndik.�</p><p>�Ja, richtig. Eines Tages k�nnte aus ihr noch mal eine gute Schiffskommandantin werden.�</p><p>Diesmal nickte Geary wortlos. Was Desjani da gesagt hatte, war ein enormes Zugest�ndnis und ein beachtliches Lob an die Adresse der Syndik. Aber sie w�rde nicht wollen, dass irgendjemand dar�ber ein Wort verlor. �Nachdem Boyens sich einen Spa� daraus gemacht hat, uns unsere Unf�higkeit vor Augen zu f�hren, ihn aus dem System zu scheuchen, war es sch�n zu sehen, wie er jetzt �ffentlich blamiert worden ist. Das ganze Sternensystem wird zu sehen bekommen, wie er �berlistet und zum R�ckzug gezwungen worden ist.�</p><p>�Das ist auf jeden Fall gut, aber es hilft uns nicht weiter�, murrte Desjani.</p><p>�Nein.� Er wusste, was sie meinte. Gearys Flotte war der einzige Grund, wieso Boyens nicht schon l�ngst damit begonnen hatte, das Midway-System f�r die Syndikatwelten zur�ckzuerobern.</p><p>Offiziell unterstand das System der Kontrolle durch eine sogenannte Pr�sidentin und einen sogenannten General, die beide fr�her Syndik-CEOs gewesen waren. Ging man aber nach der Feuerkraft der Allianz-Flotte, dann war Geary eigentlich momentan der einzig wahre Herrscher �ber das System, doch ihm waren die H�nde gebunden, wenn es um die Syndiks ging.</p><p>Diese Flotte musste ins Gebiet der Allianz zur�ckkehren, das am anderen Ende des Syndik-Territoriums lag und damit sehr weit entfernt war. Neben der Syndik-Flotte gab es noch andere Gr�nde, hier in diesem System zu verharren, nachdem man sich durch Regionen gek�mpft hatte, die jenseits der von Menschen gesteckten Grenzen lagen. Die Allianz-Schiffe waren wiederholt in Gefechte verwickelt und dabei schwer besch�digt worden. Die Hilfsschiffe hatten ihre Best�nde an Rohstoffen aufstocken k�nnen, nachdem ihnen hier in Midway die Verantwortlichen die Erlaubnis erteilt hatten, Asteroiden im System auszubeuten. Danach hatten sie auf Hochtouren gearbeitet, um alle erforderlichen Ersatzteile zu produzieren, die bei den Gefechten besch�digt worden waren. S�mtliche Crewmitglieder hatten einen unerm�dlichen Einsatz gezeigt, um alle notwendigen Reparaturen zu erledigen.</p><p>Es �nderte nichts daran, dass sie heimkehren mussten. W�hrend Geary mit ernster Miene auf sein Display schaute, leuchtete auf einmal eine weitere Kollisionswarnung auf, diesmal auf dem erbeuteten Superschlachtschiff, das auf den Namen <emphasis>Invincible </emphasis>getauft worden war und das selbst die vier gro�en Schlachtschiffe seiner Flotte klein und bescheiden aussehen lie�. Die <emphasis>Invincible </emphasis>war das Werk einer fremden Spezies, der man den Spitznamen Kiks gegeben hatte. Ihr Aussehen erinnerte an eine Kombination aus niedlichen Teddyb�ren und K�hen, ihr Sozialverhalten war dagegen nicht ann�hernd so niedlich, denn sie verweigerten sich beharrlich jeder Form der Kontaktaufnahme und waren lediglich dazu imstande, die Menschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit aller H�rte zu attackieren. Die Kiks sahen in den Menschen Raubtiere, und die aus Herdentieren hervorgegangenen Kiks verhandelten nun mal nicht mit Raubtieren.</p><p>An Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>fand sich eine F�lle an Informationen �ber die Kiks und ihre Technologie, was das Schiff zum wertvollsten Objekt machte, das die Menschheit je besessen hatte. Je eher die <emphasis>Invincible </emphasis>das Allianz-Gebiet erreichte, umso besser war es f�r sie alle.</p><p>�ber die Kollisionswarnungen musste er sich allerdings keine Gedanken machen. Die waren von den Bewegungen der sechs Schiffe rund um das fast v�llig glatte, eif�rmige Objekt ausgel�st worden, die wie anmutige V�gel zwischen den schwerf�lligen Schiffen seiner eigenen Flotte umherschwirrten. �Die T�nzer werden irgendwann noch daf�r sorgen, dass unsere Warnsysteme einen Herzinfarkt bekommen�, merkte Geary an. Die Allianz-Matrosen hatten diesen Aliens den Namen T�nzer gegeben, weil sie auf eine l�ssig anmutende Art mit ihren Schiffen Man�ver flogen, die den besten menschlichen Steuermann ebenso �berforderten wie jedes von Menschenhand geschaffene automatische System.</p><p>Niemand wusste, wie lange die T�nzer hier verweilen und darauf warten w�rden, dass sich die menschliche Flotte wieder in Bewegung setzte. Sie waren bislang die einzige nichtmenschliche Spezies, die den Wunsch versp�rte, mit den Menschen zu reden, und sie hatten den Menschen als Einzige geholfen, anstatt sie so anzugreifen, wie es alle anderen getan hatten. Daher war es wichtig, dass Geary die Repr�sentanten der T�nzer so z�gig wie m�glich zur Allianz-Regierung brachte.</p><p>Aber nicht alle Gr�nde f�r einen baldigen Abzug aus Midway und einen Weiterflug in Richtung Allianz-Gebiet waren offensichtlich. Die Moral der M�nner und Frauen auf den Schiffen der Flotte beispielsweise konnte niemand sehen oder ber�hren, aber sie war auf einem bedenklichen Tiefpunkt angekommen. Sie hatten langwierige und zerm�rbende Schlachten hinter sich, und sie wollten endlich den Frieden in der Galaxis genie�en, der angeblich inzwischen �berall Einzug gehalten hatte. Sie wollten zur�ck nach Hause und dort erst mal eine Weile bleiben. Aber zu Hause f�rchtete man sich vor diesen m�den und ersch�pften K�mpfern. Zumindest f�rchteten sich gro�e Teile der Allianz-Regierung vor ihnen, weil man nicht wusste, wem die Loyalit�t dieser Leute galt. Sie machten sich Sorgen wegen der enormen Kosten, die entstanden, wenn die Schiffe weiter unterhalten werden m�ssten. Sie waren besorgt wegen der gro�en Zahl an Veteranen, die schon jetzt in der ins Stocken geratenen Wirtschaft keinen rechten Platz zu finden vermochten, die in den Sternensystemen der Allianz herrschte, nachdem der Krieg ein Ende genommen hatte.</p><p>Und daheim wurden auch noch Pl�ne von den unterschiedlichsten Leuten geschmiedet. Wie viele Pl�ne es waren, wusste er nicht, und damit auch nicht, wie viele davon sich gegen ihn richteten. Unbekannt war ebenso, wie viele dieser Pl�ne dazu angetan waren, die Allianz zu unterh�hlen oder sie sogar in einen Zerfall zu treiben, wie ihn die Syndikatwelten gerade erlebten. Doch mit all diesen Pl�nen konnte er sich nicht befassen, solange er so weit weg von zu Hause war, wie nur m�glich, ohne das von Menschen erforschte und besiedelte Gebiet zu verlassen.</p><p>Wenn der Sieg �ber die Syndikatwelten diese Situation heraufbeschw�ren hatte, dann wollte er lieber gar nicht dar�ber nachdenken, was eine Niederlage nach sich h�tte ziehen k�nnen.</p><p>Er beobachtete, wie sich die Flugbahn des fliehenden Schweren Kreuzers �nderte; vermutlich eine Reaktion auf die tatkr�ftige Unterst�tzung der Midway-Flotte. Geary sa� da und hatte noch immer keine Idee, wie er die von Boyens befehligte Syndik-Flotte loswerden konnte, ohne dabei gegen den Friedensvertrag zwischen der Allianz und den Syndikatwelten zu versto�en. Wenn er aber das System verlie�, ohne sich Boyens vorgekn�pft zu haben, dann lief er Gefahr, dass die Allianz die potenziell sehr wertvollen Verb�ndeten in Midway verlor. Er konnte es schon aus dem Grund nicht riskieren, Midway an die Syndikatwelten zur�ckfallen zu lassen, weil dieses System das einzige Sprungbrett zu jener Region des Alls darstellte, in der die T�nzer zu Hause waren.</p><p>Tage sp�ter beobachtete ein nerv�ser Geary einen kastenf�rmigen Frachter von Midway, der sich seinen Weg zwischen den Allianz-Kriegsschiffen hindurch bahnte. Erfahrung mit Syndik-Frachtern hatte er nur w�hrend des Kriegs gesammelt, und da waren es in aller Regel feige Anschlagsversuche gewesen, um mithilfe von versteckten oder improvisierten Waffen Allianz-Schiffe zu zerst�ren oder zumindest erheblich zu besch�digen. Als er nun sah, wie sich ein solcher Frachter inmitten seiner Flotte bewegte, musste Geary all seine Willenskraft ins Spiel bringen, um nicht die Zerst�rung dieses Schiffs zu befehlen.</p><p>Er sah zu Desjani, deren verbissene Miene ihm verriet, dass es ihr noch viel schwerer fiel, den Frachter in der N�he ihres Schiffs zu dulden.</p><p>�Wir brauchen das Essen�, sagte Geary zu ihr. �Wir haben schon fr�her Syndik-Rationen gegessen, und Midway verf�gt �ber betr�chtliche Vorr�te, weil das hier mal ein zentraler Knotenpunkt gewesen ist, von dem aus die gesamte Region versorgt wurde.�</p><p>�Ja, ich wei߫, gab sie zur�ck. �Aber die Syndik-Rationen, die wir zuvor mitgenommen haben, lagen irgendwo als �berbleibsel der Vorr�te, die man dort zur�ckgelassen hatte, als die betreffende Einrichtung von den Syndiks aufgegeben wurde. Da mussten wir uns keine gro�en Sorgen machen, dass die Rationen vergiftet oder auf andere Weise manipuliert waren.�</p><p>�Die Flotten�rzte und Captain Smythes Ingenieure werden diese Rationen jedem der Menschheit bekannten Test unterziehen, um sicherzustellen, dass sie frei von Gift, Bakterien, Viren, Nanoseuchen oder anderen Gemeinheiten sind.�</p><p>�Gut�, lenkte sie ein. �Aber wenn ich bedenke, wie �bel die Syndik-Rationen schmecken, frage ich mich, wie jemand merken will, ob da was drin ist, was nicht reingeh�rt.�</p><p>�Immerhin sorgen die Syndik-Rationen daf�r, dass das Allianz-Essen im Vergleich dazu passabel schmeckt�, betonte Geary und sah mit an, wie Allianz-Shuttles an den Hauptschleusen des Syndik-Frachters andockten, um das Frachtgut zu �bernehmen. Einen weiteren Vorteil lie� Geary unerw�hnt, weil der nur f�r noch mehr Argwohn gesorgt h�tte: Die Beh�rden auf Midway stellten die Rationen kostenlos zur Verf�gung, anstatt zu versuchen, den h�chstm�glichen Preis daf�r zu erzielen.</p><p>Er wusste, dass diese Gro�z�gigkeit einen guten Grund hatte: Midway wollte unbedingt die Gunst der Allianz gewinnen, damit die ihr gegen die von den Syndikatwelten ausgehende Bedrohung zur Seite stand. Dennoch war es im Vergleich zum sonstigen Verhalten der Syndiks eine sehr untypische Geste.</p><p>Sein Display zeigte ihm an, dass das medizinische Personal der Flotte und die Ingenieure mit ihrer jeweiligen Ausr�stung auf Hochtouren arbeiteten, um auf jedem Shuttle einen ersten Sicherheitsscan der Rationen vorzunehmen.</p><p>Ein leises Signal lenkte Gearys Aufmerksamkeit auf sein Komm-Display. <emphasis>Warum ruft Victoria Rione mich ausgerechnet jetzt?</emphasis>, fragte er sich und nahm das eingehende Gespr�ch an. Das Bild der Gesandten der Allianz-Regierung nahm am Rand des Displays Gestalt an.</p><p>Rione, die sich aus ihrem Quartier an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>meldete, blinzelte verschlafen und deutete mit einer vagen Geste auf den Midway-Frachter. �Das Schiff hat unerwartete Fracht an Bord.�</p><p>�Wie bitte?� Er machte sich keine M�he, seine Ver�rgerung zu �berspielen. Wenn Midway jetzt irgendwelche Tricks versuchte, nachdem seine Flotte so viel geleistet hatte, um das System zu besch�tzen �</p><p>�Nichts Schlimmes, w�rde ich sagen. Zwei Repr�sentanten von General Drakon. Sie haben sich auf dem privaten Komm-Kanal gemeldet, den ich bislang f�r meine Kommunikation mit Pr�sidentin Iceni benutzt habe.� Rione verzog den Mund zu einem schiefen L�cheln. �Ich habe mich bereits erkundigt, ob sie Sie bitten wollen, General Drakon beim Sturz von Pr�sidentin Iceni zu unterst�tzen. Sie beteuern, dass sie nicht aus diesem Grund hier sind.�</p><p>�Gut. Diese Unterst�tzung h�tten sie sowieso nicht erhalten.� Mit den Fingern trommelte er auf die Armlehne, w�hrend er Riones Bild skeptisch betrachtete. Sie hatte jedes Recht, m�de und ersch�pft zu sein, immerhin verhandelte sie bereits seit �ber einer Woche mit den Beh�rden, m�hte sich mit CEO Boyens ab und arbeitete daran, die Kommunikation mit den T�nzern weiterzuentwickeln.</p><p>�Und was wollen die beiden?�, fragte Geary. �Was gibt es derart Geheimes, dass sie herkommen mussten, um das pers�nlich zu besprechen?�</p><p>�Etwas, �ber das sie nur mit Ihnen reden wollen. Unter vier Augen. Sie k�nnen davon ausgehen, dass es sich um eine Angelegenheit handelt, die so brisant ist, dass man nicht das Risiko eingehen will, belauscht zu werden.�</p><p>�Verdammt.� Geary betrachtete das Bild des Frachters auf seinem Display. Er hatte immer wieder aufs Neue erfahren m�ssen, dass selbst die geheimsten und am besten verschl�sselten Kommunikationskan�le abgeh�rt werden konnten. Daher hatte er Verst�ndnis daf�r, wenn sich jemand nicht auf dieses Risiko einlassen wollte. Aber � �Mit mir allein? Nein. Bei diesem Treffen mit den beiden muss auf jeden Fall noch jemand anwesend sein.�</p><p>�Ich nicht�, sagte Rione sofort. �Ich kann nicht zulassen, dass es so ausgelegt werden kann, als w�rde das, was Drakon mitzuteilen hat, von der Allianz-Regierung gebilligt. Erst muss ich genau wissen, um was es geht. Nehmen Sie Ihren Captain mit. Sie hat den gleichen Dienstgrad wie Drakons Repr�sentanten, und sie ist ausreichend an Ihrer Sicherheit interessiert, um einzuschreiten, wenn die beiden irgendetwas versuchen sollten.�</p><p>�Es w�rde Ihnen bestimmt nicht wehtun, wenn Sie gelegentlich Tanya Desjanis Namen nennen w�rden�, betonte er.</p><p>�Woher wollen Sie wissen, dass es nicht wehtun w�rde?�, gab sie mit einem L�cheln zur�ck, das Vieles bedeuten konnte. Geary beabsichtigte nicht, sich mit einer dieser M�glichkeiten eingehender zu besch�ftigen. �Sie m�ssen einem Shuttle die Erlaubnis geben, Drakons Leute auf die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu bringen. Viel Spa�.�</p><p>Nachdem die Verbindung zu Rione geschlossen war, sah Geary zu Desjani, die so tat, als habe sie diese Unterhaltung gar nicht bemerkt. �Haben Sie irgendwas davon mitbekommen?�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Ihre Privatsph�re wurde aktiviert. Was wollte die Frau von Ihnen?�</p><p>�Ist es eigentlich so schwer, Victoria Riones Namen auszusprechen?�, fragte er, obwohl er das besser wissen sollte.</p><p>�Ja, das ist so schwer.�</p><p>�Okay.� Er w�rde in diesem Punkt niemals irgendetwas erreichen k�nnen, also lie� er Desjani stattdessen nur wissen, was Rione ihm mitgeteilt hatte. �Ich werde einem der Shuttles sagen, dass sie die beiden herbringen sollen. Dann werden wir ja sehen, was sie uns mitteilen wollen.�</p><p>�M�gen die Vorfahren uns beistehen�, murmelte Desjani und wandte sich an ihre Wachhabenden. �Ich ben�tige gefechtsbereite Marines als Wachen im Shuttlehangar, Konferenzraum 4D576 soll gesichert und ger�umt werden, und f�r alle Korridore vom Hangar zum Konferenzraum gilt bis auf Weiteres ein Zugangsverbot.�</p><p>�Ja, Captain�, erwiderte Lieutenant Castries sofort.</p><p>Als Geary und Tanya wenig sp�ter den Shuttlehangar erreichten, standen die Marines in kompletter Gefechtsausr�stung bereit. Desjani l�chelte zufrieden. �Hervorragend. Es geht nichts �ber ein paar Marines, wenn man Syndiks wirklich beeindrucken will.� Dann betrat sie als Erste den Hangar, wo das gelandete Shuttle auf sie wartete, ohne die Rampe herabgelassen zu haben. �Aufmachen�, befahl Desjani.</p><p>Die Rampe klappte herunter, und Geary stellte sich so hinter das Shuttle, dass er ins Innere sehen konnte.</p><p>Nur Sekunden sp�ter tauchten die beiden Repr�sentanten von General Drakon am Kopf der Rampe auf. Geary hatte beide schon einmal gesehen, als sie bei einer der Unterhaltungen mit Drakon im Hintergrund gestanden hatten. Ein Mann, eine Frau, beide trugen Uniform. Als sie mit gem��igten Schritten auf ihn zukamen, versp�rte er eine unerkl�rliche Unruhe. Keiner von ihnen machte einen gef�hrlichen Eindruck, doch eine innere Stimme warnte Geary, diese beiden nicht zu untersch�tzen.</p><p>Aus dem Augenwinkel bemerkte er, wie die Marines ihre Haltung leicht ver�nderten, um auf alles gefasst zu sein, was die beiden wom�glich versuchen w�rden.</p><p>Bis zu diesem Moment war Geary nicht in den Sinn gekommen, dass Drakons Repr�sentanten wom�glich hergekommen waren, um einen Anschlag auf ihn zu ver�ben. Ein unverzeihlicher Fehler seinerseits, ging es hier doch um eine unmittelbare Begegnung mit Syndiks, wie ihm erst jetzt richtig bewusst wurde. Gl�cklicherweise war Tanya umsichtiger gewesen und hatte die Marines hinzugeholt.</p><p>�Colonel Morgan�, stellte die Frau sich vor, als w�rde ihm der Name alles �ber sie sagen, was er wissen wollte. Es war, als h�tte Geary nur gesagt: �Ich bin Black Jack.� So etwas machte er jedoch nie, von daher war seine Verwunderung �ber diese Frau noch etwas gr��er. Sie strahlte einfach auf arrogante Art K�nnen aus. Auch war sie unbestreitbar attraktiv, jedoch auf eine Weise, die Geary ebenfalls beunruhigte, und sie bewegte sich mit der unbewussten Anmut einer Frau, die als T�nzerin ausgebildet worden war oder eine t�dliche Kampfsportvariante beherrschte. Colonel Morgan ignorierte die Anwesenheit der Marines, als seien die v�llig bedeutungslos. Geary �berkam das unangenehme Gef�hl, dass diese Frau � w�re sie hergeschickt worden, um ihn aus dem Weg zu r�umen � sich durch die Pr�senz der Marines von der Erledigung ihres Auftrags nicht h�tte abbringen lassen.</p><p>�Colonel Malin�, sagte der Mann etwas f�rmlicher. Er wirkte zur�ckhaltender und klang so ehrerbietig, wie man es von einem Untergebenen erwarten sollte. Dennoch vermittelte auch er den Eindruck, dass es f�r ihn keine Aufgaben gab, die er als zu schwierig bezeichnen w�rde. Er strahlte nicht ann�hernd diese Aura der Bedrohung aus, von der Morgan umgeben war, dennoch warnten Gearys Instinkte ihn, Malin ebenfalls nicht zu untersch�tzen.</p><p>Aus den offiziellen Unterredungen mit General Drakon hatte Geary sich ein umfassendes Bild von diesem Mann machen k�nnen. Nat�rlich hatte es keine inoffiziellen Gespr�che gegeben. Geary sah in ihm einen professionellen Offizier, vielleicht vergleichbar mit einem Senioroffizier der Allianz.</p><p>Aber Drakon umgab sich mit diesen beiden Colonels als seinen engsten Adjutanten. Tat er es, weil das bei den Syndikatwelten so �blich war? Oder f�hlte sich Drakon selbst behaglich, wenn er Individuen in seiner N�he wusste, die todbringend kompetent waren?</p><p>Geary versuchte sich nicht anmerken zu lassen, welche Gedanken ihm durch den Kopf gingen, und nickte den Colonels zu. Zweifellos wussten sie, wer er war, deshalb deutete er nur auf Tanya. �Captain Desjani.�</p><p>Er h�tte schon blind sein m�ssen, um nicht die absch�tzenden Blicke zu bemerken, die nach der denkbar knappen gegenseitigen Vorstellung zwischen den dreien hin und her gingen. Tanya betrachtete die beiden, als h�tte sie eine Streitmacht aus feindlichen Schiffen vor sich. Sie merkte den zweien ganz offensichtlich die Bedrohung an, die von ihnen ausging.</p><p>Den Weg zum gesicherten Konferenzraum legte die Gruppe z�gig und schweigend zur�ck.</p><p>Auch die Marines sagten nichts. Die Korridore waren wie von Tanya angeordnet ger�umt und f�r alle Unbefugten gesperrt worden.</p><p>Im Konferenzraum wartete Geary, bis Tanya die Luke verschlossen hatte. Die Marines mussten drau�en warten, obwohl das Geary gar nicht so recht war. Er setzte sich hin und nickte den beiden Colonels zu, ohne ihnen ausdr�cklich einen Platz anzubieten. �Was gibt es so Wichtiges, dass Ihr General zwei Repr�sentanten pers�nlich zu uns schickt? Was ist so vertraulich, dass es nicht auf dem mit den besten Methoden gesicherten Kanal �bermittelt werden konnte?�</p><p>Anstatt auf seine Fragen zu antworten, sahen die beiden Desjani an; Malin auf eine fragende, Morgan auf eine herausfordernde Weise. �Die Angelegenheit ist ausschlie�lich f�r Sie bestimmt�, sagte Morgan dann.</p><p>�So lauten unsere Befehle�, erg�nzte Malin und warf dabei Morgan einen Blick zu, der durchaus als ver�rgert gedeutet werden konnte. �Ich hoffe, Sie haben daf�r Verst�ndnis, Admiral.�</p><p>Geary lehnte sich nach hinten, um zu unterstreichen, dass er sich in seiner Autorit�t nicht bedroht f�hlte. �Ich hoffe, Sie verstehen, dass ich mir auf meinem eigenen Flaggschiff keine Vorschriften machen lasse. Captain Desjani ist die Befehlshaberin dieses Schiffs und meine vertrauensw�rdigste Beraterin. Sie wird bei jeder Unterhaltung anwesend sein.�</p><p>Malins Z�gern war fast nicht zu bemerken, als er zustimmend nickte. Morgan machte diesmal einen fast am�sierten Eindruck, als sie zwischen Geary und Desjani hin und her sah. �Wir sind mit � besonderen Beziehungen vertraut�, sagte sie in einem Tonfall, der Tanya dazu veranlasste, die Lippen zusammenzupressen.</p><p>Die Anspielung gefiel Geary auch nicht, aber er w�rde vor den beiden nicht seine Beziehung zu Tanya rechtfertigen. �Dann reden Sie weiter.�</p><p>Colonel Malin ergriff das Wort und klang wieder respektvoll und f�rmlich. �Pr�sidentin Iceni hat uns gebeten, ihre pers�nliche Bitte um ein Treffen mit den T�nzern weiterzuleiten.�</p><p>�Wir haben Pr�sidentin Iceni bereits wissen lassen�, entgegnete Geary achselzuckend, �dass die T�nzer einen direkten Kontakt mit ihr und mit jedem anderen Bewohner des Midway-Systems ablehnen. Den Grund daf�r kennen wir nicht, weil die T�nzer ihn uns nicht erkl�rt haben. Ich werde sie noch einmal fragen, aber ich gehe nicht davon aus, dass die Antwort diesmal anders lauten wird.�</p><p>�Ihre Pr�sidentin�, warf Desjani ironisch ein, �wird die T�nzer vielleicht gar nicht pers�nlich kennenlernen wollen.�</p><p>�Wir haben die Bilder gesehen, die Sie zur Verf�gung gestellt haben�, sagte Malin mit dem Anflug eines L�chelns. �Wir wissen, die T�nzer sind ��</p><p>�� abscheulich�, erg�nzte Colonel Morgan.</p><p>�Aber sie haben Ihnen das Leben gerettet�, wandte Desjani in einem tr�gerisch freundlichen Tonfall ein.</p><p>�Wir m�chten den T�nzern daf�r danken, dass sie das Enigma-Bombardement abgelenkt haben, das unsere Welt hatte treffen sollen�, sagte Malin, ehe sich Morgan erneut zu Wort melden konnte. �Wir w�rden ihnen gern pers�nlich danken, wenn Sie ihnen das ausrichten k�nnten.�</p><p>�Ich werde es weiterleiten�, gab Geary unverbindlich zur�ck.</p><p>�General Drakon l�sst au�erdem die pers�nliche Bitte ausrichten, dass wir Zugang zu dem Schiff erhalten, das Sie <emphasis>Invincible </emphasis>nennen, Admiral. Uns ist klar, dass jeder Zugang erheblich eingeschr�nkt w�re und ��</p><p>�Nein�, unterbrach Geary ihn. �Wir wissen noch zu wenig �ber das Schiff. Ich wei� von Ihrem General, wie besorgt Sie alle sind, dass gut getarnte Spione der Syndikatwelten in diesem Sternensystem noch immer ihr Unwesen treiben. Ich kann nicht das Risiko eingehen, dass unsere bislang mageren Erkenntnisse �ber das Schiff in die H�nde des Syndikats gelangen. Colonel, Sie wissen so gut wie ich, dass keines Ihrer bislang vorgetragenen Anliegen einen pers�nlichen Besuch auf diesem Schiff rechtfertigt. Was also wollen Sie wirklich?�</p><p>Malin nickte und schaute so drein wie ein Mann, der seinen Gegner daf�r bewundert, dass er sich nicht hat t�uschen oder ablenken lassen. �Es hat sich eine Gelegenheit ergeben, Admiral. Eine Gelegenheit, um eine Sache aus der Welt zu schaffen, die Sie genauso betrifft wie General Drakon und Pr�sidentin Iceni. Solange CEO Boyens eine Flotte der Syndikatwelten befehligt, die sich in unserem System aufh�lt und die st�rker ist als unsere mobilen Streitkr�fte, k�nnen wir nicht in Sicherheit leben. Ihr bisheriges Handeln und Ihre Gespr�che mit unseren Vorgesetzten haben General Drakon und Pr�sidentin Iceni zu der Ansicht gelangen lassen, dass Ihnen auch daran gelegen sein d�rfte, vor Ihrer Abreise mitansehen zu k�nnen, wie CEO Boyens mit seiner Flotte unser System verl�sst.�</p><p>�Oder � wenn Sie in der Laune sind � einen Anlass zu finden, diese Flotte zu zerst�ren�, erg�nzte Colonel Morgan und l�chelte dabei fl�chtig, als spiele sie auf einen Witz an, der ihnen allen gel�ufig war.</p><p>�Was f�r ein Anlass sollte das sein?�, fragte Geary, ohne dabei Morgan unmittelbar anzusprechen. Je l�nger er sie um sich hatte, umso beunruhigender wirkte sie auf ihn. Das lag nicht nur an ihrem attraktiven Aussehen, sondern auch an dieser l�ssigen Haltung; wie bei einem Panther, der wusste, wie �berlegen er war und wie schnell und t�dlich er zuschlagen konnte. Colonel Morgan war eine gef�hrliche Frau, und sie war von einem v�llig anderen Schlag als Tanya. Es �rgerte Geary, dass ein Teil von ihm die von ihr ausgehende Bedrohung als faszinierend empfand.</p><p>Er wusste nicht, inwieweit Tanya ihm das anmerkte. Ihr Blick war auf Malin gerichtet, nicht auf Morgan. Allerdings hatte er diese Art von Irref�hrung bei Desjani schon fr�her beobachtet. Morgan hatte Tanyas Haltung vermutlich auch gesp�rt, weshalb sie mit nachl�ssig �berspielter Belustigung reagierte, was Tanya nur noch mehr provozierte.</p><p>Doch dann bemerkte Geary, wie Desjani sich deutlich entspannte und selbst ein L�cheln aufsetzte. Ein taktischer Zug. Sie hatte Morgans Absicht analysiert und daraufhin ihre eigene Herangehensweise der Situation angepasst.</p><p>Malin, der wie Geary so tat, als h�tte er nichts von dem mitbekommen, was sich zwischen Desjani und Morgan abspielte, redete unbeirrt weiter: �Einen Anlass k�nnte der Schwere Kreuzer bieten, der vor Kurzem in unserem System eingetroffen ist. C-712 hat unser Angebot abgelehnt, hier in Midway zu bleiben. Wir haben daraufhin angeboten, einen unserer eigenen Schweren Kreuzer C-712 als Eskorte zur Seite zu stellen, damit sie ihr Heimatsystem sicher erreichen k�nnen.�</p><p>�Wie nett von Ihnen�, kommentierte Desjani in einem sachlichen, wenn auch aufgesetzten Tonfall.</p><p>�Jemandem einen wichtigen Gefallen zu tun, ist ein Mittel, um neue Freunde zu gewinnen, und Midway kann derzeit jeden neuen Freund gebrauchen�, erwiderte Malin. �Freunde, die Schwere Kreuzer besitzen, k�nnen besonders n�tzlich sein, wenn Sie erst wieder von hier abgereist sind, Admiral. Solche Freunde k�nnen uns jetzt einen Gefallen tun, ohne es selbst zu wissen. General Drakon und Pr�sidentin Iceni schlagen eine Vorgehensweise vor, die unsere Eskorte einbezieht und die Ihren Interessen genauso dienen w�rden wie unseren, Admiral. Wenn wir zusammenarbeiten, k�nnen wir uns Boyens vornehmen, vorausgesetzt, wir unternehmen alle erforderlichen Ma�nahmen, um sicherzustellen, dass er nicht einmal ahnt, dass wir ihm eine Falle stellen.�</p><p>Geary hatte keine Probleme, Desjanis wortlose Reaktion zu deuten. <emphasis>Nein. Keine Abmachungen mit den Syndiks. Keine �Zusammenarbeit� mit Syndiks.</emphasis></p><p>Aber es konnte nicht schaden, sich anzuh�ren, was genau die beiden ihnen vorschlagen wollten. �Sagen Sie uns, was Ihnen vorschwebt�, forderte er Malin auf.</p><p>Sie hatten die beiden Colonels zum Shuttle begleitet, und nachdem das Schiff den Hangar verlassen hatte, drehte sich Geary zu Desjani um und sah sie fragend an.</p><p>�Nein.�</p><p>�Und wieso nicht?�, wollte er wissen.</p><p>�Weil wir ihnen nicht vertrauen k�nnen.� Sie deutete auf die Stelle, an der sich eben noch das Shuttle befunden hatte. �Wie krank im Kopf muss man sein, um sich einen solchen Plan auszudenken?�</p><p>�Aber der Plan k�nnte funktionieren und unser Problem namens Boyens l�sen.�</p><p>Desjani legte die Stirn in Falten und zuckte mit den Schultern. �K�nnte sein. Was werden Sie nun machen?�</p><p>�Wir m�ssen uns die Idee von mindestens einem der Allianz-Gesandten absegnen lassen, sonst geht das nicht. Ich werde ihnen vorlegen, was Colonel Malin vorgeschlagen hat, und dann werden wir ja sehen, was sie dazu sagen.�</p><p>�Das d�rfte interessant werden. Ich m�chte zu gern wissen, wie sie auf den Vorschlag reagieren, dass Sie diesen Plan als Vorwand benutzen, um Boyens� Schlachtschiff zu zerst�ren.� Desjani sah ihn mit ironischer Miene an. �Apropos � Ihnen schien nicht zu gefallen, wie viel Aufmerksamkeit Colonel Morgan Ihnen geschenkt hat.�</p><p>�Sie hat nicht ��</p><p>�Nein, nat�rlich nicht. Nicht im Geringsten. <emphasis>Hey, Mr. Admiral, wollen Sie mal vom Apfel abbei�en? Sie m�ssen mir nur zuzwinkern</emphasis>.�</p><p>�Ich habe nicht ��</p><p>�Nein, das wei� ich. Daf�r sind Sie auch viel zu intelligent.�</p><p>�Tanya, ich bin mir sicher, sie wusste gar nicht, dass ich verheiratet bin.�</p><p>�Bei den Vorfahren! Meinen Sie wirklich, das h�tte <emphasis>sie </emphasis>gek�mmert?�</p><p>Desjani hielt inne, obwohl sie eigentlich im Begriff war, auf die Br�cke zur�ckzukehren. Ihr Verhalten war das eines Menschen, der mit sich selbst rang. �Bevor Sie in dieser Sache eine Entscheidung treffen, m�ssen Sie mit mir mitkommen.� Mehr sagte sie nicht, und er folgte ihr verwundert, bis sie vor Tanyas Quartier standen. �Wir m�ssen f�r ein paar Minuten unter vier Augen riskieren, dass die Leute �ber uns reden. Aber es geht nicht anders.�</p><p>�Wieso?� Er hatte ihr Quartier nur �u�erst selten aufgesucht, um den Abstand zu ihr einzuhalten, den die Disziplin an Bord erforderte.</p><p>�Drinnen.� Tanya wartete, bis Geary eingetreten war, dann folgte sie ihm und verschloss die Luke. Einen Moment lang stand sie nur da und fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. �H�ren Sie, ich wei�, dass viele von den Dingen, die wir vor Ihrem Auftauchen im Krieg getan haben, gegen Ihr Ehrgef�hl versto�en.�</p><p>�Aber Sie haben aufgeh�rt ��</p><p>�Warten Sie.� Sie lie� ihre Hand sinken und sah ihn offen und ehrlich an. �Wenn Sie wollen, dass dieses Syndik-Schlachtschiff verschwindet, dann l�sst sich das arrangieren, ohne dass eine Spur zum Verursacher f�hrt. Und ohne dass wir mit Leuten kooperieren, die zwar von sich behaupten, keine Syndiks mehr zu sein, die aber immer noch genau wie Syndiks denken.�</p><p>�Und wie soll es geschehen, dass dies Schiff verschwindet?�</p><p>�Es verschwindet im Sinne von �es wird zerst�rt�.� Tanya ging ein paar Schritte auf und ab. �Sie wissen, wie das ist. Manchmal muss man etwas Bestimmtes einfach tun. Obwohl man den Befehl erhalten hat, es nicht zu tun. Und dann muss man wissen, wie man das trotzdem macht und dabei keine Spuren hinterl�sst, die einen Hinweis darauf geben, was passiert ist.�</p><p>Verbl�fft sah Geary sie an. �Soll das hei�en, dass man eine Operation von dieser Gr��enordnung ausf�hren und ein Syndik-Schlachtschiff zerst�ren kann, ohne dass sich anschlie�end nachvollziehen l�sst, wer das wie in die Wege geleitet hat? Obwohl jedes noch so winzige Detail in der Existenz eines Schiffs der Allianz-Flotte automatisch aufgezeichnet und gespeichert wird?�</p><p>Sie hob beil�ufig die Schultern. �Ja.�</p><p>�Aber selbst wenn es gel�nge, s�mtliche Flottensysteme so umfassend zu umgehen, w�ssten doch viel zu viele Leute, was wir ��</p><p>�Niemand redet. Absolut niemand.� Tanya sah ihn fast herausfordernd an. �Es ist nicht oft vorgekommen, aber manchmal mussten wir es machen. Und weil wir es machen mussten, kamen wir dahinter, wie es funktionieren kann. Wenn Sie das Schiff wirklich aus dem Weg r�umen wollen, dann k�nnen wir daf�r sorgen, dass es passiert ist, ohne dass irgendein Beweis zur�ckbleibt, der uns belasten k�nnte.�</p><p>�Aber die Systeme der Bewohner in diesem Sternensystem werden alles beobachten!�, wandte er ein. So ganz konnte er ihren Worten noch immer nicht glauben.</p><p>�Ich bitte Sie, Admiral. Wenn die offiziellen Aufzeichnungen eines Schiffs der Allianz-Flotte sagen, es hat sich so zugetragen, und wenn dann die Leute in einem System, das bis vor Kurzem zu den Syndikatwelten geh�rte, etwas anderes behaupten � wem wird man dann wohl Glauben schenken?�</p><p>Geary wandte sich zur Seite und versuchte nachzudenken. <emphasis>Wenn die Angeh�rigen dieser Flotte kein Problem damit hatten, Zivilisten zu bombardieren und Gefangene zu t�ten, was mussten das dann f�r Ma�nahmen gewesen sein, dass sie in der offiziellen Aufzeichnung nicht auftauchen durften? Ich kann mir gar nicht vorstellen, was �</emphasis></p><p>Desjanis Stimme unterbrach ihn in seinen immer d�sterer werdenden Gedankeng�ngen. �Es ging dabei nicht um Grausamkeiten gegen�ber dem Feind, Admiral. Die durften wir ganz offiziell begehen.�</p><p>Ihr Tonfall war verbittert und verletzend, doch als Geary sich zu ihr umdrehte, wurde ihm klar, dass sie diese Gef�hle gegen sich selbst richtete.</p><p>�Es ging darum, Befehle nicht auszuf�hren�, redete sie leiser weiter. �Es ging darum, das zu tun, was getan werden musste. Oder darum, irgendwelche idiotischen Befehle nicht zu befolgen. Sie wissen fast so gut wie ich, wie idiotisch offizielle Befehle sein k�nnen. Und nun stellen Sie sich mal vor, was das f�r Befehle gewesen sein m�ssen, dass wir uns dazu veranlasst sahen, eine Methode zu entwickeln, wie wir an allen offiziellen Aufzeichnungen vorbei sozusagen unsichtbar handeln konnten.�</p><p>�Tanya, das �bersteigt meine Vorstellungskraft.�</p><p>�Dann seien Sie froh�, sagte sie schroff und wich seinem Blick aus. �Sie k�nnen es sich nicht vorstellen. Sie haben es nicht mitgemacht. Seien Sie froh.�</p><p>�Es tut mir leid.�</p><p>�Es soll Ihnen nicht leidtun. Wir taten, was wir tun mussten, und das mit den Mitteln, die uns zur Verf�gung standen.�</p><p>Er starrte vor sich aufs Deck und biss sich so fest auf die Unterlippe, bis er Blut schmeckte. �Also gut. Wie bewerkstelligen Sie es, dass etwas geschieht, ohne dass es aufgezeichnet wird?�</p><p>�Ich verbreite den Befehl. Fragen Sie nicht nach dem Wie. Die Basis wird geschaffen, und sobald das passiert ist, werde ich es Ihnen sagen, und dann geben Sie den Befehl f�r die Operation. Nachdem der letzte Schuss abgefeuert worden ist, werden die Flottenaufzeichnungen aussagen, dass alle beteiligten Schiffe mit Routineabl�ufen besch�ftigt waren. Und kein Matrose und kein Offizier wird den Aufzeichnungen widersprechen.� Sie sch�ttelte den Kopf. �Jetzt sehen Sie mich doch nicht so schockiert an. Menschen haben so was gemacht, seit die ersten von ihnen losgeschickt wurden, um andere Leute zu t�ten. Heutzutage bedeutet es mehr Aufwand, die offiziellen Aufzeichnungen zu s�ubern, aber die Methode ist schon uralt.�</p><p>Sein Blick wanderte zu einer Metalltafel neben der Luke, die eine lange Namensliste aufwies: die Namen der zahlreichen gefallenen Kameraden, mit denen Desjani gedient hatte und die nicht in Vergessenheit geraten durften. �Ja, das wei� ich, Tanya. Es sieht so aus: Wenn ich auf Ihren Vorschlag eingehe, dann kommt es zu einer weiteren Schlacht, bei der noch mehr Menschen sterben werden, sehr wahrscheinlich auch einige von unseren Leuten. Schlachtschiffe lassen sich nur mit M�he zerst�ren. Wenn erst mal das Feuer er�ffnet wird, k�nnte Boyens in einer letzten Trotzreaktion sogar das Hypernet-Portal unter Beschuss nehmen. Aber wenn ich mich f�r den von den beiden Colonels vorgeschlagenen Plan entscheide, m�ssen wir vielleicht gar nicht k�mpfen, und ich kann notfalls immer noch auf Ihren Vorschlag zur�ckgreifen.�</p><p>Sie lie� sich Zeit mit ihrer Erwiderung: �Boyens wird vielleicht nicht so reagieren, wie diese Leute es sich erhoffen.�</p><p>�Aber nach allem, was wir �ber ihn wissen und wie er sich verh�lt, ist es wahrscheinlich, dass er so reagiert. Au�erdem kennen die ihn besser als wir.�</p><p>�Das � kann ich nicht abstreiten�, sagte Tanya sichtlich widerstrebend.</p><p>�Tanya, wenn wir das Feuer er�ffnen, dann interessiert mich nicht, was die Flottenaufzeichnungen besagen. Die Syndiks k�nnten das als Vorwand benutzen, um den Krieg wiederaufleben zu lassen. Und Sie wissen, wie diese Flotte und die Allianz reagieren werden, wenn der Krieg erneut ausbricht.�</p><p>�Ja.� Sie drehte sich zu ihrem Schreibtisch um und st�tzte sich mit beiden H�nden darauf ab, w�hrend ihr K�rper in sich zusammenzusinken schien. �Bei meinen Vorfahren, ich bin es so schrecklich leid, Jack, solche Dinge machen zu m�ssen. Ich bin es leid. Aber wenn es getan werden muss, werde ich es machen. Und wenn du findest, wir sollten es nicht machen, dann werde ich deine Einsch�tzung akzeptieren. Du hast viel �fter richtiggelegen als ich.�</p><p>�Nein, das habe ich nicht.� Behutsam streckte er die Hand aus, aber ihren Arm ber�hrte er nur ganz leicht. Er wollte Tanya festhalten, er wollte die Arme um sie legen und sie an sich dr�cken, um ihr allen Trost zu spenden, den er ihr geben konnte. Aber das durfte nicht passieren. Nicht zwischen einem Admiral und der Befehlshaberin seines Flaggschiffs. An Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>waren sie beide immer im Dienst. �Tanya, ich werde dein Angebot im Hinterkopf behalten. Aber ich m�chte lieber nicht darauf zur�ckgreifen.�</p><p>�Du und deine verdammte Ehre�, sagte sie in einem sp�ttischen Ton und l�chelte Geary traurig an. �Wo wir gerade so ehrlich und offen reden: Hast du wirklich nichts davon bemerkt, wie diese Colonel Morgan dich angesehen hat?�</p><p>�Doch.� Er rieb sich den Nacken und verzog den Mund. �Und ich muss dazu sagen, dass sie mit zu den gef�hrlichsten Dingen geh�rt, die mir je unter die Augen gekommen sind.�</p><p>�Ganz genau.� Sie l�chelte ihn etwas fr�hlicher an. �Ich glaube, ich habe dir etwas beigebracht.� Ihre Hand n�herte sich der Bedieneinheit f�r die Luke. �Dann lass uns von hier verschwinden, bevor noch Ger�chte die Runde machen.�</p><p>Geary bestellte beide Gesandten der Allianz-Regierung in den gleichen Konferenzraum, in dem er sich mit Colonel Morgan und Colonel Malin getroffen hatte. Dort angekommen, zeigte er ihnen die Aufzeichnung des Treffens, wobei die Bilder der zwei Midway-Offiziere dort zu sehen waren, wo sie sich w�hrend des Besuchs aufgehalten hatten. Nachdem der Mitschnitt beendet war, warf Victoria Rione ihm einen Blick zu, der sich zu seinem Schrecken nur unwesentlich von dem Blick unterschied, mit dem Tanya ihn bedacht hatte.</p><p>�Sie ist ein richtiges Fr�chtchen, nicht wahr?�</p><p>�Sie meinen Colonel Morgan�, sagte er und sah Rione skeptisch an. �Wenn sie doch so eindeutig Sie und andere Leute provoziert, dann frage ich mich, warum sie gemeinsam mit Colonel Malin hergeschickt wurde.�</p><p>�Oh, das l�sst sich leicht erkl�ren.� Rione l�chelte ihn am�siert an. �Zun�chst einmal h�tte es sein k�nnen, dass Sie von dem, was Colonel Morgan Ihnen angeboten hat, <emphasis>angetan </emphasis>gewesen w�ren, um es einmal so auszudr�cken. Sie w�ren nicht der erste Mann, der auf einen solchen K�der anspringt, und wenn Sie das getan h�tten, dann w�re es ihnen m�glich geworden, das auf vielerlei Weise auszunutzen. Zum Beispiel h�tte es sein k�nnen, dass Sie auf deren Vorschlag eingehen, weil Sie sich erhoffen, <emphasis>enger </emphasis>mit Colonel Morgan zusammenzuarbeiten.�</p><p>Geary wurde bewusst, dass seine Ver�rgerung �ber ihre Worte wenigstens zum Teil in der Erkenntnis begr�ndet war, dass ihm ein solcher Gedanke tats�chlich h�tte kommen k�nnen. �Ich w�rde niemals ��</p><p>�Ich sage auch nicht, dass Sie das w�rden, Admiral, aber ich vermute, dass noch zwei andere Gr�nde f�r ihre Anwesenheit gesprochen haben. Ist Ihnen aufgefallen, dass Sie und Ihr Captain umso positiver auf Colonel Malin reagiert haben, je unsympathischer Ihnen Colonel Morgan wurde? Sie hat Sie beide dazu gebracht, Malin leichter zu akzeptieren.�</p><p>�Verdammt.� Zu gern h�tte Geary auch in diesem Punkt widersprochen, aber ihm war klar, wie viel Wahrheit in ihren Worten steckte.</p><p>�Das ist noch nicht alles. Wenn ich mich auf meine Kenntnisse �ber die K�rpersprache verlassen kann, dann vertrauen sich die beiden gegenseitig so wenig, wie wir ihnen vertrauen. Ich glaube, wir k�nnen davon ausgehen, dass Colonel Morgan und Colonel Malin sich untereinander argw�hnisch be�ugt haben.�</p><p>Der Gesandte Charban beobachtete Rione mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, dem soeben klar wurde, wie viel er noch zu lernen hatte. �Sie verhalten sich immer noch wie Syndiks, nicht wahr?�, warf er ein. �Ein Dutzend Dinge laufen da gleichzeitig ab, hinter allem verbirgt sich noch etwas, und alles ist untereinander verstrickt.�</p><p>�Damit kennen sie sich aus�, erwiderte Rione. �Und sie beherrschen dieses Handwerk, wenn man es denn als solches bezeichnen will.� Sie bet�tigte einige Tasten. �Haben Sie das hier gesehen? Die Sensoren hier im Raum haben das aufgefangen.�</p><p>Beim aufgezeichneten Bild von Morgan wurde an einem Handgelenk ein Objekt leuchtend hervorgehoben, welches so sorgf�ltig an ihre Haut angepasst worden war, dass man es mit dem blo�en Auge nicht erkennen konnte. �Was ist das?�, fragte Geary.</p><p>Rione bet�tigte weitere Tasten, dann sah sie zwischen ihm und Charban hin und her. �Keine Bedrohung, dann w�ren Sie darauf aufmerksam gemacht worden. Es handelt sich um ein sehr hochentwickeltes Aufzeichnungsger�t, und wenn ich mich nicht irre, ist es versiegelt, damit weder Morgan noch Malin irgendwelche Manipulationen vornehmen k�nnen.�</p><p>�Dann vertraut man ihnen also auch nicht�, kommentierte Charban.</p><p>�K�nnte sein. Auf jeden Fall w�rde Pr�sidentin Iceni so einen exakten Mitschnitt dieser Unterhaltung erhalten. Das k�nnte erkl�ren, warum sie zwei von Drakons Leuten die Erlaubnis gegeben hat, Ihnen ihren Vorschlag zu �berbringen.� Rione st�tzte den Kopf auf ihrer Hand ab. �Aber dieser Plan, den sie vorschl�gt � der k�nnte funktionieren.�</p><p>�K�nnen wir es wagen, ihnen zu vertrauen, dass sie ihn auch so ausf�hren werden?�, fragte Charban. �Und wem vertrauen wir? Drakon und Iceni? Oder Morgan und Malin?�</p><p>�Allen oben Genannten�, meinte Geary, woraufhin Charban ihm l�chelnd zunickte, da er die Pointe verstanden hatte. Irgendwann vor langer Zeit war man bei der Flotte dazu �bergegangen, in Tests bei fast allen Multiple-Choice-Fragen als eine der Antwortm�glichkeiten �Alle oben Genannten� vorzugeben. Auch wenn Charban so wie Rione als Gesandter der Regierung die Flotte begleitete, hatte Geary mit dem im Ruhestand befindlichen General der Bodenstreitkr�fte mehr gemeinsam als mit der Politikerin Rione.</p><p>Die seufzte in diesem Moment �berzogen dramatisch. �Drakon und Iceni h�tten die zwei nicht hergeschickt, wenn sie ihnen nicht vertrauten � Nein, �Vertrauen� ist das falsche Wort. Allerdings wei� ich auch nicht, wie der richtige Begriff lautet. Es ist irgendein Syndik-spezifisches Konzept, bei dem man eine klare Vorstellung davon hat, ob eine Person einen hintergehen wird oder nicht. Ihnen ist klar, dass das Ganze ohne die volle Kooperation und Unterst�tzung durch mich und durch den Gesandten Charban nicht funktionieren wird, richtig?�</p><p>�Ja�, best�tigte Geary. �Mich �berrascht nur, dass das diesen Colonels beziehungsweise Drakon und Iceni nicht auch klar war.�</p><p>�Das �berrascht Sie?� Rione lachte kurz auf. �H�tte es Captain Badaya �berrascht?�</p><p>�Nein, aber er glaubt ja auch ��</p><p>�� dass Sie in Wahrheit die Kontrolle �ber die Allianz aus�ben und dass die Regierung nur ein Marionettentheater ist, das Ihre Befehle ausf�hrt.� Rione l�chelte ihn auf eine unangenehme Art an. �Nat�rlich denken diese ehemaligen Syndiks das Gleiche. Wer w�rde denn schon nicht nach einer solchen Machtposition greifen, wenn er sie ohne M�he erlangen kann? Sie haben darauf verzichtet, Admiral, aber Drakon und Iceni gehen ganz sicher davon aus, dass Sie sich die Chance nicht haben entgehen lassen.�</p><p>Wieder sah Geary ver�rgert zur Seite. �Also gut. Dann gehen sie nicht davon aus, dass ich mit Ihnen beiden dar�ber reden muss, um mir Ihre Zustimmung einzuholen. Aber ich muss es, und ich frage Sie, was Sie dazu sagen.�</p><p>�Meine Empfehlung lautet, dass wir es machen sollten, Admiral. Nat�rlich ist es riskant, weil wir unser Vertrauen in Leute setzen m�ssen, die sehr dehnbare Vorstellungen davon haben, was es hei�t, Wort zu halten. Aber es wird unser Problem ebenso l�sen wie ihres.�</p><p>�Eigeninteresse�, warf Charban ein. �Die sind viel st�rker als wir daran interessiert, dass es funktioniert.�</p><p>�Ganz genau. F�r uns w�re es unerfreulich, wenn wir dieses System verlassen w�rden, w�hrend Boyens nach wie vor �ber seine �berlegene Feuerkraft verf�gt. F�r Midway dagegen w�re das eine Katastrophe.�</p><p>�Also gut�, sagte Geary. �Ich werde das vereinbarte Codewort an den Frachter �bermitteln, und dann bringen wir das Ganze auf den Weg. Wenn das schiefgeht, k�nnte es uns teuer zu stehen kommen.�</p><p>Rione sch�ttelte den Kopf und wirkte wieder m�de und ersch�pft. Sie war im Verlauf dieser Mission deutlich gealtert und erschien ihm inzwischen mindestens zehn Jahre �lter als bei ihrer ersten Begegnung.</p><p>�Es wird uns so oder so teuer zu stehen kommen, ganz gleich was wir tun. Es gibt keine Optionen, die nicht wehtun, Admiral. Haben die hiesigen Beh�rden eigentlich Ihr Angebot angenommen, Captain Bradamont als Verbindungsoffizierin der Allianz auf Midway zur�ckzulassen?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Gut. Davon k�nnen wir Gebrauch machen. Auf CEO Boyens wartet schon bald eine �berraschung.�</p></section><section><title><p>Zwei</p></title><p>Es sollte ungef�hr zwei Wochen dauern, den von den Herrschern von Midway vorgeschlagenen Plan umzusetzen und zum Abschluss zu bringen. Zwei Wochen, die die Allianz-Flotte h�tte nutzen sollen, um nach Hause zu fliegen. Aber mit Blick auf die sehr lange Liste aller noch erforderlichen Reparaturen auf vielen seiner Schiffe versuchte Geary, das Beste aus der Wartezeit zu machen.</p><p>�Was ist eigentlich aus diesen Pl�nen geworden, auf Raumschiffen vollautomatische Reparatursysteme auf Nanobasis zu installieren?�, fragte Geary an Captain Smythe gerichtet, den befehlshabenden Offizier des Hilfsschiffs <emphasis>Ta n u k i </emphasis>und Senioringenieur der Flotte.</p><p>Smythe verdrehte die Augen und grinste. �Das, was aus vielen Pl�nen wird, n�mlich nichts. Soweit ich wei�, liegt der letzte Test ungef�hr f�nf Jahre zur�ck. Die zweite Generation der Nanos begann, die �gesunden� Teile des Testschiffs anzugreifen. Ein Teil der Nanos entwickelte sich zu einer Art Nanokrebs und begann, v�llig unkontrolliert Teile zu replizieren und wichtige Systeme zu besch�digen. Das Reparatursystem ben�tigte ungef�hr zwei Tage, um das Schiff in ein Wrack zu verwandeln.�</p><p>�Also das gleiche Problem wie vor hundert Jahren�, sagte Geary.</p><p>�Und wie auch schon lange davor. Wir arbeiten ja immer noch daran, dass die Reparatur- und Immunsysteme in unserem K�rper nicht durchdrehen und uns umbringen�, betonte Smythe. �Und die hatten ein paar Millionen Jahre Zeit, um sich zu entwickeln. Es ist halt nicht so einfach, ein System zu entwickeln, das diejenigen Dinge behebt, die falsch laufen, aber gleichzeitig nichts von dem besch�digt, das in Ordnung ist.�</p><p>�Was ist mit dem letzten Testschiff geschehen?�</p><p>�Ein automatischer Schlepper hat es weggebracht und sich mit ihm in den n�chsten Stern gest�rzt. Lebt wohl, ihr kleinen Nanos. Niemand wollte riskieren, dass andere Schiffe infiziert werden. Man k�nnte m�helos eine ganze Flotte verlieren, ehe man wei�, wie einem geschieht.�</p><p>�Wie lange noch, bis wir aufbrechen k�nnen?�, wechselte Geary das Thema.</p><p>�Heute � oder morgen � oder in ein paar Monaten. Admiral, meine Hilfsschiffe arbeiten so schnell sie k�nnen. Unsere Flotte hat zum Teil Sch�den erlitten, die nur in einem Raumdock richtig behoben werden k�nnen. Je l�nger wir hier bleiben, umso g�nstiger ist das f�r den Allgemeinzustand all unserer Schiffe, aber eine hundertprozentige Reparatur wird erst m�glich, wenn wir wieder zu Hause sind.� Smythe legte den Kopf schr�g und sah Geary an. �Erwarten Sie, dass wir in weitere Auseinandersetzungen verwickelt werden, bevor wir zu Hause sind?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung. Ich will es nicht hoffen, aber ich kann es nicht ausschlie�en. Immerhin sind wir mit dem gr��ten Gefahrenmagnet unterwegs, den man im von Menschen besiedelten Weltraum je zu sehen bekommen hat.�</p><p>�Ah, die <emphasis>Invincible</emphasis>.� Smythe wirkte ungl�cklich und begeistert gleichzeitig. �Sind Sie schon an Bord gewesen? Dieses Schiff stellt einen vor so viele R�tsel. Ich w�nschte, wir k�nnten uns mit ein paar davon besch�ftigen.�</p><p>�Das k�nnen wir nicht riskieren, Captain.�</p><p>�Vielleicht w�rde es mir gelingen, einen Teil des Schiffs vom Rest zu isolieren, dann k�nnten wir uns wenigstens mit den Funktionsweisen befassen�, versuchte Smythe ihn zu �berreden. �Meine Leute werden auch in ihrer Freizeit daran arbeiten. Es juckt ihnen in den Fingern, sich mit der Kik-Ausr�stung zu besch�ftigen.�</p><p>�Schicken Sie mir Ihren Vorschlag r�ber�, lenkte Geary z�gerlich ein, �dann werde ich dar�ber nachdenken.�</p><p><emphasis>Sind Sie schon an Bord gewesen? </emphasis>Nein, das war er nicht. <emphasis>Ich hatte die Chance, ein Raumschiff zu betreten, das von einer intelligenten, nichtmenschlichen Spezies geschaffen worden ist, und ich habe mir das Superschlachtschiff nur aus der Perspektive Dutzender Marines angesehen, als sie das Schiff eroberten.</emphasis></p><p><emphasis>Wenn wir die </emphasis>Invincible <emphasis>erst mal nach Hause geschafft haben, dann wird man das Schiff v�llig von der Au�enwelt abschirmen, und es werden nur hochrangige Wissenschaftler an Bord gehen d�rfen. Die </emphasis>Invincible <emphasis>wird man in irgendein entlegenes System bringen, in das es mich wahrscheinlich nie verschlagen wird.</emphasis></p><p>Er rief Tanya. �Ich will mir die <emphasis>Invincible </emphasis>ansehen.�</p><p>Desjani, die im Kommandosessel der <emphasis>Dauntless </emphasis>sa�, nickte gedankenverloren. �Es sind gen�gend Systeme installiert worden, dass Sie auf der Stelle einen virtuellen Rundgang machen k�nnen.�</p><p>�Nein, ich m�chte das Schiff pers�nlich besuchen.�</p><p>Sie zuckte �berrascht hoch, dann z�hlte sie stumm bis zehn, was an ihren Lippenbewegungen abzulesen war, und zitierte in einem mechanischen, gelangweilten Tonfall: �Ich muss Sie auf die Gefahren hinweisen, die mit dem k�rperlichen Besuch auf einem Kriegsschiff nichtmenschlicher Herkunft verbunden sind, da sich an Bord unbekannte Gefahren befinden k�nnen; beispielsweise m�gliche Pathogene, die in der Lage sind, menschliche Wirtsk�rper zu infizieren. Die Funktionsweise der auf dem Schiff befindlichen Ger�te ist uns nicht bekannt, wir wissen nicht, ob sie sich irgendwann von selbst wieder einschalten und welche Konsequenzen das nach sich ziehen kann. Au�erdem k�nnten Aliens die Schlacht �berlebt haben und sich irgendwo versteckt halten, wo sie unseren Sensorabtastungen entgangen sind. Sie k�nnten aus ihrem Versteck kommen und einen Angriff unternehmen, wenn das Ziel bedeutend genug ist.�</p><p>�Ihre Bedenken habe ich hiermit zur Kenntnis genommen�, erwiderte Geary.</p><p>�Aber Sie wollen trotzdem auf das Schiff.�</p><p>�Das d�rfte meine einzige Gelegenheit sein, es mir anzusehen, Tanya. Wenn wir erst zur�ck im Allianz-Gebiet sind, wird man die <emphasis>Invincible </emphasis>ganz sicher unter strenge Quarant�ne stellen.�</p><p>Sie setzte eine �bertrieben erstaunte Miene auf. �Meinen Sie nicht, dass es auch einen guten Grund daf�r gibt, dieses Schiff unter Quarant�ne zu stellen?�</p><p>Als er merkte, dass Desjani weiter dieser durchaus begr�ndeten Argumentation folgen w�rde, spielte er seinen letzten Trumpf aus. �Tanya, an Bord dieses Schiffs befinden sich derzeit Matrosen und Marines, die von mir hingeschickt wurden. Wollen Sie etwa sagen, dass ich selbst etwas vermeiden sollte, was ich den meinem Kommando unterstellten Leuten befehle?�</p><p>Diesmal zog sie die Brauen zusammen und sah ihn finster an. �Sie drehen mir einen Strick aus den Prinzipien f�r gute F�hrungskr�fte? Das ist sch�big.�</p><p>�Na ja, wenn es Ihnen lieber ist, dass ich eine schlechte F�hrungskr��</p><p>�Ach, jetzt h�ren Sie schon auf!� Sie tippte etwas auf ihrer Konsole ein. �Sie werden ein Shuttle der <emphasis>Dauntless </emphasis>nehmen.� Es klang nicht nach einer Frage, sondern nach einer Feststellung.</p><p>�Nat�rlich.� Er wusste nur zu gut, dass er besser nicht noch betonen sollte, dass er sie zum Einlenken gebracht hatte. �Soll ich Ihnen ein Souvenir mitbringen?�</p><p>�Von dem Ding da?� Ihr Schaudern kam ihm nicht gespielt vor. �Nein, vielen Dank.�</p><p>Admiral Lagemann erwartete ihn an der Hauptschleuse, die in den besetzten Bereich an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>f�hrte. Er salutierte zackig und grinste Geary an. Neben ihm stand ein Major der Marines, der ebenfalls salutierte. Bei ihm wirkte die Geste sehr viel glatter und pr�ziser. �Willkommen an Bord der <emphasis>Invincible</emphasis>, Admiral Geary�, sagte Lagemann. �Das ist der Befehlshaber meiner Marines-Einheit, Major Dietz. Ich muss gestehen, das Schiff ist noch nicht ganz f�r eine Inspektion bereit. Es gibt da ein paar Abweichungen.�</p><p>�Abweichungen? Tats�chlich?�, fragte Geary und griff Lagemanns scherzhaften Ton auf, w�hrend er selbst versuchte, sich so zu geben wie gewisse aufgeblasene Inspektoren, mit denen er zu seiner Zeit zu tun gehabt hatte.</p><p>�Alle Schiffssysteme sind funktionsunt�chtig�, erkl�rte Lagemann gut gelaunt. �Die meisten Bereiche weisen erhebliche Gefechtssch�den auf, die noch nicht repariert sind. Das Schiff kann sich nicht aus eigener Kraft von der Stelle bewegen, die Energie stammt ausschlie�lich aus unseren mobilen Notfallgeneratoren. Die Lebenserhaltungssysteme arbeiten nur in einem kleinen Teil des Schiffs, im Rest des Schiffs kann man sich nur in Schutzanz�gen oder Gefechtsr�stung aufhalten. Die Mannschaft stellt nur einen winzigen Bruchteil dessen dar, was f�r die Sicherheit und Bedienung eigentlich erforderlich w�re. Wie Sie selbst merken, verf�gen wir nicht �ber Schwerkraft. Und � tja � die Verzierungen sind nicht poliert worden.�</p><p>�F�r alles andere habe ich ja Verst�ndnis�, gab Geary mit gespieltem Unmut zur�ck. �Aber nicht polierte Verzierungen? Wo setzen Sie Ihre Priorit�ten?�</p><p>�Meine Priorit�ten waren schon immer falsch verteilt�, gestand Lagemann ihm. �Ich habe mich f�r den Dienst auf diesem Schiff freiwillig gemeldet, obwohl ich es auf der <emphasis>Mistral </emphasis>viel bequemer gehabt h�tte. Allerdings habe ich einige Jahre in einem Gefangenenlager der Syndiks zugebracht, und das war noch viel unbequemer. Hier sind wenigstens keine Syndik-Aufseher, die einen auf Schritt und Tritt beobachten.�</p><p>Schlie�lich begann Geary zu l�cheln. �Wie macht sich Ihre Crew?�</p><p>�K�nnte schlimmer sein. Sie haben sich alle freiwillig gemeldet, und wenn sie sich zu laut beklagen, dann reibe ich ihnen das unter die Nase, und schon herrscht wieder Ruhe.�</p><p>�Und wie geht es den Marines, Major Dietz?�, wollte Geary wissen.</p><p>Der Major machte eine beil�ufige Geste. �Die haben schon Schlimmeres erlebt, und au�erdem haben sie sich ebenfalls freiwillig gemeldet, Admiral. Nat�rlich haben sie sich genau genommen schon an dem Tag freiwillig gemeldet, als sie ihren Dienst als Marines begonnen haben. Deshalb haben wir sie nicht zu dieser speziellen Mission befragt.�</p><p>Admiral Lagemann und Major Dietz f�hrten Geary durch den Bereich des Schiffs, der von den Matrosen und Marines in Beschlag genommen worden war. Dabei hangelten sie sich in der Schwerelosigkeit von einem Haltegriff zum n�chsten. Die Griffe waren zum Teil schon von den Kiks, zum Teil aber auch erst von der menschlichen Crew montiert worden. �berall hatte man Kabel verlegt, um Komm-Relais und Sensoren mit Strom zu versorgen. Gro�e Schl�uche verteilten Warmluft oder sorgten an anderen Stellen f�r K�hlung. Die Luft wurde permanent gefiltert und wiederaufbereitet, damit die Atmosph�re atembar blieb.</p><p>Lagemanns Warnung entsprechend trafen sie immer wieder auf Abschnitte mit niedrigen Decken, bei denen man Gefahr lief, sich den Kopf zu sto�en. Geary passierte zudem diverse Stellen, die so eng waren, dass er sich nur mit gro�er Vorsicht vorw�rtsbewegen konnte. Schl�uche f�r die Lebenserhaltung und dicke Kabelstr�nge sorgten daf�r, dass es zum Teil noch beengter zuging. �Da wird einem erst mal richtig klar, wie klein die B�rk�he im Vergleich zu uns eigentlich sind�, merkte er an.</p><p>�Zum Gl�ck�, erwiderte Lagemann, �ist es ohne Schwerkraft f�r uns etwas angenehmer, weil wir uns so durch h�her gelegene Passagen zw�ngen k�nnen, die etwas breiter sind, die wir aber bei Schwerkraft gar nicht oder nur mit M�he erreichen w�rden. Die Kiks sind zwar klein, aber f�r so kleine Kreaturen ist das hier ein verdammt gro�es Schiff. Ich habe etliche Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer erlebt, darunter auch einen Syndik-Schlachtkreuzer, auf den ich nach meiner Gefangennahme gebracht wurde. Mancher Gang scheint sich da bis in die Unendlichkeit zu ziehen. Aber auf der <emphasis>Invincible �</emphasis> ich schw�re Ihnen, manchmal kommt es mir so vor, als w�rden sich Bug und Heck in zwei verschiedenen Sternensystemen befinden.�</p><p>Die kleine Gruppe hatte vor einer der tempor�ren Luftschleusen angehalten, die in den Rest des Schiffs f�hrte. �Wie behalten Sie denn das im Auge, was sich jenseits dieses Abschnitts hier befindet?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Wir haben einen Teil des Schiffs mit Sensoren versehen�, antwortete Lagemann. �Im Rest sind Patrouillen unterwegs.�</p><p>�Dabei handelt es sich um Sicherheitspatrouillen�, erg�nzte Major Dietz, �die den von unseren Systemen ausgearbeiteten Routen folgen. Diese Routen stellen sicher, dass sp�testens alle paar Tage jedes Abteil und jeder Gang gesichtet wird. Manche Patrouillen sind �ber einen halben Tag unterwegs.�</p><p>�Wie gro� sind diese Patrouillen?�</p><p>�Ein kompletter Trupp, dazu ein oder zwei Matrosen. Sie f�hren st�ndig umfassende Sicherheitsscans durch.�</p><p>Geary machte eine erstaunte Miene. �Das sind aber viele Leute, nur um ein leeres Schiff zu kontrollieren. Hat es irgendwelche Probleme gegeben?� Wenn er eine Sache als Junioroffizier sehr fr�h gelernt hatte, dann die Tatsache, dass Matrosen immer auf der Suche nach Abteilen oder verborgenen Ecken waren, in die sie sich f�r diverse Aktivit�ten zur�ckziehen konnten, die den Vorschriften nach untersagt waren. Auf den meisten Schiffen lie�en sich solche Ecken nur schwer ausfindig machen, aber auf der <emphasis>Invincible </emphasis>hatten sie praktisch die freie Auswahl.</p><p>Major Dietz und Admiral Lagemann sahen sich gegenseitig an. �Es hat keine Probleme damit gegeben, dass Personal allein durch das Schiff spaziert�, sagte Lagemann. �Nicht nach den ersten paar Tagen.�</p><p>�Wieso? Selbst wenn die Leute nichts Unzul�ssiges tun wollen, k�nnte ich mir vorstellen, dass sie sich umsehen und das Schiff erkunden m�chten.�</p><p>�Nicht dieses Schiff�, verneinte der Major. �Die sind da drau�en. In den G�ngen.�</p><p>�<emphasis>Wer </emphasis>ist da drau�en?�, fragte Geary und bemerkte eine leichte G�nsehaut.</p><p>�Die Kiks�, sagte Lagemann. �Ich glaube nicht, dass ich besonders abergl�ubisch bin, aber ich kann sie sp�ren. Tausende von ihnen sind auf diesem Schiff gestorben, und wenn Sie sich durch die G�nge bewegen, dann k�nnen Sie sp�ren, wie sie sich um Sie scharen. Die wissen, dass wir ihnen ihr Schiff abgenommen haben, und das gef�llt ihnen �berhaupt nicht.�</p><p>Major Dietz nickte. �Ich habe vom Feind aufgegebene Einrichtungen und Anlagen gesehen, jene Orte, an denen man das Gef�hl hat, dass diejenigen, die von dort weggegangen sind, jeden Moment wiederkommen k�nnten und dann sehr ver�rgert dar�ber sein werden, dass man sich dort aufh�lt. Das ist immer ein bisschen unheimlich. Aber hier auf dem Schiff ist es um ein Vielfaches schlimmer. Wir schicken die Patrouillen in Trupps aus, weil es die minimale Anzahl an Leuten ist, die da drau�en unterwegs sein kann, ohne dabei verr�ckt zu werden. Wir haben es mit einer Hand voll Marines versucht, aber die fingen nach einer Weile an, wie wild um sich zu schie�en, und kamen im Eiltempo zu uns zur�ck. Sie erz�hlten von Hunderten Kiks, die sich immer noch auf dem Schiff aufhalten.�</p><p>�War es im Sprungraum schlimmer?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Ja, Sir, jetzt, da Sie es erw�hnen. Aber auch hier im Normalraum, in der N�he eines Sterns, ist es unheimlich. <emphasis>Niemand </emphasis>zieht allein los. Jedenfalls nicht nach dem ersten Mal.�</p><p>�Das ist eigenartig. Wir bringen das Schiff nach Hause, dann sollen die Wissenschaftler mit den Technikern dar�ber diskutieren, was von den Kiks noch verblieben ist.�</p><p>�Wir haben schon �berlegt�, fuhr Admiral Lagemann fort, �ob es sich vielleicht um einen Nebeneffekt irgendwelcher Kik-Ausr�stung handelt, die immer noch arbeitet, ohne dass wir das wissen. Vielleicht so etwas wie der Ton einer Hundepfeife, der einen Hund irritiert, w�hrend wir davon nichts merken. Es ist, als w�rden virtuelle Fingern�gel �ber eine imagin�re Schiefertafel kratzen. Wom�glich sind es Geister, ich habe keine Ahnung.�</p><p>�Denken Sie daran, dass Sie in Ihrem Bericht diese eventuell noch aktive Kik-Ausr�stung erw�hnen, wenn Sie das Schiff verlassen�, wies Geary ihn an. �K�nnte es sich um irgendeine letzte Verteidigungsma�nahme handeln? Irgendein Ger�t, das die Kiks aktiviert haben und das es ihren Feinden unm�glich macht, sich l�nger auf diesem Schiff aufzuhalten?�</p><p>Wieder sahen sich Dietz und Lagemann an, diesmal mit interessierten Mienen.</p><p>�Das w�re auch denkbar�, r�umte Lagemann ein. �Aber da es f�r uns einen Sinn ergibt, wird es wohl nicht der wahre Grund sein.�</p><p>�Verstehe�, sagte Geary und dachte daran, was er bislang von der Kik-Technologie zu sehen bekommen hatte. Der gr��te Teil der Ausr�stung bediente sich irgendwelcher Methoden, die f�r die menschlichen Denkweisen v�llig fremdartig wirkten. �Wo sollte ich mich als N�chstes umsehen?�</p><p>Lagemann deutete auf die provisorische Luftschleuse. �Da drau�en.�</p><p>�Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Ich glaube Ihnen das mit den Geistern. Oder zumindest, dass da drau�en etwas ist, das an den Nerven zehrt.�</p><p>�Das wollen wir Ihnen nicht zeigen, sondern etwas, das sich die Marines in ihrer Freizeit ausgedacht haben.�</p><p>Ein halbes Dutzend Marines hatte sich zu ihnen gesellt, alle trugen Gefechtsr�stung. Gearys �berlegung, Lagemann und Dietz k�nnten ihn nur auf den Arm genommen haben, verfl�chtigte sich schnell, als er sah, wie vorsichtig die Marines in den stillgelegten Bereich der <emphasis>Invincible </emphasis>vorr�ckten.</p><p>Warnsymbole flammten auf dem Gesichtsdisplay von Gearys Schutzanzug auf, w�hrend er sich mit den anderen von Griff zu Griff durch den Gang zog. Giftige <emphasis>Atmosph�re. Toxische Spurenelemente. Temperatur nur knapp innerhalb der �berlebensparameter f�r einen Menschen. </emphasis>Solche Faktoren sollten schon gen�gen, um jeden aus dieser Mannschaft davon abzuhalten, sich allein in diesen Bereichen aufzuhalten.</p><p>Aber er nahm auch noch etwas anderes wahr, etwas, das von den Sensoren seines Anzugs nicht erfasst wurde. Ein Gef�hl, als ob sich irgendetwas direkt hinter ihm aufhielte und nur darauf wartete, ihn anzuspringen. Das Gef�hl, dass sich wieder andere Dinge genau au�erhalb seines Gesichtsfelds bewegten. Schatten, die durch die Lichter an den Schutzanz�gen der Menschen zum Leben erweckt wurden.</p><p>Mit jedem Meter, den sie sich von dem besetzten Bereich entfernten, wurde der Eindruck st�rker, dass sie von etwas Feindseligem umgeben waren.</p><p>Admiral Lagemann begann mit aufgesetzter L�ssigkeit zu reden. Seine �ber den Komm-Kanal des Schutzanzugs verbreitete Stimme lie� erkennen, wie sehr er sich darum bem�hte, entspannt zu klingen. �Wir hatten Zeit zum Nachdenken, Major Dietz und ich, und das sind unsere �berlegungen. Wir befinden uns hinter dieser gewaltigen Panzerung, und wir sind mit vier Schlachtschiffen verbunden, die uns schleppen. Dahinter haben wir die beeindruckend gro�e Flotte, die allerdings ein paar Treffer hat einstecken m�ssen. Das ist gut. Aber die <emphasis>Invincible </emphasis>als das erste nichtmenschliche Artefakt, das nun der Kontrolle durch Menschen untersteht � ein unglaublich gro�es Artefakt, vollgestopft mit nichtmenschlicher Technologie �, ist das wertvollste Objekt in der gesamten Menschheitsgeschichte. Wer es sieht oder wer nur von seiner Existenz wei�, der wird es haben wollen. Oder er wird es zerst�ren wollen, um uns darin zu hindern, irgendwelche Erkenntnisse aus diesem Schiff und seiner Technologie zu ziehen.�</p><p>�Dem kann ich nicht widersprechen�, sagte Geary.</p><p>�Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre, aber die Chancen, dass wir auf dem R�ckweg einer Streitmacht aus Kriegsschiffen begegnen, die in der Lage ist, den Rest der Flotte zu zerst�ren und die <emphasis>Invincible </emphasis>in ihre Gewalt zu bringen, d�rften gleichwohl null sein.�</p><p>�Auch damit liegen Sie richtig. Die Syndik-Werften arbeiten zwar wahrscheinlich auf Hochtouren, sodass sie mit der einen oder anderen �berraschung aufwarten k�nnten, aber selbst in dem Fall werden wir ihnen zahlenm��ig �berlegen sein.�</p><p>�Wie sollte dann aber jemand versuchen, die <emphasis>Invincible </emphasis>anzugreifen und in seine Gewalt zu bringen?�</p><p>Noch w�hrend Geary �berlegte, lieferte Major Dietz die Antwort: �Ein Enterkommando.�</p><p>�Ein Enterkommando?�, wiederholte er. �Wie sollte das gehen?�</p><p>�Mit gen�gend Tarnanz�gen k�nnten die Syndiks eine Streitmacht an Bord dieses Schiffs bringen�, erl�uterte Dietz. �Und dann schlagen sie zu, w�hrend wir ein Sternensystem durchqueren.�</p><p>�Sie wissen, wohin wir fliegen m�ssen�, machte Lagemann deutlich. �Sie k�nnten auf der Route zwischen einem Hypernet-Portal und einem Sprungpunkt eine ganze Reihe von getarnten Shuttles platzieren, die sich an uns h�ngen, sobald wir vorbeikommen.�</p><p>�Auf dem Weg von hier bis Varandal w�rden sich daf�r aber nicht viele Gelegenheiten bieten�, wandte Geary ein, hielt dann aber inne, da ihm etwas einfiel. �CEO Boyen wies sehr eindringlich darauf hin, dass man uns Hindernisse in den Weg legen w�rde, um uns unsere R�ckkehr zu erschweren.�</p><p>�Irgendeine Ahnung, was er damit gemeint haben k�nnte?�</p><p>�Nein. Aber was k�nnte ein Team bewerkstelligen, das dieses Schiff entert?�</p><p>Wieder antwortete Major Dietz: �Die Standardvorgehensweise beim Entern eines Schiffs besteht darin, zu den drei wichtigsten Kontrollzentren zu gelangen: Br�cke, Maschinenkontrolle und Waffenkontrolle.�</p><p>�Auf diesem Schiff gibt es keine zentrale Maschinenkontrolle�, sagte Geary, fasste nach dem n�chsten Griff und zog sich wieder ein St�ck weiter den Gang entlang. �Es sei denn, Sie haben sie gefunden und mir nichts davon gesagt.�</p><p>Bei Lagemanns Antwort konnte er heraush�ren, dass der Mann grinste. �Nein. Es gibt acht Energiekerne und acht Kontrollstationen. Warum? Unsere Ingenieure sagen, dass das nicht effizient angeordnet ist. Zwei gro�e Kerne h�tten mehr geleistet. Aber die Kiks haben es nun einmal so gemacht. Alle Kerne wurden vollst�ndig abgeschaltet, und keine der Kontrollstationen ist in Betrieb. Jedenfalls bekommen wir sie nicht ans Laufen. Aber wer wei�, wozu ein Kik in der Lage w�re? Und alle Hauptantriebssysteme wurden w�hrend der Schlacht bei Honor in Tr�mmer geschossen. Selbst wenn die Energieversorgung wiederhergestellt w�rde, kann sich die <emphasis>Invincible </emphasis>aus eigener Kraft nicht nennenswert bewegen.�</p><p>�Zwei Waffensysteme sind funktionst�chtig�, warf Major Dietz ein. �Partikelstrahl-Projektoren, die unseren H�llenspeeren �hnlich sind. Beide sind ohne Stromversorgung, und solange niemand die richtige Kontrollstation gefunden hat, sind sie zu nichts zu gebrauchen.�</p><p>�Und die Br�cke ist ebenfalls unbrauchbar, richtig?�, vergewisserte Geary sich. �Richtig?�</p><p>�Richtig, Sir. Wir wissen noch immer nicht, was diese Stadionsitze im hinteren Teil der Br�cke bezwecken sollen, aber keine der Kontrollstationen wird mit Energie versorgt. Es ist alles tot.� Dietz gab einen ver�rgerten Laut von sich, als sei er ungl�cklich dar�ber, dass er diese Formulierung verwendet hatte, wenn es ihnen allen so vorkam, als w�ren sie von Kik-Geistern umgeben.</p><p>�Und wo ist dann die Gefahr? Ich will nicht die Folgen f�r Sie verharmlosen, falls jemand das Schiff entern sollte, aber wie sollte derjenige die <emphasis>Invincible </emphasis>in seine Gewalt bringen? Sie m�ssten dann doch nichts weiter tun, als sie aufzuhalten, bis wir mit Verst�rkungen eintreffen.�</p><p>Admiral Lagemann machte eine ausholende Geste. �Die Gefahr gilt dem wertvollsten Objekt der Menschheitsgeschichte. Was kann man unternehmen, um einen anderen davon abzuhalten, das Objekt zu benutzen, davon zu lernen und weitere Streitkr�fte an Bord zu bringen, damit um die Kontrolle gerungen werden kann?�</p><p>Die Geister f�hlten sich an, als wollten sie Geary bedr�ngen, w�hrend er auf die Antwort kam: �Man kann damit drohen, das Objekt zu zerst�ren.�</p><p>�Dieser Mann hat einen Preis verdient. Wenn die Syndiks Nuklearwaffen an Bord schaffen und zur Detonation bringen, dann k�nnen sie dieses Alien-Artefakt von unsch�tzbarem Wert in eine riesige gepanzerte H�lle verwandeln, die mit radioaktiver Schlacke gef�llt ist. Was sollten wir tun, um sie davon abzuhalten?�</p><p>Es gefiel ihm gar nicht, �ber die Kompromisse nachzudenken, die in dieser Situation erforderlich w�rden, vielleicht sogar bis dahin, die <emphasis>Invincible </emphasis>dem Gegner �berlassen zu m�ssen, damit sie unversehrt blieb und man darauf hoffen konnte, sie irgendwie noch zur�ckzuerobern. �Meinen Sie, so was wird passieren?�</p><p>�Wir meinen�, betonte Major Dietz, �dass es die einzig machbare Methode ist, um uns die Kontrolle �ber das Schiff abzunehmen. Aber dazu m�ssten sie erst einmal meine Marines eliminieren, damit wir sie nicht l�nger an der Umsetzung ihres Plans hindern k�nnen.�</p><p>Geary zuckte gereizt mit den Schultern, als k�nnte er so die Geister absch�tteln, von denen seine Sinne behaupteten, dass sie sich um ihn herum dr�ngten. �Wollen Sie Verst�rkung an Bord holen?�</p><p>�Verst�rkung k�nnen wir nicht gebrauchen, Admiral�, erkl�rte Dietz. �Der gesicherte Bereich kann nicht noch mehr Leuten Platz bieten. Wir sind besser bedient, wenn wir eine kleine Streitmacht haben, die mit dem Schiff einigerma�en vertraut ist und da zuschlagen kann, wo die Angreifer am wenigsten damit rechnen.�</p><p>�Und wo w�rden sie am wenigsten damit rechnen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Wenn sie kommen, sind es Syndiks. Oder sie sind als Syndiks ausgebildet worden. Das hei�t, bei der Planung eines Angriffs befolgen sie bestimmte Standardabl�ufe.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Selbst den Syndiks wird klar sein, dass die Decks auf diesem Schiff grundlegend anders angeordnet sind als auf jedem Schiff der Allianz.�</p><p>�Ja, Sir�, sagte Major Dietz und fuhr dann in einem f�r einen Marine sehr diplomatischen Tonfall fort: �Der Plan f�r die Deckverteilung spielt eine sehr wichtige Rolle. Er wird von jemandem beim Syndik-Oberkommando ausgearbeitet, nicht von jemandem, der sich vor Ort befindet. Sondern von den obersten CEOs in der Milit�rhierarchie der Syndiks.�</p><p>�Was bedeutet�, erg�nzte Admiral Lagemann, �dass jede �bereinstimmung zwischen dem Plan und der Realit�t purer Zufall sein wird.�</p><p>�So l�uft das meistens�, stimmte Geary ihm zu. �Planer, die ganz oben sitzen und vom Ort des Geschehens weit entfernt sind, gehen von irgendwelchen Standardannahmen aus, damit eine Eingreiftruppe an Bord eines Schiffs geht und versucht, die drei entscheidenden Bereiche zu finden. Ich muss sagen, es f�llt mir schwer zu glauben, dass es ihnen gelingen k�nnte, das Schiff zu entern, ohne von uns bemerkt zu werden.�</p><p>�Es ist machbar, Sir�, sagte Major Dietz �berzeugt, aber ohne einen Hauch von Prahlerei. �Wie ich bereits angedeutet habe, k�nnten sie komplett getarnt in der N�he unserer Flugroute auf uns warten, sodass sie nur wenig Energie aufwenden m�ssten, um dieses Schiff abzufangen. Ich habe es bei ihren Schiffen gemacht, ich wei�, wovon ich rede, Admiral.�</p><p>�Verstehe. Dann sind Sie in der Angelegenheit qualifizierter als ich.� Die Gruppe hatte eine weitere tempor�re Luftschleuse erreicht, die ihnen den Weg versperrte. �Was ist das?�</p><p>�Das ist der Zugang zur Pseudo-Maschinenkontrolle�, antwortete Admiral Lagemann.</p><p>�Sie haben eine Pseudo-Maschinenkontrolle konstruiert?�</p><p>Lagemann �ffnete die Schleusent�r und ging hindurch.</p><p>Geary stutzte, als ihm auffiel, dass es auf der anderen Seite keine saubere Atmosph�re gab. �Auch noch eine Pseudo-Luftschleuse?�</p><p>�Ja, nat�rlich.� Der Admiral machte eine ausholende Geste. �Wir glauben, dass das hier ein Bereich war, in dem sich die Kiks sportlich bet�tigt haben. Der Raum war gr��tenteils leer, ausgenommen Objekte, die von ihrer Gr��e her wie Sportger�te f�r Kiks wirkten. General Carabali hat auf Bitten von Major Dietz zwei Persische Esel r�bergeschickt.� Er deutete auf ein gedrungenes Objekt, das in der Mitte des Raums stand. �Hier ist einer. Hat man Sie davon in Kenntnis gesetzt, was die Esel machen, Admiral?�</p><p>�Ja, wir haben sie seinerzeit bei Heradao eingesetzt.� Geary n�herte sich dem Objekt, das keinerlei �hnlichkeit mit einem echten Esel aufwies. �T�uschausr�stung der Marines. Die Dinger k�nnen ein umfassendes Spektrum an Signalen und Signaturen verbreiten, mit dem sich praktisch alles simulieren l�sst.�</p><p>Major Dietz nickte. �Von einem ausladenden Hauptquartier bis hin zu weit verstreuten gepanzerten Bodentruppen, die auf den Feind zumarschieren�, sagte er. �Die Esel sind nicht sehr gro�, aber in ihnen stecken Scharen von kleinen Nebenbei-Attrappen, die ausschw�rmen und alle nur denkbaren Signaturen aussenden k�nnen, um die Anwesenheit von Personal zu simulieren. Kommunikationen, Bruchst�cke von Unterhaltungen, Infrarot-Signaturen, seismische St��e, die Schritte oder in Bewegung befindliches Ger�t imitieren, Ger�usche von Waffen oder Systemen � was immer Sie wollen. Dieser spezielle Esel ist so eingestellt worden, dass er den Eindruck erweckt, als ob dieses Abteil mit Ausr�stung zur Maschinenkontrolle vollgestopft ist und als ob es hier von Personal wimmelt, das diese Ausr�stung bedient.�</p><p>�Sch�n�, lobte Geary zufrieden. �Und wo ist der andere Esel?�</p><p>�Ein St�ck weit von hier entfernt in einem Bereich, der von den Syndik-Sensoren als Br�cke identifiziert werden wird�, entgegnete Dietz und wirkte ein klein wenig von sich eingenommen.</p><p>Geary l�chelte, auch wenn die Geister um ihn herum das Ganze mit Missbilligung zu betrachten schienen. �Eine Pseudo-Br�cke, eine Pseudo-Maschinenkontrolle. Diese Esel werden jeden, der sich an Bord schleicht, in Bereiche des Schiffs locken, an denen nicht das Geringste zu finden ist, was von Bedeutung f�r die Kontrolle des Schiffes ist. K�nnen Sie sie auch entdecken, wenn sie sich hierherbegeben?�</p><p>�Nicht so leicht, wenn sie voll getarnt sind�, sagte der Major. �Darum haben wir die Zugangswege mit Sensoren gepflastert, die uns melden, wenn hier jemand vorbeikommt. Mit dem, was wir haben, k�nnen wir nicht das gesamte Schiff abdecken, aber wir haben die beiden Bereiche im Blick, die als K�der dienen.�</p><p>�Sensoren lassen sich �berlisten�, gab Geary zu bedenken, da er sich daran erinnerte, was er bei Marines im Einsatz schon alles beobachtet hatte. �K�nnen die Syndik-Truppen Ihre Sensoren entdecken und ausschalten oder irgendwie in die Irre f�hren?�</p><p>Diesmal h�rte sich Major Dietz eindeutig �berheblich an. �Das k�nnen sie, Admiral. Aber wir haben einen Sergeant bei uns, die in ihrer Freizeit ein Technikgenie ist. Sie bastelt immer an irgendwas herum. Sergeant Lamarr hat T�uschsensoren f�r uns konstruiert.�</p><p>�T�uschsensoren? Also Attrappen?�</p><p>�Nein, Sir. Besser als Attrappen. Sie sehen aus wie ganz normale Sensoren eines bestimmten Typs. Von au�en betrachtet sind es normale Sensoren, auch wenn man noch so genau hinsieht. Wenn sie aktiv sind, dann senden sie die gleichen Signale wie ein normaler Sensor. Aber im Inneren sind sie nicht so konstruiert, um das zu tun, was ein Sensor �blicherweise tut. Vielmehr sind sie so angelegt, dass sie alles registrieren, was man bei einem solchen Sensortyp tun kann, um ihn zu umgehen, zu t�uschen oder abzuschalten, ohne dass jemand alarmiert wird.�</p><p>Geary h�tte fast gelacht. �Sie registrieren nichts anderes als die Methoden, mit denen man Sensoren �berlistet? Methoden, die normalerweise nicht zu registrieren sind?�</p><p>�Richtig, Sir. Eigentlich wird so was bei einem Sensor mit draufgepackt, was bedeutet, dass diese F�higkeiten eingeschr�nkt sind, weil es sich um sekund�re Funktionen handelt. Aber bei einem Lamarr-Sensor ist die Aufdeckung von Manipulationen die prim�re und einzige Funktion. Ein Lamarr-Sensor nimmt nichts wahr, es sei denn, jemand will ihn au�er Gefecht setzen.�</p><p>�Es gibt allerdings ein Risiko dabei�, erg�nzte Lagemann. �Wenn man einen Lamarr-Sensor an einer Luke anbringt, und jemand �ffnet einfach die Luke, ohne auf den Sensor zu achten, dann bekommt man keine Warnmeldung. Aber wenn dieser Jemand den Sensor entdeckt und ihn seiner Meinung nach abschaltet, dann wissen wir, dass er da ist. Oh, genau genommen sind es zwei Risiken. Es handelt sich au�erdem um nichtautorisierte und ungepr�fte Ver�nderungen an milit�reigenen Ausr�stungsgegenst�nden. Das Flottenhauptquartier k�nnte uns daf�r auf die Finger klopfen.�</p><p>Geary atmete schnaubend aus. �Sergeant Lamarrs Vorgesetzte haben diese Art von Sensor nicht genehmigt?�</p><p>�Alle Befehlshaber waren von ihrer Entwicklung angetan�, sagte der Major. �Aber als die Idee im Hauptquartier mit der dortigen B�rokratie in Ber�hrung kam, wurde sie rundweg abgelehnt.�</p><p>�Soll man gar nicht f�r m�glich halten, nicht wahr?�, f�gte Admiral Lagemann ironisch an.</p><p>�Ich bin schockiert�, gab Geary im gleichen Ton zur�ck und musste dabei an die Probleme denken, die das Flottenhauptquartier ihm bereitet hatte. Sosehr er sich auf seine Heimkehr freute, so sehr f�rchtete er sich davor, wieder mit dem Hauptquartier zu tun zu haben. �Als Flottenbefehlshaber autorisiere ich hiermit angesichts der besonderen Umst�nde offiziell einen Feldversuch der modifizierten Ausr�stung. Das liegt doch im Rahmen meiner Kompetenzen, oder?�</p><p>�Ich glaube schon, aber Sie m�ssen gar nicht den Zorn des Hauptquartiers auf sich lenken�, protestierte Lagemann. �Ich gehe an dem Tag in den Ruhestand, an dem wir wieder zu Hause sind, deshalb habe ich kein Problem damit, wenn man den Sensor mit meinem Namen in Verbindung bringt.�</p><p>�Ich glaube, man sollte den Sensor wohl eher mit Sergeant Lamarrs Namen in Verbindung bringen.�</p><p>�Das stimmt, und es ist auch v�llig richtig. Auf jeden Fall ist die <emphasis>Invincible </emphasis>bereit�, sagte der Admiral und t�tschelte liebevoll das n�chstbeste Schott, �jedem Versuch zu trotzen, sie am Erreichen des Allianz-Gebiets zu hindern. Sie halten uns die Kriegsschiffe vom Hals, und sollten die Syndiks das Einzige versuchen, was funktionieren d�rfte, und getarnt an Bord kommen, dann werden wir sie uns vornehmen.�</p><p>�Gute Arbeit. Wirklich gute Arbeit�, lobte Geary. Ihm war nie die M�glichkeit in den Sinn gekommen, dass jemand versuchen k�nnte, die <emphasis>Invincible </emphasis>zu entern. Allerdings hatte er auch nicht die Zeit gehabt, sich solche Gedanken zu machen, aber genau das war ja auch der Grund, aus dem ein Befehlshaber gute Untergebene ben�tigte. Hinzu kam, dass die Montage dieser Pseudo-Zentralen neben den routinem��igen Patrouilleng�ngen daf�r gesorgt hatte, dass Major Dietz� Marines besch�ftigt waren und keine Langeweile aufkommen konnte. <emphasis>Zwei Dinge machen mir vor allem Sorgen</emphasis>, hatte einer von Gearys fr�heren Vorgesetzten einmal zu ihm gesagt. <emphasis>Zum einen sind es die gro�en Geister im Flottenhauptquartier und die Frage, was sie als N�chstes f�r eine gute Idee halten. Zum anderen sind es gelangweilte Marines und die Frage, was sie f�r eine gute Idee halten k�nnten.</emphasis></p><p>Der Weg durch die Schwerelosigkeit zur�ck zum gesicherten Bereich an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>kam ihm viel l�nger vor als der Hinweg zum Pseudo-Kontrollzentrum. Da Admiral Lagemann und Major Dietz nun nichts mehr zu erz�hlen hatten, gab es f�r Geary keine Ablenkung von dem eigenartigen Gef�hl, dass unsichtbare Wesen ihn umgaben. Er musste st�ndig gegen den Wunsch ank�mpfen, sich umzudrehen und hinter sich zu schauen, obwohl sich immer wieder aufs Neue G�nsehaut auf seinem R�cken ausbreitete. Das Gef�hl, nicht willkommen zu sein, ein unerw�nschter Eindringling zu sein, schien die giftige Luft ringsum zu erf�llen. Wenn das die Auswirkung irgendwelcher Kik-Ausr�stung an Bord des Schiffs war, dann vermochten die Kiks wohl Dinge auszuhalten, die f�r Menschen auf Dauer unertr�glich waren. Falls es sich um einen Abwehrmechanismus handelte, der Feinden die Freude an ihrer Eroberung nehmen sollte, dann erzielte er genau die gew�nschte Wirkung.</p><p>Die <emphasis>Invincible </emphasis>war kein fr�hliches Schiff. �blicherweise bezog sich eine solche Formulierung auf die Moral der Besatzung. Aber hier schlugen sich die Matrosen und die Marines gut, und es war das Schiff selbst, das missgelaunt und �rgerlich wirkte. Shuttlepiloten lie�en �blicherweise die Zugangsluken offen stehen, w�hrend sie auf die R�ckkehr ihrer Passagiere warteten, weil sie die Zeit oft nutzten, um sich ein wenig die Beine zu vertreten und mit dem Personal an der Luftschleuse zu reden. Aber diesmal war der Pilot in seinem Shuttle geblieben und hatte die innere und die �u�ere Luke geschlossen, sodass Geary erst noch warten musste, bevor er in das Shuttle einsteigen konnte. Die Zeit bis dahin nutzte er f�r eine Unterhaltung mit dem Trupp Marines, die hier Wache hielten. Normalerweise wurde eine Luftschleuse von ein oder h�chstens zwei Marines bewacht, doch nachdem Geary mit der <emphasis>Invincible </emphasis>n�here Bekanntschaft geschlossen hatte, wunderte er sich nicht �ber die gro�e Zahl an Wachen.</p><p>�Etwas an der Luft in der Schleuse dieses Schiffs hat sich nicht so angef�hlt, wie es sein sollte�, entschuldigte sich der Pilot �ber Interkom, nachdem Geary im Passagierabteil Platz genommen hatte.</p><p>�Haben Ihre Sensoren irgendwelche Verunreinigungen festgestellt?�, wollte Geary von dem Mann wissen, auch wenn er die Antwort bereits erahnte.</p><p>�Nein, Sir. Die Anzeigen waren alle in Ordnung. Aber es hat sich seltsam angef�hlt�, wiederholte er. �Ich hielt es f�r das Beste, die Luken bis zu Ihrer R�ckkehr geschlossen zu lassen.�</p><p>�Sie hatten keine Lust, sich auf einem Kriegsschiff einer nichtmenschlichen Spezies umzusehen?�, hakte Geary nach.</p><p>�Nein, Sir. Das hei�t � eigentlich schon, Sir. Ich habe mit dem Gedanken gespielt, und die Marines meinten auch, ich sollte mich eine Weile umschauen. Aber als ich dann vor der Luftschleuse stand, die ins Schiffsinnere f�hrt, da � also � Es f�hlte sich eigenartig an. Vor allem, weil diese Marines darauf beharrten, ich solle allein reingehen.�</p><p><emphasis>Gelangweilte Marines. </emphasis>Eindeutig etwas, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen durfte.</p><p>Die Zahl der Personen in der Flotte, die den wahren Grund daf�r kannten, wieso die Flotte noch f�r Wochen bei Midway bleiben w�rde, belief sich auf vier: Geary, Desjani, Rione und Charban. Die anhaltenden Reparaturarbeiten waren die ideale Rechtfertigung f�r den verl�ngerten Aufenthalt, doch die R�ckmeldungen, die Geary von den untergebenen Offizieren erhielt, machten ihm deutlich, dass die Leute zunehmend rastlos wurden.</p><p>Diese Erkenntnis erfuhr kurz darauf eine beunruhigende Best�tigung durch einen Vorfall auf einem der Sturmtransporter.</p><p>Dr. Nasr wirkte ersch�pft, aber das war schon seit einer Weile so. �Wir hatten einen Zwischenfall mit einem Marine, und ich wollte sicherstellen, dass Sie dar�ber informiert sind.�</p><p>�Corporal Ulanov�, erwiderte Geary. �General Carabali hat mir bereits davon erz�hlt. Ulanov hat eine Waffe an sich genommen und dann versucht, sein Truppenabteil in St�cke zu schie�en. Aber das hat nicht geklappt, da sein Zugf�hrer alle ihm zur Verf�gung stehenden Waffen deaktiviert hatte.�</p><p>�Ja, genau. Corporal Ulanov.� Nasr starrte einen Moment lang vor sich hin, ehe er sich wieder auf Geary konzentrierte. �Ich dachte, es w�rde Sie interessieren, was die medizinische Untersuchung ergeben hat.�</p><p>Geary seufzte und hob hilflos die H�nde. �Er hat zu viele Gefechte mitgemacht und m�chte nach Hause.�</p><p>�Ja und nein.� Nasr l�chelte ihn humorlos an. �Er will nach Hause. Aber der wahre Grund f�r seine versuchte Zerst�rungsaktion ist der, dass Corporal Ulanov auch Angst davor hat, nach Hause zu kommen.�</p><p>�Angst?� Wenn eine Information so grundlegend von dem abwich, was man erwartete, dann dauerte es eine Weile, ehe man sie wirklich verarbeitet hatte. Geary stellte fest, dass er sich wiederholte. �Angst? Er hat Angst davor, nach Hause zu kommen?�</p><p>�Wir beobachten mehrere F�lle dieser Art, nur ist es bei Ulanov am schlimmsten�, lie� Nasr ihn wissen. �Admiral, was geschieht, wenn wir heimgekehrt sind? Was wird dann aus dem Schiff und aus diesen Marines?�</p><p>�Soweit ich wei�, werden sie weiter meinem Kommando unterstellt bleiben.�</p><p>�Aber vielleicht auch nicht.�</p><p>�Das kann sein, aber das wei� ich nicht.�</p><p>�Genau das ist das Problem�, redete Nasr weiter. �Sie wissen es nicht, ich wei� es nicht. Niemand wei� es. Corporal Ulanov hat seinem medizinischen Betreuer immer wieder gesagt, dass er Angst hat. Es dauerte eine Weile, bis sich herausstellte, dass sich Ulanov vor der Ungewissheit f�rchtet. Es gef�llt ihm, ein Marine zu sein. Er wei�, er kann ins Gefecht ziehen, auch wenn die k�rperliche und geistige Belastung dieser Gefechte bei ihm l�ngst Sch�den hinterlassen haben, die er aber nicht einsieht. Doch er bef�rchtet, wie eine Maschine ausgemustert zu werden, f�r die man keine Verwendung mehr hat. Er will schon nach Hause, aber er f�rchtet sich auch davor, was aus ihm werden k�nnte, wenn er erst mal wieder zu Hause ist. Dieser innere Konflikt hat ihn ausrasten lassen.�</p><p>Geary sackte in sich zusammen, als er �ber Ulanov und die vielen anderen in der Flotte nachdachte, die alle von den gleichen Zukunfts�ngsten geplagt wurden. �Ich kann sie nach Hause bringen. Wir werden hier nicht mehr lange ausharren m�ssen. Aber ich kann nicht viel daran �ndern, dass sie sich Sorgen wegen ihrer Zukunft machen. Ich kann ihnen keine Antworten liefern.�</p><p>�Sie k�nnen etwas f�r sie tun, Admiral. Sagen Sie den Leuten, dass Sie sich nach Kr�ften f�r ihr Wohlergehen einsetzen werden. Das mag Ihnen nicht als viel erscheinen, aber den Leuten wird es sehr viel bedeuten.� Nasr verzog einen Mundwinkel zu einem betr�bten L�cheln. �Als Arzt neigt man leicht dazu, Menschen als eine Ansammlung von K�rperteilen anzusehen, die entweder ordentlich funktionieren oder die ersetzt oder repariert werden m�ssen. Dabei vergisst man den Menschen selbst und konzentriert sich zu sehr auf die Bestandteile. Ich habe Befehlshaber erlebt, die einzelne Menschen nur als einen Teil des Organismus sehen, �ber den sie die Befehlsgewalt haben. Wenn ein Private f�llt, wird er durch einen anderen Private ersetzt. Weiter nichts. Dabei f�rchten wir uns doch alle davor, als ein austauschbarer, entbehrlicher Teil angesehen zu werden, nicht wahr?�</p><p>�Ja, das stimmt, Doctor, weil wir alle gesehen haben, wie so etwas anderen widerf�hrt, und weil wir manchmal merken konnten, wie es sogar uns selbst trifft. Also gut, ich werde mir �berlegen, wie ich allen Leuten klarmachen kann, dass sie nach unserer R�ckkehr nicht einfach ausgemustert und vergessen werden.�</p><p>Er wollte das Gespr�ch eben beenden, da redete der Doctor �berraschend weiter.</p><p>�Haben Sie die Berichte von den Schiffen der Callas-Republik und der Rift-F�deration gesehen?�</p><p>Geary nickte. �Ich habe sie �berflogen. Es scheint auf deren Schiffen keine Probleme zu geben. Ich wei�, sie wollen von dieser Flotte getrennt werden, sobald wir zur�ck sind. Ich werde tun, was ich kann, damit das auch geschieht.�</p><p>�Es <emphasis>scheint </emphasis>keine Probleme zu geben�, wiederholte Nasr. �Aber es gibt sie. Diese M�nner und Frauen waren davon ausgegangen, nach Hause zur�ckkehren zu k�nnen, als der Krieg zu Ende war. Sie dachten, sie k�nnen sich auf den Weg zu ihrer Republik beziehungsweise ihrer F�deration begeben. Momentan sieht es nach au�en so aus, als ob alles in Ordnung ist. Aber wissen Sie, dass ein Mensch seine Arbeit verrichten kann, ohne dass er irgendwelche Anzeichen f�r m�gliche Probleme erkennen l�sst, und dann auf einmal bricht er unter dem verborgenen Stress zusammen? Das beschreibt den Zustand dieser Schiffsbesatzungen. Behalten Sie auch sie gut im Auge, Admiral.�</p><p>�Das werde ich machen, Doctor.� Nach dem Gespr�ch mit Nasr sa� er eine Weile da und dachte nach. <emphasis>Ich kann wegen der Schiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration nichts weiter tun, und ich habe schon alle Dienstvorgesetzten gewarnt, sie sollen ihre Leute aufmerksam beobachten und jeden einer Bewertung unterziehen lassen, der ihnen auff�llig erscheint. Ich muss den Vorgesetzen die Arbeit wohl irgendwie erleichtern.</emphasis></p><p>Er setzte sich gerader hin und straffte die Schultern, dann bet�tigte er die Aufnahmetaste seiner Komm-Einheit. �Hier spricht Admiral Geary. Ich m�chte Sie alle �ber die aktuelle Situation auf dem Laufenden halten. Wir <emphasis>werden </emphasis>in K�rze Midway verlassen und die Heimreise antreten. Zu Hause angekommen, werden wir erst einmal f�r l�ngere Zeit dort bleiben, denn auch wenn Sie alle Erstaunliches bei der Reparatur unserer Schiffe geleistet haben, wird diese Flotte erst einmal eine Weile in den Docks bei Varandal bleiben m�ssen, um alle erlittenen Sch�den zu beheben.�</p><p><emphasis>Wie formuliere ich den Rest?</emphasis></p><p>�Ich m�chte die Gelegenheit nutzen und Ihnen allen sagen, dass ich alles in meiner Macht Stehende tun werde, damit Sie nach unserer Heimkehr so behandelt werden, wie Sie es nach Ihrem Dienst f�r die Allianz verdienen.�</p><p><emphasis>Das gen�gt nicht. Nat�rlich werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, das f�llt schlie�lich in meine Verantwortung. Aber ich kann keine Versprechen machen, dass nach unserer R�ckkehr niemand mit irgendeinem Problem konfrontiert werden wird. Was kann ich noch sagen, damit sie wissen, dass ich sie nicht im Stich lassen werde?</emphasis></p><p><emphasis>Ach, verdammt, warum nicht einfach so?</emphasis></p><p>�Wir haben im Gebiet der Aliens niemanden allein zur�ckgelassen, und das wird auch nicht passieren, wenn wir wieder zu Hause sind.�</p><p>Er beendete die Aufnahme, dann rief er die Br�cke. �Tanya, k�nnten Sie sich etwas f�r mich ansehen?�</p><p>�Sie meinen, weil ich weiter nichts zu tun habe, als einen Schlachtkreuzer und seine Crew im Auge zu behalten?�, gab Desjani zur�ck.</p><p>�Es dauert auch nicht lange�, versprach er ihr.</p><p>�Wow, den Spruch hab ich ja noch nie geh�rt. Na gut, Admiral, ich werde das erledigen. Werden Sie bald wieder auf die Br�cke kommen?�, f�gte sie nachdr�cklich hinzu.</p><p>Er sah auf die Uhr. �Es wird noch ein bisschen dauern. Es gibt doch keinen Grund zur Eile, oder?�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht�, versicherte ihm Desjani.</p><p>Keiner von ihnen wusste genau, wann sich etwas ereignen w�rde. Es gab einfach zu viele Unw�gbarkeiten, was die Reisezeiten innerhalb der anderen Sternensysteme anging, die von einem bestimmten Schiff durchquert werden mussten.</p><p>Aber irgendwann innerhalb der n�chsten zw�lf Stunden w�rde der von General Drakons Repr�sentanten vorgeschlagene Plan entweder zum Erfolg oder zum Fehlschlag f�hren.</p><p>Geary unternahm auf dem Weg zur Br�cke demonstrativ einen Rundgang durch die <emphasis>Dauntless</emphasis>, wobei er immer wieder stehen blieb, um mit Crewmitgliedern zu reden. Die meisten von ihnen wollten sinngem�� wissen, wann die Flotte denn nun aufbrechen w�rde, und Geary erwiderte sinngem��, dass das bald so weit sein w�rde.</p><p>Auf der Br�cke nickte Desjani ihm zu und zeigte auf ihr Display. �Gute Ansprache, Admiral. Wollen Sie sie senden?�</p><p>�Haben Sie keinen Vorschlag, was ich noch verbessern k�nnte?�, wollte er wissen, w�hrend er in seinem Sessel Platz nahm und sein eigenes Display aktivierte, das ihm die momentane Situation im Sternensystem anzeigte.</p><p>�Nein. Das ist einer von diesen Momenten, da sind die von Herzen kommenden Worte am besten, wenn sie nicht erst noch bearbeitet worden sind.�</p><p>�Dann senden Sie es bitte an die Flotte, Captain.�</p><p>�Wird erledigt, Admiral.�</p><p>�Irgendwas Neues von CEO Boyens?�</p><p>Sie reagierte mit einer beil�ufigen Geste. �Nur eine weitere Beschwerde, weil wir provozierende Man�ver geflogen sein sollen. Er scheint sich bedroht zu f�hlen, weil Sie so viele Kriegsschiffe in einen Orbit gebracht haben, der nur zehn Lichtminuten vom Hypernet-Portal entfernt ist.�</p><p>�Und nur acht Lichtminuten von seiner Flotte�, erg�nzte Geary. �Haben wir unsere Standardantwort geschickt, dass die Beh�rden von Midway uns volle Bewegungsfreiheit im gesamten System gew�hren?�</p><p>�Das m�ssen Sie unsere Gesandten fragen�, gab Desjani zur�ck und klang auf einmal herablassend.</p><p>�Das werde ich tun�, sagte Geary. Seine Ver�rgerung �ber Boyens hatte sich seit ihrer Ankunft im System zunehmend vertieft. Der Syndik-CEO schickte immer wieder Mitteilungen, bei denen es angeblich um Unterhandlungen ging, doch jedes Mal entpuppten sich die Benachrichtigungen als kaum verh�llter Spott �ber Gearys Unverm�gen, Boyens aus diesem Sternensystem zu vertreiben.</p><p>Aber w�hrend die Syndik-Flotte stur auf ihrer Position nahe dem Hypernet-Portal geblieben war, hatte die Pr�senz der Allianz in der N�he des Portals immer wieder Zuwachs bekommen und belief sich inzwischen auf sieben Schlachtschiffe und elf Schlachtkreuzer, dazu Dutzende Schwere und Leichte Kreuzer sowie achtzig Zerst�rer. Nur wenige dieser Kriegsschiffe waren in tadellosem Zustand, aber bei allen waren Antrieb, Schilde und Waffen voll funktionst�chtig, sodass sie in der Lage waren, sofort zum Angriff �berzugehen, sollte das erforderlich werden.</p><p>Geary hatte diesen Schiffen die Bezeichnung �Formation Alpha� gegeben und sie so angeordnet, dass sie wie eine einzige riesige Faust auf Boyens� Syndik-Flotte ausgerichtet waren.</p><p>Als die Allianz-Schiffe ihre Positionen einnahmen, hatte Kommodor Marphissa ihre verbliebenen Kriegsschiffe der Midway-Flotte ein St�ck weit verlegt, sodass sie nicht nur jede Bewegung der Syndiks in Richtung des Sterns unm�glich machten, sondern den Gegner in seiner Mobilit�t weiter einschr�nkten, indem die direkte Route zum n�chsten Sprungpunkt bedroht wurde.</p><p>�Er muss wissen, was wir hier machen�, merkte Desjani an, deren Haltung und Tonfall zu jemandem passte, der nicht damit rechnete, dass heute noch etwas passieren w�rde, nachdem gestern und vorgestern schon nichts geschehen war. �Boyens ist nicht dumm, auch wenn es sich bei ihm nur um einen Syndik-CEO handelt.�</p><p>�Er glaubt, wir wollen ihn mit Drohgeb�rden bluffen, damit er von hier verschwindet�, sagte Geary.</p><p>�Ist das denn nicht genau das, was wir hier machen?�, fragte sie mit gespielter Ahnungslosigkeit.</p><p>Er h�tte unweigerlich zu prusten begonnen, h�tte er soeben etwas getrunken. Zum Gl�ck erledigte sich gleich darauf die Notwendigkeit einer Antwort.</p><p>�Ein weiteres Schiff ist durch das Portal gekommen�, meldete Lieutenant Castries, deren Stimme etwas h�her wurde, als ihr die Identit�t des Neuank�mmlings klar wurde. �Das ist der Schwere Kreuzer von Midway, der den anderen Kreuzer durch den Sprungpunkt Richtung Kane begleitet hat.�</p><p>�Er ist durch das Portal zur�ckgekommen?�, rief Lieutenant Yuon. �Das ist aber nicht ��</p><p>�Nicht besonders helle�, sagte Desjani, die immer noch ruhig und gefasst war. �Sie werden wohl gedacht haben, dass die Syndik-Flotte inzwischen das System verlassen hat. Sehen Sie mal, sie drehen bei und nehmen Kurs auf den Rest der Midway-Flotte.�</p><p>�Aber sehr langsam�, stellte Lieutenant Castries fest. �Captain, unsere Sensoren sch�tzen, dass der Schwere Kreuzer eine Hauptantriebseinheit verloren hat. Sch�den lassen sich nicht erkennen, das hei�t, es k�nnte Ausr�stung ausgefallen sein.�</p><p>�Syndik-Schiffe verf�gen �ber erheblich weniger Best�nde, um Reparaturen aus eigener Kraft durchzuf�hren�, gab Desjani zu bedenken.</p><p>�Der Kreuzer ist in Schwierigkeiten�, meldete Lieutenant Yuon. �Die Steuersysteme sch�tzen bei der momentanen Geschwindigkeit, dass es den Syndiks gelingen k�nnte, den Kreuzer zu erreichen, bevor die Midway-Flotte ihm zu Hilfe eilen kann.�</p><p>�Lieutenant, Sie klingen besorgt�, sagte Desjani. �Wie kommt das?�</p><p>�Ich ��, begann sie und beschrieb eine hilflose Geste. �Es kommt mir einfach so vor, als w�ren sie auf unserer Seite, Captain. Auch wenn es ein Syndik-Kreuzer ist. Beziehungsweise gewesen ist.�</p><p>�Das ist kein Syndik-Kreuzer mehr�, stimmte Geary ihr zu. �Die Syndiks haben ihn gebaut, aber er geh�rt ihnen nicht mehr. Und die Kreuzer, die nach wie vor den Syndik-Beh�rden unterstehen, haben die Verfolgung dieses Schiffs aufgenommen.� Daf�r musste er nicht die Schlussfolgerungen des Steuersystems abfragen. Allein die Bewegungen der Syndik-Schiffe und -J�ger, die sich aus der Formation um das Schlachtschiff l�sten, machten deutlich, dass sie mindestens eine halbe Stunde eher in Feuerreichweite sein w�rden als der Rest der Midway-Flotte.</p><p>Geary bet�tigte seine Komm-Kontrollen. �Alle Einheiten der Formation Alpha in Gefechtsbereitschaft gehen.�</p><p>Er sp�rte die erschrockenen Blicke der �brigen Br�ckencrew, und sogar Desjani t�uschte Erstaunen vor. Doch im Gegensatz zu ihr wussten die anderen nicht, warum er diesen Befehl erteilt hatte. Noch nicht. <emphasis>Noch k�nnen wir die Katze nicht aus dem Sack lassen.</emphasis></p><p>�Volle Gefechtsbereitschaft�, befahl Desjani ihren Wachhabenden. Sirenen ert�nten und forderten die gesamte Crew auf, in Aktion zu treten.</p><p>Unterdessen beobachtete Geary die Bewegungen der anderen Schiffe und wartete auf den richtigen Zeitpunkt f�r seine n�chste Mitteilung. �Captain Desjani, wie ich sehe, wollen die Kreuzer und J�ger der Syndiks den neu eingetroffenen Midway-Kreuzer abfangen. In acht Minuten werden sie sich in Feuerreichweite zu ihrem Ziel befinden.�</p><p>�So besagen es unsere Gefechtssysteme�, best�tigte Desjani.</p><p>�Stellen Sie eine Verbindung zum Syndik-Flaggschiff her.�</p><p>Das Syndik-Schlachtschiff mit CEO Boyens an Bord war acht Lichtminuten von der <emphasis>Dauntless </emphasis>entfernt. Der Abstand der Schweren Kreuzer und J�ger zum Schlachtschiff betrug fast genau eine Lichtminute, w�hrend sie sich von oben rasch dem vor ihnen davonfliegenden Midway-Kreuzer n�herten. Die Midway-Flotte hatte sich zwar in Bewegung gesetzt, aber sie hinkte den Syndiks um etliche Lichtminuten hinterher, die ihren auf sich allein gestellten Kameraden angreifen wollten.</p><p><emphasis>Jetzt</emphasis>, dachte Geary und bet�tigte die Kontrolle, die die Verbindung zu CEO Boyens herstellen w�rde. Er hatte einen verdutzten und w�tenden Gesichtsausdruck aufgesetzt, und die gleiche Kombination aus Gef�hlsregungen schwang nun auch in seiner Stimme mit. �CEO Boyens, hier spricht Admiral Geary von der ersten Flotte der Allianz. Sie haben Einheiten auf den Weg geschickt, um ein Schiff abzufangen, das von der Regierung der Allianz gechartert wurde und in deren Diensten steht. Sie werden hiermit aufgefordert, alle gegen ein unter der Flagge der Allianz fliegendes Schiff gerichteten Absichten sofort abzubrechen und Ihre Einheiten unverz�glich zur�ckzuziehen. Geary Ende.� Er verzichtete absichtlich auf die formale Verabschiedung, um der Aufforderung einen barscheren Tonfall zu verleihen.</p><p>Die Br�ckencrew warf ihm erneut erstaunte Blicke zu, doch dann betraten die Gesandten Rione und Charban die Br�cke und lenkten alle Aufmerksamkeit auf sich.</p><p>�Admiral�, sagte Rione scheinbar ungl�ubig. �Wir haben dieses Schiff f�r Zwecke der Allianz-Regierung gechartert. Warum wird es von Kriegsschiffen der Syndikatwelten verfolgt?�</p><p>�Ich wei� es nicht, Madam Gesandte�, erwiderte Geary. �Ich habe die Syndiks vom Status dieses Schiffs in Kenntnis gesetzt und sie zum R�ckzug aufgefordert.�</p><p>Desjani tat abermals so, als f�hle sie sich von den Ereignissen �berrollt. �Wir haben diesen Midway-Kreuzer gechartert? Wir, die Allianz-Regierung?�</p><p>�Das ist korrekt�, sagte Charban. �Wir fanden, es ist im Interesse der Allianz, wenn wir gute Beziehungen zur Heimatwelt dieses Schweren Kreuzers unterhalten.�</p><p>�Aber wenn er unter Allianz-Flagge unterwegs ist, dann z�hlt er in dieser Zeit als Allianz-Eigentum. Wenn die Syndiks ihn angreifen ��</p><p>�Dann attackieren sie ein <emphasis>Allianz</emphasis>-Schiff�, ging Geary dazwischen. �An alle Einheiten der Formation Alpha: Beschleunigen Sie sofort auf 0,2 Licht, drehen Sie drei zwei Grad nach Steuerbord und null sechs Grad nach oben.�</p><p>�Sie werden eingreifen m�ssen, wenn die das Allianz-Schiff angreifen�, pflichtete Rione ihm bei und klang so �berzeugend erbost, dass niemand Verdacht sch�pfen konnte, dass das Ganze l�ngst besprochen war.</p><p>Den Zeitpunkt f�r seine Nachricht an Boyens hatte er so genau gew�hlt, wie es nur ging. Die Schweren Kreuzer und die J�ger waren zweifellos mit dem Befehl losgeschickt worden, den einzelnen Midway-Kreuzer anzugreifen. Nachdem Boyens zuvor schon einmal blo�gestellt worden war, w�rde er diesmal nicht wollen, dass ihm seine Beute schon wieder entkam. Sie w�rden angreifen, wenn Boyens seinen Befehl nicht widerrief. Aber Geary hatte seine Nachricht so gesendet, dass sie eintraf, bevor die Syndiks das Feuer er�ffneten, aber so sp�t bei Boyens einging, dass der seinen Schiffen nicht mehr rechtzeitig den R�ckzugsbefehl zukommen lassen konnte. Es war alles nur eine Frage der Geometrie. Die drei Seiten des Kommunikationsdreiecks ergaben zusammen weniger Zeit, als Boyens mindestens ben�tigte.</p><p>CEO Boyens w�rde das ungef�hr � <emphasis>jetzt </emphasis>begreifen, �berlegte Geary und musste l�cheln, als er sich vorstellte, wie der Syndik-CEO machtlos mitansehen musste, wie die Falle zuschnappte.</p><p>�Die Schweren Kreuzer der Syndiks haben Raketen abgefeuert!�, meldete Lieutenant Castries, gleichzeitig wurden ihre Worte vom Alarm der Gefechtssysteme der <emphasis>Dauntless </emphasis>untermalt.</p><p>�CEO Boyens muss Ihre Aufforderung erhalten haben, bevor diese Schiffe das Feuer er�ffnet haben�, erkl�rte Desjani, die wusste, dass diese Aussage in den offiziellen Aufzeichnungen enthalten sein w�rde.</p><p>�Richtig�, bekr�ftigte Geary. �Wir m�ssen davon ausgehen, dass er vors�tzlich ein Schiff der Allianz angegriffen hat, und wir m�ssen sicherstellen, dass wir den Syndiks eine solche Aggression nicht durchgehen lassen.� Er tippte wieder auf seine Komm-Kontrollen, diesmal war seine Ver�rgerung nur vorget�uscht. �CEO Boyens! Ihre Streitkr�fte haben auf das Schiff gefeuert, <emphasis>nachdem </emphasis>Sie davon in Kenntnis gesetzt worden sind, dass es unter der Flagge der Allianz fliegt! Das ist ein feindseliger Akt und eine eindeutige Verletzung des Friedensvertrags, der von den Syndikatwelten unterzeichnet wurde. Den Vereinbarungen dieses Vertrags entsprechend bin ich autorisiert, alle erforderlichen Ma�nahmen zu ergreifen, um B�rger und Eigentum der Allianz zu besch�tzen. Ich werde das machen, indem ich jede Gefahr f�r die Allianz in diesem System eliminiere! Geary Ende!�</p><p>Um CEO Boyens das Leben noch schwerer zu machen, erwachte die scheinbar ausgefallene Hauptantriebseinheit des einzelnen Midway-Kreuzers auf einmal zum Leben, woraufhin das Kriegsschiff massiv beschleunigte. �Das�, stellte Desjani fest, �wird den Raketen der Syndiks einige Schwierigkeiten bereiten, die ja bei ihrem Start von einer ganz anderen Maximalgeschwindigkeit des Schweren Kreuzers ausgegangen sind.�</p><p>�Trotzdem werden sie von zwei Dutzend Raketen verfolgt�, betonte Geary.</p><p>�Das werden sie schon schaffen�, sagte sie und beobachtete ihr Display. �Vorausgesetzt, sie h�ren auf Captain Bradamont. Sie ist doch an Bord dieses Schweren Kreuzers, oder?�</p><p>�Ja.� Es war problematisch gewesen, Bradamont auf den Schweren Kreuzer zu bringen, ohne dass jemand auf diesen Transfer aufmerksam wurde. Aber wenigstens lie�en sich mit einer F�lle von routinem��igen Abl�ufen auch viele Aktivit�ten tarnen, die nicht zur Routine geh�rten. �Ihre Anwesenheit auf dem Schweren Kreuzer belegt, dass das Schiff eindeutig und rechtm��ig vorl�ufiges Eigentum der Allianz ist. Die Beh�rden auf Midway�, f�gte Geary an, �haben au�erdem einem Kapitan-Lieutenant Kontos das Kommando �ber den Kreuzer �bertragen, w�hrend er die Flagge der Allianz f�hrt.�</p><p>�Kontos?�, gab sie zur�ck. �Kennen wir ihn?�</p><p>�Er ist derjenige, der die Idee hatte, das Schlachtschiff mit der Anlage der mobilen Streitkr�fte zu vert�uen, damit es die Anlage aus der Flugbahn des Enigma-Bombardements ziehen konnte.�</p><p>�Ach, er�, sagte sie und l�chelte verstehend. �Und jetzt kann uns Captain Bradamont detaillierte Berichte �ber diesen Kapitan-Lieutenant liefern, der so ein schneller und innovativer Denker ist?�</p><p>�Ganz genau�, best�tigte Geary.</p><p>�Gut gemacht, Admiral.� Sie bet�tigte ihre Waffenkontrollen. �In f�nfundvierzig Minuten werden wir in Reichweite kommen, sofern wir weiter mit 0,2 Licht fliegen.�</p><p>Geary nickte und sah auf sein eigenes Display. <emphasis>Was soll ich machen, wenn Boyens nicht die Flucht ergreift, sondern sich uns in den Weg stellt? Ich muss dieses Schlachtschiff angreifen und die begleitenden Schweren und Leichten Kreuzer sowie die J�ger ausschalten. Das wird ein Massaker werden, aber sie k�nnen immer noch einige von meinen Schiffen besch�digen. Wenn ich heimkehre, wird es schwieriger sein, die Ausl�schung einer Syndik-Flotte zu erkl�ren, als wenn ich nur zu berichten habe, dass wir sie aus dem System verscheucht haben.</emphasis></p><p>Boyens blieb nur ein kleines Zeitfenster, um zu reagieren. Schlachtschiffe waren hinsichtlich Feuerkraft und Panzerung deutlich �berlegen, nicht jedoch, wenn es ums Beschleunigen ging. Wenn Boyens dem Vergeltungsschlag der Allianz entkommen wollte, dann musste er schon bald Kurs auf das Hypernet-Portal nehmen.</p><p>�Das Portal ist seine einzige Option�, merkte Desjani an. �Wenn er Kurs auf den einzigen Sprungpunkt nimmt, den er erreichen k�nnte, ohne uns in die Quere zu kommen, dann sieht er sich mit der Midway-Flotte konfrontiert.�</p><p>�Das nenne ich doch mal einen gl�cklichen Zufall�, sagte Geary.</p><p>�Wir m�ssen weiter auf ihn zuhalten�, f�gte sie leise an. �Boyens wird nicht durch das Portal fliehen, wenn er den Eindruck bekommt, wir k�nnten den Angriff abbrechen. Wir m�ssen unsere Geschwindigkeit beibehalten, bis er sich zur�ckzieht. Wenn wir in irgendeiner Weise ein Z�gern erkennen lassen, wird er das Portal nicht benutzen, und dann <emphasis>m�ssen </emphasis>wir ihn zerst�ren.�</p><p>�Ja, Sie haben recht.� Er hatte versucht, den Zeitpunkt zu berechnen, an dem seine Flotte den Angriff abbrechen konnte, doch Desjanis Einsch�tzung war v�llig richtig. �Er wird so lange wie m�glich warten, um zu sehen, ob wir tats�chlich das Feuer er�ffnen.�</p><p>�Sie k�nnen sich schon mal darauf gefasst machen, das Feuer zu er�ffnen�, meinte Desjani.</p><p>�Ich hoffe, in dem Punkt haben Sie nicht recht.�</p><p>Aber die Minuten verstrichen, und Boyens� Flaggschiff bewegte sich nicht aus seinem Orbit. Geary �berpr�fte die Anzeigen der Gefechtssysteme und sah, wie die Abstandsanzeige kontinuierlich nach unten korrigiert wurde, je n�her sie der Feuerreichweite der vordersten Allianz-Kriegsschiffe kamen. Eine Anzeige f�r die Phantome, eine f�r die H�llenspeer-Partikelstrahlen, eine dritte f�r die Kart�tschen, die erst bei geringer Entfernung zum Einsatz kamen, und schlie�lich die Zeitanzeige f�r die Nullfeld-Generatoren, die sich an Bord der Schlachtkreuzer und der Schlachtschiffe der Allianz befanden und nur in unmittelbarer N�he zum Zielobjekt Wirkung erzielten.</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wenn er sich in den n�chsten f�nf Minuten nicht in Bewegung setzt, dann holen wir ihn ein, bevor er das Portal erreichen kann.�</p><p>Rione, die auf der anderen Seite Gearys stand, fragte sich: �Warum hat CEO Boyens bislang nicht versucht, mit uns zu reden? Warum wirft er uns nicht vor, dass wir ihm eine Falle gestellt haben? Warm versucht er nicht, sich zu entschuldigen? Ah, ich wei�.�</p><p>�Werden Sie mich in Ihre Erkenntnisse einweihen?�, fragte Geary.</p><p>�Gewiss, Admiral.� Rione hielt ihre Hand mit der Innenfl�che nach oben. �Syndik-CEOs bewahren ihre Macht, indem sie Angst verbreiten. Untergebene wissen, sie k�nnen sich nicht mit ihren CEOs anlegen. Aber wenn ein CEO Schw�che zeigt, dann sehen seine Untergebenen in ihm eine verletzte Beute.�</p><p>�Und eine Entschuldigung oder irgendein anderer Versuch, unseren Angriff aufzuhalten, w�rde Boyens schwach erscheinen lassen.�</p><p>�Extrem schwach, und au�erdem sehr dumm.� Rione ballte die Faust. �Er wei�, wir haben ihn reingelegt. Und wenn er zugibt, dass er in eine Falle gelaufen ist, dann unterschreibt er damit sein eigenes Todesurteil.�</p><p>�Glauben Sie, er wird den Kampf suchen?�</p><p>�Das w�re Selbstmord.� Sie machte eine vage Geste. �Aber der Preis des Versagens wird f�r ihn sehr hoch ausfallen, und seine Ver�rgerung dar�ber, dass er sich schon wieder blamiert hat, k�nnte ihn dazu treiben, sich in einen aussichtslosen Kampf zu st�rzen. Ich wei� es nicht.�</p><p>�Noch zwei Minuten�, warf Desjani ein. �Innerhalb der n�chsten drei�ig Sekunden m�ssen wir sehen, wie die Syndik-Schiffe ihre Steuerd�sen z�nden, um sich zum Portal hin auszurichten.�</p><p>Drei�ig Sekunden, in denen sich zeigen w�rde, ob der geschickte Plan, den sich die Herrscher von Midway ausgedacht hatten, zu einem Schlag ins Wasser werden w�rde oder nicht. Auf dem Planeten, der viele Lichtstunden vom Hypernet-Portal entfernt war, w�rden Pr�sidentin Iceni und General Drakon das Resultat erst zu sehen bekommen, wenn hier l�ngst alles vor�ber war.</p><p>Drei�ig Sekunden, um sich zu fragen, was die beiden wohl denken w�rden, wenn sie sp�ter sahen, wie die Zeit verrann.</p><p>CEO Boyens musste vor Wut und Frustration au�er sich sein, da er wusste, dass er in eine Falle gelaufen war und von seinen Vorgesetzten f�r sein Scheitern bestraft werden w�rde. Sollte er jedoch dieses Schlachtschiff verlieren, dann w�rde man ihn ganz sicher mit dem Tod bestrafen.</p><p>Drei�ig Sekunden, um sich zu fragen, wie Boyens sich entscheiden w�rde.</p><p>Zehn Sekunden.</p><p>F�nf.</p></section><section><title><p>Drei</p></title><p>�Steuerd�sen auf allen Schiffen gez�ndet�, rief Lieutenant Yuon. �Vektoren �ndern sich und werden auf das Hypernet-Portal ausgerichtet.�</p><p>�Na bitte�, sagte Desjani erfreut und prophezeite: �Mit der Z�ndung der Hauptantriebseinheiten wird er ebenfalls bis zur letzten Sekunde warten.�</p><p>�Und wenn er sich dabei verrechnet?�, warf Geary ein.</p><p>�Dann schie�en wir ihm ein paar L�cher in den Rumpf seines Schlachtschiffs, damit er sich f�r die Zukunft merkt, seinen Maschinen und Leuten etwas mehr Spielraum zu gew�hren.� Sie l�chelte Geary an. �Stimmt�s?�</p><p>�Ja, stimmt. �brigens, wer immer unseren �gecharterten� Schweren Kreuzer lenkt, leistet verdammt gute Arbeit.�</p><p>Der einzelne Schwere Kreuzer beschleunigte weiter und baute seinen Vorsprung vor den Verfolgern kontinuierlich aus. Die Syndik-Kreuzer und -J�ger drehten sich leicht zu einer Seite, um den herannahenden Raketen die Zielerfassung so schwer wie m�glich zu machen. Gearys Blick zuckte zu der Midway-Flotte, die sich von der Seite n�herte, von der aus sie die Schweren Kreuzer der Syndik-Einheit attackieren konnte, die sich an die Verfolgung des einzelnen Kreuzers gemacht hatte. �Die t�uschen nichts vor, die wollen diese Syndik-Kriegsschiffe wirklich unter Beschuss nehmen.�</p><p>Desjani sah ihn von der Seite an. �Die Midway-Schiffe sind den Syndiks bei den Schweren Kreuzern im Verh�ltnis drei zu sechs unterlegen. Dass sie ein paar Leichte Kreuzer an ihrer Seite haben, kann das auch nicht wettmachen. Wenn deren Kommodor schnurstracks in die andere Formation hineinfliegt, wird die Midway-Flotte ordentlich Pr�gel einstecken m�ssen.�</p><p>�Vermutlich ja�, stimmte Geary ihr zu. �Hoffen wir, dass sie nicht so dumm sind.�</p><p>Etwas anderes lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich, da die T�nzer-Schiffe ihren bisherigen Orbit verlie�en und Kurs auf die Allianz-Schiffe nahmen. �Ich w�rde zu gern wissen, was die T�nzer denken, w�hrend sie das hier beobachten.�</p><p>�Wenn sie uns wirklich schon so lange heimlich beobachtet haben, wie wir es vermuten, dann werden sie jetzt wahrscheinlich denken: <emphasis>Das sehen wir bei den Menschen auch nicht zum ersten Mal</emphasis>�, meinte Charban nachdenklich. �Es muss noch vieles geben, was sie �ber uns nicht wissen, aber ich bin mir sicher, dass die T�nzer jede unserer Aktionen sehr aufmerksam mitverfolgen und von dem hier nicht allzu �berrascht sein werden.�</p><p>Zur Abwechslung klang Rione diesmal am�siert, als sie erg�nzte: �Es w�re interessant zu erfahren, wie sie interpretieren, was sie gerade sehen.�</p><p>Geary antwortete nicht, da sein Blick wieder gebannt auf die r�ckw�rts laufende Zeitanzeige gerichtet war. Wenn die Syndik-Flotte nicht innerhalb weiterer zwanzig Sekunden die Hauptantriebseinheiten aktivierte, w�rde Gearys Flotte definitiv in Feuerreichweite kommen, bevor die Syndiks durch das Hypernet-Portal fliehen konnten.</p><p>�Er l�sst nicht viel Spielraum f�r m�gliche Fehler�, stellte Desjani fest. �Selbst wenn er � oh, jetzt. Endlich.� Sie klang ein wenig entt�uscht.</p><p>�Die Hauptantriebseinheiten sind auf allen Syndik-Kriegsschiffen aktiviert worden�, gab Lieutenant Castries bekannt. �Sie gehen auf maximale Beschleunigung.�</p><p>�Viel knapper geht es kaum noch�, murmelte Desjani. �Ich frage mich ��</p><p>�Was?�, wollte Geary sofort wissen.</p><p>�Vielleicht geht es hier gar nicht um Boyens� Stolz. M�glicherweise will er uns nur ein letztes Mal �rgern, indem er ganz besonders knapp vor uns herfliegt und eben so durch das Hypernet-Portal entwischt, bevor wir ihn in St�cke schie�en k�nnen.�</p><p>�Ein riskantes Spiel bleibt das dennoch. Wenn er so auf den Sekundenbruchteil exakt handelt, dann gen�gt eine kleine Fehlberechnung, und er kann sich vor Treffern kaum noch retten.�</p><p>Eine wellenartige Bewegung huschte �ber sein Display, da eine ganze Reihe von Daten aktualisiert wurde. �Was ist das?�</p><p>�Eine taktische Datenverbindung zur Midway-Flotte�, erkl�rte Desjani. �Ich habe meinen Systemleuten gesagt, dass sie die Daten nicht in Echtzeit durchlaufen lassen sollen, sondern sie erst gr�ndlich s�ubern m�ssen. Aktualisierungen sollen sie dann von Zeit zu Zeit vornehmen.�</p><p><emphasis>Mich wundert, dass du �berhaupt Daten�bertragungen von einer Flotte aus ehemaligen Syndik-Kriegsschiffen zul�sst</emphasis>, �berlegte er, auch wenn er erkennen konnte, dass diese taktischen Verbindungen einige n�tzliche Informationen �ber den Bereitschaftsstatus der Midway-Schiffe und �ber den einzelnen Schweren Kreuzer lieferten, der vor den Syndiks floh. Dieser Kreuzer wurde nun als die <emphasis>Manticore </emphasis>benannt. Die auf die <emphasis>Manticore </emphasis>abgefeuerten Raketen hatten ihre Vektoren ver�ndert, um den Abfangkurs zu korrigieren, nachdem der Kreuzer beschleunigt und eine Kurs�nderung vorgenommen hatte.</p><p>Die Projektile r�ckten nach wie vor n�her und n�her, aber dank der geringen relativen Geschwindigkeit gaben sie f�r den massiv bewaffneten Kreuzer leichte Ziele ab. Geary sah zu, wie eine Salve aus H�llenspeeren die Spitzengruppe traf und vier Raketen ausschaltete. Damit blieben allerdings immer noch zwanzig �brig.</p><p>Auf einmal �nderte sich der Vektor der <emphasis>Manticore</emphasis>, da die Hauptantriebseinheit abgeschaltet wurde und die Steuerd�sen daf�r sorgten, dass sich das Schiff um seine eigene Achse drehte, bis der Bug auf die Raketen gerichtet war, w�hrend der Kreuzer selbst immer noch vor den Geschossen davonflog.</p><p><emphasis>Ich kenne dieses Man�ver. Als N�chstes folgt �, </emphasis>dachte Geary fl�chtig, aber die Ereignisse �berholten ihn bereits.</p><p>Der Hauptantrieb der <emphasis>Manticore </emphasis>wurde wieder aktiviert und ging sofort auf maximale Leistung, sodass der Schwere Kreuzer abrupt abgebremst wurde. Die herbeieilenden Raketen konnten ihre eigene Geschwindigkeit nicht ann�hernd so schnell bremsen, stattdessen lie�en sie die Steuerd�sen mit maximaler Leistung arbeiten, um auf diese Weise doch noch schnell genug eine Kurs�nderung vorzunehmen. Das war die einzige M�glichkeit, wie sie ihren Auftrag noch erf�llen und den Schweren Kreuzer abfangen konnten, w�hrend ihre N�herungsgeschwindigkeit rasch anstieg. Die <emphasis>Manticore </emphasis>kam ihnen dabei deutlich schneller n�her, als die Lenksysteme der Raketen es eingeplant hatten.</p><p>Deren Vektoren drehten so abrupt, w�hrend sie an der <emphasis>Manticore </emphasis>vorbeiglitten, dass viele der Geschosse die auf sie einwirkenden Kr�fte nicht aushielten und, noch in der Drehung begriffen, zerst�rt wurden. Die �berlebenden Raketen verbrannten ihren restlichen Treibstoff beim Versuch, wieder den Anschluss an die davonfliegende <emphasis>Manticore </emphasis>zu finden. Durch die Wendeman�ver wurden die Raketen so stark abgebremst, dass sie nahezu zum Stillstand kamen, was sie zur idealen Zielscheibe machte.</p><p>Die sechs verbliebenen Raketen wurden in St�cke gerissen, als H�llenspeere ihre H�lle durchbohrten.</p><p>�Dieses Man�ver sollte man allenfalls mit einem Leichten Kreuzer versuchen, aber nicht mit gr��eren Schiffen�, merkte Geary an.</p><p>�Diese Doktrin muss noch aus der Zeit vor dem Krieg stammen�, gab Desjani zur�ck. �Ich habe das schon mit einem Schlachtkreuzer gemacht, und Bradamont ebenfalls. Sieht ganz so aus, als w�rde sie den ehemaligen Syndiks zeigen, wie man ein Raumschiff richtig fliegt.�</p><p>W�hrend die <emphasis>Manticore </emphasis>allm�hlich langsamer wurde, richteten sich die Vektoren aller �brigen Streitm�chte in der n�heren Umgebung auf das Hypernet-Portal aus. Boyens beschleunigte mit seinem Schlachtschiff so schnell, wie es f�r diesen Schiffstyp m�glich war, und wurde dabei von seinen vier Leichten Kreuzern begleitet. Gearys deutlich gr��ere Formation flog dicht hinter Boyens her, doch der errechnete Abfangkurs f�hrte hinter das Portal, sodass Boyens� Schiffe bei gleichbleibender Geschwindigkeit ins Hypernet entwischen w�rden, bevor ihre Verfolger in Feuerreichweite kommen konnten.</p><p>Die sechs Schweren Kreuzer und die zehn J�ger, die von Boyens auf die Manticore angesetzt worden waren, hatten inzwischen gewendet und flohen nun von unten kommend, um mit dem Schlachtschiff zusammenzutreffen, kurz bevor die gesamte Flotte dann das Portal erreichen w�rde.</p><p>Die Midway-Flotte steuerte aus fast entgegengesetzter Richtung auf Gearys Formation zu, um die Schweren Kreuzer der Syndiks noch zu treffen, bevor die sich dem Rest von Boyens� Flotte anschlie�en konnten.</p><p>F�nf verschiedene Gruppen von Schiffen, die zu drei unterschiedlichen Beteiligten geh�rten, stellten nicht gerade eine einfache Situation dar, aber das alles nahm bei Weitem kein Ausma� von Komplexit�t an, das Geary �berfordert h�tte. <emphasis>Solange die Syndiks ihre Vektoren beibehalten, muss ich mir momentan nur Gedanken dar�ber machen, ob Kommodor Marphissa einen sinnlosen Angriff auf eine Streitmacht durchziehen will, die doppelt so viel Kampfkraft besitzt wie ihre eigene. Sollte ich �</emphasis></p><p>Geary zuckte verdutzt zusammen, als einer der Leichten Kreuzer der Syndiks pl�tzlich explodierte. �Was ist denn da passiert?�</p><p>Alle auf der Br�cke Anwesenden waren so �berrascht, dass es fast drei Sekunden dauerte, ehe �berhaupt eine Reaktion kam.</p><p>�Auf diesen Leichten Kreuzer wurde nicht gefeuert�, stellte Lieutenant Yuon fest.</p><p>�Er ist einfach so explodiert?�, warf Desjani ungl�ubig ein.</p><p>�Er wurde jedenfalls nicht von irgendeiner Waffe getroffen, die wir h�tten sehen k�nnen�, betonte Lieutenant Yuon. �Wir sind noch immer au�er Feuerreichweite, die Midway-Flotte ebenfalls. Und von den Syndik-Schiffen hat auch niemand das Feuer er�ffnet.�</p><p>�K�nnte die Midway-Flotte das irgendwie anders bewerkstelligt haben? Durch eine umhertreibende Mine?�, wollte Desjani wissen.</p><p>Lieutenant Castries sch�ttelte den Kopf. �Unsere Sensoren zeigen an, dass es sich um eine Explosion im Inneren gehandelt hat, Captain. Das kann nicht durch eine Mine verursacht werden.�</p><p>�Captain�, meldete sich Lieutenant Yuon zu Wort. �Wir empfangen Hinweise, die auf eine �berladung des Antriebs schlie�en lassen. Allerdings sagen unsere Systeme auch aus, dass es keine Warnsignale gegeben hat, keinerlei Anzeichen f�r irgendwelche Probleme mit dem Antrieb. Er ist einfach explodiert.�</p><p>�Keinerlei Warnhinweise, dass es ein Problem gibt ��, �berlegte Desjani und bet�tigte eine interne Komm-Kontrolle. �Chefingenieur, kann ein Antrieb explodieren, ohne dass er zuvor irgendwelche Anzeichen f�r eine Instabilit�t erkennen l�sst?�</p><p>�Unm�glich, Captain�, antwortete der Chefingenieur. �Irgendetwas h�tte auf jeden Fall auffallen m�ssen. In dem Fall ver�nderte sich der Zustand von einer Sekunde zur n�chsten von �Bestens� in �Lebensgef�hrlich�. Daf�r kann es nur eine Erkl�rung geben.�</p><p>Desjani wartete einige Sekunden lang, dann hakte sie nach: �Und welche?�</p><p>�Oh. Entschuldigen Sie, Captain. Jemand hat den Antrieb absichtlich detonieren lassen, alles andere ergibt keinen Sinn.�</p><p>�Ein vors�tzlicher Akt?�, warf Geary ein. �Warum sollte jemand so etwas machen?�</p><p>�Wenn ich das w�sste, Admiral. Nicht mal Syndiks kommen normalerweise auf so dumme Ideen.�</p><p>�Admiral!� Das Gesicht des leitenden Geheimdienstoffiziers der <emphasis>Dauntless</emphasis>, Lieutenant Iger, war vor Geary in einem virtuellen Fenster aufgetaucht. �Wenn wir die Daten richtig interpretieren, dann hat dieser Leichte Kreuzer der Syndiks ungef�hr drei Minuten vor der Explosion seine Verbindung zum Kommando- und Kontrollnetz der Syndiks getrennt.�</p><p>�Er hat was?� Geary sah zu Desjani und erkannte, sie war zum gleichen Schluss gekommen wie er. �Kommt das nicht einer Meuterei gleich?�</p><p>�Ja, Admiral�, pflichtete Iger ihm z�gerlich bei. �Das k�nnte es bedeuten. Allerdings verf�gen wir nicht �ber gen�gend Daten, um eine solche Schlussfolgerung zu best�tigen oder zu widerlegen.�</p><p>�Haben Sie eine andere Erkl�rung, wieso ein Schiff pl�tzlich explodiert? Haben wir vor der Explosion irgendwelche Signale aufgefangen, die vom Flaggschiff an diesen Leichten Kreuzer gesendet wurden?�</p><p>�Nein, Admiral, aber ein Impuls, der auf einer speziellen Frequenz gesendet wird, ist f�r uns nur sehr schwer feststellbar. Wir m�ssten s�mtliche abgefangenen Signale vollst�ndig durchsuchen, ob sich unter ihnen irgendwelche ungew�hnlichen �bermittlungen befinden.�</p><p>�Denken Sie, die haben ihr eigenes Schiff zerst�rt, um die Meuterer am Entkommen zu hindern?�, fragte Desjani an Geary gewandt.</p><p>�Wenn ich bedenke�, erwiderte er, �was ich �ber die Syndik-F�hrer und dar�ber wei�, wie viele von ihren eigenen Schiffen sich abgesetzt haben, nachdem sie an Bord alle Agenten der Inneren Sicherheit ausgeschaltet haben, dann w�rde ich sagen, dass die Syndik-F�hrer sich irgendeine zus�tzliche Schutzma�nahme ausgedacht haben.�</p><p>Iger hatte dem Austausch aufmerksam zugeh�rt und nickte zustimmend. �Admiral, dieses gesamte Sternensystem ist �bers�t mit Satelliten, die Daten sammeln und weiterleiten. Wenn ein Signal gesendet wurde, das so wichtig ist, dann werden wir es auch finden.�</p><p>�F�r die Syndiks ist es wichtig�, sagte Geary. �Wollen Sie sagen, es ist auch f�r uns wichtig?�</p><p>�Ja, Sir. Wenn wir dieses Signal finden und analysieren k�nnen, dann sollten wir in der Lage sein, es zu kopieren und es selbst zum Einsatz zu bringen, falls sich die Notwendigkeit dazu ergeben sollte.�</p><p>Desjani beugte sich grinsend r�ber. �Sie meinen, wir k�nnen ihre Schiffe explodieren lassen, indem wir deren eigene Vorsichtsma�nahme nutzen? Mir gef�llt Ihre Denkweise, Lieutenant.�</p><p>�Es gibt keine Garantie daf�r, dass uns das m�glich sein wird, Captain. Selbst wenn wir das Signal herausfiltern k�nnen, sind m�glicherweise f�r jedes Kriegsschiff spezifische Codes und Authentifizierungserfordernisse zu beachten. Aber falls die Syndiks ein paar Abk�rzungen genommen haben, um ein solches System schnell auf ihren Schiffen zu installieren, dann k�nnten sie die eine oder andere T�r sperrangelweit offen gelassen haben.�</p><p>�Captain?�, warf Lieutenant Castries ein. �Die Midway-Flotte hat ihren Vektor ge�ndert.�</p><p>Geary sah wieder auf sein Display und stellte fest, dass die Midway-Schiffe nun eine weitere Kurve flogen, die sie n�her an den Stern heranbrachte und den Abstand zu den Schweren Kreuzern der Syndiks vergr��erte. Als er diese Flugbewegung betrachtete, kam ihm auf einmal die Erkl�rung daf�r in den Sinn.</p><p>�Die wollten nicht angreifen.�</p><p>�Was?�, fragte Desjani verwundert.</p><p>�Die Midway-Flotte. Die wollten keinen von den Schweren Kreuzern attackieren. Sie wollten nur f�r den Fall nahe genug an die Formation herankommen, dass irgendein Kreuzer oder J�ger sich zur Meuterei entschlie�en sollte. Dann h�tten sie sich von ihrer Position aus sch�tzend vor das jeweilige Schiff schieben k�nnen.�</p><p>Rione lachte wie eine Lehrerin, deren Lieblingssch�ler soeben auf die richtige Antwort gesto�en war. �Ja, Admiral, das war vermutlich ihre Absicht. Pr�sidentin Iceni hat mir gegen�ber keinen Hehl daraus gemacht, dass sie und Drakon den Syndik-Schiffen wiederholt Mitteilungen geschickt haben, um sie zur Meuterei zu bewegen.�</p><p>�Und nachdem sie gesehen haben, wie der Leichte Kreuzer explodiert ist�, meldete sich Charban zu Wort, �wussten sie, dass die Syndiks vorgesorgt haben, damit keine Crew sich mit ihrem Schiff absetzen kann.� Er sch�ttelte den Kopf. �Haben deren Anf�hrer immer noch nicht begriffen, dass kurzfristige Ma�nahmen das eigentliche Problem nicht aus der Welt schaffen k�nnen?�</p><p>�Immerhin haben sie ein Schiff am �berlaufen gehindert�, betonte Desjani.</p><p>�Und daf�r einen Leichten Kreuzer geopfert�, sagte Charban. �Das Schiff haben sie so oder so verloren, und jetzt werden sich die Mannschaften auf anderen Schiffen damit besch�ftigen, wie sich diese Schutzma�nahme der Anf�hrer �berlisten l�sst. Das wird ihnen auch gelingen, denn die Leute finden immer einen Weg, wie sie die genialen Pl�ne ihrer Vorgesetzten durchkreuzen k�nnen, und dann werden Meutereien erfolgreich verlaufen. Auf kurze Sicht ist es nat�rlich einfacher, etwas in die Luft zu sprengen, anstatt sich auf Fehlersuche zu begeben und diese Fehler zu korrigieren. Aber es ist keine L�sung. Es ist nur ein Versuch, etwas vor sich herzuschieben, ohne sich Gedanken dar�ber zu machen, wie sich ein Problem l�sen l�sst.�</p><p>�In zehn Minuten sind wir in Feuerreichweite der Syndik-Flotte�, warnte Lieutenant Yuon.</p><p>Geary betrachtete die noch verbleibende Strecke und hoffte darauf, dass Boyens sich nicht in letzter Sekunde noch f�r eine theatralische und selbstm�rderische Geste entschied. Die Gefechtssysteme der Allianz-Formation waren bereits damit besch�ftigt, Ziele auszuw�hlen und sie bestimmten Waffengattungen zuzuteilen, um feuerbereit zu sein, wenn sie die Syndiks erreichten und der Befehl erteilt wurde. Geary beschloss, noch eine Nachricht zu senden. �CEO Boyens, sollten Sie oder eine andere Formation der Syndikatwelten noch einmal ohne Genehmigung in dieses System eindringen, dann sollten Sie auch darauf gefasst sein, die Konsequenzen Ihres Handelns zu tragen. Geary Ende.�</p><p>�Nicht dass ich etwas dagegen einzuwenden h�tte, wenn Sie den Syndiks drohen�, sagte Desjani. �Aber warum glauben Sie, dass sie davon noch Notiz nehmen werden?�</p><p>�Wegen einer anderen Sache, an der ich Captain Smythes Ingenieure habe arbeiten lassen. Das Licht von diesem Ereignis sollte jetzt jeden Moment zu sehen sein. Mir w�re es zwar fr�her lieber gewesen, aber das muss so auch gen�gen.�</p><p>Die Sirenen der Gefechtssysteme an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>gellten los, auf den Displays wurde in der Ferne eine Bewegung angezeigt. An der Midway-Werft, die um einen weit entfernten Gasriesen kreiste, tauchte das neue Schlachtschiff <emphasis>Midway </emphasis>auf. Nach allen Sensoranzeigen zu urteilen, war die <emphasis>Midway </emphasis>voll einsatzf�hig und gefechtsbereit.</p><p>�Ihr neues Schlachtschiff ist fertig?�, fragte Desjani und klang, als w�sste sie nicht, ob sie sich freuen oder Sorgen machen sollte.</p><p>�Nicht mal ann�hernd. Vieles ist nur Fassade, um das Schiff in vollem Umfang einsatzbereit erscheinen zu lassen. Boyens wird glauben, dass Midway nun �ber ein eigenes Schlachtschiff verf�gt, das sich dem n�chsten Syndik-Angriff in den Weg stellen wird.�</p><p>�Und er wird diese Neuigkeiten seinen Vorgesetzten �berbringen�, warf Rione ein. �Sehr sch�n, Admiral.�</p><p>�Und wenn die Syndiks in n�chster Zeit einen erneuten Angriff unternehmen?�, fragte Charban.</p><p>�Ich tue was ich kann�, sagte Geary und sah zu Desjani, �mit dem, was mir zur Verf�gung steht.�</p><p>�Sie versuchen, mit der Realit�t klarzukommen?�, merkte Charban an. �Wie haben Sie es mit dieser Einstellung zu einem so hohen Posten gebracht?�</p><p>�Das frage ich mich auch jeden Tag aufs Neue.� Auf seinem Display war die Syndik-Flotte nun wieder geschlossen unterwegs, alle Schiffe hielten auf das Hypernet-Portal zu und waren weniger als eine Minute von dem Punkt entfernt, an dem Geary den Feuerbefehl geben konnte.</p><p>Desjani sah ihn fragend an, ihre Hand befand sich in der N�he ihrer Waffenkontrollen. Jeder auf der Br�cke schaute erwartungsvoll zu ihm, da sie alle seine n�chsten Worte h�ren wollten.</p><p>In diesem Moment verschwand die Syndik-Flotte im Hypernet-Portal.</p><p>Erleichtert atmete er auf. �An alle Einheiten der Formation Alpha: Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit auf 0,02 Licht, und drehen Sie bei Zeit drei null um eins neun null Grad nach Backbord. Alle Einheiten kehren zu normalem Bereitschaftsstatus zur�ck.�</p><p>Desjani wirkte gedankenverloren, als sie die Befehle weiterleitete. �Sind Sie unzufrieden, dass es geklappt hat?�, fragte er sie l�chelnd.</p><p>Sie blieb ernst. �Wir h�tten ihn eliminieren sollen. Jetzt werden wir es irgendwann wieder mit ihm und diesem Schlachtschiff zu tun bekommen.�</p><p>�Das k�nnte passieren�, r�umte er ein. �Aber ich wollte nicht hier und jetzt den Krieg wiederaufleben lassen.�</p><p>�Das kann man so auslegen, dass Sie davon ausgehen, den Krieg an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit wiederaufleben zu lassen.�</p><p>Er wollte das sofort leugnen, aber er war von gro�er Ungewissheit erfasst, die daf�r sorgte, dass ihm seine Widerworte gar nicht erst �ber die Lippen kamen.</p><p>Das Einzige, was die Erste Flotte jetzt noch bei Midway verharren lie�, waren abschlie�ende Reparaturarbeiten und der Transfer von Personal zwischen den Schiffen. Letzteres geschah nat�rlich nicht als Nachgedanke. Einige Menschen, die bis vor Kurzem von den Enigmas gefangen gehalten worden waren, sollten den Beh�rden vor Ort �berstellt werden. Es waren Leute, die aus Midway und den umliegenden Systemen stammten und die jetzt nichts lieber wollten, als endlich heimzukehren. Dr. Nasr und Geary waren beide der Ansicht, dass die Heimkehr f�r diese ehemaligen Gefangenen nicht ganz so sehr die Erf�llung eines Traums sein w�rde, wie diese Leute es sich erhofften und w�nschten, doch diese Individuen besa�en nat�rlich das Recht, selbst �ber ihr Schicksal zu entscheiden.</p><p>Die Reparaturen waren nur in dem Sinn abschlie�end, dass es sich um alle Arbeiten handelte, die sich hier erledigen lie�en. Nur bei ein paar von Gearys Schiffen w�rde es nach der Heimkehr nicht n�tig sein, noch irgendwelche weiteren Defekte zu beheben. Au�erdem kam es nach wie vor zum wahllosen Ausfall von Schiffssystemen, die ihre geplante Lebenserwartung erreicht hatten. Kurios war dabei, dass solche Ausf�lle immer dann geh�uft auftraten, wenn Geary gerade das Gef�hl bekam, dass es um den Zustand seiner Flotte doch nicht so schlecht bestellt war.</p><p>�Wir k�nnten noch die n�chsten sechs Monate hier verbringen�, erl�uterte Captain Smythe, dessen Abbild in Gearys Quartier an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>stand, w�hrend der Mann selbst sich nach wie vor auf der <emphasis>Tanuki </emphasis>befand, �und trotzdem w�rde ich den Wettlauf nicht gewinnen. Nicht, wenn ich nur acht Hilfsschiffe habe und mich um so viele alte Schiffe k�mmern soll.�</p><p><emphasis>Alte Schiffe. </emphasis>Damit bezeichnete er Schiffe, die erst vor zwei oder drei Jahren in Dienst gestellt worden waren und die man mit der Erwartung in den Krieg geschickt hatte, dass sie ohnehin in den n�chsten Jahren zerst�rt werden w�rden. �Sie und Ihre Ingenieure haben wahre Wunder bewirkt�, betonte Geary. �Bei einigen Schiffen h�tte ich nicht gedacht, dass sie so lange durchhalten w�rden.�</p><p>�Man muss schon schwere Gesch�tze auffahren, um ein Schlachtschiff der <emphasis>Guardian</emphasis>-Klasse kleinzukriegen, Admiral�, machte Smythe ihm klar. �Es ist die Panzerung, die sie in einem St�ck zusammenh�lt, auch wenn sie eigentlich l�ngst in ihre Einzelteile zerfallen m�ssten. Au�erdem ist es ja nicht so, dass ein Raumschiff sinkt, nur weil es ein paar L�cher im Rumpf hat.�</p><p>�Sinkt?�</p><p>�Sie wissen schon�, redete Smythe weiter. �Wenn ein Schiff oder ein Boot auf einem planetaren Ozean schwimmt und es hat ein Loch im Rumpf, dann str�mt Wasser ins Innere, und wenn es zu viel Wasser ist, dann versinkt es im Wasser. Es gibt allerdings auch Boote, die sind extra so konstruiert, dass sie versinken. Unterseeboote nennt man die, glaube ich. Aber die tauchen auch wieder auf. Ein Schiff dagegen, das sich auf der Wasseroberfl�che bewegen soll, ist ein Totalverlust, wenn es versinkt. So hat man Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer auf Ozeanen vernichtet. Man musste nur genug L�cher in den Rumpf schie�en, dann sind sie gesunken. Ich sch�tze, ein paar hat man auch in die Luft gesprengt, aber meistens ging es darum, sie zu versenken.�</p><p>Geary sah Smythe verdutzt an. �Warum konnten die Besatzungen ihre Schiffe nicht weiter bedienen? Wieso hat das so viel ausgemacht, dass sie unter Wasser waren?�</p><p>�Sie hatten keine Schutzanz�ge, Admiral. Sie konnten nicht atmen! Und die Maschinen arbeiteten nicht unter Wasser. Das waren Verbrennungsmotoren und � �hm � Dampfmaschinen und � na ja � und auch noch andere Antriebsmethoden, die Sauerstoff und Feuer ben�tigten � und anderes Zeugs.�</p><p>�Zeugs?�, gab Geary am�siert zur�ck. �Ist das ein technischer Fachbegriff?�</p><p>Smythe grinste ihn an. �Zeugs, Kram, Krempel. Alles technische Fachbegriffe vom Feinsten. Aber mal ernsthaft: Wenn ein Schiff untergeht, das auf dem Wasser schwimmen soll, dann ist das in etwa mit einem Raumschiff zu vergleichen, das nur f�r den Einsatz im All bestimmt ist, das aber unkontrolliert in eine Atmosph�re eintaucht. Schiffe sind nicht so konstruiert, dass sie etwas derart Gravierendes �berleben k�nnten.�</p><p>�Okay, der Vergleich leuchtet ein. Hatten Sie schon Zeit, sich irgendwelche Daten von der <emphasis>Invincible </emphasis>anzusehen? Diese Unterhaltung hat mich gerade auf die Frage gebracht, ob die Kiks ihr Schiff nicht vielleicht f�r einen Verwendungszweck gebaut haben k�nnten, der uns nie in den Sinn k�me.�</p><p>�M�glich w�re das�, sagte Smythe und beschrieb eine hilflose Geste. �Dieses Schiff hat so viel zu bieten, das einem irgendwie vertraut vorkommt, obwohl es hier an Bord einem ganz anderen Zweck zu dienen scheint. F�r einen Ingenieur ist das alles faszinierend und frustrierend zugleich. Es w�re nat�rlich hilfreich, wenn wir irgendeinen Teil der Komponenten an Bord einschalten k�nnen, um uns n�her damit zu befassen.�</p><p>�Nein.�</p><p>�Irgendetwas Kleines? Etwas Harmloses?�</p><p>�Woher wollen Sie wissen, was harmlos ist und was nicht?�, fragte Geary.</p><p>��hm �� Smythe atmete schnaubend aus. �Jetzt haben Sie mich erwischt, Admiral. Aber wenn wir zumindest herausfinden k�nnten, wie ein einzelner Ausr�stungsgegenstand funktioniert, dann w�rde es uns vielleicht gelingen, diesem Aberglauben etwas entgegenzusetzen, der das Kik-Schiff umgibt.�</p><p>�Aberglauben?�</p><p>�Die Geister�, antwortete Smythe kleinlaut.</p><p>�Captain, waren Sie an Bord der <emphasis>Invincible?</emphasis>�</p><p>�Sie meinen � pers�nlich? Nein.� Smythe sah Geary forschend an. �Sie?�</p><p>�Ja.� Geary sp�rte, wie ihm ein Schauer �ber den R�cken laufen wollte. Bevor er weiterreden konnte, musste er erst schlucken. �Ich wei� nicht, was diese Geister sind, aber die Empfindung ist real und sehr eindringlich. Gibt es irgendein Ger�t, mit dem man das Gef�hl erzeugen kann, dass sich k�rperlose Tote an einen dr�ngen?�</p><p>�Wenn sie k�rperlos sind, k�nnen sie sich nicht an einen dr�ngen�, stellte Smythe mit der Pr�zision eines Ingenieurs richtig. Nachdenklich sch�rzte er die Lippen. �Das m�sste ich mit einem medizinischen Fachmann besprechen. Vielleicht irgendwelche Unterschall-Schwingungen. Aber unsere Ausr�stung hat nichts in der Art feststellen k�nnen.�</p><p>�Es k�nnte etwas v�llig Neues und Fremdartiges sein�, gab Geary zu bedenken.</p><p>�Ein Grund mehr, sich mit der Ausr�stung des Schiffs zu besch�ftigen!�, argumentierte Smythe triumphierend.</p><p>�Aber wenn die Energieversorgung auf dem gesamten Schiff abgeschaltet worden ist und die Verbindungen zu allen Energiespeichern unterbrochen sind, wie kann dann immer noch etwas in Betrieb sein, das jeden auf dem Schiff nerv�s macht?�</p><p>Smythe lehnte sich nach hinten, legte eine Hand an den Mund und �berlegte. �Vielleicht � nein. Oder � hmmm. Wenn es eine Art Schwingung ist, die so tief schwingt, dass wir sie nicht feststellen k�nnen, die aber von Menschen irgendwie wahrgenommen wird � nun, man k�nnte theoretisch etwas von der Gr��e eines Schiffs so konstruieren, dass es eine solche Schwingung allein durch seine Bauart erzeugt.� Er nickte und begann zu l�cheln. �Das k�nnte eine Erkl�rung sein. Das ist nat�rlich reine Mutma�ung, aber wenn ein Schiff so konstruiert ist, dass es derartige Schwingungen erzeugt, und wenn es dann mit einem Ger�t ausger�stet wird, das Gegenschwingungen erzeugt, um die Wirkung aufzuheben, dann wird nat�rlich auch dieses Ger�t abgeschaltet, wenn man das ganze Schiff stilllegt.�</p><p>�Ernsthaft?�, fragte Geary erstaunt.</p><p>�Theoretisch�, betonte Smythe. �Ich habe keine Ahnung, ob das auch nur ansatzweise zutrifft und wie man so etwas praktisch umsetzt. Aber ich bin ja auch kein Kik.�</p><p>�Mag sein, dass es nur wild drauflosgeraten ist, aber es ist die erste rational klingende Erkl�rung, die ich f�r das h�re, was ich auf der <emphasis>Invincible </emphasis>erlebt habe.�</p><p>�Admiral�, wandte Captain Smythe scheinbar pikiert ein. �Ich bin ein ausgebildeter Ingenieur. Ich rate nicht einfach wild drauflos, sondern ich rate <emphasis>wissenschaftlich </emphasis>wild drauflos.�</p><p>�Verstehe�, gab Geary lachend zur�ck und war froh, f�r einen Moment davon abgelenkt zu werden, dass es zu viele Probleme und zu wenige L�sungen gab. �Hat Lieutenant Jamenson schon irgendwelche neuen Erkenntnisse liefern k�nnen?�</p><p>�Nein, Sir. Aus dem, was wir haben, hat sie alles herausgeholt, was sich herausholen l�sst. Wenn wir heimkehren und mehr Ressourcen bekommen, dann wird sie bestimmt die Art von Material produzieren, nach der wir suchen.�</p><p>�Danke, Captain�, sagte Geary abrupt, da ein Alarmsignal seine Aufmerksamkeit erforderlich machte. Er beendete dieses Gespr�ch und nahm das n�chste an, das von der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>kam.</p><p>Tanya Desjani warf ihm einen von diesen Blicken zu, die so viel sagten wie: �Ich toleriere das, aber gefallen tut es mir nicht.�</p><p>�Der Frachter, den die Einheimischen f�r die ehemaligen Enigma-Gefangenen geschickt haben, passt sich den Bewegungen der <emphasis>Haboob </emphasis>an.�</p><p>Die ehemaligen Enigma-Gefangenen. Menschen, die �ber Jahrzehnte hinweg entf�hrt worden waren � manche von Syndik-Schiffen, die unter r�tselhaften Umst�nden verschwunden waren, andere von Planeten in den Sternensystemen, die die Enigmas sich angeeignet hatten. �ber dreihundert befanden sich an Bord der <emphasis>Haboob</emphasis>. Dreihundertdreiunddrei�ig, um genau zu sein. Die Gefangenen selbst hatten davon berichtet, dass ihre Zahl immer genau dreihundertdreiunddrei�ig betragen hatte, eine Zahl, die f�r die Enigmas irgendetwas bedeuten musste, da sie immer genau diese Anzahl Gefangene beibehalten hatten. Die Frage, was er mit diesen Leuten anfangen sollte, bereitete Geary Kopfzerbrechen, seit er ihre Befreiung veranlasst hatte. Achtzehn von ihnen wollten nach Midway gebracht werden, weil sie entweder hier oder im Nachbarsystem Taroa beheimatet waren.</p><p>Sich damit einverstanden zu erkl�ren, war aber auch keine leichte Entscheidung gewesen. Die neuen Herrscher �ber Midway behaupteten zwar von sich, nicht l�nger despotische Syndiks zu sein, aber es war immer noch m�glich, dass sie Geary nur etwas vormachten, weil sie sich davon Vorteile erhofften. �Wo ist Dr. Nasr?�</p><p>�Pers�nlich an Bord der <emphasis>Haboob</emphasis>�, erwiderte sie.</p><p>�Gut. K�nnen Sie in den Konferenzraum kommen, damit wir das gemeinsam hinter uns bringen k�nnen? Ich m�chte eine Verbindung zu Dr. Nasr herstellen.�</p><p>�Wir k�nnen das doch auch auf der Br�cke erledigen�, wandte Desjani unwillig ein. �Ach so, Sie wollen das lieber nicht vor viel Publikum erledigen, falls sich irgendwelche h�sslichen Szenen abspielen, wenn wir versuchen, ein paar von den Verr�ckten zu �berstellen, die die Enigmas eingesperrt hatten.�</p><p>�Ja, Captain�, erwiderte er geduldig. �Doch es sind Verr�ckt<emphasis>gewordene</emphasis>, weil die Enigmas sie <emphasis>eingesperrt </emphasis>hatten. Das sollten wir nicht vergessen.�</p><p>�Aye, Admiral. Ich bin in zehn Minuten im Konferenzraum.�</p><p>Er brauchte deutlich weniger als zehn Minuten, doch als er den Konferenzraum erreichte, war Tanya bereits eingetroffen. �Haben die Syndik �, ich wollte sagen: Haben die Midway-Shuttles schon angedockt?�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Das w�sste ich, wenn ich noch auf der Br�cke w�re ��</p><p>�Sie wissen es so auch.�</p><p>�Verdammt, Sie kennen mich einfach zu gut.� Desjani winkte ihn durch, dann folgte sie in den Raum. �Das erste Midway-Shuttle hat vor zwei Minuten angedockt.� Sie setzte sich hin und tippte die Befehle ein, die das Display �ber dem Konferenztisch zum Leben erweckten. Virtuelle Fenster �ffneten sich, eines zeigte das Hangardeck des Sturmtransporters <emphasis>Haboob</emphasis>.</p><p>Auf dem Hauptdisplay zoomte das Bild der <emphasis>Haboob </emphasis>heran, die Au�enansicht wurde von den Sensoren all jener Schiffe der Flotte zusammengesetzt, die Sicht auf den Transporter hatten. Der Midway-Frachter hing nahe der <emphasis>Haboob </emphasis>im All, beide Schiffe schienen vor dem Hintergrund des unendlichen Weltraums mit seinen unendlich vielen Sternen v�llig reglos zu verharren, w�hrend sie in Wahrheit mit hoher Geschwindigkeit ihrem Orbit um den Stern Midway folgten. Es lag nur an den gewaltigen Entfernungen und dem Mangel an station�ren Objekten in der unmittelbaren Umgebung, dass der Eindruck einer erstarrten Szene entstand.</p><p>Vier Shuttles flogen vom Frachter zum Allianz-Transporter, was Desjani stutzig machte. �Ich dachte, wir setzen nur achtzehn ehemalige Enigma-Gefangene hier ab. F�r achtzehn Passagiere sind das aber viele Shuttles.�</p><p>�Es sind ungew�hnliche Passagiere�, konterte Geary. Er �berpr�fte das Manifest f�r jedes Shuttle und fand eine lange Liste des medizinischen und technischen Personals vor, au�erdem waren jedem Shuttle zwei Wachleute zugeteilt. �Nur zwei Aufpasser pro Shuttle? Ich h�tte mehr erwartet.�</p><p>�Besonders f�r Syndiks�, stimmte sie ihm zu und warf ebenfalls einen Blick auf die Manifeste.</p><p>�Vielleicht sind ja die Mediziner und Techniker gleichzeitig auch Bewacher.�</p><p>�W�re m�glich.� Desjani traute den Leuten hier nicht �ber den Weg, und auch Geary war nicht restlos von ihrer Ehrlichkeit �berzeugt. Er konnte nur hoffen, dass diese ehemaligen Gefangenen nach ihrer R�ckkehr von den eigenen Leuten besser behandelt wurden als zuvor von den Enigmas.</p><p>Dr. Nasr tauchte in einem separaten Fenster auf. �Admiral�, gr��te er Geary und sah zu Desjani. �Captain.�</p><p>�Was haben Sie bei der Sache f�r ein Gef�hl?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Es ist immer noch die beste Option unter vielen noch schlechteren�, gab Nasr zur�ck. �Das ist immer noch meine Meinung zu dem Thema.�</p><p>Desjani verzog das Gesicht. �Ich kann mir nicht erkl�ren, wie man sich freiwillig wieder der Kontrolle durch die Syndiks unterstellen will.�</p><p>�Es sind Syndiks�, machte der Doctor deutlich. �Ihre Familien leben hier oder ganz in der N�he, und Midway wird zudem nicht mehr von den Syndiks beherrscht. Deshalb wollen jetzt sogar die zu ihren Heimatsternen zur�ckkehren, die sich bislang noch z�gerlich verhalten hatten. In der letzten Stunde habe ich mich mit jedem der achtzehn noch einmal unterhalten, und ich bin davon �berzeugt, dass sie uns wirklich v�llig aus freien St�cken verlassen wollen.�</p><p>�Dann werden wir ihren Wunsch respektieren�, sprach Geary. Damit blieben nur noch dreihundertf�nfzehn ehemalige Enigma-Gefangene, die sie irgendwo unterbringen mussten. �Ich w�nschte, wir h�tten herausgefunden�, redete er an Tanya Desjani gewandt weiter, �warum die Enigmas immer genau dreihundertdreiunddrei�ig Gefangene festgehalten haben.�</p><p>�Schreiben Sie das mit auf die lange Liste offener Fragen�, schnaubte sie. �Wir haben �ber die Enigmas so gut wie nichts herausgefunden, au�er dass sie schon krankhaft besessen sind, keine Informationen �ber sich nach au�en dringen zu lassen. Und jetzt machen wir ihnen ihr kleines Zahlenspiel auch noch kaputt. Ich m�chte wetten, es w�rde sie wahnsinnig machen, wenn sie das w�ssten.� Tanya f�gte das in einem Tonfall an, der keinen Zweifel daran lie�, dass es ihr nichts ausmachte, die Enigmas geistig zu qu�len. �Sind Sie sich sicher, dass diese Leute hier die ehemaligen Gefangenen, die wir ihnen �berlassen, nicht wie Versuchskaninchen behandeln werden?�</p><p>�Nein.�</p><p>Das einzelne Wort h�tte Desjani einen weiteren Kommentar entlocken k�nnen, doch die Art, wie er es aussprach, lie� sie nur kurz einen Blick in seine Richtung werfen, dann wandte sie sich wieder schweigend dem Display zu. Sie kannte ihn inzwischen auch sehr gut.</p><p>Die Videoverbindung zum Sturmtransporter <emphasis>Haboob </emphasis>lieferte gestochen scharfe Bilder, die die gesamte Gruppe ehemaliger Gefangener zu zeigen schien, wie sie sich an Steuerbord im vorderen Ladebereich des Transporters dr�ngten. Nachdem sie so viele Jahre in ihrer kleinen Welt zusammengepfercht gelebt hatten, wollte es ihnen offenbar seit ihrer Befreiung nicht gelingen, dieses Verhalten abzulegen. Auch jetzt bildeten sie eine kompakte Gruppe, in der die achtzehn, die nach Midway wollten, nur anhand der Allianz-Taschen auszumachen waren, in denen sie ihre wenigen Habseligkeiten bei sich trugen, die sie entweder aus ihrem Gef�ngnis auf dem Asteroiden mitgenommen hatten oder die seitdem in ihren Besitz gelangt waren.</p><p>Die Marines, die das Geschehen im Auge behalten sollten, standen am Rand des Ladebereichs, unterhielten sich untereinander und wirkten entspannt. Seit ihrer Ankunft auf der <emphasis>Haboob </emphasis>hatten die Befreiten keinerlei Probleme bereitet, als f�rchteten sie, dass man sie in ihr altes Gef�ngnis zur�ckschicken w�rde, wenn sie nur ein falsches Wort sagten. Diese Angst hatte dem medizinischen Flottenpersonal sehr viel Arbeit bereitet, da sie immer wieder versucht hatten, ihre Patienten davon zu �berzeugen, dass niemand etwas Derartiges mit ihnen machen w�rde. Den Marines, die an Bord der <emphasis>Haboob </emphasis>f�r Ordnung und Disziplin sorgen sollten, hatte dieser Umstand die Arbeit hingegen ganz erheblich erleichtert.</p><p>Lichter leuchteten �ber den vier Hauptschleusen des Ladebereichs auf, da die Midway-Shuttles den Andockvorgang beendeten und ihre Luken mit denen des Transporters versiegelt wurden. Die Allianz-Marines versteiften sich und spielten mit ihren Waffen.</p><p>Die Midway-Shuttles waren von den Syndikatwelten gebaut worden, bemannt und gesteuert wurden sie von M�nnern und Frauen, die noch vor Kurzem f�r die Syndikatwelten gek�mpft hatten. Niemand an Bord der <emphasis>Haboob </emphasis>w�rde auch nur einen Moment lang in seiner Wachsamkeit nachlassen, solange die Shuttles angedockt waren und sich deren Personal an Bord befand.</p><p>Die zivilen Spezialisten von Midway kamen als Erste an Bord. Irgendjemand war umsichtig genug gewesen, in dieser Situation kein milit�risches Personal vorzuschicken. Eine von Dr. Nasr angef�hrte Gruppe kam ihnen entgegen. Geary machte sich nicht die M�he, das Bild heranzuholen oder den Ton dazu zu schalten, da auch aus der Ferne betrachtet deutlich war, dass dies eine routinem��ige Begr��ung unter Fachleuten war.</p><p>Stattdessen sah Geary sich die Zivilisten genauer an und stellte fest, dass keiner von ihnen die �bliche Syndik-Standardkleidung trug, die auf den verschiedenen Ebenen der Organisationshierarchien der Syndikatwelten vorgeschrieben gewesen war. �Wenigstens ist man so schlau gewesen, die Leute nicht in Syndik-Anz�gen herzuschicken.�</p><p>Nachdem auch noch die letzten �rzte und Techniker an Bord gekommen waren, folgten die vier Piloten der Shuttles, die in der N�he der Schleusen eine Gruppe bildeten, w�hrend die Midway-Zivilisten mit dem medizinischen Personal der Allianz zusammentrafen.</p><p>Desjani nickte. �Und die Piloten tragen auch keine Syndik-Uniformen. Was die Offiziere der Kriegsschiffe tragen, sieht nach leicht ver�nderten Syndik-Best�nden aus, aber diese Shuttle-Piloten hat man komplett neu eingekleidet.� Desjanis Stimme gab keinen Hinweis darauf, ob sie das guthie� oder ob sie es nur f�r einen weiteren Syndik-Trick hielt.</p><p>Die �ngstlichen Ex-Gefangenen musterten die Leute von Midway, als suchten sie nach vertrauten Gesichtern. Die Marines hielten die Spezialisten von Midway und die Gefangenen unter Beobachtung. Eine Gruppe von Allianz- und Marine-Offizieren betrat den Ladebereich, alle blieben stehen und sahen neugierig die Anwesenden an. Gaffer. Sobald sich auf einem Schiff etwas Ungew�hnliches ereignete, kam jeder, der gerade keine anderen Aufgaben hatte, vorbei und riskierte einen Blick.</p><p>�Admiral?�, meldete sich Dr. Nasr ungew�hnlich schroff. �Der verantwortliche Offizier m�chte wissen, ob es seine Richtigkeit hat, dass Personen anwesend sind, die mit dem eigentlichen Vorgang nichts zu tun haben.�</p><p>�Sie meinen die Spanner?�, gab Geary zur�ck. �Ja, warum nicht?�</p><p>�Das war auch meine Meinung, aber die Offiziere hier m�chten dazu Ihre Meinung h�ren.�</p><p>�Ah, verstehe. Sagen Sie ihnen, der Admiral genehmigt und bef�rwortet die Anwesenheit von unbeteiligtem Personal, das Zeuge dieses Ereignisses werden m�chte.�</p><p>So ungew�hnlich dieser Vorgang auch war, hatte der �bereifrige Versuch, alles nichtautorisierte Personal wegschicken zu lassen, f�r Geary etwas beruhigend Routinem��iges. Aber als er sich zu Desjani umdrehte, bemerkte er ihre irritierte Miene. �Was ist los?�</p><p>�Was machen die da?�</p><p>�Die Spezialisten von Midway? Die tragen alle Informationen zusammen, die sie �ber die Leute bekommen k�nnen, die sie mitnehmen werden. Dr. Nasr hat mir gesagt, dass die �bermittlung der Daten lange vor diesem Treffen geregelt worden ist. Medizinische Unterlagen, Aufzeichnungen �ber Behandlungen, die seit ihrer Befreiung durchgef�hrt wurden, �ber vorgenommene Tests, mit denen sichergestellt wurde, dass die Enigmas ihnen keine Gifte oder Seuchen implantiert haben. Alles solche Dinge.�</p><p>�Sieht aus�, sagte sie erstaunt, �wie eine ganz normale Menschenansammlung.�</p><p>�Nat�rlich ist das �� Geary unterbrach sich, da ihm klar wurde, dass Desjani so etwas noch nie mitgemacht hatte. Kein lebender Mensch au�er ihm selbst kannte solche Bilder. Vor dem Krieg hatte es friedliche Treffen zwischen der Allianz und den Syndikatwelten gegeben, und bei einigen war er sogar pers�nlich anwesend gewesen, wenn offizielle Delegationen beider Seiten zusammengetroffen waren. Aber solche Treffen waren lange her. Eine der Begleiterscheinungen des hundert Jahre w�hrenden Kriegs war eine kontinuierliche Verschlechterung der Beziehungen gewesen, bis beide Seiten jegliche Kommunikation eingestellt hatten. Wenn sie sich begegnet waren, dann im Gefecht, oder wenn die eine Seite Gefangene der anderen nahm. �So soll das ablaufen�, sagte er schlie�lich.</p><p>Desjani antwortete nicht, sondern zeigte auf eine Midway-Pilotin, die sich abrupt zu den Allianz-Offizieren und -Marines umdrehte und mit entschlossener Miene zu ihnen ging. Selbst bei dieser Einstellung konnte Geary erkennen, dass die Atmosph�re auf dem Deck durch das Verhalten dieser Pilotin mit einem Mal angespannter war. Die Marines entsicherten ihre Waffen, auch wenn sie sie noch auf niemanden gerichtet hielten.</p><p>Doch ein paar Meter von den Allianz-Offizieren entfernt blieb die Pilotin stehen und sah die M�nner verbl�fft an. �Ich � entschuldigen Sie � Wie soll ich das ausdr�cken? K�nnen Sie � w�rden Sie � mir etwas sagen?�</p><p>�Kommt drauf an�, antwortete einer der Offiziere verhalten. �Um was geht es denn?�</p><p>�Waren Sie ��, redete sie stockend weiter. �War einer von Ihnen bei Lakota? Als diese Flotte dort gek�mpft hat?�</p><p>Nach einer kurzen Pause nickte ein anderer Offizier. �Nicht auf diesem Schiff. Die <emphasis>Haboob </emphasis>geh�rte damals nicht zur Flotte. Aber ich war dort.�</p><p>�Mein Bruder ist bei Lakota gefallen�, sagte die Pilotin abgehackt. �Ich wei� nichts dar�ber, aber ich hatte gehofft � dass Sie vielleicht wissen, wie er gestorben ist.�</p><p>Die Allianz-Offiziere wurden darauf sichtlich entspannter. �Es gab dort verschiedene Gefechte�, erwiderte der Allianz-Offizier.</p><p>�Er diente auf einem Leichten Kreuzer. CL-901.�</p><p>�Tut mir leid�, sagte der Mann und schien es auch zu meinen. Es war eine Situation, mit der jeder mitf�hlen konnte, der den Krieg mitgemacht hatte. �Wir kannten die Bezeichnungen der anderen Schiffe nicht.�</p><p>Die Pilotin biss sich auf die Lippe, blickte kurz zu Boden und sah den Mann wieder an. �Ich habe geh�rt, Sie haben Gefangene genommen. Unter dem Kommando von Black Jack. Es gab Ger�chte.�</p><p>�Das ist richtig, aber bei Lakota bekamen wir keine Chance dazu.� Der Offizier z�gerte kurz, dann fragte er seinerseits: �Wissen Sie, was bei Lakota geschehen ist?�</p><p>�Nein. Aus Sicherheitsgr�nden. Von den �blichen L�gen abgesehen haben wir nie etwas von offizieller Seite erfahren.�</p><p>�Das Hypernet-Portal bei Lakota brach zusammen. Es wurde von einer Syndik-Flotte bewacht, und ich nehme an, sie hatte den Befehl, das Portal zu zerst�ren, wenn wir die �brigen Streitkr�fte bei Lakota besiegen. Sie haben auf die Trossen gefeuert.�</p><p>Die Shuttle-Pilotin verzog den Mund und kniff die Augen zu, bis sie sich wieder im Griff hatte. �Sie wussten es nicht. Wir erfuhren erst davon, nachdem wir die Schlangen get�tet hatten. Dann fanden wir heraus, was passiert, wenn ein Portal kollabiert. Sie wussten es nicht�, wiederholte sie.</p><p>�So etwas hatten wir uns schon gedacht. Es war Selbstmord. Auf den Schiffen wird vermutlich niemand lange genug �berlebt haben, um zu begreifen, was sie angerichtet haben. Die Schockwelle raste durch ganz Lakota, sie l�schte Shuttles und Handelsschiffe und alles aus, was nicht �ber ausreichende Schilde verf�gte. Wir hatten noch Gl�ck, weil wir weit genug entfernt waren und die Schockwelle uns nicht mehr mit voller Kraft erreichte. Aber sie hat das gesamte System verw�stet. Es tut mir leid, aber ich kann nichts dazu sagen, was mit Ihrem Bruder passiert ist.�</p><p>Die Pilotin nickte, ihr Gesicht war ein Wechselbad der Gef�hle. �Ist schon gut. Ich wei�, wie das ist.�</p><p>�Sind Sie Shuttle-Pilotin auf einem Kriegsschiff?�</p><p>�Nein.� Mit dem Daumen zeigte sie auf das Schulterabzeichen an ihrer Uniform. �Bodentruppen. Luft-und Raumwaffe.�</p><p>�Regelm��ige Fl�ge in der Atmosph�re? St�rme, Wind und Nebel? Besser Sie als ich.�</p><p>Die Shuttle-Pilotin l�chelte nur kurz. �Manchmal ist es brenzlig, aber nichts, womit wir nicht klarkommen k�nnten. Ich arbeite f�r General Drakon, und er schickt seine Mitarbeiter nirgendwohin, wo er nicht auch selbst hingehen w�rde.�</p><p>�Was genau machen Sie f�r General Drakon?�, wollte ein Marine wissen.</p><p>�Vor allem Unterst�tzung der planetaren Verteidigung und der Bodenstreitkr�fte. Ich war auch beim Einsatz bei Taroa, wo wir dabei mitgeholfen haben, das Syndikat aus unserem Sternensystem zu vertreiben. General Drakon hat uns diesen Transport �bertragen, weil die mobilen Streitkr�fte � ich wollte sagen, die Midway-Kriegsflotte nicht �ber so viele Shuttles verf�gt.�</p><p>Die Allianz-Offiziere sahen sich untereinander an, dann fragte einer von ihnen: �Was war das vorhin mit den Schlangen? Sie sprachen davon, Sie h�tten die Schlangen get�tet.�</p><p>�Ja, Schlangen. Agenten des Inneren Sicherheitsdienstes. Die Geheimpolizei des Syndikats.� Die Pilotin machte eine Miene, als wollte sie angewidert ausspucken, aber dann fuhr sie fort: �Die haben �berall das Sagen gehabt. Sie haben alles beobachtet, jedem �ber die Schulter geschaut. Wenn man etwas falsch gemacht hatte oder wenn sie einen einfach nur verd�chtigten, verschleppten sie ihn in ein Arbeitslager. Manchmal machten sie das einfach, weil sie Spa� daran hatten, v�llig ohne Verdacht. Wir haben sie get�tet. Wir haben dieses System von ihnen befreit.� Sie straffte die Schultern und erkl�rte mit Nachdruck: �Wir sind sie los. Lieber sterben wir, als dass wir ihnen noch einmal die Kontrolle �berlassen. Niemand besitzt uns, kein Unternehmen, kein CEO, niemand. Niemals wieder.�</p><p>�Sie sind keine Syndiks?�, warf ein weiterer Offizier ein, der keinen Hehl aus seiner Skepsis machte.</p><p>�Nein! Nie wieder! Wir sind frei, und wir lassen uns nicht noch einmal vom Syndikat versklaven.� Sie wandte sich zum Gehen, sah aber die Allianz-Offiziere noch einmal an, wobei sie wieder etwas z�gerlich wirkte. �Sie � Ich m�chte Ihnen danken.�</p><p>�Tut mir leid, wenn wir Ihnen nichts dazu sagen k�nnen, was mit Ihrem Bruder geschehen ist.�</p><p>�Sie haben mir gesagt, was Sie wissen, und das ist sehr viel mehr als das, was ich bislang wusste.� Sie hielt kurz inne, dann salutierte sie auf die Syndik-Weise, indem sie die rechte Faust an die linke Brust legte. Ehe die Allianz-Offiziere sich entscheiden konnten, ob sie den Salut erwidern sollten oder nicht, hatte die Pilotin sich auch schon weggedreht und ging zur�ck zu ihren Kameraden.</p><p>�Hey�, rief in dem Moment ein Allianz-Offizier.</p><p>Die Pilotin zuckte zusammen, als h�tte jemand auf sie geschossen, und wandte sich wieder zu der Gruppe um.</p><p>�Verraten Sie mir eines.� Der Tonfall des Offiziers war un�berh�rbar feindselig, aber es schwang auch Verst�ndnislosigkeit mit. �Eines habe ich nie begriffen. Warum? Warum um alles in der Welt haben Sie die Allianz angegriffen?�</p><p>�Wir? Sie angegriffen? Wir haben nichts ��</p><p>�Nicht jetzt, sondern damals. Vor hundert Jahren. Warum haben die Syndikatwelten diesen verdammten Krieg �berhaupt angefangen?�</p><p>Diesmal stand die Pilotin da und starrte den Mann verdutzt an. Schlie�lich erwiderte sie mit erstickter Stimme: �Uns wurde gesagt, Sie haben angefangen. Die Allianz hat die Syndikatwelten angegriffen. Das hat man uns so beigebracht.�</p><p><emphasis>�Aber wir haben nicht ��</emphasis>, wollte der Offizier aufgebracht widersprechen.</p><p>�Nein, nein. <emphasis>Ich glaube Ihnen jedes Wort! </emphasis>Unsere Regierung hat uns immer nur angelogen, warum sollte sie dann ausgerechnet in diesem einen Punkt die Wahrheit sagen?�</p><p>Sie machte auf dem Absatz kehrt und ging mit unsicheren Schritten zur�ck zu den anderen Piloten.</p><p>Geary sah Desjani von der Seite an und versuchte, ihre Reaktion einzusch�tzen, doch Tanyas Gesicht verriet keine Regung. �Wie ist Ihr Eindruck?�, fragte er schlie�lich.</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Wenn sie ihre Einstellung gegen�ber den Syndikatwelten nur vort�uscht, dann ist sie eine begnadete Schauspielerin.�</p><p>�Ja, das ist mir aufgefallen. Als sie von den, �hm, Schlangen sprach, da h�rte sich das an, als h�tte sie ein paar Agenten pers�nlich die Kehle aufgeschlitzt.�</p><p>�Warum haben sie dann f�r die Syndikatwelten gek�mpft?�, fragte sich Desjani zornig. �Sie haben die Syndikatwelten gehasst, sie haben diese Schlangen gehasst. F�r wen haben sie dann gek�mpft? Warum haben sie so viele Menschen get�tet, wenn sie ihre eigene Regierung so sehr gehasst haben?�</p><p>�Ich wei� nicht�, sagte Geary, war sich aber nicht ganz so sicher. �Immerhin wissen wir, dass sie geglaubt haben, sie w�rden ihre eigenen Leute vor uns besch�tzen.�</p><p>�Indem sie uns angreifen?�, konterte Desjani unverhohlen feindselig.</p><p>�Man hat ihnen eingeredet, wir seien die Aggressoren. Ich sage damit nicht, dass sie recht hatten, Tanya. Ich sage nicht, dass sie h�tten k�mpfen sollen. Durch ihre eigenen Anstrengungen haben sie die Syndikatwelten am Leben erhalten, obwohl sie sie hassten. Es war dumm, aber sie m�ssen wirklich geglaubt haben, dass sie das Einzige taten, was in ihrer Macht lag.�</p><p>�Solange Sie nicht entschuldigen, was die getan haben�, konterte sie sp�ttisch.</p><p>�Ich habe auch viel verloren, Tanya.�</p><p>Eine Weile sa� sie schweigend da, schlie�lich nickte sie. �Das stimmt allerdings. Na gut, wenn ich die Wahl habe zwischen ehemaligen Syndiks auf der einen Seite, die jetzt die Syndikatwelten hassen, und den Syndikatwelten, den Enigmas und den Kiks auf der anderen Seite, dann w�rde ich sagen, dass ich den Ex-Syndiks wenigstens eine Chance geben kann.�</p><p>Auf dem Frachtdeck der <emphasis>Haboob </emphasis>musste der �bergabeprozess zum Abschluss gekommen sein. Die achtzehn vormaligen Gefangenen bewegten sich als dicht gedr�ngte, kleine Gruppe langsam auf die Schleusen zu, an denen die Shuttles angedockt lagen.</p><p>Im n�chsten Moment setzten sich dreihundertf�nfzehn �brigen Befreiten wie ein Mann in Bewegung und st�rmten hinter den anderen her, wobei sie alle gleichzeitig etwas sagten oder schrien. Die Marines, die von dieser Aktion v�llig �berrumpelt worden waren, traten in Aktion und versuchten, mit lautstarken Warnungen und Drohungen die Ordnung wiederherzustellen. �rzte und Techniker beider Seiten, die genauso erschrocken waren wie die Marines, liefen ziellos umher und machten mit ihren Bewegungen und Rufen das Durcheinander nur noch schlimmer.</p><p>�Was zum Teufel ist denn da los?�, rief Geary aufgebracht.</p></section><section><title><p>Vier</p></title><p>Endlose Minuten vergingen, bis die Marines, unterst�tzt von zus�tzlichem Personal, das f�r alle F�lle bereitgestellt worden war, es geschafft hatten, die aufgebrachten ehemaligen Gefangenen zur�ckzudr�ngen und sie lautstark dazu aufzufordern, sich eng zusammengedr�ngt hinzustellen und Ruhe zu geben. Als Ruhe eingekehrt war, konnte man von der Gruppe nur noch vereinzelt leises Wimmern h�ren. �ber das Stimmengewirr der anderen im Hangar Anwesenden meldete sich Dr. Nasr bei Geary: �Admiral, wir haben ein Problem.�</p><p>�Ist mir nicht entgangen�, gab Geary zur�ck und gab sich M�he, nicht zu w�tend zu klingen. �Was ist denn passiert? Wollen die achtzehn jetzt doch nicht auf Midway bleiben?�</p><p>�Daran scheint es nicht zu liegen, Admiral. Wir versuchen hier selbst noch, Klarheit zu schaffen, aber soweit ich das jetzt schon beurteilen kann, wollen sie auf einmal <emphasis>alle </emphasis>auf Midway bleiben.�</p><p>�Alle?�</p><p>�Ja, alle dreihundertdreiunddrei�ig.�</p><p>Geary h�rte ein klatschendes Ger�usch, und als er sich zu Tanya umdrehte, sah er, dass sie die flache Hand gegen ihre Stirn geschlagen hatte. Er konnte ihre Reaktion nur zu gut nachvollziehen, ihm selbst erging es nicht anders. �Wie oft haben wir diese Leute gefragt, ob sie an Bord bleiben wollen?�</p><p>Dr. Nasr verdrehte ansatzweise die Augen. �Offiziell aufgezeichnet haben wir bei jedem von ihnen zwanzig Anfragen und dazu zwanzig gleichlautende Antworten, dass sie an Bord bleiben wollen. Daneben haben wir das Thema noch ein paar dutzend Mal in Unterhaltungen angeschnitten, Admiral. Trotzdem haben sie es sich jetzt anders �berlegt, als sie gesehen haben, wie die achtzehn von Bord gehen wollten. Sie wollen zusammenbleiben. Sie wollen nach Hause gehen. Das hier ist zwar nicht das Zuhause der dreihundertnochwas Ex-Gefangenen, aber es ist ihrem fr�heren Zuhause n�her als Varandal oder jedes beliebige System auf Allianz-Gebiet. Und wir sind die Allianz, wir machen ihnen Angst.�</p><p>�Wir machen ihnen Angst?�, wiederholte Desjani ungl�ubig. �Meinen die etwa, die Syndik-CEOs werden mit ihnen kuscheln? Haben die geh�rt, was diese Shuttle-Pilotin �ber die Schlangen gesagt hat?�</p><p>�Die Syndik-CEOs und das gesamte Syndik-System sind ihnen vertraut, auch wenn sie ihnen noch so verhasst sind. Und sie haben von dieser Pilotin geh�rt, dass Midway von den Schlangen ges�ubert worden ist. Die Pilotin ist eine von ihnen, ihr glauben sie das, was sie uns nicht glauben wollen. Aber nachdem sie jetzt begriffen haben, dass sie von einigen Leuten getrennt werden sollen, mit denen sie zum Teil Jahrzehnte in Gefangenschaft verbracht haben, da sind sie zu dem Schluss gekommen, dass sie lieber zusammenbleiben und sich nicht den unbekannten Risiken aussetzen, die in der Allianz auf sie warten k�nnten.�</p><p>�Doctor�, wandte Geary ein. �Midway hat sich nur bereit erkl�rt, achtzehn von ihnen aufzunehmen.�</p><p>�Dar�ber reden wir gerade mit den Vertretern von Midway, Admiral.�</p><p>Auf dem �bersichtsbild konnte Geary sehen, wie die zivilen Spezialisten und die Flotten�rzte auf der <emphasis>Haboob </emphasis>mit den Leuten redeten und diskutierten und dabei genauso frustriert und ratlos wirkten, wie Geary selbst sich f�hlte. Im Hintergrund standen die ehemaligen Gefangenen dicht gedr�ngt und jammerten. �Man scheint bereit zu sein, auch die anderen mitzunehmen. Ihr Frachter hat gen�gend Kapazit�t, auch wenn es ein bisschen beengt zugehen wird. Allerdings m�ssen sie erst von h�chster Stelle eine Erlaubnis erhalten.�</p><p>Bis diese Erlaubnis eintraf, w�rden mindestens f�nf Stunden vergehen, da der Planet, auf dem sich Pr�sidentin Iceni und General Drakon befanden, zweieinhalb Lichtstunden von der gegenw�rtigen Position der Allianz-Flotte entfernt war. �Verdammt.�</p><p>Tanya war klug genug, gar nichts zu sagen, sondern abzuwarten, bis seine Wut verraucht war.</p><p>�Also gut�, sagte Geary schlie�lich. �Sollen wir die Leute zur�ck in ihre Quartiere schicken, bis wir von den Beh�rden auf Midway geh�rt haben?�</p><p>�Auf keinen Fall!�, protestierte Dr. Nasr sofort. �Sie sind jetzt schon in Panik, und eine solche Entscheidung w�rde das Ganze nur noch schlimmer machen.�</p><p>�Also gut�, wiederholte er und gab sich M�he, gelassener zu klingen, als er es in Wahrheit war. �Dann sollen sie alle im Hangar bleiben. Sagen Sie den Leuten von Midway, sie sollen sofort eine Nachricht an ihre Vorgesetzten schicken, ob sie alle befreiten Gefangenen mitnehmen d�rfen. Und der Leitende Offizier f�r den Hangarbereich soll Essen und Getr�nke f�r alle zur Verf�gung stellen, die etwas brauchen. Und die Wachen sollen auf ihren Posten bleiben.�</p><p>�Ja, Admiral. Ich werde Ihre Anweisungen weitergeben.�</p><p>W�hrend sich Dr. Nasr an die Arbeit machte, betrachtete Geary kopfsch�ttelnd und frustriert die Bilder, die von der <emphasis>Haboob </emphasis>�bertragen wurden. Einige der Gefangenen waren inzwischen in Tr�nen ausgebrochen und klammerten sich aneinander. �Ich wei� ja, dass diese Leute nach der langen Gefangenschaft seelische Wracks sind, aber m�ssen sie sich denn im letzten Moment noch anders entscheiden und es f�r uns umso schwieriger machen?�</p><p>�Wie Sie schon sagten�, entgegnete Tanya. �Es sind seelische Wracks. Aber Ihnen ist doch klar, dass das auch etwas Gutes hat, oder?�</p><p>�Das hat auch etwas Gutes?�, fragte er und betrachtete weiter das Chaos an Bord der <emphasis>Haboob</emphasis>, das nur langsam in geordnete Bahnen zur�ckkehrte.</p><p>�Aber nat�rlich. Wenn wir sie alle hier absetzen, sind wir dieses Problem los, und Midway muss sich um die Leute k�mmern.�</p><p>Er hielt kurz inne, dann begann er zu l�cheln. �Stimmt. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, wie wir sie vor den Forschern der Allianz und vor den Aasgeiern der Medien besch�tzen sollten, wenn wir sie mit zu uns nehmen. Aber so haben wir sie befreit und alle zusammen nach Hause gebracht. Wir haben das Richtige getan, ein Lob auf uns. Was machen Sie da?�</p><p>�Ich will mir etwas ansehen.� Tanya tippte etwas auf ihrem Display, dann zoomte sie einen virtuellen Tonausschnitt jener Allianz-Offiziere heran, die sich mit der Pilotin unterhalten hatten. �Das ist eine Aufnahme exakt vor dem Moment, als unsere Ex-Gefangenen ausgeflippt sind. Ich will wissen, was diese Offiziere von ihrer Unterhaltung mit dieser Ex-Syndik halten.�</p><p>�Wieso?�</p><p>�Weil ich die Antwort nicht wei�, und weil ich sie herausfinden m�chte, Admiral, Sir.� Sie gab die letzten Befehle ein. Die Offiziere hatten sich leise unterhalten, was es normalerweise sehr schwierig machte, etwas von den Gespr�chen mitzubekommen. Da aber die Tonsysteme des Schiffs automatisch alles analysierten und jede einzelne Stimme digital isolieren konnten, entstand eine Abfolge von S�tzen, die f�r Geary und Desjani klar und deutlich zu verstehen waren.</p><p>�Lakota war so schlimm?�</p><p>�Noch schlimmer.�</p><p>�So wie Kalixa?�</p><p>�Noch schlimmer.�</p><p>�Was war das mit Taroa? Sollten wir das nicht melden?�</p><p>�Die haben ihre eigenen Polizisten als Schlangen bezeichnet?�</p><p>�Nicht einfach Polizisten. Sie sprach von einer Geheimpolizei oder so.�</p><p>�Vielleicht hat sie ja gelogen.�</p><p>�Dann war sie aber die beste L�gnerin, die ich je erlebt habe.�</p><p>�Wie konnten die nur glauben, dass wir angefangen haben?�</p><p>�Mistst�ck.�</p><p>�Sie hat ihren Bruder verloren.�</p><p><emphasis>�Das hab ich auch!�</emphasis></p><p>�Wir trauen doch unseren eigenen Politikern auch nicht �ber den Weg, richtig?�</p><p>�Auf keinen Fall!�</p><p>�Syndiks sind noch schlimmer, das wei� jeder.�</p><p>�Vielleicht ist unsere Regierung doch gar nicht so schlecht.�</p><p>�Jedenfalls nicht, wenn man sie mit den Syndiks vergleicht.�</p><p>�Das einzig Gute, was die Syndiks f�r sich in Anspruch nehmen k�nnen�, sagte Desjani, als die Aufnahme mit dem abrupten Einsetzen der Panik der befreiten Gefangenen endete, die solchen L�rm verbreiteten, dass die Tonsysteme nichts anderes mehr herausfiltern konnten. �Die Allianz steht in jeder Hinsicht wie ein strahlender Sieger da, wenn man sie mit den Syndiks vergleicht.�</p><p>�Das ist etwas, woran ich bislang nicht gedacht habe�, r�umte Geary ein. �Wir haben auf dieser Mission einmal das Syndik-Territorium durchquert, und das Gleiche machen wir auf dem R�ckweg auch wieder. Das Personal dieser Flotte erlebt aus erster Hand, was geschieht, wenn die Syndikatwelten zerfallen. Sie bekommen vor Augen gef�hrt, wie schlimm die Verh�ltnisse unter den Syndiks waren. Das hei�t, sie k�nnen �ber die Allianz-Regierung denken, was sie wollen, sie k�nnen mit unserer Regierung und unseren Politikern noch so unzufrieden sein � hier bekommen sie vor Augen gef�hrt, wie viel schlechter es ihnen ergehen k�nnte.�</p><p>Desjani verdrehte die Augen. �Es ist nicht gerade ein Lob f�r unsere Regierung, wenn man sagt, sie ist immer noch besser als die der Syndiks. Alles ist besser als die Syndiks. Und die Behauptung, unsere Politiker sind besser als die Syndik-CEOs, k�nnte einigen Widerspruch ausl�sen.�</p><p>�Politiker sind nicht alle gleich. Sehen Sie sich doch nur einige von den Sternensystemen an, �ber die die Syndiks die Kontrolle verloren haben�, wandte Geary ein. �Die Leute in Midway hatten Gl�ck.�</p><p>�Vielleicht hatten sie Gl�ck. Bislang ist hier nichts im Zerfall begriffen, aber das hei�t nicht, dass es auch so bleibt. Sie haben diese Frau geh�rt, diese Shuttle-Pilotin. Wir sind frei, hat sie gesagt. Was glauben Sie, wie lange sie und andere, die f�hlen wie sie, noch bereit sein werden, ihre Befehle von ehemaligen Syndik-CEOs entgegenzunehmen?�</p><p>�Das h�ngt davon ab, was diese ehemaligen CEOs tun�, antwortete Geary. �Pr�sidentin Iceni hat Rione sehr viele Fragen zu den verschiedenen Regierungen innerhalb der Allianz gestellt. Sie hat sich erkundigt, wie man die allgemeine Ordnung wahrt, wie stabil diese Regierungen sind und wie man das Volk hinter sich bringt.�</p><p>�Sie l�sst sich von der Hexe Ratschl�ge geben, wie man ein guter Politiker wird? Oder meint Iceni, dass sie von dieser Frau erfahren kann, wie man sich zum Diktator aufschwingt?�</p><p>�Tanya, Victoria Rione mag noch so viele Fehler haben, aber sie glaubt fest an die Allianz.�</p><p>�Sie m�gen vielleicht glauben, dass das ihre Fehler wettmachen kann, aber ich glaube nicht daran.�</p><p>Seufzend stand er auf. �Also gut. Die n�chsten f�nf Stunden k�nnen wir nichts anderes tun als abwarten, ehe wir erfahren, was Iceni zu der ver�nderten Situation sagt.�</p><p>�Nichts anderes zu tun?�, wiederholte Desjani und erhob sich ebenfalls von ihrem Platz. �In welcher Welt leben Sie?�</p><p>�In meiner pers�nlichen Traumwelt�, gestand er ihr. �Ich wei�, es gibt noch genug zu tun.�</p><p>�Das ist mein Admiral�, sagte sie und wischte eine imagin�re Fluse von seiner Schulter. �Mir fehlt mein Ehemann.�</p><p>�Ihrem Ehemann fehlt seine Ehefrau auch.�</p><p>�Ich hoffe, der Admiral bringt uns bald nach Hause, damit wir gemeinsam ein wenig Zeit verbringen k�nnen, weit weg von meinem Schiff und seinem Flaggschiff. Ein wenig dienstfreie Zeit.� Sie trat einen Schritt nach hinten und l�chelte fl�chtig. �Ich bin auf der Br�cke, Admiral.�</p><p>�Und ich bin in meinem Quartier, Captain.�</p><p>F�nf Stunden und zehn Minuten sp�ter ging eine Nachricht von der <emphasis>Haboob </emphasis>ein. �Midway sagt, sie nehmen alle Leute auf�, berichtete Dr. Nasr und wirkte so gl�cklich wie schon seit Monaten nicht mehr.</p><p>Das war schnell gegangen. Iceni konnte nicht viel Zeit damit verbracht haben, �ber diese Entwicklung nachzudenken. <emphasis>Ist sie wirklich an diesen Leuten und an ihrem Schicksal interessiert? Oder sieht sie in ihnen eine Informationsquelle �ber die Enigmas, damit sie etwas gegen die Syndik-Regierung und gegen andere Sternensysteme in der Hand hat? Je mehr, umso besser?</emphasis></p><p><emphasis>Aber diese Leute sind keine Gefangenen. Wir haben sie aus der Gefangenschaft befreit. Sie haben von sich aus verk�ndet, dass sie die Flotte hier bei Midway verlassen wollen, und Midway hat sich einverstanden erkl�rt, sie aufzunehmen. Bleibt mir eine andere Wahl, als darauf zu hoffen, dass Iceni sie gut behandelt?</emphasis></p><p><emphasis>Nein, ich habe keine andere Wahl. </emphasis>�Empfehlen Sie, dass wir sie alle in Midway lassen?�, fragte Geary, weil er wollte, dass die Antwort darauf Bestandteil der offiziellen Aufzeichnungen wurde.</p><p>�Das ist meine Empfehlung, Admiral. Ich glaube, die Beh�rden hier werden zivilisiert mit den Leuten umgehen, die wir aus der Gefangenschaft der Syndiks befreit haben.�</p><p>�Dann in die Shuttles mit ihnen. Es werden einige zus�tzliche Fl�ge notwendig werden. Bringen wir es hinter uns.�</p><p>Eine Sache weniger, die ihm Kopfschmerzen bereiten konnte. Zu schade, dass noch immer viel zu viele andere Probleme zu l�sen waren. Aber jetzt konnte er wenigstens eine Abflugzeit bekanntgeben. Er konnte sich gut vorstellen, wie erleichtert man die Nachricht aufnehmen w�rde, dass die Flotte nun endlich wieder Kurs auf die Heimat nahm.</p><p>Seit dem ersten Stein, der von einem Menschen als Werkzeug benutzt worden war, hatte die Menschheit viele Objekte von gewaltiger Gr��e geschaffen. Manche Objekte waren ihren Erbauern nach der Fertigstellung gigantisch erschienen, aber fr�her oder sp�ter wurden sie alle von noch gr��eren Bauwerken �bertroffen, neben denen sie winzig aussahen.</p><p>Ein Hypernet-Portal allerdings entzog sich einer solchen Einordnung. Die zahlreichen �Trossen� hielten eine Energiematrix zusammen und bildeten dabei einen Kreis, der so gigantisch war, dass selbst ein von Menschen erbautes Schlachtschiff im Vergleich dazu winzig wirkte. Gearys gesamte Flotte, die aus Hunderten von Kriegsschiffen bestand, konnte komplett das Hypernet-Portal durchfliegen. Die Portale bildeten zusammen ein Netzwerk von unvorstellbarer Gr��e, das sich in alle Richtungen �ber Hunderte von Lichtjahren erstreckte und den Zugang zu einer gro�en Zahl von Sternensystemen erlaubte.</p><p>Das Hypernet-Portal von Midway hing jetzt ganz dicht vor den Schiffen der Allianz-Flotte im All und sah exakt nach dem aus, was es auch darstellte: ein Portal zu anderen Welten.</p><p>Geary hatte seine gesamte Flotte um sich geschart, alle Schiffe bildeten zusammen eine riesige eif�rmige Formation, die zur Verteidigung gegen Angreifer gut geeignet war, dabei aber nach au�en keinen aggressiven Eindruck hervorrief. Im Mittelpunkt des Ovals befanden sich die Sturmtransporter, die Hilfsschiffe und das erbeutete Kik-Superschlachtschiff <emphasis>Invincible</emphasis>, da sie dort am besten gesch�tzt waren. In der N�he dieser Schiffe hielt sich der Gro�teil der Schlachtschiffe auf, gefolgt von den Schlachtkreuzern, den Schweren und den Leichten Kreuzern sowie den Zerst�rern.</p><p>So ramponiert und ersch�pft manche auch waren � was f�r die Besatzungen genauso galt wie f�r die Schiffe �, machten sie dennoch einen strahlenden Eindruck.</p><p>Geary wandte seinen Blick ab von diesem Zuversicht ausstrahlenden Bild einer schlagkr�ftigen Flotte und ber�hrte behutsam seine Komm-Kontrolle. �Captain Bradamont, wir sind im Begriff, das System zu verlassen. Ich setze mein volles Vertrauen in Sie, dass Sie nach bestem Wissen und Gewissen handeln werden. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Admiral Geary Ende.�</p><p>Er seufzte und konnte nur hoffen, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, Bradamont als Verbindungsoffizier hier zur�ckzulassen. Zeitweise war es ihm so vorgekommen, dass er einen seiner Offiziere in den Klauen des Feindes zur�cklie�. Aber Bradamont hatte sich freiwillig gemeldet, als ihr die Gelegenheit dazu gegeben worden war. Ihre Anwesenheit in diesem System konnte entscheidend dazu beitragen, dass Midway seine Unabh�ngigkeit bewahrte. Au�erdem w�rde es so m�glich sein, mehr dar�ber zu erfahren, wie ernst Pr�sidentin Iceni es damit war, eine freiere Regierungsform zu finden, die die Syndik-Tyrannei ersetzen konnte.</p><p>�Dann wollen wir mal, Tanya.�</p><p>�Indras?�, fragte Desjani und lie� ihren Finger �ber der Eingabetaste des Hypernet-Schl�ssels schweben.</p><p>�Ja, das ist der schnellste Weg zur�ck zur Allianz.� Geary sah ihr zu, wie sie den Namen des Sterns eingab. Nicht jeder Stern verf�gte �ber ein Hypernet-Portal, genau genommen waren es sogar recht wenige Sterne, die damit aufwarten konnten, was vor allem an den enormen Kosten f�r den Bau eines solchen Portals lag. Dass die Allianz-Flotte �berhaupt in der Lage war, das Hypernet der Syndiks zu benutzen, war einem angeblichen �berl�ufer zu verdanken, der die Allianz mit einem Hypernet-Schl�ssel f�r die Portale der Syndiks versorgt hatte. Tats�chlich hatte seine Absicht aber darin bestanden, die Allianz-Flotte in eine Falle zu locken, was beinahe zu deren v�lliger Zerst�rung gef�hrt h�tte.</p><p>Er wartete, bis die einfache Prozedur abgeschlossen war, doch anstatt ihm ein Zeichen zu geben, dass alles bereit war, schaute Desjani ihn verdutzt an. �Das Syndik-Hypernet teilt mir mit, dass es auf das Portal bei Indras nicht zugreifen kann.�</p><p>�Ist irgendwas mit dem Portal bei Indras geschehen?�</p><p>�Das kann nicht anders sein.� Sie biss sich auf die Lippe und betrachtete ihr Display. �Kalixa w�re eigentlich die n�chstbeste Ausweichm�glichkeit. Aber das Portal bei Kalixa existiert nicht mehr. Was ist mit Praja?�</p><p>Er schaute auf sein eigenes Display. �Dann eben Praja.�</p><p>Ein paar Sekunden vergingen, dann atmete Desjani schnaubend aus. �Kein Zugriff auf das Portal bei Praja.�</p><p>�Versuchen Sie Kachin.�</p><p>Wieder eine Pause, einen Moment sp�ter sch�ttelte sie den Kopf. �Kein Zugriff.�</p><p>�Stimmt irgendetwas nicht mit unserem Schl�ssel? K�nnten die Syndiks ihr Hypernet umprogrammiert haben, sodass unser Schl�ssel nicht mehr funktioniert?�</p><p>�Admiral, ich habe keine Ahnung. Ich befehlige nur ein Schiff.�</p><p>Von dieser unerwarteten Entwicklung bereits aus der Ruhe gebracht, versp�rte Geary eine irrationale Ver�rgerung �ber diese Antwort, doch dann erkannte er, dass sie nichts weiter gemacht hatte, als offen und wahrheitsgem�� auf seine Fragen zu reagieren. �Fragen wir halt jemanden, der es wissen k�nnte.� Er tippte einige Befehle ein. �Captain Hiyen, Commander Neeson�, sagte er, als er eine Nachricht an die <emphasis>Reprisal </emphasis>und die <emphasis>Implacable </emphasis>schickte. �Wir haben hier ein Problem.� Er erkl�rte ihnen die Situation, dann lehnte er sich zur�ck und wartete ab. Eine Reaktion w�rde einige Sekunden dauern, aber Hiyen und Neeson waren das, was in seiner Flotte Experten in Sachen Hypernet am n�chsten kam. Sich auf ihr begrenztes Fachwissen verlassen zu m�ssen, war nicht sehr erbaulich, wenn sich irgendetwas Ungew�hnliches ereignete, vor allem mit Blick darauf, dass die Menschheit �ber das Hypernet und die damit verbundene Technologie kaum etwas wusste.</p><p>�Wir n�hern uns dem Portal�, sagte Desjani, als w�rde sie mit sich selbst reden.</p><p>Geary zuckte hoch, w�tend �ber sich selbst, dass er sich hatte ablenken lassen und nicht die ganze Situation im Blick hatte.</p><p>�An alle Einheiten der Ersten Flotte: �ndern Sie sofort den Kurs um eins acht null Grad nach Steuerbord. Verringern Sie die Geschwindigkeit auf 0,02 Licht.� So w�rde sich die gesamte Formation drehen und mit dem Antrieb zur urspr�nglichen Flugbahn ausgerichtet abbremsen. Dann w�rde sie in die Richtung zur�ckfliegen, aus der sie gekommen war, jedoch deutlich langsamer als zuvor.</p><p>�Danke, Captain Desjani�, sagte er leise.</p><p>Sie nickte nur, ohne den Blick von ihrem Display zu nehmen.</p><p><emphasis>Ein Grund mehr, wieso ich diese Frau liebe</emphasis>, dachte Geary und versuchte, nicht zu w�tend �ber diese unvorhergesehene Verz�gerung zu werden � und sich keine Sorgen �ber die Folgen zu machen, sollte diese Flotte von Stern zu Stern springen m�ssen, um ins Allianzgebiet zur�ckzukehren.</p><p>�Admiral�, sagte Captain Hiyen, dessen Bild in einem virtuellen Fenster vor Geary auftauchte. �Ein Hypernet kann man nicht umprogrammieren, es sei denn, alles, was wir �ber das Hypernet wissen, ist falsch.�</p><p>�Verstehe ich das so, dass es nicht an unserem Schl�ssel liegen kann und auch nicht daran, dass das Syndik-Hypernet so eingestellt worden ist, dass es unseren Schl�ssel nicht akzeptiert?�</p><p>�Richtig, Admiral. Und das Problem kann auch nicht den Schl�ssel selbst betreffen, weil ein defekter Schl�ssel gar nicht erst in der Lage w�re, eine Verbindung zum Portal herzustellen.�</p><p>Commander Neesons Gesicht tauchte neben dem von Captain Hiyen auf. �Ich sehe das auch so, Admiral. Allerdings w�rde ich einen Test vorschlagen. Versuchen Sie es mit einem Portal, das nicht allzu weit von Midway entfernt ist.�</p><p>Geary wandte sich nachdenklich zu Desjani um. �Welches ist das n�chstgelegene Hypernet-Portal?�</p><p>�Taniwah.� Sie tippte den Befehl ein. �Auch kein Zugriff.�</p><p>�Admiral�, warf Neeson ein. �Versuchen Sie es mit dem Befehl �Portalliste�.�</p><p>�Es gibt einen Befehl �Portalliste�?�, fragte Desjani erstaunt. �Nicht zu fassen. Da ist der Befehl. Admiral, als die Syndiks davon sprachen, dass sie ein Ger�t haben, mit dem sie Eingriffe von au�en, etwa durch die Enigmas, davon abhalten k�nnen, das ganze Hypernet per Fernsteuerung zusammenbrechen zu lassen, war da auch die Rede davon, dass sie dieses Ger�t ebenfalls �berall installiert haben?�</p><p>�Ja�, antwortete Geary. �Werden keine Portale angezeigt?�</p><p>�Nur eines. Sobek.�</p><p>�Nur <emphasis>eines? </emphasis>Sobek?� Der Name war ihm nicht gel�ufig, weshalb er ihn erst auf seinem Display eingeben musste. Dann sah er einen Stern aufleuchten. �Das ist nicht ganz so weit von der Grenze entfernt. Nicht so nah wie Indras, aber nur drei oder vier Spr�nge von Varandal entfernt.� Seine Erleichterung wich im n�chsten Moment einer Welle von Angst. �Wie kann es sein, dass die Syndiks nur noch ein Hypernet-Portal haben? Beziehungsweise zwei, wenn man dieses hier mitz�hlt?�</p><p>�Ich wei� nicht, Sir�, sagte Captain Hiyen. �Wenn die Syndiks den Rest des Hypernets verloren haben, dann ergibt das verheerende Folgen f�r ihre Wirtschaft, ganz zu schweigen davon, dass sie ihre Streitkr�fte nicht mehr so flexibel einsetzen k�nnen. Sie k�nnen so etwas nicht vors�tzlich herbeigef�hrt haben, nur damit uns als einziges Ziel Sobek bleibt.�</p><p>Neeson sch�ttelte den Kopf. �Als diese Syndik-Flotte das Portal benutzt hat, um von hier zu entkommen, sah es nicht so aus, dass irgendwelche Probleme erwartet wurden.�</p><p>�Was ist dann los?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Ich wei� nicht, Admiral.�</p><p>Geary w�nschte sich zum x-ten Mal, die geniale Theoretikerin Captain Cresida w�re nicht in der Schlacht bei Varandal gefallen, und bet�tigte grimmig eine andere Komm-Taste. �Pr�sidentin Iceni, wir stehen vor einer ungew�hnlichen Situation.�</p><p>Hypernet-Portale wurden immer am �u�eren Rand eines Sternensystems platziert, und Midway stellte da keine Ausnahme dar. Daher dauerte es mehrere Stunden, ehe Gearys Nachricht die prim�re bewohnte Welt erreichte und eine Antwort zur�ckgeschickt werden konnte.</p><p>Mit einer rastlosen Flotte im R�cken, die nach Hause zur�ckkehren wollte und deren Abreise v�llig �berraschend auf unbestimmte Zeit verschoben worden war, hatte es schon etwas Erstaunliches an sich, wie lange einem die Zeit vorkommen konnte, die man mit dem Warten auf eine R�ckmeldung verbringen musste.</p><p>Als dann endlich eine Antwort eintraf, strahlte Pr�sidentin Iceni genauso wenig wie Geary. �Vor zwei Tagen ist noch ein Frachter vom Portal bei Nanggal bei uns eingetroffen und konnte nicht von irgendwelchen Schwierigkeiten berichten. Ich kann Ihnen versichern, dass uns Ihre Nachricht sehr beunruhigt hat. Wir haben keine Erkl�rung f�r die von Ihnen beschriebenen Probleme beim Zugriff auf andere Portale im Hypernet des Syndikats. Mein Informationsstand vor dem Bruch mit dem Syndikat war der, dass man alle in Betrieb befindlichen Portale so ausger�stet hat, dass es nicht mehr m�glich ist, sie per Fernsteuerung kollabieren zu lassen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die neue Regierung auf Prime absichtlich so gut wie alle Hypernet-Portale zerst�rt hat. Die Folgen f�r die Unternehmen und ihre Gewinne k�nnte man gar nicht beziffern. Aber wie gesagt, wir wissen nicht, was geschehen ist. Es gibt keine Hinweise darauf, dass unser eigenes Portal irgendwelche Probleme oder Fehlfunktionen aufweist. Wir haben das Portal st�ndig auf irgendwelche Hinweise f�r eine Software- oder Hardware-Sabotage �berwacht, insbesondere in der Zeit, als sich CEO Boyens� Flotte in unserem System aufgehalten hat. Wenn Sie irgendetwas entdecken oder auf irgendwelche Anomalien in der Funktionsweise des Portals sto�en, w�ren wir Ihnen �u�erst dankbar, wenn Sie uns diese Informationen �berlassen k�nnten. F�r das Volk. Iceni, Ende.�</p><p>Geary rieb sich nachdenklich �bers Kinn. �Gesandte Rione, ich w�rde gern Ihre Einsch�tzung der j�ngsten �bermittlung Pr�sidentin Icenis erfahren.�</p><p>�Sie k�nnte nat�rlich l�gen�, begann Rione. �Aber das glaube ich nicht. Iceni macht auf mich den Eindruck, dass sie wirklich zutiefst besorgt ist.�</p><p>�Sie h�tten uns aber auch gern hier bei sich�, sagte Geary. �Das Problem mit dem Portal k�nnte ihnen da ganz neue Wege er�ffnen, um daf�r zu sorgen, dass wir nicht von hier wegkommen.�</p><p>�Sie hat uns gebeten, ihr zu sagen, was nicht stimmt�, betonte Rione. �Sie hat nicht gesagt, dass sie an dem Problem arbeiten, und hat auch nicht von einer Fehlfunktion dieses Portals gesprochen. Mit anderen Worten: Sie hat nichts getan, um uns vorzut�uschen, dass sie mit Hochdruck an einer L�sung arbeiten, damit wir geduldig warten. Au�erdem ist ja noch ein zweites Portal funktionst�chtig. Warum sollte sie uns den Weg in ein einzelnes System frei halten, noch dazu eines, das sogar einigerma�en auf unserer Route liegt? Das w�rde sie doch nicht machen, wenn sie vorh�tte, uns hier festzuhalten.�</p><p>�Admiral�, �u�erte sich der Gesandte Charban z�gerlich. �Wenn dies das Werk der Syndik-Regierung ist und wenn das hier eine Situation der Bodenstreitkr�fte w�re, dann w�rde ich mich fragen, wieso so gut wie alle Wege blockiert sind, die ich nehmen m�chte, und warum nur ein einzelner Weg frei ist.�</p><p>Geary lie� seine Hand sinken und sah Charban an. �Eine Falle? Ein Hinterhalt?�</p><p>�Davon w�rde ich ausgehen, Admiral.�</p><p>�Er hat recht�, sagte Desjani. Ihre anf�ngliche Geringsch�tzung des Gesandten hatte in letzter Zeit eine deutliche Wandlung durchgemacht. �Sowenig ich auch den vormaligen Syndiks hier in Midway �ber den Weg trauen kann, will mir kein Grund einfallen, warum sie uns einen einzelnen Fluchtweg offen halten sollten, wenn sie doch wollen, dass wir hier bei ihnen bleiben.�</p><p>�Au�erdem wissen wir�, erg�nzte Charban, �wer die Portale kontrolliert, zu denen wir keinen Zugang mehr haben.�</p><p>�Die Syndiks�, erwiderte Geary. �Aber damit kommen wir zu unserem urspr�nglichen R�tsel zur�ck. Warum sollte die Syndik-Regierung praktisch ihr gesamtes Hypernet zerst�ren, nur um uns die Heimkehr zu erschweren oder um uns in einen Hinterhalt zu locken?�</p><p>�Darauf wissen wir keine Antwort�, sagte Rione. �Nicht einmal das erbeutete Kik-Kriegsschiff und die Abgesandten der T�nzer k�nnen einen solchen Schritt rechtfertigen. Ich stimme allerdings zu, dass egal, was auch zu unserer jetzigen Situation gef�hrt hat, darauf abzuzielen scheint, uns nach Sobek zu locken. Wir m�ssen davon ausgehen, dass uns dort irgendwas erwartet.�</p><p>�Aber was?�, wollte Geary wissen. �Die Syndiks k�nnen unm�glich �ber gen�gend Schiffe verf�gen, um diese Flotte zu bedrohen.�</p><p>�Da ist immer noch das Portal bei Sobek�, wandte Desjani ein. �Sie k�nnten es kollabieren lassen und unsere Flotte ausl�schen; zusammen mit den T�nzer-Schiffen und der <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�Das w�rde auch das Hypernet-Portal hier in Midway �berfl�ssig machen�, gab Rione zu bedenken. �Schlie�lich w�ren dann keine anderen Portale mehr da, zu denen man gelangen k�nnte. Aber eine solche Strategie ist damit vergleichbar, dass man Selbstmord begeht, nur um zu verhindern, dass der Gegner einen t�ten kann. Ohne das Hypernet kann die Regierung der Syndikatwelten nicht darauf hoffen, dass sich der Rest ihres Imperiums noch irgendwie zusammenhalten l�sst.�</p><p>�Es w�re nicht das erste Mal, dass die Syndiks eine Dummheit begehen�, sagte Geary.</p><p>�Zum Beispiel die Tatsache, dass sie einen Krieg begonnen haben, der erst vor Kurzem zu Ende gegangen ist?�, erwiderte Rione. �Das ist zwar richtig, aber die CEOs, die hundert Jahre lang die Syndikatwelten kontrollierten, waren dem Irrglauben erlegen, sie k�nnten einen solchen Krieg gewinnen. Es gibt demgegen�ber kein denkbares Szenario, in dem die heutigen Syndikatwelten den Verlust ihres gesamten Hypernets �berleben k�nnten.�</p><p>Geary schaute mit finsterer Miene auf sein Display. Die befehlshabenden Offiziere seiner Schiffe teilten ihm mit, dass die Besatzungen bereits unruhig geworden waren, weil die Heimreise abrupt beendet worden war, bevor sie �berhaupt angefangen hatte. Selbst wenn das kein nennenswerter Faktor und die Moral der Truppe in H�chstform gewesen w�re, h�tte er jetzt vor demselben Dilemma gestanden. Das einzige erreichbare Syndik-Portal war Sobek. Wenn sie sich gegen Sobek entschieden, w�rden sie mit Spr�ngen von Stern zu Stern Monate ben�tigen, um ins Allianz-Gebiet zur�ckzukehren, was bei jedem Stern unbekannte Hindernisse und Gefahren mit sich bringen mochte. �Was empfehlen Sie, Captain Desjani?�</p><p>Tanya verzog das Gesicht. �Wir m�ssen Kurs auf Sobek nehmen. Aber wir m�ssen uns darauf gefasst machen, dass wir dort in K�mpfe verwickelt werden.�</p><p>�Sehe ich auch so�, sagte Charban.</p><p>�Gesandte Rione?�, fragte Geary.</p><p>Sie lie� sich einen Moment lang Zeit und starrte auf einen weit entfernten Punkt, dann nickte sie. �Mir f�llt keine realistische Alternative ein. Ich stimme zu, dass wir nach Sobek fliegen m�ssen.�</p><p>�Wir k�nnten auch hier warten�, gab Geary zu bedenken.</p><p>�Und wie lange, Admiral?�</p><p>�Das ist eben das Problem. Wenn kein Portal au�er dem bei Sobek noch existiert, dann bringt uns das gar nichts. Es wird nur unsere Heimkehr weiter hinausz�gern. Aber ich wollte es von einem anderen h�ren, nicht von mir selbst, damit ich wei�, dass es nicht blo� meine Ungeduld ist, die mich dazu dr�ngt, nach Sobek zu reisen.� Er deutete auf Tanya. �Captain Desjani, geben Sie Sobek als unser Ziel ein. Ich werde die Flotte in eine Gefechtsformation bringen.�</p><p>�Sobek ist eingegeben�, erwiderte sie. �Was glauben Sie, was uns bei Sobek erwarten k�nnte?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung. Vielleicht gar nichts. Vielleicht haben die Enigmas einen Weg gefunden, um die Schutzvorrichtung der Syndiks zu umgehen, und das Signal zur Selbstzerst�rung ist aus irgendeinem Grund nicht in Sobek angekommen.�</p><p>�Wenn das der Fall w�re, h�tte dieses Midway auch nicht getroffen�, machte Desjani ihm klar. �Und Midway ist n�her am Enigma-Gebiet als jedes andere System.�</p><p>�Ja, das arbeitet allerdings gegen meine Theorie.� <emphasis>Wie ordne ich die Flotte an, um auf eine v�llig unbestimmbare Bedrohung gefasst zu sein? </emphasis>�Vielleicht sollten wir unsere Formation beibehalten und bei der Ankunft in Sobek sofort ein Ausweichman�ver fliegen.�</p><p>�Mag sein. In welche Richtung wollen Sie ausweichen? Sie k�nnen davon ausgehen, dass die Syndiks versuchen, ein System darin zu entdecken, wohin Sie wann ausweichen.�</p><p>Geary z�gerte, dann schaute er zu Charban. �Suchen Sie sich eine Zahl zwischen eins und dreihundertneunundf�nfzig aus.�</p><p>Charban stutzte und sah ihn fragend an, dann antwortete er: �Zweihundertsechs.�</p><p>�Nach unten und rechts�, sagte Geary zu Desjani, w�hrend er das Man�ver eingab. �Ist das zuf�llig genug?�</p><p>�Nachdem Sie einen Politiker gefragt haben, der fr�her eigene Bodentruppen befehligt hat? Oh ja, das ist wirklich zuf�llig.�</p><p>Er lie� die Flotte wieder wenden und auf das Hypernet-Portal zuhalten. �Wir werden knapp unter 0,1 Licht erreicht haben, wenn wir das Portal durchfliegen. Ich sollte Iceni wohl besser sagen, was wir vorhaben.�</p><p>�Oder Sie lassen sie im Unklaren�, schlug Desjani vor.</p><p>Er versp�rte eine wachsende Anspannung, je n�her die Flotte dem Portal kam, und fragte sich, ob es vielleicht pl�tzlich auch nicht mehr m�glich sein w�rde, auf das Portal bei Sobek zuzugreifen. Dann w�rden ihnen noch zwei Alternativen bleiben, von denen keine etwas Verlockendes hatte. <emphasis>Ist schon witzig. Ich hatte nie nach Sobek fliegen wollen. Aber jetzt kann ich es nicht erwarten, dort anzukommen</emphasis>. �An alle Einheiten: Halten Sie sich gefechtsbereit, wenn wir bei Sobek das Hypernet verlassen. Jedes Schiff, das sich mit einer Bedrohung konfrontiert sieht, hat die Erlaubnis, sofort das Feuer zu er�ffnen.�</p><p>Charban klang besorgt: �Was ist, wenn die Syndiks bei Sobek einen Wachposten am Portal platziert haben? Einen J�ger oder einen Leichten Kreuzer?�</p><p>�Dann werde ich mich daf�r entschuldigen, dass ich dieses Schiff zerst�rt habe�, antwortete Geary und warf Charban einen ver�rgerten Blick zu. �Nicht ich habe diese Situation geschaffen, sondern die anderen.�</p><p>�Vielleicht provozieren die ja, dass Sie so handeln, Admiral.�</p><p>�Es tut mir leid, aber Sie haben recht. Das riecht nach einem Hinterhalt, und wenn etwas so offensichtlich ist, werde ich meinen Schiffen nicht verbieten, das Feuer zu er�ffnen. Sind die T�nzer gewarnt worden?�</p><p>�So gut, wie es m�glich war, ihnen eine Warnung zu �bermitteln, Admiral�, antwortete Charban achselzuckend. �Ihre Schiffe sind bereit, mit unseren ins Portal zu fliegen. Wenn Sie sp�ter Zeit haben, w�rde ich gern mit Ihnen �ber die T�nzer reden.�</p><p>�Da w�ren wir�, verk�ndete eine gut gelaunte Desjani. So fr�hlich war sie meistens, wenn Geary ihr gestattete, auf alles zu schie�en, was irgendwie nach Syndik aussah. �Bitte um Erlaubnis, ins Portal fliegen zu d�rfen, Admiral.�</p><p>�Erlaubnis erteilt.�</p><p>Es gab nicht dieses Gef�hl der Desorientierung wie beim Wechsel in den Sprungraum. Die Sterne verschwanden einfach, an ihre Stelle trat aber nicht das graue Nichts des Sprungraums, sondern buchst�blich gar nichts.</p><p>Geary lie� sich in seinem Sessel zur�cksinken und fragte sich, ob er Midway jemals wiedersehen w�rde. �Wie lange bis Sobek?�</p><p>�Zwanzig Tage�, sagte Desjani.</p><p>Nach interstellaren Ma�st�ben betrachtet, legten sie in der Zeit eine betr�chtliche Strecke zur�ck. Die Situation erschien ihm wie vor langer Zeit, als er das Kommando �ber eine im Syndik-Heimatsystem in eine Falle geratene Flotte �bernommen hatte. Damals hatte Desjani ihm vom Hypernet erz�hlt und davon, dass Reisen umso k�rzer dauerten, je weiter man sich durch den Raum bewegte. Es war immer noch eigenartig, wenn er daran zur�ckdachte, und es irritierte ihn, nicht das vertraute, wenn auch unheimliche Grau des Sprungraums zu sehen, durch das von Zeit zu Zeit unerkl�rliche Lichter zuckten. <emphasis>Schon eigenartig, wie einen das Nichts st�rker aus der Ruhe bringen kann als selbst die Fremdartigkeit des Sprungraums.</emphasis></p><p>Charban sch�ttelte den Kopf. �Mir f�llt es schon schwer, die Geschwindigkeiten zu begreifen, mit denen sich Raumschiffe innerhalb eines Sternensystems bewegen. Zehntausende Kilometer pro Sekunde ist zu schnell, als dass sich meine Instinkte etwas darunter vorstellen k�nnten, die die Fortbewegung auf einer Planetenoberfl�che gew�hnt sind. Mit welcher Geschwindigkeit reisen wir jetzt, wenn wir in so kurzer Zeit eine solche Entfernung zur�cklegen?�</p><p>�Wir besitzen momentan �berhaupt keine Geschwindigkeit�, antwortete Desjani l�chelnd. �Das habe ich mir mal von einer Expertin erkl�ren lassen.� Dann wurde sie ernst, und Geary kannte auch den Grund daf�r. Diese Expertin war Cresida gewesen, eine gute Freundin von Desjani. �Wir befinden uns jetzt an dem einen Portal und etwas sp�ter an dem anderen, aber physikalisch betrachtet haben wir die Strecke dazwischen nicht zur�ckgelegt. Wir haben nur unsere Position von einem Punkt zu einem anderen gewechselt.�</p><p>�Versteht das wirklich irgendjemand?�, �berlegte Charban. �Oder sind wir immer noch Kinder, umgeben von Dingen, die wir gar nicht begreifen k�nnen. Dinge, in die wir mal einen Finger dr�cken, um zu sehen, was dann passiert?�</p><p>�Ich wei� es nicht�, meinte Desjani und blickte wieder auf ihr Display, auf dem nichts zu sehen war als die Situation an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>. �Ich befehlige nur einen Schlachtkreuzer.�</p><p>Die erzwungene Isolation w�hrend der Reise im Hypernet ebenso wie im Sprungraum lie� einem viel Zeit, um liegengebliebene Arbeit nachzuholen. Geary sa� am Tisch in seinem Quartier und betrachtete missmutig die lange Liste noch zu erledigender Posten, w�hrend er sich fragte, ob das nun eine gute oder eine schlechte Sache war. <emphasis>Warum wollte ich blo� Admiral werden? Ach, richtig, ich wollte niemals Admiral werden. Ich wollte nur meine Arbeit gut machen und weit genug aufsteigen, um mein eigenes Schiff befehligen zu k�nnen. Aber das Kommando �ber eine ganze Flotte? Eine Flotte, die weitaus gr��er war als die Allianz-Flotte, wie sie vor dem Krieg existiert hatte? Und dabei f�r jeden Mann und jede Frau verantwortlich zu sein? Und auch noch f�r die T�nzer, die jetzt zur Flotte geh�ren? Nein, das habe ich nie gewollt. Aber ich hab�s bekommen. </emphasis>Die T�rglocke zu seinem Quartier wurde bet�tigt.</p><p>Geary versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie erfreut er �ber diese St�rung war, ganz gleich von wem sie ausging. Hastig drehte er sich mit seinem Sessel so um, dass er die Luke sehen konnte, dann tippte er einen Befehl ein, der diese Luke �ffnete.</p><p>Er hoffte auf Tanya, die sich ein paar Minuten mit ihm g�nnen wollte, ohne von der gesamten Crew dabei beobachtet zu werden. Oder Rione, die ihm endlich mehr �ber ihre mysteri�sen Geheimbefehle erz�hlte. Stattdessen trat der ernst und auch wenig melancholisch dreinblickende Gesandte Charban ein. �H�tten Sie ein paar Minuten Zeit f�r mich, Admiral?�</p><p>�Nat�rlich, kommen Sie rein.�</p><p>Der Mann war l�ngst nicht mehr so z�gerlich wie zu Beginn dieser Mission. Er war als aufstrebender Politiker an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>gekommen, als ein General im Ruhestand, den die Sinnlosigkeit der Gewaltanwendung desillusioniert hatte, da er hatte mitansehen m�ssen, wie die ihm unterstellten M�nner und Frauen starben, ohne dass sich an den Verh�ltnissen etwas �nderte. Aber Geary hatte mit der Zeit erkennen m�ssen, dass Charban kein Dummkopf war, sondern ein abgek�mpfter Mann, der zwar zu oft den Tod gesehen hatte, aber immer noch scharfsinnig genug war, um Dinge zu bemerken, die anderen nicht auffielen.</p><p>Nach und nach hatte er sich auch als die vorrangige Schnittstelle zwischen der Allianz und den T�nzern herausgebildet, was sogar Rione dazu veranlasst hatte, ihm dabei den Vortritt zu lassen. Dr. Setin hatte sich dar�ber noch beschwert, bevor die Flotte ins Portal bei Midway geflogen war. <emphasis>�Warum wird einem Amateur der Vorzug gegeben, wenn es um den Kontakt zu dieser fremden Spezies geht?�</emphasis></p><p><emphasis>�Weil diese fremde Spezies ausdr�cklich darum gebeten hat, dass er sich um sie k�mmert�</emphasis>, hatte Geary klargemacht. Gewusst hatte er das, weil ihm die Berichte von Setins Kollegin Dr. Shwartz bekannt gewesen waren.</p><p><emphasis>�Er ist ein Amateur. Wir haben uns w�hrend unserer gesamten akademischen Karriere auf die Kommunikation und den Kontakt mit nichtmenschlichen Intelligenzen vorbereitet.�</emphasis></p><p><emphasis>�Ja, Dr. Setin, ich verstehe das. Ich werde mich mit der Angelegenheit besch�ftigen und sehen, was getan werden muss.� </emphasis>Dr. Setin hatte sich w�hrend ihrer ganzen akademischen Karriere darauf vorbereitet, mit nichtmenschlichen Intelligenzen zu kommunizieren, aber ironischerweise war sie nicht in der Lage, eine klassische menschliche b�rokratische Abfuhr zu erkennen, wenn sie damit konfrontiert wurde.</p><p>�Kann ich mit Ihnen �ber die T�nzer reden?�, fragte Charban, w�hrend er n�her kam.</p><p>�Setzen Sie sich. Ich hoffe, Sie bringen mir gute Neuigkeiten.�</p><p>Der Gesandte verzog betr�bt den Mund, w�hrend er Geary gegen�ber Platz nahm. �Die Experten sagen mir, ich w�rde mich irren.�</p><p>�Dann haben Sie einen guten Grund f�r die Annahme, dass Sie im Recht sein k�nnten�, erwiderte Geary. �Dr. Shwartz hat mir von diesen akademischen Experten erz�hlt, sie selbst eingeschlossen, die ihre ganze Karriere damit verbracht haben, Theorien �ber intelligente Aliens zu entwickeln. Und jetzt, da wir solchen Aliens tats�chlich begegnet sind, kommen sie nicht so gut mit der Tatsache zurecht, dass ihre Theorien sich nur so wenig mit der Realit�t decken. Um was geht es hier speziell?�</p><p>�Um unsere Versuche, die Kommunikation mit den T�nzern zu verbessern.� Charbans Gesicht nahm kurz einen aufgebrachten, dann einen sorgenvollen Ausdruck an. �Ich bin mir nicht sicher, dass sie sehr kooperativ sind.�</p><p>Diesen Verdacht hegte Geary selbst auch schon seit einigen Wochen, und er war gar nicht erfreut dar�ber, dass die T�nzer bei ihren menschlichen Kontaktpersonen nicht mit offenen Karten spielen. Es gefiel ihm gar nicht, dass er seine Vermutung nun auch noch best�tigt bekam. �Erl�utern Sie das bitte�, sagte er und atmete tief durch.</p><p>�Es ist schwer, einen Eindruck zu erkl�ren�, begann Charban. �Es ist ganz und gar nicht wissenschaftlich, wie mir gesagt wurde. Sie wissen, wir machen bei der Verst�ndigung mit den T�nzern nur kleine Fortschritte. <emphasis>Sehr </emphasis>kleine Fortschritte.�</p><p>Geary nickte. �Sie sind so v�llig anders als wir, da �berrascht es nicht, dass die Verst�ndigung nur langsam in Gang kommt. Zwischen unseren Spezies klaffen so riesige L�cken, dass es nicht leicht sein kann, sich auf die Bedeutung von Worten und Konzepten zu einigen. Aber ich habe mich schon gefragt, warum es selbst bei den einfachsten Konzepten nur so langsam vorangeht.�</p><p>Charban setzte ein schiefes L�cheln auf. �Sie haben die Berichte unserer Experten gelesen.� Er nickte verstehend. �Das stimmt so alles. Aber �� Nachdenklich hielt er inne. �Mein Eindruck ist der, dass die T�nzer diesen Prozess absichtlich langsam vorantreiben, dass das alles viel l�nger dauert, als es angesichts ihrer F�higkeiten notwendig w�re.�</p><p>�K�nnen Sie sich erkl�ren, warum das so sein sollte?�</p><p>�Sie nehmen mich wirklich ernst? Vielen Dank.�</p><p>�Gesandter Charban�, sagte Geary. �Sie haben sich als bemerkenswert gut darin erwiesen, die Denkweise der T�nzer zu erfassen. Sie haben erkannt, wieso die Enigmas solche Angst vor uns haben. Sie haben das Verhalten der Kiks erkl�ren k�nnen, lange bevor irgendeiner von uns dahintergekommen war. Sie besitzen Talent. Nat�rlich nehme ich Sie ernst.�</p><p>Diesmal kam Charbans L�cheln von Herzen. �Nochmals danke, Admiral. Die Zeit seit meinem Ausscheiden aus dem Milit�r ist f�r mich eine dem�tigende und frustrierende Erfahrung gewesen. Diplomaten und Politiker wissen so viele Dinge, von denen ich keine Ahnung habe, daf�r �bersehen sie Dinge, die f�r mich offensichtlich sind. Unsere Experten f�r nichtmenschliche Spezies werden von einem Pulk aus hochkar�tigen Absolventen begleitet, aber sehr oft laufen sie im Kreis um Antworten herum, anstatt sie zu sehen.�</p><p>�Unsere Experten f�r nichtmenschliche Spezies�, gab Geary ironisch zur�ck, �haben vor dieser Mission noch nie tats�chlich irgendetwas mit irgendeiner nichtmenschlichen Spezies zu tun gehabt. Wenn es um echte Aliens geht, scheinen Sie ein Gef�hl f�r die richtigen Antworten zu haben.�</p><p>�W�rden Sie mich f�r eine Position empfehlen, in der ich mit solchen Aliens zusammenarbeiten kann?�, fragte Charban. �Ich sollte Sie aber wohl besser warnen, dass unsere Experten sehr aufgebracht sind, wenn ein Amateur wie ich den Vorzug f�r einen solchen Posten erhalten w�rde.�</p><p>�Alle unsere Experten?�</p><p>�Nicht Dr. Shwartz.�</p><p>�Das �berrascht mich nicht. Sie scheint als Einzige akzeptieren zu k�nnen, dass Lebenserfahrung manchmal wertvoller sein kann als jeder akademische Abschluss. Aber die T�nzer zu verstehen, scheint mir eine ganz besondere Herausforderung zu sein.�</p><p>Charban runzelte die Stirn. �Ich wei� nicht, warum die T�nzer eine bessere Verst�ndigung zwischen uns so unn�tig hinausz�gern. Ich merke ihnen keine b�se Absicht an, ich kann aber auch keinen Grund daf�r erkennen. Mein Gef�hl sagt mir nur, dass sie entschieden haben, es langsam angehen zu lassen.�</p><p>Nachdenklich betrachtete Geary das Sternendisplay in seinem Quartier. �Wenn sie uns besser verstehen, als sie uns glauben machen wollen ��</p><p>�Das ist das Gef�hl, das ich in diesem Fall habe.�</p><p>�Aber wenn sie ihre Unterhaltung mit uns auf ein einfacheres Niveau beschr�nken �� Geary sch�ttelte den Kopf. �Das w�rde bedeuten, sie verstehen, was wir ihnen sagen, aber sie tun so, als k�nnten sie uns bestimmte Dinge nicht mitteilen.�</p><p>�Richtig.� Charban betrachtete ebenfalls das Sternendisplay. �Aber was ist es, das sie uns nicht sagen wollen?�</p><p>Die Anzahl der m�glichen Antworten auf diese Frage war nahezu unendlich gro�.</p><p>Abermals sch�ttelte Geary den Kopf. �Wenn sie in Mustern denken, wie Sie und Dr. Shwartz �berlegt haben, dann sehen sie wom�glich ein Muster, von dem sie uns nichts sagen wollen. Welche Arten von Fragen werden ihnen gestellt?�</p><p>�Alles M�gliche. Grundlegende Informationen �ber sie selbst, �ber andere fremde Spezies, wissenschaftliche und technische Fragen, was sie �ber uns wissen, wie lange sie schon von unserer Existenz wissen.� Charban zuckte mit den Schultern. �Suchen Sie sich ein Geheimnis aus.�</p><p>�Aber die Experten widersprechen Ihnen?�</p><p>�Ja. Au�er Dr. Shwartz. Sie h�rt mir zu. Ich wei� nicht, ob sie mir zustimmt, aber sie h�rt zu und beh�lt ihr Urteil f�r sich.�</p><p>Geary sah Charban in die Augen. �Verraten Sie mir, was Ihnen Ihr Gef�hl sagt. Wenn wir die T�nzer ins Gebiet der Allianz gebracht haben, sollen wir sie dann als eine potenzielle Bedrohung ansehen?�</p><p>�Mein Gef�hl sagt mir, dass sie l�ngst im Allianz-Gebiet gewesen sind und dass sie uns schon seit Langem beobachten. Wenn sie uns, so wie die Enigmas, etwas h�tten antun wollen, dann h�tten sie daf�r gen�gend Gelegenheiten gehabt. Ich glaube vielmehr, dass sie uns studiert haben. Sie �� Charban unterbrach sich, seine Miene hellte sich auf. �Das k�nnte es sein. Wenn sie uns beobachtet haben, dann k�nnten sie ein Muster gesehen haben. Etwas, das uns betrifft. Irgendein Muster, das immer noch nicht zu erkennen ist.�</p><p>Ein kalter Schauer lief Geary �ber den R�cken. �Etwas, das sie kommen sehen. Etwas, wovon sie uns aber nichts sagen wollen.�</p><p>�Das k�nnte sein.� Charban spreizte die H�nde. �Wenn sie es uns sagen, k�nnte sich das Muster �ndern. Es k�nnte das ver�ndern, was wir tun und wie wir es tun.�</p><p>Geary beugte sich vor und ver�nderte die Ansicht auf das Sternenfeld, indem er es so einstellte, dass es das gesamte von der Menschheit besiedelte Territorium zeigte. �Wir wissen, was derzeit mit den Syndikatwelten geschieht. Wir wissen, dass die Allianz momentan ebenfalls unter Druck steht.�</p><p>Charban nickte zustimmend. �Und wir kennen das Muster, nach dem sich die Menschheitsgeschichte abspielt. M�chtige Allianzen werden geschlossen, gro�e Imperien entstehen, die weiter wachsen und aufbl�hen. Dann werden sie schw�cher und zerfallen. Es folgt eine kulturelle und politische Zersplitterung, Kriege, die Bev�lkerungszahl nimmt ab, die Lebensstandards verschlechtern sich, der wissenschaftliche Fortschritt ger�t ins Stocken.� Sein L�cheln wurde etwas z�gerlicher. �Ich w�rde keinem meiner Freunde so eine Zukunft prophezeien wollen.�</p><p>�Sie kennen uns nicht, General. Jedenfalls nicht so gut�, sagte Geary und bemerkte erst mit einiger Versp�tung, wie er Charban eben angesprochen hatte. �Muster k�nnen sich �ndern, sie k�nnen ver�ndert werden.�</p><p>�Ja, das k�nnen sie.� Charban musste laut lachen. �Ist dies das Geheimnis der T�nzer? Sie glauben, sie wissen, was wir tun sollen, aber wenn sie es uns sagen, wird es das ver�ndern, was wir tun? Oder wissen sie nicht, was wir tun werden, und sie wollen unser Handeln nicht beeinflussen? Der Beobachtereffekt, angewandt auf die Beziehungen zu fremden Spezies.�</p><p>�Genau, der Beobachtereffekt.�</p><p>�Eine Art Ableger der Heisenberg�schen Unsch�rferelation und Schr�dingers Katze.�</p><p>�Verstehe�, erwiderte Geary auf eine Weise, die vermitteln sollte, dass er verstanden hatte, obwohl er in Wahrheit gar nicht wusste, um was es ging.</p><p>Diesmal l�chelte Charban. �Eine z�gellose Jugend, die ich zum Teil im Reich der Physik verbracht habe. Im Kern sagt der Beobachtereffekt aus, dass allein durch das Beobachten eines Ablaufs dessen Ausgang ver�ndert wird. Es ist in der Physik bewiesen worden. Sogar bei Partikeln wie den Protonen. Wenn man sie beobachtet, verhalten sie sich anders. Es ist sehr eigenartig, aber es stimmt. Sozialwissenschaftler diskutieren noch immer dar�ber, ob dieses Konzept auch auf ihre Arbeit zutrifft. Aber wenn die T�nzer glauben, dass wir uns anders verhalten, wenn sie es uns sagen, dann k�nnte es sein, dass sie genau aus diesem Grund die Fortschritte bei der Kommunikation so sehr bremsen.�</p><p>�Das w�re denkbar.� Geary sah Charban fragend an. �Die T�nzer k�nnten uns schon seit sehr langer Zeit beobachten, vielleicht haben sie sogar ein Jahrhundert Krieg mitverfolgt. Aber eingegriffen haben sie erst vor Kurzem, als es im Midway-System zur Auseinandersetzung mit den Enigmas kam.�</p><p>�Der Unterschied ist der, dass wir nun wissen, wir werden beobachtet�, sagte Charban. �Es ist egal, wie lange sie uns bis dahin beobachtet haben � wir haben davon nichts gewusst. Das hat sich erst grundlegend ge�ndert, als wir in einem Sternensystem eintrafen, in dem sie mit ihren Schiffen unterwegs waren.�</p><p>�Klingt einleuchtend�, stimmte Geary ihm zu. �Oder ist das eine zu einfache Antwort? Tun Sie Ihr Bestes, um das herauszufinden.�</p><p>�Ich tue immer mein Bestes, Admiral.�</p><p>Als Charban aufstand und sich zum Gehen wenden wollte, hielt Geary ihn zur�ck: �Gesandter Charban, wenn die Regierung Ihnen einen Geheimauftrag erteilt h�tte, w�rden Sie mir das sagen?�</p><p>Er sah Geary in die Augen und nickte. �Ich wurde nicht hergeschickt, um Ihnen dazwischenzufunken, Admiral. Ich glaube, ich wurde eher mitgeschickt, weil man erwartet hat, dass ich mit meiner fehlenden politischen Erfahrung und meiner desillusionierten Haltung f�r gen�gend Chaos und Verwicklungen sorgen w�rde.�</p><p>�Wenn die erwartet haben, dass ich mit Ihnen nur Probleme habe, dann haben Sie alle Erwartungen �bertroffen, was mich angeht.�</p><p>Der Gesandte grinste am�siert. �Das ist nicht schwer, wenn die Messlatte so niedrig angesetzt wird.�</p><p>�In dieser Flotte ist es nicht so leicht, die Messlatte unter der Markierung Politiker anzusetzen�, erwiderte Geary. �Ich w�nschte, mehr Leute w�rden anerkennen, wie viel jemand wie Victoria Rione zu all dem beigetragen hat, was wir geschafft haben. Und wie viel jemand wie Sie dazu beigetragen hat.�</p><p>�Danke, Admiral�, sagte Charban und sch�ttelte den Kopf. �Aber ich glaube, ich m�chte niemals Politiker werden. Ich dachte, es ist das, was ich will, aber nach der Arbeit mit den T�nzern m�chte ich mehr in dieser Richtung machen.�</p><p>�Ich werde tun, was ich kann, damit Sie das auch weiterhin tun k�nnen. Wer h�tte geahnt, dass eine Karriere als F�hrer der Bodenstreitkr�fte Sie so gut darauf vorbereiten w�rde, mit v�llig Andersdenkenden zu kommunizieren?�</p><p>Charban, der schon an der Luke stand, drehte sich zu ihm um. �In meiner Karriere hatte ich immer wieder mit den Luft- und Raumstreitkr�ften, mit der Flotte und mit den Marines zu tun. Ich glaube, das waren gen�gend Andersdenkende, um mich in g�nzlich fremdartige Denkweisen hineinzuversetzen.�</p><p>Die Luke schloss sich hinter Charban, und Geary widmete sich wieder seiner Arbeit. <emphasis>Resultate der Sauberkeitsinspektionen der Einrichtungen der Flottenmesse. Vorfahren, steht mir bei!</emphasis></p><p>Selbst wenn er noch so guter Laune war, hatte er Schwierigkeiten, sich auf so langweilige Themen zu konzentrieren. Und jetzt, in diesem Augenblick � �Gesandte Rione, haben Sie Zeit f�r ein Gespr�ch?�</p><p>�Bei Ihnen oder bei mir?�, fragte ihr Bild, das nahe seinem Schreibtisch auftauchte.</p><p>�So ist das schon in Ordnung.� Wenigstens musste er sich so keine Sorgen machen, sie k�nnten abgeh�rt werden. �Wie geht es Commander Benan?�</p><p>�Ruhiggestellt.�</p><p>�Oh ��</p><p>�Und jetzt fragen Sie sich, warum ich nicht vor Verzweiflung in Tr�nen aufgel�st bin, weil mein Mann ruhiggestellt worden ist?�, gab sie zur�ck. �Weil das f�r ihn der beste Zustand ist, in dem er sich momentan befinden kann. So kann er sich keinen �rger einhandeln, und um ehrlich zu sein � was bei mir bekanntlich eher ungew�hnlich ist �, kann ich so mit ihm derzeit besser zurechtkommen. Wir sind auf dem Heimweg, und zu Hause werden wir in der Lage sein, uns mit seinem Zustand zu befassen.�</p><p>Er betrachtete Riones Bild und fragte sich, was genau sie mit dieser letzten Bemerkung meinte. Es war milde ausgedr�ckt, dass sie die mentale Blockade aufgehoben wissen wollte, und auch, dass sie sich an denjenigen r�chen wollte, die f�r diese geistige Blockade verantwortlich waren. Obwohl Geary sie nun schon seit so vielen Monaten kannte, war er sich noch immer unschl�ssig, wie weit Rione gehen w�rde, um das in die Tat umzusetzen, was sie sich vorgenommen hatte. Er wusste nur, dass er nicht derjenige sein wollte, der ihre Rache zu f�rchten hatte. �Ich habe versprochen, dass diese Blockade aufgehoben wird, und daf�r werde ich auch sorgen.�</p><p>�Und notfalls werden Sie dabei sogar dem Gro�en Rat der Allianz drohen? Nein, das m�ssen Sie mir nicht versprechen. Ich werde dem Gro�en Rat selbst drohen, und jeder wird wissen, dass ich es ernst meine. Wollten Sie mich nur sprechen, um zu erfahren, wie es mir geht?�</p><p>�Zum Teil ja�, antwortete er. �Aber ich wollte auch Ihre Meinung zur F�hrungsriege von Midway erfahren, nachdem wir jetzt eine Woche Abstand zu ihnen haben.�</p><p>�Meinen Sie Iceni und Drakon oder auch noch andere?�</p><p>�Nur die beiden�, sagte er, �die selbst ernannte Pr�sidentin und der frischgebackene General. Ich glaube, die zwei sind die Einzigen in diesem Sternensystem, die wirklich z�hlen.�</p><p>�Ich w�rde sagen, da irren Sie sich. In diesem System wirken verborgene Kr�fte. Ich konnte es mir nur aus der Ferne ansehen, aber ich bin mir dessen sicher.�</p><p>Geary sah sie zweifelnd an. �Lieutenant Igers Geheimdienstteam hat bei der Analyse der Situation in Midway nichts Derartiges feststellen k�nnen.�</p><p>Sie l�chelte ihn ver�chtlich an. �Lieutenant Iger ist gar nicht mal so schlecht, wenn es um das Sammeln von Daten geht. Aber politische Analysen? Ich glaube, die sollten Sie sich lieber von jemandem anh�ren, der sich mit Politik nicht nur als au�enstehender Beobachter befasst. Ich glaube auch, dass Sie das bereits wussten, denn sonst h�tten Sie mich nicht nach meiner Meinung gefragt, obwohl Igers Bericht Ihnen l�ngst vorliegt.�</p><p>�Wollen Sie sagen, da ist eine Konterrevolution in Planung, um das System von innen heraus wieder unter die Kontrolle der Syndiks zu bringen? Oder eine Revolution gegen die von Iceni und Drakon begonnene Revolution, damit das Sternensystem zwar unabh�ngig bleibt, aber nicht l�nger von den beiden gef�hrt wird?�</p><p>�Das wei� ich nicht. Aber in der Tiefe lauern Monster, Admiral. Kennen Sie diesen Spruch?� Rione lehnte sich nach hinten und schloss kurz die Augen. �Weder Iceni noch Drakon sind dumm oder naiv. Aber keiner von ihnen ist allwissend und allsehend.�</p><p>Sie machte die Augen wieder auf und sah nachdenklich zur Seite. �Ich habe den sehr intensiven Eindruck, dass Pr�sidentin Iceni keinem pr�zisen Plan folgt, sondern spontan reagiert. Ihre Haltung hat immer noch viel von einem typischen Syndik-CEO, was mich zu der Ansicht brachte, dass sie nur einen anderen Titel, aber keine andere Funktion einnehmen wollte.�</p><p>�Genau das, was man von einem Syndik-CEO erwarten sollte�, sagte Geary. �Sie will eine Alleinherrscherin sein.�</p><p>�Ja, ich glaube, das <emphasis>wollte </emphasis>sie. Aber sie hat bereits Dinge zugelassen, die kein Syndik-CEO je erlaubt h�tte. Es scheinen echte Reformen in Angriff genommen worden zu sein. Iceni kann das alles nat�rlich auch nur vort�uschen, trotzdem sagt mir mein Gef�hl, dass sie tats�chlich Ver�nderungen umsetzen will, auch wenn das in ihrem urspr�nglichen Plan nicht vorgesehen war.�</p><p>Er dachte dar�ber nach und verglich es mit seinem eigenen Eindruck von Iceni. �Eine interessante Einsch�tzung. Und General Drakon?�</p><p>�Ah, General Drakon.� Rione l�chelte am�siert. �Da gibt es nicht viel zu raten. Er ist ein Milit�r, und etwas anderes will er auch nicht sein. Die Syndiks haben ihn gezwungen, das CEO-Spiel mitzumachen.�</p><p>�Das ist alles? Er will nur Soldat sein?�</p><p>�Ist das so schwer zu akzeptieren, Admiral?�</p><p>�Und seine beiden Adjutanten? Morgan und � Malin?� Geary sprach bed�chtig, da er versuchte, seinen Eindruck in Worte zu fassen. �Die zwei � die waren nicht die Art von Adjutanten, die sich jemand aussuchen w�rde, der nichts als Soldat sein will.�</p><p>Rione verzog die Mundwinkel. �Die Attent�ter? Die Leibw�chter? Die vertrauensw�rdigen Agenten in jeder Hinsicht? Ich bin mir sicher, sie sind all das gleichzeitig. Denken Sie an das Umfeld, in dem Drakon fr�her gearbeitet hat. Solche Assistenten k�nnten f�r sein �berleben so wichtig gewesen sein wie die Panzerung f�r das �berleben Ihrer Schiffe.�</p><p>Sie hielt kurz inne, dann redete sie ernster weiter. �Wir haben viele Berichte von dem Planeten aufgefangen, als man dort vom Bombardement der Enigmas bedroht wurde. Berichte der freien Medien, aber auch private Unterhaltungen, die Ihre Geheimdienstjungs emsig zusammengetragen hatten. Ich nehme an, Sie haben die dazugeh�rigen Analysen gelesen.�</p><p>�Ich nehme an, Sie haben sie auch gelesen.�</p><p>�Nat�rlich. Das Bombardement h�tte verheerende Verw�stungen angerichtet, wenn die T�nzer es nicht abgewendet h�tten. Alle Berichte stimmen in dem Punkt �berein, dass Iceni und Drakon zu keiner Zeit versucht haben, vom Planeten zu entkommen. Wenn das stimmt, was wir bislang �ber Drakon wissen, dann hat er sich schon fr�her denen gegen�ber loyal verhalten, die unter ihm dienen. Damit w�rde sein Verhalten zu einem Mann passen, der sich von den Syndikatwelten niemals h�tte dazu bewegen lassen, deren �Der CEO �ber alles�-Einstellung zu �bernehmen.�</p><p>�Den Eindruck habe ich auch aus den Mitteilungen gewonnen, die ich von ihm erhielt�, stimmte Geary ihr zu. �Ich � na ja, ich hatte irgendwie das Gef�hl, dass wir beide gar nicht so verschieden sind.�</p><p>�Passen Sie lieber auf, zu wem Sie das sagen�, warnte sie ihn ironisch. �Ein ehemaliger Syndik-CEO, der ein brauchbarer Befehlshaber ist und dem seine Untergebenen wichtig sind? Ketzerei w�re da wohl noch ein harmloses Wort.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Die Syndikatwelten h�tten nicht so lange existieren k�nnen, und sie h�tten auch nicht hundert Jahre Krieg durchgehalten, wenn es nicht wenigstens <emphasis>ein paar </emphasis>f�hige Leute auf der F�hrungsebene gegeben h�tte. Leute, die ihre Untergebenen inspirieren konnten oder die in der Lage waren, die richtige Entscheidung zu treffen, ohne sich darum zu k�mmern, welche Folgen das f�r sie pers�nlich haben w�rde. Warum solche Leute f�r ein derartiges System gearbeitet haben, daf�r habe ich zwar keine Erkl�rung, aber es muss sie gegeben haben.�</p><p>�Vielleicht h�tten Sie General Drakon diese Frage stellen sollen�, sagte Rione und schien es auch so zu meinen.</p><p>�Vielleicht werde ich das ja eines Tages machen. Aber Sie sagten, Iceni hat auch nicht versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Das hat sie auch beim ersten Mal nicht gemacht, als die Enigmas davon �berzeugt waren, das Sternensystem an sich rei�en zu k�nnen.�</p><p>�Es ist das gleiche Verhaltensmuster�, stimmte Rione ihm zu. �Zumindest deutet es auf ein Verantwortungsbewusstsein hin, das zu ihrer Position passt. Ich denke, man kann auf lange Sicht mit beiden zusammenarbeiten, Admiral. Und wenn es ihnen gelingt, nichts mit den �blichen Syndik-Methoden zu erledigen, k�nnten sie auf Midway etwas aufbauen, mit dem die Allianz gern in Verbindung treten wird.�</p><p>�Vorausgesetzt, sie werden nicht von den Monstern aus der Tiefe verschlungen.�</p><p>�Ja, richtig.� Wieder sah sie zur Seite, und ein sorgenvoller Ausdruck huschte �ber ihr Gesicht, den sie nicht schnell genug unterdr�cken konnte. Geary wurde bewusst, dass neben ihr Commander Benan auf seinem Bett in ihrem Quartier liegen musste. �W�re das alles, Admiral?�</p><p>�Ja, danke, Victoria.�</p><p>Der Alarm gellte nur vorsorglich los, als die Flotte bei Sobek aus dem Hypernet-Portal flog. Es war auch kein umfassender Alarm, aber Geary konzentrierte sich dennoch so schnell wie m�glich auf die Objekte, die auf seinem Display angezeigt wurden. �Was ist das?�</p><p>�Syndik-Kurierschiffe�, antwortete Lieutenant Yuon. �Unbewaffnet.�</p><p>Eigentlich h�tte das eine beruhigende Information sein m�ssen, doch nicht in diesem Fall. In einem Sternensystem sah man gelegentlich Kurierschiffe, vor allem wenn es sich um wichtigere Systeme handelte. Aber sie waren nie in gro�en Gruppen unterwegs. Noch eigenartiger war, dass sie nicht kreuz und quer durch das Sobek-System flogen, um die verschiedensten Kurierfl�ge zu erledigen. Vielmehr waren sie in einer kompakten Formation unterwegs und hatten alle das Hypernet-Portal zum Ziel.</p><p>�Warum sind da f�nf Lichtminuten vom Portal entfernt zwanzig Syndik-Kurierschiffe unterwegs?�</p><p>�Sie senden Handelscodes�, meldete Lieutenant Castries. �Keine Milit�r- oder Regierungscodes. Alle dreiundzwanzig Kurierschiffe beharren darauf, dass sie in privaten Diensten stehen.�</p><p>�Da stimmt was nicht�, knurrte Desjani. �Wir sind noch nie einem Syndik-Kurier begegnet, der nicht zum Milit�r oder zur Regierung geh�rt hat. Was haben die hier zu suchen?�</p><p>Geary hatte bereits Kontakt mit Lieutenant Iger aufgenommen. �K�nnen Sie das best�tigen, Lieutenant? Diese Schiffe sollten zum Milit�r geh�ren oder der Kontrolle durch die Syndik-Regierung unterstehen, richtig?�</p><p>�Ja, Sir�, erwiderte Iger nach einer zweisek�ndigen Pause, die Geary sehr viel l�nger vorkam. �Das zu beweisen, k�nnte schwierig sein, sehr schwierig sogar. Aber unsere bisherige Erfahrung zeigt, dass Kurierschiffe immer nur f�r die offizielle Benutzung durch Syndiks reserviert waren. Dass sie behaupten, etwas anderes zu sein, macht sie h�chst verd�chtig.�</p><p>�Welche Bedrohung kann von diesen Schiffen f�r uns ausgehen?�</p><p>�Ich wei� nicht, Admiral. Die Flottensensoren liefern keinen Hinweis auf Waffen irgendwelcher Art an Bord.�</p><p>�Sie sind aber auch nicht hier, um mit uns eine Party zu feiern�, sagte Desjani.</p><p>Geary starrte auf das Display und versp�rte das gleiche ungute Gef�hl, dass hier irgendwas nicht stimmte. Seine Flotte hatte gleich nach dem Eintreffen das vorprogrammierte Man�ver begonnen, um einem m�glichen Minenfeld vor dem Hypernet-Portal auszuweichen. Aber es gab keine Minen, sondern nur diese seltsamen Kurierschiffe. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Bei Zeit zwei vier drehen Sie drei null Grad nach Steuerbord und vier f�nf Grad nach oben. Alle Systeme bleiben in voller Bereitschaft.�</p><p>Die Schiffe der Flotte drehten sich so, dass sie auf die Kurierschiffe ausgerichtet waren, als die auf einmal ebenfalls eine Kurs�nderung vornahmen, beschleunigten und auf die Allianz-Schiffe zuhielten. �Sie n�hern sich mit maximaler Beschleunigung�, meldete Lieutenant Castries, w�hrend die Gefechtssysteme Alarm ausl�sten. �Voraussichtliche Flugbahn zielt auf die Mitte unserer Formation ab.�</p><p>Desjani atmete tief durch, dann sagte sie betont ruhig: �Sie kommen mit maximaler Beschleunigung auf uns zu, und sie haben keine Waffen.�</p><p>�Aufkl�rer?�, fragte Geary, obwohl er wusste, das war nicht die richtige Antwort.</p><p>�Kommen Sie, das wissen Sie besser. Diese Dinger beschleunigen wie verr�ckt. Wenn sie uns erreichen, betr�gt ihre Ann�herungsgeschwindigkeit mindestens 0,2 Licht, wahrscheinlich noch viel mehr. Wenn es Aufkl�rer w�ren, w�rden sie irgendwelche Details erkennen wollen, aber bei dieser Geschwindigkeit k�nnen sie alles nur verwischt sehen. Nein, es gibt nur eine Erkl�rung, warum diese Schiffe Kurs auf uns genommen haben.�</p><p>Er wusste genau, was sie meinte. �Das haben die Syndiks noch nie gemacht. Sie schicken keine Selbstmordpiloten auf den Weg.�</p><p>�Die Syndik-Kriegsschiffe bei Lakota hatten den Befehl, das dortige Hypernet-Portal zu zerst�ren ��</p><p>�Diese Kriegsschiffe wussten nicht, dass es ein Selbstmordkommando war!�</p><p>Sie zeigte auf das Display. �Wie viel Mann Besatzung ben�tigt ein Kurierschiff, wenn es sich auf einem einfachen Flug befindet?�</p><p>�Einen�, antwortete er nach einer kurzen Pause.</p><p>�Glauben Sie nicht, die Syndiks k�nnen zwanzig Fanatiker auftreiben, die bereit sind, f�r ihre CEOs zu sterben?�, fragte Desjani. �Oder irgendwelche armen Teufel, denen versprochen wird, dass die Schulden ihrer Familie getilgt werden, oder dass sie so einen zum Tode verurteilten Verwandten aus einem Gefangenenlager befreien k�nnen? Ich wei� nicht, aber ich finde, die Syndiks haben oft genug bewiesen, dass sie ihre �Arbeiter� ohne Z�gern opfern, wenn die Situation es erfordert. Das da ist ein Selbstmordkommando. So wollen die Syndiks das Ungleichgewicht der Kr�fte ein bisschen ausgleichen, nachdem Sie mit konventionellen Taktiken ihre Flotte nahezu aufgerieben haben. Oder gibt es irgendeine �berzeugende Mission, die diese Schiffe dort ausf�hren k�nnten?�</p><p>�Nein�, murmelte er. Und bei der Geschwindigkeit, mit der sie sich n�herten, w�rden sie in gut zwanzig Minuten in seine Formation hineinrasen.</p></section><section><title><p>F�nf</p></title><p>Den Bedingungen des Friedensvertrags mit den Syndikatwelten gem�� konnte Geary nicht einfach das Feuer auf unbewaffnete Schiffe er�ffnen, die sich als Handelsschiffe zu erkennen gegeben hatten. Er machte sich nicht die M�he, das noch zu erw�hnen. Tanya wusste es, und jeder andere auch. Ebenso wie jene Syndik-F�hrer, die diese Operation befohlen hatten. Wenn diese F�hrer allerdings davon ausgingen, dass er z�gerte und sich erst noch fragte, wie er unter diesen Umst�nden reagieren konnte, dann hatten sie sich sehr geirrt. �Diese Schiffe n�hern sich uns auf eine aggressive und bedrohliche Weise�, erkl�rte er, damit seine Einsch�tzung in die offiziellen Aufzeichnungen einging. �Es ist unser gutes Recht, dass wir uns zur Wehr setzen. Senden Sie eine Warnung an diese Schiffe, dass das Feuer auf sie er�ffnet wird, sobald sie in Feuerreichweite irgendeines unserer Schiffe geraten. Wiederholen Sie die Warnung achtmal auf allen standardm��igen Sicherheits- und Koordinationskan�len.�</p><p>W�hrend sich Desjanis Wachhabender beeilte, diese Nachricht zu senden, bet�tigte Geary erneut seine flottenweite Komm-Kontrolle. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Die dreiundzwanzig Kurierschiffe, die auf Abfangkurs zu uns gegangen sind, wurden soeben gewarnt, auf Abstand zu uns zu bleiben. Wenn sie sich weiterhin n�hern, werden wir das als feindseligen Akt werten. Jedes dieser Schiffe, das in Waffenreichweite unserer Schiffe kommt, wird sofort mit allen erforderlichen Waffen unter Beschuss genommen, bis es flugunf�hig oder zerst�rt ist.�</p><p>Dann f�gte er �ber das interne Komm an: �Gesandte Rione, Gesandter Charban, sagen Sie den T�nzern, dass diese Schiffe gef�hrlich sind, dass sie au�er Kontrolle und feindselig sind. �berzeugen Sie die T�nzer, dass die Kurierschiffe versuchen werden, sie zu rammen, wenn sie nicht alles tun, um ihnen auszuweichen.�</p><p>Rione meldete sich und klang resigniert: �Wir werden es versuchen, aber selbst unter den g�nstigsten Umst�nden, wenn wir alle Zeit der Welt haben, h�ren sie trotzdem nicht immer auf uns. Aber wir werden es versuchen.�</p><p>�Vielen Dank�, erwiderte Geary mit einem mitf�hlenden Unterton.</p><p>�Waffen auf diese Schiffe ausrichten und in Feuerbereitschaft gehen�, wies Desjani ihre Crew an und warf dann Geary einen bed�chtigen Blick zu. �So wie fr�her. Wir m�ssen die Syndiks t�ten, bevor sie die Chance bekommen, uns zu t�ten. Aber die Syndiks wissen, welche Chancen diese Schiffe haben, unser Abwehrfeuer zu durchdringen, wenn sie nicht schnell genug sind. Sie werden also in der verbleibenden Zeit auf die maximal erreichbare Geschwindigkeit beschleunigen, um unsere Feuerl�sungen unbrauchbar zu machen.�</p><p>Er antwortete mit einem beil�ufigen Brummen, w�hrend er nachdenklich sein Display betrachtete. Die Kurierschiffe bestanden aus kleinen Abteilen f�r die Crew und die Fracht, die auf einer �berdimensionalen Antriebseinheit sa�, die auch f�r ein doppelt so gro�es Schiff noch mehr als ausreichend gewesen w�re. Da sie auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt waren, hatten sie inzwischen fast 0,1 Licht erreicht und beschleunigten weiter.</p><p>Im Sprung bewegten sich von Menschen konstruierte Schiffe eigentlich nicht mit �berlichtgeschwindigkeit. Sie umgingen dieses Limit, indem sie durch eine andere Dimension oder ein anderes Universum reisten. Die Experten waren sich nach wie vor nicht einig, was davon auf den Sprungraum zutraf. Sie wussten nur, dass der Sprungraum eine Region war, in der die in unserem Universum herrschenden Entfernungen deutlich schrumpften. Eine Woche im Sprungraum entsprach einer Strecke, f�r die man im Normalraum Jahre gebraucht h�tte. Seltsamerweise war es dabei bedeutungslos, mit welcher Geschwindigkeit ein Schiff in den Sprungraum eintrat. Die Dauer der Reise hing ausschlie�lich von der Entfernung ab, die zur�ckgelegt werden musste.</p><p>Ein Hypernet umging das Problem der Licht- und �berlichtgeschwindigkeit auf eine andere Weise, indem es sich der Quantenphysik bediente, die ein Schiff f�rmlich in ein Nichts schleuderte, das von einem Portal erzeugt wurde und sich nirgendwo befand. Das Schiff tauchte dann an einem angeschlossenen Portal auf, ohne das es sich eigentlich von der Stelle bewegte.</p><p>Beides waren sehr seltsame Vorg�nge.</p><p>Noch seltsamer aber war, was geschah, wenn ein Raumschiff im Normalraum immer weiter beschleunigte. Die Relativit�tstheorie hatte die eigenartigen physikalischen Folgen vorhergesagt, lange bevor die Menschen in der Lage gewesen waren, sie in der Praxis zu beobachten. In Relation zur Au�enwelt nahmen Objekte, die in Richtung Lichtgeschwindigkeit beschleunigten, an Masse zu, w�hrend in ihrem Inneren die Zeit langsamer verstrich. Ein au�enstehender Beobachter konnte zudem feststellen, dass diese Objekte umso k�rzer wurden, je schneller sie flogen. Theoretisch w�rde man bei Lichtgeschwindigkeit ein Schiff mit unendlicher Masse und einer L�nge von null sehen, in dessen Innerem keine Zeit verstrich.</p><p>Wer sich an Bord eines solchen Schiffs befand, dem erschienen L�nge, Masse und Zeitablauf wie gewohnt, daf�r ver�nderte sich die Wahrnehmung der Umgebung. Je schneller das Schiff wurde, umso verzerrter war das Universum ringsum anzusehen. Diese relativistische Verzerrung wurde bei 0,1 Licht zu einem ma�geblichen Problem, auch wenn die von Menschen entwickelten Sensoren und Gefechtssysteme in der Lage waren, diese Verzerrungen bis zu einer Geschwindigkeit von 0,2 Licht auszugleichen. Bei h�heren Geschwindigkeiten war es der existierenden Technologie nicht mehr m�glich, sie zu kompensieren. Das bedeutete auch, dass das schon bei 0,2 Licht unglaublich gro�e Problem, ein Objekt zu treffen, das mit Zehntausenden Kilometern pro Sekunde vorbeiraste, einen Schwierigkeitsgrad erreichte, der von Flotteningenieuren mit dem technischen Begriff SGWU bezeichnet wurde, was f�r �so gut wie unm�glich� stand.</p><p>Anhand der Berechnungen der Gefechtssysteme w�rden die Kurierschiffe auf mehr als 0,2 Licht beschleunigt haben, wenn der Punkt erreicht war, an dem sie in die Waffenreichweite von Gearys Schiffen gelangten. Da sich Gearys eigene Schiffe nach wie vor mit fast 0,1 Licht bewegten, w�rde sich eine kombinierte Ann�herungsgeschwindigkeit von �ber 0,3 Licht ergeben, was die Treffsicherheit der Waffensysteme massiv einschr�nkte.</p><p>Desjani biss sich auf die Lippe und sch�ttelte den Kopf. �Wir k�nnten abbremsen, um die relative Geschwindigkeit zu reduzieren, aber dann h�tten unsere Schiffe Schwierigkeiten, irgendwelchen Kollisionsversuchen auszuweichen.�</p><p>Er nickte. �Wir m�ssten anhalten, um die relative Geschwindigkeit auf 0,2 Licht zu senken. Aber selbst wenn wir das wollten, bleibt uns gar nicht genug Zeit f�r ein solches Man�ver. Wenn wir unsere Geschwindigkeit beibehalten, wird es viel schwerer werden, ein paar Treffer zu landen. Daf�r k�nnen wir leichter Ausweichman�ver fliegen, und die Kurierschiffe haben gr��ere Schwierigkeiten, bei uns Treffer zu landen. Ich werde die Flotte im letzten Moment beschleunigen lassen. Die zus�tzliche Geschwindigkeit wird unsere ohnehin eingeschr�nkte Treffsicherheit nicht noch sehr viel mehr beeintr�chtigen, aber sie k�nnte den Gegner mit seinem Kollisionskurs ins Leere fliegen lassen.�</p><p>Die kleinen Kurierschiffe n�herten sich best�ndig und beschleunigten immer noch weiter. Der Kurs der �Handelsschiffe� f�hrte sie inzwischen eindeutig genau ins Herz der Allianz-Formation, wo die <emphasis>Invincible </emphasis>auf dem vermutlich gr��ten Pr�sentierteller der ganzen Menschheitsgeschichte lag.</p><p><emphasis>Haben sie es auf die </emphasis>Invincible <emphasis>abgesehen? Oder auf die T�nzer, die sich seit Kurzem aus einem unerfindlichen Grund in der N�he der </emphasis>Invincible <emphasis>aufhalten? Oder sind die Sturmtransporter und die Hilfsschiffe das Ziel, die Teil dieser Formation sind? Es sind gen�gend Kurierschiffe, um auf all diese Schiffe zu zielen. Geary gab sich einen Ruck. </emphasis>�An alle Einheiten der Ersten Flotte: Die Schiffe, die sich uns n�hern, sind in Selbstmordabsicht unterwegs. Ver�ndern Sie Ihre Vektoren nach eigenem Ermessen, um sie zu verwirren. Nehmen Sie st�rkere Vektoren�nderungen vor, wenn es f�r die Angreifer f�r Kurskorrekturen zu sp�t ist. An alle Einheiten: Besch�tzen Sie die Sturmtransporter, die Hilfsschiffe und die <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�Sie haben getan, was Sie k�nnen�, sagte Desjani, die gebannt auf ihr Display sah.</p><p>�Es ist nicht genug.�</p><p>�Das h�ngt ganz davon ab, wie Sie �genug� definieren.� Sie sah ihm in die Augen. �Wenn wir fr�her gewonnen hatten, dann waren wir um die H�lfte unserer Schiffe �rmer. Vielleicht verlieren wir jetzt auch ein paar Schiffe, aber das liegt in den H�nden der Lebenden Sterne und der F�higkeit jedes einzelnen Schiffskommandanten.�</p><p>Geary erwiderte nichts darauf. Er wollte diese durchaus realistische Sichtweise zwar leugnen, doch ihm fehlten die Argumente daf�r. Krampfhaft versuchte er, einen Gedanken zu fassen zu bekommen, der ihm immer wieder entwischte, obwohl er ihm hilfreich sein mochte.</p><p>Dann endlich hatte er es, und das gerade noch rechtzeitig, um damit etwas anfangen zu k�nnen. Seine Augen konzentrierten sich auf die Anzeige, die die Zeit bis zum Zusammentreffen mit den Kurierschiffen angab � eine Zahl, die so rasch kleiner wurde, dass die digitalen Symbole zu verwischen schienen. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: F�hren Sie bei Zeit vier eins die Modifizierte Formation Foxtrot Three aus.�</p><p>�Mod Foxtrot Three?�, fragte Desjani, ohne den Blick von ihrem Display zu nehmen. �Oh, das k�nnte helfen.�</p><p>�Schaden kann es jedenfalls nicht.� Er hielt inne und wartete, bis der richtige Zeitpunkt f�r den n�chsten Befehl gekommen war, dann bet�tigte er die Komm-Kontrollen: �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Beschleunigen Sie sofort auf 0,15 Licht.�</p><p>Sie w�rden es nicht schaffen. Selbst die Schiffe, die am schnellsten beschleunigen konnten � also Gearys Schlachtkreuzer, Leichte Kreuzer und Zerst�rer �, w�rden bis zum Augenblick des Zusammentreffens nur einen kleinen Satz nach vorn gemacht haben. Aber das Weltall war riesig, und selbst das gr��te Raumschiff menschlicher Herkunft war im Verh�ltnis zu der gewaltigen Leere des Alls nur winzig, weshalb bei der Geschwindigkeit, mit der die Allianz-Schiffe und die Syndik-Kurierschiffe aufeinander zurasten, schon eine minimale Abweichung beim vorausberechneten Kurs zwischen Kollision und Vorbeiflug entscheiden konnte.</p><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>wurde leicht durchgesch�ttelt, als die Steuerd�sen bei Zeit vier eins aktiviert wurden, um sie auf einen neuen Vektor zu bringen, w�hrend der Hauptantrieb sie schneller werden lie�. Die gesamte Allianz-Formation teilte sich in drei Gruppen auf, die sich alle voneinander wegbewegten, als verteile sich ein Wasserstrahl in einer kegelartigen Font�ne. Da sich die Vektoren aller Schiffe gleichzeitig �nderten, mussten die herannahenden Angreifer raten, wohin sich wohl das Schiff bewegen w�rde, auf das sie es abgesehen hatten, was ihnen ihre t�dliche Aufgabe weiter erschwerte.</p><p>Die T�nzer blieben bei der <emphasis>Invincible</emphasis>, womit ausgerechnet all die Schiffe eine einzige Gruppe bildeten, die ohnehin schon dazu angetan waren, jede Bedrohung auf sich zu lenken. In den letzten Sekunden vor dem Zusammentreffen mit dem Feind konnte Geary mitansehen, wie die dreiundzwanzig Kurierschiffe mit aller Macht ihren Kurs �nderten, um dorthin zu fliegen, wo sich die T�nzer und die schwerf�llige <emphasis>Invincible </emphasis>durch das All bewegten. Obwohl vier von Gearys Schlachtschiffen das erbeutete Kik-Superschlachtschiff abschleppten, �nderte es Kurs und Geschwindigkeit lediglich im Schneckentempo.</p><p>Neben diesen vier mit der <emphasis>Invincible </emphasis>vert�uten Schlachtschiffen hielten sich dort auch noch vier weitere Schlachtschiffe als Eskorte auf. Einen Sekundenbruchteil vor dem Kontakt mit dem Feind wurde Geary darauf aufmerksam, dass mit der Flugbewegung eines der Schlachtschiffe etwas nicht stimmte. Der Vektor der <emphasis>Orion </emphasis>war in eine unerwartete Richtung ge�ndert worden.</p><p>Es blieb keine Zeit, Commander Shen zu fragen, was er da tat, und Geary hatte nicht einmal die Zeit, um zu begreifen, was ihn an der Flugbewegung der <emphasis>Orion </emphasis>so st�rte.</p><p>Selbst wenn Kriegsschiffe ihre kombinierte Gefechtsgeschwindigkeit auf 0,2 Licht beschr�nkten, lief die Bewegung so schnell ab, dass die menschlichen Sinne nicht mehr folgen konnten. Geary sah die dreiundzwanzig Kurierschiffe, die fast den Teil der Allianz-Formation erreicht hatten, in deren Mitte sich die <emphasis>Invincible</emphasis>, die Sturmtransporter, die Hilfsschiffe und die Schiffe der T�nzer befanden. Gleich darauf sah er vier Kurierschiffe, die ihre Ziele verfehlt hatten und die ihrerseits von dem Sperrfeuer verschont geblieben waren, mit dem die automatischen Waffensysteme sie empfangen hatten, obwohl die viel schneller als jedes Lebewesen reagierten.</p><p>�Was ist da passiert?�, wollte Geary wissen. Etwas stimmte nicht. Etwas fehlte in der Allianz-Formation.</p><p>Dann zeigte sein Display die Antwort an.</p><p>Die <emphasis>Orion</emphasis>.</p><p>Geary bekam kaum etwas davon mit, wie die verbliebenen vier Kurierschiffe zu einem Wendeman�ver ansetzten, um abermals auf die Allianz-Formation zuzust�rmen. Er versp�rte auch keine Erleichterung dar�ber, dass Phantome sie verfolgten und sie mitten im Wendeman�ver erwischten und in St�cke rissen.</p><p>Auf Gearys Display lief eine Zeitlupenwiederholung ab, die den Augenblick des Kontakts langsam genug darstellte, um ihm folgen zu k�nnen. Einige Kurierschiffe verwandelten sich in Staub- und Energiewolken, als sie von Gl�ckstreffern zerrissen wurden. Andere kamen durch und hatten erkennbar Kurs auf die T�nzer genommen, die v�llig reglos neben der <emphasis>Invincible </emphasis>im All zu h�ngen schienen. Der Rest hatte es auf die Sturmtransporter und die Hilfsschiffe abgesehen. Die T�nzer zuckten in letzter Sekunde zur Seite, was die Angreifer frustrierte, die sie zu treffen versuchten. Die <emphasis>Titan, Typhoon </emphasis>und <emphasis>Mistral </emphasis>wirkten in Relation zu den Angreifern fast wie auf einer Schnur aufgezogen, und alle waren zu langsam, um den Kurierschiffen auszuweichen, die ihre Vektoren auf sie gerichtet hatten. Jedes der Allianz-Schiffe schleuderte ihnen in einem Akt des letzten Aufbegehrens H�llenspeere und Kart�tschen entgegen, w�hrend sich die <emphasis>Orion </emphasis>so drehte, dass sie sich den f�nf �berlebenden Kurierschiffen in den Weg schieben konnte, die Kurs auf die <emphasis>Titan </emphasis>und die zwei Sturmtransporter genommen hatten. Sie streiften die <emphasis>Orion </emphasis>entweder oder kollidierten frontal mit ihr, aber nicht mal ein Schlachtschiff konnte so vielen Treffern noch etwas entgegensetzen, die mit solcher Wucht wie hier erfolgten. Die bei den Kollisionen frei werdende Energie war so immens, dass die <emphasis>Orion </emphasis>und alle f�nf Kurierschiffe auf Gas und Staub reduziert wurden.</p><p>Die <emphasis>Orion </emphasis>existierte nicht mehr, Commander Shen und seine gesamte Crew waren ausgel�scht worden.</p><p>�Alle Angreifer wurden zerst�rt�, meldete Lieutenant Castries in ged�mpftem Tonfall. �Die <emphasis>Orion </emphasis>wurde zerst�rt, ansonsten hat die Flotte keine weiteren Sch�den erlitten.�</p><p>�Verdammt�, fl�sterte Geary. Er konnte verstehen, warum Desjani die Syndiks immer noch so sehr hasste, und er verstand auch, wieso die Allianz-Flotte auf jeden derartigen Akt mit Vergeltungsschl�gen reagiert hatte, warum sie irgendwann die eigene Ehre und Moral aus den Augen verloren hatte, warum man nach einer Weile vergessen hatte, das Richtige zu tun, und sich stattdessen vom Wunsch nach Rache hatte leiten lassen.</p><p>�Sie werden behaupten, dass sie nichts davon gewusst haben�, sagte Desjani w�tend. �Ich rede von den Syndiks, die hier das Sagen haben. Sie werden erkl�ren, dass sie nicht wissen, von wem diese Schiffe hergeschickt worden sind. Sie wissen, dass sie das tun werden.�</p><p>�Ja, ich wei�.� Und er war davon �berzeugt, dass sich auch kein gegenteiliger Beweis finden lassen w�rde. Die Kurierschiffe mit ihrer Einmannbesatzung waren zerst�rt worden, und Tote konnten keine Aussagen mehr machen.</p><p>Er wollte den Syndiks in diesem System wehtun, jedem Einzelnen von ihnen, nicht nur denjenigen, die den Befehl erteilt hatten, sondern auch denen, die das hatten geschehen lassen und die durch ihr Handeln oder ihre Tatenlosigkeit das Treiben ihrer Anf�hrer unterst�tzt hatten.</p><p><emphasis>Tu es nicht. Tu nichts, was die Lage nur noch verschlechtern w�rde.</emphasis></p><p>Aber die <emphasis>Orion </emphasis>war nicht mehr. Sie war Opfer eines Angriffs geworden, der au�er Zerst�rung nichts zum Ziel gehabt haben konnte.</p><p>�Admiral�, meldete sich Rione bei ihm und durchdrang seine Wut. Auch sie h�rte sich eigenartig an, so als w�rde hinter der starren Maske ihres Gesichts unb�ndiger Zorn hochkochen. �Ich w�rde gern wissen, Admiral, ob das Hypernet-Portal durch dieses Gefecht in unmittelbarer N�he besch�digt worden ist. Es w�re ein schwerer Verlust f�r dieses Sternensystem, wenn das Hypernet-Portal bei diesem sinnlosen und brutalen Kampf so schwere Sch�den erlitten h�tte, dass es kollabieren k�nnte.�</p><p>Geary ben�tigte einige Sekunden, ehe er begriff, dann begann eine k�hle Entschlossenheit die Oberhand �ber seine Wut zu erlangen. Er bet�tigte eine Taste auf seinem Display. �Captain Smythe?�</p><p>Die <emphasis>Tanuki </emphasis>war nur ein paar Lichtsekunden entfernt, sodass die Antwort fast augenblicklich einging. �Ja, Admiral?�, fragte Smythe betreten.</p><p>�Ich bin besorgt, dass das Hypernet-Portal von abgelenktem Beschuss oder Tr�mmerteilen dieser Kurierschiffe schwer besch�digt worden sein k�nnte. Ich m�chte, dass es aus n�chster N�he begutachtet wird, um festzustellen, ob das Ausma� der Sch�den so gro� ist, dass mit einem Kollaps des Portals zu rechnen ist. Auch wenn der nach den Erfahrungen mit den Enigmas installierte Mechanismus eine verheerende Energiewelle verhindert, die mit einem solchen Kollaps ansonsten einhergehen w�rde, w�re ein solches Ereignis f�r den durch dieses System verlaufenden Handel auf absehbare Zeit sehr abtr�glich.�</p><p>Smythe sch�rzte die Lippen. �Admiral, der Kampf hat nicht in unmittelbarer N�he stattgefunden �� Er z�gerte, dann war ihm anzusehen, dass er verstanden hatte, und er nickte zustimmend. �Aber das Portal kann trotzdem besch�digt worden sein. Sch�den, die wir von hier aus nicht sehen k�nnen, f�r die wir vielmehr nah heranfliegen m�ssen. Solche Sch�den k�nnen verheerende Folgen nach sich ziehen. Es w�re sehr � unerfreulich f�r dieses System, wenn das Portal kollabieren w�rde.�</p><p>�Ja, Captain Smythe, das w�re es tats�chlich. Werden Sie sich darum k�mmern?�</p><p>�Werde ich machen, Admiral. Vielleicht hat ja sogar ein Tr�mmerteil der <emphasis>Orion </emphasis>eine der Trossen getroffen. Das w�re doch ironisch, nicht wahr?�</p><p>�Ja, Captain Smythe. Wirklich ironisch. Ich werde die Flotte nur langsam weiterfliegen lassen, damit Ihre Ingenieure gr�ndliche Arbeit leisten k�nnen.�</p><p>�Und wir <emphasis>werden </emphasis>gr�ndliche Arbeit leisten, Admiral. Darauf k�nnen Sie sich verlassen.�</p><p>Smythe grinste humorlos, w�hrend er salutierte, dann verschwand sein Bild. Riones Bild war immer noch da, sie lie� keine Reaktion auf Gearys Befehle erkennen. �Admiral�, sagte sie, nachdem das andere Gespr�ch beendet worden war. �Wir sollten mit den Syndik-Beh�rden in diesem System Kontakt aufnehmen, damit wir sie offiziell von unserer Ankunft unterrichten k�nnen und um einen formalen Protest gegen den Angriff einzulegen.�</p><p>Sein Blick war ins Nichts gerichtet, als er �ber eine Erwiderung nachdachte. �Ich nehme an, es bringt nichts, wenn ich sie der Mitt�terschaft bei diesem Mord bezichtige.�</p><p>�Nein. Wenn Sie das Gef�hl haben, dass Sie nicht mit ihnen reden k�nnen, ohne ihnen Blut ins Gesicht zu spucken, was ich in diesem Fall nur zu gut verstehen kann, dann kann ich diese Mitteilung im Namen der Allianz-Regierung �bersenden.�</p><p>Geary betrachtete ihr Bild. �Ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie das erledigen k�nnten. Ich wei� nicht, was ich diesen � diesen Individuen an den Kopf werfen w�rde.�</p><p>�Ich verstehe, Admiral.� Rione kniff kurz die Augen zu. �Zum Politikerdasein geh�rt es auch, zivilisiert mit Leuten zu reden, die man am liebsten mit ihren eigenen Eingeweiden erw�rgen w�rde.�</p><p>�Vielen Dank, Madam Gesandte.�</p><p>�Ich m�chte Ihnen auch noch mein Beileid zu dem Verlust aussprechen, den die Flotte heute erlitten hat.� Bei den letzten Worten versagte fast ihre Stimme, und noch bevor Geary etwas erwidern konnte, unterbrach sie hastig die Verbindung.</p><p>Geary ber�hrte mit einer fast sanften Geste seine Komm-Kontrollen, da er f�rchtete, wenn er sich jetzt gehen lie�, k�nnte er die Kontrollen mit Fausthieben traktieren, bis sie v�llig unbrauchbar waren. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Kehren Sie umgehend in die Formation Delta zur�ck und reduzieren Sie die Geschwindigkeit auf 0,02 Licht.� Smythes Ingenieure w�rden f�r ihre Arbeit einige Zeit ben�tigen.</p><p>Auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>herrschte Stille.</p><p>�Commander Shen�, sagte Desjani leise, �hat eine Tochter, die auch in der Flotte dient. Ich werde sie wissen lassen, was passiert ist.�</p><p>�Ich � es tut mir leid, Tanya. Ich wei�, Shen war Ihr Freund.�</p><p>�Ich habe viele Freunde verloren, Admiral.� Desjani beugte den Kopf und atmete tief durch. �Sie haben gesehen, was er gemacht hat, nicht wahr?�</p><p>�Ja. Dieses Man�ver in letzter Sekunde. Ich wei� nicht, wie es ihm gelungen ist, aber er hat erkannt, dass er die <emphasis>Orion </emphasis>drehen muss, um den Selbstmordattent�tern den Weg zur <emphasis>Titan, Typhoon </emphasis>und <emphasis>Mistral </emphasis>zu versperren.�</p><p>�Instinkt, Admiral. Er war ein verdammt guter Befehlshaber.� Wieder musste sie durchatmen. �Ein besserer als ich. Wie ich h�re, wurde das Hypernet-Portal hier im System besch�digt.�</p><p>�Ja, und ich glaube, es ist sehr wahrscheinlich, dass die Sch�den zu erheblich sind, als dass wir es noch retten k�nnten.�</p><p>�Was f�r eine Schande.� Tanya straffte die Schultern und setzte eine neutrale Miene auf. �Lieutenant Yuon.�</p><p>�Ja, Captain?�</p><p>�Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hat einen dieser Kuriere zerst�rt. Gut gemacht. Lassen Sie die Waffencrew wissen, dass ich vorbeikommen werde, um ihr pers�nlich zu gratulieren.�</p><p>�Jawohl, Captain.�</p><p>Als Desjani aufstand, gab Geary ihr ein Zeichen. �Gibt es irgendwas, das ich tun kann?�</p><p>�Es gibt noch genug, was Sie tun m�ssen, Admiral�, erwiderte sie. �Sie m�ssen sich um eine ganze Flotte k�mmern, ich muss f�r mein Schiff Sorge tragen.�</p><p>�Stimmt. Wir reden sp�ter, Tanya.�</p><p>Sie deutete einen Salut an, dann verlie� sie die Br�cke.</p><p>Geary sah auf sein Display und beobachtete, wie seine Schiffe wieder in ihre urspr�ngliche gro�e Formation zur�ckkehrten. Gleichzeitig machte sich ein Schwarm Shuttles von zwei der Hilfsschiffe auf den Weg.</p><p>Zu gern h�tte er den Befehl erteilt, nach �berlebenden der <emphasis>Orion </emphasis>zu suchen. Doch das war ein sinnloser Befehl und eine aussichtslose Aufgabe. Die Toten durften nicht vergessen werden, aber er musste jetzt seine Aufmerksamkeit den Lebenden widmen.</p><p>Geary hob die Hand, um weitere Befehle zu versenden, als er beim Blick auf sein Display die <emphasis>Invincible </emphasis>sah, die wegen ihrer immensen Gr��e nur mit M�he ihre richtige Position einnahm.</p><p>Die <emphasis>Invincible</emphasis>. Keiner der Angreifer hatte sie angegriffen. Waren die Schiffe, die sich die <emphasis>Invincible </emphasis>vornehmen sollten, fr�h genug zerst�rt worden, sodass ihre Flugbahn nicht bis zu ihr reichte?</p><p>Oder hatten sie die <emphasis>Invincible </emphasis>gar nicht treffen sollen? Weil die Syndiks das Schiff haben wollten? Er wusste, sie hatten es darauf abgesehen, was bedeuten konnte �</p><p>�Tanya! Captain Desjani!�</p><p>Sie h�rte ihn, noch bevor sich die Luke hinter ihr schlie�en konnte. Die ging sofort wieder auf, und fast genauso schnell war Desjani zur�ck auf ihrem Platz. �Was ist?�</p><p>�Ich glaube, Sie sollten besser auf der Br�cke bleiben.� Er bet�tigte eine Komm-Taste. �Admiral Lagemann, halten Sie den Alarmzustand auf der <emphasis>Invincible </emphasis>bei.� Die n�chste Taste. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Bleiben Sie in voller Gefechtsbereitschaft.�</p><p>Desjani betrachtete ihr Display. �Was haben Sie gesehen?�</p><p>�Es ist mehr das, was ich nicht sehe.�</p><p>�Glauben Sie, die haben noch was anderes geplant? Ein n�chster Angriff, der ebenfalls scheitern wird?�</p><p>�Das halte ich f�r so gut wie sicher. Sie haben uns in dieses System gelockt, damit sie uns mit diesen Kurierschiffen empfangen konnten. Aber selbst eine noch so optimistische Simulation dieser Konfrontation muss den Syndiks gezeigt haben, dass sie uns mit dem Selbstmordangriff nicht w�rden aufhalten k�nnen.�</p><p>�Aber was sollen sie planen, wenn da sonst nichts ist?�</p><p>�Admiral Geary!�, rief der Komm-Wachhabende in dem Moment, als der Alarm der Gefechtssysteme ert�nte. �Die <emphasis>Invincible </emphasis>meldet, dass sie angegriffen wird.�</p><p>�Und schon ist es passiert�, fauchte Geary, als vor ihm ein virtuelles Fenster auftauchte.</p><p>�Wir haben Eindringlinge an Bord�, meldete Admiral Lagemann eilig, aber gelassen. Sein Gesicht war in Schatten getaucht, da der Bereich der <emphasis>Invincible</emphasis>, in dem er sich aufhielt, dunkel war und das einzige Licht von den Displays stammte. �Sie haben das herausgeschnitten, was sie f�r die zentrale Komm-Leitung hielten, aber das war eine der Attrappen.�</p><p>�Sie hatten auch noch eine zentrale Pseudo-Komm-Leitung?�, fragte Geary verwundert und gab ein paar Befehle ein, woraufhin ein Display erschien, das ihm die Bilder der Marines an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>zeigte, w�hrend ein Fenster als Direktverbindung zu General Carabali angezeigt wurde.</p><p>�Aber nat�rlich�, sagte Lagemann leichthin, doch seine Sorge war ihm anzumerken. �Die Anzeigen des Enterkommandos sind immer noch verstreut und schwach. Sie m�ssen alle Tarnr�stung tragen, was bedeutet, dass es sich um Spezialeinsatzkr�fte der Syndiks handelt. Wir wissen, sie sind an Bord, aber wir wissen nicht, wie viele es sind und wo genau sie sich befinden. Wir versuchen, N�heres herauszufinden, ohne sie erkennen zu lassen, wo wir uns tats�chlich aufhalten.�</p><p>�Sie und Major Dietz haben auf jeden Fall die Lage sehr zutreffend eingesch�tzt. Was ist mit Ihren Wachposten? Haben Sie sie verloren?�</p><p>�Nein�, erwiderte Lagemann und l�chelte schwach. �Die waren nicht da, weil wir uns zusammen mit ihnen zur�ckgezogen haben, als die Selbstmordattent�ter auf uns zurasten. Vielleicht war das ja ein Teil ihres Plans, um an Bord zu gelangen. Aber mir soll es recht sein. Sonst h�tten wir vielleicht einen Trupp Marines verloren, ehe uns klar war, dass wir es mit getarnten Eindringlingen zu tun haben. So sind die Marines jetzt bei mir und befinden sich in voller Gefechtsbereitschaft.�</p><p>Geary wurde abgelenkt, gerade als er etwas erwidern wollte, da Desjani in diesem Moment einen w�sten Fluch ausstie�, von dem er nicht gedacht h�tte, dass sie ihn kannte.</p><p>Dann redete sie auch schon wutentbrannt weiter: �Ein Ablenkungsman�ver! Diese verdammten Selbstm�rder waren nur ein Ablenkungsman�ver! W�hrend wir mit ihnen besch�ftigt waren, sind die mit getarnten Shuttles zur <emphasis>Invincible </emphasis>geflogen und haben ihre Einheiten an Bord gebracht!�</p><p>�Ja, die <emphasis>Orion </emphasis>ist f�r ein Ablenkungsman�ver gestorben�, best�tigte Geary, der sich wunderte, dass diese Erkenntnis seinen Zorn nicht wieder aufflammen lie�. Aber das lag wohl daran, dass er innerlich nur eine eisige K�lte sp�rte. �Die Syndik-Shuttles m�ssen sich immer noch in der N�he der <emphasis>Invincible </emphasis>befinden.� Es gab ein Man�ver, um einer solchen Bedrohung zu begegnen, eine vorbereitete Operation, zu der er nur den Befehl geben musste. �Such- und Zerst�rungsmuster Sigma.� Er tippte auf die Komm-Kontrolle. �An alle Leichten Kreuzer und Zerst�rer der Ersten Flotte, f�hren Sie sofort das Such- und Zerst�rungsmuster Sigma durch. Referenzpunkt f�r die Suche ist die <emphasis>Invincible</emphasis>. Gesuchte Ziele sind getarnte Syndik-Shuttles. Machen Sie sie ausfindig, und zerst�ren Sie jedes Shuttle, auf das Sie sto�en.�</p><p>�Such- und Zerst�rungsmuster Sigma?� Desjani �berpr�fte ihre Datenbank. �Davon habe ich noch nie geh�rt. Wie alt ist das?�</p><p>��ber hundert Jahre�, antwortete Geary. �Aber es findet sich im Steuersystem eines jeden Schiffs dieser Flotte. Man muss es nur eingeben, und die automatisierten Steuersysteme bringen die richtigen Schiffe an ihren korrekten Platz auf der Grundlage der Anzahl der Schiffe, �ber die die Formation f�r diese Mission verf�gt.�</p><p>�Das sind aber viele Schiffe�, meinte Desjani und sah missmutig auf ihr Display.</p><p>Jeder Zerst�rer und jeder Leichte Kreuzer der Ersten Flotte, insgesamt rund zweihundert Schiffe, setzte zu einem Suchmuster an, das sich mit dem der anderen Schiffe �berschnitt, um das Gebiet rund um die <emphasis>Invincible </emphasis>sowie den Weg abzusuchen, auf dem sie hergekommen war. Getarnte Shuttles waren sehr schwer aufzusp�ren, vor allem wenn sie sich nicht bewegten. Aber wenn Hunderte von Schiffen gleichzeitig suchten und ihre Sensordaten von den Gefechtssystemen der Flotte automatisch zusammenf�hrten und verglichen, dann w�rde selbst die beste Tarntechnologie Schwierigkeiten haben, alle Anomalien zu vermeiden, auf die die Gefechtssysteme anspringen w�rden.</p><p><emphasis>H�tte ich doch nur Zeit genug gehabt, dieses Suchmuster als Abwehrma�nahme durchf�hren zu lassen, bevor die Syndiks die </emphasis>Invincible <emphasis>entern konnten</emphasis>, dachte Geary missmutig. <emphasis>Aber es war ja der Sinn und Zweck dieses Selbstmordangriffs gewesen, uns zu besch�ftigen und uns davon abzuhalten, andere Bedrohungen in Erw�gung zu ziehen.</emphasis></p><p>�Sie befinden sich an der Pseudo-Maschinenkontrolle�, berichtete Admiral Lagemann. �Die Lamarr-Sensoren an der Hauptschleuse melden, dass versucht worden ist, sie zu t�uschen. Und � der Persische Esel sendet nicht mehr.�</p><p>Ein Ablenkungsman�ver au�er Gefecht gesetzt. Geary musste gegen ein absurdes Gef�hl der Trauer ank�mpfen, das den �Tod� des treuen und listigen kleinen Esels der Marines betraf.</p><p>�Was ist mit der Pseudo-Br�cke?�</p><p>In einem neuen Fenster tauchte Major Dietz auf, der die volle Gefechtsmontur trug. �Das Syndik-Enterkommando h�tte beide Ziele gleichzeitig ausschalten m�ssen, aber vermutlich kam es zu Verz�gerungen, weil sie keinen korrekten Deckplan dieses Schiffs besitzen. Oh, da melden sich gerade die Lamarr-Sensoren auf der Pseudo-Br�cke. Die Pseudo-Br�cke ist ihnen auch in die H�nde gefallen, und dieser Esel ist ebenfalls tot.�</p><p>�In unserem Abschnitt hier l�uft alles mit minimaler Energie�, sagte Lagemann. �Wir tragen unsere Schutzanz�ge, deshalb konnten wir die Lebenserhaltung abschalten, au�erdem alle anderen Systeme, die f�r die Kommunikation und die �berwachung der Eindringlinge nicht ben�tigt werden. Die werden M�he haben, uns zu finden, und wenn sie es schaffen, werden sie von den Marines erwartet.�</p><p>�Admiral Lagemann�, sagte Geary. �Die <emphasis>Invincible </emphasis>darf nicht diesen Syndik-Soldaten in die H�nde fallen.�</p><p>�Das wird nicht passieren�, versicherte ihm Major Dietz. �Ich lasse eine Kompanie zur�ck, damit sie zusammen mit den Matrosen diesen Bereich hier bewacht.� Es gelang ihm, keinen Spott bei dem Gedanken durchklingen zu lassen, Matrosen k�nnten ernsthaft eine Unterst�tzung f�r Marines sein. �Die andere Kompanie nehme ich in Trupps aufgeteilt mit zu den Pseudo-Bereichen, die von den Syndiks eingenommen wurden. Falls sie Atombomben an Bord gebracht haben, werden sie sie sehr wahrscheinlich dort irgendwo bewacht aufbewahren. Wir k�nnen keine Leute in Tarnanz�gen jagen, jedenfalls nicht mit so wenigen Marines in einem so riesigen Schiff. Aber wir k�nnen den Bewachern das Leben schwermachen und mit etwas Gl�ck die Sprengk�pfe in unsere Gewalt bringen.�</p><p>�Konnten Sie best�tigen, dass sich Syndik-Atomwaffen an Bord befinden?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Nein, Admiral. Das ist nach wie vor nur eine Spekulation �ber die Pl�ne des Feindes. Ich empfehle, dass wir von der Annahme ausgehen, dass diese Syndiks mindestens eine Atombombe mitgebracht haben.�</p><p>�Ihre Einsch�tzungen waren bislang alle extrem pr�zise, Major Dietz, und ich wei� Ihre Empfehlung zu sch�tzen. Admiral Lagemann, General Carabali, wir gehen auf der Grundlage der Annahme vor, dass die Syndiks nukleare Bomben auf die <emphasis>Invincible </emphasis>mitgebracht haben.�</p><p>General Carabalis Verbindung war zum Leben erwacht, und sie nickte jetzt als Reaktion auf Gearys Worte. �So gehen wir vor, Admiral. Bitte um Erlaubnis, Verst�rkung auf die <emphasis>Invincible </emphasis>zu bringen.�</p><p>�An wie viele Leute hatten Sie gedacht?�</p><p>�Alle von der <emphasis>Tsunami</emphasis>�, antwortete sie. �Fast achthundert Marines. Sobald die <emphasis>Tsunami </emphasis>sich der <emphasis>Invincible </emphasis>n�hern kann, m�chte ich auch die <emphasis>Typhoon </emphasis>heranholen, falls deren Marines auch noch ben�tigt werden.�</p><p>�Erlaubnis erteilt. Schaffen Sie diese Marines schnell auf die <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�Verstanden, Admiral. Wir gehen rein.�</p><p>Geary wandte sich an Major Dietz. �Haben Sie das mitbekommen? Viele von Ihren Freunden sind auf dem Weg zu Ihnen.�</p><p>�Ja, Sir.� Dietz betrachtete eines der d�steren Displays vor sich. �Ein weiterer Lamarr-Sensor in einem der Korridore hat sich abgeschaltet. Sie suchen nach uns. Ich schicke meine Leute raus, damit sie uns etwas leichter finden k�nnen. Zwei Trupps begeben sich zur Pseudo-Maschinenkontrolle, zwei weitere zur Pseudo-Br�cke. Wenn unser Gegenangriff beginnt, wird es sie auch davon ablenken, dass noch viel mehr Marines an Bord kommen.� Er wollte sich wegdrehen, hielt aber inne und zog eine verdutzte Miene. �Sch�sse? Admiral, unsere Sensoren melden, dass in einem Bereich Waffen abgefeuert werden, wo sich niemand von uns aufh�lt.�</p><p>�Vielleicht schie�en sie ja auf Schatten�, gab Admiral Lagemann zu bedenken.</p><p>�Auf Schatten? Das m�ssen Spezial-Einsatzkr�fte sein. Vielleicht sogar diese Sicherheitsfanatiker, gegen die ich einmal gek�mpft habe. Vipern. Das sind harte, bestens geschulte Leute. Die w�rden nicht auf Schatten schie�en �� Mit einem Mal ver�nderte sich Dietz� Gesichtsausdruck. �Die Standardvorgehensweise beim Einsatz von Tarnanz�gen ist es, einzeln vorzur�cken, manchmal auch in Gruppen von zwei oder h�chstens drei. Selbst wenn sie mit einem ganzen Bataillon an Bord gekommen w�ren, w�rden sie sich nur dann in einer gr��eren Gruppe bewegen, wenn sie sich ihrem Ziel n�hern. Vermutlich handelt es sich aber insgesamt um h�chstens eine Kompanie.�</p><p>�Und?�</p><p>�Die Geister, Admiral! Diese Syndiks sind allein oder zu zweit im Schiff unterwegs, w�hrend wir uns nicht unter Truppst�rke durch das Schiff bewegen. Einer von ihnen muss die Nerven verloren und auf etwas gefeuert haben, was gar nicht da ist!�</p><p>�Ist es nicht von Nutzen, wenn sie in Panik geraten?�, fragte Geary.</p><p>�Normalerweise ja�, entgegnete Major Dietz und gab sich un�berh�rbar sehr gro�e M�he, die Geduld zu bewahren, w�hrend er etwas erkl�rte, was seine Vorgesetzten l�ngst selbst h�tten merken m�ssen. �Aber nicht, wenn sie Atombomben mit sich f�hren.�</p><p>Abrupt schnappte Geary nach Luft. Isoliert operierende Soldaten mit Nuklearwaffen, die von ganzen Scharen geisterhafter Kreaturen angegriffen werden. �Halten Sie sie auf, bevor die durchdrehen und das ganze Schiff hochgehen lassen!�, befahl er Major Dietz und General Carabali.</p><p>�Das haben wir vor, Admiral�, sagte Carabali und wandte sich an Dietz: �R�cken Sie aus, sobald Sie bereit sind.�</p><p>�Da ist einer!�, riefen Desjani und Lieutenant Castries gleichzeitig und verwirrten Geary einen Moment lang.</p><p>Dann schaute er auf sein Display und stellte fest, dass das Symbol f�r ein Syndik-Shuttle flackerte, da die Flottensensoren die winzigen Hinweise auf seine Existenz entdeckt hatten. Einer der in n�chster N�he befindlichen Leichten Kreuzer fand eine Feuerkontrolll�sung, gleich darauf jagte ein einzelner H�llenspeer auf das Shuttle zu.</p><p>Der H�llenspeer landete einen Treffer, im n�chsten Moment wurde das Gef�hrt sichtbar, da die Energie an Bord ausfiel und sich die aktiven Tarnsysteme abschalteten. Ein halbes Dutzend H�llenspeere mehr trafen ins Ziel und rissen das Shuttle in St�cke.</p><p>�Da ist noch eins�, sagte Desjani, als das n�chste Symbol aufleuchtete. �Mit dieser Suchformation haben wir sie in der Falle. Wenn sie sich nicht bewegen, ist es nur eine Frage der Zeit. Wenn sie sich bewegen, bekommen wir sie umso schneller.�</p><p>Es kostete Geary wirklich M�he, sich von der Suche nach den Shuttles loszurei�en und nicht sofort wieder zur Situation an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>zur�ckzukehren, sondern sich stattdessen erst einmal auf die gesamte Lage und auf die gesamte Region zu konzentrieren. �Die Selbstmordpiloten waren zumindest zum Teil ein Ablenkungsman�ver�, wandte er sich an Desjani. �Aber vielleicht wollen sie uns mit dem Enterkommando an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>auch nur ablenken.�</p><p>Desjani verkniff sich eine w�tende Erwiderung und dachte nach. �Das k�nnte sein. Allerdings kann ich nichts entdecken, und niemand ist in der Lage, ein Schiff, das gr��er ist als ein Shuttle, so gut zu tarnen, dass unsere Sensoren es nicht entdecken w�rden. Jedenfalls kann das kein Mensch, und ich m�chte bezweifeln, dass die T�nzer ihre Tarntechnologie mit den Syndiks geteilt haben.�</p><p>Bei den n�chsten sichtbaren Schiffen handelte es sich durchweg um Syndik-Frachter, und die waren alle weiter als eine halbe Lichtstunde von den Allianz-Kriegsschiffen entfernt. Geary lie� sich Zeit damit, sein Display zu studieren, aber er wurde nicht f�ndig. �Captain Desjani, ich m�chte sehen, was auf der <emphasis>Invincible </emphasis>passiert.�</p><p>�Kann ich gut verstehen. Lieutenant Castries�, rief Desjani. �Behalten Sie im Auge, wie viele getarnte Shuttles abgeschossen werden. Ich beobachte in der Zeit alles andere, w�hrend der Admiral den Angriff der Syndiks auf die <emphasis>Invincible </emphasis>mitverfolgt.� Leiser f�gte sie hinzu: �Machen Sie ruhig. Wir haben hier alles im Griff.�</p><p>�Geben Sie mir Bescheid, wenn Ihnen irgendetwas auff�llt ��</p><p>�Ich k�mpfe schon seit mehr Jahren gegen die Syndiks als Sie, Black Jack! Ich wei�, was ich zu tun habe.�</p><p>�Ja, Captain�, sagte er. �Ich muss erst noch alles lernen.� Er konzentrierte sich auf das Geschehen an Bord der <emphasis>Invincible</emphasis>, w�hrend Lieutenant Castries die Zerst�rung von zwei weiteren getarnten Shuttles meldete.</p><p>Die <emphasis>Invincible </emphasis>war im Augenblick das wichtigste Thema von allen. Nur von dort konnte ein weiterer verheerender Schlag gegen diese Flotte ausgehen, wenn es den Syndiks gelingen sollte, das Schiff zu sichern und dann zu drohen, es von innen heraus zu zerst�ren.</p><p>Da nur zwei Kompanien an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>unterwegs waren, konnte er nur aus relativ wenigen �bertragungsbildern ausw�hlen. Die H�lfte der Bilder war zudem praktisch station�r, da die Marines zu Einheiten geh�rten, die irgendwo im Schiff Verteidigungspositionen eingenommen hatten.</p><p>Der Rest war in Bewegung, und von ihnen w�hlte Geary eines aus, das von der Helmkamera einer Truppf�hrerin �bertragen wurde.</p><p>Das Fenster, das sich beim Antippen �ffnete, zeigte ihm das gleiche Bild, das auch die Marine sah, einschlie�lich aller Symbole ihres eigenen Helmdisplays. Zu sehen war ein dunkler, leerer Gang an Bord der <emphasis>Invincible</emphasis>. Unwillk�rlich lief Geary ein Schauer �ber den R�cken, da er an die Geister der Kiks denken musste, die sich in diesen G�ngen herumtrieben.</p><p>Die Marine, deren Bild er sah, war ebenfalls nerv�s. Ihr Blick zuckte st�ndig hin und her, immer auf der Suche nach einem Hinweis auf die unsichtbaren Eindringlinge. Aber sie sprach mit fester Stimme, w�hrend sie bei Schwerelosigkeit ihre Leute durch das Labyrinth aus G�ngen f�hrte. �Nicht so schnell. Die sind komplett getarnt. Wartet auf die Anzeigen. Ski, wachen Sie auf, und halten Sie verdammt noch mal Ausschau auf der Sechs.�</p><p>�Bin dabei, Sarge.�</p><p>�Von wegen.�</p><p>Die Marines hangelten sich von einem Handgriff zum n�chsten und schwebten durch einen dunklen Korridor bis zu einem Abzweig, wo sie links abbogen und sich eine Leiter hinaufzogen, die eindeutig f�r Wesen mit kleineren F��en und k�rzeren Beinen konstruiert war. Dann ging es weiter durch den n�chsten Korridor. Die Marines, die dank ihrer Patrouilleng�nge l�ngst mit dem Grundriss des fremden Schiffs vertraut waren, mussten nur hin und wieder einen Blick auf den Deckplan werfen, der auf ihren Helmschilden dargestellt wurde. �Jetzt Vorsicht�, warnte die Truppf�hrerin. �Der Major sagt, sie sind hier in diesem Bereich.�</p><p>�Sarge, da kommt was auf uns zu!�</p><p>�Ich nehme keine Bewegung wahr, Tecla.�</p><p>�Da. Sehen Sie. Wie jemand, der getarnt ist und der sich viel schneller bewegt, als er eigentlich sollte. Jemand, der von etwas abprallt.�</p><p>�Hab ihn. Sie kommen in unsere Richtung. Vorsicht, wenn sie um die Ecke kommen.�</p><p>Aber der unsichtbare Syndik-Soldat kam nicht um die Ecke. Vielmehr musste er beim z�gigen Laufen nach hinten gesehen haben, da durch den Korridor ein dumpfer Knall hallte, der davon herr�hren musste, dass der Syndik gegen das Schott geprallt war, als es ihm nicht gelungen war, sich schnell genug umzudrehen.</p><p>�Hab ihn!�, br�llte einer der Marines und er�ffnete das Feuer.</p><p>Treffer prallten von etwas Unsichtbarem ab, dann nahm das Bild eines Menschen in Kampfpanzerung Gestalt an, und im n�chsten Moment wurde der Syndik von einem Dutzend Geschossen durchsiebt, noch bevor er reagieren konnte.</p><p>Geary rieb sich die Augen und versuchte sich vorzustellen, was der Syndik wohl gesehen hatte. Kiks, die von allen Seiten auf ihn zust�rmten. Echte Geister oder etwas, das von einer letzten Verteidigungsma�nahme in der Struktur des Schiffs erzeugt wurde, so wie Captain Smythe spekuliert hatte? Was immer es war, es f�hlte sich eindringlich genug an, um einen Menschen nerv�s werden zu lassen.</p><p>Er schaltete um zu einem anderen Truppf�hrer, der sich dem Pseudo-Maschinenkontrollraum n�herte. Die Marines r�ckten in Sch�ben vor, wobei immer mehrere von ihnen die Kameraden sicherten, die sich soeben nach vorn zogen. Hatten die ihre anvisierte Position erreicht, wechselten sie die Rollen und gaben den anderen R�ckendeckung, damit sie ihnen folgen konnten. Es war nicht die schnellste Fortbewegungsmethode, aber wenn man mit unsichtbaren Gegnern zu tun hatte, konnte Geary gut verstehen, dass Sicherheit vor Eile ging, um das Abteil zu erreichen.</p><p>Der Trupp war an einem Abzweig angelangt, an dem sich die Luftschleuse befand, die in das Pseudo-Abteil f�hrte. Der Truppf�hrer schob die Fingerspitze �ber die Kante des Seitengangs, damit die in der Kuppe eingearbeitete Minikamera ihm zeigte, was sie hinter der n�chsten Ecke erwartete.</p><p>Offenbar gar nichts. Die Luftschleuse stand offen, niemand war zu sehen.</p><p>�Warum haben die die Schleuse offen gelassen, Sarge?�, fragte einer der Marines.</p><p>�Damit wir da reingehen�, antwortete der Sergeant. �Ein uralter Trick. Lass eine T�r offen, und hoff darauf, dass jemand durchmarschiert, ohne sich zu fragen, wieso sie eigentlich offen ist. Sie glauben gar nicht, wie oft noch immer Leute darauf reinfallen.�</p><p>�Und was machen wir jetzt, Sarge?�</p><p>�Major?�</p><p>Major Dietz reagierte sofort auf den Ruf des Sergeant. �Wir m�ssen so schnell wie m�glich in den Raum dahinter, Sergeant Cortez. Wenn die Syndiks Atombomben mitgebracht haben, dann befindet sich eine von ihnen vermutlich genau dort. Sie m�ssen so schnell wie m�glich �berw�ltigt werden.�</p><p>�Verstanden, Sir. Trupp, wir setzen Sprunggranaten ein, um sie da rauszuholen und um ihre Tarnung aufzuheben. Feuerteam eins und zwei, Granaten bereithalten. Stellen Sie sie auf Staub ein.�</p><p>�Staub, Sarge? Nicht Schrapnell?�</p><p>�Sie haben mich geh�rt. Wollt ihr Jungs erst noch mal um die Ecke gucken?�</p><p>�Ja, Sarge.�</p><p>Der Sergeant schob wieder den Finger �ber die Kante und lie� das Bild auf die Helmdisplays seines Trupps �bertragen.</p><p><emphasis>Was ist eine Sprunggranate?</emphasis>, �berlegte Geary. Er �berflog das Display des Marines und entdeckte eine Auflistung der Waffen. Er markierte das Symbol f�r die Sprunggranaten und erhielt eine Beschreibung sowie ein Bild geliefert. Es handelte sich um eine Granate, die mit einer extrem nachgiebigen H�lle �berzogen war, dick genug, um das explosive Objekt wie einen Gummiball umherspringen zu lassen.</p><p>�Alles gesehen?�, fragte der Sergeant und zog seinen Finger zur�ck. �Und alles klar?�</p><p>�Ja, Sarge. Sieht nach einer Leichtigkeit aus. Ich habe schon im Schlaf schwierigere Spr�nge erledigt.�</p><p>�Verbockt mir das nicht. Wenn ich den Befehl gebe, feuert ihr in Sequenzen in genau dieser Reihenfolge: Denny, Lesperance, Gurganus, Taitano, Caya, Kilcullen. Verstanden?�</p><p>Sechs Marines bejahten.</p><p>�Ihr �brigen Affen haltet euch bereit. Achtung�, sagte Sergeant Cortez. �Fertig. Feuer. Feuer. Feuer. Feuer. Feuer. Feuer.�</p><p>Jeder genannte Marine feuerte eine Granate ab, als er an der Reihe war. Geary sah zu, wie die Granaten vom gegen�berliegenden Schott in hohem Bogen abprallten, gegen das andere Schott flogen, dort ebenfalls abprallten und nach einem weiteren Abpraller in den Pseudo-Maschinenkontrollraum geschleudert wurden. Jetzt wurde Geary auch klar, warum diese Granaten in kurzen Intervallen abgefeuert wurden, da sie sich sonst in die Quere h�tten kommen k�nnen, wobei sie unter Umst�nden ihre Flugrichtung ge�ndert h�tten. So dagegen lief es reibungslos ab, und die Granaten detonierten erst, als sie in das Abteil hineinflogen.</p><p>�Los!�, br�llte Sergeant Cortez und schickte seine Leute nach vorn.</p><p>Geary konnte beobachten, wie die Marines um die Ecke st�rmten und auf die offene Schleuse zuhielten, durch die ihnen dichte Staubwolken entgegenquollen.</p><p>Vage Umrisse tauchten inmitten des Staubs auf, die aus dem Abteil gest�rmt kamen. Es waren die wabernden Umrisse von Menschen in Gefechtspanzern, deren Unsichtbarkeit durch den Staub aufgehoben wurde. Offenbar war ihnen selbst das auch bewusst, denn sie er�ffneten sofort das Feuer und trafen einen Marine, doch dann wurden sie von Dutzenden Geschossen getroffen und niedergestreckt.</p><p>Die Marines ver�nderten unabl�ssig ihre Position, als sie das Abteil st�rmten, das Geary trotz seines Besuchs nicht wiedererkannte, da es jetzt dicht mit Staub gef�llt war. Ihm wurde klar, warum die Granaten so eingestellt worden waren, dass ihre H�lle sich bei der Detonation in feines Pulver verwandelte, lie�en sich so doch die Vorteile der Syndik-Tarnkleidung neutralisieren. Schemen kamen im wirbelnden Staubnebel zum Vorschein, die sofort von Sch�ssen durchsiebt wurden. Das Bild, das von der R�stung des Sergeants �bertragen wurde, wackelte wild, als der Marine getroffen und gegen eine Wand geschleudert wurde, an der er langsam entlangtrieb.</p><p>Schnell schaltete Geary auf einen anderen Marine um und w�hlte den Corporal, der jetzt der Truppf�hrer war. Zwei weitere Sch�sse hallten durch das Abteil, dann wurde alles ruhig, w�hrend die Staubwolken nach weiteren noch verbliebenen Gegnern durchsucht wurden.</p><p>�Sarge ist getroffen! Sieht �bel aus.�</p><p>�Sehen Sie zu, was Sie f�r ihn tun k�nnen�, befahl Corporal Maksomovic. �Was ist mit Tsing?�</p><p>�Tot.�</p><p>�Verdammt. Haben irgendwelche Syndiks �berlebt?�</p><p>�Falls ja, dann werden sie nicht mehr lange ��</p><p>�Verdammt, Cayy, wenn Sie oder sonst jemand auf einen Syndik st��t, der noch atmet, dann werden Sie daf�r sorgen, dass er auch weiterhin atmet! Wir haben den Befehl, Gefangene zu machen, damit wir sie verh�ren k�nnen, und Sie werden diesen Befehl verdammt noch mal ausf�hren!�</p><p>�Schon gut, schon gut, Mack. Hey, die hier ist noch � nein, doch nicht mehr.�</p><p>Geary konnte sehen, wie Corporal Maksomovic neben einer Gestalt in Syndik-R�stung trieb, deren Tarnvorrichtung komplett ausgefallen war. �K�nnen wir sie wiederbeleben und bergen?�</p><p>�Nicht mit einem so riesigen Loch im K�rper. Ich versteh nicht, wie sie �berhaupt so lange durchhalten konnte.�</p><p>�Hey, Mack, ich habe die Atombombe gefunden, nach der wir suchen sollten!�</p><p>�Nicht anfassen, Uulina!� Das Bild bewegte sich hastig und konzentrierte sich dann auf einen gedrungenen Zylinder, der in einer Ecke des Abteils verankert worden war. Auf dem Helmdisplay des Corporal identifizierte sein Gefechtssystem automatisch die feindliche Waffe und zeigte alle wesentlichen Informationen an. �Major, wir haben eine best�tigte Nuklearwaffe entdeckt.�</p><p>Major Dietz klang erleichtert und besorgt zugleich. �Ist sie scharf?�</p><p>��hm � Z�ndschalter.� Corporal Maksomovics Helmdisplay hob den Teil der Waffe hervor, auf den er sah, dann wurde ihm eine Zeichnung gezeigt, die die Ein- und Aus-Stellung des Schalters darstellte. �Nein, Sir. Z�ndschalter ist nicht umgelegt worden.�</p><p>�Und der Timer?�</p><p>�Nein, Sir. Timer l�uft nicht.�</p><p>�Gute Arbeit. Bewachen Sie das Ding, w�hrend wir einen Waffeningenieur ranschaffen, der Ihnen erz�hlen wird, wie Sie es unsch�dlich machen k�nnen. Und achten Sie ja darauf, dass die Syndiks nicht versuchen, die Bombe wieder an sich zu nehmen.�</p><p>�Ja, Sir. Major, wir haben einen Verletzten ��</p><p>�Haben wir gesehen. Es ist ein weiterer Trupp mit zwei Flottensanit�tern auf dem Weg. Lassen Sie <emphasis>auf keinen Fall </emphasis>die Bombe wieder in die H�nde der Syndiks fallen.�</p><p>�Danke, Sir. Habe verstanden. Wir bewachen die Bombe um jeden Preis. Also gut, ihr Affen�, redete der Corporal weiter. �Feuerteams mit gerader Nummer bewachen die offene Schleuse, die anderen die geschlossene Schleuse. Dr�ngt euch nicht auf einen Haufen, sonst k�nnen die euch ganz leicht abknallen! Ausschw�rmen! Kilcullen, sehen Sie mal, was Sie f�r den Sergeant tun k�nnen, bis die Sanit�ter hier eintreffen.�</p><p>�Und was machen Sie, Mack?�</p><p>�Ich stelle mich neben die Bombe und passe auf, dass sich ihr niemand n�hert. Sie achten auf Syndiks, ich k�mmere mich um das Ding hier.�</p><p>Eine andere Stimme war zu h�ren, und Geary begriff, dass es sich um den Seniorkommandokanal der Marines handelte. �Wie geht es voran, Vili?�, fragte General Carabali.</p><p>�Ich habe alles im Griff�, erwiderte Major Dietz. �Kommandobereich gesichert, Gegenangriff l�uft. Die Pseudo-Maschinenkontrolle haben wir zur�ckerobert, die Pseudo-Br�cke ist als N�chstes an der Reihe.�</p><p>�Das habe ich gesehen. Also gut, an alle: Major Dietz bleibt der Befehlshaber vor Ort. Sobald Sie an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>gehen, nehmen Sie Ihre Befehle von ihm entgegen.�</p><p>Captains und Lieutenants, die die von der <emphasis>Typhoon </emphasis>kommenden Kompanien und Z�ge befehligten, antworteten mit einem Chor aus zustimmenden und best�tigenden Lauten. Major Dietz begann sofort Befehle auszugeben, mit denen er die Einheiten auf die verschiedenen Decks und auf die Korridore verteilte, damit sie einen Kordon bildeten, der die <emphasis>Invincible </emphasis>durchk�mmen w�rde. �Die kleinste Operationseinheit ist der Trupp�, sagte Dietz. �Keine kleinere Einheit hat sich eigenst�ndig durch das Schiff zu bewegen.�</p><p>�Trupp?�, wiederholte irgendein Captain nahezu erschrocken.</p><p>�Sie werden es verstehen, wenn Sie tiefer in das Schiff vorgedrungen sind�, antwortete der Major. �Postieren Sie einen kompletten Zug an der Luftschleuse, welche die Syndiks benutzt haben, um an Bord zu gelangen. Halten Sie sich bereit, dass der eine oder andere versuchen wird, auf dem Weg nach drau�en zu kommen.�</p><p>�Nach drau�en kommen? Wohin denn? Da haben zwar ein paar Shuttles gewartet, aber die werden gerade eines nach dem anderen abgeschossen.�</p><p>�Das werden Sie verstehen, wenn Sie sich im Inneren des Schiffs befinden�, wiederholte Major Dietz. �Glauben Sie mir, die Syndiks werden es verlassen wollen. Seien Sie darauf gefasst, dass sie bei einem Angriff sogar zu allen Mitteln greifen werden, weil sie unbedingt die Luftschleuse erreichen wollen.�</p><p>�Major, wir haben die Pseudo-Br�cke eingenommen�, meldete ein Lieutenant. �Hier ist noch eine Bombe, aber kein einziger Syndik.�</p><p>�Wie war das? Kein Syndik?�</p><p>�Nein, Sir. Ich habe meine Leute eine Wand bilden und sie von einer Seite des Abteils bis zur anderen gehen lassen. Hier halten sich keine Syndiks versteckt.�</p><p>�Sie haben eine Atombombe unbewacht zur�ckgelassen?�, rief ein Captain verbl�fft. �Die � h�? Was ist das? Wer ist da?�</p><p>Geary �berpr�fte die Position des Captains und stellte fest, dass der sich tief im Inneren der <emphasis>Invincible </emphasis>aufhielt.</p><p>�Major, was h�lt sich hier noch auf?�, wollte eine sehr beunruhigte Stimme wissen.</p><p>�Nichts, was Ihnen etwas antun k�nnte�, antwortete Dietz. �Behalten Sie Truppformation bei. General, die neuen Truppen haben sich noch nicht an die Umgebung in der <emphasis>Invincible </emphasis>gew�hnt. Das k�nnte sich zu einem ernsteren Problem als erwartet entwickeln.�</p><p>�Bringen Sie sie mit Ihren Leuten zusammen�, wies Carabali ihn an. �Machen Sie den Zug zur kleinsten Einheit, und sorgen Sie daf�r, dass die Marines in jedem Zug in k�rperlichem Kontakt untereinander bleiben.�</p><p>Admiral Lagemann wandte sich an Geary: �Kriegf�hrung in einem Geisterhaus. Ich dachte immer, es k�nnte keine noch schlimmere Form des Kriegs geben, aber jetzt haben wir sie tats�chlich entdeckt. Bei der ersten Atombombe in der Pseudo-Maschinenkontrolle waren sechs Syndiks anwesend. Wenn die andere Gruppe genauso gro� war, dann wird sie zu klein gewesen sein, um den mentalen Druck der Kik-Geister auszuhalten oder wie man dieses Ph�nomen auch bezeichnen will.�</p><p>�Sie glauben, die sind einfach weggelaufen?�</p><p>�Das halte ich f�r wahrscheinlich. Sehen Sie sich doch nur an, was mit den neuen Marines geschieht, die eben an Bord gekommen sind. Und die waren �berall in Truppst�rke unterwegs, also doppelt so viele Leute wie die Syndiks, die die zweite Bombe im Stich gelassen haben.�</p><p>An mehreren Stellen leuchteten Alarmsymbole auf, zum Teil, weil dort Marines mit Syndik-Eindringlingen k�mpften, zum Teil, weil Syndiks auf Geister geschossen haben mussten und so den Marines ihre Position verrieten.</p><p>Jene Marines, die von der <emphasis>Typhoon </emphasis>auf die <emphasis>Invincible </emphasis>�bergewechselt waren, bewegten sich nun langsamer als noch zu Beginn, und sie drehten sich immer h�ufiger um und warfen einen forschenden Blick hinter sich, w�hrend sie durch die leeren, dunklen G�nge des erbeuteten Kik-Kriegsschiffs zogen. Von Zeit zu Zeit feuerten sie Salven auf m�gliche Feinde ab, die gar nicht existierten.</p><p>�Wir haben Meldungen!�, rief irgendjemand.</p><p>Wieder wechselte Geary die Ansicht und entschied sich f�r die Helmkamera des Marine-Lieutenant, dessen Zug die Luftschleuse bewachte. Einer seiner Marines fuchtelte aufgeregt. �Nach der Bewegung zu urteilen, drei oder vier! Sie kommen so schnell in unsere Richtung, dass die Ausr�stung erfassen kann, wie sie sich von den W�nden absto�en.�</p><p>�Nebeln Sie den Korridor ein�, befahl der Lieutenant.</p><p>Einnebeln bedeutete in diesem Fall mehr Staub. Die Granaten gingen in einer Serie von Detonationen hoch, die f�r einen Moment den dunklen Gang erhellten, ehe die Staubwolken verhinderten, dass irgendwelches Licht den Korridor durchdrang. Sekunden sp�ter wurde der Staub verwirbelt, und mehrere Gestalten kamen durch die Wolke geflogen. Die Marines er�ffneten das Feuer und t�teten die Syndiks, deren K�rper von den Treffern aus ihrer urspr�nglichen Flugbahn geworfen wurden.</p><p>�Was war denn das?�, fragte der Zug-Sergeant den Lieutenant. �Die haben nicht mal versucht, auf uns zu schie�en. Die sind einfach auf uns zugeflogen.�</p><p>�Da kommen mehr! Gleicher Gang!�</p><p>�Sie nehmen die umgekehrte Route, auf der sie ins Schiff vorgedrungen sind�, warnte Major Dietz.</p><p>Sch�sse wurden abgegeben, eine ziellose Salve, gefolgt von mehreren Syndiks. Die feuerten in alle Richtungen wild drauflos, als sie aus der Staubwolke gest�rmt kamen. Die Marines erwiderten das Feuer und t�teten alle bis auf einen. Dieser letzte Syndik-Soldat war verwundet, aber er lebte noch. Als er den Rand der Luftschleuse erreichte, klammerte er sich daran und sah auf eine Weise nach drau�en, als f�rchte er, irgendetwas k�nnte ihn zur�ck in die <emphasis>Invincible </emphasis>zerren.</p><p>Ein Marine klatschte eine Verbindungseinheit auf die R�stung des Syndiks, um mit ihm kommunizieren zu k�nnen. �Ergeben Sie sich, Mann! Deaktivieren Sie Ihre Systeme!�</p><p>�Nein!� Geary konnte den heulenden Tonfall des Mannes h�ren. �Die kriegen mich! Lassen Sie mich weg von hier! Lassen Sie mich da raus, wo ich in Sicherheit bin!�</p><p>�Da drau�en ist nichts mehr! Wir haben all Ihre Shuttles abgeschossen!�</p><p>Der Syndik hielt sich weiter krampfhaft am Rand der Schleuse fest und ignorierte jeden Versuch, ihn zur Kapitulation zu bewegen.</p><p>�Schalten Sie die Systeme seiner R�stung ab, und dann stellen Sie ihn ruhig.�</p><p>�Wenn wir einfach seine Systeme abschalten, bringen wir ihn wom�glich um�, widersprach der Lieutenant. �Unser Befehl lautet, ein paar Gefangene zu nehmen.�</p><p>�Sir, wenn wir seine Systeme nicht abschalten und ihn nicht ruhigstellen, dann wird er sich noch selbst umbringen. Sie sehen, wie viele Treffer er eingesteckt hat. Wenn wir ihn nicht behandeln, wird er sterben.�</p><p>�Es ist ein Auswertungsteam auf dem Weg zu Ihnen�, mischte sich General Carabali ein. �Warten Sie, bis das Team da ist und den Syndik verh�ren kann. Es wird von einem medizinischen Team begleitet.�</p><p>�Wen k�mmert es, ob ein Syndik mehr oder weniger stirbt?�, murmelte irgendjemand.</p><p>�Uns k�mmert es, Private Lud�, antwortete Carabali in frostigem Tonfall. �Wir m�ssen n�mlich wissen, wie viele Syndiks an Bord gegangen sind und wie viele Atombomben sie mitgebracht haben. Ist das klar?�</p><p>�J-ja, General�, stammelte der vorlaute Private Lud, auf den zweifellos noch einige unangenehme Unterhaltungen mit seinem Sergeant und seinem Lieutenant warteten, nachdem Carabali mit ihm fertig war.</p><p>Mehr und mehr Marines str�mten an Bord der <emphasis>Invincible</emphasis>, aber angesichts der Gr��e dieses Schiffs und der Notwendigkeit, die Neuank�mmlinge in nicht weniger als Zugst�rke losziehen zu lassen, war es nicht m�glich, alle Bereiche gleichzeitig zu sichern. Aber sie konnten einen Kordon bilden und in der N�he der Luftschleuse und der Pseudo-Maschinenkontrolle sowie der Pseudo-Br�cke die Decks durchsuchen.</p><p>�Ich w�rde sagen, wir haben die <emphasis>Invincible </emphasis>wieder so gut wie gesichert�, meinte Geary an Desjani gerichtet.</p><p>Als h�tten die Lebenden Sterne nur auf eine solche �u�erung gewartet, um Gearys Stolz bestrafen zu k�nnen, meldete sich gleich darauf Admiral Lagemann bei ihm.</p><p>�Admiral Geary, wir haben soeben eine Mitteilung von einer Frau erhalten, die von sich behauptet, die Befehlshaberin der Enterkommandos zu sein. Sie sagt, sie hat eine Atombombe, und sie verlangt von uns, die <emphasis>Invincible </emphasis>umgehend zu evakuieren, sonst wird sie die Bombe z�nden.�</p></section><section><title><p>Sechs</p></title><p>�Wie war das gerade?�, fragte Desjani. �Hatten Sie etwas �ber die <emphasis>Invincible </emphasis>gesagt?�</p><p>�Ach, vergessen Sie�s.� Geary musste sich unterbrechen, um seinen Tonfall in den Griff zu bekommen, dann erwiderte er an Lagemann gerichtet: �Wo ist sie? Wissen wir, wo sich diese Befehlshaberin mit ihrer Bombe aufh�lt?�</p><p>Major Dietz antwortete grimmig: �Wir vermuten, dass sie sich irgendwo dort befindet.� Dabei deutete er auf einen Punkt fast mittschiffs nahe der Achse der <emphasis>Invincible</emphasis>. �Sie k�nnen sehen, dass unsere Streitkr�fte jede Bewegung entlang dieser Linie blockieren, und sobald unsere Patrouillen den n�chsten Abschnitt durchk�mmt haben, r�cken die anderen auf eine neue Position nach, um den Kreis enger und enger zu ziehen. Wir sind bislang keinen weiteren Syndiks begegnet, weder in kleinen Gruppen noch als Einzelpersonen. Deshalb nehmen wir an, dass diese Befehlshaberin auf den Gedanken gekommen ist, eine Panik verhindern zu k�nnen, wenn sie ihre Leute zusammenzieht.� Dietz hob einen Bereich von mehreren Abteilen hervor. �Wir glauben, sie h�lt sich hier auf. Von dort kam auch die �bertragung. Au�erdem bildet dieser Block aus f�nf Abteilen eine kompakte Verteidigungsposition, die von oben und unten nur schwer zu erreichen ist.�</p><p>�Und wann werden wir es mit Sicherheit wissen?�, hakte Geary nach.</p><p>�Ich habe die Patrouillen angewiesen, schneller vorzur�cken und sich der vermuteten Position zu n�hern. Wenn wir sie lokalisiert haben, kann ich ein paar Sp�her reinschicken, damit wir uns ein Bild davon machen k�nnen, wie gro� dieser Trupp ist und ob sie tats�chlich eine Bombe haben.�</p><p>�In zehn Minuten?�, dr�ngte Geary.</p><p>�Halbe Stunde�, gab Major Dietz zur�ck, der sich bei seiner Antwort sichtlich zusammenrei�en musste.</p><p>Geary atmete gedehnt durch, w�hrend er �ber seine Optionen nachdachte. �Die Gesandten Rione und Charban sollen mit dieser Syndik-Offizierin Kontakt aufnehmen. Ihr Auftrag lautet, die Frau m�glichst lange in Diskussionen und Verhandlungen zu verstricken.� Genau genommen konnte er weder Rione noch Charban einen Auftrag erteilen, da sie als Vertreter der Allianz-Regierung an Bord waren und nicht seinem Kommando unterstanden. Aber in j�ngerer Zeit hatten sie nicht darauf gepocht, wenn er etwas von ihnen wollte, und er konnte sich nicht vorstellen, dass sie jetzt damit anfangen w�rden. �Soll diese Syndik ruhig glauben, dass wir im Begriff sind, ihren Forderungen nachzugeben, w�hrend Sie herausfinden, wo genau sie ist, damit Sie Ihre Leute in Position bringen und feststellen k�nnen, ob das mit der dritten Bombe vielleicht nur ein Bluff ist.�</p><p>Geistig zog er sich aus der Situation an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>zur�ck und rieb sich m�de die Augen. �Tanya, wie sieht das Gesamtbild aus?�</p><p>�Bislang hat sich nichts ereignet, soweit wir das sagen k�nnen�, erwiderte sie. �Elf getarnte Shuttles wurden entdeckt und zerst�rt. Seit einer Weile haben wir nichts mehr aufsp�ren k�nnen, was bedeuten d�rfte, dass wir sie wohl alle erwischt haben. Was ist auf der <emphasis>Invincible </emphasis>los?�</p><p>�Zwei Atombomben haben wir gefunden, aber es k�nnte noch eine dritte geben, und die Syndik-Befehlshaberin droht damit, sie hochgehen zu lassen.� Er wandte sich General Carabali zu. �Elf Syndik-Shuttles wurden bislang zerst�rt. Hilft das f�r eine Einsch�tzung, wie viele Syndiks an Bord gekommen sein k�nnten?�</p><p>�Wir kennen damit zumindest die Obergrenze�, sagte Carabali. �Die Shuttles sind vermutlich nicht bis auf den letzten Platz besetzt gewesen. Bei solchen Operationen nutzt man �blicherweise die Traglast nicht restlos aus, weil es bei einem der anderen Shuttles zu Problemen kommen kann. Leider verr�t uns das nichts dar�ber, wie viele Sprengk�pfe sie an Bord gebracht haben k�nnten.�</p><p>�Meinen Sie, die werden wirklich eine Atombombe z�nden, wenn sie selbst noch an Bord sind?�</p><p>General Carabali zog die Stirn in Falten. �Admiral, wir haben es hier mit Spezialeinsatzkr�ften zu tun, nicht mit Fanatikern vom Syndik-Sicherheitsdienst.�</p><p>�Major Dietz meinte, es k�nnte sich auch um Fanatiker handeln.�</p><p>�Das war eine berechtigte Vermutung. Aber nach dem, was ich bislang von ihrer Ausr�stung und ihren Taktiken gesehen habe, sind das Soldaten. Syndik-Spezialeinsatzkr�fte sind bestens ausgebildet und h�chst zuverl�ssig, aber ich kann mich an keinen Vorfall im Krieg erinnern, bei dem sie sich vors�tzlich auf ein Selbstmordkommando eingelassen haben.�</p><p>�Dann glauben Sie nicht, dass sie ihre Drohung wahrmachen werden?�</p><p>�Ich wei� es nicht, Admiral. So etwas ist nicht typisch f�r derartige Syndik-Einheiten, aber ausschlie�en kann ich es nicht. Ein zus�tzlicher Faktor ist nat�rlich der, dass die, �hm, Atmosph�re an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>extremes Unbehagen ausl�st. Welche Auswirkungen das auf die Entscheidungen von Syndiks auch in einer gr��eren Gruppe haben kann, wei� ich nicht.�</p><p>�Stellen Sie sicher, dass wir ihnen die Kapitulation anbieten.�</p><p>Carabali nickte, zog aber eine skeptische Miene. �Sie k�nnen nicht davon ausgehen, dass wir sie wie Kriegsgefangene behandeln, wenn sie sich ergeben, Admiral.�</p><p>�Ich habe nicht zugelassen, dass ��</p><p>�Das ist richtig, Admiral. Aber das waren Gefangene, die zweifellos als milit�risches Personal der Syndiks identifiziert werden konnten. Sie trugen Uniformen, sie geh�rten zu Einheiten, sie f�hrten alle notwendigen offiziellen Dokumente bei sich, um sich auszuweisen. Aber hier reden wir von einer Frau, die von sich behauptet, die Befehlshaberin dieser Gruppe zu sein, und die dabei nicht einmal ihren Dienstgrad nennt. Die von uns get�teten oder gefangen genommenen Syndiks tragen keine milit�rischen Abzeichen und geben keinen Hinweis auf ihre Identit�t. Sie sind mit der f�r Spezialeinsatzkr�fte typischen Ausr�stung ausgestattet, aber bei dieser Ausr�stung hat man alles entfernt und abgefeilt, was auf ihre Herkunft schlie�en lassen k�nnte. Den Leuten hat man sogar die implantierten Chips herausgenommen, auf denen sich medizinische und andere Informationen befinden. Sie haben nichts an sich, was sie als Teil des Syndik-Milit�rs ausweist oder was ihnen in irgendeiner Weise einen offiziellen Status verleihen k�nnte.�</p><p>Geary sah Carabali an. �Halten die sich f�r so was wie Piraten?�</p><p>�Private Individuen�, gab sie tonlos zur�ck, �die in privater Mission unterwegs sind. Mehr haben wir aus dem einen Gefangenen nicht herauskriegen k�nnen, der in der Lage ist zu reden.�</p><p>�Glauben Sie, sie werden bei dieser Version bleiben, auch wenn das bedeutet, dass ihnen als Terroristen die Todesstrafe droht?�</p><p>�Schwer zu sagen, Admiral. Wir bewegen uns auf unerforschtem Gebiet, wenn es um diese Dinge geht. Fr�her waren sie Syndiks, und wir befanden uns mit ihnen im Krieg. Sie stellten feindliche K�mpfer dar. Jetzt, da offiziell Frieden herrscht, sind offizielle Syndiks, die in Gefangenschaft geraten, besser gesch�tzt als �Freischaffende�. Allerdings besitzen diese Leute hier nichts, womit sich im Ernstfall belegen lie�e, dass sie einen offiziellen Status haben. Ich glaube, wir k�nnen davon ausgehen, dass die Syndik-CEOs in diesem Fall behaupten werden, von diesen Leuten und ihrer Mission keine Ahnung zu haben. F�r uns bedeutet das, dass wir sie rechtm��ig hinrichten d�rfen, ganz gleich was sie von sich behaupten.�</p><p>Und das war diesen Syndiks genauso klar. Hatten sie das gewusst, als sie diese Operation in Angriff genommen hatten? Oder war es ihnen erst klar geworden, als sie an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>in der Falle sa�en, ihr Angriffsplan gescheitert war und sie immer weniger wurden, w�hrend die Kik-Geister ihnen zu schaffen machten?</p><p>�Bieten Sie ihnen die Chance zu �berleben an�, sprach Geary bed�chtig. �Sagen Sie ihnen, ich gebe ihnen ganz offiziell und vor Zeugen die Zusage, dass jedes Mitglied ihrer Einheit unversehrt bleiben wird, wenn er kapituliert und kooperiert.�</p><p>�Ich werde daf�r sorgen, dass dieses Angebot sie erreicht�, sagte Carabali. Ihre Miene zeigte keine Regung, nur ihr Tonfall verriet, dass sie einer Vorgehensweise zustimmte, bei der sie davon �berzeugt war, dass sie zu nichts f�hren w�rde. Dann hielt sie inne und drehte sich zur Seite, um sich einen Bericht anzuh�ren. �Admiral, der Gefangene, der von uns verh�rt wird, l�sst Anzeichen daf�r erkennen, dass er einer mentalen Manipulation unterzogen wurde.�</p><p>Unwillk�rlich wunderte sich Geary, wieso ihn solche Enth�llungen eigentlich immer noch �berraschen konnten. �Was f�r eine Art von mentaler Manipulation?�</p><p>�Das ist noch nicht klar. Sobald die Unterhaltung auf ein milit�risches Thema gelenkt wird, liefert er Antworten, die zu einer mentalen Manipulation passen. M�glicherweise sind sie nicht f�hig zuzugeben, dass sie zu einer Spezialtruppe geh�ren oder geh�rten.� Carabali verzog den Mund. �M�glicherweise sind sie nicht in der Lage sich zu ergeben. Wenn sie das nicht k�nnen, werden wir alle erforderlichen Ma�nahmen ergreifen m�ssen.�</p><p>�Ich verstehe.� Nachdem er bei Commander Benan das Ausma� derartiger Manipulationen erlebt hatte, konnte er gut verstehen, dass die so behandelten Syndiks nicht in der Lage waren, die Blockade zu �berwinden, die man in ihrem Verstand implantiert hatte. Und er wusste auch, warum Carabali das Thema angesprochen hatte. Er war der Oberbefehlshaber, und es fiel in seine Verantwortung, zu entscheiden, ob alle erforderlichen Ma�nahmen ergriffen werden sollten oder nicht. �Ihre Befehle lauten, alle erforderlichen Ma�nahmen zu ergreifen, um die Bedrohung zu eliminieren, die von diesen Syndiks f�r die <emphasis>Invincible </emphasis>und f�r unser an Bord befindliches Personal ausgeht.�</p><p>�Jawohl, Sir. Alle Vorbereitungen werden getroffen. Wir geben Ihnen Bescheid, bevor wir reingehen.�</p><p>Nachdem er das Gespr�ch mit General Carabali beendet hatte, lehnte sich Geary zur�ck und versuchte, seine angespannten Muskeln ein wenig zu lockern. Es war nicht n�tig, vorn�bergebeugt dazusitzen, w�hrend er sich die Bilder ansah, die von den Kameras der Marines �bertragen wurden. Und genauso musste er darauf gefasst sein, jeden Moment einen Satz zu machen und ins Geschehen einzugreifen. Aber es war eben nicht so leicht, die Instinkte zu �berlisten. Au�erdem f�hlte es sich verkehrt an, in einer l�ssigen Pose dazusitzen und zuzusehen, wie M�nner und Frauen ihr Leben riskierten.</p><p>�Wann gehen die Marines rein?�, fragte Desjani.</p><p>�Woher wissen Sie, dass sie reingehen werden?�</p><p>�Das kursiert auf allen inoffiziellen Kan�len in der Flotte. Schon ironisch, nicht wahr?�</p><p>�Was?�, fragte Geary verdutzt.</p><p>�Dass die Pl�ne der Syndiks durchkreuzt werden, weil die Kik-Geister ihnen Angst einjagen. Die Kiks helfen uns, das Schiff zu verteidigen, das wir ihnen abgenommen haben.�</p><p>�Nur zu schade, dass die Kiks keine Atombomben entsch�rfen k�nnen. Gab es irgendwelche �berlebende von den Shuttles?�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Nein, aber das ist auch nicht weiter verwunderlich. Wenn ein Shuttle von Kriegsschiffen beschossen wird, bleibt normalerweise nicht viel �brig. Ich habe trotzdem ein paar Zerst�rer angewiesen, einige Tr�mmerteile zu bergen. Vielleicht finden wir ja einen Beweis daf�r, dass die Syndiks das zu verantworten haben.�</p><p>�Schaden kann es nicht. Danke. Aber wundern Sie sich nicht, wenn sich nichts finden l�sst. S�mtliche Ausr�stung der Syndik-Soldaten an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>wurde vollst�ndig anonymisiert.�</p><p>�Es hei�t, wir h�tten mindestens einen Gefangenen.�</p><p>�Und die ersten Verh�re deuten darauf hin, dass man mit den Soldaten etwas �hnliches gemacht hat. Mentale Blockaden.�</p><p>Sie sah ihn lange schweigend an. �Die Vorfahren m�gen uns beistehen. Warum um alles in der Welt haben sich die Menschen der Syndikatwelten nicht dazu durchringen k�nnen, ihre verdammten CEOs in kleine St�cke zu rei�en?�</p><p>�Wenn ich das w�sste.� Er musste an einige Sternensysteme denken, die sie zu sehen bekommen hatten. �Ich sch�tze, hier und da werden sie es schon gemacht haben. Vielleicht ist das ja der Grund, wieso die Syndik-CEOs uns mit allen Mitteln zu bek�mpfen versuchen. Sie m�ssen schreckliche Angst davor haben, was jeden Einzelnen von ihnen erwartet, wenn sie auch nur die geringste Schw�che erkennen lassen.�</p><p>�Sie meinen, die versuchen mit heiler Haut davonzukommen, indem sie die Leute noch w�tender auf sich machen? Ja, das d�rfte funktionieren.�</p><p>Er teilte ihre Meinung, worauf die um sich greifenden Revolten gegen die Taktiken der Syndik-Regierung auf lange Sicht hinauslaufen w�rden. Aber f�r den Augenblick �nderte das nichts an der Tatsache, dass diese Flotte sich mit den zunehmend verzweifelten und immer verschlageneren Taktiken der CEOs konfrontiert sah, die alles versuchten, um an der Macht zu bleiben.</p><p>Geary musterte sein Display. Die Flotte entfernte sich vom Hypernet-Portal, die Zerst�rer und die Leichten Kreuzer waren nach wie vor um die <emphasis>Invincible </emphasis>geschart. Auf dem Weg, den die Flotte nehmen w�rde, befand sich kein Hindernis � jedenfalls nichts, was f�r ihn erkennbar gewesen w�re, korrigierte sich Geary. Da waren nur ein paar Handelsschiffe unterwegs, von denen das n�chstgelegene immer noch �ber zwanzig Lichtminuten entfernt war. �Tanya, berechnen Sie einen Kurs zum Sprungpunkt nach Simur. Ich will einen weiten Bogen fliegen. Auch wenn es dann l�nger dauert als eigentlich n�tig, will ich vermeiden, dass uns auf dem direkten Weg weitere Hindernisse erwarten.�</p><p>�Kein Problem, Admiral. Sollen wir dann auch sofort auf diesen Kurs einschwenken?�</p><p>�Nein, warten Sie damit noch. Ich m�chte nicht mit der <emphasis>Invincible </emphasis>durch das System fliegen, solange die Marines ihre Arbeit noch nicht erledigt haben.�</p><p>Sein Blick kehrte zum Display zur�ck. Sobek verf�gte nur �ber einen Sprungpunkt. Wer also durch das Hypernet-Portal hier eintraf und den Kurs auf sein n�chstes Ziel nicht auf gleichem Weg nahm, der konnte nur nach Simur weiterreisen. Von dort konnte die Flotte nach Padronis springen und von dort nach Atalia, von wo aus das im Allianz-Gebiet gelegene Varandal-Sternensystem erreicht werden konnte. Kein allzu langer Weg, aber zu berechenbar f�r den Fall, dass die Syndiks weitere Fallen gestellt hatten. <emphasis>Es ist nicht nur Sobek, es ist auch das Problem, dass wir von Sobek aus keine Alternativen haben. Von Sobek nach Simur, von dort nach Padronis, wenn wir nach Hause gelangen wollen. Als wir das letzte Mal in Atalia waren, hat man dort mit der Syndik-Regierung nicht mehr zusammengearbeitet. Aber bis Atalia ist jedes System f�r uns ein Spie�rutenlaufen.</emphasis></p><p>Ein weiteres eingehendes Gespr�ch holte ihn aus seinen d�steren Gedanken �ber ihren Heimweg. Rione hatte wieder diesen frostigen Gesichtsausdruck, den sie immer dann zur Schau stellte, wenn sie extrem frustriert war. Zum Gl�ck betraf ihre Laune nicht ihn.</p><p>�Wenn Sie erwarten, dass sich die Situation an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>mit Diplomatie oder Verhandlungen l�sen lassen wird, dann sollten Sie andere Optionen in Erw�gung ziehen�, sagte sie.</p><p>�Ich habe das nicht erwartet, ich habe das eher so gesehen, dass ein Versuch nicht schaden kann�, r�umte Geary ein. �Sie sehen also keinen Grund f�r die Hoffnung, dass sich die Lage mit Worten anstelle von Taten l�sen l�sst?�</p><p>Rione sch�ttelte den Kopf. �Es mag an dieser Umgebung liegen, vielleicht auch an der Tatsache, dass diese Gruppe in einer ausweglosen Situation steckt. Auf jeden Fall will die Frau, mit der ich gesprochen habe, keinen Millimeter nachgeben, auch wenn sie einen verunsicherten Eindruck macht. Es ist so, als w�rde man mit Leuten reden, die mit dem R�cken zur Wand stehen. Sie wissen, sie k�nnen nicht entkommen, aber sie wollen auch nicht aufgeben. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie ihnen versprechen wollten, sie wie milit�rische Gefangene zu behandeln, sollten sie sich ergeben. Ich bin mir nicht sicher, dass Sie dieses Versprechen halten k�nnten, wenn wir mit ihnen erst einmal ins Allianz-Gebiet zur�ckgekehrt sind, aber das hat nichts bewirkt. Sie scheinen Versprechen von hochrangigen Offiziellen keinen Glauben zu schenken.�</p><p>�Nat�rlich nicht. Es sind Syndiks. Hat General Carabali Ihnen von den Hinweisen darauf erz�hlt, dass diese Leute mental manipuliert worden sein k�nnten?�</p><p>�Ja, allerdings kann ich aus meinen Gespr�chen nicht ableiten, ob das stimmt oder nicht�, sagte Rione und erg�nzte: �In F�llen wie diesen ist es eigentlich nicht m�glich, einen Unterschied festzustellen, ob jemandem eine mentale Blockade implantiert wurde oder ob jemand von seiner Sache so �berzeugt ist, dass er damit seinen eigenen Verstand blockiert.�</p><p>Geary fuhr sich durchs Haar und �berlegte, was er tun konnte. �Glauben Sie, die haben tats�chlich eine Atombombe? Und falls ja, glauben Sie, die werden sie z�nden?�</p><p>�Das sind gute Fragen, auf die ich keine guten Antworten habe�, entgegnete Rione.</p><p>Was auch sonst? �Hatten Sie den Eindruck, dass sie immer noch glauben, dass jemand kommt und sie rettet? Wissen sie, dass wir all ihre Shuttles zerst�rt haben?�</p><p>�Sie wissen das, was wir ihnen gesagt haben, Admiral. Dass sie es uns auch glauben, halte ich f�r unwahrscheinlich.�</p><p>Ersch�pft nickte Geary. �Reden Sie bitte weiter mit ihnen.�</p><p>�Da Sie mich so freundlich bitten, werde ich das machen.� Sie verzog angewidert den Mund. �Ich werde mit ihnen reden, bis sie von den Marines get�tet werden. Vielleicht wird sie das ja ablenken, und die Marines haben leichteres Spiel. Haben Sie schon mal mit jemandem in dem Moment gesprochen, als er starb?�</p><p>�Nein�, antwortete Geary.</p><p>�Ich auch nicht. Aber vielleicht ist es ja heute so weit. Ich habe den Verdacht, dass ich bald erfahre, wie sich das anf�hlt.�</p><p>Er kniff die Augen zu und verzog den Mund, nachdem Rione das Gespr�ch beendet hatte. Dann straffte er die Schultern und konzentrierte sich wieder auf die Situation der Marines. An Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>hatten die Marines ihren sph�renf�rmigen Kordon um den Bereich enger gezogen, den Major Dietz als den wahrscheinlichen Standort der Syndiks bestimmt hatte. Die G�nge und Abteile ringsum sowie oberhalb wie auch unterhalb der vom Feind besetzten Sektion waren bereits hermetisch abgeriegelt. Auf Gearys Bild vom Deckplan der <emphasis>Invincible </emphasis>waren f�nf Abteile als vom Gegner eingenommen markiert zu erkennen. �<emphasis>Wissen </emphasis>wir, dass sie dort sind?�, fragte Geary an Major Dietz gewandt.</p><p>�Ja, Sir�, meldete der Marine. �Wir haben den Bereich ein wenig auskundschaften k�nnen, aber da die Syndiks sich noch immer im Tarnmodus befinden, l�sst sich ihre Zahl nicht exakt feststellen. Wir sch�tzen, dass es etwa zwanzig Leute sind, Admiral.�</p><p>�Guter Instinkt, was ihre Position betrifft, Major. Wissen wir auch, ob sie tats�chlich eine dritte Atombombe bei sich haben?�</p><p>Major Dietz err�tete leicht, als er Gearys Lob h�rte, dann z�gerte er einen Moment lang. �Admiral, wir haben Sensorm�cken reingeschickt, die das Einzige waren, was wir durch die Gegenma�nahmen der Syndiks hindurchschaffen konnten, mit denen sie alle Zug�nge gesichert haben. Diese M�cken haben keine zus�tzliche Strahlung auffangen k�nnen, die auf eine Atombombe hindeuten w�rde. Aber wegen ihrer Gr��e und der geringen Energievorr�te k�nnen sie nur begrenzt Daten liefern. Und falls die Syndiks die Bombe zus�tzlich abgeschirmt haben, h�tten wir sogar mit leistungsf�higerer Ausr�stung Schwierigkeiten, etwas festzustellen.�</p><p>�Was w�re n�tig, um absolut sicher zu sein?�</p><p>�Um absolut sicher zu sein?�, wiederholte Dietz. �Reingehen und nachsehen, Admiral.�</p><p>Admiral Lagemann betrachtete w�hrend des Gespr�chs den Deckplan der <emphasis>Invincible</emphasis>, dann sagte er: �Ich habe gerade �ber etwas anderes nachgedacht. Wir haben einen guten �berblick dar�ber, wie die <emphasis>Invincible </emphasis>im Inneren aussieht, weil die Daten von unseren Patrouillen und den automatischen Kartographierungsdrohnen zusammengetragen wurden. Wir verf�gen �ber einen sehr pr�zisen Plan der Decks. Und jetzt sehen Sie sich das an.� Auf dem Plan leuchteten verschiedene Punkte auf. �Jeder dieser Punkte steht f�r eine Syndik-Pr�senz. Wenn Sie sich ansehen, wie sich die Entdeckung der Eindringlinge entwickelt hat, dann zeigt uns das, welchen Weg die Syndiks urspr�nglich genommen haben.�</p><p>�Worauf basieren diese Entdeckungen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Versuchsweise get�uschte Lamarr-Sensoren und fragmentarische Hinweise, die von anderen Sensoren festgestellt wurden�, erkl�rte Lagemann. �Es ist kein perfektes Bild, aber es ist das Beste, was wir erwarten d�rfen, wenn wir es mit getarnten Widersachern in einer Umgebung wie der <emphasis>Invincible </emphasis>zu tun haben. Sie sind gleichzeitig an der Pseudo-Maschinenkontrolle und auf der Pseudo-Br�cke eingetroffen. Sie haben die unterschiedlichsten Routen genommen, die in einigen F�llen auf eine Zur�ckverfolgung hindeuten, da die Syndiks schlie�lich nichts �ber das Innenleben der <emphasis>Invincible </emphasis>wussten. Aber so breit gef�chert sie auch ins Schiff vorgedrungen sind, waren sie nach unseren Beobachtungen doch alle zielstrebig auf dem Weg zu den zwei Bereichen. Nachdem sie die Pseudo-Bereiche besetzt hatten, sind sie wieder ausgeschw�rmt dieser Achse hier gefolgt.�</p><p>Major Dietz nickte. �Das ist die grobe Richtung hin zu dem Bereich, in dem wir uns tats�chlich aufhalten. Die Emissionen der Esel haben geholfen, unsere wahre Position zu verschleiern. Nachdem die Esel abgeschaltet waren, m�ssen die Syndiks Hinweise auf unseren eigentlichen Aufenthaltsort entdeckt haben.�</p><p>�Worauf ich hinauswill�, fuhr Lagemann fort, �ist die Tatsache, dass sie urspr�nglich nur zwei Ziele angesteuert haben. Es gab keine dritte Gruppe, die parallel versucht hat, die Waffenkontrolle zu erreichen, obwohl sie die auch h�tten einnehmen m�ssen.�</p><p>�Was daf�r spricht, dass sie in Wahrheit nur zwei Atombomben mitgebracht haben?�, folgerte General Carabali. �Diese Analyse leuchtet ein, die Frage ist nur, ob wir darauf unser letztes Hemd verwetten sollen.�</p><p>Lagemann grinste schief. �Wenn wir uns irren, und sie haben eine dritte Bombe, dann k�nnen Sie <emphasis>mein </emphasis>letztes Hemd gern haben.�</p><p>�Wir w�rden uns gar nicht in dieser Situation befinden, wenn die nicht versucht h�tten, sich unser Schiff in ihre Hemdtasche zu stecken�, wandte Dietz ein.</p><p>�Sind Sie jetzt alle fertig?�, fragte Geary aufgebracht.</p><p>�Tut mir leid�, erwiderte Admiral Lagemann. �Das sind nicht gerade die neuesten Witze. Tut mir wirklich leid. Aber ich glaube, man kann mir ein bisschen Galgenhumor verzeihen, damit ich nicht die ganze Zeit �ber die m�glichen Konsequenzen f�r mich und meine Crew nachdenke, dass ich Sie dazu gedr�ngt habe, die Marines an Bord zu schicken.�</p><p>Geary betrachtete wieder den Deckplan der <emphasis>Invincible</emphasis>. �Ist jemand der Meinung, dass wir auf Zeit spielen k�nnen?�</p><p>Nur Carabali antwortete. �Nein, Sir. Wenn diese Leute bereit sind, f�r ihre Mission zu sterben, und wenn sie wirklich eine Bombe haben, dann m�ssen wir so bald wie m�glich zuschlagen, bevor diese Erscheinungen auf der <emphasis>Invincible </emphasis>sie so verr�ckt machen, dass sie die Bombe grundlos z�nden.�</p><p>�In den Abteilen, in denen sie sich befinden, k�nnen sie die Geister auf jeden Fall sp�ren�, stimmte Major Dietz ihr zu. �Seit wir die meisten Ger�te und auch die Lebenserhaltungssysteme abgeschaltet haben, sammeln sie sich um uns herum. Es hilft, dass sich hier genug Leute aufhalten, aber das unheimliche Gef�hl bleibt.�</p><p>�Schalten Sie Ihre Ger�te wieder ein�, befahl ihm Carabali. �Und auch die Lebenserhaltung. Wenn sich noch irgendwo Syndiks aufhalten, die bislang nicht festgestellt worden sind und die durch diese Geister noch nicht in den Wahnsinn getrieben wurden, dann werden sie sich in Ihre Richtung begeben, sobald die Emissionen st�rker werden. Das gibt Ihnen die Chance, sie au�er Gefecht zu setzen. Admiral, sobald wir fertig sind, m�chte ich diese f�nf Abteile st�rmen, in denen sich die zwanzig Syndiks verschanzt haben.�</p><p>Geary musste kurz nachdenken. Er durfte sich nicht zu viele Gedanken �ber die Folgen machen, sollten die Syndiks tats�chlich eine dritte Atombombe haben und sie auch z�nden. Allein die Vorstellung gen�gte, um ihn aus der Ruhe zu bringen. Eigentlich war er voller Wut auf die Syndiks und fest entschlossen, sie nach ihrem hinterh�ltigen Angriff hier bei Sobek nicht gewinnen zu lassen, in welcher Form auch immer.</p><p>Die <emphasis>Invincible </emphasis>war von ungeheurem Wert f�r die Menschheit, selbst dann, wenn man au�er Acht lie�, welchen Preis die Flotte bei der Einnahme des Superschlachtschiffs bereits bezahlt hatte. Konnte er es riskieren, dass dieses Schiff zerst�rt wurde und damit alles, was die Menschheit von der <emphasis>Invincible </emphasis>zu lernen imstande war?</p><p>Andererseits war da die Frage, ob er es wagen konnte, das Schiff aufzugeben. Was, wenn sich an Bord das Geheimnis f�r die planetare Verteidigung der Kiks finden lie�, die in der Lage war, anfliegende Objekte einfach abzudr�ngen � eine Technologie, �ber deren Funktionsweise die Menschen noch nicht das Geringste in Erfahrung hatten bringen k�nnen? Was, wenn die Syndiks in den Besitz dieses Geheimnisses gelangten? Jene Syndik-CEOs, die bereit waren, Selbstmordattacken anzuordnen, und die mit der Vernichtung der <emphasis>Invincible </emphasis>drohten, von der man so viel w�rde lernen k�nnen.</p><p>�St�rmen Sie, sobald Sie bereit sind�, sagte Geary. �Wenn Sie weitere Gefangene nehmen k�nnten, w�re das sehr sch�n, weil ich �berlebende gebrauchen kann, die aussagen, dass dieser Angriff von den Syndikatwelten befohlen wurde. Das Hauptziel ist aber, die Syndiks so schnell wie m�glich zu �berw�ltigen, damit keiner von ihnen noch Zeit genug hat, die Bombe zu z�nden, sofern sie wirklich eine haben.� Er fragte lieber gar nicht nach den Erfolgsaussichten dieser Aktion, da das ohnehin nur wilde Vermutungen sein w�rden.</p><p>Major Dietz salutierte. �F�nf Minuten, Admiral. Wir haben den Angriffsplan bereits ausgearbeitet. Wir werden von allen Seiten gleichzeitig zuschlagen.�</p><p>�Gut.� Geary widmete sich daraufhin wieder der Gesamtsituation, w�hrend er versuchte, die Bilder aus seinem Kopf zu verbannen, die ihm zeigten, was vielleicht schon bald passieren w�rde, wenn er die falsche Entscheidung getroffen hatte. �Immer noch alles ruhig?�, fragte er Desjani.</p><p>�Ja. Ich habe ein umfassendes Bombardement der prim�ren bewohnten Welt angeordnet, das vor zehn Minuten begonnen wurde. Aber das wird erst in eineinhalb Tagen da ankommen, also gibt es momentan nichts Neues zu sehen.�</p><p>Er warf ihr einen m�rrischen Blick zu. �Das ist nicht witzig. Gibt es einen bestimmten Grund daf�r, wieso auf einmal jeder meint, er m�sste schlechte Witze rei�en?�</p><p>Sie sah ihm in die Augen. �Ja, weil wir Angst haben.�</p><p>�Oh.� Mehr wusste Geary darauf nicht zu erwidern.</p><p>�Wir werden auf untypische Weise angegriffen�, erkl�rte sie. �Keiner wei�, was als N�chstes kommt. Und wir wissen auch nicht, ob all die Opfer, die wir gebracht haben, um die <emphasis>Invincible </emphasis>zu kapern, vielleicht vergebens gewesen sein werden, weil die Gefahr besteht, dass in diesem Schiff ein kleiner Stern ergl�ht und es ausl�scht. Wir wollen endlich nach Hause kommen, aber wir wissen nicht, welche Steine uns die verdammten Syndiks noch in den Weg legen werden. Reicht das?�</p><p>�Das reicht.� Er zuckte betreten mit den Schultern. �Ich war zu besch�ftigt, um �ber diese Dinge nachzudenken.�</p><p>�Zu besch�ftigt damit, die Flotte zu befehligen? Sie haben vielleicht Nerven.� Desjani l�chelte fl�chtig. �Wir m�ssten noch viel mehr Angst haben, wenn Sie <emphasis>nicht </emphasis>das Kommando h�tten.�</p><p>�Die Marines st�rmen gleich den Bereich, in dem sich die restlichen Syndiks verschanzt haben. Und zwar in � vier Minuten.�</p><p>�Sollten wir die Zerst�rer ein St�ck weit zur�ckziehen? Wegen des Suchmusters befinden sie sich sehr nahe beim Schiff.�</p><p>Dar�ber musste er erst einmal nachdenken, da es galt, das m�gliche Risiko f�r die Zerst�rer gegen die Folgen f�r die Moral derjenigen abzuw�gen, die sich an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>befanden. Wenn die Leute ohnehin schon Angst hatten und wenn sie dann auch noch einen Beleg daf�r sahen, dass sogar Geary mit dem Schlimmsten rechnete, w�rde das ihre Angst nur noch verst�rken. �Nein, die Marines werden sich schon um die Bedrohung k�mmern.� <emphasis>Au�erdem sind vier Schlachtschiffe an der </emphasis>Invincible <emphasis>vert�ut. Die Zeit reicht nicht, um diese Taue zu l�sen und sich zur�ckzuziehen.</emphasis></p><p>�K�mmern Sie sich ruhig wieder um Ihre Marines�, dr�ngte Desjani ihn. �Ich habe die Flotte im Griff.�</p><p>Verwundert sah er sie an. �Augenblick mal. Sie agieren als meine Stellvertreterin?�</p><p>�Na klar. F�llt Ihnen das jetzt erst auf, Sir?�</p><p>�Und niemand hat etwas dagegen einzuwenden?�</p><p>�Warum sollte jemand was dagegen einwenden?� Nachdem sie ein paar Sekunden lang gewartet hatte, w�hrend Geary vergeblich nach einer unverf�nglichen Antwort suchte, fuhr sie fort: �Badaya, Tulev, Duellos und Armus haben damit kein Problem, und solange die das akzeptieren, wird sich auch kein anderer beschweren.� Wieder legte sie eine kurze Pause ein. �Jane Geary hat auch keine Einw�nde, also habe ich die Gearys auf meiner Seite. Ich komme mir fast vor, als w�rde ich zur Familie geh�ren.�</p><p>�Hm � aha. Gut, dann � machen Sie weiter mit � mit dem, was Sie machen.�</p><p>�Ja, Sir, Admiral.� Sie schaute auf die Zeitanzeige. �Ihnen bleiben noch zwei Minuten, bis die Leute reingehen.�</p><p>�Danke.� Er konzentrierte sich wieder auf die Marines und suchte sich die F�hrer der Einheiten heraus, die sich in unmittelbarer N�he zu den Syndiks aufhielten, dann w�hlte er einen davon zuf�llig aus.</p><p>Es dauerte ein paar Sekunden, bis er sich auf die Position der Marine-Lieutenant orientiert hatte, deren Kamerabild er nun sah. Schlie�lich wurde ihm klar, dass sich dieser Zug �ber den von den Syndiks besetzten Abteilen befand. Einige Gefechtsingenieure waren fast damit fertig, H�llenbruch-Band auf dem Boden anzubringen, das einen gro�en Bereich in der Mitte des Abteils umfasste, in dem sich die Marines befanden. Der gesamte Zug schwebte mit feuerbereiten Waffen �ber der markierten Fl�che.</p><p>Ein Timer im Helmdisplay der Lieutenant lief Sekunde um Sekunde zur�ck. �Noch eine Minute�, warnte sie ihren Zug. �Sie kennen Ihre Befehle. Falls m�glich, Gefangene nehmen, aber wichtig ist, jeden daran zu hindern, die Bombe zu z�nden.�</p><p>�Ich glaube, sie werden keine Schwierigkeiten haben, sich das zu merken, Lieutenant�, merkte der Zug-Sergeant an und sah sich mit etwas ruckartigen Bewegungen um. �Bringen wir�s hinter uns, und dann nichts wie runter von diesem Schiff.�</p><p>�Die sind nicht real, Sergeant�, erwiderte die Lieutenant in einem Tonfall, als versuche sie in erster Linie, sich davon zu �berzeugen, dass es so war, wie sie sagte. �Und denken Sie alle daran�, erg�nzte sie dann noch, �dass Sie <emphasis>auf keinen Fall </emphasis>irgendwelche Ger�te anfassen. Das hier ist alles Kik-Technologie.�</p><p>�Kein Problem, Lieutenant�, gab ein Corporal zur�ck, der sich gleicherma�en nerv�s umschaute. �Ich will die ganz bestimmt nicht noch mehr ver�rgern.�</p><p>�Zehn Sekunden, Leute!�</p><p>Die Gefechtsingenieure hatten sich nach unten aufs Deck gezogen und hielten die Bandz�nder bereit, w�hrend sie die Sekunden r�ckw�rts z�hlten. �Die Lunte brennt!�, rief der eine Ingenieur, dann l�sten er und sein Kollege gleichzeitig die Z�nder aus.</p><p>Grelle Lichtblitze flammten dort auf, wo das Band verlegt worden war, und fra�en sich fast augenblicklich durch das Deck. Bei Schwerkraft w�re der herausgetrennte Bereich sofort in die Tiefe gest�rzt, doch in der Schwerelosigkeit verharrte er an seinem Platz, bis sich der gesamte Zug Marines von der Decke abstie� und mit den gepanzerten Stiefeln auf das Deck traf, das daraufhin mit den Marines zusammen eine Ebene tiefer aufschlug.</p><p>Sch�sse zuckten in alle Richtungen, als die nach au�en gerichtet dastehenden Marines das Feuer er�ffneten und ihre Salven auf alles richteten, was als Hinweis auf einen getarnten Feind angesehen werden konnte. Die herausgetrennte Sektion neigte sich zu einer Seite, da sie einen Syndik unter sich begraben hatte, dessen Tarnvorrichtung beim Aufprall des immensen Gewichts ausgefallen war.</p><p>�Wir haben einen Gefangenen!�, br�llte einer der Marines und hielt den Lauf seines Gewehrs auf den Helm des hilflosen Syndiks gerichtet.</p><p>Geary betrachtete die Energieblitze, die durch das Abteil zuckten und die durch die Luken auch in die benachbarten Abteile gelangten. Unwillk�rlich fragte er sich, wie noch irgendjemand in diesem Mahlstrom aus t�dlichen Sch�ssen leben konnte, doch dann sah er, wie ein Signal auf dem Monitor der Lieutenant rot aufblinkte, als sie einen Schuss abfeuern wollte. Dabei wurde ihm klar, dass die Technologie der Marine-R�stung verhinderte, dass ihr Tr�ger auf einen Punkt feuern konnte, an dem sich ein anderer Marine befand oder im n�chsten Moment befinden w�rde.</p><p>Der ganze Einsatz dauerte weniger als eine Minute, in deren Verlauf immer mehr Marines in die Abteile st�rmten, bis sie eine erdr�ckende �bermacht erreicht hatten. �Ist hier eine Bombe? Sucht die Bombe!�, befahl jemand.</p><p>�Feuer einstellen! Alle das Feuer einstellen! Alle Feinde sind ausgeschaltet!�</p><p>�Irgendwelche �berlebenden?�</p><p>�Nur einer, aber der redet nicht.�</p><p>Ein weiterer Schuss wurde abgefeuert. �Feuer einstellen, habe ich gesagt! Verdammt noch mal!�</p><p>�Ich dachte, ich h�tte noch einen gesehen � das sind diese Geister, Sarge ��</p><p>�Waffen sichern! Sieht irgendjemand eine Bombe?�</p><p>�Abteil Alpha gesichert. Keine Bombe.�</p><p>�Abteil Bravo gesichert. Keine Bombe.�</p><p>�Abteil Cable gesichert. Keine Bombe.�</p><p>�Abteil Delta gesichert. Keine Bombe.�</p><p>�Abteil Echo gesichert. Keine Bombe.�</p><p>Geary lie� sich in seinem Sessel nach hinten sinken und atmete tief durch. Die Syndik-Befehlshaberin hatte nur geblufft.</p><p>Irgendwo in einem der Abteile lag diese Frau tot am Boden, zusammen mit den anderen, die ihr auf die <emphasis>Invincible </emphasis>gefolgt waren. Hatte Rione noch mit ihr gesprochen, als die Marines den Bereich gest�rmt und ihrem Leben ein Ende gesetzt hatten? Das Kriegsschiff der Aliens hatte noch einige Narben und innere Sch�den mehr abbekommen, aber es war immer noch intakt.</p><p><emphasis>Euer Angriff ist fehlgeschlagen</emphasis>, dachte Geary, als w�rde er mit den Syndik-CEOs reden. <emphasis>Wie oft m�ssen wir euch eigentlich noch abwehren, bis ihr endlich damit aufh�rt, immer neue Versuche zu unternehmen?</emphasis></p><p>Da waren immer noch die beiden erbeuteten Syndik-Atombomben, die sie loswerden mussten. Geary betrachtete die Symbole der Marines auf seinem Display und entschied sich abermals f�r Corporal Maksomovic.</p><p>Irgendjemand hatte einen Gro�teil des Staubs weggesaugt, der von den Sprunggranaten verteilt worden war. Ohne diese Reinigungsaktion h�tte sich der Staub bis in alle Ewigkeit wie ein Sandsturm in Zeitlupe durch die Abteile und Korridore der <emphasis>Invincible </emphasis>bewegt und die Bereiche, in denen ohnehin keine Lebenserhaltungssysteme arbeiteten, nur noch unwirtlicher werden lassen.</p><p>Geary konnte zwar Maksomovics Gesicht nicht sehen, doch er sp�rte den Missmut und die Unzufriedenheit des Corporals, der gleich neben dem Nuklearsprengkopf der Syndiks im Raum schwebte. Wie lange passte Corporal Maksomovic jetzt schon auf diese infernalische Waffe auf?</p><p>�Corporal�, meldete sich Captain Smythe zu Wort, der sich inzwischen dazugeschaltet hatte und nun mit Maksomovic redete. �Commander Plant ist bei mir. Sie wird Ihnen Schritt f�r Schritt erkl�ren, wie Sie die Syndik-Bombe unsch�dlich machen. Erkennen Sie das Modell, Commander?�</p><p>�Oh ja�, antwortete Commander Plant gut gelaunt. �Das erkenne ich. Eine Standard-Fusionsbombe Typ F�nf, Modifikation � Drei. Exakt so wie das Modell, das wir vorhin entsch�rft haben, w�hrend alle anderen damit besch�ftigt waren, die letzten Syndiks zu eliminieren. Eine wirklich nette Waffe. Die Syndiks verstehen ihr Handwerk.�</p><p>�K�nnen wir die Bombe sicher abschalten, Commander?�, wollte Admiral Lagemann wissen, der sich in die Unterhaltung einschaltete.</p><p>�Ja, nat�rlich. Jedenfalls gr��tenteils sicher.�</p><p>�Gr��tenteils sicher?�, hakte Corporal Maksomovic z�gerlich nach. Dem Corporal musste nicht nur allzu deutlich bewusst sein, dass er in der N�he einer Nuklearwaffe schwebte, sondern dass er bei der vor ihm liegenden Aufgabe von etlichen Senioroffizieren beobachtet und belauscht wurde.</p><p>�Ganz bestimmt�, sagte Commander Plant. �Sehen Sie einen Zugangsdeckel mit acht Verschl�ssen irgendwo an der Oberseite? Der da. Ja, genau.�</p><p>�Das?� Der Corporal streckte die Hand nach dem besagten Zugang aus.</p><p>�Ja, richtig. Fassen Sie das nicht an.�</p><p>Geary sah, wie der Corporal die Hand zur�ckriss, als h�tte soeben eine Kobra versucht, nach ihm zu schnappen.</p><p>�Suchen Sie nach einem ovalen Zugang mit f�nf Verschl�ssen. Der sollte ungef�hr in der Mitte des Geh�uses zu finden sein. Da ist er!�</p><p>�Soll ich den anfassen?�, fragte Maksomovic.</p><p>�Ja. Ziehen Sie die Verschl�sse. Keine Sorge, die werden von den Syndiks �u�erst selten mit Sprengfallen versehen.�</p><p>Die Hand des Corporals schien ganz leicht zu zittern, als er begann, die Verschl�sse zu �ffnen.</p><p>�Und jetzt�, redete Commander Plant weiter, ��ffnen Sie den Zugang. Nicht die Oberseite! Zuerst unten!�</p><p>Abermals zuckte Maksomovics Hand zur�ck. Er murmelte etwas Unverst�ndliches, w�hrend er nach der Unterkante der Verkleidung griff und sie �ffnete. Ein Wirrwarr aus Kabeln kam zum Vorschein, die oberhalb des Zugangs ihren Ursprung hatten und zu verschiedenen Bereichen unterhalb der �ffnung verliefen.</p><p>�Also gut�, sagte Plant. �Sie fassen jetzt rein, greifen so viele Kabel, wie Sie k�nnen, und rei�en sie raus.�</p><p>Die Hand des Corporals erstarrte mitten in der Bewegung. �Wie bitte, Ma�am?�</p><p>�Sie fassen rein, greifen so viele Kabel, wie Sie k�nnen, und rei�en sie raus. Ein Ruck.�</p><p>��hm � Ma�am, ich hatte eigentlich etwas detailliertere Anweisungen erwartet. Sie wissen schon � etwas in der Art, dass ich ein bestimmtes Kabel finden soll, das ich dann durchtrennen muss, ohne etwas anderes zu besch�digen.�</p><p>�Oh, ach so. Nein, nein, nein, das w�re viel zu gef�hrlich�, beharrte Commander Plant. �Es ist viel sicherer, wenn Sie alle Kabel gleichzeitig rausrei�en. Dann wird es auch nicht explodieren. Okay, es k�nnte etwas explodieren, aber nicht sehr viel.�</p><p>�Ma�am, bei allem Respekt, aber diese Unterhaltung ist f�r meine Moral nicht sehr f�rderlich.�</p><p>�Vertrauen Sie mir. Ich sage Ihnen das, was ich auch tun w�rde, wenn ich an Ihrer Stelle w�re. Die erste Bombe ist schlie�lich auch nicht explodiert, nicht wahr?�</p><p>Trotz dieser erbaulich gemeinten Worte von Commander Plant schien der Corporal nicht davon angetan, ihre Anweisungen zu befolgen.</p><p>�Corporal Maksomovic, jetzt tun Sie schon, was sie sagt�, wies Major Dietz ihn an.</p><p>�Jawohl, Sir�, erwiderte der Corporal im Tonfall eines Mannes, dem mit vorgehaltener Waffe befohlen worden war, sich von einer Klippe zu st�rzen. Geary konnte beobachten, wie die gepanzerte Faust des Mannes in die �ffnung fasste und einen dicken Kabelstrang umschloss. �Und jetzt einfach rausrei�en?�, fragte er nochmals.</p><p>�Ja�, best�tigte Commander Plant. �Alle auf einmal. Rei�en Sie daran. So kr�ftig, wie Sie k�nnen.�</p><p>Geary bemerkte am Rand des Gesichtsfelds des Corporals, wie seine Kameraden z�gerlich zur�ckwichen, als k�nnte ein Meter Abstand mehr irgendetwas ausmachen, wenn diese Atombombe hochging.</p><p>�Alles oder nichts�, sagte Corporal Maksomovic, dann spannten sich seine Muskeln noch mehr. Die verst�rkten Kr�fte der Gefechtsr�stung eines Marine erlaubten es dem Corporal, viel energischer an den Kabeln zu ziehen als ein Mensch ohne diese Ausr�stung. Ein kr�ftiger Ruck, und er hielt einen Wust Kabel und Dr�hte in seiner Hand, w�hrend in der �ffnung der Bombe nur noch Kabelreste und zerrissene Verbindungsst�cke zu sehen waren. Ein einzelner Funke zuckte �ber diese Komponenten.</p><p>Geary wurde bewusst, dass er den Atem anhielt, als er den Funken bemerkte, doch als sich weiter nichts ereignete, schaffte er es, tief durchzuatmen.</p><p>Der Marine Corporal h�rte sich auch so an, als h�tte er die ganze Zeit �ber die Luft angehalten. �Und jetzt, Ma�am?�</p><p>�Die Kabel k�nnen Sie wiederverwenden�, erwiderte Plant, als h�tte sie dem Mann soeben bei etwas so Harmlosem wie der Reparatur eines Fahrrads assistiert. �Die Bombe sollten Sie auf einen Heber packen und an der Luftschleuse aus dem Schiff werfen. Eine kleine Explosion k�nnte es immer noch geben, und es w�re unsinnig, so was zu riskieren.�</p><p>�Eine kleine Explosion?�, fragte Admiral Lagemann, als wundere er sich dar�ber, welches Ausma� an Zerst�rung die Waffeningenieurin wohl noch als �klein� bezeichnete. Aber er hakte nicht weiter nach, vielleicht weil er es sich anders �berlegt hatte. Stattdessen erkundigte er sich: �Ben�tigen Sie die Bombe nicht f�r weitere Untersuchungen?�</p><p>�Nein danke, Admiral. Wir haben schon ein paar von der Sorte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir hier irgendwelche neuen Erkenntnisse gewinnen w�rden.�</p><p>�Technische Erkenntnisse werden uns die Bomben auf keinen Fall liefern�, stellte Captain Smythe klar. �Aber wir sollten beide Sprengs�tze auf Seriennummern und andere Daten untersuchen, durch die wir sie vielleicht zu einer bestimmten Syndik-Quelle zur�ckverfolgen k�nnen. Wenn Sie keine Einw�nde haben, Admiral Geary, schicke ich ein Shuttle von der <emphasis>Tanuki</emphasis>, das beide Bomben abholt.�</p><p>�Admiral Lagemann?�, fragte Geary.</p><p>�Ich glaube, ich spreche f�r jeden an Bord der <emphasis>Invincible</emphasis>, wenn ich sage, dass wir die Bomben gar nicht schnell genug loswerden k�nnen�, erwiderte er. �Captain Smythe kann sie gerne haben.�</p><p>�Gute Arbeit, Maksomovic�, lobte Major Dietz den Corporal.</p><p>�Vielen Dank, Sir. Ich muss sagen, ich w�re doch ziemlich nerv�s gewesen, wenn der Timer an der Bombe bis null zur�ckgez�hlt h�tte, w�hrend ich daran arbeitete�, r�umte Maksomovic ein, als w�re er die Ruhe selbst gewesen.</p><p>�Der Timer?�, wiederholte Commander Plant �berrascht. �Ach, da h�tten Sie sich keine Sorgen mehr machen m�ssen. Die Timer von Syndik-Bomben sind nur ein T�uschungsman�ver. Wenn Sie die Bombe scharfmachen und den Timer aktivieren, fliegt Ihnen das ganze Ding sofort um die Ohren.�</p><p>Ihren Worten schloss sich langes Schweigen an.</p><p>�Tats�chlich?�, fragte Admiral Lagemann nach einer Weile. �Ich hatte Ger�chte dar�ber geh�rt, aber ��</p><p>�Die Ger�chte treffen zu. �berlegen Sie mal, Admiral. Es gibt da ein Objekt, das so wichtig ist, dass Sie eine Atombombe an Bord schmuggeln. W�rden Sie das Risiko eingehen, dass jemand vorbeikommt und es schafft, die Bombe zu entsch�rfen, w�hrend die Zeit l�uft?�</p><p>�Und was geschieht mit demjenigen, der die Bombe platziert und den Timer startet?�</p><p>Die Frage schien Commander Plant zu verwirren. �Derjenige steht zehn Zentimeter von einer Kernreaktion entfernt, Admiral. Derjenige hat nicht mal Zeit genug, um zu begreifen, was mit ihm geschieht, wenn das Ding hochgeht. Von dem armen Teufel bleibt nichts �brig. Und das meine ich so, wie ich es sage. Da bleibt nichts �brig. Au�er vielleicht ein bisschen Plasma. Ein paar geladene Partikel. Aber mehr auch nicht.�</p><p>�Aber ��, begann Corporal Maksomovic ungl�ubig. ��ber solche Waffen verf�gen wir auch.�</p><p>Diesmal folgte eine noch l�ngere und sehr betretene Pause.</p><p>�Wir sind keine Syndiks�, erkl�rte Captain Smythe mit �bertrieben wirkender L�ssigkeit. �Und jetzt sollten wir aufh�ren zu diskutieren und lieber daf�r sorgen, dass die Bomben von Bord geschafft werden, nicht wahr?�</p><p>Getreu der alten Redewendung, dass man lieber keine Fragen stellen soll, wenn man die Antworten darauf nicht h�ren will, beendete Geary die Verbindung und drehte sich zu Desjani um. �Alles klar. Die Situation an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>ist vollst�ndig unter Kontrolle. Jetzt k�nnen wir eine ordentliche Formation einnehmen und den Sprungpunkt nach Simur ansteuern. Welchen Kurs haben Sie ausgearbeitet?�</p><p>Grinsend schickte sie das geplante Man�ver auf sein Display. Geary warf einen Blick darauf, dann einen zweiten. Schlie�lich nickte er anerkennend. �Anstatt am Rand des Sternensystems entlangzufliegen, wollen Sie auf den Stern zufliegen und erst dann Kurs auf den Sprungpunkt nehmen?�</p><p>�Das dauert zwar eine Lichtstunde mehr, aber auf dieser Route k�nnen uns die Syndiks keine weiteren unerfreulichen �berraschungen mehr bereiten�, erkl�rte Desjani �berzeugt.</p><p>�Sie haben recht. Ich w�re von der optimalen Flugbahn nicht so weit abgewichen, aber genau das k�nnten die Syndiks f�r einen weiteren Angriff nutzen. Ja, so werden wir es machen. Da ist nur eine Sache, um die ich mich erst noch k�mmern muss.�</p><p>Wieder rief er Captain Smythe. �Wir machen uns bereit, diese Region zu verlassen. Haben Ihre Ingenieure die Untersuchung des Hypernet-Portals abgeschlossen?�</p><p>Von Smythe war ein schwerer Seufzer zu h�ren. �Ja, Admiral, und ich muss Ihnen zu meinem Bedauern mitteilen, dass das Portal erheblich besch�digt worden ist. Sonderbarerweise lie�en sich diese Sch�den nur aus allern�chster N�he feststellen, aber sie gen�gen, um das Portal kollabieren zu lassen. Das wird in siebenunddrei�ig Minuten und zwanzig Sekunden geschehen.�</p><p>�Das ist eine bemerkenswert pr�zise Sch�tzung�, sagte Geary.</p><p>�Ich bin ja auch ein bemerkenswert pr�ziser Ingenieur, Admiral. Ich habe hier einen Bericht, den Sie an die Syndiks weiterleiten k�nnen. Darin habe ich besonders die Tatsache betont, dass Tr�mmer der <emphasis>Orion </emphasis>und einiger Kurierschiffe f�r diese Sch�den verantwortlich sind. Und machen Sie sich keine Gedanken dar�ber, dass die Syndiks auf die Idee kommen k�nnten, diesen Bericht zu analysieren und daraus die falschen Schl�sse zu ziehen. Den Bericht hat Lieutenant Jamenson verfasst und dabei ihre F�higkeiten in vollem Umfang ins Spiel gebracht.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Smythe.� Lieutenant Jamenson war eine Offizierin, die die besondere Gabe besa�, Texte so sehr zu verdrehen, dass sie technisch exakt das aussagten, was sie aussagen sollten, dabei aber eigentlich v�llig unverst�ndlich waren. Die Syndiks w�rden ihnen niemals einen Strick aus dem drehen k�nnen, was Jamenson formuliert hatte. �Dann werden wir mal die Flotte in Bewegung setzen.�</p><p>Rund siebenunddrei�ig Minuten sp�ter war die Flotte � die wieder begonnen hatte, auf 0,1 Licht zu beschleunigen � immer noch damit besch�ftigt, jedes Schiff an seinen neuen Platz innerhalb der Formation zu bringen. Gleichzeitig konnte Geary mitansehen, wie hinter ihnen das Hypernet-Portal allm�hlich zusammenbrach. Die als Trossen bezeichneten Objekte, die die Energiematrix kontrollierten, schalteten sich nacheinander oder in kleinen Gruppen ab, was sich in einer komplexen Sequenz abspielte, weil verhindert werden musste, dass sich die Matrix in einem einzigen Impuls entlud, der alles Leben in diesem Sternensystem ausl�schen w�rde. Das An- und Abschwellen der gewaltigen Kr�fte im Inneren des kollabierenden Portals erzeugte dabei Verzerrungen im Raum, die mit dem blo�en Auge zu beobachten waren.</p><p>Geary hatte diese Kr�fte aus n�chster N�he zu sp�ren bekommen, als sie bei Sancere alles darangesetzt hatten, den Zusammenbruch des dortigen Hypernet-Portals zu verhindern. Er versp�rte kein Verlangen danach, je wieder einem im Kollaps befindlichen Portal so nah zu sein. Sogar jetzt, auf diese gro�e Entfernung, bereitete der Anblick ihm gro�es Unbehagen. Das war nichts, was ein menschliches Auge jemals erblicken sollte. Es war eine Sache, wenn die Wissenschaft erkl�rte, wie unsicher die �Realit�t� sei, und wie bizarr das war, das sich jenseits des stofflichen Universums befand. Aber es war etwas ganz anderes, das Befremdliche und Instabile hinter dem Vorhang mit eigenen Augen zu erblicken.</p><p>Dennoch versp�rte Geary eine gro�e Genugtuung, das Portal zusammenbrechen zu sehen. Es w�rde zwar die <emphasis>Orion </emphasis>nicht wieder zum Leben erwecken, aber so bezahlten die Syndiks wenigstens einen Preis, den sie sich eigentlich nicht leisten konnten.</p><p>Der Todeskampf des Hypernet-Portals erlebte seinen H�hepunkt, die Verzerrung im All schrumpfte rapide zusammen, noch w�hrend das Energieniveau im Inneren be�ngstigend anstieg. Dann kollidierten die letzten Energiewellen und hoben sich gegenseitig auf, bis nichts weiter �brig war als die verstreut durchs All treibenden, nutzlos gewordenen Trossen.</p></section><section><title><p>Sieben</p></title><p>�Der Senior-CEO der Syndiks in diesem Sternensystem dr�ckt sein Mitgef�hl �ber unseren Verlust aus�, meldete Rione ohne jede Betonung. �Er behauptet au�erdem, nichts �ber die Identit�t der Kurierschiffe zu wissen, da die Syndik-Regierung alle diese Schiffe vor einer Weile verkauft habe. Wenn ich ihn nach der Identit�t der K�ufer frage, werde ich zweifellos zur Antwort bekommen, dass man mit Schrecken festgestellt hat, dass der K�ufer nur ein Strohmann war, der von einer unbekannten Gruppierung vorgeschoben wurde.�</p><p>�W�rde mich nicht wundern�, sagte Geary, der gleicherma�en versuchte, seine Gef�hle aus dem Spiel zu lassen. Sie befanden sich auf Riones Bitte im Konferenzraum, um sich ungest�rt unterhalten zu k�nnen. �Wie viel Zeit ist nach dem Angriff verstrichen, bis die Nachricht uns erreicht hat?�</p><p>�Gesendet wurde sie zwanzig Minuten nach dem Moment, als sie das Ende des Angriffs mitangesehen haben m�ssen�, antwortete sie. �Also mit gen�gend Verz�gerung, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass sie von dem Angriff auf uns gleich nach unserem Eintreffen in diesem System gewusst haben. Sie haben allerdings noch nichts geleugnet, was den Angriff auf die <emphasis>Invincible </emphasis>betrifft.�</p><p>�Von der Zerst�rung der getarnten Shuttles abgesehen gab es da nicht viel zu sehen, was sich au�erhalb des Schiffs abgespielt hat�, betonte Geary. �Es w�re doch sehr verd�chtig, die Beteiligung an etwas zu leugnen, was man gar nicht gesehen haben kann.�</p><p>�Was sollen wir ihnen �ber diesen Vorfall sagen?�, wollte Rione wissen, setzte sich ihm gegen�ber hin und st�tzte sich mit einem Ellbogen auf dem Tisch ab.</p><p>Er betrachtete das Sternendisplay, das zwischen ihnen �ber dem Tisch schwebte. In der Mitte befand sich der Stern Sobek, der Kurs der Ersten Flotte f�hrte in einem eleganten Bogen zu diesem Stern. In einigen Lichtstunden Entfernung von der Flotte zog die prim�re bewohnte Welt ihre Bahnen durch das System � die Welt, auf der sich die CEOs befanden, die von dem Angriff der Kurierschiffe und der versuchten Kaperung der <emphasis>Invincible </emphasis>zweifellos gewusst und beides wahrscheinlich auch unterst�tzt hatten, weshalb sie ebenfalls f�r die Zerst�rung der <emphasis>Orion </emphasis>verantwortlich waren.</p><p>�Gar nichts�, entschied er schlie�lich. �Sollen sie ruhig r�tseln, was wohl passiert ist.�</p><p>Sie sch�rzte den Mund und sch�ttelte den Kopf. �Wir k�nnten ihnen sagen, dass wir Gefangene genommen haben, die wir als Beweis mit ins Allianz-Gebiet nehmen.�</p><p>�Als Beweis f�r was? Diese Gefangenen werden nichts verraten, was eine offizielle Beteiligung der Syndiks belegen k�nnte. Unsere �rzte sagen, wenn wir sie hartn�ckig genug befragen, werden sie dabei sterben.�</p><p>�Wir wissen das, aber die Syndiks nicht�, sagte Rione. �Die wissen zwar, was sie ihren Soldaten angetan haben, aber sie k�nnen nicht beurteilen, ob wir eine neue Methode entwickelt haben, um mentale Manipulationen r�ckg�ngig zu machen.�</p><p>�Hm.� Eine solche Andeutung k�nnte einige Syndik-CEOs sehr nerv�s machen, und vielleicht w�rde damit den Soldaten zuk�nftig eine solche Manipulation erspart bleiben, wenn die Syndiks erst einmal bef�rchten mussten, dass ihre Methoden nicht mehr ausreichten, um ihre Leute am Reden zu hindern. �Wenn Sie etwas in dieser Art indirekt vermitteln k�nnen, dann machen Sie das. Aber nennen Sie keine Details �ber den Angriff auf die <emphasis>Invincible</emphasis>.�</p><p>�Halten Sie mich f�r eine Anf�ngerin, Admiral?� Sie schaute auf das Sternendisplay. �Wir sollten sie auch wissen lassen, dass wir allen Anstrengungen zum Trotz leider nicht in der Lage waren, ihr Hypernet-Portal zu retten.�</p><p>�Haben Sie den f�r die Syndiks bestimmten Bericht gelesen, den Captain Smythe vorbereitet hat?�</p><p>�Smythe hat den Bericht nicht geschrieben. Mich w�rde interessieren, von wem er stammt.�</p><p>�Wieso?�</p><p>Rione musterte ihn eindringlich. �Weil derjenige �ber einige sehr n�tzliche Talente verf�gt.�</p><p>Geary verzog den Mund zu einem kurzen und un�bersehbar aufgesetzten L�cheln. �Die Identit�t dieser Person ist bis auf Weiteres mein Geheimnis.�</p><p>�Wie Sie wollen.�</p><p>Sie hatte zu schnell aufgegeben, was Geary verriet, dass sie verschiedene Hebel in Bewegung setzen w�rde, um Lieutenant Jamensons Identit�t zu enth�llen. �Gibt es sonst noch was?�</p><p>�Eine Sache, Admiral.� Sie sah ihn auf r�tselhafte Weise an. �Wie f�hlen Sie sich?�</p><p>�In Bezug auf was?�</p><p>�In Bezug auf die Zerst�rung des Hypernet-Portals. Wie f�hlen Sie sich jetzt?�</p><p>�Was soll diese Frage?�, konterte Geary, anstatt zu antworten.</p><p>�Sie sind einen Schritt zu weit gegangen, Admiral. Das wissen Sie so gut wie ich. Sie haben die Zerst�rung des Portals angeordnet, obwohl Sie keinerlei rechtliche Handhabe dazu hatten. Der Kollaps des Hypernet-Portals in diesem System ist eine unmissverst�ndliche Botschaft an die Adresse der Syndiks, mit welchen Konsequenzen sie rechnen m�ssen, wenn sie sich mit dieser Flotte anlegen. Aber Sie m�ssen sich dar�ber im Klaren sein, dass die Grenzen dessen, was Sie tun k�nnen und was nicht, von Ihnen selbst festgelegt sind.�</p><p>Fast h�tte er sie angebr�llt und sie zum Teufel gew�nscht, um ihr klarzumachen, dass hier anst�ndige M�nner und Frauen ihr Leben verloren hatten und dass die Syndiks in diesem System von Gl�ck reden konnten, dass er kein orbitales Bombardement befohlen hatte, um jede Stadt, jede Siedlung und jede Einrichtung auszul�schen. Anstatt ihr das alles aber ins Gesicht zu br�llen, z�hlte er langsam bis zehn, dann gab er zur�ck: �Soweit ich mich erinnern kann, hat mich jemand auf die Idee zu genau dieser Aktion gebracht.�</p><p>�Ja, das hat jemand getan�, best�tigte Rione gelassen. �Ist das Ihre Rechtfertigung? <emphasis>Ich habe es zwar getan, aber die Idee dazu hatte ein anderer? </emphasis>Ich glaube, Sie sind zu etwas Besserem in der Lage.�</p><p>�Warum haben Sie mir dann �berhaupt erst diesen Vorschlag gemacht, wenn Sie so besorgt sind, ich k�nnte hier einen Pr�zedenzfall geschaffen haben?�, hakte er nach.</p><p>�Weil ich Ihnen angemerkt habe, wie w�tend Sie und alle anderen in dieser Flotte waren. Ich kann nur erahnen, <emphasis>was </emphasis>Sie nach dem Verlust dieses Schlachtschiffs hatten tun wollen. Das Portal bot eine M�glichkeit zu einem Gegenschlag, der die Syndiks schwer treffen w�rde, aber nicht im Sinne einer Vergeltungsma�nahme, die nur noch mehr Probleme nach sich gezogen h�tte.�</p><p>Er betrachtete wieder das Sternendisplay und �berlegte, wie er eine direkte Antwort vermeiden konnte. Aber ihm war auch klar, dass ihre Warnung gerechtfertigt war. <emphasis>Darum will ich nicht antworten. Ich m�chte nicht zugeben, dass sie recht hat. Ich h�tte den Syndiks etwas viel Schlimmeres antun wollen, und vielleicht h�tte ich das ja auch getan, w�re sie nicht mit dem Vorschlag gekommen, das Hypernet-Portal kollabieren zu lassen. Aber jene Form von Vergeltung, wie sie mir in den Sinn gekommen war, ist genau das, was wir vermeiden m�ssen. Das ist eine Syndik-Taktik, aber nichts, was unsere Vorfahren guthei�en w�rden. Das darf ich nicht vergessen. Ich habe mich �ber meine eigenen Regeln hinweggesetzt, aber weiter als das darf es nicht gehen. Wenn mir meine eigenen Grenzen entgleiten, dann k�nnte Black Jack mit Entscheidungen davonkommen, die ich niemals gutgehei�en h�tte.</emphasis></p><p>Schlie�lich sah er Rione wieder an und nickte. �Ich habe verstanden. Ich wei�, was Sie meinen, und die potenziellen Risiken sind mir auch klar. Ich werde mir Ihre Worte zu Herzen nehmen.�</p><p>�Gut.� Rione lie� sich nicht anmerken, ob sie zufrieden dar�ber war, dass er ihre Warnung begriffen hatte. �Ich �bermittle dem Senior-CEO der Syndiks auf Sobek eine Nachricht, in der ich offiziell gegen den Angriff auf unsere Streitkr�fte protestiere und ihm erkl�re, dass wir das w�hrend des Gefechts besch�digte Hypernet-Portal leider nicht retten konnten. Er wird nat�rlich wissen, dass das nicht stimmt, aber er kann nichts dagegen unternehmen. Der Bericht von Captain Smythe wird ihn vor Wut kochen lassen, weil er ihm nichts bietet, was er gegen uns verwenden k�nnte. Dieses Sternensystem ist zwar nicht arm, aber es verf�gt �ber nur einen Sprungpunkt und stellt damit eine Sackgasse im All dar. Das Portal wird ihnen sehr fehlen.�</p><p>�Das will ich doch hoffen�, sagte Geary. �Ich hoffe, sie sehen in jeder Minute eines jeden Tages zum Himmel und denken immer daran, dass ihr Hypernet-Portal nicht mehr da ist und dass die �berreste der Syndikatwelten es sich nicht werden leisten k�nnen, ein neues Portal einzurichten. Und ich hoffe, dass sehr viele andere Systeme davon erfahren, die noch immer treu zur Syndik-Regierung halten, und dass sie sich �berlegen, welche Befehle sie zuk�nftig vielleicht besser nicht befolgen sollten.�</p><p>�Auf eine solche Wirkung sollten Sie besser nicht hoffen�, sagte Rione und sah ihn ernst an. �Denken Sie daran, was <emphasis>Sie </emphasis>dieser Flotte alles vor Augen f�hren mussten. T�ten und zerst�ren f�hrt gar nicht so oft dazu, dass sich andere Ihrem Willen beugen. Viel wahrscheinlicher werden sie auf klassische menschliche Weise reagieren, indem sie den Entschluss fassen, sich nicht unterkriegen zu lassen, auch wenn alle Vernunft dagegenspricht. Durch die Zerst�rung dieses Hypernet-Portals k�nnen wir durchaus bewirkt haben, dass die Syndikatwelten dieses Sternensystem fester im Griff haben als zuvor.� Sie hielt inne, um ihre Worte wirken zu lassen. Als sie merkte, dass Geary ihr nicht widersprechen wollte, fuhr sie fort: �Zu einem anderen Thema: Ich werde den Syndik-Beh�rden ausrichten, dass wir � ja, sagen wir, wir haben f�nf Individuen gefangen genommen.�</p><p>�Wir konnten auf der <emphasis>Invincible </emphasis>nur zwei Syndiks gefangen nehmen�, machte Geary ihr klar.</p><p>�Haarspaltereien. Zwei Gefangene gen�gen nicht, um sie ans Schwitzen zu bringen. F�nf Gefangene sind genug, damit sie in Sorge geraten. F�nf Individuen, die nicht identifiziert werden k�nnen, die aber gut auf die Behandlung ansprechen und die uns bereits erste Fragen beantworten k�nnen.�</p><p>�Danke�, sagte Geary. �Ich bin froh, dass Sie auf meiner Seite sind.�</p><p>�Erliegen Sie nicht diesem Irrtum, Admiral�, warnte sie ihn nachdr�cklich. �Ich bin nicht auf Ihrer Seite, sondern auf der Seite der Allianz. Daran hat sich nichts ge�ndert. Eine Sache noch: Ich werde dem Senior-CEO sagen, dass die Allianz-Regierung die Syndikatwelten f�r jeden weiteren Angriff zur Rechenschaft ziehen wird, der mit der Hilfe von Syndik-Schiffen oder anderer Syndik-Ausr�stung ausgef�hrt wird, ohne R�cksicht darauf, wer hinter diesen Angriffen steckt.�</p><p>�D�rfen Sie das?�, fragte Geary. �Dann drohen Sie doch mit Krieg f�r den Fall, dass wir erneut angegriffen werden.�</p><p>L�chelnd spreizte sie die H�nde. �Bis zu unserer R�ckkehr in Allianz-Gebiet bin ich offiziell die Stimme der Regierung. Es mag sein, dass die Regierung meine Drohungen nach unserer R�ckkehr zur�cknehmen wird, aber bis dahin m�ssen die Syndiks sie ernst nehmen.� Pl�tzlich schaute Rione ihn fragend an, dabei legte sie den Kopf schr�g, als k�nnte sie ihn so besser betrachten. �Irgendeine andere Sache macht Ihnen noch zu schaffen, Admiral.�</p><p>�Ja, ganz richtig.� Geary ballte die Faust und sah nach unten, w�hrend er redete: �Abgesehen von der Tatsache, dass Sie mir vor Augen gef�hrt haben, wie leichtfertig ich meine eigenen Regeln missachtet habe, nur um Rache zu �ben.�</p><p>�Sagen Sie sich, die Zerst�rung des Hypernet-Portals war ein Vergeltungsakt f�r den Verlust der <emphasis>Orion</emphasis>, nicht mehr und nicht weniger. Und erwarten Sie nicht irgendeinen Vorteil aus diesem Akt. Sie sind auch nur ein Mensch, Black Jack. Nehmen Sie sich diese Lektion zu Herzen und schauen Sie wieder nach vorn.�</p><p>�Also gut. Aber die andere l�sst sich nicht so leicht aus der Welt schaffen. Selbst wenn die Syndiks Ihnen Ihre Drohung abnehmen, muss die sich erst mal bis zu den richtigen Leuten herumsprechen. So etwas dauert, da ein Schiff diese Nachricht zur Syndik-Regierung auf Prime bringen muss. Dann muss es sich von Prime herumsprechen, und allein durch diese Zeitverz�gerung werden Monate verstreichen, bis Ihre Drohung allgemein bekannt ist. Deshalb wird alles, was sie noch gegen uns geplant haben, auch ausgef�hrt werden, weil nichts davon noch rechtzeitig r�ckg�ngig gemacht werden kann.�</p><p>�Das ist richtig�, r�umte Rione ein. �Vielleicht sind meine Drohungen ja meine eigene Art von Vergeltungsschlag. Etwas, von dem ich wei�, dass es keine Wirkung zeigen kann, aber wodurch ich mich trotzdem etwas besser f�hle.�</p><p>�Nein, die Drohung ist auf jeden Fall eine gute Idee. Sie wird erst langfristig Wirkung zeigen, was bedeutet, dass wir davon noch nicht profitieren werden, aber es k�nnte die Pl�ne der Syndiks in den kommenden Monaten beeinflussen. Und es besteht die Chance, dass wir von einem weiteren m�glichen Hinterhalt in diesem Sternensystem verschont bleiben. Wenn die lokalen Beh�rden von Ihrer Drohung erfahren, reicht die Zeit noch, um einen n�chsten Angriff abzublasen.�</p><p>Sie nickte, als w�rde sie �ber etwas ganz anderes nachdenken, dann wechselte sie abrupt das Thema: �Der Umweg �ber Sobek kostet uns Zeit, nicht wahr? Wie viel?�</p><p>�Nicht allzu viel�, antwortete Geary. Er wusste, Rione wollte das wissen, weil sie um ihren Mann besorgt war, der ruhiggestellt auf der Krankenstation der <emphasis>Dauntless </emphasis>lag. �Der Weg ist etwas l�nger als der �ber Indras, den wir urspr�nglich nehmen wollten, aber solange wir bei Simur und Padronis nicht auf nennenswerte Hindernisse sto�en, werden es nur etwa zehn Tage mehr sein. Atalia liegt so dicht am Allianz-Gebiet, da d�rften die Syndiks nicht in der Lage sein, irgendeine Falle f�r uns vorzubereiten, ohne dabei entdeckt zu werden � selbst dann nicht, wenn wir davon ausgehen, dass Atalia mit den Syndiks kooperiert.�</p><p>�Zehn Tage k�nnen eine lange Zeit sein, Admiral�, sagte Rione und lie� eine der seltenen Gelegenheiten erkennen, bei denen sie den Druck einr�umte, der auf ihr lastete.</p><p>Geary nickte nur, aber sagte nichts, da er nicht wusste, wie eine angemessene Erwiderung darauf aussehen sollte. Stattdessen fragte er sich, welche Hindernisse bis Varandal wohl noch auf sie warteten.</p><p>Im Verlauf der n�chsten Stunden wurde Geary mit Nachrichten der Syndik-Beh�rden im Sobek-System bombardiert. Man wollte wissen, was genau den Kollaps des Hypernet-Portals ausgel�st hatte, und warum die Allianz-Kriegsschiffe quer durch das System flogen, wenn sie doch eigentlich auf einem viel direkteren Weg den Sprungpunkt erreichen konnten. Sie verlangten, dass die Flotte jeden B�rger der Syndikatwelten im Gewahrsam der Allianz auslieferte, und in einer besonders dreisten Nachricht forderten sie, dass die Allianz-Flotte f�r die Benutzung des Hypernet-Portals bezahlen sollte.</p><p>Geary befand sich auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, als Rione ihn �ber die j�ngste Forderung informierte. Ehe er darauf reagierte, �berpr�fte er zun�chst, ob die Privatsph�re um ihn herum aktiv war, damit keiner der Br�cken-Wachhabenden mith�ren konnte. �Gesandte Rione, antworten Sie den Syndik-Beh�rden bitte, dass sie sich zum Teufel scheren k�nnen. In der H�lle werden sie ganz sicher alles bekommen, was ihnen zusteht.�</p><p>�Soll ich das in eine diplomatische Antwort umformulieren?�, fragte sie.</p><p>�Wenn Sie das wollen. Mir macht es nichts aus, sie vor den Kopf zu sto�en. Was ist denn die angemessene Antwort zum Thema Gefangene?�</p><p>Sie hob entschuldigend die H�nde. �Die Individuen in unserem Gewahrsam k�nnen nicht belegen, dass sie Syndik-B�rger sind. Also m�ssen wir davon ausgehen, dass sie staatenlos sind. Es sei denn, die Beh�rden hier erkl�ren sie zu Angeh�rigen der Syndikatwelten. Aber wenn sie das machen, m�ssen sie auch die Verantwortung f�r deren Handeln �bernehmen.�</p><p>�Damit kann ich leben�, meinte er und schaute auf sein Display. �Lieutenant Iger und seine Leute konnten in diesem Sternensystem keinen Hinweis auf ein Gefangenenlager finden, in dem noch Allianz-Angeh�rige festgehalten werden. Das ist auch gut so, weil die Syndiks sonst wahrscheinlich versuchen w�rden, einen Tausch gegen die Gefangenen zu erreichen, die sich in unserer Gewalt befinden.�</p><p>�Darauf hat es keinerlei Hinweise gegeben�, erkl�rte Rione.</p><p>�Was ist mit den getarnten Shuttles, die wir zerst�ren konnten? Irgendwelche Erkl�rungen der CEOs dazu?�</p><p>�Die Syndik-Beh�rden hier schieben das und alle anderen Vorkommnisse auf <emphasis>abtr�nnige Elemente </emphasis>und <emphasis>unbekannte Akteure</emphasis>, deren <emphasis>Handlungen nicht von den Syndikatwelten autorisiert wurden</emphasis>. Mit anderen Worten: Sie sind v�llig entsetzt dar�ber, dass milit�rische Ausr�stung in die H�nde von Kriminellen fallen konnte, die uns damit aus welchen Gr�nden auch immer angegriffen haben.�</p><p>�Zu schade, dass man sein virtuelles Gegen�ber nicht w�rgen kann�, merkte Geary an.</p><p>�Das ist wirklich bedauerlich. Ich bin auch ein wenig entt�uscht dar�ber, dass sie sich nicht etwas mehr M�he und nicht ganz so offensichtlich l�gen.� Ihr Gesichtsausdruck hatte einen grimmigen Zug angenommen. �Vielleicht wollen sie ja, dass wir �berreagieren, damit sie den Friedensvertrag f�r gebrochen erkl�ren k�nnen. Oder aber das Gegenteil trifft zu, und sie sind davon �berzeugt, dass Black Jack schon nicht �berreagiert, selbst wenn sie uns immer wieder kleine Verletzungen zuf�gen, die sich irgendwann zu schweren Verletzungen addieren werden.�</p><p>�Die <emphasis>Orion </emphasis>war keine kleine Verletzung�, hielt er dagegen. �Wie sehen Sie meine Optionen?�</p><p>�Das ist ein Drahtseilakt, Admiral. Schlagen Sie h�rter zur�ck, als sie es erwarten, aber nicht so hart, dass sie Ihnen �bertriebenes Handeln vorwerfen k�nnen.�</p><p>�Wie soll ich wissen, was hart genug, aber noch nicht zu hart ist?�</p><p>Rione l�chelte ihn an. �Dabei kann ich Ihnen behilflich sein. Machen Sie es wie bei dem unerfreulichen Verlust des hiesigen Hypernet-Portals.�</p><p>�Ich verstehe.� Geary sah sie fragend an. �Was genau sagen die Syndiks denn �ber das Portal?�</p><p>�Sie wollen ja blo� wissen, wie sehr Sie sie damit getroffen haben. Nun, es wird Sie freuen zu h�ren, dass die Syndiks vor Wut toben. Sie verlangen Daten, die den Kollaps des Portals erkl�ren und die belegen, dass es nicht unsere Ingenieure waren, die die Sch�den vors�tzlich herbeigef�hrt haben. Sie verlangen Entsch�digung, sie zeigen sich �ber einen solch aggressiven Akt tief best�rzt. Nun gucken Sie doch nicht so, Admiral. Wenn Sie mit diesem Gesichtsausdruck diese Mitteilungen empfangen h�tten, dann w�re das ein eindeutiger Beweis f�r deren � <emphasis>absurde </emphasis>Vorw�rfe.�</p><p>�Ich muss zugeben, die Dreistigkeit so mancher Syndiks beginnt meine Geduld �ber Geb�hr zu strapazieren�, erwiderte Geary, als er seine Stimme wieder unter Kontrolle hatte.</p><p>Erneut l�chelte Rione ihn an. �Ich bin daran schon gew�hnt. Ich reagiere mit Erstaunen, Entsetzen oder Best�rzung auf ihre Vorw�rfe. Ich bitte sie um Beweise, ich berufe mich auf eine Schlichtungsklausel im Friedensvertrag. Ich verspreche ihnen, mich mit der Angelegenheit zu besch�ftigen. Dabei wissen sie, dass ich mit ihnen spiele und dass gar nichts geschehen wird, dass ihr Hypernet-Portal nicht mehr da ist und dass sie uns diesen Verlust niemals werden nachweisen k�nnen. Ich versichere, es macht sie v�llig rasend.�</p><p>Er erwiderte das L�cheln und meinte: �Sie sind gut darin, Leute zur Raserei zu bringen, wie?�</p><p>�Das ist eine Gabe.�</p><p>�Wieso sind Sie wieder so hilfsbereit? Hat die Begegnung mit den Kiks und den T�nzern denn tats�chlich so viel ver�ndert?�</p><p>�Was so viel ver�ndert hat�, entgegnete sie, nachdem sie kurz weggeschaut hatte, �ist Ihre Entdeckung, was mit meinem Ehemann nicht stimmt. Was man Commander Benan angetan hat, und der Grund, wieso man es ihm angetan hat � das geht so weit �ber jegliches Verhalten hinaus, das die �ffentlichkeit der Allianz-Regierung zutrauen und vielleicht auch zubilligen w�rde, dass ich jetzt im Besitz eines ungeheuren Druckmittels bin. Das werden die wissen, die versucht haben, mich zu benutzen und mich zu erpressen.�</p><p>�Aber wenn Sie damit an die �ffentlichkeit gehen, dann k�nnte das Ihren Ehemann buchst�blich umbringen.�</p><p>Sie nickte gelassen. �Das w�rden sie an meiner Stelle sowieso machen, und deswegen werden sie glauben, dass ich auch so vorgehen will. H�ten Sie sich vor Leuten, die davon �berzeugt sind, dass sie recht haben, Admiral. Diese �berzeugung erlaubt es ihnen, bei der Verfolgung ihrer Ziele beinahe jedes Handeln zu rechtfertigen.�</p><p>�So wie die Syndik-CEOs in diesem System?�, fragte Geary und h�rte die Verbitterung aus seinen Worten heraus. <emphasis>W�re es doch nur m�glich, sie pers�nlich f�r das bezahlen zu lassen, was sie der </emphasis>Orion <emphasis>angetan haben �</emphasis></p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Mich w�rde es sehr wundern, wenn auf deren Seite irgendwelcher Idealismus zu finden w�re; oder irgendein Gesp�r daf�r, was richtig und was verkehrt ist. Diese CEOs haben das getan, wovon sie glaubten, dass sie pers�nlich davon am meisten profitieren. Es mag auch ein privates Rachemotiv eine Rolle gespielt haben, falls sie jemanden im Krieg verloren haben. Aber durch meine Gespr�che mit Ex-CEO Iceni in Midway habe ich einen besseren Einblick in die Denkweise der CEOs bekommen. Ihr interner Sicherheitsdienst hat Menschen hervorgebracht, die wirklich an das System glaubten. Aber alle anderen wurden entweder durch Eigeninteresse oder Angst motiviert.�</p><p>�Wie kann ein solches System �berleben?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Durch Eigeninteresse und Angst.�</p><p>�Meine Frage war ernst gemeint.�</p><p>Rione reagierte wieder einmal mit diesem herablassenden Blick. �Meine Antwort ebenfalls. Eigeninteresse plus Angst funktionieren gut, zumindest eine Zeit lang. Und zwar so lange, bis das Eigeninteresse, das nicht durch eine �bergeordnete Loyalit�t geb�ndigt wird, zerst�rerischer wird, als das System es aushalten kann. Und bis die Angst, sich gegen das System zu erheben, von der Angst verdr�ngt wird, weiter in diesem System leben zu m�ssen. Fr�her oder sp�ter l�uft es immer darauf hinaus. Im Fall der Syndikatwelten versetzte der Krieg ihre Anf�hrer in die Lage, die Angst vor uns zu nutzen, um die Angst davor zu sch�ren, sich gegen das eigene System zu erheben. Die Syndikatwelten zerfallen nicht nur, weil der Krieg eine so gro�e Belastung dargestellt hat, und auch nicht, weil sie den Krieg und infolgedessen einen erheblichen Teil ihres milit�rischen Personals verloren haben. Sie zerfallen auch, weil die Angst vor der Allianz nicht l�nger benutzt werden kann, um die einzelnen Individuen und die einzelnen Sternensysteme an die Syndik-Regierung zu binden.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte Geary nachdenklich. �Die Allianz sieht sich ganz �hnlichen Belastungen ausgesetzt, weil die Angst vor den Syndiks f�r unseren Zusammenhalt gesorgt hat.�</p><p>�Ein Feind von au�en ist f�r jeden Politiker das Beste, was er sich w�nschen kann�, kommentierte sie ironisch. �Indem sie auf einen solchen Feind zeigen, k�nnen sie sehr vieles entschuldigen und rechtfertigen. Aber das hei�t nicht, Feinde von au�en seien nie real. Wie hei�t diese alte Redewendung doch gleich noch? Nur weil man paranoid ist, bedeutet das noch lange nicht, dass nicht doch jemand da ist, der einem was will.�</p><p>�Und die Syndiks tun, was sie k�nnen, um uns was zu wollen�, f�gte Geary an. Pl�tzlich kam ihm ein Gedanke: �Ich habe mich gefragt, welches Ziel die Syndiks verfolgen. Warum greifen sie uns auf diese Weise an? Sie m�ssen doch wissen, dass sie nicht gewinnen k�nnen. Aber ich glaube, Sie haben mich soeben auf die Antwort gebracht.�</p><p>�Das mache ich ganz wundervoll, nicht wahr?�, meinte Rione daraufhin. �Wenn Sie nicht noch mehr von meinen weisen Ratschl�gen ben�tigen, w�rde ich jetzt gern meine Antwort auf die j�ngsten Forderungen der Syndiks formulieren.�</p><p>Geary kehrte auf die Br�cke zur�ck und nahm in seinem Sessel Platz, wobei er zum x-ten Mal versuchte, beim Blick auf sein Display das Fehlen der <emphasis>Orion </emphasis>in der Flottenformation nicht zur Kenntnis zu nehmen. Nachdem er monatelang die <emphasis>Orion </emphasis>im Blick gehabt hatte, weil sie wegen der immer falschen Befehlshaber f�r die Flotte eher im Weg gewesen war, hatte sie unter Commander Shen eine Wende um hundertachtzig Grad bew�ltigt und sich zu einem wertvollen Mitglied der Flotte entwickelt. Unwillk�rlich schaute er auf die Stelle, wo die <emphasis>Orion </emphasis>sich h�tte befinden m�ssen, aber nicht mehr zu sehen war.</p><p>Er warf Desjani einen Seitenblick zu. Sie erledigte verbissen ihre Arbeit, ohne sich ihre Trauer anmerken zu lassen. Trotzdem wusste er, dass Shen ein guter Freund von ihr gewesen war. Jetzt war er nur noch ein weiterer Kamerad, dessen Name auf der Tafel in ihrem Quartier zu finden sein w�rde, ein weiterer Eintrag auf der Liste derer, die gestorben waren und die Desjani niemals vergessen wollte.</p><p>�Ja, Admiral?�, fragte Desjani pl�tzlich. Sie hatte ihn nicht angesehen, ihr war nicht anzumerken gewesen, dass sie seinen Blick wahrgenommen hatte, und doch musste sie es irgendwie gesp�rt haben.</p><p>�Ich habe nur � nachgedacht�, erwiderte er.</p><p>Sie sah ihm in die Augen, dabei wurde ihm klar, dass sie genau wusste, was er gedacht hatte. Manchmal war es ihm unheimlich, wie leicht Tanya ihn durchschauen konnte. �Wir m�ssen die Erinnerung bewahren, aber wir k�nnen es uns nicht leisten, zu viel �ber Dinge nachzudenken, die uns von den Dingen ablenken, �ber die wir nachdenken <emphasis>m�ssen</emphasis>.�</p><p>�Glauben Sie mir, ich denke �ber fast nichts anderes nach als dar�ber, was die Syndiks noch alles geplant haben k�nnten. Ich habe eine Flottenkonferenz bislang nur vor mir hergeschoben, weil ich mir erst ein paar Themen zurechtlegen wollte, �ber die ich reden m�chte, um alle von unseren Verlusten abzulenken.�</p><p>Sekundenlang sah sie ihn schweigend an. �Ich bezweifle, dass sich irgendjemand ablenken lassen k�nnte, Admiral. Nicht von solchen Ereignissen. Aber wenn uns nichts einf�llt, sollten wir vielleicht noch andere Denker dazuholen. Haben Sie mit Roberto Duellos gesprochen? Oder Jane Geary? Mit irgendjemandem au�er mir und dieser Frau?�</p><p>�Ja, ich habe mit anderen Leuten gesprochen. Und <emphasis>diese Frau </emphasis>hat gerade eben ein interessantes Bild gezeichnet, was die Syndik-Regierung langfristig planen k�nnte.� Er fuchtelte w�tend mit den H�nden. �Aber was die lokale Bedrohung angeht, muss ich mich mit der Tatsache abfinden, dass wir hier niemanden haben wie � na, wie diese beiden Colonels, die f�r General Drakon arbeiten. Jemanden, der wie ein Syndik denkt und der erahnen k�nnte, zu welcher List sie als N�chstes greifen werden.�</p><p>�Sie wollen ja nur Colonel Morgan wiedersehen�, sagte Desjani. �Oh, regen Sie sich nicht auf, das war nur ein Scherz. Allm�hlich sollten Sie wissen, dass ich zu Scherzen greife, wenn ich mit einer schwierigen Situation klarkommen muss. Also gut, wir haben keine Syndiks in der Flotte, abgesehen nat�rlich von unseren Gefangenen an Bord der <emphasis>Invincible</emphasis>. Aber die geben ja gar nicht erst zu, dass sie Syndiks sind. Trotzdem hei�t das nicht, dass uns keine listigen Denker zur Verf�gung stehen.� Desjani bet�tigte eine Taste. �Master Chief Gionnini, ich ben�tige jemanden mit einer verschlagenen Denkweise.�</p><p>Minuten sp�ter tauchte das Gesicht des Master Chief vor ihr in einem virtuellen Fenster auf. �Jemanden mit einer verschlagenen Denkweise? Sie wollen, dass ich jemanden f�r Sie ausfindig mache, auf den das zutrifft, Captain?�, fragte Gionnini todernst.</p><p>�Ich glaube, ich begn�ge mich mit Ihnen, Master Chief. Sie sind doch �ber die Ereignisse in diesem Sternensystem auf dem Laufenden, nicht wahr?�</p><p>�Ja, Captain. Jedenfalls habe ich mich bei allem auf dem Laufenden gehalten, was meiner Position innerhalb der Flotte entspricht ��</p><p>�Verschonen Sie mich mit Ihrer falschen Fr�mmigkeit, Master Chief�, unterbrach Desjani ihn. �Ich m�chte, dass Sie sorgf�ltig �ber die folgende Frage nachdenken: Wenn Sie dieser Flotte weiteren Schaden zuf�gen wollten, solange sie sich noch in diesem System befindet, was w�rden Sie dann versuchen?�</p><p>�Sie meinen, wenn ich ein Syndik w�re, Captain?�</p><p>�Wenn es Ihnen lieber ist, stellen Sie sich vor, dass dies hier eine Syndik-Flotte ist, und sie wollen ihr unbedingt noch eins auswischen, bevor sie das Sternensystem verl�sst.�</p><p>�Minen am Sprungpunkt�, antwortete Gionnini, ohne zu z�gern. �Wir k�nnen das System auf jedem beliebigen Weg durchqueren, aber wir m�ssen zu diesem Sprungpunkt dort. Und das wissen die Syndiks, Captain.�</p><p>�Und wie w�rden Sie verhindern, dass wir die Minen fr�hzeitig entdecken und sie umfliegen?�, wollte Desjani wissen. �Die Syndiks wissen, dass wir nach den ersten Attacken umso wachsamer sein werden und auf jede Auff�lligkeit achten. Deren Tarntechnologie f�r Minen ist zwar gut, aber nicht so gut, dass wir sie nicht entdecken k�nnten, wenn wir an der richtigen Stelle danach suchen. Und von der richtigen Stelle sind wir jetzt nicht mehr so weit entfernt.�</p><p>�Ein T�uschungsman�ver�, lautete Gionninis n�chste Antwort. �Etwas, das uns abermals ablenkt. Etwas, das ihnen hilft, die Minen besser vor unseren Sensoren zu verbergen. So wie bei einem Zaubertrick. So was funktioniert nicht etwa, weil niemand sehen kann, was Sie machen, sondern weil Sie auch noch etwas anderes machen, auf das sich die Leute konzentrieren, die Ihnen zusehen.�</p><p>�Irgendeine Idee, was f�r eine Ablenkung das sein k�nnte?�, fragte Desjani.</p><p>Diesmal antwortete Gionnini erst nach einer kurzen Pause. �Dar�ber muss ich erst mal ein bisschen nachdenken, Captain. Es muss etwas sein, das die automatische Gefahrenerkennung der Flottensensoren ebenso t�uschen kann wie das Personal, das die Sensoren bedient.�</p><p>�Denken Sie bitte schnell dar�ber nach, Master Chief. Vielen Dank f�r Ihre hilfreiche Antwort. Gibt es sonst noch etwas zu berichten?�</p><p>�Ja, eine Sache w�re da noch, Captain. Es ist eher privater Natur.�</p><p>Desjani bet�tigte eine Taste. �Ich habe die Privatsph�re um mich herum aktiviert.�</p><p>Und um ihn herum ebenfalls, wie Geary in dem Moment feststellte, da er sie laut und deutlich reden h�rte. Er �u�erte sich aber nicht dazu, um Gionnini nicht darauf aufmerksam zu machen.</p><p>�Ja, Captain. Also, Sie haben mich doch gebeten, die Augen offen zu halten, ob in einem bestimmten Teil der Flotte etwas Ungew�hnliches festzustellen ist.�</p><p>�Die Hilfsschiffe. Ja, richtig. Was gibt es da?�</p><p>�Also, ich habe einen ziemlich zuverl�ssigen Hinweis darauf, dass eine gro�e Menge an hochkar�tigem Alkohol auf eines der Hilfsschiffe geliefert worden ist ��</p><p><emphasis>�Tanuki?�</emphasis></p><p>�Das ist das, was mir zu Ohren gekommen ist, Captain. Das ist Zeugs von Syndik-Planeten, f�r das ein Embargo verh�ngt wurde. Zeugs, das zu Hause sehr gefragt ist.�</p><p>�Verstehe. Und wie sind Sie darauf aufmerksam geworden, Master Chief?�</p><p>�Der gleiche Lieferant hat mir auch eine Ladung angeboten, Captain. Nat�rlich habe ich mich darauf nicht eingelassen.�</p><p>�Wollte der Lieferant so viel daf�r haben, dass nicht mal Sie ihn runterhandeln konnten?�, gab Desjani zur�ck.</p><p>�Captain, wenn man �berzogene Einkaufspreise bezahlt, kann man keine Gewinne mehr erzielen. Nicht, dass ich mich jemals an solchen Transaktionen beteiligen w�rde, die ja � wie Sie selbst wissen � gegen die Flottenbestimmungen versto�en. Aber ich f�hlte mich dazu veranlasst, so viel wie m�glich �ber diesen Deal in Erfahrung zu bringen. Immerhin k�nnte ja eine Bedrohung f�r die Flotte oder ihr Personal bestehen�, f�gte Gionnini scheinheilig an.</p><p>�Ihr Pflichtbewusstsein ist strahlendes Vorbild f�r uns alle�, sagte Desjani. �Haben Sie auch eine Ahnung, was die <emphasis>Tanuki </emphasis>f�r die Schwarzmarktware bezahlt hat?�</p><p>�Nein, Captain, das konnte ich nicht herausfinden.�</p><p>�Danke, Master Chief. Gibt es sonst noch was?�</p><p>�Nur eine winzige Kleinigkeit, Captain�, sagte Gionnini und l�chelte sie strahlend an. �Eine Frage, um genau zu sein. Werden wir vor Erreichen des Sprungpunkts noch irgendwelche gr��eren Kurswechsel vornehmen?�</p><p>�Das ist schwer zu sagen, Master Chief, und das h�ngt einzig und allein von Admiral Geary ab.�</p><p>�Verstehe schon, Captain. Es ist nur eben so, dass ich wegen des unerwarteten Umwegs alle Wetten auf den richtigen Sprungzeitpunkt streichen und von vorn anfangen musste.�</p><p>�Das war bestimmt sehr viel Arbeit, Master Chief�, entgegnete sie mit gespieltem Mitgef�hl.</p><p>Von Gionnini unbemerkt musste Geary grinsen. Diese Wetten existierten schon so lange, wie es den Sprungantrieb gab. Crewmitglieder setzten einen kleinen Betrag auf den exakten Zeitpunkt, an dem das Schiff zum Sprung ansetzte. Wer dem Zeitpunkt am n�chsten kam, der gewann die gesamten Eins�tze. Aus einem unerfindlichen Grund war die Flotte nie gegen diese Wetten vorgegangen. Vielmehr hatte sie sogar deren Bedeutung f�r die Moral der Truppe anerkannt, die ansonsten wohl ihr Geld auf Unerfreulicheres als den richtigen Sprungzeitpunkt gesetzt h�tte. Soweit Geary wusste, hatten Vorgesetzte nur in einigen F�llen offizielle Verbote verh�ngt, etwa wenn einzelne Eins�tze zu hoch ausfielen.</p><p>�Master Chief, ich werde daf�r sorgen, dass der Admiral die Folgen f�r Ihre Arbeitsbelastung ber�cksichtigt, wenn er die n�chste Kurs�nderung in Erw�gung zieht�, sagte sie.</p><p>�Kommen Sie, Captain�, protestierte Gionnini �Sie wissen doch genau, dass niemand an Bord dieses Schiffs so hart arbeitet wie ich. Sie und der Admiral nat�rlich ausgenommen.�</p><p>�Das kommt ganz darauf an, wie Sie und ich den Begriff �arbeiten� definieren, Master Chief. Nochmals danke f�r Ihre Informationen und Vorschl�ge.�</p><p>Desjani warf Geary einen eindringlichen Blick zu. �Was halten Sie davon?�</p><p>�Von den Wetten, vom Alkoholschmuggel oder von den Pl�nen der Syndiks?�</p><p>�Ich habe Ihnen ja gesagt, dass Sie Smythe nicht aus den Augen lassen sollten.�</p><p>�Und das machen Sie auch sehr gut�, betonte Geary. �Wussten Sie eigentlich, dass die Hilfsschiffe bei Midway auch einen Vorrat an wichtigen Seltenen Erden erwerben konnten? Von einem der Asteroiden k�nnen sie nicht stammen, aber wir ben�tigen sie, und deshalb habe ich keine l�stigen Fragen gestellt. Smythe hat vermutlich gegen die H�lfte aller bestehenden Regeln versto�en, aber das macht er oft nur, damit er seine Arbeit erledigen kann.�</p><p>�Und deshalb sind Sie bereit, �ber alle anderen Regelverst��e hinwegzusehen?�</p><p>�Ja. Solange er der Flotte nicht schadet. Ich werde ein paar Fragen in den Raum werfen, was illegalen Syndik-Alkohol angeht, damit er wei�, dass er nicht v�llig unbeobachtet ist und am Ende noch irgendwelche kriminellen Spielchen treibt.� Er sah Desjani an, dass sie seine Argumente nicht gelten lassen wollte. �Ich handle nicht anders als sie, wenn Sie Master Chief Gionnini bestimmte Fragen nicht stellen, weil seine besonderen F�higkeiten f�r die <emphasis>Dauntless </emphasis>von gro�em Nutzen sein k�nnen.�</p><p>Sie wollte zum Reden ansetzen, hielt inne und nickte betreten. �Jetzt haben Sie mich ertappt. Und was ist mit seinen �berlegungen, was die Syndiks tun k�nnten?�</p><p>�Ich denke, damit d�rfte er ziemlich richtigliegen�, antwortete Geary. �Sie und ich h�tten auch darauf kommen m�ssen. Wir waren zu sehr auf m�gliche Bedrohungen links und rechts unseres Weges fixiert gewesen, dass wir gar nicht erkannt haben, dass nur das Gebiet unmittelbar vor dem Sprungpunkt die einzige Region im System ist, die wir tats�chlich passieren <emphasis>m�ssen</emphasis>.� Er lie� von seinem Display rasch eine Anfrage durchrechnen. �Seit unserer Ankunft haben ein paar Handelsschiffe das System durch den Sprungpunkt verlassen, aber die kann man vors�tzlich auf Routen losgeschickt haben, auf denen sie die Minen umgehen, damit wir die vorhandene Bedrohung nicht wahrnehmen.�</p><p>�Aber wenn wir uns dem Sprungpunkt n�hern, m�sste da irgendetwas sein, das uns ablenkt. Was k�nnte da funktionieren? Getarnte Shuttles sind teuer und nicht in gro�en Mengen vorr�tig. Au�erdem haben wir die Zahl dieser Shuttles bereits deutlich dezimiert. Und dass sie die <emphasis>Invincible </emphasis>entern konnten, war auch nur m�glich, weil wir durch einen anderen Angriff abgelenkt waren.�</p><p>�Es muss etwas anderes sein�, �berlegte Geary. �Sie wissen, dass wir jetzt darauf achten. Also werden sie nicht das Gleiche noch einmal versuchen. Sie werden etwas zu unternehmen versuchen, worauf wir nicht achten. Was immer das auch sein k�nnte. Na gut, dann werde ich eine Flottenkonferenz einberufen.�</p><p>Er konnte sich auf diese Konferenzen nie freuen, selbst wenn es nur gute Dinge oder Routineangelegenheiten zu besprechen gab. Und bislang hatte Sobek nicht einmal Gutes oder Routinem��iges hervorgebracht.</p><p>Geary stand im Konferenzraum und betrachtete die versammelten Bilder der ihm unterstellten Befehlshaber. Der Raum selbst war recht klein. Er erweckte nur durch die Konferenzsoftware den Eindruck, er sei ger�umig genug, dass er jedem Platz bot. Dabei wurde auch der Tisch vor Geary virtuell in die L�nge gestreckt, damit Hunderte M�nner und Frauen virtuell an ihm sitzen konnten. Die Senioroffiziere, die Captains und Commander der Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer, General Carabali von den Marines und die Senioringenieure der Flotte sa�en Geary am n�chsten, aber wenn er sich an einen der weiter entfernten Offiziere wandte, gen�gte ein Blick in dessen Richtung, damit er von der Software automatisch herangezoomt wurde, wobei ihm Name, Dienstgrad und Schiff angezeigt wurden.</p><p>Das alles machte solche Treffen sehr einfach, was f�r Geary aber in den meisten F�llen genau den Nachteil dieser Software darstellte. F�r Geary war eine Konferenz immer etwas gewesen, das m�hselig zu leiten und f�r alle Beteiligten ebenso m�hselig zu erreichen sein sollte, damit man in einem stickigen, �bervollen Raum zusammenkam, aus dem jeder wieder so schnell wie m�glich verschwinden wollte. Aber manchmal musste er einfach ausf�hrliche Treffen abhalten, und dann erwies sich die Software doch als sehr angenehm.</p><p>�Sie sind alle mit der Situation vertraut�, sagte Geary. �Der Verlust der <emphasis>Orion </emphasis>war f�r uns alle ein schwerer Schlag, aber ihre Crew ist einen ehrenvollen Tod gestorben, sie hat in Erf�llung ihrer Pflicht gehandelt, und jeder Einzelne von ihnen wird zweifellos von den Lebenden Sternen willkommen gehei�en.�</p><p>�Ein schwerer Verlust�, stimmte Captain Duellos vom Schlachtkreuzer <emphasis>Inspire </emphasis>ihm ungewohnt schroff zu. �Wir haben zu viele Kameraden im Gefecht verloren. Ich w�nschte, die <emphasis>Orion </emphasis>w�re in der Lage gewesen, mehr Feinde mit in den Tod zu rei�en. Und ich w�nschte, wir h�tten die M�glichkeit gehabt, diejenigen teurer daf�r bezahlen zu lassen, die diesen Angriff angeordnet haben. Und was f�r eine Schande, dass bei dieser Attacke auch noch das Hypernet-Portal hier im System so schwer besch�digt wurde.�</p><p>�Ja�, stimmte ihm Captain Badaya von der <emphasis>Illustrious </emphasis>zu, dessen Gesicht vor Wut ger�tet war. �Aber nicht Schande genug. Es ist zu schade, dass nicht ein paar verirrte Projektile die wichtigsten Syndik-Einrichtungen in tiefe Krater verwandelt haben.�</p><p>Zustimmendes Gemurmel machte sich an dem riesigen virtuellen Tisch breit.</p><p>�Wieso nicht?�, wollte Commander Neeson von der <emphasis>Implacable </emphasis>wissen. �Warum lassen wir sie nicht teurer daf�r bezahlen? Sie haben uns angegriffen, und sie haben die <emphasis>Orion </emphasis>zerst�rt. Warum sollten wir nicht zur�ckschlagen?�</p><p>Geary wartete ab, bis die n�chste Welle an zustimmenden �u�erungen abebbte, anstatt sie mithilfe der Software zum Verstummen zu bringen. <emphasis>Sollen sie ruhig ein bisschen Dampf ablassen. Das tut uns allen gut. </emphasis>�Ich habe keinen derartigen Vergeltungsschlag angeordnet, weil die Syndik-F�hrer genau das von uns erwarten. Sie wollen, dass wir auf eine Weise gegen die Friedensvereinbarungen versto�en, die sie in die Lage versetzt, uns den ersten Angriff in die Schuhe zu schieben.�</p><p>Diese Aussage l�ste bei den Anwesenden verdutztes Schweigen aus, bis sich Captain Tulev von der <emphasis>Leviathan </emphasis>zu Wort meldete. �Warum sollten die Syndiks einen erneuten Krieg gegen die Allianz provozieren wollen, wenn sie nicht mal mehr die milit�rischen Mittel besitzen, um all ihre Sternensysteme dazu zu zwingen, loyal zu ihnen zu stehen?� Tulev klang nicht so, als wollte er mit seiner Frage provozieren.</p><p>�Weil sie wieder einen Feind von au�en haben wollen�, erkl�rte Geary. �Die Syndik-F�hrer wissen, dass sie mit den ihnen verbliebenen Kr�ften die Reste der Syndikatwelten nicht auf Dauer zusammenhalten k�nnen. Aber sie wissen auch, dass die Angst vor der Allianz w�hrend des Krieges verhindert hat, dass einzelne Sternensysteme gegen sie aufbegehrten.�</p><p>Badaya sch�ttelte den Kopf. �Dieser Trick kann nicht mehr ziehen. Selbst wenn wir uns durch Syndik-Gebiet pfl�gen und rechts und links alles bombardieren w�rden, wird das Syndik-Imperium nicht wiederauferstehen.�</p><p>�Dessen bin ich mir nicht so sicher�, wandte Carabali ein und sprach dabei sehr bed�chtig. �So geschw�cht sie jetzt nach dem Krieg auch sind, k�nnen die Syndikatwelten einzelnen Sternensystemen immer noch ein h�heres Ma� an Sicherheit bieten als das, wozu diese Systeme in Eigenregie in der Lage sind. Dieser bessere Schutz gegen Bedrohungen von au�en und das Versprechen innerer Stabilit�t sind das Einzige, was die Syndiks diesen Sternensystemen jetzt noch bieten k�nnen.�</p><p>�Damit ergibt sich wieder die Wahl zwischen mehreren Feinden�, sagte Duellos. �Da jetzt Frieden mit der Allianz herrscht, sehen diese Sternensysteme ausschlie�lich die Herrscher der Syndikatwelten als ihre Feinde an, also ihre eigenen Herrscher. Bricht der Krieg wieder aus, gibt es auf einmal noch andere Feinde, die einem Sorgen bereiten. Ja, das k�nnte funktionieren.�</p><p>�Ja, stimmt�, pflichtete Tulev ihm bei. �Wenn auch erst einmal nur im Kleinen. Aber aus kleinen Vorteilen k�nnen mit der Zeit gro�e Ver�nderungen werden. Ich kann Ihre Logik nachvollziehen, Admiral.�</p><p>Badaya war immer noch w�tend, aber auch er hatte begonnen nachzudenken. �Sie wollen uns zu einem Gegenschlag verleiten, und daf�r gibt es keine andere vern�nftige Erkl�rung als das, was Sie ausgef�hrt haben, Admiral. Das ist alles sehr �berzeugend. Trotzdem ist es bitter, dass wir die <emphasis>Orion </emphasis>nur mit dem Kollaps des Hypernet-Portals vergelten konnten.�</p><p>�Das sehe ich auch so�, sagte Geary. �Es scheint keine angemessene Vergeltung zu sein. Doch der Verlust des Hypernet-Portals wird gravierende Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft haben, und vor allem werden die Syndiks in ihrer F�higkeit eingeschr�nkt, milit�risches Personal schnell zu verlegen.�</p><p>�Soweit wir wissen, war das hier das letzte funktionst�chtige Portal der Syndik-Welten, mit Ausnahme von Midway. Und das steht nicht unter ihrer Kontrolle�, warf Neeson ein.</p><p>�Ja, und deshalb sind die Syndiks hier so au�er sich und �� Geary brach mitten im Satz ab, als ihm klar wurde, dass da etwas �berhaupt nicht zusammenpasste.</p><p>Captain Hiyen erkannte den Widerspruch vor allen anderen: �Warum sind die Syndiks hier so au�er sich, dass sie ihr Hypernet-Portal verlieren, wenn sie doch nur nach Midway h�tten gelangen k�nnen? Das Portal war doch ohnehin nutzlos f�r sie geworden.�</p><p>Der Gesandte Charban hatte den Blick auf das Sternendisplay gerichtet, das �ber dem Konferenztisch schwebte. �Wenn sie so ver�rgert sind, dann muss das Portal f�r sie immer noch von Nutzen gewesen sein. Also muss es m�glich gewesen sein, von hier aus andere Systeme zu erreichen.�</p><p>�Wir haben alles �berpr�ft�, bekr�ftigte Desjani. �Das einzige zug�ngliche Portal war Sobek.�</p><p>Hiyen sch�ttelte den Kopf. �Das einzige von <emphasis>Midway </emphasis>aus zug�ngliche Portal war Sobek�, sprach er sehr betont. �Das haben wir feststellen k�nnen.�</p><p>Commander Neeson sah Hiyen an. �Haben die Syndiks eine Methode entwickelt, mit der man innerhalb des Hypernets den Zugriff auf die Portale einschr�nken kann? Ist so etwas �berhaupt m�glich?�</p><p>�Ich wei� es nicht�, r�umte Hiyen ein. �Ich wei� auch nicht, ob sich schon irgendwann jemand mit dieser Frage befasst hat. Warum h�tten wir das tun sollen?�</p><p>�Warum sollten die Syndiks das machen? Was h�tten sie davon?�, merkte Badaya an.</p><p>�Oh verflucht!�, rief Desjani aufgebracht in die Runde. �Die Antwort darauf befindet sich an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, und da befindet sie sich schon, seit wir von diesem angeblichen �berl�ufer den Schl�ssel f�r das Hypernet der Syndiks erhalten hatten.�</p><p>Duellos verzog das Gesicht. �Aber nat�rlich. Als wir der Falle entkommen waren, die sie bei Prime f�r uns vorbereitet hatten, wussten die Syndiks, dass die Allianz-Flotte mit einem Schl�ssel zu ihrem Hypernet unterwegs war. Wir hatten die ganze Zeit �ber angenommen, dass sie diesen Vorteil ausgleichen wollten, indem sie versuchten, diese Flotte zu vernichten. Aber warum sollten sie sich darauf beschr�nken? Warum sollten sie nicht auch nach einem Weg suchen, die Brauchbarkeit dieses Schl�ssels einzuschr�nken, damit wir in ihrem Hypernet nicht hinfliegen k�nnen, wo wir gerade hinwollen?�</p><p>�Daran arbeiten sie schon, seit wir ihnen bei Prime entwischt sind�, erkl�rte Neeson w�tend. �Und uns ist nie der Gedanke daran gekommen.�</p><p>�Wir haben gewonnen�, hielt Charban dagegen. �Warum h�tten wir nach weiteren F�higkeiten suchen sollen?�</p><p>�Wir wissen nicht, ob das wirklich das Werk der Syndiks ist�, gab Tulev zu bedenken. �Es ist zwar ein naheliegender Gedanke, das muss ich zugeben. Aber eine Best�tigung daf�r existiert nicht.�</p><p>Geary sah kurz zu Rione, und als sie nickte, wandte er sich wieder an die anderen. �Wir wissen, dass die Syndiks mit neuen Forschungen am Hypernet besch�ftigt waren. Sie haben eine Methode entwickelt, wie sich verhindern l�sst, dass ein Portal mittels Fernsteuerung kollabiert, also genau das, was Kalixa ausgel�scht hat. Mir ist nicht bekannt, ob die Allianz �hnliche Forschungen betrieben hat.�</p><p>�Wir hatten keine Veranlassung dazu, oder?�, fragte Duellos in die Runde. �Bei uns wurde kein Sternensystem in ein Inferno verwandelt so wie Kalixa bei den Syndiks.�</p><p>�Die Enigmas haben das Gleiche mit dem Sternensystem Petit in der Allianz versucht�, betonte Desjani.</p><p>�Aber es ist nicht gelungen, weil unsere gesch�tzte und leider viel zu fr�h von uns gegangene Kollegin Jaylen Cresida das Ger�t entwickelt hat, mit dem der Kollaps verhindert werden konnte. Ein Sternensystem ohne Hypernet-Portal ist etwas v�llig anderes als ein von seinem Hypernet-Portal vernichtetes Sternensystem.�</p><p>Geary sah sich um, aber niemand sonst schien noch etwas vorschlagen zu wollen<emphasis>. Hat das etwas mit dem gescheiterten Versuch des Flottenhauptquartiers zu tun, unmittelbar vor der Abreise aus Varandal jeden von Bord zu holen, der Kenntnisse �ber das Hypernet besitzt? Ich dachte, es ging nur darum, uns daran zu hindern, etwas �ber die M�glichkeiten zu erfahren, wie man das gesamte Hypernet der Syndiks per Fernsteuerung zusammenbrechen lassen kann. Aber steckte vielleicht mehr dahinter?</emphasis></p><p>Jane Geary hob erstaunt den Kopf. �Lakota. Sprachen Sie nicht davon, Admiral, dass bei Lakota Syndik-Verst�rkungen durch das Portal eintrafen, die v�llig �berrascht waren, weil sie vor dem Eintritt ins Hypernet ein ganz anderes Ziel angegeben hatten?�</p><p>�Ja, das ist richtig.�</p><p>�Wie viel wissen die Syndiks eigentlich dar�ber? Die Syndiks bei Lakota hatten doch zwischen der Abreise unserer Flotte aus Lakota und der R�ckkehr dorthin � als die zweite Schlacht dort ausgetragen wurde � immer noch Zeit, den Vorfall zu melden. Die Syndik-Regierung d�rfte davon erfahren haben, dass es eine M�glichkeit geben muss, das Zielportal eines Schiffs auch dann noch zu �ndern, wenn es sich bereits im Hypernet befindet. Was, wenn sie versucht haben herauszufinden, wie sie das selbst auch bewerkstelligen k�nnen?�</p><p>�Das wird ja immer besser�, schnaubte Badaya. �Unsere einzige Trumpfkarte, mit der wir das Syndik-Hypernet benutzen k�nnen, ohne dass sie in unser Hypernet gelangen k�nnen, wird zu einem reinen Gl�cksspiel.�</p><p>�Vielleicht forscht die Allianz-Regierung ja an etwas ganz �hnlichem�, �berlegte Charban. �Wenn wir zur�ck in Varandal sind, bekommen wir ja wom�glich zu h�ren, dass die entsprechenden Gegenma�nahmen l�ngst in die Wege geleitet worden sind.�</p><p>Nach einer kurzen Pause war von verschiedenen Seiten leises sp�ttisches Lachen zu h�ren.</p><p>�Bei allem Respekt vor Ihren Leistungen als Offizier der Bodenstreitkr�fte�, sagte Duellos schlie�lich, �aber wollen Sie damit vielleicht sagen, wir sollten darauf vertrauen, dass unsere Regierung ein Problem hat kommen sehen und dass sie eine L�sung gefunden hat, bevor ihr alles um die Ohren fliegen konnte?�</p><p>Charban erwiderte mit einem freundlichen L�cheln: �Das klingt ziemlich unglaublich, nicht wahr? Aber vergessen Sie nicht, dass die Syndiks von vielen Problemen geplagt werden, zu denen auch ihre F�hrer geh�ren, und trotzdem haben sie forschen und Ergebnisse zutage f�rdern k�nnen�</p><p>�Einige der Antworten werden wir finden, wenn wir andere Syndik-Sternensysteme durchqueren�, sagte Geary, �und auch, wenn wir zur�ck in Varandal sind. In welchem Zustand sich das Hypernet der Syndiks befindet und was die Syndiks mit ihm machen k�nnen, ist f�r uns jetzt nicht mehr von Bedeutung, da es bis ins Allianz-Gebiet nicht mehr weit ist. Den restlichen Weg legen wir mit Spr�ngen von System zu System zur�ck. Wir wissen nicht, was die Syndiks unterwegs noch alles versuchen werden, aber bei ihrem Angriff auf die <emphasis>Invincible </emphasis>haben sie viele Kurierschiffe, viel Spezialpersonal und Tarntechnologie verloren. Das alles werden sie so schnell nicht ersetzen k�nnen, und sie k�nnen diese Dinge auch nicht mehr gegen uns oder gegen ihre eigenen Leute einsetzen.�</p><p>�Das gen�gt aber nicht�, erkl�rte Captain Vitali von der <emphasis>Dragon</emphasis>. �Wir haben ein Schlachtschiff mitsamt der kompletten Besatzung verloren, und zwar ohne jede Vorwarnung durch einen nicht von uns provozierten Angriff. Vor lauter Spekulationen �ber das Hypernet der Syndiks d�rfen wir diese Tatsache nicht aus den Augen verlieren.�</p><p>Diesmal war das zustimmende Gemurmel mehr ein w�tendes Fauchen, ausgel�st durch die wieder geweckte Erinnerung an den Verlust der <emphasis>Orion</emphasis>. <emphasis>Wie soll ich jetzt darauf reagieren? </emphasis>Geary schaute zu Tanya Desjani, die ihn ver�rgert ansah, als sei die Antwort offensichtlich und als ben�tige er viel zu lange, um zu begreifen.</p><p><emphasis>Oh.</emphasis></p><p>�Das ist nicht das erste Mal, dass ich mit einem nicht provozierten Angriff ohne jede Vorwarnung zu tun habe�, sagte Geary. Die jedem Anwesenden bekannte Tatsache, dass er beim ersten Angriff des Krieges bei Grendel dabei gewesen war, als es zu einem �berraschungsangriff durch die Syndiks kam, lie� alle Teilnehmer an dieser Konferenz aufhorchen. �Die Frage ist doch die, ob wir das tun, wozu sie uns zu verleiten versuchen, oder ob wir das tun, was wir selbst wollen. Lassen wir sie gewinnen, obwohl wir sie beide Male geschlagen haben, als wir von ihnen angegriffen wurden?�</p><p>Das Argument war zwar logisch, und Geary konnte den meisten Offizieren ansehen, dass sie sich dieser Ansicht anschlie�en wollten, doch sie z�gerten, weil zu viele Emotionen hineinspielten.</p><p>Noch w�hrend er nach weiteren Argumenten suchte, um seine Haltung zu unterstreichen, meldete sich Captain Jane Geary zu Wort. Seit dem verzweifelten Kampf bei Honor war sie deutlich ruhiger geworden und hatte sich damit begn�gt, die meiste Zeit zuzusehen und zuzuh�ren, anstatt sich in eine Diskussion einzumischen. Jetzt dagegen sprach sie so nachdr�cklich, dass alle aufhorchten: �Solange der Friedensvertrag G�ltigkeit hat, m�ssen die Syndiks alle noch inhaftierten Kriegsgefangenen ausliefern. Und sie m�ssen uns Zugang zu ihrem Gebiet gew�hren, damit wir diese Kriegsgefangenen abholen k�nnen. Bedenken Sie, was es f�r die M�nner und Frauen bedeuten wird, die noch immer in einem der Arbeitslager sitzen, wenn wir uns auf das Spiel der Syndiks einlassen.�</p><p>Das war das emotionale Argument, das Geary gesucht hatte, und er merkte sofort, dass sie damit ins Schwarze getroffen hatte.</p><p>Badaya nickte energisch. �Captain Geary hat v�llig recht. Wir k�nnten jeden einzelnen Syndik in diesem Sternensystem t�ten, und nicht ein einziger Allianz-B�rger w�rde aus der Gefangenschaft entlassen werden. Verdammt, wir haben doch schon l�ngst versucht, jeden einzelnen Syndik zu t�ten, und was hat uns das gebracht? Hundert Jahre Krieg. Ehren wir lieber das Andenken der <emphasis>Orion</emphasis>-Crew, indem wir schw�ren, dass wir jeden einzelnen Allianz-Gefangenen befreien, ganz gleich wie sehr die Syndiks auch versuchen werden, uns zu provozieren. Wir t�ten jeden, den sie auf uns hetzen, <emphasis>und </emphasis>wir befreien unsere Leute!�</p><p>Diesmal ert�nte von allen Seiten lauter Jubel, w�hrend Desjani Captain Badaya so entgeistert ansah, als h�tte ein Felsblock auf einmal begonnen, mit ihr �ber Philosophie zu diskutieren.</p><p>Geary hatte selbst auch M�he, sein Erstaunen �ber Badayas �u�erungen zu verbergen. �Das h�tte ich nicht besser ausdr�cken k�nnen. Das wird unsere Strategie sein. Wir werden diese Flotte nach Hause bringen, wir werden die <emphasis>Invincible </emphasis>unversehrt abliefern, wir werden die Allianz mit den T�nzern bekannt machen, und wir werden nicht ruhen, bis all unsere Leute befreit sind, die sich noch in der Hand der Syndiks befinden!�</p><p>Ein fast tumultartiger Jubel brach los, den er erst nach einer Weile zum Verstummen brachte und dann erkl�rte: �Solange wir uns in diesem System befinden, k�nnten die Syndiks wieder zuschlagen. Jeder muss daher extrem wachsam sein. Wir rechnen zwar vor allem kurz vor dem Sprungpunkt nach Simur damit, aber das hei�t nicht, dass man sonst keine �berraschungen f�r uns vorbereitet hat. Wie Sie sehen, befinden wir uns auf einem Kurs, der uns weit von dem direkten Weg zum Sprungpunkt wegf�hrt. Damit wollen wir alle Fallen vermeiden, die uns unter Umst�nden auf der k�rzesten Route erwarten. Vielen Dank.�</p><p>Seine Offiziere kehrten auf ihre Schiffe zur�ck. Ein paar, die weit hinten am virtuellen Tisch sa�en, jubelten laut, dann salutierten sie mit entschlossenen Mienen. Je mehr Befehlshaber sich aus der Konferenzsoftware ausklinkten, umso kleiner wurde automatisch die virtuelle Darstellung des Konferenzraumes.</p><p>Geary gab Badaya und Geary ein Zeichen, dass sie noch blieben, bis er mit ihnen und der real anwesenden Desjani allein war. �Ich wollte Ihnen beiden noch danken, dass Sie mir bei dieser Konferenz den R�cken gest�rkt haben. Sie haben beide gewichtige Argumente angef�hrt.�</p><p>�Ich war Ihnen noch was schuldig, Admiral�, erwiderte Jane Geary. �Au�erdem ist mein Bruder Michael noch irgendwo da drau�en. Wir m�ssen ihn finden.� Dann salutierte sie und verschwand.</p><p>Badaya reagierte mit einer abwehrenden Geste. �Ich hielt es f�r das Richtige, das ist alles. Die einfachsten Antworten sind so ansprechend, gerade weil sie so einfach sind. Aber das hei�t auch, dass Sie noch viel genauer hinsehen m�ssen, nicht wahr?�</p><p>�Das ist die Erfahrung, die ich bislang gemacht habe�, stimmte Geary ihm zu.</p><p>�Na ja, Sie haben uns das eine oder andere beigebracht.� Dann sah Badaya zu Desjani und begann auf eine Weise zu l�cheln, die den alten Badaya zum Vorschein kommen lie�. �Und Sie, Tanya � ich w�rde sagen, das Eheleben hat Sie weichherziger werden lassen. Die alte Tanya h�tte darauf bestanden, dass wir jedem Syndik den Kopf abschlagen und ihn aufspie�en.�</p><p>Geary merkte ihr an, wie sie sich innerlich anspannte, doch sie erwiderte nur sein L�cheln und sagte: �Wenn Sie glauben, ich w�re auf einmal verweichlicht, dann k�nnen Sie ja mal versuchen, mir in die Quere zu kommen.�</p><p>�Das w�rde mir nicht im Traum einfallen�, konterte er, grinste auf seine �bliche l�mmelhafte Weise, salutierte und verschwand dann.</p><p>�Was sollte denn das?�, fragte Geary, als sich das Bild des Mannes vollst�ndig aufgel�st hatte.</p><p>�Das w�rde ich auch gern wissen�, merkte Desjani an. �Als er anfing, davon zu reden, dass wir erst nachdenken sollten, bevor wir zuschlagen, da dachte ich, entweder ich bin verr�ckt geworden, oder ich befinde mich in einer alternativen Realit�t, in der es einen intelligenten Badaya gibt! Ausgerechnet Badaya!�</p><p>�Seit Honor hat er sich irgendwie ver�ndert�, stellte Geary fest.</p><p>�Es kursieren Ger�chte, dass Badaya versucht hat, seinen Posten aufzugeben�, berichtete Desjani und sah ihn dabei aufmerksam an. �Und es hei�t, Sie h�tten sein Gesuch abgelehnt und ihm gesagt, dass er noch immer Ihr Vertrauen genie�t.�</p><p>�Ich kann mich zu Ger�chten ebenso wenig �u�ern wie zu privaten Unterhaltungen mit anderen Offizieren. Nicht mal Ihnen gegen�ber, und das wissen Sie.�</p><p>�Hat er versucht, seinen Posten aufzugeben?�</p><p>�Tanya ��</p><p>�Er hat damit gerechnet, bei Honor zu sterben. Er hat erwartet, dass er und jeder andere auf jedem Schiff dieser Flotte bei Honor sterben w�rde�, sagte sie. �Wenn etwas einen Menschen ver�ndern kann, dann eine solche Situation.�</p><p>�So wie Jane�, stimmte Geary ihr zu. �Sie hat mir gesagt, dass sie schreckliche Angst hatte und dass sie davon �berzeugt war, bei Honor zu sterben.�</p><p>�Tja, entweder man stirbt oder man stirbt nicht�, kommentierte Desjani. �Wenn man Gl�ck hat und �berlebt, dann versucht man, das zu w�rdigen.� Unwillk�rlich hob sie ihre Hand und ber�hrte das Flottenkreuz-Abzeichen auf der linken Brust.</p><p>�Was ist mit Ihnen passiert, Tanya? Wof�r haben Sie diese Auszeichnung erhalten?�</p><p>Sie stand auf und wich seinem Blick aus. �Daf�r, dass ich nicht gestorben bin.�</p><p>�Tanya ��</p><p>�Nicht jetzt, Admiral. Ich werde es Ihnen eines Tages erz�hlen � jedenfalls vielleicht.� Sie drehte sich zu ihm um und sah ihn auf eine r�tselhafte Weise an. �Wenn wir beide lange genug leben.�</p></section><section><title><p>Acht</p></title><p>Sie hatten sich dem Sprungpunkt in einem steilen Winkel gen�hert und dabei die Flotte eine Kurve fliegen lassen, damit die Kriegsschiffe der Allianz auf einen Vektor einschwenken konnten, der genau auf den Sprungpunkt hinf�hrte.</p><p>�Wir sehen noch immer nichts�, meldete eine angespannt klingende Lieutenant Castries.</p><p>Jeder erwartete, irgendetwas zu sehen oder zu entdecken. Nach den Attacken unmittelbar nach Verlassen des Hypernet-Portals rechneten alle damit, dass die Syndiks sp�testens am Sprungpunkt einen weiteren Anlauf unternehmen w�rden.</p><p>�Minen sind immer noch am ehesten anzunehmen�, meinte Desjani. �Aber falls die sich genau vor dem Sprungpunkt befinden, sind wir jetzt noch zu weit entfernt, um etwas zu erkennen.�</p><p>Geary verfolgte aufmerksam die Flugbahn eines einzelnen Schiffs, das sich vor der Flotte befand. Bei der Ann�herung an den Sprungpunkt wurde es deutlich langsamer. �Werden wir dieses Handelsschiff �berholen?�</p><p>�Es sollte eigentlich zum Sprung ansetzen, wenn wir noch zehn Minuten von unserem Ziel entfernt sind, Admiral�, erwiderte Lieutenant Castries.</p><p>�Interessantes Timing�, kommentierte Desjani.</p><p>�Allerdings.� Er tippte die notwendigen Befehle ein, um sich anzusehen, auf welchem Kurs der Frachter hergekommen war. �Wer zum Argwohn neigt, dem d�rfte auffallen, dass dieses Schiff eine Einrichtung auf einem der �u�eren Planeten verlassen hat, nachdem wir wieder auf eine Flugbahn zum Sprungpunkt gegangen sind. Das Ganze hat er zeitlich so gelegt, dass er dicht vor uns in den Sprungpunkt hineinfliegen wird.�</p><p>�Das l�sst den Weg zum Sprungpunkt zwar gefahrlos erscheinen�, gab Desjani zu bedenken, �aber es ist kein nennenswertes Ablenkungsman�ver. Wir k�nnen den Frachter beobachten, ohne dass wir uns von irgendetwas ablenken lassen m�ssen.�</p><p>Gearys Aufmerksamkeit wurde auf eine Bewegung in seiner Flotte aufmerksam. Die T�nzer. Deren Schiffe hatten ihren Platz in der N�he der <emphasis>Invincible </emphasis>verlassen und schossen durch die Formation, als k�nnten sie es nicht erwarten, den Sprungpunkt vor der Allianz-Flotte zu erreichen. �Gesandter Charban! Machen Sie den T�nzer so eindringlich wie m�glich klar, dass wir eine Bedrohung in der unmittelbaren N�he des Sprungpunkts vermuten! Sie sollen nicht vor unseren Schiffen herfliegen!�</p><p>�Ja, Admiral�, erwiderte Charban mit besorgter und zugleich resignierter Miene. �Die h�ren nicht immer auf das, was man ihnen sagt. Ich werde sie informieren, aber unerw�hnt lassen, dass es nur eine Vermutung ist. Vielleicht bewirkt es ja etwas, wenn wir behaupten, wir <emphasis>w�ssten</emphasis>, dass da eine Gefahr lauert.�</p><p>�Und was machen wir�, warf Desjani ein, �wenn die T�nzer dorthin vorausfliegen, wo wir das Minenfeld vermuten?�</p><p>�Beten�, gab Geary zur�ck.</p><p>Mit wachsender Angst verfolgte er mit, wie die T�nzer sich immer mehr den f�hrenden Schiffen seiner Flotte n�herten. Was immer Charban ihnen mitteilte, schien nicht �berzeugend genug zu sein. <emphasis>Ich sollte Charban rufen und ihm sagen, er soll den T�nzern sofort solche Angst machen, dass sie ihre Aktion beenden. Aber was, wenn er damit gerade besch�ftigt ist und ich ihn dabei unterbreche, was dann dazu f�hrt, dass die dringende Aufforderung erst mit Verz�gerung bei ihnen eintrifft? Verdammt, verdammt, verdammt �</emphasis></p><p>Die T�nzer-Schiffe hatten soeben die Allianz-Formation hinter sich gelassen, sie kreisten beharrlich umeinander, w�hrend sie sich dem Syndik-Transporter n�herten, der unver�ndert auf den Sprungpunkt zuhielt.</p><p>Pl�tzlich ert�nte ein gellender Alarm, der Geary und alle anderen auf der Br�cke zusammenzucken lie�, da jeder mit Best�rzung die komplexen Flugman�ver der T�nzer mitverfolgte.</p><p>�Wir empfangen einen Notruf�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>Geary schaute auf sein eigenes Display und entdeckte ein neues Signal, das �ber dem Frachter aufgetaucht war. �Von dem Handelsschiff vor uns?�</p><p>�Ja, Admiral. Sie melden Schwankungen in ihrer Antriebseinheit.�</p><p>�Was sagen unsere Sensoren?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Die beobachten Fluktuationen, die zum Versagen der Kontrollmechanismen einer Antriebseinheit passen.�</p><p>War das der Trick, auf den sie gewartet hatten? Oder hatte das Schiff tats�chlich ein Problem? Und dann waren da ja auch noch die T�nzer, die sich bedenklich dem Gefahrenradius n�herten, der soeben von den Steuersystemen der Flotte rings um den Syndik-Frachter errechnet worden war und nun angezeigt wurde.</p><p>�Bei unseren Vorfahren, Gesandter Charban! Lassen Sie die T�nzer wissen, dass der Frachter hochgehen wird!�</p><p>Charbans von Anstrengungen gezeichnetes Gesicht tauchte gerade lange genug auf, um mit einem Nicken zu reagieren. �Professor Shwartz und ich schreien uns schon die Lunge aus dem Hals, um die T�nzer zu warnen. Auf diese Gefahr werden wir sie auch noch schnell hinweisen.�</p><p>�Vielleicht fliegt er ja gar nicht in die Luft�, warf Desjani ein und zuckte leicht zusammen, als sie Gearys gar nicht am�siertes Gesicht sah. �Tut mir leid, Admiral, aber � etwas anderes k�nnen wir momentan nicht unternehmen.�</p><p>Die T�nzer befanden sich mittlerweile deutlich im m�glichen Explosionsradius des Frachters, auf einmal teilten sie sich auf und schwirrten zu allen Seiten an ihm vorbei, um unver�ndert auf den Sprungpunkt zuzuhalten.</p><p>Mit betr�bter Miene sah er dem Geschehen zu. �Diese freundlichen Aliens machen mir im Augenblick genauso viel Angst wie die feindseligen Aliens�, grummelte er vor sich hin.</p><p>�Die Fluktuationen auf dem Schiff werden st�rker�, lie� Lieutenant Castries ihn wissen und klang un�berh�rbar beunruhigt.</p><p>�Warnsch�sse?�, �berlegte Desjani und h�rte sich nicht weniger ratlos an.</p><p>�Die sind bereits au�er Reichweite�, sagte Geary. �Und wenn sie schon eine Nachricht nicht begreifen wollen oder k�nnen, die sie vor einer gef�hrlichen Region warnt, wie sollen wir dann von ihnen erwarten, dass sie uns verstehen, wenn wir auf sie feuern?�</p><p>Wieder meldete sich Lieutenant Castries zu Wort: �Admiral, der Frachter hat soeben den Alarm gesendet, dass das Schiff aufgegeben wird. Die Crew ist auf dem Weg in ihre Rettungskapsel.�</p><p>Geary sah zu Desjani, die mit versteinerter Miene ihr Display betrachtete. �Denken Sie das Gleiche wie ich?�</p><p>�Wahrscheinlich�, entgegnete sie. �Die sto�en ihre Kapsel aus und werden einen Notruf mit der Bitte senden, sie an Bord zu nehmen. Dann wird ihr Frachter explodieren. Wenn wir dann dadurch abgelenkt sind und unsere Sensoren von den Nachwirkungen der Explosion nur eingeschr�nkt arbeiten, dann geraten wir auf einmal in die Minen. Vorausgesetzt, wir werden nicht auch noch davon abgelenkt, dass die T�nzer-Schiffe in die Minen hineinfliegen.�</p><p>�Ja, genau. Ein weiteres Ablenkungsman�ver, wie Master Gioninni es vorausgesagt hat. Da kommt die Rettungskapsel.�</p><p>�Und kommt der Notruf.�</p><p>�Die Frachtercrew bittet um Hilfe�, sagte Lieutenant Castries. �Sie berichten von Schwerverletzten. Energieschwankungen auf dem Frachter befinden sich im gef�hrlichen Bereich. Wir sind weit genug vom Gefahrenradius des Frachters entfernt, falls er explodieren sollte. Die T�nzer ��</p><p>�� befinden sich deutlich im Radius�, f�hrte Desjani den Satz zu Ende. �Aber sie sind im Begriff � oh <emphasis>verflucht!</emphasis>�</p><p>Geary empfand ganz genauso, als er mitansah, wie die T�nzer-Schiffe kurz vor Erreichen des Frachters eine abrupte Kurs�nderung vornahmen und auf die eben erst gestartete Rettungskapsel zuflogen. �So dumm <emphasis>k�nnen </emphasis>die doch gar nicht sein!�, platzte er heraus. �Selbst wenn Charban und Shwartz ihnen kein Wort gesagt h�tten, m�ssen die T�nzer doch in der Lage sein, die Energiefluktuationen in der Antriebseinheit des Frachters festzustellen. Ihnen <emphasis>muss </emphasis>doch klar sein �� Er unterbrach sich, als ihm ein Gedanke durch den Kopf ging.</p><p>�Was denn?�, fragte Desjani.</p><p>�Wollen die uns blo� auf den Arm nehmen?�, fragte er sich. �Begeben sie sich absichtlich in Gefahr, damit sie ��</p><p>�Sie fliegen mit hoher Geschwindigkeit auf ein Minenfeld zu�, fiel Desjani ihm ins Wort, als ihr mit einem Mal etwas bewusst wurde. �Sie verf�gen �ber eine bessere Tarntechnologie als wir. Das d�rfte bedeuten, dass sie auch den Einsatz von Tarntechnologie leichter aufsp�ren k�nnen.�</p><p>�Das hei�t, sie sehen Minen, die f�r uns noch unsichtbar sind? Aber warum sind sie dann �� Geary schlug so fest auf seine Armlehne, dass ihm einen Moment lang die Hand wehtat. �Sie wollen uns warnen.�</p><p>�Oder sie wollen uns verr�ckt machen!�</p><p>Die T�nzer, die ihre Schiffe auf eine Weise man�vrierten, mit der die Allianz-Flotte nicht ann�hernd mithalten konnte, hatten inzwischen fast die Rettungskapsel erreicht.</p><p>�Augenblick!�, kam Geary Desjani zuvor, gerade als die zu einer Bemerkung ansetzen wollte. Zu vieles lief hier gleichzeitig ab, zudem �berschlugen sich auch noch seine eigenen Gedanken. �Ich muss mich auf all diese Dinge konzentrieren und sie ordnen. Da haben wir das Minenfeld, von dem wir annehmen m�ssen, dass es existiert und dass es sich jenseits der Position des Frachters befindet. Der Frachter ist im Begriff zu explodieren, aber wir sind weit genug von ihm entfernt, um nicht davon betroffen zu sein.�</p><p>�Nat�rlich nicht�, stimmte Desjani ihm zu. �Die wollen schlie�lich nicht, dass wir eine Kurs�nderung vornehmen.�</p><p>�Warten Sie bitte noch, Tanya. Die T�nzer. Au�erhalb unserer Formation, innerhalb der Gefahrenzone des Frachters und auf dem Weg zur Rettungskapsel. Wenn sie in der N�he der Kapsel bleiben, werden sie sich au�erhalb des Gefahrenbereichs befinden.� Er hielt inne und schaute auf sein Display, um festzustellen, ob er irgendetwas vergessen hatte. �Lieutenant, befinden sich irgendwelche Syndik-Einrichtungen in der N�he, die die Rettungskapsel erreichen k�nnen, solange deren Lebenserhaltungssysteme noch arbeiten?�</p><p>��hm � ja, Sir�, erwiderte Castries. �Da sind mindestens zwei Syndik-Schiffe unterwegs, die die Rettungskapsel rechtzeitig erreichen k�nnen.�</p><p>�Dann m�ssen wir uns also keine Gedanken um die Kapsel machen, auch wenn sie einen Notruf abgesetzt haben.�</p><p>�Ziemlich dumm von ihnen, dass sie darauf nicht geachtet haben�, merkte Desjani an.</p><p>�Es musste eben so realistisch wie m�glich wirken�, erwiderte Geary. �Es w�re aufgefallen, wenn sich im Umkreis von einer Lichtstunde kein anderes Schiff aufgehalten h�tte. Gut, dann stellen der Frachter und seine Crew f�r uns kein Problem dar. Wir m�ssen einfach davon ausgehen, dass die T�nzer die Warnsignale des Frachters empfangen und dass sie auch in der Lage sind, sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Und zudem k�nnen die T�nzer auch viel besser als wir alle Minen ausfindig machen, die die Syndiks rings um den Sprungpunkt platziert haben.�</p><p>�Richtig�, stimmte Desjani ihm zu. �Damit bleiben nur noch unsere Schiffe, auf die wir aufpassen m�ssen.�</p><p>�Aber � Captain � die Frachtercrew sprach von Schwerverletzten�, warf eine sehr verwunderte Lieutenant Castries ein.</p><p>�Lieutenant�, erwiderte sie. �Die Chancen stehen gut, dass sich an Bord keine Schwerverletzten befinden. Es w�rde mich nicht mal wundern, wenn sich niemand an Bord befinden sollte. Was wir sehen und h�ren, wurde vermutlich lange im Voraus so programmiert, und dann hat man einen unbemannten Frachter auf die Reise geschickt.�</p><p>�Sehr wahrscheinlich�, stimmte Geary ihr zu. Dieses Ablenkungsman�ver h�tte beinahe Erfolg gehabt, was aber nur daran lag, dass die T�nzer eine unerwartete Variable ins Spiel gebracht hatten, die die Situation unn�tig kompliziert gemacht hatte. Er ber�hrte die Komm-Kontrollen. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Verringern Sie sofort die Geschwindigkeit auf 0,003 Licht.� Der Finger wanderte zur n�chsten Taste: �Gesandter Charban ��</p><p>Der sonst so beherrschte Charban sah aus, als wollte er vor Wut explodieren. �Sie wiederholen st�ndig alles!�, schnaubte er. �Wir melden: �Gefahr voraus�, und sie antworten mit �Gefahr voraus�, egal wie oft wir das machen.�</p><p>�Ich w�rde sagen, die T�nzer versuchen uns zu warnen�, erwiderte Geary. �Sie wiederholen nichts, sie stimmen Ihnen zu.�</p><p>�Sie � was?� Charban rang sichtlich um seine Fassung. �Das hei�t, dann kann ich aufh�ren, es st�ndig zu wiederholen.�</p><p>�Ja. Aber Sie m�ssen ihnen etwas anderes mitteilen. Lassen Sie die T�nzer bitte wissen, dass wir unser Tempo drastisch reduziert haben, weil sich vor uns eine Bedrohung f�r die Flotte befindet. Sagen Sie ihnen, sie d�rfen auf keinen Fall unserer Formation zum Sprungpunkt vorauseilen.�</p><p>�Drastisch reduzierte Geschwindigkeit?�, wiederholte Charban. �Und welche Geschwindigkeit ist das? Ach, vergessen Sie�s. Selbst wenn Sie es mir sagen, kann ich es ihnen doch nicht vermitteln. Ich werde die T�nzer einfach bitten, dass sie sich an unsere momentane Geschwindigkeit anpassen sollen. Das ist das Einfachste.�</p><p>Die Steuerd�sen der <emphasis>Dauntless </emphasis>wurden gez�ndet, der Bug drehte sich zur Seite, dann wurde der Hauptantrieb abgeschaltet, sodass das Schiff schnell an Geschwindigkeit verlor. Die Struktur der <emphasis>Dauntless </emphasis>�chzte deutlich h�rbar angesichts der Belastung, doch Desjani hatte ihren Blick auf die Anzeigen gerichtet, die Auskunft �ber die H�llenbelastung gaben, und lie� sich nicht die mindeste Beunruhigung anmerken.</p><p>�Neunhundert Kilometer in der Sekunde?�, fragte sie. �Ich k�nnte ja schneller durchs All schwimmen. Warum werden wir so extrem langsam? Ich dachte, Sie wollten das Minenfeld umfliegen.�</p><p>�Zu schwierig�, erkl�rte er. �Wir m�ssen davon ausgehen, dass sich das Minenfeld genau vor dem Sprungpunkt befindet. So nahe an einem Sprungpunkt kann man ein Minenfeld nicht allzu lange aufrechterhalten, aber nach den vorangegangenen Angriffen zu urteilen, m�ssen sie gewusst haben, dass wir bald hier in Sobek eintreffen w�rden. Wir werden jetzt so langsam, dass wir uns im Schneckentempo vorw�rtsbewegen. Auf diese Weise k�nnen unsere Sensoren jede Mine aufsp�ren, und unsere Waffe zerst�ren eine nach der anderen. Unsere Kriegsschiffe werden einfach ein Loch in das Minenfeld schie�en, das gro� genug ist, um hindurchzufliegen und uns zum Sprungpunkt gelangen zu lassen.�</p><p>�W�hrend die Syndiks uns dabei zusehen?�, meinte Desjani grinsend. �Das wird ihnen aber gar nicht gefallen, wenn wir ihnen die Zunge rausstrecken und dann von hier verschwinden.�</p><p>�Und bei Simur werden wir den Sprungpunkt mit entsprechend niedriger Geschwindigkeit verlassen�, f�gte Geary an. �Das ist wichtig. Die Syndiks richten ihre Fallen nach der Vorgehensweise aus, die sie bislang bei uns beobachten konnten. Wenn bei Simur eine Falle auf uns wartet, dann wird sie wohl darauf ausgerichtet sein, dass wir in aller Eile von hier verschwinden m�ssen und entsprechend schnell in das System eindringen. Sie d�rften sich dann auch auf die Gegenma�nahmen eingestellt haben, die wir unter solchen Umst�nden ergreifen w�rden. Aber niemand rechnet damit, dass wir ins System geschlichen kommen, weil wir das noch nie getan haben.�</p><p>�Bis jetzt jedenfalls nicht�, stimmte Desjani ihm zu.</p><p>��berladung des Hauptantriebs steht unmittelbar bevor�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>Die T�nzer befanden sich ebenso wie die Rettungskapsel immer noch innerhalb des Explosionsradius, doch noch w�hrend Geary sein Display betrachtete, machten die sechs T�nzer-Schiffe auf einmal einen Satz nach vorn und schossen an der Rettungskapsel vorbei.</p><p>Gleich darauf verging der nicht mal mehr eine Lichtminute von der Flotte entfernte Frachter in einer glei�enden Explosion, Tr�mmer von der Gr��e von Staubk�rnern bis hin zu gro�en Wrackteilen wurden in alle Richtungen geschleudert und behinderten die Sensoren der Flotte in ihrer Funktionst�chtigkeit. Als sich der Feuerball der Explosion rasch ausdehnte, erreichte die Rettungskapsel soeben den Rand des Gefahrenbereichs. Sie entging zwar der Zerst�rung, aber sie wurde stark genug besch�digt, um diese Sch�den an der H�lle ausmachen zu k�nnen.</p><p>�Das haben sie wirklich gut gemacht�, musste Desjani z�hneknirschend zugeben. �Sie haben es so perfekt abgestimmt, dass die Kapsel �berlebt und eine Rettungsaktion umso dringender wird.�</p><p>�Und es sieht ganz danach aus, als h�tten die T�nzer die ganze Zeit �ber gewusst, was sie tun. Wir haben uns das Gehirn zermartert, wie wir sie besch�tzen k�nnen, dabei wollten sie uns nur vor einer Bedrohung warnen, die sie lange vor uns entdeckt hatten.�</p><p>Desjani verzog den Mund. �Wenn es um die T�nzer geht, w�rde ich mich eigentlich gern wie der Seniorpartner f�hlen, aber offenbar halten sie sich selbst daf�r. �lter und kl�ger als wir dumme Menschen.�</p><p>�Ich werde Charban darauf ansprechen�, sagte Geary, dem bei ihren Worten klar geworden war, dass ihn dieser Punkt ebenfalls st�rte. <emphasis>Es ist eine Sache, M�chte zu akzeptieren, die �ber den menschlichen Verstand hinausgehen und die mehr wissen als wir. Aber es ist etwas v�llig anderes, ein anderes Lebewesen als uns in jener Hinsicht �berlegen zu akzeptieren. Hat Charban bei den T�nzern irgendwelche Hinweise darauf entdeckt, dass sie sich uns �berlegen f�hlen? Oder sind wir gar nicht in der Lage, eine solche Einstellung bei einer Lebensform zu erkennen, die sich so grundlegend von uns unterscheidet?</emphasis></p><p>Jetzt war allerdings nicht der Zeitpunkt f�r eine solche Diskussion. Seine Aufmerksamkeit musste auf die Ereignisse rings um die <emphasis>Dauntless </emphasis>konzentriert bleiben. Au�erdem hatte sich Charban eine Verschnaufpause verdient, nachdem die j�ngste Kommunikation mit den Aliens beinahe in einem Fiasko geendet h�tte.</p><p>An Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>f�hlte sich nichts anders an, wenn sie mit 0,003 Licht unterwegs war. Das Weltall bot keinen Anhaltspunkt daf�r, ob man sich sehr schnell oder sehr langsam von der Stelle bewegte, ganz anders als in einer Planetenatmosph�re, in der man Luftverwirbelungen sp�rte und L�rm h�rte, und in der sich die relative Position anderer in Bewegung befindlicher Objekte ver�nderte, wenn man die eigene Geschwindigkeit ver�nderte. So aber kam ihm die <emphasis>Dauntless </emphasis>nicht anders vor, als w�rden sie mit 0,05 Licht oder 0,1 Licht oder sogar 0,2 Licht fliegen. Das unendliche All rings um die H�lle des Schlachtkreuzers sah immer gleich aus. Nur auf Gearys Display war der Balken, der den Geschwindigkeitsvektor anzeigte, auf einen winzigen Punkt zusammengeschrumpft. Die abrupte Verlangsamung der Flotte hatte zudem alle Berechnungen bei der Ausarbeitung dieser Falle �ber den Haufen geworfen. Die Bruchst�cke des explodierten Frachters trieben weiter in alle Richtungen davon, und wenn die Allianz-Flotte mit der momentanen Geschwindigkeit die Ungl�cksstelle erreichte, w�rden sich dort kaum noch �berreste befinden, die die Sensoren st�ren konnten.</p><p>�Gut gemacht�, lobte Desjani ihn.</p><p>�Danke, Captain.�</p><p>�Aber werden Sie nicht unachtsam. In dieser Falle k�nnte sich noch eine Falle befinden.� Sie bet�tigte ihre Komm-Kontrolle. �Master Chief Gioninni, ich m�chte Ihnen gratulieren.�</p><p>�Wie bitte, Captain?�</p><p>�Sie haben die Syndiks durchschaut, Master Chief. Jetzt m�ssen Sie mir nur noch verraten, welche zus�tzliche Falle Sie f�r den Fall eingerichtet haben, dass es mit den Minen nicht geklappt hat.�</p><p>Gioninni sah sie zweifelnd an. �Reden Sie von einer zweiten Falle, falls die erste nicht zuschnappt?�</p><p>�Etwas in dieser Art, ganz genau.�</p><p>�Captain, ich habe keine Ahnung. Denen bleibt weder Zeit noch Platz, um in diesem Sternensystem noch etwas zu unternehmen. Ich w�rde im n�chsten Sternensystem die Augen offen halten. Allerdings brauchen Sie jemand mit einem � �hm � einem strategischer arbeitenden Verstand, damit Sie vor dem Sprung noch erfahren, was sie da f�r uns vorbereitet haben k�nnten.�</p><p>Desjani l�chelte, auch wenn es nicht zu erkennen war, ob das etwas mit Gioninnis Aussage oder damit zu tun hatte, dass die Schiffe der Flotte die ersten Minen entdeckt und begonnen hatten, sie mit H�llenspeeren zu vernichten. �Niemand ist bei solchen Strategien besser als Sie, Master Chief. Sie haben soeben die Syndiks ausgetrickst.�</p><p>�Das ist doch keine Kunst, Captain. Syndiks sind so dumm wie Stroh. Deshalb sind sie ja auch Syndiks.�</p><p>�Gutes Argument, Master Chief. Handeln Sie sich keinen �rger ein�, beendete Desjani die Unterhaltung und lehnte sich in ihrem Sessel nach hinten, um zuzusehen, wie das Minenfeld immer schneller ger�umt wurde, w�hrend die Flotte sich im Schneckentempo durchs All bewegte. �Ich h�tte nichts dagegen, dieses System niemals wiederzusehen.�</p><p>�Wir werden auch keinen Grund haben, je wieder herzukommen�, sagte Geary.</p><p>�Wir hatten urspr�nglich auch keinen Grund gehabt, �berhaupt herzukommen�, betonte sie. �Hey, da f�llt mir was ein.�</p><p>�Und das w�re?� Hektisch �berlegte Geary, ob er irgendetwas �bersehen hatte, irgendeine �</p><p>�Die Wetten�, erkl�rte sie. �Sie haben die Geschwindigkeit der Flotte so reduziert, dass die Wetten auf die Ankunftszeit v�llig durcheinandergeraten sind.�</p><p>�Tanya ��, begann er ver�rgert, doch dann sp�rte er, wie sich seine Stimmung etwas besserte, als die Erste Flotte endlich das Sternensystem Sobek verlie�.</p><p>Vier Tage bis Simur.</p><p>Vier Tage, um an jeder einzelnen Entscheidung zu zweifeln, die er seit dem Abflug von Varandal getroffen hatte.</p><p>Vier Tage, um �ber die Verluste nachzudenken, die die Flotte erlitten hatte, als sie das Gebiet der Enigmas durchquerte, als sie ins Territorium der Kiks vordrang und sich im Honor-Sternensystem eine Schlacht mit ihnen lieferte, ehe sie durch das Hoheitsgebiet der T�nzer in den von Menschen besiedelten Raum zur�ckkehrte, nur um bei Midway in einen erneuten Kampf mit den Enigmas verwickelt zu werden. Und nun auch noch die Verluste bei Sobek.</p><p>Er hatte gedacht, der Krieg sei vor�ber. Er hatte gedacht, niemand, der seinem Kommando unterstellt war, m�sse noch sterben, und er w�rde auch keine Schiffe mehr verlieren. Aber die Enigmas, die Kiks und sogar die Syndiks hatten ihm nachhaltig das Gegenteil bewiesen.</p><p>Die Enigmas waren schon einmal besiegt worden, und sie hatten ein klein wenig mehr �ber sie in Erfahrung bringen k�nnen. Es hatte jedoch keine erkennbaren Fortschritte hin zu einem gegenseitigen Verst�ndnis und einer friedlichen Koexistenz gegeben. Wie viele seiner Entscheidungen hinsichtlich der Enigmas waren verkehrt gewesen und hatten nicht zu L�sungen, sondern nur zu neuen Problemen gef�hrt?</p><p>Hatte er bei Midway die richtigen Entscheidungen getroffen oder hatte er zwei Diktatoren den R�cken gest�rkt, die nicht besser waren als zu ihrer Zeit als Syndik-CEOs?</p><p>Die beiden noch lebenden Kik-Gefangenen schwebten st�ndig am Rande des Todes, w�hrend Dr. Nasr sie kontinuierlich ruhigstellte, damit sie nicht erwachen und sich allein mit Willenskraft selbst t�ten konnten. Die Berechnung f�r die Dosierung von Medikamenten f�r Menschen erwies sich manchmal als falsch und f�r die Patienten als t�dlich. Um wie viel schwieriger war es da, Lebewesen versorgen zu m�ssen, �ber deren K�rperfunktionen die Flottenmediziner rein gar nichts wussten.</p><p>Und dann waren sie auch noch gezwungen gewesen, anzuerkennen, dass es gar kein Wunder war, wenn man an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>glaubte, von w�tenden Geistern verfolgt zu werden. Es gab zwar eine m�gliche rationale Erkl�rung f�r das Ph�nomen, trotzdem konnte er sich nicht vorstellen, was solche Wahrnehmungen erzeugen sollte. Insgeheim hatte er sich mittlerweile schon einige Male gefragt, ob die Geister an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>nicht vielleicht doch genau das waren, wof�r sie gehalten wurden.</p><p>Falls Charban mit seiner �berlegung recht hatte, war es m�glich, dass sogar die T�nzer mit der Menschheit spielten.</p><p>Die Aussicht auf eine baldige Heimkehr bot auch nicht viel Grund zur Freude. Wenn er mit seinen Vermutungen richtiglag, arbeiteten in der Regierung und beim Allianz-Milit�r verschiedene Gruppierungen gegeneinander und auch gegen Geary und die Flotte.</p><p>In dieser Zukunft, die hundert Jahre von seiner eigenen Zeit entfernt war, kannte er keinen Menschen mehr. Alle, die die Allianz noch zu Friedenszeiten gekannt hatten, waren seit Langem tot. An ihre Stelle waren Menschen getreten, die von Geburt an mit einem Krieg konfrontiert gewesen waren, der schrecklichere Ausma�e angenommen hatte, als Geary es je f�r m�glich gehalten h�tte.</p><p>Er sa� zusammengesunken an seinem Schreibtisch, als �berraschend Tanya sein Quartier betrat. �Was f�hrt Sie denn her?�, fragte er. �Sie kommen doch sonst nie vorbei.�</p><p>�Ich komme nicht oft her, weil die Crew nicht auf den Gedanken kommen soll, ich w�rde mich mal zwischendurch mit meinem Admiral und Ehemann vergn�gen�, erwiderte sie und musterte ihn. �Aber mein Admiral und Ehemann verkriecht sich jetzt schon so lange in seinem Quartier, dass meine Crew sich Gedanken zu machen und zu spekulieren beginnt. Jetzt bin ich hier und muss feststellen, dass Sie schrecklich aussehen. Was ist los mit Ihnen?�</p><p>Sein Widerwille zu reden zerbrach wie ein Damm, der unter zu hohem Druck stand. Zu seinem eigenen Erstaunen kamen die Worte f�rmlich aus ihm herausgesprudelt: �Ich bin nicht gut genug f�r das hier, Tanya. Ich habe es mir mit den Enigmas und den Kiks verdorben. Ich h�tte diese Mission nie annehmen sollen, und ich h�tte nicht das Kommando �ber diese Flotte �bernehmen sollen.�</p><p>�Ach so. Weiter nichts?�</p><p>Sekundenlang starrte er sie ungl�ubig an, ehe er wieder einen Ton sagen konnte. �Wie k�nnen Sie es ��</p><p>�Admiral, ohne Sie w�re ich jetzt tot. Ohne Sie h�tte ich bis zu meinem letzten Atemzug die <emphasis>Dauntless </emphasis>verteidigt, als die Syndiks bei Prime die Allianz-Flotte in eine Falle gelockt hatten. Daran k�nnen Sie sich doch sicher noch erinnern, oder? Was w�re geschehen, wenn wir Sie nicht gehabt h�tten?�</p><p>�Verdammt, Tanya, darum geht es ni��</p><p>�Sie m�ssen sich auf die positiven Dinge konzentrieren, Admiral. Ja, Sie werden Fehler machen. Und unter Ihrem Kommando werden Menschen sterben. Wissen Sie was? Sie k�nnten vollkommen sein, Sie k�nnten der gro�artigste, genialste und begabteste Befehlshaber der gesamten Menschheitsgeschichte sein, und trotzdem w�rden immer noch Menschen unter Ihrem Kommando sterben.� Sie sprach betont langsam und mit einem harten, fast schroffen Tonfall. �Glauben Sie, Sie sind der Einzige, der jemals jemanden verloren hat? Der sich gew�nscht hat, er h�tte irgendwas anders gemacht? Der das Gef�hl hat, dass er jeden entt�uscht hat, der sich auf ihn verlassen hat? Wenn Sie sich an der Vollkommenheit orientieren, werden Sie immer verlieren. Aber streben Sie ruhig nach Vollkommenheit. Das mag ich an einem Vorgesetzten, weil mir das lieber ist als ein Vorgesetzter, der von seinen Untergebenen Vollkommenheit erwartet. Aber halten Sie sich nicht f�r einen Versager, nur weil Sie diese Vollkommenheit nicht erlangen. Sie k�nnen sie schlie�lich gar nicht erlangen. Denken Sie dar�ber nach, was alles h�tte sein k�nnen. Sehen Sie sich an, wie viele Tote es zu beklagen gibt. �berlegen Sie, was Sie nicht h�tten tun k�nnen. Wir brauchen Black Jack, weil er der schlechteste befehlshabende Offizier ist, den wir je hatten � ausgenommen lediglich <emphasis>jeder andere </emphasis>vorgesetzte Offizier, unter dem ich gedient habe.�</p><p>�Ist das alles?�, fragte er.</p><p>�Nein.� Sie beugte sich vor und sah ihm tief in die Augen. �Sie haben immer noch mich.�</p><p>Er sp�rte, wie sich die Dunkelheit zu lichten begann, die auf ihm gelastet hatte. Sie war ein Kind des Krieges, doch mit ihr verstand er sich besser als mit jedem anderen Menschen, den er hundert Jahre zuvor gekannt hatte. Er war nicht allein. �Es k�nnte also viel schlimmer sein.�</p><p>�Ganz genau.� Sie zog fragend eine Braue hoch. �Sonst noch was?�</p><p>�Sonst gibt es nichts.�</p><p>�Bel�gen Sie mich als mein Admiral oder in Ihrer Rolle als mein Ehemann?�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Ich h�tte wissen m�ssen, dass Ihnen nichts entgeht. Ich hatte mich schon gewundert.�</p><p>Nachdem sie eine Weile darauf gewartet hatte, dass er weiterredete, l�chelte sie ihn un�bersehbar unsicher an. �Danke, dass Sie mir das sagen.�</p><p>�Warum halsen Sie sich jemanden wie mich auf? Sie k�nnten es viel besser erwischen.�</p><p>Sie begann zu lachen, was er von ihr als Allerletztes erwartet h�tte. �Sie haben mich durchschaut. Ich halte Sie nur bei mir, bis sich was Besseres ergibt.�</p><p>�Tanya, verdammt ��</p><p>�Wie k�nnen Sie mich so was fragen? Wie k�nnen Sie �berhaupt so was sagen?� Sie atmete schnaubend aus, dann erlangte sie ihre Fassung zur�ck. �Wann haben Sie das letzte Mal der Krankenstation einen Besuch abgestattet?�</p><p>�Da war ich � das wei� ich nicht auswendig.�</p><p>�Sie sollten jedem anderen Offizier, Matrosen und Marine dieser Flotte als gutes Beispiel vorangehen, Admiral. Dazu geh�rt auch, dass Sie Ihren Kopf untersuchen lassen, wenn der Stress zu gro� wird, um ihn zu bew�ltigen. Wenn die M�nner und Frauen in dieser Flotte sehen, dass Sie nicht auf Ihre Gesundheit achten, dann werden sie glauben, sie m�ssen das auch nicht. Die Leute m�ssen sehen, dass Sie sich helfen lassen, damit sie sich auch helfen lassen, wenn sie Hilfe ben�tigen.�</p><p>Wieder nickte er. �Ja, Ma�am.�</p><p>�Und fangen Sie mir nicht damit an! Sie wissen, ich habe recht. Warum muss ich zu Ihnen kommen, um zu erfahren, dass etwas nicht stimmt? Warum sind Sie nicht zu mir gekommen? Und wann haben Sie sich das letzte Mal ausf�hrlich mit Ihren Vorfahren unterhalten? Mit <emphasis>unseren </emphasis>Vorfahren, schlie�lich sind wir jetzt verheiratet.�</p><p>�Vor ungef�hr einer Woche. Um �ber die <emphasis>Orion </emphasis>zu reden.�</p><p>Sie biss sich auf die Lippe und brauchte einen Moment, ehe sie sagte: �Gut. Ich versuche schon die ganze Zeit, eine Nachricht an Shens Tochter zu formulieren.�</p><p>�Und ich war zu sehr mit meinen eigenen Problemen besch�ftigt, um dabei zu helfen.� Geary streckte ihr die Hand entgegen, ber�hrte sie aber nicht. �Danke, Tanya, dass Sie mich an meine Verantwortung erinnert haben. Ich muss mich von meiner Verantwortung motivieren lasse, ich darf mich nicht von ihr �berw�ltigen lassen. Ich werde die Krankenstation aufsuchen.�</p><p>�Wann?�</p><p>��h � etwas sp�ter.�</p><p>�In f�nfzehn Minuten, Admiral. Mehr Zeit gebe ich Ihnen nicht. Dann treffen wir uns in meinem Quartier, und wir gehen gemeinsam zur Krankenstation. Und wenn wir da fertig sind, geht es weiter zu den Gebetskammern, wo wir dann mit unseren Vorfahren reden werden.�</p><p>�Ja, Ma��� Als sie die Augen zusammenkniff und ihn drohend ansah, unterbrach Geary sich. �Ich wollte sagen, in Ordnung, Tanya.�</p><p>�F�nfzehn Minuten�, wiederholte sie ernst und verlie� sein Quartier.</p><p>Er stand auf, um sich frischzumachen, dabei hielt er kurz inne und dankte den Lebenden Sternen daf�r, dass er Tanya in seinem Leben hatte. <emphasis>Sogar Black Jack braucht ab und zu einen Tritt in den Hintern, und ich kann von Gl�ck reden, dass ich jemanden habe, der das macht, wenn es notwendig ist.</emphasis></p><p>In einer flie�enden Bewegung spreizte Charban die H�nde, zuckte mit den Schultern und sch�ttelte den Kopf. �Ich wei� es nicht! Ich wei� nicht, was die T�nzer von uns denken, ausgenommen die Tatsache, dass sie in uns nicht ihre Verb�ndeten zu sehen scheinen. Das ist mir aufgefallen, als ich meine eigenen Kommunikationsversuche analysiert und festgestellt habe, dass ich mit den T�nzern rede, als h�tte ich es mit Kindern zu tun. Vielleicht, weil sie sich uns nicht klar und deutlich mitteilen k�nnen oder weil sie so unberechenbar sind. Wom�glich auch blo�, weil es mir lieber ist, so �ber sie zu denken. Betrachten sie uns im Gegenzug als Kinder? Denkbar w�re es, aber ob das stimmt, dazu kann ich nichts sagen.�</p><p>�Hat Dr. Shwartz von �hnlichen Eindr�cken gesprochen?�, wollte Geary wissen. Sie befanden sich in seinem Quartier, nichts wies mehr auf Gearys vor�bergehende Depressionen hin. Dr. Shwartz befand sich auf einem der Sturmtransporter, und w�hrend der Zeit im Sprungraum war mit ihr nur einfachste und sehr knapp formulierte Kommunikation m�glich. Es gab in der Flotte noch weitere sogenannte Experten f�r nichtmenschliche Intelligenzen, doch im Lauf der Zeit hatte Geary erkannt, dass die �berlegungen von Dr. Shwartz wesentlich ergiebiger waren als das, was die anderen Akademiker zustande brachten.</p><p>�Nein, hat sie nicht.� Charban lehnte sich nach hinten und sah zur Decke. �Admiral, was sehen Sie da oben?�</p><p>�An der Decke?� Geary legte den Kopf in den Nacken. �ber ihm verliefen Kabelsch�chte, Rohre, Leitungen, so wie es �berall auf den <emphasis>Dauntless </emphasis>und auch auf jedem anderen Kriegsschiff der Fall war. �Ausr�stung. Sozusagen der Blutkreislauf eines lebenden Wesens. Durch die Leitungen wird alles verteilt, was das Schiff ben�tigt, um zu funktionieren, und �ber �hnliche Leitungen laufen auch die Signale, die man als das Nervensystem des Schiffs bezeichnen k�nnte. Das wird nicht verkleidet, damit man leichter Reparaturen erledigen kann.�</p><p>Charban nickte. �Sehen Sie da Muster? Oder Bilder?�</p><p>�Manchmal ja. Geht das nicht jedem so?�</p><p>�Jedem Menschen, ja. Aber was sehen die T�nzer? Wir haben das Innere ihrer Schiffe noch nicht gesehen. Sind die �Organe� ihrer Schiffe auch so frei zug�nglich? Oder ist innen alles genauso glatt und stromlinienf�rmig wie au�en? Wie w�rden die T�nzer beschreiben, was wir gerade sehen? W�re es f�r sie ein obsz�nes Durcheinander? W�rden sie Bilder sehen, und wenn ja, welche? Oder Muster? Wir wissen es nicht. Dabei w�ren es schon diese Dinge, die uns weiterhelfen w�rden, die T�nzer zu verstehen. Wir teilen diese Dinge mit anderen Menschen, wir bilden eine Verbindung, ein gemeinsames Verst�ndnis, selbst mit Menschen, die wir verabscheuen. So ist es uns m�glich, die Motivationen anderer Menschen einzusch�tzen, ihre Beweggr�nde f�r alles, was sie tun. Aber die T�nzer? Aus welchem Grund tun sie etwas?�</p><p>Geary sah ihn eine Weile an, dann erwiderte er: �Was ist mit den Mustern? Mit der Art, wie sie zu denken scheinen?�</p><p>�Da bin ich einer Meinung mit Dr. Shwartz. Die T�nzer denken sehr wahrscheinlich in Mustern. Sie sehen alles in Form von Komponenten, die ineinandergreifen und so irgendwelche Bilder zeigen, die sie auf ihre eigene Art verstehen k�nnen.� Charban spreizte abermals hilflos die H�nde. �Aber welchen Platz nehmen wir in diesem Muster ein? Dar�ber k�nnen wir nur spekulieren. Ihr Verhalten mir gegen�ber w�rde ich als � nun, h�flich bezeichnen. Aber h�flich sein kann man gegen�ber einem gleichwertigen Partner, einem Vorgesetzten und genauso gegen�ber jemandem, der gesellschaftlich weit unter einem steht. <emphasis>Noblesse oblige, </emphasis>wie man fr�her zu sagen pflegte. Aber es gibt noch eine andere Alternative. Das ist die M�glichkeit, dass die T�nzer selbst gar nicht so recht wissen, was sie von uns halten sollen, so wie wir uns ja auch nicht im Klaren dar�ber sind, was wir von ihnen halten d�rfen. Bei uns erzeugt so etwas widerspr�chliche Impulse. Wir begegnen den T�nzern mit Ehrfurcht, aber zugleich nehmen wir sie auch wie verantwortungslose Kinder wahr, die st�ndig beaufsichtigt werden m�ssen.�</p><p>�Wollen Sie damit sagen, die T�nzer �berlegen sich im Einzelfall, wie sie reagieren sollen?�</p><p>�Es ist denkbar. Sie reagieren auf jedes einzelne Ereignis nicht so, als h�tten sie ein in sich stimmiges und geschlossenes Bild von uns, sondern als w�rden sie das tun, was sie in der jeweiligen Situation f�r das Beste halten.� Charban schwieg einen Moment lang und dachte angestrengt nach. �Ich habe den Eindruck, dass � Admiral, wenn jemand irgendetwas Bestimmtes vorhat oder beabsichtigt, dann kann man ihm das anmerken. Es ist egal, wer das ist, man merkt es immer. Derjenige ist in Gedanken, er ist zielstrebig, wie immer Sie das auch bezeichnen wollen. Manchmal habe ich bei den T�nzern diesen Eindruck. Bevor wir Midway verlie�en, war das deutlicher zu sp�ren. Es war so, als wollten die T�nzer unbedingt aufbrechen und die Allianz erreichen, aber als wollten sie es nicht offen zugeben.�</p><p>Diesmal sch�ttelte Geary den Kopf. �Warum sollten sie darauf aus sein, die Allianz zu erreichen, es aber nicht offen aussprechen wollen?�</p><p>�Genau das wei� ich ja nicht. Wenn Sie die Antwort gefunden haben, w�rden Sie sie mir verraten?�</p><p>Geary reagierte mit einem fl�chtigen L�cheln. �Was denkt die Gesandte Rione?�</p><p>�Die Gesandte Rione?�, wiederholte er. �Was sie denkt? Wenn Sie die Antwort gefunden haben, w�rden Sie sie mir verraten?�</p><p>Nicht jeder, der sich eigenartig verhielt, war auch zwangsl�ufig ein Alien. Nach dem Gespr�ch mit Charban wurde Geary noch eine Sache bewusst, die ihn gest�rt hatte, die aber unter dem Stress begraben worden war, der auf seinem Verstand gelastet hatte.</p><p>In diesem Fall lie�en sich die Antworten vielleicht in der j�ngsten Vergangenheit finden. Er rief verschiedene Aufzeichnungen und lie� sie �ber die Fenster vor ihm laufen, wobei er seinem Unterbewusstsein die Hinweise lieferte, die n�tig waren, um herauszufinden, was eigentlich los war. Als die T�rglocke bet�tigt wurde, lie� er gedankenverloren die Luke �ffnen, aber erst nach einer Weile fiel ihm auf, dass Desjani zur�ckgekehrt war und ihn finster ansah.</p><p>�Was ist?�, fragte er, als er von seinem Display aufsah.</p><p>�Ich dachte, Sie wollten sich nicht so schnell wieder in Ihre nutzlosen �berlegungen zur Vergangenheit vertiefen.�</p><p>�Was ist?�, wiederholte er, dann erst begriff er. �Tut mir leid, Tanya. War ich wieder zu lange nicht erreichbar?�</p><p>�Auffallend lange�, erwiderte sie und musterte ihn argw�hnisch. �Wenn Sie nicht wieder �ber vermeintliche Fehlentscheidungen nachgr�beln, was tun Sie dann? Das da ist eine Aufnahme des Angriff auf die <emphasis>Invincible </emphasis>bei Sobek.�</p><p>Geary rieb sich mit einer Hand �ber den Mund und sah sich aufmerksam die Bilder an, die zeigten, wie die getarnten Shuttles zerst�rt wurden und wie die Marines an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>zum Gegenangriff �bergingen. �Etwas hat sich da ver�ndert, und ich versuche dahinterzukommen, was es ist.�</p><p>Sie kam n�her und sah ebenfalls auf das Display. �Der Angriff auf die <emphasis>Invincible </emphasis>war eine klassische Spezialoperation. Getarnte Ann�herung, Tarnanz�ge, unbemerktes Eindringen in ein Schiff; das kennen wir alles. Das haben wir bei den Syndiks ganz genauso gemacht. Allerdings macht es besondere Umst�nde notwendig, damit es funktioniert.�</p><p>�Aber die Selbstmordangriffe waren ungew�hnlich.�</p><p>�Richtig�, stimmte sie ihm zu. �Das Minenfeld war wiederum nichts Au�ergew�hnliches, ganz im Gegensatz zu der Methode, mit der man uns in die Falle locken wollte. Sie suchen nach einer Gemeinsamkeit?�</p><p>Er nickte und sah sich an, wie die Marines einmal mehr die Syndiks an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>eliminierten. �Das sind keine gro�angelegten Attacken, das ist eine Reihe von kleinen Angriffen. Sie ziehen nicht so viele ihrer Streitkr�fte zusammen wie m�glich, sie versuchen nicht, uns in einer offenen Schlacht zu besiegen.� Geary sah Desjani an. �Verwendet man noch diesen Ausdruck, dass man von Enten zu Tode geknabbert wird?�</p><p>�Von Enten zu �? Oh. Wir reden jetzt von K�hen�, sagte sie. �Dass man von K�hen zu Tode geleckt wird.�</p><p>�Das ist ja eklig.�</p><p>�Was ist daran ekliger, als wenn man von Enten zu Tode geknabbert wird?�</p><p>�Keine Ahnung.� Geary schaute finster auf sein Display. �Die Syndiks k�nnen nicht darauf hoffen, uns aufzuhalten oder zu besiegen. Stattdessen versuchen sie uns nach und nach aufzureiben, indem sie bei jeder Begegnung ein oder zwei Schiffe zerst�ren. Die Attacken aus heiterem Himmel scheinen dem Zweck zu dienen, uns in Verwirrung zu st�rzen.�</p><p>Desjani nickte nachdenklich. �Kleine Hiebe an Stellen, an denen wir sie nicht erwarten. So wie beim Kampfsport. Anstatt mit voller Kraft auf den Gegner loszugehen, versucht man den Gegner abzulenken und zu irritieren, damit er Fehler begeht.� Sie hielt inne und sah ihn eindringlich an. �Die k�nnen Sie nicht schlagen.�</p><p>�Ich muss keine ��</p><p>�Das ist kein gutes Zureden, Admiral�, unterbrach sie und zeigte auf das Display. �Tatsache ist, die Syndiks verf�gen derzeit nicht �ber gen�gend Kriegsschiffe, um uns in eine Schlacht zu verwickeln. Tatsache ist, selbst wenn sie so viele Schiffe zusammenholen k�nnten, wissen sie, dass Sie ihnen wieder die H�lle hei�machen w�rden. Die wissen, dass sie keinen Flottenbefehlshaber besitzen, der es mit Ihnen aufnehmen k�nnte. Tatsache ist, dass selbst Syndiks irgendwann begreifen, was sie falsch machen, wenn sie nur oft genug �berrannt werden. Die haben sich einen neuen Plan ausgeheckt, Admiral. Sie werden eine direkte Konfrontation so lange vermeiden, bis diese Flotte so geschw�cht ist, dass selbst Black Jack keine Chance mehr auf einen Sieg hat. Tut mir leid, eine von den alten Redewendungen. Also k�mpfen sie jetzt auf eine Art, bei der Sie noch nicht bewiesen haben, wie gut Sie darin sind. Eine st�ndige Abfolge von unkonventionellen �berraschungsangriffen, die die Syndiks nicht zu viel Ressourcen kosten, aber alle darauf ausgerichtet sind, unsere Flotte zu dezimieren und uns geistig und moralisch zu zerm�rben.�</p><p>Ihm gefiel die Aussicht ganz und gar nicht, dass sie in Zukunft mit noch mehr von der Art dessen rechnen mussten, was sich bei Sobek abgespielt hatte. �Wie sind Sie darauf gekommen?�</p><p>�Ich habe davon geh�rt, vor langer Zeit.� Desjani biss sich auf die Lippe und kniff kurz die Augen zusammen, w�hrend sie sich wegdrehte. �Von meinem Bruder. Als er noch ein Kind war, interessierte er sich sehr f�r die Bodenstreitkr�fte. Er hielt uns ganze Vortr�ge dar�ber, welche Taktiken und Techniken es gibt. Guerilla-Krieg. Er tr�umte davon, dass die Syndiks einen Planeten besetzten, auf dem er sich gerade befand, und dann w�rde er den Widerstand organisieren und anf�hren, der schlie�lich die Syndik-Besatzer schlagen w�rde. Er hatte sich das alles bis ins Detail �berlegt.�</p><p>Geary hatte sich mit Desjanis Familiengeschichte befasst, zumindest mit der offiziellen Seite. Er wusste, dass Tanyas j�ngerer Bruder bei seinem ersten Kampf gegen die Syndiks gefallen war; als einer von tausend Soldaten der Allianz-Bodentruppen, die eine fehlgeschlagene Offensive gegen einen Syndik-Planeten unternommen hatten. Ihr Bruder hatte nicht lange genug gelebt, um zu dem Helden zu werden, der er als Kind hatte sein wollen. Ihm war es nicht verg�nnt gewesen, all die detaillierten Pl�ne in die Tat umzusetzen, die er in seiner Kindheit seinen Eltern und seiner Schwester voller Stolz pr�sentiert hatte. Was konnte Geary in diesem Moment sagen?</p><p>Aber Tanya hatte sich schon wieder gefangen, so wie zahllose Male zuvor zweifellos auch. Sie sah ihn an, als sei nichts Au�ergew�hnliches vorgefallen. Ihr Blick sprach eine deutliche Sprache, die er inzwischen nur allzu gut kannte: <emphasis>Fangen Sie gar nicht erst an. Es gibt nichts, was Sie jetzt dazu sagen k�nnten, also lassen Sie es einfach bleiben und vergessen Sie das Thema.</emphasis></p><p>�Ich glaube�, sagte Geary schlie�lich bed�chtig, damit ihm keine falsche Bemerkung rausrutschte, �damit k�nnten Sie recht haben. Ich habe bislang keinen Beweis daf�r geliefert, dass ich diesen h�ufigen und unkonventionellen Angriffen etwas entgegensetzen kann. Vielleicht bin ich darin auch nicht allzu gut. Auf jeden Fall habe ich keinerlei Erfahrung, wie ich damit umgehen soll. Und das, wo unsere Flotte schon genug mit der �beralterung der Schiffe zu tun hat.�</p><p>�Die Syndiks spielen nach wie vor auf Sieg. Sie glauben noch immer, sie k�nnten mit uns fertigwerden. Zum Teil ist das vermutlich auch ein Versuch, uns zu einem Wiederaufleben des Kriegs zu verleiten, damit sie den Rest der Syndikatwelten so noch etwas l�nger zusammenhalten k�nnen. Aber selbst wenn es erneut zum Krieg kommen sollte, brauchen wir nicht damit zu rechnen, dass die Syndiks ihn zu unseren Bedingungen f�hren werden.�</p><p>�Wie lange k�nnte die Allianz einen Zerm�rbungskrieg wohl durchhalten?�, fragte sich Geary.</p><p>�Die Antwort darauf kennen Sie bereits, und in Jahren oder Monaten gerechnet ist das keine besonders gro�e Zahl.�</p><p>Nachdem Tanya ihn nochmals mit viel Nachdruck darauf hingewiesen hatte, dass die Leute ihn unbedingt zu sehen bekommen mussten, war sie gegangen. Er sa� noch eine Weile da und dachte nach, w�hrend er einfach vor sich hin starrte. K�rperliche Wunden, die einen nicht auf der Stelle t�teten, lie�en sich heutzutage schnell heilen, sodass der Patient anschlie�end wieder so gut wie neu war. Doch geistige Verletzungen, die Erinnerungen und Ereignisse, die sich im Kopf abspielten, konnten nicht einfach geheilt werden, sondern man musste sie behandeln. Ein Entfernen der Erinnerungen richtete mehr Schaden an, als wenn man sie dem Betroffenen unversehrt �berlie�. Daher drehte sich die Behandlung auf diesem Gebiet im Grunde um ein Verwalten der Verletzung, nicht darum, sie zu beseitigen.</p><p>W�hrend ihrer viel zu kurzen Flitterwochen hatte Tanya ihn einmal mit einem gellenden Schrei aus dem Schlaf geholt, nur um dann darauf zu beharren, dass sie nicht wusste, was den Albtraum ausgel�st hatte. Er selbst wachte von Zeit zu Zeit schwei�gebadet auf, nachdem er im Schlaf irgendwelche Ereignisse durchlebt hatte, bei denen es oft um Versagen und den anschlie�enden Tod ging.</p><p>Offiziell war der Krieg zwar vor�ber, aber was die Syndiks anging, schien er nur ein neues Erscheinungsbild angenommen zu haben. Was die M�nner und Frauen anging, die in diesem Krieg gek�mpft hatten, w�rden sie ihn niemals hinter sich zur�cklassen k�nnen.</p><p>Seufzend stand Geary auf. Er musste mit den Offizieren und den Besatzungsmitgliedern der <emphasis>Dauntless </emphasis>reden, und er musste f�r eine Nachkontrolle in der Krankenstation vorbeischauen. Vielleicht war es ja wieder der Sprungraum, der an seinen Nerven zehrte. Menschen konnten sich an viele Dinge gew�hnen, aber er kannte keinen, der sich je an den Sprungraum gew�hnt hatte. Aber wom�glich war er auch nur so nerv�s, weil sie bald den Sprungraum verlassen w�rden, ohne eine Ahnung zu haben, was sie dort erwartete.</p><p>Was hatten die Syndiks bei Simur f�r sie vorbereitet?</p></section><section><title><p>Neun</p></title><p>Simur war noch nie ein au�ergew�hnliches Sternensystem gewesen, und die Kombination aus Krieg und Einrichtung des Syndik-Hypernets hatte keine Aussichten auf eine Besserung seines Status mit sich gebracht. Durch seine Lage nahe der Grenze zur Allianz war das System wiederholt das Ziel von Angriffen gewesen. Reichtum hatte man hier nie anh�ufen k�nnen, und dann war Simur auch besonders schwer vom Bau des Hypernet-Portals bei Sobek getroffen worden. Ehedem hatten die Schiffe Simur durchqueren m�ssen, um den Sprungpunkt nach Sobek zu erreichen, doch durch das Portal wurde es m�glich, direkt nach Sobek zu springen. In den letzten Jahrzehnten hatte sich die ohnehin nicht rosige Lage in Simur kontinuierlich nach unten entwickelt.</p><p>Die vom Geheimdienst beim letzten Angriff durch die Allianz vor acht Jahren gesammelten Daten hatten reihenweise stillgelegte Fabriken, verlassene oder zusehends schw�cher besiedelte St�dte und noch immer nicht behobene Sch�den vom letzten, sechs Jahre davor durchgef�hrten Angriff ans Tageslicht gebracht.</p><p>Simur verf�gte nur �ber ein halbes Dutzend Planeten, die eine solche Bezeichnung tragen durften. Vier davon waren entweder gluthei�, weil sie in zu geringem Abstand um die Sonne zogen, oder sie waren zu weit entfernt von ihr und von Eisw�sten �berzogen. Von den restlichen zwei Planeten war der eine gut eine Lichtstunde vom Stern entfernt, aber kaum gro� genug, um als Gasriese eingeordnet zu werden, w�hrend der andere und letzte Himmelsk�rper in sieben Lichtminuten Entfernung seine Bahnen um den Stern zog. F�r Menschen war er kaum ertr�glich, da seine Achse so geneigt war, dass es auf der n�rdlichen Halbkugel unangenehm hei� und auf der s�dlichen Halbkugel unerfreulich kalt war.</p><p>�Wenigstens wird der Mangel an nennenswerten Zielen uns von Bombardements als Vergeltungsschlag abhalten, falls wir wieder attackiert werden�, merkte Desjani an, w�hrend sie darauf warteten, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>den Sprungraum verlie�. �Es sei denn, die Syndiks haben Geld und Ressourcen nach Simur gelenkt, seit die Allianz das System zum letzten Mal besucht hatte. Ansonsten gibt es hier nichts, wof�r man auch nur einen einzigen Stein vergeuden k�nnte. Warum hat man Simur nicht einfach aufgegeben?�</p><p>�Vielleicht war es bequemer, das System einfach langsam verk�mmern zu lassen. Sonst h�tte man kostspielig die verbliebenen Bewohner evakuieren m�ssen�, �berlegte Geary. �Hoffen wir, dass da keine weiteren �berraschungen auf uns warten. M�glicherweise haben die Syndiks ja alle ihre Anstrengungen auf Sobek konzentriert.�</p><p>�Glauben Sie das wirklich?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Eine Minute bis zum Verlassen des Sprungraums�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>�Alle Waffen feuerbereit, Schilde auf Maximum�, erg�nzte Lieutenant Yuon.</p><p>�Und wir�, murmelte Desjani vor sich hin, �kehren im Schritttempo in den Normalraum zur�ck.�</p><p>�Wenn wir ein Empfangskomitee der Syndiks in Verwirrung st�rzen wollen, dann auf diese Weise�, sagte Geary. �Hoffe ich jedenfalls.�</p><p>Er sah auf sein Display und wartete auf den Moment, in dem die <emphasis>Dauntless </emphasis>und der Rest der Flotte den Sprungraum verlie�en, den Moment, in dem das konturlose, unendliche Grau durch das von Sternen �bers�te Schwarz des Normalraums ersetzt wurde.</p><p>Die seltsamen Lichter des Sprungraums kamen und gingen wie gewohnt in v�llig unregelm��igen und unberechenbaren Zeitabst�nden, doch gerade als Geary hinsah, konnte er gleich mehrere von ihnen beobachten, die ganz in der N�he der <emphasis>Dauntless </emphasis>aufleuchteten.</p><p>�Eine ganze Gruppe?�, fragte Desjani ungl�ubig. �Diese Lichter tauchen doch sonst nicht in Gruppen auf, oder?�</p><p>�Zumindest habe ich davon noch nie geh�rt�, sagte er.</p><p>�Diesmal sind sie h�ufiger aufgetaucht�, meldete sich Lieutenant Castries z�gerlich zu Wort. �Viel h�ufiger als �blich. Das sagen jedenfalls die �lteren an Bord.�</p><p>Gab es vielleicht einen Zusammenhang zwischen der Anwesenheit der T�nzer im Sprungraum und dem untypischen Verhalten der Lichter? Beinahe h�tte er die Frage laut ausgesprochen, aber dann bemerkte er, dass sie in wenigen Sekunden in den Normalraum zur�ckkehren w�rden.</p><p>Desjani sah das Gleiche wie er. �Jeder konzentriert sich auf seine Aufgaben!�</p><p>Der Augenblick war gekommen, und Geary bem�hte sich, das Gef�hl der Desorientierung zu unterdr�cken, das ihn jedes Mal ereilte, wenn er vom Normalraum in den Sprungraum �berwechselte oder umgekehrt. In der letzten Zeit war das oft genug geschehen, sodass er sich schneller erholen konnte und diese Phase nur noch ein paar Sekunden dauerte.</p><p>Noch bevor sich seine Augen auf die Umgebung konzentrieren konnten, h�rte er den Alarm der Gefechtssysteme einsetzen.</p><p>Doch als er sich zwang, den Blick auf sein Display zu werfen, drang noch eine andere Tatsache zu ihm durch. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hatte nicht das Feuer er�ffnet. Das bedeutete, der Grund f�r den Alarm befand sich au�erhalb der Waffenreichweite und war damit hoffentlich auch zu weit entfernt, um seinerseits die <emphasis>Dauntless </emphasis>oder eines der anderen Schiffe unter Beschuss nehmen zu k�nnen.</p><p>Dann endlich gelang es Geary, sein Display nicht nur zu betrachten, sondern auch gedanklich zu erfassen, was es ihm anzeigte.</p><p>�Frachter?�</p><p>�M�llfrachter�, brummte Desjani. �Und uralte Kriegsschiffe.�</p><p>Dicht am Sprungpunkt und in der direkten Flugrichtung der Flotte befindlich wimmelte es von Schiffen, die alle auf der Stelle verharrten. �Die Schiffe befinden sich fast unmittelbar vor dem Sprungpunkt�, berichtete Lieutenant Castries. �Sie m�ssen ihre Steuerd�sen benutzen, um ihre Position zu halten. Von allen Schiffen empfangen wir Energieanzeigen. Die leben alle.�</p><p>�Das mag ja sein�, gab Desjani zur�ck. �Aber sie sehen aus, als h�tten sie ihr Leben schon l�ngst hinter sich � als h�tte man sie vom Schrottplatz geholt und notd�rftig zusammengeflickt. Sechs Lichtsekunden entfernt. W�ren wir mit 0,1 Licht aus dem Sprungraum gekommen ��</p><p>�� dann s��en wir jetzt mittendrin�, beendete Geary den Satz f�r sie. �Bei 0,1 Licht h�tten wir nicht schnell genug abdrehen k�nnen, um ihnen auszuweichen, nicht mal wenn wir ein solches Man�ver vorprogrammiert h�tten.� Es war ihm noch nicht m�glich gewesen, alle angezeigten Informationen zu verarbeiten, aber zumindest konnte er sehen, dass sich oberhalb der Allianz-Flotte kein Hindernis befand. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Drehen Sie sofort null neun null Grad nach oben.�</p><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hob die Nase an, dann wurden die Steuerd�sen aktiviert, und das Schiff setzte zu einem Steilflug an, der es �ber die Ebene dieses Sternensystems brachte. Aufmerksam verfolgte Geary mit, wie die anderen Schiffe die gleiche Kurs�nderung vornahmen. Nicht alle konnten Vektoren so schnell wechseln wie die <emphasis>Dauntless</emphasis>, was dazu f�hrte, dass die ordentliche Formation zu zerfasern begann. Dank der niedrigen Geschwindigkeit, mit der sie ins System gekommen waren, geriet aber keines seiner Schiffe in das als Gefahrenzone markierte Gebiet rings um die alten Frachter und Kriegsschiffe gleich vor dem Sprungpunkt.</p><p>Dieses Man�ver brachte die Flotte zwar in Sicherheit vor der potenziellen Gefahr, die vor ihr lauerte, aber zugleich kam sie dadurch anderen Bedrohungen n�her, die auf den Displays gekennzeichnet waren.</p><p>Vier Schiffsformationen, von denen keine sonderlich gro� war, hielten sich jeweils drei Lichtminuten vom Hypernet-Portal auf. Sie waren so angeordnet, dass sie die vier Ecken eines gedachten Quadrats vor dem Portal besetzten.</p><p>Drei Gruppen bestanden je aus einem Schweren Kreuzer, zwei Leichten Kreuzern und f�nf J�gern, die vierte Gruppe verf�gte �ber zwei Schwere Kreuzer und sechs J�ger.</p><p>�Unsere Systeme stufen diese Kriegsschiffe als nahezu neu ein�, meldete Lieutenant Castries. �Minimale Gefechtssch�den und in allen F�llen die aktuellen Modelle der Syndik-Kriegsschiffe. Aber � Captain, sie senden einen Ident-Code, wonach sie <emphasis>keine </emphasis>Syndiks sind.�</p><p>�Noch ein Sternensystem, das sich gegen die Syndikatwelten erhoben hat?�, �berlegte Geary. �Vielleicht h�lt sich dieses Empfangskomitee ja f�r den Fall hier auf, dass Syndik-Streitkr�fte herkommen, um die Rebellen gef�gig zu machen. Immerhin k�nnen sie nicht wissen, dass das Hypernet-Portal nicht mehr existiert und ihnen aus Richtung Sobek keine Gefahr mehr droht.�</p><p>�Mir gef�llt das gar nicht�, entgegnete Desjani. �Wo soll ein Sternensystem, das gegen die Syndikatwelten rebelliert, so viele Syndik-Kriegsschiffe neuester Bauart herbekommen? Und dann nur mit minimalen Besch�digungen? Haben Sie Captain Bradamonts Berichte �ber die K�mpfe bei Midway gelesen, als man sich dort zur Revolte entschloss?�</p><p>�Ja�, murmelte Geary. �Erbitterte K�mpfe und einige sehr unerfreuliche Geschehnisse. Sie haben recht. Der Zustand dieser Kriegsschiffe passt nicht, wenn die Ereignisse bei Midway stellvertretend f�r alle Revolten in von den Syndiks kontrollierten Sternensystemen sind.�</p><p>Ein Alarm ert�nte, und neben Geary �ffnete sich ein virtuelles Fenster, in dem das Gesicht von Lieutenant Iger zu sehen war. �Admiral, alles, was wir von den alten Schiffen unmittelbar vor dem Sprungpunkt empfangen, ist v�llig routinem��ig. Mit Blick auf den armseligen Zustand der Schiffe muss das alles simuliert sein.�</p><p>�Und was ist mit den neuen Schiffen?�, wollte Geary wissen, w�hrend er die beiden Gruppen an der oberen Kante des Quadrats beobachtete, die der Flotte am n�chsten waren.</p><p>�Deren Ident-Codes behaupten, dass es sich bei ihnen allen um Einheiten der Gefechtsstreitkr�fte des Simur-Sternensystems handelt.�</p><p>Desjanis ungl�ubiges Schnauben war so laut, dass Iger es auch h�ren konnte und zustimmend nickte, w�hrend er fortfuhr: �In diesem System findet sich <emphasis>sehr viel </emphasis>interessanter Nachrichtenverkehr, Admiral. Allerdings nichts, was auf eine Revolte gegen die Syndikatwelten hindeuten w�rde. Was wir auffangen, wurde kurz vor unserer Ankunft gesendet und besteht zu einem gro�en Teil aus Spekulationen, was diese Syndik-Kriegsschiffe hier zu suchen haben. Die Schiffe sind vor ein paar Wochen hier eingetroffen, und allem Anschein nach haben sie die Kommunikation mit jedermann in diesem System verweigert.�</p><p>�Sie haben mit niemandem Kontakt aufgenommen?�, wiederholte Geary ungl�ubig. �Nicht mal mit dem Senior-CEO der Syndiks in Simur?�</p><p>Iger musste l�cheln, auch wenn er es sich zu verkneifen versuchte. �Da die Syndik-Kriegsschiffe sich seit ihrer Ankunft hier in der N�he zum Sprungpunkt aufhalten, konnten wir m�helos die Nachrichten auffangen, die ihnen geschickt worden sind. Sie sind nat�rlich verschl�sselt, aber wir konnten eine davon so weit knacken, dass wir sagen k�nnen, dass der Senior-CEO des Systems von den Schiffen wissen will, in welcher Mission sie hier unterwegs sind. Und es gibt da noch ein Bruchst�ck einer Nachricht, die den Anschein erweckt, als h�tte man diesem CEO irgendwelche Anweisungen geschickt, die er nicht befolgen will.�</p><p>�Aber es gibt keinen Zweifel daran�, fragte Geary, �dass all diese Schiffe zu den Syndikatwelten geh�ren, auch wenn sie behaupten, dass sie im Auftrag des hiesigen Systems unterwegs sind?�</p><p>�Antworten Sie nicht darauf, Lieutenant�, meldete sich pl�tzlich eine Stimme zu Wort, ehe Iger etwas sagen konnte.</p><p>Desjani presste die Lippen zusammen, schwieg jedoch, w�hrend sich Geary umdrehte und feststellte, dass Rione auf die Br�cke gekommen war. �Warum sollte Lieutenant Iger nicht auf meine Frage antworten?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Aus dem einfachen Grund, Admiral�, erwiderte sie in einem Tonfall, als sei das alles doch offensichtlich, �dass die Allianz einen Friedensvertrag mit den Syndikatwelten geschlossen hat, der unser Vorgehen gegen Schiffe oder Sternensysteme der Syndikatwelten erheblich einschr�nkt. Aber die Allianz hat keinen individuellen Friedensvertrag mit dem Simur-Sternensystem. Wenn diese Schiffe behaupten, zu Simur zu geh�ren, aber nicht zu den Syndikatwelten, und wenn sie sich feindselig oder in irgendeiner Weise bedrohlich verhalten, dann k�nnen Sie darauf jede Ihnen angemessen erscheinende Ma�nahme ergreifen, ohne sich Gedanken �ber den Vertrag mit den Syndikatwelten machen zu m�ssen.�</p><p>Das konnte noch von Nutzen sein. Geary behielt die am n�chsten gelegene Gruppe Syndik-Kriegsschiffe im Auge und sagte: �Warum sollten uns die Syndiks eine solche Gelegenheit bieten?�</p><p>�Ich wei� nicht. Vielleicht haben sie diese M�glichkeit blo� nicht in Erw�gung gezogen. Wir wissen vieles nicht. Gewissheit k�nnen wir nur in dem Punkt haben, dass die Syndiks Sie h�chstwahrscheinlich zu Handlungen verleiten wollen, die Sie eigentlich nicht zu begehen w�nschen.�</p><p>Ein weiterer Alarm ert�nte, diesmal vom Display, gleichzeitig meldete Lieutenant Castries, was angezeigt wurde: �Die Schiffsgruppen Alpha und Bravo beschleunigen und gehen auf Abfangkurs.�</p><p>Die automatischen Schiffssysteme hatten den vier Gruppen die Bezeichnungen Alpha, Bravo, Cable und Delta zugewiesen. Alpha und Bravo waren dabei die beiden Gruppen an der Oberkante des gedachten Quadrats, die sich der Allianz-Flotte am n�chsten befanden, nachdem die ihren Steilflug begonnen hatten.</p><p>�Weitere Selbstmordangriffe?�, fragte Geary. Wegen der geringen Entfernung zu diesen beiden Gruppen w�rde es nur gut zwanzig Minuten dauern, bis sie in die Reichweite seiner Schiffe gelangten, die seit Verlassen des Sprungraums immer noch mit nur 0,003 Licht unterwegs waren und sich damit deutlich im Nachteil befanden. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Beschleunigen Sie sofort auf 0,1 Licht. Die Kriegsschiffe, die sich uns n�hern, sind als feindselig eingestuft worden. Sie haben die Erlaubnis, sie unter Beschuss zu nehmen und sie notfalls zu zerst�ren, sobald sie sich in Ihrer Waffenreichweite befinden.�</p><p>Dann folgte die n�chste �bermittlung, diesmal auf allen Standard- und Notruffrequenzen. �An die unbekannten Kriegsschiffe, die sich der Ersten Flotte der Allianz n�hern: Es wird Ihnen hiermit untersagt, sich bis zur Waffenreichweite eines unserer Schiffe zu n�hern. Wenn Sie so nahe herankommen, dass Ihre Waffen uns erreichen k�nnen, werden wir das Feuer auf Sie er�ffnen und alle notwendigen Ma�nahmen zu unserer Verteidigung ergreifen. Es wird keine weiteren Warnungen geben.�</p><p>Und was hatten die T�nzer vor?</p><p>Deren sechs Schiffe umkreisten best�ndig die <emphasis>Invincible </emphasis>und passten sich jeder Bewegung des gewaltigen Superschlachtschiffs an, das mit der Flotte geschleppt wurde. <emphasis>Ich habe zwar keine Ahnung, welchen Grund sie f�r ihr Verhalten haben, aber solange sie in der N�he der </emphasis>Invincible <emphasis>bleiben und die sich tief im Inneren meiner Formation befindet, muss ich mir um die T�nzer zumindest keine Sorgen machen.</emphasis></p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf und hatte eine ausdruckslose Miene aufgesetzt: �Normalerweise w�re es verdammt schwierig, einen Schweren Kreuzer zu stoppen, aber da wir so nah zu ihnen von 0,003 Licht beschleunigen m�ssen, wird unsere kombinierte Geschwindigkeit bei unter 0,2 Licht liegen, wenn wir auf sie treffen. Mit unserer geballten Feuerkraft werden wir sie regelrecht abschlachten.�</p><p>�Und das missf�llt Ihnen?�, fragte Geary erstaunt.</p><p>�Ich habe nichts dagegen, Syndiks zu t�ten. Aber mir gef�llt die Vorstellung nicht, dass Leuten der Befehl erteilt wird, sich selbst umzubringen, w�hrend die Vorgesetzten weit entfernt und in Sicherheit sind.�</p><p>Erneut ert�nte ein Alarm, da eine Nachricht von hoher Priorit�t einging. Geary sah, von wem sie kam, und nahm sie an. Jane Geary sah ihn an und fragte: �Admiral, was, wenn das kein Selbstmordangriff ist? Was, wenn diese Kriegsschiffe �berleben wollen?�</p><p>Das war die gesamte Nachricht. Geary sah immer noch auf die Stelle, an der sich Jane Gearys Bild befunden hatte. �Tanya?�</p><p>Sie machte eine genauso verdutzte Miene wie er. �Wenn sie �berleben wollen? Das k�nnten sie nur bewerkstelligen, wenn � oh verdammt! � wenn sie ein paar Einheiten treffen, die am Rand der Formation ungesch�tzt sind.�</p><p>Gearys sofortiger Blick auf sein Display ergab, dass es gen�gend Einheiten in dem Abschnitt seiner Formation gab, auf die die Gruppen Alpha und Bravo Kurs genommen hatten. Mehrere Zerst�rer und Leichte Kreuzer befanden sich dort, um kostbarere Einheiten im Inneren der Formation zu sch�tzen. Wenn diese Zerst�rer und Leichten Kreuzer aber selbst zum Ziel wurden, dann waren sie extrem gef�hrdet. Selbst diese kleinen Gruppen Syndik-Schiffe gen�gten, um bei einem Vorbeiflug ein oder zwei Zerst�rer zu eliminieren, wenn sie ihr Feuer darauf konzentrierten.</p><p>�Sieht so aus, als h�tten Sie recht, Tanya.� Wechselnde Taktiken, die darauf abzielten, die Flotte Schiff um Schiff zu dezimieren, bis sie so geschw�cht war, dass die Syndiks den Rest mit einem konventionellen Angriff ausl�schen konnten. �Im All k�nnen sich die Syndiks nicht so verstecken, wie es Bodentruppen auf einem Planeten m�glich ist, aber sie versuchen nach wie vor, uns zu verunsichern, indem sie mit immer neuen Bedrohungen und Taktiken aufwarten.�</p><p>Die Zeit reichte nicht aus, um sich an einzelne Schiffe zu wenden oder um auf dem Display Man�ver zu planen. �Viertes Zerst�rergeschwader, Siebzehntes Zerst�rergeschwader, Zehntes Leichte Kreuzergeschwader, drehen Sie sofort null drei null Grad nach Backbord. Achtes Schwere Kreuzergeschwader, drehen Sie sofort null eins null Grad nach Steuerbord.�</p><p>Kostbare Sekunden w�rden verstreichen, ehe diese Nachricht die Schiffe erreichte, dann vergingen noch einmal etliche Sekunden, ehe seine Befehle ausgef�hrt waren. Er konnte nur hoffen, dass danach noch gen�gend Sekunden �brig waren, um etwas zu bewirken. Und ebenso blieb ihm nichts als die Hoffnung, dass diese abrupten Positions�nderungen die Formation insgesamt nicht verwundbarer machten, falls die Syndiks auch hier mit Selbstmordabsicht unterwegs waren.</p><p>�Sie ist eine echte Geary�, murmelte Desjani bewundernd, w�hrend sie auf ihrem Display das Geschehen verfolgte. �Wir alle haben nur daran gedacht, was beim letzten Mal passiert ist, aber sie hat �berlegt, was diesmal passieren k�nnte.�</p><p>�Und was bin ich dann noch?�, wollte Geary wissen, w�hrend er sich am liebsten daf�r geohrfeigt h�tte, weil ihm nicht aufgefallen war, was Jane gesehen hatte. Weil er von irgendwelchen Annahmen ausgegangen war, was der Gegner tun w�rde, anstatt �</p><p>�Unvollkommen�, erwiderte Desjani. �Und klug genug, um zuzuh�ren, wenn jemand Sie auf etwas aufmerksam macht, was Sie �bersehen haben k�nnten.�</p><p>Ihre Worte konnten ihm nicht viel Trost spenden, wenn er sah, wie die beiden Gruppen auf seine Formation zuhielten, die im Steilflug immer h�her �ber die Ebene des Sternensystems aufstieg. Die gef�hrdeten Zerst�rer und Leichten Kreuzer waren in Bewegung, ihre Vektoren brachten sie n�her an die Formation heran, w�hrend die Kriegsschiffe des Schweren Kreuzergeschwaders in deren N�he ein St�ck von der Formation abr�ckten, um ihnen etwas Deckung zu geben. Hatte er zeitig reagiert? Hatte Jane Geary richtig vermutet? Und was w�rden die Syndiks nun tats�chlich machen?</p><p>Die Gruppen Alpha und Bravo jagten an der Allianz-Formation vorbei. Ihre Flugbahn �nderte sich erst in letzter Sekunde, um sich wieder von der Flotte entfernen zu k�nnen, w�hrend ihre Waffen auf den einen Leichten Kreuzer niederprasselten, der noch immer allzu m�helos unter Beschuss genommen werden konnte.</p><p>�Die <emphasis>Pectoral </emphasis>hat einen Treffer durch die Schilde hindurch abbekommen�, meldete Lieutenant Yuon. �Geringe Sch�den, ein H�llenspeer ausgefallen.�</p><p>Die Gruppen Alpha und Bravo beschrieben unterdessen ein Wendeman�ver, das Geary nur zu gut kannte. �Sie greifen noch mal an.�</p><p>�Die Gruppen Cable und Delta beschleunigen und gehen auf Abfangkurs�, meldete Lieutenant Castries im gleichen Moment, als auf dem Display ein Warnlicht zu blinken begann.</p><p>Mit finsterer Miene starrte Geary auf das Bild, das sich ihm bot.</p><p><emphasis>Wenn ich eine dieser Gruppe verfolgen lasse, setze ich meine Verfolger der Gefahr aus, von den drei anderen Gruppen angegriffen zu werden, w�hrend die einzelne Gruppe jeden Kontakt vermeidet und entkommt. Wenn meine Verfolgergruppe stark genug ist, um mit dieser Bedrohung zurechtzukommen, dann ist sie zu langsam, um die leichter man�vrierbaren Syndik-Gruppen zu erwischen. Au�erdem schw�che ich damit die Hauptformation.</emphasis></p><p>Tanya beobachtete, fest davon �berzeugt, dass er eine wie auch immer geartete Verfolgung befehlen w�rde, doch Geary sch�ttelte den Kopf. �Sie bringen uns dazu, auf sie zu reagieren. Sie wollen, dass ich Schiffe aus der Formation ausscheren lasse, um sie zu verfolgen. Aber ich werde genau das Gegenteil machen, damit wir Zeit zum �berlegen bekommen.� Die notwendige Formation war die �lteste, die er kannte: eine Kugel. Aber er musste die Einheiten zuordnen, die die Oberfl�che dieser Kugel bilden sollten. �Armadillo�, sagte er zu Desjani.</p><p>�Was?�</p><p>�Formation Armadillo.�</p><p>�Gibt es die wirklich?� Sie gab die Anfrage ein, dann riss sie erstaunt die Augen auf. �Ist das Ihr Ernst? Eine vollkommene Kugel? Diese Formation ist ��</p><p>�Ganz �bel, ich wei�. Sie kostet uns Feuerkraft, und gegen einen starken Widersacher angewandt ist sie eine Katastrophe, weil der Gegner sich auf jeden beliebigen Punkt der Kugel konzentrieren kann. Aber wenn der Gegner deutlich schw�cher ist, findet er in einer Kugel keine Schwachstelle mehr, weil jeder Punkt gleich gut verteidigt werden kann.�</p><p>�Wir gehen in die Defensive?�, gab sie fast aufgebracht zur�ck. �Wenn die Syndiks das sehen, werden sie glauben, wir haben Angst. Sie werden denken, wir igeln uns ein, weil wir uns davor f�rchten, gegen sie zu k�mpfen. Die Flotte wird ein solches Verhalten gegen�ber dem Feind nicht verstehen.�</p><p>Ihr Tonfall und ihre vorwurfsvollen Bemerkungen l�sten bei ihm Ver�rgerung aus. �Jawohl, Captain Desjani. Wir gehen in die Defensive, damit ich Zeit zum Nachdenken bekomme und damit ich mir ein Bild davon machen kann, was in diesem System los ist. Wir werden der Taktik der Syndiks einen Strich durch die Rechnung machen, mit der sie unsere Eskortschiffe zu zerst�ren versuchen, und wir werden auch jeden anderen Plan vereiteln, mit dem sie mich dazu provozieren wollen, blindlings irgendwelche Entscheidungen zu treffen.�</p><p>Sie verstummte und bekam einen roten Kopf, was Geary im ersten Moment f�r Ver�rgerung hielt. Als er dann aber sah, wie sie beharrlich seinem Blick auswich, hielt er es eher f�r Verlegenheit. �Ich bitte um Entschuldigung, Admiral.�</p><p>�Schon gut. Wenn ich nicht auf Ihre Wut reagieren m�sste, w�re ich wahrscheinlich auf mich selbst sauer. Helfen Sie mir, die Vorbereitungen zu treffen. Zwischenzeitlich werde ich unseren Angreifern die Arbeit noch ein wenig erschweren.� Geary tippte auf seine Komm-Taste. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Drehen Sie sofort eins acht null Grad nach unten.�</p><p>Damit w�rden sie sich zwar wieder den Schrottraumschiffen am Sprungpunkt n�hern, jedoch auf der anderen Seite davon auskommen, da sie dieses Hindernis praktisch �bersprungen hatten. Dennoch w�rde er darauf achten m�ssen, dass keine Einheit diesen alten Schiffen zu nahe kam.</p><p>Es sei denn �</p><p>�Wenn ich mir diese alten Schiffe nahe dem Sprungpunkt ansehe, stelle ich fest, dass sie keinen Ident-Code senden. Ist das richtig?�</p><p>�Ja, Sir�, antworteten Lieutenant Castries und Lieutenant Yuon gleichzeitig.</p><p>�Gesandte Rione, steht im Friedensvertrag mit den Syndiks irgendwas dar�ber, ob ich bei Gefahren f�r die Navigation entsprechende Ma�nahmen einleiten darf?�</p><p>Sie sah ihn irritiert an. �Das muss ich erst nachpr�fen, Admiral.� Rione begann Abfragen einzugeben, dann betrachtete sie ihr Display aufmerksam.</p><p>Desjani unterbrach ihre Arbeit, den Schiffen eine Position in der Armadillo-Formation zuzuweisen. �Eine Gefahr f�r die Navigation? Hei�t es das, was ich glaube, was es hei�t?�</p><p>�Ich will�s hoffen�, erwiderte er und entlockte ihr ein fl�chtiges L�cheln. Vielleicht w�rde ihre Ver�rgerung ja bald wieder verraucht sein.</p><p>Rione konzentrierte sich wieder auf Geary. �Admiral, die Friedensvereinbarung besagt nur, dass alle �blichen Navigationspraktiken zu beachten sind. Ich glaube, das steht da auch nur drin, weil es irgendwann mal in den Standardtext f�r Friedensvertr�ge aufgenommen wurde.�</p><p>�Danke, Madam Gesandte. Captain Desjani, haben sich in den letzten hundert Jahren die Regeln f�r den Umgang mit Gefahren f�r die Navigation ge�ndert?�</p><p>Ihr L�cheln wurde etwas breiter, w�hrend sie den Kopf sch�ttelte. �Nein, Sir. Ein Schiff, das auf eine Gefahr f�r die Navigation st��t, muss entweder Warnbojen aussetzen oder alle notwendigen Ma�nahmen ergreifen, um die Gefahr zu eliminieren.�</p><p>�Ich finde, wir sollten hier keine Warnbojen vergeuden�, erkl�rte Geary. �Vor allem, da sich diese Wracks in unmittelbarer N�he zum Sprungpunkt befinden. Ein eintreffendes Schiff wird auf eine Warnboje nicht schnell genug reagieren k�nnen, um den Wracks noch auszuweichen.� Er warf kurz einen Blick auf sein Display und betrachtete die immer weiter zerfasernde Formation der Ersten Flotte, die sich auf der Ebene des Sternensystems nun nach unten bewegte.</p><p>So wie die Schiffe angeordnet waren, befand sich eine seiner Schlachtkreuzerdivisionen auf der Seite, die die alten Schiffe passieren w�rde, wenn die Flotte am Sprungpunkt vorbeiflog.</p><p>�Captain Tulev, hier spricht Admiral Geary. Die Schiffe, die ich soeben als Wracks gekennzeichnet habe, stellen eine Gefahr f�r die Navigation dar. Ihr Befehl lautet, den Kurs der Zweiten Schlachtkreuzerdivision so zu �ndern, dass es m�glich wird, die Wracks als Ziele zu erfassen und sie mit Phantomen zu zerst�ren. Gehen Sie nicht bis auf Reichweite f�r H�llenspeere heran. Nach dem Abfeuern der Phantome kehren Sie in die Formation zur�ck. Geary, Ende.�</p><p>Zehn Sekunden sp�ter meldete sich Captain Tulev von der Leviathan: �Ich verstehe. Wir werden die Wracks zerst�ren.�</p><p>Desjani nickte zustimmend. �Diese kleinen Syndik-Gruppen werden sich nicht mit Tulevs Division anlegen wollen. Darf ich eine Frage stellen?�</p><p>�Verdammt, Tanya ��</p><p>�Ich werte das als ein Ja, Admiral. Warum zerst�ren wir diesen Weltraumschrott? Nicht, dass ich etwas dagegen einzuwenden h�tte.�</p><p>Er warf ihr einen ver�rgerten Blick zu. �Wir zerst�ren diese Schiffe, Captain Desjani, weil ich mir nicht l�nger Gedanken �ber sie machen will. Au�erdem kann ich so etwas aus dem Weg r�umen, was sehr wahrscheinlich eine Sprengfalle der Syndiks sein d�rfte, ohne dass die einen Grund haben, sich dar�ber zu beschweren.�</p><p>�Sind Sie davon �berzeugt, dass diese Wracks gef�hrlich sind?�, fragte Rione.</p><p>�Das bin ich, Madam Gesandte. Erinnern Sie sich daran, wie wir bei Lakota schwer besch�digte Schiffe so pr�pariert haben, dass sie explodierten? Als wir in Midway waren, haben Sie mir gesagt, Pr�sidentin Iceni habe davon gesprochen, dass hochrangige Syndiks Zugang zu detaillierten Berichten �ber die von mir angewandten Taktiken hatten, seit ich das Kommando �ber die Flotte �bernommen habe.�</p><p>�Und jetzt glauben Sie, die Syndiks versuchen, Ihre eigenen Methoden gegen Sie anzuwenden?�, hakte Rione nach.</p><p>�Nach allem, was wir bei Midway geh�rt haben, werden die Syndiks ihr Bestes geben.�</p><p>Die pl�tzliche Kehrtwende der Allianz-Flotte hatte die vier Syndik-Gruppen zu extremen �nderungen ihrer Vektoren gezwungen. Die Gruppen Alpha und Bravo waren am weitesten abgeschlagen und mussten in einen drastischen Sinkflug �bergehen. Die Gruppen Cable und Delta, die sich der Formation von unten n�herten, sahen sich mit dem gegenteiligen Problem konfrontiert, drohte ihr Abfangkurs doch zu einem viel fr�heren Zusammentreffen mit der Allianz-Flotte zu f�hren als geplant, das mit einer deutlich h�heren relativen Geschwindigkeit aufwarten w�rde.</p><p>Geary lie� Cable und Delta nicht aus den Augen, da er wissen wollte, wie die beiden Gruppen reagierten. W�rden sie ihre Flugbahn anpassen, damit es schneller zu einer dann viel riskanteren Begegnung kam, oder w�rden sie die Ann�herung abbrechen und unter berechenbareren Bedingungen einen neuen Versuch wagen?</p><p>�Wir haben ihnen Angst gemacht�, merkte Desjani in neutralem Tonfall an, als Cable und Delta auf einen neuen Kurs gingen, um den Kontakt mit den Allianz-Schiffen zu vermeiden. �Was halten Sie hiervon?�</p><p>Er sah sich an, welche Vorarbeit sie f�r die Formation Armadillo geleistet hatte. Die Allianz-Flotte w�rde in sich zusammenschrumpfen und eine sehr kompakte Kugel bilden, in deren Mitte sich die Sturmtransporter, die <emphasis>Invincible </emphasis>und die Hilfsschiffe befanden, w�hrend Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer die H�lle bildeten und das enge Gitter durch kleinere Kriegsschiffe verst�rkt wurde. �Sieht gut aus. Erkennen Sie jetzt den Nutzen?�</p><p>�Ja, Sir.� Sie zuckte mit den Schultern. �Was immer die auch vorhaben, mit so etwas werden sie auf keinen Fall rechnen. Ich habe so eine Formation noch nie in Aktion erlebt.�</p><p>�Ich auch nicht, sie ist eine einzige gro�e Zielscheibe. Wir halten die Formation gerade lange genug aufrecht, um uns zu �berlegen, was wir als N�chstes unternehmen werden.�</p><p>Er sah zu, wie Tulevs Schlachtkreuzer <emphasis>Leviathan, Dragon, Steadfast </emphasis>und <emphasis>Valiant </emphasis>aus der augenblicklichen Formation ausscherten und ihren Kurs weit genug �nderten, um in Feuerreichweite der Wracks zu gelangen. Die alten Schiffe mussten immer noch auf irgendeine Art zu steuern sein, sonst h�tten sie nicht ihre Position so unmittelbar vor dem Sprungpunkt halten k�nnen, doch das w�rde nicht gen�gen, um den Phantomen auszuweichen, die in K�rze auf sie abgefeuert werden sollten.</p><p>�Befinden sich an Bord eigentlich Besatzungen?�, fragte Charban, der von allen unbemerkt auf die Br�cke gekommen war.</p><p>Desjani gab Lieutenant Castries ein Zeichen zu antworten.</p><p>�Es ist sehr zweifelhaft, dass irgendeines dieser Schiffe bemannt sein k�nnte�, antwortete Castries. �Automatische Systeme k�nnen problemlos daf�r sorgen, dass diese alten P�tte ihre Position halten. Au�erdem haben wir bei keinem dieser Schiffe Hinweise auf Lebenszeichen entdecken k�nnen.�</p><p>�Vielen Dank�, sagte Charban. �Und was ist, wenn sich trotzdem Leute an Bord befinden?�</p><p>�Wenn es � Sir, wenn jemand an Bord ist, kann er die Raketen fr�h genug entdecken, um sich mit einer Rettungskapsel in Sicherheit zu bringen.�</p><p>�Was denjenigen auch nicht weiterhelfen wird, wenn die Einsch�tzung des Admirals zutrifft und die Wracks als Sprengfallen pr�pariert worden sind�, machte Rione klar.</p><p>Daraufhin drehte sich Geary zu ihr um und warf ihr einen energischen Blick zu. <emphasis>Ich wei�, sie hat meiner Entscheidung zugestimmt, diese Wracks zu eliminieren. Manchmal widerspricht diese Frau einfach, nur um widersprechen zu k�nnen.</emphasis></p><p>Er sah mit an, wie Tulevs vier Schlachtkreuzer pro Wrack zwei Phantome abfeuerten, und unwillk�rlich zuckten seine Finger zur Komm-Kontrolle. <emphasis>Die Hilfsschiffe produzieren Munition, so schnell sie nur k�nnen, aber bei den Phantomen sind wir noch immer nicht auf Sollst�rke angelangt. Ich h�tte ihn anweisen sollen, nur ein Phantom pro Wrack abzufeuern �</emphasis></p><p>�Admiral�, sagte Desjani. �Sie k�nnen darauf z�hlen, dass Captain Tulev seine Befehle richtig ausf�hrt, ohne dass Sie ihm im Detail sagen m�ssen, wie er es machen soll. Zwei Raketen pro Wrack sind zwar eigentlich zu viel, aber so stellt er sicher, dass wirklich jedes Ziel Ihrem Befehl entsprechend zerst�rt wird.�</p><p>Diesmal sah er sie argw�hnisch an. �Woher wussten Sie �? Schon gut, Sie haben recht. Wir sind quitt.�</p><p>�Ich halte nichts nach.�</p><p>�Von wegen.� Geary setzte die unterbrochene Handbewegung fort und bet�tigte die Komm-Kontrollen. �An alle Einheiten der Ersten Flotte, hier spricht Admiral Geary. Bei Zeit zwei null drehen alle Einheiten null acht null Grad nach oben und drei f�nf Grad nach Steuerbord. Nehmen Sie Formation Armadillo entsprechend dem Anhang zu dieser Nachricht ein. Geary, Ende.�</p><p>Die Flotte w�rde gleichzeitig nach oben und ein wenig zu einer Seite fliegen, um Kurs auf den n�chsten Sprungpunkt zu nehmen. Gleichzeitig w�rden die Schiffe dabei enger zusammenr�cken und die Formation Armadillo einnehmen. Um alle Flugbewegungen f�r ein solches Man�ver mit Hunderten Schiffen gleichzeitig zu koordinieren, h�tten Menschen ein paar Tage ben�tigt, doch die Steuersysteme der Flotte erledigten es in Sekunden.</p><p>Nicht mal eine Minute sp�ter erreichten Geary die ersten Fragen. Er warf einen Blick auf die Eingangsliste, auf der so gut wie jeder Senior-Offizier der Flotte zu finden war. Man musste kein Genie sein, um zu wissen, welche Frage ihm da hundertfach gestellt wurde.</p><p>Desjani schaute auf seine Anzeige, die die eingehenden Nachrichten auflistete, und warf Geary einen �Ich hab�s doch gleich gesagt�-Blick zu, ehe sie wieder auf ihr Display sah.</p><p><emphasis>Ich dachte, diesen Zirkus h�tte ich hinter mir, </emphasis>dachte Geary m�rrisch. <emphasis>Offen zu sein f�r Ratschl�ge und Vorschl�ge ist eine Sache, aber es ist etwas ganz anderes, wenn meine Entscheidungen infrage gestellt werden.</emphasis></p><p>Seine Hand hing �ber der Komm-Kontrolle in der Luft, aber aus irgendeinem Grund f�hlte er sich veranlasst, zu Desjani zu sehen, deren Seitenblick B�nde sprach. <emphasis>Wollen Sie sich das </emphasis>wirklich <emphasis>antun, Admiral?</emphasis></p><p>Gearys Hand sank ein St�ck weit nach unten. <emphasis>Niemand macht mir das Recht streitig, diese Flotte zu befehligen. Jedenfalls heute nicht mehr � oder zumindest nicht so unverbl�mt wie fr�her. Sie sind besorgt, was mein vorgesehenes Handeln angeht. Gr��tenteils habe ich es hier mit guten Offizieren zu tun, die meine Befehle befolgt und ihre Arbeit gut erledigt haben. Ich muss ihre Bedenken respektieren, anstatt ihnen zu sagen, sie sollen die Klappe halten und das tun, was ich sage. </emphasis>Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte, bet�tigte er die Taste f�r den Kanal, auf dem er von jedem befehlshabenden Offizier der Ersten Flotte geh�rt werden konnte.</p><p>�Hier spricht Admiral Geary. Ich kann verstehen, dass es einige Bedenken gibt, was meine j�ngsten Befehle angeht. Ich kann Ihnen versichern, dass der Zweck dieser neuen Formation darin besteht, jeden Plan zu durchkreuzen, den die Syndiks hier bei Simur f�r uns vorbereitet haben. Nachdem wir so erst einmal sicherstellen, dass der Gegenseite kein erfolgreicher Schlag mehr gelingen kann, werden wir die Situation gr�ndlich analysieren und feststellen, was die Syndiks vorhaben. Dann werden wir unsere Formation wieder �ndern und alle erforderlichen Ma�nahmen ergreifen, um nicht nur deren Pl�ne zu vereiteln, sondern auch entsprechende Antworten zu liefern. Geary, Ende.�</p><p>Er hielt kurz inne und �berlegte. �Madam Gesandte, w�rden Sie mit dem Senior-CEO in diesem Sternensystem Kontakt aufnehmen und eine formale Beschwerde einlegen, dass sich diese Kriegsschiffe der Allianz-Flotte gegen�ber aggressiv verhalten?�</p><p>Rione zog eine Braue hoch. �Sie kennen doch die Antwort. Der Senior-CEO wird darauf beharren, dass diese Kriegsschiffe nicht der Kontrolle durch die Syndiks unterstehen.�</p><p>�Ja, ich wei߫, sagte Geary und nickte nachdr�cklich. �Aber diese Schiffe behaupten ja schlie�lich, der Kontrolle <emphasis>dieses </emphasis>Sternensystems zu unterstehen. Damit w�re der Senior-CEO letztlich also doch wieder verantwortlich. Ich will wissen, was er dazu zu sagen hat.�</p><p>�Ein interessanter Vorschlag, Admiral.� Rione gab Charban ein Zeichen. �Kommen Sie, schicken wir ihnen eine Nachricht. W�hrend wir zum Konferenzraum gehen, k�nnen wir uns �berlegen, wie wir sie formulieren.�</p><p>Auf dem Weg zur Luke blieb Rione dann aber noch einmal stehen, da die von Tulevs Schlachtkreuzern abgefeuerten Phantome die Wracks erreicht hatten. Einige Explosionen entsprachen dem, was man erwarten konnte, wenn die Explosion des Sprengkopfs mit der kinetischen Energie vom Einschlag des Projektils zusammenwirkte, w�hrend ein bereits besch�digtes Schiff getroffen wurde.</p><p>Vier der sieben Wracks wurden allerdings von einer viel gr��eren und heftigeren Explosion zerrissen. Als Geary zusah, wie die Tr�mmerst�cke dieser Schiffe in allen Richtungen weggeschleudert wurden, versp�rte er eine k�hle Befriedigung dar�ber, dass er richtiggelegen hatte. Diese Wracks waren Waffen gewesen, die man der Allianz-Flotte in den Weg gelegt hatte und die von automatischen Systemen vor dem Sprungpunkt gehalten worden waren, was bei einem Minenfeld nicht m�glich gewesen w�re.</p><p>Rione deutete einen halb ironisch gemeinten Salut in Gearys Richtung an, dann verlie� sie mit Charban die Br�cke.</p><p>Geary wandte seinen Blick nicht von dem Display vor ihm ab, w�hrend sich seine Flotte zur Armadillo-Formation umbildete. Die vier Syndik-Gruppen, die anscheinend nicht so recht wussten, was sie von der Aktion der Allianz-Schiffe halten sollten, gingen rings um die Formation in Stellung. Vor seinem geistigen Auge sah er einen Schwarm frustrierter Moskitos, die um ein undurchdringliches Netz schwirrten und einen Durchlass suchten.</p><p><emphasis>Nein, das ist das falsche Bild, denn es vermittelt den Eindruck, als wenn die Syndik-Kriegsschiffe nicht l�nger eine Bedrohung darstellen. Aber davon kann ich nicht ausgehen. Ich wei� nicht, zu welchen Mitteln sie noch greifen werden, nachdem sie gemerkt haben, dass sie mich mit konventionellen Taktiken nicht schlagen k�nnen. Bei Sobek haben sie es mit Selbstmordattacken versucht, mit einem Enterteam und einem Minenfeld. Das sind die Dinge, von denen wir wissen. Vielleicht hatten sie noch mehr vorbereitet. Die Frage ist, was lauert hier noch alles auf uns?</emphasis></p><p>�Bislang haben sie sich nicht wiederholt�, �berlegte Desjani.</p><p>Hatte er eben laut gedacht, oder las sie schon wieder seine Gedanken? �Was k�nnen diese Kriegsschiffe sonst noch machen?�, fragte Geary.</p><p>�Uns ablenken?�, gab sie die Frage in dem Moment zur�ck, als ein Alarm ausgel�st wurde.</p><p>Die Vektoren aller vier Raumschiffgruppen ver�nderten sich, da sie eine Kurve flogen und Kurs nahmen auf vier verschiedene Bereiche der Allianz-Formation.</p><p>�Sie sollten nicht in der Lage sein, die Haut des Allianz-Armadillos zu durchdringen�, erkl�rte Desjani mit �bertriebener Gewissheit. Ged�mpftes Lachen von den Lieutenants und den anderen Wachhabenden auf der Br�cke war zu h�ren, als der Witz ihres Captains bei ihnen ankam.</p><p>Geary ignorierte das Gepl�nkel und lie� in der Zwischenzeit in aller Eile einige Simulationen durchlaufen. �Selbst wenn sie auf einen selbstm�rderischen Vektor gehen sollten, haben wir genug Feuerkraft, um sie zu vernichten, bevor es ihnen gelingen kann, unsere � �hm � Formation zu durchdringen.� Beinahe h�tte er �Haut� gesagt und damit nur noch Desjanis Witz unterstrichen.</p><p>Dabei beschlich ihn schon jetzt das Gef�hl, dass der Allianz-Armadillo ihn noch auf Jahre hinaus verfolgen w�rde.</p><p>Trotz der Gewissheit, dass die Angreifer an der defensiven Anordnung der Schiffe scheitern w�rden, versp�rte Geary Unbehagen, als die vier feindlichen Gruppen weiter auf verschiedene Bereiche der Formation zuhielten. Die Syndiks kamen n�her, gelangten in Waffenreichweite, und sofort wurden von den Allianz-Schiffen in unmittelbarer N�he Phantome auf sie abgefeuert.</p><p>Doch im n�chsten Moment wichen die Syndiks in alle Richtungen aus, sodass Geary hilflos und w�tend mitansehen musste, wie Dutzende von Raketen ins Nichts flogen, da ihre Ziele schnell wieder die Reichweite verlassen hatten.</p><p>�Ich h�tte ahnen m�ssen, dass sie auf eine solche Idee kommen w�rden�, brummte er.</p><p>�Damit kommen sie aber nicht noch mal durch�, versicherte Desjani ihm. �Sie sollten den Schiffen sagen, dass sie das Feuer erst er�ffnen sollen, wenn sie zu nahe sind, um noch entwischen zu k�nnen.�</p><p>�Gute Idee.� Er �bermittelte den Befehl und schaute finster auf sein Display. Es war keine Pattsituation. Solange die Allianz-Schiffe in Bewegung waren, konnten sie sich weiter dem Sprungpunkt n�hern, der sie aus Simur wegbringen w�rde. Trotzdem kam es ihm wie ein Patt vor, als die Syndik-Kriegsschiffe erneut Kurs auf die Allianz-Flotte nahmen. �Sie sind zwar nicht in der Lage, uns wehzutun, aber sie haben die Initiative in der Hand. Ich will ihnen nicht genug Zeit lassen, dass sie sich irgendwas Neues ausdenken k�nnen.�</p><p>�Hm�, machte Desjani. Ihr ging ein Gedanke durch den Kopf, sie z�gerte kurz, dann beugte sie sich vor und betrachtete aufmerksam ihr Display, w�hrend sie eine Reihe von Befehlen eingab. �Ich bin mir sicher, dass sie ihre Schiffe automatisch steuern lassen.�</p><p>�Wie kommen Sie darauf?�</p><p>�Die Bewegungen sind �u�erst pr�zise. Jedes Schiff bewegt sich exakt im gleichen Moment, und es sind bei allen Schiffen identische Bewegungen. Lassen Sie sich die Flugbahnen der Schiffe bei ihrer letzten Ann�herung anzeigen, und dann legen Sie die Flugbahnen aller vier Gruppen �bereinander.�</p><p>�Alle identisch�, best�tigte Geary. �Nicht nur bei jedem Schiff, sondern bei der gesamte Formation. Exakt der gleiche Ann�herungsvektor und der gleiche Ausweichvektor.�</p><p>�Die sind neu�, beharrte Desjani. �Nicht nur die Schiffe, sondern auch die Crews. Sie sind nicht darin ausgebildet, manuell zu steuern, sondern lassen das von den automatischen Systemen erledigen. Vielleicht haben sie auch den Befehl erhalten, so vorzugehen. Aber wenn sie solche Systeme einsetzen, dann arbeiten diese Systeme nach bestimmten Mustern.�</p><p>�Wie lange wird es dauern, um diese Muster zu analysieren?�</p><p>Sie hielt inne und beschrieb eine vage Geste. �Eine Weile. Wir ben�tigen einige Beispiele f�r ihre Angriffsmuster. Wie viele Muster, kann ich nicht sagen. Aber letztlich werden unsere Gefechtssysteme in der Lage sein, ihre Bewegungen vorauszusagen.�</p><p>�Letztlich�, murmelte er. Es klang nicht nach einer allzu sinnvollen Strategie, auf unbestimmte Zeit in Simur zu bleiben und wiederholt die Syndik-Kriegsschiffe abzuwehren, bis die Gefechtssysteme endlich genug Informationen hatten. Seine Flotte w�rde gar nicht erfreut sein, weiter in der Defensive zu verharren, w�hrend die Syndiks immer wieder kleine Attacken gegen die Formation flogen. Wenn die Flotte dabei wenigstens weiter auf dem Heimweg war, w�rde das dieser Unzufriedenheit jedoch ganz erheblich entgegenwirken. Schlie�lich war ja da immer noch das Ziel, die T�nzer und die <emphasis>Invincible </emphasis>sicher ins Allianz-Gebiet zu bringen. �Tanya, lassen Sie uns Kurs auf den Sprungpunkt nach Padronis nehmen. Berechnen Sie einen Kurs am Rand des Systems entlang, nur f�r den Fall, dass in diesem Sternensystem noch mehr �berraschungen auf uns warten.�</p><p>Desjani z�gerte erneut, aber was auch immer sie hatte sagen wollen, wurde durch eine dringende Mitteilung aus der Geheimdienstabteilung der <emphasis>Dauntless </emphasis>unterbrochen.</p><p>Lieutenant Iger sah ihn fast betreten an. �Admiral, es gibt hier ein neues Kriegsgefangenenlager. Ein sehr gro�es, auf dem bewohnbaren Planeten. Es befindet sich milit�risches Personal der Allianz dort.�</p></section><section><title><p>Zehn</p></title><p>Geary versp�rte ein allzu vertrautes, schmerzhaftes Pochen in seinem Kopf, das ihn dazu veranlasste, mit einer Hand fest �ber die Stirn zu reiben. �Das war zuvor nicht da.�</p><p>�Nicht, als die Allianz dieses System das letzte Mal angegriffen hat, Sir.� Bilder tauchten gleich neben Igers Kopf auf. �Dieses Lager ist neu. Es wurde erst in j�ngerer Zeit auf der bewohnbaren Welt eingerichtet.�</p><p>Die Bilder zeigten gro�e Barracken und Lagerh�user, die auf eine l�ngst vertraute Weise angeordnet waren. Dieses neue Lager war weit von den St�dten auf dem Planeten entfernt, es lag in einer besonders �den Region auf einer insgesamt schon �den Welt. Auch das entsprach der g�ngigen Syndik-Praxis, wonach Gefangenen- und Arbeitslager entweder nahe an einer Stadt oder irgendwo mitten im Nichts gebaut wurden. �Sieht nach einem von Syndiks errichteten Kriegsgefangenenlager aus�, stimmte er zu.</p><p>�Wir haben auch �bermittlungen der Syndiks abgefangen, die darauf hinweisen, dass das Lager erst vor Kurzem als Sammellager f�r Allianz-Gefangene aus kleineren Lagern in anderen Sternensystemen errichtet worden ist�, fuhr Iger fort.</p><p>�Die Syndiks sollen im Rahmen des Friedensvertrags ihre Gefangenen an die Allianz �bergeben�, sagte Geary. �Warum bauen sie dann hier ein neues Lager?�</p><p>�Admiral � vielleicht beabsichtigen die Syndiks, sich nicht an diesen Teil des Vertrags zu halten.�</p><p>Wenn dem so war, dann passte es genau zu dem von ihnen bekannten Verhalten, die schlie�lich jeden anderen Teil des Vertrags genauso zu missachten versuchten.</p><p>�Wie viele Gefangene sind hier?�</p><p>�Bis zu zwanzigtausend, Admiral.�</p><p>�Zwanzigtausend?� So viele befreite Gefangene auf seinen Schiffen unterbringen zu wollen, w�rde ein extrem schwieriges Unterfangen sein.</p><p>�Das ist die maximale Anzahl, Admiral, ausgehend von den Kapazit�ten des Lagers. Die seit der Ankunft bei Simur abgefangene Syndik-Kommunikation deutet darauf hin, dass einige Tausend sicher schon dort untergebracht sind, aber wir kennen keine genauen Zahlen.�</p><p>Einige Tausend waren immer noch genug. Selbst ein paar Hundert oder noch weniger h�tten schon gen�gt. <emphasis>Es gibt so viele Dinge, bei denen wir nichts tun k�nnen. Aber wir k�nnen Gefangene befreien, die noch immer festgehalten werden, obwohl der Krieg vorbei ist, der ihre Gefangenschaft �berhaupt erst begr�ndet hat.</emphasis></p><p>�Danke, Lieutenant�, sagte Geary und lie� sich in seinen Sessel sinken, nachdem Igers Bild verschwunden. Intensiv rieb er sich die Augen.</p><p>�Da ist was faul�, h�rte er Desjani neben sich sagen.</p><p>�Ja, nicht wahr?�</p><p>�Tausende Allianz-Gefangene, untergebracht in einem neuen Lager, in einem Sternensystem, das wir zwangsl�ufig durchqueren m�ssen.�</p><p>Daran war etwas so faul, dass es zum Himmel stank. �Aber was ist daran die Falle?�</p><p>�Wollen wir das wirklich herausfinden?�</p><p>�Bleibt uns eine andere Wahl?� Er rief Rione. �Madam Gesandte, wir m�ssen mit dem Senior-CEO der Syndiks in diesem System �ber ein Gefangenenlager reden.�</p><p>Es dauerte Stunden, bis Riones Nachricht die bewohnbare Welt erreichte, auf der sich der Syndik-CEO mutma�lich aufhielt. Weitere Stunden waren n�tig, ehe eine Antwort eintreffen konnte. Geary nutzte diese Zeit, um seine Flotte in Richtung des Sterns und der bewohnbaren Welt fliegen zu lassen.</p><p>Unterdessen unternahmen die vier Syndik-Gruppen mehrere Ann�herungen an die Formation, um die Flotte der Allianz zu einer Reaktion zu provozieren. Aber Geary lie� das Feuer nicht er�ffnen, sondern wartete ab, dass die Syndiks so weit n�her kamen, dass sie einem Beschuss nicht mehr h�tten entkommen k�nnen. Sie kamen jedoch nicht n�her, und Geary unternahm seinerseits keinen Versuch, auch nur eine dieser Gruppen zu verfolgen.</p><p>Die Pattsituation dauerte somit an. Dass die Syndiks dar�ber ebenfalls frustriert waren, tr�stete ihn kaum.</p><p>Die Flotte hatte sich fast vom Rand des Simur-Sternensystems auf den Weg gemacht, von wo aus der Stern selbst rund f�nf Lichtstunden entfernt war. Die bewohnbare Welt kreiste in einer Entfernung von sieben Lichtminuten um den Stern, weshalb die geschwungene Flugbahn bis zum Erreichen des Planeten 5,1 Lichtstunden lang war. Geary lie� die Flotte konstant mit einer Geschwindigkeit von 0,1 Licht fliegen, sodass die Reisezeit einundf�nfzig Stunden betragen w�rde. Selbst wenn man sich mit einer Geschwindigkeit von drei�igtausend Kilometern in der Sekunde durchs All bewegte, dauerte es eine Weile, um die Entfernungen innerhalb eines Sternensystems zu bew�ltigen. W�re die Flotte gezwungen gewesen, mit genau dieser Geschwindigkeit den Stern anzufliegen, der Simur am n�chsten lag, dann hatte es achtunddrei�ig Jahre gedauert, das 3,8 Lichtjahre entfernte System Padronis zu erreichen.</p><p>�Wir haben eine Antwort erhalten�, sagte Rione, deren Bild vor Geary aufgetaucht war. Ihre Stimme lieferte keinen Hinweis auf den Inhalt der Nachricht. �Wollen Sie sie sehen?�</p><p>Da er sich auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>aufhielt, aktivierte er seine Privatsph�re so, dass sie Tanya einbezog und sie beide alles h�ren und sehen konnten. �Sicher. Stellen Sie sie durch.�</p><p>Ein weiteres virtuelles Fenster �ffnete sich neben Riones Bild. Geary sah das Gesicht einer sehr ernst dreinblickenden Frau in der Kleidung einer Syndik-CEO. Der Anzug war zwar genauso makellos geschnitten wie die aller CEOs, aber verschiedene abgewetzte Stellen belegten, wie lange es schon her war, seit die Senior-CEO auf Simur sich einen neuen Anzug geleistet hatte.</p><p>Die Frau sprach abgehackt, was so klang, als w�rde sie von jedem Wort den Rest verschlucken. �Ich muss gegen das aggressive Verhalten der bewaffneten Streitkr�fte der Allianz in diesem Sternensystem protestieren. Allein die Verpflichtung der Syndikatwelten, den Wortlaut des Friedensvertrags zwischen unseren V�lkern zu achten, h�lt mich davon ab, eine entsprechende Reaktion auf die Bewegungen Ihrer Flotte anzuordnen.�</p><p>Geary versuchte, sich �ber die Antwort nicht zu �rgern, da er wusste, dass er sonst irgendwelche Nuancen im Tonfall oder in den Bewegungen der Syndik-CEO nicht mitbekam. Aber auch wenn es ihn M�he kostete, die Ruhe zu bewahren, entging ihm nicht, dass diese CEO sich irgendwie anders anh�rte und auch eine andere K�rperhaltung aufwies. Dann wurde ihm bewusst, dass sie nicht nur zu ihm, sondern zu einem gr��eren Publikum sprach.</p><p>�Die mobilen Streitkr�fte, gegen deren Verhalten Sie protestieren, unterstehen nicht meiner Kontrolle�, redete die CEO weiter und sprach damit etwas aus, das sich aus dem Mund eines Syndiks untypisch wahrheitsgem�� anh�rte. Hatte sie das Wort �meiner� tats�chlich etwas st�rker betont?</p><p>�Ich kann nichts unternehmen, um sie aufzuhalten. Ich habe ihnen nicht den Auftrag erteilt, Sie zu behelligen. Diese Einheiten sind keine mobilen Streitkr�fte der Syndikatwelten, von daher betrachte ich das Ganze als eine Angelegenheit zwischen Ihnen und demjenigen, der diese Streitkr�fte befehligt.�</p><p>Die CEO machte eine ungeduldige Geste, in dem sie eine Hand in einer gut einstudierten Geste hastig zur Seite bewegte. Damit hatte sie ihre Untergebenen zweifellos �ber Jahrzehnte hinweg in Angst und Schrecken versetzt. �Was das Gefangenenlager angeht, bin ich mir der Verpflichtungen der Syndikatwelten mit Blick auf den Friedensvertrag durchaus bewusst. Dennoch bin ich �u�erst betr�bt dar�ber, dass Sie die Freilassung dieser Gefangenen fordern, anstatt uns anzubieten, �ber das Thema zu diskutieren. Zweifellos werden Sie festgestellt haben, dass wir in diesem Sternensystem nur �ber unzureichende Verteidigungsanlagen verf�gen. Daher bin ich nicht in der Lage, Ihrer Forderung nach Freilassung etwas entgegenzusetzen. Allerdings werde ich auch in keiner Weise mit Ihnen kooperieren. Bringen Sie Ihre Flotte her, nutzen Sie Ihre eigenen M�glichkeiten, die Gefangenen auf Ihre Schiffe zu holen, und dann verlassen Sie dieses System � je fr�her, je lieber. Es wird mir eine Freude sein, nicht l�nger sechstausend hungrige M�uler durchf�ttern zu m�ssen. F�r das Volk. Gawzi, Ende.�</p><p>Wie f�r Senior-CEOs �blich wurde der Satz �F�r das Volk� so hastig ausgesprochen, als w�re es ein einziges Wort, dem keinerlei Bedeutung zukam. Geary hatte schon seit Langem nicht mehr darauf geachtet, bis der in diese Worte gelegte Enthusiasmus von Pr�sidentin Iceni bei Midway ihn daran erinnert hatte, dass sie fr�her einmal tats�chlich etwas bedeutet haben mussten.</p><p>Rione wartete auf seinen Kommentar und machte einen leicht ungeduldigen Eindruck.</p><p>�Was halten Sie von der Nachricht?�, wollte Geary wissen. �Diese CEO h�rte sich f�r mich irgendwie anders an als �blich.�</p><p>�Das liegt daran, dass ihr jemand eine Waffe an die Schl�fe gedr�ckt h�lt�, erwiderte Rione.</p><p>�In welchem Sinn?�</p><p>�Im w�rtlichen. Jemand ist in ihrer N�he und droht ihr, aber er h�lt sich von dem Bild fern, das an uns �bertragen wird. Das ist offensichtlich.�</p><p>Es gab Momente, da hatte Riones F�higkeit, Situationen richtig einzusch�tzen, etwas Beunruhigendes. Unwillk�rlich fragte er sich, welche Erfahrungen sie gemacht haben musste, um die Lage dieser Syndik-CEO so einsch�tzen zu k�nnen, wie sie es soeben getan hatte. �Diese Leute von der Inneren Sicherheit?�</p><p>Sie nickte entschieden. �H�chstwahrscheinlich. Diejenigen, die von den Syndiks als Schlangen bezeichnet werden. Wir k�nnen getrost davon ausgehen, dass die jetzt die Kontrolle �ber dieses Sternensystem �bernommen haben. Sie werden jetzt nicht mehr aus dem Verborgenen heraus die F�den ziehen, sondern offen agieren.�</p><p>�Wenn das so sein sollte�, �berlegte Geary, �dann wird die CEO von diesen Leuten gezwungen, uns dazu einzuladen, dass wir unsere Leute aus dem Lager holen.�</p><p>Abermals nickte Rione. �Es war keine nett formulierte Einladung, allerdings war es interessant, wie sie es geschafft hat, es nach einer Herausforderung klingen zu lassen. Und sie hat uns die Best�tigung gegeben, dass hier sechstausend von unseren Leuten festgehalten werden.�</p><p>�Die wollen, dass wir zu diesem Lager kommen.�</p><p>�Richtig. Aber wenn ich das richtig deute, trifft ihre Aussage zu, dass sie nicht �ber die Mittel verf�gt, sich gegen uns zur Wehr zu setzen. Die Gefangenen sollten daher sehr gr�ndlich nach Pathogenen, Nanopartikeln und allen anderen Formen eines von Menschen �bertragbaren Sabotageaktes abgesucht werden.�</p><p>�Danke.� Sekundenlang trommelte Geary mit den Fingern auf seine Armlehne, dann sah er zu Desjani.</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Das war nicht schwer zu erraten. Eine andere L�sung bleibt den Syndiks nicht, also werden sie versuchen, eine Seuche auf unsere Schiffe zu schmuggeln.�</p><p>�W�re das nicht etwas zu offensichtlich?�</p><p>�Da drau�en fliegen vier Gruppen von Kriegsschiffen um uns herum, die offensichtlich den Syndiks geh�ren, und gleichzeitig behaupten sie, sie h�tten keine Kontrolle �ber sie, weil das ja in Wahrheit gar keine Syndik-Kriegsschiffe sind�, machte Desjani ihm klar. �Ob und in welchem Ausma� etwas offensichtlich ist, scheint sie nicht zu st�ren.�</p><p>�Ja.� Er bet�tigte eine Taste. �Lieutenant Iger, gibt es etwas Neues?�</p><p>�Wir haben keine neuen Bedrohungen identifiziert, Admiral�, erwiderte Iger und l�chelte dabei fl�chtig. �Wir konnten ein paar Nachrichten der einheimischen Bev�lkerung abfangen. Die Leute sind nicht erfreut dar�ber, was die Syndik-Beh�rden machen. Diese Mitteilung von einer orbitalen Bergbaueinrichtung in der N�he des Gasriesen ist ein typisches Beispiel.�</p><p>Ein anderes Bild tauchte auf und zeigte einen Mann im mittleren Alter, der einen sch�bigen Anzug eines leitenden Angestellten trug. �Die liefern uns hier jeglichen Vergeltungsschl�gen aus�, ereiferte er sich. �Wir haben keine Warnung erhalten, wir haben keine Gelegenheit zur Evakuierung bekommen, und wir haben nicht gen�gend Kapazit�ten, um alle von hier wegzuschaffen! Soll ich die H�lfte meiner Leute mitsamt ihren Familien etwa einfach hier zur�cklassen? Wir k�nnen uns nicht mal verteidigen, weil sich niemand darum gek�mmert hat, nach dem letzten Angriff der Allianz die Anlagen zu reparieren! Kann nicht irgendwer diese mobilen Einheiten davon abhalten, die Allianz-Flotte zu provozieren?�</p><p>Geary war nicht nach L�cheln zumute. Er wusste, warum Iger es tat und warum auch Desjani vermutlich angesichts der Verzweiflung dieses Mannes gern gegrinst h�tte. <emphasis>Das geschieht ihnen recht, </emphasis>denken diejenigen, die ihr Leben lang nichts anderes als den Krieg gekannt hatten. <emphasis>Die haben damit angefangen, die haben uns unz�hlige Male bombardiert, sie haben zahllose Menschen get�tet. Daf�r verdienen sie es, jetzt vor Angst nass geschwitzt zu sein und damit rechnen zu m�ssen, dass unsere Steine vom Himmel geflogen kommen und ihre Welt mit gewaltigen Hammerschl�gen traktieren.</emphasis></p><p>Aber so empfand Geary nicht. <emphasis>Sosehr ich es den Syndiks bei Sobek auch heimzahlen wollte, weil sie beziehungsweise ihre Anf�hrer bei den Angriffen auf uns kooperiert hatten, liegt der Fall hier v�llig anders. Dieser Syndik-Manager hat Angst um die Leute, die f�r ihn arbeiten. Er und seine Leute sind nur Spielfiguren bei den Pl�nen der Syndik-Regierung. Sogar die CEO wird zu einem Verhalten gezwungen, das nicht ihrem Willen entspricht.</emphasis></p><p>�Gut�, sagte er schlie�lich. �W�re das alles?�</p><p>�Es gibt noch viele weitere Nachrichten in dieser Art�, antwortete Iger. �Ansonsten empfangen wir nur den �blichen Schwall an bruchst�ckhaften Informationen. Wir k�nnen Fragmente aus verschl�sselten Mitteilungen herausl�sen und unverschl�sselte Unterhaltungen belauschen, in denen es um geheime Angelegenheiten geht, aber nichts davon ergibt einen Hinweis auf irgendeine Art von Bedrohung, die wir als solche identifizieren k�nnten.�</p><p>�Master Chief Gioninni hat auch keine Ideen�, merkte Desjani an. �Ich wollte ihm Zugang zu den Geheimdienstzusammenfassungen verschaffen, aber dabei hat sich herausgestellt, dass er die bereits gelesen hatte.�</p><p>�Wie bitte?�, warf Lieutenant Iger beunruhigt ein. �Master Chief Gioninni steht nicht auf der Liste der Personen, die an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>auf diese Daten zugreifen d�rfen.�</p><p>�Ist <emphasis>das </emphasis>nicht eigenartig. Aber machen Sie sich dar�ber mal keine Sorgen, Lieutenant.�</p><p>�Vielleicht brauchen wir niemanden, der mit Hinterlist ans Werk gehen kann�, �berlegte Geary laut, ehe ein fassungsloser Iger noch mehr Fragen zu Gioninni stellen konnte. �Vielleicht ben�tigen wir jemanden, der etwas � entdecken kann �� <emphasis>Jemanden, der in einem Datenberg ein Muster ausfindig machen kann. Jemand, der Dinge sieht, die in einem verwirrenden Schwall aus Daten verborgen sind.</emphasis></p><p><emphasis>So jemanden haben wir.</emphasis></p><p>�Lieutenant Iger, senden Sie alle in Ihrer Abteilung seit unserer Ankunft gesammelten Daten aus diesem System sofort an die <emphasis>Tanuki</emphasis>. Versehen Sie sie mit dem Vermerk, dass die �bertragung ausschlie�lich f�r Lieutenant Elysia Jamenson bestimmt ist.�</p><p>Iger sah Geary fassungslos an. �Alle geheimdienstlichen Daten? Wer ist diese Lieutenant Jamenson?�</p><p>�Eine Ingenieurin.�</p><p>�Eine Ingeni�� Iger musste sich zusammenrei�en, erst dann konnte er m�hsam beherrscht weiterreden. �Sir, die Geheimhaltungsstufe bei Teilen dieses Materials ist ��</p><p>�Ich bin mir der Geheimhaltungsstufen ebenso bewusst wie Ihrer Sicherheitsbedenken. In meiner Funktion als Befehlshaber der Flotte gestatte ich Lieutenant Jamenson mit sofortiger Wirkung, auf Daten aller Geheimhaltungsstufen zugreifen zu d�rfen, die sie ben�tigt, um ihren Job zu erledigen. Sorgen Sie daf�r, dass sie alles zu sehen bekommt, was Sie hier zusammengetragen haben. Schicken Sie alle notwendigen Unterlagen, Sicherheitsvereinbarungen und Formulare an die <emphasis>Tanuki</emphasis>, die von Jamenson unterzeichnet werden m�ssen. Und erledigen Sie das umgehend, Lieutenant Iger.�</p><p>�Umgehend. Jawohl, Sir.� Dennoch z�gerte er einen Moment lang. �Admiral, ich f�hle mich verpflichtet, Sie darauf hinzuweisen, dass dieser Vorgang nach unserer R�ckkehr ins Allianz-Gebiet schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen k�nnte. Auch wenn Sie zu einem solchen Befehl berechtigt sind, k�nnte man sp�ter die Angemessenheit Ihrer Entscheidung infrage stellen.�</p><p>�Dieses Risiko gehe ich ein�, erwiderte Geary. �Und ich m�chte festgehalten wissen, dass Sie Ihre Vorbehalte zu Protokoll gegeben haben und ich sie zur Kenntnis genommen habe. Es ist meine alleinige Entscheidung.�</p><p>�Jawohl, Sir. Wir stellen die Informationen zusammen und schicken sie so bald wie m�glich an die <emphasis>Tanuki</emphasis>.�</p><p>�Und beeilen Sie sich�, betonte Geary noch einmal.</p><p>Desjani starrte ihn verdutzt an, aber das ignorierte er f�r den Moment, stattdessen rief er die <emphasis>Tanuki</emphasis>, kaum dass Igers Bild verschwunden war. �Captain Smythe, ich brauche Lieutenant Jamenson. Keine Sorge, es ist nur ein vor�bergehender Auftrag, darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort. Auf der <emphasis>Tanuki </emphasis>wird in K�rze ein Datenpaket von unserem Geheimdienst eingehen, das ausschlie�lich f�r Lieutenant Jamenson bestimmt ist. Sie soll sich die Daten ansehen und mir eine R�ckmeldung geben, was sie darin erkennt.�</p><p>Smythe sah ihn nacheinander mit Sorge, Verwirrung und nun voller �berraschung an. �Geheimdienstmaterial? Lieutenant Jamenson beherrscht ihren Job sehr gut, Admiral, aber das sind Dinge, mit denen sie keine Erfahrung hat.�</p><p>�Das ist mir bewusst. Aber der Feind wendet gegen uns neue Taktiken an, und ich will wissen, was jemand aus den verf�gbaren Daten macht, der sie aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet.�</p><p>�Wie Sie w�nschen, Admiral.� Smythes Blick hatte etwas Berechnendes, so als w�rde er sich fragen: <emphasis>Ist Jamenson noch wertvoller, als ich es bislang gedacht habe?</emphasis></p><p>�Vielen Dank, Captain Smythe. Ich habe vollstes Vertrauen, dass ich auf Sie z�hlen kann�, sagte Geary und betonte jedes Wort.</p><p>Smythe zuckte zusammen, als h�tte ihm die Entgegnung einen Stich versetzt, dann l�chelte er. �Selbstverst�ndlich, Admiral.�</p><p>Geary beendete das Gespr�ch, dann sah er zu Desjani, die ihn verwundert anschaute.</p><p>�Lieutenant Jamenson?�, fragte sie. �Die mit den gr�nen Haaren.�</p><p>�Sie erinnern sich an sie?�</p><p>�Es d�rfte schwierig sein, sie zu vergessen. Was haben Sie vor?�</p><p>�Genau das, was ich gesagt habe�, antwortete Geary. �Vielleicht durchschaut sie ja, was die Syndiks in diesem Sternensystem vor uns verstecken.�</p><p>Desjani dachte dar�ber nach, dann nickte sie verstehend. �Wenn die Syndiks in der Lage sind, etwas vor Gioninni <emphasis>und </emphasis>Jamenson zu verheimlichen, dann k�nnen wir auch gleich das Handtuch werfen.�</p><p>Geary lie� sich Zeit damit, alles f�r die Bergung der Gefangenen in die Wege zu leiten. Er lie� die immer noch in der Formation Armadillo befindliche Flotte �ber dem bewohnten Planeten in Position gehen, dann tasteten die Scanner seines Schiffs das gesamte Gebiet ab, w�hrend die Marines Sp�hdrohnen losschickten, um das Lager aus geringer H�he sowie auf Bodenniveau auszukundschaften.</p><p>Carabali pers�nlich erstattete ihm Bericht, ihr Bild stand in seinem Quartier, hinter ihr waren mehrere Nahaufnahmen aus dem Lager zu sehen. Soeben zeigte sie auf die Bilder gleich neben ihr. �Mit der ferngelenkten Sp�hausr�stung konnten wir nichts Auff�lliges entdecken. Nach unseren Erkenntnissen befindet sich da unten nichts, was da nicht auch hingeh�rt. Aber diese Erkundungsmethode aus der Ferne ist nat�rlich nicht ersch�pfend. Es gibt zu viele Mittel und Wege, um Signale und Signaturen zu blockieren, die oft genau so ausgerichtet sind, dass sie die Schw�chen und Leistungsgrenzen der Ausr�stung ausnutzen. Erst recht gilt so etwas f�r ein Lager, das gerade erst eingerichtet worden ist. Wonach wir unter anderem suchen, das sind alle neuen Dinge, also neue Betonbl�cke, frisch umgegrabene Erde, frisch verputzte W�nde, neue Zisternen und andere Lagerfl�chen. Aber hier ist das gesamte Lager neu, und so was bietet uns keine Ansatzpunkte. Wir wissen, es ist nicht vermint, weil die Leute sich frei bewegen k�nnen. W�rden die Minen auf einen Befehl hin gesprengt, h�tten unsere Ger�te das entdeckt. Allerdings sind die Syndiks sehr gut im Aushecken von Sprengfallen. Um ganz sicher zu sein, dass da nichts versteckt worden ist, m�ssten sich Hunderte von Ingenieuren wochenlang da unten umsehen, alles umgraben und mit der besten Ausr�stung untersuchen, die wir ihnen mitgeben k�nnten.�</p><p>Die unerfreulich vertrauten Kopfschmerzen meldeten sich wieder. �Aber die Erkundung hat ergeben, dass da unten tats�chlich Personal der Allianz festgehalten wird�, merkte Geary an. Er konnte die Leute auf den Bildern sehen, einige von ihnen sogar so deutlich, dass ihr Gesichtsausdruck zu erkennen war und Freunde und Verwandte sie zweifellos identifizieren konnten. Die Mienen der Gefangenen spiegelten Skepsis, Hoffnung, Unglauben und viele andere Gef�hlsregungen wider. Es war anzunehmen, dass die Syndiks ihnen nichts davon gesagt hatten, dass der Krieg vorbei war. Sie wussten nicht, in welchem Sternensystem sie sich befanden, und sie hatten nicht damit gerechnet, je wieder befreit zu werden.</p><p>�Ja, Sir�, stimmte Carabali ihm zu. �Rund sechstausend. Mit einigen von ihnen haben wir mittels der Ausr�stung reden k�nnen. In den letzten Wochen hat man sie aus Gefangenenlagern in anderen Systemen geholt und ohne irgendeine Erkl�rung hierherverlegt.�</p><p>�Was noch?�</p><p>Unzufrieden deutete sie auf einzelne Fotos. �Um das Lager herum hat es am Boden in einem Radius von gut siebzig Kilometern sehr viel Aktivit�t gegeben, aber auch hier konnten unsere Sensoren nicht f�ndig werden. Es gibt ein dichtes Netz aus gepflasterten und ungepflasterten Stra�en, von dem dieser Bereich �berzogen ist. Die meisten von ihnen sind sehr stark genutzt worden, sehr wahrscheinlich von Baufahrzeugen und Transportern, die Material aller Art herangeschafft haben.�</p><p>�Siebzig Kilometer rings um das Lager?�, vergewisserte sich Geary.</p><p>�Ja, Sir. Das passt zu keiner Art von Bedrohung, die mir bekannt ist. Meine Ingenieure haben mir erkl�rt, wenn ein Projekt in aller Eile verwirklicht wird, dann wird �blicherweise alles abgerissen, ohne R�cksicht zu nehmen auf Rasen und B�ume und anderes Zeugs.� In Gearys Ohren klang Carabali so, als seien ihr �Rasen und B�ume und anderes Zeugs� ebenfalls ziemlich egal, wenn sie etwas Wichtigem im Weg standen.</p><p>Wie sollte etwas, das siebzig Kilometer entfernt war, dem Rettungseinsatz f�r die Gefangenen gef�hrlich werden? Wenn die Syndiks die Rettungsteams der Flotte mit einer Atombombe ausl�schen wollten, dann mussten sie eine solche Bombe mitten im Lager z�nden. �Was sagt Ihnen Ihr Gef�hl, General?�</p><p>Carabali betrachtete die Bilder, nach einer kurzen Pause antwortete sie: �Ich w�sste keinen Grund, warum wir nicht reingehen sollten, um die Leute rauszuholen.�</p><p>�Das ist nicht gerade ein �berzeugendes Argument f�r eine solche Vorgehensweise�, stellte Geary fest.</p><p>�Ich habe das nicht zu entscheiden, Admiral�, gestand sie ihm ein. �Ich weiche der Frage aus. Wenn ich entscheiden m�sste, w�rde ich reingehen. Ich kann keinen Grund auff�hren, warum wir das nicht machen sollten, au�er nat�rlich, dass ich nicht im Mindesten darauf vertraue, dass die Syndiks tats�chlich nichts geplant haben sollten.�</p><p>Geary lachte schnaubend. �Jeder, der den Syndiks im Moment vertraut, muss verr�ckt sein. Was ist mit vergrabenen Atombomben?�</p><p>�Falls die dort sind, hat man sie sehr tief vergraben und massiv abgeschirmt.�</p><p>Vorgesehen war der Einsatz von achtzig Shuttles; also so gut wie alle Shuttles, die �berhaupt zur Verf�gung standen. Die mussten trotzdem noch alle jeweils zweimal fliegen, um s�mtliche Gefangenen zur Flotte zu bringen. �Was ist das absolute Minimum an Personal, das ich runterschicken muss, um die Evakuierung durchzuf�hren?�</p><p>Nach kurzem �berlegen sagte sie: �Null. Schicken Sie die Shuttles im Automatikmodus runter. Wir k�nnen sie so programmieren, dass sie landen, Gefangene an Bord nehmen und zur�ckkehren. Allerdings laufen wir dann Gefahr, dass die Syndiks die Systeme der Shuttles manipulieren, weil sie unbeaufsichtigt an Bord gelangen k�nnten. Im schlimmsten Fall beladen sie sie statt mit Gefangenen mit Atombomben, schicken sie zur�ck und z�nden die Bomben, sobald die Shuttles angedockt haben. Nicht ganz so schlimm, aber immer noch unerfreulich w�re es, wenn die Disziplin mit den Leuten durchgeht und sie die Shuttles st�rmen, weil jeder als Erster mitgenommen werden will. Die Leute werden sich gegenseitig zu Tode trampeln, wenn sie alle gleichzeitig versuchen, an Bord der Shuttles zu gelangen. Wom�glich sorgen sie dabei auch noch f�r einen Systemausfall der jeweiligen Shuttles. Selbst wenn die Syndiks uns ganz in Ruhe lassen, gen�gt der Ausfall eines wichtigen Systems an Bord, und schon k�nnten wir einen Vogel mit all seinen Passagieren verlieren.�</p><p>�Wie viele Marines sind n�tig, um so etwas zu vermeiden?�</p><p>�Was wir dann zus�tzlich brauchen, ist jemand, der notfalls Eilreparaturen an den Shuttles erledigen kann, und jemand, der f�r die Sicherheit sorgt, wenn die Syndiks versuchen sollten, an Bord eines Shuttles zu gelangen, oder wenn die Menge unter Kontrolle gebracht werden muss. Das hei�t: Pilot, Co-Pilot, Flugmechaniker und drei Marines f�r die Sicherheit. Also insgesamt sechs Leute pro Shuttle. Das ist das Minimum, das ich empfehlen w�rde, Admiral.�</p><p>Sechs pro Shuttle. Achtzig Shuttles. Vierhundertachtzig Marines. Ein paar Sekunden lang betrachtete Geary nachdenklich die Bilder. �Also gut. Ich denke, wir m�ssen es versuchen. Diese sechstausend Gefangenen z�hlen auf uns. Stellen Sie Ihren Plan zusammen. Ich sorge daf�r, dass der dem Planeten zugewandte Teil der Flotte Ihnen Feuerschutz gibt, falls ein paar von den Syndik-Kriegsschiffen, die angeblich keine sind, auf die Idee kommen sollten, die Shuttles anzugreifen.�</p><p>Vom Orbit aus betrachtet zeigten Planeten ganz verschiedene Pers�nlichkeiten. Die alten Standards waren lebendige Planeten wie die Alte Erde, blau und wei�, mit verschiedenfarbigen Fl�chen, die die Landmassen darstellten. Geary wusste von einem Roten Planeten in der N�he der Alten Erde, und er hatte unz�hlige Welten gesehen, deren Pers�nlichkeiten vom bunten Gasriesen bis hin zur kargen Oberfl�che eines kleinen hei�en Planeten reichten.</p><p>Die bewohnbare Welt im Simur-Sternensystem schien von einem K�nstler angemalt worden zu sein, der nur �ber eine Auswahl an Braunt�nen verf�gt hatte. Selbst die kleinen Meere wirkten wie morastige Rostflecken. Die Sandw�sten am hei�en Nordpol wiesen ein etwas helleres Terrakotta auf. Nahe dem �quator waren ein paar gr�ne Flecken zu sehen, dies war jener schmale gem��igte Streifen, in dem sich Bauernh�fe angesiedelt hatten, die sich dort verzweifelt festzuklammern schienen. Das Gefangenenlager befand sich ungef�hr in der Mitte zwischen �quator und S�dpol. Die beim Bau in die Oberfl�che geschnittenen Narben rings um das in einer weitl�ufigen und v�llig kargen Ebene gelegene Lager wiesen alle nur erdenklichen Beigeschattierungen auf. Am kalten S�dpol zeigte das Land einen schmutzigen Schokoladenton, so wie dicklichen Schlamm, durchzogen von Streifen aus schmutzigem Eis, das so dunkel war, dass man es fast schon als schwarz bezeichnen konnte.</p><p>�Was f�r ein Loch�, murmelte Desjani und sprach aus, was vermutlich jeder in der Flotte bei diesem Anblick dachte.</p><p>�Bringen wir es hinter uns, damit wir von hier verschwinden k�nnen�, meinte Geary zustimmend. �General Carabali, die Operation kann beginnen. An alle Einheiten der Ersten Flotte: Machen Sie sich darauf gefasst, auf jedes Kriegsschiff zu feuern, das die Shuttles oder das Lager in Gefahr bringt.� Wenigstens waren bei dieser kompakten Formation die Zeitverz�gerungen bei der Kommunikation so minimal, dass sie sich nicht mehr wahrnehmen lie�en.</p><p>Die vier Syndik-Gruppen waren alle weniger als eine Lichtminute entfernt, also nahe genug, um einen Grund zur Sorge darzustellen, aber nicht nahe genug, um eine Verschiebung der Evakuierung zu rechtfertigen. Die Lagerwachen hatten in den wenigen ihnen zur Verf�gung stehenden Fahrzeugen die Flucht ergriffen, sodass niemand mehr die Gefangenen bewachte. Dennoch blieben sie gefangen, weil die weite W�ste ringsum jedes Entkommen aussichtslos machte.</p><p>Der Planet zog unter der Flotte hindurch, w�hrend die Shuttles starteten und in Wellen in Richtung Lager flogen.</p><p>Gearys Nerven waren bis zum �u�ersten angespannt, w�hrend er auf sein Display schaute und nur darauf wartete, dass etwas Unerwartetes geschah und irgendeine Bedrohung enth�llt wurde, nach der sie bislang vergeblich gesucht hatten. Die erste Welle Shuttles drang in die Planetenatmosph�re ein, und als die Flotte hoch oben im Orbit allm�hlich n�her kam, konnte man auch das Gefangenenlager deutlicher erkennen.</p><p>Der dringende Ruf, der im n�chsten Moment Geary anbr�llte, kam aus einer v�llig �berraschenden Ecke. Welchen Grund hatte die <emphasis>Tanuki</emphasis>, sich jetzt zu melden?</p><p>Geary nahm den Anruf an. Seine Sorge steigerte sich um ein Vielfaches, als er Lieutenant Jamenson sah, deren gr�nes Haar einen deutlichen Kontrast zu ihrem blassen Gesicht bildete. �Admiral, Sie m�ssen die Operation sofort abbrechen! Da unten lauert die Mutter aller Fallen auf uns!�</p><p>Jamenson wartete Gearys Erwiderung gar nicht erst ab, sondern redete so hastig weiter, dass Geary sie kaum verstehen konnte: �Ich habe es alles zusammengef�gt. Tut mir leid � ich � in den Syndik-Kommunikationen werden zwei Ingenieurseinheiten identifiziert. Sie haben sich vor Kurzem in diesem System aufgehalten, und ich kenne die Bezeichnungen f�r diese Einheiten. Sie sind beide das Gegenst�ck zu dem, was man in der Allianz als Planetenknacker bezeichnet. Also Ingenieure, die gro�e und supergro�e Waffen f�r ganz spezialisierte Aufgaben benutzen. <emphasis>Zwei </emphasis>von diesen Einheiten, Admiral. Und das Einzige, was hier im System neueren Ursprungs ist, das ist das Lager. Dort wurde sehr viel ausgeschachtet und noch mehr gebohrt. Ich habe die Codes f�r die Syndik-Ausr�stung wiedererkannt. Sie haben in letzter Zeit einige sehr tiefe L�cher gegraben.�</p><p>Fast ohne Pause f�gte sie an: �In den Frachtmanifesten, in den Ladungsdokumenten, in den Bestellungen f�r Transporte und in den Gespr�chen der Leute untereinander tauchen ein paar seltsame Materialien auf, mit denen man f�r sich genommen wenig anfangen kann. Wenn man sie aber zusammenf�hrt, dann erinnert einen das an ein Forschungsprojekt der Allianz, das es vor gut f�nfzig Jahren mal gegeben hat. Der Codename � ach, der ist jetzt auch egal � auf jeden Fall lautete der Spitzname f�r dieses Projekt Continental Shotgun. Dabei vergr�bt man jede Menge sehr starke nukleare Munition und benutzt die bei ihrer Explosion entstehende Energie, um einen gewaltigen Partikelstrahl entstehen zu lassen. Das Projekt zielte darauf ab, ein Areal von hundert Quadratkilometern Planetenoberfl�che in ein f�r kurze Zeit existierendes, sehr dichtes Feld aus Partikelstrahlen zu verwandeln, mit dem sich eine Invasionsflotte ausl�schen l�sst, sobald sie �ber dieses Gebiet hinwegfliegt.�</p><p>Jamenson musste einmal hastig Luft holen, bevor sie weiterreden konnte. �Das Projekt wurde jedoch abgebrochen, weil die Waffe letztlich den Planeten ausl�schte, den sie eigentlich besch�tzen sollte. Die seismischen Folgen von so zahlreichen und gewaltigen Explosionen, die Masse an Planetensubstanz, die ins All geschleudert wurde, die immense nukleare Verseuchung � das alles zusammen f�hrte dazu, dass der betroffene Planet praktisch nicht mehr bewohnt werden konnte. Hinzu kam nat�rlich das Problem, dass eine Invasionsflotte genau �ber diese Stelle hinwegfliegen musste, was sich nicht garantieren lie�.�</p><p>Wieder lie� sie eine kurze Verschnaufpause folgen. �Au�erdem gibt es etliche Hinweise darauf, dass Senior-Befehlshaber der Inneren Sicherheit in den letzten Tagen den Planeten verlassen haben. Und mit ihnen ihre Familien. Ihr Ziel war offenbar etwas, das man als Luxusferienanlage auf dem gr��ten Mond der bewohnbaren Welt bezeichnen kann � einem Mond, dessen Orbit ihn nie �ber das Gebiet hinwegf�hrt, auf dem das neue Lager errichtet worden ist.�</p><p>Geary fragte sich, wie bleich er wohl in diesem Moment aussah. Lieutenant Iger hatte ihm zwar Berichte zukommen lassen, wonach Senior-Personal den Planeten verlie�, aber das war das typische Verhalten hochrangiger Syndiks, wenn Gefahr drohte. Es war nichts, was ihn hellh�rig gemacht hatte. Jetzt wurde ihm erst klar, dass die vier kleinen Kriegsschiffgruppen der Syndiks sich zu keinem Zeitpunkt genau �ber dem Gefangenenlager aufhielten. Wegen der anhaltenden Attacken dieser Gruppen hatte Geary die Flotte weiter in der augenblicklich extrem kompakten Formation gehalten, die sie zur perfekten Zielscheibe f�r einen gewaltigen Beschuss mit Partikelstrahlen machte, sobald sie ihre Position �ber dem Gefangenlager einnahm, um die Shuttles bei ihrer Operation vor Beschuss aus dem Orbit zu sch�tzen, w�hrend die auf dem Planeten landeten.</p><p>Und damit auf einer riesigen Atombombe von unvorstellbarer Sprengkraft.</p><p>Ihm war kaum bewusst, wie er die Komm-Taste bet�tigte, die den Notkanal �ffnete. �An alle Einheiten, hier spricht Admiral Geary. Brechen Sie sofort den Landevorgang ab! Ich wiederhole: Brechen Sie den Landevorgang ab und kehren Sie sofort zur�ck zu Ihren Schiffen!�</p><p><emphasis>Kann ich den Kurs �ndern, bevor die Shuttles zur�ckgekehrt sind? Wie viel Zeit bleibt mir? Ich kann das verdammte Lager sehen. Werden die Syndiks diese unfassbare Bombe z�nden, wenn sie sehen, dass wir die Operation abbrechen? Werden sie versuchen wollen, so viele Shuttles wie m�glich zu erwischen? Oder werden sie nichts tun und stattdessen darauf warten, dass wir hierher zur�ckkehren?</emphasis></p><p><emphasis>Sie m�ssen glauben, dass wir zur�ckkehren werden.</emphasis></p><p>�Gesandte Rione, nehmen Sie sofort Kontakt mit den Syndik-Beh�rden auf und sagen Sie ihnen, wir m�ssen die geplante Operation abbrechen und verschieben, weil es Probleme wegen � einer m�glichen Kontaminierung gibt. Wir glauben, unter den Gefangenen k�nnte eine uns unbekannte Krankheit grassieren. Deshalb werden wir die Testergebnisse noch einmal �berpr�fen m�ssen, bevor wir landen und Gefangene an Bord holen.�</p><p>Rione musterte ihn, da sie von Gearys erschrecktem Tonfall offensichtlich �berrascht worden war. �Sofort? Ich sende die Nachricht sofort ab und stelle sicher, dass sie auch bei ihnen ankommt. Wie ernst ist es?�</p><p>�Es k�nnte gar nicht ernster sein, <emphasis>aber lassen Sie sich nicht anmerken, dass Sie besorgt sind. </emphasis>Lassen Sie es nach einer b�rokratischen H�rde aussehen.�</p><p>�Ich bin eine gute L�gnerin�, gab Rione zur�ck. �Es ist schon so gut wie erledigt.�</p><p>�Tanya, wie schwierig w�re es, die Gr��e dieser Formation zu verdoppeln? Damit der Abstand zwischen den Schiffen um diesen Faktor vergr��ert wird, meine ich.�</p><p>Desjani war bereits auf ihn konzentriert gewesen. Was Lieutenant Jamenson gesagt hatte, wusste sie zwar nicht, doch ihr war klar, dass Geary aus irgendeinem Grund zutiefst erschrocken war. Deshalb hielt sie sich nicht mit Gegenfragen auf, sondern sagte: �Das ist gar nicht schwierig.� Dann schienen ihre Finger auch schon �ber ihr Display zu fliegen. �Schon fertig. Ich kann die ver�nderte Formation an die Schiffe �bermitteln, sobald Sie den Befehl geben. Und wenn Sie Zeit haben, lassen Sie mich wissen, was los ist.�</p><p>�Wir haben sie untersch�tzt�, antwortete er, ohne den Blick von seinem Display abzuwenden. Die Shuttles machten kehrt und nahmen wieder Kurs auf die jeweiligen Schiffe. Einige von ihnen waren bereits in die Atmosph�re eingetaucht, die sie nun wieder verlassen mussten.</p><p>Eine weitere dringende Nachricht erreichte ihn, diesmal von Carabali.</p><p>�Was ist denn los, Admiral?�, fragte sie. �Warum wurde die Operation abgebrochen?�</p><p>�Ich werde Ihnen alle Einzelheiten erkl�ren, sobald ich Zeit habe. Bringen Sie nur die verdammten Shuttles so schnell wie m�glich zur�ck.�</p><p>Rione meldete sich. �CEO Gawzi ist in Kenntnis gesetzt worden. Sie m�chte wissen, wie bald wir die Operation fortsetzen werden.�</p><p>Er sah sich die Orbitaldaten an. Wenn die Flotte auf ihrem momentanen Kurs blieb, dann befand sie sich wieder �ber dem Gefangenenlager in � �In eineinhalb Stunden. Sagen Sie, dass wir in eineinhalb Stunden die Gefangenen rausholen werden. Sorgen Sie daf�r, dass sie Ihnen abnimmt, dass wir das auch tats�chlich so machen werden.�</p><p>Victoria Rione wusste ebenfalls, wann der verkehrte Zeitpunkt war, um Fragen zu stellen, also tat sie genau das, worum er sie bat. �Ja, Admiral.�</p><p>Was konnte er sonst noch machen? �Wir m�ssen alles nach v�lliger Routine aussehen lassen, ausgenommen nat�rlich die Landeoperation�, sagte Geary. �Jedenfalls so lange, bis die Shuttles zur�ck an Bord sind. Kann ich irgendeine �nderung an unserem Orbit vornehmen, mit der wir unsere Flugbahn �ber den Planeten verlagern k�nnen, ohne dass die Shuttles irgendwelche Probleme mit der R�ckkehr zur Flotte bekommen?�</p><p>�Wem wollen wir denn aus dem Weg gehen?�, erkundigte sich Desjani.</p><p>�Einem Gebiet mit einem Durchmesser von gut siebzig Kilometern, dessen Mittelpunkt das Lager ist.�</p><p>�Ernsthaft? Wir k�nnen unseren Orbit um ein paar Grad in Richtung �quator verlagern. Das wird bei der Bergung der Shuttles sogar hilfreich sein. Und wir streifen nur ganz am Rand das Gebiet, das Ihnen Sorgen bereitet.�</p><p>Geary gab den Befehl und sa� dann nur da, um auf sein Display zu starren. Die Shuttles n�herten sich der Flotte, die zuletzt gestartete Welle hatte fast wieder ihre Schiffe erreicht.</p><p>�Admiral?�, hakte Desjani nach.</p><p>�Admiral!�, meldete sich Rione in diesem Moment. Vor Geary tauchte wieder ihr Bild auf. �Diese Syndik-CEO ist noch nerv�ser als zuvor. Sehr viel nerv�ser. Aber sie sagt, sie erwartet von uns, dass wir in eineinhalb Standardstunden damit beginnen, die Gefangenen abzuholen. Wenn ich wei�, warum ich l�ge, kann ich Ihre Befehle besser ausf�hren�, f�gte sie spitz hinzu.</p><p>Es w�rde eine halbe Stunde dauern, eine sehr lange halbe Stunde, ehe alle Shuttles zur�ck an Bord waren. Geary wandte sich an Carabali und Rione und sprach dann so, dass auch Desjani mitanh�ren konnte, was Lieutenant Jamenson herausgefunden hatte.</p><p>�Die gesamten Landeteams w�rden ausgel�scht werden�, stellte Carabali mit finsterer Miene fest. �Und s�mtliche Gefangenen da unten w�rden ebenfalls in ihre Atome zerrissen werden.�</p><p>�Wir w�rden schwere Sch�den erleiden�, erg�nzte Desjani. �Man kann schlecht sagen, wie viele Treffer genau sie erzielt h�tten, aber wenn ein dichtes Feld aus Partikelstrahlen sich durch unsere sehr dichte Formation frisst, dann w�rde uns das Dutzende Schiffe kosten. Ganz zu schweigen davon, in welchem Zustand anschlie�end die Schiffe w�ren, die nicht v�llig zerst�rt w�rden.�</p><p>�Und sie w�rden uns die Schuld in die Schuhe schieben�, sagte Rione. �Davon k�nnen wir ausgehen. Die Syndik-Herrscher auf Prime w�rden verk�nden, dass wir diesen Planeten bombardiert und damit diese Katastrophe ausgel�st haben. Kein Wunder, dass CEO Gawzi so nerv�s dreinschaut. Ihr Planet steht kurz davor, halb zerrissen und verstrahlt zu werden, was den gr��ten Teil der noch verbliebenen Bev�lkerung ausl�schen w�rde.�</p><p>�Ein entbehrlicher Planet in einem entbehrlichen Sternensystem�, stimmte General Carabali ihr zu. �Wenn man nur kaltbl�tig genug ist, dann ist das eine v�llig logische �berlegung. Wann werden wir den Gefahrenbereich verlassen haben?�</p><p>�Sobald die Shuttles an Bord sind und wir uns vom Planeten entfernen k�nnen�, sagte Geary.</p><p>�Und was wird aus den Gefangenen in diesem Lager?�, wollte Rione wissen.</p><p>�Wenn Lieutenant Jamenson recht hat, k�nnen die Gefangenen nur �berleben, wenn wir uns von der Falle fernhalten. Entweder �berzeugen wir die Syndiks, dass sie sie zu uns bringen, oder wir lassen sie zur�ck.� Kaum hatte er ausgesprochen, versp�rte er einen bitteren Geschmack im Mund. <emphasis>Wir lassen sie zur�ck. </emphasis>Sie sollten Milit�rpersonal der Allianz hier zur�cklassen. M�nner und Frauen, die zum Teil vielleicht schon seit Jahrzehnten von den Syndiks festgehalten wurden. Die durch die Erkundungsdrohnen der Marines wussten, dass Allianz-Schiffe im Orbit kreisten, und die das eine oder andere Allianz-Shuttle beobachtet hatten, wie es sich ihnen n�herte und auf einmal kehrtmachte. �Wir werden tun, was wir k�nnen, um sie da rauszuholen�, erkl�rte er. Es klang unglaubw�rdig und b�rokratisch.</p><p><emphasis>Ich werde allm�hlich zu gut darin, b�rokratische Formulierungen zu verwenden.</emphasis></p><p>�Zehn Minuten bis zur R�ckkehr aller Shuttles�, meldete Lieutenant Yuon.</p><p>�Admiral�, sagte Rione. �CEO Gawzi befindet sich auf dem Planeten. Wissen wir, wo das �brige Senior-Personal ist?�</p><p>�Wir wissen, dass die Senior-Befehlshaber der Inneren Sicherheit den Planeten verlassen haben.�</p><p>�Erinnern Sie sich an Lakota? Wo eine Syndik-Flotte den Befehl erhielt, aus n�chster N�he ein Hypernet-Portal zu zerst�ren?�</p><p>�Und die man nicht davor gewarnt hatte, was sie erwartete?�, gab Geary zur�ck. �Ja. Ich habe mitbekommen, wie ein ehemaliger Syndik-Offizier bei Midway sagte, dass die Syndik-F�hrer niemanden gewarnt hatten.�</p><p>Rione nickte und l�chelte missmutig. �Sie k�nnen davon ausgehen, dass die Junior-Angeh�rigen der Inneren Sicherheit derzeit die CEO und wohl auch andere wichtige Vertreter mit Waffengewalt in Schach halten. Die Leute, die die Waffe z�nden, haben keine Ahnung, was sie da eigentlich ausl�sen werden. Und diese Waffe muss von Menschen gez�ndet werden, weil sie viel zu wichtig ist, als dass man sich auf ein automatisiertes System verlassen kann, das wom�glich eine Fehlfunktion erleidet. Vielleicht sollten wir ihnen sagen, was sie erwartet.�</p><p>�Aber die CEO wei� es doch�, warf Carabali ein. �Warum sollte sie es den anderen nicht sagen?�</p><p>�Ich wei� es nicht. Wom�glich wei� sie, dass es �bel sein wird, aber sie hat keine Ahnung von den tats�chlichen Dimensionen. Oder man hat ihr eine mentale Blockade implantiert, die verhindert, dass sie dar�ber reden kann.�</p><p>�Barbaren�, spie Carabali aus.</p><p>Daraufhin sah Rione wieder zu Geary, doch anstatt dieses heikle Thema zu vertiefen, kehrte sie mit ihren n�chsten Worten zu dem zur�ck, wor�ber sie unmittelbar davor gesprochen hatten. �Soll ich eine Mitteilung an die B�rger des Simur-Sternensystems ausarbeiten?�</p><p>�Machen Sie das�, bekr�ftigte Geary. �Aber senden Sie nichts, was ich nicht zuvor freigegeben habe.�</p><p>�Was ist mit der ausgedehnten Formation?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Damit warten wir noch. Erst mal m�ssen wir uns so weit wie m�glich von der Falle entfernen, und dann stellen diese vier Gruppen unsere Hauptbedrohung dar. Die T�nzer halten sich immer noch dicht bei der <emphasis>Invincible </emphasis>auf, den Vorfahren sei Dank. Und wenn das Gl�ck weiter auf unserer Seite ist, werden sie dort auch bleiben.�</p><p>Sieben Minuten sp�ter war auch das letzte Shuttle in seinen Hangar zur�ckgekehrt. Geary holte seine Flotte aus dem Orbit dicht um den Planeten und lie� sie in einen neuen Orbit jenseits der Flugbahnen der Monde einschwenken, die um die Welt kreisten. Damit waren sie weit genug von dem Gefahrengebiet gleich �ber dem Gefangenenlager entfernt. Die T�nzer blieben weiter in der N�he der <emphasis>Invincible </emphasis>und bereiteten Geary ausnahmsweise einmal kein zus�tzliches Kopfzerbrechen.</p><p>�Was sollen wir tun?�, fragte Desjani leise. �Die Bewohner dieses Sternensystems k�nnen keine Rebellion anzetteln, wenn sich so viele Syndik-Kriegsschiffe hier aufhalten, von denen sie daraufhin bombardiert werden k�nnten. Wir k�nnen uns nicht in die N�he des Lagers begeben. Die Syndiks k�nnen uns nichts anhaben, solange wir diese Formation beibehalten. Aber im Gegenzug h�lt uns unsere Formation davon ab, dass wir uns diese Syndiks vornehmen k�nnen.�</p><p>�Eine Pattsituation�, best�tigte Geary. �Und noch schlimmer als zuvor. Ich wei� nicht, Tanya. Die Syndik-CEOs spielen so falsch, wie es nur geht. Wie gehen wir dagegen vor? Wie holen wir die Gefangenen da raus, wenn sie buchst�blich auf einem riesigen Pulverfass sitzen?�</p><p>Sie begann den Kopf zu sch�tteln, unterbrach sich dann aber, setzte sich gerader hin und sah ihn eindringlich an. �Wie wird die Waffe abgefeuert? Wenn wir den Z�nder abschalten, dann k�nnen wir die Gefangenen rausholen.�</p><p>Zum ersten Mal seit einer ganzen Weile versp�rte er wieder einen Anflug von Hoffnung. �Das ist eine Idee, mit der wir uns n�her befassen sollten.� Es war Zeit, sich wieder bei Lieutenant Jamenson zu melden.</p><p>�Aber erst mal�, schlug Desjani ihm vor, �sollten Sie den �brigen Befehlshabern der Flotte sagen, was hier eigentlich los ist.�</p><p>Der kleine Konferenzraum musste f�r diese Treffen nicht per Software virtuell erweitert werden. Geary, Desjani, Rione und Lieutenant Iger waren pers�nlich anwesend, die virtuell Eingeladenen waren Captain Smythe, Lieutenant Jamenson, General Carabali sowie eine Commander Hopper, die von Smythe vorgestellt wurde als �eine Zauberin, eine Hexerin, die sich mit allem auskennt, was mit Komm-Verbindungen, Verschl�sselungen und ferngesteuerten Signalen zu tun hat�. Ob es stimmte, musste Geary dahingestellt lassen, auf jeden Fall strahlte die schlanke Frau mittleren Alters eine beruhigende Aura und Kompetenz aus.</p><p>�Haben Sie noch irgendetwas finden k�nnen?�, wollte Geary als Erstes von Lieutenant Jamenson wissen.</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf, ihre Augen wirkten durch die Anspannung leicht glasig. Ihr gr�nes Haar bildete unver�ndert einen deutlich Unterschied zu ihrer nach wie vor fahlen Haut. �Nein, Sir. Hatte ich recht, Sir?�</p><p>�Das glauben wir schon. Captain Smythe?�</p><p>Der Mann l�chelte schief. �Mir w�re das nicht aufgefallen. Ich habe zuvor allerdings auch noch nie von einem solchen Projekt geh�rt. Aber nachdem ich mir Lieutenant Jamensons Resultate angesehen habe, muss ich ihnen zustimmen.�</p><p>Lieutenant Iger nickte missmutig. Eine Ingenieurin war auf eine gewaltige Bedrohung gesto�en, die eigentlich von Igers Team h�tte entdeckt werden m�ssen. Aber f�r Iger sprach auf jeden Fall, dass er nicht versucht hatte, Jamensons Erkenntnisse in Abrede zu stellen. �In den Geheimdienstakten stand nichts �ber dieses Programm, aber nach dem zu urteilen, was uns die Ingenieure geliefert haben, passt das alles zusammen, Admiral. Entweder die Syndiks haben von den Experimenten der Allianz geh�rt und sie nachgebaut, oder aber sie sind ganz von allein auf diese Idee gekommen.�</p><p>�Sie wollen sagen, die Syndiks k�nnten so etwas aus eigener Kraft entwickelt haben?�, fragte Rione.</p><p>�Aber ja�, gab Smythe zur�ck. �Als Ingenieur gesprochen ist das ein richtig cooles Konzept. Die dicke fette Bombe, die alle anderen dicken, fetten Bomben alt aussehen l�sst. So was w�rde ich gern bauen und z�nden, nur um mir das Spektakel ansehen zu k�nnen. Aber nat�rlich ben�tigt man daf�r einen Planeten, der f�r nichts anderes mehr gebraucht wird.�</p><p>Rione sah Smythe an und zog eine Augenbraue hoch. �Mein Eindruck von der Syndik-CEO f�gt sich in unsere �brigen Schlussfolgerungen ein. Von Anfang an war sie sonderbar interessiert daran, dass wir die Gefangenen aus dem Lager holen, und dann wurde sie extrem nerv�s, als wir die Evakuierung abgebrochen haben. Sie hat wiederholt nach dem Grund f�r die Verz�gerung gefragt und schwammige Warnungen ausgesprochen, dass etwas passieren k�nnte, wenn wir die Gefangenen nicht bald rausholen.�</p><p>�Die wollen, dass wir wieder hinfliegen�, erkl�rte Iger.</p><p>�Was wissen wir �ber den Z�nder dieser Waffe?�, fragte Geary in die Runde. �Wir k�nnen nicht dagegen vorgehen, ohne gleichzeitig die Gefangenen zu t�ten.�</p><p>Smythe spreizte die H�nde, dann wanderte sein Blick von Jamenson zu Hopper, gleich darauf zu Iger. �Die wenigen Unterlagen, die uns zu dem Konzept vorliegen, enthalten keine Details zu diesem Punkt.�</p><p>�Der Z�nder ist die Schwachstelle�, erkl�rte Jamenson. �Man kann sich nicht einfach eine solche Waffe hinstellen und dann riskieren, dass sie versehentlich hochgeht. Oder dass sie nicht hochgeht, wenn sie es eigentlich soll. Der Z�nder muss extrem zuverl�ssig und extrem gesichert sein.�</p><p>�Eine �berlandleitung?�, warf Smythe.</p><p>�Eine gepanzerte �berlandleitung�, stimmte Hopper ihm zu. �Und vergraben, um sie zus�tzlich zu sch�tzen.�</p><p>�M�sste es dann nicht nur einen einzelnen Ort geben, von dem aus der Feuerbefehl erteilt werden kann?�, �berlegte Jamenson.</p><p>Diesmal nickte Hopper zustimmend. �Ein einziger Standort. Mehrere Standorte w�rden das Risiko eines verirrten Signals nur unn�tig erh�hen, au�erdem besteht dann eine erh�hte Gefahr, dass sich jemand in die Kabel einklinkt, die au�erdem erst noch mit viel Aufwand verlegt worden sein m�ssen. Vor allem hat man bei nur diesem einen Ort die Lage viel besser unter Kontrolle. Und der Z�nder darf nur der hochrangigsten Autorit�t auf dem Planeten zug�nglich sein. Das Ganze ist ja schlie�lich eine richtige Weltuntergangswaffe.�</p><p>�Wie stehen unsere Chancen, dass wir dieses Kabel ausfindig machen und es durchtrennen oder umlenken k�nnen?�, wollte Carabali wissen.</p><p>�Astronomisch winzig�, gab Hopper zur�ck. �Das kann nicht einfach ein Standardkabel sein. Es muss massiv gepanzert und gegen Strahlung abgeschirmt werden, au�erdem w�rde man es mit mehreren Lagen eines Materials �berziehen, das eine Entdeckung oder Durchdringung verhindern soll. Ganz zu schweigen von einer Menge Sensoren, die dem gleichen Zweck dienen. Ich bin mir sicher, man k�nnte nicht mal eine Nanosonde nahe genug an ein solches Kabel heranbringen, ohne irgendeinen Alarm auszul�sen.�</p><p>�Damit bleibt nur noch der Z�nder�, sagte Carabali.</p><p>�Ja. Wenn Sie an den Z�nder kommen, k�nnen Sie entweder die Bombe vorzeitig hochgehen lassen oder verhindern, dass ein anderer sie z�ndet. Aber erst einmal m�ssen Sie wissen, wo der Z�nder ist, und dann m�ssen Sie ihn unter Ihre Kontrolle bringen. Er d�rfte sich an einem Ort befinden, der besser gesichert ist als alles andere auf diesem Planeten.�</p><p>�K�nnen wir unbemerkt ein Einsatzteam auf den Planeten bringen?�, wollte Geary wissen.</p><p>�Ja, Admiral�, antwortete Carabali. �Der gr��te Teil der ausgefallenen Verteidigungsanlagen in diesem System ist von den Syndiks nicht wieder instandgesetzt worden. Es gibt nur wenige orbitale und atmosph�rische Sensoren, und die sind zudem v�llig veraltet. Normalerweise w�rde ich keine Scouts in Tarnpanzerung durch die Atmosph�re in ein streng bewachtes Gebiet absetzen, aber unter den gegebenen Umst�nden sollte es ihnen m�glich sein, ihr Ziel unentdeckt zu erreichen.�</p><p>�Aber wo setzen wir die Scouts ab?�, fragte Desjani.</p><p>Lieutenant Jamenson schien von Desjanis �u�erung �berrascht zu sein. �Nat�rlich an dem Punkt, der am strengsten bewacht wird.�</p><p>Iger grinste Jamenson an, seine d�stere Laune war Enthusiasmus gewichen � und vielleicht noch etwas anderem, wenn man den Blick sah, den er der gr�nhaarigen Ingenieurin zuwarf. �Und wo dieser Punkt ist, das wissen wir bereits.� Iger tippte in rascher Folge etwas auf seinen Kontrollen ein, gleich darauf nahmen �ber dem Konferenztisch gestochen scharfe Bilder Gestalt an. �Kein neu errichtetes Geb�ude, aber in j�ngerer Zeit umgebaut und ganz in der N�he der zentralen Kommando- und Kontrolleinrichtung des Planeten, die wiederum nicht weit von den Hauptverwaltungsgeb�uden der Syndiks entfernt ist. Sehen Sie die Risse im Stra�enbelag auf dem Weg, der zu der besagten Stelle f�hrt? Dort hat man schweres Material transportiert. Und diese Signaturen weisen auf ein umfassendes lokales Sensornetz hin, das sich der neuesten Syndik-Technologie bedient.�</p><p>Carabali nickte und betrachtete aufmerksam die Bilder. �Da gibt�s auch neue Verteidigungsbunker. Sehen danach aus, als w�ren sie automatisiert. Aber da sind noch mindestens drei mit Wachposten besetzte Punkte. Eine mehrschichtige Verteidigung, massiv getarnt. Wie sind Sie an diese Aufnahmen gekommen?�</p><p>Mit stolzgeschwellter Brust, aber nach wie vor im sachlichen Tonfall antwortete Iger: �Wir haben das Syndik-Hauptquartier identifiziert und getarnte Drohnen losgeschickt, um Daten zu sammeln, als wir uns dem Planeten das erste Mal n�herten. Wir hatten geplant, die Drohnen zur�ckzuholen, wenn die Gefangenen aus dem Lager zur Flotte transportiert werden sollten. Da diese Operation dann abgesagt wurde, sitzen unsere Drohnen seitdem da unten fest, und wir haben die Gelegenheit genutzt, uns etwas gr�ndlicher auf dem Planeten umzusehen.�</p><p>�Gut gemacht�, lobte Carabali. �Wo sind die Drohnen jetzt? Immer noch aktiv?�</p><p>�Ja, Ma�am.� Iger hatte sichtlich M�he, sich ein strahlendes L�cheln zu verkneifen. Ein Lob von einem Befehlshaber der Marines an den Geheimdienst der Flotte war alles andere als allt�glich. �Die Drohnen kreisen nach dem Zufallsprinzip und beobachten derzeit nur oberfl�chlich, um Energie zu sparen.�</p><p>�Und die Syndiks haben nicht mitbekommen, dass die Drohnen Signale an uns senden?�, erkundigte sich Geary.</p><p>�Nein, Sir�, erwiderte Iger �berzeugt. �H�tten sie ein halbwegs brauchbares Satellitennetz im Orbit, dann w�ren sie wohl eher in der Lage, das eine oder andere Signal abzufangen, auch wenn wir mit gerichteten Impuls�bertragungen arbeiten. Aber das vorhandene Satellitennetz ist alt und �u�erst l�chrig.�</p><p>Desjani tippte mit einem Finger auf den Tisch und schaute unzufrieden drein. �Ist das nicht ein bisschen zu offensichtlich? Warum haben sie diese L�cher nicht gestopft, als das schwere Ger�t hergeschafft wurde?�</p><p>�Wahrscheinlich, weil ihnen niemand den Einsatzbefehl erteilt hat�, meinte Smythe und l�chelte nachsichtig. �Jemand h�tte auch vorausahnen m�ssen, dass der Stra�enbelag Risse bekommen k�nnte, und er h�tte festhalten m�ssen, dass diese Risse auf eine Weise zu beheben sind, die nicht erkennen l�sst, dass �berhaupt am Stra�enbelag gearbeitet worden ist. Nachdem die Risse entstanden sind, wird irgendwem aufgefallen sein, dass sie beseitigt werden m�ssen. Aber damit das auch geschieht, muss der Einsatzbefehl ge�ndert werden, was wiederum von allen vorgesetzten Stellen in der Befehlskette abgesegnet werden muss, und dann ��</p><p>�Mit anderen Worten�, unterbrach Geary ihn, �die Genehmigung, diese Risse zu flicken, wird in ein paar Jahren erteilt werden.�</p><p>�Wenn sie Gl�ck haben und �berhaupt jemals die Genehmigung erteilt wird�, best�tigte Smythe. �Der gr��te Teil der Arbeiten wurde recht gut erledigt. Hier und da hat man ein wenig geschludert, aber die m�ssen sich damit auch unglaublich beeilt haben. Diese nachl�ssig gearbeiteten Stellen haben Lieutenant Igers Drohnen �berhaupt erst dazu veranlasst, sich auf bestimmte Punkte zu konzentrieren. Wie ich Ihnen schon gesagt habe, Admiral, es ist nie verkehrt, Ingenieuren genug Zeit zu geben, damit sie ihre Arbeit ordentlich erledigen k�nnen.�</p><p>�Sobald ich Zeit im �berfluss habe�, konterte Geary ironisch, �lasse ich Ihnen auch genug Zeit. K�nnen wir das hier mit einer realistischen Aussicht auf Erfolg durchziehen? Wie viele Marines k�nnen Sie runterschicken, General?�</p><p>�Genauso viele wie zuvor�, sagte Carabali. �Drei�ig. So viele wie wir Tarnr�stungen haben. Ob drei�ig Leute den Job erledigen k�nnen � Wenn ich mir diese Bilder ansehe, w�rde ich sagen, es ist machbar. Aber ich muss mit meinen erfahrensten Leuten reden und mir anh�ren, was sie dazu meinen.�</p><p>Desjani verzog den Mund. �Wir m�ssen den Einsatz der Marines und die Bewegungen der Flotte und Shuttles so aufeinander abstimmen, dass alles in einer zeitlich extrem genauen Reihenfolge abl�uft. Ich mag es nicht, wenn Abl�ufe eine solche Pr�zision erfordern, aber uns bleibt wohl keine andere Wahl. Und wie holen wir die Marines zur�ck, wenn alle Gefangenen befreit sind?�</p><p>�Ich glaube, das k�nnen unsere Schlachtschiffe erledigen�, sagte Geary. �General, besprechen Sie sich mit Ihren Fachleuten und geben Sie mir anschlie�end ein klares Ja oder Nein. Gesandte Rione, Sie nehmen bitte noch einmal mit der Syndik-CEO Kontakt auf und sagen ihr, dass die milit�rische B�rokratie mit allen ihren Vorschriften immer noch alles aufh�lt, dass wir aber weiterhin so bald wie m�glich in den Orbit zur�ckkehren werden, um die Gefangenen abzuholen. Lieutenant Iger, Ihre Drohnen sollen das Gebiet aufmerksam beobachten und so viele Daten wie nur m�glich sammeln, ohne dabei entdeckt zu werden. Stellen Sie sicher, dass Lieutenant Jamenson alle neuen Informationen erh�lt. Lieutenant Jamenson, Sie machen mit dem weiter, was Sie bislang gemacht haben. Commander Hopper, was immer Sie den Marines �ber den vermutlichen Aufbau des Z�nders sagen k�nnen, wird den Leuten weiterhelfen. Nehmen Sie unmittelbar mit General Carabali Kontakt auf, aber halten Sie auch Captain Smythe auf dem Laufenden.�</p><p>Commander Hopper seufzte und hatte einen schicksalsergebenen Gesichtsaufdruck aufgesetzt. �Ich werde mit den Marines runtergehen m�ssen.�</p><p>�Was?�, riefen Geary, Smythe und Carabali gleichzeitig.</p><p>�Es gibt zu viele Unw�gbarkeiten, was den Z�nder angeht, und die Kommunikation k�nnte unterbrochen werden, wenn die Syndiks merken, was wir vorhaben. Sie brauchen jemanden, der sich den Z�nder ansehen und sagen kann, was damit gemacht werden muss.�</p><p>�Meine Scouts ��, begann Carabali.</p><p>�Wenn die eine falsche Bewegung machen, verlieren wir sechstausend Gefangene�, unterbrach Hopper sie. �Dieser Z�nder wird nichts Routinem��iges sein. Er d�rfte so aufgebaut sein, dass alle herk�mmlichen Techniken zum Scheitern verurteilt sind. Ihre Scouts sind nicht so ausgebildet, dass sie damit zurechtkommen k�nnten.�</p><p>�Schaffen Sie eine getarnte Landung?�, fragte Smythe. �Und k�nnen Sie mit den Marines mithalten?�</p><p>�Ich werde es m�ssen.�</p><p>Carabali musterte Hopper und nickte. �Dann wollen wir mal sehen, ob Sie das k�nnen. Ich brauche Sie so bald wie m�glich auf der <emphasis>Mistral</emphasis>, damit wir feststellen k�nnen, wie Sie sich im Simulator schlagen.�</p><p>�Sie ist noch z�her, als sie aussieht�, meinte Smythe.</p><p>�Halten Sie mich auf dem Laufenden�, ordnete Geary an. �Dann an die Arbeit.�</p><p>Nachdem die Bilder der anderen verschwunden waren, blieb Lieutenant Iger noch sitzen. �Admiral, was Lieutenant Jamenson angeht ��</p><p>�Sind Sie immer noch besorgt, dass sie geheime Daten einsehen darf?�, fragte Geary.</p><p>�Nein, Sir, keineswegs. Sie w�re ein ungeheurer Gewinn f�r die Geheimdienstabteilung der <emphasis>Dauntless</emphasis>, wenn sie auf unser Schiff versetzt werden k�nnte. Ich bin davon �berzeugt, dass wir � �hm � gut zusammenarbeiten w�rden.�</p><p>�Verstehe.� Da Iger mit dem R�cken zu den beiden stand, konnte er nicht sehen, was Geary sah � dass n�mlich Desjani und Rione beide am�siert �ber die Worte des Mannes grinsten. Als sie allerdings bemerkten, dass die andere genauso reagierte, wurden prompt beide wieder ernst. �Finden Sie nicht, dass Lieutenant Jamensons Haare Sie zu sehr ablenken w�rden?�</p><p>�Ihre Haare?�, wiederholte Iger. �Ich � �hm � das ist mir gar nicht aufgefallen. Also � �hm � nein, Sir, das finde ich nicht.�</p><p>Geary nickte ernst und war froh dar�ber, dass ein lebenslanger Umgang mit Matrosen ihn hatte lernen lassen, wie man sich in Situationen wie dieser ein Grinsen verkniff. �Ich werde �ber Ihre Empfehlung nachdenken, Lieutenant. Allerdings habe ich Captain Smythe versprochen, dass ich ihm Lieutenant Jamenson nicht wegnehmen werde. Au�erdem erledigt sie auf der <emphasis>Tanuki </emphasis>derzeit wichtige Aufgaben f�r mich.�</p><p>�Ah, ich verstehe, Admiral. Ich w�rde niemals ��</p><p>�Aber mein Versprechen gegen�ber Captain Smythe bedeutet ja nicht, dass Sie ihr nicht einen anderen Posten anbieten d�rfen. Reden Sie ruhig mit ihr dar�ber.�</p><p>�Ja, Sir.� Iger salutierte hastig und eilte aus dem Konferenzraum. Er hielt nur kurz an, um die Luke aufzuhalten, da Rione ihm nach drau�en folgte.</p><p>Als die Luke geschlossen war, musste Desjani lachen. �Ein ungeheurer Gewinn?�</p><p>�Das w�re sie tats�chlich�, best�tigte Geary.</p><p>�Und ich bin mir absolut sicher, dass Lieutenant Iger an nichts anderes gedacht hat.� Dann wurde sie wieder ernst. �Diese Operation wird verdammt schwierig werden.�</p><p>�Ja, ich wei�.�</p></section><section><title><p>Elf</p></title><p>�Sagen Sie den Syndiks, dass wir den Bereich des Gefangenenlagers zweimal �berfliegen werden�, wandte sich Geary an Rione, �weil wir die Shuttles zweimal losschicken m�ssen, um alle Gefangenen raufzuholen.�</p><p>Der Orbit der Flotte war mit gro�er Sorgfalt so berechnet worden, dass die Planetenoberfl�che bei jeder Umkreisung ein St�ck weit zur Seite r�ckte. Beim ersten Vor�berflug w�rde sich die Flotte unmittelbar westlich des Gefangenenlagers befinden. Die Syndik-Displays, die aufgrund dieser Daten die weitere Flugbahn der Flotte berechnen sollten, w�rden das Resultat liefern, dass die Allianz-Schiffe bei der n�chsten Umkreisung genau �ber das Lager hinwegfliegen w�rden.</p><p>Die verschiedenen ge�ffneten Fenster neben Gearys Platz auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>zeigten Captain Armus von der <emphasis>Colossus </emphasis>und Captain Jane Geary von der <emphasis>Dreadnaught</emphasis>. �Sie haben jetzt Ihre anf�nglichen Steuerbefehle, Captain Armus. Sobald sich Ihr Teil der Schlachtschiff-Streitmacht abgetrennt hat, will ich, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun, um die Marines auf dem Planeten zu unterst�tzen. Dabei ist mir egal, wie viel von der umgebenden Landschaft Sie dabei in Tr�mmer schie�en.�</p><p>Armus nickte unger�hrt. Eine Mission, mit der er den Marines Feuerschutz geben sollte, war ganz nach seinem Geschmack.</p><p>�Captain Geary�, redete er weiter, �Ihre Rolle in dieser Streitmacht dient dem Zweck, diese vier Syndik-Gruppen von Armus� Einheiten und von den Shuttles fernzuhalten, die runterfliegen, um die Marines abzuholen. Sch�tzen Sie die Reaktionen der Syndiks so ein, dass Sie immer vor ihnen dort sind, egal, wo die hinwollen. Deren Feuerkraft reicht nicht, um es mit Ihren Schiffen aufzunehmen, und falls sie es doch versuchen, haben Sie meine Erlaubnis, sie in St�cke zu schie�en.�</p><p>�Das wird mir ein Vergn�gen sein, Admiral�, erwiderte Jane Geary. Wenn es jemanden gab, der Schlachtschiffe in einer aktiven Verteidigungsrolle einzusetzen verstand, dann sie.</p><p>Desjani, die neben dem Admiral sa�, versuchte sich nicht anmerken zu lassen, wie unzufrieden sie war, weil die Schlachtkreuzer eine unbedeutendere Rolle spielen sollten. Die <emphasis>Orion </emphasis>war zerst�rt worden. Die <emphasis>Relentless</emphasis>, die <emphasis>Reprisal</emphasis>, die <emphasis>Superb </emphasis>und die <emphasis>Splendid </emphasis>waren mit der <emphasis>Invincible </emphasis>vert�ut und schleppten das Superschlachtschiff nicht nur ab, sondern schirmten es auch vor Angreifern ab. Damit standen Geary noch achtzehn Schlachtschiffe zur Verf�gung, von denen viele bei den K�mpfen mit den Enigmas, den Kiks und den Syndiks erhebliche Sch�den erlitten hatten. Hinzu kam die Tatsache, dass sie hinsichtlich der Man�vrierf�higkeit und Schnelligkeit anderen Kriegsschiffen unterlegen waren. Daf�r waren sie allesamt wuchtige Konstruktionen mit massiver Panzerung und einem Waffenarsenal, dem jeder Gegner eine deutlich �berlegene Feuerkraft entgegensetzen musste, wenn er sie im Gefecht besiegen wollte.</p><p>Armus verf�gte �ber die <emphasis>Colossus</emphasis>, <emphasis>Encroach</emphasis>, <emphasis>Amazon</emphasis>, <emphasis>Spartan</emphasis>, <emphasis>Gallant</emphasis>, <emphasis>Indomitable</emphasis>, <emphasis>Glorious </emphasis>und die <emphasis>Magnificent</emphasis>, w�hrend Jane Geary neben der <emphasis>Dreadnaught </emphasis>auch das Oberkommando �ber die Schiffe <emphasis>Dependable, Conqueror, Warspite, Vengeance, Revenge, Guardian, Fearless, Resolution </emphasis>und <emphasis>Redoubtable </emphasis>hatte.</p><p>Die Bilder der beiden Befehlshaber verschwanden, und Geary rief Carabali. �Sind Ihre Leute bereit zum Einsatz, General?�</p><p>Carabali salutierte f�rmlich. �Ja, Admiral. Neunundzwanzig Marines und eine Flotteningenieurin. Commander Hopper hat einen Schnellkurs im Umgang mit einer Tarnr�stung und im Verhalten bei der Erst�rmung von planetaren Anlagen erhalten. Sie hat eine Notfallerlaubnis bekommen, dass sie f�r diesen Einsatz qualifiziert ist.�</p><p>Die Aussage, dass die Marine Scouts nicht sonderlich erfreut dar�ber waren, dass man einer Flotteningenieurin die Teilnahme an ihrem Einsatz gestattet h�tte, w�re eine ma�lose Untertreibung gewesen. Geary h�tte fast schw�ren k�nnen, dass er den emp�rten Protest der Marines durch die Luftleere des Alls noch auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>geh�rt hatte. Aber letztlich hatten sie zugeben m�ssen, dass nicht einer von ihnen auch nur einen Bruchteil von Hoppers Fachwissen und Erfahrung besa�, um der Herausforderung begegnen zu k�nnen, die der Ausl�ser f�r sie darstellte. Au�erdem hatte Hopper die Anforderungen erf�llt, die der Simulator an sie gestellt hatte.</p><p>�Lassen Sie Ihre Leute plangem�� starten�, befahl Geary. Dann lehnte er sich zur�ck und versuchte sich zu entspannen, w�hrend er sein Display studierte. Die Kugel, die die bewohnte Welt in diesem System darstellte, kam allm�hlich wieder n�her. Die Flotte hatte f�r die Operation wie auch f�r das Einschwenken in einen Orbit um den Planeten ihre Geschwindigkeit drastisch verringert. Damit hatten die Marines nach ihrem Start etwas weniger als zwei Stunden Zeit, um die Planetenoberfl�che zu erreichen, sich zu ihrem Zielobjekt zu begeben, einzudringen und den Ausl�ser zu sichern, bevor die Flotte ein zweites Mal den Planeten umkreiste und dabei genau �ber das Gefangenenlager hinwegflog, unter dem eine Waffe von unvergleichlicher Zerst�rungskraft lauerte.</p><p>�Tanya, ich m�chte, dass Sie sich in Bereitschaft halten.�</p><p>Sie horchte auf und sah ihn an. �Wof�r?�</p><p>�F�r alle F�lle. Und f�r eine g�nstige Gelegenheit, falls sich eine bieten sollte. Ich werde die Schlachtkreuzer in Divisionen aus dem Verband l�sen, damit sie sich diese Syndik-Kriegsschiffe vornehmen, die uns einfach nicht in Ruhe lassen wollen.�</p><p>�Damit bleiben nur noch die Eskortschiffe und die mit der <emphasis>Invincible </emphasis>vert�uten vier Schlachtschiffe �brig, um sie, die Sturmtransporter und die Hilfsschiffe zu besch�tzen�, machte sie ihm klar.</p><p>�Das h�ngt im Einzelfall von der Situation ab�, erwiderte Geary. �Au�erdem lasse ich die <emphasis>Adroit </emphasis>als letzte Verteidigungslinie bei der Formation. Halten Sie sich auf jeden Fall bereit, sofort zum Angriff �berzugehen, sobald ich den Befehl gebe.�</p><p>Desjani grinste ihn w�lfisch an. �Dazu bin ich doch immer bereit. Oder ist Ihnen das noch nicht aufgefallen?�</p><p>Geary l�chelte sie an, dann rief er Captain Tulev auf der <emphasis>Leviathan</emphasis>, Captain Badaya auf der <emphasis>Illustrious </emphasis>und Captain Duellos auf der <emphasis>Inspire</emphasis>, um ihnen die gleiche Warnung zu �bersenden.</p><p>Die vier Gruppen aus Syndik-Kriegsschiffen waren bis auf wenige Lichtsekunden herangekommen, um die Allianz-Schiffe zu �rgern und die Flotte auf diese Weise dazu zu zwingen, ihre dicht geschlossene Formation beizubehalten. Als Geary das Treiben beobachtete, musste er unwillk�rlich l�cheln. <emphasis>Nicht mehr lange, und ihr m�sst auf uns reagieren. Dann bekommen wir vielleicht endlich die Gelegenheit, euch in die Zange zu nehmen.</emphasis></p><p>Ein leises Signal machte Geary darauf aufmerksam, dass die Marine Scouts von verschiedenen Sturmtransportern zum Start angesetzt hatten. Dabei wurden sie �ber spezielle Rutschen ausgesto�en, ohne dass Energie oder irgendeine Art von Beschleunigern zum Einsatz kam, die von wom�glich wachsamen Syndiks beobachtet und als Zeichen daf�r gedeutet werden konnte, dass irgendetwas Ungew�hnliches geschah.</p><p>Sein Blick kehrte zur�ck zu dem Planeten unter ihnen, dessen Nordpol sich derzeit rechts hinter der Flotte befand, w�hrend der S�dpol links vor ihnen lag. Die Stadt, in der das Kommando- und Kontrollzentrum der Syndiks untergebracht und der Z�nder f�r die Weltuntergangswaffe versteckt war, zog rechts unten an ihnen vorbei. Am Horizont kam soeben das Gefangenenlager ein wenig links von Geary in Sichtweite. Auf dem Planeten selbst lagen Lager und Z�nder weit voneinander entfernt, doch von hier oben konnte man sie beide gleichzeitig sehen.</p><p>Die Marines rasten unterdessen in ihren Schutzanz�gen auf die Erde zu. Die Spezialmonturen sorgten daf�r, dass sich ihr Fall allm�hlich verlangsamte und trotzdem kein bekannter Sensor ihre Ann�herung wahrnehmen konnte. Allerdings waren diese Anz�ge nicht vollkommen, denn wenn leistungsf�hige Sensoren im richtigen Moment auf die richtige Stelle ausgerichtet waren, konnten die zumindest feststellen, dass sich da irgendetwas Ungew�hnliches abspielte. Doch im Augenblick waren s�mtliche Syndik-Sensoren und die Blicke all ihrer Bedienmannschaften auf die Allianz-Flotte gerichtet, die Kurs auf das Umfeld des Lagers genommen und damit begonnen hatte, Shuttles loszuschicken.</p><p>Wie war das blo� f�r die Marines? Sie rasten Kilometer um Kilometer in die Tiefe, w�hrend das Land unter ihnen immer n�her kam und sie wussten, dass Augen, Ohren und Waffen des Feindes nach Eindringlingen suchten. Das Innere der R�stung wurde mit der Zeit immer hei�er, da die Oberfl�che alle Reibungshitze absorbierte, die nicht abgegeben werden konnte, weil sie sonst die Position ihres Tr�gers verraten h�tte. Und dann sollten diese gepanzerten und massiv bewaffneten Marines auch noch so sanft auf dem Planeten landen, dass nicht einmal seismische Sensoren etwas Au�ergew�hnliches feststellen konnten.</p><p>Und mitten in dieser Gruppe befand sich Commander Hopper, die bis auf eine Sitzung im Simulator so etwas noch nie mitgemacht hatte. Diesmal konnte Geary nicht die Verbindung aktivieren, die es ihm erlaubte, das Geschehen aus dem Blickwinkel der Marines zu erleben. Die Scouts mussten fast v�llige Funkstille wahren, ausgenommen die gelegentlichen niederenergetischen Mikroimpuls-�bertragungen, mittels derer sie sich untereinander verst�ndigten.</p><p>�Alle Shuttles sind gestartet�, meldete Lieutenant Castries.</p><p>Geary nickte. �Sehr gut.� Er konnte nur hoffen, dass seine Stimme fest und gelassen klang, auch wenn er innerlich ein Nervenb�ndel war.</p><p>Achtzig Shuttles waren auf dem Weg zur Planetenoberfl�che und bewegten sich dabei mit solcher Eleganz, dass sie ihren Spitznamen �V�gel� durchaus verdient hatten. Im Gegensatz zu den Marine Scouts waren diese Shuttles nur mit der Standardausr�stung ausgestattet, die eine Entdeckung verhindern oder zumindest erschweren sollte. Davon abgesehen waren sie aber f�r eine Vielzahl von Sensoren klar und deutlich zu erkennen.</p><p>Er konzentrierte sich wieder auf die vier Syndik-Gruppen, die sich nach wie vor in der N�he aufhielten, aber sich eben noch immer nicht ausreichend angen�hert hatten. �Das h�tte uns beim ersten Anlauf stutzig machen sollen. Warum hat keine von diesen vier Gruppen versucht, ein paar Shuttles abzuschie�en oder zumindest die Operation zu st�ren? Weil sie nicht riskieren durfte, dass wir die Operation unterbrechen, die Flotte aufteilen und sie verfolgen.�</p><p>�M-hm�, machte Desjani.</p><p>�Ich k�nnte mir nicht mal vorstellen, so eine Operation wie diese Marine Scouts mitzumachen. Der Flug zum Planeten, das st�ndige Bem�hen, nicht beim n�chsten Schritt vom Feind entdeckt zu werden, einfach alles.� Geary wusste, er redete zu viel, aber das war die einzige M�glichkeit, seine Nerven ein wenig zu beruhigen, solange er nichts tun konnte, als dazusitzen und zuzusehen. �Ich wei� nicht, wie die dazu in der Lage sind.�</p><p>Desjani warf ihm einen Seitenblick zu. �Die sind dazu in der Lage, weil sie verr�ckt sind. Marine Scouts sind sogar noch verr�ckter als die anderen Marines.�</p><p>�Woher wissen Sie so viel �ber die verschiedenen Marines-Typen?�</p><p>Sie schaute wieder auf ihr Display. �Es gibt Dinge �ber meine Vergangenheit, die Sie vermutlich lieber nicht wissen wollen. Zum Beispiel mit wem ich alles ausgegangen bin.�</p><p>�Da � haben Sie wahrscheinlich recht.�</p><p>Er wurde davor bewahrt, noch mehr dazu zu sagen, da er in diesem Moment von der Geheimdienstabteilung gerufen wurde. �Admiral�, meldete sich Lieutenant Iger, �die Drohnen auf dem Planeten berichten von einem ungew�hnlichen Ma� an Aktivit�ten rund um die Position des Ausl�sers.�</p><p>W�hrend er versuchte, sich von dieser Neuigkeit nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, sah er sich die Aufnahmen an, die Iger ihm mitschickte. �Ist da irgendein Alarm losgegangen? Wird da die Bewachung verst�rkt?� <emphasis>Wenn die Syndiks festgestellt haben, dass die Marines auf dem Weg zu ihnen sind �</emphasis></p><p>�Nein, Sir. Soweit wir das beurteilen k�nnen, herrscht nur ein verst�rktes Kommen und Gehen. Sie bereiten sich eindeutig auf irgendetwas vor, aber erh�hte Sicherheitsaktivit�ten sind nicht feststellbar. Vielmehr sind die Wachposten sogar ein wenig abgelenkt, weil sie so viele eintreffende und weggehende Besucher �berpr�fen m�ssen.�</p><p>Bei einer normalen Operation h�tte man diese Informationen und die Bilder an die Marines weiterleiten k�nnen. Aber bei einem getarnten Einsatz w�rde man durch den Aufbau der Komm-Verbindung nur riskieren, dass der Gegner die Anwesenheit der Marines feststellt. �Sorgen Sie daf�r, dass General Carabali diese Bilder zu sehen bekommt.�</p><p>�Ja, Sir. Die Marines m�ssten inzwischen auf dem Planeten gelandet sein. Dass die Syndiks bislang keinerlei Reaktion darauf erkennen lassen, ist ein gutes Zeichen.�</p><p>Kaum war Igers Bild verschwunden, tauchte Rione an seiner Stelle auf. �Ich habe wieder eine Nachricht von CEO Gawzi erhalten. Eine ausdr�ckliche Warnung: Wenn wir diesmal nicht endg�ltig damit anfangen, die Gefangenen raufzuholen, k�nne sie f�r deren Sicherheit nicht l�nger garantieren. Das best�tigt, wie verzweifelt die Syndiks darauf hoffen, dass wir ihnen in die Falle gehen. Und die Tatsache, dass nicht CEO Gawzi selbst mit mir gesprochen hat, sondern ein digitaler Avatar, zeigt deutlich, dass sp�testens jetzt die Innere Sicherheit da unten das Sagen hat.�</p><p>�Wie sicher sind Sie sich, dass es ein Avatar war?�, hakte Geary nach.</p><p>�Absolut sicher.�</p><p>Er zweifelte ihre Einsch�tzung nicht weiter an. Maschinen lie�en sich von digitalen Avataren leicht t�uschen, ein Mensch jedoch nur selten. Ganz gleich wie perfekt die Illusion auch sein mochte, einem Mensch fiel immer irgendeine Kleinigkeit auf, die eine Maschine nicht wahrnahm. Er hatte irgendwann einmal einen Artikel gelesen, in dem dar�ber spekuliert wurde, dass sich diese F�higkeit bei den Menschen erst herausgebildet hatte, nachdem die nahezu perfekte Avatar-Technologie entwickelt worden war. Aber niemand konnte mit Gewissheit sagen, ob das wirklich so war oder ob die Menschen schon immer ein Gef�hl daf�r gehabt hatten, zwischen Realit�t und T�uschung zu unterscheiden.</p><p>�Gawzi k�nnte tot sein�, fuhr Rione fort. �So nerv�s, wie sie sich bei den letzten Gespr�chen verhalten hat, kann sie mit dem, was die Syndiks hier veranstalten, nicht gl�cklich gewesen sein. Vielleicht hat sie ja sogar den Versuch unternommen, den Plan der Syndiks zu durchkreuzen. Vielleicht hatte sie auch eine Blockade und konnte das unglaubliche Entsetzen der Informationen nicht verarbeiten. Das k�nnte bewirkt haben, dass sie dar�ber den Verstand verlor.�</p><p>�berraschend versp�rte Geary einen Anflug von Mitgef�hl mit der �lteren Syndik-CEO. Vielleicht waren ihr die Menschen in diesem Sternensystem doch wichtig gewesen; vergleichbar mit dem Mann auf der Bergbaueinrichtung in der N�he des Gasriesen. Aber es war ihre Entscheidung gewesen, diesen Leuten nicht zu helfen und die Trag�die nicht zu verhindern. Sie hatte ein Leben lang treu einer Herrschaftsform gewidmet, von der sie am Ende kaltbl�tig verraten worden war. Vielleicht war es ein verdientes Schicksal f�r die Treue zu einem System, von dem sie gewusst haben musste, dass es zu solchen Gr�ueltaten in der Lage war. Andererseits hatte sie wom�glich keine andere Wahl gehabt, hatte eventuell sogar alles getan, um den ihr unterstellten Leuten zu helfen. <emphasis>Ich habe keine Ahnung. Ich habe keine Veranlassung, �ber sie zu urteilen. Falls sie schon tot ist, sollte dieses Urteil von denjenigen gef�llt werden, die weiser sind, als ich es jemals sein kann. Mein Job ist es, die Pl�ne der Syndiks zu vereiteln. </emphasis>�Danke f�r die Mitteilung. Die Marines m�ssten jetzt gelandet sein. Dr�cken Sie ihnen die Daumen. Die gehen da unten ein unglaubliches Risiko ein.�</p><p>Rione nickte bed�chtig. �Ich werde f�r sie beten. So wie jeder in dieser Flotte. Ist es nicht erstaunlich, Admiral Geary, welche bemerkenswerten Anstrengungen manche Menschen zu unternehmen verm�gen, um ihren Mitmenschen das Leben zu retten, w�hrend andere nicht weniger bemerkenswerte Anstrengungen unternehmen, nur um ihren Mitmenschen das Leben zu nehmen?�</p><p>Er suchte noch immer nach einer passenden Antwort, als Riones Bild l�ngst verschwunden war. �Tanya, ich habe mich gefragt, wie ich das alles hier den T�nzern erkl�ren soll. Jetzt frage ich mich, wie ich es �berhaupt erkl�ren soll.�</p><p>Desjani sah ihn ver�rgert an. �Ich sollte Sie grunds�tzlich nicht mit dieser Frau reden lassen.�</p><p>�Sie ist eine Gesandte der Allianz-Regierung!�</p><p>�Und ich bin � die befehlshabende Offizierin Ihres Flaggschiffs! Die erste Welle Shuttles ist gelandet.�</p><p>Die Marines mussten nicht von ihm pers�nlich beaufsichtigt werden, um etwas zu erledigen, was inzwischen zur Routine f�r sie geworden war: die Bergung von Gefangenen unter widrigen Umst�nden. Er h�tte sich in das Kommando- und Kontrollnetz der Marines einklinken k�nnen, um die Ereignisse im Gefangenenlager zu beobachten, doch das wollte er diesmal nicht. <emphasis>General Carabali wird sich schon melden, wenn da unten irgendwas nicht nach Plan verl�uft, und von den Wachhabenden hier auf der </emphasis>Dauntless <emphasis>erfahre ich, wenn es Probleme bei den Shuttles gibt.</emphasis></p><p>Anstatt sich also auf diese Dinge zu konzentrieren, sah er sich lieber andere Bereiche seines Displays an. Die vier Syndik-Gruppen hatten sich noch nicht ger�hrt, und daran sollte sich eigentlich auch nichts �ndern, bis offensichtlich wurde, dass die Allianz-Flotte nicht nach den Regeln spielte, die die Syndiks sich f�r sie ausgedacht hatten. Dennoch waren diese gegnerischen Kriegsschiffe ein unberechenbares Element in seinen �berlegungen. Falls sie sich in Bewegung setzten, bevor vom Planeten unter ihnen irgendwelche Anzeichen f�r Probleme eingingen, dann w�re das ein Zeichen daf�r, dass die Allianz in Schwierigkeiten steckte.</p><p>Der Plan der Marines sah eine halbe Stunde f�r die Scouts vor, um sich an der Position des Z�nders zu sammeln und in das Bauwerk einzudringen, weitere zwanzig Minuten waren vorgesehen, um den Ausl�ser zu finden und unter ihre Kontrolle zu bringen, bevor die Flotte bei ihrer zweiten Umkreisung genau �ber das Lager hinwegflog. Wenn irgendetwas schieflief, w�rden Lieutenant Igers Drohnen ein Bild von den Ereignissen �bermitteln, noch bevor die Marines Meldung machen konnten.</p><p>�Erste Welle Shuttles wird beladen, keine Probleme damit, die Gefangenen zur�ckzuhalten�, rief Lieutenant Castries. �Gefangene berichten, dass seit vierundzwanzig Stunden kein Syndik mehr im Lager oder in der N�he zu sehen gewesen ist.�</p><p>Die Flotte hatte den n�chtlichen S�den des Planeten hinter sich gelassen und r�ckte jetzt wieder auf die von der Sonne beschienene Seite vor. Die vollbesetzten Shuttles w�rden sich mit der Flotte treffen, sobald die Schiffe den Nordpol erreichten und wieder Richtung S�den flogen � nat�rlich auf einer Flugbahn, die darauf abzielte, in geringer H�he �ber das Lager hinwegzufliegen.</p><p>Die Syndiks, die sich diesen Schlag ausgedacht hatten, mussten jetzt dasitzen und jede Bewegung der Flotte so berechnend beobachten, wie es Gl�cksspieler taten, die keine umgedrehte Karte aus den Augen lie�en. <emphasis>Flieg einfach so weiter. Vollende den Orbit. Geh in Stellung. Und dann �</emphasis></p><p>�Admiral!�, rief ein aufgeregter Lieutenant Iger. �Sehen Sie doch!�</p><p>Geary betrachtete das Bild, das einen der Syndik-Wachposten nahe dem Ausl�ser zeigte.</p><p>Die Wachen waren nicht an ihrem Platz.</p><p>�Die Wachleute m�ssen etwas bemerkt haben�, erl�uterte Iger. �Und die Marines haben sie ausgeschaltet, bevor sie den Alarm ausl�sen konnten.�</p><p>�Aber wieso ert�nt kein Alarm? Der sollte doch wohl automatisch anspringen, sobald den Wachposten etwas zust��t, oder nicht?�</p><p>�Ja, Sir. Der Alarm kann get�uscht werden ��</p><p>Das Bild von der Drohne wurde einen Moment lang komplett wei�.</p><p>�� aber nicht f�r lange�, redete Iger weiter, als das Bild wieder auftauchte. �Die Syndiks haben soeben St�rsender aktiviert, und unsere Drohne musste erst einen Weg finden, um diesen Sender zu umgehen.�</p><p>Zus�tzliche Sicherheitslichter waren in der Umgebung des Ausl�sers aufgeflammt, aus D�sen wurde ein feiner Nebel in den Raum gepumpt, um getarnte Eindringlinge entdecken zu k�nnen. Geary konnte keinen Alarm h�ren, aber er wusste, dass die Sirenen in diesem Moment gellen mussten. Bodentruppen und Wachleute der Syndiks liefen mit feuerbereiten Waffen hin und her. �Wo sind die Marines?�</p><p>�Wir sehen keinen Marine, der mit einem der Syndiks k�mpft, Sir. Das ist ein gutes Zeichen. Das hei�t, sie befinden sich im Inneren.�</p><p>Im Inneren eines Bauwerkes, �ber dessen Struktur man gar nichts wusste, ein Bauwerk mit unbekannten Sicherheitsvorkehrungen und besetzt von bewaffneten Verteidigern.</p><p>Geary sah wieder zum Display. Wie lange, bis die Syndik-Kriegsschiffe eine Reaktion zeigten? Die Syndiks mussten in diesem Moment zus�tzliche Bodentruppen auf den Weg geschickt haben, um herauszufinden, was passiert war, ob es sich um eine echte Bedrohung handelte und wie gravierend sie gegebenenfalls war �</p><p>�Shuttles docken an�, meldete Lieutenant Yuon. �Die Gefangenen werden in versiegelte Frachtr�ume gebracht und unter Quarant�ne gestellt, bis eine umfassende medizinische und Sicherheitsuntersuchung stattgefunden hat. Die erste oberfl�chliche Untersuchung w�hrend des R�ckflugs hat nichts ergeben. Gesch�tzte Zeit bis zur R�ckkehr der Shuttles auf den Planeten liegt bei zwei Minuten.�</p><p>�Warum sollten sie sich auch die M�he machen, die Gefangenen zu verseuchen, wenn sie sie sowieso in ihre Atome zerlegen wollen?�, merkte Desjani an.</p><p>Geary erwiderte nichts, sondern betrachtete den Planeten, der unter ihnen vorbeizog. Das Gefangenenlager befand sich fast genau vor der kompakten Formation seiner Flotte.</p><p>Dabei kam ihm zum ersten Mal der Gedanke, dass sie gar nicht wussten, ob die Partikelstrahlen gerade nach oben gerichtet waren oder wom�glich einen Winkel aufwiesen, sodass eine Formation bereits erwischt werden konnte, noch bevor sie sich genau �ber dem Lager befand.</p><p><emphasis>Es wird Zeit. </emphasis>�Captain Armus, Ihre Streitmacht kann sich jetzt aus der Formation l�sen, um die zuvor erteilten Befehle auszuf�hren. Captain Geary, Ihre Streitmacht kann sich jetzt aus der Formation l�sen, um die zuvor erteilten Befehle auszuf�hren. An alle Einheiten der Ersten Flotte: Drehen Sie sofort f�nf Grad nach Steuerbord.� Das w�rde die Flotte mit gen�gend Abstand passieren lassen, sollten doch noch Partikelstrahlen in den Orbit gejagt werden. Gleichzeitig w�rde sie nicht zu weit vom Kurs abweichen, sodass die Shuttles ohne Weiteres ein zweites Mal das Lager anfliegen konnten, um die Gefangenen abzuholen.</p><p>Achtzehn Schlachtschiffe l�sten sich in einer majest�tischen Drehung aus der Flottenformation, wobei Captain Armus seine acht Schlachtschiffe in einer grob kreisf�rmigen Anordnung dicht beieinanderhielt. Sobald sie ihre Position �ber der Stelle erreicht hatten, an der sich der Ausl�ser befand, w�rden sie in der Lage sein, den gr��ten Teil ihrer Waffen auf die Planetenoberfl�che abzufeuern. Jane Geary brachte zwei ihrer Schlachtschiffe oberhalb von Armus� Formation in Stellung, die �brigen acht wurden paarweise um sie herum angeordnet.</p><p>�Shuttles starten�, meldete Lieutenant Yvon. �Zweite Welle ist unterwegs.�</p><p>Alarmsirenen erwachten zum Leben, um auf eine ganze Reihe von Problemen hinzuweisen: Auf der <emphasis>Revenge </emphasis>war die Energieversorgung einer H�llenspeer-Batterie ausgefallen; bei der <emphasis>Colossus </emphasis>hatte sich bei den Schilden ein Teilausfall ereignet; der vordere Teil der <emphasis>Fearless </emphasis>litt unter punktuellen Ausf�llen der Energieversorgung an etlichen Positionen gleichzeitig.</p><p>Mit finsterem Blick betrachtete Geary sein Display. Er wusste, dass diese Systemausf�lle die Folge einer zu gro�en Belastung von �beralterten Komponenten auf Schiffen waren, die man nicht f�r eine so lange Lebensdauer ausgelegt hatte. <emphasis>Ich kann wohl froh sein, dass nicht noch mehr passiert ist. </emphasis>�An alle Schiffe der Ersten Flotte: Fahren Sie alle Systeme auf volle Leistung hoch.� Falls noch mehr ausfallen sollte, sollte es lieber jetzt passieren, damit noch Zeit blieb, um Reparaturen vorzunehmen oder um etwas zu improvisieren.</p><p>Etwas lenkte Gearys Aufmerksamkeit auf sich. Er sah zur Seite und beobachtete auf dem von der Drohne �bertragenen Bild Explosionen, die sich rings um die Einrichtung ereigneten.</p><p>�Unsere Leute sind eingedrungen und haben den Eingangsbereich gesichert�, meldete General Carabali, als ihr Bild auftauchte. �Die Situation weiter im Inneren ist unklar. Ich wei� nicht, ob wir die Kontrolle �ber den Z�nder �bernommen haben. Ich bitte um alle verf�gbare Unterst�tzung durch die Flotte, und das so nah an der Einrichtung wie m�glich.�</p><p>�Captain Armus�, befahl Geary. �Sie haben die Erlaubnis, jedes beliebige Ziel unter Beschuss zu nehmen und mit Sperrfeuer zu belegen. Feuern Sie nur nicht auf die Einrichtung, in der unsere Leute sind. General Carabali klinkt sich jetzt in Ihren Koordinierungskanal ein.�</p><p>�Verstanden�, sagte Captain Armus so beil�ufig, als h�tte Geary der Flotte soeben Nachtruhe befohlen. �Wir er�ffnen das Feuer.�</p><p>Das Bild von der Drohne geriet ins Schwanken, als Dutzende Partikelstrahlen der H�llenspeere vom Himmel geschossen kamen und mit �u�erster Pr�zision ins Ziel trafen. Gepanzerte Fahrzeuge und Bunker erzitterten, als die H�llenspeere riesige L�cher in ihre H�llen rissen.</p><p>Alarmsignale leuchteten �ber die ganze Flotte verteilt auf, da es auf ein paar Dutzend Kriegsschiffen zu Teil- oder Totalausf�llen von zweitrangigen, aber auch wichtigen Systemen kam. Es waren nicht ann�hernd so viele wie bei Honor, und in keinem Fall hatte ein Defekt die Kampfunf�higkeit eines Schiffs zur Folge. Grund zur Sorge war das Ganze dennoch. Ironisch, aber auch nachvollziehbar war dabei, dass viele der nun betroffenen Schiffe bei den vorangegangenen K�mpfen von schweren Sch�den verschont geblieben waren. Da es keine Notwendigkeit gegeben hatte, etwas zu reparieren und im Gefecht erlittene Sch�den zu beheben, waren die veralteten Systeme unangetastet geblieben, sodass ihr Versagen nur eine Frage der Zeit gewesen war.</p><p>Geary widmete sich wieder dem Bild, das von Igers Drohne �bertragen wurde. F�r den Moment war gar nichts zu sehen, da die von den Schlachtschiffen abgefeuerten Projektile beim Aufprall auf den Boden explodierten und dichte Rauch- und Staubwolken aufstiegen. Die Projektile waren nichts weiter als raketenf�rmige Objekte aus massivem Metall, ihre Sprengkraft verdankten sie der immensen Energie, die sich in ihnen aufbaute, w�hrend sie vom Orbit aus in Richtung Planetenoberfl�che fielen.</p><p>Um mehr sehen zu k�nnen, wechselte Geary zu einem Bild, das von Armus� Schlachtschiffen �bertragen wurde. Staub und Tr�mmer erf�llten die Luft rings um die Einrichtung, doch multispektrale Sensoren waren in der Lage, die dichten Wolken zu durchdringen und in Bewegung befindliche Objekte aufzusp�ren. Weitere H�llenspeere zuckten vom Himmel und zielten auf alles M�gliche, von individuellen Syndiks bis hin zu Fahrzeugen, die mit quietschenden Reifen am Rande des unter Beschuss liegenden Gebiets zum Stehen kamen. Noch mehr Steine wurden von den Schlachtschiffen abgeworfen, die nicht nur die Syndiks davon abhalten sollten, sich der Einrichtung zu n�hern, sondern auch darauf abzielten, allen dort unten die Warnung zukommen zu lassen, sich von dem Geb�ude zu entfernen. Tr�mmer von einst�rzenden H�usern lie�en die Flottensensoren irrt�mlich glauben, es handele sich dabei um sich bewegende Objekte, die gleich wieder unter Beschuss genommen wurden.</p><p>Die Einrichtung selbst blieb unversehrt, wenn man davon absah, dass umherfliegende Splitter die eine oder andere Narbe in die unscheinbar wirkende Fassade riss. Darunter kam die massive Panzerung zum Vorschein.</p><p>Geary zwang sich, nicht weiter dieses Geschehen zu verfolgen, sondern sich wieder um die Syndik-Kriegsschiffe zu k�mmern. Wie lange w�rde es wohl dauern, bis sie ihren Einsatzbefehl erhielten?</p><p>Die Syndik-F�hrer standen im Augenblick zweifellos noch unter Schock und versuchten zu verstehen, was um sie herum geschah. Ihr Plan war mit einem Mal durchkreuzt worden, was umso verwirrender sein musste, da bis vor ein paar Sekunden alles noch genauso gelaufen war, wie sie es sich vorgestellt hatten � bis die Allianz-Flotte auf einmal die Spielregeln ge�ndert hatte.</p><p>Die Flotte befand sich in sicherem Abstand zum Gefangenenlager, doch die Shuttles kehrten jetzt so schnell sie konnten dorthin zur�ck, wo dreitausend Allianz-B�rger noch darauf warteten, gerettet zu werden.</p><p>Wenn die Syndiks noch immer die Kontrolle �ber den Z�nder hatten, dann w�rde das Gefangenenlager in K�rze von einer Apokalypse heimgesucht werden, der nicht nur die Gefangenen zum Opfer fallen w�rden, sondern auch die Shuttles und die Marines.</p><p>Ein Alarm ert�nte, als sich alle vier Syndik-Gruppen schlie�lich in Bewegung setzten, um auf maximale Beschleunigung zu gehen. Zwei nahmen Kurs auf Armus� Schlachtschiffe, die beiden anderen hatten es entweder auf die Flotte oder die Shuttles abgesehen, die bald wieder zu ihren Schiffen zur�ckkehren w�rden.</p><p>�Sie haben sich verrechnet�, sagte Desjani und grinste boshaft. �Sie teilen sich auf, und sie k�nnen nur etwas erreichen, wenn sie nicht l�nger am �u�ersten Rand unserer Feuerreichweite ausharren.�</p><p>�Ja, sie m�ssen schon n�her kommen�, stimmte er ihr zu. �Berechnen Sie einen Abfangkurs f�r Gruppe Cable. Ich werde Duellos auch auf Cable ansetzen. Tulev und Badaya k�nnen sich Gruppe Delta vornehmen.�</p><p>Sie w�rden die vier Gruppen ausschalten und die Pl�ne der Syndiks vollst�ndig �ber den Haufen werfen, um ihnen einen Schlag zu versetzen, den sie so bald nicht vergessen w�rden, wenn � ja, wenn nur nicht diese Superwaffe der Syndiks gez�ndet wurde �</p><p>�Ich empfange Nachrichten von den Scouts auf der Oberfl�che�, meldete sich General Carabali. �Sie bitten darum, abgeholt zu werden.�</p><p>�Was ist mit dem Z�nder?�</p><p>�Commander Hopper sagt, der Z�nder sei Bravo Delta. Das ist ein Slangbegriff, Admiral, der so viel bedeutet wie ��</p><p>�Ich wei�, was das bedeutet. Der Z�nder ist au�er Betrieb genommen. Den Begriff gab es sogar schon vor meiner Zeit. Captain Geary, die Marines brauchen eine Mitfahrgelegenheit.�</p><p>�Bin schon unterwegs�, erwiderte Jane Geary.</p><p>Auf dem Display leuchteten neue Alarmsymbole auf. Die Bodentruppen auf dem Planeten hatten Kampfflugzeuge losgeschickt, altmodische Modelle, die durch den niedrigen Orbit gut auszumachen waren. Die <emphasis>Guardian</emphasis>, die fast die Stratosph�re ber�hrte, schoss eine Maschine mit einer Serie von H�llenspeeren ab, dann schickte sie vier Shuttles los, die von einer regelrechten Wand aus Salven von der <emphasis>Guardian </emphasis>und den anderen Schiffen gesch�tzt wurden.</p><p>Die Syndik-Gruppe Alpha, die bereits auf die Einrichtung zuhielt, �nderte den Vektor leicht und streifte die Atmosph�re, wobei die H�llen der Schiffe zu gl�hen begannen, da die Reibung ihre Schilde �berstrapazierte, w�hrend sie die Shuttles der <emphasis>Guardian </emphasis>anvisierten.</p><p>Die Syndik-Gruppe Bravo, die in gr��erer H�he unterwegs war, versuchte einen aussichtslosen Angriff auf Armus� Schlachtschiffe. Jane Geary lie� die <emphasis>Conqueror</emphasis>, die <emphasis>Dependable</emphasis>, die <emphasis>Vengeance </emphasis>und die <emphasis>Revenge </emphasis>beidrehen, um Bravo in die Zange zu nehmen, sollten die Schiffe ihren Angriff nicht abbrechen.</p><p>Die Shuttles landeten unterdessen ein zweites Mal im Gefangenenlager.</p><p>Die Syndik-Gruppen Cable und Delta flogen in weitem Bogen um die Allianz-Flotte herum, ihr Ziel waren offensichtlich die Shuttles, die sie abzufangen gedachten, sobald sie starteten und mit den befreiten Gefangenen besetzt zur Flotte zur�ckkehrten.</p><p>�Jetzt, Tanya�, sagte Geary und schickte einen �hnlich lautenden Befehl an Duellos, Tulev und Badaya. �An alle Einheiten der Ersten Flotte: Verlagern Sie sofort Ihre Position hin zur <emphasis>Invincible</emphasis>. Admiral Lagemann, ergreifen Sie alle notwendigen Ma�nahmen, um die Shuttles auf ihrem R�ckflug zur Flotte zu besch�tzen.�</p><p>Zwar sollten derartige Ma�nahmen nicht notwendig werden, aber falls Lagemann noch ein paar Schiffe aus der Formation entsenden musste, konnte er aus �ber zweihundert Schweren und Leichten Kreuzern sowie Zerst�rern ausw�hlen.</p><p>Desjani johlte, als sie die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die <emphasis>Daring</emphasis>, die <emphasis>Victorious </emphasis>und die <emphasis>Intemperate </emphasis>im Steilflug auf Abfangkurs zur Syndik-Gruppe Cable gehen lie�. Hinter ihr begaben sich die anderen Schlachtkreuzer der Flotte auf ihre eigenen Jagdvektoren.</p><p>�Shuttles heben ab!�, rief Lieutenant Yuon.</p><p>Geary �berpr�fte das, um sich zu vergewissern, dass Yuon die Shuttles im Gefangenenlager meinte. Die anderen Shuttles, die die Marines abholen sollten, bahnten sich noch immer ihren Weg zur Planetenoberfl�che, von wo Bodentruppen sie unter Beschuss nahmen, die von der <emphasis>Guardian </emphasis>aus sofort bombardiert wurden, sobald sie von einer neuen Stelle aus erneut das Feuer er�ffneten.</p><p>Die Syndik-Gruppe Alpha hielt den Befehlen weit entfernter Vorgesetzter folgend weiter auf ihr Ziel zu, vermutlich immer noch unter automatischer Steuerkontrolle, als die <emphasis>Guardian </emphasis>und die <emphasis>Warspite </emphasis>das Feuer auf sie er�ffneten. Da die Kraterlandschaft rings um die Einrichtung auf dem Planeten keine brauchbaren Ziele mehr lieferte, verlagerte Captain Armus den Beschuss durch vier seiner Schlachtschiffe ebenfalls auf die Alpha-Gruppe.</p><p>Die Schilde dieser Schiffe waren durch den Kontakt mit der Atmosph�re bereits erheblich geschw�cht worden, und nun rasten sie auch noch frontal in das Feuer von gleich sechs Schlachtschiffen.</p><p>Der Schwere Kreuzer und vier J�ger explodierten sofort, da sie den Phantomen, H�llenspeeren und Kart�tschen nichts mehr entgegenzusetzen hatten, als die in rascher Folge auf sie einh�mmerten. Ein Leichter Kreuzer wurde von Treffern zerfetzt und sank noch tiefer in die Atmosph�re. Ohne Schilde und immer noch immens schnell verging das Schiff in einem Lichtblitz und zog als gl�hender Plasmaball eine Weile seine Bahn am Himmel entlang. Der zweite Leichte Kreuzer �berlebte nur, weil er Sekunden vor dem Sperrfeuer auf einen neuen Vektor eingeschwenkt war und sich mit einem Satz nach oben in Sicherheit brachte.</p><p>Syndik-Gruppe Bravo, die es auf Armus� Schiffe abgesehen hatte, wurde Zeuge des Schicksals, das Alpha ereilt hatte, und �nderte ebenfalls in aller Eile ihren Vektor, um in einem weiten Bogen um die Allianz-Schiffe herumzufliegen. Der Schwere Kreuzer konnte die abrupte Bewegung jedoch nicht schnell genug vornehmen und glitt unaufhaltsam in die Waffenreichweite der Allianz-Schiffe. Die feuerten ein Dutzend Phantome auf ihn ab, von denen er in mehrere gro�e St�cke zerrissen wurde. Einige dieser Bruchst�cke schleuderten in die Tiefen des Alls davon, w�hrend andere in die Atmosph�re des Planeten unter ihnen st�rzten.</p><p>�Die Shuttles f�r die Marines sind gelandet�, meldete Jane Geary.</p><p>�Die letzten Shuttles verlassen das Gefangenenlager�, f�gte Lieutenant Yuon gleich darauf hinzu. �Die H�lfte der Shuttles ist �berladen. Sie bitten darum, dass die Flotte abbremst, weil sie nicht schnell genug sind.�</p><p>�Admiral Lagemann�, rief Geary, nachdem er seine Komm-Kontrollen bet�tigt hatte. �Bremsen Sie die Formation so stark ab, dass die Shuttles Sie einholen k�nnen.�</p><p>Er versp�rte ein Gef�hl der Befreiung, obwohl auf dem Planeten unter ihm eine Schlacht tobte, die sich bis ins All auswirkte. <emphasis>Ich muss nicht jedes kleine Detail befehlen. Ich habe Befehlshaber, denen ich vertrauen kann und die sich um die Details k�mmern, wenn ich ihnen die Richtung vorgebe. Ich muss nur sicherstellen, dass ich den Gesamt�berblick bewahre, damit alles koordiniert abl�uft und jede Bedrohung identifiziert wird.</emphasis></p><p>Die Syndik-Gruppen Cable und Delta hatten inzwischen erkannt, dass sie zu sp�t gekommen waren, um noch das Gefangenenlager zu bombardieren. Und ihnen war ebenso klar, dass die Schlachtkreuzer der Allianz darauf achteten, dass keines der Syndik-Kriegsschiffe bis zu den Shuttles vordrang, die auf dem R�ckweg zur Flotte waren. Die Syndiks machten kehrt, die Gruppen l�sten sich auf, und jedes Schiff folgte seinem eigenen Kurs, nachdem die Befehlshaber die automatische Steuerkontrolle deaktiviert hatten. Einer der erkennbar unerfahrenen Befehlshaber belastete bei dem Ausweichman�ver sein Schiff so sehr, dass die Struktur �berbeansprucht und der Leichte Kreuzer zerrissen wurde. Die Tr�mmerst�cke wirbelten in Richtung des Planeten davon.</p><p>Als Desjani sah, dass die Syndiks die Flucht ergriffen, schimpfte sie lautstark und lie� den Vektor der <emphasis>Dauntless </emphasis>ein wenig �ndern und Kurs auf den einen Leichten Kreuzer der Syndiks nehmen, den sie vielleicht noch w�rde einholen k�nnen. �Wir haben nur einen Schuss�, warnte sie ihre Crew. �Sorgen Sie daf�r, dass es ein Treffer wird.�</p><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>raste am Abfangpunkt vorbei, H�llenspeere griffen nach dem Leichten Kreuzer, der unter den Treffern durchgesch�ttelt wurde. Noch w�hrend er versuchte, sich in Sicherheit zu bringen, wurde er am Heck von zwei Phantomen erwischt, die die hintere H�lfte des Schiffs wegrissen.</p><p>Die <emphasis>Inspire </emphasis>erwischte einen J�ger, die <emphasis>Dragon </emphasis>ebenfalls. Die <emphasis>Daring </emphasis>und die Victorious nahmen einen Schweren Kreuzer unter Beschuss, dessen Antrieb jedoch unversehrt blieb, sodass er weiterfliegen konnte.</p><p>Nach der Aufl�sung ihrer Gruppen flohen die einzelnen Syndik-Kriegsschiffe und folgten dabei einem Dutzend unterschiedlicher Vektoren. �Die anderen k�nnen wir nicht mehr einholen�, sagte Geary.</p><p>Desjani, deren Gesicht vor Frust rot angelaufen war, nickte schnaubend. �Nicht, wenn sie einfach immer weiterfliegen.�</p><p>�Genau das werden sie aber machen. Bringen Sie Ihre Division zur�ck in die Formation.� Er rief Duellos, Tulev und Badaya und gab ihnen den gleichen Befehl, auch wenn er wusste, sie w�rden alle tiefe Entt�uschung empfinden. Aber �ber die physikalischen Gesetze, die die Faktoren Zeit, Entfernung und verf�gbare Beschleunigung beinhalteten, konnte sich niemand hinwegsetzen, auch wenn er es noch so sehr wollte.</p><p>�Shuttles docken an�, meldete Lieutenant Yuon. �Bergung in sch�tzungsweise zwanzig Minuten komplett abgeschlossen.�</p><p>Geary sah nach dem Status der Shuttles von der <emphasis>Guardian</emphasis>, die sich aus dem Mahlstrom aus Staub und Tr�mmern empork�mpften, der durch das Bombardement der Allianz-Flotte ausgel�st worden war.</p><p>�Admiral?�, fragte General Carabali bei ihm an. �Meine Marines und Commander Hopper empfehlen, die Einrichtung, in der sich der Z�nder befindet, dem Erdboden gleichzumachen. Commander Hopper sagt, dass eine Einebnung der Einrichtung nicht die Waffe ausl�sen wird. Aber f�r die Syndiks w�rde es dadurch erheblich m�hseliger, den Z�nder neu zu konstruieren.�</p><p>�Captain Armus�, befahl Geary daraufhin. �Zerst�ren Sie die Einrichtung.�</p><p>Ein weiteres Bombardement folgte, diesmal mit deutlich gr��eren Steinen, die unentrinnbar Kurs auf das eine Geb�ude nahmen, das bizarrerweise so gut wie unversehrt mitten in einem Meer der Verw�stung stand.</p><p>W�hrend die <emphasis>Guardian </emphasis>ihre Shuttles an Bord holte, schlugen die Steine ein und sorgten f�r eine wohltuende Serie von Explosionen, die riesige Staubwolken aufsteigen lie�en und Ruinen und tiefe Krater hinterlie�en.</p><p>�Admiral, sehen Sie sich das an�, rief Desjani pl�tzlich.</p><p>Geary schaute auf sein Display und beobachtete, wie der einzige �berlebende Leichte Kreuzer der Syndik-Gruppe Alpha mehrere Projektile abfeuerte � die alle auf den gr��eren Mond dieses Planeten zuhielten.</p><p>Ihr Ziel war die Luxuswohnanlage, in die sich die F�hrer der Inneren Sicherheit dieses Sternensystems zur�ckgezogen hatten, um in Sicherheit zu sein. Wenn die sich nicht l�ngst in tief unter der Oberfl�che gelegene Bunker zur�ckgezogen hatten, dann blieb ihnen jetzt immer noch genug Zeit, um sich an Bord ihrer Schiffe zu begeben und zu entkommen. Aber die Bombardierung an sich war und blieb ein eindrucksvoller symbolischer Akt.</p><p>�Ich w�rde sagen, es hat eine Meuterei gegeben�, merkte Geary an. �Eine erfolgreiche Meuterei, um genau zu sein. Es w�rde mich interessieren, ob man dieses Schiff auch per Fernsteuerung zerst�ren kann, wie wir es bei Midway erlebt haben, und ob es der Syndik-Crew gelungen ist, diese Vorrichtung zu deaktivieren. An alle Einheiten der Ersten Flotte: Kehren Sie in die Formation zur�ck. General Carabali, dr�cken Sie bitte Ihren Scouts meine tiefe Bewunderung dar�ber aus, mit welchem K�nnen sie ihren Befehl ausgef�hrt haben. Gesandte Rione, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um die Leute in diesem Sternensystem dar�ber aufzukl�ren, welche �berraschung ihre F�hrer f�r sie vorgesehen hatten.�</p><p>Desjani sah sich l�chelnd auf der Br�cke um. �Das haben Sie alle gut gemacht. Ich glaube, wir haben den Syndiks noch einmal klargemacht, wer hier das Sagen hat. Und jetzt, Admiral?�</p><p>�Jetzt nehmen wir Kurs auf Padronis�, sagte Geary, der genau wusste, dass seine folgenden Worte in der gesamten Flotte verbreitet werden w�rden. �Ich will f�r die Syndiks hoffen, dass sie da nicht noch mal versuchen, sich mit uns anzulegen.�</p><p>Als sich die Flotte dem Sprungpunkt nach Padronis n�herte, sahen sie mit an, wie der Leichte Kreuzer der meuternden Syndiks weit vor ihnen den gleichen Sprungpunkt benutzte.</p><p>�Sieht so aus, als h�tten wir hier freie Bahn�, merkte Desjani an.</p><p>�Wir fliegen trotzdem vorsichtig rein�, stellte Geary klar. Als er ein Ger�usch h�rte, drehte er sich um und sah, dass Rione auf die Br�cke gekommen war. �Haben wir noch irgendetwas von den Syndiks geh�rt?�</p><p>�Nein�, erwiderte Rione. �Es gab nur zwei bruchst�ckhafte Nachrichten vom Avatar von CEO Gwazi mit einer Beschwerde, weil wir sie grundlos angreifen, aber mehr war da nicht. Dass wir die Kriegsschiffe zerst�rt haben, k�nnen sie nicht zum Anlass f�r eine Beschwerde machen, weil sie behauptet haben, nicht der Kontrolle durch die Syndiks zu unterliegen. Ich vermute, die Syndiks bei Simur haben zu viel mit ihren inneren Angelegenheiten zu tun und werden daher keine Zeit haben, sich um Klagen �ber irgendwelche Ereignisse zu k�mmern, an denen wir beteiligt waren.�</p><p>�Innere Angelegenheiten? Eine innere Revolte, wollten Sie wohl eher sagen.�</p><p>�Das meine ich damit, ja. Es l�sst sich nichts dar�ber sagen, wer daraus als Sieger hervorgehen wird. Wir wissen nicht genug �ber die hiesigen Sicherheitskr�fte der Syndiks und auch nichts dar�ber, was die Einheimischen auf die Beine stellen k�nnen. Sollte ich mich eigentlich umsehen, ob wir in diesem Sternensystem irgendwelche Vorr�te finden k�nnen? Ich kann mir vorstellen, dass einige der Anlagen am Rand des Systems f�r einen Handel zu haben w�ren.�</p><p>�Nein�, antwortete er sofort. �Von dem, was sie zu bieten haben, k�nnen wir nichts gebrauchen, und au�erdem gibt es hier niemandem, dem wir trauen k�nnen. Selbst die Leute, die sich jetzt gegen die Sicherheitskr�fte erheben, sehen in uns m�glicherweise immer noch den Feind. So oder so m�chte ich hier nicht noch l�nger bleiben. Damit w�rden wir den Syndiks bei Padronis nur noch mehr Zeit geben, um etwas f�r uns vorzubereiten. Was haben Sie eigentlich von den T�nzern geh�rt? Gesandter Charban sagt, dass die T�nzer keinerlei Interesse an den Geschehnissen in diesem System gezeigt haben.�</p><p>�Ja, seltsamerweise ist das tats�chlich so�, best�tigte Rione. �Entweder haben sie alles verstanden, ohne sich von uns etwas erkl�ren lassen zu m�ssen, oder aber es war f�r sie so vollkommen fremdartig, dass sie gar nicht erst versucht haben, es zu verstehen.�</p><p>Geary sah auf sein Display, als von dort ein Signal ert�nte. �Ah, der letzte Shuttletransport ist abgeschlossen. Ich dachte schon, wir finden niemals genug Platz, um so viele befreite Gefangene unterzubringen. Ich hoffe nur, wir werden nicht noch mal in ein Gefecht verwickelt, so vollgestopft wie unsere Schiffe jetzt sind.� Dabei fiel ihm etwas ein, und er rief die Tanuki. �Captain Smythe, wie geht es Commander Hopper? Ist sie wohlbehalten zur�ckgekehrt?�</p><p>Smythe grinste. �Und sie ist heilfroh, wieder zu Hause zu sein. Wir hatten einige M�he, sie den Marines wieder abzunehmen, weil sie sie unbedingt behalten wollten. Ich glaube, das Ansehen der Flotteningenieure bei den Marines hat einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Die haben sie tats�chlich sehr n�tig gehabt. Sie sagt, der Z�nder war ein beeindruckendes Durcheinander aus falschen Schaltkreisen, Pseudomechanismen und jeder Menge Dr�hte, die beim Durchtrennen den Z�nder ausgel�st h�tten. Das Ganze sollte jeden in die Irre f�hren, der dem Ding mit Standardmethoden zu Leibe r�ckten wollte.�</p><p>�Ich w�rde gern Commander Hoppers abschlie�enden Bericht sehen, wenn sie ihn fertiggestellt hat�, sagte Geary. �Oh, und Sie k�nnen jetzt Lieutenant Jamenson wieder in Vollzeit f�r Ihre Aufgaben einsetzen. Sagen Sie ihr, sie soll alle Geheimdateien vernichten, die ihr geschickt wurden.�</p><p>�Nat�rlich�, versicherte Captain Smythe.</p><p>�Wir werden feststellen k�nnen, wenn sie das nicht macht�, f�gte er beil�ufig an. �Besondere Markierungen, die in die Dateien eingebettet sind.�</p><p>�Wieso sollte das ein Problem sein?�, fragte Smythe gut gelaunt. �Apropos Lieutenant Jamenson. Sie wird da von einem Typen namens Iger bel�stigt.�</p><p>�Bel�stigt? Hat sie das so formuliert?�</p><p>�Vermutlich nicht. Ich kann sie nicht er�brigen, Admiral.�</p><p>�Das verstehe ich, Captain, aber wir m�ssen auch an ihre Karriere und an ihr Wohl denken. Ich werde sie Ihnen nicht wegnehmen, aber wenn sie sich ver�ndern m�chte, dann hoffe ich, dass sie von uns beiden die Unterst�tzung erh�lt, die sie sich verdient hat.�</p><p>Smythe seufzte �bertrieben. �Sie haben ja recht. Wenn man guten Leuten keine M�glichkeit gibt, sich zu entfalten, dann enden wir noch wie die Syndiks. �brigens, die Reparaturen auf der <emphasis>Revenge</emphasis>, der <emphasis>Colossus </emphasis>und der <emphasis>Fearless </emphasis>sind fast abgeschlossen. Bevor wir springen, sind sie komplett fertig. Es sei denn, es geht was anderes kaputt � auf den Schiffen oder irgendwelchen anderen Schiffen.�</p><p>�Wir sind bald zu Hause, dann haben wir Zeit, an allem zu arbeiten�, sagte Geary. �An allem, au�er an meinem Bericht �ber die Dinge, die sich seit unserer Abreise von Varandal ereignet haben. Den muss ich aber abliefern, sobald wir zur�ck sind. Das wird wahrscheinlich ein dicker W�lzer werden.�</p><p>�Zu schade, dass wir nicht so wie die Enigmas Nachrichten mit �berlichtgeschwindigkeit verschicken k�nnen, nicht wahr? Es w�re manchmal bestimmt ganz n�tzlich, wenn man nicht extra ein Schiff losschicken muss, um eine Mitteilung zu versenden.�</p><p><emphasis>Das k�nnte aber auch nach hinten losgehen, wenn das Flottenhauptquartier in die Lage versetzt wird, mir �ber Lichtjahre hinweg in Echtzeit alles M�gliche vorzuschreiben. </emphasis>�Wenn Sie das Prinzip entdeckt haben oder wenn die Enigmas Ihnen verraten haben, wie sie das anstellen, lassen Sie es mich wissen.�</p><p>Nachdem er mit Smythe gesprochen hatte, wandte er sich schnell an Lieutenant Iger, weil er f�rchtete, das sonst wieder zu vergessen. �Nur damit alle Formalit�ten beachtet werden: Geben Sie mir Bescheid, wenn Lieutenant Jamenson alle Dateien vernichtet und alle Papiere unterschrieben hat, die sie zur Geheimhaltung verpflichten.�</p><p>Iger nickte eifrig. �Ich erwarte da keinerlei Problem, Admiral. Kleeblatt nimmt ihre Arbeit sehr ernst.�</p><p>�Kleeblatt?�</p><p>��h � Ich meinte nat�rlich Lieutenant Jamenson, Sir.�</p><p>Geary achtete darauf, dass ihm kein L�cheln anzusehen war. �Dann haben Sie also keine Vorbehalte mehr gegen sie?�</p><p>�Keinerlei, Sir! Lieutenant Jamenson hat darum gebeten, die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu besuchen und sich die Geheimdienstabteilung anzusehen, wenn wir zur�ck in Varandal sind. Ihr Einverst�ndnis, Admiral, und das von Captain Desjani selbstverst�ndlich vorausgesetzt.�</p><p>Offenbar f�hlte sich Jamenson gar nicht so bel�stigt. Kein Wunder, dass Smythe f�rchtete, sie zu verlieren. Geary hoffte f�r Lieutenant Iger, dass ihr Interesse nicht allein der faszinierenden neuen Welt des Geheimdienstes galt. �Da sehe ich kein Problem, Lieutenant.�</p><p>Probleme gab es auch am Sprungpunkt nicht. Vielleicht waren den Syndiks in dieser Region die Minen ausgegangen.</p><p>Geary versp�rte Erleichterung, als die Sterne von Simur verschwanden und das Grau des Sprungraums auftauchte. Nein, das war nicht nur Erleichterung, sondern auch ein Gef�hl, dass sie f�r den Augenblick die letzte gro�e H�rde genommen hatten.</p><p>Ob dieses Gef�hl sich bewahrheiten sollte, das w�rde sich zeigen, wenn sie Padronis erreicht hatten.</p></section><section><title><p>Zw�lf</p></title><p>Bei Padronis gab es so gut wie nichts.</p><p>Die Flotte verlie� den Sprungraum und war auf alle �berraschungen und Bedrohungen gefasst, aber im Sternensystem hielten sich nur zwei Schiffe auf.</p><p>Unter normalen Umst�nden w�re sogar das �berraschend gewesen, denn der Wei�e Zwerg konnte weder einen Planeten noch einen Asteroiden in seinem Orbit vorweisen. Wei�e Zwerge sammelten nach und nach Helium in ihrer �u�eren H�lle an und wurden in gro�en zeitlichen Abst�nden zur Nova. Falls irgendwann einmal ein nat�rliches Objekt seine Bahnen um Padronis gezogen hatte, war dieses Objekt l�ngst weggeschleudert worden, lange bevor die Menschen zum ersten Mal diese Region des Weltalls erreicht hatten.</p><p>Der vormals zu den Syndiks geh�rende Leichte Kreuzer, dessen Crew eine Meuterei angezettelt hatte, bewegte sich z�gig auf den Sprungpunkt nach Heradao zu und war bereits weit von der Stelle entfernt, an der Gearys Kriegsschiffe soeben ins System gekommen waren.</p><p>Die verlassene Syndik-Station, die sie schon beim letzten Transit durch Padronis gesehen hatten, existierte noch immer und zog einsam ihre Bahnen um den Stern, von dem sie eines Tages in St�cke gerissen werden sollte. An dieser Station befand sich das zweite Schiff, ein Frachter, der dort angedockt hatte. Die Station war vor �ber hundert Jahren von den Syndiks gebaut worden und hatte als Anlaufstelle f�r Schiffe gedient, die das System benutzten, um von einem Sprungpunkt zum n�chsten zu gelangen. Mit dem Aufkommen des Hypernets war die Station �berfl�ssig geworden, also hatte man sie geschlossen und in diesem System zur�ckgelassen, da ein Abtransport mehr gekostet h�tte, als die Station �berhaupt noch wert war.</p><p>�Was macht der Frachter denn da?�, fragte Geary. Au�er dem Frachter und der Station war im System nichts zu entdecken, obwohl die Flottensensoren selbst nach winzigsten Anomalien Ausschau hielten. �Stellen Sie sicher, dass die Ger�uschfilter nicht irgendwas Ungew�hnliches schlucken, das von den Sensoren aufgefangen wird. Ich will, dass auch der Schrott gr�ndlich untersucht wird, der nur nach Schrott aussieht.�</p><p>�Da ist wirklich gar nichts�, erwiderte Desjani kopfsch�ttelnd. �Und dieser Frachter ist drei Stunden von uns entfernt, also stellt er keine Bedrohung dar.�</p><p>�Captain�, meldete Lieutenant Castries. �Wir beobachten, dass Material in den Frachter geladen wird.�</p><p>�Material?�</p><p>Im gleichen Moment ging eine Mitteilung von der <emphasis>Tanuki </emphasis>ein, die zwar nicht als dringlich gekennzeichnet war, die Geary dennoch sofort annahm, da er sonst nicht viel zu tun hatte. �Was gibt�s denn, Captain Smythe?�</p><p>Der verzog den Mund zu einem fl�chtigen L�cheln. �Dieser Frachter da, er pl�ndert die Station.�</p><p>�Er pl�ndert sie? Ganz sicher?�</p><p>�Es w�re zwar nicht auszuschlie�en, dass die Syndiks das Schiff gechartert haben, damit das hier Material abholt, das woanders ben�tigt wird, aber so was ist h�chst unwahrscheinlich. Nachdem die Regierung der Syndikatwelten hier nur noch wenig zu sagen hat und sich mit Wichtigerem besch�ftigen muss, ist dieser Frachter hergekommen, um die eingemottete Station zu pl�ndern und alles mitzunehmen, was sich irgendwo zu Geld machen l�sst, und wenn es nur als Altmetall ist.�</p><p>Geary betrachtete einen Moment lang das Bild des Frachters. Sein Instinkt forderte von ihm, irgendwas zu unternehmen � aber was? �Auch wenn man diese Station eingemottet hat, d�rften sich immer noch Vorr�te und Ausr�stungsgegenst�nde dort befinden, die f�r Schiffe �berlebenswichtig sein k�nnten, die mit einem schweren technischen Problem nach Padronis kommen.�</p><p>�Richtig�, stimmte Smythe ihm zu. �Aber den Pl�nderern ist das egal. Denen geht es nur darum, Geld zu machen, auch wenn das f�r das n�chste Schiff eine Trag�die bedeuten kann. So was kommt dabei heraus, wenn eine zentrale Verwaltung zusammenbricht, Admiral. Die Reichen und M�chtigen k�nnen immer noch gut auf sich selbst aufpassen. Es sind die Hilfsbed�rftigen, die am meisten darunter leiden. So wie fast immer.�</p><p>�Danke, Captain Smythe. Das hei�t wohl, wir k�nnen gar nichts dagegen unternehmen.�</p><p>�Nein. Wir k�nnten zwar diese Pl�nderer verjagen, aber sobald wir weg sind, werden die n�chsten hier aufkreuzen und da weitermachen, wo die anderen aufgeh�rt haben.� Smythe beendete das Gespr�ch mit einem resignierten Schulterzucken.</p><p>�Admiral�, sagte Desjani. �Sehen Sie sich die T�nzer an.�</p><p>Er schaute auf sein Display. Bei Sobek hatten die T�nzer versucht, die Flotte vor einer Gefahr zu warnen, bei Simur waren sie dann dicht bei der <emphasis>Invincible </emphasis>geblieben, was wohl mit der Bedrohung durch die Syndiks zu tun gehabt hatte.</p><p>Hier dagegen verlie�en die T�nzer die Enge der Allianz-Formation und zogen auf eine Weise ihre Bahnen durch das System, die Geary an freudige Erleichterung erinnerte. �Sie sehen so aus, als w�rden sie sich hier sicher f�hlen.�</p><p>�Ich aber nicht�, gab Desjani zu. �Ich muss immer noch daran denken, was sich hier bei unserem letzten Besuch ereignet hatte.� Der Staub, der alles war, was noch von der <emphasis>Lorica </emphasis>und ihrer Crew �brig war, trieb noch immer um diesen Stern � ein Schicksal, von dem beinahe auch die <emphasis>Dauntless </emphasis>heimgesucht worden w�re. �K�nnen wir nach Hause fliegen?�</p><p>�Ja, auf jeden Fall. Nehmen Sie direkten Kurs auf den Sprungpunkt nach Atalia.�</p><p>Atalia war ein lebendiges Sternensystem, das aber durch seine Lage in vorderster Front zur Allianz w�hrend des langwierigen Kriegs schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Flotte verlie� wie �blich auf alles gefasst den Sprungraum, auch wenn Geary eigentlich nicht mit irgendwelchen Schwierigkeiten rechnete. Das System lag zu dicht am Allianz-Gebiet, und es hatte sich bereits von den Syndikatwelten abgewandt und seine Unabh�ngigkeit erkl�rt. F�r die Syndiks h�tte es gro�e M�hen bedeutet, ihnen hier eine Falle zu stellen.</p><p>Umso �berraschter waren alle, als beim Verlassen des Sprungraums die Gefechtssysteme Alarm ausl�sten.</p><p>�Syndiks!�, rief Desjani und sah Geary entgeistert an. �Zwei Schwere Kreuzer nahe dem Sprungpunkt nach Kalixa und vier Leichte Kreuzer sowie sechs J�ger am Sprungpunkt nach Varandal. Die Syndiks m�ssen dieses System wieder eingenommen haben. Ist es nicht unser gutes Recht, sie wieder von hier zu verscheuchen?�</p><p>�K�nnte sein.� Nach allem, was sie in der letzten Zeit durchgemacht hatten, war der Gedanke sehr verlockend, die Syndiks mit einem Tritt in den Hintern aus Atalia zu vertreiben, auch wenn die rechtliche Grundlage daf�r eher fraglich war. �Wie seltsam. Das Kurierschiff ist noch hier, und es h�lt sich in der N�he der Leichten Kreuzer und der J�ger auf.�</p><p>Aus einem unerfindlichen Grund kreiste das Kurierschiff der Allianz unver�ndert um den Sprungpunkt nach Varandal. Dieses Schiff stellte das halbherzige Bem�hen der Allianz dar, die Zusage einzuhalten, dass man Atalia im Auge behalten wollte. Dabei konnte das Schiff zu keinem Zeitpunkt ernsthaft zur Verteidigung des Systems beitragen, falls die Syndikatwelten versuchen w�rden, dieses Sternensystem wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Und genau das war jetzt offenbar geschehen � aber warum war das Allianz-Schiff nicht sofort heimgekehrt? Selbst wenn die Syndiks keine Drohung ausgesprochen hatten, w�re es doch n�tig gewesen, in Varandal �ber die aktuellen Ereignisse zu berichten.</p><p>Bevor Desjani etwas erwidern konnte, tauchten auf ihren Displays die Identifizierungscodes der Schiffe auf. �Diese Syndik-Schiffe sind unserem System bekannt?�, fragte sie verst�ndnislos.</p><p>�Das sind gar keine Syndik-Schiffe?�, wunderte sich Geary, als die Farben auf dem Display wechselten. �Die sind � aus Midway? Aber die hatten doch gar keine � Die <emphasis>Manticore? </emphasis>Die <emphasis>Kraken? </emphasis>Diese Schweren Kreuzer waren doch noch in Midway, als wir das System verlassen haben.�</p><p>Desjanis Miene war wie versteinert. �Die k�nnen nur vor uns hier eingetroffen sein, wenn sie das Hypernet benutzt haben, um beispielsweise bis nach Indras zu reisen. Die Syndiks haben es irgendwie geschafft, unseren Zugang zum Hypernet vor�bergehend zu blockieren, und bei Midway war man eingeweiht.�</p><p>�Nicht so schnell.� Geary nahm sich einen Moment Zeit, um �ber die Situation nachzudenken, die sich als so vollkommen unerwartet gestaltete, dass er sich restlos �berrumpelt f�hlte. �Wenn sie vom Trick der Syndiks gewusst h�tten, warum sollen sie es uns dann wissen lassen, indem sie uns hier in Empfang nehmen? Sie k�nnen nicht davon ausgegangen sein, dass die gesamte oder zumindest der gr��te Teil der Flotte zerst�rt wird, selbst wenn jede Falle ihre volle Wirkung entfaltet h�tte. Wir nehmen Kurs auf den Sprungpunkt nach Varandal, und in der Zeit k�nnen sie uns ja erkl�ren, wieso sie hier sind.�</p><p>Als die Erkl�rung dann endlich eintraf, sahen sie auf ihrem Display Kommodor Marphissa, die sie freundlich anschaute. �Wenn ihre Wiedersehensfreude nur gespielt ist, dann macht sie das sehr gut�, merkte Rione an.</p><p>�Admiral Geary�, sagte Marphissa. �Wir freuen uns, Sie wiederzusehen. Zwei Tage nach Ihrer Abreise aus Midway konnten wir den Zugriff auf alle Hypernet-Portale wiederherstellen. Die Syndikatwelten m�ssen einen Weg gefunden haben, wie sich fast das ganze Hypernet wenigstens vor�bergehend abschalten l�sst. Wir lassen derzeit nichts unversucht, um herauszufinden, wie sie das angestellt haben, bislang leider ohne Erfolg. Wir sind auf Anraten von Captain Bradamont hier, die uns von gefangen genommenen �berlebenden der Reserveflotte bei Varandal erz�hlt hat. Diese �berlebenden k�nnten wir gut als Besatzung f�r unsere eigenen Kriegsschiffe gebrauchen, daher hat Pr�sidentin Iceni diese Mission genehmigt. Sechs Frachter sind in Begleitung von Captain Bradamont nach Varandal geflogen. Sie hat uns versichert, dass Admiral Timbale w�hrend Ihrer Abwesenheit in Ihrem Sinn entscheiden werde. Dennoch sind wir um sie und um unsere Schiffe besorgt, und es freut uns umso mehr, dass Sie ebenfalls bald Varandal erreichen werden. Wenn die Kriegsschiffe der Flotte des unabh�ngigen Midway-Sternensystems Ihnen in irgendeiner Weise behilflich sein k�nnen, lassen Sie es uns bitte wissen. Marphissa, f�r das Volk. Ende.�</p><p>Sekundenlang brachte niemand einen Ton heraus, schlie�lich zuckte Rione mit den Schultern. �Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Was glauben Sie, was passiert ist, als Captain Bradamont mit diesen Frachtern bei Varandal aufgetaucht ist?�</p><p>�Ich hoffe, man hat sie diese Syndik-Gefangenen abholen lassen�, sagte Geary. �Und ich hoffe, meine Befehle gen�gen, um ihr die n�tige Befugnis f�r diese Aktion zu geben.�</p><p>�Diese Kommodor schien es ernst zu meinen, als sie ihre Sorge um Captain Bradamont �u�erte�, merkte Rione an.</p><p>�Syndiks sind gute L�gner�, warf Desjani ein. �Und wahrscheinlich war sie in Wahrheit nur um ihre Frachter besorgt. Ich wei�, ich wei߫, f�gte sie hinzu, als Geary ihr einen vielsagenden Blick zuwarf. �Das sind keine Syndiks mehr. Na, auf jeden Fall d�rfen wir uns doch freuen, wenn sie uns Gefangene abnehmen, die f�r uns nur Ballast darstellen, nicht wahr?�</p><p>�Ja, genau�, stimmte Geary ihr zu. �Und wenn diese Schiffe von Midway nur darauf warten, ihre Frachter in Empfang zu nehmen, dann haben wir mit ihnen nichts zu schaffen. Und eine Bedrohung f�r Atalia stellen sie auch nicht dar.�</p><p>�Sie stellen vielmehr eine Verst�rkung der Verteidigung von Atalia dar�, betonte Rione.</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Ich h�tte nie gedacht, dass ich so etwas mal zu sehen bekommen w�rde.� Er tippte auf seine Komm-Kontrolle. �Kommodor Marphissa, Sie sollten wissen, dass die Syndikatwelten bei Sobek und Simur Anschl�ge auf uns ver�bt haben, die sie aber leugnen k�nnen. Wir w�rden uns �ber alle Informationen freuen, die Sie �ber die teilweise Stilllegung des Hypernets in Erfahrung bringen k�nnen. Wir fliegen jetzt weiter zum Sprungpunkt nach Varandal. In Varandal angekommen, werden wir, sofern Captain Bradamont sich dort noch mit Ihren Schiffen aufh�lt, alles Erforderliche tun, um f�r eine sichere Abreise zu sorgen. Es � es ist sch�n, Sie wiederzusehen. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary, Ende.�</p><p>�Musste diese Bemerkung unbedingt sein?�, murrte Desjani.</p><p>Die Beh�rden bei Atalia erwiesen sich mehr als nur freundlich und entgegenkommend. Sie �berschlugen sich fast damit, dem gro�en Black Jack alles zu geben, was er haben wollte (sofern sie selbst dar�ber verf�gten), sie dankten auch verhalten f�r den Schutz, den die Midway-Flotte ihnen gew�hrte (und spielten indirekt darauf an, wie sch�n es doch w�re, wenn die Allianz eine �hnliche Geste machen w�rde), und gleichzeitig beklagten sie sich dar�ber, dass die Midway-Schiffe seit ihrer Ankunft die Sprungpunkte nach Kalixa und Indras blockierten. Und ganz nebenbei kam noch die Frage auf, was denn das f�r sechs r�tselhafte Schiffe waren, deren Aussehen an nichts von Menschenhand Erbautes erinnerte. Und woher denn dieses ebenfalls sonderbar aussehende Superschlachtschiff komme. Geary lie� Rione h�flich, aber bestimmt alle Anfragen ablehnen und Antworten liefern, die bei genauer Betrachtung keine echten Informationen dar�ber enthielten, wo die Flotte gewesen war.</p><p>Die kleine Besatzung des Kurierschiffs war ebenfalls von unb�ndiger Neugier erfasst worden. Sie best�tigte, dass vor einigen Tagen sechs Frachter zusammen mit den Midway-Streitkr�ften eingetroffen waren und sich gleich darauf auf den Weg nach Varandal gemacht hatten. Da er wusste, wie eint�nig und undankbar der Auftrag war, den das Kurierschiff hier zu erf�llen hatte, versorgte Geary die Crew mit einer gestrafften Version des Berichts, den er f�r das Flottenhauptquartier und die Allianz-Regierung zusammengestellt hatte.</p><p>Als sie sich dem Sprungpunkt n�herten, bat Rione ihn um ein Gespr�ch unter vier Augen. Da Geary bereits ahnte, was sie ihm sagen wollte, kam er nur sehr widerwillig ihrem Anliegen nach.</p><p>�Ich hoffe, Sie denken jetzt nicht, dass die Gefahr vor�ber ist�, begann sie, w�hrend sie in seinem Quartier stand, da sie das Angebot, sich hinzusetzen, dankend abgelehnt hatte.</p><p>Geary freute es gar nicht, dass er mit seiner Vermutung richtiggelegen hatte, setzte sich hin und lehnte sich nach hinten, um die Decke anzustarren. Seit seinem Gespr�ch mit Charban hatte er das �fter gemacht und sich gefragt, welche Muster wohl die T�nzer in diesen Formen sahen. Oder was ein Enigma dort sah. Oder ein Kik. Lediglich die T�nzer w�rden ihm darauf vielleicht eines Tages eine Antwort geben. �Ich wei�, im Allianz-Gebiet warten einige Herausforderungen auf uns.�</p><p>�Die Probleme, die wir hinter uns zur�ckgelassen haben, existieren immer noch und d�rften sich wahrscheinlich weiter verschlimmert haben�, warnte Rione ihn. �Zu viele Menschen in der Allianz glauben, Sie sind ein Geschenk der Lebenden Sterne und werden die Allianz retten, und zu viele andere Menschen halten Sie f�r die gr��te Bedrohung, mit der die Allianz je konfrontiert wurde.�</p><p>�Und�, f�gte Geary ersch�pft hinzu, �zwischen diesen beiden Extremen gibt es noch genug Leute, die alle ihr eigenes Spiel treiben und dabei auch noch davon �berzeugt sind, v�llig im Recht zu sein. Was soll ich tun?�</p><p>�Abwarten, zusehen und dann reagieren.� Sie beschrieb eine hilflose Geste. �Es sind zu viele Mitwirkende, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen. �brigens bin ich zunehmend in Sorge darum, was die Schiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration tun werden, wenn wir Varandal erreichen.�</p><p>Erst Dr. Nasr und nun Rione. Dass beide darauf zu sprechen kamen, konnte nur bedeuten, dass das Problem immer gravierender wurde. �Ich habe den Besatzungen dieser Schiffe gesagt, dass ich tun werde, was ich kann ��</p><p>�Ich glaube nicht, dass das genug ist, Admiral�, gab Rione zur�ck. �Captain Hiyen ist besonders besorgt. Es ist, wie er es formulierte: Es ereignet sich nichts Gro�es, aber es geht ein st�ndiges leichtes Zittern durch die Besatzungen, das ein schweres Beben anzuk�ndigen scheint. Ihnen bleibt wom�glich keine Zeit zu reagieren. Bei ihrer letzten R�ckkehr nach Varandal haben sie auf ihre neuen Befehle gewartet, und dann wurden sie damit belohnt, dass sie wieder mit Ihnen losgeschickt wurden, anstatt sie heimkehren zu lassen, womit sie nat�rlich aus gutem Grund nicht gerechnet haben. Ich wei� nicht, was diesmal passieren k�nnte, aber machen Sie sich darauf gefasst, dass aus dieser Richtung ein Erdbeben auf Sie zukommt.�</p><p>Geary nickte schlapp. �Wenigstens eine wohltuende Abwechslung von den Erdbeben, die aus allen anderen Richtungen auf mich zukommen.�</p><p>�Ja. Ich mag es auch nicht, in der Defensive zu sein, aber in diesem Fall bleibt uns gar nichts anderes �brig. Wir k�nnen nur nach bestem Verm�gen jedes Problem abwehren, sobald wir damit konfrontiert werden. Es sei denn, es kommt ein neuer Faktor ins Spiel, durch den sich alles ver�ndert.�</p><p>�Ein neuer Faktor?� Geary sah sie an. �Wir bringen die T�nzer mit nach Hause.�</p><p>�Welche Folgen <emphasis>das </emphasis>haben wird, l�sst sich nicht voraussagen�, erkl�rte sie. �Vor allem weil ich nicht absehen kann, wie die T�nzer sich verhalten werden. Sie haben entschieden, uns zu begleiten, aber der Grund daf�r ist mir noch immer nicht klar. Vielleicht werden sie es uns ja sagen, wenn wir das Allianz-Gebiet erreicht haben.�</p><p>Wieder sah er nach oben zu dem Gewirr aus Rohren, Leitungen und Kabeln. �Irgendjemand wollte, dass ich nicht heimkehre � dass diese Flotte heimkehrt.�</p><p>�Aber Sie kehren heim, und das mit einer immer noch schlagkr�ftigen Flotte. Wieso entlockt Ihnen diese Feststellung kein Gef�hl der Befriedigung? Gibt es irgendetwas, das Sie <emphasis>mir </emphasis>verheimlichen, Black Jack?�</p><p>�Das w�re ja mal was ganz Neues.�</p><p>�Das w�re es allerdings. Und Sie dr�cken sich gerade vor einer Antwort auf meine Frage.�</p><p>�Wussten Sie, dass die Allianz-Regierung eine neue Flotte bauen l�sst?�</p><p>Sie starrte ihn an und konnte � wahrscheinlich zum allerersten Mal, seit er sie kannte � nicht v�llig den �berraschten Gesichtsausdruck �berspielen, den sie in diesem Moment zur Schau stellte. �Wo haben Sie das geh�rt?�</p><p>�Ich habe meine Quellen�, entgegnete er und verzog den Mund zu einem v�llig humorlosen L�cheln.</p><p>�Wie gro� ist diese Flotte?� Falls Rione dar�ber Bescheid wusste, leistete sie erstklassige Arbeit damit, ihn dar�ber hinwegzut�uschen.</p><p>�Zwanzig Schlachtschiffe, zwanzig Schlachtkreuzer und eine entsprechende Anzahl an Eskortschiffen.�</p><p>Sie musterte ihn wohl fast eine Minute lang schweigend, ehe sie wieder etwas sagte. �Ich kann diese Informationen �berpr�fen lassen, sobald wir zur�ck sind. Hat man Ihnen das offiziell gesagt?�</p><p>�Nat�rlich nicht.�</p><p>�Verdammt. Das k�nnte alles M�gliche bedeuten, aber in keinem Fall etwas Gutes.� Sie sch�ttelte fl�chtig den Kopf. �Wie hei�t diese alte Redewendung noch? Gegen Dummheit k�mpfen selbst die G�tter vergeblich. Und ich bin nicht mal ein Gott.�</p><p>�Ich auch nicht. Haben wir eine Chance?�</p><p>Sie hielt kurz inne, dann l�chelte sie auf eine sehr r�tselhafte Weise. �Nat�rlich haben wir die. Black Jack ist auf unserer Seite.�</p><p>Er suchte noch immer nach einer Antwort darauf, als Rione l�ngst wieder gegangen war.</p><p>Am n�chsten Tag setzte die Flotte zum Sprung zur�ck ins Allianz-Territorium an � die Flotte, die weiter in unentdecktes Land vorgesto�en war als jeder andere Mensch vor ihnen und die sich von dort den Weg zur�ck nach Hause freigek�mpft hatte.</p><p>Varandal.</p><p>Geary sp�rte deutlich, wie alle Anspannung von ihm abfiel. Sie waren zu Hause. Sie waren zur�ck in der Allianz. Seine Freunde und Berater w�rden ihn nat�rlich warnen, dass es bei Varandal von politischen und milit�rischen Gegnern wimmelte, die es alle auf ihn abgesehen hatten. Sie w�rden ihm sagen, dass er sich in dieser nur dem Namen nach heimischen Region nicht f�r eine Sekunde entspannen durfte. Doch f�r den Augenblick wollte er davon einfach nichts wissen, und stattdessen stellte er sich vor, dass ihn und seine Flotte bei Varandal nur Ruhe und Frieden erwarteten.</p><p>�Ich will nicht hoffen, dass sie auf uns schie�en�, murmelte Tanya und machte es ihm umso schwerer, sich seiner Selbstt�uschung hinzugeben.</p><p>�Warum sollten sie das tun?�, fragte er.</p><p>�Weil Sie Black Jack sind, der zur�ckgekehrt ist, um irgendetwas zu tun. Weil wir das Superschlachtschiff der Kiks mitbringen. Weil wir von sechs T�nzer-Schiffen begleitet werden. Weil Bradamont mit sechs Syndik-Frachtern hier aufgetaucht ist, um Gefangene abzuholen. Weil es alles Idioten sind.�</p><p>�Admiral Timbale ist kein Idiot�, widersprach Geary und versuchte, sich so noch einen letzten Rest an Ruhe zu bewahren.</p><p>�Sofern er noch das Kommando �ber Varandal hat.� Desjani sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an. �Denken Sie daran, auf alles gefasst zu sein, wenn wir den Sprungraum verlassen.�</p><p>�Sie wissen aber noch, dass ich hier der Admiral bin, nicht wahr?�</p><p>�Dann empfehle ich eben respektvoll dem Admiral, auf alles gefasst zu sein, wenn wir den Sprungraum verlassen, <emphasis>Sir</emphasis>.�</p><p>Seufzend rieb er sich die Augen und setzte sich in seinem Kommandosessel gerader hin. Er wusste nur zu gut, dass er Tanya nichts davon sagen konnte, dass sie die gleiche Warnung aussprach, die er von Rione schon ein paar Tage zuvor zu h�ren bekommen hatte. <emphasis>�ber so etwas habe ich nicht nachgedacht, als ich die befehlshabende Offizierin meines Flaggschiffs geheiratet habe.</emphasis></p><p>�Was?�</p><p>�Ich habe kein Wort gesagt�, beteuerte er.</p><p>�Doch, Sie � ach, vergessen Sie�s. Wir sind gleich da.� Desjani warf ihm einen letzten ermahnenden Blick zu, dann konzentrierte sie sich auf ihr Display.</p><p>Er wandte sich seinem eigenen Display zu und sah, wie eines der Lichter des Sprungraums pl�tzlich genau vor ihnen auftauchte. Es gab keinen Anhaltspunkt daf�r, wie weit das Licht entfernt war, aber Geary kam es so vor, als w�rde die <emphasis>Dauntless </emphasis>genau in dieses Licht hineinst�rzen, als das Schiff den Sprungraum verlie�.</p><p>Da er h�rte, wie andere auf der Br�cke erschrocken nach Luft schnappten, wusste er, dass nicht nur er so empfunden hatte.</p><p>Dann kehrten die wohltuende Schw�rze des Normalraums und das Licht der zahllosen Sterne zur�ck, darunter auch der grelle Schein eines deutlich gr��eren Lichtpunkts, der die Sonne Varandal darstellte.</p><p>Kein Alarm ert�nte, als die Flottensensoren die Umgebung erkundeten. Als Geary das Gef�hl der Benommenheit abgesch�ttelt hatte, das ihn jedes Mal beim Verlassen des Sprungraums �berkam, waren die gesammelten Daten bereits auf sein Display �bertragen worden und zeigten die beruhigend routinem��igen Aktivit�ten der Menschen im System Varandal.</p><p>Bis das Display einmal kurz ruckelte und die Bilder von mehr als einem Dutzend getarnter Allianz-Schiffe nahe der Station Ambaru auftauchten. �Was machen die denn da?�</p><p>�Ambaru muss sie gesehen haben�, antwortete Desjani leise und �berpr�fte ihre Daten. �Deren Sensoren sind auf Emissionen ausgerichtet, und deshalb k�nnen wir sie auch aus dieser Entfernung sehen.�</p><p>Er rief die entsprechenden Daten und erhielt die Best�tigung. Die getarnten Shuttles gaben minimale Emissionen ab, die man f�r das Hintergrundrauschen in einem Sternensystem halten konnte. Nur Sensoren, die auf ganz bestimmte, in diesem Rauschen verborgene Muster eingestellt waren, konnten sie wahrnehmen. �Eine �bung? Zu welchem Zweck?�</p><p>�Vielleicht wissen die ja was�, gab Desjani zu bedenken und zeigte auf die Bilder von einem Leichten Kreuzer und zwei Zerst�rern, die nur eine halbe Lichtstunde vom Sprungpunkt entfernt waren. �Die <emphasis>Coupe</emphasis>, die <emphasis>Bandolier </emphasis>und die <emphasis>Spearhand</emphasis>. Was haben die so weit drau�en zu suchen?�</p><p>�Sie sind auf dem R�ckweg zum Stern�, stellte Geary irritiert fest. �Und keine Spur von den sechs Syndik-Frachtern.�</p><p>�Aber auch keine Tr�mmer von ihnen�, machte Desjani ihm klar.</p><p>�Na, dann fliegen wir auch mal weiter. Wir senden die standardm��igen Ankunftsberichte und sonst nichts, und dann warten wir ab, bis Timbale sich meldet.�</p><p>�Und wenn Timbale nicht mehr hier ist?�</p><p>�Dann h�ren wir eben von seinem Nachfolger.�</p><p>Das Ganze nahm nat�rlich einige Stunden in Anspruch. Die <emphasis>Coupe </emphasis>und die <emphasis>Bandolier </emphasis>gaben sich wortkarg, als Geary sie rief, und erkl�rten nur, sie h�tten auf Befehl von Admiral Timbale einige spezielle Man�ver ausgef�hrt. Allerdings liefen gen�gend Unterhaltungen zwischen den Schiffen und Stationen, um zumindest ein teilweises Bild der Geschehnisse zu erhalten, das von Lieutenant Iger zusammengesetzt wurde.</p><p>�Die Syndik-Fra-, ich wollte sagen: Die Midway-Frachter sind im System gewesen, Admiral. Sie sind hier eingetroffen und haben um die Freilassung der Gefangenen der Syndik-Reserveflotte gebeten. Es herrschte ziemlich gro�e Aufregung. Kommandotruppen und Marines auf der Ambaru-Station, Kriegsschiffe, die in aller Eile hin und her geschickt wurden, sehr viel Nachrichtenaustausch, alles von h�chster Priorit�t und streng geheim.�</p><p>�Aber die Frachter haben das System unversehrt verlassen? Zusammen mit Captain Bradamont?�</p><p>�Sir, Captain Bradamont wird mit keinem Wort erw�hnt, aber es sieht so aus, dass die Frachter vor ein paar Tagen wieder abgereist sind.�</p><p>Als dann Admiral Timbales Nachricht eintraf, best�tigte er das. �Captain Bradamont war mit dabei, aber davon wei� nur ich etwas. Wenn gewisse Kreise herausgefunden h�tten, dass sie sich auf einem der Frachter befand, h�tte das �rger ohne Ende gegeben. Es war schon so �bel genug. Sie sprach davon, dass Sie Probleme mit dem Hypernet-Portal bei Midway hatten, aber nachdem Sie das System verlassen haben, waren die Schwierigkeiten schon bald wieder behoben. Laut Bradamont waren die Syndiks � oh, verzeihen Sie � waren die B�rger des freien und unabh�ngigen Midway-Sternensystems selbst v�llig verbl�fft. Aber sie waren auch davon �berzeugt, dass die Syndikatwelten einen Weg gefunden haben m�ssen, einzelne Hypernet-Portale zu sperren. Auf diese Weise ist es ihnen m�glich gewesen, Ihnen die Heimreise so schwer wie m�glich zu machen.�</p><p>Timbale, der sich immer noch in einer Entfernung von drei Lichtstunden auf der Station Ambaru aufhielt, atmete gedehnt aus. �Es ist hier sehr � interessant zugegangen. Ich nehme an, Ihnen sind die getarnten Shuttles und die Kommandotruppen rings um Ambaru l�ngst aufgefallen. Ich habe mich die letzten Tage �ber st�ndig von einem kompletten Zug Marines begleiten lassen, die mir auf Schritt und Tritt gefolgt sind, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass mindestens ein Senioroffizier davon �berzeugt ist, einen Grund zu wissen, weshalb ich unter Arrest gestellt werden sollte. Aber jetzt sind Sie ja da, so wie Captain Bradamont es angek�ndigt hat. Sie ist mit den Frachtern wieder heil von hier weggekommen, auch wenn es eine Weile auf Messers Schneide stand. Sie hat mir auch in groben Z�gen davon berichtet, was Ihnen alles widerfahren ist. Das erbeutete Superschlachtschiff hat sie ebenfalls erw�hnt, auch wenn ich mir bis vor ein paar Minuten nicht vorstellen konnte, wie riesig das Ding sein sollte. Und die sechs T�nzer-Schiffe. Ich wusste alles, was auf uns zukommt. Aber sonst war hier niemand auf irgendetwas vorbereitet, weshalb Sie einen verdammt dramatischen Auftritt hingelegt haben. Aber das geh�rt bei Ihnen ja schon dazu.� Bei den letzten Worten l�chelte Timbale, um zu unterstreichen, dass das als Kompliment gemeint war. �Ich habe hier immer noch das Sagen, jedenfalls f�r den Augenblick. Ich bin froh, dass Sie wieder da sind, um mir den R�cken zu st�rken. Ich glaube, jetzt wird endlich sehr schnell Ruhe einkehren, und das Flottenhauptquartier wird es sich noch einmal �berlegen, mir wegen Verrats, Fehleinsch�tzung einer Situation oder einfach nur aus Prinzip meinen Posten zu entziehen. Na, was sage ich? Die Kommandotruppen sehen ganz so aus, als w�rden sie jetzt endlich den Heimweg antreten. Ich sch�tze, alles ist wieder in bester Ordnung, und wir sind alle wieder Freunde.� Nach einer kurzen Pause f�gte er hinzu: �Ich freue mich schon sehr darauf, in Ihrem detaillierten Bericht zu lesen, was Sie so alles getrieben haben. Mann, das ist ein verdammt gro�es Schlachtschiff. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Timbale, Ende.�</p><p>Die n�chsten Tage waren von hektischer Betriebsamkeit gepr�gt. Die Flotte musste ins innere Sternensystem gebracht werden, etliche Schiffe schwenkten in Parkorbits ein, die f�r Allianz-Kriegsschiffe reserviert waren, andere nahmen Kurs auf orbitale Raumdocks, damit dringende Reparaturen durchgef�hrt werden konnten. Befreite Allianz-Gefangene mussten per Shuttle zur Station Ambaru gebracht werden, um ihre Personalien aufzunehmen. Berichte mussten erstellt und verschickt werden. Kurierschiffe rasten zum Hypernet-Portal bei Varandal, um nach Unity und zum Flottenhauptquartier zu reisen und dort von Black Jacks R�ckkehr zu berichten. Andere, private Kurierschiffe, die von Nachrichtenorganisationen gemietet worden waren, verlie�en Varandal ebenfalls, um die Neuigkeit zu verbreiten, dass Black Jack lebte und zur�ckgekehrt war. Auch hielten sie keinesfalls mit den weiteren Nachrichten von der Flotte hinterm Berg: dass er Tausende von Allianz-Angeh�rigen aus den F�ngen der Syndiks gerettet hatte, allesamt M�nner und Frauen, die man seit Langem f�r tot gehalten hatte. Dass er neue Verb�ndete f�r die Menschheit gewonnen hatte. Dass er von den Syndiks hintergangen worden war und er die Enigmas erneut geschlagen hatte. Dazu kamen noch andere Meldungen �ber ihn, auf die Geary gern verzichtet h�tte. Etwa die, dass Black Jack nun im Besitz des gr��ten jemals gebauten Schlachtschiffs war � und dass er es benutzen wolle, um die Menschheit zu besch�tzen oder um die Allianz zu �bernehmen oder um die Syndiks ein f�r alle Mal auszul�schen oder �</p><p>�Eine Flotte?�, platzte Desjani heraus. �Es gibt Leute, die glauben, Sie w�rden eine Flotte aus Schiffen vom Typ <emphasis>Invincible </emphasis>bauen? Haben die irgendeine Ahnung, was daf�r notwendig w�re?�</p><p>�Nein�, antwortete er m�rrisch. �Die haben �berhaupt keine Ahnung. Deshalb glauben die ja auch, ich w�rde so was machen.� Sie befanden sich in seinem Quartier. Die Luke stand offen, und Geary fragte sich zum x-ten Mal seit der Ankunft in Varandal, wann er und Tanya wohl endlich die Gelegenheit bekommen w�rden, ein paar Stunden als Ehemann und Ehefrau zu verbringen und nicht als Admiral und Captain.</p><p>Eine weitere Nachricht ging ein, und Geary h�tte sie beinahe auf die Mailbox umgeleitet, doch dann sah er, von wem sie kam. �Sie leben noch�, berichtete Dr. Nasr mit schwachem L�cheln. �Wir haben die letzten beiden gefangen genommenen B�rk�he am Leben erhalten k�nnen, bis wir Allianz-Gebiet erreicht haben, damit sich jemand anders ihrer hier annehmen kann.�</p><p>�Meinen Gl�ckwunsch, Doctor�, erwiderte Geary. Er konnte die verhaltene Freude des Mannes gut verstehen. Hatten sie das Richtige getan? Und was w�rde nun mit den beiden Kiks passieren? Nasr war mehr als jeder andere um sie besorgt, schlie�lich waren sie seine Patienten. Und w�hrend der gesamte Rest der Flotte sie nur noch als Kiks bezeichnete, benutzte der Doctor weiterhin den h�flicheren und respektvolleren Begriff �B�rk�he�, wenn er von den beiden redete.</p><p>�Ich habe den Befehl erhalten, sie an das Shilling-Institut zu �bergeben�, fuhr Nasr fort und verzog den Mund. �Da arbeiten gute Leute, gute �rzte. Es ist der richtige Platz f�r Behandlungen der schwierigsten Art. Mir gef�llt es nur nicht, die B�rk�he jemandem zu �berlassen, der sie nicht kennt. Wir haben genug Erfahrung gesammelt, um ihnen die richtige Dosis verabreichen zu k�nnen, damit sie ruhiggestellt bleiben, auch wenn es in den letzten Tagen einige schwierige Momente gegeben hat.�</p><p>�Aber die zust�ndigen Stellen werden doch sicher Ihre Erfahrungen ber�cksichtigen, oder nicht?�, fragte Geary. �Sie sagten doch, die �rzte des Shilling-Instituts sind f�hige Leute.�</p><p>�Das sind sie auch. Aber sie stellen die Elite da. Wir sind blo� Flotten�rzte, Admiral�, antwortete Dr. Nasr voller Ironie. �Aus der Sicht der Elite sind wir nur eine niedere Form von Chirurgen. Sie h�ren uns zu, manche werden unsere Ratschl�ge befolgen. Aber ich bef�rchte, dass andere dar�ber hinweggehen und ihre eigenen Fehler machen werden.� Jede Spur von Humor war verflogen. �Und dann m�ssen die letzten beiden B�rk�he vielleicht auch noch sterben. Nicht, weil die Leute, in deren Obhut sie kommen, etwas B�ses beabsichtigen, sondern weil Menschen Fehler machen, und das selbst dann, wenn es nicht um niedlich aussehende Kreaturen geht, die anders denken als wir und die sich anders entwickelt haben als wir.�</p><p>Geary presste die Lippen zusammen und k�mpfte gegen ein Gef�hl der Sinnlosigkeit an, das der Doctor zweifellos mit ihm teilte. �Wir haben getan, was wir konnten. Ich w�sste nicht, was wir sonst noch h�tten tun k�nnen.�</p><p>�Ich auch nicht, Admiral. Ich wollte Sie nur davon in Kenntnis setzen. Vielleicht bin ich ja v�llig grundlos pessimistisch, vielleicht bin ich der typische Arzt, der seinen Patienten nicht einem anderen Arzt �berlassen will. Wom�glich leide ich ja unter dem Irrglauben, dass ich mehr wei� als alle anderen.� Einen Moment lang machte er einen fast wehm�tigen Eindruck. �Es ist schon bedauerlich. Die B�rk�he werden nie begreifen, wie sehr wir uns darum bem�ht haben, sie zu retten und sie am Leben zu erhalten. Stattdessen glauben sie bereits zu wissen, was wir mit ihnen machen werden, und aus dem Grund wollen sie uns nicht zuh�ren, nicht mal ein paar Sekunden lang. Wie erkl�ren wir das anderen? Denen, die uns die Schuld geben werden? Ich kann sie schon reden h�ren. Wie konnten Sie nur gegen sie k�mpfen? Wie konnten Sie sie nur t�ten?�</p><p>�Sie haben uns keine Wahl gelassen.�</p><p>�Das d�rften unsere Aufzeichnungen deutlich belegen�, stimmte der Doctor ihm zu. �Es sei denn, diese Leute wollen unseren Aufzeichnungen nicht glauben.�</p><p>�Danke, Doctor. F�r alles.� Geary drehte sich zu Tanya um, da ert�nte der helle Pfeifton, der den Erhalt einer dringenden Nachricht ank�ndigte.</p><p>Captain Hiyens Gesichtsausdruck erinnerte an einen Mann, vor dem sich ein Erschie�ungskommando aufgestellt hatte; eine Kombination aus Resignation vor dem Unausweichlichen und Entschlossenheit, dem Schicksal trotzig in die Augen zu sehen. Es war ein pessimistischer Gesichtsausdruck, den kein Befehlshaber bei einem Untergebenen gern sah, erst recht nicht an einem Ort wie Varandal, an dem sie alle in Sicherheit sein sollten. �Admiral, ich muss mit Ihnen reden � unter vier Augen und so bald wie m�glich.�</p><p>Das Schlachtschiff <emphasis>Reprisal </emphasis>war nur ein paar Lichtsekunden entfernt, sodass eine normale Unterhaltung m�glich war, bei der man nicht nach jedem Satz minuten- oder sogar stundenlang auf eine Antwort warten musste. �Um was genau geht es?�, fragte Geary und gab Desjani hastige Zeichen.</p><p>�Es geht � um die Schiffe der Callas-Republik. Und ich glaube, es geht auch um die Schiffe der Rift-F�deration. Bitte, Admiral. Es bleibt vielleicht nicht mehr viel Zeit.�</p><p>Rione hatte ihn gewarnt, dass das lange Schmoren der Crews sich schon bald explosionsartig entladen k�nnte. Geary hielt kurz inne und �berlegte, dann sah er zu Tanya, die ihm seine Sorge l�ngst angemerkt hatte. �Captain Desjani, begleiten Sie mich bitte in den Hochsicherheitskonferenzraum.� Ein Gespr�ch unter vier Augen. Von wegen! Er musste andere Leute an seiner Seite haben, die mit ihm zusammenarbeiten konnten, wenn es hier tats�chlich um die Angelegenheit ging, die er bef�rchtete. Und wenn diese Angelegenheit die Schiffe der Callas-Republik betraf, dann � Geary bet�tigte eine interne Komm-Taste. �Gesandte Rione, kommen Sie so schnell wie m�glich in den Hochsicherheitskonferenzraum.� Rione war Co-Pr�sidentin der Callas-Republik gewesen, und sie wurde von den Besatzungen dieser Schiffe ebenso respektiert wie von denen der Rift-F�deration. Zwischenzeitlich hatte man sie im Laufe einer ganzen Serie von Neuwahlen abgesetzt, die die politische Ordnung der Allianz ersch�ttert hatte. Die Callas-Republik und die Rift-F�deration hatten sich seinerzeit nur aus Angst vor den Syndikatwelten der Allianz angeschlossen, und da die Bev�lkerung diese Verbindung nun wieder trennen wollte, war vielen von ihnen Riones Loyalit�t gegen�ber der Allianz unangenehm aufgefallen. Das hatte sie etliche W�hlerstimmen gekostet.</p><p>�Die Nachricht kam von der <emphasis>Reprisal</emphasis>�, stellte Tanya fest, als sie in Richtung Konferenzraum gingen. Sie bewegten sich z�gig durch die Korridore, aber nicht so schnell, dass Crewmitglieder h�tten misstrauisch werden k�nnen.</p><p>�Richtig. Und Sie k�nnen sich denken, um was es gehen d�rfte.�</p><p>Sie nickte auf eine fast and�chtige Art, die Geary erschreckte. �Sie wollen zur�ck nach Hause.�</p><p>�Das wollen wir alle.�</p><p>�Aber nicht so dringend wie sie. Au�erdem sind wir in der Allianz, und damit sind wir daheim. Aber diese Schiffe geh�ren zur Callas-Republik, und sie sind schon sehr lange nicht mehr zu Hause gewesen.�</p><p>�Ja, ich wei�.�</p><p>Einige Minuten sp�ter schloss sich die Luke zum Konferenzraum, nachdem Rione eingetreten war. Die Lichter �ber der T�r erkl�rten diesen Raum und jegliche hier stattfindende Kommunikation als vor dem Zugriff Dritter so sicher gesch�tzt, wie es nach dem gegenw�rtigen technischen Stand von Hard- und Software nur m�glich war. Geary gab Tanya ein Zeichen, die Verbindung zu Captain Hiyen herzustellen.</p><p>Hiyen war nicht sehr gl�cklich dar�ber, dass dieses Gespr�ch unter mehr als vier Augen stattfinden sollte, aber dann akzeptierte er mit einem schweren Seufzer diesen Umstand. �Admiral, ich vertraue auf Ihr Urteil, dass Sie weitere Personen dazugeholt haben. Madam Co-Pr�sidentin, ich rede Sie weiterhin so an, aber viele von unseren Leuten haben das Vertrauen in Sie verloren.�</p><p>Rione nahm diese Worte hin, ohne eine Miene zu verziehen, doch Geary konnte den Schmerz an ihren Augen ablesen. �Ich habe nicht den Befehl erteilt, der Sie bei dieser Flotte gehalten hat. Ich habe ihn nur �berbracht, aber nie gutgehei�en.�</p><p>�Das glaube ich Ihnen�, sagte Hiyen. �Admiral, ich werde nicht ums Thema herumreden. Ich habe die traurige Pflicht, Ihnen mitteilen zu m�ssen, dass auf den Schiffen der Callas-Republik und wohl auch auf denen der Rift-F�deration in dieser Flotte eine Meuterei unmittelbar bevorsteht. Meiner Einsch�tzung nach werden die Offiziere und Besatzungsmitglieder auf meinem Schiff aufh�ren, auf Befehle zu reagieren, und aus der Formation der Flotte ausscheren, um die Heimreise anzutreten. Und das d�rfte f�r alle Schiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration gelten. Ich habe keine M�glichkeit, diese Entwicklung abzuwenden. In gewisser Hinsicht kommt es schon einem Wunder gleich, dass wir es ohne Meuterei bis hier geschafft haben. Aber jetzt l�sst sich das nicht l�nger vermeiden.�</p><p>Desjani ballte die Faust. �Wenn diese Schiffe meutern und die Formation verlassen, dann wird der Rest der Flotte im Handumdrehen auch instabil werden. Aber wenn Sie Marines reinschicken, um die Besatzungen zur Ordnung zu zwingen, oder wenn Sie den Befehl geben, das Feuer auf diese Schiffe zu er�ffnen, k�nnten die Folgen noch viel verheerender ausfallen.�</p><p>Zwar wusste Geary, dass er diese Situation nicht heraufbeschworen hatte, aber die Entscheidung �ber die weitere Vorgehensweise lag ganz allein bei ihm, und ihm w�rde man auch die Schuld an allen Konsequenzen geben, die sich daraus ergeben mochten.</p><p>�Haben Sie wirklich alles versucht, um die Situation in den Griff zu bekommen?�, fragte Geary.</p><p>�Die einzige noch verbleibende Ma�nahme w�ren Massenfestnahmen�, erwiderte Hiyen. �Aber ich f�rchte, wenn ich das versuche, fliegt mir hier sofort alles um die Ohren.�</p><p>�Er hat recht�, stimmte Rione ihm leise, aber �berzeugt zu. �Wir k�nnen das nicht l�nger unter Kontrolle halten.�</p><p>�Aber Captain Desjani hat auch recht�, sagte Geary. �Wenn ich zulasse, dass diese Schiffe sich auf den Heimweg machen, dann wird jeder andere Matrose und Marine sich fragen, ob er seinen Willen vielleicht auch durchsetzen kann, wenn er genauso handelt. Viele von den Leuten wollen gar nicht meutern, sie wollen weiterhin zur Flotte geh�ren. Sie f�hlen sich vielmehr schlecht behandelt. Sie mit Gewalt zum Gehorsam zu zwingen w�rde alles nur noch schlimmer machen.�</p><p>�Reden Sie mit ihnen�, dr�ngte ihn Desjani.</p><p>�Gewaltanwendung ist die einzige Option, die uns noch bleibt�, antwortet Hiyen. �Die h�ren auf niemanden mehr, nicht mal auf Black Jack. Die Leute sind ihm dankbar, aber sie haben zu viel durchgemacht. Meine Crew wird mir das Kommando abnehmen, wenn ich versuchen sollte, sie aufzuhalten. Und wenn Sie das versuchen, werden sie sich zur Wehr setzen.�</p><p>W�re Hiyen doch blo� ein unf�higer Offizier gewesen, ein schlechter Befehlshaber, dessen Einsch�tzung man keinen Glauben schenken konnte und dessen Abl�sung die Situation stabilisieren w�rde. Aber Captain Hiyen war ein f�higer Mann. Sicher nicht der beste Offizier der ganzen Flotte, aber ein guter Offizier, der wusste, wie man Menschen f�hrte. Als Geary zu Tanya sah, entdeckte er in ihren Augen die gleiche Einsch�tzung der Situation.</p><p>�Wie soll die Flotte sich in solchen Situationen verhalten?�, wollte Rione wissen.</p><p>Geary zuckte mit den Schultern und entgegnete: �Wir geben Captain Hiyen die Schuld, weil er uns von dem Problem erz�hlt hat. Wir geben ihm die Schuld an dem Problem und warten ab, bis das Pulverfass explodiert.�</p><p>�Und dann�, fuhr Desjani mit humorlosem Grinsen fort, �geben wir Captain Hiyens Untergebenen die Schuld an der Situation, vorrangig denjenigen, die noch die wenigste Erfahrung vorweisen k�nnen.�</p><p>�Wir k�nnen also die Explosion selbst nicht abwenden�, folgerte Rione. �Was k�nnen wir tun, um die Auswirkungen so gering wie m�glich zu halten? Um � wie soll ich sagen � Um sie in eine andere Richtung zu leiten?�</p><p>�Sie k�nnen eine Meuterei nicht umleiten, Madam Co-Pr�sidentin�, gab Hiyen betr�bt zur�ck.</p><p>Pl�tzlich lehnte sich Desjani nach vorn. �Augenblick mal. Umleiten � das bringt mich auf eine Idee. Diesen Schiffen wurde von ihrer Regierung befohlen, bei unserer Flotte zu bleiben. Aber die Schiffe unterstehen <emphasis>Ihrem </emphasis>Kommando, Admiral Geary.�</p><p>�Ist das etwa nicht genau das Problem?�, gab er schroff zur�ck. Als er sah, dass Tanyas Kopf rot anlief, wusste er, seine Reaktion w�rde ihn sp�ter noch teuer zu stehen kommen.</p><p>Mit ruhiger Stimme erkl�rte sie: �Sie sind der Oberbefehlshaber dieser Schiffe. Schicken Sie sie irgendwohin, jetzt sofort.�</p><p>�Wohin soll ich sie denn schicken�, wollte Geary frustriert wissen, �damit sie auf einmal wieder gl�cklich und zufrieden sind? Diese Leute wollen nach Hause �� Er unterbrach sich, als er mit einem Mal begriff. �Victoria, Sie kennen die Befehle, die Sie mitgebracht haben. Kann ich das machen?�</p><p>�Ich �� Die sonst immer so gefasste Rione war von der Situation so aufgew�hlt, dass sie erst einen Moment ben�tigte, um sich wieder unter Kontrolle zu bekommen. �Das kommt darauf an. Sie k�nnen sie nicht einfach irgendwo hinschicken. Es muss einen offiziellen Grund geben, der mit der Verteidigung der Allianz zusammenzuh�ngen hat.�</p><p>Geary rief ein Display auf, tippte eine Abfrage ein und sah sich dann die detaillierten Informationen �ber die Schiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration an. Die Namen der Schiffe, die Namen ihrer Befehlshaber, der Status der Schiffe � alte Schiffe � ersch�pfte Schiffe mit ersch�pften Besatzungen. �Sie m�ssen repariert und �berholt werden, sie brauchen neues Personal, Ersatz f�r diejenigen, die im Kampf gefallen sind. Momentan bezahlt die Allianz das alles. Warum sollten nicht die Callas-Republik und die Rift-F�deration f�r diese Reparaturen und alles andere zust�ndig sein?�</p><p>�Admiral�, wandte Captain Hiyen ein. �Unsere Befehle lauten, bei der Flotte zu bleiben.�</p><p>�Ihre Befehle lauten�, korrigierte Rione ihn, �Teil der Flotte zu bleiben und die Anweisungen auszuf�hren, die Ihnen von den befehlshabenden Allianz-Offizieren erteilt werden.�</p><p>�Was nicht hei�t, dass Sie in der Flotte anwesend sein m�ssen�, erg�nzte Desjani.</p><p>�Richtig�, sagte Geary. �Wenn ich Ihren Schiffen befehle, nach Hause zur�ckzukehren, dann befolgen sie meinen Befehl, wenn sie die Flotte verlassen. Das ist keine Meuterei, sondern sie f�hren nur erteilte Befehle aus. Captain Hiyen, alle Schiffe der Callas-Republik werden mit sofortiger Wirkung zu einer Eingreiftruppe zusammengef�hrt, deren Befehl lautet, sich unter Ihrem Kommando auf den Weg zur Callas-Republik zu begeben, damit die notwendigen Reparaturen und Wartungen ausgef�hrt werden und Personal sowie Vorr�te aufgestockt werden. Wie bald k�nnen Sie aufbrechen?�</p><p>Hiyen sah Geary an, dann lachte er ungl�ubig auf. �Wahrscheinlich auf der Stelle. Wir haben genug Proviant und Brennstoff an Bord, um den Hypernet-Sprung zur�ck in die Republik zu bew�ltigen. Aber f�r wie lange? Was, wenn die Regierung der Republik uns einfach sofort wieder herschickt? Oder besser gesagt: wenn sie das <emphasis>versucht?</emphasis>�</p><p>�Captain Hiyen�, gab Rione nachdr�cklich zur�ck. �Die Regierung hat Ihnen aufgetragen, die Befehle der Allianz auszuf�hren. Sie kehren auf Befehl der Allianz zur Republik zur�ck. Wenn die Republik sich �ber die Befehle der Allianz hinwegsetzen will, dann muss sie erst einmal ihre eigene Anweisung widerrufen, mit der sie Sie dem Befehl der Allianz unterstellt hat.�</p><p>Hiyen nickte, seine Augen leuchteten. �Ja. Aber f�r wie lange?�</p><p>�Wie lautet die korrekte Formulierung?�, wandte sich Rione an Geary.</p><p>�Bis auf Weiteres�, antwortete er. �Korrekte milit�rische Formulierung, korrekte Befehle, alles in �bereinstimmung mit den Anforderungen, die diese Schiffe der Befehlsgewalt der Allianz unterstellt haben.� Zu Desjani sagte er dann: �Helfen Sie mir, die Befehle so schnell wie m�glich zu formulieren. Als Grundlage nehmen wir den Text f�r die Entsendung eines Teils der Streitmacht.�</p><p>�Das haben wir in f�nf Minuten erledigt�, entgegnete Desjani. �Captain Hiyen, sagen Sie Ihren Leuten, was wir vorhaben � nur f�r den Fall, dass sie keine f�nf Minuten mehr Ruhe geben. Admiral, Sie m�ssen auch mit den Schiffen der Rift-F�deration reden.�</p><p>�Wer ist derzeit der hochrangigste Senior-Offizier der Rift-F�deration?�, fragte Geary und schaute suchend auf sein Display.</p><p>�Commander Kapelka auf der <emphasis>Passguard</emphasis>�, lie� Hiyen ihn wissen.</p><p>Er nahm sich einen Moment Zeit, um einen Blick in Kapelkas Akte zu werfen, ehe er die <emphasis>Passguard </emphasis>rief. Kapelkas Dienstakte sah ebenfalls recht brauchbar aus. Vermutlich w�re sie in ihrer Karriere nie �ber das Kommando �ber den Schweren Kreuzer <emphasis>Passguard </emphasis>hinausgekommen, doch mit Blick auf die wenigen Sternensysteme, die zur Rift-F�deration geh�rten, war das durchaus ein ansehnlicher Dienstgrad.</p><p>Geary schickte einen Ruf der h�chsten Priorit�t an die <emphasis>Passguard</emphasis>.</p><p>Keine Minute sp�ter tauchte das Bild von Commander Kapelka vor ihm auf. Sie sa� ebenfalls an einem Konferenztisch und machte einen gehetzten Eindruck, was Geary die Frage durch den Kopf gehen lie�, wer wohl noch mit am Tisch sa� und wor�ber gerade eben noch gestritten worden war.</p><p>�Verzeihen Sie, Admiral, wenn ich Sie von hier aus rufe, aber die Mitteilung hat besagt, ich soll mich sofort melden.� Ihre Stimme war der Stress anzuh�ren, dem Kapelka ausgesetzt war und der ganz eindeutig nichts damit zu tun hatte, dass der Admiral pers�nlich sie sprechen wollte.</p><p>�Das macht nichts�, versicherte Geary ihr und versuchte, ruhig und routiniert zu klingen. �Ich wollte Sie von meinen Befehlen f�r alle Schiffe der Rift-F�deration in Kenntnis setzen. Mit sofortiger Wirkung ernenne ich Sie hiermit zur Befehlshaberin einer Eingreiftruppe, die aus s�mtlichen Schiffen der Rift-F�deration besteht. Diese Eingreiftruppe soll sich von der Flotte l�sen und so bald wie m�glich Kurs auf die Rift-F�deration nehmen, damit dort alle notwendigen Reparaturen und Wartungen an Ihren Schiffen vorgenommen und die Vorr�te und der Personalbestand wieder aufgestockt werden. Ihre Schiffe werden bis auf Weiteres in der F�deration bleiben.�</p><p>Kapelka bekam sekundenlang den Mund nicht mehr zu, dann vergewisserte sie sich: �Sofort? Sie befehlen uns, sofort in Richtung Heimat aufzubrechen?�</p><p>�So bald wie m�glich�, korrigierte Geary sie. �An Ihren Schiffen muss viel repariert werden. Stellen Sie sicher, dass Sie f�r die Heimreise gen�gend Proviant und Brennstoff an Bord haben, aber halten Sie sich nicht noch unn�tig lange hier auf.�</p><p>�Den Lebenden Sternen sei Dank!� Commander Kapelka drehte sich am Tisch um, sah aber keinen von denen, die sich bei Geary befanden, sondern die Leute, die mit an ihrem Konferenztisch sa�en. �Haben Sie geh�rt?�, fragte sie und fuhr dann fort: �Geben Sie das an alle Schiffe weiter, <emphasis>sofort!</emphasis>�</p><p>�Den formalen Befehl werden Sie in wenigen Minuten erhalten�, fuhr Geary fort, als sei das alles nur eine Routineaufgabe und als h�tte er Kapelkas Reaktion nicht bemerkt. �Geben Sie mir Bescheid, wenn es irgendwelche Schwierigkeiten geben sollte.�</p><p>Nachdem er das Gespr�ch beendet hatte, wandte er sich wieder Captain Hiyen zu. �Sie erhalten ebenfalls in ein paar Minuten den f�rmlichen Befehl. Informieren Sie Ihre Crew und die der anderen Schiffe der Callas-Republik.�</p><p>Wie aus heiterem Himmel hatte jemand das Erschie�ungskommando abgezogen, die Begnadigung war in letzter Minute aufgetaucht. Captain Hiyen l�chelte fasziniert, als er salutierte, dann verschwand sein Bild.</p><p>�Ich will Ihnen nicht die einzig verf�gbare L�sung schlechtreden, aber sind Sie sich wirklich sicher, dass dieser Befehl nicht als Schw�che Ihrerseits ausgelegt werden wird?�, fragte Desjani ihn. �Ich meine, jeder in der Flotte wei�, wie sich die Leute auf den Schiffen der Callas-Republik und der Rift-F�deration f�hlen. Man k�nnte auch auf den Gedanken kommen, dass Sie zu diesem Schritt gezwungen wurden.�</p><p>Er warf ihr einen gereizten Blick zu. �Was h�tte ich denn sonst bitte machen sollen?�</p><p>�Ich wei�, jede andere L�sung w�re schlimmer gewesen, sehr viel schlimmer sogar. Aber woher wissen wir, dass diese eine L�sung keine weiteren Probleme nach sich ziehen wird?�</p><p>Warum war sie so �? <emphasis>Nat�rlich. Weil sie meine momentane Einstellung kennt. Ich bin so erleichtert dar�ber, die Krise abgewendet zu haben, dass ich gar nicht �ber die m�glichen Konsequenzen nachdenke. Gut, dass Tanya mich immer dann auf den Boden der Tatsachen zur�ckholt, wenn ich gerade zum H�henflug ansetzen will, weil ich eine Katastrophe verhindert habe.�</emphasis>Das k�nnte passieren�, r�umte er ein. �Wie soll ich das handhaben?�</p><p>�Das werde ich handhaben�, warf Rione ein und tat so, als w�rde sie Desjanis nachdenkliche Miene gar nicht sehen. �Wir m�ssen auf Ihren Kriegsschiffen nur die richtigen Ger�chte ausstreuen. Ich habe Leute an den richtigen Stellen, die das erledigen k�nnen.�</p><p>�Was f�r Ger�chte?�, hakte Geary nach und w�nschte, er w�sste mehr �ber diese Leute, die Rione �ber seine ganze Flotte verteilt hatte und von denen sie mit allen m�glichen Informationen versorgt wurde.</p><p>�Ger�chte, dass Black Jack das Verhalten der Regierungen der Callas-Republik und der Rift-F�deration leid ist, weil die keinen Beitrag zum Unterhalt ihrer eigenen Kriegsschiffe leisten. Sie erinnern sich sicher daran, wie ich Ihnen erz�hlt habe, dass mit Zahlungen f�r Wartungen und Reparaturen nicht zu rechnen sein w�rde, weil man erwartet, dass die Schiffe so beansprucht werden, bis sie schlie�lich zu nichts mehr zu gebrauchen sind.�</p><p>�Weil man darauf hofft, wollen Sie sagen.�</p><p>Rione deutete ein leichtes zustimmendes Nicken an, ihre Miene verriet keine Gef�hlsregung. �Aber dar�ber sind Sie nicht erfreut, Admiral, und deswegen haben Sie die Entscheidung getroffen, dieses Problem nach Ihrer R�ckkehr ins Allianz-Gebiet zu thematisieren.�</p><p>�Nein�, widersprach Desjani energisch. �Admiral Geary wird sich in erster Linie gegen die schlechte Behandlung der Leute richten, die auf diesen Schiffen ihren Dienst erledigen und denen man nach Kriegsende nur wenig oder gar keine Zeit gelassen hat, erst einmal heimzukehren. Die Wartung der Schiffe und die Frage, wer die Kosten daf�r tragen wird, w�re f�r ihn zweitrangig.�</p><p>�Das ist wahr�, musste Geary ihr zustimmen.</p><p>Nach einer Denkpause nickte Rione. �Dieses zus�tzliche Argument wird Ihre Position nur weiter st�rken. Sie haben die Entscheidung gef�llt, Sie besitzen die Autorit�t, und die Entscheidung ist von Ihnen in die Tat umgesetzt worden, ohne dass irgendjemand sonst sich dazu zu �u�ern hat. Es ist genau das, was man von Black Jack erwarten w�rde, nicht wahr?�</p><p>�Ich will es hoffen. Die Legende macht aus Black Jack einen besseren Offizier, als ich es jemals sein k�nnte.�</p><p>Desjani unterbrach ihre Arbeit, um ihm einen finsteren Blick zuzuwerfen. �Sie sind besser als die Legende.�</p><p>�Ihr Captain hat recht�, stimmte Rione ihr zu und sah dann Desjani unvermittelt an. �Sie haben die L�sung gefunden. Ich stehe wieder tief in Ihrer Schuld.�</p><p>�Ist schon gut�, murmelte Desjani, die nicht so recht wusste, was sie darauf erwidern sollte.</p><p>�Keine Sorge, Captain, ich werde mich jetzt nicht so verhalten, als w�ren wir Schwestern.�</p><p>�Gut, das w�rde ich n�mlich nicht ertragen�, meinte sie und verzog den Mund. �Danke f�r die Unterst�tzung, die Sie dem Admiral gegeben haben.�</p><p>Rione wandte sich wieder an Geary. �Ich gehe dann mal und tue, was getan werden muss.�</p><p>Sie verlie� den Raum, w�hrend Geary und Desjani in aller Eile an der Formulierung der Befehle arbeiteten. Gl�cklicherweise konnte sie recht einfach und recht kurz gefasst werden, wobei der gr��te Teil aus Standardtexten bestand. �Ich finde, so ist es gut�, sagte Geary. �Lesen wir es noch einmal langsam durch.� Dabei entdeckte er ein falsches Wort und korrigierte es, dann sah er Tanya an. Sie nickte, und er schickte die Befehle ab.</p><p>�Viereinhalb Minuten�, stellte Desjani zufrieden fest. �Einschlie�lich der Unterbrechung.�</p><p>�Unterbrechung? Sie meinen, als Rione sich bei Ihnen bedankt hat?�</p><p>�Kann schon sein.�</p><p>Geary lie� sich in seinem Sessel nach hinten sinken und rieb mit den Handballen �ber seine Augen. Sein Gef�hl sagte ihm, dass Rione genauso abweisend reagieren w�rde, wenn er das Thema bei ihr zur Sprache brachte. �Das war knapp. So wie sich Kapelka benommen hat, sah sie sich wohl schon mit einem Ultimatum ihrer Crew konfrontiert.�</p><p>�W�rde ich auch sagen.� Desjani lehnte sich ebenfalls zur�ck und l�chelte zufrieden. �Und Hiyen hat damit gerechnet, dass Sie ihn einen Kopf kleiner machen.�</p><p>�Tanya, ich habe schon zu oft erlebt, dass derjenige den Kopf hinhalten muss, der die schlechten Nachrichten �berbringt. Und im Vergleich zu gerade eben waren das harmlose Dinge. Vertuschte Probleme auf einem Leichten Kreuzer, Offiziere eines Zerst�rers, die ihren Vorgesetzten als in einem gef�hrlichen Ma� inkompetent hinstellen. Manchmal kommt es tats�chlich vor, dass derjenige, der etwas zu melden hat, ma�los �bertreibt oder sich etwas komplett aus den Fingern saugt. Aber das ist ein Grund mehr, herauszufinden, ob einem die Wahrheit gesagt wird oder nicht.�</p><p>�Erwarten Sie jetzt von mir ein Widerwort?� Sie stand auf. �Die heute �bliche Vorgehensweise besteht darin, die Dinge einfach als streng geheim einzustufen und wegzuschlie�en, damit alle so tun k�nnen, als w�re was passiert. Allerdings h�tten da einige Leute Probleme bekommen, das Ganze geheim zu halten, wenn es im Allianz-Gebiet auf diesen Schiffen zur Meuterei gekommen w�re.�</p><p>Geary sah sie an, da die Erw�hnung der Meuterei ihn an etwas erinnerte. �Als Captain Numos sich an der Meuterei beteiligte, die von Captain Falco ins Leben gerufen worden war, da spielte sich das Ganze au�erhalb des Allianz-Gebiets ab. Nur wenige Leute wissen etwas �ber diese Ereignisse und dar�ber, was genau zum Verlust von Schiffen wie der <emphasis>Triumph</emphasis>, der <emphasis>Polaris </emphasis>und der <emphasis>Vanguard </emphasis>gef�hrt hat. Glauben Sie, Numos ist deswegen bislang nicht vor ein Kriegsgericht gestellt worden?�</p><p>Sie �berlegte kurz. �Ja, jetzt, da Sie das erw�hnen. Zu viele Details w�rden einige Leute in hohen Positionen sehr schlecht aussehen lassen. Da Falco tot ist, muss sich Numos nun ganz allein f�r die Meuterei verantworten. Er w�rde keine Minute z�gern und so viel Staub aufwirbeln wie nur m�glich. Und nachdem Admiral Bloch zur�ck ist, w�rde er ganz sicher nicht wollen, dass sich herumspricht, in welche Lage er die Flotte gebracht hatte.�</p><p>Auch diese Neuigkeit war inzwischen bei ihnen eingegangen. Als Zeichen ihres guten Willens hatten die Syndiks Admiral Bloch zusammen mit hundert anderen Allianz-Gefangenen freigelassen. Wo sich Bloch derzeit aufhielt und was er momentan machte, war aber nach wie vor ein R�tsel, dem nicht mal Riones Quellen auf den Grund hatten gehen k�nnen. �Wenn sie Bloch schon nicht verhaften werden�, sagte Geary, �dann sollten sie ihn wenigstens in den Ruhestand schicken.�</p><p>�Und wieder mal erwarten Sie von der Regierung, dass sie sich vern�nftig verh�lt.� Desjani hielt inne, dann sagte sie fast beil�ufig, aber mit einem eiskalten Unterton: �Ach, da f�llt mir ein � als wir dar�ber gesprochen haben, wie wir die Meuterei abwenden k�nnen, da k�nnte ich schw�ren, dass Sie sich mir gegen�ber in einem Tonfall ge�u�ert haben, wie man ihn eher von einem Chief erwarten w�rde, der einen Deckarbeiter zusammenstaucht, weil dem ein idiotischer Fehler unterlaufen ist.�</p><p>�Ich � w�rde nie ��, begann Geary unschl�ssig.</p><p>�Und ich glaube, mich auch daran erinnern zu k�nnen, dass Sie zu einem Zeitpunkt so mit mir geredet haben, als diese Frau das mitanh�ren konnte.�</p><p><emphasis>Vorfahren, helft mir doch bitte!</emphasis></p><p>Sie wandte den Blick nicht von ihm ab. �Also?�</p><p>�Ich ��</p><p>Ein dringender Alarm ert�nte. Geary machte fast einen Hechtsprung zur Komm-Taste, als ginge es darum, den letzten Rest Luft davor zu bewahren, aus einem Leck in der Schiffsh�lle ins All zu entweichen.</p><p>�Admiral, eine Delegation der Gro�en Rats der Allianz ist bei Varandal eingetroffen und m�chte sich mit Ihnen so bald wie m�glich auf der Station Ambaru treffen.�</p><p>�Verstanden, vielen Dank.� Sofort sprang er von seinem Platz auf. �Da ist ein wichtiges ��</p><p>�Ich w�rde gerne eine Antwort bekommen, Admiral�, sagte Desjani h�flich, aber unerbittlich.</p><p>Einen Moment lang presste er die Lippen zusammen, dann nickte er. �Mein Verhalten Ihnen gegen�ber war respektlos und unprofessionell. Ich entschuldige mich daf�r.�</p><p>Sie erwiderte sein Nicken. �Ja, respektlos. Wenn Sie mich zur Schnecke machen wollen, dann tun Sie das unter vier Augen. In der �ffentlichkeit erwarte ich, von Ihnen mit dem Respekt behandelt zu werden, den ich verdiene. Sie wissen nat�rlich, dass Sie sich mir und allen anderen Untergebenen gegen�ber so verhalten sollten.�</p><p>�Ja, ich wei߫, gab er zur�ck. �Ich h�tte nicht noch daran erinnert werden m�ssen.�</p><p>�Dann verstehen wir uns ja.� Desjani wandte sich zur Luke um.</p><p>�Sie lassen mich ja weitestgehend ungeschoren davonkommen.�</p><p>�Ach, meinen Sie wirklich? Wir haben uns eben nur �ber Ihr Verhalten in Bezug auf unsere dienstliche Beziehung unterhalten, Admiral. Sobald wir allein, weg von meinem Schiff und nicht im Dienst sind, werden wir uns �ber Ihr Verhalten in Bezug auf unsere private Beziehung unterhalten.�</p><p>Vielleicht sollte ich mich gar nicht so sehr darauf freuen, mit Tanya allein zu sein. <emphasis>Ach, verdammt. Du hast es verbockt, jetzt stell dich dem Ganzen wie ein Mann! </emphasis>�Nach Ihnen, Captain. Wir haben noch viel Arbeit zu erledigen.�</p><p>�Allerdings�, stimmte sie ihm zu, als sie den Konferenzraum verlie�en. �Werden Sie den Vertretern des Gro�en Rats sagen, dass ein Teil dieser Flotte sich in K�rze verabschieden wird, um durch das Hypernet-Portal heimzukehren?�</p><p>Nachdem er kurz dar�ber nachgedacht hatte, sch�ttelte er entschieden den Kopf. �Wenn sie wissen, was passieren wird, werden sie wom�glich versuchen, die Schiffe aufzuhalten. Machen wir f�r sie eine �berraschung daraus.�</p><p>Ein weiteres Mal schickte der Gro�e Rat eine Delegation zu ihm, anstatt ihn nach Unity kommen zu lassen. War das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?</p></section><section><title><p>Dreizehn</p></title><p>�Es m�ssen noch ein paar Leute mehr nach Ambaru, deshalb habe ich es so arrangiert, dass sie ebenfalls diesen Flug nehmen k�nnen�, merkte Desjani an, w�hrend sie darauf warteten, an Bord des Shuttles gehen zu k�nnen, das in K�rze an der <emphasis>Dauntless </emphasis>andocken w�rde.</p><p>�Ich w�nschte, Sie h�tten das zuvor mit mir abgesprochen�, grummelte Geary. �Ich freue mich �berhaupt nicht auf dieses Treffen. Ich wei� nicht mal, welche Senatoren da sein werden, um den Gro�en Rat zu vertreten.�</p><p>�Das ist letztlich doch egal�, sagte Rione, die sich ihnen langsam n�herte. �Einige vertrauen Ihnen, einige nicht, und jeder verfolgt irgendwelche eigenen Pl�ne. Haben Sie etwas dagegen, wenn ich Sie begleite? Ich habe eine recht dringende Einladung erhalten.�</p><p>Zwar wollte Desjani irgendetwas erwidern, aber sie kam nicht dazu, da in diesem Moment ein medizinisches Team den Hangar betrat und auf einer Trage Commander Benan mitbrachte. Riones Ehemann war bewusstlos, aber die Anzeigen an der Trage lie�en erkennen, dass er k�rperlich gesund war. Man hatte ihn lediglich ruhiggestellt.</p><p>�Eine Einladung f�r mich, beim Treffen des Gro�en Rats anwesend zu sein�, redete Rione weiter. �Und eine � Einladung f�r meinen Mann f�r eine spezielle medizinische Notfallbehandlung.� Es war ein untypischer Unterton in ihrer Stimme, der Riones Gef�hle erkennen lie�, als sie �ber Commander Benan redete.</p><p>�Ist es das, was wir gefordert haben?�, fragte Geary.</p><p>�Das ist es�, best�tigte Rione. �Das �bel wird entfernt werden.� Keiner von ihnen w�rde offen auf die mentale Blockade zu sprechen kommen, die die Allianz selbst Benan implantiert hatte, um sicherzustellen, dass er kein Wort �ber ein verbotenes Forschungsprogramm verlauten lie�. �Es wird den angerichteten Schaden nicht wiedergutmachen, aber er kann jetzt gezielt und wirkungsvoll behandelt werden.�</p><p>Einer der Sanit�ter, die die Trage begleiteten, wandte sich zur�ckhaltend an Rione: �Ma�am, wir werden von unserem Andockpunkt auf Ambaru sofort zu einem anderen Dock gehen, wo ein Shuttle auf uns wartet, das uns auf die Oberfl�che bringen wird. Wenn Sie ihm noch etwas sagen wollen, bevor Sie f�r eine Weile von ihm getrennt werden, k�nnen wir ihn so weit zu Bewusstsein kommen lassen, dass er ansprechbar ist.�</p><p>�Ich �� Sie sah zu Geary und Desjani. �Ja. Ich m�chte nicht, dass er sp�ter in einem Krankenzimmer erwacht und keine Ahnung hat, wo er sich befindet.�</p><p>Der Sanit�ter bet�tigte eine Reihe von Tasten, dann zogen sich er und sein Kollege weit genug zur�ck, um ihr und Benan ein wenig Privatsph�re zu gew�hren. Geary und Desjani wollten sich ebenfalls ein paar Schritte entfernen, aber Rione gab ihnen ein Zeichen, das nicht zu tun.</p><p>�Paol�, fl�sterte sie und hockte sich neben die Trage.</p><p>Benan schlug die Augen auf und sah sich verwundert um. �Vic?�</p><p>�Du bist auf dem Weg in eine medizinische Einrichtung, wo man dir die Blockade entfernen wird. Ich muss erst noch etwas anderes erledigen, dann komme ich sofort zu dir. Dir wird nichts passieren.�</p><p>Benan l�chelte auf eine so sanfte Art, dass sie jeden in Erstaunen versetzte, der die Wutausbr�che miterlebt hatte, die durch die mentale Blockade ausgel�st worden waren. �Dann bin ich noch nicht v�llig nutzlos?�, fragte er leise und mit heiserer Stimme. �Ich funktioniere zwar kaum noch, und trotzdem glaubst du, ich bin es wert, wieder zusammengeflickt zu werden?� Er zwinkerte ein paar Mal. �Du wirst da sein?�</p><p>�So schnell ich kann�, versicherte sie ihm.</p><p>Pl�tzlich zuckte Commander Benan, und der Monitor der Trage lie� ein leises Summen ert�nen. Der Sanit�ter kam zu ihm geeilt. �Sein Gehirn kommt wieder auf Touren, Ma�am. Wir m�ssen ihn ruhigstellen, sonst verliert er die Kontrolle.� Innerhalb von Sekunden, nachdem der Mann ein paar Einstellungen ver�ndert hatte, schloss Benan die Augen und versank abermals in Bewusstlosigkeit.</p><p>Das Shuttle war mittlerweile gelandet und hatte die Rampe ausgefahren. Geary nickte Rione und den Sanit�tern mit der Trage zu. �Gehen Sie zuerst an Bord.�</p><p>Desjani stand da und sah ihnen nach, wie sie sich an Bord des Shuttles begaben. Ihre Miene war vor Wut wie versteinert. �Niemand sollte so benutzt werden.�</p><p>�Die Blockade meinen Sie?�</p><p>�Ja, und das auch noch einem von den eigenen Leuten anzutun. Was wollen wir wetten, dass derjenige, der diese Blockade bei einem Flottenoffizier angeordnet hat, sich erst recht �ber die Vorschriften hinwegsetzen wird, wenn er einen Syndik-Gefangenen vor sich hat?�</p><p>�Viel Gl�ck bei der Suche nach jemandem, der dagegen wettet. Ich werde das ganz bestimmt nicht machen.�</p><p>�Manchmal tut mir diese Frau leid�, gestand Desjani ihm ein. �Manchmal kommt sie mir fast menschlich vor.�</p><p>�Manchmal ist sie das auch�, sagte Geary. �Aber lassen Sie sie nicht wissen, dass Ihnen das aufgefallen ist.�</p><p>Er und Desjani gingen die Rampe hinauf und betraten das Shuttle. Gearys Missfallen dar�ber, mit anderen reisen zu m�ssen, verfl�chtigte sich in dem Moment, als er Dr. Shwartz und Admiral Lagemann an Bord entdeckte.</p><p>�Sie beide verlassen uns?�, fragte Geary, als er sich hinsetzte und den Gurt anlegte.</p><p>Lagemann l�chelte. �Man hat mir das Kommando entzogen. Die gute <emphasis>Invincible </emphasis>ist offiziell als Artefakt eingestuft worden.�</p><p>�Ich dachte, die Techniker der Regierung h�tten das Schiff schon vor einer Woche �bernommen.�</p><p>�Das haben sie auch gemacht.� Lagemann zwinkerte ihm am�siert zu. �Wir haben ihnen vorgeschlagen, sich ein wenig Zeit zu lassen, um sich an das Schiff zu gew�hnen, aber sie haben sich nicht f�r unsere abergl�ubischen Bedenken interessiert, sondern kamen an Bord und wollten uns wegschicken. Aber kurz darauf kamen sie zur�ckgerannt und verlie�en das Schiff schneller, als sie gekommen waren. Nachdem sie sich eine Woche lang �berlegt haben, wie sie mit den Kik-Geistern umgehen sollen, sind die letzten Matrosen, Marines und ich heute Morgen von Bord gegangen.�</p><p>�Vielleicht kommen die Techniker ja dahinter, was es mit diesen Geistern auf sich hat.�</p><p>Lagemann blickte auf einen weit entfernten Punkt. �W�rden Sie es als sonderbar ansehen, wenn ich wollte, dass die Geister ein R�tsel bleiben? Dass sie sich vielleicht nach und nach in Luft aufl�sen und niemand je erfahren wird, um was genau es sich bei ihnen gehandelt hat?�</p><p>�Mich w�rde es nicht wundern�, warf Desjani ein, �wenn es genauso kommen w�rde.�</p><p>�Kehren Sie heim?�, fragte Geary Lagemann.</p><p>�Ja, f�r einen kurzen Besuch bei all jenen, die mich f�r tot gehalten haben. Danach muss ich f�r eine umfassende Nachbesprechung zur Verf�gung stehen und alles schildern, was ich w�hrend meiner Zeit als befehlshabender Offizier der <emphasis>Invincible </emphasis>�ber das Schiff herausgefunden habe.�</p><p>�Das wird bestimmt unterhaltsam werden�, kommentierte Geary. �Und was ist mit Ihnen, Doctor?�</p><p>Shwartz lie� sehns�chtig ihren Blick durch das Shuttle schweifen. �Mir wird das hier fehlen, Admiral. Hier auf diesen Schiffen, wo es keinerlei Luxus gibt, wo das Essen noch schlimmer ist als in der Cafeteria der �belsten Universit�t. Aber ich hatte endlich die Gelegenheit, auf meinem Fachgebiet richtige Arbeit zu leisten! Und es hat mir tats�chlich gefallen, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, trotz aller Vorbehalte gegen starrk�pfige Milit�rs und Institutionen. Jetzt trennen sich unsere Wege, aber k�mpfen m�ssen wir beide.�</p><p>�Sie m�ssen k�mpfen?�</p><p>�Oh ja�, best�tigte sie. �Ich muss gemeine und h�ssliche K�mpfe austragen. Der Kampf um die akademische Vorherrschaft, der Kampf darum, wem welche Entdeckungen, Funde und Auslegungen zugeschrieben werden. Und der Kampf um Pl�tze in Gremien und Arbeitsgruppen. Es wird Hinterhalte geben, um die Unvorsichtigen auszuschalten, die K�mpfer werden sich gegenseitig und die unschuldigen Umstehenden in Wort und Schrift mit Boshaftigkeiten �bersch�tten. Bei unendlichen Debatten wird man sich gegenseitig mit einem schrecklichen rhetorischen Sperrfeuer unter Beschuss nehmen, bis es irgendwelchen blutverschmierten Gestalten gelingt, aus den qualmenden Tr�mmern der Wahrheit zu entsteigen und sich zu den Fachleuten �ber den gelehrten Schutthaufen zu erkl�ren, den sie hinterlassen haben.�</p><p>Geary musste l�cheln. �Wenn ich Ihre Beschreibung h�re, k�nnte man meinen, dass ein echter Krieg dagegen harmlos ausf�llt.�</p><p>�Seit es mir m�glich ist, den akademischen mit dem realen Krieg zu vergleichen, muss ich sagen, Admiral, dass ich die relative Ehrlichkeit eines echten Konflikts als viel annehmbarer empfinde.� Shwartz beschrieb eine vage Geste. �Der Kampf um das Superschlachtschiff der Kiks hat gerade erst begonnen, und das akademische Blutvergie�en dar�ber wird um ein Vielfaches heftiger ausfallen als das, was Ihre Marines durchgemacht haben. Ich kann nur hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, das Schiff zur streng geheimen Verschlusssache zu erkl�ren und keinen Wissenschaftler an Bord zu lassen.�</p><p>�Das Milit�r und die Regierung w�rden nicht auf eine so dumme Idee kom��</p><p>�Bedauerlicherweise�, fiel Lagemann ihm ins Wort, �glaube ich, dass die Techniker genau das vorhatten, bevor ihnen vor Augen gef�hrt wurde, was sie im Inneren dieses Schiffs erwartet. Bevor ich es verlassen habe, lautete der h�ufigste Kommentar der Techniker: �Wir werden sehr viel Hilfe n�tig haben.��</p><p>�Gut so�, fand Desjani. �Ich muss sagen, dass die Grenzen des Enigma-Territoriums leichter zu finden waren als die Grenzen der Dummheit in den h�chsten Ebenen von Regierung und Milit�r.�</p><p>�Wissen Sie�, gab Dr. Shwartz mit einem schelmischen L�cheln zur�ck, �Sie werden sich vielleicht noch w�nschen, dass sich jemand das Kik-Schiff unter den Nagel rei�en will. Dieses Superschlachtschiff sieht so unglaublich gewaltig aus, und zugleich ist es so hilflos, dass es f�r jeden eine Last darstellt, der es in seinem Besitz hat.�</p><p>�Oh ja�, stimmte er ihr zu und musste an die lange und schwierige Reise denken, um die <emphasis>Invincible </emphasis>unversehrt herzubringen. �Das Schiff hat uns sehr viel Kopfzerbrechen bereitet.�</p><p>�Ein wei�er Elefant.� Sie l�chelte ihn noch etwas breiter an. �Ich werde jetzt in die Rolle der Akademikerin schl�pfen und Ihnen einen Vortrag halten. Wissen Sie, woher der Begriff �wei�er Elefant� stammt, Admiral? Er hat auf der Alten Erde seinen Ursprung. Er bezeichnet buchst�blich einen Elefanten, der wei� ist. In einer bestimmten Zivilisation der Antike wurde ein von Natur aus wei�er Elefant als heilig angesehen. Ein solches Tier musste st�ndig umsorgt, gehegt und gepflegt werden. Es waren alle m�glichen Rituale und besonderen Behandlungen erforderlich. Das Ganze war ausgesprochen teuer. Wenn ein wei�er Elefant geboren wurde, machte der Herrscher des jeweiligen Landes ihn seinem �rgsten, reichsten und m�chtigsten Feind zum Geschenk, da er dann nach Gesetz und Gebr�uchen gezwungen war, sein Verm�gen f�r den Unterhalt des Tiers aufzubrauchen. Niemand konnte ein solches Geschenk verweigern, und niemand konnte es sich leisten. Haben Sie irgendwelche m�chtigen Feinde, die von diesem wei�en Elefanten profitieren k�nnten, Admiral? Falls ja, sollten Sie vielleicht versuchen, ihnen diese Beute schmackhaft zu machen?�</p><p>�Ich kann mir bestimmt den einen oder anderen vorstellen, der davon profitieren k�nnte�, sagte er lachend und wechselte dann das Thema. �Falls sich die Gelegenheit ergibt, w�ren Sie daran interessiert, zur weiteren Arbeit mit den T�nzern eingeladen zu werden?�</p><p>�Admiral, wenn Sie eine solche Einladung aussprechen, dann werde ich so schnell wieder hier sein, dass das Hypernet dagegen langsam aussieht.� Shwartz z�gerte. �Admiral, ich wei� nicht, wie ich Ihnen danken kann. Sie haben sie gefunden: drei intelligente nichtmenschliche Spezies, und obwohl nur eine davon mit uns reden will, haben Sie trotzdem drei entdeckt.�</p><p>�Wir alle haben sie gefunden. Ich kann nur froh sein, dass wir diese Erfahrung �berlebt haben.�</p><p>Nachdem das Shuttle angedockt hatte, machten sich die Sanit�ter mit der Trage als Erste auf den Weg; Rione sah ihnen mit regungslosem Gesichtsausdruck hinterher. Dr. Shwartz verlie� das Shuttle und winkte ihnen zum Abschied zu, w�hrend sie sich wie eine Touristin alles ansah.</p><p>Admiral Lagemann salutierte vor Geary, dann sch�ttelte er ihm die Hand. �Dank sei den Lebenden Sternen, ich bin wieder zu Hause. Und ich danke Ihnen. Eine Rettung, ein erstaunliches Abenteuer und ein letztes Kommando, das niemand �berbieten kann. Ich hoffe, ich sehe Sie und Ihre � �hm � und Captain Desjani wieder.�</p><p>�Das w�rde uns freuen, Admiral�, erwiderte Desjani. W�hrend Lagemann wegging, sah sie Geary an: �Gern geschehen. Ich dachte mir schon, Sie k�nnten auf diesem Flug etwas Abwechslung gut gebrauchen, anstatt sich den Kopf �ber Politiker und Politik zu zerbrechen.�</p><p>�Und wie immer hatten Sie recht. Da kommt unsere Eskorte.�</p><p>Diesmal waren es keine bewaffneten Soldaten, die Geary festnehmen wollten, sondern Milit�rpolizisten, die vor allem damit besch�ftigt waren, die Menge zur�ckzuhalten, die sich in aller Eile eingefunden hatte, um Black Jack zu sehen. Nach der Stimmung der Leute zu urteilen, stand Black Jack zumindest auf der Station noch hoch in der Gunst der Allianz-B�rger.</p><p>�Admiral, Captain, Madam Gesandte�, begr��te Admiral Timbale sie. �Ich wurde aufgehalten, weil die Unterbringung der Delegation des Gro�en Rats geregelt werden musste. Ich bringe Sie jetzt sofort zu ihnen. Das hei�t � ich bringe Admiral Geary zu ihnen.�</p><p>�Ich habe in letzter Minute eine Einladung erhalten�, sagte Rione. �Jemandem muss aufgefallen sein, dass es nicht verkehrt w�re, jemanden anwesend zu haben, der umfassend mit den T�nzern gesprochen hat. Ich hatte auch empfohlen, den Gesandten Charban einzuladen, aber das wurde abgelehnt.�</p><p>�Ich werde zu solchen Treffen nie eingeladen�, warf Desjani ein. �Aber ich bin mir sicher, dass ich dadurch ein gl�cklicherer Mensch bin.�</p><p>Timbale grinste und bedeutete ihnen, ihm zu folgen, dann ging er vor ihnen her durch einen Gang, der f�r alle anderen Personen vor�bergehend gesperrt worden war. �Haben Sie schon die letzten Nachrichten mitbekommen?�, fragte er.</p><p>�Ich habe versucht, das zu vermeiden�, r�umte Geary ein.</p><p>�Kann ich gut verstehen. Trotzdem sollten Sie wissen, was sich hier abgespielt hat, ehe Sie vor den Gro�en Rat treten.� Timbale atmete angestrengt durch und sah zur Decke. �Gesehen haben die Menschen hier Folgendes: niedliche Aliens. <emphasis>Richtig </emphasis>niedliche Aliens. Ganz viele von der Art. Die haben wir umgebracht. Dann waren da noch h�ssliche Aliens. <emphasis>Richtig </emphasis>h�ssliche Aliens. Von denen haben wir ein paar mit nach Hause gebracht.�</p><p>Desjani stie� ein aufgebrachtes Zischen aus. �Wissen die, dass die richtig h�sslichen Aliens uns geholfen haben, die richtig niedlichen Aliens umzubringen?�</p><p>�Zum Gl�ck nicht. Obwohl die Aufzeichnungen Ihrer Begegnungen mit den Kiks von der Regierung als streng geheim eingestuft wurden, sind einige Ausschnitte davon irgendwie der Presse zugespielt worden, vor allem die Szenen, in denen zu sehen ist, wie Sie vergeblich versuchen, mit den Kiks zu reden, um Blutvergie�en zu vermeiden.�</p><p>�Irgendwie?�, hakte Geary nach.</p><p>Timbale zuckte fl�chtig mit den Schultern und gab sich alle M�he, v�llig ahnungslos dreinzuschauen. �Fakt ist, dass die Menschen �berall in der Allianz verunsichert sind. Hat Black Jack sich richtig verhalten? Oder haben seine massiven Fehltritte einen neuen Krieg ausgel�st? Viele der akademischen Experten, die Sie begleitet haben, sind mit Andeutungen an die �ffentlichkeit gegangen, dass Sie vor allem auf sie h�tten h�ren sollen, dann w�re das alles nicht passiert.�</p><p>�Was sagt man �ber die Enigmas?�</p><p>�Hurra! Black Jack hat die Menschheit vor den Enigmas gerettet! Ebenfalls von der Regierung streng unter Verschluss gehalten, ebenfalls auf mysteri�se Weise an die �ffentlichkeit gelangt.� Nachdenklich kratzte sich Timbale an der Nasenspitze. �Ich bin mir ziemlich sicher, dass die undichte Stelle auf Unity zu finden ist. Entweder haben Sie in der Regierung einen Freund sitzen, oder jemand spielt sein eigenes Spiel, und Sie profitieren auch davon. Dar�ber hinaus bleiben die Enigmas weiterhin r�tselhaft, aber der zweite Angriff auf von Menschen bewohntes Territorium und der Versuch der Aliens, einen von Menschen besiedelten Planeten vom All aus zu bombardieren, das hat enorme Emp�rung ausgel�st.�</p><p>Geary sch�ttelte verwundert den Kopf. �Niemand regt sich auf, wenn wir einen von Menschen besiedelten Planeten bombardieren, aber es geht nicht, wenn Aliens das machen?�</p><p>�Solche Sachen m�ssen einfach in der Familie bleiben�, erwiderte Timbale sp�ttisch. �Ach ja, die h�sslichen Aliens. Die �ffentliche Meinung tendierte zuerst sehr gegen sie, aber ��</p><p>�� auf mysteri�se Weise�, f�hrte Desjani seinen Satz auf Verdacht fort, �ist die Information an die �ffentlichkeit gelangt, dass diese T�nzer die Bombardierung eines von Menschen bewohnten Planeten vereiteln?�</p><p>�Ja, auf sehr mysteri�se Weise�, stimmte Timbale ihr zu. �Auch die Syndiks. Alles, was Ihnen im Gebiet der Syndiks widerfahren ist, gilt als streng geheim, aber ��</p><p>�Sie haben verdammt viele undichte Stellen auf Ihrer Station.�</p><p>�Niemand kann beweisen, dass irgendetwas von dieser Station aus verbreitet worden ist.� Timbale sah Geary an. �Ist Ihnen klar, wie wichtig in den letzten Jahrzehnten ein gutes Verh�ltnis zur Presse war, um bis in diese obersten Dienstr�nge bef�rdert zu werden? Nicht? Gut, ich werde Sie mit dieser Information nicht belasten. Es gibt im �brigen auch Meldungen �ber Sie, die haben nichts mit Ihren Berichten zu tun. In einem Beitrag hei�t es, Sie h�tten im Sprungraum eine direkte Mitteilung von den r�tselhaften Lichtern empfangen. Diese Geschichte macht in zig Varianten die Runde. Die Lichter haben Sie zu den Kiks und den T�nzern gef�hrt. Die Lichter haben Ihnen gesagt, was Sie tun sollen. Die Lichter haben Sie aufgefordert, erneut die Allianz zu retten ��</p><p>�Erneut die Allianz zu retten? Vor wem denn bitte?�</p><p>�Wenn Sie die Nachrichten verfolgt h�tten, k�nnten Sie ein paar der m�glichen Antworten auf Ihre Frage bereits erahnen�, meinte Timbale und grinste ihn schief an. �Die recht gro�e Zahl an VIPs, die Sie aus der Gefangenschaft befreit haben, hat f�r zus�tzliche Verwirrung gesorgt. Und die sechstausend Gefangenen, die Sie zudem noch mitgebracht haben, sind wie ein Geschenk des Himmels f�r die Regierung, weil sie diese Leistung f�r sich beanspruchen kann.�</p><p>Dann wurde er wieder ernst. �Insgesamt l�uft es darauf hinaus, dass viel Ungewissheit herrscht. Drei fremde Rassen, von denen eine mit uns reden will. Niemand will den Kampf mit den Syndiks wieder aufnehmen, aber das machen sich die Syndiks zunutze. Ihre eigenen Absichten, Admiral, sind immer noch extrem wichtig, und es wird unver�ndert intensiv dar�ber diskutiert. Ihre Flotte ist �bel zusammengeschossen worden, aber Sie haben einige wichtige Gefechte f�r sich entschieden. Dabei f�llt mir ein: Wie bezahlen Sie eigentlich all diese Reparaturen? Von den Erbsenz�hlern, die die Budgets �berwachen, habe ich n�mlich noch keinen Ton geh�rt.�</p><p>�Wir bedienen uns sehr effizient aller verf�gbaren Ressourcen�, antwortete Geary.</p><p>�Ha! Gut so. Je weniger ich wei�, desto besser. Ach, es gibt auch eine gute Neuigkeit. Bislang ist nichts �ber Captain Bradamonts Rolle bei den Frachtern von Midway an die �ffentlichkeit gedrungen. Es gibt nur die weitestgehend akzeptierten Berichte, dass die Syndik-Schiffe hergekommen sind, um ein paar Gefangene abzuholen. Ich glaube nicht, dass irgendjemand, der mehr wei� als nur das, bislang eine Idee hatte, wie er diese Informationen nutzen kann.�</p><p>Sie hatten eine Hochsicherheitsschleuse erreicht, auf die Admiral Timbale nun zeigte. �Viel Gl�ck.�</p><p>�Tanya, halten Sie hier drau�en die Augen offen, solange ich da drin bin?�</p><p>�Wieso glauben Sie eigentlich, mich das erst noch fragen zu m�ssen?� Desjani salutierte. �Sagen Sie ihnen, Sie wollen einen freien Tag haben.�</p><p>�Werde ich machen.�</p><p>Die Delegation des Gro�en Rats erwartete ihn und Rione wieder an einem langen Tisch sitzend. Einige Gesichter erkannte Geary wieder, andere waren ihm fremd. Er war froh, Senator Navarro zu sehen, und beim Anblick von Senator Sakai versp�rte er einen Anflug von verhaltenem Optimismus. Als Gegengewicht war Senatorin Suva anwesend, die zu keinem Zeitpunkt einen Hehl aus ihrem Misstrauen gegen�ber Geary und der Flotte gemacht hatte. Und dann war da auch noch Senatorin Costa, die ihrerseits fast schon offen zu ihrer Verachtung f�r Senatorin Suva und zu ihrer eigenen Bereitschaft stand, absolut alles zu tun, was sie f�r notwendig hielt. Geary fragte sich, ob Costa � die sich vor langer Zeit daf�r eingesetzt hatte, Admiral Bloch das Kommando �ber die Flotte zu �bertragen, obwohl (oder gerade weil) sie wusste, dass der Mann einen Staatsstreich geplant hatte � wohl bereits Kontakt mit Bloch aufgenommen hatte, seit der von den Syndiks freigelassen worden war. Vielleicht hoffte sie ja, durch ihn die auf wackligen Beinen stehende Allianz-Regierung weiter zu destabilisieren.</p><p>�Warum ist sie hier?�, wollte Senatorin Suva wissen und zeigte auf Rione, noch bevor es eine formale Begr��ung gegeben hatte.</p><p>Navarro sah Suva mit zusammengekniffenen Augen an. �Weil Victoria Rione neben anderen Gr�nden von der Allianz-Regierung zur Gesandten f�r Admiral Gearys Mission bestimmt worden war.�</p><p>�Da war die Callas-Republik auch noch ein Teil der Allianz�, hielt Suva dagegen. �Da wir noch vor unserer Abreise von Unity geh�rt haben, dass die Callas-Republik die formale Bitte ge�u�ert hat, die Allianz zu verlassen � also eine Bitte, der gem�� den Beitrittsvertr�gen zwischen der Republik und der Allianz stattgegeben werden muss �, ist Rione nicht l�nger eine B�rgerin der Allianz.�</p><p>Alle Blicke richteten sich auf Rione, deren fl�chtiges Zucken Geary nicht entgangen war, als sie von den Absichten der Callas-Republik h�rte. Aber sie wahrte eine neutrale Miene und hob eine Hand, als wolle sie auf sich aufmerksam machen, obwohl die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sie gerichtet war. �In diesem Fall m�chte ich darum bitten, dass der Gro�e Rat mir Asyl gew�hrt.�</p><p>Es schloss sich Schweigen an, das so lange w�hrte, bis sich Navarro zu Wort meldete, w�hrend er sich ein Grinsen zu verkneifen schien. �Sie m�chten eine legale B�rgerin der Allianz werden? Das k�nnte man als Fl�chtlingsstatus einordnen.�</p><p>�Oder als Treuebruch�, erg�nzte Senatorin Costa, die keinen am�sierten Eindruck machte. �Oder als Verrat an der Callas-Republik.�</p><p>�Die Kriegsschiffe der Callas-Republik�, warf Geary ein, der aufpassen musste, dass er sich nicht zu fr�h in diesem Treffen von seiner Ver�rgerung mitschleifen lie�, �haben loyal und tapfer f�r die Allianz gek�mpft. Selbst wenn die Callas-Republik formal nicht l�nger zur Allianz geh�rt, betrachte ich sie immer noch als unsere Freunde, und ich hoffe, dass sie von uns genauso denken.�</p><p>�Und warum haben Sie dann deren Schiffe weggeschickt?�, wollte ein kleiner, schmaler Senator in schroffem Tonfall wissen. Geary hatte den Mann noch nie gesehen.</p><p>�Sie m�ssen repariert werden, und f�r diese Reparaturen sollte die Callas-Republik aufkommen. Au�erdem haben die Besatzungen sich etwas Zeit daheim verdient, nachdem sie �ber so lange Zeit derartig viele Entbehrungen hinnehmen mussten�, erkl�rte er. Da er mit dieser Frage von Anfang an gerechnet hatte, war er darauf vorbereitet gewesen und hatte seine Antwort ein paar Mal geprobt, damit er sie auch richtig r�berbrachte.</p><p>�Senator Wilkes�, sagte Sakai zu dem schm�chtigen Mann, bevor der weiterreden konnte. �Wir m�ssen uns auf die wesentlichen Themen konzentrieren. Was die Anwesenheit der Gesandten Rione angeht, m�chte ich darauf hinweisen, dass sie als jemand zu diesem Treffen eingeladen wurde, der uns am meisten �ber die als T�nzer bezeichneten Aliens sagen kann. Sie ist diejenige Person, die am h�ufigsten mit ihnen zu tun hatte.�</p><p>�Die Allianz�, warf Navarro mit Nachdruck ein, �braucht diese Person.�</p><p>Eine sichtlich unzufriedene Suva richtete ihre Aufmerksamkeit auf Geary. �Wir haben Ihren Bericht gelesen. Sie wurden auf eine Erkundungsmission geschickt.�</p><p>�Und die habe ich absolviert, Senatorin.�</p><p>�Sie haben zwei neue Kriege begonnen�, hielt Senator Wilkes dagegen. �Sie wurden losgeschickt, um Neues zu erkunden, aber Sie haben zwei neue Kriege begonnen!� Er lie� eine Pause folgen, als erwarte er Applaus.</p><p>Senator Navarro verzog das Gesicht. �Die Aufzeichnungen besagen deutlich, dass die Enigmas bereits die Menschheit bek�mpft haben, als wir von Ihrer Existenz noch nicht einmal wussten. Admiral Geary hat mit ihnen keinen Krieg begonnen. Aus den offiziellen Berichten ergibt sich, dass er vielmehr versucht hat, weitere K�mpfe zu verhindern und mit den Enigmas zu verhandeln.�</p><p>�Die Berichte stammen von den <emphasis>Syndiks</emphasis>, Senator.�</p><p>�Das gilt aber nicht f�r die Aufzeichnungen <emphasis>unserer </emphasis>Schiffe, Senator. Die zeigen uns, dass er versucht hat, mit ihnen zu reden und eine einvernehmliche L�sung zu finden. Aber die Enigmas beharrten auf weiteren Angriffen.�</p><p>�Selbst f�r den Fall, dass die Enigmas <emphasis>wirklich </emphasis>nicht mit uns reden wollten�, sagte Senatorin Suva, �und angesichts des wahrscheinlichen Verhaltens der Syndiks und des provozierenden Verhaltens unserer eigenen Streitkr�fte ��</p><p>�Provozierendes Verhalten?�, ging Senatorin Costa dazwischen. Mittlerweile kannte Geary Costa gut genug, um zu wissen, dass sie weniger ihn verteidigen wollte, sondern vielmehr reflexartig Suva attackierte.</p><p>�Wir sind ohne Erlaubnis in fremdes Gebiet vorgedrungen�, argumentierte Suva.</p><p>�Haben <emphasis>Sie </emphasis>sich nicht daf�r starkgemacht, dass Admiral Gearys Flotte genau diese Mission aufgetragen bekommt?�, herrschte Costa sie an.</p><p>Einen Moment lang fragte sich Geary, ob es wohl jemandem auffallen w�rde, wenn er jetzt einfach aufstand und den Raum verlie�. Die Senatoren waren so in ihren verbalen Schlagabtausch vertieft, dass sie sich l�ngst gegenseitig anbr�llten.</p><p>�Das hat mir wirklich nicht gefehlt�, merkte Rione. Sie st�tzte den rechten Ellbogen in die linke Handfl�che und legte ihr Kinn in die rechte Hand, dann schloss sie die Augen. �Wecken Sie mich, wenn die fertig sind.�</p><p>�Sie k�nnen dabei schlafen?�</p><p>�Das ist hundertmal besser, als es im wachen Zustand mitzumachen.�</p><p>Eine pl�tzliche Stille lie�e Geary aufhorchen. Er sah zum Tisch und stellte fest, dass sich die verschiedenen Senatoren immer noch w�tend anschauten, aber aufgeh�rt hatten zu br�llen. Senator Sakai war aufgestanden und sah auf seine Amtskollegen herab. Normalerweise lie� seine Miene keine Gef�hlsregung erkennen, doch jetzt zeigte sie eindeutig Missbilligung.</p><p>�Gibt es irgendwelche Fragen, die an Admiral Geary gerichtet werden sollen?�, fragte er und nahm wieder Platz.</p><p>Wilkes meldete sich als Erster zu Wort. Obwohl er eben zurechtgewiesen worden war, zeigte er sich unver�ndert aggressiv. �Wir befinden uns jetzt im Krieg mit <emphasis>zwei </emphasis>anderen Spezies. Ich nehme an, dem wird niemand widersprechen wollen. Warum bestand unser erstes Zusammentreffen mit den Bov-Ursoiden in einer Schlacht auf Leben und Tod?�</p><p>�Bov-Ursoide?�, fragte Geary. �Reden Sie von den Kiks?�</p><p>�Das ist eine beleidigende Formulierung. Ich werde den Gebrauch dieses Begriffs nicht tolerieren.�</p><p>Costa lachte abf�llig. �Niemand interessiert sich daf�r, ob Sie beleidigt sind, weil wir einem Volk von Verr�ckten einen Spitznamen gegeben haben.�</p><p>Es sah ganz nach dem n�chsten verbalen Schlagabtausch aus, doch der wurde in dem Moment erstickt, als Sakai sich vorbeugte und einen frostigen Blick �ber die Anwesenden wandern lie�.</p><p>Geary blickte kurz zu Rione, dann antwortete er: �Wir haben alles versucht, was m�glich war, um eine Kommunikation mit ihnen zu erreichen. Ihre erste Reaktion bestand darin, uns in dem Augenblick anzugreifen, als sie uns entdeckten. Wir ergriffen alle erforderlichen Ma�nahmen, um uns zu verteidigen, und solange wir uns in ihrem Sternensystem aufhielten, versuchten wir weiter, mit ihnen zu reden. Es gab von ihrer Seite keine Reaktion, au�er dass sie uns weiter attackierten.�</p><p>�Sie alle haben die Berichte gesehen�, erg�nzte Rione in n�chternem Tonfall. �Sie haben uns angegriffen und verfolgt, sie sind uns sogar in ein anderes Sternensystem gefolgt, um uns weiter anzugreifen. Selbst als ihre Niederlage und damit ihr Tod unausweichlich war, kam es zu keiner Kommunikation, stattdessen bevorzugten sie den Selbstmord. Sie k�nnen nicht mit jemandem reden, der sich weigert zu antworten und stattdessen mit den Versuchen, Sie zu t�ten, einfach nicht aufh�rt.�</p><p>�Vielleicht hatten sie Angst vor uns!�, gab Wilkes zu bedenken.</p><p>�Ja, vielleicht. Sie m�gen aus ihrer Sicht berechtigte Gr�nde daf�r gehabt haben, nicht mit uns zu reden und lieber bis zum Tod zu k�mpfen�, erwiderte Rione. �Allerdings f�hle ich mich nicht verpflichtet, mich von jemandem t�ten zu lassen, nur weil der einen guten Grund daf�r hat.�</p><p>�W�ren Sie nicht mit feuerbereiten Waffen in deren System geplatzt ��</p><p>�Wir haben nicht als Erste das Feuer er�ffnet�, betonte Geary.</p><p>�Admiral�, sagte Senator Navarro. �Sind Sie in das Sternensystem � wie hie� es noch gleich � Honor auf die gleiche Weise eingeflogen wie bei den Enigmas und bei dieser anderen Spezies, die Sie besucht haben?�</p><p>�Ja, Senator. In einer defensiven Formation.�</p><p>�Und bei Honor wurden Sie von den Vertretern der T�nzer willkommen gehei�en?�</p><p>�Sie haben dort unserer Flotte geholfen!�, rief Senatorin Costa triumphierend dazwischen.</p><p>�Aber ��, begann ein anderer Senator, �� diese T�nzer, die sind so ��</p><p>Costa grinste weiter. �Was ist los, Tsen? W�re es politisch unkorrekt, sie als abgrundtief h�sslich zu bezeichnen?�</p><p>�Wir d�rfen sie nicht nach ihrem Aussehen beurteilen!�</p><p>�Aber genau das machen Sie gerade, wie? Und es macht Ihnen schrecklich zu schaffen, nicht wahr?�</p><p>�Senatorin Costa�, warf eine gro�e, dunkle Frau ein. �Sie w�rden mehr Sympathien f�r sich verbuchen, wenn es Ihnen nicht solch offensichtliche Freude bereiten w�rde, Ihren Kontrahenten die Arme abzurei�en und dann mit den blutigen St�mpfen auf sie einzuschlagen.�</p><p>�Ich m�chte eine Erkl�rung abgeben�, verk�ndete Senatorin Suva.</p><p>�Wir haben noch so gut wie keine Fragen gestellt, Senatorin�, konterte die dunkle Frau. �K�nnten wir dieses Mal mit einer alten Tradition brechen und erst einmal etwas �ber ein Thema in Erfahrung bringen, ehe wir dazu Erkl�rungen abgeben?�</p><p>�Da hat Senatorin Unruh allerdings recht�, fand Navarro.</p><p>Bevor irgendwer etwas sagen konnte, explodierte Wilkes ein weiteres Mal und zeigte dabei auf Geary: �Warum haben Sie alle aus der Hand der Enigmas befreiten Menschen den Syndiks �bergeben?� Der Tonfall des Mannes war so anklagend, als h�tte Geary ein Kapitalverbrechen begangen.</p><p>�Sie waren alle B�rger der Syndikatwelten�, antwortete Geary und gab sich M�he, nicht so zu klingen, als w�rde er sich rechtfertigen.</p><p>�Sie h�tten uns wichtige Informationen �ber die Enigmas liefern k�nnen!�</p><p>�Sie wussten nichts �ber die Enigmas!� Geary b�ndigte seine Wut, ehe er weiterredete. �Rein gar nichts. Wenn Sie meinen Bericht lesen, dann ��</p><p>�Sie haben sie einfach ��</p><p>�Ich bin mit meiner Antwort NOCH NICHT fertig, Sir!� Alle starrten sie ihn an. Na gut, sollten sie ruhig machen. Er hatte zu viel durchgemacht und musste sich so etwas wie das hier nicht antun. �Bevor Sie mir Fragen stellen, lesen Sie die Ihnen zur Verf�gung gestellten Informationen, damit Sie wissen, wovon Sie eigentlich reden. Und wenn Sie mir dann Fragen stellen, gestatten Sie mir, darauf zu antworten, ohne unterbrochen zu werden. Jede Person, die wir aus dem Gef�ngnisasteroiden der Enigmas geholt hatten, war ein B�rger der Syndikatwelten. Ich besa� gar nicht das <emphasis>Recht</emphasis>, sie gegen ihren Willen festzuhalten und hierher mitzubringen. Keiner von ihnen wusste irgendetwas �ber die Enigmas. Sie hatten noch nie einen von ihnen gesehen und auch nie mit ihnen gesprochen. Sie hatten ja nicht mal einen von deren Avataren gesehen. Sie wussten weniger �ber die Enigmas als wir, noch bevor wir in deren Gebiet vorgedrungen sind. Aber der wichtigste Faktor bei meiner Entscheidung war der, <emphasis>dass ich kein Recht hatte, sie festzuhalten</emphasis>. Sie besa�en die Freiheit, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und selbst �ber ihr Schicksal zu entscheiden.�</p><p>Navarro merkte ungew�hnlich sarkastisch an: �Wollen wir Admiral Geary daf�r verurteilen, dass er sich an die Gesetze und Prinzipien der Allianz gehalten hat?�</p><p>�Da Sie gerade die Gesetze der Allianz ansprechen�, sagte Senatorin Costa, �und wir im Augenblick dar�ber reden, dass wir Leute bei den Syndiks zur�cklassen � w�rde der Admiral uns in dem Zusammenhang erkl�ren, warum er einen seiner Senioroffiziere bei den Syndiks zur�ckgelassen hat?�</p><p>�Einen meiner Offiziere?�, gab Geary zur�ck. �Wir haben viel zu viele Offiziere im Gefecht verloren, und den meisten von ihnen konnte eine ehrenvolle Bestattung im All zuteilwerden. Der einzige lebende Offizier, der die Flotte nicht nach Hause begleitet hat, ist Captain Bradamont. Sie ist als Verbindungsoffizierin der Allianz im Midway-Sternensystem geblieben.�</p><p>�Wer hat die Erlaubnis erteilt, eine Verbindungsoffizierin im Midway-Sternensystem zur�ckzulassen, Admiral?�, hakte Senatorin Costa nach.</p><p>�Den Befehl habe ich geschrieben�, erwiderte er in einem scheinbar ahnungslosen Tonfall. �Es war meine Idee.� Darauf hatten er und Rione sich geeinigt, und dabei blieb er jetzt auch. M�glicherweise hatte der eine oder andere anwesende Senator zu jenen geh�rt, die Bradamont wegen ihrer Arbeit f�r den Geheimdienst der Allianz w�hrend des Krieges hatten erpressen wollen. �Nat�rlich habe ich mir zuvor die Erlaubnis von den Vertretern unserer Regierung eingeholt, die die Flotte begleitet haben.�</p><p>�Damit meint er mich und den Gesandten Charban�, erg�nzte Rione fr�hlich.</p><p>�Ihre Anweisungen als Gesandte ��, begann Costa.</p><p>�� gew�hrten uns umfassende Befugnisse�, f�hrte sie den Satz zu Ende. �Anweisungen, die uns vom gesamten Gro�en Rat erteilt wurden, wie ich betonen m�chte.�</p><p>�Warum wurde Captain Bradamont f�r diesen Posten ausgew�hlt?�, wollte Senator Wilkes wissen. �Es kursieren Informationen �ber Bradamont, die ernsthafte Zweifel an ihrer Loyalit�t gegen�ber der Allianz aufkommen lassen.�</p><p>Geary sah Wilkes sekundenlang starr in die Augen, erst dann erwiderte er: �Wie ich bereits gesagt und ich es auch in meinem Bericht geschildert habe, ist Captain Bradamont die Verbindungsoffizierin f�r das seit Kurzem unabh�ngige Midway-Sternensystem. Die Beh�rden und die Bewohner von Midway haben eine extrem feindselige Haltung gegen�ber der Regierung der Syndikatwelten, was ich ebenfalls in meinem Bericht vermerkt habe. Ich habe keine Zweifel an der Loyalit�t von Captain Bradamont, und sollten Sie tats�chlich �ber Informationen verf�gen, die ihre Ehre infrage stellen, dann sollten Sie die offenlegen. Ich versichere Ihnen und jedem anderen hier, dass ich mit den mir zur Verf�gung stehenden Informationen jeden Vorwurf an ihre Adresse entkr�ften kann. Wenn es notwendig werden sollte, werde ich diese Informationen offenlegen.�</p><p>Senator Wilkes sah ihn w�tend an und suchte sichtlich nach Worten, doch Navarro kam ihm zuvor. �Sie haben die Ehre eines Offiziers von Admiral Geary beleidigt�, tadelte er Wilkes, als h�tte er ein Kleinkind vor sich. �Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Admiral sein Versprechen wahrmachen wird, um seine Offizierin zu verteidigen. Sind wir bereit, <emphasis>s�mtliche </emphasis>Informationen in dieser Sache offen auf den Tisch legen zu lassen?�</p><p>�Existieren keine Einschr�nkungen zu dem, was diskutiert werden kann?�, fragte Costa.</p><p>�Was f�r Einschr�nkungen und in Bezug auf welche Informationen?�, wollte Senatorin Suva wissen.</p><p>Ein paar Sekunden lang herrschte Schweigen, w�hrend sich verschiedene Senatoren vielsagende Blicke zuwarfen, dann fuchtelte Wilkes gereizt mit einer Hand. �Wir k�nnen sp�ter dar�ber diskutieren. Allerdings sehe ich keinen denkbaren Nutzen f�r die Allianz, wenn sich ein Senioroffizier der Flotte tief in feindlichem Gebiet aufh�lt.�</p><p>�Wir haben von ihr bereits sehr wichtige Informationen erhalten�, widersprach Rione. �Dank Captain Bradamont wissen wir, dass die Syndiks einen Weg gefunden haben, den Zugang zu den einzelnen Portalen in ihrem Hypernet zu blockieren.�</p><p>�Ich habe das in Ihrem Bericht gesehen�, sagte Navarro und lehnte sich zur�ck, dann sah er Rione und Geary aufmerksam an. �Das ist von extremer Bedeutung. Wie stellen sie das an?�</p><p>�Das wissen wir noch nicht. Aber es ist zweifellos eine Sache, der sich unsere Hypernet-Experten widmen sollten.�</p><p>Senatorin Unruh sch�ttelte den Kopf. �Die von der Regierung finanzierte Hypernet-Forschung ist drastisch zusammengestrichen worden, um Geld zu sparen.� Sie sah ihre Amtskollegen betont vorwurfsvoll an. �Wie praktisch, dass Admiral Geary ein von den Syndiks entwickeltes System mitgebracht hat, mit dem sich verhindern l�sst, dass Portale per Fernsteuerung zum Zusammenbruch gebracht werden. Und wie praktisch, dass die Syndiks weiter Geld in diese Forschung stecken, w�hrend die Allianz-Regierung beschlossen hat, dass dieser Bereich nicht so wichtig ist.�</p><p>�Wir haben das alles schon hundertmal durchgekaut�, beklagte sich Suva. �Wir m�ssen Priorit�ten setzen.�</p><p>�Unsere Flotte h�tte beinahe schon wieder in feindlichem Gebiet festgesessen�, warf Unruh ein. �Ich muss mich schon sehr wundern, dass unsere Priorit�ten unseren Feinden solche enormen Vorteile bringen.�</p><p>Suvas Gesicht lief vor Wut rot an. �Wollen Sie etwa unterstellen, ich w�rde ��</p><p>�Ich bin mir sicher, Senatorin Unruh wollte niemandem irgendetwas unterstellen�, ging Navarro dazwischen.</p><p>�Wenn ich das vorh�tte, w�rde ich meine Unterstellungen nicht auf eine einzige Senatorin eingrenzen�, sagte Unruh.</p><p>�Nach allem, was wir herausfinden konnten�, sagte Geary, um das betretene Schweigen zu �berspielen, das Unruhs Erkl�rung folgte, �scheinen die Syndiks nicht zu wissen, wer gerade ein bestimmtes Portal benutzen will. Sie k�nnen wohl nur den Zugang zu einem Portal blockieren. Das ist aber nur dann wirklich von Nutzen, wenn sie wissen, wo wir sind und wohin wir m�ssen. Bei Midway hatten sie diesen Vorteil. Selbst wenn wir uns wieder in dieser Situation befinden sollten, wissen wir jetzt, dass wir mit Spr�ngen andere Portale erreichen und dabei auf einem Zickzackkurs durch ihr Gebiet fliegen k�nnen, ohne dabei dem Weg folgen zu m�ssen, den sie uns aufzwingen wollen.�</p><p>�N�mlich einem Weg, der mit Fallen gepflastert ist�, brummte Costa.</p><p>�Herrscht jetzt eigentlich Frieden mit den Syndikatwelten oder nicht?�, wollte Suva wissen und klang dabei fast j�mmerlich.</p><p>�Von unserer Seite aus ja�, erwiderte Navarro. �Vonseiten der Syndiks wohl eher nicht.�</p><p>�Wir haben zwei Gefangene mitgebracht, die wir auf der <emphasis>Invincible </emphasis>festsetzen konnten�, sagte Geary.</p><p>�Die uns �berhaupt nichts erz�hlen k�nnen�, betonte Navarro m�rrisch. �Beide sind mental so bearbeitet worden, dass der eine katatonisch und der andere kaum am Leben ist. Wir k�nnen bei keinem der Angriffe beweisen, dass die Syndiks offiziell in irgendeinen Angriff verstrickt waren.�</p><p>�Zum Teufel mit Beweisen! Wir kennen die Wahrheit! Sie m�ssen vernichtet werden! Wir m�ssen sie endg�ltig erledigen�, beharrte Costa.</p><p>�Wir k�nnen nicht gegen den Friedensvertrag versto�en!�, konterte Senatorin Suva. �Das Volk w�rde das nicht mitmachen!�</p><p>Dann begannen sie alle gleichzeitig zu reden.</p><p>�Was denn f�r ein Frieden?�</p><p>�Fragen Sie die Menschen in der Allianz!�</p><p>�Wir k�nnen den Krieg nicht wiederaufleben lassen! Die Regierung w�rde zusammenbrechen!�</p><p>�Meine Mitsenatoren�, setzte Sakai mit ruhiger Stimme zum Reden an, die dennoch laut genug war, um von den anderen geh�rt zu werden. �Wie wir bereits festgehalten haben, m�ssen wir als Minimum die Freilassung aller Allianz-B�rger vorantreiben, die noch immer im Syndik-Gebiet oder im ehemaligen Syndik-Gebiet festgehalten werden. Solange das nicht geschehen ist, sollten wir den Syndiks keine rechtliche Handhabe bieten, um den Vertrag aufzuk�ndigen. Vielleicht sollten wir jetzt zu einem anderen Thema wechseln.�</p><p>Geary wartete, w�hrend die Senatoren �ber Sakais Empfehlung nachdachten. Er fragte sich, ob irgendeiner von ihnen ihm seine Nervosit�t dar�ber anmerkte, dass ihn jemand danach fragen k�nnte, was er den Herrschern von Midway als Gegenleistung f�r die Syndik-Apparatur gegeben hatte, mit der sich verhindern lie�, dass ein Hypernet-Portal per Fernsteuerung kollabierte.</p><p>Aber der Gro�e Rat versp�rte offenbar kein Verlangen danach, weiter �ber das Hypernet zu reden.</p><p>�Nun�, sagte Navarro. �Es gibt gute Neuigkeiten, �ber die wir uns unterhalten m�ssen. In diesem erbeuteten Kriegsschiff steckt eine gewaltige Menge an � �hm � Kik-Technologie. Durch sie sollten wir in der Lage sein, mehr �ber diese Rasse zu erfahren.�</p><p>�Wir h�tten mehr �ber sie erfahren k�nnen, wenn wir mit ein paar <emphasis>lebenden </emphasis>Individuen dieser Rasse reden k�nnten�, murmelte Senatorin Suva laut genug, um von allen geh�rt zu werden.</p><p>Rione machte eine knappe Geste, um Gearys reflexartiger Reaktion zuvorzukommen. �Wir haben es versucht�, sagte sie. �Wir haben es mit jeder denkbaren Methode versucht.�</p><p>�Die Spezialisten, von denen Sie begleitet wurden�, konterte Suva, �sagen, dass Sie mehrere Methoden unversucht gelassen haben, die h�tten funktionieren k�nnen.�</p><p>�Einige von ihnen m�gen das jetzt behaupten, aber zum betreffenden Zeitpunkt haben sie solche Methoden nicht vorgeschlagen�, machte Rione klar. �Ich pers�nlich habe sie wiederholt um Vorschl�ge gebeten. Wenn unsere akademischen Experten jetzt behaupten, ihnen seien andere Methoden bekannt gewesen, um mit den Kiks zu kommunizieren, dann kann es nur sein, dass sie diese Informationen absichtlich zur�ckgehalten haben. Vielleicht sollten Sie diese Leute fragen, warum sie das getan haben.�</p><p>Navarro verzog den Mund und tippte leicht mit der Hand auf den Tisch. �Meine Vermutung ist, dass diese Experten auch keine anderen Ideen hatten als Sie. Mir f�llt jedenfalls nichts ein, was Sie nicht auch versucht haben. Vielleicht kommen wir ja noch auf eine Methode, wie wir die beiden lebenden Kiks aufwecken k�nnen.�</p><p>�Davon muss ich mit Nachdruck abraten�, warf Geary ein. �Sie werden sich das Leben nehmen.�</p><p>�Es kann sein, dass diese Entscheidung nicht in unseren H�nden liegt, Admiral. Und was hat es mit diesen Geistern auf dem erbeuteten Schiff auf sich?�</p><p>�An Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>geht etwas Seltsames vor�, erkl�rte er. �Es manifestiert sich auf eine Weise, als w�rden sich Kik-Geister um einen scharen. Ich kann niemandem empfehlen, sich irgendwo in diesem Schiff allein aufzuhalten. Das Gef�hl stellt sich sehr bald ein und wird dann schnell st�rker.�</p><p>�Diese Spezies verf�gt doch �ber ein Ger�t�, warf Unruh leise ein, �mit dem man Planeten vor einem Bombardement aus dem All sch�tzen kann. Befindet sich irgendetwas an Bord dieses Schiffs, das uns zeigen kann, wie wir diese Technik auch anwenden k�nnen?�</p><p>Geary sp�rte f�rmlich die Welle der Hoffnung, die von den Senatoren ausgestrahlt wurde. Er sch�ttelte den Kopf, auch wenn es ihm noch so sehr zuwider war, diese Hoffnungen zu zerschlagen. �Das wei� ich nicht. Ihre Technologie und ihre Art, Ausr�stung zu konstruieren, unterscheidet sich grundlegend von unserer. Ich wei�, dass selbst die gr��ten Kik-Schiffe wie die <emphasis>Invincible </emphasis>nicht in der Lage waren, kinetische Projektile auf diese Weise abzulenken. Die Flotteningenieure vermuten, dass diese Form der Verteidigung einen enormen Energiebedarf hat oder eine sehr gro�e Masse ben�tigt, zum Beispiel die eines Planeten. Fazit ist aber, dass wir es einfach nicht wissen. Nat�rlich haben wir die Kik-Ausr�stung an Bord der <emphasis>Invincible </emphasis>nicht ausprobiert, weil wir nicht absehen konnten, was wir damit ausl�sen w�rden.�</p><p>�M�ssen wir unbedingt weiter diese beleidigende Bezeichnung �Kiks� benutzen?�, wandte Senatorin Suva ein. �Und warum beziehen Sie sich auf das Schiff, das wir ihnen abgenommen haben, indem Sie den Namen eines Schiffs unserer Flotte benutzen?�</p><p>�Ich kann sie auch B�rk�he nennen, wenn das angenehmer ist�, schlug Geary vor, da er keine Lust hatte, sich auf eine weitere sinnlose Diskussion einzulassen. �Wir wissen nichts dar�ber, wie sie sich selbst nennen. Dass ich das Schiff <emphasis>Invincible </emphasis>nenne, liegt daran, dass es als <emphasis>Invincible </emphasis>unsere Heimreise �berstanden hat und dass mehr als ein Marine sein Leben dabei verloren hat, es als <emphasis>Invincible </emphasis>zu verteidigen.�</p><p>�Es wird sicher oberste <emphasis>Priorit�t </emphasis>f�r die Allianz sein, so viel wie m�glich �ber die Technologie in Erfahrung zu bringen, die auf diesem Schiff zum Einsatz gekommen ist�, �u�erte sich Senatorin Unruh in einem gef�lligen Ton, mit dem sie dennoch deutlich machte, worauf sie hinauswollte. �Und was die Enigmas angeht � glauben Sie, da besteht Hoffnung auf Frieden?�</p><p>�Ich glaube, der Gesandte Charban liegt mit seiner Vermutung richtig, dass eine so sehr von ihrer Privatsph�re besessene Spezies unsere von Neugier getriebene Spezies als eine ernsthafte Bedrohung ansieht. Eine Zusicherung, nicht mehr �ber sie herausfinden zu wollen und auch nicht wieder in das von ihnen kontrollierte Gebiet zu fliegen, k�nnte als Grundlage hilfreich sein, um den Feindseligkeiten ein Ende zu setzen. Aber�, schr�nkte Geary sofort ein, �bislang haben die Enigmas auf unsere in diese Richtung gehenden Vorschl�ge nicht reagiert.�</p><p>�Und dann�, fuhr Unruh fort, �haben wir da noch die T�nzer.� Sie l�chelte am�siert. �Ich habe gesehen, wie sie ihre Schiffe bewegen. Das ist ein wirklich passender Name.�</p><p>�Sie haben einen von Menschen bewohnten Planeten gerettet�, warf Senatorin Suva wissbegierig ein. �K�nnen sie uns zeigen, wie sie das gemacht haben?�</p><p>�Auch das wei� ich nicht�, sagte Geary. �Sie reden mit uns, sie erscheinen hilfsbereit und freundlich, aber sie verf�gen auch �ber eine instinktive F�higkeit, ihre Schiffe durchs All zu man�vrieren, die �ber das hinausgeht, was wir Menschen mit unseren Sinnen und unserer Ausr�stung zu leisten imstande sind.�</p><p>�Aber k�nnen wir jemandem vertrauen, der so aussieht wie die?�, fragte Wilkes sichtlich angewidert.</p><p>Rione l�chelte, als sie erwiderte: �Dann haben wir doch auf jeden Fall die Gewissheit, dass wir uns nicht von ihrer Sch�nheit blenden lassen werden.�</p><p>�Kommen die Verhandlungen gut voran?�, wollte Navarro wissen.</p><p>�Wir lernen immer noch, mit ihnen zu kommunizieren. In einer formalen Verhandlungsphase befinden wir uns derzeit nicht.� Rione ersetzte ihr L�cheln durch einen Gesichtsausdruck, der keine Deutung zulie�. �Nach unserer Ankunft hier in Varandal haben sie uns eine Nachricht �bermittelt, die uns sehr �berrascht hat. Der Gesandte Charban und ich haben die Mitteilung erst sp�t heute Nacht komplett verstanden. Sie wird also jetzt und hier zum ersten Mal publik gemacht. Ich wollte, dass der Gro�e Rat als Erster davon erf�hrt.� Selbst die Senatorin, die Rione am liebsten mit Verachtung gestraft h�tte, schien sich ein wenig aufzuplustern, weil die Bemerkung es so klingen lie�, als sei ihre Bedeutsamkeit hervorgehoben worden. �Die T�nzer haben uns mitgeteilt, dass sie irgendwo hinm�ssen. Verhandlungen werden sie erst mit uns aufnehmen, wenn sie dort gewesen sind. Es wird nicht wie ein Ultimatum hingestellt, mehr als eine Wenn-Dann-Bedingung. Wenn wir sie annehmen, dann werden sie mit uns �ber andere Dinge reden.�</p><p>�Das haben sie uns gesagt?�, fragte Costa skeptisch. �Wie? Ich dachte, unsere Kommunikation mit den T�nzern verl�uft noch in sehr grundlegenden Bahnen.�</p><p>�Sie haben uns gesagt, dass es einen Ort gibt, den sie aufsuchen m�ssen. Sie haben die Piktogramme f�r <emphasis>m�ssen </emphasis>und <emphasis>reisen </emphasis>benutzt, also ist keine andere Auslegung m�glich�, erl�uterte Rione. �Das Gleiche haben sie wiederholt mit Blick auf die Wenn-Dann-Bedingung f�r weitere Verhandlungen gemacht.�</p><p>Sie hielt ihr Datenpad hin, tippte auf eine Taste, dann entstand �ber dem Tisch ein Bild aus kantigen Buchstaben. �Und dann zeigten sie uns das. Es ist ein Wort, das aus den Buchstaben aus einer der antiken Sprachen der Menschheit gebildet wird. Deshalb konnten unsere Systeme es m�helos �bersetzen. Selbst einer von uns kann das Wort aus der Herkunft unserer gegenw�rtigen Sprachen herleiten.�</p><p>�Und was besagt das Wort?�, wollte ein erstaunter Senator Navarro wissen.</p><p>�Kansas.�</p><p>�Was?�</p><p>�Das antike Wort lautet Kansas�, sagte Rione. �Wir haben auf jede erdenkliche Weise nachgefragt, aber die T�nzer antworten auf jede erdenkliche Weise, dass sie nach Kansas reisen m�ssen.�</p><p>�Wo soll denn das sein?�, wollte Costa wissen. �Ich habe noch nie von einem Stern namens Kansas geh�rt.�</p><p>�Wir haben Kansas ausfindig gemacht�, sagte Rione. �Es ist kein Stern und auch kein Planet, sondern ein Ort auf einem Planeten. Es ist der alte Name f�r eine Provinz oder Region auf diesem Planeten.�</p><p>�Welcher Planet? Welcher Stern?�, fragte Senator Navarro.</p><p>�Die Alte Erde. Im Sternensystem Sol.�</p><p>Die anschlie�ende Stille war so vollkommen, dass eine fallende Stecknadel sich wie ein Donnerhall angeh�rt h�tte. Als sich Navarro nach einer Weile zu Wort meldete, fl�sterte er zwar, doch es klang so, als w�rde er br�llen. �Die Alte Erde? Sie wollen die Alte Erde besuchen?�</p><p>�Darauf bestehen sie�, erwiderte Rione.</p><p>�Warum?�</p><p>�Das k�nnen oder wollen sie uns nicht erkl�ren. Nicht, solange wir sie nicht hinbringen.�</p><p>�Unm�glich�, verk�ndete Senatorin Costa. �Aliens ins Sol-Sternensystem bringen? Zur Alten Erde, zur Heimat unserer Vorfahren? Das k�nnen wir nicht zulassen.�</p><p>Sofort wandte sich Senatorin Suva gegen ihre erkl�rte ideologische Widersacherin Costa. �Sie sind Vertreter der ersten nichtmenschlichen intelligenten Spezies, die je Kontakt mit uns aufgenommen hat. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir sie nicht beleidigen.�</p><p>�Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir nicht einem Haufen Aliens die Gelegenheit geben, einen solaren Destabilisator auf Sol abzufeuern.�</p><p>�Diese Aliens haben uns geholfen, sie haben Menschen geholfen�, betonte Senatorin Unruh. �Es gibt keinen Beleg daf�r, dass sie feindselig sind.�</p><p>�Aber sehen Sie sich die doch nur an!�, beharrte Wilkes. �Wir sollen die an den heiligsten Ort in der ganzen Galaxis f�hren? Diese � <emphasis>Dinger?</emphasis>�</p><p>�Beurteilen Sie sie nicht nach ihrem Aussehen, sondern nach ihrem Handeln�, ermahnte Geary ihn.</p><p>�Sie k�nnen uns aber nicht sagen, <emphasis>warum </emphasis>sie zur alten Erde wollen, oder? Und auch nicht, wie sie von diesem Ort namens Kansas erfahren haben?�</p><p>�Das kann ich nicht�, musste Rione einr�umen.</p><p>�Einen Augenblick!�, rief Senator Sakai, als ein erneutes Stimmengewirr aufkommen wollte. �Sagen Sie, Admiral Geary. Sie haben die Schiffe der T�nzer gesehen. K�nnten die die Alte Erde aus eigener Kraft erreichen?�</p><p>�Selbstverst�ndlich�, antwortete er und fragte sich so wie immer, was Sakai mit seiner Frage bezweckte. �Sie verf�gen �ber etwas �hnliches wie unseren Sprungantrieb, der mindestens die gleiche Reichweite zu besitzen scheint wie unsere Technologie.�</p><p>�Man w�rde sie entdecken und aufhalten�, erkl�rte Costa abf�llig.</p><p>�Die T�nzer verf�gen �ber hervorragende Tarntechnologie�, gab Geary zur�ck. �F�r Schiffe von ihrer Gr��e ist die Technologie unserer �berlegen. Selbst wenn man sie entdecken w�rde, k�nnen sie jedem Abfangversuch ausweichen. Ich wei� nicht, wie lange sie bereits das Weltall mit Schiffen erkunden und wie lange sie �ber Sprungantriebe und Tarntechnologie verf�gen. Das hei�t, keiner von uns kann etwas dar�ber sagen, wann sie die Alte Erde zum ersten Mal besucht haben.�</p><p>Sakai nickte bed�chtig. �Dann k�nnten die T�nzer jeden Punkt in unserem Territorium anfliegen? Und sie k�nnten den von Menschen besiedelten Teil des Weltalls l�ngst erkundet haben?�</p><p>�Ja, Senator�, best�tigte Geary. �In meinem Bericht weise ich auf die M�glichkeit hin, dass sie mindestens die Au�enbezirke des Allianz-Territoriums erkundet haben, da sie das Symbol der Allianz wiedererkannten.�</p><p>�Und dennoch bitten sie uns um Erlaubnis. Sie bitten uns, die Alte Erde aufzusuchen, obwohl sie auch so hinfliegen k�nnten.� Sakai sah sich um, da er festgestellt hatte, was es festzustellen gab. �Wie k�nnen wir herausfinden, was sie dort wollen? Indem wir sie hinbringen.�</p><p>�Und wenn sie in Wahrheit doch feindselig sind?�, wandte Costa finster ein. �Was soll dann sein? Sol verf�gt �ber keinerlei Verteidigung. Unsere Heimat ist seit Jahrhunderten neutral und entmilitarisiert.�</p><p>�Wir w�rden die T�nzer-Schiffe eskortieren�, �berlegte Sakai. �Diese Eskorte k�nnte die T�nzer verteidigen und im schlimmsten aller F�lle als Verteidigung <emphasis>gegen </emphasis>die T�nzer dienen.�</p><p>�Wir k�nnen keine Flotte aus Kriegsschiffen nach Sol schicken�, wandte Suva ein. �Das ist politisch unm�glich. Der Aufruhr w�rde uns alle das Amt kosten und alle von Menschen bewohnten Sternensysteme, die nicht zur Allianz geh�ren, gegen die Allianz aufbringen.�</p><p>�Und womit k�nnten wir durchkommen?�, fragte Navarro in die Runde. �Was w�re politisch hinnehmbar?�</p><p>Sakai wandte sich wieder an Geary. �Admiral, hat die Allianz vor dem Krieg jemals Kriegsschiffe ins Sol-Sternensystem geschickt?�</p><p>�Ja, Senator�, erwiderte Geary. In der letzten Zeit war es ihm leichter gefallen, den Verlust von allem, was er vor hundert Jahren noch gekannt hatte, zu verdr�ngen und zu vergessen. Diese Frage jedoch lie� ihn zwangsl�ufig in ein Leben zur�ckkehren, das sich einer Zeit abgespielt hatte, die f�r jeden in dieser Flotte die ferne Vergangenheit darstellte. �Alle zehn Jahre entsandte die Allianz ein Kriegsschiff, das an den Gedenkfeierlichkeiten teilnahm.�</p><p>�Ein Kriegsschiff?�, hakte Suva argw�hnisch nach.</p><p>�Ja, Senatorin. Eines. Nat�rlich war die Flotte zu der Zeit auch noch viel kleiner. Trotzdem war es �blicherweise ein gro�es Schiff, um den Respekt vor der Heimat zu bekunden. Ein Schlachtschiff oder ein Schlachtkreuzer.�</p><p>�Ein Schlachtkreuzer?� Navarro nickte l�chelnd. �Die <emphasis>Dauntless </emphasis>ist ein Schlachtkreuzer, das Flaggschiff Ihrer Flotte. Ein ausgezeichnetes Schiff, dessen Crew heldenhaft und ehrbar gehandelt hat.�</p><p>Alle schienen darauf zu warten, dass Geary etwas sagte, also erwiderte er das Nicken. �Ich w�rde dieser Charakterisierung der <emphasis>Dauntless </emphasis>und ihrer Crew nicht widersprechen wollen.�</p><p>�Und zweifellos auch nicht ihres Captains�, f�gte Costa grinsend hinzu.</p><p>�Ein Schiff, das gro� genug ist�, redete Sakai weiter, ohne auf Costas spitze Bemerkung zu Gearys privater Beziehung mit Desjani einzugehen, �um ausgew�hlte Vertreter unserer Regierung auf diese Reise mitzunehmen, damit alle das Gef�hl haben, ausreichend repr�sentiert zu werden, und damit alle notwendigen Verhandlungen mit den T�nzern gef�hrt werden k�nnen, zu denen sie nach dem Eintreffen an diesem Ort namens Kansas bereit sein sollten.�</p><p>�Ein Schlachtkreuzer?�, wiederholte Costa mit berechnender Miene. �Und alle � Interessen � w�ren vertreten? Damit k�nnte ich mich einverstanden erkl�ren.�</p><p>�Wenn Senatorin Costa mitkommt�, warf Suva ein, �dann werde ich auch mit dabei sein. Dar�ber lasse ich nicht mit mir verhandeln.�</p><p>�Ich bin mir sicher, dass wir alle sehr erfreut dar�ber sind, Sie bei uns zu haben�, konterte Costa und grinste sie geh�ssig an.</p><p>�K�nnen wir uns darauf einigen?�, fragte Navarro, als glaube er ohnehin daran, dass irgendeine Form von Einigung m�glich war.</p><p>�Nicht nur diese beiden�, protestierte Senatorin Unruh.</p><p>�Jemand, der von allen akzeptiert wird�, stimmte Navarro zu. �Ich wei�, damit schlie�e ich mich aus. Was ist mit Senator Sakai? Irgendwelche Einw�nde?� Niemand meldete sich zu Wort. �Dann sind wir uns also einig, dass die Senatoren Sakai, Suva und Costa an Bord des Schlachtkreuzers <emphasis>Dauntless </emphasis>mitreisen werden, der die sechs T�nzer-Schiffe zur Alten Erde begleiten soll. Der Befehl an die <emphasis>Dauntless </emphasis>lautet, die T�nzer-Schiffe zu eskortieren und zu besch�tzen, es sei denn, die T�nzer zeigen unerwartet ein feindseliges Verhalten. In diesem Fall wird die <emphasis>Dauntless </emphasis>die Alte Erde und den Rest des Sol-Sternensystems besch�tzen. Admiral Geary wird mitreisen, ebenso die Gesandte Rione ��</p><p>�Sie?�, rief Suva. �Wof�r denn das?�</p><p>�Um mit den T�nzern zu reden�, sagte Unruh un�berh�rbar gelangweilt.</p><p>�Was ist mit dem anderen? Charban?�</p><p>�Die T�nzer kommunizieren vorzugsweise mit uns beiden�, erkl�rte Rione.</p><p>Geary wusste, dass die T�nzer in Wahrheit den Kontakt mit Charban bevorzugten, aber da er wollte, dass Rione mitkam, nickte er nur, als w�rde er zustimmen.</p><p>�Es ist ohnehin besser, zwei Verbindungsleute zu den T�nzern zu haben�, merkte Sakai an. �Eine Einzelperson k�nnte bei zu h�ufigen Anfragen erm�den. Rione und Charban sollten beide mitkommen.�</p><p>�Aber nicht als Gesandte!�, beharrte Suva.</p><p>�Nein, das ist nicht n�tig, denn es sind ja Vertreter des Gro�en Rats an Bord. Die beiden ben�tigen allerdings einen Titel. Botschafter? Sprecher?�</p><p>�Wie w�r es mit Delegat?�, schlug Navarro vor.</p><p>�Damit w�re ich einverstanden.�</p><p>Widerwillig stimmten auch Suva und Costa zu, gefolgt von den �brigen Senatoren.</p><p>Navarro l�chelte Geary aufmunternd an. �Dann w�re das ja entschieden. Treffen Sie alle Vorbereitungen f�r diese Reise. Ich beneide Sie, das gebe ich offen zu. In den letzten Jahrzehnten hat sich nie der Luxus einer Reise zur Alten Erde ergeben, obwohl dort vor langer Zeit ein Hypernet-Portal eingerichtet wurde. Sie, die <emphasis>Dauntless </emphasis>und ihre Crew haben sich um die Gelegenheit verdient gemacht, die Heimat unserer Vorfahren zu besuchen. Au�erdem werden Sie sich so von den Strapazen Ihrer letzten Mission erholen k�nnen. Diese Reise zur Alten Erde wird f�r Sie alle eine l�ngst �berf�llige Verschnaufpause darstellen, nachdem Sie in der letzten Zeit so viel mit Blut und Feuer konfrontiert wurden.�</p><p>Nachdem sie beide den Raum verlassen hatten und wieder mit Timbale und Desjani zusammengetroffen waren, wandte sich Rione an Geary: �Glauben Sie eigentlich an Fl�che, Admiral?�</p><p>Er beschrieb eine vage Geste. �Ich glaube, manchmal k�nnen sie wirklich real sein. Wieso fragen Sie?�</p><p>�Weil ich w�nschte, Senator Navarro h�tte diese letzten Worte besser f�r sich behalten. Es ist nie gut, das Schicksal herauszufordern.�</p></section><section><title><p>Vierzehn</p></title><p>�Ich bin offiziell davon in Kenntnis gesetzt worden, dass ich mit meinen Marines bis auf Weiteres bei Ihrer Flotte bleiben soll�, sagte General Carabali.</p><p>Gearys L�cheln verriet ihr, wie er dar�ber dachte. �Es freut mich, das zu h�ren, General. Ich habe bereits alle Schiffe autorisiert, die Flotte bis auf Weiteres zu verlassen und ihren Besatzungen so viel Landurlaub wie m�glich zu gew�hren. Sie haben die Erlaubnis, mit Ihren der Flotte unterstellten Marines genauso zu verfahren.�</p><p>�Danke, Admiral. Wenn ich das richtig verstanden habe, gilt das aber nicht f�r die Marine-Einheiten an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, richtig?�</p><p>�Bedauerlicherweise nein.�</p><p>�Sie werden ohnehin eine besondere Aufgabe zu erledigen haben. Die Alte Erde ist auch das Zuhause der Marines. Die Einheiten werden f�r eine kleine Zeremonie anl�sslich dieses besonderen Augenblicks verantwortlich sein.�</p><p>Nach dem Gespr�ch mit Carabali schaute Geary betr�bt auf die immer l�nger werdende Liste an eingehenden Nachrichten. Die Marines waren nicht die Einzigen, die an einer speziellen Zeremonie interessiert waren, wenn sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>auf den Weg zur Alten Erde machte. Die Anfragen f�r Feierlichkeiten aller Art st�rmten von allen Seiten auf ihn ein.</p><p>Obwohl ein leichtes Vibrieren die <emphasis>Dauntless </emphasis>durchfuhr, da alle von der bevorstehenden Reise vor Begeisterung kaum noch zu b�ndigen waren, kam ihm sein Quartier seltsam ruhig vor. Die Entt�uschung der Crew, nicht nach Kosatka reisen zu d�rfen, von wo der gr��te Teil der Besatzung stammte, war schnell vergessen, als klar wurde, dass man die alte Heimat besuchen w�rde. Das Ansehen der Crewmitglieder auf Kosatka, das schon davon profitiert hatte, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu Black Jacks Flaggschiff auserkoren worden war, w�rde astronomische H�hen erreichen, wenn sie von einem pers�nlichen Besuch im Sol-Sternensystem heimkehrten.</p><p>Dieser Gedanke brachte ihn auf die Frage, wieso er heute noch nichts von Tanya geh�rt hatte. Er rief sie in ihrem Quartier.</p><p>�Guten Tag, Admiral�, begr��te ihn Desjani mit einem fl�chtigen L�cheln.</p><p>�Es tut mir leid, dass wir unseren freien Tag nicht bekommen haben.�</p><p>�Vielleicht klappt das ja auf der Alten Erde. Wir k�nnten irgendeinen ber�hmten Ort besuchen, zum Beispiel die Tranquility Base Site.�</p><p>�Klingt romantisch�, meinte Geary.</p><p>Sie ging auf seinen Humor nicht ein, sondern schaute ernst auf ihren Schreibtisch. �Es gibt noch viel zu tun. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hat von den Gefechten viele Narben zur�ckbehalten, aber das ist in Ordnung so. Sie hat sich jede Einzelne ehrenvoll verdient. Allerdings muss alles andere perfekt sein.�</p><p>�Ich meine, mich daran erinnern zu k�nnen, dass mir mal ein Vortrag zu dem Thema gehalten wurde, eben nicht nach Perfektion zu streben�, gab Geary zur�ck. �Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hat h�chste Priorit�t beim Austausch der �beralterten Systeme erhalten, also ist sie jetzt praktisch so gut wie neu. Und selbst davor war sie der beste Schlachtkreuzer der ganzen Flotte.�</p><p>�Sie war und ist immer der beste Schlachtkreuzer�, korrigierte Desjani ihn, dann wurde sie wieder ernst. �K�nnen wir es uns leisten, die Reparaturarbeiten der Flotte von Smythe �berwachen zu lassen, w�hrend wir weg sind?�</p><p>�Admiral Timbale wird Captain Smythe auf die Finger schauen. Tanya, sind Sie sich ganz sicher, dass da nicht noch etwas anderes ist au�er den Vorbereitungen f�r diese Reise? Ich wei�, es ist kein angenehmer Gedanke, drei Senatoren an Bord zu haben, aber Sie werden von denen nicht sehr behelligt werden.�</p><p>�Nicht, wenn meine Gebete erh�rt werden.� Einen Moment lang vergrub sie das Gesicht in ihren H�nden, dann sah sie Geary wieder an. �Ich muss Sie um einen Gefallen bitten.�</p><p>�Um was geht es?�</p><p>Sie verhielt sich ungew�hnlich z�gerlich. �Es kommt jemand an Bord, um sich mit mir zu treffen. Jemand, der extra nach Varandal gereist ist in der Hoffnung, die Flotte noch hier anzutreffen. Sie m�chte zu mir � und ich kann das nicht ablehnen. Ich wei� auch, sie w�rde Sie gern sehen. K�nnten Sie das einrichten?�</p><p>�Tanya, wenn ich von irgendetwas entschieden zu wenig habe, dann ist es Zeit. Aber wenn es jemanden gibt, der oberste Priorit�t bei der Verteilung dieser Zeit hat, dann sind Sie das. Auch wenn ich noch tausend Dinge erledigen muss, von denen die H�lfte schon gestern h�tte fertig sein m�ssen.� Wenn er als Befehlshaber der Flotte schon zu kaum noch etwas kam, wie sollte das dann erst aussehen, wenn er sich tats�chlich zum Diktator �ber die Allianz aufschwingen w�rde. Kein vern�nftiger Mensch w�rde so einen Posten noch haben wollen, wenn er erst einmal wusste, wie viel Aufwand damit verbunden war.</p><p>Aber Admiral Bloch war Geary auch nicht wie ein Mann vorgekommen, der sich allzu viele Gedanken �ber die m�glichen Konsequenzen seines Handelns machte.</p><p>�Ich wei�, jeder will etwas von Ihnen�, redete Desjani weiter. �Aber f�r mich ist das hier wirklich wichtig. Bitte, Jack.�</p><p>So sprach sie ihn selten an, selbst dann, wenn sie mit ihm allein war. Er sah sie verdutzt an. �Tanya, ich habe bereits zugesagt. Um was geht es? Wer ist diese Frau?�</p><p>�Um was es geht?� Ihre Hand ber�hrte das Band des Flotten kreuzes auf ihrer Brust. �Darum geht es. Und wer sie ist? Sie ist die Tochter eines Mannes, den ich in den Tod geschickt habe.�</p><p>Greta Milam war eine hochgewachsene, d�nne Frau, deren Gesichtsausdruck selbst dann noch ernst wirkte, wenn sie versuchte zu l�cheln. Auch wenn sie vermutlich erst Anfang zwanzig war, erschien sie deutlich �lter. �Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen, Admiral�, sagte sie und setzte sich in Desjanis Quartier auf den Platz, den Tanya ihr anbot.</p><p>�Die Ehre ist ganz meinerseits�, erwiderte er. �Ich h�rte, Ihr Vater diente unter Captain Desjani.�</p><p>Offenbar war das eine sehr ungeschickte und dumme Bemerkung gewesen, da Desjani leicht zusammenzuckte und Milam best�rzt dreinschaute. Sie sah Tanya an, ihre Miene verriet ein wildes Durcheinander unterschiedlichster Gef�hlsregungen. �Ja, auf der <emphasis>Fleche</emphasis>. Ich war Ihnen sehr dankbar f�r den Brief, den Sie mir nach dem Vorfall damals geschrieben haben, Captain, und in dem Sie mir schilderten, was mein Vater geleistet hat. Er hat meiner Mutter und mir sehr viel Trost gespendet.�</p><p>Als Desjani antwortete, klang es, als m�sse sie mit ihren eigenen Gef�hlen k�mpfen. �Master Chief Milam war ein wahrer Held. Er hat das Flottenkreuz viel mehr verdient als ich.�</p><p>�Ich habe geh�rt, Sie haben darauf bestanden, dass er diese Auszeichnung erh�lt�, sagte Greta Milam. �Ich habe sie bekommen. Sie bedeutet mir sehr viel.�</p><p>�Das freut mich�, erkl�rte Desjani betreten.</p><p>�Ich habe mich immer etwas gefragt � Sie haben als Letzte mit ihm gesprochen?�</p><p>�Ja, das ist richtig.�</p><p>�Wie lauteten seine letzten Worte? In Ihrem Brief ist das nicht ausdr�cklich erw�hnt, deshalb habe ich dar�ber immer nachgegr�belt. Es ist schon eigenartig, auf welche Dinge sich die Menschen fixieren. Als kleines M�dchen fiel mir auf, dass dar�ber nichts im Brief steht, deshalb � habe ich immer ger�tselt, was es gewesen sein k�nnte.�</p><p>Tanya blickte die Tochter von Master Chief Milam lange Zeit an, ehe sie antwortete: �Er sagte mir, ich h�tte nur gut eine Minute.�</p><p>�Wie bitte?� Das war anscheinend ganz und gar nicht das, was Greta Milam erwartet hatte.</p><p>�Er hielt sich im Maschinenraum des Schweren Kreuzers der Syndiks auf, den wir geentert hatten�, erkl�rte Tanya. �Er stellte die Maschinen so ein, dass sie einen teilweisen Kollaps erleiden sollten. Ich befand mich in einem der Enterschl�uche und k�mpfte gegen die Syndiks, die von unserem Schiff auf ihr eigenes zur�ckkehren wollten, um das zu verhindern, was wir dort vorhatten. Er sagte � er sagte, bei ihm seien nur noch sechs �berlebende Matrosen, und die Syndiks waren im Begriff, in das Abteil einzudringen. Er bat mich, Ihnen zu sagen, dass er eines ehrenvollen Todes gestorben ist. Das habe ich gemacht. Ich habe Ihnen gesagt, was er getan hat. Ich habe Ihnen gesagt, dass er das gesagt hat.�</p><p>Tanya sah einen Moment lang zur Seite, um sich zu sammeln, dann wandte sie sich wieder Greta Milam zu. �Ich w�nschte ihm einen ehrenvollen Empfang inmitten der Lebenden Sterne, und dann sagte er zu mir, ich solle alle verbliebenen Matrosen zur�ck auf die <emphasis>Fleche </emphasis>bringen, und wenn wir es innerhalb einer Minute schafften, k�nnten wir vielleicht noch �berleben, auch wenn die <emphasis>Fleche </emphasis>ein v�lliges Wrack war.�</p><p>�Wie viele Matrosen waren das?�, fragte Geary, der sich vorkam wie ein Eindringling, der hier nichts zu suchen hatte.</p><p>�Mit mir zusammen? Neun. Angefangen hatten wir mit hundert. Nein. Mit zweihundertf�nfunddrei�ig. Hundert waren nur noch �brig, als die Syndiks unser Schiff enterten.�</p><p>Greta Milam blinzelte, um gegen ihre Tr�nen anzuk�mpfen. �Ich muss gestehen, Captain, ich habe es Ihnen eine Weile zum Vorwurf gemacht, dass Sie �berlebt haben, w�hrend mein Vater sterben musste.�</p><p>�Machen Sie sich deshalb keine Gedanken�, entgegnete Desjani. �Mir ist es nicht anders ergangen.�</p><p>�Aber ich habe bereits mit ein paar von den anderen �berlebenden gesprochen. Sie berichteten davon, dass sie alle damit rechneten, sterben zu m�ssen. Es war ein Wunder, dass es ein paar von ihnen doch noch geschafft haben, den Syndik-Kreuzer rechtzeitig zu verlassen. Aber sie sagten auch, dass Sie das getan haben. Mein Vater w�re so oder so gestorben, und ohne Sie h�tten die Syndiks die Schlacht gewonnen. Dann h�tte niemand jemals erfahren, wie er gestorben ist. Durch Sie hat er die Chance bekommen, mit seinem Tod etwas zu leisten, woran sich jeder erinnern w�rde. So konnten wir alle erfahren, was er getan hatte. Daf�r m�chte ich Ihnen danken, und ich wollte Sie um Verzeihung bitten, dass ich Ihnen die Schuld gegeben habe.�</p><p>Desjani nickte bed�chtig. �Nat�rlich. Ich � ich habe mir oft gew�nscht, ich h�tte ihn retten k�nnen. Er hat mir und allen anderen das Leben gerettet.�</p><p>�Das ist schon ziemlich verworren, nicht wahr?�, meinte Greta Milam. �Wer ist wem f�r was zu Dank verpflichtet? Wer schuldet wem was? Aber jetzt ist der Krieg vorbei, und daf�r k�nnen wir dankbar sein.�</p><p>�Trotzdem sterben immer noch Matrosen.�</p><p>Die junge Frau schwieg sekundenlang. �Es sollte nicht so klingen, als w�re mir das egal.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Tut mir leid. Es f�llt mir noch immer schwer, an diesen Tag zur�ckzudenken. Ich � rede normalerweise nicht dar�ber.�</p><p>�Das tut mir leid.�</p><p>�Das muss es nicht. Ihr Vater � ich h�tte ihm das, was er getan hat, nicht befehlen k�nnen. Und selbst wenn, ich h�tte es nicht getan. Er hat sich entschieden, ein Opfer zu bringen, damit viele andere �berleben konnten, und ich bin mir sicher, in den letzten Augenblicken hat er an Sie und Ihre Mutter gedacht.�</p><p>Milam senkte den Kopf, konnte aber ihre Tr�nen nicht verbergen. Sie stand auf. �Ich � sollte jetzt gehen. Das hier war � wirklich n�tig. Vielen Dank.�</p><p>Auf dem Weg aus dem Quartier fiel ihr Blick auf die Tafel neben der Luke, und Milam blieb noch einmal stehen. �Ich sehe da den Namen meines Vaters. Sind das alles � Freunde von Ihnen, die gestorben sind?�</p><p>�Ja�, antwortete Tanya leise. �Ich vergesse nicht einen Einzigen von ihnen.�</p><p>Nachdem Milam, von Master Chief Gioninni in Galauniform zu Ehren der Tochter eines gefallenen Master Chiefs begleitet, wieder gegangen war, lie� sich Desjani seufzend auf ihren Platz sinken. �Das war sehr hart.�</p><p>�Jetzt wei� ich zumindest etwas �ber das Gefecht, das Ihnen das Flottenkreuz eingebracht hat�, sagte Geary.</p><p>�Nur dass ich es gar nicht verdient habe, sondern Master Chief Milam. Ich wei� nicht, warum es mir ebenfalls verliehen worden ist.� Sie atmete tief durch und kniff gequ�lt die Augen zusammen. �Habe ich Ihnen je von meinem Traum nach diesem Einsatz erz�hlt?�</p><p>Er sch�ttelte den Kopf. �Nein. Sie haben mir weder etwas �ber den Einsatz noch �ber die Zeit danach erz�hlt.�</p><p>�Ich gebe Ihnen gern die Erlaubnis, die offiziellen Aufzeichnungen dar�ber aufzurufen, wenn Sie das wollen. Ich werde nicht dar�ber reden. Aber Sie verdienen es zu wissen ��</p><p>�Sie sprachen von einem Traum�, hakte er nach.</p><p>Ihr Blick war starr auf das Deck gerichtet, um ihm nicht in die Augen zu sehen. �Ich � stand unter Stress. Mein Schiff war zerst�rt, fast meine gesamte Crew war im Kampf Mann gegen Mann ausgel�scht worden. Ich war in schlechter Verfassung. Man gab mir Medikamente, damit ich schlafen konnte. Ich tr�umte. Ich tr�umte davon, dass ich Sie schlafen sah.�</p><p>�Was?�</p><p>Sie hob den Kopf und sah ihm in die Augen, als warte sie nur darauf, dass er ihre Worte infrage stellte. �Ich sah Sie schlafen. Ich wusste, Sie sind das. Black Jack.�</p><p>�Mich? Sie haben mich gesehen?�</p><p>�Nicht im eigentlichen Sinn�, r�umte sie ein, redete aber mit fester Stimme weiter. �Ihr Gesicht konnte ich nicht ausmachen, es war im Schatten verborgen. Aber ich wusste, wer Sie waren. Sie lagen in der Dunkelheit da. Ich verstand das alles nicht. Black Jack sollte sich bei den Lebenden Sternen befinden, oder bei den Lichtern im Sprungraum, irgendwo an einem Ort, an dem das Licht glei�end hell strahlt. Aber um Sie herum war alles dunkel. Und kalt. Daran erinnere ich mich genau.�</p><p>Dunkel und kalt. Zu der Zeit hatte er im K�lteschlaf gelegen, tiefgek�hlt an Bord einer besch�digten d�steren Rettungskapsel, die einsam durchs All trieb. Geary starrte sie an. �Sind Sie sich ganz sicher, dass Ihre Erinnerung nicht durch Erkenntnisse beeinflusst wird, die Sie gewonnen haben, nachdem Ihr Schiff mich an Bord geholt hatte?�</p><p>�Nein, ich habe nie ein Detail dieses Traums vergessen. Ich sah Sie in diesem Traum und ich br�llte Sie an.�</p><p>�Bei meinem Anblick haben Sie mich angebr�llt? Das glaube ich Ihnen aufs Wort.�</p><p>�Sehr witzig.� Sie fuhr sich mit beiden H�nden durchs Haar, ihr Gesichtsausdruck zeigte, dass sie ein altes Trauma noch einmal durchlebte. �Ich forderte Sie auf, sofort aufzuwachen und uns zu helfen. Aber dann war pl�tzlich Master Chief Milam da und gab mir zu verstehen, dass es noch zu fr�h sei. Daraufhin verblassten Sie beide langsam, bis Sie ganz verschwunden waren. Als ich sp�ter aufwachte, war das der einzige Traum, an den ich mich noch ganz genau erinnern konnte.� Wieder sah sie ihn an. �Und als wir Sie Jahre sp�ter fanden und Sie auf mein Schiff geholt wurden, da wusste ich es sofort. Ich musste nicht erst ein DNS-Testergebnis oder irgendwelche anderen Untersuchungen abwarten, ich wusste einfach, Sie waren der Mann aus meinem Traum. Sie waren endlich zur�ckgekehrt, um uns zu retten.�</p><p>Wieder erwachte dieses Unbehagen, in keiner Weise dem Mythos gerecht zu werden, der sich um den Helden herum entwickelt hatte, der er angeblich war. Ihr Glaube an diesen Helden war unver�ndert stark, aber irgendwie schaffte Desjani es, im Geiste diesen Helden von dem Mann zu trennen, der er in Wirklichkeit war. Sie betete Black Jack an, und sie liebte John Geary. Doch sie w�rde nie den Mann anbeten, und daf�r konnte er nur zutiefst dankbar sein. �Tanya, inzwischen wissen Sie, wer ich wirklich bin.�</p><p>�Ich kannte Sie damals, und ich kenne Sie heute. Erinnern Sie sich an unsere erste Begegnung?�</p><p>�Ja, sehr deutlich.� Er war aus einem sehr tiefen und sehr langen K�lteschlaf erwacht, und eine Frau in der Uniform eines Captains stand �ber ihn gebeugt. An dieser Uniform trug sie unerkl�rlicherweise das Flottenkreuz. Als er bei Grendel gek�mpft hatte, war dieses Abzeichen schon seit einer Generation nicht mehr verliehen worden. Dieser Anblick war f�r ihn der erste Hinweis darauf gewesen, dass er viel l�nger als vorgesehen im K�lteschlaf verbracht hatte. �Sie sahen mich an, als ob ��</p><p>�� als ob ich Sie kenne. Ich habe niemandem von diesem Traum erz�hlt. Ich wusste nicht, ob er vielleicht nur aus Fieber und Stress heraus entstanden war. Oder ob mir meine Vorfahren vielleicht eine Vision geschickt hatten, um mir zu sagen, dass ich eines Tages diesem Mann aus meinem Traum begegnen w�rde. W�rde ich ihm dabei helfen, diesen langen und blutigen Krieg zu beenden? Und dann waren Sie auf einmal da, und ich wusste, ich hatte eine Rolle zu erf�llen.�</p><p>Kein Wunder, dass Tanya ihm jegliche Unterst�tzung angeboten hatte, dass sie ihm sogar ihre Ehre angeboten hatte, sollte er sie von ihr fordern. �Sie haben das alles gemacht, weil Sie dachten, das ist ein Auftrag, den Ihnen jemand erteilt hat?�</p><p>�Oh, bitte! Ich wollte es machen. Ich wollte mich aber nicht in meinen vorgesetzten Offizier verlieben. Dagegen habe ich angek�mpft, passiert ist es trotzdem. Aber in allen anderen Punkten war es meine freie Entscheidung. Die Lebenden Sterne k�nnen uns zu Aufgaben f�hren, aber nur wir k�nnen entscheiden, ob wir sie �bernehmen wollen. Von allen Menschen im gesamten Universum sollte Black Jack derjenige sein, der das verstehen sollte.�</p><p>�Ja, das sollte er wohl.� Geary suchte vergeblich nach einer passenden Erwiderung, schlie�lich fragte er: �Geht es Ihnen gut?�</p><p>�Ja, alles bestens.� Sie straffte die Schultern, dr�ckte den R�cken durch und sah Geary an, als h�tten sie soeben irgendeine Routineangelegenheit besprochen. �Meine Mitleidsphase ist vorbei. Und was ist mit Ihnen? Ich war nicht so sehr mit mir selbst besch�ftigt, dass ich nicht gemerkt h�tte, dass Ihnen etwas zu schaffen macht.�</p><p>Wenn Tanya ihn beobachtete, war es regelm��ig sinnlos, die Wahrheit zu leugnen. �Es geht um den Gro�en Rat. Ich hatte noch nie den Eindruck, dass der Gro�e Rat wie geschmiert l�uft, aber es scheint seit unserer ersten Ankunft hier noch viel schlimmer geworden zu sein. Anstatt �ber ein Thema zu reden, attackieren sie sich st�ndig gegenseitig mit spitzen Bemerkungen.�</p><p>�War das nicht schon immer so?�</p><p>Es war klar, dass Desjani so reagieren w�rde. Ihre Meinung �ber die Politiker, die bei der Allianz das Sagen hatten, konnte vermutlich gar nicht noch schlechter werden. �Nicht so schlimm wie jetzt. So war es nicht mal bei meinem ersten Treffen mit dem Rat. Auch nicht beim zweiten Treffen, als ich den Auftrag erhielt, ins Gebiet der Enigmas vorzudringen. Da hatte ich das Gef�hl, dass der Gro�e Rat weitgehend einer Meinung war, was meine Befehle anging. Nat�rlich abgesehen davon, dass die verschiedenen Senatoren uns aus ganz unterschiedlichen Gr�nden auf diese Mission schicken wollten.�</p><p>Sie nickte und l�chelte ihn humorlos an. �Einschlie�lich der Hoffnung, dass wir losfliegen und nie zur�ckkehren w�rden.�</p><p>�Ja, das auch�, best�tigte er. Wie viele von ihnen sich das gew�nscht hatten, wusste er nicht, und er vermutete, dass nicht mal Rione die genaue Anzahl kannte. Es war definitiv keine Einstellung, die irgendjemand irgendwo schwarz auf wei� festgehalten wissen wollte. �Ich wei� nicht, wie wir die Allianz wieder zusammenschwei�en, Tanya. Die Leute, die es wissen k�nnten, sitzen im Gro�en Rat, aber von ihnen scheint keiner daran interessiert zu sein.�</p><p>�Schon gut, dass Sie nicht der Diktator �ber diesen wilden Haufen sind, nicht wahr?�, meinte Desjani. �Apropos: Ist Ihnen aufgefallen, wer durch Abwesenheit gl�nzt?�</p><p>�Wer durch Abwesenheit gl�nzt?�, wiederholte er. �Tanya, ich habe keine Ahnung ��</p><p>�Doch, haben Sie.� Sie machte eine ausholende Geste. �Captain Badaya, der diejenigen vertritt, die der Ansicht sind, dass Black Jack nur den Zauberstab schwingen muss, und schon sind alle Probleme der Allianz gel�st.�</p><p>Geary wollte etwas erwidern, aber dann stutzte er. �Sie haben recht. Wieso ist er nicht hier?� Um zu verhindern, dass Badaya in Gearys Namen einen Staatsstreich versuchte, hatte Geary den Mann glauben lassen, er ziehe l�ngst heimlich die F�den in der Allianz. Aber wieso war Badaya nach der Heimkehr der Flotte nicht zu ihm gekommen, um ihn fragen, was Black Jack wegen der verdammten Politiker unternahm?</p><p>�Wenn Sie meine ehrliche Meinung wissen wollen, und ich wei�, das wollen Sie�, begann sie, beugte sich vor und st�tzte sich mit den Ellbogen auf den Tisch, �dann w�rde ich sagen, dass Captain Badaya allm�hlich begriffen hat, dass das Kartenhaus der Allianz noch schneller in sich zusammenfallen w�rde, wenn Black Jack das Kommando �bernimmt. Er hat nachgedacht, auch wenn das bei ihm zugegebenerma�en untypisch ist. Aber er hat eins und eins zusammengez�hlt. Vermutlich wird ihm derzeit klar, dass Sie den Gro�en Rat immer nur leicht anstupsen, um ihn in die richtige Richtung zu dirigieren, und ihn ansonsten nach Kr�ften zu st�tzen versuchen, anstatt ihm den Boden unter den F��en wegzuziehen.� Seufzend sah sie hoch. �Und nachdem Sie uns durch das Gebiet der Enigmas und der Kiks gef�hrt haben und dabei die Enigmas, die Kiks und auch noch einmal die Syndiks besiegt haben, und nachdem Sie auch Badaya nicht einfach den W�lfen zum Fra� vorgeworfen haben, obwohl er sich in der Schlacht bei Honor einige kapitale Fehler geleistet hatte, d�rfte er jetzt einer Ihrer engsten Verb�ndeten sein, ganz gleich was Sie auch machen. Das ist zwar sehr schade, weil ich den Mann einfach nicht ausstehen kann, aber die eigentliche Frage ist, was Sie machen werden.�</p><p>�Ich hoffe, Sie haben recht. Das Flottenhauptquartier gibt sich auch sonderbar schweigsam. Wir haben bislang noch keine Tobsuchtsanf�lle von dort mitbekommen. Es gab auch keine Forderungen, sofort irgendwelche Schiffe oder Personal abzugeben, um es anderweitig einzusetzen. Bislang sind nur routinem��ige Empfangsbest�tigungen f�r die von uns verschickten Berichte eingegangen.�</p><p>�Wollen Sie dazu auch meine Meinung wissen?�</p><p>�Sie wissen, dass ich das will.�</p><p>�Ja, ich wei�.� Desjani machte eine ausholende Geste in die grobe Richtung, in der sich in vielen Lichtjahren Entfernung das Flottenhauptquartier befand. �Ich glaube, die haben Angst vor Ihnen und �berlegen, was sie als N�chstes tun sollen.�</p><p>�Tanya ��</p><p>�Das ist mein Ernst. Die dachten, die w�ren Sie los. Einzelne Gruppen im Flottenhauptquartier haben geglaubt, dass sie Ihnen einen Auftrag gaben, bei dem Sie einfach scheitern mussten. Die haben geglaubt, dass Sie bestenfalls auf allen vieren zur�ckgekrochen kommen, die Flotte in St�cke geschlagen, Ihr Ruf f�r alle Zeit hin�ber. Stattdessen kommen Sie aber mit erhobenem Haupt zur�ck, haben mehr geleistet, als die Mission verlangt hat, die Flotte ist gr��tenteils intakt, und Sie haben einen Sieg f�r die Menschheit eingefahren!� Desjani nickte best�tigend. �Sie haben ihnen Angst eingejagt. Die stellen sich jetzt die Frage, ob es �berhaupt <emphasis>m�glich </emphasis>ist, Sie zu schlagen.�</p><p>Das waren keine guten Neuigkeiten, aber zumindest lie� sich so das mysteri�se Schweigen des Flottenhauptquartiers erkl�ren � und vielleicht auch die deutlich geschwundene Einigkeit im Gro�en Rat.</p><p>�Ich will hoffen, Sie irren sich. Ich m�chte n�mlich nicht, dass die Leute sich immer unm�glichere Dinge ausdenken, nur damit sie beweisen k�nnen, dass ich nicht unbesiegbar bin.�</p><p>Beim letzten Mal hatten sie die <emphasis>Orion</emphasis>, die <emphasis>Brilliant </emphasis>und die <emphasis>Invincible-</emphasis>vor-der-letzten-<emphasis>Invincible </emphasis>verloren, au�erdem ein paar kleinere Kriegsschiffe. Er wollte nicht noch mehr Schiffe und ihre Besatzungen sterben sehen, nur weil verschiedene Leute unabh�ngig voneinander an einem Plan arbeiteten, wie sie ihn endlich loswerden konnten, anstatt sich zusammenzusetzen und an der Rettung der Allianz zu arbeiten.</p><p>Zwei Tage vor der Abreise musste Geary noch mal ein wenig von seiner knapp bemessenen Zeit abknapsen, um der Bitte des Seniorflottenarztes um ein Treffen nachzukommen. Er begr��te Dr. Nasr, als der Arzt das Shuttle verlie� und an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>kam. Trotz ihrer zahlreichen Gespr�che war es tats�chlich das erste Mal, dass sie sich leibhaftig gegen�berstanden.</p><p>Dr. Nasr wirkte m�de und betr�bt. M�de hatte Geary ihn oft gesehen, vor allem kurz nach einem Gefecht, wenn das medizinische Personal bis zur Ersch�pfung gearbeitet hatte, um so viele Verletzte zu behandeln, wie es nur eben ging. Doch der traurige Ausdruck war ihm nicht vertraut.</p><p>�Was f�hrt Sie auf die <emphasis>Dauntless?</emphasis>�, fragte Geary.</p><p>�K�nnen wir unter vier Augen reden?�, entgegnete Dr. Nasr.</p><p>�Mein Quartier?�</p><p>�Es w�re mir eine Ehre, Admiral.�</p><p>Schweigend gingen sie durch die Korridore des Schiffs. Nasr trug eine Thermoskaraffe bei sich. In Gearys Quartier angekommen, wartete er, bis die Luke versiegelt war, dann nahm er den Deckel von der Karaffe, holte zwei kleine wei�e Porzellantassen heraus und stellte sie auf den Tisch. Dann schenkte er eine dunkle, dampfende Fl�ssigkeit ein, wobei er keinen Tropfen vergoss; jede seiner Bewegungen war absolut sorgf�ltig und pr�zise.</p><p>Nasr bot eine Tasse Geary an. �Kaffee, Admiral. Eine spezielle Mischung. Werden Sie mit mir ansto�en?�</p><p>�Nat�rlich�, erwiderte er und nahm die schmale Tasse behutsam an sich. Sie f�hlte sich warm an, aber nicht so sehr, dass man sich h�tte verbrennen k�nnen. �Worauf sto�en wir an?�</p><p>�Auf unsere Anstrengungen, auf unser Scheitern, auf das ewige Streben der Menschen, immer das Richtige zu tun, auf den ewigen Streit dar�ber, was das Richtige ist, und auf den Tod der letzten beiden B�rk�he.�</p><p>Geary wollte schon zum Trinken ansetzen, da stutzte er. �Sie sind tot.�</p><p>�Ja. Bitte trinken Sie, Admiral.�</p><p>Er nahm einen Schluck Kaffee und schmeckte etwas Starkes, Bitteres und zugleich Sanftes auf der Zunge, dessen Weg er durch die Speiser�hre bis in den Magen mitverfolgen konnte.</p><p>�Was ist passiert?� Auch wenn er insgeheim mit dieser Nachricht gerechnet hatte und obwohl er wusste, er h�tte daran nichts �ndern k�nnen, versp�rte er dennoch eine tiefe Traurigkeit. Jetzt verstand er auch Dr. Nasrs Laune.</p><p>�Das Shilling-Institut hat sie am Leben erhalten und dabei sehr gute Arbeit geleistet�, erkl�rte der Arzt. �Aber die B�rk�he wurden aus dem Institut geholt.�</p><p>�Die Regierung?�</p><p>�Nein, ein Gericht.� Nasr zuckte mit den Schultern. �Wohlmeinende Individuen, wohlmeinende Gruppen beharrten darauf, dass die B�rk�he eine Chance bekommen mussten, sich in eigener Sache zu �u�ern und ihre eigenen W�nsche auszudr�cken, anstatt sie in einem Zustand zu belassen, den sie als einen lebendigen Tod bezeichneten. Ich kann es verstehen, ich war auch nicht gl�cklich dar�ber. Aber ich wusste, es war das Einzige, was wir tun konnten. Das Gericht tat, was es f�r seine Pflicht hielt. Es wurden Anw�lte bestimmt, die als Vertreter der B�rk�he agierten und sich vor Gericht f�r sie einsetzten. Die Anw�lte argumentierten sehr �berzeugend, dass den B�rk�hen die gleichen Rechte wie Menschen gew�hrt werden m�ssten.�</p><p>Geary lie� sich in seinen Sessel sinken und sch�ttelte den Kopf. �Aber sie sind keine Menschen. Das soll nicht hei�en, dass sie weniger wert sind als ein Mensch, allerdings hei�t es, dass man nicht den gleichen Ma�stab anlegen kann. Sie denken v�llig anders als wir.�</p><p>�Das war auch die Argumentation des Shilling-Instituts�, sagte Nasr und nahm Geary gegen�ber Platz. �Ich wurde als Zeuge vorgeladen. Ich berichtete von meiner Erfahrung bei der Behandlung der B�rk�he. Ich legte meine medizinischen Unterlagen vor. Ich sagte ihnen: �Wecken Sie sie auf, und sie werden sich allein durch Willenskraft das Leben nehmen. So einfach ist das.��</p><p>�Aber man hat Ihnen nicht geglaubt.�</p><p>Nasr verzog das Gesicht. �Es ist ein schwieriges Argument, Admiral, wenn man sagt, dass die beste Behandlung f�r ein denkendes Wesen darin besteht, es f�r alle Zeit bewusstlos zu lassen. Die Anw�lte, das Gericht, die wohlmeinenden Gruppen und Individuen wollten mir nicht glauben. Sie wurden in die Obhut von vom Gericht bestellten Pflegern gegeben und in eine andere medizinische Einrichtung verlegt. Wohlmeinende Individuen scharten sich um sie, um eine neue Spezies zu begr��en und ihr die Freundschaft der Menschheit anzubieten. Sie wurden aus ihrer Bewusstlosigkeit geholt, die beiden B�rk�he erwachten und schlugen die Augen auf � und f�nf Sekunden sp�ter waren sie tot.� Der Arzt sch�ttelte den Kopf. �Eine der wohlmeinenden Personen kam aus dem Raum, sah mich und schrie mich an: �Warum?� Ich antwortete: �Weil sie das sind, was sie sind, aber nicht das, was sie Ihrer Meinung nach h�tten sein sollen.��</p><p>�Verdammt�, fl�sterte Geary.</p><p>�Es war unvermeidbar, Admiral. Sie und ich, wir haben uns was vorgemacht. Wir haben f�r sie das getan, was wir sonst f�r Menschen tun w�rden. Wir haben sie am Leben erhalten und nach einer L�sung gesucht. Aber es gab keine L�sung, jedenfalls keine, die wir h�tten finden k�nnen. Sie wissen, dass manche Ihnen einen Vorwurf machen, weil Sie so viele B�rk�he abschlachten lie�en, um das Schiff zu erobern. Ich war �ber diese K�mpfe ebenso nie gl�cklich, aber ich wusste auch, dass wir alles versucht hatten, um ein solches Gemetzel zu verhindern. Einige Kommentatoren au�erhalb der Flotte geben uns dennoch die alleinige Schuld am Tod der B�rk�he und an allen Feindseligkeiten mit ihnen.�</p><p>�Ich wei߫, sagte Geary. �Ich habe davon geh�rt. Die eine H�lfte der Kritiker gibt uns die Schuld, weil sie der Regierung nicht �ber den Weg traut. Die andere H�lfte macht genau das Gleiche, weil sie dem Milit�r nichts Gutes zutraut. Es scheint nur ein paar Leute zu geben, die �berhaupt die �berlegung in Erw�gung ziehen, dass die Kiks ihre eigenen Gr�nde f�r ihr Verhalten gehabt haben k�nnten.�</p><p>�Das sind nicht nur ein paar�, hielt Nasr dagegen. �Vielen sind unsere Bem�hungen aufgefallen, mit den B�rk�hen zu reden und jeden Kampf zu vermeiden. Das Problem ist dabei nur, dass sie nicht so stimmgewaltig sind wie die anderen.� Sein Tonfall klang verbittert, als er nach einem Moment weiterredete: �Mir sind noch nie Kunstfehler unterlaufen, bis heute nicht. Aber vor Gericht wurde mir gesagt, ich m�sse den Tod der anderen B�rk�he wohl dadurch verursacht haben, dass ich irgendwie eine Einstellung ausgestrahlt h�tte, die den aus der Bewusstlosigkeit erwachenden B�rk�hen das Gef�hl gegeben habe, sie m�ssten sofort Selbstmord begehen.�</p><p>�Man gibt Ihnen die Schuld?� Geary war emp�rt. �Niemand hat sich engagierter f�r das Schicksal dieser Kreaturen eingesetzt als Sie.�</p><p>�Aber man braucht einen B�sewicht, Admiral.� Nasr seufzte frustriert. �Ich durfte nicht mit in den Raum, ich durfte mich nicht mal in der N�he aufhalten, als die B�rk�he aufgeweckt wurden. Von denjenigen, die anwesend waren, habe ich geh�rt, dass die wohlmeinenden Individuen mit breitem L�cheln dastanden, um die aufwachenden B�rk�he zu begr��en.�</p><p>�Mit breitem L�cheln? Hat denn keiner von denen unsere Berichte gelesen? War diesen Leuten nicht klar, dass sie auf die B�rk�he gewirkt haben m�ssen wie eine Horde Fleischfresser, die sie verspeisen wollte?�</p><p>�Fakten, die nicht zu einer bestimmten Einstellung passen, werden gern ignoriert�, sagte der Arzt. �Das ist schon immer ein gro�es Problem gewesen, und zwar auf jedem Gebiet, auch in der Medizin, und sogar bei den Leuten, die es besser wissen sollten.�</p><p>Geary schloss kurz die Augen und versuchte, zur Ruhe zu kommen, anstatt vor Wut lautstark zu schimpfen. Der Kaffee lag ihm mit einem Mal schwer im Magen. �Dann sind die beiden letzten Kiks also eigentlich nicht blo� gestorben, sondern durch vors�tzliche Ignoranz ermordet worden.�</p><p>�Das ist ein zu harsches Urteil, Admiral. Sie haben es nur gut gemeint, so wie wir auch. Der Unterschied ist der, dass unsere Absichten durch unsere Ideale und durch das, was wir gesehen haben, begr�ndet waren. In ihrem Fall begr�nden sich die Absichten auf deren Idealen und auf dem, was sie sehen <emphasis>wollten</emphasis>. Ich sollte wohl erw�hnen, dass wir von ein paar Leuten bereits beschuldigt werden, dass wir auch an diesen letzten beiden Todesf�llen schuld sind, obwohl der Tod der B�rk�he bislang noch weitestgehend unter Verschluss gehalten wird. Einige Kritiker sind inzwischen davon �berzeugt, dass wir die Wahrheit gesagt haben, aber die Meinung teilen l�ngst nicht alle. Die selbst erzeugten Gifte in den K�rpern der B�rk�he sind der unwiderlegbare Beweis daf�r, aber nat�rlich nicht f�r diejenigen, die keinen Beweis akzeptieren k�nnen, der dem widerspricht, was ihrer Meinung nach die Wahrheit sein muss.�</p><p>Geary nickte. �Ich w�nschte � verdammt, ich w�nschte, es h�tte eine andere Antwort gegeben. Ich wei�, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende getan haben.�</p><p>�So wie Sie auch, Admiral.� Dr. Nasr stand auf. �Ich habe genug von Ihrer Zeit beansprucht.�</p><p>�Doctor�, sagte er und erhob sich ebenfalls, um den Arzt zur�ckzuhalten. �Die T�nzer haben darum gebeten, an einen Ort in unserem Territorium eskortiert zu werden. Ich bin mir sicher, Sie haben bereits davon geh�rt. H�tten Sie Lust, an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>mitzureisen?�</p><p>�Ihr Angebot ehrt mich, Admiral. Ist es tats�chlich das Ziel, das mir zu Ohren gekommen ist?�</p><p>�Ja, die Alte Erde.�</p><p>Nasr lie� sich Zeit, ehe er antwortete. �Ich verstehe. Ja, eine wirklich gro�e Ehre. Ich werde auf jeden Fall mitkommen, Admiral. Vielleicht liefert die Alte Erde ein paar Antworten auf die Fragen, mit denen wir uns abm�hen.�</p><p>�Das w�re sch�n�, stimmte Geary ihm zu, auch wenn er nicht daran glaubte.</p><p>Die drei Senatoren, die den Gro�en Rat und die Allianz-Regierung repr�sentierten, waren mit allem Prunk und allen Zeremonien an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>gekommen, die in den Protokollvorschriften aufgelistet wurden. Auch Dr. Nasr war ein Quartier an Bord zugeteilt worden, w�hrend Rione und Charban mit neuem Titel in ihre alten Unterk�nfte zur�ckgekehrt waren. Jedes Lagerabteil der <emphasis>Dauntless </emphasis>war mit allen erdenklichen Ersatzteilen und Materialien vollgestopft, mit denen sich andere Ersatzteile herstellen lie�en, mit festen, fl�ssigen und matschigen Speisen und Getr�nken, au�erdem mit allen Waffen, die f�r einen Schlachtkreuzer dieser Klasse vorgeschrieben waren.</p><p>Es war ein seltsames Gef�hl, mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>den Orbit zu verlassen und dabei nicht von der gesamten Flotte begleitet zu werden. Allein und w�rdevoll glitt der Schlachtkreuzer durch das Sternensystem auf das Hypernet-Portal zu. Die T�nzer-Schiffe w�rden sich ihnen am Portal anschlie�en, bis dahin vollf�hrten sie noch eine ganze Reihe komplexer Flugman�ver fernab der anderen Einrichtungen im Varandal-System.</p><p>Der Rest der Ersten Flotte verharrte im Orbit und hing dort wie eine unersch�tterliche Armada. Diese Kriegsschiffe hatten jeder Gefahr getrotzt, die ihnen unter Gearys Kommando vorgesetzt worden war. Er war jedoch zu der Erkenntnis gelangt, dass diese Schiffe h�chst verwundbar waren, wenn es um den gleichen Druck ging, der auch die Allianz zu unterh�hlen versuchte. Die Flotte konnte nicht st�rker sein als die Allianz, f�r die sie stand. Querelen, Zynismus, Unsicherheit und kurzsichtige politische Spielchen waren durchaus geeignet, das zu schaffen, was den Syndiks, den Enigmas und den Kiks nicht gelungen war: die Zerst�rung der Flotte.</p><p>Am Abend zuvor hatte sich Geary mit den Captains Badaya, Duellos, Tulev, Armus und Jane Geary getroffen. �Ich werde morgen bekanntgeben, dass Captain Badaya f�r die Dauer meiner Abwesenheit als mein Stellvertreter das Kommando �ber die Flotte �bernimmt. Ich hoffe, Sie vier werden ihn dabei in jeder Hinsicht unterst�tzen. Ganz gleich, was passiert, sorgen Sie daf�r, dass diese Flotte stabil bleibt und sich auf ihre Pflicht konzentriert. Ich wei�, gemeinsam sind Sie dazu in der Lage.�</p><p>Badaya sch�ttelte den Kopf. �Nicht, wenn ich das Kommando habe.�</p><p>�Das w�re ein Fehler�, stimmte Duellos ihm zu.</p><p>Geary sah die beiden ungl�ubig an. �Badaya ist der dienst�lteste Captain, es gibt keinen Grund, ihn nicht als meinen Stellvertreter zu akzeptieren.�</p><p>�Ich habe nicht genug R�ckhalt�, beharrte Badaya. �Es gibt eine Reihe von Befehlshabern, die mir mit ihren Schiffen ohne zu z�gern folgen werden, aber es gibt genug, die mir nicht vertrauen.�</p><p>�Zwar nicht mehr so viele wie noch vor einer Weile�, erg�nzte Duellos, �aber wenn sich etwas Gravierendes ereignet, wird es in einigen Ecken Zweifel an Captain Badayas Position geben.�</p><p>�Und an meiner Loyalit�t�, sagte Badaya. �Nennen wir es doch beim Namen. In der Vergangenheit hat es erhebliche Meinungsverschiedenheiten gegeben, welches der richtige Weg ist. Meine Ansichten sind noch heute bestens bekannt. Wenn die Flotte unter meinem Kommando mit einer ernsthaften Herausforderung konfrontiert wird, die eine politische Dimension besitzt, dann k�nnte es zu einem Bruch kommen.�</p><p>Geary sah die anderen an, aber jeder anwesende Captain nickte best�tigend. �Sie bringen mich in eine schwierige Situation�, meinte ein frustrierter Geary. �Wenn ich Captain Badaya nicht nehme, wird das so aussehen, als h�tte ich ihn �bergangen. Wenn ich ihn nehme, sagen Sie mir alle, dass es bei einer Krise zu Schwierigkeiten f�hren k�nnte.�</p><p>�Es wird nicht so aussehen, als w�re er �bergangen worden�, �u�erte sich Armus sehr bed�chtig, �wenn bekannt ist, dass Sie Captain Badaya vorgesehen hatten, er das aber abgelehnt hat. Halten Sie morgen wie geplant eine Flottenbesprechung ab, sagen Sie, Badaya soll vor�bergehend Ihr Stellvertreter werden, und dann erlauben Sie ihm, diese Ehre abzulehnen.�</p><p>Etwas ver�rgert, aber von den Argumenten durchaus �berzeugt, nickte Geary. �Also gut. Sobald Captain Badaya abgelehnt hat, werde ich Captain Tulev ��</p><p>�Nein, Sir�, unterbrach Tulev ihn. �Ich muss auch ablehnen.�</p><p>Gearys Ver�rgerung begann sich zu steigern. Warum musste aus etwas so Einfachem etwas so Schwieriges werden? �Wieso?�, fragte er knapp.</p><p>�Weil ich ein Mann ohne Heimatwelt bin�, erkl�rte Tulev, ohne sich etwas von den Gef�hlen anmerken zu lassen, die seine Worte bei ihm selbst ausl�sen mussten. �W�hrend des Krieges haben die Syndiks meinen Planeten zerst�rt, wie Sie wissen. Teile der Flotte sehen mich nur noch als der Allianz zugeh�rig, ohne dass die Loyalit�t zu meiner Heimat ein Gegengewicht bilden k�nnte.�</p><p>Geary unterdr�ckte seinen Zorn. Wenn Tulev so ruhig und gelassen �ber etwas reden konnte, das f�r ihn pers�nlich sehr schmerzhaft sein musste, dann sollte er, Geary, in der Lage sein, sich nicht �ber Banalit�ten zu �rgern. �Soll ich mir noch die M�he machen, einen dritten Namen zu nennen, oder haben Sie alle beschlossen, mir die gleiche Antwort zu geben?�</p><p>�Das hier ist keine Meuterei�, stellte Duellos klar. �Sie haben entschieden, sich mit uns zu treffen, anstatt einfach Ihre Entscheidung der Flotte bekanntzugeben, weil Sie unserem Urteil vertrauen, und weil Sie von uns dieses Urteil bekommen. Sie wollten wissen, was wir dazu sagen, wenn Sie Captain Badaya zum stellvertretenden Befehlshaber der Flotte machen, nicht wahr?�</p><p>Nach kurzem Z�gern nickte Geary. �Vermutlich ja. Wie lautet denn Ihr Ratschlag?�</p><p>�Es w�re hilfreich�, sagte Captain Tulev, �wenn der Flottenbefehlshaber weiterhin auf den Namen Geary h�rt.�</p><p>Zu Gearys �berraschung nickten die anderen, w�hrend Jane Geary unbehaglich dreinschaute. �Sie steht vom Dienstalter �ber keinem von ihnen�, wandte er ein.</p><p>�Sie hat den Namen�, sagte Badaya. �Und eine beeindruckende Dienstakte. Und wir alle werden sie unterst�tzen. Das alles zusammen wird gen�gen, damit der Flotte bis zu Ihrer R�ckkehr nichts passiert.�</p><p>Duellos betrachtete sehr aufmerksam seine Hand, w�hrend er mit gezielter Beil�ufigkeit anmerkte: �Tanya ist auch der Meinung.�</p><p><emphasis>Es w�re sch�n gewesen, wenn sie mir vorher etwas davon gesagt h�tte.</emphasis></p><p>�Diese Flotte sollte nicht auf der Grundlage irgendeiner famili�ren Hierarchie befehligt werden�, protestierte Geary.</p><p>�Damit hat das nichts zu tun�, betonte Duellos. �Jane hat sich das Recht auf diesen Posten verdient, und weil sie lange Zeit kein Teil dieser Flotte war, ist sie nicht vorbelastet, was fr�here politische Streitigkeiten angeht. Aber der Name ist nicht nur f�r die Flotte von Bedeutung. Wenn jemand in der Regierung oder beim Flottenhauptquartier irgendwelche �berraschungen plant, nachdem sie und Tanya mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>aufgebrochen sind, w�rde er sich seinen Plan nicht noch einmal �berlegen, wenn er einen Captain Badaya, Tulev, Armus oder Duellos vor sich h�tte. Aber bei einem Flottenbefehlshaber mit dem Namen Geary? Da wird das politische Risiko schon viel gr��er, weil ein Nachfahre von Black Jack bei der Bev�lkerung einen Ruf genie�t, mit dem au�er Black Jack selbst es niemand aufnehmen kann.�</p><p>Jane Geary nickte, auch wenn sie nicht sehr gl�cklich dreinschaute. �Ich bin mein Leben lang vor dem Namen davongelaufen, weil ich wusste, welche Macht er besitzt. Das hier war nicht mein Vorschlag, und ich habe mich auch nur sehr widerwillig damit einverstanden erkl�rt. Aber ich muss auch sagen, dass die Argumente wirklich gewichtig sind.�</p><p>�Ich verstehe.� <emphasis>Und es gef�llt mir nicht. Es verleiht mir und Jane zu viel Macht. Aber genau darum geht es ja. Es ist die Art von Macht, die jeden zur�ckschrecken lassen d�rfte, der irgendwelche Dummheiten plant. </emphasis>�Also gut, morgen fr�h werde ich eine Zusammenkunft abhalten. Dabei wird Captain Badaya die Rolle des stellvertretenden Flottenbefehlshabers ablehnen und ��</p><p>�� und ich werde Captain Geary vorschlagen�, erg�nzte Armus. �Ich geh�re keiner Gruppierung an, und jeder wei�, mir geht es nur darum, dass die Arbeit erledigt wird. Der Vorschlag klingt aus meinem Mund v�llig unverd�chtig.�</p><p>Die anderen nickten zustimmend, und am n�chsten Morgen wurde der Beschluss exakt so in die Tat umgesetzt.</p><p>Als sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>nun dem Hypernet-Portal n�herte, kamen die sechs T�nzer-Schiffe von schr�g unten herangeschossen und gingen in einem Ring um den Allianz-Schlachtkreuzer in Position. Die Senatoren Sakai, Suva und Costa kamen auf die Br�cke, um dem Ereignis beizuwohnen. Der Captain begr��te sie respektvoll, aber distanziert und formell, dann wandte sie sich wieder ihren Aufgaben zu.</p><p>Geary nickte ihr zu. �Geben Sie das Ziel ein, Captain Desjani.�</p><p>Ein seltsames Gef�hl, so als w�rde das Schicksal �ber ihnen schweben, suchte Geary heim, w�hrend Tanya die simplen Kontrollen des Hypernet-Schl�ssels bediente.</p><p>Sie l�chelte ihn fl�chtig an und warf ihm einen Seitenblick zu, als auf dem Hypernet-Display das Wort <emphasis>Sol </emphasis>auftauchte. �Ich h�tte nie erwartet, einmal dieses Ziel einzugeben�, fl�sterte sie und fuhr dann lauter fort: �Bitte um Erlaubnis, ins Hypernet �berzuwechseln. Ziel ist das Sol-Sternensystem.�</p><p>Erneut nickte Geary. �Erlaubnis erteilt.�</p><p>Sie gab den Befehl ein, dann verschwanden die Sterne.</p><p>Diesmal waren sie nicht im Sprungraum unterwegs, sondern sie befanden sich buchst�blich nirgendwo.</p><p>Da war nichts au�erhalb der Blase, in der die <emphasis>Dauntless </emphasis>und die sechs T�nzer-Schiffe existierten. Sie bewegten sich nicht von der Stelle, und doch w�rden sie nach einem gewissen Zeitraum einfach an ihrem Ziel wieder auftauchen. Dann w�rden sie von Varandal bis nach Sol gereist sein, ohne die Strecke (zumindest was die Physik anging) tats�chlich zur�ckgelegt zu haben. Es ergab keinen Sinn, aber wenn man erst einmal den schmalen Streifen der Realit�t verlie�, auf dem sich die Menschheit f�r gew�hnlich bewegte, ergab vieles mit einem Mal keinen Sinn mehr.</p><p>Und da so wenig einen Sinn ergab, passte es nur, dass diese Reise weniger Zeit in Anspruch nehmen w�rde als eine k�rzere Strecke im Hypernet. �Sechzehn Tage�, verk�ndete Desjani.</p><p>�Nur ein Sprung in ein entmilitarisiertes Sternensystem und dann wieder zur�ck�, sagte Geary. �Dieses eine Mal m�ssen wir uns wenigstens keine Gedanken dar�ber machen, dass irgendetwas schiefgehen k�nn�� Er brach ab, als er Desjanis w�tenden Blick bemerkte, der ihm galt. �Was ist denn?�</p><p>�Wollten Sie das gerade wirklich sagen?�, fuhr sie ihn an.</p><p>�Tanya, was soll denn bitte ��</p><p>�H�ren Sie auf! Ich will es nicht herausfinden, und Sie auch nicht!�</p></section><section><title><p>F�nfzehn</p></title><p>Unter bestimmten Umst�nden konnten einem sechzehn Tage wie eine sehr lange Zeit vorkommen.</p><p>Die Vorschriften und Prozeduren f�r das Aufsuchen des Sol-Sternensystems mussten erst aus den Archiven hervorgeholt werden, damit alle Offiziere sich damit besch�ftigen konnten. Als Geary die Dokumente in seinem Quartier las, fielen ihm zwei Dinge auf. Das eine war das Gef�hl, in verstaubten B�chern zu bl�ttern, obwohl digitale Dateien nat�rlich keinen Staub ansetzen konnten. Das andere war der Eindruck, das alles schon einmal gelesen zu haben.</p><p><emphasis>Wann war das nur? Da muss ich noch ein Ensign gewesen sein. Irgendwann habe ich damals diese Texte aufgerufen und sie gelesen, und dabei habe ich davon getr�umt, dass mein Schiff auserw�hlt sein w�rde, den alle zehn Jahre stattfindenden Besuch der Alten Erde absolvieren zu d�rfen. Das alles kommt mir vor, als w�re es vor einer Ewigkeit geschehen. Wie viele Ensigns sind seitdem zur Flotte gekommen? Und wie viele von ihnen sind in dem hundert Jahre w�hrenden Krieg gefallen? Ich bin mir sicher, dass keiner von ihnen davon getr�umt hat, die Alte Erde zu besuchen. Sie haben alle nur darauf gehofft, zu �berleben und vielleicht einer von jenen Helden zu sein, von denen junge M�nner und Frauen tr�umen, bis sie schlie�lich alt genug sind, um zu erkennen, dass der wahre Ruhm niemals denen zuteilwird, die danach streben. Sie haben davon getr�umt, wie Black Jack zu sein, aber das war nicht meine Schuld. Die Regierung und die Flotte brauchten einen Helden, und vermutlich war ich plausibel genug, zu einem solchen Helden zurechtgezimmert zu werden, auch wenn ich nichts mit der Legende zu tun habe, die von ihnen geschaffen wurde. Aber die jungen Menschen sind gestorben, weil sie so sein wollten wie ich.</emphasis></p><p><emphasis>Ich wei� nicht, was Black Jack tun k�nnte, um der Allianz aus ihrem Schlamassel zu helfen. Ich wei� nicht, was </emphasis>ich <emphasis>tun kann. Aber ich muss irgendetwas versuchen, weil diese Menschen an den Mann geglaubt haben, f�r den sie mich hielten. Dieser Flug wird keine L�sung bringen, aber ich muss mir was einfallen lassen, wenn wir wieder zur�ck sind. Vielleicht entdecke ich ja bei Sol etwas, das mich auf eine Idee bringt.</emphasis></p><p>In Verbindung mit den Prozeduren f�r das Vordringen ins Sol-System gab es einen Hinweis auf ein anderes Dokument, das ebenfalls Gearys Erinnerung anregte. Er las es, wobei sein L�cheln breiter wurde. Noch eine Sache, die in Vergessenheit geraten war.</p><p>Die T�rglocke zu seinem Quartier wurde bet�tigt, aber weder Tanya noch Rione noch irgendjemand sonst, mit dessen Besuch Geary h�tte rechnen k�nnen, kam herein, sondern Senator Sakai. �ber eine Minute lang sa� er auf dem ihm angebotenen Platz und betrachtete Geary nur wortlos, wobei er seinen �blichen r�tselhaften Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte. Schlie�lich sprach Sakai mit einer leisen Stimme, die nichtsdestotrotz alle Aufmerksamkeit auf sich zog: �Admiral, Sie sind ein seltenes Exemplar. Ein Anachronismus.�</p><p>�Das m�ssen Sie mir nicht erst noch sagen�, erwiderte Geary und fragte sich, worauf Sakai hinauswollte.</p><p>�Jemand aus einer hundert Jahre entfernten Vergangenheit, und das hat Ihnen bei dem Kommando �ber die Flotte sehr geholfen�, redete Sakai weiter, als habe er Gearys Erwiderung gar nicht geh�rt. �Es war auch f�r die Allianz von Nutzen, jedenfalls bislang. Aber das hier ist nicht die Vergangenheit. Wir sind nicht die Menschen, die Sie gekannt haben. Dies hier ist nicht die Allianz, in der sie damals gelebt haben.� Sakai klang weder erfreut noch betr�bt �ber das, was er sagte. Es wirkte vielmehr so, als rede er �ber etwas, das durch Raum und Zeit weit von hier entfernt war und nichts mit ihm zu tun hatte. �Admiral, was glauben Sie, wem meine Loyalit�t gilt?�</p><p>�Ich glaube, Senator�, antwortete Geary sehr bed�chtig, �dass Sie der Allianz gegen�ber loyal sind.�</p><p>�Interessant. Glauben Sie, das macht mich eher zu einem ungew�hnlichen oder zu einem der typischen Politiker, wie sie in der jetzigen Zeit die Allianz f�hren?�</p><p>Das war eine heikle Frage, mit deren Beantwortung er sich in gro�e Schwierigkeiten h�tte bringen k�nnen, w�re da nicht seine umfangreiche Erfahrung mit Rione gewesen. �Ich glaube, dass die meisten, wenn nicht sogar alle Politiker, die derzeit die Regierung bilden, glauben, dass sie der Allianz gegen�ber loyal sind.�</p><p>�Eine interessante Wortwahl, Admiral.�</p><p>�Sind Sie nicht meiner Meinung?�, fragte Geary.</p><p>�Ihre Antwort war unvollst�ndig�, sagte Sakai. Der Senator zog die Brauen leicht zusammen und blickte auf einen weit entfernten Punkt. �Nicht alle von uns, die loyal sind und die glauben, dass sie loyal sind, glauben noch an die Allianz. Manche von uns betrachten die Allianz und fragen nicht, <emphasis>ob </emphasis>die Allianz aufh�ren wird zu existieren, sondern <emphasis>wann </emphasis>der Moment kommen wird.� Er musterte Geary sehr eindringlich. �Und wir fragen uns ebenso, ob Sie, mit ihren antiquierten Idealen aus einer l�ngst vergessenen Zeit, daf�r sorgen, dass das, was hier im Zerfall begriffen ist, noch ein wenig l�nger eine Einheit bleibt, oder ob Ihre Anwesenheit und Ihre Ideale den Zusammenbruch der Allianz noch beschleunigen werden.�</p><p>Geary lie� sich Zeit mit seiner Antwort. �Ich w�rde nichts tun, was der Allianz schaden k�nnte. Ich habe alle denkbaren Anstrengungen unternommen, um die Allianz zu besch�tzen und zu erhalten.�</p><p>�Admiral, Sie glauben, Sie werden nichts tun, was der Allianz schaden k�nnte. Sie glauben, all Ihr Handeln hat nur dem Wohl der Allianz gedient.� Sakai sch�ttelte den Kopf. �Vielleicht bin ich einfach zu abgestumpft oder zu verbittert davon, mitansehen zu m�ssen, wie Zerst�rung zu einer Tugend wurde. Vielleicht sind Sie ja der Held, den die Allianz braucht, aber daran glaube ich nicht.�</p><p>�Warum sagen Sie mir das?�</p><p>�Wom�glich weil Sie einer von den wenigen Verbliebenen sind, die nicht versuchen, mir aus meinen eigenen Worten einen Strick zu drehen. Vielleicht auch aus dem Grund, dass die Wahrheit in der letzten Zeit so selten ausgesprochen wird, dass ich wenigstens ein letztes Mal sp�ren wollte, wie diese Worte �ber meine Lippen kommen.� Diesmal verzog Sakai den Mund zum Ansatz eines L�chelns. �Ich bin Politiker, Admiral. Wissen Sie, was man mit Politikern macht, die die Wahrheit sagen? Man w�hlt sie ab. Wir m�ssen unsere W�hler bel�gen, denn sagen wir ihnen die Wahrheit, werden wir daf�r bestraft. So wie diese Hunde, die in der Antike f�r ein Experiment trainiert wurden, lernen wir ebenfalls, genau das zu tun, was uns eine Belohnung einbringt. Irgendwie stolpert das System weiter voran, die Allianz �berlebt, aber der Druck nimmt immer dann ein wenig mehr zu, wenn ihre Anf�hrer und die Bev�lkerung sich einmal mehr weigern, eine unangenehme Wahrheit zu akzeptieren.�</p><p>Dann schwieg Sakai wieder sekundenlang, w�hrend er in Gedanken versunken vor sich schaute. �Wir Politiker l�gen aus den besten Gr�nden und mit den besten Absichten�, f�gte er schlie�lich mit monoton klingender Stimme hinzu. �Zum Wohl der Allianz, zum Wohl unseres Volkes. Nur indem wir l�gen, dienen wir diesem Volk. Glauben Sie mir das?�</p><p>�Ja�, antwortete Geary, was bei Sakai dazu f�hrte, dass ein Funke Erstaunen in dessen Augen aufleuchtete. �Ist das nicht genau das Problem an der Sache? So gut wie jeder glaubt, dass er das Richtige tut. Oder zumindest hat sich so gut wie jeder eingeredet, dass er das Richtige unternimmt, w�hrend alle anderen sich irren m�ssen und nur ihrer eigenen Sache dienen wollen.�</p><p>Abermals schaute Sakai ihm in die Augen. �Ich merke, Sie haben mit Victoria Rione gesprochen. Ist Ihnen bewusst, welche Anstrengungen wir unternommen haben, um daf�r zu sorgen, dass sie Sie auf Ihrem Flaggschiff w�hrend Ihrer Mission ins Enigma-Gebiet wieder begleiten konnte?�</p><p>�Ich habe eine ungef�hre Vorstellung davon.�</p><p>�Ich bin einer von diesen Politikern, die das Anliegen unterst�tzt haben.� Ein fl�chtiges L�cheln umspielte Sakais Mundwinkel. �Wenn auch vielleicht nicht aus den gleichen Gr�nden wie andere.�</p><p>Was sollte dieses Eingest�ndnis bedeuten? �Werden Sie mir Ihre Gr�nde nennen?�</p><p>�Zum Teil ja. Die Gesandte Rione � nein, verzeihen Sie, die Delegatin Rione ist � nun, sagen wir � nicht die Art von Waffe, die einfach stur der Richtung folgt, die andere ihr vorgeben. Sie ist das, was man beim Milit�r als eine intelligente Waffe bezeichnen w�rde, eine Waffe, die eigenst�ndig denkt. Eine solche Waffe muss sich nicht zwangsl�ufig so verhalten, wie diejenigen geplant haben, die sie auf die Menschheit loslassen.� Sakai sch�ttelte den Kopf. �Die Delegatin Rione glaubt auch an die Allianz. Sie ist bereit, alles zu tun, womit sich unsere Vorfahren niemals einverstanden erkl�rt h�tten, nur um die Allianz zu erhalten.�</p><p>�Aber was haben <emphasis>Sie </emphasis>von ihr erwartet, was sie tun sollte?�, hakte Geary nach.</p><p>�Admiral.� Wieder legte Sakai eine Pause ein, dann warf er Geary einen weiteren forschenden Blick zu. �Die Legende, die sich um Black Jack herum gebildet hat, besagt, er w�rde zur�ckkehren, um die Allianz zu retten. Alle waren davon ausgegangen, dass das hei�t, Black Jack besiegt die Syndiks. Aber die Rettung der Allianz besteht nicht ausschlie�lich darin, den Krieg zu beenden. Das ist uns allen inzwischen auf schmerzhafte Weise deutlich geworden. Und nun stellen sich mehr und mehr Menschen in der Allianz die Frage, ob Black Jacks wahre Mission statt eines milit�rischen Sieges �ber einen Feind von au�en nicht darin besteht, die Allianz dadurch zu retten, dass er sie vor den inneren Kr�ften bewahrt, die sie zu zerrei�en drohen.�</p><p>Geary musste sich das instinktive, umgehende Nein verkneifen. Stattdessen sch�ttelte er den Kopf und antwortete wieder sehr bed�chtig. �Ich w�sste gar nicht, wie ich das anstellen sollte. An die Legende habe ich nie geglaubt. Ich glaube nicht, dass das meine Bestimmung oder mein Schicksal ist oder wie immer man das nennen will. Ich versuche nur, meine Arbeit zu erledigen, so gut ich das kann.�</p><p>�Ist es wichtig, was Sie glauben?�, fragte Sakai leise. �Der Glaube ist eine gewaltige Macht, Admiral, die zum Guten genauso wirken kann wie zum Schlechten. Glaube kann das zerst�ren, was unersch�tterlich erscheint. Und er kann Dinge bewirken, von denen uns das Wissen sagt, dass sie unm�glich sind. Ich kann die Allianz nicht retten, Admiral. Wenn ich glaubte, dass ich das kann, w�re ich einer jener Narren, die von sich denken, dass sie als Einzige die Weisheit besitzen und dass sie als Einzige wissen, was das Richtige ist. Aber wenn die Menschen Sie sehen, Admiral, dann nehmen sie keinen fehlbaren Menschen wahr, sondern sie sehen Black Jack. Leugnen Sie es nicht. Ich habe Ihre Flotte auf dem letzten Feldzug gegen die Syndiks begleitet. Ich konnte Sie in Aktion erleben, und ich konnte beobachten, wie sich andere Ihnen gegen�ber verhielten. Selbst die, von denen Sie gehasst werden und die Ihnen w�nschen, dass Sie scheitern, sehen in Ihnen Black Jack. Black Jack kann all die Dinge tun, von denen die, die an ihn glauben, �berzeugt sind, dass er sie tun kann. Vielleicht sogar Dinge, die ich pers�nlich f�r unm�glich halte.�</p><p>�Dieser Glaube an mich k�nnte aber auch genau das sein, was der Allianz das Genick brechen wird�, wandte Geary ein und machte keinen Hehl aus seiner Verbitterung.</p><p>�Ja.� Sakai neigte leicht den Kopf in Gearys Richtung. �Ein interessantes Dilemma.�</p><p>�K�nnen Sie mir sagen, ob Sie mir helfen werden, die Allianz zusammenzuhalten?�, wollte Geary wissen. �Nicht als ein mythischer Black Jack, sondern indem ich einfach nur das tue, was ich kann. Werden Sie mir dabei helfen?�</p><p>�Warum fragen Sie mich das?�, gab Sakai zur�ck und l�chelte jetzt etwas direkter. �Ich habe Ihnen doch bereits gesagt, dass ich l�ge, weil das mein Beruf ist und weil die Leute das von mir erwarten. Sie k�nnten mir nie glauben, ganz gleich welche Antwort ich Ihnen auch geben werde.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck und musterte Sakai. Aus irgendeinem Winkel seines Verstands bildete sich in seinem Kopf auf einmal eine Erwiderung, die er gleich darauf aussprach: �Man kann eine L�ge vermeiden, indem man es vermeidet, eine echte Antwort auf eine Frage zu geben, nicht wahr? Pr�sentieren Sie dem Frager eine vage Erwiderung, und er wird in diese Antwort die Bedeutung hineininterpretieren, die er dort haben will.�</p><p>Sakai wurde wieder ernst und sah Geary fasziniert an. �Sie haben sogar sehr viel Zeit mit der Delegatin Rione verbracht. Ich h�tte ahnen m�ssen, dass Sie sich viel von ihr aneignen w�rden. Deshalb werde ich Ihnen jetzt endlich die Frage beantworten, die Sie mir vorhin gestellt hatten, n�mlich was ich mir von dem versprochen habe, was Delegatin Rione auf Ihrem Flaggschiff tun w�rde. Ich war der Ansicht, dass die Delegatin Rione auf kreative Weise jeglichen Plan vereiteln w�rde, der gegen Sie gerichtet sein k�nnte. Darum habe ich mich daf�r eingesetzt, dass sie auf Ihr Schiff kommt. Im Gegenzug erlangte ich dadurch Zugang zu einigen anderen � Beratungen, von denen ich ansonsten ausgeschlossen geblieben w�re.�</p><p>�Senator, das klingt ja verd�chtig danach, dass Sie versucht haben, mir zu helfen�, meinte Geary.</p><p>�Nicht Ihnen, sondern der Allianz. Denn ganz gleich, was Sie tun, wie verkehrt oder richtig Ihre Entscheidungen auch sein m�gen, die Sie entsprechend Ihren Vorkriegsansichten in Sachen Richtig und Falsch treffen � Sie sind eindeutig kein Narr. Ganz im Gegensatz zu ein paar von denjenigen, die auf andere Weise die Allianz <emphasis>retten </emphasis>wollen.� Sakai hielt seinen Zeigefinger hoch, damit Geary ihn nicht unterbrach. �Admiral, Ihnen ist gesagt worden, dass der Bau neuer Kriegsschiffe gestoppt wurde. In Wahrheit wird aber in diesem Augenblick eine neue Flotte gebaut, deren Kampfkraft es mit Ihrer aufnehmen kann. Ich betone das, weil Letzteres zu einem erheblichen Teil ihren Einsatzzweck darstellt.�</p><p>Geary gab sich M�he, Erstaunen und gleich darauffolgende Emp�rung vorzut�uschen. �Warum sollte die Regierung mich so in die Irre f�hren?� Er konnte sich einige Gr�nde vorstellen, aber er wollte wissen, was Sakai antworten w�rde.</p><p>�Nicht die Regierung f�hrt Sie in die Irre, sondern einige einflussreiche Individuen innerhalb der Regierung tun das. Andere stellen einfach nicht die Fragen, deren Beantwortung zu schwierig sein w�rde. Wieder andere reden sich ein, dass sich mit zerst�rerischen Mitteln kreative Ergebnisse erreichen lassen. Folgendes m�ssen Sie wissen: Es ist entschieden worden, das Kommando �ber diese Flotte einem Offizier zu �bertragen, der � abh�ngig davon, wen Sie fragen � entweder die Allianz besch�tzen wird oder der aktiv der Bedrohung durch einen gewissen Helden entgegenwirken wird, dem die existierende Flotte treu ergeben ist, oder der ein passives Gegengewicht zu der Bedrohung f�r die Allianz sein wird, die von Ihnen ausgeht.� Abermals lie� Sakai eine kurze Pause folgen. �Die Gr�nde laufen alle auf ein und dieselbe Strategie hinaus: Eine Mehrheit des Gro�en Rats ist davon �berzeugt, dass man Feuer mit Feuer bek�mpfen muss. F�rchtet man sich vor einem hochrangigen Offizier, der die Flotte hinter sich vereint hat, besteht die L�sung darin, ein Gegenst�ck dazu zu schaffen.�</p><p>�Das ist doch verr�ckt. Wollen die einen B�rgerkrieg heraufbeschw�ren?�</p><p>�Sie glauben, dass sie so die Allianz retten. Die Rettung der Allianz besteht f�r sie darin, dass sie die Mittel schaffen, mit denen sie zerst�rt werden kann, und dass sie diese Mittel einem Mann an die Hand geben, dessen Begehren sie zerst�ren wird. Sie finden, das ist verr�ckt? Dann haben Sie v�llig recht. Diese Leute sehen nun einmal nur das, was sie sehen wollen.�</p><p>Geary stand auf und ging langsam vor Sakai auf und ab, da er einfach nicht l�nger stillsitzen konnte. �Wenn die Regierung auf Ma�nahmen besteht, die wahrscheinlich die Allianz zerst�ren werden, was zum Teufel soll ich dann machen, um sie zu retten?�</p><p>�Das wei� ich nicht. Vielleicht gar nichts. Vielleicht w�rden Ihre besten Absichten den erw�hnten B�rgerkrieg gerade erst heraufbeschw�ren.�</p><p>�Warum kommen Sie mir dann �berhaupt so weit entgegen, dass Sie mir sagen, warum die Regierung was macht?�, wollte Geary aufgebracht wissen.</p><p>Sakai seufzte leise. �Der Glaube der anderen an Ihre F�higkeiten, Admiral, ist Ihre m�chtigste Waffe. Er k�nnte Sie in die Lage versetzen, eine Allianz zu retten, die ich bereits f�r den Untergang geweiht halte. <emphasis>K�nnte </emphasis>� das muss ich betonen. Es ist nur eine kleine Hoffnung, aber sie ist immer noch besser, als sich der Verzweiflung zu ergeben und zuzusehen, wie andere ach so schlaue und ach so gewiefte Leute den Verlust von allem herbeif�hren, was uns wichtig ist.�</p><p>�Wer erh�lt den Befehl �ber diese neue Flotte?�</p><p>�Admiral Bloch.�</p><p>Die Antwort kam ohne zu z�gern, ohne einen Versuch, sich zu dr�cken. Wieso?</p><p>�Obwohl dem Gro�en Rat bekannt sein muss, dass Bloch einen Staatsstreich f�r den Fall geplant hatte, dass sein Angriff auf die Heimatwelt der Syndiks bei Prime erfolgreich verlaufen w�re?�</p><p>�Ja, obwohl ihm das bekannt ist.� Sakai schaute wieder in die Ferne, als sehe er dort etwas, das Geary verborgen blieb. �Ich frage mich, warum ich es immer noch versuche. Aber dann denke ich an meine Kinder und an deren Kinder. Was soll aus ihnen werden, wenn die Allianz zerf�llt? Ich denke an meine Vorfahren. Wenn der Tag kommt, an dem ich vor sie trete, was soll ich dann sagen, was ich mit dem Leben angefangen habe, das mir gew�hrt wurde. Wie werden sie �ber mich und �ber mein Handeln urteilen?� Er zuckte mit den Schultern. �Mein Wunsch ist, dass ich ihnen gegen�bertreten und ihnen sagen kann, dass ich nicht gekniffen habe. Vielleicht sind alle meine Bem�hungen zum Scheitern verurteilt, dann aber wenigstens nicht aus dem Grund, dass ich aufgegeben habe.�</p><p>�Sie glauben eigentlich nicht, dass es hoffnungslos ist�, mutma�te Geary.</p><p>Senator Sakai stand auf, seine Miene verriet wieder nichts von dem, was in ihm vorging. �Sagen wir lieber, Admiral, ich habe Angst davor, zuzugeben, dass es hoffnungslos ist.�</p><p>Nachdem Sakai gegangen war, kehrte Gearys Blick zur�ck zu der Datei, die er zuletzt zum Thema R�ckkehr ins Sol-Sternensystem ge�ffnet hatte.</p><p><emphasis>Ich bin also ein Anachronismus? Meinetwegen. Traditionen halten uns zusammen, aber unter dem Druck des Krieges sind viele von diesen Traditionen in Vergessenheit geraten. Vielleicht ist es an der Zeit, dass dieser anachronistische Admiral noch ein paar Anachronismen mehr wiederauferstehen l�sst.</emphasis></p><p>�Wir sind im Begriff, die Linie zu �berqueren�, sagte Geary.</p><p>Tanya, die in sein Quartier gerufen worden war, sah ihn verst�ndnislos an. �Welche Linie?�</p><p>�Die Linie.�</p><p>�Ach, die Linie. Hm, jetzt bin ich immer noch so schlau wie zuvor.�</p><p>�Die Grenze des Sol-Sternensystems�, erkl�rte er geduldig.</p><p>�Sternensysteme haben keine Grenzen.� Sie tippte etwas auf dem Display ein, dann wartete sie auf die Resultate. �Ach so, Sie meinen die Heliosph�re. <emphasis>Das Gebiet um einen Stern herum, das die Grenzen eines Sternensystems definiert. </emphasis>Davon habe ich noch nie geh�rt.�</p><p>Eine solche Aussage h�tte eigentlich erstaunlich sein m�ssen, kam sie doch von der Befehlshaberin eines Schlachtkreuzers, deren Karriere sie �ber Hunderte Lichtjahre und in unz�hlige Sternensysteme gef�hrt hatte. Aber es war keineswegs erstaunlich. �Das liegt daran, dass die Heliosph�re eines Sterns weit �ber jene Region hinausreicht, in der sich Sprungpunkte finden und in der Hypernet-Portale positioniert werden�, erkl�rte Geary. �Die Heliosph�re eines Sterns reicht bis weit in das Dunkel zwischen den Sternen hinein, in jenes Gebiet, in das die Schiffe der Menschen nie vordringen � oder besser gesagt, in das sie schon lange nicht mehr vordringen.�</p><p>�Also gut. Und warum ist das jetzt wichtig?�</p><p>�Die Heliosph�re von Sol bestimmt die Grenze des Sol-Sternensystems�, sagte Geary. �Das ist die Region, in der die Sonnenwinde von Sol vorherrschen.�</p><p>�Ja�, gab Desjani mit �bertriebener Geduld zur�ck, w�hrend sie weiter die Resultate ihrer Abfrage durchlas. �Im Fall von Sol reicht die Heliosph�re ungef�hr zw�lf Lichtstunden weit hinaus�, zitierte sie. �Oder rund hundert Astronomische Einheiten. Was um alles in der Welt ist denn eine Astronomische Einheit?�</p><p>�Ein alte Ma�einheit. So wie ein Parsek.�</p><p>�Ein was?�</p><p>�Schon gut�, sagte Geary knapp.</p><p>�Sch�n�, erwiderte sie. �Das ist also die Linie, von der Sie geredet haben? Der Rand der Blase, der die Heliosph�re von Sol definiert? Aber das ist ja mitten im Nichts. Niemand entfernt sich im realen Raum so weit von einem Stern. Warum auch? Da gibt es nichts weiter als tote Steine, die ihre Bahnen ziehen.�</p><p>�Tanya, es gab einmal eine Zeit, da konnte man nicht einfach ein Hypernet-Portal oder einen Sprungpunkt benutzen, um zu anderen Sternen zu reisen. Die Fl�ge zu den ersten anderen Sternen, die von unseren Vorfahren besucht wurden, f�hrten �ber diese Linie. Die musste einst k�rperlich mit einem Raumschiff �berschritten werden, bevor man einen anderen Stern erreichen konnte. Deshalb kam dem eine gro�e Bedeutung zu. F�r die Menschheit bedeutete es, den Stern hinter sich zur�ckzulassen, der uns hervorgebracht hatte, und ins Universum vorzusto�en.�</p><p>�Das war unseren Vorfahren wichtig?� Tanya betrachtete das Display �ber Gearys Schreibtisch mit neu gewonnenem Respekt. �Ja, nat�rlich war es das. Das war der Punkt, an dem ein Schiff und alle Menschen an Bord Sol endg�ltig verlie�en.�</p><p>�Ganz genau. Das wurde damals gro� gefeiert. Und selbst nachdem wir die Sprungtechnologie entdeckt hatten und die Heliosph�re nicht mehr k�rperlich durchfliegen mussten, wurde dennoch auf den Schiffen der Linie gedacht, wenn sie sie �berquerten. Bei den Heliosph�ren anderer Sterne war das nicht wichtig, aber bei Sol schon. Es war sehr bedeutsam, wenn man von sich sagen konnte, dass man ein Reisender war.�</p><p>�Ein � Reisender?�</p><p>�Wenn man diese Linie �berquert hat, darf man sich so nennen�, erl�uterte Geary. �Das ist die Tradition.�</p><p>�Unsere Vorfahren haben das gemacht?�</p><p>�Ja.�</p><p>Desjani nickte. �Dann sollten wir das auch so handhaben. Wieso k�nnen Sie sich daran erinnern? Ich w�sste nicht, dass jemals irgendjemand ein Wort davon gesagt hat.�</p><p>�Fr�her schickte die Flotte alle zehn Jahre ein Schiff zur�ck nach Sol�, sagte er, �um den Jahrestag zu feiern, an dem die erste interstellare Mission aus dem Orbit der Alten Erde aufbrach. Wir schickten nur alle zehn Jahre ein Schiff hin, weil es zu meiner Zeit noch keine Hypernet-Portale gab und es ein weiter Weg war. Ich bin nie hingereist, aber ich sprach mit Leuten, die an Bord eines dieser Schiffe gewesen waren, und zu der Zeit war die �berquerung dieser Linie noch eine wichtige Angelegenheit.�</p><p>�Aber im Krieg konnten wir es uns nicht leisten, ein Schiff zur Alten Erde zu schicken�, sagte Desjani. �Diese fr�hen Jahre waren von Verzweiflung gepr�gt. Selbst auf ein einziges Schiff konnten wir nicht f�r eine so lange Zeit verzichten.�</p><p>Geary nickte. �Das n�chste Schiff h�tte nicht ganz ein Jahr nach dem ersten Angriff der Syndiks zur Alten Erde fliegen sollen, aber dann kam der Krieg dazwischen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie dar�ber spekuliert wurde, welches Schiff wohl ausgew�hlt werden w�rde. Aus heutiger Sicht muss das eigenartig wirken, aber vor der Schlacht bei Grendel drehte sich eines der wichtigsten Gespr�chsthemen darum, welches Schiff die Reise unternehmen durfte.�</p><p>Tanya sah ihn verdutzt an. �Das war Ihre gr��te Sorge?�</p><p>Mit einem Mal f�hlte er sich besch�mt. Tanya und alle anderen Crewmitglieder in der Flotte hatten ihre ganze Karriere, ihr ganzes Leben lang nur den Krieg gegen die Syndiks gekannt. Ihre Sorge hatte darum gekreist, ob sie �berleben oder sterben w�rden. <emphasis>Wie soll sie sich ein Universum vorstellen, in dem das wichtigste Thema die Frage ist, welches Schiff einen Ausflug nach Sol unternehmen w�rde? Wie k�nnte ich mich jemals Menschen �berlegen f�hlen, deren Leben von weitaus schwerwiegenderen Ereignissen gepr�gt wurde als alles, was ich damals mitgemacht habe?</emphasis></p><p>�Ja�, antwortete er schlie�lich.</p><p>�Ich � nehme an, das war damals ziemlich wichtig�, sagte Tanya, aber ihr war anzuh�ren, dass sie vergeblich nachzuvollziehen versuchte, wie das �berhaupt erw�hnenswert sein konnte. �Diese Sache mit dem �berqueren der Linie kann ich begreifen�, f�gte sie hinzu. �Und auch die Feier anl�sslich der ersten Reise zu einem anderen Stern. Das muss wirklich enorm gewesen sein. Damals sind die Menschen tats�chlich mit Unterlicht durch das Dunkel zwischen den Sternen gereist. Als kleines M�dchen habe ich dar�ber gelesen.� Ihre Augen nahmen einen entr�ckten Ausdruck an, w�hrend sie zu l�cheln begann. �<emphasis>Das Schiff zu den Sternen</emphasis>. Ich erinnere mich noch gut daran, weil ich das Buch immer und immer wieder gelesen habe. Es ging um ein M�dchen und einen Jungen an Bord eines Raumschiffs. Sie wurden beide auf dem Schiff geboren, weil es ein Generationenschiff war. Die Reise dauerte so lange, dass die Crew, die die Alte Erde verlassen hatte, unterwegs an Altersschw�che sterben w�rde. Ihre Kinder lernten, wie man das Schiff bedient und die Reise fortsetzt, und es w�rden erst deren Kinder sein, die den anderen Stern erreichten.�</p><p>Geary musste ebenfalls l�cheln. �Ich habe das gleiche Buch gelesen. Ich wollte dieser kleine Junge sein. Zu einem anderen Stern konnte jeder reisen, das war da nichts Besonderes mehr. Aber nur Menschen wie er haben jemals die Schw�rze durchquert. Seit wir den Sprungantrieb entdeckt haben, ist niemand mehr in das Gro�e Dunkel vorgedrungen.�</p><p>�Ich unterhielt mich einmal mit Jaylen Cresida dar�ber�, erz�hlte Tanya mit gesenkter Stimme, w�hrend ihr Gesicht einen betr�bten Zug annahm, als sie an ihre tote Kameradin dachte. �Die Beobachtungen, die diese Leute mit ihren Instrumenten aufgezeichnet haben, werden heute immer noch benutzt. Jaylen hatte sich mit einem Teil davon eingehend besch�ftigt. Wir verlassen uns immer noch auf deren Daten, was die Natur des Weltalls fernab von einem Stern angeht, weil sich nie wieder jemand auf den Weg gemacht hat, um neue Daten zu sammeln.�</p><p>�Tats�chlich?� Sein Blick wanderte zu dem Schott ihm gegen�ber, als k�nnte er hindurchsehen und dahinter ins All jenseits der Blase aus nichts blicken, in der sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>in Richtung Sol bewegte. �Die Instrumente m�ssen doch seitdem erheblich verbessert worden sein. Man sollte meinen, dass irgendjemand mal eine automatisierte Mission vorgeschlagen h�tte, um die Daten zu aktualisieren.�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Wir waren anderweitig besch�ftigt.�</p><p>Geary h�tte sich am liebsten f�r seine idiotische, un�berlegte �u�erung geohrfeigt. Anderweitig besch�ftigt! Mit einem verzweifelten Krieg, der hundert Jahre gedauert hatte. �Ich wei�. �hm � es geh�rt eine Zeremonie dazu, wenn man die Linie �berquert. Es ist Ihr Schiff, deshalb liegt das ganz an Ihnen. Allerdings ist es eine Tradition.�</p><p>�Was f�r eine Zeremonie?� Sie begann wieder zu lesen. �Ist das Ihr Ernst? Das ist � ja, okay, das geht � Nein, das auf keinen Fall. Der Rest erscheint machbar. Absurd, aber machbar. Ich sch�tze, unsere Vorfahren besa�en mehr Humor, als ich ihnen zugetraut h�tte. Werden unsere ach so wichtigen Senatoren und unsere nicht ganz so wichtigen Delegaten auch daran teilnehmen?�</p><p>�Es ist freiwillig�, antwortete er.</p><p>�Mit anderen Worten: Ich muss sie einladen?�</p><p>�Ja, einladen m�ssen Sie sie schon.�</p><p>�Lassen Sie mich eine Sache besonders betonen�, hatte Desjani ganz im Tonfall eines Befehlshabers zu ihren Offizieren und Senior-Unteroffizieren gesagt. �Das alles muss ein Spa� bleiben. Wir alle haben viele zerm�rbende und harte Jahre hinter uns, in denen Spa� �blicherweise bedeutete, dass man zwischen zwei Kampfeins�tzen ein paar hektische Stunden auf einem fremden Planeten oder in einer Orbitaleinrichtung verbrachte und dabei so viele Verletzte zu beklagen waren wie nach jedem durchschnittlichen Gefecht. Das l�uft heute anders ab. Sie alle m�ssen sicherstellen, dass es ein Vergn�gen bleibt. Wenn sich an irgendeiner Stelle andeutet, dass daraus etwas anderes werden k�nnte, wenn die Gefahr droht, dass sich jemand verletzen k�nnte, dann schreiten Sie ein und setzen dem Treiben ein Ende, ehe etwas passieren kann. Ich werde w�hrend dieser Zeit in den Korridoren der <emphasis>Dauntless </emphasis>unterwegs sein, und das Gleiche erwarte ich von jedem, der nicht Teil dieser Zeremonie ist. Irgendwelche Fragen? Nein? Dann raus mit Ihnen. Vergn�gen Sie sich und sehen Sie zu, dass alle anderen auch ihren Spa� haben.� Dann wechselte Desjani zu einer l�ssigeren Haltung und l�chelte ihre versammelten Offiziere an. �Das ist ein Befehl.�</p><p>Ein Teil der Hauptkorridore des Schiffs war f�r ein Spie�rutenlaufen vorbereitet worden, dessen Zweck es war, f�r Scheinverletzungen und echte, wenn auch harmlose Dem�tigungen zu sorgen. In einem Gang hatten die Matrosen Vorrichtungen aufgestellt, mit denen man jedem, der an ihnen vorbeiging, falsche T�towierungen aufspr�hen konnte, deren spezielle Farben sich nach wenigen Minuten wieder aufl�sten. Als Geary dort vorbeiging und ihm auf die Vorderseite seiner Uniform in gro�en kunstvollen Lettern der Spruch �Was w�rde Black Jack machen?� aufgespr�ht wurde, fiel ihm auf, dass diese T�towierungen viel zahmer und nicht ann�hernd so zweideutig waren wie einige, die er bei anderen Offizieren gesehen hatte.</p><p>In einem anderen Gang hatten die Programmierer ein Labyrinth aufgebaut, aus dem man nur entkam, wenn man das richtige Muster herausfand. An wieder anderer Stelle verteilten die f�r die Ern�hrung der Crew der <emphasis>Dauntless </emphasis>zust�ndigen Spezialisten uralte Syndik-Verpflegungsriegel, die man w�hrend des R�ckzugs aus dem Syndik-Heimatsystem auf einer verlassenen Raumstation gefunden hatte. Wer sich in der Vergangenheit am lautesten �ber das schlechte Essen an Bord beschwert hatte, wurde hier gezwungen, ein paar Bissen Syndik-Verpflegung runterzuw�rgen.</p><p>Ein weiteres Spie�rutenlaufen erwartete einen im Gang zum Shuttlehangar. Die Waffen, die die Matrosen und Marines vorweisen konnten, rangierten von Stoffhasen und Luftballons �ber das ein oder andere Gummih�hnchen bis hin zu einem flauschigen L�wen. Als Geary grinsend durch den Korridor ging, wurde er von den Veteranen zahlloser erbitterter Schlachten mit diesen harmlosen, albernen �Waffen� traktiert, w�hrend sich die Frauen und M�nner vor Lachen bogen.</p><p>Die gr��te Attraktion fand sich im Shuttlehangar, dem gr��ten Abteil des Schiffs, wo die Unw�rdigen, die in die Gemeinschaft der Reisenden aufgenommen werden wollten, erst einmal vor die �Herrscher� des Sol-Sternensystems treten mussten.</p><p>Master Chief Gioninni, der die Rolle des K�nig Jupiter spielte, sa� auf einem beeindruckenden Thron, den er aus einem Rettungssitz zurechtgebaut hatte. Zudem hatte er sich einen langen wallenden Bart angeklebt, und es war Gioninni sogar gelungen, einen Dreizack aufzutreiben, eine antike Waffe mit einem zwei Meter langen Schaft, der in Spitzen mit bedrohlichen Widerhaken auslief. Dazu trug er eine Krone, die er in einer der Werkst�tten der <emphasis>Dauntless </emphasis>hatte anfertigen lassen. �berzogen war der Kopfschmuck mit einer gl�nzenden Schicht Gold, das eigentlich f�r die Reparatur von elektronischen Bauteilen gedacht war.</p><p>Geary beschloss, sich davon zu �berzeugen, dass dieses Gold auf jeden Fall in die Reparaturbest�nde zur�ckgef�hrt wurde, damit es nicht f�r irgendwelche privaten Zwecke abgezweigt werden konnte. Dann fiel ihm ein, dass Desjani sich zweifellos l�ngst darum gek�mmert hatte.</p><p>Die Krone wies neun Zacken auf, jeder stand f�r einen der Planeten im Sol-Sternensystem; in der Mitte fand sich Jupiter als der gr��te von ihnen. Es hatte einige Diskussionen �ber die Anzahl der Zacken gegeben, da die Vorfahren sich offenbar nicht hatten festlegen k�nnen, wie viele Planeten denn nun Sol umkreisten. Durch die Geschichte hindurch schwankte die Zahl zwischen neun und acht, dann zw�lf, schlie�lich nur noch sechs, bis man zu acht zur�ckkehrte und dann wieder auf neun ging, wie es die j�ngsten offiziellen Aufzeichnungen besagten. Letztlich hatte sich Geary auf die aktuellste Zahl festgelegt, und das war nun einmal die Neun gewesen.</p><p>Rechts neben K�nig Jove sa� K�nigin Callisto (normalerweise besser bekannt als Senior Chief Tarrini) und trug eine identische Krone. Sie hielt keinen Dreizack in der Hand, sondern einen Bogen von antikem Design. Die Pfeile in ihrem K�cher wirkten so echt und so gef�hrlich wie der Dreizack, mit dem Gioninni herumfuchtelte, auch wenn in Wahrheit vermutlich alles ganz harmlos war. Doch nach der Art zu urteilen, wie Senior Chief Tarrini ihren Bogen hielt, schien sie darauf gefasst zu sein, ihn als Kn�ppel einzusetzen, sobald der K�nig oder sonst jemand zus�tzlich ein wenig diszipliniert werden musste.</p><p>Links von Jupiter sa� Davy Jones in der Gestalt von Gunnery Sergeant Orvis, Kommandant �ber die an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>befindliche Abteilung der Marines. Orvis hielt einen Richterhammer vor sich, als sei auch der eine Waffe.</p><p>�Jove kann ich ja noch nachvollziehen�, sagte Charban, der neben Geary stand und auf dessen Brust eine Bodentruppen-T�towierung mit einem passenden Spruch prangte. �Das ist der gr��te Planet im Sol-Sternensystem. Und Callisto ist einer der gr��ten Monde von Jupiter, auf dem sich fr�her einmal die gr��te von Menschen erbaute Kolonie im �u�eren Sternensystem befand. Das ergibt f�r mich alles einen Sinn. Aber wen oder was soll dieser Davy Jones darstellen? Ich habe nachgesehen, aber es gibt keinen fr�hen Raumschiffkommandanten, der so hei�t.�</p><p>�Davy Jones war eine mythische Figur�, entgegnete Geary, �von dem die Seeleute auf der Erde glaubten, dass er �ber den Meeresgrund herrschte, auf hoher See Katastrophen ausl�ste und die Seelen von toten Matrosen an sich riss.�</p><p>�Ah, verstehe.� Charban blickte zu den drei Senatoren, die z�gerlich den Hangar betreten hatten und sich nun unschl�ssig umsahen. �Dann ergibt das einen Sinn.�</p><p>�Nein, das ist nicht wahr�, beklagte sich Senatorin Suva. �Was haben die Ozeane der Alten Erde mit dem Weltall zu tun?�</p><p>�Wir sind immer noch Matrosen, Senatorin�, erkl�rte Geary ihr. �Wir segeln zwar auf einem viel gr��eren Ozean, dem es an Wasser und allem anderen fehlt, aber die Arbeit ist immer noch die gleiche.�</p><p>Senatorin Costa reagierte darauf mit einem Schnauben. �Ich kann mich zwar nur an wenig aus der antiken Geschichte erinnern, aber ich wei�, dass Matrosen auf den Meeren der Alten Erde die meiste Zeit �ber betrunken waren. Das d�rfte auch das alles hier erkl�ren, denn das kann nur f�r jemanden einen Sinn ergeben, der zuvor genug getrunken hat.�</p><p>Senator Sakai kommentierte das alles nicht, er schien auf die zwei Sirenen konzentriert zu sein, die zu beiden Seiten der zwei Monarchen und des Richters standen. Die Sirenen � eine Frau und ein Mann � waren aus den Reihen der Matrosen und Marines gew�hlt worden. Den alten Traditionen entsprechend waren die Uniformen der zwei so modifiziert worden, dass sie verlockend und unentrinnbar aussahen. Allerdings hatte Geary in der Vergangenheit von Feiern geh�rt, bei denen die Modifikationen mit solchem Enthusiasmus in Angriff genommen worden waren, dass die beiden Darsteller der Sirenen kaum noch Stoff am Leib getragen hatten. Captain Desjani hatte jedoch von vornherein klargestellt, dass es auf ihrem Schiff eine eindeutige Definition f�r eine verlockende Bekleidung geben w�rde, von der die Uniformen selbst nicht einen Millimeter abzuweichen hatten.</p><p>An der linken H�fte trugen beide Sirenen eines jener Multifunktionswerkzeuge, die gemeinhin als Swiz-Messer bekannt waren. An der rechten H�fte hatten sie eine Rolle Klebeband festgemacht. Dieser Symbolismus, �berlegte Geary, musste sogar von den T�nzern schnell erfasst werden, sollten sie dem Treiben an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>zusehen. Allerdings w�rden die Aliens vermutlich nicht verstehen, dass die Sirenen auf der einen Seite Hilfe anbieten konnten, wenn niemand sonst greifbar war, dass sie auf der anderen Seite aber auch jene Art von Versuchung fernab der Heimat darstellten, die nur Probleme nach sich zog, wenn man sich erst mal auf sie eingelassen hatte.</p><p>Ein gl�ckloser Matrose hatte sich gerade eben mit M�he durch eine Erkl�rung gehangelt, wie die mythischen Objekte mit Namen Postbojen mutma�lich angeordnet werden mussten, um Nachrichten zwischen den Sternen zu �bermitteln. Nach einer schroffen Geste von K�nig Jupiter und einer schwungvollen Geb�rde mit dem Bogen von K�nigin Callisto wies Davy Jones den Matrosen an, sich in die gegen�berliegende Ecke zu stellen und f�r seine Kameraden gut h�rbar ein langes, satirisches und sehr gewagtes Lied mit dem Titel �Die Gesetze der Flotte� vorzutragen, ehe er einen neuen Anlauf wagen konnte.</p><p>Tosender Jubel brandete auf, als Captain Desjani den Shuttlehangar betrat. Sie ging an den jubelnden Matrosen und Marines vorbei, bis sie bei Master Chief Gioninni angekommen war und ihm einen warnenden Blick zuwarf.</p><p>Der grinste sie nur breit an und sagte: �Captain Desjani, Ihr Ruf eilt Ihnen voraus.�</p><p>�K�nigin Callisto hat an Captain Desjani nichts auszusetzen�, erkl�rte Senior Chief Tarrini zustimmend.</p><p>Gunnery Sergeant Orvis erg�nzte: �Von Davy Jones wird sie f�r w�rdig befunden, Ihr Reich zu betreten.�</p><p>Gioninni wurde ernst, zog eine Augenbraue hoch und verk�ndete mit tiefer Stimme: �Captain Desjani, Sie werden hiermit verurteilt, den Schlachtkreuzer <emphasis>Dauntless </emphasis>zu befehligen, das beste Schiff der Flotte, dessen Crew leider nur aus Faulpelzen, Au�enseitern, Schurken, Versagern und schlampigen Matrosen besteht, wie sie das Weltall noch nicht erlebt hat. K�nnen Sie aus solchen Verlierern richtige Matrosen machen, Captain?�</p><p>Das anschlie�ende Gel�chter war zwar ausgelassen, aber Desjani antwortete laut genug, um geh�rt zu werden: �Das habe ich bereits erledigt.�</p><p>�Dann treten Sie in mein Reich namens Sol ein, Captain Desjani, und werden Sie Mitglied des altehrw�rdigen Ordens der Reisenden.�</p><p>Erneut brandete Jubel auf, Tanya ging an Geary vorbei, salutierte und zwinkerte ihm zu. Er erwiderte den Salut und sah zu Charban und den Senatoren. �Sie k�nnen auch gern die Bekanntschaft des K�nigs und seiner K�nigin machen.�</p><p>Charban straffte mit dramatischer �berspitzung die Schultern und marschierte auf die k�nigliche Familie von Sol zu, doch Costa und Suva z�gerten. Sakai sch�ttelte nachdr�cklich den Kopf. �Das ist eine Veranstaltung f�r das Milit�r, Admiral. Da sollten wir uns nicht einmischen.�</p><p>�Es ist eine Veranstaltung f�r jeden, der im All unterwegs ist�, korrigierte Geary ihn.</p><p>�Wir sind � nicht so wie Sie�, erkl�rte Senatorin Suva, in deren Stimme eine Spur von Bedauern mitzuschwingen schien.</p><p>�Sind Sie sich da ganz sicher?�, fragte Geary.</p><p>Die drei Senatoren sahen ihn daraufhin an, als h�tten sie noch nie zuvor �ber diese Frage nachgedacht.</p><p>Am n�chsten Tag erreichten sie Sol.</p><p>Alle Fr�hlichkeit der Feier vom Tag zuvor war wie weggewischt, abgesehen von einem Pl�schhasen, der von einer H�llenspeerbatterie adoptiert und zum Maskottchen gemacht worden war. Aber weder diese noch eine andere Waffe an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>war feuerbereit. Die Schilde arbeiteten mit maximaler Leistung, aber das war nur ein notwendiger sekund�rer Schutz gegen Strahlung und andere Gefahren. Ansonsten kam der Schlachtkreuzer so friedfertig ins System geflogen, wie es einem Kriegsschiff nur m�glich war.</p><p>�Mir gef�llt das �berhaupt nicht�, grummelte Desjani zum x-ten Mal, w�hrend sie in ihrem Sessel auf der Br�cke sa�.</p><p>�Die Voraussetzungen f�r den Besuch des Sol-Sternensystems lassen keine Ausnahmen zu�, erwiderte Geary ebenfalls zum x-ten Mal. �Au�erdem ist das System entmilitarisiert. Hier gibt es keine Waffen und keine Gefahren.�</p><p>�Diese Beschreibung passt auf keinen Ort, an dem sich Menschen aufhalten�, wandte Desjani ein.</p><p>�Zwei Minuten bis zum Verlassen des Hypernets�, verk�ndete Lieutenant Castries. Direkt neben ihr rangelten die drei Senatoren um den einzigen Beobachterplatz auf der Br�cke. Rione und Charban waren ebenfalls anwesend, um diesem historischen Moment beizuwohnen. F�r sie hatte Lieutenant Yuon auf der anderen Seite der Br�cke Platz geschaffen.</p><p>Die letzte Minute verstrich in v�lligem Schweigen, da jeder mit seinen eigenen Gedanken befasst war.</p><p>Dann verschwand schlagartig das Nichts, und damit hatten sie das Hypernet verlassen. In der Ferne strahlte ein Lichtpunkt, der Sol kennzeichnete, den Heimatstern der Menschheit.</p><p>Aber Geary blieb keine Zeit, die Aussicht zu genie�en, da sein Blick auf einen anderen Teil seines Displays gelenkt wurde. Dort blinkte ein Dutzend Warnsymbole, die auf Kriegsschiffe unbekannter Bauart aufmerksam machten.</p></section><section><title><p>Sechzehn</p></title><p>�Ich hab�s ja gesagt�, raunte Desjani ihm zu. �Es ist schon gut, dass sie zu weit weg sind, um eine unmittelbare Gefahr darzustellen!�</p><p>�Das sind keine Syndiks�, meldete Lieutenant Yuon verwundert.</p><p>Mit einer halben Lichtstunde Abstand zum Portal waren die seltsamen Kriegsschiffe zu weit entfernt, um anzugreifen, doch das �nderte nichts daran, dass es f�r ihre Anwesenheit keine Erkl�rung gab. Von diesen Schiffen abgesehen schien der Schiffsverkehr im Sol-Sternensystem in normalen Bahnen zu verlaufen. Handelsschiffe flogen zwischen den Planeten hin und her, schnellere Kurier- und Passagierschiffe bewegten sich auf flacheren Flugbahnen. In der N�he der meisten Sol umkreisenden Planeten war zu erkennen, wie kleinere Schiffe in die Atmosph�re eintauchten oder sie verlie�en.</p><p>Geary sa� da, den Blick auf sein Display gerichtet, w�hrend er versuchte, alles zu erfassen, ohne sich dabei von den Namen der Planeten ablenken zu lassen, die l�ngst einen legend�ren Status besa�en. Mars, Jupiter, Venus, die Alte Erde selbst. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>befand sich inmitten der Monumente, die f�r die ersten Errungenschaften der Menschheit, f�r deren erste Schritte ins All standen. Doch inmitten dieser sagenumwobenen Welten fanden sich unbekannte Kriegsschiffe, deren Herkunft genauso r�tselhaft war wie ihre Absicht. �Hat irgendjemand eine Ahnung, womit wir es hier zu tun haben?�, fragte er schlie�lich.</p><p>Senatorin Suva war sichtlich durcheinander. �Das Sol-Sternensystem ist neutral und entmilitarisiert. Hier sind nur � zeremonielle Milit�rstreitkr�fte zugelassen.�</p><p>�Die sehen aber nicht zeremoniell aus�, fand Rione. �Erkennen Sie sie nicht, Admiral?�</p><p>�Nein, und unsere Gefechtssysteme auch nicht.� Die Sensoren der <emphasis>Dauntless </emphasis>bewerteten alles, was sie bei diesen r�tselhaften Kriegsschiffen beobachten und messen konnten. Es gelang ihnen z�gerlich, verschiedene Bauteile als Sensoren oder Waffen zu identifizieren, doch auf die Schiffstypen oder ihre Zugeh�rigkeit gab es keinerlei Hinweise.</p><p>�Syndiks�, verk�ndete Costa. �Sie haben das Aussehen �berarbeitet und ��</p><p>�Das w�rden unsere Systeme auf den ersten Blick erkennen�, sagte Geary und versuchte, auf den albernen Gedanken der Senatorin nicht herablassend zu reagieren. �Das sind keine Syndiks.�</p><p>Ein virtuelles Fenster �ffnete sich neben ihm, Lieutenant Iger tauchte darin auf. �Sir, in unseren Datenbest�nden findet sich nichts, was zu diesen Kriegsschiffen passt.�</p><p>�Sind sie menschlichen Ursprungs?�</p><p>�Eindeutig ja, Sir. Auch wenn wir sie nicht identifizieren k�nnen, gibt es beim Design der H�llen gewisse Details, die auf ihre Herkunft hindeuten.� Mit missmutiger Miene f�gte Lieutenant Iger dann hinzu: �Sol.�</p><p>�Sol?� Geary gab sich alle M�he, nicht ver�rgert zu klingen. �Alles Menschliche stammt von Sol. Wollen Sie damit sagen, diese Kriegsschiffe <emphasis>geh�ren </emphasis>zum Sol-Sternensystem?�</p><p>�Nein, Sir. Aber sie sind menschlichen Ursprungs.�</p><p>Geary schaute auf die sechs T�nzer-Schiffe, die um die <emphasis>Dauntless </emphasis>herum angeordnet waren. Igers Information war gar nicht so nutzlos, wie er zun�chst gedacht hatte. �Das ist das Beste, was Sie mir zur Identit�t der Schiffe sagen k�nnen? Dass ihre allgemeine Herkunft Sol ist?�</p><p>�Wenn die erkennbaren Designelemente korrekt interpretiert worden sind�, antwortete Iger, �dann entspricht die Bauweise dieser Kriegsschiffe dem Design, das im Sol-Sternensystem entwickelt wurde.�</p><p>�Im Sternensystem gibt es keinen ungew�hnlichen Nachrichtenverkehr�, meldete Lieutenant Yvon. �Niemand geht auf die Schiffe im Besonderen ein, aber wir fangen die �blichen Funkspr�che auf, dass das System entmilitarisiert ist, wie es gem�� unserer Vorschriften f�r das Vordringen ins Sol-Sternensystem zu erwarten ist.�</p><p>�Und dennoch sind sie da�, murmelte Desjani. �Sechs von denen sind relativ gro�, aber immer noch kleiner als die <emphasis>Dauntless</emphasis>. Keine Schweren Kreuzer, keine Schlachtschiffe. Mehr in der Art dieser Scout-Schlachtschiffe, die die Allianz versuchsweise eingesetzt hatte.�</p><p>�Die im Kampf komplett ausgel�scht wurden?�, fragte Geary, obwohl er die Antwort darauf l�ngst kannte.</p><p>�Ja, genau die.� Sie tippte rasch einen Befehl ein. �Die sind noch etwas kleiner als die Scout-Schlachtschiffe. Schwer zu sagen, wie gut sie gepanzert sind.�</p><p>�Wir werden beobachten m�ssen, wie sie man�vrieren�, warf Lieutenant Iger ein. �Das wird es uns erm�glichen, ihre Masse zu berechnen. Alles, was �ber einer realistischen Berechnung der Masse liegt, d�rfte dann Panzerung sein.�</p><p>�Was ist mit den kleineren Schiffen?�, wollte Geary wissen. In rascher Folge wurden Details �ber die sechs Begleitschiffe angezeigt, deren an Barrakudas erinnerndes Aussehen sie wie Allianz-Zerst�rer oder wie Syndik-J�ger aussehen lie�. �Die haben noch weniger Masse als die J�ger der Syndiks.�</p><p>�Korvetten?�, �berlegte Desjani. �Nein. Die sind ja noch kleiner als die Billigkorvetten der Syndiks.�</p><p>�Zu wem geh�ren sie?�, meldete sich auf einmal Senatorin Suva zu Wort. �Das m�ssen Sie doch wissen!�</p><p>Geary seufzte und rieb sich �ber die Stirn. �Senatorin, diese Schiffe stammen aus keiner Region, �ber die der Allianz derzeit irgendwelche Informationen vorliegen.�</p><p>�Und woher sollen sie dann stammen?�</p><p>�Ich glaube, ich wei� es.� Sofort war die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf Senator Sakai gerichtet. �Ich habe mich viel mit Geschichte befasst, unter anderem auch mit der �ra, als die Menschheit Sol zum ersten Mal verlie�. Zwar flogen sie mit ihren Schiffen in alle Richtungen, aber es gab zwei wesentliche Routen. Ein Weg f�hrte auf dem Spiralarm ins Innere unserer Galaxis. Daraus resultierten Kolonien nahe Sol, aus denen sp�ter die Allianz entstand, w�hrend andere Gruppen von Sternensystemen sich zur Callas-Republik, zur Rift-F�deration oder zu den Syndikatwelten zusammenschlossen. Der andere Weg f�hrte auf dem Spiralarm nach au�en. Dort entstanden auch einige der ersten Kolonien der Menschheit. Vielleicht kommen diese Schiffe ja von Sternen, die auf dieser Seite gelegen sind.�</p><p>Geary tippte die gleichen Anfragen ein wie alle anderen auf der Br�cke, dann wurde nahe seinem Display ein Bild der Galaxis angezeigt, auf dem die von Menschen besiedelten Gebiete farblich hervorgehoben waren. Dieses Bild lie� ihn innehalten.</p><p><emphasis>Wir denken immer, wir sind so weit ins All vorgesto�en. F�r menschliche Verh�ltnisse ist es ja auch viel, wenn man bedenkt, welche unvorstellbare Strecke sich hinter Hunderten von Lichtjahren verbirgt. Aber �bertr�gt man dieses Gebiet auf eine Darstellung unserer Galaxis, dann sind wir nur in einen winzigen Teil eines Bruchteils der Galaxis vorgedrungen, und selbst die ist wiederum nur eine von unz�hligen Galaxien. Ich bin zwar mit der Vorstellung vertraut, dass das All riesig ist, aber nicht mal ich kann wirklich begreifen, wie unglaublich die Ausma�e dieses Universums sind.</emphasis></p><p>Rione meldete sich als Erste zu Wort. �Mir war nie bewusst, wie einseitig die Erkundung des Alls durch die Menschheit verlaufen ist. Zum gr��ten Teil haben wir uns nach innen und unten ausgebreitet. Ich war immer davon ausgegangen, dass das auch unsere zuerst gew�hlte Richtung gewesen ist, aber meine Daten besagen, dass wir zuerst nach au�en vorgedrungen sind.�</p><p>�Etwas hat unser Vordringen in diese Richtung gestoppt�, merkte Costa argw�hnisch an. �Mehr Bedrohungen von der Art der Enigmas, die uns auf dem Weg nach innen behindern?�</p><p>�Wie sollte etwas Derartiges so lange Zeit und so nahe an der Alten Erde geheim geblieben sein?�, fragte Rione. �Die Syndiks haben ihr Wissen �ber die Enigmas hundert Jahre lang f�r sich behalten. Aber das lag daran, dass sich der Kontakt mit den Enigmas in der von uns abgewandten Region abspielte und die Kommunikation drastisch eingeschr�nkt war.�</p><p>�Au�erdem�, f�gte Charban hinzu, �hatten wir aufgeh�rt, nach anderen Spezies zu suchen, nachdem die Erforschung von so vielen Systemen und Welten ergebnislos geblieben war. In den fr�hen Tagen, als sich die Menschheit auszubreiten begann, da rechneten wir fast t�glich damit, auf nichtmenschliches Leben zu sto�en.�</p><p>Gearys Blick war weiter auf die immer detaillierter werdende Darstellung der unbekannten Kriegsschiffe gerichtet, da die Sensoren der <emphasis>Dauntless </emphasis>immer neue Daten erfassten und auswerteten. �Sie sehen menschlich aus. Die Schiffe meine ich. Ich kann an diesen Kriegsschiffen nichts entdecken, was sie so grundlegend anders aussehen l�sst als die Schiffe, die von den Enigmas, den Kiks oder den T�nzern konstruiert wurden.�</p><p>�Und was soll ich jetzt machen?�, fragte Desjani ihn.</p><p>�Nehmen Sie Kurs auf die Alte Erde�, befahl Geary ihr. �Senden Sie die standardm��ige Begr��ung an die Beh�rden des Sol-Sternensystems. Wir werden unsere Mission wie geplant fortsetzen, bis jemand sich dagegen ausspricht.�</p><p>War einer der Senatoren im Begriff gewesen, seine Meinung zur weiteren Vorgehensweise kundzutun? Falls ja, war derjenige zumindest bis jetzt nicht vorgetreten. Das mochte allerdings auch daran liegen, dass niemand eine Ahnung hatte, wie sie weiter verfahren sollten.</p><p>�Die Schiffe m�gen ja von Menschen gebaut worden sein�, merkte Desjani an, nachdem sie den Kurs der <emphasis>Dauntless </emphasis>leicht korrigiert hatte, �aber sehen Sie sich nur den Krempel an, mit dem man die Schiffe verziert hat. Die wirken eher so, als w�ren sie einem Weltraum-Liebesroman entsprungen. Mir f�llt kein passender Begriff daf�r ein.�</p><p>�Flitter und Firlefanz, Captain�, antwortete Lieutenant Castries. �Sie haben recht. Diese Schiffe sehen tats�chlich aus wie eine Zeichnung f�r eine Geschichte �ber K�nige, Prinzessinnen, Zauberer und Au�erirdische. Sie sind �bers�t mit dem Zeug. Die Schiffssysteme versuchen zwar, deren Zweck zu analysieren, aber ich glaube, das ist alles nur Dekoration.�</p><p>�Sind deswegen die Flossen an den Schiffen auch so gro�?�, fragte Lieutenant Yuon. �Sie sind viel h�her als f�r die Sensoren und die Schildgeneratoren erforderlich.�</p><p>Desjani warf Castries einen fragenden Blick zu. �Lesen Sie solche Romane, Lieutenant?�</p><p>�In letzter Zeit nicht so viel, Captain. Ich � ich wollte sagen, ja, Captain.�</p><p>�Jeder braucht was zum Tr�umen�, meinte Geary nur, w�hrend Lieutenant Castries so tat, als d�rfte sie ihre Sensoranzeigen auf keinen Fall aus den Augen lassen.</p><p>�Also bitte!� Desjani verdrehte die Augen. �Sie meinen eine von den Geschichten, in denen die h�bsche, hochintelligente Prinzessin den schlafenden Black Jack mit einem Kuss weckt, damit sie gemeinsam den b�sen Sternend�mon besiegen und dann bis an ihr Lebensende gl�cklich sind?�</p><p>Auf einmal wurde Geary bewusst, dass er mit offenem Mund dasa�. �Sagen Sie mir bitte, dass das ein Witz ist.�</p><p>�Von wegen. Lieutenant Castries?�</p><p>�Eigentlich sind die Geschichten ziemlich gut�, gab sie zu. �Aber nat�rlich werden Sie da nie so dargestellt, wie Sie in Wahrheit sind.�</p><p>�M�chten Sie gern ein paar Illustrationen sehen?�, fragte Desjani.</p><p>�Nein, das m�chte ich nicht. Ich w�rde mich lieber mit der Situation befassen, mit der wir konfrontiert sind. Sie sagen also, diese Schiffe sind massiv dekoriert, aber es dient keinem Zweck.�</p><p>Lieutenant Iger, der die ganze Zeit zugeh�rt hatte, aber klug genug gewesen war, keinen Kommentar beizusteuern, nickte. �Es mag sich nicht auf ihre Gefechtstauglichkeit auswirken, Admiral, aber es deutet darauf hin, dass sie sich den Luxus leisten k�nnen, ihre Ressourcen in funktionslose Verzierungen zu investieren.�</p><p>Rione sch�ttelte den Kopf. �Ich habe ja schon so manche funktionslose Verzierung gesehen, und ich kann mit Gewissheit sagen, dass die Personen, die sich dieses Dekor angeschafft hatten, es sich nicht in allen F�llen wirklich leisten konnten. Es k�nnte hier um Status, Auftreten und andere Aspekte gehen, die wenig dar�ber aussagen, wie es um die finanzielle Seite bestellt ist.�</p><p>Wieder meldete sich Lieutenant Castries zu Wort, diesmal klang sie aufgeregt: �Captain, ich habe die Flossen an diesen Schiffen von unseren Systemen bewerten lassen und dabei die Variable gew�hlt, dass die Funktionalit�t nicht im Vordergrund steht. Daraufhin haben unsere Systeme eine hohe Wahrscheinlichkeit errechnet, dass beim Design der Flossen die Form eine gr��ere Rolle gespielt hat als die St�rke.�</p><p>�Prahlerei?�, fragte Senatorin Suva. �Zurschaustellung? K�nnen wir �berhaupt sicher davon ausgehen, dass es sich um Kriegsschiffe handelt?�</p><p>�Wir haben verschiedene Waffen identifizieren k�nnen�, antwortete Lieutenant Iger. �Zwar noch nicht allzu viele, aber auf jeden Fall sind die Schiffe bewaffnet.�</p><p>Charban sch�ttelte den Kopf und sch�rzte die Lippen. �Als au�enstehender Beobachter gesprochen, muss ich sagen, dass ich schon viele Schiffe gesehen habe. Aber mir ist noch nie ein Schiff untergekommen, das so aussah wie eines von denen, bei dem es sich <emphasis>nicht </emphasis>um ein Kriegsschiff gehandelt hat.�</p><p>�Gemeinsame Designvergangenheit�, sagte Senator Sakai. �Das ist doch das, was unsere Systeme analysiert haben, nicht wahr? Diese Schiffe haben den gleichen Ursprung wie das, auf dem wir uns im Moment befinden. Wir k�nnen also relativ vom Aussehen auf die Funktion schlie�en.�</p><p>�Sie haben uns bemerkt�, meldete Lieutenant Yuon. �Sie �ndern ihre Vektoren.�</p><p>Geary beobachtete sein Display und sah mit an, wie sich die unbekannten Kriegsschiffe in Richtung Sol zu drehen begannen und dann beschleunigten. �Sie bewegen sich zwar in unsere Richtung, aber sie fliegen nicht genau auf uns zu.�</p><p>�Sehen Sie sich den Vektor an. Die wollen uns zuerst einmal den Weg zur�ck zum Hypernet-Portal blockieren�, sagte Desjani. �Sie werden schon sehen. Wer immer die auch sind, die wollen uns den Fluchtweg versperren. Das ist eindeutig kein freundlicher Akt.�</p><p>�Vielleicht wollen sie ��, begann Suva, unterbrach sich dann aber und sch�ttelte den Kopf. �Es sieht tats�chlich so aus, als wollten sie uns nicht einfach so davonkommen lassen.�</p><p>�Sie versuchen uns eine Falle zu stellen?�, ereiferte sich Costa.</p><p>Geary sah zu Rione und Charban. �Sagen Sie bitte den T�nzern, dass sie so dicht wie m�glich bei uns bleiben sollen. Wenn sie fragen, was es mit den anderen Kriegsschiffen auf sich hat, sagen Sie ihnen, wir versuchen herauszufinden, wer sie sind und was sie wollen.�</p><p>�Sie stellen sich das sehr einfach vor, was wir ihnen alles sagen sollen�, konterte Rione sarkastisch. �Wir werden unser Bestes geben.�</p><p>�Captain?�, rief der Komm-Wachhabende. �Von den nicht identifizierten Schiffen erreicht uns eine Nachricht. Sie verwendet ein altes Format, das der Standard f�r die Kommunikation innerhalb des Sol-Sternensystems darstellt. Die Nachricht ist gerichtet an � oh � an den �leitenden und kontrollierenden Senior-Superiorbefehlshaber�.�</p><p>�Ein bisschen sehr viel des Guten�, knurrte Desjani. �Stellen Sie das durch an den Admiral.�</p><p>�Alle auf der Br�cke sollen das sehen�, wies Geary an. �Delegaten Rione und Charban, warten Sie mit der Nachricht an die T�nzer bitte, bis wir wissen, was uns diese anderen Schiffe zu erz�hlen haben.�</p><p>Vor ihm entstand das Bild eines �lteren Mannes, der auf einer Br�cke sa�, die sich nicht allzu sehr von der auf der <emphasis>Dauntless </emphasis>unterschied. Das war keine �berraschung. Die effizienteste Anordnung der Kontrollen und der Wachstationen war vor Jahrhunderten entwickelt und seitdem kaum noch ge�ndert worden. Egal, wo man auch im von Menschen erforschten All unterwegs war, auf einer Schiffsbr�cke fand man sich immer sofort zurecht, da sich fast alles immer am gleichen Ort befand.</p><p>Der Mann trug eine Uniform, die so sehr mit kunstvollen Verzierungen und Applikationen �bers�t war, dass Geary nach einem Abzeichen suchen musste, das ihm etwas �ber den Dienstgrad seines Gegen�bers verriet. Aber der viele Glitzer auf dem Stoff machte es ihm schlicht unm�glich. Die Anz�ge der Syndik-CEOs waren f�r ihren komplexen und teuren Schnitt bekannt, aber diese Uniform h�tte jeden Syndik-CEO vor Neid erblassen lassen. Sein Haar trug der Mann schulterlang und so angeberisch, dass es zu seiner �berzogenen Uniform passte. Von der Stirn bis in den Nacken waren seine Haare zu einer Art Hahnenkamm frisiert, was an den Federbusch eines antiken Helms erinnerte. Auf der rechten und der linken Brust fand sich ein Meer aus Auszeichnungen, Abzeichnen und Orden, die ihn von den Schultern bis zur Taille wie ein bunt schillernder Brustpanzer bedeckten.</p><p>Zweifellos sollte das alles sehr beeindruckend wirken, aber noch w�hrend Geary das farbenfrohe Bild betrachtete, h�rte er, wie Tanya Desjani neben ihm versuchte, sich das Lachen zu verkneifen. Auch aus anderen Richtungen vernahm er eindeutig ersticktes Gel�chter.</p><p>�Ich bin Seine Exzellenz Kapit�n Kommodore Ersten Ranges, Stellare Wache der Faust des Volkes, Earun Tavistorevas, Landesherr des Schildes von Sol�, erkl�rte der extravagante Offizier in einem gelangweilten Tonfall. �Ich lasse mich dazu herab, mich mit den niederen Repr�sentanten der barbarischen Regierung der bedeutungslosen sogenannten Allianz zu befassen. Sie sind ohne Erlaubnis in dieses Sternensystem eingedrungen, Sie haben tramontane Kreaturen mitgebracht, deren Gegenwart ein Affront gegen die unbesudelte Erde ist. H�ren Sie meinen Befehl. Sie werden alle Gefechtssysteme unbrauchbar machen. Sie werden h�flich unsere Sicherheitsauditoren an Bord begr��en, die Ihr vulg�res Schiff nach Unreinheiten durchsuchen und ihm jegliche M�glichkeit nehmen werden, irgendwelchen Schaden anzurichten. Sie werden Ihre tramontanen Begleiter an uns ausliefern. Nachdem Sie alle Anweisungen befolgt und alle Anfordernisse erf�llt haben, werde ich Ihnen nach Ihrem Gnadengesuch die Abreise gestatten. Im Namen der Autorit�t, die mir gew�hrt wurde, um die Sicherheit aller zu gew�hrleisten, ich bin Earun Tavistorevas.�</p><p>Geary ergriff als Erster das Wort, als die Nachricht beendet war. �Was um alles in der Welt hei�t tramontan?�</p><p>�Das habe ich soeben nachgesehen�, sagte Rione. �Es ist ein antiker Begriff, der im w�rtlichen Sinn so viel wie �von jenseits der Berge� hei�t. Neuere Bedeutungen � und mit �neuer� meine ich, dass sie nur ein paar Jahrhunderte alt sind � lauten �Fremder� oder �Barbar�.�</p><p>�Vulg�res Schiff?�, zischte Desjani w�tend. �Hat er die <emphasis>Dauntless </emphasis>als vulg�res Schiff bezeichnet?�</p><p>In einer untypischen Geste wandte sich Rione unmittelbar an Desjani, um ihr zu antworten. �Sie scheinen sich uns in jeglicher Hinsicht f�r �berlegen zu halten.�</p><p>�Wie viele Auszeichnungen hatte dieser Clown eigentlich auf seiner Brust?�, fragte Charban, der sich selten so direkt �u�erte und diesmal nur Spott und Verachtung im �berfluss �brig hatte. �Er muss ja der gr��te Kriegsheld der gesamten Menschheitsgeschichte sein.�</p><p>�Zeigen Sie mir ein Hintergrundbild von dieser Nachricht�, befahl Geary.</p><p>Ohne den �Kapit�n Kommodore� im Vordergrund zu haben, fiel es erheblich leichter, sich auf die anderen Personen auf der Br�cke seines Schiffs zu konzentrieren. Sie alle waren mit Auszeichnungen und Ehrenabzeichen �bers�t, wenn auch nicht ganz so ma�los wie bei ihrem F�hrer.</p><p>�Das ist ja eine ganze Crew aus Superhelden�, stellte Desjani ver�chtlich fest. �Die m�ssen den Leuten wohl einen Orden daf�r geben, dass sie morgens zeitig aus dem Bett kommen.�</p><p>�Ich w�rde sogar sagen�, erg�nzte Geary, �dass sie Orden verteilen, wenn man seine bisherigen Orden richtig zur Schau stellt.�</p><p>W�tend fiel Senatorin Suva ihm ins Wort: �Sind Sie jetzt alle damit fertig, sich �ber den Mann totzulachen? Ist Ihnen eigentlich klar, dass er uns die Kapitulation befohlen hat? Und dass wir ihnen zahlenm��ig sehr deutlich unterlegen sind?�</p><p>�Er ist �ber eine halbe Lichtstunde entfernt�, machte Geary ihr klar. �Ich wei� nicht, auf welche Geschwindigkeit er beschleunigen kann, aber seine Schiffe scheinen �hnlich man�vrierbar zu sein wie unsere. Selbst wenn wir nicht beschleunigen, wird er lange brauchen, um uns einzuholen.�</p><p>�Beschleunigen? Wollen Sie sich etwa seinem Befehl widersetzen?�</p><p>Rione klang genervt, als sie erwiderte: �Es besteht f�r uns keine Verpflichtung, seinen Befehl zu befolgen. Au�erdem vertraue ich nicht darauf, dass er sein Wort h�lt und uns abreisen l�sst, nachdem unsere Waffen unbrauchbar gemacht worden sind und wir ihn angefleht haben, uns zu vergeben, dass wir gegen Regeln versto�en haben, von denen wir nichts wissen konnten und die wir auch nicht befolgen m�ssen.�</p><p>�Er kann diese Regeln durchsetzen�, warf Charban ernst ein. �Er besitzt die n�tige Feuerkraft.�</p><p>�Wir k�nnen nicht im Sol-Sternensystem k�mpfen!�, rief Suva entsetzt. �Das w�rde sogar diejenigen emp�ren, die es nicht als Sakrileg ansehen!�</p><p>�Wir beabsichtigen nicht zu k�mpfen�, ging Geary laut genug dazwischen, um diese aufgeregte Unterhaltung zum Verstummen zu bringen. �Ich werde dieser Witzfigur h�flich klarmachen, dass wir als Kriegsschiff der Allianz in einem neutralen Sternensystem nicht seiner Autorit�t unterstehen. Und ich werde ihn wissen lassen, dass die T�nzer etwas mit den hiesigen Beh�rden zu regeln haben, aber nicht mit seinem � seinen � was immer das auch sein mag.�</p><p>�Er hat Sie mit seiner Nachricht nicht angesprochen, also sollten Sie auch nicht darauf antworten�, sagte Costa energisch. �Er hat ausdr�cklich erkl�rt, dass er die Repr�sentanten der �� Mitten im Satz brach sie ab und schaute erschrocken drein.</p><p>Sakai nickte bed�chtig. �Woher wei� er, dass sich Repr�sentanten der Allianz-Regierung an Bord dieses Schiffs befinden?�</p><p>�K�nnte jemand vor uns hier eingetroffen sein?�, fragte Costa.</p><p>�Das muss der Fall sein. Jemand hat Varandal unter dem Vorwand verlassen, ein ganz anderes Ziel anzufliegen, aber in Wahrheit ist er nach Sol gekommen, hat von unserem bevorstehenden Eintreffen berichtet und ist dann gleich wieder abgereist.� Sakais Miene war auf einmal wie versteinert. �Diese Schiffe haben nur auf uns gewartet, und als sie uns gesehen haben, sind sie sofort aggressiv auf uns losgegangen. Ich frage mich, was aus uns dreien w�rde, sollten wir auf ihre Forderungen eingehen.�</p><p>�Wer sollte uns drei �� Weiter kam Suva nicht.</p><p>Wieder nickte Sakai. �Vielleicht sind wir nicht alle drei in Gefahr. Vielleicht w�rden sie ein oder zwei von uns unbehelligt gehen lassen. Vielleicht aber auch nicht. Es k�nnte so manchen geben, der gar nicht will, dass wir heimkehren.�</p><p>�Sie wissen, dass es solche gibt�, spie Costa ihm entgegen. �Und ein paar von denen haben sehr viel Geld. Dieser aufgeblasene Affe mag zwar die barbarische Regierung der bedeutungslosen Allianz verachten, aber ich wette, er hatte nichts dagegen, ein dickes Bestechungsgeld von � von irgendjemandem anzunehmen.� Sie blickte sich mit einer Mischung aus Trotz und Besorgnis um, w�hrend ihr bewusst wurde, dass alle auf der Br�cke Anwesenden ihre Unterhaltung mitangeh�rt hatten.</p><p>Desjani sah Geary an, er konnte in ihren Augen lesen, welche Botschaft sie f�r ihn hatte: <emphasis>Sie sind hier auch die Zielscheibe. Sie und die </emphasis>Dauntless<emphasis>.</emphasis></p><p>Er nickte zustimmend und versuchte, nicht zu finster dreinzuschauen. Black Jack ohne die Flotte in seinem R�cken. Ein einzelner Schlachtkreuzer, zahlenm��ig unterlegen und v�llig isoliert. Die Politiker an Bord � Costa, Suva, Sakai und Rione � mochten das Ziel dieses Angriffs sein, aber waren sie auch das eigentliche Ziel? Oder w�rde man sie und die Crew der <emphasis>Dauntless </emphasis>opfern, um Black Jack �aufzuhalten�?</p><p>�Wieso wissen wir nicht mehr �ber diese Leute?�, beklagte sich Rione und sah w�tend auf ihr Datenpad. Hektisch hatte sie alle m�glichen Befehle eingetippt, und nun sah sie hilfesuchend Lieutenant Igers Bild an. �Au�er buchst�blich vorsintflutlichen Texten gibt es hier keinerlei Informationen �ber die Sternensysteme jenseits von Sol.�</p><p>Iger hob entschuldigend die Schultern hoch. �In den letzten hundert Jahren hat sich alles auf die Syndikatwelten konzentriert. Und selbst in der Zeit davor w�rde ich davon ausgehen, dass es kaum jemanden interessierte, neue Daten �ber Sternensysteme zu sammeln, die so weit von der Allianz entfernt liegen. Sie sind sehr, sehr weit entfernt, und sie sind bedeutungslos.�</p><p>�Sie sind nicht bedeutungslos�, widersprach Senatorin Suva w�tend, �wenn sie im Sol-Sternensystem als eine Art Polizei auftreten und uns drohen!�</p><p>�Es gibt keine fr�heren Aufzeichnungen dar�ber�, �berlegte Senator Sakai, der auf sein eigenes Datenpad sah. �Diese Schiffe � das ist fast so, als w�rde man eine alternative Version von dem sehen, was aus uns geworden ist. Es ist bemerkenswert, lebendige Geschichte einfach so beobachten zu k�nnen.�</p><p>�Ich bevorzuge lebendige Geschichte, die nicht so gut bewaffnet und so aggressiv ist�, gab Geary zur�ck.</p><p>�Dem kann ich nur zustimmen�, sagte Sakai. �Es ist �ber hundert Jahre her, seit zum letzten Mal unser Milit�r hier war. Aber bei diesem Besuch und auch in der Zeit davor gibt es keine Aufzeichnung dar�ber, dass sich im Sol-Sternensystem irgendwelche Kriegsschiffe von den �u�eren Sternen aufgehalten haben.�</p><p>�Ein Machtvakuum?�, fragte Geary. �Wir waren nicht da, also ist jemand anderer hergekommen?�</p><p>�Und jemand hat deren Anwesenheit hier im System ausgenutzt, um uns in Gefahr zu bringen?� Rione beschrieb eine w�tende Geste. �So einfach ist das nicht. Nicht wenn es um Sol und die Alte Erde geht. Sie sollten von der Politik eigentlich abgeschottet sein. Sie sollten nicht in irgendwelche Streitigkeiten hineingezogen werden. Mich verwundert, dass irgendjemand einen so dreisten Zug unternommen hat, sich hier zur Autorit�t aufzuschwingen.�</p><p>�Die Allianz hat hier doch ein Hypernet-Portal gebaut�, warf Geary ein.</p><p>�Ja, vor f�nfundvierzig Jahren�, entgegnete Rione, die wieder auf ihr Datenpad sah. �Zu der Zeit eine gewaltige Investition, sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Ressourcen. Schlie�lich konnte die Allianz eigentlich weder von dem einen noch dem anderen etwas entbehren.�</p><p>�Und warum hat die Allianz es dann gebaut?�, wollte er wissen.</p><p>Rione schien nicht bewusst zu sein, dass diesmal die Blicke aller Anwesenden auf ihr ruhten, weil sie die Antwort h�ren wollten. �Nach allem, was ich geh�rt habe�, erwiderte sie achselzuckend, �war es politisches Kalk�l. Ein Akt der Verzweiflung, aber ein Versuch, der die Anstrengung wert erscheinen lie�, um m�glicherweise Unterst�tzung von au�en im Kampf gegen die Syndiks zu erhalten. Au�erdem sollte damit die Moral innerhalb der Allianz gest�rkt werden. Sol ist f�r die Menschheit nach wie vor ein ganz besonderer Ort. Die Allianz verk�ndete damals �ffentlich, dass sie das Portal hier errichte, damit Sol davon profitieren kann und damit die Menschen es leichter haben, unsere gemeinsame Heimat zu besuchen. Sehr selbstlos. Die tats�chliche Absicht war jedoch die, Sol symbolisch mit der Allianz und umgekehrt zu verbinden, auch wenn das niemand so sagte. Die Syndiks konnten diesen Schachzug nicht machen, weil wir als die Allianz ihnen im Weg waren.�</p><p>�Dann muss Sol zugestimmt haben, dass das Portal gebaut wird�, wandte Charban ein.</p><p>�Sie verstehen nicht. Sol ist noch immer zersplittert. In diesem System gibt es Dutzende souver�ne Regierungen, und auf der Alten Erde selbst spielen noch immer Verm�chtnisse aus uralten Zeiten eine Rolle. Man vertr�gt sich inzwischen, nachdem man sich in fr�heren Jahrhunderten bis zur Ersch�pfung bekriegt hat, aber vermutlich diskutieren sie heute noch immer dar�ber, ob sie der Allianz erlauben sollen, das Hypernet-Portal zu bauen. Die Beh�rden der Alten Erde sind die Stimme einer Organisation, die auf der Asche der letzten hier ausgetragenen Kriege errichtet wurde. Eine Organisation, deren Aufgabe es ist, die Zurschaustellung von Macht durch irgendeine der Regierungen in diesem System zu <emphasis>verhindern</emphasis>.� Rione hielt inne, verzog das Gesicht, dann schlug sie ihre Hand mit so viel Wucht gegen die Stirn, dass das Klatschen von allen Seiten widerhallte. �Wie idiotisch! Wir h�tten wissen m�ssen, dass so etwas dabei herauskommen w�rde!�</p><p>�Wie meinen Sie das?�, fragte Senator Sakai, w�hrend alle anderen Rione nur abwartend ansahen.</p><p>�Wir haben das verursacht! Wir haben ihnen das Hypernet-Portal als Symbol �berlassen. Genau das ist es, ein Symbol, dessen Bedeutung andere provozieren k�nnte, das uns aber keinen garantierten Profit bringt. Warum sind diese Kriegsschiffe von den �u�eren Sternensystemen hier? Warum behaupten sie, Sol und die Alte Erde zu besch�tzen? Weil die Allianz symbolisch ihren Anspruch angemeldet hat, was von den Sternensystemen hier in der N�he nicht ignoriert werden konnte. Sie sind hier, gerade weil wir das Portal gebaut haben. Dabei h�tten wir wissen m�ssen, dass Sol keine andere Macht davon abhalten kann, das Gleiche zu tun, was auch wir unternahmen, n�mlich einstimmig im scheinbar besten Interesse von Sol zu handeln.�</p><p>Nach einigen Sekunden sagte Sakai: �Ich glaube, Ihre Argumentation ist absolut korrekt.�</p><p>�Dann�, folgerte Sakai, �k�nnte das hier nur ein Missverst�ndnis sein.�</p><p>�Ich h�tte nichts dagegen�, stimmte Geary ihr zu. �Aber wir m�ssen diese Leute da drau�en davon �berzeugen, das Ganze ebenfalls auf die leichte Schulter zu nehmen.�</p><p>�Die werden nichts von dem akzeptieren, was wir zu sagen haben!�, warnte ihn Rione. �Was diese Leute angeht, sind wir hergekommen, haben unsere Flagge gehisst und damit unseren Anspruch angemeldet. Selbst wenn man sie nicht bestochen h�tte, w�rden sie sich gegen unsere Anwesenheit aussprechen. Hat man sie bezahlt, damit wir dieses System nicht mehr lebend verlassen, dann wird sie das nur in ihrer Ansicht best�rken, die Allianz von hier fernzuhalten. Wer wei�? Vielleicht hat ja derjenige, der ihnen von unserer baldigen Ankunft erz�hlt hat, auch behauptet, dass wir hier eine permanente Milit�rpr�senz einrichten wollen.�</p><p>Costa verzog m�rrisch den Mund. �Ich w�rde ihnen ja gern sagen, dass sie sich zum Teufel scheren sollen, aber sie sind uns zahlenm��ig zu deutlich �berlegen.�</p><p>�Wir m�ssen �ber eine angemessene Vorgehensweise beraten�, machte Sakai klar. �Damit die Interessen der Allianz ebenso gesch�tzt sind wie die Sicherheit dieser Mission und das Leben aller Menschen an Bord dieses Schiffs.�</p><p>�Nichts geschieht, solange die an Bord befindlichen Regierungsvertreter keine Entscheidung gef�llt haben�, sagte Suva an Geary gewandt. �Unser Leben steht hier auch auf dem Spiel.�</p><p>Geary sp�rte, wie sich die Br�ckenbesatzung bei diesen Worten versteifte, aber bevor er etwas erwidern konnte, sagte Rione in ernstem und verst�ndnisvollem Tonfall: �Sie haben recht, Senatorin. Dar�ber muss debattiert und diskutiert werden. Wir m�ssen eine Vorgehensweise erarbeiten, wie wir auf diese unerwarteten Umst�nde reagieren sollten, und wir sollten unverz�glich mit dieser Diskussion anfangen.�</p><p>�Sie haben in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht�, konterte Suva abf�llig.</p><p>�Doch, habe ich. Vor unserer Abreise gab mir Senator Navarro seine Stimmrechtsvollmacht.�</p><p>�Er ��</p><p>�Aber diese Stimmrechtsvollmacht will ich nicht �berhastet einsetzen. Wir m�ssen dar�ber reden. Dar�ber, wer versucht haben k�nnte, ein Scheitern dieser Mission und die Zerst�rung dieses Schiffs sicherzustellen. Dar�ber, welchen Weg wir am besten einschlagen. Aber das m�ssen wir unter acht Augen bereden.�</p><p>�Ich werde nicht ��, begann Costa.</p><p>�Nat�rlich�, stimmte Suva sofort zu. �In der �ffentlichkeit geht das nicht.� Dabei lie� sie ihren Blick �ber die Br�ckencrew wandern. �Senator Sakai?�</p><p>�Ja, nat�rlich�, stimmte auch er zu.</p><p>Rione wandte sich von der Gruppe ab. �Admiral Geary, bis wir mit weiteren Entscheidungen zur�ckkehren, werden Sie sich strikt an die Anweisungen halten, die die Regierung Ihnen bereits gegeben hat.�</p><p>�Ja!�, bekr�ftigte Suva. �Halten Sie sich ganz genau daran, Admiral.�</p><p>�Das werde ich machen�, erwiderte Geary und verkniff sich ein L�cheln. Wenn Rione eine ernste Miene wahren konnte, dann sollte ihm das erst recht gelingen.</p><p>Charban sah den drei Senatoren hinterher, dann schaute er ein wenig wehm�tig zu Geary. �Da ich nicht in ein Amt gew�hlt worden bin und auch nicht f�r irgendjemanden eine Stimmrechtsvollmacht vorweisen kann, spiele ich bei der Diskussion keine Rolle. Nun, dann werde ich eben in der Zwischenzeit die Nachricht an die T�nzer �bermitteln, um die Sie uns gebeten hatten.�</p><p>�Tun Sie das bitte, General.� Dabei zeigte Geary auf die T�nzer-Schiffe auf seinem Display. �Den T�nzern muss nach wie vor gesagt werden, dass sie in unserer unmittelbaren N�he bleiben sollen und sich nicht den anderen Kriegsschiffen n�hern d�rfen. Aber mit Blick auf die Nachricht, wie wir erhalten haben, sollten Sie ihnen sagen, dass es sich um eine Art Missverst�ndnis handelt, das wir erst noch aufkl�ren m�ssen. Bis das geschehen ist, w�re es zu gef�hrlich, sich diesen anderen Schiffen zu n�hern.�</p><p>�Ich werde mir alle M�he geben, diese Nachricht so r�berzubringen, Admiral�, sagte er, salutierte mit einem ironischen L�cheln auf den Lippen, dann verlie� er die Br�cke.</p><p>Geary sah zu Desjani, die verbissen auf ihr Display starrte. �Was ist los?�</p><p>Sie drehte sich zu ihm um und warf ihm einen zornigen Blick zu. �Die haben Sie handlungsunf�hig gemacht, oder ist Ihnen das entgangen?�</p><p>�Nein, das haben sie nicht. Mir wurde gesagt, ich solle mich an die bereits von der Regierung erteilten Befehle halten. Rione hat darauf bestanden, das noch einmal extra zu betonen, bevor sie mit den anderen zusammen die Br�cke verlassen hat.�</p><p>Auf einmal begriff sie. �Und Ihre bereits erteilten Befehle lauten, dass Sie nach eigenem Ermessen handeln d�rfen, wenn wir mit unerwarteten Umst�nden konfrontiert werden.�</p><p>�Richtig.�</p><p>�Verdammt.� Desjani wirkte jetzt noch w�tender. �Ich hasse es, wenn diese Frau das macht.�</p><p>�Wenn sie was macht?�</p><p>�Wenn sie � nicht b�se ist. Dann frage ich mich sofort, was sie in Wahrheit vorhat.� Desjani lehnte sich zur�ck und sah nachdenklich drein. �Was werden Sie jetzt machen?�</p><p>�Ich k�nnte mit ihnen reden.�</p><p>�Das hat schon bei den Enigmas und den Kiks nichts gebracht, und bei den Syndiks hat es nur selten funktioniert�, wandte sie ein. �Auch wenn ich in keinem Punkt einer Meinung mit diesen Politikern sein m�chte, ist es doch sehr verd�chtig, dass diese Schiffe wussten, dass wir auf dem Weg hierher sind und wer sich an Bord befindet. Wenn ihnen das bekannt war und sie uns deswegen so empfangen haben, dann werden sie sich auch nichts von dem anh�ren wollen, was wir ihnen zu sagen haben.�</p><p>�Gutes Argument. Wie w�re es, wenn ich mit ihnen auf eine Weise rede, die sie verstehen k�nnten? Ich w�rde vermeiden, mich dazu zu �u�ern, dass sich Vertreter der Allianz-Regierung an Bord befinden. Das w�rde sie vielleicht verwirren. Und w�hrend wir reden, fliegen wir weiter Richtung Alte Erde.�</p><p>�Und wenn die es auf <emphasis>Sie </emphasis>abgesehen haben?�</p><p>�Dann werde ich sie wissen lassen, dass wir uns niemals kampflos ergeben werden.�</p><p>Er sah sich noch einmal genau diesen prahlerischen, mit Auszeichnungen beh�ngten Befehlshaber der fremden Kriegsschiffe an, dann bet�tigte er die Antwort-Taste. �Kapit�n Kommodore Tavistorevas, hier spricht Admiral Geary von der Allianz-Flotte. Sie werden sicher verstehen, dass dieses Kriegsschiff sozusagen ein souver�ner verl�ngerter Arm der Allianz ist. Daher kann ich nicht zulassen, dass der Schlachtkreuzer von einer fremden Macht betreten wird, die in einem neutralen Sternensystem operiert. Ich bin von meiner Regierung dazu erm�chtigt worden, die Schiffe mit den Gesandten einer fremden Spezies, die uns als T�nzer bekannt ist, bis zur Alten Erde zu eskortieren. Die T�nzer sind die einzige intelligente nichtmenschliche Spezies, zu der die Menschheit bislang freundschaftliche Beziehungen aufbauen konnte. Entsprechend meinen Befehlen muss ich diese Schiffe vor jeder St�rung oder Einmischung besch�tzen, und das werde ich auch tun. Sollten Sie formal Beschwerde gegen das Verhalten der Allianz einlegen wollen, dann �bersenden Sie mir bitte diese Beschwerde, und ich werde veranlassen, dass sie nach der R�ckkehr zur Allianz an die zust�ndigen Stellen weitergeleitet wird. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Admiral Geary, Ende.�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Schaden kann es nicht. Hmm. Sie beschleunigen auf 0,2 Licht. Sie wollen also nicht nur unseren Fluchtweg blockieren, sondern sie wollen uns einholen.�</p><p>�Admiral?� Lieutenant Igers Bild war wieder neben Geary aufgetaucht. �Unsere Systeme hatten Gelegenheit, diese Kriegsschiffe beim Man�vrieren zu beobachten und sie zu bewerten. Ihre Einsch�tzung ist die, dass Schiffe des � �hm � Schilds von Sol keine Panzerung aufweisen.�</p><p>�Keine Panzerung?�, wiederholte Geary ungl�ubig.</p><p>�Es besteht eine minimale Chance, dass kritische Bereiche leicht gepanzert sind�, sagte Iger.</p><p>�Und die Waffen? Auf meinem Display sind immer noch nur ein paar Waffensysteme mit Art und Position zu sehen.�</p><p>�Das ist alles, was sich bislang best�tigen lie� oder was h�chstwahrscheinlich ein Waffensystem darstellen d�rfte�, erwiderte der Geheimdienstoffizier. �Unter all diesen Verzierungen k�nnten sich viele Waffen mehr befinden, aber wir verf�gen �ber hochaufl�sende Scans, die wir Pixel f�r Pixel analysieren. Wenn es weitere Waffensysteme gibt, werden wir sie finden.�</p><p>�So schnell wie m�glich�, betonte Geary und sah Desjani missmutig an, w�hrend neben ihm Igers Bild verschwand. �Die m�ssen viel mehr Waffen an Bord haben. Wir brauchen unbedingt ein klareres Bild davon, wogegen wir unter Umst�nden ank�mpfen m�ssen.�</p><p>�Keine Panzerung�, �berlegte sie. �Aber sie sind schon mal nicht schneller als wir. Das ist gut. Und wenn ich mich nicht irre, hat unser Ordensst�nder es so klingen lassen, dass die Kommando- und Kontrollstruktur bei ihnen sehr zentralisiert ist. Wenn wir ihn ausschalten, wird es vielleicht erheblich einfacher, auch die �brigen Schiffe unter Kontrolle zu bringen.�</p><p>Geary betrachtete die Formation der anderen Kriegsschiffe. Sie wirkte wie eine flache R�hre, breiter als lang. Neben jedem der Megakreuzer waren aus einem unerkl�rlichen Grund zu beiden Seiten die Korvetten positioniert. �Der Ordensst�nder d�rfte sich auf dem Kriegsschiff in der Mitte befinden. An ihn werden wir nicht so einfach herankommen.�</p><p>�Nein�, stimmte Desjani. �Nicht ohne unter schweren Beschuss von allen Seiten zu geraten, und f�r eine solche Behandlung ist die <emphasis>Dauntless </emphasis>nicht konstruiert.�</p><p>Er erwiderte nichts darauf, zumal sich seine Stimmung immer weiter verfinsterte, je bewusster ihm die Situation wurde, in der sie sich befanden. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>war allein. Sie musste zudem noch auf sechs T�nzer-Schiffe aufpassen. Aber auch ohne dieses Handicap befand sich der Schlachtkreuzer in einer schwierigen Lage, da er zahlenm��ig und hinsichtlich der Feuerkraft dem Gegner eindeutig unterlegen war. Hinzu kam die Tatsache, dass dieser Gegner in vielerlei Hinsicht eine unbekannte Gr��e darstellte.</p><p>Welche Taktiken wandten sie an? Wie gut war ihre Feuerkontrolle? Was leisteten ihre Waffen? War der Ordensst�nder ein guter Befehlshaber oder war er doch nicht mehr als das aufgeblasene aristokratische Windei, als das er erschien? Wenn er wirklich gut war, dann war sein Auftritt nur eine einstudierte Nummer, die andere dazu bringen sollte, ihn zu untersch�tzen.</p><p>Wie viel war dem Gegner von demjenigen, der die Nachricht vom bevorstehenden Eintreffen der Regierungsvertreter �berbracht hatte, �ber die <emphasis>Dauntless </emphasis>und ihre Crew erz�hlt worden?</p><p>Zu viele Fragen und erheblich zu wenige Antworten.</p><p>Ein blo�es Raten konnte fatale Folgen haben, und das nicht nur f�r die <emphasis>Dauntless</emphasis>, sondern f�r alle Hoffnungen auf eine Beziehung zwischen der Menschheit und den T�nzern.</p></section><section><title><p>Siebzehn</p></title><p>Die Alte Erde war weiter von ihnen entfernt als die �Schild von Sol�-Kriegsschiffe. Da �berraschte es nicht, dass von dort noch keine Reaktion eingegangen war, als vom gegnerischen Schiff eine R�ckmeldung auf Gearys Antwort empfangen wurde.</p><p>Der schrille Befehlshaber des Kriegsschiffs, der Geary augenblicklich an Desjanis Spitznamen Ordensst�nder denken lie�, klang diesmal nicht nur gelangweilt, sondern auch noch entr�stet, als h�tte Geary ein Schwerverbrechen begangen. �Ich bin <emphasis>Seine Exzellenz </emphasis>Kapit�n Kommodore <emphasis>Ersten Ranges, Stellare Wache der Faust des Volkes, Earun Tavistorevas, Landesherr des Schildes von Sol</emphasis>. Sie werden den <emphasis>vollen Titel </emphasis>benutzen, wenn Sie einen Offizier von meinem Rang anreden. Mich interessiert nicht, welche Befehle Sie von den vulg�ren F�hrern Ihrer barbarischen Gesellschaft erhalten haben. Sie werden hier meine Befehle befolgen. Wenn Sie nicht sofort anhalten und alle offensiven und defensiven Waffen abschalten, werde ich Sie genauso ausl�schen wie einen jeden Vertreter dieser tramontanen Unreinheit, die Sie in unser Zuhause gebracht haben.�</p><p>�Ich glaube nicht, dass er verhandeln will�, stellte Desjani fest, als die �bermittlung zu Ende war. Ihre Worte klangen unbeschwert, aber ihr Gesichtsausdruck sprach eine andere Sprache. Geary kannte den Grund daf�r. Die �Schild von Sol�-Schiffe hatten sich der <emphasis>Dauntless </emphasis>inzwischen gen�hert. Mit einer Geschwindigkeit von 0,23 Licht waren sie schnell genug, um den Allianz-Schlachtkreuzer innerhalb weniger Stunden einzuholen und zu �berholen. Die vielen anderen Raumfahrzeuge, die im Sol-Sternensystem unterwegs waren, hatten l�ngst ihren Kurs ge�ndert, um sich in Sicherheit zu bringen. Diese ausnahmslos zivilen Schiffe w�ren mit ihren urspr�nglichen Flugbahnen allzu leicht der <emphasis>Dauntless </emphasis>und den sie verfolgenden Kriegsschiffen des Schildes von Sol in die Quere gekommen.</p><p>Offenbar rechneten sie mit dem Schlimmsten.</p><p>Die T�nzer blieben wie gehabt dicht bei der <emphasis>Dauntless</emphasis>, aber war das wirklich zu ihrem Besten? W�re es vielleicht sicherer f�r sie, wenn er sie aufforderte, sich von der <emphasis>Dauntless </emphasis>zu entfernen und in alle Richtungen davonzufliegen, Kurs auf das Hypernet-Portal zu nehmen und nach Hause zu fliehen? Aber was, wenn sie nicht auf ihn h�rten? Wie sollte er f�r ihren Schutz sorgen, und wie sollte die <emphasis>Dauntless </emphasis>gerettet werden? Andererseits, waren sie nicht sowieso im System gefangen? Ohne Hypernetschl�ssel konnten sie das Portal nicht nutzen; und der befand sich schlie�lich auf der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Oder konnten sie es doch? Sie waren schlie�lich schon f�r viele �berraschungen gut gewesen.</p><p>Um sich von seinen �berlegungen abzulenken, sagte Geary an die Br�ckencrew gewandt: �Hat irgendjemand eine Idee, warum er immer wieder Begriffe verwendet, die mit Reinheit und Vulgarit�t zu haben?�</p><p>Von allen Seiten bekam er nur ein Kopfsch�tteln als Antwort, also wiederholte er die Frage an Lieutenant Iger gerichtet.</p><p>�Nein, Sir. Diese Leute scheinen diese Begriffe f�r irgendetwas Besonderes zu halten.�</p><p>�Zu der Erkenntnis war ich auch schon gelangt�, sagte Geary und unterbrach die Verbindung zu Iger abrupt, was sonst nicht seine Art war.</p><p>Etwas st�rte ihn. Irgendetwas, das jenseits seiner bewussten Wahrnehmung lauerte, so wie eine riesige Bestie, die sich permanent au�er Sichtweite aufhielt, dabei aber nahe genug war, dass er ihre Gegenwart sp�ren konnte.</p><p>Er starrte auf sein Display und bemerkte, dass sein Magen ungew�hnlich verkrampft war. Er konnte mitverfolgen, wie sein Atem immer schneller ging und dabei flacher und flacher wurde. Es kam ihm vor, als h�tte sich irgendetwas in seiner Luftr�hre verkantet.</p><p>�Admiral.�</p><p>Das hatte er schon einmal erlebt, in einer Situation, wo er sich als nicht gut genug f�r die ihm gestellte Aufgabe erwiesen hatte.</p><p><emphasis>�Admiral!�</emphasis></p><p>Desjanis Tonfall durchdrang die Starre, die ihn beim Blick auf das Display erfasst hatte. Er drehte den Kopf in ihre Richtung.</p><p>Sie musterte ihn �berrascht, dann absch�tzend. �Was ist los?�</p><p>Als er versuchte, ihr eine Antwort zu geben, da bewirkte diese Anstrengung, dass er endlich begriff, was ihn so aufgew�hlt hatte. <emphasis>Warum jetzt? Ich kann mir jetzt keine R�ckblende erlauben. Ich dachte, das h�tte ich hinter mir. </emphasis>Was immer ihm das Atmen unm�glich machte, hielt ihn auch davon ab, ein Wort herauszubringen.</p><p>Desjani beugte sich weiter vor und zischte ihm leise und energisch zu: �Verdammt, Jack, <emphasis>was ist los?</emphasis>�</p><p>Er sah ihr in die Augen und brachte nur ein Wort heraus. �Grendel.�</p><p>�Grendel?�, wiederholte sie ratlos, doch dann auf einmal wurde ihr alles klar. �Grendel. Sie, ein Schiff � alles spricht gegen Sie. Sie wollen einen Konvoi besch�tzen. Das hier ist das erste Mal, dass Sie sich mit einer �hnlichen Situation wie bei Grendel konfrontiert sehen.�</p><p>Er nickte. <emphasis>Dank sei den Vorfahren, dass sie es verstanden hat und dass ich ihr nicht etwas erkl�ren muss, was ich selbst nicht so ganz begreife. Das hier ist nicht Grendel.</emphasis></p><p>�Das hier ist nicht Grendel�, sagte sie, kaum dass ihm der Gedanke durch den Kopf gegangen war.</p><p>Dann sprudelten die Worte nur noch aus ihm heraus: �Tanya, mein Schiff wurde um mich herum in St�cke geschossen, der gr��te Teil meiner Crew war tot. Wenn das noch einmal passiert ��</p><p>�Das hier ist <emphasis>mein </emphasis>Schiff, Admiral. Wenn die <emphasis>Dauntless </emphasis>in St�cke geschossen wird, dann werde <emphasis>ich </emphasis>bis zuletzt auf der Br�cke bleiben und k�mpfen.�</p><p>Geary sah sie sekundenlang an. �Und Sie meinen, jetzt f�hle ich mich besser?�</p><p>Sie beugte sich wieder zu ihm vor, und diesmal griff sie nach seinem Handgelenk. Es war die Art von K�rperkontakt, die sie normalerweise vermieden, um der Ger�chtek�che �ber den Admiral und seine Ehefrau, den Captain, keine Nahrung zu geben. �H�ren Sie, wenn ich hier sterbe sollte, dann wird das nicht nur Ihre Schuld gewesen sein, sondern auch meine. Das ist mein Schiff, ich bleibe bis zum Schluss, w�hrend Sie daf�r sorgen, dass sich alle in die Rettungskapseln begeben, wenn das wirklich unser Schicksal sein sollte. Uns ist zu wenig gemeinsame Zeit gew�hrt worden, aber eigentlich h�tten wir uns niemals begegnen k�nnen. Sie h�tten vor hundert Jahren sterben m�ssen. Das haben Sie damals nicht gemacht, und ich werde es heute nicht tun.�</p><p>�Tanya ��</p><p>�H�ren Sie, ich bin davon �berzeugt, dass ich mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>besser umgehen kann als die adretten Jungs und M�dchen auf ihren dekorierten Schiffen da drau�en. Im Kampf Schiff gegen Schiff w�rde ich sie zunichtemachen. Aber wir haben es mit einem ganzen Rudel von ihnen zu tun, und ich brauche jemanden, der die gesamte Situation im Griff hat, jemanden, der den �berblick bewahrt und der in der Lage ist, unseren Ordensst�nder zu �berlisten und auszutricksen. Gemeinsam k�nnen wir das schaffen. Aber das ist jetzt nicht der Augenblick f�r belastende Erinnerungen, die Sie aus der Ruhe bringen. Wenn das passiert, wenn Sie weiche Knie bekommen, dann sind wir tot. Also? Werden Sie weiche Knie bekommen?�</p><p>�Nein!�</p><p>Sie reagierte mit einem entschlossenen, fast schon boshaften Grinsen. �Da haben Sie verdammt recht. Sie haben noch nie weiche Knie bekommen, und Sie werden auch nicht jetzt damit anfangen. Vergessen Sie Ihre Erinnerung oder vergraben Sie sie oder stellen Sie irgendwas anderes damit an, bis wir diese Typen besiegt haben. Schaffen Sie das, oder soll ich einen Doc rufen, damit er Ihnen was f�r Ihren Kopf gibt?�</p><p>�Ja.� Erst nachdem er geantwortet hatte, wurde ihm bewusst, wie ruhig und nachdr�cklich er das eine Wort ausgesprochen hatte. �Ich schaffe das. Aber lassen Sie trotzdem einen Doc auf die Br�cke kommen. Jeder hier kann mir anmerken, wie sehr mich das Ganze mitnimmt, und die Leute sollen sehen, dass ich verantwortungsvoll damit umgehe. Was Ihnen zu verdanken ist. Womit habe ich Sie blo� verdient?�</p><p>�Das wei� ich auch noch nicht, aber wenn ich die Antwort darauf finde, werde ich es Sie wissen lassen, Admiral. Aber das hier ist meine Pflicht, Admiral. Vergessen Sie nicht, dass ich das ohne R�cksicht auf denjenigen mache, der in diesem Sessel sitzt.� Desjani lie� ihn los und lehnte sich auf ihrem Platz nach hinten, dann tippte sie auf eine der internen Komm-Kontrollen. �Krankenstation, wir ben�tigen eine Kopfuntersuchung auf der Br�cke. Nichts Bedenkliches, nur ein paar Sicherheitsvorkehrungen.�</p><p>Geary rieb sich das Kinn und lie� seinen Blick beil�ufig von einer Station zur n�chsten wandern. Wie erwartet tat jeder so, als sei ihm nichts Ungew�hnliches aufgefallen, was den Admiral und den Captain anging. Die F�higkeit, so zu tun, als nehme man keine Notiz vom Verhalten eines vorgesetzten Offiziers, geh�rte mit zu den wichtigsten Eigenschaften, um in der Flotte zu �berleben � und vermutlich galt das f�r jeden Zweig des Milit�rs w�hrend der gesamten Menschheitsgeschichte.</p><p>�Also gut. Selbst wenn wir nicht beschleunigen, bleiben uns noch ein paar Stunden, um eine neue Position einzunehmen.� Er hatte gelernt, solche Dinge auf die richtige Weise auszudr�cken. Die Flotte, die von einem Jahrhundert Krieg Narben davongetragen hatte und auf die Ehre fixiert war, trat nie den R�ckzug an, und sie floh auch nicht vor einem Verfolger. Nein, sie nahm eine neue Position ein. �Wir sind in verschiedenen Punkten im Vorteil.�</p><p>�Richtig. Wir sind schneller.� Desjani deutete auf ihr Verh�ltnis. �Wir haben mehr Masse als diese Megakreuzer, aber auch einen gr��eren Hauptantrieb, sodass sich ein besseres Verh�ltnis zwischen Schubkraft und Masse ergibt. Angenommen ihre Tr�gheitsd�mpfer sind nicht leistungsf�higer als unsere, dann k�nnen wir besser wenden und besser beschleunigen.�</p><p>Er blickte nachdenklich auf sein Display. �Sonst noch was?�</p><p>�Sie sind schw�cher gepanzert als wir.� Sie betrachtete ebenfalls ihr Display. �Was die Bewaffnung angeht, passt das allerdings �berhaupt nicht. Die m�ssen �ber mehr Waffen verf�gen, als wir erkennen k�nnen. Das kann ich nicht als einen Vorteil bezeichnen. Vielleicht besitzen sie ja keinen Nullfeld-Generator, aber um den einzusetzen, m�ssten wir sehr dicht an sie herankommen. Aber sie k�nnten auch eine ganz andere Waffe haben, die genauso todbringend ist.�</p><p>�Auch kein Vorteil�, merkte Geary an. �Was noch?�</p><p>�Wir haben Sie.�</p><p>Unwillk�rlich musste er l�cheln. �Und Sie. Die verdammt beste Schiffsf�hrerin der Flotte.�</p><p>Im Gegenzug begann sie zu grinsen. �Und meine Crew�, erg�nzte sie. �Jeder von uns kennt seine Aufgaben sehr genau.�</p><p>Geary hielt inne, weil er nachdenken wollte, da wurde er vom Komm-Wachhabenden unterbrochen. �Captain, wir empfangen eine Nachricht von den Beh�rden des Sol-Sternensystems.�</p><p>�Stellen Sie sie zum Admiral und zu mir durch�, befahl sie.</p><p>Geary schaute aufmerksam auf das vor ihm auftauchende Komm-Fenster. Irgendwie hatte er erwartet, dass die Menschen von der Alten Erde anders aussahen. �lter. Weiser. Kl�ger. Aber die zwei Frauen und der Mann, die in dem Fenster Gestalt annahmen, sahen nicht anders aus als all die anderen Menschen, mit denen er je gesprochen hatte. Vielleicht war da eine Spur von Erm�dung rund um ihre Augen zu erkennen, Ausdruck eines Alters, das �ber die Jahre hinausging, die ihre Gesichter verrieten. Ihre Kleidung hatte nichts von dem �bertriebenen Schmuck der Besatzungen der Kriegsschiffe; sie waren von schlichtem Schnitt, die Farben vermittelten des Gef�hl, verschossen, aber immer noch intensiv zu sein.</p><p>�Wir gr��en das Schiff <emphasis>Dauntless </emphasis>der Allianz�, sagte eine der Frauen. �Wir sind �ber alle Ma�en begeistert zu h�ren, dass Sie Kontakt mit einer nichtmenschlichen Spezies aufnehmen konnten, und freuen uns �ber die Aussicht auf ein m�gliches Zusammentreffen mit den Botschaftern der Spezies, die Sie mitgebracht haben. Bedauerlicherweise � und das werden Sie inzwischen sicher festgestellt haben � ist das Sol-Sternensystem von einer Streitmacht des Bundes der Ersten Sterne besetzt worden, die von sich behauptet, zu unserem Schutz da zu sein. Wir haben gegen ihr Verhalten protestiert, und seit zwanzig Jahren versuchen wir, eine Einigung �ber die notwendigen Prozeduren zu erzielen, um eine Koalition mit anderen M�chten in der n�heren Umgebung eingehen zu k�nnen, damit die Bundes-Kriegsschiffe des Systems verwiesen werden k�nnen. Diese Anstrengungen haben sich jedoch als sehr komplex erwiesen, da Sol einen Sonderstatus einnimmt und die Sorge besteht, dass man aggressive Akte des Bundes gegen andere provozieren k�nnte. Es hat in dieser Region des Weltalls seit Jahrzehnten keine gr��eren Konflikte gegeben, und in den letzten zweihundert Jahren ist es zu keinem richtigen Krieg mehr gekommen.�</p><p>�Sie versuchen seit <emphasis>zwanzig Jahren</emphasis>, sich allein darauf zu einigen, ob sie �berhaupt irgendetwas unternehmen sollen?�, brach es aus Desjani heraus.</p><p>�Ja�, sagte Geary. �Rione hat anscheinend recht gehabt, als sie davon sprach, wie man im Sol-Sternensystem Dinge erledigt � oder auch nicht erledigt. Das verhindert zwar Aggressionen, aber die Verteidigung bleibt auch auf der Strecke. So viel zum Thema, dass Sol eine einzigartige Oase des Friedens und der Harmonie inmitten der von Menschen besiedelten Sternensysteme ist.�</p><p>Die Frau von der Alten Erde redete immer noch. �Wir k�nnen Ihnen leider keinerlei Unterst�tzung gegen die Milit�rstreitmacht des Bundes bieten. Deswegen bitten wir Sie inst�ndig, so zu verfahren, wie Sie es f�r am besten halten. Bedenken Sie dabei immer, dass Sie sich in der Heimat der Menschheit befinden. Es ist sinnvoller, dass Sie und die Vertreter der fremden Spezies in Sicherheit sind, als dass Sie unn�tige Risiken eingehen. Ich bin Dominika Borkowski, f�r das Volk und die Heimat. Ende.�</p><p>�Lassen Sie diese Nachricht bitte an unsere Senatoren und Delegaten weiterleiten.�</p><p>Sie gab den entsprechenden Befehl, dann wandte sie sich wieder Geary zu. �Was glauben Sie, was die damit anfangen werden?�</p><p>�Ich wei� nicht. Vermutlich werden sie dar�ber debattieren, was sie darauf antworten sollen. Was aber k�nnen wir damit anfangen?�</p><p>�Sie haben uns immerhin freie Hand gegeben�, betonte Desjani.</p><p>�Das liegt aber nur daran, dass sie nicht wissen konnten, dass sie es mit Tanya Desjani zu tun haben�, konterte er ironisch.</p><p>Ein medizinischer Assistent kam auf die Br�cke, scannte Geary und reichte ihm gleich darauf ein Arzneipflaster, das seine Ausr�stung nach der Analyse der Scanwerte auswarf. Geary klebte es auf die Haut, w�hrend der Assistent auch noch den Rest der Br�ckencrew scannte. Die eigentliche Wirkung der Medikamente w�rde zwar erst in ein paar Minuten eintreten, aber er f�hlte sich schon jetzt besser, weil er wusste, dass eine Linderung bald erfolgen w�rde und er dann wieder klar denken konnte.</p><p>�Also gut�, sagte er. �Ich werde den Beh�rden des Sol-Sternensystems eine Antwort schicken.� Er setzte sich gerader hin und lie� von Tanya kurz pr�fen, ob seine Uniform richtig sa�, dann tippte er auf die Antwort-Taste.</p><p>�Hier spricht Admiral Geary von der Allianz-Flotte, milit�rischer Senior-Befehlshaber an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Vielen Dank f�r Ihre Antwort und Ihre Warnung. Die Repr�sentanten der Allianz-Regierung an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>formulieren derzeit eine offizielle Erwiderung, aber zwischenzeitlich w�ren wir sehr dankbar f�r jegliche Informationen, die Sie �ber den Bund selbst und �ber dessen Kriegsschiffe besitzen. Diese Schiffe blockieren unseren R�ckweg zum Hypernet-Portal, und momentan befinden sie sich auf einem Abfangkurs zu uns und den Schiffen der T�nzer, die zu besch�tzen wir geschworen haben. Es kann also sein, dass wir tats�chlich nicht anders k�nnen, als alle erforderlichen Ma�nahmen zu ergreifen, um uns und die T�nzer zu verteidigen. Ihre Informationen k�nnten uns dabei sehr von Nutzen sein. Bei unseren Ma�nahmen werden wir den besonderen Status dieses Sternensystems ber�cksichtigen. Im Gegensatz zum Bund streben wir nicht danach, Gewalt anzuwenden. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Geary, Ende.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck und betrachtete sein Display, ohne dabei richtig wahrzunehmen, dass das gesamte Br�ckenpersonal ihn beobachtete und darauf wartete, dass Black Jack einen Weg fand, die <emphasis>Dauntless </emphasis>und die T�nzer zu retten und gleichzeitig dem Ordensst�nder und den Schiffen des Bundes ein wenig Demut einzubl�uen.</p><p>�Tanya, nehmen wir einmal an, unsere Regierungsvertreter werden unendlich lang dar�ber diskutieren, wie sie am besten vorgehen sollen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Rione ihr Bestes geben wird, um sie m�glichst lange zu besch�ftigen, damit wir lange Zeit Ruhe vor ihnen haben. Ich glaube, wir sollten den T�nzern sagen, dass sie weiter in Richtung Alte Erde fliegen sollen, w�hrend wir kehrtmachen und uns diese Bundes-Schiffe vornehmen.�</p><p>�Guter Plan�, entgegnete sie. �Allerdings � Gut, ich wei�, es ist ungew�hnlich, dass ich mir �ber diesen diplomatischen Kram Gedanken mache � aber vielleicht w�re es dieses eine Mal ganz gut, wenn wir sicherstellen k�nnten, dass sie zuerst feuern.�</p><p>�Damit wir unbestreitbar in Notwehr handeln? H�tten Sie auch einen Vorschlag, wie das bewerkstelligt werden soll, Captain Desjani?�</p><p>�Ja, den habe ich, Admiral Geary.� Mit Gesten unterstrich sie ihre Ausf�hrungen, wie sie sich ihren Plan vorstellte. �Wir bremsen die <emphasis>Dauntless </emphasis>auf 0,05 Licht ab und lassen die T�nzer mit 0,1 Licht in Richtung Alte Erde weiterfliegen, w�hrend die B�ndler uns viel schneller einholen. Die B�ndler fordern uns auf, die Schilde abzuschalten, und wir erz�hlen ihnen, dass wir das nicht machen, und das mit einer Wortwahl, die diesen Ordensst�nder in Bezug auf unsere Einstellung noch ungl�cklicher machen wird. Wenn wir in Reichweite gelangen, wird er das Feuer er�ffnen, aber in dem Moment geht die <emphasis>Dauntless </emphasis>auf maximale Beschleunigung, sodass wir der ersten Salve entgehen, und dann kriegen sie von uns einen Tritt in den Hintern.�</p><p>�Ein interessanter Plan�, fand Geary. �Allerdings ist der letzte Teil etwas vage gehalten.�</p><p>�Wir werden eben improvisieren m�ssen.�</p><p>Die Medikamente hatten zu wirken begonnen. Die lauernde Bestie war aus seinem Kopf verschwunden, und Geary konnte sein Display mit klarem Verstand betrachten. Die Vergangenheit war jetzt wieder nur ein Faktor, der sich einbeziehen lie�, um zu sehen, welche Taktiken im Hier und Jetzt von Nutzen sein konnten. �Es ist riskant. Wir wissen nicht, was ihre Raketen zu leisten imstande sind.�</p><p>Desjani rief ein Bild der Bundes-Formation auf, das zwischen ihr und Geary schwebte. �Haben Sie sich das angesehen? Passen Sie auf.� Sie gab einen weiteren Befehl ein, dann wurden die Kriegsschiffe durch geschwungene Linien miteinander verbunden. Das Ergebnis war �</p><p>�Ein Vogel?�, murmelte Geary, der seinen Augen nicht trauen wollte. �Sie haben ihre Schiffe so angeordnet, weil das ein sch�nes Bild ergibt?�</p><p>�Ja. Sehen Sie sich noch mal die vier Korvetten und Megakreuzer an den Seiten an. Wir konnten doch nicht dahinterkommen, warum die sich dort befinden. Das lag daran, dass wir versucht haben, die Funktionsweise dieser Formation in taktischer Hinsicht zu ergr�nden. Aber wenn Sie nur nach dem Erscheinungsbild gehen, dann bilden je zwei Korvetten und ein Megakreuzer auf jeder Seite einen Fl�gel.�</p><p>�Die Vorfahren m�gen uns beistehen. Die bereiten sich auf ein Gefecht mit uns vor, indem sie eine Paradeformation einnehmen.�</p><p>�Diese Frau von der Alten Erde�, legte Desjani nach, �sprach davon, dass es hier seit Jahrzehnten keine K�mpfe und seit Jahrhunderten keinen richtigen Krieg mehr gegeben hat. Stellen Sie sich unser Flottenhauptquartier vor, wenn es keine Erfahrung mit Raumschlachten gehabt h�tte, die Einfluss auf ihre Entscheidungen haben k�nnten. Jahrzehnt f�r Jahrzehnt gibt es keinen Konflikt, in dem man die Brauchbarkeit einer Formation testen kann. Irgendwann legt man nur noch auf das Erscheinungsbild Wert, nicht auf die Funktionalit�t, w�hrend Waffen und Design nach b�rokratischen Ma�st�ben beurteilt werden, aber nicht danach, ob sie eigentlich ihren Zweck erf�llen oder nicht. Und die Offiziere erhalten ihre Auszeichnungen in Abh�ngigkeit davon, wie exzentrisch sie ihre Frisur gestalten.�</p><p>�Der Ordensst�nder.� Er schaute auf sein Display und sah den Mann auf einmal mit anderen Augen. �Aber sie haben mehrere Schiffe, wir dagegen nur eins. Was ist, wenn ein paar von ihnen die T�nzer verfolgen?�</p><p>�Diese Witzbolde k�nnten die T�nzer-Schiffe allenfalls dann einholen und erwischen, wenn die T�nzer das zulassen w�rden�, entgegnete Desjani.</p><p>�Stimmt. Wir m�ssen also davon ausgehen, dass die T�nzer sich aus allem �rger heraushalten werden. Damit bleiben noch die Alte Erde und die �brigen historischen St�tten hier im Sternensystem. Wir k�nnen das Risiko nicht eingehen, dass die einen Treffer abbekommen.�</p><p>Sie sah ihn eindringlich an. �Sie glauben doch nicht etwa, dass sie das Feuer auf die Heimat er�ffnen werden, oder?�</p><p>�Ich wei� es nicht.� Sein Blick wanderte zu der blau-wei�en Kugel vor ihm auf dem Display. �Sie und ich, wir sehen diese Welt und k�nnen uns nicht vorstellen, ihr etwas anzutun. Doch die Krater auf der Oberfl�che zeugen davon, dass andere Menschen in der Vergangenheit Steine auf unsere Heimat geschleudert haben. Was Menschen fr�her einmal gemacht haben, k�nnen sie immer wieder tun. Deshalb d�rfen wir es nicht wagen, dass sich diese Verfolgungsjagd bis in den Orbit der Alten Erde hinzieht. Je tiefer wir in das System vordringen, umso n�her kommen wir Orten wie der Heimat oder Mars und Venus. Au�erdem sind uns da die hin und her pendelnden Schiffe im Weg. Wir m�ssen das hier drau�en hinter uns bringen, wo das All leerer ist, und wir m�ssen daf�r sorgen, dass die B�ndler auf uns konzentriert bleiben.�</p><p>Das hatte bei Grendel auch funktioniert. Jedenfalls in ausreichendem Ma�.</p><p><emphasis>Wenn die </emphasis>Dauntless <emphasis>hier stirbt, wenn Tanya bis zum Ende bleibt, dann werde ich bei ihr bleiben. Was soll�s denn? Ich hatte eine gute Zeit. Einmal habe ich zwar alles verloren, aber jetzt werde ich nicht alles verlieren, was mir etwas bedeutet.</emphasis></p><p><emphasis>Bei den Vorfahren! Was soll sein, wenn sie im Gefecht stirbt, aber ich nicht?</emphasis></p><p><emphasis>Dazu darf es nicht kommen. Ich werde daf�r sorgen, dass das nicht passiert.</emphasis></p><p>�Also gut, Captain Desjani. Wir werden Ihren Plan umsetzen. Warten Sie noch ein paar Minuten, dann reduzieren Sie die Geschwindigkeit der <emphasis>Dauntless </emphasis>auf 0,05 Licht.� Geary bet�tigte die interne Komm-Taste. �Delegat Charban, hatten Sie Erfolg?�</p><p>Charban zuckte mit den Schultern. �Kann ich noch nicht sagen.�</p><p>�Die <emphasis>Dauntless </emphasis>wird deutlich abbremsen, aber wir m�chten, dass die T�nzer ohne uns in Richtung Alte Erde weiterfliegen. K�nnen Sie ihnen klarmachen, dass die anderen Kriegsschiffe unsere Feinde sind, die uns und auch sie wahrscheinlich attackieren werden, wenn sie in Reichweite gelangen?�</p><p>�Bruderfeinde�, entgegnete Charban. �Das Konzept verstehen die T�nzer. Ich werde ihnen sagen, dass sie mit dem weitermachen sollen, was sie tun, und dann wollen wir hoffen, dass sie sich auch daran halten werden.�</p><p>Die Steuerd�sen der <emphasis>Dauntless </emphasis>wurden gez�ndet, worauf sich das Schiff zu drehen begann, bis der Bug in die Richtung zeigte, aus der sie gekommen waren und aus der sich ihnen die Formation des Bundes n�herte. Die Hauptantriebseinheiten erwachten zum Leben, um das Schiff abzubremsen. Dabei fiel Geary auf, dass Desjani nur die H�lfte der Antriebsmodule eingesetzt hatte. Wenn die Bundes-Schiffe die Man�vrierf�higkeit der <emphasis>Dauntless </emphasis>auf der Basis dieser Werte kalkulieren sollten, w�rden sie sich gr�ndlich verrechnen.</p><p>Durch dieses Man�ver schrumpfte die Zeit bis zum Zusammentreffen mit den Verfolgern rasch zusammen, und Lieutenant Yuon meldete gleich darauf: �Noch vierzig Minuten, dann werden die Bundes-Kriegsschiffe in der Lage sein, auf uns zu feuern, sofern ihre Waffenreichweite der unseren entspricht.�</p><p>Geary nickte beil�ufig, da er die T�nzer nicht aus den Augen lassen wollte. Sie hatten zwar die Drehung der <emphasis>Dauntless </emphasis>zun�chst mit vollzogen, aber jetzt drehten sie sich in die andere Richtung und flogen mit unver�nderter Geschwindigkeit weiter. <emphasis>So weit, so gut. </emphasis>�Tanya, wenn wir die gesch�tzte Reichweite ihrer Raketen erreicht haben, �berlasse ich es Ihnen, wann Sie mit der <emphasis>Dauntless </emphasis>welche Man�ver vornehmen wollen.�</p><p>�Danke, Admiral.� Desjani sah zu ihren Wachhabenden. �Versetzen Sie die <emphasis>Dauntless </emphasis>in volle Gefechtsbereitschaft, allerdings ohne dass die Senatoren davon auch nur einen einzigen Ton mitbekommen. Sorgen Sie daf�r, dass sie in ihrem Abteil nichts zu h�ren kriegen.�</p><p>Geary nickte �berzogen. �Wir wollen sie ja nicht bei ihrer Diskussion st�ren. Daf�r ist die viel zu wichtig.�</p><p>�Ah � ja, richtig. Lasst das alle wissen, Leute.�</p><p>In den Korridoren und Abteilungen, in denen tags zuvor noch ausgelassen gefeiert und gelacht worden war, herrschte jetzt rege Betriebsamkeit, da Offiziere und Matrosen zu den Gefechtsstationen eilten. Echte Waffen wurden scharfgemacht, echte Ziele wurden erfasst, und weder Jupiters Dreizack noch Callistos Bogen w�rden diesmal �ber das Resultat entscheiden.</p><p>�Alle Abteilungen melden volle Gefechtsbereitschaft�, sagte Lieutenant Castries.</p><p>Vor Desjani tauchte das Bild von Master Chief Gioninni auf. �Captain, als Senior-Unteroffizier an Bord dieses Schiffs m�chte ich den Vorschlag unterbreiten, dass Sie erkl�ren, was los ist. Es kursieren alle m�glichen Ger�chte, und da wir hier im Sol-Sternensystem sind, machen sich die Leute �ber andere Dinge als sonst �blich Gedanken.�</p><p>�Ein guter Vorschlag, Master Chief�, stimmte Desjani ihm zu. �Admiral Geary wird zur Crew sprechen.�</p><p><emphasis>Werde ich das?</emphasis></p><p>�Vielen Dank, Captain.� Dann verschwand Gioninnis Bild.</p><p>�Sobald Sie bereit sind, Admiral�, sagte Desjani und l�chelte ihn an.</p><p>�Vielen Dank, Captain�, gab Geary zur�ck und wiederholte absichtlich Gioninnis Worte. �Haben Sie zuf�llig noch eine Kopie von meiner Ansprache? Ich habe n�mlich offenbar mein Exemplar verlegt, und ich kann mich kaum noch daran erinnern, was ich sagen wollte.�</p><p>�Nein, leider nicht. Aber ich wei� noch, um was es im Kern ging�, antwortete Desjani v�llig selbstverst�ndlich und lie� sich nicht anmerken, dass sie lediglich improvisierte. �Es ging um die Verteidigung von Sol und der Alten Erde gegen Aggressoren, die uns bereits ins Visier genommen haben.�</p><p>�Da w�re ich nie drauf gekommen�, kommentierte er und ordnete einen Moment lang seine Gedanken. �Unsere Chancen stehen bedenklich schlecht, Tanya. Wie soll ich der Crew Hoffnung machen, wenn jedem bewusst sein d�rfte, in welcher Lage wir uns befinden?�</p><p>�Wir brauchen keine Hoffnung�, erwiderte sie. �Keiner von uns hat gehofft, den Krieg gegen die Syndiks zu �berleben, und es hat auch niemand gehofft, das Ende dieses Krieges miterleben zu d�rfen. Wir konnten darauf hoffen, die n�chste Schlacht zu gewinnen, aber selbst wenn alles gegen uns sprach, haben wir wie die Wahnsinnigen gek�mpft. Hoffnung ist etwas f�r Menschen, die davon ausgehen, dass sie eine bessere Zukunft erleben werden. Wir haben vor langer Zeit aufgeh�rt, von so etwas auszugehen, stattdessen haben wir gelernt, ohne einen solchen Glauben zu leben. Bis wir Sie gefunden haben. Ist Ihnen das nie bewusst gewesen?�</p><p>Er ben�tigte ein paar Augenblicke, ehe er sagte: �Ich sch�tze nein.�</p><p>�Erz�hlen Sie den Leuten einfach, dass wir uns diesen Kampf nicht ausgesucht haben, dass wir ihn aber trotzdem gewinnen werden.�</p><p>�Na gut.� Er gab dem Komm-Wachhabenden ein Zeichen, damit der das Komm-System so schaltete, dass er �berall an Bord zu h�ren war, nur nicht in dem Abteil, in dem die Senatoren und Rione diskutierten. �Hier spricht Admiral Geary. Wie Sie vermutlich schon geh�rt haben, sind wir bei unserem Eintreffen im Sol-Sternensystem darauf aufmerksam geworden, dass eine der Regierungen aus den umliegenden Sternensystemen eine Kriegsflotte hergeschickt und damit gegen die Unverletzlichkeit von Sol versto�en hat. Diese Kriegsschiffe haben die Bewohner von Sol bedroht, und sie haben von uns gefordert, dass wir uns ihnen ergeben sollen. Von den Bewohnern Sols wurde uns mitgeteilt, sie seien nicht in der Lage, sich selbst zu verteidigen. Wir werden von denjenigen angegriffen, die das Sol-Sternensystem und die Alte Erde bedrohen. Wir haben den Kampf nicht gesucht, und wir haben ihn auch nicht herbeigef�hrt. Aber da die Kriegsschiffe der Aggressoren unseren Weg zum Hypernet-Portal blockieren, da sie die T�nzer bedrohen und eine Gefahr f�r die Alte Erde selbst darstellen und da sie auf Abfangkurs zu uns gegangen sind, bleibt uns keine andere Wahl, als zu k�mpfen. Die Chancen stehen zwar nicht gut, aber da wir k�mpfen m�ssen, werden wir auch gewinnen.�</p><p>Er konnte nur hoffen, dass der Jubel der Crew nicht von den Senatoren geh�rt wurde, und falls doch, w�rden die mit ein wenig Gl�ck glauben, dass es immer noch etwas mit dem Feierlichkeiten vom Tag zuvor zu tun hatte. �Ich w�rde sagen, das war ganz gut�, wandte er sich an Tanya.</p><p>�Es w�re noch besser gewesen, wenn Sie nur das weitergegeben h�tten, was ich Ihnen gesagt habe.�</p><p>�Was ich gesagt habe, kam dem ziemlich nahe.�</p><p>�Sie sind <emphasis>nicht </emphasis>mein Redakteur, Admiral.� Mit einer Hand tippte sie leicht auf ihre Armlehne. �Eine halbe Stunde bis zum Kontakt. Es wird den Senatoren vermutlich auffallen, wenn wir Gefechtsman�ver fliegen.�</p><p>�Vermutlich ja.� Mehr sagte er nicht dazu.</p><p>�Eine weitere Nachricht von den Kriegsschiffen�, meldete der Komm-Wachhabende.</p><p>Der Ordensst�nder schien ver�rgert und verbl�fft zugleich zu sein; wie jemand, der es nicht gew�hnt war, dass man sich ihm widersetzte, und der daher nicht so recht wusste, wie er damit umgehen sollte. �Ihnen geht allm�hlich die Zeit aus, um die Ihnen erteilten Anweisungen auszuf�hren. Es geh�rt nicht zu meinen Gepflogenheiten, Anordnungen zu wiederholen. Schalten Sie jetzt die Schilde ab, und verringern Sie Ihre Geschwindigkeit, sonst werde ich alle erforderlichen Ma�nahmen ergreifen, um die Sicherheit und Unversehrtheit dieses Systems zu gew�hrleisten.�</p><p>Geary tippte auf die Antwort-Taste. �Es geh�rt nicht zu meinen Gepflogenheiten, Befehle eines unbedeutenden Befehlshabers einer unbedeutenden Streitmacht zu befolgen, die eine unbedeutende Ansammlung an Sternensystemen repr�sentiert. Beenden Sie sofort alle aggressiven Aktivit�ten in diesem Sternensystem und �ndern Sie sofort Ihre Vektoren, um dieses System mittels einer Methode Ihrer Wahl zu verlassen. Sol kann sich nicht selbst verteidigen. Aber wir k�nnen es, und wir werden es, so wie wir auch uns selbst verteidigen werden. Geary, Ende.�</p><p>Desjani grinste ihn an. �Ich glaube, die Senatoren w�ren mit dieser Wortwahl bestimmt nicht einverstanden.�</p><p>�Ganz sicher nicht.� Ob es Rione gelingen w�rde, die Senatoren zu besch�ftigen, bis die <emphasis>Dauntless </emphasis>ins Gefecht zog? Die Chancen w�rden sich nur noch weiter verschlechtern, wenn ihnen jemand in den Plan pfuschte, den sie sich �berlegt hatte. �Mir f�llt gerade etwas ein.�</p><p>�Etwas Gutes oder etwas Schlechtes?�</p><p>�Etwas Gutes. Da Rione eine Stimme hat, kommen insgesamt vier Stimmen zusammen. Die drei Senatoren unter sich h�tten nach einigem Hickhack mit zwei zu eins f�r eine gewisse Vorgehensweise stimmen k�nnen. Aber bei vier Stimmen kann Rione jedes Mal in die andere Richtung tendieren, wenn sich eine Mehrheit abzeichnet, und so f�r ein Patt sorgen. Senator Navarro muss gewusst haben, dass sie dazu in der Lage sein w�rde, und vermutlich hat er deswegen sein Stimmrecht auf sie �bertragen.� <emphasis>Sowenig Navarro f�r das h�ssliche Taktieren �brighat, unter dem die Allianz so leidet, war er trotzdem raffiniert genug, um sich einen Weg zu �berlegen, wie er mich vor allen Einmischungsversuchen durch die Senatoren bewahren kann. Aber wenn er vorausgeahnt hat, dass so etwas erforderlich w�rde, hat er dann auch geglaubt, dass ich in eine Situation wie diese geraten k�nnte? Wusste er, dass jemand versuchen w�rde, diesen Hinterhalt bei Sol zu planen? Oder hat Navarro einfach nur f�r den schlimmsten Fall vorsorgen wollen?</emphasis></p><p>�Zehn Minuten bis zum Erreichen des gesch�tzten Gefahrenbereichs�, sagte Lieutenant Yuon.</p><p>�Werden Sie den Bug auf sie gerichtet lassen?�, wollte Geary wissen. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>flog seit der Drehung um hundertachtzig Grad zur Verringerung der Geschwindigkeit immer noch recht schnell r�ckw�rts durchs All.</p><p>�Bis zu dem Moment, an dem ich damit rechne, dass sie ihre Raketen auf uns abfeuern werden�, best�tigte Desjani. �Ich will, dass meine st�rksten Waffen und die st�rksten Schilde in ihre Richtung weisen.�</p><p>Die verbleibenden Minuten verstrichen mit der Langsamkeit, die sich immer dann einstellte, wenn man auf den kritischen Moment wartete. Sobald die <emphasis>Dauntless </emphasis>in den Gefahrenbereich der gegnerischen Raketen gelangte, blieben nur noch Sekunden, um zu reagieren, doch bis dahin lehnte sich Geary mit gelassener Zuversicht zur�ck und wartete ab, dass Desjani den Befehl gab. Sie schien gar nicht mehr wahrzunehmen, dass er neben ihr sa�, so sehr war sie auf ihr Display fixiert.</p><p>�Wir erreichen ��</p><p>Lieutenant Yuon unterbrach sich, als die <emphasis>Dauntless </emphasis>sich nach unten bewegte und mit maximalem Schub ihrer Hauptantriebseinheiten beschleunigte. Zugleich z�ndeten die Steuerd�sen an der Backbordseite, sodass das Schiff auf einer Strecke von etlichen Zehntausend Kilometer um die eigene Achse schleuderte.</p><p>Geary hielt sich an seinem Sessel fest, da die Tr�gheitsd�mpfer die auf das Schiff einwirkenden Fliehkr�fte nicht mehr ausgleichen konnten. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>reagierte mit einem tiefen �chzen auf diese �berbeanspruchung. Auf seinem Display kennzeichneten rote Warnsymbole eine Raketensalve, die eine scharfe Kurve beschreiben musste, um der <emphasis>Dauntless </emphasis>noch folgen zu k�nnen.</p><p>�Sie haben zuerst gefeuert�, sagte Desjani. �Erbitte Erlaubnis, das Feuer zu erwidern.�</p><p>Die Bundes-Schiffe hatten nicht nur das Feuer er�ffnet, sie hatten auch gleich einen ganzen Schwarm Raketen auf sie abgefeuert, statt erst einmal einen einzelnen Warnschuss abzugeben. Damit war auch die Frage beantwortet, ob sie auf die Zerst�rung der <emphasis>Dauntless </emphasis>aus waren. �Erlaubnis erteilt. Ergreifen Sie alle erforderlichen Ma�nahmen zur Verteidigung der <emphasis>Dauntless </emphasis>und der T�nzer-Schiffe.�</p><p>Der Hinweis auf eine eingehende Nachricht pulsierte aufgeregt vor ihm. Die Senatoren hatten das letzte Man�ver nat�rlich bemerkt, mutma�lich, weil sie von ihren Sitzen bef�rdert worden waren.</p><p>�Ja?�</p><p>Senatorin Costa sah ihn von einem virtuellen Fenster aus zornig an. �Was ist da los?�</p><p>�Die Kriegsschiffe der Bundes-Flotte haben ohne Provokation von unserer Seite das Feuer auf uns er�ffnet, Senatorin. Dabei haben sie eine Salve auf uns abgefeuert, die gen�gt h�tte, die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu zerst�ren, h�tten wir nicht sofort ein Ausweichman�ver unternommen.� <emphasis>Fragen Sie nichts weiter. Fragen Sie blo� nicht weiter.</emphasis></p><p>Gearys stummes Sto�gebet wurde erh�rt. Costa fragte nicht, was die <emphasis>Dauntless </emphasis>derzeit machte, stattdessen verschwand ihr Bild ohne ein weiteres Wort. Zweifellos ging sie davon aus, dass der Schlachtkreuzer lediglich ein Ausweichman�ver flog, um die Gefahrenzone zu verlassen.</p><p>Auf Gearys Display kamen die Raketen der <emphasis>Dauntless </emphasis>weiterhin n�her, da sie erheblich engere Kurven fliegen konnten als der Schlachtkreuzer. Ihre Abfangvektoren waren l�ngst auf einen Punkt ausgerichtet, den die <emphasis>Dauntless </emphasis>in K�rze erreichen w�rde, wenn sie Kurs und Geschwindigkeit beibehielt.</p><p>Aber auf Desjanis Befehl hin bewegte sich das Schiff auf einmal nach oben und nach Steuerbord. Die Raketen mussten darauf erst ihren Kurs korrigieren und flogen weit gestreckte Kurven, wobei sie massiv Treibstoff verbrauchten, da sie in aller Eile das j�ngste Man�ver des Schlachtkreuzers ausgleichen mussten.</p><p>�Admiral?� Lieutenant Igers Gesichter war soeben neben Geary aufgetaucht. �Sir, die Anzahl der abgefeuerten Raketen entspricht der Zahl der Raketensch�chte, die wir bislang bei den Bundes-Schiffen feststellen konnten.�</p><p>�Gut, dann ist � was?� Geary musste sich mit einer Hand festhalten, da Desjanis j�ngstes Man�ver sie soeben in die andere Richtung schleuderte. �Das ist alles? Bei so vielen Schiffen? Das hei�t, die gro�en Schiffe verf�gen jeweils �ber nur zwei Sch�chte?�</p><p>�Und die kleineren Schiffe haben �berhaupt keine�, best�tigte Iger seine Schlussfolgerung.</p><p>Geary schaute auf die statistischen Daten. �Diese Schiffe sind kaum besser gepanzert als unsere Hilfsschiffe. Sie sind etwas besser bewaffnet, aber nur geringf�gig. Warum baut jemand ein so gro�es, so teures und kunstvoll verziertes Schiff und best�ckt es dann mit so wenigen Waffen?�</p><p>�Das � das wei� ich nicht, Sir.�</p><p><emphasis>Tanya hatte recht. Diese Leute haben beim Design ihrer Schiffe v�llig vergessen, dass sie damit auch noch Krieg f�hren wollen. </emphasis>�Captain Desjani, Ihre Einsch�tzung hinsichtlich der Feuerkraft dieser Kriegsschiffe war zutreffend.�</p><p>�Danke, Admiral. Mehr will ich gar nicht wissen.�</p><p>Die Gefahrensymbole auf Gearys Display erloschen, da die gegnerischen Raketen mittlerweile ihren Treibstoff aufgebraucht hatten. Sie konnten ihre Flugbahnen nicht l�nger korrigieren und rasten nun auf ihrem letzten Vektor in die endlose Leere des Alls davon.</p><p>Desjani lie� die <emphasis>Dauntless </emphasis>inzwischen wieder auf einen Kurs gehen, der sie nach unten und nach Backbord brachte, w�hrend die Bundes-Formation im Begriff war, unter ihnen hindurchzurasen. Diese Schiffe blieben alle stur auf ihren Vektoren, unterdessen nahm die <emphasis>Dauntless </emphasis>letzte kleinere Kurskorrekturen vor.</p><p>�Ziele festgelegt�, erkl�rte Desjani mit lauter und fast schon unnat�rlich klarer Stimme. �Ladies and Gentlemen, ich will diese Schiffe haben. Sorgen Sie daf�r, dass jeder Schuss ein Treffer wird.�</p><p>Dann jagte die <emphasis>Dauntless </emphasis>auch schon durch den Rand des einen Fl�gels der Bundes-Formation und hatte die gegnerischen Schiffe so schnell hinter sich zur�ckgelassen, dass das menschliche Auge diesem Geschehen nicht mehr folgen konnte. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>zitterte immer noch leicht, da alle Waffen auf den Gegner abgefeuert worden waren, die eine Chance hatten, ins Ziel zu treffen.</p><p>Begegnungen im All liefen oft so schnell ab, dass Menschen gar nicht rechtzeitig reagieren konnten. Automatisierte Systeme waren dagegen m�helos in der Lage, das Geschehen zu verfolgen und die richtige Millisekunde zu w�hlen, damit das Geschoss genau in dem Moment eine Stelle im All passierte, wenn sich dort das anvisierte Schiff befand. Die Sensoren der <emphasis>Dauntless </emphasis>waren aktuell damit befasst, den Ausgang des Zusammentreffens mit der gegnerischen Flotte zu bewerten, w�hrend der Schlachtkreuzer selbst wieder nach Steuerbord drehte, um hinter den Bundes-Schiffen aufzutauchen.</p><p>Ein Fl�gel der feindlichen Formation war vollst�ndig verschwunden, drei Korvetten waren ausgel�scht worden, zerrissen vom Sperrfeuer aus H�llenspeeren und Kart�tschen, w�hrend der Megakreuzer auf dieser Seite in mehrere gro�e St�cke auseinandergebrochen war, die hinter der restlichen Formation durchs All trudelten.</p><p>Zwar hatten die B�ndler das Feuer erwidert, doch die meisten Geschosse waren an den Schilden der <emphasis>Dauntless </emphasis>gescheitert, lediglich eines war weit genug vorgedrungen, um die H�lle zu besch�digen.</p><p>�Bringen Sie den Kart�tschenwerfer wieder ans Laufen�, befahl Desjani, die frustriert klang, aber nicht triumphierend. �Wir haben nicht gen�gend von ihnen erwischt, und jetzt sind wir diejenigen, die den Gegner jagen�, murmelte sie an Geary gewandt, w�hrend der Antrieb die <emphasis>Dauntless </emphasis>auf eine noch h�here Geschwindigkeit beschleunigte.</p><p>�Die kriegen wir schon�, sagte er in einem Tonfall, der deutlich mehr Zuversicht verspr�hte, als er in Wahrheit empfand. Mit einem Auge achtete er auf die Anzeige, die angab, unter welcher Belastung die Schiffsh�lle stand. Der Wert n�herte sich der roten Gefahrenzone, da Desjanis Man�ver das Schiff bis an die Grenzen dessen trieben, was die Tr�gheitsd�mpfer kompensieren konnten.</p><p>Pl�tzlich kam Unruhe auf, und Geary sah aus dem Augenwinkel, dass die Senatoren auf die Br�cke zur�ckgekehrt waren.</p><p>�Was ist denn hier los?�, wollte Senatorin Suva aufgebracht wissen.</p><p>�Wir verteidigen die T�nzer entsprechend den Befehlen, die mir die Regierung erteilt hat�, erwiderte Geary, w�hrend Desjani es vorzog, die Politiker gar nicht erst zur Kenntnis zu nehmen.</p><p>�Dann dienten die von diesem Schiff abgefeuerten Waffen der Verteidigung?�, fragte Senator Sakai in seinem �blichen milden Tonfall.</p><p>�Das ist korrekt.�</p><p>�Wir befinden uns in einer Gefechtssituation�, warf Rione ein. �Unsere Anwesenheit auf der Br�cke st�rt.�</p><p>Costa und Suva drehten sich zu ihr um, doch bevor sie energisch widersprechen konnten, sagte Sakai: �Die Delegatin Rione hat recht.�</p><p>�Hat sie nicht�, hielt Suva dagegen. �Dieser Held hat einen weiteren Krieg begonnen, w�hrend sie uns da unten festgehalten hat.�</p><p>Rione sah Suva k�hl und entschlossen in die Augen. �Wer hat den ersten Schuss abgefeuert, Admiral?�</p><p>�Das haben sie gemacht�, antwortete er. �Eine Raketensalve wurde auf uns abgefeuert, als wir in Reichweite kamen. Uns blieb nichts anderes �brig, als uns gegen eine Streitmacht zur Wehr zu setzen, �ber die uns die Beh�rden des Sol-Sternensystem gesagt haben, dass sie ungebeten hier aufgetaucht ist und nach wie vor als unerw�nscht gilt.�</p><p>Lieutenant Yuon r�usperte sich z�gerlich, um so die Diskussion zu unterbrechen. �Bei unserer derzeitigen Geschwindigkeit werden wir innerhalb von zweiundvierzig Minuten in Reichweite der Formation des Bundes gelangen.�</p><p>�Wir jagen sie?�, fragte Suva fassungslos. �Wenn sie uns t�ten wollen, warum machen wir dann nicht einfach einen gro�en Bogen um sie?�</p><p>Geary aktivierte das Display f�r die Beobachterpl�tze. Die um einen Fl�gel beraubte Formation des Gegners war auf einer langen, flachen Flugbahn unterwegs, die viel weiter im Inneren des Sternensystems auf die der T�nzer traf. �Sie verfolgen immer noch die T�nzer und befinden sich auf Abfangkurs zu ihnen. Sie haben bereits erkennen lassen, dass sie die T�nzer mit der gleichen H�rte attackieren werden, mit der sie auch gegen uns vorgegangen sind. Was w�rden Sie an unserer Stelle tun, Senatorin?�</p><p>Suva hielt sich eine Hand vor ihre Augen, schlie�lich nickte sie. �Ich bin nicht dumm, Admiral. Unsere Diskussionen mit dem Bundes-Befehlshaber waren noch unergiebiger als die mit meinen Kollegen vom Gro�en Rat. Zu viele Leute, die zu sehr auf ihrer Meinung beharren. Und einige von ihnen wollen �berhaupt nicht aufh�ren zu debattieren. Tun Sie, was erforderlich ist, um uns alle zu retten. Wir werden anschlie�end versuchen, die Bescherung so gut wie m�glich aufzur�umen.� Sie klang niedergeschlagen und ersch�pft.</p><p>Costa warf ihr einen �rgerlichen Blick zu. �Jetzt sehen Sie ja, warum unsere vorangegangenen Entscheidungen notwendig waren, damit die Sicherheit der Allianz gew�hr��</p><p>�Wollen Sie jetzt �ber diese Entscheidungen reden?�, ging Sakai dazwischen. Er sprach zwar ausnehmend ruhig, dennoch gelang es ihm, Costa ins Wort zu fallen.</p><p>Die Senatorin zuckte zusammen und sah sich um, als h�tte sie einen Moment lang tats�chlich vergessen, wo sie sich befand. �Ich � Nein.� Ihr Blick wanderte zu Rione. �Einige Individuen m�gen zwar ein Stimmrecht erhalten haben, aber das berechtigt sie noch lange nicht dazu, alles zu erfahren, was der Gro�e Rat f�r die Allianz getan hat.�</p><p>�In der Hinsicht sch�tze ich mich sogar gl�cklich�, gab Rione nur scheinbar am�siert zur�ck, da ihr Tonfall etwas �u�erst Bissiges durchblicken lie�. �Oder meinten Sie alles, was der Gro�e Rat der Allianz <emphasis>an</emphasis>getan hat? Es k�nnte sein, dass ich mehr wei�, als Sie glauben, Senatorin. Es k�nnte sogar sein, dass viele Leute mehr wissen, als Sie glauben.�</p><p>Costa, die ganz gezielt Gearys Blick auswich, st�rmte von der Br�cke, gefolgt von Suva, die Rione diesmal keinen feindseligen, sondern einen fragenden Blick zuwarf. Dann verlie� auch Rione die Br�cke, ebenso Sakai, der sich wie �blich keine Gef�hlsregung anmerken lie�.</p><p>Die versammelten Lieutenants und Wachhabenden sahen erstaunt mit an, wie die Politiker sich zur�ckzogen, waren aber klug genug, nichts dazu zu sagen.</p><p>�Widmen Sie sich bitte alle wieder Ihren Aufgaben�, wies Desjani ihre Br�ckencrew an. Obwohl sie sich nicht umgedreht hatte und es auch so ausgesehen hatte, als seien ihr die streitenden Politiker gar nicht bewusst gewesen, kam ihr Befehl genau in dem Moment, als sich die Luke hinter ihnen schloss.</p><p>Geary gab sich alle M�he, selbst auch nicht l�nger �ber die Senatoren nachzudenken, und konzentrierte sich wieder auf die Situation. �Wir sollten sie eingeholt haben, kurz bevor sie die T�nzer abfangen k�nnen.� Da sie sich aber hinter der Formation befanden, w�rden sie sich mit der konzentrierten Feuerkraft der gegnerischen Schiffe konfrontiert sehen, ohne allerdings in der Lage zu sein, deren Beschuss auszuweichen � es sei denn, sie drehten ab, womit sie sich aber ihrerseits um die M�glichkeit brachten, auf die Kriegsschiffe zu feuern.</p><p>Pl�tzlich schnappte Tanya nach Luft und zeigte auf ihr Display. �Nein, wir werden sie nicht vorher eingeholt haben. Sehen Sie nur, die T�nzer haben kehrtgemacht und Kurs auf uns genommen. Sie werden lange vor uns mit den Bundes-Kriegsschiffen zusammentreffen.�</p></section><section><title><p>Achtzehn</p></title><p>�Charban! Sagen Sie den T�nzern, sie sollen die Bundes-Formation meiden!�</p><p>�Sie sind einige Lichtminuten entfernt!�, wandte Charban ein. �Und wenn ich die Anzeigen auf diesem Display richtig deute, dann werden sie die anderen Kriegsschiffe sehr bald erreicht haben, weil sie weiter beschleunigen.�</p><p>Geary sah auf sein Display und musste zu seinem Bedauern feststellen, dass der ehemalige General der Bodentruppen die Anzeigen v�llig richtig gedeutet hatte. Die T�nzer hatten nicht blo� ihre Geschwindigkeit reduziert, sodass es zu einem fr�heren Zusammentreffen mit den Verfolgern kommen w�rde, sie hatten au�erdem Kurs auf sie genommen und beschleunigten. Die Vektoren der T�nzer-Schiffe f�hrten mitten in die Bundes-Formation.</p><p>�Haben die T�nzer Ihre vorangegangene Warnung verstanden, diesen Schiffen aus dem Weg zu gehen?�, wollte er wissen, w�hrend ihn ein qu�lendes Gef�hl der Hilflosigkeit �berkam.</p><p>�Ja, klar und deutlich. <emphasis>Verstanden </emphasis>� so hat ihre Antwort gelautet. Ich wei� nicht, was sie jetzt vorhaben.� Charban klang sehr ungl�cklich und aufgebracht.</p><p>Desjani sagte nichts, sondern behielt mit nichtssagender Miene stur ihr Display im Auge. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>beschleunigte so schnell, wie es die Antriebseinheiten zulie�en, weshalb es f�r sie alle wie so oft tats�chlich nichts anderes zu tun gab, als dazusitzen und abzuwarten.</p><p>�Captain�, meldete sich auf einmal Lieutenant Castries zu Wort und h�rte sich seltsam beeindruckt an. �Die Beschleunigung der T�nzer-Schiffe �bersteigt unsere Sch�tzungen, wie viel ihre H�llen aushalten d�rften. Wenn sie weiter so beschleunigen, werden sie 0,11 Licht erreicht haben, wenn sie auf die Bundes-Formation treffen.</p><p>�Danke, Lieu��, begann Desjani, dann sah sie Castries und gleich danach Geary an. �Die Bundes-Schiffe fliegen mit 0,24 Licht. Damit wird die kombinierte Geschwindigkeit bei �ber 0,35 Licht liegen, wenn sie aufeinandertreffen.�</p><p>Vielleicht bestand ja noch eine Chance. �Wenn die Feuerkontrollsysteme der B�ndler nicht erheblich besser sind als unsere, dann werden sie bei 0,35 Licht nicht damit rechnen k�nnen, viele Treffer zu landen.�</p><p>�Und die T�nzer geben nur kleine Ziele ab�, erg�nzte Desjani. �Au�erdem verf�gen die B�ndler nicht �ber ann�hernd die Feuerkraft, die wir von ihnen erwartet hatten.� Sie hatte eine Faust geballt, die in einem gem�chlichen Rhythmus die Armlehne ihres Sessels ber�hrte.</p><p>�Eine Minute bis zum Kontakt zwischen den T�nzern und der Bundes-Formation�, meldete Castries.</p><p>Geary zwinkerte verdutzt, als die beiden Gruppen sich gegenseitig durchflogen. In der letzten Sekunde vor dem Kontakt hatten die T�nzer abrupt ihre eigene Anordnung ver�ndert und die Schiffe enger zusammengezogen. Dadurch war es f�r die Feuerkontrollsysteme der Bundes-Schiffe noch schwieriger geworden, ihre Ziele zu erfassen. Dann waren die T�nzer so dicht an dem Bundes-Schiff in der Mitte der Formation vorbeigeflogen, dass Geary einen Moment lang der Atem stockte, obwohl die T�nzer schon l�ngst ein ganzes St�ck weiter waren, ehe er �berhaupt begreifen konnte, was sich da vor seinen Augen abspielte.</p><p>�Ich wei�, wir k�nnen mit ihnen arbeiten�, emp�rte sich Desjani, �aber diese T�nzer sind v�llig verr�ckt.� Hastig tippte sie auf ihren Kontrollen, damit die <emphasis>Dauntless </emphasis>ein wenig Fahrt wegnahm. Vor ihnen hatten die Bundes-Schiffe gedreht und benutzten jetzt ihren Antrieb, um zu bremsen, damit sie auf dem Weg zur�ckfliegen konnten, den sie gekommen waren � anstatt einen weiten Bogen zu fliegen und so den Kurswechsel zu vollziehen. �Sie m�ssen zu viel Schwung abbauen�, stellte Desjani fest, �den sie so vollst�ndig vergeuden, anstatt ihn zu nutzen.�</p><p>�Dieses Man�ver sieht zackiger aus, als eine weit gestreckte Kurve zu fliegen�, merkte Geary an.</p><p>�Und deshalb hat sich eine in Friedenszeiten operierende Flotte daran gew�hnt, es auf diese Weise zu machen? Was f�r Idioten! Also gut. Wir werden viel schneller als erwartet auf sie treffen. Wollen wir doch mal sehen, ob wir unserem Vogel auch noch den anderen Fl�gel stutzen k�nnen.�</p><p>Da die Bundes-Schiffe stark abbremsten, r�ckte der Zeitpunkt bis zum Kontakt rapide n�her. Desjani korrigierte die Vektoren der <emphasis>Dauntless </emphasis>so, dass sie auf die bislang intakt gebliebene Seite der Formation ausgerichtet wurde.</p><p>�Sie machen sie aber sehr fr�h darauf aufmerksam, wo Sie sie treffen wollen�, murmelte Geary.</p><p>Sie zog die Brauen zusammen. �Nein, ich mache sie nur sehr fr�h darauf aufmerksam, was sie glauben sollen, wo ich sie treffen will. Ich habe da diesen Typ bei der Arbeit beobachtet, diesen Black Jack. Er macht so was ziemlich oft.�</p><p><emphasis>Aber er wei� noch immer nicht, wann er die Klappe halten sollte. </emphasis>�Tut mir leid.�</p><p>Sorgf�ltig legte Desjani f�r die Feuerkontrollsysteme die Ziele fest, w�hrend die letzten Minuten bis zum Kontakt verstrichen.</p><p>�Achtung�, sagte sie an ihre Crew gewandt, dann lenkte sie die <emphasis>Dauntless </emphasis>auf einen geringf�gig anderen Vektor. Es war nur eine graduelle Korrektur, doch bei den Entfernungen, die im Spiel waren, bedeutete es, dass die <emphasis>Dauntless </emphasis>auf der Seite an der Flotte vorbeiflog, die bereits bei der ersten Begegnung �berrannt worden war.</p><p>Geary nahm kaum Notiz von den feindlichen Raketen, die auf den Punkt zielten, an dem sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>ohne die Kurskorrektur befunden h�tte. Auch Partikelstrahlen und Kart�tschen irrten durch den leeren Raum, da sie ihres Ziels beraubt worden waren.</p><p>Die von der <emphasis>Dauntless </emphasis>erfassten Ziele dagegen hatten ihre Vektoren nicht ge�ndert und sa�en praktisch auf dem Pr�sentierteller, da der Schlachtkreuzer sie in dem Sekundenbruchteil unter Beschuss nahm, bevor er die Formation bereits wieder hinter sich gelassen hatte.</p><p>Diesmal hatte Desjani die Korvetten ignoriert, stattdessen war der Beschuss auf einen der Megakreuzer konzentriert worden. Dessen Systeme waren unter den Treffern komplett ausgefallen, sodass er nun steuerlos durchs All trudelte. Das restliche Feuer der <emphasis>Dauntless </emphasis>hatte ein zweiter Megakreuzer abbekommen, der sich zwar noch in der Formation befand, aber erhebliche Sch�den aufwies. Das Loch, das von dem Nullfeld in den Bug des Kriegsschiffs geschnitten worden war, sah so aus, als h�tte ein Riese ein St�ck aus dem Schiff gebissen.</p><p>Unter Einsatz der Steuerd�sen drehte sich die <emphasis>Dauntless </emphasis>nach oben und nach Backbord, um zu wenden und noch einmal auf den unversehrt gebliebenen Fl�gel der Bundes-Formation zuzuhalten. Deren Schiffe beschleunigten mittlerweile wieder in Richtung der T�nzer, die damit besch�ftigt waren, in einem komplexen Muster umeinander herumzufliegen, w�hrend sie sich dem Hypernet-Portal n�herten. Allerdings beschleunigten sie nicht weiter und waren nun mit einer Geschwindigkeit unterwegs, die es den Bundes-Schiffen erlauben w�rde, sie wieder einzuholen.</p><p>�Sie spielen K�der�, sagte Geary verwundert. �Sie tanzen den B�ndlern praktisch auf der Nase herum, aber immer ein kleines St�ck zu weit entfernt, sodass sie sie nicht zu fassen bekommen k�nnen.�</p><p>Der Befehlshaber der B�ndler musste vor Wut rasen, da es ihm einfach nicht gelingen wollte, den Allianz-Schlachtkreuzer au�er Gefecht zu setzen, wobei der doch sein eigentliches Ziel gewesen war. Jetzt versuchte er, stattdessen die tanzenden Schiffe zu erwischen, die ihn verspotteten.</p><p>Wor�ber hatte Charban sich beklagt? Er dachte, die T�nzer verheimlichen etwas und lassen nicht erkennen, wie gut sie sich eigentlich mit den Menschen verst�ndigen k�nnten. <emphasis>Das ist genau das Gleiche, nicht wahr? Sie halten das, worum es eigentlich geht, ihrem Gegen�ber vor die Nase, aber immer so weit entfernt, dass man es nicht zu fassen kriegt. Machen die T�nzer das mit uns auch, nur auf eine etwas andere Weise? Aber wieso? Weil das ihre Art ist? Oder ist ihnen vielleicht gar nicht bewusst, dass sie sich so verhalten, wenn sie mit uns reden? Oder machen sie es mit Absicht, damit wir nach irgendeinem Ziel zu streben beginnen, das sie uns nicht erreichen lassen?</emphasis></p><p>�Sie behalten ihre Formation weiter bei�, sagte Lieutenant Yuon verbl�fft.</p><p>Geary ben�tigte einen Moment, ehe ihm klar wurde, dass von den Bundes-Schiffen die Rede war. Es stimmte. Obwohl sie fast die H�lfte ihrer Schiffe verloren hatten, blieb der Rest in der urspr�nglichen Formation, die nun nach einem schiefen Vogel mit nur noch einem Fl�gel aussah.</p><p>�Die sind das genaue Gegenteil von uns, nicht wahr?�, sagte Desjani, der etwas d�mmerte. �Wir haben ohne R�cksicht darauf gek�mpft, wie unsere Formation aussah, wir haben die Schiffe einfach irgendwie angeordnet, bis Sie kamen und uns vor Augen f�hrten, wie der Kampf in einer geordneten Formation die Effizienz steigern kann. Aber diese Typen da verhalten sich, als w�re es f�r sie v�llig unvorstellbar, die Formation aufzul�sen. Sie haben sie nicht mal angepasst, um die Verluste auszugleichen oder um eine wirkungsvollere Verteidigung zu erreichen. Es ist so, als m�ssten sich alle Einheiten an einer bestimmten Position in Relation zum F�hrungsschiff befinden, von der sie nicht abweichen d�rfen, selbst wenn die Lebenden Sterne vor ihnen auftauchen und ihnen sagen w�rden, sie sollen verschwinden.�</p><p>Die <emphasis>Dauntless </emphasis>hatte ihr Wendeman�ver abgeschlossen, aber anstatt sich auf den unversehrten Fl�gel zu konzentrieren, nahm sie Kurs auf die ehemalige Mitte der Formation. Es war offensichtlich, dass Desjani diesmal das Flaggschiff au�er Gefecht setzen wollte. Geary stellte diese Entscheidung nicht infrage.</p><p>Die Bundes-Schiffe drehten nicht, um sich dem n�her kommenden Allianz-Schlachtkreuzer entgegenzustellen, sondern beschleunigten weiter, so schnell sie konnten, um den T�nzern zu folgen. W�hrend sie sich im Verh�ltnis zur <emphasis>Dauntless </emphasis>immer noch recht langsam bewegten, feuerten sie Waffen nach hinten und unten ab, wobei sie diesmal mehrere Treffer landen konnten, als die <emphasis>Dauntless </emphasis>n�her und n�her kam.</p><p>Eine massive Salve Phantome jagte von Desjanis Schiff in Richtung Gegner und hielt auf den Megakreuzer zu, von dem die Mitteilungen des Ordensst�nders gesendet worden waren.</p><p>W�hrend die <emphasis>Dauntless </emphasis>zu einer weiteren ausholenden Kurve ansetzte, dirigierten die Steuerd�sen sie diesmal nach unten und nach Steuerbord. Auf seinem Display konnte Geary mitansehen, wie das Bundes-Flaggschiff explodierte. Nicht weit von dem Ort entfernt, an dem soeben das Flaggschiff zerst�rt worden war, schlugen weitere Phantome in das Heck eines Megakreuzers ein und rissen das Schiff herum, sodass es vom Rest der Formation weggeschleudert wurde.</p><p>�Eine Runde noch, dann sollte das erledigt sein�, sagte Desjani.</p><p>�Captain!�, rief Lieutenant Castries. �Rettungskapseln werden gestartet!�</p><p>�Von welchem Schiff?�</p><p>��hm � von allen.�</p><p>Einmal mehr konnte Geary nichts anderes tun, als ungl�ubig auf sein Display zu sehen.</p><p>Der beim zweiten Anlauf schwer besch�digte Megakreuzer spie Scharen von Rettungskapseln aus, Gleiches galt f�r den Megakreuzer, der diesmal kampfunf�hig geschossen worden war. Aber auch der letzte �berlebende und immer noch intakte Megakreuzer und die drei verbliebenen Korvetten wurden von ihren Besatzungen aufgegeben.</p><p>�Die sind in Panik geraten�, sagte Geary.</p><p>�Die sind � was?� Desjanis r�tselnder Blick verriet ihm, dass sie keine Ahnung hatte, was er damit meinte.</p><p>�Ihr Befehlshaber ist tot. Es kann gut sein, dass keiner von denen �berhaupt wei�, wieso wir angreifen. Die meisten ihrer Schiffe sind zerst�rt oder unbrauchbar geschossen. Sie wissen, dass sie trotz ihrer immer noch vorhandenen zahlenm��igen �berlegenheit in jeder anderen Hinsicht chancenlos sind. Sie sind in Panik geraten.�</p><p>�Was?�, wiederholte sie. �Das ist � <emphasis>was? </emphasis>Sie haben Verluste hinnehmen m�ssen, und deshalb geben sie auf?� Sie klang noch verwunderter als Lieutenant Yuon kurz zuvor.</p><p>Als Geary sich umsah, musste er feststellen, dass ein jeder auf der Br�cke genauso verst�ndnislos dreinblickte. �Diese Leute haben noch nie einen echten Kampf ausgetragen�, erkl�rte er bed�chtig. �Sie haben nur zu �bungszwecken gek�mpft, und das gegen �Feinde�, die vermutlich immer verlieren mussten, weil kein Befehlshaber gern verliert, der seine Schiffe an einer �bung teilnehmen l�sst. Das hier ist f�r sie das erste Mal, dass sie einen Gegner vor sich haben, der sich nicht an den Plan h�lt, sich tot zu stellen, nur weil das den Befehlshaber gut dastehen l�sst. Diesmal haben sie es mit einem erfahrenen Feind zu tun, der selbst unbedingt gewinnen will. Es ist das erste Mal, dass sie miterleben m�ssen, wie ihre Schiffe im Gefecht zerst�rt werden, wie ihre Kameraden sterben. Es ist das erste Mal, dass das, was sie gelernt haben, nicht funktioniert; ein Praxisschock. Alles, was man ihnen eingetrichtert hat, erweist sich als verkehrt. Ihre Offiziere haben wahrscheinlich �berhaupt keine Ahnung, was sie tun sollen, wenn es mal nicht nach Plan verl�uft. Die Disziplin hat sich auf diesen Schiffen in Wohlgefallen aufgel�st, und jeder versucht jetzt nur noch, sich in Sicherheit zu bringen.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wenn sie das n�chste Mal k�mpfen wollen, dann sollten sie auch auf einen richtigen Kampf vorbereitet sein. Wir k�nnten sie einfach niederwalzen, nicht wahr? Eine Allianz-Flotte k�nnte sie ausradieren, w�hrend sie noch beim Anblick von Blut ohnm�chtig werden.� Sie h�rte sich w�tend und ver�chtlich an.</p><p>�Wenn wir das wollten�, erwiderte Geary. �Wollen Sie das?�</p><p>�Nein danke. Besatzungen, die ein v�llig intaktes Raumschiff aufgeben, sind nicht die Energie wert, die n�tig ist, um einen H�llenspeer durch ihre Rettungskapseln zu jagen.�</p><p>Er konnte verstehen, wie sich die Besatzungen der Bundes-Schiffe f�hlen mussten. Ihre Rettungskapseln breiteten sich im Sternensystem aus und drifteten weg von den Raumschiffen, die unver�ndert ihrem letzten Kurs folgten. Falls nicht Crews von Sol an Bord gingen und sie stoppten, w�rden sie weiter und weiter fliegen, bis sie nach einer Weile im Dunkel zwischen den Sternen f�r immer verschwinden w�rden.</p><p>Aber er konnte auch nachvollziehen, wie Desjani und die Besatzung der <emphasis>Dauntless </emphasis>sich f�hlten, jene abgeh�rteten Kriegsveteranen, die zu lange mit dem Tod an ihrer Seite unterwegs gewesen waren, als dass er ihnen noch Angst h�tte einjagen k�nnen. Sie wussten, was Krieg ist, w�hrend die Bundes-Besatzungen nur Paraden und �bungen mit vorprogrammiertem, erfolgreichem Ausgang gekannt hatten. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>war f�r den Einsatz im Krieg gebaut worden, die Bundes-Schiffe hatten nur wie Kriegsschiffe ausgesehen, waren aber lediglich f�r den Einsatz in Friedenszeiten gedacht gewesen.</p><p>Geary wandte den Blick von seinem Display ab und fragte sich, ob das jetzt tats�chlich der letzte Kampf zwischen der Allianz und dem Bund gewesen sein sollte. �Delegat Charban, richten Sie den T�nzern bitte aus, dass sie sich uns wieder anschlie�en sollen. Wir fliegen weiter zur Alten Erde, so wie es vorgesehen war. Senatorin Suva, Senatorin Costa, Senator Sakai, Delegatin Rione, der Kampf ist vor�ber. Das Sol-Sternensystem wird nicht l�nger von einer Besatzungsmacht bedroht, und auch die Gefahr f�r die Vertreter der Allianz-Regierung ist ausger�umt worden.� Er erg�nzte das, um den Senatoren deutlich zu machen, dass auch sie als Ziel angesehen worden waren. �Wir gehen wieder auf unseren Kurs in Richtung Alte Erde.�</p><p>Die T�nzer waren bereits auf dem Weg zur�ck zur <emphasis>Dauntless</emphasis>, wobei ihre Schiffe auf eine Weise angeordnet waren, die f�r die Aliens eine Bedeutung haben mochte, f�r einen menschlichen Betrachter aber keinerlei Sinn ergab.</p><p>�Sie wollen auf die Oberfl�che�, sagte Rione und lehnte sich auf ihrem Platz im Konferenzraum so nach hinten, als h�tte sie nicht die Kraft, noch einen Augenblick l�nger zu stehen.</p><p>�Auf die Oberfl�che�, wiederholte Geary. �Die T�nzer wollen jemanden aus ihren Reihen auf die Oberfl�che der alten Erde schicken.�</p><p>�Ja. Die Beh�rden des Sol-Sternensystems sagen dazu, dass sie dar�ber erst diskutieren m�ssen. Deshalb haben sie uns gebeten abzuwarten. Die Regierung allerdings, die den Teil der Alten Erde kontrolliert, in dem Kansas liegt, hat bereits eine Einladung ausgesprochen. Sie brennen darauf, der Ort zu sein, an dem T�nzer zum ersten Mal den Boden der Alten Erde betreten.� Rione betrachtete das Bild der Alten Erde, die sich �ber dem Konferenztisch langsam in der Luft drehte. Die <emphasis>Dauntless </emphasis>und die Schiffe der T�nzer waren in einen Orbit um den sagenumwobenen Planeten eingeschwenkt, unter sich sahen sie wei�e Wolken, blaue Ozeane und weitl�ufige Kontinente. Solche Bilder kannte jeder Mensch, aber es gab relativ wenige lebende Menschen, die von sich behaupten konnten, nicht nur die Bilder, sondern das Motiv selbst zu kennen. Ein paar Lichter konnte man in den Bereichen dieser Kugel erkennen, in denen es Nacht war, doch das war normal. Licht, das nach au�en und oben strahlte, diente keinem Zweck, sondern war nichts weiter als Vergeudung. Wichtiger waren die Bilder, die das ganze Spektrum abdeckten und dadurch St�dte in einer Ausdehnung und Dichte zeigten, die vielen einen Schock bereitete, die von Welten stammten, auf denen sich die Menschen erst viel sp�ter niedergelassen hatten.</p><p>In vielen dieser St�dte gab es aber auch tote Gebiete, die im Krieg zerst�rt und danach nicht mehr wiederaufgebaut worden waren. In anderen F�llen handelte es sich um vormals dicht besiedelte Regionen, die in den schlechten Zeiten nach der h�chsten Bev�lkerungsdichte verlassen worden waren. Die Zahl der Menschen, die auf der Erde lebten, war immer noch beeindruckend gro�, aber jetzt befand sie sich auf einem Niveau, das auf lange Sicht gehalten werden konnte.</p><p>An manchen Stellen waren antike St�dte entlang der K�sten von Deichen und Schutzw�llen umgeben, um das Wasser zur�ckzuhalten, dessen Pegel im Lauf der Zeit gestiegen sein musste. Weniger bedeutsame St�dte waren nur noch anhand von schief stehenden, bauf�lligen T�rmen auszumachen, die aus dem Wasser ragten, das alle flacheren Geb�ude in ihrem Umkreis �berschwemmt hatte.</p><p>�Das ist erstaunlich, nicht wahr?�, sagte Senatorin Suva. �Sie haben so viel �berlebt. Die Narben sind noch da, aber die Menschen auf der Alten Erde richten ihre Welt langsam wieder her.�</p><p>Geary nickte. �Jemand hat mir vor Kurzem erz�hlt, dass wir gelernt hatten, ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu leben. Aber ich glaube, so ganz stimmt das nicht. Die Hoffnung hat hier immer gelebt. Die Alte Erde hat alle schlechten Zeiten �berstanden, und dabei ist es ihr auch noch gelungen, die ersten Kolonisten zu anderen Sternen zu schicken. Diese Kolonien brachten neue Kolonien hervor, bis sich die Menschheit �ber Hunderte von Sternensystemen ausgebreitet hat.�</p><p>�Die Alte Erde�, merkte Charban l�chelnd an, �gilt nicht nur als die Heimat, sondern auch als Beispiel daf�r, dass �berall dort, wo das Leben ist und unsere Entschlossenheit nicht versagt, der Sieg oder zumindest das �berleben m�glich ist.�</p><p>�Aber wom�glich muss man einen hohen Preis daf�r zahlen�, erg�nzte Rione.</p><p>�Apropos Sieg�, warf Senatorin Costa mit spitzer Zunge ein. �Sie werden sich zweifellos freuen zu h�ren, Admiral, dass die Menschen im Sol-Sternensystem geteilter Meinung sind, was ihre Befreiung von der Besatzungsmacht des Bundes angeht.� Jetzt, da die Schlacht geschlagen und die Bedrohung durch die Bundes-Kriegsschiffe ausger�umt war, hatte Costa die Auseinandersetzung in vollem Umfang akzeptiert, ohne dass ihr auch nur eine Spur ihrer vorangegangenen Vorbehalte anzumerken war. �Sie sind froh, dass wir sie von den Besatzern befreit haben, aber der Kampf an sich gef�llt ihnen genauso wenig wie unsere anhaltende Anwesenheit.�</p><p>�Was haben sie dazu gesagt, dass Sie und die anderen Vertreter der Allianz-Regierung ebenfalls bedroht wurden?�, wollte Geary wissen.</p><p>Costas L�cheln nahm einen zynischen Zug an. �Keine Reaktion darauf. Keine Neugier, keine Fragen. Rein gar nichts. Das Ganze ist auff�llig genug, um die Frage in den Raum zu stellen, ob nicht jemand hier im Sol-System in die Angelegenheit verstrickt ist.�</p><p>�Wir werden alle Kontakte herstellen, die uns m�glich sind, und vielleicht erfahren wir ja mehr �ber die Hintergr�nde�, sagte Senator Sakai. �Admiral, wir haben unter dem Aspekt der Tourismusbestimmungen des Sol-Sternensystems eine Einigung in der Form erzielen k�nnen, dass es jedem Crewmitglied der <emphasis>Dauntless </emphasis>erlaubt wird, die Oberfl�che zu besuchen; jeweils ein Drittel der Crew f�r einen Tag an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Alte Erde wird Shuttles hochschicken und die Besatzungsmitglieder zu verschiedenen St�dten bringen. Die Vorfahren unserer Besatzung stammen aus den unterschiedlichsten Regionen der Alten Erde, und die Bewohner wollen versuchen, den W�nschen unserer Leute m�glichst nachzukommen und sie an die Orte zu bringen, die ihnen am meisten bedeuten. Die Allianz-Regierung wird die Kosten f�r diese Shuttlefl�ge �bernehmen.�</p><p>�Sol hat nicht angeboten, f�r die Kosten aufzukommen?�, fragte Geary.</p><p>�Das h�tte eine gesonderte Diskussion und die Beachtung spezieller Abl�ufe erforderlich gemacht�, erwiderte Sakai. �Ich ging davon aus, dass wir nicht Jahrzehnte darauf warten wollen, bis sie sich entschieden haben. Es gibt noch eine andere Sache, die wir besprechen m�ssen. Die Beh�rden dieser Region Kansas, die die T�nzer aufsuchen m�chten, wollen wissen, ob die T�nzer den Ort genauer eingrenzen k�nnen, da Kansas einen gro�en Teil des Kontinents einnimmt.�</p><p>Charban tippte auf eine Taste, dann erschien ein Bild, das sich aus den kantigen Buchstaben zusammensetzte. �Die T�nzer haben mir das geschickt, als wir in den Orbit eingeschwenkt sind. Mehr von diesem alten Text, in dem <emphasis>Kansas </emphasis>vermerkt ist. Diese Buchstaben ergeben ein Wort, das wohl Lie-ons oder Lei-ons ausgesprochen werden d�rfte.�</p><p>�Wir schicken das runter an die Beh�rde�, sagte Sakai. �Vielleicht k�nnen sie uns ja verraten, wo das ist.�</p><p>�Haben Sie eine Erkl�rung daf�r erhalten, wieso sich die Menschheit in diesem galaktischen Arm so weit nach innen ausgebreitet hat und so wenig nach au�en?�, hakte Geary nach. Diese Frage brannte ihm auf den N�geln, seit er auf diese Tatsache aufmerksam gemacht worden war.</p><p>Hatte Sakais L�cheln eine finstere Note? Es war schwer zu sagen, und das galt auch f�r seine Stimme, in der wom�glich ein d�sterer Unterton mitschwang. �Daf�r sorgten die ersten �u�eren Kolonien. Die Kolonisten waren besessen von ihrem eigenen Profit und ihrer eigenen Sicherheit. Sie waren in Sorge, dass von nachfolgenden Kolonien potenzielle Bedrohungen und wirtschaftliche Konkurrenz ausgehen k�nnten. Also sorgten sie daf�r, dass jede Bewegung in ihrem Sternensystem streng �berwacht wurde, au�erdem schufen sie Barrieren, um die weitere Erforschung und Besiedlung zu verhindern. Da die Sprungtechnologie es erforderlich machte, dass man ihre Systeme durchquerte, um in dahintergelegene Systeme springen zu k�nnen, konnten sie erfolgreich jede Bedrohung ihrer Sicherheit vereiteln, indem sie alle Neuank�mmlinge daran hinderten, in die hinter ihnen gelegenen Systeme zu gelangen. So wurden aus ihnen die isolierten, vergessenen und hinterw�ldlerischen Verwandten der �brigen Menschheit.�</p><p>�Also hatten sie gewonnen?�, gab Geary sarkastisch zur�ck.</p><p>�Das haben sie jedenfalls gedacht�, antwortete Charban.</p><p>Geary verlie� die Shuttlerampe und f�hlte den Boden der Alten Erde unter seinen F��en. <emphasis>Das letzte Mal, dass ich tats�chlich auf einem Planeten gestanden habe, war auf Kosatka, als ich zusammen mit Tanya dort war. Davor � Das ist hundert Jahre her, auch wenn es mir nicht so lange vorkommt. Und jetzt sind Tanya und ich hier. Auf der Heimat. Auf der Welt aller Vorfahren. Wo alle Menschen herkommen.</emphasis></p><p>Wegen der grellen Sonne am Himmel und aufgrund eines heftigen kalten Windes, der ihm Staub und Dreck ins Gesicht wehte, musste Geary die Augen zusammenkneifen. Er blickte sich um.</p><p>Ausged�rrter Dreck hatte sich zu kleinen D�nen und Verwehungen geformt. In der N�he ragte ein ramponierter Turm aus dunklem Stein in die H�he, der sich aus den �berresten eines gro�en Bauwerks erhob. Eingeworfene Fenster ohne Glas starrten wie tote Augen in die Umgebung. Das Shuttle hatte auf einem freien Gel�nde aufgesetzt, das sich um das Bauwerk herumzog. Beim Landeanflug auf dieses Gebiet hatte er gesehen, dass die unbebaute Fl�che ein gro�es Quadrat rings um das ausladende Bauwerk bildete. Vereinzelt waren unter dem umherwehenden Staub gro�e flache Betonplatten zu erkennen, die wohl die �berreste von Zufahrtsstra�en darstellten.</p><p>Rings um das freie Quadrat fanden sich ein paar dunkle Steinruinen, zum Teil aber auch nur noch flache Steinhaufen, die den vormaligen Standort kleinerer Geb�ude kennzeichneten. Diese Steinhaufen lagen in einer schnurgeraden Linie und markierten so den Verlauf der antiken Stra�en. Hier hatten �berall Geb�ude gestanden, aber jahrhundertelange Vernachl�ssigung hatte letztlich ihren Preis gefordert, zumal Zeit und Wetter permanent damit besch�ftigt waren, an den Werken der Menschheit zu nagen.</p><p>Er ging einige Meter weiter, dabei stellte er erstaunt fest, dass der Betonboden in eine mit Ziegelsteinen gepflasterte Stra�e �berging. Der Stra�enbelag war noch intakt, auch wenn viele der Steine Risse aufwiesen. Dieser Bereich musste lange Zeit von Staub und Schmutz bedeckt gewesen und erst vor Kurzem vom unerbittlichen Wind freigelegt worden sein.</p><p>Ein paar verk�mmerte B�ume wuchsen inmitten der Grasb�schel, die wie kleine gr�ne Oasen in einer endlosen Landschaft aus Staubd�nen wirkten. Hier und da lagen teilweise zugewehte alte Baumst�mme, die einen Hinweis darauf gaben, wie fruchtbar dieses Land einmal gewesen sein musste.</p><p>Tanya stellte sich zu ihm und schaute sich interessiert um. �Hier wollten die T�nzer hin? Ich habe schon bombardierte Welten gesehen, die sich in besserer Verfassung befanden.�</p><p>�Es muss einmal eine h�bsche Stadt gewesen sein�, merkte Geary an. �Ich sehe keinen Hinweis auf Zerst�rungen. Man scheint sie einfach aufgegeben zu haben.� Er deutete auf verschiedene Geb�ude. �Man kann immer noch feststellen, wo Reparaturen vorgenommen worden sind. Einige Leute m�ssen hier ausgeharrt haben, solange es nur irgendwie ging, w�hrend sich die Gegend allm�hlich in eine W�ste verwandelte.�</p><p>Ein Atmosph�renflugzeug war ganz in der N�he gelandet, die Passagiere verlie�en die Maschine und begaben sich nach drau�en in die Ein�de. �Die Erde hat neben anderen Katastrophen auch Orbitalbombardierungen �ber sich ergehen lassen m�ssen�, sagte eine der Frauen mit trauriger Miene. �Hier stand fr�her die Stadt Lyons, Kansas. Wie so viele St�dte auf dieser Welt konnte auch sie die Ver�nderungen nicht �berleben, die durch den Klimawandel, durch Kriege und viele andere Faktoren auf die Alte Erde einwirkten. Hier und anderswo gab es zahlreiche Menschen, die die St�dte am Leben zu erhalten versuchten, aber auf l�ngere Sicht haben deren Anstrengungen nicht ausgereicht. Hier sehen Sie, was wegen der Dummheit vieler Menschen aus den Tr�umen mancher anderer wurde.�</p><p>�Orte wie dieser bleiben unber�hrt, hier spielen sich nur noch nat�rliche Prozesse ab�, erg�nzte ein Mann von der Erde. �Sie dienen als Mahnmal, als Monument.�</p><p>�Als w�rde man auf einem Friedhof leben�, fl�sterte Desjani Geary zu.</p><p>Eine andere Frau trat l�chelnd vor, kniete sich hin und ber�hrte ein paar leuchtend gr�ne Grashalme, die an der Seite eines kleinen H�gels wuchsen. �Es ist uns endlich gelungen, den Prozess umzukehren, der dieses Gebiet so sehr hat austrocknen lassen. Es war schwierig, alle Beteiligten auf dieser Welt zu einer Vereinbarung zu bewegen, aber es sind die ersten Schritte in die Wege geleitet worden, um den Planeten langsam wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Damit sollen die Schocks f�r die Umwelt vermieden werden, die wir ihr fr�her zugef�gt haben. Der Regen kehrt zur�ck, mit ihm werden B�che, Fl�sse und B�ume wiederkehren, dann die B�ume und die Tiere, die hier gelebt haben. Und irgendwann werden auch die Menschen wieder herkommen, die dann vielleicht neue H�user errichten und diese Stadt wiederaufbauen werden.� Bei diesen Worten warf sie dem Mann einen energischen Blick zu, der davon gesprochen hatte, Orte wie diesen unber�hrt zu lassen. �Dies ist eine lebende Welt, kein Museum.�</p><p>�Wir sollten dar�ber nicht vor anderen Leuten streiten�, erwiderte der nun ver�rgert dreinblickende Mann.</p><p>�Wenn sie nicht all unsere Fehler wiederholen sollen, m�ssen sie alles �ber diese Fehler wissen und dar�ber, wie wir mit ihnen umgehen.� Die zweite Frau straffte ihre Schultern und klopfte den Staub von ihrer Hose. �Aber nach allem zu urteilen, was mir zu Ohren gekommen ist, wurden auf den Welten unserer Kinder auch viele Fehler gemacht. Ist der unendliche Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten tats�chlich vor�ber?�</p><p>�Ja�, antwortete Geary und f�gte im Geiste ein �gr��tenteils� hinzu. �Wenn ich das hier sehe, dann wird mir erst richtig klar, wie viele Menschen auf der Alten Erde tats�chlich gestorben sind. Da frage ich mich, wie wir es geschafft haben, lange genug zu �berleben, um zu anderen Sternen zu reisen.�</p><p>��berlebt, nur um die gleichen Dummheiten erneut zu begehen�, erg�nzte Senatorin Suva und betrachtete mit trauriger Miene ihre Umgebung.</p><p>�Ich bin davon �berzeugt, dass wir in der Lage w�ren, diese Dummheiten ebenso zu erkennen wie diejenigen, die sie begangen haben�, f�gte Senatorin Costa in spitzem Tonfall an und warf Suva einen vielsagenden Blick zu.</p><p>�Oh ja, davon bin ich auch �berzeugt�, konterte Suva und sah Costa ver�chtlich an.</p><p>�Uns m�gen ja die Antworten fehlen�, meldete sich Rione zu Wort, als w�rde sie nur allgemein etwas anmerken, ohne jemanden besonders anzusprechen, �aber immerhin haben wir ja unsere �berzeugungen, nicht wahr?�</p><p>�M�ssen wir unsere Streitigkeiten eigentlich wirklich hier an diesem Ort austragen?�, fragte Dr. Nasr, bevor Suva und Costa auf Rione oder erneut aufeinander losgehen konnten. �Ihre und meine Vorfahren haben wom�glich hier gelebt, und vielleicht haben sie irgendwann in ihrem Leben an genau dieser Stelle gestanden. Verdient diese Erinnerung nicht unseren Respekt? Oder sind Ihre Meinungsverschiedenheiten tats�chlich bedeutender?�</p><p>Geary sah sich um und stellte fest, dass Senator Sakai und Charban ebenfalls nach drau�en gekommen waren. �Was sagen Sie dazu?�, fragte er sie.</p><p>�Die Heimat sieht ein wenig heruntergekommen aus, nicht wahr?�, erwiderte Charban.</p><p>�Wir hatten Gl�ck�, sagte die Frau von der Erde, die als Erste gesprochen hatte. �Die Lektionen, die wir lernen mussten, und die Technologie, die von uns entwickelt wurde, um den Mars bewohnbar zu machen, spielten eine wichtige Rolle, um dieser Welt zu helfen, damit sie sich von den Sch�den erholen konnte, die wir ihr zugef�gt hatten. Und die Erkenntnisse �ber eine funktionierende �kologie, die wir gewannen, als wir Raumschiffe bauten, die �ber Generationen hinweg durchs All flogen, um hundert Jahre sp�ter ferne Sterne zu erreichen, waren f�r uns von gro�em Nutzen bei der Wiederherstellung der �kologie auf der Erde.�</p><p>�Schon ironisch, nicht wahr?�, f�gte einer aus ihrer Gruppe an. �Erst als wir in der Lage waren, die Erde zu verlassen, kamen wir dahinter, wie wir unsere Heimat retten k�nnen. Sie sollten mitkommen an andere Orte, um unsere W�lder und unsere St�dte zu sehen. Nicht �berall auf der Heimat sieht es so aus wie hier, und selbst diese Narben der Vergangenheit werden bald wieder von neuem Leben bedeckt werden.�</p><p>�Eine lebendige Welt�, stimmte die Frau nachdr�cklich zu und warf erneut dem Mann einen trotzigen Blick zu, der davon gesprochen hatte, besser alles unber�hrt zu lassen. �Eine ersch�pfte Welt, aber immer noch lebendig. Und nicht alle Menschen hier sind m�de und ersch�pft. Aber die Rastlosen brechen oft zu anderen Welten auf. Die Sterne sind f�r uns ein wichtiges Sicherheitsventil.�</p><p><emphasis>Wie sch�n f�r euch</emphasis>, dachte Geary. <emphasis>Und wir d�rfen uns mit diesen Rastlosen herumschlagen, die dann tun, was sie wollen, sobald sie erst mal die Sterne erreicht haben.</emphasis></p><p>Ihm fiel auf, dass keiner aus der Gruppe mit einem Wort auf den Kampf mit den Bundes-Kriegsschiffen und deren Angriff auf ein Kriegsschiff der Allianz zu sprechen gekommen war. Es war offensichtlich, dass sie dieses Thema mieden.</p><p>Jede weitere Unterhaltung wurde in diesem Moment aber ohnehin unm�glich gemacht, da ein Shuttle der T�nzer zur Landung ansetzte. Das glatte eif�rmige Raumfahrzeug landete gleich neben dem Allianz-Shuttle auf der alten Stra�e. Alle sahen sie zu dem Fahrzeug, das den Boden nur an einer einzigen Stelle ber�hrte und an eine Ballerina erinnerte, die auf einer Fu�spitze balancierte.</p><p>Gearys Nacken kribbelte leicht, und als er sich umdrehte, sah er, wie Dr. Nasri zustimmend nickte.</p><p>�Die Leute hier haben einen Isolationsschirm rings um dieses Gebiet errichtet�, erkl�rte Nasr. �Sie haben ihn als Vorsichtsma�nahme gegen m�gliche Verseuchungen aktiviert.�</p><p>�Was wird jetzt geschehen?�, fragte die erste Frau.</p><p>�Das ist jetzt der Auftritt der T�nzer�, erwiderte Rione. �Wir k�nnen nur abwarten und zusehen, was sie tun werden.�</p><p>Eine kreisf�rmige �ffnung entstand an der einen Seite des Shuttles. Sie begann als winziger Punkt und weitete sich aus, dann fuhr eine Rampe heraus und setzte auf dem Boden auf.</p><p>�Ist das fr�her schon passiert?�, fragte jemand aus der Gruppe von der Alten Erde. �Und wie oft? Oder betritt jetzt zum ersten Mal eine nichtmenschliche Intelligenz die Heimat der Menschheit?�</p><p>�Sie haben sich einen sonderbaren Platz daf�r ausgedacht�, grummelte Senatorin Costa.</p><p>�Von allen Orten auf der ganzen Erde haben sie sich unser Land auserkoren�, erkl�rte eine der Frauen voller Stolz.</p><p>�Aber warum ist das diesen Aliens so wichtig?�, wollte der erste Mann wissen.</p><p>�Die T�nzer haben immer ihre eigenen Gr�nde f�r ihr Verhalten�, sagte Charban. �Selbst wenn diese Gr�nde f�r uns nicht immer einen Sinn ergeben. Da. Ich sehe, wie sich im Shuttle etwas bewegt.�</p><p>Zwei T�nzer betraten die Rampe. Sie trugen Schutzkleidung, die dazu beitrug, dass ihr f�r menschliche Gewohnheiten abscheuliches Erscheinungsbild nicht so offensichtlich war.</p><p><emphasis>Als h�tte sich eine riesige Spinne mit einem Wolf gepaart, </emphasis>so beschrieben die meisten die T�nzer. Dies war das erste Mal, dass Geary einen von ihnen pers�nlich zu sehen bekam. Er war ihnen f�r den Schutzanzug wirklich dankbar, auch wenn er sich f�r seine eigene Reaktion sch�mte.</p><p>Die T�nzer trugen etwas in ihrer Mitte, w�hrend sie sich auff�llig langsam bewegten. Es handelte sich um einen l�nglichen Beh�lter aus einer durchsichtigen Substanz, ungef�hr zwei Meter lang und je einen Meter breit und hoch.</p><p>Darin befand sich �</p><p>�Bei den Vorfahren!�, keuchte Senatorin Suva. �Ein Mensch?�</p><p>Dr. Nasr ging zu dem Beh�ltnis, das von den T�nzern langsam und behutsam auf dem Boden abgelegt wurde. Er betrachtete den Menschen darin, dann zog er ein Instrument von seinem G�rtel, hielt es �ber das Beh�ltnis und betrachtete die Anzeigen. �Ein Mensch, der vor sehr langer Zeit verstorben ist. Der K�rper ist so in diesem Beh�lter aufbewahrt worden, dass er durch nat�rliche Mumifizierung erhalten geblieben ist. Der K�rper steckt in einer Art Schutzanzug. Es gibt keine Anzeichen f�r �u�ere Gewalteinwirkung. Wie er gestorben ist, kann ich so nicht sagen, aber auf jeden Fall hat ihn niemand brutal get�tet.�</p><p>Ein weiterer T�nzer kam dazu und hielt ihm einen wesentlich kleineren Beh�lter hin, der im Gegensatz zu dem ersten nicht transparent war.</p><p>Dr. Nasr nahm die Schachtel entgegen und deutete eine respektvolle Verbeugung an, dann �ffnete er sie, griff hinein und holte ein paar kleine Gegenst�nde heraus. �Wei� jemand, was das darstellt?�</p><p>Einer der Erdrepr�sentanten trat vor und nahm eines der Objekte behutsam an sich. �Alte Datenspeichermedien. Selbst wenn sie gesch�tzt aufbewahrt worden sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die darauf enthaltenen Daten noch gelesen werden k�nnen. Aber vielleicht k�nnen wir noch irgendwelche Bruchst�cke retten.�</p><p>�Und das?� Dr. Nasr hielt einen metallenen Anstecker hoch, der im Sonnenschein farbenpr�chtig funkelte.</p><p>Weitere Personen aus der Gruppe von der Erde traten vor und musterten den Anstecker, dann hielt einer von ihnen ihn Geary und den anderen hin. �In der alten Sprachform steht darauf <emphasis>Operation Long Jump </emphasis>geschrieben.�</p><p>�Und was f�r eine Operation war das?�, wollte Geary wissen, der den Anstecker ansah, aber nicht ber�hrte, da es ihm nicht richtig erschien, ein historisches Objekt mit seinen Fingern anzufassen.</p><p>�Ich �berpr�fe das.� Ein anderer Erdrepr�sentant tippte etwas auf einem Daten-Pad ein. �Es findet sich dazu nur wenig, weil die Geheimhaltung aus fr�heren Zeiten und die Zerst�rung gro�er Datenbest�nde viele Informationen unwiederbringlich ausgel�scht haben. Was unsere Historiker zusammentragen konnten, besagt, dass die Operation Long Jump einer der ersten Versuche war, den Sprungraum zu benutzen, um zu anderen Sternensystemen zu gelangen. Etliche Schiffe gingen bei diesen Experimenten verloren, manche unbemannt, manche mit menschlichen Piloten. Die Erfahrungen aus den sp�teren Anl�ufen ergaben, dass in den Anfangstagen zu weit entfernte Systeme anvisiert wurden, die �ber die F�higkeiten der damaligen Sprungantriebe hinausgingen.</p><p>�Sie haben den Sprungraum nie wieder verlassen�, fl�sterte Desjani entsetzt. Wenn es eine Sache gab, mit der man einen Matrosen aus der Ruhe bringen konnte, dann die Vorstellung, den Sprungraum nicht mehr verlassen zu k�nnen. �Sie sind w�hrend des Sprungs gestorben. M�gen die Lebenden Sterne ihnen gn�dig sein. Bis ins Gebiet der T�nzer � das w�re ein Sprung, der Jahrzehnte gedauert haben muss. Dieser Pilot muss gestorben sein, lange bevor sein Schiff endlich in den Normalraum zur�ckkehrte. Er kann nicht genug Wasser und Lebensmittel an Bord gehabt haben. Auch die Lebenserhaltung wird keinesfalls so lange durchgehalten haben. Ganz zu schweigen davon, dass er v�llig allein im Sprungraum nach so langer Zeit ohnehin wahnsinnig geworden sein wird.�</p><p>�Wie gesagt, Anzeichen f�r Gewalteinwirkung gibt es nicht�, wiederholte Dr. Nasr. �Auch nicht selbst zugef�gt. Vielleicht ist die Sauerstoffversorgung oder ein anderes wichtiges System ausgefallen.�</p><p>�Aber das Schiff mit diesem Piloten an Bord hat schlie�lich wieder den Sprungraum verlassen�, stellte Desjani klar. �Nur wie?�</p><p>�Wer wei� das schon?�, entgegnete Desjani. �Warum sollte irgendwer ein Experiment durchf�hren wollen, bei dem es darum geht, einen Menschen in den Sprungraum zu schleudern, wenn man nicht davon ausgehen w�rde, dass er irgendwo wieder auftaucht? Kein Mensch w�rde sich auf so etwas einlassen, wenn sich erst einmal herumgesprochen hat, was einen erwartet. Und man w�rde auch nicht vollautomatische Schiffe f�r so etwas opfern.�</p><p>�Vielleicht war das Schiff zuf�llig weit hinter seinem eigentlichen Ziel nahe genug an einem anderen Sprungpunkt vorbeigeflogen, um in den Normalraum zur�ckgezogen zu werden�, �berlegte Geary. �Oder aber der Sprungraum st��t fr�her oder sp�ter alles wieder aus, was dort nichts zu suchen hat, sobald das Objekt einer Schwerkraftquelle nahe genug kommt. Aber wer war dieser Mensch?�</p><p>�Vielleicht hilft uns das ja weiter�, sagte Dr. Nasr und hielt ein rechteckiges Metallpl�ttchen hoch, in das winzige Buchstaben eingraviert waren.</p><p>�Die gleiche alte Form der Sprache�, stellte einer der Erdrepr�sentanten fest und hielt das Pl�ttchen ins Licht. �Schwierig zu entziffern. Da steht � �Major � Paul Crabaugh. 954 � 457 � 9903�. Das erste Wort muss Major hei�en, dann der Name und eine ID-Nummer, wie sie damals verwendet wurde.�</p><p>�Und das hier ist das letzte Objekt aus der Schachtel�, erkl�rte Dr. Nasr. In seiner Hand hielt er wieder etwas Rechteckiges aus Metall, das diesmal ungef�hr halb so gro� war wie seine Handfl�che. Eine Seite war emailliert und reflektierte das Sonnenlicht. W�hrend der Erdrepr�sentant das Objekt an sich nahm, verdrehte Geary sich den Hals, um das Motiv sehen zu k�nnen. Es zeigte eine strahlende gr�ne Wiese, auf der gro�e Blumen mit leuchtend gelben Bl�ten wuchsen. Dar�ber waren kantige Buchstaben zu sehen, die Geary bekannt vorkamen.</p><p>�Das gro�e Wort hei�t Kansas�, erl�uterte der Mann von der Erde. �Das kleine Wort hei�t Lyons. Dieser Ort hier. Ein Andenken. Vielleicht von seiner Familie. Hergestellt, als diese Stadt noch lebendig war und hier noch solche Blumen wuchsen; so, wie sie es irgendwann wieder tun werden. Er hat das mit ins All genommen, um an seine Heimat erinnert zu werden.�</p><p>�Jetzt wissen wir, warum die T�nzer herkommen wollten�, sagte Rione. �Sie wollten ihn nach Hause bringen.�</p><p>Lange Zeit sprach niemand ein Wort. Die T�nzer warteten in der N�he der Rampe zu ihrem Shuttle. Das Pfeifen des durch die Ruinen wehenden Windes war das einzige Ger�usch.</p><p>�Warum haben sie uns nicht gesagt, weshalb sie herkommen wollten?�, fragte Desjani schlie�lich.</p><p>�Wie h�tten sie uns das erkl�ren sollen?�, erwiderte Charban. �Offenbar f�hlten sie sich verpflichtet, den Leichnam herzubringen. H�tten sie uns bei Varandal gesagt, dass sie ihn haben, dann h�tten wir gewollt, dass sie ihn uns dort �bergeben. Was w�re geschehen, wenn sie sich geweigert h�tten, das zu tun, nur weil sie nicht in der Lage waren, uns ihre Beweggr�nde zu erkl�ren?�</p><p>�Wir h�tten alles gr�ndlich missverstanden�, sagte Rione.</p><p>Dr. Nasr kniete neben dem Beh�ltnis mit den sterblichen �berresten von Major Crabaugh. �Ich kann keinen Hinweis auf eine Autopsie oder auf andere invasive Ma�nahmen entdecken. Falls sie ihn untersucht haben, muss es auf eine nichtinvasive Weise geschehen sein.�</p><p>�Sie hatten Respekt vor ihm�, sagte Costa ver�rgert. Als sie aber zu den anderen Menschen sah, wurde deutlich, dass ihre Ver�rgerung nicht den T�nzern galt. �Sie haben ihn nicht zerpfl�ckt, haben nicht seinen K�rper entehrt und ihn nicht wie ein totes Tier behandelt, das sie zuf�llig vor ihrer Haust�r entdeckt haben. Vielmehr sind sie so mit ihm umgegangen, als ob � als ob �� Sie suchte nach den richtigen Worten.</p><p>�Als ob er einer von ihnen w�re�, f�hrte Dr. Nasr f�r sie den Satz zu Ende. Er richtete sich auf, sah aber weiter den Leichnam an. �Sie wussten nicht, wer und was er war oder woher er gekommen ist. Sein Aussehen unterschied sich v�llig von ihrem eigenen, vielleicht empfanden sie ihn sogar als genauso abscheulich, wie die T�nzer auf uns wirken. Aber sie betrachteten die Artefakte, die er bei sich f�hrte, sie sahen ihn an und entdeckten ein Wesen, das ihnen ganz �hnlich sein musste. Ein Wesen, das eine respektvolle Behandlung verdient hatte. Sie achteten nicht darauf, inwieweit er sich von ihnen unterschied, stattdessen konzentrierten sie sich darauf, was dieser Mensch mit ihnen gemeinsam haben musste, und als sich die Gelegenheit ergab, da brachten sie die sorgf�ltig gesch�tzten �berreste nach Hause.�</p><p>�Sie haben uns besch�mt�, sagte Senatorin Suva, die kerzengerade dastand, w�hrend ihr Tr�nen �ber die Wangen liefen. �Sie haben uns besch�mt. Wir h�tten uns nicht so verhalten wie sie. Das haben wir noch nie gemacht, und auch nach Jahrhunderten angeblichen Fortschritts sehen wir immer noch nur das, was uns unterscheidet, wenn wir einander anschauen.�</p><p>�Ich lasse mich nicht von etwas besch�men, das so aussieht wie das da�, murmelte Senatorin Costa und warf Suva einen trotzigen Blick zu. �Ich bin nicht weniger wert als die. Was die k�nnen, kann ich auch.�</p><p>Nach kurzem Z�gern nickte Suva. �Wir k�nnen es versuchen.�</p><p>Der neben Geary stehende Senator Sakai sagte leise: �So viele Jahre haben wir nach ihnen gesucht, nach jemandem, der uns �hnlich, aber doch ganz anders ist. Als wir sie fanden, dachten wir, wir k�nnten von ihnen lernen, dass sie trotz ihrer Andersartigkeit Dinge in uns entdecken w�rden, die wir selbst nicht sehen konnten. Wie es scheint, hatten die Philosophen recht. Aber wird dieses Wissen gen�gen, um die menschliche Dummheit zu �berwinden?�</p><p>�Wir wissen nicht einmal, ob wir ihr Handeln richtig deuten�, sprach Geary so leise, dass nur Sakai und Desjani ihn h�ren konnten. �Aber ich glaube nicht, dass ich diese M�glichkeit jetzt ansprechen sollte. Vielleicht ist es am besten, wenn wir das, was wir hier zu sehen glauben, vorl�ufig nicht eingehender analysieren.�</p><p>Tanya fasste nach Gearys Handgelenk. �Solche Fragen �bersteigen meine Besoldungsstufe. Wir haben die T�nzer hergebracht, sie konnten das tun, was sie tun wollten. Und was machen wir jetzt?�</p><p>Geary blickte zu den verfallenen Ruinen dieser Stadt, er betrachtete die sterblichen �berreste von Major Crabaugh, der endlich heimgekehrt war. Dann wanderte sein Blick �ber die T�nzer in ihren Schutzanz�gen und �ber die Menschen der Allianz und von Sol. Er sah sich das Gras an, das zu sprie�en begonnen hatte und das so gr�n leuchtete wie auf dem emaillierten St�ck Metall. Die Vergangenheit lastete schwer auf der Alten Erde, aber die Lebenden blickten schon wieder in die Zukunft.</p><p>�Wir kehren heim�, sagte er. �Wenn die Crew die Heimat besucht hat, wenn unsere Senatoren ihre Gespr�che mit den hiesigen Beh�rden abgeschlossen haben und alle Zeremonien beendet sind, dann kehren wir zu uns nach Hause zur�ck. Auf uns wartet noch viel Arbeit.�</p></section><section><title><p>Anmerkungen des Autors</p></title><p><emphasis>Es hat sich hier einiges ver�ndert.</emphasis></p><empty-line/><p>Captain Tanya Desjani</p><p>Damals im 20. Jahrhundert (Ende der 60er-Jahre, um genau zu sein) lebte ich einige Jahre lang auf Midway Island mitten im Pazifischen Ozean. In jener Zeit war Satellitenfernsehen buchst�blich Zukunftsmusik. Das einzige Fernsehprogramm auf der Insel wurde von einem Lokalsender ausgestrahlt, der jeden Tag ein paar Stunden lang au�er alten Serien nichts zu bieten hatte. Manchmal konnten da sogar wei�e Sandstr�nde, eine von einem Korallenriff gesch�tzte Lagune und die Possen der Schwarzfu�albatrosse aller Sch�nheit zum Trotz nur Langeweile verbreiten. Wenn es mir langweilig wurde, konnte ich immer noch lesen, vor allem Geschichtsb�cher.</p><p>Aber es gab noch etwas anderes, womit man sich die Zeit vertreiben konnte. Jeden Samstag und Sonntag gab es im Kino auf der Milit�rbasis eine Fr�hvorstellung, in der es eine Episode von <emphasis>Kobra, �bernehmen Sie </emphasis>oder <emphasis>Big Valley </emphasis>und eine <emphasis>Star Trek</emphasis>-Episode (nat�rlich aus der Originalserie) zu sehen gab. W�hrend der Rest der USA Kirk, Spock und McCoy auf einem kleinen Fernsehbildschirm vorgesetzt bekam, konnte ich ihre Abenteuer auf der Kinoleinwand erleben.</p><p>Als ich mit dem Schreiben begann, stellte ich fest, dass sich diese Einfl�sse in meinen Geschichten widerspiegelten. Die Geschichtsb�cher brachten mich auf interessante Ideen, und <emphasis>Star Trek </emphasis>hatte mir gezeigt, dass SF spannend und unterhaltsam sein und gleichzeitig zum Nachdenken anregen konnte. Und ich lernte dadurch auch, wie wichtig die Figuren waren. Die Raumschiffe an sich waren cool, aber die Geschichten w�ren nicht so gut gewesen, wenn es da nicht die Charaktere gegeben h�tte, deren Handeln etwas bewirkte und die immer ihr Bestes gaben, auch wenn sie vor fast unl�sbaren Problemen standen.</p><p>Aber auch viele andere Faktoren haben bei der Entstehung der Verschollenen Flotte eine Rolle gespielt. Die Grundlage bilden zwar diese �u�eren Einfl�sse, doch wenn ein Autor Charaktere erschafft, dann kommt es vor, dass sie die Geschichte beeinflussen, weil sie einem vorschreiben, was sie tun werden und was nicht, weil sie einem sagen, dass sie sich anders entscheiden w�rden, als man es selbst f�r sie geplant hatte. Als ich Black Jacks Geschichte erz�hlt habe, wurde ich von ihm mehr als einmal �berrascht. Er hat Freunde und Verb�ndete gefunden, er hat eine Vielzahl von Widersachern besiegt, und er hat eine sehr enge Beziehung zu einer bestimmten Befehlshaberin eines Schlachtkreuzers entwickelt. Als sich die M�glichkeit er�ffnete, mit ihm neue Schaupl�tze zu besuchen, wo er sich neuen Herausforderungen stellen musste, da war ich sehr erfreut dar�ber, Gearys Geschichte in der Reihe <emphasis>Beyond the Frontiers </emphasis>weiterzuerz�hlen.</p><p>Wenn ich Black Jack Gearys Geschichte schrieb, dann schrieb ich dabei auch immer �ber seine Gegner, vor allem �ber die Syndikatwelten. Bei jedem Problem, das sich ihm stellte, hat Geary sein Bestes gegeben, seine Pflicht zu erf�llen und dabei stets ehrlich und ehrbar zu handeln. Den Gegensatz dazu bildeten die Syndiks, deren Verhalten in jeder Hinsicht Gearys Ansichten und �berzeugungen zuwiderlief. Es w�re ein Leichtes gewesen, die Syndiks einfach aus dem Grund als die B�sen abzustempeln, dass sie nur b�se sind. Aber damit h�tte ich der Handlung keinen Gefallen getan, weil es nicht <emphasis>den </emphasis>monolithischen Feind gibt. Jede Person, die zur gegnerischen Seite geh�rt, ist ein Individuum und unterscheidet sich von den anderen Individuen. Die Angeh�rigen der Syndikatwelten sind Menschen. Manche haben sich dem System verpflichtet, weil es ihnen Macht gibt, andere sind fest davon �berzeugt, dass nur dieses System Ordnung wahren kann. Weitere erkennen die Schw�chen im System und arbeiten dagegen, und wieder andere haben sich gegen das System gewandt, weil sie dessen Ungerechtigkeit erkannt oder sogar am eigenen Leib erfahren haben.</p><p>Viele Leser haben mich gefragt, ob ich nicht mehr �ber die Syndiks berichten kann, und deshalb wollte ich diese andere Seite der Geschichte �ber die Verschollene Flotte zeigen. Was ist mit den Syndiks, die ihr System f�r das beste gehalten haben, bis es letztlich kl�glich scheiterte und der Allianz unterlag? Was ist mit denjenigen, die schon vor Langem aufgeh�rt haben, an das System zu glauben, die aber in Kriegszeiten keine andere Alternative sahen? Das Imperium der Syndikatwelten ist im Zerfall begriffen, die Zentralregierung versucht, so viele Sternensysteme wie m�glich an sich zu binden, w�hrend es ringsum zu Revolten und Rebellionen kommt. Und wenn die Revolution Erfolg hat, welche neue Denkweise ersetzt dann die alte?</p><p>Als die Allianz-Flotte gegen Ende der vorliegenden Geschichte ins Midway-System zur�ckkehrt, muss sie feststellen, dass das System nicht l�nger der Kontrolle durch die Syndikatwelten untersteht. Es gab K�mpfe auf der bewohnten Welt und auch im All, und die beiden F�hrer des Sternensystems nennen sich jetzt Pr�sidentin und General. <strong>The Lost Stars: Tarnished Knight </strong>erz�hlt von der Revolte auf Midway. Die CEOs Gwen Iceni und Artur Drakon haben genug von den Syndik-Methoden, aber es sind die einzigen Methoden, die sie kennen. Sie k�nnen sich gegenseitig nicht vertrauen, sie k�nnen <emphasis>�berhaupt niemandem </emphasis>vertrauen, weil das die Art ist, wie die Syndikatwelten Politik machen. Doch Iceni und Drakon sind aufeinander angewiesen, da sie nicht nur ihr eigenes Sternensystem verteidigen m�ssen, sondern auch noch in die benachbarten Systeme vordringen, die von internen Machtk�mpfen und Gegenangriffen der Syndiks zerrissen sind. Zwei Menschen, die vor langer Zeit aufgeh�rt haben, irgendwem zu trauen, m�ssen etwas finden, woran sie stattdessen glauben k�nnen. Vorausgesetzt, sie �berleben lange genug �</p><p>Es hat mich gefreut, dass die <emphasis>Verschollene Flotte </emphasis>von den Lesern so gut aufgenommen worden ist. F�r einen Autor gibt es keine sch�nere Belohnung als Leser, die mehr von ihm lesen wollen. Im Gegenzug m�chte ich meinen Lesern mehr Geschichten aus dem Universum der <emphasis>Verschollenen Flotte </emphasis>pr�sentieren. Die Reihe <strong>The Lost Stars </strong>f�hrt uns in einen Teil des Universums, in dem viel passiert, in dem neue Charaktere mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert werden � w�hrend �ber allem der Schatten von Black Jack liegt.</p></section><section><title><p>Danksagung</p></title><p>Mein besonderer Dank gilt meinem Agenten Joshua Bilmes f�r seine zahlreichen Ideen und seinen Beistand; meiner Redakteurin Anne Sowards f�r ihren Einsatz. Ein Dankesch�n geht auch an Catherine Asaro, Robert Chase, J. G. �Huck� Huckenpohler, Simcha Kuritzky, Michael LaViolette, Aly Parsons, Bud Sparhawk und Constance A. Warner f�r ihre Vorschl�ge, Kommentare und Empfehlungen.</p></section><section><title><p>Die Allianz-Flotte</p></title><p>Captain John Geary</p><p>Verantwortlicher Befehlshaber</p><empty-line/><p>Fettgedruckte Schiffsnamen kennzeichnen im Gefecht verlorene Schiffe, in Klammern wird das Sternensystem genannt, in dem das Schiff verloren wurde.</p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Gallant</emphasis></p><p><emphasis>Indomitable</emphasis></p><p><emphasis>Glorious</emphasis></p><p><emphasis>Magnificent</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Dritte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Dreadnaught</emphasis></p><p><emphasis>Orion</emphasis></p><p><emphasis>Dependable</emphasis></p><p><emphasis>Conqueror</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Warspite</emphasis></p><p><emphasis>Vengeance</emphasis></p><p><emphasis>Revenge</emphasis></p><p><emphasis>Guardian</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Fearless</emphasis></p><p><emphasis>Resolution</emphasis></p><p><emphasis>Redoubtable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Siebte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Colossus</emphasis></p><p><emphasis>Encroach</emphasis></p><p><emphasis>Amazon</emphasis></p><p><emphasis>Spartan</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Achte Schlachtschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Relentless</emphasis></p><p><emphasis>Reprisal</emphasis></p><p><emphasis>Superb</emphasis></p><p><emphasis>Splendid</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Inspire</emphasis></p><p><emphasis>Formidable</emphasis></p><p><strong><emphasis>Brilliant </emphasis></strong>(Honor)</p><p><emphasis>Implacable</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zweite Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Leviathan</emphasis></p><p><emphasis>Dragon</emphasis></p><p><emphasis>Steadfast</emphasis></p><p><emphasis>Valiant</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Vierte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Dauntless </emphasis>(Flaggschiff)</p><p><emphasis>Daring</emphasis></p><p><emphasis>Victorious</emphasis></p><p><emphasis>Intemperate</emphasis></p><empty-line/><p><strong>F�nfte Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Adroit</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Sechste Schlachtkreuzerdivision</strong></p><p><emphasis>Illustrious</emphasis></p><p><emphasis>Incredible</emphasis></p><p><strong><emphasis>Invincible </emphasis></strong>(Pandora)</p><empty-line/><p><strong>Erste Sturmtransporterdivision</strong></p><p><emphasis>Tsunami</emphasis></p><p><emphasis>Typhoon</emphasis></p><p><emphasis>Mistral</emphasis></p><p><emphasis>Haboob</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Erste Schnelle Hilfsschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Titan</emphasis></p><p><emphasis>Tanuki</emphasis></p><p><emphasis>Kupua</emphasis></p><p><emphasis>Domovoi</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Zweite Schnelle Hilfsschiffdivision</strong></p><p><emphasis>Witch</emphasis></p><p><emphasis>Jinn</emphasis></p><p><emphasis>Alchemist</emphasis></p><empty-line/><p><strong>Einunddrei�ig Schwere Kreuzer in sechs Divisionen</strong></p><p><emphasis>Erste Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Dritte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Vierte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>F�nfte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Achte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><emphasis>Zehnte Schwere Kreuzerdivision</emphasis></p><p><strong><emphasis>Emerald </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Hoplon </emphasis></strong>(Honor)</p><empty-line/><p><strong>F�nfundf�nfzig Leichte Kreuzer in zehn Geschwadern</strong></p><p><emphasis>Erstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>F�nftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Elftes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Leichte Kreuzergeschwader</emphasis></p><p><strong><emphasis>Balestra </emphasis></strong>(Honor)</p><empty-line/><p><strong>Hundertsechzig Zerst�rer in achtzehn Geschwadern</strong></p><p><emphasis>Erstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweites Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Drittes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Viertes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebtes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Neuntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zw�lftes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Vierzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Sechzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebzehntes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Einundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Dreiundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Siebenundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Achtundzwanzigstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><emphasis>Zweiunddrei�igstes Zerst�rergeschwader</emphasis></p><p><strong><emphasis>Zaginal </emphasis></strong>(Pandora)</p><p><strong><emphasis>Plumbatae, Bolo, Bangalore </emphasis></strong>und <strong><emphasis>Morningstar </emphasis></strong>(Honor)</p><p><strong><emphasis>Musket </emphasis></strong>(Midway)</p><empty-line/><p><strong>Marines-Streitmacht der Ersten Flotte</strong></p><p>Major General Carabali</p><p>Verantwortliche Befehlshaberin</p><empty-line/><p>3000 Marines auf Sturmtransportern sowie in mehreren Abteilungen verteilt auf die Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe</p></section></body><binary id="cover" 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