<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Michael</first-name><middle-name>A.</middle-name><last-name>Stackpole</last-name></author><book-title>Vol'jin: Schatten der Horde</book-title><annotation><p>Vol�jin lautet der Name des tapferen Anf�hrers des Dunkelspeerstammes. Seine St�rke und seine List sind selbst unter den m�chtigsten Champions der Horde beispiellos. Auf dem legend�ren Kontinent Pandaria steht der H�uptling der Trolle nun aber seiner bislang gr��ten Herausforderung gegen�ber. Eine Pr�fung, die seine Leben v�llig neu defi nieren k�nnte, im Universum von World of Warcraft�.</p><p>Die Attent�ter Garrosh H�llschreis haben Vol�jin niedergestreckt und ihn zum Sterben zur�ckgelassen. Doch das Schicksal hat andere Pl�ne mit dem Trollh�uptling, denn Braumeister Chen Sturmbr�u gelingt es, den Schwerverletzten in einem abgelegenen Bergkloster in Sicherheit zu bringen. Dort muss Vol�jin an der Seite eines mysteri�sen Soldaten der Allianz nicht nur um sein Leben k�mpfen, sondern auch gegen althergebrachte Vorurteile und Hassgef�hle. Doch damit nehmen Vol�jins Probleme erst ihren Anfang, denn schon bald sieht er sich inmitten einer Invasion Pandarias durch die Zandalari � ein geachteter Trollstamm, getrieben von Allmachtstr�umen. Sie bieten Vol�jin die Gelegenheit, grenzenlosen Ruhm zu ernten � das Geburtsrecht aller Trolle! Ein verlockendes Angebot, vor allem nach H�llschreis niedertr�chtigem Verrat. Es liegt nun allein in den H�nden des Trollh�uptlings, ob er die Zukunft seines Volkes nachhaltig ver�ndert, oder es zur ewigen Knechtschaft verdammt, in den Schatten der Horde.</p></annotation><date>2013</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Andreas</first-name><last-name>Kasprzak</last-name></translator><translator><first-name>Tobias</first-name><last-name>Toneguzzo</last-name></translator><sequence name="World of Warcraft" number="12"/></title-info><src-title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Michael</first-name><middle-name>A.</middle-name><last-name>Stackpole</last-name></author><book-title>Vol'jin: Shadows of the Horde</book-title><date>2013</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>N/A</nickname></author><date>2016</date><id>4E3AEEE6-6C92-4B10-A8D5-BA2E639ED942</id><version>1.0</version><program-used>fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used></document-info><publish-info><publisher>Panini Verlags GmbH</publisher><year>2013</year><isbn>9783833226175</isbn></publish-info></description><body><title><p>Vol�jin</p><p>Schatten der Horde</p><p>Von Michael A. Stackpole</p></title><epigraph><p>F�r die Spieler von World of Warcraft, die sich einer faszinierenden Welt angenommen und sie zu einem noch spannenderen Ort gemacht haben. (Und besonders f�r jene, die mir durch willk�rliches Buffen mehr als einmal mein virtuelles Leben gerettet haben.)</p></epigraph><section><title><p>1</p></title><p>Braumeister Chen Sturmbr�u fiel beim besten Willen nichts ein, was er �berhaupt nicht mochte. Dabei gab es gewiss einige Dinge, f�r die er weniger �brig hatte als f�r andere. So war er beispielsweise nicht sonderlich versessen darauf, zu warten, bis sein j�ngstes Gebr�u so weit vergoren und ausgereift war, dass er es probieren konnte. Das lag nicht so sehr daran, dass er begierig darauf war, zu wissen, wie es schmeckte. Das wusste er bereits � es w�rde fantastisch werden. Nein, warum er die Warterei weniger mochte, war, weil sie ihm jede Menge Zeit verschaffte, um sich neue Gebr�ue auszudenken, mit neuen Zutaten, sodass er sich unverz�glich an die Arbeit machen und sich damit befassen wollte.</p><p>Doch das Brauhandwerk erforderte Zeit und Sorgfalt. Und jetzt, wo die Apparaturen der Brauerei noch vollauf mit der j�ngsten Charge besch�ftigt waren, blieb ihm nichts anderes �brig, als sich in Geduld zu fassen, bevor er den n�chsten Schwung ansetzte. Das bedeutete, dass er sich irgendetwas suchen musste, um sich abzulenken; andernfalls w�rden das Warten und Planen und mentale Herumexperimentieren mit neuen Tr�pfchen ihn glatt in den Wahnsinn treiben.</p><p>Drau�en in der Welt, in den Landen von Azeroth, war es stets ein Leichtes gewesen, irgendwo Ablenkung zu finden. Es gab immer jemanden, der einen nicht leiden konnte, oder hungrige Kreaturen, die einen fressen wollten � und beide Fraktionen in ihre Schranken zu weisen, wirkte Wunder, wenn es darum ging, einen m��igen Verstand zu besch�ftigen. Und dann gab es Orte, die einst etwas vollkommen anderes gewesen waren oder gerade dazu wurden, um so vielleicht wieder zu dem zu werden, was sie vormals waren. Auf seinen Reisen hatte er viele dieser Orte und noch mehr gesehen; er hatte sogar dabei geholfen, einige zu dem zu machen, was sie jetzt waren.</p><p>Chen seufzte und schaute zum Zentrum des verschlafenen Fischerdorfs hin�ber. Dort unterhielt seine Nichte, Li Li, ein Dutzend der Kinder in Binan � die meisten davon Einheimische, einige aber auch Fl�chtlinge. Chen war sich ziemlich sicher, dass sie die Absicht gehabt hatte, ihnen Geschichten von ihren Reisen auf Shen-zin Su zu erz�hlen, der Gro�en Schildkr�te, doch dieses Vorhaben war im Sande verlaufen. Oder vielleicht erz�hlte sie ihnen zwar nach wie vor eine Geschichte, doch sie spielten diese nun zusammen nach. Offensichtlich ging es um einen Kampf, in dessen Zuge Li Li � ebenso offenkundig � von einem Rudel junger Pandaren bedr�ngt wurde.</p><p>�Ist alles in Ordnung, Li Li?�</p><p>Das schmale M�dchen schaffte es irgendwie, aus dem wogenden Meer schwarz-wei�en Fells aufzutauchen. �Alles bestens, Onkel Chen!� Doch die Frustration in ihrem Blick strafte ihre Worte L�gen. Sie griff nach unten, pfl�ckte ein d�rres Kind aus dem Gedr�nge und warf es beiseite, ehe sie unter einer Woge kreischender Kinder verschwand.</p><p>Chen dachte daran, einzuschreiten, z�gerte aber. Li Li befand sich nicht wirklich in Gefahr, und sie war ein willensstarkes M�dchen. Wenn sie Hilfe brauchte, w�rde sie darum bitten. Sich vorher einzumischen, w�rde sie blo� auf den Gedanken bringen, dass er bezweifelte, dass sie auf sich selbst aufpassen konnte. Dann w�rde sie mit Sicherheit schmollen, und er hasste es, wenn sie das tat. Au�erdem w�re sie emp�rt und w�rde letztlich irgendetwas machen, um zu beweisen, dass sie <emphasis>sehr wohl</emphasis> auf sich aufpassen konnte, und das w�rde sie wom�glich in noch gr��ere Schwierigkeiten bringen.</p><p>Obgleich dies seine prim�re Argumentation war, lieferten ihm das Gefl�ster und Getuschel der beiden Chiang-Schwestern noch mehr Gr�nde daf�r, sich zur�ckzuhalten. Die beiden waren alt genug, um sich daran zu erinnern, wie Liu Lang einst als Erster Pandaria den R�cken gekehrt hatte, um die Welt zu erkunden � zumindest behaupteten sie das. Obwohl ihr Fell, abgesehen von den dunklen Stellen rings um ihre Augen, eher zu Wei� denn zu Schwarz tendierte, nahm Chen an, dass sie in Wahrheit noch nicht ganz so alt waren. Sie hatten ihr gesamtes Leben in Pandaria verbracht und nur wenig davon in Gesellschaft jener, die auf der Wandernden Insel lebten. Sie hatten ihre ganz eigene Meinung �ber jene entwickelt, die �der Schildkr�te nachjagten�, und Chen hatte sich einen Spa� daraus gemacht, sie zu �rgern, indem er sich vollkommen anders verhielt.</p><p>In ihren Augen war Li Li zweifellos einer der wilden Hunde der Schildkr�te. Impulsiv und praktisch veranlagt, �bereifrig und mit einer gewissen Neigung, ihre eigenen F�higkeiten zu �bersch�tzen, war Li Li das Musterbeispiel einer Pandaren, die die Philosophie von Huojin f�r sich angenommen hatte. Leute von so abenteuerlustiger Gesinnung waren es, die auf der Schildkr�te aufbrachen oder die Scherbenwelt erkundeten. Und den Ansichten der Chiang-Schwestern nach war ein solches Betragen weder zu verzeihen noch in irgendeiner Form gutzuhei�en.</p><p>Was nat�rlich auch f�r jene galt, die sich auf derlei einlie�en.</p><p>W�re Chen von Natur aus einer von denen gewesen, die eine Abneigung gegen gewisse Dinge hegten, h�tten die Chiang-Schwestern mit Sicherheit dazugeh�rt. Und vermutlich h�tte er ihnen damit sogar einen Gefallen getan. Abgesehen davon, die Sturmbr�u-Brauerei aufzubauen und fantastische Gebr�ue zu ersinnen, hatte er Pandaria durchwandert, um mehr �ber das Land zu erfahren, das er zu seiner Heimat erkoren hatte. Er hatte gesehen, wie sich die beiden Jungfern mit einem kleinen Garten abm�hten, der w�hrend der Yaungol-Belagerung vernachl�ssigt worden war, und ihnen seine Hilfe angeboten.</p><p>Sie hatten ihm zwar nicht geantwortet, aber er hatte sich trotzdem frisch ans Werk gemacht. Er reparierte Z�une und j�tete Unkraut. Er pflasterte den Pfad zu ihrer T�r mit neuen Steinen. Er erfreute ihre Urgro�kinder, indem er Feuer spuckte. Er fegte, schleppte Wasser und schichtete Feuerholz auf. All das tat er unter ihren missbilligenden Blicken und nur, weil er unter allem anderen den Unglauben in ihren Augen las.</p><p>Er hatte bereits lange und hart gearbeitet, ohne dass sie ein einziges Wort mit ihm gewechselt h�tten, als er schlie�lich zum ersten Mal ihre Stimmen vernahm. Sie redeten weder zu noch mit ihm und ihn schon gar nicht direkt an. Stattdessen sprachen sie in seine Richtung, w�hrend sie sich miteinander unterhielten. Die �ltere sagte: �An einem Tag wie diesem w�ren getigerte Fadenfische genau das Richtige.� Die J�ngere nickte blo�.</p><p>Chen wusste, dass dies eine Anweisung war, und kam ihr mit Bedacht nach. Er fischte drei Fadenfische aus dem Ozean. Den ersten Fisch warf er wieder hinein. Den letzten behielt er f�r die Schwestern, und den gr��ten schenkte er einer Fischverk�uferin und ihren f�nf Kindern, die im Dorf Zuflucht suchten; ihr Gemahl geh�rte zu denen, die immer noch vermisst wurden.</p><p>Er wusste, dass es als Zeichen seiner vermeintlichen Vorschnelligkeit angesehen worden w�re, wenn er ihnen gleich den ersten Fisch gebracht h�tte. H�tte er ihnen alle drei gegeben, h�tte das gezeigt, dass er zur stolzen Zurschaustellung�von �berfluss neigte. Ihnen den gr��ten zu �berlassen, der mehr war, als sie essen konnten, w�rde einen Mangel an Umsicht und Kalk�l offenbaren. So demonstrierte sein Handeln jedoch Vernunft, �berlegung und N�chstenliebe.</p><p>Chen war sich durchaus dar�ber im Klaren, dass die Art und Weise, wie er mit den Schwestern umging, ihm vermutlich keine Freunde oder G�nner einbringen w�rde. Viele andere, die er auf seinen Reisen kennengelernt hatte, h�tten sie als undankbar erachtet und einfach ignoriert. F�r Chen jedoch waren sie eine M�glichkeit, mehr �ber Pandaria und die Leute zu erfahren, die zu seinen Nachbarn werden sollten.</p><p><emphasis>Vielleicht sogar zu meiner Familie.</emphasis></p><p>Wenn Li Li als Exempel f�r die Huojin-Philosophie gelten konnte, dann repr�sentierten die Chiang-Schwestern unzweifelhaft Anh�ngerinnen der Tushui-Philosophie. Innere Einkehr und �berlegung besa�en f�r sie einen wesentlich h�heren Stellenwert. Sie w�gten Taten mit den Idealen von Gerechtigkeit und Moral ab � auch wenn es sich hierbei eher um die eingeschr�nkteren, provinziellen Dorfvarianten jener gro�en Ideen handelte. Tats�chlich w�ren die gro�en Ideen von Gerechtigkeit und Moral f�r die Chiang-Schwestern wohl viel zu prahlerisch gewesen, h�tten sie gewusst, was diese Dinge <emphasis>wirklich</emphasis> bedeuteten.</p><p>Chen gefiel der Gedanke, dass er fest in der Mitte stand. Er vermischte und vereinte Huojin und Tushui in sich, oder zumindest redete er sich das ein. Realistischer betrachtet neigte er zu Huojin, wenn er drau�en in der gro�en, weiten Welt Abenteuer erlebte. Hier, in Pandaria mit seinen gr�nen T�lern und hohen Bergen, wo die meisten Leute die Freuden des einfachen Lebens genossen, schien Tushui genau das Richtige zu sein.</p><p>Tief in seinem Innern lag etwas verborgen, wovon Chen Ablenkung brauchte. Dabei ging es nicht um neue Brauprojekte, sondern um das Wissen, dass er sich eines Tages, an einem bestimmten Punkt, f�r eines von beiden w�rde entscheiden m�ssen. Wenn er sich in Pandaria niederlie�e, wenn er hier eine Frau f�nde und eine Familie gr�ndete, w�rden die Tage der Abenteuer vor�ber sein. Dann w�re er ein pummeliger, mit einer Sch�rze bewaffneter Braumeister, der sich mit Farmern �ber den Preis f�r Getreide und mit G�sten �ber den Preis f�r einen Krug stritt.</p><p>Das war gewiss kein schlechtes Leben. Absolut nicht. Chen stapelte das Brennholz f�r die Schwestern sorgf�ltig auf. Aber w�rde es ihm gen�gen?</p><p>Wieder lenkte das Gekreisch der Kinder seine Aufmerksamkeit auf sich. Li Li lag am Boden und kam aus eigener Kraft auch nicht wieder auf die Beine. Etwas loderte in ihm auf � dieser uralte Ruf in die Schlacht. Er hatte so viele Geschichten von gro�en K�mpfen zu erz�hlen. Er hatte Seite an Seite mit Rexxar und Vol�jin und Thrall gek�mpft. Verglichen mit diesen Gefechten w�re es ein Leichtes, seine Nichte zu retten, und diese Geschichten zum Besten zu geben, w�rde seine Brauerei bei den Leuten sehr beliebt machen, doch die Initiative zu ergreifen, r�ttelte etwas in ihm wach.</p><p>Etwas, das Tushui verachtete.</p><p>Chen lief hin�ber und watete in den wogenden Haufen Leiber. Er packte mehrere Kinder im Genick und warf sie zu beiden Seiten von sich. Da sie gr��tenteils aus Muskeln und Fell bestanden, prallten sie harmlos am Boden ab und rollten herum. Einige prallten gegeneinander, sodass Gliedma�en in die H�he ragten, die eigentlich nach unten weisen sollten. Sie l�sten sich aus dem Gewirr und rappelten sich auf die F��e, bereit, sich wieder ins Get�mmel zu st�rzen.</p><p>Chen knurrte mit genau der richtigen Mischung aus liebensw�rdiger Warnung und echter Bedrohlichkeit.</p><p>Die Kinder erstarrten.</p><p>Die �lteren Pandaren richteten sich auf, und instinktiv taten es ihnen die meisten Kinder gleich. �Was genau geht hier vor?�</p><p>Einer der k�hneren Jungen, Keng-na, deutete auf die am Boden liegende Li Li. �Bogenmeisterin Li Li hat uns k�mpfen gelehrt.�</p><p>�Was ich mit angesehen habe, war kein Kampf. Sondern eine Schl�gerei!� Chen sch�ttelte �bertrieben den Kopf. �Das wird nicht reichen, nicht im Mindesten, wenn die Yaungol zur�ckkehren. Ihr braucht richtiges Training. Jetzt aufgepasst!� Chen nahm Haltung an, als die Worte �ber seine Lippen kamen, und die Kinder ahmten ihn perfekt nach.</p><p>Chen m�hte sich, ein L�cheln zu unterdr�cken, als er die Kinder einzeln und in Gruppen losschickte, um noch mehr Holz zu sammeln, Wasser zu schleppen, Sand f�r den Gartenweg der Schwestern zu holen sowie Besen, um ihn dann in die Fugen zu fegen. Er klatschte abrupt in die Pfoten, und sie beeilten sich so begierig, ihren Aufgaben nachzukommen, wie Pfeile, die von gespannten Bogensehnen schnellten. Er wartete, bis sie alle verschwunden waren, bevor er Li Li eine Pfote hinhielt.</p><p>Sie sah sie an und r�mpfte ver�rgert die Nase. �Ich h�tte gewonnen.�</p><p>�Nat�rlich, aber darum ging es doch gar nicht, oder?�</p><p>�Ach nein?�</p><p>�Nein. Du hast ihnen ein Gef�hl von Kameradschaft vermittelt. Jetzt sind sie ein verschworener kleiner Trupp.� Chen l�chelte. �Ein bisschen Disziplin, ein wenig Arbeitsteilung, und sie k�nnten sich durchaus als n�tzlich erweisen.�</p><p>Dem letzten Teil verlieh er besonderes Gewicht und Lautst�rke, damit die Schwestern ihn h�rten und den Vorteil darin ebenfalls erkannten.</p><p>Li Li musterte argw�hnisch seine Pfote, ehe sie sie ergriff und sich daran festhielt, um sich zu st�tzen, w�hrend sie aufstand. Sie zupfte ihre Robe zurecht und knotete die Sch�rpe wieder zusammen. �Schlimmer als ein Heer wuselnder Kobolde.�</p><p>�Nat�rlich. Sie sind Pandaren.� Auch das sagte er laut, damit es den Chiang-Schwestern nicht entging. Dann senkte er seine Stimme wieder. �Ich bewundere deine Zur�ckhaltung.�</p><p>�Machst du Scherze?� Sie rieb sich ihren linken Unterarm. �Einer von denen hat mich gebissen.�</p><p>�Wie du wohl wei�t, bei�t in einem Kampf immer irgendwer.�</p><p>Li Li dachte einen Moment dar�ber nach und l�chelte dann. �Dann kann man dem wohl nicht entgehen. Und vielen Dank!�</p><p>�Wof�r?�</p><p>�Dass du mich freigeschaufelt hast.�</p><p>�Oh, das war reiner Egoismus. Ich hatte einfach die Schlepperei f�r heute satt. Und kein Grummel hier, um mir zur Hand zu gehen, was ebenfalls f�r deine kleine Armee sprach.�</p><p>Li Li zog eine Augenbraue hoch. �Mich h�ltst du nicht zum Narren.�</p><p>Chen reckte sein Haupt in die H�he und blickte zu ihr herab. �Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass meine Nichte, selbst gut geschult in den K�nsten des Kampfs, meine Hilfe brauchen w�rde, um mit einem Haufen Kinder fertigzuwerden. Ich meine, wenn mir so ein Gedanke k�me, w�rde ich dir einfach nicht helfen. Dann w�rst du n�mlich nicht meine Nichte.�</p><p>Sie hielt einen Moment lang inne, und ihr Gesicht legte sich in Falten. Die schnelle Bewegung ihrer Augen verriet Chen, dass sie sich seine Argumentation durch den Kopf gehen lie�. �In Ordnung, Onkel Chen. Vielen Dank!�</p><p>Chen lachte und legte ihr einen Arm um die Schulter. �Sich mit Kindern herumzuschlagen, ist ein erm�dendes Unterfangen.�</p><p>�Stimmt.�</p><p>�Nat�rlich musste ich f�r meinen Teil mich blo� mit einem dieser kleinen Racker abgeben, aber die war wirklich ein Liebchen.�</p><p>Li Li stie� ihm einen Ellbogen in die Rippen. �Bin ich immer noch.�</p><p>�Und ich k�nnte nicht stolzer auf dich sein.�</p><p>�Doch, ich denke, das k�nntest du.� Sie wand sich aus seinem Arm hervor. �Bist du entt�uscht, dass ich dich nicht gefragt habe, ob ich dir in der Brauerei helfen kann?�</p><p>�Wie kommst du denn darauf?�</p><p>Sie zuckte unbehaglich die Schultern und lie� ihren Blick in Richtung des Tals der Vier Winde schweifen, wo sich die Sturmbr�u-Brauerei befand. �Wenn du dort bist, bist du gl�cklich. Das sehe ich. Du liebst das, was du tust, so sehr.�</p><p>Chen l�chelte schief. �Klar tue ich das. Und m�chtest du wissen, warum ich dich nicht darum gebeten habe, dein Wanderleben aufzugeben und mit mir in der Brauerei zu arbeiten?�</p><p>Ihr Antlitz hellte sich auf. �Ja, das m�chte ich wissen.�</p><p>�Das liegt daran, meine verehrte Nichte, dass ich einen Partner brauche, der weiterhin dem Abenteuer fr�nt. Wer sonst sollte mir durotarianisches Moos aus den tiefsten H�hlen beschaffen, wenn ich welches brauche? Und noch dazu zu einem vern�nftigen Preis? Die Brauerei bedeutet, dass ich Verantwortung habe. Ich kann nicht mehr Monate oder gar Jahre am St�ck fortgehen. Deshalb brauche ich jemanden, dem ich vertrauen kann � jemanden, der eines Tages zur�ckkommen kann, um mein Werk fortzuf�hren.�</p><p>�Aber ich habe nicht das Zeug zu einem Braumeister wie du.�</p><p>Chen tat diesen Einwand mit einem Wink ab. �Hier sesshafte Braumeister kann ich anheuern. Aber blo� ein Sturmbr�u kann die Brauerei f�hren. Allerdings k�nnte ich ebenso gut auch einen schnittigen Braumeister engagieren, den du dann heiratest und ��</p><p>�� und meine Kinder erben dann alles?� Li Li sch�ttelte den Kopf. �Ich bin sicher, dass du das n�chste Mal, wenn wir uns treffen, selbst einen Haufen Kinder hast.�</p><p>�Aber ich werde mich trotzdem immer freuen, dich zu sehen, Li Li. Immer.�</p><p>Chen vermutete, dass Li Li ihn umarmen und dr�cken wollte, was er nur zu gern zugelassen h�tte, w�ren da nicht zwei Dinge gewesen, die ihn daran hinderten. Zum einen sahen die Schwestern zu, und Zurschaustellungen von Gef�hl w�rden daf�r sorgen, dass sie sich unbehaglich f�hlten. Wichtiger noch aber war, dass Keng-na heulend und mit weit aufgerissenen Augen durch ihren Gem�segarten gest�rmt kam.</p><p>�Meister Chen, Meister Chen, da ist ein Monster im Fluss! Ein riesiges Monster! Es ist blau und hat rotes Haar und ist �bel zugerichtet. Es klammert sich ans Ufer. Es hat Krallen!�</p><p>�Li Li, sammle die Kinder ein! Halte sie von der Zisterne fern! Komm mir nicht nach!�</p><p>Sie sah ihn an. �Aber was, wenn �?�</p><p>�Wenn ich deine Hilfe brauche, rufe ich dich. Jetzt geh, schnell!� Er warf den Schwestern einen raschen Blick zu. �Sieht so aus, als bek�men wir ein Unwetter. Ihr solltet vielleicht besser hineingehen. Und die T�r verriegeln.�</p><p>Sie starrten ihn einen Moment lang trotzig an, sagten jedoch kein Wort. Er eilte davon, lief quer durch den Garten und orientierte sich an dem Holzeimer, den Keng-na stehen gelassen hatte. Der Spur platt getretenen Unkrauts zum Flussufer zu folgen, die der Junge im Unterholz hinterlassen hatte, war nicht allzu schwierig, und Chen war schon halb die B�schung hinunter, als er das Monster sah.</p><p>Und es sofort als das erkannte, was es war. <emphasis>Ein Troll!</emphasis></p><p>Keng-na hatte recht. Der Troll hatte einiges abbekommen. Seine Kleidung hing in Fetzen, und das Fleisch darunter war in nicht minder schlechter Verfassung. Der Troll hatte sich halb aus dem Fluss geschleppt; seine Klauen und ein in den Uferschlamm gebohrter Sto�zahn waren das Einzige, das ihm Halt gab.</p><p>Chen lie� sich auf ein Knie fallen und drehte den Troll auf den R�cken.</p><p>�Vol�jin!�</p><p>Chen starrte ihn an und das, was von seiner Kehle noch �brig war. W�re der rasselnde Atem nicht gewesen, der durch das Loch in seinem Hals pfiff, und die blutrote Fl�ssigkeit, die aus seinen Wunden sickerte, w�re der Pandaren �berzeugt gewesen, sein alter Freund sei tot. Und wahrscheinlich starb er ohnehin noch.</p><p>Chen packte Vol�jins Arme und zog ihn aus dem Fluss. Das war nicht einfach. Vage fielen ihm weiter das Ufer hinauf hastige Bewegungen ins Auge, und dann war Li Li neben Vol�jins linker Schulter, um ihrem Onkel zu helfen.</p><p>Ihre Blicke trafen sich. �Ich glaubte, dich schreien zu h�ren.�</p><p>�Vielleicht habe ich das sogar getan.� Chen sank auf ein Knie und hob den Troll mit beiden Armen hoch. �Vol�jin, mein Freund, ist schwer verletzt. Vielleicht vergiftet. Ich habe keine Ahnung, was er hier macht. Ich wei� nicht einmal, ob er �berleben wird.�</p><p>�Das ist Vol�jin, der aus all deinen Geschichten?� Li Li starrte die �bel zugerichtete Kreatur mit gro�en Augen an. �Was wirst du jetzt machen?�</p><p>�Ich werde alles f�r ihn tun, was wir hier f�r ihn tun k�nnen.� Chen blickte zum Kun-Lai-Gipfel und dem weit oben darauf erbauten Shado-Pan-Kloster empor. �Und dann, sch�tze ich, werde ich ihn dort hochbringen, um zu sehen, ob die M�nche noch Platz f�r einen weiteren meiner Findlinge haben.�</p></section><section><title><p>2</p></title><p>Vol�jin, Schattenj�ger des Dunkelspeer-Clans, konnte sich keinen schlimmeren Albtraum vorstellen. Er vermochte sich nicht zu r�hren. Seine Gliedma�en blieben steif. Was auch immer sie an Ort und Stelle hielt, lastete so schwer auf ihm wie Schiffstaue und war fester als Stahlketten. Zu atmen schmerzte, und er war au�erstande, tief Luft zu holen. Er hatte es aufgegeben, sich dieser M�he zu unterziehen, doch der Schmerz und die ersch�pfte Furcht davor, dass er dann vielleicht ganz damit aufh�ren w�rde, hinderten ihn daran. Solange er Angst davor hatte, nicht zu atmen, war er am Leben.</p><p><emphasis>Oder nicht?</emphasis></p><p><emphasis>F�rs Erste, mein Sohn, f�rs Erste.</emphasis></p><p>Vol�jin erkannte die Stimme seines Vaters sofort, genauso, wie er wusste, dass er sie nicht wirklich mit den Ohren h�rte. Er versuchte, seinen Kopf in die Richtung zu drehen, aus der die Worte zu kommen schienen. Er konnte sich nicht r�hren, doch sein Bewusstsein ver�nderte sich. Er sah seinen Vater, Sen�jin, mit sich Schritt halten, ohne dass er tats�chlich neben ihm herging. Sie bewegten sich beide, doch Vol�jin wusste weder wie noch wohin.</p><p><emphasis>Wenn ich nicht tot bin, muss ich noch am Leb�n sein.</emphasis></p><p>Von der anderen Seite, links von ihm, ert�nte eine Stimme, kr�ftig und tief. <emphasis>Diese Entscheidung h�ngt noch in der Schwebe, Vol�jin.</emphasis></p><p>Der Troll strapazierte sein Bewusstsein, um in Richtung dieser Stimme zu blicken. Eine Gestalt musterte ihn mit erbarmungslosen Augen � ein Troll, dem Aussehen nach zu urteilen, Furcht einfl��end und mit einem Antlitz, das auf Vol�jin wie eine Rush�kah-Maske wirkte. Bwonsamdi, das Loa, das den Trollen als W�chter der Toten diente, sch�ttelte langsam den Kopf.</p><p><emphasis>Was soll ich nur mit dir machen, Vol�jin? Ihr Dunkelspeere bringt mir nicht die Opfer dar, die ihr mir schuldet, obgleich ich euch dabei geholfen habe, eure Heimat von Zalazane zu befreien. Und jetzt klammerst du dich ans Leben, obgleich du dich vielmehr in meine Obhut begeben solltest. Habe ich euch vielleicht schlecht behandelt? Bin ich eurer Verehrung etwa nicht w�rdig?</emphasis></p><p>Vol�jin w�nschte verzweifelt, seine H�nde w�rden sich zu F�usten ballen, doch sie hingen schwach und schlaff an den Enden seiner toten Arme. <emphasis>Ich habe noch Dinge zu erledig�n.</emphasis></p><p>Das Loa lachte; das Ger�usch gei�elte Vol�jins Seele. <emphasis>H�r dir deinen Sohn an, Sen�jin. W�rde ich ihm sagen, dass seine Zeit gekommen ist, w�rde er mir sagen, dass seine Bed�rfnisse aber von noch gr��erer Wichtigkeit seien. Wie kommt es nur, dass du einen so rebellischen Sohn gro�gezogen hast?</emphasis></p><p>Sen�jins Gel�chter senkte sich einem lindernden, k�hlen Nebel gleich herab, der Vol�jins geschundenes Fleisch badete. <emphasis>Ich lehrte ihn, dass das Loa St�rke respektiert. Du hast dich dar�ber beschwert, dass er dir nicht gen�gend Opfer dargebracht hat. Und jetzt beschwerst du dich auch dar�ber, dass er mehr Zeit haben m�chte, um dir gr��ere Opfer zu bringen. Langweile ich dich so sehr, dass du meinen Sohn brauchst, um dich zu unterhalten?</emphasis></p><p><emphasis>Denkst du allen Ernstes, Sen�jin, dass er sich so am Leben festklammert, damit er mir dienen kann?</emphasis></p><p>Vol�jin konnte f�hlen, dass sein Vater l�chelte. <emphasis>Mein Sohn mag f�r sein Handeln viele Gr�nde haben, Bwonsamdi; dir sollte der eine gen�gen, der deinen Zwecken entgegenkommt.</emphasis></p><p><emphasis>Willst du mir etwa sagen, wie ich meine Angelegenheiten zu regeln habe, Sen�jin?</emphasis></p><p><emphasis>Ich erinnere dich, gro�er Geist, lediglich an das, was du uns vor langer Zeit gelehrt hast, um in deinem Sinne zu dienen.</emphasis></p><p>Anderes Gel�chter, fernes Gel�chter, vibrierte sanft durch Vol�jin. Noch ein Loa. Der hohe, wehklagende Tonfall eines Lachens, dann das dumpfe Grollen eines anderen, und beides wies darauf hin, dass Hir�eek und Shirvallah ihren Spa� an dem Wortwechsel hatten. Auch Vol�jin selbst fand einigen Gefallen daran, obgleich er wusste, dass er f�r diese Freiheit bezahlen w�rde.</p><p>Aus Bwonsamdis Kehle drang ein Knurren. <emphasis>W�rst du so leicht dazu zu bringen, dich zu f�gen, Vol�jin, w�rde ich dich zur�ckweisen. Dann w�rst du keines meiner wahren Kinder.�Doch, Schattenj�ger, wisse dies: Die Schlacht, die dir bevorsteht, k�nnte sich als schrecklicher erweisen als jede bisherige, die du erlebt hast. Wom�glich wirst du dir w�nschen, dich mir jetzt gef�gt zu haben, da die B�rde, die dein Sieg mit sich bringt, so an dir nagen k�nnte, dass du letztlich zu Staub zermahlen wirst.</emphasis></p><p>Schlagartig l�ste sich Bwonsamdis Pr�senz in nichts auf. Vol�jin hielt nach dem Geist seines Vaters Ausschau. Er fand ihn dichtbei, doch auch er verblasste. <emphasis>Verliere ich dich jetzt von Neuem, Vater?</emphasis></p><p><emphasis>Du kannst mich �berhaupt nicht verlieren, Vol�jin, denn ich bin ein Teil von dir. Solange du dir selbst treu bist, werde ich stets bei dir sein.</emphasis> Wieder sp�rte er, dass sein Vater l�chelte. <emphasis>Und ein Vater, der so stolz auf seinen Sohn ist wie ich auf dich, w�rde diesen Sohn niemals alleine lassen.</emphasis></p><p>Obgleich die Worte seines Vaters ein gewisses Ma� an Nachdenken erforderten, schenkten sie Vol�jin gen�gend Trost, dass er nicht mehr l�nger um sein Leben f�rchtete. Er w�rde leben. Er w�rde seinen Vater weiterhin mit Stolz erf�llen.</p><p>Er w�rde sich geradewegs jenem gr�sslichen Schicksal stellen, das Bwonsamdi ihm vorhergesagt hatte, und es allen Prophezeiungen zum Trotz meistern. Von dieser �berzeugung erf�llt, ging sein Atem leichter, sein Schmerz klang ab, und er versank in einem schwarzen Quell des Friedens.</p><empty-line/><p>Als er wieder zu Bewusstsein kam, stellte Vol�jin fest, dass er gesund und munter war, �ber betr�chtliche K�rperkraft verf�gte und aufrecht stand. Die Sonne brannte grimmig auf ihn hernieder, w�hrend er sich zusammen mit Tausenden von anderen Trollen in einem Hof dr�ngte. Die meisten schienen fast einen Kopf gr��er zu sein als er, doch keiner machte eine gro�e Sache daraus. Tats�chlich schien ihn �berhaupt keiner von den anderen zu bemerken.</p><p>Wieder ein Traum. Eine Vision.</p><p>Er erkannte den Ort, an dem er sich befand, nicht sofort, auch wenn ihn das Gef�hl beschlich, fr�her schon einmal hier gewesen zu sein. Oder eher sp�ter, da sich diese Stadt der Invasion des Dschungels ringsum noch nicht ergeben zu haben schien. Die Steinschnitzereien an den W�nden waren klar und deutlich. Die Torb�gen waren allesamt noch intakt. Die Pflastersteine waren weder kaputt gemacht noch gepl�ndert worden. Und die Stufenpyramide, vor der sie alle standen, war noch nicht von den Z�hnen der Zeit verw�stet.</p><p>Er stand inmitten einer Gruppe von Zandalari, Angeh�rigen jenes Troll-Stamms, von dem alle anderen St�mme abstammten. Im Laufe der Jahre waren die Zandalari gr��er geworden als die meisten und �berschw�nglich. In seiner Vision schien es sich bei ihnen weniger um einen Stamm als um eine Kaste von Priestern zu handeln, m�chtig und gebildet, in jeder Hinsicht bereit, die F�hrung zu �bernehmen.</p><p>In Vol�jins Zeit jedoch war ihre Gabe zu f�hren nicht mehr dieselbe wie zuvor. Wegen ihrer Tr�ume waren alle hier gefangen.</p><p>Dies war das Zandalari-Imperium auf dem H�hepunkt seiner Macht. Einst beherrschte es Azeroth, bevor es seiner eigenen Macht zum Opfer fiel. Gier und Habsucht lie�en Intrigen sprie�en. Splittergruppen spalteten sich ab. Neue Reiche entstanden, wie etwa das Gurubashi-Reich, das Vol�jins eigene Dunkelspeertrolle ins Exil trieb, ehe es ebenfalls unterging.</p><p>Die Zandalari sehnten sich nach einer R�ckkehr jener Zeiten, in denen sie die Vorherrschaft innehatten. In jenen Tagen waren die Trolle ein h�chst nobles Volk gewesen. Vereint waren die Trolle in Sph�ren aufgestiegen, die alles �bertrafen, was jemand wie Garrosh sich auch nur je h�tte tr�umen lassen.</p><p>Ein Gef�hl uralter, starker Magie durchstr�mte Vol�jin, um ihm die Erkenntnis zuteilwerden zu lassen, warum er ausgerechnet die Zandalari sah. Die Magie der Titanen war sogar noch �lter als die Zandalari. Und sie war noch m�chtiger. So hoch, wie die Zandalari �ber jenen Dingen gestanden hatten, die sich am Boden schl�ngelten und stachen, so weit standen die Titanen �ber ihnen � ebenso wie ihre Magie.</p><p>Vol�jin bewegte sich durch die Menge wie ein Zuschauer. In den Gesichtern der Zandalari glomm ein furchtsames L�cheln � ein L�cheln von der Art, wie er es bei Trollen gesehen hatte, wenn Trompeten schmetterten und Trommeln h�mmerten, um sie in den Kampf zu rufen. Die Trolle waren dazu geboren, ihre Gegner zu erschlagen und in St�cke zu rei�en � Azeroth war ihre Welt, und alles darin hatte sich ihnen zu unterwerfen. Und obgleich Vol�jin mit anderen Trollen vielleicht nicht einer Meinung dar�ber war, wer genau ihre Gegner waren, war er nicht weniger erbittert im Gefecht und ungemein stolz darauf, wie die Dunkelspeere ihre Feinde bezwungen und die Echo-Inseln befreit hatten.</p><p><emphasis>Dann will Bwonsamdi mich mit dieser Vision also verh�hnen.</emphasis> Die Zandalari tr�umten von einem Imperium, und Vol�jin w�nschte sich nur das Beste f�r sein Volk. Vol�jin kannte den Unterschied zwischen diesen Dingen. Ein Massaker zu planen war nicht schwer; eine Zukunft zu erschaffen, dazu brauchte es wesentlich mehr. F�r ein Loa, das seine Opfer blutig und kampfgeschunden mochte, barg Vol�jins Ansatz nur wenig Reiz.</p><p>Vol�jin stieg die Pyramide empor. W�hrend er h�herkletterte, gewannen die Dinge an Substanz. Hatte er sich zuvor in einer stummen Welt befunden, konnte er jetzt Trommeln sp�ren, die durch den Stein vibrierten. Die Brise strich �ber sein helles Fell, zerzauste sein Haar. Sie trug den s��lichen Geruch von Blumen in sich � einen Geruch, der nur unwesentlich intensiver war als der von vergossenem Blut.</p><p>Das Trommeln ergriff von ihm Besitz. Sein Herz schlug rhythmisch. Stimmen drangen an sein Ohr. Rufe von unten. Befehle von oben. Er weigerte sich zur�ckzuweichen, kletterte aber auch nicht h�her. Ihm war, als w�rde er durch die Zeit aufsteigen wie durch Seewasser. Wenn er die Spitze erreichte, w�rde er bei den Zandalari angelangt sein und f�hlen, was sie f�hlten. Er w�rde ihren Stolz erfahren. Er w�rde in ihren Tr�umen sein.</p><p>Er w�rde zu einem der ihren werden.</p><p>Diesen Luxus w�rde er sich nicht erlauben.</p><p>Sein Traum f�r den Dunkelspeerstamm mochte Bwonsamdi nicht begeistert haben, doch f�r die Dunkelspeere bedeutete er Leben. Das Azeroth, das die Zandalari einst kannten, hatte sich vollkommen und unwiederbringlich ver�ndert. Portale hatten sich aufgetan, durch die neue V�lker hergekommen waren. L�nder waren zerschmettert, V�lker pervertiert und mehr Macht freigesetzt worden, als die Zandalari auch nur ahnten, dass sie existierte. Die grundverschiedenen V�lker � darunter Elfen, Menschen, Trolle, Orcs und sogar Goblins � hatten sich zusammengetan, um Todesschwinge zu bezwingen, um so ein Machtgef�ge zu erschaffen, das gegen die Zandalari aufbegehrte und sie beleidigte. Die Zandalari gierten danach, ihre Herrschaft �ber eine Welt zur�ckzuerlangen, die sich so sehr gewandelt hatte, dass sich ihre Tr�ume niemals erf�llen w�rden.</p><p>Vol�jin z�gelte sich. <emphasis>Niemals ist so ein endg�ltiges Wort.</emphasis></p><p>Innerhalb eines Lidschlags ver�nderte sich die Vision. Er stand auf dem Gipfel der Pyramide und blickte in die Gesichter der Dunkelspeere hinab. Seiner Dunkelspeere. Sie vertrauten auf sein Wissen der Welt. Wenn er ihnen sagte, dass es ihnen gelingen k�nne, den Ruhm wiederzuerlangen, den sie einst besessen hatten, w�rden sie ihm folgen. Wenn er ihnen befahl, das Schlingendorntal oder Durotar zu nehmen, w�rden sie es tun. Die Dunkelspeere w�rden die Inseln tilgen und alles unterjochen, was ihnen in die Quere kam, und das allein, weil er w�nschte, dass es getan wurde.</p><p>Er konnte es vollbringen. Er sah eine M�glichkeit dazu. Thrall hatte ihm Geh�r geschenkt, und der Orc hatte ihm in milit�rischen Angelegenheiten vertraut. Er konnte die Monate der Genesung dazu nutzen, Feldz�ge zu planen und Strategien in die Wege zu leiten. Innerhalb von ein oder zwei Jahren nach seiner R�ckkehr aus Pandaria � falls er sich nach wie vor dort aufhielt � w�rde das Dunkelspeer-Banner mit Blut gesalbt sein und gef�rchteter als jemals zuvor.</p><p><emphasis>Und was w�rde mir das bringen?</emphasis></p><p><emphasis>Ich w�re zufriedengestellt.</emphasis></p><p>Vol�jin wirbelte herum. Bwonsamdi ragte �ber ihm auf, eine titanenhafte Gestalt mit nach vorne gerichteten Ohren, bestrebt, die pulsierenden Rufe von unten in sich aufzunehmen. <emphasis>Es w�rde dir Frieden bringen, Vol�jin, da du damit das t�test, was deine Troll-Natur verlangt.</emphasis></p><p><emphasis>Ist das alles, wof�r wir bestimmt sind?</emphasis></p><p><emphasis>F�r das Loa braucht ihr nicht zu mehr bestimmt zu sein. Welchen Sinn h�tte es auch, wenn ihr mehr w�ret?</emphasis></p><p>Vol�jin suchte nach einer Antwort auf diese Frage, doch alles, was sich ihm darbot, war eine Leere, deren Dunkelheit sich nach ihm ausstreckte und ihn umschlang, um ihn ohne Antworten und mit Sicherheit auch ohne Frieden zur�ckzulassen.</p><empty-line/><p>Schlie�lich erwachte Vol�jin wirklich, und er �ffnete die Augen, um jeden Zweifel auszur�umen, dass es ein Traum war. Schwaches Licht drang zu ihnen vor, gefiltert durch eine Mullbinde. Er wollte sehen, doch dazu m�sste er den Verband abnehmen, und dazu wiederum m�sste er die Hand heben � ein Unterfangen, das ihm unm�glich war. Ob es nun daran lag, dass seine Hand gefesselt oder vielleicht auch einfach am Handgelenk abgehackt war, konnte er nicht sagen. Seine Verbindung zu seinem K�rper war viel zu schwach.</p><p>Doch er war noch am Leben, und das weckte den Drang in ihm, sich zu erinnern. Daran, wie er verletzt worden war. Solange er Zweifel gehegt hatte, ob er �berleben w�rde, war ihm diese M�he wie Kraftverschwendung vorgekommen.</p><p>Ohne von irgendjemandem dazu aufgefordert worden zu sein und in bewusster und schadenfroher Missachtung von Garrosh H�llschreis W�nschen, hatte Vol�jin beschlossen, das neue Land, Pandaria, zu besuchen, um zu sehen, was Garrosh mit der Horde vorhatte. Die Pandaren kannte er durch Chen Sturmbr�u, und er hatte den Wunsch versp�rt, ihre Heimat zu erkunden, bevor der Krieg zwischen der Horde und der Allianz sie in eine Tr�mmerlandschaft verwandelte. Es war nicht so, als h�tte Vol�jin geplant, Garrosh aufzuhalten, aber er hatte einmal gedroht, dem Orc einen Pfeil durch den K�rper zu jagen, und f�r alle F�lle wollte er seinen Bogen auf diese Reise mitnehmen.</p><p>Da hatte Garrosh ihm angeboten, einen Beitrag zur Sache der Horde zu leisten, auch wenn er diesen Vorschlag auf seine typische respektlose Art vorbrachte. Vol�jin hatte zugestimmt, weniger um der Horde einen Vorteil zu verschaffen, sondern vielmehr um den Ehrgeiz ihres H�uptlings zu bremsen. Gemeinsam mit einem von Garroshs getreuen Orcs, Rak�gor Blutklinge, und einigen weiteren Abenteurern war der Schattenj�ger also zu dieser Mission ins Herz von Pandaria aufgebrochen.</p><p>Vol�jin hatte die Reise genossen und sie genutzt, dieses Land mit den anderen zu vergleichen, in denen er schon gewesen war. Die meisten runden Berge, die er bislang gesehen hatte, waren verwittert, von den Elementen besiegt, doch in Pandaria wirkten sie lediglich befriedet. Auch gezackte, w�tende Berge sah er, ebenso scharf wie in anderen Landen, doch hier schienen sie nur begierig, den Himmel zu ber�hren. In den Dschungeln und Hainen wimmelte es von Leben, doch nie hatte er den Eindruck, dort w�rden sich t�dliche Gefahren verbergen, wie es beispielsweise im Schlingendorntal der Fall w�re. Es gab Ruinen, doch nur weil sie verlassen worden waren, nicht weil man sie zerst�rt oder begraben hatte. Im Gegensatz zum Rest der Welt, der von Hass und Gewalt gezeichnet war, hatte Pandaria noch nicht die Peitsche des Krieges gesp�rt.</p><p><emphasis>Noch</emphasis> nicht.</p><p>Schneller als Vol�jin lieb gewesen war, erreichte der Trupp sein Ziel, und Rak�gor und zwei seiner Helfer brachen mit Wyvern auf, um das Gebiet auszukundschaften. Sie waren noch nicht zur�ckgekehrt, als die anderen eine H�hle erreichten, deren Eingang von vage menschen�hnlichen Eidechsenbestien bewacht wurde. Die Abenteurer machten kurzen Prozess mit den Kreaturen und bereiteten sich darauf vor, die dunklen Tiefen der H�hle zu erforschen.</p><p>Schwarze Flederm�use stoben kreischend aus den verborgenen Nischen des Gew�lbes hervor, aber Vol�jin vernahm ihre Schreie nur vage, und er bezweifelte, dass die anderen �berhaupt etwas h�rten, abgesehen vielleicht vom Flattern ledriger Fl�gel. Eines der Loa, Hir�eek, hatte die Gestalt einer Fledermaus, erinnerte sich der Troll. <emphasis>Ist das eine Warnung der G�tter, dass uns nur �bles droht, wenn wir weitergehen</emphasis>?</p><p>Die Loa antworteten nicht, und so ging der Dunkelspeer voran. Ein kaltes Gef�hl der Verdorbenheit erf�llte die H�hle, und es wurde st�rker, je weiter sie vordrangen. Schlie�lich blieb Vol�jin stehen und kniete sich hin, wobei er einen Handschuh abstreifte, dann nahm er eine Handvoll feuchter Erde vom Boden und hob sie an seine Nase. Er erkannte das leicht s��liche Odeur verrotteter Pflanzen, vermischt mit dem sauren Gestank von Guano, aber da war auch ein Hauch von etwas anderem. Saurokgeruch, keine Frage, aber irgendwie anders.</p><p>Vol�jin verschloss die Nase und kniff die Augen zu, die Hand halb geballt, anschlie�end siebte er die Erde mit dem Daumen zwischen seinen Fingern hindurch. Als alles fortgerieselt war, streckte er die Finger wieder aus. So leicht wie ein Spinnennetz, flackernd wie der Rauch einer erloschenen Kerze trieb schwache Restmagie �ber seine Handfl�che.</p><p>Sie reizte seine Haut wie Brennnesseln.</p><p><emphasis>Das is�n ganz mieser Ort.</emphasis></p><p>Er �ffnete die Augen wieder und ging den uralten Gang entlang, der tiefer in die H�hle hineinf�hrte. Wann immer sie eine Gabelung erreichten, sicherten die Orcs beide G�nge, aber der Troll musste nicht einmal die Luft schn�ffeln, um den richtigen Weg zu erkennen. Seine rechte Hand war noch immer nackt und gespreizt, und was anfangs noch Spinnweben gewesen waren, hatte sich erst zu einem Faden verst�rkt, dann zu einem Garn, und nun drohte es sich in ein Seil zu verwandeln. Jede dieser Ver�nderungen wurde von winzigen Nadelstichen begleitet, aber zumindest nahm der Schmerz nicht zu, je breiter der Streifen auf seiner Handfl�che wurde.</p><p>Als die Magie die Breite eines Schiffstaus erreicht hatte, stie�en sie auf einen gewaltigen Raum und darin auf den gr��ten Saurok, dem sie bislang begegnet waren. Ein dampfender unterirdischer See dominierte das Zentrum des Gew�lbes, und ringsum lagen Hunderte � wom�glich sogar Tausende � Saurokeier, die in der W�rme des Wassers heranreiften.</p><p>Vol�jin hob die Hand, und die anderen blieben stehen. Dies war ein Nest im Herzen der Magie.</p><p>Bevor er die ganze Bedeutung dieser Erkenntnis ausloten konnte, entdeckte der Saurok sie und griff an. Der Troll und seine Begleiter schlugen wild entschlossen zur�ck, doch das Reptilienwesen k�mpfte so verbissen, dass jeder von ihnen blutige Wunden davontrug, bevor sie die Kreatur schlie�lich niedergestreckt hatten. Doch w�hrend die anderen Mitglieder der Gruppe sich nun um ihre Verletzungen k�mmerten, sp�rte Vol�jin den Drang, sich weiter umzusehen.</p><p>Leise watete er in das seichte Wasser des Sees und streckte die Arme aus, dann schloss er die Augen und drehte sich langsam im Kreis. Das unsichtbare magische Seil wickelte sich bei der Bewegung wie eine Dschungelliane um seine Arme, schlang sich um seinen K�rper. Darin eingeschn�rt, liebkost von ihrer brennenden Ber�hrung begann er diesen Ort zu verstehen, wie nur ein Schattenj�ger es konnte.</p><p>Geister schrien vor uralten Qualen, die Essenz der Saurok st�rmte auf ihn ein und schl�ngelte sich durch seinen Bauch wie die Natter, die einst, vor vielen Zeitaltern, �ber den kalten steinernen Boden der H�hle gekrochen war � eine Schlange, rein in ihrer Natur und ihrem Geist.</p><p>Doch dann hatte Magie die Schlange erfasst. Schreckliche Magie, ein Vulkan, gegen den sich die F�higkeiten der meisten Magier wie kleine Funken ausnahmen. Sie str�mte durch die Schlange, durchbohrte ihren goldenen Geist mit tausend schwarzen Dornen. Diese Dornen zogen ihre Seele auseinander, von hier nach dort, von oben nach unten, von innen nach au�en, selbst aus der Vergangenheit in die Zukunft, aus der Wahrheit in die L�ge.</p><p>Vor seinem geistigen Auge sah Vol�jin, wie die Dornen an dem Gold zerrten und zogen, bis es so straff gespannt war wie Bogensehnen. Anschlie�end zuckten die Dornen alle wieder vor, zur�ck in das Zentrum der Schlangenseele. Dabei zogen sie die goldenen F�den hinter sich her, verwoben sie zu einem arkanen Gewirr. Die Fasern der Schlangenseele verdrehten und verknoteten sich; einige zerrissen, andere verschmolzen mit den Enden neuer F�den. Die ganze Zeit �ber schrie die Natter. Was sie einst gewesen war, verwandelte sich in eine fremde Kreatur; eine Kreatur, halb wahnsinnig von den Folgen dieser Erfahrung, doch biegsam und formbar in den H�nden ihres Sch�pfers.</p><p>Sie war alles andere als allein.</p><p>Der Name <emphasis>Saurok</emphasis> schoss durch Vol�jins Kopf � vor diesem brutalen Akt der Sch�pfung hatte das Wort nicht existiert. Namen trugen Macht in sich, und dieser Name definierte nicht nur die neugeborene Kreatur, sondern auch seine Meister, und er teilte den Schleier der Magie. Die Mogu hatten die Saurok erschaffen. Die Mogu, die Vol�jin als vage Schemen aus alten Legenden kannte. Die schon lange tot und vergessen waren.</p><p>Doch die Magie war nicht mit ihnen gestorben. Energien, die ein Ding so v�llig und vollkommen ver�ndern konnten, stammten vom Anbeginn der Zeit, vom Beginn aller Existenz. Die Titanen, die Sch�pfer von Azeroth, hatten derartige Magie f�r ihre Kreationen verwandt. Kein gesunder Verstand konnte solchen Zauber verstehen, geschweige denn ihn meistern, und Tr�ume von solcher Macht n�hrten wahnsinnige Hirngespinste.</p><p>Indem er der Entstehung der Saurok beiwohnte, erhielt Vol�jin auch Einblick in die elementare Wahrheit dieser Magie. Er sah einen Weg vor sich, den Schimmer eines Pfades nur, aber genug, um diese Energie weiter zu studieren. Der Zauber, der die Saurok in diese Welt gebracht hatte, konnte sicher auch eingesetzt werden, um die Murlocs, die seinen Vater ermordet hatten, von ihrem Angesicht zu tilgen; oder um die Menschen in die Vrykul zur�ckzuverwandeln, von denen sie so offensichtlich abstammten. Sowohl das eine als auch das andere w�re eine sinnvolle Verwendung f�r diese Macht und w�rde die Jahrzehnte des Studiums rechtfertigen, die n�tig w�ren, um eine solche Magie zu beherrschen.</p><p>Der Schattenj�ger rief sich zur Ordnung. Allein indem er so etwas dachte, k�nnte er in die Falle tappen, der zweifelsohne auch die Mogu zum Opfer gefallen waren. Unsterbliche Magie verdarb jeden Sterblichen, das war unausweichlich. Wer sie einsetzte, wurde von der Verderbnis zerst�rt � und sein ganzes Volk vermutlich gleich mit.</p><p>Als Vol�jin die Augen wieder ge�ffnet hatte, standen Rak�gor und die anderen �berlebenden des Trupps vor ihm. �Wurde auch Zeit, dass ihr von euren Hintern hochkommt.�</p><p>�Der Kriegsh�uptling sagt, es gibt eine Verbindung zwischen diesen Kreaturen und den Mogu.�</p><p>�Diese Mogu, das sind die Sch�pfer der Saurok. Sie hab�n hier unten b�se schwarze Magie gewirkt.� Ein Schauder rann Vol�jin �ber den R�cken, als der Orc tiefer in die H�hle stolzierte. �Die schw�rzeste Art von Magie.�</p><p>Rak�gor warf ihm ein kurzes, wildes Grinsen zu. �Ja, die Macht, Fleisch zu formen und unglaubliche Krieger zu erschaffen. Der Kriegsh�uptling will diese Magie.�</p><p>Die Eingeweide des Trolls zogen sich zu einem Knoten zusammen. �Garrosh will Gott spiel�n? Das ist nicht der Weg der Horde.�</p><p>�Er dachte sich schon, dass du nicht damit einverstanden w�rst.�</p><p>Rak�gor schlug schnell und gnadenlos zu. Sein Dolch traf Vol�jin am Hals und riss ihn zur Seite, w�hrend sich die Verb�ndeten des Orcs ringsum auf die anderen st�rzten. Sie k�mpften mit brutaler Mordlust, ohne auf ihr eigenes Wohl zu achten, und sie starben bis zum letzten Mann. Vielleicht hatte Garrosh sie glauben gemacht, dass seine neue Magie sie von den Toten zur�ckbringen w�rde, neu und verbessert.</p><p>Vol�jin erhob sich auf ein Knie und hielt seine Verb�ndeten zur�ck, eine Hand an seine Kehle gepresst, um die Wunde zu schlie�en. �Garrosh betr�gt sich selbst. Er muss glaub�n, dass wir tot sind. Nur so k�nnen wir uns die n�tige Zeit verschaff�n, um ihn aufzuhalten. Geht. Beobachtet ihn. Findet andere, die denken wie ich. Schw�rt einen Bluteid. F�r die Horde. Wenn ich zur�ckkomme, m�sst ihr bereit sein.�</p><p>In jenem Moment, als die anderen davonrannten, glaubte er tats�chlich, dass er zur�ckkehren w�rde. Doch noch w�hrend er aufzustehen versuchte, schoss schwarze Pein durch seinen K�rper. Garrosh hatte diese List genau geplant: Rak�gors Klinge war in ein sch�digendes Gift getaucht. Nicht nur, dass seine Wunden nicht so heilten, wie sie sollten, er konnte auch sp�ren, wie seine St�rke dahinschwand. Der Troll k�mpfte gegen die Schmerzen an, gegen den Nebel, der durch seinen Geist trieb.</p><p>Vielleicht h�tte er es sogar geschafft, h�tten ihn nicht weitere Saurok gefunden. Er konnte sich noch vage an den Kampf mit den Echsenwesen erinnern. Klingen, die in der Dunkelheit blitzten, qu�lende Schnittwunden, die sich nicht schlie�en wollten, K�lte, die in seine Glieder kroch. Er war blind davongerannt, gegen W�nde geprallt, G�nge hinuntergest�rzt, aber jedes Mal hatte er sich gezwungen, wieder aufzustehen und weiterzugehen.</p><p>Wie er aus der H�hle herausgefunden hatte und an diesen Ort hier gelangt war, konnte er nicht sagen. Es roch jedenfalls nicht l�nger nach der H�hle. Seine Nase erschnupperte etwas vage Vertrautes in der Luft, verborgen zwischen den Ger�chen von Wickeln und Salben. Er konnte zwar nicht davon ausgehen, dass er unter Freunden war, aber dass man sich um ihn k�mmerte, deutete zumindest darauf hin. Andererseits mochten Feinde ihn ebenfalls gesund pflegen, wenn sie hofften, f�r ihn ein L�segeld von der Horde erpressen zu k�nnen.</p><p><emphasis>Garroshs Antwort w�rde sie sicher entt�usch�n.</emphasis></p><p>Bei diesem Gedanken musste er beinahe lachen, aber daraus wurde nichts. Seine Bauchmuskeln spannten sich kurz an, dann gaben sie der Ersch�pfung und dem Schmerz nach. Doch dass sein K�rper noch zu solch unwillk�rlichen Reaktionen in der Lage war, schenkte ihm Mut. Lachen war etwas f�r die Lebenden, nicht die Sterbenden.</p><p>Genauso wie Erinnerungen.</p><p>Zu wissen, dass er nicht sterben w�rde, war im Moment v�llig ausreichend. Vol�jin atmete so tief ein, wie er konnte, und lie� die Luft dann langsam wieder entweichen. Noch bevor er ganz ausgeatmet hatte, war er eingeschlafen.</p></section><section><title><p>3</p></title><p>Obwohl Chen Sturmbr�u die K�lte sp�rte, wagte er nicht, sie sich anmerken zu lassen, als sein Blick �ber einen der H�fe des Shado-Pan-Klosters schweifte. Unter ihm, wo er zuvor die d�nne Schneeschicht von den Stufen gefegt hatte, �bte ein Dutzend M�nche, barfu� und die meisten von ihnen sogar mit nacktem Oberk�rper. In perfektem Einklang und mit einer Disziplin, wie er sie selbst bei den besten Armeen der Welt nicht gesehen hatte, gingen sie mehrere Positionen durch. Ihre Schl�ge waren so schnell, dass sie verschwammen, ihre scharfen Tritte schnitten durch die eisige Bergluft. Dabei bewegten sie sich gleicherma�en flie�end wie kr�ftig, so wie ein Fluss, der durch eine Schlucht w�tet.</p><p>Nur dass sie nicht w�teten.</p><p>Denn so kriegerisch ihre �bungen auch anmuteten, irgendwie zogen die M�nche Ruhe aus ihnen. Sie schenkten ihnen Frieden. Chen hatte sie schon oft beobachtet, und obwohl sie nicht oft lachten, konnte er doch auch keinen Zorn in ihnen sp�ren. So hatte er sich das Training von Kriegern ganz sicher nicht vorgestellt; andererseits war er auch noch nie jemandem wie den Shado-Pan begegnet.</p><p>�Habt Ihr einen Moment Zeit, Braumeister?�</p><p>Chen drehte sich um und wollte schon losgehen, um den Besen gegen die Wand zu lehnen, aber dann hielt er inne. Er konnte den Besen nicht einfach hier liegen lassen, aber Meister Taran Zhus Bitte war nicht wirklich nur eine Bitte gewesen, er konnte daher wohl kaum hin�bermarschieren und den Besen an seinen angestammten Platz bringen. Letzten Endes zog er ihn also einfach hinter sich her, als er sich vor dem Meister des Klosters verbeugte.</p><p>Taran Zhus Gesicht blieb ausdruckslos. Chen konnte nicht sagen, wie alt der M�nch war, aber er glaubte, dass der Pandaren schon lange vor den Chiang-Schwestern auf diese Welt gekommen war. Doch nicht etwa, weil er alt aussah. Das tat er n�mlich nicht, nicht wirklich zumindest. Er strahlte eine vitale Kraft aus, wie man sie bei jemandem in Chens Alter erwarten w�rde oder vielleicht sogar eher bei jemandem in Li Lis Alter. Da war etwas an ihm, etwas, das er mit dem Kloster teilte.</p><p><emphasis>Etwas, das er mit ganz Pandaria teilt.</emphasis></p><p>In Pandaria war <emphasis>alt</emphasis> ein relativer Ausdruck. Die Gro�e Schildkr�te war alt, die Gebilde auf ihr waren alt, aber nichts davon f�hlte sich so altehrw�rdig an wie das Kloster. Chen war zwischen Geb�uden aufgewachsen, die der alten Architektur der Pandaren nachempfunden waren, doch gegen die Inspiriertheit des Originals nahmen sie sich aus wie die Sandburg eines Kindes. Nicht, dass die H�user seiner Heimat nicht sch�n gewesen w�ren, es war eben nur nicht dasselbe.</p><p>Nachdem er angemessen lange in seiner Verbeugung verharrt hatte, richtete Chen sich wieder auf. �Was kann ich f�r Euch tun?�</p><p>�Ein Schreiben Eurer Nichte hat uns erreicht. Wie von Euch gew�nscht, hat sie die Brauerei besucht und dort erkl�rt, dass Ihr f�r eine kurze Weile fort sein werdet. Sie wird jetzt zum Tempel des Wei�en Tigers weiterziehen.� Der M�nch neigte unmerklich den Kopf. �Wof�r ich dankbar bin. Der Geist Eurer Nichte ist � unb�ndig. Ihr letzter Besuch ��</p><p>Chen nickte hastig. �War auch ihr letzter. Es ist sch�n, zu sehen, dass Bruder Huon-Kai nicht l�nger humpelt.�</p><p>�Sein K�rper und sein Geist haben sich erholt.� Taran Zhus Augen wurden schmal. �Bei Eurem letzten Fl�chtling scheint jedoch nur eines von beidem genesen zu sein. Es gibt Anzeichen daf�r, dass der Troll wieder zu Sinnen gekommen ist, aber seine Wunden heilen nur langsam.�</p><p>�Oh, das ist ja wundervoll. Ich meine, nicht, dass seine Wunden so langsam heilen, sondern dass er wieder wach ist.� Beinahe h�tte Chen Taran Zhu den Besen in die Hand gedr�ckt, doch dann verharrte er. �Ich werde ihn auf dem Weg zur Krankenstation wegr�umen.�</p><p>Der �ltere Pandaren hob die Pfote. �Im Augenblick schl�ft er. Wir m�ssen uns unterhalten, wegen ihm und wegen des Mannes, den ihr zuvor hierher gebracht habt.�</p><p>�Ja, Meister.�</p><p>Taran Zhu drehte sich um, und einen Wimpernschlag sp�ter war er bereits auf einem windumtosten Fu�weg, den Chen noch nicht freigefegt hatte. Dabei bewegte der M�nch sich so anmutig, dass seine Seidenrobe kein bisschen raschelte, und im Schnee hinter ihm konnte Chen nicht einmal den Hauch von Fu�spuren erkennen. Im Vergleich dazu kam er sich vor wie eine Donnerechse mit Steinf��en, als er hinter dem alten Pandaren hereilte.</p><p>Der M�nch f�hrte ihn eine Treppe hinunter und durch dunkle, schwere T�ren in d�stere Korridore. Chen hatte sich ein paarmal freiwillig gemeldet, diese G�nge zu fegen, aber dabei hatte er mehr Zeit damit verbracht, die Linien und B�gen der Reliefs auf dem Steinboden zu bewundern, als tats�chlich den Besen zu schwingen.</p><p>Ihr Marsch endete in einem gro�en, von vier Lampen erhellten Raum, in dessen Mitte der Steinboden einem runden, mit Riedmatten ausgelegten Bereich Platz machte. Im Zentrum dieses Kreises stand ein kleiner Tisch mit einer Teekanne, drei Tassen, einem R�hrstab, einer Sch�pfkelle aus Bambus, einer Teedose und einem kleinen gusseisernen Topf.</p><p>Und vor dem Tisch kniete Yalia Weisenwisper, die Augen geschlossen, die Pfoten in ihrem Scho�.</p><p>Chen konnte nicht umhin zu l�cheln, als er sie sah, und er hatte den leisen Verdacht, dass Taran Zhu genau wusste, wie breit dieses L�cheln war. Yalia hatte bei seinem ersten Besuch im Kloster sofort seine Aufmerksamkeit erregt, und zwar nicht nur, weil sie wundersch�n war. Ihm war der Hauch der Au�enseiterin aufgefallen, der die Pandaren-M�nchin umwehte; und er hatte bemerkt, dass sie sich nach Kr�ften bem�hte, diesen Zug zu unterdr�cken. Sie hatten ein paar kurze Gespr�che gef�hrt, die Chen noch Wort f�r Wort im Kopf hatte, und er fragte sich, ob sie sich wohl auch noch daran erinnerte.</p><p>Yalia stand auf und verbeugte sich, erst vor Taran Zhu � eine ganze Weile lang � und dann vor Chen � nicht ganz so lange. Chen achtete auf sie und neigte dann ebenso lange den Kopf vor ihr. Anschlie�end bedeutete Taran Zhu ihm, sich an das schmale Ende des rechteckigen Tisches zu setzen, wo er dem gusseisernen Topf am n�chsten war. Chen und Yalia nahmen kniend Platz, und nun setzte sich auch Taran Zhu.</p><p>�Zwei Dinge, Meister Sturmbr�u. Ich hoffe, Ihr k�nnt sie mir nachsehen. Zuerst einmal m�chte ich Euch bitten, Tee zu machen.�</p><p>�Es w�re mir eine gro�e Ehre, Meister Taran Zhu.� Chen blickte auf. �Jetzt?�</p><p>�Sofern es Eure Aufmerksamkeit nicht mindert und Ihr gleichzeitig zuh�ren k�nnt.�</p><p>�Ja, Meister.�</p><p>�Und zweitens hoffe ich, es st�rt Euch nicht, dass ich Schwester Yalia eingeladen habe. Ich glaube, ihr Blick auf die Dinge k�nnte sich als �u�erst hilfreich erweisen.�</p><p>Yalia neigte den Kopf � und Chen sp�rte einen Anflug von Erregung, als er dabei ihren freiliegenden Nacken sah �, sagte aber nichts, und so blieb auch Chen stumm. Stattdessen begann er den Tee zu machen, und sofort fiel ihm dabei etwas auf, an das er sich noch nicht recht gew�hnt hatte, obwohl er w�hrend seines Aufenthalts in Pandaria so viel Zeit hier im Kloster verbrachte.</p><p>Der Deckel des gusseisernen Topfes war mit dem Motiv einer Meereswoge verziert, die Teekanne aus Terrakotta hatte die Form eines Schiffes, und ihr Griff war einem Anker nachempfunden. Diese Utensilien waren nicht willk�rlich gew�hlt worden; sie bargen eine Botschaft. Doch worauf sie hindeuten mochten, blieb Chen ein R�tsel.</p><p>�Schwester Yalia, drau�en in der Bucht ist ein Schiff. Es liegt v�llig stabil auf den Wellen. Wie kommt das?�</p><p>Behutsam nahm Chen eine Sch�pfkelle hei�en Wassers aus dem Topf, dann legte er lautlos wieder den Deckel darauf, um Yalia nicht zu st�ren, w�hrend sie nachdachte. Anschlie�end goss er das Wasser in die Teekanne und gab vorsichtig gemahlenen gr�nen Tee aus der Dose hinzu. Deren Deckel zierten rote V�gel und Fische vor einem schwarzen Hintergrund, und �ber ihre Seite zog sich eine Reihe von Symbolen, welche die Bezirke von Pandaria darstellten.</p><p>Yalia blickte auf, und ihre Stimme war so sanft wie die ersten Bl�tenbl�tter eines Kirschbaums. �Ich w�rde sagen, es ist das Wasser, Meister. Das Wasser stabilisiert das Schiff. Es ist seine Grundlage, der Zweck seiner Existenz. Ohne das Wasser, ohne den Ozean w�rde es kein Schiff geben.�</p><p>�Sehr gut, Schwester. Du w�rdest also sagen, das Wasser ist wie das Tushui � um den Ausdruck zu bem�hen, der auf Shen-zin Su so weit verbreitet ist �, die Basis, die Meditation, die Reflexion. Wie du ausgef�hrt hast, g�be es ohne das Wasser keine Grundlage f�r die Existenz des Schiffes.�</p><p>�Ja, Meister.�</p><p>Chen beobachtete ihr Gesicht, aber nichts deutete darauf hin, dass sie nach Zustimmung suchte. Ihm w�re das nicht gelungen; er h�tte wissen wollen, ob er richtiglag. Doch dann �berlegte er, ob Yalia vielleicht schon wusste, dass sie recht hatte. Meister Taran Zhu hatte sie schlie�lich nach ihrer Meinung gefragt. Ihre Antwort konnte also gar nicht falsch sein.</p><p>Die Zungenspitze ragte um eine Winzigkeit aus seinem Mundwinkel hervor, als er das Wasser und den Tee in der Kanne mit dem R�hrstab vermischte, gleichzeitig energisch und behutsam. Das Ziel war nicht, den Tee zu zersto�en, sondern ihn in das hei�e Wasser �bergehen zu lassen. Er r�hrte von au�en nach innen, dann wieder nach au�en, und so schnell, dass die beiden so unterschiedlichen Elemente schon bald gr�n sch�umend im Bauch des kleinen Terrakottaschiffes hin und her schwappten.</p><p>Taran Zhu deutete auf die Kanne. �Manch einer w�rde nat�rlich darauf beharren, dass es der Anker ist, der dem Schiff Stabilit�t verleiht. Denn w�rde der Anker das Schiff nicht an Ort und Stelle halten, w�rde es von Wind und Wellen gegen die K�ste gedr�ckt. Der Anker, der fest auf dem Meeresboden ruht, rettet das Schiff. Ohne ihn w�re es nichts.�</p><p>Yalia neigte den Kopf. �Wenn Ihr erlaubt, Meister: Ihr sagt also, der Anker ist wie das Huojin. Er ist der impulsive, entschlossene Akt. Er steht zwischen dem Schiff und seiner Zerst�rung.�</p><p>�Sehr gut.� Der alte M�nch blickte zu Chen hin�ber, als dieser eine letzte Kelle dampfenden Wassers hinzuf�gte und den Deckel dann wieder auf den Teekessel legte. �Habt Ihr verstanden, worum es bei unserer Diskussion ging, Chen Sturmbr�u?�</p><p>Chen nickte und t�tschelte die Teekanne. �Gleich fertig.�</p><p>�Der Tee oder Eure Meinung?�</p><p>�Der Tee. Nur noch zwei Minuten.� Chen l�chelte. �Was die Sache mit dem Wasser und dem Anker und dem Schiff angeht, dar�ber habe ich ebenfalls nachgedacht.�</p><p>�Ja?�</p><p>�Meiner Meinung nach ist es die Mannschaft. Denn auch wenn es einen Ozean gibt, gibt es nicht automatisch ein Schiff. Man braucht erst eine Mannschaft, die herausfinden will, was auf der anderen Seite dieses Ozeans liegt. Und diese Mannschaft entscheidet, wann sie den Anker wirft und wann sie die Segel hisst. Das Wasser ist also wichtig, und der Anker auch, da sie �ber das Warum und das Wie entscheiden, aber es ist die Mannschaft, die sich diese Fragen �berhaupt erst stellt.�</p><p>Er hatte mit den Pfoten gestikuliert, um seine Ausf�hrungen zu verdeutlichen, doch nun hielt er inne. �Aber es ging hier �berhaupt nicht um Schiffe, oder?�</p><p>�Nein. Ja.� Taran Zhu schloss kurz die Augen. �Meister Sturmbr�u, Ihr habt zwei Schiffe in meinen Hafen gebracht. Sie liegen hier vor Anker, aber f�r weitere Schiffe ist kein Platz.�</p><p>Chen blickte ihn an. �In Ordnung. Soll ich jetzt einschenken?�</p><p>�Wollt Ihr denn gar nicht wissen, warum wir keine weiteren Schiffe dulden k�nnen?�</p><p>�Ihr seid der Hafenmeister, also ist es Eure Entscheidung.� Chen goss zuerst dem alten M�nch ein, dann Yalia und zuletzt sich selbst. �Gebt acht, er ist noch immer sehr hei�. Am besten warten wir noch ein wenig, bis die Bl�tter sich auf dem Boden abgesetzt haben.�</p><p>Taran Zhu hob seine kleine Tasse und atmete den Dampf tief ein. Es schien ihn zu entspannen. Chen hatte solche Reaktionen schon oft beobachtet. Zu sehen, dass sein Tun einen Einfluss auf die Leute hatte, war eine der Freuden, durch die die Braukunst sein Leben bereichert hatte. Zugegeben, die meisten dieser Leute zogen seine alkoholischen Getr�nke vor, aber gut aufgebr�ht hatte Tee einen einzigartigen Charme � und man hatte am n�chsten Tag keine Kopfschmerzen davon.</p><p>Das Oberhaupt des Klosters nippte an der Tasse, dann stellte es sie wieder ab und nickte Chen zu. Nun konnten auch die beiden anderen trinken. Der Braumeister glaubte, dabei den Anflug eines L�chelns um Yalias Mundwinkel zu sehen. Er f�r seinen Teil war jedenfalls der Meinung, dass der Tee ihm ziemlich gut gegl�ckt war.</p><p>Unter schweren Lidern musterten ihn derweil Taran Zhus Augen. �Lasst mich noch einmal von vorne beginnen, Meister Sturmbr�u. M�chtet Ihr wissen, warum ich bereit bin, Eure beiden Schiffe in meinem Hafen zu dulden?�</p><p>Chen musste nicht lange �ber seine Antwort nachdenken. �Ja, Meister. Warum?�</p><p>�Weil sie ein Gleichgewicht darstellen. Nach dem wenigen zu schlie�en, was Ihr �ber Euren Troll erz�hlt habt, und aufgrund der Tatsache, dass er ein Schattenj�ger ist, steht er zweifelsohne f�r Tushui. Und dieser andere, der Mann, der jeden Tag ein St�ck weiter den Berg hinaufsteigt und dann wieder herunterkommt � er ist Huojin. Einer geh�rt zur Horde, der andere zur Allianz. Es liegt in ihrer Natur, sich zu bek�mpfen, und doch sind es diese Widerspr�che, die sie vereinen und ihnen Sinn geben.�</p><p>Yalia stellte ihre Tasse ab. �Verzeiht mir, Meister, aber w�re es nicht m�glich, dass sie angesichts dieser Feindseligkeiten versuchen, einander umzubringen?�</p><p>�Das ist eine M�glichkeit, die wir nicht ausschlie�en k�nnen, Schwester. Die Feindschaft zwischen der Horde und der Allianz sitzt tief, und diese beiden tragen viele Narben � der Mensch nicht nur an seinem K�rper, sondern auch in seinem Geist, und Euer Troll m�glicherweise auch, Chen. Zudem hat jemand versucht, ihn zu t�ten, und sich dabei alle M�he gegeben. Ob ihn nun die Truppen der Allianz �berfallen haben oder ob die Horde sich gegen einen der Ihren gewandt hat, das kann ich nicht sagen. Aber wir d�rfen nicht zulassen, dass sie sich hier gegenseitig umbringen.�</p><p>Chen sch�ttelte den Kopf. �Ich glaube nicht, dass Tyrathan so etwas tun w�rde, und Vol�jin � Nun, ich wei� �� Er z�gerte einen Moment, und Erinnerungen stiegen in ihm hoch. �Ich sollte wohl mit ihm reden, nicht wahr? Ihm erkl�ren, dass hier kein Blut vergossen wird?�</p><p>Ein Stirnrunzeln �berschattete Yalias Miene. �Bitte haltet mich nicht f�r grausam, Meister Sturmbr�u, aber ich muss fragen: Lassen wir uns hier nicht in die Politik und die Konflikte eines fremden Landes hineinziehen, indem wir den beiden Obdach gew�hren? K�nnten wir sie nicht fortschicken oder sie ihren eigenen V�lkern �bergeben?�</p><p>Langsam sch�ttelte Taran Zhu den Kopf. �Wir sind schon l�ngst in diese Angelegenheiten verstrickt, und die beiden sind nicht ohne Nutzen. Die Allianz und die Horde helfen uns, mit den Sha in den Tonlongsteppen fertigzuwerden. Ihr wisst, welch gro�es �bel sie darstellen und wie d�nn wir im Vergleich dazu ges�t sind. Wie sagt man schon seit Urzeiten: Der Feind meines Feindes ist mein Freund � ganz gleich, welche Verw�stung er anrichten mag �, und die Sha waren schon immer der Feind von Pandaria.�</p><p>Beinahe h�tte Chen mit einem weiteren Sprichwort eingestimmt: �Wer sich mit Hunden bettet, wacht mit Fl�hen auf.� Doch dann besann er sich eines Besseren. Nicht, dass es nicht auf ihre Lage zugetroffen h�tte, aber es schien nicht sehr hilfreich, vor allem, da so viele Pandaren Wanderer wie Li Li oder ihn selbst als wilde Hunde betrachteten. Er hoffte, dass Yalia ihn nicht auch so einsch�tzte, und er hatte nicht vor, sie auf den Gedanken zu bringen.</p><p>Er neigte den Kopf um eine Winzigkeit. �Ich bin nicht sicher, Meister, ob Ihr die beiden � meine Schiffe oder die Horde und die Allianz � zu langfristiger Zusammenarbeit bewegen k�nnt, ganz gleich, wie b�sartig der gemeinsame Feind auch sein mag.�</p><p>Taran Zhu lachte, fast lautlos, ohne Echo, nur mit dem Hauch eines L�chelns auf dem Gesicht. �Das ist nicht der Grund, warum ich Eure Schiffe im Hafen bleiben lasse, Chen. Vielmehr ist es so, dass Troll und Mensch von uns lernen k�nnen, solange sie hier sind; und w�hrend sie von uns lernen, k�nnen wir auch von ihnen lernen. Denn, wie Ihr so weise bemerkt habt, es wird nicht ewig einen Feind geben, der sie verb�ndet. Wenn sie sich dann wieder gegenseitig an die Kehle gehen, werden wir entscheiden m�ssen, auf welche Seite wir uns stellen.�</p></section><section><title><p>4</p></title><p>Vol�jin von den Dunkelspeertrollen beschloss, reglos liegen zu bleiben. Das tat er vor allem, weil ihm diese Entscheidung besser gefiel als die Alternative: sich eingestehen zu m�ssen, dass er nicht die Kraft hatte, sich zu bewegen. Die H�nde, die sich um ihn k�mmerten, waren sanft und ihre Ber�hrung respektvoll, und doch h�tte er sie nicht fortschlagen k�nnen, selbst wenn es sein gr��ter Wunsch gewesen w�re.</p><p>Helfer, die er nicht sehen konnte, sch�ttelten Kissen auf und schoben sie unter ihn, um ihn aufzurichten. Er h�tte ja gerne protestiert, aber der Schmerz in seinem Hals machte alles au�er harsch geknurrten � und sehr kurzen � W�rtern unm�glich. Die offensichtliche Wahl � �Stopp!� � h�tte jedoch nur seine Unf�higkeit blo�gestellt, diese Helfer zum Aufh�ren zu zwingen, ganz gleich, wie harsch er sie auch geknurrt h�tte. Er akzeptierte sein Schweigen als Zugest�ndnis an seine Eitelkeit, wusste aber, dass die Wurzeln dieser Unzufriedenheit viel tiefer reichten.</p><p>Das weiche Bett und die noch weicheren Kissen waren nicht die Art von Komfort, auf die Trolle gro�en Wert legten. Auf den Echo-Inseln war eine d�nne Schlafmatte auf einem Holzboden der Gipfel der Opulenz; viele Trolle schliefen auf der nackten Erde und suchten nur hin und wieder einen Unterschlupf, wenn ein Sturm �bers Land fegte. Nachgiebiger Sand gab zwar eine bessere Schlafst�tte ab als der harte Stein von Durotar, aber es lag nicht in der Natur der Trolle, sich �ber unwirtliche Unterk�nfte zu beschweren.</p><p>Dass hier Sanftheit und Gem�tlichkeit so viel Bedeutung beigemessen wurde, irritierte ihn vor allem deshalb, weil es seine Schw�che in den Vordergrund r�ckte. Der rationale Teil von ihm konnte nicht leugnen, dass es in einem weichen Bett viel leichter war, seinen verwundeten K�rper herumzudrehen, und zweifelsohne schlief er hier auch ein wenig besser. Doch indem es die Aufmerksamkeit auf seinen Zustand lenkte, kr�nkte es ihn in seiner Trollnatur. F�r Trolle waren Not und harte Realit�ten das, was der offene Ozean f�r Haie war.</p><p><emphasis>Wenn man mir das nimmt, k�nnte man mich ebenso gut t�t�n.</emphasis></p><p>Das Scharren eines Stuhles oder Hockers auf seiner rechten Seite �berraschte ihn. Er hatte niemanden n�her kommen geh�rt. Vol�jin schn�ffelte, und der Geruch, der ihn bald in den Wahnsinn trieb, der unterschwellig in allem hier enthalten war, drang nun mit der Wucht eines Faustschlags in seine Nase. Pandaren. Oder genauer: ein Pandaren.</p><p>Chen Sturmbr�us Stimme, leise, aber voller W�rme, drang in einem Fl�sterton an seine Ohren. �Ich h�tte dich ja schon fr�her besucht, aber Meister Taran Zhu hielt es f�r unklug.�</p><p>Vol�jin versuchte zu antworten. Es gab eine Million Dinge, die er sagen wollte, doch nur wenige lie�en sich mit den Worten ausdr�cken, die seine Kehle aussprechen wollte. �Freund. Chen.� Irgendwie kam Chen leichter �ber seine Lippen, wohl, weil es einen weicheren Klang hatte.</p><p>�Ich will nicht blinde Kuh mit dir spielen. Daf�r bist du zu gut.� Roben raschelten. �Wenn du die Augen schlie�t, nehme ich dir den Verband ab. Die Heiler meinen, deine Augen w�ren nicht verletzt, aber sie wollten, dass du m�glichst ruhig bleibst.�</p><p>Der Troll nickte, obwohl er wusste, dass Chen nur die halbe Wahrheit sagte. H�tte man auf den Echo-Inseln einen Fremden zu ihm gebracht, h�tte er ihm ebenfalls die Augen verbinden lassen, bis er entschied, ob er dem Gefangenen vertrauen konnte oder nicht. Zweifelsohne war das auch Taran Zhus Motiv gewesen; und aus irgendeinem Grund hatte er nun entschieden, dass er Vol�jin vertrauen konnte.</p><p><emphasis>Das hab� ich vermutlich Chen zu verdank�n.</emphasis></p><p>Vorsichtig entfernte der Pandaren die Mullbinde. �Ich habe meine Pfote vor deinem Gesicht. Mach die Augen auf, dann ziehe ich sie langsam zur�ck.�</p><p>Vol�jin tat, wie ihm gehei�en, und gab dann als Zeichen seiner Bereitschaft ein Grunzen von sich. Chen verstand es offenbar auch als solches, denn er zog nun seine Pfote zur�ck. Die Augen des Trolls tr�nten in dem grellen Licht, bevor schlie�lich die Gestalt des Pandaren in seinem Blickfeld erschien. Chen sah noch genauso aus, wie Vol�jin ihn in Erinnerung hatte � er war st�mmig gebaut, hatte eine heitere Art an sich und besa� intelligente goldene Augen. Es war ein willkommener Anblick.</p><p>Anschlie�end sah Vol�jin an seinem eigenen K�rper hinab, und beinahe h�tte er die Augen wieder geschlossen. Laken bedeckten ihn bis zur H�fte, und der Rest war fast v�llig unter Bandagen verborgen. Ihm fiel aber auf, dass er noch beide H�nde hatte und alle Finger. Die langen Umrisse unter der Decke lie�en darauf schlie�en, dass seine Beine ebenfalls intakt waren. Er sp�rte zudem den Verband an seinem Hals, der seine Kehle zusammendr�ckte, und ein Jucken deutete darauf hin, dass man ihm zumindest einen Teil seines Ohrs wieder angen�ht hatte.</p><p>Der Troll starrte auf seine rechte Hand und zwang die Finger zu einer Bewegung. Er sah, wie sie sich r�hrten, aber es dauerte eine Weile, bevor er es auch sp�rte. Seine Hand schien unm�glich weit entfernt, doch im Gegensatz zu dem Moment, als er zum ersten Mal erwacht war, konnte er sie immerhin f�hlen. <emphasis>Das ist �n Fortschritt</emphasis>.</p><p>Chen l�chelte. �Ich wei�, du hast viele Fragen. Soll ich am Anfang oder am Ende beginnen? Die Mitte w�re vermutlich nicht der beste Startpunkt. Ich k�nnte zwar auch dort loslegen, aber das w�rde aus der Mitte dann den Anfang machen, nicht wahr?�</p><p>Chens Stimme wurde w�hrend der Erkl�rung und seiner humorigen Bemerkung lauter. Die anderen Pandaren wandten sich ab; ihr Interesse an der Unterhaltung war wohl in Erwartung eines langweiligen Vortrags geschwunden. Sie fielen Vol�jin jetzt erst auf, ebenso wie die dunklen, uralten Steinmauern. Wie so viele Orte, die er in Pandaria gesehen hatte, war auch dieser von einer Aura des Alters erf�llt, gleichzeitig vermittelte er aber ein Gef�hl der St�rke.</p><p>Er wollte �Anfang� sagen, aber seine Kehle weigerte sich. �Nicht Ende.�</p><p>Chen blickte nach hinten, und offenbar bemerkte auch er, dass die anderen Pandaren beschlossen hatten, sie zu ignorieren. �Also am Anfang. Ich habe dich aus einem schmalen Wasserlauf beim Dorf Binan gefischt, weit von hier entfernt. Wir taten dort f�r dich, was wir konnten. Du lagst nicht im Sterben, aber deine Wunden wollten auch nicht heilen. Es scheint, als w�re der Dolch, der deinen Hals verletzt hat, mit Gift bestrichen gewesen. Also brachte ich dich her, ins Shado-Pan-Kloster, am Kun-Lai-Gipfel, denn ich wusste, wenn dir jemand helfen kann, dann die M�nche.�</p><p>Er hielt einen Moment inne und betrachtete kopfsch�ttelnd Vol�jins Wunden. Der Troll sah aber kein Mitleid in diesem Blick, und er war dankbar daf�r. Chen war schon immer scharfsinnig gewesen, wenn er nicht gerade den Narren spielte, und Vol�jin wusste, dass der Pandaren die Rolle des Narren vor allem deshalb spielte, damit andere seine wahre Intelligenz untersch�tzten.</p><p>�Ich kann nicht glauben, dass Krieger der Allianz dir das angetan haben.�</p><p>Vol�jin kniff die Augen zusammen. �Mein. Kopf. Dann. Ab.�</p><p>Chen lachte. �Ja, wenn es so w�re, w�rde dein Kopf jetzt vermutlich gerade als Tafelaufsatz bei einem Mahl des K�nigs in Sturmwind dienen. Aber ich dachte mir schon, dass du dich von der Allianz nicht so kalt erwischen lassen w�rdest.�</p><p>�Horde.� Vol�jins Magen wurde zu einem harten Klumpen. Es war nicht wirklich die Horde, es war Garrosh. Seine Kehle zog sich zusammen, bevor er den Namen aussprechen konnte, aber allein, dass er es versuchte, lie� einen bitteren Geschmack auf seiner Zunge zur�ck.</p><p>Chen setzte sich auf und kratzte sein Kinn. �Darum habe ich dich hergebracht. Dies ist ohnehin der einzige Ort, wo du genesen kannst, aber es ging mir auch um deine Sicherheit �� Der Braumeister rutschte nach vorne und senkte die Stimme. �Garrosh f�hrt jetzt die Horde. Thrall ist fort, richtig? Und jetzt will er seine Rivalen loswerden.�</p><p>Der Troll lie� sich auf die Kissen zur�cksinken. �Nicht. Ohne. Grund.�</p><p>Chen lachte in sich hinein, aber sosehr er sich auch anstrengte, Vol�jin konnte keinen Tadel in der Geste erkennen. �Kein Allianzkopf, der je ein Kissen ber�hrt hat, hatte nicht schon Albtr�ume von einer Begegnung mit dir. Dass dasselbe auch f�r einige K�pfe in der Horde gilt, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich.�</p><p>Vol�jin versuchte zu l�cheln, und er hoffte, dass es ihm gelang. �Du. Auch?�</p><p>�Ich? Nein, nie. Leute wie ich, wie Rexxar � wir haben gesehen, wie wild und furchterregend du in der Schlacht bist. Aber wir haben auch gesehen, wie du um deinen Vater getrauert hast. Du warst Thrall und der Horde und dem Dunkelspeerstamm stets treu. Das Problem ist nur, wer selbst nicht loyal sein kann, kann nicht akzeptieren, wenn andere es sind. Jemand wie Garrosh sieht darin nur eine Maske, hinter der sich Verrat verbirgt.�</p><p>Vol�jin nickte. Er w�nschte, seine Stimme w�rde ihm erlauben, Chen von seiner Morddrohung gegen Garrosh zu erz�hlen, aber er wusste, der Pandaren w�rde auch dann bei seiner Einsch�tzung bleiben. Seine Loyalit�t h�tte ihm ein Dutzend Rechtfertigungen aufgezeigt, um die Drohung zu legitimieren, und Vol�jins gegenw�rtiger Zustand h�tte jede einzelne davon best�tigt.</p><p><emphasis>Das Einzige, was dadurch bewies�n w�re, w�r� die Tiefe von Chens Freundschaft.</emphasis></p><p>�Wie. Lange?�</p><p>�Lange genug, dass ich in der Zwischenzeit mein Fr�hlingsbier brauen konnte und mein Sp�tfr�hlingspanasch schon halb fertig ist. Oder mein Fr�hsommerbr�u. Wir Pandaren nehmen es mit der Zeit nicht so genau, und die, die in Pandaria leben, noch viel weniger. Es ist einen Monat her, dass wir dich gefunden haben, und zweieinhalb Wochen, seit wir dich herbrachten. Die Heiler haben ein Mittel deine Kehle hinuntergetr�ufelt, damit du schl�fst.� Er hob die Stimme, damit auch die anderen ihn h�ren konnten, die sich wieder n�her herangeschoben hatten. �Ich habe ihnen gesagt, ich k�nnte dir einen hei�en schwarzen Tee mit etwas Seetang und Kr�utern kochen, um dich in k�rzester Zeit wieder auf den Beinen zu haben. Aber sie glaubten nicht, dass ein Braumeister genug �ber Heilung oder �ber Trolle wei�. Aber immerhin haben sie dir ein wenig Nahrung eingefl��t, Hopfen und Malz ist bei ihnen also noch nicht ganz verloren.�</p><p>Vol�jin bem�hte sich, mit der Zunge �ber seine Lippen zu fahren, aber selbst das schien seine Kr�fte zu ersch�pfen. <emphasis>Zwei�nhalb Wochen, und das ist alles, wozu ich imstande bin. Bwonsamdi hat mich losgelass�n, aber ich genese nicht so, wie ich sollte</emphasis>.</p><p>Chen beugte sich wieder vor, und seine Stimme wurde leiser. �Meister Taran Zhu f�hrt die Shado-Pan. Er ist einverstanden, dass du hierbleibst und dich erholst. Es gibt aber Bedingungen. Da sich weder die Allianz noch die Horde deiner annehmen w�rden, jede Seite aus ihren eigenen Gr�nden ��</p><p>Vol�jin zuckte mit den Schultern, zumindest soweit es ihm m�glich war. �Hilflos.�</p><p>�� und da du noch nicht wieder gesund bist, solltest du sie dir anh�ren.� Chen nickte und hob in einer beruhigenden Geste die Pfote, mit der Handfl�che nach oben. �Meister Taran Zhu m�chte, dass du von uns lernst. Nun, nicht wirklich von uns. Die meisten Einheimischen betrachten Pandaren, die auf Shen-zin Su aufgewachsen sind, als �wilde Hunde�. Wir sehen aus wie sie, klingen wie sie, riechen wie sie, aber wir sind anders. Sie wissen nicht, was sie von uns halten sollen. Anfangs fand ich das Ganze ziemlich verwirrend, aber dann ist mir klar geworden, dass viele der anderen Trolle die Dunkelspeere vielleicht genauso betrachten.�</p><p>�Nicht. Falsch.� Vol�jin schloss einen Moment lang die Augen. <emphasis>Falls Taran Zhu w�nscht, dass ich von den Pandar�n und ihrer Leb�nsart lerne, dann hei�t das, dass er eigentlich mich studier�n will. So w�rd� ich�s auch mit ihm machen.</emphasis></p><p>�Er glaubt, du bist Tushui � umsichtig und ausgeglichen. Ich habe ihm viel von dir erz�hlt, und ich teile seine Meinung. Tushui geh�rt nicht zu den Eigenschaften, die er in der Horde gesehen hat. Er m�chte verstehen, warum du anders bist als sie. Aber zu diesem Zweck m�chte er, dass du den Weg der Pandaren erlernst. Einige unserer Worte, unserer Sitten. Aber versteh das nicht falsch, er will nicht, dass du wirst wie einer dieser Trolle, die nach Donnerfels gehen und dann als blaue Tauren zur�ckkehren. Er m�chte nur, dass du verstehst.�</p><p>Vol�jin �ffnete die Augen und nickte, doch dann fiel ihm auf, dass Chen kurz z�gerte, mit seinen Ausf�hrungen fortzufahren. �Was?�</p><p>Der Pandaren hob den Kopf und wandte den Blick ab, wobei er nerv�s die Fingerspitzen zusammentippte. �Nun, wei�t du, das Gegengewicht zum Tushui ist Huojin. Das steht eher f�r das Impulsive, f�r die �Erst alle niedermetzeln und dann nachsehen, wen man erledigt hat�-Mentalit�t. So wie Garrosh, als er beschlossen hat, dich zu t�ten. Die ganze Horde scheint dieser Tage ziemlich Huojin zu sein. Bei der Allianz sieht man solches Verhalten normalerweise nicht.�</p><p>�Und?�</p><p>�Diese beiden Dinge sind jetzt im Gleichgewicht. Taran Zhu hat mit mir �ber Wasser und Anker und Schiffe und all das gesprochen. Sehr kompliziert, auch wenn man die Besatzung au�en vor l�sst. Aber worauf es hinauslief, ist Balance. Er mag Balance, er will ein Gleichgewicht, und bevor du ankamst, gab es hier ein Ungleichgewicht, verstehst du?�</p><p>Obwohl es ihn eine gewaltige Kraftanstrengung kostete, zog Vol�jin die Augenbraue hoch.</p><p>�Nun �� Chen blickte �ber die Schulter zu einem leeren Bett hin�ber. �Ungef�hr einen Monat, bevor ich dich fand, da stie� ich bei einer Wanderung auf einen Menschen. Er war schwer verletzt, sein Bein kompliziert gebrochen, also brachte ich ihn ebenfalls hierher. Er ist schon ein wenig weiter genesen als du, aber Trolle heilen ja schneller. Die Sache ist: Taran Zhu will, dass er sich um dich k�mmert.�</p><p>Ein Blitz explodierte in Vol�jins Geist, aber so schwach, wie er war, konnte der Schock seinem K�rper nicht einmal ein Zucken entlocken. �Nein!�</p><p>Chen streckte beide Pfoten aus und dr�ckte den Troll wieder nach unten. �Nein, nein, du verstehst nicht. F�r ihn gelten hier dieselben Einschr�nkungen wie f�r dich. Er wird dich nicht � Ich wei�, du hast keine Angst vor Menschen, Vol�jin. Meister Taran Zhu hofft, dass dieser Mann sich selbst heilen wird, indem er dir hilft, wieder gesund zu werden. Das geh�rt zum Weg der Pandaren, mein Freund. Indem man das Gleichgewicht wiederherstellt, f�rdert man die Heilung.�</p><p>Obwohl die Ber�hrung von Chens Pfoten weich und nur von sanfter Kraft war, konnte Vol�jin sich nicht dagegen wehren. Einen Herzschlag lang kam ihm der Gedanke, dass die M�nche ihm ganz bewusst einen Trunk eingefl��t haben k�nnten, der ihn so schwach machte. Doch dann h�tte Chen Teil dieser List sein m�ssen, und der Pandare h�tte sich niemals zu so etwas bereit erkl�rt.</p><p>Der Troll verdr�ngte seinen Zorn, und seine Frustration gleich mit. Meister Taran Zhu wollte ihn also nicht nur studieren, sondern auch sehen, wie er mit einem Menschen zurechtkam. Vol�jin h�tte ihm eine lange Geschichte �ber die Beziehungen zwischen Menschen und Trollen erz�hlen k�nnen, die aufzeigte, warum sie einander so hassten. Er hatte mehr Menschen get�tet, als er sich noch erinnern wollte, doch keiner von ihnen hatte ihm schlaflose N�chte bereitet; im Gegenteil, ihre Tode lie�en ihn noch besser schlafen. Und er war sicher, dass es dem Mann hier im Kloster ebenso ging.</p><p>Da erkannte er, auch wenn Taran Zhu sich all diese Geschichten anh�ren w�rde, w�ren sie doch durch die Natur des Erz�hlers verzerrt. Indem er einen Troll und einen Menschen zusammensteckte, konnte er sie beobachten, lernen und seine eigenen R�ckschl�sse ziehen.</p><p><emphasis>Nicht die d�mmste Methode, muss ich zugeben</emphasis>. Vol�jin rief sich ins Ged�chtnis, dass er f�r Meister Taran Zhu nichts weiter als ein Troll war, ganz gleich, wie viel Chen dem M�nch �ber ihn erz�hlt hatte. Die Vergangenheit des Menschen interessierte ihn vermutlich ebenso wenig. Wer sie waren, hatte schlie�lich keinerlei Einfluss darauf, wie sie aufeinander reagierten, und das war die Information, um die es dem Pandaren ging. Dass er das wusste und dass er die Information in diesem Wissen manipulieren konnte, gab Vol�jin eine gewisse Macht.</p><p>Er blickte zu Chen auf. �Du. Findest. Gut?�</p><p>�berraschung weitete die Augen des Braumeisters, dann l�chelte er. �Es ist das Beste, f�r dich und f�r ihn, f�r Tyrathan. Die Nebel haben Pandaria lange Zeit verborgen. Du und er, ihr teilt ein gemeinsames Band, wie ein Pandaren es nie zu euch aufbauen k�nnte. Gemeinsam werdet ihr schneller gesund.�</p><p>�Wozu? Damit. Sp�ter. T�ten.�</p><p>Chens Brauen wanderten nach unten. �Vermutlich. Er ist ebenso ungl�cklich �ber diese Sache wie du, aber er wird sich an die Regeln halten, um hierbleiben zu d�rfen.�</p><p>Vol�jin legte den Kopf schr�g. �Name?�</p><p>�Tyrathan Khort. Du wirst ihn nicht kennen. Er ist in der Allianz nicht so hoch aufgestiegen wie du in der Horde. Aber er war ein wichtiger Mann, ein Anf�hrer unter den Allianztruppen hier. Und seine Wunden stammen nicht von den Attent�tern seines eigenen K�nigs. Er wurde in einer Schlacht verletzt, die Pandaria geholfen hat, das ist alles, was ich wei�. Darum hat Meister Taran Zhu auch zugestimmt, ihn hier zu pflegen. Er tr�gt eine tiefe Trauer in sich, die sich durch nichts heilen lassen will.�</p><p>�Nicht. Mal. Durch. Bier?�</p><p>Der Pandaren sch�ttelte den Kopf, und seine Augen schweiften in die Ferne. �Er trinkt, und er vertr�gt einiges. Aber der Alkohol macht ihn nicht ausgelassen. Er bleibt stets gr�blerisch und still. Eine weitere Eigenschaft, die ihr beide teilt?�</p><p>�Tushui, ja?�</p><p>Chen warf den Kopf zur�ck und brach in schallendes Gel�chter aus. �Sie haben deinen K�rper auseinandergenommen, aber deinen Geist konnten sie nicht verletzen. Ja, das w�re Tushui, und wenn das alles w�re, g�be es kein Gleichgewicht. Aber seitdem er wieder in der Lage ist, mit Kr�cken zu stehen, zieht er jeden Tag los, um auf den Berg zu klettern. Das ist �u�erst Huojin. Und dann bleibt er stehen, nach einhundert Schritten, zweihundert Schritten, und kehrt v�llig ersch�pft wieder zur�ck. Nicht k�rperlich ersch�pft, aber im Geiste. Sehr, sehr Huojin.�</p><p><emphasis>Merkw�rdig. Ich frage mich, warum �</emphasis> Vol�jin rief sich zur Ordnung und nickte Chen unmerklich zu. �Na. Sch�n. Freund.�</p><p>�Vielleicht findest du ja die Antwort.�</p><p><emphasis>Was bedeutet, ich muss mit ihm auskomm�n und genau das sein, was alle hier woll�n</emphasis>. Langsam atmete er aus und bettete seinen Kopf auf das Kissen. <emphasis>Und im Moment z�hle ich sogar mich selbst zu dieser Gruppe.</emphasis></p></section><section><title><p>5</p></title><p>Die M�nche verlangten nicht, dass Vol�jin sich von dem Menschen pflegen lie�, und der Troll h�tte das auch nicht toleriert. Also waren es die Pandaren, die ihn weiter wuschen, seine Wunden verbanden, sein Bettzeug wechselten und ihn f�tterten. Dabei waren sie bestimmt und gr�ndlich, und Vol�jin konnte keine Bosheit in ihnen entdecken. Was ihm aber auffiel, war, dass jeder Pandaren der Gruppe sich einen ganzen Tag lang um ihn k�mmerte, dann die n�chsten zwei Tage fortblieb, bevor er wieder zur�ckkehrte und sich erneut um seine Pflege k�mmerte. Nachdem sie drei volle Tage mit ihm verbracht hatten, begann ein neuer Turnus, und er sah sie nie wieder.</p><p>Nur hin und wieder erhaschte er einen Blick auf Taran Zhu, aber er war sicher, dass der alte M�nch ihn weit �fter beobachtete, als er registrierte, und dass er es �berhaupt nur registrierte, wenn Taran Zhu gesehen werden wollte. Vol�jin bekam den Eindruck, dass die Einwohner von Pandaria genauso waren wie ihre Welt � umgeben von einem Nebel, den man nur kurz durchdringen konnte. Chen hatte zwar auch einige solche Charakterz�ge, aber verglichen mit der schwer fassbaren Komplexit�t der M�nche war er wie ein klarer, sonniger Tag.</p><p>So verbrachte Vol�jin einen Gro�teil seiner Zeit damit, zu beobachten und dar�ber nachzudenken, wie viel von sich selbst er preisgeben sollte. Sein Hals heilte zwar, aber wegen des Narbengewebes blieb das Sprechen auch weiterhin eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit. Den Pandaren mochte es nicht aufgefallen sein, aber die Sprache der Trolle hatte stets einen melodi�sen Fluss � und nun hatten die Narben ihm diesen Fluss gestohlen. <emphasis>Falls die F�higkeit zu sprechen ein Zeichen des Lebens ist, dann haben die Attent�ter mich vielleicht wirklich ermordet</emphasis>. Er hoffte, dass die Loa � die w�hrend der Zeit seiner Heilung schweigend im Hintergrund geblieben waren � seine Stimme �berhaupt noch erkennen w�rden.</p><p>Es gelang ihm, einige Worte der Pandaren-Sprache aufzuschnappen. Die Tatsache, dass dieses Volk f�r so ziemlich alles sechs verschiedene Namen hatte, erlaubte es ihm, sich den Begriff herauszupicken, der ihm beim Aussprechen die wenigsten Schmerzen bereitete. Dass die Pandaren so viele Worte hatten, machte es zugleich aber auch schwieriger, sie alle zu kennen. Ihre Sprache verf�gte �ber Nuancen, die ein Au�enstehender niemals verstehen w�rde, und die Pandaren konnten das ausnutzen, um ihre wahren Absichten zu maskieren.</p><p>Vol�jin w�nschte sich, er k�nnte seine k�rperliche Schw�che �berspielen, wann immer er dem Menschen begegnete, aber das h�tte wohl keinen gro�en Unterschied gemacht. Obwohl er nach den Standards seines Volkes hochgewachsen war, fehlten Tyrathan die Muskeln und die Masse eines Menschenkriegers. Seine schlanke Gestalt, die leichten Narben an seinem linken Unterarm und die Schwielen an den Fingern seiner rechten Hand wiesen ihn als J�ger aus. Sein wei�es Haar trug er kurz und ungebunden, au�erdem hatte er einen ebenfalls wei�en Schnurr- und Kinnbart, den er aber erst seit Kurzem sprie�en lie�. Gekleidet war er in die schlichten Gew�nder eines Novizen � handgesponnen und braun und viel zu weit, weil sie f�r einen Pandaren gedacht waren. Wirklich gro� waren sie aber nicht, weshalb Vol�jin vermutete, dass es die Kleider eines weiblichen Pandaren waren.</p><p>Die M�nche verlangten zwar nicht, dass der Mann Vol�jin pflegte, sehr wohl aber, dass er die Kleider und Laken des Trolls wusch. Der Mensch kam diesen Aufgaben ohne Kommentar oder Klage nach, und er war sehr gr�ndlich. Die Sachen kamen makellos zur�ck, und manchmal rochen sie nach medizinischen Kr�utern und Blumen.</p><p>Dennoch war der Mann gef�hrlich, das verrieten Vol�jin zweierlei Dinge. Den meisten anderen h�tte wohl schon gereicht, was der Troll l�ngst entdeckt hatte � die Schwielen und die Tatsache, dass der Mensch ohne allzu viele Narben �berlebt hatte �, um zu diesem Schluss zu gelangen. Doch f�r Vol�jin waren es zum einen die huschenden gr�nen Augen des Mannes, die Art, wie er bei Ger�uschen den Kopf drehte, und die winzige Pause, die er machte, bevor er selbst die einfachsten Fragen beantwortete; all das zeigte, dass der Mensch unglaublich aufmerksam war. Nat�rlich war diese Eigenschaft unter J�gern keine Seltenheit, aber so deutlich trat sie nur bei den Besten dieses Faches zutage.</p><p>Die zweite Sache war die Geduld, die der Mensch zeigte. Bis Vol�jin erkannte, dass seine Versuche fruchtlos bleiben w�rden, machte er immer wieder einfache Fehler, durch die dem Mann mehr Arbeit aufgeb�rdet wurde. So lie� er etwa den L�ffel fallen, sodass das Essen seine Kleider beschmutzte, doch die Flecken st�rten den Menschen nicht. Einmal hatte Vol�jin einen solchen Fleck sogar verborgen, damit er eintrocknete, aber selbst da hatte er die Robe makellos sauber zur�ckerhalten.</p><p>Diese Geduld zeigte sich auch darin, wie der Mann mit seinen eigenen Wunden umging. Obwohl seine Kleidung die Narben verbarg, bewegte er sich mit einem Humpeln � seine linke H�fte war steif. Jeder Schritt musste unglaublich schmerzhaft sein, und hin und wieder konnte er sich eine Grimasse nicht verkneifen, aber seine Bem�hungen, sie zu unterdr�cken, h�tten selbst Taran Zhu alle Ehre gemacht. Und trotzdem zog er jeden Tag los, sobald die Sonne langsam hinter dem Horizont hervorkroch, und folgte dem Pfad zum Gipfel des Berges �ber ihnen.</p><p>Nachdem man ihn gef�ttert hatte, kam der Mensch zu ihm her�ber, Vol�jin setzte sich auf und nickte ihm zu. Tyrathan hatte ein Spiel dabei � bestehend aus einem flachen, mit einem Gittermuster �berzogenen Spielbrett und zwei zylindrischen Beh�ltern, einer rot, einer schwarz, jeder mit einem runden Loch in der Mitte des Deckels. Der Mensch legte alles auf den Beistelltisch, dann zog er sich einen Stuhl von der Wand heran und nahm Platz.</p><p>�Bist du bereit f�r eine Runde Jihui?�</p><p>Vol�jin nickte. Obwohl sie beide den Namen des jeweils anderen kannten, benutzten sie ihn nie. Sowohl Chen als auch Taran Zhu hatten ihm erkl�rt, dass dieser Mann Tyrathan Khort war, und der Troll ging davon aus, dass der Mensch ebenfalls �ber seine Identit�t informiert worden war. Falls der Kerl einen Groll gegen ihn hegte, lie� er es sich zumindest nicht anmerken. <emphasis>Aber er muss wissen, wer ich bin</emphasis>.</p><p>Tyrathan nahm den schwarzen Zylinder, schraubte den Deckel ab und leerte den Inhalt auf das Spielbrett: Vierundzwanzig W�rfel klapperten und tanzten �ber die glatte Bambusoberfl�che. Jeder davon war mit roten Symbolen vor einem schwarzen Hintergrund beschriftet, einschlie�lich Punkten, die die Anzahl von Z�gen bestimmten, und Pfeilen, um festzulegen, welche Seite vorne war. Der Mensch teilte sie in vier Gruppen zu jeweils sechs Spielsteinen ein, um zu belegen, dass es wirklich vierundzwanzig waren, dann begann er sie mit der Hand in den Beh�lter zur�ckzuschieben.</p><p>Vol�jin tippte einen der W�rfel an. �Dieses Zeichen.�</p><p>Der Mensch nickte, dann wandte er sich um und rief in stockendem Pandarisch einen der M�nche herbei. Die beiden unterhielten sich kurz � der Mann z�gerlich, der M�nch so betont, als w�rde er mit einem Kind reden. Schlie�lich beugte Tyrathan zackig den Kopf und bedankte sich.</p><p>Anschlie�end drehte er sich wieder zu Vol�jin herum. �Dieser Stein ist das Schiff. Das Symbol auf der Oberseite ist das Feuerschiff.� Er drehte den Spielstein, sodass der Troll die pandarische Glyphe richtig herum sehen konnte, dann wiederholte er das Wort Feuerschiff in perfektem Zandali.</p><p>Dabei huschten seine Augen gerade lange genug hoch, um Vol�jins Reaktion zu erhaschen.</p><p>�Dein Akzent. Schlingendorntal.�</p><p>Der Mann ignorierte seine Worte und deutete auf den W�rfel. �Das Feuerschiff ist f�r die Pandaren ein sehr wichtiger Spielstein. Er kann alles zerst�ren, wird dabei aber selbst zerst�rt. Er wird dann vom Feld genommen. Wie man mir sagte, verbrennen einige Spieler diesen Stein. Von den sechs Schiffen in deiner Flotte kann nur eines ein Feuerschiff werden.�</p><p>�Danke!�</p><p>Jihui vereinigte in sich viele Aspekte der Pandaren-Philosophie. Jeder Spielstein hatte sechs Seiten, und ein Spieler konnte ihn mit dem anfangs nach oben gerichteten Symbol bewegen und damit angreifen oder den W�rfel zur Seite drehen und dann mit dem neuen Symbol entweder einen Zug machen oder angreifen. Es war au�erdem erlaubt, einen W�rfel aufzunehmen und ihn �ber das Feld rollen zu lassen, um so willk�rlich eine neue Seite zu w�hlen. Das war auch die einzige M�glichkeit, das Feuerschiff-Symbol auf einem Schiffsspielstein oben erscheinen zu lassen.</p><p>Noch interessanter war jedoch, dass ein Spieler entscheiden konnte, gar keinen Zug zu machen, sondern stattdessen einen neuen W�rfel aus dem Beh�lter zu nehmen. Dazu wurde dieser gesch�ttelt und dann auf den Kopf gestellt; der erste Stein, der herausfiel, wurde ins Spiel aufgenommen. Fielen zwei Steine auf das Brett, wurde der zweite wieder aus dem Spiel entfernt, und der Gegner durfte daf�r ohne Strafe einen beliebigen Stein aus seinem eigenen Beh�lter w�hlen.</p><p>All das machte Jihui zu einem Spiel, das genaues �berlegen belohnte, zugleich aber auch impulsive Elemente beinhaltete. Es schuf ein Gleichgewicht zwischen Bedachtsamkeit und Zufall, auch wenn der Zufall bisweilen Strafen mit sich brachte. Wenn man gegen einen Spieler verlor, der mehr Steine auf dem Spielfeld besa�, wurde das nicht als gro�e Niederlage angesehen, und wenn man sich in einer unterlegenen Position ergab, galt das nicht als ehrlose Kapitulation. Obwohl das Ziel des Spiels darin bestand, alle W�rfel des Gegners auszuschalten, galt es als unh�flich, ja sogar als barbarisch, bis zu diesem Punkt weiterzuspielen. F�r gew�hnlich fand sich einer der Spieler fr�her oder sp�ter in einer ausweglosen Situation wieder und gab auf; manche verlie�en sich dann aber auch auf ihr Gl�ck und setzten alles auf eine Karte, um doch noch den Sieg davonzutragen.</p><p>Als gr��ter Sieg �berhaupt galt es jedoch, wenn man ein Patt erspielte, in dem beide Seiten ausgeglichen waren.</p><p>Tyrathan reichte Vol�jin den roten Beh�lter, und jeder von ihnen sch�ttelte ein halbes Dutzend W�rfel auf das Spielfeld, die sie dann an den �u�ersten Reihen des zw�lf mal zw�lf Felder messenden Gittermusters aufstellten. Sie drehten das Symbol mit dem niedrigsten Wert nach oben und richteten die Steine dann auf die des Gegners aus. Anschlie�end r�ttelte jeder von ihnen noch einen weiteren Stein aus seinem Beh�lter, und sie verglichen das Symbol mit dem h�chsten Wert. Tyrathan schlug dabei Vol�jin, er w�rde also den ersten Zug machen. Nachdem sie die W�rfel wieder in die Beh�lter gelegt hatten, begann das Spiel.</p><p>Vol�jin schob einen Stein nach vorne. �Dein Pandarisch. Gut. Besser, als sie wissen.�</p><p>Der Mann zog eine Augenbraue nach oben, ohne vom Spielbrett aufzublicken. �Taran Zhu wei� es.�</p><p>Vol�jin studierte die gegnerischen Steine und beobachtete, wie der Mensch ein Flankenman�ver vorbereitete. �Du bist ihm. Auf der F�hrte?�</p><p>�Er zeigt sich nur selten, und wenn, dann will er, dass man ihn sieht.� Der Mann nagte an seinem Daumennagel. �Interessante Wahl. Wie du deinen Sch�tzen umgedreht hast, meine ich.�</p><p>�Dein Zug. Mit dem Drachen. Auch.� Als er den Zug gemacht hatte, hatte Tyrathan keinen Moment gez�gert, aber nun, als Vol�jin ihn lobte, huschte sein Blick wieder zu dem Spielstein hin�ber. Er betrachtete den W�rfel angestrengt, als w�rde er nach etwas suchen, dann sah er auf seinen Beh�lter hinab.</p><p>Der Troll kam ihm jedoch zuvor. Er sch�ttelte einen Spielstein auf das Brett, wo er sich kurz �berschlug und dann klappernd zum Stillstand kam. Das Feuerschiff. Er platzierte den W�rfel neben dem Sch�tzen und baute so seine Flanke aus. Das Gleichgewicht des Spiels verschob sich � nicht zugunsten eines Spielers, sondern von diesem Teil des Bretts fort.</p><p>Tyrathan f�gte einen weiteren Stein hinzu � einen Krieger, der zwar nicht auf seiner st�rksten Seite landete, aber doch stark genug war. Anschlie�end verst�rkte er diese Flanke durch Ritter, da die sich weiter bewegen konnten. Er f�hrte seine Z�ge dabei schnell durch, aber nie �berhastet.</p><p>Vol�jin hob erneut den Kanister, aber da packte der Mensch seine Hand. �Nicht.�</p><p>�Lass. Mich. Los.� Vol�jins Finger spannten sich. Eine Handbewegung, und der Beh�lter w�rde in seiner Hand zerbrechen und Spielsteine und Splitter w�rden in alle Richtungen davonfliegen. Er wollte den Mann anbr�llen, ihn fragen, wie er es wagen konnte, einen Schattenj�ger anzufassen, noch dazu den Anf�hrer der Dunkelspeertrolle. <emphasis>Wei�t du denn nicht, wer ich bin?</emphasis></p><p>Doch nichts davon geschah. Seine Hand konnte sich nicht weiter anspannen, und um die Wahrheit zu sagen, hatte bereits diese kurze Anstrengung seine Muskeln ersch�pft. Sein Griff wurde schw�cher, und jetzt war es nur noch die Hand des Mannes, die verhinderte, dass der Beh�lter auf das Spielbrett fiel.</p><p>Tyrathan �ffnete die andere Hand, um zu zeigen, dass er keine b�sen Absichten verfolgte. �Ich soll dir dieses Spiel beibringen. Du brauchst keinen weiteren Stein. W�rde ich zulassen, dass du dir einen nimmst, w�rde ich gewinnen, und dein Zug w�rde den Wert meines Sieges steigern.�</p><p>Vol�jins Blick wanderte �ber die W�rfel. Auf eine st�rkere Seite gedreht k�nnte der schwarze Krieger seinen Kriegsherrn besiegen, dann m�sste er sein Feuerschiff zur�ckziehen, um auf diese Bedrohung zu reagieren. Doch dadurch w�rde dieser Spielstein in Reichweite von Tyrathans Drachen kommen. Dann w�rden beide Steine zerst�rt, und der Krieger und die Ritter k�nnten seine rechte Flanke auseinandernehmen. Selbst wenn er die beste Figur aus dem Beh�lter sch�ttelte, k�nnte er das Spiel nicht mehr retten. Falls er seine rechte Flanke verst�rkte, w�rde der Mensch seinen Angriff auf die linke Seite verlagern, und wenn er die linke verst�rkte, w�rde er seine rechte Flanke verlieren.</p><p>Vol�jin lie� den Beh�lter in Tyrathans Hand fallen. �Danke! F�r meine Ehre.�</p><p>Der Mensch stellte den Beh�lter auf dem Tisch ab. �Ich wei�, was du vorhattest. So h�tte ich zwar gewonnen, aber es w�re ein Sieg gegen einen Sch�ler gewesen. Und da es falsch ist zuzulassen, dass ein Sch�ler einen fatalen Fehler begeht, h�tte ich letzten Endes trotzdem verloren. So wie ich auch jetzt verliere, weil du mich gezwungen hast, auf deine Laune zu reagieren.�</p><p><emphasis>Sollte es denn nicht so sein, Mensch</emphasis>? Vol�jin kniff die Augen zusammen. �Du gewinnst. Du hast mich. Durchschaut. Ich verliere.�</p><p>Tyrathan sch�ttelte den Kopf und lehnte sich zur�ck. �Dann verlieren wir beide. Und nein, hier geht es nicht nur um dieses Spiel. Sie beobachten uns. Ich studiere dich. Du studierst mich. Sie studieren uns beide. Sie studieren, wie wir das Spiel gespielt haben, wie wir uns gegenseitig studiert haben. Und Taran Zhu studiert alles, auch die, die uns studieren.�</p><p>Ein Schauder rann �ber Vol�jins Wirbels�ule. Er nickte kurz, in der Hoffnung, dass niemand sonst es bemerkte, aber Taran Zhu w�rde es nat�rlich nicht entgehen. Es war gerade deutlich genug, dass der Mensch es sah, und f�r einen Moment waren die beiden Au�enseiter vereint.</p><p>Tyrathans Stimme wurde leiser, als er die Spielsteine in die Beh�lter zur�ckfallen lie�. �Die Pandaren sind an die Nebel gew�hnt. Sie sehen durch den Dunst hindurch, und sie selbst sind darin unsichtbar. Entfesselt w�rden sie einen furchterregenden Gegner abgeben, w�ren sie nicht so ausgeglichen und so besessen von dieser Balance. Sie finden Frieden darin, und sie weigern sich, ihren Frieden einfach so aufzugeben � aus gutem Grund.�</p><p>�Sie beobachten. Wollen sehen. Wie wir uns ausgleichen.�</p><p>�Sie h�tten gerne, dass wir ein Gleichgewicht bilden.� Tyrathan sch�ttelte den Kopf. �Andererseits, vielleicht will Taran Zhu auch wissen, wie er uns so aus dem Gleichgewicht bringen kann, dass wir einander zerst�ren. Und ich f�rchte, es wird ihm nicht allzu schwerfallen, das herauszufinden.�</p><empty-line/><p>In dieser Nacht verspotteten Visionen Vol�jin. Er fand sich inmitten von k�mpfenden Kriegern wieder, die er alle erkannte. Er hatte sie einst um sich geschart, um dem Wahnsinn von Zalazane in einem finalen Angriff ein Ende zu bereiten und die Echo-Inseln f�r die Dunkelspeertrolle zu befreien. Jeder der K�mpfer nahm die Gestalt eines Jihui-W�rfels an, mit der st�rksten Seite nach oben. Es war kein Feuerschiff unter ihnen, aber das �berraschte Vol�jin auch nicht.</p><p>Er war das Feuerschiff, so gedreht, dass er seine maximale Macht entfalten konnte. Doch so verzweifelt der Kampf auch war, er w�rde sich in dieser Schlacht nicht selbst zerst�ren. Mit der Unterst�tzung von Bwonsamdi w�rden sie Zalazane vernichten und die Echo-Inseln zur�ckfordern.</p><p><emphasis>Wer ist dieser Troll, der Erinnerungen an einen heldenhaften Kampf hat?</emphasis></p><p>Vol�jin wirbelte herum, und dabei h�rte er das Klacken eines Spielsteins, der sich in eine neue Richtung drehte. Er selbst war in diesem W�rfel gefangen, wenngleich er durchsichtig schien, und erschrocken stellte er fest, dass sich auf keiner Seite Wertanzeigen befanden. �Ich bin Vol�jin.�</p><p>Bwonsamdi materialisierte in einer grauen Welt wirbelnder Nebel. �Und wer ist dieser Vol�jin?�</p><p>Die Frage ersch�tterte ihn. Der Vol�jin in seiner Vision war der Anf�hrer der Dunkelspeere gewesen, aber jetzt war er das nicht mehr. Die Meldungen �ber seinen Tod erreichten die Horde vielleicht gerade in diesem Moment. Vielleicht lie�en sie auch noch auf sich warten. In seinem Herzen hoffte der Troll, dass seine Verb�ndeten aufgehalten worden waren, sodass Garrosh noch einen weiteren Tag darum bangen musste, ob sein Plan aufgegangen war.</p><p>Das beantwortete aber nicht die Frage. Er war nicht l�nger der Anf�hrer der Dunkelspeere, nicht wirklich jedenfalls. Unter Umst�nden erkannten sie ihn noch an, aber er konnte ihnen keine Befehle mehr erteilen. Sie w�rden sich Garrosh widersetzen und jedem Versuch, sie zu unterwerfen; aber in seiner Abwesenheit w�rden sie vielleicht auf die Angebote von Abgesandten eingehen, die ihnen Schutz versprachen. Wom�glich konnte er nie wieder zu ihnen zur�ck.</p><p><emphasis>Wer bin ich?</emphasis></p><p>Vol�jin erschauderte. Obwohl er sich Tyrathan Khort �berlegen f�hlte, konnte der Mensch doch zumindest gehen, und er musste keine Krankengew�nder tragen. Er war zudem nicht gerade von einem Rivalen betrogen und in einen Hinterhalt gelockt worden. Und obendrein hatte er offensichtlich einen Teil der Pandaren-Philosophie angenommen.</p><p>Dennoch z�gerte Tyrathan, auch wenn er eigentlich keinen Grund dazu hatte. Ein St�ck weit war das nat�rlich nur gespielt, damit die Pandaren ihn untersch�tzten, doch Vol�jin hatte das durchschaut. In anderen F�llen, etwa als Vol�jin ihm zu seinem Zug gratuliert hatte, hatte er aber wirklich gez�gert, und das war nichts, was dieser Mann sich bereitwillig gestatten w�rde.</p><p>Der Troll blickte zu Bwonsamdi auf. �Ich bin Vol�jin. Ich wei�, wer ich war. Und wer ich sein werde? Die Antwort darauf kann nur Vol�jin finden. F�r den Moment, Bwonsamdi, muss das reichen.�</p></section><section><title><p>6</p></title><p>Vol�jin war vielleicht noch nicht ganz sicher, wer er war, aber er wusste genau, wer er <emphasis>nicht</emphasis> war. St�ck f�r St�ck zwang er sich von seinem Krankenbett hoch. Er schlug die Decke zur�ck, wobei er sie gr�ndlich faltete, obwohl er sie doch eigentlich nur von sich schleudern wollte, und schwang dann die Beine �ber die Bettkante.</p><p>Als seine F��e den kalten Boden zum ersten Mal ber�hrten, �berraschte ihn das Gef�hl, aber er zog auch St�rke daraus. Es �berdeckte die Schmerzen in seinen Beinen und das Zerren der straffen Narben und N�hte. Auf den Bettpfosten gest�tzt, versuchte er sich aufzurichten.</p><p>Beim sechsten Versuch schaffte er es schlie�lich. Zuvor, beim vierten Anlauf, waren die N�hte an seinem Bauch aufgeplatzt, doch er weigerte sich, diese Tatsache anzuerkennen, und so hatte er die M�nche fortgescheucht, die durch den dunklen Fleck auf seiner Tunika angelockt wurden. Zun�chst hatte er vorgehabt, sich bei Tyrathan f�r die zus�tzliche Arbeit zu entschuldigen, die er ihm aufb�rdete, aber dann bat er die M�nche stattdessen, die Tunika beiseitezulegen.</p><p>Das tat er, nachdem er sich wieder hingelegt hatte. Er hatte sich aufgerichtet und eine gef�hlte Ewigkeit auf seinen F��en gestanden. Wie viel Zeit wirklich vergangen war, hatte ihm das Sonnenlicht gezeigt, das durch das Fenster schien. Es hatte sich zwar nicht mal um eine K�ferbreite �ber den Boden bewegt, aber immerhin: Er hatte aufrecht gestanden. Das war ein Sieg.</p><p>Nachdem die M�nche die Wunde wieder gen�ht und neu verbunden hatten, bat Vol�jin um einen Kessel mit Wasser und eine B�rste. Damit schrubbte er das Blut aus der Tunika, so gut es ihm eben m�glich war. Der Fleck erwies sich als hartn�ckig, und die Anstrengung lie� seine Muskeln brennen, dennoch war der Troll fest entschlossen, den Stoff rein zu waschen.</p><p>Tyrathan wartete, bis Vol�jins Bewegungen langsamer wurden und das Wasser sich wieder gl�ttete, dann nahm er ihm die Tunika ab. �Es ist �u�erst g�tig von dir, Vol�jin, dass du meine B�rde erleichtern willst. Ich werde das jetzt zum Trocknen aufh�ngen.�</p><p>Am liebsten h�tte der Troll protestiert, konnte er doch noch immer den dunklen Umriss erkennen, aber er blieb stumm, denn in diesem Augenblick sah er das Gleichgewicht von Huojin und Tushui wiederhergestellt. Er war impulsiv gewesen, und Tyrathan hatte bedachtsam gehandelt und zur rechten Zeit eingegriffen, auf eine Weise, die keinem von ihnen die Ehre kostete. Ohne es auszusprechen, hatte er Vol�jins M�he und Absicht gew�rdigt und so das beabsichtigte Ziel erreicht, ohne jeden Egoismus und ohne auf einen Sieg zu schielen.</p><p>Am n�chsten Tag schaffte der Troll es schon beim dritten Versuch auf die Beine. Er blieb so lange stehen, bis der Rand des Sonnenlichts um eine Daumenbreite an der Fuge zwischen den Bodenplatten vorbeigewandert war. Und am darauffolgenden Tag schaffte er es in derselben Zeitspanne, von einem Ende des Bettes zum anderen und wieder zur�ck zu gehen. Am Ende der Woche schlurfte er schon bis zum Fenster und blickte hinaus in den Hof.</p><p>In der Mitte des Platzes standen Pandaren-M�nche in geraden Linien und exerzierten ihre �bungen durch, wobei sie mit rasender Geschwindigkeit in die Luft hieben. Der Kampf ohne Waffen war f�r Trolle nichts Neues, aber da sie von Natur aus schlaksiger waren, kamen ihre Techniken nicht an die Disziplin und Selbstkontrolle heran, die die M�nche hier an den Tag legten. An mehreren Stellen am Rand des Hofs k�mpften weitere Pandaren mit Schwertern und Speeren, Stangenwaffen und B�gen. So wie sie zuschlugen, h�tte ein einziger Hieb mit nichts weiter als einem Stock gereicht, um einen ganz in Stahl gekleideten Recken aus Sturmwind in die Schranken zu weisen. H�tte sich nicht das Sonnenlicht auf den rasiermesserscharfen Klingen gespiegelt, h�tte vermutlich nicht einmal er selbst den verschwommenen Bewegungen der Waffen folgen k�nnen.</p><p>Und dort dr�ben, auf der Treppe, fegte Chen Sturmbr�u Schnee. Zwei Stufen �ber ihm tat Meister Taran Zhu dasselbe.</p><p>Vol�jin lehnte sich an den Rahmen des Fensters. <emphasis>Wie hoch is� wohl die Wahrscheinlichkeit, dass ich den Leiter des Klosters bei niederen Arbeit�n sehen w�rde?</emphasis> Doch dann fiel ihm ein, dass er ein wenig ein Gewohnheitstier geworden war und immer zur selben Zeit aufstand. <emphasis>Das wird sich jetzt �ndern</emphasis>.</p><p>Das bedeutete, dass Taran Zhu wusste, was sein Gast getrieben hatte, und dass er genau vorausberechnet hatte, wann der Troll das Fenster erreichen w�rde. Doch das war nicht alles. Vol�jin war sicher, falls er Chen fragte, wie oft Taran Zhu hier Schnee fegte, w�rde er erfahren, dass der alte Pandaren es nur heute, nur dieses eine Mal getan hatte. Der Troll blickte zur Seite und sah einige M�nche, die ihn ignorierten � was bedeutete, dass sie seine Reaktion beobachteten, dabei aber nicht auffallen wollten.</p><p>Keine f�nf Minuten nachdem er sich wieder hingelegt hatte, kam Chen, um ihn zu besuchen, in der Hand eine kleine Schale mit dampfender Fl�ssigkeit. �Es war sch�n, dich wieder auf den Beinen zu sehen, mein Freund. Ich wollte dir das hier schon seit Tagen bringen, aber Meister Taran Zhu hat es verboten. Er dachte, es w�re zu stark f�r dich. Ich habe ihm erkl�rt, dass schon etwas <emphasis>viel</emphasis> St�rkeres n�tig w�re, um dich umzubringen. Ich meine, du hast sogar diesen Hinterhalt �berlebt, richtig? Also darfst du jetzt als Erster probieren. Als Erster nach mir jedenfalls.� Chen l�chelte. �Ich musste schlie�lich sichergehen, dass es dich nicht doch umbringen w�rde.�</p><p>�Wie freundlich.�</p><p>Vol�jin hob die Schale und schn�ffelte: Das Gebr�u hatte einen intensiven Geruch, ein wenig wie Holz. Als er daran nippte, war es weder s�� noch bitter, aber doch voll und reich in seiner W�rze. Es schmeckte so, wie der Dschungel nach einem Regenguss roch, wenn der Dampf von den Pflanzen aufstieg und alles zusammenbrachte. Als er erkannte, dass das Getr�nk ihn an die Echo-Inseln erinnerte, zog sich ihm fast die Kehle zusammen.</p><p>Er zwang sich zu schlucken, dann nickte er, w�hrend das Getr�nk bis in seinen Bauch hinunterbrannte. �Sehr gut.�</p><p>�Danke!� Chen blickte kurz zur T�r hin�ber. �An dem Tag, an dem wir hier ankamen, sahst du nicht sonderlich gut aus. Die Reise war hart, und man sagte uns, dass wir dich vermutlich auf dem Berg begraben m�ssten. Aber ich habe dir ins Ohr gefl�stert � in dein gutes Ohr, nicht in das andere, das Li Li wieder zusammengeflickt hat �, dass ich etwas Besonderes f�r dich h�tte, falls du durchkommst. In einem Fach einer Tasche hatte ich ein paar Gew�rze und Blumen aus deiner Heimat aufbewahrt, um mich daran zu erinnern, wie es dort ist. Die habe ich nun benutzt, um daraus ein Bier f�r dich zu brauen. Ich nenne es Gute Besserung.�</p><p>�Meine Genesung. Dein Verdienst.�</p><p>Der Pandaren blickte auf. �Ich konnte nur eine kleine Menge brauen, Vol�jin. Es wird nicht reichen, bis du wieder gesund bist.�</p><p>�Ich. Komme schon wieder. Auf die Beine.�</p><p>�Weswegen ich bereits mit meiner n�chsten Kreation begonnen habe. Sie hei�t Freudenfest.�</p><empty-line/><p>Ob es nun Chens Bier war, seine Trollkonstitution, die klare Bergluft oder die Therapien, die die M�nche ihm angedeihen lie�en � oder alles zusammen �, innerhalb weniger Wochen machte Vol�jin gro�artige Fortschritte. Jeden Tag, wenn er sich in einer Reihe mit den M�nchen aufstellte und sich vor ihrem Lehrer verbeugt hatte, glitt sein Blick stets zu dem Fenster hin�ber, von dem er sie zuvor beobachtet hatte. Damals h�tte er kaum geglaubt, dass er sich ihnen w�rde anschlie�en k�nnen, aber inzwischen ging es ihm so viel besser, dass er sich kaum noch an die Person erinnern konnte, die er an diesem Fenster gewesen war.</p><p>Die M�nche, die ihn ohne Kommentar, aber mit gro�er Beflissenheit in ihrer Mitte akzeptierten, nannten ihn Vol�jian. Irgendwie kam ihnen das leichter �ber die Zunge. Doch der Troll wusste, dass das nicht der einzige Grund war. Chen hatte ihm erkl�rt, dass Jian mehrere Bedeutungen hatte, welche allesamt mit Gr��e zu tun hatten, auch im Sinne von �betr�chtlich� oder �ausgepr�gt�. Zun�chst benutzten die M�nche dieses Wort, um seine unbeholfene Schwerf�lligkeit zu beschreiben, gro�er Trampel also, doch inzwischen stand es f�r die Geschwindigkeit, mit der er lernte.</p><p>W�ren sie nicht so bereitwillige Lehrer gewesen, h�tte ihn ihre Respektlosigkeit mit Verachtung erf�llt. Er war immerhin ein Schattenj�ger. Ganz egal wie gro� ihre F�higkeiten waren, keiner diese M�nche konnte sich auch nur vorstellen, was es ihn gekostet hatte, ein Schattenj�ger zu werden. Sie k�mpften, um ein perfektes Gleichgewicht zu finden, aber ein Schattenj�ger zu sein, das hie�, das Chaos zu meistern.</p><p>Sein Wissensdurst und der Umstand, dass er sich kleinere Lektionen schnell und sicher aneignete, zwangen die Pandaren, ihm immer komplexere Techniken zu zeigen. Als seine St�rke zur�ckkehrte und sein K�rper langsam wieder lernte, sich von Schnitten und blauen Flecken zu heilen, gab es nur noch eines, was ihn zur�ckhielt, und das war seine mangelnde Ausdauer. Er war versucht, der d�nnen Bergluft die Schuld daf�r zu geben, aber den Menschen schien keine Kurzatmigkeit zu behindern.</p><p>Daf�r gab es andere Dinge, die Tyrathan plagten. Er zog noch immer ein Bein nach, wenn auch l�ngst nicht mehr so stark wie zuvor. Er benutzte jetzt einen Gehstock, und wenn die M�nche mit Stabwaffen k�mpften, trainierte er oft mit. Vol�jin war aufgefallen, dass das Humpeln verschwand, wenn Tyrathan mitten in den �bungen war. Erst am Ende, wenn er wieder zu Atem kam und sich seiner selbst wieder bewusst wurde, kehrte es zur�ck.</p><p>Der Mensch beobachtete die Pandaren auch oft beim Bogenschie�en, und man musste schon blind sein, um nicht zu erkennen, wie sehr er sich w�nschte, selbst ein paar Pfeile abzufeuern. Er musterte die M�nche, sah zu, wie sie schossen, und wenn einer von ihnen nicht traf, senkte er den Kopf; bohrte sich ein Pfeil jedoch neben einen anderen ins Ziel, erhellte ein L�cheln seine Z�ge.</p><p>Jetzt, wo er weit genug war, um trainieren zu k�nnen, zog Vol�jin in eine kleine, spartanische Kammer im �stlichen Fl�gel des Klosters um. Die Ausstattung war schlicht: eine Schlafmatte, ein niedriger Tisch, ein Becken und eine Kanne, au�erdem zwei Haken, an denen er seine Kleider aufh�ngen konnte. Da war nichts, womit man sich h�tte ablenken k�nnen. Sicher machte die Nacktheit der Unterk�nfte es den M�nchen leichter, sich zu sammeln und Frieden zu finden.</p><p>Vol�jin erinnerte sein neues Zimmer an Durotar � nur dass es hier deutlich k�lter war �, und es fiel ihm nicht schwer, sich dort einzugew�hnen. Die Schlafmatte platzierte er so, dass das erste Licht des Morgengrauens ihn wecken w�rde. Nach dem Aufstehen erledigte er wie die anderen auch einige Arbeiten im Kloster, bevor er ein einfaches Fr�hst�ck zu sich nahm und dann mit den morgendlichen �bungen begann. Ihm fiel auf, dass man ihm mehr Fleisch auf den Teller legte als den M�nchen, was angesichts seines gesundheitlichen Zustands wohl Sinn ergab.</p><p>Morgens, mittags und abends folgten alle demselben Muster: Arbeiten, Essen und �bungen. F�r Vol�jin drehten sich diese �bungen allesamt um St�rke und Beweglichkeit, er erlernte den Kampf und lernte dadurch seine k�rperlichen Grenzen kennen. Nachmittags erhielt er einige individuelle Lektionen, wieder von mehreren, sich abwechselnden M�nchen, weil die meisten der Pandaren zu dieser Zeit am Unterrichtsprogramm teilnahmen. Sie gesellten sich erst beim abendlichen Training wieder zu ihm, welches gr��tenteils aus Dehn- und Beweglichkeits�bungen bestand, um einen erholsamen Schlaf zu f�rdern.</p><p>Die M�nche waren gute Lehrer. Vol�jin hatte gesehen, wie einige von ihnen mit einem einzigen Hieb bis zu einem Dutzend Bretter durchschlugen, und er hatte sich schon darauf gefreut, es selbst zu versuchen, denn er wusste, dass er es konnte. Doch als er sich dann endlich an dieser �bung versuchen durfte, �bernahm Meister Taran Zhu sein Training, und anstelle von Holzbrettern setzte man ihm eine zwei Finger dicke Steinplatte vor.</p><p><emphasis>Wollt ihr mich verspott�n</emphasis>? Vol�jin musterte das Gesicht des M�nchs, konnte aber keine Hinterlist erkennen. Was nat�rlich nicht bedeutete, dass da keine war; hinter ihrer gleichg�ltigen Miene konnten die Pandaren alles M�gliche verbergen. �Ich soll Stein zerbrechen. Die ander�n zerbrech�n Holz.�</p><p>�Die anderen glauben nicht, dass sie das Holz zerbrechen k�nnen. Ihr schon.� Taran Zhu deutete auf einen Punkt eine Fingerl�nge hinter der Steinplatte. �Legt dort Eure Zweifel ab. Schlagt durch sie hindurch.�</p><p><emphasis>Zweifel</emphasis>? Vol�jin wehrte den Gedanken ab. Er war nur eine Ablenkung. Im Grunde wollte er ihn verdr�ngen, doch stattdessen tat er, was der M�nch ihm aufgetragen hatte. Er stellte sich seine Zweifel bildhaft vor, als schimmernde blauschwarze Kugel, aus der Funken aufstoben, dann lie� er sie durch den Stein hindurchschweben, sodass sie eine Fingerl�nge dahinter zum Stehen kam.</p><p>Nun konzentrierte der Troll sich, wobei er tief ein- und dann scharf ausatmete. Er stie� seine Faust nach vorne, und er hielt nicht inne, als die Steinplatte zerbarst, sondern zog ganz durch, um die Kugel seiner Zweifel zu zerschmettern. Er h�tte schw�ren k�nnen, dass er keinen Widerstand sp�rte, bis er die Kugel traf, so als w�re der Stein �berhaupt nicht da gewesen. Da war nur der Staub, den er sich nach dem Schlag vom Arm wischte.</p><p>Taran Zhu verbeugte sich respektvoll.</p><p>Vol�jin erwiderte die Geste, und diesmal hielt er den Kopf l�nger gesenkt als zuvor.</p><p>Die anderen M�nche verbeugten sich ebenfalls, erst vor ihrem Meister, als dieser sich zur�ckzog, dann vor ihm. Vol�jin neigte erneut den Kopf. Wie sich sp�ter zeigte, hatte das Jian an diesem Tag erneut eine andere Bedeutung angenommen.</p><empty-line/><p>Erst am Abend, als er allein in seinem Zimmer sa�, den R�cken gegen den k�hlen Stein gelehnt, erkannte er zumindest teilweise, was er gelernt hatte. Seine Hand war weder geschwollen noch steif, aber er konnte noch immer sp�ren, wie sie seine Zweifel zertr�mmert hatte. Er spreizte die Finger, sah zu, wie sie sich bewegten, froh, dass sie wieder eins mit ihm waren.</p><p>Taran Zhu hatte recht gehabt, indem er seine Zweifel zum Ziel machte. Zweifel zerst�rten die Seele. Welche denkende Kreatur konnte zur Tat schreiten, solange sie Zweifel an ihrem Erfolg hegte? Daran zu zweifeln, dass er den Stein durchschlagen k�nnte, hie� einzugestehen, dass seine Hand brechen, seine Knochen zersplittern, sein Fleisch rei�en und sein Blut flie�en k�nnte. Und wenn er lange genug �ber diese M�glichkeit nachdachte, w�rde sie zwangsl�ufig auch eintreten. Dieses Ende w�rde zu seinem Ziel werden, und es w�re das Einzige, was er erreichen k�nnte. Wenn er sich hingegen zum Ziel setzte, seine Zweifel zu zerst�ren, und er dieses Ziel traf, was war dann noch unm�glich?</p><p>Zalazane kehrte in seine Gedanken zur�ck, aber nicht als Vision, sondern in Gestalt mehrerer Erinnerungen. Zweifel hatten seine Seele zerst�rt. Sie waren gemeinsam aufgewachsen, als beste Freunde. Weil Sen�jin, der Anf�hrer der Dunkelspeertrolle, sein Vater war, war Vol�jin schon immer als der Bessere der beiden betrachtet worden, doch er selbst hatte nie so gedacht. Zalazane hatte das gewusst, und sie hatten oft dar�ber gesprochen und �ber die Ignoranz derer gelacht, die einen von ihnen f�r einen Helden und den anderen f�r seinen unbedeutenden Gef�hrten hielten. W�hrend Vol�jin darauf hinarbeitete, ein Schattenj�ger zu werden, hatte sich Zalazane unter Meister Gadrin zum Hexendoktor ausbilden lassen. Sen�jin selbst hatte ihn dazu ermutigt, und einige unter den Dunkeltrollen vermuteten, dass er Zalazane zu seinem Nachfolger heranzog, weil Vol�jin zu H�herem bestimmt war.</p><p>Doch auch damit hatten die Trolle falschgelegen, denn Zalazane und Vol�jin glaubten an Sen�jins Traum von einem Heimatland f�r die Dunkelspeere. Ein Ort, an dem sie aufbl�hen konnten, ohne Furcht und ohne Feinde, die sie heimsuchten. Nicht einmal Sen�jins Tod durch die Klauen der Murlocs hatte diesen Traum ausl�schen k�nnen.</p><p>Irgendwo, irgendwann hatten sich dann Zweifel in Zalazanes Seele gefressen. Vielleicht weil er gesehen hatte, dass selbst ein m�chtiger Hexendoktor wie Sen�jin einfach so sterben konnte. Vielleicht weil er einmal zu oft geh�rt hatte, dass Vol�jin der Held war und er nur der Wegbegleiter. Vielleicht aus irgendeinem anderen Grund, den Vol�jin nicht einmal erahnen konnte. Doch warum auch immer, Zalazane hatte beschlossen, die Macht brutal an sich zu rei�en.</p><p>Diese Macht hatte ihn in den Wahnsinn getrieben. Er hatte die meisten der Dunkelspeere versklavt und in hirnlose Lakaien verwandelt, w�hrend Vol�jin mit einigen anderen geflohen war. Sp�ter war der Schattenj�ger dann mit seinen Verb�ndeten von der Horde zur�ckgekehrt, um die Echo-Inseln zu befreien. Er selbst hatte den Angriff gef�hrt, dem Zalazane zum Opfer gefallen war, und er hatte das Blut seines alten Freundes gesp�rt, geh�rt, wie er seinen letzten Atemzug tat. Wenn er an diesen Moment zur�ckdachte, an den letzten Funken, den er in Zalazanes Augen gesehen hatte, dann wollte er glauben, dass sein Freund wieder zu Sinnen gekommen war und dass es ihn mit Freude erf�llt hatte, endlich frei zu sein.</p><p><emphasis>Garrosh muss es so �hnlich geh�n</emphasis>. In die h�chsten R�nge erhoben, weil er seines Vaters Sohn war, aber kaum um seiner selbst oder seiner Taten willen verehrt, war Garrosh bei den meisten gef�rchtet. Er hatte gelernt, dass Furcht eine wirkungsvolle Peitsche war, um seine Untergebenen im Zaum zu halten. Doch nicht alle zuckten unter dem Schnalzen dieser Peitsche zusammen.</p><p><emphasis>Ich nich</emphasis>t.</p><p>Garrosh zweifelte an seiner Position, weil er sp�rte, dass er sie sich nicht selbst verdient hatte, sondern sie dem Andenken seines Vaters schuldete. Und wenn man sich selbst als unw�rdig betrachtete, dann taten andere es sicher auch. <emphasis>Ich zum Beispiel, und das habe ich ihm auch gesagt</emphasis>. Zweifel konnten verborgen werden, was bedeutete, dass jeder ein potenzieller Feind war, und der einzige Weg, diese Feinde auszuschalten, war, sie alle zu beherrschen.</p><p>Doch alle Siege der Welt w�rden die Stimme in seinem eigenen Kopf nicht zum Schweigen bringen, die sagte: �<emphasis>Ja, aber du bist nicht dein Vater.</emphasis>�</p><p>Vol�jin streckte sich auf der Schlafmatte aus. <emphasis>Mein Vater hatte einen Traum, und er teilte ihn mit mir. Er machte ihn zu meinem Erbe, und gl�cklicherweise hab ich ihn verstand�n. Darum kann ich ihn Wahrheit werden lass�n. Darum kann ich Frieden find�n.</emphasis></p><p>Er fl�sterte in die Leere hinein. �Aber Garrosh wird nie Frieden find�n. Und er wird auch niemand ander�n Frieden find�n lassen.�</p></section><section><title><p>7</p></title><p>Ein Sturm wehte mit heulenden Winden und dunklen Wolken aus dem S�den heran, und der Schnee peitschte fast waagrecht durch die Luft, mit einer solchen Wucht, dass es schmerzte. Der Blizzard war unglaublich schnell herangekommen: Als Vol�jin aufgewacht war, hatte die Sonne geschienen, aber noch bevor er seine morgendlichen Pflichten erledigen konnte � in diesem Fall die obersten F�cher der Regale abzustauben, in denen viele alte Schriftrollen aufbewahrt wurden �, war die Temperatur bereits gefallen und die Luft dunkler geworden, und das Jaulen des Sturms hatte sich erhoben, als w�rden heulende D�monen �ber das Kloster herfallen.</p><p>Vol�jin wusste nicht viel �ber Schneest�rme, aber gerade das verhinderte, dass er in Panik geriet, w�hrend �ltere M�nche das Kloster durchk�mmten, um alle im gro�en Speisesaal zu versammeln. Jeder Pandaren ging an seinen Essensplatz, und Vol�jin, der gr��er als die anderen war, konnte sehen, dass die M�nche die Anwesenden abz�hlten. Erst da fiel ihm ein, dass ein so heftiger Sturm jeden Wanderer blenden und in die Irre f�hren k�nnte. In diesem Blizzard verloren zu gehen, bedeutete den sicheren Tod.</p><p>Zu seiner Schande fiel ihm �berhaupt nicht auf, was Chen bemerkte, noch bevor das Durchz�hlen beendet war. �Tyrathan ist nicht hier.�</p><p>Vol�jin sp�hte hoch zum Gipfel des Berges. �Er w�rde nicht rausgeh�n, wenn sich so ein Sturm zusammenbraut.�</p><p>Taran Zhu stellte sich auf ein erh�htes Podium. �Es gibt eine Nische, wo er oft Rast macht. Sie ist nach Norden ausgerichtet und gut abgeschirmt. Von dort h�tte er den Sturm nicht kommen sehen. Meister Sturmbr�u, Ihr werdet ein Fass mit Eurem Gute-Besserungs-Gebr�u f�llen. Das erste und das zweite Haus werden sich zu Suchgruppen organisieren.�</p><p>Der Troll hob den Kopf. �Was soll ich tun?�</p><p>�K�mmert Euch weiter um Eure Pflichten, Vol�jin.� Wenn Taran Zhu seinen Namen aussprach, gab es kein Jian.</p><p>�Der Sturm wird ihn umbring�n.�</p><p>�Euch w�rde er ebenfalls t�ten. Und zwar noch schneller als ihn.� Der alte Pandaren klatschte einmal mit den Pfoten, und die M�nche gingen eilig ans Werk. �Ihr wisst nur wenig �ber solche Schneest�rme. Ihr m�gt vielleicht Steine zerschmettern, aber dieser Sturm kann Euch zerschmettern. Er w�rde Euch alle W�rme und St�rke aus dem Leib saugen. Wir m�ssten Euch hierher zur�cktragen, lange bevor wir ihn f�nden.�</p><p>�Ich kann doch nicht einfach nur danebensteh�n ��</p><p>�� und nichts tun? Gut, dann will ich Euch eine Aufgabe geben, eine Frage, �ber die Ihr nachdenken k�nnt.� Die N�stern des Pandaren zuckten, aber seine Stimme blieb gleichm��ig und emotionslos. �Wollt Ihr handeln, um den Menschen zu retten oder um Euer Selbstverst�ndnis als Held zu wahren? Ich denke, Ihr werdet viele Regale abstauben k�nnen, bevor Ihr die wahre Antwort auf diese Frage gefunden habt.�</p><p>Zorn brannte in Vol�jins Seele, aber er gab ihm keine Stimme. Der Meister der M�nche hatte zweimal direkt ins Schwarze getroffen, so wie die Bogensch�tzen, die unter seiner Aufsicht trainierten. Es stimmte, der Sturm w�rde ihn t�ten. Gut m�glich, dass er dort drau�en nicht einmal �berleben w�rde, wenn er bei voller Gesundheit w�re; K�lteresistenz war f�r die Dunkelspeertrolle niemals ein ernst zu nehmendes Thema gewesen.</p><p>Wichtiger noch war aber, dass Taran Zhu erkannt hatte, warum Vol�jin wirklich an dem Rettungseinsatz teilnehmen wollte. Das war der Pfeil, der ihn am schmerzhaftesten traf. Es war nicht die Sorge um Tyrathan Khorts Wohl, die ihn umtrieb, sondern die Sorge um sich selbst. Er wollte nicht l�nger zur�ckbleiben m�ssen, wenn es galt, auf eine Gefahr zu reagieren; das war ein Zeichen von Schw�che, und er wollte sich keine Schw�che eingestehen. K�nnte er Tyrathan retten, w�rde das au�erdem beweisen, dass er und seine Gesundheit dem Menschen �berlegen waren. Dann w�rde es nicht mehr so sehr schmerzen, dass der Mann seine Schw�che gesehen hatte.</p><p>Als er sich wieder dem Abstauben zuwandte, erkannte Vol�jin, dass er sich Tyrathan verpflichtet f�hlte, und dieser Gedanke gefiel ihm nicht. Trolle und Menschen waren einander nie wirklich verbunden gewesen, au�er in ihrem Hass. Vol�jin hatte mehr M�nner get�tet, als er z�hlen konnte, und die Art, wie der J�ger ihn studiert hatte, lie� darauf schlie�en, dass auch er schon zahlreiche Trolle auf dem Gewissen hatte. Sie waren als Feinde geboren, und war das nicht auch der Grund, warum die Pandaren sie �berhaupt hierbleiben lie�en? Weil sie so gegens�tzlich waren, dass sie einander ausglichen?</p><p><emphasis>Und trotzdem hat dieser Mann mir nichts als G�te geschenkt.</emphasis> Ein Teil von Vol�jin wollte das als Schw�che abtun. Tyrathan hatte sich ihm aus Furcht untergeordnet, in der Hoffnung, dass Vol�jin ihn dann nicht t�ten w�rde, wenn es ihm wieder besser ging. Es w�re leicht, das zu glauben, und viele Trolle w�ren so �berzeugt davon, als h�tten die Loa es ihnen in einer Nachricht �bermittelt. Doch Vol�jin konnte das nicht akzeptieren. Man hatte Tyrathan aufgetragen, sich um ihn zu k�mmern, aber die zus�tzliche M�he, die er sich mit der Tunika gemacht hatte � so verhielt sich kein Diener, der nur seinen Pflichten nachkam.</p><p>Es war mehr. <emphasis>Und es verdient Respekt.</emphasis></p><p>Vol�jin war mit den oberen F�chern fertig und hatte sich l�ngst den unteren gewidmet, als die Suchtrupps zur�ckkehrten, und ihre aufgeregten Stimmen deuteten darauf hin, dass sie Erfolg gehabt hatten. Beim Mittagessen hielt der Troll erst nach Tyrathan Ausschau, dann nach Chen und Taran Zhu. Als er keinen von ihnen sehen konnte, suchte er nach den Heilern. Einen oder zwei von ihnen entdecke er, aber sie blieben gerade lange genug, um sich etwas zu essen zu nehmen, dann verschwanden sie wieder.</p><p>Der Sturm belagerte den Berg, und der Tag blieb grimmig und dunkel, bis noch tiefere Dunkelheit und noch eisigere K�lte schlie�lich sein Ende einl�uteten. Als die M�nche sich zum Abendmahl versammelten, trat eine junge M�nchin an ihn heran und f�hrte ihn in die Krankenstation, in der ihn bereits Chen und Taran Zhu erwarteten. Keiner von ihnen machte einen fr�hlichen Eindruck.</p><p>Tyrathan Khort lag in einem Bett, seine Haut war ganz grau, und Schwei� perlte auf seiner Stirn. Mehrere warme Decken h�llten ihn bis zum Kinn ein, und obwohl er versuchte, sie fortzustrampeln, waren seine Bewegungen so schwach, dass sie ihn weiter bedeckten. Kurz durchzuckte Mitgef�hl Vol�jin.</p><p>Der Leiter des Klosters richtete einen Finger auf den Troll. �Ich habe eine Aufgabe, um die Ihr Euch k�mmern werdet. Falls nicht, wird er sterben. Und bevor ein sch�ndlicher Gedanke sich in Eurem Geist einnistet, lasst mich Euch Folgendes sagen: Falls Ihr Euch weigert, werdet Ihr ebenfalls sterben. Nicht durch meine Hand und auch nicht durch die eines der M�nche hier. Aber dieses Ding, das Ihr jenseits der Steinplatte zerschmettert habt � durch eine solche Tat w�rdet Ihr es zur�ck in Eure Seele lassen, und dann w�rde es Euch umbringen.�</p><p>Vol�jin lie� sich auf ein Knie fallen und beobachtete Tyrathans Gesicht. Furcht, Hass, Scham: Diese und weitere Emotionen wanderten �ber die Z�ge des Menschen. �Er schl�ft. Er tr�umt. Was kann ich tun?�</p><p>�Es geht nicht darum, was Ihr tun k�nnt, Troll, sondern darum, was Ihr tun m�sst.� Taran Zhu atmete langsam aus. �Weit entfernt von hier, im S�den und im Osten, befindet sich ein Tempel. Er ist einer von vielen in Pandaria, aber er und einige andere wie er sind etwas Besonderes. Denn in jedem von ihnen hat Kaiser Shaohao in seiner Weisheit einen der Sha eingesperrt. Die Sha �hneln in ihrer Natur Euren Loa. Sie verk�rpern Aspekte des intellektuellen Wesens � die dunklen Aspekte. Im Tempel der Jadeschlange hat der Kaiser den Sha des Zweifels eingekerkert.�</p><p>Vol�jin runzelte die Stirn. �Es gibt keine Geister des Zweifels.�</p><p>�Nein? Was hast du dann mit diesem Schlag zerst�rt?� Taran Zhu verschr�nkte die Pfoten hinter seinem Nacken. �Du hast Zweifel, wir alle haben Zweifel, und der Sha benutzt sie. Er l�sst sie in unserem Innern vibrieren, um uns zu l�hmen, unsere Seele zu t�ten. Wir, die Shado-Pan, werden ausgebildet, um den Sha entgegenzutreten, wie Ihr inzwischen wisst. Doch ungl�cklicherweise ist Tyrathan Khort ihnen begegnet, bevor er bereit daf�r war.�</p><p>Vol�jin erhob sich wieder. �Was kann ich tun? Was muss ich tun?�</p><p>�Ihr seid von dieser Welt. Ihr versteht sie.� Taran Zhu nickte Chen zu. �Meister Sturmbr�u hat in unserer Apotheke ein Getr�nk zubereitet, das wir Wein der Erinnerung nennen. Sowohl Ihr als auch der Mensch werden davon trinken, und dann werden wir Euch in seine Tr�ume f�hren. So wie die Loa bisweilen durch Euch agieren, so werdet Ihr durch ihn handeln. Ihr habt Eure Zweifel zerst�rt, Vol�jin, aber er ist noch immer von ihnen infiziert. Ihr m�sst seine Zweifel finden und sie austreiben.�</p><p>Die Augen des Trolls wurden schmal. �K�nnt Ihr das denn nicht tun?�</p><p>�Wenn ich es k�nnte, w�rde ich diese Aufgabe wohl kaum jemandem anvertrauen, der wenig mehr ist als ein Novize, glaubt Ihr nicht auch?�</p><p>Vol�jin neigte den Kopf. �Nat�rlich.�</p><p>�Eine Warnung habe ich noch f�r Euch, Troll. Ihr m�sst begreifen, dass nichts von dem, was Ihr seht und erlebt, real ist. Es sind seine Erinnerungen vergangener Ereignisse. K�nntet Ihr mit allen �berlebenden dieser Schlacht reden, w�rde jeder Euch eine andere Geschichte erz�hlen. Versucht also gar nicht erst, seine Erinnerungen zu verstehen. Findet seine Zweifel und merzt sie aus.�</p><p>�Ich werde schon wiss�n, was zu tun ist.�</p><p>Die M�nchin und Chen schoben ein weiteres Bett heran, aber Vol�jin winkte ab und setzte sich stattdessen auf den Steinboden neben Tyrathan. �Das wird mir helf�n, mich daran zu erinnern, dass ich ein Troll bin.�</p><p>Er nahm eine h�lzerne Schale aus Chens Pfote. Die schwarze Fl�ssigkeit darin war �lig und brannte, als w�re sie mit Brennnesseln versetzt. Schnell breitete sich ein saurer Geschmack auf Vol�jins Zunge aus, nur dort nicht, wo das bittere Brennen seinen Mund bet�ubte. Nach zwei Schlucken war der Wein der Erinnerung seine Kehle hinuntergerannt, und nun legte er sich hin und schloss die Augen.</p><p>Er streckte seine Sinne aus, wie er es auch tat, wenn er mit den Loa Verbindung aufnehmen wollte, aber die Landschaft, in der er sich wiederfand, war ganz klar pandarisch � voller Gr�n und warmem Grau, auch wenn ein paar Flecken Schnee darin aufblitzten. Taran Zhu stand dort, ein schweigsamer Geist, und seine rechte Pfote deutete auf eine dunkle H�hle. Die Fu�spuren von Pandaren f�hrten in diese Richtung, endeten aber an der steinernen M�ndung.</p><p>Vol�jin musste sich mit eingezogenem Kopf seitlich durch den Eingang schieben, und einen Herzschlag lang, als die Steinw�nde gegen seinen K�rper dr�ckten, f�rchtete er schon, er w�rde nicht hindurchpassen. Doch dann, begleitet von einem Gef�hl wie von zerrei�endem Fleisch, gelang es ihm.</p><p>Und beinahe h�tte er laut aufgeschrien.</p><p>Er sah die Welt nun durch Tyrathan Khorts Augen, und alles war viel zu hell und viel zu gr�n. Vol�jin hob eine Hand, um seine Augen abzuschirmen, und �berraschung durchzuckte ihn. Seine Arme waren zu kurz, sein K�rper breiter, aber doch schw�cher, und er konnte nur winzige Schritte machen. Ringsum, wohin er auch blickte, standen M�nner und Frauen in den blauen, mit Gold verzierten Wappenr�cken von Sturmwind. Sie sch�rften ihre Waffen und r�ckten ihre R�stungen zurecht, w�hrend Jinyu-Rekruten sie fasziniert beobachteten.</p><p>Ein junger Soldat tauchte vor ihm auf und salutierte. �Der Kriegsanf�hrer braucht Euch auf dem H�gel, Sir.�</p><p>�Danke!� Vol�jin lie� sich von der Erinnerung mittreiben, w�hrend er sich an das Gef�hl gew�hnte, in einem menschlichen K�rper zu stecken. �ber dem R�cken trug Tyrathan seinen Bogen, und jedes Teil davon bestand aus Tieren, die er erlegt hatte. Das Leder war von ihm selbst gegerbt und gen�ht, und auch sonst hatte er auf alles verzichtet, was andere hergestellt hatten.</p><p>Vol�jin l�chelte, denn er verstand die Gr�nde.</p><p>Leichtf��ig rannte Tyrathan den H�gel hinauf � und der Troll erkannte, warum er so gerne auf den Berg �ber dem Kloster hinaufgestiegen war. Vor einem gewaltigen H�nen von einem Mann mit dichtem Bart blieb er schlie�lich stehen. Die R�stung des Kriegsanf�hrers leuchtete blendend hell, und auf dem Wei� seines Wappenrocks gab es nicht die geringste Spur von Blut.</p><p>�Ihr wolltet mich sehen, Sir?�</p><p>Der Mann, Bolten Vanyst, deutete in das Tal hinab. �Das ist unser Ziel. Das Schlangenherz. Es macht einen friedlichen Eindruck, aber davon werde ich mich nicht t�uschen lassen. Ich habe ein Dutzend Scharm�tzler ausgesucht � die besten J�ger. Ich m�chte, dass Ihr mit ihnen das Terrain auskundschaftet und dann Bericht erstattet. Wir werden dort unten nicht in einen Hinterhalt hineinspazieren.�</p><p>�Verstanden, Sir.� Tyrathan salutierte zackig. �Ihr werdet meinen Bericht in ein, sp�testens zwei Stunden haben.�</p><p>�Solange er vollst�ndig ist, darf es auch drei dauern.� Der Kriegsanf�hrer entlie� ihn mit einem Wink.</p><p>Der Mensch rannte los, und Vol�jin pr�gte sich s�mtliche Eindr�cke ein. Als sie einen felsigen H�gelpfad hinabeilten, fiel ihm auf, dass Tyrathan einige der weiteren Spr�nge auslie�, aber als er in diesen Entscheidungen nach einem Anflug des Zweifels suchte, fand er nur Zuversicht. Der Mann kannte sich genau, und auch wenn ein Troll diesen Vorspr�ngen keine weitere Beachtung geschenkt h�tte, waren sie doch steil genug, dass ein Mensch sich den Kn�chel verrenken oder das Bein brechen konnte.</p><p>Es �berraschte Vol�jin ohnehin, wie zerbrechlich man sich als Mensch f�hlte. Bislang hatte er es nur von einer Warte aus gesehen: dass es herrlich leicht war, seine Feinde zu zerschmettern. Doch nun begann er genauer dar�ber nachzudenken. Die Menschen wussten, dass der Tod sie jederzeit ereilen konnte, und doch k�mpften und erforschten sie und zeigten keinen Mangel an Tapferkeit. Es schien, als w�re ihre Sterblichkeit ein vertrauter Gef�hrte, den sie bereitwillig an ihrer Seite akzeptierten.</p><p>Erst als Tyrathan eine Gruppe von zw�lf J�gern, ihm selbst nicht un�hnlich, erreichte, fiel Vol�jin auf, dass dieser Mensch keinen tierischen Begleiter dabeihatte. Die anderen hingegen schon, und jedes der Tiere zeugte von den Reisen des jeweiligen Besitzers. Da waren Raptoren und Schildkr�ten, Riesenspinnen und Blutsucher-Flederm�use. Nach welcher Logik die Menschen ihre Tierbegleiter ausw�hlten, wollte sich Vol�jin jedoch nicht erschlie�en.</p><p>Mit knappen Handzeichen gab Tyrathan seinen Soldaten ihre Befehle, anschlie�end teilte er sie in kleine Gruppen ein, genau so, wie er die Jihui-Spielsteine aufgeteilt hatte. Seine eigene Gruppe f�hrte er nach S�den, dem entlegensten Zielpunkt entgegen, und sie bewegten sich schnell und leise � in dieser Hinsicht schienen sie es selbst mit den samtpfotigen Pandaren-M�nchen aufnehmen zu k�nnen. Tyrathan hatte einen Pfeil an die Sehne gelegt, den Bogen aber nicht gespannt.</p><p>Als ein Schrei aus dem Westen erklang, ver�nderte sich die Realit�t der Ereignisse, und vermutlich w�re Vol�jin verloren gewesen, h�tte er nicht gewusst, wie ein Kampf die Wahrnehmung beeinflusste. Die Zeit verlangsamte sich, wenn man ein Unheil kommen sah, und dann preschte sie auf einmal nur so dahin, sobald es einen einholte. Es dauerte eine Ewigkeit, wenn man sah, wie ein Pfeil auf einen Freund zuflog, aber nur einen Herzschlag, bis das Leben in einer roten Font�ne aus seinem K�rper gesprudelt war.</p><p>Wo gerade noch keine Feinde in Sicht gewesen waren, st�rmte nun eine Legion auf die Gruppe los. Bizarre Geisterwesen wirbelten um sie herum, ber�hrten, zerfleischten, zerfetzten sie, entlockten ihren Kehlen Schreie, bevor sie sie durchschnitten. Die tierischen Begleiter der Menschen br�llten und knurrten, bissen und hieben mit ihren Klauen um sich, nur um ebenfalls �berw�ltigt und auseinandergerissen zu werden.</p><p>Tyrathan f�r seinen Teil versuchte, Ruhe zu bewahren. Mit flie�enden, kr�ftigen Bewegungen feuerte er einen Pfeil nach dem anderen ab. <emphasis>Junge, Junge, die M�nche w�rd�n ganz sch�n alt ausseh�n, wenn sie ihm je einen Bog�n in die Hand geben w�rd�n</emphasis>. Vol�jin hegte keinen Zweifel daran, dass Tyrathan den Pfeil eines M�nchs in der Luft zerteilen konnte, noch bevor er das Ziel erreichte, und trotzdem noch mitten ins Schwarze treffen w�rde.</p><p>Da ging eine Frau zu Boden, dunkelhaarig und schlank, so wie die Katze, die sie begleitete. Mit einem Schrei eilte Tyrathan zu ihr hin�ber und feuerte auf die Sha, die sie attackierten. Er t�tete den ersten, anschlie�end den zweiten, aber dann rollte ein Stein unter seinen Fu�, und er verfehlte den dritten.</p><p>Von seinem Blickwinkel aus konnte Vol�jin sehen, dass dieser Schuss ohnehin keinen Unterschied mehr gemacht h�tte. Die Frau starrte mit glasigen Augen aus einer roten Totenmaske zu ihnen beiden hinauf. Das Blut sprudelte, und ihr Wappenrock saugte es gierig auf. Falls etwas Erinnerungsw�rdiges an ihrem Tod war, dann die Art, wie ihre Hand sich z�rtlich auf den breiten Sch�del ihres leblosen Tierbegleiters legte.</p><p>Tyrathan lie� sich auf ein Knie fallen, aber da traf ihn etwas hart in die Seite. Sein Bogen flog ihm aus der Hand und segelte durch die Luft, und er selbst wurde gegen eine Steinschlange geschleudert. Sie traf ihn direkt unter der linken H�fte, und sein Bein knickte um, woraufhin ein gl�hender Schmerz seinen K�rper durchzuckte. Er prallte einmal auf und rollte weiter, bis er zum Liegen kam. Direkt �ber der toten Frau.</p><p><emphasis>Es ist meine Schuld, dass du nicht mehr am Leben bist.</emphasis></p><p>Da war sie, die Wurzel des Zweifels. Vol�jin blickte hinab und sah einen schwarzen Faden, der in einen spitzen Dorn auslief. Er stach ihn einmal, verfehlte nur knapp sein Herz und schoss aus seinem R�cken wieder hervor, dann zuckte er zur�ck nach vorne, die Spitze vorgereckt wie eine Viper kurz vor dem Zusto�en, diesmal direkt auf sein Herz gerichtet.</p><p>Doch Vol�jin streckte seine Geisterhand aus und packte ihn unterhalb des Dorns, so wie er auch eine Schlange ergreifen w�rde. Mit einem Streicheln seines Daumens k�pfte er den Zweifel, dann packte er ihn weiter unten und riss auch den Rest des Fadens los.</p><p>Doch der mittlere Teil der schwarzen Viper kroch schnell und tief in Tyrathan hinein, und dort schlang er sich fest um das Herz des J�gers und begann zuzudr�cken. Der K�rper des Menschen verspannte sich, sein R�cken kr�mmte sich, aber der zerrissene Faden konnte nicht fest genug zudr�cken. Also wand er sich nach unten, fort vom Herzen, und schl�ngelte sich stattdessen um seine Wirbels�ule, um auf Tyrathans Schmerzen in sein Gehirn hinaufzureiten.</p><p>Dort angekommen stie� er zu und entlockte dem Menschen einen markersch�tternden Schrei. Vol�jins Bild von Tyrathan verschwand wie ein Spiegelbild im Wasser, das von einem Strudel verschlungen wird. S�mtliches Licht versickerte in einem schwarzen Loch, und nur silberne Qualen z�ngelten wieder heraus, die Mensch wie Troll gleicherma�en ersch�tterten.</p><empty-line/><p>Vol�jin zuckte hoch, sein Gesicht nass vor Schwei�, und seine H�nde suchten seinen K�rper instinktiv nach Wunden ab. Er griff an seine H�fte, sp�rte, wie der Schmerz der gebrochenen Knochen schwand, und nach einem Keuchen blickte er zu Tyrathan hoch.</p><p>Ein wenig Farbe war unter die Haut des Menschen zur�ckgekehrt, und er atmete leichter, au�erdem strampelte er nicht l�nger unter seinen Decken.</p><p>Vol�jin musterte ihn genauer. Er war noch immer so schwach und so viel zerbrechlicher, als der Troll sich h�tte vorstellen k�nnen, bevor er in seine Haut geschl�pft war. Doch er hatte einen st�hlernen Willen, und er w�rde sich erholen. Ein Teil von Vol�jin hasste den Gedanken, weil er erkannte, dass viele Menschen diese Eigenschaft teilten. Das bedeutete nichts Gutes f�r die Trolle. Doch zugleich bewunderte er Tyrathan, denn man brauchte einen starken Geist, um so erbittert gegen den Tod anzuk�mpfen.</p><p>Der Troll blickte hoch zu Meister Taran Zhu. �Ein paar Zweifel sind mir entwischt. Ich konnte sie nicht alle ausl�schen.�</p><p>�Ihr habt genug getan.� Der Pandaren-M�nch nickte ernst. �F�rs Erste wird es reichen m�ssen.�</p></section><section><title><p>8</p></title><p>Der Sturm lie� gemeinsam mit Tyrathans Fieber nach, was in Chen die Frage heraufbeschwor, ob der Blizzard vielleicht widernat�rlicher Art gewesen sein k�nnte. Es war eine unheilvolle Vorstellung, aber sie qu�lte ihn nicht allzu lange. Sie konnte sich nicht in seinem Herzen festsetzen, denn noch w�hrend die letzte Schneeflocke fiel, sah er, wie sich die Schneelilien bereits wieder nach oben k�mpften, dem Sonnenlicht entgegen. Falls b�se M�chte am Werk w�ren, w�rden sie so etwas gewiss nicht erlauben.</p><p>Taran Zhu urteilte nicht �ber die Natur und den Ursprung des Sturms, sondern schickte sogleich M�nche nach S�den, Westen und Osten, um den Schaden absch�tzen zu lassen. Chen meldete sich freiwillig, nach Osten zu gehen, da sich der Tempel des Wei�en Tigers in dieser Richtung befand. Er k�nnte also seine Nichte besuchen und sehen, wie es ihr ging. Taran Zhu erkl�rte sich einverstanden, und er versicherte ihm, dass Tyrathan in seiner Abwesenheit die beste Pflege erhalten w�rde.</p><p>F�r Chen f�hlte es sich gut an, wieder aus dem Kloster herauszukommen. Unterwegs zu sein n�hrte seine Reiselust, und er war sicher, die meisten M�nche sahen darin den einzigen Grund f�r seine Bereitschaft, von ihrem Berg herunterzusteigen. Es passte in ihre Anschauung der Welt, und es passte zu ihrer Vorstellung, dass alle, die auf Shen-zin Su gelebt hatten, von Natur aus unausgeglichen waren und zu Huojin tendierten.</p><p>Chen wollte auch gar nicht bestreiten, dass er es genoss, zu reisen und zu erforschen. Andere mochten dabei kalte F��e bekommen, weil sie f�rchteten, sich in fremde Angelegenheiten zu verstricken, aber nicht er. Mit einem L�cheln wandte er sich zu seiner Reisebegleiterin herum. �Wann immer ich losziehe, habe ich das Gef�hl, dass ich dadurch jemand anders Platz mache, der sich an meiner statt ausruhen und ein wenig sein Leben genie�en kann.�</p><p>Yalia Weisenwisper bedachte ihn mit einem fragenden Blick, aber auch mit einer gewissen Heiterkeit. �Meister Sturmbr�u, f�hren wir eine weitere dieser Unterhaltungen, bei denen ich das Gef�hl habe, ich h�tte die erste H�lfte verpasst?�</p><p>�Verzeiht, Schwester. Manchmal klappern die Gedanken in meinem Kopf umher und fallen dann einfach heraus wie Jihui-W�rfel. Nicht einmal ich wei�, welche Seite am Ende nach oben zeigt.� Er deutete zur�ck in Richtung des Klosters, das nunmehr unter einer Decke aus Wolken verborgen war. �Ich habe rein gar nichts gegen das Leben im Kloster einzuwenden.�</p><p>�Aber Ihr k�nntet dort nicht auf ewig leben?�</p><p>�Nein, ich sch�tze nicht.� Chen runzelte die Stirn. �Haben wir uns nicht schon dar�ber unterhalten?�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Manchmal, Meister Sturmbr�u, wenn Ihr beim Fegen des Hofes innehaltet oder wenn Ihr zuseht, wie der Mensch zu seiner Wanderung den Berg empor aufbricht, verliert Ihr Euch. Dann richten sich Eure Gedanken auf einen anderen Ort, genauso konzentriert, als w�rdet Ihr ein neues Gebr�u vorbereiten.�</p><p>�Das ist Euch aufgefallen?� Chens Herz schlug ein wenig schneller. <emphasis>Hast du mich beobachtet</emphasis>?</p><p>�Es ist schwer, die Liebe zum Abenteuer zu ignorieren, wenn sie so hell in einem brennt.� Er fing einen Seitenblick auf, und dann gesellte sich ein L�cheln hinzu. �Wollt Ihr wissen, was ich sehe, wenn Ihr arbeitet?�</p><p>�Es w�re mir eine Ehre, Eure Gedanken zu h�ren.�</p><p>�Ihr werdet zu einer Linse, Meister Sturmbr�u. Ihr kennt die ganze Welt � die Welt jenseits von Pandaria �, und Ihr b�ndelt dieses Wissen und leitet es in Eure Arbeit. Nehmen wir zum Beispiel dieses Gute-Besserung-Bier, das Ihr f�r den Troll gebraut habt. Es gibt Pandaren-Braumeister, die haben ebenso viel Talent wie Ihr. Vielleicht sogar noch mehr. Doch keiner von ihnen hat Eure Erfahrung. Keiner von ihnen wei�, welche Zutaten er hinzuf�gen muss, um einen Troll gesund zu machen.� Sie blickte zu Boden. �Ich f�rchte, ich dr�cke mich nicht allzu verst�ndlich aus.�</p><p>�Nein, ich verstehe schon. Danke!� Chen l�chelte. �Es macht einen immer dem�tig, wenn man sich durch die Augen eines anderen sieht. Ihr habt nat�rlich recht. Es ist nur, ich habe nie das Gef�hl, als w�rde ich etwas b�ndeln. F�r mich ist es Spa�, eine Gabe, die ich an andere weitergeben kann. Als ich f�r Euch und Meister Taran Zhu Tee gemacht habe, wollte ich meine Wertsch�tzung zeigen und etwas von mir mit Euch teilen. Nach Eurer Einsch�tzung bedeutet das, dass ich einen Teil der Welt geb�ndelt habe.�</p><p>�Ja, das habt Ihr getan. Danke!� Sie nickte, w�hrend sie langsam in ein Tal hinabstiegen, wo bebaute Felder einen Flickenteppich um ein fernes Dorf bildeten. �Eurer Bemerkung eben entnehme ich, dass es Euch bei dieser Reise nicht nur darum geht, der Schildkr�te nachzujagen oder Eure Nichte zu besuchen. Habe ich recht?�</p><p>�Ja.� Chen zog die Brauen zusammen. �Falls ich genau sagen k�nnte, was es ist, w�rde ich nicht davor wegrennen. Nicht, dass ich wirklich davonrenne, es ist nur, ich brauche ��</p><p>�Eine neue Perspektive.�</p><p>�Das ist es.� Er nickte rasch. Dass sie ihm das Wort von der Zungenspitze genommen hatte, gefiel ihm. �Ich habe die Genesung von Vol�jin und Tyrathan Khort beobachtet. Sie gesunden wieder. Zumindest k�rperlich. Aber jeder hat noch immer seine Wunden. Ich kann es nicht verstehen ��</p><p>Yalia drehte sich herum und legte eine Pfote auf seine Schulter. �Es ist nicht Eure Schuld, dass Ihr nicht in sie hineinsehen k�nnt. Was sie verbergen, verbergen sie gut. Und selbst wenn Ihr es sehen k�nntet, sie w�rden es noch lange nicht erkennen. Diese Art von Heilung kann angeregt, aber nicht erzwungen werden; und manchmal schmerzt es den Heiler, wenn er warten muss.�</p><p>�Sprecht Ihr da aus Erfahrung?� Chen sprang �ber einen schmalen Bach.</p><p>Geschmeidig stieg Yalia von Stein zu Stein �ber den Wasserlauf hinweg. �Aus <emphasis>einer</emphasis> Erfahrung, ja. Einer �u�erst seltenen Erfahrung. Die meisten unserer Sch�ler qualifizieren sich durch eine Reihe von Pr�fungen, aber das ist nicht immer so. Wisst Ihr, wie die anderen Kinder, die besonderen Kinder, ausgew�hlt werden, Meister Sturmbr�u?�</p><p>Der Braumeister sch�ttelte den Kopf. �Ich habe nie dar�ber nachgedacht.�</p><p>�Die Legende erz�hlt, dass manche Kinder nicht dazu bestimmt sind, sich der Pr�fung der Roten Bl�ten zu unterziehen. Ihr Schicksal wird auf andere Weise entschieden.�</p><p>W�hrend sie sprach, wanderte ihr Blick in die Ferne, und ihre Stimme wurde noch leiser. �Diese Kinder, die weit �ber ihre Jahre hinaus weise sind, kommen in neuen K�rpern auf die Welt, aber mit einem alten Geist, wie manche behaupten. G�tige Reisende helfen ihnen auf ihrem Weg, und die Legenden deuten darauf hin, dass jene Reisenden die G�tter selbst sind. Diese Kinder werden vom Meister der Shado-Pan aufgenommen. Man nennt sie die beh�teten Kinder.</p><p>Ich war ein solches beh�tetes Kind. Mein Heimatdorf Zouchin liegt an der Nordk�ste. Mein Vater war dort Fischer. Er hatte sein eigenes Boot und war wohlhabend. Es gab viele stolze Familien in unserem Dorf. Ich wuchs in dem Wissen auf, dass ich mit dem Sohn eines anderen Fischers verheiratet werden sollte. Das Problem war nur, dass mir gleich zwei Pandaren den Hof machten, jeder ein halbes Dutzend Jahre �lter als ich. Sie rangen um meine Aufmerksamkeit und um die Aufmerksamkeit des ganzen Dorfes. Meine Entscheidung w�rde den Wohlstand einer Familie sichern, und die Seiten waren schnell gew�hlt.�</p><p>Yalia blickte ihn einen kurzen Moment an. �Ihr m�sst verstehen, Meister Sturmbr�u, dass ich durchschaute, worum es wirklich ging. Ich wusste, dass ich nur ein Preis war, dass das meine Rolle im Leben war. W�re ich �lter gewesen, h�tte ich mich vielleicht dagegen aufgelehnt, wie Vieh behandelt zu werden. Doch die Realit�t, die ich sah, machte solche Versuche �berfl�ssig.�</p><p>�Was habt Ihr denn gesehen?�</p><p>�Yenkis und Chinwas Rivalit�t begann ganz harmlos. Sie sind Pandaren, es gab also viel L�rm und Trara, aber nichts Ernstes. Doch dabei gingen sie immer einen Schritt weiter, bis ihr Wettstreit eskalierte und sie einander provozierten, mehr und mehr und mehr zu tun. Spuren von Verbitterung schlichen sich in ihre Stimmen.�</p><p>Sie �ffnete die Pfoten. �Ich konnte sehen, was den anderen verborgen blieb. Diese Rivalit�t zwischen Freunden war zu einer Feindschaft geworden, und auch wenn es vielleicht nie so weit gekommen w�re, dass einer von ihnen den anderen im Zorn geschlagen h�tte, w�rden sie doch alles tun, um zu beweisen, dass sie w�rdig waren, mich, den Preis, zu gewinnen. Sie w�rden unn�tige, dumme Risiken eingehen, und es w�rde nicht enden, wenn ich einem von ihnen geh�ren w�rde. Es w�rde weitergehen, bis einer von ihnen dabei starb, und der �berlebende w�rde auf ewig mit der Schuld leben. Es w�rden also gleich zwei Leben zerst�rt werden.�</p><p>�Drei, wenn man Eures mitz�hlt.�</p><p>�Es dauerte viele Jahre, bis ich das erkannte. Damals, als ich noch nicht einmal ein halbes Dutzend Jahre alt war, sah ich nur, dass sie wegen mir sterben w�rden. Also packte ich eines Morgens einige Reisb�llchen und Kleider und stahl mich davon. Die Mutter meiner Mutter sah mich, und sie half mir, indem sie mein Gesicht mit ihrem Lieblingsschal verh�llte. Sie wisperte: �Ich w�nschte, ich h�tte auch so viel Mut gehabt wie du, Yalia.� Danach machte ich mich auf den Weg zum Kloster.�</p><p>Chen wartete darauf, dass sie fortfuhr, aber Yalia blieb stumm. Am liebsten h�tte er nach dieser Geschichte gel�chelt, denn sie war ein sehr tapferes Kind gewesen, dass sie diese Wahl getroffen und diese Reise angetreten hatte. Zugleich war es aber auch eine schrecklich schwere Entscheidung f�r ein Kind gewesen, und als ihre Worte durch seinen Kopf echoten, glaubte er, darin einen Anflug von Schmerz und Besorgnis zu h�ren.</p><p>Yalia sch�ttelte den Kopf. �Ich wei� durchaus, wie ironisch es ist, dass ich nun mit der traditionellen Pr�fung der Roten Bl�ten betraut bin. Ich, die nie diese Tests ablegen musste, entscheide nun dar�ber, wer unter den Anw�rtern ins Kloster aufgenommen wird. W�re ich nach denselben strengen Kriterien beurteilt worden, die ich heute anlegen muss, w�re ich nicht hier.�</p><p><emphasis>Und dass du die barsche Pr�fmeisterin sein musst, schmerzt deine wahre Natur</emphasis>. Chen b�ckte sich und pfl�ckte flink eine Pfote voll gelber Blumen mit kleinen roten Streifen, dann riss er die Bl�ten ab und rieb sie zwischen seinen Handfl�chen zusammen. Ein herrlicher Geruch stieg davon auf, und er streckte Yalia die Pfoten hin.</p><p>Sie nahm die zerdr�ckten Blumen mit hohler Hand entgegen und sog tief den Atem ein. �Das Versprechen des Fr�hlings.�</p><p>�Eine ganz �hnliche Pflanze gibt es in Durotar, sie w�chst dort nach dem Regen. Man nennt sie Herzensruhe.� Er rieb mit den Pfoten �ber seinen Hals und seine Wangen. �Die Trolle haben nat�rlich einen anderen Namen. Sie besitzen zwar edelm�tige Herzen, aber sie finden nicht, dass sie ruhen sollten. Es gab einmal eine Zeit, da hatten ihre Herzen Ruhe, aber ich glaube, sie denken, dass diese Ruhe zu ihrem Fall gef�hrt hat.�</p><p>�Sie lassen sich von ihrer Verbitterung antreiben?�</p><p>�Manche. Viele sogar. Aber nicht Vol�jin.�</p><p>Yalia schob die gelben Bl�ten in einen kleinen Leinenbeutel und zog ihn dann mit einer Kordel wieder zu. �Wisst Ihr wirklich so genau, was in seinem Herzen ist?�</p><p>�Das glaubte ich fr�her.� Chen zog die Schultern hoch. �Und ich glaube es auch jetzt noch.�</p><p>�Dann, Meister Chen, hofft, dass Euer Freund sich selbst ebenso gut kennenlernt, wie Ihr es tut. Das wird der erste Meilenstein auf seinem Weg zur Heilung sein.�</p><empty-line/><p>Urspr�nglich hatten sie vorgehabt, sich ungef�hr in Richtung des Sonnenaufgangs zu halten und dann auf die Stra�e zum Tempel des Wei�en Tigers abzubiegen. Sie waren jedoch kaum eine Wegstunde auf diesem Pfad unterwegs, als sie zwei jungen, m�nnlichen Pandaren begegneten, die auf einem R�benfeld arbeiteten. Keiner von beiden bewegte sich sonderlich schnell, und sie benutzten ihre Hacken und Spaten mehr als St�tze denn als Ackerger�te. Ihre zerzauste Erscheinung und ihr niedergeschlagenes Verhalten zeigte, dass sie vor Kurzem zusammengeschlagen worden waren.</p><p>�Es war nicht unsere Schuld�, verteidigte sich der eine, als sie einen Brei aus gekochten R�ben mit den Reisenden teilten. �Einige Shed-Ling, die sich nach dem Sturm wieder frei gegraben hatten, befielen unser Feld. Wir baten eine Wanderin, uns zu helfen, und bevor der Staub sich gelegt hatte, hatte sie bereits das ganze Rudel erledigt und verlangte eine Belohnung. Ich bot ihr einen Kuss an, mein Bruder sogar zwei. Wir sind h�bsche Kerle, m�sst Ihr wissen. Also, unter diesen Verb�nden.�</p><p>Der andere nickte rasch, dann hob er die Pfoten an den Kopf, als w�re ihm bei der Bewegung beinahe der Sch�del von den Schultern gefallen. �F�r einen wilden Hund war sie ziemlich jung.�</p><p>Chens Augen wurden schmal. �Li Li Sturmbr�u.�</p><p>�Hattet Ihr auch schon Probleme mit Ihr?�</p><p>Chen knurrte und bleckte die Z�hne, denn das war es schlie�lich, was ein Onkel in einer solchen Situation tun musste. �Sie ist meine Nichte. Und ich bin ein noch viel wilderer Hund als sie. Sie wird schon ihre Gr�nde gehabt haben, euch am Leben zu lassen. Sagt uns, in welche Richtung sie gegangen ist, dann werde ich diese Gr�nde nicht hinterfragen m�ssen.�</p><p>Die beiden zuckten �ngstlich zusammen und deuteten hastig nach Norden. �Seit dem letzten Schnee sind viele Leute nach S�den gekommen, um Hilfe zu suchen. Wir haben Essen geschickt. Wir werden Euch auch etwas einpacken, dann k�nnt Ihr es mitnehmen, wenn Ihr dorthin geht.�</p><p>�Bevor ihr einen Karren sucht und selbst Essen nach Norden bringt, meinst du?�</p><p>�Ja, ja.�</p><p>�Das klingt gut.�</p><p>Anschlie�end schwieg Chen, ebenso die Br�der. Yalia blieb gleichfalls stumm, aber ihr Schweigen war von anderer Natur. Nachdem sie den Brei gegessen hatten, machte Chen Tee und mischte ein paar Zutaten hinzu, die die Heilung der Br�der beschleunigen w�rden. �Wickelt die Teebl�tter in Stoffstreifen und benutzt sie als Wickel. Das wird eure Schmerzen lindern.�</p><p>�Ja, Meister Sturmbr�u.� Die beiden Pandaren, die zur Steinacker-Familie geh�rten, verbeugten sich tief und oft, w�hrend die Reisenden sich wieder auf den Weg machten. �Danke, Meister Sturmbr�u! Gesegnet sei Eure Nichte und Eure Reise!�</p><p>Yalia �ffnete den Mund erst wieder, als sie einen H�gel �berquert hatten, sodass seine Kuppe zwischen ihnen und dem Acker lag. �Ihr h�ttet sie doch nicht wirklich geschlagen?�</p><p>Chen l�chelte. �Ihr solltet mich gut genug kennen, um das wissen.�</p><p>�Aber Ihr habt Ihnen Angst gemacht.�</p><p>Er breitete die Arme aus und sog das Bild des schmalen Tales in sich auf, das, von steilen Bergen eingefasst, vor ihnen lag. Unter ihnen schl�ngelte sich ein Fluss dahin, blau, wo die Sonnenstrahlen ihn nicht erreichten, silbern, wo das Licht ihn ber�hrte. Ringsum lag Gr�n, so viel und so kr�ftiges Gr�n, und dazwischen das satte Braun bestellter Felder, das von der Fruchtbarkeit Pandarias k�ndete. Selbst die Art, wie die H�user in die Landschaft gebaut waren, verschandelte dieses Bild nicht, sondern rundete es perfekt ab. Alles war genauso, wie es sein sollte.</p><p>�Ich bin auf Shen-zin Su aufgewachsen, und ich liebe meine Heimat. Aber wenn ich mir das hier ansehe, dann ist es, als h�tte ich in einem Gem�lde gelebt. Einem wundersch�nen Gem�lde, ja, aber nicht dem echten Pandaria. Dieses Land spricht zu mir. Es f�llt eine Leere in mir, die ich nie zuvor bemerkt hatte. Vielleicht bin ich deswegen so viel gereist. Ich habe gesucht, aber ich wusste nicht, wonach.�</p><p>Er runzelte die Stirn. �Ich habe die beiden nicht so sehr wegen Li Li angeknurrt, sondern weil sie sie einen �wilden Hund� genannt haben. F�r sie, f�r mich, ist Pandaria unser Zuhause. Es ist ein Ort, wo ich mich niederlassen k�nnte.�</p><p>�Und doch werden diese beiden und viele andere wie sie nie m�de, zu betonen, dass Ihr nicht aus Pandaria seid.�</p><p>�Ihr versteht also.�</p><p>Sie reichte ihm den Leinenbeutel mit den Herzensruhen. �Besser, als Ihr ahnt.�</p><empty-line/><p>Sie ma�en ihre Reise gen Norden nach Zouchin nicht in Tagen oder Stunden, sondern an der Zahl der Geschichten �ber Li Li, die sie zu h�ren bekamen. Seine Nichte war hilfsbereit, aber aufbrausend. Mehr als ein Pandaren, dem sie begegneten, nannte sie einen wilden Hund, aber meist, weil sie sich angeblich selbst so nannte. Und sie schien auch noch stolz darauf zu sein, wie sich herausstellte. Chen konnte nicht umhin zu l�cheln, und er konnte sich nur allzu gut vorstellen, wie die Legende von einem wilden Hund in Pandaria die Runde machte.</p><p>In Zouchin, das sich zwischen Klippen und Meer schmiegte, fanden sie schlie�lich Li Li, die angestrengt in der Mitte des Dorfes arbeitete. Der Sturm hatte hier ein Boot zerst�rt, mehrere H�user zum Einsturz gebracht und einen Kai von seinen St�tzpfeilern gerissen, und Li Li hatte sich sofort n�tzlich gemacht. Als Chen und Yalia den Ort erreichten, leitete sie gerade eine Bergungsmannschaft und trieb gleichzeitig die Zimmerm�nner an, ihre Arbeit an den besch�digten Geb�uden zu beschleunigen.</p><p>Chen packte Li Li, umarmte sie und wirbelte sie im Kreis, wie er es getan hatte, als sie noch ein Kind war. Sie quiekte, diesmal aber aus Protest, weil sie ihre W�rde zerst�rt sah. Also setzte er sie ab und verbeugte sich, tief und respektvoll. Diese Geste brachte alle gackernden Zungen zum Verstummen, aber als sie sich ebenfalls verbeugte, ein wenig tiefer und eine Sekunde l�nger, begann das Getuschel sogleich wieder von vorn.</p><p>Nun stellte Chen Yalia seiner Nichte vor. �Schwester Yalia Weisenwisper ist mit mir vom Kloster hierher gereist.�</p><p>Li Li zog eine Augenbraue nach oben. �Ich wette, das war eine lange Reise. Wie habt Ihr es geschafft, dass er nicht in jede Taverne eingekehrt ist und den ganzen Weg lang Bier getrunken hat?�</p><p>Yalia l�chelte. �Unsere Reise wurde durch die Geschichten von Li Li, der wilden H�ndin, und ihrer Taten beschleunigt.�</p><p>Li Lis L�cheln wurde breiter, und sie stie� ihrem Onkel den Ellbogen in die Rippen. �Sie ist von der aufgeweckten Sorte, Onkel Chen.� Sie kratzte sich am Kinn. �Weisenwisper? Es gibt hier eine Weisenweiden-Familie � der Name ist fast identisch. Sie haben den Sturm ziemlich gut �berstanden, abgesehen von ein paar Beulen und blauen Flecken.�</p><p>�Gut zu wissen, Li Li.� Yalia nickte respektvoll. �Wenn unsere Namen sich so sehr gleichen, werde ich sie vielleicht besuchen, falls Zeit daf�r ist.�</p><p>�Ich bin sicher, sie werden �ber die �hnlichkeit staunen.� Li Li blickte sich im Dorf um. �Dann mache ich mich mal wieder an die Arbeit. Auf dem Wasser macht den Einheimischen keiner was vor, aber auf dem Land brauchen sie ein wenig Hilfe.�</p><p>Sie umarmte ihren Onkel noch einmal und rannte dann zur�ck zu der Bergungsmannschaft � deren Bewegungen rasch schneller wurden, als sie n�her kam.</p><p>Chen legte den Kopf schr�g. �Ihr wart nicht mehr hier, seit Ihr dem Kloster beigetreten seid und Taran Zhu Euren Namen �nderte. Wei� Eure Familie, dass Ihr noch am Leben seid?�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Manche von uns werden als wilde Hunde geboren, Meister Sturmbr�u. Andere w�hlen diesen Weg. Es ist das Beste so.�</p><p>Chen nickte und gab ihr den Beutel mit den Herzensruhen zur�ck.</p></section><section><title><p>9</p></title><p>Es �berraschte Vol�jin, dass Tyrathan bereits wach und aus dem Bett war, als er mit einem Jihui-Brett und den Spielsteinen in die Krankenstation trat. Der Mensch hatte es bis zum Fenster hin�ber geschafft und stand nun dagegengelehnt, so wie Vol�jin selbst vor nicht allzu langer Zeit. Dem Troll fiel auf, dass der Mann seinen Stock am Fu�ende des Bettes zur�ckgelassen hatte.</p><p>Tyrathan blickte �ber die Schulter. �Man kann die Spuren des Sturms kaum noch erkennen. Es hei�t, den Pfeil, der dich t�tet, siehst du nie kommen. Ich habe diesen Sturm nicht kommen sehen. Nicht im Geringsten.�</p><p>�Taran Zhu meinte, solche St�rme w�ren ungew�hnlich, aber nicht selt�n.� Vol�jin platzierte das Spielbrett auf dem Beistelltisch. �Je sp�ter sie komm�n, desto schwerer sind sie.�</p><p>Der Mann nickte. �Ich kann nichts sehen, aber ich kann es noch immer sp�ren. Da ist eine K�lte in der Luft.�</p><p>�Du solltest nicht barfu� herumspazier�n.�</p><p>�Du auch nicht.� Tyrathan drehte sich ein wenig wackelig um und st�tzte sich mit den Ellbogen am Fensterrahmen ab. �Du hast dich selbst ganz gut an die K�lte gew�hnt. Noch vor dem Morgengrauen aufstehen, im Schnee an der Nordseite herumstapfen, wo den ganzen Tag keine Sonne scheint. Bewundernswert, aber dumm. Ich kann dir nur davon abraten.�</p><p>Vol�jin schnaubte. �Einen Troll dumm zu nennen, ist auch nicht sonderlich klug.�</p><p>�Ich hoffe, du lernst aus meinen Fehlern.� Der Mensch stie� sich von der Wand ab und wankte auf das Bett zu. Trotz seiner Schw�che war das Humpeln fast ganz verschwunden. Vol�jin wandte sich ihm zu, machte aber keinerlei Anstalten, ihm zu helfen. Tyrathan l�chelte und hielt sich am Fu�ende des Bettes fest, um sich zu erholen. Das war alles Teil des Spiels, das sie spielten.</p><p>Anschlie�end lie� der Mann sich auf den Rand des Bettes sinken. �Du bist sp�t dran. Musstest du meine Arbeiten �bernehmen?�</p><p>Vol�jin tat die Frage mit einem Wink ab und zog den Beistelltisch her�ber, dann holte er sich einen Stuhl. �So erhole ich mich schneller.�</p><p>�Jetzt musst du dich also um mich k�mmern.�</p><p>Der Troll hob den Kopf. �Auch Trolle hab�n ein Pflichtgef�hl.�</p><p>Tyrathan lachte. �Sogar ich kenne Trolle gut genug, um das zu wissen.�</p><p>Vol�jin schob das Spielbrett in die Mitte des Tisches. �Wirklich?�</p><p>�Erinnerst du dich noch daran, wie du meinen Troll-Akzent kommentiert hast? Du sagtest, es sei der Schlingendorn-Akzent?�</p><p>�Und du hast mich ignoriert.�</p><p>�Ich habe nur nicht geantwortet.� Tyrathan nahm einen Beh�lter, sch�ttelte die Spielsteine heraus und ordnete sie in Sechsergruppen an. �Willst du wissen, wie ich die Sprache gelernt habe?�</p><p>Vol�jin zuckte die Schultern � nicht weil es ihn nicht interessierte, sondern weil er wusste, dass der Mensch es ihm ohnehin erz�hlen w�rde.</p><p>�Du hattest recht. Es ist der Akzent des Schlingendorntals. Ich fand einen Troll und behielt ihn ein Jahr bei mir. Ich bezahlte ihn gut, und er redete sich wohl ein, dass er mein F�hrer w�re. Er erf�llte seine Pflichten vorbildlich. Von ihm erlernte ich eure Sprache � zuerst, ohne dass er es �berhaupt merkte. Ich h�rte ihm einfach zu, und sp�ter unterhielten wir uns dann so. Ich habe ein Talent f�r Sprachen.�</p><p>�Das glaube ich dir.�</p><p>�Das F�hrtenlesen ist auch eine Sprache. Jeden Tag bin ich seiner F�hrte gefolgt, vom selben Fleck aus, bis seine Fu�spuren sich verliefen. In der hei�en Jahreszeit, nach dem Regen, lernte ich diese Sprache noch besser. Ich konnte sagen, wann er an einer Stelle vorbeigekommen war, wie schnell er gegangen war, ob geb�ckt oder aufgerichtet.�</p><p>�Hast du ihn nach diesem Jahr umgebracht?�</p><p>Tyrathan warf die schwarzen W�rfel zur�ck in den Beh�lter. �Nicht ihn. Aber ich habe andere Trolle get�tet.�</p><p>�Ich hab keine Angst vor dir.�</p><p>�Ich wei�. Ich habe auch Menschen get�tet, ebenso wie du.� Er stellte den Beh�lter auf den Tisch. �Dieser Troll, er nannte sich Keren�dal. Er betete. Zumindest dachte ich, er w�rde beten, und ich brachte es zur Sprache. Da sagte er, er w�rde mit den Geistern reden. Ich habe vergessen, wie er sie nannte.�</p><p>Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Das hast du nicht vergessen. Er hat�s dir nie erz�hlt. Geheimnisse bleiben Geheimnisse.�</p><p>�Manchmal war er reizbar, so wie du. Meistens dann, wenn er zu ihnen sprach, aber keine Antwort erhielt.�</p><p>�Antwortet dein Heiliges Licht dir denn, Menschling?�</p><p>�Ich habe schon vor langer Zeit aufgeh�rt, daran zu glauben.�</p><p>�Wahrscheinlich hat es dich darum im Stich gelass�n.�</p><p>Tyrathan lachte. �Ich wei�, warum ich verlassen bin. Aus demselben Grund wie du.�</p><p>Vol�jin zwang sein Gesicht zu einer neutralen Maske, aber allein das zeigte ihm, dass er sich verraten hatte. Tatsache war, seitdem er durch Tyrathans Erinnerungen gewandert war, seit er die Welt durch die Augen des Menschen gesehen hatte, waren die Loa distanziert und leise. Es f�hlte sich an, als w�rde der Sturm, der �ber das Kloster hinweggezogen war, in der Geisterwelt weitertoben. So konnte er Bwonsamdi und Hir�eek und Shirvallah zwar sehen, aber nur als vage graue Silhouetten, die hinter wei�en Wogen verschwanden.</p><p>Er glaubte noch immer an die Loa, an ihre F�hrung und ihre Geschenke, und daran, dass es n�tig war, sie anzubeten. Er war ein Schattenj�ger. Er konnte Spuren mit derselben Leichtigkeit lesen wie Tyrathan; und genauso m�helos konnte er normalerweise mit den Loa in Kontakt treten. Doch dieser Sturm verschluckte Spuren und wehte Worte im wirbelnden Wind davon.</p><p>Er hatte versucht, sie zu erreichen, und sein letzter Versuch war �berhaupt erst der Grund, dass er zu sp�t zu diesem Treffen mit Tyrathan gekommen war. Er hatte sich in seiner Kammer gesammelt und das Bewusstsein f�r seine Umgebung hinter sich gelassen, aber er konnte die Barriere des Sturms einfach nicht durchbrechen. Die K�lte, die Entfernung von seiner Heimat und die Tatsache, dass er ins Fleisch des Menschen geschl�pft war � all das schien ihn abzulenken. Er konnte sich nicht stark genug konzentrieren, um dieses Hindernis zu durchbrechen und die Distanz zwischen sich und den Loa zu �berbr�cken.</p><p>Es war, als h�tte Bwonsamdi seinen Anspruch auf Vol�jin aufgegeben, als h�tte er das Interesse an ihm verloren.</p><p>Der Kopf des Trolls ruckte hoch. �Und warum bist du verlass�n?�</p><p>�Wegen meiner Furcht.�</p><p>�Ich habe keine Angst.�</p><p>�Doch, das hast du.� Tyrathan tippte sich mit dem Finger an die Schl�fe. �Ich kann es noch immer in meinem Geist sp�ren, Vol�jin. In meine Haut zu schl�pfen, hat dir eine Heidenangst eingejagt. Nicht weil du es absto�end fandest � jedenfalls nicht nur deswegen. Sondern weil ich so zerbrechlich bin. Oh ja, dieses Gef�hl ist in mir zur�ckgeblieben, bitter und �lig, und es wird nie wieder verschwinden. Es ist ein Eindruck, den ich sicher in Ehren halten werde, aber du scheinst zu �bersehen, wie wichtig er f�r dich ist.�</p><p>Vol�jin nickte einmal, obwohl er eigentlich nicht wollte.</p><p>�Dass ich so leicht Schaden nehme, hat dich daran erinnert, wie nahe du dem Tod warst. Da lag ich, mit gebrochenem Bein, festgenagelt, ohne jede Hoffnung auf Flucht. Ich wusste, dass ich sterben w�rde. Und du hast dasselbe gef�hlt, als sie versuchten, dich umzubringen. Wei�t du noch, was danach geschehen ist?�</p><p>�Chen hat mich gefund�n. Mich hierher gebracht.�</p><p>�Nein, nein. Das hat man mir schon erz�hlt.� Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Woran erinnerst du dich, Vol�jin?�</p><p>�Als ich in deinem K�rper gewesen bin, warst du da in meinem?�</p><p>�Nein. Das w�rde ich auch nie tun. Es war schlimm f�r dich zu sehen, wie verwundbar ich bin, aber noch schlimmer w�re es, wenn ich sehen w�rde, wie unverwundbar du dich f�hlst. Aber das ist nicht der Punkt. Erinnerst du dich, was nach dem Kampf geschah? Wie du dorthin gelangt bist, wo Chen dich gefunden hat? Wei�t du �berhaupt, warum du noch am Leben bist?�</p><p>�Ich lebe, Mensch, weil ich nicht sterben wollte.�</p><p>Der kleine K�fer von einem Mann lachte arrogant. �Das redest du dir ein. Aber genau das ist es, wovor du Angst hast. Du wei�t es n�mlich nicht. Dieses Glied in der Kette der Ereignisse zwischen dem Vol�jin, der du warst, und dem Vol�jin, der du jetzt bist, wurde durchtrennt. Du kannst zur�ckblicken, und du siehst, wer du warst. Du kannst dich fragen, ob das noch immer du bist � aber da ist eine Leere. Du bist dir nicht sicher. Du kannst nicht sicher sein�</p><p>Der Troll knurrte. �Und du bist sicher.�</p><p>�Wer ich bin?� Wieder lachte Tyrathan, aber die Tonlage hatte sich ver�ndert. Jetzt durchzogen Melancholie und ein Hauch von Wahnsinn den Laut. �Du hast gesehen, was du gesehen hast. Soll ich dir den Rest erz�hlen? Das, was du nicht gesehen hast?�</p><p>Wieder reagierte Vol�jin nur mit einem Nicken, wobei er versuchte, nicht �ber die Worte des Mannes zu urteilen.</p><p>�Ich habe aufgeh�rt, Tyrathan Khort zu sein. Ich bin nicht als Mensch von diesem Ort fortgekrochen, sondern als Tier. Vielleicht sah ich mich selbst, wie mich auch ein Troll sehen w�rde. Verwundet, erb�rmlich, angetrieben nur von Hunger und Durst. Ich, ein Mann, der mit F�rsten und Prinzen an einem Tisch gesessen, das beste Fleisch auf einem Silberteller vorgesetzt bekommen hatte, musste pl�tzlich Larven aus sterbenden B�umen kratzen. Ich a� Wurzeln, weil ich hoffte, dass sie mich entweder heilen oder ganz umbringen w�rden, aber viele von ihnen sorgten einfach nur daf�r, dass ich mich noch elender f�hlte. Ich deckte mich mit Schlamm zu, um das Ungeziefer fernzuhalten, und ich knotete Zweige und Bl�tter in meine Haare, damit ich mich vor J�gern beider Seiten verstecken konnte. Ich schreckte vor allem und jedem zur�ck, bis ein Pandaren, der gerade fr�hlich summend Kr�uter sammelte, �ber mich stolperte.�</p><p>�Warum hast du nicht deinen Tierbegleiter geruf�n?�</p><p>Das lie� Tyrathan innehalten. Er senkte den Kopf und schwieg einen Moment. Nachdem er geschluckt hatte, klang seine Stimme angespannter, leiser. �Mein Tiergef�hrte hatte sich an den Mann gebunden, der ich einmal war. Ich wollte ihm nicht seine Ehre rauben, indem ich mich ihm so zeigen w�rde.�</p><p>�Und jetzt?�</p><p>Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Ich bin nicht l�nger Tyrathan Khort. Mein Gef�hrte antwortet nicht mehr auf meinen Ruf.�</p><p>�Hat das damit zu tun, dass du den Tod f�rchtest?�</p><p>�Nein, ich f�rchte andere Dinge.� Der Mann blickte auf, und seine Augen schimmerten wie Smaragde. �<emphasis>Du</emphasis> f�rchtest den Tod.�</p><p>�Ich hab keine Angst vor dem Sterb�n.�</p><p>�Ich meinte mehr als nur das Sterben.�</p><p>Die Bemerkung war ein Schwert, das sich bis zum Heft in Vol�jins Brust bohrte. Er hatte erkannt, wie passend die Analogie mit der Kette war, auch wenn er es ungern zugab. Offensichtlich hatte die Person, die er gewesen war, Fehler gemacht, und diese Fehler hatten beinahe zu ihrem Tod gef�hrt. Doch er lebte noch, und er hatte dazugelernt; er w�rde dieselben Fehler kein zweites Mal begehen. Etwas in seinem Geist schloss daraus jedoch, dass der alte Vol�jin makelbehaftet, minderwertig gewesen war. Dass auch ihm Irrt�mer unterliefen, konnte er noch akzeptieren, aber diese Vorstellung war zu viel. Dennoch lie� sich der Gedanke nicht mehr absch�tteln, dass er unter diesen ver�nderten Bedingungen nie wieder der Troll sein konnte, der er einmal gewesen war.</p><p>Die <emphasis>Kette ist durchtrennt. Die Verbindung unterbrochen.</emphasis></p><p>Dieser Verlust verlieh ihm einen neuen Blickwinkel auf das gro�e Ganze. Vol�jin war nicht nur ein Troll. Er war der Anf�hrer der Dunkelspeere. Er war einer der K�pfe der Horde. Der alte Troll war gestorben. Konnte die Distanz der Loa darauf hindeuten, dass der Schattenj�ger ebenfalls tot war? Und bedeutete dieser Tod, dass auch die Dunkelspeere sterben w�rden, oder die Horde?</p><p><emphasis>Bedeutet das, der Traum meines Vaters stirbt?</emphasis> Sollte dieser Traum enden, w�rde der Kampf zur Befreiung der Echo-Inseln von Zalazane dann nicht wie ein grausamer Scherz erscheinen? All das Blut, das vergossen worden war � bedeutungslos. All der Schmerz � sinnlos. Ein Ereignis nach dem anderen, alles, was sein Leben ausgemacht hatte und mehr, bis hin zur Geschichte der Trolle, begann zu zerbr�ckeln.</p><p><emphasis>Habe ich Angst davor, dass mein Versag�n, mein Tod, den Untergang der Dunkelspeere, der Horde, aller Trolle nach sich zieht</emphasis>? Er stellte sich den schwarzen Abgrund zwischen dem Vol�jin, der in einer Blutlache in einer dunklen H�hle lag, und dem Vol�jin, der im Kloster erwachte, bildlich vor. <emphasis>Wird diese Leere alles verschling�n?</emphasis></p><p>Die Stimme des Menschen war kaum mehr als ein Wispern. �M�chtest du wissen, was das wirklich Grausame an der Sache ist, Vol�jin?�</p><p>�Sag es mir!�</p><p>�Du und ich, wir sind beide gestorben. Wir sind nicht mehr, wer wir waren.� Tyrathan blickte auf seine leeren H�nde hinab. �Jetzt m�ssen wir uns neu erschaffen. Nicht unser altes Ich wiederherstellen, sondern uns von Grund auf neu erschaffen. Und das ist das Grausame: Beim ersten Mal hatten wir all die Energie der Jugend. Wir wussten nicht, dass unsere Tr�ume unerreichbar sind � wir gingen einfach los und verfolgten sie. Die Unschuld besch�tzte uns, unser Enthusiasmus und unsere unersch�tterliche Zuversicht halfen uns �ber jeden R�ckschlag hinweg. Aber jetzt haben wir nichts von alledem mehr. Jetzt sind wir �lter, schlauer, m�der.�</p><p>�Aber die Last, die wir tragen, ist nicht mehr so schwer.�</p><p>Der Mann schmunzelte. �Wohl wahr. Ich glaube, darum gef�llt mir die Schlichtheit des Klosters so. Alles ist spartanisch. Die Pflichten sind klar umrissen. In diesem Umfeld kann man sein Bestes geben.�</p><p>Die Augen des Trolls wurden schmal. �Du kannst mit Pfeil und Bog�n umgeh�n, aber du beobachtest die Sch�tzen nur. Warum machst du nicht mit?�</p><p>�Ich habe noch nicht entschieden, ob das noch ein Teil von mir ist.� Tyrathan blickte auf und �ffnete den Mund, aber nur, um ihn abrupt wieder zuzuklappen.</p><p>Vol�jin neigte den Kopf. �Du hattest eine Frage.�</p><p>�Eine Frage zu haben hei�t nicht, dass man eine Antwort verdient.�</p><p>�Nun frag schon!�</p><p>�Werden wir unsere �ngste �berwinden?�</p><p>�Keine Ahnung.� Der Troll presste die Lippen zu einer schmalen, grimmigen Linie zusammen. �Wenn ich eine Antwort finde, bist du der Erste, der�s erf�hrt.�</p><empty-line/><p>Als Vol�jin sich in dieser Nacht hinlegte und der Schlaf die wachende Welt hinfortwischte, bewiesen die Loa, dass sie sich noch nicht ganz von ihm abgewendet hatten. Er fand sich als eine von Tausenden Flederm�usen wieder, die durch die Nacht flatterten. Hir�eek war zwar nicht bei ihm, aber es konnte nur der Wille des Loa sein, dass Vol�jin im K�rper seines Symboltiers steckte. Also flog er mit den anderen dahin und las in den Echos ihrer Schreie, welche die Dunkelheit in eine farblose Welt der Ger�usche verwandelten.</p><p>Er war �berzeugt, dass er nur deshalb noch mit den Loa in Verbindung treten konnte, weil ein so gro�er Teil von ihm sich als Schattenj�ger sah. Er konnte zwar nicht in diese Leere blicken, aber wenn jemand sie zu durchdringen vermochte, dann ein Schattenj�ger. Von all dem, was er in seinem Leben erlernt und durchgemacht hatte, war es dieser Teil gewesen, der ihn lange genug am Leben gehalten hatte, um aus der H�hle zu fliehen.</p><p><emphasis>Und die Flederm�use in dieser H�hle, die haben die Leere geseh�n. Sie wiss�n, was ich vergess�n habe</emphasis>. Er hoffte, dass diese Vision ihm die Leere zeigen w�rde, und sei es nur in der Schallsicht der Flederm�use. Und er hoffte, dass die Kette sich wieder zusammenf�gen lie�e, auch wenn er tief in seinem Inneren wusste, dass es nicht leicht werden w�rde.</p><p>Doch in seiner Weisheit f�hrte Hir�eek den Troll an einen anderen Ort, in eine andere Zeit. Die scharfen Kanten der Steinh�user zeigten Vol�jin, dass er von neuen Geb�uden umgeben war, nicht von alten Ruinen. Er vermutete daher, dass man ihn in die Periode zur�ckgebracht hatte, als viele verschiedene St�mme aus den Zandalari hervorgegangen waren und die Trolle sich auf dem H�hepunkt ihrer Macht befunden hatten. Die Flederm�use kreisten, dann lie�en sie sich in den hohen T�rmen um einen zentralen Hof nieder, wo Troll-Legionen eine wogende Menge von insektoiden Aqir-Gefangenen dahinf�hrten.</p><p>Es waren Amani, Waldtrolle, die gerade aus dem Krieg mit den Aqir zur�ckkehrten. Vol�jin kannte die Geschichte genau, aber er vermutete, dass Hir�eek ihn an mehr erinnern wollte als nur an die glorreichen Tage des Amani-Imperiums.</p><p>Denn genau die zeigte ihm die Vision. Trolle geleiteten die Aqir mit vorgehaltenen Speeren eine Treppe hinauf, an deren Spitze bereits Priester warteten. Akolyten hievten die Gefangenen anschlie�end mit blo�gelegten B�uchen auf Steinaltare, die ganz glitschig waren von Wundsekreten, und dann hoben die Priester Dolche �ber den Kopf. Die Klinge und das Heft waren jeweils mit einem Symbol verziert, eines f�r jedes Loa. Die Schallsicht zeigte Vol�jin auch die Griffe, und einen Herzschlag lang sah er auf einem Hir�eeks Gesicht, bevor die Klinge nach unten gerammt wurde und den Bauch des Opfers aufschnitt.</p><p>Da manifestierte sich Hir�eek selbst �ber dem Altar, w�hrend der Geist des Aqir als �therische Dampfwolke aus seiner Leiche emporstieg. Der Fledermausgott atmete sie ein, und dann zog er sich mit unmerklichen Bewegungen seiner sanften Fl�gel dichter zusammen, sodass seine hell leuchtende Gestalt klarer und sch�rfer wurde.</p><p>Das konnte die Schallsicht Vol�jin aber nicht zeigen. Das sah er mit seinem inneren Auge; eine F�higkeit, welche er als Schattenj�ger verfeinert hatte und der er bedingungslos vertraute. Hir�eek demonstrierte dem Troll, wie man ihn angemessen verehrte � die Pracht und Ehre, die ein Loa verdiente.</p><p>Eine Stimme erklang in Vol�jins Kopf, hoch und piepsend. <emphasis>Du hast hart gearbeitet, damit die Dunkelspeere weiterbestehen und es Trolle gibt, die uns anbeten. Diese M�he, sie zieht dich von uns fort. Dein K�rper heilt, aber deine Seele nicht. Und sie wird nie gesunden, wenn du dich nicht wieder des echten Weges besinnst. Wende dich von deiner Vergangenheit ab, und der Abgrund w�chst weiter.</emphasis></p><p>�Aber wird er sich schlie�en, wenn ich zu den alten Wegen zur�ckkehre, Hir�eek?� Vol�jin sa� senkrecht da und sprach in die Dunkelheit hinein. Anschlie�end wartete er. Und lauschte.</p><p>Doch es kam keine Antwort, und darin sah er ein b�ses Omen.</p></section><section><title><p>10</p></title><p>Khal�ak weigerte sich, den Umhang aus Tigerfell enger um sich zu schlingen, aber sie war doch dankbar f�r seine W�rme. Obwohl der w�tend heulende Sturm sich l�ngst an den h�lzernen Befestigungsmauern ersch�pft hatte, welche den Hafen auf der Insel des Donnerk�nigs umgaben, so schnitten doch weiterhin scharfe Windz�ge und eisige B�en in ihr entbl��tes Fleisch. Sie hatte gehofft, dass sie inzwischen genug Eistrollfleisch gegessen h�tte, um deren Resistenz gegen die K�lte in sich aufzunehmen, aber augenscheinlich war dem nicht so.</p><p><emphasis>Nicht weiter schlimm. Mir schmeckt Sandw�terfleisch ohnehin besser</emphasis>. Die W�stenumgebung gab ihnen mehr Geschmack. Hier, n�rdlich von Pandaria, n�tzte ihr der Gedanke zwar wenig, aber die Zeit w�rde kommen. <emphasis>Wenn wir Kalimdor zur�ckerobern.</emphasis></p><p>Ja, diese Zeit w�rde kommen. Sie wusste es. Alle Zandalari wussten es. S�mtliche Trolle stammten von dieser noblen Blutlinie ab, aber die meisten hatten sich weiter und weiter von diesen Wurzeln entfernt und waren dabei immer tiefer gesunken. Man musste sich nur ihre Physiologie ansehen, um das zu erkennen: Khal�ak war gr��er als jeder unreine Troll, dem sie je begegnet war, und im Vergleich zu der Hingabe, die sie den Loa schenkte, war die Verehrung der anderen nur ein Spiel. Zugegeben, einige Trolle achteten noch die Traditionen der Vergangenheit � die Schattenj�ger waren eines der seltenen Beispiele daf�r �, aber ihre eigenen Traditionen waren nicht l�nger die der echten Zandalari.</p><p>Wenn sie bei ihren Missionen f�r Vilnak�dor durch die Welt reiste, glaubte sie manchmal, inmitten der verdorbenen Trolle einen Hauch, einen Funken der traditionellen Wege zu erkennen. Sie suchte stets nach jenen, die Elemente der alten Tage in sich trugen, und oft war diese Suche vergebens. Viele, denen sie begegnete, waren Heuchler, die f�r sich in Anspruch nahmen, die einzig rechtm��igen Erben der Zandalari zu sein, so als w�rden Khal�ak und ihr Stamm �berhaupt nicht existieren. Nur zu oft � eigentlich immer, um die Wahrheit zu sagen � waren diese selbst ernannten Retter der Trolle aber nur das erb�rmliche Produkt einer degenerierten Gesellschaft.</p><p>Dass sie so oft scheiterten, �berraschte sie inzwischen nicht mehr.</p><p>Durch eine lange Reihe von Trollen, welche von den �berlieferungen und Traditionen gepr�gt waren und sie seit Jahrtausenden getreulich befolgten und weitergaben, stammte Vilnak�dor von den Zandalari ab. Er hatte sich nicht den Verlockungen hingegeben, denen die anderen erlegen waren. Er sa� nicht dem Irrglauben auf, dass man die Reiche der Amani und Gurubashi wiederbeleben und verbessern k�nnte. Er akzeptierte, dass sie ein Fehlschlag gewesen waren und dass dieses Scheitern in einer grundlegenden Instabilit�t begr�ndet lag. Sie wiederherstellen zu wollen, hie�e, ein Desaster herauszufordern, also war er noch weiter in die Vergangenheit zur�ckgegangen, um eine Allianz aufleben zu lassen, die einst Fr�chte getragen hatte.</p><p>Ein Kapit�n der Mogu n�herte sich ihr voll Respekt, obwohl sie doch eigentlich an den Mauern seiner Stadt stand. Der dunkelh�utige, kr�ftig gebaute Mogu �berragte sie um anderthalb K�pfe, und sein l�wenartiges �u�eres passte au�erordentlich gut zu Panadria. Seine Augenbrauen, sein Bart und sein Haupthaar waren so strahlend wei�, wie sein K�rper schwarz war. Als sie zum ersten Mal Statuen gesehen hatte, die die Mogu abbildeten, hielt sie sie f�r k�nstlerisch �berspitzt. Doch als sie den Mogu dann wirklich begegnete, bemerkte sie ihren Irrtum, und als sie sie im Kampf beobachten konnte, wurde ihr klar, dass die weiche Rundlichkeit ihres �u�eren nur die Sch�rfe und Kantigkeit ihrer Absichten und ihres Muts verbarg.</p><p>�Mylady, wir haben fast alles verladen. Mit der ausgehenden Tide k�nnen wir nach S�den segeln.�</p><p>Khal�ak blickte auf die schwarze Flotte hinab, die im dunklen Wasser ruhte. Ihre Truppen, einschlie�lich ihrer Elitelegion, waren bereits in Reih und Glied an Bord marschiert. Die Angriffstruppen bestanden abgesehen von Mogu-Sp�hern haupts�chlich aus Zandalari-Truppen. Keine niederen Trolle, erst recht niemand aus den niederen V�lkern � obwohl sie gerne auf Goblin-Artillerie oder eine Handvoll ihrer Kriegsmaschinen zur�ckgegriffen h�tte.</p><p>Nur zwei Schiffe waren noch an der Anlegestelle: Ihr Flaggschiff, das als Letztes ablegen w�rde, und ein kleineres Schiff, das eigentlich schon l�ngst vor dem Hafendamm ankern sollte. �Warum die Versp�tung?�</p><p>�Es wurd�n Bedenken ausgedr�ckt, wegen Zeichen und Omen.� Der Mogu-Kapit�n stand kerzengerade da, seine gewaltigen F�uste hinter dem R�cken verborgen. �Der Sturm. Das verstehen sie nicht.�</p><p>Ihre Augen wurden zu Schlitzen. �Der Schamane. Nat�rlich. Ich werde mich selbst darum k�mmern.�</p><p>�Die Tiden drehen sich in sechs Stunden.�</p><p>�Das sollte nicht l�nger als sechs Minut�n dauern, wenn ich erst dort unten bin.�</p><p>Der Mogu verbeugte sich so ehrerbietig, dass Khal�ak ihm seinen Respekt beinahe abgekauft h�tte. Es war nicht so, als w�rden er oder die anderen Mogu einen Groll gegen die Zandalari hegen oder sie hassen. Sie bedauerten nur, dass sie auf ihre Hilfe angewiesen waren, und im Stillen wunderten sie sich, warum es so lange gedauert hatte, bis die Zandalari ihnen diese Hilfe angeboten hatten.</p><p>Vor vielen Jahrtausenden, als es nur die Zandalari gegeben hatte, in der Zeit, bevor die Nebel Pandaria verborgen hatten, waren sich Mogu und Trolle zum ersten Mal begegnet. Damals existierte gerade einmal ein Viertel der gesamten Sch�pfung, doch ausgerechnet diese beiden V�lker begegneten einander. Zwei L�wen. Eigentlich h�tten sie sich gegenseitig zerst�ren m�ssen, dieser erste Mogu und der erste Troll, aber sie taten es nicht. Sie begriffen, falls sie ihre St�rke in einem Krieg ma�en, w�rde der �berlebende geschw�cht daraus hervorgehen und wom�glich w�rde er dann einer Kreatur zum Opfer fallen, die ihm eigentlich klar unterlegen war. Das w�re eine Trag�die, die keines der beiden V�lker riskieren wollte.</p><p>Also standen sie entschlossen R�cken an R�cken und eroberten sich ihren Platz in der Welt. Doch als die weiteren Ereignisse sich entfalteten und jedes Volk mit seinen eigenen Herausforderungen konfrontiert wurde, verga�en sie ihr B�ndnis. Die Mogu verschwanden gemeinsam mit Pandaria, die Trolle mussten mit ansehen, wie ihre Welt auseinandergerissen wurde. Und wie es eben so ist mit alten V�lkern, wenn sie von unmittelbaren Problemen bedr�ngt werden, verblasste ihre fr�he Vergangenheit in ihrem Ged�chtnis, und die j�ngsten Gr�uel leuchteten daf�r umso blendender auf.</p><p>Khal�ak stieg die Treppe hinunter, von einem Absatz zum n�chsten. Dazwischen lagen genau siebzehn Stufen. Sie verstand nicht, warum das f�r die Mogu so wichtig war, aber das musste sie wohl auch nicht. Ihre Aufgabe war nur, die Befehle ihres Meisters auszuf�hren, und der wiederum wollte seinen Verb�ndeten, den Donnerk�nig, beschwichtigen. Die Macht des einen w�rde die des anderen mehren, bis sie beide stark genug waren, um ihre ruhmreiche Position zur�ckzufordern und die Ordnung der Welt wiederherzustellen.</p><p>Sie ging weiter durch die Siedlung, die von ihrem Alter gezeichnet war, in der nun aber eine neue Jugend erwachte. Die Mogu, von denen jeden Tag mehr auf der Insel auftauchten, verbeugten sich wortlos, als sie vor�berschritt; sie wussten um ihre Aufgabe, und sie zollten ihr Respekt, weil ihre Taten ihnen Freude gebracht hatten � und sie war noch l�ngst nicht fertig.</p><p>Doch obwohl sie sich verbeugten und ihre Ehrerbietung demonstrierten, war noch immer gen�gend Zur�ckhaltung in ihrem Verhalten, um Khal�ak zu zeigen, wie �berlegen die Mogu sich ihr und den Trollen f�hlten, und sie musste sich beherrschen, um nicht zu lachen. Mit ihrem Training w�re es ein Kinderspiel gewesen, sie allesamt zu t�ten. Die Mogu hatten keine Ahnung, wie labil ihre Position in diesem B�ndnis war oder wie verwundbar sie w�ren, sollten die Zandalari tats�chlich entscheiden, sie zu zerst�ren.</p><p>Kalte Wellen klatschten gegen die St�tzpfeiler und die Ufermauer, M�wen zogen ihre Kreise und kr�chzten �ber Khal�aks Kopf, und in der Luft lag der Geruch von Salz und verrottendem Fisch, der noch immer unglaublich fremdartig f�r sie war. Die Taue knarzten, und die Planken knirschten, w�hrend die Schiffe auf der dunkelgr�nen Oberfl�che des Hafens auf und ab wippten.</p><p>Rasch ging sie an Bord des kleineres Schiffes, auf dem sich ein Dutzend Schamanen in der Mitte des Hauptdecks versammelt hatten. Ein Drittel von ihnen sa� kauernd auf dem Boden und stocherte in Knochen, Federn, Kieselsteinen und kleinen Metallst�cken herum. Die anderen standen um sie herum, stumm und bedeutsam dreinschauend � umso mehr, als sie Khal�ak an Bord kommen sahen.</p><p>�Warum habt ihr noch nicht die Anker gelichtet?�</p><p>�Die Loa, sie sind unzufried�n.� Einer der kauernden Schamanen blickte zu ihr hoch und deutete auf zwei �berkreuzte Knochen, unter denen eine Feder lag. �Der Sturm war nicht gew�hnlicher Natur.�</p><p>Sie spreizte die H�nde und widerstand dem Drang, den Mogu mit einem Tritt �ber die Seitenwand des Schiffes zu bef�rdern. �Hast du das etwa erwartet? Was bist du eigentlich f�r ein Narr? Die Loa schienen nichts dageg�n zu haben, als wir nach Pandaria lossegelten. Du selbst hast das gesagt. Du sagtest, es w�rde in diesen Knochen und Fetz�n da stehen. W�re das nicht ziemlich dumm von den Loa, unser Unternehmen erst zu segnen, nur um jetzt wegen einem Schneesturm zu protestier�n?�</p><p>Sie deutete auf den Ort, der verborgen im Inselinneren lag. �Du wei�t, was wir getan hab�n. Der Donnerk�nig hat sich wieder erhob�n. Dieser Sturm, er blies zu Ehren des K�nigs. So hat die Welt ihre Freude �ber seine R�ckkehr gezeigt. Von allen Jahreszeit�n gefiel ihm der Winter am best�n. Von allen Wetterlagen hat er sich in stechendem, blendendem Schnee am lebendigst�n gef�hlt. Du kannst dich vielleicht nicht mehr daran erinnern, aber die Welt schon, und auf diese Weise hat sie ihn willkomm�n gehei�en. Jetzt wirfst du deine Knoch�n, um herauszufind�n, was die Loa denken? H�tt�n sie wirklich was dagegen gehabt, h�tte es den Sturm nie gegeb�n.�</p><p>Gryan�zul, der j�ngste und gleichzeitig vern�nftigste der Schamanen, drehte sich zu ihr herum. Wegen seiner roten M�hne und seinen stark geschwungenen Hauern zog sie ihn den anderen vor, und das wusste er auch. Deshalb glaubte er, dass sie ihm Geh�r schenken w�rde.</p><p>�Geehrte Khal�ak, was du sagst, ergibt Sinn. Die Loa h�tten den Sturm aufhalten k�nnen. Wenn sie wollten, h�tten sie unsere Armada schon l�ngst gestoppt. Meine Br�der suchen also vielleicht nach Klarheit, wo es keine Unklarheit gibt, aber die Tatsache, dass sie danach suchen, zeigt, dass es zumindest Verwirrung gibt.�</p><p>Das Fell in ihrem Nacken stellte sich auf. �Deine Worte sind weise. Mehr davon, bitte.�</p><p>�Die Loa verlangen und verdienen unsere Verehrung � die Verehrung durch alle Trolle. Sie sch�tzen St�rke. Wir haben einander als Opfer dargeboten, und dieses Opfer wurde akzeptiert, aber es ist nicht das, was sie wirklich wollen. Darum antworten sie uns seltener, darum sprechen sie auch zu anderen. Wir sind nicht die Einzigen, die nach Pandaria gekommen sind. Die Allianz und die Horde sind auch hier.�</p><p>Sie blickte von einem Schamanen zum n�chsten, bis sie das ganze Dutzend gemustert hatte. �Und das l�sst euch stutz�n? Vielleicht versteht ihr nicht ganz. Vielleicht sollt ihr auch gar nicht verstehen. Mein Meister hat schon seit Langem gewusst, dass andere nach Pandaria komm�n w�rden. Ungeziefer findet immer einen Weg. Zu glaub�n, dass wir uns hier vor ihnen verkriech�n werden, ist dumm. Wir haben Pl�ne f�r einen solchen Fall. Unsere Feinde werd�n untergehen.�</p><p>Ein anderer Schamane, dieser mit kurzen Hauern, erhob sich. �Das ist ja sch�n und gut, wenn wir gegen die Allianz k�mpf�n. Aber was ist mit der Horde?�</p><p>�Was soll mit ihr sein?�</p><p>�Es gibt Trolle in der Horde.�</p><p>�Auch wenn es sich zusammenschlie�t, Ungeziefer bleibt Ungeziefer. Und wenn einige Trolle nicht sehen, wie sehr sie sich erniedrigen, wenn sie einer solchen Meute beitreten, wenn sie glaub�n, dass sie dadurch aufsteigen w�rden, dann sind sie Narren. Trotzdem werd�n wir jeden dieser Trolle willkomm�n hei�en, falls er die Richtigkeit unseres Tuns erkennt und sich uns anschlieߒn will. Wir k�nnen immer neue Garnisonstruppen und Untergeordnete brauch�n, um kleinere Aufgab�n zu erledigen. Falls die Loa also abgelenkt sind, weil sie zu dies�n Trollen sprechen und ihnen sagen, dass sie zu uns komm�n sollen, dann soll es mir nur recht sein. Vielleicht solltet ihr sogar die Loa bitten, genau das zu tun.�</p><p>Sie schnaubte. �Aber erst, wenn das Schiff drau�en vor dem Hafendamm ist.�</p><p>Der Schamane mit den kurzen Hauern sch�ttelte den Kopf. �Wir brauch�n Zeit, um alle Vorbereitungen zu treff�n. Ein Opfer muss dargebracht werden.�</p><p>�Ihr habt sechs Stund�n. Oder weniger. Bis zum Mondaufgang.�</p><p>�Das ist nicht genug Zeit.�</p><p>Sie richtete den Finger auf die Brust des Mogu. �Dann werde ich den Loa ein Opfer geben. Ich werde dein linkes Bein am Kai festbinden und dein rechtes am Schiff, und dann werde ich dem Kapit�n befehl�n, den Anker zu lichten und loszusegeln. M�chtest du den Loa, deiner Flotte und deinem Volk auf diese Weise dienen?�</p><p>Gryan�zul schaltete sich ein. �Die Reinheit deines Glaubens, verehrte Khal�ak, gereicht deinem Meister und deiner Familie zur Ehre. Deine Treue zu den Loa ist zweifelsohne der Grund f�r unseren gro�en anf�nglich�n Erfolg. Wir werden mit den Loa sprech�n, und wir werden bereit sein, sofort aufzubrech�n.�</p><p>�Du stellst unseren Herrn zufried�n.�</p><p>Der junge Troll hob einen Finger. �Eine Sache w�re da noch.�</p><p>�Ja?�</p><p>Der Schamane presste die H�nde zusammen, die viel zu schlank und grazil waren, und seine Augen wurden schmal. �Die Loa sprechen zu uns und zu einigen in der Horde, aber das allein nimmt nicht ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch.�</p><p>�Was tun sie denn sonst noch?�</p><p>�Genau darum geht es. Wir wissen es nicht. Deswegen machen wir uns Sorgen wegen dem Sturm. Wann immer wir herauszufinden versuchen, was da noch ist, verbirgt es sich hinter einem Vorhang. Es k�nnte ein Geist sein oder ein weit entfernter Troll. Es k�nnte die Geburt eines Trolls verk�nd�n, der zu Gro�em bestimmt ist. Wir wissen es nicht, und wir m�ssen mit dir dar�ber reden, denn du suchst Gewissheit, wo es Zweifel gibt.�</p><p>Ein Schauder rann die gesamte L�nge von Khal�aks Wirbels�ule hinab. Aus irgendeinem Grund beunruhigte sie die Nachricht von diesem Troll mehr als die Anwesenheit der Horde und der Allianz in Pandaria. Das waren schlie�lich bekannte Gr��en. Sie konnten die Zandalari ausrechnen. <emphasis>Aber wie entwickelt man einen Notfallplan f�r etwas Unbekanntes?</emphasis> Die Mogu versicherten ihnen, dass die Pandaren mehr oder weniger wehrlos waren. <emphasis>Was k�nnte noch hier sein</emphasis>?</p><p>Sie blickte an dem Schamanen vorbei nach S�den, wo sich jenseits des Hafens die Nebel zusammenzogen. Ihre Flotte w�rde in die Nacht segeln und dann noch einmal durch eine Nacht. Sie war schon einmal in Pandaria gewesen, darum hatte sie auch den Ort ausgew�hlt, wo sie landen w�rden: ein Fischerdorf, klein und wertlos, aber mit einem anst�ndigen Hafen. Sobald sie Anker geworfen und diesen Hafen gesichert hatten, w�rden sie ins Inland vorsto�en. Ihre Trollsp�her berichteten, dass es nichts gab, was die Zandalari aufhalten oder auch nur verlangsamen k�nnte.</p><p><emphasis>Es sei denn, wir lassen uns von denen Bange mach�n, die am meisten zu verlier�n haben, wenn wir gewinnen</emphasis>. Sie warf Gryan�zul einen weiteren Blick zu, und sie sp�rte, dass er keine Spielchen spielte. Falls er Macht wollte, w�rde sie ihm Macht geben, das wussten sie beide. Demnach mussten seine Bedenken echt sein.</p><p>Khal�ak nickte. �Ihr werdet euch zum Auslaufen vorbereiten. Und ihr werdet euren Will�n anstrengen und herausfinden, was in der Leere, in diesem bleichen Schatt�n, verborgen ist. Ihr alle. Falls ihr mir keine Antwort�n liefern k�nnt, werde ich euch an die Loa verf�ttern, bis sie es mir selbst sagen. Etwas, das nicht existiert, kann uns nicht aufhalten.�</p><empty-line/><p>Weit im S�den wurde Vol�jins Schlaf in dieser Nacht von einer Vision gest�rt. Das �berraschte ihn, denn seit Hir�eeks Besuch hatten die Loa ihn ignoriert, und er hatte beschlossen, sie ebenfalls zu ignorieren. Er wusste, er musste erst herausfinden, wer er war, bevor er wieder in Kontakt mit ihnen treten konnte, andernfalls w�rde er nur versuchen, die Person zu imitieren, die er einmal gewesen war. Und so, wie Tyrathans Tiergef�hrte sich weigerte, einem Ruf zu folgen, wenn er die Stimme nicht erkannte, w�rden auch die Loa nicht reagieren, denn er war nicht mehr der Troll, der dieses Band gekn�pft hatte.</p><p>Er konnte nicht sagen, welches Loa ihm diese Vision schickte. Sein K�rper flog m�helos durch die L�fte, also war es vielleicht Akil�darah. Doch er flog durch die Nacht, was kein Adler tun w�rde. Da erkannte er, dass er nicht flog, sondern in der Luft schwebte und durch viele, viele Augen blickte, was ihn zu dem Schluss f�hrte, dass Elortha no Shadra, die Seident�nzerin, ihn zu einem ihrer Kinder gemacht hatte. Er hing hoch oben, an einem Faden aus Spinnenseide, der vom Wind getragen wurde.</p><p>Unter ihm teilten sich die Wolken, und Schiffe segelten unter vollen Segeln eilig nach S�den. Diese Szene musste sich vor langer Zeit zugetragen haben, denn auf den breiten quadratischen Segel prangten zandalarische Wappen. Doch Vol�jin wollte auf Anhieb kein geschichtliches Ereignis einfallen, bei dem die Zandalari eine so m�chtige Flotte entsandt hatten.</p><p>Er blickte hoch in den Nachthimmel und erwartete, dort eine fremde Anordnung von Konstellationen zu erblicken. Doch er erkannte die Sternbilder, und er erschrak.</p><p>Dann lachte er.</p><p><emphasis>Sehr gut, Mutter der Gifte. Du zeigst mir die Vision einer Gegenwart, in der ich eine solche Flotte zusammenstell�n k�nnte. Du zeigst mir, welchen Ruhm ich f�r dich und die Loa erring�n k�nnte. Was f�r eine gro�z�gige Vision! Ich k�nnte sogar glauben, dass es dem Traum meines Vaters dient. Das Problem ist nur, bin ich �berhaupt noch Sen�jins Sohn?</emphasis></p><p>Der Wind erstarb.</p><p>Die Spinne fiel.</p><p>Und Vol�jin wischte sie und ihr Netz von seinem Gesicht fort, bevor er sich auf die Seite drehte und wieder in einem traumlosen Schlaf versank.</p></section><section><title><p>11</p></title><p>Es kam nur selten vor, dass Meister Taran Zhu Emotionen zeigte, und die Art, wie sich in seiner verkniffenen Miene Missfallen und ernste Bedenken vermischten, lie� nichts Gutes erahnen, dennoch konnte Chen nicht anders, als zu l�cheln. Sein Herz platzte schier vor Stolz und Freude, und beides wurde noch verst�rkt durch die Tatsache, dass Taran Zhu seinem Plan zugestimmt hatte.</p><p>Ein gro�er Teil seiner Freude r�hrte aus dem Wissen, dass Yalia Weisenwisper den alten M�nch zu dieser Entscheidung �berredet hatte. W�hrend der Arbeit in Zouchin und auf dem R�ckweg hatte er die Zutaten f�r ein wundervolles Gebr�u gesammelt, und er war sicher, dass es f�r Pandaren das sein w�rde, was Gute Besserung f�r Vol�jin gewesen war. Bei seiner R�ckkehr wollte er es sofort mit den anderen teilen, und wie ihm jetzt klar wurde, war es vermutlich gerade dieser Enthusiasmus, der Taran Zhu stutzig gemacht hatte.</p><p>Dass Yalia F�rsprache f�r ihn geleistet hatte, ber�hrte ihn zutiefst. Er mochte sie, hatte sie schon immer gemocht, und w�hrend ihrer Reise hatte er noch mehr Liebenswertes an ihr gefunden. Inzwischen wagte er sogar zu hoffen, dass sie seine Zuneigung zumindest ein St�ck weit erwiderte. Wie weit, das wusste er nicht, aber jedes Qu�ntchen war ihm recht, schlie�lich wuchsen auch aus den kleinsten Eiern die gr��ten Schildkr�ten.</p><p>Niemand in Zouchin hatte sie erkannt, und dass sie nicht sofort ihre Familie aufsuchte, gab ihm R�tsel auf. Li Li und einige andere hatten ihr schlie�lich von den Weisenweiden erz�hlt, und sie wusste, dass es ihnen gut ging. Sogar ihre Gro�mutter lebte noch. Doch Yalia blieb ihnen fern, und ein Teil dieser Reserviertheit lie� sie auch zu Chen auf Abstand gehen.</p><p>Es fiel ihm schwer, zu verstehen, warum sie diese Distanz suchte � nicht einmal unbedingt zu ihm, sondern mehr zu ihrer Familie. Er war in Pandaria immer wieder auf Elemente des Zuhauses gesto�en, das er vermisst hatte, und Zouchin schien sich nahtlos in dieses Bild einzuf�gen. Die n�tigen Ressourcen f�r eine kleine Brauerei waren in H�lle und F�lle vorhanden, und noch w�hrend er das Dorf zum ersten Mal erblickte, fasste er den Entschluss, hier ein Brauhaus zu bauen � weil es der perfekte Ort war und weil es ihn Yalia n�herbringen w�rde.</p><p>In dieser ersten Nacht, nachdem er ihnen Tee gemacht hatte, sprach er sie auf ihre Familie an.</p><p>Yalia starrte in die Tiefen ihrer Tasse. �Sie haben ihr eigenes Leben, Meister Chen. Ich habe sie verlassen, damit sie Frieden finden konnten. Ich will nicht Chaos �ber sie bringen.�</p><p>�Glaubt Ihr denn nicht, es w�rde ihnen noch mehr Frieden schenken, wenn sie w�ssten, dass es Euch gut geht und dass Ihr hoch angesehen seid?� Er zuckte mit den Schultern und setzte ein L�cheln auf. �Ich mache mir Sorgen, wann immer ich Li Li nicht sehen kann. Eure Familie macht sich sicher �hnliche Sorgen, oder �� Da fiel ihm etwas ein, und er unterbrach sich.</p><p>Sie blickte auf. �Oder?�</p><p>�Es war kein w�rdiger Gedanke, Schwester Yalia.�</p><p>�Teilt ihn doch bitte trotzdem mit mir. Selbst wenn ich zu dem Schluss k�me, dass er in der Tat unw�rdig ist, w�ren wir zumindest ehrlich miteinander.� Sie legte die Pfote auf seinen Unterarm. �Bitte, Meister Chen.�</p><p>Einen Moment lang unterbrach nur das Knistern und Knacken des kleinen Lagerfeuers die Stille zwischen ihnen, dann nickte er. �Ich habe mich gefragt � und nur weil ich dasselbe manchmal �ber Li Li denke �, ob es vielleicht Euer Friede ist, den Ihr wahren wollt, nicht ihrer.�</p><p>Ihre Pfote kehrte an ihre Tasse zur�ck. Yalia hielt sie so, dass Chen die Reflexion der Sterne im Tee sehen konnte. �Das Kloster hat mir tiefen Frieden geschenkt.�</p><p>�Man kann nie voraussehen, wie andere reagieren. Ich denke, Eure Familie w�re froh, Euch zu sehen. Vielleicht wird eine kleine Schwester Euch �belnehmen, dass sie all Eure Pflichten erledigen musste, vielleicht wird Eure Mutter beklagen, dass sie keine Enkel hat, die sie verw�hnen k�nnte. Doch selbst wenn dem so w�re, in meinen Augen sind das nur kleine Verstimmungen verglichen mit der Freude, zu wissen, dass Ihr lebt und gl�cklich seid.�</p><p>�Machen eine stille Nacht und warmer Tee schwierige Weisheiten angenehmer?�</p><p>�Keine Ahnung. Meine N�chte sind nur selten still, und ich werde auch nur selten beschuldigt, weise zu sein.� Er trank etwas Tee und lie� ein wenig von seiner Schnauze tr�pfeln, um sie zum L�cheln zu bringen.</p><p>Sie streckte die Pfote aus und wischte die Tropfen fort. �Ihr seid weise genug, den Faxenmacher zu spielen, wenn es n�tig ist. Das macht es leichter, Eure Ideen zu akzeptieren. Und die Wahrheit darin zu erkennen.�</p><p>Chen konnte sein L�cheln nicht verbergen, aber er hielt es zumindest so schmal, dass es nicht stolz wirkte. �Dann werdet Ihr also Eure Familie besuchen.�</p><p>�Ja, aber erst morgen. Im Moment m�chte ich nur eine weitere friedliche Nacht mit warmem Tee und einem aufmerksamen Freund genie�en. Au�erdem muss ich nachdenken. Ich m�chte nicht versuchen m�ssen, ihnen zu erkl�ren, warum ich nicht bin, was ich in ihren Augen sein sollte, sondern einfach nur mit ihnen teilen, was ich bin.�</p><empty-line/><p>Der n�chste Tag brach warm und hell an, was Chen als gutes Omen interpretierte, als er gemeinsam mit Yalia ihre Familie aufsuchte. Die Weisenweiden waren nat�rlich schockiert �ber die R�ckkehr ihrer Tochter, und einen Teil dieser �berraschung �berspielten sie, indem sie Chen umso herzlicher willkommen hie�en, weil er der Onkel der ber�hmten wilden H�ndin Li Li war. Augenscheinlich hatte sie seinen Namen erw�hnt und die Rettungsmannschaften angespornt, indem sie ihnen beschrieb, wie hart er sie bestrafen w�rde, falls sie unter <emphasis>seinem</emphasis> Kommando bei der Arbeit tr�delten.</p><p>Yalias Vater, Tswen-luo, durchschaute diese Geschichte beinahe sofort, da er sich als Leiter der Fischerflotte hinter einer ganz �hnlichen Maske verstecken musste. Die beiden teilten au�erdem eine Vorliebe f�r Bier, und wie m�nnliche Pandaren es eben so tun, waren sie schon bald dabei, einander unter den Tisch zu trinken. Zwischen zwei Gl�sern stimmte Tswen-luo schlie�lich zu, dass Chen in Zouchin eine Sturmbr�u-Brauerei er�ffnen sollte, und bot an, das Unternehmen zu finanzieren, im Gegenzug f�r einen bescheidenen Anteil am Gewinn und lebenslang Freibier.</p><p>Obwohl er die meiste Zeit mit ihrem Vater verbrachte, beobachtete Chen doch auch, wie Yalia auf ihre Familie reagierte. Ihre Nichten und Neffen hatte sie schnell f�r sich gewonnen, indem sie mit einem Schlag oder einem Tritt Bretter zertr�mmerte. Mit den Holztr�mmern in den H�nden rannten die Kleinen dann durchs Dorf, und als sie zur�ckkamen, hatten sie einen Haufen weiterer Kinder im Schlepptau, die eine weitere Demonstration sehen wollten. Einige von ihnen waren die Kinder der beiden Pandaren, die einst um ihre Gunst gestritten hatten. Chen erkannte einen Anflug von Melancholie auf Yalias Gesicht, als man ihr die Kinder vorstellte � aber die Kleinen hatten augenscheinlich keine Ahnung, wer sie war.</p><p>Ihre Mutter und ihre Schwestern tadelten sie, aber erst nach viel Kreischen und Umarmen und Weinen. Ihre Br�der schlossen sie gefasster in die Arme, dann stahlen sie sich davon, um zu ihrer Arbeit zur�ckzukehren oder ein paar Bier mit Chen zu trinken. Und w�hrend alldem blieb Yalia gefasst und ruhig.</p><p>Doch dann stand sie ihrer Gro�mutter gegen�ber. Die alte Pandaren war im Alter schwach geworden, sie ging geb�ckt, das Fleisch hing von ihrem K�rper, und sie musste sich auf einen Stock st�tzen. Dabei hielt sie sich zwar besser, als Tyrathan an seinen schlechtesten Tagen, aber nicht um allzu viel. Die Jahre hatten ihre dunklen Augen getr�bt, und so hob sie die Pfote an Yalias Gesicht und betastete es.</p><p>�Bist du die Enkelin, der ich meinen Schal geliehen habe?�</p><p>�Ja, Ama.�</p><p>�Hast du ihn mitgebracht?�</p><p>Yalia blickte zu Boden. �Nein, Ama.�</p><p>�Dann bring ihn bei deinem n�chsten Besuch mit, Enkelin. Ich habe ihn vermisst.�</p><p>Die alte Pandaren l�chelte, dass man ihre Zahnl�cken sehen konnte, und umarmte Yalia. Schweigen breitete sich ringsum aus, als die Gro�mutter in Yalias Armen verschwand. Ihre K�rper bebten unter lautlosem Schluchzen, und alle taten so, als w�rden sie es nicht registrieren.</p><p>Wohl aus diesem Grund r�lpste Tswen-luo in diesem Moment laut: um die Aufmerksamkeit der anderen durch diese unangebrachte Geste auf sich zu lenken. Chen, der ein guter Gast sein wollte und au�erdem seinen Ruf als R�lpswunder verteidigen musste, brachte einen Moment sp�ter die Dachsparren zum Beben. So verhinderte er, dass die Frauen ihre Emotionen in einer Schimpfkanonade auf den Patriarchen entluden, und zugleich hatten Yalia und ihre Gro�mutter ein wenig mehr Privatsph�re inmitten der emp�rten Rufe.</p><p>Nach zwei Tagen waren die Aufr�umarbeiten im Dorf beendet, und man begann mit den Vorbereitungen f�r den Bau der Brauerei. Chen machte Li Li zu seiner Stellvertreterin und heuerte die Steinacker-Br�der � die gerade zu dem Zeitpunkt mit der Essenslieferung eintrafen, die sie versprochen hatten � als Maurer an. Die beiden waren ohnehin nicht f�rs Bauersein geschaffen, wenn man bedachte, dass es auf ihren Feldern mehr Steine als R�ben gab, und da sie genug Zeit damit verbracht hatten, diese Steine von ihren �ckern zu schleppen, schien die Maurerarbeit genau das Richtige f�r sie zu sein.</p><p>Chen nahm sich derweil etwas Zeit, um Kr�uter aus der Gegend zu sammeln und in einem h�lzernen F�sschen eine Testmischung vorzubereiten. Als sie sich auf den R�ckweg zum Kloster machten, band er sich dieses Fass auf den R�cken, sodass die Fl�ssigkeit darin hin und her schwappte. Regelm��ig r�hrte er sie um, dann gab er wieder Wasser und eine Prise von diesem oder jenem Kraut hinzu.</p><p>Als Yalia am Beginn eines Serpentinenweges Rast machte, zog er die Brauen zusammen. �Ich glaube, ich muss mich entschuldigen, Schwester Yalia.�</p><p>�Wof�r denn nur?�</p><p>�Dass ich mich in Zouchin niedergelassen habe.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Ihr habt nach einem Zuhause gesucht, und Zouchin hat sich f�r Euch wie eines angef�hlt. Warum solltet Ihr Euch daf�r entschuldigen m�ssen?�</p><p>�Es ist Eure Heimat, und ich will nicht in Eure Privatsph�re eindringen.�</p><p>Yalia lachte, ein Laut, den Chen ungemein genoss. �Lieber Chen, das Kloster ist mein Zuhause. Ich mag Zouchin sehr � und jetzt noch mehr, wo Ihr es ebenfalls so liebt. Aber Ihr als Wanderer solltet doch eigentlich wissen, dass man das echte Gef�hl von Heimat in seinem Inneren tr�gt. Wenn man an einem stillen Abend mit einer Tasse Tee keinen Frieden finden kann, dann kann einem auch kein geografischer Ort diese Ruhe schenken. Wir suchen uns nur deshalb eine Heimstatt, weil das Gef�hl dadurch verst�rkt wird. Der Ort zeigt uns eine andere Facette dieses Gef�hls und wirft es auf uns zur�ck.�</p><p>Sie deutete �ber die Schulter in die Ferne. �Indem ich Zouchin durch Eure Augen sehen konnte und weil ich auf Euren Ratschlag hin mit meiner Familie in Kontakt getreten bin, habe ich jetzt einen zweiten Ort, der den Frieden in meinem Innern verst�rkt. Aber Ihr solltet wissen, dass ich den gr��ten Frieden noch immer an einem ruhigen Abend f�hle, wenn ich mit einem Freund Tee trinke.�</p><p>H�tte sie sich in diesem Moment in einen Baum verwandelt und Wurzeln geschlagen, h�tte Chen sich nie wieder weiter von ihr entfernt, als der Schatten ihrer �ste reichte. Das konnte er nat�rlich nicht sagen, und sein L�cheln vermochte dieses Gef�hl auch nicht zu vermitteln. Also ging er zu ihr hin�ber, wobei er sich w�nschte, das Gebr�u auf seinem R�cken w�rde nicht so laut hin und her schwappen, und nickte.</p><p>�Ob der Abend nun leise oder laut ist und ob es Tee oder Bier oder einfach nur k�hles Wasser gibt, an der Seite meines Freundes w�rde ich auch Frieden sp�ren.�</p><p>Sch�chtern wandte sie das Gesicht von ihm ab, aber ihr L�cheln konnte sie nicht verbergen. �Dann lasst uns zu der Heimat abseits unserer Heimat zur�ckkehren und diesen Frieden genie�en.�</p><empty-line/><p>Erst nachdem Taran Zhu ihm gut zugeredet hatte, gab der alte Pandaren Chen die Erlaubnis, sein neues Gebr�u mit ein paar ausgew�hlten M�nchen aus dem Kloster zu teilen. Yalia geh�rte nicht zu ihnen � Taran Zhu hatte f�nf der �ltesten f�r diese Kostprobe bestimmt. Chen war sich nicht sicher, ob das nun daran lag, dass der Meister f�rchtete, es k�nnte zu einem wilden Saufgelage kommen, oder ob er einfach nur glaubte, dass diese M�nche sich �ber die neue Erfahrung freuen w�rden. Doch h�tte er wetten m�ssen, h�tte er sein Geld eher auf Ersteres als auf Letzteres gesetzt.</p><p>Vol�jin und Tyrathan schlossen sich der Gruppe ebenfalls an, auch wenn sie getrennt erschienen. Die Steifheit und F�rmlichkeit zwischen den beiden stach Chen unwillk�rlich ins Auge. Es war nicht so, als w�rde eine gro�e Kluft zwischen ihnen liegen, doch verglichen mit der N�he, die er zu Yalia f�hlte, waren die beiden wie auseinanderdriftende Kontinente.</p><p>Der Braumeister schenkte jedem Gast eine kleine Portion seiner neuesten Erfindung ein. �Vergesst bitte nicht, dass das nicht die finale Formel ist. Ich habe viele Dinge zusammengemischt, einschlie�lich einiger �brig gebliebener Zutaten des Fr�hlingsbiers, das ich vor einer Weile gebraut habe. Ich werde Euch nicht sagen, wie das Getr�nk sein soll, und ich m�chte auch nicht von Euch wissen, wie es schmeckt. Sagt mir stattdessen, wie es sich anf�hlt. Ihr werdet nat�rlich den Geschmack und den Geruch wahrnehmen, aber diese Eindr�cke sollten Erinnerungen wachrufen.�</p><p>Chen hob seine eigene Schale. �Auf die Heimat und die Freunde!� Er verbeugte sich tief, erst vor Taran Zhu, dann vor Vol�jin und dann der Reihe nach vor den anderen am Tisch. Anschlie�end tranken sie alle, mit Ausnahme des Klostermeisters.</p><p>Chen lie� das Gebr�u �ber seine Zunge schwappen. Sofort schmeckte er einzelne Beeren und einen Hauch von Herzensruhe heraus, aber die anderen Zutaten hatten sich zu einem Geschmack vermischt, der manchmal s�� und manchmal sauer war, mit nur einem Hauch von Sch�rfe. Er schluckte und genoss das Kratzen, das seine Kehle hinunterwanderte, bevor er die Schale absetzte.</p><p>�Mich erinnert es an eine Zeit und ein Land jenseits des Nebels. Damals hatten mich drei ausgehungerte Oger zum Abendessen eingeladen. Nun, nicht wirklich eingeladen � ich <emphasis>war</emphasis> das Abendessen. Sie stritten sich dar�ber, wie ich wohl munden w�rde. Wegen meiner Flecken glaubte einer, dass mein Fleisch wie das eines Hasen schmecken m�sste, und ich sagte: �Nah dran.� Der zweite tippte aus offensichtlichen Gr�nden auf B�r, und ich sagte: �Wieder nah dran.� Der dritte meinte nur Kr�he � er hatte eine merkw�rdige Delle in seinem Sch�del. Auch dazu sagte ich: �Ganz nah dran.� Und so stritten sie sich weiter.�</p><p>Einer der M�nche l�chelte. �Und Ihr habt die Gelegenheit zur Flucht genutzt.�</p><p>�Nah dran.� Chen l�chelte und nahm noch einen Schluck. �Ich bot ihnen an, diesen Streit durch einen Wettstreit zu entscheiden, und sogar einen Preis versprach ich ihnen. Zun�chst trug ich ihnen auf, einen Hasen, einen B�ren und eine Kr�he zu fangen und sie zu kochen, damit sie den Geschmack dieser Tiere im Mund h�tten, denn nur so w�rden sie wirklich sagen k�nnen, wonach ich schmecke. Ich w�rde derweil ein Gebr�u f�r jede Mahlzeit zubereiten und noch eines, das wir alle gemeinsam genie�en k�nnten. Also zogen sie davon und machten sich auf die Jagd nach dem Tier, das sie genannt hatten. Anschlie�end kochten sie ihre Beute, ich braute ihnen ein Bier, und sie a�en. Dabei warf ich die Frage ein, welches Bier wohl mit welchem Fleisch am besten schmeckte, und das l�ste einen erneuten Streit aus. Sie tauschten also reihum ihre Speisen und Getr�nke aus. Und nachdem sie die ganze Nacht gegessen und getrunken hatten, konnte ich als einzig N�chterner am n�chsten Morgen einfach davonspazieren.</p><p>Dieses Gebr�u erinnert mich daran, wie sich die Freiheit im Licht des Sonnenaufgangs anf�hlte.�</p><p>Die M�nche lachten und applaudierten, und selbst Tyrathan grinste. Allein Taran Zhu und Vol�jin lie�en sich von der Geschichte nicht r�hren. Der Troll nahm einen Schluck und nickte, dann setzte er die Schale ab. �Mich erinnert es an den Fried�n, den ich sp�re, wenn ich den Sch�del meiner Feinde zertr�mmere � wenn ihre Tr�ume mit ihnen sterb�n und die eigene Zukunft dadurch viel klarer wird, wie ein Morg�n nach dem Regen. Es ist knackig wie das Echo von brechenden Knoch�n. Die S��e ist wie die Freude, wenn man ihr letztes �chz�n h�rt. Davon abgeseh�n schmecke auch ich Freiheit.�</p><p>Nach der Geschichte des Trolls herrschte erst mal Stille, und die M�nche starrten ihn aus weiten Augen an. Nun trank Tyrathan, und er l�chelte. �F�r mich ist es wie der Herbst, wenn die letzten Bl�tter sich braun und golden f�rben. Wenn man die letzte Ernte einholt, die letzten Beeren sammelt, wenn alle zusammenarbeiten, um Vorr�te f�r den kommenden Winter anzulegen. Es ist eine Zeit der Einheit und der Freude; man bereitet sich auf die Ungewissheit des Winters vor, aber jeder wei�, dass harte Arbeit letzten Endes belohnt wird. Also schmeckt es auch f�r mich wie Freiheit.�</p><p>Chen nickte. �Ja, ihr beide habt die Freiheit gefunden. Gut.� Er blickte zu Taran Zhu hin�ber, der seine Schale noch nicht anger�hrt hatte. �Und Ihr, Meister Taran Zhu?�</p><p>Der �lteste M�nch blickte in seine Schale und nahm sie dann vorsichtig mit beiden Pfoten auf. Er roch an ihr und nahm einen kleinen Schluck. Er schnupperte noch einmal, trank dann wieder ein wenig und setzte die Schale schlie�lich wieder ab.</p><p>�F�r mich ist das keine Erinnerung. Es ist ein Bild der Gegenwart. Ein Bild vom Zustand der Welt.� Langsam beugte er den Kopf. �Ein Bild von Freiheit, von Ver�nderung. Es deutet den kommenden Wandel an. Das Erschlagen von Feinden, vielleicht. Ein bevorstehender Winter, sicher. Aber genauso, wie Ihr dieses Getr�nk nie wieder auf genau dieselbe Weise brauen k�nnt, wird auch die Welt nie wieder einen Moment genau wie diesen erleben. Und leider auch nie wieder einen solchen Frieden.�</p></section><section><title><p>12</p></title><p>Vol�jin sp�rte noch immer den bitteren Geschmack von Chens Gebr�u auf der Zunge, als er vom Kloster aufbrach. Taran Zhus Worte hallten in seinem Kopf wider und wurden noch durch Tyrathans Geschichte �ber die Erntezeit bei den Menschen bekr�ftigt. Der Herbst, die Zeit, wenn die Welt starb; der Tod, die Linie zwischen alt und neu, eine andere Definition von Wandel. Solche Kreisl�ufe standen f�r das Neue, und Wesen, die sich ihrer selbst und der Zeit bewusst waren, w�hlten oft eine Jahreszeit oder ein willk�rliches Datum, um ein Ende zu beschlie�en oder einen Anfang zu feiern.</p><p><emphasis>Das Ende wovon? Der Anfang von was?</emphasis></p><p>Er hatte nicht gelogen, als er die Gef�hle und die Erinnerungen, die Chens Kreation in ihm hervorriefen, mit den anderen geteilt hatte. Ihm war aber klar, dass es harsche Worte gewesen waren und ganz sicher nicht das, was der Pandaren-Braumeister zu h�ren erwartete. Doch so waren die Erinnerungen eines Trolls nun einmal, und nur weil sie nicht denen eines Pandaren entsprachen, waren sie nicht weniger richtig. Jeder Troll h�tte dasselbe gesp�rt, denn das war ihre Natur, das, was sie zu Trollen machte. <emphasis>Trolle sind die Herr�n der Welt.</emphasis></p><p>Er fr�stelte, als er in n�rdlicher Richtung den Berg hinaufkletterte. Seine F��e fanden nichts als Schnee, und er kauerte sich in den Schatten zusammen, um Frost und Eis tief in sich aufzusaugen. Sie sollten ihn abh�rten, doch sie erinnerten ihn vor allem an die K�lte des Grabes. Die Trolle waren einst die Herren der Welt gewesen.</p><p>Sein Vater Sen�jin hatte erkannt, dass die anderen Trolle, die vom Wiederaufstieg ihres Volkes tr�umten, Narren waren. Sie wollten die Welt nach ihren W�nschen verbiegen, wollten alles und jeden unterwerfen. Doch wof�r?</p><p>Damit sie die Freiheit sp�ren konnten, mit der Chens Gebr�u ihn erf�llte?</p><p>So unwillk�rlich wie ein Blitz traf ihn eine Erkenntnis, zu der auch sein Vater gelangt sein musste, die er aber nie mit ihm geteilt hatte. Falls dieses Gef�hl der Freiheit das Ziel war, dann stellte sich die Frage, ob v�llige Eroberung der einzige Weg war, es zu erreichen. Um frei von Furcht zu sein, frei von N�ten, frei, in die Zukunft zu blicken, musste man seine Feinde nicht t�ten. Nun ja, vielleicht einige wenige, aber tote Feinde waren nicht das Fundament, auf dem diese Freiheit fu�te.</p><p>Der Troll dachte an die Tauren, die im relativen Frieden und der Abgeschiedenheit von Donnerfels lebten. Viele von ihnen schlossen sich der Horde an und k�mpften, doch sie schienen nicht dazu gezwungen zu werden. Vielmehr traten sie bei, weil es richtig und ehrenhaft war und weil sie ihren Verb�ndeten im Krieg gegen die Allianz helfen wollten, nicht weil irgendwelche jahrtausendealte Traditionen es verlangten.</p><p>Es war nicht so, als h�tte sein Vater die Abkehr von den alten Sitten bef�rwortet. Hin und wieder hatte Vol�jin Trolle gesehen � blaue Tauren, wie Chen sie nannte �, die unter den Tauren lebten und ihre Traditionen angenommen hatten. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, ob sie einen friedlicheren Eindruck gemacht hatten als die anderen Trolle, aber er wusste noch, dass sie wegen des zerr�tteten Verh�ltnisses zu ihren Br�uchen nicht mit den anderen harmonisierten. Sie hatten eine Kultur gegen eine andere eingetauscht, aber es schien, als w�rden sie in keine von beiden mehr richtig hineinpassen.</p><p>Nein, Sen�jin hatte gro�en Respekt vor allen Troll-Traditionen gehabt. W�re dem nicht so gewesen, h�tte er v�llig mit den alten Sitten brechen wollen, dann h�tte Vol�jin wohl kaum den Weg eines Schattenj�gers eingeschlagen. Sein Vater hatte ihn auf diesem Weg stets unterst�tzt, und zwar indem er nach vorne blickte. Er hatte betont, wie wichtig Lektionen in F�hrerschaft waren; wichtiger, als blind Traditionen nachzuahmen.</p><p>Eine Bemerkung, die Chen gemacht hatte, fiel Vol�jin wieder ein, als er sich erhob und weiterging, h�heren Lagen und k�lteren Schatten entgegen. Etwas, das wohl Taran Zhu gesagt hatte, �ber Schiffe und Anker und Wasser. Traditionen konnten das Wasser sein, das es dem Schiff erlaubte zu reisen; sie konnten aber auch der Anker sein, der jegliche Bewegung verhinderte. Die Loa und was sie von den Trollen verlangten, k�nnte man wohl als einen Anker betrachten. Die Geister und ihre Bed�rfnisse entstammten einer fr�heren Zeit. Um diese Bed�rfnisse zu erf�llen und die Loa zu ehren, hatten Trolle gewaltige Reiche gegr�ndet und ganze Zivilisationen ausgel�scht.</p><p>Falls er das Band zu ihnen durchschnitt, w�re er frei von diesem Anker, aber dann w�rde er haltlos durch gef�hrliche Gew�sser treiben. Es w�re eine un�berlegte und radikale Handlung, genau die Art, von der sein Vater ihm abgeraten h�tte. Doch was, �berlegte Vol�jin, wenn die Loa die Str�mung und das Meer waren, die das Schiff antrieben.</p><p>Dann w�re unsere Geschichte der Anker, der uns auf ewig in derselben Bucht festh�lt.</p><p>Doch bevor er sich weiter mit diesem Gedanken besch�ftigen konnte, umrundete er eine Biegung, und da stand Tyrathan Khort, das Gesicht nach Nordosten gewandt, und starrte in die dunstige Ferne. Vol�jin z�gerte; er wollte in seine eigene Einsamkeit fl�chten, und auch die des Menschen wollte er nicht st�ren.</p><p>�Du bewegst dich weniger ger�uschvoll als die meisten Trolle, Vol�jin, aber ich w�re schon tausendmal gestorben, wenn ich nicht h�ren k�nnte, wie du dich an mich herangeschlichen hast.�</p><p>Vol�jin reckte den Kopf hoch. �Trolle schleichen nicht. Und du hast mich auch nicht geh�rt.� Er beobachtete, wie der Bergwind den roten Wollmantel an den K�rper des Mannes dr�ckte. �Was hat mich verrat�n? Chens Gebr�u oder ein Geruch?�</p><p>Tyrathan drehte sich langsam herum, ein L�cheln auf den Lippen. �Ich habe viele Stunden damit verbracht, deinen Geruch aus den Bettlaken zu waschen.�</p><p>�Ich wollte dich nicht st�r�n.�</p><p>Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Ich wollte mich bei dir entschuldigen.�</p><p>�Du hast mir nichts getan.� Vol�jin ging in die Hocke, seine F��e sanken im Schnee ein. Er wollte noch hinzuf�gen, dass jede Geringsch�tzung, die ein Mensch ihm erweisen k�nnte, ohnehin unter seiner W�rde w�re, aber dann begn�gte er sich mit den Worten, die bereits gesprochen waren.</p><p>�Als ich sagte, du h�ttest Angst, wollte ich dich kr�nken. Ein Schatten von dir blieb in meinem Kopf zur�ck. Sogar jetzt sp�re ich ihn noch. Er wird zwar immer schw�cher, aber er ist trotzdem da. Du bist da. Nun, ich dachte, ich k�nnte ihn vertreiben, indem ich dich vertreibe. Ich wollte nicht, dass du in meiner N�he bist, darum habe ich dich verletzt.� Tyrathan blickte mit gefurchter Stirn zu Boden. �Dieses Verhalten ist unter der W�rde des Mannes, der ich war, und es soll auch nicht Teil des Mannes sein, der ich werden m�chte.�</p><p>Vol�jin kniff die Augen zusammen. �Wer willst du denn werd�n?�</p><p>Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Ich kann dir sagen, was ich nicht sein will, aber nicht, was ich sein will. Wei�t du, warum ich an dem Tag, als der Sturm kam, hier angehalten habe? Wei�t du, warum ich so gedankenverloren war, dass ich den Blizzard nicht kommen sah? Dir m�sste doch besser als jedem anderen klar sein, dass solch ein Sturm sich nicht an mich heranschleichen k�nnte.�</p><p>�Dein K�rper war hier. Dein Geist nicht.�</p><p>�Ja.� Tyrathan drehte sich halb herum und zeigte mit der Hand auf die fernen gr�nen T�ler. �Bevor ich Sturmwinds Ruf folgte, um hier zu k�mpfen, schwor ich, dass ich nicht sterben w�rde, bevor ich nicht noch einmal die gr�nen T�ler meiner Heimat gesehen h�tte. Das war mein Versprechen an meine � Familie. Ich habe noch nie mein Wort gebrochen. Sie wussten, dass ich zur�ckkehren w�rde. Doch die Person, die ich war, die diesen Schwur abgelegt hat, die gibt es nicht mehr. Bin ich noch immer an dieses Versprechen gebunden?�</p><p>Etwas in Vol�jins Magen zog sich zusammen. <emphasis>Bin ich an die Traditionen und Versprechen gebund�n, die von lange toten Trollen gemacht wurd�n? Bin ich ihren Tr�umen und W�nschen verpflichtet?</emphasis></p><p>Er strich mit dem Finger durch den Schnee und hinterlie� eine Furche in der Kruste. �Wenn du die Rolle des Mannes annimmst, der du mal warst, wirst du wieder zu ihm. Wenn du eine neue Person sein willst, dann ist das hier das Tal deiner Heimat.�</p><p>�Dann sind Schattenj�ger also auch Philosophen, hm?� Tyrathan Khort l�chelte. �Ich hatte dich schon einmal gesehen, bevor du ins Kloster kamst. Ich war bei den Truppen aus Kul Tiras � man hatte mich an Daelin Prachtmeer ausgeliehen. Damals war ich nat�rlich viel j�nger, mein Haar war dunkler und meine Haut glatter. Aber du hast dich nicht wirklich ver�ndert, abgesehen von ein paar Narben. Ein anderer J�ger wollte zehn Gold wetten, dass er dich t�ten k�nnte. Sp�ter h�rte ich, dass er bei der Trolljagd gestorben ist.�</p><p>�Du bist nicht auf die Wette eingegangen.�</p><p>�Nein. Wenn man sich v�llig auf ein Ziel konzentriert, verliert man die anderen aus den Augen.� Der Mann seufzte, und sein Atem wallte als wei�er Dampf hervor. �H�tte man mir aber befohlen, dich zu t�ten ��</p><p>�H�ttest du bei der Jagd dein Bestes gegeb�n.�</p><p>�Wenn ich Menschen oder Trolle jage � �berhaupt jede denkende Kreatur �, werde ich daran erinnert, dass wir alle Tiere sind. Ich habe sowohl Menschen als auch Trolle get�tet, und von beiden zu viele. Nicht, dass ich mitgez�hlt h�tte.� Tyrathan schauderte. �Ich kenne J�ger, die ihre Opfer z�hlen, aber ich finde das respektlos, morbide. Es reduziert ein lebendes Wesen auf eine Zahl. Und ich w�rde gerne glauben, dass ich mehr bin als nur ein Strich in jemandes Tagebuch.�</p><p>�Ist das deine Ansicht oder die deines alten Ichs?�</p><p>Der Mann beugte den Kopf. �Wir beide f�hlen so. Und jetzt mehr denn je. Da ist etwas an der Art, wie die M�nche hier leben und wie sie sich verhalten. Sie haben Respekt vor dem Leben. Dieses Konzept von Balance, dem Streben nach Harmonie. Fragst du dich manchmal, ob das Neue das Alte ausgleichen kann, Vol�jin?�</p><p>�Das besch�ftigt dich, hm?�</p><p>�Das tut es.�</p><p>�Ich glaube, es ist m�glich.�</p><p>�In deinem Fall, oder auch in meinem?�</p><p>Der Troll �ffnete die H�nde und erhob sich. �Bei uns beiden. Du hast es selbst gesagt. Ein Kind tr�gt keine Last. Es kennt keine Grenzen. Aber es fehlt ihm an Erfahrung, darum kann es keine Balance find�n. Wir schon.�</p><p>�Dann k�nnen wir unserer Vergangenheit nicht entfliehen.�</p><p>�Nein? Ich bin Vol�jin, Anf�hrer der Dunkelspeertrolle. Und du bist ein Mensch, ein Trollschl�chter. Aber keiner von uns liegt tot oder blutend am Boden, und wir k�mpf�n auch nicht.�</p><p>�Gutes Argument.� Tyrathan kratzte sich am Bart. �Hier sind wir keine Feinde.�</p><p>Wieder fiel Vol�jin die Metapher des Schiffes ein. Er l�chelte. �Du siehst deine Vergangenheit als Last. Du willst sie abwerfen. Solltest du es tun, w�rst du frei, aber du w�rdest nicht wissen, wer du bist. Stell dir das Ganze als Schiffswrack vor. Ein Wrack kann man nie wieder ganz reparier�n. Aber man kann Teile davon bergen. Dieser Ort hier f�hlt sich jetzt vielleicht wie ein Zuhause f�r dich an. Aber nur wegen der Erinnerungen, die du geborg�n hast.�</p><p>�Ich bin jedenfalls definitiv auf Grund gelaufen.�</p><p>Vol�jin nickte. �Die J�gerin, die get�tet wurde. Wer war sie?�</p><p>Tyrathan sch�ttelte den Kopf und hob die behandschuhte Linke vor seinen Mund. �Ich wei� es nicht wirklich.�</p><p>�Deine Erinnerung an sie ist sehr stark.�</p><p>�Ihr Name war Larsi. Ich begegnete ihr, bevor wir in See stachen. Vorher hatte ich sie nie gesehen. Aber sie dankte mir. Als sie geh�rt hatte, dass ich zu einer unerforschten Insel aufbrechen w�rde, war ihr klar gewesen, dass sie sich ein solches Abenteuer nicht entgehen lassen konnte, wie sie sagte.� Er schlang die Arme um sich. �Sie � wann immer ich einen Freiwilligen brauchte, trat sie vor. Sie sorgte daf�r, dass warmes Essen f�r mich bereitstand und mein Zelt aufgestellt wurde. Wir waren keine Liebenden. Wir haben nicht einmal sonderlich viel miteinander gesprochen. Sie hatte einfach das Gef�hl, als w�rde sie mir etwas schulden. Und da sie nur da war, weil ich dort war ��</p><p>�Du w�lzt dich in deinem Schmerz. Aber dadurch entehrst du sie.� Der Troll nickte ernst. �Wenn du sie ehren willst, dann berge ihren Glauben an dich aus diesem Wrack.�</p><p>�Dieser Glaube hat sie das Leben gekostet.�</p><p>�Nein. Du hast keinen Anspruch auf ihren Tod. Es war ihre Wahl. Und es w�rde sie freuen, dass du noch am Leb�n bist.�</p><p>�Da w�re nur eine Sache.� Der Mensch blickte wieder nach Nordosten zu der gezackten K�stenlinie. �Mein altes Leben � da sind so viele Tr�mmer, die �ber die ganze K�ste verstreut sind. Sie alle zu bergen w�rde eine lange, lange Zeit dauern.�</p><p>�Dann betrachte es als Spiel.� Vol�jin trat neben den Mann an den Rand des Vorsprungs. In der Ferne schimmerte das Sonnenlicht silbern auf dem Meer. Sie waren zu weit oben, um au�er dem Spiel des Lichts auf den Wellen noch etwas anderes zu erkennen, aber Vol�jin stellte sich vor, dass auch die Tr�mmer seines Lebens dort verteilt lagen. <emphasis>Was werde ich berg�n?</emphasis></p><p>Etwas strich �ber sein Gesicht, leicht und unwirklich. Es f�hlte sich an wie ein Spinnennetz, aber als er die Hand hob, um es fortzuwischen, war da nichts. Stattdessen erinnerte er sich daran, eine Spinne zu sein, die in der Luft schwebte, und sein Blick wanderte erneut aufs Meer hinaus.</p><p>Das Bild vor seinen Augen ver�nderte sich, wurde gesch�rft durch eine Linse, welche nicht nur das Licht, sondern auch die Zeit kr�mmte. Er sah die schwarze Flotte �ber die Welle segeln, die ihm bereits in seiner Vision begegnet war. Doch nun erkannte er, dass er sich geirrt hatte: Der Traum hatte ihm zwar eine andere Zeit gezeigt, aber es war nicht die graue Vorzeit. Was er jetzt sah, was er in der Vision gesehen hatte, war nur wenige Tage entfernt, und zwar nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft.</p><p>�Komm, schnell! Wir m�ssen mit Taran Zhu sprechen.�</p><p>Ein alarmierter Ausdruck sprengte Tyrathans verschlossene Miene. Er starrte aufs Meer hinaus, dann wandte er sich mit einem verst�ndnislosen Blick zu Vol�jin um. �Deine Augen sind nicht so viel sch�rfer als meine. Was hast du gesehen.�</p><p>��rger. Gro�en �rger.� Der Troll sch�ttelte den Kopf. �Ich bin nicht sicher, ob wir ihn eind�mmen, geschweige denn verhindern k�nnen.�</p><p>So schnell sie konnten, rannten sie den Berg hinab. Vol�jins l�ngere Beine legten mit jedem Schritt eine gr��ere Entfernung zur�ck, aber schon nach Kurzem begannen Schmerzen in seine Seite zu stechen. Er lie� sich auf ein Knie fallen, um Atem zu sch�pfen, was Tyrathan die M�glichkeit gab, zu ihm aufzuschlie�en. Vol�jin winkte ihn weiter, und der Mensch eilte davon; sein Humpeln war kaum zu erkennen.</p><p>Einer der M�nche auf den Mauern musste sie gesehen haben, denn als sie den Hof erreicht hatten, trat ihnen Taran Zhu entgegen. �Was ist los?�</p><p>�Kart�n? Habt Ihr Kart�n? Landkart�n?� Vol�jin suchte nach dem pandarischen Wort, aber er war nicht sicher, ob er es �berhaupt gelernt hatte.</p><p>Taran Zhu gab einen scharfen Befehl, dann nahm er Vol�jin beim Arm und f�hrte ihn nach drinnen. Tyrathan Khort folgte ihnen in den Raum, wo sie Chens Gebr�u gekostet hatten, auch wenn der Tisch inzwischen l�ngst abger�umt war. Kurz darauf tauchte noch ein anderer M�nch mit einer Rolle aus Reispapier auf.</p><p>Taran Zhu nahm die Rolle und breitete sie auf dem Tisch aus. Vol�jin musste neben ihn treten, damit Norden oben war, und obwohl er die Symbole nicht lesen konnte, entdeckte er m�helos das Kloster und den Berggipfel �stlich davon. Sein Blick wanderte ein St�ck weiter nach Osten, dann tippte er auf eine Stelle an der n�rdlichen K�ste.</p><p>�Was ist das f�r ein Ort?�</p><p>Chen Sturmbr�u trampelte die Treppe herunter. �Das ist Zouchin. Ich baue dort eine neue Brauerei.�</p><p>Vol�jin studierte den n�rdlichen und nord�stlichen Teil der Karte. �Warum ist die Insel nicht verzeichnet?�</p><p>Chen zog eine Augenbraue nach oben. �Was f�r eine Insel? Da drau�en gibt es nichts.�</p><p>Taran Zhu blickte den M�nch an, der die Karte gebracht hatte, und gab ihm auf Pandarisch einen Befehl. Chen wandte sich ab, um dem anderen aus dem Raum zu folgen. �Nein, Meister Sturmbr�u, bleibt bitte! Bruder Kwan-ji wird die anderen holen.�</p><p>Chen nickte und kehrte an den Tisch zur�ck. Das L�cheln, das seine Ank�ndigung �ber die Brauerei in Zouchin begleitet hatte, war inzwischen v�llig verschwunden. �Welche Insel?�</p><p>Der Shado-Pan-M�nch verschr�nkte die Pfoten hinter dem Nacken. �Pandaria ist nicht nur die Heimat der Pandaren. Es gab eine Zeit, da herrschte ein anderes, ein m�chtiges Volk �ber dieses Land: die Mogu.�</p><p>Vol�jin richtete sich auf. �Ich kenne die Mogu.�</p><p>Tyrathan blinzelte verwirrt, und Chen kniff die Augen zusammen.</p><p>�Dann wisst Ihr, dass Ihre Zeit vor�ber ist. Doch dass Ihr es wisst, hei�t leider nicht, dass sie es ebenfalls wissen.� Taran Zhu ber�hrte die nord�stliche Ecke der Karte, woraufhin der ungleichm��ige Umriss einer Insel erschien, so als w�rden die Nebel, die sie verborgen hatten, langsam auseinanderdriften. �Das ist die Insel des Donnerk�nigs. Viele halten sie f�r eine Legende, nur die wenigsten wissen, dass es sie wirklich gibt. Und wenn Ihr davon wisst, Vol�jin, dann k�nnten andere, die auch Kenntnis davon haben, gro�es Unheil heraufbeschw�ren.�</p><p>�Ich wusste nicht davon, bis ich eine Vision hatte.� Der Troll deutete auf Zouchin. �Gerade hatte ich noch eine. Eine Flotte ist von dieser Insel aufgebroch�n. Eine Zandalari-Flotte. Ihre Absichten k�nnen nur b�se sein. Wir m�ssen schnell handeln, wenn wir sie noch aufhalt�n wollen.�</p></section><section><title><p>13</p></title><p>Eine schlimme Vorahnung schl�ngelte sich durch Vol�jins Eingeweide, als er Taran Zhu anblickte. Der M�nch stand so reglos da, als w�re er eine der Steins�ulen, die die Decke st�tzten. �Was sollen wir tun, Vol�jin?�</p><p>Nachdem er und der Mensch einander ungl�ubig angesehen hatten, breitete der Troll die H�nde aus. �Schickt Boten in das Dorf. Ruft die B�rgerwehr zusamm�n. Baut Verteidigungsstellungen auf. Versammelt Eure Elitekrieger und entsendet sie nach Zouchin. Zieht Eure Flotte zusamm�n. Verhindert, dass die Zandalari an Land geh�n.�</p><p>Er betrachtete das Papier. �Ich brauche andere Kart�n. Taktische Kart�n. Mit mehr Details.�</p><p>Tyrathan trat vor. �Diese T�ler sind Engp�sse. Wir k�nnten � Was ist?�</p><p>Der alte M�nch reckte das Kinn hoch. �Vol�jin, welche Vorkehrungen trefft Ihr auf Euren Inseln, um Euch gegen Schneest�rme zu sch�tzen, so wie den, der hier gew�tet hat?�</p><p>�Gar keine. Es gibt keine Blizzards auf den Echo-Inseln.� Ein unheilvolles Gef�hl verknotete seinen Magen. �Aber schlechtes Wetter ist beileibe nicht dasselbe wie eine Invasion.�</p><p>Der M�nch zog steif die Schultern hoch. �Falls es keine Nacht g�be, br�uchte niemand eine Laterne. Seit den Tagen vor dem Beginn der Zeit haben die Nebel uns gesch�tzt.�</p><p>�Aber Ihr seid nicht wehrlos.� Tyrathan deutete nach drau�en auf den Hof. �Eure M�nche k�nnen mit blo�en H�nden Holz zerschmettern. Sie k�nnen mit Schwertern umgehen, und ich habe sie beim Bogenschie�en beobachtet. Sie geh�ren zu den besten K�mpfern, die ich je gesehen habe.�</p><p>�K�mpfer, ja, aber keine Armee.� Taran Zhu presste die H�nde vor seiner Brust zusammen. �Wir sind nur wenige und �ber den gesamten Kontinent verstreut. Und auch wenn wir Pandarias einzige Verteidigung sein m�gen, ist das doch nicht der einzige Sinn unserer Existenz. Wir trainieren die Kampfk�nste nicht nur, damit wir t�ten k�nnen. So �ben wir das Bogenschie�en nicht um des kriegerischen Aspekts willen � wir suchen darin nach einem Gleichgewicht. F�r uns ist es ein Mittel, zwei Punkte �ber eine Distanz hinweg zu verbinden. Es geht darum, Entfernung und Geschwindigkeit, Flugbahn und Wind auszugleichen, die Natur des Pfeils zu erkennen. Wir verteidigen Pandaria, aber vor allem verteidigen wir das Gleichgewicht.�</p><p>Vol�jin tippte auf die Karte. �Ihr redet von Philosophie. Aber das hier ist Krieg.�</p><p>�Wollt Ihr mir sagen, dass Krieg nur auf der k�rperlichen Ebene existiert, Troll? Dass es dabei nur um Stahl und Blut und Knochen geht?� Taran Zhus Augen wurden zu dunklen Schlitzen. �Ihr beide tragt Narben an Eurem K�rper. Und Ihr habt Narben, die tiefer sitzen. Der Krieg hat Euch aus dem Gleichgewicht gebracht. Oder Eure Kriegs<emphasis>lust</emphasis>.�</p><p>Der Troll zischte. �Der Krieg kennt kein Gleichgewicht. Wenn er deine Balance zerst�rt, war die Balance falsch.�</p><p>Chen trat zwischen die beiden. �Ich komme gerade aus Zouchin. Li Li wollte dorthin zur�ckkehren. Yalias Familie lebt dort. Die Zandalari werden das gesamte Leben dieser Leute aus dem Gleichgewicht bringen. Wir m�ssen alles in unserer Macht Stehende tun, um dem entgegenzuwirken.�</p><p>Der Mensch stimmte ihm mit einem Nicken zu. �Das Mindeste, was wir tun k�nnen, ist, die Leute zu warnen. Das Dorf zu evakuieren.�</p><p>Taran Zhu schloss die Augen und fasste sich. �Ihr drei stammt aus der Welt jenseits des Nebels. Wegen Eurer Erfahrungen dort sch�tzt Ihr schnelles Handeln mehr als die Wege, an die wir hier gew�hnt sind. Ihr dr�ngt zur Eile und seht Bedachtsamkeit als Widerstand. Ihr seid taktisch erfahren, aber mich haltet Ihr f�r blind. Meine Aufgabe als Leiter der Shado-Pan ist es, mich um Gr��eres zu k�mmern.�</p><p>Vol�jin schnaubte. �Das Gleichgewicht zu wahr�n?�</p><p>�Kein Krieg dauert ewig. Der Krieg gewinnt nur, wenn die Welt sich nicht wieder davon erholen kann. Ihr wollt den Krieg beenden. Ich will ihn besiegen.�</p><p>Beinahe h�tte Vol�jin eine barsche Entgegnung gezischt, aber etwas in Taran Zhus Worten traf ihn ins Herz. Es beschwor ein Echo herauf: etwas, das sein Vater einst in einem privaten Augenblick mit ihm geteilt hatte, nachdem die Welt vom vormorgendlichen Regen reingewaschen worden war. Er hatte gesagt: �Ich liebe die Welt, wenn sie so ist. Kein Blut, kein Schmerz. Alles nass vor Freudentr�nen und erf�llt von der Hoffnung auf Sonnenschein.�</p><p>Der Troll verbeugte sich und neigte den Kopf. �Die F�higkeit�n Eurer M�nche k�nnen trotzdem etwas bewirken.�</p><p>�Das k�nnen sie in der Tat. Ihr sollt einige K�mpfer bekommen. Es werden zu wenige sein, um Euren Krieg zu gewinnen, aber doch genug, um unseren Feinden ihren Krieg zu verleiden.� Taran Zhu atmete langsam aus und �ffnete die Augen. �Ich werde Euch achtzehn M�nche geben. Nicht die st�rksten und nicht die schnellsten, aber diejenigen, die f�r Eure Absichten am besten geeignet sind.�</p><p>Tyrathans weit offen stehender Mund verriet seine Gedanken. �Achtzehn M�nche, und dazu wir drei.� Er blickte zu Vol�jin hin�ber. �Wie gro� war die Flotte in deiner Vision? Zwei Schiffe f�r jeden von uns?�</p><p>�Eher drei Schiffe. Zwei gro�e und ein kleines.�</p><p>�Wir werden ihnen die Invasion nicht verleiden, wir werden ihnen nur Lust auf mehr machen.� Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Wir brauchen mehr Krieger.�</p><p>�Ich w�rde Euch mehr geben, wenn ich es k�nnte.� Der Anf�hrer der Shado-Pan streckte seine leeren Pfoten vor. �Leider werden wir nur einundzwanzig Zouchin rechtzeitig erreichen k�nnen, um �berhaupt etwas zu bewirken.�</p><empty-line/><p>Vol�jin hatte erwartet, dass es ein vertrautes Gef�hl sein w�rde, sich f�r den Krieg zu r�sten, und dass dieses Ritual eine Verbindung zu seiner Vergangenheit wiederherstellen k�nnte. Doch die Pandaren-R�stung bereitete ihm nichts als Frustration. Sie war zu kurz und doch zu gro�, und die gesteppte Seide f�hlte sich viel zu leicht an, um wirksamen Schutz zu bieten. Die d�nnen Metallstreifen, die mit hellen Schn�ren zusammengebunden waren, und die Brustplatte aus lackiertem Leder hingen tief herab, wo sie es nicht sollten, und lie�en ihn runder aussehen, als er war. Ein M�nch arbeitete eilends daran, den Panzerrock unter der Brustplatte zu verl�ngern, aber Vol�jin schwor sich dennoch, bei der erstbesten Gelegenheit einem Zandalari die R�stung abzunehmen und dann diese zu tragen.</p><p>Da musste er lachen. Er war zwar zu gro� f�r eine Pandaren-R�stung, aber zu klein f�r einen Zandalari-K�rperpanzer. Er hatte schon mit ihnen zu tun gehabt, und er wusste, dass sie mindestens einen K�pf gr��er waren als er, oder zwei K�pfe, wenn man ihre Arroganz mit ma�. Doch obwohl ihm nicht gefiel, wie sie auf alle anderen Trolle als Untergebene herabblickten, konnte auch er nicht leugnen, dass ihre schlanken Glieder und erhabenen Gesichter sch�n anzusehen waren. Einmal hatte er geh�rt, wie ein Mensch sie die �Elfen unter den Trollen� nannte. Die Zandalari hatten das als bodenlose Beleidigung empfunden, und Vol�jin hatte sich �ber ihre Emp�rung am�siert.</p><p>W�hrend man seine R�stung anpasste, k�ndete lautes Klirren und Klappern von den Vorbereitungen f�r die Schlacht. Schlie�lich �berreichte Chen ihm stolz ein Doppelklingenschwert. �Ich hatte dem Schmied aufgetragen, die Griffe von zwei Krummschwertern abzuschlagen, die Sch�fte zusammenzunieten und sie dann mit Haifischhaut �ber Bambus zu umwickeln. Es ist zwar nicht deine Gleve, aber es sieht immerhin Furcht einfl��end aus.�</p><p>�Und es wird noch Furcht einfl��ender sein, wenn seine Klinge Zandalari-Blut getrunken hat.� Vol�jin nahm das Schwert am Griff und wirbelte es herum, dann hielt er inne, aber die Klingen zitterten weiter und summten dabei unheimlich. Chen hatte recht: Es war nicht seine Gleve, aber sie war hervorragend ausbalanciert. �Du kannst also mehr als nur Bier brau�n.�</p><p>�Nein. Es war Bruder Xiao, einer der M�nche, die mit uns getrunken haben.� Chen l�chelte. �Ich sagte ihm, er solle sich von den Erinnerungen inspirieren lassen, die das Gebr�u in dir heraufbeschworen hatte.�</p><p>�Er hat gute Arbeit geleistet.�</p><p>Tyrathan pfiff leise, als er auf den Gang hinaustrat. Er trug einen langen Waffenrock aus Leder, auf den Metallplatten genietet waren, dazu einen spitz zulaufenden Helm mit einer Kettenbr�nne, die seinen Nacken sch�tzte. Er hielt zwei B�gen und ein halbes Dutzend Pfeilk�cher in den H�nden. �Nette Gleve. Du wirst sie zur Gen�ge erproben k�nnen.�</p><p>Der Mensch warf Vol�jin einen Bogen zu. �Das sind die besten, die es hier in der Waffenkammer gibt. Ich habe sie abgescheuert, und die besten Pfeile habe ich auch ausgesucht. Alle mit �bungsspitzen � die Kampfpfeile wurden an M�nche anderswo im Land geschickt.�</p><p>Vol�jin nickte. �Dann muss man also genau ziel�n.�</p><p>�Bei Trollen stelle ich mir eine Linie zwischen ihren Ohrl�ppchen vor, dann verschiebe ich sie drei Fingerbreit nach unten und ziele auf die Mitte. So erwischt man ganz leicht die Wirbels�ule, und die Zunge nimmt der Pfeil beim Austritt auch noch mit.�</p><p>Chen blickte ihn angewidert an. �Ich glaube, was Vol�jin sagen wollte ��</p><p>�Ich wei�, was er gemeint hat.� Der Troll blickte Tyrathan an. �Das sind Zandalari, also nimm besser vier Fingerbreit. Ihre Ohr�n sitzen h�her.�</p><p>Chen und Tyrathan folgten ihm auf den Hof. Die M�nche, die zu ihrer Gruppe geh�rten, waren alle �hnlich gekleidet wie der Mensch, mit dem Unterschied, dass das Tigeremblem des Klosters Brust und R�cken ihrer R�stung zierte. Zudem hing ein einzelner Stoffstreifen von der Spitze eines jeden Helms herab, die eine H�lfte rot, die andere blau. Taran Zhu hatte nicht gelogen; das waren nicht die Pandaren, die Vol�jin ausgew�hlt h�tte, aber er vertraute darauf, dass der Meister der Shado-Pan seine Leute kannte. Kurz war er �berrascht, als er Yalia Weisenwisper unter den achtzehn sah, dann erinnerte er sich daran, dass sie ihr Heimatdorf verteidigten und dass ihr Wissen �ber die Gegend von unsch�tzbarem Wert sein w�rde.</p><p>Als er die Treppe zu der Ebene zwischen Kloster und Berg hinabstieg, erkannte Vol�jin zudem, warum Taran Zhu ihnen nur eine so kleine Einheit mitgab. Elf gefl�gelte Bestien kauerten unter ihm, geschmeidig, aber gelangweilt. Jeder war ein Doppelsattel umgeschnallt worden, dazu Lederbeutel mit einigen mageren Vorr�ten. Kleinere Versionen dieser Tiere hatte er schon �berall im Kloster gesehen, auf Wandmalereien oder als Statuen in Nischen, aber irgendwie hatte er angenommen, dass es sich dabei nur um eine k�nstlerische Repr�sentation von Drachen handelte.</p><p>Yalia winkte sie heran und wies jedem ein Tier zu. �Das sind Wolkenschlangen. In vergangenen Zeiten wurden sie gef�rchtet, dann freundete sich eine tapfere junge Frau mit ihnen an. Sie lehrte uns, was sie tun k�nnen. Heute gibt es nicht mehr viele von ihnen, aber das Kloster kann auf die Unterst�tzung eines Schwarms bauen.�</p><p>Vol�jin blickte zum Kloster zur�ck und entdeckte Taran Zhu auf einem Balkon. Der M�nch lie� sich nicht anmerken, dass er ihn �berhaupt bemerkte, aber das konnte Vol�jin nicht t�uschen. Der alte Pandaren behauptete, unwissend in der Kriegsf�hrung zu sein, aber er wusste nur allzu gut, dass Wissen Macht war, und darum hatte er seine Besucher nur mit einem Mindestma� an Informationen versorgt. Man h�tte Vol�jin sofort von diesen Wolkenschlangen erz�hlen m�ssen, aber niemand hatte etwas gesagt.</p><p><emphasis>Man hat mir nichts erz�hlt, was den Zandalari nutzen k�nnte, falls sie mich gefangen nehmen.</emphasis></p><p>Zorn flackerte in ihm auf, aber dann fing er sich. Er zog in einen Krieg, aber es war nicht sein Krieg. Die Zandalari fielen in Pandaria ein, nicht auf den Echo-Inseln. <emphasis>Trotzdem: Wenn es nicht mein Krieg ist, warum k�mpfe ich dann? Damit Chen eine Brauerei an der Nordk�ste aufmach�n kann? Um den Zandalari eins auszuwisch�n?</emphasis></p><p>Ein Gedanke hallte durch seinen Geist, ausgesprochen von einer tiefen, fernen Stimme � Bwonsamdis Stimme, die aus der Leere empordrang. <emphasis>Oder um zu beweisen, dass Vol�jin nicht tot ist?</emphasis></p><p>Er hatte keine Antwort darauf, aber er legte sich eine zurecht, w�hrend er hinter einem M�nch in den Sattel kletterte. <emphasis>Ich ziehe in den Krieg, Bwonsamdi, damit du ein paar neue G�ste f�r die Ewigkeit begr�ߒn kannst. Du glaubst vielleicht, du kennst mich nicht l�nger, aber ich kenne dich noch. Es ist Zeit, dich daran zu erinnern.</emphasis></p><p>Der Flugmeister � der eine M�nch, der allein ritt � gab ein Signal, und die Wolkenschlangen glitten auf den Rand des Bergplateaus zu, dann st�rzten sie sich in den Abgrund. Sie rasten der Erde entgegen, und Vol�jin, der keinen Helm trug, weil keiner aus dem Kloster ihm gepasst hatte, sp�rte, wie der Wind an seinen roten Haaren zerrte. Er br�llte aufgeregt.</p><p>Doch da flutete die kalte Bergluft seine Lungen und erweckte den Schmerz in seinem Hals zu neuem Leben. Der Troll hustete und sp�rte sogleich ein leichtes Stechen in seiner Seite. Mit einem Knurren atmete er durch die Nase ein und verfluchte die Wunden aus seinem letzten Kampf.</p><p>Die Wolkenschlangen kr�mmten sich und schossen hoch in den Himmel. Ihre schuppigen Leiber zuckten und tanzten dabei spielerisch, geradezu vergn�gt. Zu einem anderen Zeitpunkt h�tte Vol�jin den Flug vermutlich ebenfalls genossen, aber die grimmige Natur ihrer Mission zog ihm den Magen zusammen. Sie waren unterwegs, um das Gegenteil von Freude zu verhindern, und er war sich nicht einmal sicher, ob sie rechtzeitig eintreffen w�rden, um die Katastrophe noch abwenden zu k�nnen.</p><empty-line/><p>Sie erreichten die Berge nahe Zouchin im letzten Moment, und Vol�jin w�nschte sich, dass sie entweder viel schneller oder sehr viel sp�ter angekommen w�ren. F�nf Schiffe waren bereits in den Hafen gesegelt, drau�en auf dem Ozean brannte ein Fischerboot gerade bis auf den Kiel herunter. Belagerungsmaschinen � allesamt von der kleineren Sorte, die f�r den Einsatz auf Schiffen geeignet war � schleuderten Steine an Land, und als diese Geschosse durch das Dorf rollten, zerschmetterten sie H�user, doch wie durch ein Wunder blieben keine zermalmten Leiber hinter ihnen zur�ck.</p><p>Vol�jin betrachtete die Schlacht, die sich vor ihm entfaltete, dann tippte er dem M�nchsreiter auf die Schulter. Er machte eine Kreisbewegung mit dem Finger und deutete nach S�den, wo sich ein Ziegenpfad aus dem Dorf herausschl�ngelte. Einige Pandaren hatten sich bereits in diese Richtung zur�ckgezogen.</p><p><emphasis>Wissen ist Macht. Die Zandalari werd�n verhindern wollen, dass man die umliegend�n Orte alarmiert.</emphasis></p><p>Tyrathan pfiff laut und hob den Arm. Auch er hatte es gesehen. Ob er nun wirklich so gute Augen hatte oder ob er gewusst hatte, wo die Zandalari ihren Hinterhalt legen w�rden, weil er genau dieselbe Stelle gew�hlt h�tte, machte keinen Unterschied. Vol�jin deutete ebenfalls dorthin, und die ersten beiden Wolkenschlangen st�rzten vom Himmel herab.</p><p>Der Flugmeister schnellte vor den anderen in die Tiefe und zog sein Tier dann in eine weite Schleife. Die Kreatur duckte sich hinter eine Reihe von H�geln und landete auf einem ebenen Fleck, hundert Schritt westlich des Weges. Nachdem sie alle am Boden angekommen waren, stiegen die M�nche ohne ein Wort ab. Tyrathan hatte seinen Bogen bereits griffbereit, und Vol�jin tat es ihm einen Herzschlag sp�ter gleich. Die beiden �bernahmen nun die Spitze, w�hrend die Pandaren ihnen folgten.</p><p>Dieses Land mochte weder Troll noch Mensch geh�ren, aber sie kannten sich auf dem Schlachtfeld besser aus als die M�nche. Chen, dem der Krieg ebenso wenig fremd war, nahm die blaue Einheit und f�hrte sie direkt auf den Pfad zu, w�hrend die roten Pandaren hinter Vol�jin und dem Menschenj�ger, so schnell sie konnten, nach Norden dr�ngten.</p><p>Vor ihnen tauchte ein Zandalari-Sch�tze auf einem H�gel auf und zielte mit einem Bogen auf sie. Tyrathan sah ihn und legte in einer fl�ssigen Bewegung einen Pfeil an seine eigene Sehne. Er ma� die Entfernung, dann zog er mit sparsamen, erfahrenen Bewegungen den Pfeil an seine Brust und lie� ihn los. Das Geschoss zischte durch die breiten Bl�tter, dann stieg es h�her und raste auf den Hals des Trolls zu. Seine Spitze bohrte sich auf der einen Seite unter dem Kiefer in die Kehle und trat auf der anderen Seite unter dem Ohr wieder heraus.</p><p>Der Pfeil des Zandalari h�pfte von der Sehne, und sein kraftloser Flug endete bereits, bevor der Troll die Hand an den Schaft heben konnte, der aus seinem Hals hervorragte. Er versuchte, auf das Geschoss hinabzublicken � was unm�glich war, denn je weiter er den Kopf drehte, desto weiter drehte sich die Pfeilspitze vor ihm weg. Schlie�lich streifte die Befiederung auf der anderen Seite gegen seine Schulter, und die Augen des Trolls weiteten sich. Er �ffnete den Mund, aber anstelle von Worten sprudelte nur Blut hervor. Der Zandalari brach zusammen und rollte leblos den H�gel hinab.</p><p>Und dann brachte Krieg die Welt aus dem Gleichgewicht.</p></section><section><title><p>14</p></title><p>Gebr�llte Befehle leiteten die Schlacht ein, doch sie wurden ohne Panik gegeben; die Zandalari kannten keine Panik. Eine Einheit sollte nach S�den ziehen und angreifen, w�hrend die anderen die Stra�en blockierten. Pfeile flogen auf unsichtbare Ziele zu, doch den Sch�tzen ging es gar nicht darum, etwas zu treffen. Sie wollten nur ihre Beute aufschrecken.</p><p>Eines der Geschosse pfiff an Vol�jins Ohr vorbei, und um eine Haaresbreite w�re all die M�he, es wieder anzun�hen, umsonst gewesen. Er schoss zur�ck, erwartete aber nicht, seinen Feind zu t�ten. Der Pfeil traf den Zandalari, durchdrang aber nicht die R�stung, und der �berraschte Schrei verwandelte sich in ein dankbares Grunzen. Der Kerl musste wohl glauben, dass das Gl�ck auf seiner Seite war.</p><p><emphasis>Aber das ist nicht dasselbe, wie die Loa auf seiner Seite zu hab�n.</emphasis></p><p>Vol�jin fiel die ungeduldige Disziplinlosigkeit auf, mit der der Zandalari durchs Geb�sch brach. Bislang war er nicht auf ernsthafte Gegenwehr gesto�en, und er hatte keine organisierte Verteidigung gesehen. Der Pfeil, der ihn getroffen hatte, war kaum mehr als ein Spielzeug. S�mtliche Informationen, die der Angreifer bislang �ber seine Gegner hatte, deuteten also darauf hin, dass er leichtes Spiel haben w�rde.</p><p><emphasis>Er sieht keine Bedrohung. Sein Fehler.</emphasis></p><p>Vol�jin, der sich zusammengekauert hatte, w�hrend der Troll den kleinen H�gel herunterst�rmte, sprang nun wieder auf und schwang seine Gleve in einem Bogen. Der Zandalari blockte die Waffe mit seinem Schwert ab, aber seine Bewegung kam zu sp�t und zu langsam. Vol�jin verlagerte seinen Griff und schob die obere Klinge nach vorne, dann drehte er sie herum und hieb zu. W�hrend die Geschwindigkeit seines Gegners ihn weiter den H�gel hinabtrug, sank der geschwungene Stahl tief in seinen Hals, und als Vol�jin die Spitze freiriss, ergoss sich eine Font�ne hellen Blutes aus der Schlagader.</p><p>Der Zandalari starrte ihn an, w�hrend er umkippte. �Warum?�</p><p>�Bwonsamdi hat Hunger.� Vol�jin stie� den Troll mit dem Fu� von sich und schlich den H�gel hinauf, wo er mit einem tiefen Schlag die Beine eines weiteren Feines aufschlitzte. Noch in derselben Bewegung richtete er sich auf und hieb seine Gleve nach unten, sodass die Waffe den Sch�del des Trolls zerschmetterte.</p><p>Der Zandalari �chzte, und seine Augen wurden glasig, bevor er fiel und durch das Gras rollte.</p><p>Trotz allem musste Vol�jin l�cheln. Der Geruch von warmem Blut erf�llte die Luft, Zischen und St�hnen und Schreien und das Klirren von Waffen zogen ihn in die Schlacht hinein. Wenn er seinen Feinden auflauerte, f�hlte er sich mehr zu Hause, als er es je im friedlichen Kloster tun w�rde, und auch wenn diese Erkenntnis Taran Zhu mit Grauen erf�llt h�tte, der Dunkelspeertroll kam sich dadurch lebendig vor. Lebendiger, als er sich je in Pandaria gef�hlt hatte.</p><p>Zu seiner Rechten schoss der Mensch einen Pfeil ab, und ein Zandalari ging um die eigene Achse wirbelnd zu Boden. Ein schwarzer Schaft mit roter Befiederung ragte zitternd aus seinem Brustbein. Tyrathan gab seinem Gegner den Rest, indem er ihm einen Dolch �ber die Kehle zog, dann nahm er dem Toten einige Zandalari-Pfeile ab und bewegte sich lautlos weiter durch das Geb�sch. Er war der Tod auf Tigerpfoten, unbemerkt, bis er zuschlug.</p><p>Die M�nche links und rechts von ihnen bewegten sich auf merkw�rdige Weise mit der Landschaft, ohne jedoch wirklich mit ihr zu verschmelzen. Abgesehen von der R�stung h�tte der Pandaren, der Vol�jin am n�chsten war, ebenso gut hier sein k�nnen, um Kr�uter zu pfl�cken. Er bewegte sich nicht im Rhythmus der Schlacht, war noch nicht im Kampf versunken, aber viel l�nger w�rde er sich diese Distanziertheit nicht leisten k�nnten.</p><p>Ein Zandalari-Krieger griff ihn an, das Schwert zum t�dlichen Sto� erhoben. Der M�nch drehte sich nach links weg, und die Klinge zischte an ihm vorbei, aber nur, um in einem Kreuzhieb erneut auf ihn zuzurasen. Da packte der Pandaren das Handgelenk des Trolls und wirbelte herum, sodass sie beide in dieselbe Richtung blickten. Der Schwertarm des Zandalari war nun ausgestreckt vor dem Bauch des M�nchs gefangen, und als der Pandaren das Handgelenk seines Feindes verdrehte, gaben die Knie des Trolls nach. Doch bevor er ins Gras kippen konnte, sauste der Ellbogen des M�nchs nach oben. Der Zandalari keuchte, als der Schlag seinen Kiefer zerschmetterte und seine Kehle zermalmte.</p><p>Einen Moment sp�ter huschte der M�nch weiter, als w�re nichts gewesen. Vol�jin eilte hastig zu ihm hin�ber und riss seine blutige Klinge hoch. Der Pandaren wusste nicht, wie schnell Trolle sich von nicht t�dlichen Angriffen erholen konnten, darum hatte er das Rascheln hinter sich als Todeszuckungen interpretiert. Doch es war vielmehr das Ger�usch eines w�tenden Trolls, der zu seinem n�chsten Hieb ansetzte.</p><p>Da schnitt Vol�jins Gleve sauber von vorne durch den Hals des Zandalari. Der Kopf des Wesens wurde abgetrennt und hing noch in der Luft, als der K�rper unter ihm schlaff in sich zusammensackte, dann fiel auch der Sch�del und landete auf der Brust des toten Trolls. Vol�jin setzte sich wieder in Bewegung, w�hrend hinter ihm die echten Todeszuckungen begannen.</p><p>Gemeinsam mit den M�nchen duckte er sich tiefer hinter die B�sche und schlich in eine kleine grasbewachsene Senke hinab, die parallel zum Fluchtweg verlief. Anschlie�end st�rmte Vol�jin ohne langes Z�gern den n�chsten H�gel hinab und mitten in die von Zandalari gef�hrte Feindgruppe hinein. Selbst wenn er erst innegehalten h�tte, um dar�ber nachzudenken, h�tte er genauso gehandelt. Er wusste schlie�lich schon, dass er es nur mit leicht gepanzerten Scharm�tzlern zu tun bekommen w�rde, die vorausgeschickt worden waren, um etwaige Fl�chtlinge abzuschlachten. Sein schneller Angriff hatte auch nichts mit Zorn zu tun, sondern allein damit, dass er solche Truppen verachtete. Sie hatten keine Ehre, waren nicht Soldaten, sondern Metzger, und ziemliche ungeschickte obendrein.</p><p>Ein Gurubashi st�rmte auf ihn ein, das Schwert hoch erhoben, aber der Dunkelspeer beschrieb eine Handbewegung, die Lippen vor Abscheu zur�ckgezogen, und Schattenmagie lie� den anderen Troll taumeln. Sie nagte an seiner Seele, l�hmte ihn f�r einen Moment, aber noch bevor Vol�jin ihn erreicht hatte, sauste ein Shado-Pan-M�nch durch die Luft, und sein fliegender Tritt knickte den Sch�del des Trolls nach hinten, sodass er tot zusammenbrach.</p><p>Vol�jins Doppelklinge surrte durch die Luft, als das Schlachtengedr�nge sich verdichtete. Das rasiermesserscharfe Metall schnitt durch blo�liegendes Fleisch, klirrte gegen abwehrend erhobene Schwerter und federte zischend von Paraden zur�ck. Jeder Aufprall, der die eine Klinge aufhielt, lie� die andere vorschnellen, sodass sie sich hinter ein Knie einhaken oder nach oben durch eine Achselh�hle hacken konnte. Hei�es Blut spritzte, K�rper sackten mit verkr�mmten Gliedma�en zu Boden, und letzte Atemz�ge blubberten aus klaffenden Brustwunden.</p><p>Da traf ihn etwas mit gro�er Wucht zwischen die Schulterbl�tter. Vol�jin kippte nach vorne, rollte sich ab und drehte sich um, noch w�hrend er wieder auf die Beine kam. Er wollte seinen Zorn und seinen Stolz in einer Herausforderung herausbr�llen, aber seine schmerzende Kehle verweigerte ihm den Dienst. Also wirbelte er seine Gleve herum, dass Blut in einem weiten Bogen von der Klinge spritzte, und ging in die Hocke, die Waffe hinter seinem R�cken, bereit zuzuschlagen.</p><p>Er stand einem Zandalari gegen�ber, der selbst die meisten seiner Art �berragte und auch entschieden breiter war. In den H�nden hielt er ein Langschwert, ein Relikt aus einer anderen Schlacht. Er kam schnell n�her � schneller, als Vol�jin erwartet hatte, und riss seine Klinge in seinem �berhandschlag nach unten. Der Schattenj�ger blockte den Schlag mit seiner Gleve ab, aber die Wucht des Schlages riss ihm die Waffe aus der Hand.</p><p>Der Zandalari sprang auf ihn zu und rammte Vol�jin die Stirn ins Gesicht, sodass der Dunkelspeertroll einen Schritt nach hinten taumelte. Anschlie�end warf er sein Langschwert beiseite und schnellte vor, um den Schattenj�ger an der Brust zu packen. Er riss ihn vom Boden hoch und grub die Daumen in die Mitte von Vol�jins Brust, dann dr�ckte er fest zu und sch�ttelte den Troll.</p><p>Als seine eisernen Finger sich in die Rippen des Dunkelspeers pressten, loderten alte Schmerzen wieder auf; die Daumen bohrten sich sogar durch die Brustplatte und zerrissen die Seide darunter. Mit einem Br�llen, trotzig und voller Zorn, sch�ttelte der Zandalari sein Opfer noch heftiger hin und her, die Z�hne gebleckt, und dann hob er den Kopf.</p><p>Ihre Blicke trafen sich.</p><p>Dieser Moment schien sich unendlich hinzuziehen. Die Augen des Zandalari weiteten sich, verrieten seine Fassungslosigkeit, dass er sich in diesem Kampf einem Troll gegen�bersah, und Vol�jin konnte klar und deutlich erkennen, wie Zweifel seine Stirn furchten.</p><p>Er wusste, was er tun musste.</p><p>So wie Taran Zhu es ihm gezeigt hatte, ballte er seine Faust. Seine Augen wurden schmal, als er sich die Zweifel des Zandalari vorstellte, ein schimmernder Ball, der durch das Gesicht des Trolls schwebte, und als er direkt hinter seinen Augen verharrte, schlug Vol�jin mit gebl�hten Nasenl�chern zu. Seine Hand stie� geradewegs durch die Z�ge seines Feindes, dass Knochen splitterten, und zerschmetterte den Zweifel.</p><p>Der Griff des Zandalari erschlaffte, und Vol�jin fiel auf die Knie. Mit einer Hand fing er sich, die andere schlang er um seine Brust, dicht vor seine Rippen. Als er tief einzuatmen versuchte, sp�rte er ein mahlendes Gef�hl in seiner Seite, dann durchzuckte ihn ein scharfer Stich. Er legte die Hand auf die schmerzende Stelle, doch er konnte sich nicht ausreichend konzentrieren, um die Heilung einzuleiten.</p><p>Tyrathan hakte eine Hand unter seinen Arm. �Komm! Wir brauchen dich.�</p><p>�Ist jemand entkomm�n?�</p><p>�Ich wei� es nicht.�</p><p>Langsam stand Vol�jin auf, und er b�ckte sich nur noch kurz, um seine Waffe aufzuheben und sich die blutige Hand an einer Leiche abzuwischen. Als er sich wieder aufrichtete, blickte er sich in der Senke um. Die Spuren der Schlacht waren nicht zu �bersehen. Die blaue Pandaren-Einheit, die den Ziegenpfad entlanggeeilt war, hatte die Zandalari angegriffen, die oben auf dem H�gel im Hinterhalt lagen; die roten M�nche hatten die feindlichen Krieger, welche den s�dlichen Weg abriegeln sollten, �berrannt; und Vol�jin und die anderen waren den Invasoren in die Seite gefallen und hatten ihnen den Rest gegeben.</p><p>Der Troll l�ste sich aus dem Griff des Menschen und eilte, so schnell er konnte, hinter ihm her. Als sie den H�gel zur Stra�e hinaufgestiegen waren, sahen sie Chen mit einer Pandaren reden, die eine Gruppe von Fl�chtlingen anf�hrte.</p><p>�Das sind die ersten, Onkel. Aber es gibt noch mehr, die wir holen m�ssen. Sie sind schon in der Vergangenheit von Trollen angegriffen worden, und sie wollen schnellstens hier weg.�</p><p>Chen, von dessen Fell bereits Zandalari-Blut tropfte, sch�ttelte entschieden den Kopf. �Du gehst nicht zur�ck, Li Li. Auf keinen Fall.�</p><p>�Ich muss.�</p><p>Vol�jin streckte den Arm aus und legte seine Hand auf ihre Schulter. �Du musst auf ihn h�r�n.�</p><p>Sie sprang zur�ck und ging geduckt in Verteidigungshaltung. �Er ist einer von ihnen.�</p><p>�Nein, er ist mein Freund. Vol�jin. Du erinnerst dich doch noch an ihn.�</p><p>Li Li musterte ihn genauer. �Du siehst besser aus, jetzt wo dein Ohr wieder dran ist.�</p><p>Der Schattenj�ger richtete sich zu seiner ganzen Gr��e auf und streckte den R�cken durch. �Du musst diese Leute nach S�d�n bringen.�</p><p>�Aber es werden mehr Trolle kommen, und jemand muss die anderen retten.�</p><p>Chen deutete in Richtung Meer. �Die meisten von ihnen haben ihr Dorf noch nie verlassen. Du musst sie zum Tempel des Wei�en Tigers bringen, Li Li.�</p><p>�Werden sie dort denn sicher sein?�</p><p>�Zumindest sind sie dort besser gesch�tzt.� Vol�jin winkte den Flugmeister her�ber. �Du musst die Leute fortbring�n. Die, die nicht rennen k�nnen. Die Blauen werden sie herbringen.�</p><p>�Guter Plan.� Tyrathan blickte zur roten Einheit hin�ber. �Ich werde derweil mit diesen M�nchen die Zandalari aufhalten.�</p><p>�Du?�</p><p>Der Mensch nickte. �Du bist verletzt.�</p><p>�Du humpelst, und meine Wunden heilen schnell.�</p><p>�Vol�jin, was wir hier brauchen, ist meine Art der Kriegsf�hrung. Sie verlangsamen. Ihnen kleine Stiche versetzen. Ihnen wehtun. Wir werden euch die Zeit verschaffen, die ihr braucht, um diese Leute in Sicherheit zu bringen.� Tyrathan t�tschelte einen K�cher voller Zandalari-Pfeile. �Einige Scharm�tzler haben die hier fallen gelassen, und ich habe vor, sie zur�ckzugeben.�</p><p>�Sehr freundlich von dir.� Vol�jin l�chelte. �Ich werde dir helf�n.�</p><p>�Was?�</p><p>�Das sind viele Pfeile, und die Fl�chtlinge vertrauen auch den anderen. Wir geb�n ihnen Deckung.� Der Troll nickte den beiden Gruppen von M�nchen zu. �Bringt alle Leute, Pfeile und B�gen her, die ihr find�n k�nnt. Wir werden uns nach S�d�n und Ost�n zur�ckfallen lassen. So lock�n wir sie von den anderen fort.�</p><p>Tyrathan grinste. �Wir machen uns ihren Stolz zunutze, um sie abzulenken.�</p><p>�Die Zandalari braucht�n schon immer eine Lektion in Demut.�</p><p>�Richtig. H�rt zu, platziert Pfeile und B�gen an aufrecht stehenden Steinen wie denen da, den ganzen Weg bis in die Berge.� Der Mensch warf Vol�jin ein angedeutetes L�cheln zu. �Ich bin bereit zu sterben, wenn du�s bist.�</p><p>�Dann wirst du noch �ne lange Weile wart�n m�ssen.� Der Schattenj�ger wandte sich an Chen. �Du �bernimmst das Kommando �ber die Blauen.�</p><p>�Du �bernimmst die linke Seite, er die rechte. Ich sollte mich um die Mitte k�mmern.�</p><p>�Dieser Kampf wird uns durstig mach�n, Chen Sturmbr�u.� Vol�jin legte beide H�nde auf die Schultern des Pandaren. �Und du bist der Einzige, der etwas brauen kann, um diesen Durst zu stillen.�</p><p>�Ohne mich werdet ihr euch bestimmt schrecklich einsam f�hlen.�</p><p>�Was er sagen will, Chen, ist, dass wir nicht k�mpfen, damit du hier drau�en mit uns stirbst.�</p><p>Der Pandaren blickte Tyrathan an. �Und was ist mit euch beiden?�</p><p>Der Mensch lachte. �Wir k�mpfen aus reinem Trotz. F�r ihn w�re es die gr��te Schande, wenn er vor mir sterben w�rde, und mir geht es genauso. Und wir werden durstig sein. Sehr durstig.�</p><p>Vol�jin nickte in Richtung der Fl�chtlinge. �Au�erdem brauchen sie die F�hrung eines Pandaren, Chen.�</p><p>Der Braumeister z�gerte einen Moment, dann seufzte er. �Da finde ich einen Ort, den ich mein Zuhause nennen m�chte, und doch seid ihr beide es, die ihn verteidigen.�</p><p>Der Troll lie� sich von einem M�nch einen zandalarischen Kriegsbogen und einen K�cher geben. �Wenn man selbst kein Zuhause hat, dann ist das Beste, was man tun kann, f�r das Zuhause eines Freundes zu k�mpfen.�</p><p>�Die Schiffe haben Anker geworfen. Sie lassen Boote zu Wasser.�</p><p>�Gehen wir.�</p><p>Einen Moment lang f�hlte es sich f�r Vol�jin eigenartig an, eine gepflasterte Stra�e entlangzugehen, die zu beiden Seiten mit Pandaren-M�nchen ges�umt war, und einen Menschen neben sich zu haben. Der gesamte Erfahrungsschatz seines Lebens hatte ihn nicht auf das hier vorbereiten k�nnen. Gejagt und von Schmerzen geplagt, ohne Heimat und von vielen f�r tot gehalten f�hlte er sich dennoch v�llig lebendig.</p><p>Er blickte zu Tyrathan hin�ber. �Die Gr��ten von ihnen sollt�n wir zuerst erschie�en.�</p><p>�Gibt es daf�r einen besonderen Grund?�</p><p>�Gr��ere Ziele.�</p><p>Der Mann l�chelte. �Es sind �brigens viereinhalb Fingerbreit.�</p><p>�Du wei�t, ich werde nicht auf dich wart�n.�</p><p>�Erledige einfach nur den Kerl, der mich erledigt.� Tyrathan winkte ihm zu und eilte dann nach Osten davon, der blauen Einheit nach, die zum Dorf ging.</p><p>Vol�jin ging geradeaus weiter, w�hrend die Roten erschrockene Pandaren aus Schatten und T�reing�ngen hetzten. Die Einheimischen hatten augenscheinlich schon Trolle gesehen, und nach der Art zu schlie�en, wie sie vor ihm zur�ckwichen, wohl meistens in ihren Albtr�umen. Vielleicht begriffen sie sogar, dass er hier war, um ihnen zu helfen, dennoch konnten sie nicht anders, als ihn zu f�rchten.</p><p>Das gefiel Vol�jin. Der Grund daf�r war aber ein anderer als bei den Zandalari, wie er erkannte; er wollte nicht durch Furcht herrschen, noch glaubte er, dass jeder Unterlegene ihn f�rchten sollte. Vielmehr lag es daran, dass er sich ihre Angst verdient hatte. Er war ein Schattenj�ger. Er war ein Schl�chter von Menschen und Trollen und Zandalari. Er hatte seine Heimat befreit. Er f�hrte seinen Stamm an, und er hatte den Kriegsh�uptling der Horde beraten.</p><p><emphasis>Garrosh selbst f�rchtete mich so sehr, dass er mich ermorden lie�.</emphasis></p><p>Einen Herzschlag lang erwog er, direkt zur Anlegestelle zu marschieren, auf die mehrere gro�e Ruderboote der Zandalari zuhielten, und sich ihnen zu zeigen. Er hatte schon fr�her gegen sie gek�mpft, aber er bezweifelte, dass seine Gegenwart hier sie �berraschen k�nnte. Mehr noch, es w�rde ihnen zeigen, dass sie nur ein unvollst�ndiges Bild von ihrem Feind hatten.</p><p>Ein Teil von ihm erkannte, dass er in der Vergangenheit dennoch genauso gehandelt h�tte. So wie er Garrosh gegen�bergetreten war und ihm gedroht hatte, als er die Dunkelspeertrolle aus Orgrimmar fortbrachte, h�tte er den Zandalari seinen Namen entgegengebr�llt und sie herausgefordert, ihn zu holen. Er h�tte ihnen gezeigt, dass er keine Angst hatte, auf dass seine Furchtlosigkeit die Tiefen ihrer Herzen mit Grauen erf�llte.</p><p>Er legte einen Pfeil an. <emphasis>Tief in ihren Herzen m�ssen sie Angst haben.</emphasis> Er zog die Sehne zur�ck, dann lie� er los, und der Pfeil mit der gezackten, Fleisch zerfetzenden Spitze flog davon. Sein Ziel war der Troll, der im Bug des vordersten Bootes sa� und nur darauf wartete, an Land zu springen, sobald der Kiel �ber den Sand schabte. Er sah das Geschoss nicht einmal kommen, obwohl es direkt auf ihn zukam; ein t�dlicher Fleck. Der Pfeil drang in seine Schulter ein, streifte die R�ckseite des Schl�sselbeins und bohrte sich dann parallel zu seiner Wirbels�ule bis zur Befiederung in seinen K�rper.</p><p>Der Troll brach zusammen und kippte auf die Bootswand, dann rutschte er dar�ber hinweg und fiel von Bord. Seine F��e waren das Letzte, was unter den Wellen verschwand, w�hrend das Ruderboot kurz aus dem Gleichgewicht geriet und nach Steuerbord kr�ngte, bevor es sich wieder aufrichtete.</p><p>Gerade rechtzeitig, damit Vol�jins zweiter Pfeil den Troll am Ruder erwischte.</p><p>Nun duckte der Dunkelspeer sich wieder und drehte sich um. Sosehr es ihm auch gefiel, ratlose Soldaten in einem schwankenden Boot zu beobachten, h�tte ihn dieser Luxus das Leben gekostet. Bereits jetzt bohrten sich vier Pfeile in die Wand, vor der er gestanden war, und zwei weitere zischten dar�ber hinweg.</p><p>Vol�jin zog sich zu den Ruinen des n�chsten Geb�udes zur�ck, wo ein M�nch gerade einem alten Pandaren mit zerschmetterter Schulter half, unter den Tr�mmern hervorzukriechen. Weiter drau�en in der Bucht war inzwischen auch das letzte Beiboot zu Wasser gelassen worden, aber da rammte sich ein Pfeil ins Ohr des Steuermannes, sodass er um die eigene Achse gewirbelt und von Bord geschleudert wurde.</p><p>Das vorderste Boot erreichte nun den Strand, und ein paar der Zandalari rannten in Deckung, w�hrend andere das Boot umdrehten und sich dahinter zusammenkauerten. Die beiden n�chsten Beiboote kamen ebenfalls schnell n�her, und auf dem letzten hatte eine tapfere Seele den Posten des Steuermannes �bernommen, doch nur, um einen Pfeil in die Eingeweide zu bekommen. Der Troll kr�mmte sich, behielt die Hand aber auf dem Ruder und lenkte das Boot gen Strand, w�hrend die anderen Trolle mit aller Kraft ruderten.</p><p>Der Zandalari, der die Invasion von einem Schiff weiter drau�en leitete, gab energisch Zeichen, woraufhin die Flotte im Hafen ihren Angriff mit den Belagerungsmaschinen wiederaufnahm. Steine flogen in hohem Bogen durch die Luft, und wo sie landeten, stob eine gewaltige Sandfont�ne auf. Vol�jin hielt es zun�chst f�r Verschwendung, doch dann rannte einer der Zandalari zu einem halb im Strand begrabenen Stein und warf sich dahinter auf den Boden.</p><p>Nun landete ein weiterer Felsbrocken, dann noch einer.</p><p>Und so begann das Spiel. W�hrend die Zandalari vorr�ckten, schlich Vol�jin sich an ihrer Flanke entlang und schoss Mal um Mal. Die Sp�her an Bord der Schiffe richteten die Katapulte dann auf sein Versteck aus und zermalmten es zu Holzsplittern. Im Osten taten sie dasselbe mit Tyrathans Unterschl�pfen, obwohl Vol�jin nicht wusste, wie sie ihn jedes Mal entdeckten; er konnte den Menschen jedenfalls nicht sehen.</p><p>Jede Welle von Steinbrocken trieb den Dunkelspeer weiter zur�ck und lie� die Angreifer weiter vorsto�en. Von den Schiffen wurden noch mehr Boote zu Wasser gelassen, und einige der Zandalari nahmen sogar ihre R�stung ab und tauchten durch die Bucht, ihre Pfeile und B�gen sicher in �ltuch eingewickelt. W�hrend die Flotte also einen breiten Abschnitt im Zentrum von Zouchin in Schutt und Asche legte, erreichten mehr und mehr Truppen den Strand, um das Dorf einzunehmen.</p><p>Jeder Pfeil des Schattenj�gers traf sein Ziel, aber nicht alle t�teten es auch. Die R�stungen schw�chten einige Sch�sse ab, und manchmal zeigten seine Feinde ihm auch nur einen Fu�, oder ein Fleck blauer Haut leuchtete im Gewirr eingest�rzter Holztr�mmer auf. Tatsache war aber, f�r jeden Pfeil in seinem K�cher hatten die Schiffe ein Dutzend Katapultsteine und ein halbes Dutzend Soldaten.</p><p>Also zog Vol�jin sich zur�ck. Dabei entdeckte er nur einen toten M�nch, eine Frau. Sie war von zwei Pfeilen durchbohrt worden, und den Fu�spuren nach zu urteilen, die in s�dlicher Richtung davonf�hrten, hatte sie zwei Kinder vor den Geschossen abgeschirmt, die ihr Leben forderten.</p><p>Er folgte der Spur der Kinder durch das Dorf, und gerade als die Fu�abdr�cke auf die offene Fl�che hinter einem eingest�rzten Stelzenhaus abbogen, h�rte er pl�tzlich ein Scharren. Rasch wirbelte er herum, und ein Zandalari-Krieger tauchte in seinem Blickfeld auf. Vol�jin griff �ber die Schulter nach einem Pfeil, aber sein Gegner war schneller.</p><p>Das Geschoss bohrte sich ihm in die Seite und trat an seinem R�cken wieder hervor. Schmerzen pulsierten durch seine Rippen, lie�en ihn taumeln, dennoch streckte er die Hand nach seiner Gleve aus, w�hrend er auf ein Knie st�rzte und der Troll den n�chsten Pfeil anlegte.</p><p>Der Zandalari grinste breit und triumphierend und zeigte dabei stolz seine Z�hne.</p><p>Da bohrte sich ein Pfeil zwischen diese Z�hne. Eine halbe Sekunde lang sah es aus, als w�rde der Troll Federn ausspeien, dann rollten seine Augen nach oben, und er kippte hinten�ber auf den Boden.</p><p>Langsam wandte Vol�jin sich um und folgte der Flugbahn des Pfeils. Er blickte auf hohes Gras auf der Kuppe eines H�gels. <emphasis>Hat ihm in den Mund geschoss�n. Viereinhalb Fingerbreit. Und er wollte noch, dass ich den Kerl erledige, der</emphasis> ihn <emphasis>erwischt</emphasis>.</p><p>Langsam senkte sich Staub auf den zuckenden Zandalari. Vol�jin griff nach hinten und brach die Pfeilspitze ab, dann zog er den Schaft aus seiner Brust. Mit einem L�cheln sah er, wie die Wunde sich schloss, anschlie�end nahm er dem Toten seinen K�cher ab und setzte k�mpfend seinen R�ckzug fort.</p></section><section><title><p>15</p></title><p><emphasis>Es sollte regnen</emphasis>. Die helle Sonne verh�hnte Khal�ak, ohne sie zu w�rmen. Sie stand hoch aufgerichtet im Bug ihrer Barke, weniger weil es einen so gebieterischen Eindruck machte, sondern vor allem, weil sie von hier aus den besten Blick auf den Strand hatte.</p><p>Die Barke stie� ein dahintreibendes Beiboot aus dem Weg, das in der leichten Str�mung tanzte. Der Steuermann war mit der Hand auf dem Ruder und einem Pfeil in den Eingeweiden gestorben. Es musste ein schmerzhafter Tod gewesen sein, doch sein Gesicht lie� nichts davon erkennen. Entschlossen starrte er nach vorne, auch wenn seine Augen sich getr�bt hatten und Fliegen darauf herumkrochen.</p><p>Sand zischte unter dem Rumpf des Schiffes, als es sanft auf den Strand rollte. Mit flatterndem Umhang sprang Khal�ak vom Bug herab. Zwei Krieger erwarteten sie bereits � Hauptmann Nir�zan und ein gr��erer, muskelbepackter Troll mit einem gewaltigen Schild. Die beiden nahmen augenblicklich Habtachtstellung ein und salutierten vor ihr.</p><p>Sie erwiderte den Gru�, legte aber all ihr Missfallen in die Geste. �Habt ihr herausgefunden, was passiert ist?�</p><p>�Mit gr��tm�glicher Gewissheit, Mylady.� Nir�zan blickte landeinw�rts. �Um �berblick zu gewinnen und die Lage zu studier�n, hab�n wir Sp�her zu einer Bucht im Westen geschickt. Zwei von ihnen sind an Land geschwomm�n, wobei sie zwei Pandaren-Fischer t�teten, und hab�n dann eine Anh�he gesichert. Dort blieb�n sie wie befohlen auf Position, bis wir sie verh�rt haben. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Sp�her landeinw�rts vorr�ckt�n, verlief alles nach Plan.�</p><p>Sie machte eine Handbewegung, die die Tr�mmerlandschaft ringsum mit einschloss. �Aber danach wohl nicht mehr.�</p><p>�Ja, Mylady.�</p><p>�Warum?�</p><p>Der Zandalari-Krieger verengte die Augen. �Das Wie ist wichtiger als das Warum, Mylady. Kommt!�</p><p>Sie folgte ihm in das Dorf, zu den �berresten eines Hauses, knapp f�nfzig Schritte vom Strand entfernt. Als sie n�her kamen, ging ein weiterer Soldat auf die Knie und zog eine Schlafmatte aus Schilf zur�ck, die ausgebreitet worden war, um einen Fu�abdruck zu erhalten.</p><p>Eiswasser rann durch Khal�aks K�rper. �Und das war keiner von uns?�</p><p>�Nein. Er stammt definitiv von einem Troll, aber er ist zu klein f�r einen Zandalari.�</p><p>Sie drehte sich um und blickte zum Meer zur�ck. �Hat dieser Sch�tze den Steuermann get�tet?�</p><p>�Und auch einen zweit�n Krieger auf dem Boot.�</p><p>�Das war ein sehr guter Schuss.�</p><p>Nir�zan deutete nach Osten. �Dort dr�ben, wo Ihr den Leutnant seh�n k�nnt, haben wir eine weitere Spur entdeckt. Ein Mensch. Er hat unsere Pfeile benutzt und einen weiteren Steuermann ausgeschaltet.�</p><p>Sie ma� die Entfernung zu der Stelle auf der anderen Seite der Bucht, wo der Soldat stand. �Und er hat auch einen unserer B�gen verwendet, richtig? War es ein Gl�ckstreffer?�</p><p>Nir�zan reckte das Kinn hoch und zeigte Khal�ak seinen Hals. �Das w�rde ich gerne glaub�n, aber ich kann es nicht. Weder Gl�ck noch Bogen hinterlassen eine Spur.�</p><p>�Du bist ehrlich. Gut.� Sie nickte langsam. �Was noch?�</p><p>Der Krieger verlie� das Dorf und folgte der Stra�e in s�dlicher Richtung. �Wir haben ein paar weitere Leichen zwischen den Ruinen gefund�n. Die beiden Sch�tzen haben sich zwischen ihren Sch�ssen schnell bewegt. Wollten den anderen Zeit verschaff�n, um den Ort zu r�umen. Viele Spuren f�hren nach S�d�n. Ich denke, das wird Euch interessieren.�</p><p>Er f�hrte sie zu einer Stelle, wo eine Pandaren lag, durchbohrt von zwei Pfeilen. Selbst im Tod und obwohl sie eine R�stung mit einem fauchenden Tigergesicht trug, wirkte die Kreatur geradezu l�cherlich gutm�tig. Khal�ak ging neben ihr auf ein Knie und stie� die H�fte der Leiche mit den Fingern an. Obwohl der K�rper bereits steif wurde, erkannte sie, dass die gedrungene Pandaren starke Muskeln gehabt hatte.</p><p>Sie blickte auf. �Ich sehe keine Waffen. Keinen Gurt.�</p><p>�Die Klauen, Mylady.�</p><p>Sie nahm eine der Pfoten und strich mit dem Daumen �ber die Kn�chel. Das Fell war zerschlissen, die dunkle Haut schwielig, und die Handfl�che f�hlte sich ebenso rau an. �Das ist keine Fischerin.�</p><p>�Wir hab�n vier weitere gefunden. Einige hatten Waffen.� Der Krieger z�gerte. �Und alle hatten get�tet.�</p><p>�Zeig sie mir!�</p><p>Sie gingen in s�dlicher Richtung weiter und schlugen dann einen Bogen nach Osten in eine grasbewachsene Senke neben der Stra�e. Diesen Ort hatte Khal�ak f�r ihren Hinterhalt ausgew�hlt; ihre Sp�her h�tten ein paar der Fliehenden t�ten und die anderen zur�ck ins Dorf treiben sollen, und sobald Zouchin dann unter ihrer Kontrolle gewesen w�re, h�tten sie die Pandaren als Tr�ger eingesetzt.</p><p>Nun lie� sie ihren Blick �ber die Verw�stung schweifen. Ihre Truppen, gekleidet in leichte R�stung und ausger�stet mit leichten Waffen, damit sie sich schnell bewegen konnten, lagen leblos �ber das Gras verstreut. Drei Dutzend von ihnen tot, und nur eine Handvoll Pandaren sollte daf�r verantwortlich sein? Dass sie zwei fellbedeckte Leiber sehen konnte, deutete darauf hin, dass die Verteidiger nicht versucht hatten, ihre Toten mitzunehmen. Doch selbst wenn auf jede dieser zur�ckgelassenen Leichen zwei oder drei Verletzte kamen �</p><p>�Hast du irgendwelche Angaben �ber die Zahl der Pandaren?�</p><p>�Nach unseren besten Sch�tzungen, einundzwanzig.�</p><p>Khal�ak stand auf und trat in die Mitte der Senke, wo ein au�ergew�hnlich gro�er K�rper lag. Es war Leutnant Trag�kal, oder zumindest glaubte sie das. Sein Gesicht war zertr�mmert, aber an seiner Gr��e lie� er sich erkennen. Sie hatte ihn pers�nlich ausgew�hlt, um die Sp�her anzuf�hren.</p><p><emphasis>Und er hat versagt.</emphasis></p><p>Sie versetzte seinem K�rper einen Tritt, dann wandte sie sich wieder Hauptmann Nir�zan zu. �Ich will s�mtliche Informationen. Wo sie ihre Verteidigungspositionen hatten, wie viele Wunden sie davongetragen haben, alles. Bring mir Fakten, keine Vermutungen oder Sch�tzungen! Und ich will wiss�n, wer diese Pandaren sind. Man hat uns gesagt, sie h�tten keine Armee. Keine Milizen. Es scheint, als w�ren unsere Quellen auf erb�rmliche Weise falsch informiert gewesen.�</p><p>�Ja, Mylady.�</p><p>�Ich will au�erdem wissen, wohin die Dorfbewohner geflohen sind.�</p><p>Der Zandalari-Krieger nickte. �Wir werden einen Sp�htrupp vorschicken. Die Spuren der Bogensch�tzen � der Mensch und der Troll � konnt�n wir nach Osten verfolgen, von der Stra�e fort. Aber alles deutet darauf hin, dass die Fl�chtlinge sich nach S�den zur�ckgezogen haben. Und wir haben Anzeichen daf�r gefunden, dass diese Biester noch einmal zur�ckgekommen sind, um die Alten und Verwundeten zu tragen.�</p><p>�Ja, �ber sie will ich auch mehr erfahren.� Khal�ak b�ckte sich und zog einen blutigen Pfeil aus dem Hals eines Trolls. Der schlanke Schaft endete in einer schlichten Spitze. �Damit vertreibt man nicht mal Ungeziefer. Wir sind mit einer Armee gekomm�n, und sie haben sich uns mit Spielzeugen entgegengestellt.�</p><p>�Bei der erstbesten Gelegenheit haben sie sich unsere Waffen genomm�n, Mylady.�</p><p>�Und sie haben einen geordneten R�ckzug organisiert.� Sie deutete mit dem Pfeil auf die Leichen der Sp�her. �Nachdem ihr hier alles untersucht habt, will ich, dass ihr sie auszieht und h�utet. F�llt ihre H�ute dann mit Stroh und stellt sie links und rechts der Stra�e auf. Ihre K�rper k�nnt ihr ins Meer werfen.�</p><p>�Ja, Mylady, aber den Pandaren wird dieser Anblick keine Angst einjagen.�</p><p>�Er soll auch nicht die Pandaren �ngstigen. Das ist f�r unsere Leute.� Khal�ak warf den Pfeil zu Boden, wo er von einer R�stung abprallte und dann im Gras liegen blieb. �Jeder Zandalari, der glaubt, dass dieses Reich sein Geburtsrecht ist, soll daran erinnert werden, dass Geburten nur in den seltensten F�llen einfach sind und in den meisten blutig. So etwas wie hier wird nicht noch einmal geschehen, Nir�zan. Sorge daf�r!�</p><empty-line/><p>Vol�jin schreckte aus dem Schlaf hoch, aber nicht, weil er in seinem Traum von den Zandalari gejagt worden war. Nein, das hatte er genossen. Gejagt zu werden bedeutete, dass man jemand war. Sie jagten ihn aus Wut und Furcht, und diese Gef�hle in ihnen ausl�sen zu k�nnen, erfreute einen Teil von ihm � einen Teil, den er aus dem Wrack seines fr�heren Selbst bergen wollte.</p><p>Sein K�rper schmerzte, vor allem seine Schenkel. Er konnte noch immer die Naht an seiner Seite sp�ren, und seine Kehle blieb wie aufgescheuert. Seine Wunden hatten sich allesamt geschlossen, aber es w�rde l�nger dauern, bis sie vollst�ndig heilten. Der Troll verw�nschte diese hartn�ckigen Schmerzen, weniger weil sie ihn qu�lten, sondern mehr weil sie ihn daran erinnerten, dass seine Feinde ihn beinahe get�tet h�tten.</p><p>Wie geplant hatte er sich gemeinsam mit dem Menschen zur�ckgezogen, und dort, wo er es den M�nchen aufgetragen hatte, hatten sie B�gen und Vorr�te an Pfeilen gefunden. Essen war ebenfalls dort gewesen, und sie hatten es eilends verschlungen. Die Linien aus Steinen, welche ihnen die Richtung zum n�chsten Vorratspunkt wiesen, hatten sie verstreut, bevor sie weitergingen, aber ohne diese Markierungen h�tten die beiden sich verirrt und w�ren zweifelsohne niedergemetzelt worden.</p><p>Die Zandalari waren ihnen gefolgt, doch Mensch und Troll hatten gewusst, was zu tun war. Zuerst hatten sie die Bogensch�tzen ausgeschaltet, um sich im Fernkampf einen Vorteil zu verschaffen. Die feindlichen Sch�tzen hatten ihr Handwerk zwar verstanden � das bezeugte nicht zuletzt der blutgetr�nkte Stofffetzen um die linke H�fte des Schattenj�gers �, aber Vol�jin und Tyrathan waren einfach besser gewesen, wobei der Dunkelspeer z�hneknirschend eingestehen musste, dass Tyrathan ihm weit �berlegen war. Einen l�stigen Zandalari hatte der Mensch get�tet, indem er einen Pfeil in einen schmalen Spalt zwischen zwei Felsen schickte und dann einen zweiten auf die Stelle abfeuerte, an die der Feind sich zur�ckziehen w�rde, und zwar noch bevor das erste Geschoss sein Ziel �berhaupt erreicht hatte. Vol�jin hatte derartige Kunstfertigkeit schon gesehen, aber noch nie, wenn die Ziele zur�ckschossen.</p><p>Was den Troll hochfahren lie�, war seine Umgebung. Der Tempel des Wei�en Tigers war weder opulent noch in irgendeiner Form des Wortes komfortabel, aber er war warm und voller Licht. Die Kammer, die man Vol�jin zugewiesen hatte, �hnelte der, die er im Shado-Pan-Kloster bewohnt hatte, aber die helleren Farben und das Gr�n, das er durch die Fenster sehen konnte, lie�en sie viel gr��er erscheinen.</p><p>Der Troll stand auf, um sich zu waschen, und als er in die Kammer zur�ckkehrte, hatte man eine wei�e Robe f�r ihn bereitgelegt. Er zog sie an und folgte dem leisen Gesang einer Fl�te auf einen Hof, abseits der Hauptr�ume des Tempels. Chen und Tyrathan standen hier, gemeinsam mit dem Rest der blauen und roten M�nche, und auch Taran Zhu war erschienen � zweifelsohne war er auf einer Wolkenschlange herbeigeflogen. Sie alle trugen Wei�, und einige der Pandaren, die wie Vol�jin w�hrend des Kampfes verletzt worden waren, st�tzten sich auf Kr�cken oder trugen den Arm in einer Schlinge.</p><p>Auf einem Tisch neben ihnen standen f�nf kleine wei�e Statuen, keine davon h�her als eine Handbreit und aus einem weichen Stein geschnitzt. Daneben befanden sich ein kleiner Gong, eine blaue Flasche und f�nf kleine Tassen. Taran Zhu verbeugte sich erst vor den Statuen, dann vor den versammelten K�mpfern, und sie erwiderten die Geste, woraufhin der alte M�nch zu Chen, Tyrathan und Vol�jin hin�berblickte.</p><p>�Wenn ein Pandaren ein vollwertiger Shado-Pan wird, reist er mit einem unserer besten K�nstler ins Herz von Kun-Lai, tief unter die Erde, wo sie ein kleines St�ck vom Knochen des Berges markieren. Der K�nstler schnitzt dann das Ebenbild des M�nchs hinein, sodass er mit dem Knochen verbunden ist. Und wenn das Rad sich dreht und dieser M�nch dahinscheidet, dann f�llt die Statue aus dem Berg. Wir sammeln diese Figuren, und wir bewahren sie im Kloster auf, damit alle sich jener erinnern, die vor ihnen kamen.�</p><p>Yalia Weisenwisper l�ste sich aus den Reihen der Pandaren und schlug den Gong, woraufhin Meister Taran Zhu den Namen des ersten M�nchs rief. Alle verbeugten sich, bis das Echo seiner Stimme verstummt war, dann richteten sie sich wieder auf, der Gong erklang erneut, und der Meister rief einen weiteren Namen.</p><p>Es �berraschte Vol�jin, dass er sich an diese Namen erinnerte und m�helos die dazugeh�rigen Gesichter in seinem Geist heraufbeschw�ren konnte. Er sah sie nicht als die Krieger, die in die Schlacht gezogen waren, sondern so, wie er sie zuvor erlebt hatte, w�hrend der Zeit seiner Heilung. Einer hatte ihn mit einer starken Br�he gef�ttert, ein anderer hatte seinen Verband gewechselt, und ein Dritter hatte ihm Ratschl�ge zugefl�stert, wie man Jihui spielte. Er erinnerte sich daran, wie sie gelebt hatten, und auch wenn das den Schmerz �ber ihren Verlust ein wenig sch�rfer machte, half es doch, die Wunden schneller zu schlie�en.</p><p>Ihm wurde klar, dass Garrosh die f�nf M�nche nicht auf diese Weise sehen w�rde, w�re er jetzt hier an seiner Stelle. Er h�tte sie anhand ihrer k�mpferischen F�higkeiten beurteilt, ihrer F�higkeit, seine Macht und seinen Willen auf andere zu projizieren. Das w�rde er erkennen. Doch mehr w�ren sie nicht f�r ihn, und es w�rde auch keinen Unterschied machen, ob es f�nf w�ren oder f�nftausend. Sein Kriegshunger gestattete es ihm nicht, Soldaten zu kennen; er kannte nur Armeen.</p><p><emphasis>So will ich nicht sein</emphasis>. Wann immer er auf den Echo-Inseln war, sprach er darum auch mit den Trollen, die sich im Training hervorgetan hatten. Er bem�hte sich, sie und ihre Namen im Ged�chtnis zu behalten. Er sch�tzte sie, und er wollte, dass sie das wussten. Nicht nur, damit sie sich stolz f�hlten, weil er Kenntnis von ihnen genommen hatte, sondern vor allem, damit er in ihnen nicht nur Zahlen sah, die man in den Fleischwolf des Krieges werfen konnte.</p><p>Nachdem der Name des letzten M�nchs verklungen war und alle sich wieder aufgerichtet hatten, stellte Yalia den Gong wieder ab und ging zur�ck zu den anderen Pandaren. Nun trat Chen vor. Er hob die Tassen � die in seinen Pfoten wirklich winzig wirkten � und stellte eine vor jede Statue, anschlie�end nahm er die Flasche.</p><p>�Mein Geschenk ist bescheiden. Ich habe nicht viel anzubieten. Ich habe nicht so viel gegeben wie sie, aber meine Freunde sagten, der Kampf gegen die Zandalari w�rde einen durstig machen. Hiermit will ich ihren Durst stillen. Ich bin froh, dass ich dieses Gebr�u mit Euch teilen kann, aber ich finde, diese f�nf sollten zuerst trinken.�</p><p>Er goss eine goldene Fl�ssigkeit in die Tassen, und wann immer eine voll war, beugte er den Kopf davor. Als er die Flasche schlie�lich wieder abstellte, verbeugte sich Taran Zhu erst vor ihm, um sein Geschenk zu ehren, dann vor den Statuen, und die anderen folgten seinem Beispiel.</p><p>Der Meister der M�nche blickte die Versammelten an. �Unsere gefallenen Br�der und Schwestern sind erfreut, dass Ihr �berlebt habt. Damit habt Ihr sie geehrt und ebenso dadurch, dass Ihr so viele andere gerettet habt. Dass daf�r Taten n�tig waren, von denen Ihr nie geglaubt h�ttet, dass Ihr sie je vollbringen w�rdet, ist bedauerlich, aber Ihr k�nnt das �berwinden. Geht in Euch, trauert, betet; vergesst nicht, was Ihr getan habt, hat f�r viele das Gleichgewicht bewahrt, und das ist schlie�lich unsere Aufgabe.�</p><p>Nach einer weiteren Serie von Verbeugungen trat Taran Zhu vor die drei Au�enseiter. �Ich w�rde mich gerne mit Euch beraten.�</p><p>Taran Zhu f�hrte sie in einen kleinen Raum, wo mehrere ausgebreitete Karten ein detailliertes Mosaik von Pandaria bildeten. Jihui-Steine waren strategisch darauf verteilt, aber Vol�jin hoffte wider alle Hoffnung, dass die dargestellten Kr�fteverh�ltnisse nicht wirklich der Realit�t entsprachen. Denn sollte dem so sein, w�re Pandaria verloren.</p><p>Die n�chterne Miene des alten M�nchs deutete allerdings darauf hin, dass es noch schlimmer war: dass die Figuren lediglich optimistische Vermutungen widerspiegelten.</p><p>�Ich muss gestehen, ich bin ratlos.� Taran Zhu fuhr mit der Pfote �ber eine Karte. �Die Allianz und die Horde haben bei ihren Vorst��en nie gro�fl�chige Massaker angerichtet. Sie glichen einander aus, und beide Seiten haben uns geholfen, mit bestimmten Problemen fertigzuwerden.�</p><p>�Wie die Sache mit dem Schlangenherz.�</p><p>�Als der Sha des Zweifels freikam, ja.� Der Pandaren verbarg die Pfoten hinter dem R�cken. �Beide Parteien w�ren besser geeignet, diese Invasion aufzuhalten, als wir es sind.�</p><p>Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Es gibt viel b�ses Blut zwisch�n ihnen. Kein Vertrauen. Sie w�rden auch nur langsam vorankomm�n, und niemand kann sagen, wohin sie zieh�n w�rden. Und ohne Versorgungslinien und gesicherte Flanken w�rden sie ohnehin nicht vorr�ck�n.�</p><p>Taran Zhu hob den Kopf. �K�nntet Ihr Eure alten Verb�ndeten denn nicht �berzeugen?�</p><p>�Meine Seite hat versucht, mich umzubring�n.�</p><p>�Und f�r meine Leute w�re es das Beste, wenn ich wirklich tot w�re.�</p><p>�Dann ist Pandaria verloren.�</p><p>Vol�jin l�chelte, dass seine Z�hne aufblitzten. �Wir selbst haben keine Stimme, aber wir k�nnen Euch zeigen, wie Ihr mit ihnen sprech�n m�sst. Sie sind der Vernunft aufgeschloss�n. Wir brauchen lediglich Informationen, um sie zu �berzeug�n, und ich wei� schon, wo wir die herbekommen.�</p></section><section><title><p>16</p></title><p>Chen Sturmbr�u �berpr�fte ein letztes Mal seinen Rucksack. Er war ziemlich sicher, dass er alles hatte, was er brauchen w�rde. Physisch zumindest. Dennoch verharrte er noch einen Moment l�nger am Eingang des Tempels.</p><p>Und l�chelte.</p><p>Drinnen im Hof �berwachte Li Li das Beladen eines Ochsenkarrens; das hie�, sie gab den Steinacker-Br�dern Befehle, wie sie die Ladung auf den Karren hieven und verteilen sollten. Die beiden schienen nicht mehr so sehr unter den Peitschenhieben ihrer Zunge zu leiden, was, wie Chen vermutete, weniger mit ihrer Furcht vor der Pandaren zu tun hatte, sondern damit, dass sie begonnen hatten, sie ins Herz zu schlie�en. Yalias Vater, Tswen-luo, half den beiden, und seine Gegenwart d�mpfte Li Lis Kommentare.</p><p>Yalia, die Li Li beobachtet hatte, kam zu Chen her�ber. H�tte sie nicht kurz den Blick gesenkt, als sie sich ihm n�herte, h�tte er geglaubt, dass sie ganz auf ihre Aufgabe konzentriert war. Doch dieser kurze Moment lie� sein Herz h�herschlagen. �Wir werden bald zum Aufbruch bereit sein, Meister Chen.�</p><p>�Das sehe ich. Ich finde es nur schade, dass unsere Pfade sich so bald schon wieder trennen.�</p><p>Sie blickte �ber die Schulter zu ihrer Familie, die bei der ersten Gruppe von Fl�chtlingen stand. �Es war ein guter Vorschlag von Euch, die Leute in die Sturmbr�u-Brauerei im Tal der Vier Winde zu schicken. Es ist eine beschwerliche Reise, aber ihre Sicherheit ist die M�he wert. Ich bin sehr froh, dass meine Familie ausgew�hlt wurde.�</p><p>�Es war nur logisch. Dort k�nnen sie alles lernen, was sie f�r die Brauerei in Zouchin wissen m�ssen. Ich h�tte schon fr�her darauf kommen sollen.�</p><p>Sie legte ihm eine Pfote auf den Unterarm. �Ich wei�, Ihr schickt meine Familie, weil die Mission, sie sicher an ihr Ziel zu bringen, der einzige Weg ist, Li Li von hier fortzubekommen.�</p><p>�Und ich bin froh, dass Ihr auf sie aufpassen werdet.� Chen schn�rte seinen Rucksack wieder zu. �Es war nicht leicht, damals auf der Stra�e fortgehen zu m�ssen, w�hrend Ihr die anderen gerettet habt. Und jetzt f�llt es mir ebenso schwer zu gehen.�</p><p>Sie hob die Pfote und streichelte seine Wange. �Ihr ehrt mich, indem Ihr mir Li Lis Wohl anvertraut und ihr das Wohl meiner Familie.�</p><p>Er drehte sich um, und am liebsten h�tte er sie in die Arme geschlossen, aber er konnte all die Augen sp�ren, die sie beobachteten. Ihn selbst k�mmerte es zwar nicht, was andere �ber ihn dachten, aber er wollte ihre W�rde nicht beflecken. Mit gesenkter Stimme sagte er: �W�rt Ihr keine Shado-Pan ��</p><p>�Still, Chen! W�re ich keine Shado-Pan, w�ren wir uns nie begegnet. Dann w�re ich jetzt die Frau eines Fischers mit einem halben Dutzend Kinder, und w�rt Ihr nach Zouchin gekommen, h�ttet Ihr mir ein L�cheln und ein Nicken geschenkt und vielleicht Feuer gespuckt, um meine Kleinen zum Lachen zu bringen, aber das w�re alles gewesen.�</p><p>Er l�chelte. �Eure Weisheit macht Euch nur noch attraktiver.�</p><p>�Das Gleiche gilt f�r Eure Ehrlichkeit.� Yalia blickte ihm in die Augen und l�chelte. �Ihr seid der Schildkr�te nachgejagt, darum nehmt Ihr die Traditionen nicht so ernst wie wir. Diese Traditionen f�rdern Stabilit�t, aber sie machen uns auch unflexibel. Doch die Umst�nde bedrohen unsere Stabilit�t und verlangen nach Flexibilit�t. Es gef�llt mir, dass Ihr teilen k�nnt, was in Eurem Herzen ist.�</p><p>�Mir gef�llt es, diese Dinge mit Euch zu teilen.�</p><p>�Und ich freue mich darauf, bald mehr Zeit mit Euch zu teilen.�</p><p>�Chen, bist du bereit � oh, vergebt mir, Schwester Yalia.� Tyrathan, der sich seinen Rucksack bereits �ber den R�cken geworfen hatte, hielt dicht vor dem Eingang inne und verbeugte sich.</p><p>�Ich komme gleich.� Chen verbeugte sich vor ihm, dann vor Yalia, anschlie�end eilte er zu seiner Nichte hin�ber. �Li Li!�</p><p>�Ja, Onkel Chen?� Ihre Worte hatten einen eisigen Unterton, der zeigte, wie unzufrieden sie war, den �Reisef�hrer� spielen zu m�ssen.</p><p>�Benimm dich diesmal weniger wie eine wilde H�ndin, Li Li, und mehr wie eine Sturmbr�u!�</p><p>Sie versteifte sich, aber dann beugte sie den Kopf. �Ja, Onkel Chen.�</p><p>Er umarmte sie und dr�ckte sie fest an sich. Zun�chst wehrte sie sich dagegen, aber dann schlang sie die Arme um ihn. �Li Li, was du jetzt tust, wird Leben retten, wichtige Leben. Und nicht nur wichtig f�r mich oder Schwester Yalia, sondern f�r ganz Pandaria. Eine gro�e Ver�nderung hat diesen Ort erreicht, ein brutaler, schrecklicher Wandel. Die Weisenweiden und die Steinacker und andere wie sie werden den Pandaren zeigen, dass wir diese Ver�nderung �berleben k�nnen.�</p><p>�Ich wei�, Onkel Chen.� Sie dr�ckte so fest zu, dass er keuchte. �Sobald wir sie zur Brauerei gebracht haben, k�nnten ich und Schwester Yalia ��</p><p>�Nein.�</p><p>�Glaubst du nicht, dass �?�</p><p>Er schob sie von sich fort und hob ihr Gesicht an, sodass sie ihm in die Augen blickte. �Li Li, ich habe dir viele Geschichten erz�hlt. �ber Oger, dar�ber, wie ich Murlocs �berredet habe, nicht mich, sondern sich selbst in ihren Eintopf zu schneiden ��</p><p>�� wie du Eisavataren und Frostriesen das Tanzen beigebracht hast ��</p><p>�Ja. Du hast viele Geschichten geh�rt, aber nicht alle. Es gibt ein paar Dinge, die ich mit niemandem teilen konnte.�</p><p>�Mit Vol�jin oder Tyrathan w�rdest du sie sicher teilen.�</p><p>Chen blickte zu dem Menschen hin�ber, der sich gerade mit Yalia unterhielt. �Vol�jin w�rde ich sie erz�hlen, weil er bei vielen von ihnen dabei war. Aber diese Geschichten sind schrecklich, Li Li. Es gibt keine Freude in ihnen, nichts, was einen lachen lie�e. Die Leute von Zouchin haben jetzt traurige Dinge zu erz�hlen, aber dass sie �berlebt haben, macht daraus gute Geschichten. Bei dem, was wir gesehen haben, was Tyrathan und Vol�jin und Yalia noch sehen werden, gibt es keinen solchen Anlass zum L�cheln.�</p><p>Li Li nickte langsam. �Mir ist aufgefallen, dass Tyrathan nicht oft l�chelt.�</p><p>Chen schauderte, weil er sich an Tyrathans breites Grinsen in Zouchin erinnerte. �Ich kann dich nicht vor diesen Geschichten bewahren, Li Li. Aber ich m�chte, dass du die Leute vorbereitest, wenn ihr die Brauerei erreicht, damit ihnen solche Geschichten erspart bleiben. Die Steinacker m�gen lausige Ackerbauern sein, aber mit einer Sense und Dreschflegeln in den Pfoten k�nnen sie einem Zandalari Albtr�ume bereiten. Taran Zhu und Vol�jin haben nur dann eine Chance, Pandaria zu retten, wenn sie von so vielen Bauern und Fischern unterst�tzt werden, wie du nur ausbilden kannst.�</p><p>�Du vertraust mir die Zukunft von Pandaria an.�</p><p>�Bei wem w�re sie besser aufgehoben?�</p><p>Li Li warf sich in seine Arme und dr�ckte ihn so fest an sich wie damals, als sie noch ein Kind gewesen war und er sich zu seinen abenteuerlichen Reisen aufgemacht hatte. Er erwiderte die Umarmung und streichelte ihren R�cken. Schlie�lich lie�en sie voneinander ab, dann verbeugten sie sich lange und tief vor dem anderen und widmeten sich wieder ihren jeweiligen Pflichten.</p><empty-line/><p>Die Fl�chtlingskarawane begleitete Chen und Tyrathan Khort nur kurz, dann bogen Li Li und Yalia auf die Stra�e nach S�den ab, w�hrend die anderen gen Norden weiterzogen. Auf der Kuppe eines H�gels machte der Mensch halt, augenscheinlich, um sich Notizen �ber das Gel�nde zu machen. Chen blickte den Fl�chtlingen nach, bis sie hinter einer Biegung verschwanden � und ungef�hr zur selben Zeit beendete Tyrathan auch seine Notizen.</p><p>Chens Herz schmerzte, aber er wollte sich dennoch nicht deprimiert f�hlen. W�hrend er und der Mensch sich nach Norden vorarbeiteten, wobei sie stets den Stra�en fernblieben, sah der Pandaren immer wieder Dinge, die ihn an Yalia denken lie�en. Er pfl�ckte ein wenig Herzensruhe und zerrieb es, um den Geruch in der Nase zu haben, dann pr�gte er sich die Form eines Steines ein, der aussah wie ein Oger mit gro�em Hintern, wenn er sich vorn�berbeugte, um in ein Shed-Ling-Loch zu blicken. Sie h�tte das witzig gefunden, und noch viel mehr h�tte sie sich �ber seine Verlegenheit am�siert, wenn ihm mitten in der Beschreibung pl�tzlich eingefallen w�re, wie unangebracht so ein Vergleich war.</p><p>Es war noch keine Stunde vergangen, da machte Tyrathan in einer grasbewachsenen Senke, eine halbe Meile �stlich der Stra�e, erneut halt. Im Westen erhob sich der Kun-Lai, halb hinter Wolken verborgen. Vol�jin und Taran Zhu sollten inzwischen wieder dorthin zur�ckgekehrt sein, gemeinsam mit jedem M�nch, der nicht wie Yalia die Fl�chtlinge besch�tzte. Die Shado-Pan w�rden mit den Mitteln, die ihnen zur Verf�gung standen, eine Verteidigung planen und sich dann gem�� den Sp�hern verteilen.</p><p>Tyrathan wickelte ein klebriges Reisb�llchen aus. �Schwester Yalia ist es bestimmt wert, ihr nachzuschmachten, Chen, aber wir m�ssen konzentriert sein, wenn wir weitergehen. Also schlie� damit ab!�</p><p>Der Pandaren starrte ihn an. �Ich habe den gr��ten Respekt vor Yalia Weisenwisper, mein Freund. Nachschmachten � was immer das bedeuten mag � ist wohl kaum der passende Ausdruck, um ��</p><p>�Ja, Chen, nat�rlich. Mein Fehler.� Die Augen des Menschen funkelten. �Es ist ziemlich offensichtlich, dass ihr Gef�hle f�reinander habt. Und sie scheint etwas Besonderes zu sein.�</p><p>�Das ist sie. Bei ihr f�hle ich mich � zu Hause.� So, jetzt hatte er es ausgesprochen. Pandaria mochte der Ort gewesen sein, nach dem er sein ganzes Leben lang gesucht hatte, aber sie war der Grund, warum er sich �berhaupt auf diese Suche gemacht hatte. �Ja, bei ihr f�hle ich mich zu Hause.�</p><p>�Fein. Also heiratet, bekommt Kinder und werdet gemeinsam im Schatten deiner Brauerei alt. Oder deiner Brauereien.�</p><p>�Das w�rde mir gefallen.� Chen l�chelte, aber nur kurz. �D�rfen Shado-Pan-M�nche �berhaupt heiraten? D�rfen sie Kinder haben?�</p><p>�Ich bin sicher, dass sie das d�rfen.� Der Mensch lachte leichtherzig. �Und ich bin sicher, eure Kinder w�rden euch m�chtig auf Trab halten.�</p><p>�Nun, du w�rst jederzeit bei uns willkommen. Ich w�rde dir sogar dasselbe Privileg anbieten wie Yalias Vater: Dein Krug w�rde nie leer sein, wenn du in einem meiner Brauh�user bist. Du k�nntest auch deine Familie mitbringen, dann k�nnten deine Kinder mit meinen spielen.� Chen runzelte die Stirn. �Hast du eine Familie?�</p><p>Tyrathan blickte das halb aufgegessene Reisb�llchen in seiner Hand an, dann wickelte er es wieder ein. �Das ist eine interessante Frage.�</p><p>Der Magen des Pandaren zog sich zusammen. �Du hast sie doch nicht verloren, oder? Hat ein Krieg sie ��</p><p>Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Sie leben noch, soweit ich wei�. Aber jemanden zu verlieren, hei�t nicht, dass er tot ist. Das ist etwas v�llig anderes. Was immer du tust, Chen, verliere niemals Yalia.�</p><p>�Wie k�nnte ich sie verlieren?�</p><p>�Allein die Tatsache, dass du mich das fragst, bedeutet wahrscheinlich, dass du sie nicht so davongleiten lassen w�rdest.� Tyrathan legte sich auf den Bauch und studierte die Stra�e. �Ich w�rde meinen rechten Arm f�r eines dieser Gnomenfernrohre geben. Oder f�r das Goblin-Gegenst�ck. Oder besser noch, f�r eine Batterie ihrer Kanonen. Das war das Merkw�rdige an den Zandalari-Schiffen: Sie hatten keine Kanonen. Ich habe nichts au�er Trollen gesehen.�</p><p>�Vol�jin k�nnte dir sicher den Grund daf�r nennen.� Chen nickte, w�hrend er sich neben dem Menschen ausstreckte und den Blick �ber die Stra�e schweifen lie�. �Er wollte ja mitkommen, aber du hattest recht. Taran Zhu braucht ihn dringender als wir.�</p><p>�Wie ich ihm schon sagte, dies ist meine Art der Kriegsf�hrung.� Tyrathan rutschte vom Kamm des H�gels nach unten in die Senke. �Mit einer Taktik bin ich schnell bei der Hand, aber ich bin kein strategischer Denker. Er hingegen hat sich schon bei der Horde um solche Dinge gek�mmert. Was ich sagen will, ist, weder ich noch du k�nnten das tun, aber er schon. Und das wird Pandarias Rettung sein.�</p><empty-line/><p>Die n�chsten drei Tage folgten Pandaren und Mensch im Zickzack dem Verlauf der Stra�e, wobei sie auf jedes Detail achteten. Verglichen mit dem Tempo, mit dem sie sich nach Norden vorarbeiteten, h�tte sich selbst eine Schnecke wie ein fliegender Greif gef�hlt. Tyrathan machte zahlreiche Notizen und zeichnete ebenso viele Skizzen, und Chen vermutete, dass seit der Herrschaft des letzten Mogu-Kaisers niemand mehr so gr�ndlich dieses Land inspiziert hatte.</p><p>Sie schlugen ihre Lager in den h�heren Lagen auf, verzichteten aber auf Lagerfeuer. F�r Chen mit seinem Fell und seinem massigen K�rper war das nicht weiter schlimm, aber Tyrathan setzte die K�lte sichtlich zu, und oft war es schon mitten am Morgen, wenn sie bereits ein oder zwei Meilen zur�ckgelegt hatten, dass die letzten sichtbaren Zeichen seines Humpelns verschwanden. Der Mensch gab sich gro�e M�he, jegliche Spuren ihrer Reise zu verwischen, und obwohl sie niemanden sahen, beharrte er darauf, dass sie immer wieder ein St�ck zur�ckgingen, um m�glichen Verfolgern einen Hinterhalt zu legen � nur f�r alle F�lle.</p><p>Indem er Tyrathan beobachtete und ihm half, begann Chen, auch Vol�jin und die Beweggr�nde f�r sein Handeln besser zu verstehen. Dass sie keinen zandalarischen Pl�nderern oder Scharm�tzlern begegneten, lie� darauf schlie�en, dass die Invasoren sich gut vorbereitet hatten und mit ausreichend Vorr�ten anger�ckt waren, wie der Mensch ihm erkl�rte. Nach Tyrathans Sch�tzungen hatten zwei Drittel der Schiffe Vorr�te und Hilfskr�fte an Bord gehabt, und da die Zandalari noch nicht nach S�den vorger�ckt waren, r�steten sie sich vermutlich f�r einen langen Feldzug. Einerseits gab das den Pandaren mehr Zeit, sich zu sammeln, andererseits bedeutete es aber auch, dass die Aufgabe, die vor ihnen lag, ungleich schwerer sein w�rde.</p><p><emphasis>Und trotzdem sagst du, dass du kein guter Stratege bist</emphasis>. Chen gewann den Eindruck, dass Tyrathan einfach nicht ins Kloster zur�ckkehren wollte. Hier drau�en, im Feld, war er st�ndig von Ablenkungen umgeben. Er wollte nicht �ber Zouchin nachdenken m�ssen, und auch wenn die Gr�nde Chen ein R�tsel blieben, hatte es doch vermutlich mit dem breiten Grinsen zu tun, das er nach der Schlacht auf dem Gesicht des Menschen gesehen hatte.</p><p>Obwohl der Mensch seine F�higkeit, auf strategischer Ebene zu denken, herunterspielte, hatte Chen schon erlebt, wie leicht Vol�jin diese Art von Informationen verarbeiten und in einen exzellenten Schlachtplan einbringen konnte. Es war eine Sache, die Gr��e einer Armee einzusch�tzen, aber eine v�llig andere, zu erkennen, was ein guter General aus dieser Streitmacht herausholen konnte. Vol�jin verstand sich auf beides, und er war in der Lage, diese kleinen Fehler in einem Plan aufzusp�ren, die selbst die beste Strategie zunichtemachen konnten.</p><p>Chen bemerkte, dass Tyrathan seine Gedanken �ber ihre Mission vor allem abends mit ihm teilte, in jenen stillen Stunden, wenn ein m�glicher Themenwechsel die Sprache nur allzu leicht wieder auf seine Familie h�tte bringen k�nnen. Aus nat�rlicher Neugier h�tte Chen gerne mehr dar�ber erfahren, aber er vermutete, dass Chen mit einer Gegenfrage �ber Yalia kontern und ihn dann wegen seiner Absichten traktieren w�rde.</p><p>Diese Sticheleien w�ren gewiss ohne jede b�se Absicht, und unter anderen Umst�nden und bei einem Krug Bier oder einer Tasse dampfenden Tees h�tte Chen nach bestem Willen dagegengehalten, aber er wollte seine Gedanken an Yalia nicht verderben. Nein, diese Gef�hle und Erinnerungen wollte er in Ehren halten. Und auch wenn er wusste, wie unwahrscheinlich die Zukunft war, die er sich mit ihr ausmalte, hatte er keine gro�e Lust, an diese Tatsache erinnert zu werden.</p><p>Also lie�en sie die Unterhaltung an diesem Punkt in der Dunkelheit verebben, und jeder war aus seinen eigenen Gr�nden froh dar�ber. Und dann, am n�chsten Morgen, w�rden sie die Spuren ihres Lagers verwischen und weiterziehen.</p><p>Am dritten Tag entdeckten sie einen kleinen Bauernhof, der in die Seite eines H�gels hineingebaut war. Die Anh�hen ringsum waren terrassenartig ausgelegt, und einst waren sie auch sorgsam bebaut worden, doch nun spross dort Unkraut, und Tiere hatten an dem Getreide geknabbert. Im Norden zogen sich langsam dunkle Wolken zusammen, geschw�ngert mit schwarzem Regen. Ohne ein Wort zu wechseln, und nun weniger vorsichtig als zuvor, gingen die beiden zu dem Bauernhaus hin�ber, kurz bevor die ersten Tropfen vom Himmel fielen.</p><p>Das Geb�ude war solide aus Stein erbaut, mit einem Holzdach, das den Regen fernhielt. Der Bauer und seine Familie waren wohl von Fl�chtlingen oder M�nchen gewarnt worden und geflohen, aber ungeachtet der Tatsache, dass einige Dinge in gro�er Hast eingepackt worden waren, machte das Haus noch immer einen sauberen, ordentlichen Eindruck. Um die Wahrheit zu sagen, fand Chen, abgesehen von den knarzenden Bodenbrettern, nichts an dem Ort auszusetzen.</p><p>Tyrathan hatte andere Dinge im Kopf. Er klopfte mit der Faust gegen die hintere Wand, auch in der Speisekammer neben der Feuerstelle. Dort klang das Pochen hohl, und so tastete der Mensch umher, bis er eine Art Hebel fand. Als er ihn zog, glitt die Wand der Speisekammer hinter den Kamin, und ein schwarzes Loch wurde sichtbar, mit Stufen, die in einen Lagerkeller hinabf�hrten.</p><p>Tyrathan ging voran, den gezogenen Dolch in der rechten Hand, und Chen folgte ihm mit einem kleinen Kn�ppel in der einen Pfote und einer brennenden Laterne in der anderen. Als er die Mitte der Treppe erreichte, war der Mensch bereits unten angekommen, und einer von ihnen musste wohl auf einen Schalter getreten sein, denn die Wand der Speisekammer glitt hinter ihnen wieder zu und rastete mit einem Klicken ein.</p><p>Der Mann blickte nach oben, dann winkte er Chen die restlichen Stufen herunter. �Mein Freund, ich glaube, diesen Sturm werden wir �u�erst komfortabel aussitzen.�</p><p>Der Lagerkeller war zwar winzig, aber er war mit Regalen ausgestattet, und auf jedem Brett standen Dutzende Gl�ser mit eingelegten R�ben und Kohl. Karotten stapelten sich in K�rben, und Fisch, den der Bauer vermutlich gegen Gem�se eingetauscht hatte, hing in langen Reihen von den Deckenbalken.</p><p>In einer Ecke stand zudem ein kleines Eichenfass, das nur darauf wartete, angezapft zu werden.</p><p>Chen blickte erst das Fass, dann Tyrathan an. �Nur mal probieren?�</p><p>Der Mensch dachte eine Sekunde dar�ber nach und wollte gerade antworten, da jaulte der Wind �ber ihnen. Die T�r des Hauses flog mit einem lauten Donnern auf. Vielleicht war es nur der Sturm gewesen.</p><p>Doch das Trampeln schwerer F��e �ber ihren K�pfen und die harschen Verw�nschungen, mit denen ein Troll das Wetter bedachte, lie�en auf einen anderen Ursprung schlie�en.</p><p>Chen und Tyrathan wechselten einen Blick.</p><p>Langsam sch�ttelte der Mensch den Kopf. Sie w�rden das Fass nicht anzapfen, auch wenn sie vor dem Ende dieser Nacht vermutlich sehr durstig sein w�rden.</p></section><section><title><p>17</p></title><p>Vol�jin kauerte sich zusammen, ein Knie auf dem Boden, den rechten Unterarm gegen seine Rippen gepresst. Er hatte es weiter als je zuvor den Berg hinauf geschafft, auch wenn die Stelle, wo er mit Tyrathan gesprochen hatte, nur ein St�ck unter ihm lag. Ab jenem Punkt wurde der Aufstieg zunehmend steiler, und wenngleich der Troll durchaus Erfahrung im Klettern hatte, verhinderten die Schmerzen in seiner Seite, dass er so vorankam, wie er es sich w�nschte.</p><p>Gern h�tte er sich Chen und Tyrathan auf ihrer Aufkl�rungstour angeschlossen, und er wartete schon voller Ungeduld auf ihre Berichte, zugleich freute es ihn aber, dass Taran Zhu die Meinung des Menschen teilte und den Troll bei den Vorbereitungen ihrer Verteidigung f�r unabk�mmlich hielt. Nicht nur weil er Erfahrung in solchen Dingen hatte, sondern auch einfach, weil er ein Troll war und sich besser mit anderen Trollen und deren Verhalten auskannte als sonst jemand hier.</p><p>�Findet Ihr es nicht merkw�rdig, Vol�jin, dass Ihr noch nicht v�llig genesen seid, obwohl das Gift Euren K�rper verlassen hat?�</p><p>Der Kopf des Schattenj�gers ruckte herum, seine Brust hob und senkte sich noch immer heftig.</p><p>Taran Zhu stand kein halbes Dutzend Schritte unter ihm auf dem Pfad, und er sah aus, als h�tte er gerade nur einen erholsamen Spaziergang gemacht.</p><p>Vol�jin f�hrte das darauf zur�ck, dass der M�nch in besserer Verfassung war als die meisten anderen; dar�ber, dass er vielleicht selbst einfach nur in viel schlechterer Verfassung war, wollte er nicht nachdenken. �So etwas ist schon fr�her passiert. Zul�jin hat ein Auge verlor�n und sich den Arm abgehackt. Diese Wund�n sind nie verheilt.�</p><p>�Eine abgetrennte Gliedma�e oder ein komplexes Organ ist etwas anderes als ein Schnitt.� Langsam sch�ttelte der Pandaren den Kopf. �Euer Hals bereitet Euch Schwierigkeiten beim Sprechen, Eure Seite qu�lt Euch, wenn Ihr rennt oder in der Schlacht k�mpft. Wir beide wissen, w�rt Ihr mit Euren Freunden gegangen, h�ttet Ihr sie nur aufgehalten.�</p><p>Vol�jin nickte. �Trotz Tyrathans Bein.�</p><p>�Ja. Zugegeben, er hat mehr Zeit hier verbracht, aber dennoch ist er weiter genesen als Ihr.�</p><p>Die Augen des Trolls wurden schmal. �Und woran liegt das Eurer Meinung nach?�</p><p>�Auf einer gewissen Ebene glaubt er, dass er es verdient hat, gesund zu werden.� Der M�nch sch�ttelte den Kopf. �Ihr hingegen glaubt es nicht.�</p><p>Vol�jin wollte eine Entgegnung br�llen, aber seine Kehle lie� es einfach nicht zu. <emphasis>Und genug Atem daf�r habe ich auch nicht.</emphasis> �Fahrt fort!�</p><p>Der Pandaren l�chelte auf eine Weise, die den Troll unendlich w�tend machte. Dieses L�cheln w�re fast genug gewesen, um die Invasion der Zandalari zu rechtfertigen. �Es gibt eine Krabbenart, die sich eine Muschel als Panzer ausw�hlt. Einst wuchsen zwei von ihnen, Br�der, Seite an Seite auf. Als sie gr��er waren, fand einer einen Sch�del � das Gesicht war eingeschlagen worden, und so kroch er ins Innere. Der andere fand den Helm, der diesen Sch�del einst gesch�tzt hatte. Der erste liebte den Sch�del und wuchs perfekt hinein, der zweite betrachtete den Helm nur als einen weiteren Panzer. Doch als die Zeit kam weiterzuziehen, wollte der erste seinen Sch�del nicht verlassen. Der Totenkopf hatte ihn geformt, und so h�rte er auf zu wachsen. Der zweite hingegen musste den Helm und seinen Bruder zur�cklassen. Er konnte nicht aufh�ren zu wachsen.�</p><p>�Und welcher Bruder bin ich?�</p><p>�Das kommt darauf an, wie Ihr Euch entscheidet. Seid Ihr die Totensch�delkrabbe, die innerhalb ihrer Beschr�nkungen zufrieden ist?� Taran Zhu zog die Schultern hoch. �Oder seid Ihr die Krabbe, die weiterw�chst und nach einem neuen Zuhause sucht?�</p><p>Vol�jin fuhr sich mit der Hand �bers Gesicht. �Bin ich ein Troll, oder bin ich Vol�jin?�</p><p>�In gewisser Weise. Ich w�rde aber die Reihenfolge �ndern. Seid Ihr Vol�jin, der beinahe in einer H�hle starb; oder seid Ihr ein Troll, der nach einem neuen Zuhause sucht?�</p><p>�Dieses Zuhause ist sicher auch eine Allegorie.�</p><p>�Mehr oder weniger.�</p><p><emphasis>Habe ich mich selbst in dieser H�hle eingesperrt?</emphasis> Er dachte daran, wie er in diese Falle gelockt worden war, und Scham brandete durch seinen K�rper. Ja, die Tatsache, dass er noch lebte, war ein Triumph, aber er h�tte nie in dieser Schlacht k�mpfen sollen. Garrosh hatte einen K�der ausgeworfen, und er hatte angebissen. H�tte der Kriegsh�uptling ihn zum Abendessen eingeladen, nur sie beide an einem Tisch, w�re Vol�jin sofort von einer List ausgegangen und h�tte den ganzen Dunkelspeerstamm mitgebracht.</p><p>Der Troll fr�stelte.</p><p><emphasis>Diese Scham ist es, in der ich gefang�n bin</emphasis>. Als er dar�ber nachdachte, erkannte er den schrecklichen Kreislauf. Kein Troll, der etwas auf sich hielt, h�tte sich so leicht hereinlegen lassen. Nicht einmal ein Mensch wie Tyrathan w�re auf eine so durchsichtige List hereingefallen. Seine Scham war der Anker, der ihn festhielt, und dass er nicht mehr wusste, wie er entkommen war, bedeutete, dass er nicht die n�tigen Werkzeuge hatte, um sich zu befreien. Der Mensch hatte recht gehabt: Vol�jin f�rchtete, was er nicht wusste.</p><p>Doch indem er diesen Kreislauf vor sich sah, offenbarte sich ihm auch der Schwachpunkt darin. Wie er �berlebt hatte, war unwichtig. Selbst wenn ihn Shed-Ling aus der H�hle gezerrt hatten, weil sie ihn dann im Fluss waschen und anschlie�end essen wollten, w�rde es nichts �ndern. Was z�hlte, war allein, dass er noch lebte. Er konnte weiterwachsen. Er musste nicht eingesperrt sein.</p><p><emphasis>Da h�tten wir�s</emphasis>. Kein Troll sollte auf diese Weise gefangen sein, und darum hatte er sich mental von allem abgewandt, was einen Troll auszeichnete. Er hatte erbittert gek�mpft, so wie ein Troll es tun w�rde, doch nur, um den Pandaren und den Zandalari � und einem Menschen � sein Trollsein zu demonstrieren. <emphasis>Gibt es noch Hoffnung f�r mich?</emphasis></p><p>Er sch�ttelte den Kopf. <emphasis>Gefang�n zu sein, das ist nichts f�r�einen Troll.</emphasis> Doch nur ein Troll h�tte ein solches Gef�ngnis �berleben k�nnen. Garrosh hatte einen seiner Scho�hunde, einen orcischen Attent�ter geschickt, um ihn zu t�ten. Nur einen. Wusste der H�uptling der Horde es denn nicht besser?�Hatte Vol�jin nicht gedroht, ihn mit einem Pfeil zu durchbohren? <emphasis>Um mich zu bezwing�n, braucht man Trolle oder Titanen. Wie kann er es wagen, mir einen Orc zu schick�n?</emphasis></p><p>Taran Zhu hob mahnend die Pfote. �Ihr habt eine wichtige Weggabelung erreicht, Vol�jin, also h�rt Euch das Ende der Krabbengeschichte an. Jener andere Bruder, der nach einem neuen Zuhause suchte, fand einen anderen Totensch�del, einen, der gr��er war, und den Helm, der einst darauf gesessen hatte. Er musste nun also w�hlen: Sch�del oder Helm.�</p><p>Der Troll nickte langsam. �Aber das ist nicht die einzige Wahl, die er hat.�</p><p>�F�r die Shado-Pan ist es �u�erst interessant, �ber diese beiden Optionen nachzudenken. Euch hingegen stehen in der Tat andere M�glichkeiten offen.� Der M�nch nickte. �Falls Ihr weitere Gleichnisse h�ren m�chtet, werde ich Euch gerne weiterhelfen. Und Ihr, so hoffe ich doch, werdet weiterhin mir in Angelegenheiten milit�rischer Strategie weiterhelfen.�</p><p>�Ja. Totensch�delkrabbe hin oder her, es ist ein Teil von mir.�</p><p>�Dann will ich Euch jetzt mit Euren Gedanken alleine lassen.�</p><p>Vol�jin ging aus seiner kauernden in eine sitzende Haltung �ber. Er war zu dem Schluss gekommen, dass kein Troll auf dieselbe Weise gefangen sein sollte, wie er es war, und dadurch hatte er sich selbst glauben gemacht, dass er kein Troll war. Zwar hatte er versucht, Au�enstehenden zu beweisen, dass das nicht stimmte, doch an dem, was er in seinem Inneren glaubte, hatte das nichts ge�ndert. <emphasis>Aber ich bin ein Troll. Ich habe �berlebt. Alles, was ich vorher war, bin ich auch jetzt noch. Und mehr.</emphasis></p><p>Er lachte um seiner selbst willen. <emphasis>Ich bin sogar schlau genug zu erkennen, wie dumm ich gewes�n bin.</emphasis></p><p>Vol�jin sammelte sich und richtete seine Sinne nach innen. Anschlie�end �ffnete er sich den Loa und schl�pfte in die graue Landschaft hinein, in der er Schatten innerhalb von Schatten erkannte, vage Silhouetten von Pflanzen und B�umen aus den Dschungeln seiner Heimat. Er deutete das als gutes Omen, dann wirbelte er herum und sah Bwonsamdi �ber sich aufragen.</p><p>�Ich werde mich nicht noch einmal blind erwisch�n lassen.�</p><p>�Zumindest nicht von Orcs.� Der W�chter der Toten lachte hinter seiner Maske. �Wer ist das, den ich hier vor mir sehe.�</p><p>�Ein Troll. Das sollte f�r den Moment reichen.� Vol�jin streckte ihm die Hand entgegen. �Du musst es mir zur�ckgeben.�</p><p>�Was habe ich denn deiner Meinung nach?�</p><p>�Mein Selbstverst�ndnis als Troll.�</p><p>Wieder lachte Bwonsamdi, wobei er eine funkelnde schwarze Perle von seinem G�rtel nahm. �Als du herkamst, hattest du dich selbst davon �berzeugt, dass du kein Troll bist. Ich dachte nicht, dass du es noch brauchen w�rdest.�</p><p>�Aber du hast es f�r mich aufbewahrt.� Vol�jin nahm die Perle und bettete sie in seine H�nde. Dort verharrte sie, v�llig gewichtslos, und sandte stechende Funken in seine Handfl�chen; es f�hlte sich an wie eine eingeschlafene Extremit�t, die wieder aufwacht. �Ich danke dir.�</p><p>�Und ich danke dir f�r jene, die du mir geschickt hast.� Das Loa blickte �ber die Schulter auf eine ferne Phalanx von Zandalari. �Sie hassen es, unter meinem Schutz zu stehen.�</p><p>�Ich werde dir noch mehr schick�n.�</p><p>�Du bist ein pflichtbewusster Troll.�</p><p>Vol�jin schloss die linke Hand um die Perle. �Die anderen hab�n mir Visionen geschickt. Warum?�</p><p>�Um dich daran zu erinnern, was es hei�t, ein Troll zu sein.�</p><p>�Aber die Vision, die die Mutter der Gifte mir gezeigt hat � sie richtet sich gegen ihre Zandalari.�</p><p>�Sie glauben, dass sie die Mutter mit ihren Taten erfreuen. Das hei�t nicht, dass sie wissen, was die Mutter wirklich will.� Bwonsamdi zuckte mit den Schultern. �Wenn man nicht hart daf�r arbeitet, kann ein Opfer dann w�rdig sein?�</p><p>�Sie stellt mich ihren Leut�n also in den Weg, damit sie sich mehr anstreng�n m�ssen?�</p><p>�Und du stehst ein wenig in der Schuld der Mutter, falls sie scheitern.�</p><p>�Wenn sie scheitern.�</p><p>�Ha! Darum habe ich dich schon immer besonders gemocht, ganz gleich, wer du bist.�</p><p>�Sobald ich entschieden habe, wer ich bin, wirst du es erfahren.� Vol�jin l�chelte. �Die Lippen toter Zandalari werden die Nachricht �berbringen.�</p><p>�Mein Hunger ist gro�, Troll. Und mein Wohlwollen m�chtig.�</p><p>Vol�jin nickte, w�hrend die graue Welt langsam wieder zum Gipfel des Berges zusammenschmolz. Er �ffnete seine linke Hand, doch die Perle war bereits in sein Fleisch eingesunken. Der Schattenj�ger konzentrierte sich und sp�rte, wie ihre Essenz sich in seinem K�rper ausbreitete und zu wirken begann. Bereits jetzt lie�en die Schmerzen nach, und das Gewebe �ber seinen Wunden erneuerte sich.</p><p>An zwei Stellen steuerte der Troll den Prozess selbst. Die Naht an seiner Seite heilte er fast vollst�ndig, ebenso seine Lungen, damit er wieder atmen konnte, doch die Narbe lie� er zur�ck. Er wollte, dass sie ihn weiter stach, ihn an die Fehler erinnerte, die er gemacht hatte.</p><p>Gleichsam heilte er seine Halswunde, und auch sie nicht ganz. Sie sollte weiterhin das Melodi�se aus seiner Stimme nehmen, denn das war Vol�jins Stimme gewesen: die Stimme, die Garrosh gedroht hatte; die Stimme, die die Mission akzeptiert hatte. Diese Stimme wollte er nicht mehr h�ren.</p><p>Seine jetzige Stimme war ihm zwar noch nicht ganz vertraut, aber damit konnte er leben. Es war so, wie er es Bwonsamdi erkl�rt hatte: F�rs Erste gen�gte es, dass er ein Troll war. Mehr musste er nicht sein. <emphasis>Und sobald ich wei�, wer ich bin, werde ich die Stimme dieser Person erkennen</emphasis>.</p><p>W�hrend er zum Kloster hinabstieg, wurde ihm klar, dass er in vielerlei Hinsicht wie die Totensch�delkrabbe gewesen war. Er hatte sich von anderen definieren lassen. Der Traum seines Vaters war sein Erbe geworden, und es hatte ihn geformt. <emphasis>Ihn gefangen</emphasis>, h�tte er beinahe gedacht, aber sein Vater w�re schockiert gewesen, zu erfahren, dass sein Sohn sich eingesperrt f�hlte. Ein Schattenj�ger zu sein, die Dunkelspeertrolle anzuf�hren, in den obersten R�ngen der Horde zu stehen � diese Dinge waren die Knochenpl�ttchen gewesen, aus denen sich sein Totensch�del zusammengesetzt hatte.</p><p>Und da lag das echte Geheimnis dieser Parabel. Der Sch�del und der Helm, der ihn einst besch�tzt hatte, waren f�r unterschiedliche Zwecke bestimmt. Beide Krabben brauchten Schutz, aber nur die Krabbe, die in den Helm kroch, traf die richtige Wahl. Die andere Krabbe mochte ein praktisches Heim gefunden haben, aber sie konnte nicht mehr weiterwachsen, um ihr Schicksal zu erf�llen.</p><p>Sch�del, Helm oder � was? Die M�nche, die vor dieser Wahl standen, wandten sich entweder v�llig nach innen und blieben im Kloster wie die Krabbe in ihrem Totensch�del. Andere � und Vol�jin ordnete Yalia Weisenwisper in diese Gruppe ein � konnten das Kloster verlassen und in jede Form hineinwachsen, die die Umst�nde verlangten. Hier in Pandaria gab es nur wenig Grund, �ber diese beiden Optionen hinauszublicken, und falls doch jemand eine dritte M�glichkeit suchte, dann gab es da noch den Panzer der Schildkr�te, ein Leben als Abenteurer, wie Chen es gew�hlt hatte.</p><p><emphasis>F�r mich hingeg�n �</emphasis> Es war nicht so, als w�ren die Elemente, die er als Knochen seines Totensch�dels verstand, in irgendeiner Form schlecht. Der Traum seines Vaters hatte viel Gutes, und Vol�jin glaubte daran. Ebenso verhielt es sich mit der F�hrung der Dunkelspeere und mit seiner Rolle in der Horde. Vol�jin hatte die Angebote der Zandalari abgelehnt und die Horde als Verb�ndete f�r seine neue Welt gew�hlt. Doch nun hatte sich die Horde gegen ihn gewandt.</p><p>Die Entscheidung, die er treffen musste, war alles andere als einfach, und das akzeptierte er. Gleichzeitig wurde ihm klar, wie viele Entscheidungen bisher von anderen f�r ihn getroffen worden waren. Darin h�tte er etwas Schlechtes sehen k�nnen, doch das tat er nicht. So hatten die Ermutigungen seines Vaters und die Erwartungen der anderen ihm die Entscheidung leicht gemacht, ein Schattenj�ger zu werden � nicht, dass es leicht gewesen w�re, danach wirklich ein Schattenj�ger zu werden. Er hatte es nie bereut, aber er hatte auch nie wirklich �ber eine Alternative nachgedacht.</p><p>Als er die F�hrung der Dunkelspeere und die Verantwortung f�r den Stamm �bernommen hatte, war gleichsam eine ganze Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt worden, aber auch hier gab es nichts, was Vol�jin bedauerte. Er hatte keine andere Wahl gehabt, als Zalazane aufzuhalten. Und auch die Entscheidung, der Horde gegen den Zandalari-K�nig Rastakhan zu helfen, war schon lange vorher getroffen worden, als Thrall und die Horde seinem Vater halfen, die Dunkelspeere zu retten und ihre Heimat auf den Echo-Inseln wieder aufzubauen.</p><p><emphasis>Mich von der Horde zur�ckzuzieh�n, war die schwerste Entscheidung, die ich je selbst getroffen habe. Und fast h�tte sie mich das Leb�n gekostet.</emphasis></p><p>Er erreichte das Kloster und schloss sich den M�nchen bei ihren �bungen an, nicht nur, um zu lernen, wie er st�rker werden konnte, sondern auch, um ihnen zu zeigen, wozu ein Troll imstande war. Der M�nch, den er bei Zouchin gerettet hatte, indem er einen Zandalari k�pfte, hatte Vol�jins Geschichten �ber die Unerschrockenheit der Trolle best�tigt, und seitdem gaben sich die meisten Shado-Pan deutlich mehr M�he, wenn sie im Training gegen ihn antraten.</p><p>Und er musste sich mehr M�he bei seiner Verteidigung geben.</p><p>Keine Frage, auch unter den M�nchen gab es Totensch�delkrabben und Helmkrabben, aber das beunruhigte Vol�jin nicht. In einer Armee kamen auf jeden Krieger f�nf Leute, die zur�ckblieben, um ihn mit Speis und Trank zu versorgen, seine R�stung zu pflegen und sich seiner anderen Bed�rfnisse anzunehmen. Viele der Shado-Pan, vor allem die alten M�nche, gaben sich mit dieser unterst�tzenden Funktion zufrieden, w�hrend die j�ngeren M�nche begierig lernen wollten, wie man gegen Trolle k�mpfte.</p><p>Taran Zhu beobachtete die �bungen, und Vol�jin sah immer wieder zu dem alten Pandaren hin�ber. <emphasis>Gef�llt dir die Form des Helms, in den deine M�nche hineinwachs�n?</emphasis> Hin und wieder trafen sich ihre Blicke zwar, aber welcher Art die Gedanken des Shado-Pan auch waren, er lie� sich nichts anmerken.</p><p>Wenn er nicht mit den M�nchen trainierte, versuchte Vol�jin, sich m�glichst viel Wissen �ber die Geografie und die milit�rische Geschichte Pandarias anzueignen. Vor allem Letzteres erwies sich jedoch als frustrierend. Alles lag schon so unendlich lange zur�ck � zumindest f�r die Pandaren �, dass es zu Mythen und Folklore geworden war. So hie� es beispielsweise, dass ein Dutzend M�nche einen Bergpass zw�lf Jahre lang gehalten hatte, wobei jeder einen Monat lang allein k�mpfte und sich dann den Rest des Jahres ausruhte. Jeder dieser M�nche hatte obendrein angeblich einen eigenen Kampfstil entwickelt, und s�mtliche Stile der Gegenwart waren von ihnen abgeleitet.</p><p>Die Geografie zu studieren war da schon leichter. Alte imperiale Karten zeichneten ein �u�erst detailliertes Bild des Kontinents, wenngleich ein paar Bereiche nur vage beschrieben waren, allen voran das Tal der Ewigen Bl�ten. Der zentrale und s�dliche Teil auf einer Karte dieses Gebiets war mit Tinte �bermalt.</p><p>Vol�jin deutete auf die Stelle, als Taran Zhu die Bibliothek betrat. �Ich kann keine Informationen �ber dieses Gebiet find�n.�</p><p>�Das ist ein Problem, das wir l�sen m�ssen.� Der M�nch drehte sich halb herum, denn nun traten Chen und Tyrathan in den Raum, ausgezehrt und nur ein wenig mit Blut beschmiert. �Wie Eure Freunde herausgefunden haben, scheinen die Eindringlinge n�mlich genau dorthin zu ziehen.�</p></section><section><title><p>18</p></title><p>Hastig blies Chen die Laterne aus, und die Stille, die den Keller daraufhin erf�llte, verst�rkte die Ger�usche von oben noch. In den Ohren des Pandaren klang es, als h�tte sich eine ganze Kompanie von Trollen in dem Bauernhaus zusammengedr�ngt.</p><p>Einer von ihnen z�ndete eine Kerze an, sodass d�nne Lichtstreifen durch die Spalten zwischen den Bodenbrettern herabfielen. Sie streiften sowohl Chen als auch Tyrathan, und der Mensch erstarrte, einen Finger an die Lippen erhoben. Chen nickte kurz, und der Mensch lie� die Hand wieder sinken, blieb davon abgesehen aber v�llig reglos.</p><p>Der Pandaren konnte kein Wort von dem verstehen, was die Zandalari sagten, dennoch lauschte er angespannt. Seine Hoffnung dabei war weniger, pandarische Ortsnamen aufzuschnappen, sondern vielmehr, einzelne Stimmen zu identifizieren. Einer der Trolle schien viele kurze, scharfe Befehle zu geben, und zwei andere antworteten m�de darauf, wobei einer au�erdem einige gefl�sterte Kommentare abgab.</p><p>Er blickte Tyrathan an und hob drei Finger.</p><p>Der Mensch sch�ttelte den Kopf und reckte einen vierten Finger nach oben. Er deutete erst auf die Stelle, wo der Kommandant stand, dann hin�ber zu den beiden anderen, die Chen entdeckt hatte, und anschlie�end in eine Ecke, wo sich der vierte Troll befand. Seine Anwesenheit wurde allein durch das leise Tropfen von Regenwasser auf die Bodenbretter verraten.</p><p>Chen schauderte. Das hier war nicht wie damals, als die Oger ihn gefangen hatten. Nicht im Geringsten. Trolle waren im Allgemeinen schlauer als Oger, und die Zandalari r�hmten sich damit, wie intelligent sie waren � und wie grausam. Die Handvoll Eindr�cke, die er bei Zouchin gesammelt hatte, und die Geschichten, die man sich �ber andere Schlachten der Trolle erz�hlte, lie�en keinen Zweifel daran, dass man ihn und Tyrathan sofort umbringen w�rde, falls man sie entdeckte.</p><p>Da sie sofort mit der Durchsuchung des Hauses begonnen hatten, hatten die beiden oben weder ihre Waffen noch ihre Rucks�cke zur�ckgelassen. Sie waren also nicht wehrlos, aber der Keller war ein denkbar schlechter Ort f�r einen Bogensch�tzen. Chen konnte sich zwar mit seinen Kampfk�nsten verteidigen, aber in einer so beengten Umgebung boten kurze Stichwaffen, wie die Trolle sie zweifelsohne trugen, einen klaren Vorteil. Sollte es also hier unten zu einem Kampf kommen, w�rde es ein brutales, dicht gedr�ngtes Handgemenge werden, bei dem selbst die Gewinner blutende Wunden davontragen w�rden.</p><p><emphasis>Wir m�ssen hoffen, dass sie nicht neugierig werden und hierherunter kommen. Sobald der Sturm vor�ber ist, werden sie weiterziehen</emphasis>. Da wurde das Heulen des Windes noch lauter, wie um Chens Hoffnung zu verspotten. <emphasis>Zumindest werden wir nicht verhungern.</emphasis></p><p>Tyrathan setzte sich auf den Boden und nahm acht Pfeile aus seinem K�cher, jeder mit einer gemein aussehenden gezackten Spitze. Die eine H�lfte hatte zwei scharfe Kanten, die andere vier, und alle diese Kanten waren an ihrem Ende nach innen geschwungen, zum Schaft hin; sobald sie ihr Opfer getroffen h�tten, w�rden sie sich festbohren wie ein Angelhaken, sodass man sie nur schwer wieder herausziehen konnte.</p><p>Der Mensch legte die Pfeile nebeneinander, immer einen vierkantigen neben einen zweikantigen, und anschlie�end drehte er die vierkantigen um. Nun schnitt er mit einem K�rschnermesser kurze Stoffstreifen von seinem Verband und band jeweils zwei Pfeile damit zusammen, sodass jedes Geschoss jetzt zwei Spitzen hatte.</p><p>Obwohl seine Miene im Wechsel von Licht und Schatten nur schwer zu deuten war, lag doch eine grimmige Entschlossenheit in Tyrathans Z�gen, und immer wieder blickte er bei seiner Arbeit kurz nach oben zur niedrigen Decke, und nachdem er beobachtet und gelauscht hatte, nickte er sich kurz zu.</p><p>Es schien eine Ewigkeit zu dauern, aber dann kamen die Trolle schlie�lich zur Ruhe. Schweres Klappern deutete darauf hin, dass sie ihre R�stungen zum Schlafen abgenommen hatten � zumindest drei von ihnen. Der Schweigsame blieb in voller Panzerung, aber er verdeckte genug Licht, um Chen zu zeigen, wo er lag. Der Kommandant war der Letzte, der sich hinlegte, und bevor er sich ausstreckte, blies er noch die Kerze aus.</p><p>Leise wie ein Geist trat Tyrathan an Chens Seite. �Auf mein Zeichen � du wirst es schon erkennen, wenn es so weit ist � gehst du die Stufen hoch. Such den Schalter, um die Speisekammer zu �ffnen und dann t�te jeden, der dir begegnet!�</p><p>�Vielleicht ziehen sie morgen weiter.�</p><p>Der Mann deutete auf die Stelle, wo der Befehlshaber lag. �Er hat ein Protokollbuch. Das brauchen wir.�</p><p>Chen nickte, dann schlich er zum Fu� der Treppe. Hinter ihm, im Hauptbereich des Kellers, nahm Tyrathan seine zusammengebundenen Pfeile und schob die zweikantigen Spitzen zwischen die Spalten in der Kellerdecke, dann drehte er sie so, dass sie verkanteten, einer unter jedem der schlafenden Trolle. Den ersten Pfeil klemmte er unter den Kommandanten, gefolgt von den beiden gespr�chigen Trollen, und den letzten platzierte er unter dem schweigsamen Krieger. Dort verharrte der Mensch anschlie�end auch, um zu Chen hin�berzublicken. Er deutete der Reihe nach auf die Pfeile, von dem neben ihm bis zu dem unter dem Kommandanten, dann bedeutete er dem Pandaren, die Treppe hochzugehen.</p><p>Chen nickte und machte sich bereit.</p><p>Der Mensch rammte den ersten Pfeil nach oben in den K�rper des Trolls und drehte ihn herum. Noch bevor sein Opfer einen Schrei aussto�en konnte, sprang Tyrathan in die Mitte des Kellers und stie� die beiden Pfeile dort nach oben, einen mit jeder Hand. Seine Opfer keuchten, und er wirbelte weiter, um auch den letzten Pfeil durch die Bodenbretter zu sto�en.</p><p>Chen st�rmte die Stufen nach oben. Er hielt sich nicht mit der Suche nach dem Hebel auf, sondern rannte geradewegs durch die Geheimt�r hindurch. Holz zersplitterte, und Geschirr und Schalen flogen in den Hauptraum, eine halbe Sekunde sp�ter gefolgt vom K�rper des Pandaren. Rechts von ihm lag der schweigsame Troll auf der Seite; der Pfeil hatte sich durch seinen Oberarm in seine Brust gebohrt. Er versuchte mit dem freien Arm nach einem Messer zu greifen, aber Chen trat mit dem Fu� zu. Der Kopf des Zandalari wurde nach hinten gerissen und donnerte gegen die Wand.</p><p>Der Pandaren wirbelte herum und hielt inne. Die zwei gespr�chigen Trolle wanden sich auf dem Boden. Einem ragte eine Pfeilspitze aus dem Bauch, der andere schien an seiner Wirbels�ule aufgespie�t. Beide versuchten sich aufzusetzen, aber die die vierkantigen Pfeilspitzen verhakten sich in den Spalten zwischen den Brettern und hielten sie zur�ck. Blut spritzte im Rhythmus ihrer Schreie, als ihre F��e gegen den Boden h�mmerten und ihre Finger Sp�ne und Splitter aus dem Holz kratzten.</p><p>Der Kommandant, ein Schamane, stand an der T�r. Dunkle, pulsierende Energie sammelte sich zwischen seinen H�nden. Die Schreie seiner sterbenden Kameraden hatten ihn gewarnt, und so hatte der Pfeil, der f�r ihn bestimmt gewesen war, nur seine Rippen gestreift. Er starrte Chen aus schwarzen Augen an, die vor Hass funkelten, dann zischte er einige unsch�ne Worte in der Trollsprache.</p><p>Der Pandaren wusste, was geschehen w�rde, wenn er nichts unternahm � und er wusste, dass es vermutlich selbst dann geschehen w�rde, <emphasis>wenn</emphasis> er etwas unternahm �, also spannte er sich und sprang. Doch er war nicht schnell genug.</p><p>Einen Herzschlag bevor sein fliegender Tritt den Troll erreichte und einen halben Herzschlag bevor der Schamane seinen Zauber vollenden konnte, schoss ein Pfeil durch den Boden. Er sauste an Chens Kn�chel vorbei, zwischen den H�nden des Zandalari hindurch und dann in seinen K�rper. Die Spitze drang unter dem Kinn ein, nagelte dem Troll die Zunge an den Gaumen und trat dann aus seinem Sch�del wieder hervor.</p><p>Nun landete Chen seinen Tritt, und der Schamane wurde durch die T�r nach drau�en in die Dunkelheit des Sturms geschleudert.</p><p>Mit dem Bogen in der Hand tauchte Tyrathan auf der obersten Treppenstufe auf. �Hat der Hebel geklemmt?�</p><p>Der Pandaren nickte, w�hrend sich die Trolle neben ihm in ihren letzten Zuckungen wanden. �Ja. Er hat geklemmt.�</p><p>Der Mensch �berpr�fte den schweigsamen Troll und schnitt ihm dann die Kehle durch. Die beiden in der Mitte des Raumes waren augenscheinlich jetzt tot, aber er beugte sich dennoch �ber sie, bevor er schlie�lich zu der Stelle hin�berging, wo der Kommandant seine Sachen abgelegt hatte. In einer Tasche entdeckte er ein Buch und ein kleines K�stchen mit Schreibfedern und Tinte.</p><p>�Ich kann Zandalari nicht lesen, aber ich habe einen Teil ihrer Unterhaltung aufgeschnappt. Sie waren auf einer Erkundungsmission, genau wie wir.� Tyrathan blickte sich um. �Erst mal m�ssen wir den anderen wieder reinholen. Sollen wir das Haus anz�nden?�</p><p>Chen nickte. �Das wird vermutlich das Beste sein. Ich werde ein Fass im Keller aufschlagen und es mit meinem Feueratem entz�nden. Aber ich werde mir diesen Ort einpr�gen, damit ich bei den Leuten, die hier lebten, Wiedergutmachung leisten kann.�</p><p>Der Mann blickte ihn an. �Es ist nicht deine Schuld, dass sie ihren Hof verlieren.�</p><p>�Vielleicht nicht, aber es f�hlt sich so an.� Der Pandaren schaute sich ein letztes Mal in dem Bauernhaus um, damit er sich daran erinnern k�nnte, wie es hier gewesen war. Anschlie�end verwandelte er es in einen Scheiterhaufen und folgte dem Menschen nach drau�en in den Sturm.</p><empty-line/><p>Sie gingen nach Westen, in Richtung des Klosters, und stie�en auf einen H�hlenkomplex, der sich in die Tiefe schl�ngelte. Hier konnten sie es wagen, ein Feuer zu machen, und Chen nutzte die Gelegenheit, um Tee aufzubr�hen. Die W�rme war ihm willkommen, au�erdem hatte er ein wenig Zeit, um nachzudenken, w�hrend Tyrathan das Buch studierte.</p><p>Der Pandaren hatte schon viele K�mpfe erlebt, und er hatte dabei Dinge gesehen, die er am liebsten sofort wieder vergessen h�tte, genau wie er es seiner Nichte erz�hlt hatte. Manchmal funktionierte es. Das war eines der kleinen Wunder des Lebens: Man konnte die schmerzhaftesten Dinge vergessen, und wenn nicht das, so verblasste zumindest die Erinnerung an sie. <emphasis>Sofern man zul�sst, dass sie verblasst.</emphasis></p><p>Ja, er hatte viele Dinge gesehen, und er hatte viele Dinge getan. Blutige Dinge. Doch so etwas wie das, was Tyrathan in dem Bauernhaus getan hatte, hatte er noch nie erlebt. Es war nicht der Pfeilschuss durch den Boden, der ihm im Ged�chtnis bleiben w�rde � obwohl er diesem Schuss vermutlich sein Leben verdankte. Er hatte schon genug Soldaten gesehen, denen ihre Schilde durch Pfeile an den Arm geheftet worden waren, um zu wissen, dass Holz gegen einen guten Sch�tzen keinen ausreichenden Schutz bieten konnte. Zugegeben, es war ein spektakul�rer Schuss gewesen, aber bei Tyrathan �berraschte ihn das nicht weiter.</p><p>Nein, was Chen vielleicht nie wieder vergessen w�rde, war die Ruhe und Entschlossenheit, mit der der Mensch die Pfeile f�r seinen Angriff von unten vorbereitet hatte. Er hatte sie ganz bewusst zusammengebunden, nicht nur, damit sie t�teten, sondern auch um auf die M�glichkeit vorbereitet zu sein, dass sie nicht t�teten. Es war sein Plan gewesen, die Trolle festzunageln, und er hatte die Pfeilspitzen herumgedreht, nachdem er zugesto�en hatte, damit sie an Rippen oder Knochen h�ngen blieben.</p><p>Es gab Ehre in der Schlacht, Ehre, wenn man gut k�mpfte. Als Tyrathan und Vol�jin bei Zouchin zur�ckgeblieben waren, um die Zandalari mit Pfeilen zu spicken und ihren Vormarsch aufzuhalten, war das ehrenvoll gewesen, denn so hatten die M�nche die Einwohner retten k�nnen. Den Trollen war es vermutlich feige erschienen, aber wer ein Fischerdorf mit Belagerungsmaschinen bombardierte, hatte keinerlei Ehre und auch keine verdient.</p><p>Chen goss den Tee ein und reichte dem Menschen eine kleine Schale. Der Mann nahm sie entgegen und schlug das Buch zu, dann atmete er den Dampf ein und trank. �Danke! Er ist perfekt.�</p><p>Der Pandaren rang sich ein L�cheln ab. �Steht etwas N�tzliches da drin?�</p><p>�Der Schamane hatte eine k�nstlerische Ader. Er konnte gute Karten zeichnen, au�erdem hat er Skizzen von einheimischen Tieren und Felsformationen angefertigt. Sogar ein paar Blumen hatte er zwischen den Seiten platt gedr�ckt.� Tyrathan tippte mit dem Finger auf das Buch. �Einige der hinteren Seiten sind leer, abgesehen von Punkten in den vier Ecken. Diese Punkte habe ich auch auf einigen beschriebenen Seiten entdeckt, aber das Muster setzt sich danach weiter fort. Ich glaube, die Zeichen auf den leeren Seiten stammen von jemand anders.�</p><p>Chen nippte an seinem Tee. Er w�nschte sich, das Getr�nk w�rde ihm mehr W�rme schenken. �Was bedeutet das?�</p><p>�Ich glaube, das ist ein vorbestimmter Kurs, dem sie folgen sollten. Wenn du die Unterkante der Seite auf die H�he des Horizonts h�ltst, findet man bestimmt ein Sternbild, das der Anordnung der Punkte entspricht. Das zeigte ihnen, in welche Richtung sie weitergehen sollten.� Er runzelte die Stirn. �Von hier k�nnen wir den Nachthimmel nat�rlich nicht sehen, und die Konstellationen sehen hier auch anders aus, aber ich glaube, wir k�nnen herausfinden, wohin sie nach dem Sturm weiterziehen wollten.�</p><p>�Das w�re gut.�</p><p>Tyrathan stellte seinen Tee ab und starrte auf den schwarzen Ledereinband des Buches. �Sollen wir reinen Tisch machen.�</p><p>�Was meinst du?�</p><p>Der Mensch deutete in die ungef�hre Richtung, in der sich das Bauernhaus befunden hatte. �Du bist ungew�hnlich still, seit wir den Hof verlassen haben. Was ist los?�</p><p>Chen blickte in seine Schale hinab, aber die dampfende Fl�ssigkeit enth�llte ihm keine Antworten. �Die Art, wie du sie get�tet hast. Das war kein Kampf. Das war nicht ��</p><p>�Fair?� Der Mann seufzte. �Ich habe die Situation abgesch�tzt. Sie waren zu viert, und sie waren besser f�r den Kampf ger�stet als wir. Ich musste m�glichst schnell m�glichst viele von ihnen t�ten oder kampfunf�hig machen. Ich musste sicherstellen, dass sie uns nicht angreifen k�nnen, zumindest nicht effektiv.�</p><p>Tyrathan sah Chen an, einen leicht gequ�lten Ausdruck auf dem Gesicht. �Stell dir vor, die beiden w�ren nicht an den Boden genagelt gewesen, als du durch die T�r gest�rmt bist. Oder der Troll in der Ecke. Sie h�tten dich niedergemetzelt und dann mich get�tet.�</p><p>�Du h�ttest sie durch den Boden erschie�en k�nnen.�</p><p>�Das ging nur, weil ich unter ihm war und sein Zauber so ein liebliches Licht verstr�mt hat.� Tyrathan seufzte. �Was ich tat, war grausam, ja, und ich k�nnte sagen, dass der Krieg immer grausam ist, aber das w�re respektlos dir gegen�ber. Es ist � Mir fehlen die Worte, um es zu beschreiben ��</p><p>Chen schenkte ihm ein wenig Tee ein. �Dann such die Worte! Du bist ein guter F�hrtenleser.�</p><p>�Nein, mein Freund. Ich bin nicht gut darin, F�hrten zu lesen. Ich bin gut darin, zu t�ten.� Der Mensch trank und schloss die Augen. �Ich bin gut darin, aus der Entfernung zu t�ten, damit ich die Gesichter meiner Opfer nicht sehen muss. Ich will sie nicht sehen. Ich will nicht, dass meine Feinde mir nahe kommen, ich will sie auf Distanz halten. Ich halte �berhaupt jeden auf Distanz. Es tut mir leid, falls das, was du gesehen hast, dich schockiert hat.�</p><p>Der Schmerz in der Stimme des Mannes quetschte Chens Herz zusammen. �Es gibt noch mehr, worin du gut bist.�</p><p>�Nein, nicht wirklich.�</p><p>�Was ist mit Jihui?�</p><p>�Ein Spiel f�r einen J�ger � zumindest so, wie ich es spiele.� Tyrathan lachte halbherzig, dann l�chelte er. �Darum beneide ich dich, Chen. Du kannst Leute zum L�cheln bringen. Du gibst ihnen ein gutes Gef�hl. Wenn ich losziehen und gen�gend Tiere f�r ein Bankett erlegen und dann daraus das beste Festmahl zubereiten w�rde, das je ein Mensch gegessen hat, dann w�rde man sich meiner erinnern. Aber du m�sstest nur auftauchen und eine deiner Geschichten erz�hlen, und niemand w�rde dich je wieder vergessen. Du ber�hrst die Herzen der Leute. Ich durchbohre ihre Herzen h�chstens mit der Spitze eines Pfeils.�</p><p>�Vielleicht trifft das auf die Person zu, die du einmal warst, aber du musst nicht mehr so sein.�</p><p>Der Mann z�gerte einen Moment und nahm einen weiteren Schluck Tee. �Du hast recht, aber ich f�rchte, dass ich wieder zu genau derselben Person werde. Siehst du, ich bin gut im T�ten, sehr gut sogar. Und ich habe Angst, dass ich zu gro�en Gefallen daran finde. Dich hat die Sache in dem Bauernhaus vielleicht schockiert, aber mich noch viel mehr.�</p><p>Chen nickte wortlos, denn es gab nichts, was er h�tte sagen k�nnen, um das Herz dieses Menschen zu ber�hren. Ihm wurde klar, dass dies in den Augen der meisten Pandaren das Ende von Huojin war. Sich seiner Impulsivit�t hinzugeben, hie�, sich kaum noch um jemanden oder etwas anderes zu scheren. Ein gesichtsloser Feind in der Distanz lie� sich leichter t�ten als jemand, der nur eine Schwertl�nge entfernt stand. In seiner extremsten Form war Huojin ein Vorbote des B�sen, denn dann machte es alles Leben wertlos.</p><p>Im logischen Umkehrschluss konnte Tushui dazu f�hren, dass man so lange �ber alles nachdachte, bis man zu keiner Handlung mehr f�hig war. Doch das w�re wohl kaum die Antithese des B�sen. Genau darum betonten die M�nche auch die Bedeutung des Gleichgewichts. Er blickte Tyrathan an. <emphasis>Ein Gleichgewicht, das sich meinem Freund entzieht.</emphasis></p><empty-line/><p>Die Frage der Balance besch�ftigte Chen den Rest ihres R�ckweges zum Kloster. Er suchte den Angelpunkt seines eigenen Gleichgewichts, und alles schien auf die Frage hinauszulaufen, ob er eine Familie gr�nden oder weiter die Welt erforschen sollte. Doch mit Yalia an seiner Seite konnte er sich vorstellen, beides zu haben und sich die besten Aspekte des Lebens herauszupicken.</p><p>W�hrend sie weiter durchs Land reisten, stellte Tyrathan anhand des Protokollbuchs einige Berechnungen an. �Es ist nur eine grobe Sch�tzung, aber ich glaube, sie ziehen ins Herz von Pandaria.�</p><p>�Das Tal der Ewigen Bl�ten.� Chen blickte nach S�den. �Ein wundersch�ner und uralter Ort.�</p><p>�Du warst schon dort?�</p><p>�Ich habe meinen Dienst am Schlangenr�cken im Westen geleistet, daher wei� ich von seiner Pracht. Aber ich habe das Tal noch nie betreten.�</p><p>Tyrathan l�chelte kurz. �Wahrscheinlich wird sich das schon sehr bald �ndern. Dort werden wir die Zandalari finden, und ich habe das Gef�hl, dass keiner von uns dieses Wiedersehen genie�en wird.�</p></section><section><title><p>19</p></title><p>�Untertreibungen werden in Zeiten des Krieges �berbewertet, Meister Taran Zhu.� Vol�jin nickte Chen und Tyrathan zu. �Ich freue mich, dass ihr zur�ck seid.�</p><p>Der Mensch erwiderte die Geste. �Und wir sind froh, dass wir es zur�ck wieder bis hierher geschafft haben. Deine Stimme hat sich erholt. Sch�n.�</p><p>�Ja, das ist sehr sch�n, Vol�jin.� Der Braumeister l�chelte. �Ich kann etwas Tee machen, der dir vielleicht noch mehr hilft.�</p><p>Der Troll sch�ttelte den Kopf. Ihm fiel eine gewisse Distanziertheit zwischen Chen und dem Menschen auf, aber jetzt war nicht die Zeit, sich damit zu befassen. �Besser wird es nicht. Zumindest nicht im Moment. Bei allem geb�hrend�n Respekt, Meister Taran Zhu, wir m�ssen mehr �ber dies�n Ort wissen.�</p><p>�Urteilt nicht zu streng �ber die Pandaren, Vol�jin. Die Art, wie wir die Dinge handhaben, wird Euch gewiss fehlerhaft vorkommen. Einen Fehler habt Ihr bereits gefunden: Dass wir kein richtiges Milit�r haben, empfindet Ihr als Fehler, und das, obwohl es hier seit Jahrtausenden keine erfolgreiche Invasion mehr gegeben hat. Wom�glich wird die Zukunft Euch in diesem Punkt recht geben.� Der Anf�hrer der Shado-Pan faltete die Pfoten hinter dem R�cken. �Nach dem, was Chen mir �ber die Welt jenseits der Nebel erz�hlt hat, saht auch Ihr Euch Katastrophen gegen�ber, die niemand vorhersagen konnte. Ihr k�nnt also argumentieren, dass unsere Logik in dieser Hinsicht mangelhaft sei, aber sie hatte �ber Jahrtausende Bestand. Sie war eine Tatsache, so unumst��lich wie der Sonnenaufgang am Morgen und der Sonnenuntergang am Abend.�</p><p>�Eure Worte sind nicht sonderlich informativ.�</p><p>�Aber sie weisen Euch auf Eure Vorurteile hin, welche Euer Urteil vernebeln k�nnten, wenn Ihr seht, was ich Euch zu zeigen habe.� Taran Zhu nickte in Richtung der Karte. �Es wird nur selten erw�hnt, aber das Tal ist uns nicht fremd. Es ist sogar bewohnt, und die Fl�chtlinge fr�herer Angriffe haben dort Schutz gefunden. Doch strategische Informationen und Details von der Art, wie Ihr sie w�nscht, k�nnen wir nicht anbieten.�</p><p>�F�r mich sieht es so aus, als h�ttet Ihr gehofft, Ihr k�nntet Pandaria vor dem bewahren, was dort lauert, indem Ihr das Tal totschweigt.� Tyrathan betrachtete die Karte. �Aber ein Problem zu verbergen, l�st es nicht.�</p><p>�Es behindert aber jene, die danach streben, dieses Problem zu entfesseln.� Der alte Pandaren atmete tief ein und dann langsam wieder aus. �Was ich Euch nun zeige, wurde von einem Shado-Pan-Meister zum n�chsten weitergereicht, und das seit der Zeit, bevor es die Shado-Pan �berhaupt gab. Ich kann Euch nur zeigen, was man auch mir gezeigt hat, und ich wei� nicht, ob die �ngste und die Priorit�ten meiner Vorg�nger die Tatsachen verzerrt haben. Ebenso wenig kann ich Euch sagen, was im Lauf der Zeit vergessen oder ausgeschm�ckt wurde. Aber was ich nun mit Euch teile, habe ich noch keinem anderen M�nch gezeigt.�</p><p>Seine Pfoten tauchten auf H�fth�he wieder hinter seinem R�cken auf, dann breitete er sie aus. Dunkle Kugeln aus Energie knisterten in seinen Handfl�chen. Er hielt sie mit ausgestreckten Armen, die eine nach oben gereckt, die andere nach unten. Ein Fenster, durch das goldenes Licht strahlte, erschien im leeren Raum zwischen ihnen, und dann begannen sich Bilder innerhalb dieses Fensters zu bewegen.</p><p>�Dieses Gebiet liegt im Herzen der Tu-Shen-Begr�bnisst�tte verborgen. Der Donnerk�nig � der erste Tyrann unter den Mogu und derjenige, mit dem Eure Zandalari am Anbeginn der Zeit ein Abkommen trafen � hatte unter sich einen Zirkel getreuer Gefolgsleute. Diese Kriegsf�rsten wurden niedergemetzelt, als ihr Herr im Sterben lag. Vielleicht sollte dadurch verhindert werden, dass sie Anspruch auf seinen Thron erheben und das Reich in einen B�rgerkrieg sto�en. Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen, ist Folgendes: Die Mogu glauben, dass der Tod nicht immer endg�ltig ist und dass die Toten, oder Teile von ihnen, sp�ter wieder zum Leben erweckt werden k�nnen. Ich sch�tze, das ist der Grund f�r die Invasion in diesem Tal.�</p><p>Vol�jin sah genau hin. Zum ersten Mal erhaschte er einen Blick auf einen Mogu � anstatt sie nur zu f�hlen, so wie damals in der H�hle. Sein Mund wurde trocken, sein Hals begann zu schmerzen. Diese Krieger waren noch gr��er als die Zandalari, mit gewaltigen Muskeln und grausamen Gesichtern. Man h�tte meinen k�nnen, dass sie aus einem Basaltdolmen geschnitzt waren. Der Troll erinnerte sich an Taran Zhus Warnung, dass die Erinnerungen sie vielleicht Furcht einfl��ender machten, als sie in Wirklichkeit waren. Doch selbst wenn sie nur halb so gro� und stark w�ren, w�rden sie noch immer einen furchterregenden Feind abgeben.</p><p>In der Vision marschierten sie durch Pandaria und setzten Schwert und Feuer ein, um ihre Herrschaft �ber das unterworfene Volk auszuweiten. Die Pandaren waren auf die Stufe eines Sklavenvolks herabgesetzt, und einige wenige, die genug Gl�ck hatten, durften zur Unterhaltung der Mogu vor ihren Herren herumalbern. Sie lebten in Pal�sten aus Stein und f�hrten eine vergleichsweise luxuri�se Existenz, doch damit war es schnell vorbei, wenn sich jemand durch einen ihrer Scherze beleidigt f�hlte. Dann konnte nur das Bersten einer Wirbels�ule oder das Abhacken eines Kopfes die Mogu wieder zum Lachen bringen.</p><p>Einen Moment lang verschob sich die Vision, und Vol�jins Magen verknotete sich. Er war wieder in der H�hle, wo er gestorben war, doch jetzt war sie mehr als nur ein nasser, modriger Ort voller Fledermausguano. Jetzt wirkten dort Mogu-Zauberer ihre Magie. Gelege von Eidechseneiern � vielleicht Krokolisken; Vol�jin konnte es nicht erkennen, aber es spielte auch kaum eine Rolle � lagen in Gruppen angeordnet im Sand vergraben, durch Magie auf eine ganz bestimmte Temperatur erw�rmt. Als die Kreaturen schl�pften, brachte man sie in einen Teil der H�hle, die, wie der Troll nun sah, eine Art Zuchtstation war.</p><p>Dort, in dem Gew�lbe, wo er gestorben war, beschworen die Mogu die Magie, die er gesp�rt hatte: Titanenmagie. Die Magie, die die Welt geformt hatte. Sterbliche spielten an diesem Ort mit dem Stoff der G�ttlichkeit, um simple Tiere in die Saurok zu verwandeln. Die Echsenmenschen setzten sie anschlie�end als Truppenersatz ein, der ihr Imperium sch�tzte, damit die Mogu selbst die Fr�chte ihrer Eroberungen genie�en konnten.</p><p>Der Prozess war grausig anzuschauen, dennoch konnte Vol�jin die Augen nicht abwenden. Knochen barsten und streckten sich, Gelenke knickten um, Muskeln zerrissen. Als sie wieder zusammenwuchsen, ver�nderte sich die K�rperhaltung, und sie wurden noch kr�ftiger. Die Saurok stellten sich auf die Hinterbeine, w�hrend ihnen Finger wuchsen und Daumen sich verschoben. Binnen Minuten verwandelten sie sich von Eidechsen in schuppengepanzerte Krieger � doch das belegte weniger die F�higkeiten der Mogu als vielmehr die schiere Macht der Magie, mit der sie spielten.</p><p>Der Troll erschauderte. <emphasis>Hat die Titanenmagie, die dies�n Ort verseuchte, mich vielleicht vor dem Tod bewahrt?</emphasis> Im ersten Moment, als ihm dieser Gedanke kam, wollte er lachen. Es w�rde Garrosh �hnlich sehen, seinen Mord an dem einzigen Ort zu planen, an dem er nicht sterben konnte.</p><p>Doch das Lachen blieb ihm im Halse stecken, als die Szenerie sich erneut verschob, hin zu einem Bild von Feuer und Blut, ungleich grimmiger als die vorherigen Bilder der Eroberung. Der Himmel war d�ster, rote Blitze krochen dar�ber wie Lava, bevor sie auf die Landschaft herabzuckten. Magie verzerrte die Realit�t, w�hrend die Pandaren ihre Mogu-Herren st�rzten. M�nche f�hrten den Kampf um die Freiheit an, und ihr Mut brachte ihnen den Sieg ein.</p><p>Nach dem Fall des Mogu-Reiches, als der Himmel heller wurde und das Blut aus den Fl�ssen und Str�men fortgesp�lt war, trugen die Pandaren ihre get�teten Feinde zur Tu-Shen-Begr�bnisst�tte und bestatteten sie dort. Der Respekt, den sie den Kriegsf�rsten der Mogu erwiesen, �berraschte Vol�jin. H�tte er Tyrathan auf dem Schlachtfeld niedergestreckt, h�tte er den Kopf des Menschen auf eine Stange gerammt und sie an einer Kreuzung aufgestellt, damit jeder Reisende von seinem Sieg erfuhr.</p><p><emphasis>Das hat mit ihrem Sinn f�r Balance zu tun. Die Furcht und der Hass soll�n durch Respekt ausgeglichen werd�n</emphasis>. Er sah zu, wie die Gr�fte versiegelt und alle Hinweise auf diesen Ort verborgen wurden, wie die Nebel sich erhoben, um Pandaria einzuh�llen. <emphasis>Das ist dann wohl ebenfalls ein Gleichgewicht. Der Frieden der Unsichtbarkeit, gut getarnt, als Ausgleich f�r die Schreck�n des Krieges. Ihre G�te geh�rt zu ihrem Heilungsprozess, und dass sie sich zur�ckgezog�n haben, war reine Notwendigkeit.</emphasis></p><p>Als die Vision verblasste, begegnete der Troll Taran Zhus Blick. �Jetzt verstehe ich, Meister Taran Zhu. Ich verurteile Euch nicht.�</p><p>�Aber Ihr w�nscht Euch, einige Dinge w�ren anders.�</p><p>�Mehr Dinge, als ich z�hl�n kann. Aber mit W�nsch�n gewinnt man keine Schlacht.� Vol�jin dr�ckte den Finger auf die Tu-Shen-Region der Karte. �Ihr sagt, dort leben Leute. Was k�nnt�n sie uns �ber diesen Ort sagen?�</p><p>�Nur sehr wenig. Die meisten von ihnen sind zufrieden mit ihrem Leben dort. Sie erforschen weder ihre Umgebung noch sprechen sie mit Fremden. Es reicht ihnen v�llig, in ihrem kleinen Paradies verborgen zu sein.� Der alte Pandaren l�chelte. �Und die wenigen, die eine abenteuerlustigere Natur hatten, wurden ermuntert, der Schildkr�te nachzujagen.�</p><p>Chen hob den Kopf. �Damit wir nicht die Gr�fte der Mogu-Kriegsf�rsten und ihres Kaisers st�ren.�</p><p>�So ist es, Meister Sturmbr�u. Einige Mogu haben zwar �berlebt, aber sie stellten nie eine Bedrohung dar. Das wenige, was wir �ber die Zandalari wussten, erfuhren wir durch sie. Doch sie spielten die M�chte der Trolle herunter. Wir errichteten die Begr�bnisst�tte in dem Glauben, dass niemand die F�higkeit oder den Drang h�tte, die Mogu wiederzubeleben. Allerdings scheint es, als w�rden Eure Zandalari Schritte unternehmen, um eben das zu tun. Sie haben den Donnerk�nig aus seiner Gruft geholt, und ��</p><p>Der Mensch verschr�nkte die Arme vor der Brust. �� jetzt sind sie zur�ck, um seine Kriegsf�rsten zu befreien?�</p><p>�Sie w�rden seinen Willen und seine Macht um ein Vielfaches verst�rken.�</p><p><emphasis>Der Donnerk�nig sieht in ihnen wohl das, was auch Garrosh in den Anf�hrern der anderen Hordegrupp�n sieht.</emphasis> Vol�jin nickte. �Dann k�nnen wir logischerweise von zwei Ding�n ausgehen. Erstens: Das Ziel des Donnerk�nigs wird es sein, seine Herrschaft wiederherzustell�n.�</p><p>Chen sch�ttelte den Kopf. �Das w�re schlecht f�r Pandaria.�</p><p>�Ja. Die Leute hier haben ihn vielleicht vergessen, seit er in sein Grab gelegt wurde, aber ich bezweifle, dass die Zeit in der Gruft sein Ged�chtnis getr�bt hat.� Tyrathan seufzte. �Und zweitens: Wir m�ssen die Invasionstruppen der Zandalari aufhalten, bevor sie die Begr�bnisst�tte erreichen.�</p><p>Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Nein. Wir m�ss�n nur verhindern, dass sie die Kriegsf�rsten wiederbeleben. Vermutlich gibt es nur ein paar unter ihnen, die stark genug f�r diese Beschw�rung sind.�</p><p>Der Mensch nickte abgehackt. �Ich verstehe. Wir t�ten sie ��</p><p>�Einen Teil von ihnen auszuschalt�n sollte gen�gen, denke ich.� Der Schattenj�ger blickte Taran Zhu an. �Und Eure oberste Priorit�t wird es sein, Pandaria gegen die Mogu zu verteidig�n. Wie viele M�nche habt Ihr f�r diese Aufgabe?�</p><p>�Einhundert, und knapp die H�lfte von ihnen habe ich bereits in die Provinzen geschickt, um Vorbereitungen zu treffen, Versorgungslinien aufzubauen, die Leute zu trainieren. Doch das ist nicht die Art von M�nchen, die Ihr meint.� Der M�nch reckte das Kinn hoch. �Von dieser Sorte, der t�dlichen Sorte, habe ich � Euch drei und mich selbst eingeschlossen � f�nfzig.�</p><p>�Ein halbes Hundert, um eine Zandalari-Invasion zu stopp�n und einen jahrtausendealten Mogu-Tyrannen zur�ck ins Grab zu schick�n.� Vol�jin nickte langsam. �Ich brauche sieben, um die Begr�bnisst�tte zu sichern. Und jetzt lasst uns dar�ber reden, wir Ihr die anderen einsetzt, w�hrend wir fort sind.�</p><empty-line/><p>�Ich bin nicht erfreut, Hauptmann Nir�zan.� Die Tatsache, dass der Troll auf dem Bauch vor ihr lag, hatte nicht die bes�nftigende Wirkung, die sie normalerweise bei diesem Anblick versp�rte. �Ich glaube, du erwartest ein Lob, weil du herausgefund�n hast, dass der Mensch, der einen unserer Sp�htrupps ausgeschaltet hat, derselbe war, der hier in Zouchin gek�mpft hat. Aber wie du vielleicht versteh�n kannst, h�tte ich lieber geh�rt, dass er tot ist, nicht, dass er seinen Kampf fortf�hrt.�</p><p>�Ja, Mylady.�</p><p>�Und dass wir das Buch des Schamanen verloren haben, vergr��ert mein Missfallen noch. Der Mensch und der Pandaren h�tten gefangen genommen werden sollen. Ich sollte das Protokollbuch jetzt in meinen H�nden halten.� H�tte der Troll versucht, gegen die Unm�glichkeit dieser Worte zu protestieren, h�tte sie ihn auf der Stelle selbst get�tet, als Exempel f�r die anderen Offiziere, die sie beobachteten. Dennoch wusste Khal�ak nat�rlich, wie unsinnig es gewesen w�re, anzunehmen, dass Nir�zan die beiden M�rder einholen k�nnte; er war schlie�lich erst losgeschickt worden, nachdem die letzte Meldung des Sp�htrupps ausgeblieben war.</p><p>Sie stupste ihn mit dem Zeh an der Schulter an, und er erhob sich in eine kniende Haltung. �Aber es spricht f�r dich, dass du selbst gekommen bist, um Meldung zu mach�n. Und ebenso, dass du deine Einheit im Osten auf Position zur�ckgelassen hast. Au�erdem hast du im Fischerdorf eine Skizze von den Fu�abdr�cken des Mensch�n angefertigt, weswegen du seine Spur wiedererkennen konntest. Du bist intelligenter, als ich sonst unter diesen Umst�nden glauben w�rde.�</p><p>Hauptmann Nir�zan hielt den Blick auf den Boden gerichtet. �Ihr seid zu g�tig, Mylady. Ich hatte Gl�ck, dass die Fu�spur�n nicht von dem Sturm fortgesp�lt wurd�n, der das Feuer in dem Bauernhaus l�schte.�</p><p>Einen Moment lang presste sie die H�nde vor den Lippen zusammen, dann senkte sie sie wieder und nickte. �Ihr werdet alle mit euren Kompanien entlang unserer geplant�n Route Stellung beziehen. Geht davon aus, dass der Feind von unserem Kommen wei�. Stellt Posten an allen Kreuzungen auf und auch an allen Punkten, wo man eine gr��ere Feindmacht zur�ckhalt�n kann. Falls ihr oder irgendeiner eurer Soldaten auf die Idee kommt, sich zur�ckzuziehen � Nun, das w�re ein gro�er Fehler. Glaubt mir, ihr wollt lieber einen schnell�n Tod durch die Hand des Gegners sterben, als langsam an meinen liebevollen Streicheleinheiten zu verenden.</p><p>Wann immer m�glich, werdet ihr Gefangene nehmen, und ihr werdet alles, was sie wiss�n, aus ihnen herausquetschen. Falls sie politischen Einfluss haben oder ein hohes Amt bekleiden, lasst sie zu mir bring�n. Ihre Familien werden gek�pft, ihre Leichen verbrannt und ihre Sch�del an den Kreuzung�n aufgestellt. Dass unsere Sp�her tot sind, ist teilweise Schuld der Pandaren, also sollen f�r jeden unserer Toten zehn dieser viehischen Kreaturen sterb�n. Aber einen Gefangenen � jemand, der zu jung oder zu alt ist, um k�mpfen zu k�nnen � werdet ihr freilassen, damit die Geschichte sich verbreitet.�</p><p>Sie beugte sich vor und hob das Kinn ihres Hauptmanns mit dem gekr�mmten Finger an. �Und dir, Nir�zan, wird eine besondere Ehre zuteil. Du hast herausgefund�n, welche Rolle der Mensch bei alldem spielte. Du und deine Kompanie, ihr werdet also die Spitze �bernehmen und am weitesten vorsto�en. Ihr werdet herausfinden, wo die Allianz ihre Trupp�n hat. Dann werdet ihr ein paar Gefangene nehmen, aber lasst euch nicht entdecken! Schnappt euch vorzugsweise Mensch�n, von mir aus auch Worgen. Elfen, wenn ihr nichts anderes findet, oder ein paar Zwerge und Gnome. Ich will das Zw�lffache vom Gewicht unserer Toten in Allianzfleisch. Von ihnen werdet ihr niemanden freilass�n. Die Allianz wird fr�h genug herausfinden, warum ihre Leute verschwunden sind.�</p><p>�Ja, Mylady.�</p><p>�Bringt die Gefangenen zur Gruft der Kriegsf�rsten. Mir wird schon eine Verwendung f�r sie einfall�n.� Khal�ak richtete sich auf. �Geht jetzt, ihr alle. Meldet euch wieder, wenn ihr Erfolge vorzuweisen habt.�</p><p>Sand wirbelte auf, als ein Dutzend Trollhauptm�nner zu ihren Einheiten rannten. Sie w�rden nicht versagen, denn bei den Aufgaben, die sie ihnen gegeben hatte, konnte man nicht versagen. Sie w�rden erfolgreich sein, und das w�rde ihnen Zuversicht schenken, und die wiederum w�rden sie sp�ter brauchen, wenn Khal�ak das Unm�gliche von ihnen verlangte.</p><p>Sie wandte sich um, denn sie hatte den Schatten des Mogu bereits gesp�rt, bevor er den Sand um sie verdunkelte. �Es ist ein guter Morgen, verehrter Chae-nan.�</p><p>�Du w�rdigst deine Toten nicht genug. Ich w�rde f�r jeden eurer Gefallenen hundert Pandaren abschlachten lassen.�</p><p>�Ich hatte dar�ber nachgedacht, aber wir haben zu wenige Kreuzungen f�r so viele Sch�del gefunden. Und wir haben auch nicht gen�gend Stang�n.� Sie zuckte unbeschwert mit den Schultern. �Davon abgesehen k�nnen wir sp�ter noch mehr umbringen. Falls das deinen Meister erfreut, will ich es gerne tun.�</p><p>�Ich bezweifle, dass er Gefallen an Pandaren findet, aber vielleicht an Menschen.� Der Mogu l�chelte auf eine Weise, die klarmachte, warum Henker so oft Kapuzen tragen. �Der Mann, den du suchst, und sein Pandaren und dann noch dieser Troll aus dem Dorf � sie w�rden meinen Meister gewiss zufriedenstellen.�</p><p>�Dann werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, um sie ihm zu bring�n.� Sie verbeugte sich vor ihm. �Ich werde sie ihm pers�nlich vorf�hren, damit der Donnerk�nig ihnen die Seelen aussaug�n und sich an ihren Qualen laben kann.�</p></section><section><title><p>20</p></title><p>Vol�jin fand sich in einem Traum oder einer Vision gefangen; er war nicht sicher, was von beidem es war. W�re es ein Traum, k�nnte er ihn damit abtun, dass sein Geist nur das Gesehene und Geh�rte verarbeitete. Doch falls es eine Vision war � und in diesem Fall w�re es eine, die die Seident�nzerin ihm geschickt hatte �, dann h�tte sie mehr Gewicht. Das bedeutete, dass er es ergr�nden musste.</p><p>Sein Gesicht war hinter einer Rush�kah-Maske verborgen, und er war froh darum. So w�rde er zumindest nicht sehen, ob er wirklich in einem Zandalari-K�rper steckte, wenn er zuf�llig irgendwo seine Reflexion sah. Es war in jedem Fall anders, als Tyrathans Haut zu tragen. Er f�hlte sich wie ein Troll, sogar mehr noch als in seinem eigenen K�rper, und als er sich umblickte, wurde ihm klar, dass er sich in einer Zeit befand, als es keine anderen Trolle au�er den Zandalari gegeben hatte.</p><p>Er war weiter in der Zeit zur�ckgereist als jemals zuvor.</p><p>Vol�jin erkannte Pandaria wieder, aber er wusste, sollte er diesen Namen jetzt aussprechen, w�rde sein Gastgeber nicht wissen, was er meinte. Pandaria war der triviale Titel dieses Ortes. Sein echter Name wurde so streng von den Mogu geh�tet, dass niemand ihn preisgeben w�rde, nicht einmal ihm gegen�ber, obwohl er der Ehrengast war.</p><p>Pandaren, von denen aber keiner so rundlich wie Chen war, eilten hin und her, holten und brachten Dinge. Vol�jins Gastgeber, ein Mogu-Geistfetzer von ebenb�rtigem sozialem Stand, hatte vorgeschlagen, dass sie auf einen Berg klettern k�nnten, um einen besseren Blick auf das Land zu haben, und nun machten sie nahe dem Gipfel Rast, um ihr Mittagsmahl einzunehmen.</p><p>Obwohl Vol�jins K�rper Tausende Jahre in der Zukunft blieb, erkannte er ihren Rastplatz als den Ort wieder, wo dereinst das Kloster stehen w�rde. Und genau an der Stelle, wo er sa� und unter seiner Maske an einem s��en Reiskuchen knabberte, lag er in der Gegenwart und schlief. Fast wollte er sich fragen, ob man ihm irgendwie Zugriff auf die Erinnerungen eines fr�heren Lebens gew�hrt hatte.</p><p>Die Vorstellung war aufregend, zugleich aber auch emp�rend.</p><p>Die Aufregung errang die Oberhand, doch er unterdr�ckte sie, denn so etwas entsprach nicht der Troll-Kultur, in der er aufgewachsen war. Die Zandalari blickten auf die anderen Trolle herab, und obwohl Trollst�mme wie die Dunkelspeere Witze dar�ber machten, wie tief die Zandalari gefallen waren, galt: Nicht von den Zandalari respektiert zu werden, das war, als w�rde einem Kind die Liebe seiner Eltern vorenthalten. Es lie� eine Leere zur�ck, und ganz gleich, wie unw�rdig die Eltern waren, man st�rzte sich begierig auf jeden erreichbaren Rest an G�te, um diese Leere zu f�llen. Als er nun also feststellte, dass er einmal ein Zandalari gewesen war, und sich zumindest einigerma�en wohl im K�rper eines solchen Ur-Trolls f�hlte, da befriedigte das ein Verlangen, welches Vol�jin am liebsten leugnen wollte.</p><p><emphasis>Aber dass ich seine Existenz anerkenne, hei�t nicht, dass ich sein Sklave bin</emphasis>. Der Aspekt, der ihn so anwiderte, machte es leichter, sich von diesem Verlangen abzuwenden. Einer der Diener hatte es vers�umt, die Tasse seines Gastgebers schnell genug wieder aufzuf�llen, und nun deutete der Mogu auf den Pandaren. Ein blauschwarzer Blitz traf dessen geb�ckten Leib, und er stolperte, sodass Wein aus der goldenen Karaffe in seiner Hand schwappte. Daraufhin entfesselte der Mogu einen weiteren Blitz und dann noch einen, anschlie�end wandte er sich um.</p><p>�Ich bin ein schlechter Gastgeber. Ich enthalte dir dieses Vergn�gen vor.�</p><p>Vol�jins Herz machte einen Satz bei dieser Einladung, den Pandaren zu foltern. Es ging nicht darum, zu beweisen, dass er einem gebrochenen Diener �berlegen war. Nein, er wollte beweisen, dass er seinem Gastgeber ebenb�rtig war und ebenso viel Schmerz verursachen konnte wie er. Sie waren wie Bogensch�tzen der Arkanen, die auf ein Ziel schossen, und jeder versuchte, der Mitte n�her zu kommen als der andere. Was z�hlte, war nur der Wettstreit, nicht das Ziel.</p><p><emphasis>Und um dieses Ziel wird ohnehin niemand trauern.</emphasis></p><p>Gl�cklicherweise verschob sich das Geschehen, bevor Vol�jin herausfand, ob er Gefallen an diesem Sport finden w�rde oder nicht. Nun standen er und sein Gast auf der Spitze einer Pyramide, mitten in den Dschungeln, die dereinst als Schlingendorntal bekannt sein w�rden. Die Stadt, die sich vor ihnen ausbreitete, hatte eine weite Ebene unter Stein begraben, und ein Gro�teil dieser Baumaterialien war von weit her herangeschafft worden, aus allen Teilen der Welt, die die Trolle beherrschten. Diese Stadt war so alt, dass in Vol�jins Zeit keinerlei Spuren davon �brig waren, au�er ein paar Steinbl�cken, die erst f�r die eine Stadt, dann f�r die n�chste herangezogen worden waren, bevor man sie klein geschlagen hatte, um L�cken in ranken�bers�ten Mauern zu f�llen.</p><p>Vol�jin bemerkte einen Anflug von Geringsch�tzung bei seinem Gastgeber. Die Pyramide war als Aussichtspunkt nicht so beeindruckend wie die Bergspitze � nicht, dass sie je den Gipfel erreicht h�tten �, aber Trolle brauchten keine Berge, um ihr Reich �berblicken zu k�nnen. Wenn man mit den Loa kommunizieren konnte und mit ihren Visionen gesegnet war, dann verschwand der Drang nach physischer � sterblicher � Prahlerei. Auch hielten die Trolle sich keine Sklavenv�lker, die sie als pers�nliche Bedienstete benutzten, denn welche Spezies war schon w�rdig genug, um einen Troll ber�hren zu d�rfen? Ihre Gesellschaft war nach Kasten eingeteilt, und jede Kaste hatte ihre eigene Rolle und Aufgabe. Alles unter diesen Himmeln war geordnet.</p><p>Sie waren so, wie sie sein sollten, und die Loa bedauerten die Mogu, weil sie nicht verstanden, warum dies der richtige Weg, der Weg der Realit�t war.</p><p>Vol�jin versuchte, etwas von der Titanenmagie in seinem Gast aufzusp�ren, aber es gelang ihm nicht. Vielleicht hatten die Mogu diese Magie noch nicht entdeckt. Vielleicht hatten sie sie erst sp�t im Lebenszyklus ihres Reiches benutzt, um die Saurok zu erschaffen. Vielleicht war der Donnerk�nig wahnsinnig genug gewesen, um ihren Einsatz zu befehlen, vielleicht hatte ihr Einsatz ihn aber auch erst in den Wahnsinn getrieben. Doch das war wohl kaum von Belang.</p><p>Was von Belang war, war die Kluft zwischen Zandalari und Mogu. Darin lag der fruchtbare Boden f�r den Niedergang der Mogu. Der Hauch von Geringsch�tzung, den Vol�jin sp�rte, w�rde zu einer h�flichen Gleichg�ltigkeit zwischen den beiden V�lkern heranwachsen. Sie w�rden darauf vertrauen, dass der andere sie nicht angriff, weil sie glaubten, ihren Partner in einem solchen Fall m�helos vernichten zu k�nnen. Sie standen also weiterhin R�cken an R�cken, aber sie achteten nicht l�nger aufeinander, und so sah keiner von ihnen, wie der andere ins Wanken geriet.</p><p>Es war bemerkenswert, dass beide Gesellschaften st�rzten. Die Sklaven, auf die die Mogu sich so viel einbildeten und von denen sie inzwischen abh�ngig waren, erhoben sich gegen ihre Herren und besiegten sie; die Kasten, welche die Zandalari an der Spitze der Pyramide versorgten, entwickelten sich zu eigenen V�lkern. Obwohl sie dadurch geschw�cht wurden, lie�en die Zandalari diese Trolle bereitwillig ziehen � sie wandten sich von ihnen ab wie von unartigen Kindern, auf dass sie die Dummheit ihrer jugendlichen Rebellion erkannten und flehend zu ihnen zur�ckkehrten �</p><p>Flehend � um die Gunst der Zandalari.</p><p>Vol�jin erwachte mit einem Knurren in seiner Kammer, �berrascht, dass er keine Maske trug. Stattdessen hatte sich der Faden eines Spinnennetzes �ber seine Augen gelegt. Das Versprechen von Schnee erf�llte die Luft, als er sich aufsetzte und einen Moment lang die Knie an den K�rper zog. Anschlie�end schl�pfte er in seine Kleider und ging nach drau�en. Er umrundete den Hof, wo die M�nche trainierten � jeder in eine R�stung aus Seide oder Leder gekleidet �, und machte sich auf den Weg zum Berg.</p><p>W�hrend Zandalari und Mogu keinen Grund gesehen hatten, zum Gipfel hinaufzuklettern, verlangte Vol�jins Herz danach, dass er die h�chste H�he erklomm, um zu entdecken, was ihnen ihre Bequemlichkeit vorenthalten hatte. Sie hatten sich eingeredet, dass sie die Spitze des Berges nicht erreichen mussten, und nach der Denkweise der Pandaren hatten sie sich dadurch selbst vorgegaukelt, dass sie bereits ein Gleichgewicht in ihrem Leben erreicht h�tten.</p><p>Ihr Selbstbetrug war ihr Untergang gewesen.</p><p>Nach drei Vierteln des Weges stie� er auf Tyrathan. Der Mensch erwartete ihn bereits. �Du bist wirklich verdammt leise, selbst wenn du in Gedanken vertieft bist.�</p><p>�Aber du hast mich trotzdem n�her komm�n geh�rt.�</p><p>�Ich habe so viel Zeit auf dem Berg verbracht, dass ich an die Ger�usche hier gew�hnt bin. Ich habe dich nicht geh�rt � ich habe nur geh�rt, wie alles andere auf dich reagiert hat.� Er l�chelte. �Schlechte Nacht gehabt?�</p><p>�Erst am Ende.� Vol�jin streckte seinen R�cken. �Hattest du einen unruhig�n Schlaf?�</p><p>�Ich habe �berraschend gut geschlafen.� Tyrathan erhob sich von seinem Felsen und ging weiter den schmalen Pfad hinauf. ��berraschend vor allem deshalb, weil ich deinem Plan zugestimmt habe. Und der ist im Grunde eine Selbstmordmission.�</p><p>�Von denen solltest du doch schon einige hinter dir haben.�</p><p>�Dass du das sagen kannst und recht damit hast, wirft ernsthafte Zweifel an meiner geistigen Gesundheit auf.�</p><p>Der Troll ging neben ihm her, zufrieden, dass von Tyrathans Humpeln nichts mehr zu sehen war und er selbst auch nur noch das schwache Zwicken in der Seite sp�rte. �Es zeigt, dass du nicht so leicht totzukrieg�n bist.�</p><p>�Wohl kaum.� Der Mensch blickte aus zusammengekniffenen Augen �ber die Schulter. �Du hast gesehen, wie ich am Schlangenherz �berlebte. Ich bin davongerannt.�</p><p>�Wohl eher gekrochen.� Vol�jin hob die ge�ffneten H�nde. �Du hast getan, was du tun musstest, um zu �berleb�n.�</p><p>�Ich war ein Feigling.�</p><p>�W�re es Feigheit, nicht mit seinen M�nnern zu sterb�n, dann w�re jeder General ein Feigling.� Der Troll sch�ttelte den Kopf. �Davon abgeseh�n bist du nicht dieser Mann. Dieser Mann hatte keinen Bart, und er hat sein Haar gef�rbt. Au�erdem w�re er nie davongerannt, solange jene, die sich auf ihn verlie�en, noch am Leben war�n.�</p><p>�Aber genau das habe ich getan, Vol�jin.� Tyrathan lachte, sagte aber nicht, was er so komisch fand. �Was den Bart angeht oder den Umstand, dass ich mein Haar in seiner urspr�nglichen Farbe nachwachsen lasse � nach meiner Begegnung mit dem Tod will ich mich nicht l�nger verstellen. Ich verstehe mich jetzt viel besser. Wer ich bin und was ich bin. Und keine Angst, ich werde nicht noch einmal davonrennen.�</p><p>�W�re das meine Sorge, h�tte ich dir nicht erlaubt, mitzukomm�n.�</p><p>�Warum nimmst du auch Chen mit?�</p><p>Wut brodelte in Vol�jins Blut. �Weil er auch nicht wegrennen wird.�</p><p>�Das wei� ich, und das wollte ich damit auch gar nicht andeuten.� Der Mensch seufzte. �Gerade weil ich wei�, dass er nicht wegrennen wird, finde ich, dass er nicht mitkommen sollte. Von den M�nchen haben die wenigsten eine Familie au�erhalb des Klosters. Ich bin allein. Ich wei� nicht, wie es bei dir aussieht ��</p><p>Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Sie wird es verstehen.�</p><p>�Chen hat eine Nichte, und er hat Yalia. Und, um ehrlich zu sein, er hat ein zu gro�es Herz. Er sollte nicht mit ansehen m�ssen, was wir dort tun werden.�</p><p>�Was ist auf eurer Reise passiert?�</p><p>W�hrend sie den Rest des Berges erklommen, beschrieb der Mann ihm in allen Einzelheiten, was genau sich zugetragen hatte. Vol�jin verstand Tyrathans Vorgehensweise genau. Er hatte den schweigsamen Troll zuerst get�tet, weil er seine R�stung nicht abgelegt hatte und somit in einem Kampf am schwersten zu t�ten gewesen w�re. Die beiden anderen Soldaten waren genau das: Soldaten, nichts weiter. Und die Unterhaltung hatte darauf schlie�en lassen, dass der Anf�hrer kein Krieger war.</p><p>Vol�jin h�tte an der Stelle des Menschen dieselbe Entscheidung getroffen und auch aus genau demselben Grund. Die Trolle bewegungsunf�hig zu machen, war das Wichtigste gewesen, so konnten sie nicht mehr k�mpfen, und die Schmerzen und der Schrecken hatten sie noch weiter gel�hmt.</p><p>Doch ebenso wie er Tyrathans Handeln und Motive verstand, verstand er auch Chens untypische Verschlossenheit. Viele Leute, die in den Krieg zogen, wollten nicht dar�ber nachdenken, was sie dort taten. In allen Kulturen war der Krieg durch heroische Geschichten �ber Mut im Angesicht gewaltiger Herausforderungen definiert. Tausend Lieder wurden �ber den Krieger gesungen, der tausend verhasste Feinde abgewehrt hatte, doch von den Gefallenen war keiner auch nur eine einzige Note wert.</p><p>Chen war einer von denen, die Schlachten auf diese Weise mythologisieren konnten, gerade weil er sie meist nur aus der Entfernung erlebte. Es war nicht so, als h�tte der Pandaren nie gek�mpft. Nein, er hatte sich oft ins Get�mmel gest�rzt, und er hatte sich hervorragend geschlagen. Doch jeder K�mpfer, der zu lange �ber die Gefahr nachdachte, in die er sich begab, musste zwangsl�ufig wahnsinnig werden, oder er warf sich seinem Feind ins Schwert, um diesen Wahnsinn zu beenden.</p><p>Bislang hatte Chen immer f�r seine Freunde gek�mpft und sie in Schlachten unterst�tzt. Doch jetzt k�mpfte er f�r den Ort, den er Zuhause nannte. Dort drau�en war er der einzige Pandaren, niemand sonst sah aus wie er. Oder wie seine Nichte. Oder seine Freundin.</p><p>Als sie den Gipfel erreichten, kniete Vol�jin sich hin. �Ich verstehe deine Frage weg�n Chen. Keiner von uns stellt seinen Mut infrage. Keiner von uns will ihn verletzen. Aber genau darum muss er mitkomm�n. Denn ob wir nun verlieren oder gewinn�n, es wird ihm mehr wehtun, nichts getan zu hab�n, als mit ansehen zu m�ssen, wie wir Tausende abschlacht�n und sie um ihr Leben winselnd lieg�n lassen. Er ist ein Pandaren. Pandaria ist seine Zukunft. Dies ist sein Kampf. Wir k�nnen ihm das nicht erspar�n, also nehmen wir ihn besser mit, damit er uns rett�n kann.�</p><p>Der Mensch dachte einen Moment dar�ber nach, dann nickte er. �Chen hat mir Geschichten �ber dich erz�hlt, von deiner Vergangenheit. Er sagte, du warst weise. Hast du dir w�hrend eurer Abenteuer je �berlegt, dass das Blatt sich wenden k�nnte und du f�r seine Heimat k�mpfen w�rdest, so wie er f�r deine gek�mpft hat?�</p><p>�Nein.� Der Troll lie� seinen Blick �ber Pandaria schweifen, �ber die Berge, die sich durch die Wolken bohrten, und die W�lder, die aus T�lern unter ihm hervorlugten. �Dieser Ort ist es wert, dass man ihn verteidigt. Dass man f�r ihn stirbt.�</p><p>�Also k�mpfen wir, um zu verhindern, dass andere hier tun, was sie bereits unserer Heimat angetan haben?�</p><p>�Ja.�</p><p>Tyrathan kratzte seinen Bart. �Wie konnte es nur dazu kommen, dass ein Anf�hrer der Horde und ein Soldat der Allianz gemeinsam f�r ein Volk k�mpfen, dem keiner von uns Rechenschaft schuldig ist?�</p><p>�Du sprichst �ber die Personen, die wir fr�her waren.� Vol�jin zog die Schultern hoch. �Mein K�rper hat das Attentat �berlebt, aber der Troll, der ich war, ist in der H�hle gestorb�n. Der Vol�jin, den sie umbringen wollten, ist wirklich tot.�</p><p>�Aber du wei�t ebenso wenig wie ich, wer du jetzt bist.�</p><p>�Ich bin jedenfalls keine Totensch�delkrabbe.� Vol�jin sah die Verst�ndnislosigkeit in Tyrathans Augen. �Ein Gleichnis, das Taran Zhu mir erz�hlt hat.�</p><p>�Mir hat er vom Raum der tausend T�ren erz�hlt. Durch manche k�nnte ich mich hindurchquetschen, aber nur durch eine w�rde ich bequem hindurchpassen, und die T�r, durch die ich den Raum betreten hatte, war verschwunden.�</p><p>�Hast du eine T�r gew�hlt?�</p><p>�Nein, aber ich glaube, ich stehe kurz vor einer Entscheidung. Die Auswahl wird immer kleiner.� Der Mann l�chelte. �Sobald ich hindurchgegangen bin, werde ich mich nat�rlich im n�chsten Raum der tausend T�ren wiederfinden.�</p><p>�Und ich werde aus jeder Schale herauswachs�n, die ich w�hle.� Vol�jin machte eine ausholende Handbewegung, die die ganze Weite Pandarias und seiner gr�nen Felder mit einschloss. �Du hast dir geschwor�n, noch einmal die T�ler deiner Heimat zu sehen, bevor du stirbst. Ist das hier ein w�rdiger Ersatz?�</p><p>�Ich werde l�gen und Nein sagen.� Der Mensch l�chelte. �Denn w�rde ich Ja sagen, w�rde mein Eid mir erlauben zu sterben.�</p><p>�Ich stehe zu meinem Wort: Ich werde den Kerl erledig�n, der dich erwischt.�</p><p>�Dann lass uns hoffen, dass dieser Moment weit in der Zukunft liegt, wenn ich schon zu alt bin, um mich an dein Versprechen zu erinnern, aber noch jung genug, um dankbar daf�r zu sein.�</p><p>Der Troll sah ihn einen Moment an, dann wandte er den Blick ab. �Warum hassen unsere V�lker sich so sehr, wenn wir beide doch vern�nftig miteinander umgehen k�nnen?�</p><p>�Weil es viel leichter ist, einen Unterschied zu finden, um seinen Hass zu begr�nden, als nach der Gemeinsamkeit zu suchen, die uns verbindet.� Tyrathan lachte kurz. �Wenn ich zur Allianz zur�ckkehre und ihnen erz�hle, was wir gemeinsam erlebt haben ��</p><p>�Wird man dich f�r einen Wahnsinnigen halt�n?�</p><p>�Wird man mich des Verrats bezichtigen und mich h�ngen.�</p><p>�Noch etwas, das wir gemein haben. Eine Exekution w�re zumindest sauberer als ein Attentat.�</p><p>�Und doch beruht alles auf den Unterschieden zwischen uns.� Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Du wei�t, selbst wenn die ganze Welt zusehen und begreifen w�rde, warum wir in dieser Schlacht k�mpfen, w�rde trotzdem niemand ein Lied dar�ber singen oder davon erz�hlen, was wir geleistet haben.�</p><p>Vol�jin nickte. �Aber k�mpfen wir, um in Liedern besung�n zu werden?�</p><p>�Nein. Sie w�rden nicht durch meine T�r passen.�</p><p>�Dann, mein Freund, sollen nur die Zandalari sing�n, und zwar Klagelieder.� Vol�jin erhob sich und blickte vom Berg hinab. �Tausend Generationen lang sollen sie angestimmt werden, damit wir sie in alle Ewigkeit h�ren k�nnen.�</p></section><section><title><p>21</p></title><p>Die Shado-Pan-M�nche bereiteten sich in bewundernswerter Konzentration auf den Krieg vor, auch wenn ihnen der grimmige Humor fehlte, den Vol�jin bei anderen V�lkern gesehen hatte, wenn sie dieselben Vorbereitungen trafen. Vier Pandaren, zwei von ihnen �berlebende der blauen Einheit, die beiden anderen von der roten, wurden per Los ausgew�hlt, Vol�jin, Tyrathan und Chen zu begleiten. Es war zwar angeblich eine zuf�llige Wahl, aber der Troll vermutete, dass die Auslosung nur dazu diente, jene M�nche, die der Mission nicht gewachsen waren, zu sch�tzen, ohne dass sie ihr Gesicht verloren.</p><p>Der Angriff auf das Tal der Ewigen Bl�ten w�rde kein leichtes Unterfangen sein. Der Ort war in Schatten geh�llt und umgeben von unpassierbaren Bergen, eine Festung, die seit Tausenden Jahren niemand erforscht hatte. Dass der Ort so schwer zug�nglich war, hatte nur ein Gutes, n�mlich dass die Zandalari mit ihrer gewaltigen Streitmacht noch viel gr��ere Probleme haben w�rden, dieses Ziel zu erreichen.</p><p><emphasis>Zumindest hoffe ich das.</emphasis></p><p>Jeder der sieben bereitete sich auf seine eigene Weise vor. Tyrathan durchforstete die Waffenkammer des Klosters nach den besten Pfeilen, dann nahm er sie auseinander und befiederte sie selbst neu. Die Sch�fte bemalte er grellrot und die Federn blau � zu Ehren der roten und blauen M�nche, wie er sagte. Als man ihn fragte, warum er die Pfeilspitzen mit Ru� schw�rze, erkl�rte er, das w�re zu Ehren der schwarzen Herzen der Zandalari.</p><p>Chen machte sich daran, die Versorgung der Expedition zu sichern. Die M�nche hatten keinerlei Erfahrung mit der Art von Krieg, wie er ihnen gegen die Zandalari bevorstand, und ihnen mochte das Treiben des Braumeisters vielleicht beinahe schon albern vorkommen, aber Vol�jin verstand die doppelte Absicht seines Freundes. Einerseits w�rden ordentliches Essen, Trinken und Verbandszeug von gro�er Bedeutung f�r den Erfolg ihrer Mission sein, andererseits war das Chens Art, sich um die anderen zu k�mmern. Ganz gleich, was der Krieg ihm gezeigt hatte oder wozu er ihn noch zwingen w�rde, Chen wollte seiner Natur treu bleiben, und Vol�jin war dankbar daf�r.</p><p>Taran Zhu n�herte sich der Mauer, an der der Troll sa� und mit einem Schleifstein �ber die gezackte Schneide an einer der beiden Klingen seiner Gleve strich. �Kein weiterer Zug k�nnte diese Klinge sch�rfer machen. Bereits jetzt kann sie die Nacht vom Tag trennen.�</p><p>Vol�jin hob die Waffe und sah zu, wie das goldene Sonnenlicht vom Rand der Schneide blitzte. �Und den K�mpfer zu sch�rf�n, der sie schwingen wird, w�rde mehr Zeit in Anspruch nehm�n, als wir haben.�</p><p>�Ich glaube, auch er ist �u�erst schlagfertig.� Der alte M�nch blickte gen S�den, wo die Berge um das Tal einen See aus Wolken zur�ckdr�ngten. �Damals, als der letzte Mogu-Kaiser fiel, f�hrten M�nche die Rebellion an. Ich bezweifle, dass die M�nche jener Zeit die Shado-Pan als ihre Erben wiedererkennen w�rden, ebenso wie wir sie vermutlich nicht als unsere Inspiration identifizieren k�nnten. Wir verehren ihre Legenden zu sehr, und sie h�tten sich gewiss mehr von uns erhofft.�</p><p>Taran Zhu runzelte die Stirn. �Bei jenem Aufstand waren nicht nur die Pandaren an ihrer Seite. Die Jinyu, die Ho-zen, ja selbst die Grummel standen ihnen bei. Und obwohl die Lehrensucher nie Derartiges erw�hnt haben, k�nnte es sogar sein, dass Trolle und Menschen mit den Pandaren k�mpften.�</p><p>Vol�jin l�chelte. �H�chst unwahrscheinlich. Die Mensch�n waren zu jener Zeit Primitivlinge, und die Zandalari h�tten die Mogu noch immer als Verb�ndete angeseh�n.�</p><p>�Aber in jedem Volk gibt es Ausnahmen.�</p><p>�Ihr denkt an die Verr�ckt�n und die Abtr�nnig�n.�</p><p>�Ich denke, der Kampf um unsere Freiheit war ein Kampf, den Ihr damals verstanden h�ttet und den Ihr heute versteht.� Der M�nch sch�ttelte den Kopf. �Dieser Krieg und das, was ihm vorausging, die Zeit unserer Knechtschaft, sie waren so schrecklich, dass sie Narben auf unserer Seele zur�ckgelassen haben. Vielleicht konnte diese Wunde nie wirklich verheilen, vielleicht war sie verdammt, auf ewig vor sich hin zu eitern.�</p><p>Der Troll drehte seine Waffe herum und fuhr scharrend mit dem Schleifstein �ber die zweite geschwungene Klinge. �Wunden, die eitern, m�ssen aufgeschnitten und ges�ubert werden.�</p><p>�In dem Bestreben, unseren Albtraum zu vergessen, ist uns dieses Wissen wom�glich abhandengekommen. Nicht das Wissen, wie es geht, aber das Wissen, warum es notwendig ist.� Der alte M�nch nickte. �Eure Gegenwart hier und Euer bisheriges Verhalten haben mir geholfen, das zu erkennen.�</p><p>Ein Schauder rann Vol�jins Wirbels�ule hinab. �Das freut mich, aber es macht mich auch traurig. Ich habe genug vom Krieg geseh�n, um ihn zu hassen. Nicht so wie andere, die nur daf�r leb�n.�</p><p>�Wie der Mensch?�</p><p>�Nein, nicht er. Er ist gut darin, aber w�re er die Art Person, die den Krieg braucht, h�tte er diesen Ort schon l�ngst verlass�n.� Die Augen des Schattenj�gers wurden zu Schlitzen. �Eine Sache, die er und ich teilen, ist die Bereitschaft, Verpflichtung�n anzunehmen, vor denen andere zur�ckschreck�n. Dasselbe trifft auch auf die Shado-Pan zu. Ihr wisst also, warum es so wichtig ist.�</p><p>�Ja.� Der Pandaren nickte. �Wie wir besprochen hatten, habe ich Boten zu den Jinyu und den Ho-zen geschickt. Ich hoffe, sie werden uns beistehen.�</p><p>�Die Grummel scheinen jedenfalls bereit dazu.� Eine Traube dieser kleinen, langarmigen Kreaturen hatte sich um Chen versammelt, und der Braumeister wies jeder von ihnen einen Gep�cksack zu. Sie w�rden die Ausr�stung der Einheit zum Tal bringen und anschlie�end ins Kloster zur�ckkehren, um Taran Zhu zu berichten, ob die sieben es bis zu ihrem Ziel geschafft hatten. Ihre Ausdauer und gewaltige St�rke w�rden es dem Sto�trupp erlauben, seine Kr�fte f�r den zweiten Teil der Mission aufzusparen, wenn sie das Tal selbst betraten.</p><p>�Sie sind entgegenkommend und weiser, als sie scheinen m�gen.� Der M�nch l�chelte. �Wir, und damit meine ich die V�lker von Pandaria, werden Euch nie genug f�r das danken k�nnen, was Ihr getan habt. Ich habe meine besten Bildhauer in den Berg geschickt, damit sie Eure Ebenbilder in die Knochen mei�eln. Solltet Ihr sterben ��</p><p>Vol�jin nickte. Sollte eine dieser Statuetten aus dem Berg fallen, w�re es f�r ihn nur von milit�rischem Interesse; doch die Shado-Pan sahen darin etwas v�llig anderes. �Ihr erweist mir eine gro�e Ehre.�</p><p>�Und doch ist es unpassend, dass wir Eure Dienste nur mit einem Denkmal w�rdigen. M�nche haben die Rebellion gef�hrt, und jetzt werden M�nche ein neues Ende f�r diese Geschichte niederschreiben.�</p><p>Der Troll zog eine Augenbraue hoch. �Ihr wisst, dass wir Euch nur ein wenig Zeit verschaff�n werden. Wir k�nnen sie behindern, wir k�nnen sie aufhalt�n. Aber ob nun sieben oder siebenundvierzig, wir sind nicht genug, um die Zandalari oder die Mogu zur�ckzudr�ng�n.�</p><p>�Aber Zeit ist genau das, was wir brauchen.� Taran Zhu l�chelte. �Kaum jemand erinnert sich noch an die Zeit, als wir Sklaven waren, aber niemand will versklavt werden. Die Mogu haben sich wieder erhoben, und die Gr�nde, aus denen wir sie einst niederrangen, werden durch ihre R�ckkehr wiederbelebt. Wir brauchen Zeit, um uns zu organisieren, Zeit, um die Leute an ihre Vergangenheit zu erinnern. Zeit, um ihnen den Wert ihrer Zukunft aufzuzeigen.�</p><empty-line/><p>Als sie sich am n�chsten Morgen zum Tal der Ewigen Bl�ten aufmachten, blickte Vol�jin noch einmal zum Gipfel der Ruhe zur�ck. Dort hatten die ersten M�nche trainiert � im Geheimen; unentdeckt, weil die Mogu zu faul waren, den Berg ganz zu erklimmen. Seine Erinnerung daran, weiter unten mit einem Mogu-Verb�ndeten gespeist zu haben, ging �ber in die Erinnerung daran, wie er mit einem Menschen zum Gipfel hinaufgestiegen war. Auch er ein Verb�ndeter, ein Kamerad, aber die Umst�nde f�hlten sich v�llig anders an.</p><p>Und waren doch zugleich v�llig passend, ganz egal, wie merkw�rdig sie erscheinen mochten.</p><p>Er betrachtete die Gruppe und l�chelte. Auf jeden von ihnen kamen zwei Grummel, die Waffen, Rationen und andere Ausr�stung trugen. F�nf Pandaren, ein Mensch und ein Troll. W�re Garrosh hier gewesen, um das zu sehen, um zu sehen, wie bereitwillig Vol�jin mit ihnen ging, h�tte er noch mehr Anklagepunkte, um ihn des Verrats zu beschuldigen.</p><p>Doch es war nicht so, als w�rde diese Gruppe in seinem Geist oder in seinem Herzen die Horde ersetzen. Sie waren durch Notwendigkeit zusammengeschwei�t, in dieser Hinsicht war sie der Horde also gar nicht so un�hnlich. Eine bunt gemischte Truppe, vereint zum Schutz der Freiheit. Hinter einem gemeinsamen Ziel vereint zu sein, das hatte die Horde ausgemacht, die er kannte und liebte, die Horde, die unter Thrall gek�mpft hatte.</p><p>Garroshs Horde folgte nur seinen Zielen, seinem Durst nach Eroberung und Macht, und irgendwann w�rde seine Gier den Bund zerbrechen, vielleicht sogar so stark, dass er nie wieder repariert werden k�nnte. F�r Vol�jin w�re das eine ebenso gro�e Katastrophe wie die erneute Machtergreifung der Zandalari-Mogu-Allianz in Pandaria.</p><p>Sie zogen nach S�den, und nach einigen Tagen erreichten sie schlie�lich die Anh�hen �ber dem Tal der Ewigen Bl�ten. Die Wolken wogten und wanden sich wie die Meereswellen vor einem Sturm, doch falls die Grummel eine ungute Vorahnung hatten, sprachen sie sie zumindest nicht aus. Wie zuvor schlugen sie das Lager auf und zogen sich dann zur�ck.</p><p>Obwohl er es eigentlich besser h�tte wissen m�ssen, hatte Vol�jin den Namen jedes Pandaren gelernt, ebenso wie Chen. Tyrathan hatte einen weiseren Kurs eingeschlagen, indem er jeden als Bruder oder Schwester oder Mein Freund ansprach und somit zumindest eine gewisse Distanz zu ihnen wahrte. Nicht zu wissen, wie sie hie�en, welche Hoffnungen und Tr�ume sie hatten, w�rde es leichter machen, wenn � <emphasis>Falls ihre Statue aus den Knoch�n des Berges f�llt.</emphasis></p><p>Er wollte nicht, dass es leicht w�re. Das hatte er nie gewollt, aber in der Vergangenheit hatte er mit und f�r seinen Stamm gek�mpft. Hier hingegen w�re es einfach, sich von den Pandaren zu distanzieren, schlie�lich waren sie nicht seine Leute, sie waren nicht sein Stamm, und dies war nicht seine Heimat. <emphasis>Aber wenn diese Schlacht es wert sein soll, gek�mpft zu werd�n, dann soll�n sie meine Leute und mein Stamm sein, dann soll dies meine Heimat sein.</emphasis></p><p>Ihm kam der Gedanke, dass die Mogu vielleicht genauso dachten, wenn auch in Bezug auf ihre Vergangenheit. Dies war ihr Land gewesen, und dies ihre Leute. Selbst nach Jahrhunderten und Jahrtausenden � sogar noch nachdem sie selbst in Vergessenheit geraten waren � brannte der Hunger in ihnen, sich zu r�chen. Es war eine Sache, wenn Trolle ihre Vergangenheit wiederaufleben lassen wollten, denn zumindest hatten sie versucht, eine neue Zukunft zu ergr�nden. Die Mogu hingegen hatten kaum etwas getan, um ihr Reich wiederaufzubauen oder eine Ordnung zu finden. Sie hatten sich verzweifelt an ihre verlorene Vergangenheit geklammert und sich der Zukunft dadurch v�llig verschlossen.</p><p>Obwohl sie ihr Lager in einer nach S�dwesten ausgerichteten H�hle aufgeschlagen hatten, machten sie kein Feuer. Sie a�en Reisb�llchen, getrocknete Beeren und ger�ucherten Fisch, und Chen schaffte es, in einem Trinkschlauch Tee zu machen, was ihr Mahl gleich viel schmackhafter werden lie�.</p><p>Tyrathan leerte seine kleine Schale und hielt sie hoch, damit der Pandaren sie wieder auff�llte. �Ich habe mich immer gefragt, was wohl meine letzte Mahlzeit sein w�rde.�</p><p>Chen l�chelte mit ehrlicher Freude. �Und du wirst noch lange �ber diese Frage nachdenken k�nnen, Tyrathan.�</p><p>�Vielleicht, aber ich k�nnte mir kein besseres Mahl w�nschen als das hier.�</p><p>Der Troll hob seine Tasse. �Das liegt nicht am Essen, sondern an den Leut�n, mit denen du isst.�</p><empty-line/><p>Vol�jin, der nach dem Abendessen die erste Wache �bernommen hatte, schlief ungest�rt bis kurz vor Morgengrauen. Er hatte weder Visionen noch Tr�ume � zumindest keine, an die er sich noch erinnern konnte �, und einen Moment lang �berlegte er, ob die Loa sich wom�glich wieder von ihm abgewandt hatten. Doch dann entschied er, dass vielmehr Bwonsamdi die anderen von ihm ferngehalten hatte, damit Vol�jin ausgeruht w�re und mehr Trolle zu ihm in die Ewigkeit schicken k�nnte.</p><p>Die sieben verabschiedeten sich von den Grummel-Tr�gern, und Tyrathan gab jedem von ihnen als Andenken einen seiner Pfeile. Als Vol�jin ihn fragend anblickte, zog der Mensch die Schultern hoch. �Ich werde sie durch Zandalari-Pfeile ersetzen. Sieh es ein, mein Vorrat an Pfeilen w�re mir so oder so ausgegangen, bevor dem Feind die Soldaten ausgehen.�</p><p>Der Troll wollte nat�rlich nicht hintanstehen, zumal er dieselbe Dankbarkeit versp�rte, also schabte er die Seiten seines Sch�dels kahl und gab jedem Grummel eine Str�hne seines roten Haares. Die kleinen Kreaturen blickten dieses Geschenk an, als w�re es eine Handvoll Juwelen, dann verschwanden sie wieder zwischen den H�geln und Bergen.</p><p>Die sieben K�mpfer stiegen ohne gr��ere Probleme zwischen den Felsen hinab. Bruder Shan �bernahm die F�hrung, denn er fand selbst an senkrechten Steinw�nden sicheren Halt, und er war kr�ftig genug, um die Seile zu sichern, w�hrend die anderen ihm folgten. Er erz�hlte ihnen eine Geschichte, wonach einige M�nche sich zur Zeit der Rebellion von genau diesem Berg abgeseilt hatten, um die Mogu zu �berraschen. Diese Legende schenkte Vol�jin tats�chlich etwas mehr Zuversicht, und er hoffte, dass sie ebenso erfolgreich sein w�rden.</p><p>Gegen Mittag hatten sie die Wolken hinter sich gelassen. Die Sonne hatte den Nebel zwar nicht weggebrannt, aber zumindest schimmerte er in einem schwachen goldenen Schein, der ebenso den Sonnenstrahlen entstammte wie den Reflexionen vom Boden. Vol�jin kauerte sich am Rande einer kleinen Lichtung am S�dhang des Berges zusammen und sp�hte in das Tal unter ihnen hinab.</p><p>H�tte er eine Farbe w�hlen m�ssen, um Pandaria zu beschreiben, h�tte er Gr�n gew�hlt. Es gab so viele Nuancen von Gr�n hier, von den hellen Knospen frischer Gr�ser bis hin zum tiefen Smaragdgr�n der W�lder; der ganze Kontinent war gr�n. Doch hier, im Tal der Ewigen Bl�ten, wurde dieses Gr�n von Gold und Rot verdr�ngt. Es waren nicht die Farben des Herbstes � obwohl es an manchen Stellen durchaus so aussah �, sondern eine Farbexplosion strahlend bl�hender Pflanzen. Die Flora stand in voller Bl�te, erstarrt in einem ewigen Fr�hling, in einer Welt, die nicht alterte. Das diffuse Licht warf keine scharfen Schatten, und das wenige, was sich dort unten bewegte, glitt mit einer tr�umerischen Tr�gheit dahin.</p><p>Das Tal sah so aus, wie es sich anf�hlte, wenn man nach dem Aufwachen gen�sslich die Glieder streckte.</p><p>Von ihrer erh�hten Position aus konnten sie einige Geb�ude erkennen, doch es lie� sich nicht sagen, wer dort lebte oder sie pflegte. Obwohl an ihrem Alter kein Zweifel bestand, hatte die Pflanzenwelt sich nicht herangeschoben, um sie zu verschlingen, fast so, als w�rde die Zeitlosigkeit des Tales diese Bauwerke besch�tzen. Vol�jin fragte sich, ob er und seine Begleiter wohl auch auf einen solchen Schutz bauen konnten.</p><p><emphasis>Oder werden wir hier ewig im Moment unseres Todes gefang�n sein?</emphasis></p><p>Schwester Quan-li, eine Pandaren mit leberfarbenen Flecken auf ihrem wei�en Fell, deutete nach S�dosten. �Die Eindringlinge werden vermutlich aus dieser Richtung kommen. Der Mogu-Palast liegt dort, und Taran Zhu sagte, dass die Kriegsf�rsten genau s�dlich unserer Position begraben wurden.�</p><p>Tyrathan nickte. �Laut Protokollbuch werden die Zandalari einen Durchgang im Osten des Tals suchen. Ich sehe keine Anzeichen daf�r, dass sie schon hier sind.�</p><p>Der Troll lachte. �Was sollten das denn f�r Anzeichen sein, mein Freund? Dass wir einen schwarz�n Fleck �ber der Landschaft sehen? Rauch, der von niedergebrannt�n D�rfern aufsteigt?�</p><p>�Nein. Aber zumindest sollte es provisorische Lager geben. Wir k�nnen hier warten, bis es dunkel ist, und hoffen, dass der Feind sich uns durch Lagerfeuer offenbart, oder ��</p><p>�Oder wir schleich�n uns runter und sehen uns um, f�r den Fall, dass sie auch auf Lagerfeuer verzichten.� Vol�jin erhob sich. �Ich bin f�r Letzteres.�</p><p>�Bei Tageslicht finden Pfeile leichter ihr Ziel. Nicht dass es nachts unm�glich w�re, nur schwieriger.�</p><p>�Gut. Wir r�cken zu diesem kleinen Plateau �ber der Stra�e vor. So bewahren wir den H�henvorteil.�</p><p>Tyrathan deutete mit dem Ende seines Bogens. �Falls wir direkt nach S�den gehen und dann einen Haken zur�ck nach Osten schlagen, k�nnen wir vielleicht hinter ihre Marschlinie gelangen. Sie w�rden uns nicht in einem Bereich vermuten, den sie bereits gesichert haben. Davon abgesehen werden sie die Leute, die sie zur Erf�llung ihrer Mission brauchen, vermutlich nicht in die erste Reihe schicken. Sie werden weiter hinten gehen, wo sie sicher vor etwaigen Gefahren sind.�</p><p>�Ja. Find�n wir raus, wer sie sind, und t�t�n wir sie.�</p><p>Chen warf ihm einen Blick aus schmalen Augen zu. �Und dann schleichen wir uns wieder davon.�</p><p>Troll und Mensch sahen einander kurz an, dann nickte Vol�jin. �Wenn m�glich nach S�den und Westen. Demselben Weg folgend, auf dem wir gekomm�n sind.�</p><p>�Dann w�rden wir zumindest das Terrain kennen, und wir w�ssten, wo wir Fallen aufstellen k�nnen.� Tyrathan senkte seinen Bogen. �Wenn man bedenkt, dass wir sieben gegen die Elite von zwei Reichen antreten, ist das nicht der d�mmste Plan, der uns h�tte einfallen k�nnen.�</p><p>�Wohl wahr.� Der Troll zog den Rucksack auf seinem R�cken zurecht. �Aber es �rgert mich, dass mir nichts Besseres einf�llt.�</p><p>�Das muss es doch gar nicht, Vol�jin.� Chen r�ckte ebenfalls die Riemen seines Rucksacks gerade. �Wir sind hier, um ihnen ein Stich zu versetzen, und daf�r sollte dieser Plan vollauf gen�gen.�</p></section><section><title><p>22</p></title><p>Obwohl sie durch ein goldenes Tal streiften, das seit unz�hligen Jahren kaum ein Au�enstehender betreten hatte, empfand Vol�jin keine Furcht. Er wusste, dass er eigentlich angespannt sein sollte, und er traf ganz bewusst alle Vorkehrungen, um nicht entdeckt zu werden. Doch er sp�rte keinen Schauder �ber sein R�ckgrat kriechen, und das Fell in seinem Nacken stellte sich nicht auf. Es war, als w�rde er eine Rush�kah-Maske tragen, an der alle Angst abperlte.</p><p>Doch er wusste, dass es etwas v�llig anderes war. Er tr�umte nicht, als sie im Tal der Ewigen Bl�ten schliefen weil er keine Tr�ume brauchte. Durch dieses Tal zu schreiten war, als w�rde er sich durch eine lebendige Vision bewegen. Die Realit�t an diesem Ort war anders, und sie beeinflusste ihn. Er sp�rte eine Arroganz, die teilweise aus seinem Trollerbe geboren war, und der Geist des Mogu-Reiches streichelte ihn, wann immer er das nachklingende Echo der Mogu-Magie ber�hrte.</p><p>Hier, an diesem Ort, wo gro�e V�lker gro�e Macht errungen hatten, gab es f�r ihn keine Furcht. Dr�ben, auf den weit entfernten Stufen des Mogu�shan-Palastes, wo seine Feinde vermutlich gerade in ihrem Lager schliefen, hatten stolze Mogu-V�ter einst die K�pfe ihrer S�hne nach Westen gedreht und ausholende Handbewegungen gemacht, die das gesamte Tal umfassten. Sie hatten ihnen gesagt, dass all dieses Land ihnen geh�rte und das Land, das daran anschloss, ebenfalls. Dass sie damit tun konnten, was immer ihnen beliebte, dass sie dort ihre Herzensw�nsche verwirklichen k�nnten. Es gab dort nichts, was ihnen gef�hrlich werden k�nnte, denn jeder und alles in diesem Land f�rchtete die Mogu.</p><p>Es war dieser letzte Gedanke, der Vol�jin von dem Bann befreite. Er wusste, was es hie�, gef�rchtet zu werden, und es gefiel ihm, das seine Gegner Angst vor ihm hatten, aber diese Furcht war aus seinen Taten geboren. Er hatte sie sich verdient, Schwerthieb um Schwerthieb, Zauber um Zauber, Sieg um Sieg. Er hatte sie nicht geerbt, und er sah sie auch nicht als sein Geburtsrecht an.</p><p>Dieses Verst�ndnis unterschied ihn von den jungen Mogu-Prinzen, die von den Stufen auf ihr Reich hinausgeblickt hatten. Denn er verstand die Furcht und konnte sie nutzen. Er sp�rte ihren Fluss, sp�rte Ebbe und Flut der Angst. Doch sie standen dar�ber, sahen und h�rten nur, was sie sehen und h�ren wollten. Und nie f�hlten sie das Bed�rfnis, zu den h�chsten H�hen hinaufzuklettern, um zu sehen, wie die Welt wirklich aussah.</p><p>Als sie an dem Tag, nachdem sie die H�lfte des Tals durchquert hatten, ihr Lager aufschlugen, blickte Tyrathan ihn an. �Du sp�rst es, oder?�</p><p>Vol�jin nickte.</p><p>Chen sah von seiner Teeschale auf. �Was sp�rst du?�</p><p>Der Mensch l�chelte. �Das beantwortet meine Frage.�</p><p>Der Pandaren sch�ttelte den Kopf. �Was f�r eine Frage? Was sp�rst du?�</p><p>Tyrathan zog die Augenbrauen zusammen. �Ein Gef�hl, dass dieser Ort mir geh�rt, dass ich hierher geh�re, weil das Land in Blut getr�nkt ist und ich schon so viel Tod ges�t habe. Ist das auch das, was du f�hlst, Vol�jin?�</p><p>�So ungef�hr.�</p><p>Chen l�chelte und goss sich Tee ein. �Oh, das.�</p><p>Der Mann runzelte die Stirn. �Dann sp�rst du es auch?�</p><p>�Nein, aber ich wei�, dass ihr es sp�rt.� Der Braumeister blickte sie beide an und zuckte mit den Schultern. �Ich habe diesen Ausdruck in euren Augen schon fr�her gesehen. Bei dir, Vol�jin, ist er st�rker als bei Tyrathan, aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil ich noch nicht so oft an seiner Seite gek�mpft habe wie an deiner. In jeder Schlacht, an dem Punkt, wenn du am verbissensten k�mpfst, tritt dieser Ausdruck auf dein Gesicht. Er ist hart, unerbittlich. Wann immer ich ihn sehe, wei� ich, du wirst gewinnen. Dieser Ausdruck sagt mir, dass du an diesem Tag der beste Krieger auf dem Schlachtfeld bist und dass jeder, der dich herausfordert, sterben wird.�</p><p>Der Troll legte den Kopf auf die Seite. �Und diesen Ausdruck habe ich jetzt auch?�</p><p>�Nun, nicht wirklich. Ein wenig um die Augen. Ihr habt ihn beide, aber nur wenn ihr glaubt, dass niemand euch beobachtet. Oder wenn ihr nicht bemerkt, dass jemand euch beobachtet. Dieses Gef�hl sagt euch, dass das hier euer Land ist, dass ihr es rechtm��ig gewonnen habt und es nicht wieder aufgeben werdet.� Chen zuckte mit den Schultern. �Angesichts unserer Mission ist das wohl etwas Gutes.�</p><p>Der Mensch hielt dem Pandaren seine Tasse hin und nickte, als sie wieder gef�llt war. �Und was f�hlst du hier?�</p><p>Chen setzte den Trinkschlauch ab und kratzte sich am Kinn. �Ich f�hle das Versprechen von Frieden an diesem Ort. Ich denke, ihr beide sp�rt eher das Erbe der Mogu, aber f�r mich ist es der Friede, das Versprechen davon. Alles, was ich mir von einem Zuhause w�nsche. Das Tal sagt mir, dass ich aufh�ren kann umherzuwandern � aber ich muss nicht. Ich bin hier willkommen, ganz gleich, wof�r ich mich entscheide.�</p><p>Er blickte die beiden an, und zum ersten Mal, seit Vol�jin ihn kannte, f�llten sich die gro�en goldenen Augen des Pandaren mit Bedauern. �Ich w�nschte, ihr k�nntet es auch f�hlen.�</p><p>Vol�jin schenkte seinem Freund ein L�cheln. �Mir reicht es, dass du es f�hlst, Chen. Ich habe eine Heimat, und du hast mitgeholf�n, sie zu befreien. Du hast mir mein Zuhause gegeben. Wie k�nnte ich also nicht gl�cklich sein, wenn du es bist?�</p><p>Ohne sie zu dr�ngen, bat Vol�jin Chen und die M�nche, ihm die Gef�hle genauer zu schildern, welche dieser Ort in ihnen wachrief. Sie kamen seiner Bitte bereitwillig nach, und er erfreute sich an ihren Ausf�hrungen. Doch nachdem die Sonne untergegangen war, wehte eine dunkle, kalte Woge aus dem Osten herbei, und die M�nche verstummten. Tyrathan, der auf dem H�gelkamm �ber ihrem Lager Wache gehalten hatte, hob den Arm.</p><p>�Sie sind hier.�</p><p>Vol�jin und die anderen kletterten zu ihm hinauf. Dort, im Osten, erstrahlte der Mogu�shan-Palast in hellem Licht. Silberne und blaue Blitze tanzten �ber seine Fassade und zeichneten ein Bauwerk mit efeuartigen Windungen nach, bevor sie von den Ecken fortstoben. Diese magische Demonstration beeindruckte Vol�jin, aber nicht, weil sie ihm ein Gef�hl von Macht vermittelte, sondern vielmehr, weil sie so beil�ufig und gleichg�ltig wirkte.</p><p>Chen schauderte. �Jetzt l�sst das Gef�hl, hier willkommen zu sein, nach.�</p><p>�Es l�sst nicht nur nach, es wird erstickt.� Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Mehr noch, es wird begrab�n, tief unter der Erde. Hier ist jetzt niemand mehr willkomm�n.�</p><p>Tyrathan blickte den Dunkelspeer an. �Es ist mehr als eine Bogenschussweite entfernt, aber wir k�nnten es bis zum Morgengrauen schaffen. Lange bevor die ersten von ihnen aufwachen, um zu beten.�</p><p>�Nein. Das ist nur der Eindruck, den sie vermitteln woll�n, um uns zu k�dern. Sie m�chten, dass wir gerade dann angreifen.�</p><p>Der Mensch zog die Braue nach oben. �Wissen sie etwa, dass wir kommen?�</p><p>�Sie m�ssen davon ausgeh�n, dass jemand kommt. Sie werden sich denk�n k�nnen, dass wir ihr Protokollbuch gefunden hab�n, also rechnen sie auch damit, dass wir entsprechend handeln.� Vol�jin deutete zu den Bergen im S�den. �Die Horde und die Allianz haben vermutlich Sp�her auf den Graten postiert. Sie werden das hier auch seh�n, und sie werden darauf reagieren. Es wird nur ein wenig dauern, bis sie sich auf einen Plan geeinigt haben und sich in Bewegung setz�n.�</p><p>�Es sei denn, jemand kommt aus eigenem Antrieb her.� Tyrathan lachte. �Bis vor ein paar Monaten h�tte ich diesen Part �bernommen. Ich frage mich, wer jetzt den Helden spielen wird?�</p><p>�Das hat keinen Einfluss auf unsere Mission � solange die Helden uns nicht in die Quere komm�n.�</p><p>�Ja.� Der Mensch strich sich mit der Hand �ber den Bart. �Wir gehen also weiter geradeaus und machen dann einen Bogen nach Osten?�</p><p>�Solange nichts diesen Plan vereitelt, ja.�</p><p>Auch diese Nacht war frei von Tr�umen, dennoch war sie nicht wirklich erholsam f�r Vol�jin. Er �berlegte, ob er mit den Loa in Kontakt treten sollte, aber wie alle G�tter konnten auch sie launisch sein. Wenn sie gelangweilt oder w�tend waren, k�nnten sie seine Feinde auf seine Gegenwart aufmerksam machen. Zwar stimmte es, was er Tyrathan gesagt hatte: Die Zandalari wussten aller Wahrscheinlichkeit nach, dass sie kommen w�rden, aber sie wussten nicht, wo genau die sieben Krieger lauerten. Das war ein Vorteil, und angesichts der Natur ihrer Mission war jeder Vorteil Gold wert.</p><p>Falls die Sonne am n�chsten Morgen aufging, konnte Vol�jin jedenfalls nichts davon sehen. Die Wolken waren noch dichter geworden. Das einzige Licht, das, abgesehen von einem schwachen gelblichen Schimmern, durch sie hindurchdrang, war das Resultat der umhergeisternden Blitze in ihren tiefsten Tiefen. Diese Blitze ber�hrten nie den Boden, als h�tten sie Angst vor einer Vergeltung aus dem Mogu�shan-Palast.</p><p>Die sieben drosselten gezwungenerma�en ihr Tempo, denn im fahlen Licht h�uften sich die Fehltritte. Zudem klang jedes Knirschen von Steinen unter ihren F��en so laut wie Donner. Wann immer es ert�nte, erstarrten sie und lauschten angestrengt nach einer Reaktion. Die Sp�her hielten sich nun auch n�her an der Hauptgruppe, schon allein deswegen, weil die D�sternis die Sicht einschr�nkte. Aus demselben Grund machten sie auch viel h�ufiger halt.</p><p>Nacht f�r Nacht wiederholte sich das Blitzspektakel am Mogu�shan-Palast, und jedes Mal verst�rkte es die Gef�hle, die das Tal in ihnen wachrief. Dieser Ort geh�rte rechtm��ig Vol�jin, und die, die jetzt in dem Palast hausten, wollten ihn herausfordern. Das alte Bauwerk war wie eine Flamme, und sie waren die Motten, aber keiner der sieben gab diesen Gef�hlen nach.</p><p>Sie entdeckten keinerlei Zandalari-Sp�her, und das beunruhigte Vol�jin. H�tte er das Kommando �ber ihre Truppen gehabt, h�tte er leichte Einheiten weit vorgeschickt, vielleicht sogar bis zur westlichen Mauer, die das Tal von der Heimat der Mantid genannten Kreaturen trennte. Die Geschichten, die man sich �ber diese Wesen erz�hlte, waren von der Art, mit der man widerspenstigen Kindern einen Schrecken einjagte � und Vol�jin meinte damit Trollkinder und nicht die schreckhaften jungen Pandaren. Diese Grenze nicht zu sichern, w�re ein grobes Vers�umnis, vor allem, da die Zandalari ja wussten, dass sie mit einem Angriff rechnen mussten.</p><p>Nach zwei Tagen ohne Sonne stie�en sie schlie�lich auf die ersten Anzeichen der Zandalari. Bruder Shan, der die Spitze �bernommen hatte, verharrte am fr�hen Abend in der Senke zwischen zwei gr��eren H�geln. Sie hatten den Rand der s�dlichen Bergkette erreicht und zogen nun nach Osten durch die Gebirgsausl�ufer. Der M�nch gab ein Zeichen, woraufhin Vol�jin und Tyrathan nach vorne traten, dann zog Shan sich zu der Stelle zur�ck, wo die anderen warteten.</p><p>Das Bild, das sich unter ihnen erstreckte, lie� Vol�jins Blut zu Eis werden. Eine Kompanie von rund zwanzig Zandalari-Kriegern in leichter R�stung hatte dort einen Au�enposten errichtet. Dazu hatten sie eine Gruppe von B�umen gef�llt und die Zweige mit dem goldenen Laub abgehackt, anschlie�end die Enden der St�mme und gr��eren �ste zugespitzt und sie in einem Kreis rings um ihr Lager in den Boden gerammt. In allen Richtungen zeigten Spitzen der Pf�hle nach au�en, nur an der westlichen Seite gab es eine kleine L�cke. Aber da sich die Enden des Ringes dort �berlappten, musste ein Angreifer sich erst zwischen den beiden Reihen hindurchschl�ngeln, um ins Lager zu gelangen.</p><p>Die Nasenl�cher des Trolls bl�hten sich, aber er hielt sein w�tendes Schnauben zur�ck. Einen Hain so wundersch�ner B�ume f�r einen unbarmherzigen Au�enposten zu roden, kam ihm geradezu wie Blasphemie vor. <emphasis>Ein kleines Verbrechen, aber auch daf�r werden sie bezahl�n.</emphasis></p><p>In der Mitte des Lagers, direkt neben einem gro�en Feuerplatz, hatte man zwei weitere Baumst�mme in den Boden gerammt, beide zwanzig Fu� hoch und durch knapp die H�lfte ihrer L�nge voneinander getrennt. An der Spitze jedes Pfahls waren Seile befestigt worden, und sie f�hrten hinab zu den Handgelenken eines Kriegers. Sein blauer Wappenrock hing in Fetzen von seiner Mitte und wurde nur noch durch einen unsichtbaren G�rtel zusammengehalten. An zahlreichen Stellen �bers�ten Schnitte sein nacktes Fleisch, nie wirklich tief, aber tief genug, um Schmerzen zu bereiten und Blut zum Vorschein zu bringen.</p><p>Vol�jin war sich sicher, dass er den Menschen noch nie gesehen hatte, dennoch kam er ihm bekannt vor. Da waren noch vier weitere M�nner, alle in zerrissene Wappenr�cke gekleidet, die vermutlich dem des Folteropfers glichen; sie waren mit einem Seil aneinandergefesselt und kauerten sich unter den Augen ihrer Zandalari-Wachen zusammen.</p><p>Zwei Trolle hatten an der L�cke im Pfahlkreis Position bezogen, zwei weitere standen bei den Gefangenen, alle anderen, einschlie�lich eines niederrangigen Offiziers, hatten sich um den Mann versammelt, der zwischen den Baumst�mmen hing. Der Offizier, der ein Menschenschwert in der Hand hielt, sagte etwas, und die Zandalari lachten, dann f�gte er dem Menschen einen weiteren Schnitt zu.</p><p>Vol�jin hatte genug gesehen, und er war bereit weiterzugehen. Er blickte in die Gesichter seiner Begleiter. �Wir k�nnen nicht eingreif�n. Das wisst ihr.�</p><p>Tyrathan schluckte mit gro�er M�he. �Ich kann ihn nicht ihrer Folter �berlassen.�</p><p>�Du hast keine Wahl.�</p><p>�Nein, du hast keine Wahl.�</p><p>Der Troll nickte und nahm einen Pfeil aus dem K�cher. �Ich verstehe. Dann werde ich ihn t�t�n.�</p><p>Tyrathans Kiefer sackte herunter, dann klappte er den Mund wieder zu und sch�ttelte den Kopf, aber er weigerte sich, Vol�jin in die Augen zu blicken. �Ich kann ihn nicht sterben lassen.�</p><p>�Ihn zu rett�n, w�re Selbstmord.�</p><p>�Wir k�nnen es schaffen.�</p><p>�Wer sind diese Menschen, dass du uns�re Leb�n und uns�re Mission f�r sie aufs Spiel setzt?�</p><p>Die Schultern des Mannes sackten herab. �Es ist nicht genug Zeit, um das zu erkl�ren. Zumindest auf eine Weise, die Sinn ergeben w�rde.�</p><p>�F�r dich oder f�r mich?�</p><p>�Vol�jin, bitte, es ist meine Pflicht.� Der J�ger schloss die Augen, und Schmerz huschte �ber seine Z�ge. �Aber du hast recht, was unsere Mission betrifft. Bring die anderen von hier weg. Ich glaube, ich schaffe es auch allein. Wir m�ssen unserem Ziel schon sehr nahe sein. Betrachten wir es also als Ablenkungsman�ver. Bitte, mein Freund.�</p><p>Als Vol�jin die Qual in der Stimme des Menschen h�rte, betrachtete er die Szenerie unter ihnen ein zweites Mal, anschlie�end nickte er. �Schleich dich runter, so nah an das Lager ran wie m�glich. Ich werde ihren Anf�hrer erschieߒn, dann werden sie mir folgen, direkt in einen Hinterhalt der Pandaren. Du befreist derweil die Gefangenen. Zieh dich mit ihnen in die Berge zur�ck!�</p><p>Tyrathan legte dem Troll eine Hand auf die Schulter. �Dieser Plan ist sogar noch d�mmer als der, der uns hierhergef�hrt hat, mein Freund. Das kann nur auf eine Weise funktionieren, und zwar, indem ich mich bis zu der Felsgruppe dort vorarbeite. Du und die Pandaren, ihr schleicht euch hinunter in diese Senke nahe dem Eingang. Sobald die ersten Pfeile fliegen, m�ssen alle Zandalari sterben.�</p><p>Vol�jin musterte die beiden Punkte, die der J�ger ausgew�hlt hatte, und er musste ihm zustimmen. �Aber �berlass mir das Schieߒn. Dir werd�n deine Leute aus dem Lager folg�n, aber wohl kaum einem Troll.�</p><p>�Der Mann, den sie aufgeh�ngt haben � Er ist hier, weil sie mich f�r tot halten. Es ist besser, wenn sie das auch weiterhin glauben. Br�ll sie einfach an und sag ihnen dann, sie sollen fliehen! Schwester Quan-li kann sie f�hren und zur Allianz zur�ckbringen.� Tyrathan seufzte. �Das wird das Beste sein.�</p><p>Vol�jin ma� den Abstand mit seinen Augen und nickte. Die Komplexit�t menschlicher Beziehungen einmal au�en vor, wusste er doch, dass er den Zandalari im Nahkampf mehr Schaden zuf�gen konnte. Mehr noch, er wollte gegen sie k�mpfen. Sie hatten verunreinigt, was dieses Tal eigentlich sein sollte, und daf�r verdienten sie den Tod. Er wollte, dass sie die Verachtung in seinem Gesicht sahen, wenn sie starben.</p><p>�In Ordnung.�</p><p>Der Mann dr�ckte die Schulter des Trolls. �Und ich wei�, dass du sie getroffen h�ttest.�</p><p>�Du wei�t, dass ich besser geschoss�n h�tte als du.�</p><p>�Das auch.� Der J�ger l�chelte. �Ihr werdet mein Signal erkennen, wenn ihr in Position seid.�</p><p>Tyrathan machte sich auf zu seinem �berfallpunkt, und Vol�jin kehrte zu den Pandaren zur�ck, um ihnen kurz die Lage zu erkl�ren. Es �berraschte ihn, dass keiner von ihnen gegen diesen wahnsinnigen Plan protestierte, aber dann fiel ihm ein, dass Chen stets ein treuer Freund gewesen war und dass Loyalit�t unter den Pandaren einen hohen Stellenwert hatte. Sie w�rden nicht blind an ihren Befehlen festhalten, wenn ein Freund ihre Hilfe brauchte � und genau diese Einstellung war es, die das Unm�gliche bisweilen m�glich machte. Dar�ber hinaus sahen die M�nche in der Befreiung der Menschen eine Gelegenheit, die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. In diesem Sinne war es f�r sie vermutlich noch wichtiger einzugreifen als f�r Tyrathan selbst.</p><p>Die Einheit schlich m�helos an die vereinbarte Stelle und kauerte sich in einem kleinen Geh�lz zusammen, zwanzig Schritt von der L�cke im Pfahlkreis entfernt. Allein dass der Zandalari-Offizier vers�umt hatte, diese Sichtbehinderung abholzen zu lassen, war f�r Vol�jin Grund genug, ihn zu t�ten. Der Schattenj�ger nahm die Gleve in die Hand und l�chelte langsam.</p><p>Viereinhalb Fingerbreit.</p><p>Tyrathans Signal hatte die Form eines einzelnen Pfeils, der in den offenen Mund des Offiziers schoss. Der Troll hatte sich gerade wieder seinem Opfer zugewandt, sodass die beiden Krieger, die hinter ihm hockten, mit Blut bespritzt wurden. Bevor einer von ihnen aufspringen konnte, verschwand ein zweiter Pfeil in der Brust des einen und drang aus seinem R�cken wieder hervor. Der Krieger taumelte und spie�te einen anderen Troll mit der blutigen Pfeilspitze auf, als er nach hinten fiel.</p><p>Der andere kauernde Troll kippte einen Moment sp�ter zur�ck und starrte �chzend auf die blaue Befiederung an dem roten Schaft hinab, die zitternd aus seiner Brust ragte.</p><p>Die Wachen am Eingang wirbelten zu dem Tumult am Lagerfeuer herum. Dieser Fehler kostete sie ihre Nachtsicht � nicht, dass es einen gro�en Unterschied gemacht h�tte. Vol�jin n�herte sich ihnen so leise wie der Tod, und die Shado-Pan waren die Schatten des Todes. Selbst Chen, der ein wenig hinter die anderen zur�ckfiel, verursachte so wenig Ger�usche, dass sie im Knistern des Feuers und in dem gurgelnden Todeskampf der Wache bei den Gefangenen untergingen.</p><p>Der Dunkelspeer warf sich in den Kampf, und seine Gleve summte, als er sie durch die Luft wirbelte. Der erste Hieb zerfetzte einen Schenkel, und als der Troll sich zu ihm herumdrehte, sprang er zur�ck, doch nur, um wieder vorzuschnellen und mit seinem zweiten Streich den Sch�del des Kriegers zu zerschmettern. Der herrliche Geruch von hei�em Blut erf�llte die Luft, und Vol�jin wandte sich um, auf der Suche nach dem n�chsten Opfer.</p><p>Rings um ihn griffen die Pandaren die Zandalari furchtlos an, obwohl die Trolle gr��er und schwer bewaffnet waren. Schwester Quan-li duckte sich unter einem Axthieb hinweg und stie� ihre messerscharfen Klauen in den Hals des Gegners. Der Zandalari �chzte und versuchte, trotz seines zertr�mmerten Kehlkopfes Atem zu holen, aber da zerschmetterte die Pandaren mit einer Geraden seinen spitzen Kiefer, und der anschlie�ende Drehtritt schickte ihn zu Boden.</p><p>Bruder Dao hatte sich einen Speer geschnappt und griff damit einen ebenso bewaffneten Troll an. Der Shado-Pan parierte jeden Hieb seines Gegners, und jedes Mal, wenn die Speere sich ber�hrten, wich er ein St�ck zur�ck. Der Zandalari sah das als Zeichen f�r die Furcht des Pandaren und f�hlte sich seines Sieges schon sicher. Zwei weitere Paraden lang durfte er sich noch dieser Illusion hingeben, dann schnellte Dao nach vorne und wirbelte um die eigene Achse. Der Schaft seines Speers schlug gegen die Knie des Trolls und lie� sie einknicken, dann traf ein Faustschlag den Zandalari an der Schl�fe. Vermutlich t�tete ihn bereits dieser Treffer, in jedem Fall verlor er aber die Besinnung, sodass er die letzte Schm�hung nicht mehr mit ansehen musste, als Dao mit dem Speer zustie� und ihn auf dem Boden aufspie�te.</p><p>Chen st�rmte ohne die Pr�zision der Shado-Pan in den Kampf, aber das machte er durch seine Erfahrung mehr als wett. Er wirbelte einen langen Stab in den Pfoten, wehrte damit einen �berhandschlag mit einem Kriegshammer ab und drehte sich dann, sodass die Waffe seines Gegners nach links abglitt. Der Troll, fest entschlossen, den kleineren Pandaren zu �berw�ltigen, riss seinen Hammer in die andere Richtung zur�ck.</p><p>Chen lie� ihn gew�hren, dann duckte er sich und hakte ein Bein hinter dem Knie des Zandalari ein. Nun musste er das Bein einfach nur anziehen, und sein Gegner landete auf dem R�cken. Der Troll prallte heftig auf, und einen Moment sp�ter sauste Chens rechter Fu� herab und donnerte auf den Hals des Kriegers hinab. Knochen barsten, und der Braumeister sprang seinem n�chsten Feind entgegen.</p><p>W�hrend des gesamten Kampfes sausten weiter Pfeile durch die Luft. Eines der Seile, mit denen der Gefangene aufgeh�ngt war, riss mit einem lauten Schnalzen, und der Mensch drehte sich und prallte gegen den Baumstamm auf der anderen Seite, wobei er sich den Hinterkopf anstie�. Der n�chste Pfeil durchtrennte auch den zweiten Strick, sodass der Mann auf den Boden sackte, w�hrend der Schaft zitternd in dem Baumstamm �ber ihm stecken blieb.</p><p>Die Zandalari erholten sich schnell von ihrem anf�nglichen Schock, und nun setzten sie zum Gegenangriff an. Zwei von ihnen st�rmten dabei zischend auf Vol�jin ein, wobei einer mit einem Schwert zu einem tiefen Schlag ausholte. Der Schattenj�ger parierte den Hieb mit der einen Klinge seiner Gleve und riss dann das andere Ende der Waffe scharf nach oben. Die Klinge dort versank in der Brust des Trolls, aber als der Soldat nach hinten fiel, verhakte der Stahl sich zwischen den Rippen, und die Gleve wurde Vol�jin aus den H�nden gerissen.</p><p>Der andere Zandalari br�llte siegessicher. �Jetzt stirbst du, Verr�ter!�</p><p>Vol�jin, die H�nde zu Klauen gekr�mmt, br�llte zur�ck.</p><p>Sein Gegner wirbelte einen dornenbesetzten Streitkolben auf H�fth�he, doch anstatt vor ihm zur�ckzuweichen, machte Vol�jin einen Schritt nach vorne. Das Handgelenk des Trolls prallte gegen seinen Brustkorb, und der Schattenj�ger schlang seinen linken Unterarm rasch um den Arm des Zandalari, dann drehte er sich nach rechts zur�ck, mit gen�gend Wucht, dass der Ellbogen seines Feindes durchgedr�ckt wurde. Er drehte sich weiter, bis der Knochen aus dem Gelenk sprang und der Troll kreischend auf den R�cken fiel.</p><p>Nun wirbelte Vol�jin in die andere Richtung herum und rammte seine Faust durch das Gesicht des Kriegers hindurch.</p><p>Damit endete der Kampf ebenso abrupt, wie er begonnen hatte. Schwester Quan-li durchtrennte die Fesseln der Gefangenen, und Chen, der zu dem gefolterten Menschen geeilt war, lie� sich neben ihm auf ein Knie nieder. Vol�jin ging zu ihm hin�ber, verlangsamte seine Schritte aber, als der Pandaren dem Mann auf die Beine half. Der Kerl betastete seinen Hinterkopf, und als er seine Hand zur�ckzog, klebte Blut daran, aber nicht sehr viel.</p><p>Nun blickte der Mensch zu dem Pandaren auf. �Wo ist er? Wo ist Tyrathan Khort?�</p><p>Vol�jin ergriff das Wort, bevor Chen antworten konnte. �Hier gibt es keinen Tyrathan Khort.�</p><p>Ein Feuer loderte in den Augen des Mannes, als er den Troll ansah. �Ich mag vielleicht Sterne sehen, aber es gibt nur einen, der so schie�en kann. Ich kenne die Hand, die diese Pfeile bemalt und befiedert hat. Wo ist er?�</p><p>Der Dunkelspeer knurrte. �Er hat vielleicht diese Pfeile pr�pariert, aber Tyrathan Khort ist tot.�</p><p>�Ich glaube dir kein Wort.�</p><p>Vol�jin bleckte die Z�hne. �Er ist durch meine Hand gestorb�n. Ich bin Vol�jin, Anf�hrer der Dunkelspeertrolle.�</p><p>Das Blut wich aus dem Gesicht des Mannes. �Es hei�t, du seist tot.�</p><p>�Dann sind wir jetzt beide Geister.� Der Schattenj�ger deutete mit seinem blutbefleckten Schwert nach S�den. �Verschwinde, bevor du auch noch einer wirst�</p><p>Anschlie�end nahm Schwester Quan-li den Menschen in ihre Obhut, und auch die anderen Gefangenen folgten ihr. Rasch suchten sie zwischen der Ausr�stung der Zandalari nach Vorr�ten, dann bewaffneten sie sich und fl�chteten in die Berge.</p><p>Chen drehte sich zu Vol�jin herum. �Warum hast du gesagt, dass Tyrathan tot sei.�</p><p>�Es ist am besten so. F�r sie, und f�r ihn.� Der Troll wischte seine Gleve an einem toten Feind ab. �Geh�n wir.�</p><p>Vol�jin, Chen und die drei M�nche zogen sich aus dem Lager zur�ck, wobei sie mit den Zweigen, die die Zandalari von den Baumst�mmen gehackt hatten, erst die Spuren der geflohenen Menschen und dann auch ihre eigenen verwischten. Anschlie�end machten sie sich auf den Weg nach Westen, zu der Stelle, wo die Pandaren zur�ckgeblieben waren, w�hrend Tyrathan und Vol�jin das feindliche Lager ausgesp�ht hatten.</p><p>Kaum dass sie auf die kleine Lichtung hinausgetreten waren, spaltete eine S�ule aus Feuer die Nacht und blendete Vol�jin. Als seine Sicht sich langsam wieder kl�rte, stand eine Zandalari-Frau auf der anderen Seite der Lichtung, flankiert von einem halben Dutzend Bogensch�tzen mit angelegten Pfeilen und gespannten Sehnen. Tyrathan kniete vor der Anf�hrerin der Gruppe, eine Augenbinde um den Kopf, die H�nde hinter dem R�cken gefesselt.</p><p>Die Zandalari packte das Haar des Menschen und riss seinen Kopf nach hinten. �Dein Scho�hund hat mir gro�e Unannehmlichkeit�n bereitet, Vol�jin. Aber ich bin heute in gro�z�giger Stimmung. Also leg deine Waffe nieder, dann m�ssen du und deine Pandaren-Freunde nicht erleb�n, was passiert, wenn meine Laune sich verschlechtert.�</p></section><section><title><p>23</p></title><p>Zorn flammte in Vol�jin auf, als er seinen Namen von ihren Lippen h�rte. Er blickte den Menschen an, der zwar gefesselt war, aber nicht den Eindruck machte, als w�re er so sehr zusammengeschlagen oder gefoltert worden, dass er die Identit�t des Trolls preisgegeben h�tte. Einen Moment sp�ter folgte h�mische Scham, dass er diesen Gedanken �berhaupt erwog. <emphasis>Tyrathan w�rde mich nicht verrat�n.</emphasis></p><p>Vol�jin rammte seine Gleve in den Boden.</p><p>Die Zandalari neigte den Kopf zum Gru�. �Ich w�rde auf dein Wort vertrau�n, w�rdest du mir zusichern, dass ihr keinen �rger macht, aber da ihr ja bereits �rger gemacht habt, bin ich gezwung�n, deine Pandaren-Scho�hunde zu fesseln. Ich hege keinen Groll gegen die Pandaren, aber von mein�n Gastgebern hier kann man das leider nicht behaupt�n.�</p><p>Vol�jin blickte sich um. �Ich sehe niemand sonst.�</p><p>�So soll es auch ausseh�n. Ihr werdet mit mir kommen, eure Ausr�stung wird man sp�ter mitnehmen.� Sie hielt inne, und einen unmerklichen Moment lang verengten sich ihre Augen. �Du erinnerst dich nicht an mich, oder?�</p><p>Er musterte sie lange genug, um sie glauben zu machen, dass er wirklich dar�ber nachdachte. �Ich will nicht l�g�n. Nein.�</p><p>�Das hatte ich auch nicht gedacht. Und danke f�r deine Ehrlichkeit!� Sie ging voran zu dem Au�enposten hinab und dann um den Zaun aus spitzen Pf�hlen herum. Dort, in der Mitte des Lagers, zwischen einer Handvoll Zandalari, die die Toten anstupsten und die Flugbahn der Pfeile mit den Augen absch�tzten, standen zwei hochaufgeschossene, h�nenhafte Gestalten. Vol�jin hatte ihresgleichen schon zuvor gesehen, in Albtr�umen und Visionen. �Deine Gastgeber.�</p><p>�Die Mogu. Herrscher von Pandaria.� Sie l�chelte nachsichtig. �Dir muss doch klar gewes�n sein, dass das hier eine Falle war. Nicht unbedingt f�r dich bestimmt, aber f�r deinen Bogensch�tz�n. Es war nicht schwer, einen K�der auszuleg�n, dem er nicht widerstehen konnte.�</p><p>�Und du dachtest, wenn du ihn h�ttest, h�ttest du auch mich?�</p><p>�Das war meine Hoffnung.�</p><p>Sie gingen weiter nach Osten, in die Richtung, in die Schwester Quan-li mit den Menschen verschwunden war. Vol�jin sah keine Anzeichen daf�r, dass man sie verfolgt hatte. �Wirst du den K�der gehen lass�n?�</p><p>�Falls es ihnen gelingt, dem zu entkommen, was ich hinter ihnen hergeschickt habe, sicher.� Die Zandalari warf ihm einen Blick zu. �Du kannst dir wohl nicht vorstellen, dass ich sie entkomm�n lassen w�rde. Es w�rde mich in den Aug�n der Mogu weichlich erscheinen lassen, und sie halten uns ohnehin schon f�r schwach. Aber mir ist egal, ob deine Begleiter entkomm�n oder nicht. Es w�re mir sogar ganz recht, um die Wahrheit zu sagen. Die Geschicht�n, die sie zu erz�hlen haben, w�rden Furcht unter unseren Feind�n s�en. Das w�re n�tzlicher als die Amani-Armee, die versprochen hat, unsere Flanke zu sichern.�</p><p>Vol�jin ging nicht darauf ein und versuchte, sich seine �berraschung nicht anmerken zu lassen, als sie die Amani erw�hnte. �Selbst wenn sie entkomm�n, niemand wird ihnen glaub�n.�</p><p>�Aber es w�rde eine nette Geschichte abgeb�n: ein adeliges Mitglied der Allianz, von Vol�jin aus der Hand von Troll�n gerettet. Mehr noch, von einem Vol�jin, der aus dem Grab zur�ckgekehrt ist.� Sie f�hrte ihn zu der Stelle, an der zwei Knechte die Z�gel von schlanken Raptoren hielten. Hinter den Bestien standen zwei Karren, augenscheinlich von pandarischer Bauart, aber mit Mushan als Zugtieren.</p><p>Die Zandalari schwang sich in den Sattel des roten Raptors und wartete, dass er auf die gr�n gestreifte Echse stieg. �Dieses Tier hat dem Offizier geh�rt, den du get�tet hast. Ich fand ihn irritierend, darum habe ich ihn gerne geopfert. Reite mit mir, Vol�jin! F�hle, wie es ist, durch dieses Land zu galoppier�n!�</p><p>Ihr Raptor sprang vor und raste davon. Die andere Echse reagierte prompt, als der Schattenj�ger ihr die Fersen in die Seiten dr�ckte, und nahm bereitwillig die Verfolgung auf. In dem Moment, in dem sie den Ritt vorgeschlagen hatte, h�tte er sich nichts vorstellen k�nnen, was er weniger gewollt h�tte, doch als der Wind nun mit seinem Haar spielte und sein K�rper sich daran erinnerte, wie er sein Gewicht verlagern musste, um den Sprint des Raptors zu lenken, erwachte eine alte Freude in ihm. Die Geschwindigkeit und brutale Kraft des Tieres unter ihm, dazu die Gef�hle, die dieses Land in ihm hervorrief � das war eine berauschende Mischung.</p><p>Vol�jin versetzte seinem Reittier einen weiteren Tritt in die Rippen, und der Raptor gehorchte in dem Wissen, wie viel schmerzhafter die Bestrafung w�re, wenn er nicht schneller rannte. Seine Klauen zerfetzten das goldene Laub auf dem Boden, und Vol�jin beugte sich �ber den Hals der Bestie, ein harsches, heiseres Lachen auf den Lippen, als er zu der Zandalari-Frau aufschloss und sie �berholte.</p><p>Er raste weiter, lie� nun aber den Raptor seinen Kurs bestimmen; das Tier wusste, wohin es gehen musste, und Vol�jin war egal, wo dieses Ziel lag. W�hrend er in diesem Sattel sa�, verga� er eine kurze Zeit lang alles: seine Mission, die Horde, Garrosh, das Kloster. Diese B�rde blieb im blutigen Staub des Zandalari-Au�enpostens hinter ihm zur�ck, und er konnte wieder v�llig frei atmen. Er wusste nicht, wann er sich zum letzten Mal so gef�hlt hatte, nur, dass es schon sehr lange her war.</p><p>�Hier entlang!�</p><p>Ihr Ritt hatte sie auf den Mogu�shan-Palast zugef�hrt, der inzwischen fast den H�hepunkt seines n�chtlichen Zyklus erreicht hatte. Die Zandalari lenkte ihren Raptor mit den Z�geln nach Osten und dann zwischen zwei H�geln hindurch. Vol�jin folgte ihr und brachte seine Echse vor einem langen, niedrigen, mit einem spitz zulaufenden Dach versehenen Geb�ude zum Stehen, dessen Fl�gel einen Hof hinter dem Bauwerk einrahmten. Er stieg ab, und nachdem er die Z�gel dem Knecht zugeworfen hatte, der sich bereits des Raptors seiner Gastgeberin annahm, folgte er der Zandalari durch den Haupteingang nach drinnen.</p><p>Sie klatschte laut in die H�nde, woraufhin Trolle mit gesenkten K�pfen aus anderen Durchg�ngen und Korridoren herbeieilten. Die meisten von ihnen waren Gurubashi, sofern Vol�jin die T�towierungen richtig interpretierte, aber da war auch eine Handvoll Zandalari, die augenscheinlich das Kommando hatten.</p><p>Seine Gastgeberin deutete auf ihn. �Das ist Vol�jin von den Dunkelspeeren. Falls ihr ihm nicht den geb�hrend�n Respekt zollt, werde ich morgen eure Herzen zum Fr�hst�ck verspeis�n. Badet ihn und kleidet ihn angemessen!�</p><p>Die vorderste der Bediensteten zog die Nase hoch, als sie den Schattenj�ger musterte. �Er ist ein Dunkelspeer, Herrin. Seine Sorte w�lzt sich mit Schweinen im Dreck und tr�gt die Kleidung, die sie den Schweinehirten gestohlen hat.�</p><p>Die Zandalari verpasste ihr eine Ohrfeige mit dem Handr�cken, so schnell und so hart, dass die Dienerin dem Schlag nicht einmal dann h�tte ausweichen k�nnen, wenn sie eine Woche Zeit gehabt h�tte, sich darauf vorzubereiten. �Er ist ein Schattenj�ger. Die Loa acht�n ihn. Und du wirst daf�r sorgen, dass er gl�nzt wie ein Gott. Wenn die Sonne morgen ihren Zenit erreicht, soll seine Sch�nheit den Mogu die Tr�nen in die Augen treiben und die Zandalari vor Neid heulen lassen. Falls du mich entt�uschst, wirst du meinen Zorn sp�r�n. Jetzt geht!�</p><p>Abgesehen von der uneinsichtigen Bediensteten, die sich flach auf den Boden geworfen hatte, eilten die anderen Trolle davon. Die Zandalari drehte sich herum und l�chelte schmal. �Ich nehme an, deine Pandaren sind gehorsamere Diener. Manchmal glaube ich, selbst ein Mensch wie dein Bogensch�tze w�rde einen besser�n Knecht abgeben. Wir werden �ber diese und andere Dinge reden, nachdem du dich gewaschen hast und angemessen gekleidet bist.�</p><p>Obwohl Vol�jin im Allgemeinen nicht viel f�r die Zandalari �brig hatte, war er doch von dieser Frau fasziniert. �Und dann wirst du mir auch helf�n, mich an deinen Namen zu erinnern?�</p><p>�Nein, mein lieber Vol�jin.� Ihr L�cheln wuchs in die Breite. �Du wirst dich nicht daran erinnern k�nnen, denn du hast ihn nie geh�rt. Aber ich will ihn dir sp�ter nennen, und ich werde dir allen Grund geb�n, ihn nie wieder zu vergessen.�</p><empty-line/><p>Vol�jin h�tte sich vermutlich ihrem Wunsch widersetzt, sich baden zu lassen, aber zu sehen, wie sehr die Bediensteten es hassten, sich um ihn k�mmern zu m�ssen, gefiel ihm. F�r sie war es eine weit schlimmere Folter, als es f�r ihn je sein k�nnte. Dass die Zandalari und Gurubashi seinen K�rper waschen, sein Haar und seine N�gel schneiden, Salben auf seine H�nde und F��e schmieren und ihn dann in einen edlen seidenen Kilt mit einem G�rtel aus Raptorleder kleiden mussten, das war kaum ertr�glich f�r sie. Und um es noch schlimmer zu machen, mussten sie ihm auch noch die Ehre erweisen, einen kleinen Dolch, wie er f�r Zeremonien benutzt wurde, in einer H�lle um seinen linken Oberarm zu schnallen, denn als Schattenj�ger stand ihm dieses Privileg zu. Doch sosehr sie ihn auch als Mitglied eines unw�rdigen, in Ungnade gefallenen Stammes von aufm�pfigen Mischlingen verachten wollten, wusste doch selbst der D�mmste von ihnen, dass sie selbst nie in den Genuss solcher Ehren kommen w�rden, wie sie ihm nun zuteilwurden.</p><p>Die Magie dieses Ortes fl��te ihm zudem das Gef�hl ein, dass ihm jede Ehrung und jedes Lob zustand. Ein kleiner Teil von ihm begr��te sogar die Zuwendung seiner Gastgeberin, weil er nicht weniger verdient hatte. Die Gurubashi und Amani mochten nur ein abf�lliges Zischen f�r den Dunkelspeer �brig haben, aber als der Zandalari-K�nig Rastakhan versucht hatte, alle Trolle zu vereinen, hatte er da nicht nach Vol�jin geschickt, um die Dunkelspeere zu vertreten? Zugegeben, er hatte das Angebot abgelehnt, mit der Begr�ndung, dass die Horde jetzt seine Familie war, aber das �nderte nichts an der Tatsache, dass man ihn eingeladen hatte.</p><p>Als er bereit war, f�hrte ein Diener ihn mit langem Gesicht zum zentralen Hof. In seiner Mitte brannte ein Feuer in einem schlichten Steinkreis, daneben stand ein kleiner Tisch mit zwei goldenen Kelchen und einer gleichfarbigen Karaffe voll dunklem Wein. Zwischen Tisch und Feuer waren zwei Sitzmatten ausgebreitet, sodass die Erfrischungen komfortabel in Griffweite waren.</p><p>Die Zandalari kniete auf einer dieser Matten und stocherte mit einem Stock im Feuer herum, aber als er eintrat, erhob sie sich. Sie hatte sich umgezogen und Leder gegen Seide eingetauscht. Der Stoff war dunkelblau, aber die Blitze vom Mogu�shan-Palast zauberten auch hellere T�ne auf das �rmellose Kleid, das an der Taille von einem einfachen goldenen G�rtel zusammengehalten wurde. Dieser G�rtel bestand aus M�nzen, gepr�gt von den verschiedensten Nationen und in den unterschiedlichsten Epochen. Die Enden hingen der Zandalari bis zu den Knien, und Vol�jin vermutete, dass sie ihn sich wohl bald zweimal um den K�rper schlingen m�sste, wenn sie auf ihren Eroberungsz�gen noch weitere M�nzen hinzuf�gte.</p><p>Sie deutete mit einer Hand auf den Wein. �Damit du dich st�rken kannst. Du kannst den Kelch w�hl�n und selbst einschenken. Ich werde von dem Kelch trinken, den du mir gibst, oder von beid�n. Du sollst wissen, dass ich keinen Verrat im Schilde f�hre. Du bist mein Gast.�</p><p>Vol�jin nickte, blieb aber so stehen, dass das Feuer zwischen ihnen war. �Dann schenk du ein, und w�hl du einen Kelch aus! Du hast mir schon diese Ehre erwies�n, also werde ich dir vertrau�n.�</p><p>Sie goss Wein in beide Kelche, machte aber keine Anstalten, sie vom Tisch zu nehmen. �Ich bin Khal�ak, Dienerin von Vilnak�dor. Er ist f�r K�nig Rastakhan, was du f�r Thrall warst, und mehr. Er k�mmert sich um das Pandaren-Problem, und auch wenn er es nicht wei�, steht er tief in deiner Schuld.�</p><p>�Wie das?�</p><p>Khal�ak l�chelte. �Zuerst ein wenig Geschichte: Ich diente Vilnak�dor und er unserem K�nig, als Rastakhan Zul vorschlug, s�mtliche Trolle unter einem Banner zu vereinen. Von all den Anf�hrern hast nur du, Vol�jin von den Dunkelspeeren, dich dem B�ndnis verweigert. Du hast dich umgedreht und bist gegang�n. Dabei bist du direkt an mir vorbeigeschritten. Ich sah zu, wie du davonmarschiert bist, und als du au�er Sicht verschwund�n warst, habe ich noch lange deine Fu�spur�n im Sand betrachtet. Ich fragte mich, was wohl zuerst vom Winde verweht w�rde, Zuls Tr�ume oder diese Fu�abdr�cke.�</p><p>Kurz blickte sie auf das Feuer hinab. �Dementsprechend �berrascht war ich in Zouchin, als einer meiner Krieger mir einen Fu�abdruck zeigte, den ich m�helos wiedererkannte. Zu der Zeit hatten wir nat�rlich l�ngst durch unsere Spione in der Horde von deinem Verschwinden erfahren. Die Ger�chte, die man sich erz�hlt, gereichen dir zur Ehre. Die meisten in der Horde glauben, dass du bei einer geheimen und unglaublich wichtig�n Mission gestorben bist, um sie zu sch�tzen. Weithin trauert man um dich. Aber es gibt auch jene, die behaupt�n, man h�tte dich ermorden lassen.�</p><p>Vol�jin zog die Augenbraue hoch. �Glaubt denn niemand, dass ich �berlebt hab�n k�nnte?�</p><p>Khal�ak nahm die Kelche und streckte ihm beide zur Auswahl entgegen, als sie zu ihm trat. �Es gibt ein paar Verr�ckte, die das denken, und ein paar Schamanen sind davon �berzeugt, dass du in den Rang eines Loa aufgestieg�n bist. Ein paar Trolle beten dich sogar an, und andere haben sich eine Dunkelspeer-T�towierung ins Fleisch stechen lassen, meistens jedoch an der Seite oder an der Innenseite des Bizeps, da die Orcs nicht viel f�r solche Respektsbekundungen �brig hab�n.�</p><p>Er nahm einen der Kelche. �Aber warum soll dein Meister in meiner Schuld steh�n? Mag er gute Geistergeschicht�n?�</p><p>�Oh nein, seinen Dank hast du dir durch etwas viel Bedeutenderes verdient.� Sie nippte an ihrem Wein und drehte sich um. Die Muskeln ihres schlanken K�rpers bewegten sich geschmeidig unter der Seide, als sie gelassen zu der Sitzmatte hin�berging und sich hinkniete, beinahe wie ein Bittsteller vor einer G�tterstatue, anschlie�end nahm sie einen zweiten Schluck. �Bitte, leiste mir Gesellschaft!�</p><p>Vol�jin kam ihrer Bitte nach, stellte den Wein aber auf dem Tisch ab, bevor er sich setzte. �Was ist nun mit deinem Meister?�</p><p>�Eins noch, Vol�jin. Ich halte dich nicht f�r einen Narr�n. Du wirst w�hrend dieser Unterhaltung viele Dinge erfahren, wichtige Dinge. Aber sei versichert, ich wei� genau, was ich mit dir teile. Dass ich das tue, hat seine Gr�nde. Ich werde ehrlich sein. Falls du eine Frage hast, stell sie, und ich werde sie beantwort�n, sofern es in meiner Macht steht.�</p><p>Er nahm seinen Kelch und trank. Der dunkle Wein schmeckte fruchtig und w�rzig, ein wenig nach Kalimdor, aber noch mehr nach Pandaria. Der Geschmack gefiel ihm, aber er wollte sich davon nicht einlullen lassen. �Du wolltest sagen ��</p><p>�Die Mogu sind arrogant und herablassend. Alles, was sie �ber Trolle wiss�n, entstammt den Geschichten aus der Zeit, bevor ihr Reich zusammenbrach. Was sie seitdem gesehen haben, sind Zandalari, die nur noch einen Bruchteil ihrer fr�heren Macht hab�n, und andere Trolle, die sie als minderwertige Mischlinge betrachten. Und das sind die Trolle, die mit uns k�mpf�n. Das wenige, was sie von den Trollen gesehen haben, die sich der Horde anschlossen, hat ihre Vorurteile nur best�tigt.</p><p>Und dann noch die Sache in Zouchin, mit dir.� Sie nippte an ihrem Kelch und fuhr sich anschlie�end mit der Zunge �ber die Lippen. �Ich wusste nat�rlich erst nicht, dass du es warst, und ich hatte auch keinen Grund dazu, hatte ich doch von deinem Tod geh�rt. Ich nahm an, dass die grimmigeren Ger�chte wahr w�r�n, schlie�lich hast du dich Garrosh noch energischer widersetzt als meinem K�nig. Ich war �berzeugt, dass nur die Horde dich t�t�n k�nnte, aber jetzt sehe ich, dass ich mich geirrt habe.�</p><p>Vol�jin antwortete ihr nicht mit Worten, aber er hob sein Kinn, damit sie die Narbe an seinem Hals sehen konnte.</p><p>�Ja. Ich hatte mich schon gewundert. Deine Stimme ist nicht mehr so, wie ich sie in Erinnerung hatte.� Khal�ak l�chelte. �Unsere G�ste von der Allianz haben ebenfalls von deinem Tod erfahr�n. Sie sind erleichtert, zumindest die meisten von ihnen. Viele Albtr�ume, die du inspiriert hast, sind verschwund�n. F�rs Erste jedenfalls.</p><p>Aber zur�ck zu den Mogu. Sie fand�n es h�chst am�sant, dass ein Mensch und ein Troll uns in Bedr�ngnis bringen konnten. Aber dass wir dich nicht fang�n konnten, k�ndete von einer St�rke, die ihnen imponierte. Als ich die Falle f�r den heutig�n Abend vorbereitete � ein Schauspiel, das ihnen �brigens sehr gefall�n hat, auch wenn sie sich ein wenig an der Gegenwart deiner Pandaren-Lakaien gest�rt hab�n �, da hoffte ich, du w�rdest mir ins Netz geh�n. Und wenn nicht du, dann zumindest deine Gruppe, damit ich deine Kapitulation im Austausch f�r ihr Leben erzwing�n k�nnte. So oder so, ich wollte dich wiederseh�n.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Weil ich will, dass du dich uns anschlie�t. Das w�rde die Mogu beeindruck�n und ihnen zeigen, dass wir noch immer m�chtig�n Einfluss im Rest der Welt haben. In ihren Augen haben wir bislang nichts geleistet, abgeseh�n davon, dass wir ihren schlafenden K�nig wiedererweckt haben. In ihrer Arroganz ignorier�n sie die Tatsache, dass sie selbst diese Aufgabe in all den Jahrtausend�n seit dem Untergang ihres Reiches nicht erledig�n konnten. Dass ein Mensch und ein Troll uns behindern konnten, darin sehen sie Schw�che, ein Zeichen daf�r, dass die Kraft in unserem Blut schw�cher geword�n ist. Wenn du zu uns sto�en w�rdest, w�re das gro�artig.�</p><p>Vol�jin runzelte die Stirn. �Du warst doch dort. Ich habe das Angebot der Zandalari bereits abgelehnt.�</p><p>�Dies ist weder dasselbe Angebot, Schattenj�ger, noch dieselbe Welt.� Sie streckte die Hand aus und streichelte mit ihrem Finger die Wunde an seinem Hals und dann die an seiner Seite. �Damals sagtest du, die Horde w�re deine Familie. Aber sie hat dich versto�en. Garrosh, feige und kleingeistig, wie er ist, hat die einzige Person niedermetzeln lass�n, die ihn mit Rat und Tat durch den Mahlstrom der Zukunft h�tte f�hren k�nnen. Dein Volk sind die Dunkelspeere, und wir sind willens, sie zu den Ersten unter den St�mmen zu erheb�n.</p><p>Gewiss, die Gurubashi werden sich beschweren, die Amani werden jaulen, und sie werd�n auf ihre Geschichte pochen, aber ich werde ihnen ihre Fehler und ihr Versag�n aufzeigen. Denn die Dunkelspeere sind der einzige Stamm, der sich selbst treu geblieb�n ist. Dass ihr nicht zu den Herrschern eines gro�en Reiches aufgestieg�n seid, liegt nicht daran, dass ihr es nicht konntet. Ihr habt euch nur f�r einen anderen Weg entschied�n. Dass sie nach einem solchen Imperium strebten, kann nicht dar�ber hinwegtr�st�n, dass sie versagt haben. Sie erwarten, dass man sie wegen Taten ehrt, die Jahrhunderte zur�cklieg�n und die nur kurz darauf wieder ungeschehen gemacht wurd�n.�</p><p>Sie hob sein Kinn an, sodass ihre Blicke sich trafen, und das Versprechen einer glorreichen Zukunft funkelte in ihren Augen. �Dies ist mein Angebot an dich, Vol�jin Dunkelspeer von den Dunkelspeeren. Sei mir, was du Thrall warst! Entfalte deine ganze Macht als der Schattenj�ger, den dein Volk braucht! Dein Volk: die Dunkelspeere und alle Trolle. Gemeinsam werd�n wir der Welt ihre Fehler aufzeigen, und wir werden wieder Recht und Ordnung in Lande bring�n, die schon viel zu lange unter ihrer Abwesenheit darben.�</p><p>Vol�jin hob seinen Kelch. �Das ist eine gro�e Ehre; und ein Angebot, das nur ein Narr ablehn�n w�rde.�</p></section><section><title><p>24</p></title><p>�Und nur ein Narr w�rde es allein auf mein Wort hin annehm�n.�</p><p>�Du bist sehr �berzeugend.�</p><p>�Und du bist zu g�tig.� Sie lachte spielerisch. �Es gibt nat�rlich einige Dinge, die ich wissen muss. Warum treffe ich dich in der Begleitung von Pandaren an? Warum l�sst du dir von einem Menschen helf�n? Warum k�mpft ihr gegen uns?�</p><p>Vol�jin betrachtete ihr Gesicht einen Moment lang. �Du kennst Chen Sturmbr�u vermutlich. Er ist ein alter Freund von mir. Er war au�erdem derjenige, der mich gefund�n hat, nachdem die Horde mit mir fertig war. Die M�nche, die deine Mogu-Verb�ndet�n so hassen, haben mich aufgenommen und gesund gepflegt. Dasselbe hab�n sie auch f�r den Menschen getan.�</p><p>Er trank ein wenig mehr Wein. �Was meinen Kampf geg�n euch betrifft: Als ich sah, dass es eine Invasion geben w�rde, habe ich gar nicht daran gedacht, wer da in Pandaria einf�llt. Ich wollte meinen Wohlt�tern nur ihre G�te vergelt�n.�</p><p>Khal�ak legte den Kopf schr�g. �Du sagst, du hast die Invasion geseh�n. Dann hat die Seident�nzerin dir also auch Visionen geschickt.�</p><p>Vol�jin nickte. �Ich vermutete zumindest, dass sie es ist.�</p><p>�Ja. Sie ist seit Urzeit�n unsere Schutzheilige, aber es gef�llt ihr nicht, dass wir die Bande zu den Mogu neu gekn�pft haben. Ich vermute, in der Vergangenheit gab es wohl einige unserer Krieger, die zu viel Gefall�n an der Mogu-Magie fanden und sich darum von der Seident�nzerin abwandten. Dieser Kult ist schon l�ngst verschwund�n, aber in ihrem Ged�chtnis ist er noch immer pr�sent.� Khal�ak starrte in die dunklen Tiefen ihres Weins. �Es �berrascht mich nicht, dass sie bereit war, uns jetzt ein wenig �rger zu mach�n, damit uns sp�ter ein viel gr��eres Unheil erspart bleibt.�</p><p>�Du hattest also dieselben Visionen wie ich, und du hast sie einfach ignoriert?�</p><p>�Ich habe L�sungen f�r diesen �rger gefund�n.�</p><p>�Und bin ich auch so eine L�sung?�</p><p>�Du bist mehr als eine L�sung, Vol�jin.� Sie beugte sich vor und senkte die Stimme. �Du hast viel zu biet�n, und deine Belohnung wird deinen Diensten in nichts nachsteh�n. Gerade eben, zum Beispiel, hat uns deine kleine Truppe gezeigt, dass wir nicht geg�n Pfeile gefeit sind, blo� weil wir Zandalari sind. Wichtiger noch, ihr habt die Mogu daran erinnert, wie t�dlich ihre einstig�n Diener sein k�nnen. Dass wir sie gefangen genomm�n haben, hat uns einen Pluspunkt bei ihnen eingebracht. Also noch einmal danke daf�r!�</p><p>Der Dunkelspeer lehnte sich zur�ck. �Wenn ich ein so gro�er Gewinn bin, musst du dann nicht Angst hab�n, dass dein Meister dich aus dem Weg r�umt, um mir deinen Posten zu geb�n?�</p><p>�Nein. Er f�rchtet dich. Er hat nicht das R�ckgrat, das du gezeigt hast, als du die Bitte des K�nigs ablehntest. Er wird also weiter auf mich vertrauen, damit ich dich unter Kontrolle halte.� Sie l�chelte sch�chtern. �Und ich brauche keine Angst davor zu haben, dass du mich betr�gst, denn ich werde dich dadurch unter Kontrolle halt�n, dass ich deine Freunde kontrolliere. Du hast recht, ich wei�, wer Chen Sturmbr�u ist. Den Menschen kenne ich zwar nicht, aber dein Respekt vor ihm ist offensichtlich.�</p><p>�Du sprichst von Vertrauen, aber trotzdem willst du mich erpress�n?�</p><p>�Nein, ich m�chte nur nicht, dass du etwas �berhastetes tust, bevor du Gelegenheit hattest, �ber mein Angebot nachzudenk�n. Ich wei�, du hast dich in der Vergangenheit geweigert, dich uns anzuschlie�en, und du hast dich Garroshs Diktat widersetzt. Du hast Prinzipien, und das ist eine wundervolle Eigenschaft. Eine, die ich sehr sch�tze.� Sie stellte ihre Tasse beiseite und kniete vor ihm, die ge�ffneten H�nde in ihrem Scho�. �Falls du dich uns anschlie�t und uns deine volle und freiwillige Unterst�tzung zusicherst, werde ich deine Gef�hrt�n freilassen.�</p><p>�Und du wirst ihnen keine J�ger hinterherschick�n wie den anderen?�</p><p>�W�rden wir hier um ihre Sicherheit feilsch�n, h�tte niemand sie verfolgt.� Sie hob die Hand. �Aber wie gesagt, du sollst diese Entscheidung nicht gleich treffen. Deine Begleiter werden gut behandelt � sie werden nicht denselb�n Luxus genie�en, den ich dir biete, aber es wird ihnen an nichts fehl�n.� Khal�ak l�chelte. �Und morgen wirst du aus erster Hand erleb�n, was die Mogu zu unserem B�ndnis beisteuern. Sobald du das geseh�n hast, wirst du erkennen, dass mein Angebot �u�erst gro�z�gig ist und du ernsthaft dar�ber nachdenk�n solltest.�</p><empty-line/><p>Ihre Unterhaltung wandte sich banaleren Themen zu. Vol�jin war sicher, h�tte er es darauf angelegt, h�tte sie mit ihm geschlafen. Vielleicht h�tte sie derartige Intimit�t als weitere M�glichkeit in Betracht gezogen, ihm diese Zusammenarbeit schmackhaft zu machen � aber nur, wenn sie ihn f�r einen Narren gehalten h�tte. Sie wusste, dass er zu intelligent daf�r war, und wenn er mit ihr ins Bett ginge, w�rde sie auch wissen, dass er sie nur glauben machen wollte, er w�re leicht zu manipulieren. Sie w�rde einem solchen Versuch misstrauen, und sie w�rde ihm misstrauen.</p><p>Indem er sich zur�ckhielt, gewann Vol�jin andererseits eine gewisse Macht �ber sie. So f�hig sie auch sein mochte, war sie doch augenscheinlich in ihn vernarrt. Wie sonst h�tte sie Jahre sp�ter noch die Form seines Fu�abdrucks im Sand erkannt? Sie wollte mit ihm schlafen, und sei es nur, um die Jahre des Interesses an ihm zu rechtfertigen.</p><p>Das konnte er nutzen, ganz gleich, ob er letzten Endes auf das Angebot einging oder nicht.</p><p>Sie sprachen noch eine ganze Weile, dann legten sie sich unter dem offenen Himmel im Hof schlafen. Als die ersten Vorboten des Morgengrauens das Firmament �ber ihm erhellten, erwachte Vol�jin wieder. Er f�hlte sich kaum ausgeruht, aber auch nicht ersch�pft; nerv�se Energie machte seinen Schlafmangel wett.</p><p>Nachdem sie ein schlichtes Fr�hst�ck aus ger�uchertem Goldkarpfen und s��en Reiskuchen zu sich genommen hatten, k�mmerten sich die Bediensteten erneut um ihre k�rperlichen Bed�rfnisse, anschlie�end stiegen sie auf zwei Raptoren und machten sich wieder nach S�dwesten auf. Khal�ak sagte kein Wort w�hrend des Ritts, aber so, wie der Wind mit ihrem Haar und ihrem Umhang spielte, gab sie einen atemberaubenden Anblick ab. In diesem Moment sah Vol�jin sie genauso, wie die Zandalari sich selbst sahen. Er verstand nun �ber jeden Zweifel hinaus, warum sie zur�ckzufordern versuchten, was sie einst verloren hatten. <emphasis>Zu wissen, wie tief man gefall�n ist, und zu f�rchten, dass man dies�n Ausgangspunkt nie wieder erreicht, das frisst einen von innen heraus auf.</emphasis></p><p>Sie hielten auf einen hohen Berg mit steilen H�ngen zu und umrundeten ihn. Die Geb�ude hier waren zerfallen, doch nicht durch den nat�rlichen Alterungsprozess. Der Krieg hatte sie vor langer Zeit zerst�rt. Blut und Ru� waren vom Wetter hinfortgesp�lt worden, die goldenen Pflanzen hatten Knochen und Tr�mmer unter sich begraben, doch die �berreste der Steinb�gen k�ndeten noch immer von der Gewalt, die sie einst zerschmettert hatte.</p><p>Trotz dieser Spuren der Verw�stung und obwohl das Licht des Tages ged�mpft war, machte die Erhabenheit Pandarias selbst diesen Ort wundersch�n. Als sie die Stra�e zwischen den Bergen hinaufritten, hatte Vol�jin das Gef�hl, er w�re schon einmal hier gewesen, aber vielleicht lag es auch nur daran, dass seine Zeit in Orgrimmar ihm einen ziemlich guten Eindruck davon verschafft hatte, wie m�chtig diese Bauwerke einst gewesen waren. Die Dunkelspeere gaben sich mit bescheidenen, zweckdienlichen Unterk�nften zufrieden, doch andere, das wusste er, versp�rten den Zwang, ihre �berlegenheit durch gewaltige Bauten zu beweisen. Er hatte von den riesigen Statuen in Eisenschmiede und Sturmwind geh�rt, und er war sicher, dass an diesem Ort auf ganz �hnliche Weise der Vergangenheit der Mogu gedacht worden war.</p><p>Die Mogu entt�uschten ihn nicht.</p><p>Als die Stra�e sie auf eine �ffnung in der Bergwand zuf�hrte, erhaschte er einen Blick auf eine gewaltige graue Statue auf einem bronzenen Sockel. Sie stellte einen Mogu-Krieger dar, der hoch aufgerichtet dastand, die H�nde auf dem Griff eines m�chtigen Streitkolbens. Selbst wenn man die Waffe auf normale Proportionen geschrumpft h�tte, w�re nicht einmal Garrosh in der Lage gewesen, sie zu schwingen. Auch wenn das gleichg�ltige Gesicht der Statue keinen Anhaltspunkt auf die Pers�nlichkeit des dargestellten Mogu zulie�, k�ndete dieser Streitkolben doch von Macht, Grausamkeit und dem Verlangen, jeglichen Widerstand zu zerschmettern.</p><p>Khal�ak und Vol�jin betraten die Gruft nicht, denn in der Ferne kam ihnen mit gemessenen Schritten eine Parade entgegen. Zandalari-Truppen, von deren Speeren Wimpel flatterten, f�hrten diese Prozession an, dahinter kamen, auf einem eleganten, von Kodos gezogenen Pandaren-Wagen stehend, drei Mogu, flankiert von einem halben Dutzend weiterer Trolle. Ihnen folgte ein kleinerer Wagen mit zw�lf Zandalari-Hexendoktoren, und zwischen ihnen und den Zandalari-Truppen, die den Abschluss des Zuges bildeten, rollte ein klappriger Wagen dahin, auf dem Chen, Tyrathan, die drei M�nche und vier Menschen, allesamt m�nnlich, sa�en. Holz knirschte, und die Zugtiere schnauften, w�hrend ihre donnernden Hufschl�ge den Boden erzittern lie�en.</p><p>Als die Prozession vor der Gruft zum Stillstand kam, gingen die Schamanen zu den Gefangenen und dr�ngten sie ins Innere, anschlie�end folgten ihnen die Zandalari und ihre Mogu-Gastgeber. Khal�ak bellte dem Hauptmann, der die �brigen Truppen anf�hrte, einen Befehl zu, woraufhin seine Soldaten sich aufteilten, um Verteidigungsstellungen zu errichten. Die Zandalari selbst betraten derweil mit Vol�jin die D�sternis der Gruft.</p><p>Einer der Mogu � h�tte Vol�jin einen Tipp abgeben m�ssen, h�tte er ihn als Geistfetzer eingesch�tzt � deutete mit zwei Fingern auf die Gefangenen, und die Hexendoktoren brachten Dao und Shan nach vorne und bugsierten sie links und rechts an die Ecken des Statuensockels. Als der Mogu noch einmal die Hand hob, wurden zwei Menschen an die beiden hinteren Ecken geschubst.</p><p>Vol�jin versp�rte Scham f�r Tyrathan. Die Pandaren-M�nche hielten den Kopf hoch erhoben, als die Zandalari sie zu ihren Positionen f�hrten. Sie wehrten sich nicht und versuchten nicht, zur�ckzuweichen. Eine Aura stiller W�rde umgab sie, als w�rden sie gar nicht dar�ber nachdenken, was nun, wie sie sehr wohl wussten, mit ihnen geschehen w�rde. Die Menschen hingegen heulten und schrien und mussten zur Statue hin�bergezerrt werden. Das mochte daran liegen, dass sie kein inneres Gleichgewicht hatten, oder daran, dass sie sich j�h ihrer Sterblichkeit bewusst wurden. Einer von ihnen konnte nicht einmal mehr stehen und musste von zwei Zandalari aufrecht gehalten werden, ein anderer wimmerte vor sich hin und n�sste sich ein.</p><p>Khal�ak drehte sich halb zu Vol�jin herum und fl�sterte. �Ich wollte die Mogu davon �berzeug�n, dass sie nur Menschen brauchen, aber nachdem sie gesehen hatten, wie die Shado-Pan k�mpften, wollten sie unbedingt auch Pandaren. Ich konnte sie zwar �berred�n, Chen und deinen Menschen zu verschonen, aber ��</p><p>Der Troll nickte. �Ein Anf�hrer muss unangenehme Entscheidungen treff�n.�</p><p>Der Mogu-Geistfetzer trat zu Bruder Dao an die vordere linke Ecke der Statue. Mit einer Hand riss er den Kopf des M�nchs nach hinten, sodass die Kehle des Pandaren blo�lag, dann hob er die andere Hand und stie� eine Klaue in den Hals seines Opfers. Die Wunde war nicht t�dlich, kaum mehr als ein l�stiger Stich, und als der Mogu die Hand zur�ckzog, gl�nzte ein schwerer Tropfen Pandaren-Blut daran.</p><p>Der Geistfetzer streifte diesen Tropfen an der Ecke des Bronzesockels ab, woraufhin eine kleine Flammenzunge aufloderte. Nach einem Moment schrumpfte sie zu einer winzigen, blau flackernden Flamme zusammen.</p><p>Nun wandte der Mogu sich dem Menschen an der hinteren Ecke zu, und als ein Tropfen seines Blutes den Sockel ber�hrte, schoss ein kleiner Geysir aus Wasser nach oben. Als er verging, blieb eine kleine Pf�tze zur�ck, deren Oberfl�che sich im Rhythmus der tanzenden Flamme kr�uselte.</p><p>Jetzt war der zweite Mensch an der Reihe. Sein Blut rief einen winzigen Zyklon hervor. Zun�chst war er r�tlich verf�rbt, dann konnte man ihn nicht mehr sehen, und nur das Flattern der schmutzigen Robe, die der Mensch trug, k�ndete davon, dass er noch da war. Dieses Flattern passte sich dem Kr�useln der Pf�tze an.</p><p>Zu guter Letzt kam der Geistfetzer zu Bruder Shan. Der M�nch hob von sich aus den Kopf und entbl��te seinen Hals, und nachdem der Mogu sein Blut auf die Bronze gestrichen hatte, gab es eine vulkanische Eruption, und Vol�jin war sich sicher, dass sie durch Shans Zorn noch verst�rkt wurde. Die geschmolzene Erde beruhigte sich jedoch nicht wieder, sondern floss weiter, n�herte sich in schmalen Linien der Pf�tze und dem Zyklon.</p><p>Luft, Feuer und Wind breiteten sich nun ebenfalls aus, und wo sie einander ber�hrten, rangen sie verbittert miteinander. Die Gewalt dieser Zusammenst��e stieg in halb durchsichtigen, schillernden Machtentladungen nach oben, zur Decke hinauf, sodass sie die Statue wie W�nde einh�llten. Lauter Donner grollte, dann zeigten sich Risse im Stein, gewaltige Kl�fte, so tief und breit wie die auf den Geb�udetr�mmern drau�en. Sie breiteten sich aus wie die Wurzeln eines Baumes, und nach Vol�jins Sch�tzung w�rde die gesamte H�hle zehn Fu� hoch unter Ger�ll begraben, sollte die Statue auseinanderbrechen.</p><p><emphasis>Hoch genug, um uns alle zu verschling�n.</emphasis></p><p>Doch die Statue brach nicht auseinander. Die Energielinien sanken wieder nach unten und glitten in die Risse. Ein paar Herzschl�ge lang sammelten sie sich im Zentrum des Bildnisses, dort, wo sich das Herz des Mogu befunden h�tte. Sie pulsierten, zwei-, vielleicht auch viermal, dann str�mte die Energie durch unsichtbare Venen nach au�en. Ein r�tlicher Hauch �berzog die gesamte Statue, und unter seinem Schillern knirschte und barst der Stein. Es war, als w�rde dieser Schimmer unglaublichen Druck auf die Statue aus�ben, wie ein M�hlstein, der das Standbild zu Staub zermahlte.</p><p>Doch dank der unsichtbaren Energie behielt die Statue ihre Form bei.</p><p>Pl�tzlich zuckte eine �therische Ranke von einem Kn�chel und einem Handgelenk vor. Es sah aus wie Nebel, und es schlang sich um Bruder Daos Gesicht. Der M�nch hatte den Kopf in den Nacken geworfen, um zu schreien, sodass der Dunst in seinen K�rper str�men konnte. Einen Augenblick sp�ter hatte das Schillern den Pandaren v�llig eingeh�llt � und dann zerquetschte es ihn wie eine Traube.</p><p>Der Brei, der einmal Bruder Dao gewesen war, wurde nun durch die Ranken nach oben gesaugt, und erst als dieses schaurige Spektakel vor�ber war, fiel Vol�jin auf, dass auch die drei anderen verschwunden waren. Das Gl�hen kehrte auf das Bildnis zur�ck, und diesmal wurde es heller. Es pulsierte und verst�rkte sich, und zwei Punkte leuchteten ganz besonders grell, dort, wo sich die Augen der Statue befunden hatten.</p><p>Nun zog sich die Magie zusammen, begleitet von einem Kr�useln und mehreren knackenden und knirschenden Ger�uschen. Als das Licht sich noch verst�rkte, flammte Hitze auf, aber nur, um abrupt wieder zu vergehen. Der leblose Stein presste sich selbst in die Form m�chtiger Muskeln, und sie bewegten sich unter einer schwarzen Haut, als das Leuchten selbst sich wieder in die Statue zur�ckzog. Das Fleisch entlang der gezackten Risse, wo der Stein zerbrochen war, verheilte, ohne dass Narben zur�ckblieben, und dann stand ein unvergleichlicher Mogu-Krieger, nackt und unbesiegbar, auf dem bronzenen Sockel.</p><p>Die beiden anderen Mogu eilten jetzt ebenfalls nach vorne, um mit dem Geistfetzer vor diesem Wesen mit gebeugten K�pfen auf die Knie zu fallen. Einer von ihnen hielt der Kreatur einen schweren goldenen Mantel mit schwarzem Besatz hin, der andere einen goldenen Amtsstab. Der Mogu aus der Statue nahm erst den Stab, dann stieg er auf den Boden hinab und lie� sich von den anderen einkleiden.</p><p>Vol�jin studierte das Gesicht der Kreatur. H�tte man ihn nach Jahrtausenden aus dem Schlaf erweckt, dann w�re er w�hrend dieser ersten Augenblicke vermutlich etwas verunsichert, bis er begriffen h�tte, was geschehen war. Doch alles, was er in den Augen des Kriegsf�rsten sah, war ein Flackern von Verachtung, als er die Zandalari sah, und purer Hass ob der Gegenwart der Pandaren.</p><p>Er machte einen Schritt auf die Stelle zu, wo Chen und Bruder Cuo standen, doch Jahrhunderte des Todes hatten seine Bewegungen ein wenig verlangsamt, sodass Khal�ak Gelegenheit hatte, sich zwischen ihm und den Gefangenen aufzubauen. Als Vol�jin an ihre Seite trat, einen Schritt hinter ihr, erkannte er, dass sie mit einer solchen Eventualit�t gerechnet haben musste; sie hatte den Punkt, von dem aus sie der Zeremonie beigewohnt hatten, jedenfalls ganz bewusst gew�hlt.</p><p>Nun verbeugte sie sich, ging aber nicht auf die Knie. �Kriegsf�rst Kao, ich hei�e Euch im Namen von General Vilnak�dor willkomm�n. Er erwartet Euch auf der Insel des Donnerk�nigs, wo er Eurem wiedererwachten Meister Gesellschaft leistet.�</p><p>Der Mogu musterte sie von Kopf bis Fu�. �Ein paar Pandaren zu t�ten, wird nicht viel Zeit kosten, und es wird meinen Meister erfreuen.�</p><p>Khal�ak deutete mit der offenen Hand auf Vol�jin. �Der Schattenj�ger Vol�jin von den Dunkelspeeren m�chte diese beiden Eurem Meister zum Geschenk machen. Falls Ihr Pandaren t�ten wollt, kann ich w�hrend der Reise eine Jagd arrangieren. Aber diese beiden sind bereits einem anderen versproch�n.�</p><p>Kao und Vol�jin blickten einander an. Der Kriegsf�rst begriff sehr wohl, was hier gespielt wurde, aber er schien nicht bereit, sich im Moment damit zu befassen. Der Hass, der in seinen dunklen Augen brannte, zeigte dem Troll jedoch, dass Kao seine Rolle bei dieser Posse weder vergeben noch vergessen w�rde.</p><p>Der Mogu nickte. �Ich will einen Pandaren f�r jedes Jahr t�ten, das ich im Grab verbracht habe, und zwei f�r jedes Jahr, das mein Meister im Tod gefangen war. Triff die n�tigen Vorbereitungen, Trollweib. Es sei denn, dein Schattenj�ger hat meinem Meister noch mehr von diesen Biestern versprochen.�</p><p>Vol�jins Augen wurden schmal. �Kriegsf�rst Kao, dann m�sstet Ihr Tausende und Abertausende Pandaren t�ten. Euer Reich war auf die Dienste der Pandaren angewies�n. Was ihr wollt, mag gerechtfertigt sein, aber das Ergebnis w�re tragisch. Viel hat sich ver�ndert, mein F�rst.�</p><p>Kao schnaubte und stampfte zu den anderen Mogu hin�ber, die bei den Zandalari-W�rdentr�gern standen.</p><p>Khal�ak atmete vorsichtig aus. �Das war schlau.�</p><p>�Ebenso schlau, wie es von dir war, sein Handeln vorauszuseh�n.� Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Aber er wird trotzdem die Leb�n von Chen und Cuo fordern.�</p><p>�Ich wei�. Den M�nch muss ich ihm wahrscheinlich geb�n. Die Mogu hassen die Shado-Pan aus den tiefsten Tiefen ihrer schwarzen Seelen. Ich werde aber jemand�n finden, um Chens Platz einzunehmen. F�r die Mogu sehen die Pandaren ohnehin alle gleich aus.�</p><p>�Falls er diesen Verrat bemerkt, w�rde er dich t�t�n lassen.�</p><p>�Genau wie dich und Chen und deinen Menschen.� Khal�ak l�chelte. �Ob es dir gef�llt oder nicht, Vol�jin von den Dunkelspeeren, unser Schicksal ist nun untrennbar miteinander verwob�n.�</p></section><section><title><p>25</p></title><p>�Was f�r mich einige Unannehmlichkeiten bedeutet. Aber das l�sst sich wohl nicht vermeid�n.�</p><p>Khal�ak drehte sich zu ihm herum, w�hrend Soldaten die Gefangenen nach drau�en f�hrten und sie dort wieder auf den Karren luden. �Wie meinst du das?�</p><p>�Kao ist w�tend, und dein Meister f�rchtet mich. Falls ich einfach so auf diese Insel des Donnerk�nigs reise, wird das ihre Gef�hle nur noch verst�rk�n.� Vol�jin zog die Schultern hoch. �Du wirst demonstrier�n m�ssen, dass du noch immer Kontrolle �ber mich hast. Ich bin ein Gefangener, und genauso sollte ich auch behandelt werd�n.�</p><p>Sie dachte einen Moment dar�ber nach, dann nickte sie. �Au�erdem bist du dann in der N�he deiner Freunde und kannst dich um sie k�mmern.�</p><p>�Ich hoffe, dass jede Gro�z�gigkeit, die man mir gew�hrt, auch ihnen zuteilwird.�</p><p>�Ich werde euch alle in Kett�n legen lassen. Aber f�r dich sollen es Fesseln aus Gold sein.�</p><p>�Damit kann ich leb�n.�</p><p>Sie streckte die Hand aus. �Dein Dolch.�</p><p>Vol�jin l�chelte. �Nat�rlich. Sobald wir zur�ckgeritten sind.�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>Vol�jin genoss seine Freiheit, w�hrend sie zu Khal�aks Unterkunft ritten. Die Wolken hatten sich aufgehellt, als w�ren sie besch�mt, dass sie nicht mit Kaos Dunkelheit mithalten konnten, und das Tal erstrahlte einmal mehr in seinem goldenen Glanz. <emphasis>W�re ich Jahrhunderte in einer Gruft gefang�n, w�rde ich auch gerne an einem solchen Ort wieder erwach�n.</emphasis></p><p>Er durfte bei Khal�ak in ihrem Palast bleiben, und genau wie sie es versprochen hatte, lie� sie goldene Fesseln holen, die durch eine Kette dicker Glieder verbunden waren. Sie waren schwerer als Eisen, lie�en ihm aber genug Spielraum, um sich ungehindert bewegen zu k�nnen. Zudem gestattete seine Gastgeberin ihm gro�e Freiheiten, und sie verzichtete sogar darauf, ihm eine Wache an die Seite zu stellen. Sie wussten schlie�lich beide, dass er nicht versuchen w�rde zu fliehen; nicht, solange Chen und Tyrathan mit den anderen Gefangenen eingesperrt waren.</p><p>Sie nutzten die Zeit, um sich auf konstruktive Weise �ber die bevorstehende Eroberung Pandarias zu unterhalten, und dabei erfuhr Vol�jin, dass es Khal�aks Entscheidung gewesen war, bei der Einnahme von Zouchin auf den Einsatz von Goblin-Kanonen zu verzichten, obwohl Vilnak�dor das anders gesehen und eine Invasion mit Gesch�tzen und Schlie�pulver gefordert hatte. In ihren Augen war das ein Zeichen von Schw�che. Aber da die Mogu mit diesen Mitteln in der Vergangenheit gro�e Erfolge gefeiert hatten, war ihr Meister �berzeugt, so ihren Verb�ndeten Respekt zollen zu k�nnen.</p><p>Wie sich au�erdem zeigte, hatten die Mogu seit dem Untergang ihres Reiches wohl doch ein wenig mehr getan, als nur ihren Tagtr�umen nachzuh�ngen. Nach Khal�aks Ansicht war zwar nur das wenigste davon hilfreich, und sie waren noch immer unorganisiert, aber sie hatten sich zumindest vermehrt. Der Plan f�r ihre Invasion war reichlich simpel: Die Mogu-Truppen w�rden, unterst�tzt von den Zandalari, das Herzland von Pandaria sichern. Sie schienen zu glauben, dass dann alles wieder so werden w�rde wie fr�her, so wie die Steine auf einem Jihui-Brett wie durch Zauberhand wieder in ihre Ausgangspositionen r�ckten.</p><p>Khal�ak glaubte, dass die Zandalari das eroberte Land noch eine Weile sch�tzen m�ssten, bis die Mogu sich endlich organisiert h�tten. Anschlie�end w�rden sie gegen die Allianz oder die Horde losschlagen, sie vernichten und sich danach der anderen Fraktion zuwenden. Die Mantid im Westen waren schon immer ein Problem gewesen, darum wollte man sie als Letzte ausmerzen. W�re das erledigt, w�rde das Mogu-Imperium seine Magie einsetzen, um die Zandalari bei ihrem eigenen Eroberungszug zu unterst�tzen, der ihnen erst Kalimdor und dann die andere H�lfe des zerrissenen Kontinents einbringen w�rde.</p><p>Am n�chsten Morgen brachen sie wieder auf, diesmal aber schon in aller Fr�he. Die n�chtlichen Festivit�ten am Mogu�shan-Palast waren ged�mpft gewesen, denn jeder f�rchtete den Zorn des Kriegsf�rsten Kao, und keiner wollte seinen Unwillen auf sich ziehen, indem er zu lange schlief. Man gestattete Vol�jin, einen Raptor zu reiten, aber nur so, dass seine goldenen Ketten weithin sichtbar waren. Chen, Cuo, Tyrathan und die anderen Gefangenen wurden in Karren transportiert, und der Schattenj�ger sah nur wenig von ihnen, bis sie schlie�lich Zouchin erreichten und er gemeinsam mit ihnen auf ein kleines Schiff gebracht wurde. Man f�hrte sie in eine Kabine unter Deck, deren T�r anschlie�end von au�en verriegelt wurde.</p><empty-line/><p>Seine drei Gef�hrten waren schmutzig von der Reise und bluteten dank der Zuwendung ihrer Wachen, aber sie l�chelten dennoch, als Vol�jin sich hinter ihnen durch die T�r duckte. Chen klatschte in die Pfoten. �Das sieht dir �hnlich: ein Gefangener mit goldenen Ketten.�</p><p>�Es sind trotzdem Kett�n.� Vol�jin verbeugte sich vor Cuo. �Ich bedaure den Verlust deiner Br�der.�</p><p>Der M�nch erwiderte die Geste. �Ich bin dankbar f�r deinen Mut.�</p><p>Tyrathan blickte zu ihm auf. �Wer ist die Frau? Warum �?�</p><p>�Wir werd�n sp�ter noch Zeit haben, dar�ber zu red�n. Jetzt habe ich erst einmal eine Frage an dich, mein Freund. Und ich brauche eine ehrliche Antwort. Es ist wichtig.�</p><p>Der Mensch nickte. �Nur zu.�</p><p>�Hat Chen dir erz�hlt, was ich dem Mensch�n sagte, den wir befreit haben?�</p><p>�Dass ich tot sei und dass du mich get�tet habest? Ja.� Tyrathan l�chelte halbherzig. �Sch�n, zu wissen, dass es eines der besten Krieger der Horde bedurfte, um mich umzubringen. Aber das ist wohl kaum die Frage, die ich dir beantworten soll, oder?�</p><p>�Nein.� Vol�jin runzelte die Stirn. �Der Mensch wollte wissen, wo du bist. Er war voller Furcht, aber auch voller Hoffnung. Er wollte, dass du noch lebst und ihn rettest, aber er hatte auch Angst davor. Warum?�</p><p>Kurz schwieg Tyrathan und kratzte mit einem dreckigen Fingernagel den Schmutz unter einem anderen hervor. Er blickte nicht auf, als er den Mund wieder �ffnete. �Du warst am Schlangenherz in meinem K�rper, als der Sha des Zweifels mich mit seiner Energie ber�hrte. Du hast den Mann gesehen, der mir meine Befehle gab. Nun, der Mensch, den du gerettet hast, war Morelan Vanyst, sein Neffe. Mein Vater war vor mir ein J�ger, so wie sein Vater vor ihm, und wir standen schon seit Urzeiten im Dienst der Vanyst-Familie. Bolten Vanyst, mein Herr, ist ein arroganter Geck und seine Frau ein intriganter alter Drachen. Darum gef�llt es ihm auch so gut in Sturmwind � wann immer es einen Feldzug gibt, kann er ihr entfliehen. Nicht, dass er nicht auch selbst R�nke schmieden w�rde. Er hat nur drei T�chter, und jede ist mit einem ehrgeizigen Mann verheiratet, der sich Hoffnungen auf Boltens Land macht und sich darum bei ihm einschmeichelt. Doch wenn er aus der Stadt ist, hat Morelan das Sagen.�</p><p>Vol�jin sah, wie bei diesen Worten Emotionen �ber das Gesicht des Menschen huschten. Stolz leuchtete hell in seinen Augen, als er vom treuen Dienst seiner Familie sprach, nur um von Abscheu verschluckt zu werden, als er die Intrigen in der Familie seines Herrn beschrieb. Tyrathan hatte offensichtlich sein Bestes getan, diesem Herrn zu dienen, doch eine Person wie Bolten Vanyst war nie wirklich zufriedenzustellen, und man konnte ihr nie wirklich vertrauen. Insofern war er Garrosh gar nicht un�hnlich.</p><p>�Jeden anderen h�tte der Sha des Zweifels von innen heraus zerrissen. Er h�tte sie hinterfragen lassen, ob sie �berhaupt wert sind zu leben. Sie h�tten an ihrem eigenen Verstand und ihren Erinnerungen gezweifelt. Der Sha h�tte sie �berzeugt, dass jede Entscheidung, die sie treffen k�nnten, falsch w�re, und sie h�tten sich im selben Herzschlag selbst zerst�rt. So wie ein Maultier, das man zwischen zwei gleicherma�en appetitlichen Strohhaufen anbindet, w�rden sie inmitten des �berflusses verhungern, weil sie sich einfach nicht f�r eine Sache entscheiden k�nnten.�</p><p>Nun hob der Mensch zu guter Letzt den Blick. M�digkeit hatte seine Schultern gebeugt und die Falten eines ganzen Lebens in sein Gesicht gegraben. �Doch zu mir kam der Sha des Zweifels als Kerze in der dunkelsten Stunde meines Lebens. Ich zweifelte bereits an jedem, und in diesem Moment sah ich die Wahrheit. �ber alles.�</p><p>Vol�jin nickte ermutigend, sagte aber nichts.</p><p>�Ich habe eine Tochter, gerade einmal vier Jahre alt. Als ich das letzte Mal zu Hause war, wollte sie mir vor dem Zubettgehen eine Geschichte erz�hlen, von einer Schafhirtin, die sich mit der Hilfe eines g�tigen Wolfes gegen einen b�sen J�ger zur Wehr setzte. Ich erkannte die Geschichte, und ich nahm an, dass sie die Rollen von J�ger und Wolf vertauscht hatte, weil einer der gilnearischen Fl�chtlinge, die in unser Dorf gekommen waren, sie darauf gebracht hatte. Doch als der Sha mich ber�hrte, sah ich die Wahrheit.</p><p>Meine Frau war die Schafhirtin, so sanft und g�tig, so unschuldig und liebevoll. Ironischerweise begegnete ich ihr zum ersten Mal, als ich Jagd auf ein Rudel W�lfe machte, das ihre Herde dezimierte. Ich kann nicht sagen, was sie in mir sah, aber f�r mich war sie vollkommen. Ich warb um sie und gewann ihr Herz. Sie ist das Beste, was mir je widerfahren ist.</p><p>Doch leider bin ich ein M�rder. Ich t�te, um meine Familie zu versorgen. Ich t�te, um mein Heimatland zu sch�tzen. Ich kann nichts erschaffen, nur zerst�ren. Diese Tatsache zerfra� ihre Seele. Zu wissen, dass mir das T�ten so leicht fiel, dass ich alles t�ten k�nnte, machte ihr Angst. Mein Leben und das, wozu ich geworden war, zersetzten ihre Liebe und ihr eigenes Leben.�</p><p>Tyrathan sch�ttelte den Kopf. �Die Wahrheit, meine Freunde, ist, dass sie recht hatte. Als ich fort war, um meine Pflichten zu erf�llen, kamen sie und Morelan sich nahe. Seine Frau war Jahre zuvor bei der Geburt ihres Kindes gestorben. Sein Sohn ist mit meinen Kindern befreundet, und meine Frau neigte schon immer dazu, sich um andere zu k�mmern. Ich ahnte nichts, oder vielleicht wollte ich es auch nur nicht wahrhaben, aus Furcht, ich w�rde erkennen, dass er meinen Kindern ein besserer Vater w�re als ich, und meiner Frau ein besserer Ehemann.�</p><p>Einen Moment lang kaute er auf seiner Unterlippe herum. �Als ich ihn sah, da wusste ich, dass er, angespornt von der Nachricht meines Todes, beweisen wollte, dass auch er tapfer sein konnte. Darum kam er nach Pandaria, und sein Onkel benutzte ihn wie einen Stein auf einem Spielbrett. Seine Flucht wird alles beweisen, was er beweisen wollte. Man wird ihn als Helden feiern. Dann kann er nach Hause zur�ckkehren und bei seiner Familie sein.�</p><p>�Aber es ist deine Familie.� Vol�jin studierte das Gesicht des Menschen. �Liebst du sie denn nicht mehr?�</p><p>�Doch, von ganzem Herzen.� Tyrathan fuhr sich mit der Hand �bers Gesicht. �Der Gedanke, sie nie wiederzusehen, wird mich St�ck f�r St�ck umbringen.�</p><p>�Und doch opferst du dein Gl�ck f�r das ihre?�</p><p>�Was ich tue, habe ich schon immer getan, um ihnen ein gutes Leben zu erm�glichen.� Er hob den Kopf. �So ist es vermutlich am besten. Du hast mich gesehen, hast gesehen, wie ich in jener Nacht gek�mpft habe. Ich habe besser gezielt als je zuvor, weil ein Teil von mir wollte, dass Morelan meine Handschrift erkennt. Zu morden ist das Einzige, worauf ich mich verstehe, Vol�jin. Ich bin gut darin. So gut, dass ich irgendwann meine Familie umbringen w�rde.�</p><p>�Das ist eine schwere Entscheidung, die du da getroff�n hast.�</p><p>�Und ich zweifle jeden Tag an ihr, aber ich werde nicht nachgeben.� Tyrathans gr�ne Augen wurden schmal. �Warum all diese Fragen?�</p><p>�Weil auch ich schwere Entscheidungen treff�n muss, deinen nicht un�hnlich, aber von gr��erer Reichweite.� Der Troll seufzte schwer. �Und ganz gleich, wie ich mich entscheide, V�lker werden blut�n, und viele werd�n sterben.�</p><p>Seine drei Gef�hrten begn�gten sich mit dem Wissen, dass er ihnen mehr erz�hlen w�rde, wenn er dazu bereit war; dadurch bewiesen sie, dass sie bessere Freunde waren, als er in seinen eigenen Augen verdient hatte. <emphasis>Sie vertrauen darauf, dass ich die richtige Entscheidung treffe. Und das werde ich auch. Ich werde die Entscheidung treff�n und mit den Konsequenz�n leben. Aber ich werde nicht der Einzige sein, der von ihnen betroff�n ist.</emphasis></p><p>Die Zandalari-Besatzung genoss es, ihn zu qu�len, aber sie hielt sich nat�rlich zur�ck. Die vier Gefangenen erhielten anst�ndiges Essen, alle aus demselben Topf, aber die beiden Pandaren und der Mensch bekamen zuerst ihre Portionen. Vol�jin gab man dann, was noch �brig war; in der Regel war das nicht sehr viel, der verbrannte Rest vom Boden des Topfes, und als er es dann bekam, war es meist schon kalt. Wenn seine Kameraden sich dar�ber beschwerten, bekam niemand etwas, darum ermunterte Vol�jin sie, den Mund zu halten und zu essen.</p><p>Gleicherma�en brachte man die anderen mittags an Deck, damit sie ein wenig frische Luft schnappen konnten, w�hrend Vol�jin vor Morgengrauen zum Bug geschubst wurde, wenn das Schiff sich drehte, sodass die Wellen ihn durchn�ssten. Der Dunkelspeer lie� Wasser und bitterkalte Winde ohne Klage �ber sich ergehen, und insgeheim freute er sich, dass die K�lteresistenz, die er sich w�hrend seiner Zeit im Kloster angeeignet hatte, ihm nun so gute Dienste erwies.</p><p>Diese Befriedigung wurde noch gr��er, weil die Zandalari sich an w�rmere und trockenere Stellen zur�ckzogen, w�hrend er im Bug stand.</p><empty-line/><p>Vol�jin war zuf�llig an Deck, als das Schiff die Insel des Donnerk�nigs erreichte. Die Hafenanlagen sahen j�nger aus als alles andere an diesem Ort, und sie trugen Merkmale zandalarischer Baukunst. Auf der linken Seite schleppten mehrere Mannschaften gerade etwas, das Schie�pulver zu sein schien, und andere Vorr�te in Lagerh�user; der Schattenj�ger konnte zwar nicht sagen, ob diese niedrigen Geb�ude voll oder leer waren, doch selbst wenn sie nur halb gef�llt sein sollten, g�be es dort gen�gend Material, um eine Armee sehr, sehr lange zu versorgen. Da sie Kriegsf�rst Kao mit hierher gebracht hatten, war wohl davon auszugehen, dass man diese Vorr�te, obwohl sie gerade erst entladen wurden, schon bald wieder zur�ckverladen w�rde, wenn die Vorbereitungen f�r die n�chste Reise nach Zouchin begannen.</p><p>Nachdem ihr Schiff angedockt hatte, wurden die Gefangenen den Landungssteg hinuntergeschubst und auf einen von Ochsen gezogenen Karren gescheucht. Es war kaum mehr als ein Heuwagen, aber man hatte ihn mit Stoff �berdacht, sodass die vier Gef�hrten in tiefer Dunkelheit nebeneinanderlagen. Doch es gab einige zerschlissene Stellen in der Leinwand, in die man mit dem Daumen L�cher hineinsto�en konnte. So vermochten Vol�jin und die anderen die Insel zu studieren, w�hrend der Karren �ber die Pflastersteine rumpelte, von denen mehr geborsten als heil waren.</p><p>Zu seiner Frustration sah der Troll viel zu wenig, doch dieses bisschen verriet ihm viel zu viel. Da er an Deck gewesen war, als sie den Hafen erreicht hatten, m�sste es fr�her Vormittag sein, doch es hatte den Anschein, als w�re es gerade erst eine Stunde nach Mitternacht. Die einzige Lichtquelle, die wirklich etwas enth�llte, waren Blitze am Himmel. Sie lie�en eine feuchte Sumpflandschaft erkennen, in der jeder Fleck trockenen Bodens von einem Truppenzelt oder einem Pavillon in Beschlag genommen wurde. Der Troll konnte einige der Standarten ersp�hen, als sie vorbeifuhren, und sie waren mannigfaltiger, als ihm lieb sein konnte.</p><p>Es h�tte nat�rlich nur ein Trick sein k�nnen, dass die Zandalari so viele Zelte entlang der Route des Karrens aufstellten, um sie zu t�uschen. Doch Vol�jin bezweifelte es. Der Gedanke, dass eine solche List n�tig sein k�nnte, w�rde den Zandalari gar nicht erst kommen. Sie w�rden nicht glauben, dass ein Feind, der es bis hierher geschafft hatte, mit den falschen Informationen wieder von der Insel fliehen k�nnte, waren sie doch ohnehin �berzeugt, dass kein Gegner gegen sie bestehen konnte. Unter diesen Umst�nden w�re eine T�uschung f�r sie nur eine ehrlose Zeitverschwendung gewesen.</p><p>So zu denken war nat�rlich t�richt, aber in diesem Fall vielleicht nicht einmal ungerechtfertigt. Alles, was Vol�jin �ber die Pr�senz der Horde in Pandaria wusste, waren mehrere Monate alte Zahlen, und Tyrathans Informationen waren sogar noch �lter. Doch er hielt es f�r m�glich, dass allein die gewaltige Menge an Zandalari und anderen Trollen reichen w�rde, um beide Fraktionen ins Meer zur�ckzudr�ngen. Falls sie ihre Karten richtig ausspielten � und Khal�ak w�rde daf�r sorgen, dass sie es taten �, k�nnten sie die Horde und die Allianz vielleicht dazu bringen, einander zu bekriegen oder sich ganz auf den anderen zu konzentrieren. Dann k�nnte niemand die Pl�ne der Zandalari noch vereiteln.</p><p><emphasis>Falls sie Erfolg haben, wird mir das meine Entscheidung abnehm�n.</emphasis></p><p>Der Karren rollte langsam seinem Ziel entgegen, welches sich schlie�lich als hastig errichteter Gef�ngnisk�fig aus Eisenstangen entpuppte, mit einer verriegelbaren T�r, die aussah, als h�tte man sie von einem der Schiffe genommen und dann hier eingesetzt. Dieser K�fig befand sich auf einem kleinen H�gel in einem Sumpf, und das Einzige, was daran hervorzuheben war, war der stinkende Graben, der die Gefangenen von ihren Wachen trennte.</p><p>Noch bevor man Vol�jin zu seinen drei Kameraden in den K�fig werfen konnte, tauchte ein weiterer Wagen auf. Ein Soldat lenkte ihn, ein zweiter stand hinten auf dem Trittbrett, und �ber eine erh�hte Stra�e, die sich durch den Morast schl�ngelte, brachten sie den Troll geschwind zu einem Steingeb�ude in der N�he eines niedrigen, d�steren Komplexes im Nordosten der Insel.</p><p>Nachdem seine Wachen ihn bis nach drinnen eskortiert hatten, begegnete er wieder Khal�aks Bediensteten. Sie gaben sich alle M�he, ihn vorzeigbar zu machen. Sie nahmen ihm nicht nur die goldenen Ketten ab, sondern gaben ihm auch seinen Zeremoniendolch zur�ck. Anschlie�end hie� es wieder zur�ck auf den Wagen und hin�ber zu dem gr��eren Geb�ude, vor dessen Haupteingang nicht nur Doppelreihen von Qilenstatuen standen, sondern auch Khal�ak auf ihn wartete.</p><p>�Gut, so kannst du dich sehen lass�n.� Sie umarmte ihn kurz. �Kao spricht gerade mit dem Donnerk�nig. Um dich und deine Freunde zu retten � und lass mich dir noch einmal sag�n, dass es mir um die M�nche leidtut �, muss mein Meister f�r euch F�rsprache halt�n.�</p><p>Khal�ak f�hrte ihn durch Kr�mmungen und Biegungen, die sich v�llig seinem Orientierungsverm�gen entzogen. Er konnte zwar keine Magie sp�ren, aber ausschlie�en lie� sich diese M�glichkeit nicht. Der Komplex war vermutlich wieder auf Vordermann gebracht worden, um den Donnerk�nig nach seinem Erwachen aus dem Grab willkommen zu hei�en, und Vol�jin nahm an, dass der Aufbau des Geb�udes f�r den Kaiser der Mogu eine gewisse Bedeutsamkeit barg, ein Gef�hl der Vertrautheit. Es w�rde ihm den �bergang in eine Welt erleichtern, in der niemand ihn mehr kannte; eine Welt, die schon bald Grund haben w�rde, seine R�ckkehr zu bereuen.</p><p>Zwei Wachen neben einer T�r salutierten, als Khal�ak zwischen ihnen hindurch in den Raum eilte. Vor der gegen�berliegenden Wand wartete Vilnak�dor auf sie, gekleidet in Roben nach Mogu-Schnitt, die augenscheinlich ma�geschneidert waren, um seinen ausladenden Bauchumfang zu bedecken. Der Zandalari-General war sogar so weit gegangen, seine Haare wei� zu f�rben und sie nach Art der Mogu zu kringeln, und Vol�jin kam es so vor, als w�rde er au�erdem seine Fingern�gel wachsen lassen, damit sie wie Klauen aussahen.</p><p>Khal�ak blieb stehen und verbeugte sich. �Meister, darf ich vorstellen ��</p><p>�Ich wei�, wer er ist. Ich hatte seinen Gestank schon in der Nase, bevor er das Zimmer betret�n hat.� Der Zandalari-Anf�hrer tat ihre Begr��ung mit einem wegwerfenden Winken ab. �Sag mir, Vol�jin von den Schaumschl�gertrollen, warum sollte ich dich nicht gleich hier und jetzt umbring�n?�</p><p>Der Dunkelspeer l�chelte. �W�re ich du, h�tte ich das vermutlich schon l�ngst getan.�</p></section><section><title><p>26</p></title><p>Vilnak�dor starrte ihn an, seine Augen so weit, als w�ren sie durch die Gl�ser einer gestohlenen Gnomen-Brille vergr��ert. �H�ttest du das?�</p><p>�Sicher. Es w�rde Kriegsf�rst Kao bes�nftig�n.� Vol�jin �ffnete die H�nde. �Und so, wie du dich kleidest und dich herausputzt, scheint es deine gr��te Sorge zu sein, die Mogu gl�cklich zu mach�n. Mich zu t�t�n, w�re da genau das Richtige.� Er lie� die atemlose Fassungslosigkeit des Zandalari einen Moment im Raum h�ngen, dann fuhr er fort: �Es w�re aber auch ein gewaltiger Fehler. Und es w�rde euch euren Sieg kost�n.�</p><p>�W�rde es das?�</p><p>�Ohne jeden Zweifel.� Vol�jins Stimme war so leise und so rau wie w�hrend seiner Genesung. �Die Horde h�lt mich f�r tot. Ermordet. Doch es gibt Personen, die wiss�n, dass ich �berlebt habe. Falls du mich umbringst und damit prahlst, werd�n die Dunkelspeere sich dir niemals anschlieߒn. Dann k�nnte dein K�nig alle Tr�ume von einem vereint�n Trollreich begraben. Nebenbei w�rdest du die Horde dadurch zu einem st�rkeren Feind mach�n, denn ohne mich wird niemand Garrosh noch Widerworte geb�n. Solange ich am Leben bin, muss er jetzt au�erdem f�rcht�n, dass ich die Wahrheit �ber die Geschehnisse erz�hle. Khal�ak wei�, dass bereits Ger�chte die Runde mach�n. Ich k�nnte also der Pfeil sein, mit dem du Garrosh ins Herz triffst, wenn die Zeit gekomm�n ist.�</p><p>�Ein Pfeil in seinem Herzen, oder ein Dorn in meinem Auge.�</p><p>�Ich bin vielen ein Dorn im Auge.� Der Schattenj�ger l�chelte bedachtsam. �Du k�nntest mich und meine Position auch nutz�n, um die Gurubashi und die Amani zu besserer Leistung anzuspornen. Zeige den kleineren St�mmen durch mich, dass auch sie aufsteig�n k�nnen! Furcht kann motivieren, aber nur, wenn sie durch Hoffnung ausgeglichen wird.�</p><p>Die Augen des alten Zandalari verengten sich zu Schlitzen. �Ich soll die Dunkelspeere also in einen hohen Rang erheb�n, um ein Exempel zu setzen? Ist das dein Preis?�</p><p>�Es ist ein angemessener Preis. Schlie�lich w�rde dir so geling�n, was dein K�nig nicht geschafft hat: Du w�rdest die Dunkelspeere an den Verhandlungstisch zur�ckbring�n.�</p><p>Die Verlockung lie� die Augen des Trolls wieder gro� werden. �Aber kann ich dir vertrauen?�</p><p>Khal�ak nickte. �Er ist motiviert, Meister.�</p><p>Vol�jin neigte feierlich den Kopf. �Und nicht nur, weil ihr drei meiner Kamerad�n gefangen haltet. Meine M�glichkeit�n sind begrenzt. Der Anf�hrer der Horde lie� mich ermorden, und die Dunkelspeertrolle sind mir gegen�ber zwar loyal, aber ihre Anzahl ist zu klein, um sich allein geg�n die Horde oder eure Macht zu behaupt�n. Das war mir bereits klar, bevor ich die Mogu sah. In der Vergangenheit waren die Pandaren stark genug, aber jetzt? Jetzt brauch�n sie einen Menschen und mich, um geg�n euch zu k�mpfen.�</p><p>�Aber was ist mit dir pers�nlich Vol�jin? Was versprichst du dir davon?� Vilnak�dor breitete die Arme aus. �M�chtest du mich st�rz�n? Dich selbst zum Herren der Zandalari aufschwing�n?�</p><p>�W�rde ich so viel Macht woll�n, w�rde ich jetzt Orgrimmar beherrschen und auf einem Thron sitz�n, der vor Orcblut gl�nzt. Nein, dieser Pfad, dieser Wunsch, ist mir verschloss�n.� Er t�tschelte den Dolch, der um seinen linken Oberarm gebunden war. �Ihr seid die H�ter des Zandalari-Erbes. Die Zandalari-Traditionen hab�n euch geformt. Sie bestimmen euer Schicksal. Auch ich h�te eine alte Tradition: Ich bin ein Schattenj�ger. Die Zandalari w�lzt�n sich noch im Schlamm, da war diese Tradition bereits voll entfaltet.</p><p>Meine Entscheidung�n werden von den Loa bestimmt. Die Loa wollen, was f�r ihr Volk das Beste ist. H�tte Elortha no Shadra mir erkl�rt, dass dein Tod das Beste f�r die Trolle sei, h�tte dieser kleine Dolch inzwischen dein Auge an die Innenseite deines Sch�dels genagelt.�</p><p>Vilnak�dor versuchte, seine Beherrschung zu wahren, aber die Art, wie er die Arme vor der Brust verschr�nkte, verriet ihn. �Ist es das, was ��</p><p>�Sie hat mir Visionen geschickt, in denen sie ihr Missfall�n ausgedr�ckt hat, General, aber sie hat nicht verlangt, dass ich dich t�te.� Vol�jin presste die Handfl�chen zusammen. �Sie hat mich an meine Pflicht�n erinnert. Daran, dass mein Leben, meine W�nsche, in ihrer Hand lieg�n. Dass die Trolle wieder herrsch�n, dass wir zu den alten Traditionen zur�ckkehr�n, das w�nscht sie sich. Indem ich dir diene, diene ich ihr. Sofern du meine Dienste akzeptierst.�</p><p>Der aufrichtige Ton von Vol�jins letzten Worten lie� den Zandalari innehalten. Er l�chelte milde, w�hrend seine Finger an den losen Enden seiner verknoteten Sch�rpe aus goldener Seide zupften, dann zog sich seine Miene zu einem Ausdruck zusammen, der wohl Scharfsinn und Nachdenklichkeit vermitteln sollte.</p><p><emphasis>Zu dumm, dass er in seiner Mogu-Kleidung wie ein Kind aussieht, vor allem in diesem Raum, wo alles Mogu-Proportionen hat</emphasis>. Die hohen Fenster, vor denen er stand, die schweren, verzierten Vorh�nge und die Bilder, die in die W�nde gehauen waren � allein die Einrichtung des Raumes lie� Vilnak�dor kleiner erscheinen. Warum Rastakhan ausgerechnet ihn geschickt hatte, konnte Vol�jin nicht verstehen, es sei denn nat�rlich, weil die Mogu vermutlich keinen Ansto� an diesem General nehmen w�rden. Zudem gab es neben Vilnak�dor sicher noch andere hochrangige Zandalari, die an dieser Invasion beteiligt waren.</p><p><emphasis>Aber er ist derjenige, mit dem ich mich herumschlag�n muss.</emphasis></p><p>�Ich muss �ber das Gesagte nachdenk�n, Dunkelspeer.� Vilnak�dor nickte. �Dein Status als Schattenj�ger ist beeindruckend, und deine politisch�n Ratschl�ge sind wertvoll. Ich werde all diese Dinge in meine �berlegung�n mit einbeziehen.�</p><p>�Wie Ihr w�nscht, Mylord.� Vol�jin verbeugte sich nach der Art der Pandaren, dann folgte er Khal�ak nach drau�en. Sie marschierten durch die dunklen Korridore, und die Echos ihrer Schritte wisperten durch das schattenverh�llte Gew�lbe. Keiner sagte ein Wort, bis sie die Stufen erreicht hatten und wieder zwischen den steinernen Qilen standen.</p><p>Hier wandte Vol�jin sich seiner Begleiterin mit offener Miene zu. �Dir ist vermutlich klar, dass wir ihn umbring�n m�ssen. Er hat wirklich Angst vor mir, wie du sagtest. Und noch mehr Angst vor dem Schattenj�ger.�</p><p>�Deshalb wird er sich gezwung�n sehen, dich eliminieren zu lassen.� Sie zog die Brauen zusammen. �Doch er wird sich nicht so t�lpelhaft anstell�n wie Garrosh. Au�erdem wird er warten, bis die Dunkelspeere dem B�ndnis beigetreten sind, dann kann er dich aus dem Weg r�umen. Und nach deinem Tod wird man eine Nachricht in deiner Handschrift find�n, die ihn oder eine seiner Marionetten als deinen Nachfolger festlegt.�</p><p>�Ich sehe das genauso. Das verschafft uns etwas Zeit.�</p><p>�Er wird dich vermutlich ein paar Tage im Gef�ngnis schmoren lass�n, damit du ihm dankbar bist, wenn er dich dann freil�sst.�</p><p>Vol�jin nickte. �Dann kannst du in der Zwischenzeit alle n�tig�n Vorbereitungen treff�n.�</p><p>Bevor sie etwas darauf erwidern konnte, trat Kriegsf�rst Kao durch die T�r. Er trug noch immer den Mantel, den man ihm gegeben hatte, dazu hohe Stiefel, goldene Seidenhosen, eine schwarze Tunika, ebenfalls aus Seide, und einen G�rtel aus Gold. Er blieb vor ihnen stehen, nicht aus �berraschung, sondern ganz bewusst.</p><p><emphasis>Hat er uns also nachspioniert.</emphasis></p><p>�Mein Meister hat mir versprochen, dass ich so viele Pandaren abschlachten darf, wie mir beliebt. Sie sind fehlerbehaftete Kreaturen. Wir werden uns bessere Diener erschaffen, und dann werden wir diese Biester ausrotten.� Der Mogu entbl��te seine wei�en Z�hne. �Einschlie�lich deiner Begleiter, Troll.�</p><p>�Die Weisheit Eures Meisters muss gepriesen werd�n.� Vol�jin verbeugte sich, zwar weder tief noch lange, aber immerhin.</p><p>Der Kriegsf�rst schnaubte. �Ich kenne dich, Troll. Ich kenne deine Sorte. Dir �ffnet nur Macht die Augen. Aber warte, bis du die Macht meines Meisters siehst. Du wirst lernen, diese Macht zu f�rchten.�</p><p>Kao breitete die Arme aus, aber nicht in einer Geste der Machtdemonstration. Vielmehr sah er aus wie der Meister eines Jahrmarkts, der seinen G�sten von den Freuden erz�hlte, die sie im Innern erwarteten. Als er die H�nde �ffnete und sie nach den Qilen ausstreckte, bewegten sich die Statuen. Der Stein zerbarst nicht, wie es bei seiner Wiedererweckung der Fall gewesen war. Jene Magie war minderwertig gewesen, triviale Taschenspielertricks verglichen hiermit. Die Macht des Donnerk�nigs verwandelte grauen Stein �bergangslos in lebendes Fleisch und hohl�ugige Kreaturen in hungrige Monster.</p><p>Kao lachte erneut, w�hrend die Qilen sich auf ihren Podesten herumdrehten wie Hunde, die den Ruf des J�ger vernommen hatten, sodass sie nun mit dem Gesicht zu ihm sa�en. �Deine Pandaren haben diesen Ort nicht erbaut. Selbst in all der Zeit, die sie hatten, w�ren sie nicht in der Lage gewesen, etwas so Erhabenes zu erschaffen. Der Donnerk�nig hat das alles selbst errichtet, durch seine Tr�ume. Jetzt, wo er zu uns zur�ckgekehrt ist, wird er auch sein Reich wieder errichten. Es gibt keine Kraft auf dieser Welt, die ihn aufhalten k�nnte, und keine Macht, die ihm verwehren k�nnte, wonach es ihn verlangt.�</p><p>�Dann w�rde sich nur ein Narr geg�n ihn stellen.� Vol�jin verbeugte sich etwas respektvoller. �Und ich bin kein Narr.�</p><p>Nachdem Kao sich zur�ckgezogen hatte, seufzte Khal�ak tief. �Das ist ein Feind, den wir uns besser nicht gemacht h�tt�n.�</p><p>�Mein Fehler.�</p><p>�Mehr ein kurzzeitiger Fehltritt. Aber wir k�nnen ihn wieder beheb�n.� Sie trat zu Vol�jin und nahm ihm den Zeremoniendolch ab. �Ich werde Vilnak�dor davon �berzeugen, dass du der Schl�ssel zu unserem Erfolg bist, dann wird er dich befreien. Bis es so weit ist ��</p><p>Der Dunkelspeer l�chelte und hob die H�nde, damit sie wieder die goldenen Ketten darum schlagen konnte. �Ich bin ein Troll. Ich kann sehr geduldig sein.�</p><p>Khal�ak k�sste ihn auf die Wange, bevor sie ihn den Wachen �bergab. �Bald, Schattenj�ger. Sehr bald.�</p><empty-line/><p>Vol�jins Gef�hrten zogen sich auf Befehl der Zandalari von der T�r zur�ck, als man ihn zur�ckbrachte, dann begr��ten sie ihn, kaum dass die Wachen wieder verschwunden waren, und baten ihn, alles zu erz�hlen. Er kam ihrem Wunsch nach, angefangen mit Khal�aks Angebot, gefolgt von seiner Unterhaltung mit dem Anf�hrer der Zandalari bis hin zu Kaos Machtdemonstration.</p><p>Cuo sagte nichts, und auch Chen blieb untypisch schweigsam. Der Mensch hob die Arme und griff nach den Gitterstangen an der Oberseite des K�figs. �An deiner Argumentation gibt es nichts auszusetzen.�</p><p>Vol�jin musterte ihn genau. �Du hast dich entschied�n, tot zu bleiben, weil es, sosehr es auch schmerzt, das Beste f�r deine Familie ist, richtig?�</p><p>�Richtig.�</p><p>�Und du hast diese Entscheidung getroff�n, weil du die Situation betrachtet hast, wie sie wirklich ist, nicht so, wie du sie dir vorgestellt hast oder sie gerne h�ttest, richtig?�</p><p>Tyrathan nickte. �Wie gesagt, deine Argumente sind logisch.�</p><p>Vol�jin ging in die Hocke und senkte die Stimme. �Um das Beste f�r seine Familie tun zu k�nnen, muss man die Wahrheit erkennen und darf sich keinen Illusionen hingeb�n. Aber genau das war das Problem der Zandalari. Und das wird auch immer ihr Problem sein.�</p><p>Chen schob sich ein wenig n�her heran. �Ich verstehe nicht.�</p><p>�Das solltest du aber, mein Freund. Du hast es doch mit eigenen Augen gesehen. Du hast in unser Herz geblickt. Die Zandalari, die Gurubashi, die Amani, sie blick�n auf uns herab. Sie glauben, wir hab�n nichts erreicht, w�hrend sie gro�e Reiche aufgebaut und wieder verloren hab�n. Die Gurubashi dachten, sie k�nnten uns ausl�sch�n. Aber sie sind gescheitert. Sie sind gescheitert, weil sie nicht die Wahrheit gesehen hab�n.</p><p>Die Dunkelspeere haben �berlebt, denn wir leb�n in der Welt, die um uns ist, nicht in der Welt, der wir nachtrauern. Sie hingegen messen alles an den imagin�ren Standards der Vergangenheit, dabei wiss�n sie nicht einmal, wie es in diesen alten Reichen war, nicht wirklich zumindest. Sie kennen nur die romantischen Legend�n �ber diese Reiche. Ihre Standards sind unrealistisch, und zwar nicht nur, weil sie auf L�g�n basieren, sondern auch, weil diese Standards in der Welt von heute keinen Platz mehr hab�n.�</p><p>Als er Vilnak�dor in der Kleidung der Mogu gesehen hatte, einen Zwerg vor der Architektur seiner Gastgeber, hatte sich in Vol�jins Kopf ein Gedanke herauskristallisiert, der ihn bereits in Tr�umen und Visionen heimgesucht hatte. Wenn man sich die Geschichte der Trolle in ihrer Gesamtheit ansah, dann war es die Geschichte eines Abstiegs. Einst war ihr Volk vereint gewesen, aber ihre Gesellschaft war zersplittert. Dann hatten die Scherben versucht, sich wieder zu vereinen, zu einem Bild der alten Pracht, wie sie nur in ihrem Kopf existierte. Das war nat�rlich unm�glich, und bei ihren Versuchen waren sie nur �bereinander hergefallen. Auch dass die Zandalari die Trollst�mme nun um sich vereinten, hatte weniger mit dem Wunsch zu tun, sie zu ihrer einstigen Erhabenheit zur�ckzuf�hren, sondern vielmehr damit, dass sie ihren Platz an der Spitze der Trollzivilisation behaupten wollten. Jede Scherbe, die ein gro�es Imperium errichten und die Welt beherrschen wollte, versuchte letzten Endes nur zu beweisen, dass sie besser als die anderen Trolle war.</p><p><emphasis>Aber dadurch beweis�n sie nur eines: dass sie nicht glauben, wirklich die Besten zu sein.</emphasis></p><p>Vol�jins Vater, Sen�jin, war nicht so gewesen. Er hatte nur gewollt, was f�r die Dunkelspeere das Beste war. Dass sie eine Heimat h�tten, wo sie frei von Furcht sein k�nnten, wo sie ungef�hrdet ihre W�nsche und Bed�rfnisse erf�llen k�nnten. F�r jene, die besessen von der Macht, der Vergangenheit und den Tr�umen eines Gro�reichs waren, f�r die mussten solche Ambitionen nat�rlich l�cherlich erscheinen.</p><p><emphasis>Und doch k�nnen nur solche Ambitionen der Same eines Reiches sein</emphasis>. Als er von den �ngsten seiner Frau gesprochen hatte, hatte Tyrathan gesagt, alles, was er k�nne, sei zu t�ten und zu zerst�ren. Falls sie das wirklich glaubte, untersch�tzte sie ihn, wie Vol�jin fand, aber auf die Zandalari und die Mogu traf ihre Einsch�tzung vollauf zu. Was sie antrieb, war der Hunger nach Rache, aber was, wenn sie all ihre Feinde vernichtet h�tten? Was dann? W�rden sie wirklich versuchen, eine friedliche Gesellschaft aufzubauen, oder w�rden sie sich einfach neue Feinde suchen?</p><p>Tyrathan war bereit, sich f�r seine Familie zu opfern, und Chen w�rde sein Leben f�r Li Li oder Yalia geben, ohne auch nur dar�ber nachzudenken, genauso wie Cuo und die Shado-Pan f�r Pandaria. Vol�jins Vater hatte sich gleicherma�en f�r die Seinen geopfert, und Vol�jin w�rde dasselbe tun. <emphasis>Aber wer ist meine Familie?</emphasis></p><p>Als K�nig Rastakhans Agent Zul versucht hatte, alle Trolle zu versammeln, hatte sich Vol�jin zur�ckgezogen und erkl�rt: <emphasis>Die Horde ist meine Familie</emphasis>. Garroshs Mordversuch schien dieser Aussage jegliche Grundlage zu rauben, aber nun wurde dem Dunkelspeer klar, dass das Attentat nicht dazu gedient hatte, die Horde ihrem Ziel n�her zu bringen. Seine Ermordung h�tte allein Garroshs Zielen gedient. Dass der Orc seinen Tod befohlen hatte, zeigte die Kluft zwischen dem auf, was der H�uptling wollte, und dem, was gut f�r die Horde war.</p><p><emphasis>Die Horde</emphasis> ist <emphasis>meine Familie. Und es ist meine Pflicht, alles f�r meine Familie zu geb�n</emphasis>. Vol�jin nickte. Indem er einfach hier in Pandaria blieb und seine Wunden leckte, schadete er der Horde. Das war ein Verrat an seiner Familie und seinen Pflichten.</p><p><emphasis>Als Troll und als Schattenj�ger</emphasis>.</p><p>Er hatte nicht gelogen, als er Vilnak�dor erkl�rt hatte, seine Aufgabe als Schattenj�ger best�nde darin, das Beste f�r die Trolle zu tun. Doch in einen blutigen Krieg einzutreten, um ein jahrhundertealtes Reich wiederherzustellen, war nicht das Beste f�r die Trolle, und nicht etwa deshalb nicht, weil es viele Leben kosten w�rde, sondern weil es nichts mit den Realit�ten der Welt um sie zu tun hatte. Die Horde war seine Familie, und die Dunkelspeere waren Teil der Horde. Die Horde war Teil der Realit�t, der Gegenwart, und das Schicksal der Trolle war untrennbar mit der Horde verbunden. Diese Tatsache zu ignorieren, w�re unglaublich t�richt.</p><p>Vol�jin griff nach der goldenen Kette zwischen seinen Handschellen. �Die Vergangenheit ist wichtig. Wir k�nnen und m�ss�n von ihr lernen, aber wir d�rfen uns nicht von ihr fesseln lass�n. Was bringen einem uralte Reiche, die von ganz�n Legionen errichtet wurden, wenn man sich hier und jetzt einer einzigen Kompanie von Goblin-Kanonier�n gegen�bersieht? Ja, die Vergangenheit ist wichtig, aber nur als Fundament f�r die Zukunft, die wir darauf erbauen.�</p><p>Der Troll richtete einen Finger auf Tyrathan. �Es ist dasselbe wie bei dir, mein Freund. Du bist gut im T�t�n. Aber du kannst auch lernen, gut in etwas anderem zu sein. Obwohl ich zugeb�n muss, dass du uns im Moment als K�mpfer am n�tzlichsten bist. Was dich angeht, Chen: Dein Wunsch nach einem Zuhause und einer Familie gibt dir Kraft. Viele gute Krieger sind schon an Gegnern gescheitert, die genau das verteidigen wollt�n. Und du, Cuo, du und die Shado-Pan, ihr strebt nach einem Gleichgewicht. Ihr seid das Wasser, auf dem das Schiff segeln kann, und der Anker, der verhindert, dass es zu weit abtreibt.�</p><p>Tyrathan blickte zu ihm hinab. �Ich wei�, dass du meine F�higkeiten im Kampf sch�tzt, aber ich werde sie nicht in den Dienst der Zandalari stellen.�</p><p>�Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass du sie in meinen Dienst stell�n w�rdest, mein Freund.� Mit einer einfachen Handbewegung zerbrach Vol�jin die weichen Goldglieder in der Mitte der Kette. �Sie hab�n dieses Gef�ngnis so gebaut, dass kein Zandalari daraus entkommen kann. Aber ich bin mehr als ein Zandalari. Ich bin ein Dunkelspeer. Ich bin ein Schattenj�ger. Es ist Zeit, dass wir ihnen zeig�n, was f�r einen schrecklich�n Fehler sie gemacht hab�n.�</p></section><section><title><p>27</p></title><p>Die Erleichterung der anderen war deutlich sp�rbar, und auch in Vol�jins Brust l�ste sich ein Knoten. Er war selbst �berrascht gewesen, dass er Khal�aks Angebot nicht sofort und rundheraus abgelehnt hatte. So gerne er glauben wollte, er h�tte nur gez�gert, weil sie seine Freunde in ihrer Gewalt hatte, war es doch nicht die ganze Wahrheit. Und dass er sich jetzt eines Besseren besann, nur weil er erkannt hatte, dass Khal�aks Angebot seine Begleiter nicht vor Kriegsf�rst Kao retten w�rde, war ebenso unwahr. Er hatte ihr Angebot nicht ablehnen k�nnen, ohne erst gr�ndlich dar�ber nachzudenken, und es anzunehmen, war erst unm�glich geworden, als er herausgefunden hatte, f�r welche Familie er wirklich k�mpfen wollte.</p><p>Der Troll nickte und hielt seine Stimme weiter gesenkt. �Das Erste, was wir tun m�ssen, ist ��</p><p>�Darum haben wir uns schon gek�mmert.� Tyrathan blickte �ber seinen Kopf hinweg. �Zw�lf Wachen. Acht von ihnen in Zweiergruppen im Norden, S�den, Westen und Osten. Allesamt Gurubashi, denen man diese Aufgabe als Strafe aufgeb�rdet hat. Die vier anderen sind Zandalari, sehr jung und unerfahren, dr�ben bei der Stra�e, wo es w�rmer und trockener ist und man nicht st�ndig von Ungeziefer geplagt wird.�</p><p>Vol�jin zog die Augenbraue hoch.</p><p>�Ich verstehe Zandali, schon vergessen? Die Wachen beschweren sich ohne Unterlass, und die Beleidigungen, die zwischen den Gruppen hin und her geworfen werden, sind schrecklich.�</p><p>Chen streckte sich. �Der Rahmen um die T�r besteht aus Pfosten, die noch gr�n sind. Auf der Seite mit dem Schloss sitzt alles fest, aber nicht auf der Seite mit den Angeln. Die unteren Schrauben hab ich schon fast ganz herausgedreht, und die Schrauben oben haben das Holz zersplittert.�</p><p>Nun wandte Vol�jin sich erwartungsvoll dem M�nch zu.</p><p>Bruder Cuo nickte. �Die Wachinspektion beginnt in f�nfzehn Minuten n�rdlich von hier. Wachwechsel ist alle acht Stunden, das n�chste Mal um Mitternacht, sofern das, was Tyrathan geh�rt hat, stimmt.�</p><p>Vol�jin stemmte die H�nde gegen die Schenkel und erhob sich, dann verbeugte er sich vor seinen Freunden. �Zwei Stund�n sp�ter, und ihr w�rt bereits ausgebrochen.�</p><p>�Nun, Kao will sie tot sehen, und mir sagt die Aussicht hier nicht zu.� Der Mensch erwiderte die Verbeugung. �Wir h�tten uns auf die Suche gemacht und unterwegs vielleicht den ein oder anderen Donnerk�nig niedergestreckt, um uns die Zeit zu vertreiben.�</p><p>�Der Donnerk�nig wird von Mogu, Saurok und riesig�n Qilen besch�tzt. Und durch Magie nat�rlich. Man br�uchte eine Armee, um eine Audienz bei ihm zu bekomm�n.�</p><p>Chen runzelte die Stirn. �Dann fliehen wir also?�</p><p>Vol�jin nickte. �Wenn wir eine Invasion verhindern wollen, ja.�</p><p>Bruder Cuos Brauen wanderten nach oben. �W�rden wir dieses Ziel nicht eher erreichen, indem wir den Donnerk�nig t�ten?�</p><p>�Vergiss nicht, Herrscher kommandier�n Armeen, aber sie selbst k�nnen ein Land weder einnehm�n noch halt�n.� Der Schattenj�ger l�chelte k�hl. �Wenn wir die t�ten, die sein Reich f�r ihn zur�ckerobern soll�n, schaden wir ihm dadurch mehr. Das wird schlimmer f�r ihn, als ins Grab zur�ckkehren zu m�ss�n.�</p><empty-line/><p>Mitternacht kam und ging und mit ihr, wie vorausgesagt, der Wachwechsel. Die Soldaten der neuen Schicht gew�hnten sich schnell ein, indem sie Decken um ihre K�rper schlangen und diesen Dienst verfluchten, bei dem sie nicht einmal ein Lagerfeuer entz�nden durften. Vol�jin hatte derartige Klagen in vielen Milit�rlagern geh�rt; sich �ber die K�lte oder das Essen oder anma�ende Offiziere zu beschweren, machte neunzig Prozent der Unterhaltungen unter der Truppe aus und diente vor allem dazu, Langeweile oder Furcht fernzuhalten. Es war reine Gewohnheit, und die Welt der Soldaten schrumpfte dabei auf einen winzigen Punkt zusammen, an dem sie au�er ihrer Unterhaltung kaum noch etwas registrierten.</p><p>W�hrend Tyrathan und Cuo Wache hielten, k�mmerten sich Vol�jin und Chen um die T�r. Der Pandaren packte die Gitterstangen, um sich dagegenzustemmen, und der Troll verdrehte den T�rrahmen. Indem sie m�glichst gleichm��ig Druck auf den K�fig aus�bten, hofften sie, m�glichst wenige auff�llige Ger�usche zu verursachen.</p><p>Als Vol�jin seine H�nde um den Pfosten legte, schnaubte er ver�chtlich. �Dieses Gef�ngnis k�nnte nicht mal einen Gnom halt�n.� Der T�rrahmen war nicht tief genug im Boden verankert. Da sich jedes Loch, das man in diesem Sumpf grub, fast sofort mit Wasser f�llte, hatten die Arbeiter vermutlich so lange gegraben, bis sie auf halbwegs festen Schlamm gesto�en waren, und hatten die Pfosten dann darin versenkt.</p><p>Der Troll drehte den Pfahl wie einen wackeligen Zahn, und er l�ste sich m�helos aus seinem Bett. Chen tat anschlie�end auf der anderen Seite dasselbe, und nun konnten sie die T�r mitsamt dem Rahmen aus dem K�fig dr�cken. Der Riegel glitt ger�uschlos aus dem Schloss, und Vol�jin hatte einen Grund mehr, seine Entscheidung nicht zu bereuen.</p><p><emphasis>Hier im Sumpf zu sterb�n w�re besser, als einen Haufen Schwachk�pfe zu kommandier�n.</emphasis></p><p>Chen und Cuo schl�pften aus dem K�fig in den Schlamm, dann schlichen sie zu den Soldaten am westlichen Wachtposten hin�ber. Sie schalteten die beiden Gurubashi fast lautlos aus, und die Ger�usche, die dabei doch entstanden, h�tte man ebenso gut f�r die Schritte einer Wache halten k�nnen, die ins Geb�sch stapfte, um sich zu erleichtern. Tyrathan und Vol�jin huschten zu den beiden hin�ber, und jeder nahm sich einen Dolch. Die Kn�ppel, die die Trolle ebenfalls getragen hatten, eigneten sich derweil die Pandaren an.</p><p>Im Verlauf der n�chsten f�nfzehn Minuten schalteten sie nacheinander die Posten im S�den, Osten und Norden aus, wobei Vol�jin darauf verzichtete, Magie einzusetzen. In seinen Augen war keine dieser Wachen w�rdig, durch die K�nste eines Schattenj�gers zu sterben. Kurz bevor zwei Zandalari zu ihrem Rundgang aufbrachen, eilten Chen und Cuo zur�ck zum �stlichen Wachposten, und Tyrathan zerrte die Leichen tiefer in den Sumpf, auf dass sich die Drachenschildkr�ten der Insel an ihnen g�tlich t�ten. Vol�jin schl�pfte w�hrenddessen in eine der Gurubashi-Uniformen und kauerte sich unter einer Decke zusammen.</p><p>Zur vollen Stunde n�herten sich die zwei Zandalari dem n�rdlichen Posten. Einer von ihnen, der kleinere der beiden � der aber trotzdem noch gr��er war als der Schattenj�ger �, verpasste Vol�jin einen Tritt in die Seite. �Steh auf, fauler Hund. Wo ist dein Kamerad?�</p><p>Vol�jin brummte und deutete in den Sumpf hinaus, und als die Zandalari sich umdrehten, um in diese Richtung zu blicken, sprang er auf und schlang einem von ihnen die Decke �ber den Kopf. Instinktiv hob der Krieger die Hand, um sie wegzuziehen, was Vol�jin Gelegenheit gab, ihm seinen Dolch dreimal in rascher Folge in die Eingeweide zu rammen. Beim ersten oder zweiten Hieb musste er eine Arterie getroffen haben, denn als er die Klinge zur�ckzog, spritzte Blut hervor, hei� und klebrig.</p><p>Der Zandalari brach zuckend vor Vol�jins F��en zusammen.</p><p>Sein Kamerad fiel auf ihn. Er hatte Tyrathan �berhaupt nicht bemerkt, bis der Mensch ihn bei den Haaren gepackt und seinen Kopf nach hinten gerissen hatte. Da der Gurubashi-Dolch nicht sonderlich scharf war, hatte der Mensch ihn wie eine S�ge �ber der Kehle des Trolls hin- und herziehen m�ssen, doch zum Gl�ck ging der erste Stich tief genug, um seine Luftr�hre zu zerfetzen, sodass die Hilfeschreie des Zandalari nur als heiseres Wispern des Nachtwindes hervordrangen. Anschlie�end schoss Blut aus den durchtrennten Adern, und w�hrend der Troll ausblutete, kehrte wieder relative Ruhe im Sumpf ein.</p><p>Chen und Cuo, die im Gegensatz zu Mensch und Troll nicht blut�berstr�mt waren, tauchten wieder auf und zogen die beiden letzten Krieger in den Morast. Nachdem die Patrouille sich zu Vol�jin aufgemacht hatte, waren die Pandaren zur Stellung der Zandalari geschlichen und hatten die letzten �brigen Soldaten dort ausgeschaltet. Einem von ihnen war der Sch�del eingeschlagen worden, der andere sah aus, als w�re er im Schlaf gestorben. Tyrathan nickte und zerrte sie weiter in den Sumpf, bis er au�er Chens Sichtweite war, dann schnitt er ihnen die Kehlen durch, um auf Nummer sicher zu gehen. So wie die anderen Leichen vor ihnen verschwanden die beiden Toten in den Tiefen des dunklen Wassers.</p><p>Obwohl er bei dem Gestank am liebsten gew�rgt h�tte, behielt Vol�jin die Gurubashi-R�stung an. Sie hatten sich darauf geeinigt, dass es sinnlos w�re, wenn einer der anderen sich ebenfalls verkleidete. Nicht einmal der d�mmste Troll k�nnte einen Menschen oder einen Pandaren f�r einen seiner Art halten.</p><p>Tatsache war jedoch, dass niemand sie auch nur eines Blickes w�rdigte. Bis zu einem gewissen Grad konnte Vol�jin es verstehen: Niemand, den die Zandalari als Feind betrachteten, wusste, wo die Insel des Donnerk�nigs lag, und keiner von ihnen hatte eine Invasionsarmee, die gro� genug w�re, um die Insel zu �berrennen. W�rde die Allianz oder die Horde angreifen, w�rden die K�mpfe am Hafen ihren Vorsto� lange genug verz�gern, damit die anderen Truppen einen Gegenangriff organisieren konnten. Sie w�rden die Eindringlinge in die S�mpfe locken und sie dort dezimieren, wo ihre Kenntnis des Terrains den Trollen einen Vorteil verschaffte.</p><p>Die Wachen d�sten auf ihren Posten oder marschierten ihre Route hastig ab, um m�glichst schnell zu ihren Freunden zur�ckkehren zu k�nnen. Das machte Vol�jins Plan, die Invasion zu behindern, fast schon zu leicht. Sie h�tten ihr Ziel auch erreicht, wenn sie einige Wachen h�tten umbringen m�ssen, aber das er�brigte sich nun. Sie konnten einfach durch die Lager schleichen, wie Geister � was in Tyrathans und Vol�jins Fall ein durchaus passender Vergleich war.</p><p>Die Trolle hatten ihre Lager alle nach demselben eint�nigen Muster aufgebaut: mit Standarten in der Mitte, die anzeigten, welche Einheit hier hauste, und kleineren Bannern vor den Zelten, in denen die Offiziere schliefen. Vol�jin zog von einem dieser Lager zum n�chsten und t�tete alle Feldwebel und Hauptm�nner, die beiden wichtigsten R�nge in der Kommandostruktur jeder Armee. Die Hauptm�nner interpretierten die Befehle von oben, und die Feldwebel stellten sicher, dass die gemeinen Soldaten sie auch ausf�hrten. Ohne sie w�rde selbst die brillanteste Strategie im Sande verlaufen.</p><p>Vol�jin ging seiner Aufgabe k�hl und effizient nach. Ein schneller Hieb im Dunkel, das Keuchen eines Trolls, dann das Ger�usch, mit dem seine schlaffen Glieder auf die Schlafmatte fielen. Der Schattenj�ger empfand kein Mitleid mit ihnen, sondern schickte sie bereitwillig in Bwonsamdis eisige Umarmung. Es war ihre eigene Dummheit, die sie zum Tode verurteilte � Vol�jin trieb lediglich eine Schuld ein.</p><p>Hin und wieder stellte er au�erdem sicher, dass ein klar erkennbarer Fu�abdruck neben einem Opfer zur�ckblieb.</p><p>W�hrend sie sich zum Hafen vorarbeiteten, wurde es jedoch immer offensichtlicher, dass sie nicht gen�gend Offiziere t�ten konnten. Cuo und Chen hielten am Rand des Sumpfs Wache, vor und hinter der Stelle, wo der Troll und Tyrathan zuschlugen. Der Mensch blieb ebenfalls stets in der N�he des Morasts, aber Vol�jin konnte sich weiter vorwagen und dort seine Opfer t�ten. Sie kamen nur langsam voran, und als das Morgengrauen einsetzte, verringerte jeder Dolchhieb ihre Chancen auf eine Flucht.</p><p>Vol�jin z�hlte seine Opfer nicht mit, aber wenn sie lediglich f�nf Prozent der Offiziere get�tet hatten, w�re das schon eine positive �berraschung.</p><p><emphasis>Es wird den Kampf leichter mach�n, aber nicht leicht genug.</emphasis></p><p>Als Vol�jin wieder zu ihnen stie�, hatte er einen Zandalari-Bogen mit zur�ckgebogenen Enden und einen K�cher voller Pfeile dabei. �Von einem Feldwebel. Er wird sie nicht mehr brauchen. Jetzt f�hle ich mich endlich nicht mehr nackt.�</p><p>Sie schlichen nun schneller weiter und hielten dabei direkt auf den Hafen zu, bis sie schlie�lich die S�mpfe verlie�en und sich zwischen einigen niedrigen H�geln in der N�he der Lagerh�user wiederfanden. Zwar waren noch immer Arbeiter damit besch�ftigt, Vorr�te von den Schiffen an Land oder von Land auf die Schiffe zu transportieren, doch aus dem gesch�ftigen Strom war inzwischen ein Rinnsal geworden. Das L�rmen von Zimmermannsh�mmern auf einigen Schiffen lie� Vol�jin vermuten, dass man einige Bordw�nde verschob, um die K�hne in Truppentransporter umzuwandeln.</p><p>Doch nicht alle. Der Troll l�chelte und drehte sich zu Tyrathan herum. �Ich glaube, du wirst noch froh sein, dass du mir Jihui beigebracht hast.�</p><p>Er deutete auf ein kleines, aber robustes Fischerboot, das auf der seew�rtigen Seite des Hafens auf den Strand geschoben worden war. �Chen, denkst du, dieser Kahn schafft es nach Pandaria?�</p><p>Der Braumeister nickte. �Sofern er kein Loch im Boden hat.�</p><p>�Gut. Du und Tyrathan schafft das Boot ins Wasser und rudert bis hundert Schritte hinter dieses dreimastige Schiff in der Mitte des Hafens hinaus. In einer halben Stunde. Bei D�mmerung.�</p><p>�Wird erledigt.�</p><p>Vol�jin griff nach Tyrathans Unterarm. �Sei bereit, dich von deinen Pfeil�n zu trennen! Es k�nnte sein, dass du schie�en musst.�</p><p>�Selbstverst�ndlich.�</p><p>�Geht!�</p><p>Der M�nch blickte ihn an, w�hrend die beiden anderen davonhuschten, und der Troll deutete auf die kleine Mole, die die M�ndung des Hafens sch�tzte. Eine einsame Wache ging an ihrem Ende auf und ab. �Ich brauche ihn lebendig, Cuo. Er muss genau da bleib�n, wo er ist, und du mit ihm. Schlag kurz nach Morgend�mmerung zu!�</p><p>Der M�nch verbeugte sich. �Danke, Meister Vol�jin!�</p><p>�Los!�</p><p>Er wartete, bis der Pandaren verschwunden war, dann arbeitete er sich den H�gel hinab und auf ein Lagerhaus zu. Jetzt w�nschte er sich, er h�tte einem der Zandalari, die er get�tet hatte, die Uniform abgenommen, denn auch wenn er einen Kopf kleiner als die meisten dieser Trolle war, h�tte er dann offen �ber das Dock zu dem Schiff hin�berstolzieren k�nnen, das er sich ausgesp�ht hatte. W�re er nur herrisch genug aufgetreten, h�tte niemand ihm Fragen gestellt, und jeder h�tte ihm Platz gemacht.</p><p>Mit der Verkleidung, die er jetzt trug, konnte er diese Rolle nat�rlich nicht spielen. Seine Uniform war bis zur H�fte mit Schlamm und Dreck besudelt, und auf den �rmeln verkrustete bereits das Blut. Also w�hlte er eine andere Rolle. Er lie� die Schultern h�ngen und zog das rechte Bein leicht nach, sodass es aussah, als w�re seine H�fte einst gebrochen und nicht wieder richtig zusammengewachsen. Zu guter Letzt schob er seine Lederkappe ein St�ck auf die eine Seite, dann neigte er den Kopf nach hinten und drehte ihn in die andere Richtung.</p><p>So humpelte er anschlie�end an den Docks entlang, hastig und zielgerichtet, wobei er den Eindruck vermittelte, dass er es nicht um seiner selbst willen so eilig hatte. Die Wache am Landungssteg schenkte ihm kaum mehr als einen Blick.</p><p>Der Zandalari-Offizier auf dem oberen Kanonendeck war da schon aufmerksamer. �Was willst du hier?�</p><p>�Mein Meister m�chte eine Bilgenratte. Nicht zu fett, nicht zu d�rr. Wei�, falls ich so eine find�n kann. Die wei�en schmecken am besten, wisst Ihr?�</p><p>�Eine Bilgenratte? Wer ist dein Meister?�</p><p>�Wer wei� schon, was im Kopf eines Hexendoktors vor sich geht? Einmal hat er mich aus dem Schlaf geriss�n, weil er drei stumme Grillen haben wollte.� Vol�jin zog den Kopf ein und beugte die Schultern, als w�rde er erwarten, dass man ihn schlug. �Die schmeck�n aber nicht, weder die leisen noch die laut�n. Ratten hingegen � Manche h�ut�n sie ja zuerst, aber ich nicht. Ich nehm� einfach einen Stock und spie�e sie auf, vom Maul bis zum ��</p><p>�Ja, ja, faszinierend.� Der Zandalari sah aus, als h�tte er schon Ratte gegessen, aber keinen Gefallen an dem Geschmack gefunden. �Dann such mal.�</p><p>Vol�jin neigte erneut den Kopf. �Danke, Boss! Wenn ich schon dabei bin, k�nnte ich f�r Euch ja auch gleich eine fang�n. Eine sch�n fette.�</p><p>�Nicht n�tig. Beeil dich einfach!�</p><p>Der Dunkelspeer stieg in den Bauch des Schiffes hinab. Zwei Decks weiter unten richtete er sich wieder auf und ging schnurstracks zur Pulverkammer. Ein Seemann sa� vor der T�r auf einem Stuhl; er sollte Wache halten, aber das sanfte Auf und Ab der Wellen hatte ihn in den Schlaf gelullt. Vol�jin packte ihn mit einer Hand am Kinn, mit der anderen am Sch�del und riss seinen Kopf dann hart herum. Das Genick des Trolls brach mit einem feuchten, aber ged�mpften Knacksen. Am K�rper des Toten entdeckte er den Schl�ssel f�r die Pulverkammer, was ihm die M�he ersparte, wieder an Deck gehen und den Offizier t�ten zu m�ssen, und er entriegelte die T�r.</p><p>Die Leiche versteckte er im Inneren des Raumes, dann zog er vier S�cke von der Wand, jeder war mit genug Schie�pulver gef�llt, um eine Kanone zu laden. Nun schlug er mit dem Ellbogen den Deckel eines Fasses ein und kippte es in Richtung des Eingangs um, und nachdem er die S�cke auf die Arme genommen hatte, schloss er die T�r von au�en wieder, wobei die Unterseite der T�r das Schie�pulver aus dem Fass zu einer knapp anderthalb Fingerbreit hohen Schicht auf dem Boden glatt strich. Anschlie�end benutzte Vol�jin die S�cke, um eine Spur aus Schwarzpulver zu legen, an der Wand entlang, wo sie in den Schatten lag, bis hin�ber zur achtern gelegenen Kabine.</p><p>Dort legte er die Pulverspur in die Mitte des Ganges und sch�ttete die beiden restlichen S�cke zu einem gewaltigen Haufen auf. In der Kabine, die offensichtlich als Krankenstation fungierte, hingen zwei �llampen an Ketten von der Decke. Vol�jin entz�ndete sie beide, anschlie�end zog er ihre Dochte heraus, soweit es ging, und verteilte das Schie�pulver darunter. Nun verbarrikadierte er die T�r von innen, und nachdem er noch kurz mit einem L�cheln sein Werk betrachtet hatte, �ffnete er das Fenster im Heck des Schiffes und kletterte nach drau�en. Er lie� sich an den H�nden vom Sims h�ngen, sodass seine F��e nur zehn Fu� �ber dem dunklen Wasser baumelten, dann streckte er die Zehen und lie� los. Er fiel senkrecht in die Tiefe, und als er eintauchte, erklang lediglich ein leises Platschen. Daraufhin stie� er sich von der Schiffsh�lle ab und schwamm unter Wasser zu der Stelle, wo er hoffte, Chen und das Fischerboot anzutreffen.</p><p>Nach der H�lfte der Strecke tauchte er auf und n�herte sich mit schnellen Z�gen dem Kahn. Chen und Tyrathan zogen ihn an Bord, und noch w�hrend er auf dem Boden lag, deutete er in die Richtung, aus der er gekommen war. �Seht ihr diese zwei Lichtpunkte �?�</p><p>Tyrathan legte einen Pfeil an und l�chelte. �Jihui. Das Feuerschiff.� Er spannte die Sehne und lie� los.</p><p>Der Pfeil verschwand in der D�sternis, und obwohl er Tyrathans Arm vertraute, kamen Vol�jin einen Moment lang doch Zweifel, aber dann h�rte er ein Splittern, vermutlich, als das Geschoss eine Glasscheibe durchschlug. Tyrathan behauptete sp�ter jedoch, dass er sich das nur eingebildet hatte und dass der Pfeil durch das offene Fenster geflogen war.</p><p>Fl�ssiges Feuer spritzte durch die ferne Kabine, gefolgt von hell flackerndem Licht und dickem Rauch, als das Schie�pulver sich mit einem ged�mpften Knall entz�ndete. Vol�jin stellte sich vor, wie der Wachoffizier sich umdrehte und den Qualm hinter dem Heck aufsteigen sah. Entweder w�rde er Alarm geben oder kurzerhand von Bord springen � auf jeden Fall w�rde er aber nicht an den Rattenf�nger unter Deck oder die anderen Trolle aus seiner Mannschaft denken.</p><p>Nun geriet der versch�ttete Inhalt des Fasses in Brand, und die Pulverkammer flog in die Luft. Flammen schossen zwischen den Planken hervor, und hie und da sprengten sie ein paar Bretter aus dem Rumpf. Als Erstes fingen die S�cke Feuer, dann die F�sser. Die Folge war eine ganze Serie von Explosionen, die immer greller wurden und immer schneller aufeinanderfolgten, bis sie zu einem gewaltigen Grollen verschmolzen, das die Schiffswand auf der Steuerbordseite zerfetzte.</p><p>Das Schiff kippte heftig in Richtung der Anlegestelle und zermalmte den Steg, wobei einige Pfeiler den Rumpf durchbohrten. Die Explosionen setzten sich fort und wanderten in Richtung des Bugs, dann wurden die Abdeckungen vor den Kanonenluken nach au�en gesprengt, und eines der Gesch�tze feuerte sogar durch die geborstene H�lle, bevor sie auf und durch den Steg st�rzte.</p><p>Vol�jin malte sich aus, wie sie dabei den fliehenden Wachoffizier zerquetschte.</p><p>Als die Explosion anschlie�end eine S�ule aus Feuer in den Himmel schleuderte, war das Schiff v�llig zerst�rt und seine Masten nur noch schwarze Silhouetten, die hin und wieder durch die Flammen stachen. Kurz reckten sie sich noch den Sternen entgegen, dann kippten sie um. Ein Mast bohrte sich durch die H�lle eines zweiten Schiffes und spie�te es auf, der andere zerbarst auf dem Dock.</p><p>Kanonen flogen durch die Luft, wobei die Rohre sich von den Lafetten l�sten. Eines der Gesch�tze sauste wild trudelnd auf den Strand zu und m�hte zwei Trolle nieder, bevor es in der Fassade eines Lagerhauses landete und sie zum Einsturz brachte.</p><p>Holztr�mmer, gr��tenteils brennend, regneten in einem weiten Umkreis herab, auf die anderen Schiffe und die D�cher weiter entfernter Lagerh�user. Die Funken schienen die verstreuten Sterne am Himmelszelt nachzuahmen, w�hrend ringsum Flammen z�ngelten, Kohlen gl�hten und die Silhouetten von Zandalari und Mogu in Panik umhereilten.</p><p>Bug und Heck des Schiffes versanken langsam im Meer, und die Welle, die sich von dort ausbreitete, trieb das kleine Boot auf seinem Weg zum Ozean weiter an. Chen legte beide Pfoten auf das Ruder und navigierte sie zwischen den brennenden Tr�mmern hindurch, w�hrend Tyrathan und Vol�jin das dreieckige Segel den Mast hinaufzogen.</p><p>Der Troll l�chelte, als sie zu der Stelle segelten, wo Cuo auf sie wartete. �Gut geschoss�n.�</p><p>�Ein Pfeil, ein zerst�rtes Schiff und ein verwundeter Hafen.� Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Zum Gl�ck ist Tyrathan Khort tot. Ganz gleich, wer diese Geschichte �ber ihn erz�hlen w�rde, niemand w�rde sie glauben.�</p></section><section><title><p>28</p></title><p>Khal�ak h�tte Mitleid mit dem Gurubashi gehabt, der in einer Lache seines eigenen Gewimmers und Gesabbers vor Vilnak�dor kniete, aber sein Bericht wurde nur noch erb�rmlicher, als er ihn ein zweites Mal vortrug. Und obendrein hatte er sich von einem Dunkelspeer dem�tigen lassen. Der Troll blickte zu dem Zandalari-General auf, einen flehentlichen Ausdruck in den tr�nennassen Augen.</p><p>�Dann hab�n sie mir einen Eimer Wasser �ber den Kopf gesch�ttet, um mich aufzuweck�n, Meister. Und dieser Troll, er hat mich am Kinn gepackt und mir eine Botschaft f�r Euch �bermittelt. Im Licht der brennend�n Schiffe war sein Gesicht todernst. Er sagte, mit dem Mensch und den Shado-Pan auf seiner Seite w�rde uns noch viel gr��ere Verw�stung droh�n, falls wir in Pandaria einmarschier�n. Und dann hat er das getan!�</p><p>Der Gurubashi strich eine Str�hne kastanienbraunen Haares zur�ck, die ihm in die Stirn gerutscht war. Eine krude, speerf�rmige Narbe prangte dort in seinem Fleisch. �Damit niemand die Dunkelspeere vergisst, meinte er.�</p><p>Vilnak�dor verpasste ihm einen Tritt in den Bauch, dann wandte er sich zu Khal�ak herum. �Das ist deine Schuld, Khal�ak. Alles nur deine Schuld. Du hast dich von ihm t�usch�n lassen.�</p><p>Sie reckte das Kinn hoch. �Er hat nichts dergleichen getan, Mylord. Wir hatt�n Vol�jin, mit Haupt und Herz, bis Kriegsf�rst Kao hier meine Autorit�t untergrab�n hat.�</p><p>Der Mogu-Kriegsf�rst, der w�hrend der geschluchzten Berichterstattung des Trolls wortlos dagestanden hatte, blickte gleichg�ltig auf seine Klauen hinab. �Er steckte mit den Shado-Pan unter einer Decke. So jemandem h�tte man nie vertrauen d�rfen.�</p><p>Sie unterdr�ckte ein Zischen. �Ich werde mich um ihn k�mmern.�</p><p>�So, wie er sich um deine Offiziere und dein Schiff gek�mmert hat?�</p><p><emphasis>Wir sind auf einer Insel, wo dein Meister Geb�ude allein durch seine Tr�ume erricht�n kann, und trotzdem hat er nicht bemerkt, wie Vol�jin gefloh�n ist?</emphasis> Sie z�gerte einen Augenblick und fragte sich, ob der Donnerk�nig es wirklich nicht bemerkt hatte oder ob er vielleicht nur beschlossen hatte, nichts zu unternehmen. <emphasis>M�glich. Wenn auch n�rrisch. Aber vielleicht schon n�rrisch genug, um dem K�nig brillant zu erscheinen, der einst von den Pandaren gest�rzt wurde.</emphasis></p><p>Sie stellte diesen Gedanken einen Moment zur�ck und richtete sich an ihren Vorgesetzten. �Der Schad�n, den wir erlitten haben, ist unbedeutend, sowohl was den Umfang als auch die Auswirkung betrifft. Die Trupp�n sind jetzt in h�chster Alarmbereitschaft, und das wird sich bei unserem Einsatz in Pandaria bezahlt mach�n. Der Verlust des Schiffes ist bedauernswert, aber das Feuer konnte rechtzeitig einged�mmt werd�n. W�ren die Lagerh�user abgebrannt, h�tte das unsere Invasion vielleicht um eine Jahreszeit zur�ckgeworf�n. Aber so, wie es ist, verlier�n wir h�chstens zwei Wochen, um die Kais zu reparieren und die Tr�mmer aus dem Haf�n zu fischen.�</p><p>Vilnak�dor l�chelte. �Seht Ihr, Kriegsf�rst Kao, wir stechen in zwei Wochen in See. Euer Meister wird zufried�n sein.�</p><p>Der Mogu sch�ttelte den Kopf. �<emphasis>Ihr</emphasis> stecht in zwei Wochen in See. <emphasis>Ich</emphasis> segle in einer Woche los. Die Shado-Pan m�ssen zerst�rt werden. Ich und meine Leibw�chter werden uns darum k�mmern.�</p><p>Khal�ak runzelte die Stirn. Leibw�chter? Die einzigen Mogu, die Kao mehr als eines Blickes gew�rdigt hatte, waren die beiden gewesen, die ihm in der Gruft den Mantel und den Stab gegeben hatten. �Wie viele habt Ihr denn?�</p><p>�Zwei.� Er hob den Kopf. �Mehr werde ich nicht brauchen.�</p><p>�Ihr wisst nicht, wie viele M�nche es gibt, Kriegsf�rst.�</p><p>�Das ist unwichtig. Wir werden gewinnen.�</p><p>Der Troll-General zog eine Augenbraue nach oben. �Ich will nicht unh�flich erscheinen, aber in der Vergangenheit seid Ihr mit einer viel gr��eren Streitmacht gescheitert.�</p><p>�Dies ist aber nicht die Vergangenheit, General Vilnak�dor.�</p><p><emphasis>Nein, es ist die Gegenwart. Eine Gegenwart, in der wir dich aus der Gruft befreit hab�n, in die du von deinem geliebten Meister gesperrt wurdest.</emphasis></p><p>Vilnak�dors Gesicht wurde verschlossen. �Mein Freund, ich hatte gehofft, dass ich Euch mit einer gut�n Nachricht �berraschen k�nnte � der Nachricht, dass die Shado-Pan vernichtet werd�n.�</p><p>�Und wie?�</p><p>Der Zandalari nickte in Khal�aks Richtung. �Ich entsende meine rechte Hand, um ihnen den Garaus zu mach�n. Sie wird f�nfhundert Elitekrieger mitnehmen � mehr als die H�lfte davon aus meinen eigenen Haustruppen. Wenn Euer Meister in Pandaria eintrifft, werden sie ihm die K�pfe s�mtlicher Shado-Pan zum Geschenk mach�n � und dazu die K�pfe des Dunkelspeers und seiner Begleiter.�</p><p>Die Augen des Mogu weiteten sich, als er von dem General zu Khal�ak und wieder zur�ck blickte. �Sie? Diejenige, die den Dunkelspeer entkommen und all diesen Schaden anrichten lie�? Sind die Zandalari im Lauf der Jahrhunderte etwa senil geworden?�</p><p>�Die Frage, die Ihr Euch eigentlich stell�n solltet, ist, warum ich sie �berhaupt mit der Aufgabe betraut habe, Vol�jin hierher zu bring�n. Eine kleine Demonstration, sofern Ihr nichts dagegen habt.�</p><p>Khal�ak nickte, dann stie� sie den Gurubashi mit einem Zeh an. �Steh auf!� Ein zweiter Tritt und ein sch�rferer Befehl erschreckten ihn genug, dass er unstet auf die Beine taumelte.</p><p>Sie verpasste ihm mit der offenen Hand einen harten Schlag auf das linke Ohr. �Renn zur T�r! Wenn du es schaffst, sollst du leb�n. Jetzt!�</p><p>W�hrend er noch mit der Hand sein Ohr betastete, wirbelte der Troll herum und hetzte los. Khal�ak hob ihre rechte Hand und lie� den Dolch, der unter ihrem �rmel verborgen gewesen war, zwischen ihre Finger rutschen. Anschlie�end bog sie den Arm zur�ck und ma� die Entfernung. Der Troll rannte in vollem Sprint, und die Panik lenkte seine Schritte. Er schaffte es sogar bis vor die T�r.</p><p>Da riss Khal�ak die Hand vor.</p><p>Der Troll stolperte und griff sich laut keuchend an die Brust, dann kippte er auf die Knie und fiel zuckend zur Seite. L�hmende Kr�mpfe sch�ttelten seinen K�rper, und seine Handfl�chen quietschten, als sie �ber den polierten Steinboden fuhren, dann kr�mmte er den R�cken und stie� einen letzten Schrei aus. Einen Moment sp�ter waren seine Augen bereits tr�be.</p><p>Der Mogu stapfte hin�ber, wobei seine Schritte den Boden vibrieren lie�en, und musterte den Troll, ohne sich aber f�r eine genauere Inaugenscheinnahme zu b�cken. Es bestand kein Zweifel daran, dass der Gurubashi tot war, aber weder ragte eine Klinge aus seiner Brust noch lag er in einer gr��er werdenden Lache seines eigenen Blutes.</p><p>Kao kehrte zu den beiden anderen zur�ck und nickte. �Gut, ihr k�mmert euch um die Shado-Pan. Aber ich werde dir trotzdem meine Leibw�chter mitschicken. Und eine Sache noch.�</p><p>Khal�ak l�chelte milde. �Ja?�</p><p>�Es w�rde meinem Meister Vergn�gen bereiten, wenn ihr Ende sehr viel blutiger w�rde als das hier.�</p><empty-line/><p>Kaum dass der Mogu den Raum verlassen hatte, verbeugte Khal�ak sich vor Vilnak�dor. �Euer Vertrauen in mich ist ermutigend, Mylord.�</p><p>�Wohl eher zweckdienlich. Du hast dir Kao zum Feind gemacht, und er wird den Donnerk�nig geg�n dich aufhetzen. Es gibt also nur zwei M�glichkeiten: Entweder du bringst ihm, wie versprochen, die K�pfe der Pandaren, oder ich bringe ihm deinen Kopf.�</p><p>�Ich verstehe, Mylord.� Khal�ak neigte den Kopf. �Warum ausgerechnet f�nfhundert?�</p><p>�Bei f�nfhundert werden die Krieger denk�n, es ist eine Ehre, ausgew�hlt zu werden. W�rde ich mehr schick�n, w�rden sie glaub�n, es w�re eine Mission f�r Narren oder ein hoffnungsloses Unterfang�n. Das w�rde der gesamten Truppe ihre Moral raub�n. Au�erdem: ein Dunkelspeer, ein Mensch und ein paar Pandaren auf einem Berg, ohne R�ckzugsm�glichkeit�n? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Kloster mehr als ein Dutzend Pandar�n beherbergt. Warum solltest du da mehr Krieger brauch�n?�</p><p>�Ihr habt recht, Mylord, f�nfhundert sollten mehr als genug sein.� Sie l�chelte. �Und ich werde alles tun, um sie zum Erfolg zu f�hr�n.�</p><p>�Nat�rlich wirst du das.� Der General deutete auf den toten Gurubashi. �Deine F�higkeit�n sind lobenswert.�</p><p>�Danke, Mylord! Ich werde jemanden schicken, um die Leiche fortzubringen.� Sie verbeugte sich und ging zur T�r, wobei sie �ber den Toten hinwegstieg, ohne ihre Schritte zu verlangsamen, so als w�re er ebenso ein Phantom wie der Dolch, den sie nach ihm geworfen hatte.</p><p>Der Tod des Gurubashi war eine Demonstration f�r den Mogu gewesen. Sie hatte nur so getan, als h�tte sie das Messer geworfen, das sie gez�ckt hatte. Tats�chlich hatte sie es wieder in die H�lle an ihrem Oberarm gesteckt, als Kao sich umgedreht hatte, um dem Troll nachzublicken. Was den Gurubashi get�tet hatte, war kein unsichtbares Messer gewesen, sondern die Giftnadel des Ringes an ihrer Hand � der Hand, mit der sie ihn geohrfeigt hatte. Nach dem Schlag hatte er noch zehn Sekunden zu leben gehabt, und sie hatte acht Sekunden gehabt, um ihr Messer zu werfen. Ohne tats�chlich Magie zu benutzen, hatte sie so den Anschein erweckt, als w�re ihr Opfer auf magische Weise ums Leben gekommen. Das sollte dem Mogu zu denken geben. Nun musste er sich n�mlich fragen, ob die Zandalari w�hrend seines langen Schlafes vielleicht neue Kr�fte entdeckt hatten.</p><p>Diese Art der T�uschung war aber nicht nur f�r die Mogu bestimmt. Khal�ak hatte das Gef�hl, dass sie all ihre Gerissenheit und mehr brauchen w�rde, um die Shado-Pan zu vernichten. Denn immerhin hatte Vol�jin ihr und den Zandalari den R�cken gekehrt, um an der Seite der Pandaren zu k�mpfen. Vermutlich wusste er etwas, das ihr noch vorenthalten war. Und sie war sicher, dass sie sich dieses Wissen mit Blut erkaufen musste.</p><empty-line/><p>Chens Anleitung folgend h�ngten Vol�jin und die anderen so viel Leinwand an den Mast des Bootes, wie er tragen konnte. Der Pandaren war zwar nicht der beste Seemann der Welt, aber er hielt den Wind in ihrem R�cken und steuerte den Kahn nach S�den, Pandaria entgegen. W�hrend sie sich um das Boot k�mmerten oder nach Verfolgern Ausschau hielten, mussten sie immer wieder laut auflachen, wann immer sie an ihre Flucht dachten.</p><p>Als die Mittagssonne auf sie herabbrannte, stand Vol�jin mit Bruder Cuo mittschiffs. Der M�nch sprach nur wenig, und auch wenn das wohl kaum untypisch f�r ihn war, fragte der Schattenj�ger sich, ob die Ereignisse w�hrend ihrer Flucht den M�nch vielleicht noch schweigsamer gemacht hatten.</p><p>�Bruder Cuo, was ich mit dem Gurubashi-Soldaten getan habe � Ihm ein Zeichen in die Stirn zu ritz�n ist grausam, das l�sst sich nicht verleugnen. Aber ich habe es nicht um der Grausamkeit willen getan.�</p><p>Der Pandaren nickte. �Bitte, Meister Vol�jin, ich verstehe, warum du das getan hast, ebenso wie ich verstehe, dass man kein Gleichgewicht erreichen kann, indem man viel wenig gegen�berstellt. In der Theorie ist Frieden die Balance des Krieges, aber in der Praxis kann man Gewalt nicht durch Gewaltlosigkeit ausgleichen, sondern nur durch ein ebenso gro�es Ma� an Gewalt, das der Aggression entgegengesetzt wird.�</p><p>Cuo breitete die Pfoten aus. �Du glaubst, wir Shado-Pan sind von der Welt abgeschnitten, vielleicht sogar hinterw�ldlerisch, weil wir nicht gesehen haben, was du gesehen hast. Aber ich wei�, dass es viele Nuancen der Gewalt gibt. Welchen Schaden richtet ein Schwerthieb an, wenn er nichts trifft? Was du diesem Troll angetan hast, wird den Feind ablenken, und er wird ins Nichts schlagen. Und weil du die Soldaten get�tet hast, ist die Hand, die dieses Schwert f�hrt, nun geschw�cht.�</p><p>Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Unsere Feinde werden nicht ins Nichts schlag�n. Sie werden nach uns schlag�n oder, genauer gesagt, nach den Shado-Pan. Was wir getan haben, wird die Mogu mit Grauen erf�ll�n, aber es wird die Zandalari dazu zwingen, die Shado-Pan auszumerz�n. Und du hast selbst gesehen, wie gro� die Armee ist, die sich auf der Insel versammelt hat.�</p><p>�Ein Furcht einfl��ender Gegner.� Der Pandaren l�chelte. �Deine Zandalari sehen uns als helles Licht, und die Mogu sp�ren uns als versengende Hitze. Doch sie erkennen nicht, dass wir das Feuer sind. Und das ist ein Irrtum, den sie noch bitter bereuen werden.�</p><empty-line/><p>Chen steuerte das kleine Fischerboot in eine winzige Bucht unterhalb der Steins�ule, die der Gipfel der Ruhe war. Sie zogen das Boot bis zur Hochwassermarke auf den Strand, bevor sie es festmachten. Sie wussten, dass sie es nie wieder benutzen w�rden, aber es einfach so davontreiben zu lassen, w�re ein unw�rdiger Dank gewesen, nachdem es ihnen so gro�e Dienste erwiesen hatte.</p><p>Anschlie�end machten sie sich auf den Weg, die felsigen H�nge hinauf. Teilweise mussten sie steile Klippen hochklettern, und Vol�jin stellte sich vor, wie die Zandalari �ber diese Felsw�nde emporst�rmen w�rden. Vor seinem geistigen Auge sah er sie als wogende schwarze Welle, die sich an dem Berg brach, und einen Moment gab er sich gen�sslich der Vorstellung hin, wie eine Lawine sie unter Felsbrocken begraben w�rde. Zerschmetterte Trolle kullerten die H�nge hinab, w�hrend andere ins Meer zur�ckst�rzten, wo sie langsam auf den Grund sanken und ihr letzter Atem als Luftblasen aus ihren Lungen entwich.</p><p><emphasis>Aber die Realit�t wird anders ausseh�n.</emphasis></p><p>Das bestm�gliche Szenario f�r die Zandalari w�re es, das Kloster �berhaupt nicht anzugreifen, sondern stattdessen zwei oder drei Absperrg�rtel aus Kriegern um den Berg zu bilden. So k�nnten sie verhindern, dass die M�nche vom Gipfel der Ruhe hinabstiegen, um bei der Verteidigung von Pandaria zu helfen. Wenn sie dann noch eine Kompanie von Pterrodax-Reitern einsetzten, um die Wolkenschlangen in Schach zu halten, dann m�ssten die Shado-Pan hilflos mit ansehen, wie die Zandalari und Mogu das Tal der Ewigen Bl�ten, den Jadewald und die Tonlongsteppe einnahmen. Sobald diese Gebiete erst unter der Kontrolle der Invasoren w�ren, k�nnten sie sich in aller Ruhe dem Kloster zuwenden.</p><p>Vilnak�dors Problem war jedoch, dass diese Strategie nicht fruchten w�rde. Die Mogu w�rden auf die sofortige Vernichtung der M�nche dr�ngen. Die Zandalari konnten diese Aufgabe nat�rlich nicht den Mogu selbst �berlassen, weil sie den Pandaren schon in der Vergangenheit unterlegen waren. Zudem w�rden die Mogu wom�glich ihre Partnerschaft mit den Zandalari hinterfragen, sollte es ihnen dann doch gelingen, die Shado-Pan auszuradieren. Wenn sie das alleine konnten, wof�r brauchten sie die Trolle dann �berhaupt? Und falls die Mogu versagten, m�ssten die Zandalari sich noch immer um die M�nche k�mmern und sich auch noch mit einem erz�rnten Donnerk�nig herumschlagen.</p><p>Davon abgesehen hatte sich bestimmt schon unter den Trolltruppen herumgesprochen, wie viel Tod ein Schattenj�ger und ein Mensch auf der Insel ges�t hatten. So wie Ger�chte sich in Milit�rlagern verselbstst�ndigten, erz�hlte man sich inzwischen gewiss, dass er von den M�nchen ausgebildet worden war oder dass die M�nche in seiner Begleitung ein spezielles Schattenj�ger-Training von ihm erhalten hatten. So oder so, pl�tzlich barg Pandaria eine neue Gefahr, eine Bedrohung, die sich unbemerkt ins Zandalari-Lager schleichen konnte, und das bedeutete, dass jeder verwundbar war. Das war ganz sicher nicht gut f�r die Moral.</p><p>Vol�jin teilte diese Gedanken mit Taran Zhu, nachdem sie das Kloster erreicht hatten. Der alte M�nch war nicht sonderlich �berrascht gewesen, sie wiederzusehen; er hatte gewusst, dass sie nicht tot waren, weil keine ihrer Statuen aus den Knochen des Berges gefallen war. Ebenso wenig wie das Bildnis von Schwester Quan-li, was den �berlebenden Hoffnung machte.</p><p>Der Anf�hrer der Shado-Pan stand gemeinsam mit Vol�jin und Tyrathan �ber einer Karte des Kun-Lai-Distrikts. �Dann ist Eure Einsch�tzung also, dass die Zandalari Elitetruppen gegen uns ins Feld schicken werden? Nur das kann die Moral der Krieger st�rken und die Mogu bes�nftigen.�</p><p>Der Dunkelspeer nickte. �Ich w�rde es jedenfalls tun, und bei der Gelegenheit mit aller Macht von Zouchin nach S�den vorstoߒn. Einen Teil der Streitmacht w�rde ich direkt nach S�den schick�n und dann nach West�n, um Euch vom Jadewald und der Tonlongsteppe abzuschneiden. Selbst wenn es den Elitetruppen nicht geling�n sollte, Euch zu t�ten, k�nntet Ihr dann nirgendwohin flieh�n.�</p><p>Tyrathan tippte mit dem Finger auf den s�dlichen Rand der Karte. �Falls wir jetzt aufbrechen und uns ins Tal der Vier Winde zur�ckziehen, w�rden wir ihrer Falle entgehen. Wir m�ssten nat�rlich ein paar Leute hierlassen, damit das Kloster bewohnt aussieht. Sobald dann die Zandalari anr�cken, k�nnen sie bei Nacht und Nebel mit Wolkenschlangen fliehen.�</p><p>Der alte M�nch verschr�nkte die H�nde hinter dem Kopf und nickte nachdenklich. �Ein weiser Plan. Ich werde alle n�tigen Vorkehrungen f�r Eure Evakuierung treffen.�</p><p>Vol�jins Augen wurden schmal. �Das klingt, als w�rdet Ihr nicht mitkomm�n.�</p><p>�Kein Shado-Pan wird das Kloster verlassen.�</p><p>Der Troll starrte ihn an. �Ich habe die Zandalari auf dies�n Ort gesto�en. Ich habe Euch zu ihrem Hauptziel gemacht. Aber nur weil ich glaubte, Ihr w�rdet Euch zur�ckzieh�n und die Verteidigung Pandarias von einem anderen Ort aus leit�n.�</p><p>Der Pandaren sch�ttelte langsam den Kopf. �Ich habe Respekt vor diesem Versuch, Eure Taten zu rechtfertigen, Vol�jin, aber Ihr habt uns nicht zu ihrem Ziel gemacht. Von diesem Ort aus planten die Pandaren den Aufstand gegen die Mogu. Die Geschichte hat uns also zu ihrem Ziel gemacht. Ihr habt dem Ganzen vielleicht ein wenig Nachdruck verliehen, aber sie w�ren so oder so hierhergekommen. Sie haben gar keine andere Wahl.</p><p>Und aus demselben Grund k�nnen wir das Kloster nicht verlassen.� Der M�nch deutete mit der ge�ffneten Pfote auf die Karte. �Von diesem Ort aus haben wir Pandarias Freiheit errungen. Und nur von diesem Ort aus k�nnen wir Pandarias Freiheit wahren. Falls der Gipfel der Ruhe f�llt, wird der Frieden f�r immer aus unserer Heimat weichen. Ihr solltet nach S�den gehen. Eure V�lker haben die Macht, sich der Invasion entgegenzustellen. Warnt sie! Bringt sie zur Vernunft!�</p><p>Vol�jin schauderte. �Wie viele von Euch werd�n das Kloster verteidig�n?�</p><p>�Nun, da Bruder Cuo zur�ckgekehrt ist, sind wir drei�ig.�</p><p>�Einunddrei�ig.� Tyrathan hakte die Daumen unter seinem G�rtel ein. �Und ich m�chte wetten, dass Chen auch hierbleibt.�</p><p>�Dann bin ich Nummer dreiunddrei�ig.�</p><p>Taran Zhu verbeugte sich vor ihnen. �Eure Geste macht uns dem�tig und ehrt Euch, aber ich kann sie nicht akzeptieren. Kehrt zu Euren V�lkern zur�ck. Es gibt keinen Grund f�r Euch, hier zu sterben.�</p><p>Der Troll reckte das Kinn hoch. �Habt Ihr nicht unser Angesicht in die Knoch�n des Berges geschnitzt?�</p><p>Der M�nch nickte ernst.</p><p>�Dann sind die Shado-Pan unser Volk. Sie sind unsere Familie.� Vol�jin l�chelte. �Davon abgesehen habe ich nicht vor, hier zu sterb�n. Das Sterben, mein Freund, �berlasse ich den Zandalari.�</p></section><section><title><p>29</p></title><p>Vol�jin wagte nicht, die Augen zu �ffnen, denn er sp�rte die Gegenwart seines Vaters. Der Schattenj�ger hatte sich in seine Kammer im Kloster zur�ckgezogen, obwohl ringsum die Vorbereitungen auf den kommenden Angriff auf hektischen Hochtouren liefen. Alles, was er Taran Zhu gesagt hatte, war aus tiefer �berzeugung geboren: dass er hierher geh�rte, dass das Kloster sein neues Zuhause war und dass sein Ebenbild, das in die Knochen des Berges geschnitzt war, ihn mit den Shado-Pan verband.</p><p>So stark war diese �berzeugung, dass er den Drang versp�rt hatte, sofort mit den Loa in Verbindung zu treten. Er hatte zwar keinen Zweifel daran, dass er das Richtige tat, aber er konnte sich vorstellen, dass die Loa sich deswegen von ihm abwenden w�rden. Sie sahen zwar, dass das Treiben der Zandalari der Sache der Trolle schadete, aber seine Treue zu den Pandaren k�nnte in ihren Augen ebenso nachteilig erscheinen.</p><p>Die Gegenwart seines Vaters schenkte Vol�jin Mut, denn zumindest sp�rte er keine Feindseligkeit darin. Er zwang sich, gleichm��ig ein und aus zu atmen, w�hrend er die althergebrachten Praktiken mit dem verband, was er im Kloster gelernt hatte, und dann trat er vor die Loa, wie es einem Schattenj�ger geb�hrte � selbstsicher und entschlossen. Dennoch erf�llte ihn zugleich die jugendliche Freude, wie sie jeder Erwachsene versp�rt h�tte, der seinen Vater und dessen Tr�ume in Ehren hielt. Sen�jin war zuerst zu ihm gekommen.</p><p>Der Dunkelspeer blickte sich suchend um, ohne die Augen zu �ffnen. Dort stand sein Vater, ein wenig mehr vom Alter gebeugt, als Vol�jin in Erinnerung hatte, aber noch immer mit denselben gl�nzenden Augen. Sen�jin trug einen schweren Umhang mit Kapuze, gewoben aus blauer Wolle, aber die Kapuze war zur�ckgeschlagen und hing auf seine Schultern herab. Es sah aus, als w�rde er l�cheln.</p><p>Der Schattenj�ger versuchte gar nicht erst, sein eigenes L�cheln zu verbergen, auch wenn es nur ein paar Augenblicke anhielt. �Ist es dies, was du von mir erwartet hast?�</p><p>�Dass du hier gegen die Zandalari k�mpfen willst, an einem Ort, wo du unterliegen musst? Dass du dich zu einem Kampf verpflichtet hast, den du nicht gewinnen kannst, und das f�r Leute, die dich nicht verstehen und es auch gar nicht versuchen?� Sen�jins Schultern sackten nach unten, und er sch�ttelte den Kopf. �Nein, mein Sohn.�</p><p>Vol�jin blickte zu Boden. Sein Herz schmerzte ihn; es f�hlte sich an, als h�tte man eine rostige Kette mit scharfen Dornen darum gewickelt, die jetzt straff gezogen wurde. H�tte er in seinem Leben nur ein Ziel verfolgen k�nnen, es w�re, seinen Vater stolz zu machen. <emphasis>Ich entt�usche ihn nur ungern, aber wenn es sein muss, soll es eb�n so sein.</emphasis></p><p>Die Stimme seines Vaters klang sanft, erf�llt von einer Schwere, aus der aber auch ein wenig Freude herausklang. �Das ist nicht, was ich von dir erwartet habe, Vol�jin; aber es ist, was die Loa von einem Schattenj�ger erwarten. Und auch wenn ich es nicht erwartet habe, habe ich doch immer gewusst, dass du in diesen Rang aufsteigen w�rdest, wenn die Zeit gekommen w�re.�</p><p>Vol�jin hob den Kopf, und der Druck auf seiner Brust lie� nach. �Ich f�rchte, ich verstehe nicht ganz, Vater.�</p><p>�Du, Vol�jin, bist mein Sohn, und ich bin sehr stolz auf alles, was du erreicht hast.� Der Geist seines Vaters hob einen Finger. �Aber indem du ein Schattenj�ger wurdest, da wurdest du mehr als mein Sohn. Du wurdest ein Vater f�r alle Trolle. Du tr�gst die Verantwortung f�r uns alle, und f�r das, was aus uns wird. Unsere Zukunft liegt in deinen H�nden � und mir will niemand einfallen, bei dem sie besser aufgehoben w�re.�</p><p>Die Welt um Vol�jin verschob sich. Ohne dass er sich bewegt h�tte, stand er nun pl�tzlich neben seinem Vater und sah zu, wie Sterne an einem Nachthimmel voller Explosionen auseinanderbarsten. Er sah, wie sich aus dem Nichts Azeroth formte, wie die Loa kamen, um den Trollen ihr wahres Wesen zu schenken und im Gegenzug ewige Verehrung und Ergebenheit forderten. Er sah Kriege und Katastrophen, gute Zeiten und fr�hliche Zeiten; alles huschte an ihm vorbei, schimmernde Augenblicke auf dem Seidenband der Geschichte.</p><p>Ganz gleich, was er sah oder wie kurz er es sah, konnte Vol�jin doch immer wieder einen Schattenj�ger ausmachen oder zwei oder f�nf. Manchmal standen sie im Vordergrund, aber meist hatten sie den Platz neben oder hinter einem dynamischen Anf�hrer eingenommen, und gelegentlich sa�en sie auch als Mitglieder eines Rates beisammen. Stets ersuchte man um ihre Ratschl�ge, und die Weisheit ihrer Entscheidungen wurde ausnahmslos respektiert.</p><p>Bis die Zandalari sich vom Rest abzusondern begannen. Es ergab durchaus Sinn, denn die Trolle wurden geschickter und begannen St�dte zu errichten. Sie h�rten auf, durchs Land zu ziehen, eigneten sich Reichtum an, bauten sich ein Zuhause. Sie erschufen Tempel und Schreine, es entstand eine Klasse von spirituellen Mittelsm�nnern, die Opfer forderten und die Botschaften der Loa interpretierten. Als die Bev�lkerung wuchs, gingen immer weniger Trolle Besch�ftigungen nach, die sie mit der Natur und den Loa in Verbindung brachten, und alte Gebote mussten umgeschrieben und an die neue Zeit und die Zivilisation angepasst werden. Es waren die Zandalari, die sich dieser Aufgabe widmeten, und sie fanden darin ihre Erf�llung. Gleichzeitig mussten sie aber auch die Notwendigkeit ihrer Rolle betonen, damit niemand auf die Idee kam, ihre Kaste h�tte keine Existenzberechtigung.</p><p>Aus diesem Grund war es auch n�tig, die Rolle des Schattenj�gers neu zu definieren. Ja, die Vorbereitung und die Pr�fungen zu bestehen war eine gewaltige Leistung, ein Erfolg, den jeder feiern musste. Schattenj�ger wurden zu Helden von geradezu mythischen Proportionen erhoben � verehrt, aber auch gef�rchtet, da sie unter den Loa wandelten und daher die N�te und Bed�rfnisse der Sterblichen nie vollends verstehen konnten.</p><p>Vol�jin schauderte. Dieser Wunsch, den er versp�rt hatte, der Drang, die Anerkennung der Zandalari zu gewinnen, wohnte auch den anderen Trollst�mmen inne, und nicht nur ihnen. Khal�ak war ebenfalls ein Opfer dieses Wunsches, wenn auch in einem anderen Sinne. Sie wollte eine Allianz mit einem Schattenj�ger eingehen, weil er einen so hohen Status genoss. Indem sie zusammenarbeiteten, hatte sie das Gef�hl, dass auch sie eine h�here Stufe erklomm.</p><p><emphasis>Aber dann bin ich gefloh�n und habe ihren Wunsch ruiniert.</emphasis></p><p>Hin und wieder verlangsamte sich der Bilderreigen der Geschichte, wenn ein bedeutsamer Wegpunkt erreicht war. Die Szenarien waren ausladender geworden, die Trollmengen gr��er und die Reden hetzerischer und giftiger. Mehrere gewaltige Horden, die �ber das Land verteilt waren, fielen �bereinander her.</p><p>In diesen Bildern konnte Vol�jin jedoch keine Schattenj�ger entdecken. Und falls er doch einen erhaschte, hatte dieser sich von den Geschehnissen abgewandt. <emphasis>So wie ich, als Zul mich bat, den anderen Troll�n beizutreten. Oder als ich mit Garrosh brach.</emphasis></p><p>Da fiel pl�tzlich der letzte Teil des Puzzles an seinen Platz. Die Zandalari hatten sich zum Sprachrohr der Loa erhoben, und vielleicht begannen sie irgendwann zu glauben, dass sie auf einer Stufe mit den Geistern st�nden. Auf jeden Fall betrachteten sie sich nicht als Br�der der anderen Trolle. Sie waren besser. Sie waren mehr. Sp�ter versuchten die Gurubashi und Amani, den Zandalari nachzueifern, und so verfielen auch sie diesem Irrglauben, diesem Gef�hl der �berlegenheit, das zu �berheblichkeit f�hrte und all ihre Bestrebungen dem Untergang weihte.</p><p>Und jedes Mal hatte sich ein Schattenj�ger abgewandt. Die Trolle interpretierten das so, dass sich ein �berbleibsel aus der Vergangenheit von der Zukunft abwandte. Aus ihrer Sicht war das die einzig logische Erkl�rung f�r dieses Handeln. Doch indem sie so dachten, l�sten sie sich von ihrer Vergangenheit und ihrer wahren Natur.</p><p>Ein Schattenj�ger konnte Berater oder Anf�hrer sein, doch das war nicht seine eigentliche Aufgabe; das war nicht der Grund, warum die Loa zu ihm kamen und sich auf ihn verlie�en. Ein Schattenj�ger war der Ma�stab f�r alles, was einen Troll ausmachte. Alle Trolle und all ihre Taten wurden am Schattenj�ger gemessen. Es war wichtig, den Unterschied zwischen echten Taten und F�higkeiten oder Potenzial zu erkennen. Die F�higkeiten der Schattenj�ger �berragten zwar die der meisten Trolle, aber dennoch konnte jeder Troll dem Schattenj�ger nacheifern und das Gemeinwesen durch seine Taten st�rken. Dadurch konnten sie sich gleichzeitig auch als Trolle best�tigt sehen.</p><p>Vol�jin stellte sich vor, dass er auf einer simplen Kaufmannswaage stand. Khal�ak und Vilnak�dor traten auf die andere Schale, und die Waage neigte sich zu Vol�jins Gunsten, sodass die Zandalari in die H�he gehoben wurden. Er konnte verstehen, dass sie von ihrem erh�hten Standpunkt aus den Eindruck gewinnen konnten, dass er weniger Troll war als sie.</p><p>Dann verschwanden sie, und Chen nahm ihre Stelle ein, gefolgt von Taran Zhu und Bruder Cuo. Anschlie�end tauchte sein alter Freund Rexxar auf, und dann trat sogar Tyrathan auf die Waage. Bei jedem von ihnen pendelten sich die Schalen auf gleicher H�he ein. Anders bei Garrosh; als er an die Reihe kam, schoss er nach oben wie eine Goblin-Rakete.</p><p>Vol�jin fragte sich, ob das, was er da sp�rte, die wahre Natur seiner Gef�hrten im Kloster und bei der Horde war. Nat�rlich waren die Pandaren und der Mensch ihm nicht ebenb�rtig, immerhin war er ein Troll; aber ihre Bem�hungen, Pandaria zu retten, w�rden den seinen in nichts nachstehen, ebenso wie ihr Streben nach Freiheit, ihre Selbstlosigkeit und ihre Opferbereitschaft seinen Gef�hlen gleichkamen. Auf dieser Waage gemessen hatten auch sie das Herz und den Charakter eines Trolls.</p><p>Rexxar, der die Horde genauso liebte wie Vol�jin, verk�rperte ebenfalls diese Tugenden, und der Dunkelspeer w�nschte sich, sein Mok�nathal-Freund k�nnte jetzt hier sein. Nicht, um an seiner Seite zu sterben, sondern damit er ihnen helfen konnte, die Zandalari zu zerst�ren. Rexxar h�tte sich freudig in diesen Kampf gest�rzt, ganz gleich, wie freudlos das unausweichliche Resultat auch scheinen mochte.</p><p><emphasis>Und viele andere aus der Horde h�tten sich ihm angeschloss�n. Die meisten sogar, denke ich.</emphasis></p><p>Die Horde, die Shado-Pan, ja selbst Tyrathan, kamen der wahren Essenz des Trollseins n�her als die Zandalari. Denn die Zandalari und ihresgleichen waren wie K�ter, die mit eingezogenen Schw�nzen vor den W�lfen winselten. Weil sie einst selbst W�lfe gewesen waren und jetzt nicht mehr, glaubten sie, sie m�ssten zwangsl�ufig etwas Besseres sein. Ja, ihr Fell mochte nun heller schimmern, und sie konnten einige Aufgaben besser erf�llen, und vielleicht lebten sie sogar l�nger; aber sie hatten vergessen, dass nichts von alledem einem Wolf etwas bedeutete. Die Aufgabe eines Wolfes war es, ein Wolf zu sein. Die Hunde hatten diese Tatsache vergessen und an ihrer statt neue Wahrheiten geschmiedet, doch ganz gleich, wie �berzeugend sie auch klangen, letzten Endes waren es nur Schatten der einen echten Wahrheit.</p><p>Vol�jin neigte den Kopf und blickte seinen Vater an. �Ein Troll zu sein, hat nichts mit dem K�rperbau oder der Blutlinie zu tun.�</p><p>�Diese Dinge darf man nicht ganz au�en vorlassen, mein Sohn, aber es ist in der Tat unser Geist, der uns zu Trollen macht. Er entscheidet, ob wir der Aufmerksamkeit der Loa w�rdig sind, und er ist �lter als die Gestalt, die wir jetzt haben.� Das L�cheln seines Vaters wurde breiter. �Und wie du gesehen hast, wendet der Schattenj�ger sich von einem Pfad ab, wenn dieser uns von diesem Geist fortf�hrt. Da es der Geist ist, der uns definiert, kann es Anlass zu gro�er Freude sein, wenn man ihn auch in anderen entdeckt.�</p><p>Vol�jin lachte. �Du h�ttest also nichts dageg�n, wenn ich sage, dass die Horde mehr von Trollen hat als die Zandalari?�</p><p>�Vielleicht ist dem so.� Sein Vater schmunzelte. �Wei�t du, wie wir uns nannten, bevor wir den Namen Trolle w�hlten?�</p><p>�Ich habe nie �� Der Dunkelspeer runzelte die Stirn. �Ich wei� es nicht, Vater. Wie?�</p><p>�Nun, ich wei� es auch nicht, mein Sohn.� Der Geisttroll wackelte mit dem Kopf. �Aber ich bin sicher, dass wir etwas anderes waren, bevor wir Trolle wurden, und eines Tages werden wir sicher einen neuen Namen w�hlen. Die Zandalari haben seit jeher versucht, zu bestimmen, was wir sind, und andere haben die Umst�nde ausgenutzt, um diese Vorstellungen zu bekr�ftigten. Aber ich habe keinen Zweifel daran, dass in zwanzig Millennien ein Sohn seinen Vater fragen wird: �Wie hie�en wir eigentlich, bevor wir uns Horde nannten?��</p><p>�Ist es das, was du dir f�r die Trolle w�nschst, Vater?�</p><p>Langsam sch�ttelte Sen�jin den Kopf. �Was ich mir f�r die Trolle gew�nscht habe, war simpel: dass wir wieder ein Volk werden, das einem Schattenj�ger folgt. Doch um das m�glich zu machen, brauchen wir erst etwas Besonderes � n�mlich einen Schattenj�ger, der die Trolle auch f�hren kann. Viele Schattenj�ger haben sich damit begn�gt, sich von dem Pfad abzuwenden, der in den Untergang f�hrt. Du hingegen, mein Sohn, kannst uns von diesem Untergang fortf�hren. Falls das bedeutet, dass du uns an einen Ort bringst, wo das Blut weniger z�hlt als der Inhalt des Herzens, dann soll es so sein. Dann werden wir so wieder erstarken.�</p><p>�Aber werden die Loa das akzeptier�n?�</p><p>Bwonsamdis kaltes Lachen vibrierte durch Vol�jins Brust, und er wirbelte herum, um sich dem Loa zu stellen. �Hast du deinem Vater denn nicht zugeh�rt, Schattenj�ger? Die Loa gab es schon vor den Trollen. Dein Vater wollte wissen, wie die Trolle sich nannten, bevor sie sich Trolle nannten. Ich k�nnte dich fragen, wie sie davor genannt wurden � oder davor. Ihr seid ein Fluss. Manche w�rden sagen, das bedeutet, ihr seid wie Wasser, und dass ihr irgendwann stagnieren werdet. Aber ihr seid mehr, so wie ein Fluss mehr ist als nur Wasser.�</p><p>�Und die Horde?�</p><p>Das Loa spreizte die H�nde. �Fluss ist Fluss. Ob breit, ob schmal, ob seicht, ob tief, ob schnell; das ist unwichtig. Wir sind Geister, darum ist es euer Geist, der uns interessiert. Haltet euch an unser Abkommen, seid eurem Geist und euren Pflichten treu, und ihr sollt erbl�hen.�</p><p>�Bald wirst du jede Menge Zandalari-Seelen bekommen.�</p><p>Das Lachen des Loa hallte freudlos wider. �Meinen Hunger wirst du nie stillen k�nnen.�</p><p>�Ich selbst werde ihnen bald folgen.�</p><p>�Und ich werde dich willkommen hei�en. So wie ich alle Trolle willkommen hei�e.�</p><p>Vol�jin fand diese Bemerkung seltsam tr�stlich; nicht, weil er das Verlangen versp�rte, tot zu sein, sondern weil es bedeutete, dass er nicht von seinen Freunden getrennt sein w�rde. Im Angesicht des drohenden Todes war das zwar nicht viel, aber zumindest f�r den Moment war es genug.</p></section><section><title><p>30</p></title><p>Chen tat es leid um den kleinen Busch, hinter dem sie die Pyramide aus Felsbrocken versteckt hatten. Jeder einzelne dieser Steine � alle im Durchschnitt so gro� wie ein Trollsch�del, wenn nat�rlich auch deutlich runder � h�tte gereicht, um den Busch zu zermalmen, aber alle, vereint in einer kleinen Lawine, w�rden den Boden aufw�hlen, die Pflanze entwurzeln und mit ein wenig Gl�ck ein halbes Dutzend Zandalari zerschmettern, die zum Kloster hochkletterten.</p><p>Chen legte seinen Felsbrocken auf die Spitze der Pyramide, dann b�ckte er sich und blickte den Hang hinab. Die Steine w�rden in einen engen Kanal hinabpoltern, dort, wo der Weg steiler wurde � und wo die feindlichen Krieger sich sammeln w�rden, weil sie nur einer nach dem anderen hinaufklettern konnten. Das machte diese Enge zu einem ziemlich offensichtlichen Ort f�r eine Falle, und auch wenn der Busch die Steine vor den meisten wachsamen Augen verbergen sollte, w�rden die Zandalari sie gewiss entdecken.</p><p><emphasis>Und genauso wollen wir es auch</emphasis>. Aus der Tasche an seinem G�rtel holte der Pandaren eine Handvoll kleiner Holzscheiben hervor, die er anschlie�end in die L�cken zwischen den Steinen klemmte. Wenn die Felsbrocken den Hang hinunterrollten, w�rden die Scheiben schon bald liegen bleiben, aber die Zandalari w�rden sie trotzdem finden, nachdem die Lawine vor�ber war.</p><p>Weiter oben am Pfad, hinter der Stelle, an der Chen stand, kniete Yalia �ber einem Loch im Boden. Sie musste bis ganz nach unten greifen, um den angespitzten Bambuspflock im Erdreich zu verankern, der nun zum Himmel emporragte. Chen hatte dabei geholfen, einige dieser Pf�hle zu schnitzen, indem er erst das Ende zu einer scharfen Spitze gehackt und dann Einschnitte unterhalb der Kanten hinzugef�gt hatte, sodass unnachgiebige Stacheln entstanden.</p><p>Er trottete den Berghang hinauf, sorgsam darauf bedacht, nicht den Pfad zu betreten. Ein Stolperdraht war quer dar�bergespannt, einen Fu� von Yalias kleiner Grube entfernt. Der Gedanke dahinter war, dass die Trolle gewiss einen Sp�her vorschicken w�rden, um die steile Stelle zu erkunden. Wenn er den Hang emporkletterte, w�rde er die Felsenbrocken entdecken, sobald er auf gleicher H�he mit ihnen war, und dann w�rde er auch den Stolperdraht sehen, der nicht sonderlich gut versteckt war. Er w�rde annehmen, dass dadurch die Steinlawine ausgel�st wurde, und wenn er dann einen Schritt �ber den Draht hinwegmachte, w�rde er mit dem Fu� direkt in diese Grube treten. Nat�rlich w�rde er anfangen zu schreien, und selbst wenn nicht, seine Kameraden w�rden ihn sehen, und sie w�rden ihm zu Hilfe eilen.</p><p>Genau in diesem Moment w�rde ein kleines Katapult weiter oben am Berg beginnen, Felsen abzufeuern. Diese w�rden dann �berall am Hang einschlagen und die Lawine ausl�sen, um noch mehr Trolle in den Tod zu rei�en.</p><p>Chen streckte Yalia die Pfote hin. Sie warf noch einen letzten Blick auf die Kiesschicht, die sie �ber der Grube ausgebreitet hatte, dann nahm sie seine Hilfe an und stand auf.</p><p>Dass sie seine Pfote nicht sofort wieder loslie�, freute Chen. �Das sieht gut aus, Yalia. So, wie du den Staub dar�ber verteilt hast, wirkt es, als w�re er schon immer da gewesen. Tyrathan w�re stolz auf diese Falle.�</p><p>Sie l�chelte, aber zu hastig und zu kurz. �Aber wir legen hier keine Fallen f�r dumme Tiere, oder, Chen?�</p><p>�Nein, die Zandalari sind �u�erst gerissen. Darum k�dern wir sie auch mit den Holzscheiben. Aber keine Sorge, so, wie du alles vorbereitet hast, fallen sie sicher darauf herein.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Dar�ber mache ich mir keine Sorgen. Die Falle wird sie erwischen, und sie wird ihnen schaden.�</p><p>�Was ist dann �?�</p><p>�Ich habe gefragt, weil ich fragen musste.� Yalia seufzte, zum Teil aus Ersch�pfung, zum gr��eren Teil aber aus einem anderen Grund. �Ich ertappte mich dabei, stolz auf mein Werk hier zu sein, obwohl es anderen Schmerzen zuf�gen wird. Und als ich es merkte, da versuchte ich, meine Gef�hle zu rechtfertigen, indem ich die Zandalari als Tiere betrachtete. Als stumpfsinnige Mordmaschinen. Ich habe sie in meinem Kopf zu etwas gemacht, das es nicht verdient hat zu leben, und mir eingeredet, dass das Urteil, das auf einen von ihnen zutrifft, �ber alle von ihnen gef�llt werden kann. Aber sie k�nnen doch nicht alle so sein, oder?�</p><p>�Nein.� Chen dr�ckte ihre Pfote. �Es ist gut, dass du so denkst und mich daran erinnerst. Dass du den Wert des Lebens siehst, selbst bei deinen Feinden, ist ein Zeichen von Weisheit � und einer der Gr�nde, warum ich dich liebe.�</p><p>Verlegen senkte Yalia einen Moment lang den Blick. �Und dass du mir zuh�rst und �ber das nachdenkst, was ich sage, ist einer der Gr�nde, warum ich dich liebe, Chen. Ich w�nschte, wir h�tten mehr Zeit. Mehr Zeit f�reinander, mehr Zeit hier. Du hast so lange nach einem Zuhause gesucht, und meine Hoffnung war, dass du hier eines finden w�rdest. Doch jetzt musst du es schon wieder aufgeben. Das macht mich traurig.�</p><p>Er hob die Hand und wischte eine Tr�ne aus Yalias feuchten Augen, bevor sie ihr seidenweiches Fell benetzen konnte. �Sei nicht traurig. Wenn man ein Zuhause findet, f�llt das eine Leere, und dieses Gef�hl ist so wundervoll, dass nicht einmal mehr Zeit es noch sch�ner machen k�nnte. Ich habe es voll ausgekostet, denn ich wei� jetzt, wer ich bin und was ich tun soll.�</p><p>�Wie das?�</p><p>�All diese Gebr�ue und Getr�nkemischungen waren mein Versuch, einen Moment oder einen Ort festzuhalten. Genauso wie ein Barde es mit einem Lied tun w�rde oder ein Maler mit einem Bild. Sie bedienen Ohr und Auge, w�hrend ich Nase und Zunge bediene und vielleicht noch den Tastsinn. Ich war immer auf der Suche nach dem perfekten Gebr�u, in der Hoffnung, etwas zu finden, das die Leere in meinem Leben beschreiben k�nnte. Etwas, das diese Leere f�llen w�rde. Aber hier, jetzt, sp�re ich keine Leere mehr. Und auch wenn ich weiterhin versuchen werde, einen Ort oder eine Zeit einzufangen, habe ich nun doch Freude und Gl�ck � und beides verdanke ich dem Umstand, dass du in mein Leben getreten bist.�</p><p>Yalia machte einen Schritt auf ihn zu und legte ihre Arme um seinen Hals. �Vielleicht bin ich dann selbsts�chtig. Denn ich m�chte mehr, Chen. Ich m�chte eine Ewigkeit mit dir.�</p><p>�Die werden wir haben, Yalia Weisenwisper.� Er zog sie an sich heran und hielt sie fest in den Armen. �Wir sind bereits unsterblich. Unsere Bilder m�gen eines Tages aus den Knochen des Berges fallen, aber bevor man uns vergisst, wird der Berg selbst in sich zusammenfallen. Barden werden Lieder �ber uns singen. Maler von hier bis Orgrimmar und wieder zur�ck werden unsere Bilder auf die Leinwand bannen. Und noch in Jahrtausenden werden Braumeister behaupten, dass sie mein geheimes Rezept f�r das Gebr�u haben, das den Dreiunddrei�ig zum Sieg verhalf. Vermutlich werden sie es sogar so nennen: Dreiunddrei�ig.�</p><p>�Und wir werden auf ewig in ihren Erinnerungen vereint sein?�</p><p>�Es wird keinen Jungen in Pandaria geben, der nicht seine Yalia sucht und den G�ttern dankt, wenn er sie gefunden hat. Und die M�dchen werden gl�cklich sein, wenn sie ihren rastlosen Chen z�hmen.�</p><p>Yalia l�ste sich von ihm und zog die Braue hoch. �Denkst du, dass ich das so sehe?�</p><p>Er k�sste sie auf die Nasenspitze. �Nein. Du hast deinen Frieden mit mir geteilt. Du bist der Anker und das Meer. Und jeder Junge, der seine Yalia findet und in den Genuss dieser Dinge kommt, sollte sich besser f�r den gl�cklichsten Pandaren der Welt halten.�</p><p>Sie k�sste ihn auf den Mund, so leidenschaftlich, so innig, dass es ihm den Atem raubte. Er presste sie in einer starken Umarmung an sich und streichelte ihren Hinterkopf, w�hrend ihre Lippen sich ber�hrten. Es war ein Moment, von dem er sich w�nschte, er m�ge nie zu Ende gehen; und ein Moment, von dem er sich w�nschte, dass die K�nstler und Barden ihm wirklich gerecht wurden.</p><p>Als sie sich diesmal von ihm l�ste, legte Yalia den Kopf auf seine Schulter. �Ich w�nschte, unsere Kinder k�nnten nach ihrem Chen und ihrer Yalia suchen.�</p><p>�Ich wei�.� Er strich ihr �ber das Fell. �Ich wei�. Aber ich finde Trost in dem Gedanken, dass viele andere Kinder sich auf diese Suche machen werden.�</p><p>Sie nickte stumm und behielt ihren Kopf noch ein wenig l�nger auf seiner Schulter, dann lie�en sie voneinander ab und machten sich wieder auf den Weg den Berg hinauf. Dabei legten sie noch weitere Fallen, um den Liedern, die dereinst �ber sie gesungen werden mochten, noch weitere Verse hinzuzuf�gen und um den Zandalari eine Lektion zu erteilen, die sie schon l�ngst h�tten lernen m�ssen.</p><empty-line/><p>�Die Mogu k�nnten bis in alle Ewigkeit such�n, und sie w�rden trotzdem nicht alle Pfeile find�n, die du versteckt hast.� Vol�jin verschr�nkte die Arme vor der Brust, als der Mensch sich neben ihm aufrichtete. �Das muss jetzt doch bestimmt einer f�r jeden Soldat�n auf der Insel sein.�</p><p>�Und zwei f�r jeden Offizier.� Tyrathan zuckte mit den Schultern. �Au�erdem habe ich nicht nur Pfeile versteckt. Da sind auch Messer und Schwerter und St�cke und B�gen. Drau�en habe ich schwerere B�gen platziert, perfekt f�r lange Pfeile, um weiter entfernte Ziele zu treffen, und hier drinnen kleinere B�gen f�r k�rzere Pfeile, mit denen man sich auch auf geringe Distanz verteidigen kann.�</p><p>Vol�jin blickte sich am Schrein des Wei�en Tigers um. �Falls wir uns hierher zur�ckfall�n lassen m�ssen ��</p><p>�Du meinst, wenn �� Der Mann klopfte auf die steinerne Schulter einer Statue, die einen sitzenden Tiger darstellte. �Und wenn es so weit ist, wirst du froh sein, zu wissen, dass ein halbes Dutzend Wurfmesser um seinen Schwanz gebunden sind.�</p><p>�Und dass da oben ein Schwert h�ngt, wo ich es erreich�n kann, aber du nicht.�</p><p>�Vergiss nicht, du hast mir versprochen, den Kerl zu erledigen, der mich erwischt. Ich will nur sichergehen, dass du auch das n�tige Werkzeug hast, um dieses Versprechen einzul�sen.�</p><p>�Das habe ich.� Vol�jin griff nach hinten und zog seine neue Gleve hervor, die er sich �ber den R�cken geschnallt hatte. �Bruder Cuo hat daf�r viel Schwei� in der Schmiede vergoss�n. Chen hat ihm die Waffe beschrieb�n, die ich normalerweise trage, und nach diesen Instruktionen hat Cuo etwas zusammengebastelt, das sich f�r den Kampf gegen die Zandalari eignet.�</p><p>�Ja, er redet immer nur vom K�mpfen. Als ob das nicht dasselbe w�re wie T�ten.�</p><p>Vol�jin nickte. �Diese Unterscheidung schenkt ihm Seelenfried�n.�</p><p>Tyrathan betrachtete die Waffe eingehend und l�chelte. �Er hat die Klingen l�nger gemacht und ihnen einen gemeinen Schwung verpasst. Egal, welche Seite du benutzt, du wirst damit ausgezeichnet zuschlagen und -stechen k�nnen. Aber der Griff scheint mir ein wenig dicker zu sein.�</p><p>�Ja. Ein einzelner Erl l�uft durch die ganze L�nge des Griffs.� Vol�jin zog die Gleve aus ihrer H�lle und wirbelte sie so schnell durch die Luft, dass die Klinge pfiff. �Perfekt ausbalanciert. Er meinte, er h�tte sie an meinen Unterarm angepasst. Sie passt jedenfalls besser zu mir als die Waffe, die ich verlor�n habe.�</p><p>�Ein Pandaren-M�nch, der eine traditionelle Trollwaffe schmiedet.� Der Mensch schmunzelte. �Die Welt, wie wir sie kannten, hat sich ver�ndert.�</p><p>�Sein Werk ist ebenso bemerkenswert wie ein Troll und ein Mensch, die zusammenarbeit�n, um ein fremdes Volk vor der Versklavung zu sch�tz�n.�</p><p>�Wir sind beide tot. Auf uns treffen die Regeln nicht mehr zu.�</p><p>�Ich glaube, ich gew�hne mich an die menschliche Zungenfertigkeit.� Vol�jin steckte die Gleve zur�ck in die H�lle. �Wir Trolle halten uns mit Bemerkung�n zur�ck, weil wir ein anderes Temperament hab�n. Wir geb�n den Dingen mehr Zeit.�</p><p>Tyrathan warf ihm einen Blick zu. �Willst du mir sagen, es war nicht schlagfertig, als du Garrosh gedroht hast, ihn zu t�ten?�</p><p>�Es war voreilig, ja. Aber egal, wie lange ich dar�ber nachgedacht h�tte, es h�tte nichts an meinen Gef�hl�n oder meiner Wortwahl ge�ndert.� Der Troll breitete die Arme aus. �Selbst wenn ich gewusst h�tte, wozu es f�hrt, h�tte ich es trotzdem gesagt. Ich werde hier nicht ohne Bedauern sterb�n, aber so ist zumindest nichts dabei, was ich mir nicht verzeih�n k�nnte.�</p><p>Der Mensch l�chelte trocken. �Ich bedaure, dass ich mein Versprechen nicht halten kann, noch einmal meine Heimat zu sehen, aber jetzt ist das hier meine Heimat. Und ich freue mich schon darauf, sie als Geist in alle Ewigkeit zu durchstreifen.�</p><p>Vol�jin blickte sich um. �Das hier ist nicht wirklich die Art von Gruft, die mir vorgeschwebt hat. Aber die Zandalari werd�n uns vermutlich ohnehin nicht begrab�n.�</p><p>�Und die Mogu werden nicht eher ruhen, bis dieser Tempel abgerissen ist. Sie werden alle Steine ins Meer werfen, und an uns werden sich die Geier satt fressen, bevor man unsere Knochen zu Staub zermahlt und in alle Winde verstreut.� Tyrathan zog die Schultern hoch. �Wenn eine g�nstige Brise weht, schaffe ich es vielleicht doch zur�ck zu den Bergen meiner Heimat.�</p><p>�Dann will ich auf gute Winde hoff�n.� Vol�jin ging in die Hocke und fuhr mit einem Fingernagel eine Ritze zwischen den Bodenplatten nach. �Tyrathan Khort, ich wollte dir etwas sag�n ��</p><p>�Nein.� Der Mensch sch�ttelte den Kopf. �Keine Verabschiedungen. Kein Lebewohl. Kein Schlusspunkt. Denn dann w�rde ich glauben, dass ich alles gesagt h�tte, was zu sagen ist, und dann w�rde ich fr�her aufgeben. Der Wunsch, dir noch einen Ratschlag zu geben oder dein Lachen zu h�ren, wenn du eines meiner Schwerter findest, oder den Ausdruck auf deinem Gesicht zu sehen, wenn mein Pfeil einen Feind t�tet, der dir gerade die Kehle durchschneiden wollte � das wird mich antreiben. Wir wissen beide, dass wir keine Zukunft haben. Aber wir k�nnen eine weitere Minute haben oder einen weiteren Herzschlag, und selbst das w�re genug Zeit, um einen weiteren Gegner zu t�ten. Sie nehmen mir meine Zukunft, ich nehme ihnen die ihre. Ein gerechter Tausch, auch wenn ich meine Haut teuer verkaufen werde.�</p><p>�Ich verstehe, und ich stimme dir zu.� Der Troll nickte. �Hast du dasselbe getan wie die anderen? Chen hat seiner Nichte einen Brief geschrieb�n und ��</p><p>Der Mann blickte auf seine leeren H�nde hinab. �Ob ich meiner Familie geschrieben habe? Nein. Nicht direkt zumindest. Ich habe Li Li eine kurze Nachricht geschickt und sie gebeten, sich mit meinen Kindern anzufreunden, sollten ihre Wege sich jemals kreuzen. Sie soll ihnen nicht sagen, warum, soll mich �berhaupt nicht erw�hnen. Hast du jemandem geschrieben?�</p><p>�Ein paar Nachrichten, ja.�</p><p>�Auch an Garrosh?�</p><p>�Einen Brief in meiner Handschrift zu erhalt�n, w�rde ihm zwar einen ordentlichen Schreck einjag�n, aber dann k�nnte er f�r sich in Anspruch nehm�n, mich auf dem Gewissen zu haben. Und das ist ein Vergn�g�n, das ich ihm nicht g�nnen will.�</p><p>Tyrathan runzelte die Stirn. �Hast du dann einen Plan in Gang gesetzt, um deinen Tod zu r�chen?�</p><p>�Ich habe niemandem geschrieb�n, was Garrosh getan hat. Er w�rde ohnehin behaupt�n, dass die Briefe gef�lscht w�ren oder dass ich sie unter dem Zwang der Zandalari geschrieb�n h�tte.� Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Ich habe meinen Freund�n nur geschrieben, dass ich stolz auf ihren Einsatz f�r die Horde bin und auf den Traum, f�r den sie steht. Sie werd�n schon verstehen, was ich damit meine.�</p><p>�Nicht so befriedigend, wie Garrosh selbst zu t�ten, aber genug, um in Frieden in deinem Grab ruhen zu k�nnen.� Tyrathan schmunzelte. �Obwohl ich gerne gesehen h�tte, wie du ihn erschie�t. Mit einem Pfeil, den ich eigens f�r diesen Anlass angefertigt h�tte.�</p><p>�Dann h�tte er sein Ziel bestimmt nicht verfehlt.�</p><p>�Falls du �berleben solltest, zieh ein paar Pfeile aus den toten Zandalari. Sie singen auch noch, wenn sie ein zweites Mal abgefeuert werden.� Der Mensch klatschte in die H�nde. �W�rden wir jetzt Lebewohl sagen, w�rde ich dir die Hand sch�tteln und dir dann sagen, dass du dich wieder an die Arbeit machen solltest.�</p><p>�Und da es kein Lebewohl gibt, sollt�n wir uns direkt wieder an die Arbeit mach�n.� Der Schattenj�ger l�chelte und blickte sich ein letztes Mal um. �Wir werden die Mogu heimsuchen und die Klingen, mit denen sie uns erschlag�n, und dann die Fische, die uns fressen. Und wir werden die Fische vergift�n, damit sie all jene t�ten, die von uns verschont blieb�n. Es ist zwar kein toller Plan, aber immerhin werden wir uns so in der Ewigkeit nicht langweilen.�</p></section><section><title><p>31</p></title><p>Khal�ak �berkam ein Schauder, als sie den Schrei des Amani h�rte. Sie wartete, lauschte darauf, ob das Jaulen wieder lauter wurde, ob es abrupt verstummte oder ob das Poltern von Steinen weitere Schreie ank�ndigte, doch da war nur das Geheul des Trolls, und es verebbte nun zu einem erb�rmlichen Winseln. Entweder war sein Schrei mehr aus Schrecken denn aus Schmerz geboren, oder aber der Schmerz war so stark, dass er das Bewusstsein verloren hatte.</p><p>Sie hatte nicht vorgehabt, Amani oder Gurubashi in den Kampf miteinzubeziehen. Nat�rlich hatte sie eine gro�e Menge beider Trollv�lker mitgebracht, denn man konnte wohl kaum von den Zandalari erwarten, dass sie selbst kochten oder W�sche wuschen oder die Ausr�stung trugen. Ungl�cklicherweise neigten ihre Truppen aber zu stoischem Gleichmut, was die Fallen anging, die den Weg vor ihnen s�umten. Sie schrien nicht, wenn sie in eine hineintappten, und sie gerieten auch nicht in Panik. Kurzum, sie machten nicht genug L�rm, um die anderen auf die Gefahren hinzuweisen.</p><p>Und Gefahren hatte es mehr als genug gegeben. Die meisten davon, das wusste Khal�ak, waren das Werk des Schattenj�gers. Fallgruben und herabrollende Baumst�mme, Felsrutsche und kleine Belagerungsmaschinen, die Pfeile auf sie herabregnen lie�en; alles war so platziert, dass es die Vorz�ge des Terrains voll aussch�pfte. Der steile Pfad zwang die Truppen, langsamer zu marschieren, und hie und da stauten die Einheiten sich an Engp�ssen, aber inzwischen hatten die Zandalari gelernt, an diesen Stellen besonders vorsichtig zu sein, sodass sie den Schaden minimieren konnten.</p><p>Den k�rperlichen Schaden zumindest.</p><p>Denn Trolle gesundeten schnell, und was sie nicht sofort umbrachte, verheilte wieder. Aber obwohl die Zandalari ihre Verb�nde wie Symbole des Mutes trugen und die Bem�hungen des Feindes verspotteten, konnte Khal�ak doch bereits sehen, welchen Effekt die zahlreichen Fallen auf sie hatten. Sie bewegten sich viel vorsichtiger. Das war nicht unbedingt etwas Schlechtes f�r eine Armee, aber ihre Leute blieben auch dann zaghaft, wenn Mut und Entschlossenheit gefragt waren.</p><p>An manchen Stellen, wo es eine direkte, obschon schwierige M�glichkeit gab, um einen solchen Flaschenhals zu umgehen, kletterten ihre Truppen geschickt den nackten Fels empor. Oben angekommen, fanden sie nicht selten kleine Belagerungsmaschinen vor und Spuren, die von dort zum Eingang von H�hlen f�hrten. Oft bargen diese H�hlen weitere Fallen, au�erdem kamen die Zandalari dort nur m�hsam voran, und stets fanden sie sich nach f�nfzig oder hundert Fu� beschwerlichen Herumkriechens vor einer Barrikade wieder.</p><p>Es war frustrierend, aber es war nichts verglichen mit dem, was ein paar Stunden sp�ter folgte, als die Kletterer, die sich die Finger aufgekratzt oder Steinsplitter unter ihren N�geln hatten, pl�tzlich feststellen mussten, dass ihre Finger und Zehen taub wurden. Dann schwollen sie an. Die Einkerbungen im Fels, an denen sie Halt gesucht hatten, waren mit Giften bestrichen worden, die zwar niemanden t�teten, aber sie kampfunf�hig machten und zudem schauerliche Halluzinationen ausl�sten. Fortan z�gerten die Zandalari, wann immer sie eine feuchte Stelle oder einen �ligen Fleck sahen. Sie versuchten abzusch�tzen, ob sie vergiftet waren, und das bedeutete, dass sie von ihrer eigentlichen Aufgabe abgelenkt wurden.</p><p>Vol�jin griff ihren Geist an, und er t�tete ihren Kampfwillen.</p><p>Zudem verh�hnte der Schattenj�ger sie. Fast gegen ihren Willen drehte Khal�ak eine kleine Holzscheibe zwischen Daumen und Fingern. Auf eine Seite war das Trollsymbol f�r die Zahl �Dreiunddrei�ig� eingebrannt, auf der anderen das entsprechende Mogu-Zeichen. Diese Scheiben hatten sie auf dem Grund von Fallgruben verstreut gefunden oder an Stellen, von wo aus Sp�her ihren Vormarsch beobachtet hatten. Ger�chte machten die Runde, wonach eine dieser Scheiben sogar in Khal�aks Zelt gelegen h�tte, was darauf hindeutete, dass der Schattenj�ger sie h�tte umbringen k�nnen, ebenso problemlos und unbemerkt, wie er die Soldaten auf der Insel des Donnerk�nigs get�tet hatte. Was die Zahl anging, so meinten einige, dass es die Jahrtausende seit dem Fall des Donnerk�nigs w�ren oder dass diese Zahl vielleicht eine Rolle bei seinem Untergang gespielt hatte oder dass Vol�jin wom�glich der dreiunddrei�igste Schattenj�ger einer bestimmten Tradition war. Welche Tradition das sein sollte, konnte niemand sagen, und Khal�ak hatte sich gezwungen gesehen, einen Amani hinrichten zu lassen, um zu demonstrieren, was mit Leuten geschah, die solche Ger�chte verbreiteten. Aber die Geschichten hatten in den K�pfen der Krieger bereits Fu� gefasst, und es gab nichts, was sie daran �ndern konnte.</p><p>Die Theorie, die ihr selbst am besten gefiel, war die, dass jeder Verteidiger geschworen hatte, dreiunddrei�ig Feinde zu t�ten, bevor er starb. Das w�rde bedeuten, dass sie es mit weniger als anderthalb Dutzend Verteidigern zu tun bekommen w�rden. Doch obwohl solche Schw�re h�chstens in den Liedern von Minnes�ngern strategischen Wert hatten, machte das Ganze Khal�ak doch nachdenklich. <emphasis>Soll ich eine deiner dreiunddrei�ig sein, Vol�jin?</emphasis></p><p>Sie lauschte im Wind nach einer Antwort, aber sie h�rte nichts.</p><p>Hauptmann Nir�zan eilte zu ihr und salutierte. �Ein Amani-Koch hat den gesicherten Bereich verlass�n, um sich zu erleichtern. Als er einen passenden Ort gefund�n hatte, gab der Bod�n unter ihm nach. Er fiel nach vorne auf die Knie und hat sich dabei Schenkel, Unterleib und einen Arm aufgespie�t. Aber er wird es �berleb�n.�</p><p>�Hat man ihn bereits befreit?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Dann lass ihn dort und sorg daf�r, dass die ganze Truppe an ihm vorbeimarschiert, wenn wir morgen fr�h weiterzieh�n!�</p><p>Der Troll-Krieger nickte. �Wie Ihr w�nscht, Mylady.�</p><p>�Gut. Falls er genug Kraft hat, um zu �berleben, bis alle an ihm vorbeigegang�n sind, kannst du ihn befreien.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Als er sich nicht bewegte, zog sie eine Augenbraue nach oben. �Und?�</p><p>�Ein Bote hat uns Nachricht von der Flotte �berbracht. Sie wird nach Zouchin zur�ckkehr�n. Aus dem Norden zieht ein schwerer Sturm herauf, mit heftigen Winden, Eis und Schnee. Das wird auch die Ankunft der anderen Schiffe von der Insel des Donnerk�nigs verz�gern.�</p><p>�Gut. Dann haben wir mehr Zeit, unsere Stellung in Pandaria zu festig�n, nachdem wir das Kloster zerst�rt haben.� Khal�ak blickte am Berg hinauf zu ihrem Ziel und dann nach unten zu ihrem Lager. Die Zelte waren weit verteilt und wo immer m�glich auf der Schattenseite von H�geln errichtet, um sie vor Lawinen oder Angriffen zu sch�tzen. Es brannten zudem nirgends Lagerfeuer; so w�rde es dem Feind schwerer fallen, ihre Zahl abzusch�tzen.</p><p>Sie tippte sich einen Moment lang mit dem Finger an die Lippen, dann nickte sie. �Wir m�ssen m�glichst schnell vorstoߒn. Einem Sturm werden wir auf offenem Gel�nde nicht standhalten k�nnen, und wir sind n�her am Kloster als an einer sicheren Stelle weiter unten am Berg. In anderthalb Tag�n sollten wir den Gipfel erreichen k�nnen, oder?�</p><p>�Wenn wir unser gegenw�rtiges Tempo beibehalt�n, ja. Wir sollten zeitgleich mit dem Sturm dort ankomm�n.�</p><p>�Schicke zwei Kompanien unserer besten Krieger los, aber lass sie die R�stung mit den Gurubashi tausch�n. Sie sollen vorausgehen und unsere Flanken sichern. Bis Mitternacht sollen sie s�mtliche H�hlen auf dem Weg vor uns sichern. Falls der Sturm fr�her hier ist, werd�n wir einen Unterschlupf brauchen. W�hrend der Rest von uns dann nachr�ckt, soll�n sie die Fluchttunnel der M�nche aufbrechen und sich so vorarbeit�n. Wer verletzt wird, wird liegen gelass�n, bis wir ihn sp�ter mitnehmen. Ihre Fallen sind darauf ausgelegt, uns zu verlangsamen, aber wir m�ssen schnell und entschlossen vorstoߒn.</p><p>Und heute Nacht werden wir Lagerfeuer entz�nd�n. Gro�e Feuer, zwei pro Zelt.�</p><p>Ihr Untergebener kniff die Augen zusammen. �Herrin, das wird den Gro�teil unseres Feuerholzes aufzehr�n.�</p><p>�Den Gro�teil? Verbrennt alles.� Sie deutete auf das Kloster. �Unsere Krieger sollen erst dann wieder W�rme genieߒn, wenn sie vor dem Scheiterhaufen der Shado-Pan steh�n!�</p><empty-line/><p>Vol�jin konnte nicht anders, als zu l�cheln, w�hrend der Tag der Abendd�mmerung erlag und die langen Schatten sich in Richtung des n�chsten Morgengrauens reckten. Und in Richtung der Zandalari. Ihre Fallen und Angriffe hatten nicht ann�hernd so viele von Khal�aks Kriegern ausgeschaltet, wie er gehofft hatte, aber immerhin hatten sie den Feind zu einigen Verzweiflungstaten gezwungen. Zwei Kompanien hatte Khal�ak seitlich vorverlagert und dadurch ihre Schlagkraft verringert; so hatten alle weiteren Angriffe, durch die die Zandalari hindurchgest�rmt waren, noch gr��eren Schaden angerichtet. Wenn sie das Kloster erreichten, w�rden sie w�tend, frustriert und ersch�pft sein � drei Dinge, die kein General in seiner Armee wollte.</p><p>Da die Invasoren genau dort ihr Lager f�r die Nacht aufgeschlagen hatten, wo die Verteidiger es vorausberechnet hatten � abgesehen von den beiden Flankenkompanien, die ein St�ck weiter oben Rast machten �, hatte Taran Zhu sich bereit erkl�rt, die dreiunddrei�ig zusammenzurufen. Das hie�, eigentlich waren es nur einunddrei�ig, denn Bruder Cuo und Tyrathan �bernahmen die erste Wache, w�hrend der alte M�nch seine Mitstreiter im Tempel des Wei�en Tigers versammelte.</p><p>Die M�nche standen in zwei Reihen von jeweils zehn und einer dritten Reihe mit acht Pandaren vor dem Meister des Klosters, wobei Chen und Vol�jin die hinteren beiden Ecken dieses Rechtecks bildeten. Neben ihnen t�rmten sich auf einigen Tischen Nahrungsmittel und ein Gebr�u, das Chen auf die Schnelle zusammengestellt hatte � dennoch behauptete er, dass es seine beste Kreation sei, und Vol�jin wollte ihm nicht widersprechen. Er hatte seinen Freund selten so konzentriert gesehen wie bei der Zubereitung, und seinen Behauptungen wohnte tiefe �berzeugung inne, aber keine �bertreibung.</p><p>Der alte M�nch breitete die Arme aus. �Ihr seid alle zu jung, um Euch noch an die Zeit zu erinnern, als wir die Mogu st�rzten. Und obwohl einige von Euch im Scherz dar�ber spekuliert haben, bin auch ich zu jung daf�r. Doch ein Einblick in die Geschichte und alte Erinnerungen war mir verg�nnt, in Form der Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, seit der Zeit, bevor das Kloster �berhaupt existierte. Seit der Zeit, als der Kampf gegen die Mogu keine gro�e Ehre war, sondern eine Notwendigkeit.</p><p>Ihr seid nun Teil dieser alten Tradition, ebenso wie all Eure Br�der und Schwestern. Viele von ihnen w�ren jetzt gerne hier, aber das Schicksal verlangt, dass sie andernorts sind. Es wird Euch sicher erfreuen, zu h�ren, dass Schwester Quan-li nicht aus den Knochen des Berges gefallen ist. Auch sie lebt also noch, um sich unseren einstigen Herren entgegenzustellen.�</p><p>Vol�jin nickte, nicht ohne eine gewisse Befriedigung. Er war sicher, dass Quan-li der Allianz gen�gend Informationen liefern konnte, um sie zum Handeln zu zwingen. Und die Spione der Horde w�rden diese Informationen anschlie�end an ihre Vorgesetzten weiterleiten. Der Gedanke, was Garrosh mit diesen Informationen anfangen w�rde, behagte ihm zwar nicht, aber zumindest in diesem Fall k�nnte die Kriegslust des H�uptlings sich als n�tzlich erweisen. Die dreiunddrei�ig w�rden hier zwar sterben, aber die Zandalari-Invasoren w�rden ihnen schon bald ins Grab folgen. Und die Trolle w�ren gerettet.</p><p>Taran Zhu legte die Handfl�chen aneinander. �Obwohl ich nicht dabei war, als die Mogu fielen, kann ich doch mit Gewissheit sagen, dass die Geschichte, die man sich �ber den letzten Mogu-Kaiser erz�hlt, wahr ist. Er war mit einem Pandaren-Diener zum Gipfel der Ruhe, hoch �ber uns, hinaufgeklettert. Dort stand er, die Arme gespreizt, und drehte sich im Kreis, wieder und wieder. Er blickte auf Pandaria hinab, und was er sah, gefiel ihm. Dann sagte er zu seinem Diener: �Ich m�chte etwas tun, das jeden Pandaren zum L�cheln bringt.� Und der Diener sagte: �Was, Ihr wollt springen?��</p><p>Die M�nche lachten, und das fr�hliche Echo hallte durch den Raum. Vol�jin hoffte, dass er sich an dieses Lachen erinnern k�nnte, wenn die Schreie der Verwundeten und Sterbenden die Luft erf�llten. Es ergab keinen Sinn, dar�ber nachzudenken, ob einer von ihnen �berleben w�rde. Sie w�rden alle sterben, aber falls er der Letzte sein sollte, der fiel, dann schwor er sich, zu lachen und sich an diesen Moment in diesem Raum zu erinnern.</p><p>�Die Geschichte verr�t nicht, was mit diesem Diener geschah, aber es hei�t, der Kaiser sei so verletzt und w�tend gewesen, dass er verk�nden lie�, dieser Teil des Berges sei beschmutzt. Kein Mogu solle ihn mehr besuchen. Das er�ffnete uns die M�glichkeit, uns zu versammeln und zu trainieren und den Aufstand zu planen. An diesem Ort blieben wir unbemerkt, denn niemand dachte daran, hier nach uns zu suchen.�</p><p>Taran Zhu verbeugte sich erst vor Chen und Vol�jin, bevor er fortfuhr: �Vor einigen Monaten ging es mir wie den Mogu. Ich suchte nicht, obwohl ich die Augen h�tte offen halten sollen. Meister Sturmbr�u brachte mir erst den Menschen und dann den Schattenj�ger. Ich gestattete ihnen zu bleiben, aber ich wies Meister Sturmbr�u an, sonst niemanden mehr herzubringen. Das war eine Entscheidung, die ich heute bedaure. Hier, in diesem Raum, sprach ich mit Meister Sturmbr�u �ber diese Angelegenheit, �ber Anker und das Meer, �ber Huojin und Tushui. Ich fragte ihn, was von beidem wichtiger sei, und er meinte: weder Anker noch Meer, sondern die Mannschaft. Ich habe lange �ber diese Antwort nachgedacht, und jetzt steht Ihr hier, vor mir: meine Mannschaft.�</p><p>Er legte die Pfoten um seinen Nacken. �Ihr alle kamt aus den unterschiedlichsten Gr�nden hierher, und Ihr habt im Gleichklang Eure Lektionen gelernt. Doch erst diese Krise, dieses noble Unterfangen, eint Euch wirklich.�</p><p>Nun hielt Taran Zhu eine der Holzscheiben hoch. �Meister Sturmbr�u hat ein Getr�nk vorbereitet, das wir alle teilen sollen. Er nennt es Dreiunddrei�ig, uns zu Ehren. Und unter diesem Namen sollen wir f�r alle Zeit bekannt sein: die dreiunddrei�ig. Die Pandaren werden an uns denken und sich voller Stolz unserer Taten erinnern. Und wisset auch, dass ich nie stolzer war, als hier jetzt bei Euch zu sein.�</p><p>Er verbeugte sich tief und so lange, wie der Respekt es gebot, anschlie�end erwiderten Vol�jin und Chen die Geste gemeinsam mit den M�nchen. Der Dunkelspeer sp�rte einen Klo� in seiner Kehle. Es war bemerkenswert, dass er sich auf diese Art vor einer Kreatur verbeugte, die jeder andere Troll als minderwertig betrachtet h�tte; und doch schwoll sein Herz an, weil er sich zu Taran Zhu und den anderen Pandaren z�hlen durfte.</p><p>Sie waren die dreiunddrei�ig, und die dreiunddrei�ig waren, was er sich stets von der Horde erhofft hatte. Ihre St�rke r�hrte von ihren Unterschieden her, die sie in den Dienst einer gemeinsamen Vision stellten. Ihre Geister � die Art von Geist, die Bwonsamdi als Troll betrachten w�rde � waren durch ihr Ziel verschmolzen. Ja, Vol�jin sah sich noch immer als Troll, aber das war nicht l�nger alles, was ihn definierte, wenngleich es nat�rlich noch immer eine wichtige Rolle spielte.</p><p>Die M�nche richteten sich wieder auf; damit war die Versammlung beendet, und alle wandten sich den Tischen mit dem Essen zu. Den K�mpfern am Abend vor der Schlacht reichlich Speis und Trank anzubieten, war ein weiser Zug, und da Chens Gebr�u nur wenig Alkohol enthielt, mussten sie auch keine Katastrophe bef�rchten. Die M�nche hatten reichlich Essen vorbereitet, und der Gedanke, sich heute den Bauch vollzuschlagen, damit der Feind nur noch eine leere Speisekammer vorfand, war f�r alle ein Quell grimmigen Humors.</p><p>Begleitet von Yalia brachte Chen Vol�jin einen Krug seines Gebr�us. �Mein bestes Rezept habe ich mir wirklich bis zum Schluss aufgehoben.�</p><p>Vol�jin hob den Krug und trank. Der Geruch von Beeren und Gew�rzen kitzelte seine Nase, und das Getr�nk, mehr warm als kalt, hatte ein vollmundiges Aroma, vermischt mit der Sch�rfe starken Apfelweins. Merkw�rdige Geschmackseindr�cke, manche sanft und s��, andere herb und stechend, tanzten �ber seine Zunge, und es w�re ihm schwergefallen, auch nur die H�lfte davon zu identifizieren. Doch sie passten so gut zusammen, dass er gar nicht auf den Gedanken kam, das Getr�nk zu analysieren.</p><p>Er wischte sich mit dem �rmel �ber den Mund. �Das erinnert mich an die erste Nacht, nachdem wir die Echo-Inseln zur�ckerobert hatt�n. Ein warmer Abend, eine sanfte Brise, der Geruch des Meeres. Ich versp�rte keinerlei Angst, denn ich war genau dort, wo ich sein sollte. Danke, Chen!�</p><p>�Ich muss mich bedanken, Vol�jin.�</p><p>�Warum das?�</p><p>�Deine Geschichte zeigt, dass meine beste Kreation genau das bewirkt, was ich erhoffte.�</p><p>�Dann bist du der Gr��te unter uns, denn du schenkst uns allen Mut. Dies ist der Ort, wo wir zu Hause sind. Ein Ort ohne jede Furcht.� Vol�jin nickte und nahm einen weiteren Schluck. �Zumindest, bis die Zandalari kommen und ihre Furcht mitbringen. Und wenn es so weit ist, werde ich ihnen noch mehr geben, was sie f�rchten k�nnen.�</p></section><section><title><p>32</p></title><p>Vol�jin musste daran denken, dass dieser Moment, diese unglaublich kurze Ruhe vor dem Sturm der Gewalt, wom�glich das Letzte sein w�rde, woran er sich vor seinem Tod erinnern w�rde, und sein Herz schlug bei dieser Vorstellung schneller. Die Zandalari waren bis zum Hain der Fallenden Bl�ten vorgedrungen, obwohl dunkle Wolken den Tag zu einem verfr�hten Ende f�hrten. Die ersten Schneeflocken fielen wie Asche auf das Land, und der launische Wind trieb sie mal hierhin, mal dorthin. Die B�ume mit ihrem Kleid aus rosaroten Bl�ten verbargen die Angreifer, oder zumindest glaubten sie das.</p><p>Rechts von Vol�jin, ungef�hr ein Dutzend Schritte entfernt, �chzte Tyrathans Bogen, als der Mensch ihn spannte, dann lie� er los. Die Zeit verlangsamte sich so weit, dass der Troll sehen konnte, wie der Pfeil sich verbog, einen Herzschlag lang, bevor er von der Sehne schnellte. Dann verschwand der rote Schaft mit der blauen Befiederung und den Streifen, gekr�nt von einer gezackten Spitze, die selbst einen Kettenpanzer durchschlagen konnte, hinter dem rosafarbenen Vorhang der Bl�ten. Nur zwei kleine Bl�tenbl�tter wurden abgerissen, als er hindurchzischte, und sie schwebten gemeinsam mit den Schneeflocken zu Boden.</p><p>Weiter entfernt erklang ein gurgelndes Husten im Zwielicht des Abends, dann fiel ein K�rper auf die Erde. Und dann brandeten kreischende Kriegsschreie und ebenso alte wie abscheuliche Verw�nschungen auf, als die Zandalari in einer gewaltigen Woge nach vorne st�rmten.</p><p>Einige von ihnen fielen, noch w�hrend sie durch den Hain rannten, als wieder F��e in verborgene Gruben einbrachen, und selbst wenn an ihrem Grund keine nach oben gerichteten Dornen gelauert h�tten, um ihre Beine zu durchbohren, h�tten die Trolle sich allein schon durch die Geschwindigkeit und Vehemenz ihres Sprints Knie und Kn�chel gebrochen. Niemand hielt inne, um nach den Gefallenen zu sehen, stattdessen sprangen die anderen einfach in weiten S�tzen �ber sie hinweg.</p><p>Angesichts der ernsten Lage hatte Taran Zhu seine M�nche angehalten, ihre F�higkeiten bis zum �u�ersten auszureizen, dann hatte er ein halbes Dutzend seiner besten Bogensch�tzen ausgew�hlt, um mit Vol�jin eine Strategie zu entwickeln, damit jeder einzelne Pfeil mehrere Gegner t�tete. Und so schossen nun auf Vol�jins ernstes Nicken sechs Pandaren ihre Pfeile ab, w�hrend der Feind zwischen den B�umen hindurcheilte.</p><p>Ihre Vorbereitungen im Hain hatten sich nicht nur auf das Graben von ein paar L�chern beschr�nkt; zahlreiche �ste waren abgeschnitten und zu Stacheln angespitzt worden, an einige hatten die M�nche Sichelklingen gebunden, und ein paar waren sogar mit Kettennetzen umwickelt, von deren Maschen Dornen abstanden. Sie alle waren im rosafarbenen Bl�tterdach kaum zu erkennen, und sie alle waren nach hinten gebogen und mit Zeremonienknoten festgemacht worden.</p><p>Die M�nche schossen Pfeile mit V-f�rmigen Spitzen ab, deren Innenseiten gesch�rft waren, sodass die Kanten m�helos durch die Seile schnitten � und die �ste schnellten nach vorne.</p><p>Kettennetze schlangen sich um einen Zandalari wie die Arme einer Geliebten, und er riss sein eigenes Fleisch in Fetzen, als er sich zu befreien versuchte. Sichelklingen bohrten sich durch H�lse oder stie�en so tief in die Leiber von Trollen, dass diese vom Boden hochgehoben wurden. Eine Klinge fuhr einem Zandalari quer �bers Gesicht, und nachdem sie seine Augen zerfetzt und ein Ohr abgerissen hatte, blieb er unter dem Baum sitzend zur�ck und versuchte, mit blutigen Fingern seine Z�ge wieder zusammenzusetzen.</p><p>An der n�rdlichen Seite, vor dem Eingang der Versiegelten Kammern, klickten kleine Belagerungsmaschinen, und einen Moment sp�ter segelten Dutzende kleiner, irdener T�pfe durch den Himmel. Sie zerbarsten entlang des Weges vor der schmalen H�ngebr�cke, die zu der Insel im Herzen des Klosters f�hrte. Einige vergossen stinkendes Gift �ber den Stein, andere waren mit �l gef�llt gewesen, um den Boden rutschig zu machen, und wieder andere gaben Fl�ssigkeiten frei, die sich mit dem Inhalt anderer T�pfe vermischten und bei�enden wei�en, lilafarbenen und gr�nen Dampf heraufbeschworen.</p><p>Vol�jin hatte gehofft, dass der Gestank den Vormarsch der Trolle verlangsamen w�rde, doch leider wehte der auffrischende Wind die Schwaden auseinander, und die Schneeflocken, die sie ersetzten, behinderten Vol�jins Sicht nicht genug, um zu verbergen, wie die Zandalari durch den Hain st�rmten. Bald w�rde sie nur noch die Br�cke von der Insel trennen, in deren Zentrum der Troll in einem offenen Pavillon wartete, und der Graben, �ber dem die Br�cke sich spannte, war nicht breit genug, um sie aufzuhalten.</p><p>�Tyrathan, zieh dich zur�ck: Sie werden erst stehen bleib�n, wenn ich sie zum Stehen bringe.� Er riss seine Gleve aus der H�lle. �Ihr alle, zieht euch zur�ck wie geplant! Und danke!�</p><p>Die M�nche und der Mensch verlie�en die Insel �ber eine andere Br�cke, die sie zu den Belagerungsmaschinen f�hrte. Von dort eilten sie dann nach S�den zum Dojo von Meister Schneewehe, wo sie mit Bruder Cuo und seiner Einheit zusammentreffen w�rden.</p><p>Auf der anderen Seite hatten die Zandalari inzwischen den Graben erreicht. Sie hielten kurz inne, vielleicht, weil sie sich einen Moment erholen wollten, bevor sie weiterst�rmten, vielleicht aber auch, weil es sie �berraschte, einen einzelnen Dunkelspeer, einen Schattenj�ger vor sich auf der Insel zu sehen. Vol�jin sagte sich, dass Letzteres der Grund sein musste, denn andernfalls w�rden die Zandalari nie z�gern.</p><p>Er hob die Gleve mit beiden H�nden �ber den Kopf und br�llte in den st�rker werdenden Wind hinein. �Ich bin Vol�jin von den Dunkelspeeren, Sohn des Sen�jin von den Dunkelspeeren! Ich bin ein Schattenj�ger! Jeden von euch, der glaubt, sein Blut, sein Mut oder seine F�higkeiten w�ren mir �berleg�n, fordere ich hier zum Duell! Falls ihr auch nur einen Funk�n Ehre im Leib habt oder euch wirklich f�r tapfer haltet, dann werdet ihr meine Herausforderung annehm�n!�</p><p>Die Krieger blickten einander an, �berrascht und verwirrt. Durch das Gedr�nge am Rand des Grabens wurde ein Troll �ber die Kante geschubst, und er landete zusammengekr�mmt im Schnee, die Augen nach oben zu Vol�jin gerichtet. Als er versuchte, an der Wand des Grabens wieder hochzuklettern, lachten seine Kameraden ihn nur aus. Es war in der Tat ein merkw�rdiges Verhalten f�r einen Zandalari, aber der Schattenj�ger hatte keine Zeit, dar�ber nachzudenken, was das bedeuten mochte.</p><p><emphasis>Diese Narren glaub�n mir nicht</emphasis>. Er blickte auf den Soldaten im Graben hinab. Schnee bedeckte seine R�stung, aber der Zauber des Schattenj�gers h�llte ihn in Frost. Der Troll brach zusammen, am ganzen K�rper zitternd, und kratzte mit langsamen Bewegungen an den W�nden, als k�nnte er so aus dem Graben entkommen.</p><p>Nun bahnte sich ein Mogu mit einem Speer einen Weg zum anderen Ende der Br�cke. �Ich bin Deng-Tai, Sohn von Deng-Chon. Meine Familie hat dem unsterblichen Kaiser schon gedient, als es noch keine Dunkelspeere gab. Ich wei�, mein Blut ist deinem �berlegen. Ich f�rchte dich nicht. Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du aus tausend Schnitten Blut weinen.�</p><p>Vol�jin nickte und machte in einer einladenden Geste einen Schritt nach hinten. Die Seile der Br�cke spannten sich, als Deng-Tai auf ihn zukam, und die Bretter �chzten. Fast w�nschte der Schattenj�ger, ein Pfeil w�rde die Haltetaue durchtrennen, aber er wusste, der kurze Fall w�rde den Mogu nur w�tender machen und ihn selbst besch�men.</p><p>W�re der Graben tief genug gewesen, sodass der Sturz den Feind t�tete, h�tte Vol�jin die Schande vermutlich �berlebt. Ob er den Speer des Mogu �berleben w�rde, war eine andere Sache. Die Waffe hatte einen recht kurzen Griff, aber eine lange Klinge, an der Spitze gekr�mmt und ringsum mit Zacken verziert. Ein einziger beil�ufiger Hieb mit diesem Speer k�nnte einen Ochsen enthaupten.</p><p><emphasis>Zum Gl�ck bin ich kein Ochse.</emphasis></p><p>Der Mogu, der einen Kopf gr��er als Vol�jin war, dazu anderthalbmal so breit und in eine Kettenr�stung gekleidet, verlangsamte seine Schritte nicht, als er die kleine Insel betrat, sondern schnellte mit �berraschender Geschwindigkeit auf den Troll zu. Seine R�stung, so schwer sie auch war, schien ihn nicht im Mindesten zu behindern.</p><p>Als Deng-Tai zuschlug, drehte Vol�jin sich nach links weg, sodass die Klinge eine der S�ulen des Pavillons traf. Funken stoben auf. Nun wirbelte Vol�jin seine Gleve nach unten, auf das rechte Handgelenk seines Gegners hinab. Die Klingenspitze durchschlug das Kettengewebe, das Armschiene und Handschuh verband, und schwarzes Blut schoss aus der Wunde.</p><p>Doch jede Freude, die der Troll versp�rt haben mochte, weil er den ersten Treffer gelandet hatte, l�ste sich auf, als der Mogu seinen Speer nach hinten stie�. Die st�hlerne Kugel, die das stumpfe Ende umschloss, bohrte sich ihm in die Rippen, und die Wucht des Schlages hob ihn von den F��en. Er sprang zur�ck und landete geb�ckt, bereit, den n�chsten Hieb abzufangen, als der Mogu zu ihm herumwirbelte.</p><p>Doch dann verschwand sein Gegner hinter einem Vorhang windgepeitschter Schneeflocken.</p><p>Vol�jin kauerte sich zusammen und schlug zu. Der Speer des Mogu sauste wenige Fingerbreit �ber seinen Kopf hinweg, aber seine Gleve traf etwas, vermutlich einen Kn�chel, wenn auch nicht hart genug. Die Klinge glitt wirkungslos von der R�stung ab.</p><p>Nun zog Vol�jin den rechten Arm an und rollte sich auf diese Seite. Er blieb geb�ckt hocken, aus Furcht vor einem weiteren fegenden Streich des Speers. Doch stattdessen sprang der Mogu hoch aufgerichtet durch den Schnee und hieb die Klinge senkrecht nach unten, auf die Stelle hinab, wo der Troll eben noch gekauert hatte. Die Klingenspitze bohrte sich in den Stein und versank f�nf Zoll tief im Boden, umgeben von einem Netz aus Rissen.</p><p>Vol�jin sah seine Chance: Er sprang auf und drehte sich, dann schwang er seine Gleve, von links unten nach rechts oben. Die geschwungene Schneide schnitt durch die linke Achsel des Mogu, und die Stahlringe klimperten zu Boden, als das Kettenhemd zerriss. Blut spritzte, aber weder die gel�sten Ringe noch die roten Tropfen waren zahlreich genug, um eine ernsthafte Verletzung anzuzeigen.</p><p>Vol�jins Hieb trug ihn in einem Halbkreis um seinen Feind herum, sodass er nun wieder dem Hain und den Trollen zugewandt war, die am Rand des Grabens warteten. Ein Zandalari-Offizier war zwischen ihnen aufgetaucht, und obwohl der Schattenj�ger ihn nur einen kurzen Augenblick zwischen den Schneeflocken hindurch sah und der Wind seine Befehle verschluckte, zeigten die wilden Gesten des Trolls Vol�jin doch, dass er seine Soldaten gerade zum Angriff antrieb.</p><p>Einen Moment sp�ter ergoss sich eine Woge von Zandalari in den Graben.</p><p>Vol�jin wollte eine Warnung rufen, aber da wirbelte der Mogu herum. Er hatte seinen Speer nicht aus dem Boden gezogen, sondern den Griff abgebrochen, und nun schwang er das stumpfe Ende in der Hand. Der Schlag traf den Dunkelspeer am Bauch und schleuderte ihn nach hinten, gegen die S�ulen des Pavillons. Sterne explodierten vor seinen Augen, als sein Kopf gegen den Stein prallte, dann sank er benommen auf die Knie.</p><p>Deng-Tai ragte �ber ihm auf, den Speergriff zu einem �berhandschlag erhoben, sodass die Stahlkugel seinen Sch�del zertr�mmern w�rde. Der Mogu l�chelte. �Ich verstehe nicht, warum sie dich f�rchten.�</p><p>Vol�jin grinste. �Weil sie wiss�n, dass ein Schattenj�ger immer t�dlich ist.�</p><p>Deng-Tai starrte ihn verst�ndnislos an. Schnee wirbelte um die kleine Insel und verbarg die beiden K�mpfer, ebenso wie die Nebel von Pandaria den Kontinent vom Rest der Welt verborgen hatten. Dennoch surrte der geschw�rzte Pfeil unbeirrbar durch den Sturm. Falls es Tyrathans Absicht gewesen war, den Mogu zu t�ten, hatte er sein Ziel verfehlt, aber zumindest hielt Deng-Tai einen Moment inne, als das Geschoss wie eine Sternschnuppe dicht an seinen Augen vorbeischoss.</p><p><emphasis>Mehr brauche ich gar nicht.</emphasis></p><p>Der Speerschaft zischte nach unten.</p><p>Doch das kurze Z�gern hatte Vol�jin genug Zeit verschafft, um sich nach rechts zu drehen. So verfehlte die Stahlkugel seinen Kopf und traf nur seine linke Schulter. Er sp�rte kaum, wie seine Knochen brachen, er h�rte es nur, dann wich jegliches Leben aus seinem linken Arm. In einer anderen Situation h�tte er sich Sorgen um die Verletzung gemacht, aber jetzt war er v�llig losgel�st vom Schmerz, losgel�st von allen Sorgen �ber die Zukunft.</p><p>Tats�chlich f�hlte er nur noch zu einem eine Verbindung, und zwar zum Kloster. Zu den M�nchen und dem Training, das er hier erhalten hatte � nichts anderes z�hlte noch. Nichts anderes durfte noch z�hlen. <emphasis>Die Zandalari sind dieses Ortes unw�rdig. Falls sie glaub�n, sie k�nnten ihn zerst�r�n, sind sie Narren.</emphasis></p><p>Er wirbelte auf den Knien herum, kam wieder hoch und schwang die Gleve wie eine Sichel. Schwarze Fl�ssigkeit schoss aus der Kniekehle des Mogu, wichtiger noch war aber, dass sein Bein einknickte.</p><p>Deng-Tai stolperte nach links, bevor er umkippte, und als er schwer auf seinem verwundeten Knie landete, rangen die Schmerzen ihm ein Grunzen ab. Doch er fing sich mit der linken Hand und streckte das rechte Bein, um wieder die Balance zu finden. Noch in derselben Bewegung wirbelte er den Speerschaft herum, um Vol�jin zu erwischen, als dieser vorschnellte, um seinen Vorteil auszunutzen.</p><p>Nicht einmal als er noch ein Kind gewesen war und auf eine Herde kleiner Raptoren aufgepasst hatte, w�re Vol�jin auf einen solchen Trick hereingefallen. Er riss den Oberk�rper nach hinten, sodass die Stahlkugel an seinem Kinn vorbeisauste, und sprang dann vor. Mit einem brutalen Tritt von der Seite zerschmetterte er das rechte Knie des Mogu, anschlie�end rammte er den Fu� nach unten, um auch seinen Kn�chel zu brechen.</p><p>Deng-Tai hieb den Arm wieder nach unten, und der Speerschaft prallte gegen Vol�jins H�fte, doch der Troll hatte den Schlag vorausgeahnt und sich darauf vorbereitet. Als die rechte Hand des Mogu dann an ihm vorbeisauste, riss er die Gleve hoch und trennte die Pranke am Handgelenk ab. Gemeinsam mit dem abgebrochenen Ende des Speers verschwand sie im st�rmischen Schneegest�ber.</p><p>Kurz starrte der Mogu noch den Stumpf an, aus dem dampfendes Blut hervorquoll, dann hatte Vol�jin seine Waffe herumgewirbelt und den Hals des Kriegers mit einem sauberen Vorhandschlag durchschnitten.</p><p>Eines der Loa � denn nur die Loa waren zu so etwas imstande � hielt einen Moment lang den Sturm an. Die Winde erstarben, die Luft kl�rte sich. Alles blieb ruhig, w�hrend der Kopf des Mogu langsam nach vorne rutschte, kippte und von der Brustplatte abprallte. Er rollte �ber den Boden, bis er von einer Schneeverwehung aufgehalten wurde, und seine blinden Augen starrten seinen kopflosen K�rper mit solcher Intensit�t an, wie eine verschm�hte Frau ihren untreuen Ehemann anglotzen mochte.</p><p>Auch das Kampfget�mmel ringsum erstarb w�hrend dieser paar Herzschl�ge. Trolle und M�nche blickten allesamt zur Insel hin�ber, wo der Mogu vor dem Schattenj�ger kniete. Sein abgehackter Kopf schien zu nicken, und dann kippte sein K�rper in einer letzten, ehrerbietigen Verbeugung nach vorne.</p><p>Einen Moment sp�ter deutete der Trollhauptmann mit seinem Schwert auf Vol�jin. �Er ist allein und verletzt. T�tet ihn! T�tet sie alle!�</p><p>Der Frieden zerbarst mitsamt der Stille, und die Zandalari-Krieger st�rmten los.</p></section><section><title><p>33</p></title><p>W�hrend er sich den Trollen stellte, die �ber die Br�cke heranbrandeten und am Rand des Grabens heraufkletterten, erkannte Vol�jin ganz bewusst, was ihm unterbewusst schon zuvor aufgefallen war: Er k�mpfte nicht gegen Zandalari. Zumindest nicht nur. Die Gr��ten geh�rten zu diesem Volk, ja; ihr K�rperbau verriet sie � und die Tatsache, dass einigen von ihnen ein roter Pfeilschaft aus dem Auge oder dem Hals spross, als sie n�her kamen. Die anderen trugen zwar Zandalari-Uniformen, mussten aber Gurubashi und Amani sein.</p><p>Die Taktik, schw�chere Truppen vorzuschicken, bevor die st�rksten und besten Krieger ins Kampfgeschehen eingriffen, war dem Dunkelspeer wohlbekannt, und zweifelsohne schwoll Khal�aks Brust gerade vor Stolz, weil sie diese Strategie gew�hlt hatte. Doch Vol�jin war fest entschlossen, ihr zu demonstrieren, dass ihr Plan nicht funktionieren w�rde. Da er sie nicht unter den Trollen sehen konnte, die ins Kloster quollen, musste er sich vorerst jedoch damit begn�gen, ihre Soldaten zu zerst�ren.</p><p>Zerst�rung schien ihm der richtige Ausdruck, denn es war nicht wirklich ein Kampf. Fr�her oder sp�ter w�rde ihn die schiere Masse ihrer Truppen �berw�ltigen, und zus�tzlich zu den Kriegern, die auf ihn zupolterten, tauchten nun auch Priester und Hexendoktoren aus dem Hain auf. Schwarze Energie knisterte zwischen ihren H�nden, als sie m�chtige Zauber auf die M�nche entfesselten, die die Versiegelten Kammern verteidigten. Einige von ihnen fielen, aber dann konterten die Sturmrufer unter den Shado-Pan. Ihre Zauber explodierten inmitten der Trolle, sodass die Angreifer in Flammen auf- oder mit gesprengter Brust zu Boden gingen.</p><p>Vol�jins linke Schulter hatte sich bereits so weit erholt, dass er sie wieder ein klein wenig bewegen konnte, w�hrend er sich den Trollen entgegenstellte. Er f�hlte sich wie ein scharfer, t�dlicher Teil des Windes, der eine blendende Wand aus Schneeflocken �ber das Schlachtfeld fegte. Genauso wie die kalten B�en durch Kleider schnitten und das Fleisch darunter fr�steln lie�en, schnitt seine Gleve durch die R�stungen seiner Feinde. Sie stie� tief in Leisten und zerfetzte Arterien, sie bohrte sich in Nacken, dass hei�es Blut den fallenden Schnee verdunkelte, sie durchtrennte Achillessehnen und stach Augen aus.</p><p>Die Kehlen seiner Gegner lie� er jedoch intakt, damit sie ihre Furcht und ihren Schmerz hinausbr�llen konnten.</p><p>Einige traten ihm tapfer entgegen, andere n�herten sich langsam und vorsichtig. Sie suchten nach einer L�cke in seiner Deckung, nach einem Schwachpunkt, aber Vol�jin nutzte ihre Schw�che und schlug L�cken in ihre Deckung. Er hielt sich nun schon so lange f�r tot, dass die kleinen Schnitte und St��e, die sie ihm versetzten, keinerlei Bedeutung mehr f�r ihn hatten. Ein Schlag, der ihn nicht sofort t�tete, war in seinen Augen kein richtiger Treffer.</p><p>Tief in seinem Inneren wusste er, dass er nicht ewig ausharren konnte, aber das Knurren auf seinen Lippen, das Funkeln in seinen Augen und die Inbrunst seiner Attacken sollten die Trolle vom Gegenteil �berzeugen. Sie sahen einen Feind vor sich, dessen blutdurchtr�nkte R�stung zwar in Fetzen hing, der aber nie aufgeben w�rde, und jeder von ihnen, der nicht v�llig �berzeugt war, ihn au�er Gefecht setzen oder t�ten zu k�nnen, wurde von Furcht zerfressen.</p><p>Und kurz darauf von Vol�jins Klinge zerfetzt.</p><p>Der Schattenj�ger sprang von einem Troll zur�ck, der verzweifelt versuchte, seine Eingeweide in seinen aufgeschlitzten Bauch zur�ckzudr�cken, und fand sich auf allen Seiten umzingelt. W�hrend des letzten Kampfes hatte er sich herumgedreht, sodass er nun in dieselbe Richtung blickte wie die Zandalari bei ihrem Ansturm. Rechts von ihm erhellte das Hin und Her von Zaubern den Sturm, und links von ihm pfiffen Pfeile durch den Schnee. Trolle, die er nur halb sehen konnte, kletterten auf der anderen Seite aus dem Graben und attackierten die M�nche vor den Versiegelten Kammern. Dort dr�ben lag ihr letzter Zufluchtsort, aber Vol�jin wusste, dass er es nie bis dorthin schaffen w�rde.</p><p>Da st�rmte pl�tzlich Chen in einer Explosion aus Licht und Flammen auf die Insel. Als einer der echten Zandalari sich zu ihm herumdrehte, spuckte der Pandaren erneut Feuer, und das Gesicht des Trolls schmolz wie Wachs, w�hrend seine Haare aufloderten und sein Fleisch s��lich brutzelte.</p><p>Hinter dem Braumeister eilten Yalia, Cuo und drei weitere Shado-Pan �ber die Br�cke auf die kleine Insel. Die Schneise, die Chen mit seinem Feuersto� in die Reihen der Feinde gebrannt hatte, wurde nun mit St�cken und Schwertern ausgeweitet. Yalias Stab bewegte sich so schnell, dass man ihn selbst dann nicht h�tte sehen k�nnen, wenn kein Schnee gefallen w�re, und ihre Hiebe zerdellten R�stungen und brachen die Knochen darunter. Auf jeden dumpfen Schlag folgte ein Klirren und ein Fluch, und jeder Faustschlag brach Z�hne aus zerschmetterten Kiefern.</p><p>Chen streckte die Pfote aus. �Schnell!�</p><p>�berrascht z�gerte Vol�jin. Der Ring der Zandalari um ihn zog sich wieder enger zusammen, aber die M�nche hielten dagegen, bildeten einen eigenen Schutzkreis um den Troll. Pfoten und F��e verschwammen in der Luft, Schwerter klirrten. Die M�nche wussten sich zu verteidigen, und f�r jeden Hieb, den sie blockten, teilten sie einen Schlag aus. Doch obwohl ihre Geschwindigkeit die Deckung ihrer Gegner �berforderte, gingen sie nicht in die Offensive. Ihre Mission war es, Vol�jin zu retten, und der Gedanke, nebenbei so viele Feinde zu t�ten wie nur m�glich, schien ihnen �berhaupt nicht zu kommen.</p><p>Der Dunkelspeer ergriff Chens Hand und sprintete �ber die Br�cke. Er wollte sich nicht aus dem Kampf zur�ckziehen, aber die Insel war kein Ort f�r eine Schlacht. W�re er dort geblieben, w�ren die anderen auch geblieben � und sie w�ren gestorben. So traten die M�nche hinter ihm einen geordneten R�ckzug an, und sie alle erreichten die Plattform vor den Versiegelten Kammern.</p><p>Noch w�hrend er �berlegte, ob er wieder vortreten und die Br�cke verteidigen sollte, erklang die Alarmglocke des Schneewehen-Dojos. Sie dr�hnte ein halbes Dutzend Mal, ohrenbet�ubend laut und voller Dringlichkeit, bevor sie abrupt verstummte. Als Vol�jin hin�berblickte, sah er Trolle aus dem Geb�ude str�men � und trotz der sch�bigen Kleidung, die sie trugen, waren es augenscheinlich Zandalari.</p><p>Zwischen ihnen stand ein Mogu und neben ihm Khal�ak.</p><p>Taran Zhu erschien am Haupteingang der Versiegelten Kammern. �Zieht Euch zur�ck! Sofort!� Der Befehl war frei von jeder Panik, aber er duldete keinen Widerspruch. Die M�nche lie�en sich augenblicklich zur�ckfallen, und Vol�jin und Chen waren die Letzten, die durch den Eingang traten.</p><p>Die Zandalari schienen sich ihrer Sache so sicher, dass sie die Verteidiger bereitwillig gehen lie�en.</p><p>Auf der T�rschwelle verharrte Vol�jin noch einmal, um zum Dojo hin�berzublicken. Das Schneegest�ber versperrte ihm die Sicht, aber er konnte sehen, wie einige Zandalari tote M�nche in den Graben um die Insel warfen. Er suchte zwischen den Toten nach Tyrathan, aber dann tropfte ihm Blut in die Augen.</p><p>Zwei Pandaren schlossen die verzierten Bronzet�ren hinter ihm. W�hrend sie einen schweren Riegel vorlegten, lie� Vol�jin sich auf ein Knie fallen, um wieder zu Atem zu kommen, anschlie�end wischte er sich das Blut vom Gesicht und hob den Kopf.</p><p>Von den dreiunddrei�ig waren nur noch vierzehn �brig, und au�er Taran Zhu waren sie alle von den Spuren des Kampfes gezeichnet. Viele Roben waren mit Blut verschmiert, andere von Magie versengt. Zumindest zwei der �berlebenden hatten gebrochene Knochen, und Vol�jin vermutete, dass die meisten anderen auch Verletzungen verbargen. Yalia versuchte ganz klar, ihre gebrochenen Rippen zu schonen, und das Blut, das von Chens Pfoten tropfte, floss viel zu stetig, um von einem Feind zu stammen.</p><p>Der Troll blickte den Anf�hrer der Shado-Pan an. �Wie sind sie ins Schneewehen-Dojo gelangt?�</p><p>�Ich glaube, sie haben sich durch die Tunnel nach oben gearbeitet.� Taran Zhu blickte ein wenig geistesabwesend auf einen Fingernagel hinab. �Andere versuchten, hier durch die Tunnel hochzuklettern, aber wir konnten sie davon abbringen.� Er blickte zu einem halb ge�ffneten Alkoven hinter der Statue eines Tigers, und Vol�jin fragte sich, was f�r ein Blutbad wohl hinter der T�r lag.</p><p>Der Schattenj�ger �chzte, als er sich aufrichtete und seine linke Schulter kreisen lie�. �Khal�ak hat einige ihrer Elite-Krieger in diese Flankenkompanien gesteckt. Und die anderen hat sie als Kanonenfutter in die vorderste Linie gezwung�n. Wir haben uns gut geschlag�n. Viele von ihnen sind tot.�</p><p>�Aber nicht genug.� Der alte M�nch nickte, und als das Heulen des Windes h�rbar wurde, musste er l�cheln. �Vielleicht wird der Winter sie f�r uns t�ten.�</p><p>Vol�jin sch�ttelte den Kopf. �Ich bezweifle, dass sie so lange wart�n werden.�</p><p>Die Versiegelten Kammern waren T-f�rmig angelegt: Der Haupteingang f�hrte zu einer kreisrunden Mulde im Boden, und von dort gingen drei Fl�gel des Komplexes aus, einer auf der gegen�berliegenden Seite, die beiden anderen im rechten Winkel dazu. Links von Vol�jin, im l�ngeren der beiden Seitenfl�gel, befand sich eine weitere Doppelt�r, und nun h�mmerte eine schwere Faust von au�en dagegen, um Einlass zu fordern.</p><p>Chen lachte. �Ich glaube nicht, dass wir aufmachen sollten.�</p><p>�Da stimme ich dir zu.� Der Troll blickte von einer T�r zur anderen. �Ich vermute, Khal�ak wird ihren Angriff dort, auf der anderen Seite, konzentrier�n, um uns abzulenk�n, und dann wird sie schnell und hart bei dieser T�r zuschlag�n. Chen, falls du ihr einen warmen Empfang bereit�n m�chtest ��</p><p>Der Pandaren nickte. �Es w�re mir ein Vergn�gen.�</p><p>�Bruder Cuo, du bist f�r die andere T�r zust�ndig.� Vol�jin ging zu der Stelle hin�ber, wo Tyrathan einen K�cher und einen kompakten Reiterbogen versteckt hatte. Er spannte die Waffe und pr�fte die Sehne. �Ich werde hier in der Mitte in Position geh�n und sehen, was ich tun kann.�</p><p>Taran Zhu nickte, dann stieg er die Stufen hinauf und setzte sich in die Mitte des Fl�gels, der gegen�ber von Chens T�r lag. Er wirkte gefasst, ruhig und unger�hrt, das genaue Gegenteil der anderen dreizehn. Vol�jin h�tte es zwar nie zugegeben, aber die Tatsache, dass der alte M�nch voller Frieden und ohne jede Sorge schien, lie� sein Herz leichter schlagen. <emphasis>Wenn er keine Angst hat, warum sollte ich dann</emphasis>?</p><p>Die Zandalari begannen ihren Angriff bei der T�r am westlichen Fl�gel. Zauber donnerten gegen die Bronze, so gleichm��ig und entschlossen wie der Hammer eines Schmieds, der ein Hufeisen beschl�gt, und schon bald begann das Metall um den h�lzernen Riegel in einem dumpfen Rot zu gl�hen. Dann stiegen Rauchfahnen vom Holz auf. Die M�nche griffen nach ihren Waffen. Chen und Yalia umarmten sich.</p><p>Einen Moment sp�ter gab es eine schwere Explosion. Geschmolzenes Metall spritzte durch den Raum, und einer der T�rfl�gel kippte nach innen, w�hrend der andere nach au�en verbogen wurde. Von dem Eichenriegel blieb nichts �brig au�er Qualm und gl�hender Asche; ein roter Teppich f�r die Angreifer.</p><p>Vol�jin spannte die Sehne und schoss, wieder und wieder, so schnell er konnte. Tyrathan hatte recht gehabt: Der kurze Bogen feuerte die Pfeile mit gen�gend Wucht ab, um auf so kurze Distanz die R�stung der Feinde zu durchschlagen. Und da die Zandalari dicht gedr�ngt vorst�rmten, fand jeder Schuss unweigerlich ein Ziel. Das Problem war nur, dass sie sich zu schnell bewegten. So blieb es dem Zufall �berlassen, ob ein Pfeil sein Opfer t�tete oder nur verwundete, au�erdem dauerte es eine Weile, bevor die Verletzten und Toten in der vorbrandenden Woge zu Boden gingen.</p><p>Die M�nche k�mpften tapfer, und ihre Klingen gl�nzten silbern und golden im warmen Lampenlicht des Geb�udes, w�hrend sie sich an Trollblut satt tranken. Der massive Ansturm der Feinde, der es Vol�jin unm�glich machte danebenzuschie�en, behinderte jedoch die Bewegungen der Pandaren. H�tten sie mehr Platz gehabt, h�tten sie gewaltige Breschen in die Reihen der Zandalari schlagen k�nnen � und inzwischen waren es fast nur noch Zandalari. Das zeigte, dass drau�en etliche Trolle den Tod gefunden hatten, und nicht nur, weil sie Gurubashi oder Amani gewesen waren, sondern vor allem, weil sie es gewagt hatten, sich mit den Shado-Pan anzulegen.</p><p>Speere und Schwerter stachen gierig nach den M�nchen, und einer nach dem anderen fiel. Bruder Cuo war einer der Letzten. Er wurde um die eigene Achse gewirbelt, sein Gesicht entzweigeschnitten. Andere verschwanden einfach in dem Meer aus Trollfleisch, und vielleicht gingen sie zufrieden in den Tod, wussten sie doch, dass sie viele Feinde mit sich genommen hatten.</p><p>Eine zweite Explosion zerfetzte den Haupteingang, und Chen spie Feuer, um die hereindr�ngenden Zandalari in Flammen zu h�llen. Doch weitere Elitekrieger st�rmten hinterher und griffen Chen und Yalia an. Der Hauptmann, der den Angriff drau�en angef�hrt hatte, schob sich nach vorne, und hinter ihm stand Khal�ak mit dem anderen Mogu. Sie blickte sich um, als w�re die Schlacht schon l�ngst vorbei und sie nur hier, um die Leichen zu z�hlen.</p><p>Vol�jin warf seinen Bogen beiseite, streckte einen Troll in einem knisternden Blitz dunkler Magie zu Boden und nahm die Gleve in die Hand. Damit sprang er auf den Zandalari-Offizier zu und fing einen Hieb ab, der Yalia gegolten hatte, anschlie�end nickte er dem Hauptmann zu und winkte ihn zu sich heran. �Hast du jetzt vielleicht vor mir Angst?�</p><p>Der Zandalari knurrte und griff an. W�hrend der Mogu vorhin sich ganz auf seine Kraft verlassen hatte, k�mpfte der Troll mit Geschick und Schnelligkeit. Sein S�bel zischte an Vol�jins eingezogenem Kopf vorbei, dann sprang er zur�ck, als der Dunkelspeer nach seiner Mitte schlug. Bevor Vol�jin nachsetzen konnte, wirbelte der Hauptmann im Kreis um ihn herum, anschlie�end schnellte er erneut vor und lie� seine Klinge in einem b�sartigen Hieb auf den K�rper des Schattenj�gers hinabsausen.</p><p>Vol�jin wehrte einen Schlag nach dem anderen ab, von oben und von der Seite, und bei jeder Parade klirrte Metall auf Metall, als der S�bel gegen seine Gleve prallte. Es war fast so, als w�rden die Waffen zum Leben erwachen, w�hrend sie schnell wie Vipern vorzuckten und dann wieder verschwanden wie Geister. Die beiden Trolle kreisten umeinander, miteinander, aneinander vorbei, auf eine Finte folgte ein tiefer Schlag, ein Sprung auf einen Hieb, alles in t�dlicher, flie�ender Bewegung, und das Tempo des Kampfes nahm unaufh�rlich zu, bis Funken von den Klingen spr�hten.</p><p>Vol�jin wirbelte ein weiteres Mal vor, und der Zandalari wich zur�ck, aber erst im allerletzten Moment, und die Gleve verfehlte ihn nur um ein Fingerbreit. Der Hauptmann blickte an sich hinab, erst ungl�ubig, dann voller Freude. Eigentlich h�tte sein Bauch aufgeschlitzt sein m�ssen, seine Eingeweide �ber den Boden verteilt, aber wie durch ein Wunder hatte die Klinge ihn nicht ber�hrt.</p><p>Da riss Vol�jin die linke Hand vor und zog die rechte an sich heran. Durch die Bewegung sauste die geschwungene Spitze der Gleve herum und bohrte sich in den R�cken des Zandalari. Nun drehte der Dunkelspeer den Griff und dr�ckte ihn nach oben, sodass die Klinge einen sauberen Bogen um die Niere seines Feindes schnitt. Dabei durchtrennte sie erst die Arterie, die das Organ versorgte, und anschlie�end auch die Hauptader, die ins Bein des Hauptmanns f�hrte. Als er anschlie�end die Gleve zur�ckzog, schoss eine karmesinrote Explosion aus dem K�rper seines Feindes. Der Zandalari sank zu einem leblosen Haufen zusammen, und sein Blut str�mte �ber den Boden.</p><p>�Vol�jin, pass auf!�</p><p>H�nde schubsten ihn zur Seite, sodass er �ber die Beine seines get�teten Gegners stolperte und hart auf dem Boden landete. Sofort rollte er sich ab, und gerade als er wieder auf die F��e kam, bohrte sich der Mogu-Speer, der auf seinen R�cken gezielt hatte, in den Bauch von Tyrathan Khort. Der Mensch war schwer von der Schlacht gezeichnet, und die Waffe traf ihn mit solcher Wucht, dass er nach hinten gegen die Wand geschleudert wurde. Die Speerspitze grub sich tief in den Stein und nagelte den J�ger auf groteske Weise dort fest. Fassungslos starrte er auf die Klinge hinab, die sich in seine Eingeweide gegraben hatte.</p><p>Der Mogu st�rmte vor, auf Vol�jin zu, die H�nde erhoben. Den Speer w�rdigte er keines Blickes mehr; der Zorn in seinen Augen und seine zuckenden Finger verrieten, dass er Vol�jin jede Gliedma�e einzeln ausrei�en wollte.</p><p>Vermutlich w�re es auch genauso gekommen, w�re nicht pl�tzlich Taran Zhu mit ausgestrecktem Bein durch die Luft gesegelt. Der Shado-Pan-Meister traf den Mogu in die linke Seite und lie� eine tiefe Delle in seiner R�stung zur�ck. Die Wucht des Tritts lie� den H�nen nach rechts taumeln, sodass er in die Zandalari fiel, die Chen und Yalia umzingelt hatten. Einen von ihnen begrub er unter sich, als er st�rzte, aber einen Moment sp�ter stemmte er sich bereits wieder flink auf die Beine. Dass er dabei den Sch�del des Trolls zerquetschte, schien ihm nicht einmal aufzufallen.</p><p>Vol�jin griff nach seiner Gleve und richtete sich auf, dann sah er zu, wie der Mogu sich auf den Pandaren st�rzte. M�chtige Hiebe donnerten dort auf den Boden, wo vor einem Herzschlag noch Taran Zhu gestanden hatte, mit solcher Gewalt, dass der Stein zerbarst und Staub hochwirbelte. F�uste flogen, Beine zuckten hoch und vor und zur Seite. Der Mogu war eindeutig im unbewaffneten Nahkampf erfahren, aber obwohl er gr��er und st�rker als sein Feind war, gelang es ihm nicht, den Pandaren zu treffen.</p><p>Taran Zhu duckte sich nach hinten weg oder t�nzelte zur Seite oder rollte sich unter Hieben hindurch. Er sprang �ber tiefe Tritte und wirbelte au�er Reichweite von Schlagserien. Der Mogu wechselte von einer Kampfposition in die andere � Vol�jin erkannte ein paar Figuren aus seinem eigenen Training �, aber der Pandaren ging nicht in die entsprechende Verteidigungsstellung. Er blieb in st�ndiger Bewegung, ungreifbar, ein Phantom, und je heftiger sein Feind auf ihn einst�rmte, desto m�heloser entging er seinen F�usten, bis der Mogu schlie�lich innehalten musste, um sich zu sammeln.</p><p>In diesem Augenblick griff Taran Zhu an. Beinahe spielerisch sprang er vor, dann riss er das rechte Bein zum Tritt hoch. Er traf den linken Schenkel seines Gegners und trennte den Knochen in der Mitte entzwei. Kaum dass der M�nch gelandet war, trat er erneut zu, diesmal mit dem linken Fu�, und der andere Oberschenkel des Mogu brach mit einem lauten Knacken.</p><p>W�hrend der H�ne nach vorne kippte, sauste Taran Zhus Pfote zu einem Schlag nach oben. Wie eine Speerklinge durchschlugen seine Finger die R�stung seines Gegners, begleitet von einem lauten Klirren, dann verschwand sein Arm bis zum Ellbogen in der Brust des Mogu � bis die versteiften Fingerspitzen den Schulterpanzer von innen nach au�en dellten.</p><p>Nachdem der alte M�nch seinen Arm wieder befreit hatte, fiel der Mogu mit dem Gesicht voran auf den Boden. Kurz sah Taran Zhu noch auf ihn hinab, dann richtete er seinen Blick auf die fassungslos erstarrten Zandalari. �Verschwindet jetzt, sonst m�ssen wir auch den Rest von Euch zerst�ren!�</p></section><section><title><p>34</p></title><p>Khal�aks rechte Hand schoss vor, bevor Vol�jin eine Warnung rufen konnte. Ein schmaler Dolch sauste auf den alten M�nch zu, und w�hrend die Klinge durch die Luft wirbelte, hob die Zandalari rasch ein Schwert vom Boden auf und st�rmte hinter ihr her auf Taran Zhu zu.</p><p>Der Pandaren hob die Pfote in einer kreisf�rmigen Abwehrbewegung von innen nach au�en und schlug den Dolch mit dem Handr�cken fort, sodass er zur Seite davonflog. Einen Moment sp�ter bohrte die Waffe sich in den Hals eines Kriegers, noch ehe er oder seine Kameraden �berhaupt bewusst registrierten, dass ihre Anf�hrerin die Klinge geworfen hatte, und noch ehe einer von ihnen Gelegenheit hatte, auf die Drohung des M�nchs zu reagieren. Sie blieben reglos stehen, wo sie waren, wie versteinert ob der unglaublichen Ereignisse.</p><p>Vol�jin stellte sich zwischen Khal�ak und den Pandaren. �Ich wei�, es w�re nur Zeitverschwendung, dir Gnade anzubiet�n.�</p><p>Ihre Augen funkelten. �Du f�llst den Herr�n deines Volkes in den R�cken.�</p><p>�Schattenj�ger haben keine Herr�n.�</p><p>Khal�ak griff ebenso geschickt an wie der Troll, den Vol�jin gerade get�tet hatte, und vielleicht sogar noch ein wenig schneller. Ihre Klinge schnitt in schlangengleichen, gewundenen Hieben und Stichen durch die Luft, und er begn�gte sich damit, die Schl�ge zu parieren oder ihnen auszuweichen, anstatt sie zu blocken. Sie zeigte ihm keine Bl��e, die er f�r einen Angriff nutzen k�nnte, aber vermutlich h�tte es nicht einmal einen Unterschied gemacht, wenn sie einen Schwachpunkt offenbart h�tte. Seine Muskeln brannten bereits vor Ersch�pfung, und er war nicht sicher, ob er noch schnell genug war, um ihre Verteidigung zu durchdringen. Zudem schien sie nur auf seinen Vorsto� zu warten, jetzt, wo sie ihn im Kampf gesehen hatte und wusste, worauf sie sich vorbereiten musste.</p><p><emphasis>Was hat sie geseh�n?</emphasis></p><p>Als h�tte sie seine Gedanken gelesen, st�rmte Khal�ak vor. Ein tiefer Hieb folgte auf einen hohen, dann drehte sie sich nach rechts, auf seine heile Seite. War ihr wom�glich aufgefallen, dass er seine linke Schulter schonte? Aber nein, von dieser Verletzung hatte er sich bereits erholt. Wenn es also nicht das war, woraus wollte sie dann Nutzen schlagen?</p><p>Da erkannte er, dass es unbedeutend war, was sie gesehen hatte. Viel wichtiger war, dass er wusste, was sie <emphasis>nicht</emphasis> gesehen hatte. Als sie mit einem wirbelnden Hieb auf seinen Bauch zielte, nahm er die Gleve in die linke Hand. Es reichte nicht, um ihren Schlag abzulenken, aber er verlangsamte ihre Klinge, und dann machte er einen Schritt nach vorne. Ihr Schwert erwischte ihn �ber der H�fte, genau dort, wo Deng-Tai ihn mit dem Speerschaft getroffen hatte, doch obwohl Vol�jin den Schmerz sp�rte, schien er unendlich weit entfernt.</p><p>Jetzt riss er den linken Arm nach unten und presste damit Khal�aks Handgelenk an seine Seite. Sie hob den Kopf, ihr Blick so hasserf�llt, als m�sste der Zorn jeden Moment aus ihren Augen schie�en und ihn verbrennen. Vol�jin begegnete diesem Blick mit Verachtung, aber nicht etwa, weil sie gegen ihn k�mpfte, sondern weil sie Teil der Verderbnis war, die Pandaria und alle Trolle verschlingen w�rde. Er sah sie gerade lange genug an, damit sie das begriff, dann t�tete er sie.</p><p>Schnell.</p><p>Gnadenlos.</p><p>Jedes Mal, wenn sie ihn bislang im Kampf beobachtet hatte, hatte er die Gleve benutzt und auf traditionelle Weise gefochten. Was sie aber nicht gesehen hatte, wovon sie nichts wusste, war das Training, das er von den Shado-Pan erhalten hatte. <emphasis>Nur passend, dass ich sie mit meinen bloߒn H�nden t�te.</emphasis></p><p>Der Schlag mit seiner Speerhand zerschmetterte ihren Kehlkopf und ihre Luftr�hre, dann bohrten seine Finger sich tiefer. Wirbel knirschten und verwandelten sich unter dem Hieb von harten Knochen in eine breiige Masse. Splitter bohrten sich nach unten in ihr R�ckgrat.</p><p>Khal�ak taumelte von der Wucht des Schlages nach hinten, aber ihre Beine wollten sie nicht l�nger tragen, und so brach sie zu F��en des toten Mogu zusammen. Voller Hass starrte sie zu ihm auf, w�hrend ihr Gesicht lila anlief und sie noch einen letzten Atemzug zu nehmen versuchte.</p><p>Der Versuch misslang.</p><p>Die Zandalari-Truppen standen reglos da, und der Unglaube war ihnen deutlich ins Gesicht geschrieben. Khal�ak war tot. Ihr Hauptmann war tot. Zwei Mogu waren tot. Und viel zu viele ihrer Kameraden waren ebenfalls tot oder lagen �chzend und sterbend hier drinnen oder drau�en in ihrem eigenen Blut. Die verbliebenen Gurubashi und Amani begannen sich bereits zur�ckzuziehen, die hinteren Reihen d�nnten sich aus.</p><p>Vol�jin nahm die Gleve wieder in die rechte Hand. �Bwonsamdi wartet schon darauf, euch zu begr�ߒn.�</p><p>Etliche Zandalari erschauderten bei diesen Worten und schlossen sich den niederen Trollen bei ihrer Flucht in den Schneesturm an. Die wenigen, die blieben, griffen an, aber Taran Zhu trieb sie auseinander, als w�ren sie ein Schwarm M�cken, den man einfach fortwischen konnte. Knochen brachen, K�rper kr�mmten sich, Trolle �chzten auf dem Boden.</p><p>Schlie�lich trat Taran Zhu zur�ck und hob sanftm�tig die Pfote. �K�mmert Euch um sie! Aber nicht hier. Ihr d�rft gehen.�</p><p>Als w�re seine Erlaubnis ein Befehl, verschwanden auch die letzten der Zandalari nach drau�en. Ein paar von ihnen zerrten Verwundete hinter sich her, als sie davoneilten. Chen und Yalia humpelten ebenfalls zwischen den Blutlachen und Leichen hindurch zum Ausgang des gegen�berliegenden Fl�gels, um den Feind weiter im Auge zu behalten. Taran Zhu und Vol�jin traten derweil zu Tyrathan hin�ber.</p><p>Helles Blut tropfte von den Lippen des Menschen, aber er l�chelte schwach. �Ich stecke fest.�</p><p>Vol�jin blickte auf den Speer hinab. Die Spitze hatte eindeutig Tyrathans Wirbels�ule durchbohrt und seine Eingeweide aufgerissen. Und als w�re das nicht schon schlimm genug, verf�gte die Waffe �ber zwei breite Parierzacken; sie konnten den Mann also nicht einfach von der Waffe ziehen, und die Spitze sa� zu tief in der Wand, als dass sie sich ohne Weiteres l�sen lie�e. �Halt still! Ich kenne einen Zauber ��</p><p>Der Mensch sch�ttelte den Kopf, dann zischte er, als der alte M�nch seinen R�cken um die Austrittswunde betastete. �Nein. Ich bin erledigt. Wir haben gut gek�mpft. Ich kann zufrieden sterben.�</p><p>Der Troll schluckte schwer. �N�rrischer Mensch. Du sollst nicht zufried�n sterben.�</p><p>�Versuch nicht, mir zu erz�hlen, dass ich �berleben werde.� Tyrathan seufzte. �Lass mich gehen! Es ist gut so.�</p><p>Er versteifte sich, als der Speer sich bewegte, dann klirrte etwas hinter ihm, und er kippte nach vorne. Taran Zhu fing ihn auf, und Vol�jin half ihm, den J�ger auf den Boden zu betten. Tyrathans Augen waren geschlossen, der Dunkelspeer wusste also nicht, ob er ihn noch h�ren konnte, aber er redete dennoch weiter auf den Menschen ein. �Ich werde dich nicht sterb�n lassen. Ich habe den Kerl nicht erledigt, der dich erwischt hat, au�erdem schuldest du mir noch einen Pfeil f�r Garrosh.�</p><p>Er schloss die H�nde um die Wunde, wo der Speer den Menschen aufgespie�t hatte, und nickte Taran Zhu zu. Der M�nch r�ttelte erst sanft am Schaft, dann zog er die Klinge aus Tyrathans K�rper. Die vorderen vier Zoll der Speerspitze steckten noch immer in der Wand, und die blutbefleckte Bruchstelle sah aus, als w�re das Metall durch Materialerm�dung geborsten. Vol�jin hatte keine Ahnung, wie der Pandaren es geschafft hatte, die Klinge abzubrechen, und er hatte im Moment auch keine Zeit, dar�ber nachzudenken.</p><p>Seine H�nde pressten sich auf die Wunde, aber das Blut des Menschen quoll weiter zwischen seinen Fingern hindurch. Also stimmte Vol�jin eine Beschw�rung an. Goldene Energie sammelte sich in seinen Handfl�chen und strahlte nach unten in Tyrathans K�rper, bis sie den Boden erreichte, dann wurde sie wieder nach oben zur�ckgeworfen. Die Magie traf erst Yalia, dann Chen, dann wanderte ihr goldener Schimmer weiter, zu einem M�nch, der unter einem Berg aus Leichen begraben war.</p><p>Vol�jin wartete darauf, dass Tyrathan sich r�hrte, aber er wollte das Schicksal des Menschen nicht allein der Magie �berlassen. Darum schloss er die Augen und suchte. Diese Suche war weder langwierig noch anstrengend, denn Bwonsamdis Gegenwart h�llte das gesamte Kloster ein.</p><p>�Den hier kannst du nicht hab�n.�</p><p>�Bist du so dreist, dass du einem Loa vorschreiben willst, was er tun kann und was nicht?�</p><p>Sen�jins Stimme hallte in Vol�jins Ohren wider. �Vielleicht wollte er nur sagen, dass es noch zu fr�h ist, den Menschen zu empfangen.�</p><p>�Ja. Da sind Versprech�n, die eingehalten werden m�ss�n, Verpflichtungen, die erf�llt werd�n wollen.�</p><p>Der Gott des Todes lachte. �W�re das genug, um mich umzustimmen, w�re mein Reich verwaist, und niemand w�rde mehr sterben.�</p><p>�Das Versprech�n eines Schattenj�gers.� Vol�jin reckte das Kinn hoch. �Ist das vielleicht genug, um dich umzustimm�n?�</p><p>Der Geist des Loa zuckte mit den Schultern. �Du hast mir heute reiche Ernte verschafft.�</p><p>�Er ebenfalls.�</p><p>�Wohl wahr. Und drau�en in der K�lte werden noch viele mehr sterben. Sollte einer �berleben, um zu berichten, was hier geschehen ist, wird man ihn entweder f�r verr�ckt erkl�ren oder ihn wegen Feigheit hinrichten lassen.� Bwonsamdi l�chelte. �Die Seident�nzerin wird sich �ber das Netz freuen, das du ihr gewoben hast. Also gut, du kannst den Menschen haben. F�rs Erste.�</p><p>�Danke, Bwonsamdi.�</p><p>�Aber nicht f�r immer, Vol�jin.� Das Loa verschwand mit einem Fl�stern. �Nichts w�hrt f�r immer.�</p><p>Tyrathans K�rper erbebte, seine Muskeln zuckten, dann entspannte er sich wieder, und seine Atmung wurde gleichm��iger.</p><p>Vol�jin richtete sich auf und wischte das Blut an seinen Schenkeln ab. �Ich habe alles geheilt, was ich heilen kann.�</p><p>Taran Zhu l�chelte. �Ich glaube, wir wissen, wie wir ihn wieder auf die Beine bekommen.�</p><p>Der Troll stand auf. Der Boden war mit K�rpern bedeckt, aber nichts bewegte sich, abgesehen vom spielerischen Wirbeln des Schnees und dem Blut, das die Stufen vor dem Eingang heruntertropfte. Es wurde tr�ger, als die K�lte danach griff, und dann erstarrte es zu etwas, das man leicht f�r Kerzenwachs h�tte halten k�nnen. So harmlos, so weit entfernt von der Wahrheit.</p><p>Doch die Toten waren nicht wichtig. W�hrend Chen und Yalia zu dem anderen �berlebenden M�nch gingen, um ihn unter dem Berg aus Leichen zu befreien, b�ckte sich Vol�jin und hob den Menschen auf seine Arme. �Geht voran, Meister Taran Zhu. Die Zeit f�r die Heilung ist gekommen.�</p><empty-line/><p>Chen steckte die letzte brennende R�ucherkerze in den sandgef�llten Bronzetopf und verbeugte sich vor den Regalen.</p><p>Nachdem Yalia dort die letzte der geschnitzten Figuren aufgestellt hatte, gesellte sie sich zu ihm und verbeugte sich ebenfalls. Sie verharrten lange in dieser Position, w�hrend wei�er Rauch, der nach Fichten und Meerwasser roch, �ber die steinernen Statuetten hinwegwaberte, welche sie aus den Tiefen des Berges heraufgeholt hatten.</p><p>Als sie sich wieder aufrichteten, wanderte ihre linke Pfote in seine rechte.</p><p>�Du hast mir w�hrend der letzten Tage St�rke geschenkt, Chen Sturmbr�u.� Yalia hielt den Blick sch�chtern gesenkt. �Wir mussten so viele betr�bliche Pflichten erf�llen. Alleine h�tte ich es nicht ertragen.�</p><p>Er hob ihr Gesicht mit der freien Pfote an, sodass sie zu ihm aufsehen musste. �Ich h�tte nie von hier fortgehen k�nnen, Yalia.�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht. Die Gefallenen waren auch deine Kameraden.�</p><p>Er sch�ttelte den Kopf. �Du wei�t, das ist nicht, was ich meine.�</p><p>�Ich wei�, dass du nach deiner Nichte sehen m�chtest.�</p><p>�Und nach deiner Familie.� Chen nickte zu den Steinfiguren hin�ber. �Die Invasion der Zandalari ist noch nicht vorbei. Der Mogu-Kaiser lebt noch, und seine Zandalari-Truppen wollen noch immer Pandaria erobern.�</p><p>Sie nickte. �Ist es selbsts�chtig von mir, zu w�nschen, dass es vorbei ist?�</p><p>�Ich glaube, sich Frieden zu w�nschen ist nie selbsts�chtig.� Chen l�chelte. �Zumindest hoffe ich das, denn auch ich will Frieden. Ich will ihn, weil meine Heimat dann nicht l�nger von Furcht beherrscht wird. Und weil ich dann nie mehr von dir getrennt sein muss.�</p><p>Yalia Weisenwisper beugte sich vor und k�sste ihn. �Genau dasselbe will ich auch.� Sie schob sich noch n�her heran, schlang ihre Arme um ihn und dr�ckte ihn fest an sich. �Ich w�rde mit dir gehen ��</p><p>�Du wirst hier gebraucht.� Er erwiderte die Umarmung, wollte sie gar nicht mehr loslassen. �Und du wei�t, dass ich zu dir zur�ckkommen werde. Daran darfst du nicht zweifeln.�</p><p>Sie l�ste sich von ihm, und obwohl sie l�chelte, begannen Tr�nen in ihren Augen zu gl�nzen. �Ich habe weder Zweifel noch Angst.�</p><p>�Gut.� Chen streichelte ihre Wange, dann k�sste er sie auf Lippen und Stirn. Sie f�hlte sich perfekt an im Kreis seiner Arme, und er atmete ihren Geruch tief ein, w�hrend er ihre W�rme in sich aufsog. �Und denk auch daran, dass wir noch viele, viele Jahre vor uns haben, bevor wir aus den Knochen des Berges fallen. Ich m�chte, dass wir so viel von dieser Zeit wie nur m�glich zusammen verbringen. Denn der einzige Ort, wo ich mich wirklich und v�llig zu Hause f�hle, ist bei dir.�</p><empty-line/><p>Vol�jin fand Tyrathan auf dem Rand seines Bettes sitzend, seine Mitte war noch immer mit einem Verband umwickelt. Der Mensch hatte es geschafft, mit seinen F��en in ein Paar Hausschuhe zu schl�pfen, was der Troll als Zeichen daf�r betrachtete, dass allm�hlich wieder das Gef�hl in seine Beine zur�ckkehrte. Vor zwei Tagen w�ren derartige Versuche noch zum Scheitern verurteilt gewesen.</p><p>�Der Berg l�uft dir schon nicht weg.�</p><p>Tyrathan lachte. �Oh, der kann warten. Ich habe meinen besten Dolch in den Tunneln in einem toten Zandalari stecken lassen. Ich hatte gehofft, ihn mir zur�ckzuholen.�</p><p>�Ich w�nschte, du h�ttest mehr Dolche mitgenomm�n.�</p><p>Der Mensch nickte. �Ich auch. Als ich dort runterstieg, dachte ich, ich w�rde nie wieder das Tageslicht sehen.�</p><p>Khal�aks Elitetruppen waren durch die Tunnel unter dem Kloster heraufgeklettert und hatten die M�nche im Schneewehen-Dojo �berw�ltigt, doch Tyrathan war ihnen bei ihrem ersten Ansturm entgangen. So hatte er Gelegenheit gehabt, in die unterirdischen G�nge hinabzusteigen, und Vol�jin hatte gesehen, was f�r ein Blutbad er dort angerichtet hatte. Der Mensch hatte den Zandalari nachgesetzt, die von unten in die Versiegelten Kammern eindringen sollten, und etliche von ihnen waren unter seiner Hand gefallen. Da Pfeile in der D�sternis der Tunnel nutzlos waren, hatte er sie mit Schwert und Dolch und Steinen, so gro� wie sein Kopf, erschlagen. Vol�jin war aber sicher, dass sie noch l�ngst nicht alle seiner Opfer geborgen hatten, denn einige von ihnen waren gewiss davongekrochen und dann irgendwo in den G�ngen verendet.</p><p>�Ich bin froh, dass du es da raus geschafft hast. Du hast mein Leb�n gerettet.�</p><p>�Und du meines.� Tyrathan senkte den Blick, und der Anflug eines L�chelns kr�mmte seine Lippen. �Als ich sagte, dass du mich sterben lassen sollst ��</p><p>�Da haben die Schmerz�n aus dir gesprochen.�</p><p>�Ja, aber nicht die k�rperlichen Schmerzen.� Der Mensch sah auf seine H�nde hinab, die ge�ffnet und dankbar auf seinen Schenkeln ruhten. �Ich glaube, der Gedanke, tot zu sein, gefiel mir, weil ich so meiner Pein h�tte entkommen k�nnen � der Pein wegen meiner Familie. Aber ich konnte einfach nicht vergessen, wie du deine Entscheidung begr�ndet hast, dich gegen die Zandalari zu stellen. Dass diese Entscheidung, hierzubleiben und zu k�mpfen, auf Mut und Ehre beruht und auf einem Gef�hl der Zugeh�rigkeit, einem Gef�hl von Familie.�</p><p>�Die meist�n w�rden vermutlich noch Torheit hinzuf�g�n.�</p><p>�Und sie h�tten recht, aber aus den falschen Gr�nden.� Tyrathan seufzte. �Meine Bereitschaft zu sterben entbehrte jeglichen Mutes. Und ganz gleich, wer ich bin, ich will nicht ohne Mut und Ehre leben.�</p><p>Vol�jin nickte. �Eine gute Einstellung. Au�erdem gibt es hier noch viel zu tun, was diese beiden Eigenschaft�n voraussetzt � und einige weitere. Zum Beispiel das Auge eines ge�bt�n Sch�tzen.�</p><p>�Ich wei�. Ich werde dir einen Pfeil f�r Garrosh befiedern.�</p><p>�Aber erst musst du dich um andere Dinge k�mmern, richtig?�</p><p>�Du hast zu viel �ber mich gelernt, als du in meinem Kopf warst.�</p><p>Vol�jin sch�ttelte den Kopf, dann legte er dem Menschen beide H�nde auf die Schultern. �Das meiste habe ich gelernt, als ich an deiner Seite war.�</p><p>Tyrathan l�chelte. �Ich werde noch ein wenig hierbleiben, mich erholen, den M�nchen helfen. Dann will ich mein Versprechen einl�sen, noch einmal die T�ler meiner Heimat zu sehen. Dass ich verschwunden bin, ist vielleicht das Beste f�r mich, aber ich w�rde mich selbst bel�gen, wenn ich weiterhin glaubte, es w�re auch das Beste f�r meine Familie. Meine Kinder sollen mich kennenlernen, und meine Frau soll wissen, dass ich es verstehe. Ich werde nicht wiedergutmachen k�nnen, was geschehen ist, aber das ist besser, als mit einer L�ge zu leben. F�r mich ebenso wie f�r sie. Das ist keine Schwelle, die ich �berschreiten m�chte.�</p><p>�Ich verstehe. Durch diese Entscheidung beweist du, dass du tapferer als die meist�n bist.� Vol�jin trat zur�ck und verschr�nkte die Arme vor der Brust. �Und ich bin sicher, du wirst mir meinen Pfeil geb�n, wenn die Zeit gekommen ist, ihn einzusetz�n.�</p><p>�Genauso vertraue ich darauf, dass du den Kerl erledigen wirst, der mich erwischt.� Der Mensch stemmte sich unsicher auf die Beine hoch. �Aber ich hoffe, dass noch viele Jahre vergehen, bevor du dieses Versprechen einl�sen musst.�</p><empty-line/><p>Vol�jin stand in der Mitte der k�nstlichen Insel im Herzen des Tempels, wo er den Mogu get�tet hatte, und blickte hinaus auf den Hain der Fallenden Bl�ten. Dort war alles unter einer wei�en Decke begraben, und der Troll konnte nicht sagen, ob es sich bei den kleinen Unebenheiten im Schnee um gefrorene Leichen oder doch nur um Felsbrocken handelte. Die wei�en Flocken, von denen einige durch den Wind wieder in die Luft emporgewirbelt wurden, verbargen alles unter ihrer Unschuld.</p><p>Und zumindest einen Moment lang lie� Vol�jin sich von ihnen zu dem Gedanken verf�hren, dass es Frieden auf der Welt gab.</p><p>Taran Zhu trat an seine Seite. �Friede ist ein nat�rlicher Zustand. Ihr k�nnt ihn hier genie�en, so lange Ihr wollt.�</p><p>�Ihr seid �u�erst g�tig, Meister Taran Zhu.�</p><p>Der Pandaren l�chelte. �Aber Ihr werdet ihn nicht genie�en, solange Ihr solltet.�</p><p>�Das w�re egoistisch.� Vol�jin wandte sich zu ihm um. �Der Fried�n, den Ihr mir anbietet, w�re mir zwar willkomm�n, aber letzt�n Endes w�re ich darin ebenso gefangen wie in einem Totensch�del oder einem Helm.�</p><p>Taran Zhu hob den Kopf. �Glaubt Ihr wirklich, Ihr habt die Geschichte verstanden?�</p><p>�Ja. In dem Gleichnis ging es nicht um Sch�del oder Helme, sondern um die Grenz�n, die man sich setzt, wenn man eine Rolle akzeptiert. Eine Krabbe, die sich als Krabbe sieht, wird nicht durch den Panzer definiert, in dem sie Schutz sucht, sondern durch ihren Zwang, Schutz zu such�n. Ich bin keine Krabbe. Meine Zukunft soll nicht dadurch bestimmt werd�n, welche sch�tzend�n Schalen ich finde. Nein, mir stehen mehr M�glichkeit�n offen.�</p><p>�Und mehr Verpflichtungen stehen Euch bevor.�</p><p>�Allerdings.� Der Troll atmete tief ein und dann langsam wieder aus. Garrosh hatte die Horde betrogen und w�rde es auch weiterhin tun; es lag in seiner Natur. Er lie� sich von seinen selbsts�chtigen W�nschen und �ngsten beherrschen, und er w�rde sich nie �ndern. Im Gegenteil, er w�rde noch viele schreckliche Dinge tun, nur um seine Position zu festigen. Das Blut w�rde in Str�men flie�en, bis es schlie�lich zu einer so m�chtigen Flut w�rde, dass Garrosh selbst davon mitgerissen und fortgesp�lt w�rde.</p><p>�Ihr, Meister Taran Zhu, habt hier eine Familie, um die Ihr Euch k�mmert. Ebenso wie Chen. Tyrathan wird bald zu seiner Familie zur�ckkehr�n.� Der Dunkelspeer kniff die Augen zusammen. �Meine Familie ist die Horde, und ich kann sie ebenso wenig in dem Glaub�n lassen, ich sei tot, wie Tyrathan es kann. Auch meine Familie verdient Fried�n. Indem ich hier meinen eigenen Frieden suchte, w�rde ich der Horde den ihren vorenthalt�n.�</p><p>�Und das kann ein Schattenj�ger nicht tun?�</p><p>�Ob ich es kann oder nicht, spielt keine Rolle. Und ob ich ein Schattenj�ger oder Troll bin, ist ebenso unwichtig.� Er nickte langsam. �Vol�jin von den Dunkelspeeren wird es nicht tun. Das ist, wer ich bin. Die Zeit ist gekommen, meine Feinde daran zu erinnern. Und dann werden sie f�r das Unheil bezahl�n, dass sie heraufbeschwor�n haben.�</p></section><section><title><p>Danksagung</p></title><p>Der Autor m�chte den folgenden Personen f�r ihren Beitrag zu diesem Buch danken. Ohne sie g�be es kein Buch. Paul Arena, der vorgeschlagen hat, ich solle einen Warcraft-Roman schreiben; Scott Gaeta von Cryptozoic, der mir all die richtigen Leute vorgestellt hat; Jerry Chu von Blizzard, der Scott gebeten hat, mich all den richtigen Leuten vorzustellen; Mickey Neilson, Dave Kosak, Cameron Dayton, Joshua Horst, Justin Parker und Cate Gary bei Blizzard, die daf�r gesorgt haben, dass ich nicht �ber die Str�nge schlage; Ed Schlesinger, mein Herausgeber, der die Geduld eines Engels hat; Howard Morhaim, mein Agent, der den Vertrag perfekt gemacht hat; und meine Freunde Kat Klaybourne, Paul Garabedian und Jami Kupperman, die daf�r gesorgt haben, dass ich w�hrend des Schreibens nicht den Verstand verlor (nicht, dass die Arbeit schlimm gewesen w�re. Wenn ich eine Pause brauchte, konnte ich schlie�lich in Azeroth eintauchen und es als Recherche rechtfertigen).</p></section></body><binary id="cover" 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