<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>det_history</genre><author><first-name>Boris</first-name><last-name>Akunin</last-name></author><book-title>Pelagia und der rote Hahn</book-title><annotation><p>Als ebenso kluge wie charmante Begleiterin ist Schwester Pelagia ihrem Bischof Mitrofani unentbehrlich geworden, und so begleitet sie ihn auf einer Schiffsreise von Moskau nach Zarinin. Schon bald werden ihre kriminalistischen F�higkeiten auf eine erneute Probe gestellt: Ein Passagier wird nachts in seiner Kabine im Schlaf �berrascht und umgebracht. Es handelt sich um den Anf�hrer einer zum Judentum konvertierten Gruppe orthodoxer Russen, die auf dem Weg nach Jerusalem ist, ins Heilige Land. Diese Gruppe hatte dem Ermordeten nicht nur ihre gesamte Reisekasse anvertraut, sondern ihn auch als ihren �Messias� verehrt. Doch seinen b�rgerlichen Namen und seine Herkunft scheint niemand auf dem Schiff zu kennen. So steuert man den n�chsten Hafen an, wo Sergej Sergejewitsch Dolinin, ein hoher Beamter des russischen Innenministeriums, bereits auf Pelagia wartet, um mit ihr die Ermittlungen aufzunehmen. Er hat den Geburtsort des �Messias� in Erfahrung gebracht, und so machen sich die beiden zu diesem im Ural gelegenen Ort auf. Dort angekommen, finden sie schnell den eigentlichen Namen des Opfers heraus: Pjotr Scheluchin. Dolinin scheint sich mit dieser Auskunft zu begn�gen und reist zur�ck nach St. Petersburg. Doch Pelagia kann sich damit nicht zufrieden geben: Die neugierige Nonne setzt ihre Nachforschungen fort � und wird selbst zur Gejagten, als man zum ersten Mal versucht, sie umzubringen. Der M�rder heftet sich fortan an ihre Fersen und zwingt sie zu einer weiten Reise, die sie bis nach Jerusalem f�hrt . . .</p></annotation><date/><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>ru</src-lang><translator><first-name>Olga</first-name><last-name>Kouvchinnikova</last-name></translator><translator><first-name>Ingolf</first-name><last-name>Hoppmann</last-name></translator><sequence name="Schwester Pelagia" number="3"/></title-info><document-info><author><first-name>Boris</first-name><last-name>Akunin</last-name></author><program-used>FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2017-11-30">30.11.2017</date><id>b14a0389-2deb-4c3f-b325-0fa4b362a74d</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><publisher>Wilhelm Goldmann Verlag</publisher><city>M�nchen</city><year>2004</year><isbn>3-442-45501-4</isbn></publish-info></description><body><section><title><p>Pelagia und der rote Hahn</p></title><section><p><image l:href="#cover"/></p></section><section><epigraph><p><emphasis>�Der echte Realist, sofern er nicht gl�ubig ist,</emphasis></p><p><emphasis>wird immer die Kraft und die F�higkeit finden,</emphasis></p><p><emphasis>nicht an Wunder zu glauben . . .�</emphasis></p><text-author>F. Dostojewski � Die Br�der Karamasow</text-author></epigraph><empty-line/></section><section><title><p>ERSTER TEIL</p><p><strong>Hier</strong></p></title><empty-line/></section><section><title><p>I</p><p><strong>Auf der �St�r�</strong></p></title><p><strong>Pfannkuchen</strong></p><p>Weich und rund wie ein Gummiball kugelte sich Pfannkuchen auf das Dampfschiff �St�r�: Er wartete ab, bis sich eine dichte Nebelschwade �ber die Anlegestelle gelegt hatte, buckelte und kruckelte sich ganz klein zusammen, bis er selber beinahe aussah wie eine kleine graue Wolke, husch, husch bis an den Rand des Kais � und mit einem Satz auf den gusseisernen Poller. Dann leise wie ein M�uschen auf dem straff gespannten Tau an Bord getippelt � Kleinigkeit f�r Pfannkuchen (er hatte sogar schon einmal Barynja getanzt auf so einem Seil, wegen einer Wette)! Und keiner hat was gesehen. Ahoi, da bin ich, der neue Passagier, Gott zum Gru�e!</p><p>Er h�tte sich nat�rlich auch ein Billett kaufen k�nnen, ruiniert h�tte ihn das nicht. F�nfunddrei�ig Kopeken bis zur n�chsten Anlegestelle, der Stadt Ust-Swijashsk. Aber das h�tte ja gehei�en, sein Handwerk nicht zu achten, er war schlie�lich ein �Rasin�! �G�nse� und �Karpfen�, die konnten seinethalben Billetts l�sen.</p><p>Pfannkuchen trug seinen Spitznamen, weil er so klein und wendig war, und wenn er ging, mit trippelnden, federnden Schritten, sah es aus, als ob er rollte. Auch sein Kopf mit den kurz geschorenen Haaren war kugelrund. Nur die Ohren standen seitw�rts ab wie winzig kleine Sch�ufelchen � allerdings erstaunlich feinh�rige Sch�ufelchen.</p><p>Was das f�r welche sind, diese Rasins? Na, Leute vom Fluss halt, an sich nichts weiter Besonderes, aber ohne sie w�re der Fluss wie ein Sumpf ohne M�cken � und nicht unser Fluss. Am Ufer haben sie ja auch ein paar Meister im Ausr�umen fremder Taschen, Marder genannt, aber das sind blo� ein paar verstreute Einzelg�nger und au�erdem meistenteils Zugewanderte, weshalb man sie auch nicht sehr achtet; aber die Rasins, die achtet man, denn die hat es hier schon immer gegeben.</p><p>Woher dieses Wort kommt, dar�ber gibt es zwei verschiedene Auffassungen. Sie selber meinen � von Stenka Rasin, dem legend�ren R�uberhauptmann, der genau wie sie auf dem Fluss, der uns alle ern�hrt, die fetten �G�nse� ausnahm. Die braven Anwohner der Flussufer sagen allerdings etwas anderes, sie leiten das Wort n�mlich von �Rasieren� ab, womit gewisse Kreise bekanntlich das Entfernen fremder Wertgegenst�nde zur eigenen Verwendung bezeichnen.</p><p>Wie dem auch sei, es war jedenfalls eine gute Arbeit, Pfannkuchen liebte sein Handwerk. Man besteigt ein Boot, wenn grad keiner guckt, dr�ckt sich zwischen den Passagieren herum bis zur n�chsten Anlegestelle und steigt dann gem�tlich wieder aus. Was du erwischt hast, geh�rt dir, der Rest schippert eben weiter.</p><p>Was daran so reizvoll ist?</p><p>Nun, zun�chst mal ist so eine Spazierfahrt auf dem Fluss sehr frischluftig, das f�rdert die Gesundheit. Das zum einen. Dann wiederum trifft man die unterschiedlichsten Menschen, und manchmal kriegt man so spannende Geschichten zu h�ren, dass man dar�ber glattweg seine Arbeit vergisst. Das zum anderen. Aber was die Hauptsache ist: weit und breit kein Zuchthaus, keine Zwangsarbeit. Zwanzig Jahre arbeitete Pfannkuchen jetzt schon auf dem Fluss, aber wie so ein Gef�ngnis aussieht, davon hatte er nicht den geringsten Schimmer, und er hatte auch noch nie eins zu Gesicht bekommen. Kannst ja mal versuchen, ihn zu schnappen. Zack � fliegt die Beute ins Wasser, und keiner kann dir mehr was nachweisen, der gute alte Fluss hat alle Beweise verschluckt. Na sch�n, du wirst nat�rlich durchgewalkt, logisch, aber so dolle wird man dich auch wieder nicht durchwalken, das Publikum auf so einem Dampfschiff ist n�mlich sehr kultiviert und r�cksichtsvoll, nicht so wie in den D�rfern am Fluss: Da wohnen so ungehobelte Burschen, die k�nnen einen Dieb glatt totschlagen, aus reinem Mangel an Bildung.</p><p>Die �Rasins� bezeichnen sich selber auch als �Hechte� und die Passagiere als �G�nse� und �Karpfen�. Da gibt es �brigens so eine witzige Redensart, die alle nachplappern, ohne sie zu verstehen: Die Hechte sind im Teiche, damit die Karpfen nicht zu faul werden.</p><p>Der erste Dampfer des Fr�hlings ist f�r einen �Rasin� der h�chste Feiertag, der z�hlt mehr als jeder kirchliche. Im Winter wirst du schwer wie Blei vom Nichtstun, soll schon vorgekommen sein, dass einer verhungert ist. Da hockt man in der Bude rum, w�nscht den elenden Winter zum Kuckuck und wartet auf den Fr�hling wie der Br�utigam auf die Braut. Und sie, die lang ersehnte, ziert sich und geniert sich und will einfach nicht kommen � vor Juni f�hrt kein Dampfer. In diesem Jahr aber kam der Fr�hling wie ein junges, zartes M�dchen zu Pfannkuchen und zierte sich kein bisschen. Kam und schmiegte sich an ihn, hei� und z�rtlich � es war einfach sagenhaft, ganz unvergleichlich. Kaum zu fassen, erster April, und das Eis war schon weggetaut, die Schifffahrtssaison er�ffnet.</p><p>Der Fluss f�hrte Hochwasser, die Ufer waren kaum zu sehen, aber die �St�r� hielt mit gedrosselten Maschinen genauen Kurs in der Mitte der Fahrrinne. Der Kapit�n war wegen des Nebels sehr auf der Hut, alle zwei Minuten lie� er das Horn heiser tuten: �Uhuuuu! Oheee weg daaaa, ich kooooommeeee!�</p><p>F�r einen Kapit�n ist Nebel immer ein Verdruss, aber f�r Pfannkuchen war er der beste Kumpel. H�tte er mit sich reden lassen, die H�lfte seines Verdienstes h�tte er ihm abgetreten, gerne sogar, wenn er nur immer h�bsch dicht waberte und wallte, der Gute.</p><p>Heuer allerdings w�re es eine S�nde gewesen, sich zu beklagen, denn der Nebel rackerte sich ab, dass es eine wahre Pracht war. Und direkt �ber dem Fluss war er am dichtesten. Das Zwischendeck, wo die Kabinen sind, hatte er vollkommen eingemummt, und das Oberdeck mit den Rettungsbooten, wo die Seesack � und Beutelpassagiere an der Reling entlang hockten, packte er abwechselnd immer ein und wieder aus, ein und wieder aus. Genau wie im M�rchen: Eben waren da noch Menschen � pl�tzlich sind sie alle weg, und nur noch eine milchige Br�he ist �brig. Das Einzige, was noch aus dem Nebel rausguckte, waren die Kommandobr�cke und der schwarze Schornstein. Dem Kapit�n kam es da oben bestimmt so vor, als sei er nicht ein Kapit�n, sondern Gott Zebaoth, und er fahre nicht mit seiner �St�r� auf dem Fluss, sondern schwebe blo� so auf Wolken dahin.</p><p>Alle Boote der Flussschifffahrtsgesellschaft �Nord� hie�en �brigens nach irgendwelchen Fischen, das war so eine Schrulle des Reeders. Vom Flagschiff an, der �Hausen� mit ihren drei Decks (zehn Rubel die Kabine erster Klasse), bis zum allerletzten keuchenden Schleppkahn, der �Gr�ndling� oder �Ukelei� hie� oder so �hnlich.</p><p>Die �St�r� war nicht besonders gro�, aber sie war ein solides Dampferchen, das seinen Mann ern�hrte. Sie verkehrte zwischen Moskau und Zarizyn. Ihre Passagiere fuhren aber meistens noch viel weiter, ins Heilige Land oder gleich nach Amerika. Viele reisten zum Vorzugstarif des Pal�stinavereins. Pfannkuchen unternahm niemals Seereisen, weil es nichts einbrachte, aber er kannte sich genauestens aus.</p><p>Mit einem Billett der Schifffahrtsgesellschaft �Nord� reiste man folgenderma�en: zun�chst von Moskau auf der Oka bis Nischni Nowgorod, dann auf dem Fluss bis Zarizyn; anschlie�end mit dem Zug bis Taganrog, und von da aus wieder per Schiff, jetzt allerdings auf einem Hochseedampfer, wohin man eben wollte, je nach Bedarf. Die Reise ins Heilige Land, dritter Klasse, kostete alles in allem nur 46 Rubel 50 Kopeken. Nach Amerika war�s nat�rlich teurer.</p><p>Pfannkuchen hatte bis jetzt noch niemanden angezapft, seine H�nde steckten brav in den Hosentaschen, nur seine Augen und Ohren, die waren die ganze Zeit r�hrig � und die Beine, versteht sich. Kaum dass sich der Nebel ein wenig verdichtete, ging es wisch, wisch auf leisen Sohlen von einem zum anderen und h�bsch ausgespickt, was das so alles f�r Leute waren und ob sie auch gut auf ihre Wertsachen Acht gaben.</p><p>So macht man das n�mlich: als Erstes ganz in Ruhe alles ausbaldowern und dann, kurz bevor der Dampfer wieder anlegt, fein s�uberlich reinen Tisch machen. Aber vor allem muss man einen guten Riecher f�r die Raben haben, denn von denen treiben sich bestimmt einige hier rum, die haben ja genauso ungeduldig auf die Saison gewartet. Ziemliche Grobiane, unter uns gesagt, ganz und gar nicht nach Pfannkuchens Geschmack. Davon abgesehen haben die Raben auf dem Dampfer eigentlich gar nichts zu tun, sie sind nur an Bord, um sich ihre �G�nse� auszugucken; gerupft werden sie sp�ter an Land.</p><p>Dagegen ist ja im Prinzip auch nichts einzuwenden, das w�rde uns nicht weiter st�ren. Das Dumme ist blo�, dass die Raben nicht mit dem Messer zwischen den Z�hnen herumlaufen und man sie nicht so einfach erkennen kann. Wenn man da nicht aufpasst, kann man ganz sch�n auf die Nase fallen. Wassja Rybinski, zum Beispiel, ein durchaus erfahrener Rasin, hat mal einen Kommis um sein goldenes Chronometer erleichtert, aber dann war der Kommis gar kein Kommis, sondern einer von den Raben, von denen aus Kasan, und die haben sich dann den Rybinski geschnappt und ihm nat�rlich die Platte eingedetscht, obwohl der Wassja doch gar nichts daf�r konnte! Das ist eben so Sitte bei den Raben, sie k�nnen es partout nicht verknusen, wenn man sie anzapft, und solange die Zeche nicht bezahlt ist, brauchst du dich bei denen gar nicht mehr blicken zu lassen.</p><p>***</p><p>Den Anfang machte Pfannkuchen mit den Passagieren auf dem Oberdeck. Das waren zwar gr��tenteils arme Schlucker, aber erstens macht Kleinvieh auch Mist, und zweitens war das nun mal so seine Art � er hob sich das Beste immer bis zum Schluss auf. Beim Essen machte er es genauso. Wenn es, sagen wir mal, Buchweizengr�tze mit Grieben gab, fischte er mit dem L�ffel erst mal die Gr�tze heraus und schob die Grieben f�r sp�ter fein s�uberlich an den Rand. Gab es Kohlsuppe mit Markknochen, l�ffelte er als Erstes die Br�he, anschlie�end verputzte er den Kohl und die M�hren, dann nagte er sorgf�ltig das Fleisch vom Knochen ab, und ganz zum Schluss erst saugte er das weiche, leckere Mark heraus.</p><p>Dementsprechend wurde jetzt also das Oberdeck abgeklappert, ordentlich vom Achterdeck bis zum Vordeck und dann auf der Back. Pfannkuchen wusste besser als jeder Matrose, wie so ein Dampfer aussieht und wie alles hei�t, weil, ein Matrose, der liebt sein Schiff nicht, der will blo� immer m�glichst schnell an Land und in die n�chste Kaschemme, sich einen auf die Lampe gie�en; f�r einen Rasin aber ist alles, was zu einem Schiff geh�rt, n�tzlich und wissenswert.</p><p>Vorn am Bug sa�en, zu einem H�uflein zusammengedr�ngt, die Wallfahrer zum Grabe des Herrn, wohl anderthalb Dutzend M�nner und Weiber. Neben jedem von ihnen ragte stolz ein knorriger Kn�ttel, der Pilgerstab. Die Wallfahrer a�en Brot und Salz, sp�lten mit kochendem Wasser aus ihren Blechn�pfen nach und warfen den �brigen Reisenden herablassende Blicke zu.</p><p>Ihr braucht euch gar nicht so wichtig zu machen, dachte Pfannkuchen im Stillen. So heilig seid ihr auch wieder nicht. Es gibt n�mlich sogar Pilger, die reisen gar nicht mit dem Schiff nach Pal�stina, die marschieren auf Schusters Rappen hin, den ganzen Weg. Und wenn sie dann im Heiligen Land ankommen, kriechen sie auf den Knien weiter. Das nenne ich richtig heilig.</p><p>Trotzdem lie� er die Gotteswanderer ungeschoren und ging weiter. Was gab es da schon zu holen? Von denen hatte vielleicht jeder, wenn�s hochkam, ganze f�nf Rubelchen irgendwo am Leib versteckt. Die h�tte er ihnen nat�rlich abkn�pfen k�nnen, f�r Pfannkuchen h�chstens eine mittelschwere Finger�bung, aber er hatte ja schlie�lich ein Gewissen. Gewissen braucht der Mensch, sogar im Diebsgewerbe. Da vielleicht sogar noch mehr als in jedem anderen Beruf, sonst verroht man am Ende noch ganz und gar.</p><p>Pfannkuchen hatte sich schon seit langem seine ganz pers�nliche Moral zusammengezimmert, mit der er seinen Seelenfrieden pflegte: Wenn einer aussieht wie ein guter Mensch, oder vielleicht irgendwie ungl�cklich, dann wird er nicht gerupft, und wenn ihm die Geldb�rse ganz von selber aus der Tasche lugt und einem zuzwinkert � kommt nicht in Frage, da bin ich hart. Weil, du bist dann zwar um drei�ig Silberrubel reicher, meinetwegen auch um dreihundert, egal, aber daf�r f�hlst du dich wie der reinste Lump, und die ganze Selbstachtung ist fl�ten. Pfannkuchen hatte so manchen erlebt, der seine Seele f�r ein paar zerknitterte Rubelscheine verh�kert hatte. Sch�bige Halunken waren das, weiter nichts! Ist das etwa der Preis f�r die Menschenw�rde, dreihundert Rubel? Nein, mein Lieber, da hast du dich aber geschnitten! Mit allem Geld der Welt kann man die nicht bezahlen.</p><p>Die deutschen Kolonisten wurden gr�ndlichst beschnuppert. Die wollten sicher nach Argentinien, das war grade Mode bei den Deutschen. Da wird denen Land zugeschanzt, mehr als du brauchen kannst, und zum Kommiss m�ssen sie auch nicht. Der Deutsche ist in dieser Hinsicht genau wie der Jude, er will unserem Zaren nicht dienen.</p><p>Guck an, Deckbilletts haben sie genommen, diese Geizkn�ppe. Dabei haben sie Pinke lang, die Wei�wurstfresser, aber sie sitzen mit ihrem Hintern drauf.</p><p>Pfannkuchen hockte sich unter ein Rettungsboot und h�rte den Deutschen eine Weile zu. Aber das brachte ihn blo� in Rage. Die reden, als w�ren sie nicht ganz dicht im Oberst�bchen: Kuckmadiida.</p><p>Einer, mit knallrotem Kopf, hatte seine Pfeife zu Ende geraucht und legte sie neben sich auf die Planken. Tja, das war nat�rlich zu dreist, Pfannkuchen brachte das gute St�ck gleich mal ins Warme. So was muss man sofort erledigen, solange der Nebel da ist, wie�s sp�ter wird, wei� man nicht.</p><p>Er unterzog das Pfeifchen einer kurzen, kundigen Begutachtung (Porzellan mit kleinen Fig�rchen drauf � ganz famos!) und lie� es in seinem Beutesack verschwinden, einem leichten Leinensack an einer Kordel, den man unter der Achsel tragen konnte.</p><p>Auf geht�s, die Jagd ist er�ffnet!</p><p>Ein St�ck weiter weg sa�en die Krieger des Heiligen Geistes und lasen laut aus einem heiligen Buch. Pfannkuchen lie� sie in Frieden. Die fuhren nach Kanada, soviel er wusste. Ruhige Leute, die niemandem was B�ses taten. Sie litten f�r die Wahrheit. Graf Tolstoi, der Schriftsteller, hielt seine Hand �ber sie. Von dem hatte Pfannkuchen sogar mal ein Buch gelesen, das hie� �Wie viel Erde braucht der Mensch�. Das war ulkig gewesen, es ging darum, was die Bauerntrampel f�r T�lpel sind.</p><p>Na gut, Krieger des Heiligen Geistes, fahrt mit Gottes Segen.</p><p>Vom Vordeck bis zum Heck war alles voller Juden; aber die hielten sich nicht etwa zusammen, sondern bildeten lauter kleine Gr�ppchen. Pfannkuchen wunderte sich dar�ber gar nicht mehr, er wusste ja: Dieses Volk ist nun mal so, es liegt sich unentwegt in den Haaren.</p><p>Bei den Juden ist es wie bei unseren Leuten auch, es genie�en die das h�chste Ansehen, die nach Pal�stina fahren. Pfannkuchen blieb stehen und h�rte zu, wie ein �pal�stinensischer� Jude sich vor einem �amerikanischen� in die Brust warf. �Ohne euch zu nahe treten zu wollen�, verk�ndete er gerade, �aber unser Antrieb ist die Seele, eurer der Bauch!� Der �Amerikaner� steckte den Schlag ein, ohne zu mucken. Blo� den Kopf lie� er ein wenig h�ngen.</p><p>Pfannkuchen erleichterte den �Pal�stinenser� um einen zusammenklappbaren Meterstab, ein Schneiderma�. Nicht gerade reiche Beute, aber er konnte das Ding ja der Witwe Glascha schenken, die n�hte und w�rde sich dr�ber freuen. Dem �Amerikaner� stibitzte er die Uhr, ein ziemlich sch�biges Exemplar aus billigem Kupfer, grad mal einen Rubel wert, h�chstens anderthalb.</p><p>Er verstaute die Beute in seinem Sack und mischte sich unter die schl�fenlockigen jungen M�nner, die gerade angefangen hatten, ein Riesengeschrei zu veranstalten � manche in ihrer eigenen komischen Sprache, die meisten aber auf Russisch. Sie waren allesamt d�nn, hatten vorspringende Adams�pfel und fiepsige Stimmen.</p><p>Der Grund f�r die Aufregung war das Erscheinen eines Rabbis, eines Judenpopen. Der kam gerade vom Kabinendeck zu ihnen heraufgestiegen, und sie gleich alle auf ihn los.</p><p>Der Pope war ein ziemlich stattlicher Kerl. Er trug einen knielangen Gehrock und eine M�tze mit Pelzbesatz, dazu einen langen wei�en Rauschebart, buschige Schl�fenlocken, die aussahen wie zwei Zusatzb�rte, und dazwischen noch zwei ganz kleine puschelige B�rtchen � die Augenbrauen. Die Jungs umringten ihn und jammerten, was das Zeug hielt. Pfannkuchen lie� sich nicht lange bitten und nutzte die Gunst der Stunde. Denn f�r ihn galt noch immer: je dichter, je lichter.</p><p>�Rebbe, Sie haben doch gesagt, wir werden fahren wie Noahs Auserw�hlte auf der Arche! Aber das ist der reinste chojschech hier!�, piepste ein sommersprossiger Bengel. �Was f�r ein Gesindel! Diese Amerikaner sind schon schlimm genug, und dazu noch die Zionisten, und Gojim, die Schweinefett essen (aha, das sind die Deutschen, schloss Pfannkuchen messerscharf), und sogar � ich spucke auf sie � Gojim, die sich f�r Juden ausgeben!�</p><p>�Ja, ja, die �Findelkinder�!�, stimmten andere ein. �Sie haben sogar ihren Propheten dabei, wie man h�rt! Der, �ber den Sie diese schrecklichen Dinge erz�hlt haben!�</p><p>�Manuila?� In den Augen des Rabbis blitzte es auf. �Er ist hier? Der Satansbraten! Haltet euch von ihm fern, sage ich euch! Und von den �Findelkindern� auch!�</p><p>Einer der Appellanten beugte sich zu einem der mit wei�en Haaren zugewachsenen Ohren des Rabbi und fl�sterte etwas hinein, allerdings nicht leise genug, Pfannkuchen verstand jedes Wort.</p><p>�Und dann hei�t es noch, dass sie hier sind: die �Leibgarde Christi�.� Die Worte waren mit einem schrecklichen, zischenden Fl�stern gesprochen, und alle anderen verstummten sofort. �Sie wollen uns t�ten, Rebbe, sie lassen uns nicht lebend aus dem Land! W�ren wir doch lieber zu Hause geblieben!�</p><p>Von dieser �Leibgarde Christi� hatte Pfannkuchen in der Zeitung gelesen. Das ist ja eine altbekannte Tatsache, dass in gewissen St�dten, wo die Leute wenig zu tun und viel Missgunst im Leibe haben, man bei jeder sich bietenden Gelegenheit �ber die Juden herf�llt. Warum auch nicht, wenn es die Obrigkeit nicht verbietet? Aber au�er den gewohnten Pogromschl�gern waren in letzter Zeit gewisse �Leibgardisten� aufgetaucht, ziemlich harte Burschen, die sich geschworen hatten, es den Juden und ihren Freunden ordentlich zu geben. Abgemurkst hatten sie wohl auch schon jemanden, irgendeinen Rechtsanwalt und einen Studenten. Das mit dem Rechtsanwalt ging schon in Ordnung, das waren sowieso alles skrupellose Beutelschneider, aber was hatte der arme Student ihnen getan? So einer hatte doch schlie�lich auch Vater und Mutter, denen das wehtat.</p><p>Na sch�n, das ist Schnee von gestern. Hier auf unserem Fluss hat es, Gott sei Lob und Dank, bislang weder �Leibgardisten� noch Pogrome gegeben.</p><p>W�hrend die Juden immer noch krakeelten und krawallierten, krempelte Pfannkuchen ihnen einem nach dem anderen die Taschen um. Aber alles, was er an Beute zutage f�rderte, war ein F�nf � und ein Zwanzigkopekenst�ck.</p><p>Der j�dische Pope h�rte sich das Gezeter eine ganze Weile ruhig an, aber pl�tzlich stampfte er mit dem Fu� auf und donnerte:</p><p>�Ruhe!�</p><p>Sofort war alles mucksm�uschenstill. Der h�nenhafte Alte riss sich die Brille von der Nase und steckte sie in seine Rocktasche (wobei die Fassung verr�terisch gl�nzte � das war doch nicht etwa Gold?), dann zog er aus der anderen Tasche ein dickleibiges, in Leder gebundenes Buch hervor. Er schlug es auf und hub mit strenger Stimme an, daraus vorzutragen, zuerst in ihrer Sprache, aber danach noch mal auf Russisch, anscheinend gab es hier Juden, die ihre eigene Mundart nicht ausreichend verstanden.</p><p>�Und der Herr sprach zu Moses: �Wie lange noch soll es mit dieser b�sartigen Gemeinde dauern, dass sie wider mich murren? Das Murren der Israeliten wider mich habe ich geh�rt. Sage zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, keiner von euch, die ihr wider mich gemurrt habt, soll in das Land kommen, das ich euch als Wohnsitz versprochen habe.� Habt ihr geh�rt, wie der Herr zu Moses sprach, ihr Kleingl�ubigen?�</p><p>Wie er so dastand, mit seinem wei�en Wallebart und dem erhobenen Zeigefinger, sah er selber aus wie der Moses auf dem Bild, das Pfannkuchen einmal in der Bibel gesehen hatte.</p><p>Alle neigten ihre K�pfe � Pfannkuchen mit ihnen. Gleichzeitig aber schob sich seine Hand zwischen den beiden unmittelbar vor ihm stehenden Burschen hindurch. Mit dieser Hand hatte es eine besondere Bewandtnis; sie lie� sich n�mlich nach Belieben in jede Richtung drehen und biegen und erforderlichenfalls auch auf vollkommen menschenunm�gliche Weise verl�ngern, als h�tte sie gar keine Knochen drin. Sie war so eine Art knorpelgelagerter Greifbagger. Diese vorz�gliche Hand also war jetzt bei der Tasche des Rabbis angekommen; der kleine Finger angelte die Brille heraus, Pfannkuchen hockte sich flugs nieder und dann � r�ckw�rts im Entengang ab in den Nebel.</p><p>Anschlie�end wurde die Brille erst einmal der Bei�probe unterzogen. Donnerwetter, echtes Gold!</p><p>Hinter den gebeugten R�cken donnerte der j�dische Pope weiter:</p><p>�Ich will nicht Aron Schefarewitsch hei�en, wenn ich nicht jeden von euch davonjage, der unzufrieden und kleinm�tig ist! Seht euch doch an, ihr verschrumpelten Bandw�rmer! Was sollen die �Leibgardisten� denn mit euch anfangen? Wer soll euch �berhaupt. . .�</p><p>Was weiter kam, h�rte Pfannkuchen nicht mehJa�l er hatte es vorgezogen, sich zu entfernen.</p><p>***</p><p>Inzwischen war der Nebel zu einer richtig dicken Suppe geworden, der Rasin sah kaum mehr die Reling, an der er sich entlangschob.</p><p>U-uuuh!!!, tutete es ohrenbet�ubend �ber ihm. Aha, da war also die Br�cke.</p><p>Als der Dampfer fertig get�telt hatte, drangen merkw�rdige Worte an Pfannkuchens Ohren, ein seltsamer Singsang, der direkt aus dem Nebel vor ihm kam:</p><p><emphasis>Den Atem gab sie meinem Mund.</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>Auf ihre Fackel hauchte sie</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>und brach in dieser Wahnesstund</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>die ganze Welt in Dort und Hie.</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>Sie ging � und K�lte war seit dieser Stund.</emphasis></p><p>�H�r auf zu jaulen, Kolosseum�, sagte eine barsche, sp�ttische</p><p>Stimme. �Tu lieber was f�r deine Muskeln. Wozu habe ich dir den Rubberball gegeben?�</p><p>Ein Windhauch blies vom linken Ufer her�ber, der Nebelschleier riss j�h auf, und Pfannkuchen erblickte eine ganze Versammlung, die sich unter der Treppe, die zur Br�cke f�hrte, niedergelassen hatte: an die zwanzig junge M�nner und mitten unter ihnen zwei M�dchen.</p><p>Eine wunderliche Gesellschaft war das, so was kriegte mar nicht oft zu sehen. Viele Krausk�pfe und Brillenschlangen dabei, auch ein paar mit gro�en Nasen � dem Aussehen nach irgendwie j�disch, irgendwie aber auch wieder nicht. Auf jeder Fall eine lustige Bande, alle grinsten bis zu den Ohren. Einei war schon etwas �lter, so ein Kerl mit breiten Schultern, Matrosenbluse und gestreiftem Pulli darunter. Zwischen seiner Z�hnen klemmte eine kurze Pfeife. Ein Seemann, ganz klar das sah man ja schon an der Schifferkrause unter dem Kinn; sc was tragen nur Seeleute, damit sie sich nicht mit der Pfeifenglut den Schnurrbart verbrennen.</p><p>Noch wunderlicher waren die beiden M�del, das hei�t, eigentlich waren das keine M�del, sondern richtige Fr�uleins.</p><p>Die eine war so eine schmale, feine, mit ganz heller Haut und riesigen Augen; aber warum das dumme Ding die Haare kurz geschnitten trug wie ein Junge, das war Pfannkuchen vollkommen schleierhaft. Dabei waren die Haare einfach Extraklasse, voll und mit einem goldenen Schimmer.</p><p>Die Zweite war klein und rundlich, und angezogen war sie � zum Totlachen: auf dem Kopf eine wei�e Stoffkappe mit schmalem Rand und statt eines Rockes kurze gr�ne Hosen, sc dass man ihre ganzen Beine sah. Dazu an den F��en kurze wei�e Wickelstr�mpfe und schauderhafte Latschen mit Lederriemchen.</p><p>Pfannkuchen machte Kulleraugen. Unglaublich, man konnte wirklich alles sehen, die Kn�chel und die dicken Waden, die von der K�lte voller G�nsehaut waren.</p><p>Aber die Beine interessierten ihn nur am Rande. Viel interessanter war die Frage, was das �berhaupt f�r Leute waren und wo sie hinfuhren und warum? Und was war ein Rabberboll?</p><p>Dieses komische Wort hatte der mit dem Bart benutzt. Der andere, der das Gedicht vorgelesen hatte, lachte jetzt und fing an, mit einer Hand Knautschbewegungen zu machen. Pfannkuchen kniff die Augen zusammen: Der Bursche hatte einen komischen schwarzen Ball zwischen den Fingern, den dr�ckte und presste er wie ein Irrer. Wozu sollte das denn wieder gut sein?</p><p>�Ist dir kalt, Malke?�, sagte der mit dem Bart zu dem Pummelchen. Er hatte wohl auch ihre G�nsehaut gesehen. �Na, macht nichts, diese Reise wird dir noch mal Vorkommen wie das Paradies. Es ist k�hl, und du hast Wasser, so viel du willst. Wozu habe ich wohl in Nischni Nowgorod extra eine Versammlung angesetzt? Damit wir uns von Russland verabschieden. Schaut euch noch mal um, sag ich, atmet tief durch, bald ist es damit vorbei. Ihr wisst nicht, was wirkliche Hitze ist. Aber ich wei� es. Einmal lagen wir in Port Said, die Au�enhaut von unserem Kahn musste geflickt werden. Da habe ich mir vom K�pt�n eine Woche freigeben lassen, ich wollte mich mal ein bisschen in der W�ste umschauen.�</p><p>�Und hast du dich umgeschaut?�, fragte das zarte Fr�ulein.</p><p>�O ja, Rahel, das hab ich allerdings�, grinste der mit dem Bart. �Und obwohl ich nicht so eine feine wei�e Haut habe wie du, war mein Gesicht am Abend eine einzige Brandblase. Meine Lippen waren aufgesprungen und bluteten, meine Kehle brannte, als h�tte mir jemand eine Feile durchgezogen. Aber man darf kein Wasser trinken, man muss Salz lecken.�</p><p>�Warum denn Salz, Magellan?�, fragte einer der Jungen verwundert.</p><p>�Wenn du schwitzt, verliert der K�rper Salz, und das ist schlimmer als Wasserverlust, davon kannst du verrecken. Also: Ich schwitze, lecke Salz und reite weiter. Ich hatte mir fest vorgenommen: Du machst die zweihundert Werst bis Gaza, bleibst einen Tag dort, und dann zur�ck.� Magellan stie� einen dicken Schwall Rauch aus. �Aber ich bin nicht bis Gaza gekommen, weil ich mich verlaufen habe. Ich hatte keinen Kompass mitgenommen und mich auf die Sonne verlassen, ich elender Trottel. Am dritten Tag fing die W�ste an zu schwanken und zu schlingern wie ein Schiff auf hoher See, immer rechts, links, rechts, links. Und dann sah ich in der Ferne erst ein Birkenw�ldchen und dann einen See. Oha, dachte ich, jetzt hast du dir schon eine Fata Morgana ausgeschwitzt. Und am Abend, als die Wanderd�nen ganz lange Schatten warfen, kam pl�tzlich �ber den Kamm von so einer D�ne eine Horde Beduinen herangest�rmt. Zuerst dachte ich, das ist schon wieder eine Fata Morgana. Stellt euch vor, da kommen so dreieckige Schatten mit �berirdischer Geschwindigkeit auf mich zugerast und werden immer gr��er und gr��er. Auf ihren Kamelen, wisst ihr, im Galopp. Dabei war alles vollkommen still, nicht ein Ger�usch, nur der Sand rieselte ganz, ganz leise. Man hatte mich ja vor R�ubern gewarnt, und ich hatte auch eine Winchester dabei und einen Revolver. Aber ich Hornochse sitze wie versteinert im Sattel und gucke zu, wie der Tod auf mich zugerast kommt. Ein prachtvoller Anblick, wirklich, man kann sich gar nicht davon losrei�en. Wisst ihr, was in der W�ste am gef�hrlichsten ist? Die Hitze und die Sonne lassen den Selbsterhaltungstrieb erlahmen, das ist das Gef�hrlichste.�</p><p>Alle h�rten mit angehaltenem Atem zu. Auch Pfannkuchen fand es sehr interessant, aber schlie�lich durfte man dar�ber seine Arbeit nicht vergessen. Bei Malke � der mit dem dicken Hintern � lugte das Portemonnaie aus der Tasche ihrer ulkigen Hose heraus. Sehr verlockend. Pfannkuchen hatte es schon halb herausgezuppelt, aber dann schob er es wieder zur�ck. Das dumme Ding tat ihm Leid.</p><p>�So doch nicht! Ich hab es dir doch gezeigt!�, unterbrach Magellan gerade seine Erz�hlung. �Du musst das Handgelenk stillhalten! Mit den Fingern sollst du arbeiten, nur mit den Fingern! Gib her!�</p><p>Er nahm dem bebrillten Kolosseum den Ball weg und quetschte selber daran herum.</p><p>�Immer im Rhythmus, verstehst du, im Rhythmus! Und das mindestens tausend Mal, besser zehntausend Mal! Wie willst du denn mit solchen Spinnenfingern ein Arabervollblut am Z�gel halten? Streng dich an, tu was.�</p><p>Er warf den Ball zur�ck, aber diese Pfeife von Verseschmied lie� ihn fallen.</p><p>Der Ball traf auf den Decksplanken auf und sprang mit einem Wuppdich wieder in die H�he. Dabei machte er so ein sattes, helles Ger�usch, irgendwie �berm�tig, das gefiel Pfannkuchen sehr.</p><p>Dann kullerte und trudelte und sprang der Ball �ber die Planken, und im selben Augenblick senkte sich der Nebel wieder wie ein dichtes Laken herab und ers�ufte die ganze wackere Truppe in suppiger, wei�er Dickmilch.</p><p>�Du Schlafm�tze!�, t�nte Magellans Stimme. �Na sch�n, den holst du dir sp�ter.�</p><p>Aber Pfannkuchen hatte den Wunderball schon im Visier. Was f�r ein vergn�gliches Ding. Das konnte er vielleicht Parchomka, dem Zeitungsjungen, schenken, der Kleine sollte auch mal seinen Spa� haben.</p><p>Wenn es nur nicht �ber Bord gefluppt ist. Pfannkuchen sputete sich.</p><p>Von ferne gesehen war das bestimmt ein komischer Anblick: zwei rollende Kugeln, eine kleine und eine gro�e.</p><p>Halt, du entkommst mir nicht!</p><p>Der kleine Ball prallte gegen etwas Dunkles, blieb liegen � und wurde sofort geschnappt. Um ein Haar h�tte Pfannkuchen in seinem Jagdeifer einen Mann angerempelt, der dort auf den Decksplanken sa� (gegen den war n�mlich auch der flinke Rubberball geprallt).</p><p>�Pardon�, entschuldigte sich Pfannkuchen artig. �Der geh�rt mir.�</p><p>�Wenn er Ihnen geh�rt, dann nehmen Sie ihn�, antwortete der Sitzende sanft. Und damit wandte er sich wieder seinen Gespr�chspartnern zu (neben ihm sa�en noch zwei) und setzte die Unterhaltung fort. Pfannkuchen blieb der Mund offen stehen. Das waren ja noch ulkigere Gestalten als die von vorhin.</p><p>Zwei M�nner und ein Weib, aber alle drei gleich gekleidet: wei�e fersenlange Kittel mit einem blauen Streifen um die Mitte, nur, dass er bei dem Weibsbild aufgen�ht war, w�hrend die M�nner ihn mehr schlecht als recht mit Farbe draufgepinselt hatten.</p><p>Pfannkuchen ging ein Licht auf: Das mussten die �Findelkinder� sein, �ber die sich die Juden so aufgeregt hatten. Er hatte zwar noch nie welche gesehen, aber schon mal in der Zeitung �ber sie gelesen, �ber diese Konvertiten und ihren Propheten Manuila. In der Zeitung kann man ja �ber alles lesen, was es so in der weiten Welt gibt.</p><p>Die �Findelkinder�, das waren zwar Russen, aber sie hatten sich vom Christentum losgesagt und den j�dischen Glauben angenommen. Was sie damit anfangen wollten, mit dem j�dischen Glauben, und warum sie �Findelkinder� hie�en, das war ihm entfallen, aber er erinnerte sich noch, dass diese Abtr�nnigen in der Zeitung ordentlich ihr Fett abgekriegt hatten, und �ber diesen Manuila hatte auch nur das Schlechteste dringestanden. Der hatte n�mlich einen Haufen Menschen betrogen und vom orthodoxen Glauben abgebracht, und das mag nat�rlich niemand, ganz klar!</p><p>Pfannkuchen waren die drei auch gleich unsympathisch, und er �berlegte, was er ihnen wohl klauen k�nnte � nicht wegen der Beute, sondern damit sie mal merkten, was es hei�t, Christus zu verraten.</p><p>Er bezog ein paar Schritte weiter weg Stellung hinter einer Kiste und legte sich auf die Lauer.</p><p>Der, gegen den der Ball geprallt war, war ein �lterer Mann mit zerknittertem Gesicht. Dem Aussehen nach konnte er ein versoffener Kanzleibeamter sein. Jetzt war er aber n�chtern. Er hatte so eine butterweiche, betuliche Art zu reden.</p><p>�Wahrlich, ich sage euch: Er ist der Messias. Nicht Christus ist der wahre Messias, sondern er. B�se Menschen haben versucht, ihn zu kreuzigen, aber es ist ihnen nicht gelungen, denn Manuila ist unsterblich, Gott h�lt seine sch�tzende Hand �ber ihn. Wie ihr ja wisst, hat man ihn schon einmal get�tet, doch er ist wieder auferstanden. Aber er ist nicht in den Himmel aufgefahren, sondern unter den Menschen geblieben, denn er ist f�r ewig gekommen.�</p><p>�Ich trage Bedenken, Jehuda, was die Beschneidung angeht�, sagte ein riesiger Mann mit Bassstimme. Pfannkuchen erkannte an seinen H�nden und an den schwarzen P�nktchen in seiner Visage, dass es sich um einen Schmied handelte. �Wie weit muss man schneiden? Einen Daumen breit? Oder einen halben?�</p><p>�Das, Jesekija, kann ich dir auch nicht sagen, dar�ber bin ich selbst im Ungewissen. In Moskau wurde mir zugetragen, ein Schuhmacher habe sich eigenh�ndig mit der Schere einen zu gro�en Zipfel abgeschnitten und soll fast hopsgegangen sein. Ich, zum Beispiel, werde vorerst noch Abstand davon nehmen, denke ich. Sind wir erst mal im Gelobten Land angekommen, dann werden wir schon weitersehen. Manuila jedenfalls, sagt man, hat die Beschneidung nicht vorgeschrieben. Er hat den �Findelkindern� seinen Segen daf�r nicht erteilt, glaube ich.�</p><p>�Das stimmt nicht�, sagte der Schmied und seufzte. �Man muss beschnitten sein, Jehuda, unbedingt. Ein richtiger Jude ist immer beschnitten. Wie soll man denn sonst im Gelobten Land in die Banja gehen, da m�sste man sich ja vor allen sch�men. Man wird uns auslachen.�</p><p>�Da hast du allerdings Recht, Jesekija�, stimmte Jehuda zu. �Auch wenn es einem nicht geheuer ist, machen muss man es wohl.�</p><p>Da erhob das Weib seine Stimme. Die Stimme klang dumpf und n�selnd, was auch kein Wunder war, denn in dem Gesicht von diesem Weib war von einer Nase nicht mehr viel zu erkennen, sie war vollkommen eingedr�ckt.</p><p>�Ach du meine G�te � �nicht geheuer�. Und so was will ein Jude sein. Schade, dass ich kein Kerl bin, ich h�tte keine Angst.�</p><p>Was kann man diesen Jesusm�rdern blo� stibitzen, gr�belte Pfannkuchen. Vielleicht den Sack von dem Schmied?</p><p>Und schon schob er sich vorsichtig heran. Aber in diesem Moment trat ein weiterer Mann zu den Sitzenden. Er trug genau den gleichen Kittel wie sie, nur war der blaue Streifen nicht aufgemalt, sondern mit wei�em Zwirn angen�ht.</p><p>Dieser Mensch erschien Pfannkuchen noch widerw�rtiger als seine Genossen: Die Augen schmale Schlitze, die ganze schmierige Visage platt wie ein Brett, fettige Haare bis auf die Schultern und unter dem Kinn ein r�udiges B�rtchen. Ein typischer Schankwirt.</p><p>Die drei fuhren erschrocken in die H�he.</p><p>�Was denn, Solomoscha, hast du ihn etwa allein gelassen?�</p><p>Der Altere, der Jehuda hie�, schaute sich misstrauisch um (Pfannkuchen bemerkte er nat�rlich nicht, versteht sich) und sagte leise:</p><p>�Es war doch vereinbart, dass immer zwei beim Schatz bleiben!�</p><p>Pfannkuchen glaubte zuerst, er habe sich verh�rt. Aber der plattgesichtige Solomoscha winkte ab:</p><p>�Der l�uft schon nicht weg, der Schatz. Er schl�ft doch darauf; die Schatulle liegt unter seinem Kopfkissen, und er hat die Arme drumgelegt. Es ist so schw�l da im Zimmer.�</p><p>Damit setzte er sich hin, zog die Stiefel aus und fing an, seine Fu�lappen zu wenden.</p><p>Pfannkuchen rieb sich die Augen � war das ein Traum?</p><p>Schatz! Schatulle!</p><p>Famose Saison! Famose �St�r�!</p><p>Eure goldene Brille k�nnt ihr meinetwegen behalten, und den anderen Kram erst recht! Kinkerlitzchen! Unter dem Kopfkissen des Propheten lag eine Schatulle mit einem ganzen Schatz und wartete nur auf Pfannkuchen! Da ist er ja, der leckere Markknochen!</p><p>Also er schl�ft, euer Prophet, habt ihr gesagt?</p><p>Und husch!, war der Rasin hinter seiner Kiste verschwunden.</p><p>Trapp, trapp flog Pfannkuchen die Treppen hinunter zum Zwischendeck. Dort war nichts und niemand zu sehen, nur fahle gelbe Flecken schimmerten durch das Wei� � die Kabinenfenster.</p><p>Pfannkuchen fragte die gelben Flecken: �Na los, erz�hlt mal, in welcher von euch ist der Schatz unterwegs?�</p><p>An den Fenstern waren zwar Vorh�nge angebracht, aber sie lie�en die obere H�lfte frei. Wenn man auf einen Stuhl stieg (und St�hle gab es hier genug, wie eigens f�r Pfannkuchen bereitgestellt), konnte man �ber sie hinweg in die Kabine schauen.</p><p>Im ersten Fenster bot sich Pfannkuchen ein h�chst r�hrendes Bild: Eine Familie sa� traulich beim Tee.</p><p>Der Papascha, ein gesetzter Herr mit dichtem Rauschebart, schl�rfte seinen Tee aus einem gro�en Glas. Ihm gegen�ber, auf einem kleinen Kanapee, sa� seine Gattin und strickte. Sie wirkte ein wenig maskulin, aber ihr Gesicht unter der geh�kelten Haube war voller Milde und G�te. Zu beiden Seiten des Papas, an seine breiten Schultern geschmiegt, sa�en die Kinderchen: der Sohn, ein Gymnasiast, und die Tochter, etwa im gleichen Alter. Zwillinge waren sie jedoch nicht, denn der Junge war ganz dunkelhaarig, das M�dchen goldblond.</p><p>Das entz�ckende T�chterchen sang. Man konnte zwar durch das Fenster hindurch nichts h�ren, weil sie so leise sang, aber man sp�rte eine gewisse engelsgleiche Schwingung in der Luft. Ihr Blick war schw�rmerisch vertr�umt, ihre rosigen Lippen �ffneten sich mal weit und rund, mal schlossen sie sich zu einem allerliebsten spitzen Schn�tchen.</p><p>Pfannkuchen war vollkommen hingerissen. Was f�r ein paradiesisches Bild. Solche herzerquickenden Wesen w�rde er niemals beklauen.</p><p>Jetzt sagte der Sohn etwas zum Vater und stand auf. Er gab seinem Papachen einen Kuss � aber wie! Direkt auf den Mund, ganz z�rtlich. Dann nahm er seine Schirmm�tze und trat auf den Gang hinaus. Wahrscheinlich wollte er einen kleinen Spaziergang machen, ein wenig Luft schnappen. Papa schickte ihm noch einen Handkuss nach.</p><p>Pfannkuchen war ger�hrt. Und was f�r ein imposanter Mann! In seiner Amtsstube oder im Kontor zittern seine Untergebenen vor ihm, aber zu Hause, im Kreise seiner Lieben, da ist er der reinste Engel.</p><p>Pfannkuchen entfuhr ein schwerer Seufzer, weil doch sein Leben so einsam war. Aber wie soll denn ein Rasin auch eine Familie gr�nden?</p><p>Doch das n�chste Fenster war schon das richtige. Pfannkuchen hatte mal wieder Gl�ck. Hier brauchte er auch nicht auf einen Stuhl zu klettern, die Vorh�nge waren nicht ganz zugezogen. Pfannkuchen linste vorsichtig durch den Spalt und erblickte einen mageren, dunkelblonden, b�rtigen Mann, der auf einem Samtdiwan lag. Das ist mir ja ein sch�ner Prophet, dachte Pfannkuchen, seine Sch�fchen m�ssen an Deck sitzen, und er selber aalt sich in der ersten Klasse und l�sst sich�s gut gehen. Da liegt er und schl�ft s�� wie ein S�ugling, sogar ein wenig Speichel rinnt ihm aus dem Mund.</p><p>Und was leuchtet da so verlockend unter dem Kissen hervor? Das wird doch nicht etwa eine Lackschatulle sein?</p><p>Schlaf, mein Guter, schlaf! Nur bitte m�glichst fest!</p><p>Pfannkuchen war ganz hibbelig vor Ungeduld, doch ermahnte er sich streng, seinen Hintern still zu halten. Das war ein saftiger Brocken, den er da am Haken hatte, da hie� es: nur nichts �bereilen.</p><p>Also, wie stellte er �s am besten an? Vom Gang aus? Das T�rschloss knacken?</p><p>Nein, nachher sieht das einer. Von hier aus ist es einfacher. Der alte Kumpel Nebel steht Schmiere.</p><p>Das Fenster ist zwar zu, aber das ist nat�rlich ein Klacks. F�r solche F�lle hat jeder Rasin seine �Zwacke�, ein spezielles, �u�erst praktisches Werkzeug, mit dem man in null Komma nichts die Schrauben aus dem Rahmen raus hat. (Blo� das �lk�nnchen nicht vergessen, damit sie nicht quietschen.) Rrruck links, rrruck rechts, und das war �s schon fast. Jetzt noch mal gro�z�gig �l von der Seite in die Nuten. Und dann laaaang-sam, langsam rausziehen.</p><p>Lautlos schob sich das Fenster nach oben, so wie sich�s geh�rt.</p><p>Der Rest war einfach: Reinkriechen, auf den Zehenspitzen zum Diwan, die Schatulle unter dem Kissen hervorziehen und Stattdessen ein zusammengerolltes Handtuch drunterstecken. Dabei muss man ganz genau auf den Atem des Schl�fers Acht geben, falls er pl�tzlich aufwacht. Der Atem warnt einen immer. Und auf keinen Fall darf man dem Schl�fer ins Gesicht gucken, es gibt Leute, die merken es sofort, wenn man sie im Schlaf ansieht.</p><p>Pfannkuchen machte sich ganz schmal und wollte gerade durch das Fenster kriechen � den Kopf hatte er schon fast drinnen �, als pl�tzlich ganz dicht neben ihm irgendetwas quietschte, und dann sagte eine Frauenstimme laut und zornig:</p><p>�H�ren Sie auf damit!�</p><p>Pfannkuchen sank das Herz in die Hose: Verdammt, erwischt!</p><p>Er zog den Kopf zur�ck, drehte sich um � und seufzte erleichtert.</p><p>In der Nachbarkabine war ein Fenster ge�ffnet worden. Wahrscheinlich war es denen da drinnen zu stickig geworden.</p><p>Dieselbe Stimme setzte �rgerlich fort:</p><p>�Jawohl, schnappen Sie ruhig etwas frische Luft, Eminenz! Gott wei�, was Sie sich da wieder ausgedacht haben! Lassen Sie mir wenigstens meine S�nden!�</p><p>�Das ist meine S�nde, ganz allein meine!�, antwortete ein tiefer Bass, der ebenfalls sehr �rgerlich klang. �Ich habe es zugelassen, ich habe dir Gehorsam auferlegt, also werde ich auch daf�r einstehen! Aber nicht vor dem Petersburger Staatsanwalt, sondern vor Gott dem Herrn!�</p><p>Ei verflixt, das passt mir �berhaupt nicht. Die wecken mir noch den Propheten auf, diese Schreih�lse.</p><p>Pfannkuchen kroch zu dem ge�ffneten Fenster und linste hinein, ganz vorsichtig, nur mit einem Auge.</p><p>Zuerst sah er zwei Personen, einen grauhaarigen geistlichen W�rdentr�ger, der ein reich verziertes Kreuz auf der Brust trug, und eine Nonne. Aber dann bemerkte er noch eine dritte Person, offenbar ebenfalls ein Geistlicher, der ganz still in einer Ecke sa� und keinen Mucks von sich gab.</p><p>Was macht ihr blo� f�r ein Geschrei, ihr Gottesleute? Das geh�rt sich doch nicht f�r Christenmenschen, wo ist denn da die Demut? Ihr weckt ja alle Passagiere auf.</p><p>Als h�tte sie Pfannkuchens Flehen geh�rt, seufzte die Nonne und blickte zu Boden.</p><p>�Eminenz, ich schw�re es: Ich werde mich nie mehr in Versuchung f�hren lassen, und ich werde auch Sie nicht mehr in Versuchung f�hren. Aber bitte h�ren Sie auf, sich Vorw�rfe zu machen.�</p><p>Der Geistliche zog die Augenbrauen hoch (die eine halb ergraut, die andere noch fast schwarz) und strich der Ordensfrau mit der Hand �ber den Kopf.</p><p>�Schon gut, Pelagia, Gott ist gn�dig. Vielleicht k�nnen wir die Sache noch einmal einrenken. Und f�r unsere S�nden tun wir gemeinsam Bu�e.�</p><p>Ein eindrucksvolles Paar. Pfannkuchen hatte ihnen auch schon Spitznamen gegeben: Schwester Fuchs (wegen der roten Haarstr�hne, die da unter ihrer Haube hervorlugte) und Ataman Kudejar (dieser Pope sah f�r einen g�tigen Seelenhirten einfach viel zu kriegerisch aus), wie in dem Lied:</p><p><emphasis>Floh Kudejar die Seinen</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>und lie� das Rauben sein,</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>dient� Gott anstatt den Heiden</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>und trat ins Kloster ein.</emphasis></p><p>Zu einem anderen Zeitpunkt h�tte Pfannkuchen sicher mit gro�em Interesse geh�rt, welche Art S�nden zwischen dem Bischof und der Nonne vorgefallen waren, aber jetzt hatte er anderes im Kopf. Sie haben sich vertragen und aufgeh�rt zu schreien, ich danke Dir, Herrgott.</p><p>Er kroch wieder zum Fenster des Propheten.</p><p>Griff nach dem Fensterrahmen und zog sich daran hoch.</p><p>Er schnarcht, der Gute, so ist�s brav.</p><p>Im letzten Moment h�rte Pfannkuchen das Rascheln hinter sich, doch da war schon nichts mehr zu machen. Er wollte sich noch umdrehen, aber zu sp�t.</p><p>Irgendetwas krachte und zerbarst direkt in Pfannkuchens Kopf, und dann gab es f�r ihn keinen Fr�hlingsabend mehr und auch nicht den Nebel �ber dem Fluss � es gab gar nichts mehr.</p><p>Zwei kr�ftige H�nde packten den erschlafften K�rper an den F��en und schleiften ihn �ber das Deck zur Reling � rasch, damit es keine Blutspuren gab. Der Beutesack verfing sich an einem Tischbein � ein Ruck � die Schnur zerriss, und die Bewegung setzte sich fort.</p><p>Dann flog Pfannkuchen durch die Luft, schickte zum Abschied eine dicke Wasserfont�ne in Gottes Welt und vereinigte sich mit dem m�tterlichen Fluss.</p><p>Sie schloss den verlorenen Sohn in ihre z�rtlichen Arme, schaukelte ihn ein wenig, wiegte ihn sanft in den Schlaf und legte ihn dann ganz, ganz tief in das hinterste, dunkelste Schlafzimmer auf ein weiches Bett aus Schlamm.</p><p><strong>Hauptst�dtische Kalamit�ten</strong></p><p>�Es ist trotzdem h�chst verwunderlich, wie Konstantin Petrowitsch davon erfahren hat�, sagte Bischof Mitrofani zum wer wei� wievielten Male und warf einen zerstreuten Blick in Richtung des dumpfen L�rms, der drau�en zu h�ren war � es klang, als h�tte jemand einen Ballen Stoff oder ein St�ck Leinwand aufs Deck fallen lassen. �Aber man sagt ja: Wer hoch sitzt, sieht weit � wie wahr das doch ist.�</p><p>�Das geh�rt nun mal zu den Amtspflichten Seiner Hochw�rdigen Exzellenz�, warf Vater Serafim Usserdow von seiner Ecke aus ein.</p><p>Das Gespr�ch zwischen dem Bischof, seiner geistlichen Tochter Pelagia und dem bisch�flichen Sekret�r w�hrte jetzt schon drei Tage. Begonnen hatte es in Petersburg, nach einer unangenehmen Unterredung mit dem Oberprokuror des Heiligen Synods, Konstantin Petrowitsch Pobedin. W�hrend der ganzen Dauer der Reise � im Zug nach Moskau, im Hotel und jetzt auf dem Dampfer, der den Bischof des Gouvernements und seine Begleiter in ihre Heimatstadt Sawolshsk zur�ckbringen sollte � hatten sie �ber nichts anderes gesprochen.</p><p>Der Konflikt zwischen dem Bischof und dem Oberprokuror war schon sehr alt, aber bisher war es noch nie zu einer direkten Konfrontation gekommen. Konstantin Petrowitsch hatte Mitrofani sozusagen ins Visier genommen und ma� sich an seinem ehrw�rdigen Opponenten, dessen St�rke und �berzeugung er respektierte, da er selbst ein Mann der St�rke war und ebenfalls f�r seine �berzeugung einstand.</p><p>Jedoch war nicht zu �bersehen, dass fr�her oder sp�ter diese beiden �berzeugungen einander in die Quere geraten w�rden, da sie einfach zu verschieden waren.</p><p>Mitrofani war auf das Schlimmste gefasst gewesen, als er in die Hauptstadt vor den gestrengen Oberprokuror beordert worden war, auf jede nur denkbare Schikane, aber von der Seite, von der der Schlag dann k�m, hatte er ihn nicht erwartet.</p><p>Konstantin Petrowitsch er�ffnete das Gespr�ch auf seine �bliche Art, ganz leise, gewisserma�en wie auf Samtpf�tchen. Er sprach dem Sawolshsker ein Lob f�r sein gutes Verh�ltnis zur weltlichen Macht aus und insbesondere f�r die Tatsache, dass auch der Gouverneur den Rat des Bischofs suchte und bei ihm die Beichte ablegte. �Ein Beispiel f�r die Untrennbarkeit von Staat und Kirche, welche das einzig tragf�hige Fundament ist, auf dem das Geb�ude des gesellschaftlichen Lebens stehen kann�, hatte Pobedin gesagt und seinen Zeigefinger erhoben, um die Bedeutung seiner Worte zu unterstreichen.</p><p>Dann folgte eine milde R�ge ob der Nachgiebigkeit und mangelnden Durchsetzungskraft gegen�ber den Angeh�rigen anderer slawischer V�lker und den Andersgl�ubigen, deren es in Sawolshsk jede Menge gab: die protestantischen Siedler, die vormals verbannten polnischen Katholiken, dann Muselmanen und schlie�lich sogar Heiden.</p><p>Seine Exzellenz hatte eine ganz besondere Manier zu reden, so als l�se er einen Vortrag vom Blatt ab. Er sprach glatt und flie�end, aber irgendwie spr�de und sehr erm�dend f�r seine Zuh�rer. �In der Staatskirche sehen wir ein System vor uns, bei dem die weltliche Macht nur eine einzige Konfession als die wahre anerkennt und demzufolge auch nur diese eine Kirche sch�tzt und protegiert, was unvermeidlich eine, unter Umst�nden recht erhebliche, Schm�lerung von Ansehen, Recht und Privilegien anderer Kirchen nach sich zieht�, dozierte Konstantin Petrowitsch. �Anders jedoch verl�re der Staat seine geistliche Einheit mit dem Volk, dessen �berwiegende Mehrheit dem orthodoxen Glauben angeh�rt. Ein Staat ohne rechten Glauben ist nichts anderes als eine Utopie, ein Hirngespinst, denn der Unglaube ist eine direkte Negation des Staates. Wie denn sollen die orthodoxen Massen der staatlichen Macht Vertrauen entgegenbringen, wenn Volk und Macht unterschiedlichen Glauben haben oder wenn die Macht �berhaupt keinen Glauben besitzt?�</p><p>Mitrofani erduldete den Vortrag, solange er konnte (das hei�t, nicht sehr lange, denn Geduld geh�rte nicht zu den hervorstechenden Tugenden des Bischofs), aber schlie�lich hielt er es nicht mehr aus und fiel dem hoch gestellten Redner ins Wort: �Konstantin Petrowitsch, ich bin vollkommen davon �berzeugt, dass der orthodoxe Glaube der einzig wahre ist und der barmherzigste, den es geben kann; und diese �berzeugung gr�ndet sich keineswegs nur auf Erw�gungen der Staatsr�son, sondern sie fu�t auf einer tiefen seelischen Empfindung. Jedoch erachte ich es, wie Eurer Exzellenz aus unseren fr�heren Gespr�chen bekannt sein d�rfte, f�r �u�erst verderblich, wenn nicht gar f�r frevelhaft, Andersgl�ubige gewaltsam zu unserer Religion zu bekehren.�</p><p>Pobedin nickte � aber durchaus nicht zustimmend, sondern als habe er von dem Bischof gar nichts anderes als vorlautes Verhalten und Widerspenstigkeit erwartet.</p><p>�O ja, mir ist in der Tat bekannt, dass man in Ihrer Sawolshsker . . . Fraktion� � Pobedin verstand es, dieses unerfreuliche, mehr noch, dieses geradezu fatale Wort durch eine aufreizende Intonation noch hervorzuheben � ein erkl�rter Gegner jeglicher Gewalt ist.�</p><p>An dieser Stelle legte der Oberprokuror eine beredte Pause ein und brachte dann den vernichtenden, ohne jeden Zweifel gewissenhaft vorbereiteten Schlag an:</p><p>�Jeglicher Gewalt und � jedes Verbrechens � dieselbe aufreizende Intonation. �Gleichwohl muss ich gestehen, dass das Ma� Ihres Eifers bei der Bek�mpfung des Letzteren meine Vorstellungskraft bei weitem �berschreitet.� Pobedin wartete, bis diese befremdlichen Worte auf Mitrofanis Gesicht einen Ausdruck der Wachsamkeit erzeugt hatten, und fragte dann mit bedrohlich sanfter Stimme: �F�r wen halten Sie sich eigentlich, Eminenz? F�r so eine Art neuen Vidocq? Oder vielleicht f�r Sherlock Holmes?�</p><p>Schwester Pelagia, die bei dem Gespr�ch zugegen war, wurde an dieser Stelle merklich blasser und konnte sogar einen leisen Aufschrei nicht unterdr�cken. Jetzt verstand sie, warum der Bischof sie, eine einfache Nonne, zu dieser Audienz hatte mitbringen sollen.</p><p>Der n�chste Satz des Oberprokurors best�tigte ihre ungute Vermutung:</p><p>�Ich habe Sie nicht zuf�llig darum gebeten, sich zusammen mit der Leiterin Ihrer glorreichen Klosterschule bei mir einzufinden. Sie haben vermutlich angenommen, Schwester, es w�rde bei dieser Zusammenkunft um Bildungsfragen gehen?�</p><p>Das hatte Pelagia tats�chlich gedacht. Erst vor einem halben Jahr, nach dem Tode von Schwester Christina, hatte der Bischof ihr die Stelle der Leiterin der Sawolshsker M�dchenschule �bertragen, und innerhalb dieser kurzen Frist hatte Pelagia so viele Reformen eingef�hrt, dass sie sich bereits den Unwillen der Synodsleitung zugezogen hatte. Sie war fest entschlossen gewesen, jede ihrer Neuerungen mit ihrem Blute zu verteidigen, und hatte sich f�r diesen Fall mit einer Unzahl unwiderlegbarer Argumente versehen. Aber als die Rede auf Vidocq und irgendeinen mysteri�sen Sherlock kam (sicher auch so ein Schn�ffler wie dieser ber�hmte Franzose), geriet sie vollkommen durcheinander.</p><p>Konstantin Petrowitsch zog jetzt einen Bogen Papier aus einem Kalikoaktendeckel, lie� seinen d�rren wei�en Finger suchend �ber die Zeilen wandern und brachte ihn schlie�lich an einer bestimmten Stelle zum Halten.</p><p>�Sagen Sie, Schwester, Sie haben nicht zuf�llig schon mal von einer gewissen Polina Andrejewna Lissizyna geh�rt? Eine au�erordentlich kluge Person, wie man h�rt, und zudem ungew�hnlich mutig. Diese Dame hat gerade erst vor einem Monat der Polizei einen unsch�tzbaren Dienst bei der Aufkl�rung des grauenvollen Mordes an dem Oberpriester Nektari Satschatjewski erwiesen.�</p><p>Er hob den Kopf und heftete seine Eulenaugen auf Pelagia.</p><p>Diese stammelte err�tend:</p><p>�Das ist meine Schwester . . .�</p><p>Der Oberprokuror sch�ttelte missbilligend den Kopf:</p><p>�So, Ihre Schwester? Da habe ich aber ganz andere Informationen.�</p><p>Er wei� alles, dachte die Nonne. Welche Schande! Aber am meisten sch�mte sie sich, dass sie gelogen hatte.</p><p>�Jetzt l�gen Sie auch noch. Sie sind mir eine vorbildliche Braut Christi�, sagte Pobedin und legte damit noch den Finger in die Wunde. �Eine Detektivin im Nonnenhabit. Was soll man davon halten?�</p><p>Im Blick des m�chtigen Mannes lag allerdings weniger Zorn als Neugier. Das war immerhin eine kleine Sensation � eine Ordensschwester, die Verbrecher jagte.</p><p>Pelagia gab das Leugnen auf. Sie schlug die Augen nieder und versuchte zu erkl�ren:</p><p>�Verstehen Sie, Eure Exzellenz, wenn ich dabei Zusehen muss, wie das Verbrechen triumphiert oder man einen Unschuldigen anklagt, wie es sich in dem von Ihnen erw�hnten Falle zugetragen hat . . . Oder wenn jemand in Lebensgefahr schwebt . . .� Sie kam ins Stocken, und ihre Stimme begann zu beben. �Dann ist es mir hier, genau an dieser Stelle�, die Nonne legte ihre Hand aufs Herz, �als w�re dort eine gl�hende Kohle. Und sie gl�ht und brennt und l�sst mir keine Ruhe, bis der Wahrheit zu ihrem Recht verholfen worden ist. Ich wei�, ich sollte beten, wie es sich f�r meinen Stand geh�rt, aber ich kann es nicht. Denn Gott erwartet doch nicht von uns, dass wir unt�tig sind und nur m��ig jammern und wehklagen, sondern dass wir den Menschen beistehen � ein jeder nach seinem Verm�gen. Und ER wird erst dann in den Verlauf der irdischen Geschicke eingreifen, wenn uns Menschen im Kampf gegen das B�se die Kr�fte versagen . . .�</p><p>�So, so, es brennt, sagen Sie; genau hier?�, erkundigte sich Konstantin Petrowitsch. �Und beten k�nnen Sie nicht? Oh, oh, oh, das ist der Teufel, der in Ihnen sitzt, Schwester. Alle Symptome sprechen daf�r. Sie haben im Kloster nichts verloren.�</p><p>Pelagia lie�en diese Worte zu Eis erstarren, und Mitrofani eilte ihr hastig zu Hilfe:</p><p>�Eure Exzellenz, Sie ist unschuldig. Es geschah auf meine Anordnung hin. Sie tat es mit meinem Segen.�</p><p>Darauf hatte das Oberhaupt des Synods anscheinend nur gewartet. Das hei�t, dem �u�eren Anschein nach hatte er es ganz und gar nicht erwartet, vielmehr gab er sich aufs H�chste erstaunt. Er hob die H�nde in einer stummen Geb�rde, als wollte er sagen: Nein, das glaube ich nicht. Sie?! Sie?! Der oberste Hirte des Gouvernements?</p><p>Es hatte ihm anscheinend die Sprache verschlagen. Sein Antlitz erblasste, und seine Lider schlossen sich gramvoll. Nach einer Weile sagte er m�de:</p><p>�Gehen Sie jetzt, Eminenz. Ich werde den Herrgott bitten, mir einzugeben, was ich mit Ihnen tun soll . . .�</p><p>So also war das Gespr�ch in Petersburg verlaufen, und bisher wusste niemand, was f�r Folgen daraus erwachsen w�rden, anders gesagt, welche Eingebung der Oberprokuror bez�glich der Sawolshsker �Fraktion� vom Allerh�chsten empfangen w�rde.</p><p>�Wir sollten Konstantin Petrowitsch Gehorsam entgegenbringen�, brach Usserdow das Schweigen. �Es gereicht niemandem zur Schande, sich einem solchen Mann in Demut zu beugen . . .�</p><p>Das war gewiss richtig. Konstantin Petrowitsch war in der Tat ein ganz besonderer Mensch. Im ganzen russischen Imperium gab es f�r ihn, wie es in dem St�ck von Ostrowski hei�t, �nichts, was unm�glich w�re�. Der Beweis daf�r war den Sawolshskern gleich zu Beginn ihrer Petersburger Audienz pr�sentiert worden.</p><p>Einer der Fernsprechapparate auf dem Tisch Seiner Exzellenz, der sch�nste � aus kostbarem Mahagoni mit funkelnden H�rmuscheln � begann zu l�uten. Pobedin unterbrach sich mitten im Satz, legte den Zeigefinger der einen Hand auf die Lippen, drehte mit der anderen Hand die Kurbel und hielt den H�rer ans Ohr.</p><p>Der Sekret�r Usserdow, der mit seiner Aktentasche (welche den Jahresbericht des Eparchiats enthielt) akkurat auf der Stuhlkante hockte, erfasste als Erster, wer der Anrufer war: Er sprang auf und stand stramm.</p><p>In ganz Russland gab es nur eine Person, deretwegen Konstantin Petrowitsch sich mitten im Satz unterbrechen w�rde. Au�erdem war ja bekannt, dass es eine direkte Telefonverbindung vom Palast direkt ins Arbeitszimmer des Oberprokurors gab.</p><p>Die Stimme des gekr�nten Hauptes konnten die Besucher nat�rlich nicht h�ren, dennoch waren sie au�erordentlich beeindruckt, vor allem davon, mit welch v�terlicher Strenge Pobedin den von Gott Gesalbten herunterputzte:</p><p>�Ja, Eure Majest�t, die Fassung des Erlasses, die Sie her�bergeschickt haben, erschien mir nicht zufrieden stellend. Ich werde eine neue aufsetzen. Au�erdem ist es vollkommen ausgeschlossen, einen Staatsverbrecher zu begnadigen. Ich wei�, einige Ihrer Berater sind in ihrem Denken tats�chlich so weit entsittlicht, dass sie die Todesstrafe gleich ganz abschaffen wollen, aber ich bin Russe, und ich lebe unter Russen, ich wei�, wie das Volk f�hlt und was es erwartet. Verschlie�en Sie Ihr Herz vor den Stimmen der Schmeichler und Tr�umer.�</p><p>Man musste in diesem Augenblick Vater Usserdows Gesicht sehen: Zittern und Zagen standen darin und das Bewusstsein, am Mysterium der allerh�chsten Macht teilzuhaben.</p><p>Der Sekret�r des Bischofs war ein Mensch ohne Fehl und Tadel, in puncto Genauigkeit und Zuverl�ssigkeit sogar perfekt, aber Mitrofani wurde nicht wirklich warm mit ihm. Es war offensichtlich, dass der Bischof gerade aus diesem Grunde Vater Serafim besonders zuvorkommend behandelte, um durch Freundlichkeit die schwere S�nde der grundlosen Gereiztheit zu �berwinden. Trotzdem kam es dann und wann vor, dass er ihm gegen�ber die Beherrschung verlor, und einmal hatte er gar in einem Aufwallen von J�hzorn sein Kamilavkion nach dem armen Usserdow geworfen. Allerdings hatte er sich danach sofort entschuldigt. Dem braven Sekret�r war der Schreck in die Glieder gefahren, und es dauerte geraume Zeit, bis er endlich die vergebenden Worte �ber die Lippen brachte. �Ich verzeihe Ihnen, und Sie verzeihen mir�, hatte er gestammelt, woraufhin der Friede wiederhergestellt war. Pelagia, die einen regen Verstand besa�, hatte einmal Mitrofani gegen�ber in Anspielung auf Vater Serafim den ketzerischen Gedanken ge�u�ert, dass es auf Erden neben den lebendigen, echten Menschen auch eine Art �Wechselb�lger� gebe, die lediglich versuchten, wie Menschen zu sein. Als w�ren sie aus einer anderen Welt zu uns gekommen � oder sogar von einem anderen Planeten �, um uns auszusp�hen. Manchen dieser �Wechselb�lger� gelinge die Verstellung au�erordentlich gut, sodass man sie von wirklichen Menschen kaum unterscheiden k�nne; andere wiederum seien darin weniger geschickt, denen sehe man es sofort an. Und Vater Usserdow sei eben eines dieser unseligen Exemplare. Schaute man unter seiner Haut nach, f�nde man dort sicherlich lauter Schrauben und Zahnr�der.</p><p>Nat�rlich hatte Seine Eminenz sie wegen ihrer �Theorien� gescholten, aber im Grunde hatte er sich l�ngst daran gew�hnt, dass Pelagia immer wieder von solchen �berkandidelten Einf�llen heimgesucht wurde. Er schimpfte nur noch der Ordnung halber.</p><p>Mitrofani wusste, dass es Vater Serafims gro�er Traum war, einmal ein hohes Kirchenamt zu bekleiden. Na und? Er war klug, tugendhaft und besa� ein pr�sentables �u�eres. Haar-und Barttracht hegte und pflegte er aufs Reinlichste, salbte sie t�glich mit wohlriechenden Essenzen und polierte sich die Fingern�gel mit einer kleinen B�rste. Seine Kutte war aus feinstem Tuch, desgleichen das Untergewand.</p><p>Eigentlich gab es an alldem nichts auszusetzen, hatte doch Mitrofani selbst den Klerus zu vorz�glichster Sauberkeit aufgerufen. Trotzdem ging ihm sein Assistent auf die Nerven. Vor allem auf dieser Reise, da die himmlischen Sph�ren Blitz und Donner auf Seine Eminenz niedergehen lie�en. Er konnte einfach nicht frei und offen mit seiner geistlichen Tochter reden und aussprechen, was ihm auf dem Herzen lag, weil immer dieses sechsfl�glige Wesen dabeisa� und mit einem winzigen K�mmlein seinen Schnurrbart striegelte. Die ganze Zeit kriegte er den Mund nicht auf, und dann platzte er im unpassendsten Moment dazwischen und vermasselte das ganze Gespr�ch. So wie jetzt.</p><p>Auf Usserdows Aufruf zum Gehorsam entgegnete Pelagia hastig:</p><p>�Von mir aus, ich habe nichts dagegen. Ich lege hier und jetzt einen heiligen Eid darauf ab, dass ich niemals mehr meine Nase in irgendeine polizeiliche Untersuchung stecken werde, und wenn es um das allergeheimste Geheimnis geht. Von heute an wird mir das piepegal sein.�</p><p>Mitrofani warf einen Seitenblick auf den Sekret�r, sagte aber nichts.</p><p>�Komm, Pelagia, lass uns ein wenig auf Deck spazieren gehen, die morschen Knochen bewegen . . . Nein, nein, Serafim, du bleib hier. Mach inzwischen die Unterlagen f�r das Konsistorium fertig, wenn ich zur�ckkomme, gehe ich sie durch.�</p><p>Und mit einem Gef�hl der Erleichterung verlie�en die beiden die Kabine und lie�en Usserdow in trauter Zweisamkeit mit seiner Aktenmappe zur�ck.</p><p><strong>Von allem Getier je zwei</strong></p><p>Sie w�hlten nicht das Zwischendeck f�r ihren Spaziergang, weil es dort wegen des Nebels ohnehin nichts zu sehen gab, weder Fluss noch Himmel, ja nicht einmal das Deck selber, sondern stiegen zum Oberdeck hinauf, wo die Passagiere der billigsten Klasse in kleinen Gr�ppchen beieinander sa�en.</p><p>Mitrofani beobachtete das bunte Treiben durch den tr�ben Dunst hindurch und sagte mit gesenkter Stimme: �Von allen reinen und unreinen Tieren, von den V�geln und von allem am Boden kriechenden Getier je zwei, ein M�nnchen und ein Weibchen . . .�</p><p>Er segnete die b�uerlichen Pilger und �berlie� ihnen seine Hand. Die �brigen, die Russland f�r immer den R�cken kehrten und den Segen eines orthodoxen Seelenhirten nicht n�tig hatten, streifte er nur mit einem traurigen Blick.</p><p>Leise sagte er zu seiner Begleiterin:</p><p>�Da mag einer noch so klug sein und seiner Heimat nur das Beste w�nschen, aber wenn seine Seele verwirrt ist, richtet er den gr��ten Schaden an.�</p><p>Er nannte keinen Namen, aber es war ohnedies klar, auf wen er sich bezog � die Rede war von Konstantin Petrowitsch.</p><p>�Sieh sie dir an, die Fr�chte seines Kampfes f�r das Gute�, fuhr der Bischof mit Bitterkeit in der Stimme fort, w�hrend er an den Sektierern und Andersgl�ubigen vorbeiging. �Jeder, der anders ist als die Mehrheit, � fort mit ihm, hinaus aus dem Staatswesen. Man braucht sie nicht einmal gewaltsam zu verjagen, sie gehen ja von selbst, vertrieben von staatlicher Drangsalierung und Feindseligkeit. Das Land, redet er sich ein, w�rde dadurch in sich einig und geschlossen. Das mag ja so sein, aber es verliert auch seine Farben, es wird langweiliger und �rmer. Unser Prokuror ist fest davon �berzeugt, er allein wisse, wie Russland zu gestalten und zu retten sei. Aber so ist es heutzutage, die Propheten sind sehr in Mode, von allen Seiten kommen sie angekrochen. Manche von ihnen sind ja ganz drollig, wie zum Beispiel unser Kabinennachbar Manuila. Andere sind ernst zu nehmende Pers�nlichkeiten, wie Graf Tolstoi oder Karl Marx. Auch Konstantin Petrowitsch h�lt sich f�r einen Messias, nur eben auf regionaler Ebene, �hnlich wie zu Zeiten des Alten Testaments, als die Propheten nicht der ganzen Menschheit gesandt wurden, sondern nur einem einzigen Volk . . .�</p><p>Die freudlose Klage des Bischofs wurde durch das Erscheinen einer sehr ehrbar wirkenden Familie unterbrochen, die wie sie zum Oberdeck heraufgestiegen war, um sich dort zu ergehen: ein st�mmig gebauter Herr, eine Dame mit Strickzeug und ihre beiden halbw�chsigen Kinder � ein anmutiger Knabe und ein h�bsches blondes Fr�ulein.</p><p>Der Knabe zog die Schirmm�tze und beugte den Kopf, um den Segen des Bischofs zu erbitten.</p><p>�Wie hei�en Sie, junger Mann?�, fragte Mitrofani den liebreizenden Burschen und schlug das Kreuzzeichen �ber der ganzen Familie.</p><p>�Antinoi, Eure Eminenz.�</p><p>�So nennt man Sie zu Hause, aber auf welchen Namen sind Sie getauft?�</p><p>�Antip, Eure Eminenz.�</p><p>�Antip, das ist ein sch�ner, russischer Name�, sagte der Bischof beif�llig.</p><p>Der Junge ber�hrte sanft mit den Lippen Mitrofanis Hand, und dieser strich ihm ger�hrt �ber den Scheitel.</p><p>Dann schritt er gem�chlich weiter. Pelagia aber blieb zur�ck � wie flink doch die Mama des frommen Gymnasiasten mit den Nadeln klapperte! Die Nonne strickte selber leidenschaftlich gern und trug stets einen Beutel mit Handarbeiten um den Hals, aber wegen der Ungelehrigkeit ihrer Finger brachte sie st�ndig die Reihen durcheinander und hatte ihre liebe Not mit den Mustern.</p><p>�Wie geschickt Sie die Maschen mit den Nadeln aufnehmen, gn�dige Frau, wie machen Sie das nur! ?�, wollte sie gerade fragen, aber pl�tzlich blinzelte sie verdutzt und r�ckte ihre Brille zurecht.</p><p>Seltsame H�nde hatte die Strickk�nstlerin: breite Pranken mit borstigen Haaren auf den Fingern.</p><p>Pelagia lie� den Blick nach oben wandern, bis zu einem h�chst unfraulichen Hals mit vorspringendem Adamsapfel, der �ber dem Spitzenkragen hervorragte, und schrie vor �berraschung leise auf.</p><p>Die merkw�rdige Dame blieb stehen, fing den Blick der Nonne auf und zwinkerte ihr zu.</p><p>Die �brigen Familienmitglieder waren weitergegangen, sodass die beiden Liebhaberinnen der Strickkunst unter sich waren.</p><p>�Sind Sie ein Mann?�, fl�sterte Pelagia mit weit auf gerissenen Augen.</p><p>Die andere nickte und legte den Zeigefinger auf den Mund: pssst.</p><p>�Und die . . . die anderen?�, fragte die Nonne verwirrt und wies mit dem Kopf in Richtung des breitschultrigen Herrn und der beiden entz�ckenden Kinder.</p><p>�Meine Familie.� Die Stimme des Verkleideten klang hoch und ein wenig schrill, sie war von einer Frauenstimme kaum zu unterscheiden. �Mein Mann Lew Iwanowitsch und unsere lieben Kinder Antinoi und Salomea. Wir sind Sodomiten.� Den letzten Satz hatte er in ganz allt�glichem Ton ausgesprochen, als h�tte er gesagt �Wir sind aus Odessa� oder �Wir sind Mennoniten�.</p><p>�S-sodomiten? Das hei�t . . . das hei�t Homosexuelle?�, fragte Pelagia, und fast versagte ihr die Stimme bei dem s�ndigen Wort. �Und was ist mit dem jungen Fr�ulein? Und . . . und . . . k�nnen Sie denn Kinder haben?�</p><p>�Salomea ist kein junges Fr�ulein. Er hat fr�her in einer M�nnersauna gearbeitet, Lewuschka hat ihn dort aufgelesen. Oh, er ist so zart, so zart! Und wie er singt! Antinoi, der ist ein ausgelassener Kerl, der hat immerzu Flausen im Kopf und schl�gt auch schon mal ein wenig �ber die Str�nge, aber Salomea ist einfach ein Engel. Wir drei lieben Lew Iwanowitsch�, sagte der wunderliche Gespr�chspartner mit entr�cktem Blick. �Er ist ein richtiger Mann, nicht so wie die anderen. F�r einen richtigen Mann ist eine Frau viel zu wenig, deshalb sind f�r ihn die anderen M�nner wie Frauen.�</p><p>Pelagia gl�hte, gleicherma�en vor Scham wie vor Interesse. Sie schaute sich um, um zu sehen, wie weit Mitrofani sich schon entfernt hatte. Dass er blo� nicht erf�hre, der Arme, wen er da so z�rtlich gesegnet hatte.</p><p>Der Bischof war noch ganz in der N�he. Er war bei einer Gruppe von Juden stehen geblieben und schien aufmerksam zu lauschen, was dort geredet wurde. Gut so.</p><p>�Und sind Sie schon lange . . . Ich meine, leben Sie schon lange so?�, fragte sie dann neugierig.</p><p>�Ich selbst erst seit kurzem, seit sieben Monaten.�</p><p>�Und vorher?�</p><p>�Da habe ich gelebt wie alle. Ich war Beamter, wissen Sie, Lehrer an einem humanistischen Gymnasium, Latein und Altgriechisch; verheiratet, eine Tochter. Vierzig Jahre bin ich alt geworden und habe nicht gewusst, wer und was ich bin. Das Leben rollte und rollte an mir vorbei wie hinter einem staubigen Zugfenster � bis ich Lew Iwanowitsch begegnete. Da zersprang die Fensterscheibe in tausend St�cke. Sie k�nnen sich gar nicht vorstellen, wie gl�cklich ich bin! Mir ist, als sei ich von den Toten auferstanden!�</p><p>�Aber was ist mit Ihrer Familie? Ich meine, die andere Familie?�</p><p>Der Gymnasiallehrer seufzte.</p><p>�Was h�tte ich dagegen tun k�nnen? Es war eben Liebe, ich f�hlte mich wie neugeboren. Ich habe ihnen alles �berlassen, das ganze Geld auf der Bank, das Haus. Um meine Tochter tut es mir Leid, sie ist so gescheit. Aber es ist besser, wenn sie nicht mit so einem Vater aufw�chst. Besser, sie beh�lt mich im Ged�chtnis, so wie ich fr�her war.�</p><p>Pelagia warf einen Blick auf die Haube und das Seidenkleid der Neugeborenen und wagte nicht, dieser Feststellung zu widersprechen.</p><p>�Wohin reisen Sie jetzt?�</p><p>�Nach Sodom�, lautete die Antwort. �Ich sagte Ihnen doch: Wir sind Sodomiten.�</p><p>Pelagia verstand wieder einmal gar nichts.</p><p>�Was denn f�r ein Sodom? Sie meinen das, welches der Herrgott zerst�rt hat, zusammen mit Gomorrha?�</p><p>�Es war zerst�rt, aber es wurde wieder aufgebaut. Mister George Sirus, der amerikanische Million�r und bekannte Philanthrop, hat den Ort, an dem das biblische Sodom einst stand, ausfindig gemacht, und jetzt entsteht dort eine paradiesische Stadt f�r solche wie uns, wo man uns nicht �chtet oder verfolgt. Und ganz ohne Frauen�, f�gte er mit einem schelmischen L�cheln hinzu. �Wer als Frau geboren ist, kann ohnehin nie so eine Frau werden wie ein Mann. Obwohl, ein bisschen was gibt�s bei euch nat�rlich auch zu sehen.� Der ehemalige Humanist taxierte die Figur der Nonne. �Die Br�ste sind nicht das Problem, die kann man aus Watte machen, aber die Schultern und die H�ften . . .�</p><p>�Irodiada! Wo bleibst du denn?�, t�nte eine kr�ftige Stimme aus dem Nebel. �Die Kinder wollen zur�ck in die Kabine!�</p><p>�Ich komme, Schatz, ich komme!�, rief Irodiada erschrocken und folgte eilig dem Rufe ihres Liebsten.</p><p>Was f�r sonderbare Gesch�pfe gibt es doch auf Gottes Erde, dachte Pelagia und schloss zu Mitrofani auf.</p><p>Der Bischof war inzwischen vom passiven Zuh�ren zur aktiven Tat �bergegangen. Mit dr�uend erhobener Hand sprach er zu einem graub�rtigen Rabbiner, der von einer Schar seiner Eleven umgeben war.</p><p>Weshalb der Streit entbrannt war, konnte Pelagia nicht ersehen. Wahrscheinlich hatte der Bischof in seinem �blichen Wissensdrang angefangen, die Juden auszufragen � wohin die Reise gehe, wodurch sie veranlasst sei, ob aus Not oder aus Gr�nden des Glaubens, oder ob sie sich etwa auf der Flucht vor ungerechter Verfolgung bef�nden und so weiter und so fort, und dann war er mit seinem j�dischen Konfrater irgendwie aneinander geraten.</p><p>�. . . und deshalb n�mlich jagt man euch �berall fort, weil ihr ein �berma� an Stolz besitzt!�, polterte der Bischof.</p><p>Der Alttestamentler antwortete ihm nicht weniger donnernd:</p><p>�Ja, wir haben unseren Stolz, das ist wahr! Und der Mensch soll stolz sein, denn er ist die Krone der Sch�pfung!�</p><p>�Aber ihr seid nicht stolz, sondern hochm�tig! Ihr verachtet jeden, der nicht ist wie ihr, ihr habt Angst, euch an anderen Menschen zu beschmutzen, ihr ekelt euch vor ihnen! Ihr braucht euch gar nicht zu wundern, wenn euch niemand liebt!�</p><p>�Nicht vor den Menschen ekeln wir uns, sondern vor dem menschlichen Schmutz! Und was die Liebe betrifft, so hat K�nig David gesagt: �Mit Worten voll Hass umringen sie mich und bek�mpfen mich ohne Grund. F�r meine Liebe klagen sie mich an; ich aber bete f�r sie.��</p><p>Mitrofani, von dem Widerstand aufgestachelt, rief: �Wen liebt ihr denn, au�er euresgleichen? Sogar eure Propheten haben nur zu den Hebr�ern gesprochen, unsere Heiligen aber haben f�r das Wohl der ganzen Menschheit gelitten!�</p><p>Pelagia dachte: Schade, dass der Oberprokuror nicht h�rt, wie der Bischof sich hier gegen die Andersgl�ubigen ereifert, er h�tte bestimmt seine Freude daran gehabt.</p><p>Es war sehr interessant, diesem Disput zuzuh�ren, aber noch interessanter war es, dabei zuzusehen. Denn bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Religionen waren sich die beiden Opponenten sowohl in puncto Temperament als auch bez�glich ihrer �u�eren Erscheinung verbl�ffend �hnlich.</p><p>�Wir wenden uns nicht von der Menschheit ab!�, rief der Rabbi und sch�ttelte seinen grauen Bart. �Aber wir vergessen nicht, dass uns eine schwere B�rde auferlegt wurde � den anderen V�lkern ein Beispiel des Glaubens und der Reinheit zu sein. Und wir nehmen jeden mit offenen Armen auf, der rein sein will. Sogar Sie, wenn Sie es wollen!�</p><p>�Das ist nicht wahr!�, hielt Mitrofani triumphierend dagegen, und sein Bart begann ebenfalls zu h�pfen. �Diese verirrten L�mmer da, zum Beispiel, die man �Findelkinder� nennt� und er deutete auf drei Stromer, die in n�rrische Kittel mit blauem Besatz gekleidet einige Schritte von ihnen entfernt sa�en � �haben sich von Christus losgesagt und sind zu Ihrem Glauben �bergetreten. Und? Haben Sie sie mit offenen Armen aufgenommen, verehrter Rabbi? Nein, Sie r�mpfen die Nase!�</p><p>Der Rabbiner schnappte entr�stet nach Luft.</p><p>�Die . . . die sollen wir aufnehmen?! Dreimal pfui und noch einmal pfui auf sie und ihren falschen Propheten! Im Buch Moses steht: �Ist in einem Mann oder Weib ein Wahrsagegeist, so sollen sie des Todes sterben. Steinigen soll man sie, Blutschuld belastet sie.� O ja, ich wei� Bescheid. Sie, die christlichen Kleriker, schmieden ein Komplott gegen uns. Sie benutzen diesen Manuila, diesen Jahrmarktsnarren, um unseren Glauben l�cherlich zu machen! Das ist eure niedertr�chtige Popenart!�</p><p>Einer aus der Schar der Eleven, ein wenig �lter als die anderen, griff den Rabbi �ngstlich am Arm und fl�sterte ihm auf Jiddisch etwas zu. Pelagia verstand nur ein Wort � �Polizei�. Aber der Rebbe lie� sich nicht einsch�chtern.</p><p>�Das wei� ich selber, dass er ein Bischof ist, man sieht es ja an dem Kreuz und dem Kamilavkion. Soll er sich doch beschweren. Gehen Sie hin, und sagen Sie der Polizei, Aron Schefarewitsch hat in Ihrer Person die ganze christliche Kirche beleidigt!�</p><p>Diese Worte hatten eine �berraschende Wirkung auf den Bischof. Anstatt sich noch st�rker zu ereifern, wurde er pl�tzlich ganz still. Wahrscheinlich war ihm eingefallen, dass hinter ihm, dem Erzbischof eines Gouvernements, die ganze Macht des Staates und der herrschenden Kirche stand. Was sollte also dieser Disput?</p><p>Und au�erdem hatte er bemerkt, dass Pelagia neben ihm stand, und er sch�mte sich vor ihr.</p><p>�Sie sind zu j�hzornig, Rabbi, genau wie Ihr j�discher Gott�, sagte der Bischof nach einem kurzen Schweigen.. �Aus diesem Grund h�ren nur so wenige auf sein Wort. Unser Apostel Paulus aber hat gesagt: Jedwede Art von Bitterkeit, Grimm und Zorn sei fern von euch samt aller Bosheit.��</p><p>Und nachdem er also eine letzte Salve auf den Gegner abgegeben hatte, zog er sich w�rdevoll zur�ck; doch an seinem allzu graden R�cken und den fest im Kreuz verschr�nkten H�nden erkannte Pelagia, dass Mitrofani ernsthaft erz�rnt war � selbstverst�ndlich nicht �ber den beherzten Rabbi, selbstverst�ndlich, sondern �ber sich selbst, weil er sich auf ein sinnloses und ungeb�hrliches Wortgefecht eingelassen hatte.</p><p>Wenn Seine Eminenz sich in einer solchen Stimmung befand, hie� es, sich tunlichst von ihm fern zu halten, weshalb Schwester Pelagia, die das sehr genau wusste, jetzt nicht an die Seite ihres geistlichen Vaters eilte, sondern lieber noch einen Moment bei den aufgebrachten Juden verweilte; die Armen mussten schlie�lich beruhigt werden. �Wie hei�en Sie?�, fragte sie einen mageren Halbw�chsigen mit gebogener Nase, der dem Bischof immer noch �ngstlich hinterhersah.</p><p>Der fuhr zusammen und starrte die Nonne genauso erschrocken an wie eben den Bischof. �Schmulik�, antwortete er. �Warum wollen Sie das wissen?�</p><p>Was f�r ein blasses Kerlchen, dachte Pelagia mitf�hlend. Er sollte sich besser ern�hren und �fter mal drau�en an der frischen Luft spielen, aber Stattdessen sa� er wahrscheinlich von morgens bis abends �ber seinem Talmud . . .</p><p>�Sagen Sie Ihrem Lehrer, dass er keine Angst haben muss. Bischof Mitrofani wird sich bei niemandem beschweren.�</p><p>Schmulik zupfte an seinen Schl�fenlocken, die sich um seine Ohren kr�uselten, und sagte feierlich:</p><p>�Rabbi Schefarewitsch hat vor niemandem Angst, er ist ein gro�artiger Mensch. Der Chacham-Baschi selbst hat ihn nach Jeruschalajim gerufen, weil er mithelfen soll, die Heilige Stadt stark zu machen gegen die Wankelm�tigkeit.�</p><p>Pelagia wusste zwar nicht, wer dieser Chacham-Baschi war, aber sie nickte respektvoll.</p><p>�Um Jeruschalajim stark zu machen!� Schmulik lie� seine Augen begeistert aufblitzen. �Na? So sch�tzt man unseren Rabbi! Sein Glaube ist fest und hart wie ein Fels. Wissen Sie, wer er ist? Der neue Schammaj, das ist er!�</p><p>Von dem unvers�hnlichen Schammaj, dem ber�hmten Lehrer aus der antiken Sekte der Pharis�er, hatte die Nonne schon gelesen. Doch ein anderer Religionsgelehrter dieser Sekte entsprach mehr ihrem Sinn, n�mlich der milder gesonnene Hillel, derselbe, der auf die Frage nach dem Wesen der G�ttlichen Gesetze folgenderma�en antwortete: �Was dir selber verhasst ist, deinem N�chsten tu es nicht an � das ist die ganze Lehre, und der Rest ist Kommentar. Geh und studiere.�</p><p>Das Deck �berzog sich wieder mit zerrupfter Watte, und die traurigen Gestalten der Juden sahen auf einmal ganz verwackelt aus, sie verblassten und verschwammen zu geisterhaften Schemen.</p><p>Umso unerwarteter war der Gesang, der pl�tzlich zu ihnen her�berwehte. Die S�nger, dem Klang der Stimmen nach zu urteilen junge Leute, mussten sich irgendwo unterhalb der Br�cke befinden. Eintr�chtig und harmonisch sangen sie �Dubinuschka�.</p><p>Etwa Studenten?</p><p>Pelagia bekam Lust, ihnen zuzuh�ren. Aber w�hrend sie durch die wei�e Nebelwand darauf zuging, verebbte der Gesang schon wieder. Gerade waren sie so richtig in Fahrt gekommen und schmetterten: �Nur ein Lied hab ich nicht vergessen, das Lied der Arbeitergenossenschaft�, gleich musste das �Uu-uch� kommen � aber es kam nicht. Der Chor verhaspelte sich, der Gesang kam ins Stolpern, und die Einm�tigkeit l�ste sich in einem bunten Durcheinander auf.</p><p>Trotzdem setzte die Nonne ihren Weg fort, sie wollte herausfinden, was das wohl f�r ein fideles Jungvolk sein mochte.</p><p>Nein, das waren keine Studenten. Auf den ersten Blick h�tte man sie zwar daf�r halten k�nnen, Gesichter und Kleidung sahen durchaus danach aus, aber aus ihren Gespr�chen schloss Pelagia, dass es sich um Auswanderer ins j�dische Pal�stina handelte.</p><p>�Du t�uschst dich, Magellan!�, rief eine jugendliche Stimme. �Die arische Zivilisation strebt danach, die Welt zu versch�nern, die j�dische hingegen will sie sittlicher machen, darin besteht der wesentliche Unterschied. Beides sind wichtige Ziele, aber sie sind schwer miteinander vereinbar, und deshalb m�ssen wir unseren Staat weit weg von Europa errichten. Wir werden von ihnen die Sch�nheit lernen und sie von uns die Moral. Bei uns wird es keine Ausbeutung geben, keine Unterdr�ckung des weiblichen Geschlechts durch das m�nnliche, und die spie�ige kleinb�rgerliche Familie auch nicht mehr. Wir werden der ganzen Welt ein Beispiel geben!�</p><p>Ach, wie interessant, dachte Pelagia und blieb in diskretem Abstand stehen. Das sind bestimmt Zionisten, �ber die jetzt so viel geschrieben und geredet wird. Was f�r sympathische junge Leute, und so zart, vor allem die jungen Damen.</p><p>Den jungen Mann mit dem Schifferbart, der gerade als Magellan angesprochen worden war, konnte man allerdings schwerlich zart nennen. Er war auch �lter als die anderen, wohl um die f�nfundzwanzig Jahre. In seinen ruhigen blauen Augen, die den Sprecher jetzt anblickten, lag ein nachsichtiges L�cheln.</p><p>�Die Hauptsache ist, dass wir in Pal�stina nicht verhungern, herumlamentieren oder anfangen, uns gegenseitig die Sch�del einzuschlagen�, sagte er gelassen. ��ber ethische Ideale k�nnen wir sp�ter nachdenken.�</p><p>Pelagia beugte sich zu einem netten M�dchen in kurzen Kinderhosen (die wohl auf britische Art �Shorts� genannt wurden) und fragte fl�sternd:</p><p>�Sie geh�ren zu einer Kommune, stimmt�s?�</p><p>Das M�dchen hob ihr rundes Gesicht und l�chelte:</p><p>�Oh, eine Nonne! Ja, wir sind Mitglieder der Kommune �Megiddo Chadasch�.�</p><p>�Und was bedeutet das?�, fragte die Nonne neugierig und ging in die Hocke.</p><p>��Das Neue Megiddo�. �Megiddo� hei�t auf Althebr�isch �Stadt des Gl�cks�. Diese Stadt hat es wirklich gegeben, in der Jesreelebene. Sie wurde aber zerst�rt, entweder von den Assyrern oder von den �gyptern, das wei� ich nicht mehr. Und wir bauen sie jetzt wieder auf, das Land haben wir schon von den Arabern gekauft.�</p><p>�Und das ist Ihr Anf�hrer?�, fragte Pelagia und deutete auf den B�rtigen.</p><p>�Wer, Magellan? Nein, wir haben keinen Anf�hrer, wir sind alle gleich. Er wei� einfach sehr viel, er war schon in Pal�stina und ist um die ganze Welt gesegelt � deshalb nennt man ihn auch Magellan. Er ist ein toller Kerl!� In der Stimme der jungen Dame mit den blo�en Beinen klang aufrichtige Bewunderung. �Mit ihm braucht man vor nichts Angst zu haben! Einmal, in Poltawa, da wollte ihn die �Leibgarde Christi� umbringen, weil er dort eine j�dische B�rgerwehr organisiert hatte. Aber er hat sich freigeschossen! Und jetzt sucht ihn die Polizei! Oj!� Das Fr�ulein merkte pl�tzlich, dass es sich verplappert hatte, und hielt sich erschrocken den Mund zu, aber Pelagia tat, als h�tte sie die Bemerkung �ber die Polizei gar nicht geh�rt oder nicht verstanden; Nonnen sind ja sowieso ein bisschen einf�ltig und nicht ganz von dieser Welt.</p><p>Das M�dchen hatte sich auch gleich wieder beruhigt und zwitscherte weiter, als sei nichts gewesen.</p><p>�Die Idee mit der Stadt des Gl�cks stammt von Magellan, Er hat uns auch alle zusammengebracht, und Geld hat er aufgetrieben, dreizehntausend, stellen Sie sich das mal vor! Das hat er schon nach Jaffa �berwiesen, auf die Bank, und nur ein wenig f�r die Reise behalten � acht Kopeken pro Kopf und Tag.�</p><p>�Acht Kopeken? Das ist aber sehr wenig.�</p><p>�Ja, schon, aber Kolosseum� � das M�dchen deutete auf einen unvorstellbar mageren und krummr�ckigen jungen Mann � �hat ausgerechnet, dass das genau der Betrag ist, den ein Ackerbauer zur Zeit K�nig Salomons zum Leben hatte; nat�rlich in heutiges Geld umgerechnet. Kolosseum ist n�mlich Student an der historischen Fakult�t. Also m�ssen auch wir damit auskommen, weil wir ja jetzt auch Ackerbauern sind. Au�erdem brauchen wir doch das Geld in Pal�stina, wir m�ssen Vieh kaufen und S�mpfe trockenlegen und H�user bauen.�</p><p>Pelagia betrachtete den schm�chtigen Kolosseum. Wie sollte so ein H�nfling denn die Hacke schwingen oder den Pflug f�hren?</p><p>�Und warum hei�t er Kolosseum? Besonders gro� ist er ja nicht gerade.�</p><p>�Eigentlich hei�t er Fira Gluskin. Magellan hat ihn Kolosseum getauft, weil man doch immer sagt: �die Ruinen des Kolosseums�, �die Ruinen des Kolosseums�. Und Fira ist wirklich kein Mensch, sondern eine wandelnde Ruine, er hat alle Krankheiten der Welt: R�ckgratverkr�mmung, Plattf��e, Stirnh�hlenentz�ndung. Trotzdem f�hrt er mit.�</p><p>Der Gegenstand ihrer Er�rterung sp�rte den mitleidigen Blick der Nonne und rief fr�hlich her�ber:</p><p>�He, Schwester, fahren Sie mit uns nach Pal�stina!�</p><p>�Ich bin aber doch gar keine J�din�, stotterte Pelagia verlegen, als sie sah, dass die ganze Gesellschaft zu ihr herschaute. �Und ich werde wohl kaum jemals eine werden.�</p><p>�Das brauchen Sie auch gar nicht�, lachte einer der Kommunarden. �Es gibt sowieso schon genug Pseudojuden. Da brauchen Sie sich nur die da angucken!�</p><p>Alle wandten sich um und fielen in sein Gel�chter ein. In einiger Entfernung vollf�hrten die drei �Findelkinder�, die H�upter mit Gebetsschals bedeckt, bodentiefe Verbeugungen. Ihre Stirnen klatschten mit inbr�nstigen, kr�ftigen Schl�gen auf das Deck.</p><p>�Da gibt es nichts zu lachen, ihr Dummk�pfe�, knurrte Magellan. �Das riecht doch auf hundert Klafter nach Geheimpolizei. Dieser Manuila bezieht seinen Sold in der Garochowaja, daf�r habe ich eine Nase. Man sollte ihn an den F��en packen und dann mit dem Sch�del immer auf den Poller, diesen Haderlumpen . . .�</p><p>Die Zionisten verstummten. Pelagia taten die �Findelkinder� Leid, niemand mochte sie, die Armen, alle hackten auf ihnen herum. Das waren keine �Findelkinder�, sondern Waisenkinder. Apropos, woher hatten sie eigentlich diesen merkw�rdigen Namen?</p><p>Sie wollte schon hingehen und sie fragen, aber dann besann sie sich und sah davon ab � die Leute waren schlie�lich beim Gebet. Au�erdem tr�delte sie schon viel zu lange herum, Seine Eminenz w�rde bestimmt �rgerlich sein. Sie sollte sich wenigstens kurz bei ihm sehen lassen und ihm einen guten Abend w�nschen, dann konnte sie sich in ihre Kabine in der zweiten Klasse zur�ckziehen und vielleicht ein Buch lesen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Morgen w�rden sie schon zu Hause sein.</p><p>Sie stieg die Treppe hinunter zum Kabinendeck.</p><p><strong>Glasauge</strong></p><p>�ber dem Nebel, der den Fluss und die �berschwemmten Ufer verh�llte, loderte jetzt wahrscheinlich schon das Abendrot. Zumindest hatte der Dunst vor ihnen eine rosa F�rbung. Von diesem magischen Schimmer angezogen, begab sich Pelagia zum Bug des Dampfers. Vielleicht riss ja der Wind eine Bresche in den nervt�tenden Schleier, und man konnte wenigstens f�r einen Augenblick den Abendhimmel genie�en.</p><p>Am Bug ging tats�chlich ein leichter Wind, aber er war nicht stark genug, um dem Sonnenuntergang einen Durchschlupf zu verschaffen. Pelagia wollte gerade wieder umdrehen, als sie pl�tzlich merkte, dass sie nicht allein war.</p><p>Wenige Schritte vor ihr sa� ein Mann in einem Korbstuhl. Er hatte seine langen Beine, die in hohen Stiefeln steckten, auf die Reling gelegt. Sie sah einen geraden R�cken, breite Schultern und eine Schirmm�tze mit ausgebeultem Deckel. Der Mann zog an einer Papirossa und stie� eine Rauchwolke aus, die sich augenblicklich im Nebel aufl�ste.</p><p>Pl�tzlich drehte er sich um � abrupt, mit katzenhafter Schnelligkeit. Vielleicht hatte er ihren Atem oder das Rascheln ihrer Kutte geh�rt.</p><p>Ein schmales, dreieckiges Gesicht mit seitw�rts abstehendem, spitz gezwirbeltem Schnurrbart schaute Pelagia an. Irgendetwas im Blick des Unbekannten kam der Nonne seltsam vor: als sehe der Mann sie an, aber irgendwie auch nicht. Verlegen, weil sie die Einsamkeit des Rauchers gest�rt hatte, murmelte sie:</p><p>�Verzeihen Sie bitte . . .�</p><p>Dazu machte sie eine linkische Verbeugung, die nat�rlich vollkommen �berfl�ssig war, umso mehr, da es der Schnurrb�rtige nicht f�r n�tig hielt, ihre H�flichkeitsgeste zu erwidern.</p><p>Im Gegenteil � ehe sie sich versah, spielte er ihr einen h�sslichen Streich: Er fletschte die Z�hne zu einem breiten Grinsen, f�hrte eine Hand zum Auge und � o Schreck � nahm den linken Augapfel heraus!</p><p>Pelagia sah die gl�nzende Kugel mit der kreisrunden Regenbogenhaut und dem schwarzen Punkt der Pupille auf der Handfl�che liegen und wich mit einem erschrockenen Aufschrei zur�ck. Dann erst begriff sie, dass es sich um ein Glasauge handelte.</p><p>Der Schelm, mit dem Effekt zufrieden, lachte kalt. Dann sagte er mit einer h�hnischen, knarrenden Stimme:</p><p>�Was f�r eine schnuckelige Mieze, und noch dazu eine Nonne. Es ist eine S�nde, sich �ber einen elenden Kr�ppel zu mokieren, Schwesterchen.�</p><p>Was f�r ein unangenehmer Mensch, dachte Pelagia, drehte sich um und trat eilends den R�ckzug an. Wenn er nicht wollte, dass jemand sein Alleinsein st�rte, konnte er einem das auch auf angenehmere Weise zu verstehen geben.</p><p>W�hrend sie das Oberdeck entlangging, focht sie einen inneren Kampf mit dem kleinen Teufel des Gekr�nktseins aus. Sie �berwand den Geh�rnten rasch und m�helos � das hatte sie w�hrend der Jahre im Kloster gelernt.</p><p>Jetzt sah sie vor sich, etwa dort, wo sich Mitrofanis Kabine befinden musste, etwas Wei�es, Undeutliches, Schwankendes.</p><p>Als sie n�her herankam, erkannte sie, dass es Vorh�nge waren, die sich im Wind bewegten; allerdings nicht die der bisch�flichen Kabine, sondern die der neben ihr gelegenen, in welcher der ber�chtigte Prophet untergebracht war. Er hatte wohl das Fenster ge�ffnet und es dann vergessen. Vielleicht war er ausgegangen oder eingeschlafen.</p><p>Sie h�tte schrecklich gern wenigstens einen klitzekleinen Blick in das Domizil des Scharlatans geworfen. Vielleicht k�nnte sie ja, im Vorbeigehen, ein ganz, ganz bisschen hineinschielen? Das konnte doch nicht so schlimm sein.</p><p>Sicherheitshalber sah sie sich um und �berzeugte sich davon, dass keine Menschenseele in ihrer N�he war, dann verlangsamte sie den Schritt, damit sie Zeit hatte, etwas ausgiebiger hineinzusp�hen.</p><p>Bei Manuila brannte Licht � sehr praktisch.</p><p>Pelagia erreichte gemessenen Schrittes das Fenster, lie� die Pupillen in die rechten Augenwinkel wandern � und w�re um ein Haar �ber ihre eigenen F��e gestolpert.</p><p>Der Prophet war zu Hause und schien zu schlafen, aber nicht etwa wie ein normaler Mensch auf dem Sofa, sondern auf dem Fu�boden, die Arme ausgebreitet wie ein Gekreuzigter. War das vielleicht so �blich bei denen, bei diesen �Findelkindern� ? Oder handelte es sich um irgendein seltsames Gel�bde?</p><p>Die Nonne trat noch ein kleines Schrittchen n�her ans Fenster und stellte sich auf die Zehenspitzen.</p><p>Das war ja sonderbar � auf dem Gesicht des Schlafenden, genau in den beiden Vertiefungen der Augen, lagen zwei gl�nzende wei�e Eier. Pelagia schob den B�gel ihrer Brille h�her auf die Nase und kniff die Augen zusammen, um diese Merkw�rdigkeit besser betrachten zu k�nnen.</p><p>Gleich darauf hatten sich ihre Augen an das tr�be Licht der Kabinenbeleuchtung gew�hnt, und jetzt sah sie ganz deutlich: Das waren gar keine Eier, das war etwas so Furchtbares, so Entsetzliches, dass Pelagias Mund sich ganz von selbst �ffnete � mit der Absicht, den kurzen, einer Nonne w�rdigen Ausruf �O Gott!� hervorzusto�en, aber Stattdessen entfuhr ihm das besch�mendste, allerbanalste Kreischen.</p><empty-line/></section><section><title><p><strong>II</strong></p><p><strong>Wir l�sen R�tsel</strong></p></title><p><strong>Wie man eine Leiche richtig fotografiert</strong></p><p>�Die rechte Hand in Gro�aufnahme�, befahl Untersuchungsf�hrer Dolinin dem Polizeifotografen und winkte gleichzeitig Pelagia mit dem Zeigefinger zu sich heran. �Sehen Sie sich das an, Schwester, das sind die Propheten von heute. Seine Seele schwebt schon im �ther, aber er greift immer noch nach dem Geld.�</p><p>Pelagia trat n�her heran und bekreuzigte sich.</p><p>Der Anblick von Manuilas Leiche war unbeschreiblich absto�end. Jemand hatte dem M�chtegern-Propheten den Hinterkopf mit einem so gewaltigen Schlage zerschmettert, dass ihm die Aug�pfel aus den H�hlen gesprungen waren. Diese hatte die Nonne im Halbdunkel f�r Wachteleier gehalten.</p><p>�berall auf dem Kissen und sogar auf dem Teppich lagen Knochensplitter und Hirnpartikel. F�r Pelagia war der Anblick der Leiche �berdies sehr unangenehm, weil das Nachthemd des Toten hochgerutscht war und seinen blassen, behaarten Bauch und die Scham entbl��t hatte, welche die Ordensschwester angestrengt mit ihrem Blick zu meiden suchte. In Manuilas verkrampfter Faust steckte ein abgerissenes St�ck eines Hundertrubelscheins.</p><p>Ein greller Magnesiumblitz flammte auf. Aber der Untersuchungsf�hrer war nicht zufrieden.</p><p>�Nein, nein, mein Guter, man muss von beiden Seiten des Apparates blitzen, sonst gibt es Schatten, und au�erdem muss man das Magnesium in Streifen auslegen, nicht in H�ufchen, dann brennt es l�nger. Ein Stativ f�r die Aufnahmen von oben haben Sie nat�rlich nicht dabei, stimmt�s? Oh, diese Provinzschlafm�tzen, meine G�te . . .�</p><p>Der Gerichtsmediziner hielt unterdessen den Kopf der Leiche an den Haaren und drehte ihn zur Seite.</p><p>�Was f�r ein Schlag!� Er bohrte mit dem Finger vorsichtig in einem Loch, das etwa die Gr��e eines Silberrubels hatte. �Er muss mit einer unglaublichen Kraft und Wucht ausgef�hrt worden sein! Wie von einem Schrapnell. Der Schlag ist fast bis zum dritten Gehirnventrikel vorgedrungen, die Form der Wunde ist exakt oval, die R�nder glatt. So eine Schlagverletzung habe ich noch nie gesehen, nicht einmal in einem Lehrbuch.�</p><p>�Jawohl, sehr ungew�hnlich�, stimmte Dolinin zu und beugte sich zu der Leiche hinunter. �K�nnte es vielleicht ein Hammer gewesen sein? Jedenfalls eine satanische Kraft. Um die Aug�pfel aus den H�hlen zu treiben, ich kann Ihnen sagen . . .�</p><p>In der Kabine roch es nach trocknendem Blut, Pelagia wurde ganz flau. Das Schlimmste war, dass der �ble Geruch sich mit dem Duft des Eau de Cologne vermischte, das der Kapit�n der �St�r� verstr�mte. Dieser war gem�� der Dienstvorschrift bei der Untersuchung zugegen, hielt sich jedoch diskret abseits und vermied es, den Spezialisten vor den F��en herumzulaufen.</p><p>Die Schwester schloss die Augen und k�mpfte gegen die �belkeit an. Nichts auf der Welt ist so furchtbar und bedr�ckend anzusehen wie das entweihte, aller W�rde entbehrende Mysterium des Todes. Und dazu noch diese besudelte Banknote . . .</p><p>�An seinem Zeugungsorgan gibt es Spuren einer erst vor kurzem vorgenommenen Beschneidung�, berichtete der Doktor. �Die Narbe ist noch tiefrot, h�chstens sieben oder acht Monate alt, w�rde ich sagen.�</p><p>Pelagia wartete, bis Arzt und Fotograf ihre Arbeit beendet hatten und sich von der Leiche zur�ckzogen, dann bat sie den Untersuchungsf�hrer um die Erlaubnis, ein Gebet zu sprechen. Sie kniete nieder und bedeckte als Erstes die Bl��e des Toten. Dann zog sie das weltliche St�ckchen Papier aus seiner leblosen Hand. Sie hatte erwartet, dass die steif gewordenen Finger sich weigern w�rden, ihr Eigentum freizugeben, aber der Fetzen lie� sich erstaunlich leicht herausziehen.</p><p>Pelagia �bergab das Beweisst�ck dem Untersuchungsf�hrer und sagte:</p><p>�Seltsam. Hat er etwa so geschlafen, mit dem Geld in der Hand? Oder hat er versucht, es dem Verbrecher zu entrei�en, als dieser ihm schon den Kopf eingeschlagen hatte?�</p><p>Dolinin schwieg einen Augenblick und schaute die bebrillte Ordensschwester interessiert an. Dann brummte er und rieb sich die Nasenwurzel kurz �ber dem B�gel seines Kneifers.</p><p>�In der Tat. Sie haben eine gute Beobachtungsgabe, merci vielmals f�r den Hinweis. Nach Aussage der Begleiter Manuilas befand sich das Geld � oder, wie sie sich ausdr�ckten, der �Schatz� � in einer Schatulle unter seinem Kopfkissen . . . Die Schatulle ist nat�rlich verschwunden. Hm . . . Den Sch�del bis zum dritten Gehirnventrikel eingeschlagen und dann den M�rder noch am Kragen packen � das w�re allerdings eine reife Leistung. Verzeichnen wir es vorl�ufig unter der Rubrik �ungel�ste R�tsel��</p><p>Und tats�chlich schrieb er etwas in ein Lederb�chlein. Pelagia gefiel das: Der Mann zog keine �bereilten Schl�sse.</p><p>Dolinin gefiel ihr �berhaupt sehr gut, weil er seine Arbeit gr�ndlich und mit Verstand erledigte � man sah sofort, dass er ein Mann war, der das Handwerk eines Detektivs verstand und liebte.</p><p>Mit seinem Untersuchungsf�hrer hatte der Prophet Manuila also, sozusagen, Gl�ck gehabt.</p><p><strong>Das Werk lobt den Meister</strong></p><p>Dabei hatte es zuerst noch ganz anders ausgesehen.</p><p>Auf die Schreie der Nonne hin kamen die Leute zum Kabinenfenster gelaufen und veranstalteten ein furchtbares Spektakel. Den gr��ten Radau machten freilich die �Findelkinder�. Als sie erfuhren, dass ihr Prophet ermordet worden war, erhob sich ein Jammern und Wehklagen:</p><p>�Mama! Was f�r ein Ungl�ck! Ochunwej! Hilfe! Elohim!� Am h�ufigsten aber fiel das Wort �Der Schatz! Der Schatz! Der Schatz!�</p><p>Dann erschien der Kapit�n auf der Bildfl�che, aber anstatt f�r Ordnung zu sorgen, machte er das Tohuwabohu erst vollkommen � sei es, weil er vor Schreck ganz aus dem H�uschen war oder infolge eines gewissen Mangels an N�chternheit.</p><p>Jedenfalls verwandelte sich der Schiffsf�hrer in einen Blitze schleudernden Zeus. Er postierte zwei Matrosen, mit Feuerl�schutensilien bewaffnet, als Wache vor der ungl�ckseligen Kabine, befahl den Passagieren der ersten und zweiten Klasse, in ihren Unterk�nften zu bleiben, sich mucksm�uschenstill zu verhalten und ja nicht die Nase aus der T�r herauszustrecken, scheuchte die Mannschaft vollz�hlig auf dem Achterdeck zusammen und stellte sie unter die Bewachung zweier ru�verschmierter Heizer mit gro�en Schaufeln in den H�nden. Er selbst warf sich in seine wei�e Paradeuniformjacke, schnallte sich einen riesigen Revolver um die H�fte und goss sich zwecks Vertilgung des Weindunstes eine ganze Flasche Eau de Cologne �ber den Leib.</p><p>Die Anlegestelle Ust-Swijashsk passierten sie vollkommen fahrplanwidrig ohne Halt und gingen erst auf H�he der Kreisstadt, in geh�riger Entfernung von der Anlegestelle, vor Anker. Dort wurde der erste Gehilfe des Kapit�ns zu den Beh�rden abkommandiert � per Ruderboot.</p><p>Eine Stunde sp�ter sahen die Passagiere der Kabinen, die an der Steuerbordseite gelegen waren, wie sich durch den Abendnebel, der sich �ber dem Wasser ballte, ein voll besetztes Ruderboot n�herte. Die Insassen waren zum gr��ten Teil Uniformierte, es befanden sich aber auch mehrere Zivilisten darunter.</p><p>Zur Durchf�hrung der Ermittlung kam nicht etwa irgend so ein x-beliebiger Reviervorsteher, von wegen! Nicht einmal ein Kommiss�r! Das hei�t, selbstverst�ndlich war auch ein Kommiss�r dabei, und alle m�glichen anderen Dienstgrade einschlie�lich des Chefs der Kreispolizei, aber die waren nur Nebenfiguren, die Hauptperson war ein hagerer Herr in Zivil. Seine klugen, wachsamen Augen funkelten kalt hinter einem Kneifer, und immer wieder strich er sich mit einer schlanken Hand �ber seinen Spitzbart. Auf dem Revers seines Gehrocks gl�nzte das Abzeichen einer Universit�t.</p><p>Wie sich herausstellte, war dieser Zivilist ein richtig gro�es Tier, ein Angeh�riger des Innenministeriums. Seine Name war Sergej Sergejewitsch Dolinin. Wie sp�ter von den ortsans�ssigen Polizeibeamten zu erfahren war, unternahm Seine Exzellenz gerade eine wichtige Inspektionsreise durch das Gouvernement Kasan. Als er von dem Mord Kenntnis erhielt, der sich auf dem Dampfer der Schifffahrtsgesellschaft �Nord� ereignet hatte, w�nschte er augenblicklich, die Leitung der Ermittlungen pers�nlich in die Hand zu nehmen.</p><p>Im Gespr�ch mit Seiner Eminenz Mitrofani (den er unverz�glich aufsuchte, als er den Namen dieses hohen W�rdentr�gers auf der Passagierliste fand) erkl�rte Sergej Sergejewitsch seinen Eifer mit der besonderen Bedeutung der Person des Ermordeten:</p><p>�Dieser Herr Manuila war eine h�chst skandal�se Erscheinung. Ich wage zu behaupten, Eminenz, dass dieser Vorfall ganz Russland in Aufruhr bringen wird. Das hei�t, sofern . . .� Dolinin unterbrach sich, offenbar wollte er seinen Gedanken f�r sich behalten � was dieses �sofern� bedeuten sollte, blieb unausgesprochen.</p><p>Pelagia, die bei diesem Gespr�ch zugegen war, glaubte, bei der Bemerkung �ber den �gesamtrussischen Aufruhr� in den grauen Augen des Untersuchungsf�hrers ein kurzes Aufblitzen bemerkt zu haben. Nun ja, Ehrgeiz ist f�r einen Staatsdiener eine verzeihliche S�nde, das hei�t vielleicht sogar �berhaupt keine S�nde, insofern sie ja dem Flei�e f�rderlich ist.</p><p>Folglich war anzunehmen, dass der Besuch Sergej Sergejewitschs bei Bischof Mitrofani durchaus nicht aus H�flichkeit erfolgte, sondern einen ganz anderen, n�mlich rein pragmatischen Grund hatte. Wie dem auch sei, kaum hatte man den Austausch der obligaten H�flichkeitsfloskeln beendet, da wandte sich Dolinin an Pelagia und fragte in sachlichem Ton: �Sie sind sicher die Nonne, die die Leiche gefunden hat? Ganz vortrefflich. Mit Erlaubnis Seiner Eminenz� � eine knappe Verbeugung in Richtung Mitrofani � �muss ich Sie leider bitten, Schwester, mich zum Ort des Vergehens zu begleiten.�</p><p>Und so kam es also, dass Pelagia sich jetzt hier in dieser abscheulichen Kabine befand, in der es penetrant nach Blut und blumigem Eau de Cologne roch.</p><p>W�re da nicht dieser Geruch gewesen und nicht die Gegenwart des entstellten K�rpers, es w�re ihr ein reines Vergn�gen gewesen, Sergej Sergejewitsch bei seiner gedeihlichen, �u�erst professionellen Arbeit zuzuschauen.</p><p>Er begann damit, dass er mit raschen Strichen den Grundriss der Kabine in seinem Notizbuch festhielt, w�hrend er gleichzeitig der Schwester ohne Unterlass Fragen stellte:</p><p>�War die Ecke des Teppichs umgeschlagen? Sind Sie sicher? Wie weit war das Fenster ge�ffnet? Sicher? Die Tagesdecke lag auf dem Fu�boden?�</p><p>Die Bestimmtheit, mit der ihre Antworten kamen, stellte den Untersuchungsf�hrer sehr zufrieden. Er sprach ihr sogar ein Lob aus:</p><p>�Eine Zeugin wie Sie findet man selten. Sie haben ein ausgezeichnetes visuelles Ged�chtnis.�</p><p>Pelagia sah sich die Zeichnung des Untersuchungsf�hrers an, die recht ungew�hnlich aussah, und fragte jetzt ihrerseits:</p><p>�Was ist das?�</p><p>�Das nennt man �Kroki��, antwortete Dolinin, dessen Bleistift immer noch flink �ber das Papier huschte. �Das ist eine Skizze des Tatortes. Hier ist der Ma�stab in Metern. Die Buchstaben geben die Himmelsrichtungen an, das ist unbedingt erforderlich. Da wir uns hier auf einem Schiff befinden, tritt an die Stelle des Nordens der Bug (�B�), und statt Osten setzen wir Steuerbord (�S�).�</p><p>�Wissen Sie�, sagte da Pelagia, �der Stuhl stand anders. Als ich in die Kabine hineinschaute, war er da dr�ben.� Sie zeigte Dolinin, wie der Stuhl gestanden hatte. �Und die Papiere auf dem Tisch lagen in einem ordentlichen Sto�, aber jetzt sind sie ganz durcheinander.�</p><p>Sergej Sergejewitschs Kopf ging ein paar Mal hin und her, dann wies er mit dem Zeigefinger auf den Kapit�n:</p><p>�Haben Sie hier eigenm�chtig irgendwas ver�ndert, Verehrtester?�</p><p>Der schluckte und hob schuldbewusst die H�nde.</p><p>Der Untersuchungsf�hrer sah die auf dem Tisch verstreuten Bl�tter durch und nahm dann eines davon in die Hand; es war ganz mit ungelenken Druckbuchstaben bedeckt. Er las:</p><p>��Baruch ata Adonaj Elohejnu melech ha-olam . . .�� Er legte das Blatt zur Seite. �Anscheinend irgendein j�disches Gebet.�</p><p>Pelagia, die, nachdem sie die Bl��e des Toten bedeckt hatte, allm�hlich ihre Fassung wiedergewann, sah sich inzwischen weiter um.</p><p>Sie war selbst ganz erstaunt, wie viel sie sich in diesem kurzen Augenblick, bevor sie loskreischte, eingepr�gt hatte.</p><p>�Und diese Pfeife war nicht da�, sagte sie und zeigte auf eine Meerschaumpfeife, die auf dem Teppich lag.</p><p>Neben die Pfeife hatte Dolinin bereits ein kleines Schildchen mit der Ziffer 8 gelegt, und �ber das Beweisst�ck selber hatte er aus irgendeinem Grund ein umgedrehtes Einmachglas gest�lpt.</p><p>�Sind Sie sich dessen ganz sicher?�, fragte er verstimmt.</p><p>�Ja, sie w�re mir ganz bestimmt aufgefallen.�</p><p>�Wie bedauerlich. Sie haben mir das allerwichtigste Indiz gemopst. Und ich Dummkopf habe es extra zugedeckt, damit nicht irgendwelche mikroskopisch kleinen Partikel weggepustet werden k�nnen.�</p><p>Sergej Sergejewitsch winkte den Kapit�n heran und fragte ihn, ob er die Pfeife kenne.</p><p>Der versicherte bereitwillig:</p><p>�Jawoll! Die Pfeife geh�rt Bootsmann Sawenki. Ich habe ihn mitgenommen, damit er mir in die Ecken leuchtet. Er hat sie wohl fallen lassen.�</p><p>�Schwester, Sie sind ein Schatz!�, rief Dolinin enthusiastisch. �Mit Ihnen habe ich wirklich einen Gl�ckstreffer gelandet. Wollen Sie nicht noch ein bisschen bleiben, meine Liebe? Es w�rde mich nicht wundern, wenn Ihnen noch etwas auffiele.�</p><p>Von da an wandte sich der Untersuchungsf�hrer, der die Angewohnheit besa�, laut zu denken, nur noch an Pelagia; die �brigen Anwesenden einschlie�lich des Chefs der Kreispolizei, w�rdigte er keiner Beachtung mehr. Anscheinend fand es Sergej Sergejewitsch interessanter � oder sagen wir: exotischer �, seine rhetorischen Fragen an die aufgeweckte Nonne zu richten.</p><p>�Was meinen Sie, Schwester, wollen wir uns mal seine Kleidung anschauen?�, sprach er vor sich hin, w�hrend er die Leiche untersuchte: Nankinghosen, Weste, langer Kittel aus wei�em Stoff mit einem blauen Streifen darauf. �Ts-so . . . Die Hose tr�gt kein Etikett. Billiger Plunder, wahrscheinlich auf einem Basar gekauft. Aber gereist ist er erster Klasse, inklusive �Schatz�. Ein kleiner Geizkragen . . . Was haben wir denn da auf dem Hemd? Etwa ein W�schezeichen? Was sagen Sie dazu, Schwester? . . . Ganz richtig, unser Prophet hat bestimmt nicht die Dienste einer W�scherei in Anspruch genommen . . . Die Stiefel sehen wir uns sp�ter an, die werden wir aufschneiden m�ssen . . .�</p><p>Nachdem er die Untersuchung der Kleidung beendet hatte, schaute sich Dolinin um und nickte zufrieden vor sich hin.</p><p>�Tja, in der Kabine w�re das so weit alles, jetzt sehen wir uns mal die n�here Umgebung an. Und den Anfang, meine Liebe, machen wir mit der Frage, auf welche Art und Weise man sich Zugang zur Kabine verschafft hat.�</p><p>Er begann an der T�r herumzuhantieren, schraubte eigenh�ndig das Schloss ab und zog es heraus. Dann untersuchte er es durch eine Lupe.</p><p>�Kratzspuren�, schnurrte Sergej Sergejewitsch. �Und zwar ziemlich frische. M�glicherweise ein Dietrich . . . Oder vielleicht ein neuer Schl�ssel? Nun, das werden wir herausfinden.�</p><p>Dann wandte er sich dem Fenster zu. Irgendetwas hatte dort sein Interesse erregt: Er kniete sich auf den Tisch und steckte den Kopf durch die �ffnung. Im n�chsten Moment streckte er seine Hand nach hinten aus und schnippte ungeduldig mit den Fingern:</p><p>�Eine Lampe, schnell, ich brauche eine Lampe!�</p><p>Der Kapit�n und der Polizeichef sprangen diensteifrig vor, der Erstere mit einer Kerosinlampe in der ausgestreckten Hand, der Zweite mit einer kleinen elektrischen Leuchte. Dolinin gab dem Fortschritt den Vorzug.</p><p>W�hrend er den elektrischen Lichtstrahl �ber die Nut des Fensterrahmens gleiten lie�, sagte er gedehnt: �Tss, alles klar, das war eine Zwacke. Sehen Sie, verehrte Schwester, da haben Sie die L�sung unseres R�tsels.�</p><p>Pelagia sah sich den Fensterrahmen an, konnte aber nichts Bemerkenswertes erkennen.</p><p>�Wie kann man da nichts sehen!�, wunderte sich Sergej Sergejewitsch. �Die Schrauben wurden herausgedreht. Und hier sind �lspuren. Da war ein Rasin am Werk, das ist exakt ihre Handschrift.�</p><p>Und sogleich kl�rte er Pelagia dar�ber auf, was ein Rasin ist, denn obwohl sie doch am Fluss lebte, hatte sie von diesen Leuten noch nie etwas geh�rt.</p><p>�Das Bild kl�rt sich�, verk�ndete der Untersuchungsf�hrer mit zufriedenem Gesicht. �Das Werk lobt den Meister, wie man sagt. Manuila ist offenbar aufgewacht, als der Dieb gerade die Schatulle unter ihm hervorzog. Es kam zu einem Kampf. Die Rasins bringen normalerweise niemanden um die Ecke, aber diesem muss wohl das viele Geld den Kopf verdreht haben, oder er hat einfach Angst bekommen und zugeschlagen.�</p><p>Poch, poch, klopfte es an der T�r. Ein Kopf mit Schirmm�tze sah herein.</p><p>�Eure Exzellenz, das da haben wir an Deck gefunden. Es lag an der Reling.�</p><p>Sergej Sergejewitsch nahm dem Polizisten einen Leinenbeutel mit einer zerrissenen Kordel aus der Hand und begann darin herumzukramen. Nacheinander kamen zum Vorschein: eine Brille mit Goldrahmen, eine Porzellanpfeife, ein Meterstab und ein Kautschukball. Die Stirn des Untersuchungsf�hrers legte sich in nachdenkliche Falten, aber im n�chsten Moment gl�ttete sie sich schon wieder.</p><p>�Nat�rlich, das ist ein Beutesack�, verk�ndete der Meister der Sp�rkunst. �In solch einem Sack verstauen die Rasins ihr Diebesgut. Na also, da haben Sie ja schon die Best�tigung meiner Hypothese!�</p><p>�Und warum hat ihn der Dieb dann weggeworfen?�, fragte Pelagia.</p><p>Dolinin zuckte mit den Achseln.</p><p>�Was sollte er noch mit dem Plunder, nachdem ihm so ein dicker Fisch ins Netz gegangen war. Der Sack hat ihn gest�rt, also weg damit. Au�erdem wird er reichlich durcheinander gewesen sein, schlie�lich hatte er gerade jemanden ermordet. So was macht ein Rasin auch nicht alle Tage.�</p><p>Alles passte zusammen. Pelagia war von der Findigkeit des Petersburgers zutiefst beeindruckt. Aber ihr Verstand war schon ein paar Schritte weiter.</p><p>�Wie kann man herausfinden, wer von den Passagieren ein Rasin ist? Haben sie irgendwelche besonderen Merkmale?�</p><p>Sergej Sergejewitsch l�chelte nachsichtig.</p><p>�Wenn es ein Rasin war � und das d�rfte jetzt au�er Zweifel stehen dann ist er l�ngst �ber alle Berge.�</p><p>�Aber wo soll er denn hin sein? Es konnte doch niemand von Bord gehen. Die �St�r� hat nirgendwo angelegt.�</p><p>�Na und? Einem Rasin macht kaltes Wasser nichts aus, so einer schwimmt wie eine Wasserratte. Der l�sst sich einfach an der Ankerkette runter, und weg ist er. M�glicherweise ist er auch sofort nach dem Mord �ber Bord gesprungen. Wie dem auch sei, verehrte junge Schwester, alles Weitere ist nur noch eine Frage der Zeit. Ich werde eine Anfrage an alle Dienststellen am Fluss rausschicken. Den haben wir in null Komma nichts am Schlafittchen . . . Was gibt es da zu gucken?�</p><p>W�hrend sie Dolinin zuh�rte, trat die Nonne zum Diwan und ber�hrte vorsichtig das Kissen.</p><p>�Das passt nicht zusammen�, sagte sie nachdenklich, �ber den Bezug gebeugt. �Das passt �berhaupt nicht zusammen.�</p><p>�Was soll nicht zusammenpassen?�, fragte der Untersuchungsf�hrer unwirsch. �Nun reden Sie schon.�</p><p>�Ihre L�sung des �R�tsels� geht nicht auf. Es hat keinen Kampf gegeben, das Opfer hat sich nicht gewehrt. Er wurde im Bett erschlagen. Sehen Sie mal�, sagte Pelagia, �hier auf dem Kissen ist der Abdruck seines Gesichts. Folglich muss Manuila in dem Moment, als der Schlag ihn getroffen hat, mit dem Gesicht nach unten im Bett gelegen haben. Um den Abdruck herum sind Blutstropfen, und zwar ovale. Das bedeutet, das Blut ist von oben nach unten geflossen. H�tte er sich bewegt oder den Kopf gehoben, dann w�ren die Tropfen l�nglicher.�</p><p>Sergej Sergejewitsch murmelte irritiert:</p><p>�Das stimmt allerdings . . . Und die Blutspuren auf dem Gesicht verlaufen vom Sch�del zur Nase. Sie haben Recht. Ich muss zugeben, ich habe gepfuscht. Allerdings stellt sich jetzt die Frage, wie die Leiche dann auf dem Fu�boden liegen konnte, noch dazu in dieser Haltung?�</p><p>�Der M�rder muss ihn vom Diwan heruntergezerrt haben. Dann hat er ihm das Hemd hochgeschoben und den abgerissenen Geldschein in die Hand gesteckt. Das ist die einzig m�gliche Erkl�rung. Warum er das getan hat, dar�ber m�chte ich keine Vermutung anstellen.�</p><p>Der Untersuchungsf�hrer starrte die Ordensschwester verbl�fft an, schwieg einen Moment und sch�ttelte dann den Kopf.</p><p>�Nein, das ist v�lliger Unsinn, Sie irren sich, Schwester. Ich denke, es war ganz anders. Sie haben keine Vorstellung davon, wie z�h diese so genannten �Propheten� und ihresgleichen sind. Das sind Besessene, in denen steckt eine wahrhaft teuflische Energie, die sind nicht so einfach totzukriegen. Ich hatte mal einen Fall, noch w�hrend meiner Zeit als Untersuchungsf�hrer am Gericht. Damals leitete ich die Untersuchung eines Mordes an einem Propheten der Skopzen-Sekte. Seine J�nger hatten ihm mit einem Beil den Kopf fast vollst�ndig von den Schultern ges�belt, er hing nur noch an einem St�ck Haut. Und der Prophet, stellen Sie sich vor, raste noch eine ganze Minute lang durchs Zimmer und ruderte mit den Armen. Das Blut sprudelt wie eine Font�ne aus ihm heraus, der Kopf baumelt ihm auf dem Buckel wie ein Rucksack, und er rennt durch die Gegend. Wie finden Sie das? Und mit unserem Manuila war es bestimmt genauso. Der Rasin dachte, er sei mausetot, und f�ngt schon mal an, die Scheine zu z�hlen. Und auf einmal kommt der Tote noch mal zu sich, geht auf den Einbrecher los und will das Geld wiederhaben.�</p><p>�Mit so einem Loch im Sch�del?�, warf der Arzt zweifelnd ein. �Das Kleinhirn war verletzt! Aber wer wei�, was es alles geben kann . . . Die Physiologie der pr�mortalen Konvulsionen ist wissenschaftlich noch kaum erforscht.�</p><p>Pelagia widersprach nicht. Sergej Sergejewitschs Version schien ihr �berzeugender als ihre eigene. Also war dieses �R�tsel� wohl doch gel�st.</p><p>Aber sehr bald sollten weitere auftauchen.</p><p><strong>Der Passagier aus der Dreizehn</strong></p><p>�Ganz wie Sie wollen, aber trotzdem hat er dem Toten das Hemd hochgeschoben�, sagte Pelagia. �Haben Sie sich die Falten im Stoff mal genauer angesehen? Sie bilden eine Art �V� �ber der Brust. Das kann nicht durch den Sturz verursacht worden sein.�</p><p>�Tats�chlich?�, sagte Dolinin und betrachtete die Leiche, aber die Ordensschwester hatte in ihrer Tugendhaftigkeit das Hemd schon zurechtgezogen, sodass es keine Falten mehr gab.</p><p>Die Schwester lie� sich dadurch nicht in Verlegenheit bringen.</p><p>�Dann sehen Sie halt auf den Fotografien nach. Der M�rder war keineswegs von seiner Tat in Angst und Schrecken versetzt, im Gegenteil, er wollte sich noch einen �blen Scherz erlauben . . . Eine solche Handlungsweise setzt eine besondere charakterliche Veranlagung voraus.�</p><p>Sergej Sergejewitsch schaute der pedantischen Zeugin mit h�chster Aufmerksamkeit in die Augen.</p><p>�Ich habe das Gef�hl, Sie meinen damit etwas ganz Bestimmtes. Haben Sie jemand Konkretes in Verdacht?�</p><p>Die Schwester f�hlte sich durchschaut und senkte den Blick. Sie hatte keinen vern�nftigen Grund, jemanden zu verd�chtigen, sie konnte keinen Grund haben. Aber dieser garstige Streich, den sich der M�rder mit dem gesch�ndeten Leib erlaubt hatte, und vor allem die aus den H�hlen getretenen Aug�pfel erinnerten sie an eine andere b�se Posse ganz �hnlicher Art. Sollte sie davon erz�hlen oder lieber nicht?</p><p>�Nun?�, dr�ngte Dolinin.</p><p>�Nicht gerade einen Verdacht . . .�, sagte die Nonne z�gernd. �Es gibt da blo� einen Passagier, der . . . so ein gro�er Herr mit gezwirbeltem Schnurrbart und Stulpenstiefeln . . . Au�erdem hat er noch ein Glasauge . . . Ich w�sste wirklich gern, wer er ist. . .�</p><p>Der Untersuchungsf�hrer sah Pelagia unter gerunzelten Brauen hervor an, als wollte er irgendetwas Unausgesprochenes von ihrem Gesicht ablesen.</p><p>�Gro� gewachsen, gezwirbelter Schnurrbart, Stulpenstiefel, k�nstliches Auge?�, wiederholte er die Personenbeschreibung und drehte sich zum Kapit�n um. �So jemand an Bord?�</p><p>�Jawohl! Kabine Nummer dreizehn, Herr Ostrolyshenski, reist von Nischni Nowgorod nach Kasan.�</p><p>�Nummer dreizehn?�</p><p>Dolinin machte auf dem Absatz kehrt und verlie� die Kabine.</p><p>Die Zur�ckgebliebenen sahen sich an, enthielten sich aber jeglicher Kommentare oder Meinungs�u�erungen.</p><p>Der Kapit�n f�llte Wasser aus einer Karaffe in ein Glas, wischte den Rand des Glases mit einem Tuch ab und trank in durstigen Z�gen; dann goss er gleich noch einmal nach. Die anderen sahen zu, wie sein Adamsapfel �ber dem Kragen der Uniformjacke hektisch auf und nieder h�pfte.</p><p>Wie furchtbar, dachte Pelagia. Ich habe einen Menschen leichtfertig in Verruf gebracht . . .</p><p>Der Kapit�n hatte das zweite Glas heruntergest�rzt und machte sich gerade an das dritte, da wurde die T�r ungest�m aufgerissen. Dolinin stand auf der Schwelle.</p><p>�Haben Sie Befehl gegeben, dass alle Passagiere in ihren Kabinen zu bleiben haben?�, fuhr er den Kapit�n an.</p><p>�Jawohl.�</p><p>�Und warum ist Passagier Nummer dreizehn dann nicht in seiner Kabine?�</p><p>�Was soll das hei�en � nicht in seiner Kabine? Ich habe doch mit eigenen Augen gesehen, wie Herr Ostrolyshenski hineinging! Ich habe ihm noch pers�nlich gesagt, dass er seine Kabine nicht ohne ausdr�ckliche Erlaubnis verlassen darf!�</p><p>�So, gesagt haben Sie�s ihm! Sie h�tten einen Matrosen im Gang postieren m�ssen!�</p><p>�Aber das ist v�llig unm�glich! Erlauben Sie, ich . . .�</p><p>Der Kapit�n st�rzte zur T�r.</p><p>�Sparen Sie sich die M�he�, sagte Sergej Sergejewitsch und verzog despektierlich den Mundwinkel. �Ich bin gerade eben dort gewesen. Das Gep�ck ist noch da, aber der Passagier ist verschwunden. Niemand darf die Kabine betreten, es darf nichts ber�hrt werden. Ich habe einen Polizisten vor der T�r postiert.�</p><p>�Ich verstehe nicht . . .�, sagte der Kapit�n und machte eine hilflose Geste.</p><p>�Das ganze Schiff muss durchsucht werden!�, befahl Dolinin mit stahlharter Stimme. �Vom Schornstein bis zum Kohlenbunker! Hurtig!�</p><p>Der Kapit�n und der Polizeichef st�rzten aus der Kabine, der Untersuchungsf�hrer aber wandte sich der Nonne zu und sagte in schon einem ganz anderen Tonfall, wie zu einem Gleichgestellten:</p><p>�Ihr Glasauge hat sich absentiert. Da haben Sie, Mademoiselle Pelagia, R�tsel Nummero zwei.�</p><p>Die Schwester f�hlte sich durch das ironische �Mademoiselle� nicht im Geringsten verletzt, sie sp�rte, dass die ungezwungene Anrede nicht sp�ttisch, sondern als Zeichen von Sympathie gemeint war.</p><p>�Das ist kein Rasin�, fuhr der Untersuchungsf�hrer nachdenklich fort. �Die kaufen niemals ein Billett, schon gar nicht erster Klasse. Ich vermute, es handelt sich bei dieser Person um einen Raben. Das ist eher deren Stil.�</p><p>�Ein �Rabe� � ist das ein Bandit?�</p><p>�Richtig. Sehr wahrscheinlich geh�rt er irgendeiner ehrw�rdigen Flussbande an. Vielleicht ist er aber auch ein Einzelg�nger, einsame W�lfe sind keine Seltenheit bei denen.�</p><p>Das verd�chtige Verschwinden des Ein�ugigen erl�ste Pelagia von ihren Schuldgef�hlen, und sie wurde wieder k�hner.</p><p>�Dieser Mensch sah wirklich wie ein R�uber aus, wie ein gro�es Raubtier, wissen Sie, gr��er als ein Wolf, vielleicht wie ein Tiger oder ein Leopard.�</p><p>Kaum hatte sie das gesagt, sch�mte sie sich auch schon f�r ihre �bertriebene Ausdrucksweise. Schnell ging sie zu einem sachlichen, n�chternen Ton �ber:</p><p>�Aber eines verstehe ich nicht. Wenn der Mord von einem Banditen gro�en Kalibers begangen wurde, was ist dann mit diesem Sack, diesem Beutesack? Warum sollte so einer solchen Kleinkram stehlen?�</p><p>�Das ist ein R�tsel�, gab Dolinin zu. �Unzweifelhaft ein R�tsel.�</p><p>Und er machte eine Notiz in seinem B�chlein.</p><p>Bl�tterte die voll geschriebenen und voll gemalten Seiten durch. Res�mierte.</p><p>�Die vorl�ufige Untersuchung ist damit abgeschlossen. Fassen wir zusammen: Wir haben, dank Ihrer Mithilfe, liebe Schwester, einen Hauptverd�chtigen. Die Personenbeschreibung liegt vor (ich werde sie sp�ter nach Ihren Angaben vervollst�ndigen), und einen Namen haben wir auch � obwohl der sehr wahrscheinlich falsch ist. Kommen wir also zum Opfer.�</p><p>Dolinin beugte sich �ber die Leiche und runzelte unzufrieden die Stirn.</p><p>�Sein Gesicht ist vollkommen entstellt, es wird nicht leicht sein, ihn zu identifizieren.�</p><p>�Warum muss er denn noch identifiziert werden?�, wunderte sich die Nonne. �Er reiste doch in Begleitung mehrerer Personen, die ihn identifizieren k�nnen.�</p><p>Mit einem Seitenblick auf den Arzt und den Fotografen, die ihrem Gespr�ch zuh�rten, sagte Sergej Sergejewitsch:</p><p>�Doktor, gehen Sie doch bitte in die Kabine des Kapit�ns, und fassen Sie dort Ihren Bericht ab. Beschr�nken Sie sich dabei bitte auf das Wesentliche. Und Sie� � an den Fotografen gewandt � �bitte ich, beim Bootsmann eine Rolle Schnur zu besorgen. Und lassen Sie sich auch gleich ein Messer geben � ein Taumesser, der Bootsmann wei� Bescheid.�</p><p>Und erst als er mit Pelagia allein war, beantwortete er ihre Frage � wobei er die Stimme zu einem vertraulichen Raunen senkte.</p><p>�Wissen Sie, Mademoiselle, warum ich solchen Wert darauf lege, diesen Mord selber aufzukl�ren?�</p><p>Das war offensichtlich eine rhetorische Frage, und Dolinin h�tte sicher, nach einer angemessenen Kunstpause, die Antwort selber geliefert, indes nahm sich die Nonne, der der kluge Untersuchungsf�hrer immer besser gefiel, die Freiheit heraus (immerhin war sie ja jetzt schon nicht mehr �Schwester�, sondern �Mademoiselle�) und sagte:</p><p>�Ich nehme an, Ihre Inspektion ist Ihnen langweilig geworden, und Sie wollten sich wieder mal mit etwas Lebendigerem besch�ftigen.�</p><p>Sergej Sergejewitsch lachte kurz auf, und sein n�chternes, verbittertes Gesicht wirkte f�r einen Moment weicher und j�nger.</p><p>�Das ist, zugestandenerma�en, vollkommen richtig, Ihr Scharfsinn versetzt mich ein weiteres Mal in Entz�cken. Wissen Sie, ich kann mich in der Tat an diese Verwaltungsarbeit nicht so recht gew�hnen. Dabei beneiden mich die Kollegen um meine steile Karriere � mit grade mal vierzig Jahren schon im Generalsrang, Mitglied des Ministerrats und so weiter. Aber ich sehne mich nach meiner fr�heren T�tigkeit zur�ck. Bis vor einem Jahr, m�ssen Sie wissen, war ich n�mlich noch Untersuchungsf�hrer f�r besonders wichtige F�lle, und zwar, wie ich zu behaupten wage, nicht der Untalentierteste.�</p><p>�Das sieht man. Und dann hat man Sie f�r Ihre hervorragenden Leistungen im Dienst bef�rdert?�</p><p>�Wenn es denn so w�re.� Dolinin lachte. �Nein, ein einfacher Untersuchungsf�hrer, selbst wenn er ein noch so kluges K�pfchen ist und sich tausend Paar Hosen an den Knien durchscheuert und tausend Gehr�cke an den Ellenbogen obendrein, wird sich im Leben nicht zu derartigen H�hen emporschwingen. Gro�e Karriere macht man anders.�</p><p>�Aha, und wie?�</p><p>�Mit Papier, teuerste Schwester. Das Papier ist der fliegende Teppich, auf dem man sich in unseren heimischen Gefilden zu den h�chsten Gipfeln erheben kann. Einen anderen Weg gibt es nicht. Als ich zur Feder griff, da dachte ich allerdings keinen Augenblick lang an meine Karriere, das k�nnen Sie mir glauben. Im Gegenteil, ich hoffte nur, dass man mich f�r meine Unverfrorenheit nicht am Kragen packen und im hohen Bogen vor die T�r setzen w�rde. Aber es war mir einfach unertr�glich, diesen ganzen hinterw�ldlerischen Schlendrian weiter mit anzusehen. Ich verfasste ein Reformprojekt und schickte es an einige hoch gestellte Pers�nlichkeiten der Regierung, in deren H�nden die Wahrung von Recht und Gesetz liegt. Ich dachte, komme, was da kommen will. Innerlich stellte ich mich schon darauf ein, mir eine neue T�tigkeit zu suchen, im anwaltlichen Sektor. Und pl�tzlich wird der kleine, nichtsw�rdige Diener Gottes auf den Olymp gerufen. Dort klopft man ihm auf die Schulter und sagt: Bravo, auf so einen wie dich haben wir schon lange gewartet.� Dolinin machte eine ulkige Geste, als kapituliere er vor den unvorhersehbaren Launen des Schicksals. �Ich wurde damit beauftragt, die Zusammenarbeit von polizeilichen und gerichtlichen Ermittlungsorganen zu reorganisieren und zu reformieren. Selber schuld, sagt man dazu wohl. Und so irre ich jetzt wie der ewige Jude durch Stadt und Land. Das Reorganisieren kommt mir allm�hlich schon zu den Ohren heraus. Aber bitte denken Sie nicht, Mademoiselle Pelagia, Dolinin wollte sich auf einmal dr�cken wie ein Gymnasiast, der eine langweilige Schulstunde schw�nzt. Mitnichten, ich bin ein verantwortungsvoller Mensch, ich habe keine Neigung zu Bubenstreichen. Nein, mit diesem M�chtegern-Propheten Manuila hat es vielmehr eine ganz besondere Bewandtnis: Er wurde n�mlich schon zum zweiten Male ermordet.�</p><p>�Wie bitte?�, �chzte Pelagia.</p><p><strong>Der verhexte Manuila</strong></p><p>�Tja, es gibt wohl so einige Leute, die dieses Subjekt nicht besonders ausstehen k�nnen.�</p><p>Die Schwester nickte.</p><p>�Das habe ich schon mitbekommen.�</p><p>�Das erste Mal wurde Manuila vor drei Wochen im Gouvernement Twer ermordet.�</p><p>�Entschuldigen Sie, ich verstehe nicht. . .�</p><p>Dolinin winkte ab: Unterbrechen Sie mich nicht, h�ren Sie einfach zu.</p><p>�Bei dem Opfer handelte es sich, wie sich herausstellte, um einen gewissen Petrow oder Michailow, ich entsinne mich grad nicht. Er war ein �Findelkind�, also ein Anh�nger Manuilas und ihm �u�erlich sehr �hnlich. Von daher r�hrt auch die Legende von Manuilas Unsterblichkeit.�</p><p>�Und wenn der da pl�tzlich auch jemand anderes ist . . .?�, sagte Pelagia und deutete auf den Toten.</p><p>�Eine durchaus begr�ndete Frage. Mir l�ge sehr daran, das aufzukl�ren. Die Personenbeschreibung stimmt �berein, soweit ich mich erinnere. Nur schade, dass wir keine Fotografie des Propheten besitzen. Aber Manuila war nicht vorbestraft, unsere Beh�rde hatte also keine Veranlassung, seine reizenden Gesichtsz�ge zu verewigen. Und was seine Reisegenossen angeht . . . Ich habe angeordnet, sie einstweilen in einer Kammer einzuschlie�en. Aber was sollen uns die schon nutzen, diese Traumt�nzer. Man wei� nicht, ob sie uns nicht irgendwas vorl�gen, und es kann sogar sein, dass sie sich selber �ber die Identit�t des Opfers t�uschen!�</p><p>�Was f�r eine merkw�rdige Geschichte!�</p><p>�Tja, allerdings . . . nicht nur merkw�rdig, sondern auch ein Politikum, und das ist viel wesentlicher.� Sergej Sergejewitsch wurde ernst. �Der Mord an einem Propheten, insbesondere an einem �unsterblichen�, ist eine Staatsangelegenheit. S�mtliche Zeitungen werden sich darauf st�rzen, und nicht nur die russischen. Umso wichtiger ist es, zweifelsfrei festzustellen, ob es sich tats�chlich um Manuila handelt oder wieder nur um einen Doppelg�nger.�</p><p>In diesem Moment kam der Fotograf mit der Schnur und einem kurzen, sehr scharfen Messer zur�ck.</p><p>Der Untersuchungsf�hrer rief die Polizisten aus dem Gang herein und erteilte mit einem Nicken in Richtung des Toten eine h�chst sonderbare, geradezu l�sterliche Anordnung:</p><p>�Anziehen, auf den Stuhl setzen und mit der Leine festbinden. Hurtig!�, blaffte Dolinin die versch�chterten Beamten an, der Nonne aber erkl�rte er: �Die Leiche muss in einen Zustand gebracht werden, der die Identifizierung erm�glicht. Es handelt sich um eine v�llig neue Methode � meine eigene Erfindung, nebenbei bemerkt.�</p><p>W�hrend die Polizisten �chzend und st�hnend die noch nicht erstarrten Glieder des Toten in Hosenbeine und Hemd�rmel steckten, trennte Dolinin mit dem Messer geschickt die Sohlen von den Stiefeln des Propheten und schnitt die Sch�fte auf.</p><p>�Ts-so . . .�, brummte er zufrieden und zog irgendwelche Papiere aus dem aufgeschlitzten Leder, sah sie fl�chtig durch und zuckte kurz mit den Achseln. Bedauerlicherweise zeigte er sie seiner neuen Busenfreundin nicht, und Pelagia genierte sich zu fragen, obwohl sie doch furchtbar neugierig war.</p><p>�Seid ihr fertig?�, fragte Sergej Sergejewitsch die Polizisten. �Die Augen, pfui Teufel, diese Augen.�</p><p>Die Schwester riskierte unvorsichtigerweise einen Blick � und kniff schnell die Augen zu. Die Aug�pfel hingen dem Toten bis auf die Wangen herab, der Anblick war unertr�glich.</p><p>�Die Gummihandschuhe aus meinem Koffer�, befahl die sachliche Stimme des Untersuchungsf�hrers. �Ssoodele, ausgezeichnet, die Glupsch�uglein sind wieder da, wo sie hingeh�ren. Jetzt die Watte! Nein, nein, nur zwei kleine B�usche, und ein wenig zusammenrollen, bitte . . . Jetzt unter die Lider damit, unter die Lider, damit sie ge�ffnet bleiben, ja, sehr gut. . . Tss, die Hornhaut ist schon getrocknet und hat sich getr�bt. Da sind ein Fl�schchen Nitroglyzerin und eine Spritze, bringen Sie sie mir her . . . Ins rechte . . . ins linke . . . Upps. Jetzt noch die Haare k�mmen . . . einmal kurz mit einem feuchten Tuch dr�ber . . . Fertig. Sie k�nnen ruhig die Augen auf machen, Mademoiselle, keine Angst!�</p><p>Pelagia blinzelte vorsichtig durch ihre �ngstlich zusammengepressten Lider zu dem Toten hin und war �berw�ltigt.</p><p>Vor ihr sa� � wenn auch in einer etwas unnat�rlichen Haltung und mit zur Seite h�ngendem Kopf � ein klapperd�rrer, b�rtiger Mann, der vollkommen lebendig wirkte und sie mit gl�nzenden Augen intensiv anstarrte. Gekleidet war er in Hemd, Weste und Hosen. Sein Bart und das lange Haupthaar waren sorgf�ltig gek�mmt.</p><p>Die pl�tzliche Auferstehung des unl�ngst Dahingegangenen war f�r die Schwester so unerwartet, dass sie vor Schreck einen Schritt zur�ckwich.</p><p>Sergej Sergejewitsch lachte zufrieden.</p><p>�Na also, jetzt kann man Monsieur Scheluchin auch fotografieren.�</p><p>�Wie haben Sie ihn genannt?�, fragte Pelagia.</p><p>�So, wie es in seinem Pass steht.� Der Untersuchungsf�hrer las von dem Papier ab, das er aus dem Stiefelschaft gezogen hatte. �Pjotr Saweljew Scheluchin, 38 Jahre, orthodoxen Glaubens, Bauer aus dem Dorfe Stroganowka, Bezirk Stariza, Kreis Gorodez, Gouvernement Sawolshsk.�</p><p>�Aber das ist ja bei uns!�, rief die Schwester verbl�fft aus.</p><p>�Manuila soll allerdings aus dem Gouvernement Wjatka geb�rtig sein. Jedenfalls ist er dort zum ersten Mal als Prediger aufgetreten. Die �Findelkinder� sind �brigens davon �berzeugt, ihr Prophet sei im Heiligen Land geboren worden und werde bald dorthin zur�ckkehren. Tats�chlich hatte Scheluchin ein Billett bis Jaffa . . .�</p><p>Fauchend flammte das Magnesium auf.</p><p>�Noch einmal von vorn. Dann im Dreiviertelprofil von rechts und von links und beide Profile�, ordnete Dolinin an. Er betrachtete den zurechtgemachten Toten mit einem skeptischen Blick und seufzte. �Mittelgro�, gew�hnliches Gesicht, Haare dunkelblond, Augen blau, hagerer K�rperbau, keine besonderen Kennzeichen. Diese Beschreibung trifft auf ein Drittel aller russischen M�nner zu, mindestens. Nein, Herrschaften, so geht das nicht. Ich brauche hundertprozentige Klarheit.� Er runzelte die Stirn und dachte nach. Zupfte sich am Bart. Ruckte entschlossen mit dem Kopf.</p><p>�Schwester, von hier bis Sawolshsk sind es mit dem Schiff etwa zw�lf Stunden, ist das richtig? Und wie lange braucht man von dort aus bis Gorodez?�</p><p>�Noch einmal zwei Tage auf dem Wasserweg. Aber der Kreis Gorodez ist sehr weitl�ufig, und Stroganowka liegt direkt am Ural. Der Weg dorthin f�hrt durch dichten Wald. Ich war einmal mit Seiner Eminenz in dieser Gegend, wir haben die Raskolniki in ihren Klausen besucht, wir wollten die dortigen Einsiedler davon �berzeugen, dass sie keine Angst vor der Obrigkeit haben m�ssen . . .�</p><p>�Ich werde hinfahren�, erkl�rte Sergej Sergejewitsch, und in seinen Augen blitzte die Abenteuerlust auf. �Der Fall ist in der Tat von h�chstem gesellschaftlichen Interesse. Ein Dolinin ist am Tatort zugegen und soll der Sache nicht auf den Grund kommen? Ausgeschlossen. Ich schicke dem Minister ein Telegramm: Wegen au�ergew�hnlicher Umst�nde wird die Inspektionsreise unterbrochen. Er wird nur froh sein, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.�</p></section><section><title><p><strong>III</strong></p><p><strong>Struk</strong></p></title><p><strong>Selbst schuld</strong></p><p>Drei Tage lang fuhren sie auf einem Lastkahn den Fluss hinauf und kamen nach Gorodez, einem gro�en altgl�ubigen Kirchdorf, wo die Weiber in ihren wei�en Kopft�chern sich �ber die linke Schulter spuckten, sobald sie Pelagias Kutte erblickten. Dort �bernachteten sie und setzten die Reise am n�chsten Tag auf dem Landwege fort, durch den Wald.</p><p>Der Wald hatte keinen Namen, er hie� einfach �Der Wald�.</p><p>Hunderte von Werst zog er sich hin bis zum Uralmassiv, anfangs als Laub-, dann als Mischwald, schlie�lich als fast ununterbrochener Nadelwald, kletterte �ber die Berge hinweg, und dahinter, in die Freiheit entlassen, breitete er sich �ber den ganzen unvorstellbar riesigen Raum hin aus bis an die Ufer des Stillen Ozeans, von breiten, dunklen Fl�ssen wie von N�hten durchzogen, von denen viele wie er keinen Namen besa�en � denn woher sollte man solche F�lle von Namen nehmen, und wer?</p><p>In der Sawolshsker Region, an seinem �u�ersten westlichen Rand, erreichte der Wald noch nicht seine ganze Gewalt, aber sogar in dieser Seichtheit unterschied er sich von seinen europ�ischen Br�dern wie die Wogen eines Ozeans von den Wellen eines Sees � durch seine M�chtigkeit und seinen beh�bigen Atem, und �berdies durch die absolute Missachtung menschlicher Gegenwart.</p><p>Der Weg erschien nur ganz zu Anfang als ein geh�riger Feldweg, nach kaum zehn Werst jedoch gab er jeglichen Anspruch auf Befahrbarkeit auf und schrumpfte auf die Gr��e eines gew�hnlichen Pfades zusammen.</p><p>Nach ein paar Stunden Geholper durch die von erstem Fr�hlingsgras �berwucherte Radspur, in der das Wasser mattschwarz gl�nzte, konnten sich die Reisenden kaum mehr vorstellen, dass es auf dieser Erde so etwas wie St�dte, Steppen, W�sten, offenen Himmel und hellen Sonnenschein gab. Dort, auf freiem Feld, war es schon mild und warm, auf den Wiesen bl�hte gelb der L�wenzahn und summten die ersten schl�frigen Bienen, aber hier lag noch grauer Schnee in den Senken, in den Schluchten gurgelte Schmelzwasser, mit Eisbruch vermischt, standen die Laubb�ume trostlos in winterlicher Nacktheit. Und als die Birken und Espen zur�ckblieben und der Tannenwald begann, da wurde es noch finsterer, noch �der. Die B�ume traten enger zusammen, das Licht schwand, und die Reisenden nahmen jetzt neue Ger�che wahr, die sie schaudern lie�en. Es roch nach wilden Tieren und nach einer unbestimmten, klammen, uralten Angst. In der Nacht wurde der beunruhigende Geruch so stark, dass sich die Pferde ans Feuer dr�ngten, furchtsam schnaubten und die Ohren aufstellten.</p><p>Pelagia musste wider Willen an die Sawolshsker Sagen von allerlei unheimlichen Waldwesen denken: von dem B�ren Babai, der sich die M�dchen aus den D�rfern zur Braut holt, vom Fuchs Lisucha, der, als sch�ne Jungfrau verkleidet, die jungen Burschen und sogar brave Familienv�ter von zu Hause fortlockt. Aber am schrecklichsten war der Wolfsmensch Struk mit seinen riesigen gl�henden Augen und messerscharfen Z�hnen, mit dem man in der Sawolshsker Region die Kinder bange machte, damit sie nicht zu weit in den Wald hineingingen. Aus dem Maule spie er Feuer und Rauch, und er lief nicht auf dem Erdboden, sondern sprang von Wipfel zu Wipfel, wie ein Luchs. Wenn er sich jedoch auf die Erde fallen lie�, verwandelte er sich in einen wackeren jungen Burschen in einem mausgrauen Kaftan. Gebe Gott, betete sie, dass wir keinem solchen Mausemenschen hier im Wald begegnen.</p><p>In der Stadt mochten einem all diese alten Sagen und Geschichten wie naive, wenngleich sympathische Sch�pfungen der Fantasie des einfachen Volkes Vorkommen, Folklore, wie man ja heutzutage mehr und mehr sagt, aber im Wald, beim Totenruf der Eulen und wenn ganz nahe die W�lfe heulten, dann glaubte man an Babai und Struk.</p><p>Und es bestand nicht der geringste Zweifel daran, dass der Wald lebte, dass er dich belauschte, dass er dich ansah, und sein Blick war nicht wohlwollend, sondern feindselig. Pelagia sp�rte den lauernden Blick des Waldes in ihrem R�cken, manchmal so stark, dass sie sich umwandte und heimlich bekreuzigte. Oh, wie furchtbar w�re es, ganz allein im Wald zu sein.</p><p>Aber zum Gl�ck war sie ja nicht allein.</p><p>Die von Sergej Sergejewitsch ausger�stete Expedition setzte sich folgenderma�en zusammen:</p><p>Vorneweg, lebhaft mit dem Stabe auf den Boden klopfend, schritt der F�hrer, der Gemeinde�lteste, hinter ihm ritt Dolinin selbst auf einem st�mmigen isabellfarbenen Pferd, welches der Kreispolizeivorsteher von Gorodez dem hohen Gast �berlassen hatte; dann kam das Fuhrwerk mit der Leiche (sie lag in einer Holzkiste, auf Stroh und Brucheis gebettet); neben dem Fuhrwerk gingen zwei einfache Polizisten, und den Abschluss der kleinen Karawane bildete ein Planwagen mit dem Proviant und dem Gep�ck. Pelagia sa� oben auf dem Bock neben dem Kutscher und ertrug standhaft das R�tteln und Sch�tteln des Wagens in den zahllosen Schlagl�chern, den monotonen Singsang ihres derbknochigen Nachbarn und den bei�enden Rauch seiner Birkenrindenpfeife.</p><p>Die Schwester schaute �ngstlich nach allen Seiten und wunderte sich immer wieder �ber sich selbst. Wie hatte es blo� so weit kommen k�nnen, dass sie, eine stille Ordensschwester und Leiterin einer Klosterschule, sich irgendwo am Ende der Welt unter lauter fremden Menschen wiederfand, um die sterblichen �berreste eines falschen Skandalpropheten in die Heimat zu geleiten? O Herr unser Gott, r�tselhaft sind Deine Wege. Man konnte es auch anders ausdr�cken: Sie hatte ihre f�nf Sinne nicht beieinander gehabt. Dieser energische Petersburger Untersuchungsf�hrer hatte sie ganz durcheinander gebracht, geradezu verhext.</p><p>In Sawolshsk hatten sie die �St�r� verlassen.</p><p>Sergej Sergejewitsch lie� s�mtliche Passagiere einschlie�lich der �Findelkinder� gehen, da man ja einen konkreten Verd�chtigen ausgemacht hatte � den Passagier aus der Kabine Nummer dreizehn.</p><p>Pelagia war sehr verwundert dar�ber, dass keiner der Anh�nger Manuilas den Wunsch �u�erte, die sterbliche H�lle ihres Idols auf seinem letzten Weg zu begleiten, sondern alle die Reise ins Heilige Land ohne Unterbrechung fortsetzen wollten. Dolinins Kommentar diesbez�glich lautete:</p><p>�Prophet sein ist eine undankbare T�tigkeit. Da hauchst du deine Seele aus, und die Leute k�mmert das keinen Deut.�</p><p>�Mir kommt es dagegen so vor, als habe dieser Mensch, wer immer er auch war, sein Werk vollendet�, versuchte die Schwester, Manuila und seine armselige Herde in Schutz zu nehmen. �Das Wort hat den Propheten �berlebt, so wie es sich geh�rt. Manuila ist nicht mehr, doch die �Findelkinder� kommen nicht von ihrem Wege ab. Woher haben sie eigentlich diesen seltsamen Namen?�</p><p>�Sie sagen, Manuila habe sie unter den Menschen �gefunden��, erkl�rte Dolinin. �Er habe sie aus dem Schmutz und der Gosse aufgelesen, in wei�es Leinen geh�llt und ihnen ein blaues Band geschenkt, als Zeichen f�r das kommende Himmelsreich. Sie haben da eine ganze, allerdings reichlich primitiv konstruierte Philosophie, irgendwelche zusammengest�ckelten Teile aus dem Alten Testament, zudem abstrus interpretiert. Christus und das Neue Testament lehnen sie ab, weil sie Juden sein wollen. Wie gesagt, das alles ist h�chst nebul�s und verworren. Soweit ich wei�, hat sich Manuila nicht allzu sehr um seine frisch gebackenen �Juden� gek�mmert. Er verdreht irgendeiner schlichten Seele den Kopf und geht seiner Wege, und diese armen Schlucker zermartern sich ihr k�mmerliches Hirn, was sie jetzt mit ihrem Leben anfangen sollen. Insofern haben Sie wohl Recht, Manuilas Tod �ndert f�r sie wenig . . .� Das Gesicht des Untersuchungsf�hrers verd�sterte sich. �Tja, Schwester, so ist das heutzutage, die Seelenf�nger haben Saison, ihre Zahl wird immer gr��er und gr��er und ihre Ernte immer reicher. Erinnern Sie sich, wie es bei Matth�us hei�t? �Viele falsche Propheten werden auf stehen und werden viele verf�hren.��</p><p>��Und weil die Gesetzlosigkeit �berhand nimmt, wird die Liebe der vielen erkalten��, f�hrte Pelagia die Worte des Apostels fort.</p><p>Dolinin erschauderte und sah die Nonne ganz sonderbar an, so als h�rte er diese Worte zum ersten Male oder als h�tte er noch nie �ber sie nachgedacht.</p><p>�Lassen wir die Liebe dem Herrgott�, sagte er m�rrisch. �Retten wir lieber die armen Seelen vor den H�schern.�</p><p>�Ohne Liebe?�, wollte Pelagia fragen, aber sie schwieg, es schien ihr nicht der rechte Zeitpunkt f�r abstrakte Diskussionen. Doch sie dachte bei sich, dass es mit der Liebe im Leben des Reformators der polizeilichen Ermittlungsarbeit offenbar nicht zum Besten stand. Ob er wohl verheiratet war?</p><p>Laut sprach sie jedoch von etwas anderem.</p><p>�War es nicht leichtsinnig, alle gehen zu lassen?�</p><p>�Ach, die sollen ruhig weiterschippern. An der n�chsten Anlegestelle gehen mehrere Agenten der Kriminalpolizei an Bord der �St�r�. Ich habe das telegrafisch veranlasst. Es ist nicht auszuschlie�en, dass dieser Ostrolyshenski doch noch aus irgendeiner Ritze hervorgekrochen kommt. Ein Dampfer ist schlie�lich keine Abstellkammer, irgendein Winkel entgeht einem immer. Und falls sich unsere Theorie als Irrtum herausstellt, und Herr Glasauge hat mit der Sache �berhaupt nichts zu tun . . .�</p><p>�Was soll das hei�en � �nichts damit zu tun��, fuhr Pelagia entr�stet auf. �Und warum ist er dann verschwunden?�</p><p>�Nun, es w�re durchaus denkbar, dass er ebenfalls ermordet und dann �ber Bord geworfen wurde. M�glicherweise hat er etwas gesehen, was er nicht sehen sollte. So was kommt ziemlich h�ufig vor . . . Also, wenn nicht Ostrolyshenski der M�rder ist, sondern jemand anders, dann wird dieses Subjekt sich in Sicherheit wiegen, nachdem ich den Dampfer verlassen habe, und seine Wachsamkeit wird nachlassen. Die Agenten sind instruiert, vor allem solche Passagiere im Auge zu behalten, die vor ihrem gebuchten Reiseziel von Bord gehen. Dar�ber hinaus nat�rlich �berhaupt alles, was irgendwie verd�chtig ist. Bis Zarizyn ist es noch eine weite Strecke; wenn der M�rder auf dem Dampfer ist, haben wir genug Zeit, ihn zu verhaften.�</p><p>Pelagia, von dem Weitblick des Untersuchungsf�hrers beeindruckt, verstummte.</p><p>�Und inzwischen unternehme ich eine kleine Spazierfahrt nach Stroganowka und wieder zur�ck�, fuhr Sergej Sergejewitsch fort. �Ich werde �berpr�fen, wer dieser Scheluchin tats�chlich ist, und ganz nebenbei l�sst sich vielleicht irgendwo das Ende des Fadens finden.�</p><p>Und pl�tzlich, vollkommen �bergangslos und ohne auch nur eine Sekunde zu stocken, sagte er in genau demselben, sachlichen Ton:</p><p>�Ich habe eine Bitte an Sie, liebe Schwester. Es wird Ihnen vielleicht etwas seltsam Vorkommen, vielleicht sogar befremdlich, aber aus irgendeinem Grund glaube ich doch, dass Sie mir die K�hnheit verzeihen werden, und wenn mir das Gl�ck hold ist, stimmen Sie sogar zu . . .� Er r�usperte sich und sprudelte dann in einem Atemzug hervor: �W�ren Sie nicht vielleicht bereit, mir Gesellschaft zu leisten?�</p><p>�Wie meinen Sie das?�, fragte die Nonne verst�ndnislos.</p><p>�Ich meine: auf der Fahrt nach Stroganowka.� Und hastig, ehe sie �Nein� sagen konnte, redete Dolinin weiter: �Schlie�lich ist dieser Manuila doch eine getaufte Seele, auch wenn er den Glauben seiner V�ter abgelegt hat. Es ist irgendwie unschicklich, seine sterbliche H�lle ohne jeden geistlichen Beistand zu transportieren. Man wird mir vielleicht irgendeinen gr�mlichen Klosterbruder mitgeben. Mit Ihnen w�re es unvergleichlich angenehmer.� Hier fiel Sergej Sergejewitsch pl�tzlich ein, dass seine letzte Bemerkung vielleicht zu verwegen geklungen haben k�nnte, und er korrigierte sich eilig. �Vor allem nat�rlich viel sinnvoller. Sie haben doch selber gesagt, dass Sie schon mal in diesem Nest gewesen sind. Sie k�nnten uns beim Umgang mit den Leuten dort eine wertvolle Hilfe sein . . .�</p><p>�In Stroganowka war ich nicht, nur in Stariza, und das ist etliche Werst entfernt.�</p><p>�Das spielt keine Rolle, jedenfalls sind Ihnen die dortigen Sitten einigerma�en vertraut. Au�erdem wird eine Nonne den Leuten weniger Angst einfl��en als ein ihnen vollkommen unbekannter Vertreter der Obrigkeit . . . Und dann kam es mir auch so vor, als sei Ihnen das Schicksal dieses M�chtegern-Propheten nicht ganz gleichg�ltig. Wenigstens k�nnen Sie unterwegs f�r seine verirrte Seele beten . . . Nun, was sagen Sie?�</p><p>Und dabei sah er ihr so traulich in die Augen, dass Pelagia, die schon eine h�fliche Absage auf der Zunge hatte, ins Wanken kam.</p><p>Sie sp�rte ganz deutlich, wie der Teufel der Eitelkeit sie in Versuchung f�hrte, begriff sie doch nur allzu gut, worin der wahre Grund der �befremdlichen Bitte� Sergej Sergejewitschs bestand. Der Meister der Kriminalistik zollte ihrer Intelligenz und ihrem scharfen Auge Anerkennung und hoffte auf ihre Mithilfe bei der Ermittlung.</p><p>Andere Beweggr�nde zu argw�hnen, etwa weltlicher, s�ndiger Natur, gestattete Pelagia sich nicht, schlie�lich war sie eine Person des geistlichen Standes. Aber dieses Eitelkeitsteufelchen war schon schlimm genug.</p><p>Und ihre schwache Seele konnte der Versuchung nicht widerstehen.</p><p>Ich bin selber schuld, sagte sie sich, w�hrend ihre Wangen sich vor Vergn�gen rosig f�rbten. Ich h�tte den Mund halten sollen. Aber ich musste ja mit meinen vorwitzigen Schlussfolgerungen herausplatzen. Jetzt w�re es eigentlich sogar ungeh�rig, Sergej Sergejewitsch mitten in der Untersuchung allein zu lassen.</p><p>�Sagen Sie einfach Ja�, bat Dolinin leise, als er ihr Z�gern bemerkte. �Ich werde selbst mit Seiner Eminenz sprechen.�</p><p>�Nein�, seufzte Pelagia. �Es ist wohl besser, wenn ich das �bernehme.�</p><p><strong>Der Himmlische Br�utigam</strong></p><p>Pelagia bereitete sich sehr gr�ndlich auf dieses heikle Gespr�ch vor und versuchte, ihre Ansprache ganz nach m�nnlicher Manier aufzubauen, das hei�t rein logisch, ohne jede Emotionalit�t, wie es Mitrofani so sehr sch�tzte.</p><p>Gr�nde, die in irgendeiner Beziehung zu der Ermittlung standen, ber�hrte sie mit keinem Wort. Als Hauptargument f�hrte sie die Gefahr an, die Dolinins Expedition f�r die Sawolshsker Eparchie heraufbeschw�ren k�nnte.</p><p>�Wenn es sich best�tigt, dass der sektiererische Prophet aus unserer Eparchie stammt, w�re das Wasser auf die M�hlen von Konstantin Petrowitsch�, sagte die Schwester. �Die Geschichte wird doch in allen Zeitungen stehen, und Sawolshsk wird auf jeden Fall erw�hnt werden. Im Synod wird man dann sagen: Gut hat er das gemacht, der Bischof von Sawolshsk, hat diese Schlange fein an seinem Busen gen�hrt. Ihre Lage ist ohnedies schon reichlich prek�r.�</p><p>�Ich klebe nicht um jeden Preis an meiner Kanzel�, brummte Mitrofani mit finsterer Mine.</p><p>�Das wei� ich. Aber es geht nicht nur um Sie, sondern auch um uns. Wen wird uns der Oberprokuror an Ihrer Stelle schicken? Ganz bestimmt einen von seinen Sch�tzlingen, irgendeinen Eiferer und Inquisitor. Dann ist es vorbei mit der Ruhe und dem Frieden in Sawolshsk.�</p><p>Und dann bewies sie des Langen und des Breiten, wie wichtig es sei, dass gerade sie bei der Identifizierung des Propheten durch den hohen Petersburger Beamten dabei sei, jemand, der auf Mitrofanis Seite stand, damit sie, falls die Sache einen ung�nstigen Verlauf n�hme, Pr�ventivma�nahmen ergreifen k�nne. Und �berdies sei es auch nicht undenkbar, dass sie, da sich doch das Verh�ltnis zwischen Herrn Dolinin und ihr aufs Freundschaftlichste gestaltet habe, m�glicherweise auf Inhalt und Ton der Relation, die der Untersuchungsf�hrer nach Petersburg schicken werde, g�nstigen Einfluss werde nehmen k�nnen.</p><p>Der Bischof h�rte seiner geistlichen Tochter aufmerksam zu und gab mit einem Nicken zu erkennen, dass ihm ihre Argumente einleuchteten. Dann sagte er lange nichts mehr. Als er schlie�lich den Mund wieder auftat, sprach er �ber etwas ganz anderes.</p><p>�Vielleicht hat Pobedin ja Recht, vielleicht solltest du wirklich keine Nonne sein�, sagte der Bischof nachdenklich. �Warte, reg dich nicht auf. Wir haben zusammen viel �ber den Sinn und die Bestimmung des irdischen Lebens nachgedacht, und eigentlich waren wir beide zu dem Ergebnis gekommen, dass die vornehmste Pflicht jedes Menschen vor Gott darin besteht, sich selbst zu finden, seinen eigenen Weg, und sein eigenes Schicksal zu leben, nicht das eines anderen. Du selbst hast einmal gesagt, das gr��te Ungl�ck der menschlichen Gattung r�hre daher, dass neunhundertneunundneunzig von tausend Menschen sterben, ohne sich selber erkannt zu haben, und ihr ganzes Leben lang vers�umen, das ihre zu tun. Und ich glaube auch, dass Gott genau dies von uns erwartet � den eigenen Weg zu finden und ihn bis zum Ende zu gehen. Nehmen wir zum Beispiel dich. Du wei�t genauso gut wie ich, dass es deine Bestimmung ist, menschliche Geheimnisse zu entschl�sseln. Aber du, Pelagia, tust etwas ganz anderes. Mag auch die Aufgabe einer Nonne � f�r die Seelen der S�nder zu Gott zu beten � die allerehrw�rdigste sein, so bleibt doch die Frage, ob du dir nicht eine S�nde aufl�dst, indem du nicht dein Leben lebst, indem du das Talent, das Gott dir gegeben hat, missachtest! Denn das ist eine schwere, schwere S�nde, das ist das betr�blichste aller Verbrechen, die ein Mensch gegen Gott und sich selber begehen kann. Verstehst du, was ich meine?�</p><p>�Doch, ich verstehe es�, antwortete die Nonne mit bebender Stimme. �Sie wollen damit sagen, mir fehle die Bef�higung zum Nonnendienst und mein Platz sei nicht in einer Klosterzelle, sondern in der Welt. Sie glauben, dort sei mein Nutzen f�r Gott und die Menschen gr��er.�</p><p>Sie senkte den Kopf, damit der Bischof nicht sah, wie ihr die Tr�nen in die Augen traten. Unversehens war das Gespr�ch vom m�nnlichen in den weiblichen Modus gekippt, welcher Tr�nen und flehentliches Bitten verhie�.</p><p>�Es mag durchaus sein, Eminenz, dass dem so ist. Aber haben Sie denn vergessen� � hier hob Pelagia das Gesicht und sah Mitrofani mit hell gl�nzenden Augen an � �dass ich den Schleier nicht aus Fr�mmigkeit heraus genommen habe, und nicht aus geistlicher Kraft, sondern weil ich am Rande des Abgrunds stand, der mich unaufhaltsam hinabzog, und ich schon kurz davor war . . .�</p><p>Die Stimme versagte ihr, sie brachte den Satz nicht zu Ende.</p><p>Damit war das logische Gespr�ch leider schm�hlich gescheitert.</p><p>�Ich wei� es noch�, sagte der Bischof. �Ein tiefer Kummer hielt dich umfangen, eine selbstzerst�rerische Verzweiflung.�</p><p>�Aber ich hatte Gl�ck. Der Herrgott hat Sie zu mir gesandt. Und Sie haben gesagt: �Wenn du deine Seele nicht der ewigen Verdammnis preisgeben willst, dann gibt es nur eine Rettung: Halte dich an den Himmlischen Br�utigam, er wird dich niemals im Stich lassen, denn er ist unsterbliche�</p><p>�Auch das habe ich nicht vergessen.�</p><p>�Und ich habe auf Sie geh�rt, ich habe das Treuegel�bde abgelegt � vor Ihm. Soll ich es jetzt brechen, nur weil ich so gut Geheimnisse aufl�sen kann?�</p><p>�Jesus wird dich verstehen und dir vergeben.�</p><p>�Nat�rlich. Trotzdem darf ich Ihm das nicht antun. Denn ich bin eine Braut Christi, ich muss Ihm dienen.�</p><p>�Man kann Christus auch in der Welt dienen, ebenso gut wie im Kloster � vielleicht sogar noch besser.�</p><p>�Man kann es, ja, aber nicht mit seiner ganzen Kraft, weil man sich zerteilen muss zwischen dem irdischen Leben und der ewigen Liebe.� Pelagia trocknete sich mit einem Tuch die Augen, dann schloss sie mit fester Stimme: �Ich habe es Ihnen versprochen, und ich sage es nochmals: Es wird keine Ermittlungen mehr geben. Im �brigen werden meine F�higkeiten hier auch nicht ben�tigt. Herr Dolinin ist ein von Gott begnadeter Ermittler, mit ihm kann ich mich nicht messen.�</p><p>Mitrofani sah seine rothaarige Vertraute zweifelnd an und seufzte schwer, aber er sagte nichts mehr.</p><p>Damit entlie� er sie.</p><p><strong>Die Erz�hlung eines Hahnreis</strong></p><p>Die Nachricht, dass der Bischof Pelagia seinen Segen f�r die Reise erteilt hatte, l�ste bei Dolinin nicht die erwartete Begeisterung aus. Er nahm die Mitteilung mit einem Nicken zur Kenntnis, sagte jedoch kein Wort. Nur sein Mundwinkel zuckte nerv�s. Dieser Herr war doch einigerma�en sonderbar.</p><p>Auch als sie dann unterwegs waren, gab er sich betont zur�ckhaltend. Seine �u�erungen beschr�nkten sich auf die notwendigsten H�flichkeitsfloskeln, ansonsten mied er jedes Gespr�ch und machte keinen seiner �blichen Scherze. Er war wie ausgewechselt.</p><p>Anfangs war die Nonne �ber dieses Betragen recht befremdet. Bek�mmert fragte sie sich, ob sie ihn vielleicht auf eine unerfindliche Art und Weise beleidigt hatte. Aber dann nahm sie es, wie es war, und schrieb die m�rrische Laune des Untersuchungsf�hrers seiner hypochondrischen Natur zu.</p><p>W�hrend der Fahrt auf dem Lastkahn, die sie zuerst einen Nebenarm des Flusses, dann einen Nebenarm des Nebenarmes entlangf�hrte, bl�tterte Dolinin immerzu in seinem Notizbuch oder schrieb irgendwelche Briefe oder Relationen. Pelagia achtete geflissentlich darauf, ihm in keiner Weise l�stig zu fallen. Sie besch�ftigte sich mit ihrem Strickzeug � gerade hatte sie eine Weste aus Hundehaar f�r Mitrofani in Arbeit � oder las in den �Lebensbeschreibungen heiliger Frauen der Neuzeit�, die sie als Reiselekt�re mitgenommen hatte, oder sie lie� einfach nur ihren Blick �ber das vorbeiziehende Ufer schweifen. Aber als sie den Lastkahn verlie�en und ihre Reise mit dem Fuhrwerk fortsetzten, machte das best�ndige Ger�ttel die beiden ersteren dieser T�tigkeiten unm�glich, die dritte hingegen verlor ihren Sinn aufgrund der Beschr�nktheit der Aussicht: wohin man auch schaute, nichts als B�ume.</p><p>Auch jetzt verhielt sich Sergej Sergejewitsch zun�chst unver�ndert distanziert. Von Zeit zu Zeit jedoch wandte er sich im Sattel um, als wollte er sich vergewissern, ob die Nonne immer noch auf ihrem Platz sa� und zwischenzeitlich nicht etwa vom Kutschbock gefallen war.</p><p>Bei der mitt�glichen Rast trat Pelagia zu der grob gezimmerten Kiste, in der der Ermordete ruhte, und begann fl�sternd ein Gebet zu sprechen. Worin liegt der Sinn dieses tragischen Ereignisses, das man �j�hen Tod� nennt, dachte sie � wenn ein Mensch in der Bl�te seiner Jahre dahingerafft wird, ohne jede Warnung, ohne Vorbereitung? Was hat der Herrgott davon? Dient es einfach nur als Beispiel und Belehrung f�r die Zur�ckgebliebenen? Aber was ist dann mit dem Verstorbenen? Verdient es denn ein Mensch, nur ein belehrendes Beispiel f�r andere zu sein? Sie war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie die Schritte nicht geh�rt hatte, und als ganz nahe an ihrem Ohr Dolinins Stimme erklang, fuhr sie erschrocken zusammen.</p><p>Als w�re nichts gewesen, als h�tte es diese zweieinhalb Tage ununterbrochenen Schweigens nicht gegeben, fragte der Untersuchungsf�hrer:</p><p>�Und, was halten Sie nun von der ganzen Sache, Schwester?�</p><p>�Von welcher Sache?�</p><p>�Sie wissen genau, was ich meine.� Sergej Sergejewitschs Gesicht zuckte nerv�s. �Ich bin sicher, Sie haben schon l�ngst eine klare Vorstellung vom Hergang des Verbrechens in Ihrem Kopf. Wer, wie und warum. Sie sind eine au�erordentlich kluge Frau, Sie besitzen einen scharfen Verstand und einen ausgezeichneten Sp�rsinn. W�hrend der ersten Etappe der Ermittlung waren Sie mir eine unsch�tzbare Hilfe, also bleiben Sie jetzt nicht auf halbem Wege stehen, reden Sie: Hypothesen, Vermutungen, die fantastischsten Einf�lle � ich bin f�r alles dankbar.�</p><p>H�tte er diese Frage nicht erst jetzt, sondern vor der tr�nenreichen Aussprache mit Mitrofani gestellt, Pelagia h�tte ganz gewiss nicht gez�gert, ihm ohne Umschweife alle ihre Gedanken und Erw�gungen mitzuteilen. Jene Unterredung mit dem Bischof aber und ihr neuerliches Versprechen hatten in der Nonne eine entscheidende Wendung ausgel�st. Nachdem sie sich freim�tig eingestanden hatte, vor allem aus eitler Abenteuerlust und s�ndiger Neugier in diese Reise nach Stroganowka eingewilligt zu haben, verbot sie sich jetzt aufs Allerstrikteste, dar�ber nachzudenken, wo jener Herr Glasauge wohl stecken mochte, ob er nun den Propheten ermordet hatte oder nicht, und wenn ja, warum � ob aus Hass oder Gewinnsucht oder aus sonst irgendwelchen Motiven. Deshalb senkte sie nur dem�tig die Augen und entgegnete dem Untersuchungsf�hrer:</p><p>�Ich habe �berhaupt nicht dar�ber nachgedacht; weil es mir nicht zusteht, dar�ber nachzudenken. Sie m�gen vielleicht den falschen Eindruck von mir bekommen haben, ich hielte mich f�r eine Detektivin im Nonnenhabit. Ich kann Ihnen jedoch versichern, mein Herr, es ist nicht so. Darf eine Nonne sich etwa in weltliche Angelegenheiten einmischen, noch dazu in solch s�ndige? Wenn ich damals etwas gesagt habe, was ich nicht h�tte sagen sollen, so ist das nur der momentanen Ersch�tterung zuzuschreiben, die der Anblick des gesch�ndeten K�rpers bei mir ausgel�st hat. Sie, mein Herr, m�ssen Ihre Pflicht tun, und ich die meine. Gott m�ge Ihnen helfen! Ich werde f�r den Erfolg Ihrer Bem�hungen beten.�</p><p>Er sah sie mit unbeweglichem, pr�fendem Blick an.</p><p>Dann legte sich sein Gesicht pl�tzlich in ein strahlendes, freundschaftliches L�cheln:</p><p>�Schade, wir h�tten wunderbar zusammen Schl�sse ziehen k�nnen. Aber noch bedauerlicher ist es, Schwester, dass Sie nicht im Polizeidienst stehen. Wir haben nur sehr wenige weibliche Agenten, aber jede von ihnen ist so viel wert wie zehn M�nner. Und Sie mit Ihren F�higkeiten, Sie w�ren so viel wert wie hundert. Na gut, ich will Sie nicht weiter st�ren. Ich glaube, Sie haben gerade gebetet?�</p><p>Er entfernte sich in Richtung Lagerfeuer. Von jenem Augenblick an aber war sein Verhalten vollkommen ver�ndert, er war wieder der alte Sergej Sergejewitsch, wie sie ihn kennen gelernt hatte, der scharfsinnige und immer ein wenig sp�ttische Gespr�chspartner, in dessen Gegenwart die Zeit schneller verging und intensiver erschien.</p><p>Von nun an hielt sich Dolinin nicht mehr an der Spitze der Reisegesellschaft, sondern zog es vor, neben dem Fuhrwerk herzureiten. Manchmal scheuchte er gar den Kutscher vom Bock herunter und nahm selbst die Z�gel in die Hand, oder er sa� ab und f�hrte sein Pferd am Zaumzeug hinter sich her. Einmal bot er Pelagia an, sie solle doch ein St�ck reiten, was sie jedoch mit Hinweis auf ihren Nonnenstand ablehnte. Dabei versp�rte sie gro�e Lust, sich wie in fr�heren Zeiten nach M�nnerart in den Sattel zu schwingen, die Knie an die runden, hei�en Flanken des Pferdes zu pressen, sich in den Steigb�geln aufzurichten und �ber die weiche, feuchte Erde dahinzupreschen, dass schwere Brocken mit sattem Schmatzen hinter ihr in die H�he wirbelten . . .</p><p>Sie empfand den sp�ttischen Ton Sergej Sergejewitschs keineswegs als kr�nkend, ja er imponierte ihr sogar, vielleicht deshalb, weil darin nicht die geringste Spur von jenem Zynismus zu finden war, der bei dem gebildeten Teil der modernen Gesellschaft so weit verbreitet ist. Man sp�rte, dass er ein Mann mit Prinzipien und Idealen war und � was ja heutzutage schon geradezu erstaunlich ist � einen tiefen, unverf�lschten Glauben besa�.</p><p>Die traurige Last, mit der sie reisten, brachte anfangs das Gespr�ch immer wieder auf das Opfer.</p><p>Dolinin erz�hlte ihr einige aufschlussreiche Details aus dem s�ndigen Leben des �Seelenf�ngers�.</p><p>Offenbar hatte der wieder erschienene Messias erst vor relativ kurzer Frist, n�mlich erst vor etwa zwei Jahren, seine Predigert�tigkeit aufgenommen, hatte jedoch inzwischen das halbe Gouvernement durchwandert und eine beachtliche Zahl von Anh�ngern um sich geschart, vorwiegend ganz einfache Leute. Die �Findelkinder� hielten weder Massenversammlungen noch Prozessionen ab, zogen aber dennoch sehr viel Aufmerksamkeit auf sich � sei es durch ihre merkw�rdige wei�blaue Tracht, sei es durch ihre demonstrative Ablehnung des Christentums einschlie�lich der ganzen orthodoxen Kirche. Dabei war der Sinn von Manuilas Predigten, wie meistens bei solcherart Seelenverwirrern, die aus dem tr�ben Bodensatz des Volkes emporsteigen, g�nzlich undurchsichtig und blieb jeder logischen Herangehensweise verschlossen. Im Wesentlichen handelte es sich um ein Sammelsurium aus allerlei wirren Pamphleten: gegen den Auferstehungstag, gegen die Priester, die Ikonen, das Glockenl�uten, den Milit�rdienst und den Verzehr von Schweinefleisch � erg�nzt durch eine ziemlich vage Verherrlichung des Judentums (obwohl Manuila, vorausgesetzt, er stammte wirklich aus diesem verschlafenen Winkel des Gouvernements, in seinem Leben nie einen echten Juden zu Gesicht bekommen haben konnte) und allen m�glichen anderen Unfug.</p><p>Jedenfalls, berichtete Dolinin weiter, hatte sich irgendwann der Oberprokuror, der ja von Amts wegen ein wachsames Auge auf jede Art von Ketzerei haben muss, pers�nlich f�r den Wanderprediger zu interessieren begonnen. Er lie� den armen Burschen aus seinem Posemuckel zu sich kommen und hielt mit ihm einen geistlichen Disput ab. (�Konstantin Petrowitsch liebt diesen Zweikampf mit Ketzern, vorausgesetzt, er bleibt dabei Sieger, so wie es seinem Namen entspricht � schlie�lich kommt Pobedin von �Pobeda�, und das bedeutet �Sieg��, grinste Sergej Sergejewitsch, der von dieser Begegnung sehr ulkig, doch ohne jede Anz�glichkeit erz�hlte.) Und Manuila, nicht auf den Kopf gefallen, passte den Moment ab, da der sch�ngeistige Oberprokuror sich zum Bild des Erl�sers umwandte, um sich zu bekreuzigen, und lie� eine goldene, diamantenbesetzte Uhr � ein pers�nliches Geschenk von Seiner Majest�t dem Zaren � von Pobedins Schreibtisch verschwinden. Der Diebstahl wurde bemerkt, man brachte den Propheten aufs Revier. Konstantin Petrowitsch lie� jedoch Gnade walten, und der Vagabund durfte gehen, wohin der Wind ihn wehte, ohne dass man ihn bestrafte. �Es wurden nicht einmal Fotografien angefertigt, geschweige denn eine Bertillonage! Wie sehr h�tte das jetzt meine Arbeit erleichtert!�, seufzte der Erz�hler bedauernd und schloss mit den Worten:</p><p>�Es w�re wirklich besser gewesen, er h�tte ihn eingelocht, dieser ungl�ckselige Allesverzeiher. Manuila s��e jetzt zwar im Kittchen, aber er w�re am Leben.�</p><p>�Eine traurige Geschichte�, sagte Pelagia, als er geendet hatte. �Aber am traurigsten finde ich dabei, dass der orthodoxe Glaube, der doch eigentlich unsere nat�rliche Religion ist, offenbar so vielen russischen Menschen keinen seelischen Trost mehr spendet. Es scheint etwas darin zu fehlen, was ein einfaches Gem�t doch braucht. Oder aber es ist im Gegenteil etwas darin, was nicht hineingeh�rt, etwas Unwahrhaftes � sonst w�rden die Menschen sich doch nicht von unserer Kirche abwenden und sich all diesen abstrusen Ketzereien hingeben.�</p><p>�Nein, unserem Glauben mangelt es an nichts�, fuhr ihr Dolinin mit solch unbeirrbarer Sicherheit ins Wort, wie sie Pelagia von diesem Skeptiker eigentlich nicht erwartet h�tte.</p><p>Aus irgendeinem Grunde hatte die Bemerkung der Nonne den Untersuchungsf�hrer in Erregung versetzt. Eine Weile schien er unschl�ssig, dann sprach er weiter:</p><p>�Ich m�chte Ihnen eine Geschichte erz�hlen . . . �ber einen Bekannten von mir . . .� Er wurde rot, riss sich den Kneifer von der Nase und rieb sich nerv�s die Nasenwurzel. �Ach, wozu um den hei�en Brei herumreden, Sie mit Ihrem Verstand k�men ja sowieso darauf: Nat�rlich bin ich selbst gemeint. Sie sind der zweite Mensch auf der Welt, Schwester, dem ich diese Geschichte erz�hlen m�chte . . . Ich wei� selbst nicht, warum . . . Nein, das stimmt nicht, ich wei� warum. Aber ich werde es Ihnen nicht sagen, es spielt hierbei keine Rolle. Ich m�chte es, und das muss reichen.�</p><p>In Sergej Sergejewitsch schien ein heftiger innerer Kampf zu toben, seine Erregung wuchs mit jedem Moment. Pelagia hatte dieses Ph�nomen schon des �fteren beobachtet: Ein Mensch tr�gt lange, lange Zeit, manchmal �ber Jahre hinweg, eine schwere seelische B�rde mit sich herum, und auf einmal, wie aus heiterem Himmel, sch�ttet er dem erstbesten Menschen, der ihm begegnet, mit einem Schlag sein Herz aus. Aber es muss auf jeden Fall ein Fremder sein, der ihm ganz zuf�llig �ber den Weg l�uft, das ist die Voraussetzung.</p><p>�Es ist eine ganz gew�hnliche Geschichte�, begann Dolinin und l�chelte ein wenig gezwungen, �sie ist eigentlich sogar ziemlich banal. Solche Geschichten passieren jeden Tag. Es ist wahrlich kein Stoff f�r eine echte Trag�die, allenfalls f�r einen anz�glichen Witz �ber einen Hahnrei und eine Frau, die ihm untreu wird . . . Ein Mann (welcher vor Ihnen steht, aber ich erz�hle es lieber in der dritten Person, das ist weniger peinlich) heiratete einmal eine wundersch�ne junge Frau. Selbstverst�ndlich verg�tterte er sie! Er war gl�cklich, wie man nur gl�cklich sein kann, und er lebte in dem Glauben, sie sei genauso gl�cklich wie er, und sie w�rden zusammenbleiben, bis dass der Tod sie schiede, wie man so sch�n sagt. Aber wir wollen die Geschichte nicht unn�tig in die L�nge ziehen, man wei� ja, was kommen muss . . . Und es kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Eines Tages suchte er etwas in ihrem Ridik�l, irgendeine unbedeutende Kleinigkeit . . . Nein, ich muss pr�zisieren, damit die Abgeschmacktheit und groteske L�cherlichkeit dieses Vorgangs deutlicher wird . . . Stellen Sie sich vor, dieser Dummkopf brauchte tats�chlich eine Puderdose! Er wollte einen Pickel in seinem Gesicht abdecken, weil er einen wichtigen Auftritt vor Gericht hatte! Einen kleinen, harmlosen Pickel, der mitten auf seiner Nase sa�! Verstehen Sie, wie peinlich! Ja, damals war so ein Auftritt vor Gericht eine au�erordentlich bedeutsame Angelegenheit f�r mich.� Jetzt war Sergej Sergejewitsch doch zur ersten Person �bergegangen. �Bis zu dieser Minute, als ich in ihrem Ridik�l ein Briefchen fand, und zwar eines von der pikantesten Art.�</p><p>Pelagia stie� einen kleinen erschrockenen Laut aus.</p><p>�Ich sage ja, eine ziemlich abgeschmackte Geschichte�, sagte Dolinin und l�chelte unbeholfen.</p><p>�Aber nein, das ist �berhaupt nicht abgeschmackt!�, rief die Nonne. �Das ist ein furchtbares Ungl�ck! Nur weil es so oft geschieht, muss es noch lange nicht abgeschmackt sein! Wenn der Mensch, der f�r uns der wichtigste auf der Welt ist, uns verr�t, dann ist das noch schlimmer, als wenn er gestorben w�re . . . Aber nein, so etwas soll man nicht sagen, das ist eine S�nde, nat�rlich ist es nicht schlimmer, auf keinen Fall ist es schlimmer.�</p><p>Pelagia wurde blass und sch�ttelte zweimal heftig den Kopf, als wollte sie eine b�se Erinnerung oder Vision verscheuchen. Aber Sergej Sergejewitsch sah sie �berhaupt nicht an, er schien ihren Einwurf gar nicht geh�rt zu haben.</p><p>Er setzte die unterbrochene Erz�hlung fort:</p><p>�Ich ging unverz�glich zu ihr und verlangte eine Erkl�rung. Aber anstatt um Verzeihung zu bitten oder mich wenigstens anzul�gen, sagte sie: �Ich liebe ihn schon lange, ich liebe ihn mehr als mein Leben. Ich habe es nicht �ber mich gebracht, es dir zu sagen, weil ich dich achte und weil du mir Leid tust, aber wenn es jetzt schon einmal so gekommen ist . . .� Er war ein langj�hriger Bekannter von uns, ein Freund der Familie und h�ufiger Gast . . . Reich, von ansehnlicher Statur und eine �Erlaucht� obendrein. Bald darauf zog sie zu ihm. Ich verlor vollkommen den Kopf, ich war au�er mir. Die Welt war zusammengest�rzt und lag in Tr�mmern, was galt mir jetzt noch das Amt, was galten mir meine wichtigen Prozesse . . . Nie h�tte ich gedacht, dass ich einmal so vor jemandem auf den Knien liegen k�nnte, heulend und flehend und alles, was dazugeh�rt. O ja, ich konnte, und sogar ganz vortrefflich! Aber es war alles vergebens. Meine Frau ist ein herzensguter Mensch und eine mitf�hlende Seele, sie weinte bittere Tr�nen mit mir. Kaum fiel ich auf die Knie � bums, lag sie neben mir. Ich heulte, sie heulte, und so krochen wir nebeneinander auf dem Fu�boden herum und baten uns gegenseitig um Verzeihung. Aber bei allem Mitgef�hl ist sie auch eine sehr willensstarke Person, und wenn sie einmal von etwas �berzeugt ist und einen Entschluss gefasst hat, bringt nichts und niemand sie davon ab. So kannte und respektierte ich sie. Nat�rlich wich sie auch jetzt keinen Millimeter von ihrer Haltung ab, ich qu�lte sie und mich ganz umsonst. Und eines Tages machte sie sich meine Schw�che zunutze� � an dieser Stelle trat zum ersten Mal offene Bitterkeit in seine Stimme � �und bat mich, ihr unseren Sohn zu �berlassen. Ich willigte ein � in der Hoffnung, sie durch meinen Edelmut und meine Opferbereitschaft zu beeindrucken. Und ich war auch erfolgreich � sie war tief ber�hrt. Aber sie kam trotzdem nicht zu mir zur�ck . . .</p><p>Jedenfalls, das Projekt, von dem ich sprach, jenen Reformentwurf, verfasste ich w�hrend dieser Zeit. Ich hatte ein heimliches, ein schier wahnsinniges Ziel. Ich verstie� gegen jede Subordination, ich war geradezu dreist und unversch�mt. Ich dachte: Wenn man mich aus dem Dienst entl�sst � meinetwegen, es ist sowieso schon alles egal, soll es kommen, wie es kommen muss. Aber vielleicht falle ich ja auch die Treppe hinauf und mache pl�tzlich Karriere? Schlie�lich waren meine Ideen nicht ganz dumm, ich hatte mich lange genug damit gequ�lt, sie mochten unserem Staatswesen sehr wohl zu Nutz und Frommen gereichen . . . Zun�chst wurde ich tats�chlich vom Dienst suspendiert, aber das warf mich nicht aus der Bahn � im Gegenteil, es verschaffte mir sogar Genugtuung. Wenn es denn so sein soll, dachte ich � mir ist es recht. Denn zu diesem Zeitpunkt, m�ssen Sie wissen, war bereits ein Plan in mir herangereift.�</p><p>�Was f�r ein Plan?�, fragte Pelagia, die an seinem Ton schon erriet, dass es sich um einen h�chst unseligen Plan handeln musste.</p><p>�Ein gro�artiger Plan�, grinste Dolinin. �Ein in seiner Art sogar unvergleichlicher Plan. Die Sache war n�mlich die, dass die gl�cklich Liebenden beabsichtigten, in den Stand der Ehe zu treten. Nat�rlich nicht einer vollwertigen Ehe, denn eine kirchliche Trauung war ja nicht mehr m�glich, aber es sollte doch so eine Art Hochzeitsfeier stattfinden. In der Hauptstadt herrschen andere Sitten als in der Provinz, dort sind solche Eheschlie�ungen mit den Gattinnen anderer M�nner ja heutzutage keine Seltenheit mehr. �Zivilehe� nennt sich das. Das Fest wurde in ganz gro�em Stil vorbereitet, alles sehr modern, ohne falsche Scham. Es sollte ein gro�es Fest geben f�r alles, was Rang und Namen hat, nach dem Motto: Echte Liebe steht eben h�her als b�rokratische Gesetze und �bler Klatsch.</p><p>Ich tat so, als h�tte ich mich in das Unvermeidliche gef�gt. So mancher mir Wohlgesonnene hatte mir ja schon seit l�ngerem geraten, �die Dinge doch mit einem gewissen Abstand zu betrachten�. Also gut, betrachtete ich die Sache eben mit Abstand.� Sergej Sergejewitsch lie� ein freudloses Lachen h�ren, das in ein Husten �berging. Dann r�usperte er sich und fuhr fort: �Nach au�en hin gab ich mich als der reinste Engel, geradezu als Tolstoianer, und so kam es � Sie werden es nicht glauben �, dass ich mit einer Einladung zu diesem Fest der Liebe beehrt wurde. Das war der Moment, wo mir die Idee zu jenem Plan kam . . . Zuerst wollte ich mir, etwa so, wie es im Lande der aufgehenden Sonne Sitte ist, vor aller Augen mit einem scharfen Dolch den Bauch aufschlitzen und meine Eingeweide direkt auf die Festtafel ausleeren � bitte sehr, meine Herrschaften, greifen Sie zu. Aber dann fiel mir etwas Besseres ein.�</p><p>Pelagia sperrte die Augen auf und hielt sich mit der Hand den Mund zu.</p><p>Dolinin setzte seine qu�lende Erz�hlung unerbittlich fort:</p><p>�Ich hatte mir �berlegt, dass ich zu dem Fest einen Blumenstrau� und eine Flasche von ihrem Lieblingswein mitnehmen w�rde, den wir fr�her nur zweimal im Jahr zu kaufen pflegten, n�mlich an ihrem Namenstag und an unserem Hochzeitstag. Und dann, wenn das Fest in vollem Gange ist, bitte ich um das Wort � meine verehrten Damen und Herren, ich m�chte einen Toast ausbringen. Nat�rlich werden sich sofort alle Blicke auf mich richten, und ich kann mir der vorz�glichsten Aufmerksamkeit gewiss sein. Die Situation ist ja einigerma�en pikant: Der verlassene Ehemann gratuliert den frisch Verm�hlten. Die einen packt die R�hrung, die anderen feixen innerlich. Und ich werde eine Rede halten, eine sehr, sehr kurze Rede. �Die Liebe ist eine alles zerst�rende Kraft�, werde ich sagen. �M�ge sie euch auf ewig l�cheln, so wie ich euch jetzt zul�cheln werde.� Ich �ffne die Flasche und f�lle mein Glas bis zum Rand, dann hebe ich es hoch und lasse es einen Augenblick �ber den K�pfen der Anwesenden schweben. Das mache ich extra f�r meinen Sohn, der bei dem Fest nat�rlich auch zugegen ist. Er soll alles ganz genau im Ged�chtnis behalten. Und dann lasse ich den Inhalt meines Glases ganz langsam �ber meine Stirn flie�en.� Dolinin lie� die Hand �ber sein Gesicht gleiten. �Nur wird kein Wein in der Flasche sein, sondern Schwefels�ure.�</p><p>Pelagia schrie auf, aber Sergej Sergejewitsch hatte es wohl wieder nicht geh�rt.</p><p>�Ich hatte kurze Zeit zuvor in einem �hnlichen Falle ermittelt � ein Verbrechen aus Leidenschaft. Dort hatte eine Frau, genauer gesagt, ein Stra�enm�dchen, ihrem Zuh�lter und Geliebten aus Eifersucht S�ure ins Gesicht gegossen. Ich habe seine Leiche im Leichenschauhaus gesehen: Die Haut hatte sich vom Fleisch gel�st, die Lippen waren vollkommen zerfressen, und die blo�en Z�hne grinsten mich an. Das brachte mich auf die Idee, den Jungverm�hlten solch ein �L�cheln der alles zerst�renden Liebe� zu schenken. Den Schmerz f�rchtete ich nicht, ja, ich d�rstete geradezu danach, wie nach einem labenden Balsam. Er schien mir das Einzige, was diesem Feuer vergleichbar war, das mich all die Monate �ber innerlich verzehrt hatte . . . Nat�rlich w�re ich auf der Stelle tot gewesen, bei einer Verbrennung solchen Grades w�rde das Herz den Schock nicht verkraften. Und dann sollten die beiden meinetwegen in Frieden miteinander leben und ihr Gl�ck genie�en. Sie h�tten bestimmt s��e Tr�ume gehabt . . . Und mein Sohn sollte sein Leben lang daran denken . . . So ungef�hr also sah mein Plan aus.�</p><p>�Und was hat Sie daran gehindert, ihn auszuf�hren?�, fragte die Nonne fl�sternd.</p><p>Diesmal hatte Dolinin zugeh�rt, er nickte.</p><p>�Am Vorabend des glorreichen Tages wurde ich pl�tzlich in die h�chsten Sph�ren der Macht bestellt. Es war ein Wunder geschehen, es gab dort oben tats�chlich Menschen, die an das Wohl des Staates dachten, und ich hatte ihre Gunst gefunden, sie hoben mich zu sich empor und gaben meinem Leben einen neuen Sinn. Ich nahm es als ein Zeichen des Himmels. Das ist meine Chance, dachte ich, jetzt kann ich meiner Frau beweisen, dass ich ein gro�er Mann bin, wichtiger und bedeutender als ihr kleines Gr�flein. Ich werde eine gesellschaftliche Stellung besitzen, Reichtum und Macht, ich werde ihn in jeder Hinsicht �bertreffen, und dann wird es ihr Leid tun, sie wird bereuen, was sie getan hat. � Was nat�rlich Unsinn war, denn sie ist kein Mensch, der seine Entscheidungen bereut! Aber wie ich schon sagte, ich war au�er mir.�</p><p>Sergej Sergejewitsch schwieg einen Augenblick und beendete dann seine Erz�hlung in einem ganz anderen Ton, ohne jede Bitterkeit oder Selbstmitleid:</p><p>�Aber in Wirklichkeit bestand der Sinn jenes Zeichens in etwas ganz anderem. Ein guter Freund hat mich sp�ter darauf gebracht � sein Name spielt keine Rolle, Sie kennen ihn nicht. Er sagte zu mir: �Gott hat sich lhrer erbarmt, er hat Ihre Seele gerettet.� So einfach ist es, Gott hat sich meiner erbarmt. Und als ich das begriffen hatte, fand ich zum Glauben. Ich glaubte � ohne Deutelei, ohne Wenn und Aber. Von diesem Augenblick an begann mein wirkliches Leben.�</p><p>�F�rwahr, so ist es!�, rief Pelagia aus, und einem instinktiven Impuls folgend, sprudelte sie hervor: �Wissen Sie, ich m�chte Ihnen auch gern etwas �ber mich erz�hlen . . .�</p><p>Aber in diesem Moment zog der Untersuchungsf�hrer die Z�gel an und brachte sein isabellfarbenes Pferd zum Stehen, w�hrend das Fuhrwerk mit Pelagia weiterrollte.</p><p>Die Nonne sprang vom Kutschbock herunter und lief das St�ck Weg zur�ck zu Dolinin � nicht, weil sie ihm ihre Geschichte erz�hlen wollte (sie hatte verstanden, dass er f�r Herzenserg�sse jetzt nicht empf�nglich war), sondern weil sie ihm etwas Wichtiges sagen wollte.</p><p>�Gott hat Ihr Leben und Ihre Seele gerettet. Und Er wird es bei dieser Gnade nicht bewenden lassen. Die Zeit vergeht, und die Wunde wird verheilen. Eines Tages wird Ihr Groll verflogen sein, und Sie werden verstehen, dass es nicht die Schuld Ihrer Frau war. Sie ist einfach nicht die, die Ihnen von Gott bestimmt ist. Und wer wei�, vielleicht werden Sie Ihre wahre Gef�hrtin noch finden.�</p><p>Dolinin l�chelte sp�ttisch, doch ohne Sarkasmus.</p><p>�Nein, danke, ich bin kuriert. Vielleicht, wenn mir so eine wie Sie begegnet. Aber ich habe den Verdacht, eine wie Sie gibt es nicht noch einmal auf der Welt. Au�erdem ist es ja bedauerlicherweise nicht m�glich, eine Nonne zu heiraten.�</p><p>Damit gab er seinem Pferd die Sporen und preschte an die Spitze des Zuges. Pelagia blieb vollkommen verwirrt zur�ck.</p><p><strong>Die Schrecken des Waldes</strong></p><p>Lange danach noch sa� die Schwester auf dem Kutschbock und sagte kein Wort. Gott allein wei�, in welchen Sph�ren ihre Gedanken schwebten, auf ihrem Gesicht jedenfalls lag ein sonderbarer Ausdruck � es wirkte traurig und entr�ckt zugleich. Manchmal l�chelte sie, dann wieder liefen ihr Tr�nen �ber die Wangen, und sie wischte sie mit dem Handr�cken fort, ohne sie �berhaupt zu bemerken.</p><p>Und auf einmal war diese Laune verflogen, ihre Gedanken verwirrten sich. Irgendetwas irritierte sie, lenkte sie ab, aber sie verstand nicht sofort, was es war.</p><p>Pl�tzlich begriff sie: Da war es wieder. Sie sp�rte ganz deutlich einen Blick in ihrem Nacken, einen starren, unverwandten Blick.</p><p>Das geschah nicht zum ersten Mal. Vorhin, w�hrend der mitt�glichen Rast, war es genauso gewesen. Pelagia hatte sich br�sk umgedreht und gerade noch gesehen, wie sich ganz hinten am Rande der Lichtung ein Zweig im Unterholz bewegte.</p><p>Und jetzt empfand die Nonne ganz genau dieselbe Unruhe. Sie drehte sich um � und griff sich vor Schreck ans Herz: Ein riesiger grauer Vogel sa� auf einer Tanne und starrte sie aus gro�en runden Augen an.</p><p>Pelagia kicherte leise. Herrgott, ein Uhu! Nur ein Uhu . . .</p><p>***</p><p>Aber am Abend, als das Lager f�r die Nacht aufgeschlagen wurde, ereignete sich ein Vorfall, bei dem ihr das Lachen verging. W�hrend die M�nner Unterst�nde aus Laub bauten und Reisig f�r das Feuer sammelten, ging Pelagia, dem Ruf der menschlichen Natur Folge leistend, ein St�ck in den Wald. Weil sie sich vor den M�nnern genierte, stieg sie ziemlich tief in das dichte Unterholz hinein � Gott sei Dank war es noch hell genug, so w�rde sie sich nicht verirren.</p><p>Da nahm sie pl�tzlich schwachen Rauchgeruch wahr, aber nicht von der Lichtung her, sondern aus der entgegengesetzten Richtung. Sofort fielen ihr all die Erz�hlungen �ber verheerende Waldbr�nde ein. Wegen der vielen S�mpfe brannte der Gro�e Wald nur selten, aber wenn einmal ein Feuer ausgebrochen war, gab es aus dieser lodernden H�lle kein Entkommen mehr.</p><p>Pelagia sog die Luft ein und ging auf den verd�chtigen Geruch zu. Und wirklich leuchtete kurz darauf gar nicht weit vor ihr ein zitterndes Fl�mmchen auf. Vielleicht ein Irrlicht?</p><p>Als sie das Feuer schon beinahe erreicht hatte, h�rte sie pl�tzlich hinter sich ein Knacken; es war nicht sehr laut, aber offensichtlich von einem lebenden Wesen verursacht. Die Nonne erstarrte.</p><p>Dort hinter der Tanne bewegte sich etwas.</p><p>Vor Angst wie gel�hmt, starrte sie in das Halbdunkel. Irgendetwas schwang dort rhythmisch hin und her. Pl�tzlich erkannte sie es � es war ein Wolfsschwanz! Aber er wedelte nicht etwa wenige Handbreit �ber dem Waldboden, sondern, so unglaublich es klingen mag, viel weiter oben, als s��e das Tier auf einem Ast!</p><p>Pelagia schlug hastig das Kreuzzeichen und murmelte, w�hrend sie mit vorsichtigen Schritten zur�ckwich: �Gott ist unsere Kraft und unsere Zuflucht. . .�</p><p>Ein leises Knurren und seltsames Schnalzen kam aus dem Zwielicht, das der armen Nonne allerdings nicht so sehr grimmig als vielmehr sp�ttisch vorkam.</p><p>Da drehte sie sich um und st�rzte davon, so schnell sie ihre Beine trugen.</p><p>Sie rannte in blinder Panik, stolperte �ber einen Baumstumpf und fiel hin, zerriss sich ihr Untergewand und merkte es nicht einmal, war gleich wieder auf den Beinen und jagte nur umso schneller weiter.</p><p>Kreidebleich, die Lippen blutig gebissen, schoss sie aus dem Unterholz hervor auf die Lichtung.</p><p>�Was ist los? Ein B�r?� Dolinin st�rzte auf sie zu und riss den Revolver aus seinem G�rtel. Die Polizisten langten nach ihren Gewehren.</p><p>�Nein . . . nein�, hauchte Pelagia und rang nach Luft. �Es ist nichts.�</p><p>Beim Anblick des Feuers und ihrer Begleiter, die friedlich ihre Pfeifen schmauchten, kam sie sich auf einmal albern vor. Ein Wolf auf einem Ast, noch dazu schnalzend? Dieser Wald konnte einen wirklich ganz wirr machen.</p><p>�Alles ist gut�, sprach ihr Sergej Sergejewitsch leise zu und f�hrte sie zur Seite. �Sie sind ja vollkommen au�er sich! Eigentlich sind Sie doch gar nicht so schreckhaft! Was ist denn passiert?�</p><p>�Dort war ein Wolf . . . Aber, es war ganz seltsam . . . Es sah aus, als s��e er auf einem Baum. Und dann war dort ein Feuer . . . Ich dachte pl�tzlich an Struk, den Waldgeist, wissen Sie�, erz�hlte Pelagia und l�chelte gezwungen.</p><p>Aber Dolinin blieb ernst. Er schaute konzentriert in das nachtblaue Dickicht hinter ihr.</p><p>�Na gut, dann werden wir mal nachsehen, was das f�r ein Struk ist. F�hren Sie mich hin?�</p><p>Dolinin ging voraus und leuchtete mit einer Lampe. Selbstsicher schritt er vorw�rts, ohne sich zu verstecken, die Zweige knackten laut unter seinen F��en, und allm�hlich schrumpfte ihre Angst in sich zusammen.</p><p>�Da hinten�, sagte die Nonne und deutete nach vorn, als sie an dem schrecklichen Ort angekommen waren. �Das ist die Tanne.�</p><p>Sergej Sergejewitsch schob energisch die gr�nen Nadeln auseinander und beugte sich zur Erde.</p><p>�Ein abgebrochener Zweig�, sagte er. �Da muss jemand draufgetreten sein, und zwar erst vor ganz kurzer Zeit. Schade, dass hier so viel Moos ist, sonst k�nnten wir vielleicht Spuren finden.�</p><p>�Er . . . Er hat geknurrt�, sagte Pelagia kl�glich. �Es klang irgendwie sp�ttisch, gar nicht wie ein Tier. Und vor allem, der</p><p>Schwanz, der war so hoch.� Sie stellte sich auf ihre Zehenspitzen und zeigte, wie hoch. �Ehrenwort? Und das Fl�mmchen ist verschwunden . . . und nach Rauch riecht es auch nicht mehr. . .�</p><p>Es war ihr selber peinlich, was f�r einen Unsinn sie redete.</p><p>Aber Dolinin spottete auch jetzt nicht. Er schnupperte:</p><p>�Doch, da ist etwas, ganz leicht . . . Wissen Sie, Mademoiselle, ich glaube an die Vernunft, ich f�hle mich einer wissenschaftlichen Weltanschauung verpflichtet. Dennoch bin ich weit davon entfernt zu glauben, die Wissenschaft h�tte alle Geheimnisse dieser Erde entschl�sselt � ganz zu schweigen von den Geheimnissen des Himmels. Es w�re naiv, sich einzubilden, die Gesetze der Physik und der Chemie k�nnten die Natur ersch�pfend erkl�ren. Nur sehr beschr�nkte Menschen k�nnen auf Dauer Materialisten sein. Sie sind doch nicht etwa Materialistin?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Und warum wundern Sie sich dann so? Sie haben sich erschrocken, das ist nur verst�ndlich, aber warum sollten Sie sich wundern? Sie sehen doch selbst, wo wir hier sind.� Mit einer ausholenden Geste umfing er die tiefe Dunkelheit, in die sich der Wald des Nachts einh�llte. �Wo soll schlie�lich das B�se, Unheimliche, Ungeheure hausen, wenn nicht in den Tiefen des Wassers und im Dickicht der W�lder?�</p><p>�Scherzen Sie?�, fragte Pelagia leise.</p><p>Sergej Sergejewitsch seufzte.</p><p>�Sie sind doch Nonne, also sagen Sie, existieren Gott und die Engel?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Also gibt es auch den Teufel mitsamt seinem Gefolge. Das ist der einzig m�gliche logische Schluss. Die Existenz des Wei�en ist unm�glich ohne die Existenz des Schwarzen�, sagte der bemerkenswerte Untersuchungsf�hrer und beendete damit das Gespr�ch. �Na gut, gehen wir Tee trinken.�</p></section><section><title><p><strong>IV</strong></p><p><strong>Nur ein Traum?</strong></p></title><p><strong>Der wilde Tatar</strong></p><p>Am Abend des vierten Tages erreichten sie Stroganowka.</p><p>Das Dorf bestand aus einer Hand voll unansehnlicher H�uschen, �ber eine weitl�ufige Wiese verstreut, die man wahrscheinlich schon zu unvordenklichen Zeiten dem Wald abgerungen hatte.</p><p>Vor zwei � oder dreihundert Jahren war dieses Anwesen, wie schon aus seinem Namen hervorging, im Besitz der Kaufleute Stroganow gewesen, jener Stroganows, die Sibirien eroberten. �brig geblieben war aus jenen Zeiten ein gro�es Geviert aus morschen Balken � die Reste einer Burg � sowie einige Dutzend Bergwerksstollen, die an das Salzwerk erinnerten, das es irgendwann einmal hier gegeben hatte.</p><p>In dieser Gegend lebten raue M�nner mit langen B�rten, Nachkommen der Vogelfreien im Gefolge der Stroganows, herumstreunendes Gesindel, das sich schon im sechzehnten Jahrhundert, von der Freiheit und Ungebundenheit dieser Region angelockt, hier niedergelassen hatte. Dass diese Siedler nicht von der friedliebenden, Ackerbau treibenden Sorte waren, erkannte man sofort � sei es am Nichtvorhandensein bestellten Bodens, sei es an den winzigen, schie�schartenartigen Fensterluken in ihren niedrigen Katen oder an den Fellen, die an den geflochtenen Z�unen zum Trocknen aufgeh�ngt waren. Die Stroganowkaer waren keine Ackerbauern. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt als Waldarbeiter oder kratzten Salz aus den vorsintflutlichen Gruben: graues, schlechtes Salz, das sie den Bauern der umliegenden Gegend f�r ein paar Kopeken verkauften.</p><p>Und hinter dem Kiefernwald, auf der anderen Seite des rei�enden, steinigen Flusses, sah man schon die ersten Ausl�ufer des Uralgebirges.</p><p>Im Gemeindehaus sprach Dolinin mit dem Dorf�ltesten, einem m�rrischen Greis, der genau so aussah, wie man sich einen richtigen Waldschrat vorstellt, �ber und �ber bedeckt von grauen, wie von Gr�nspan �berzogenen Haaren. Au�er dem Alten waren bei dem Gespr�ch zwei nicht mehr junge M�nner zugegen, die ihre M�nder nicht aufbekamen und die ungeladenen G�ste nur misstrauisch anstarrten.</p><p>H�tten sie nicht den Gemeinde�ltesten dabeigehabt, der ein Gevatter des Dorf�ltesten war, w�re wahrscheinlich gar kein Gespr�ch zustande gekommen.</p><p>Die Hauptsache, deretwegen sie angereist waren, kl�rte sich sofort.</p><p>Der Dorf�lteste warf einen Blick in die ge�ffnete Kiste, bekreuzigte sich und sagte, das sei ganz gewiss Petka Scheluchin, geb�rtig aus Stroganowka. Vor drei Jahren sei er fortgegangen, seitdem habe ihn niemand aus dem Dorf mehr gesehen.</p><p>�Unter welchen Umst�nden hat er seinen Wohnort verlassen?� fragte Dolinin.</p><p>�He?� Der Dorf�lteste glubschte ihn verst�ndnislos an. Er beherrschte ausschlie�lich die regionale Mundart, was die Verst�ndigung mit ihm einigerma�en erschwerte. �Wat is?�</p><p>�Ich meine, warum ist er fortgegangen?�</p><p>�Tjoch, wech is wech. Ihm sein Jeb� hamwa olingens anne Gemiende gegebn�, antwortete der Alte und umfasste mit einer weiten Geste die Kate, nebenbei gesagt ein ziemlich erb�rmliches Anwesen mit niedriger Decke und grau von Spinnweben.</p><p>��Olingens�, das hei�t �im letzten Jahr��, �bersetzte Pelagia. �Sie haben in Scheluchins Haus ein Gemeindehaus eingerichtet.�</p><p>�Merci. Aber ich habe ihn nicht nach dem Haus gefragt, ich m�chte wissen, was f�r ein Mensch dieser Scheluchin war. Warum hat er das Dorf verlassen?�</p><p>�Ein . . .!�, sagte der Alte und sprach das Kraftwort so klar und deutlich aus, dass die Nonne die Nase r�mpfte. �Ein Muulwacker und Modderlock, drewischer. Am L�jjen immer wie�n Drufappel, hernacher hamse j�m beim Bucksen gepackt.�</p><p>�Wie?�, fragte Dolinin und wandte sich hilflos an Pelagia.</p><p>Diese erkl�rte:</p><p>�Ein Prahlhans und Faulpelz, hat immerzu gelogen und wurde beim Stehlen ertappt.�</p><p>�Ich glaube, das ist unser Mann�, bemerkte Sergej Sergejewitsch. �Die Beschreibung stimmt jedenfalls. Und warum hat Scheluchin nun dieses paradiesische Fleckchen Erde so pl�tzlich verlassen? Fragen Sie ihn lieber, Schwester, bei mir klappt die Verst�ndigung mit diesem Methusalem nicht so besonders gut.�</p><p>Pelagia fragte.</p><p>Der Dorf�lteste wechselte einen Blick mit den schweigenden M�nnern und antwortete, Petka sei �mit einem wilden Tataren verschwunden�.</p><p>�Mit wem?�, fragten Sergej Sergejewitsch und die Nonne wie aus einem Mund.</p><p>�Der war nich von hier, so�n buttenicher. Wuurens geloopen is, wei� kainers.�</p><p>�Was ist denn ein buttenicher?� Dolinin sah seine Gehilfin nerv�s an. �Und dieses, was war das � �wuurens�?�</p><p>�Jetzt warten Sie doch mal�, unterbrach Pelagia den Untersuchungsf�hrer mit einer br�sken Geste. �Sagen Sie, Gro�vater, woher kam denn der Tatar?�</p><p>�Niewuurens. Den hat Dummka gebracht.�</p><p>Jetzt war auch die Nonne ratlos.</p><p>�Wie bitte?�</p><p>Nach einem l�ngeren und an Missverst�ndnissen jeder Art reichen Wortwechsel stellte sich schlie�lich heraus, dass Dummka der Spitzname eines stummen und geistig zur�ckgebliebenen M�dchens aus dem Dorf war.</p><p>Bez�glich der Frage, wie Dummkas richtiger Name lautete, erhob sich zwischen den Ans�ssigen ein kurzer Disput.</p><p>Einer der M�nner meinte, sie hei�e Stjoschka, der andere sagte Fimka. Der Dorf�lteste berichtete, das stumme Dummchen wohne bei Oma Bobricha, welche schon �sewwene Jahr aufm Schragen� liege. Dummka pflege die Kranke nach besten Kr�ften, und auch die �Gemiende� helfe, wo sie k�nne.</p><p>Eines Tages im Fr�hling, vor drei Jahren, habe diese gewisse Dummka, man wisse nicht woher, einen �Juchter� angebracht, welcher �vollkommen wild�, gewesen sei.</p><p>�Warum denn wild?�, fragte Pelagia.</p><p>�Wie ich sage, ganz wild. Wackelt mit�n Kopp, glustert mit die Augen und rawwelt, als w�r er�n Mensch, aber nur all Rabrakel kommt da raus, ganz dodelich. �Eh, fuani, eh, fuani�, macht er. Ein Narrichter, so wie in die St�dte vor die Kirche betteln.�</p><p>�Ein Narrichter? Er meint ein Verr�ckter?�, platzte Sergej Sergejewitsch, der angestrengt zugeh�rt hatte, dazwischen.</p><p>�Nein�, antwortete die Nonne. �Er meint ein �Gottesnarr�. Sagen Sie, Gro�vater, wie war dieser Mensch denn gekleidet?�</p><p>�Wie so�n Sch�dderupp eben, keine Hosen, blo� �n kladeriches Hemde mit blaue Bisseke.�</p><p>�Was, was? Was f�r ein Hemd, Schwester?�</p><p>Pelagia drehte sich zu dem Untersuchungsf�hrer um und sagte leise:</p><p>�Mit einem blauen Strick, als G�rtel . . .�</p><p>Dolinin stie� einen Pfiff aus.</p><p>�Da haben wir den Salat. Das hei�t, das ist gar nicht Manuila da in unserer Kiste . . . Quod erat demonstrandum.�</p><p>�Warten Sie, warten Sie.� Pelagia wandte sich wieder dem Dorf�ltesten zu. �Und wie kamen Sie darauf, dass er ein Tatar war?�</p><p>Der Gro�vater warf der Nonne einen schiefen Blick zu und �berlie� es einem der M�nner, ihr zu antworten:</p><p>�Donka, sach du�s ihr.�</p><p>�Wir sin inne Banja mit j�m, und da seh ich, de Snippel is j�m affkaddelt�, erkl�rte Donka. �Wie bei die Tataren.�</p><p>�Was, was?�</p><p>�Das habe ich jetzt mal verstanden�, bemerkte Sergej Sergejewitsch. �Der wilde Tatar war beschnitten. Kein Zweifel, das war Manuila. Er ist tats�chlich unsterblich, der Halunke . . .�</p><p>Im weiteren Verlauf des Gespr�ches kl�rten sich dann noch diverse andere Details.</p><p>Petka Scheluchin, der �lodderichste� Mensch von ganz Stroganowka, hatte aus irgendeinem Grund eine besondere Zuneigung zu dem �Wilden� gefasst, nahm ihn in seine Kate auf und folgte ihm auf Schritt und Tritt, wie einem leiblichen Bruder. Nach Aussage des Dorf�ltesten waren sie einander tats�chlich �hnlich � sowohl vom K�rperbau als auch von den Gesichtsz�gen her. Petka nannte den Fremden sogar �gro�er Bruder�, der aber rief seinen f�rsorglichen Begleiter �Scheluchai�.</p><p>�Nee, nicht Scheluchai, Schelujak hat der Tatar zu ihm gesagt�, berichtigte Donka.</p><p>�Genau�, best�tigte der zweite Mann. �Schelujak. Und Petka hat drauf geh�rt.�</p><p>Der Untersuchungsf�hrer lie� das M�dchen rufen, welches den Tataren ins Dorf gebracht hatte.</p><p>Man holte sie herbei und begann ihr Fragen zu stellen. Aber es war nichts Vern�nftiges aus ihr herauszubekommen. Dummka mochte sch�tzungsweise vierzehn Jahre alt sein, war aber so klein und zur�ckgeblieben, dass man sie f�r zehn h�tte halten k�nnen. Sie verstand nichts von dem, was sie gefragt wurde, und gab nur unartikulierte Laute von sich. Dabei kratzte sie sich die ganze Zeit mit schmutzigen Fingern ihren wirren Haarschopf und zog die Nase hoch.</p><p>Schlie�lich machte Dolinin eine resignierte Geste und gab auf.</p><p>�Also, Scheluchin hat sich mit diesem Hergelaufenen angefreundet, oder was?�, wandte er sich wieder an den Dorf�ltesten. �Und wie hat man sich das konkret vorzustellen?�</p><p>Mit einem schweren Seufzer �ber den hoffnungslosen Sergej Sergejewitsch schickte sich Pelagia an, seine Frage in die Stroganowkaer Mundart zu �bersetzen � sonst w�re es weitergegangen wie bei Hamlet und den Totengr�bern: (�Sie wissen ja, mein Herr � in unserer, der D�nischen�). Und pl�tzlich, rein zuf�llig, schaute sie zu Dummka, die sich an der T�r herumdr�ckte. Jetzt, da die Erwachsenen sie nicht mehr beachteten, hatte sich ihr Gesichtsausdruck ver�ndert: In ihren leeren Augen gl�hte ein Funken auf, der Anschein von Einf�ltigkeit war verschwunden. Sie lauschte dem Gespr�ch, und wie begierig!</p><p>�Gehst du wech!�, fuhr sie der Dorf�lteste an.</p><p>Widerwillig ging sie hinaus.</p><p>Das Gespr�ch �ber den �Wilden� wurde fortgesetzt.</p><p>�Womit hat denn der Tatar den Petka so f�r sich eingenommen?�, fragte Pelagia.</p><p>�Petka, der fluutiche L�jjeneer, hat gesacht, der Wilde h�tt ihm vom Heiligen Land erz�hlt und wie man richtich leben soll.�</p><p>�Wieso �L�gner�?�</p><p>�Wie soll denn ein Tatar vom Heiligen Land kakeln, wo er ja kein Wort nich in unsre Sprache vern�nftich rauskricht.�</p><p>�Hei�t das, er konnte �berhaupt nicht sprechen?� �Mhmhm.�</p><p>Einer der M�nner (nicht Donka, sondern der andere) sagte:</p><p>�Der und die Dummka, wei�te noch? Sie brummt, und er grunzt, du lachst dich krupich. �Die Dummka�, sacht der Ochrim, �hat sich �nen Br�utigam gefunden. Das gibt eine Familie � ein Dussel und ein Dummchen.��</p><p>Und er strich sich mit der Hand �ber den Bart, was in Stroganowka wohl das �u�erste Ma� an Leichtsinn bedeutete, denn der Dorf�lteste wies den Spa�vogel zurecht:</p><p>�Grins nich so gl�sich. Hast du vergessen, was dann passiert is?�</p><p>�Und was ist dann passiert?�, fragte Dolinin sofort.</p><p>Die Stroganowkaer wechselten verstohlene Blicke.</p><p>�Wir haben den Tataren weggejagt�, sagte der Dorf�lteste. �Feste forwalkuult und forrtobackt und baarchdaal inne G�llekule und dann b�llen ferjachtert.�</p><p>�Was haben sie gemacht?�, Sergej Sergejewitsch sah die Nonne hilflos an.</p><p>�Sie haben ihn halb tot geschlagen, in eine Jauchegrube getaucht und aus dem Dorf gejagt�, erkl�rte sie.</p><p>�Weshalb denn?�, fragte Dolinin, das Gesicht ob der rauen �rtlichen Sitten despektierlich verzogen.</p><p>�Man h�tt ihm �n Kopp einschlagen solln, dem Lodderbatz�, sagte der Dorf�lteste b�se. �Oder ihm sein Snippel, sein tatarischen, abrei�en. Dummka, das arme J�ssel, is ihm nachgelaufen wie �ne H�ndin, und er hat se wohl beschmuddein wollen. So ein Herodes. Zwei Tage hat die Dummka gelegen un kein Mucks gemacht.�</p><p>Sergej Sergejewitsch runzelte die Stirn.</p><p>�Und was war mit Scheluchin?�</p><p>�Der ist hinter seim Tataren her in den Wald gelaufen. Als wir diesen Hurensohn verdemst ham, is Petka auf die M�nner los, er wollt nich, dass man seim �gro�en Bruder� die Leviten lernt. Tchoch, hamwa eben dem Petka auch sein N�ssel verd�tscht. Und als wir den Tataren in den Wald gejachtert ham, hat der Petka sein B�ndel geschn�rt und is hinterher. �Er kommt um da im Wald!�, schreit er. �Er is �n Gottesmann!� Und den Petka hamwa nich mehr wiedergesehen, bis heut nich.�</p><p>�Aber sag mal, Gro�vater, in welche Richtung ist der Tatar denn von hier weggegangen? Richtung Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang, oder Richtung Norden, nein, wie hei�t das, gen Mitternacht?�, fragte Dolinin.</p><p>Pelagia stand leise auf und ging zur T�r.</p><p>Daf�r gab es zwei Gr�nde. Erstens schien sich Sergej Sergejewitsch inzwischen mit der �rtlichen Idiomatik besser zurechtzufinden. Den zweiten Grund stellte die T�r selber dar, die sich sehr wunderlich geb�rdete � mal ging sie einen Spaltbreit auf, mal wieder zu � dabei r�hrte sich nicht der leiseste Windhauch.</p><p>Pelagia schl�pfte in die schummerige Diele hinaus und sah sich aufmerksam um. In einer Ecke, hinter einer Truhe, bemerkte sie einen Schatten.</p><p>Sie ging hin und hockte sich davor.</p><p>�Komm raus, hab keine Angst!�</p><p>Ein wirrer Haarschopf kam hinter der Truhe zum Vorschein, und ein weit ge�ffnetes Augenpaar leuchtete in der Dunkelheit.</p><p>�Na, versteckst du dich?�, sprach Pelagia das Dummchen mit sanfter Stimme an. �Warum hast du denn gelauscht?�</p><p>Das M�dchen reckte sich zu seiner vollen, nicht allzu betr�chtlichen Gr��e auf und schaute die in der Hocke sitzende Nonne von oben herab an.</p><p>War sie wirklich so ein Dummchen?, fragte sich Pelagia zweifelnd, als sie der kleinen Wilden in die Augen sah.</p><p>�M�chtest du mich etwas fragen? Hast du einen Wunsch? Sag �s mir, zeig es mir, mit den H�nden, oder wie du willst. Ich verstehe dich schon, und ich sage es niemandem weiter.�</p><p>Dummka stie� der Schwester mit dem Finger gegen die Brust, dorthin, wo ein kleines, kupfernes Walaam-Kreuz hing.</p><p>�Du m�chtest, dass ich�s schw�re?�, erriet Pelagia. �Ich schw�re dir bei Gott dem Herrn, dass ich niemandem etwas erz�hle.�</p><p>Und sie wappnete sich schon innerlich f�r die schwierige Aufgabe, das Gebrumme und Gestikuliere des armen Gesch�pfes zu entr�tseln.</p><p>Aus der Stube klang das Ger�usch von Schritten � jemand kam zur T�r.</p><p>�Komm zur M�hle�, fl�sterte die Stumme pl�tzlich.</p><p>Dann huschte sie flink wie ein M�uschen �ber die Diele und verschwand durch die Haust�r nach drau�en.</p><p>Im selben Augenblick flog die Stubent�r sperrangelweit auf, und Sergej Sergejewitsch erschien auf der Schwelle.</p><p>Auf Pelagias Gesicht stand noch der Ausdruck der �berraschung, aber er deutete ihre hochgezogenen Augenbrauen in seinem Sinn.</p><p>�Ein sch�ner Halunke, wie?�, knurrte er grimmig. �Da haben Sie das ganze Geheimnis seiner Unsterblichkeit: Er l�sst einfach andere ihre Haut f�r sich zu Markte tragen. Verstehen Sie jetzt, warum die �Findelkinder� kein Verlangen danach hatten, der Leiche ihres Propheten das letzte Geleit zu geben? Diese Gauner wussten ganz genau, dass es nicht den Propheten erwischt hat, sondern einen Popanz.�</p><p>�Deshalb haben sie auch, als der Mord entdeckt wurde, viel mehr �ber ihren verlorenen Schatz geklagt�, erinnerte sich Pelagia. �Ich h�tte dem damals mehr Aufmerksamkeit schenken sollen.�</p><p>�Also gut, fassen wir zusammen?�, fragte Dolinin munter, als sie auf die Vortreppe hinaustraten. �Ich denke, das Bild gestaltet sich folgenderma�en: Manuila hat seinen �kleinen Br�der Pjotr Scheluchin damit betraut, w�hrend der Reise auf den �Schatz� Acht zu geben. Ganz offensichtlich hatte er damit gerechnet, dass es eine Jagd auf das Geld geben k�nnte, und er wollte, wie gesagt, seine kostbare Haut nicht riskieren.�</p><p>�Ich glaube eher, dass man nicht hinter dem Geld her war, sondern hinter Manuila.�</p><p>�Wie kommen Sie darauf?�, fragte der Untersuchungsf�hrer rasch und sah Pelagia mit zusammengekniffenen Augen an.</p><p>Die Geschichte mit Dummka hatte die Nonne ein wenig verwirrt, und aus diesem Grunde mochte sie wohl ihr Gel�bnis, sich in keine kriminalistischen Deduktionen mehr einzulassen, f�r einen Moment vergessen haben.</p><p>�Sie haben doch selber erz�hlt, dass es schon einmal einen Anschlag auf ihn gegeben hat. Wurde damals denn etwa auch Geld gestohlen?�</p><p>�Nein, nicht dass ich w�sste.�</p><p>�Sehen Sie. Es geht um Manuila selbst. Der Mord auf dem Dampfer war kein ungl�cklicher Zufall, und es war auch kein Rasin, der ihn begangen hat. Dieser Gauner von Manuila ist irgendjemandem ein geh�riger Dorn im Auge.�</p><p>�Und wem?�</p><p>Dolinins Gesicht wurde immer ernster, und Pelagia � warum soll man es verheimlichen � f�hlte sich von seiner Aufmerksamkeit geschmeichelt.</p><p>�Es gibt nicht allzu viele M�glichkeiten. Erstens . . .�, begann sie, aber pl�tzlich stockte sie und biss sich auf die Zunge � jetzt war ihr doch wieder eingefallen, was sie vor kurzem gelobt hatte. �Nein, nein! Ich werde dazu �berhaupt nichts sagen. Und versuchen Sie nicht, mich zu �berreden! Ich habe es versprochen. Sie sind sehr klug und werden die L�sung ganz bestimmt alleine finden.�</p><p>Sergej Sergejewitsch brummte sp�ttisch:</p><p>�Man kann dem Verstand nicht befehlen, stillzustehen, da kann man versprechen, so viel man will. Schon gar nicht einem so scharfen Verstand wie dem Ihren . . . Na gut, wie Sie wollen. Sollten Sie es sich doch noch anders �berlegen, k�nnen Sie mir Ihre �M�glichkeiten� ja noch auf der R�ckreise auseinander setzen. Hier gibt es f�r uns nichts mehr zu tun. Der Prophet ist offenbar quicklebendig, wir werden also ein Dementi bez�glich seines Ablebens an die Presse geben m�ssen. Das ist nat�rlich eine gro�artige Werbung f�r Manuila! Mal wird er umgebracht, mal wird er wieder lebendig.�</p><p>Er spuckte vor Verdruss � nicht richtig nat�rlich, er war ja schlie�lich ein intelligenter Mensch, sondern nur symbolisch � das hei�t, er sagte �Pfui!�</p><p>�Es gibt keinen Grund, hier weiter unsere Zeit zu vertr�deln, wir reisen noch heute ab.�</p><p>�So kurz vor Einbruch der Nacht?� Pelagia, die gerade versuchte, sich in den mondbeschienenen Str��chen Stroganowkas zu orientieren, fuhr erschrocken auf. �Wo ist denn hier blo� die M�hle?�</p><p>�Ach was, wir werden uns schon nicht verirren. Das hat ohnehin alles schon viel zu lange gedauert. Ich dachte, es handele sich um eine Staatsangelegenheit, und herausgekommen ist ein blauer Wind.�</p><p>Aha, das ist also ihr Versteck, dachte die Nonne, als sie ein w�rfelf�rmiges Haus am Flussufer entdeckte und meinte, das Knarren eines M�hlrades zu h�ren.</p><p>�Ich kann nicht einfach so wegfahren�, sagte sie bestimmt. �Der Dorf�lteste will keinen Priester aus Stariza kommen lassen, er sagt, man k�nne keine Pferde er�brigen, und au�erdem koste es Geld. Was soll jetzt werden, soll der Mensch wie ein Hund verscharrt werden? Ich kann zwar nicht das Totenamt abhalten, dazu bin ich nicht befugt, aber wenigstens will ich ein Gebet am Grabe sprechen. Das ist meine Pflicht. Und Sie sollten sich keine Vorw�rfe machen, mein Herr. W�ren wir nicht hierher gekommen, h�tten Sie Ihren Vorgesetzten berichtet, Manuila sei tot, und irgendwann h�tte sich dann herausgestellt, dass es gar nicht stimmt. Das h�tte Sie in eine peinliche Lage gebracht.�</p><p>�Das ist nat�rlich richtig, aber trotzdem . . .�, brummte Sergej Sergejewitsch, den die erfolglose Expedition anscheinend ernstlich verstimmt hatte. Sicher hatte sich der ehrgeizige Reformator schon auf den Titelseiten der Zeitungen gesehen. �Also gut. Dann bringen Sie Scheluchin gleich morgen unter die Erde. Aber so fr�h wie m�glich, bitte. Verflixt, schade um die Zeit!�</p><p><strong>Zum ersten Mal �ber den Hahn</strong></p><p>Pelagia w�nschte dem Untersuchungsf�hrer eine gute Nacht, sagte, sie werde sich selber um ihre Unterkunft k�mmern, und eilte zum Fluss.</p><p>Sie lief die Dorfstra�e entlang, an geflochtenen Z�unen vorbei, hinter denen leise die Stroganowkaer Hunde knurrten, die nichts mit gew�hnlichen Dorfk�tern gemein hatten, sondern eher wie W�lfe aussahen. Dann lie� sie die H�user hinter sich und trat auf das freie Grasland hinaus. Das Rauschen des Flusses verst�rkte sich. Als sie fast bei der M�hle angelangt war, einem aus massiven Holzst�mmen gef�gten Geb�ude, kam ihr eine schm�chtige Gestalt entgegengelaufen.</p><p>Das M�dchen st�rzte ungeduldig auf die Schwester zu, klammerte sich mit ihren rauen H�nden an deren Arm und fragte:</p><p>�Lebt er? Lebt er noch?�</p><p>�Wer?�, fragte Pelagia verwundert.</p><p>�Amanuel.�</p><p>�Du meinst Manuila?�</p><p>�Amanuel�, wiederholte Dummka. �Er hei�t Amanuel.�</p><p>�Woher wei�t du das denn?�</p><p>�Er hat so gemacht� � das M�dchen tippte sich mit dem Finger auf die Brust � �und gesagt: Amanuel, Amanuel. Er hat noch viel gesagt, aber ich hab nicht verstanden. Ich war ja noch klein und ganz dumm.�</p><p>Wahrscheinlich Manuel, �berlegte Pelagia. Und daraus haben die einfachen Leute sp�ter Manuila gemacht, als der geheimnisvolle �Tatar� �ber die D�rfer zog und predigte.</p><p>�Er lebt, dein Manuel, er lebt�, beruhigte sie Dummka. �Ihm ist nichts geschehen. Wei�t du was, erz�hl mir doch mal, wo du ihn gefunden hast.�</p><p>�Ich hab ihn ja gar nicht gefunden, das war Beljanka.�</p><p>Und Dummka erz�hlte Pelagia eine wundersame Geschichte. Die Nonne h�rte ihr gespannt zu und wunderte sich, wie gut sich die vermeintlich Stumme ausdr�cken konnte � viel gewandter und farbiger als der Dorf�lteste.</p><p>Die Geschichte aber ging so:</p><p>Es begann damit, dass Beljanka aus dem Gefl�gelhof der Gemeinde, den die kleine Dummka betreute, weggelaufen war. Beljanka war eine Legehenne mit �u�erst �knurrichm�, das hei�t z�nkischem Charakter. Der Gefl�gelhof befand sich auf der anderen Seite des Flusses, also konnte sich die Fl�chtige entweder irgendwo im Gestr�pp verkrochen haben, oder man musste sie noch ein St�ck weiter weg, bei den �Steinen� (Felsen), suchen.</p><p>Dummka durchk�mmte s�mtliche Str�ucher in der Umgebung, aber Beljanka war nicht zu finden. Zu allem Ungl�ck geh�rte die Legehenne dem �ltesten Sohn des Dorf�ltesten, Donka, der ein �bler Raufbold und W�terich war. Dummka hatte �rasiche� Angst vor ihm.</p><p>Also blieb ihr nichts anderes �brig, sie musste zu den �Steinen� gehen und dort suchen. Sie rief und lockte, gackerte wie ein Huhn, jammerte und flennte, aber nichts half.</p><p>So gelangte sie zum Teufelsstein. Dorthin w�re sie nie im Leben freiwillig gegangen, schon gar nicht allein.</p><p>�Warum nicht?�, fragte Pelagia. �Was ist das denn mit dem Teufelsstein?�</p><p>�Ein furchtbar schrecklicher Ort!�</p><p>�Warum denn schrecklich?�</p><p>�Von wegen dem Herrn.�</p><p>Und Dummka erz�hlte, dass dort am Teufelsstein vor langer, langer Zeit einmal ein fremder Herr verschwunden war. Davon hatte ihr das Omelchen erz�hlt, als es noch nicht �vom vielen Liegen� die Sprache verloren hatte. Und Oma Bobricha hatte es wiederum von ihrem Gro�vater.</p><p>N�mlich vor hundert Jahren, oder vielleicht war�s sogar noch fr�her, jedenfalls da kam einmal ein feiner Herr nach Stroganowka, der suchte nach Sch�tzen, nach Gold und Edelsteinen. Er kraxelte in den Bergen herum, wo keiner von den Hiesigen je die Nase hinsteckte, weil es da ja nichts zu holen gab, buddelte in der Erde und stieg in die �B�uche � (H�hlen) hinunter. Auch in den Bauch vom Teufelsstein kroch er hinein. Und er nahm einen Hahn mit.</p><p>�Wozu denn?�, fragte die Nonne verst�ndnislos.</p><p>�Na, wenn du dich in dem Bauch verl�ufst, dann l�sst du den Gockel laufen, der findet immerall (ganz bestimmt) einen Durchschlupf.�</p><p>Aber der Hahn hatte dem feinen Herrn nichts genutzt. Beide verschwanden auf Nimmerwiedersehen � weder Mann noch Hahn fanden aus der H�hle heraus. Ein paar Mutige aus dem Dorf stiegen in die H�hle, um die Vermissten zu suchen. Man fand: von dem feinen Herrn die Pelzm�tze, von dem Hahn eine Schwanzfeder � sonst nichts. Klarer Fall: Der Teufel hatte sie geholt, denn das war ja sein Stein.</p><p>Dummka hatte also schreckliche Angst, dorthin zu gehen, aber ohne Beljanka zur�ckzukommen, das ging auch nicht.</p><p>Sie lief immer �ummendum� den verhexten Felsen (um ihn herum), �jibberte� (weinte) und zitterte am ganzen K�rper, und auf einmal h�rte sie ein Ger�usch: Es klang, als kr�hte ein Hahn, aber ganz dumpf, als bef�nde er sich unter der Erde. Sie schaute hinter einem gro�en Findling nach � und fast blieb ihr das Herz stehen: Hinter einem Busch klaffte schwarz ein Spalt im Fels, und genau dort kam das Kikeriki heraus.</p><p>Als sie begriff, dass dies die H�hle jenes feinen Herrn war, traute sich Dummka lange nicht, sie zu betreten. Wenn dieser Hahn da drin am Ende genau der war, den der Teufel geholt hatte? Vielleicht war ja dann der feine Herr auch dort, der verschwundene! Oh, wie schrecklich!</p><p>Sie bekam eine solche Angst, dass sie bestimmt davongelaufen w�re, wenn sie nicht pl�tzlich ein Gackern aus dem H�hlenloch geh�rt h�tte, ein wohl vertrautes Gackern � das war Beljanka!</p><p>Also war sie da drin, in der H�hle!</p><p>Sie bekreuzigte sich schnell (beten konnte sie ja nicht, weil sie �sprechlos� war), und dann kroch sie durch den Spalt, um Beljanka herauszuholen.</p><p>Zuerst war es ganz finster, sie konnte gar nichts erkennen. Als sie sich ein bisschen an die Dunkelheit gew�hnt hatte, bemerkte sie einen wei�en Fleck � Beljanka. Sie gleich zu ihr hin, aber da war ein Hahn bei ihr, so ein forscher, �jipericher�, immerzu wollte er auf das Huhn drauf. Und auf einmal sieht sie, da hinten liegt ein b�rtiger Mann in einem wei�en Hemd (jedenfalls kam es Dummka so vor) und schnarcht.</p><p>H�tte der Mann nicht geschlafen, w�re sie gleich weggesaust vor Angst, und keine zehn Pferde h�tten sie noch mal an diesen schrecklichen Ort gebracht. Aber vor einem, der schl�ft, braucht man doch keine Angst haben, oder? Das hei�t, nat�rlich hatte sie Angst, am Anfang, aber dann guckte sie ihn noch mal ein bisschen genauer an und fand, dass er gar nicht so schrecklich aussah. Da hat sie ihn aufgeweckt und ins Dorf gebracht, und den Hahn auch.</p><p>Den Gockel durfte Dummka behalten, der H�hlenmann machte ihr Zeichen: Nimm ihn dir. Ein Prachtgockel war das, mit knallrotem Gefieder, kein Vergleich mit denen im Dorf. Omelchen und Dummka haben ihn dann immer an die Leute ausgeliehen, damit er ihre Hennen besteigt, f�r f�nf Eier pro Henne. Davon lebten sie in Saus und Braus. Der Gockel begr�ndete in Stroganowka den Stamm der �Jiperichen� (die immerzu auf die Hennen wollen). Aber nach einem Jahr haben ihn die Nachbarh�hne totgehackt � er war ein zu gro�er Raufbold.</p><p>Als Dummka zu Ende erz�hlt hatte, begann Pelagia, sie �ber Manuila auszufragen: Was f�r ein Mensch er gewesen sei, wie er sich verhalten habe, ob er vielleicht irgendjemandem B�ses getan habe. Sie dachte an die Schilderung der M�nneJa�l deren Erkl�rung, warum sie den M�chtegern-Propheten davongejagt hatten, ergab f�r sie keinen Sinn: Wenn das stimmte, warum machte sich Dummka dann solche Sorgen um diesen �Loderbatz�?</p><p>Das M�dchen selber sagte kein b�ses Wort �ber ihren vermeintlichen Sch�nder, im Gegenteil. Wenn die Rede auf ihn kam, nahm ihre Stimme einen schw�rmerischen, sogar z�rtlichen Klang an. F�r sie war die Begegnung mit dem �wilden Tataren� offenbar das wichtigste Ereignis in ihrem jungen, armseligen Leben.</p><p>Er ist gut, sagte Dummka. Man kann gut mit ihm �gespr�chern�.</p><p>�Aber wie konntet ihr denn miteinander sprechen?�, platzte Pelagia heraus. �Du warst stumm, und er konnte doch angeblich auch nicht richtig sprechen?�</p><p>Oder hat er vor den M�nnern nur so getan?, dachte sie bei sich.</p><p>�Wir haben gespr�chert�, wiederholte Dummka eigensinnig. �Man versteht nicht die Worte, aber trotzdem alles.�</p><p>�Was hat er dir denn erz�hlt?�</p><p>�Ganz viel�, antwortete das M�dchen und schaute zum Himmel empor, zum Mond. Auf ihrem Gesicht lag ein seltsames, zartes, ganz und gar unkindliches L�cheln. �Ich war ja noch ganz klein, ganz dumm. Ich wollt immer betteln: �Geh nicht weg, bleib bei Omelchen und mir�, aber es kam blo� immer �M�h, M�h� und �Muh, Muh�.�</p><p>�Und wann hast du gelernt zu sprechen?�</p><p>�Der Manuel hat mich geheilt. Er hat zu mir gesagt: �M�del, du wollst nich sprechen, weil du keinen hattest, mit wem und nich �ber was. Aber mit mir kannst du.��</p><p>�Und das hat er alles ohne Worte zu dir gesagt?�, fragte Pelagia ungl�ubig.</p><p>Dummka �berlegte.</p><p>�Das wei� ich nicht mehr. Er hat mich zum Fluss gebracht und gesagt, ich soll mich nackt ausklatern (ausziehen). Dann hat er mir Wasser �ber den Kopp gegossen und die Schultern gestreichelt. Das war sch�n! Und dann hat er einen Spruch aufgesagt, einen Zauberspruch. Aber Wanjatka, der M�ller, hat uns gesehen und ist gelaufen und hat die M�nner geholt. Die kamen alle angerannt und sind auf ihn los, auf den Amanuel, und haben ihn ferwimst und an den Haaren geschleift und ferklautscht! Ich habe immer geschrien: �R�hrt ihn nicht an! R�hrt ihn nicht an!�, ganz richtig, mit Worten, aber niemand hat mich geh�rt, weil alle so laut geschrien ham. Und ich war so forstrutt (erschrocken), dass ich mit Worten schreien kann, da bin ich ohnm�chtig umgefallen und liegen geblieben, einen Tag und noch einen Tag. Und als ich wieder aufgewacht bin, da hatten sie ihn schon weggejagt . . . Ich wollte ihm nachlaufen, ins Gelobte Land. Der Amanuel ist da n�mlich geboren.�</p><p>�Im Gelobten Land? Woher wei�t du das?�</p><p>�Ja, wo denn sonst?�, fragte Dummka verwundert. �Und er hat�s doch auch selber gesagt. Ich wollte ihm nachlaufen. Aber er hat es nicht erlaubt. Immerzu hab ich gebettelt � �nimm mich mit, nimm mich mit�, mit �muh, muh� und �m�h, m�h�. Ich hatte Angst, dass er mich nicht versteht, weil mich ja sonst nur Omelchen verstanden hat. Aber er hat mich verstanden. �Du kannst noch nicht ins Gelobte Lands hat er gesagt. �Was soll denn das Omelchen ohne dich machen? Aber wenn Gott dich freigibt, dann komm zu mir. Ich warte auf dich.��</p><p>Erst jetzt, mit gro�er Versp�tung, ging Pelagia auf, dass das M�dchen ihr einen B�ren aufband oder, netter gesagt, fantasierte. Es hatte sich ein M�rchen ausgedacht und erg�tzte sich daran. Aber andererseits, was hatte das arme Ding denn sonst schon, woran es sich erg�tzen konnte?</p><p>Pelagia strich Dummka �ber den Kopf.</p><p>�Warum redest du denn nicht? Im Dorf denken sie, du seist stumm und nicht richtig im Kopf, dabei bist du so ein gescheites M�dchen. Sprich mit den Leuten, dann wird man dich auch anders behandeln.�</p><p>�Mit wem soll ich denn gespr�chern?�, schnaubte Dummka. �Und �ber was denn? Ich spr�cher blo� mit Omelchen, und nur ganz leise. Jeden Abend. Ich erz�hl ihr dann von Amanuel, und sie h�rt zu. Antworten kann sie ja nicht. Als ich klein war, hat Omelchen immerzu mit mir gesprochen, und ich Dummchen habe nur muh, muh gemacht. Jetzt ist es umgekehrt. Ich spr�cher, und Omelchen macht muh, muh. Ihr geht es ganz schlecht, sie stirbt bald. Ich begrabe sie, und dann bin ich frei und gehe zu Amanuel ins Gelobte Land. Aber erst muss ich noch wachsen und eine Jungfrau werden. Weil, was soll er mit einem kleinen M�dchen? Ein Jahr oder so muss ich noch warten. Guck mal�, sagte Dummka pl�tzlich stolz, kn�pfte ihr zerrissenes Kleid auf und zeigte ihre Br�ste, die gerade erst anzuschwellen begannen: Zuerst die eine und dann die andere. �Siehst du? Bin ich bald eine Jungfrau?�</p><p>�Bestimmt�, seufzte Pelagia.</p><p>Beide schwiegen, jede mit ihren Gedanken besch�ftigt.</p><p>�H�r mal�, sagte die Nonne. �K�nntest du mir nicht diese H�hle zeigen? Wo du Manuel gefunden hast?�</p><p>Dummka war sofort einverstanden. �Klar! Komm wieder zur M�hle, wenn die H�hne zum zweiten Mal kr�hen, dann bringe ich dich hin.�</p><p><strong>Ein peinlicher Traum</strong></p><p>Bis zum ersten Hahnenschrei, der dem Gesetz der Natur zufolge den Sonnenaufgang ank�ndigt, war es noch weit, wohl f�nf oder sechs Stunden, also musste sich Pelagia um einen Platz f�r die Nacht k�mmern.</p><p>Sie ging zur�ck zum Gemeindehaus, um. den Dorf�ltesten zu fragen, wo sie �bernachten k�nne.</p><p>Die Fenster waren erleuchtet, und bevor sie eintrat, warf sie einen Blick ins Innere des Hauses.</p><p>Der Dorf�lteste war nicht in der Stube. An dem grob gezimmerten Holztisch sa� einsam Sergej Sergejewitsch, die �brigen Teilnehmer der Expedition hatten sich auf den B�nken ausgestreckt, die ringsum an den W�nden standen.</p><p>Also war die Kate dem Untersuchungsf�hrer und seiner Mannschaft als Unterkunft f�r die Nacht zugeteilt worden.</p><p>Wo h�tte man sie auch sonst unterbringen sollen? Wo sollte man in Stroganowka auf die Schnelle ein Gasthaus hernehmen?</p><p>Lange stand die Schwester reglos am Fenster und betrachtete Sergej Sergejewitsch.</p><p>Ach, wie anders war sein Gesicht, wenn er glaubte, dass niemand ihn ansah! Keine Spur mehr von Spott und Unnahbarkeit.</p><p>Dolinins Stirn war von tiefen Furchen durchzogen, und um seinen Mund lag eine tragische Falte. Die Augen jedoch gl�nzten verd�chtig hell � doch nicht von Tr�nen?</p><p>Pl�tzlich lie� Sergej Sergejewitsch seinen Kopf auf die gekreuzten Arme sinken, und seine Schultern begannen zu beben.</p><p>Er tat ihr so uns�glich Leid. Was f�r eine Last dieser Mensch auf seinen Schultern trug, und er beugte sich nicht, er zerbrach nicht.</p><p>Sie ertappte sich bei dem Gedanken, dass sie diesen dunkelblonden Kopf schrecklich gern an ihre Brust dr�cken wollte und seine arme, gequ�lte Stirn streicheln, ihm die Tr�nen von den Wimpern streifen.</p><p>Ist das wirklich nur Mitleid?, dachte sie erschrocken. Und wenn nicht?</p><p>Wenn sie ganz offen und ehrlich mit sich war, konnte sie dann wirklich sagen, dass sie nur wegen der Ermittlung, nur um Mitrofanis Interessen zu wahren, so schnell eingewilligt hatte, mit Dolinin nach Stroganowka zu fahren?</p><p>Nein, meine Liebe, dir hat der Petersburger Meisterermittler gefallen, das war �s. Und au�erdem hast du gesp�rt, du S�nderin, dass du ihm auch gef�llst. Deshalb wolltest du noch eine Weile in seiner N�he sein. Oder etwa nicht?</p><p>Doch, dachte Pelagia mit h�ngendem Kopf, genau so war es.</p><p>Sie erinnerte sich daran, wie ihr das Herz stockte, als er die unm�glichen Worte zu ihr sagte � dass es keine wie sie auf der Welt gebe und dass, w�re sie nicht eine Nonne . . .</p><p>Ach, welche Schande! Oh, wie furchtbar!</p><p>Aber das Schlimmste war, dass Sergej Sergejewitsch mit seiner schrecklichen Geschichte von der Schwefels�ure in ihrem Herzen eine gewisse Saite ber�hrt hatte. Und es gibt nichts Gef�hrlicheres, als wenn im Herzen einer Frau, welches von bedingungsloser Selbstzucht wie in einem K�fig gehalten wird, pl�tzlich ganz zart eine gewisse schon so lange und vermeintlich f�r immer gerissene Saite erklingt. . .</p><p>Die Schwester bekam einen solchen Schreck, dass sie unverz�glich ein Gebet zu sprechen begann, das sie vor der Versuchung sch�tzen sollte.</p><p>Aber der Schreck brachte sie auch zu einer Entscheidung.</p><p>Pelagia stieg die Vortreppe hinauf, durchquerte die Diele und klopfte an die T�r zur Stube. Sie wartete einen Moment, damit Sergej Sergejewitsch Zeit h�tte, sich zu fassen und die Tr�nen aus den Augen zu wischen, dann trat sie ein.</p><p>Dolinin erhob sich und sah die Nonne erstaunt, fast ein wenig erschrocken an, als h�tte sie ihn auf frischer Tat ertappt. Das �berzeugte sie umso mehr von der Richtigkeit ihrer Entscheidung.</p><p>�Wissen Sie was�, erkl�rte Pelagia. �Warten Sie nicht auf mich. Fahren Sie los, heute noch. Wozu sollen Sie sich hier herumplagen, Sie k�nnen ja nicht einmal schlafen. Ich bleibe f�r ein paar Tage in Stroganowka. Wenn ich schon einmal in solch einen entlegenen Winkel gekommen bin, wof�r ich Ihnen zu danken habe, dann kann ich auch gleich meine Arbeit tun. Immerhin bin ich Schulleiterin. Ich sehe mich ein wenig um, rede mit den Bauern und dem Dorf�ltesten, vielleicht kann ich ja die kleineren M�dchen in unsere Schule mitnehmen. Dann m�ssen sie nicht hier ohne jede Bildung aufwachsen, nicht wahr?�</p><p>Dabei dachte sie: Stimmt, ich k�nnte dann auf jeden Fall auch Dummka mitnehmen, und f�r ihr Omelchen finden wir bestimmt einen Platz im Klosterspital.</p><p>Sie war sicher, dass Dolinin versuchen w�rde, ihr diesen Plan auszureden. Vielleicht w�rde er sogar b�se werden.</p><p>Aber der Untersuchungsf�hrer sah sie nur an und sagte kein einziges Wort.</p><p>Wei� er etwa den wahren Grund?, dachte Pelagia erschrocken. Bestimmt wei� er es, er ist doch so ein kluger, sensibler Mensch.</p><p>Sie wandte den Blick ab, vielleicht err�tete sie sogar � ihre Wangen jedenfalls waren gl�hend hei�.</p><p>�Tja, es ist wohl besser so . . .�, sagte Sergej Sergejewitsch. Seine Stimme klang rau, das Sprechen schien ihm schwer zu fallen.</p><p>�Es wird alles gut,� sagte Pelagia leise und z�rtlich. �Es wird alles gut. . .�</p><p>Mehr durfte sie nicht sagen, und auch das war eigentlich schon zu viel. Die Worte selbst, �berdies nur undeutlich gemurmelt, waren zwar nicht ungeb�hrlich, aber der Ton, in dem sie gesprochen wurden, war ganz und gar unstatthaft.</p><p>Dolinin sp�rte diesen Ton, und seine Augen funkelten b�se, beinahe hasserf�llt auf.</p><p>�Na dann, leben Sie wohl, leben Sie wohl�, knurrte er.</p><p>Und wandte sich ab.</p><p>Schrie seine Untergebenen an:</p><p>�Was liegt ihr hier faul rum, ihr k�nnt mich mal . . .! Hoch mit euch!�</p><p>Das sagt er absichtlich so grob, das mit dem �ihr k�nnt mich mal�, dachte Pelagia. Um mich zu verscheuchen.</p><p>Ein seltsamer Mensch. Jemand wie er hat es nicht leicht auf der Welt. Und die Menschen haben es bestimmt auch nicht leicht mit ihm.</p><p>Sie verbeugte sich vor dem zornigen R�cken des Untersuchungsf�hrers und verlie� die Kate.</p><p>Pelagia beschloss, die Nacht im Gemeindehof zu verbringen, in der Scheune. Dort war es nicht so stickig wie in der Kate, und es gab hoffentlich auch keine Kakerlaken.</p><p>Sie stieg �ber die Leiter zum Heuboden hinauf, lockerte ein wenig das zusammengedr�ckte Heu auf und legte sich hinein. Deckte sich mit einem Plaid zu. Befahl sich zu schlafen.</p><p>Zu verschlafen hatte sie keine Angst. Pelagia hatte sich die Scheune n�mlich auch deshalb als Schlafstatt ausgesucht, weil sich darin der H�hnerstall befand. Gerade unter ihr, zu ebener Erde, gluckste und kollerte das versammelte Federvieh, und dort war auch ein ausgesprochen agiler Hahn am Werke, zweifellos ein Nachkomme jenes Gockels aus der bewussten H�hle. Das war ein Wecker, auf den sie sich verlassen konnte: Sein erster Schrei w�rde sie wecken; dann hatte sie noch etwas Zeit, um sich zu waschen und ihre Gedanken zu ordnen, und beim zweiten Hahnenschrei musste sie schon zur M�hle eilen, wo Dummka auf sie warten w�rde.</p><p>Sie h�rte, wie Dolinins Leute unten im Hof die Pferde anspannten und das Gep�ck aufluden.</p><p>Als die nerv�sen, abgehackten Befehle Sergej Sergejewitschs zu ihr heraufklangen, seufzte sie. Das Pferdegeschirr klirrte, die R�der quietschten. Die Expedition machte sich auf den R�ckweg.</p><p>Pelagia seufzte noch ein bisschen, dann schlief sie ein.</p><p>Sie hatte einen schrecklichen und s�ndigen Traum.</p><p>Nat�rlich hatte sie fr�her auch schon des �fteren furchtbare Tr�ume gehabt, auch s�ndige. Jede Nonne tr�umt bisweilen Unkeusches. Seine Eminenz hatte ihr erkl�rt, dass man sich solcher Tr�ume nicht zu sch�men brauche, und er hatte ihr sogar verboten, sie zu beichten, weil es sich um blo�e Chim�ren handele. Es sei nichts S�ndiges dabei, im Gegenteil. Wenn ein M�nch oder eine Nonne in der Zeit des Wachseins den D�mon des Fleisches von sich fern h�lt, verbirgt er sich bis zur Schlafenszeit, und wenn dann des Menschen Wille schwach wird, kommt er aus der Unterwelt hervorgekrochen und schleicht sich in seine Seele, so leise wie eine Maus in der Nacht.</p><p>Aber dass ein Traum gleichzeitig schrecklich und unkeusch war, so etwas hatte Pelagia niemals zuvor erlebt.</p><p>Das Erstaunlichste dabei war, dass sie gar nicht von Sergej Sergejewitsch tr�umte.</p><p>Sie sah den Bauern Scheluchin, wie er dort auf dem Stuhl festgebunden sa�. Er schien vollkommen lebendig, aber in Wirklichkeit war er tot. Seine Augen waren ge�ffnet, sie gl�nzten sogar, aber das kam blo� vom Nitroglyzerin, und sie waren nur deshalb offen, erinnerte sich Pelagia, weil die Augenlider von Watte gehalten wurden.</p><p>Sie sah sich den Toten genauer an, und pl�tzlich kam es ihr so vor, als w�re das gar nicht Scheluchin. Scheluchins Lippen waren schmal und bl�ulich gewesen, bei dem hier waren sie aber voll und leuchtend rot. Und auch die Augen waren irgendwie anders, sie waren stechend und lagen tief in ihren H�hlen.</p><p>Das ist ganz gewiss nicht Scheluchin, dachte die Schlafende. Er sieht ihm zwar �hnlich, aber er ist es nicht. Das ist kein anderer als Manuel. Und kaum hatte sie die Identit�t des Toten erraten, fing er pl�tzlich an, sich zu bewegen � er hatte sich nur tot gestellt.</p><p>Zuerst zwinkerte er, aber nicht mit beiden Augen gleichzeitig, sondern h�bsch der Reihe nach � erst mit dem einen, dann mit dem anderen, er zwinkerte quasi zweimal. Dann leckte er sich mit seiner feuchten, leuchtend roten Zunge ganz langsam �ber seine purpurroten Lippen. Eigentlich etwas ganz Normales � jemand leckt sich die Lippen, aber Pelagia schien es, als h�tte sie in ihrem ganzen Leben nie etwas Schrecklicheres gesehen, sie st�hnte im Schlaf auf und warf ihren Kopf auf dem Heu hin und her.</p><p>Manuel riss seine riesengro�en Augen ganz weit auf und lockte die Schwester mit einem langen gelben Finger zu sich.</p><p>�Na, komm schon her, komm her�, fl�sterte er.</p><p>Sie h�tte weglaufen sollen, so schnell sie ihre Beine trugen, aber eine geheimnisvolle Kraft schob sie auf die sitzende Gestalt zu.</p><p>Eine harte, raue Hand streichelte der vollkommen willenlosen Pelagia �ber die Wange und den Hals, und sie empfand dabei Wonne und Scham zugleich.</p><p>�Meine Braut, meine Geliebte�, sagte Manuel in dem gedehnten, tr�gen Stroganowkaer Tonfall.</p><p>Dann strich die M�nnerhand ihr �ber die Brust. �Herr, Jesus Christus . . .�, betete die Nonne. Ein Finger des Propheten hatte ihre Halskette ertastet, zerriss sie mit einem kurzen Ruck und schleuderte das Kreuz in eine Ecke.</p><p>Jetzt kicherte Manuel, sein Bart bebte. Sp�ttisch ahmte er sie nach:</p><p>�Herr, Jesus Chriiistus . . . Och, mein kleines K�ken. Ko-ko-ko, ko-ko-ko.� Und dann schrie er aus voller Kehle: �Kikke-ri-kiiii�!�</p><p>Erschrocken fuhr Pelagia hoch.</p><p>Genau unter ihr kr�hte aus Leibeskr�ften der Hahn.</p><p>O Gott!</p><p><strong>Dann war es still</strong></p><p>In der Dunkelheit raschelte und scharrte es. Der Schreihals schlug mit den Fl�geln und klackerte mit seinen Krallen �ber die Sprossen. Er kam heraufgeklettert, um mit Pelagia Bekanntschaft zu schlie�en.</p><p>�Guten Morgen�, begr��te die Nonne ihren Besucher. Der legte den gefiederten Kopf zur Seite und musterte sie.</p><p>�Ko-ko�, bemerkte er absch�tzend.</p><p>Pelagia schien ihm zu gefallen. Er kam n�her und pickte ohne viel Federlesens nach ihrem schwarz verh�llten Knie.</p><p>�Du bist mir ja einer�, sagte die Schwester tadelnd.</p><p>Im schwachen Mondlicht, das durch das l�chrige Dach hereinsickerte, konnte sie sich den gefiederten Gesellen nicht genauer ansehen, aber wozu auch? Jeder Hahn sieht aus wie der andere.</p><p>�Ach, Hans-H�hnchen, Butterk�pfchen, hast ein seidig K�mmchen�, sang die Nonne und zog ihn leicht an seinem fleischigen Kamm.</p><p>Der Hahn lief weg, aber nicht weit.</p><p>�Wann wirst du zum zweiten Mal kr�hen? Bald schon?�, fragte die Schwester.</p><p>Aber er antwortete nicht.</p><p>Sie stieg hinunter in den Hof, wusch sich am Brunnen das Gesicht und k�mmte sich. Zum Gl�ck war hier niemand, vor dem sie sich h�tte genieren m�ssen.</p><p>Der Himmel war von Sternen �bers�t. Pelagia war von dem Anblick wie gebannt.</p><p>Da war auch der Hahn schon zur Stelle, er sprang auf den Brunnenrand und schaute ebenfalls nach oben. Vielleicht dachte er ja, dort am Himmel habe jemand goldene Hirse ausgestreut. Der Hahn sprang h�her hinauf, bis ganz oben auf die Brunnenwinde, und reckte den Hals, aber bis zu den Hirsek�rnern reichte er nicht. Er kollerte b�se, und dann:</p><p>�Kikkerikii!!�</p><p>Pelagia war sich nicht sicher. Warum hatte er jetzt gekr�ht, wegen seiner Hahnenuhr oder blo� aus Verdruss? Galt das nun als �zweiter� Hahnenschrei oder nicht?</p><p>Aber auch in den anderen H�fen begannen jetzt die Gockel zu kr�hen. Es war Zeit.</p><p>Als sie �ber die Wiese lief, ging der Mond unter, und es wurde stockfinster, so wie es sich kurz vor Sonnenaufgang geh�rt. Der Pfad war kaum zu erkennen, und jeder Schritt gab einen dumpfen Widerhall. Zuerst dachte sie, jemand k�me hinter ihr her, aber dann begriff sie, dass es sich um ein Echo handelte. Ein Echo auf freiem Feld, sie hatte nicht gewusst, dass es so etwas gab. Vielleicht lag es an der besonderen Klarheit der Luft?</p><p>Der Hahn, zeigte sich jetzt, hatte sich seiner neuen Bekannten an die Fersen geheftet. Er kam hinter ihr hergeh�pft und schlug mit den Fl�geln. �Ach, so ein Strolch�, sagte die Nonne tadelnd. �So ein Leichtfu�! Wegen des erstbesten Weiberrocks l�sst du Haus und Hof im Stich.�</p><p>Sie wedelte mit den H�nden und zischte ihn an: Los, geh weg, geh nach Hause. Aber Hans-H�hnchen h�rte nicht. Na gut, dachte sie, soll er doch. Wenn er will, findet er schon zur�ck.</p><p>Dummka wartete bei der M�hle.</p><p>�Sieh mal, ich habe einen Kavalier mitgebracht�, sagte Pelagia. �Er ist mir nachgelaufen. Ich habe immer versucht, ihn zu verscheuchen . . .�</p><p>�Der hat �n Auge auf dich geworfen, den wirst du nich mehr los. Die sind furchtbar anh�nglich, diese Roten. Und, gehen wir zu dem Stein, oder was?�</p><p>�Ja.�</p><p>Es w�re nat�rlich besser gewesen, bei Tage dorthin zu gehen, dachte Pelagia. Aber tags�ber h�tte sie jemand beobachten k�nnen, und das musste ja nicht sein. Au�erdem, was machte es schon aus, ob Tag oder Nacht � in der H�hle war es sowieso dunkel.</p><p>�Ist das eine Kirasinlampe?�, fragte das M�dchen und deutete mit einem ehrf�rchtigen Nicken auf die Lampe, die die Nonne in der Hand trug.</p><p>�Ja, das ist eine Kerosinlampe. In der Stadt gibt es die jetzt �berall, und auf den Stra�en stehen Gaslaternen. Ich zeige sie dir bald, ganz bestimmt.�</p><p>Von Stein zu Stein springend, �berquerten sie den Fluss, Dummka vorneweg, als zweite Pelagia mit gesch�rztem Habit, und der Hahn h�pfte hinterdrein.</p><p>Dann wanderten sie lange durch dichtes Gestr�pp, etwa eine Werst, und kamen schlie�lich zu den Felsen.</p><p>Das M�dchen ging schnell und sicher, die Nonne konnte ihr kaum folgen.</p><p>Und wieder hatte Pelagia pl�tzlich das Gef�hl, dass diese n�chtliche Welt sie anschaute, aber nicht von vorn, nicht in die Augen, sondern von hinten wie ein Dieb.</p><p>Sie sah sich um � und nat�rlich bemerkte sie in der Dunkelheit lauter Schatten, die hin und her huschten, doch sie gebot sich, keine Angst zu haben. Wenn sie sich schon vor irgendwelchen n�chtlichen Schatten f�rchtete, wie sollte es ihr dann erst in der H�hle ergehen?</p><p>Vielleicht muss ich ja auch gar nicht hineingehen, dachte Pelagia schaudernd. Ich sehe mir an, wo sie sich befindet, und das reicht.</p><p>Und was soll es da schon zu sehen geben?, �berlegte sie. Was glaubst du denn da zu finden, in dieser H�hle?</p><p>Die Antwort blieb sie sich jedoch schuldig, weil es keine rationale Antwort auf diese Frage gab. Trotzdem wusste sie, dass sie den Ort, an dem Dummka den selbst ernannten Propheten gefunden hatte, einfach sehen musste, auch wenn es daf�r keinen vern�nftigen Grund gab. Sergej Sergejewitsch h�tte sicher anders gehandelt, gerade weil es irrational war, aber er war ja auch ein Mann, und die sind nun einmal anders veranlagt.</p><p>�Da ist der Teufelsstein!� Das M�dchen war stehen geblieben und zeigte mit dem Finger auf einen dunklen Block, der vor ihnen lotrecht in die H�he stieg. �Sollen wir nicht lieber umdrehen?�</p><p>�Zeig mir die H�hle�, befahl Pelagia und biss fest die Z�hne zusammen, damit sie nicht klapperten.</p><p>Es war wirklich ein unheimlicher Ort. Hohe, dicht aneinander gedr�ngte Felsw�nde, eine absolute, irgendwie t�nende Stille. Sogar bei Tage musste einem hier das Gruseln kommen; umso mehr des Nachts.</p><p>Dummka allerdings schien �berhaupt keine Angst zu haben. Bestimmt tauchte die Erinnerung an Manuel diese unheilschwere Landschaft in lauter freundliche Farben.</p><p>�Bist du oft hier?�, fragte Pelagia.</p><p>�Zum Teufelsstein komm ich oft, aber ich geh nie rein.�</p><p>�Und warum gehst du nicht hinein?�</p><p>Das M�dchen zuckte mit den Achseln.</p><p>�Wei� nich.�</p><p>Sie hatte keine Lust auf Erkl�rungen.</p><p>Hans-H�hnchen schien sich ebenfalls ausgezeichnet zu f�hlen, er sprang auf einen gro�en Stein und spreizte munter seine kurzen Fl�gel.</p><p>�Wie�s aussieht, bin ich hier der einzige Feigling�, dachte Pelagia selbstkritisch und fragte:</p><p>�Also, wo ist sie? Zeig sie mir.�</p><p>Der Eingang zur H�hle war ein mit B�schen zugewachsener enger Spalt, der sich wie ein Keil in den Felsen schnitt.</p><p>�Da�, sage Dummka und schob die Zweige auseinander.</p><p>In der fahlen D�mmerung des fr�hen Morgens klaffte eine schwarze �ffnung, nur knapp einen Arschin hoch. Man musste sich b�cken, um hineinzugelangen.</p><p>�Gehst du rein?�, fragte Dummka ehrf�rchtig.</p><p>Der Hahn schl�pfte zwischen ihren Beinen hindurch. Er sah sich das Loch neugierig an, tat einen Satz � und schon war er darin verschwunden.</p><p>�Nat�rlich. Und du?�</p><p>�Nein, ich kann nicht.�</p><p>�Wartest du hier?�</p><p>Dummka sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Nein, ich muss mich beeilen, Fedjuschka, der Hirt, treibt bald die Herde aus. Aber du brauchst keine Angst ham, geh nur nicht zu weit rein. Man wei� nie, was da drin ist, in diesen B�uchen . . . Und wenn du zur�ck ins Dorf willst, geh einfach dem Pfad nach.�</p><p>Sie drehte sich um und rannte den Weg zur�ck. Pelagia sah nur noch ihre wei�en Waden zwischen den Bl�ttern aufblitzen.</p><p>Die Nonne schlug das Kreuzzeichen, dann zw�ngte sie sich mit ihrer Lampe in den Spalt.</p><p>Dummka lief mit leichtem, beschwingtem Schritt, es kam ihr vor, als fl�ge sie �ber den fahlen Dunst der Morgend�mmerung dahin. Sie breitete die Arme aus wie ein Kranich.</p><p>Um rechtzeitig zum Austrieb der Herde zur�ck zu sein, m�sste sie sich noch ein wenig mehr sputen, sonst w�rde Fedjuschka ihr wohl ordentlich das Sitzleder gerben.</p><p>�Ist ja nicht schlimm, ist ja nicht schlimm�, fl�sterte Dummka vor sich hin und sauste zwischen den Felsen hindurch. So lie� es sich besser rennen, wenn man immerzu sagte: Ist ja nicht schlimm, ist ja nicht schlimm.</p><p>Bis zu den B�schen laufe ich, rechnete sie sich aus, dann bin ich aus der Puste und gehe erst mal ein St�ck, bis zum Fluss, und dann kann ich weiterflitzen bis zur Wiese. Wenn ich blo� nicht zu sp�t komme, o weh, es ist schon fast hell.</p><p>Aber mit dem aus der Puste geraten wurde es nichts, denn so weit kam sie gar nicht.</p><p>Vielleicht f�nfzig Schritt vom Teufelsstein entfernt, dort, wo sich der Pfad ganz dicht an die Steilwand schmiegte, kam ein gro�er schwarzer Schatten hinter den Felsen hervor und bewegte sich auf die Laufende zu.</p><p>�Amanu . . .�, wollte Dummka noch rufen, aber sie brachte das Wort nicht mehr zu Ende.</p><p>Ein Fauchen durchschnitt die Luft.</p><p>Knochen zerbrachen krachend.</p><p>Dann war es still.</p><p><strong>In der H�hle</strong></p><p>Der Gerechtigkeit halber muss bemerkt werden, dass es keine gew�hnliche Weiberangst war, mit der die Schwester zu k�mpfen hatte, als sie in die H�hle vordrang. Solche Art von Angst war der Nonne fremd (oder sagen wir, in der Regel pflegte ihre Neugier den Sieg �ber jegliche �ngstlichkeit davonzutragen, auch in Situationen, die weitaus gef�hrlicher waren als die, in der sie sich jetzt befand). Nein, hier lag ein ganz konkreter Grund vor.</p><p>Die Sache war n�mlich die, dass die Nonne seit einem gewissen unerfreulichen Erlebnis, das sich in ihrer j�ngeren Vergangenheit zugetragen hatte, ein schwieriges Verh�ltnis zu H�hlen hatte. Und allein von dem Gef�hl, dass in der Dunkelheit unsichtbare Felsw�nde sie von allen Seiten bedr�ngten, �berkam sie ein panisches, irrationales Grauen.</p><p>Sie tastete mit der Hand nach oben, und als sie merkte, dass sie nicht an die Decke reichte, richtete sie sich vorsichtig auf und zwang sich zur Ruhe.</p><p>Was sollte es in dieser H�hle schon Schreckliches geben? Etwa ein wildes Tier, das hier hauste?</p><p>Aber dann h�tte sie einen strengen Raubtiergeruch bemerken m�ssen.</p><p>Oder Flederm�use?</p><p>Daf�r war es zu eng.</p><p>Irgendwie gelang es ihr schlie�lich, sich zu beruhigen.</p><p>Sie z�ndete die Lampe an und leuchtete nach allen Seiten.</p><p>Was die Enge anbelangte, hatte sie sich get�uscht: Gleich hinter dem schmalen Eingang stieg die Decke der H�hle an, die Felsw�nde traten auseinander und versanken in der Dunkelheit.</p><p>Am �u�ersten Rande des Lichtkegels sah sie einen Schatten �ber den Boden huschen: Hans-H�hnchen erkundete das Terrain.</p><p>�Was will ich hier eigentlich?�, dachte Pelagia. �War es wirklich notwendig, hierher zu kommen?�</p><p>Sie ging weiter, und bald bemerkte sie, dass die H�hle vor ihr wieder enger wurde und eine Art Gang bildete, der nach oben zu f�hren schien.</p><p>Die Schwester stellte die Lampe auf den Boden und setzte sich auf einen Felsvorsprung.</p><p>Warum, dachte sie, trieb sie das Schicksal immerfort in irgendwelche H�hlen?</p><p>Wof�r �berhaupt hatte der Herrgott unterirdische Grotten ersonnen? Wozu brauchte es die? Dass es einen ganz besonderen Sinn hatte, warum es sie gab, musste jedem klar sein, der auch nur einmal in seinem Leben in eine halbwegs tiefe und abgelegene H�hle geraten war.</p><p>Und auch in der Heiligen Schrift stand ja so viel dar�ber geschrieben.</p><p>Die alten Israeliten hatten in H�hlen gewohnt und ihre Toten darin bestattet. Und zu dem Propheten Elias sprach eine Stimme aus einer H�hle und fragte ihn: �Was tust du hier, Elias?� Und war es ein Zufall, dass Christus in einer H�hle auferstand?</p><p>Der Eingang ins Innere der Erde � war das denn nicht der Weg aus der einen Welt in die andere, aus dem Licht in die Finsternis, aus der Welt des Sichtbaren in die Welt des Unsichtbaren? Eine H�hle ist wie der Krater eines Vulkans, der von der Oberfl�che zum wahren Kern der Erde f�hrt � eines Planeten, der, wie die Wissenschaftler behaupten, zu neunundneunzig Prozent aus Feuer besteht. So fliegen wir durch die Finsternis, auf einem Flammenball, der nur mit einer d�nnen, verletzbaren Haut aus Erdkruste bedeckt ist: �ber uns das Verderben und unter uns auch.</p><p>Sei es nun von diesen philosophischen Gedanken oder aus irgendeinem anderen Grund, jedenfalls kam es Pelagia so vor, als h�tte die Finsternis um sie herum begonnen zu schwanken und zu verschwimmen. Sie schlummerte ein, und im Schlaf h�rte sie einen leisen, unbestimmten Klang, dessen Herkunft unm�glich auszumachen war.</p><p>Und dann geschah es.</p><p>Aus dem Dunkel, aus der Richtung, wo sich der Eingang befand, ert�nte ein Donnern und Prasseln, zuerst undeutlich, dann immer lauter und lauter.</p><p>Pelagia sprang auf und rannte los, dorthin, wo der L�rm herkam.</p><p>Sie kroch auf allen vieren in das Einstiegsloch, ihr Herz klopfte wie wild.</p><p>Ihre H�nde stie�en gegen eine kompakte Wand aus Ger�ll und Stein.</p><p>Ein Erdrutsch!</p><p>Sie versuchte, die Steine zur Seite zu r�umen � zwecklos! Unter dem Gewicht des Berges stand der Schutt wie gemauert.</p><p>Verzweifelt r�ttelte und kratzte sie an den scharfkantigen Gesteinsbrocken, brach sich die N�gel ab, zersch�rfte sich die H�nde, aber nichts r�hrte sich von der Stelle.</p><p>Ruhig, jetzt nur nicht hysterisch werden, befahl sie sich und wischte sich mit dem �rmel �ber die von kaltem Schwei� bedeckte Stirn.</p><p>Morgen, das hei�t heute schon, wird Dummka ja bemerken, dass ich nicht zur�ckgekehrt bin, dann kommt sie her und sieht, was passiert ist. Und wenn sie die Steine nicht selbst beiseite r�umen kann, holt sie die Bauern. F�r so einen Fall wird sie die Sprache ganz bestimmt wiederfinden.</p><p>Ein paar Stunden w�rde sie sich gedulden m�ssen, h�chstens einen Tag. Das war zwar unangenehm, aber zu ertragen.</p><p>Die Nonne begab sich zur�ck in den offeneren Teil der H�hle und zwang sich, sich wieder ruhig hinzusetzen. Sie schraubte den Docht herunter, um Kerosin zu sparen.</p><p>Und w�hrend sie so dasa�, krampfte ihr auf einmal ein furchtbarer Gedanke das Herz zusammen.</p><p>Da hast du dich vorhin gefragt, aus welchem Grund du in diese H�hle gekommen bist. Vielleicht soll dich ja hier dein dir vorbestimmtes Schicksal ereilen? Vielleicht war es wirklich dein Instinkt, der dich hierher gef�hrt hat, aber nicht der Lebensinstinkt, sondern der Todesinstinkt!</p><p>Erregt sprang sie auf. Wie furchtbar! Das w�re doch ein b�ser Streich des Schicksals, wenn sie ausgerechnet hier umkommen sollte! Aber so ist es: Die Neugier treibt den Vogel in die Schlinge! Das ist die Wahrheit, aber es ist auch so dumm, so ohne jeden Sinn und Zweck.</p><p>Sie musste irgendetwas unternehmen, sonst w�rde sie hier noch den Verstand verlieren. Was wollten diese verflixten H�hlen blo� von ihr? Was hatte sie ihnen denn blo� getan?</p><p>Sie ergriff die Lampe und kletterte �ber Steine und Ger�ll tiefer in das Innere der H�hle. Wer wei�, vielleicht konnte sie ja einen anderen Ausgang finden.</p><p>Der Gang stieg ziemlich steil bergan und wurde bald so eng, dass sie sich nur noch auf Knien und Ellbogen fortbewegen konnte. Sie kroch ein kurzes St�ck, zog dann die Lampe zu sich heran, stellte sie vor sich wieder auf und krabbelte weiter. Dabei versuchte sie, nicht an die Schlangen zu denken, die es hier m�glicherweise geben konnte und die um diese Jahreszeit gerade ihren Winterschlaf beendeten. Im April sollten sie ja am giftigsten sein! O Gott, o Gott. . .</p><p>Bald weitete sich der Gang wieder und bildete eine Kaverne, die um einiges gr��er war als die tiefer gelegene.</p><p>Pelagia unterzog die W�nde dieser Felskammer einer gr�ndlichen Untersuchung und entdeckte insgesamt neun �ffnungen, einige davon ger�umige Durchl�sse, andere nur schmale Felsspalten. Welchen Weg sollte sie w�hlen?</p><p>Der Hahn war �brigens auch schon bis hierher vorgedrungen. Er hatte kein Qu�ntchen von seiner guten Laune verloren, lief munter hin und her und scharrte mit seinen Krallen �berall herum.</p><p>Da erinnerte sich die Schwester an das, was ihr Dummka erz�hlt hatte: dass ein Hahn aus jedem Labyrinth herausfinde.</p><p>Sie hockte sich vor den Gockel hin und sprach ihm gut zu:</p><p>�Hans-H�hnchen, bring mich hier raus. Du bekommst auch einen ganzen Sack Hirsek�rner von mir. Ja, H�nschen?�</p><p>Der Hahn drehte ihr sein Profil zu und sah sie an, er lauschte ihrer sanften Stimme, machte aber keinerlei Anstalten, sich irgendwohin zu begeben.</p><p>Schlie�lich riss Pelagia der Geduldsfaden, sie schnappte sich den begriffsstutzigen Gockel und brachte ihn der Reihe nach zu jeder der neun Felsspalten, setzte ihn davor auf den Boden und wartete ab, ob er hineinging oder nicht.</p><p>In der ersten Fels�ffnung war er mit einem Husch drinnen � aber genauso schnell auch wieder drau�en.</p><p>In die zweite steckte er nicht einmal den Schnabel hinein.</p><p>Aber in der dritten war er so flink verschwunden, dass Pelagia ihn sofort aus den Augen verlor.</p><p>Sie nahm die Lampe und zw�ngte sich eilig in den Spalt.</p><p>Dieser Gang war noch enger als jener, der sie von der ersten Kaverne zur zweiten gef�hrt hatte. Wieder ging es steil nach oben. An einer Stelle, die wie ein Flaschenhals geformt war, w�re sie um ein Haar stecken geblieben. Mit gro�er M�he kam sie wieder frei, aber die Lampe musste sie zur�cklassen.</p><p>Vorsichtig mit H�nden und F��en nach Halt tastend, kletterte sie in v�lliger Dunkelheit weiter. Von dem eisig kalten Wasser, das an den Felsw�nden herablief, war sie nass bis auf die Haut und vollkommen durchgefroren. Aber das musste noch lange nicht hei�en, dass es �ber ihr einen Ausgang gab; Wasser sickert bekanntlich durch jede winzige Ritze, manchmal sogar durch dichtes Gestein.</p><p>Ein schrecklicher Gedanke trieb die Nonne vorw�rts: Gleich wird der Gang so eng, dass man sich gar nicht mehr bewegen kann. Das ist das Ende, ein furchtbares Ende, denn zur�ck kann ich nicht mehr. Ich werde in diesem steinernen Leichentuch feststecken, und niemand wird mich hier finden . . . Warum musste ich blo� diesem Hahn hinterherkriechen? Ich h�tte lieber da unten sitzen bleiben sollen und auf Hilfe warten!</p><p>Wo steckt er �berhaupt, dieses unselige Biest? Der kommt nat�rlich �berall durch!</p><p>Ersch�pft dr�ckte Pelagia ihre Stirn an den nassen Fels und schloss die Augen.</p><p>Aber in diesem Moment lie� Hans-H�hnchen sein Signal ert�nen � er schrie aus voller Hahnenkehle, irgendwo ganz nah �ber ihr:</p><p>�Kikker-ri-kiii!!!!�</p><p>Es war wohl gerade Zeit f�r den dritten und letzten Hahnenschrei.</p><p>Die Schwester schlug die Augen auf, hob das Gesicht und erblickte einen schwachen Lichtschimmer!</p><p>Sie st�hnte auf und kroch hastig darauf zu.</p><p>Der Himmel, bei Gott, der Himmel! Er strahlte unertr�glich hell und stach ihr in die Augen.</p><p>Pelagia schob sich bis zur H�fte aus dem Felsspalt heraus und atmete aus voller Brust die wonnevolle Luft der Freiheit. Neben ihr auf einem Stein sa� Hans-H�hnchen und tat, als sei nichts geschehen. Er beachtete die Nonne �berhaupt nicht und zupfte gesch�ftig mit dem Schnabel in seinem roten Gefieder herum.</p><p>Das Licht war indes gar nicht so grell, wie es der Schwester im ersten Moment vorgekommen war. Offensichtlich war der Tag eben erst angebrochen, die Sonne war noch nicht einmal hinter dem Horizont zum Vorschein gekommen.</p><p>Seltsam, Pelagia h�tte schw�ren k�nnen, dass sie mehrere Stunden in ihrem unterirdischen Gef�ngnis eingesperrt gewesen war, aber der F�rbung des Himmels nach zu urteilen konnte h�chstens eine halbe Stunde vergangen sein. Was f�r eine geheimnisvolle Materie war das doch � die Zeit. Mal scheint sie stillzustehen, mal rast sie Hals �ber Kopf dahin, und keine Minute ist wie die andere, keine Stunde, kein Tag, kein Jahr.</p><p>Aber erst einmal musste sie jetzt herausfinden, wo sie gelandet war.</p><p>Da zeigte sich sehr schnell, dass sie gar nicht aus ihrem Loch herauskonnte. Der Spalt, in dem sie noch zur H�lfte steckte, befand sich n�mlich in einer senkrecht abfallenden Steilwand; weder nach oben noch nach unten f�hrte ein gangbarer Weg. Ein Hahn mochte in irgendwelchen Felsritzen noch gen�gend Platz f�r sich finden, aber ein Mensch ist ja kein Vogel.</p><p>Pelagia hatte sich anscheinend zu fr�h gefreut.</p><p>Sie beugte sich vor und stellte zu ihrem Schrecken fest, dass der untere Teil der Steilwand nicht nur senkrecht abfiel, sondern sogar ein St�ck �berhing. Unm�glich, dort hinunterzuklettern.</p><p>Springen konnte sie schon gar nicht, bis zum Grund waren es wenigstens zehn Klafter, und unten war alles voller spitzer Steine.</p><p>Wie kam sie hier nur heraus? Sie konnte doch nicht in die H�hle zur�ckkriechen, allein bei dem Gedanken lief es ihr kalt den R�cken herunter. Und au�erdem, welchen Sinn sollte das haben, der Ausgang war doch versch�ttet.</p><p>Sie erkannte jetzt, dass sie sich genau oberhalb der Stelle befand, an der sie die H�hle betreten hatte. Da war der keilf�rmige Spalt, und auch die B�sche und der Einstieg selbst waren ausgezeichnet zu sehen. Aber er war gar nicht versch�ttet, sondern vollkommen frei!</p><p>Sie traute ihren Augen nicht.</p><p>Wie war das m�glich?</p><p>Konnte es sein, dass jemand in dieser endlosen halben Stunde, die sie in dem Berg eingeschlossen gewesen war, den Erdrutsch beseitigt hatte? Wohl kaum.</p><p>Das war ein Wunder, nicht mehr und nicht weniger.</p><p>Da h�rte sie unter sich ein Gepolter und Get�se, erst ganz leise, dann immer st�rker und st�rker.</p><p>Schon wieder ein Erdrutsch?</p><p>Die Nonne lehnte sich noch weiter vor, und pl�tzlich sah sie auf der B�schung oberhalb des Einstiegs einen Mann, der sich au�erordentlich sonderbar benahm.</p><p>Mit einem gewaltigen Kn�ttel, den er als Hebel benutzte, lockerte dieser Mann gerade einen riesigen Felsbrocken. Kleinere Steine l�sten sich von ihm und kullerten den Abhang hinunter.</p><p>Jetzt geriet der ganz dicke Block in Bewegung, und im n�chsten Augenblick rumste er hangabw�rts.</p><p>Aste krachten, und eine ganze Gesteinslawine donnerte auf die B�sche herab. Nun war der Einstieg v�llig versch�ttet.</p><p>Pelagia starrte wie gebannt, aber nicht etwa auf den Erdrutsch, sondern auf den Mann, der ihn ausgel�st hatte.</p><p>Genauer gesagt auf den Kopf des �belt�ters.</p><p>Sein Gesicht konnte sie von ihrer Position aus nicht erkennen, weil es von einer zottigen M�tze verdeckt wurde. Von dieser M�tze aber hing ein Wolfsschwanz herab, und dieser Schwanz war es, den die Nonne anstarrte.</p><p>Das war er, genau der war es! Struks Schwanz, der an jenem Abend dort im Unterholz von einem Tannenzweig herunterhing!</p><p>Ihre gr��te Angst war in diesem Moment, dass sie wom�glich schlief und das alles blo� tr�umte. Vielleicht lag sie ja immer noch in der versch�tteten H�hle und hatte einfach das Bewusstsein verloren. Gleich w�rde sie aufwachen und merken, dass sie sich alles nur eingebildet hatte: das Licht und die frische Luft, und es w�re nur ihr steinernes Gef�ngnis.</p><p>Sie kniff die Augen zusammen, bis ihre Lider schmerzten, und hielt sich die Ohren zu.</p><p>Nichts sehen, nichts h�ren!</p><p>Als es ihr vor Anstrengung in den Ohren zu summen begann, nahm sie die H�nde fort und machte die Augen wieder auf.</p><p>Nein, das war kein Traum.</p><p>Da war der Himmel, dort die rosa Lichtreflexe von der aufgehenden Sonne, und unter ihr die Felswand.</p><p>Nur das Gespenst mit der Wolfsm�tze war verschwunden. Das Werk seiner H�nde aber war noch da � der hermetisch verschlossene Einstieg zur H�hle.</p><p>Oder war es doch Einbildung gewesen?</p><p>Pelagia unternahm keinen Versuch mehr, Dinge zu ergr�nden, die dem Verstand nicht zug�nglich sind. Stattdessen betete sie. In solchen Situationen ist es ein Vorteil, Nonne zu sein: Wenn man nicht mehr weiterwei�, spricht man fix ein Gebet. Sie hatte ja genug davon gelernt, f�r jede nur denkbare Lebenslage: Gebete gegen den b�sen Zauber, gegen die D�monen der D�mmerung, gegen die Verfinsterung der Seele und noch viele andere mehr.</p><p>Aber es dauerte doch ziemlich lange, wohl ein oder zwei Stunden, bis sie ihr inneres Gleichgewicht wiedergefunden hatte. Als sie endlich dar�ber nachdenken konnte, wie sie sich aus dieser misslichen Lage befreien sollte, war es bereits heller Tag.</p><p>Und sie hatte eine Idee. Hans-H�hnchen brachte sie darauf.</p><p>Er war es inzwischen wohl leid geworden, auf seinem winzigen Felsvorsprung herumzuhocken wie auf einer Stange.</p><p>Er gluckerte ein wenig vor sich hin, machte auf einmal einen Satz und sauste den Steilhang hinunter.</p><p>Er flatterte und rotierte wie ein Wilder mit seinen gestutzten Fl�gelchen und landete im Gleitflug unversehrt auf ebener Erde. Dort sch�ttelte er sich einmal kr�ftig und spazierte, ohne f�r seine ungl�ckliche, verlassene Leidensgef�hrtin auch nur einen einzigen Blick �brig zu haben, den Pfad entlang.</p><p>Pelagia erwachte aus ihrer Erstarrung.</p><p>Das Tuch ist kr�ftig, sagte sie sich, und bef�hlte ihr Untergewand. Wenn ich es in Streifen rei�e und diese dann zusammenbinde, ergibt das einen ziemlich langen Strick. Das Ende kann man an diesem spitzen Felsvorsprung befestigen.</p><p>Es wird nat�rlich nicht bis ganz nach unten reichen, aber das ist auch nicht notwendig. Vielleicht komme ich wenigstens bis zu der Stelle, wo vorhin der Wolfsschwanz war, das sind etwa f�nf Klafter von hier aus, und von da ab ist es nicht mehr so steil. Und wenn das Seil nicht reicht, habe ich ja noch meine Str�mpfe, die sind aus gutem Zwirn. Es wird schon irgendwie gehen.</p></section><section><title><p><strong>V</strong></p><p><strong>Miezenhirn</strong></p></title><p><strong>Die Achillesferse</strong></p><p>Der Bezirksstaatsanwalt Matwej Benzionowitsch Berditschewski hatte einen gewissen Hang zur pathetischen Ausdrucksweise, eine Gewohnheit, die noch aus der Zeit stammte, da er bei Gericht vor den Geschworenen zu agieren hatte. Im Alltag verhielt es sich in der Regel so, dass er zun�chst ganz normal zu sprechen begann, dann nach und nach immer mehr in Fahrt kam, bis er sich vom eigenen Schwung mitrei�en lie�, und schon flochten sich alle m�glichen �f�rwahr� und �allzumal� in seine Rede ein.</p><p>Auch jetzt hatte Berditschewski sachlich und mit der einem ernsten Gespr�ch im engsten Kreise angemessenen Zur�ckhaltung begonnen, aber wie �blich hielt es ihn nicht lange im Rahmen des Analytischen, und sein Vortrag rutschte unversehens ins Dithyrambische.</p><p>�Und �berdies, verehrte Schwester�, sagte er und blickte von Mitrofani zu Pelagia, �fehlen mir, wenn Sie gestatten, f�rwahr die Worte, um das �berma� meines Entz�ckens ob Ihrer beispielhaften Geistesgegenwart und Gr�ndlichkeit auch nur ann�hernd angemessen zum Ausdruck zu bringen! Jede beliebige andere Vertreterin des schwachen Geschlechts, ja wohl neun von zehn M�nnern w�ren nach einer solch schrecklichen seelischen Ersch�tterung ohne Zweifel einem Nervenzusammenbruch erlegen! Nicht aber Sie! Sie haben die Ermittlung auf die richtigste, das hei�t allzumal qualifizierteste Weise durchgef�hrt, und �berdies v�llig allein, ohne Herrn Dolinin! Seien Sie meiner grenzenlosen Hochachtung vor Ihrem heldenm�tigen Einsatz versichert!�</p><p>Die Nonne, angesichts einer solchen F�lle von Ausrufezeichen und derart �berbordender �Hochachtung� in einige Verlegenheit gebracht, entgegnete, als wollte sie sich rechtfertigen: �Ich musste doch herausfinden, warum das M�dchen nicht zum Viehaustrieb gekommen war, nicht? Ich wollte wissen, wo sie steckte. Aber Sie haben nicht zu Ende erz�hlt, was mit den Flecken war.�</p><p>Matwej Benzionowitsch seufzte traurig und antwortete (wobei er sich einen winzig kleinen Schritt auf das Glatteis der wissenschaftlichen Terminologie wagte):</p><p>�Ich habe die Erde, die Sie vom Tatort mitgebracht haben, im Labor untersuchen lassen. Ihre Vermutung trifft zu, es handelt sich in der Tat um Blut, wie die Van-Deen-Reaktion mit einer Tinktur aus dem Harz des Guajakbaums beweist. Und die schwefeldiagnostische Untersuchung nach der Ulengut-Methode hat gezeigt, dass es sich bedauerlicherweise um menschliches Blut handelt.�</p><p>�Ach, wie schrecklich�, rief die Nonne aus und rang die H�nde. �Ich habe es bef�rchtet! Er hat das arme Ding umgebracht, sie in irgendeine Felsspalte geworfen und mit Steinen zugedeckt. Sie ist meinetwegen ums Leben gekommen! Was wird jetzt blo� aus ihrem �Omelchen�?�</p><p>Und sie brach in Tr�nen aus, womit sie sich schlussendlich ganz genau so verhielt, wie es sich f�r die oben erw�hnten Vertreterinnen des schwachen Geschlechtes geh�rte.</p><p>Mitrofani runzelte missmutig die Stirn � er konnte Frauentr�nen nicht ertragen, vor allem, wenn sie aus gutem Grunde vergossen wurden, so wie jetzt.</p><p>�Die Gro�mutter k�nnen wir ja in unserem Spital unterbringen, ich werde sie herbringen lassen. Aber was f�r ein B�sewicht dein Wolfsschwanz doch ist! Nicht genug, dass er dich umbringen wollte, man bedenke � eine Nonne, er hat auch noch das Kind auf dem Gewissen. Was hat ihm das arme Ding nur getan?�</p><p>�Er wollte ganz einfach verhindern, dass sie im Dorf erz�hlt, wohin sie die Nonne gebracht hat�, erkl�rte der Staatsanwalt und dr�ckte ein sauberes Taschentuch in seinen H�nden zusammen. Er h�tte es gerne Pelagia angeboten, damit sie ihre Tr�nen damit trocknete, aber er konnte sich nicht dazu erk�hnen.</p><p>Die Schwester wusste sich indes gut mit ihrem eigenen Taschentuch zu helfen. Sie betupfte sich die Augen, schn�uzte sich und fragte dann mit n�selnder Stimme:</p><p>�Und was ist mit dem Stiefelabdruck? Habe ich ihn gut getroffen?�</p><p>Erleichtert, dass das Gespr�ch wieder eine weniger emotionale Richtung nahm, beeilte sich Matwej Benzionowitsch zu versichern:</p><p>�Mein Experte sagt, dass die Zeichnung des Abdrucks beinahe perfekt ausgef�hrt ist. Aber wie kommt es nur, dass Sie gar keine Angst hatten, ganz allein dort am mutma�lichen Tatort!�</p><p>�Und wie ich Angst hatte.� Pelagia schluchzte kurz auf, hatte sich jedoch schnell wieder gefasst. �Aber was sollte ich machen? Als ich mich aus dem Teufelsstein befreit hatte und zur�ck nach Stroganowka kam, erfuhr ich dort, dass Dummka nicht zum Viehaustrieb erschienen war, und da war ich nat�rlich vollkommen au�er mir. Ich bin zum Dorf�ltesten gelaufen und habe gesagt, dass man sie suchen m�sse. Er hat keine Leute, sagt er mir da. Die sind alle bei der Arbeit, und au�erdem ist es nicht weiter schade um sie � es ist ja blo� die Dummka, halb so schlimm. Ich bin dann auf demselben Weg zum Teufelsstein zur�ckgelaufen. Nat�rlich hatte ich Angst, aber ich habe mir gedacht: Warum soll der Verbrecher dort auf mich warten? Er ist doch schlie�lich �berzeugt davon, sein Werk vollbracht zu haben. Ich kam also an den Teufelsstein und sah mich dort gr�ndlich um. Auf dem R�ckweg achtete ich nur auf den Boden, und unterhalb des Abhangs fand ich dann die Spuren: eine Schleifspur, mehrere dunkle Flecken und den Abdruck eines Stiefels. Die Dorfbewohner tragen keine Stiefel, nur Bastschuhe, ich habe mich sp�ter im Dorf eigens danach erkundigt. In ganz Stroganowka gibt es nur ein einziges Paar Stiefel, und die geh�ren dem Dorf�ltesten. Er zieht sie nur an den h�chsten Feiertagen an, oder wenn er in die Stadt f�hrt. Aber sie haben eine ganz andere Sohle.�</p><p>�Ja, die Sohle ist in der Tat ungew�hnlich�, nickte Berditschewski. �Und das, erlaube ich mir zu bemerken, ist unser einziger Anhaltspunkt. Die M�tze mit dem Wolfsschwanz ist kein Indiz, solche Dinger stellen die Sytjaken schon seit Hunderten von Jahren her. Man kann sie f�r f�nf Rubel auch bei uns in Sawolshsk auf dem Markt kaufen. Aber diese Stiefel sind was ganz anderes. Die Sohlen sind hochinteressant, wenn ich so sagen darf, sie weisen ein sehr spezielles Nagelmuster auf. Ich habe in meinem Amt eine Besprechung anberaumt, unter Hinzuziehung der besten Polizeibeamten und Ermittler des Bezirks. Hier, bitte sehr.� Er zog ein Notizbuch hervor und las: �Spitze eckig und stumpf. Beschlagen mit vierundzwanzig N�geln, angeordnet in drei doppelreihigen Rhomben, Rand zehn Millimeter breit. Absatz quadratisch, mittelgro�. Folgerung: keine Fabrikware, sondern die hoch qualitative Arbeit eines Meisters, der seine eigene Handschrift hat. Das ist gut, denn es gibt uns einen Anhaltspunkt f�r die Suche�, erkl�rte der Staatsanwalt. �Weniger gut hingegen ist, dass es in unserem Gouvernement keinen solchen Meister gibt. Welche, �h, Schlussfolgerungen k�nnen wir demnach aus diesem Abdruck ziehen? Bringen wir die Formel de Parvilles zur Anwendung, der bekanntlich festgestellt hat, dass die K�rpergr��e eines Menschen das Produkt aus dem Faktor 6,876 mal der L�nge seines Fu�es ist, so ergibt sich, unter Ber�cksichtigung einer Differenz von vier, f�nf Millimetern zwischen Fu� � und Schuhsohlenl�nge, eine Gr��e des gesuchten Subjektes zwi-sehen 1,78 und 1,84 m, das hei�t also, er muss ziemlich gro� sein.�</p><p>�Wie viel ist das in unseren Ma�einheiten?�, fragte der Bischof und machte ein m�kliges Gesicht, weil er die neumodische Art, alles in Meter umzurechnen, missbilligte. �Na gut, in Gottes Namen, dann halt Zentimeter. Sag mir lieber, Matwej, was h�ltst du von der ganzen Sache?�</p><p>Berditschewski hatte tats�chlich eine Theorie, wenn auch eine noch ziemlich vage.</p><p>�Der T�ter � ich will ihn mit den Worten Seiner Eminenz den �Wolfsschwanz� nennen � hat Schwester Pelagia verfolgt, seit sie in Sawolshsk den Dampfer verlassen hat. Von der f�r-wahr allzu nahe liegenden Vermutung, bei dem Wolfsschwanz und dem Glasauge handele es sich um ein und dieselbe Person, m�chte ich aufgrund des vollst�ndigen Mangels an Beweisen vorl�ufig noch Abstand nehmen. Jedoch unterliegt es nach unserer bisherigen Erkenntnis keinerlei Zweifel, dass der Grund f�r diese unerfreuliche Anh�nglichkeit des fraglichen Misset�ters an unsere hochgesch�tzte Schwester im Zusammenhang mit der Ermordung des vermeintlichen Propheten Manuila gesucht werden muss, allzumal. . .�</p><p>�Matwej�, unterbrach ihn der Bischof. �Sprich bitte nicht so gestelzt, du bist hier nicht vor Gericht.�</p><p>Der Staatsanwalt verlor einen Moment lang den Faden, aber nur f�r ein halbes Min�tchen.</p><p>�Eigentlich bin ich schon davon �berzeugt, dass wir es mit Glasauge zu tun haben�, sagte er dann ganz ohne Schn�rkel. �Er hat irgendwie herausgefunden, dass Pelagia den Verdacht auf ihn gelenkt hat, und wollte mit ihr abrechnen. Wenn es sich aber so verh�lt, dann ist dieser Mensch psychisch nicht normal. Wissen Sie, ich habe vor kurzem eine wissenschaftliche Abhandlung aus Deutschland zum Thema �manisch-obsessive Rachsucht� gelesen. Es passt genau. Solche Subjekte haben permanent das Gef�hl, dass die ganze Welt sich gegen sie verschworen hat, sie suchen unentwegt nach Schuldigen, an denen sie sich dann bisweilen auf brutalste Art und Weise r�chen. Man muss sich das nur einmal vorstellen � er verfolgt eine Frau �ber Hunderte von Werst, bis fast zum Ural, quer durch den Wald, auf dem Fluss! Wie hat er das �berhaupt gemacht, ist er vielleicht mit dem Ruderboot hinterhergepaddelt? Und dieser fanatische, bestialische Mordplan! Dabei nicht das leiseste Mitleid mit diesem armen M�dchen! Verzeihen Sie, aber wenn das kein Psychopath ist!�</p><p>�Und warum hat er mich nicht schon unterwegs im Wald umgebracht?�, fragte Pelagia. �Das w�re doch das Einfachste gewesen.�</p><p>�Nun, ich sagte ja schon: obsessive Rachegel�ste. Ein einfacher Mord h�tte ihn nicht befriedigt. Ich wage zu behaupten, dass solche pathologischen Charaktere einen starken Hang zu grotesken Inszenierungen haben � Menschen bei lebendigem Leibe begraben oder dergleichen. Au�erdem wollte er vermutlich sein Vergn�gen m�glichst lange auskosten, deshalb auch dieses Katz-und-Maus-Spiel hinter der Tanne dort im Wald.�</p><p>Die Nonne nickte zustimmend, die Ausf�hrungen des Staatsanwalts schienen ihr schl�ssig.</p><p>�Aber noch etwas l�sst mir keine Ruhe, ich denke schon die ganze Zeit dar�ber nach. Als der Erdrutsch sich ereignete, war ich doch unten in der H�hle, wie konnte ich also sp�ter von oben aus Zusehen, wie zuvor der Eingang versch�ttet wurde?�</p><p>Mitrofani und Berditschewski tauschten Blicke aus. Dieses seltsame Detail in der Schilderung der Nonne hatten sie untereinander bereits er�rtert und waren gemeinsam auch zu einem Schluss gekommen, welchen der Bischof Pelagia jetzt beizubringen suchte � auf schonendste Weise, selbstverst�ndlich.</p><p>�Ich glaube, meine Tochter, durch die unerh�rte seelische Ersch�tterung sind Schein und Wirklichkeit bei dir ein wenig durcheinander geraten. Kann es nicht vielleicht so gewesen sein, dass der Wolfsschwanz einfach ein Produkt deiner � nach jenem Vorfall im Wald ein wenig �berreizten � Fantasie war? Schon gut, schon gut�, sagte Mitrofani hastig, als er sah, wie Pelagia sich bei diesen Worten steif auf ihrem Stuhl aufrichtete. �Vielleicht lag es ja auch an irgendwelchen �u�eren Gegebenheiten. Du hast doch selbst gesagt, in dieser H�hle habe eine besondere Luft geherrscht, die dir Schwindelgef�hle und Ohrensausen verursacht hat. Es k�nnte doch durchaus sein, dass in dieser H�hle irgendwelche Gase austreten, die Rauschzust�nde erzeugen � so etwas gibt es, ich habe mal dar�ber gelesen. Es gibt Substanzen und Emanationen in der Natur, die der Wissenschaft noch vollkommen unbekannt sind und deren Wirkung der. Mensch mit seinen f�nf Sinnen nicht begreifen kann. Wie in Kanaan, wei�t du noch?�</p><p>Pelagia erinnerte sich gut daran, sie erschauerte.</p><p>�Ich denke, wir werden folgenderma�en vorgehen�, verk�ndete Matwej Benzionowitsch munter und brachte damit das Gespr�ch weg von den Chim�ren und wieder zur�ck zur Realit�t. �Der T�ter soll glauben, dass ihm sein Werk gelungen ist, die Nonne get�tet, die einzige Zeugin beseitigt. Und inzwischen packen wir ihn an seiner Achillesferse!� Er klopfte mit dem Finger auf die Skizze von dem Stiefelabdruck. �Ich habe bereits gerichtswissenschaftliche Expertisen in Moskau, Petersburg und Kiew angefordert, dort gibt es hervorragende Kartotheken mit den unterschiedlichsten Sohlenprofilen. Mit etwas Gl�ck werden wir unseren Schuhmachermeister bald gefunden haben. Und wenn wir den Schuhmacher haben, finden wir mit Gottes Hilfe auch sehr schnell den M�rder.�</p><p>�Mit Gottes Hilfe solltest du nicht allzu sehr rechnen�, bremste Mitrofani den �berschw�nglichen Optimismus seines geistlichen Sohnes. �Der hat wahrlich schon genug Sorgen am Hals, auch ohne deine Stiefelsohlen.�</p><p><strong>�Tractatus de speluncis�</strong></p><p>Das allt�gliche Leben forderte wieder sein Recht, und Schwester Pelagia dachte nicht mehr an geheimnisvolle H�hlen.</p><p>Ihre Pflichten als Leiterin der bisch�flichen Lehranstalt waren sehr beschwerlich und bescherten ihr �berdies allerlei Turbulenzen der unterschiedlichsten Natur. Um ehrlich zu sein, muss man allerdings sagen, dass der weitaus gr��te Teil dieser Unruhen von der Person der Schulleiterin selbst verursacht wurde.</p><p>Als sie die Leitung der Schule, in der sie zuvor als Lehrerin unterrichtet hatte, �bernahm, unterwarf Pelagia den Lehrplan einer radikalen Umgestaltung und stie� damit auf teilweise heftige Kritik � und zwar gleicherma�en von oben wie von unten.</p><p>Von oben, das hei�t von Bischof Mitrofani, der sich den Neuerungen zwar nicht in den Weg stellte, sie aber ganz und gar nicht billigte. Er sparte diesbez�glich nicht mit bissigen Bemerkungen und prophezeite der Aufr�hrerin �berdies die gr��ten Unannehmlichkeiten vonseiten des Heiligen Synods, wobei er ihr auch gleich androhte, er werde in einem solchen Falle ganz bestimmt nicht seine sch�tzende Hand �ber sie halten, sondern sie ohne Z�gern ans Messer liefern. �Sie werden Ihre Hand �ber mich halten, Eminenz, nat�rlich werden Sie das, es bleibt Ihnen gar nichts anderes �brig�, antwortete Pelagia ihm in Gedanken, gleichwohl sie nach au�en hin tiefe Demut demonstrierte.</p><p>Die Kritik von unten war um einiges l�stiger. Die Lehrerinnen im Range einfacher Ordensschwestern waren freilich Gehorsam gewohnt und w�ren niemals auf den Gedanken gekommen, den Willen der Schulleiterin in Frage zu stellen, aber die weltliche Lehrerin Maria Wikentjewna Swekolkina, die erst vor kurzem das Lehrerseminar in Moskau abgeschlossen hatte und in der noch das Feuer der Aufkl�rung gl�hte, machte Pelagia das Leben reichlich sauer.</p><p>An dieser Stelle m�ssen wir erkl�ren, worin das Wesen von Pelagias Reformen bestand.</p><p>Die Schulzeit an der bisch�flichen Lehranstalt dauerte vier Jahre, und in so einer kurzen Frist kann man den Sch�lern nat�rlich nicht viel beibringen. Deshalb entschied Pelagia, den Unterricht auf lediglich vier, ihrer Meinung nach unverzichtbare F�cher zu beschr�nken. Weniger, aber daf�r besser, so lautete das Motto der Schulleiterin. Schweren Herzens strich sie die Naturwissenschaften aus dem Lehrplan, desgleichen die Geografie. Wenn sie die Schule erst einmal beendet hatten, w�rden die M�dchen, die allesamt aus armen Familien stammten, die Gesetze der Physik und die Hauptst�dte fremder L�nder sowieso schneller wieder vergessen, als sie sie gelernt hatten. Wichtigstes Fach wurde die Hauswirtschaft, f�r die sie die H�lfte der zur Verf�gung stehenden Unterrichtsstunden ansetzte, daneben behielt sie die F�cher Gymnastik, Literatur und Katechismus bei; zu Letzterem geh�rte auch der Gesangsunterricht.</p><p>Ihre Auswahl begr�ndete sie folgenderma�en:</p><p>F�r eine k�nftige Ehefrau und Mutter ist es nun einmal am wichtigsten, �ber Haushaltsf�hrung Bescheid zu wissen, Gymnastik (w�hrend der Sommermonate vor allem Schwimmen, in der kalten Jahreszeit �bungen im Saal sowie kalte G�sse zwecks Abh�rtung) sind der Gesundheit und der Figur in gleichem Ma�e zutr�glich. Literatur wiederum ist unabdingbar f�r die Ausformung edler Gef�hle und einer korrekten Ausdrucksweise. Und was die Frage nach dem Zusammenhang von Katechismus und Singen anging, so vertrat sie die Auffassung, dass die Kinder am einfachsten und nat�rlichsten �ber die Musik Zugang zum Allerh�chsten finden.</p><p>In k�rzester Zeit war der Schulchor in der ganzen Sawolshsker Region bekannt und ber�hmt. Sogar der Gouverneur von Gaggenau musste sich bisweilen eine Tr�ne der R�hrung aus dem Auge wischen, wenn die Sch�lerinnen (jede in braunem Kleid und wei�em Tuch) mit Engelsstimmen tirilierten: �Meine Seele preiset Gott den Herrn� oder �Herzallerliebster�.</p><p>Der renitenten Seminaristin gegen�ber argumentierte Pelagia, dass man, falls eines der M�dchen Interesse an weiterer Lehre zeige, dieses ja auf Staatskosten in einer st�dtischen Schule unterbringen oder sogar, wenn es sich sehr begabt anstelle, aufs Gymnasium schicken k�nne. Die Gouvernementskasse stelle daf�r spezielle Mittel bereit.</p><p>Aber Maria Wikentjewna Swekolkina wollte davon nichts h�ren. Stattdessen belegte sie die Schulleiterin mit einem beachtenswerten Sortiment von Schimpfw�rtern, deren Ausgesuchtheit Pelagia manches Mal die Tr�nen in die Augen trieb: verzopfte Reaktion�rin, muffige Nonne, olle Obskurantin und feige Steigb�gelhalterin des m�nnlichen Despotismus, der nichts anderes im Sinne habe, als die Frauen in den K�fig des Haushalts zu sperren.</p><p>Drei hektische Tage verbrachte Pelagia mit der Erledigung von angesammelten Arbeiten sowie diversen Scharm�tzeln mit der Progressivistin. Aber sogar w�hrend dieser unruhigen Zeit passierte es immer wieder, dass sie mitten im h�chsten Arbeitseifer pl�tzlich wie erstarrt stehen blieb und in tiefes Nachdenken versank.</p><p>An ihrem ersten freien Abend (das war am vierten Tag nach ihrer R�ckkehr aus Stroganowka) begab sich die Nonne zur bisch�flichen Residenz. Es war ihr gestattet, sich zu jeder Tageszeit dort aufzuhalten und in den bisch�flichen Gem�chern zu schalten und zu walten wie bei sich zu Hause. Davon machte sie jetzt Gebrauch.</p><p>Sie hatte allerdings keineswegs vor, Seine Eminenz zu bel�stigen. Sie wusste ja, dass er sich in der Zeit vor dem Zubettgehen seinen �Notizen aus meinem Leben� zu widmen pflegte, ein Steckenpferd, dem der Bischof erst seit kurzem fr�nte und welchem er sich v�llig selbstvergessen hingab.</p><p>�brigens war es beileibe nicht Ruhmsucht oder gemeiner D�nkel, der Mitrofani dazu trieb, sein Leben zu Papier zu bringen. �Das Leben flie�t dahin�, sagte er, �wie viel bleibt mir noch? Eines Tages geht man fort, ohne den Reichtum, den man erworben hat, an jemanden weitergegeben zu haben. Denn die einmalige Lebenserfahrung eines Menschen ist doch sein einzig wahrer Reichtum, den niemand ihm nehmen kann! Und deshalb vers�ndigt sich an den Mitmenschen, wer ihnen nicht seine Gedanken und Irrt�mer, seine Leiden und Erkenntnisse mitteilt � sofern er die F�higkeit besitzt, sie in Worte zu fassen. Ich bin keinesfalls so vermessen zu glauben, dass ich viele Leser finden werde, aber vielleicht mag der eine oder andere doch einmal zu diesen Bl�ttern greifen und N�tzliches zum Heile und zur Rettung seiner Seele daraus entnehmen.�</p><p>Allerdings gab der Bischof seine Epistulae niemals aus der Hand. Nicht einmal sein Sekret�r bekam diese Zeilen zu lesen, er schrieb alles eigenh�ndig ins Reine. �Wenn ich mal tot bin, k�nnt ihr es lesen�, sagte er. Dabei war er doch gesund und kr�ftig und vollkommen klar im Kopf, was sollte also das Gerede vom Sterben?</p><p>Pelagia schl�pfte in die Bibliothek und begr��te leise Vater Serafim Usserdow, der sich offenbar f�r seine Predigten irgendwelche Textstellen aus theologischen B�chern herausschrieb.</p><p>Das Predigen war Vater Serafims gr��te Leidenschaft. Seine Kanzelreden waren hochgelehrt, reich verziert mit unterweisenden Zitaten und vortrefflich in ihrer Dauer. Er pflegte sich lange und gewissenhaft auf seine Auftritte vorzubereiten. Betr�blich war nur, dass seiner Gelehrsamkeit nicht die ihr geb�hrende Aufmerksamkeit gezollt wurde. Wenn den Kirchg�ngern zu Ohren kam, dass der Gottesdienst von Vater Usserdow gehalten wurde, suchten sie f�r gew�hnlich ihr Heil lieber in einer anderen Kirche, und nicht selten kam es vor, dass der arme Vater Serafim seine Rednergaben vor einer Hand voll schwerh�riger alter M�tterchen und Greise entfalten musste, die in die Kirche gekommen waren, um ein wenig Weihrauch zu schnuppern und sich aufzuw�rmen.</p><p>Mitrofani konnte einerseits nicht dulden, dass die W�rde des Gottesdienstes solcherart litt, wollte andererseits den eifrigen Prediger aber auch nicht verletzen, weshalb er ihm die Aus�bung seiner Rednert�tigkeit seit einiger Zeit nur noch in der zur bisch�flichen Residenz geh�rigen Kirche gestattete, vor den Zellendienern und dem Gesinde, die nicht weglaufen konnten.</p><p>Als er Pelagia suchend die B�cherschr�nke abschreiten sah, bot der Sekret�r h�flich seine Hilfe an. Die Nonne bedankte sich, lehnte aber in bestimmtem Tone ab, denn sie wusste sehr gut: Wenn du den erst mal am Halse hast, l�sst er nicht mehr locker, bis er dir alles aus der Nase gezogen hat. Und die Sache war h�chst diffizil und keineswegs f�r Usserdows neugierige Nase bestimmt.</p><p>Vater Serafims Feder begann wieder �ber das Papier zu kratzen. Jetzt schlug er, wie auf der Suche nach Inspiration, sein Taschenbrevier auf und starrte hinein.</p><p>Pelagia biss sich auf die Lippen, um nicht loszukichern. Sie hatte ganz zuf�llig einmal gesehen, was f�r eine Art Brevier das war. Auf der Innenseite des Einbands war n�mlich ein Spiegel angebracht � Usserdow war doch sehr von seiner eigenen Sch�nheit eingenommen.</p><p>Nach einer Weile verlie� der Sekret�r die Bibliothek, die Schwester jedoch schritt immer noch von einem Regal zum anderen, aber sie konnte und konnte nicht finden, wonach sie suchte � weder bei der katholischen Literatur noch bei den kanonischen Schriften, noch bei den Hagiographen. Sie schaute sogar in den Schrank mit den naturwissenschaftlichen Werken, aber auch dort wurde sie nicht f�ndig.</p><p>Da quietschte die T�r, und Mitrofani betrat den Raum. Er nickte seiner geistlichen Tochter zerstreut zu und trat an ein Regal; griff einen Band heraus, raschelte mit den Seiten. Wahrscheinlich brauchte er ein Zitat oder musste irgendetwas nachschlagen. Man sah ihm ganz deutlich an, dass er mit den Gedanken ganz weit weg war, irgendwo in der Vergangenheit.</p><p>Pelagia trat n�her und stellte mit einem vorsichtigen Blick fest, dass der Bischof in den Tageb�chern Pjotr A. Walujews bl�tterte.</p><p>Sie r�usperte sich. Keine Reaktion.</p><p>Da nahm sie das W�rterbuch �Althebr�isch-Russisch� vom Tisch und lie� es auf den Boden fallen. Der Foliant wog bestimmt ein drittel Pud und machte einen solchen Radau, dass Mitrofani beinahe einen Satz in die H�he tat. Er drehte sich um und klimperte mit den Wimpern.</p><p>�Entschuldigen Sie, Eminenz�, wisperte die Nonne, w�hrend sie den W�lzer wieder vom Boden auflas. �Ich bin mit dem �rmel daran h�ngen geblieben . . . Aber wenn ich Sie schon einmal gest�rt habe . . . Ich suche ein ganz bestimmtes Buch. Erinnern Sie sich, nach dieser Geschichte in Kanaan haben Sie doch gesagt, Sie bes��en ein Buch �ber wundersame H�hlen von irgendeinem lateinischen Autor?�</p><p>�Bist du immer noch bei deinem Teufelsstein?�, fragte der Bischof. �Ja, es gibt ein Buch �ber H�hlen; bei der Medi�vistik.�</p><p>Er trat zu einem gro�en Eichenschrank, fuhr mit dem Finger �ber die Buchr�cken und zog ein Oktavb�chlein in einem altert�mlichen Kalbsledereinband hervor.</p><p>�Es ist allerdings kein lateinischer Autor, sondern ein deutscher�, sagte Mitrofani und strich geistesabwesend �ber die verblichene Goldpr�gung. �Adalbert W�nscher, einer der j�ngeren rheinischen Mystiker.�</p><p>Und damit war er verschwunden, hatte nicht einmal gefragt, was Pelagia eigentlich in diesem mittelalterlichen Werk zu finden hoffte. Das nennt man schriftstellerischen Schaffenstrieb.</p><p>Davon abgesehen, wusste die Schwester selber nicht so genau, wonach sie eigentlich suchte.</p><p>Unsicher schlug sie den Band auf und blinzelte angesichts der ungewohnten lateinischen Schrift.</p><p>�Tractatus de speluncis�, las sie. <emphasis>(�Traktat �ber die H�hlen�, lat.)</emphasis></p><p>Darunter ein Epigraph: �Quibus dignus non erat mundus in solitudinibus errantes et montibus et speluncis et in cavernis terrae�. <emphasis>(�Denen die Welt nichts wert war,irrten in W�sten und Bergen, in H�hlen und Kavernen der Erde umher�, lat.)</emphasis></p><p>Behutsam bl�tterte sie die br�chigen Seiten um, vertiefte sich da und dort in eine Textstelle.</p><p>Im Prolog und den ersten Kapiteln z�hlte der Autor pedantisch alle sechsundzwanzig Erw�hnungen von H�hlen in der Heiligen Schrift auf und f�gte zu jeder Episode umfangreiche Kommentare und fromme Gedanken hinzu. So stellte er bez�glich des Ersten Buches der K�nige in mittelalterlicher Treuherzigkeit ausf�hrliche Er�rterungen dar�ber an, ob K�nig Saul nun wegen eines kleinen oder gro�en Gesch�ftes jene H�hle aufsuchte, in der David sich mit seinen Gefolgsleuten verborgen hielt. Unter Berufung auf andere Autoren sowie auf seine eigene Erfahrung wies Adalbert �berzeugend nach, dass es nur ein einigerma�en gewichtiges k�rperliches Bed�rfnis gewesen sein konnte, das den K�nig in die H�hle trieb, da doch bei der Verrichtung geringf�gigerer Notdurften der Mensch nicht in demselben Ma�e konzentriert zu sein pflegt und nicht solch �crattoritum et irrantum� <emphasis>(��chzen und innere Ger�usche�, lat.)</emphasis> erzeugt. Und genau dies hatte ja zweifelsohne das gekr�nte Haupt daran gehindert zu bemerken, wie David den Saum seines Kleides abtrennte.</p><p>Vom Lesen des mittelalterlichen Lateins erm�det, wollte Pelagia das Werk des pedantischen Forschers schon beiseite legen. Geistesabwesend bl�tterte sie noch einige Seiten weiter, als ihr Blick auf die �berschrift �Capitulum XXXVIII de Speluncis Peculiaribus tractans�fiel. (<emphasis>�Kapitel XXXVIII, das von den Besonderen H�hlen berichtet�, lat.)</emphasis></p><p>Sie begann zu lesen � und konnte sich nicht mehr losrei�en.</p><p><emphasis>�Dann aber gibt es noch H�hlen, die Besonderen genannt, die dem Menschen verborgen sind, solange er lebt. Diese H�hlen verbinden die k�rperliche Welt mit der nicht k�rperlichen, und jede Seele geht zweimal durch sie hindurch: wenn sie bei der Geburt in den K�rper eintritt und wenn sie nach dem Tode den K�rper verl�sst. Nur st�rzen die unlauteren Seelen aus der H�hle in die Feuerh�lle hinab, die lauteren Seelen aber steigen in die himmlischen Sph�ren auf Die Besonderen H�hlen, deren Zahl einhundertvierundvierzig betr�gt, sind durch die Gnade Gottes gleichm��ig �ber die Erde verteilt, eine je tausend Lig, damit der Weg der Seele zum K�rper und zur�ck nicht zu lang sei, denn es gibt nichts Reinigenderes als diesen �bergang.</emphasis></p><p><emphasis>Die unserem Lebensraum am n�chsten gelegene Besondere H�hle befindet sich in der Steiermark, nahe dem Berg Eisenhut, wie ein ehrw�rdiger Mann aus der Stadt Innsbruck einst dem Vater Prior der Abtei Blaugarten berichtete. Den genauen Ort jedoch konnte oder wollte er nicht nennen.</emphasis></p><p><emphasis>Nun geschieht es bisweilen, und dies gar nicht selten, dass wohl eine Seele vor Gottes Richterstuhl gerufen wird, aber wieder auf die Erde zur�ckkehrt, weil sich die Barmherzige Muttergottes oder der Schutzpatron jenes S�nders f�r ihn eingesetzt hat. Es bleibt dann jedoch in dieser Seele eine dunkle Erinnerung an ihren Weg durch die Besondere H�hle zur�ck. Auch mir ist einmal ein solcher Mensch begegnet, dessen Seele sich schon vom Leib gel�st hatte, aber noch einmal zur�ckkehrte. Es handelte sich um einen Fuhrknecht, der vormals im Dienste des Landgrafen von Hessen gestanden, mit Namen Godehard aus Oberwald. Dieser Godehard war von seinem Ross gest�rzt, mit dem Kopf auf einem Steine aufgeschlagen und f�r tot gehalten worden, jedoch am darauffolgenden Tage, als er in seinem Sarge lag und man schon die Totenmesse hielt, schlug er pl�tzlich die Augen auf und war wenig sp�ter g�nzlich genesen. Er berichtete, seine Seele sei vom K�rper getrennt gewesen und habe sich durch ein enges dunkles Gew�lbe gezw�ngt, als pl�tzlich am Ende dieser H�hle ein grelles Licht erschienen sei und eine geheimnisvolle Kraft die verirrte Seele zur�ck auf die Erde gezogen habe. Der Vater Prior der Abtei Blaugarten, der bei dieser Schilderung zugegen war, fragte jenen Godehard, ob nicht jemand f�r ihn zur Heiligen Jungfrau Maria oder zum heiligen Godehard von Hildesheim gebetet habe, und es erwies sich, dass w�hrend der ganzen Zeit, da der Fuhrknecht wie tot dagelegen, sein Weib, welches ihren Godehard von Herzen liebte, ohne Unterlass f�r seine Seele gebetet hatte.</emphasis></p><p><emphasis>Vom Ansehen sind die Besonderen H�hlen nicht von den gew�hnlichen zu unterscheiden, aber wer zuf�llig sich in eine von ihnen verirrt, kann, so er eine empfindsame Seele besitzt, einen leisen, himmlischen Klang vernehmen. Ist jedoch seine Seele harth�rig, so vernimmt er gar nichts, sondern sp�rt vielmehr nur den un�berwindlichen Wunsch, so schnell wie m�glich aus dieser H�he hinauszukommen und nie mehr dorthin zur�ckzukehren.�</emphasis></p><p>Als Pelagia von dem �himmlischen Klang� las, erschrak sie und f�hlte, wie ihr eine G�nsehaut �ber den R�cken lief. Doch die gr��te Ersch�tterung stand ihr noch bevor.</p><p><emphasis>�Kummer und Ungl�ck erwarten den, der bei Tagesanbruch in eine Besondere H�hle geraten ist und den Schrei eines roten Hahnes h�rt, denn dann ist er mit Seele und K�rper im Raum zwischen den Welten, wo die Zeit nicht flie�t (in intermundis ubi non est aemanatio temporis), gefangen, und er kann solcherart f�r alle Ewigkeit verschwinden oder in eine andere Zeit und sogar in eine andere Besondere H�hle geworfen werden.</emphasis></p><p><emphasis>Jener bereits erw�hnte ehrw�rdige Mann aus Innsbruck berichtete, wie einmal ein Gefl�gelh�ndler, von einem Unwetter �berrascht, die Nacht in einer solchen H�hle verbrachte, ohne zu wissen, dass es sich um eine Besondere H�hle handelte. Er hatte einen K�fig bei sich, in dem ein Hahn und mehrere Hennen sa�en. Dieser Mann hatte am Vorabend von Mari� Himmelfahrt die H�hle betreten, aber heraus kam er drei Monate fr�her, am Tag der Auffindung des Kreuzes Christi, zudem in einer ganz anderen H�hle, welche im Reiche des schottischen K�nigs Jakob gelegen waJa�l und als er, zu Fu� und um Almosen bettelnd, wieder bei seinem heimischen Hause anlangte, wollte niemand ihm glauben, dass er im schottischen K�nigreiche gewesen, obgleich dieser H�ndler gemeinhin als ehrlicher Mann galt.</emphasis></p><p><emphasis>�berdies wurde mir berichtet von einem J�ger namens Rup aus Seeland, welcher einmal einen Hahnenschrei aus einer unterirdischen H�hle vernahm und im Glauben, ein Fuchs habe diesen Hahn gestohlen, in die H�hle kroch, um sich den Fuchspelz zu erbeuten. Als er wenig sp�ter in sein Dorf kam, erkannte ihn dort niemand mehr, er war volle zwanzig Jahre fort gewesen.</emphasis></p><p><emphasis>Und ein ligurischer Kaufmann erz�hlte nach seiner R�ckkehraus China dem vornehmen Klaus von Weiler, welcher mir gut bekannt ist, eine Geschichte (dieses trug sich zu in der Stadt L�beck, im Gasthaus �Zur Fregatte� und in Gegenwart von Zeugen), die ihm, jenem Kaufmann, wiederum die Chinesen berichtet hatten. Die Geschichte handelte von einem Fischer aus dem Lande Japan, das im Ozean nahe dem Land des Presbyterk�nigs Johann gelegen ist. Dieser Fischer war auf der Suche nach Austern bei Sonnenaufgang in eine Meeresh�hle geraten, als in seiner N�he eine rote Schildkr�te zu schreien begann, welche im Lande Japan anstelle der H�hne den Tagesanbruch verk�nden � zur Strafe daf�Ja�l dass die Menschen in diesem Lande sich nicht zum christlichen Glauben bekennen. Der Fischer schlief f�r einen kurzen Moment ein. Als er aber erwachte, zeigte es sich, dass er volle achtundachtzig Jahre geschlafen hatte. In seinem Heimatdorf konnte sich niemand mehr an ihn erinnern, und so wanderte er fortan heimatlos durch die Lande. Jene Chinesen haben ihn selbst gesehen, als sie nach Japan fuhren, um Gold zu kaufen, welches in diesem K�nigreich in unersch�pflicher Menge vorhanden ist und das dort so viel kostet wie Silber oder sogar Kupfer.</emphasis></p><p><emphasis>Warum aber der Schrei eines roten Hahns solch eine verwunderliche Wirkung auf die Seele besitzet, ist von mir in meiner �disputatio hypothetica de rubri galli statu preelectu� (�Hypothetische Er�rterung �ber die Auserw�hltheit des roten Hahnes�, lat.) dargelegt worden, sodass ich �ber selbiges Thema an dieser Stelle nicht neuerlich schreiben will und Stattdessen in meinen Ausf�hrungen fortfahre mit dem</emphasis></p><p><emphasis>Kapitel XXXIX, welches davon handelt, wie man in H�hlen essbare Pilze z�chtet.�</emphasis></p><p>Als sie an die Stelle mit dem roten Hahn kam, sprang Pelagia von ihrem Stuhl auf und las das Kapitel im Stehen zu Ende, so aufgeregt war sie auf einmal, und weil sie so in Schwung war, las sie auch gleich noch ein St�ck von dem Kapitel �ber die Pilze. Alsbald aber stellte sie fest, dass die �Besonderen H�hlen� dort keine Erw�hnung mehr fanden. Sie bl�tterte das B�chlein aufmerksam bis zu Ende durch, in der Hoffnung, mehr �ber jene �hypothetische Er�rterung� zu finden, aber sie wurde entt�uscht.</p><p>Zornig klappte sie das Buch zu und st�rzte ins Kabinett des Bischofs.</p><p>Mitrofani sah sie verdutzt an � das hatte es ja noch nie gegeben, dass seine geistliche Tochter zu dieser sp�ten Abendstunde bei ihm eindrang, noch dazu ohne anzuklopfen.</p><p>�Eminenz, und die Er�rterungen �ber den roten Hahn�?�, fiel die Nonne mit der T�r ins Haus.</p><p>Der Bischof brauchte eine Weile, um von der H�he seiner Gedanken auf den Boden der Wirklichkeit zur�ckzukehren.</p><p>�H�?�, fragte er wenig w�rdevoll.</p><p>�Das Traktat �ber den roten Hahn, das dieser Adalbert geschrieben hat, wo ist das?�, fragte Pelagia ungeduldig.</p><p>�Was f�r ein Hahn?� Der Bischof staunte immer mehr. �Was ist denn blo� mit dir los, meine Tochter? Hast du Fieber?�</p><p>Als er dann endlich begriffen hatte, was die Schwester von ihm wollte, erkl�rte er, dass au�er dem �Traktat �ber die H�hlen� keine weiteren Werke des besagten Adalbert W�nscher erhalten seien. Das Kloster, in welchem dieser Mystiker lebte und starb, sei w�hrend der Religionskriege vom Heer des Grafen von Nassau geschleift worden, und auch dieses einzige Werk sei nur aufgrund eines gl�cklichen Zufalls erhalten geblieben, weil das Manuskript sich n�mlich beim Buchbinder befunden habe. Von einem Adalbert sehen Traktat �ber einen Hahn aber h�re Mitrofani zum ersten Male.</p><p>�Im f�nfzehnten Jahrhundert war es sehr modern, allen m�glichen Tieren wundert�tige Eigenschaften zuzuschreiben�, setzte der Bischof fort. �Es gab mehrere Scholastiker, die von der Idee der Zweiheit fasziniert waren. Demnach hat Gott alles paarweise geschaffen: Mann und Frau, Schwarz und Wei�, Sonne und Mond, W�rme und K�lte. Diese Theoretiker suchten nun auch in der Tierwelt nach einer Entsprechung f�r die menschliche Gattung, also nach einer Kreatur, die Gott ausgew�hlt und ausgezeichnet habe gleich dem Menschen. Der eine schob diese Rolle den Ameisen zu, ein anderer den Delfinen, ein Dritter dem Einhorn. Dem Titel seines Werkes nach zu urteilen trat Adalbert daf�r ein, dass die H�hne die Auserw�hlten seien, aber warum ausgerechnet die roten � das wei� Gott allein.�</p><p>�Also, Ameisen und Delfine, das kann man ja noch verstehen � ein Ameisenhaufen hat tats�chlich �hnlichkeit mit der menschlichen Gesellschaft, und Delfine sind sehr klug. Und �ber die Einh�rner konnten sich die mittelalterlichen Autoren ja zusammenfantasieren, was sie wollten, weil ohnehin nie jemand eins gesehen hat. Aber ein Hahn? Das verstehe ich �berhaupt nicht! So ein z�nkischer, dummer Vogel. Er tut doch nichts weiter als die H�hner besteigen und sich die Kehle heiser schreien.�</p><p>�Oho, Moment! �, widersprach ihr der Bischof mit erhobenem Zeigefinger. �Ganz so ist es nicht! Der Mensch hat von alters her ein ganz besonderes Verh�ltnis zum Hahn, schon zu vorchristlichen Zeiten war das so, und zwar bemerkenswerterweise �berall auf der Welt, wo man den Gallus Domesticus antrifft. In China verk�rpert er zum Beispiel das Prinzip Yang, das hei�t die K�hnheit, die Gewogenheit, die W�rde und die Treue. Und der rotgefiederte Hahn ist auch das Symbol der Sonne. Bei den alten Kelten, um den Blick wieder auf die andere Seite des Planeten zu richten, galt der rote Hahn als die Verk�rperung der G�tter der Unterwelt. Und in der griechisch-r�mischen Kultur steht der Hahn f�r die Erneuerung. �berhaupt wird dieser Vogel in den meisten Mythologien mit dem Morgenrot, der Sonne, dem Licht und dem himmlischen Feuer assoziiert, also mit der Entstehung neuen Lebens. Der Hahn vertreibt die Nacht und die Finsternis, die Angst und Blindheit, die sie begleiten.�</p><p>Solche Stehgreifvortr�ge, zuweilen aus den ungew�hnlichsten Anl�ssen, waren ein Steckenpferd Mitrofanis, und Pelagia lauschte ihnen jedes Mal mit gro�em Interesse. Aber niemals hatte sie ihm so begierig zugeh�rt wie gerade jetzt.</p><p>�Nehmen wir das Christentum�, fuhr der Bischof fort. �In unserer Religion hat dieses Gefl�gel, f�r das du dich so lebhaft interessierst, ebenfalls einen besonderen Status. Bei uns gilt der Hahn n�mlich als Symbol des Lichts, er begr��t den Aufgang der christlichen Sonne und vertreibt die M�chte der Finsternis. Und Ostern, wenn wir der Leiden Christi gedenken, ist der Hahn das Sinnbild der Auferstehung. Ist dir bekannt, dass das Kreuz, welches heute allgemein das Symbol des Christentums ist, erst sehr sp�t, genauer gesagt in der Mitte des f�nften Jahrhunderts, dazu wurde? Bis zu dieser Zeit verwendeten die Christen andere Symbole, und sehr oft stand gerade der Hahn als Sinnbild f�r den Sohn Gottes, der gekommen ist, um die Menschheit zu erl�sen. Und denk auch an die Prophezeiungen des Salomo: �Und wird sich der Mensch beim Ruf des Hahnes erheben � und alle Ges�nge verhallen.� Nicht wahr, damit ist ja gemeint, dass der Hahn den Menschen den Tag des J�ngsten Gerichtes verk�nden wird.�</p><p>Je l�nger Pelagia den gelehrten Worten Mitrofanis zuh�rte, desto nachdenklicher wurde ihr Gesicht, und schlie�lich schien ihr Blick ganz und gar in sich gekehrt.</p><p>Als der Bischof geendet hatte, stellte die Nonne keine weiteren Fragen mehr. Sie bedankte sich mit einer Verbeugung, entschuldigte sich, dass sie Seine Eminenz von seiner schriftstellerischen Arbeit abgelenkt hatte, und verabschiedete sich.</p><p><strong>Die H�hle des Zyklopen</strong></p><p>Die Schwester schickte sich an, die bisch�fliche Residenz auf demselben Wege zu verlassen, auf dem sie gekommen war, das hei�t, sie nahm nicht den l�ngeren Weg �ber den Hof und durch das Tor, sondern die Abk�rzung durch die Gartenpforte, zu der sie einen eigenen Schl�ssel besa�.</p><p>In den Fenstern des M�nchstraktes waren die Lichter bereits erloschen, und auch die Laterne vor dem Haupteingang war schon aus. Doch am Himmel leuchtete hell der Mond, und die Nacht war klar.</p><p>Es roch nach frischem Laub, von der Apfelbaumallee her klang das Gemurmel des Brunnens her�ber, und nach und nach fiel die Anspannung von der Nonne ab.</p><p>Der bisch�fliche Garten galt als eine der Sehensw�rdigkeiten der Stadt und wurde in musterg�ltiger Ordnung gehalten. Die schneewei�en, mit feinem Sand bestreuten Wege wurden mehrmals am Tage geharkt, sodass Pelagia das Gef�hl hatte, nicht auf dem Erdboden zu gehen, sondern �ber die Milchstra�e dahinzuwandeln. Um diese Sch�nheit nicht zu verletzen, lief sie nicht direkt auf dem Weg, sondern hielt sich ganz an seinem Rande.</p><p>Pl�tzlich bemerkte sie mitten auf dem schneewei�en, unber�hrten Streifen Fu�spuren. Jemand war hier vor kurzem entlanggegangen, und zwar mit Sicherheit nach dem letzten abendlichen Harken.</p><p>Wer kann das wohl gewesen sein, �berlegte Pelagia zerstreut, w�hrend sie mit ihren Gedanken immer noch bei den H�hlen und den roten H�hnen war. Es war nur sehr wenigen Personen gestattet, in dem Garten spazieren zu gehen, und schon gar nicht zu so sp�ter Stunde. Vater Usserdow vielleicht? Nein, schloss sie messerscharf, bei einem Geistlichen ist die Schrittl�nge k�rzer, weil ihn die Soutane behindert.</p><p>Sie r�ckte ihre Brille zurecht, und w�hrend sie ihren Gedankengang noch immer weiter verfolgte, behielt sie genau die Spuren im Auge, die in Richtung Pforte f�hrten.</p><p>Pl�tzlich st�hnte die Schwester auf und fiel auf die Knie, beugte sich vorn�ber und brachte die Nase ganz dicht an den Boden. St�hnte nochmals, noch lauter als vorher.</p><p>Eine eckige, stumpfe Spitze! Dieser Absatz! Und wenn man ganz genau hinschaute, waren auch die drei Rhomben zu erkennen!</p><p>Das Herz schlug ihr bis zum Hals.</p><p>Er ist es! Er ist hier gewesen! Vielleicht gerade eben, vor einer Minute! Er ist durch die Pforte nach drau�en gegangen!</p><p>Sie sprang auf und wollte zum Haus zur�ckst�rzen, machte aber sogleich wieder kehrt. Bis sie das Gesinde geweckt hatte, war er schon l�ngst �ber alle Berge! Und auf der Stra�e, auf dem Kopfsteinpflaster, w�rden sich keine Spuren finden lassen!</p><p>Vielleicht war er ja noch ganz in der N�he, und man konnte die Verfolgung aufnehmen!</p><p>Pelagia sch�rzte ihre Kutte und rannte los, wobei sie darauf achtete, nicht auf die Spuren zu treten, um sie nicht zu verwischen.</p><p>Was indes dieses unerwartete Erscheinen des Wolfsschwanzes in der bisch�flichen Residenz zu bedeuten hatte, dar�ber dachte sie keinen Augenblick lang nach.</p><p>Die Spuren bogen von der Hauptallee auf einen Nebenweg ab, f�hrten also doch nicht zur Pforte, sondern in einen entfernteren, abgelegenen Teil des Gartens.</p><p>Die Schwester blieb einen Moment stehen und �berlegte, was dieses Man�ver wohl zu bedeuten hatte. Aha, na klar: Der B�sewicht hat keinen Schl�ssel, also will er bestimmt �ber den Zaun klettern.</p><p>Sie beschleunigte ihren Schritt.</p><p>Der Weg war schmaler als die Hauptallee und zu beiden Seiten von hohen Str�uchern eingefasst, deren Schatten die Spuren verschluckten. Aber daf�r konnte man hier auch nur geradeaus laufen.</p><p>Dort war auch schon das Ende des Gartens. Links der Bretterschuppen, in dem im Herbst die �pfel eingelagert wurden, dahinter der Zaun. Also nichts wie hin, den Kopf durch die Zaunlatten gesteckt und vorsichtig umhergesp�ht! Vielleicht war noch irgendwo in der Ferne eine davoneilende Silhouette auszumachen.</p><p>Wenn ja, dann fix �ber den Zaun und hinterher.</p><p>Und wenn es dann doch jemand anderes ist, kann man wenigstens fragen, wer ihm die Stiefel angefertigt hat. Und dann . . .</p><p>Jetzt war sie auf der H�he des Schuppens. Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte sie einen schwarzen Spalt � die T�r war nur angelehnt. Was f�r ein Schlendrian, dachte sie zerstreut.</p><p>Da flog die T�r pl�tzlich sperrangelweit auf.</p><p>Aus dem Dunkeln schoss ein langer Arm heraus, packte die Schwester am Kragen und zerrte sie mit einem Ruck in den schwarzen Schlund der Schuppent�r.</p><p>Der Riegel klirrte.</p><p>Vor �berraschung wie bet�ubt und von der pl�tzlichen Dunkelheit blind, schrie Pelagia auf, aber sofort hielt ihr eine gro�e, harte Hand den Mund zu.</p><p>�Hall�chen, meine h�bsche Dampfermieze�, raunte es aus dem Dunkeln.</p><p>Da wusste sie sofort, wer das war. Nicht an der Stimme erkannte sie ihn, die hatte sie ja nur ein einziges Mal geh�rt; sondern an diesem ekelhaften Wort �Mieze�.</p><p>Das Glasauge (er war der Wolfsschwanz, Berditschewski hatte Recht) machte eine Pause, wahrscheinlich labte er sich an der Angst seiner Gefangenen.</p><p>Inzwischen schien ihr die Dunkelheit schon nicht mehr so undurchdringlich. Der Schuppen war ein luftig gebauter Bretterverschlag, �berall gab es Spalten und Fugen, die man absichtlich gelassen hatte, damit die �pfel atmen konnten, und zwischen den Brettern hindurch sickerte das Mondlicht herein.</p><p>Das Erste, was Pelagia sah, waren zwei gl�nzende Augen. Allerdings gl�nzten sie unterschiedlich, und welches von beiden das echte war, konnte sie nicht erkennen.</p><p>�Jetzt laufe ich dir schon so lange hinterher, dass es direkt schade w�re, dich gleich auf der Stelle abzumurksen�, sagte der schreckliche Mensch. �Du darfst noch ein bisschen weiterleben, ja? Aber nur unter einer Bedingung: Sobald du einen Pieps machst, ziehe ich dir einen Sack �ber dein h�bsches K�pfchen, mit Troddeln!�</p><p>�Das ist gegen die Kleidervorschrift�, antwortete die Nonne dumpf durch die Hand hindurch.</p><p>�Was ist gegen die Kleidervorschrift?� Glasauge zog die Hand zur�ck.</p><p>�Ein Sack mit Troddeln, so etwas darf eine Nonne nicht tragen�, erkl�rte sie und hatte dabei nur den einen Gedanken: irgendetwas sagen, irgendwelchen Unsinn, nur um das Unvermeidliche f�r ein oder zwei Minuten hinauszuschieben.</p><p>Nicht etwa, weil sie auf Rettung hoffte, wer h�tte sie hier schon retten sollen? Sondern um sich innerlich auf den Tod vorzubereiten und in Gedanken ein letztes Gebet zu sprechen.</p><p>�Verstehe, ein kleines Scherzchen! Sehr gut, Kleine�, sagte der M�rder anerkennend. �Du hast ein fixes K�pfchen. Wenn es nicht ganz so fix w�re, w�rdest du l�nger leben. Na, hast du so ein Dingelchen schon mal gesehen?�</p><p>Er zog einen Gegenstand aus der Tasche, der in seiner Hand seltsam zu schaukeln begann. Pelagia schaute genauer hin und erkannte ein Gewicht, das an einer Feder befestigt war.</p><p>�Meine eigene Erfindung�, prahlte Glasauge. �Trifft pr�zise auf einen guten Klafter Entfernung.�</p><p>Er machte eine kaum sp�rbare Bewegung mit der Hand. Die Feder streckte sich, man h�rte ein pfeifendes Ger�usch in der Luft, und auf einem Regal zersprang ein Tonkrug in tausend St�cke, den der G�rtner vermutlich f�r Trinkwasser benutzte. Das Gewicht aber schnellte in die Hand des Werfers zur�ck.</p><p>�Wie bist du eigentlich aus dieser H�hle rausgekommen? Eine ziemlich durchtriebene Mieze bist du, das muss man schon sagen. Sogar eine Zeichnung von meiner Sohle hast du gemacht! Aber mit dieser Sohle habe ich dich auch gek�dert, wie einen Fisch mit dem Wurm.�</p><p>Er lachte leise und triumphierend.</p><p>Am allerschrecklichsten war, dass die Schwester sein Gesicht nicht sehen konnte und sich auch nicht richtig daran erinnerte.</p><p>So sieht er also aus, der Tod, dachte Pelagia schaudernd. Er hat kein Gesicht und lacht dich leise aus.</p><p>�Woher . . . woher wissen Sie, dass ich die Sohle abgezeichnet habe?�, fl�sterte die Nonne.</p><p>Wieder lachte er.</p><p>�Du bist ja ganz sch�n neugierig! Bald wirst du alles wissen. Da oben.� Und er zeigte mit dem Finger zur Decke.</p><p>�Wo?�, fragte sie verst�ndnislos.</p><p>Das erheiterte ihn noch mehr.</p><p>�Wo, wo, fragt sie! Na, im Jenseits. Wo alle irdischen R�tsel aufgel�st werden.�</p><p>�Warum wollen Sie mich t�ten?�, fragte die Nonne sanft. �Was habe ich Ihnen getan?�</p><p>�Du selber gar nichts, dein K�pfchen hat mir was getan�, sagte der frivole Leichtfu� von M�rder und tippte ihr an die Stirn. �Aber das werde ich dir gleich ausleeren und dein freches Hirn rausholen. Ich bin neugierig zu sehen, was das f�r ein Gericht gibt � Miezenhirn.�</p><p>Unwillk�rlich schielte Pelagia zu dem Regal, auf dem die Scherben des zerschlagenen Kruges lagen. Glasauge bemerkte diese Bewegung und wollte beinahe platzen vor Lachen, so wie manchmal die M�dchen in Pelagias Unterricht, wenn eine von ihnen aus irgendeinem albernen Grund anf�ngt zu gickern und dann die ganze Klasse damit ansteckt.</p><p>Die Nonne presste krampfhaft die H�nde an die Brust.</p><p>Irgendetwas piekste ihr in die Handfl�che.</p><p>Die Stricknadeln! Wie �blich trug die Schwester den Beutel mit ihren Stricksachen um den Hals. Eine f�rwahr k�mmerliche Waffe, so ein Paar Stricknadeln, aber wenn man nichts anderes hat? Immerhin hatten die beiden Stahlspie�e ihrer Besitzerin schon des �fteren aus der Klemme geholfen, in nicht weniger ausweglosen Situationen als dieser.</p><p>Pelagia riss sich den Beutel vom Hals und presste ihn noch fester an die Brust.</p><p>�Was hast du da, ein Gebetsbuch? Nicht doch, jetzt wird nicht gebetet, das ist mir zu langweilig. Also dann, mach�s gut, Mieze.�</p><p>Er trat einen Schritt zur�ck � wohl um besser Schwung holen zu k�nnen, oder vielleicht auch, um sich an der Angst seines Opfers weiden zu k�nnen � und beschrieb mit dem Gewicht einen sirrenden Kreis in der Luft.</p><p>Den zweiten Kreis wartete Pelagia nicht ab. Mit einem gellenden Schrei stie� sie die Stricknadeln direkt durch den Beutel hindurch in das einzige Auge des gemeinen Schlagetots. Im selben Moment durchfuhr sie gl�hend hei� der Schreck: Was, wenn ich das falsche Auge erwische?</p><p>Aber dem wilden Schrei nach zu urteilen, der den Schuppen erzittern lie�, hatte sie genau das Richtige getroffen.</p><p>Der Schrei ging in ein St�hnen �ber. Der M�rder fasste sich ins Gesicht, riss aber die H�nde sofort wieder weg.</p><p>Pelagia wich zur�ck � der Anblick ihres Atlasbeutels, der an einem menschlichen Gesicht baumelte, war kaum zu ertragen.</p><p>Sie st�rzte zur T�r und versuchte, sie zu �ffnen, aber der verrostete Riegel lie� sich nicht zur�ckschieben, sie hatte nicht genug Kraft.</p><p>Der Verletzte riss den Beutel herunter und schleuderte ihn zur Seite. Eine dunkle Masse floss �ber seine Wange. Er fing sie in der hohlen Hand auf und versuchte, sie in die Augenh�hle zur�ckzudr�cken.</p><p>Pelagia kniff die Augen zu.</p><p>�Du Mistst�ck!�, br�llte der Geblendete. �Du giftige Natter! Aber ich kriege dich trotzdem!�</p><p>Er holte wieder zum Schlage aus, die Nonne duckte sich im letzten Moment, und mit schrecklichem Pfeifen sauste das Gewicht �ber ihren Kopf hinweg.</p><p>Und jetzt begann in dem engen, kaum drei mal drei Klafter gro�en Raum ein lebhaftes Zielwerfen.</p><p>Glasauge lie� seine Waffe kreisen und schoss damit mal nach links, mal nach rechts. Das Gewicht pfiff durch die Luft, demolierte die leeren Kisten auf den Regalen, krachte gegen die Bretterw�nde, brach den Stiel einer Heugabel entzwei.</p><p>Aber jedes Mal duckte sich die Nonne und warf sich geschickt von einer Ecke in die andere. Nur einmal ging der M�rder ebenfalls in die Hocke und versuchte, sie an den Beinen zu erwischen! Pelagia konnte gerade noch hochspringen!</p><p>Es sah aus wie ein makabres Hasch-mich � oder Katz-und-Maus-Spiel.</p><p>Befremdlicherweise musste die Nonne in diesem Moment an Odysseus denken, der in der H�hle des Polyphem gefangen war. �Also zischte das Aug um die feurige Spitze des �Ibrands. F�rchterlich heult� er auf dass rings die dumpfige Kluft scholl�</p><p>Der Zyklop im Schuppen heulte, raste und stie� unartikulierte Laute aus, und Pelagia, von dem unentwegten Springen und H�pfen ganz au�er Atem, versuchte immer wieder, ihm gut zuzureden:</p><p>�Beruhigen Sie sich! Sie brauchen einen Arzt!�</p><p>Aber damit gab sie nur ihre Position preis. Jedem Zureden folgte eine Attacke, die genauer gezielt war als die vorigen.</p><p>Dann lie� sich die Nonne in die Hocke nieder und verhielt sich ganz still.</p><p>Glasauge lief noch eine Weile in dem Schuppen hin und her, dann begriff er, dass seine Gegnerin die Taktik ge�ndert hatte. Jetzt hielt er ebenfalls inne und lauschte.</p><p>Er stand nur zwei Schritte von ihr entfernt, und Pelagia presste die Hand an ihre linke Brust, weil sie f�rchtete, ihr Herzschlag k�nnte sie verraten.</p><p>�Ich kriege dich, na warte, dich kriege ich�, zischte der Blinde rasend vor Wut. �Ich werde dich mit blo�en H�nden erledigen, ich brauche das Gewicht gar nicht. . .�</p><p>Und wirklich steckte er seine Waffe in die Tasche, breitete die Arme aus und drehte sich um seine eigene Achse.</p><p>Die Sache stand schlecht. Gleich kommt er auf die Idee, sich hinzuknien, und dann ist es aus.</p><p>Pelagia riss sich die Brille von der Nase und schleuderte sie in eine entfernte Ecke.</p><p>Der M�rder drehte sich blitzartig um und warf sich mit einem wilden Schrei in die Richtung, aus der das Ger�usch gekommen war.</p><p>Da sprang sie auf und stemmte sich mit ihrem ganzen Gewicht gegen den Riegel � Gott sei Dank, er gab nach.</p><p>Sie st�rzte hinaus, sah, dass es au�en an der T�r auch einen Riegel gab, und schob ihn schnell vor.</p><p>Dann rannte sie zum Haus und schrie, so laut sie konnte:</p><p>�Hilfe! Hierher! Hierher!�</p><p>Hinter sich h�rte sie ein Krachen und Poltern � Glasauge warf sich gegen die versperrte T�r.</p><p><strong>�ber die Heimat, die gerechte Sache und den</strong></p><empty-line/><p><strong>Kampf gegen das B�se</strong></p><p>W�hrend die Zellendiener herbeieilten, w�hrend sie sich bem�hten, aus den wirren Schreien der Nonne einen vern�nftigen Sinn zu entnehmen, und w�hrend sie diskutierten, ob man nun selbst in den Garten gehen oder besser die Polizei rufen sollte, vergingen etwa zehn Minuten. Es w�re auch noch mehr Zeit vergangen, wenn nicht auf diesen Heidenl�rm hin der Bischof selber erschienen w�re. In wenigen Sekunden hatte er die Lage erfasst, er legte Pelagia die H�nde auf die Schultern und stellte nur eine einzige Frage: �Bist du unversehrt?� Und als sie nickte, drehte er sich um und eilte mit ausgreifenden Schritten in den Garten. Und nur weil allzu gro�e Hast sich schlecht mit der W�rde eines Bischofs vertr�gt, fiel er nicht in st�rmischen Galopp. Aber auch so hatte das Gesinde, das im Laufschritt hinter ihm hertrabte, seine liebe M�he, ihm zu folgen.</p><p>Die T�r des Gartenh�uschens war immer noch verriegelt � Glasauge hatte sich nicht befreien k�nnen. Doch drinnen war es still.</p><p>�ngstlich umkreisten die M�nche und die Domestiken den Bretterschuppen.</p><p>�Gn�diger Herr?�, rief Usserdow mit bebender Stimme. �Sind Sie da? Es w�re besser, Sie w�rden von Ihrem gewaltt�tigen Vorhaben absehen und sich in die H�nde der Gerichtsbarkeit geben.�</p><p>Mitrofani schob Vater Serafim mit einer energischen Bewegung zur Seite und zog ohne zu z�gern den Riegel zur�ck.</p><p>Er trat in die T�r�ffnung.</p><p>Pelagia presste sich die Hand auf den Mund. Jetzt blo� nicht schreien, damit sich der Bischof um Gottes willen nicht umdreht � einem t�dlich verletzten Tier den R�cken zuzuwenden ist reiner Wahnsinn.</p><p>Der Bischof verhielt einige Sekunden auf der Schwelle, sch�ttelte den Kopf und bekreuzigte sich.</p><p>Da schoben und dr�ngten sich alle zugleich in den Schuppen, stie�en best�rzte Rufe aus und bekreuzigten sich ebenfalls. Pelagia stellte sich auf die Zehenspitzen und schaute dem Vater Wirtschafter �ber die Schulter.</p><p>Ein Rechteck bl�ulichen Mondlichts fiel auf den Boden, und man sah Glasauge in einer Ecke sitzend, den R�cken an die Wand gelehnt. Seine H�nde umklammerten den zerbrochenen Schaft der Heugabel. Er hatte sich die scharfen Spitzen mit sol-eher Kraft in die Kehle gesto�en, dass die Zinken den Hals durchbohrt hatten und hinter ihm in das Holz eingedrungen waren.</p><p>In der Nacht, w�hrend der Bezirksstaatsanwalt und die Polizei ihre Pflicht taten (der Garten war von Laternen und Fackeln taghell erleuchtet), bekam Pelagia einen versp�teten hysterischen Anfall, von dem zum Gl�ck au�er dem Bischof niemand etwas mitbekam.</p><p>�Was f�r eine schreckliche Untat habe ich begangen, nur um mein Leben zu retten!�, gr�mte sich die Schwester und rang die H�nde. �Ich habe vollkommen vergessen, wer ich bin! Ich habe mich benommen wie eine ganz gew�hnliche Frau, die Angst um ihr Leben hat. Aber ich bin eine Nonne! Ich habe nicht nach dem Gesetz Christi gehandelt, das von uns verlangt, dem B�sen auch die andere Wange hinzuhalten, sondern nach dem Gesetz Moses! Auge um Auge! Ich werde nie wieder stricken k�nnen, nie im Leben!�</p><p>Mitrofani, der im Hinblick auf die Eind�mmung dieses ungest�men Drangs zur Selbstanklage eine gewisse gespielte Strenge f�r das zweckdienlichste Mittel hielt, fuhr seine geistliche Tochter in harschem Tone an:</p><p>�Na und, was hei�t das schon: Du bist eine Nonne! Es gibt solche und solche Nonnen. Genau wie es solche und solche M�nche gibt. Nimm zum Beispiel Osljabja und Pereswet, die haben sogar mit der Waffe in der Hand f�r ihre Heimat und f�r die Gerechtigkeit gek�mpft!�</p><p>��F�r die Heimat� und �f�r die Gerechtigkeit � ist das etwa ein und dasselbe?�, entgegnete Pelagia in Tr�nen aufgel�st. �Jedes Volk hat seine eigene Heimat, aber die Gerechtigkeit ist f�r alle Menschen gleich. Ich kann an Ihrem Pereswet nichts Gutes finden. F�r das Moskauer F�rstentum und f�r die Russen ist er nat�rlich ein Held, aber Christus hat sich doch nicht f�r das Moskauer F�rstentum und nicht wegen eines einzigen Volkes ans Kreuz schlagen lassen, sondern f�r alle Menschen. Und dieser Tatar Tschelibej, den Pereswet bezwang, hatte doch auch eine Seele. Ein Diener Gottes darf keine Waffe in die Hand nehmen, auch nicht, wenn jemand sein Leben bedroht. Ach Eminenz, es ist doch grausam f�r einen Menschen, der schon ein Auge verloren hat, sein anderes Auge auch noch einzub��en! Bestimmt hat er furchtbare Albtr�ume gehabt, dass er eines Tages ganz erblindet und so etwas . . . Und ich habe ihm nicht nur das Augenlicht geraubt, ich habe auch noch die T�r abgesperrt, damit er nicht wegl�uft. Wie konnte ich nur so grausam sein! Wo h�tte er denn schon hinlaufen k�nnen, blind, wie er war? Ich stelle mir vor, wie er nach dem Ausgang gesucht hat und immer gegen die W�nde gelaufen ist, der Arme, weil er ihn nicht finden konnte . . . Wenn er ihn gefunden h�tte, vielleicht h�tte er ja seine unsterbliche Seele gerettet! Habe ich nicht Recht?�</p><p>Mitrofani, der sah, wie sehr sie sich qu�lte, legte seine strenge Miene ab und ergriff ihre Hand.</p><p>�Aber nein, nein, du hast Unrecht! Man muss sich dem B�sen widersetzen, ich bin absolut nicht einverstanden mit dem Grafen Tolstoi und seiner Deutung der Lehre Christi. Das Leben ist ein Kampf gegen das B�se. Wir d�rfen nicht vor den Gaunern und Halunken dieser Welt kapitulieren. Du bist wie David, der Goliath besiegte, oder wie der heilige Georg, der den Feuer speienden Drachen t�tete. Du bist sogar noch bewundernswerter, weil du eine schwache Frau bist, und deine Stricknadel ist eine viel k�hnere Waffe als Davids Schleuder oder Georgs Lanze.�</p><p>Aber Pelagia weinte nur umso heftiger.</p><p><strong>Alles kl�rt sich auf</strong></p><p>Das alles trug sich zu in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, dem Tag des Johann Wetchopestschernik, und am darauf folgenden Mittwoch, das hei�t noch vor Ablauf einer Woche, gab Matwej Benzionowitsch Berditschewski dem Bischof und Schwester Pelagia einen vollst�ndigen und ausf�hrlichen Bericht �ber die bis dahin durchgef�hrte Untersuchung.</p><p>Die Identit�t des Straft�ters hatte sich weitaus leichter feststellen lassen, als der Staatsanwalt urspr�nglich bef�rchtete. Zuerst wurde das Hotel ausfindig gemacht, in dem er logierte. Das war nicht besonders schwierig, schlie�lich war Sawolshsk keine sehr gro�e Stadt. Man durchsuchte sein Zimmer und fand einen Pass, der auf den Namen des ehrw�rdigen B�rgers Mawriki Irinarchowitsch Pfirsichow ausgestellt war.</p><p>Berditschewski jedoch traute diesem Pass nicht, eingedenk der Tatsache, dass der Verbrecher sich auf dem Dampfer als Adliger namens Ostrolyshenski ausgegeben hatte. Deshalb lie� er die Leiche fotografieren. Nat�rlich nicht auf so hoch wissenschaftliche Art und Weise wie Sergej Sergejewitsch Dolinin � weder k�mmte er den Toten, noch tr�ufelte er ihm Nitroglycerin in die Augen (au�erdem hatte die Leiche ja auch gar keine Augen, nicht ein einziges).</p><p>Die fotografischen Aufnahmen wurden zusammen mit einer genauen Personenbeschreibung an alle Geheimdienst � und Kriminalpolizei-Abteilungen des ganzen Reiches verschickt. Kurz darauf kam die postwendende Antwort von der Kiewer Geheimpolizei. Die brachte allerdings eine Riesen�berraschung.</p><p>�. . . Er hei�t n�mlich weder Pfirsichow noch Ostrolyshenski�, leitete Matwej Benzionowitsch mit bedeutungsvoller Miene zum Hauptteil seines Berichtes �ber (begonnen hatte er mit einer bewegenden und wortgewaltigen Lobrede auf Pelagias beispiellosen Heldenmut). �Es handelt sich vielmehr um einen gewissen Bronislaw Razewitsch, Angeh�riger des Erbadels aus dem Gouvernement Kowno, und . . .� Hier legte der Staatsanwalt eine kleine Kunstpause ein, um sodann seine Hauptsensation zu verk�nden. �. . . man h�re und staune � einen ehemaligen Stabsrittmeister der Gendarmerie! Seine Dienststelle war der Gendarmerieposten des Gouvernements Wolhynien in der Stadt Shitomir. Razewitsch galt, wie in dem Bericht aus Kiew vermerkt ist, als tapferer und t�chtiger Offizier. Er geh�rte zuletzt einer Spezialeinheit zur Bek�mpfung von besonders gef�hrlichen Verbrechern an und verlor bei einer Schie�erei mit einer Bande von Dynamith�ndlern ein Auge. Man hat ihn wiederholt ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr jedoch wurde er unehrenhaft aus dem Dienst entlassen, wegen Versto�es gegen den Ehrenkodex der Truppe. Es ist, wie Sie vielleicht wissen, den Offizieren der Gendarmerie verboten, sich Geld zu leihen. Unser Stabsrittmeister jedoch hat sich hoch verschuldet, zudem bei j�dischen Wucherern!� Berditschewski, der ja selber j�discher Abstammung war, blinzelte ironisch und f�gte dann sp�ttisch hinzu: �Was f�r seine Vorgesetzten nat�rlich doppelt unertr�glich war! Razewitsch landete also im Schuldenturm. Das hei�t, er wurde selbstverst�ndlich zun�chst aus dem Dienst entlassen und erst danach ins Gef�ngnis geworfen, denn ein Offizier des Gendarmeriekorps kann nicht im Gef�ngnis sitzen. Aber bald darauf gelang es ihm auf irgendeine Art und Weise, seine Schulden zu begleichen und sich aus der Haft freizukaufen. Ein Zur�ck in den Dienst gab es f�r ihn allerdings nicht. Kaum wieder in Freiheit, verlie� Razewitsch Shitomir mit unbekanntem Ziel. Seine weiteren Aufenthaltsorte und T�tigkeiten sind dem Kiewer Geheimdienst nicht bekannt.�</p><p>Der Schock, den er mit seinem Bericht bei seinen Zuh�rern ausgel�st hatte, war dem Staatsanwalt der liebste Lohn. Als er eine Stunde zuvor die Depesche gelesen hatte, war er selbst vor Aufregung wie ein aufgescheuchtes Huhn in seinem Kabinett hin und her gelaufen und hatte ununterbrochen gest�hnt: �Ojojoj, das gibt�s doch gar nicht!�</p><p>�Aber . . . aber wie ist das denn alles zu erkl�ren?�, rief der Bischof ersch�ttert. �Wie kann nur ein Gendarm, noch dazu ein Offizier, wenn auch ein ehemaliger . . . Ich bin vollkommen fassungslos!�</p><p>Matwej Benzionowitsch, der ja schon ein wenig Zeit gehabt hatte, sich von dem Schrecken zu erholen, hatte bereits eine Antwort parat.</p><p>�Ich denke, die Sache verhielt sich folgenderma�en: Razewitsch, der so viele Jahre lang heldenm�tig f�r Recht und Ordnung gek�mpft hatte und dann so schn�de versto�en worden war � und zwar nicht wegen eines Kapitalverbrechens, sondern wegen einer Bagatelle �, war zutiefst verletzt und erbittert. Er hatte seine Schulden nicht rechtzeitig zur�ckgezahlt, na und?! So was kommt doch alle Tage vor. Und deshalb hat man ihn, einen hochverdienten Offizier, aus dem Korps gejagt? Und wie, verehrte Obrigkeit, sollte er jetzt seinen Lebensunterhalt verdienen?� Berditschewski l�chelte schlau und beantwortete seine Frage sogleich selbst. �Nun, was hatte unser Rittmeister gelernt, wo lagen seine beruflichen F�higkeiten? Belauern, Schn�ffeln und � unverbl�mt gesagt � Gewalt anwenden, sonst nichts. Diese Spezialeinheit, in der Razewitsch diente, ist eine hoch qualifizierte Kampftruppe, ausgebildet im Umgang mit den verschiedensten Waffengattungen und Nahkampftechniken und was sonst noch alles dazugeh�rt zur Bek�mpfung von Schwerverbrechern. Die Wahl seines neuen Berufes lag demzufolge nahe. Es kommt sehr h�ufig vor, dass aus t�chtigen Polizisten die schlimmsten Feinde der Gesellschaft werden. M�glicherweise handelte Razewitsch im Alleingang, m�glicherweise auch nicht. Ich erlaube mir bei dieser Gelegenheit auch daran zu erinnern, dass er polnischer Abstammung war. Es ist nicht auszuschlie�en, dass er mit den Warschauer Ganoven in Verbindung stand, quasi der Creme de la Creme unter den Verbrechern. Diese Gattung von Banditen hat wenig gemein mit dem �brigen Bodensatz der Gesellschaft. Sie haben einen gewissen Schick � wenn Sie meine saloppe Ausdrucksweise entschuldigen wollen. Viele von ihnen geh�ren sogar dem polnischen Kleinadel an, besitzen Bildung und vornehme Manieren.�</p><p>�Aber was hatte er denn gegen unsere Pelagia?�, fragte Mitrofani, der von dieser Theorie des Staatsanwalts noch nicht ganz �berzeugt war.</p><p>Man sah Berditschewski an, dass er auch �ber diese Frage bereits nachgedacht hatte.</p><p>�Sie hat die Polizei auf seine Spur gebracht. Wie er es geschafft hat, ungesehen von dem Dampfer zu entkommen, wei� ich nicht, vermutlich ist er ganz einfach geschwommen. Und so eine Schwimmeinlage in dem eiskalten Wasser d�rfte ihm kaum geschmeckt haben. Vergessen Sie nicht, er trug ja ohnehin schon eine tief sitzende Verbitterung mit sich herum, und au�erdem d�rfte er psychopathisch veranlagt gewesen sein. Solche Typen gibt es in der Unterwelt ziemlich h�ufig, wie ich Ihnen versichern kann; unter ihren H�schern �brigens ebenso. Jede Unannehmlichkeit empfinden sie als pers�nliche Beleidigung und zahlen sie dem vermeintlichen Schuldigen bis auf die letzte Kopeke zur�ck. Ich kann nur noch einmal wiederholen, was ich schon gesagt habe: Der M�rder wollte mit Schwester Pelagia abrechnen, und er ging dabei au�erordentlich erfinderisch vor, ihm eignete eine geradezu sadistische Fantasie. Zudem hatte er es auch gar nicht eilig mit seiner Rache, er wartete geduldig auf einen guten Einfall und eine passende Gelegenheit. Eine solche, wie sie dieser Teufelsstein darstellte. Und als er dann erfuhr, dass die Sache schief gegangen war, beschloss er, kurzen Prozess zu machen und ihr einfach den Sch�del einzuschlagen.�</p><p>Pelagia stellte eine Frage, die ihr schon die ganze Zeit keine Ruhe lie�:</p><p>�Aber woher hatte er denn erfahren, dass die Sache schief gegangen war? Und woher wusste er von dem Stiefelabdruck?�</p><p>Der Staatsanwalt machte ein finsteres Gesicht.</p><p>�Dieses R�tsel l�sst sich sehr einfach l�sen, mit Verlaub gesagt. Als ich diesbez�glich die gerichtswissenschaftlichen Expertisen anforderte, hatte ich ja noch keine Ahnung davon, dass der T�ter ein ehemaliger Gendarm war. Meine Anfrage muss einem seiner ehemaligen Kameraden in die H�nde gefallen sein, zu dem er immer noch freundschaftliche Beziehungen unterhielt; oder auch gesch�ftliche, wer wei�. Ich habe geh�rt, dass mehrere Polizeibeamte der kleinrussischen und polnischen Gouvernements Beziehungen zu den �Warschauern� unterhalten, gewisserma�en, wie soll ich sagen, zu beiderseitigem Nutzen. Doch das liegt au�erhalb meiner Wirkungssph�re, das ist f�r Sawolshsker Ma�st�be eine Nummer zu gro�. Wir werden uns damit begn�gen, dass dieser B�sewicht unsch�dlich gemacht wurde � dank Ihrer Tapferkeit und Gottes Vorsehung.�</p><p>�Amen�, sagte der Bischof salbungsvoll. �Ende gut, alles gut.�</p><p>Und damit war man�s zufrieden.</p></section><section><title><p><strong>VI</strong></p><p><strong>Gef�hl und Verstand</strong></p></title><p><strong>Eine sch�ne Idee</strong></p><p>Er brauchte f�nf Tage, um die erforderlichen Informationen einzuholen. Einer von diesen Uberfixen h�tte es sicher schneller hingekriegt, die Gewohnheiten und Wege des Objektes variierten lobenswerterweise kaum, aber Jakow Michailowitsch war niemand, der Hektik besonders sch�tzte, und au�erdem Schluss jetzt, genug herumgehektikt. Es ist doch wirklich bemerkenswert � kaum hat mal wieder irgendeiner Mist gebaut und einen Haufen Porzellan zerschlagen, schon hei�t es gleich: Jakow Michailowitsch, ran an den Speck, ziehen Sie den Karren aus dem Dreck! R�umen Sie die Schweinerei auf, und machen Sie alles wieder h�bsch sauber. Die k�nnten ihm doch wenigstens einmal eine frische Sache geben, wo noch keiner seine Finger dran gehabt hat, damit er nicht st�ndig nur anderer Leute Mist wegschaufeln muss. Wof�r halten die ihn eigentlich, f�r einen Lokusputzer?</p><p>Solcherart vor sich hinbrummelnd sa� Jakow Michailowitsch auf der Terrasse des �Cafe de Paris�, welches in der Kleinen Borschtschowka gegen�ber dem bisch�flichen Garten gelegen war, und schaute �ber den Rand der �Sawolshsker Eparchial-Nachrichten� auf die sonnendurchflutete Stra�e. Er war ein Mann in mittleren Jahren und von unauff�lligem �u�eren.</p><p>Die Kleidung dieses Herrn entsprach seiner Physiognomie � sie war solide und anst�ndig, aber irgendwie blass. Es gab nichts, woran die Augen eines potentiellen Betrachters Halt gefunden h�tten: ein grauer, get�pfelter Gehrock, der Hemdkragen nicht allzu wei�, wenn auch keineswegs schmuddelig, und auf dem Tisch vor ihm lag eine schon ein wenig abgetragene Melone. Bemerkenswert an diesem durch und durch bescheidenen Herrn war allenfalls seine unsch�ne Angewohnheit, bei jeder Gelegenheit, insbesondere dann, wenn er konzentriert nachdachte, mit den Fingerkn�cheln zu knacken.</p><p>Auch jetzt gerade wieder umfasste seine rechte Hand mit einer raschen Bewegung die Finger der linken und lie� sie derart laut knacken, dass sich die beiden Fr�uleins am Nachbartisch entr�stet zu ihm umwandten. Die eine r�mpfte sogar ihr feines N�schen.</p><p>�Pardon�, sagte Jakow Michailowitsch und l�chelte entschuldigend. �Wird nicht wieder Vorkommen!�</p><p>Der Kaffee, der ihm in einer bunten Majolikatasse serviert worden war, lie� dem Geruch und seiner �berm��igen S��e nach eher an Kakao denken, aber Jakow Michailowitsch hatte auf seinen Reisen in die Provinz schon schlechteres Gebr�u vorgesetzt bekommen. Gew�hnlich verfuhr er dann folgenderma�en: Er lie� sich ein volles K�nnchen Sahne bringen � die ist in der Provinz n�mlich viel besser und fetter als in den gro�en St�dten �, f�llte seinen Kaffee bis oben hin damit auf, und dann war das Ganze mehr oder weniger bedenkenlos genie�bar.</p><p>F�nfundzwanzig Minuten nach sieben Uhr zog Jakow Michailowitsch seine billige Silberuhr aus der Tasche und lie� den Deckel aufschnappen; aber anstatt aufs Zifferblatt zu schauen, wandte er den Kopf nach rechts, als warte er auf etwas oder jemanden Bestimmtes. Keine Minute sp�ter n�herte sich aus der Richtung des Kasaner Tors eine Nonne. Sie trug eine Brille, und unter ihrer Haube leuchtete eine rote Haarstr�hne hervor. Der Wartende gl�ttete sein sch�tteres schwarzes Haar, senkte den Blick aufs Zifferblatt (es zeigte genau halb), nickte beif�llig und kritzelte mit Bleistift etwas in sein Notizbuch (ein geheimnisvoller Schn�rkel, weder Wort noch Ziffer, dessen Sinn nur ihm allein verst�ndlich war).</p><p>Als die Nonne auf der H�he der Cafehausterrasse angekommen war, verdeckte der dunkelhaarige Gast Gesicht und Oberk�rper mit seiner Zeitung, und kaum war die schwarzgekleidete Gestalt hinter der Pforte zum bisch�flichen Garten verschwunden, beglich er seine Rechnung und verlie�, unter Zur�cklassung eines Trinkgeldes von acht Kopeken, das Cafe.</p><p>Eilige Gesch�fte schien der Fremde indes nicht zu haben. Mit gem�chlichem Schritt spazierte er durch Sawolshsk, welches ja auch, zumal an einem solch herzerquickenden Fr�hlingstag, eine durchaus nette und angenehme Stadt ist. Die leichte Reisetasche schlenkerte l�ssig in seiner Hand, und so klapperte Jakow Michailowitsch s�mtliche lokalen Sehensw�rdigkeiten ab. Um neun Uhr abends speiste er in einer Milchbar Pfannkuchen mit Quark. Wieder gab er acht Kopeken Trinkgeld und fragte nach dem Abtritt. Selbiger befand sich auf dem Hof.</p><p>Der Ges�ttigte begab sich zur Latrine und verschwand darin auf Nimmerwiedersehen. Stattdessen trat kurze Zeit sp�ter ein Handwerksmeister mit Schieberm�tze, langsch��igem Rock und graumeliertem Bart aus dem zweckdienlichen Kab�ffchen. Ein anst�ndiger, solider Mann, das sah man sofort, trinkt nicht, h�lt auf sich � auch wenn er vielleicht nicht allzu gut verdient. Auf seinem R�cken hing ein Beutel an einer Kordel.</p><p>Wo der Dunkelhaarige mit der abgewetzten Melone hingekommen war, blieb ein Geheimnis. Er war doch nicht etwa in den Lokus gerutscht?</p><p>Das war �brigens Jakow Michailowitsch, der diese frivole Bemerkung vor sich hingebrummelt hatte: einer von den harmlosen Scherzen, die er gern in seine Selbstgespr�che einzuflechten pflegte. Sein Beruf brachte es nun einmal mit sich, dass er sehr viel allein war, und infolgedessen hatte er die Gewohnheit angenommen, sich unentwegt mit sich selbst zu unterhalten, mal r�sonierend, mal mit sich streitend, und manchmal eben auch scherzend, warum schlie�lich nicht.</p><p>Mit jenem Herrn, der am Nachmittag im �Cafe de Paris� gesessen und sp�ter in der Milchbar Pfannkuchen mit Quark zu sich nahm, hatte der neugeborene Handwerksmeister �brigens nicht die geringste �hnlichkeit, abgesehen von der Gr��e und nat�rlich von den Stiefeln, aber die waren fr�her geputzt gewesen, und jetzt waren sie grau vom Staub.</p><p>Forschen Schrittes entfernte sich der Proletarier in Richtung Stadtrand. Es dunkelte bereits, und die Laternen waren angez�ndet. Jakow Michailowitsch fiel auf, dass die Stra�en in vorz�glichster Weise erleuchtet waren; eine Feststellung, die er nicht etwa als m��iger Spazierg�nger machte � das geh�rte vielmehr zu seiner Arbeit.</p><p>Einige Zeit sp�ter erreichte er die bisch�fliche M�dchenschule, ein lang gestrecktes, ebenerdiges Geb�ude, das in wei�en und gelben Farbt�nen angestrichen war.</p><p>In einem Seitenfl�gel mit separatem Eingang befand sich die �Zelle� der Schulleiterin: zwei Fenster mit wei�en Vorh�ngen, eine kleine Vortreppe, an der T�r ein Kupfergl�ckchen.</p><p>Jakow Michailowitsch hatte die Wohnung schon vor zwei Tagen inspiziert. Eine winzige Behausung, zwei kleine, sehr gem�tliche Zimmerchen, allerdings etwas unordentlich.</p><p>Er postierte sich so weit wie m�glich von den Stra�enlaternen entfernt hinter einem Busch und legte den Kopf in den Nacken, als wollte er den klaren Mond bewundern. Aber in den n�chtlich stillen Stra�en war ohnehin keine Menschenseele unterwegs, welcher der romantische Tr�umer h�tte auffallen k�nnen.</p><p>Jetzt erklang das Ger�usch einer sich n�hernden Kutsche.</p><p>Jakow Michailowitsch sah auf die Uhr � zehn Uhr einunddrei�ig. Wieder setzte er einen kryptischen Schn�rkel in sein B�chlein.</p><p>Ein schnittiger englischer Zweisitzer erschien im Blickfeld, gelenkt von einem Beamten in mittleren Jahren mit gro�er Nase und Schirmm�tze. Neben ihm sa� das Objekt � eben jene Nonne, die vorhin auf der Kleinen Borschtschowka an ihm vorbeigegangen war.</p><p>Der Mann sprang vom Bock, nahm die Schirmm�tze ab und verbeugte sich. Die rothaarige Nonne sagte ein paar Worte zu ihm, verbeugte sich ebenfalls und stieg dann die Vortreppe hinauf. Der Beamte folgte ihr mit dem Blick und wartete, bis die T�r hinter der Schwester ins Schloss gefallen war. Dann blieb er noch minutenlang stehen und drehte dabei an seiner Nasenspitze herum, als habe er eine verwickelte Denkaufgabe zu l�sen. Jakow Michailowitsch wusste allerdings, dass es sich lediglich um einen Tick handelte, um eine Art nerv�ses Zucken.</p><p>Als der Beamte endlich abgefahren war, kam der heimliche Sp�her hinter dem Busch hervor und trat unter eine Laterne, wo er sein B�chlein aufschlug und begann, seine Notizen zu �berfliegen.</p><p>Seit f�nf Tagen keine einzige Abweichung. Er konnte sich an die Arbeit machen.</p><p>Also.</p><p>Von elf Uhr abends bis sechs Uhr morgens Schlafenszeit. Eine halbe Stunde f�r die Morgentoilette. Dann begibt sich das Objekt in die nahe gelegene Kirche. Anschlie�end geht es wieder nach Hause. Eine interessante Laune: Von halb acht bis acht nimmt diese Nonne ein Bad im Fluss, obwohl doch das Wasser um diese Jahreszeit eiskalt ist. Dann Fr�hst�ck in der Schule, gemeinsam mit den Sch�lerinnen. Von neun bis zw�lf Unterricht. Anschlie�end Mittagessen. Von eins bis f�nf wieder Unterricht. Von f�nf bis sieben Chorproben. Kurz nach sieben geht sie zu Fu� zur bisch�flichen Residenz (folgende Route: von der Kasaner Stra�e �ber die Dworjanskaja in die Kleine Borschtschowka; zu dieser Zeit sind die Stra�en voller Menschen); zwanzig nach zehn begibt sie sich in Begleitung des Bezirksstaatsanwalts auf den Heimweg.</p><p>Soweit der vorgegebene Rahmen des Auftrags, an sich nicht weiter schwierig.</p><p>Aber.</p><p>Der Haken lag in den Zusatzkonditionen. Die Anweisung lautete: Unfall oder pl�tzlicher Tod durch Krankheit, keinerlei Verdacht auf Gewalteinwirkung. Das ist nat�rlich interessanter als das �bliche Tschik-Tschik, aber auch tausendmal schwieriger.</p><p>Mit einem Wort, eine Denksportaufgabe, eine richtige Knacknuss.</p><p>�Tch-jaah, tcha-hihaah�, brummelte Jakow Michailowitsch vor sich hin, w�hrend er seinen Gehirnkasten rotieren lie�.</p><p>Wenn diese Herren Schlaumeier die Sache nicht so verpfuscht h�tten, dann w�re es logischerweise am einfachsten beim morgendlichen Schwimmen passiert.</p><p>Dieser Fr�hsport findet immer in einer einsamen Bucht statt, und zwar egal bei welchem Wetter. Nur mit einem langen wei�en Hemd bekleidet, schwimmt die eiserne Nonne (die Gesundheit muss sie wohl von Gott pers�nlich haben) mit schnellen St��en bis zur Mitte des Flusses und wieder zur�ck. Man friert schon, wenn man ihr blo� zusieht.</p><p>Er h�tte es folgenderma�en gemacht: Erst eins auf die R�be (nur ganz leicht, man soll sp�ter ja Wasser in ihren Lungen finden), und dann den Kopf unter Wasser gehalten. Tja, hat wohl einen Krampf gekriegt, das arme Ding, und ist abgesoffen. So was kommt ja leider immer wieder vor, nicht wahr. Das Wasser hat auch nur dreizehn Grad, er hat extra mit dem Thermometer nachgemessen.</p><p>Blo�, das ging eben nicht mehr. Nachdem sein Vorg�nger so wunderbar herumgepfuscht hatte, war die Obrigkeit jetzt wachsam. Der hatte freie Bahn gehabt, aber nein, er musste es in den Sand setzen, dieser ein�ugige Impressionist.</p><p>Die Anweisung lautete: �Wie das Kaninchen aus dem Hut.� Wie hat man das zu verstehen?</p><p>Das hei�t in aller �ffentlichkeit, aber keiner darf was merken.</p><p>Tja, jetzt versuch mal, eine gesunde junge Frau, eine Eisschwimmerin, die bei dreizehn Grad im Fluss rumplantscht, vor den Augen zahlreicher Zeugen um die Ecke zu bringen, ohne dass irgendjemand Verdacht sch�pft. Jedes zus�tzliche Paar Augen vergr��ert das Risiko, denn jeder Mensch hat von Natur aus seine eigene, ganz besondere Beobachtungsgabe.</p><p>�Nein, meine Damen und Herren, das ist einfach zu viel verlangt, das liegt jenseits des M�glichen. Ich bin doch nicht Gott Zebaoth�, brummelte Jakow Michailowitsch in seinen falschen Bart. Doch sein Gemecker war nicht ganz aufrichtig: Schlie�lich war es auch sehr schmeichelhaft, wenn er eine solche Aufgabe anvertraut bekam, das bedeutete ja, dass man seine F�higkeiten sch�tzte und respektierte.</p><p>Und au�erdem gibt es doch nichts Verlockenderes, als nach der L�sung einer Aufgabe zu suchen, die jenseits des M�glichen liegt, oder?</p><p>Jakow Michailowitsch glaubte hoch und heilig an das grenzenlose Potential des menschlichen Verstandes; zumindest seines eigenen Verstandes. Er lie� die Fingerkn�chel knacken, schmatzte mit seinen dicken Lippen, st�hnte und �chzte, aber schlie�lich hatte er sie, die L�sung! Eine wunderbare, saubere, eine ganz entz�ckende L�sung!</p><p>Wir brauchen gar kein Publikum! So viele Augen wie m�glich? Ganz unn�tig! Wie �berall kommt es auch hier nicht auf die Quantit�t, sondern auf die Qualit�t an. Ein einziges Paar Augen werden wir dabei sein lassen, aber daf�r eines, das einen ganzen Sack voller Zeugen ersetzt (bei denen man ohnehin nicht wei�, was sie wirklich sehen und was sie nachher beim Verh�r dazuerfinden). Wenn die Nonne unmittelbar vor den Augen der Person ihr Lebenslicht aushaucht, die selbst die Ermittlungen leitet, dann kommt gar keiner auf die Idee, irgendwelche Nachforschungen oder Verh�re und so was alles zu veranstalten. Wozu auch? Der Untersuchungsf�hrer war ja selber dabei, soll er seinen eigenen Augen nicht trauen? O doch, er wird ihnen trauen, da bleibt ihm gar nichts anderes �brig.</p><p>Tch-jaah, tcha-hihaah . . .</p><p>Bezirksstaatsanwalt Berditschewski f�hrt die Nonne allabendlich in seiner Kalesche von der bisch�flichen Residenz bis zu ihrer Wohnung, h�lt direkt vor ihrem Haus und hilft ihr aus dem Wagen. Dann wartet er jedes Mal so lange, bis sie die Vortreppe hinauf gestiegen ist und die T�r auf schlie�t.</p><p>Was l�sst sich damit anfangen?</p><p>Nat�rlich k�nnte man das Pferd scheu machen. An einer bestimmten Stelle, dort, wo die Kasaner Stra�e in die Dworjanskaja einm�ndet, f�hrt der Weg dicht an einem Abhang vorbei.</p><p>Das Pferd des Staatsanwaltes ist zwar ein ganz braves, aber wenn man ihm mit dem Blasrohr einen Bolzen mit einer �tzenden Tinktur in den Pelz brennt, geht es ab wie ein Husarenhengst.</p><p>Trotzdem sehr riskant.</p><p>Erstens k�nnte sie abspringen, sportlich genug ist sie ja. Schlimmstenfalls k�me sie mit irgendwelchen Knochenbr�chen davon, was letztlich niemandem n�tzt. Oder alle beide brechen sich den Hals. Das h�tte grade noch gefehlt.</p><p>Von der Kronzeugenidee im Allgemeinen bis zu dem eigentlichen Geistesblitz war es nur ein kleiner Schritt.</p><p>Die Idee kam ihm fast sofort, und sie war so gut, dass Jakow Michailowitsch vor Vergn�gen quietschte.</p><p>Er machte auf dem Absatz kehrt und stieg, nein � flog geradezu, von seiner Inspiration befl�gelt, die Vortreppe hinauf. Dort hielt er seine Nase ganz dicht an die T�rklinke und lie� seine kleine elektrische Lampe aufleuchten.</p><p>Richtig!</p><p>Die Grenzen des M�glichen wichen vor dem machtvollen Angriff des menschlichen Verstandes zur�ck.</p><p>Der Staatsanwalt wird alles mit eigenen Augen sehen. Direkt vor seiner krummen Nase wird Jakow Michailowitsch die rothaarige Nonne um die Ecke bringen, und Herr Berditschewski wird nichts merken und schon gar nichts begreifen.</p><p>Bitte sch�n, das ist echter Impressionismus, das ist wahre Sch�nheit, nicht solche albernen Versch�ttungen in irgendwelchen H�hlen!</p><p>Am folgenden Tag, gegen zehn Uhr abends, befand sich der Spezialist f�r saubere Arbeit wieder in derselben ruhigen Stra�e am Stadtrand, diesmal nicht als Handwerksmeister, sondern als Lumpensammler verkleidet.</p><p>Er hatte gegen�ber der Schule Posten bezogen, lief immer hin und her und rief mit kl�glicher Stimme: �Lumpen, alte Flaschen, Lumpen!� Das tat er allerdings mehr aus professioneller Geste als zu irgendwelchem Nutzen, denn wie wir bereits bemerkten, waren die Stra�en zu dieser Tageszeit menschenleer. Weit und breit kein Mensch zu sehen, der Lumpen respektive Flaschen h�tte abliefern k�nnen.</p><p>Nur ein Min�tchen hatte sich Jakow Michailowitsch auf der Vortreppe zu schaffen gemacht, mehr war nicht erforderlich gewesen. Der T�rgriff war eine h�chst simple Konstruktion: ein einfacher Holzb�gel, den man auf den T�rrahmen genagelt hatte, vor wer wei� wie vielen Jahren: die Nagelk�pfe waren schon ganz rostig. Jakow Michailowitsch schlug einen weiteren, sehr d�nnen Nagel dazu, und zwar so, dass die Spitze an der anderen Seite ein klein wenig hervorkam, exakt dort, wo die Hand den T�rgriff umfasst. Die hervorstehende Nagelspitze pinselte er mit einer Fl�ssigkeit ein, welche er einem kleinen Fl�schchen entnahm, das er mitgebracht hatte. Das tat er mit �u�erster Vorsicht, er hatte sogar Handschuhe dazu angezogen.</p><p>Unser Spezialist pflegte auf seinen Reisen stets eine ganz besondere Taschenapotheke mit sich zu f�hren, worin er ein Sortiment von Fl�schchen und Instrumenten f�r jede erdenkliche Lebenslage aufbewahrte.</p><p>Wer hat sich noch nicht an einem defekten T�rgriff verletzt? Eine Lappalie!</p><p>Am anderen Morgen ist da eine kleine Eiterbeule, abends etwas FiebeJa�l Symptome wie bei einer Blutvergiftung: Sch�ttelfrost, Schwei�ausbr�che, die Haut wird ganz gelb. Am zweiten Tag dann schon starkes Fieber, Delirium. Und am selben Abend � wenn man ein starkes Herz hat, dann sp�testens gegen Ende der Nacht � bist du schon bei deinem Schutzheiligen. Niemand wird Verdacht sch�pfen, so etwas passiert schlie�lich jeden Tag. Und was die Hauptsache ist: Der Staatsanwalt wird alles mit ansehen. Mit seinen h�chst eigenen staatsanwaltlichen Ohren wird er h�ren, wie sie aufschreit, wenn sie sich an dem Nagel sticht. Wer rechnet denn auch damit, dass man sich von so einer Kleinigkeit eine Blutvergiftung zuzieht? Niemand. Das ist g�ttliche Vorsehung.</p><p>Jakow Michailowitsch bezog Position hinter den B�schen und begann zu warten.</p><p>Zwanzig vor elf, gerade wollte er schon nerv�s werden, da kamen sie endlich.</p><p>Heute setzte der Staatsanwalt seinen Fahrgast nicht nur ab, sondern begleitete die Schwester auch noch galant bis zur T�r.</p><p>Das war ja sogar noch besser, da konnte er alles ganz aus der N�he bewundern, aus der ersten Reihe, sozusagen.</p><p>Die Rothaarige fasste nach dem T�rgriff, zog daran und schrie auf.</p><p>Was zu beweisen war.</p><p>Als er das leise �Oh� vernommen hatte, tat Jakow Michailowitsch einen zufriedenen Schmatzer � und entfernte sich. F�nf Sekunden sp�ter hatte er sich schon vollst�ndig in der Dunkelheit aufgel�st.</p><p>Die Sache war erledigt. Alles Weitere besorgt die Natur, wie man sagt.</p><p><strong>Der verliebte Staatsanwalt</strong></p><p>Dem Staatsrat Matwej Benzionowitsch Berditschewski, einem klugen und achtbaren Mann von neununddrei�ig Jahren, war ein Ungl�ck widerfahren � und zwar genau das, vor dem er sich gef�rchtet hatte, seitdem er verheiratet war � gl�cklich verheiratet zudem und mit reichem Nachwuchs gesegnet.</p><p>Matwej Benzionowitschs Liebe zu seiner Gattin hatte in den langen Jahren ihrer Ehe verschiedene Phasen durchlaufen und war mittlerweile in dem sicheren Flussbett freundschaftlich-wohlwollender Gewohnheit und vollkommener Seelenverwandtschaft angelangt, wo z�rtliche Worte und Sch�ntuerei nicht mehr erforderlich sind. Maria Gawrilowna, im Alter von achtzehn Jahren noch mit einem leidenschaftlichen und romantischen Gem�t ausgestattet, hatte nach der Geburt ihrer dreizehn Kinder diese ihre urspr�nglichen Charaktereigenschaften restlos abgelegt und durch pragmatischere Leidenschaften und Sorgen ersetzt; wie man zum Beispiel die Familie mit dem Gehalt des Mannes durchbringt, das zwar recht anst�ndig war, aber man bedenke � f�nfzehn Seelen!</p><p>An der Schwelle zu ihrem drei�igsten Lebensjahr war Frau Berditschewskaja eine vollbl�tige, gesetzte Dame mit einem kompakten und stabilen Charakter, die ganz genau wusste, worauf es im Leben ankommt und was Unfug ist und folglich ignoriert werden kann.</p><p>Matwej Benzionowitsch sch�tzte diese Qualit�ten seiner Frau sehr, tief in seinem Inneren jedoch entz�ckte ihn am meisten ihre f�r einen Mann unvorstellbare Bereitschaft zur Aufopferung f�r alle, die sie liebte � eine bedingungslose, selbstverst�ndliche Liebe, die frei von jeder Affektiertheit war.</p><p>In Berditschewski selbst dagegen war die Glut des Schw�rmers und Fantasten mit der Zeit nur immer st�rker geworden. Wie jeden normalen Mann lie�en ihn sch�ne und attraktive Frauen nicht kalt (und die hat es zu allen Zeiten immer im �berfluss gegeben), aber wenn ihm eine mal ganz besonders gefiel, bekam er es mit der Angst: Um Gottes willen, was ist, wenn ich mich auf einmal verliebe?, dachte er dann voller Panik, und sogleich malte ihm seine Fantasie die schrecklichsten Folgen aus, sah er die herzzerrei�endsten Dramen auf sich zukommen, und er beeilte sich, einen m�glichst gro�en Abstand zwischen sich und die gef�hrliche Person zu bringen. Nein, das war f�r einen achtbaren Mann schlichtweg unzul�ssig: sich in eine fremde Frau zu verlieben, wo er doch zu Hause eine treue Mascha mit dreizehn Spr�sslingen hatte!</p><p>Und bis zu diesem Tage hatte der Herrgott Matwej Benzionowitsch ja auch geschont und ihn zumindest nicht �berm��ig in Versuchung gef�hrt, oder sagen wir so: Eine Versuchung, die dem Versuchten klar vor Augen liegt, ist ja genau genommen keine wirkliche. Insofern waren all die lasziven Circen, vor denen Berditschewski zur�ckschauderte, vermutlich gar keine echte Gefahr f�r ihn: Wer gewarnt ist, r�stet sich, hei�t es ja. Aber wie es nun einmal ist, lauerte das Verderben auf den tugendhaften Berditschewski gerade da, wo er es am wenigsten erwartete.</p><p>Aber wer k�me denn auch auf den Gedanken, die Versuchung k�nnte ihm in Gestalt einer Nonne begegnen? Niemand!</p><p>Erstens ist eine Nonne ja ein geschlechtsloses Wesen, sozusagen.</p><p>Zweitens war Schwester Pelagia �berhaupt nicht sein Typ. Mollige Blondinen mit Gr�bchen ja, oder auch die k�hlen Br�netten mit majest�tischem Blick und zart geschwungenem, schutzlos wei�em Hals, das waren die Frauen, bei denen Matwej Benzionowitsch normalerweise das Flattern kriegte. Aber die hier war rothaarig und voller Sommersprossen, und eine Brille hatte sie auch noch.</p><p>Drittens kannte er diese Person schon eine halbe Ewigkeit, sie war gewisserma�en ein guter Kamerad, folglich, wie es unter M�nnern ein weit verbreiteter Irrtum ist, im romantischen Sinne keine Gefahr. Dabei ereignen sich doch gerade in dieser Konstellation die meisten Dramen: Man kennt eine Frau schon wer wei� wie lange und hat sich nie f�r sie interessiert, und dann passiert irgendeine an sich vollkommen unbedeutende Kleinigkeit, und pl�tzlich ist da um sie herum so ein gewisser flirrender Dunst, eine Art leuchtende Aura. Man fasst sich ans Herz und st�hnt: Wie konntest du nur so blind sein, wo waren blo� deine Augen? Und schon ist es zu sp�t � man sitzt in der Falle � das Schicksal hat zugeschlagen, wie man so sch�n sagt.</p><p>Tja, und genau das war Berditschewski widerfahren � Dunst, Aura, Griff ans Herz.</p><p>Am Anfang war da nur die Bewunderung f�r ihren Verstand, ihre Tapferkeit und ihr Talent. Zu diesem Zeitpunkt h�tte Matwej Benzionowitsch seine Gef�hle f�r Pelagia als respektvoll und freundschaftlich bezeichnet, und er dachte keine Sekunde dar�ber nach, warum ihm in ihrer Gegenwart so wohl zumute war. Das war doch ganz normal unter Freunden, oder?</p><p>Aber dann, eines sch�nen, eines ganz besonders strahlenden Tages, kurz nach ihrer R�ckkehr aus Stroganowka, ereignete sich jene ber�hmte verh�ngnisvolle Kleinigkeit. So deutlich hatte sich dieser Augenblick dem Staatsanwalt ins Ged�chtnis eingepr�gt, dass er nur die Augen zu schlie�en brauchte, um alles wieder vor sich zu sehen.</p><p>Pelagia schnitt gerade Rosen an, die aus der Orangerie f�r den Bischof gebracht worden waren. Dabei fiel ihr die Schere in eine wassergef�llte Kristallvase. Sie streifte den �rmel hoch, um die Hand ins Wasser zu tauchen � und pl�tzlich stockte Matwej Benzionowitsch das Herz. Niemals im Leben hatte er etwas so Sinnliches gesehen wie diesen schlanken, entbl��ten Arm, der da aus dem schwarzen Kutten�rmel hervorschaute und sich ins perlende Nass senkte. Sein Mund war pl�tzlich staubtrocken, er fuhr sich mit der Zunge �ber die Lippen und sah der Schwester ins Gesicht, als sei es das erste Mal: Wie wei� ihre Haut war, �ber und �ber wie mit goldenem Bl�tenstaub bedeckt, und die Augen voller sanftem Licht. . . Dieses Gesicht konnte man nicht eigentlich h�bsch oder wenigstens ebenm��ig nennen, aber es war in jedem Falle und ohne jeden Zweifel wundersch�n.</p><p>An diesem Tage verlie� Berditschewski den Bischof sehr fr�h, indem er dringende Pflichten vorschob. Er war wie bet�ubt, er ging wie ein Betrunkener. Als er nach Hause kam, sah er seine Frau �ngstlich an � wenn er sie pl�tzlich nicht mehr liebte? W�rde er seine Maschenka jetzt nicht mehr durch die barmherzige Brille der Liebe sehen, sondern so, wie sie wirklich war: aufgequollen, gesch�ftig, mit grober Stimme?</p><p>Es kam noch schlimmer. Die Liebe zu seiner Frau war zwar nicht abhanden gekommen, aber sie nahm nicht mehr den zentralen Platz in seinem Leben ein.</p><p>Da Matwej Benzionowitsch ein Mensch mit redlichem Charakter und ausgepr�gtem Verantwortungsgef�hl war, qu�lte er sich f�rchterlich. Wie gemein und schmutzig war das doch: Ein Mann von vierzig Jahren wendet sich von seiner Frau ab, die den Reiz der Jugend verloren hat, und verliebt sich in eine andere � als sei die Ehefrau schuld daran, dass sie dahinwelkte, indem sie ihm Kinder gebar und ihm ein friedliches, gl�ckliches Leben bescherte!</p><p>An den beiden ersten Abenden nach der furchtbaren Erkenntnis mied der Staatsanwalt das Haus des Bischofs, weil er wusste, dass er Pelagia dort antreffen konnte.</p><p>Am dritten Tag jedoch hielt er es nicht mehr aus. �Ich werde Mascha niemals verlassen und niemals verraten�, sagte er sich, �aber man darf seinem Herzen nicht Gewalt antun. Zum Gl�ck ist sie eine Nonne, und es ist unm�glich, doppelt unm�glich, ach was, im Quadrat unm�glich.�</p><p>Damit war sein Gewissen beruhigt, und er nahm seine Besuche beim Bischof wieder auf.</p><p>Er sah Pelagia an, er h�rte ihr zu. Er war gl�cklich, auf eine bittere, grimmige Weise gl�cklich. So sehr glaubte er an die Unm�glichkeit dessen, dass er es sich zur Regel machte, die Nonne jeden Tag in seiner Kalesche nach Hause zu bringen. Diese Fahrten waren von nun an f�r Matwej Benzionowitsch das wichtigste Ereignis des Tages, seine geheime Wonne, und er wartete darauf schon vom fr�hen Morgen an.</p><p>Zehn Minuten Fahrt, zehn Minuten auf dem schmalen Sitz neben ihr. Manchmal, in einer Kurve, ber�hrten sich ihre Ellenbogen. Pelagia nat�rlich bemerkte das gar nicht, aber der Staatsanwalt sp�rte dann, wie ihn von seinem vegetativen Nervenzentrum aus eine s��e Woge durchlief.</p><p>Und dann gab es ja noch das Dessert: ihr die Hand zu reichen, wenn sie aus der Kutsche stieg. Nonnen tragen keine Handschuhe. Ihre Haut ber�hren � ganz, ganz leicht, und die Ber�hrung ein wenig, kaum eine Sekunde lang, hinausz�gern. Was war das Entz�cken der Wollust im Vergleich zu diesen kurzen Augenblicken?</p><p>Die meiste Zeit w�hrend der Fahrt schwiegen sie. Pelagia schaute irgendwohin, und Berditschewski demonstrierte mit seinem ganzen �u�eren, dass er sich vollkommen auf das Lenken des Pferdes konzentrierte. Doch dabei tr�umte er, sie w�ren Mann und Frau und kehrten gerade von einem Besuch nach Hause zur�ck. Gleich w�rden sie ihre Wohnung betreten, und sie w�rde ihn fl�chtig auf die Wange k�ssen und ins Bad gehen, um sich f�rs Zubettgehen fertig zu machen . . .</p><p>***</p><p>In solchen Augenblicken hatte Matwej Benzionowitsch die zauberhaftesten Tr�ume, vor allem wenn der Fr�hlingsabend sich von seiner besten Seite zeigte, so wie heute. Um sich die Illusion noch einen Augenblick zu erhalten, erlaubte sich der Staatsanwalt eine kleine Freiheit: Er verabschiedete sich nicht, wie gew�hnlich, schon bei der Kutsche von ihr, sondern begleitete sie noch bis zur Treppe.</p><p>So bereitete er sich ein wahrhaft orgiastisches Fest: Nicht genug damit, dass er leicht ihre Hand dr�ckte, als er ihr aus dem Wagen half, nein, anschlie�end reichte er ihr auch noch den Arm.</p><p>Pelagia wunderte sich kein bisschen �ber diese eigenm�chtige Ver�nderung des Rituals; sie ma� dem schlicht keine Bedeutung bei. Sie h�ngte sich bei ihm ein und l�chelte:</p><p>�Was f�r ein wunderbarer Abend.�</p><p>Und in diesem Augenblick kam Berditschewski die k�hne Idee, er k�nnte das Geleit bis zur Treppe in den Rang einer Gewohnheit erheben. Vielleicht sollte er gar einen H�ndedruck zum Abschied einf�hren? Was w�re schon dabei? Handk�sse sind bei Nonnen un�blich, aber ein H�ndedruck, ganz kameradschaftlich gewisserma�en, das war doch nichts Unkeusches.</p><p>Auf der Vortreppe l�pfte der Staatsanwalt seine Schirmm�tze � mit der linken Hand, damit die rechte frei blieb f�r sein verwegenes Vorhaben aber ganz von alleine wagte er nicht, sie auszustrecken; Pelagia allerdings kam gar nicht auf den Gedanken.</p><p>�Gute Nacht�, sagte sie zum Abschied.</p><p>Sie fasste nach dem T�rgriff und schrie pl�tzlich auf � zart und schutzlos, wie ein junges M�dchen.</p><p>Sie zog ihre Hand zur�ck, und Berditschewski erblickte auf ihrem Ringfinger ein winziges Blutstr�pfchen.</p><p>�Ein Nagel!�, sagte die Nonne �rgerlich. �Man h�tte schon l�ngst einen neuen Griff anbringen m�ssen, am besten einen aus Kupfer.�</p><p>Sie begann nach einem Taschentuch zu suchen.</p><p>�Erlauben Sie, erlauben Sie!�, rief Matwej Benzionowitsch eifrig und konnte sein Gl�ck gar nicht fassen. �Nicht mit dem Taschentuch, nicht doch! Es k�nnten Mikroben daran sein! Am Ende bekommen Sie den Wundstarrkrampf, um Gottes willen! Man muss die Wunde unbedingt aussaugen, das habe ich gelesen . . . in einem wissenschaftlichen Artikel.�</p><p>Dann verlor er endg�ltig den Kopf � er griff Pelagias Hand und brachte den verletzten Finger an seine Lippen.</p><p>Sie war so erstaunt, dass sie gar nicht daran dachte, ihm ihre Hand zu entziehen; nur sah sie den besorgten Staatsanwalt auf eine ganz besondere Weise an, als sehe sie ihn zum ersten Mal.</p><p>Erriet sie es?</p><p>Aber in diesem Augenblick war Berditschewski alles gleichg�ltig. Von der W�rme ihrer Hand, vom Geschmack ihres Blutes wurde ihm schwindelig � wie einem ausgehungerten Vampir.</p><p>Matwej Benzionowitsch saugte, so stark er konnte. Er bedauerte nur eines: dass es nicht der Biss einer giftigen Schlange gewesen war.</p><p>Endlich kam Pelagia zu sich und entzog ihm ihren Finger.</p><p>�Spucken Sie aus!�, befahl sie. �Wer wei�, was f�r Schmutz darin ist!�</p><p>Er spuckte dezent in sein Taschentuch, obwohl er es nat�rlich vorgezogen h�tte, ihr Blut herunterzuschlucken.</p><p>Seinen Ausbruch bereits bereuend, murmelte er verlegen:</p><p>�Ich werde diesen abscheulichen Nagel unverz�glich herausziehen.�</p><p>O weh! Sie hat es gemerkt, ganz bestimmt! Bei ihrem Scharfsinn. Jetzt ist es vorbei, sie wird mir aus dem Weg gehen, sie wird mich meiden!</p><p>Er nahm die Laterne von der Deichsel und holte aus dem Kasten unter dem Sitz eine Zange hervor (so ein Ding geh�rt in jede Equipage, damit man mal einen Splitter aus dem Huf ziehen kann, wenn das Pferd pl�tzlich lahmt).</p><p>Als er wieder an der T�r war, gab er sich streng und sachlich. Er zog den t�ckischen Nagel mit einem Ruck heraus und zeigte ihn vor.</p><p>�Seltsam�, sagte Pelagia. �Die Spitze ist rostig, aber der Kopf ist wie neu. Als h�tte man ihn gerade eingeschlagen.�</p><p>Berditschewski leuchtete mit der Laterne. Die Spitze des Nagels gl�nzte. Blut? Ja, von Blut sicher auch, aber der Nagel gl�nzte auch weiter oben, und zwar heller als das Blut. Es sah aus wie �l.</p><p>Dem Staatsanwalt stockte der Atem, aber diesmal nicht vom Aufwallen romantischer Gef�hle.</p><p>�Rasch! Ins Krankenhaus!�, br�llte er.</p><p><strong>Krrk-krrk</strong></p><p>Professor Sassekin, Chefarzt des Martha-Marinskaja-Krankenhauses und eine allrussische Kapazit�t, zeigte f�r die Wunde an Pelagias Finger keinerlei Interesse. Er schaute sie sich kurz an und zuckte nur mit den Schultern, nicht einmal Jod schmierte er drauf. Daf�r nahm er den Nagel weitaus ernster. Er brachte ihn sofort ins Labor, experimentierte eine geschlagene Stunde daran herum und kehrte mit best�rzter Miene zur�ck.</p><p>�Eine sehr interessante Zusammensetzung�, verk�ndete er. �Um die exakte Formel zu ermitteln, brauche ich noch etwas Zeit, aber mit Sicherheit sind Anteile von Agaricus muscarus und Strychnos toxifera darin enthalten; und die Konzentration von Kolibakterien ist einfach ph�nomenal. Da hat man Ihnen ja einen sch�nen Punsch zusammenger�hrt, ajajaj! Wenn Sie diese Scheu�lichkeit nicht sofort ausgesaugt h�tten, mein Guter . . .� Der Doktor sch�ttelte viel sagend den Kopf. �Die Wunde ist vollkommen sauber, erstaunlich! Sie m�ssen wohl von Herzen gesaugt haben, mit Leidenschaft gewisserma�en. Alle Achtung!�</p><p>Matwej Benzionowitsch err�tete und traute sich nicht, Pelagia anzusehen. Die aber fragte:</p><p>�Zusammenger�hrt? Wollen Sie damit sagen, Professor, dass jemand diese Substanz absichtlich hergestellt hat?�</p><p>Sofort sch�mte sich Berditschewski: Da machte er sich Gedanken um irgendwelchen Unfug, und dabei . . .</p><p>�Ganz ohne Zweifel�, sagte der Professor. �In der Natur kommt so ein Kompott nicht vor. Hier war ein Meister am Werke, allerdings mit Sicherheit keiner von hier, in Sawolshsk gibt es kein Labor, in dem man so etwas hergestellt haben k�nnte.�</p><p>Als er den vollen Sinn dieser Bemerkung begriff, gefror dem Staatsanwalt das Blut in den Adern. Auch Pelagias Gesicht ver�nderte sich. Matwej Benzionowitsch liebte sie in diesem Augenblick so sehr, dass seine Nase zu kribbeln begann. H�tte jetzt jemand zu ihm gesagt: Dort ist das Subjekt, welches das Wesen, das dir so teuer ist, ums Leben bringen wollte, er w�re dem Misset�ter unverz�glich an die Gurgel gegangen, h�tte ihn ohne viel Federlesens erw�rgt und . . . Hier wurde es Berditschewski, einem friedliebenden Ehemann und Familienvater, schwarz vor Augen, und Atemnot stellte sich ein. Niemals h�tte er solch eine Wut in sich vermutet.</p><p>Noch in derselben Nacht wurde im Hause des Bischofs eine au�erordentliche Zusammenkunft abgehalten.</p><p>Matwej Benzionowitsch war sehr blass, doch wirkte er gefasst und entschlossen; nur griff er sich noch h�ufiger als gew�hnlich an die Nase.</p><p>�Wir k�nnen jetzt mit Gewissheit davon ausgehen, dass wir es nicht mit einem geisteskranken Einzelg�nger zu tun haben, sondern mit einer ganzen Bande. Folglich d�rfte die �War-schauer�-Variante die wahrscheinlichste sein. F�r diese Klientel ist es Ehrensache, jeden ihrer Leute zu r�chen. Wenn die es sich einmal in den Kopf gesetzt haben, dass Schwester Pelagia einen von ihren Leuten abgemurkst hat, werden sie nicht eher Ruhe geben, bis sie sie umgebracht haben. Ich werde alle anderen Vorg�nge zur�ckstellen, und wenn es sein muss, fahre ich bis nach Warschau oder Moskau, oder auch nach Shitomir, aber ich werde diese Halunken kriegen. Wie lange das dauern wird, l�sst sich nat�rlich nicht sagen. In der Zwischenzeit schwebt unsere verehrte Schwester jedenfalls in Lebensgefahr, und wir wissen nicht einmal, von welcher Seite der n�chste Schlag zu gew�rtigen ist. In dieser Hinsicht hoffe ich auf Sie, Eminenz . . .�</p><p>Der Bischof, den man aus dem Bett geholt hatte, trug einen Morgenrock und Filzpantoffeln. Seine H�nde zitterten vor Aufregung und zupften und zerrten unentwegt an seinem Leibkreuz herum.</p><p>�Das Allerwichtigste ist, sie erst einmal in Sicherheit zu bringen�, sagte Mitrofani heiser. �Ich kann an nichts anderes denken. Ich werde sie so weit wie m�glich von hier fortschicken, in irgendein ruhiges Kloster. Und zu niemandem ein Wort. Und dich frage ich gar nicht!�, fuhr er seine geistliche Tochter an und erwartete, dass sie widersprechen w�rde.</p><p>Aber die Nonne schwieg. Der hinterh�ltige Anschlag mit dem Nagel hatte ihr anscheinend einen geh�rigen Schrecken eingejagt. Berditschewski tat die Arme so Leid, dass er anfing zu blinzeln, und auch der Bischof runzelte die Stirn und r�usperte sich.</p><p>�Die Vorsteherin des Snamenski-Klosters an der Angara ist mir verpflichtet. Ich habe dir schon von ihr erz�hlt. Der Ort ist sehr abgelegen, es ist wunderbar ruhig dort�, sagte der Bischof, �und am Ussuri gibt es noch eine ganz nette Einsiedelei. Dort erkennt man jeden Fremden auf zehn Werst Entfernung. Der Abt ist ein alter Freund von mir. Ich werde dich selbst hinbringen, an die Angara oder an den Ussuri, wohin du willst.�</p><p>�Nein!�, riefen der Staatsanwalt und die Nonne gleichzeitig.</p><p>�Das geht auf gar keinen Fall�, erkl�rte Berditschewski. �Sie fallen zu sehr auf. Man wird uns mit Sicherheit verfolgen, es steht au�er Frage, dass sie uns nicht aus den Augen lassen werden. Wir m�ssen �u�erst vorsichtig vorgehen, so geheim wie m�glich.�</p><p>Pelagia f�gte hinzu:</p><p>�Am besten fahre ich allein.�</p><p>�Es w�re nat�rlich gut, wenn sie diese Reise nicht im Nonnenhabit untern�hme, sondern in gew�hnlicher Kleidung�, schlug Berditschewski vor, obwohl er erwartete, dass diese Idee zur�ckgewiesen w�rde.</p><p>Mitrofani und die Ordensschwester wechselten daraufhin Blicke, sagten aber nichts.</p><p>�Ich habe einen Eid geleistet�, sagte Pelagia unschl�ssig, eine Bemerkung, die Berditschewski in diesem Zusammenhang nicht verstand (denn von der Existenz Fr�ulein Lissizynas wusste der Staatsanwalt nat�rlich nichts).</p><p>�In diesem Fall entbinde ich dich von deinem Versprechen � vor�bergehend. Du f�hrst als Lissizyna nach Sibirien, und da kleidest du dich um. Also sag schon, wohin willst du?�</p><p>�Am liebsten m�chte ich eigentlich nach Pal�stina�, erkl�rte die Schwester pl�tzlich. �Ich habe schon immer davon getr�umt, ins Heilige Land zu pilgern.�</p><p>Dieser unerwartete Einfall gefiel den beiden M�nnern.</p><p>�Tats�chlich!�, rief Matwej Benzionowitsch aus. �Im Ausland ist es am sichersten.�</p><p>�Au�erdem bildet es�, nickte der Bischof. �Ich habe ebenfalls mein ganzes Leben lang davon getr�umt, aber ich habe nie die Zeit daf�r gehabt. Immerhin bin ich Mitglied der Pal�stinagesellschaft. Gut, fahre also nach Pal�stina, meine Tochter. In der Einsiedelei w�rst du sowieso blo� tr�bsinnig geworden, ich kenne doch dein unruhiges Gem�t. In Pal�stina kannst du umherreisen, neue Eindr�cke sammeln, da bemerkst du gar nicht, wie die Zeit vergeht. Ich werde an den Vater Archimandrit in der Mission schreiben und an die Abtissin des Gornenski-Klosters. Du reist als Pilgerin nach Pal�stina und wohnst dort im Kloster, bis Matwej den B�sewicht gefangen hat.�</p><p>Und sogleich setzte sich der Bischof an den Tisch, um die Empfehlungsschreiben abzufassen � auf einem besonderen Briefbogen mit dem bisch�flichen Signet.</p><p>Alles wurde bis ins kleinste Detail geplant.</p><p>Am Morgen brachte man Pelagia mit einem Sanit�tswagen ins Hospital, f�r alle Leute gut sichtbar. Den Sch�lerinnen, die sie besuchen wollten, erkl�rte man, es gehe ihrer Lehrerin sehr schlecht, niemand d�rfe zu ihr. In der Nacht schl�pfte die Nonne durch einen Hintereingang hinaus, und Berditschewski brachte sie zu einer kleinen Anlegestelle, f�nfzehn Werst von der Stadt entfernt.</p><p>Dort erwartete sie ein Kutter, auf dem die Konspirateure weitere f�nf Werst zur�cklegten. Dann gingen sie in der Mitte des Flusses vor Anker.</p><p>Eine halbe Stunde sp�ter n�herte sich ein hell erleuchteter Dampfer, der von Sawolshsk aus flussabw�rts fuhr. Der Kutter gab ein Signal mit der Laterne, und der Kapit�n, durch eine geheime Depesche in Kenntnis gesetzt, stoppte die Maschinen (ganz leise, ohne Geschrei und Gehupe, damit die Passagiere nicht aufwachten).</p><p>Matwej Benzionowitsch half Pelagia das Fallreep hinauf. Zum ersten Male sah er sie nicht als Nonne, sondern als Dame, in Reisekleid, Hut und Schleier.</p><p>Diese weibliche Tracht hatte seine Gedanken w�hrend der ganzen Fahrt vom Krankenhaus hierher in unerlaubte Fantasien abschweifen lassen. Immer wieder sagte er sich: �Sie ist eine Frau, sie ist einfach eine Frau.� Und in seinem Herzen loderte eine aberwitzige Hoffnung.</p><p>Pelagia aber war mit ihren Gedanken irgendwo weit, weit weg.</p><p>Als sie schlie�lich an Deck waren, sp�rte Berditschewski, wie sich ihm pl�tzlich das Herz zusammenkrampfte. Eine innere Stimme sagte traurig zu ihm: �Du wirst sie niemals wieder sehen, sag ihr Lebewohl.�</p><p>Er geriet in Panik. �Fahren Sie nicht�, stotterte er. �Ich kann nicht . . .� Und auf einmal hatte er die rettende Idee. �Wissen Sie, vielleicht w�re es besser, Sie f�hren doch an die Angara? Der Bischof darf Sie nat�rlich nicht dorthin begleiten, aber ich k�nnte es. Anschlie�end mache ich mich sofort an die Untersuchung. Was halten Sie davon?�</p><p>Und er stellte sich schon vor, wie sie zu zweit durch ganz Sibirien fahren w�rden. Er musste schlucken.</p><p>�Nein, ich fahre nach Pal�stina�, murmelte die Reisende, immer noch geistesabwesend. Und halblaut, nur zu sich selbst, f�gte sie hinzu: �Wenn es nur nicht zu sp�t ist. Es sind doch M�rder . . .�</p><p>Was sie mit dem �zu sp�t� meinte, verstand Matwej Benzionowitsch nicht so ganz, aber der Schluss ihrer Bemerkung ern�chterte und besch�mte ihn.</p><p>Das Leben dieses ihm so teuren Wesens war in Gefahr. Und er sollte nicht davon tr�umen, mit seiner Herzensdame quer durch das weite Sibirien spazieren zu fahren, sondern die Misset�ter aufsp�ren, und zwar so schnell wie m�glich. Das war seine Pflicht!</p><p>�Ich schw�re Ihnen, ich werde diese Banditen finden�, sagte der Staatsrat leise.</p><p>�Ich glaube es�, antwortete Pelagia sanft, aber wieder ohne rechte Anteilnahme. �Nur will mir scheinen, dass es gar keine Banditen sind und es hierbei auch nicht um das gestohlene Geld geht . . . Aber das werden Sie sicher selber alles aufkl�ren.�</p><p>Der Kapit�n, der den besonderen Fahrgast h�chstpers�nlich an Bord begr��t hatte, dr�ngte zur Eile:</p><p>�Gn�dige Frau, die Str�mung treibt uns ab, und dort rechts sind Untiefen. Ich muss die Maschinen anwerfen lassen.�</p><p>Berditschewski nutzte die Gelegenheit, Pelagia nicht im Habit, sondern im Kleid vor sich zu haben, und k�sste ihr die Hand � beziehungsweise den kleinen Streifen wei�er Haut, der unter ihrem Spitzenhandschuh hervorschaute.</p><p>Sie ber�hrte seine Stirn mit den Lippen und bekreuzigte ihn, dann stieg der Staatsanwalt das Fallreep hinunter, wobei er sich jede Sekunde umsah.</p><p>Langsam versank die schlanke Silhouette in der D�mmerung, bis sie schlie�lich ganz mit der Dunkelheit verschmolz.</p><p>Pelagia folgte dem Matrosen, der ihren Koffer trug. Kein Mensch war an Deck, nur unter dem Fenster des Salons d�ste irgendein Frischluftenthusiast, bis zur Nasenspitze in ein warmes Plaid geh�llt.</p><p>Als die Dame in Kleid, Hut und Schleier an ihm vorbeiging, r�hrte sich der Vermummte und bewegte die Finger.</p><p>In der Stille der Nacht h�rte man ein trockenes, unangenehmes Knacken: Krrk-krrk.</p></section><section><title><p>TEIL ZWEI</p><p><strong>Hier und dort</strong></p></title><empty-line/></section><section><title><p><strong>VII</strong></p><p><strong>Nur nicht zu sp�t kommen</strong></p></title><p><strong>Sch�n und geheimnisvoll</strong></p><p>Kaum jemandem wird das Gl�ck zuteil, das Gelobte Land schon beim ersten Anblick so sch�n und geheimnisvoll zu erleben, wie es in Wirklichkeit ist.</p><p>Polina Andrejewna Lissizyna hatte Gl�ck. Der Hafen von Jaffa, Pal�stinas Tor zum Meer, zeigte sich ihr nicht als graugelber Haufen aus Steinen und Staub, sondern wie eine schimmernde Weihnachtskugel. Es war wie in der Kindheit, wenn man sich heimlich nachts zur T�r der Stube schlich, in der der Weihnachtsbaum stand, und durch einen kleinen Spalt hineinlugte: Zuerst sah man gar nichts, aber auf einmal schimmerte etwas Rundes da in der Dunkelheit, etwas Gl�nzendes, Funkelndes, und das Herz zog sich zusammen in der Vorfreude auf das Wunder.</p><p>So erging es ihr mit Jaffa.</p><p>Wie sehr auch der Dampfer schnaufte und keuchte und mit den Radschaufeln patschte, er schaffte es trotzdem nicht, das ersehnte Ufer vor Sonnenuntergang zu erreichen. Der schwarze Himmel verschmolz mit den schwarzen Wassern, und die Passagiere, um die Vorfreude betrogen, schlurften betr�bt unter Deck, um ihre Sachen zu packen. Zur�ck blieben nur Frau Lissizyna und die b�uerlichen Pilger, deren ganzes Gep�ck aus einem bescheidenen leinenen Quersack, einem kupfernen Wasserkessel und dem Pilgerstab bestand.</p><p>Aber es dauerte gar nicht lange, da taten sich die Pforten der Finsternis ein wenig auf. Zuerst entz�ndete sich ein einsames Licht, das aussah wie ein kleiner blasser Stern. Dann erschien ein zweites daneben, dann ein drittes und viertes, es wurde heller und heller, und bald rollte der g�ldene Apfel der Felsenstadt, �bers�t mit lauter T�pfelchen aus mattem Licht, �ber den Horizont hinaus aufs Meer.</p><p>Die Bauern fielen auf die Knie und beteten: Ihre Stirnen polterten so eifrig auf das Deck, dass Polina Andrejewna sich die Ohren zuhielt, um sich die Weihe dieses Augenblicks zu bewahren. Ein leichter Wind brachte vom Land her den schwachen Duft von Orangen her�ber.</p><p>�Japho�, sprach die Reisende laut den biblischen Namen des Hafens.</p><p>Vor dreitausend Jahren waren die Zedern zum Bau von Salomons Tempel aus Ph�nizien hierher gefl��t worden. In diesen Wellen verschluckte der Walfisch auf Gehei� des Herrn den unbotm��igen Jonas; drei Tage und drei N�chte blieb er im Bauche des Wals.</p><p>Der Dampfer verlangsamte die Fahrt, stoppte die Maschinen und lie� die Ankerkette niederrasseln. Dann stie� er ein lang gezogenes Tuten aus. Die Passagiere kamen an Deck gelaufen und schnatterten in allen Sprachen durcheinander.</p><p>Der Zauber war gebrochen.</p><p>Am Morgen sah man, dass der Dampfer eine halbe Werst vom Festland entfernt vor Anker gegangen war � wegen der Untiefen konnte er nicht n�her heranfahren. Es ging ein heftiger Wind, und bis Mittag geschah nichts. Kaum aber hatte sich die See beruhigt, kam vom Ufer her eine ganze Flottille kleiner Boote mit wild wirbelnden Rudern herangesaust. Darin sa�en dunkelh�utige Menschen, die K�pfe mit Lumpen umwickelt, die schreckliche �hnlichkeit mit Seer�ubern hatten.</p><p>Im Nu war der Dampfer geentert. Die Piraten kletterten einer nach dem anderen das Fallreep hinauf an Bord und flitzten mit Furcht einfl��ender Geschwindigkeit �ber das Deck. Die einen schnappten sich die Passagiere und schleppten sie zur Reling, die anderen luden sich ohne viel Federlesens B�ndel und Koffer auf die Schultern und lie�en die Menschen um sie herum vollkommen unbeachtet.</p><p>Der Steuermann Prokofi Sergejewitsch, mit dem sich die Lissizyna auf der Reise angefreundet hatte, erkl�rte ihr, dies sei so Usus in Jaffa: Das Entladen der Schiffe sei das Monopol zweier Clans arabischer Schauerleute, wobei der eine f�r die Passagiere, der andere f�r das Gep�ck zust�ndig sei, und diese Aufteilung werde strengstens eingehalten.</p><p>Die Pilgerweiber, von sehnigen Armen um die Taillen gefasst, leisteten kreischend und strampelnd Widerstand, und mancher der unversch�mten Dreistlinge empfing ein beachtliches Quantum an Kn�ffen und P�ffen, aber die Tr�ger waren das wohl gewohnt und grinsten blo�.</p><p>Kaum zwei Minuten sp�ter stie� schon die erste Barkasse vom Dampfer ab, randvoll mit verst�rten Pilgern, und eine mit Quers�cken, Wasserkesseln und Pilgerst�ben beladene Jolle sauste ihr hinterher.</p><p>Genauso schnell war das n�chste Boot gef�llt.</p><p>Da sprang auch schon ein verschwitzter Eingeborener auf Polina Andrejewna zu und packte sie am Handgelenk.</p><p>�Vielen Dank, ich m�chte lieber selbst . . .�</p><p>Weiter kam sie nicht � der unversch�mte Bursche hatte sie geschwind �ber seine Schulter geworfen und kletterte schon das Fallreep hinunter. Die Lissizyna brachte nur ein leises St�hnen heraus. Unter ihr wogte und blitzte das Wasser, der Tr�ger hatte harte, aber zugleich erstaunlich sanfte H�nde, sodass sie sich pl�tzlich gen�tigt sah, eine gewisse angenehme, jedoch ohne Zweifel s�ndige Regung in sich zu bek�mpfen.</p><p>Eine Viertelstunde sp�ter betrat die Sawolshsker Pilgerin pal�stinischen Boden � und ruderte erst einmal ganz undamenhaft mit den Armen, um das Gleichgewicht zu halten. Nach zwei Wochen auf See war sie festen Boden unter den F��en nicht mehr gewohnt.</p><p>Dann sch�tzte sie die Augen mit der Hand gegen die blendende Sonne und schaute sich um.</p><p><strong>H�sslich und �bel riechend</strong></p><p>Wie scheu�lich es doch hier war!</p><p>In kleinen russischen St�dten ist es ja manchmal auch ganz furchtbar, so armselig und schmutzig und nichts als Elend, wohin man schaut; aber dort spiegelt sich in den Pf�tzen der Himmel, �ber den zerfallenden D�chern gr�nen die B�ume, und Ende Mai riecht es nach Flieder. Und wie still es ist! Du schlie�t die Augen, h�rst den Wind in den B�umen rauschen, h�rst das Summen der Bienen, und ganz in der N�he l�uten die Glocken.</p><p>Hier in Jaffa dagegen �bermittelten ihr s�mtliche Sinnesorgane ohne Unterlass nur Verdrie�lichkeiten:</p><p>Zun�chst die Augen � weil sie st�ndig auf Berge von Fischinnereien, stinkenden Abfall und Lumpen aller denkbaren und undenkbaren, in jedem Fall vollkommen unpittoresker Art stie�en. Au�erdem taten sie weh von all dem Staub, und immerzu wollte man sie zusammenkneifen, weil das Licht so unertr�glich grell war.</p><p>Dann die Zunge � weil der allgegenw�rtige Staub von der ersten Minute an zwischen den Z�hnen knirschte, als h�tte man den Mund voller Sandpapier.</p><p>Die Nase � weil der Duft der Orangen, der Polina Andrejewna gerade noch so verlockend erschienen war, sich als einzige Chim�re erwies; entweder war dieser Duft �berhaupt ein Produkt ihrer Einbildungskraft gewesen, oder er konnte der Konkurrenz der von allen Seiten auf sie eindr�ngenden Miasmen von F�ulnis und Unrat nicht standhalten.</p><p>Und erst die Ohren! Kein Mensch hier im Hafen redete normal, ein jeder schrie, und zwar grunds�tzlich so laut er konnte. In dem vielstimmigen Chor dominierten die Esel und Kamele, und �ber dieser ganzen Kakophonie schwebte der melancholische Bariton des Muezzin, der an der vergeblichen Aufgabe, dieses Babylon immer wieder an die Existenz Gottes zu gemahnen, offensichtlich l�ngst verzweifelt war.</p><p>Am schlimmsten aber drangsalierte sie der Tastsinn, denn kaum hatte Polina Andrejewna den t�rkischen Zoll passiert, r�ckten ihr von allen Seiten die Bettler und Schnorrer, die Hotelboten und Kutscher auf den Leib, und es war ganz unm�glich, auseinander zu halten, wer nun was war.</p><p>So ein kleines trostloses russisches St�dtchen hat etwas von einem schwinds�chtigen Saufaus, dem man mit einem mitleidigen Seufzer eine Kopeke geben m�chte. Jaffa dagegen schien Polina Andrejewna halb wie eine Besessene, halb wie eine Auss�tzige, vor der man nur Hals �ber Kopf davonlaufen m�chte.</p><p>Aber Frau Lissizyna nahm sich zusammen und ermahnte sich streng: Eine Nonne darf vor einem Auss�tzigen nicht davonlaufen! Und um von all der Scheu�lichkeit und all den �blen Ger�chen Abstand zu gewinnen, hob sie den Blick empor zu den gelben W�nden der H�user. Aber auch sie waren kein erfreulicher Anblick. Den namenlosen Erbauern fehlte offenbar jegliches Streben nach Ruhm.</p><p>Polina Andrejewna ergriff ihren Koffer, klemmte sich die Reisetasche unter den Arm und schob sich durch das Gewimmel und Gedr�nge auf eine enge und absch�ssige Gasse zu. Dort w�rde sie wenigstens etwas Schatten finden und �berlegen k�nnen, was sie weiter tun sollte.</p><p>Aber so einfach war es nicht, von dem Platz wegzukommen.</p><p>Ein unrasierter Mensch, gekleidet in Weste und Hosen, aber mit t�rkischem Fes und arabischen Latschen, wies triumphierend mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf sie.</p><p>�Ir seint a Jiddische! Kommen Sie, kommen Sie! Ich zeige Ihnen ein ausgezeichnetes koscheres Gasthaus. Sie werden sich wie zu Hause bei Mama f�hlen!�</p><p>�Ich bin aber Russin.�</p><p>�A-ah�, sagte der Unrasierte gedehnt. �Dann m�ssen Sie sich an diesen Herrn dort wenden.�</p><p>Polina Andrejewna schaute in die gewiesene Richtung und schrie freudig auf. Unter einem gro�en Sonnenschirm sa� ein Mann auf einem Klappstuhl. Er trug eine dunkle Brille und machte einen sehr anst�ndigen Eindruck; in der Hand hielt er ein Schild, auf dem in allerliebster Sch�nschrift auf Russisch geschrieben stand:</p><p><emphasis>Kaiserliche Pal�stinagesellschaft Billetts</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>und Anleitungen</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>f�r Pilger zum Grab des Herrn</emphasis></p><p>Sofort st�rzte Pelagia auf ihn zu wie auf einen alten Bekannten.</p><p>�Entschuldigen Sie, wie komme ich nach Jerusalem?�</p><p>�Oh, da gibt es viele M�glichkeiten�, antwortete der Repr�sentant der ehrw�rdigen Gesellschaft gemessen. �Sie k�nnen mit der Eisenbahn fahren, zu drei Rubel f�nfzig Kopeken: nur vier Stunden, und Sie sind vor den Toren der Altstadt. Der heutige Zug ist allerdings schon abgefahren, der morgige geht um drei Uhr nachmittags. Oder Sie reisen mit der achtsitzigen Postkutsche, ein Rubel f�nfundsiebzig Kopeken. Abfahrt morgen Mittag zw�lf Uhr, Ankunft in der Heiligen Stadt um Mitternacht.�</p><p>Die Pilgerin begann zu �berlegen. Durfte man im Heiligen Land mit der Postkutsche reisen? Oder, noch schlimmer, mit der Eisenbahn? Irgendwie kam ihr das unschicklich vor, so als f�hre man nach Kasan oder Samara wegen ein paar W�schekn�pfen oder einer Rolle Zwirn.</p><p>Ihr Blick fiel auf eine Gruppe russischer Pilger, die sich am Rande des Platzes versammelt hatten. Eben hatten sie sich niedergekniet, um das staubige Pflaster zu k�ssen, jetzt setzten sie sich in Marsch, weit mit dem Stabe ausholend. Aber nicht alle hatten sich erhoben. Zwei M�nner hatten sich gro�e Bastschuhe um die Knie gebunden und schrabbten damit flink bergan.</p><p>�So werden sie die ganzen siebzig Werst bis Jerusalem kriechen�, seufzte der Repr�sentant. �Haben Sie sich �berlegt, welches Billett Sie nehmen m�chten?�</p><p>�Wahrscheinlich doch die Postkutsche�, sagte Polina Andrejewna unsicher. Sie bef�rchtete, dass die Fahrt mit der Lokomotive ihr ohnehin schon ramponiertes Gef�hl von Andacht wohl endg�ltig absterben lassen w�rde.</p><p>In diesem Augenblick zupfte sie jemand am Rock.</p><p>Sie drehte sich um und erblickte einen dunkelh�utigen Mann von ziemlich ansprechendem �u�eren. Er trug ein langes arabisches Hemd mit einem breiten G�rtel, an dem eine blinkende Uhrkette baumelte. Der Einheimische l�chelte sie mit strahlend wei�en Z�hnen an und fl�sterte:</p><p>�Wozu Postkutsche? Postkutsche nicht gut. Ich habe Hantur. Wei�t du was ist Hantur? Das Kutsche mit Zelt oben. F�hrst du wie Sultan Abd �l-Hamid. Und die Pferde, ajajaj, was f�r sch�ne Pferdchen! Arabisch Pferd! Wo du willst, wir stehen, wirst du gucken, wirst du beten, ich alles zeige! F�nf Rubel!�</p><p>�Woher k�nnen Sie denn Russisch?�, fragte Pelagia, aus irgendeinem Grunde ebenfalls fl�sternd.</p><p>�Meine Frau Russin. Ganze klug, ganze sch�n! Wie alle Russin. Bin ich auch russischer Glaube. Ich hei�e Salach.�</p><p>�Salach � ist das denn ein christlicher Name?�</p><p>�Allerchristlichste Name!�</p><p>Und zum Beweise bekreuzigte sich der Araber mit drei Fingern und murmelte dazu in rasender Geschwindigkeit: �Vater-unserderdubistimHimmel.�</p><p>Das war ein Zeichen des Himmels! Gleich in der ersten Minute nach der Ankunft im Heiligen Land auf einen rechtgl�ubigen Menschen zu treffen, noch dazu einen Pal�stinenser, der russisch sprach! Wie viel N�tzliches w�rde sie von ihm erfahren k�nnen! Und dann die Reise in einer eigenen Equipage, mit guten Pferden, das war doch etwas ganz anderes als eine Linienkutsche!</p><p>�Na dann los, fahren wir!�, rief Polina Andrejewna aufger�umt, obwohl der gute Steuermann sie aufs Strengste gewarnt hatte: In Pal�stina ist es nicht tunlich, sofort das erste Preisangebot anzunehmen, hier wird um alles endlos lange gefeilscht.</p><p>Aber soll man um einen Rubel schachern, wenn man in die Heilige Stadt Jerusalem reist?</p><p>�Fahren morgen�, sagte Salach, griff den Koffer seiner k�nftigen Passagierin und bedeutete ihr mit einem Wink, ihm zu folgen. �Heute geht nicht. Bald wird dunkel, und nachts nicht gut, viel R�uber. Komm, komm, habe sch�ne Platz f�r Nacht, bei Tante. Ein Rubel, nur ein Rubel. Und morgen wir fliegen schnell wie Vogel. Arabisch Pferdchen!�</p><p>Pelagia hatte M�he, mit ihrem schnellf��igen F�hrer Schritt zu halten, der sie durch das Labyrinth der engen Gassen leitete, die sich immer h�her und h�her den Berg hinaufwanden.</p><p>�Ihre Frau ist also Russin?�</p><p>Salach nickte.</p><p>�Natascha, Name Marusja. Wir wohnen in Jerusalem.�</p><p>�Wie bitte?�, fragte sie verwundert. �Also was denn jetzt, Natascha oder Marusja?�</p><p>�Meine Natascha hei�t Marusja�, antwortete der Einheimische geheimnisvoll, und dann brach das Gespr�ch ab, weil der Anstieg auf der holperigen Stra�e die Pilgerin au�er Atem brachte.</p><p>Der �sch�ne Platz�, zu dem der F�hrer Polina Andrejewna brachte, erwies sich als ein schlichtes Lehmhaus, in dem man der Reisenden ein kahles, jeglichen Mobiliars lediges Zimmer zuwies. Salach verabschiedete sich mit der Erkl�rung, es gebe im Hause keine M�nner und deshalb d�rfe er hier nicht �bernachten. Morgen in aller Fr�he werde er wiederkommen.</p><p>Als Schlafstatt diente der Reisenden eine d�nne Matratze, als Waschgelegenheit eine angesto�ene Sch�ssel, und die Rolle des Wasserklosetts �bernahm ein kupferner Topf, der sie irgendwie an Aladins Wunderlampe erinnerte.</p><p>Die innige Andacht, vom Wesen her eine zarte und ephemere Substanz, hielt all diesen Widrigkeiten nat�rlich nicht stand. Sie fiel in sich zusammen und �berzog sich mit einer grauen Aschenschicht, wie ein schwelendes Holzscheit in einem niedergebrannten Lagerfeuer. Die Nonne unternahm noch einen tapferen Versuch, den Zauberfunken wieder anzufachen, indem sie die Bibel aufschlug und sich in die Lekt�re vertiefte, aber es gelang ihr nicht. Vielleicht st�rte sie auch das weltliche Gewand. Im Nonnenhabit l�sst sich das heilige Beben eben leichter bewahren.</p><p>Als sie dann beim Waschen in den Spiegel schaute, war es mit ihrer guten Laune endg�ltig vorbei.</p><p>Da hast du �s! Auf Wangen und Nase prangten schon wieder die Sommersprossen � f�r jede Frau eine h�chst betr�bliche Erscheinung, aber f�r eine Person geistlichen Standes geradezu unanst�ndig. Dabei hatte sie fest damit gerechnet, ihnen mit der Kamillenmilch und den Honigumschl�gen ein f�r alle Mal den Garaus gemacht zu haben!</p><p><strong>Die �de W�ste</strong></p><p>Die ganze Nacht hindurch hatte sich die arme Frau Lissizyna auf ihrem harten Lager hin und her gew�lzt, und gleich am Morgen, nach einer raschen Katzenw�sche, bezog sie Position an der Haust�r, in Erwartung der baldigen Ankunft ihres Kutschers.</p><p>Es verging eine Stunde, verging noch eine Stunde, dann eine dritte. Kein Salach.</p><p>Schon begann die Sonne erbarmungslos zu brennen, und Polina Andrejewna konnte geradezu f�hlen, wie die verdammten Sommersprossen an Farbe und Umfang Zunahmen.</p><p>Jetzt kam ihr das gestrige Erscheinen dieses orthodoxen Einheimischen schon nicht mehr wie ein �Zeichen des Himmels� vor, sondern eher wie ein gemeiner Trick, den Luzifer ersonnen hatte, um ihr Eintreffen in der Heiligen Stadt hinauszuz�gern.</p><p>W�hrend die Nonne unschl�ssig �berlegte, ob sie noch warten oder besser in den Hafen zur�ckkehren sollte, verstrich die Mittagsstunde � was wiederum bedeutete, dass sie die Postkutsche nach Jerusalem vers�umt hatte.</p><p>Weil sie nun f�rchtete, den Dreiuhrzug auch noch zu verpassen, machte sich Pelagia schlie�lich auf den Weg in Richtung Meer. Aber schon an der ersten Wegkreuzung z�gerte sie � wohin jetzt, nach links oder nach rechts?</p><p>Genau in diesem Moment kam hinter der n�chsten Ecke ein wackliges Gef�hrt hervorgerappelt, mit riesigen R�dern und einem Fetzen verblasster Leinwand als Verdeck. Obenauf thronte der hinterlistige Betr�ger Salach und wedelte tr�ge mit der Peitsche �ber den R�cken zweier magerer G�ule.</p><p>�Mein Hantur�, sagte er und zeigte stolz auf seine k�mmerliche Equipage. �Meine Pferde.�</p><p>�Arabische Pferde?�, fragte Polina Andrejewna spitz und erinnerte sich schmerzlich an ihre gestrigen Tr�ume von hochbeinigen Vollbl�tern, die sie geschwind �ber Berg und Tal in die wichtigste Stadt auf Gottes Erde trugen.</p><p>�Nat�rlich arabische�, entgegnete der Betr�ger unbeeindruckt und band den Koffer fest. �Hier alle Pferde arabisch, au�er die j�dischen, j�dische bisschen besser.�</p><p>Aber das war nicht einmal Salachs letzte Missetat.</p><p>Der Karren rumpelte ins Zentrum von Jaffa und hielt vor dem Hotel �Europa� (sieh an, so etwas gibt es hier also auch, es w�re absolut nicht erforderlich gewesen, die Nacht auf dem Fu�boden liegend zu verbringen!). Frau Lissizyna musste zur Seite r�cken, und ein amerikanisches P�rchen lie� sich auf der Bank nieder. Das waren, wie sich herausstellte, keine Pilger, sondern Touristen, die eine Vergn�gungsreise durch das �Holy Land� unternahmen und sich zu diesem Zwecke nach den aktuellsten Empfehlungen der Agentur �Cook� ausger�stet hatten. Ein ausgemergeltes, schmutzstarrendes Kamel schleppte das umfangreiche Gep�ck der B�rger aus der Neuen Welt.</p><p>�F�nf Rubel habe ich dir bezahlt!�, zischte Polina Andrejewna Salach an. �Das war nicht abgemacht!�</p><p>�Du bist d�nn, noch viel Platz �brig, zusammen lustiger�, entgegnete der Sohn Pal�stinas unbek�mmert und band den Zaum des buckligen Anh�ngers an der R�ckseite seines Vehikels fest. �Mister, Missus, we go Jerusalem!�</p><p>�Gorgeous!�, antwortete die �Missus� auf diese Ank�ndigung, und die Karawane setzte sich in Bewegung.</p><p>Zum Zeichen des Protestes tat die Nonne so, als verst�nde sie kein Wort Englisch, und verh�llte ihr Gesicht mit einem Tuch. Aber die Amerikaner hatten offenbar auch gar kein Verlangen nach weiteren Gespr�chspartnern. Sie waren voller Energie, freuten sich unb�ndig �ber alles, was ihnen begegnete, knipsten in einem fort mit einem kleinen Fotoapparat, und das Wort �gorgeous� h�rte man wenigstens zweimal in der Minute.</p><p>Als das Fuhrwerk das offene Land erreichte, staffierten sich die Touristen (offensichtlich den Empfehlungen der Agentur Cook folgend) mit gr�nen Brillen aus, was gar nicht so dumm war, wie Polina Andrejewna sehr bald klar wurde. Erstens sch�tzten diese Brillen vor der grellen Sonne, und zweitens kompensierte die Farbe der Brillengl�ser wahrscheinlich das g�nzliche Fehlen gr�ner Farbt�ne in diesem eint�nigen Landschaftsbild.</p><p>Man sah nichts als Staub und Steine. Sie fuhren jetzt durch jene Ebene, in der Josua, als er die Truppen der f�nf K�nige Kanaans verfolgte, ausrief: �Sonne, zu Gibeon halt an, und Mond, im Tale von Ajjalon!� Und die Sonne blieb in der Mitte des Himmels stehen, und ein weiterer Tag konnte nicht nach Westen enteilen.</p><p>An einem ausgetrockneten Flussbett, der Stelle, an der David den Goliath besiegte, lie�en die Touristen anhalten. Der amerikanische Gatte posierte mit rollenden Augen und einem Stein in der Hand, und die Gattin richtete lachend die �Kodak� auf ihn.</p><p>Wagen europ�ischen und orientalischen Aussehens kamen vorbei, Menschen zu Pferd oder zu Fu�, wobei Letztere fast ausnahmslos russische Pilger waren, die in dieser W�stenlandschaft seltsam unpassend wirkten. Polina Andrejewna dachte niedergeschlagen, dass Salachs �arabische Pferde� keinen Deut schneller vom Fleck kamen als diese r�stigen M�nner und Weiber.</p><p>Einige der Pilger stiegen zum Flussbett hinunter, in der Hoffnung, dort Wasser zu finden. Sie w�hlten in dem trockenen Ger�ll, aber sie fanden keinen Tropfen.</p><p>Gespr�chsfetzen drangen zu Pelagia herauf: �Letztes Jahr hat hier einer von uns, aus Wjasma war er, gro�es Gl�ck gehabt. Auf dem R�ckweg war er, von Jerusalem, und da haben ihn die R�uber erwischt und abgemurkst. Welche Gnade, im Heiligen Land durfte er seine Seele dem Herrgott zur�ckgeben!�</p><p>�Was f�r ein Gl�ck�, riefen die Umstehenden voller Neid.</p><p>Sie fuhren weiter.</p><p>In der Ferne wurde eine H�gelkette sichtbar � die Jud�erberge. Auf einer Bergkuppe erkannte Pelagia die Ruinen einer Festung (dem Aussehen nach eine Kreuzritterburg), und sie sch�ttelte den Kopf. Warum nur stritten sich die Menschen schon seit so vielen Jahrhunderten um dieses karge, unfruchtbare Land? War es das denn wert, dass so viel Blut daf�r vergossen wurde?</p><p>Wahrscheinlich sah diese Ebene zu biblischen Zeiten ganz anders aus, da gab es Fl�sse, in denen Milch und Honig fl�ssen, gr�ne Felder und B�ume. Jetzt aber war dies ein verdammter, gottverlassener Ort. Wie es beim Propheten Ezechiel hei�t: �Ich mache das Land zur �den W�ste, seine stolze Macht nimmt ein Ende, und Israels Bergland sei verw�stet, niemand mehr soll es durchwandern! Dann werden sie einsehen, dass ich der Herr bin, wenn ich das Land zur �den W�ste mache wegen all ihrer Gr�ueltaten, die sie ver�bten.�</p><p>Und Pelagias Gedanken waren nicht die einer frommen Pilgerin, sondern zweifellos ketzerisch.</p><p>Warum war der Gott des Alten Testaments so grausam? Warum k�mmerte ihn nur das eine � dass die Juden ihn eifrig genug verehrten? War das denn so wichtig? Und warum hatte ER sich im Neuen Testament auf so wundersame Weise ver�ndert? Oder war das doch ein anderer Gott, nicht mehr der, der Moses unterwies?</p><p>Sie bekreuzigte sich und verjagte die gottesl�sterlichen Gr�beleien. Um sich abzulenken, begann sie Salachs Geplapper zuzuh�ren.</p><p>Dieser schwatzte beinah ohne Unterbrechung. Da der russische Fahrgast allen seinen Versuchen, ein Gespr�ch anzukn�pfen, mit eisigem Schweigen begegnet war, widmete der Kutscher sich jetzt umso eifriger dem amerikanischen Paar. Auf Englisch konnte er sich nicht schlechter verst�ndigen als auf Russisch, also zwar fehlerhaft, aber flie�end und gewandt.</p><p>In dem offensichtlichen Glauben, Pelagia sei dieser Sprache nicht m�chtig, erkl�rte dieser unverfrorene Gauner gerade, seine Frau sei Amerikanerin und au�erdem �ganze klug, ganze sch�n! Wie alle Amerikanerin.� Polina Andrejewna knurrte sarkastisch, enthielt sich jedoch eines Kommentars.</p><p>W�hrend sie das Tal von Ajjalon durchquerten, schimpfte Salach ununterbrochen auf die Juden, die die Ans�ssigen weder in alten Zeiten noch jetzt in Frieden leben lie�en. Dabei behauptete er, die Pal�stinenser h�tten schon immer hier gelebt, sie seien die Nachkommen der biblischen Kanaaniter, sie w�ren immer friedlich gewesen und h�tten nicht Kummer noch Harm gekannt, bis dieses grausame, gemeine Volk aus der W�ste kam, f�r das die Angeh�rigen anderer V�lker keine Menschen seien. Das st�nde ja sogar in ihrem Buch: Gew�hrt den Kanaanitern keine Gnade, vertilgt sie alle bis auf den Letzten. Und das w�rden sie auch tun, alle vertilgen, damals schon und heute auch.</p><p>Pelagia h�rte nicht ohne Interesse zu. In den Zeitungen stand, die einheimische Bev�lkerung Pal�stinas sei �ber den Zustrom der Juden, welche das Gelobte Land immer dichter besiedelten, sehr beunruhigt, und wilde Araber berauben und drangsalieren die friedlichen Einwanderer. Es war interessant, den entgegengesetzten Standpunkt kennen zu lernen.</p><p>Fast zweitausend Jahre haben wir ohne sie gelebt, und wie gut haben wir gelebt, jammerte Salach. Und jetzt sind sie pl�tzlich wieder aufgetaucht. Wie unscheinbar und bedauernswert waren sie doch. Wir haben sie freundlich aufgenommen, haben ihnen gezeigt, wie man das Land bestellt, wie man sich vor Hitze und K�lte sch�tzt. Und was jetzt? Sie haben sich vermehrt wie die M�use und die T�rken mit ihrem europ�ischen Geld bestochen. Das beste Land haben jetzt die Juden, und unsere Fellachen schuften bei ihnen als Tagel�hner f�r ein St�ck Brot. Die Juden werden nicht eher Ruhe geben, als bis sie uns aus unserer Heimat vertrieben haben, weil wir f�r sie keine Menschen sind. So steht es in ihren B�chern. Sie haben grausame B�cher, nicht so wie unser Koran, der zur Barmherzigkeit gegen�ber Fremden mahnt.</p><p>Die Amerikaner h�rten dem ganzen Lamento nicht besonders aufmerksam zu, weil sie unentwegt von irgendwelchen Sehensw�rdigkeiten in Anspruch genommen waren (�Look, honey, isn�t it gorgeous!�), aber Pelagia hielt es irgendwann nicht mehr aus und platzte heraus:</p><p>�Unser Koran?�, giftete sie b�se. �Und wer hat mir gestern noch vorgelogen, er sei orthodox?�</p><p>�Und wer hat gestern vorgelogen, dass versteht nicht Englisch?�, konterte Salach.</p><p>Polina Andrejewna verstummte und tat den Mund bis zum Abend nicht mehr auf.</p><p>In den Bergen kamen sie noch langsamer vorw�rts, was vor allem an dem Kamel lag, das bei jeder d�rren Diestel am Stra�enrand, der es gelungen war, die karge Erdkruste zu durchsto�en, stehen blieb und ewig nicht wegzukriegen war. Erst als das bejammernswerte Tier begann, sich f�r die Blumen auf Polina Andrejewnas Hut zu interessieren, nahm die Reise sp�rbar an Tempo zu. Es war allerdings nicht besonders angenehm, st�ndig den feuchten, hei�en Atem des Paarhufers im Nacken zu sp�ren. Einmal fiel ihr gar ein dicker Klecks klebriger Spucke in den Kragen, aber die Nonne ertrug stoisch alle diese Ann�herungsversuche und gab nur von Zeit zu Zeit dem langlippigen Sch�del einen Puff mit dem Ellenbogen.</p><p>Sie �bernachteten in der arabischen Siedlung Bab al Wad, bei einem Onkel Salachs. Diese Nacht war noch bedr�ckender als die vorherige. In dem Zimmer, das man Frau Lissizyna zugewiesen hatte, gab es nichts als den nackten Lehmfu�boden, und aus Angst vor Fl�hen z�gerte sie lange, sich darauf niederzulassen. �Aladins Wunderlampe� konnte sie auch nicht benutzen, denn an der T�r sa�en zwei Frauen mit blauen T�towierungen auf den Wangen und ein M�dchen, das in seinem zerzausten Haar eine Unmenge eingeflochtener Silberm�nzen trug. Sie sa�en in der Hocke, beobachteten den Gast und tauschten Kommentare aus. Das M�dchen rollte sich bald darauf wie eine Schnecke zusammen und schlief ein, aber die arabischen Matronen blieben bis kurz vor Sonnenaufgang wach und starrten die rothaarige Fremde an.</p><p>Am Morgen musste sie dann feststellen, dass die Amerikaner die Nacht auf die denkbar bequemste Art und Weise verbracht hatten. Den Ratschl�gen der allgegenw�rtigen Agentur �Cook� folgend, hatten sie n�mlich im Garten zwei H�ngematten angebracht und einfach �gorgeous� geschlafen.</p><p>Die Reise ging weiter, und die arme, �berm�dete Pelagia wurde auf ihrem Sitz unbarmherzig hin und her gesch�ttelt; immer wieder nickte sie ein und wurde im n�chsten Augenblick von den rauen St��en des tr�ge dahinpolternden Wagens wieder aus dem Schlaf gerissen. Dann blinzelte sie verst�ndnislos auf die kahlen H�gel um sie herum, bis ihr das Kinn von neuem auf die Brust niedersank. Den Hut hatte sie l�ngst dem Kamel �berlassen, damit es sie endlich in Ruhe lie�, und sich den Kopf mit einem Gazetuch bedeckt.</p><p>Da, irgendwo an der Grenze zwischen Wirklichkeit und Schlaf, h�rte sie pl�tzlich ganz deutlich eine Stimme, die traurig zu ihr sagte: �Du kommst zu sp�t.�</p><p>Ein heftiger Gram durchfuhr sie, und sie schrak hoch. Die Nebel des Schlafes l�sten sich spurlos auf, das Hirn erwachte.</p><p>Was ist blo� mit mir los, habe ich vollkommen den Verstand verloren?, dachte Pelagia. Ich bin schon eine richtige Touristin geworden � die Eisenbahn war mir nicht gut genug, und dazu habe ich ganz umsonst einen Tag verloren. Was f�r eine unverzeihliche, geradezu frevelhafte Dummheit!</p><p>Ich muss mich beeilen. Ach, wenn wir doch schon in Jerusalem w�ren!</p><p>Sie rieb sich den Schlaf aus den Augen, hob den Kopf und erblickte in der Ferne, auf einer Anh�he wie im Dunste schwebend, eine Stadt.</p><p><strong>Die himmlische Stadt</strong></p><p>Das ist sie, die himmlische Stadt Jerusalem, dachte Pelagia, erhob sich halb von ihrem Sitz und griff sich an den Hals, als f�rchtete sie, der Atem w�rde ihr versagen.</p><p>Augenblicklich waren Hitze und Staub vergessen und mit ihnen auch die geheimnisvolle Stimme, die die Pilgerin gerade noch aus der Erstarrung des Schlafes gerissen hatte.</p><p>Salach erkl�rte zweisprachig, er habe mit voller Absicht die Landstra�e verlassen, um seinen Fahrg�sten �Dscherusalem� in seiner ganzen Sch�nheit zu zeigen; die Amerikaner juchzten begeistert; die Ohren der Pferde zuckten; das Kamel knusperte unbeeindruckt die letzten Reste des Hutes auf, und Pelagia schaute wie verzaubert auf die in der flimmernden Luft schwirrende Stadt. Die Zeilen aus der �Offenbarung� fielen ihr ein: �Ich, Johannes, sah die Heilige Stadt, das neue Jerusa-lern, herniedersteigen aus dem Himmel von Gott her, wie eine Braut gekleidet, die geschm�ckt ist f�r ihren Mann. Sie hat eine m�chtige, hohe Mauer mit zw�lf Toren, und auf den Toren zw�lf Engel. Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit jeder Art von Edelsteinen geschm�ckt: der erste Grundstein ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, der f�nfte ein Sardonyx, der sechste ein Karneol, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zw�lfte ein Amethyst. Die zw�lf Tore sind zw�lf Perlen, jedes einzelne Tor aus einer einzigen Perle. Der Platz der Stadt ist lauteres Gold, durchsichtig wie Glas.� Da ist er, der wichtigste Ort auf der Erde. Und es ist gut so, dass der Weg dorthin so beschwerlich und m�hevoll ist. Diesen Anblick muss man sich durch Leid verdienen, denn das Licht leuchtet so hell nur f�r Augen, die von der Finsternis ersch�pft sind.</p><p>Die Nonne lie� sich auf die Erde nieder, beugte die Knie und las einen Freudenpsalm: �Preise, meine Seele, den Herrn, und alles in mir, seinen heiligen Namen!� � aber zum Schluss erlaubte sie sich eine kleine Abweichung vom Text: �Und lehre mich, Herr, zu tun, was getan werden muss.�</p><p>Der Hantur setzte sich wieder in Bewegung, Jerusalem entgegen. Die Stadt verschwand zun�chst hinter einem H�gel, und als sie wenig sp�ter wieder sichtbar wurde, war sie frei von Dunst und hatte keinerlei �hnlichkeit mehr mit einer himmlischen Stadt.</p><p>Sie kamen durch endlose, langweilige Stra�en, die von ein-und zweigeschossigen H�usern ges�umt waren. Hier f�hlte man sich nicht wie im Orient, sondern wie in irgendeinem europ�ischen Hintertupfingen, und w�ren da nicht die Schilder mit den arabischen Schn�rkeln darauf und die orientalischen Kopfbedeckungen der Passanten gewesen, h�tte man ohne weiteres glauben k�nnen, sich irgendwo in Galizien oder Rum�nien zu befinden.</p><p>Als sie am Jaffa-Tor ankamen, das in die Altstadt f�hrt, war Polina Andrejewnas Laune restlos verdorben. Also wirklich, was soll das! Fiaker, �Credit Lyonnais�, ein franz�sisches Restaurant, und da vorne sogar, o Schreck � ein Zeitungskiosk!</p><p>Das amerikanische Paar stieg vor dem Hotel �Lloyd� aus und �bergab das Kamel dem rotlivrierten Portier. Jetzt war Frau Lissizyna der einzige Fahrgast.</p><p>�Ist das die Grabeskirche?�, fragte sie mit bebender Stimme und deutete auf eine von Zinnen gekr�nte Mauer.</p><p>�Ja, aber fahren wir nicht hin. Du bist ja Russin, also sollst du zu Migrasch a-russim, russische Herberge.� Salach machte eine unbestimmte Geste nach links.</p><p>Der Hantur fuhr an der Stadtmauer entlang, und nach wenigen Minuten fand sich die Reisende auf einem kleinen Platz wieder, der wie von Zauberhand direkt aus Moskau hierher versetzt schien. Ersch�pft von all den Bergen und W�sten betrachtete die Nonne ger�hrt die Kuppel der orthodoxen Kirche, die unbestreitbar russischen Amtsgeb�ude und die Hinweisschilder mit den russischen Aufschriften: �Brotb�ckerei�, �Teek�che�, �Volksspeisehaus�, �Fremdenherberge f�r Frauen�, �Sergijewo-Herberge�.</p><p>�Auf Wiedersehen, gn�dige Frau�, sagte Salach und machte zum Abschied einen Diener, der beinahe respektvoll geriet � wahrscheinlich erhoffte er sich ein Bakschisch. �Hier alle Leute von uns, russische Leute. Wenn du willst zur�ck nach Jaffa, oder anderswo, geh zu Damaskus-Tor und frag Salach. Jeder kennt.�</p><p>Polina Andrejewna gab ihm kein Bakschisch � das hatte er nicht verdient, aber sie verabschiedete sich im Guten. Nat�rlich war er ein Schlitzohr, aber immerhin hatte er sie ans Ziel gebracht.</p><p>Auch hier, wie im Hafen von Jaffa, stand f�r die Pilger ein Mitarbeiter des Fremdenkomitees zur Verf�gung, der an exponiertester Stelle unter einem Sonnenschirm sa�. Seine Aufgabe war es, Ank�mmlingen die hiesigen Gepflogenheiten zu erkl�ren, anfallende Fragen zu beantworten sowie gem�� Rang und der zur Verf�gung stehenden Mittel Quartiere zuzuweisen: Arme Leute zahlten f�r Kost und Logis dreizehn Kopeken; man konnte sich aber auch mit allem Komfort unterbringen lassen, f�r vier Rubel.</p><p>�Wie komme ich zum Vater Archimandrit?�, fragte Polina Andrejewna. �Ich habe ein Empfehlungsschreiben von Seiner Eminenz Mitrofani, dem Bischof von Sawolshsk.�</p><p>�Seine Hochehrw�rden ist nicht in der Stadt�, antwortete der Bedienstete, ein freundlicher Greis mit Eisenbrille. �Er ist nach Hebron gefahren, um sich ein Grundst�ck f�r eine Schule anzusehen. Ruhen Sie sich solange ein wenig aus, gn�dige Frau. Wir haben ein Badehaus, sogar mit einer eigenen Abteilung f�r Adlige, und sehr gute W�scherinnen, wenn gn�dige Frau Ihre W�sche zum Waschen geben m�chten. Gn�dige Frau k�nnen auch nach der Reise gern die Beichte ablegen, das tun sehr viele. Wir haben nicht einmal genug Platz in der Kirche, deshalb hat der Vater Archimandrit erlaubt, hier drau�en im Garten Zelte als Beichtst�hle aufzustellen, wie in urchristlichen Zeiten.�</p><p>Und wirklich, unter ein paar B�umen am Rande des Platzes standen vier Zelte, auf deren Spitzen jeweils ein goldenes Kreuz prangte. Vor jedem Zelt wartete eine Schlange: eine sehr lange, zwei k�rzere, und vor dem vierten Zelt standen nur zwei einzelne Personen.</p><p>�Woher kommt denn diese Ungleichm��igkeit?�, fragte Pelagia neugierig.</p><p>�Das ist, mit Verlaub, weil die Leut sich anstellen k�nnen, wo sie m�chten. Die meisten m�chten halt gern zum Vater Jannuari, der ist ja auch der heiligste M�nch in unserer ganzen Mission. Vater Martiri und Vater Kornili sind auch sehr beliebt bei den Herrschaften Pilgern, obwohl, nat�rlich, nicht ganz so beliebt wie der Vater Jannuari. Und zum Vater Agapit, dort im letzten Zelt, da trauen sich n�mlich nur ganz wenig Leut, allweil der ist arg streng und hat auch einen ganz unbeherrschten Charakter. Sie werden mir verzeihen, gn�dige Frau�, sagte der Alte mit einer entschuldigenden Geste. �Ein Beichtstuhl ist allweil kein Hotel, da gibt�s keine Kategorien. Vor dem Herrgott sind wir alle gleich. Also, wenn Sie zum Vater Jannuari m�chten, m�ssen Sie dort mit den einfachen Leuten warten, und ich sag Ihnen gleich, das sind gut und gern vier Stunden in der Sonnenglut, zum wenigsten! Einige der Herrschaften Pilger bezahlen jemanden, damit er dort f�r sie Schlange steht, aber ich sag Ihnen gleich, das ist eine S�nde, wei� Gott.�</p><p>�Ist ja nicht schlimm�, sagte Polina Andrejewna leichthin, �ich beichte dann sp�ter, wenn die Hitze vorbei ist. Vielleicht k�nnten Sie mir bis dahin schon ein Quartier zuweisen, bitte.�</p><p>In diesem Moment erklang aus dem Beichtstuhl, der bei den Pilgern am wenigsten gefragt war, ein Schrei. Die Zeltw�nde wackelten kurz, und ein schwarzhaariger Herr mit Brille kam mit einem solchen Schwung nach drau�en gesaust, dass er auf dem Rasen beinahe gestrauchelt w�re. Anscheinend war der Bebrillte aus dem Hort des Sakramentes, wie man sagt, hochkant rausgeworfen worden.</p><p>Die Zeltbahnen taten sich nochmals auf, ein zerzauster Pope mit purpurrotem, wutverzerrtem Gesicht kam zum Vorschein und br�llte dem Beichtling nach:</p><p>�Geh doch zu deinen Itzigs! Geh nach Row-Ga-Iudi! Sollen diese Judasse dir doch die Beichte abnehmen!�</p><p>�Da, sehen Sie?�, st�hnte der Greis vom Fremdenkomitee bek�mmert. �Da geht�s schon wieder los!�</p><p>�Was ist denn Row-Ga-Iudi?�, fragte Polina Andrejewna und sah den zornigen Alten mit gespannter Aufmerksamkeit an.</p><p>�Das ist das alte j�dische Viertel. Es gibt vier Quartiere in der Altstadt, dort hinter der Stadtmauer . . .�</p><p>Aber Pelagia h�rte schon nicht mehr zu � sie tat ein paar Schritte auf die Zelte zu, als f�rchtete sie, auch nur ein Wort von dem Streit zu verpassen.</p><p>Der schwarzhaarige Herr hatte sich von seinem ersten Schreck erholt und begann jetzt ebenfalls zu schreien:</p><p>�Was unterstehen Sie sich! Ich bin getauft! Ich werde mich beim Vater Archimandrit �ber Sie beschweren!�</p><p>�Getauft!�, feixte der Beichtvater sp�ttisch und spuckte aus. �Der Jude ist wie der Teufel, hei�t es im Volksmund. Er tut niemals Bu�e. Und dann sagt man noch: �Tauf den Juden, und dann ab unters Eis mit ihm!� Pfui �ber dich! Pfui! Weiche von mir!�</p><p>Und er begann den Bebrillten mit solchem Ingrimm zu bekreuzen, als wollte er mit den zusammengelegten Fingern auf ihn einschlagen, zuerst auf die Stirn, dann auf den Bauch, und als Zugabe auf das linke und das rechte Schl�sselbein. Der solcherart Bedrohte wich erschrocken zur�ck, dann drehte er sich um und verlie� unter Schimpfen und w�tendem Aufschluchzen fluchtartig das Schlachtfeld.</p><p>Diese Szene machte auf die beiden Pilger, die vor Vater Agapits Zelt gewartet hatten, starken Eindruck. Sie traten schleunigst den R�ckzug an � der eine verdr�ckte sich in die Reihe von Vater Martiri, der andere in die von Vater Kornili.</p><p>�Warten Sie�, rief der Alte Polina Andrejewna zu. �Ich zeige Ihnen, wo sich die Herberge f�r die Pilgerinnen von vornehmem Stand befindet.�</p><p>�Danke. Aber sehen Sie, man muss gerade nicht Schlange stehen, ich werde wohl doch zuerst die Beichte ablegen�, entgegnete Pelagia.</p><p><strong>Der eingebildete Brachykephale</strong></p><p>W�hrend die Pilgerin noch die Formel �Ich bekenne meinem Herrn und Euch, Vater, alle meine S�nden� aufsagte, fragte der Geistliche schon:</p><p>�Warum haben Sie rote Haare?�</p><p>Polina Andrejewna sperrte wenig piet�tvoll den Mund auf � so sehr versetzte sie die Frage in Erstaunen.</p><p>Vater Agapit runzelte die Brauen und fragte weiter:</p><p>�Sie sind doch nicht wom�glich eine Konvertitin?�</p><p>�Nein�, versicherte die Beichtende. �Mein Ehrenwort!�</p><p>Aber mit einem einfachen �Ehrenwort� lie� sich der Priester nicht abspeisen.</p><p>�Ist vielleicht Ihr Vater ein Kantonist? Haben Sie j�disches Blut, von v�terlicher oder m�tterlicher Seite her? Wer rote Haare hat, ist auch ein Jude.�</p><p>�Was sagen Sie da, Vater, ich bin eine echte Russin. H�chstens mein Urgro�vater . . .�</p><p>�Was denn, der war wohl ein kleiner Jude?�, sagte der Beichtvater und kniff die Augen zusammen. �Aha! Ich habe gute Augen!�</p><p>�Nein, er kam aus England, vor hundert Jahren. Aber er hat eine Russin geheiratet und ist zum orthodoxen Glauben �bergetreten. Warum wollen Sie das denn so genau wissen?�</p><p>�Ach so, das ist was anderes�, sagte Vater Agapit beruhigt. �Aus England, das ist nicht so schlimm. Wahrscheinlich irische Wurzeln. Dann ist alles klar. Rote Haare, die k�nnen aus zwei Wurzeln abstammen, aus keltischen und aus j�dischen. Ich bin nur deshalb so in Sie gedrungen, damit ich nicht unwissentlich das Sakrament der Beichte entweihe. Es gibt heutzutage so viele Juden und Halbjuden, die sich in die orthodoxe Kirche einschleichen wollen. Der Jude an sich, der ist schon schlimm genug, aber ein getaufter Jude, der ist noch dreimal schlimmer.�</p><p>�Und deshalb haben Sie diesen Herrn davongejagt?�</p><p>�Dem hat man es doch an der Nase angesehen, dass er ein Itzig ist. Ich sage doch, ich habe ein gutes Auge. Ich dulde keine Gottesl�sterung, und wenn sie mich auf dem Scheiterhaufen verbrennen!�</p><p>Pelagias Gesicht war ganz Anteilnahme angesichts solcher Opferbereitschaft, laut jedoch sagte sie:</p><p>�Aber unsere Kirche nimmt doch gerne Neubekehrte auf, auch solche j�dischen Glaubens . . .�</p><p>�Nein, nicht die Kirche, nicht die Kirche, sondern nur ein paar Narren von Geistlichen! Sp�ter werden sie jammern und mit den Z�hnen knirschen, aber dann wird es zu sp�t sein. Wer ein schwarzes Schaf in eine Herde von wei�en L�mmern nimmt, ist entweder ein Tor, oder er handelt auf Satans Gehei�!�</p><p>Und sogleich erl�uterte der Pope seine etwas verworrene Allegorie:</p><p>�Die wei�en L�mmer weiden an den saftigen Bergh�ngen, unter Gottes wohlgef�lligen Augen. Es gibt aber auch schwarze Schafe, und deren Weiden sind die kargen Niederungen der Erde, wo Disteln und Dornenb�sche wachsen. Die wei�en Schafe sind die Christen, die schwarzen sind die Juden. Die Juden sollen ihre Dornen fressen, aber sich nicht in unsere Herde einschleichen und unser wei�es Fell verderben! Auf dem Sechsten �kumenischen Konzil hat es gehei�en: Von einem Juden lasse dich nicht kurieren, geh nicht ins selbe Waschhaus wie er, und nimm ihn nicht zum Freund. Und damit Gottes Herde sich nicht mit r�udigen Schafen vermische, daf�r gibt es uns, Gottes Sch�ferhunde. Wenn ein fremdes Schaf sich in unsere Herde schleicht, werden wir es mit den Eckz�hnen an den Hinterl�ufen packen und t�chtig durchsch�tteln, damit es allen anderen vergeht.�</p><p>�Und wenn es umgekehrt ist?�, fragte Pelagia mit unschuldigem Gesicht. �Wenn jemand aus der wei�en Herde in die schwarze will? Es gibt doch solche, die sich vom Christentum lossagen und zum Judentum �bertreten. Mir hat jemand von so einer Sekte erz�hlt, den �Findelkindern� . . .�</p><p>�Diese Christusverschacherer!�, donnerte Vater Agapit. �Und der Anf�hrer von denen, dieser Manuila, ist ein Teufel, der direkt aus der H�lle gesandt wurde, um den Menschensohn zum zweiten Mal ins Verderben zu st�rzen! Man muss ihn in den Schmutz treten und mit einem Espenpflock durchbohren!�</p><p>Polina Andrejewnas Stimme wurde noch leiser, noch samtener.</p><p>�Vater, und dann hat man mir gesagt, dieser b�se Mann habe sich aufgemacht ins Heilige Land . . .�</p><p>�Er ist ja l�ngst hier, er ist hier! Er ist gekommen, das Grab des Herrn zu sch�nden. Ostern hat man ihn gesehen, wie er die Pilger in Versuchung f�hrte, und bei manchem ist es ihm gar gelungen! Sogar die Juden wollten ihn schon steinigen, sogar denen ist er widerlich! Er ist geflohen, er h�lt sich verborgen, diese Schlange. Ach, w�ren nur meine Br�der hier!�</p><p>�Sie haben Br�der?�, fragte die Pilgerin naiv.</p><p>Agapit l�chelte Furcht einfl��end.</p><p>�O ja, und sogar viele. Nicht leibliche Br�der, sondern Br�der im Geiste! Krieger des rechten Glaubens, W�chter Gottes. Haben Sie schon mal von der �Leibgarde Christi� geh�rt?�</p><p>Polina Andrejewna l�chelte, als habe ihr der Pope etwas sehr Angenehmes gesagt.</p><p>�O ja, und ich habe auch in der Zeitung davon gelesen. Manche �u�ern sich wohlwollend, andere weniger. Es sollen ja Banditen und Pogromhelden sein, stimmt das?�</p><p>�Das sind die L�gen der Juden und ihrer Spie�gesellen! Ach, meine Tochter, wenn Sie w�ssten, wie sehr man mich hier drangsaliert!�, klagte Vater Agapit. �In Russland ist unser Leben erquicklich, dort w�rmt uns die Heimaterde, und die Bruderschaft steht uns treu zur Seite. Dort sind wir stark. Aber allein in der Fremde, das ist schwer und bitter.�</p><p>Dieses Eingest�ndnis ging der teilnahmsvollen Zuh�rerin offenbar ernstlich zu Herzen.</p><p>�Wie?�, rief sie bek�mmert aus. �Haben Sie denn hier im Heiligen Land keine Gleichgesinnten? Wer sch�tzt denn die wei�en L�mmer vor den schwarzen? Wo ist denn Ihre �Leibgarde�?�</p><p>�Dort, wo sie auch hingeh�rt: in unserer russischen Heimat. In Moskau, Kiew, Poltawa, Shitomir.�</p><p>�In Shitomir?�, erkundigte sich Polina Andrejewna mit lebhaftestem Interesse.</p><p>�Ja, die aus Shitomir sind wirklich treue Krieger. Die geben den Juden kein Pardon, und am meisten sind sie hinter den Judenfreunden her. Wenn dieser verkommene Manuila sein schmutziges Werk in Shitomir angefangen h�tte, oder wenn dieser Krummnasige, den ich gerade hinausgeworfen habe, es dort gewagt h�tte, einer Person geistlichen Ranges zu drohen � die h�tten was erleben k�nnen!�</p><p>Die Erinnerung an den gerade erst durchlebten Streit brachte Vater Agapit von neuem in Rage.</p><p>�Beim Archimandriten will er sich beschweren! Na, der wird seine Freude dran haben, dieser Herodes. Unser Hochehrw�rdiger ist vom D�mon der Langmut besessen, ich stecke ihm wie eine Gr�te im Halse. Man wird mich von hier verjagen, Schwester�, sagte der Eiferer bitter. �Mit meiner Unbeugsamkeit bin ich hier unerw�nscht. Wenn Sie n�chstes Mal beichten kommen, bin ich vielleicht schon nicht mehr da.�</p><p>�Sind Sie denn hier ganz allein?�, fragte Polina Andrejewna mit entt�uschter Stimme, und wie zu sich selbst f�gte sie hinzu: �Ach, das ist es nicht, das ist es gar nicht.�</p><p>�Was meinen Sie?�, fragte der Pope verwundert.</p><p>Da lie� die Pilgerin alle Ergriffenheit von ihrem Gesicht fallen und sah Vater Agapit unverwandt an. Sie versp�rte den unchristlichen Wunsch, diesem unangenehmen Menschen irgendetwas Grobes zu sagen � aber so, dass er�s auch verstand.</p><p>Also los, ich erlaub�s dir, sagte sie zu sich selbst und gab der Versuchung nach. Wenn ich den Habit tr�ge, dann w�re es eine S�nde, aber im Kleid ist es erlaubt, denke ich.</p><p>�Und Sie selbst sollen nicht j�discher Abstammung sein?�, fragte Polina Andrejewna.</p><p>�Was?�</p><p>�Wissen Sie, Vater, ich habe an der Universit�t Vorlesungen in Anthropologie geh�rt. Deshalb kann ich Ihnen mit Gewissheit sagen: Ihre Mutter hat mit einem Juden ges�ndigt, oder vielleicht Ihre Gro�mutter. Schauen Sie doch in den Spiegel, wie dicht Ihre Augen beieinander stehen � Sie sind ganz offenkundig ein semitischer Typ. Dazu die knorpelige Nase, diese charakteristischen Ohren, und eine gewisse Kraushaarigkeit ist ebenfalls zu beobachten; aber was die Hauptsache ist, Ihre Sch�delform ist unbezweifeibar brachykephal!�</p><p>�Wie ist die?�, schrie Vater Agapit entsetzt auf und fasste sich an den Kopf (der, wenn man genau sein wollte, eher dem langsch�dligen Typus angeh�rte).</p><p>�Nein, o nein�, sagte Pelagia kopfsch�ttelnd. �Ich werde keinesfalls riskieren, bei einem Juden zu beichten. Besser gehe ich zu Vater Jannuari und stelle mich in der Schlange an.�</p><p>Mit diesen Worten verlie� sie das Zelt, sehr mit sich zufrieden.</p><p>Drau�en vor dem Zelt stand noch ein einsamer Wallfahrer und wartete, dass er an die Reihe kam. Es war ein Mann mit einer gro�en Filzm�tze und einem dichten Bart, der ihm fast bis zu den Augen reichte.</p><p>�Sie sollten besser zu einem anderen Priester gehen�, riet ihm Frau Lissizyna. �Vater Agapit f�hlt sich nicht wohl.�</p><p>Der Bauer gab keine Antwort und wandte sich sogar von ihr ab � anscheinend wollte er sich vor der Beichte nicht mit dem Anblick einer Frau beschmutzen.</p><p>Aber als die Pilgerin sich entfernte, drehte er sich doch um und folgte ihr mit dem Blick.</p><p>Dabei summte er leise vor sich hin:</p><p>�Tch-jaah, tcha-hihaah . . .�</p></section><section><title><p><strong>VIII</strong></p><p><strong>Die Leibgarde Christi</strong></p></title><p><strong>Berditschewski kriecht eine Laus �ber die Leber</strong></p><p>Matwej Benzionowitsch war nicht wieder zu erkennen, er war f�rmlich wie ausgewechselt; alle redeten dar�ber � seine Untergebenen, seine Bekannten, und seine Angeh�rigen auch.</p><p>Wo waren seine fr�here Sanftmut und seine Unsicherheit geblieben, die ihn bei jeder Kleinigkeit in Verlegenheit geraten lie�? Wo seine Angewohnheit, beim Gespr�ch sein Gegen�ber niemals direkt anzusehen, st�ndig alle m�glichen �berfl�ssigen F�llw�rter und Floskeln in seine Rede einzuflechten, irgendwelche �wissen Sie�, �wenn Sie erlauben�, �im Grunde genommen�, wo war sein Nuscheln? Und, nicht zu vergessen, sein komischer Tick, sich, sobald er sich in Schwierigkeiten w�hnte, an seine lange Nase zu fassen und daran herumzudrehen wie an einer Fl�gelschraube?</p><p>Berditschewskis Mund, dessen aufgeworfene, weiche Lippen seinem Gesicht gew�hnlich einen gewissen Ausdruck von Schw�che verliehen, war jetzt best�ndig entschlossen zusammengepresst, die braunen Augen hatten den Glanz fl�ssigen Stahls (bisweilen gar mit einem Stich ins Orange), und seine Ausdrucksweise war trocken und knapp. Mit einem Wort, dieser nette, intelligente Mensch hatte sich in einen vollwertigen Staatsanwalt verwandelt.</p><p>Als Erste bekamen nat�rlich seine Untergebenen diese Metamorphose zu sp�ren.</p><p>Am Morgen nach Schwester Pelagias Evakuierung erschien der Chef bereits in aller Herrgottsfr�he zum Dienst, baute sich mit der Uhr in der Hand im T�rrahmen auf und kanzelte jeden nach Strich und Faden ab, der sich sp�ter als zur vorgeschriebenen Zeit � welche bisher von allen, einschlie�lich dem Bezirksstaatsanwalt selber, f�r eine Art abstrakte Gr��e angesehen wurde � zum Dienstantritt meldete. Anschlie�end berief Matwej Benzionowitsch die Mitarbeiter der Ermittlungsabteilung einen nach dem anderen zu sich und wies jedem dezidiert seine Aufgabe zu. Fr�her war es �blich gewesen, dass der Staatsanwalt die gesamte Mannschaft versammelte und wortreich �ber Strategie und Ermittlungsperspektiven im Allgemeinen schwadronierte. Jetzt wurde nichts mehr erkl�rt und nichts mehr begr�ndet: Tun Sie freundlicherweise, was man Ihnen befiehlt, und halten Sie den Mund. Die Beamten verlie�en das Kabinett ihres Vorgesetzten mit konzentriertem Gesicht, wenn auch finsterer Miene, winkten nur ab, wenn ihre Kollegen sich mit irgendwelchen Fragen an sie wandten � keine Zeit, keine Zeit �, und enteilten, um die Anordnungen auszuf�hren. Die Staatsanwaltschaft, die bis dato, vor allem auf Grund der geringen Kriminalit�tsrate im Sawolshsker Gouvernement, als ein Hort des Phlegmas gegolten hatte, erinnerte pl�tzlich eher an einen Divisionsstab mitten in einem laufenden Man�ver: Die Beamten, fr�her tr�ge wie Fliegen im Winter, waren jetzt flink wie die K�chenschaben, die T�ren fielen nicht mehr mit einem dezenten �Klick� ins Schloss, sondern mit ohrenbet�ubendem �Kawautz�, und vor dem Telegrafen stand praktisch ununterbrochen eine ungeduldige Schlange.</p><p>Berditschewskis n�chstes Opfer war der Gouverneur selber, der gutm�tige Anton Antonowitsch von Gaggenau. Nach seiner pl�tzlichen Verwandlung hatte der Staatsanwalt seine Besuche im Adelsklub, wo er fr�her gerne das ein oder andere St�ndchen verbrachte und gegen sich selbst Schach spielte, vollst�ndig eingestellt. Die traditionelle Dienstagspreference beim Herrn Baron wagte er allerdings nicht zu vernachl�ssigen. Ungewohnt still sa� er dann am Tisch und schaute immer wieder auf die Uhr. Einmal, als er mit dem Gouverneur zusammen gegen den Leiter des Schatzamtes spielte, unterlief Seiner Exzellenz ein fahrl�ssiger Fehler � er stach die Dame des Staatsanwalts mit seinem K�nig. Fr�her h�tte Matwej Benzionowitsch dazu nur nachsichtig gel�chelt und gesagt: �Macht nichts, das war meine Schuld�, aber dieser nicht wieder zu erkennende Matwej Benzionowitsch pfefferte die Karten auf den Tisch und schalt Anton Antonowitsch eine �Schlafm�tze�. Der Gouverneur klimperte mit seinen flachsblonden Wimpern und schaute sich hilfesuchend nach seiner Gattin Ludmilla Platonowna um.</p><p>Dieser waren bereits die verschiedensten beunruhigenden Ger�chte aus der Staatsanwaltschaft zu Ohren gekommen, und jetzt fasste sie den Entschluss, gleich am n�chsten Morgen der Gattin des Staatsanwalts, Maria Gawrilowna, einen Besuch abzustatten.</p><p>So geschah es. Als man beim Kaffee beisammensa�, erkundigte sie sich vorsichtig, ob mit Matwej Benzionowitschs Gesundheit auch alles zum Besten stehe, und ob sich nicht das �berschreiten der Vierzig vielleicht negativ auf seinen Charakter ausgewirkt habe; das sei ja nun ein Alter, das vielen M�nnern gewisse Probleme bereite.</p><p>Doch, doch, klagte die Frau Staatsanwalt, er habe sich allerdings ver�ndert. Irgendeine Laus m�sse ihrem Motja �ber die Leber gelaufen sein, st�ndig sei er gereizt, essen w�rde er auch nicht richtig, und nachts knirsche er mit den Z�hnen. Und damit leitete Maria Gawrilowna unverz�glich zu brennenderen Problemen �ber: Der kleine Kirill habe einen hartn�ckigen Durchfall, und Sonja sehe aus wie voll gekleckst, beh�te Gott, wenn das nur nicht die Masern sind!</p><p>�Als mein Anton auf die Vierzig zuging, hat ihn pl�tzlich auch ganz furchtbar der Hafer gestochen�, lenkte Ludmilla Platonowna das Gespr�ch auf das Thema zur�ck. �Er hat das Pfeiferauchen auf gegeben und auf einmal seine Glatze jeden Tag mit Knoblauchsud betr�ufelt. Aber als das Jahr um war, hat er sich wieder beruhigt, da war er wohlbehalten im n�chsten Lebensabschnitt angekommen. Bei Ihnen wird sich auch alles wieder einrenken, meine Teuerste, glauben Sie mir. Aber seien Sie nicht zu streng mit ihm, er braucht jetzt viel Verst�ndnis.�</p><p>Als sich ihr Gast verabschiedet hatte, dachte Maria Gawrilowna noch ein Viertelst�ndchen dar�ber nach, was f�r ein Knochen ihrem Gatten wohl im Halse stecken mochte. Schlie�lich fasste sie den Entschluss, ihm wieder mal seine geliebte Mohnbiskuitrolle zu backen und alles Weitere vertrauensvoll in Gottes H�nde zu legen.</p><p>In ganz Sawolshsk kannte nur Mitrofani den wahren Grund der Besorgtheit und nervlichen Angespanntheit des Staatsanwalts. Die beiden M�nner waren �bereingekommen, absolutes Stillschweigen zu bewahren, eingedenk der Schuhsohle, die Pelagia um ein Haar zum Verh�ngnis geworden w�re, eingedenk aber auch der scheinbaren Allgegenwart des unsichtbaren Gegners.</p><p>Die Abwesenheit der Schulleiterin erkl�rte man durch medizinische Erfordernisse: Die Schwester habe sich wohl, wen wundert�s, bei ihren unvern�nftigen Schwimm�bungen im eiskalten Fluss die Nieren verk�hlt und sei zu einer dringenden Behandlung in ein Kurbad im Kaukasus geschickt worden. In der Schule w�tete jetzt die Progressistin Swekolkina und maltr�tierte die armen M�dchen mit Bruchrechnung und gleichschenkligen Dreiecken.</p><p>Des Abends aber, sp�t, fand sich Matwej Benzionowitsch bei Mitrofani ein und berichtete ausf�hrlich �ber alle Aktionen des Tages. Anschlie�end steckten die beiden ihre Nasen in den Atlas und stellten Berechnungen an, wo sich Pelagia in diesem Moment wohl befinden mochte. Dies schien ihnen ein unbeschreibliches Vergn�gen zu bereiten. �Jetzt ist sie wahrscheinlich gerade auf der H�he von Kertsch�, sagte dann beispielsweise der Bischof. �Da kann man auf der einen Seite die Krim sehen und auf der anderen den Kaukasus. Und hinter der Meerenge hat man dann schon richtigen Seegang, wie auf dem offenen Meer.� Oder: �Jetzt ist sie auf dem Marmarameer. Da brennt die Sonne ganz sch�n hei�, pass mal auf, wie da die Sommersprossen sprie�en!� Und beide, Bischof wie Staatsanwalt, l�chelten vertr�umt, wobei der eine in die Zimmerecke schaute, der andere zur Decke.</p><p>Dann verschwand Berditschewski aus der Stadt, vorgeblich auf Anordnung des Ministeriums, und blieb eine Woche lang weg.</p><p>Als er zur�ckkehrte, eilte er schnurstracks zum Bischof.</p><p><strong>So ein Spitzbube!</strong></p><p>Kaum hatte er die T�r zum Kabinett Seiner Eminenz hinter sich geschlossen, legte er los:</p><p>�Sie hatte Recht � wie immer, nebenbei gesagt. . . Aber nein, ich will nicht vorgreifen. Sie erinnern sich, wir hatten beschlossen, den Banditen �ber ihr erstes Verbrechen auf die Spur zu kommen � den Raub von Manuilas �Schatz�. Unsere Vermutung war, dass die �Warschauer� sich ihr Opfer vorher ausgeguckt hatten und ihm dann auf den Fersen blieben, bis sich ein geeigneter Moment b�te. Das ist normalerweise ihre Taktik. Aus diesem Grunde hatten wir ausgemacht, dass ich die Reiseroute der �Findelkinder� zur�ckverfolge und nach Zeugen suche.�</p><p>�Ich wei�, ich wei߫, warf der Bischof ungeduldig ein, der dem Gesicht des Erz�hlenden ansah, dass er nicht mit leeren H�nden zur�ckgekehrt war. �Du hattest gehofft, auf diese Weise herauszufinden, wer den R�ubern diesen . . . wie hei�t das . . . diesen Dings gegeben hat.�</p><p>�Den Tipp�, half ihm Berditschewski weiter. �Genau, wer ihnen den Tipp mit dem �Schatz� der Sekte gegeben hat. Und von da aus wollte ich den Faden zu den Banditen zur�ckverfolgen. Das ist eine der elementarsten kriminalistischen Regeln: Der k�rzeste Weg zum T�ter f�hrt �ber das Umfeld des Opfers.�</p><p>�Ja, ja. Aber erz�hl schon. Hast du den Informanten gefunden?�</p><p>�Es gab keinen Informanten! Die Sache verhielt sich vollkommen anders! Aber unterbrechen Sie mich nicht st�ndig, Eminenz, ich werde Ihnen lieber alles der Reihe nach berichten . . .�</p><p>Seine Eminenz legte schuldbewusst die Hand auf den Mund: Ich bin stumm wie ein Fisch. Und endlich kam der Bericht ins Rollen � wenngleich Mitrofani dabei nat�rlich nicht vollkommen still bleiben konnte, das lie� sein Temperament einfach nicht zu.</p><p>�Scheluchin und sein Gefolge gingen in Nischni Nowgorod an Bord des Dampfers�, begann der Staatsanwalt seinen Bericht. �Bis dorthin waren sie, wie ich feststellen konnte, von Moskau aus per Zug gefahren. Der Schaffner konnte sich noch gut an unseren Pseudo-Manuila erinnern, er war einfach zu extravagant f�r einen Passagier der ersten Klasse. Er hatte ein Coupe f�r sich, die anderen Vogelscheuchen reisten dritter Klasse und suchten ihn der Reihe nach auf. Warum er erster Klasse reiste, ist ja klar � damit jeder sah: aha, da reist ein echter Prophet. Und genauso klar ist, warum sich st�ndig jemand bei Scheluchin aufhielt � wegen der Schatulle . . . In Moskau haben die �Findelkinder� so eine Art Versammlungsort, das ist ein Keller in Chitrowka, ganz in der N�he der Synagoge. Es ist anzunehmen, dass sie diese Nachbarschaft mit Absicht gew�hlt haben, aber die echten Juden lassen diese Fasnachtsgesellen nicht in die Synagoge hinein und wollen absolut nichts mit ihnen zu tun haben. Manuilas Sch�fchen m�ssen auf der Stra�e beten. Ein ziemlich ulkiger Anblick: Sie ziehen sich die Sch��e ihrer Kittel �ber den Kopf und jammern irgendwas vor sich hin, was Hebr�isch sein soll. Die Gaffer lachen sie aus, und die Juden spucken auf sie. Kurz gesagt, eine echte Volksbelustigung. Dazu m�ssen Sie bedenken, dass die meisten dieser �Findelkinder� nicht gerade den erfreulichsten Anblick bieten. Absto�ende S�ufervisagen, von der Syphilis zerfressene Nasen . . . Von den Chitrowker Stadtstreichern werden diese Gottesnarren �brigens vollkommen in Ruhe gelassen � sie tun ihnen Leid. Ich habe die �Findlinge� beobachtet und mit mehreren von ihnen gesprochen. Wissen Sie, was mich am meisten �berrascht hat? Sie betteln um Almosen, aber sie nehmen kein Geld, nur Lebensmittel. Sie sagen, sie brauchen keine Kopeken, weil das Geld vom Zaren kommt, die Nahrung aber komme von Gott.�</p><p>�Wie, sie nehmen kein Geld? Und woher kommt dann dieser �Schatz�?�</p><p>�Genau da liegt der Hase im Pfeffer! Wir waren davon ausgegangen, dass sich in der gestohlenen Schatulle die gesammelten Almosen befanden, dass Manuila all die zahllosen F�nfer und Groschen in Banknoten umgewechselt und fein s�uberlich in seiner Schatulle verwahrt hat. Jetzt stellt sich aber heraus, dass es gar nicht so war! Ich habe also meine �Warschauer� Version erst einmal auf Eis gelegt, weil ich wissen wollte, woher denn das Geld kam. Ich habe bei diesen M�chtegern-Juden vorsichtig auf den Busch geklopft, um herauszufinden, was sie �ber Manuilas Schatz wissen. Dazu muss man sagen, dass diese Leute in der Regel sehr offen und vertrauensselig sind � gerade solche Menschen sind ja h�ufig die bevorzugten Opfer von Hochstaplern. Ja, sagten sie, davon haben wir geh�rt, da ist eine Riesenmenge Geld drin, das hat ein Kaufmann aus der Stadt Borowsk dem Propheten Manuila gespendet, damit wir uns im Gelobten Land niederlassen k�nnen. Selbstverst�ndlich bin ich sogleich nach Borowsk gefahren und habe mit diesem �Kaufmann� gesprochen.�</p><p>�Und wie hast du den gefunden?�, �chzte Mitrofani, der sich gar nicht genug wundern konnte, was f�r einen ungeahnten Tatendrang sein geistlicher Sohn da offenbarte.</p><p>�Ganz einfach. Borowsk ist eine kleine Stadt, reich, sauber, n�chtern. Dort leben haupts�chlich Altgl�ubige. Jeder kennt jeden. Die Erscheinung einer so pittoresken Figur wie des Propheten Manuila wird man dort so schnell nicht vergessen. Die Sache war so. Jener Borowsker �Kaufmann�, ein Mensch namens Pafnutjew, sa� hinter seinem Stand und verkaufte seine Waren, es war gerade Markttag. Da kam pl�tzlich so ein verhungerter Landstreicher zu ihm und bat um Brot. Er trug nichts am Leibe als einen sch�bigen Kittel mit einem blauen Strick als G�rtel. Er war barh�uptig, sein Haar vollkommen verfilzt, und in der Hand hielt er einen Pilgerstab. Nun kann Pafnutjew Bettler nicht leiden, und deshalb fing er an ihn abzukanzeln, nannte ihn einen �Schmarotzer� und �Tagedieb�. Jener aber entgegnete ihm: �Ich bin zwar ein Bettler, du aber bist ein armer Mensch, und das ist viel schlimmer.� �Ich bin ein armer Mensch ?!�, rief Parnutjew, einer der reichsten M�nner in Borowsk, beleidigt. Darauf Manuila: �Nat�rlich bist du das! Siebenundvierzig Jahre hast du schon gelebt und wei�t nicht, dass ein Bettler seliger ist als so ein Geldsack wie du.� Der Kaufmann staunte Baukl�tzer � woher wusste dieser Fremde, wie alt er war?! Verwirrt stammelte er: �Was hei�t seliger?� �Im Geistes antwortete der Landstreicher darauf.�</p><p>Mitrofani konnte sich nicht mehr beherrschen und schnaufte:</p><p>�Aha, also Christus erkennt er nicht an, aber das mit den Seligen im Geiste hat er sich schlau aus dem Evangelium geholt.�</p><p>�Nicht nur das. Au�erdem hat er Pafnutjew erz�hlt, das Tor zu Gott sei sehr eng und nicht jeder passe hindurch. �Urteile selbsts sagt er, �wer kann sich wohl leichter hindurchzw�ngen � ein Bettler oder du?� Und dabei klopft er sich auf den mageren Hintern. Nun wiegt Pafnutjew leicht seine acht Pud, wenn nicht zehn, wie es sich f�r einen Kaufmann geh�rt. Nat�rlich haben alle, die dabei waren, losgegackert � das muss ja auch ein komisches Bild gewesen sein. Pafnutjew war aber nicht beleidigt, sondern �versp�rte pl�tzlich eine gewisse Nachdenklichkeit�, wie er selber dazu sagte. Er schloss seinen Stand und nahm den sonderbaren Mann� mit zu sich nach Hause, um das Gespr�ch fortzusetzen.�</p><p>�Warte mal, so ganz komme ich nicht mit. Er soll doch stumm sein, dieser Manuila, beziehungsweise sich nicht verst�ndlich artikulieren k�nnen. Ich habe noch gedacht, das muss ja ein origineller Prophet sein, der ohne Worte predigt.�</p><p>�Er kann sich ausgezeichnet artikulieren. Er hat einen Sprachfehler, er lispelt oder stottert oder irgendetwas in der Art, aber der Wirkung seiner Rede tut das keinen Abbruch. Pafnutjew sagte: �Er spricht undeutlich, aber verst�ndlich.� Ich m�chte Sie ganz besonders auf diese �gewisse Nachdenklichkeit� aufmerksam machen, die Pafnutjew ergriff und ihn dazu brachte, sich auf eine f�r ihn vollkommen ungewohnte Art zu verhalten.�</p><p>�Hypnotische F�higkeiten?�, vermutete der Bischof.</p><p>�Wahrscheinlich sogar au�ergew�hnlich starke. Erinnern Sie sich, wie er das M�dchen von seiner Stummheit heilte? Er ist ein ganz gerissenes Subjekt, und zudem sehr gut informiert. Wissen Sie, womit er Pafnutjew weich gekriegt hat, als sie dann bei ihm zu Hause beim Tee sa�en? Er hat ihm lauter Einzelheiten aus seinem Leben erz�hlt, von denen eigentlich niemand etwas wissen kann.�</p><p>�Das klingt so, als sei er nicht zuf�llig gerade bei Pafnutjew gelandet!�</p><p>Matwej Benzionowitsch nickte. �Er muss sich genauestens vorbereitet haben. Und er ist bestimmt nicht wegen eines Kantens Brot zu ihm gegangen. Wor�ber sie gesprochen haben, konnte Pafnutjew mir nicht sagen. Er �chzte und st�hnte und rang die H�nde, aber ihm fiel nicht mehr ein, was Manuila genau zu ihm gesagt hatte. Mit einer Ausnahme.� Der Staatsanwalt machte eine bedeutungsvolle Pause. �Der gute �Gottesmann� hat den armen Kaufmann dazu �berredet, sein gesamtes Verm�gen f�r die Bed�rftigen herzuschenken, denn nur so k�nne er die wahre Freiheit erlangen und den Weg zu Gott finden. Das Gewissen eines Reichen sei mit einem dicken Fell bewachsen, redete Manuila ihm ein, sonst w�rde er sich nicht mit Milchbr�tchen m�sten, w�hrend die anderen nicht einmal ein St�ck trockenes Schwarzbrot haben. �Erst wenn du zum Bettler geworden bist, wird dein Gewissen rein sein, und dann �ffnen sich dir die Tore des Himmels�, sagte er. �Aber ob du daf�r auf Milchbr�tchen verzichten willst, das musst du selbst entscheiden.��</p><p>�Und, ist ihm der reiche Knopp auf den Leim gegangen?�, fragte der Bischof grinsend.</p><p>Berditschewski hob einen Finger: H�ren Sie weiter, dann werden Sie es erfahren.</p><p>�Zum Teil. �Ich bekam es mit der Angst�, erz�hlte Pafnutjew weiter. �Aber der Teufel hatte mich am Genick und erlaubte nicht, dass ich mein ganzes Verm�gen hergab.� Im Heiligenschrein hinter der Ikone hatte der Kaufmann ein B�ndel Hin-reines� Geld liegen. Soviel ich verstanden habe, ist das so eine spezielle Sitte bei den Borowsker Kaufleuten: Wenn sie zum Beispiel verdorbene Ware verkauft oder jemanden sonstwie �bervorteilt haben, dann legen sie diesen unredlichen Gewinn f�r eine Weile hinter die Ikone, damit er �gereinigt� wird. Und dieses Geld hat Pafnutjew dem Streiter wider den Reichtum gegeben, alles, was da war. Manuila hat sich zuerst geziert und so getan, als wollte er es nicht annehmen � er selber brauchte es ja nicht, oder? Aber dann, versteht sich, hat er es mit dem gr��ten Vergn�gen eingesackt. Er sagte, er wolle es den Bed�rftigen und Hungernden in Pal�stina zukommen lassen, dort sei der Boden karg, nicht so wie in Russland.�</p><p>Matwej Benzionowitsch konnte sich einen h�hnischen Lacher nicht verkneifen � dieser durchtriebene Halunke schien ihm zu imponieren.</p><p>�Und was jetzt?�, erkundigte sich Mitrofani. �Hat sich Pafnutjew sehr gegr�mt? Hat er mitgekriegt, dass er reingelegt wurde?�</p><p>�Ganz und gar nicht, stellen Sie sich vor. Am Ende sa� er da, lie� ein bisschen den Kopf h�ngen und sagte: �Ach, ich sch�me mich so, mit ein paar lumpigen Geldscheinen wollte ich mich vor Gott loskaufen. Ich h�tte alles, was ich besitze, herschenken m�ssen, dann h�tte ich meine Seele gerettet.� Na, egal, vergessen wir Pafnutjew und sein Seelenleben. Das ist nicht die Hauptsache.�</p><p>�Was denn?�</p><p>�Raten Sie mal, wie hoch der Betrag war, den der Kaufmann gespendet hat.�</p><p>�Woher soll ich das wissen. Vermutlich ziemlich hoch.�</p><p>�Eineinhalbtausend Rubel. So viel war hinter der Ikone.�</p><p>�Mehr nicht?�, st�hnte Mitrofani entt�uscht.</p><p>�Eben!�, rief Matwej Benzionowitsch. �Und f�r so einen Kleckerkram sollten die �Warschauer� einen Mord begehen? Dabei wissen wir nicht einmal, ob Manuila die gesamte Summe seinem �kleinen Bruder� ausgeh�ndigt hat, vielleicht hat er ja den L�wenanteil f�r sich behalten. Wie ich eingangs sagte: Pelagia hat Recht gehabt � Es ging nicht um die Schatulle, sondern um Manuila selbst. Also hat sich die Raubmordtheorie erledigt � unsere M�rder sind keine R�uber.�</p><p><strong>Was sind sie dann?</strong></p><p>�Was sind sie dann?�, fragte Mitrofani und runzelte die Brauen. �Wer sollte Pelagia so sehr hassen, dass er sie bei lebendigem Leibe einmauern oder vergiften will?�</p><p>��ber den Giftmischer wissen wir gar nichts, �ber den anderen hingegen einiges. Also er�ffnen wir die Partie mit ihm�, erkl�rte der Staatsanwalt mit einer Bestimmtheit, die erkennen lie�, dass er sich bereits einen Plan im Kopf zurechtgelegt hatte. �Was ist Ihrer Meinung nach das Auff�lligste an der Geschichte mit Razewitsch?�</p><p>�Die Tatsache, dass er ein ehemaliger Gendarm war und man ihn unehrenhaft entlassen hat.�</p><p>�Nun, meiner Meinung nach ist etwas anderes viel bemerkenswerter, n�mlich die Tatsache, dass er seine Schulden bezahlt hat. Das kann Razewitsch nicht aus eigener Kraft geleistet haben, sonst w�re er ja gar nicht erst im Gef�ngnis gelandet. Ergo muss ihm jemand dieses Geld gegeben haben.�</p><p>�Aber wer?�, rief der Bischof.</p><p>�Dazu gibt es zwei Theorien, die sich gewisserma�en spiegelbildlich zueinander verhalten. Die erste ist f�r mich pers�nlich ziemlich unangenehm.� Berditschewski verzog gequ�lt das Gesicht. �M�glicherweise wurden die Schulden nicht beglichen, sondern ihm von den Gl�ubigern selbst erlassen. Und die Gl�ubiger des Stabsrittmeisters waren, wie wir wissen, j�dische Wucherer.�</p><p>�Die Wucherer sollen ihm die Schulden erlassen haben? Das w�re ja das Allerneuste. Wie k�men sie dazu?�</p><p>�Genau das ist die Frage. Was hat Razewitsch getan, oder was sollte er tun, im Tausch gegen seine Freiheit? Wozu h�tten die Juden jemanden wie ihn gebrauchen k�nnen? Die Antwort liegt bedauerlicherweise auf der Hand. Die Juden hassen den Propheten Manuila, weil sie meinen, er besudele ihren Glauben. Sie h�tten nur mal sehen m�ssen, mit welcher Erbitterung sie die ungl�ckseligen �Findelkinder� aus der Synagoge gejagt haben!�</p><p>Es fiel Matwej Benzionowitsch als geb�rtigem Juden sichtlich schwer, so zu reden, doch die Interessen der Ermittlung zwangen ihn zur Unparteilichkeit.</p><p>�Ach, Eminenz, unsere ganze Judenschaft ist in der letzten Zeit wie umgewandelt, quasi au�er Rand und Band. Es regen sich die unterschiedlichsten Kr�fte und Str�mungen, und alle sind �u�erst hitzk�pfig und fanatisch. Das gesamte j�dische Volk ist in Bewegung geraten, die einen wollen nach Pal�stina oder nach Argentinien auswandern, oder, Gott verzeih mir, nach Uganda, wo die Engl�nder, wie Sie vielleicht wissen, ein neues Israel gr�nden wollen. Die gr��te Aufregung aber herrscht unter den Juden des Russischen Reiches, wegen der Unterdr�ckung und Rechtlosigkeit, der sie hier ausgesetzt sind. Gerade die j�ngeren und gebildeteren unter ihnen, die sich aufrichtig darum bem�ht haben, in Russland eine echte Heimat zu finden, sto�en bei der Obrigkeit nur auf Feindseligkeit und Misstrauen. F�r einen Juden ist es �u�erst schwierig, ja fast unm�glich, ein Russe zu werden, es finden sich immer wieder welche, die Vergn�gen daran haben, die alten Vorurteile aufzukochen. Oder kennen Sie den Witz: Einen Juden tauft man, indem man seinen Kopf f�nf Minuten unter Wasser h�lt? Sehr viele kehren Russland entt�uscht den R�cken und wollen im Heiligen Land einen eigenen Staat gr�nden, eine Art Paradies auf Erden. Aber die Errichtung eines Paradieses auf Erden ist eine brutale Angelegenheit, das geht nicht ohne Blutvergie�en ab. Ich selbst w�re h�chstwahrscheinlich im Lager der so genannten Zionisten gelandet, h�tte ich nicht das Gl�ck gehabt, Ihnen zu begegnen. Wenigstens haben diese Leute Selbstbewusstsein und einen eigenen Willen, im Gegensatz zu den Kaftantr�gern. Aber auch die sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Bei ihnen stellt sich das Gef�hl ein, die Verdammung, die zweitausend Jahre lang auf den Juden lastete, k�nne allm�hlich zu Ende gehen, und der Wiederaufbau des Tempels von Jerusalem stehe unmittelbar bevor. Umso sch�rfer ist der Hickhack zwischen all den verschiedenen Gruppen und Gr�ppchen � den litauischen und den kleinrussischen Juden, den Traditionalisten und den Reformatoren. Nicht von ungef�hr f�hlt sich jeder semitophobe Esel bem��igt, irgendwelche Ger�chte �ber Ritualmorde, geheime Synedrien und das Blut christlicher S�uglinge in die Welt zu setzen. Nat�rlich gibt es keine Ritualmorde, und es kann sie auch nicht geben � was sollen die Juden mit den Gojim und ihrem unkoscheren Blut? Mit den eigenen Leuten ist es aber etwas anderes. Da fehlt nicht viel, und es flie�t Blut. Vor allem wegen der Entwicklung in Pal�stina. Im Heiligen Land gibt es einiges zu verteilen, nie zuvor sind so viele Spenden dorthin geflossen wie gerade jetzt. Verzeihen Sie mir meine umst�ndlichen Ausf�hrungen, Eminenz, es ist nur der Vollst�ndigkeit halber. Und au�erdem habe ich einen Entschluss gefasst.�</p><p>�Du willst nach Shitomir?�, fragte der Bischof scharfsinnig.</p><p>�Ja. Ich will mir die Gl�ubiger unseres Stabsrittmeisters doch mal ansehen.�</p><p>Mitrofani �berlegte einen Moment und nickte dann zustimmend.</p><p>�Ja, das ist wohl keine schlechte Idee. Aber du sagtest vorhin, es gebe zwei Theorien?�</p><p>Der Staatsrat wurde lebhaft. Seine zweite Theorie sagte ihm offensichtlich erheblich mehr zu als die erste.</p><p>�Es ist bekannt, dass das j�dische Siedlungsgebiet, zu dem das Gouvernement Wolhynien geh�rt, eine Arena f�r die Aktivit�ten verschiedener antisemitischer Organisationen ist, einschlie�lich der radikalsten unter ihnen, der so genannten �Leibgarde Christi�. Diesen Judenhassern sind die �blichen Pogrome nicht genug, sie schrecken auch vor politischen Morden nicht zur�ck. Den Propheten Manuila m�ssen diese �Leibgardisten� noch mehr hassen als die eigentlichen Juden, denn er ist ihrer Meinung nach ein Verr�ter am rechten Glauben und an der Nation, weil er Russen aus dem Scho� der orthodoxen Kirche entf�hrt und zum Judentum bekehrt. Ich habe �berlegt, ob nicht vielleicht diese �Leibgarde� Razewitsch freigekauft hat. M�glicherweise dachten sie, sie k�nnten jemanden, den die Juden zugrunde gerichtet haben, gut f�r ihre Zwecke einspannen.�</p><p>�Sehr gut denkbar�, gab Mitrofani zu.</p><p>�Es l�uft in jedem Fall darauf hinaus, dass ich nach Shitomir fahren muss; wie man es dreht und wendet, die F�den laufen dort zusammen.�</p><p>�Aber es ist gef�hrlich�, wandte der Bischof besorgt ein. �Falls du Recht hast, haben wir es hier mit �u�erst skrupellosen Menschen zu tun. Wenn sie herausfinden, weshalb du dort bist, werden sie dich umbringen.�</p><p>�Woher sollten sie es erfahren?�, l�chelte Matwej Ben-zionowitsch pfiffig. �Dort kennt mich doch kein Mensch. Au�erdem m�ssen wir uns nicht �ber mich Gedanken machen, Eminenz, sondern �ber sie.�</p><p>�Wie sehr ich dich beneide, Matwej!�, rief der Bischof mit Bedauern. �Du kannst handeln. Aber ich kann �berhaupt nichts tun, h�chstens beten.�</p><p>�H�chstens?� Der Staatsanwalt sch�ttelte in gespieltem Vorwurf den Kopf. �Was f�r eine Herabsetzung des Gebetes, und das aus dem Munde eines Geistlichen!�</p><p>Dann lie� sich Matwej Benzionowitsch den Segen erteilen. Er wollte dem Bischof die Hand k�ssen, aber Stattdessen wurde er an den Schultern gepackt und so kr�ftig an die breite bisch�fliche Brust gedr�ckt, dass er beinah erstickte.</p><p>Offenbar war mit Berditschewski tats�chlich eine grundlegende Ver�nderung vorgegangen � weniger was das Au�ere anbelangt, als vielmehr bez�glich seiner inneren Natur.</p><p>W�hrend er sich auf seine Reise nach Shitomir vorbereitete, kam es ihm keine Sekunde lang in den Sinn, sich wegen irgendwelcher m�glichen Gefahren zu beunruhigen. Dabei hatte es doch fr�her, auf Grund seiner ausgepr�gten Fantasie, weitaus geringerer Pr�fungen bedurft, um ihn in Angst und Schrecken zu versetzen � wie zum Beispiel eine �ffentliche Ansprache im Klub oder ein ganz gew�hnlicher Besuch beim Zahnarzt.</p><p>Und als er sich nun von den Seinen verabschiedete, empfand er keineswegs Angst, sondern nichts als fieberhafte Ungeduld und das unerkl�rliche Gef�hl, dass ihm die Zeit davonlaufe.</p><p>Mechanisch schlug er das Kreuz �ber allen dreizehn Kinderseelen (die f�nf kleinsten schliefen schon), und k�sste eilig seine Frau.</p><p>Und da tat die gestrenge Maria Gawrilowna etwas Unerwartetes. Sie legte ihre f�lligen Arme um Berditschewskis Hals und sagte ganz leise:</p><p>�Matjuschenka, bitte, gib auf dich Acht. Du musst n�mlich wissen: Ein Leben ohne dich ist kein Leben.�</p><p>Matwej Benzionowitsch war wie vom Donner ger�hrt. Erstens hatte er nicht geahnt, dass seine Frau irgendetwas mitbekommen hatte. Und zweitens war Maria Gawrilowna f�r gew�hnlich �u�erst geizig mit jeder Art von Herzenserg�ssen, genauer gesagt, sie lehnte sie eigentlich vollst�ndig ab.</p><p>Der Staatsanwalt err�tete, wendete sich linkisch ab und eilte, halb gehend, halb laufend, nach drau�en, wo eine Staatskarosse auf ihn wartete.</p><p><strong>A jiddische Kopp oder ein �blonder Engel�</strong></p><p>Je mehr sich Matwej Benzionowitsch der Stadt Shitomir n�herte, desto st�rker wurde eine befremdliche Empfindung in seinem Inneren. Ihm war, als rolle er auf einem festen Gleis dahin, und er k�nne weder ausscheren noch umkehren, ehe er die Endstation erreicht h�tte � deren Namen er nicht kannte und wo er auch nicht hinwollte.</p><p>Und dabei gab es unterwegs immer wieder Hinweise, die nur f�r ihn zu gelten schienen; als ob die Vorsehung den geistigen F�higkeiten des Staatsrats nicht allzu sehr vertraute und es f�r n�tig hielte, ihm unmissverst�ndliche Signale zu geben: Jawohl, du bist auf dem richtigen Weg, alles in Ordnung, zweifle nicht!</p><p>Es fing damit an, dass der Zug, den Berditschewski in Nischni Nowgorod bestieg, ihn in die Stadt Berditschew brachte, wo er in die Schmalspurbahn nach Shitomir umsteigen musste.</p><p>Als Matwej Benzionowitsch dann in der Hauptstadt des Gouvernements Wolhynien ankam, stellte sich heraus, dass die beiden �mter, die er aufsuchen wollte � das Gef�ngniskomitee und das Polizeipr�sidium � sich ausgerechnet in der Gro�en Berditschewskistra�e befanden.</p><p>Zu diesem Zeitpunkt war der Staatsanwalt bereits v�llig im Banne einer Art mystischen Gef�hls befangen, dass nicht er selber sich irgendwohin begebe, sondern dass er von jemandem geleitet werde, und deshalb war er die ganze Zeit auf der Hut, damit ihm um Gottes willen nicht irgendein wichtiges Zeichen entging.</p><p>Und was meinen Sie, was passierte?</p><p>Auf dem Bahnhof wurde er zuf�llig Zeuge eines Gespr�chs zwischen zwei j�dischen Kaufleuten, die dar�ber klagten, wie schwer das Leben in dieser Stadt geworden sei und was f�r ein Ungl�ck, dass der Polizeichef so ein Judenfresser sei. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Berditschewski vorgehabt, zun�chst das �rtliche Gef�ngniskomitee aufzusuchen � er hatte sich zu diesem Zweck eigens mit einem Empfehlungsschreiben aus der Kanzlei des Sawolshsker Gouverneurs versorgt �, aber schon wurde sein Plan in eine andere Richtung gelenkt: Mit diesem Judenfresser von Polizisten musste er beginnen.</p><p>Er quartierte sich im �Bristol� ein, dem besten Hotel am Platz, auf dessen Empfangstresen ein schwarzlackierter Fernsprechapparat prangte; daneben das beeindruckende st�dtische Teilnehmerverzeichnis, das allerdings auf einer einzigen Seite Platz fand.</p><p>Ein Tr�ger mit schiefer Nase und dicken Lippen schleppte den Koffer des Neuank�mmlings zum Tresen. Dort regierte der Empfangschef � gewichtig und mit dicker Goldkette �ber dem imposanten Bauch.</p><p>�Is grad mit dem Zuch anjekomm, Naum Solomonitsch�, verk�ndete der Tr�ger n�selnd. �Ich schnell zu ihm hin, so und so, sage ich, ins �Bristol�, bitte sehr.�</p><p>�Gut gemacht, Kolja�, lobte der Empfangschef.</p><p>Mit einem schnellen Blick hatte er Berditschewskis teuren Mantel taxiert, verweilte einen Moment auf seinem Gesicht und l�chelte dann s��.</p><p>Berditschewski seinerseits sah den Fernsprechapparat an. In diesem Attribut des Fortschritts sah der Staatsrat ein weiteres Zeichen des Himmels. Da stand sie ja auch, die Nummer des Polizeimeisters: �No 3-05 Hofr. Gwosdikow Semj. Lik.� Was sich hinter der Abk�rzung �Lik� verbarg, war ihm allerdings schleierhaft.</p><p>Nichtsdestotrotz drehte er unverz�glich die Kurbel und lie� sich von dem Fr�ulein verbinden. Er handelte nicht logisch, sondern folgte einfach einer spontanen Eingebung.</p><p>Er meldete sich mit Namen, Dienststelle und Rang, vereinbarte einen Termin und h�ngte den H�rer wieder ein � sehr mit sich zufrieden; es wollte ihm scheinen, die Shitomirer Ermittlungen beg�nnen mit einem guten Tempo.</p><p>Aber im n�chsten Moment schon erwartete Berditschewski ein herber Schlag.</p><p>Der Empfangschef, der das G�stebuch aufgeschlagen bereithielt und sogar schon die Feder in das Tintenfass getaucht hatte, sagte achtungsvoll:</p><p>�Willkommen, Eure Exzellenz. Welche Ehre f�r unser Haus. Es ist sehr erfreulich, wenn es ein Jude zu Rang und Namen bringt.�</p><p>Der Portier, der daneben stand und von einem Bein auf das andere trat (und der exakt so aussah, wie ein Portier aussehen muss, n�mlich mit Vollbart und Livree, blo� dass er dazu lange Schl�fenlocken trug), f�gte hinzu:</p><p><emphasis>�Ojf ale jidri gesogt!� (�M�ge dies allen Juden so ergehen�, jidd.)</emphasis></p><p>�Wie kommen Sie denn darauf, dass ich Jude bin?�, rief Berditschewski verdutzt.</p><p>Der Empfangschef l�chelte nur:</p><p>�In meiner Position kennt man sich mit Gesichtern aus, Gott sei Dank!�</p><p>�Ach, Herr General, das sieht man doch � ganz a jidische Kopp!�, sekundierte der Portier.</p><p>Matwej Benzionowitsch fluchte im Stillen auf seine Unvorsichtigkeit. Ehe der Tag um ist, wei� das gesamte j�dische Shitomir �ber seine geheimnisvolle Ankunft Bescheid, in den leuchtendsten Farben, versteht sich. Jetzt ist er schon �General� und �Exzellenz�, und bis zum Abend wird er es sicherlich bis zum Minister gebracht haben.</p><p>�Tr�ger!�, rief der Staatsanwalt. �Nimm den Koffer und ruf eine Droschke!�</p><p>�Ajajaj, haben Sie etwas vergessen?�, rief der Empfangschef erschrocken.</p><p>�Ja, ich muss sofort zur�ck zum Bahnhof�, antwortete Berditschewski schroff und wandte sich zum Gehen.</p><p>Hinter seinem R�cken h�rte er gerade noch, wie der Empfangschef zu dem schl�fenlockigen Portier laut auf Jiddisch sagte:</p><p>�Diese Getauften sind schlimmer als die Gojim.�</p><p>Und der andere zitierte auf Hebr�isch jene unheilschweren Worte des gestrengen Propheten Jesaja, die Matwej Benzionowitsch in seiner Kindheit so oft von seinem Vater geh�rt hatte: �Der Zusammenbruch aber trifft Emp�rer und S�nder insgesamt, die den Herrn verlassen, werden vergehen.�</p><p>Seine gute Laune war dahin.</p><p>Auf der Kiewer Stra�e, der Hauptstra�e der Stadt, suchte der aufgebrachte Staatsanwalt einen �Salon de beaut� auf und erstand eine Flasche Haarf�rbemittel (amerikanisches Patent) mit dem verlockenden Namen �blonder Engel�.</p><p>Er fand ein anderes Hotel, das �Versailles� (ein wahrer Euphemismus!), das er mit tief in die Stirn gezogenem Hut und hochgeklapptem Mantelkragen betrat.</p><p>Auf seinem Zimmer setzte er sich sogleich vor den Waschtisch und machte sich daran, sich in einen blonden Engel zu verwandeln (Augenbrauen nicht vergessen!).</p><p>Ach, w�re er nur eher darauf gekommen! Er befand sich hier doch im j�dischen Siedlungsgebiet und nicht in seinem beh�teten Sawolshsk, wo einem nicht jedermann die Abstammung sofort an der Nase ablesen konnte.</p><p>Das Ergebnis �bertraf alle Erwartungen. Matwej Benzionowitsch hatte sich ein wenig wegen seiner emp�rend unslawischen Nase gesorgt, aber die neu erworbene Blondheit hatte auch diese ins Lot gebracht: Was vorher eine j�dische Hakennase gewesen war, ragte jetzt als stolzer Bugspriet, als rassige Adlernase hervor.</p><p>Als der Staatsrat sein verwandeltes Gesicht im Spiegel betrachtete, konstatierte er darin s�mtliche Merkmale fortgeschrittener Degeneriertheit des Adels, einschlie�lich Hohlwangen und fliehendem Kinn. Aber wor�ber wunderte er sich eigentlich? Selbst der verzauseltste Jude hat schlie�lich einen Stammbaum, um dessen L�nge ihn s�mtliche Romanows und Habsburger beneiden k�nnen.</p><p>Bevor Berditschewski sich auf den Kriegspfad begab, legte er zur Abrundung seiner Kriegsbemalung seinen Uniformrock an, auf dem die Sterne der f�nften Klasse gl�nzten (dieser Judenfresser war n�mlich nur �Hofr.�, also ein Beamter der siebten Klasse).</p><p>Er besah sich noch einmal von allen Seiten und war hoch zufrieden.</p><p><strong>Unter Adligen</strong></p><p>�Aber erlauben Sie mir eine Frage, Herr Berditschewski: Aus welchem Grund interessiert sich ein Staatsanwalt aus einem so fernen Gouvernement f�r die �Leibgarde Christi� in Shitomir?�, fragte Semjon Likurgowitsch Gwosdikow, ein schlaffer Herr mit aufgedunsenen Wangen und kr�nklich gelben Aug�pfeln.</p><p>Matwej Benzionowitsch missfiel an dieser Frage entschieden alles: das l�ngere Schweigen, das ihr vorangegangen war, die Tatsache, dass es sich um eine Gegenfrage handelte, und auch die h�chst ungute Intonation, mit der der Polizeimeister den zweifelhaften Familiennamen aussprach.</p><p>�Wie bitte sagten Sie gerade?�, fragte der Gast und verzog pikiert das Gesicht. �Ber-di-tschewski? Sehe ich etwa aus wie ein j�discher Kr�mer aus Berditschew? Mein Name ist Berg-Ditschewski�, akzentuierte er scharf und hob eine Braue, als klemme ein unsichtbares Monokel in seiner Augenh�hle. �Meine Urgro�eltern haben bei ihrer Verm�hlung beschlossen, die Wappen der beiden Familien zu vereinigen, damit das alte Geschlecht der Ditschewskis, dessen einziger Nachfahre meine Gro�mutter war, nicht ausgel�scht werde.�</p><p>In den Augen des Hofrates spiegelte sich Entsetzen, sein aufgedunsenes Gesicht lief rot an.</p><p>�Um Himmels willen, ich bitte tausendmal um Entschuldigung . . . Ich habe Sie am Apparat nicht richtig verstanden. Die Verbindung war so furchtbar, wissen Sie!�</p><p>Um seinen Vorteil geb�hrlich zu nutzen, gab Berditschewski noch einen Schlag in dieselbe Kerbe. Mit einer l�ssigen Geste wischte er dieses l�ppische Missverst�ndnis beiseite, beugte sich vor und senkte vertraulich die Stimme:</p><p>�Sagen Sie � Gwosdikow, ist das ein adliger Name?�</p><p>Der Polizeimeister err�tete noch heftiger.</p><p>�Nein, ich bin gewisserma�en, das hei�t eigentlich, �h, von b�rgerlichem Stand. Bisher habe ich mir nur den pers�nlichen Adel erdient. . .�</p><p>Der Staatsanwalt gab sich einen Moment unschl�ssig � lohnte es sich, das Gespr�ch mit jemandem von so niederer Herkunft fortzusetzen? Dann seufzte er und zeigte sich gro�m�tig:</p><p>�Na, macht nichts, wenn Gott will, werden Sie sich schon noch irgendwann den erblichen Adelsstand erdienen. Auf uns Adligen ruht ja das Geb�ude des russischen Staatswesens. Der Zar selber� � mit einer Geste zu dem Portr�t im R�cken seines Gegen�bers, welches k�nstlerische Qualit�t durch Gr��e kompensierte � �ist ja letzten Endes auch nur ein Primus inter Pares. Schlie�lich waren es unsere Vorfahren, die Michail Romanow auf den Thron erhoben. Auf unseren Schultern ruht die Verantwortung. Geben Sie mir nicht Recht?�</p><p>�Vollkommen�, versicherte Gwosdikow, der mit �u�erster Aufmerksamkeit lauschte. �Aber, Euer Hochwohlgeboren, ich verstehe nicht ganz . . .�</p><p>�Ich werde es Ihnen sogleich erkl�ren. Ich sehe, ich habe einen ehrlichen, anst�ndigen Menschen und Patrioten vor mir. Aber wozu sich verstellen? Ich habe schlie�lich Erkundigungen �ber Sie eingezogen. An kompetenter Stelle.� Matwej Benzionowitsch senkte bedeutungsschwer die Stimme. �Und deshalb m�chte ich umgehend auf den Zweck meines Besuches zu sprechen kommen. Zweifellos sind Sie ja von Amts wegen ganz genau �ber alle in Shitomir existierenden gesellschaftlichen Bewegungen und Organisationen unterrichtet.�</p><p>�Wenn Sie die Nihilisten meinen, dann sollten Sie besser in der Gendarmerie . . .�</p><p>�Ich meine nicht die Nihilisten�, unterbrach Berditschewski den Polizeimeister wieder. �Ganz im Gegenteil. Mich interessiert eine im h�chsten Ma�e obrigkeitstreue und staatstragende Organisation. Eben dieselbe, die ich zu Beginn unseres Gespr�ches erw�hnte. Die Sache ist die, dass sich auch bei uns im Gouvernement Sawolshsk das Judenwesen erheblich ausgebreitet hat. Die Juden erlauben sich mittlerweile reichlich viel, sie haben sich die Gouvernementsbank unter den Nagel gerissen, geben sogar ein eigenes K�seblatt heraus und verdr�ngen die wahren Sawolshsker allm�hlich vom Markt. Nun haben wir, die aufrechten Patrioten der Region, beschlossen, uns bei Ihnen Rat zu holen. Man erz�hlt bei uns viel Gutes �ber die Shitomirer �Leibgarde�. Wenn Sie mir helfen, mich mit ihnen in Verbindung zu setzen, tun Sie ein gutes Werk.�</p><p>Semjon Likurgowitsch war offensichtlich geschmeichelt, aber er gab sich noch bedeckt:</p><p>�Ich pers�nlich, Herr Staatsrat, geh�re nicht der �Leibgarde� an. Meine Stellung w�rde es auch nicht erlauben. Umso mehr, da, wie Sie selbst wissen, ihre Methoden, �h, sich nicht immer ganz im Einklang mit dem Gesetz bewegen . . .�</p><p>�Ich m�chte noch einmal betonen, dass ich nicht in offizieller Eigenschaft hierher gekommen bin. Ich spreche jetzt nicht von Staatsanwalt zu Polizeichef, sondern von Adligem zu Adligem�, sagte Matwej Benzionowitsch vorwurfsvoll.</p><p>�Ich verstehe�, entgegnete der Polizeimeister hastig. �Ich habe das auch nur gesagt, um irgendwelchen Missverst�ndnissen vorzubeugen. Ich bin kein Mitglied der �Leibgarde� und, �h, billige nicht alle ihre Handlungen, insbesondere solche, die jemandem Schaden an Eigentum oder gar an Leben und Gesundheit zuf�gen. Ab und an lese ich ihnen auch mal die Leviten, ganz v�terlich, gewisserma�en, das muss manchmal sein. Diese Jungs sind doch rechte Hitzk�pfe, und mancher von ihnen ist gar ein echter Raufbold; aber im Herzen sind sie rein. Man muss sie nur bisweilen ein wenig bremsen, damit sie nicht unn�tig Porzellan zerschlagen.�</p><p>�Da bin ich vollkommen Ihrer Meinung!�, rief der Besucher. �Ich bin �berfroh, mich gerade an Sie gewendet zu haben. Verstehen Sie, genau aus diesem Grunde will ich ja selber eine �Leibgarde� in Sawolshsk gr�nden, damit ich die Z�gel in der Hand behalte und die Sache taktvoll steuern kann.�</p><p>�Genau! Genau das tue ich auch, taktvoll steuern. Und bei unseren Jungs kann man sich wirklich einiges abgucken.� Gwosdikow schwieg gewichtig, so wie es sich f�r einen rechtschaffenen Mann geh�rt, der vor einer verantwortungsvollen Entscheidung jedes F�r und Wider sorgsam abw�gt. �Gut, Herr Berg-Ditschewski. Von Adligem zu Adligem. Ich werde Sie mit den richtigen Leuten zusammenbringen und pers�nlich erkl�ren, mit welcher Absicht Sie zu uns gekommen sind. Ich selbst werde allerdings bei diesem Treffen nicht zugegen sein k�nnen, ich bitte ergebenst um Verzeihung . . .�</p><p>Matwej Benzionowitsch hob die H�nde: verstehe, verstehe.</p><p>�Ich w�rde Ihnen auch empfehlen, Ihren Rang nicht unbedingt an die gro�e Glocke zu h�ngen. Und noch etwas . . .� Gwosdikow schlug verschw�rerisch die Augen nieder. �Ich werde Sie dem Jessaul als Herrn Ditschewski vorstellen, ohne �Berg�. Sie m�ssen entschuldigen, aber man hat hier auch von den Deutschen keine so hohe Meinung.�</p><p>�Um Gottes willen, ich bin doch kein Deutscher!�, rief Berditschewski aufrichtig.</p><p><strong>Die Heimat in Gefahr</strong></p><p>Matwej Benzionowitsch bereitete sich gr�ndlich auf die gef�hrliche Unternehmung vor, gleichwohl er sich ein wenig seltsam vorkam und dann und wann selbstironisch vor sich hin grummelte: �Jetzt schaut euch den blo� mal an, was f�r ein wilder Husar. Eine Kinderei ist das, um es beim Namen zu nennen, eine reine Kinderei . . .�</p><p>Zun�chst erstand er in einem Waffengesch�ft einen �Lefoche�, einen sechssch�ssigen Revolver mit sicherbarem Abzug, f�r neununddrei�ig Rubel. Zu dem sicherbaren Abzug sagte der Verk�ufer: �Das ist eine sehr sinnvolle Vorrichtung, besonders, wenn man die Waffe in der Hosentasche tr�gt. So kann sie nicht von selber losgehen.� Als kostenloses �Werbegeschenk der Firma� wurde Berditschewski au�erdem eine einsch�ssige Westentaschenpistole �berreicht, die so klein war, dass man sie in der Handfl�che verbergen konnte. �So etwas ist schlichtweg unentbehrlich zum Schutz gegen n�chtliche �berf�lle�, erkl�rte der Verk�ufer. �Dieser kleine Mann hat eine f�r sein Kaliber ganz erstaunliche Durchschlagskraft.�</p><p>Der �kleine Mann� besa� allerdings einen ganz gew�hnlichen, das hei�t nicht sicherbaren Abzug, und kaum hatte der Staatsanwalt die Pistole in seiner Weste verstaut, wurde er sehr nerv�s. Er stellte sich vor, wie das Teufelsding, die M�ndung nach unten gerichtet, auf einmal von allein losging und die Kugel mit ihrer erstaunlichen Durchschlagskraft seine H�fte durchbohrte. Verflixt. . .</p><p>Er steckte das Spielzeug in die Hosentasche.</p><p>Nein, halt, so geht �s auch nicht.</p><p>Schlie�lich fand er die L�sung: Er zog das Hosenbein hoch und klemmte die Waffe hinter den Sockenhalter. Das Metall dr�ckte ein wenig gegen den Knochen, aber das war auszuhalten.</p><p>Die Nachricht, die Gwosdikow ihm ins Hotel schickte, war so kurz wie sonderbar: �Um Mitternacht an der Uferstra�e unter der Laterne.�</p><p>Damit war vermutlich der Fluss Kamenka gemeint, denn Shitomirs zentraler Wasserlauf, der Teterew, hatte wegen seines felsigen Ufers keine Uferstra�e. Aber auch an der Kamenka gab es weder Br�stungen noch Gel�nder, noch sonst irgendwelche Merkmale einer normalen Uferstra�e. Die geheimnisvolle Ortsbezeichnung �unter der Laterne� erkl�rte sich indes ganz von selbst. Es brannte weit und breit n�mlich nur eine einzige Laterne, alle �brigen waren dunkel, ja sie schienen �berhaupt keine Gl�ser mehr zu haben.</p><p>Der Staatsanwalt entlie� die Droschke und stellte sich in den schmalen Lichtkegel. Vom Fluss zog es feucht herauf, er schlug den Kragen hoch und begann zu warten.</p><p>Um ihn herum war es stockfinster, es war rein gar nichts zu sehen.</p><p>Logischerweise d�nkte es Matwej Benzionowitsch sogleich, als w�rde er aus dem Dunkel heraus beobachtet. Zuerst �berlief ihn ein Fr�steln, aber dann sagte er sich: �Nat�rlich beobachten sie mich, das ist auch gut so.�</p><p>Mit einem einfachen Trick �berwand der Staatsrat seine Nervosit�t. Er brauchte nur ein einziges Wort zu fl�stern � �Pelagia� �, und die Angst wich augenblicklich der Erregung, aus dem Opfer wurde ein J�ger.</p><p>Ungeduldig drehte er den Kopf hin und her, stampfte sogar �rgerlich mit dem Fu� auf: Wo seid ihr, hol euch der Teufel. Es schien, als h�tte die Dunkelheit nur auf dieses geheime Signal gewartet. Sie bebte und raschelte, und eine Gestalt glitt in den Dunstkreis des schwachen Kerosinlichts, die Berditschewski im ersten Moment riesenhaft vorkam. Die Silhouette hob die Hand und winkte ihn heran.</p><p>Der Staatsrat, den der Mut schon wieder verlie�, ging auf den Unbekannten zu, doch dieser drehte sich um, winkte ihn noch einmal zu sich und lief dann vor ihm her, sich von Zeit zu Zeit mit einer geheimnisvollen, lockenden Geste umwendend.</p><p>Dumpf tappten die Schritte des Riesen aufs Pflaster, er ging sehr aufrecht, mit kerzengradem R�cken.</p><p>Wie ein eiserner Ordensritter, dachte Matwej Benzionowitsch mit Schaudern, w�hrend er M�he hatte, mit seinem F�hrer Schritt zu halten.</p><p>Von der Uferstra�e bogen sie in eine gewundene, ungepflasterte Gasse ein. Der Boden war regennass. Auf der einen Seite verlief ein undurchsichtiger Zaun, auf der anderen eine Steinmauer, hinter der sich entweder Lagerh�user oder Werkst�tten befanden. Es gab keinerlei Beleuchtung.</p><p>Berditschewski stolperte �ber ein Schlagloch und fluchte, seltsamerweise fl�sternd.</p><p>Die Mauer f�hrte zu einem Tor, �ber dem eine Lampe brannte. �Darmreinigungsfabrik Sawtschuk� stand auf einem Schild.</p><p>Der Staatsanwalt las und erblasste. Das schien ihm jetzt aber doch eine rechte Verh�hnung seitens der Vorsehung, um nicht zu sagen eine Grobheit, angesichts der Tatsache, dass sich im Leibe des inzwischen doch recht verzagten Staatsrates alle m�glichen unsch�nen Prozesse v�llig unkontrolliert entfalteten.</p><p>Der eiserne Ordensritter verschwand durch eine schmale Pforte, Berditschewski aber blieb davor stehen. Mit nicht ganz fester Stimme fragte er:</p><p>�Was ist das? Was soll das?�</p><p>Er hatte eigentlich nicht mit einer Antwort gerechnet, aber der H�ne (der Bursche war tats�chlich fast einen Klafter gro�) wandte sich um und antwortete mit �berraschend feiner und dienstbeflissener Stimme:</p><p>�Das ist ein Betrieb, in dem D�rme gereinigt werden, gn�diger Herr.�</p><p>�Wie meinen Sie das?�</p><p>�Wie ich �s sage. F�r die Wursterzeugung.�</p><p>�A-ah�, sagte Matwej Benzionowitsch schon ein wenig ruhiger. �Und was wollen wir dort?�</p><p>Der Ritter kicherte, womit endg�ltig klar war, dass sein Schweigen keinen bedrohlichen Hintergrund hatte, sondern nur provinzieller Verlegenheit dem Ortsfremden gegen�ber geschuldet war.</p><p>�Wie Sie selbst zu sehen belieben, verh�lt es sich bei uns so: Es gibt mehr Juden in der Stadt als Russen. Deshalb ist dies der ideale Ort. Die Wurst ist doch vom Schwein, also arbeitet hier kein einziger Jude, alle Angestellten sind Russen oder Ukrainer.�</p><p>Die geheime Versammlung der �Leibgarde Christi� fand im Kontor der Fabrik statt, einem ziemlich schmutzigen, aber sehr ger�umigen Zimmer mit niedriger Decke, von der mehrere Kerosinlampen herunterhingen.</p><p>Vor einem Tisch, �ber den man die russische Trikolore ausgebreitet hatte, waren zwei Stuhlreihen aufgebaut. An den W�nden hingen in wildem Durcheinander Ikonen und diverse Helden des Vaterlandes � wie Alexander Newski, Dmitri Donskoi, Alexander Suworow, Michail Skobelew und so weiter. Den Ehrenplatz in dieser Galerie nahmen die Portr�ts Iwan des Schrecklichen und Seiner Erlaucht des Imperators ein.</p><p>Ein �lterer Herr, der ein Jackett und eine schmale Krawatte trug, aber dazu nach traditioneller russischer Art einen schulterlangen Pagenschnitt, f�hrte den Vorsitz der Versammlung.</p><p>Vor dem Tisch stand ein d�rres Subjekt in russischer G�rtelbluse � offensichtlich ein Redner. Zuh�rer gab es etwa ein Dutzend.</p><p>Als sie den Raum betraten, drehten sich alle zu ihnen um, aber Berditschewski nahm vor Aufregung die Gesichter nicht im Einzelnen wahr. Die Mehrzahl war offenbar b�rtig und ebenfalls nach russischer Art frisiert.</p><p>�Da ist ja unser gesch�tzter Gast�, rief der Vorsitzende. �Seien Sie herzlich willkommen. Ich bin der Jessaul.�</p><p>Die �Leibgardisten� erhoben sich, und eine tiefe Stimme sagte:</p><p>�Guten Abend, Eure Exzellenz.�</p><p>Vor lauter Nervosit�t h�tte Matwej Benzionowitsch ihn beinahe korrigiert und gesagt, er sei doch gar keine Exzellenz � aber er besann sich gerade noch rechtzeitig. Er nickte milit�risch knapp, und eine Str�hne von engelhafter Farbe fiel ihm in die Stirn.</p><p>Der �Jessaul� (so bezeichnete man offenbar das Amt des Anf�hrers der �Leibgardisten�) kam hinter dem Tisch hervor und trat auf den Staatsanwalt zu.</p><p>Und wieder beging Berditschewski um ein Haar einen Fauxpas � er wollte ihm die Hand geben. Wie sich zeigte, reichte man hier keine H�nde, hier breitete man die Arme aus. Genau das tat der Vorsitzende: Mit den Worten �Es lebe Russland� zog er den Gast an seine Brust und k�sste ihn dreimal auf den Mund.</p><p>Auch die �brigen Anwesenden wollten den hohen Besuch begr��en, und jeder von ihnen musste gek�sst werden � summa summarum elf Gardisten, und jedes Mal wurde der weihevolle Satz zum Wohle des Vaterlandes aufgesagt.</p><p>Die Ger�che, die Herr Berg-Ditschewski k�ssenderweise einatmen musste, zeichneten sich nicht durch Verschiedenartigkeit aus: billiger Tabak, rohe Zwiebel und die vom Magensaft modifizierten D�nste des spiritus vini. Allein der Letzte in der Reihe der K�ssenden, jener Vergil, der Matwej Benzionowitsch hergebracht hatte, duftete nach Eau de Cologne und Fixateur. Auch k�sste er nicht grob schmatzend wie die anderen, sondern sanft und gef�hlvoll, mit gespitzten Lippen. Vermutlich ein Friseur, dachte der Staatsanwalt, als er die ondulierten Koteletten und den sorgf�ltig nach beiden Seiten geb�rsteten Bart sah.</p><p>�Bitte belieben hier Platz zu nehmen�, bot der Jessaul dem Herrn den Ehrenplatz an.</p><p>Alle Blicke richteten sich auf die �Exzellenz�, offenbar erwartete man eine Rede oder ein Gru�wort von ihm. Darauf war der Staatsrat nun absolut nicht vorbereitet. Doch er lavierte sich heraus, indem er einfach bat, normal fortzufahren, �alldieweil ich nicht zum Reden, sondern zum H�ren gekommen bin, und nicht zum Belehren, sondern zum Lernen.� Das kam gut an. Man applaudierte dem bescheidenen �General�, rief �Chapeau�, und der Vortrag wurde fortgesetzt.</p><p>Der Redner, den Berditschewski nach seiner Art zu sprechen und nach dem etwas bl�kenden Timbre seiner Stimme f�r sich den Psalmisten taufte, berichtete seinen Genossen von den Ergebnissen einer von ihm durchgef�hrten Untersuchung �ber die Dominanz der Juden in der Gouvernementspresse.</p><p>Es zeichnete sich ein ungeheuerliches Bild ab. Als der Psalmist auf das �Shitomirer Tageblatt� zu sprechen kam, konnte er ein Beben in seiner Stimme nicht unterdr�cken: Dort wimmele es nur so von �Rosenkranz� und �Goldbergs�, die frech und dreist alles verh�hnten, was einem russischen Herzen lieb und teuer sei. Doch auch bei den �Wolhynischen Gouvernements-Nachrichten� stehe es bei weitem nicht zum Besten. Der dortige Chefredakteur sei so pflichtvergessen, dass immer wieder Artikel gedruckt w�rden, deren Verfasser Juden seien, die sich hinter russischen Namen versteckten. Es wurde auch gleich eine Liste all dieser W�lfe im Schafspelz mitgeliefert: Iwan Swetlow � ist gleich Itzak Sarkin, Alexander Iwanow � ist gleich Moische Lewinson, Afanasi Berjoskin � ist gleich Lejba Rabinowitsch, und so weiter und so weiter. Die sensationellste seiner Enth�llungen aber hatte der Referent sich bis zum Schluss aufgehoben. O ja! Das Synedrion hatte seine F�hler sogar nach den �Wolhynischen Eparchiats-Nachrichten� ausgestreckt! Die Gattin des Redakteurs, des Protopopen Kapustin, war eine geborene Fischman, mithin eine Konvertitin!</p><p>Ein dumpfes Rumoren der Emp�rung rollte durch den Raum. Auch Matwej Benzionowitsch sch�ttelte bek�mmert den Kopf.</p><p>Der Jessaul beugte sich zu ihm und fl�sterte:</p><p>�Wir sammeln gerade Material f�r eine Petition. Wenn Sie erst die Daten �ber das Finanzkapital und die Volksbildung sehen! Es l�uft Ihnen kalt den R�cken herunter!�</p><p>Der Staatsanwalt setzte eine finstere Miene auf: schlimm, schlimm.</p><p>Der Referent hatte geendet und setzte sich auf seinen Platz.</p><p>Wieder starrten alle erwartungsvoll auf den Gast. Es war klar, dass er sich nicht l�nger um einen Auftritt dr�cken konnte.</p><p>Da fiel ihm gerade zum richtigen Zeitpunkt eine alte Volksweisheit ein: Wenn du nicht wei�t, was du sagen sollst, sag die Wahrheit.</p><p>�Ja, was soll ich sagen�, begann Matwej Benzionowitsch und stand auf. �Ich bin ersch�ttert und bedr�ckt.�</p><p>Die Antwort war ein allgemeines Seufzen.</p><p>�Auch in unserem Gouvernement stehen die Dinge schlecht, aber doch nicht in diesem Ma�e wie hier bei Ihnen. Meine Herren, es ist furchtbar. Ich sage nur: Heulen und Z�hneknirschen. Aber, meine lieben Freunde, erlauben Sie mir dazu ein offenes Wort. Untersuchungen und Petitionen sind selbstverst�ndlich eine gute Sache � aber das reicht nicht. Ich muss gestehen, ich habe von den Shitomirern etwas ganz anderes erwartet. Man hat mir berichtet, hier gebe es M�nner der Tat, die es nicht gewohnt sind, die H�nde in den Scho� zu legen. Denn wenn ich mein Russland sehe, blutet mir das Herz!� Allm�hlich kam Berditschewski in Fahrt. �Wohin man auch schaut, nichts als Schw�tzer und Maulhelden! Wir setzen leichtfertig unsere Heimat aufs Spiel, meine Herren Patrioten! Wir verplaudern und verschw�tzen sie! Aber der Jude verschwendet seine Zeit nicht mit Reden, nein, er plant auf Jahre hinaus!�</p><p>Die Anwesenden h�rten die bitteren, tief empfundenen Worte des Redners, sahen einander an und scharrten mit den St�hlen.</p><p>Schlie�lich hielt es den Jessaul nicht mehr auf seinem Sitz. Bei der n�chsten kurzen Pause, die Berditschewski ben�tigte, um ein weiteres Quantum Luft in seine Lungen zu pumpen, sprang der Anf�hrer der �Leibgarde� auf und rief:</p><p>�Wir sind keine Schw�tzer und keine Papierbeschmutzer! Ja, wir hoffen noch immer, uns bei der harth�rigen Obrigkeit bemerkbar zu machen, aber ich versichere Ihnen, wir belassen es nicht bei Petitionen!� Der Vorsitzende rang sichtlich um Selbstbeherrschung � so stark war der Drang, sich zu rechtfertigen. �Mein Herr, gehen wir in mein Kabinett und unterhalten uns unter vier Augen. Euch aber, meine Br�der, bitte ich, lasst euch inzwischen schmecken, was Gott uns gereicht hat.�</p><p>Jetzt erst bemerkte Matwej Benzionowitsch in einer Ecke des Raumes einen gedeckten Tisch mit einem Samowar, Brotlaiben und einer imposanten F�lle von Wurstwaren � vermutlich Produkte der Darmreinigungsfabrik.</p><p>Die M�nner machten sich lebhaft �ber die Speisen her, der Staatsanwalt jedoch wurde ins �Kabinett� gebeten � ein enges Gelass, das durch eine Glast�r vom Kontor abgetrennt war.</p><p><strong>Alles verloren!</strong></p><p>Jetzt wurden auch H�nde gedr�ckt. �berhaupt ging eine gewisse Ver�nderung im Verhalten des Jessaul vor sich, als wollte er zeigen, dass er zur selben Gesellschaftsschicht geh�rte wie sein Gast.</p><p>�Sawtschuk�, stellte er sich vor. �Ich bin der Eigent�mer der Fabrik. Mir ist keineswegs entgangen, Herr Ditschewski, wie Sie meine Janitscharen angesehen haben. Sie sind freilich ein wenig ungeschlacht, und sie gl�nzen nicht gerade durch gro�e Geistesgaben.�</p><p>Matwej Benzionowitsch erschrak (er hatte geglaubt, seine Gef�hle perfekt versteckt zu haben) und machte eine Geste des Protestes.</p><p>�Aber nein�, beruhigte ihn der Fabrikant. �Ich kann Sie sehr gut verstehen. Aber ich bitte Sie zu ber�cksichtigen, dass sie nun mal keine Ideologen sind, sondern Vorarbeiter, AbschnittsleiteJa�l biblisch gesprochen: �M�nner der Kraft�. Ich nenne sie scherzhaft meine �Apostel� � weil es genau zw�lf sind. Es sollte noch einer mehr da sein, aber er hat sich versp�tet. Meine Abschnittsleiter sind keine gro�en Denker, aber wenn es zur Sache geht, dann kann man sich auf sie verlassen. Glauben Sie mir, wir haben auch unsere Intelligenzija � Advokaten, �rzte, GymnasiallehreJa�l sie leiden am meisten unter dem j�dischen Druck. Wenn Sie m�chten, werde ich Sie sp�ter mit ihnen zusammenbringen, in angemessenerer Umgebung. Ilja Stepanowitsch Glaskow, zum Beispiel, ein guter Bekannter des Stadtoberhauptes, ist ein heller Kopf, ein Denker.�</p><p>�Wissen Sie�, sagte Berditschewski schroff, �Denker gibt es viel zu viele. Was fehlt, sind M�nner der Tat. Solche, die keine Angst haben, die sich nicht von Verordnungen und staatlichen Einrichtungen abschrecken lassen. Das sind Eigenschaften, die wir lernen m�ssen. Ich meine nicht, mit dem Brecheisen herumzufuchteln und j�dische L�den zu demolieren � das ist keine Kunst. Sagen Sie mir geradeheraus, gibt es bei Ihnen Leute, die praktische Erfahrungen haben � Angeh�rige der Polizei oder des Geheimdienstes? Nach M�glichkeit solche, die nicht mehr im Dienst sind, die also nicht an die Buchstaben des Gesetzes gebunden sind.�</p><p>�Was meinen Sie damit?�, fragte Sawtschuk und machte ein betretenes Gesicht.</p><p>Matwej Benzionowitsch packte den Stier bei den H�rnern:</p><p>�Mein Entschluss, zu Ihnen nach Shitomir zu reisen, geht auf ein sehr herzliches Gespr�ch mit einem ausgesprochen interessanten Mann zur�ck, der vor kurzem bei uns in Sawolshsk zu Besuch war. Es handelt sich um den entlassenen Stabsrittmeister der Gendarmerie, Bronislaw Weniaminowitsch Razewitsch . . .�</p><p>Er machte eine Pause und wartete mit stockendem Herzen auf die Wirkung seiner Worte.</p><p>Diese lie� nicht lange auf sich warten.</p><p>Das Gesicht des Jessaul verzog sich angewidert.</p><p>�Mit Razewitsch? Und was hat er Ihnen f�r L�gengeschichten erz�hlt, der Judenfreund?�</p><p>�W-warum Judenfreund?�, fragte der Staatsanwalt verdattert. �Soweit mir bekannt ist, wurde ihm doch im Gegenteil von den Juden, das hei�t von den Itzigs, gro�er Schaden zugef�gt . . . Sie haben seine Karriere zerst�rt und ihn in den Schuldenturm werfen lassen!�</p><p>�Und genauso schnell haben sie ihn auch wieder rausgeholt�, zischte Sawtschuk.</p><p>�Also haben ihn die Juden freigekauft?�, stammelte der Staatsrat mit versagender Stimme. Ihm wurde schwer ums Herz.</p><p>�Wer denn sonst? Dieser Pole soll um die f�nfzehntausend Rubel Schulden gehabt haben. Wer au�er den Juden hat so viel Geld? Die Synedristen haben sich bei ihm revanchiert, und man wei� auch wof�r. Vor zwei Jahren haben unsere Jungs im Lipowezer Bezirk einen Landhauptmann hingerichtet, einen bekannten Judenfreund. Razewitsch hat die Untersuchung durch die Gendarmerie geleitet. Er hat alles ausgeschn�ffelt und zwei von uns Russen ins Zwangsarbeitslager geschickt. F�r diese Niedertr�chtigkeit hat ihm die �Goel-Jisrael� sogar eine Dankesurkunde verliehen. Die haben diesen Judas aus dem Turm herausgeholt � damit er frei heruml�uft und das rechtgl�ubige Volk zugrunde richtet. Die �Goel-Jisrael� war das, niemand sonst kann es gewesen sein.�</p><p>��Goel-Jisrael�?�</p><p>�Ja, so hei�t der Chazer von Rabbi Schefarewitsch: ein Geschw�r, aus dem reinster j�discher Eiter flie�t. Ein Chazer, das ist, wenn Sie den Vergleich entschuldigen wollen, so etwas wie die bisch�fliche Residenz, blo� j�disch. Da gibt es zum Beispiel eine Synagoge und eine Jeschiwa, also eine Talmudschule. Schefarewitsch � das ist hinl�nglich bekannt � ist ein aktives Mitglied des Geheimen Synedrions. Er trichtert seinen Z�glingen den Hass auf Christus und alles Russische ein. Und er l�sst niemanden an seine kleinen Teufel heran. Vor allem f�rchtet er, dass die russischen Frauen seine Z�glinge von ihrem Glauben abbringen k�nnten. Wer von denen sich mit einer Schickse einl�sst, der ist f�r das Judentum verloren, der hat sich gewisserma�en f�r alle Zeit besudelt, so ist das bei denen.� Der Jessaul spuckte aus. �Die haben sich besudelt, he? Vor kurzem gab es hier mal so eine Geschichte. Ein Bauernm�dchen wurde tot aus dem Fluss gezogen. Wir sind der Sache selber nachgegangen und haben herausgefunden, dass diese Schlampe mit einem Juden aus Schefarewitschs Chazer ging. Das haben die Juden spitzgekriegt, der Rabbi hat ihn zu sich zitiert und verlangt, dass er sie fortjagt. Aber er hat sich quer gestellt, er wollte partout nicht. Ich liebe sie und fertig. Also haben sie ihn nach Litauen geschickt. Und praktisch am n�chsten Tag wurde das M�dchen aus dem Teterew gefischt. Es ist doch sonnenklar, dass sie ermordet wurde, und genauso klar, von wem. Aber die Judenfreunde hier in der Stadt wollten keinen �rger. Sie w�r� aus Liebeskummer ins Wasser gegangen, hie� es. Da haben wir beschlossen, unser eigenes Gericht abzuhalten. Aber wir sind nicht mehr dazu gekommen � Schefarewitsch hat sich mit seinem ganzen Abschaum nach Jerusalem abgesetzt. Tja, so geht es bei uns zu!�</p><p>Berditschewski hatte der Geschichte von der Ermordung des russischen M�dchens zuerst mit Skepsis zugeh�rt. Aber dann kamen ihm pl�tzlich Zweifel. Unter den Juden gab es nicht weniger Verr�ckte als in anderen V�lkern, wenn nicht mehr. Wer wei�, vielleicht gab es in Shitomir tats�chlich eine Art j�dischen Savonarola? Hoffentlich lief Pelagia in Jerusalem diesem fanatischen Rabbiner nicht �ber den Weg. Aber sie hatten ja keinen Grund zum Streit, Gott sei Dank.</p><p>Der Ger�uschpegel im Nachbarraum stieg an. Eine Stimme, die Berditschewski irgendwie bekannt vorkam, stach deutlich hervor. Unwillk�rlich begann er zuzuh�ren.</p><p>Die Stimme klang erk�ltet; gerade berichtete sie n�selnd:</p><p>�Ein Wichtigtuer, ein aalglatter, mit so-o-o-o �nem Schnabel. �Ich bin Staatsanwalt�, sacht er. �Oberhauptrat und so wat.��</p><p>�Ein Jude Staatsanwalt?�, unterbrach man ihn. �Du schwindelst, Kolja!�</p><p>�Da ist ja der zw�lfte von meinen Aposteln�, sagte Sawtschuk und schaute durch das Glas auf die krakeelenden �Leibgardisten�. �Er ist doch noch gekommen. Kolja ist der Leiter des Kiewer Abschnitts, er arbeitet als Tr�ger im Hotel �Bristol�. He, Kolja! Komm her, ich will dir einen guten Menschen vorstellen.�</p><p>Matwej Benzionowitsch wurde es hei� und kalt. Seine schwei�nasse Hand glitt in die Hosentasche und umfasste den Revolver. Sein Finger tastete nach dem klappbaren Abzug, aber der klemmte und wollte nicht klappen.</p><p>Der dicklippige Tr�ger aus dem �Bristol� betrat das Kabinett, verbeugte sich, breitete mit den bekannten Worten �Es lebe Russland� die Arme aus. Dann hob er den Blick, sah Berditschewski an � und erstarrte.</p></section><section><title><p><strong>IX</strong></p><p><strong>Schmulik � der Herrscher des Weltalls</strong></p></title><p><strong>Ein begehrter Br�utigam</strong></p><p>H�tte Schmulik Mamser gewusst, dass er zum letzten Male die Sonne �ber der Heiligen Stadt Jerusalem, m�ge sie ewig w�hren, aufgehen sah, h�tte er an diesem Morgen bestimmt freundlicher zu dem alten Himmelsk�rper aufgeblickt. So aber warf er nur einen m�rrischen Blick auf die runde rosige Glatze, die gerade hinter dem �lberg hervorschaute, kniff die Augen zusammen und brummte: �Explodier doch, du verdammtes Ding.� Gerade eben, vor h�chstens f�nf Minuten, hatte er seinen m�den Sch�del auf den in seinen Gebetsschal gewickelten Talmudband sinken lassen, der sich des Nachts in sein Kopfkissen verwandelte, und ratzbatz musste er schon wieder aufstehen.</p><p>Schmulik rieb sich die Seite, die vom Liegen auf dem harten Boden ganz abgestorben war, und reckte sich. Die anderen Sch�ler, die wie er in der Jeschiwah �bernachtet hatten, machten ihre Betten, die alle ganz genauso aussahen wie Mamsers: eine d�nne Unterlage und ein Buch oder ein Stofffetzen statt eines Kissens; eine Decke brauchte man im Sommer, Gott sei Dank, nicht. Die Gesichter der Jeschiwa-Sch�ler waren ganz zerknittert und verschlafen � nach dem Waschen w�rde man sie nicht wieder erkennen.</p><p>W�hrend der f�nfzehn Jahre seines Lebens hatte Schmulik insgesamt dreimal Gelegenheit gehabt, in einem richtigen Bett zu schlafen: zweimal, als er krank war, und dann noch ein Mal zur Feier seiner Bar-Mizwa. Ansonsten schlief er immer auf dem Fu�boden oder teilte sich ein Lager mit drei, vier anderen, und das, sage ich Ihnen, ist noch schlimmer als auf dem Fu�boden, deshalb kann man das nicht mitz�hlen. So war es im Shitomirer Cheder gewesen und sp�ter in der dortigen Jeschiwa, und so war es auch jetzt hier, in der Heiligen Stadt Jeruschalajim, m�ge sie ewig bestehen.</p><p>Aber was kann man verlangen, wenn jemand nicht Vater noch Mutter hat, nicht einmal irgendeine lumpige Tante um drei Ecken. Schmulik hatte das Licht der Welt nicht in einem Geburtshaus erblickt wie normale Kinder, sondern am Eingang zur Synagoge, in ein St�ck Laken gewickelt. Zuerst hatte man Zweifel, ob er �berhaupt ein Jude sei � vielleicht wollte ihnen ja blo� eine schamlose Schickse ihr G�r untergeschieben, weil sie dachte, es bek�me bei den Juden besser zu essen. Die Honoratioren der Gemeinde kamen zusammen und gingen lange mit sich zu Rate, gr�belten und diskutierten, ob man das elternlose Balg nicht einfach in ein russisches Waisenhaus geben sollte. Jedoch Rabbi Schepetowker, die Erde m�ge ihm ein Federbett sein, sagte: �Es ist besser, einen Russen als Juden zu erziehen, als ein j�disches Kind zugrunde zu richten, indem wir es in ein Heim zu den Gojim geben!� Und so wurde Schmulik beschnitten und Gottes auserw�hltem Volke hinzugef�gt. (Das schiere Grauen packt einen, wenn man daran denkt, dass es auch ganz anders h�tte kommen k�nnen.) Hinzugef�gt wurde er also, sch�n und gut, aber niemand brachte so viel Gro�z�gigkeit auf, dem Beamten drei Rubelchen zuzustecken, damit er dem Kind auch einen h�bschen Familiennamen gab, Sinaiski zum Beispiel, oder Jordanski; man hatte nicht mal einen Rubel �brig, damit er wenigstens kurz und schlicht Chajkin oder Riwkin oder irgend so etwas in der Art eintrug. Also war der Beamte nat�rlich sauer. Die anderen Schreiber machten sich ja auch schon mal einen Scherz mit so einem armen Namenlosen; der hie� dann auf einmal �Nachtigall� oder �Pfirsich�, oder, wenn die Nase besonders gro� ausgefallen war, �Nasig�. Aber dieser verfluchte Goj verstand wohl ungl�cklicherweise etwas Jiddisch und verpasste dem bedauernswerten Schmulik in seiner ganzen Boshaftigkeit den schlimmsten Namen, den man sich vorstellen kann, n�mlich �Mamser�, was bedeutet ein Unehelicher, ein Bastard, oder ein Schlawiner. Mit so einem Namen kriegt man nat�rlich nie eine Frau und wird nie ein ehrw�rdiger Rabbi. Wo hat man schon mal ein M�dchen gesehen, das �Madame Bastard� hei�en wollte? Und �Rabbi Schlawiner�, wie klingt das?�</p><p>Jetzt fragt man sich nat�rlich, ob dieser hundsgemeine Beamte erreicht hat, was er wollte, ob er dem Schmulik das Leben ruiniert hat?</p><p>Tja, von wegen!</p><p>Stattdessen hatte der besch�mende Name dem Jungen von klein auf einen gro�en, fast unerreichbaren Traum eingegeben: Er wollte irgendwann ins Gelobte Land gehen, wo man Familiennamen �berhaupt nicht braucht, weil dort n�mlich jeder Jude direkt unter Gottes Augen wandelt, und ER wei� schon, wer wer ist.</p><p>Schmulik hatte immer gelernt � solange er denken konnte. Alle j�dischen Jungen lernen gern, aber so einen emsigen B�ffeler wie ihn fand man in ganz Shitomir kein zweites Mal, wo doch, nebenbei bemerkt, immerhin f�nfundzwanzigtausend Juden leben, darunter nicht wenige Knaben, die von der Gelehrsamkeit befallen sind.</p><p>Bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr hatte Schmulik die f�nf B�cher Mose von vorn bis hinten auswendig gelernt. Und zwar nicht blo� irgendwie auswendig, sondern �auf Nadel�. Jemand, der die Heilige Schrift auf diese Art und Weise kennt, nimmt eine Nadel, sticht sie in einen beliebigen Buchstaben und sagt Ihnen sofort, welche Worte die Nadel auf den nachfolgenden Seiten durchbohrt.</p><p>Als Schmulik es darin zur Vollkommenheit gebracht hatte, nahm er sich die Kommentare zur Thora vor, b�ffelte Wort f�r Wort alle 613 Gesetze, die den 613 Teilen der Seele entsprechen: die 248 der oberen Sph�re und die 365 der unteren. Auch die Artikel Edut, in denen die geschichtlichen Ereignisse angef�hrt werden, eignete er sich in allen Einzelheiten an, sowie die leicht zu verstehenden Gesetze der Mischna und sogar die �ber den menschlichen Verstand gehenden Gebote Chukim.</p><p>An Belesenheit hinreichend gereift, drang er in die Labyrinthe des Talmud vor. Jetzt b�ffelte er nicht mehr blindlings drauflos, sondern hielt die Schneide seines Verstandes scharf geschliffen, denn in den komplizierten Verzweigungen des Buches �Sohar� liegen unbeschreibliche Sch�tze verborgen, und wie man wei�, kann ein Mann, der die Gabe besitzt, den geheimen Sinn des Buchstabens zu durchdringen, in diesem Buche die Chiffren zu den gro�en Geheimnissen und Wundern finden, und er kann dadurch sogar zum Beherrscher des Universums werden. In der Kombination der Buchstaben, die den Namen Gottes bilden, in der heiligen Zahl 26, dem �quivalent zu Adonaj, den vier Buchstaben JHWH, liegt der Schl�ssel zu dem geheimen Wissen verborgen, das vielen Generationen von Talmudisten keine Ruhe lie�. Die anderen Jeschiwa-Sch�ler sagten wie die Papageien 26 Mal irgendein beliebiges Gebet auf, mal das eine, mal das andere; oder sie schlugen 26 Mal den Kopf gegen die Klagemauer oder umschritten 26 Mal den Berg Meron, wo der gro�e Shimon ben Jochaj begraben liegt, der Autor des Sohar. Schmulik jedoch sp�rte, dass all dies purer Unsinn war, dass man mit stumpfsinnigen Wiederholungen gar nichts erreichte. Sein Herz sagte ihm, dass alles unermesslich viel schwieriger und gleichzeitig sehr viel einfacher war. Eines Tages bei Sonnenuntergang (er wusste ganz gewiss, dass es bei Sonnenuntergang geschehen musste) w�rde sich die Wahrheit in all ihrer wunderbaren Einfachheit ganz von selbst vor ihm auftun, und er w�rde das Unaussprechliche aussprechen, das Unh�rbare h�ren und das Unsichtbare sehen k�nnen. Gott w�rde ihn zu Seinem Weltenbauer ernennen, denn in SEINER allerfassenden Weisheit wusste ER: Auf Schmulik Mamser kann ER vertrauen, der Schmulik wird der Menschheit nichts B�ses tun.</p><p>Darauf k�nnen Sie sich verlassen: W�rde Schmulik zum Beherrscher des Universums, er w�rde darin alles aufs Beste einrichten. Es g�be keine Kriege mehr, weil man sich doch immer irgendwie einigen kann, und kein Mensch w�rde einem anderen mehr ein Leid zuf�gen, denn wenn die Menschen gut miteinander auskommen, dann leben sie halt miteinander, und wenn nicht, k�nnen sie ja getrennte Wege gehen, es gibt doch genug Platz auf der Erde. Und alle Gojim fingen an, die Gebote der Thora zu befolgen! Zuerst nur die obligatorischen, die Halacha genannt werden, und sp�ter auch die nicht verpflichtenden, die der Mischna. Nicht lange, und alle, alle Menschen w�ren Juden, und Schmulik w�re der gr��te von allen, noch gr��er als die Propheten Moses und Elias. Um die Sache beim Namen zu nennen, er w�re der Messias, der die Welt errettet und mit Gott vers�hnt.</p><p>�brigens war Schmulik ohne fremde Hilfe, nur mit seinem eigenen Verstand zu dieser gro�artigen Erkenntnis gekommen, und er hatte Raw Schefarewitsch, Gott beh�te, seinen Geistesblitz nicht offenbart: Der Messias steigt nicht vom Himmel herab; der Messias wird derjenige sein, der den Namen Gottes entziffert und nicht f�rchtet, ihn laut auszusprechen, der die Verantwortung auf sich nimmt f�r alles, was auf der Erde geschieht. Und dann wird eines Morgens die Sonne nicht mehr hinter den Bergen zum Vorschein kommen, weil sie keinen Grund mehr hat, die Erde auszud�rren. Denn der Mensch hat seine Aufgabe zu Ende gef�hrt, und Asche wird zu Asche, und der Geist kehrt zur�ck zu Gott. Und alles dank Schmuel aus Shitomir, der irgendwann einmal Mamser hie�.</p><p>Unter den Sch�lern des gro�en Raw Schefarewitsch � alle kurzsichtig, mit krummem R�cken und ewig laufender Nase � war er nicht der Einzige, in dem das Feuer jenes himmlischen Ehrgeizes brannte, der nicht im Entferntesten mit den j�mmerlichen Tr�umen der Gojim von Karriere und Reichtum zu vergleichen ist. Doch Schmuliks Flamme brannte am hellsten, denn er war ein illuj. Madame Perlowa, die ihr ganzes Leben in Kiew verbracht hatte und kein Wort Hebr�isch verstand, nannte ihn auf Russisch einen �genialen Jungen�, was, unter uns gesagt, auch nicht so schlecht klingt. Irgendwann hatte sie ihn wohl auch mal einen �Mozart des Talmud� genannt, aber als Schmulik dann herausfand, dass dieser Mozart ein Musiker gewesen war, f�hlte er sich doch etwas gekr�nkt. Kann man etwa die gro�e Kunst der Kabbala mit dem Fiedeln auf einer Geige vergleichen! Andererseits, was kann man schon von einer Frau erwarten, die nicht einmal das einfachste Gebet auf Hebr�isch aufsagen kann!?</p><p>Ein <emphasis>illuj</emphasis> aus der Jeschiwa des gro�en Raw Schefarewitsch, so weit hatte es Schmulik in Jeruschalajim schon gebracht, obwohl er doch noch gar nicht lange hier war, erst seit ein paar Wochen.</p><p>Nat�rlich, ohne den Raw w�re es nie so weit gekommen. So gro� war der Ruhm seiner Gelehrsamkeit und Fr�mmigkeit, dass Rishon le-Zijon selber, der allerh�chste Rabbiner, der um den Hals eine Medaille des Sultans und einen Ksiwa mit den Siegeln des t�rkischen Gro�wesirs trug, den Weisen aus Shitomir aufgefordert hatte, mit seinen Sch�lern in die Heilige Stadt �berzusiedeln. Wie oft kam das wohl vor, dass einem aschkenasischen Rabbiner solch eine hohe Ehre zuteil wurde?</p><p>Es wurde unter den Juden viel dar�ber diskutiert, zu welcher Kategorie von Weisen Raw Schefarewitsch hinzuzurechnen sei: Ob er ein gaon war, also einer der gro�en Religionslehrer, oder ein lamed-wownik, das hei�t einer jener 36 Gerechten, die es auf der Welt immerzu geben muss, weil Gott nur ihretwegen unsere s�ndige Erde nicht vernichtet. Sollte es nur ein einziges Mal auch nur einen einzigen lamed-wownik weniger auf der Erde geben � Schluss, aus, Ende. Wegen f�nfunddrei�ig Gerechten w�rde ER das nicht l�nger mit ansehen wollen.</p><p>Als im vergangenen Jahr Raw Schefarewitsch an Mumps erkrankte (jeder wei� ja, wie gef�hrlich diese Krankheit f�r einen nicht mehr ganz jungen Menschen ist), war Schmulik der Schreck in die Glieder gefahren: Gebe Gott, dass der Lehrer nicht stirbt, sonst haben wir am Ende keinen neuen lamed-wownik, und was dann? Aber der Raw kriegte noch mal die Kurve und blieb am Leben, er wurde blo� noch grimmiger.</p><p>Der gro�e Schefarewitsch war ein ganz besonderer Mensch. Wie man wei�, wird ja bei der Geburt in jede Seele ein Funken Gottes hineingelegt, aber bei ihm war es nicht blo� ein Funken, auch nicht eine Kerze, sondern eine Fackel, ein ganzes Lagerfeuer - es wurde einem schon ganz hei�, wenn man blo� neben ihm stand. Ungef�hrlich war es auch nicht, man konnte sich leicht mal die Finger verbrennen. Deshalb hatte der Raw in Shitomir viele Feinde gehabt, und auch in Jeruschalajim gab es schon einige, die ihn schief ansahen, obwohl sie doch erst vor einem Monat hier angekommen waren. Man sagte, er sei zu j�hzornig.</p><p>Na ja, ganz falsch war das nicht. Er war ein strenger Lehrer. Wenn er ins Klassenzimmer kam und sah, dass einer sich noch nicht das Gesicht gewaschen hatte und blo� so dasa� und verschlafen in die Gegend guckte, dann gab es �och un wej�, das hei�t �ach� und �weh�, oder, biblisch ausgedr�ckt, Heulen und Z�hneknirschen.</p><p>Deshalb legte Schmulik jetzt, immer noch die Augen vor der Sonne zukneifend, seinen Gebetsschal an, strich sich die langen Haare glatt und las ein Gebet �ber das Erwachen aus dem Schlafe: �Ich danke Dir, K�nig von allem was lebt und was ist, dass Du in Deiner unendlichen Gnade mir meine Seele gegeben hast.�</p><p>Dann wusch er sich die H�nde mit Wasser (jede dreimal, wie vorgeschrieben) und sprach das Gebet der Waschung.</p><p>Schlie�lich suchte er den Abtritt auf und dankte dabei dem K�nig des Universums, dass ER den Menschen so f�glich erschaffen und seinen K�rper mit allen notwendigen �ffnungen und H�hlungen im Innern versehen hatte.</p><p>Drei Gebete sp�ter - f�r das Heil der Seele, f�r die Bek�mmlichkeit des Fr�hst�cks (so ein Fr�hst�ck w�nscht man seinen Feinden: ein Becher mit hei�em Wasser und ein halbes Fladenbrot) und f�r gutes Lernen - setzte Schmulik sich mit den anderen Jeschiwa-Sch�lern an seinen Platz und vertiefte sich in die Gemara.</p><p>Die Nachbarn geb�rdeten sich ziemlich ger�uschvoll, man k�nnte auch sagen, sie veranstalteten einen rechten Radau: Der eine las laut seinen Text, ein anderer wackelte mit dem Kopf und wiegte sich vor und zur�ck, einige fuchtelten ungest�m mit den H�nden; aber Schmulik sah und h�rte nichts von dem, was um ihn herum vorging. Es gibt wohl keine spannendere Besch�ftigung auf der Welt, als Buchstabenverbindungen in ein Heft zu schreiben und kabbalistische Berechnungen anzustellen. Die Zeit h�rt einfach auf zu existieren, sie erstarrt in Ehrfurcht: Gleich, jetzt gleich r�hrt Schmulik an das Geheimnis, und schon ist die Welt nicht mehr wie fr�her. Das kann immer und jederzeit geschehen, in jedem Augenblick!</p><p>Ein Ger�usch brachte den k�nftigen Erretter der Menschheit in die schn�de Wirklichkeit zur�ck. Es war das Knurren im Magen seines Nachbarn Mendel, den man den Balabess Mendel nannte. Balabess oder Balbess hei�en die jungen Ehem�nner, die bis zum Erreichen der Reife in der Familie der Frau leben und speisen. Mendel war gerade erst vierzehn geworden, er hatte also noch reichlich Zeit zum Reifen.</p><p>Fr�her hatte rechts von Schmulik Michl der Bulle gesessen, dessen Name jetzt nicht mehr laut ausgesprochen werden durfte. Aber die Gedanken kann man nicht verbieten, und Schmulik dachte oft an den armen Bullen. Wo mochte er jetzt wohl sein?</p><p>Ja, so kann es einem ergehen. Da lebt ein Mensch ahnungslos vor sich hin, und wenn er auch nicht besonders helle ist und ein bisschen grob geschnitzt wie der Michl, so ist er doch ein Jude, und dann trifft ihn aus heiterem Himmel das Schicksal in Gestalt eines nacktbeinigen Hokuspokusmachers und das war �s, aus ist es mit dem Juden. Ein entsetzliches Los.</p><p>In Mendels Wanst brummte es wieder, und Schmuliks Bauch antwortete mitf�hlend.</p><p>Die Sonne hatte ihren h�chsten Punkt schon �berschritten. Zeit zum Mittagessen.</p><p>Gleich nach der Ankunft in der Stadt Jeruschalajim, sie m�ge ewig bestehen, wurde jedem Jeschiwa-Sch�ler eine Liste ausgeh�ndigt, in der verzeichnet stand, von welcher der ans�ssigen Familien er am Montag, Dienstag, Mittwoch und so weiter verk�stigt werden sollte. Dabei konnte man Gl�ck haben � oder eben nicht. Kein Tag war wie der andere. Geriet man an eine arme Familie oder an eine, wo man den Daumen auf den Beutel hielt, dann hie� es eben hungern. Hatte man eine gastfreundliche und mitleidige erwischt, wurde man satt und rund gef�ttert.</p><p>F�r Schmulik war heute Madame Perlowa an der Reihe. Das war einerseits gut, andererseits schlecht. Gut war es, weil das Essen bei der Witwe besser war als bei jedem Passahmahl: Fleisch und Fisch gab es da, und sogar gef�llte Cremet�rtchen (Lob und Dank sei dem Herrn, der so ein Wunder geschaffen hat). Schlecht war�s, weil sie sich immer dazusetzte, ihn mit ihren feuchten Kuhaugen anstarrte und ihm die Schulter streichelte oder ihm manchmal sogar �ber die Wange strich. Das war Schmulik ungeheuer peinlich, dabei konnte ihm sogar das Eclair im Halse stecken bleiben.</p><p>Madame Perlowa war, wie andere reiche Witwen auch, in die Stadt Jeruschalajim gekommen, m�ge sie ewig bestehen, um nahe dem Friedhof auf dem �lberg zu sterben. Sie hatte auch bereits eine Grabstelle in allerbester Lage erworben. Aber ihre k�rperliche Konstitution reichte noch f�r mindestens f�nfzig Jahre, also musste sie sich darum k�mmern, wie sie die sinnvoll verbringen konnte. F�r gew�hnlich wird ja der Frau daf�r, dass sie ihren Gatten bekocht und umsorgt, in der anderen Welt genau die H�lfte der von ihm verdienten Seligkeit zuteil. So gesehen war von dem verstorbenen Herrn Per-low nicht allzu viel zu erhoffen, denn er war B�rsenmakler gewesen. F�r das weltliche Wohl der Frau hatte er gesorgt, das ja, aber was das Danach anging � o weh. Das Interesse der Witwe an Schmulik Mamser war also nur allzu verst�ndlich, denn es war schon absehbar, dass aus ihm mal ein gro�er Gelehrter w�rde, wenn nicht mehr.</p><p>Und manchmal dachte er sogar selber schon ans Heiraten. Ein erster zarter Flaum spross ja schon auf seinem Kinn. Sollte er etwa warten, bis ein richtiger Schnurrbart da war? Schlie�lich war er jetzt, ohne seinen scheu�lichen Familiennamen, der in Shitomir zur�ckgeblieben war und bald vollkommen in Vergessenheit geraten sein w�rde, ein begehrter Br�utigam geworden. Er besa� zwar keinen roten Heller, aber wann hat ein Jude je Wert auf Reichtum gelegt? Gelehrsamkeit und ein guter Name sind allemal mehr wert als Geld, und einen illuj nimmt man sogar in jeder alteingesessenen Jerusalemer Familie mit offenen Armen auf. Die Sephardim heiraten zwar niemals aschkenasische M�dchen, weil die verzogen und eigensinnig sind, aber einen aschkenasischen Br�utigam nehmen sie gern, denn aus denen werden gute und treu sorgende Ehem�nner.</p><p>Aber wozu brauchte er eine sephardische Familie, wenn es Madame Perlowa gab? Sie war gutm�tig und h�uslich, und dazu eine Frau mit Kapital, also w�rde sich Schmulik nicht durch die Sorge um das t�gliche Brot von dem, was wichtig war in seinem Leben, ablenken lassen m�ssen. Sie war nat�rlich ganz sch�n dick und auch nicht gerade eine Sch�nheit, aber wie die Weisen sagen: k�rperliche Sch�nheit bedeutet nichts; und die Weisen m�ssen es ja wissen.</p><p>Und Raw Schefarewitsch sagte ja auch immer: heirate. N�chste Woche wollte er Schmulik zu Rabbi Menachem Ajsig bringen, damit er ihm erkl�rte, wie man richtig bei einer Frau liegt, ohne eine der Vorschriften der Thora zu brechen. Denn an der Vereinigung des Fleisches nehmen drei teil: der Mann, die Frau und DER, DESSEN NAME gesegnet sei.</p><p>Auf dem Weg zu Madame Perlowa fasste Schmulik einen Entschluss: Ich gehe hin und h�re mir an, was Rabbi Menachem Ajsig sagt. Was ich nicht verstehe, lerne ich auswendig, und dann mache ich die Witwe meinetwegen gl�cklich und heirate sie. Ich hab lange genug auf dem Fu�boden geschlafen.</p><p>Im armenischen Viertel fiel er in einen leichten Trab. Dort lebten Strolche, die die Juden gern mit Eselsmist bewarfen. Aber das war gar nichts gegen die Halbstarken aus der Arbeitersiedlung in Shitomir, die bewarfen einen auch schon mal mit Steinen.</p><p>Was w�rden Sie lieber ins Kreuz kriegen, wenn Sie w�hlen k�nnten: einen sch�nen scharfkantigen Pflasterstein oder ein St�ck Eselsschei�e, das zwar erst kleben bleibt, aber dann von selbst wieder abf�llt?</p><p>Eben.</p><p>Wie man es drehte und wendete, in jedem Fall lie� sich sagen, dass Schmulik im vergangenen Fr�hling die Lebensleiter kr�ftig nach oben geklettert war, genau genommen von ganz unten nach ganz oben, �ber Gott wei� wie viele Stufen. Aus dem Shitomirer Mamser war ein begehrter Br�utigam geworden, und zwar nicht irgendwo, sondern in der Stadt Jeruschalajim selbst, m�ge sie ewig bestehen.</p><p><strong>Die rothaarige Schickse</strong></p><p>Nach dem Mittagessen, das heute ganz besonders gut gewesen war, aalte sich Schmulik ein wenig auf den weichen Kissen im Hof. Und las Madame Perlowa aus der Thora vor. Sie verstand zwar kein Wort, h�rte aber and�chtig zu und wagte ihm nicht mit ihren Streicheleien zu kommen. Im Hof der Witwe wuchs ein richtiger schattiger Baum, eine ausgesprochene Rarit�t in der Altstadt. Man h�tte ewig so sitzen k�nnen, aber er musste sich sputen und Zusehen, dass er zur�ck in die Jeschiwa kam. In der zweiten Tagesh�lfte wurden die Sch�ler von Raw Schefarewitsch selbst unterrichtet, und da durfte man auf keinen Fall zu sp�t kommen. Es machte keinen Unterschied, ob jemand ein illuj war oder nicht, er klatschte einem eins mit dem Zeigestock auf die Finger, und zwar saftig. Mit dem Fleische �bte der Lehrer keine Nachsicht, nicht mit seinem eigenen noch mit dem anderer, denn der K�rper geh�rt zum assja, der niedrigsten Sph�re der Erscheinungen, und verdient keine Nachsicht.</p><p>Sogar in der Jerusalemer Hitze kleidete der Raw sich so, wie es sich f�r einen aschkenasischen Weisen geh�rt, n�mlich in einen schwarzen langsch��igen Gehrock mit Samtkragen und ein strejmel aus Fuchspelz, unter dem die wei�en Schl�fenlocken hervorschauten, die immer schwei�verklebt waren. Und das war jetzt, im Mai, was w�rde erst im Sommer werden? Die Hitze im Gelobten Land, sagt man, sei so schlimm, dass, wenn man ein Ei in den Sand steckt, es in zwei Minuten hart gekocht ist. Ob die Heiligkeit des Raw solch einer Pr�fung wohl standhalten w�rde?</p><p>Schmulik betrachtete den in der Klasse auf und ab schreitenden Lehrer und dachte: Er h�lt stand.</p><p>Jetzt blieb Raw Schefarewitsch neben dem schielenden Lejbl stehen und stie� ihm seinen Zeigefinger in den Nacken.</p><p>�Warum hast du das Kapitel aus der Mischna nicht abgeschrieben, wie ich euch auf gegeben habe?�</p><p>�Ich hatte Bauchschmerzen�, antwortete Lejbl mit h�ngendem Kopf.</p><p>�Er hatte Bauchschmerzen�, verk�ndete der Lehrer den �brigen Jeschiwa-Sch�lern, als h�tten sie es nicht selbst gerade vernommen. �Wir wollen das besprechen.�</p><p>Der letzte Satz bedeutete, dass das Lehrgespr�ch begonnen hatte, gleich w�rde aus dem Munde des Raw eine Quelle der Weisheit sprudeln.</p><p>Und so geschah es.</p><p>�Es steht geschrieben: Alle Krankheiten ereilen den Menschen als Strafe f�r seine S�nden. Richtig?�</p><p>Lejbl zuckte mit den Achseln. Dieser Anfang verhie� f�r ihn nichts Gutes. Raw Schefarewitsch tat, als sei er h�chst verwundert.</p><p>�Etwa nicht? Der Kopf tut weh, weil er an Eitles und Unreines denkt. Den Leckerm�ulern, die viel Zucker knabbern, schmerzen die Z�hne. Und einem liederlichen Menschen, der um die unkeuschen M�dchen herumscharwenzelt, fault die Rute ab. Stimmst du mir darin wenigstens zu?�</p><p>Lejbl musste nicken.</p><p>�So ist es gut. Wenn dir der Bauch wehgetan hat, bedeutet das, dass dein Bauch ges�ndigt hat, weil er etwas Unrechtes gefressen hat. Dein Bauch ist schuld an deiner Krankheit. Richtig? Und wem geh�rt dein Bauch? Dir. Also bist du selber schuld. Richtig?�</p><p>An Lejbls Stelle w�rde ich jetzt mit einem Zitat aus �Perlenfelder� von Salomon ben Jehuda Ibn Gabirol antworten, dachte Schmulik: �Ein Dummkopf gibt anderen die Schuld, der Kluge sich selbst, aber der Weise niemandem.� Schmulik hatte seit kurzem die Gewohnheit angenommen, mit seinem Lehrer Dispute zu f�hren. Das war einerseits f�r einen Talmudisten eine recht l�bliche Angewohnheit, andererseits aber auch nicht ganz ungef�hrlich, soweit es Rab Schefarewitsch betraf, und deshalb f�hrte der illuj seine Streitgespr�che auch nur ganz im Stillen, in Gedanken.</p><p>Lejbl konnte keine Zitate zu seiner Verteidigung anf�hren, also kriegte er eins mit dem Zeigestock.</p><p>Der Lehrer war heute wieder reichlich schlechter Laune � wie die ganzen letzten Tage. Auch Shimon bekam eins auf die Pfoten, weil er seine Aufgaben �ngstlich und unvollst�ndig aufsagte.</p><p>�Hast du alles gesagt, was du wei�t?� brummte der Raw mit finsterem Gesicht.</p><p>�Ja, ich habe alles gesagt, was ich wei߫, antwortete Shimon, genau in der vorgeschriebenen Form.</p><p>Aber das half ihm auch nichts.</p><p>�Der Dumme sagt, was er wei�. Der Weise wei�, was er sagt�, donnerte der Lehrer.</p><p>Und Schmulik konterte in Gedanken sofort mit einem anderen Aphorismus: �Die Dummheit schreit, die Weisheit fl�stert.� Ausgezeichnete Antwort. Das w�re ein Ding, mit dem Raw zu disputieren, egal �ber welches Thema. Man w�rde noch sehen, wer da den K�rzeren z�ge. Es gibt so ein Ger�t, das nennt man �Fernsprecher�. Das w�re genau das Richtige f�r einen Disput mit Raw Schefarewitsch: Du kannst alles sagen, und er kommt mit seinem Zeigestock nicht an dich heran.</p><p>Shimon hatte es eigentlich nicht verdient, fand Schmulik, dass er derart eins �bergezogen bekam, mit vollem Schmackes. Der arme Kerl heulte j�mmerlich auf, und die Tr�nen schossen ihm aus den Augen. Au�er Michl dem Bullen mit seinem dicken Fell h�tte keiner von den Jeschiwa-Sch�lern so eine Exekution ausgehalten, ohne wie am Spie� loszubr�llen.</p><p>Wieder war ihm der verbotene Name eingefallen, schon zum zweiten Mal an diesem Tag.</p><p>Anscheinend hatte Raw Schefarewitsch an dasselbe gedacht, denn er w�hlte als Thema f�r das heutige Lehrgespr�ch die Abtr�nnigkeit.</p><p>�Das moderne Europa�, begann der gro�e Mann, �stellt eine furchtbare Gefahr f�r das Judentum dar. Fr�her, als man uns beraubt, ermordet und in Ghettos eingesperrt hat, war es leichter � die Verfolgung hat uns nur geeint. Heute aber haben sich die Regierungen der so genannten fortschrittlichen L�nder vom Antisemitismus losgesagt, und die Juden in diesen L�ndern sind jetzt in Versuchung geraten, so sein zu wollen wie alle und sich in nichts von den Gojim zu unterscheiden. Denn Jude ist man nicht nur durch den Zufall der Geburt, sondern das Judentum bedeutet auch eine bewusste Wahl. Wenn du nicht willst � dann lass es halt bleiben. Lass dich taufen oder zeig einfach nicht mehr, dass du Jude bist, und sofort �ffnen sich dir alle Wege. In den L�ndern Pojln und Lite, die heute zum Russischen Reich geh�ren, ist die Lage im Moment noch leidlich, weil dort den Juden, die aufgeh�rt haben, Juden zu sein, trotzdem keine Bewegungsfreiheit gegeben wird, wegen ihrer Abstammung. Im westlichen Europa dagegen steht die Sache sehr schlimm. Im Lande Dajtschland hat Bismarck dem Judentum einen gro�en Schaden zugef�gt, Tausende von Juden haben sich vom Glauben ihrer V�ter abgewandt. B�se steht es auch im Lande Zorfoss, dort hat man schon vor hundert Jahren die Gleichberechtigung der Juden ausgerufen. Gott sei Dank haben die dummen Gojim dort einen Prozess gegen den getauften Juden Dreyfus angestrengt, das hat viele Abtr�nnige nachdenklich gemacht. Die Feinde der Juden unterteilen sich in zwei Gattungen. Die erste will uns vernichten. Weil GOTT aber SEINE sch�tzende Hand �ber SEIN auserw�hltes Volk h�lt, braucht man diese nicht zu f�rchten. Hundertmal gef�hrlicher ist die zweite Gattung, weil sie es nicht auf unsere K�rper abgesehen hat, sondern auf unsere Seelen. Sie locken uns mit guten Worten und Freundlichkeiten, weil sie wollen, dass wir auf unsere Besonderheit verzichten und aufh�ren, Juden zu sein. Und viele, sehr viele, lassen sich �berreden und werden zu Meschumodim. Ein Meschumed, der das Christentum angenommen hat, ist tausendmal schlimmer als der Schlimmste aller Gojim. Um sich bei seinen neuen Herren einzuschmeicheln, verleumdet er uns und unseren Glauben. Und wenn er unter uns erscheint, dann s�t er Zweifel und Versuchung in den Herzen der Kleinm�tigen, indem er sich gro�tut mit seiner Kleidung und seiner gesellschaftlichen Stellung.�</p><p>Raw Schefarewitsch geriet mehr und mehr in Wallung. Seine Augen spr�hten das Feuer heiligen Ingrimms, und immer wieder streckte sich der Zeigefinger seiner rechten Hand drohend zur Decke empor.</p><p>�Diese Verr�ter muss man vertilgen, wie man ein krankes Schaf vertilgen muss, bevor es die ganze Herde verdirbt! Gott der Herr sagt: �Denn jedem vom Hause Israel, der sich mir entfremdet, dem will ich, der Herr, mich pers�nlich zur Antwort stellen. Ich richte mein Antlitz auf jenen Mann; ich mache ihn zum Warnzeichen und Sprichwort und rotte ihn aus der Mitte meines Volkes aus. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.��</p><p>Schmulik hielt dagegen: �Gott der Herr hat nicht gesagt �ausrotten� � und Punkt und Ende, sondern �ausrotten aus der Mitte meines Volkes�, das hei�t: aus dem Volk der Juden vertreiben, und sollen sie ruhig weiterleben, wie sie �s halt k�nnen, nur ohne MICH.�</p><p>Aber das hatte er selbstverst�ndlich nur per Fernsprecher gesagt, sodass der Raw das Argument nicht geh�rt hatte und weiterdonnerte. Jetzt waren die Zionisten an der Reihe:</p><p>�Wir Juden sind die einzigen Bewahrer des g�ttlichen Lichts, das ohne unser Volk schon lange verloschen w�re. Wir ver�ndern uns nicht, wir sind noch immer dieselben, die wir zu Zeiten Abrahams und Moses waren. Was aber wollen die Zionisten? Sie wollen, dass die Juden ein ganz gew�hnliches Volk und ein ganz gew�hnlicher Staat werden. Aber gew�hnliche V�lker haben keine Dauer, sie kommen und gehen. Wo sind die Moabiter, die Philister, die Assyrer, wo die Babylonier und die R�mer, die uns gepeinigt haben? Sie sind schon lange vom Erdboden verschwunden, neue V�lker haben sie verdr�ngt, die Engl�nder, die Deutschen, die T�rken, die Russen. Zwei oder drei Jahrhunderte vergehen, und die Fackeln dieser jungen V�lker, die heute noch so hell leuchten, werden erl�schen, und an ihrer statt werden neue, noch hellere aufflammen. Unser Licht dagegen wird weiterleuchten mit derselben stillen, unl�schbaren Flamme wie seit Tausenden von Jahren! Gibt es in der Welt ein anderes Volk, dessen Licht so lange brennt wie unseres?�</p><p>Da hielt es Schmulik nicht mehr aus.</p><p>�Und die Chinesen, Rebbe?�, fragte er laut. �Die Chinesen haben ihre Br�uche genauso lange bewahrt wie wir, vielleicht sogar noch l�nger. Viertausend Jahre, so lange schon.�</p><p>Von den Chinesen hatte er bei Madame Perlowa in einer Enzyklop�die gelesen.</p><p>Sein Einwand erzielte beachtliche Wirkung, dem Raw begann direkt der Bart zu zittern. Tja, was wird er darauf jetzt wohl antworten, was f�r Zitate wird er anf�hren?</p><p>Aber Schmulik bekam keine Zitate, sondern eins mit dem Zeigestock, und zwar nicht auf die Finger, sondern auf Hals und Hinterkopf.</p><p>Dann flog er unter einer Flut von Gezeter und Schl�gen hochkant aus dem Klassenzimmer.</p><p>Mit Raw Schefarewitsch lie� sich eben schwer diskutieren.</p><p>Jetzt hie� es warten, bis der Lehrer sich wieder abgek�hlt hatte, dann konnte man hingehen und um Vergebung bitten � in ein, zwei Stunden, eher nicht.</p><p>Schmulik schob die H�nde in die Taschen und ging auf der Stra�e hin und her, passte aber dabei gut auf, dass er nicht zu nahe ans armenische Viertel herankam.</p><p>In der N�he des Dung-Tors rief ihn jemand auf Russisch an.</p><p>�He, Junge! Junge!�</p><p>Eine Schickse in einem dunklen Seidenkleid und mit roten Haaren unter einem durchsichtigen Tuch kam auf ihn zugelaufen. Sie hatte eine Reisetasche in der Hand. Das sommersprossige Gesicht der Frau kam Schmulik irgendwie bekannt vor.</p><p>�Du hei�t Schmulik, stimmt�s ?�, l�chelte die Rothaarige freudig. �Wir haben uns doch auf dem Dampfer miteinander unterhalten, wei�t du noch? Ich trug damals ein Nonnenhabit.�</p><p>Genau, jetzt fiel�s ihm wieder ein. Diese Schickse hatte er schon mal gesehen, als er mit den andern Sch�lern aus Raw Schefarewitschs Jeschiwa von Moskau aus mit dem Dampfer bis zum Meer gefahren war. Blo� in der Kutte war die Schickse nicht so sch�n gewesen. Mit den goldenen T�pfelchen im Gesicht und den Haaren, die aussahen wie ein leuchtender Heiligenschein.</p><p>�Guten Tag�, sagte Schmulik h�flich. �Wie geht es Ihnen?�</p><p>�Danke. Wie sch�n, dass ich dich treffe!� Die Rothaarige freute sich immer noch.</p><p>Was sollte daran denn sch�n sein?</p><p>Da steht ein Sch�ler des ehrbaren Raw Schefarewitsch mitten auf der Stra�e und plaudert mit einer Schickse. Gebe Gott, dass es niemand dem Lehrer petzt. Schmulik hatte auch ohne dies genug Malessen. Da war schon so ein Litwak mit schwarzem Hut und Kaftan stehen geblieben und schielte her�ber. Der sollte mal besser an den weisen Spruch denken: �Besser mit einer Frau sprechen und an Gott denken als umgekehrt.�</p><p>Aber wenn man ehrlich war, dachte Schmulik in diesem Moment gar nicht an Gott, sondern er dachte: Wenn Madame Perlowa genauso wei�e Haut h�tte, w�re es um einiges angenehmer, sie zu heiraten.</p><p>�Ich muss unbedingt mit dir reden!�, sagte die Schickse.</p><p>Der Litwak glotzte immer noch her�ber. Das konnte nicht gut gehen, der w�rde es ganz bestimmt dem Rab melden.</p><p>�Ich habe es sehr eilig�, brummte Schmulik. �Ich habe leider �berhaupt keine Zeit.�</p><p>Und damit wollte er weitergehen. Aber die sch�ne Schickse fing auf einmal an zu wanken und st�tzte sich mit einem St�hnen auf Schmuliks Schulter.</p><p>�Oj, mir ist so schwindlig . . . Junge, bring mich in den Schatten . . . gib mir einen Schluck Wasser . . .�</p><p>Sie schloss die Augen und griff sich an die Stirn. Wahrscheinlich ein Sonnenstich, sie war bestimmt die Sonne nicht gew�hnt.</p><p>Nun lautet eines der wichtigsten g�ttlichen Gebote, eines, das alle Verbote �bersteigt: Sei barmherzig. Also bringe ich sie in den Schatten, gebe ihr etwas zu trinken und mache mich schleunigst aus dem Staub, dachte Schmulik.</p><p>Er fasste die indisponierte Frau am Ellenbogen, wedelte mit der Hand vor ihrer Nase herum, wie mit einem F�cher � damit der Litwak sah: Hier findet nicht etwa ein Flirt statt, sondern da ist blo� jemandem von der Hitze schlecht geworden.</p><p>In der Seitengasse war es k�hl und schattig. Schmulik setzte die Russin auf eine Steinstufe, lief zum Brunnen und sch�pfte Wasser mit seiner Jarmulke. Die Schickse nahm einen Schluck und kam rasch wieder zu sich. Sie sagte:</p><p>�Junge, ich suche einen Mann.�</p><p>Sp�testens jetzt h�tte Schmulik seiner Wege gehen sollen. Barmherzigkeit hatte er gezeigt, das sollte eigentlich reichen. Aber er war neugierig, wen sie wohl suchen mochte. Und au�erdem w�rde ja kaum jemand extra in diese kleine Seitengasse hereinspaziert kommen, nur um nachzusehen, ob sich da nicht vielleicht ein Jeschiwa-Sch�ler mit einer Schickse unterhielt.</p><p>�Was denn f�r einen Mann?�</p><p>�Er hei�t Manuila und ist der Prophet der �Findelkinder�-Sekte, kennst du ihn?�</p><p>Schmulik erschrak. Wie seltsam! Jetzt f�ngt die auch noch von dem nacktbeinigen hokuspokusmach er an!</p><p>Seine Augen mussten ihn wohl verraten haben, denn die Rothaarige fragte rasch:</p><p>�Er war also hier. Und du hast ihn gesehen, stimmt�s?�</p><p>Schmulik z�gerte mit der Antwort.</p><p>Es war am ersten Samstag nach dem Passahfest gewesen, ganze zwei Wochen war es schon her, aber es schien ihm, als w�re es heute.</p><p>Rab Schefarewitsch hatte die Jeschiwa-Sch�ler zur Klagemauer gebracht.</p><p>Sie stellten sich in einer Reihe auf und begannen zu beten. Schmulik schloss die Augen, um sich den Tempel vorzustellen � in seiner unverg�nglichen Pracht und Herrlichkeit �, so wie er fr�her war und wie er sein w�rde, wenn die Stunde gekommen ist.</p><p>Pl�tzlich stie� ihn sein Nachbar mit dem Ellenbogen in die Seite und zeigte nach rechts.</p><p>Dort stand ein Vagabund in einem schmutzigen, zerlumpten Kittel, mit einem blauen Lappen als G�rtel. In der Hand hielt er einen knorrigen Stock, und an den F��en trug er Bauernbastschuhe, die mit trockenem Lehm verklebt waren. Sein zerzauster Kopf war unbedeckt, auf seinem R�cken hing ein Sack � im Lande Pojln hatten sie solche �Sidorim� genannt.</p><p>Der Zerlumpte betrachtete neugierig die sich in Trauer und Schmerz vor und zur�ck wiegenden Juden. Nachdenklich hob er den Saum seines Kittels und kratzte sich die sehnigen, behaarten Waden � von einer Hose war unter dem erb�rmlichen Kleidungsst�ck nichts zu entdecken.</p><p>�Was habt ihr denn, ihr Leute, warum weint ihr?�, fragte er auf Hebr�isch, aber mit einer wunderlichen Aussprache.</p><p>Es stellte sich heraus, dass er, trotz der Bastschuhe, ein Jude war, wenn auch ein ziemlich merkw�rdiger. Aber was sollte das f�r ein Jude sein, der nicht wusste, worum man an der Klagemauer weinte? Wahrscheinlich ein Irrer.</p><p>Das Gesetz schreibt vor, dass man Mitleid mit den Verr�ckten haben soll, deshalb gab Schmulik dem Vagabunden h�flich Antwort, aber nat�rlich nicht auf Hebr�isch (denn die heilige Sprache ist nicht f�r m��iges Geplauder bestimmt), sondern auf Jiddisch:</p><p>�Wir beweinen die Zerst�rung des Tempels.�</p><p>Raw Schefarewitsch warf zwar einen fl�chtigen Blick auf den Unwissenden, sagte aber nichts, weil es ihm, einem gaon (und vielleicht sogar einem lamed-wownikl), nicht anstand, mit jedem Dahergelaufenen zu sprechen.</p><p>�Ich verstehe deine Sprache nicht so gut�, sagte der Nacktbeinige in seinem komischen Hebr�isch, das wie Vogeltschilpen klang. �Du sagst, ihr weint um den Tempel? Den, der fr�her hier mal gestanden hat?� Und er deutete auf den Tempelberg.</p><p>Schmulik nickte, schon tat es ihm Leid, dass er sich in das Gespr�ch hatte hineinziehen lassen.</p><p>Der Vagabund wunderte sich. �Warum soll man darum weinen? Das sind doch nur Steine. Ihr solltet lieber weinen, damit der Maschicha bald kommt.�</p><p>Schmulik verstand erst nicht, wer denn dieser �Maschicha� sein sollte, aber als er dann darauf kam, dass er den �Maschiach� meinte, den Messias, und blo� das Wort verdreht hatte, erschrak er zu Tode. Umso mehr, als der Raw aufgeh�rt hatte, sein Gebet zu fl�stern, und sich umdrehte. Berl, der immer alles wusste, war zu ihm getippelt und fl�sterte:</p><p>�Rebbe, das ist der russische Prophet Manuila, der besagte . . . Man hat ihn in der Stadt schon gesehen, ich habe Ihnen davon erz�hlt.�</p><p>Die Stirn des Lehrers legte sich in bedrohliche Falten, und er sagte laut auf Russisch:</p><p>�Ich bin Aron Schefarewitsch, Mitglied des Rates der Rabbiner der Stadt Jeruschalajim. Und wer bist du, dass du leere Reden in der Sprache des Gebetes f�hrst, die du nicht beherrschst? Woher kommst du und wie hei�t du?�</p><p>Der Vagabund sagte, er hei�e Immanuel und komme vom Berge Har-Sejtim, wo er die Nacht in einer der dort gelegenen H�hlen verbracht habe. Auch auf Russisch konnte er sich mehr schlecht als recht verst�ndigen � man sagt �ber solche Leute, sie haben �einen Klo� im Mund�. Und was sollten das f�r H�hlen auf dem �lberg sein? Doch nicht etwa die Grabesh�hlen? F�r diese L�sterung wird ihm der Raw gleich mal die Leviten lesen!</p><p>Aber der Lehrer ging nicht weiter auf die H�hle ein, sondern er fragte Stattdessen angewidert:</p><p>�Bist du deshalb am Schabbat so schmutzig?�</p><p>Nein, lachte Immanuel darauf unbek�mmert, er habe in der Erde gegraben, deshalb sei er jetzt voll geschmiert wie ein St�ck Borstenvieh. Komisches Wort, Borstenvieh, oder?</p><p>�In der Erde gegraben? Am Schabbat? Und du nennst dich Jude?�</p><p>Eine Menschenmenge hatte sich um die beiden versammelt. Alle wollten h�ren, wie der gro�e Talmudist, der Meister des Wortgefechts, diesen M�chtegern-Propheten in seine Schranken wies.</p><p>Der Mann, der sich Immanuel nannte, winkte unbek�mmert ab. Ach was, sagte er, der Mensch ist nicht f�r den Schabbat da, sondern der Schabbat f�r den Menschen.</p><p>�So spricht kein Jude, so spricht Jesus, der Gott der Christen�, bemerkte Raw Schefarewitsch zu seinen Sch�lern gewandt. �Nein, Immanuel, du bist kein Jude.�</p><p>Der Vagabund hockte sich auf die Erde, legte den Stab quer �ber die Knie und schaute den Lehrer von unten nach oben ganz munter an. �Einen Gott Jesus�, antwortete er, �den kenne ich nicht, und ich bin Jude, das kannst du mir ruhig glauben. Aber du, grimmiger Mensch, du bist kein Jude. Denn ein Jude ist nicht der, der von einer j�dischen Frau geboren wurde, Schl�fenlocken tr�gt und kein Schweinefleisch isst, sondern der, der seine Seele reinigen will. Jeder kann Jude werden, der den Bund mit Gott schlie�t, und daf�r braucht man keine dummen Verbote, und man muss nicht den kleinen Jungen was abschneiden. Gott vertraut dem Menschen auch ohne das alles.� Hier fing Immanuel an zu lachen und beendete dann seine gottesl�sterliche Rede in absolut emp�render, ja geradezu flegelhafter Weise. �Sag doch selbst�, sprach er, �du Mitglied des Rates der Rabbiner, was sollte Gott, dem doch alle Sch�tze des Himmels und der Erde geh�ren, mit so einem Sch�tzchen wie einem St�ck von deinem Pillermann?�</p><p>Dieses ulkige Wort erklang so unerwartet, dass einer der Jeschiwa-Sch�ler anfing zu kichern und Schmulik fest die Augen zusammenkniff, um m�glichst schnell das Bild aus seinem Sinn zu vertreiben, das seine lebhafte Fantasie ihm sogleich vor Augen gebracht hatte: Gott der Herr betrachtet das Geschenk des Raw Schefarewitsch und �berlegt, was ER jetzt mit dieser Winzigkeit anfangen soll � soll Er es irgendwo verwahren oder einfach wegwerfen?</p><p>Das Kichern verstummte. Eine Unheil verk�ndende Stille trat ein. Niemand hatte dem ehrw�rdigen Raw je solch eine furchtbare Beleidigung zugef�gt, und dazu noch in aller �ffentlichkeit, vor einem ganzen Haufen versammelter Juden, und nicht irgendwo, sondern an der Klagemauer!</p><p>War es zu verwundern, dass der Lehrer au�er sich geriet?</p><p>�Juden!�, rief er und sch�ttelte die F�uste. �Steinigt den Frevler!�</p><p>Aber kaum einer der Anwesenden hob einen Stein auf, und wenn es einer tat, dann mehr zum Schein. War das etwa ernst gemeint � sie sollten einen Stein auf einen lebenden Menschen werfen?</p><p>Nur Michl der Bulle warf, der unbegabteste aller Sch�ler, den der Rab nur deshalb in seiner Jeschiwa duldete, damit er allerlei schwere Arbeit f�r ihn verrichtete. Michl war doppelt so breit wie die anderen Jeschiwa-Sch�ler und viermal so stark. Alle f�rchteten seinen Zorn und sein gewaltt�tiges Wesen. Schmulik hatte einmal gesehen, wie der Bulle einen Stra�enk�ter am Schwanz gepackt und seinen Kopf an einer Wand zerschmettert hatte. Dabei hatte ihn der Hund gar nicht gebissen, nicht einmal angebellt � er hatte einfach mitten auf dem Weg gelegen, wie es die Hunde gern tun.</p><p>Der Stein traf den Sitzenden an der Brust. Der wankte kurz, hielt sich die verletzte Stelle mit der Hand und erhob sich rasch.</p><p>Michl hob den n�chsten Stein auf, aber da schaute Immanuel seinem Widersacher fest in die Augen und sagte ganz schnell einige sehr seltsame Worte. �Junge�, rief er klagend, �du tust mir weh. So, wie man deinem Vater wehgetan hat, als man ihn umbrachte.�</p><p>Der Bulle lie� den Stein fallen und wurde wei� wie eine Wand. Nie im Leben h�tte Schmulik geglaubt, dass das flache, kupferfarbene Gesicht Michls so wei� werden k�nnte.</p><p>Aber das war ja auch ein Ding! Woher wusste der fremde Mann, dass Michls Vater bei einem Pogrom in Poltawa von der �Leibgarde Christi� erschlagen worden war?</p><p>Da besann sich auch Raw Schefarewitsch. Er gab den anderen ein Zeichen, dass auch sie ihre Steine fallen lie�en.</p><p>�Du behauptest also, du seiest ein Jude?�, fragte er.</p><p>�Nat�rlich�, brummte der wundersame Vagabund und zog den Kragen seines Kittels nach unten. Auf der knochigen Brust sah man eine h�ssliche Beule, die sich schnell blau und weinrot zu f�rben begann.</p><p>Da sagte der Lehrer unheilvoll:</p><p>�Ausgezeichnet. Genech, gej-no mit mir!�</p><p>Und schnellen Schrittes begab er sich zum Machkame-Palast, der sich in der N�he der Klagemauer befand. Genech, ein ortsans�ssiger Sch�ler, der Arabisch und T�rkisch konnte, st�rzte hinter ihm her.</p><p>Schmulik wusste sofort, wohin der Raw eilte und was er dort wollte. Im Machkame befanden sich das st�dtische Gericht und die Zabtiye, die t�rkische Polizei. Nach dem Gesetz unterstanden alle Juden dem Rat der Rabbiner, und wenn ein Mitglied des Rates befahl, einen Juden ins Gef�ngnis zu werfen, musste der Befehl ausgef�hrt werden.</p><p>Aber Immanuel wusste das anscheinend nicht, und deshalb beunruhigte er sich nicht im Geringsten. Und niemand von den anwesenden Juden warnte ihn.</p><p>Der Bulle fragte mit heiserer Stimme:</p><p>�Woher wei�t du das von meinem Vater?�</p><p>Der Vagabund antwortete: �Das hab ich gelesen.�</p><p>�Wo denn gelesen? In der Zeitung? Das ist doch schon sieben Jahre her!�</p><p>�Nicht in der Zeitung�, sagte Immanuel, �sondern in einem Buch.�</p><p>�In was f�r einem Buch denn?�</p><p>�In dem da�, erkl�rte der Zerlumpte mit ernster Miene und zeigte auf Michls Stirn. �Ich kann in einem Gesicht lesen wie andere Menschen in einem Buch. Es ist sehr einfach, man muss nur die Buchstaben kennen. Das Gesicht hat nicht siebenunddrei�ig Buchstaben wie das russische Alphabet, auch nicht zweiundzwanzig wie das lateinische, sondern insgesamt sechzehn. In einem Gesicht zu lesen ist noch viel interessanter als in einem Buch � es erz�hlt dir viel mehr und betr�gt dich niemals.�</p><p>Und da sagte der Bulle pl�tzlich das Gebet auf, das man sprechen muss, wenn man ein himmlisches Wunder erschaut oder wenn einem das Gl�ck zuteil wird, einem bedeutenden Menschen zu begegnen: �Baruch ata Adonaj Elohejnu melech ha-olam, sche-kacha lo be-olamo� � �Gesegnet seiest du, Herr unser Gott, der Herrscher des Universums, in dessen Welt es dieses gibt.�</p><p>Dass der Michl ganz von selbst ein Gebet aufsagte, ohne dass ihn jemand dazu zwang! Unglaublich!</p><p>Als er mit seinem Gebet zu Ende war, sagte der Bulle:</p><p>�Sie m�ssen gehen, Rebbe. Gleich wird die Polizei kommen, dann wird man Sie verpr�geln und ins Gef�ngnis werfen.�</p><p>Immanuel sah sich besorgt nach dem gro�en Haus um, in dem Raw Schefarewitsch verschwunden war. �Ach�, sagte er, �ach, ich gehe gleich. Gehe gleich ganz weg.� Und den um ihn Herumstehenden erkl�rte er vertraulich, dass er bisher in Jerusalem noch nichts zu tun habe. Die Pharis�er habe er sich schon angesehen, und jetzt wolle er sich die Sadduz�er ansehen. Man habe ihm n�mlich erz�hlt, dass die Sadduz�er sich in der Jesreelebene angesiedelt h�tten, dort, wo einmal die Stadt Megiddo war.</p><p>Dann sch�rzte er sein Gewand und eilte von dannen.</p><p>Michl lief ihm nach und fasste ihn an der Schulter.</p><p>�Rebbe, ich komme mit Ihnen! Der Weg nach Megiddo ist weit, und dort gibt es �berall R�uber, allein sind Sie verloren! Ich bin stark, ich werde Sie besch�tzen. Und Sie bringen mir daf�r die sechzehn Buchstaben bei!�</p><p>Dabei sah er Immanuel an, als hinge von der Antwort sein ganzes Leben ab.</p><p>Doch der sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Aber warum nicht?�, rief der Bulle.</p><p>�Du wirst diese Buchstaben niemals lernen�, sagte der hokuspokusmach er. �Du brauchst es nicht. Und mit mir gehen brauchst du auch nicht. Es wird mir nichts geschehen, Gott wird mich vor allem Unheil sch�tzen. Aber er sch�tzt nur mich, nicht die, die bei mir sind. Deshalb muss ich alleine bleiben. Und du wirst auch ohne mich ein Jude, wenn du es nur willst.�</p><p>Und damit lief er in weiten, komischen Spr�ngen in Richtung Dung-Tor davon.</p><p>Keine halbe Minute sp�ter, kaum war er um die Ecke verschwunden, erschien Raw Schefarewitsch mit zwei t�rkischen Gendarmen.</p><p>�Wo ist er, Juden?�, rief er schon von weitem.</p><p>�Dort, dort!�, zeigte man.</p><p>Genech �bersetzte den Gendarmen ins T�rkische: �Dort, dort�, und die T�rken liefen, den Ruhest�rer einzufangen.</p><p>Aber schon wenig sp�ter kamen sie st�hnend und hinkend wieder zur�ck. Der eine hielt sich den Kopf, der andere spuckte Blut und Z�hne.</p><p>Die Juden trauten ihren Augen nicht: Hatte jener ausgemergelte Vagabund etwa diese beiden robusten Kerle so zugerichtet?</p><p>Die Polizisten redeten wirr durcheinander. Angeblich hatten sie den Landstreicher schon fast eingeholt, gerade war er vor ihrer Nase in eine dunkle Seitengasse geschl�pft, sie waren sofort hinterhergerannt, und da geschah pl�tzlich etwas ganz Furchtbares. Eine satanische Macht packte den einen von ihnen am Kragen und klatschte ihn mit Schwung gegen die Wand, sodass er bewusstlos zu Boden fiel. Der Zweite hatte nicht einmal Zeit, sich umzudrehen, da geschah ihm dasselbe. �Schajtan, Schajtan!�, riefen die erschrockenen Muschkoten. Raw Schefarewitsch zischte: �Ha-Satan!� und spuckte aus.</p><p>Dieser hokuspokusmach er war ein durchtriebener Bursche, das h�tte man ihm dem Aussehen nach gar nicht zugetraut.</p><p>Am Abend desselben Tages ging Michl der Bulle fort. Wie h�tte er auch bleiben k�nnen, nach dem, was an der Klagemauer geschehen war?</p><p>Zum Abschied sagte er: �Ich gehe fort, ich ziehe in die Welt. Ich seh mir an, wie �s in Afrika ist, und in Amerika.�</p><p>Er n�hte sich einen blauen Streifen an sein wei�es Hemd und ging fort. Rottete sich aus der Mitte seines Volkes aus . . .</p><p>Das geschah am ersten Schabbat nach dem j�dischen Passahfest. Aber der Schickse erz�hlte Schmulik weder von Michl dem Bullen noch von dem nacktbeinigen Zauberk�nstler, der j�dische Seelen stahl, sondern er sagte nur:</p><p>�Der Mann, nach dem Sie fragten, war hier und ist wieder fortgegangen.�</p><p>�Wann?�, rief die Russin aufgeregt.</p><p>�Vor zwei Wochen.�</p><p>�Und wei�t du nicht, wohin er gegangen ist?�</p><p>Schmulik z�gerte, sollte er es sagen oder nicht. Doch was war schon dabei? Warum sollte er es nicht sagen?</p><p>�Er sprach von der Jesreelebene, von der alten Stadt Megiddo und irgendwelchen Sadduz�ern.�</p><p>�Megiddo?�, fragte die Schickse, und ihre Augen weiteten sich erschrocken. �O Gott! Wo ist das, wie kommt man dort hin?�</p><p>Sie zog ein kleines B�chlein aus ihrer Reisetasche. Darin lag ein zusammengefaltetes Blatt mit einer Landkarte.</p><p>Schmulik wollte der Schickse gerade erkl�ren, dass der Weg in die Jesreelebene weit und beschwerlich sei, dass Immanuel sowieso nicht dort ankommen w�rde, weil man nicht allein dort hingehen k�nne, denn da sei alles voller R�uber, und eine europ�ische Frau d�rfe sich in so einer wilden Gegend schon gar nicht blicken lassen.</p><p>Das wollte er sagen, aber er kam nicht dazu, weil er sich auf einmal unwillk�rlich umdrehte und zu Eis erstarrte. Der verdammte Litwak, der vorhin auf der Stra�e so geglotzt hatte, war ihm nachgeschlichen und lugte jetzt um die Ecke. Schrecklich, sich vorzustellen, was er Rab Schefarewitsch f�r L�gen erz�hlen w�rde. Ihm blieb nur die eine Hoffnung: dass er nicht wusste, zu welcher Jeschiwa dieser Sch�ler geh�rte, der so gerne mit Schicksen plauderte.</p><p>Und Schmulik sauste Hals �ber Kopf um die n�chste Ecke davon, tauchte in einen tiefen T�reingang ab und stand mucksm�uschenstill.</p><p>Abs�tze klackerten vorbei � das war die Schickse. Kurz danach folgten weiche, schleichende Schritte, die sich in dieselbe Richtung bewegten.</p><p>Dank sei dem Allm�chtigen. Die Gefahr ist vor�ber.</p><p><strong>Das Leben in einem arabischen Harem, von innen betrachtet</strong></p><p>Megiddo? Sadduz�er?</p><p>Polina Andrejewna lief eilig durch die enge Gasse. Das Echo ihrer Schritte hallte von den W�nden wider, die hier kaum einen Klafter weit auseinander standen.</p><p>Der Junge hatte die Zionisten als Sadduz�er bezeichnet. Gewisse Gemeinsamkeiten gab es da tats�chlich. Diese wie jene propagierten die Freiheit des Willens und behaupteten, das Schicksal liege in des Menschen eigenen H�nden. Auch das pummelige M�dchen auf der �St�r� hatte von der Jesreelebene und der Stadt des Gl�cks gesprochen, die man in der N�he des antiken Megiddo errichten wolle.</p><p>Oh, wie furchtbar! Oh, wie entsetzlich!</p><p>Und es waren schon zwei Wochen verstrichen!</p><p>Ihr Entschluss fiel augenblicklich, sie z�gerte nicht eine Sekunde. Wie gut, dass sie die Idee gehabt hatte, eine Reisetasche mit dem Notwendigsten mitzunehmen, f�r alle F�lle: etwas W�sche, einen zusammenklappbaren Sonnenschirm und diverse f�r eine Dame unverzichtbare Utensilien. Sie brauchte also nicht zur�ck ins Hotel.</p><p>In dem Reisehandbuch f�r Pilger gab es au�er einer Karte des Heiligen Landes auch einen Stadtplan von Jerusalem. Hier war das j�dische Viertel, im unteren Teil der Altstadt. Sie musste nur immer weiter geradeaus gehen � zuerst durch den christlichen Teil, dann durch den moslemischen � so kam sie zum Damaskus-Tor.</p><p>Aber diese verflixte Gasse wollte partout nicht gerade bleiben! Mal kr�mmte sie sich zur einen, mal zur anderen Seite, sodass Frau Lissizyna sehr bald jede Vorstellung von Himmelsrichtung verloren hatte. Die Sonne konnte sie auch nicht sehen, denn die Obergeschosse der H�user, die mit ihren engen Holzgittern aussahen wie H�hnerst�lle, neigten sich so dicht gegeneinander, dass sie beinahe zusammenstie�en.</p><p>Unentschlossen blieb die Nonne stehen. Nirgends war ein Mensch zu sehen, den sie nach dem Weg h�tte fragen k�nnen. Vielleicht schaute ja jemand aus dem Fenster?</p><p>Sie sah nach oben � und gerade noch rechtzeitig. Aus einem ge�ffneten Gitter kamen zwei Frauenh�nde zum Vorschein, die eine Sch�ssel hielten, und aus der Sch�ssel ergoss sich ein silbergl�nzender Strahl Seifenwasser auf Polina Andrejewna herab.</p><p>Im letzten Moment rettete sie sich mit einem gro�en Satz in eine Mauerspalte und tat noch einen Extrah�pfer, damit die hochspringenden Spritzer sie nicht erwischten.</p><p>Da sie sich sowieso verlaufen hatte, w�re es sinnlos gewesen umzukehren, und so ging sie einfach geradeaus weiter. Allerdings, aus Erfahrung klug geworden, schaute sie jetzt immer wieder �ngstlich nach oben. Den Spuren nach zu urteilen, die allenthalben zu beobachten waren, sch�ttete man in dieser Gegend auch weniger harmlose Abf�lle als Seifenwasser aus dem Fenster.</p><p>Nur m�glichst schnell wieder heraus aus diesem Gassengewirr auf eine normale Stra�e!</p><p>Die Gasse f�hrte zu einem Kloster, und von da ab wurde es leichter. Pelagia folgte der Klostermauer und kam zu einem kleinen Platz. Dort fragte sie den erstbesten Passanten, der europ�ische Kleidung trug, wie man zum Damaskus-Tor k�me.</p><p>Und Salachs Haus zu finden war dann wirklich ganz einfach.</p><p>Die Nonne blieb neben einem arabischen Stra�encafe stehen, sagte �Salach� und tat, als halte sie Z�gel. Man verstand sie ausgezeichnet und antwortete in derselben Sprache: geradeaus, dann nach rechts, da siehst du eine T�r (ein in die Luft gezeichneter Halbkreis und mit der Hand �Tock-tock-tock�).</p><p>Auf ihr Klopfen hin �ffnete der Hausherr selbst, von dem sie sich vor weniger als drei Stunden verabschiedet hatte.</p><p>�Sie werden sich bestimmt wundern�, sagte die Besucherin, noch ganz au�er Atem. �Aber ich habe ein Anliegen an Sie.�</p><p>Als Salach seinen Fahrgast pl�tzlich wieder vor sich sah, riss er erst einmal erstaunt seine brauen, etwas vorstehenden Augen auf. Als er dann aber begriffen hatte, was sie von ihm wollte, winkte er erschrocken ab.</p><p>�Nein! Unm�glich! Unm�glich Anliegen! Kommst du Besuch � gern willkommen. Kaffee trinken, Pachlawa essen, sp�ter reden Anliegen.�</p><p>Pelagia wollte sagen, dass ihr Anliegen keinen Aufschub dulde, aber dann erinnerte sie sich daran, dass die Orientalen mit ihrer Etikette sehr empfindlich waren, und f�gte sich. Schlie�lich, was konnten jetzt ein paar Minuten mehr oder weniger noch �ndern, und sie kannte in Jerusalem sowieso keinen anderen Kutscher.</p><p>Von au�en machte Salachs Haus keinen sehr einnehmenden Eindruck: br�ckelndes Mauerwerk, M�ll lag vor der T�r herum. Polina Andrejewna bereitete sich darauf vor, einem bedr�ckenden Anblick von Armut und Verwahrlosung zu begegnen. Doch im Inneren erwartete den Gast eine �berraschung.</p><p>Das Haus bildete ein geschlossenes Viereck mit einem offenen Hof in der Mitte. Die Innenw�nde des Geb�udes strahlten in hellem Wei�, und mitten im Hof erhob sich unter einem Baldachin ein ausgesprochen gem�tliches Podest, das ganz mit Teppichen ausgelegt war.</p><p>Pelagia erinnerte sich an einen Reisebericht, den sie k�rzlich gelesen hatte: Die orientalische Behausung, hie� es da, lege im Unterschied zur europ�ischen keinen gro�en Wert auf den �u�eren Anschein, sondern eher auf die Bequemlichkeit im Inneren. Das sei der Grund, warum die Orientalen so phlegmatisch und wenig wissbegierig seien � ihre Lebenswelt ist ihr Wohnraum. Europ�er hingegen f�hlten sich unter ihrem eigenen Dach nicht wohl, deshalb streiften sie in der ganzen Welt umher, erforschten und eroberten ferne L�nder.</p><p>Aber der orientalische Weg ist der richtigere, dachte Polina Andrejewna pl�tzlich und lie� sich wohlig auf die weichen Kissen sinken. Wenn das Leben die Suche nach sich selbst ist, warum muss man dann erst ans Ende der Welt rennen? Bleib zu Hause, trink Kaffee mit leckerem Honiggeb�ck dazu und widme dich deiner inneren Welt.</p><p>Eine dicke Frau mit eindrucksvollem Bartwuchs auf der Oberlippe stellte eine Schale voller kandierter Fr�chte auf dem Teppich ab und goss Kaffee ein.</p><p>Salach wechselte auf Arabisch einige S�tze mit ihr, dann stellte er sie vor:</p><p>�Fatima, Ehefrau.�</p><p>Fatima kam nicht auf das Podest, sondern hockte sich daneben auf die Fersen nieder. Die Kaffeekanne behielt sie in der Hand, und immer, wenn der Gast auch nur f�r einen Augenblick die Tasse sinken lie�, goss sie nach.</p><p>Nachdem Pelagia solcherart volle f�nf Minuten f�r die Etikette aufgewendet hatte (sch�nes Haus, wunderbarer Kaffee, nette Ehefrau), kam sie auf den Zweck ihres Besuchs zu sprechen: Sie m�sse nach Megiddo. Was das koste.</p><p>�Gar nix�, antwortete der Hausherr und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Wie, nichts?�</p><p>�Ich bin nich Verr�ckter. Egal Geld fahre ich nich.�</p><p>�F�nfundzwanzig Rubel�, sagte Polina Andrejewna.</p><p>�Nein.�</p><p>�F�nfzig!�</p><p>�Und wenn tausend!�, rief Salach zornig und klatschte sich mit den flachen H�nden auf die Knie. �Ich fahr nich!�</p><p>�Warum denn nicht?�</p><p>Er z�hlte an den Fingern ab:</p><p>�Sumpffieber. Eins. Beduinenr�uber. Zwei. Tscherkessenr�uber. Drei. Zahl was woll�, ich fahr nich.�</p><p>Die Nonne begriff, dass er das nicht sagte, um den Preis in die H�he zu treiben, sondern dass es sein letztes Wort war.</p><p>Also hatte sie ihre Zeit ganz umsonst verschwendet!</p><p>Verdrossen stellte Pelagia ihre Tasse ab.</p><p>�Und vorhin hast du noch geprahlt: Ich fahre, wohin du willst.�</p><p>�Fahre ich, wohin du willst, aber nich dahin�, sagte Salach schroff.</p><p>Fatima bemerkte, dass der Gast die Kaffeetasse nicht mehr anr�hrte, und stellte ihrem Mann eine Frage. Der antwortete, wahrscheinlich erkl�rte er ihr, worum es ging.</p><p>�Und gelogen hast du auch schon wieder�, konstatierte Polina Andrejewna bitter. �Mir hast du erz�hlt, du h�ttest eine russische Frau, und den Amerikanern hast du vorgeflunkert, du h�ttest eine amerikanische.�</p><p>�Wer gelogen? Ich gelogen? Salach nie gelogen!�, rief der Pal�stinenser emp�rt.</p><p>Er klatschte in die H�nde und rief:</p><p>�Marusja! Annabelle!�</p><p>In der T�r�ffnung erschien eine Frau, die zwar orientalisch gekleidet war, aber solche roten Wangen und so ein stupsnasiges Gesicht hatte, dass kein Zweifel an ihrer Nationalit�t bestehen konnte. Um den Kopf trug sie ein arabisches Tuch, das aber nicht nach Landessitte unter dem Kinn zusammengebunden war, sondern im Nacken, nach Art der russischen B�uerinnen.</p><p>Die Slawin klopfte sich die mehligen H�nde ab und schaute Salach fragend an.</p><p>�Hierher, komm!�, befahl er und rief noch lauter: �Annabelle!�</p><p>Als keine Antwort erfolgte, stand er auf und verschwand im Haus.</p><p>Drinnen h�rte man ihn rufen:</p><p>�Honey! Darling! Come out!�</p><p>�Sind Sie wirklich Russin?�, fragte Polina Andrejewna. Die rundgesichtige Frau nickte und trat n�her.</p><p>�Sie sind Natascha, stimmt�s? Das hat Ihr Gatte mir erz�hlt.�</p><p>�Nee, ich bin Marusja�, brummte die Landsm�nnin in tiefem Bass, in der beh�bigen Sprechweise der Bauern. �F�r die Mannsbilder hier sin alle unsre Weiber Nataschas. Is bei den so Sitte.�</p><p>�Gibt es denn hier viele russische Frauen?�</p><p>�Jede Menge�, berichtete Marusja, nahm eine kandierte Frucht aus der Schale und schob sie sich zwischen die dicken Lippen. �Wer bissl im Kopp hat von die Pilgerweiber, wird doch nich von hier wech gehn. In Russland kannste blo� imma ochsen wie�n Bulle, un dein Mann is am Saufen, un im Winter frierste dir alles ab, nee. Hier is sch�n. Hastes warm, un frei biste, un lecker Sachen, Beeren und Fr�chte un alles. Un wenn de dir�n Mann findest � das reinste Paradies! Der Arab, der l�sst die Pfoten vom Wodka, un z�rtlich isser, und denn haste ihn auch nich alleine am Hals. Wenn drei, vier Weiber da sin, is imma besser! Stimmt�s nich, Fatimuschka?�</p><p>Sie plapperte etwas auf Arabisch, �bersetzte, was sie gerade gesagt hatte.</p><p>Fatima nickte, goss sich und Marusja Kaffee ein, und beide setzten sich auf den Rand des Podests.</p><p>Aus dem Haus klangen immer noch englische Wortfetzen zu ihnen heraus.</p><p>Marusja sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Anna kommt nicht raus. Sie schreibt ein Buch.�</p><p>�Wie bitte, was macht sie?� Pelagia blinzelte verdutzt. �Was f�r ein Buch?�</p><p>��ber das Weiberleben. Daf�r hat sie ja geheiratet. Ich leb ein Jahr mit ei�m arabischen Mann, sagt sie, und danach schreib ich ein Buch, so eins hat�s noch nich gegeben. Das Buch soll hei�en� � und Marusja sprach, ohne ein einziges Mal ins Stocken zu kommen: ��Laif-in-�n-areibi�n-harem-sien-from-in-said.� Das ist amerikanisch und hei�t: �M�r von den arabischen M�nnern.� Sie sagt, so ein Buch, das kauft ganz Amerika, da wird sie Millionen mit verdienen. Anna is n�mlich ein studiertes Weib, und so klug is die � glaubste nich. Fast wie die Fatimka hier. Und dann, sagt sie, fahr ich nach China und heirate ein Chinesen, un da schreib ich auch ein Buch dr�ber: �M�r von den chinesischen M�nnern�. Die Weiber solln wissen, wie unsre Schwestern anderswo leben.�</p><p>Polina Andrejewna, die das alles hochinteressant fand, rief aus:</p><p>�Aber wie kann sie denn Weggehen? Sie ist doch verheiratet!�</p><p>�Och, das is ganz einfach. Das geht nirgends so leicht wie hier. Salascha sagt dreimal: �Du bist nich mehr meine Frau�, un fertich, man kann gehen, wohin man will.�</p><p>�Und wenn er es nicht sagt?�</p><p>�Ach, der sagt das schon, ob er will oder nich. Und nich nur dreimal, sondern dreiunddrei�igmal. Jedes Weib treibt einen Mann zum Wahnsinn, wenn sie es blo� will. Und drei Weiber gleichzeitig . . .�</p><p>Marusja �bersetzte Fatima, was sie gesagt hatte, und die nickte.</p><p>So zu dritt zu sitzen, leckeren starken Kaffee zu trinken und �ber Frauendinge zu plaudern, das war f�r die Nonne eine ungewohnte und spannende Sache. F�r kurze Zeit verga� sie so gar ihre dringende Angelegenheit.</p><p>�Aber wie vertragt ihr euch denn alle mit einem Mann?�</p><p>�Na, prima. Fatimka allein hatte es ja ziemlich schwer mit ihm: der ganze Haushalt un die Kinder un alles. Da hat sie mich noch als Ehefrau geholt � wir haben uns auf dem Markt kennen gelernt. Sie hat gesehen, ich bin ein kr�ftiges Weib, kann arbeiten un bin nich schlampig.�</p><p>�Und Salach war einverstanden?�</p><p>Marusja lachte und �bersetzte ihrer Kameradin die Frage. Die kicherte ebenfalls los. Sie sagte (und Marusja �bersetzte ins Russische):</p><p>�Wer hat ihn denn gefragt?�</p><p>F�r Polina Andrejewna war das alles schrecklich interessant.</p><p>�Und was tut die Amerikanerin bei euch?�</p><p>�Die Anna? Die lernt die Kinder und rackert sich im Bett f�r uns ab. Vor allem inne hei�e Jahreszeit. Sie ist jung und d�nn, ihr wird nicht so schnell hei�. Und f�r ihr Buch ist das auch gut. Wenn sie fertig is, dann geht sie, und dann nehmen wir eine andere, auch wieder eine junge. Das haben wir schon abgemacht. Vielleicht diesmal eine kleine J�din von hier. Die sind r�hrig.�</p><p>�Erlaubt denn der Islam, J�dinnen zu heiraten?�</p><p>Marusja wunderte sich.</p><p>�Was denn, meinst du, ich h�tt meinen Glauben gegen den ihrn umgetauscht? Nee, mein Spatz, das kommt ja �berhaupt nich in Frage! Wie ich geborn bin, so sterbe ich auch. Und Salascha hat mich ja nich gezwungen. Der Islam is gar kein schlechter Glauben. Die Christen und Juden, die sind f�r die Muselmanen �Menschen des Buches�, also das is die Bibel. So ne zu heiraten is f�r die nichts Schlimmes. Verdammte Heidenweiber d�rfen sie nich heiraten, aber hast du schon ma welche gesehen, solche Heidenweiber?�</p><p>Hier sagte Fatima zum ersten Mal etwas, ohne die �bersetzung abzuwarten.</p><p>�Sie fragt, warum du so dringend nach Megiddo willst?�</p><p>�Ich muss unbedingt einen Mann finden, aber Salach will nicht, er hat Angst. Nicht einmal f�r f�nfzig Rubel.�</p><p>Die schnurrb�rtige Dicke schaute die Besucherin aufmerksam an, als wolle sie sie absch�tzen.</p><p>�Liebst du ihn sehr?�</p><p>Diese unerwartete Frage brachte Pelagia vollkommen durcheinander, und sie wusste nicht, wie sie es erkl�ren sollte. Das Einfachste war eine L�ge:</p><p>�Ja . . .�</p><p>Spach�s und lief feuerrot an. Wie besch�mend f�r eine Nonne, so zu l�gen.</p><p>Aber Fatima deutete das Rotwerden auf ihre Weise.</p><p>�Sie sagt: Wenn du rot geworden bist, musst du ihn wirklich lieben.�</p><p>Die Ehefrauen redeten eine Weile auf Arabisch miteinander. Dann strich die �ltere Polina Andrejewna �ber die Wange und sagte ein paar Worte zu ihr.</p><p>�Er f�hrt�, �bersetzte Natascha-Marusja. �Und die f�nfzig Silberrubel, die gibst du Fatima.�</p><p><strong>Ein Malheur</strong></p><p>Die lange Reise �ber Berg und Tal und Meereswellen hatte Jakow Michailowitsch in eine philosophische Stimmung gebracht. In seinem Beruf wurde es einem nicht allzu oft zuteil, so friedlich und gem�chlich �ber das Antlitz von Mutter Erde dahinzufahren. Besonders erquicklich war es auf dem Wasser gewesen. Man brauchte nicht unentwegt das Objekt im Auge zu behalten, es konnte ja sowieso nicht entwischen. Im Gegenteil, man musste sogar darauf achten, ihm nicht zu viel vor der Nase herumzuscharwenzeln, damit man nicht auffiel. W�hrend der Seereise hatte Jakow Michailowitsch sogar ein kleines B�uchlein bekommen, von dem guten Essen und dem gesunden Schlaf im Liegestuhl an Deck.</p><p>Doch das wohlverdiente Fett war sehr schnell wieder runtergeschwitzt. Versuch mal, siebzig Werst durch sengende Hitze blo� auf Schusters Rappen abzurei�en!</p><p>Im Heiligen Lande angekommen, hielt Jakow Michailowitsch es f�r geboten, sein Au�eres wieder einmal zu ver�ndern. Auf dem Schiff war er ein unauff�lliger Herr mit Panamahut und leinenem Zweiteiler gewesen; jetzt wurde daraus ein noch unauff�lligerer Pilger. Davon schleppten sich ja schier un�berschaubare Mengen durch die Heilige Stadt Jerusalem.</p><p>Das Objekt setzte die Reise mittels zweier Pferdest�rken fort - ziemlich miserabler Pferdest�rken allerdings, sodass er sich kein Bein ausrei�en musste.</p><p>In Jerusalem dann schien es Jakow Michailowitsch am zweckm��igsten, sich in einen Juden zu verwandeln. Die waren hier in einer kolossalen Vielfalt vertreten, jede Sorte mied die andere wie der Teufel das Weihwasser, und dazu sprach jeder noch sein eigenes Kauderwelsch. Und wenn mal so ein Kaftantr�ger mit Hut auf ihn zutrat und ihn ansprach, weil er ihn f�r seinesgleichen hielt, dann brummelte er jedes Mal irgendetwas Unartikuliertes vor sich hin. Schlie�lich gibt es auch unter den Juden Taubstumme. Die Litwakn schnalzten dann mitf�hlend mit der Zunge und lie�en den armen Kerl in Ruhe.</p><p>Alles lief wunderbar, bis dieses Malheur passierte.</p><p>Jakow Michailowitsch folgte dem Objekt durch eine enge Gasse, wobei er immer fein Abstand hielt, sie aber auch nicht aus den Augen lie� � blo� auf das Klack, Klack ihrer Abs�tze wollte er sich nicht verlassen.</p><p>Und pl�tzlich passierte da was �bernat�rliches, geradezu eine Fata Morgana, anders kann man es nicht nennen.</p><p>F�r eine Sekunde nur hatte er sich umgeguckt, um zu sehen, ob ihm jemand folgte. Pl�tzlich h�rte er ein Pl�tschern. Er drehte sich um und sah gerade noch, wie jemand Wasser aus einem Fenster im ersten Stock goss � aber die Nonne war wie vom Erdboden verschluckt. Er rieb sich die Augen, tr�umte er? Gerade war sie noch da gewesen, und auf einmal war nur noch eine Pf�tze Seifenwasser auf dem Pflaster. War sie etwa geschmolzen, wie die Eisjungfrau? Oder hatte sie gemerkt, dass sie beschattet wurde, und die Beine in die Hand genommen?</p><p>Er rannte los, aber nach ein paar Schritten merkte er, dass er in eine Sackgasse geraten war. Sofort machte er kehrt, und erst, als er fast wieder an seinem Ausgangspunkt angekommen war, entdeckte er rechter Hand eine enge Passage. Da drin musste der Rotfuchs verschwunden sein.</p><p>Zu sp�t, die holte er nicht mehr ein.</p><p>Planlos rannte er mal in die eine, mal in die andere der unz�hligen Seitengassen, bis ihm der Schwei� in Str�men �ber den K�rper lief. Ein Mensch mit labilerem Charakter als er w�re in dieser Lage in heillose Panik verfallen, doch Jakow Michailowitsch glaubte ja, wie bereits erw�hnt, hoch und heilig an die Kraft des menschlichen Verstandes. Unl�sbare Aufgaben gibt es nicht, es gibt nur Menschen, die zu dumm sind, sie zu l�sen.</p><p>Er blieb im Schatten stehen und peilte erst mal die Lage.</p><p>�Tch-jaah, tcha-hihaah. Was sagt mir in dieser Situation mein Verstand?</p><p>Soll ich zum Russischen Hof gehen, zur Frauenherberge, und warten, bis unser flotter Rotfuchs dort auftaucht?</p><p>Aber wozu hat sie die Reisetasche dabeigehabt? Was ist, wenn sie gar nicht zur Herberge zur�ckgeht?�</p><p>Er gr�belte noch ein wenig. Dann nickte er sich lobend zu und sagte: �Kluges K�pfchen.�</p><p>Und ging zur�ck in Richtung j�disches Viertel.</p><p>Der krummr�ckige Judenbengel war immer noch an der Stelle, wo ihn der Rotfuchs angesprochen hatte. Er stand an eine Wand gelehnt und zog die Nase hoch. Dann hockte er sich hin, nahm ein St�ckchen und fing an, irgendwelche Kringel auf die Erde zu malen. Er war so in seine T�tigkeit versunken, dass er gar nicht bemerkte, wie sich Jakow Michailowitsch ihm n�herte.</p><p>Der wartete, bis die Stra�e menschenleer war, und ber�hrte den Jungen an der Schulter.</p><p>In den Augen, die Jakow Michailowitsch anschauten, spiegelte sich der Widerschein des Sonnenuntergangs �ber den D�chern � und nackte Angst.</p><p>Jetzt kauderwelschte dieses H�uflein Elend irgendwas in seinem j�dischen Jargon und sch�ttelte dazu mit dem Kopf; als wollte er sich f�r irgendetwas rechtfertigen.</p><p>�Komm mal mit, mein Freund�, sagte Jakow Michailowitsch, fasste den Judenbengel mit leichtem Griff an der Schulter und stellte ihn mit einem Ruck auf die Beine.</p><p>�Ich habe nichts getan�, murmelte der Bursche auf Russisch. �Ich habe ihr nur Wasser gegeben . . .�</p><p>�Komm, komm�, sagte der vorgebliche Litwak wieder und zog den Jungen hinter sich her. �Hierher, in diese Gasse. Da werden wir ein wenig plaudern, und niemand wird uns dabei st�ren. Was hat sie dich gefragt, die Rote?�</p><p>Der Junge schaute in Jakow Michailowitschs ruhige Augen. Er schien darin wohl etwas Besonderes zu sehen, denn er schluckte krampfhaft, und seine Lippen begannen zu zittern.</p><p>Nun, das war ja sehr gut, dass er so verst�ndig war. Und damit es etwas schneller ging, stie� Jakow Michailowitsch ihm noch einmal ganz kurz mit dem Finger unter das Schl�sselbein, auf die Stelle, wo sich ein Nervengeflecht befindet, und hielt ihm gleichzeitig mit der anderen Hand den Mund zu. Man musste ihn ja nicht unbedingt piepsen h�ren.</p><p>Er piepste nicht, sondern machte nur kurz �muh�. Aber seine Pupillen weiteten sich vor Schmerz. Jakow Michailowitsch hatte dieses bemerkenswerte Ph�nomen im Zuge seiner Arbeit wiederholt beobachtet, und k�rzlich hatte er in einem wissenschaftlichen Magazin gelesen, dass es sich dabei um eine normale physiologische Reaktion handelte, verursacht durch einen akuten Reiz des Sehnervs.</p><p>�Also, was hat sie dich gefragt?�, wiederholte Jakow Michailowitsch, nachdem er einen Moment abgewartet hatte, bis sich die Pupillen wieder etwas zusammengezogen hatten.</p><p>Dabei nahm er die Hand vom Mund des Jungen, aber nur einen Daumen breit, und den Finger, den er in die schmerzhafte Stelle gesto�en hatte, hielt er, der Anschaulichkeit halber, erhoben.</p><p>�Nach dem russischen Propheten�, sagte der Junge hastig. �Nach Immanuel. . .�</p><p>Jakow Michailowitsch l�chelte und klopfte dem B�rschlein beif�llig an die Stirn � der kniff vor Angst die Augen zusammen.</p><p>�Ich glaube dir. Und wohin ist sie jetzt gegangen, wei�t du das?�</p><p>Dabei stockte ihm selber das Herz. Was, wenn er es nicht wusste?</p><p>�Das wei� ich nicht, Onkelchen . . .�, sagte der Junge zu Jakow Michailowitschs gro�em Leidwesen, aber als er sah, wie sich das Gesicht des schrecklichen Mannes verd�sterte, plapperte er schnell weiter. �Sie hat von der Jesreelebene gesprochen, sie hat mich gefragt, wie man dort hinkommt. Und von Megiddo.�</p><p>Das �Onkelchen� seufzte erleichtert.</p><p>�Sonst hat sie nichts gesagt?�</p><p>�N-nein, nichts . . .�</p><p>Aus dem Bengel war offenbar nichts mehr herauszuquetschen.</p><p>Jakow Michailowitsch �berlegte.</p><p>�Onkelchen, Ehrenwort, ich habe Ihnen alles erz�hlt. . .�</p><p>�Halt den Mund, Kleiner, st�r mich jetzt nicht. Ich �berlege, ob ich dich am Leben lassen kann�, brummelte er und kratzte sich am Ohr.</p><p>Und da sprudelte es aus dem Judenbengel heraus � ganz feierlich und im Brustton der �berzeugung:</p><p>�Ich darf auf gar keinen Fall sterben, ich muss doch noch die Menschheit retten!�</p><p>Das gab den Ausschlag. Wenn er ein Retter der Menschheit war, dann w�rde er ganz bestimmt alles ausplaudern, so viel war Jakow Michailowitsch klar. Und die j�dische Buschtrommel, die kennen wir ja.</p><p>Er l�chelte den Jungen beruhigend an, strich ihm mit der einen Hand �ber seinen beuligen Hinterkopf, nahm mit der anderen das schmale Kinn und drehte es einmal kurz und kr�ftig zur Seite.</p><p>Etwas piepste in der mageren H�hnerbrust, Jakow Michailowitsch �ffnete die H�nde, und das ganze H�uflein Elend rutschte lautlos die Wand herab. Der von all der Gelehrsamkeit angeschwollene Kopf fiel auf die Schulter, und der Retter der Menschheit war endg�ltig bei seinem Volke angekommen.</p></section><section><title><p><strong>X</strong></p><p><strong>Das Spinnennest</strong></p></title><p><strong>Sieh mal an, der Berditschewski</strong></p><p>Berditschewski schaute dem Gruppenleiter des Kiewer Abschnitts nicht in die Augen, sondern auf seine feuchten, kussbereit vorgest�lpten Lippen und zischte angewidert:</p><p>�Der Judaskuss. Na, hast du mich erkannt, du Judenfreund?�</p><p>Da kam ihm das n�tzliche Wort, das er gerade von dem Jessaul gelernt hatte, schon bestens zustatten.</p><p>Sawtschuk machte gro�e Augen, Kolja st�lpte die Lippen wieder zur�ck und lie� das Kinn herunterklappen.</p><p>Also vorw�rts, Angriff ist die beste Verteidigung.</p><p>�Einen sch�nen �Apostel� haben Sie da!�, fuhr Berditschewski den Fabrikanten an. �Dieses Fr�chtchen habe ich im �Bristol� gesehen! Das reinste Judennest, ein Jude neben dem anderen! Und der hier kriecht vor denen auf allen vieren. Sie duzen ihn und rufen �Kolja hierhin� und �Kolja dahin�, und er macht den B�ckling und nennt sie beim Namen und Vatersnamen! Wenn ich sehe, wie russische Menschen so ihren Stolz mit eigenen F��en in den Schmutz treten, wird mir schwarz vor den Augen!�</p><p>Der Jessaul versuchte eilig, Kolja in Schutz zu nehmen.</p><p>�Aber das macht er doch mit Absicht! Das ist sein Auftrag! Im �Bristol� steigen alle wichtigen Juden ab. Nikolai ist unser Informant!�</p><p>Doch der erboste Staatsanwalt h�rte gar nicht zu. �Wegen ein paar lausiger Kopeken macht er da den Kotau!�, tobte er. �Vielleicht spielt er ja hier den Informanten f�r die Juden!�</p><p>Matwej Benzionowitsch war grandios in seinem Grimm. Schaum spr�hte von seinem Mund, und er ruderte so w�tend mit den Armen, dass der Tr�ger erschrocken zur�ckwich, gegen einen Stuhl stie� und zu Boden st�rzte.</p><p>Die anderen sprangen herbei, um ihm aufzuhelfen.</p><p>�Ich versichere Ihnen, Herr Ditschewski, Sie irren sich, er geh�rt zu uns!�, redete der Jessaul auf Berditschewski ein. �Wir haben ihn vielfach �berpr�ft! Er hat auch an geheimen Aktionen teilgenommen.�</p><p>Schlie�lich und endlich geruhte der Staatsrat, sich bes�nftigen zu lassen, aber es dauerte, es dauerte.</p><p>Und da folgte der Gegenangriff von Seiten des inkriminierten Kolja. Er zeigte mit dem Finger auf Matwej Benzionowitsch und schrie mit einer Stimme, die vor Gekr�nktheit klirrte:</p><p>�Er hatte ganz andere Haare, die waren schwarz!�</p><p>�Dummkopf! Hast du schon mal was von Haarf�rbemittel geh�rt?�, warf der Staatsanwalt ver�chtlich hin.</p><p>�Du bist wirklich ein Dummkopf, Kolja�, kam ihm der Friseur zu Hilfe. �Komm mal bei mir vorbei, ich verwandele dich in null Komma nichts in einen Itzig.�</p><p>�Und wozu haben Sie sich die Haare wie ein Jude schwarz gef�rbt?�, fragte Sawtschuk mit finsterem Blick.</p><p>Berditschewski machte ihm ein Zeichen � k�nnen wir mal kurz unter vier Augen . . .</p><p>Dort fl�sterte er dem Jessaul ins Ohr:</p><p>�Morgen f�rbe ich mir die Haare wieder schwarz. Ich habe den Plan, mich als Juden auszugeben und in ihre Kreise einzuschleichen. Ich will herausfinden, was man gegen sie unternehmen kann. Ich hoffe, von Ihnen die notwendigen Informationen zu erhalten, zum Beispiel dar�ber, wer nach der Abreise von Schefarewitsch dem Synedrion vorsteht.�</p><p>�Sie sind verr�ckt!�, rief der Fabrikant erschrocken. �Wie soll man Sie mit Ihrem Aussehen f�r einen Juden halten? Die merken doch sofort, dass Sie keiner von denen sind, und machen kurzen Prozess mit Ihnen, wie damals mit diesem M�dchen . . .�</p><p>�Einmal muss jeder dran glauben, und wer rastet, der rostet, das wissen Sie ja selbst�, sagte Berditschewski bescheiden. �Also los, Sawtschuk, erz�hlen Sie mir alles, was Sie wissen.�</p><p><strong>�Infernalische Sissi�</strong></p><p>Am Freitagmorgen begab sich der Staatsrat in die Gro�e Berditschewskajastra�e zum Vorsitzenden des Gouvernements-Gef�ngniskomitees, wo er einige Informationen einholte.</p><p>Nach dem Mittagessen machte er sich an Erkundungsgang Nummer zwei, der ihn allerdings nicht etwa zur Jeschiwa �Goel-Jisrael� f�hrte (wovon �brigens nur noch das Geb�ude �brig war), nein, er hatte ein weitaus interessanteres Objekt im Auge.</p><p>Das Wetter war hervorragend, fast sommerlich, und Matwej Benzionowitsch beschloss, einen kleinen Spaziergang zu unternehmen, zumal sich bei ihm das Bed�rfnis eingestellt hatte, seine Gedanken ein wenig zu ordnen.</p><p>Wie anders war doch Shitomir im Vergleich zu seinem geliebten Sawolshsk!</p><p>Wie H�lle und Paradies, dachte Berditschewski immer wieder, w�hrend er sich umschaute. Hier war zweifellos die H�lle � ungeachtet der knospenden Bl�tter an den B�umen, des fr�hlingshaft frischen L�ftchens und des blauen Himmels. Im Gegenteil, gerade im Kontrast zu dieser herrlichen Natur war die Scheu�lichkeit der Stadt umso kr�nkender f�r das Auge. Wie frappant sich doch die menschliche Welt von der g�ttlichen unterschied!</p><p>Der Herrgott hatte den Shitomirern den bereits erw�hnten hohen Himmel, den Gesang der V�gel und diesen wunderbaren Blick vom Schlossberg auf den Teterew geschenkt.</p><p>Die Menschen ihrerseits hatten ihre schiefen H�user und grauen Gassen, die mit Kot und Speichel besudelten Pflastersteine und ihre eigenen b�sen Gesichter dazugetan.</p><p>In Sawolshsk war allenthalben eine diskrete Solidit�t und Dauerhaftigkeit zu sp�ren, hier aber herrschten finsteres Elend und Verfall. Man glaubte, die H�user w�rden im n�chsten Moment buchst�blich einst�rzen und die Bewohner wie die Kakerlaken nach allen Seiten daraus hervorspritzen. Und eine unerkl�rliche Spannung lag in der Atmosph�re, als wollte sich die Stadt jeden Moment in einen Schlachtplatz verwandeln.</p><p>Was f�r Blicke, was f�r Gesichter, dachte Berditschewski kopfsch�ttelnd, und er versp�rte Sehnsucht nach seinen Sawolshskern.</p><p>Die Shitomirer Bev�lkerung war erstaunlich bunt zusammengesetzt. Neben Juden, Russen und Ukrainern gab es auch Polen, Deutsche, Tschechen und Raskolniki, und jeder von ihnen kleidete und verhielt sich nach seiner Art, jeder schaute auf den anderen herab, und niemand wollte sich mit niemandem gemein machen.</p><p>Lag der Grund f�r diese Zwistigkeiten vielleicht in der unterschiedlichen Abstammung? Nein, beantwortete Matwej Benzionowitsch seine Frage gleich selber. Auch in Sawolshsk gab es allerlei buntes Volk � Tataren, Baschkiren, Sytjaken, Wotjaken, Mordwinen, und Polen auch noch. Die einen waren Orthodoxe, die anderen Altgl�ubige, die Dritten Moslems, die Vierten Katholiken und die F�nften waren �berhaupt Heiden. Aber das st�rte niemanden, alle kamen sie gut miteinander aus, und keiner wollte dem anderen an die Gurgel.</p><p>Einige wenig erfreuliche antisemitische Gedanken kamen Berditschewski in den Kopf, gerade passend f�r einen Getauften. Vielleicht liegt es ja nur an den Juden?, dachte er. Die j�dische Religion ist sehr individualistisch, jeder Jude existiert mit Gott allein, folglich nur f�r sich selbst. Deshalb ist es gut, wenn nicht zu viele von ihnen da sind. Sind sie aber sehr zahlreich, oder bilden sie sogar die Mehrheit der Bev�lkerung, wie hier in Shitomir, dann erzeugen sie eine so dichte Konzentration von Energie, dass die Atmosph�re Funken schl�gt.</p><p>Andererseits, in Petersburg gab es nur sehr wenige Juden, weil sie sich in der Hauptstadt eigentlich nicht niederlassen durften, und dort war dieses Gef�hl, auf einem schlafenden Vulkan zu sitzen, noch st�rker als in Shitomir.</p><p>Damit hatte er auch die Antwort auf seine Frage. Es lag nicht an den Juden und noch weniger an der Unterschiedlichkeit von Abstammung oder Konfession.</p><p>Es lag an der Obrigkeit.</p><p>In Sawolshsk war die Obrigkeit in Ordnung, und deshalb lebten alle friedlich miteinander, der Nachbar hatte auf seinen Nachbarn keinen Groll, und niemand guckte dem anderen in die Hose, ob er beschnitten war oder nicht. Und wenn es einer doch mal tat, kriegte er sofort eins auf den Buckel, und zwar sowohl von der irdischen Macht in Person des Gouverneurs als auch von der geistlichen in Person des Bischofs.</p><p>In Shitomir hingegen wurde der Hader unter den Einwohnern durch die Obrigkeit sogar noch bef�rdert, wof�r jener Polizeimeister Likurgowitsch der beste Beweis war. Und genauso verhielt es sich in Petersburg und im Grunde im ganzen Reich.</p><p>Die Obrigkeit teilte die Volksgruppen und Religionen ein in bessere und schlechtere und vollkommen inakzeptable. So entstand eine kolossale Leiter, von der Russland sehr leicht irgendwann einmal herunterkrachen und sich die Beine brechen konnte � wenn nicht sogar den Hals.</p><p>Auf der obersten Stufe standen die orthodoxen Gro�russen, darunter kamen die orthodoxen Slawen nichtrussischer Abstammung, dann die deutschen Lutheraner, dann die Grusinier, Armenier, Muselmanen, Katholiken und Raskolniki, und ganz unten die Juden. Schlimmer als die Juden waren nur noch die verbotenen Sekten � irgendwelche Geistesk�mpfer oder Flagellanten. Jeder Untertan wusste, auf welcher Stufe sein Platz war, und jeder war mit seiner Position unzufrieden, einschlie�lich der Gro�russen, die zwar eigentlich privilegiert waren, von denen aber neun Zehntel hungerten, Analphabeten waren und schlechter lebten als mancher niedriger Stehende.</p><p>Diese Allegorie roch allerdings ein wenig nach Sozialismus, und zu diesem hatte Matwej Benzionowitsch ein durchaus kritisches Verh�ltnis. Er hielt die Theorie einer von oben verordnten Gleichheit f�r eine Unheil bringende Versuchung aus Deutschland, die ungefestigte Geister ins Verderben zog. Deswegen beendete der Staatsanwalt seine philosophischen Exkurse und kehrte seufzend in die Realit�t zur�ck. Es war auch h�chste Zeit � der Schlossberg lag hinter ihm, und hier begann schon der Bezirk Podgurka, welchen der Inspektor des Gouvernements-Gef�ngnisses als �widerliches j�disches Wanzennest� bezeichnete hatte.</p><p>Vermutlich hat der Inspektor Recht, dachte Berditschewski, als er durch die schmutzigen Gassen des j�dischen Viertels schritt. Wie k�nnen diese �Leibgardisten� es eigentlich fertig bringen, angesichts solchen Elends noch Pogrome zu veranstalten? Hier ist doch ohnehin schon alles verkommen und verfallen.</p><p>�berall sah man dem gepflegten Herrn mit der Melone neugierig hinterher. Viele gr��ten ihn auf Jiddisch, manche versuchten sogar, ein Gespr�ch anzukn�pfen, aber Matwej Benzionowitsch wich h�flich aus: Antschuldiken si mir, Verehrtester, ich bin in Eile.</p><p>Der Staatsrat hatte sich vom blonden Engel wieder in einen Dunkelhaarigen verwandelt. Zu diesem Zweck hatte er in dem bereits erw�hnten �Salon de beaut� die Haarfarbe �Infernalische Sissi� erstanden, die dem gesch�tzten K�ufer einen Haarschopf von der Farbe �schimmernden Rabengefieders mit einem zauberhaften Hauch von Anthrazit� verhie�.</p><p>Die nat�rliche Couleur seiner Haare hatte er allerdings nicht wiederherstellen k�nnen (offenbar lagen der blonde Engel und die Sissi in einem chemischen Konflikt miteinander), und die sch�ttere Vegetation auf dem Scheitel des Staatsanwaltes f�rbte sich rotbraun. Aber da man diesen Farbton bei Juden auch nicht selten sah, war Matwej Benzionowitsch zufrieden, ja er empfand sogar eine gewisse Freude �ber diese neu erworbene Rothaarigkeit, weil er sich dadurch Pelagia n�her f�hlte (Gott bewahre sie vor aller Unbill und Gefahr).</p><p>Vor der Synagoge dr�ngelte sich eine Schlange furchtbar zerlumpter Gestalten. Es herrschte ein Heidenl�rm, aber nicht der typisch russische Radau, mit groben M�nnerfl�chen und hellem Weiberkreischen, sondern ein Jammern und Klagen, ein N�rgeln und H�nderingen, mit einem Wort, ein echter j�discher chipesch. Ach ja, heute war Freitagabend, da wurde an die mittellosen Juden Challa verteilt � Milch und unges�uertes Brot in irdenen Gef��en, damit sie wenigstens etwas hatten, um den Schabbat zu begehen.</p><p>Nur ein Katzensprung von der Synagoge entfernt, hatte die Anweisung des Inspektors gelautet, gleich, wenn man in die Kleine Wilnaer Stra�e einbog.</p><p>Da war es auch schon � ein eingeschossiges Haus mit einem windschiefen Aufbau (das �Spinnennest�, wie der Inspektor sich ausdr�ckte).</p><p>�Lombard � und Darlehenskasse Ephraim Golossowker� stand auf Russisch, Polnisch und Hebr�isch auf einem Aush�ngeschild.</p><p><strong>Ein Rat im Wert von f�nfundzwanzigtausend Rubel</strong></p><p>Unter Glockengeklingel betrat Berditschewski das Kontor, das auf den ersten Blick au�erordentlich vernachl�ssigt wirkte und einen sehr armseligen Eindruck machte. Sah man sich indes etwas genauer um, stellte man fest, dass die staubigen, teilweise gesprungenen Fenster mit starken Eisenstangen gesichert waren, und bemerkte das dreifache englische Patentschloss an der T�r sowie den Tresor aus matt schimmerndem Krupp-Stahl.</p><p>Aha, wir m�chten uns gern arm stellen, folgerte der Staatsanwalt in Gedanken und betrachtete den Inhaber.</p><p>Herr Golossowker trug abgewetzte �rmelschoner an den Ellenbogen und eine schmierige Jarmulke auf dem Hinterkopf; ein B�gel seiner Brille war mit einem St�ck Schnur geflickt. Er warf einen kurzen Blick auf den Besucher und widmete sich sofort wieder seinem Rechenbrett, das er gesch�ftig klackern lie�.</p><p>Au�er ihm befand sich noch eine weitere Person im Kassenraum � ein stutzerhaft gekleideter blonder junger Mann mit schnurgerade gezogenem, gl�nzendem Scheitel. Er stand in einer Ecke an einem Pult und schrieb etwas in ein zerfleddertes Hauptbuch.</p><p>�Schabat schalom�, gr��te Matwej Benzionowitsch, dem bevorstehenden Schabbat gem��.</p><p>�Guten Tag�, nuschelte der junge Mann.</p><p>Er hatte einen weichen, geradezu seidigen Blick.</p><p>Der Wucherer nickte nur. Dann sah er den Ank�mmling noch einmal an, diesmal etwas l�nger, und streckte seine Hand aus, mit der Handfl�che nach oben.</p><p>�Zeigen Sie �s mir.�</p><p>�Was soll ich zeigen?�, fragte Berditschewski verwundert.</p><p>�Was Sie mitgebracht haben, nat�rlich.�</p><p>�Wie kommen Sie darauf, dass ich etwas mitgebracht h�tte?�</p><p>Golossowker verdrehte die Augen, seufzte und erkl�rte geduldig, als redete er mit einem Schwachsinnigen:</p><p>�Es gibt zwei Gr�nde, aus denen die Leute zu mir kommen. Entweder, um ein Darlehen aufzunehmen, oder um einen Gegenstand zu verpf�nden. Sie werden doch nicht so zedrejter sein, anzunehmen, ich w�rde einem wildfremden Menschen Geld leihen? Nein, Sie sind kein zedrejter. Ein Jude, selbst wenn er ein zedrejter, oder, um sich zivilisiert auszudr�cken, ein Idiot ist, tr�gt nicht eine Melone f�r zw�lf Rubel und ein Jackett aus englischem Tweed f�r vierzig oder f�nfundvierzig Silberrubel. Also haben Sie irgendein Pfand mitgebracht. Nun, was haben Sie? Eine goldene Uhr? Einen Ring mit einem Stein?�</p><p>Er schob die Brille auf die Nasenspitze, platzierte an ihrer Stelle eine Lupe, die er auf der Stirn getragen hatte, und schnipste mit den Fingern.</p><p>�Los, machen Sie schon. Ich bin zwar kein zadik und schon gar kein Rabbi, aber am Freitagabend gehe ich in die Synagoge, und dann singe ich �Schalom alejchem, mal� achej ha-schalom� und setze mich anschlie�end an die Festtafel. Kescha, was gibt es dort herumzuwirtschaften?�, fragte er zu dem Blonden gewandt. �Wei� Gott, ich h�tte lieber einen gottlosen Juden einstellen sollen, der am Freitagabend und Samstag im Kontor aushelfen kann.�</p><p>�Gleich, gleich, Ephraim Lejbowitsch�, sagte Kescha sanft und krakelte mit doppelter Geschwindigkeit in dem Buche herum. �Ich finde irgendwie die T�rkishalskette von Madame Sluzker nicht auf der Liste. Will sie sie etwa nicht ausl�sen? Morgen ist doch der letzte Tag.�</p><p>�Nat�rlich will sie, und sie wird kommen, Schabbat oder nicht, und mir die Ohren voll heulen, aber sie wird kein Geld haben, und darum brauchen wir ihr die Kette auch nicht zur�ckzugeben. Ich werde sie also im Safe einschlie�en.�</p><p>Matwej Benzionowitsch nutzte die Pause, um sich die �Spinne� genauer anzusehen und sich dar�ber klar zu werden, wie er mit diesem Menschen reden sollte. Vermutlich war es am besten, sich seinem Tonfall anzupassen.</p><p>�Ich habe Ihnen nichts mitgebracht, Monsieur Golossowker�, sagte der Staatsrat, und seine Stimme fiel ganz von selbst in jenen Singsang, den er w�hrend der langen Jahre des Studiums und des Staatsdienstes f�r immer verdr�ngt geglaubt hatte. �Im Gegenteil, ich m�chte etwas von Ihnen.�</p><p>Der Wucherer zog die Hand zur�ck und kniff die Augen zu.</p><p>�Werde ich einem unbekannten Menschen etwas geben, blo� weil er eine Melone tr�gt? Halten Sie mich f�r einen schlimasl?�</p><p>Berditschewski l�chelte zur�ckhaltend.</p><p>�Nein, Monsieur Golossowker, Sie sind kein schlimasl. Der gro�e Ibn-Esra hat gesagt: �Wenn ein schlimasl sich einfallen l�sst, Sargtischler zu werden, wird kein Mensch mehr sterben, und wenn ein schlimasl anf�ngt, Lampen zu verkaufen, dann geht die Sonne nicht mehr unter.� Aber Ihr Gesch�ft l�uft ausgezeichnet, soweit mir bekannt ist.�</p><p>�Soweit Ihnen bekannt ist?�, fragte Golossowker. �Mich w�rde ja interessieren, inwieweit Ihnen das bekannt ist? Wer sind Sie, mit Verlaub, und woher kommen Sie?�</p><p>�Mordechaj Berditschewski�, entgegnete der Staatsanwalt mit einer Verbeugung und nannte den Namen, den er vor seiner Taufe getragen hatte. �Aus Sawolshsk. Ich wei� in der Tat einiges �ber Sie.� Er sah, dass sich das Gesicht des Inhabers bei diesen Worten anspannte, und f�gte rasch hinzu: �Sie brauchen nichts zu bef�rchten, Monsieur Golossowker. Ich m�chte Sie lediglich um etwas bitten, das jeder Jude gerne gibt � um einen Rat.�</p><p>�Sie sind von Sawolshsk nach Shitomir gekommen, um Ephraim Golossowker um Rat zu fragen?� Der Wucherer kniff ungl�ubig die Augen zusammen.</p><p>�Sie werden lachen, aber so ist es.�</p><p>Ephraim Lejbowitsch lachte nicht, aber er l�chelte � ein wenig beunruhigt, aber auch geschmeichelt.</p><p>Berditschewski warf einen Seitenblick nach dem jungen Mann. Der schien vollkommen in seine Arbeit vertieft zu sein und nichts um sich herum zu h�ren und zu sehen.</p><p>�Sprechen Sie, Monsieur Berditschewski, Kescha ist ein guter Junge, a jidische Harz, obwohl er auch ein kazap ist. Er wei�: Was in diesen vier W�nden gesprochen wird, bleibt auch in diesen vier W�nden.�</p><p>Der Besitzer des j�dischen Herzens schien von dieser schmeichelhaften Einsch�tzung seiner Person nichts mitbekommen zu haben, er raschelte konzentriert mit den Seiten des Hauptbuchs und suchte irgendetwas.</p><p>Gleichwohl sprach der Staatsanwalt mit ged�mpfter Stimme weiter.</p><p>�Ich habe in Sawolshsk eine Darlehens-Kreditgenossenschaft � so etwas �hnliches, wie Sie hier haben. Nun, vielleicht ein winzig kleines bisschen gr��er.�</p><p>Er deutete zwischen Daumen und Zeigefinger an, dass es wirklich nur ein kleines bisschen war.</p><p>�Und wie haben Sie das hingekriegt? Sawolshsk liegt doch au�erhalb des j�dischen Siedlungsgebiets? Haben Sie sich taufen lassen?�</p><p>�Aber nein, was denken Sie�, erwiderte Berditschewski mit vorwurfsvoller Geste. �Wie hei�t es, aus einem Schweineschwanz n�ht man keine Jarmulke. Aber das waren die reinsten makess, das kann ich Ihnen sagen. Ich musste mich in die erste Kaufmannsgilde einschreiben, und das ist kein zimes mit kompot, falls Sie das denken sollten. Allein die Eintragung kostete 565 Rubel, und au�erdem muss man Gro�h�ndler sein, das ist eine zwingende Voraussetzung, aber wo gibt es denn einen Gro�handel in unserem Gewerbe? Also musst du den Polizeimeister schmieren, a loch in kop!�, klagte Matwej Benzionowitsch bitter und vers�ndigte sich an seinem armen Sawolshsker Polizeimeister, der wahrlich eine ehrliche Seele war.</p><p>Er wunderte sich �ber sich selbst, wie leicht ihm die Ausdr�cke seiner Kindheit wieder einfielen.</p><p>�Eh, da haben Sie unsere Polizei noch nicht gesehen�, l�chelte Golossowker betr�bt. �Schlimmere arejlim habe ich nicht einmal in der Wei�en Kirche getroffen.�</p><p>Der Staatsanwalt blinzelte kurz irritiert, dann fiel �s ihm wieder ein: arejlim sind dasselbe wie gojim.</p><p>Doch es war Zeit, zur Sache zu kommen. Berditschewski begann mit Vorsicht:</p><p>�Es ist n�mlich so: Jemand hat sich an mich gewandt, der ein Gesch�ft gr�nden will und daf�r von mir ein Darlehen in H�he von f�nfundzwanzigtausend erbittet.�</p><p>Ephraim Lejbowitsch verdrehte als Zeichen des Respekts vor dieser Summe die Augen.</p><p>�Dieser Jemand ist noch nicht lange in Sawolshsk, Immobilien besitzt er auch keine, und normalerweise w�rde ich ihm das Geld nicht geben, aber � in diesem Fall liegt ein besonderer Umstand vor. Er selber ist ein goj, ein Adliger, aber er hat die B�rgschaft eines Juden gebracht, und zwar nicht von irgendeinem lajdaky sondern eine B�rgschaft des ehrenwerten Rab Schefarewitsch aus Ihrer Stadt.�</p><p>Golossowker hob die Augenbrauen, und Berditschewski verstummte sofort � kam vielleicht irgendein Kommentar? Nein, es kam keiner.</p><p>�Herr Schefarewitsch ist nat�rlich jemand; sogar in Sawolshsk kennt man ihn und sein �Goel-Jissrael�. Eine B�rgschaft des Rebbe kann man nicht so einfach abtun. Au�erdem ist der Zinssatz sehr profitabel. Aber da ich ein gr�ndlicher Mensch bin, dachte ich, ich fahre lieber her und pr�fe nach. Tja, und was erfahre ich hier? Der Rebbe ist aufgebrochen nach Jeruschalajim, hejlige schtot.� Als Matwej Benzionowitsch den Namen der Heiligen Stadt aussprach, hob er and�chtig die H�nde. �Und au�erdem hat sich herausgestellt, dass mein Klient hier im Schuldenturm gesessen hat.�</p><p>�Ah, wusst ich�s doch�, bemerkte der Wucherer mit Genugtuung. �Ein Gauner.�</p><p>�Warten Sie, so einfach ist es nicht. Er hat zwar gesessen, aber nicht lange, jemand hat seine Schulden bezahlt, bis auf die letzte Kopeke. Und nun hat man mir zugetragen, das soll entweder Rabbi Schefarewitsch selber gewesen sein, oder einer seiner Anh�nger. Die Frage ist jetzt also, kann man der B�rgschaft vertrauen? Ich bin zu Ihnen gekommen, Monsieur Golossowker, weil Sie meinen Klienten sehr gut kennen. Es handelt sich um einen gewissen Bronislaw Razewitsch, einen ehemaligen Schuldner von Ihnen. Denn das waren doch Sie, der ihn in den Turm gebracht hat, oder?�</p><p>�Ja, das war ich�, l�chelte der Wucherer, wie jemand, der sich an alte Siege erinnert. �Wie geht ein kluger Gesch�ftsmann mit seinem Geld um? Er teilt es in drei Teile: Den Hauptteil legt er sicher an, daf�r mit wenig Gewinn. Den zweiten Teil investiert er in Gesch�fte von mittelgro�em Risiko, die bringen ihm mittleren Profit. Und den kleinsten Teil verwendet er f�r eher zweifelhafte Projekte, bei denen man sein ganzes Geld sehr schnell verlieren kann, andererseits aber, mit etwas Gl�ck, auch eine sehr hohe Rendite erzielt. Und so ein gescheft mit hohem Risiko ist zum Beispiel der Ankauf aussichtsloser Wechsel. Man kauft sie f�r zehn, manchmal f�r f�nf Prozent. Aber das wissen Sie ja selbst.� Berditschewski nickte, obwohl ihm diese Wuchererweisheit vollkommen neu war. �Meistens verbrennt man sich die Finger, aber manchmal klappt es auch. Diese Wechsel von Razewitsch habe ich f�r tausend Silberrubel angekauft. Die Leute hatten jede Hoffnung aufgegeben, ihr Geld jemals wieder zu sehen, weil sie nicht wussten, wie sie an ihn herankommen sollten, er diente ja bei der Gendarmerie. Aber mich hat das nicht eingesch�chtert. Und ich habe alles gekriegt, die ganzen f�nfzehntausend. Das war ein Gesch�ft mit hohem Risiko!�</p><p>Golossowker hob bedeutungsvoll den Zeigefinger.</p><p>Matwej Benzionowitsch brachte seine Begeisterung f�r die Gesch�ftst�chtigkeit seines Zunftgenossen angemessen zum Ausdruck und hakte dann vorsichtig nach:</p><p>�Und wer hat nun den Wechsel bezahlt? Der ehrw�rdige Rabbi Schefarewitsch?�</p><p>Ephraim Lejbowitsch setzte eine ver�chtliche Grimasse auf.</p><p>�Schefarewitsch soll einen Gendarmen freikaufen? A hiz in a parowos!�</p><p>�Hitze in einer Lokomotive?�, fragte Berditschewski verst�ndnislos. �Was bedeutet dieser Ausdruck?�</p><p>Der Wucherer lachte:</p><p>�Sie mit Ihrem Familiennamen sollten das eigentlich wissen. Das kommt aus Berditschew, aus der Zeit, als man dort die Eisenbahnlinie gebaut hat. Ich meine damit: Schefarewitsch braucht diesen Gendarmen so wenig, wie eine Lokomotive �berfl�ssigen Dampf.�</p><p>�Aber es k�nnte doch irgendeine besondere Verbindung zwischen den beiden geben, von der Au�enstehende nichts wissen . . .�</p><p>�Nein, nein und nochmals nein�, fuhr ihm Golossowker br�sk ins Wort. �Zwischen den Menschen kann es nat�rlich alle m�glichen Verbindungen geben, aber auch Schefarewitsch kann sich schlie�lich keine f�nfzehntausend aus den Rippen schneiden. Wer w�sste das besser als ich. Schefarewitsch und f�nfzehntausend! Da kann ich ja nur lachen! Einen solchen umsin kann nur jemand glauben, der in Sawolshsk lebt. Jagen Sie Razewitsch zum Teufel, er ist ein Schwindler. Er wird Ihnen das Geld nie zur�ckzahlen, und die B�rgschaft hat er gef�lscht, vermutlich wei� er, dass Schefarewitsch abgereist ist und nie mehr wiederkommt. Da haben Sie meinen Rat im Werte von f�nfundzwanzigtausend Rubel!�</p><p>Und das bekr�ftigte der Wucherer mit einer ausholenden Geste der Gro�z�gigkeit.</p><p><strong>Triumph der Emanzipation</strong></p><p>�Moment, Moment�, rief Matwej Benzionowitsch erregt, dessen zweite und letzte Version damit in sich zusammenfiel. �Sie sagen, dass �Goel-Jissrael� kein Geld hatte, um Razewitsch freizukaufen. Das ist schwer zu glauben. So ein angesehener Mann wie Rabbi Schefarewitsch braucht doch kein eigenes Kapital. Er muss nur mit dem kleinen Finger winken, und die reichen Juden geben ihm, so viel er haben will. Ich habe von einer Person, die vollstes Vertrauen verdient, geh�rt, der ehrenwerte Rabbi solle dem Propheten Ezechiel �hneln. Man sagt, einen so strengen und k�mpferischen Juden habe es seit den Zeiten von Judas Makkab�us nicht mehr gegeben, und in Rabbi Schefarewitsch sei die Kraft und der Zorn Israels wiedererstanden.�</p><p>�Spucken Sie dem, der Ihnen das gesagt hat, ins Gesicht. Schefarewitsch ist ein ganz gew�hnliches Gro�maul, wie sie die d�rre Erde der Diaspora in Massen hervorbringt. Die lassen ihre B�rte zittern, rollen die Augen und sto�en wilde Drohungen aus, in Wirklichkeit aber sind sie wie die Ringelnattern, die zwar viel Gezischei machen, deren Biss aber vollkommen harmlos ist.� Golossowker seufzte schwer. �Es gibt allerdings neue Makkab�er, nur, die tragen keine Schl�fenlocken und heiligen nicht den Schabbat, das k�nnen Sie mir glauben.�</p><p>�Sie meinen die Zionisten?�</p><p>�Einige von ihnen.� Der Wucherer schielte zu dem jungen Mann und senkte die Stimme zu einem Fl�stern. �Wissen Sie, wof�r ich die f�nfzehntausend ausgegeben habe, und sogar noch f�nftausend mehr?� Er breitete die H�nde zu einer leidvollen Geste. �Sie werden es mir nicht glauben. F�r die Trockenlegung irgendwelcher S�mpfe in einem Tal in Pal�stina. Was halten Sie davon? Wo ist Ephraim Golossowker, und wo sind diese S�mpfe, frage ich Sie?�</p><p>�Nun, eine edle Tat�, antwortete Berditschewski zerstreut. Er war mit seinen Gedanken schon woanders.</p><p>�Wenn man so nachdr�cklich darum gebeten wird, wird jeder zum Wohlt�ter, och-n-wej . . .�</p><p>Der Tonfall, in dem diese Bemerkung ausgesprochen wurde, lie� den Staatsrat aufhorchen.</p><p>�Hat man Sie gezwungen? Wurden Sie etwa erpresst?�</p><p>�Nein�, entgegnete Ephraim Lejbowitsch bitter. �Dieser Herr hat mich nicht erpresst. Er ist einfach zu mir ins Hotel gekommen, ein h�flicher junger Mann im Cutaway und mit Krawatte, und hat ganz freundlich zu mir gesagt: �Sie sind ein reicher Mann, Monsieur Golossowker, und Sie sind im Wesentlichen dadurch reich geworden, dass Sie den armen Juden das Blut ausgesaugt haben. Jetzt ist die Zeit gekommen, mit Ihrem Volk zu teilen. Ich w�re Ihnen sehr verbunden, wenn Sie in den n�chsten drei Tagen zwanzigtausend Rubel in die Kasse der Kommune �Megiddo-Hadasch� einzahlten. Zahlen Sie nicht, m�ssten wir uns noch einmal wieder sehen.� Und dabei ist er nicht einmal laut geworden, wissen Sie, ganz anders als Rabbi Schefarewitsch. Ich dachte: Das ist eine Schlange, die nicht zischt, aber wenn sie bei�t, dann neschine gedacht. Ich hatte nicht das geringste Bed�rfnis, diesen jungen Mann noch einmal wieder zu sehen.�</p><p>�Wann war das? Und wo? Wer war dieser Mensch?�</p><p>�Wann, fragen Sie? Vor vier Monaten. Wo? In Odessa, sol doch farchapt wem. Ich war in gesch�ftlichen Angelegenheiten dort.�</p><p>�Und wer war nun dieser Bandit?�, fragte Matwej Benzionowitsch noch einmal.</p><p>�Das Wort haben Sie gebraucht, nicht ich�, sagte der Wucherer und blickte zur T�r, obwohl es von Odessa bis hierher gut f�nfhundert Werst waren. �Viele Juden halten ihn f�r einen Helden. Tja, Helden und Banditen backt man aus demselben Teig, wenn Sie mich fragen. Aber das nur nebenbei. Der h�fliche junge Mann, der mich aufsuchte, hie� Magellan. Ich habe einige Erkundigungen �ber ihn eingezogen, und was ich da zu h�ren bekam, das klang nicht gut. Also, denke ich, S�mpfe hin oder her, zwanzigtausend Rubel sind zwar sehr viel Geld, aber was kann ein Toter damit anfangen?�</p><p>�So schlimm?�, grinste Berditschewski, den diese Geschichte am�sierte. Wer h�tte gedacht, dass der Shitomirer Gobsek so leicht zu beeindrucken war?</p><p>�Ich werde Ihnen nicht alles im Einzelnen erz�hlen, was mir �ber den Juden namens Magellan berichtet wurde, das w�rde zu viel Zeit in Anspruch nehmen und Ihnen mit Sicherheit nur unerfreuliche Albtr�ume bescheren; und wer w�nscht sich schon Albtr�ume in der Nacht auf den Schabbat? Ich werde Ihnen nur das erz�hlen, was ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe, und dann k�nnen Sie meinetwegen sagen �So schlimm?� und grinsen, so viel Sie wollen. Recht so?� Es fr�stelte Golossowker bei den unerfreulichen Erinnerungen. �Sie glauben, ich sei so meschugge, dass ich einfach mir nichts dir nichts, oder weil irgendein Kasper mir einen Schrecken einjagt, zwanzigtausend Rubel in die S�mpfe schicke? Zwei Tage sind zwei Tage, dachte ich mir, in zwei Tagen hat Gott das Licht von der Finsternis getrennt und das Land vom Wasser � da wir schon mal von S�mpfen reden. In der �Odessaer Zeitung� las ich, dass diese �Megiddo-Hadasch� am folgenden Tage eine Kundgebung abhalten w�rde, und beschloss, mir mal anzuschauen, was das f�r Leute sind. Im schlimmsten Falle wollte ich mich noch am selben Tag nach Shitomir absetzen, und dann k�nnte Monsieur Magellan mich lange suchen. Ansonsten, dachte ich, w�rde ich erst meine Gesch�fte in Odessa abschlie�en und mich dann aus dem Staub machen.</p><p>Ich ging also hin. Es war eine Kundgebung wie jede andere. Ein Jude steht auf einem Podest und schreit, und die anderen h�ren zu. Dann tritt ein zweiter vor und schreit auch irgendwas, und dann noch einer, der schreit lange und so laut er kann, trotzdem h�rt ihm kaum einer zu, weil die Juden gerne selber reden und weniger gern anderen zuh�ren. Und dann kam Magellan. Er sprach leise und nicht lange, aber man h�rte ihm so zu, wie man bei uns in der Synagoge dem Kantor Seewson zuh�rt, wenn er mit seinem Chor aus Kiew kommt. Und als Magellan geendet hatte und sagte: �Wer mit uns ist, soll die Charta unterschreiben� (sie hatten da so eine Charta, eine Schwur � oder Eides-Charta), da bildete sich eine ganze Schlange von jungen Burschen und M�dchen. Alle wollten S�mpfe trockenlegen und sich mit arabischen Banditen raufen. Da dachte ich mir: Zum Kuckuck mit meinen Gesch�ften in Odessa, heute noch reise ich ab nach Shitomir. Da dr�ngte sich pl�tzlich Fira Dorman durch die Menge und ergriff ebenfalls das Wort. Fira Dorman kennen Sie doch, oder?�</p><p>�Aus der Zeitung: eine amerikanische Sozialistin und Suffragette.�</p><p>�Ich wei� nicht, was eine Suffragette ist, aber wenn das jemand ist, der sagt, dass Frauen genauso gut sind wie M�nner, dann trifft das exakt auf Fira zu. Sie ging als junges M�dchen nach Amerika und schnappte dort alle m�glichen albernen Ideen auf. Dann kam sie zur�ck, um die armen j�dischen K�pfe in Aufruhr zu versetzen, die ohnedies schon verdreht genug sind . . .</p><p>Also, Fira trat aufs Rednerpodest � in solchen Pumphosen, kurzen struppigen Haaren und mit einer Papirossa im Mundwinkel � und f�ngt an zu schreien wie ein Feldwebel auf dem Exerzierplatz. �Glaubt diesem schmock nicht, M�dchen! Er erz�hlt euch irgendwelche L�gen �ber Gleichberechtigung und neue Br�derschaft, aber ich frage euch: Was ist das denn schon f�r ein Wort � �Br�derschaft�? Wenn man von Gleichberechtigung redet, warum sagt man dann nicht �Schwesternschaft�? Und warum ist der Anf�hrer der Kommune ein Mann? Darum n�mlich, weil dieser Phrasendrescher euch in eine neue Sklaverei locken will! Bei uns in Amerika haben wir auch solche Leute, die kommen und wollen Kommunen gr�nden! Ich kann euch erz�hlen, wie so was ausgeht! Die armen M�dchen m�ssen die gleiche Arbeit machen wie die M�nner, aber au�erdem m�ssen sie noch f�r sie kochen, W�sche waschen und Kinder geb�ren! Und wenn sie dann abgearbeitet und fr�h gealtert sind und all ihre Anmut und Sch�nheit dahin, dann holen sich diese Kerle, die eben noch ihre Br�der waren, neue Frauen, j�ngere, und denen erz�hlen sie dann kein Wort mehr von Gleichberechtigung! �</p><p>Fira schrie noch ein bisschen in dieser Art weiter, dann nahm sie auf einmal die Charta mit den Unterschriften und riss sie in kleine St�cke. Tumult und Geschrei. Dann baut sie sich vor Magellan auf und stemmt die Arme in die Seite. �Was ist, hast du die Sprache verloren, du Ausbeuter?� Und er antwortet ihr, noch leiser als sonst: �Ich bin f�r die Gleichberechtigung der Geschlechter. F�r mich sind Frauen genauso Men-sehen wie M�nner. Und ich werde es dir sofort beweisen.� Und sie wieder: � Worte, nichts als Worte !� Magellan: �Nein, Taten. Jedem Mann, der es gewagt h�tte, unser Heiligtum, die Charta, zu zerrei�en, h�tte ich seine frevlerischen Arme gebrochen, und genau das tue ich auch mit dir.� Und ehe �berhaupt jemand begreift, was dort geschieht, hat er sie schon zu Boden gedr�ckt, packt ihren Arm und zerknackt ihn wie einen d�rren Reiser �ber dem Knie, und eh man sich versieht � zack � den zweiten Arm auch. Ich sage Ihnen, das war ein Bild! Ein Knacken und Krachen! Fira riss den Mund auf, die Augen traten ihr aus den H�hlen, und die H�nde hingen ihr schlaff vom Ellenbogen herab. Ein �rmel war hochgerutscht, und man konnte den blo�en Knochen sehen und das Blut!�</p><p>�Hm, ein �bles Subjekt, allerdings�, murmelte Berditschewski, der bei dieser bildhaften Beschreibung das Gesicht verzog. �Und, hat man ihn verhaftet? Das war doch immerhin eine �mittelschwere K�rperverletzung�, nach dem Strafgesetzbuch f�nf Jahre Gef�ngnis oder drei Jahre Zwangsarbeit.�</p><p>Sprach�s � und verstummte verlegen. Das klang doch verd�chtig nach Staatsanwalt. Aber Golossowker hatte seine Erz�hlung viel zu sehr aufgeregt, als dass er dem juristischen Exkurs irgendwelche Beachtung geschenkt h�tte.</p><p>�Was denken Sie! Fira kam gar nicht auf die Idee, zur Polizei zu laufen. Am anderen Tag ging sie zu diesem Magellan, ist ihm mit ihren eingegipsten Armen um den Hals gefallen und hat ihn abgek�sst, weil er die Frau als gleichberechtigtes Wesen anerkannt hat. Aber das hab ich nicht mehr gesehen, ich war schon auf halbem Weg nach Shitomir.�</p><p>�Sie sind geflohen?�</p><p>�Ich habe die Beine in die Hand genommen, um das Geld zu holen�, antwortete Ephraim Lejbowitsch betr�bt.</p><p>�Eine sehr eindrucksvolle Geschichte, in der Tat, aber sie hat nichts mit meinem Problem zu tun�, sagte Berditschewski gedehnt. �Wenn nicht der Rabbi Razewitsch freigekauft hat, wer war es dann?�</p><p>Der Wucherer zuckte mit den Achseln.</p><p>�Das Geld ging anonym auf meinem Konto ein, die �berweisung kam von einer Filiale der �Russischen Industrie � und Handelsbank� in Kiew.�</p><p>�Und Sie haben nicht herausgefunden, wer das Geld �berwiesen hat?�, fragte Matwej Benzionowitsch mit br�chiger Stimme.</p><p>�Ich habe es nat�rlich versucht, aber die �Russische Industrie � und Handelsbank� geh�rt Gojim, ich habe dort keine Bekannten.� Ephraim Lejbowitsch hob bedauernd die Schultern. �Aber was geht mich das an? Kescha, sind Sie jetzt endlich fertig?�</p><p><strong>Das Geheimzeichen</strong></p><p>Vollkommen verwirrt trat Berditschewski den R�ckweg in die Kleine Wilnaer Stra�e an. Die Reise nach Shitomir war also vollkommen unn�tz gewesen, die kostbare Zeit ganz umsonst vergeudet.</p><p>Seine beiden Versionen, eine glaubw�rdiger als die andere, hatten sich in Wohlgefallen aufgel�st. Eine schwache Spur f�hrte zu dieser Bank in Kiew, aber darauf gab er nicht viel. Als Jurist wusste Berditschewski sehr gut, was das Wort Bankgeheimnis bedeutete, und er respektierte es. Er konnte nat�rlich eine offizielle Anfrage der Staatsanwaltschaft an die Bank richten, aber das h�tte ihm nichts als eine Menge Schreibkram eingebracht und trotzdem mit gro�er Wahrscheinlichkeit zu nichts gef�hrt. Wenn der Absender des Geldes inkognito bleiben wollte, konnte er eine Unzahl von Winkelz�gen benutzen.</p><p>Matwej Benzionowitsch blieb ratlos mitten auf der Stra�e stehen, er wusste nicht recht, was er jetzt tun und wohin er sich wenden sollte.</p><p>War die Ermittlung am Ende? Was sollte dann aus Pelagia werden!</p><p>Pl�tzlich h�rte er hinter sich einen weichen Tenor:</p><p>�Herr . . . Wie hei�en Sie noch . . . Herr Berditschewski!�</p><p>Der Staatsrat drehte sich um und erblickte den gut aussehenden Kontoristen Kescha.</p><p>�K�nnen Sie denn den Kassenraum so einfach verlassen?�, fragte der Staatsanwalt verwundert. �Ist Herr Golossowker schon gegangen?�</p><p>�Er verschlie�t den Tresor�, sagte der Blondschopf mit feinem L�cheln. �Das macht er grunds�tzlich selbst, ich muss dann die Gesch�ftsr�ume verlassen.�</p><p>�Und was kann ich f�r Sie tun? M�chten Sie mir etwas mitteilen?�</p><p>Kescha legte den Kopf ein wenig zur Seite und fragte z�gernd:</p><p>�Sagen Sie . . . Sie sind doch gar kein Geldverleiher, oder?�</p><p>�Wie kommen Sie darauf?�</p><p>Berditschewski sah den Kontoristen gespannt an.</p><p>�Ich glaube, Sie interessieren sich eigentlich nur f�r Razewitsch, und ich denke, ich wei� sogar, warum.�</p><p>�So, und warum?�</p><p>Da tat der junge Mann etwas Seltsames: Er nahm Matwej Benzionowitschs linke Hand und kitzelte ihm mit dem kleinen Finger den Handteller.</p><p>Der Staatsanwalt zuckte verdutzt zusammen und wollte sich �ber diese unerh�rte Vertraulichkeit schon emp�ren, aber er beherrschte sich. Die befremdliche Kitzelei sah ihm doch stark nach irgendeinem Geheimzeichen aus.</p><p>�Aha, wusste ich�s doch�, nickte Kescha und lachte leise. �Jetzt verstehe ich, warum Sie wissen wollen, wer Razewitsch freigekauft hat. Nun, ich habe diesbez�glich eine konkrete Vermutung. Allerdings, ich bin kein Jude, und deshalb gebe ich keine kostenlosen Ratschl�ge.�</p><p>�Wie viel?�, fragte Berditschewski heiser vor Aufregung.</p></section><section><title><p><strong>XI</strong></p><p><strong>Die Stadt des Gl�cks</strong></p></title><p><strong>J�disches Gl�ck 1</strong></p><p>Es wurden keine Grabreden gehalten, und es wurde auch nicht geweint. So hatten es die Kommunarden untereinander vereinbart. Und Rahel hatte selbst noch, kurz bevor sie starb, gebeten: �Weint nicht.�</p><p>Die Malaria war ganz anders, als Malke immer gedacht hatte. Am Morgen war Rahel aufgestanden wie immer und hatte die K�he gemolken. Dann hatten sie sich zusammengesetzt und das Saatgut verlesen; dabei sangen sie zweistimmig: �Wecke nicht die Erinnerung�, und auf einmal sagte sie: �Irgendwie ist mir ganz schwarz vor den Augen, aber macht nichts, das geht bestimmt gleich vorbei.� Eine halbe Stunde sp�ter war sie schon gl�hend hei� vom Fieber.</p><p>Malke brachte sie in den Han. Rahel sagte immer wieder: Ich schaff�s schon, ich schaff s schon, lass mich, sonst kommen die Jungs vom Feld zur�ck, und wir haben das Mittagessen noch nicht fertig.</p><p>Magellan kam, f�hlte ihr die Stirn und sprang sofort aufs Pferd und ritt nach Sichron Jakov, um Doktor Scherman zu holen. Am Abend, als der Arzt kam, war Rahel schon tot. Es gibt offenbar auch eine galoppierende Malaria.</p><p>Sie begruben sie im Dunkeln - die Sch�nste, die Beste �, beim Schein der Fackeln. Malke hatte den noch nicht erstarrten Leichnam gewaschen - wei� wie Schnee war er, ohne einen einzigen Leberfleck � und der Toten ein Seidenkleid und ihre feinen Stadtschuhe angezogen, die Rahel noch kein einziges Mal getragen hatte.</p><p>Unter einem Eukalyptusbaum am Flussufer hoben sie eine Grube aus. Die Kommunarden hatten den Baum erst vor einer Woche gepflanzt, er war noch ganz klein, aber irgendwann einmal w�rde er gro� und m�chtig werden.</p><p>In einiger Entfernung stand ein Gr�ppchen Araber aus dem Nachbardorf. Sie waren gekommen, um zuzuschauen, wie die Juden ihre Angeh�rigen bestatteten.</p><p>Aber da gab es nichts besonders Interessantes zu sehen.</p><p>Magellan trat vor und sagte: �Die Erste von uns ist gestorben, andere werden folgen. Lasst euren Mut nicht sinken.�</p><p>Dann warfen sie Erde auf den Leichnam, den sie in ein einfaches Leintuch geh�llt hatten, und kehrten zur�ck in den Han.</p><p>Und weil sie sich ein Alkoholverbot auferlegt hatten, gab es auch keine Trauerfeier, und sowieso, Magellan sagte: Kommt nicht infrage.</p><p>Malke nahm sich zusammen, solange es ging. Aber als sie f�hlte, dass sie es nicht mehr aushielt, schnappte sie sich einen Eimer und ging nach drau�en, als wollte sie Wasser holen.</p><p>Sie lief aus dem Han, lief immer weiter, bis sie weit genug weg war, und dann heulte sie sich die Seele aus dem Leib.</p><p>Auf dem R�ckweg h�rte sie irgendwo im Gestr�pp ein dumpfes Schluchzen und Seufzen. Wer mochte das sein? Wahrscheinlich Senja Lewin, er hatte Rahel immer mit solchen Augen angesehen. Aber eigentlich konnte es jeder der f�nfundzwanzig �briggebliebenen sein, sogar Magellan selbst.</p><p>Leise wie eine Maus huschte Malke an den B�schen vorbei.</p><p>Die Kommune �Neu-Megiddo� bestand seit genau einem Monat.</p><p>In dieser kurzen Zeit hatte man nicht wenig geschafft.</p><p>Erstens hatten sie den verfallenen Han, den sie zusammen mit dem Ackerland erworben hatten, wieder hergerichtet und bewohnbar gemacht. Ein Han ist eine befestigte Wohnanlage, ein fensterloses Geviert aus Lehmw�nden mit einem einzigen Tor darin. In dem Han befindet sich an der einen Wand die Wohnbaracke, an der anderen der Viehstall, an der dritten der Ger�teschuppen und an der vierten der Speicher.</p><p>Mischa der Agronom hatte ihnen gezeigt, wo man am besten Weizen anbaute, wo sie Orangenb�ume und Mais anpflanzen und wo das Weideland anlegen sollten. Ihr Grundst�ck zog sich am Ufer des Flusses Kisson entlang und war gut und fruchtbar.</p><p>Magellan hatte alles klug durchdacht und geplant. Sogar Eukalyptussetzlinge hatte er gekauft; die sollten die �bersch�ssige Feuchtigkeit aus dem sumpfigen Boden ziehen. Und wie viel Geld er f�r die Kommune aufgetrieben hatte! Er war der reinste Zauberk�nstler. Davon hatten sie nicht nur ein gro�es St�ck Land kaufen k�nnen, sondern auch noch die notwendigen Ackerger�te, einige Vorr�te, zwei Fuhrwerke, vier Pferde, zwei K�he und eine zerlegbare mechanische M�hle.</p><p>Laut Charta waren alle G�ter Gemeineigentum. Alle Kommunarden waren gleich, alles geh�rte ihnen zu gleichen Teilen. Gleich auf der ersten Versammlung hatten sie auch beschlossen: Keine Flirts und keine Liebeleien. Nicht aus moralischen Gr�nden, sondern einfach, weil es nur zwei M�dchen auf f�nfundzwanzig Burschen gab; r�hrselige Romanzen und Eifers�chteleien konnte man da wirklich nicht brauchen. Und f�r Kinder war es in der k�nftigen Stadt des Gl�cks sowieso noch zu fr�h. Also verschob man die Liebe auf sp�ter, bis sie sich eingelebt hatten und aus Russland noch mehr Frauen gekommen waren.</p><p>F�r Malke und Rahel wurde ein kleiner Winkel mit einem Vorhang abgetrennt � das war auch schon die ganze Geschlechtertrennung. Ihre Kleidung war die gleiche wie die der M�nner, Verg�nstigungen verlangten sie nicht, und sie bekamen auch keine.</p><p>Schwieriger war die Realisierung eines anderen Beschlusses: ausschlie�lich Hebr�isch miteinander zu reden. Nur einer der Kommunarden, n�mlich der Jeschiwa-Sch�ler Isja, beherrschte das Althebr�ische. Jeden Abend gab er den anderen Unterricht, und alle bem�hten sich redlich, aber tags�ber sprachen sie doch f�rs Erste Russisch. Wie sagt man auf Hebr�isch �Streichh�lzer�, oder �Flinte�? Isja erfand irgendwelche neuen Worte, wie �Feuerspan� oder �Donnerstock�, aber das war kein Althebr�isch mehr, sondern wei� der Teufel was.</p><p>Was gab es noch f�r Beschl�sse?</p><p>Keine Hilfe von Baron Rothschild annehmen, nicht so wie die anderen Siedler. Erstens war Rothschild ein Kapitalist und Ausbeuter, und zweitens wollten sie lernen, sich in allen Dingen auf sich selbst und ihre eigenen F�higkeiten zu verlassen.</p><p>Keine Tagel�hner � den Boden nur mit den eigenen H�nden bestellen. Sie hatten doch diese Kommune nicht gegr�ndet, um Schmarotzer der einheimischen Proletarier zu sein! (Damit verdarben sie es sich allerdings sofort mit ihren Nachbarn im n�chstgelegenen arabischen Dorf; die Fellachen hatten gehofft, dass die Juden ihnen Arbeit geben w�rden.)</p><p>Am fatalsten erwies sich aber ihr Beschluss, auf �Wachen� zu verzichten, denn die hier ans�ssigen Tscherkessen, Beduinen und Araber hatten sich schon seit langem an diese Einkommensquelle gew�hnt und stritten sogar untereinander um das Recht, die j�dischen Siedlungen zu sch�tzen.</p><p>In der Kommune �Neu-Megiddo� erschienen Sendboten aus dem Beduinenlager, aus dem tscherkessischen Aul und vom arabischen Scheich, aber Magellan lie� sie alle abblitzen und sagte: Wir haben Waffen und k�nnen uns selbst verteidigen. Die Folge davon war, dass sie leben mussten wie in einer belagerten Festung.</p><p>Die Araber waren am ertr�glichsten, sie stibitzten einfach nur, was sie kriegen konnten; aber die Beduinen und die Tschekessen waren waschechte R�uber.</p><p>Einmal nachts veranstalteten sie drau�en vor dem Han ein Riesengeschrei und feuerten aus dem Dunkel in die W�nde. Die Kugeln schlugen ekelhaft schmatzend in den Lehm, es war schrecklich. Aber Magellan blieb eiskalt, er verteilte Gewehre und lie� eine Salve abfeuern. Das half � die Schreie verstummten.</p><p>Am anderen Morgen stellten sie fest, dass drei ihrer Zugpferde, die drau�en auf der Weide gestanden hatten, verschwunden waren. Auch das Beduinenlager war verschwunden. Die Nomaden hatten ihre Zelte abgebaut und waren in unbekannte Richtung weitergezogen. Magellan wollte ihnen sofort auf dem einzigen verbliebenen Pferd hinterherjagen, er war kaum davon abzubringen.</p><p>Die Beduinen waren also weg. Aber die Araber und Tscherkessen waren noch da und warteten nur auf ihre Stunde.</p><p>Doktor Scherman, der in der Rothschild�schen Siedlung Sichron Jakov wohnte, sagte zu Magellan: �Tun Sie es nicht dem biblischen K�nig Josia gleich, junger Mann. Er wollte sich dem Pharao nicht unterwerfen und ist zu Grunde gegangen, und mit ihm das ganze K�nigreich Juda. �brigens, die verh�ngnisvolle Schlacht fand genau in diesem Tal von Megiddo statt, wo wir uns jetzt befinden.�</p><p>Darauf entgegnete Magellan: �Hier wurde unser K�nigreich vernichtet, hier wird es wieder auferstehen.� Das war eine gute Antwort, eine wundersch�ne Antwort.</p><p>Aber heute, als sie Rahel in der sumpfigen Erde begruben, fing der Doktor wieder an, Magellan zuzureden; und diesmal schwieg er, denn er wusste nichts darauf zu antworten.</p><p>Doktor Scherman sagte: �Auf einen R�uber kann man schie�en, und manchmal hilft das sogar. Aber auf die Malaria zu schie�en ist sinnlos. Warum haben Sie nur in dieser verfluchten Gegend Land gekauft, ohne uns, die Alteingesessenen, um Rat zu fragen? Dabei ist das erst der Anfang, richtig schlimm wird es im Sommer, dann ist die eigentliche Zeit des Fiebers. Sie h�tten wenigstens noch ein St�ck Land auf einem H�gel kaufen m�ssen. Sehen Sie denn nicht, dass sich die Leute hier nur auf den Anh�hen niedergelassen haben? Dort treibt der Wind die Sumpfmiasmen fort. Allerdings h�tten die Araber Ihnen ohnehin kein H�gelgrundst�ck verkauft. Diese Schlauk�pfe warten jetzt ab, bis die Malariasaison einsetzt und der gr��te Teil von Ihnen gestorben ist, und dann kaufen sie das Land f�r ein Butterbrot wieder zur�ck. Oder sie nehmen es sich einfach so . . . Wir Juden sind selber schuld, wir haben sie so verdorben. Fr�her lebten sie von ihrer Arbeit � karg, aber ehrlich, bis wir ihnen mit unserem j�dischen Geld die K�pfe verdrehten. Sie w�ren ja sch�n dumm, ihr eigenes Land zu bestellen, sie verdienen viel mehr, wenn sie unseres beackern. Und wozu sollen sie sich �berhaupt abrackern, wenn es solche Dummk�pfe gibt wie Sie?�</p><p>Magellans Gesicht verfinsterte sich bei diesen Worten mehr und mehr. Er warf den anderen Kommunarden, die dieser d�steren Prophezeiung mit verzagten Gesichtern lauschten, einen Seitenblick zu. Dann bellte er los: �Mach, dass du wegkommst, du alter Rabe, hau ab hier! Wir brauchen deine Schwarzmalerei nicht!�</p><p>Der Doktor fuhr tief gekr�nkt davon. Schade, er wollte nur das Beste. Trotzdem hatte Magellan das Richtige getan. Denn sie hatten doch geschworen: Und wenn wir alle dieses Land mit unseren Knochen d�ngen, wir werden nicht aufgeben.</p><p>Rahel d�ngte nun schon das Land mit ihren Knochen, dachte Malke, und es fr�stelte sie, als sie sich daran erinnerte, wie scheu�lich die sumpfige Erde unter ihren Schaufeln schmatzte, als sie das Grab aushoben.</p><p>Aber sie riss sich zusammen und sagte sich: So ist es eben. Es werden andere kommen, sie sind sogar schon unterwegs. Und wenn man mich auch bald in diesem stinkenden Morast begr�bt, das ist immer noch besser, als wenn ich zu Hause geblieben und hundert Jahre alt geworden w�re. Was f�r ein Leben w�re das schon gewesen? Ein sinnloses Dahinvegetieren: Mann, Kinder, Alltagssorgen.</p><p>Und au�erdem ist Magellan so sch�n!</p><p>�He, he, kommt schnell her!�, schrie Sascha Br�n, der Posten, vom Dach des Han herunter. �Schaut mal!�</p><p>Fr�her, als sie noch einen Hund hatten, brauchten sie keinen Posten aufzustellen. Magellan sagte, sie m�ssten sich einen neuen Hund anschaffen, aber so einen wie Polkan w�rden sie bestimmt nicht mehr finden.</p><p>Alle st�rzten auf den Ausguck hinauf und starrten angestrengt in die D�mmerung.</p><p>Unten am Fluss, an der Stelle, wo sie vor wenigen Stunden Rahel begraben hatten, bewegten sich mehrere Schatten.</p><p>�Sie w�hlen das Grab auf!�, schrie Sascha. �Ich habe erst gar nicht begriffen, was sie dort tun, aber dann . . . Wirklich, sie machen es auf!�</p><p>Alle waren in heller Aufregung und wussten nicht, was sie tun sollten. Dann kam Magellan und schrie: �Mir nach!�, und jeder griff sich, was er zu fassen kriegte, der eine ein Berdangewehr, der andere eine Axt, und rannten hinunter zu dem Eukalyptusbaum.</p><p>Dort lag Rahel, halb von feuchter Erde bedeckt. Sie war vollkommen nackt, nicht einmal das Unterhemd hatten sie ihr gelassen.</p><p>Magellan br�llte vor Wut, er riss seinen Revolver aus dem Halfter und st�rmte mit Riesens�tzen den Pfad entlang, der zum arabischen Dorf f�hrte. Bis dorthin waren es zwei Werst.</p><p>Malke war die Erste, die ihm nachst�rzte. Sie japste und keuchte und wischte sich immer wieder die Tr�nen aus dem Gesicht, aber sie blieb nicht zur�ck, obwohl sie doch so kurze Beine hatte. Die anderen liefen hinterher.</p><p>Als sie die H�lfte der Strecke zur�ckgelegt hatten, schrie einer der Hinteren:</p><p>�Magellan, sieh mal! Es brennt!�</p><p>Als sie sich umwandten, sahen sie die schwarze Silhouette des Han, von roten, lodernden Flammen erleuchtet.</p><p>Sie machten kehrt und rannten zur�ck, aber jetzt fiel das Laufen schon ziemlich schwer, weil sie ersch�pft waren.</p><p>Das Haus konnten sie retten, zum Gl�ck war genug Wasser in der Zisterne gewesen. Nur das Schutzdach f�r die Ackerger�te war abgebrannt. Aber die S�cke mit dem Saatgut waren verschwunden, und die beiden K�he und das Pferd standen auch nicht mehr im Stall. Den feuerfesten Kasten, in dem sie ihre eiserne Reserve � dreitausend Rubel � aufbewahrten, hatten die R�uber aus der Wand herausgerissen und mitgenommen. Auch die neue amerikanische Egge, die hier in Pal�stina pures Gold wert war, fehlte.</p><p>Magellan leuchtete mit seiner Lampe den Boden ab. �berall waren Abdr�cke von Pferdehufen zu sehen.</p><p>�Beschlagen�, sagte er. �Also waren es nicht die Beduinen, sondern die Tscherkessen. Sie haben wahrscheinlich auf der Lauer gelegen und gewartet, bis es dunkel wurde. Und dann kommt ihnen so ein gl�cklicher Zufall zu Hilfe � wir laufen ganz von selber davon und lassen auch noch das Tor offen stehen . . .�</p><p>�Das nennt sich j�disches Gl�ck��, seufzte Kolosseum. �Was machen wir jetzt, ohne Saatgut, ohne Egge und ohne Geld?�</p><p>Jemand schluchzte:</p><p>�Wir m�ssen nach Sichron Jakov. Hier sind wir verloren . . .�</p><p>Die einen jammerten, die anderen ballten in hilfloser Wut die F�uste, die dritten standen nur da und lie�en die K�pfe h�ngen.</p><p>Malke, zum Beispiel, weinte, aber nicht aus Angst, sondern weil ihr Rahel so Leid tat. Auch um die K�he tat es ihr Leid, vor allem um Buntscheck, die gab ganze zwei Eimer Milch.</p><p>Magellan beteiligte sich als Einziger nicht an dem allgemeinen Gejammer. Nachdem er sich die Abdr�cke der Pferdehufe angesehen hatte, ging er in den Keller, um zu pr�fen, ob die R�uber die Waffen gefunden hatten.</p><p>Als er zur�ckkehrte, sagte er ruhig:</p><p>�Die Gewehre haben sie nicht gefunden. Also ist noch nicht alles verloren. Wenn sie Krieg wollen, sollen sie ihn haben.�</p><p>�Krieg? Mit wem, mit Daniel-Beg?�, fragte Schlomo der Apotheker skeptisch.</p><p><strong>J�disches Gl�ck 2</strong></p><p>Die Tscherkessen waren, so viel war bekannt, vor zwanzig, f�nfundzwanzig Jahren nach Pal�stina gekommen. Der osmanische Sultan hatte sie ins Land geholt und seine treuen Baschi-Bosuks als Lohn f�r ihre Tapferkeit im Kampf gegen die russischen und serbischen Giaurs mit ansehnlichen L�ndereien beschenkt. Diese Kaukasier hatten ihre heimischen Berge verlassen, weil sie es ablehnten, dem russischen Zaren zu dienen, und zun�chst unter der gr�nen Flagge des gro�en Schamil gek�mpft, bevor sie zu t�rkischen Kriegern wurden. Seine Osmanische Majest�t Sultan Abd �l-Hamid wollte sich nach dem Vorbild seines n�rdlichen Nachbarn eine eigene Kosakentruppe zulegen, die seine Macht in den unruhigen Regionen seines auseinander brechenden Staatswesens st�tzen sollte. Als Lohn wollte er seinen S�ldnern Grund und Boden geben und sie von allen Steuern und Abgaben befreien, sie im �brigen aber sich selbst �berlassen. Dann k�nnen sie ein Auge auf die rebellische arabische Bev�lkerung haben, dachte der Sultan, und nebenher ihre �cker bestellen und Schafe z�chten. Aber aus diesen Baschi-Bosuks waren keine Kosaken geworden. Viel zu lange, fast hundert Jahre lang, hatten sie nur von Krieg und �berf�llen gelebt und waren jeder Art friedlicher Bet�tigung l�ngst entw�hnt.</p><p>Ihre Pflicht bestand darin, auf den Wegen und Stra�en f�r Ordnung zu sorgen. Die Tscherkessen hatten allerdings eine ganz eigene Auffassung davon, wie diese Aufgabe zu erledigen w�re � indem sie n�mlich jedem Reisenden, der ihr Gebiet passierte, einen erklecklichen Obolus abkn�pften. Als daraufhin die Handelskarawanen irgendwann die tscherkessischen Aule einfach umgingen und somit die Eink�nfte versiegten, suchten sich die berufsm��igen S�belschwinger eine neue Einnahmequelle: Sie boten sich denselben Karawanen als Begleitschutztruppe an, oder sie jagten irgendwelche Verbrecher, auf deren Kopf die Staatsmacht eine Belohnung ausgesetzt hatte. Und wenn es sich gerade anbot, raubten sie wohl auch selber mal ein bisschen oder entf�hrten betuchte Reisende und lie�en sie gegen L�segeld wieder laufen.</p><p>Die Polizei ging den Tscherkessen nach M�glichkeit aus dem Weg, denn jeder von denen war ein geborener Krieger. Die konnten reiten wie die G�tter, schie�en wie die Teufel, und ihre S�bel schwangen sie wie die Verr�ckten.</p><p>Der Aul, der in der N�he der Kommune �Neu-Megiddo� gelegen war, galt als der kriegerischste von allen. Die Tscherkessen aus den anderen Siedlungen hatten sich so nach und nach an das sesshafte Leben gew�hnt und ihre r�uberischen Gepflogenheiten abgelegt, im Klan des Daniel-Beg aber galt wie in alten Zeiten jede Arbeit als Schande � ein echter Dshigit sorgte ausschlie�lich mit Gewehr und Dolch f�r seinen Lebensunterhalt.</p><p>Der Grund f�r diese traditionsbewusste Haltung war der Beg selbst. Mittlerweile hochbetagt, hatte er sein ganzes Leben auf dem Pferd verbracht und wurde nicht m�de zu versichern, dass er auch im Sattel sterben werde. Aber ans Sterben dachte Daniel-Beg noch lange nicht. Trotz seiner mehr als siebzig Lenze steckte er noch voller Kraft und Leben. Vor kurzem gerade hatte er sich eine neue Frau genommen, eine Dreizehnj�hrige, und man erz�hlte, dass sie auch schon schwanger sei.</p><p>Fast ein halbes Hundert Reiter versammelte sich unter dem Zeichen des Daniel-Beg � einem sechszackigen Stern mit Halbmond und Pferdeschwanz. Ihr Dorf hatten sie genauso aufgebaut wie im heimatlichen Kaukasus, das hei�t, sie hatten einen Wachturm auf den Gipfel einer steilen Anh�he gepflanzt und um ihn herum lauter niedrige H�tten gesetzt. Auf dem Turm stand Tag und Nacht ein Posten und sp�hte aufmerksam in alle Himmelsrichtungen. Hunde hielten die Tscherkessen nicht, weil die Bergk�ter, die sie mitgebracht hatten, das pal�stinische Klima nicht vertrugen. Und f�r die einheimischen Steppenhunde hatten sie nur Verachtung �brig.</p><p>In diesem Umstand erkannte Magellan auch die Schwachstelle im tscherkessischen Bollwerk.</p><p>Als die Kommunarden begriffen, dass ihr Anf�hrer sich keinen Scherz erlaubt hatte und tats�chlich Daniel-Beg den Krieg erkl�ren wollte, trat im Hof des Hans auf einmal Totenstille ein. Sogar Malke, die Magellan immer und in jeder Hinsicht unterst�tzte, dachte erschrocken, ob er diesmal nicht den Bogen �berspannt hatte, ob die anderen sich jetzt nicht von ihm abwenden w�rden.</p><p>Aber Magellan tat, als k�nnte ihm eine solche M�glichkeit gar nicht in den Sinn kommen.</p><p>�Sehen wir uns das mal an�, begann er sachlich, schob Erde zu einem H�uflein zusammen und steckte einen kleinen Zweig hinein. �Das ist der H�gel, und das hier ist der Turm. Die Steine sind die H�tten.�</p><p>�Und was ist das?�, fragte jemand und zeigte auf eine gewundene Linie.</p><p>�Das ist der Fluss. An dieser Seite befindet sich ein sehr steiler Hang, der beinahe senkrecht abf�llt. Im S�dwesten, also hier, f�hrt der Weg zum Dorf hinauf . . .�</p><p>Das war eine gute Idee, das mit dem Modell. Statt zu jammern und zu streiten, dr�ngten sich jetzt alle herbei und be�ugten neugierig Magellans Sch�pfung.</p><p>�Das Ziel ist sonnenklar�, sagte er und wischte sich die H�nde an der Hose ab. �Die Tscherkessen m�ssen ein f�r alle Mal kapieren, dass sie die Finger von uns zu lassen haben. Und gleichzeitig holen wir uns unser Eigentum zur�ck.�</p><p>�Aber Magellan, das werden sie uns doch nicht freiwillig geben, sie werden schie�en�, sagte Kolosseum melancholisch.</p><p>�Na und, wir schie�en eben auch. Wozu habe ich euch das beigebracht?�</p><p>�Wenn wir auch nur einen von ihnen t�ten, hat das unvermeidlich Blutrache zur Folge, das ist bei denen so �blich. Und das h�rt dann nie mehr auf . . .�</p><p>Magellan schlug entschlossen mit der Hand durch die Luft:</p><p>�Wir versuchen, die Sache ohne Opfer zu erledigen. Und wenn uns das nicht gelingt, m�ssen wir eben alle m�nnlichen Tscherkessen ausl�schen, alle, bis auf den letzten. Ansonsten werden wir sie niemals los, Kolosseum hat Recht.�</p><p>�Alle?�, fragte Malke mit bebender Stimme. �Sogar die kleinen Jungs?�</p><p>Jemand lachte nerv�s.</p><p>Sascha Br�n sagte:</p><p>�Ich k�nnte ja kaum auf einen Erwachsenen schie�en, schon gar nicht auf ein Kind. H�r auf, Magellan, das hier ist das Leben, kein Roman von James Fenimore Cooper.�</p><p>�Genau deshalb, Sascha, genau weil es kein Roman ist, sondern das Leben. Und das Leben musst du besiegen, oder es besiegt dich.� Magellan sch�ttelte unwirsch den Kopf, eine kastanienbraune Str�hne fiel ihm in die Stirn, und Malke schmolz dahin � wie sch�n er doch war! �Die Araber nennen die Juden uljad-el-mot, �S�hne des Todes�, weil wir uns vor allem und jedem f�rchten. Es ist Zeit, den Arabern, Tscherkessen, Beduinen und sonst wem zu zeigen, dass neue Juden gekommen sind, die sich vor nichts f�rchten. Besser gesagt, nicht neue, sondern die alten, jene, denen dieses Land vor zwei-, dreitausend Jahren geh�rte. Wenn ihr nicht auf Menschen schie�en k�nnt, dann werdet ihr es eben lernen. Also, wer macht mit?�</p><p>Malke hob sofort die Hand und rief:</p><p>�Ich!�</p><p>Damit waren nat�rlich die M�nner unter Zugzwang, keiner wollte neben einem M�dchen als Feigling dastehen. Einer nach dem anderen hoben sie die Hand.</p><p>�Ich habe nie daran gezweifelt�, sagte Magellan und zuckte mit den Achseln. �Also, wir gehen folgenderma�en vor. Schlomo und Kolosseum bleiben hier und bewachen den Han. Du, Malke, bleibst ebenfalls hier, du tr�gst die Verantwortung. Ihr passt auf, dass nicht auch noch die Araber aufkreuzen und uns das Rest stehlen. Alle anderen � mir nach.�</p><p>Ach, so ein Schlaukopf! Von wegen Verantwortung! Er wollte ihr Honig ums Maul schmieren und dachte, sie bleibt zu Hause mit zwei solchen Weichlingen. Nichts da!</p><p>�Nichts da!�, sagte Malke resolut. �Schlomo und Kolosseum sollen ruhig allein hierbleiben, die k�nnen sich im Han verbarrikadieren und keinem aufmachen. Ich gehe mit euch. Wenn schon Gleichberechtigung, dann richtig!�</p><p>Und davon lie� sie sich nicht abbringen, das k�nnen Sie mir glauben.</p><p>Vierundzwanzig Kommunarden zogen im G�nsemarsch die einsame Stra�e entlang durch das weitl�ufige Tal. Der Mond schien nicht, und Sterne waren auch keine zu sehen, der Himmel hing voller Wolken. Magellan f�hrte sein Heer mit schnellem Schritt, das hei�t sogar beinah im Laufschritt. Durchaus vorstellbar, dass er dies mit voller Absicht tat, damit sich die ganze Kraft auf die Bewegung konzentrierte und keiner auf dumme Gedanken kam.</p><p>Nur sechs von ihnen hatten Winchester-Gewehre, die anderen trugen Berdangewehre oder Jagdflinten. Malke musste sogar mit einer alten Schrotb�chse f�r die Entenjagd vorlieb nehmen. W�hrend sie hinter Magellan hertrippelte und versuchte, mit ihm Schritt zu halten, sagte sie immer wieder leise vor sich hin: Zuerst die beiden kleinen Eisendinger spannen und dann mit dem Zeigefinger den Haken dr�cken; zuerst die Eisendinger, dann den Haken . . .</p><p>Der Plan (oder, wie Magellan es milit�risch formulierte: die �Disposition�) war wie folgt: Zuerst �ber den Steilhang die Anh�he erklettern, weil man dort vom Turm aus nicht zu sehen ist. Dann im Geb�sch verstecken und auf den Tagesanbruch warten. Sobald es hell genug ist zum Zielen, erschie�t Magellan den Wachtposten, alle rennen so schnell sie k�nnen zum Turm und verbarrikadieren sich dort, und dann wird von da aus der ganze Aul ins Visier genommen. Sobald einer die Nase aus seiner H�tte herausstreckt, wird draufgehalten; von dort oben aus liegt der ganze Aul wie auf einem Pr�sentierteller vor ihnen.</p><p>�Wir werden sie zwingen, sich zu ergeben�, verk�ndete Magellan munter. �Wir holen uns unsere Sachen zur�ck, und zur Strafe noch etwas mehr. Es wird nur einen Toten geben, und den nehme ich auf mich. Ich habe keine Angst vor der Blutrache, und vor Tod und Teufel auch nicht.�</p><p>Malke schaute ihn an und dachte pl�tzlich: Was g�be ich daf�r, wenn er sich in mich verlieben k�nnte. Aber nat�rlich verscheuchte sie diesen ungeh�rigen Gedanken ganz schnell, weil er nicht kameradschaftlich war, und �berhaupt � wie sollte er sich denn in sie verlieben, in so ein kurzbeiniges G�nschen.</p><p>Wie sie den Steilhang hinaufkamen, dar�ber h�tte man eine komplette Kom�die schreiben k�nnen. Oder eher eine Trag�die.</p><p>Jankel der Geiger rutschte ab und kullerte in den Fluss. Pudelnass kam er wieder herausgekrochen und klapperte dann die ganze Zeit blo� noch mit den Z�hnen.</p><p>Meir Schalewitsch zerriss sich an den Dornen die Hose, man konnte im Dunkeln seinen Allerwertesten wei� durch den Schlitz hervorleuchten sehen.</p><p>Der Tollpatsch Br�n erwischte beim Klettern statt einer Wurzel eine Schlange. Gott sei Dank war die genauso erschrocken wie er selber und huschte davon, ohne ihn zu bei�en. Und es war noch ein Gl�ck, dass Sascha wegen seines Asthmas nicht schreien konnte: So bekam er blo� einen Erstickungsanfall. Sonst w�re die ganze Disposition am Ende wohl geplatzt.</p><p>Irgendwie waren sie dann doch noch oben angekommen. Sie lie�en sich ganz am Rande des Abhangs in die B�sche fallen und schnappten nach Luft.</p><p>Bald war der Schwei� getrocknet, und die Kommunarden begannen zu frieren. Der Sonnenaufgang kam und kam nicht.</p><p>Das war das Schwerste. Jetzt, als sie so reglos dalagen, kamen ihnen alle m�glichen unguten Gedanken in den Kopf. W�re nicht direkt hinter ihnen der Steilhang gewesen, wer wei�, vielleicht w�re der eine oder andere doch noch schwach geworden und h�tte sich klammheimlich aus dem Staub gemacht.</p><p>Magellan sp�rte das. Er war die ganze Zeit in Bewegung, fl�sterte dem einen ein paar Worte zu, klopfte dem anderen aufmunternd auf die Schulter.</p><p>Und Malke dr�ckte er den Ellbogen und fl�sterte: �Malli, du bist mir vielleicht ein gescheites Kind.�</p><p>Und sofort war ihre Angst wie weggeblasen. �Malli�, hatte er gesagt, und �du bist mir�!</p><p>Rechts neben Malke lag Ljowa Saz, der j�ngste der Kommunarden, der gerade erst siebzehn geworden war. Er w�lzte sich ununterbrochen hin und her, seufzte und st�hnte, und sobald sich die Dunkelheit ein wenig lichtete, fing er an, hektisch auf einem St�ck Papier herumzukritzeln.</p><p>Dann kam er zu Malke gekrochen.</p><p>�Ich werde sterben�, fl�sterte er bibbernd. �Ich f�hle es genau. Hier, nimm den Brief und schick ihn meiner Mutter in Moskau.�</p><p>�Was f�r einen Unsinn denkst du dir da aus!�, zischte sie.</p><p>�Das hab ich mir nicht ausgedacht. Ich hab�s gelesen, in einem Buch. Wenn man in der Schlacht f�llt, hat man so eine Vorahnung.�</p><p>Malke nahm den Brief an sich und fing an, in sich hineinzulauschen, ob da eine Vorahnung war oder nicht. Und sofort f�hlte sie: Ja, da war eine. Sie w�rde heute sterben, hundertprozentig. Sie sollte besser auch an ihre Familie schreiben. Die ganze Stra�e wird lesen und weinen . . .</p><p>Sie bat Ljowa um ein Blatt Papier und einen Bleistift und fing schon an zu schreiben: �Liebe Mama, lieber Papa! Ihr sollt wissen, dass ich nichts . . .�</p><p>Aber da ging es pl�tzlich fl�sternd durch die Reihe:</p><p>�Es ist so weit! Es ist so weit!�</p><p>Magellan lief geb�ckt auf den geflochtenen Zaun zu, hinter dem die ersten H�tten zu sehen waren.</p><p>Die anderen zauderten noch. Malke griff ihre B�chse und trippelte als Erste dem Kommandeur hinterher.</p><p>Wie die Kraniche, in einer keilf�rmigen Formation, schlichen sie vorw�rts: an der Spitze Magellan, rechts von ihm, ein paar Schritte zur�ck, Malke, links hinter ihr Ljowa, und die anderen folgten zu beiden Seiten.</p><p>Magellan legte das Gewehr auf den Zaun, wickelte vorsichtig das Zielfernrohr aus dem Lappen und schob es in die Nut.</p><p>Das rohe Mauerwerk des Turms ragte drei Stockwerke hoch �ber den flachen D�chern der H�tten auf. In jedem Stockwerk klaffte eine schmale Schie�scharte, und ganz oben war ein Zinnenkranz, hinter dem der Kopf und die Schultern des Wachtpostens auszumachen waren.</p><p>Kann man denn auf so gro�e Entfernung �berhaupt treffen?, dachte Malke zweifelnd. Das sind doch mindestens hundert Schritt.</p><p>Magellan legte den Gewehrkolben an die Wange und kniff ein Auge zu.</p><p>Schnell klemmte Malke die Schrotflinte zwischen ihre Knie und hielt sich die Ohren zu. Das gibt gleich einen solchen Knall! Und dann m�ssen wir ganz schnell zu dem Turm rennen, bevor die Tscherkessen alle wach sind.</p><p>Aber Magellan dr�ckte nicht ab. Er ber�hrte Malke an der Schulter, und als sie die H�nde von den Ohren nahm, fl�sterte er aufgeregt:</p><p>�Er schl�ft! Bei Gott, er schnarcht wie ein Murmeltier. Ich kann �s im Zielfernrohr sehen!� Und b�se f�gte er hinzu: �Die denken, wir sind keine M�nner. Die kommen �berhaupt nicht auf die Idee, dass wir uns r�chen k�nnten! Los, vorw�rts! Wir versuchen es ohne Blutvergie�en! Sag es den anderen weiter: Alle sollen die Schuhe ausziehen.�</p><p>Und dann stolzierten sie leise barfu� und auf Zehenspitzen hinter Magellan her. Aber jetzt nicht mehr in Keilformation, sondern im Pulk. Das sah vielleicht komisch aus!</p><p>Malke musste sich auf die Lippen bei�en, um nicht jedes Mal loszuquieken, wenn ihr die scharfen Steinchen in die Fu�sohlen piksten. Ihre Stiefel hielt sie in der einen Hand, die Flinte in der anderen. Ihre kurzen Hosen wurden vorne ganz nass vom Tau.</p><p>Im Aul war es vollkommen still, nur ein Hahn kr�hte irgendwo.</p><p>Sie kamen auf den Dorfplatz. Das hei�t, das war eigentlich kein richtiger Platz, sondern blo� eine gro�e dreiseitige freie Fl�che, die von dem Turm, einer kleinen Moschee aus gestampftem Lehm und einem zweist�ckigen Steingeb�ude (in dem bestimmt der Beg selber wohnte) begrenzt wurde.</p><p>Vor dem Eingang zu diesem Haus stand ein typisches arabisches Fuhrwerk, ein Hantur, die Pferde ausgeschirrt.</p><p>Pl�tzlich blieb Malke wie angewurzelt stehen. Neben dem Fuhrwerk sa� ein Mann! Er war mit dem Hals an einem Rad festgekettet und sah die Juden mit vor Schreck geweiteten Augen an.</p><p>Das war aber auch kein Wunder! Dieser Anblick war nichts f�r schwache Gem�ter.</p><p>Im tr�ben Licht des anbrechenden Tages mussten die sich lautlos heranpirschenden Kommunarden zweifellos wie eine Horde wild gewordener Vogelscheuchen aussehen.</p><p>Vorneweg Magellan mit seinem mexikanischen Sombrero und den �ber der Brust gekreuzten Patronengurten; dahinter Mendel, der trug einen Tropenhelm aus Kork, Br�n eine staubige Filzmelone, die anderen arabische T�cher oder einen Fes. Malke hatte ihren Strohhut mit den Porzellankirschen auf, ein Abschiedsgeschenk ihrer Mutter.</p><p>Magellan zeigte dem Sklaven drohend seine Winchester, der Bursche zog den Kopf ein und legte die Hand auf den Mund � ich bin ganz still!</p><p>Aber sie schafften es trotzdem nicht ohne ein Ger�usch bis zum Turm. Der hinkende Dodik Pewsner stolperte �ber einen Stein und lie� dabei sein Berdangewehr fallen � ein Schuss l�ste sich und zerriss die schlafende Stille.</p><p>�Verdammter Mist!� Magellan fluchte laut, st�rmte mit riesigen Schritten vorw�rts und verschwand im Turm. Die anderen, die Gewehre im Anschlag, sausten hinter ihm her. Nur Malke und Ljowa blieben zur�ck. Sie hatten Mitleid mit dem armen Kerl, den man dort wie einen Hofhund an der Kette hielt.</p><p>Irgendwo kreischte eine Frau. Dann, am anderen Ende des Auls, noch eine.</p><p>�Verdammter Mist! Verdammter Mist!�, sprach da auf einmal der Sklave Magellan nach. So einer mit ganz schwarzen Augen war das, und mit einem lebhaften, lustigen Gesicht. �Ihr seid Russen! Ich bin auch Russe! Helft mir!�</p><p>Und flink bekreuzigte er sich nach orthodoxer Art.</p><p>�Du siehst aber gar nicht so aus�, bemerkte Ljowa und versuchte, die Kette mit dem Gewehrkolben zu zerschlagen.</p><p>�Ich bin russischen Glaubens! Ich bin Araber, aber ein russischer Araber!�</p><p>�Und wir sind Juden�, sagte Malke.</p><p>Ljowa machte eine resignierte Geste � was sollte jetzt noch die Vorsicht. Er legte die Gewehrm�ndung an die Kette und dr�ckte ab. Die Kette zersprang.</p><p>�Schnell!�, rief Malke und fasste den russischen Araber an der Hand.</p><p>Der war, als er h�rte, dass sie Juden waren, ganz in sich zusammengesunken und versuchte jetzt, sich unter dem Fuhrwerk zu verkriechen, aber Ljowa schnappte ihn sich von der anderen Seite, und dann rannten sie zu dritt zum Turm.</p><p>Dort erwarteten sie zwei Kommunarden. Kaum waren sie drin, verrammelten sie die T�r mit einem dicken Balken.</p><p>Dann st�rzten sie alle die Treppe hinauf.</p><p>Die Truppe hatte sich im obersten Stockwerk und auf der Plattform versammelt.</p><p>Bravo, Magellan! Er hatte es also doch geschafft, bei dem W�chter zu sein, ehe der begriffen hatte, was da vor sich ging. Der Wachtposten, ein ganz junger Bursche, sa� in einer Ecke auf dem Boden und hielt sich den verletzten Kopf. Aber Gott sei Dank, er war am Leben.</p><p>Malke bedeutete ihm mit einer Geste, er solle die H�nde wegnehmen, sie wollte ihm einen Verband anlegen. Aber der kleine Tscherkesse fletschte blo� die Z�hne gegen sie, wie ein Wolf.</p><p>�Zwei Leute mit Winchester an die Schie�scharten im zweiten Stock, zwei an die im dritten�, kommandierte Magellan. �Die anderen beziehen Posten hinter den Zinnen und schieben die Gewehrl�ufe nach drau�en. Die Tscherkessen sollen sehen, dass wir viele sind und alle bewaffnet. Keiner schie�t ohne ausdr�cklichen Befehl.�</p><p>Malke steckte den Kopf durch die Zinnen. Von hier oben aus konnte sie den Aul und die ganze Umgebung wunderbar �berblicken.</p><p>In den engen Gassen war kein Mensch zu sehen, nur in den H�fen huschte da und dort eine Frauengestalt hin und her. Aber kein einziger Mann lie� sich blicken.</p><p>�Wo sind sie denn, die Dshigiten?�, fragte Magellan verwirrt. �Das verstehe ich nicht. . .�</p><p>Da sagte der befreite Araber:</p><p>�Die M�nner haben ganze Nacht geritten. Auf Pferd gesetzt und weggeritten. Noch nicht zur�ck.�</p><p>�Aber nat�rlich!�, rief Magellan und schlug sich an die Stirn. �Wieso bin ich da nicht gleich drauf gekommen! Sie sind nach El-Ledshun, um die Beute loszuschlagen. Die haben �berhaupt nicht damit gerechnet, dass wir sie angreifen k�nnten! Das ist j�disches Gl�ck, habt ihr�s jetzt endlich kapiert, ihr Mutters�hnchen?� Dann wandte er sich an den Befreiten. �Und was bist du f�r einer? Woher kannst du Russisch?�</p><p>�Ich bin Araber, aber Braut ist J�din�, sagte der mit einer artigen Verbeugung. �Bald werden heiraten. Vielleicht dann ich werde selbst Jude. Guter Glaube, mir gef�llt sehr.�</p><p>�Warum warst du angekettet?�</p><p>�Ich habe russische Dame gefahren, aus Jerusalem. Sehr reiche Dame, blo� bissel verr�ckt. Der Tscherkesse hat �berfallen und verschleppt. Jetzt will L�segeld. Wird schreiben an russischen Konsul, damit er gibt zehntausend Franken. F�r mich wollte tausend Franken, aber habe ich gesagt, bin ich armer Mann. Da hat er mich an Kette gelegt. . . Und Hantur hat genommen, und zwei arabische Pferd genommen. Wenn Beg kommt zur�ck, sag ihm, er soll mir wiedergeben Hantur und Pferd, und Dame soll auch rausgeben.�</p><p>W�hrend der Araber sprach, hatte Magellan ihn nicht angesehen, sondern die ganze Zeit konzentriert die Landschaft beobachtet. Jetzt kniff er die Augen zusammen und zischte:</p><p>�Da ist er schon, dein Beg. Gleich kannst du ihm alles selber sagen.�</p><p>Auch Malke schaute hinunter ins Tal und sah eine lange Reihe von Reitern, die den Weg heraufgetrabt kamen.</p><p>Direkt neben ihrem Ohr krachte es � Magellan hatte in die Luft geschossen � einmal und noch einmal.</p><p>Das Gejammer der Frauen im Aul schwoll an.</p><p><strong>Warum es Kriege gibt</strong></p><p>Die Sch�sse und das Geschrei hatten Pelagia nicht geweckt, weil sie gar nicht geschlafen hatte. Die ganze Nacht war sie in dem engen Zimmer mit den kahlen W�nden auf und ab gegangen. Die Kissen, die auf dem Boden lagen, lie� sie unber�hrt.</p><p>Sie hatte abwechselnd gebetet und auf sich selber geschimpft, mit allen einer Nonne zur Verf�gung stehenden W�rtern, aber Erleichterung hatte ihr weder das eine noch das andere gebracht.</p><p>Wie dumm! Aus purem Leichtsinn hatte sie alles verdorben!</p><p>Sie h�tte unbedingt einen Begleitschutz mitnehmen m�ssen. In der russischen Mission gab es, extra zur Begleitung der Pilger, die sich zum See von Tiberias, nach Bethlehem oder andere unruhige Orte begeben wollten, orthodoxe Montenegriner, wunderbar Furcht einfl��ende, mit pr�chtigen Schnurrb�rten und silberbestickten Jacken, gef�hrlichen Krumms�beln und gro�en Pistolen im G�rtel. Die Montenegriner hatten einen so schrecklichen Ruf, dass sich kein R�uber auch nur in ihre N�he wagte.</p><p>Mitrofani hatte Recht gehabt, tausendmal Recht: Unternehmungsgeist hatte sie reichlich, aber es fehlte ihr an Besonnenheit. Erst handelte sie, dann dachte sie nach.</p><p>Und alles nur, weil sie Angst gehabt hatte, noch einen weiteren Tag, ach was, noch eine weitere Stunde zu verlieren. Ein irrationales, unerkl�rliches Gef�hl hatte sie angetrieben, das Gef�hl, dass ihr die Zeit davonlief dass ihr nur noch ganz wenig Zeit geblieben w�re. Vor ihrem inneren Auge sah sie die allerletzten Sandk�rner aus dem Glaskonus der Zukunft in den Glaskonus der Vergangenheit rinnen.</p><p>Sie hatte � typisch russisch � auf ihr Gl�ck gesetzt. Es wird schon klappen, hatte sie sich gesagt. Zwei Tage lang war das gut gegangen, aber dann hatte sie das Gl�ck im Stich gelassen.</p><p>Zuerst waren sie lange durch die Berge gefahren. An den steilen Anstiegen hatte sie zu Fu� hinter dem Wagen hergehen m�ssen, die klapperd�rren Pferde h�tten die Last nicht bew�ltigt. Am dritten Tag hatten sie die Jesreelebene erreicht, ein weitl�ufiges, gr�nes Tal, etwa zehn Werst in der Breite. Der Berg von Megiddo � auf Hebr�isch �Har Magiddo� �, in dessen N�he die Kommune zu finden sein musste, lag in westlicher Richtung.</p><p>Har Magiddo, Armageddon. Hier, auf diesem sumpfigen Feld, sollte dereinst die letzte Schlacht auf Erden stattfinden, zwischen dem Heer des Teufels und den Engeln, dachte Polina Andrejewna. Aber sie dachte es ohne das innere Beben, das eigentlich dazugeh�rte. Und als sie in der Ferne die regelm��igen Konturen des Berges Tabor erblickte, den Ort der Verkl�rung Jesu, blieb sie wiederum vollkommen unger�hrt und brummte nur kurz ein Gebet, aber rein mechanisch, nicht von Herzen. Ihre Gedanken waren zu weit entfernt von g�ttlicher Verz�ckung.</p><p>Bis zu dem Ort, an dem die frisch gebackenen �Sadduz�er� lebten, waren es nur noch wenige Werst, und immer noch hatte sich die Nonne nicht �berlegt, wie sie ihrem stahl�ugigen Anf�hrer Magellan eigentlich gegen�bertreten wollte.</p><p>Dummer, dummer Manuila! Was trieb ihn blo�?! Er flatterte wie eine Motte in die Kerze! Magellan hatte ihm doch schon auf dem Dampfer angedroht, er w�rde ihn am liebsten �an den F��en packen und mit dem Sch�del auf den Poller hauen�. Vielleicht hatte er ja seine Drohung wahr gemacht, und Glasauge war unschuldig?</p><p>Dieser Magellan war ohne weiteres dazu imstande, er war so ein Lord-Byron-Typ, ein �bermensch und Charismatiker. F�r so einen ist das Prinzip oder die Pose wichtiger als das eigene Leben, vom Leben anderer gar nicht zu reden. Er hatte damals zu seinen Jungs und M�dels gesagt, Manuila sei ein Agent der Geheimpolizei. Die Frage war nur, warum er das gesagt hatte. Vielleicht wollte er ja seine Kommunarden durch den Mord an einem vermeintlichen Spitzel umso fester zusammenschwei�en? Da w�re er nicht der Erste, der das versucht h�tte, genau so hatte es ein anderer �bermensch, Sergej Netschajew, mit dem Studenten Iwanow gemacht. . .</p><p>Aber ganz unabh�ngig davon, ob Magellan etwas mit dem Mord an dem Bauern Scheluchin zu tun hatte oder nicht, wenn jetzt auf einmal der richtige Manuila in der Kommune auftauchte, w�rden diese Zionisten ganz bestimmt glauben, dass die allgegenw�rtige Geheimpolizei sie sogar hier in Pal�stina aufgesp�rt h�tte. Und wenn sie den leichtsinnigen Propheten dann umbr�chten, w�rde kein Mensch jemals davon erfahren, schon gar nicht die Polizei. Falls es in diesem t�rkischen Provinznest �berhaupt so etwas wie eine Polizei gab.</p><p>Aber dann hatte Salach mit seinem unentwegten Geplapper sie von ihren finsteren Gedanken abgelenkt.</p><p>�Wozu die Juden kommen �berhaupt hierher?�, seufzte er und wedelte mit den H�nden, um die M�cken zu vertreiben. �Im Sommer blo� alles voller Malaria. Au�erdem geh�ren sie nicht aufs Land. Die Juden sind ein Stadtvolk, sollen lieber bleiben in Stadt. Wahrscheinlich sie haben Verstand verloren, Allah hat sie gestraft! Sie tun mir Leid.�</p><p>Wie es sich im Weiteren herausstellte, taten ihm die Juden vor allem deshalb Leid, weil sie ausschlie�lich J�dinnen heiraten d�rften, das w�ren n�mlich die unausstehlichsten Frauen auf der Welt. Die w�rden l�gen und betr�gen und steckten �berall ihre krumme Nase hinein.</p><p>�Wenn du schl�fst mit eine J�din, das ist wie M�nnlichkeit in H�hle stecken, wo sitzt gro�e Skorpion�, plapperte Salach weiter, und Pelagia r�mpfte die Nase angesichts einer so derben Metapher.</p><p>Von dem Thema der heimt�ckischen j�dischen Frauen konnte sich ihr Kutscher gar nicht wieder losrei�en. Die gemeine Judith, die den schlafenden Holofernes umbrachte, bekam nat�rlich ihr Teil ab, aber am meisten emp�rte er sich �ber Ja�l, weil sie das geheiligte Gesetz der Gastfreundschaft entweiht h�tte. Der in der Schlacht besiegte Feldherr Sisera (Salach nannte ihn einen �Ahnherrn der Araber�) bat Ja�l um Asyl in ihrem Zelt. Und was tat sie, die hinterlistige Schlange? Wie man im Buch der Richter nachlesen k�nne, sagte sie: <emphasis>�Komm, komm, guter Herr, komm zu mir, hab keine Angst. Da ging er in ihr Zelt, und sie deckt Teppich �ber ihn. Sagt Sisera zu ihr: Gib mir Wasser, ich habe Durst. Band sie Schlauch mit Milch von Haken ab, gab ihm zu trinken und bedeckte ihn. Sisara sagt: Stell dich mal am Eingang, und wenn kommt jemand und fragt dir und sagt: �Ist da jemand bei dir?�, sagst du zu ihm: nein. Ja�l, das war Weib Chebers, nahm den Pflock von Zelt und nahm Hammer, und dann schleicht ganz, ganz leise zu ihm hin und stie� ihm Pflock in die Schl�fe, sodass er war an Boden fest drangeheftet; und da schlief er ein vor M�digkeit und dann ist weggestorben.�</emphasis></p><p>W�hrend Pelagia zuh�rte, wie Salach diese biblische Begebenheit auf seine Art nacherz�hlte und mit herzzerrei�enden Details ausschm�ckte, begann ihr der arme Kerl Leid zu tun � nicht Sisera, der wei� Gott vor wie langer Zeit lebte und dem schlie�lich nur recht geschehen war, sondern der arglose Erz�hler selbst, der keine Ahnung davon hatte, dass hinter seinem R�cken das Urteil l�ngst gesprochen war: Seine n�chste Frau w�rde eine J�din sein.</p><p>�Der Mann war ja ganz ersch�pft, ganz, ganz schwach. Also legt sich hin und sofort chrrr-chrrr-chrrr.� Um seinen Bericht anschaulicher zu machen, bettete Salach den Kopf auf seine zusammengelegten H�nde und gab laute Schnarchger�usche von sich.</p><p>Pl�tzlich fuhr er zusammen und zog hart die Z�gel an.</p><p>Aus dem Gestr�uch am Stra�enrand kamen langsam zwei Reiter hervor.</p><p>Als Polina Andrejewna die hinter ihrem R�cken hervorragenden Gewehrl�ufe sah, schrie sie auf:</p><p>�Sind das R�uber?�</p><p>�Ich wei� nicht�, antwortete Salach und lie� die Z�gel sinken.</p><p>�Worauf wartest du? Schnell, dreh um!�</p><p>�Geht nicht. Sie sehen, wir haben Angst und reiten hinterher. Man muss fragen irgendwas, ist am allerbesten.�</p><p>�Was denn fragen?�</p><p>�Meinetwegen nach Weg. Fragen, wie kommt man nach El-Ledjun. Ich sage, du f�hrst zu oberste Polizeichef. Sehr gut, Schwiegermutter von oberste Polizeichef.�</p><p>�Warum denn seine Schwiegermutter?�, fragte Pelagia ein wenig beleidigt.</p><p>�Weil f�r Schwiegermutter man kriegt kein L�segeld.�</p><p>�Ach, das ist hier wohl so Sitte, stimmt�s?�</p><p>�Stimmt nich � f�r Schwiegermutter kein Mensch zahlt L�segeld�, erkl�rte Salach knapp, der sich innerlich auf das Gespr�ch mit den Bewaffneten vorbereitete.</p><p>Schon von weitem begann er eilig draufloszuplappern, verbeugte sich immer wieder und zeigte auf die fernen H�gel.</p><p>Die Reiter sahen sich schweigend das Fuhrwerk und seine Insassen an. Sie boten einen f�r Pal�stina sehr seltsamen Anblick: Beide trugen eine Tscherkesska mit aufgen�hten Patronenschlaufen, dazu der eine eine hohe Pelzm�tze, der andere eine Kapuze. �Sie sehen aus wie unsere Kuban-Kosaken�, dachte Polina Andrejewna nerv�s.</p><p>�Sie verstehen nicht Arabisch�, sagte Salach zu ihr gewandt. Er sah blass und erschrocken aus. �Das sind Tscherkessen. Sehr schlimme Tscherkessen. Ich werde mal reden T�rkisch . . .�</p><p>Der eine der beiden Reiter kam jetzt heran und beugte sich zu Pelagia � sie roch Knoblauch und Schaftalg.</p><p>�Muskubi?�, fragte er. �Russa?�</p><p>�Ja, ich bin Russin.�</p><p>Die Tscherkessen besprachen sich in ihrer gutturalen Sprache. Es klang, als stritten sie miteinander oder schimpften �ber irgendwas, Pelagia wurde nicht schlau daraus.</p><p>�Wor�ber reden sie?�, fragte sie nerv�s.</p><p>Salach schluckte nur.</p><p>Derselbe R�uber beugte sich wieder zu ihr, griff nach dem Saum ihres Kleides und rieb ihn zwischen den Fingern. Sie kreischte erschrocken auf, aber der B�sewicht hatte offenbar gar nicht vor, ihr die Kleider vom Leibe zu rei�en, er pr�fte lediglich die Qualit�t der Seide. Er nickte seinem Kumpanen zu, nahm dann Polina Andrejewnas Sonnenschirm vom Sitz und zeigte ihm den Elfenbeingriff.</p><p>�Was sagt er?�, rief die Nonne erschrocken.</p><p>�Er sagt, du bist reich und bedeutend. Russen werden geben viel Geld f�r dir.�</p><p>Salach mischte sich in die Diskussion ein. Er plapperte rasend schnell und mit kl�glicher Stimme und fuchtelte dabei wie wild mit den H�nden. Polina Andrejewna missfiel diese Gestikuliererei ganz entschieden: Zuerst zeigte er auf sie und winkte abf�llig, so als wollte er nichts mit ihr zu tun haben, dann stie� er sich mit dem Finger auf die Brust und deutete irgendwohin nach hinten, dahin, wo sie hergekommen waren. Ohne Zweifel versuchte er, sie dazu zu �berreden, nur sie alleine gefangen zu nehmen und ihn gehen zu lassen. So ein Schuft! Und der l�sterte �ber Ja�l!</p><p>Aber die Tscherkessen lie�en sich davon gar nicht beeindrucken. Sie wechselten nur noch zwei, drei Worte, wendeten die Pferde und ritten langsam davon.</p><p>Salach z�gerte.</p><p>�Lassen sie uns laufen?�, fragte die Schwester verbl�fft. Sie konnte es gar nicht glauben.</p><p>Aber da drehte sich einer der beiden R�uber zu ihnen um und drohte mit der Peitsche, und mit einem kl�glichen Seufzer fuhr Salach an.</p><p>�Ich hab ihr gesagt, ich hab gesagt�, jammerte er. �Nach Megiddo man darf nicht fahren, sehr schlimm. Nein, fahre! Was soll jetzt werden? Was soll jetzt blo� werden?�</p><p>Bald darauf wurde es dunkel, von dem Weg zum tscherkessischen Aul konnte Polina Andrejewna kaum etwas erkennen. Zuerst ging es �ber einen H�gel, dann durch ein Tal, schlie�lich kam ein ziemlich steiler Anstieg.</p><p>Flache D�cher und ein paar tr�b erleuchtete Fenster � das war alles, was sie von der Ansiedlung selbst zu sehen bekam. Der Hantur hielt auf einem dunklen, dreieckigen Dorfplatz. Zwei in wei�e T�cher geh�llte Frauen f�hrten die Nonne schweigend �ber einen dunklen Hof und in eine kleine H�tte, die sich auf den zweiten Blick als ein ganz solider Bau erwies, mit stabilen Fensterl�den und einem Schloss an der T�r. Wahrscheinlich extra f�r die �reichen und bedeutenden� Gefangenen, vermutete Pelagia.</p><p>Ihre Vermutung best�tigte sich sehr schnell, denn schon bald darauf erschien der Herr dieses Anwesens � allem Anschein nach auch der Herr des ganzen Auls �, ein langb�rtiger Greis mit einer hohen Lammfellm�tze, die aus einem Turban herausragte. Aus unerkl�rlichen Gr�nden war er bis an die Z�hne bewaffnet. Lief der etwa zu Hause immer so rum, mit S�bel, Dolch und Revolver im Gurt?</p><p>Der Obertscherkesse sagte, er hei�e Daniel-Beg, und die �F�rstin� werde zum Abendessen Ziegenmilch und Salzgeb�ck bekommen. Zu ihrer Verwunderung sprach er ein gepflegtes und korrektes Russisch, mit einem kaum merklichen Akzent.</p><p>Polina Andrejewna bekam einen furchtbaren Schreck, als sie merkte, dass man sie f�r eine �F�rstin� hielt.</p><p>�Ich bin keine F�rstin!�, rief sie. �Sie irren sich!�</p><p>Dar�ber war der Greis sichtlich betr�bt.</p><p>�Mussa hat gesagt, eine F�rstin. Seidenkleid, wei�es Gesicht. Und wer bist du dann? Wie hei�t du?�</p><p>�Ich bin eine Pilgerin. Ich hei�e Pelagia . . . ich meine, Polina Lissizyna.�</p><p>Daniel-Beg verneigte sich sehr h�flich � fehlte nur, dass er einen Kratzfu� machte und ihr die Hand k�sste.</p><p>�Wer ist dein Mann?�</p><p>�Ich habe keinen Mann.�</p><p>Sie wollte noch dazusagen: �Ich bin Nonne�, aber wie sollte sie das beweisen?</p><p>�Das ist schlecht�, sagte der Beg und schnalzte mit der Zunge. �Schon so ein altes Weib und noch keinen Mann. Das kommt davon, weil du so d�nn bist. Aber egal, heiraten musst du trotzdem. Dein Vater soll dir einen Br�utigam suchen.�</p><p>�Ich habe keinen Vater.�</p><p>�Dann eben der Bruder.�</p><p>�Einen Bruder habe ich auch nicht.�</p><p>Der Beg verdrehte die Augen zum Himmel � seine Geduld ging allm�hlich zur Neige.</p><p>�Keinen Mann, keinen Vater, keinen Bruder. Und wer soll f�r dich L�segeld zahlen? Der gute Onkel?�</p><p>Das klang so seltsam, dass Pelagia im ersten Moment ganz verdattert war. Aber dann begriff sie, dass er tats�chlich ihren Onkel meinte.</p><p>Gute Frage, dachte sie, gab es jemanden auf der Welt, der bereit gewesen w�re, L�segeld f�r sie zu zahlen? H�chstens Bischof Mitrofani. Aber der war ja viel zu weit weg.</p><p>�Ich habe auch keinen Onkel�, antwortete sie traurig, fast h�tte sie vor Selbstmitleid aufgeschluchzt. �Vielleicht lassen Sie mich ohne L�segeld gehen? Es ist eine S�nde, Geiseln zu nehmen, in Ihrer Religion genauso wie in der unseren.�</p><p>Dar�ber war Daniel-Beg sehr verwundert.</p><p>�Warum denn eine S�nde? Ich war ein kleiner Junge, mein Papa� � er sagte pap�, mit Betonung auf der Endsilbe wie im Franz�sischen � das klang aus seinem Mund sehr ulkig � �war ein gro�er Naib, ein F�rst im Heer von Schamil. Die Russen nahmen Dshemal-ad-din, Schamils Sohn, und mich als Geiseln. Dshemal-ad-din kam zum Pagenkorps, ich zum Kadettenkorps. Dort habe ich Russisch gelernt und noch eine Menge anderer Dinge. Aber mein pap� war ein sehr tapferer Mann. Er nahm eine russische F�rstin mit ihrem Sohn als Geiseln und tauschte mich gegen die beiden aus. Schamils Sohn dagegen blieb viele Jahre bei Zar Nikolaj in Gefangenschaft. Siehst du, die Russen nehmen auch Geiseln. Genau wie ich. Wovon soll ich sonst leben? Wovon soll ich meine Frauen und Kinder ern�hren?� Er seufzte schwer. �Wenn du keinen Mann, keinen Vater und nicht einmal einen Bruder hast, dann ist es nicht gut, ein hohes L�segeld zu verlangen. Dann muss mir halt der russische Konsul zehntausend Franken schicken, und du kannst gehen, wohin du willst. Morgen schreibst du ihm einen Brief, dem Konsul: �Ojojoj, schreibst du, schick mir schnell zehntausend Franken, sonst schneidet mir der b�se Baschi-Bosuk die Finger ab, und dann die Ohren, und dann die Nase.��</p><p>�Machen Sie das wirklich?�, fragte Pelagia und wurde ganz klein.</p><p>�Aber nein! Nur einen, den kleinsten.� Er hielt den kleinen Finger der linken Hand in die H�he. �Finger hat man viele, um den einen ist es nicht schade. Wenn in zwei Wochen kein Geld da ist, schicke ich dem Konsul deinen kleinen Finger. Oh, oh, du bist ja ganz blass! Hast du Angst vor dem Fingerabschneiden? Na ja, wenn du willst, kannst du dir bei uns einen kaufen, ein kleiner Finger ist gar nicht teuer.�</p><p>�Wie denn � kaufen?�, stammelte die Gefangene.</p><p>�Hat dir der Konsul die Finger gek�sst?�, fragte der Beg.</p><p>�N-nein . . .�</p><p>�Sehr gut, also erkennt er ihn nicht. Eine von unseren Frauen oder ein kleiner Junge schneidet sich den Finger ab, und du kaufst ihn. Der Konsul wird denken, es ist deiner. Wenn es eine Frau ist, gib ihr dein Kleid, freut sie sich. Wenn �s ein Junge ist, kauf ihm einen Sattel oder einen silbernen Dolch.�</p><p>�Und was ist, wenn der Konsul trotzdem das Geld nicht schickt? Wir kennen uns doch gar nicht . . .�</p><p>Der Alte machte eine bedauernde Geste.</p><p>�Wenn er nicht mal nach dem Finger Mitleid mit dir hat, dann werde ich dich eben verheiraten. Mit Kurban vielleicht, dem ist die Frau gestorben. Oder mit Eldar, der hat eine ganz schlechte Frau, die ist immer krank, er braucht eine zweite. Also mach dir keine Sorgen, Frau, was kann dir schon passieren?�</p><p>Aber Polina Andrejewna wollte sich nicht beruhigen. Erstens durfte sie auf gar keinen Fall heiraten, weil sie ja das Keuschheitsgel�bde abgelegt hatte; und zweitens passte es absolut nicht in ihre Pl�ne, l�ngere Zeit in diesem R�ubernest festzusitzen. Die Zeit verstrich, kostbare Zeit!</p><p>�Den Brief schreiben wir morgen�, sagte Daniel-Beg abschlie�end. �Jetzt habe ich keine Zeit. Wir m�ssen die uljad-el-mot ausrauben.�</p><p>�Wen ausrauben?�</p><p>Aber er ging, ohne sie noch einer Antwort zu w�rdigen.</p><p>Kurz darauf h�rte sie das Getrappel zahlreicher Pferdehufe, dann wurde es still. Pelagia blieb mit ihrer Verzweiflung allein zur�ck. So verging eine qualvolle Nacht. Aber als das erste blasse Licht des Morgens durch die Ritzen der Fensterl�den sickerte, krachte drau�en ein Schuss, und mehrere Frauen begannen zu schreien.</p><p>Was war da los?</p><p>Polina Andrejewna legte ein Ohr an die T�r, aber sie konnte nichts h�ren, was ihr irgendwelche Aufschl�sse gegeben h�tte. Wieder fielen Sch�sse � diesmal kamen sie von oben, wie ihr schien. Die Frauen schrien noch eine Weile, dann h�rten sie auf. V�llige Stille trat ein, die nur dann und wann von vereinzelten Sch�ssen durchbrochen wurde.</p><p>Es vergingen vielleicht eineinhalb Stunden, dann h�rte sie Schritte vor ihrer T�r. Das Schloss rasselte.</p><p>Sie erwartete, Daniel-Beg zu sehen, aber auf der Schwelle stand Salach, neben ihm eine der Frauen von gestern.</p><p>�Komm�, sagte der Pal�stinenser und zog nerv�s die Nase hoch. �Ich habe dich eingetauscht.�</p><p>�Eingetauscht? Wof�r?�</p><p>�Die Juden lassen den Beg rein, daf�r der Beg l�sst dich raus.�</p><p>Pelagia verstand �berhaupt nichts, aber der Pal�stinenser nahm sie an der Hand und zog sie hinter sich her.</p><p>Die Situation, die zu diesem Zeitpunkt im Aul herrschte, h�tte der Schachspieler Berditschewski wohl als klassisches Patt bezeichnet.</p><p>Die Kommunarden sa�en im Steinturm fest. Von dort aus kontrollierten sie alle H�fe und Gassen sowie s�mtliche Zug�nge zum Dorf. Deshalb blieben die Frauen und Kinder in ihren H�tten, w�hrend die Dshigiten rund um den H�gel in Deckung gegangen waren. Ein paarmal hatten sie versucht, n�her heranzukommen, aber Magellan hatte ihnen jedes Mal mit seiner Winchester eine Kugel dicht vor die F��e geknallt, zur Abschreckung, und dann hatten sie es bleiben lassen.</p><p>Als die Tscherkessen begriffen hatten, dass sie nicht ins Dorf hineinkamen, die Juden hingegen, dass sie nicht hinauskonnten, schickte man aus dem Turm einen Parlament�r � Salach. Er hatte Befehl, den Tscherkessen ein Ultimatum zu �berbringen: Sie sollten alles, was sie geraubt hatten, zur�ckgeben und au�erdem eine Strafe zahlen, dann w�rden die Juden abziehen.</p><p>Daniel-Beg entgegnete, er werde nicht mit einem Menschen verhandeln, der eine Kette um den Hals trage, sondern nur mit dem Beg der Juden, und nur in seinem eigenen Haus, weil es gegen die Ehre sei, beim Verhandeln wie zwei Schakale in den B�schen zu sitzen.</p><p>�Ich habe nat�rlich sofort verstanden, worum es geht�, berichtete Salach stolz. �Er wollte sehen, ob seine Frauen und Kinder noch am Leben sind. Also sage ich zu ihm: Gut, Beg, aber daf�r l�sst du die russische F�rstin frei.�</p><p>�Was wollt Ihr blo� immer mit der �F�rstin�?�, st�hnte Polina Andrejewna. �Wenn die Tscherkessen auf einmal doch gewinnen, kommen wir mit zehntausend Franken nicht davon.�</p><p>Jetzt sa�en sie in Daniel-Begs Haus und warteten auf den Hausherrn.</p><p>Da kam der alte R�uber auch schon langsam die Stra�e entlanggeritten und zeigte seine leeren H�nde. Sein Gesicht war vollkommen regungslos, sein wei�er Bart flatterte leicht im Wind.</p><p>Vor dem Eingang zu seinem Haus sprang er elastisch wie ein junger Mann vom Pferd und �bergab die Z�gel einer Frau. Mit gesenkter Stimme stellte er ihr eine kurze Frage, und als er die Antwort h�rte, entspannte sich sein Gesicht. Bestimmt hat sie ihm gesagt, dass niemand verletzt ist, dachte Pelagia.</p><p>Salach und sie traten aus der T�r, um zum Turm hin�berzugehen, aber Daniel-Beg ergriff Polina Andrejewna pl�tzlich am Arm und zog sie zur�ck ins Haus.</p><p>�He, he!�, rief Salach emp�rt. �Das war nicht abgemacht!�</p><p>Der Alte fletschte die Z�hne und knurrte:</p><p>�Die F�rstin bleibt bei mir. Daniel-Beg ist kein Dummkopf und kein kleiner Junge. Gleich kommen die Juden raus und bringen mich um. Das w�rde ich ja genauso machen! Geh zu ihnen und sag: Wenn ich sterbe, stirbt die F�rstin auch! Magellan-Beg soll allein herkommen, dann werden wir reden.�</p><p>Pelagia musste sich neben ihn an den Tisch setzen. Er hielt ihr Handgelenk fest umklammert. Die Nonne riskierte einen Blick aus den Augenwinkeln und sah, dass die andere Hand des Tscherkessen am Griff seines Dolches lag.</p><p>�Wenn der Jude kommt und auf mich schie�t, ersteche ich dich�, sagte Daniel-Beg. �Du bist nicht schuld, ich bin nicht schuld. Schicksal.�</p><p>�Und warum mich, warum nicht ihn?�, fragte sie, genauso logisch wie unchristlich.</p><p>�Ich bin alt, aber er ist jung und gewandt. Ich schaffe es nicht, ihn zu erstechen�, antwortete der Beg betr�bt.</p><p>Damit war das Gespr�ch beendet, Magellan betrat den Raum.</p><p>Pelagia erkannte ihn sofort, obwohl der Anf�hrer der Kommunarden sich inzwischen ver�ndert hatte. Er war braun gebrannt, der Schnurrbart war l�nger geworden und an den Enden nach oben gezwirbelt, und das Haupt des j�dischen K�mpen zierte ein gewaltiger, operettenhafter Sombrero.</p><p>Der Eintretende w�rdigte die Frau keines Blickes. Er legte die Hand an die ge�ffnete Revolvertasche und verk�ndete, ohne sich zu setzen:</p><p>�Also h�r zu, alter Gauner. Erstens, du gibst uns alles zur�ck. Zweitens, du versprichst, den Arabern das abzunehmen, was sie uns in der Nacht gestohlen haben. Drittens zahlst du uns zwanzig Hammel als Strafe. Dann werden wir abziehen.�</p><p>�Hammel soll ich dir geben?�, knurrte Daniel-Beg. �Nein, Jude, wir machen es anders. Du gibst alle eure Gewehre raus, dann lassen wir euch abziehen. Wozu braucht ihr Juden Gewehre? Ihr zahlt uns jeden Mond f�nfhundert Franken, und niemand wird euch mehr bel�stigen. Ich habe davon geh�rt, dass man der toten J�din ihre Kleider gestohlen hat. Ich spreche mit Scheich Jussuf, er wird sie zur�ckgeben. Uberleg�s dir, Jude. Meine Dshigiten werden euch nicht vor die Flinten laufen wie Hasen. Es gibt kein Wasser im Turm. Morgen oder �bermorgen kommt ihr ganz von selber raus, und dann knallen wir euch ganz leicht ab.�</p><p>Magellan schwieg. Seine Kiefer mahlten, und seine hellen Augen verengten sich zu Schlitzen.</p><p>�Tscherkesse, deine H�tten sind nur aus Lehm und Kamelmist zusammengeklebt. Da schlagen die Kugeln hindurch wie nichts. Ich lasse ein paar Salven abfeuern, und bald hast du hier statt H�usern blo� noch einen gro�en Haufen Dreck, rot vom Blut deiner Frauen und Kinder.�</p><p>Auch der Beg schwieg eine Weile, bevor er antwortete:</p><p>�Ihr seht nicht aus wie uljad-el-mot. Vielleicht seid ihr gar keine echten Juden? Oder sind die, die vor euch hergekommen sind, keine echten?�</p><p>�Echtere als uns gibt�s nicht. Und solche wie wir kommen jetzt immer mehr.�</p><p>�Dann wird man euch alle totschie�en m�ssen. Selbst wenn ihr uns alle Frauen und Kinder umbringt�, sagte Daniel-Beg mit dumpfer Stimme. Die Fingerkn�chel der Hand, die den Griff umklammert hielt, wurden wei�. �Sonst rei�t ihr das ganze Land an euch, und bald gibt es hier keinen Araber und keinen Tscherkessen mehr.�</p><p>�Du bist der Beg, du musst entscheiden.�</p><p>Die beiden M�nner ma�en sich mit finsteren, starren Blicken. Pelagia bemerkte, wie der Dolch lautlos aus der Scheide gezogen wurde. Magellans Hand schob sich an den Revolvergriff.</p><p>�Jetzt reicht �s mir aber!�, rief da die Nonne b�se und schlug mit der Hand auf den Tisch.</p><p>Die beiden Widersacher, die ihre Gegenwart v�llig vergessen hatten, zuckten zusammen und starrten sie verbl�fft an.</p><p>�Kaum sto�t ihr M�nner auf ein paar Schwierigkeiten, schon wollt ihr irgendwen �umbringen�, und als Allererstes werden nat�rlich, wie �blich, die Frauen und Kinder umgebracht! Nur ein Dummkopf schl�gt die T�r mit dem Sch�del ein, weil er nicht genug Verstand hat, den Schl�ssel zu gebrauchen! Vern�nftige Menschen haben eine andere Verwendung f�r ihre K�pfe! �ber euch beide wird man sp�ter einmal sagen: Zwei Dummk�pfe konnten sich nicht einigen, und deshalb haben sich die Tscherkessen und Juden in ganz Pal�stina gegenseitig umgebracht! Geben Sie ihm, was Sie ihm gestohlen haben�, sagte Pelagia, zum Beg gewandt. �Und Sie, verehrter Herr Magellan, vergessen Sie Ihre Strafe. Was wollen Sie denn mit den Hammeln? Sie wissen ja nicht einmal, wie man sie schert!�</p><p>Nichts schien sich nach diesen Worten in dem Zimmer ver�ndert zu haben � der Beg hielt immer noch seinen Dolch umfasst, Magellan den Revolver, und trotzdem hatte sich die Spannung unmerklich gel�st. Die M�nner sahen einander wieder in die Augen, aber jetzt nicht mehr drohend, sondern fragend.</p><p>�Ich habe Sie doch schon mal irgendwo gesehen�, murmelte Magellan, ohne Pelagia anzusehen. �Ich wei� nicht mehr wo, aber ganz bestimmt habe ich Sie schon mal gesehen . . .�</p><p>Aber an seinem Tonfall war zu erkennen, dass ihn das jetzt nicht weiter interessierte. Was auch nicht verwunderlich war.</p><p>Der Beg, als Mann mit gr��erer Weitsicht und reicher an Erfahrung, tat den ersten Schritt zur Vers�hnung.</p><p>Er legte beide H�nde auf den Tisch und sagte:</p><p>�Die F�rstin hat Recht. Ein Dshigit und ein Dshigit k�nnen sich immer einigen.�</p><p>Auch Magellan nahm die Hand vom Revolver und legte sie an die Brust.</p><p>�Na gut, vergessen wir die Strafe. Aber was ist mit dem Scheich?�</p><p>�Jussuf ist kein Dshigit, sondern ein r�udiger Hund. Ich wollte ihm schon lange mal eine Lehre erteilen. Moslems pl�ndern keine Gr�ber und stehlen den Toten nicht die Kleider. Setz dich, wir werden Verb�ndete.�</p><p>Der Tscherkesse machte eine einladende Geste, Magellan legte seinen Sombrero auf die Bank und setzte sich.</p><p>�Wir m�ssen sofort aufbrechen�, forderte er. �Rahel darf nicht nackt dort in dem aufgew�hlten Grab liegen.�</p><p>Der Beg nickte.</p><p>�Wir reiten sofort los. Wir umzingeln das Araberdorf . . .�</p><p>�Nein�, unterbrach ihn der Jude. �Wir lassen einen Durchgang.�</p><p>Daniel-Begs Augen funkelten rauflustig.</p><p>�Ja, genau! Wir lassen einen Durchgang zur Furt! Wir legen ihnen einen Hinterhalt!�</p><p>Die beiden M�nner beugten sich �ber den Tisch, malten mit den Fingern irgendwelche Striche und Krakel darauf und redeten beide gleichzeitig aufeinander ein. Man konnte f�rmlich dabei zuschauen, wie sich die antiarabische Liga formierte.</p><p>Polina Andrejewna gefiel das alles ganz und gar nicht, auch wenn sie nicht verstand, was das Gerede von gepl�nderten Gr�bern und gestohlener Kleidung bedeuten sollte . . .</p><p>�Warten Sie!�, rief die Nonne. �H�ren Sie mich an! Ich wei� nicht, wer dieser Scheich Jussuf ist, aber wenn er ein Scheich ist, dann ist er doch bestimmt kein armer Mann, oder?�</p><p>�Er besitzt f�nfhundert Hammel�, antwortete Daniel-Beg gewichtig. �Seine Fellachen sind arme Hunde, aber Jussuf selber ist nat�rlich reich.�</p><p>�Aber wenn er reich ist, warum soll er dann einer toten Frau die Kleider stehlen? Das k�nnen doch nur irgendwelche Halunken gewesen sein, und der Scheich wird sie bestimmt selber bestrafen, wenn er davon erf�hrt. Lassen Sie das mit dem Dorfumzingeln und Furtfreilassen! Sonst sagen die Leute sp�ter mal: Drei Dummk�pfe konnten sich nicht einigen, und . . .�</p><p>�Frau!�, br�llte der Beg auf. �Du hast mich jetzt zum zweiten Mal Dummkopf genannt!�</p><p>�Sie hat Recht�, mischte sich Magellan ein. �Es gibt in diesem Land mehr Araber als Juden und Tscherkessen zusammen. Das bedeutet Krieg. Wir sollten besser mit dem Scheich verhandeln. Das ist vern�nftiger.�</p><p>�Du bist nicht nur mutig, Magellan-Beg, sondern auch weise�, sprach der Tscherkesse und legte sich die Hand auf die Brust.</p><p>Und die beiden M�nner verbeugten sich ehrerbietig voreinander. Die Frau hatten sie schon wieder vergessen.</p><p><strong>Frauengespr�che</strong></p><p>Dann begaben sich alle zusammen auf den Feldzug gegen Jussuf-Beg: vorneweg die Tscherkessen auf ihren Pferden, die Juden hinterher. Um Eindruck auf ihre Verb�ndeten zu machen, bildeten die Kommunarden eine Kolonne, legten die Gewehre �ber die Schultern und gaben sich M�he, im Gleichschritt zu marschieren.</p><p>Staubumwallt zog das vereinigte Heer die Stra�e hinab ins Tal. Die tscherkessischen Frauen schauten ihnen nach. Sie riefen nicht, sie winkten nicht � offenbar war das nicht so �blich.</p><p>Der Beg hatte zu Polina Andrejewna gesagt, sie sei frei und k�nne gehen, wohin der Wind sie tr�ge, aber dorthin wollte sie gar nicht mehr. Sie hatte einen g�nstigen Moment abgepasst und mit Magellan unter vier Augen gesprochen. Sie klagte, nach dem, was sie gerade erlebt habe, f�rchte sie sich, ohne Schutz weiterzureisen, und bat, in der Kommune �bernachten zu d�rfen.</p><p>Er gab gro�m�tig seine Erlaubnis und sagte wieder: �Wo habe ich Sie blo� gesehen? Ich bin sicher, es war in Russland, aber wo genau?�</p><p>Pelagia hielt es f�r ratsam zu schweigen, und er selber hatte jetzt nicht die Zeit, in seinem Ged�chtnis herumzukramen.</p><p>Bis zum Mittag blieb sie noch in dem Aul und wartete, dass das Eigentum der Kommunarden aus der Stadt El-Ledjun ankam. Das M�dchen mit Namen Malke, mit dem die Nonne damals auf dem Dampfer einige Worte gewechselt hatte, nahm die Beute in Empfang.</p><p>Eine Frau ist eine Frau � Malke erkannte Pelagia sofort, trotz ihrer weltlichen Kleidung und der Sommersprossen. Sie erkannte sie und freute sich, als h�tte sie eine alte Freundin wiedergetroffen. Das Erscheinen der Nonne in der Jesreelebe-ne erweckte bei dem lebenslustigen Dickerchen nicht den geringsten Verdacht.</p><p>Sie duzte Polina Andrejewna ohne Umschweife und begann, ihr eine Menge Einzelheiten �ber sich und die Kommune und was sie sonst so �ber die Welt dachte, mitzuteilen. Ab und zu fragte sie auch mal was, aber meistens antwortete sie sich gleich selber.</p><p>Zum Beispiel fragte sie:</p><p>�Wie kommst du eigentlich hierher? Ach ja, du warst ja mit uns auf dem Dampfer. Du bist als Pilgerin unterwegs, stimmt�s? Und die Kutte hast du bestimmt ausgezogen, weil es so warm darunter ist? Klar, in einem Seidenkleid ist es ja auch viel angenehmer bei der Hitze. Wahrscheinlich bist du keine Nonne, sondern eine Novizin, stimmt�s?�</p><p>Pelagia brauchte nur zu nicken.</p><p>Erst als die Sonne schon in der westlichen Himmelsh�lfte stand, machten sie sich auf den Weg nach �Neu-Megiddo�.</p><p>Malke spannte das zur�ckeroberte Pferd vor einen tscherkessischen Wagen, die beiden K�he band sie hinten an. Die Egge und die l�dierte, aber unge�ffnete Eisenkiste legte sie auf die Ladefl�che, obendrauf die S�cke mit dem Saatgut, dann setzten sich die beiden Frauen nebeneinander auf den Bock, und los ging�s.</p><p>Salach rumpelte mit seinem Hantur hinter ihnen her und sang aus voller Kehle alle m�glichen disharmonischen Lieder. Er war gl�cklich, sein Gespann ohne L�segeld wiederbekommen zu haben.</p><p>Polina Andrejewna schaute begeistert zu, wie geschickt ihre neue Freundin das schwer beladene Fuhrwerk lenkte: Malke sa� im T�rkensitz da (ihre braun gebrannten Knie sahen aus wie zwei knusprig gebratene Ferkel), das Gewehr quer �ber die Schulter geh�ngt, und lie� die Peitsche knallen. Dabei stand ihr Mund keine Minute still.</p><p>Das Gespr�ch war leicht und unbeschwert, wie zwischen zwei jungen M�dchen.</p><p>�Pola, ich kann �berhaupt nicht begreifen, warum du Nonne werden willst! Wenn du so eine h�ssliche Vogelscheuche w�rst, aber du bist eine richtige Sch�nheit, wirklich. Du bist bestimmt ungl�cklich verliebt, stimmt�s? Aber trotzdem, selbst dann darf man sich nicht in einem Kloster einsperren! Ein Kloster ist so eine winzige, enge Welt, und die gro�e, weite Welt ist doch so interessant! Das ist ja, als w�re ich in meinem Borissowo geblieben, da w�re ich alt und grau geworden und h�tte nie erfahren, wie ich wirklich bin. Fr�her dachte ich immer, ich sei furchtbar feige, aber wei�t du, wie mutig ich in Wirklichkeit bin? Du denkst vielleicht, Magellan hat mich nicht in das arabische Dorf mitgenommen, weil ich eine Frau bin? Von wegen! Wenn es dort ein Gefecht g�be, dann w�re ich auf jeden Fall mitgegangen. Er hat zu mir gesagt, Malli, meine Kleine, du bist die Gescheiteste von allen, das kann ich nur dir anvertrauen. � So nennt er mich manchmal, nicht Malke, sondern Malli, oder meine Kleine. � Bring alles heil nach Hause, hat er gesagt, und pass auf, dass diese beiden Tolpatsche, der Kolloseum und der Schlomo � sie sind wirklich ein bisschen langsam im Kopf �, mein Pferd erst herumf�hren, bevor sie ihm Wasser geben. Und sie sollen das Saatgut zum Trocknen auslegen, weil es feucht geworden ist vom Nachttau.�</p><p>Obwohl Pelagia sich ein wenig sch�mte, die Offenheit dieses netten M�dchens auszunutzen, ergriff sie trotzdem die erste Gelegenheit (als Malke gerade erz�hlte, wie abgeschieden die Kommune dort in ihrem Tal lebte), spielte die Unwissende und fragte: �Kommen denn nicht manchmal Fremde zu euch zu Besuch?�</p><p>�Selten. Die Rothschild-Juden halten uns f�r verr�ckte Gottlose. Zu den Arabern haben wir auch ein sehr schlechtes Verh�ltnis. Und wie es mit den Tscherkessen steht, hast du ja selbst gesehen.�</p><p>�Aber vielleicht irgendwelche Wanderer oder Pilger? Man hat mir erz�hlt, Pal�stina sei voll von Wanderpredigern�, hakte die Nonne nach, nicht allzu geschickt auf das gew�nschte Thema �berlenkend.</p><p>Malke lachte hell auf.</p><p>�Ach, so einer ist mal bei uns vorbeigekommen! So ein Prophet. Der war vielleicht ulkig. Er kam �brigens aus Russland. Erinnerst du dich noch an diesen Manuila, der auf dem Dampfer umgebracht wurde? Das hei�t, das war er gar nicht, wie sich dann herausstellte, sondern jemand ganz anderes! Das erz�hle ich dir sp�ter. Jedenfalls, dieser Manuila hat sich dann Immanuel genannt, als er ins Heilige Land kam, weil�s besser klingt.�</p><p>Und sie lachte wieder.</p><p>Wenn sie lachte, konnte das ja nur bedeuten, dass ihm nichts Schlimmes zugesto�en war. Pelagia fiel ein Stein vom Herzen.</p><p>�Und ist es schon lange her, dass er bei euch war?�</p><p>Das M�dchen z�hlte schnell an seinen kurzen Fingern ab und sagte:</p><p>�Vor sieben, nein, vor acht Tagen. Ach ja, das war in der Nacht, als sie Polkan erschlagen haben.� Vollkommen �bergangslos schluchzte sie auf, zog die Nase hoch und lachte schon wieder. �Er ist auch f�r Erez Jissrael gestorben, der Polkan.�</p><p>�F�r wen?�</p><p>�F�r den Staat Israel. Polkan, das war n�mlich unser Hund. Er ist uns in Jaffa zugelaufen. So was Kluges, sag ich dir, und so mutig, wie ein richtiger Regimentshund, deswegen haben wir ihn auch Polkan genannt. Der hat so gut aufgepasst in der Nacht, dass wir gar keinen Posten aufzustellen brauchten. Wenn man den drau�en am Tor angebunden hat, traute sich keiner mehr heran. So ein schwarz-gelber war das, ganz zottig, und auf einem Bein hat er gehinkt, und an der Seite . . .�</p><p>�Und was war mit diesem Propheten?�, unterbrach sie Polina Andrejewna, die sich f�r das Portr�t des verblichenen Polkan nicht allzu sehr interessierte. �Wie kam er denn zu euch?�</p><p>�Er hat eines Abends einfach an die T�r geklopft. Wir waren gerade fertig mit der Arbeit, sa�en zusammen und sangen. Wir machen das Tor auf, da steht so ein b�rtiger Onkel, in Bastschuhen und mit einem Stock in der Hand. Steht da und krault Polkan hinter dem Ohr, und der wedelt mit dem Schwanz und hat nicht einmal kurz Waff gemacht. Wir konnten�s gar nicht fassen. Wahrscheinlich hat der Prophet ihn zu seinem Glauben bekehrt�, lachte Malke. �Guten Tag, gute Leute, sagt er. Wie sch�n Sie da singen. Sind Sie etwa Russen? Und wir: Wer bist du denn? Bist du nicht einer von den �Findelkindern� des Propheten Manuila? (Er hatte n�mlich auch so einen Kittel mit einem blauen Streifen an, wie ihn die Findelkinder alle tragen.) Da sagt er: Ich bin Immanuel selbst. Ich ziehe durchs Land und schaue mir alles an, in Jud�a war ich und in Samaria, und jetzt gehe ich nach Galil�a. Kann ich �ber Nacht bei euch bleiben? Na ja, klar konnte er. Dann hab ich ihn gefragt: Sag mal, wie geht denn das? Du bist doch auf dem Dampfer ermordet worden. Bist du wieder auferstanden, oder was? Und er antwortet: Nicht ich wurde ermordet, sondern einer meiner Scheluchin.�</p><p>Polina Andrejewna fuhr auf:</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Scheluchin hei�t auf Altaram�isch �Apostel�. Wenn es mehrere sind, hei�t es Scheluchin, wenn es einer ist, Scheluach. Das hat Magellan erz�hlt, er kennt sich aus in j�discher Geschichte, aber wie!�</p><p>Daher also das Wort �Scheluak�, dachte Pelagia. Die Bauern in Stroganowka hatten gesagt, Manuila habe seinen Freund so genannt.</p><p>�Und was hat euch Immanuel �ber den Mord erz�hlt?�</p><p>�Er hat gesagt, der Scheluach habe ihn besch�tzen wollen, und deshalb sei er gestorben. Aber eigentlich brauche man ihn gar nicht zu besch�tzen, weil Gott ihn sch�tze. Und dann hat er noch von einem Wunder erz�hlt, das ihm an demselben Morgen widerfahren sei. Ich sag dir, der log, dass sich die Balken bogen, aber man musste ihm immerzu zuh�ren. Mit seinen gro�en blauen Augen � der reinste Engel!� Malke musste gleich wieder losprusten, als sie sich an diese Geschichte erinnerte. �Also� � f�ngt er an � �das war, als sie mich aus Sichron Jakov fortgejagt hatten� . . . Dort in Sichron Jakov leben wohlhabende Juden, die von Baron Rothschild mit Geld unterst�tzt werden. Die bestellen ihre Felder nicht selber, sondern lassen die Fellachen f�r sich arbeiten . . . Jedenfalls, diese reichen Juden haben Immanuel davongejagt, sie wollten ihm nicht zuh�ren. Und als er da so durch ein Tal wanderte, �berfiel ihn pl�tzlich ein Beduinen-R�uber.� Malke verstellte ihre Stimme und sprach wie ein kleines Kind mit undeutlichen, seltsam verhuschten R-Lauten. Anscheinend machte sie Manuila nach. ��Ganz b�se Mann, fuchtelt immer mit seinem S�bel, und ich kann doch nicht Beduinisch sp�echen, kann ihm ga� nicht sagen, dass ich ja nichts habe. Und dann sieht e�s selbst, da will e� mi� mit seinem S�bel glatt den Kopf abschlagen. �atsch-�atsch! O ja, ganz bestimmt h�tte e� das getan, weil sein ganzes Ne�vensystem deso�ganisie�t wa� . . .��</p><p>Malke konnte sich kaum halten vor Lachen.</p><p>�So was hat er gesagt: �sein Nervensystem war desorganisiert ?�, fragte Pelagia verwundert.</p><p>�Ja, er spricht sowieso ganz ulkig, ich kann es blo� nicht so gut nachmachen. Also, weiter ging es wie im M�rchen. Grad holt der R�uber mit seinem S�bel zum Schlag aus, da pl�tzlich � tam-pa-tam! � kommt ein Donner vom Himmel! Der B�sewicht f�llt tot um, und aus seinem Kopf flie�t Blut. �Und kein Mensch �ingsum � hi� ein Be�g, da ein Be�g, und hi� de� Weg. Keine Menschenseele weit und b�eit! Da dankte ich Gott, beg�ub den toten ��uber und wande�te weite�.� Wir sind fast geplatzt vor Lachen. Aber er war gar nicht beleidigt, dieser Immanuel, er hat einfach mitgelacht.�</p><p>�Und Magellan?�, fragte die Nonne. Sie wollte hinzuf�gen, ob er sich nicht feindselig gegen�ber dem Propheten verhalten habe, aber sie traute sich nicht.</p><p>�Na, Magellan war zuerst ziemlich streng. Er hat so eine Art Verh�r mit ihm gef�hrt. Was willst du hier?, hat er gefragt. Auf dem Dampfer waren lauter Leute von dir, und jetzt bist du auf einmal selber da. Was willst du von uns? Und so weiter. Und Immanuel: Dass ihr meine Scheluchin auf dem Dampfer getroffen habt, dar�ber braucht ihr euch nicht zu wundern. Viele von ihnen folgen mir ins Gelobte Land, obwohl ich ihnen doch gesagt habe: Dort, wo ein Mensch geboren ist, da ist auch sein Gelobtes Land. Was wollen sie in Pal�stina? Bei mir ist das was anderes, ich habe hier eine Aufgabe zu erf�llen. Aber sie h�ren mir nicht zu, das hei�t, sie h�ren schon zu, aber sie h�ren dann nicht auf mich. Und dass wir uns hier treffen, ist ja auch kein so gro�es Wunder. Pal�stina ist ein kleines Land, und wenn jemand es durchwandern will . . . Ach nein�, lachte Malke. �Er sagte: �durch das Land voyagieren will�, Wenn jemand sich vorgenommen hat, �durch das Land zu voyagieren�, sagt er, dann kommt er in k�rzester Zeit an jeden Ort. Und danach hat Immanuel von seinem Wunder erz�hlt, und Magellan hat sich nicht mehr f�r ihn interessiert. Er winkte kurz einen Gru� und ging schlafen.�</p><p>�Also war er es nicht�, sagte Pelagia nachdenklich.</p><p>�Wie?�</p><p>�Nein, nein, nichts. Was hat der Prophet sonst noch erz�hlt?�</p><p>�Auf einmal gab es ein schreckliches Durcheinander.� Malke wurde ernster. �Polkan fing drau�en an zu bellen. Wir dachten zuerst, das w�ren Schakale. Dann h�rten wir, wie sich das Bellen entfernte; er hat die Leine zerrissen, dachten wir. Also sind wir nach drau�en und haben immerzu gerufen: Polkan, Polkan!, und sind ihm hinterhergelaufen. Und da liegt er tot auf der Erde, kaum hundert Schritte vom Han entfernt. Sie haben ihn mit einem S�bel erschlagen. Das waren gar keine Schakale, sondern die Araber oder diese Tscherkessen. Die Beduinen waren damals ja schon weitergezogen . . . Wir haben Magellan geweckt, und er hat gesagt: Los, ihnen nach! Tja, blo� wie? In welche Richtung sollten wir laufen? Zu den Arabern oder zu den Tscherkessen? Alle redeten durcheinander, ein paar sagten, wir sind zu wenig, sie zu viele, sie schlachten uns ab wie Polkan! Hier ist ein b�ser Ort, wir m�ssen hier weg, und so weiter. Magellan antwortete ihnen: �Wer sich nicht selbst verteidigen kann, f�r den ist jeder Ort auf der Welt ein b�ser Ort.� Und so ging es immer weiter.� Das M�dchen winkte ab. Aber pl�tzlich fiel ihr etwas ein, und sie schlug aufgeregt die H�nde zusammen. �Ach, ja! Immanuel hat noch etwas ganz Sonderbares gesagt. Wie konnte ich das blo� vergessen! In dem ganzen Durcheinander hatte niemand mehr auf ihn geachtet, und auf einmal sagt er: Ihr werdet die Araber besiegen, und die Tscherkessen auch. Ihr seid zwar wenig, doch ihr seid stark. Aber euer Sieg, sagte er � das hei�t, er sagte nicht �Sieg�, sondern �Viktoria� �, wird eure Niederlage sein. Wir fragten ihn: Wie kann denn ein Sieg eine Niederlage sein? Da antwortete er etwas, das ich nicht verstand, er sagte: Ein Sieg �ber einen anderen Menschen ist immer eine Niederlage. Die echte Viktoria ist, wenn man sich selbst besiegt. Na jedenfalls, die anderen h�rten ihm schon nicht mehr zu und fingen wieder an zu streiten. Aber jetzt sieht man ja, dass er Recht hatte mit dem Sieg!�</p><p>�Und dann, was passierte dann?�</p><p>�Nichts. Am Morgen trank er etwas Milch und ging seiner Wege.�</p><p>�Und er hat nicht gesagt, wohin?�</p><p>�Doch, nat�rlich! Er ist sehr gespr�chig. Rahel hat ihm Milch eingegossen, und er hat gesagt: Zuerst gehe ich nach Kapernaum, dann noch irgendwohin, und dann muss ich in das Tal Siddim, in den Abarim-Bergen � dort soll ein neues Sodom aufgebaut worden sein, das will ich mir ansehen . . .�</p><p>�Sodom!�, rief Polina Andrejewna. �Und wo sind diese Abarim-Berge?�</p><p>�Hinter dem Toten Meer.�</p><p>�Sodom! Sodom!�, sagte die Nonne immer wieder aufgeregt.</p><p>Auf dem Dampfer war eine Familie von Homosexuellen gewesen, die dorthin reisen wollten! Aber was sollte Glasauge damit zu tun haben? Sehr nebul�s. Trotzdem, es musste eine Verbindung geben!</p><p>Ganze acht Tage waren inzwischen schon vergangen, aber wenn Immanuel zuerst nach Kapernaum wollte, hatte sie vielleicht doch noch eine Chance, rechtzeitig dort zu sein. Obwohl er sehr flink unterwegs war . . .</p><p>�Was murmelst du da vor dich hin, Pola?�</p><p>Polina Andrejewna zog ihren Reisef�hrer hervor, nahm die Karte heraus und faltete sie auseinander.</p><p>�Zeig mir, wo das Tal Siddim liegt und wie man dorthin kommt.�</p><p>�Was willst du denn da?�, fragte Malke verwundert, aber sie nahm den Bleistift, guckte sich die Karte an und zog dann einen Strich. �So, zuerst hier entlang bis zum Jordan. Dann runter zum Toten Meer, und von dort immer am Ufer entlang nach S�den. Siehst du diesen Kreis? Das ist die Siedlung Bet-Kebir. Sodom liegt irgendwo dahinter. Nein, wirklich, Pola, was willst du da? Eine Nonne, und dann nach Sodom!�, rief Malke und kicherte wieder los. �Russland, sag, wohin fliegst du? Doch es gibt nicht Antwort.�</p><p>Pelagia faltete die Karte sorgf�ltig zusammen und legte sie wieder in das Buch.</p><p>�Willst du da wirklich hin?� Malkes Augen wurden gro� vor Schreck und Neugier. �Du bist mir aber eine Draufg�ngerin! Ich kann mir bildhaft vorstellen, wie es da vor sich geht! Schickst du mir einen Brief, ja? Aber ausf�hrlich!�</p><p>Sie stie� Pelagia mit dem Ellbogen an und kicherte.</p><p>Von dem Sto� fiel der Reisef�hrer auf den Boden des Wagens. Die Nonne hob das kostbare B�chlein auf und barg es in ihrer Tasche.</p><p>W�hrenddessen hatte das Fuhrwerk den h�chsten Punkt des H�gels erreicht, von dem aus sich ein weiter Blick �ber das Tal und die umliegenden Berge �ffnete.</p><p>�Da sieht man schon unseren Han!� Malke erhob sich ein wenig von ihrem Sitz und zeigte nach vorne. �Jetzt noch den H�gel hinab und ein St�ck am Fluss entlang. In einer Dreiviertelstunde sind wir da. Dann kannst du dich waschen und ausruhen.�</p><p>�Nein, danke.� Polina Andrejewna sprang vom Wagen herunter. �Ich muss weiter. Sag mal, in welche Richtung muss ich fahren, um zum Jordan zu kommen?�</p><p>Malke seufzte, offensichtlich bedauerte sie, sich schon von Pelagia trennen zu m�ssen.</p><p>�Fahr auf dem Nebenweg weiter. Er ist zwar ziemlich holprig und f�hrt durch hohes Gras, aber daf�r kommst du bald an eine Weggabelung, dort biegst du nach rechts ab, da geht es zum Jordan. Aber was ist mit den R�ubern? Du hast doch gesagt, du hast Angst ohne Begleitschutz?�</p><p>�Egal�, antwortete Pelagia zerstreut. �Gott ist barmherzig.�</p><p><strong>Gott existiert!</strong></p><p>Von Jerusalem aus f�hrte nur ein Weg in die Jesreelebene, sodass er das Objekt schon am ersten Tag einholte. Jakow Michailowitsch folgte in sicherem Abstand, marschierte mit festem Schritt f�rbass und sog die frische Bergluft tief in die Lungen.</p><p>Ein kr�ftiges S�nnchen brannte hier im Heiligen Land, alle Achtung, er war schon braun wie ein Araber. Aber eigentlich passte ihm das ganz gut, denn er hatte sich f�r diesen Teil der Reise ja auch als Araber verkleidet. Das war in jedem Fall die angenehmste L�sung bei diesem Klima: Durch das lange, d�nne Hemd pustete der Wind, und das Tuch (�Kufija� nannte sich das) sch�tzte Hals und Hinterkopf vor der sengenden Sonne.</p><p>Wenn ihm unterwegs jemand begegnete und ihn auf Arabisch ansprach, legte Jakow Michailowitsch die Hand an Stirn und Brust, verneigte sich schweigend bis zur Erde und schritt dann gemessen seines Weges. Das konnte man dann verstehen, wie man wollte: Vielleicht sprach er ja nicht mit jedem, oder er hatte ein Gel�bde getan, leerem Alltagsgeschw�tz entsagt und so weiter.</p><p>Doch am dritten Tag ereignete sich ein unerfreulicher Zwischenfall, kurz nachdem die Rothaarige in einen Weg abgebogen war, der sich durch eine weite H�gellandschaft hinzog.</p><p>Jakow Michailowitsch sah, wie die Tscherkessen sich den Hantur schnappten, aber es fiel ihm nicht ein, sich einzumischen. Vor diesen Leuten musste man sich in Acht nehmen, die hatten immerhin Karabiner, und er nur so ein Pupsding mit sechs Patronen: eine feine Sache in der Stadt, wo man hinter jeder Ecke in Deckung gehen kann, aber auf freiem Feld ziemlich nutzlos. Und au�erdem durfte er nicht gesehen werden.</p><p>Seit dem Abend lag er dann bei dem Tscherkessenh�gel auf der Lauer und beobachtete die ganze j�dische Operation. Donnerwetter, dachte er, die legen ja richtig los. Nicht dass die am Ende in unserem M�tterchen Russland auch noch so kess werden.</p><p>Getreu der Volksweisheit �Eile mit Weile� ging Jakow Michailowitsch die Sache ganz in Ruhe an. Er wartete geduldig, bis sich die Tscherkessen mit den Juden geeinigt hatten und gemeinsam davongezogen waren, und bald darauf hatte sich alles auf wunderbare Weise geregelt.</p><p>Die Nonne kam in Begleitung eines pummeligen M�dchens aus dem Aul herausgefahren, ihren treuen Araber im Schlepptau. Alles war wieder in bester Ordnung.</p><p>Die Gegend, durch die sie jetzt kamen, war sehr eben und karg, er musste die Distanz zum Objekt vergr��ern. In so einer kahlen Landschaft sieht man einen Menschen auf gro�e Entfernung. Aber umgekehrt konnte er sie, Gott sei Dank, auch sehr gut sehen, entwischen konnten sie ihm nicht.</p><p>Als dann die Fuhrwerke einen steilen Anstieg erklommen, wollte Jakow Michailowitsch sich mal was Gutes tun. Der Weg, das war von weitem deutlich zu erkennen, f�hrte anschlie�end wieder in eine Talsenke hinunter, also, sagte er sich schlau: Der Weise klettert nicht auf einen Berg, wenn er ihn umgehen kann.</p><p>Wozu sinnlos Schwei� vergie�en, wenn man gem�tlich au�en um den H�gel herumgehen kann. Manchmal ist man eben auf zwei Beinen flinker als auf vier R�dern.</p><p>Und vielleicht k�nnte er ja auf diese Art und Weise sogar ein bisschen Zeit herausschlagen. Er k�nnte die F��e kurz mal in den Bach halten und anschlie�end ein Viertelst�ndchen im Schatten unter den Weiden liegen und warten, bis das Objekt vorbeigefahren kommt.</p><p>Gedacht, getan. Er nahm ein kurzes Bad, labte sich an dem frischen Wasser und hatte gerade noch Zeit, ein eiliges Mahl einzunehmen.</p><p>Da h�rte er auch schon ein Poltern und Knirschen. Rasch wischte er sich die letzten Kr�mel von der Hose � aha, da sind sie ja, meine Sp�tzchen.</p><p>Tch-jaah, tcha-hihaah.</p><p>Vorsichtig lugte er aus den Str�uchern hervor � und erstarrte.</p><p>Das war ja nur ein Wagen! Und drin sa� die pummelige J�din und wedelte mit der Peitsche, und der Rotfuchs war weg!</p><p>Das Herz stand ihm still. Sie sind ein Vollidiot, Jakow Michailowitsch! Von wegen weise! Jetzt hei�t es: nichts wie rauf auf den Berg, aber fix!</p><p>Er duckte sich und lie� den Wagen vorbei. Die J�din fuhr ein St�ck weiter und bog dann zum Fluss ab, anscheinend wollte sie sich auch ein wenig abk�hlen.</p><p>Jakow Michailowitsch trabte eilig bergan. B�che von Schwei� liefen an seinem K�rper herab. Nach knapp f�nf Minuten hatte er den Kamm des H�gels erreicht.</p><p>So was Dummes!</p><p>Eine Weggabelung, das war des R�tsels schlichte L�sung. Der eine Weg f�hrte nach rechts, der andere nach links. Und dort, kaum zu erkennen, zweigte noch ein weiterer Pfad ab, der von dichtem Gras �berwuchert war. Das Gras war allerdings abgestorben und hart wie Draht, man konnte unm�glich erkennen, ob hier vor kurzem ein Wagen entlanggefahren war oder nicht.</p><p>Was sollte er tun? In welche Richtung sollte er laufen?</p><p>Er wandte sich an seinen Verstand, und der, der Prachtkerl, lie� ihn wie immer nicht im Stich.</p><p>Hals �ber Kopf rannte Jakow Michailowitsch zum Flu� zur�ck (Bergrunter ging �s Gott sei Dank leichter!).</p><p>Die J�din hatte inzwischen das Pferd gewaschen und f�hrte es gerade zur�ck zum Wagen.</p><p>Sie h�rte die Schritte hinter sich, drehte sich um und nahm die Schrotb�chse von der Schulter.</p><p>�Ein Ungl�ck, M�dchen! Ein furchtbares Ungl�ck!�, schrie Jakow Michailowitsch schon von weitem auf Russisch.</p><p>Sie sperrte den Mund auf: Was ist das denn, ein Araber, der auf Russisch schreit?</p><p>Vor Schreck verga� sie glatt, dass sie ein Gewehr in der Hand hielt.</p><p>�Wer bist du?�, rief sie zur�ck. �Was denn f�r ein Ungl�ck?�</p><p>Er blieb vor ihr stehen, japste nach Luft und wischte sich den Schwei� aus dem Gesicht.</p><p>�Ich habe sie verloren, das ist das Ungl�ck.�</p><p>�Wen hast du verloren? Wer bist du �berhaupt?�</p><p>�Gib erst mal das Ding her. Eh das noch losgeht. . .�</p><p>Er griff den Lauf der Schrotb�chse. Das M�dchen wollte die Waffe nicht hergeben, aber Jakow Michailowitsch versetzte ihr einen leichten Schlag in die Magengrube, und die J�din klappte in der Mitte zusammen und schnappte mit offenem Mund nach Luft, wie ein Fisch, den man aus dem Wasser gezogen hat.</p><p>Er warf das Gewehr in die B�sche, gab der Dicken einen Klaps in den Nacken, und sie plumpste auf den Hintern.</p><p>�Mistkerl!�, sagte sie.</p><p>Und funkelte ihn aus ihren schwarzen Augen furchtlos an.</p><p>Ajajaj, mit der musste er sich wohl etwas l�nger besch�ftigen, erkannte der erfahrene Jakow Michailowitsch. Also, gar nicht erst Zeit mit unn�tzem Geplauder vergeuden. Als Erstes musste �das K�lbchen� zur Vernunft gebracht werden, genauer gesagt: von �berfl�ssigem Starrsinn befreit. �Das K�lbchen� � das war so ein spezieller Ausdruck von Jakow Michailowitsch: Aus einem �K�lbchen� musste man alle n�tzlichen Informationen herausmelken und es dann, je nach den Umst�nden, entweder wieder auf die Weide schicken oder eben in Beefsteak verwandeln.</p><p>Die st�rrische J�din w�rde nat�rlich zu Beefsteak verarbeitet, vollkommen klar, aber erstmal musste sie ihre Milch geben.</p><p>Er verpasste ihr ein paar Tritte, aber ganz gem�tlich, ohne sich allzu sehr anzustrengen, dazu war es zu hei�. Er trat ihr kurz gegen den Fu�kn�chel, dann zweimal in die Nieren. Als sie sich vor Schmerz zusammenkr�mmte, kriegte sie eins gegen das Stei�bein, damit sie sich wieder geradebog, und zum Schluss noch eins in den Unterleib.</p><p>Dass sie dabei ziemlich laut schrie, war nicht weiter schlimm, hier war sowieso kein Mensch in der N�he.</p><p>So, das sollte f�rs Erste reichen, dachte er. Dann setzte er sich auf ihre Brust und dr�ckte ihr die Kehle zu, damit sie dachte, ihr letztes St�ndlein habe geschlagen.</p><p>Als sie schon ganz blau anlief und ihr die Augen aus den H�hlen traten, lockerte Jakow Michailowitsch seinen Griff und lie� sie ein wenig Luft schnappen, gewisserma�en Geschmack am Leben finden, wie das Leben schmeckt. So, jetzt konnte man anfangen, sich miteinander zu unterhalten.</p><p>�Wohin ist sie gefahren? Welchen Weg hat sie genommen?�</p><p>�Mistkerl�, sagte �das K�lbchen�. �Magellan haut dich ungespitzt in den Boden . . .�</p><p>Also musste er sie noch ein bisschen w�rgen.</p><p>Jakow Michailowitsch war verstimmt. Starrsinn machte ihn immer traurig, ja er hielt ihn �berhaupt f�r das schlimmste aller menschlichen Laster. Denn am Ende wird sie ihm sowieso alles erz�hlen, sie veranstaltet blo� eine �berfl�ssige Qu�lerei, f�r sich selbst und f�r ihn auch, er war schlie�lich ein vielbesch�ftigter Mann.</p><p>Er schaute sich suchend um, fand einen geeigneten Zweig und brach ihn ab.</p><p>�Ich werde dir jetzt mit diesem Stock ein Auge ausstechen, du dummes G�nschen�, sagte Jakow Michailowitsch und zeigte dem M�del das spitze Ende des Astes. �Und dann das andere. Und wenn dir das immer noch nicht reicht, schlage ich dir dieses h�bsche H�lzchen sch�n langsam durch deinen Hinterausgang nach oben. Glaub mir, meine Kleine, ich bin kein Tier, aber ich habe etwas verdammt Wichtiges zu erledigen. Also komm, mein T�ubchen, red schon. Wohin ist die Rothaarige gefahren?�</p><p>Wieder lockerte er seinen Griff ein wenig, aber anstatt ihm dankbar zu sein, spuckte sie nach ihm. Die Spucke kam zwar nicht bis Jakow Michailowitsch, sondern landete auf ihrem Kinn. Aber selbst wenn sie ihn getroffen h�tte � was war schon dabei.</p><p>Also, was soll man jetzt mit so einem Luder machen?</p><p>�Wieso h�ngst du blo� so an ihr�, sagte er vorwurfsvoll. �Ist sie etwa deine Schwester, oder deine Freundin? Na gut, wie du willst, du bist selber schuld!�</p><p>Er setzte sich so, dass er besseren Halt hatte, klemmte die Arme des M�dchens mit den Knien fest und presste ihr den Ellenbogen auf den Hals. Dann fasste er den Ast kurz hinter der scharfen Spitze und hielt ihn der dummen Kuh ganz dicht vor die Nase.</p><p>�Also?�</p><p>An dem Aufblitzen ihrer Augen erkannte er: die sagt immer noch nichts.</p><p>Da stach er den Ast in ihre Augenh�hle; das Blut schoss hervor und rann �ber ihre runde Wange, ein Schluchzer entrang sich der Kehle des �K�lbchens�, und sie bleckte die wei�en, ebenm��igen Z�hne.</p><p>Und dann spielte ihm das dumme Ding einen �blen Streich. Jakow Michailowitsch hatte damit gerechnet, dass sie den Kopf zur�ckziehen w�rde, Stattdessen aber machte sie eine heftige, ruckartige Bewegung auf den Ast zu, und zwar mit einer solchen Kraft, wie er sie von diesem Pummelchen nie erwartet h�tte.</p><p>Der Ast drang bis zu seiner Faust in das Auge ein. Jakow Michailowitsch riss ihn nat�rlich sofort heraus, aber zu sp�t � der Kopf des M�dchens fiel leblos zu Boden. Anstelle des Auges klaffte ein purpurrotes Loch, nicht sehr h�bsch anzusehen, und an der Spitze des Astes rann etwas Graues herab � er war bis ins Hirn eingedrungen.</p><p>Dieses Luder!</p><p>Im ersten Moment konnte Jakow Michailowitsch sein Pech gar nicht fassen.</p><p>Oh, nein! Was f�r ein Jammer! So ein Riesenjammer! Wie konnte das nur passieren!? Herrgott, wof�r strafst du deinen Knecht! Sag mir, was soll ich jetzt tun? Wie soll ich denn jetzt den Rotfuchs wiederfinden?</p><p>Jakow Michailowitsch nahm sich die Sache wirklich sehr zu Herzen, aber er war dabei gleichwohl sehr r�hrig. Schlie�lich konnte jeden Moment jemand am Schauplatz auftauchen.</p><p>Die tote J�din warf er in den Fluss und wusch sich dabei gleich das Blut von den H�nden.</p><p>Dann �berlegte er, was er mit dem Wagen anfangen sollte. Er k�nnte ihn nat�rlich benutzen, bequemer als zu Fu� w�r�s schon. Er w�rde zuerst den einen Weg entlangfahren, so lange, bis er irgendjemandem begegnete, und den w�rde er fragen, ob nicht ein Weib in einem Hantur vorbeigekommen w�re. Und wenn er damit kein Gl�ck h�tte, w�rde er eben umdrehen und es auf dem anderen Weg versuchen. Und wenn das wieder nichts w�rde, dann k�nnte er ja immer noch den zugewachsenen Pfad nehmen.</p><p>Das war nat�rlich ein lausiger Plan, das wusste er selbst. Es konnten Stunden vergehen, bis er jemandem begegnete. Und selbst wenn, wie sollte er sich mit ihm verst�ndigen? Und was war, wenn unterwegs wieder eine Abzweigung kam?</p><p>Die S�cke mit dem Korn versenkte er im Fluss, die Egge und die Eisenkiste auch. Was die Letztere betraf, war er sich zuerst ein wenig unschl�ssig. Verflixt, jetzt br�uchte er ein paar h�bsche kleine Dynamitst�ngchen, dann k�nnte er wohl mal einen Blick hineinwerfen. Andererseits, woher sollten diese Habenichtse schon nennenswerte Gelder haben? Und �berfl�ssiges Gep�ck konnte er nun wirklich nicht gebrauchen.</p><p>Den K�hen gab er einfach eins mit der Peitsche auf den Hintern.</p><p>Gerade wollte er sich setzen und losfahren, um sein Gl�ck zu versuchen, da entdeckte er ein zusammengefaltetes Blatt Papier auf dem Boden des Wagens. Er faltete es auseinander � es war eine Karte von Pal�stina, so ein kleines Ding, wie man es in Reisef�hrern findet. Der Rotfuchs hatte so ein B�chlein gehabt, das hatte er gesehen. Ob sie den Plan verloren hatte?</p><p>Auf der Karte war eine Route mit rotem Farbstift nachgezeichnet.</p><p>�Bet-Kebir�, las Jakow Michailowitsch den Namen des Ortes, an dem die rote Linie endete.</p><p>Er schloss die Augen und bekreuzigte sich mit inbr�nstiger Geste.</p><p>Gott existiert, wahrlich und wahrhaftig.</p></section><section><title><p><strong>XII</strong></p><p><strong>Schloss Schwarzeneck</strong></p></title><p><strong>Version Nummer drei</strong></p><p>�Eine kleine Katja�, fl�sterte der h�bsche junge Mann und schaute sich vorsichtig um.</p><p>�Hundert Rubel?�, rief Matwej Benzionowitsch entr�stet, aber eigentlich mehr der guten Ordnung halber, denn er war inzwischen schon bereit, jeden Preis zu zahlen. Obwohl, das sagt sich so leicht � hundert Rubel, immerhin ein Viertel seines Monatssal�rs. Freilich, das Leben in Sawolshsk ist billiger als andernorts, von der Hauptstadt ganz zu schweigen, aber wenn du eine f�nfzehnk�pfige Familie zu versorgen hast, dann �bst du dich � notabene � in Sparsamkeit. Und vor allem: Man bekommt ja keine Quittung, dachte Berditschewski leidvoll. Also kann ich�s auch nicht auf die Spesenrechnung setzen.</p><p>�Na los, geben Sie schon her�, dr�ngte Kescha und streckte ihm seine schlanke, gepflegte Hand entgegen. �Wenn Ihnen mein Rat nicht gef�llt, kriegen Sie das Geld zur�ck.�</p><p>Nun ja, das war eigentlich ganz in Ordnung. Der Staatsanwalt holte das kostbare Papierchen mit dem Konterfei Katharina der Gro�en hervor und �berreichte es dem Blonden. Der hatte es nicht eilig, sein Honorar wegzustecken, er hielt den Schein l�ssig zwischen zwei Fingern, als wollte er seine Bereitschaft demonstrieren, ihn tats�chlich jederzeit zur�ckzugeben, wenn es verlangt wurde.</p><p>�Also, wer hat Razewitsch freigekauft?�, fragte Matwej Benzionowitsch heiser.</p><p>�Ich denke, jemand, der ihn sehr geliebt hat.�</p><p>Nanu, eine Romanze? Der Staatsanwalt horchte auf. Das war ja eine ganz neue Wendung, wer wei�, wo das jetzt hinf�hrte.</p><p>�Sie meinen, eine . . . Dame?�</p><p>�Nein, das meine ich nicht�, sagte Kescha l�chelnd.</p><p>Matwej Benzionowitsch griff sich an die Nase.</p><p>�Ich verstehe nicht ganz . . .�</p><p>�Sie glauben, Razewitsch sei wegen seiner Schulden aus der Gendarmerie entlassen worden? Weit gefehlt! Wenn man jeden wegen solcher Bagatellen gleich aus dem Korps entfernen wollte, k�nnte man die Gendarmerie aufl�sen. Und Razewitsch war ein sehr verdienstvoller Offizier. Nein, nein, das war nur ein Vorwand.�</p><p>�Und was ist der wahre Grund?�</p><p>Der junge Mann l�chelte noch geheimnisvoller.</p><p>�Das wei� niemand � au�er dem Kommandeur der Gendarmerie und den Unseren.�</p><p>�Den Unseren?�</p><p>Noch einmal nahm der Kontorist Berditschewskis linke Hand und wiederholte die seltsame Geste � mit der Fingerspitze kitzelte er ganz leicht seinen Handteller. Als er das verdatterte Gesicht seines Gegen�bers sah, kicherte Kescha los.</p><p>�Was denn, glauben Sie mir nicht? Tja, stellen Sie sich vor, auch unter den Gendarmen gibt es welche, die was f�r M�nner �brig haben.�</p><p>Matwej Benzionowitsch fiel die Kinnlade herunter.</p><p>�Ich sehe, die hundert Rubel habe ich mir verdient�, konstatierte der Blonde zufrieden und lie� den Schein in seiner Geldb�rse verschwinden.</p><p>Der Staatsanwalt konnte es immer noch nicht fassen. War das denn die M�glichkeit?</p><p>Und da fiel es ihm siedend hei� ein. Ja, genau! Pelagia hatte doch erz�hlt, auf dem Dampfer habe sich eine ganze Gesellschaft von Homosexuellen befunden, die auf dem Weg in das neu erbaute Sodom waren. Aber das . . . aber das gab der Ermittlung ja eine v�llig andere Richtung!</p><p>Der Staatsrat packte den jungen Mann am Ellenbogen.</p><p>�Aber Sie haben mir noch nicht verraten, wer ihn nun freigekauft hat.�</p><p>�Ganz sicher wei� ich es nicht, aber ich bin so gut wie �berzeugt, dass es Tscharnokuzki war, sonst kommt eigentlich niemand in Frage.�</p><p>�Und wer ist dieser Tscharnokuzki?�</p><p>�Sie haben noch nie vom F�rsten Tscharnokuzki geh�rt?�, fragte Kescha argw�hnisch.</p><p>�Doch, das ist ein vornehmer polnischer Name.�</p><p>�Vornehm? Das ist wohl eine gelinde Untertreibung! Die Tscharnokuzkis sind die reichste Familie in ganz Wolhynien. Zwanzig Werst von hier beginnt der Tschornokutsker Bezirk, und die Bezirksstadt Tschorny Kut befindet sich komplett im Besitz des Grafen.�</p><p>�Die ganze Stadt? So etwas gibt es?�, rief Matwej Benzionowitsch erstaunt. �Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter.�</p><p>�In Wolhynien gibt es das sehr wohl noch. Die Stadt Rowno, zum Beispiel, geh�rt dem F�rsten Ljubomirski, Alt-Konstantinow der F�rstin Abamelek, Dubno der F�rstin Barjatinskaja. Und die Tscharnokuzkis sind schon seit siebenhundert Jahren in Wolhynien ans�ssig. Sehen Sie diese Klippen dort?� Kescha deutete auf ein Gesteinsmassiv, das in der Ferne malerisch �ber dem Fluss aufragte. �Das ist Shitomirs gro�e Sehensw�rdigkeit. �Tschazkis Kopf� hei�t das.�</p><p>Der Fels gemahnte tats�chlich an ein stolz erhobenes Haupt.</p><p>�Und was hat dieser Felsen mit Tschazki zu tun?�</p><p>�Gar nichts. Fr�her hie� er �Tscharnokuzkis Kopf�. Im sechzehnten Jahrhundert wurde ein Vorfahre des heutigen F�rsten von den Hajdamaken gek�pft. Aber nach dem drei-undsechziger Jahr hat man den Felsen umbenannt. Es ging darum, dass mehrere Angeh�rige der Familie Tscharnokuzki am polnischen Aufstand beteiligt waren, und einen von ihnen hat es den Kopf gekostet. Jedenfalls hat man dann den Stein in �Tschazkis Kopf� umbenannt, um irgendwelche Zweideutigkeiten zu vermeiden.�</p><p>�Also geh�rte der Graf zu den Aufst�ndischen von 1863?�</p><p>�Ach was! Seine Erlaucht hat ganz andere Interessen. So ziemlich die gleichen wie Sie und ich.� Der Kontorist lachte. �Schade, dass er Juden nicht ausstehen kann, sonst h�tte ich Sie unbedingt mit ihm bekannt gemacht.�</p><p>�Aber ich bin ja gar kein Jude�, behauptete Berditschewski. �Ich habe mich nur als Jude ausgegeben, um Golossowkers Vertrauen zu gewinnen.�</p><p>�Das haben Sie allerdings ziemlich gut gemacht�, bemerkte Kescha und betrachtete skeptisch das Gesicht des Staatsanwalts.</p><p>�Nein, wirklich! Die Haare sind gef�rbt. Eigentlich bin ich blond. Wenn Sie mich zu dem Grafen bringen, werde ich die Farbe auswaschen. Mein Name ist auch keineswegs Mordechaj Berditschewski, sondern Matwej Berg-Ditschewski. Und wie Sie ganz richtig vermutet haben, bin ich auch alles andere als ein Wucherer. Ich . . . ich bin Bezirks-Adelsmarschall�, log Matwej Benzionowitsch, dem auf die Schnelle nichts Aristokratischeres einfiel. �Aus dem Gouvernement Sawolshsk.�</p><p>Ob ihm der junge Mann nun glaubte oder nicht, war nicht zu erkennen. Doch nach kurzem Nachdenken sagte er:</p><p>�Zweihundert Rubel.�</p><p>�Sie sind verr�ckt!�, st�hnte der Staatsrat und �berlegte, ob er so viel Geld �berhaupt dabei hatte. Schlimmstenfalls konnte er ein Telegramm an den Bischof aufgeben.</p><p>�Sie geben mir das Geld, wenn wir dort waren. Sollte ich falsch liegen, und der Graf hat Razewitsch gar nicht freigekauft, zahlen Sie gar nichts�, k�derte der gesch�ftst�chtige junge Mann geschickt.</p><p>Diese Konditionen schienen Matwej Benzionowitsch wiederum sehr akzeptabel. Sollte sich die Spur als richtig erweisen, w�rde man die Reise wohl als Erfolg bezeichnen k�nnen, und in dem Falle lie�en sich diese Kosten sicher doch noch als Spesen verbuchen.</p><p>�Wo sind Sie abgestiegen?�, fragte Kescha.</p><p>�Im �Versailles�.�</p><p>�Ich schlie�e die Kasse um sieben. Aber seien Sie nicht zu geizig, mieten Sie eine Kalesche mit guter Federung, sonst sind wir gr�n und blau, wenn wir dort ankommen. Ich werde mit Semjon Potschtarenko verhandeln, der hat eine gute Equipage. Es ist ein ziemlich weiter Weg . . .�</p><p><strong>Gedanken �ber die traurige Zukunft der Menschheit</strong></p><p>Wieder einmal nahm der Staatsrat die Hilfe des �blonden Engels� in Anspruch. Allerdings gelang die Herstellung der gew�nschten Hellhaarigkeit nicht zur G�nze. Stattdessen kam etwas vage Rotgoldenes dabei heraus. Nun ja, halb so schlimm, am Abend und bei k�nstlichem Licht wird �s schon gehen, sagte sich Berditschewski und beunruhigte sich nicht.</p><p>Kescha erschien p�nktlich in einem ganz respektablen Phaethon, f�r welchen der Staatsanwalt allerdings acht Silberrubel hinlegen musste. Der Handlungsgehilfe war kaum wieder zu erkennen. Er war nach der neuesten Mode herausgeputzt, fein parf�miert, und sein Haar gl�nzte, dass man sich darin spiegeln konnte. Wenn man ihn so sah, w�re man nie darauf gekommen, dass dieser Stutzer sich bei einem kleinen j�dischen Geldverleiher als Schabbat-Aushilfe ein Zubrot verdiente.</p><p>�Also, wohin fahren wir?�, fragte Matwej Benzionowitsch, nachdem er es sich auf dem gepolsterten Sitz bequem gemacht hatte.</p><p>�Zum Schloss des Grafen, nach �Schwarzeneck�.�</p><p>�Schwarzeneck?�, wunderte sich der Staatsanwalt.</p><p>�Ja, so hei�t es. Auf wolhynisch �Tschorny Kut�, auf Gro�russisch �Tschorny Sakut�, oder so �hnlich. Der Gro�vater Seiner Erlaucht hat es im gotischen Stil erbauen lassen. Er war ein gro�er Liebhaber von Ritterromanen.�</p><p>Berditschewski hatte inzwischen schon den Portier seines Hotels �ber den Grafen ausgefragt, aber er hatte blo� die wildesten Legenden aufgetischt bekommen � wodurch freilich seine Neugierde nur umso gr��er geworden war. Ihm blieb nichts anderes �brig, als selber nachzupr�fen, was an diesen R�uberpistolen dran war.</p><p>�Dieser Magnat ist wohl ein sehr ungew�hnlicher Mensch?�, fragte Matwej Benzionowitsch in leichtem Ton.</p><p>Kescha prustete los.</p><p>�Uns kann man auch nicht gerade als gew�hnlich bezeichnen, finden Sie etwa nicht? Aber nat�rlich nicht zu vergleichen mit Seiner Erlaucht. Dieses Subjekt ist allerdings einzig in seiner Art.�</p><p>Inzwischen sehr begierig nach weiteren Einzelheiten, bemerkte der Staatsanwalt mit tiefsinniger Miene:</p><p>�Den Abk�mmlingen alter Familien liegt wohl die Neigung zur Homosexualit�t im Blut. Vermutlich aus purem Snobismus. Oder es handelt sich um eine Folgeerscheinung der Degeneration.�</p><p>�Oh, der Graf hat sich durchaus nicht immer f�r Knaben interessiert! In seiner Jugend war er im Gegenteil sehr vom weiblichen Geschlecht angetan, quasi bis zum Wahnsinn, oder, wie er sich ausdr�ckt, bis zur Obsession. Das ist ein Terminus aus der Medizin, er bedeutet so etwas �hnliches wie eine fixe Idee.�</p><p>�Ich wei�.�</p><p>�Er ist n�mlich von Haus aus Mediziner. Sein Interesse f�r Frauen war so gro�, dass er nach seinem Ausscheiden aus dem Pagenkorps nicht zur Garde ging und auch nicht in den diplomatischen Dienst eintrat, sondern sich dem Studium der Medizin widmete, genauer gesagt, der Gyn�kologie. Nicht aus materiellen Gr�nden, versteht sich. Er sagt, er wollte einfach alles �ber die Frauen wissen: wie sie konstruiert sind, wie es in ihrem Inneren aussieht, mit welchem Schl�ssel man sie aufziehen kann. Tja, und er hat sie in allen Einzelheiten kennen gelernt.� Wieder fing Kescha an zu kichern. �Aber anscheinend war das zu viel des Guten. Als er von der Universit�t kam, hat er eine Frauenklinik er�ffnet, aber das hat er bald wieder aufgegeben. Jetzt kann er keine Weiber mehr sehen, sie bereiten ihm f�rmlich Magenkr�mpfe.�</p><p>Diesbez�glich besa� Matwej Benzionowitsch allerdings etwas andere Informationen. Der Portier hatte ihm Folgendes berichtet: �Bevor er seinen Spleen kriegte, hat der Graf ein Krankenhaus geleitet. Dort hat er Frauen kostenlos behandelt. Aber dann hat er eine bei einer Operation abgemurkst, und dann noch eine, und dann eine dritte. Er kam vors Gericht. Einen normalen Doktor h�tten sie bestimmt verurteilt, aber der ist ja ein gro�er Mann, ein Tscharnokuzki. Er musste blo� das Krankenhaus zumachen.�</p><p>�Anschlie�end ging Seine Erlaucht auf Reisen�, setzte Kescha seine Erz�hlung fort. �Er zog lange Zeit in der ganzen Welt herum. Wo er nicht �berall gewesen ist � in Amazonien, in Niederl�ndisch-Ost-Indien, bei den Papuas. Er hat eine Riesensammlung zu Hause, Sie werden selber sehen.�</p><p>Auch von dieser Sammlung hatte Berditschewski schon geh�rt: Angeblich gab es dort Glasgef��e, in denen abgeschnittene K�pfe aufbewahrt wurden. �Die hat er wohl von den Wilden mitgebracht, oder wer wei� woher�, hatte der Portier gesagt.</p><p>�Irgendwann wurde dem Grafen die Rumtreiberei dann zu langweilig. Jetzt lebt er schon seit mehreren Jahren ohne Unterbrechung auf Schloss Schwarzeneck. Er hat sich �s dort ziemlich originell eingerichtet, Sie werden sehen. �brigens k�nnen Sie sich gl�cklich sch�tzen, der Graf l�sst kaum einen Menschen zu sich. Exclusivit� nennt man so was, das hei�t auf Franz�sisch . . .�</p><p>�Ich wei�, was das bedeutet�, unterbrach ihn Berditschewski. �Erz�hlen Sie lieber weiter. Ich habe inzwischen schon einige Geschichten �ber Ihren Grafen geh�rt. . .�</p><p>Aber Kescha schien zu schmollen, weil man ihn daran hinderte, mit seiner Gelehrsamkeit zu gl�nzen. Er brummte:</p><p>�Ohne mich w�rde er Sie niemals empfangen. Und der ganze Klatsch kommt nur aus Neid und Ignoranz.�</p><p>Damit verstummte er.</p><p>Somit erfuhr der Staatsanwalt nicht mehr, ob das Schloss wirklich von dichtem Wald umgeben war, den, bei strengstem Verbot, niemand betreten durfte, und ob dieser Wald tats�chlich voller Fallgruben, Schlingen und Fangeisen war, die jeden Unbefugten fern halten sollten. Mehrere junge M�dchen und ein paar Kinder, hie� es, seien auf der Suche nach Beeren und Pilzen in das Geh�lz geraten und spurlos darin verschwunden. Die Polizei habe zwar Fangeisen und Gruben gefunden, aber nirgendwo ein Zeichen von den Vermissten. �Im Burggraben wohnt eine riesige Wasserschlange�, erz�hlte der Portier fl�sternd. �Beinahe f�nf Klafter lang! Sie kann einen Menschen mit einem Haps verschlingen.� Weiter hatte Berditschewski nicht zugeh�rt, das waren zu offensichtliche L�genm�rchen. Aber jetzt bedauerte er es.</p><p>Die Equipage rollte durch h�geliges Land. Bald dunkelte es, und die ersten Sterne zeigten sich am Firmament, zuerst nur blass, doch mit jeder Minute strahlender.</p><p>Welcher Teufel hat mich blo� geritten, dachte Matwej Benzionowitsch pl�tzlich schaudernd, w�hrend er diese Gogol�sche Landschaft betrachtete. Was soll ich dem Grafen sagen? Was wird mich dort �berhaupt erwarten? Und was ist, wenn sich diese Homosexuellenversion best�tigt und der Magnat tats�chlich ein Verh�ltnis mit dem M�rder hatte?</p><p>An all dem ist nur der verflixte Jagdinstinkt schuld, der treibt einen rationalen Menschen und Familienvater dazu, seine gewohnte Vorsicht �ber den Haufen zu werfen.</p><p>Vielleicht sollte ich doch lieber umkehren?, �berlegte der Staatsanwalt zweifelnd. Wenn mir jetzt etwas zust��t, wird kein Mensch jemals erfahren, was aus mir geworden ist.</p><p>Aber dann dachte er an Pelagia. Er sah sie vor sich, wie sie das Fallreep hinaufstieg und an Bord ging, mit gesenktem Haupt, und wie das Laternenlicht auf ihre schutzlosen Schultern fiel . . .</p><p>Da reckte der Staatsrat kampfbereit das Kinn vor und runzelte drohend die Augenbrauen. Das wollen wir doch mal sehen, wer hier wen zu f�rchten hat: Berditschewski den Wolhynischen Magnaten � oder umgekehrt.</p><p>�Sie haben ein h�bsches Profil�, brach Kescha auf einmal sein Schweigen. �Wie auf einer r�mischen M�nze.�</p><p>Dabei rieb er sein Knie am Bein seines Sitznachbarn. Matwej Benzionowitsch schaute den liederlichen Gr�nschnabel mit strengem Blick an und r�ckte ein St�ck ab.</p><p>�Wegen Razewitsch, stimmt�s?�, seufzte der junge Mann. �So sehr lieben Sie ihn? Nun ja, ich respektiere die Treue.�</p><p>�Ja, ich bin treu�, best�tigte der Staatsanwalt streng und wandte sich ab.</p><p>Homosexualit�t, was ist das eigentlich, wozu brauchen die Menschen sie?, �berlegte Matwej Benzionowitsch. Auff�llig ist jedenfalls, dass sich desto mehr Menschen diesem von der Gesellschaft und von allen Religionen ge�chteten Laster hingeben, je h�her der Grad der Zivilisation ist. Aber ist es �berhaupt ein Laster? Vielleicht handelt es sich einfach um eine Gesetzm��igkeit, die damit zu tun hat, dass die Menschheit sich auf ihrem Weg vom urgesellschaftlichen Lagerfeuer bis zum elektrischen Licht immer weiter von der Natur entfernt? Ganz gleich, in welche Stadt man kommt, ob nach Petersburg, Moskau oder Warschau � sie sind �berall, Jahr f�r Jahr werden es mehr, und sie treten immer offener auf. Das kommt doch nicht von ungef�hr, das muss einen tieferen Sinn haben. Mit Sittenverfall und Lasterhaftigkeit hat das nichts zu tun. Die Menschheit durchl�uft einen wichtigen Prozess, dessen Sinn wir heute noch gar nicht erfassen k�nnen. Kultur bedeutet Verfeinerung, und Verfeinerung f�hrt zwangsl�ufig zu Naturwidrigkeit. Ein Mann muss nicht mehr stark sein, m�nnliche St�rke wird gar zum Anachronismus, und die Frau will auf einmal nicht mehr einsehen, warum sie auf die F�hrungsrolle verzichten soll, wenn der Mann die Position des starken Geschlechts nicht mehr ausf�llt. In hundert Jahren vielleicht wird die Gesellschaft (zumindest ihr kultivierter Teil) vollst�ndig aus femininen M�nnern wie Kescha und maskulinen Frauen wie Fira Dorman bestehen. Dann werden alle Instinkte und Fleischestriebe ganz und gar durcheinander geraten sein!</p><p>Matwej Benzionowitschs Gedanken schweiften immer weiter ab, in eine immer fernere und noch fernere Zukunft. Die Menschheit wird aussterben, gr�belte er aufgebracht, weil irgendwann der Unterschied zwischen den Geschlechtern v�llig verschwunden ist und sich die Menschen �berhaupt nicht mehr vermehren! Es sei denn, die Wissenschaft findet bis dahin eine andere M�glichkeit der Reproduktion der menschlichen Gattung, vergleichbar der vegetativen Fortpflanzung. Vielleicht kann man dann, zum Beispiel, eine Rippe nehmen, wie einst der Herrgott von Adam, und daraus einen neuen Menschen ziehen. Vollkommen hygienisch und keusch. Keine primitiven Triebe mehr, keine Verschlingung m�nnlicher und weiblicher Urinstinkte.</p><p>Was f�r ein Gl�ck, dass ich dieses irdische Paradies nicht mehr erleben werde, dachte der Staatsrat fr�stelnd.</p><p>�Da ist es � Schloss Schwarzeneck�, sagte Kescha und zeigte nach oben.</p><p><strong>Eine einzigartige Sammlung</strong></p><p>Matwej Benzionowitsch lehnte sich aus der Kutsche und erblickte in der Ferne einen gro�en, dunklen, spitz zulaufenden Block, auf dessen Scheitelpunkt winzige Lichter flimmerten. �Was ist das dort, Feuer?�, wunderte er sich.</p><p>�Die Fackeln auf den T�rmen. Ich habe doch gesagt, es ist ein mittelalterliches Schloss.�</p><p>Sie bogen von der zerfurchten, holprigen Landstra�e in einen gepflasterten Weg ab, der auf die seltsame Erhebung zuf�hrte.</p><p>Bald konnte Berditschewski erkennen, dass es sich bei dem Klotz um einen hohen, mit Wald bestandenen Berg handelte, auf dessen Gipfel die Burg auf ragte. Jetzt sah er schon die zinnengekr�nten, vom flackernden Licht der Fackeln erhellten Mauern.</p><p>Im n�chsten Augenblick fuhr der Phaethon in den Wald, und das Schloss verschwand aus dem Sichtfeld. Es wurde vollkommen dunkel.</p><p>�Gut, dass wir eine Laterne auf der Deichsel haben�, bemerkte der Staatsanwalt, der sp�rte, wie der Wagen sich zur Seite neigte. �Man s�he ja die Hand vor Augen nicht.�</p><p>F�r einen Moment hatte er das Bild ganz deutlich vor sich: Die Kutsche kippt �ber die steile B�schung, poltert kopf�ber ins Unterholz und landet am Ende in einer dieser ber�chtigten Fallgruben, in der angespitzte Spie�e stecken . . .</p><p>�Keine Angst, Semjon kennt den Weg gut.�</p><p>Der Weg zog sich spiralf�rmig um den Berg herum und gewann dabei allm�hlich an H�he. Die B�ume zu beiden Seiten r�ckten immer dichter heran, sie wirkten wie ein massiver Staketenzaun, man konnte sich kaum vorstellen, dass nur hundert Schritt weiter Licht brannte und Menschen wohnten.</p><p>Und wie um diesen Eindruck noch zu verst�rken, schwieg Kescha beharrlich.</p><p>�Wir fahren und fahren . . .�, brach es schlie�lich aus Matwej Benzionowitsch heraus. �Dauert das noch lange?�</p><p>Seine Frage hatte keinen bestimmten Sinn, er wollte einfach eine menschliche Stimme h�ren, aber der junge Mann, der eben noch so gespr�chig gewesen war, blieb die Antwort schuldig.</p><p>Endlich richtete sich die Equipage wieder auf und fuhr �ber eine ebene Fl�che, der Weg machte eine letzte Biegung und erreichte einen gro�en, kopfsteingepflasterten Platz. Vor ihnen erhob sich ein massiver Turm: das Burgtor mit zwei brennenden Fackeln an den Seiten. Vor dem Tor eine herabgelassene Zugbr�cke, darunter der Burggraben � jener Graben, in dem, gem�� der Versicherung des Portiers, die Wasserschlange hauste . . .</p><p>Br-rr, der reinste Gruselroman; dem Staatsrat lief es kalt �ber den R�cken. Er kam sich vor wie in einer anderen Zeit.</p><p>�ber ihnen erklang eine grobe, schallende Stimme.</p><p>�Wer da?�</p><p>Kescha �ffnete die Wagent�r auf seiner Seite und lehnte sich hinaus.</p><p>�Foma? Ich bin�s, Innokenti! Mach auf. Und schalte das Licht an, man sieht ja die Hand nicht vor Augen.�</p><p>Auf dem Vorplatz flammten zwei verbl�ffend moderne elektrische Laternen auf, und Berditschewski sauste aus der Mitte des zweiten Jahrtausends wieder an dessen Ende zur�ck. Mit Genugtuung bemerkte er die Pf�hle mit den elektrischen Leitungen und den Briefkasten am Tor. Den Deibel auch, von wegen Mittelalter, von wegen Schlange!</p><p>In den schweren Torfl�geln �ffnete sich eine kleine Pforte, und ein H�ne von Mann trat heraus. Er war von Kopf bis Fu� in schwarzes Leder gekleidet, von den hohen Stiefeln �ber die eng anliegende Hose bis zu seinem Hemd, dessen weiter Ausschnitt eine dicht behaarte Brust zeigte. In der Leiste trug er ein aufgesetztes, vorstehendes Leders�ckchen, wie man es auf manchen Gem�lden des sechzehnten Jahrhunderts sehen kann. Eine Braguette oder Schamkapsel nannte man dieses absurde Attribut der mittelalterlichen Kleidung, erinnerte sich Berditschewski. Blo� dass dieses Exemplar hier geradezu be�ngstigende Ausma�e hatte.</p><p>Kescha sprang leichtf��ig aus der Kutsche und reckte sich gen�sslich wie eine Katze.</p><p>�Wer is�n der da?�, fragte Foma und zeigte auf Matwej Benzionowitsch.</p><p>�Ein Gast, den ich mitgebracht habe. Ich werde ihn Seiner Erlaucht selber melden. Entlassen Sie Semjon�, wandte sich der junge Mann an den Staatsanwalt. �F�r die R�ckfahrt wird der Graf seine eigene Equipage zur Verf�gung stellen.�</p><p>Als Berditschewski den Kutscher bezahlte, z�gerte dieser einen Moment, als wollte er ihm etwas sagen, aber dann schien er es sich doch anders zu �berlegen. Er grunzte nur, zog sich die M�tze tief ins Gesicht und machte, dass er fortkam.</p><p>Der Staatsrat sandte dem Phaethon einen wehm�tigen Blick nach. Dieses Schloss Schwarzeneck missfiel ihm ganz entschieden, trotz Elektrizit�t und Briefkasten.</p><p>Dann gingen sie durch das Tor.</p><p>Berditschewski versuchte gar nicht erst, sich Hof und umliegende Geb�ude im Einzelnen anzusehen, aus dem einfachen Grund, weil es nun einmal schwierig ist, sich im Dunkeln mit der Betrachtung architektonischer Details zu befassen. Er konnte nur undeutlich allerlei Verschn�rkeltes erkennen, irgendwelche T�rmchen und Zinnchen, mit bizarren Greifen auf den Wasserabl�ufen. Vor dem Hintergrund des Sternenhimmels hoben sich die Silhouetten steinerner Chim�ren ab. Im Hauptgeb�ude brannte elektrisches Licht: tr�be hinter den zugezogenen Vorh�ngen im Parterre, grell im ersten Stock.</p><p>Am Eingang des Hauses wurden die Ank�mmlinge von einem zweiten Diener, den Kescha mit Filip anredete, in Empfang genommen. Er war auf ganz genau die gleiche Art gekleidet wie Foma, woraus sich schlie�en lie�, dass es sich dabei wohl um die spezielle gr�fliche Livree handelte. Wiederum fielen die beeindruckenden Ausma�e der Schamkapsel auf. Ob die wohl mit Watte ausgestopft waren?, �berlegte der Staatsanwalt mit einem verstohlenen Blick. Dann erst begriff der naive Mensch, dass diese Hengste von Seiner Erlaucht nicht nur als Hausangestellte gebraucht wurden.</p><p>Filip ging in seiner knarzenden schwarzen Lederkluft vor den G�sten her und f�hrte sie �ber eine von steinernen Ritterstandbildern ges�umte Marmortreppe in ein ger�umiges, geschmackvoll eingerichtetes Zimmer im ersten Stock. Dort verbeugte er sich knapp und lie� die beiden allein.</p><p>Der junge Mann deutete mit dem Kopf auf eine hohe T�r, die anscheinend in die Privatgem�cher des Grafen f�hrte.</p><p>�Ich werde Sie dem Grafen melden. Nehmen Sie solange hier im Empfangszimmer Platz.�</p><p>Kescha schien auf einmal nerv�s. Er r�ckte vor einem Spiegel umst�ndlich seine Krawatte zurecht, gl�ttete seine Coiffure, und pl�tzlich zog er ein Porzellanr�hrchen hervor und bemalte sich damit geschickt die Lippen. Berditschewski blinzelte verdutzt.</p><p>Kaum war der Blonde im Nebenzimmer verschwunden, sprang der Staatsrat von seinem Sessel auf und schlich auf Zehenspitzen zu der T�r. Behutsam legte er das Ohr an das Holz und lauschte.</p><p>Er erkannte Keschas hurtigen Tenor, verstand aber nicht, was er sagte.</p><p>Eine zweite Stimme, die unnat�rlich gepresst klang, als h�tte sie jemand mit einer Luftpumpe aufgeblasen, fragte:</p><p>�Tats�chlich?�</p><p>Wieder eine undeutliche Sprechsalve.</p><p>�Wie bitte, wer? Berg-Ditschewski?�</p><p>Und Keschas Antwort: tirim-tirim-tirim.</p><p>�Na gut, schauen wir ihn uns mal an.�</p><p>Mit drei lautlosen S�tzen war Matwej Benzionowitsch wieder bei seinem Sessel, lie� sich hineinfallen und schlug l�ssig ein Bein �ber das andere.</p><p>Und erstarrte � in der T�r, die zur Treppe f�hrte, stand Filip. Die kr�ftigen, bis zum Ellenbogen nackten Arme �ber der Brust verschr�nkt, sah er den Gast mit undurchdringlichem Gesichtsausdruck an.</p><p>Verdammt! Nicht nur, dass er nichts Brauchbares geh�rt hatte, jetzt hatte er sich auch noch vor diesem Lakaien blo�gestellt!</p><p>Der Staatsanwalt sp�rte, wie sein Gesicht rot anlief, aber er hatte keine Zeit mehr zu reagieren.</p><p>Die T�r des Salons ging auf, und der Hausherr erschien.</p><p>Berditschewski erblickte einen eleganten Herrn mit sehr heller Haut und sehr schwarzen Haaren. Der nach oben gezwirbelte Schnurrbart sah von weitem aus wie ein dicker Kohlestrich, der das Gesicht in zwei H�lften teilte. Tja, wenn da mal nicht die infernalische Sissi im Spiel war, dachte der in moderner Haarf�rbetechnik inzwischen erfahrene Staatsrat.</p><p>Tscharnokuzki trug einen schwarzen, mit einem silbernen Drachen bestickten Kimono und dazu ein chinesisches Seidenm�tzchen mit Quaste. Darunter leuchtete ein wei�es Hemd mit Spitzenkragen hervor. Das unbewegte Gesicht des Magnaten wirkte alterslos, keine einzige Falte war darin zu sehen. Lediglich das verblichene Blau der Augen deutete darauf hin, dass ihr Besitzer dem Abend des Lebens n�her war als seinem Morgen. Allerdings war der Blick Seiner Erlaucht keineswegs abgekl�rt, sondern scharf und forschend, wie bei einem wissbegierigen J�ngling. Ein gealtertes Kind, dachte Matwej Benzionowitsch im Stillen.</p><p>�Willkommen in meinem Haus, Herr Berg-Ditschewski�, sagte der Graf mit jener Gummistimme, die dem Staatsanwalt schon bekannt war. �Entschuldigen Sie bitte meinen unpassenden Aufzug, ich habe so sp�t keine G�ste mehr erwartet. Ich bekomme sehr selten unangek�ndigten Besuch. Aber ich wei�, dass mir Innocent nicht einen x-beliebigen Menschen mitbringen w�rde.�</p><p>Matwej Benzionowitsch brauchte einen Moment, um zu begreifen, dass Kescha gemeint war, dass der Graf Innokentis Namen einfach franz�sisch aussprach � Innocent, der Unschuldige.</p><p>Tscharnokuzkis Nasenfl�gel bebten ganz leicht, als unterdr�cke er ein G�hnen. Jetzt war auch klar, warum seine Stimme so unnat�rlich klang: Der Graf bewegte beim Sprechen die Lippen fast gar nicht und unterdr�ckte jede Mimik � vermutlich, um Falten zu vermeiden. Das Beben der Nasenfl�gel ersetzte ihm zweifellos das L�cheln.</p><p>Auf die Frage, ob er ein Verwandter des Feldmarschalls Berg sei, antwortete der Staatsrat ausweichend: nur ein sehr entfernter.</p><p>�Nat�rlich, einem Polen gegen�ber sollte man das eigentlich lieber nicht erw�hnen . . . [N�sternbeben.] Aber als �berzeugter Kosmopolit bin ich in der Hinsicht ganz leidenschaftslos.�</p><p>Diese Bemerkung rief Matwej Benzionowitsch zum einen in Erinnerung, wer dieser Feldmarschall von Berg war � n�mlich ein Widersacher Polens zur Zeit von Nikolai Pawlowitsch und Alexander dem Zweiten �, zum anderen erkannte er, dass der Hausherr den zur�ckhaltenden Ton seiner Antwort missverstanden hatte � Gott sei Dank.</p><p>�Was ist denn, Filip?�, fragte der Graf an den Diener gewandt, der sich ihm mit einer Verbeugung n�herte und ihm etwas ins Ohr fl�sterte.</p><p>Jetzt verpetzt er mich, dieser Miesling.</p><p>Tscharnokuzkis Brauen hoben sich vorsichtig, und in seinen Augen, die auf den Staatsanwalt gerichtet waren, glomm ein am�sierter Funken auf.</p><p>�Also, ein Adelsmarschall sind Sie? Aus dem Gouvernement Sawolshsk?�</p><p>�Was ist daran so witzig?� Matwej Benzionowitsch runzelte die Stirn � Angriff ist die beste Verteidigung. �Sie meinen wohl, in so einem Provinznest g�be es keinen Adel?�</p><p>Der Graf fl�sterte Filip noch ein paar Worte zu und gab ihm einen z�rtlichen Klaps auf den Schenkel, woraufhin der gemeine Lakai sich endlich entfernte.</p><p>�Nein, nein, ich habe mich �ber etwas anderes erheitert.� Der Hausherr sah seinen Gast offen, geradezu ungeniert an. �Ich finde es am�sant, dass Bronek Razewitschs Liebling ein Adliger ist. Dieser Schelm wei� wirklich, wie man sich durchschlawinert. Erz�hlen Sie mir doch, wie Sie ihn kennen gelernt haben.�</p><p>Auf diese Frage hatte Berditschewski sich unterwegs schon eine Antwort zurechtgelegt.</p><p>�Sie kennen doch Bronek�, sagte er und l�chelte gutm�tig. �Er ist ein rechter Lausebengel, und da ist er bei uns in eine ziemlich dumme Geschichte hineingeraten. Er wollte einer Nonne einen kleinen Schreck einjagen, nur so zum Spa�, aber er hat es ein wenig zu weit getrieben. Kurz, die Sache kam vor Gericht. Als Zugereister, der in der Stadt keinen Menschen kannte, wandte er sich an den Adelsmarschall mit der Bitte, ihm bei der Suche nach einem Anwalt behilflich zu sein . . . Selbstverst�ndlich habe ich ihm geholfen � unter Adligen . . .�</p><p>Matwej Benzionowitsch schwieg beredt � den weiteren Gang der Ereignisse k�nnen Sie sich selber vorstellen.</p><p>Auf dem Gesicht des Grafen erschien wieder das L�cheln, das wie G�hnen aussah.</p><p>�Ja, an der Geistlichkeit hatte er schon immer einen Narren gefressen. Wei�t du noch, Kescha, diese Nonne, die sich einmal hierher zum Schloss verirrte, um Almosen zu sammeln? Wei�t du noch, wie Bronek sie, hm . . . ?�</p><p>Zu dem Beben der N�stern gesellte sich eine Art erstickter Schluchzer � offenbar hatte es den Grafen zu einem unbeherrschten Lachanfall hingerissen.</p><p>Auch Kescha grinste, aber das Grinsen geriet ein wenig schief, fast erschrocken. Der Staatsrat spannte sich innerlich an, als er von der Nonne h�rte. Die Spur war hei�!</p><p>�Aber warum stehen wir eigentlich hier herum, bitte, treten Sie doch ein. Ich zeige Ihnen meine Sammlung. Sie ist, wie ich sagen darf, in gewisser Weise einzigartig.�</p><p>Tscharnokuzki machte eine einladende Geste, und man begab sich ins angrenzende Zimmer.</p><p>Die W�nde des Salons waren mit rotem Samt bespannt, und der ganze Raum enthielt eine �berf�lle schwerer Draperien in allen Nuancen zwischen hellem Himbeerrot und dunklem Purpur, die dem Zimmer etwas Befremdliches, fast Bedrohliches gaben. Das elektrische Licht verst�rkte die Wirkung dieser blutroten Farbmodulationen noch und erzeugte � je nach Standpunkt � im Betrachter das Gef�hl, sich mitten in einem lodernden Feuer oder im Angesicht der untergehenden Sonne zu befinden.</p><p>Das Erste, woran Berditschewskis Blick in diesem bemerkenswerten Salon Halt fand, war ein �gyptischer Sarkophag, in dem eine hervorragend erhaltene Frauenmumie lag.</p><p>�Zwanzigste Dynastie, eine Tochter von Ramses IV. Ich habe sie in Alexandria f�r dreitausend Pfund Sterling von einem Grabr�uber gekauft. Ist sie nicht wie lebendig? Schauen Sie nur!�</p><p>Der Graf hob das Linnen an, und Matwej Benzionowitsch sah einen schmalen, vollkommen nackten K�rper.</p><p>�Sehen Sie, hier ist noch die Spur des Balsamiermessers zu erkennen.� Der schlanke Finger mit dem polierten Nagel fuhr einen feine Kerbe entlang, die sich �ber den gelben faltigen Bauch hinzog, und als er am Venush�gel ankam, zuckte er angewidert zur�ck.</p><p>Der Staatsrat wandte den Blick ab und h�tte beinahe laut aufgeschrien. Aus einem Glasschrank heraus schaute ihn ein schwarzes M�dchen mit samtig gl�nzenden Augen an � als w�re sie lebendig.</p><p>�Was ist das?�</p><p>�Die ist ausgestopft. Ich habe sie aus dem Senegal mitgebracht, wegen der T�towierungen. Sie sind ein wahres Kunstwerk!�</p><p>Der Graf schaltete eine Lampe ein, die direkt �ber dem Schrank angebracht war, und Matwej Benzionowitsch sah auf der dunkelbraunen Haut ein lilafarbenes Ornament in Gestalt sich umeinander windender Schlangen.</p><p>�Es gibt dort einen Stamm, bei dem die Frauen mit wunderbaren T�towierungen geschm�ckt sind. Dieses M�dchen war kurz zuvor gestorben, und ich habe dem H�uptling die Leiche f�r ein Winchester-Gewehr und eine Kiste Munition abgekauft. Die Eingeborenen glaubten vermutlich, ich sei ein Menschenfresser.� Die N�stern des Grafen bebten. �Dabei war einfach einer meiner damaligen Diener, F�licien, ein begnadeter Spezialist f�r Taxidermie. Eine eindrucksvolle Arbeit, nicht wahr?�</p><p>�Ja�, antwortete Berditschewski und schluckte.</p><p>Sie gingen zum n�chsten Exponat.</p><p>Das war nicht ganz so grausig: ein normaler menschlicher Sch�del, dar�ber das Portr�t einer gepuderten Dame mit tiefem Dekolletee und schmollender Unterlippe.</p><p>�Und was ist das?�, fragte Matwej Benzionowitsch mit einer gewissen Erleichterung.</p><p>�Erkennen Sie sie nicht? Das ist Marie-Antoinette; beziehungsweise � ihr Kopf.� Der Graf streichelte liebevoll �ber den gl�nzenden Sch�del.</p><p>�Wo haben Sie den denn her?�, �chzte Berditschewski.</p><p>�Von einem irischen Lord, der sich gerade in einem pekuni�ren Engpass befand. Ein Vorfahre von ihm hatte w�hrend der Zeit der Revolution in Paris die pfiffige Idee gehabt, den Henker zu bestechen.�</p><p>Der Staatsrat lie� den Blick zwischen dem Sch�del und dem Portr�t hin und her schweifen und versuchte, irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen ihnen zu entdecken. Es gelang ihm nicht. Gesicht und Sch�del existierten beide nur f�r sich. Was f�r ein Lump, dieser Pariser Henker, dachte Matwej Benzionowitsch.</p><p>Als N�chstes kamen sie zu einem Glasw�rfel, in dem sich ein Puppenk�pfchen mit langen, lockigen Haaren befand. Es war klein und schrumpelig wie bei einem Neugeborenen.</p><p>�Dieses St�ck hier stammt aus Neuguinea�, erkl�rte der Graf. �Ein ger�ucherter Kopf. An sich keine besondere Rarit�t, in europ�ischen Sammlungen gibt es nicht wenige davon, aber das Besondere an diesem St�ck ist, dass ich mit der Dame sozusagen pers�nlich bekannt war.�</p><p>�Wie meinen Sie das?�</p><p>�Sie hatte wohl irgendein Tabu gebrochen, daf�r musste sie sterben. Ich war Zeuge sowohl der T�tung als auch der anschlie�enden R�ucherung. Allerdings wurde die Prozedur f�r mich ein wenig verk�rzt. Normalerweise dauert die Konservierung eines solchen Kopfes mehrere Monate, und so lange konnte ich nat�rlich nicht warten. Man hat mich gewarnt, dass mein Souvenir nach ein paar Jahren verfault sein k�nnte, aber bisher hat es sich sehr gut gehalten, wie Sie sehen.�</p><p>�Und Sie haben nichts getan, um diese arme Frau zu retten?�</p><p>Die Frage schien Tscharnokuzki zu am�sieren.</p><p>�Wer bin ich denn, dass ich mich der Justiz in den Weg stellte, auch wenn es die von Wilden ist?�</p><p>Sie gingen weiter zu einer gro�en Vitrine mit mehreren Regalf�chern, in denen mit Lederriemen verschn�rte S�ckchen unterschiedlicher Gr��e ausgestellt waren.</p><p>�Was ist das?�, fragte Matwej Benzionowitsch, der an diesen Exponaten absolut nichts Bemerkenswertes erkennen konnte. �Sieht aus wie eine Sammlung von Tabaksbeuteln.�</p><p>�Das sind auch Tabaksbeutel. Indianische Arbeiten aus dem Wilden Westen Amerikas. F�llt Ihnen nichts daran auf? Sehen Sie sie sich genau an.�</p><p>Der Magnat �ffnete die T�r, nahm einen der Beutel heraus und reichte ihn seinem Gast. Der drehte das Ding in den H�nden, bewunderte die Feinheit und Weichheit des Leders, entdeckte aber ansonsten immer noch nichts Au�ergew�hnliches, weder ein besonderes Muster noch eine originelle Pr�gung. Das einzig Auff�llige war eine Art Knopf, der sich genau in der Mitte des Beutels befand. Er betrachtete den Knopf mit m��iger Neugier genauer � und warf den Beutel entsetzt in das Regal zur�ck.</p><p>�Ja, ja�, keckerte Seine Erlaucht. �Das ist eine Burstwarze. Die Krieger einiger indianischer St�mme dort haben den h�bschen Brauch, von ihren Raubz�gen M�nnerskalps und Frauenbr�ste mitzubringen. Aber es gibt durchaus noch apartere Troph�en.�</p><p>Er entnahm der Vitrine etwas, das aussah wie ein B�ndel getrockneter Pilze, seltsame dunkle Ringel, die auf einer Schnur aufgezogen waren. Einige von ihnen waren befremdlicherweise behaart.</p><p>�Das ist ein Souvenir aus dem brasilianischen Dschungel. Ich war dort bei einem Waldvolk zu Gast, das sich mit einem Amazonenstamm bekriegte, diesen blutr�nstigen Ludern, die inzwischen gl�cklicherweise aus gerottet wurden. Dieses nette Gebinde habe ich dem erfolgreichsten Krieger abgekauft, der pers�nlich elf Amazonen get�tet hatte. Sehen Sie, es sind genau elf Ringel.�</p><p>�Und was sind das f�r Ringel?�, fragte Berditschewski verst�ndnislos, aber im selben Moment hatte er es schon begriffen. Der Magen zog sich ihm zusammen.</p><p>Aus der Tiefe des Hauses erklang der dumpfe Ton eines Gongs.</p><p>�Der Imbiss ist fertig�, verk�ndete der Graf und unterbrach die grauenhafte Exkursion. �Darf ich bitten?�</p><p>Dem Staatsanwalt war nach dem, was er gerade gesehen hatte, nicht nach Imbissh�ppchen zumute, aber trotzdem sagte er eilig:</p><p>�Danke, sehr gern.�</p><p>Egal wohin, nur m�glichst weit weg von hier.</p><p><strong>Der Wolf ist in die Ecke getrieben</strong></p><p>Im angrenzenden Speisezimmer (Gott sei Dank ein ganz gew�hnliches Zimmer ohne R�ucherk�pfe oder ged�rrte Genitalien), leerte Matwej Benzionowitsch rasch nacheinander zwei Gl�ser Wein, dann erst lie� das abscheuliche Zittern seiner H�nde nach. Dazu a� er Weintrauben. Sein Magen muckerte einmal kurz, aber er hielt durch.</p><p>Kescha machte sich mit Hei�hunger �ber die gef�llten Wachteln her, als w�re nichts passiert. Der Graf hingegen r�hrte das Essen �berhaupt nicht an, er nippte nur an seinem Cognac und z�ndete sich sofort eine Zigarre an.</p><p>�So, so, Sie meinen also, in Sawolshsk gebe es eine, �h, Gesellschaft?�, fragte er und betonte das letzte Wort derart, das vollkommen klar war, was f�r eine Art von Gesellschaft er meinte.</p><p>�Allerdings, zwar nur eine sehr kleine, aber es gibt sie�, antwortete Berditschewski und stellte sich darauf ein, dem Grafen ein paar L�gen aufzutischen.</p><p>Tscharnokuzki stellte mit lebhaftem Interesse noch eine Reihe weiterer Fragen, deren Sinn der Sawolshsker allerdings teilweise �berhaupt nicht verstand. Eine Frage lautete, zum Beispiel: �Gibt es bei Ihnen auch eine K�kenfarm?� Was sollte das denn bedeuten? So viel war Matwej Benzionowitsch klar, dass diese Frage nichts mit Gefl�gelzucht zu tun hatte. Oder weiter: �Veranstalten Sie ein Karussell ?� Was f�r ein Karussell, zum Kuckuck? Wahrscheinlich irgendwelche p�derastischen Schweinereien.</p><p>Um, wie man unter Dieben sagt, nicht aufzufliegen, ging der Staatsanwalt in die Offensive.</p><p>�Ihre Sammlung hat mich sehr beeindruckt�, sagte er und wechselte das Thema. �Aber sagen Sie, warum sammeln Sie eigentlich nur . . . �h . . . die sterblichen �berreste der sch�neren H�lfte der Menschheit?�</p><p>�Die Frau ist nicht die sch�nere H�lfte der Menschheit, sie ist �berhaupt nichts�, antwortete der Graf in scharfem Ton. �Sie ist eine abgeschmackte Karikatur des Menschen. Das sage ich Ihnen als Mediziner. Ein missgestaltetes, ungef�ges Wesen! Was ist schon eine Frau? Ein paar quallige Milchdr�sen, Fettw�lste statt H�ften, ein absurder Knochenbau und eine qu�kige Stimme . . .�</p><p>Tscharnokuzki sch�ttelte sich vor Ekel.</p><p>Oha, dachte Matwej Benzionowitsch, du bist zwar Mediziner, aber ich denke, du geh�rst eher selber in Behandlung. Am besten in ein Krankenzimmer, wo die Klinke nur au�en sitzt.</p><p>�Gestatten Sie, aber ganz ohne Frauen geht es doch auch nicht�, widersprach er vorsichtig. �Wenigstens unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung der menschlichen Gattung . . .�</p><p>Dieses Argument brachte den Grafen nicht im Geringsten aus dem Konzept.</p><p>�Nun, man sollte aus den Fruchtbarsten von ihnen eine besondere Rasse z�chten, so wie man es mit K�hen oder Schweinen macht. Man k�nnte sie in St�llen halten und mithilfe von Spritzen befruchten. Das w�re das Beste.�</p><p>Auf dem Gesicht des Frauenhassers zeigte sich eine Grimasse des Abscheus.</p><p>Ob er mich auf den Arm nimmt?, �berlegte Berditschewski auf einmal. Spielt er mir vielleicht blo� etwas vor? Egal, zum Teufel mit diesen idiotischen psychopathischen Theorien. Es wird Zeit, zur Sache zu kommen.</p><p>�Tja, es w�re allerdings wunderbar, in einer reinen M�nnergesellschaft zu leben�, sagte der Staatsanwalt schw�rmerisch. �Haben Sie davon geh�rt, dass ein amerikanischer Million�r das biblische Sodom wieder aufbauen l�sst?�</p><p>�Ich habe davon geh�rt. Eine drollige Ausgeburt des amerikanischen Pietismus. Vom Standpunkt des Philanthropen aus gesehen, w�re es freilich besser gewesen, von diesen Millionen Brot f�r die Hungernden zu kaufen, aber das ist nat�rlich nichts, womit man die Welt in Erstaunen setzen k�nnte. Abgesehen davon w�re es allerdings auch sinnlos. Heute essen sie das Brot, das man ihnen schenkt, auf, und morgen verlangen sie schon wieder neues, das ist ein Fass ohne Boden. Jenes Projekt hingegen ist selbstverst�ndlich sehr lehrreich f�r die Menschheit. Mister Cyrus ist ein wohlanst�ndiger Familienvater, und diese �Perversen� sind ihm eigentlich ein Gr�uel, aber er will seinen Zeitgenossen ein Beispiel der Toleranz und Barmherzigkeit gegen�ber Au�enseitern und Untermenschen geben. Oh, die Amerikaner werden uns allen noch Sitte und Moral beibringen, warten Sie nur ab!�</p><p>�Aber dieses Unternehmen d�rfte doch ziemlich viele Gegner haben?�, fragte Matwej Benzionowitsch, sich langsam an das eigentliche Thema herantastend. �All die scheinheiligen Fr�mmler und religi�sen Fanatiker. Es gibt doch heutzutage so viele Sekten, die zu alttestamentarischer Unduldsamkeit aufrufen.�</p><p>Damit wollte er allm�hlich auf Manuila zu sprechen kommen und vorsichtig eruieren, welche Meinung Seine Erlaucht von dem Propheten hatte, den der ein�ugige Bronek hatte umbringen wollen.</p><p>Aber das Gespr�ch wurde unterbrochen. Filip betrat lederknarzend den Salon und �bergab dem Hausherrn mit einer Verbeugung einen langen Papierstreifen.</p><p>Sollte es in diesem mittelalterlichen Schloss einen Telegrafen geben? Diese Neuigkeit wollte dem Staatsanwalt irgendwie nicht recht gefallen.</p><p>Tscharnokuzki lie� seinen Blick �ber die ziemlich lange Depesche gleiten und sagte auf einmal zu Kescha:</p><p>�Innocent, du bist ein dummer kleiner Junge, ich glaube, du brauchst ein paar anst�ndige Hiebe. Wen hast du mir da ins Haus gebracht?�</p><p>Der blonde Sch�nling verschluckte sich an einem Apfelsinenst�ck, und Berditschewskis Herz bekam einen Stich. Mit sich �berschlagender Stimme rief er:</p><p>�Was wollen Sie damit sagen, Graf?�</p><p>�Was seid ihr Juden doch f�r eine ungezogene Rasse�, sagte der Magnat kopfsch�ttelnd und sprach dann im Weiteren nicht mehr zu Matwej Benzionowitsch, sondern nur noch an Kescha gewandt. �H�r mal, was Mikki hier schreibt: �Adelsmarschall des Gouvernements Sawolshsk ist Graf Rostowski, Adelsmarschalle der Bezirke sind: F�rst Bekbulatow, Baron Schtakelberg, Seljaninow, Kotko-Kotkowski, Lasutin, F�rst Watschnadse, Barchatow und Graf Besnossow, drei Bezirke sind ohne Adelsmarschall, auf Grund des geringen Anteils von Geburtsadel. Die Person, auf die sich deine Anfrage bezieht, ist in der Tat in Sawolshsk ans�ssig, aber der Name ist verdreht, und er hat einen anderen Posten. Der Mann hei�t nicht Matwej Berg-Ditschewski, sondern Matwej Berditschewski, er ist Bezirksstaatsanwalt, Staatsrat, neununddrei�ig Jahre alt, Konvertit.��</p><p>Die Farbe von Keschas Wangen wechselte von rosa nach gr�n, er fiel auf die Knie und schluchzte:</p><p>�Das wusste ich nicht, ich schw�re es!�</p><p>Der Graf versetzte ihm mit der Schuhspitze einen Sto� gegen die Stirn, der junge Mann kippte auf den Teppich und fing an zu flennen.</p><p>�Wer hat Ihnen denn diesen Bl�dsinn geschickt?�, fragte Matwej Benzionowitsch. Es fiel ihm schwer, sich so schnell auf die katastrophische Ver�nderung der Situation einzustellen, bis zu diesem Augenblick war doch alles so wunderbar glatt gelaufen!</p><p>Der Graf stie� einen langen Schwall Zigarrenrauch aus und sah dabei den Staatsanwalt mit ekelerf�llter Neugier an, wie ein seltenes Insekt oder einen zerquetschten Frosch. Immerhin w�rdigte er ihn einer Antwort.</p><p>�Mikki ist einer von uns � ein richtig gro�es Tier, er d�rfte wohl demn�chst Minister werden. Und das hat er auch verdient, denn er ist ein flei�iger Bursche, man kann ihm auch um Mitternacht ohne weiteres ein Telegramm schicken, da ist er bestimmt noch im Dienst.�</p><p>Jetzt musste schleunigst eine andere Taktik her � das hartn�ckige Leugnen aufgeben und, wie es so sch�n hei�t, die Karten auf den Tisch legen.</p><p>�Da Sie nunmehr also �ber meine Person informiert sind, m�chte ich gleich klarstellen, dass ich keineswegs hierher gekommen bin, um mit Ihnen neckische Plaudereien abzuhalten�, sagte Berditschewski streng. In gewisser Weise f�hlte er sich sogar erleichtert, weil er jetzt nicht mehr Theater spielen musste. �Beantworten Sie unverz�glich meine Frage: Haben Sie Razewitschs Schulden bezahlt?�</p><p>In diesem Moment geschah etwas Unerh�rtes.</p><p>Der Staatsrat wurde von hinten gepackt, und seine Arme wurden schmerzhaft auf den R�cken gedreht.</p><p>�Lass ihn, Filip�, sagte der Graf und verzog indigniert das Gesicht. �Lass diesen Judenbengel ruhig ein wenig kr�hen.�</p><p>�Er hat etwas Schweres in der Tasche�, erkl�rte der Lakai. �Hier.�</p><p>M�helos hielt er beide Handgelenke des Gefangenen mit einer seiner Pranken fest, zog dem Staatsanwalt den �Lefoche� aus der Tasche und �bergab ihn dem Grafen.</p><p>Der hob den Revolver mit zwei Fingern in die H�he, warf einen kurzen despektierlichen Blick darauf und schleuderte ihn mit den Worten �Billiger Plunder� von sich.</p><p>Berditschewski versuchte vergeblich, sich aus der schraubstockartigen Umklammerung zu winden.</p><p>�Lass mich los, du Lump! Ich bin Staatsrat! Daf�r schicke ich dich nach Sibirien!�</p><p>�Lass ihn los�, sagte Tscharnokuzki gn�dig. �Seinen Giftzahn haben wir ihm gezogen, und bei den Juden ist es nicht �blich, die F�uste zu schwingen. Daf�r ist der Jude zu marode�, kalauerte er. �Wissen Sie, Herr Judenrat, warum ich Ihre Rasse nicht leiden kann? Nicht etwa, weil ihr Christus gekreuzigt habt. Der war ja selber ein Jude, um den ist es nicht schade. Nein, daf�r, dass ihr eine Karikatur des Menschen seid, genau wie die Weiber. Ihr tut blo� so, als ob ihr M�nner w�rt.�</p><p>�Ich repr�sentiere die Staatsmacht�, rief Matwej Benzionowitsch und rieb sich das taube Handgelenk. �Ihr Benehmen ist. . . ist einfach . . .�</p><p>�Nein�, unterbrach ihn der Graf mit pl�tzlicher Sch�rfe. �Du bist eine Ratte, die sich wie ein Dieb in mein Haus eingeschlichen hat. W�rst du kein Jude, w�rde ich dich einfach vor die T�r setzen. Aber dass ich, ein Tscharnokuzki, eine geschlagene Stunde lang wie ein Idiot hier vor dir herumscharwenzelt bin und dir sogar noch drei�ig Jahre alten Cognac vorgesetzt habe, das sollst du mir mit deinem Leben bezahlen! Du wirst dieses Schloss nicht mehr verlassen, und kein Mensch wird jemals davon erfahren. Du bist nicht der Erste, und du wirst nicht der Letzte sein.�</p><p>�Ihr Name steht in der Ermittlungsakte!�, versuchte Berditschewski dem Verr�ckten klarzumachen. �Auch wenn ich inkognito hierher gekommen bin, sind Sie doch als der Hauptverd�chtige amtlich bekannt! Wenn ich nicht zur�ckkehre, steht morgen die Polizei vor Ihrer T�r!�</p><p>�Das ist alles gelogen�, meldete sich mit piepsiger Stimme Kescha, der aus Angst immer noch auf dem Teppich lag. �Ich habe ihm ja �berhaupt erst von Ihnen erz�hlt, bis dahin kannte er nicht einmal Ihren Namen.�</p><p>�Und der Kutscher?�, entgegnete ihm der Staatsanwalt. �Er hat mich hierher gebracht und ist in die Stadt zur�ckgefahren. Wenn ich verschwinde, wird er es der Polizei melden.�</p><p>�Wer hat euch gefahren, Innocent?�, fragte Tscharnokuzki.</p><p>�Semjon. Sie glauben doch nicht, ich h�tte einen fremden Kutscher genommen?�</p><p>Der Graf zerdr�ckte die Zigarre im Aschenbecher und erkl�rte Matwej Benzionowitsch fr�hlich, wobei er, wenn auch in offensichtlich spottender Absicht, wieder zum �Sie� �berging:</p><p>�Die M�nner hier bei uns in Wolhynien, deren Wortschatz sich aus einem Dutzend Sprachen mischt, haben so eine Redensart: �Hetz den Wolf in die Ecke, dass er drin verrecke.� Lassen Sie Ihre krumme Nase nicht h�ngen, Herr Berditschewski, wir haben noch eine lange Nacht vor uns, und ich verspreche Ihnen, dass viele interessante Dinge auf Sie warten. Wir werden uns jetzt in den Keller begeben, dort zeige ich Ihnen den geheimen Teil meiner Sammlung, den bei weitem interessanteren Teil. Dort befinden sich die Exponate, die ich nicht erworben, sondern selbst angefertigt habe. Leider ist es mir nicht m�glich, Sie meiner Sammlung einzuverleiben, Sie haben ja gesehen, ich sammle nur Frauen. Obwohl, mal schauen, vielleicht ein klitzekleines St�ck, als Ausnahme.�</p><p><strong>Ein hochnotpeinliches Verh�r</strong></p><p>Der Graf sah das erschrockene Gesicht seines Gefangenen und bekam einen seiner keckernden, mumienartigen Lachanf�lle.</p><p>�Nein, nicht das St�ck, an das Sie denken. Das w�re ja eine L�sterung des m�nnlichen K�rpers. Innocent, mein Lieber, wie w�rde dir das Exponat �j�disches Herz� gefallen? In Spiritus eingelegt, he?�</p><p>Kescha antwortete nicht und zerrte nur krampfhaft an seiner Krawatte.</p><p>Tscharnokuzki nahm einen Pfirsich aus der Schale, die auf dem Tisch stand, und streichelte liebevoll seine samtige Rundung.</p><p>�Nein!�, rief er, immer noch kichernd. �Ich habe eine bessere Idee! Ein Pfund j�disches Fleisch!� Und in bestem Eaton-Englisch deklamierte er: ��Equal pound of your fair flesh, to be cut off and taken in what part of your body pleaseth me.� Im Gegensatz zu Shylock �berlassen ich Ihnen sogar die Wahl! Was meinen Sie, wo wollen wir es herausschneiden?�</p><p>Matwej Benzionowitsch konnte sich nicht so sch�n auf Englisch ausdr�cken, deshalb antwortete er auf Russisch:</p><p>�Ich will keine Almosen. Machen Sie es so, wie es in Ihrem semitophoben St�ck steht: �m�glichst nah am Herzen�.�</p><p>Er kn�pfte sein Jackett auf und schlug sich auf die linke Seite, wo in der Westentasche das �Werbegeschenk der Firma� steckte, der spielzeugartige Einsch�sser, dessen Lauf kaum dicker als ein Strohhalm war. Nun, ein Ertrinkender greift bekanntlich nach jedem Strohhalm.</p><p>So tat es auch der Staatsanwalt � er griff nach dem Pist�lchen, jedoch in solcher Hektik, dass er sich am Schlagbolzen den Daumennagel einriss.</p><p>�Was ist das denn? Eine Klistierspritze?�, fragte der Graf unbeeindruckt. �Ein bisschen klein daf�r.�</p><p>In diesem Augenblick ging mit Berditschewski eine wundersame Verwandlung vor sich. Alle Angst fiel mit einem Schlag von ihm ab, und eine nie erlebte Wut packte ihn. Das hatte einen ganz bestimmten Grund.</p><p>Wir sprachen an anderer Stelle bereits dar�ber, welche bemerkenswerte Ver�nderung im Charakter dieses �u�erst friedfertigen, ja sogar ein wenig �ngstlichen Mannes im Zusammenhang mit jener so pl�tzlich �ber ihn gekommenen Verliebtheit vor sich gegangen war. In diesem Augenblick allerdings war der Funke, der die Explosion ausl�ste, um einiges weniger romantisch. Es war n�mlich so, dass Matwej Benzionowitsch ein ausgesprochen heikles Verh�ltnis zu seinen Fingern�geln hatte. Ein winzig kleiner Niednagel, oder, Gott bewahre, gar ein Riss in einem seiner Fingern�gel, konnte ihn v�llig aus der Fassung bringen, und das ber�chtigte �mit dem Nagel �ber die Schiefertafel krietschen� ging ihm durch Mark und Bein. Jene unvermeidliche hygienische Prozedur, die jeder zivilisierte Mensch etwa einmal in der Woche an seinen N�geln vorzunehmen gen�tigt ist, war f�r Berditschewski eine Qual, insbesondere in ihrer abschlie�enden Phase, die die Verwendung einer Nagelfeile implizierte. Und jetzt war ihm der Nagel eingerissen, und eine Ecke ragte auf widerw�rtigste Weise hervor! Diese an sich nichtige Unannehmlichkeit, eine Lappalie verglichen mit der Situation im Ganzen, war der Tropfen, der das Fass zum �berlaufen brachte: Von j�hem Zorn wurde dem Staatsrat schwarz vor Augen, an Stelle der Angst trat nackte Wut.</p><p>�Das ist eine Westentaschenpistole!�, br�llte Matwej Benzionowitsch mit blutunterlaufenen Augen. �Ein unentbehrlicher Gegenstand, um n�chtlichem Raubgesindel Einhalt zu gebieten!�</p><p>Der Graf verzog angewidert das Gesicht.</p><p>�Filip, nimm ihm dieses scheu�liche Ding weg.�</p><p>Jetzt w�re es eigentlich angebracht gewesen, dem fiesen Adligen eine Kugel zu verpassen, um ihm die au�erordentlichen Qualit�ten der geschm�hten Waffe zu demonstrieren, aber der Staatsanwalt erinnerte sich an die Warnung des Verk�ufers, dass die Durchschlagskraft der Patrone bei einem Abstand von mehr als zwei Klaftern deutlich nachlasse und bei f�nf Klaftern bereits vollkommen wirkungslos sei.</p><p>Die Entfernung zu dem Grafen betrug zwar keine f�nf Klafter, aber leider deutlich mehr als zwei.</p><p>Deshalb drehte sich Berditschewski abrupt zur Seite und richtete die M�ndung auf Filip, der wie ein B�ffel auf ihn zugetrampelt kam. Ohne Zeit mit albernen Warnrufen zu vergeuden (�Halt! Ich schie�e!� usw., usw.), spannte er einfach den Hahn und lie� ihn gleich wieder los.</p><p>Der Knall war nicht sehr laut, leiser als, sagen wir, der Knall eines Sektkorkens. Ein kaum sp�rbarer R�cksto�. Der Rauch, der aus dem winzigen Lauf herauspuffte, �hnelte einem kleinen Watteb�uschlein, gerade gro� genug f�r ein Nasenloch.</p><p>Jedoch, so kurios es scheinen mag, der riesige Kerl knickte in der Mitte zusammen und hielt sich mit beiden H�nden den Bauch.</p><p>�Eure Erlau . . .�, �chzte Filip. �Er hat mir in den Bauch . . . O weh! Ich halt�s nicht aus!�</p><p>F�r einen Moment verwandelte sich die Szenerie im Esszimmer in eine Art Pantomime oder Pas de quatre. Auf dem Gesicht des Grafen spiegelte sich grenzenlose Verwunderung � deren Konsequenz die Entstehung von wenigstens zwei bis drei Falten war �, und seine Arme bewegten sich wie in Zeitlupe in die H�he. Kescha war auf dem Fu�boden in der Pose des sterbenden beziehungsweise fast schon toten Schwanes erstarrt, der verletzte Diener pendelte in tief geb�ckter Haltung auf den Abs�tzen vor und zur�ck, als vollf�hrte er seltsam groteske Kotaus, und Berditschewski selbst, der tief in seinem Herzen einigen Zweifel an der Wirksamkeit seiner Waffe gehegt hatte, wurde steif wie ein Besenstiel.</p><p>Der Staatsrat kam als Erster zu sich. Er warf die nutzlose Pistole fort, raffte seinen �Lefoche� vom Boden auf und tastete hektisch nach dem Abzug. Ach ja, das Ding war ja zum Sichern!</p><p>Er legte die Sicherung um und nahm die Pistole in die linke Hand. Den rechten Daumen steckte er in den Mund, um den eingerissenen Nagel mit der Zunge zu bef�hlen.</p><p>Auch wenn sein �Lefoche� nur �billiger Plunder� war, wie der Graf sich ausdr�ckte, aber sechs Kugeln waren mehr als eine, und man konnte damit auch auf gr��ere Entfernung schie�en.</p><p>�Tut das weh!�, heulte Filip ohrenbet�ubend. �Er hat mir in den Bauch geschossen! Oh, Mami, das brennt! Ich sterbe!�</p><p>Er fiel auf den R�cken und streckte die Beine in die Luft.</p><p>�Schnauze!�, br�llte Berditschewski. Seine Stimme klang schrill und verzerrt, sein Gesicht war wei� vor blinder Wut. �Halt den Mund, oder ich schie�e noch mal!�</p><p>Der Lulatsch verstummte augenblicklich und gab kein Ger�usch mehr von sich, biss sich nur stumm auf die Lippen und wischte sich die Tr�nen ab, die in dem b�rtigen Gesicht seltsam deplatziert wirkten.</p><p>�Und du, Miftkerl�, herrschte der Staatsanwalt, wieder an seinem Fingernagel saugend, Kescha an, �marf unter den Tif, und wehe, du fteckft auch nur deine Nafenfpitfe rauf!�</p><p>Der junge Mann dislozierte sich unverz�glich in die befohlene Position, blieb aber, unter dem Gesichtspunkt des Erhalts seiner k�rperlichen Unversehrtheit, immer noch auf allen vieren.</p><p>Jetzt konnte Berditschewski sich dem Hauptobjekt widmen.</p><p>Dieses stand noch immer wie zur Salzs�ule erstarrt, mit dem angebissenen Pfirsich in der Hand.</p><p>�Foo, werte Erlaucht, jetft werden wir unf einmal nett miteinander unterhalten�, sagte Matwej Benzionowitsch, ohne den Finger aus dem Mund zu nehmen, und l�chelte so, wie er noch nie im Leben gel�chelt hatte.</p><p>Etwas kaum Begreifliches und doch unendlich Wunderbares geschah in diesem Moment mit dem wackeren Staatsrat. Sein ganzes Leben lang hatte Berditschewski sich f�r einen Feigling gehalten. Wenn ihm auch bisweilen eine einigerma�en k�hne Tat gelungen war (bei einem Staatsanwalt fast unvermeidlich), hatte ihm dies doch jedes Mal das �u�erste an seelischer und k�rperlicher Kraft abverlangt, und die unvermeidliche Folge waren Herzschw�che und Nervenzittern gewesen. Jetzt aber sp�rte Matwej Benzionowitsch nicht die geringste Anspannung, er fuchtelte vergn�gt mit dem Revolver und f�hlte sich einfach pr�chtig.</p><p>Als Kind hatte er manches Mal, wenn er schniefend mit blutender Nase nach Hause lief, sich vorgestellt, wie er, der Schuhmachersohn und einzige Jude im ganzen Handwerkerviertel, sich eines Tages heimlich aus der Stadt davonstahl, in den Milit�rdienst eintrat und als Offizier mit Epauletten und S�bel zur�ckkehrte. Dann w�rde er es allen zeigen, dem Waska Pratschkin und dem gemeinen Tschucha. Sie w�rden vor ihm kriechen und betteln: �Mordka, bitte, bitte, lass uns leben!� Und er schwingt den S�bel und sagt: �F�r euch bin ich nicht Mordka, sondern Leutnant Mordekaj Berditschewski!� Und dann verzeiht er ihnen gro�m�tig.</p><p>Und so war es ja auch fast gekommen, blo� war Matwej Benzionowitsch in den drei�ig Jahren, die seitdem vergangen waren, wohl ein wenig hartherzig geworden � denn dem Grafen Tscharnokuzki mochte er partout nicht verzeihen, er wollte diese sch�ndliche Kreatur t�ten, gleich hier und jetzt; und nach M�glichkeit nicht schnell und schmerzlos, sondern es sollte lange dauern, und er sollte sich vor Schmerzen winden.</p><p>Dieser Wunsch stand dem Staatsanwalt anscheinend sehr deutlich ins Gesicht geschrieben, denn Seine Erlaucht lie� pl�tzlich den Pfirsich fallen und fasste nach dem Rand des Tisches, als w�ren ihm auf einmal die Knie weich geworden.</p><p>�Wenn Sie mich erschie�en, werden Sie niemals lebend aus dem Schloss herauskommen�, sagte der Magnat hastig.</p><p>Berditschewski betrachtete seinen nassen Daumen und verzog das Gesicht.</p><p>�Ich habe auch keinesfalls vor, mitten in der Nacht irgendwo drau�en in der Gegend herumzulaufen. Zuallererst werde ich Ihnen den Garaus machen, weil Ihre blo�e Existenz eine Beleidigung f�r das Universum ist. Dann wird Ihr liebensw�rdiger Filip, vorausgesetzt, er hat nicht den Wunsch, sich eine weitere Kugel einzufangen, mit mir zum Telegrafen gehen und eine Depesche an den hiesigen Polizeichef abschicken. Nicht wahr, Filii, das machst du doch, oder?�</p><p>Der Lakai nickte, ohne einen Mucks von sich zu geben.</p><p>�Na siehst du. Und dort werde ich mich verbarrikadieren und auf die Polizei warten.�</p><p>�F�r den Mord am Grafen Tscharnokuzki wird man Sie ins Zuchthaus schicken!�</p><p>�So? Nachdem die Polizei Ihre wunderbare geheime Sammlung entdeckt hat? Einen Orden werde ich kriegen, kein Zuchthaus! Also!�</p><p>Matwej Benzionowitsch hob den Revolver und zielte, zuerst auf den Bauch, dann nach kurzer Besinnung auf die Stirn des Grafen.</p><p>Tscharnokuzkis ohnehin wei�es Gesicht wurde kreidebleich. Die eine H�lfte seines rabenschwarzen Schnurrbarts hing schlaff nach unten, die andere k�mpfte tapfer um Haltung.</p><p>�Was . . . was wollen Sie von mir?�, stammelte der Herr von Schloss Schwarzeneck.</p><p>�Wir werden jetzt ein kleines hochnotpeinliches Verh�r durchf�hren, wir zwei beiden�, verk�ndete Berditschewski. �Oh, ich werde sehr, sehr peinlich zu Ihnen sein! Ich werde all meine Selbstbeherrschung ben�tigen, um Ihnen nicht eine Kugel in den verfaulten Sch�del zu schie�en.�</p><p>Der Blick des Grafen richtete sich abwechselnd mal auf das wutverzerrte Gesicht des Staatsrats, mal auf die in seiner unruhigen Hand hin und her schwankende Pistolenm�ndung, und er stie� hastig hervor:</p><p>�Ich werde alle Ihre Fragen beantworten. Aber bitte, bewahren Sie Ihre Beherrschung. Ist der Abzug auch nicht zu locker? Trinken Sie doch einen Schluck Mosel, der beruhigt.�</p><p>Die Idee erschien Matwej Benzionowitsch gar nicht so schlecht. Ohne den Grafen aus den Augen zu lassen, schob er sich seitw�rts zum Tisch, tastete nach der Flasche (ob Mosel oder nicht Mosel, das war ihm im Augenblick schnuppe), setzte sie an und trank in langen, durstigen Z�gen.</p><p>Zum ersten Mal in seinem Leben trank Berditschewski Wein direkt aus der Flasche. Verbl�ffenderweise schmeckte er viel besser als aus dem Glas. F�rwahr, eine Nacht der wundersamen Entdeckungen!</p><p>Er stellte die Flasche ab und wischte sich die Lippen � nicht etwa mit dem Taschentuch, nein, einfach mit dem �rmel! Ah! Gut! Jetzt weiter im Verh�r.</p><p>�Welche Beziehung haben Sie zu Stabsrittmeister Razewitsch?�</p><p>�Er ist mein Liebhaber�, antwortete der Graf, ohne eine Sekunde zu z�gern. �Das hei�t, er war mein Liebhaber . . . Ich habe seit einem halben Jahr nichts mehr von ihm geh�rt � bis heute.�</p><p>�Und das soll ich Ihnen glauben? Sie haben ihn doch freigekauft!�</p><p>�Davon kann keine Rede sein. Warum auch? Wenn ich f�r jeden meiner Liebhaber f�nfzehntausend Rubel zahlen sollte, w�re von dem Familienverm�gen nicht mehr viel �brig.�</p><p>�Sie waren es nicht?!� Mit einem Schlag war die ganze Courage des Staatsanwalts wie fortgeblasen. �Nicht Sie? Aber . . . wer war es dann?�</p><p>Der Graf zuckte mit den Achseln.</p><p>Version Nummer drei, die strahlend wie ein Ph�nix aus der Asche ihrer beiden Vorg�nger erstanden war, brach in sich zusammen. Wieder eine Niete gezogen! Die Zeit ganz umsonst vertan!</p><p>�Sie sehen ja ganz verst�rt aus�, sagte der Schlossherr nerv�s. �Trinken Sie lieber noch etwas Wein. Ehrenwort, ich wei� nicht, wer Razewitsch freigekauft hat. Bronek hat kein Wort erz�hlt.�</p><p>Als der Staatsanwalt den Sinn der letzten Bemerkung begriffen hatte, fragte er:</p><p>�Also haben Sie ihn noch einmal gesehen, nachdem er schon freigekommen war?�</p><p>�Nur ein einziges Mal. Er tat sehr geheimnisvoll, redete ziemlich nebul�ses Zeug. Ich fand, er spielte sich ein wenig auf. Er sagte: �Sie haben Razewitsch weggeworfen wie einen zerschlissenen Schuh. Na gut, meine Herren, warten Sie nur ab.� Ich hatte den Eindruck, dass er mit diesen �Herren� seine ehemaligen Vorgesetzten meinte.�</p><p>�Und was noch? Denken Sie nach, verdammt noch mal!�, schrie Berditschewski ihn an. Tscharnokuzki zog den Kopf ein und klimperte mit den Augenlidern.</p><p>�Ja, ja, ich erz�hl ja schon. Er hat sich einfach sehr unklar ausgedr�ckt. Anscheinend hat ihn im Gef�ngnis irgendeine hoch gestellte Pers�nlichkeit besucht. Das hat er selbst so gesagt: �Eine hoch gestellte Pers�nlichkeit, eine sehr hoch gestelltem Und dann wurde das Geld f�r ihn bezahlt. Das ist alles, was ich wei�.�</p><p><strong>Wahrlich keine Pelagia</strong></p><p>Hinter ihm erklang ein Gepolter.</p><p>Berditschewski drehte sich um und sah, dass der verletzte Lakai die Gelegenheit nutzen wollte, um sich in Richtung Salon davonzumachen.</p><p>�Halt!�, rief der Staatsanwalt und st�rzte ihm nach. �Ich schie�e!�</p><p>Filip fiel der L�nge nach hin und hielt die H�nde �ber den Kopf.</p><p>�Ich verblute! Ich kann nicht mehr, ich sterbe!�</p><p>Und wieder das Ger�usch fliehender Schritte, diesmal aus der anderen Richtung.</p><p>Matwej Benzionowitsch fuhr herum, aber zu sp�t. Er sah gerade noch, wie die Gestalt im schwarzen Kimono durch die T�r entschl�pfte. Ein letztes kurzes Aufblitzen des silbernen Drachen � weg war er. Der Riegel klirrte.</p><p>�Lieg still, du Lump!�, br�llte Berditschewski den Diener an und st�rzte hinter dem Grafen her.</p><p>Er r�ttelte an der T�r � vergebens.</p><p>Mit drei Schritten war er beim Tisch und zerrte Kescha darunter hervor.</p><p>�Was ist hinter dieser T�r?�</p><p>�Das Kabinett.�</p><p>�Kann man von dort aus die Dienerschaft rufen?�</p><p>�Ja, es gibt eine elektrische Klingel und ein Haustelefon.�</p><p>Da h�rte Berditschewski schon hinter der T�r ein durchdringendes Schrillen und die hysterische Stimme des Magnaten. Er schrie entweder in eine Sprechmuschel oder einfach aus dem Fenster.</p><p>�Wie viele Diener gibt es im Schloss?�</p><p>�Vielleicht zehn . . . Nein, mehr.�</p><p>Und ich habe nur sechs Kugeln, dachte Matwej Benzionowitsch, aber durchaus nicht in Panik, sondern ganz ruhig und sachlich.</p><p>Er lief zum Fenster und schaute in den dunklen Innenhof. Mehrere Schatten liefen von verschiedenen Seiten herbei. Er rannte zur anderen Seite � dort lag schwarz der Wald, und unter dem Fenster glitzerte das Wasser.</p><p>Er �ffnete das Fenster und lehnte sich hinaus.</p><p>Ja, das war der Burggraben. Hm, ziemlich hoch. Aber er hatte keine andere Wahl.</p><p>Er war schon halb auf dem Fensterbrett, als ihm noch etwas einfiel. Rasch sprang er zur�ck ins Zimmer.</p><p>Zuerst lief er zur T�r und drehte den Schl�ssel um. Dann packte er Kescha am Revers.</p><p>�Los, Jungchen, geben Sie mir mein Geld wieder. Ihre Theorie war falsch.�</p><p>Der Blonde gab dem Staatsanwalt mit zitternder Hand seine ganze Geldb�rse, und Matwej Benzionowitsch nahm seinen Hunderter heraus.</p><p>Drau�en h�rte man das Getrappel von Schritten, und dann begann die T�r zu beben � offenbar rammte jemand mit der Schulter dagegen.</p><p>Berditschewski warf einen letzten Blick in das Zimmer, schnappte sich die halb leere Flasche vom Tisch und stieg wieder auf das Fensterbrett.</p><p>Inzwischen wurde die T�r offenbar mit einem schweren Gegenstand bearbeitet, die Goldverzierungen platzten von den T�rf�llungen ab.</p><p>Mit einem raschen Schritt � damit gar nicht erst Angst aufkommen konnte � trat der Staatsanwalt ins Leere.</p><p>�Iih-hh!!!� � Ein wilder Schrei l�ste sich aus seiner Kehle, aber im n�chsten Augenblick musste er den Mund schon wieder zuklappen, weil er in dem muffigen, tintenschwarzen Wasser untertauchte. Er traf sofort auf Grund, stie� sich kr�ftig mit beiden Beinen von dem weichen Boden ab und schoss an die Oberfl�che; er spuckte ein wenig schleimigen Tang, w�hrend er sich orientierte, und begann dann zum Ufer zu springen. Schwimmen konnte er n�mlich nicht, weil er in der einen Hand seinen �Lefoche�, in der anderen die Flasche hielt. Also machte er es wie ein Grash�pfer, blo� im Wasser: untertauchen, mit den Beinen absto�en, auftauchen, Luft holen, untertauchen usw. Das Wasser war Gott sei Dank nicht sehr tief, sodass seine H�nde immer an der Oberfl�che blieben.</p><p>Nach f�nf, sechs H�pfern hatte er auf diese Art flacheres Wasser erreicht. Er stie� mit den Fingerkn�cheln gegen etwas Glitschiges, Rundes, Weiches � und schrie laut auf, weil ihm gleich die Geschichte von der Wasserschlange einfiel. Aber weder Flasche noch Revolver lie� er fallen.</p><p>Gott sei Dank war es dann keine Schlange, sondern nur die alten, morschen Baumst�mme, mit denen die Seitenw�nde des Burggrabens verkleidet waren.</p><p>Irgendwie gelang es ihm, aus dem Wasser herauszukommen, und so schnell es ging, schleppte er sich zu den n�chststehenden B�schen. Und erst hier, halbwegs in Sicherheit, erlaubte sich Berditschewski einen Blick zur�ck zum Schloss.</p><p>Aus dem erleuchteten Fenster (es war gar nicht so hoch, wie es ihm von oben vorgekommen war) ragten zwei K�pfe heraus. Grade zw�ngte sich ein dritter dazwischen.</p><p>�Hinterher!�, erschallte die Stimme des Grafen. �Tausend Rubel f�r den, der ihn f�ngt!�</p><p>Der Staatsanwalt f�hlte sich absolut nicht in der Lage, jetzt ein Wettrennen durch den n�chtlichen Wald zu veranstalten; der Sprung aus dem Fenster samt anschlie�endem H�pfbad in dem kalten Wasser hatten jeglichen Hang zu k�rperlicher Ert�chtigung in ihm zum Erliegen gebracht. Am besten, dachte er, w�rde er der �bereifrigen Dienerschaft ein wenig das M�tchen k�hlen, um sie daran zu erinnern, dass ihr Leben ihnen mehr wert war als tausend Silberrubel.</p><p>Matwej Benzionowitsch sch�ttelte das Wasser aus dem Revolverlauf und schoss dann zweimal in die Wand.</p><p>Augenblicklich verschwanden die K�pfe aus dem erleuchteten Viereck.</p><p>Jemand br�llte: �Macht das Licht aus! Er sieht uns! Der Lump schie�t!�</p><p>Die Lichter gingen aus � zuerst im Salon, dann im ganzen ersten Stock.</p><p>So ist �s fein.</p><p>Schmutzig und nass bahnte sich Berditschewski seinen Weg durchs Gestr�pp und erreichte schlie�lich den gepflasterten Weg. Dort nahm er erst mal einen kr�ftigen Schluck aus der Flasche und trabte dann im Laufschritt weiter, um sich aufzuw�rmen.</p><p>So bergab lief es sich leicht und angenehm � f�nfzig Schritte laufen, dann einen kleinen Schluck, wieder f�nfzig Schritte laufen, noch ein kleiner Schluck.</p><p>Die Laune des Staatsrats war einfach hervorragend.</p><p>Erst bei Tagesanbruch erreichte er Shitomir, auf dem Fuhrwerk eines Bauern, der ihn unterwegs aufgelesen hatte.</p><p>In seinem Zimmer wusch er sich und kleidete sich um. Dann kaufte er beim Nachtportier eine Flasche Portwein � B�ckware, versteht sich � und machte sich damit ohne sp�rbaren Skrupel der Mitt�terschaft bei einem Versto� gegen das Gesetz zur Regelung des Weinhandels schuldig.</p><p>Die H�lfte von dem Wein s�ffelte er auf der Stelle aus � direkt aus der Flasche, wie er sich �s neuerdings angew�hnt hatte. Verbl�ffenderweise wurde er davon nicht betrunken, sondern sein Kopf wurde, im Gegenteil, immer klarer.</p><p>Hinter den Fenstern brach der Tag an. Der Staatsanwalt sa� in Hemds�rmeln und Hosentr�gern auf seinem Bett, schl�rfte gen�sslich Portwein aus der Flasche und �berdachte sein weiteres Vorgehen.</p><p>Es hatte vermutlich keinen Sinn, zur Polizei zu gehen, Tscharnokuzki w�rde nat�rlich seine Geheimsammlung im Laufe der Nacht entweder beiseite geschafft oder vielleicht sogar vernichtet haben (was hatte er dort wohl f�r ekliges Zeug?). Diesen Widerling w�rde er sich sp�ter gr�ndlich vornehmen, aber daf�r m�sste er den Generalgouverneur in Kiew einschalten. Eine ziemlich umst�ndliche und langwierige Angelegenheit, und wie das enden w�rde, war auch schon klar: nicht etwa im Straflager, sondern in einer komfortablen psychiatrischen Anstalt.</p><p>Jetzt aber gab es erst einmal Wichtigeres zu erledigen.</p><p>Punkt neun Uhr war Berditschewski beim Gef�ngniskomitee, wo er sich vom Inspektor ein Schreiben f�r den Aufseher der Gouvernements-Haftanstalt geben lie�.</p><p>Im Gef�ngnis hielt er sich nicht mit langen Vorreden auf, sondern fragte sofort:</p><p>�F�hren Sie ein Besucherverzeichnis?�</p><p>�Jawoll, Eure Hochwohlgeboren! Darin sind wir sehr genau. Jeder Besucher, wo da herkommt, das kann sein der Gouverneur pers�nlich, wird dort hineingeschrieben�, meldete der Diensthabende.</p><p>Das h�tte ich als Allererstes tun m�ssen, tadelte sich Matwej Benzionowitsch. Anstatt in irgendwelchen Dreckl�chern herumzustrampeln. Ein lausiger Schn�ffler bin ich. Wahrlich keine Pelagia.</p><p>Er schlug das Register bei den Eintragungen f�r den neunzehnten November des vergangenen Jahres auf (dem Tag von Razewitschs Entlassung) und fuhr mit dem Finger von unten nach oben �ber die Kolonne mit den Besuchernamen.</p><p>Am 18. November hatte der Gefangene in der Zelle Nummer elf, der �Adelszelle�, keinen Besuch gehabt, obwohl es an diesem Tag insgesamt sechsundzwanzig Visiten gegeben hatte.</p><p>Am 17. November gab es zweiunddrei�ig Besucher, aber f�r Razewitsch wiederum niemanden.</p><p>16. November . . . Da, da war es!</p><p>In akkurater Sch�nschrift stand dort in der Spalte �Zu wem�: �In die 11 zu dem zahlungsunf�higen Schuldner Razewitsch�. Und daneben, in der Spalte �Unterschrift des Besuchers: Name, Familienname, Rang�, irgendetwas Unleserliches.</p><p>Der Staatsanwalt trug den Folianten zum Fenster und hielt ihn ins Licht, kniff die Augen zusammen und versuchte, den offenbar sehr l�ssig hingeworfenen Schriftzug zu entziffern.</p><p>Und als die Buchstaben sich einer nach dem anderen zu einem Namen zusammensetzten, lie� Berditschewski das Buch auf das Fensterbrett fallen und blinzelte best�rzt.</p></section><section><title><p><strong>XIII</strong></p><p><strong>Das Meer der Toten</strong></p></title><p><strong>Es kommt das Neueste Testament</strong></p><p>Eint�nig und erm�dend zog sich der Weg nach Bet-Kebir.</p><p>Der Jordan, ausged�rrt und bar jeder Pittoreske, war f�r die Pilgerin eine herbe Entt�uschung. Polina Andrejewna nahm es der Vorsehung geradezu pers�nlich �bel, dass sie aus nicht nachvollziehbarem Grund das wichtigste Ereignis in der Menschheitsgeschichte an diesem k�mmerlichen Rinnsal hatte stattfinden lassen, anstatt es, sagen wir, an die majest�tischen Ufer ihres heimatlichen Wolgastromes zu verlegen, wo Himmel und Erde nicht wie hier von all dem Staub st�ndig die Augen zukneifen mussten, sondern sich frei und offen anblicken konnten.</p><p>Und als der Jordan schlie�lich ins Tote Meer floss, das auch �das Asphaltene� genannt wird, wurde das Bild noch d�rftiger.</p><p>Zur Rechten erstreckten sich die kahlen H�gel der Jud�ischen W�ste, zur Linken erstreckte sich dunstverhangen der Wasserspiegel. Im ersten Moment schien es Pelagia, der ganze See sei mit einem dicken Panzer aus silbernem Eis �berzogen, obwohl das nat�rlich bei dieser Hitze vollkommen undenkbar war. Die Nonne ging zum Ufer hinab und steckte die Hand ins Wasser. Sogar von nahem war die Illusion perfekt, aber ihre Hand stie� nicht auf eine kalte, harte Kruste, sondern tauchte in warmes, vollkommen klares Nass, unter dem eine dichte Schicht wei�en Salzes lag. Polina Andrejewna leckte an ihrer Hand und kostete den Geschmack von Tr�nen.</p><p>Ihre Augen brannten. Der Meeresspiegel flimmerte grell, ebenso die gezackten Felsen, die W�ste und der Weg. Und niemals hatte Pelagia eine solche Stille erlebt. Der Sand rieselte nicht, das Wasser pl�tscherte nicht, und als Salach die Pferde angehalten hatte, um sie rasten zu lassen, wurde die Stille schier unertr�glich. �Totenstille am Toten Meer�, dachte Pelagia, ohne so ein Wortspiel im Sinn gehabt zu haben.</p><p>Je n�her sie dem s�dlichen Rand des Salzsees kamen, desto lebloser und unnat�rlicher wurde die Umgebung. Scharfgezackte Felsen ragten bizarr aus dem Boden, es sah aus, als fletsche die Erde selbst grimmig die Z�hne, und die Berge traten ganz dicht an die Ufer heran, als wollten sie das Fuhrwerk in die �tzende Salzlauge sto�en.</p><p>Polina Andrejewna wurde immer beklommener zumute; nicht wegen der Unwirtlichkeit der Landschaft, sondern weil sie daran denken musste, was f�r schreckliche Gr�uel hier vor vielen Jahrhunderten geschehen waren.</p><p>Einst war dies ein bl�hendes Land gewesen, <emphasis>�vollst�ndig bew�ssert . . . wie der Garten des Herrn, wie das Land �gypten bis hin nach Zoar. Aber der Herr lie� im Zorn Schwefel und Feuer vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha regnen, und es entstand dieser riesige Trichter, angef�llt mit bitteren Tr�nen. Auf seinem Grund, unter einer dicken Schicht aus Sah, lagen Tausende von toten Frevlern und vielleicht auch einige Fromme. Denn bevor die furchtbare Strafe vollzogen wurde, ging Gott einen Handel mit Abraham ein. Da trat Abraham n�her und fragte: �Willst du wirklich Fromme und Frevler dahinraffen? Vielleicht sind f�nfzig Fromme in der Stadt; willst du sie wirklich vertilgen ? Willst du dem Orte nicht lieber verzeihen um der f�nfzig Frommen willen, die in der Stadt sind? Fern sei es von dir, also zu handeln, Fromme zusammen mit Frevlern zu t�ten! Dann m�sste ja der Fromme gleich dem Frevler sein; das sei ferne von dir! Muss nicht der ganzen Welt Richter das tun, was recht ist?� Da antwortete der Herr: �Wenn ich in Sodom f�nfzig Fromme innerhalb der Stadt finde, so will ich dem ganzen Orte um ihretwillen vergebens Abraham entgegnete und sprach: �Siehe, ich habe gewagt, zu meinem Herrn zu reden, wiewohl ich nur Staub und Asche bin. Vielleicht fehlen an den f�nfzig Frommen nur f�nf. Willst du um dieser f�nf willen die ganze Stadt vernichtend Er aber sagte: �Nein, sofern ich dort f�nfundvierzig finde. � Er fuhr fort, mit ihm zu reden, und sprach: Vielleicht finden sich dort nur vierzig.� Er erwiderte: �Ich will es nicht tun um dieser vierzig willens Darauf jener: �Z�rne doch nicht, mein Herr; wenn ich weiterrede! Vielleichtfinden sich dort nur drei�ig.� Er sprach: �Ich will es nicht tun, wenn ich dort drei�ig finde.� Da sagte er: �Siehe doch, ich habe gewagt, zu meinem Herrn zu reden! Vielleicht finden sich dort nur zwanzig.� Er antwortete: �Ich will nicht vernichten um der zwanzig willens Darauf jener: �Z�rne doch nicht, mein Herr; nur noch dieses Mal will ich reden! Vielleicht finden sich dort nur zehn!� Er sagte: �Ich will nicht vernichten um der zehn willens Als er das Gespr�ch mit Abraham beendet hatte, ging der Herr hinweg.�</emphasis></p><p>Pelagia f�hlte mit ganzem Herzen mit Abraham, der, bebend vor Angst und Entsetzen, mit dem Allm�chtigen um die Rettung des Landes von Sodom k�mpfte. Doch Gottes Ma� war strenger als das menschliche. Dostojewski verdarb eine einzige Kindertr�ne den Spa� an der Rettung der ganzen Welt, und dem Allm�chtigen waren zehn Gerechte kaum genug, und dann war er sogar noch ver�rgert, brach das Gespr�ch mit Abraham einfach ab und ging weg. Was sollte man davon halten? Wahrscheinlich war Gott in diesen fernen Zeiten noch zu jung gewesen, und wenn man jung ist, ist man kompromisslos und grausam. Er besa� noch nicht die Geduld und Barmherzigkeit, die er sp�ter, im Neuen Testament, gelernt hatte . . .</p><p>Gott ver�ndert sich, erkannte Pelagia auf einmal. ER wird mit den Jahrhunderten �lter, milder und weiser, genau wie die Menschheit auch. Wenn es aber so ist, dann gibt es die begr�ndete Hoffnung, dass irgendwann nach dem Neuen Testament das Neueste Testament zu uns kommen wird, ein Evangelium, das noch viel barmherziger und heiterer sein wird als das vorangegangene. Denn die Menschen und die Gesellschaft haben sich doch in den zweitausend Jahren so sehr ver�ndert!</p><p>Und sie versuchte sich vorzustellen, wie Gottes Neuestes Testament wohl aussehen w�rde. Das Alte Testament handelte davon, wie ein Jude sich anderen Juden gegen�ber zu verhalten habe. Das Neue Testament gebot, dass alle Menschen einander lieben sollen; und das Neueste Testament w�rde wahrscheinlich auch die Tiere in diese Liebe einbeziehen. Haben Pferde und Hunde etwa keine Seele? Doch, nat�rlich haben sie eine!</p><p>Es w�re prima, wenn das Neueste Testament den Menschen auch eine Hoffnung auf ein Gl�ck in diesem Leben g�be, und nicht erst nach dem Tod, im Himmelreich.</p><p>Und au�erdem . . . Aber nein, was redete sie denn da! Was f�r ein Neuestes Testament? Das war doch wohl nicht ihre Sache! Musste nicht allein schon dieser Gedanke, das Neue Testament k�nne veraltet sein, eine Versuchung des Teufels sein, die ihr aus der toten W�ste gesandt wurde?</p><p>Sie schlugen ihr Lager in einer kleinen Oase auf, die aus einer Hand voll B�umen bestand, die um eine Quelle herum wuchsen. Dies war schon die dritte �bernachtung, seitdem sie aus der Jesreelebene aufgebrochen waren.</p><p>Am anderen Morgen geschah ein Wunder. Salach, der vor zwei Jahren das letzte Mal durch diese Gegend gekommen war, staunte sogar noch mehr als Pelagia.</p><p>Der Hantur hatte gerade den Ort ihres n�chtlichen Aufenthaltes in einer Staubwolke hinter sich gelassen, da kam aus der Jud�ischen W�ste eine pfeilgerade Chaussee hervorgekrochen, verschlang den armseligen Uferweg, auf dem sie daherkamen, mit einem Happs und bog nach S�den ab, in Richtung Meer. Salachs bejammernswerte G�ule wurden pl�tzlich putzmunter und lie�en die Hufe eifrig �ber das Pflaster klackern. Das R�tteln und Sch�tteln der vergangenen Tage war vergessen, und der Hantur rollte jetzt mindestens zweimal so schnell dahin.</p><p>Polina Andrejewna kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.</p><p>Auf einmal war auch die Welt um sie herum nicht mehr so verlassen und menschenleer. Immer wieder kamen ihnen Wagen entgegen, immer die gleichen, von zottelbeinigen Percheron-Pferden gezogene wei�e Planwagen, auf denen ein stolzes Emblem prangte: eine Abbildung der Akropolis und die Buchstaben �S&amp;G Ltd.�. Pelagia zerbrach sich den Kopf, was das wohl bedeuten mochte, und schlie�lich kam sie darauf: �Sodom and Gomorrha limited�, logisch. Und gleich lief es ihr kalt den R�cken herunter.</p><p>Kurz nach Mittag erreichten sie die arabische Siedlung Bet-Kebir. Pelagia hatte auf ihrer Reise diese eint�nigen einheimischen D�rfer, die sich glichen wie ein Ei dem anderen, schon bis zum �berdruss kennen gelernt: fensterlose, kaum mannshohe Lehmh�tten, W�nde und Dach mit den unvermeidlichen Fladen aus getrocknetem Kamelmist bekleistert, die man hier als Heizmaterial benutzte; die Gassen schmutzig und eng, immer st�rzte sich sofort eine Meute nackter Kinder, �Bakschisch, Bakschisch� schreiend, auf die Reisenden, und es herrschte ein solcher Gestank, dass man sich permanent nur die Nase zuhalten mochte.</p><p>Und pl�tzlich fuhren sie auf einer sauber gepflasterten Stra�e zwischen neuen, wei� gestrichenen H�uschen dahin, mit h�bschen Veranden und bl�henden Str�uchern davor. Nirgends ein Bettler, keine zerlumpten Gestalten, keine Auss�tzigen. Und der Hof der Herberge, in den Salach einbog, um den weiteren Weg zu erfragen, kam der von der Reise zerm�rbten Pelagia vor wie ein wahrer Palast.</p><p>Sie wusch sich unter einer richtigen Dusche, trank starken Tee, k�mmte sich die Haare und zog frische W�sche an. Salach f�hrte unterdessen wichtige Verhandlungen mit dem Hausherrn. Er brauchte genau acht Tassen Kaffee, um alles herauszufragen, was Pelagia ihm aufgetragen hatte.</p><p>Es stellte sich heraus, dass es von Bet-Kebir aus gar nicht mehr weit bis zu der neu errichteten Stadt Usdum (so sagte man �Sodom� auf Arabisch) war, nur etwa f�nfzehn Werst. Allerdings hatten Frauen dort keinen Zutritt. Die Luti waren gute Menschen, sie zahlten anst�ndig f�r Arbeit und Waren, aber sie hatten ihre eigenen Regeln.</p><p>�Was meint er mit �Luti�?�, fragte Polina Andrejewna.</p><p>�Luti, das hei�t das Volk Luts. Von dem Lut, der aus Usdum fortging, als die Stadt abbrannte.�</p><p>Aha, Lots Volk, verstand Pelagia, damit sind also Homosexuelle gemeint.</p><p>Weiter erkl�rte ihr Salach, die Arbeiter aus Bet-Kebir bes��en einen Passierschein f�r Usdum, und Frauen d�rften sich der Stadt nur bis zu einem Wachtposten n�hern, der sich in f�nf Werst Entfernung von der Stadt befinde. Es gebe nur einen einzigen Zufahrtsweg, der zwischen dem See und dem Berg Djebel-Usdum entlangf�hre. Der Wachtposten sei von t�rkischen Soldaten besetzt, ihr Anf�hrer hei�e Said-Bej, und sie w�rden die Stra�e sehr gut bewachen und niemals schlafen, nicht einmal nachts, was sehr erstaunlich sei bei t�rkischen Soldaten; Bakschisch n�hmen sie auch keins, was doppelt erstaunlich sei, und alles nur deshalb, weil die Luti sie so gut bezahlten. Fr�her h�tte Said-Bej mit seinen Soldaten n�mlich irgendwo mitten in der W�ste in elenden Zelten gehaust, und sie h�tten Schmuggler gejagt und sehr, sehr schlecht gelebt. Aber dann h�tten die Luti den ehrw�rdigen J�s-Baschi gebeten, seinen Posten dort an der Stra�e aufzustellen, und jetzt lebten die T�rken sehr, sehr gut.</p><p>Das waren ja recht unerfreuliche Informationen.</p><p>�Kann man diesen Wachtposten nicht durch die W�ste umgehen, auf der anderen Seite des Berges?�</p><p>Salach begab sich wieder zum Hausherrn, um noch einen Kaffee zu trinken.</p><p>�Nein, geht nich�, sagte er, als er zur�ckkam. �Tags�ber Soldaten gucken von Berg, mit Turm. Und nachts man kann nich durch die W�ste, nich fahren, nich gehen. �berall L�cher und Felsen, brichst du Beine, knackst du Hals.�</p><p>�Sag dem Hausherrn, dass ich zwanzig Franken zahle, wenn man mich an dem Posten vorbeibringt.�</p><p>Der treue Gehilfe trat neuerlich in Verhandlungen ein. Vier Tassen Kaffee sp�ter erschien er mit zufriedener und geheimnisvoller Miene wieder bei Pelagia.</p><p>�Geht. Der Berg Djebel-Usdum ist gel�chert. Im Fr�hling flie�t Bach, findet Loch. Tausend Jahre flie�t Wasser, macht H�hle. Der Hausherr wei�, wie man durch Berg kriecht, aber zwanzig Franken wenig, will f�nfzig. H�hle sehr schrecklich, Wohnung von Dschinn von Feuer.�</p><p>Als Polina Andrejewna von der H�hle h�rte, lief es ihr kalt den R�cken herunter. Sollte sie schon wieder in den Leib der Erde steigen? Um keinen Preis, mit Dschinn oder ohne!</p><p>Salach deutete ihre Grimasse auf seine Art. Er kratzte sich den Hinterkopf und dachte nach.</p><p>�Ja, f�nfzig Franken sind sehr viel. Gib mir f�nfundzwanzig, ich bringe dich ohne H�hle hin.�</p><p>�Wie denn?�</p><p>��berlass mal mir�, entgegnete der Pal�stinenser mit schlauer Miene.</p><p>Und jetzt fuhren sie an einem niedrigen Bergr�cken entlang, der wahrscheinlich einzig in seiner Art war: ein Berg, der unterhalb des Meeresspiegels liegt. Gerade vor ihnen wurde jetzt ein gro�es Segeltuchzelt sichtbar mit einem Schlagbaum daneben � der t�rkische Posten.</p><p>Polina Andrejewna drehte sich um.</p><p>Hinter ihnen fuhr ein gro�es Fuhrwerk mit dem bekannten Emblem �S&amp;G Ltd.� an der Seite, der mit lockerer schwarzer Erde beladen war.</p><p>�Wo willst du mich denn verstecken?�, fragte die Nonne wohl schon zum hundertsten Male den geheimnisvoll schweigenden Salach.</p><p>�Gar nich. Dreh dich her!�</p><p>Er zog ein Lackk�stchen aus seiner Umh�ngetasche.</p><p>�Was ist das?�</p><p>�Geschenk. Hab ich f�r Marusja gekauft. Hat gekostet drei Franken; nachher gibst du mir wieder.�</p><p>Pelagia sah kleine F�cher mit wei�er Schminke, Lippenfarbe, Puder, und dann noch etwas Z�hfl�ssiges, Schwarzes, Undefinierbares.</p><p>�Halt Kopp still�, sagte Salach und ergriff ihr Kinn.</p><p>Er tauchte den Finger in das K�stchen, kleckste Polina Andrejewna schnell etwas auf die Wangen und verrieb es. Dann nahm er einen Pinsel, strich ihr damit �ber Brauen und Wimpern, und zum Schluss bemalte er ihr die Lippen.</p><p>�Was soll das?!�, stammelte die Nonne, die vor Schreck wie versteinert war.</p><p>Sie nahm einen Spiegel und hielt ihn sich vor das Gesicht. Es traf sie wie ein Donnerschlag. Aus dem Spiegel starrte sie eine grotesk bemalte Fratze an: Wangen wie Rote Bete, Augenbrauen wie Fledermausfl�gel, kohlschwarz umrandete Augen und ein praller, vulg�rer Mund.</p><p>�Du bist wohl verr�ckt geworden! Dreh sofort um, wir fahren zur�ck�, schrie Pelagia, aber da hatte der Hantur schon den Schlagbaum erreicht.</p><p>�Sei still und l�chle, immer l�cheln und so machen.� Salach bewegte die Brauen auf und ab und verdrehte die Augen. �Noch mehr l�cheln, viel mehr, man muss Z�hne sehen.�</p><p>Es blieb ihr nichts anderes �brig. Pelagia schob die Lippen auseinander, so weit es irgend ging.</p><p>Zwei Soldaten in verwaschenen blauen Uniformen und ein Offizier mit einem S�bel am Koppel, wom�glich jener Said-Bej pers�nlich, traten auf ihren Wagen zu.</p><p>Der Offizier wies mit dem Finger zornig auf Pelagia und fing an zu schimpfen. Den Wagen mit der Erde beachtete er gar nicht, der Gl�ckspilz konnte unbehelligt unter dem Schlagbaum, der sich schaukelnd vor ihm in die H�he bewegte, hindurchfahren.</p><p>Polina verstand nur das Wort �Kadyn�. Vielleicht hie� das ja auf T�rkisch �Frau�. Nat�rlich, gleich w�rde sie der Offizier zur�ckschicken, und die Reise w�re zu Ende.</p><p>Salach jedoch lie� das Gezeter v�llig unbeeindruckt. Er sagte ein paar Worte zu dem Offizier und lachte. Daraufhin schaute Said-Bej Pelagia neugierig an und stellte eine Frage. In seiner Stimme klang offener Zweifel.</p><p>Pl�tzlich ergriff der Pal�stinenser den Saum ihres Kleides und hob ihn an. Vor Schreck fing Pelagia so heftig an zu l�cheln, dass ihre Ohren wackelten.</p><p>Die Soldaten wieherten los, auch der Offizier lachte und winkte mit der Hand � also gut, fahr durch.</p><p>�Was . . . was hast du ihm gesagt?�, fragte Pelagia �ngstlich, als der Wachtposten hinter ihnen lag.</p><p>�Nun, hab ich gesagt, du bist Junge, der zieht sich an wie Weib, und die Luti haben dich gekauft in Jaffa. Hat J�s-Baschi erst nich geglaubt. Ich sage: Du glaubst nich? Dann guck mal zwischen Beine. Und will Rock hochheben. Said-Bej nat�rlich guckt nicht Jungs zwischen Beine, sonst Soldaten denken, J�s-Baschi ist auch Luti.�</p><p>�Und . . . und wenn er doch geguckt h�tte?�, fragte Pelagia blass.</p><p>Salach zuckte gleichm�tig mit den Achseln.</p><p>�Na ja, w�re schlecht. Aber hat ja nich geguckt, jetzt Wachtposten ist geschafft, und gibst du mir f�nfundzwanzig Franken.�</p><p>Polina Andrejewnas Schulden bei ihrem Kutscher, F�hrer und Wohlt�ter waren seit dem Tag ihrer Abreise aus Jerusalem allm�hlich ins Astronomische angewachsen. Das Geld, das sie Fatima gegeben hatte, war nur der Anfang gewesen. Dazu kam jetzt noch die Entsch�digung f�r die Angst, die er bei dem tscherkessischen Abenteuer hatte ausstehen m�ssen, dann das Honorar f�r die Reise zum Toten Meer und zus�tzlich f�r die Strecke von Bet-Kebir nach Usdum. Unterwegs waren noch die einen oder anderen Kosten kleineren Umfangs angefallen, Pelagia wusste schon selber nicht mehr, was bisher unter dem Strich zusammenkam, und f�rchtete langsam, dass sie diesen Blutsauger niemals w�rde auszahlen k�nnen.</p><p>Pl�tzlich bemerkte sie, dass er sie mit einem irgendwie seltsamen, geradezu erregten Gesichtsausdruck ansah.</p><p>�Was ist los?�, wunderte sich Polina Andrejewna.</p><p>�Du bist klug und tapfer�, sagte Salach emphatisch. �Zuerst ja dachte ich, was f�r eine h�ssliche Entelein. Haare rot und ganz mager. Aber gew�hnt man sich ja an rote Haar. Und wenn du sitzt zu Hause, viel schl�ft und gutes Essen, bald ja bist du nich mehr mager. Und mit bisschen Puder und Farbe in Gesicht bist du fast Sch�nheit. Wei�t du was?� Seine Stimme bebte, die Augen gl�nzten feucht. �Komm zu mir, sei vierte Frau. Musst du auch nich Schulden zahlen.�</p><p>Das war ein Heiratsantrag, begriff Pelagia, und zu ihrer eigenen Verwunderung f�hlte sie sich geschmeichelt.</p><p>�Ich danke dir�, antwortete sie. �Es ist nett, dass du so etwas sagst. Aber ich kann nicht deine Frau werden. Erstens habe ich einen Br�utigam, und zweitens, was soll denn Fatima dazu sagen?�</p><p>Das zweite Argument schien um einiges schwerer zu wiegen als das erste. Au�erdem hatte Polina Andrejewna im Verlaufe ihrer Erl�uterungen eine Feldflasche genommen und begonnen, die Farbe aus ihrem Gesicht zu wischen, wodurch sich ihre Sch�nheit in den Augen ihres Kutschers offensichtlich verfl�chtigte.</p><p>Salach seufzte, lie� die Peitsche knallen, und der Hantur rollte weiter.</p><p>Der Berg endete in einer schroffen, fast senkrechten Stufe, und hinter einer Kurve tauchte ohne jede Vorwarnung die Stadt auf.</p><p>Sie lag in einer weiten, flachen Senke, die an drei Seiten von H�geln umrahmt wurde, und war unbeschreiblich sch�n, so als h�tte man sie direkt aus dem antiken Hellas hierher versetzt.</p><p>Polina Andrejewna wollte ihren Augen nicht trauen, als sie all die roten Ziegeld�cher und statuengeschm�ckten Giebel, die symmetrischen Kolonnaden und pr�chtigen Marmorbrunnen sah. Die Stadt schien inmitten von bl�henden G�rten in der hei�en, flirrenden Luft zu schweben.</p><p>Eine Fata Morgana! Eine Fata Morgana in der W�ste, dachte die Reisende entz�ckt.</p><p>Sie kamen auf eine gr�ne Allee. Dort stand, neben gro�en Haufen fruchtbarer Schwarzerde, das Fuhrwerk von vorhin, noch nicht abgeladen. Der Fuhrmann war nirgends zu sehen, wahrscheinlich war er fortgegangen, um Anweisungen einzuholen. Einige Araber hoben Pflanzgruben f�r B�ume aus, gossen die Beete und schnitten das Gras.</p><p>�Das ist ja das reinste Elysium�, fl�sterte Pelagia und atmete den Duft der Blumen ein.</p><p>Sie sprang vom Wagen herunter und trat hinter die Rosenb�sche, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Immer noch konnte sie sich an diesem wundersch�nen Anblick nicht satt sehen.</p><p>Als die erste Begeisterung vorbei war, fragte sie:</p><p>�Aber wie komme ich in die Stadt?�</p><p>Salach zuckte mit den Achseln.</p><p>�Ich wei� nich. Ich habe ja nur versprochen, dich am Posten vorbeizubringen.�</p><p><strong>Der Tanz Irodiadas</strong></p><p>W�hrend sie �ber den Marmorfu�boden dahinglitt, versuchte sie immer noch, die verklingende Melodie festzuhalten.</p><p>Padam-pam-pam, Padam-pam-pam, zweimal drehen, den Chiton aus durchsichtiger Gaze wie eine gewichtslose Wolke aufsteigen lassen, dann in einem anmutigen Knicks sich verneigen und auffliegen und schweben, und die Arme wie Schwanenfl�gel.</p><p>Fr�her hatte sie zum Grammofon getanzt, aber jetzt brauchte sie keine mechanische Musik mehr. In ihrem Inneren erklangen g�ttliche Melodien, wie sie nicht einmal Paganini h�tte spielen k�nnen. Sie waren nur von kurzer Dauer, nicht zur Wiederholung bestimmt, und gerade deshalb besonders sch�n.</p><p>Heute aber war da irgendetwas, was die Musik st�rte, sie gleichsam erstickte, sodass sie ihre Zauberkraft nicht entfalten konnte.</p><p>Para-para-pam-pa-pam,para-para-pam-pa-pam . . . Nein, so nicht!</p><p>In ihrer gesegneten Oase, wohl beh�tet vor der groben Welt, hatte Irodiada zwei Quellen des t�glichen Genusses in sich entdeckt, zwei neue Talente, von denen sie fr�her nicht einmal etwas geahnt hatte.</p><p>Das erste war der Tanz. Doch tanzte sie nicht f�r ihre Familie, auch nicht f�r die G�ste und schon gar nicht f�r Fremde, sondern einzig und allein f�r sich selbst. Sich ganz der Harmonie, der grazi�sen Bewegung hingeben, sp�ren, wie ihr K�rper, der fr�her so unbotm��ig war, der knirschte und knarrte wie eine verrostete mechanische Maschine, auf einmal leicht wurde wie eine Daunenfeder und biegsam wie eine Schlange. Niemals h�tte sie geglaubt, dass sie in ihrem f�nften Lebensjahrzehnt, da man gew�hnlich von seinem Fleische nur noch Entt�uschungen erwartet, �berhaupt erst zu begreifen beginnt, was f�r ein vollkommener Organismus der K�rper ist!</p><p>Im Haus herrschte Stille. Ljowuschka und Salomeja aalten sich im Schlafzimmer, sie w�rden erst gegen Abend aufstehen, wenn die Hitze nachlie�. Antinuscha planschte nat�rlich wieder im Schwimmbecken herum, den bekam man nicht einmal mit einer ganzen Truppe von Treidlern aus dem Wasser gezogen.</p><p>Jeden Tag nach der Mittagsstunde, wenn alles ruhig war und sie nur sich selbst �berlassen, tanzte Irodiada ganz allein vor dem Spiegel. Der elektrische Ventilator trieb Wellen aromatisierter Luft durch das Atrium, und die T�nzerin bewegte sich mit vollkommener Grazie, Schwei�tropfen liefen �ber ihr Gesicht und trockneten sogleich wieder.</p><p>Eine halbe Stunde vollkommenen Gl�cks, anschlie�end eine wunderbare kalte Dusche nehmen, ein Glas geharzten Weines mit ein wenig Schnee trinken, sich einen Seidenchiton �berwerfen und dann ihrem zweiten Lieblingsvergn�gen entgegenstreben, dem Garten.</p><p>Heute jedoch wollte es ihr partout nicht gelingen, sich ganz und gar der Bewegung hinzugeben, und in ihrem Kopf, in dem nichts anderes als Musik sein sollte, sa� ein tr�ber, beunruhigender Gedanke und wedelte mit seinem Mauseschwanz.</p><p>�. . . wird zugrunde gehen und erl�schen�, h�rte Irodiada pl�tzlich eine undeutliche Stimme, und sie blieb stehen.</p><p>Ach, das war es.</p><p>Das gestrige Gespr�ch.</p><p>Sbyschek und Rafek, die beiden Wirrk�pfe aus Warschau, hatten diesen seltsamen Menschen in die Stadt mitgebracht, einen Landstreicher in einem abgewetzten Kittel, der mit einem blauen Strick umg�rtet war. Sie hatten ein Wagenrennen am Seeufer entlang veranstaltet und ihn dort auf der Chaussee aufgelesen, weil er sie durch sein Aussehen zum Lachen brachte. Als sie herausfanden, dass der Wanderer aus Russland kam, brachten sie ihn zu ihren russischen Freunden, um ihn vorzuzeigen.</p><p>Sie war allein zu Hause gewesen. Ljowuschka war bei einer Sitzung im Areopag, die Kinder waren am Strand.</p><p>Als der Zerlumpte sich als Manuila vorstellte, als Anf�hrer der �Findelkinder�, musste die Hausherrin innerlich lachen. Der Arme hatte nat�rlich keine Ahnung davon, dass sie durch einen ulkigen Zufall �ber den Tod des echten Manuila Bescheid wusste, der, wie man getrost sagen kann, quasi direkt vor ihren Augen umgebracht worden war.</p><p>Irodiada hatte es nicht eilig, den Schwindel auffliegen zu lassen, sie wollte einen effektvollen Moment abwarten. Als die beiden Warschauer Taugenichtse sich aufmachten, um dem Vagabunden die Stadt zu zeigen, ging sie mit.</p><p>Der Pseudo-Manuila drehte unentwegt den Kopf nach allen Seiten, stie� Rufe des Erstaunens und der Bewunderung aus und hatte st�ndig irgendwelche Fragen. Weil Sbyschek und Rafek die ganze Zeit blo� herumgackerten und Quatsch machten, fiel die Rolle des Fremdenf�hrers Irodiada zu.</p><p>�Und Frauen werden von Ihnen nicht akzeptiert?�, staunte der selbst ernannte Prophet.</p><p>�Wir akzeptieren und respektieren sie�, entgegnete Irodiada. �Am Westplatz haben wir sogar der Gemahlin Lots ein Denkmal errichtet. Wir haben n�mlich am See einen gro�en Salzblock gefunden und haben dann von einem Bildhauer eine Statue daraus mei�eln lassen. Ein paar hatten zwar etwas dagegen, eine nackte Frauenfigur in der �ffentlichkeit aufzustellen, aber die Mehrheit ist sehr tolerant. Wir haben nichts gegen Frauen, es geht uns nur besser ohne sie, und ihnen geht es besser ohne uns.�</p><p>�Und gibt es irgendwo auch eine Frauenstadt?�, fragte der falsche Manuila.</p><p>�Bis jetzt nicht�, erkl�rte Irodiada. �Aber es soll bald eine geben. Unser Wohlt�ter, George Cyrus, hatte urspr�nglich den Plan, ein St�ck Land auf der Insel Lesbos zu kaufen, aber die griechische Regierung hat es nicht genehmigt. Dann kam er auf die Idee, das alte Gomorrha wieder aufzubauen. Die Arbeiten haben schon begonnen. Wir werden uns ganz bestimmt gut mit unseren Nachbarinnen verstehen. Die Menschen verstehen sich ja auch mit den Delfinen, zum Beispiel, nur ist das Lebenselement der Delfine eben das Meer, das der Menschen aber das Land, aber letztendlich erwartet ja auch niemand, dass Menschen und Delfine Geschlechtsverkehr miteinander haben!�</p><p>Der am�sante Schwindler war vollkommen hingerissen von der Sch�nheit der Geb�ude und von den zahlreichen, �beraus beeindruckenden technischen Errungenschaften, die es in Sodom zu bestaunen gab: eine elektrische Stra�enbahn, zum Beispiel, die von der Akropolis bis zum Strand fuhr, einen Kinematographen, eine Kunsteisbahn und vieles, vieles mehr.</p><p>Am meisten aber interessierte sich der Pseudoprophet f�r die Beziehungen der Einwohner untereinander. Gibt es bei Ihnen auch Familien, fragte er, oder lebt jeder f�r sich allein?</p><p>Irodiada, die sich schon auf den Moment der Entlarvung freute, antwortete ausgesucht h�flich, es gebe nur wenige Familien im eigentlichen Sinne, mit Kindern usw., wie sie selber eine habe. Viele lebten mit einem festen Partner zusammen, die meisten aber gen�ssen einfach die neue Freiheit und Sicherheit.</p><p>Dann dr�ngelten Sbyschek und Rafek, man solle doch zusammen ins Labyrinth gehen. Das war so ein Ort, wo die Jugend sich im Dunkeln in allen m�glichen Obsz�nit�ten erging. Aber Irodiada lehnte ab, denn sie war aus dem Alter heraus, in dem der Mensch sich schmuddeligen Fleischesl�sten hingibt, heute legte sie gr��eren Wert auf die Gef�hle. Zu ihrem Erstaunen wollte der Vagabund ebenfalls nicht ins Labyrinth, er sagte, diese Spielereien seien nichts Neues f�r ihn, das habe es schon bei den alten Griechen gegeben, und bei den R�mern und Babyloniern auch.</p><p>So kam es, dass Irodiada pl�tzlich mit ihm allein war.</p><p>�Nun, Mann Gottes, wird der Herr uns f�r unsere S�nden wieder mit Feuer und Schwefel �bergie�en?�, fragte sie sp�ttisch und deutete mit dem Kopf zum Labyrinth, aus dem Gel�chter und wildes Geschrei her�berklangen.</p><p>�Daf�r wohl kaum�, sagte der �Prophet� und zuckte mit den Achseln. �Schlie�lich vergewaltigen sie sich ja nicht gegenseitig. Wenn es ihnen Freude bereitet, warum denn nicht? Die Freude ist heilig, der Kummer aber ist von �bel.�</p><p>�Gut gesagt, Prophet!�, am�sierte sich Irodiada. �Wom�glich bist du ja am Ende einer von uns?�</p><p>Was hatte er noch geantwortet?</p><p>Nein, sagte er darauf, ich bin keiner von euch. Ihr tut mir Leid. Der Weg eines Mannes, der M�nner liebt, ist kummervoll und f�hrt ihn in die Verzweiflung, denn er ist unfruchtbar.</p><p>Er hatte es irgendwie anders ausgedr�ckt, umst�ndlicher, aber das war ziemlich genau der Sinn seiner Worte gewesen, Irodiada hatte sich sogar richtig erschrocken und hatte noch versucht, einen Scherz zu machen:</p><p>�Unfruchtbar? Weil wir keine Kinder zur Welt bringen?�</p><p>Da sagte er ganz ernst: �Auch deshalb, aber nicht nur deshalb. Der Mann ist die dunkle H�lfte der Seele, die Frau die helle. Wei�t du, wie eine neue Seele entsteht? Dadurch, dass sich vom g�ttlichen Feuer ein kleiner Funke l�st. Und er l�st sich, wenn die beiden H�lften der Seele, die helle und die dunkle, aufeinander sto�en und zu begreifen versuchen, ob sie ein Ganzes sind oder nicht. Ihr Bedauernswerten aber werdet niemals eure zweite H�lfte finden k�nnen, denn Dunkel und Dunkel kommen niemals zusammen. Deine Seelenh�lfte wird zugrunde gehen und verl�schen. Das ist ein schweres Los, denn es bedeutet ewige Einsamkeit. Wie oft ihr auch aufeinander sto�t, es wird sich kein Funke l�sen. Darin liegt das Ungl�ck � nicht in der S�nde des K�rpers, sondern in der Verirrung der Seele.�</p><p>Irodiada verga� vollkommen, dass sie doch eigentlich den Selbsternannten hatte auslachen wollen. Was spielte es schon f�r eine Rolle, wer er in Wirklichkeit war? Der Vagabund hatte ausgesprochen, was sie selber f�hlte, aber nie hatte in Worte fassen k�nnen.</p><p>Sie begann zu widersprechen.</p><p>Selbstverst�ndlich ging es ganz und gar nicht um das K�rperliche. Bei ihr war es so gewesen, dass sie die leidenschaftliche Vereinigung mit ihrem Geliebten gar nicht mehr so notwendig brauchte, nachdem der Reiz des Verbotenen erst einmal verschwunden war, und man sich nicht mehr vor der Gesellschaft verstecken musste. Viel wichtiger waren ihr jetzt die Z�rtlichkeit und Geborgenheit, wie man sie mit einer Frau niemals erleben kann, weil Frauen nun einmal anders sind. Hier brauchte man sich nicht zu verstellen, man verstand einander ohne viele Worte, manchmal ohne ein einziges Wort � und darauf kam es an. Hier lebte man unter seinesgleichen, wo es den Konflikt der Gegens�tze nicht gab und deshalb auch keine Zwietracht. Nur Frieden und Gl�ckseligkeit.</p><p>So redete sie auf den fremden Menschen ein und ereiferte sich richtig dabei, denn seine Worte hatten sie bis ins Mark getroffen.</p><p>Er h�rte ihr ganz ruhig zu, aber dann sch�ttelte er traurig den Kopf und sagte: �Trotzdem gibt es keinen Funken, und wo es keinen Funken gibt, gibt es keinen Gott.�</p><p>Gestern hatte Irodiada ihm widersprochen und auf ihrer Meinung beharrt. Heute aber, als der falsche Manuila nicht mehr da war, gingen ihr seine Worte wieder durch den Kopf und vertrieben die Musik.</p><p>Neuerdings verbrachte Ljowuschka immer mehr Zeit mit Salomeja. Nein, sie war nicht eifers�chtig, �berhaupt nicht, es war so, wie der Wanderer gesagt hatte: Sie hatte Angst vor der Einsamkeit. Auch Antinoi war kaum mehr zu Hause, er hatte neue Interessen, neue Freunde. Vielleicht waren sie f�r ihn auch mehr als Freunde . . .</p><p>Dabei war gerade erst ein Monat vergangen, seit sie hier, im Paradies der M�nner, angekommen waren. In Sodom, sagte man, blieb eine Familie nicht lange zusammen. Aber was blieb dann?</p><p>Sehr viel, versuchte Irodiada sich Mut zuzusprechen. Ihr blieben immer noch der Tanz und der Garten.</p><p>Apropos G�rten.</p><p>H�chste Zeit, den P�onien und Mispeln einen Besuch abzustatten und einen Blick auf die Rosen zu werfen, ob Dshemal es nicht wieder �bertrieben hat mit dem Gie�en.</p><p>Irodiada verscheuchte die tr�ben Gedanken, warf einen spinnwebfeinen Chiton �ber und band die Haare mit einem blauen Band zusammen.</p><p>Die Sonne brannte immer noch erbarmungslos, aber von den Abarim-Bergen wehte schon ein k�hler Wind her�ber und k�ndigte die Abendfrische an.</p><p>W�hrend sie die schattige Stra�e zum Westtor entlangging, den Entgegenkommenden freundlich zunickte, diesen und jenen k�sste, war sie in Gedanken schon ganz bei ihrem Garten. Bevor die Sonne unterging, mussten noch die Beete aufgelockert werden, damit die Setzlinge atmen konnten. Morgen sollte eine Lieferung Regenw�rmer aus Haifa kommen, dann konnte man endlich die Pfirsichallee ernsthaft in Angriff nehmen. In ein, zwei Jahren w�rde es in Sodom so pr�chtige G�rten geben, wie sie diese ungl�ckselige Gegend nicht einmal zu Lots Zeiten gekannt hatte.</p><p>Daf�r lohnte es sich zu leben! Nicht lustlosen Gymnasiasten Latein eintrichtern, sondern G�rten und Blumenbeete anlegen! Obwohl, Russland war nat�rlich ein Paradies f�r Pflanzen, dort gab es Wasser in H�lle und F�lle und fruchtbare Erde, nicht so wie hier.</p><p>Allerdings, solche Schwarzerde, wie sie hier angekarrt wurde, gab es nicht einmal in Russland. Die kostete aber auch ein immenses Geld. Zum Gl�ck war Mister Cyrus sehr reich.</p><p>Als sie die Stadtmauern hinter sich gelassen hatte, schritt Irodiada energisch aus. Die Hitze vollkommen vergessend, lief sie gesch�ftig zwischen den B�umen, Str�uchern und Beeten hin und her. Sie las dem Oberg�rtner die Leviten, der die Rosen, genau wie sie vermutet hatte, alle gleich viel gegossen hatte, obwohl doch die auf der �stlichen Seite, wo nachts eine Brise wehte, viel weniger Wasser brauchten. Dshemal h�rte ihr aufmerksam zu, er wusste, dass diesem alten Luti von Allah die besondere Gabe verliehen war, das Leben der Pflanzen zu verstehen, und er achtete diese Begabung.</p><p>Auf der Universit�t hatte Irodiada neben anderen �berfl�ssigen Weisheiten auch Althebr�isch gelernt, deshalb fiel ihr das Arabische jetzt erstaunlich leicht. Schon nach zwei Wochen gemeinsamer Arbeit hatten Dshemal und sie sich hervorragend verstanden.</p><p>�Was soll das denn?�, fragte Irodiada und deutete unzufrieden auf das bewusste Fuhrwerk mit der Schwarzerde. �Wo ist der Fuhrmann? Warum hat er nicht abgeladen?�</p><p>�Dort ist eine Frau�, sagte Dshemal und zeigte auf eine Gruppe von Rosenstr�uchern. �Wie die wohl hierher gekommen ist? Sadyk ist fortgegangen, um es der Wache zu melden.�</p><p>Er verbeugte sich und ging, um die Beete zu gie�en.</p><p>Irodiada wandte sich um. Tats�chlich, hinter einem der Str�ucher versteckte sich jemand.</p><p>Als sie n�her kam, sah sie, dass es wahrhaftig eine Frau war, eine richtige Frau, nicht etwa ein verkleideter Mann, das sah man sofort. Diese Haltung, diese spezielle Neigung des Kopfes, die leicht abgespreizte Hand, das kann man nicht nachmachen, egal, wie sehr man sich auch bem�ht.</p><p>Die sollte lieber zusehn, dass sie hier wegkam, der Chef des Sicherheitsdienstes war ein ehemaliger britischer Oberst, mit dem war nicht gut Kirschen essen. Er w�rde die Ruhest�rerin den t�rkischen Wachleuten �bergeben und au�erdem Said-Bej f�r seine Nachl�ssigkeit bestrafen; und der w�rde an dem neugierigen Dummerchen dann sein M�tchen k�hlen, diese Orientalen waren nicht gerade die geborenen Gentlemen.</p><p><strong>Jakow Michailowitsch lauscht</strong></p><p>Er h�tte nie im Traum daran geglaubt, dass die Sache so glatt gehen w�rde. Er hatte richtig Gl�ck gehabt. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, wie man sagt.</p><p>Dabei h�tte er sich zuerst am liebsten ins Ohr bei�en m�gen vor �rger, weil er sich in dieser klebrigen Blumenerde sozusagen lebendig begraben hatte. Wie hatte er sich selber verflucht, w�hrend sie da im Schneckentempo die Chaussee entlangzu-ekelten. Was f�r eine Affenhitze herrschte da in seinem Versteck, und �berall krochen ihm die W�rmer in die Kleider. So ein freches Aas hatte sich ihm sogar ins Nasenloch gebohrt, ein Wunder, dass er keinen Niesanfall bekam.</p><p>Zum Atmen hatte er ein Schilfrohr durch die Erde gesteckt. Sp�ter bastelte er sich auch was zum Rausgucken. Jakow Michailowitsch hatte n�mlich einen langhalsigen Tonkrug mit Trinkwasser mitgenommen. Den Inhalt hatte er sich nach und nach einverleibt (und nebenbei auch ein H�ppchen von Mutter Erde gekostet), und jetzt dachte er sich f�r das Gef�� eine neue nutzbringende Verwendung aus. Er brach einfach den Hals vom Korpus ab, wodurch eine Art Rohr entstand. Dieses ruckelte er vorsichtig durch die Erde nach drau�en, und fertig war der Ausguck. Der Krug hatte dieselbe Farbe wie die Erde, sodass von au�erhalb auch auf zwei Schritt Entfernung nichts zu erkennen war. Genau genommen er�ffnete sich ihm dadurch kein besonders weites Blickfeld, aber besser als gar nichts. Es war ein bisschen wie ein Fernrohr, oder dieser komische Stab, den sie in Unterseebooten haben. Periskop hie� der.</p><p>Als dann die Fuhre an ihrem Bestimmungsort angekommen war, da zeigte sich erst, was f�r ein Gl�ck er gehabt hatte. Der Rotfuchs n�mlich, den Jakow Michailowitsch die ganze Zeit �ber durch sein Periskop im Auge behalten hatte, kam genau zu diesem Fleck hingetappelt. Sie kletterte aus ihrem Elendsgef�hrt und stellte sich hinter einem Rosenbusch auf, so nah, dass er sie von seinem Beobachtungspunkt aus mit der Hand h�tte erreichen k�nnen.</p><p>Die Nonne seufzte und jammerte ein bisschen herum, wie sie denn jetzt in die Stadt k�me. Ihren Araber allerdings, diesen Salach, r�hrte das nicht im Geringsten.</p><p>�Du musst dich einfach als Junge verkleiden, du dusslige Ziege�, knurrte der heimliche Beobachter vorwurfsvoll. �Na los, noch hast du Zeit, tummle dich!�</p><p>Aber die trat nur von einem Bein aufs andere und seufzte weiter.</p><p>Allerdings machte er sich nicht wirklich Sorgen um sie. Er wusste aus schmerzlicher Erfahrung, dass sie ganz und gar nicht dusslig war und ihr ganz bestimmt etwas einfallen w�rde. Die gab nicht so schnell auf. Es war schon ein guter Einfall gewesen, auf die Rote zu setzen, das hatten sie sich schlau �berlegt.</p><p>Viel eher sorgte er sich, dass sie ihm wom�glich wieder entwischen k�nnte. Ein verdammt fixes Aas war die, und unberechenbar! Schlie�lich konnte der Herrgott nicht jedes Mal extra f�r Jakow Michailowitsch ein Wunder herbeizaubern.</p><p>Pl�tzlich h�rte er Schritte. Dann sagte eine hohe, fistelnde Stimme, die irgendwie weder m�nnlich noch weiblich klang:</p><p>�Madame, vous n�avez pas le droit de rester ici.� <emphasis>(�Madame, Sie d�rfen sich hier nicht aufhalten.� , franz.).</emphasis> Und dann ein erstaunter Ausruf auf Russisch: �Sie!?�</p><p>Jakow Michailowitsch richtete sein Periskop nach der seltsamen Stimme aus. In seinem Guckkreis erschien ein �ltliches, stark geschminktes Weibsbild. Sie trug eine schwere Per�cke, ein leichtes, wallendes Kleid und Sandalen an den F��en (ziemlich gro�en F��en �brigens). Alles klar, ein Sodomit in Frauenkleidern.</p><p>Die Nonne freute sich �ber den alten P�derasten wie �ber die eigene Mutter.</p><p>�Ach, was f�r ein Gl�ck, dass ich Sie hier treffe! Guten Tag, liebe Iraida!�</p><p>�Irodiada�, korrigierte der verkleidete Kerl, patschte ebenfalls die H�nde zusammen und plapperte drauflos: �Wie kommen Sie denn hierher, meine Liebe? Und warum tragen Sie keine Kutte? Was machen Sie hier?�</p><p>Der Rotfuchs antwortete nicht gleich, und Jakow Michailowitsch schwenkte sein Guckrohr auf sie um. Die Nonne runzelte die Stirn, als sei sie unschl�ssig, ob sie die Wahrheit sagen sollte oder nicht.</p><p>Sie sagte die Wahrheit.</p><p>�Wissen Sie . . . Ich muss unbedingt jemanden finden.�</p><p>�Wen denn?�</p><p>�Es handelt sich um einen sehr sonderbaren Menschen. Ich meine, er kleidet sich seltsam und spricht seltsam . . . In Bet-Kerim hat man mir berichtet, er sei dort gewesen und gestern fr�h nach Sodom aufgebrochen. Da dachte ich, er w�re vielleicht noch hier . . . Es ist so ein Magerer, mit zerzaustem Bart, und er tr�gt einen wei�en Kittel mit blauem G�rtel . . .�</p><p>�Manuila? Suchen Sie einen Mann, der sich Manuila nennt?�, rief der Perversling mit ver�nderter, tiefer Stimme.</p><p>�Ja! Haben Sie ihn gesehen? Sagen Sie doch, haben Sie ihn gesehen? Ich muss unbedingt mit ihm sprechen! Wenn Sie ihn hierher bringen k�nnten . . .�</p><p>�Das geht nicht.�</p><p>�Was soll das hei�en?�, st�hnte die Nonne. �Was haben Sie mit ihm gemacht?�</p><p>Jakow Michailowitsch nahm schnell wieder den Verkleideten ins Visier und sah, wie der in Richtung Meer deutete.</p><p>�Er ist mit dem Boot nach Ejn-Dshidi gefahren. Schon bei Tagesanbruch, bevor die Hitze einsetzt.�</p><p>�Gott sei Dank!�, rief seltsamerweise die Nonne. �Ejn-Dshidi, das ist doch eine Oase im Norden von Bet-Kerim? Wir sind dort vorbeigekommen.�</p><p>�Ja, von dort aus f�hrt eine Stra�e nach Jerusalem.�</p><p>�Also will er nach Jerusalem?�</p><p>Der Sodomit zuckte mit den Achseln.</p><p>�Er hat etwas von irgendeinem Garten erz�hlt.�</p><p>�Um Gottes willen, versuchen Sie, sich zu erinnern�, rief die Nonne wieder. �Es ist sehr wichtig!�</p><p>Jakow Michailowitsch war ebenfalls sehr gespannt. Er hielt das Rohr nicht mehr ans Auge, sondern ans Ohr.</p><p>Irodiada sagte unsicher:</p><p>�Ich glaube, er hat gesagt: �In der Nacht auf Freitag muss ich unbedingt in einem ganz bestimmten Garten sein.��</p><p>Na komm schon, komm schon, ermunterte sie Jakow Michailowitsch stumm. Erinnere dich.</p><p>�Das ist alles. Mehr hat er nicht gesagt.�</p><p>�Ach!�, rief die Rothaarige aus.</p><p>Der unterirdische Beobachter setzte seine R�hre rasch wieder ans Auge. Die Nonne hatte die Hand auf den Mund gelegt, die Augenbrauen waren fast bis zum Haaransatz hinaufgeklettert.</p><p>War das Erstaunen? Oder war ihr irgendetwas eingefallen?</p><p>Jakow Michailowitsch wusste selbstverst�ndlich nicht, was das f�r ein Garten sein sollte, aber das machte ja nichts. Hauptsache, du hast es begriffen, mein Goldst�ck, fl�sterte er dem Rotfuchs zu und pustete einen Regenwurm von seiner Unterlippe.</p><p>Die Nacht auf Freitag, war das morgen oder �bermorgen? Bei dieser ganzen Herumwanderei kam er allm�hlich mit den Wochentagen durcheinander.</p><p>Aber das ging anderen wohl genauso.</p><p>�Was ist heut f�r ein Tag? Mittwoch?�, fragte die Nonne.</p><p>�Ich wei� es nicht, meine Liebe. Wir richten uns hier nach dem antiken Kalender. Heute ist der Tag des Mondes, morgen der Tag des Mars, �bermorgen . . .�</p><p>�Ja, ja, Mittwoch�, unterbrach sie die Rote. �Sagen Sie, ob ich vielleicht Ihr Boot benutzen d�rfte?�</p><p>�Wo denken Sie hin! Sie m�ssen Zusehen, dass Sie schleunigst von hier fortkommen, sonst wird man Sie arrestieren! Es ist schon jemand unterwegs, um die Wachen zu holen. Das ist doch alles Privatbesitz und wird sehr streng bewacht.�</p><p>�Wie weit ist es von hier aus bis nach Jerusalem?�, fragte die Nonne, die schon gar nicht mehr zuh�rte.</p><p>�O Gott, das wei� ich nicht genau. So hundert, hundertf�nfzig Werst vielleicht.�</p><p>�Salach, schaffen wir das bis morgen Abend?�</p><p>�Werde ich Pferde verderben�, brummte der Araber. �Ganze Woche werden nich funktionieren.�</p><p>�Wie viel kostest du f�r eine Woche?�</p><p>�Zweihundert Franken.�</p><p>�R�uber!�</p><p>�F�r Ehefrau umsonst�, antwortete der Araber nebul�s.</p><p>�Na gut, fahren wir los!�</p><p>�Was gut? Gut zweihundert, oder gut Ehefrau?�</p><p>�Das sehen wir dann! Los jetzt!�</p><p>Damit verschwand die Nonne aus Jakow Michailowitschs Blickfeld. Eine halbe Minute sp�ter h�rte er das Geklapper von Hufen und das Quietschen von R�dern. Auf ging�s nach Jerusalem.</p><p>Jetzt war es aber langsam Zeit, aus dieser verflixten Dreckladung herauszukommen. Ochochoch, hundertf�nfzig Werst auf Schusters Rappen, und dann noch quer durch die W�ste . . . Na ja, das kriegen wir schon gebacken.</p><p>In Bet-Kerim konnte er sich ja auch wieder so einen Karren organisieren, am besten mit einer Plane dr�ber. Davon konnte er auch gleich mehrere mitnehmen, in unterschiedlichen Farben, die w�rde er ab und zu wechseln, damit sie nicht merkte, dass sie verfolgt wurde.</p><p>�Also mach schon, verschwinde�, dr�ngte Jakow Michailowitsch den Sodomiten.</p><p>Aber der hatte es gerade gar nicht eilig.</p><p>Pl�tzlich erklang S�belrasseln und das Getrappel von Stiefeln, das war der Fuhrmann, der mit zwei t�rkischen Soldaten herbeigelaufen kam.</p><p>Sie fingen auch gleich an, laut in ihrer Sprache loszukrakeelen. Der Sodomit antwortete ihnen stockend, in beschwichtigendem Ton. Offenbar hatte er ihnen erz�hlt, dass �berhaupt kein Weib hier gewesen sei, denn einer der Soldaten holte aus, verpasste dem Fuhrmann eine Ohrfeige und schrie ihn w�tend an. Jakow Michailowitsch verstand das Kauderwelsch nat�rlich nicht, aber er konnte sich ziemlich gut denken, was er meinte: Na warte, du verflixter L�mmel, hast uns die Hucke voll gelogen, deinetwegen m�ssen wir hier durch die Hitze rennen.</p><p>Die Soldaten gingen, der schluchzende Araber auch, aber der verdammte Sodomit stand immer noch bei seinem Rosenbusch, bef�hlte die Bl�tter, besah sich die Bl�ten und sch�ttelte dabei betr�bt den Kopf.</p><p>Hol dich der Teufel, ich habe nicht so viel Zeit!</p><p>Vor lauter Ungeduld fing Jakow Michailowitsch an zu zappeln, und etwas Erde fiel vom Wagen.</p><p>Der Sodomit schaute verbl�fft zu dem Karren her�ber, und Jakow Michailowitsch kam es vor, als blicke er ihm durch seine R�hre direkt ins Auge.</p><p>Dreh dich blo� um, du Holzkopf, warnte er ihn, noch ganz im Guten. Das ist besser f�r dich.</p><p>Aber nein, er kam n�her.</p><p>Dann stand er so nah vor Jakow Michailowitsch, dass der blo� noch eine Brust (sieh mal an, da hat er aber ordentlich Watte reingestopft) und einen glatt rasierten Arm sah. Dann �ffnete sich die Hand, die zu dem kahlen Arm geh�rte und verdeckte das Blickfeld v�llig.</p><p>�Was ist denn das f�r ein Lappen?�, brummte eine tiefe Stimme, und in der n�chsten Sekunde sp�rte Jakow Michailowitsch, wie ihn jemand am �rmel zog.</p><p>Na gut, selber schuld.</p><p>Er packte den Dummkopf am Handgelenk und richtete sich abrupt auf.</p><p>Als der alte Perversling sah, wie auf einmal ein schwarzer Mann aus der Erde herauskam, riss er die Augen auf. Dann drehte er sie nach oben und sank ganz, ganz langsam in sich zusammen.</p><p>Tats�chlich, wie ein Weibsbild, ist glatt in Ohnmacht gefallen.</p><p>Jakow Michailowitsch beugte sich �ber den reglosen K�rper und dachte nach.</p><p>Man k�nnte ihm den Hals brechen und die Leiche in den gro�en Erdhaufen da stecken, vor morgen fr�h wird man sie bestimmt nicht finden, und dann sind wir l�ngst �ber alle Berge, auf halbem Weg nach Jerusalem.</p><p>Aber wenn man sie doch eher findet? Die haben da oben auf dem Turm einen Heliographen, damit k�nnen sie dem Wachtposten Signale geben.</p><p>Wozu also das Risiko?</p><p>Jakow Michailowitsch h�pfte ein paarmal auf der Stelle, um die Erde von seiner Kleidung abzusch�tteln. Er sammelte die Brocken sorgf�ltig auf und warf sie auf den Wagen zur�ck. Dann stellte er die urspr�ngliche Form des Haufens wieder her und strich die Erde sorgf�ltig mit den H�nden glatt; mit einem gro�en Satz sprang er aus dem Stand auf die Wiese, damit er keine Spuren im Staub hinterlie�.</p><p>Und drehte sich um.</p><p>Der Sodomit lag immer noch schlaff wie ein Sack da.</p><p>Na gut, soll er halt am Leben bleiben.</p><p>Was wird er schon erz�hlen? Dass ein gro�er schwarzer Mann aus der Erde hervorgekrochen kam und dann spurlos verschwand? Das glaubt ihm doch kein Mensch, nicht einmal er selber. Er wird denken, er h�tte sich einen Sonnenstich eingefangen.</p><p>Jakow Michailowitsch zog sich die Pluderhose zurecht und trabte in federndem, kraftvollem Laufschritt die Stra�e entlang, immer der untergehenden Sonne nach.</p><p>Um seinen Atemrhythmus besser zu kontrollieren, sprach er dabei ununterbrochen vor sich hin: eins-zwei, eins-zwei, was f�r-ein Gar-ten, was f�r-ein Gar-ten, eins-zwei, eins-zwei, was f�r-ein Gar-ten, was f�r-ein Gar-ten . . .</p><p>Bekam anstatt Luft viel hei�en Staub in den Rachen. Fluchte und spuckte.</p><p>Och, dieses vermaledeite Land.</p><p>Na egal, morgen Abend d�rfte die Sache ausgestanden sein.</p></section><section><title><p><strong>XIV</strong></p><p><strong>Die Berditschewski-Et�de</strong></p></title><p><strong>Ein alter Bekannter</strong></p><p>�WSr. Dolinin, Mtgl. Min.-rat d. Inn.� So stand es in krakeliger, kaum leserlicher Handschrift in der Spalte �Besucher�.</p><p>�Wirklicher Staatsrat Dolinin?�, brummte Matwej Benzionowitsch und zauste sich seinen rotgoldenen Haarschopf. �Dolinin?�</p><p>�Jawoll!�, best�tigte der Aufseher. �Seine Exzellenz war bei uns zur Inspektion. Gab uns die Ehre eines Gespr�chs. Man muss die Gef�ngnisse unterteilen, hat er gesagt. Untersuchungsgefangene extra, Gewohnheitsverbrecher extra, Kleinkriminelle extra. Seine Exzellenz geruhte, sich f�r die Belegung der Anstalt zu interessieren. Da hab ich ihm gleich von dem Gendarmerieoffizier erz�hlt, dem Schrecken aller R�uber und Nihilisten. So weit kommt es, nicht wahr, wenn man kein Ma� hat in seinem Leben. Seine Exzellenz w�nschte den Gefangenen pers�nlich in Augenschein zu nehmen und geruhte eine volle Stunde mit Herrn Razewitsch zu parlieren.�</p><p>Hier brauchte man nicht gro� zu theoretisieren, hier war alles sonnenklar, eins f�gte sich zum andern � obwohl noch nicht ganz gekl�rt war, auf welche Art und Weise.</p><p>Lange wanderte Berditschewski anschlie�end durch die Stra�en, ohne irgendetwas um sich herum wahrzunehmen. Allm�hlich kl�rte sich das Wirrwarr, die Tatsachen ordneten sich und stellten sich in Reih und Glied vor ihm auf.</p><p>Langsam, langsam, rief sich der Staatsanwalt immer wieder zur Ordnung. Keine �bereilten Schl�sse, nur die nackten Fakten.</p><p>Die nackten Fakten waren diese:</p><p>Vor einem halben Jahr besucht eine �sehr hoch gestellte Pers�nlichkeit� den zahlungsunf�higen Schuldner Razewitsch im Gef�ngnis � allem Anschein nach ohne besondere Absichten, rein zuf�llig. Oder vielleicht doch nicht so zuf�llig? Nein, nein, Mutma�ungen lassen wir erst einmal beiseite.</p><p>Der von der Gesellschaft Versto�ene mit den Eigenschaften eines Wolfshundes weckt das Interesse des Reformators des polizeilichen Ermittlungssystems. Fragt sich nur � womit? Ist etwa Dolinin auch homosexuell? Aber der H�ftling h�tte vor dem hohen Petersburger Beamten wohl kaum seine speziellen Vorlieben so mir nichts, dir nichts offenbart. Das ist jedenfalls wenig wahrscheinlich. Sogar h�chst unwahrscheinlich.</p><p>Aber eine Tatsache ist unbezweifelbar: Irgendwie hat er sein Interesse geweckt, und zwar in solchem Ma�e, dass die �Russische Industrie � und Handelsbank�, deren Haupt-Kontor sich �brigens in Petersburg befindet, drei Tage sp�ter eine Summe transferiert, mit der die Schuld des H�ftlings vollst�ndig gedeckt wird. Razewitsch kommt frei und ist bald darauf aus Shitomir verschwunden � f�r immer.</p><p>Fragen: Warum hat Dolinin das getan, und woher hatte er so viel Geld? Pelagia hat erz�hlt, er sei nicht adliger Abstammung, sondern habe sich durch sein Talent hochgearbeitet. Wenn dem so ist, kann er �ber keine gro�en Reicht�mer verf�gen.</p><p>Fakten, nur die Fakten, mahnte sich Berditschewski wieder.</p><p>Na gut. Was die f�nf Monate nach Razewitschs Freikauf anbelangt, so klafft dort eine L�cke: Weder �ber die Aufenthaltsorte noch �ber die T�tigkeiten des verwegenen Gendarmen w�hrend dieser Zeit haben wir irgendwelche Informationen. Aber wir wissen, dass er am Abend des 1. April an Bord der �St�r� ist und dort den Bauern Scheluchin t�tet, in der Annahme, es handele sich um den �Propheten� Manuila.</p><p>In derselben Nacht erscheint auch Dolinin auf dem Dampfer, der sich per Zufall in der nahe gelegenen Bezirksstadt aufh�lt, im Zuge einer routinem��igen Inspektionsreise. Ein bemerkenswerter Zufall, vor allem wenn man es im Zusammenhang mit dem vorangegangenen Shitomirer Rendezvous sieht.</p><p>Der Wirkliche Staatsrat �bernimmt pers�nlich die Leitung der Ermittlungen, der M�rder jedoch verschwindet auf geheimnisvolle Weise unerkannt vom Schiff. Und wer, fragt man jetzt, organisiert die Suche nach ihm? Derselbe Dolinin. Matwej Benzionowitsch erinnerte sich an Pelagias Schilderung der Abl�ufe: Der Untersuchungsf�hrer selber begab sich in die Kabine des angeblichen Herrn Ostrolyshenski und berichtete anschlie�end, ihr Bewohner sei verschwunden. Dann erteilte er den Befehl, eine Wache vor der Kabinent�r aufzustellen, die niemanden hinein � oder herauslassen sollte. Aber vielleicht sa� ja der neue Shitomirer Bekannte des pfiffigen Untersuchungsf�hrers die ganze Zeit dort drinnen? Das w�re doch das Einfachste gewesen. Und sp�ter brachte Dolinin ihn still und heimlich an Land, vielleicht w�hrend der Wachabl�sung oder sonst irgendwie. F�r den Leiter der Ermittlung, dem alle gehorchen und vertrauen, eine Kleinigkeit.</p><p>Was geschah weiter?</p><p>Die ach so hoch gestellte Pers�nlichkeit aus Petersburg empfand auf einmal den unwiderstehlichen Wunsch, sich h�chstpers�nlich in ein gottverlassenes Dorf am Ende der Welt zu begeben, um die Leiche eines Hochstaplers in die Heimat zu geleiten. Sehr seltsam. Schwester Pelagia und alle anderen an der Ermittlung Beteiligten glaubten damals, dem Untersuchungsf�hrer sei die trockene Verwaltungsarbeit langweilig geworden, und er sei �berdies eben ein sehr gewissenhafter Mensch, der immer alles selber machen m�sse. Die Expedition machte sich auf den Weg, den M�rder, der durch ein geheimnisvolles Band mit Dolinin in Verbindung blieb, immer im Schlepptau. M�glicherweise war Razewitsch sogar auf dem Lastkahn selber versteckt, vielleicht im Laderaum oder sonst wo. Anschlie�end marschierte er auf eigene Faust durch den Wald, wobei er sich die ganze Zeit in ihrer N�he aufhielt. Als Pelagia einmal zuf�llig auf den Verfolger stie�, fing Dolinin auf einmal an, von irgendwelchen unheilvollen Waldwesen zu erz�hlen, und brachte damit die Nonne, die sonst sehr aufgeweckt ist, so geschickt durcheinander, dass sie keinen Verdacht sch�pfte.</p><p>Und jetzt kommt das Wesentliche.</p><p>Als Dolinin die Identit�t des Ermordeten festgestellt hatte, reiste er sofort ab. Razewitsch jedoch blieb dort.</p><p>Wozu?</p><p>V�llig klar: um Pelagia zu t�ten. Aber warum hatte er das nicht schon viel fr�her getan? Zum Beispiel bei dieser unheimlichen Begegnung im Wald?</p><p>Matwej Benzionowitsch dachte eine Weile nach und fand auch auf diese Frage eine Antwort.</p><p>Weil er vorher nicht den Befehl dazu erhalten hatte. Das hei�t, der Befehl, die Nonne zu t�ten, wurde erst nach der Abreise des Untersuchungsf�hrers erteilt.</p><p>Von wem?</p><p>Nat�rlich von Dolinin, von wem sonst?</p><p>Berditschewski hatte l�ngst vergessen, dass er doch eigentlich keine voreiligen Schl�sse ziehen wollte, und entwarf hemmungslos eine Hypothese nach der anderen � die �brigens, nebenbei bemerkt, alle Hand und Fu� besa�en.</p><p>M�glicherweise wollte der Untersuchungsf�hrer nicht in der N�he sein, wenn Pelagia get�tet wurde, sei es, um sich mit einem Alibi zu versehen, sei es aus Sentimentalit�t � damit er nicht dabei zuschauen musste.</p><p>Wahrscheinlicher war jedoch etwas anderes: Vielleicht hatte Pelagia in Stroganowka irgendetwas gesagt oder getan, woraus Dolinin schloss, dass sie kurz vor der Aufkl�rung des Mordes auf dem Dampfer stand. Das konnte sogar der eigentliche Grund gewesen sein, weshalb sie der Untersuchungsf�hrer unbedingt auf diese Expedition hatte mitnehmen wollen, um n�mlich w�hrend der Fahrt herauszufinden, wie gef�hrlich sie eigentlich war. Und unterwegs wurde ihm dann klar, dass sie ausgeschaltet werden musste.</p><p>Ganz nebenbei fand sich im Verlaufe dieser Deduktionen auch die Antwort auf die erste der bisher noch ungekl�rten Fragen. Dolinin brauchte den von der Gesellschaft Versto�enen mit den Eigenschaften eines Wolfshundes: Erstens, weil er ein von der Gesellschaft Versto�ener war, und zweitens, weil er ein Wolfshund war, also ein Spezialist f�r geheime Auftr�ge. Mit Homosexualit�t hatte das alles wahrscheinlich nicht das Geringste zu tun. Sehr gut m�glich, dass der Petersburger davon gar nichts wusste. Aber spielte das �berhaupt eine Rolle?</p><p>Jetzt zur n�chsten der ungekl�rten Fragen: War Dolinins Besuch in der Zelle Nummer elf des Gouvernements-Gef�ngnisses, der �Adelszelle� nun Zufall oder nicht? Oder dienten ihm vielleicht seine Inspektionsreisen durch das Reich, um ganz gezielt Leute ausfindig zu machen, die ihm f�r irgendwelche Zwecke n�tzlich sein konnten? Das war nat�rlich nur eine Mutma�ung, eine reine Mutma�ung, aber doch eine ziemlich wahrscheinliche.</p><p>Es war, als sei in Matwej Benzionowitschs Kopf eine Art Damm gebrochen: Die Gedanken, Vermutungen und Erleuchtungen ergossen sich mit solcher Gewalt, dass der Staatsanwalt unter dieser Flutwelle f�rmlich nach Luft schnappte.</p><p>Aber da tauchte schon ein neues Hindernis auf, das noch massiver war als das vorhergehende, und davor stauten sich die Wasser und brodelten und tosten.</p><p>Wer war der Wirkliche Staatsrat Dolinin tats�chlich?</p><p>Berditschewski rief sich alles, was er von Pelagia oder aus anderen Quellen �ber diese Person wusste, in Erinnerung.</p><p>Dolinin hatte viele Jahre als Untersuchungsf�hrer bei der Strafkammer gedient. Dann hatte es ein Familiendrama gegeben, anscheinend hatte ihn seine Frau verlassen. Dar�ber erz�hlte Pelagia mit gro�er Anteilnahme, sie kannte wohl auch irgendwelche Einzelheiten, behielt sie jedoch f�r sich. Sie berichtete Matwej Benzionowitsch nur, der verlassene Ehemann sei vollkommen verzweifelt gewesen, sei aber dann einem weisen und guten Menschen begegnet, der ihn zur�ck zu Gott gebracht und vor selbstzerst�rerischen Gedanken gerettet habe. In dieser Zeit ereignete sich auch Dolinins Karrieredurchbruch, er wurde weit nach oben katapultiert und konnte �ber die Besch�ftigung mit wichtigen Staatsangelegenheiten seinen privaten Kummer gl�cklich vergessen.</p><p>Damit stellten sich einige weitere Fragen.</p><p>Erstens: Wer war dieser Weise, der die verirrte Seele des Untersuchungsf�hrers rettete?</p><p>Zweitens: Sch�ne Seelenrettung, wenn man anschlie�end einen professionellen M�rder dingt.</p><p>Drittens: War es ein Zufall, das Dolinins �Verkl�rung� und der steile Anstieg seiner Karriere sich zum selben Zeitpunkt ereigneten?</p><p>Schlie�lich viertens, der wichtigste Punkt: Welche Motive trieben Dolinin? Oder welche Personen? Welches Ziel stand hinter allem?</p><p>Der Kopf schwirrte ihm. Aber eines war klar � in Shitomir gab es nichts mehr zu tun. Es gab einen st�rkeren Magneten, um noch einmal Prinz Hamlet zu bem�hen.</p><p><strong>Der amerikanische Spion</strong></p><p>Matwej Benzionowitsch stieg am Zarskoje-Selo-Bahnhof aus dem Zug und begab sich unverz�glich auf das Petersburger Hauptpostamt, um zu sehen, ob irgendwelche Nachrichten von Bischof Mitrofani eingetroffen waren. Der Staatsanwalt hatte von Shitomir aus einen kurzen Bericht an Seine Eminenz geschickt, ohne jedoch auf Einzelheiten einzugehen � aus Gr�nden der Diskretion. Aus demselben Grunde vermied er es auch, Dolinins Namen �berhaupt zu erw�hnen. Er berichtete lediglich, dass er die Spur �des Eurer Eminenz bekannten Falles� in der Hauptstadt des Reiches weiterverfolge.</p><p>Ein Brief war aus Sawolshsk nicht gekommen, aber daf�r erwartete den Staatsrat eine Geld�berweisung in H�he von f�nfhundert Rubel, versehen mit einer kurzen Begleitnotiz: �Gott sch�tze dich.�</p><p>Was f�r ein Prachtkerl, unser Bischof. Kein �berfl�ssiges Wort, nur das, was Berditschewski im Augenblick am n�tigsten brauchte: Geld und Segensw�nsche.</p><p>Von einem ehemaligen Kommilitonen, der jetzt im Innenministerium diente, erfuhr der Staatsanwalt, dass Sergej Sergejewitsch Dolinin an diesem Abend von seiner Inspektionsreise durch die Gouvernements am Unterlauf der Wolga zur�ckkehren wolle und morgen fr�h in seiner Dienststelle erwartet werde. Das kam ihm sehr gelegen. Wollen doch mal sehen, wohin er sich nach seiner Ankunft als Erstes begibt, dachte Matwej Benzionowitsch. Er fuhr zum Nikolajewski-Bahnhof und ersah aus den Fahrpl�nen, dass der Zug um halb zw�lf Uhr nachts ankommen sollte.</p><p>Also hatte er den ganzen Tag f�r sich.</p><p>Berditschewski hatte als Student mehrere Jahre in Petersburg verbracht und kannte diese sch�ne, kalte Stadt recht gut. Aus der Perspektive eines Menschen aus der Provinz gesehen, wurde das Erscheinungsbild der Hauptstadt von der �berf�lle an Amtsgeb�uden ein wenig verdorben; deren wei�-gelbe Farbt�ne erdr�ckten und �berdeckten die wahren Farben der Stadt, das Grau und das Blau. K�nnte man all die Ministerien und �mter entfernen, �berlegte Matwej Benzionowitsch, w�rde Petersburg sanfter und freundlicher, es w�re um vieles wohnlicher f�r die Menschen, die hier leben. Aber davon abgesehen, was war das auch f�r ein seltsamer Einfall, die Hauptstadt hierher, an den �u�ersten Rand dieses gigantischen Reiches, zu verlegen? Wie eine schlimme Backe, von der ganz Russland Schlagseite bekam. Man sollte die Staatsmacht lieber weiter im Osten lokalisieren, aber nicht in Moskau, das kam schon allein zurecht, sondern vielleicht in Ufa oder Jekaterinburg. Dann w�rde das Staatsschiff seine Schlagseite loswerden und nicht mehr st�ndig Wasser �ber die Reling nehmen.</p><p>�brigens w�re es verfehlt zu sagen, Matwej Benzionowitsch h�tte w�hrend seines Spaziergangs nichts anderes getan, als solch monumentalen Gedanken nachzuh�ngen.</p><p>Die Mittagszeit verbrachte er im Gostini Dwor, wo er Geschenke f�r Frau und Kinder kaufte. Damit hatte er mehrere Stunden zu tun, denn das war eine aufw�ndige und verantwortungsvolle Angelegenheit. Um Gottes willen nicht vergessen, dass Anitschka Gr�n nicht leiden kann, dass Wanjuscha au�er einer Spielzeuglokomotive nichts akzeptiert, Maschenka von Wolle immer niesen muss und so weiter und so weiter.</p><p>Als er diese zwar angenehme, aber auch sehr erm�dende Besch�ftigung hinter sich hatte, bereitete sich Berditschewski ein kleines Fest: Er schlenderte an den Verkaufsst�nden entlang und stellte sich vor, was f�r ein Mitbringsel er wohl f�r Pelagia kaufen w�rde, w�re sie keine Nonne und h�tte es ihre Beziehung erlaubt, ihr Geschenke zu offerieren. Seine unerf�llbaren Tr�ume trieben den Staatsrat unaufhaltsam zu den Parf�merien, schoben ihn weiter zu den Galanteriewaren, und erst in der Dessous-Abteilung kam er zur Besinnung. Er wurde rot bis unter die Haarwurzeln und trat eilig auf die Stra�e, um sich in der feuchten baltischen Brise abzuk�hlen.</p><p>Der Tag neigte sich seinem Ende zu. Es war Zeit, sich auf Dolinins Ankunft vorzubereiten.</p><p>Laut Adressbuch wohnte das bewusste Mitglied des Ministerrates im Hause Scholz am Sagorodni-Prospekt. Matwej Benzionowitsch sah sich das Geb�ude an (ein gew�hnliches Mietshaus mit drei Etagen, die Wohnung des Generals im ersten Stock) und z�hlte nach, welches Dolinins Fenster sein mussten.</p><p>Dann nahm er ein Zimmer im Logierhaus �Helsingfors�, das �u�erst g�nstig, n�mlich fast genau gegen�ber, gelegen war.</p><p>Langsam wurde es dunkel. Zeit, zum Nikolajewski-Bahnhof zu fahren.</p><p>***</p><p>Mit der Droschke hatte er ausnehmend Gl�ck. Nummer 48-36 war ein aufgeweckter junger Bursche. Als er begriffen hatte, was man von ihm wollte, begannen seine Augen zu leuchten, und er verga� sogar, um den Fahrpreis zu feilschen.</p><p>Der Zug aus Moskau war p�nktlich. Der Staatsanwalt war Dolinin in Sawolshsk schon einmal begegnet, er hatte sogar mit ihm gesprochen. Deshalb nahm er vorsorglich hinter einem Zeitungskiosk Deckung, wartete, bis Sergej Sergejewitsch an ihm vorbeigegangen war, und heftete sich ihm an die Fersen.</p><p>Leider kam niemand, um den Wirklichen Staatsrat abzuholen. Berditschewski hatte sich in seiner Fantasie schon eine geheimnisvolle Kutsche ausgemalt, und eine Hand, die ihm die T�r aufhielt. Nat�rlich nicht irgendeine Hand, sondern eine mit einem au�ergew�hnlichen Ring am kleinen Finger, und dazu der �rmel einer Uniform mit Goldstickerei.</p><p>Aber nichts dergleichen, weder Hand noch Kutsche. Dolinin nahm bescheiden eine Droschke, stellte seine unansehnliche Reisetasche neben sich, und weg war er.</p><p>Nummer 48-36 hatte kapiert. Als er sah, dass Berditschewski angelaufen kam, fuhr er schon los. Der Staatsanwalt sprang w�hrend der Fahrt auf und fl�sterte nur: Nicht zu dicht, nicht zu dicht. Der Kutscher hielt einen idealen Abstand von etwa hundert Schritt, lie� zwei, drei Equipagen zwischen sich und den Verfolgten, aber nicht mehr, damit er ihn nicht aus den Augen verlor.</p><p>Dolinins Droschke fuhr nicht auf den Newski-Prospekt, sondern schwenkte in die Ligowskaja-Stra�e ein. Anscheinend will er nach Hause, dachte Matwej Benzionowitsch entt�uscht. So war es auch, der Inspektor bog in die Swenigorodskaja ab.</p><p>Vor dem Haus Scholz hie� es erst einmal warten.</p><p>In den Fenstern von Dolinins Wohnung ging das Licht an, dann erlosch es wieder. Nur ein einziges Fenster blieb erleuchtet. Ging er zu Bett, schrieb er einen Bericht? Oder kleidete er sich etwa um, um mitten in der Nacht noch irgendwohin zu fahren?</p><p>Der Staatsanwalt war sich unschl�ssig. Sollte er jetzt die ganze Nacht hier herumstehen?</p><p>Wenigstens solange noch Licht brannte, wollte er abwarten. Wer wei�, vielleicht erwartete Dolinin ja noch einen sp�ten Besucher!</p><p>Aber das einsame Licht leuchtete noch genau zweiundvierzig Minuten und verlosch dann.</p><p>Anscheinend hatte er sich doch zu Bett begeben.</p><p>�Wer ist das, ein Spiejon?�, fragte der Kutscher mit verschw�rerisch ged�mpfter Stimme.</p><p>Berditschewski nickte zerstreut und �berlegte, ob er nicht am besten gleich in der Kutsche sein Nachtlager aufschlagen sollte.</p><p>�Ein merikanischer?�, bohrte Nummer 48-36 nach.</p><p>�Warum ein amerikanischer?�, wunderte sich der Staatsanwalt.</p><p>Statt einer Antwort zog der Bursche nur die Nase hoch. Wei� der Teufel, was f�r ein Unkraut da in seinem Kopf wucherte, und warum er dem vermeintlichen Feind der Heimat ausgerechnet eine so exotische Staatsangeh�rigkeit andichtete.</p><p>�Nein, ein �sterreichisch-ungarischer�, entgegnete Matwej Benzionowitsch. Das schien ihm immerhin glaubw�rdiger.</p><p>Der Kutscher nickte.</p><p>�Wenn Euer Wohlgeboren w�nschen, kann ich hier Wache stehen, und wenn es die ganze Nacht ist. Wir sind das gewohnt, der entgeht uns nicht. Ehrlich! Hafer habe ich im Futtersack dabei. Und ich bin nicht teuer. Drei Rubelchen. Oder zwei und ein Fuffzjer, ja?�</p><p>Man sah ihm an, wie schrecklich gern er diesem �sterreichi-sehen Spion auflauern w�rde. Und so schlecht war die Idee gar nicht � zumal der Preis durchaus zivil!</p><p>�Na gut. Ich bin dort in diesem Logierhaus. Siehst du das Fenster? Das Eckfenster im ersten Stock? Wenn er weggeht, oder wenn irgendjemand zu ihm kommt, gib mir sofort Bescheid! Auch wenn nur das Licht angeht.� Berditschewski dachte einen Moment nach. �Blo� wie?�</p><p>�Ich kann pfeifen�, schlug 48-36 vor. �Ich pfeife wie ein Kutscher.�</p><p>Er steckte die Finger in den Mund und stie� einen gellenden Pfiff aus. Die Pferde machten vor Schreck einen Knicks, aus dem �Helsingfors� kam der Kopf des Portiers zum Vorschein, und von zwei Seiten antworteten die Pfiffe der Schutzleute.</p><p>�Nein, lieber nicht�, sagte der Staatsanwalt, dr�ckte sich in die Sitze und schaute �ngstlich auf Dolinins Fenster, ob sich da nicht vielleicht der Vorhang bewegte. �Wirf lieber ein Sternchen ans Fenster.�</p><p>Berditschewski legte sich in Schuhen und Kleidern aufs Bett und schl�rfte ein wenig von dem Mosel, den er im Gostini Dvor gekauft hatte � aus der Flasche nat�rlich, aber nur ganz ein bisschen. Das musste ja nicht sein, dass er sich im reifen Alter noch ans Saufen gew�hnte.</p><p>So lag er, die H�nde hinter dem Kopf verschr�nkt, nahm von Zeit zu Zeit ein Schl�ckchen aus der Flasche, dachte dabei mal an Mascha, mal an Pelagia, und die beiden so grundverschiedenen Frauen verschmolzen ihm auf unerkl�rliche Weise zu einem einzigen Wesen, f�r das Matwej Benzionowitsch solch z�rtliche Gef�hle empfand, dass ihm die Tr�nen in die Augen traten.</p><p>***</p><p>Berditschewski erwachte von einem hellen, unirdischen Ger�usch. Er begriff zuerst �berhaupt nicht, was das f�r ein Ger�usch war. Erst als das zweite Steinchen an die Fensterscheibe traf � so stark, dass das Glas zerbrach �, sprang der Staatsanwalt hurtig auf und stolperte schlaftrunken durchs Zimmer.</p><p>Es war hell. Morgen.</p><p>Matwej Benzionowitsch riss das Fenster auf und lehnte sich hinaus.</p><p>Am Rinnstein stand seine Droschke.</p><p>�Schnell, gn�diger Herr, schnell!� 48-36 ruderte mit dem Arm. �Spurten Sie, spurten Sie, sonst entwischt er!�</p><p>Der Staatsrat lie� sich nicht lange bitten, er griff Gehrock und Hut und �spurtete� gleich durchs Fenster. Er landete ziemlich schmerzhaft auf den F��en und war sofort hellwach.</p><p>�Wo ist er?�, keuchte er.</p><p>�Er ist gerade um die Ecke!� Der Kutscher lie� die Peitsche knallen. �Macht nichts, den haben wir gleich!�</p><p>Berditschewski riss die Uhr aus der Tasche. Halb acht. Dieser Sergej Sergejewitsch begab sich ja reichlich fr�h zum Dienst.</p><p>Die M�digkeit war wie weggeblasen, und die Jagdlust lie� die Brust des Staatsanwalts schwellen.</p><p>�Da ist er�, rief 48-36 und deutete voraus.</p><p>Vor ihnen fuhr eine geschlossene schwarze Karosse von der Art, wie sie normalerweise Beamten im Generalsrang zur Verf�gung stehen.</p><p>Die Kutsche bog in den Sabalkanski-Prospekt ein und fuhr ein St�ck die Uferstra�e entlang, lie� aber die Abzweigung zum Ismailowski-Prospekt links liegen.</p><p>�Aha, er f�hrt also nicht zum Dienst! Die Kanzlei des Ministeriums befindet sich in der Morskaja!�</p><p>�Was war in der Nacht?�, fragte Berditschewski knapp.</p><p>�Nichts, Euer Wohlgeboren. Ich habe keinen Augenblick die Augen zugemacht, ganz bestimmt!�</p><p>�Hier, nimm.�</p><p>Das waren nicht die vereinbarten �zwei und ein Fuffzjer�, auch nicht drei, sondern ganze vier Rubel, als Belohnung f�r besonderen Diensteifer. Aber der Kutscher hatte gar keine Augen f�r das Geld, er steckte es unbesehen in die Tasche. Du solltest als Detektiv arbeiten, Junge, dachte Matwej Benzionowitsch. Du w�rst ein ausgezeichneter Agent.</p><p>Die Karosse fuhr an der Fontanka entlang, �berquerte sie und rollte dann weiter auf dem Jekaterinhof-Prospekt. Bald darauf hielt sie vor einem Haus mit gro�en Fenstern.</p><p>�Was ist das?�</p><p>�Ein Gymnasium, Euer Wohlgeboren.�</p><p>Aber das hatte Matwej Benzionowitsch auch schon selber erkannt. Tats�chlich, ein Gymnasium, und zwar das f�nfte Knabengymnasium, wenn er sich nicht t�uschte. Was hatte Dolinin denn hier verloren?</p><p>Sergej Sergejewitsch blieb in seinem Wagen sitzen. Er zog sogar die Vorh�nge zu.</p><p>Interessant.</p><p>In der Umgebung des Gymnasiums war nichts weiter Auff�lliges zu bemerken. Immer wieder �ffnete und schloss sich die hohe Eingangst�r und lie� Lehrer und Sch�ler herein. Wenn irgendein hochn�siger Herr vorbeikam, der Direktor vielleicht oder ein Schulinspektor, l�ftete der Hausdiener die Schirmm�tze und machte eine tiefe Verbeugung.</p><p>Einmal kam es Berditschewski so vor, als h�tte sich der Vorhang ein wenig bewegt, aber im n�chsten Moment war er schon wieder zurechtgezogen. Dann setzte sich die Karosse in Bewegung.</p><p>Was ging hier vor? Weshalb war Dolinin zu so fr�her Morgenstunde hierher gekommen? Doch nicht, um sich die Kinder anzuschauen?</p><p>Doch, begriff Matwej Benzionowitsch pl�tzlich. Genau deshalb � um sich die Kinder anzusehen. Genauer gesagt, eines davon. Pelagia hatte doch erz�hlt, dass Sergej Sergejewitschs Frau nach der Trennung den gemeinsamen Sohn zu sich genommen hatte.</p><p>Also absolut nichts Geheimnisvolles. Der Vater war auf Reisen gewesen und hatte Sehnsucht bekommen. Offenbar wollte er sich seinem Sohn nicht zeigen � entweder weil er ein Versprechen gegeben hatte oder weil er zu stolz war. Vielleicht wollte er auch einfach den Jungen nicht qu�len, der sich inzwischen an einen neuen Vater gew�hnt hatte.</p><p>Im Grunde ein ganz normales, ganz menschliches Verhalten. Trotzdem war Berditschewski �berrascht. Irgendwie erwartet man von einem Verbrecher, der M�rder dingt und unschuldiges Blut vergie�t, kein normales menschliches Verhalten.</p><p>Oder war Dolinin kein Verbrecher?</p><p>Aber der Staatsanwalt war schlie�lich kein naiver J�ngling mehr, das Leben und der Dienst hatten ihn gelehrt, dass nicht alle Verbrecher solche finsteren Gestalten waren wie der Graf Tscharnokuzki. Dennoch war Matwej Benzionowitsch ein wenig irritiert � er konnte und wollte einfach nicht akzeptieren, dass in diesem Unhold, der Pelagia vernichten wollte, auch nur ein Funken Menschlichkeit sein sollte.</p><p>Aber eine giftige Natter liebt ihre Brut ja auch, brummelte der Staatsrat und versuchte, die unangemessenen Zweifel zu verscheuchen.</p><p>Die Stadt war jetzt endg�ltig erwacht, die Stra�en f�llten sich mit Equipagen, auf den Trottoirs w�lzte sich gesch�ftig die allt�gliche morgendliche Menschenmenge dahin.</p><p>Es wurde erforderlich, den Abstand zu der verfolgten Kutsche zu verk�rzen, sonst konnten sie sie leicht aus den Augen verlieren.</p><p>Vor dem Marinski-Palast passierte es dann auch. Ein Polizist hob die Hand und stoppte den Verkehr, die schwarze Karosse fuhr in Richtung des Reiterstandbilds Nikolais des Ersten davon, und Berditschewski sa� auf der Br�cke fest. Er h�tte sich am liebsten gleich zu Fu� an die Verfolgung gemacht, aber das h�tte nur die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt. Wie s�he das aus: Ein gesetzter, nicht mehr junger Herr rast, seinen Hut mit der Hand festhaltend, das Trottoir entlang.</p><p>Der Kutscher richtete sich auf seinem Bock auf, dann kletterte er sogar auf den Sitz.</p><p>�Und, ist er in die Morskaja eingebogen?�, fragte der Staatsanwalt ungeduldig.</p><p>�Nein, er ist geradeaus weiter, zur Isaaks-Kathedrale!�</p><p>Also wieder nicht zum Dienst, wieder nicht ins Ministerium!</p><p>Endlich kam der Verkehr in Bewegung.</p><p>48-36 gab dem Pferd die Peitsche, �berholte geschickt einen Fiaker, schnitt einen viersp�nnigen Pferdebus und polterte eine Minute sp�ter schon �ber den Senats-Platz.</p><p>Pl�tzlich zog er die Z�gel an und br�llte laut �Brrr�.</p><p>�Was ist los?�</p><p>Der Bursche deutete mit dem Kopf zur Seite. Da kam ihnen die schwarze Karosse ganz gem�tlich entgegengezuckelt. Die Vorh�nge waren ge�ffnet, der Wagen leer.</p><p>Er ist ausgestiegen! Aber wo?</p><p>Rechts der Platz und das Denkmal Peters des Gro�en. Vor ihnen die Newa. Um bis zur Englischen Uferstra�e zu fahren, den Fahrgast dort abzusetzen und wieder zur�ckzukommen, dazu war die Zeit zu kurz gewesen.</p><p>Also musste Dolinin bei einem der massiven Amtsgeb�ude auf der linken Seite ausgestiegen sein, zwischen dem Boulevard und der Uferstra�e, also entweder beim Senat oder beim Heiligen Synod. Am wahrscheinlichsten wohl beim Senat, dem obersten Rechtsorgan des Reiches. Denn was sollte ein Untersuchungsf�hrer beim Synod?</p><p>�Wohin jetzt, Euer Wohlgeboren?�, fragte der Kutscher.</p><p>�Warte dort�, sagte Berditschewski und zeigte auf eine umz�unte Gr�nanlage.</p><p>Wer immer es war, den Dolinin im Senat aufsuchen wollte, so unmittelbar nach der R�ckkehr von seiner Dienstreise und noch vor seinen direkten Vorgesetzten, musste eine Schl�sselrolle in dieser ganzen fatalen Geschichte spielen.</p><p>Folgenderma�en war jetzt zu verfahren! Zum Dienst habenden Beamten gehen, der die Besucherliste f�hrt, und sagen: �Der Wirkliche Staatsrat Dolinin aus dem Innenministerium wird im Synod erwartet; er hat wichtige Papiere in seinem Amt vergessen, ich werde auf ihn warten, um sie ihm zu �bergeben.� Der Beamte sagt nat�rlich: �Seine Exzellenz ist bereits eingetroffen, er ist bei dem und dem.� Und wenn er nicht von selber sagt, bei wem, konnte man ja nachfragen. Das war nat�rlich ziemlich frech, aber daf�r w�sste man sofort Bescheid.</p><p>Oder sollte er doch besser abwarten und die Beschattung fortsetzen?</p><p>Ein diskretes H�steln riss den Staatsanwalt aus seinen hektischen Gr�beleien.</p><p>Matwej Benzionowitsch fuhr zusammen und drehte sich zur Seite. Neben ihm stand ein Portier von h�chst imposantem Aussehen, ein Luxusexemplar von Portier sozusagen � mit Dreispitz, tressenbesetzter Uniform und wei�en Str�mpfen. Das war schon kein Portier mehr, das war der reinste Feldmarschall. W�hrend Berditschewski das Senatsgeb�ude betrachtete, hatte er die Ann�herung dieser g�tzengleichen Erscheinung �berhaupt nicht bemerkt.</p><p>�Euer Hochwohlgeboren werden erwartet�, sagte der Portier-Feldmarschall mit geb�hrlichem Respekt, aber gleichzeitig auch streng, wie es nur Bedienstete zuwege bringen, die ganz oben auf dem Olymp bei den M�chtigsten t�tig sind.</p><p>�Von wem denn?�, stotterte Berditschewski verdutzt.</p><p>�Euer Hochwohlgeboren werden erwartet�, wiederholte der olympische T�rh�ter so nachdr�cklich, dass der Staatsanwalt keine weiteren Fragen stellte.</p><p>�Gn�diger Herr, soll ich warten?�, rief 48-36.</p><p>�Ja, warte hier!�</p><p>Matwej Benzionowitsch war innerlich so darauf eingestellt gewesen, das Senatsgeb�ude zu betreten, welches n�her an der Uferpromenade lag, dass er zuerst gar nicht verstand, was man von ihm wollte, als sein Begleiter ihn taktvoll am Ellenbogen ber�hrte.</p><p>�Hier entlang, bitte�, sagte er und deutete auf den Eingang zum Heiligen Synod.</p><p>Zu dem Dienst habenden Registrator, der in der Halle sa� und tr�ge die Fliegen verscheuchte, sagte der Portier in gewichtigem Tonfall:</p><p>�Zu Konstantin Petrowitsch. Der Herr wird erwartet.�</p><p>Und mit einer Verbeugung forderte er Berditschewski auf, ihm zur Treppe zu folgen.</p><p>Zu Konstantin Petrowitsch?</p><p>Ach . . . ach, ich bl�der Dussel!</p><p>Matwej Benzionowitsch blieb stehen und schlug sich heftig an die Stirn � zur Strafe f�r seine Blindheit und Begriffsstutzigkeit.</p><p>Der Portier drehte sich bei dem Ger�usch um.</p><p>�Haben Sie eine M�cke entfernt? Ja, ja, die reinste Plage. Wie die sich vermehrt haben � grauenhaft.�</p><p><strong>Gesinnungsgenossen und Seelengef�hrten</strong></p><p>Der Portier �bergab Matwej Benzionowitsch an einen betagten Beamten, der am Fu�e der Treppe wartete. Der verneigte sich kurz und bedeutete ihm mit einer Geste, ihm zu folgen.</p><p>Im Empfangszimmer des hohen Mannes, der als der M�chtigste im ganzen Reiche galt � weniger durch sein Amt als durch seinen geistigen Einfluss auf den Zaren � warteten mehr als ein Dutzend Besucher, da gab es Gener�le in Paradeuniformen sowie zwei Bisch�fe in vollem Ornat, aber auch einfaches Publikum � zum Beispiel eine Dame mit roten, verweinten Augen, einen aufgeregten Studenten und einen jungen Offizier.</p><p>Der Beamte trat zu dem Sekret�r und wiederholte dieselben magischen Worte:</p><p>�Zu Konstantin Petrowitsch. Der Herr wird erwartet.�</p><p>Der Sekret�r sah Berditschewski aufmerksam an, flatterte hinter seinem Tisch hervor und verschwand durch eine hohe wei�e T�r. Kaum eine halbe Minute sp�ter war er wieder zur�ck.</p><p>�Bitte einzutreten.�</p><p>Matwej Benzionowitsch wusste pl�tzlich nicht, wohin mit seinem Hut. Schlie�lich legte er ihn beherzt auf dem Tisch des Sekret�rs ab. Wenn ihm schon eine solche Ehre zuteil wurde, dass er an der Schlange vorbei hereingerufen wurde, dann sollen sie ruhig auch dem Hut Respekt erweisen.</p><p>Er biss sich auf die Unterlippe, die Finger seiner rechten Hand ballten sich unwillk�rlich zur Faust.</p><p>Er trat ein.</p><p>Am entferntesten Ende des riesigen Saales, vor einem Tisch von gigantischen Ausma�en, sa�en zwei Herren. Der eine der beiden wandte sein Gesicht Berditschewski zu, und obwohl Matwej Benzionowitsch den Oberprokuror noch niemals pers�nlich gesehen hatte, erkannte er von verschiedenen Portr�ts her sofort dessen asketisches Gesicht mit den streng zusammengeschobenen Augenbrauen und den ein wenig abstehenden Ohren.</p><p>Der Zweite, der die goldbestickte Uniform eines Staatsbeamten trug, sah den Eintretenden kurz an und wandte den Blick sofort wieder ab.</p><p>Konstantin Petrowitsch Pobedin, der bekannt war f�r seine altmodische Petersburger H�flichkeit, erhob sich. Von nahem erwies sich der Oberprokuror als ein Mann von hoher, aufrechter Statur. Sein Gesicht war sehr hager, in den tief liegenden Augen leuchteten Verstand und Willensst�rke. Als Berditschewski in diese bemerkenswerten Augen blickte, erinnerte er sich, dass seine Gegner den Oberprokuror gern den �Gro�inquisitor� nannten. Kein Wunder, es gab tats�chlich eine gewisse �hnlichkeit.</p><p>Dolinin (denn nat�rlich war er der andere Herr) erhob sich nicht, im Gegenteil, er schaute demonstrativ zur Seite, als wollte er zeigen, dass er mit dem, was da gerade zwei Schritte neben ihm geschah, nicht das Geringste zu tun hatte.</p><p>Konstantin Petrowitsch sagte mit weicher, klangvoller Stimme:</p><p>�Sind Sie erstaunt, Matwej Benzionowitsch? Tats�chlich, ich sehe es. Aber warum denn? Sergej Sergejewitsch ist viel zu wertvoll f�r unser Land, als dass wir ihn ohne Schutz und Aufsicht lie�en. Nein, nein, nat�rlich bin ich �ber alles informiert. Gestern haben wir Sie noch gew�hren lassen, weil zun�chst einmal gekl�rt werden musste, wer Sie eigentlich sind. Als ich dann Bescheid wusste, habe ich mir �berlegt, dass ich gern mit Ihnen reden w�rde, ganz offen, von Mann zu Mann.� Auf Pobedins schmalen, trockenen Lippen lag ein freundliches, vielleicht sogar ein wenig mitleidiges L�cheln. �Sergej Sergejewitsch und ich wissen sehr genau, was Sie dazu bewegt hat, auf eigene Faust Ermittlungen durchzuf�hren. Sie sind ein kluger, tatkr�ftiger und mutiger Mann, Sie w�ren uns sowieso auf die Spur gekommen � wenn nicht heute, dann morgen. Also konnte ich Sie genauso gut gleich zu mir bestellen. Eine Begegnung mit offenem Visier, sozusagen. Versteckspiel liegt mir nicht. Ich nehme an, Sie halten Herrn Dolinin f�r einen schrecklichen B�sewicht oder vielleicht gar f�r einen Verschw�rer?�</p><p>Matwej Benzionowitsch gab keine Antwort, er senkte zwar den Kopf, hielt aber den Blick seines Gegen�bers fest. Er geruhte ein wenig zu schmollen.</p><p>�Bitte, setzen Sie sich doch hierher, zu Sergej Sergejewitsch�, forderte ihn der Oberprokuror auf. �Keine Angst, er ist kein Verbrecher, und ich, sein Lehrer und Mentor, w�nsche ebenfalls keinem Menschen etwas B�ses, was immer die Herren Liberalen auch �ber mich verbreiten m�gen. Wissen Sie, was ich bin, Matwej Benzionowitsch? Ich bin ein Diener des Volkes. Was aber diese ungeheuerliche Verschw�rung angeht, an die Sie glauben, so gebe ich unumwunden zu: Es gibt sie, diese Verschw�rung. Aber es ist keine finstere, ungeheuerliche, sondern eine heilige Verschw�rung, und ihr Ziel ist die Rettung der Heimat, des Glaubens und des Throns. Eine Verschw�rung, der sich alle gl�ubigen, guten und ehrlichen Menschen anschlie�en sollten.</p><p>Berditschewski �ffnete den Mund zu einer Entgegnung: Die meisten Verschw�rungen, wollte er sagen, einschlie�lich der ungeheuerlichen, verfolgen irgendeinen heiligen Zweck, alle wollen die Heimat retten! � doch Konstatin Petrowitsch hob abwehrend die Hand:</p><p>�Halt, sagen Sie noch nichts, stellen Sie noch keine Fragen. Ich m�chte Ihnen zun�chst einiges erkl�ren. F�r diese gro�e Aufgabe, von der ich gesprochen habe, brauche ich viele, viele Helfer. Jahr f�r Jahr w�hle ich sie mit gro�er Sorgfalt unter den Besten aus und schare sie um mich, einen nach dem anderen, und das schon seit langem. Sie sind treue Mannen, meine Gesinnungsgenossen. Und jeder von ihnen w�hlt wiederum seine eigenen Helfer, die ihm zweckdienlich sind. Wie man mir berichtete, haben Sie Ihre Ermittlungen ausgerechnet auf die Person eines dieser zweckdienlichen Menschen konzentriert. Wie hie� er noch?�</p><p>�Razewitsch�, half Dolinin weiter, der zum ersten Mal den Mund auftat.</p><p>Obwohl er Berditschewski direkt gegen�bersa�, gelang es ihm auf wundersame Weise, ihn nicht anzusehen. Dolinins Gesicht war d�ster und geistesabwesend.</p><p>�Richtig, ich danke Ihnen. Und diese Ermittlung, Herr Berditschewski, lenkte Ihre Aufmerksamkeit sehr schnell auf Sergej Sergejewitsch, den ich vor noch gar nicht langer Zeit als einen meiner Helfer gewonnen habe, und der sich bereits hervorragend bew�hrt hat. Sie wissen, was ich Ihnen damit sagen will?�</p><p>Matwej Benzionowitsch lie� diese rhetorische Frage unbeantwortet, zumal er keine Ahnung hatte, wohin dieses merkw�rdige Gespr�ch f�hren sollte.</p><p>�Ich glaube an die Vorsehung�, erkl�rte Pobedin feierlich. �Die Vorsehung war es, die Sie zu uns gef�hrt hat. Ich habe zu Sergej Sergejewitsch gesagt: �Man k�nnte diesen Staatsanwalt nat�rlich ausschalten, damit er unserer Sache keinen Schaden zuf�gt. Aber sehen Sie sich diesen Menschen an, beachten Sie seine Taten. Dieser Berditschewski handelt zielstrebig, klug und uneigenn�tzig. Sind das nicht genau die Eigenschaften, die wir beide an Menschen so sch�tzen? Lassen Sie mich mit ihm reden, als ein guter Hirte. Wir werden einander in die Augen sehen, und wer wei�, vielleicht finden wir in ihm einen weiteren Gleichgesinnten.�</p><p>Bei dem Wort �ausschalten� war Berditschewski kurz zusammengezuckt, und er vermochte den weiteren Ausf�hrungen des Oberprokurors nicht mehr so aufmerksam zu folgen wie bisher. Ein panischer Gedanke schoss ihm durch den Kopf: Hier und jetzt, in dieser Minute, entscheidet sich dein Schicksal.</p><p>Konstantin Petrowitsch hatte indes die Befangenheit seines Zuh�rers falsch verstanden.</p><p>�Man hat Ihnen sicherlich erz�hlt, ich sei semitophob, ein Judenfresser? Das ist nicht wahr. Ich bin weit davon entfernt, die Menschen nach ihrer Abstammung zu beurteilen, und ich bin auch kein Feind der Juden, sondern nur des j�dischen Glaubens! Denn der j�dische Glaube ist ein giftiges Kraut, welches, da es aus derselben Wurzel wie das Christentum sprie�t, hundertmal gef�hrlicher ist als der Islam, der Buddhismus oder sogar das Heidentum. Der schlimmste Feind eines Menschen ist niemals der Fremde, sondern der, der ihm nahe steht, der, mit dem er verwandtschaftlich verbunden ist! Aus diesem Grunde ist ein Jude, der dem falschen Glauben seiner V�ter entsagt und den christlichen Glauben angenommen hat, so wie Sie, Matwej Benzionowitsch, mir so viel mehr wert als ein Russe, den nur die Gnade der Geburt in den Scho� des rechten Glaubens gelegt hat. Doch ich sehe, Sie m�chten mich etwas fragen. Bitte, jetzt k�nnen Sie fragen.�</p><p>�Eure Exzellenz . . .�, begann Matwej Benzionowitsch, wobei er versuchte, das Zittern in seiner Stimme zu beherrschen.</p><p>�Konstantin Petrowitsch�, korrigierte der Oberprokuror milde.</p><p>�Gut. . . Konstantin Petrowitsch, das mit der Verschw�rung habe ich nicht ganz verstanden. Meinten Sie das im �bertragenen Sinne, oder . . .�</p><p>�Im allerw�rtlichsten Sinne. Aber unsere Verschw�rung richtet sich nicht gegen die bestehende Gesellschaftsordnung, im Gegenteil, sie will sie retten und bewahren. Unser Land steht am Rande des Abgrunds, und wenn es nicht irgendwo Halt findet, dann wird es abst�rzen und zugrunde gehen, und alles ist zu Ende. Eine m�chtige satanische Kraft zieht unsere leidgepr�fte Heimat ins Verderben, und nur wenige gibt es, die dem Unheil Widerstand leisten. Die Uneinigkeit im Volke, der Niedergang der Moral und der Unglauben � welcher das schlimmste dieser �bel ist �, das ist die Gogol�sche Troika, die Russland in den Abgrund rei�t! Und wir sind nahe daran, f�r-wahr, wir sind nahe daran! Und er speit Feuer und Schwefel!�</p><p>Der �bergang von der n�chternen rationalen Sprechweise zu prophetischem Pathos gelang Kontantin Petrowitsch ganz selbstverst�ndlich und ohne jede Anstrengung; der Oberprokuror besa� ohne Zweifel eine au�ergew�hnliche Rednergabe. Sein Zuh�rer hatte keine Chance, als ihn diese geballte Ladung geistiger Energie traf. Er braucht auch gar kein gro�es Auditorium f�r seine Auftritte, dachte Berditschewski, er braucht keine Menschenmassen. Ein einziger Mensch ist ihm Auditorium genug, denn dieser Mensch ist der Autokrat Allrusslands.</p><p>Matwej Benzionowitsch f�hlte sich wider Willen geschmeichelt. F�r ihn, einen subalternen Beamten, verausgabte Pobedin pers�nlich die ganze Glut seiner staatsm�nnischen Seele?</p><p>In einem schwachen Versuch, der magischen Kraft des Oberprokurors zu widerstehen, entgegnete der Staatsrat:</p><p>�Verzeihen Sie, aber ich verstehe nicht, was . . .� Er verhaspelte sich und fing von vorne an; jetzt kam es darauf an, sich sehr genau zu �berlegen, was er sagte. �Wenn meine Theorie richtig ist, dann zielen all diese . . . Handlungen Herrn Dolinins . . . darauf ab, um jeden Preis den sektiererischen Propheten Manuila zu vernichten. Um dieses Ziel zu erreichen und dabei zugleich alle Spuren zu beseitigen, schreckte der Herr Wirkliche Staatsrat vor keinem Mittel zur�ck. Eine unschuldige Nonne muss beseitigt werden � bitte sehr! Sogar ein harmloses Bauernm�dchen hat er nicht geschont!�</p><p>�Was denn f�r ein Bauernm�dchen?�, unterbrach ihn Pobedin und sah Sergej Sergejewitsch missmutig an. �Von der Nonne wei� ich, aber von einem M�dchen nicht.�</p><p>Dolinin antwortete knapp:</p><p>�Das war Razewitsch. Er war ohne Zweifel ein absoluter Profi, aber manchmal tat er etwas zu viel des Guten. Au�erdem war er, wie sich zeigte, im Kern verfault. Ich sagte ja bereits: Es war mein Fehler, dass ich ihn f�r unsere Sache angeworben habe.�</p><p>�Fehler macht jeder�, seufzte der Oberprokuror. �Gott verzeiht, wenn es nur ehrlich gemeint war. Fahren Sie fort, Matwej Benzionowitsch.�</p><p>�Also, was ich fragen wollte . . . Was ist denn so Besonderes an diesem unbedeutenden Schwindler Manuila? Warum sind diese ganzen . . . warum ist all das notwendig?�</p><p>Konstantin Petrowitsch nickte und sagte dann ernst, fast feierlich:</p><p>�Sie sind tats�chlich ein kluger Mann. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Dieses Subjekt n�mlich, von dem Sie sprechen, stellt eine furchtbare Gefahr f�r Russland, ja f�r die gesamte Christenheit dar.�</p><p>�Wer � Manuila?�, rief Berditschewski erstaunt. �Das ist doch nicht Ihr Ernst, Eure Exzellenz! �bertreiben Sie nicht ein wenig?�</p><p>Der Oberprokuror l�chelte traurig.</p><p>�Sie haben noch nicht gelernt, mir so zu glauben, wie es meine Gleichgesinnten tun. Mein Verstand oder mein Herz k�nnen sich irren, aber niemals beide gleichzeitig. Gott hat mir diese besondere Gabe verliehen. Sie anzuwenden ist meine Bestimmung. Glauben Sie mir, Matwej Benzionowitsch: Ich sehe mehr als andere Menschen, mir er�ffnet sich vieles, was ihnen verborgen bleibt.�</p><p>Pobedin sah Berditschewski gerade in die Augen und akzentuierte jedes einzelne Wort. Der Sawolshsker Staatsanwalt h�rte wie gebannt zu.</p><p>�Jeder, der mit Manuila in Ber�hrung kommt, wird mit der t�dlichen Krankheit des Unglaubens infiziert. Ich habe selbst mit ihm gesprochen und diese verf�hrerische Kraft gesp�rt. Nur durch das Gebet konnte ich mich retten. Wissen Sie, wer er ist?�, fragte Konstantin Petrowitsch, und seine Stimme sank pl�tzlich zu einem bedrohlichen Fl�stern.</p><p>�Wer?�</p><p>�Der Antichrist.�</p><p>Leise und feierlich sprach er das schreckliche Wort aus.</p><p>Berditschewski zwinkerte erschrocken mit den Augen.</p><p>Da haben wir die Bescherung! Der einflussreichste Mann im Staat, der Oberprokuror des Heiligen Synods, hat den Verstand verloren! Armes Russland!</p><p>�Ich habe weder den Verstand verloren, noch bin ich ein religi�ser Fanatiker�, sagte der Oberprokuror, als h�tte er seine Gedanken gelesen. �Aber ich glaube an Gott. Ich wusste schon seit langem, dass der Satan auf die Erde kommen w�rde, ich habe ihn erwartet, auf Grund der angek�ndigten Vorzeichen. Aber er ist, wie wir jetzt wissen, l�ngst hier. Er zieht durch Russland, sieht sich um und kundschaftet alles aus, er hat es nicht eilig, er hat ja dreieinhalb Jahre Zeit. Denn so steht es in der Offenbarung des Johannes geschrieben: <emphasis>�Es wurde ihm ein Maul gegeben, das gro�e und l�sternde Reden f�hrte, und es wurde ihm Vollmacht gegeben, es zweiundvierzig Monate lang zu treiben. Und es �ffnete sein Maul zu L�sterungen gegen Gott, zu l�stern seinen Namen und seine Wohnstatt und die Bewohner des Himmels. Und es wurde ihm gegeben, Krieg zu f�hren mit den Heiligen und sie zu besiegen, und es wurde ihm Macht gegeben �ber jeden Stamm und jedes Volk, jede Zunge und jedes Land, und anbeten werden es alle Bewohner der Erde, deren Name nicht eingeschrieben ist im Lebensbuch des geschlachteten Lammes seit Grundlegung der Welt.�</emphasis></p><p>Diese gestrengen und dunklen Worte versetzten Matwej Benzionowitsch in heftige Erregung. Jetzt kam es ihm nicht mehr so vor, als habe Pobedin den Verstand verloren, dennoch war es ihm unm�glich, daran zu glauben, dass der k�mmerliche Schwindler Manuila mit jenem apokalyptischen Tier identisch sein sollte.</p><p>�Ich wei߫, seufzte Konstantin Petrowitsch. �Ihnen, als Mensch mit einem praktischen Verstand, f�llt es schwer, an so etwas zu glauben. Es ist selbstverst�ndlich etwas anderes, ob man in der geistlichen Literatur �ber den Antichrist liest, oder ob man ihn sich leibhaftig vorstellen soll, hier mitten unter uns, im Jahrhundert der Dampfmaschinen und der Elektrizit�t, noch dazu in Russland. Aber ich sage Ihnen: Gerade in Russland!�, rief der Oberprokuror mit neuerlich aufwallender Verve. �Genau darin liegt der Sinn und die Vorbestimmung unseres Landes: zum Schlachtfeld zwischen den Kr�ften des Lichts und der Finsternis zu werden! Das Tier hat sich Russland erw�hlt, weil es ein besonderes Land ist! Von allen L�ndern ist es in seinem Ungl�ck am weitesten von Gott entfernt und IHM doch gleichzeitig am n�chsten! Und weil die gesellschaftliche Ordnung und der Glauben bei uns schon vor langer Zeit ins Wanken gekommen sind. Russland ist das schw�chste Glied in der Kette aller christlichen Staaten. Das hat der Antichrist erkannt und holt nun zum Schlage aus. Ich wei�, wie dieser Schlag aussehen wird, er hat es mir selbst offenbart. Aber ich werde schweigen, denn es ist besser, wenn die Last dieses Wissens nur auf meinen Schultern liegt. Ich sage nur eines: Es ist ein Schlag, von dem sich unser Glauben nicht wieder erholen wird. Und was ist Russland ohne Glauben? Eine Eiche ohne Wurzeln. Ein Turm ohne Fundament. Er wird in sich Zusammenst�rzen und zu Staub zerfallen.�</p><p>�Der Antichrist?�, wiederholte Berditschewski unschl�ssig.</p><p>�Ja, der Antichrist. Und zwar nicht in allegorischem Sinne, wie etwa Napoleon Bonaparte, sondern leibhaftig. Nur hat er weder H�rner noch Pferdefu�, sondern er erscheint als Mensch mit sanftem Blick und einf�hlsamer Rede. Aber ich f�hle die Menschen, ich kenne sie, und deshalb sage ich: Manuila ist kein Mensch.�</p><p>Dieser Satz war so einfach, so allt�glich dahingesagt, dass Matwej Benzionowitsch ein Schauder �ber den R�cken lief.</p><p>�Und Schwester Pelagia?�, fragte er mit schwacher Stimme. �Trifft sie irgendeine Schuld?�</p><p>Der Oberprokuror antwortete in hartem Ton:</p><p>�In jedem Staat gibt es die Institution der Todesstrafe. In den christlichen L�ndern wird sie in zwei F�llen angewendet: Bei einem schwerwiegenden Vergehen gegen die Menschlichkeit � das hei�t bei einem unverbesserlichen Verbrecher � oder wenn eine Person eine Gefahr f�r die Allgemeinheit darstellt, wenn sie die Grundpfeiler der Gesellschaft bedroht.�</p><p>�Aber Pelagia ist doch weder eine M�rderin noch eine Revolution�rin!�</p><p>�Nichtsdestotrotz stellt sie eine enorme Gefahr f�r unsere Sache dar, und das ist viel schlimmer als ein Versto� gegen die Menschlichkeit. Einen Versto� kann man verzeihen, wie es uns Christus geboten hat.� An dieser Stelle erschien in Pobedins Gesicht ein seltsames Zucken, aber er hatte sich sofort wieder in der Gewalt. �Einem reuigen M�rder kann man Gnade erweisen; man muss es sogar. Aber es w�re ein schlimmes Verbrechen, einen Menschen, der, wenn auch in edler Absicht, eine Gefahr f�r den gesamten Weltenbau darstellt, nicht zu vernichten. Das w�re so, wie wenn ein Arzt ein brandiges Glied, von dem die todbringende F�ule auf den ganzen K�rper �bergreift, nicht amputierte. Das ist das oberste Gesetz der Gemeinschaft: Man muss den Einzelnen opfern, um die Mehrzahl zu retten.�</p><p>�Aber Sie h�tten doch mit ihr reden k�nnen, so wie Sie mit mir jetzt reden�, rief Matwej Benzionowitsch. �Sie ist eine sehr kluge Frau mit einem aufrichtigen Glauben, sie h�tte Sie bestimmt verstanden!�</p><p>Der Oberprokuror sah Dolinin an. Der hob das Gesicht, das starr und finster war wie eine Maske, und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ich habe sofort gef�hlt, dass sie gef�hrlich ist. Deshalb bin ich ihr nicht von der Seite gewichen und habe sie genau beobachtet. Ich kenne diesen Menschenschlag, die geben nicht auf, bis sie ein R�tsel gel�st haben. Und sie ist der L�sung schon ganz nah.�</p><p>�Sehen Sie, Matwej Benzionowitsch, mit Ihnen kann man sich verst�ndigen, weil Sie ein Mann sind und die F�higkeit haben, hinter dem Teil das Ganze, hinter dem Einzelnen das Allgemeine zu sehen�, fiel Konstantin Petrowitsch wieder ein. �Eine Frau aber wird mich niemals verstehen k�nnen, weil der Einzelne f�r sie wichtiger ist als das ZIEL. Sie und ich, wir w�rden jederzeit einen einzelnen Menschen opfern, wenn es die Rettung Tausender und Millionen anderer erfordern sollte, selbst wenn uns dieser eine Mensch unendlich wertvoll w�re. Eine Frau jedoch wird sich niemals darauf einlassen, und viele Millionen werden mit dem einen Bedauernswerten zugrunde gehen, den sie verschonte. Ich habe Ihre Pelagia gesehen, und ich wei�, was ich sage. Sie will und kann nicht schweigen. Es tut mir sehr Leid, aber das Urteil ist schon gesprochen, niemand kann sie jetzt noch retten. Ich trauere um diese au�ergew�hnliche Frau � und Sergej Sergejewitsch noch mehr als ich, weil er sich in sie verliebt hat.�</p><p>Berditschewski sah Dolinin entsetzt an, aber in dessen Gesicht r�hrte sich kein Muskel.</p><p>�Wir werden gemeinsam um sie trauern�, schloss der Oberprokuror. �Und es soll uns ein Trost sein, dass sie im Heiligen Land ihre Ruhe finden wird.�</p><p>Vor Verzweiflung h�tte Matwej Benzionowitsch beinahe aufgest�hnt. Sie wissen es, sie wissen alles!</p><p>�Ja, wir wissen es�, nickte Konstantin Petrowitsch, der offenbar die Kunst beherrschte, seinen Gespr�chspartner auch ohne Worte zu verstehen. �Noch lebt sie, weil es so sein muss. Aber bald, sehr bald wird sie von uns gehen. Leider gibt es keinen anderen Ausweg. Es kommt vor, dass die Versammlung der Seelengef�hrten solche schweren Entscheidungen f�llen muss, und sie tut es mit Bitterkeit und Schmerz, sogar wenn es nicht um eine einfache Nonne geht, sondern um weitaus verdienstvollere Personen.�</p><p>Berditschewski erinnerte sich an lange zur�ckliegende Ger�chte �ber den pl�tzlichen Tod des jungen Generals Skobelew, der angeblich von einer geheimen monarchistischen Organisation mit dem Namen �Heiliges Bataillon� exekutiert worden war.</p><p>�Das �Heilige Bataillon��, sagte er unsicher.</p><p>Pobedin verzog unwillig das Gesicht.</p><p>�Wir haben keinen Namen. Und das �Heilige Bataillon� war nichts als ein alberner Firlefanz, ein dummer Einfall h�fischer Ehrgeizlinge. Wir sind keine Ehrgeizlinge, obwohl jeder meiner Helfer auf einen wichtigen Posten gestellt wird, der es ihm erm�glicht, seiner Heimat gr��tm�glichen Nutzen zu erbringen. Auch um Ihr Schicksal werde ich mich k�mmern, dessen k�nnen Sie sicher sein, aber ich m�chte, dass Sie sich uns nicht aus Gr�nden der Karriere anschlie�en, sondern aus �berzeugung. Also . . .� Der Oberprokuror sah den Staatsrat unverwandt an, und Berditschewski �berlief es unter seinem durchdringenden Blick eiskalt. �Ich erz�hle Ihnen jetzt, was nur dem engsten Kreis meiner Vertrauten bekannt ist. Wir haben eine Reihe von au�erordentlichen Ma�nahmen vorgesehen, f�r den Fall, dass die Gefahr revolution�rer Unruhen zu gro� wird. Das ganze �bel besteht darin, dass Staat und Gesellschaft bei uns so naiv und sorglos sind wie Kinder. Die Menschen neigen dazu, die Bedrohung zu untersch�tzen, die von Theorien und Ideen ausgeht. Es muss immer erst Blut flie�en. Na gut, wir werden der Gesellschaft die Augen �ffnen! Wir ergreifen die Initiative! Zwar wurde das Geschw�r des Terrorismus in unserem Lande j�ngst mit gl�hendem Eisen ausgebrannt, doch ist davon nur eine vor�bergehende Linderung zu erwarten. Sobald eine neue Welle revolution�rer Gewalt unmittelbar droht, werden wir ihr zuvorkommen. Wir werden selbst Terror aus�ben.�</p><p>�Sie werden die Revolution�re t�ten?�</p><p>�Nein, das w�re sinnlos. Damit w�rden wir bei der Bev�lkerung nur Anteilnahme hervorrufen. Nein, wir werden einen hohen W�rdentr�ger t�ten, notfalls auch mehr als einen. Das werden wir als Beginn des revolution�ren Terrors deklarieren. Wir werden eine ehrw�rdige, hoch angesehene Person ausw�hlen, damit alle sich dar�ber emp�ren . . . Warten Sie, Matwej Benzionowitsch, erschrecken Sie nicht. Ich bin noch nicht am Ende. Wenn der Mord an einem Minister oder General-Gouverneur nicht ausreicht, lassen wir Bomben in Bahnh�fen oder Wohnh�usern explodieren. Dabei wird es eine gro�e Zahl unschuldiger Opfer geben. Eine ungeheuerliche Provokation, werden Sie sagen. Ja, antworte ich, ungeheuerlich und abscheulich. Haben Sie den Revolution�ren Katechismus� von Sergej Netschajew gelesen? Auch unsere Feinde erlauben sich Provokationen und Grausamkeiten. Also haben wir das Recht, die gleichen Waffen zu gebrauchen. Ich flehe zu Gott, dass es nicht so weit kommen muss.� Pobedin bekreuzigte sich energisch. �Und damit Sie mich nicht f�r eine Ausgeburt der H�lle halten, sage ich Ihnen noch etwas . . . Bevor es zu Explosionen kommt, wird ein weiterer hoher W�rdentr�ger ermordet werden, einer, den der Gossudar selbst achtet und sch�tzt, auf dessen Wort er h�rt. Leider h�rt er nicht immer aufmerksam genug . . .�</p><p>�Sie?�, �chzte Berditschewski.</p><p>�Jawohl, ich. Und das ist nicht einmal das gr��te Opfer, das ich der Menschheit zu bringen gewillt bin!�, rief Konstantin Petrowitsch gramvoll aus, und Tr�nen standen in seinen Augen. �Was hei�t das schon, sein Leben hinzugeben? Nichts! Eine Bagatelle! Nein, ich werde etwas weitaus Kostbareres opfern, n�mlich meine unsterbliche Seele! Das ist der h�chste Preis, den jeder irdische F�hrer f�r das Gl�ck der Menschen zu zahlen verpflichtet ist, wenn das Schicksal es verlangt! Meinen Sie denn, ich w�sste nicht, dass ich die ewige Verdammnis auf mich nehme? Kein Dienst verlangt mehr Opfer als der meine. Ich sage etwas Furchtbares, etwas Gottesl�sterliches: Mein Opfer ist gr��er als das Opfer Jesu, denn Jesus hat seine Seele gerettet. Jesus rief dazu auf, den N�chsten zu lieben wie sich selbst, ich dagegen liebe den N�chsten mehr als mich selbst. Um ihretwillen werde ich nicht einmal meine unsterbliche Seele schonen . . . Ja, indem ich dazu aufrufe, unschuldige Menschen zu t�ten, weil sie unsere Sache gef�hrden, gebe ich meine Seele dem Verderben preis! Aber es ist um der Liebe und der Wahrheit willen, es ist f�r das Gl�ck meiner Mitmenschen!�</p><p>Die Augen des Oberprokurors waren jetzt nicht mehr auf Berditschewski gerichtet, sondern nach oben, zur Zimmerdecke, in deren Mitte ein majest�tischer Kristalll�ster schimmerte.</p><p>Er spricht nicht zu mir, begriff Matwej Benzionowitsch, sondern zu Gott. Also hofft er doch auf Vergebung.</p><p>Konstantin Petrowitsch trocknete sich mit einem Taschentuch die Tr�nen. Dann sagte er, jetzt wieder an Berditschewski gewandt, in strengem, unbeugsamem Tonfall:</p><p>�Wenn du bereit bist, diesen Weg mit mir zu gehen, dann stell deine Schulter unter das Kreuz � und wir gehen. Wenn nicht � dann geh fort, und sei uns nicht im Weg! Also? Bleibst du oder gehst du?�</p><p>�Ich bleibe�, antwortete Berditschewski nach einer kaum sp�rbaren Pause � leise, aber mit fester Stimme.</p><p><strong>Seine Exzellenz geht spazieren</strong></p><p>Eine Stunde sp�ter verlie� Matwej Benzionowitsch das Geb�ude des Heiligen Synods � schon nicht mehr als Staatsrat, sondern als Angeh�riger der vierten Klasse, der Generalsklasse. Die Bef�rderung war mit fantastischer Leichtigkeit und Schnelligkeit vonstatten gegangen. Konstantin Petrowitsch hatte mit dem Justizminister telefoniert � das dauerte h�chstens drei Minuten � und dann eine Verbindung mit dem Schloss hergestellt. Allein beim Gedanken daran, mit wem er da sprach, waren Berditschewski die Handfl�chen feucht geworden. �Ein �u�erst wertvoller Mann f�r unser Staatswesen, ich lege meine Hand f�r ihn ins Feuer.� Solche Worte fielen �ber ihn, einen kleinen, unbekannten Staatsanwalt aus Sawolshsk. Und zu wem wurde das gesagt!</p><p>Andere Beamte brachten die volle Dienstzeit hinter sich und mussten trotzdem noch monatelang auf die Bef�rderung warten, und bei ihm war die Sache im Handumdrehen erledigt, sogar die Ernennungsurkunde sollte noch am heutigen Tage ausgefertigt werden.</p><p>Matwej Benzionowitsch erhielt das Versprechen, in k�rzest m�glicher Frist auf einen verantwortungsvollen Posten gestellt zu werden. Bis dahin, bis der Oberprokuror ein angemessenes T�tigkeitsfeld f�r ihn ausgesucht haben w�rde (die eine oder andere Woche w�rde er sicher daf�r ben�tigen), sollte sich Berditschewski in der Hauptstadt aufhalten. Konstantin Petrowitsch riet davon ab, noch einmal nach Sawolshsk zur�ckzukehren. �Das erspart Ihnen �berfl�ssige Erkl�rungen gegen�ber Ihrem geistlichen Vater�, sagte er und stellte damit ein weiteres Mal seine umfassende Informiertheit unter Beweis. �Der Gouverneur von Sawolshsk wird per Depesche in Kenntnis gesetzt, und wir leiten unverz�glich den Umzug Ihrer Familie in die Wege. In ein, zwei Tagen wird Ihnen das Ministerium eine angemessene Unterkunft zuteilen, vollst�ndig m�bliert, Sie brauchen sich um nichts zu k�mmern.�</p><p>Und Seine frisch gebackene Exzellenz k�mmerte sich um nichts.</p><p>Berditschewski trat aus dem Geb�ude des Synods in die grelle Sonne hinaus, kniff die Augen zusammen und setzte seinen Hut auf.</p><p>Am Zaun vor der Gr�nanlage wartete der Wagen. 48-36 schaute mit gro�en Augen zu dem Streiter wider die �sterreichisch-ungarische Spionage her�ber und wartete auf sein Zeichen. Sinnend schlenderte Matwej Benzionowitsch zu ihm hin und sagte tr�ge:</p><p>�Fahr mich ein St�ck, Br�derchen.�</p><p>�Wohin befehlen Sie?�</p><p>�Och, tja, ich wei� nicht, sagen wir, die Uferstra�e entlang.�</p><p>Es war wunderbar, einfach so an der Newa spazieren zu fahren. Zwar versteckte sich die Sonne hinter den Wolken, und ein feiner Regen spr�hte vom Himmel, aber der Fahrgast stellte einfach das Lederverdeck auf und schirmte sich so vor der Au�enwelt ab. Bald hellte es sich wieder auf, und das Verdeck wurde zur�ckgeklappt.</p><p>So kutschierte er gem�tlich dahin und l�chelte abwechselnd mal dem Himmel, mal dem Fluss und dann wieder den Lichtreflexen zu, die �ber die H�userw�nde huschten.</p><p>�Fahr zur Moika�, befahl er. �Oder nein, warte. Ich gehe lieber zu Fu�. Wie hei�t du eigentlich? Jetzt sind wir schon zwei Tage zusammen unterwegs, und ich habe dich noch nicht einmal nach deinem Namen gefragt.�</p><p>�Matwej�, sagte der Kutscher.</p><p>Berditschewski wunderte sich ein wenig, aber nicht sehr, denn im Verlaufe dieses Morgens hatte er das ihm zur Verf�gung stehende Quantum an Wunderf�higkeit fast vollst�ndig aufgebraucht.</p><p>�Kannst du lesen und schreiben?�</p><p>�Jawohl.�</p><p>�Brav. Hier nimm, f�r deine M�he.�</p><p>Und er schob eine Hand voll Papierchen in die weiten Rocktaschen seines Kutschers.</p><p>Der Fuhrmann verga� vor lauter Betr�bnis sogar, sich zu bedanken.</p><p>�Und das war alles, Euer Wohlgeboren, jetzt brauchen Sie mich nicht mehr?�</p><p>Fast versagte ihm die Stimme.</p><p>�Nicht �Wohlgeboren�, sondern �Exzellenz��, korrigierte Matwej Benzionowitsch mit W�rde. �Ich werde dich schon finden, 48-36, wenn es n�tig ist.�</p><p>Er klopfte dem strahlenden Burschen auf die Schulter und setzte seinen Weg zu Fu� fort.</p><p>Seine Stimmung war ein wenig gedr�ckt, aber gleichzeitig versp�rte er in sich einen tiefen Frieden. Gott wei�, woran der ehemalige Sawolshsker Staatsanwalt dachte, w�hrend er mit leichtem Spazierschritt die Blagoweschtschenskaja-Stra�e entlangschlenderte. Einmal, am Ufer des Admiralit�ts-Kanals, sah er versonnen und wohlgef�llig einer Bonne zu, die zwei kleine M�dchen spazieren f�hrte, und murmelte: �Tja, was soll man machen, ginge es ihnen besser, wenn ihr Papa ein Schurke w�re?� Keine Ahnung, was er damit meinte.</p><p>Und dann, er war inzwischen schon auf der Postamts-Stra�e, fl�sterte er, als h�tte er gerade eine Antwort auf irgendeinen Gedanken gefunden: �Ganz einfach, aber gleichzeitig h�chst elegant. Eine Berditschewski-Et�de.� Und er brummte fr�hlich.</p><p>Als er die Stufen zum Postamt hinaufstieg, stimmte er sogar ein kleines Liedchen an, ohne Worte und bar jeder Musikalit�t � kein Mensch, wenn ihm denn jemand zugeh�rt h�tte, w�re imstande gewesen, zu sagen, was er da eigentlich sang.</p><p>Am Schalter lie� er sich ein Telegrammformular geben und kritzelte rasch einige Worte darauf: �Dringend P. suchen. Lebensgefahr. Berditschewski.�</p><p>Er schob das Formular durch das Fenster dem Telegrafisten hin und diktierte die Adresse.</p><p>�Sawolshsk, bisch�fliche Residenz, an Seine Eminenz Mitrofani, Blitztelegramm.�</p><p>Die Depesche kostete ihn einen Rubel, elf Kopeken.</p><p>Seine Exzellenz Matwej Benzionowitsch Berditschewski verlie� das Postamt, blieb aber noch einen Moment auf der Treppe vor dem Eingang stehen.</p><p>Leise sagte er:</p><p>�Na gut, vorbei, das war�s, das Leben. Man h�tte es w�rdiger haben k�nnen, aber man muss es halt nehmen, wie es kommt. . .�</p><p>Anscheinend hatte Matwej Benzionowitsch das starke Bed�rfnis, mit irgendjemandem zu reden, und mangels eines Gespr�chspartners hielt er nun hilfsweise Zwiesprache mit sich selbst. Aber nicht alles, was er dachte, sagte er laut, vielmehr kamen immer nur einzelne Gedankenfetzen heraus, ohne sichtbaren logischen Zusammenhang.</p><p>Zum Beispiel murmelte er:</p><p>�Ein Rubel, elf Kopeken. Was f�r ein Preis.�</p><p>Und l�chelte still.</p><p>Schaute nach links und nach rechts. Die Stra�e war voller Passanten.</p><p>�Gleich hier, meinst du?�, fragte Berditschewski, obwohl doch gar niemand in der N�he war.</p><p>Ihn fr�stelte. Aber sofort erschien ein verlegenes L�cheln auf seinem Gesicht. Dann wandte er sich nach rechts.</p><p>Seine n�chste Bemerkung war noch seltsamer:</p><p>�Ich frage mich, ob ich wohl bis zum Platz komme.�</p><p>Ohne Eile spazierte er in Richtung Isaaks-Kathedrale. Verschr�nkte die Arme �ber der Brust und genoss den Anblick der gl�nzenden Pflastersteine, der schillernden Kupferkuppel der Kirche, eines Taubenschwarmes, der �ber ihm am Himmel kreiste.</p><p>Fl�sterte:</p><p>�Merci. Es war sch�n.�</p><p>Matwej Benzionowitsch schien irgendetwas oder irgendjemanden zu erwarten. F�r diese Vermutung sprach auch der folgende Satz, den er von sich gab:</p><p>�Na, wie lange soll das noch dauern? Langsam finde ich es direkt unh�flich.�</p><p>Was er allerdings als unh�flich empfand, und warum, bleibt ein Geheimnis, denn genau in diesem Augenblick stie� ein kr�ftig gebauter junger Mann, der mit unbekanntem Ziel das Trottoir entlangeilte, in vollem Lauf mit dem Wirklichen Staatsrat zusammen. Der robuste Bursche � er trug ein gestreiftes Jackett � entschuldigte sich im �brigen h�flich, ja er hielt Berditschewski (der einen kleinen, erschrockene Hickser getan hatte) sogar einen Moment besorgt an der Schulter, l�pfte dann seinen Strohhut und trabte weiter.</p><p>Berditschewski stand noch einen Augenblick so da, ein L�cheln auf den Lippen, wankte einmal kurz und sackte pl�tzlich in sich zusammen. Das L�cheln wurde noch breiter, und so erstarrte es, w�hrend die braunen Augen ruhig in eine Pf�tze schauten, die in allen Regenbogenfarben schillerte.</p><p>Eine Menschenmenge sammelte sich um den am Boden Liegenden � man war best�rzt, man k�mmerte sich, rieb seine Schl�fen und so weiter, und inzwischen schritt der kr�ftige junge Mann hurtig die Stra�e entlang und betrat das Postamt durch den Diensteingang.</p><p>Der Telegrafenbeamte erwartete ihn.</p><p>�Wo?�, fragte der Gestreifte.</p><p>Man �bergab ihm das Telegrammformular mit der Sawolshsker Adresse.</p><p>Der Gestreifte kannte offenbar bereits den Inhalt der Depesche, er nahm wortlos das Blatt entgegen, faltete es sorgf�ltig zusammen und steckte es in seine Tasche.</p></section><section><title><p><strong>XV</strong></p><p><strong>Vollmond</strong></p></title><p><strong>Im Garten und um den Garten herum</strong></p><p>Vor dem Jaffa-Tor befahl Pelagia, nach rechts abzubiegen. Sie umfuhren die Altstadt im S�den durch die Senke des Kidrontals.</p><p>Rechts leuchteten wei� die Grabmale des j�dischen Friedhofs auf dem �lberg. Von weitem sah er aus wie eine riesige steinerne Stadt. Aber Polina Andrejewna hatte kaum einen Blick f�r diese weltber�hmte Nekropole, deren Bewohner am Tage des J�ngsten Gerichtes als Erste auferstehen w�rden. Der ersch�pften Reisenden war jetzt nicht nach Heiligt�mern und Sehensw�rdigkeiten zumute. Der runde Mond stand schon ziemlich hoch, und die Nonne f�rchtete, zu sp�t zu kommen.</p><p>�Wenn wir in f�nf Minuten nicht dort sind, wird es nichts mit den zweihundert Franken�, rief sie ungeduldig und boxte den Kutscher in den R�cken.</p><p>�Und was ist mit Heiraten?� Salach drehte sich um.</p><p>�Wie oft soll ich�s dir noch sagen, ich habe schon einen Br�utigam, noch einen brauche ich nicht. Beeil dich, sonst bekommst du kein Geld.�</p><p>Der Pal�stinenser war gekr�nkt, nichtsdestotrotz trieb er die Pferde zur Eile an.</p><p>Der Hantur polterte �ber eine Br�cke und bog nach rechts in eine steil ansteigende Gasse ein.</p><p>�Da ist er, dein Garten�, brummte Salach und zeigte auf einen Zaun mit einer kleinen Pforte darin. �F�nf Minuten noch nich um.�</p><p>Mit pochendem Herzen schaute Pelagia auf den Eingang zum heiligsten aller irdischen G�rten.</p><p>Auf den ersten Blick war nichts Besonderes an ihm zu erkennen: ein paar dunkle Baumkronen und dahinter die Kuppel einer Kirche.</p><p>War Immanuel schon dort oder noch nicht?</p><p>Vielleicht war ja auch alles ein Irrtum?</p><p>�Warte hier�, fl�sterte Pelagia und trat durch die Pforte in den Garten.</p><p>Wie klein er doch war! H�chstens f�nfzig Schritte vom einen Ende bis zum anderen. In der Mitte ein verwahrloster Brunnen, ein Dutzend knorrige, krumme B�ume. Die Olivenb�ume sollen unsterblich sein, sagt man. Jedenfalls k�nnen sie mindestens zwei � oder dreitausend Jahre alt werden. Sollte also wom�glich einer dieser B�ume den Verrat des Judas miterlebt haben? Bei diesem Gedanken krampfte sich ihr das Herz zusammen.</p><p>Aber noch beklommener wurde es ihr zumute, als sie sah, dass au�er ihr kein Mensch in dem Garten war. Der Mond leuchtete so hell, dass man sich unm�glich verstecken konnte.</p><p>Ich darf nicht die Hoffnung verlieren, versuchte sie sich zuzureden. Vielleicht bin ich ja doch zu fr�h gekommen.</p><p>Sie trat wieder auf die Stra�e hinaus und sagte zu Salach:</p><p>�Lass uns dort hinunterfahren und warten.�</p><p>Salach lenkte die Pferde zur�ck zur Stra�e, bis zu einer Stelle, wo eine eingest�rzte Mauer eine Art H�hlung bildete, die von tief herabh�ngenden �sten verschattet wurde. Hier war der Hantur f�r jeden unsichtbar, der nicht wusste, dass er dort stand.</p><p>Fl�sternd fragte Salach:</p><p>�Und auf wen warten wir, hm?�</p><p>Statt einer Antwort bedeutete sie ihm nur mit einer unwirschen Geste, er solle schweigen.</p><p>Seltsam, aber in diesem Augenblick hatte Pelagia keinen Zweifel mehr daran, dass Immanuel kommen w�rde. Doch ihre Aufregung wurde dadurch nicht geringer, sondern nahm im Gegenteil von Minute zu Minute zu.</p><p>Die Lippen der Nonne formten ein lautloses Gebet: �Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr der Heerscharen! Meine Seele lechzt, ja verzehrt sich nach den Vorh�fen des Herrn. Mein Herz, mein ganzer Leib jubelt dem lebendigen Gott entgegen . . .� Die Worte kamen ganz von selbst, ohne Beteiligung ihres Verstandes, und erst als sie fl�sterte: �Wahrlich, lieber ein Tag in deinen Vorh�fen als tausend in meiner Freiheit. Lieber auf der Schwelle liegen am Hause meines Gottes als in den Zelten des Frevels wohnen!�, begriff sie, dass sie ein Gebet f�r den �bergang irdischen Lebens in die Ewigkeit sprach.</p><p>Ein Zittern �berlief sie.</p><p>Warum gab ihr ihre Seele jetzt gerade diesen Psalm ein, der f�r einen Menschen bestimmt ist, der an der Schwelle des Todes steht?</p><p>Aber bevor Schwester Pelagia ein anderes, freundlicheres Gebet sprechen konnte, bog jemand von der Stra�e her in die bucklige Gasse ein � eine Gestalt in langem Gewand, mit einem Stab in der Hand.</p><p>Mehr konnte die Nonne nicht sehen, denn in diesem Augenblick verschwand der Mond hinter einer Wolke, und es wurde stockfinster.</p><p>Der Wanderer ging ganz nahe an ihr vorbei, keine f�nf Schritte entfernt, aber die Nonne erkannte trotzdem nicht, ob es der war, auf den sie wartete.</p><p>Sie beobachtete, ob er in den Garten eintrat oder nicht.</p><p>Er trat ein.</p><p>Also war er es!</p><p>In dieser Sekunde befreite sich auch der Mond aus seiner kurzen Gefangenschaft, und Pelagia sah die zerzausten, bis auf die Schultern fallenden Haare, das wei�e Hemd und den dunklen G�rtel.</p><p>�Er ist es!�, rief sie laut und wollte gerade losst�rzen, um ihm in den Garten zu folgen, aber da geschah etwas Unvorhergesehenes.</p><p>Jemand ergriff ihren Arm und drehte ihn mit einem Ruck auf den R�cken.</p><p>Pelagia und Salach hatten sich so sehr auf den Mann mit dem Stab konzentriert, dass sie nicht gemerkt hatten, wie sich noch eine weitere Gestalt heranschlich.</p><p>Es war ein Mann von Furcht erregendem Aussehen: breite Schultern, ein flaches, grobes Gesicht und ein m�chtiger Bart. Der Kolben eines Karabiners ragte hinter seinem R�cken hervor, um den Kopf hatte er ein arabisches Tuch gebunden.</p><p>Mit einer Hand hielt der Unbekannte Salach am Kragen, mit der anderen umklammerte er Pelagias Ellenbogen.</p><p>�Was seid ihr f�r welche?�, zischte er auf Russisch. �Warum versteckt ihr euch? Habt ihr was gegen ihn im Sinn?�</p><p>Anscheinend bemerkte er erst jetzt, dass er eine Frau vor sich hatte, und lie� Pelagias Ellenbogen los, aber daf�r packte er den Pal�stinenser jetzt mit beiden H�nden und hob ihn fast vom Boden hoch.</p><p>�Wir sind Russen, Russen�, stammelte Salach erschrocken.</p><p>�Na und?�, knurrte der schreckliche Mensch. �Alle wollen ihm B�ses, auch die Russen! Was macht ihr hier? Habt ihr ihm aufgelauert? Sagt die Wahrheit, sonst. . .�</p><p>Und er schwenkte eine so gewaltige Faust, dass der arme Pal�stinenser erschrocken die Augen zukniff.</p><p>Pelagia, die sich von ihrem ersten Schreck erholt hatte, sagte schnell:</p><p>�Ja, wir haben auf Immanuel gewartet. Ich muss mit ihm reden, ich habe eine wichtige Nachricht f�r ihn. Und Sie . . . Wer sind Sie? Sie sind ein �Findelkind�, stimmt�s?�</p><p>�Die �Findelkinder�, die retten ihre Seele�, sagte der B�rtige mit unverhohlener Geringsch�tzung. �Aber ich muss ihn retten. Meine Seele, da kann ich drauf pfeifen . . . Aber er muss leben. Und du, wer bist du?�</p><p>�Ich hei�e Schwester Pelagia, ich bin eine Nonne.�</p><p>Die Reaktion, die auf diese harmlose Bemerkung folgte, war vollkommen �berraschend. Der Unbekannte schleuderte Salach zu Boden und packte die Nonne am Hals.</p><p>�Eine Nonne! Eine schwarze Kr�he! Hat er dich geschickt, das Klapperger�st? Er war�s, wer denn sonst! Los, rede, sonst schneid ich dir den Hals durch!�</p><p>Vor Pelagias schreckensbleichem Gesicht blitzte ein Messer auf.</p><p>�Wer ist �er�?�, keuchte die Schwester. Sie verstand �berhaupt nichts mehr.</p><p>�L�ge nicht, du Schlange! Der Oberste von eurer ganzen Kirchenbrut! Alle spionieren sie f�r ihn rum, schleichen ihm �berallhin nach!�</p><p>Der Oberste der ganzen Kirchenbrut, also ein geistlicher W�rdentr�ger?</p><p>�Sie meinen den Oberprokuror Pobedin?�</p><p>�Aha!�, rief der B�rtige triumphierend. �Du gibst es zu! Bleib liegen!� Er trat nach Salach, der versuchte, sich aufzusetzen. �Ich habe Manuila schon einmal vor diesem alten Blutsauger gerettet, und ich rette ihn immer wieder!� Er fletschte die Z�hne zu einem schiefen Grinsen. �Na, sag schon, bestimmt hat er den guten alten Trofim Dubenko in guter Erinnerung behalten, der Konschtintin Petrowitsch, he?�</p><p>�Wen?�, kr�chzte Pelagia.</p><p>�Hat er dir nich erz�hlt, wie er ihn, den heiligen Mann, ins Loch gesteckt hat, wegen Klauen? Wo er doch unschuldig war? Und mich hat er als Wache aufgestellt. Wie viel Jahre hab ich dem Konschtintin Petrowitsch als Kettenhund gedient! Und der h�tt mich auch verrecken lassen wie so�n Hund, da w�r ich nie ein richtiger Mensch geworden! �Trofimuschka, sagt er zu mir, pass mal gut auf diesen Dieb und St�renfried auf, der is gef�hrlich. Den Polizeiwachen, den vertrau ich nich. Lass kein an ihn ran und dass keiner mit ihm redet, und morgen fr�h kommt er dann gleich weg in die Festung Schlisselburg.��</p><p>Von dieser Geschichte hatte ihr Dolinin erz�hlt, erinnerte sich Pelagia. Angeblich hatte Manuila dem Oberprokuror eine goldene Uhr gestohlen, und Konstantin Petrowitsch hatte ihm gro�m�tig vergeben und ihm die Freiheit geschenkt. Dabei war es in Wirklichkeit also gerade umgekehrt gewesen! Der weise Oberprokuror hatte den herumvagabundierenden Propheten offenbar f�r eine ernsthafte Gefahr gehalten, hatte ihn auf dem n�chsten Polizeirevier einsperren lassen und zur Sicherheit einen seiner pers�nlichen Handlanger vor der Zelle postiert. Sp�ter h�tte er dann daf�r gesorgt, dass der Prophet in ein sicheres Gewahrsam gebracht wurde, man kannte ja Pobedins M�glichkeiten.</p><p>�Sie haben Immanuel nicht mit den anderen W�chtern sprechen lassen, aber Sie selbst haben mit ihm geredet, stimmt�s?�, sagte die Schwester. Sie sprach es nicht wie eine Frage aus, sondern wie eine Feststellung. �Bitte lassen Sie meinen Hals los. Ich will Ihnen nichts B�ses.�</p><p>�Ja, wir haben geredet. So hat noch keiner mit mir geredet. Konschtintin Petrowitsch, der kann quatschen wie der Herrgott selber, aber gegen Manuila ist das blo� wie Dampf von �nem Haufen Pferdemist.�</p><p>Trofim Dubenko hielt seine Hand immer noch am Hals der Nonne, aber der Druck seiner Finger hatte nachgelassen, und auch die andere Hand mit dem Messer hatte sich gesenkt.</p><p>�Wie haben Sie es denn geschafft, den H�ftling aus dem Polizeirevier herauszubringen?�</p><p>�Ganz einfach. Nachts sa� da immer blo� ein Uniformierter an der T�r. Dem hab ich eins mit der Faust auf die R�be gegeben, und weg war er. Dann hab ich zu Manuila gesagt: Ich komm mit, ich folg dir bis ans Ende der Welt, weil du selbst nich aufpassen kannst auf dich. Allein gehst du versch�tt da inne Welt, aber du musst leben bleiben und mit den Leuten reden. Aber er hat mich nich mitgenommen. Nein, sagt er, das geht nich, ich muss alleine sein. Aber du brauchst um mich keine Angst ham, sagt er, weil Gott h�tet mich. Na, wenn er nich will, denk ich, zwingen kann ich ihn nich. Also bin ich nicht mitgegangen, sondern hinter ihm her. Wo er hin is, bin ich auch hin. Gott passt auf, sagt er, na ja, kann sein, kann aber auch nich sein, doch der Trofim Dubenko, der is immer da, auf den is Verlass. Durch ganz Russland sind wir schon, und dann �bern Ozean, und durchs Heilige Land, monatelang. Er ist ein seliger Mensch, kein Argwohn hat er in sich drinne. Kannst mir glauben, die halbe Erde rum bin ich ihm nach, und er merkt nichts. Man darf ihm nich vor die Augen komm�, das is der ganze Kniff. Wei�t du, wie er geht? Der kuckt nie hinter sich, geht einfach so mit sei�m Stock und kuckt nich mal auf�n Weg. Blo� nach vorn und nach oben, in�n Himmel. Kuckt die ganze Zeit in die Gegend, dreht den Kopf nach hier, nach da. Ich sag�s dir, ein Seliger.�</p><p>Aus seiner Stimme klangen Bewunderung und Z�rtlichkeit, und Pelagia erinnerte sich pl�tzlich an das �Wunder�, von dem Malke erz�hlt hatte.</p><p>�Sagen Sie mal, waren Sie das etwa, der den Beduinenr�uber get�tet hat, in den Jud�ischen Bergen?�</p><p>�Den mit dem S�bel? Das war ich. Den hab ich mit dem Karabiner hier umgepustet. Feines Ding, hab ich in Jaffa gegen meine Uhr eingetauscht. Ein Geschenk von Konschtintin Petrowitsch war das, f�r treue Dienste. Aber da pfeif ich drauf, auf die Dienste, und auf ihn auch, dieses Gerippe, samt seiner gammligen Uhr! Manuila zieht jeden Tag irgendein Unheil an. W�re nicht Trofim Dubenko gewesen, er w�r schon l�ngst unter der Erde�, r�hmte sich der B�rtige. Pl�tzlich stockte er. �Ach, du bist mir eine Raffinierte! Schau an, wie du mir die Zunge gel�st hast. Ich hab schon so lange kein Russisch mehr gesprochen, da kommt es eben alles raus. Also rede, kommst du von Pobedin oder nicht?�</p><p>Und er fuchtelte schon wieder mit dem Messer.</p><p>�Nein, ich komme von niemandem. Und ich will Immanuel . . . Manuila nichts B�ses. Im Gegenteil, ich will ihn warnen.�</p><p>Trofim Dubenko schaute sie unverwandt an. Dann sagte er:</p><p>�Lass mal sehn!�</p><p>Und er tastete sie mit seinen Riesenpranken nach Waffen ab. Pelagia hob die Arme hoch und lie� es geschehen.</p><p>�Na gut�, sagte er schlie�lich. �Geh. Aber allein, der da bleibt hier. Und du musst mir versprechen: kein Wort �ber mich. Nich dass er mich wegjagt! Ohne ein�, der aufpasst, kann er nich sein.�</p><p>�Ich verspreche�, nickte die Schwester.</p><p>Im ersten Moment dachte sie wieder, es sei kein Mensch in dem Garten.</p><p>Sie ging von einem Ende zum anderen und schaute sich um, aber sie sah niemanden. Verwirrt blieb sie stehen. Da erklang aus der Mitte des Gartens eine sanfte Stimme, die sie in einer ihr unbekannten Mundart ansprach.</p><p>Jetzt erst bemerkte sie die Gestalt, die bei dem alten Brunnen im Grase sa�.</p><p>�Wie bitte?�, stammelte sie erschrocken.</p><p>�Bist du �ussin?�, fragte die Stimme. �Ich habe gef�agt, was du suchst. Oder wen?� Er verschluckte beim Sprechen das �R�, nach Art kleiner Kinder.</p><p>�Was tun Sie dort?�, fragte Pelagia.</p><p>Der Mann sa� regungslos auf der Erde, von Mondlicht �bergossen. Sie musste ganz nah an ihm vorbeigegangen sein, ohne ihn bemerkt zu haben.</p><p>Mit z�gernden Schritten ging sie auf ihn zu. Sie sah ein hageres Gesicht mit weit ge�ffneten Augen, einen zotteligen Bart und einen vorstehenden Adamsapfel. Die Augenbrauen sa�en sehr weit oben, wie in st�ndiger Bereitschaft zu freudigem Erstaunen. Seine Haare waren nach b�uerlicher Art geschnitten und lagen wie ein Helm um seinen Kopf, waren aber seit mindestens einem halben Jahr nicht mehr gestutzt worden, sodass sie ihm jetzt fast bis auf die Schultern hingen.</p><p>�Ich warte�, antwortete Manuila-Immanuel. �De� Mond steht noch nicht ganz in de� Mitte des Himmels, im Zenit, hei�t das. Man muss noch ein bisschen wa�ten.�</p><p>�Und . . . was ist dann, wenn der Mond im Zenit steht?�</p><p>�Dann stehe ich auf und gehe do�thin.� Er zeigte auf die hinterste Ecke des Gartens.</p><p>�Aber da ist doch nur der Zaun.�</p><p>Der Prophet drehte sich um, als k�nnte jemand sie belauschen, und erkl�rte, die Stimme zu einem verschw�rerischen Fl�stern gesenkt:</p><p>�Ich hab ein Loch �eingemacht, als ich das letzte Mal hie� wa�. Ein B�ett ist locke�, man kann du�chk�iechen und dann �be� den Hof des Koste�s zum Be�g �auf.�</p><p>�Und warum kann man nicht die Stra�e benutzen? Die f�hrt doch auch auf den Berg?�, fragte Pelagia ebenfalls im Fl�sterton.</p><p>Er seufzte.</p><p>�Das wei� ich auch nicht. Ich hab es schon ve�sucht, es geht nicht. Wahrscheinlich muss eben alles genau so sein wie damals. Abe� das Wichtigste ist nat��lich, dass Vollmond ist. Das hatte ich n�mlich ve�gessen, abe� jetzt ist es mi� wiede� eingefallen. F��her wa� das Passahfest immer an Vollmond, das haben die Juden heute alles du�cheinande� geb�acht.�</p><p>�Was haben sie durcheinander gebracht?�, fragte Pelagia mit gerunzelter Stirn und bem�hte sich vergeblich, hinter den Sinn seiner Worte zu kommen. � Warum muss unbedingt Vollmond sein?�</p><p>�Ich sehe, du bist he�gekommen, um mit mi� zu �eden�, sagte Immanuel pl�tzlich, ��ede!�</p><p>Pelagia erschrak. Woher wusste er das?</p><p>Der Prophet stand auf und schaute ihr ins Gesicht. Er war einen ganzen Kopf gr��er als Pelagia. In seinen Pupillen gl�nzte das Mondlicht.</p><p>�Du willst mich vo� etwas p��ventie�en�, sagte er und kniff die Augen zusammen, so als l�se er etwas ab und k�nnte wegen der Dunkelheit nur schlecht sehen.</p><p>�Wie?�</p><p>�Du hast mich lange gesucht, weil du mich vo� einem Unheil p��ventie�en willst. Ode� vo� etwas, das du f�� ein Unheil h�ltst. O ja, es wi�d bestimmt seh� inte�essant sein, mit di� zu �eden. Abe� jetzt ist es Zeit, ich muss los. Wenn du willst, komm mit mi�. Wi� k�nnen ja unte�wegs �eden.�</p><p>Er bedeutete ihr, ihm zu folgen, und ging voran, quer durch den Garten bis zum Zaun.</p><p>Eines der Bretter war tats�chlich nur noch am oberen Nagel befestigt. Immanuel schob es zur Seite und zw�ngte sich durch den entstandenen Spalt.</p><p>Pelagia folgte ihm, seltsam willenlos.</p><p>Sie durchquerten den dunklen Hof eines Klosters und traten durch eine Pforte in die dahinter liegende Gasse. Die ganze Zeit ging es ununterbrochen bergan.</p><p>Zu beiden Seiten des Weges standen armselige arabische H�tten. Nirgends brannte ein Licht. Einmal schaute die Nonne zur�ck und erblickte auf der gegen�berliegenden Seite den Tempelberg, auf dem die Omarmoschee wie ein Sahneh�ubchen thronte. Das mondbeschienene Jerusalem wirkte genauso tot wie der j�dische Friedhof.</p><p>Pl�tzlich fiel ihr ein, dass sie Manuila ihren Namen nicht genannt hatte, und sie sagte:</p><p>�Ich hei�e Pelagia, ich bin eine Nonne . . .�</p><p>�Ah, eine B�aut Ch�isti!�, entgegnete Immanuel l�chelnd. �De� Sohn Gottes hat so viele B��ute! Meh� als de� t��kische Sultan. E� h�tte ja wenigstens eine f�agen k�nnen, ob sie ihn hei�aten will.�</p><p>Der gottesl�sterliche Scherz ber�hrte Pelagia unangenehm, er st�rte die mystische Stimmung, die unter dem Einfluss des Mondlichts und des besonderen Ortes entstanden war.</p><p>Eine Weile stiegen sie schweigend bergan. Es ist Zeit, ihm alles zu erkl�ren, dachte die Schwester und begann zu sprechen, ein wenig k�hl und distanziert, weil sie seinen Scherz �ber die Br�ute Christi noch nicht verdaut hatte.</p><p>�Ich habe eine schlechte Nachricht f�r Sie. Sie befinden sich in Lebensgefahr. Sie haben machtvolle Feinde, die Sie umbringen wollen und die vor nichts zur�ckschrecken. Auch wenn Sie Russland verlassen haben, das hindert Ihre Feinde nicht. . .�</p><p>�Feindschaft ist eine wechselseitige Substanz�, unterbrach sie der Anf�hrer der �Findelkinder� unbek�mmert. �Wenn ich niemandes Feind bin, kann ich auch keine Feinde haben. Meine� Meinung nach ist das ganz logisch. Die Leute, von denen du sp�ichst, t�uschen sich, wenn sie denken, dass ich ihnen ein Leid antun k�nnte. Ich w��de ge�n mit ihnen �eden und alles e�kl�en. Ich we�de unbedingt mit ihnen �eden � wenn es heute wiede� nicht klappt. Abe� wenn es heute klappt, dann we�de ich nicht meh� hie� sein, und dann we�den sie sich be�uhigen.�</p><p>�Wenn was klappt?�, fragte Pelagia irritiert.</p><p>�Ich w��de es di� ja e�kl�en, abe� du w��dest mi� sowieso nicht glauben.�</p><p>�Ach, Ihre Feinde werden Sie gar nicht anh�ren! Sie wollen nur Ihren Tod! Diese Leute t�ten jeden, der ihnen im Wege steht! Ohne mit der Wimper zu zucken! Und es liegt ihnen sehr, sehr viel daran, Sie zu vernichten.�</p><p>Der Prophet sah sie einen Moment an, aber nicht erschrocken, sondern eher verbl�fft, als habe er nicht ganz verstanden, warum sie sich so aufregte.</p><p>�Pssst!�, fl�sterte er und legte den Finger auf die Lippen. �Wi� sind da. Und de� Mond steht ge�ade genau im Zenit.�</p><p>Er stie� die Fl�gel eines halb vermoderten Tores auf, und sie betraten einen mit welkem Gras �berwucherten Hof. Pelagia bemerkte im Hintergrund eine H�tte mit flachem, eingesunkenem Dach.</p><p>�Wessen Haus ist das?�, fragte sie leise.</p><p>�Ich wei� nicht. Hie� haust niemand meh�. Ich f��chte, hie� ist ein Ungl�ck geschehen, ich sp��e so etwas . . .�</p><p>Immanuel durchlief ein Fr�steln, und er umfasste seine Schultern.</p><p>Die verfallene H�tte interessierte Pelagia nicht im Geringsten. Sie empfand Verdruss und �rger. Wie lange hatte sie nach diesem Menschen gesucht, wie viel Kraft hatte sie das gekostet, und er wollte ihr nicht einmal zuh�ren.</p><p>�Vielleicht denken Sie ja, dass Sie der Gefahr entkommen sind, weil Sie Russland verlassen haben?�, begann die Nonne zornig. �Von wegen! Sie werden Sie auch hier finden! Ich glaube, ich wei�, von wem die Gefahr ausgeht, obwohl es ganz unglaublich klingt. . . Und dann, warum ist er nur so besessen hinter Ihnen her? Das hei�t, ich habe schon eine Vermutung, aber die ist derart. . .�</p><p>Pelagia verhaspelte sich. Sie betrachtete die ulkige Gestalt des Propheten, der jetzt auf einem Bein balancierte (mit dem anderen kratzte er sich die Wade), und war drauf und dran, ihre Vermutung tats�chlich als blanken Unsinn abzutun.</p><p>�Nein, Pobedin ist einfach verr�ckt. . .�, stammelte sie.</p><p>�Ich ve�stehe nicht, was du meinst�, sagte Immanuel. Er legte seinen Stab aus der Hand, hob ein St�ck Holz von der Erde auf und fegte damit einen Haufen Unrat beiseite � �ste, Scherben, Erdklumpen flogen in alle Richtungen. �Das Wichtigste hast du mi� nicht gesagt.�</p><p>�Das Wichtigste?�, fragte Pelagia verwundert, w�hrend sie seinem seltsamen Gebaren zuschaute.</p><p>Unter dem Unrat kamen ein paar alte Holzbretter zum Vorschein, die Immanuel sogleich auseinander schob. Eine schwarze �ffnung wurde sichtbar.</p><p>�Was ist das, ein unterirdischer Gang?�</p><p>Immanuel stieg vorsichtig in die �ffnung und holte dabei etwas aus seinem Schultersack hervor.</p><p>�Nein, das ist eine G�uft, eine H�hle. Hie� sind Menschen beg�aben, die vo� seh� lange� Zeit lebten, vo� zweitausend Jah�en, vielleicht noch meh�. Wei�t du, was �Aeneolithikum� bedeutet? Und �Chalkolithikum�?�, fragte er, die klangvollen Worte feierlich aussprechend.</p><p>Pelagia hatte schon von den altj�dischen Grabst�tten gelesen. Alle H�gel um das alte Jerusalem herum waren von Kavernen ausgeh�hlt, in denen man einst die Toten bestattete. Es war also nicht weiter erstaunlich, in diesem Hof eines verlassenen Bauernhauses eine solche Gruft zu finden. Aber was wollte Immanuel hier?</p><p>Jetzt riss er ein Streichholz an und entz�ndete einen zusammengedrehten, �lgetr�nkten Lappen.</p><p>Aus der Gruft schaute ein b�rtiges Gesicht zu Pelagia empor, von purpurroten Flammen erhellt. Sofort wurde die Nacht um sie herum tiefschwarz.</p><p>�Es wi�d Zeit f�� mich�, sagte Immanuel. �Abe� ich sehe, dass du mich etwas f�agen willst und dich nicht t�aust. Hab keine Angst, f�ag mich. Wenn ich di� antwo�ten kann, we�de ich di� die Wah�heit sagen.�</p><p>Dort unten ist eine H�hle, durchfuhr es Pelagia pl�tzlich. Eine H�hle!</p><p>Die Nonne verga�, dass sie sich geschworen hatte, niemals wieder unterirdische Grotten zu betreten.</p><p>�Darf ich mitkommen? Bitte!�</p><p>Immanuel sah zum Mond auf, der genau in der Mitte des Himmels stand.</p><p>�Wenn du mi� ve�sp�ichst, dass du bald gehst und d�au�en nicht auf mich wa�test.�</p><p>Pelagia nickte, und er reichte ihr die Hand.</p><p>Der Einstieg war zun�chst sehr eng, und die Stufen, die sie unter ihren F��en sp�rte, waren teilweise vom Alter zerbr�ckelt, aber ohne Zeichen von Abnutzung. Doch wer h�tte sie auch abnutzen sollen?</p><p>Als sie am Ende der Treppe angekommen waren, hob Immanuel die Hand mit der Lappenfackel in die H�he, und man sah, dass sie sich in einer ziemlich ger�umigen Gruft befanden. In den W�nden um sie herum g�hnten dunkle Nischen, deren Inhalt man allerdings bei dem tr�ben Licht nicht erkennen konnte. Der Prophet wandte sich zu Pelagia und sagte:</p><p>�Jetzt stell deine F�age, und dann geh.�</p><p>Pl�tzlich bewegten sich seine ohnehin schon sehr hoch sitzenden Brauen noch ein St�ck h�her, fast bis zum Haaransatz, und er schaute �ber sie hinweg, als gebe es hinter ihr etwas Interessantes zu sehen.</p><p>Aber Pelagia achtete nicht darauf, sie holte tief Luft, um ihre Aufregung zu bek�mpfen, griff sich unwillk�rlich an die Schl�fe und stellte mit zitternder Stimme ihre Frage.</p><p><strong>Der Krug geht zum Brunnen</strong></p><p>Als der Hantur am Jaffa-Tor anlangte und nach rechts abbog, war Jakow Michailowitsch sofort klar, dass sie die Stadtmauer umfahren wollten. Da konnten sie ihm nicht entwischen, er hatte also Zeit, rasch ein Telegramm nach Petersburg zu expedieren. Seit �ber einer Woche hatte er sich nicht mehr gemeldet, das war nicht gut. Gerade eben war er an einem Telegrafenamt vorbeigekommen, das rund um die Uhr ge�ffnet hatte, da war es ihm wieder eingefallen.</p><p>Jakow Michailowitsch vollbrachte ein wahres Wunder an Fixigkeit. Innerhalb von zwei Minuten war die vorbereitete Depesche durch das Fenster geschoben und bezahlt.</p><p>Das Telegramm hatte folgenden Inhalt: �Bekomme heute zwei Ladungen. Nifontow.� Nifontow � das war die vereinbarte Unterschrift, solange der Auftrag noch nicht erledigt war. Sobald die Arbeit getan war, konnte man in das Telegramm reinschreiben, was einem grad einfiel, blo� die Unterschrift musste dann immer �Xenofontow� lauten. Der, der�s verstehen sollte, verstand.</p><p>Jakow Michailowitsch (zurzeit noch im Status eines Nifontow) hatte alles tadellos erledigt: Er hatte seinen Bericht abgeschickt und anschlie�end den Hantur eingeholt � und zwar in der N�he einer Schlucht mit Namen Gehenna, jenem Ort, wo nach dem Bericht des heiligen Apostels der �Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt�. In diese Schlucht pflegten die Bewohner des alten Jerusalem die Leichen der Hingerichteten zu werfen und anschlie�end ihren Unrat �ber ihnen abzuladen, und damit von dieser M�llgrube aus keine Seuchen auf die Stadt �bergriffen, lie�en sie dort Tag und Nacht Feuer brennen.</p><p>So ist es, das ganze menschliche Leben, seufzte Jakow Michailowitsch und trieb sein Pferd an. Wir leben in einer Jauchegrube und besudeln unsere Mitmenschen, und wenn du verreckst, wirst du mit Schei�e zugesch�ttet und obendrein in Brand gesetzt, damit du nicht stinkst. Solcherart unerfreuliche Philosophierereien gingen ihm durch den Kopf.</p><p>Es war Vollmond und kaum ein W�lkchen am Himmel zu sehen � ganz vorz�glich, besser konnte es nicht sein. Diese ganze Reise, so langwierig und m�hsam sie auch war, stand irgendwie unter einem guten Stern. Er h�tte schon gleich zu Beginn in Jerusalem die Spur verlieren k�nnen, oder am Berg Megiddo, oder in Sodom, aber Flei� und Gl�ck hatten ihm jedes Mal wieder aus der Klemme geholfen. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott, wie Jakow Michailowitsch immer sagte.</p><p>Die Sache ist so gut wie erledigt. Wenn der Rotfuchs den richtigen Riecher gehabt hat (und sie ist ja ein pfiffiges M�del), dann haben wir � schwupps � heute noch alles in trockenen T�chern, dann geben wir dem alten Trottel Nifontow den Laufpass und verwandeln uns in den glorreichen Xenofontow.</p><p>Fragt sich nur, was dabei herausspringt � immerhin ein ziemlich kniffliger Auftrag!</p><p>In der Regel erlaubte sich Jakow Michailowitsch nicht, �ber solche angenehmen Dinge nachzudenken, bevor die Arbeit getan war. Aber diese wunderbare mondhelle Nacht brachte einen in solch schw�rmerische Stimmung. Und das Ende stand ja auch unmittelbar bevor, das sp�rte Jakow Michailowitsch mit jeder Faser seines Leibes und mit allen seinen Sinnen.</p><p>Man hatte ihm fest versprochen, bei erfolgreicher Durchf�hrung des Auftrages ein gewisses Geschichtchen endg�ltig zu vergessen und s�mtliche Ermittlungsakten zu vernichten. Dann w�rde dieses Damoklesschwert nicht l�nger �ber seinem Sch�del baumeln, seine Weste w�re wieder wei� wie Schnee. Aber eigentlich, fand Jakow Michailowitsch, w�re ja wohl ein kleines Extra f�llig, in Form einiger kleiner Papierchen, zum Beispiel von der Sorte, die so angenehm knistert. Seine Intuition sagte ihm, dass diese Hoffnung nicht unbegr�ndet war, ganz und gar nicht unbegr�ndet. So, wie die hinter diesem Manuila her waren, die hohen Herrschaften! Wei� der Himmel, womit der ihnen die Suppe versalzen hatte. Aber das ging ihn ja letztlich einen feuchten Kehricht an.</p><p>Er versuchte mal grob zu �berschlagen, wie viel wohl f�r ihn herausspringen k�nnte � in bar gerechnet �, und fantasierte ein bisschen, was er mit dem Geld alles anstellen w�rde. Vielleicht ein H�uschen kaufen, irgendwo an der Ochta? Oder lieber in Zinspapieren anlegen? F�rs Altenteil war�s ja eigentlich noch ein bisschen fr�h. Und wenn diese gewisse Geschichte endlich ausgestanden war, konnte er zur Abwechslung ja mal f�r gerechten Lohn arbeiten, anstatt f�r schn�de Angst. Dann w�rde er mal den Ton angeben: Sind sie zu knauserig, bitte sehr, da hat der Zimmermann das Loch gelassen. Ein hoch qualifizierter Meister in delikaten Angelegenheiten wird immer gen�gend Auftraggeber finden. Wie viel h�tte man, zum Beispiel, f�r diese pal�stinensische Plackerei verlangen k�nnen, nach vollem Tarif? Inklusive dieser ganzen Seefahrerei und W�stendurchquererei und was sonst noch an Schindereien angefallen war?</p><p>In Jakow Michailowitschs Kopf purzelten die Nullen wild durcheinander, aber bevor er sie zu einer ordentlichen Wurst zusammenbinden konnte, musste er aufh�ren, weil der Hantur der Nonne von der Stra�e abbog, �ber eine Br�cke fuhr und in einer engen Gasse verschwand.</p><p>Er musste sehen, dass er hinterherkam.</p><p>Und wieder verhielt sich Jakow Michailowitsch taktisch vorbildlich � statt ebenfalls mit Get�se in die Gasse hinterherzurumpeln, fuhr er an der Abzweigung vorbei und hielt ein paar Schritte weiter an. Er hatte gut erkannt, dass die Spazierfahrt jetzt zu Ende war und es auf Schusters Rappen weitergehen w�rde.</p><p>Er stieg aus und klatschte der Bet-Kebirer Stute eins auf die Kruppe: Geh, wohin du willst, alter Einhufer, danke f�r deine Dienste, ich brauche dich nicht mehr. Den Wagen kannst du behalten.</p><p>Dann schielte er ganz vorsichtig um die Ecke.</p><p>Der Araber stand bei seinen Pferden, die Nonne war nirgends zu sehen. Kurz darauf jedoch kam sie aus einer kleinen Pforte herausmarschiert und sagte ein paar Worte zu ihrem Salach. Dann fuhren die beiden ein St�ck den Berg hinab und stellten den Hantur an einer schattigen Stelle unter, wo man ihn nicht mehr sehen konnte.</p><p>�h�, dachte Jakow Michailowitsch pfiffig. Sollte das etwa ein Hinterhalt sein?</p><p>Tch-jaah, tcha-hihaah . . .</p><p>Sein Handr�cken fing wie verr�ckt an zu jucken � er hatte eine irrsinnige Lust, seine Fingerkn�chel ordentlich knacken zu lassen. Aber jetzt durfte er auf keinen Fall Ger�usche machen.</p><p>Den geheimnisvollen Wanderer bemerkte er fr�her als die beiden.</p><p>Ein gro�er, hagerer Mann. Er lief im Schein des Mondlichts und stie� seinen Stab auf den Boden.</p><p>Das ist er, dachte Jakow Michailowitsch und verwandelte sich im selben Augenblick von Nifontow in Xenofontow. Alles Weitere war nur noch ein technisches Problem, mit anderen Worten � gar keins.</p><p>Er dr�ckte sich an den Zaun und wartete ab, bis Manuila in die Gasse eingebogen war.</p><p>Aber da stellte sich pl�tzlich ein Umstand ein, der zweifellos zur Kategorie der unangenehmen �berraschungen zu rechnen war.</p><p>Hinter dem Hauptobjekt, im Abstand von etwa f�nfzig Schritten, kam eine weitere Gestalt angeschlichen. Gerade jetzt versteckte sich der Mond wie aus b�ser Absicht hinter den Wolken, sodass er den unerw�nschten Gesellen nicht gleich in Augenschein nehmen konnte. Das Einzige, was er erkannte, war, dass er ein rechter B�r von einem Kerl war. Er ging auch wie ein B�r, mit schwerem, schaukelndem Gang, und vollkommen lautlos.</p><p>Was sind denn das f�r Neuigkeiten?</p><p>Ein Konkurrent?</p><p>Auf�s Schleichen verstand sich Jakow Michailowitsch jedenfalls nicht schlechter als dieser B�r. Also nichts wie hinterher � und immer an der Wand lang, immer an der Wand lang . . .</p><p>Was der Rotfuchs mit dem B�r zu besprechen hatte, konnte er nicht h�ren, aber es war ein ziemlich hitziges Gespr�ch. Die beiden kriegten ordentlich was ab, die Nonne und ihr Araber. Aber dann hatten sie sich wohl irgendwie miteinander arrangiert, der Rotfuchs huschte wieder durch jene Pforte, der B�renkerl blieb mit dem Kutscher zur�ck. Die beiden unterhielten sich �ber irgendwas.</p><p>Jakow Michailowitsch schlich n�her.</p><p>Das Gespr�ch wurde auf Russisch gef�hrt. Sieh an!</p><p>�. . . is ja verloren ohne �n Aufpasser�, h�rte er einen ged�mpften Bass. �Er is ja wie�n kleines Kind! So ein� kann man doch nich allein lassen.�</p><p>�Ich bin auch ein Aufpass�, antwortete der Araber wichtig. Ich aufpass sie. Die Frau! Hundert Mal schon w�re sie versch�ttet gelaufen ohne mich.�</p><p>�Klar, ein Weib ist ein Weib�, sagte der B�r verst�ndnisvoll.</p><p>Ach so, jetzt kapierte er, was das f�r einer war. Davon, dass Manuila einen Leibw�chter hatte, hatte man Jakow Michailowitsch kein Sterbensw�rtchen gesagt. Er wurde direkt ein wenig sauer auf seine Chefs. Mit so was treibt man keine Scherze, meine Herren, man muss doch schlie�lich wissen, woran man ist.</p><p>Jakow Michailowitsch konzentrierte sich. Das technische Problem war doch komplizierter, als er zun�chst gedacht hatte.</p><p>Er starrte in die Dunkelheit und versuchte, seinen Gegner zu taxieren.</p><p>Anscheinend recht kr�ftig und ziemlich gef�hrlich. Jakow Michailowitsch kannte diese robuste Sorte Mensch sehr gut, solche Burschen legt man nicht mit einem Schlag flach, die sind z�h. Bei so einem war h�chste Sorgfalt gefragt, dilettantisches Rumgehampel konnte er sich da nicht leisten.</p><p>Der Araber fiel nicht ins Gewicht: so ein spackes Kerlchen, und auch nicht grad ein gro�er Held, bei dem brauchte man nur mal kurz �Buh� machen. Jakow Michailowitsch hatte sich auf seinen Wanderungen an diesen kleinen Gro�kotz direkt gew�hnt, er hatte ihn geradezu lieb gewonnen. Ein richtig lustiger Bursche war das, grinste ununterbrochen �bers ganze Gesicht. Nachts hatte sich Jakow Michailowitsch manchmal ganz nah an den Hantur herangeschlichen und zugeh�rt, wie der Araber sang.</p><p>Er nahm sich vor, ihn nicht abzumurksen. W�re schade um ihn. Nat�rlich, erforderlichenfalls w�rde er ihn sofort abmurksen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Aber dieser Hasenfu� w�rde ihn ganz bestimmt nicht anschw�rzen, das sagte ihm die Psychologie � eine Wissenschaft, der Jakow Michailowitsch gro�en Respekt zollte.</p><p>Bei dem Araber kam es nur darauf an, ihm klarzumachen, dass er kein Geschrei veranstalten sollte. Aber so einfach war das auch wieder nicht. Eine Aufgabe mit zwei Unbekannten: Erstens � dem Araber den Mund stopfen, und zweitens � Meister Petz umlegen. Und das alles lautlos.</p><p>Er gr�belte und �berlegte eine halbe Minute, dann hatte er es.</p><p>Er schlich zur�ck bis zur Stra�e. Dort fand er einen h�bschen Kn�ttel, der aussah wie eine Speiche von einem gro�en Wagenrad, eineinhalb Arschin lang. Das Ende war gespalten, deshalb hatte man sie wohl weggeworfen. Das war genau das, was er brauchte.</p><p>Als Jakow Michailowitsch in die Gasse zur�ckkehrte, hinkte er. Sein R�cken war tief gebeugt, und die Beine schienen ihn kaum zu tragen, schwer st�tzte er sich auf seinen Stock. Dabei murmelte er unentwegt irgendetwas vor sich hin. Ein armer alter Kr�ppel, vor dem brauchte man doch wohl keine Angst haben!</p><p>Trotzdem drehten sich der B�r und der Araber sofort zu ihm und beobachteten ihn misstrauisch.</p><p>Jakow Michailowitsch hinkte unbeirrt weiter, und als er fast bei ihnen war, tat er, als habe er sie gerade erst bemerkt. Er lie� sogar einen kleinen erschrockenen Aufschrei h�ren � das sind doch hoffentlich keine b�sen Menschen?</p><p>Er schlurfte ganz nah heran und verbeugte sich. Mit der linken Hand st�tzte er sich auf den Stock, die rechte legte er nach Landessitte an Brust und Stirn.</p><p>Mit fistelnder, kl�glicher Stimme sagte er zu dem Araber:</p><p>�Dshamal li ballachi ibn churtut?�</p><p>Was er da gefragt hatte, wusste er selber nicht � wie denn auch, es war ja v�llig sinnloses Gebrabbel, aber der russische Petz w�rde es mit Sicherheit f�r irgendeinen arabischen Dialekt halten.</p><p>Der B�r lie� auch prompt die Schultern sinken und entspannte sich.</p><p>Daf�r wunderte sich Salach umso mehr.</p><p>�H�?�</p><p>Jakow Michailowitsch verbeugte sich nochmals, ganz langsam, schnellte dann wie eine Feder auseinander und knallte dem Araber mit den Fingerkn�cheln eins auf die Nase � knacks!</p><p>Der Schlag war kr�ftig gewesen, aber nicht zu kr�ftig, sonst h�tte es ihm wom�glich den Nasenknochen ins Hirn getrieben, und dann w�re er hin gewesen.</p><p>Salach schoss das Blut aus den Nasenl�chern, er fiel um und blieb reglos auf dem R�cken liegen � alles vollkommen lautlos, genau wie vorgesehen.</p><p>Und aus derselben Drehbewegung heraus griff Jakow Michailowitsch den B�ren an.</p><p>Der hatte gerade noch Zeit, den Mund aufzusperren. Meister Petz ist von Mutter Natur mit einer respektablen Figur ausgestattet, besitzt aber daf�r eine etwas verlangsamte Auffassungsgabe, wissenschaftlich �retardierte Reaktion� genannt. Doch die funktioniert nur in der allerersten Sekunde, man sollte also nicht allzu sehr auf diese Retardierung setzen. Einmal, gleich nachdem er aus dem Straflager gekommen war, aber noch w�hrend seiner Verbannung, hatte Jakow Michailowitsch gesehen, wie ein B�r in einem Fluss Fische fing. Ein Fischer mit seinem Fischspeer kann da nicht im Entferntesten mithalten. Auf keinen Fall darf man bei diesem Trampeltier tr�deln � wenn der aufwacht, hast du nicht mal Zeit zu niesen.</p><p>Und Jakow Michailowitsch tr�delte nicht. Er stie� das Ende seines Stockes in den vor Staunen weit offen stehenden Mund � mit solcher Kraft, dass die Z�hne splitterten. Das war erst mal, damit er nicht schrie.</p><p>In seinem linken �rmel trug Jakow Michailowitsch ein praktisches Messerchen, eine feine finnische Arbeit mit einer Feder. Er lie� die Klinge herausschnappen und stach zu � aber nicht ins Herz, o nein! So einen Burschen bringt man nicht zur Ruhe, indem man ihm so ein kleines Messerchen ins Herz st��t. Auch nicht in die Kehle, damit erzeugt man nur ein furchtbares R�cheln und Blubbern. Nein, er stach unter das Brustbein, dorthin, wo im Inneren des K�rpers der Schrei entsteht.</p><p>Tat �s und sprang sofort vier, f�nf Schritte zur�ck, damit er nicht in den W�rgegriff der ausgebreiteten Arme geriet.</p><p>Meister Petz riss sich den Stock aus dem Mund und schleuderte ihn fort. Das Blut sprudelte ihm �ber den Bart, er sperrte den Rachen auf, aber schreien konnte er nicht � das Eisen, das unter seinem Brustbein steckte, lie� es nicht zu. Dann lief alles wie geplant. Der B�r setzte sich selbst au�er Gefecht. Jeder J�ger wei�, dass ein Petz, dem man einen Spie� in den Leib gerammt hat, sich das Ding wieder herausrei�t und sich damit selber den Garaus macht. Genau so geschah es. H�tte er das Messer stecken lassen, w�re das Leben nicht so schnell aus seinem K�rper entwichen. Aber dieser Trottel fasste, wie vorausgesehen, sofort nach dem vorstehenden Schaft und riss sich die Klinge mit einem Kr�chzen heraus. Dann wankte er auf Jakow Michailowitsch zu. Der tat ein Schrittchen zur�ck, dann noch ein Schrittchen, dann ein drittes � mehr brauchte er nicht. Dem Burschen knickten die Beine weg, er plumpste auf die Knie. So blieb er eine Weile, schaukelte vor und zur�ck, als bete er seinen B�rengott an, und dann � �kawuch� � lag er platt mit dem Gesicht nach unten.</p><p>Uff!</p><p>Inzwischen war der Araber wieder zu sich gekommen. Er richtete sich auf dem Ellenbogen auf, hielt sich die blutige Nase und schniefte.</p><p>Jakow Michailowitsch, nach getaner Arbeit in G�nnerlaune, beugte sich zu ihm hinunter und sagte leise:</p><p>�Ich gehe jetzt die anderen beiden auch noch erledigen. Und was ist mit dir, willst du am Leben bleiben?�</p><p>Salach nickte, das Wei�e in seinen weit aufgerissenen Augen leuchtete.</p><p>�Na gut, meinetwegen�, sagte Jakow Michailowitsch gutm�tig. �Also verzieh dich, ehe noch was passiert. Und sch�n die Klappe halten, verstanden?�</p><p>Im Nu war der andere auf allen vieren.</p><p>�Los, los�, klopfte ihm der gro�m�tige Mensch auf die Schultern.</p><p>�Sie ist meine Braut!�, sagte der Araber pl�tzlich.</p><p>�Was?�</p><p>Jakow Michailowitsch dachte, er h�tte sich verh�rt.</p><p>Der Araber jedoch schlang mit einem leisen Aufjaulen seinem Wohlt�ter die Arme um die Knie und versuchte, ihn zu Fall zu bringen. Das kam derma�en unerwartet, dass Jakow Michailowitsch wirklich beinahe gest�rzt w�re.</p><p>Wie�s aussah, hatte er sich in dem Menschen get�uscht, offenbar die falsche Psychologie angewandt.</p><p>Jedenfalls, wenn er schon so ein Held war, dann h�tte er lieber aus voller Kehle schreien sollen � das h�tte ihm vielleicht tats�chlich ein paar Komplikationen einbringen k�nnen, aber ihm an den Knien rumfummeln, was sollte das?</p><p>Jakow Michailowitsch versetzte dem undankbaren Kerl einen Klaps auf den Hinterkopf, und als der daraufhin die Nase in die Erde steckte, stellte er sich einmal kurz auf seinen Nacken. Es machte einen lauten Knacks.</p><p>Und f�r die Zukunft nahm er sich vor: Keine Mitleidsphilosophie mehr. Sonst wird am Ende noch ein zweiter Doktor Haas aus dir.</p><p>Hinter der Pforte befand sich ein verwahrlostes Grundst�ck mit ein paar krummen B�umen. Wer war wohl auf die bl�de Idee gekommen, um so ein nutzloses Gel�nde so einen guten Zaun zu bauen?</p><p>Jakow Michailowitsch sah sofort, dass niemand mehr in dem Garten war, aber er lie� sich dadurch nicht verunsichern. Aufmerksam schritt er die Umz�unung ab und hielt nach einem zweiten Ausgang Ausschau. Eine T�r fand er zwar nicht, aber daf�r entdeckte er ein Brett, das man zur Seite geschoben hatte. Also hier waren sie durch, die beiden T�ubchen, eine andere M�glichkeit gab es nicht.</p><p>Er �berquerte den Klosterhof und gelangte auf die steil ansteigende Gasse. Dort lie� er sich auf den Boden fallen und presste das Ohr an die Erde.</p><p>Die Ger�usche der Schritte kamen von rechts. Er folgte ihnen.</p><p>Ah, da sind sie ja schon, meine beiden Goldst�ckchen. Ein gr��erer Schatten, das ist Manuila, und ein kleinerer, weiblicher � man sieht, wie der Kleidersaum �ber den Boden fegt.</p><p>Und hier, verehrte Objekte, komme ich � euer Xenofontow.</p><p>Seine Hand verschwand in der Rocktasche und brachte einen Revolver zum Vorschein. Hier gab es nichts zu �berlegen und nichts zu kl�geln, der Ort war geradezu ideal: keine Menschenseele weit und breit, nirgendwo ein Lichtlein. Also keine Umst�nde. Wer sollte hier schon eine Untersuchung anstellen?</p><p>Sie einholen und erst ihm eins � paff � in den Hinterkopf und dann � paff � ihr eins. Und dann � paff, paff � noch mal jedem eins, zur Sicherheit.</p><p>Trotzdem hatte es Jakow Michailowitsch nicht eilig.</p><p>Erstens war der Augenblick viel zu sch�n, er sollte ruhig noch ein wenig verweilen � wie ein gro�er Literat mal gesagt hat.</p><p>Zweitens war er neugierig, wo sie da wohl hinkraxelten. Was wollten sie eigentlich da oben auf dem �lberg?</p><p>Der Prophet und die Nonne bogen in einen Hof ein.</p><p>Jakow Michailowitsch beobachtete �ber den Zaun hinweg, wie Manuila einen Haufen M�ll beiseite schob. Er machte einen langen Hals: War da etwa ein Schatz? Bei diesem Gedanken brach ihm glatt der Schwei� aus.</p><p>Dann verschwanden beide, der komische Clown und der Rotfuchs, in einer Grube.</p><p>Sehr liebensw�rdig von den beiden, dachte Jakow Michailowitsch beif�llig. Da brauchte er anschlie�end nur die Grube wieder zuzusch�tten, und alles war picobello.</p><p>Er stieg in das Loch und ging dem Licht der Fackel nach.</p><p>Die Waffe hielt er im Anschlag.</p><p>Manuila bemerkte den aus dem Dunkel auftauchenden Jakow Michailowitsch und starrte ihn �ber den Scheitel des Rotfuchses hinweg an. Aber die Nonne bekam �berhaupt nichts mit, die blieb so stehen, wie sie stand, mit dem R�cken zu ihm.</p><p>Nerv�s zupfte sie sich mit der Hand am Ohrl�ppchen und fragte mit zitternder Stimme:</p><p>�Sie waren . . . <emphasis>dort</emphasis>?�</p></section><section><title><p>DRITTER TEIL</p><p><strong>Dort</strong></p></title><empty-line/></section><section><title><p><strong>XVI</strong></p><p><strong>Das Evangelium der Pelagia</strong></p></title><p><strong>Ein Brief aus dem Jenseits</strong></p><p>Zuerst kam eine telegrafische Nachricht, dann ein Brief.</p><p>Die amtliche Depesche aus dem Justizministerium an die Kanzlei des Gouverneurs von Sawolshsk teilte mit lakonischem Bedauern mit, der Wirkliche Staatsrat Berditschewski sei in Sankt Petersburg unerwartet einem Herzanfall erlegen.</p><p>Im ersten Moment blitzte da noch die schwache Hoffnung auf, es k�nnte sich um ein Missverst�ndnis handeln, denn Matwej Benzionowitsch war ja nur einfacher Staatsrat � nicht �Wirklicher� �, aber dem ersten Telegramm folgte ein zweites: Der Leichnam werde, auf Staatskosten, mit dem und dem Zug �berf�hrt und dann und dann auf der Sawolshsk am n�chsten gelegenen Eisenbahnstation eintreffen.</p><p>Nun, man jammerte und klagte, und mancher vergoss auch ein paar Tr�nen, denn es gab in Sawolshsk nicht wenige, die dem Verstorbenen wohlgesonnen waren � von seiner umfangreichen Familie gar nicht zu reden.</p><p>Der Witwe Maria Gawrilowna, die nicht weinte, sondern nur immer wieder �Nein, nein, nein, nein!� sagte und wie aufgezogen den Kopf sch�ttelte, schickte man den besten Arzt, und die Frau des Gouverneurs nahm vor�bergehend die Waisenkinder zu sich. Die Stadt bereitete sich darauf vor, den Leichnam feierlich in Empfang und noch feierlicher von ihm Abschied zu nehmen.</p><p>Bischof Mitrofani war vor Schmerz wie gel�hmt. Genauso wie der Witwe versagte ihm Gott zu Beginn die Erleichterung durch das Weinen. Der Geistliche lief in seinem Kabinett auf und ab, presste die H�nde hinter seinem R�cken zusammen, dass die Kn�chel wei� hervortraten, und der Ausdruck seines Gesichtes war so erschreckend, dass die Dienerschaft, die dann und wann vorsichtig durch den T�rspalt hereinlinste, jedes Mal sofort den R�ckzug antrat. So ging es die halbe Nacht. Als endlich der Morgen nahte, setzte er sich an den Tisch, lie� den Kopf auf seine gekreuzten Arme sinken � und endlich, endlich konnte er weinen. Es war eine gute Zeit daf�r, d�ster und still, sodass niemand seine Schw�che sah.</p><p>Am Morgen ging es Seiner Eminenz sehr schlecht. Er rang nach Luft und dr�ckte die Hand auf die Brust. Alle f�rchteten, sein Herz hielte der Last nicht stand, und er w�rde seinem geliebten T�ufling nachfolgen. Der Sekret�r Vater Usserdow eilte zum Vikar, um sich mit ihm zu beraten, ob man ihm nicht die Letzte �lung geben sollte. Am Abend jedoch kam mit dem Schiff ein Brief an, nach dessen Lekt�re Mitrofani aufh�rte, nach Luft zu schnappen, sich aufsetzte und die Beine aus dem Bett streckte.</p><p>So las er den Brief noch einmal; dann ein drittes Mal.</p><p>Auf dem Umschlag stand ungelenk und voller Fehler hingekrakelt: �Statt Sawolshsk, Gouvernement Sawolshsk Bieschof Mitrofani eilig und soll ihn selbs lesen und niemannt sonst.� Nur deshalb hatte man den Brief �berhaupt zu dem kranken Bischof gebracht, weil �eilig� und �niemannt sonst� darauf stand.</p><p>In dem Umschlag befand sich ein zerknittertes Blatt Papier, auf dem in Berditschewskis Handschrift geschrieben stand: �48-36, schick diese Nachricht per Eilpost an folgende Adresse: Gouvernement Sawolshsk, Stadt Sawolshsk, Seiner Eminenz Bischof Mitrofani pers�nlich.� Was diese geheimnisvolle Anrede bedeuten sollte, warum sie in Druckbuchstaben geschrieben war und was der Sinn der omin�sen Ziffern �48-36� sein mochte, war Mitrofani vollkommen schleierhaft, aber klar war jedenfalls, dass diese Nachricht von �u�erster Wichtigkeit war und m�glicherweise eine Erkl�rung f�r das Petersburger Ungl�ck beinhalten konnte.</p><p>Der Bischof sah sich die wenig inhaltsreiche Nachricht so aufmerksam an, dass er zuerst gar nicht auf die Idee kam, das Blatt umzudrehen.</p><p>Auf der R�ckseite n�mlich befand sich die eigentliche Nachricht. Sie war nicht in Druckbuchstaben geschrieben, sondern hastig hingekritzelt, in fieberhafter, kaum zu entziffernder Schnellschrift:</p><p>�Die Buchstaben springen, ich schreibe w�hrend der Fahrt. Es ist gut, dass es regnet, ich habe das Verdeck hochgestellt, so kann man nicht hereinsehen. Pelagia ist in Gefahr. Sie m�ssen sie retten. Ich kenne die Schuldigen, aber ich werde Ihnen die Namen nicht nennen. Es ist besser so. Versuchen Sie nicht, sie herauszufinden. Fahren Sie zu Pelagia, und bringen Sie sie irgendwohin weit weg, so weit es nur geht, am besten ans Ende der Welt. Ich selber kann nichts mehr tun. Man beschattet mich. Aber egal, sollen sie ruhig, ich habe mir eine hervorragende Kombination ausgedacht. Die �Berditschewski-Et�de� � man opfert eine Figur, um eine hoffnungslose Partie vielleicht doch noch zu retten. F�r meine Familie bitte ich Sie nicht � ich wei�, Sie werden sie nicht im Stich lassen. Leben Sie wohl. Ihr Sohn Matwej�</p><p>Diesmal brauchte der Bischof nur einmal zu lesen, der Brief war nur allzu verst�ndlich, und er verstand ihn ohne Umschweife als Aufforderung zum Handeln. In ihm erwachte der ehemalige Kavallerieoffizier: Wenn das Horn zur Attacke bl�st und die S�bel aufeinander klirren, dann denkt man nicht nach � da z�hlen nur noch der Instinkt und der rasende Strom des eigenen Blutes.</p><p>Der Schw�cheanfall war vergessen. Der Bischof sprang aus dem Bett und rief laut nach den Zellendienern und dem Sekret�r.</p><p>Eine Minute sp�ter hatte sich die bisch�fliche Residenz in einen ausbrechenden Vulkan verwandelt. Ein Zellendiener war unterwegs zur Anlegestelle, um ein Boot nach Nischni Nowgorod zu ordern. Ein anderer rannte Hals �ber Kopf zum Telegrafenamt, um ein Eisenbahnticket von Nischni Nowgorod nach Odessa sowie eine Kabine auf einem Schnelldampfer zu reservieren. Der dritte wurde mit einer eilig hingekritzelten Nachricht zum Gouverneur geschickt, worin Mitrofani ihm mitteilte, er m�sse dringend verreisen und der Vikar werde das Totenamt f�r Berditschewski lesen. Gott wei�, was der Gouverneur und die gesamte Sawolshsker Gesellschaft davon halten mochten, aber das k�mmerte den Bischof in diesem Moment nicht im Geringsten.</p><p>Nachdem diese Anordnungen erteilt waren, machte sich der Bischof daran, sich eilends anzukleiden und die n�tigsten Sachen f�r die Reise zusammenzupacken. Usserdow, der vor Neugierde verging, passte einen g�nstigen Moment ab, als der Bischof sich ins Ankleidezimmer zur�ckgezogen hatte, und stibitzte den Brief vom Tisch, der die wundersame Ver�nderung Mitrofanis bewirkt hatte. Die Botschaft des Verstorbenen interessierte Vater Serafim aufs H�chste � sie interessierte ihn so sehr, dass er es sogar f�r wert erachtete, das Briefchen in sein Buch abzuschreiben. Von dieser T�tigkeit vollkommen vereinnahmt, bemerkte der bisch�fliche Schriftf�hrer nicht, wie der Bischof, bereits in seiner Reisekutte, aber noch in Str�mpfen, wieder ins Kabinett trat.</p><p>Als Usserdow erkannte, dass er ertappt worden war, wurde er leichenblass, und sein Gesicht verzerrte sich vor Angst. Er wich vor dem lautlos auf ihn zuschreitenden Bischof zur�ck, sein Kopf zuckte krampfhaft, aber er bekam kein Wort heraus.</p><p>�Ach, so ist das also�, sagte Mitrofani gedehnt. �Matwej und ich, wir haben uns die ganze Zeit den Kopf zerbrochen, woher man dort oben alle unsere Geheimnisse kennt. Du warst das also, du Judas. Du hast ihnen von der Stiefelspur berichtet, und von dem Plan mit Pal�stina auch. In wessen Dienst stehst du? Rede!!!�</p><p>Dieses �Rede!!� donnerte der Bischof in solcher Lautst�rke heraus, das der Kronleuchter erzitterte, und der Sekret�r fiel krachend auf die Knie. Sein so ausnehmend h�bsches Gesicht war jetzt l�ngst nicht mehr so h�bsch.</p><p>�Sprich, Elender!!!�</p><p>Der Sekret�r deutete mit zitterndem Finger zur Decke.</p><p>�Der Obrigkeit? Wegen deiner Karriere? Ich wei�, du willst Bischof werden, deshalb hast du auch nicht geheiratet. F�r wen spionierst du? F�r die Geheimpolizei? F�r den Synod?�</p><p>Der Bischof packte den bibbernden Usserdow am Kragen. Der kniff �ngstlich die Augen zusammen und h�tte bestimmt umgehend sein Geheimnis preisgegeben, aber Mitrofani �ffnete die Hand wieder.</p><p>�Na gut. Matwej hat mir geboten, keine Nachforschungen anzustellen, also werde ich es auch nicht tun. Er ist ein staatsm�nnischer Kopf, er hat sich was dabei gedacht. Aber meinen Hirtensegen, den sollst du kriegen.�</p><p>Er holte kurz aus, haargenau so wie vor vielen Jahren bei seinen zahlreichen Raufereien als Fahnenjunker, und brachte Vater Serafims Gesichtsz�ge in Bewegung, aber nicht in metaphorischem Sinne, sondern in der denkbar schlagendsten Form, sodass es die Nase mit einem h�sslichen Knirschen zur Seite schob.</p><p>Blut�berstr�mt st�rzte der �rmste auf den Teppich.</p><p>Der wird Bischof, dachte Mitrofani noch fl�chtig, w�hrend er dem Ausgang zustrebte. Auf jeden Fall wird er Bischof. Aber einer mit schiefer Nase.</p><p>Im Vorzimmer wartete ein Zellendiener mit dem hastig gepackten Koffer. Seine Eminenz bekreuzigte sich schwungvoll vor der Ikone gegen�ber dem Ausgang � dem Bild des von ihm ganz besonders verehrten Apostels Judas Thadd�us, dem Schutzpatron aller hoffnungslosen Unternehmungen und Tr�ster der Verzweifelten. Dann griff er einen Stab, nahm seinen breitkrempigen Reisehut und lief in den Hof, wo ein Viergespann auf ihn wartete.</p><p>Seit dem Eintreffen des Briefes war kaum eine halbe Stunde vergangen.</p><p><strong>Der Bischof liest noch einen Brief und tr�umt zwei Tr�ume</strong></p><p>Zwei Tage sp�ter, bevor er sich in Odessa einschiffte, sandte Mitrofani ein Telegramm an den Vater Archimandrit in die Jerusalemer Mission mit der Anfrage, ob Seine Hochehrw�rden Kenntnis �ber den Aufenthaltsort und das Befinden der Pilgerin Lissizyna habe.</p><p>Die Antwort traf noch vor seiner Abfahrt ein. Der Archimandrit berichtete: Ja, eine Person dieses Namens sei in Jerusalem in einem Hotel abgestiegen, sie sei indes schon vor acht Tagen mit unbekanntem Ziel abgereist und seitdem nicht wieder gesehen worden, obwohl ihr Gep�ck sich immer noch in ihrem Hotelzimmer befinde.</p><p>Mitrofani knirschte mit den Z�hnen, aber er erlaubte sich nicht zu verzweifeln.</p><p>W�hrend der f�nf Tage, die das Schiff nach Jaffa unterwegs war, betete er beinahe ununterbrochen. Wohl niemals zuvor hatte er sich so lange und intensiv dem Gebet hingegeben.</p><p>Vor dem Fenster seiner Kabine versammelten sich die Pilger, betrachteten voller Ehrfurcht den sich immer wieder tief zum Boden verneigenden Bischof, und sie vereinbarten untereinander, den heiligen Mann nicht unn�tig zu bel�stigen, indem ihn jeder einzeln um seinen Segen bat, sondern er sollte sie alle auf einen Schlag segnen, kurz bevor sie das Schiff verlie�en.</p><p>Am achten Tage nach seiner Abreise aus Sawolshsk traf Seine Eminenz bereits in der Jerusalemer russisch-orthodoxen Mission ein. Dort begab er sich unverz�glich in die Kanzlei, um in Erfahrung zu bringen, ob seine geistliche Tochter inzwischen zur�ckgekehrt sei.</p><p>Doch, nat�rlich, sagte man ihm. Sie sei hier gewesen. Einen Tag nach der Anfrage Seiner Eminenz. Man habe umgehend ein weiteres Telegramm nach Odessa geschickt, aber das habe Seine Eminenz wohl nicht mehr erreicht.</p><p>�Gott sei Dank! Wo ist Pelagia?�, rief Mitrofani. Vor Erleichterung wurden ihm die Knie weich. �Ist sie wohlauf?�</p><p>Das k�nne man ihm nicht sagen, lautete die Antwort. Pers�nlich habe man sie nicht gesehen. Am vergangenen Samstag jedoch sei ein Botenjunge aus dem Hotel Frau Lissizynas in die Mission gekommen und habe ein Paket f�r Seine Eminenz abgeliefert. Am Tage darauf habe der Vater Archimandrit der Dame mitteilen lassen wollen, dass Bischof Mitrofani sich um ihr Wohlbefinden sorge, aber Frau Lissizyna sei nicht auf ihrem Zimmer gewesen. Und auch an den darauf folgenden Tagen sei es nicht gelungen, sie anzutreffen, obwohl man es mehrmals versucht habe.</p><p>Der Bischof begriff, dass er nichts weiter tun konnte, und zog sich unter dem Vorwand, er sei von der langen Reise ersch�pft, in die Gem�cher zur�ck, die f�r besonders ehrw�rdige G�ste vorgesehen waren. Ohne auch nur den Hut abzunehmen, setzte er sich an den Tisch und �ffnete mit zitternden H�nden das ihm ausgeh�ndigte Kuvert.</p><p>Als er den dicken Sto� beschriebener Papierbogen sah und die Handschrift, die ihm so vertraut war, erkannte, lie� er vor Aufregung seinen Zwicker fallen. Das rechte Glas zersprang kreuzweise � und so las er dann, durch das Kruzifix der Spr�nge.</p><p><emphasis>�An Seine Eminenz Mitrofani � Gott gebe ihm Licht, Kraft und Freude.</emphasis></p><p><emphasis>Ich hoffe, Sie werden diesen Brief nicht lesen m�ssen. Oder hoffe ich, im Gegenteil, dass Sie ihn lesen? Ich wei� es nicht. Aber wenn Sie ihn lesen, dann bedeutet es, dass alles wahr ist, auch wenn es unm�glich wahr sein kann.</emphasis></p><p><emphasis>Nein, das ist ein schlechter Anfang. Ich verwirre Sie nur. Verzeihen Sie.</emphasis></p><p><emphasis>Und verzeihen Sie mir auch, dass ich Sie betrogen und Ihre Leichtgl�ubigkeit missbraucht habe. Sie haben mich auf diese weite Pilgerreise geschickt, um mich in Sicherheit zu bringen. Ich jedoch habe Ihnen verschwiegen, welches der eigentliche Grund war, warum ich ins Heilige Land wollte: nicht um Ruhe und Frieden zu finden, sondern um meine Aufgabe zu Ende zu f�hren. Sie hatten ganz Recht: Ich habe kein Talent zum Nonnendasein, ich bin au�erstande, in Stille und Demut f�r die Menschen zu beten. Von allen Br�uten Christi bin ich die missratenste. Aber davon erst zum Schluss, an gegebener Stelle.</emphasis></p><p><emphasis>Wie Sie sich erinnern, wurde dreimal der Versuch unternommen, mich umzubringen, einmal in Stroganowka und zweimal in Sawolshsk. Je mehr ich dar�ber nachdachte, desto klarer wurde mir.; meine Person f�r sich genommen solch m�chtigen Verbrechern nicht derartig verhasst sein kann. Es gibt nicht den geringsten Anlass daf�r. Folglich konnte es nicht um mich gehen. Aber um wen � oder um was � ging es dann?</emphasis></p><p><emphasis>Angefangen hat alles mit dem Mord an einem gewissen Pseudo-Propheten, und auch die folgenden Ereignisse hatten immer in irgendeiner Weise mit jenem ber�chtigten Manuila zu tun. Ich hatte nat�rlich keine Vorstellung davon, um was f�r einen Menschen es sich bei diesem Manuila �berhaupt handelte, aber ich sah, dass die einen nach seinem Leben trachteten, w�hrend andere ihn besch�tzen wollten, und da Erstere offenbar die St�rkeren waren, konnte ich mir leicht ausrechnen, dass sie fr�her oder sp�ter ihr Ziel auch erreichen w�rden. Was nun meine Person betrifft, so spiele ich in dieser Geschichte eine �hnliche Rolle wie die ungl�ckliche Dummka � ich habe ihren Weg gekreuzt und sie auf irgendeine Art gest�rt. Deshalb haben sie beschlossen, mich aus dem Weg zu r�umen, so wie man einen Stein beiseite r�umt, damit man nicht �ber ihn stolpert. Ein anderes Interesse konnten Manuilas Feinde an mir nicht haben.</emphasis></p><p><emphasis>Wie Sie wissen, habe ich schon mehrere Morde aufgekl�rt. Aber ist es nicht hundertmal wichtiger, einen Mord zu verhindern? Und wenn man glaubt, dass man die Kraft dazu hat, w�re es dann nicht eine Tods�nde, unt�tig zu bleiben? Wenn ich Sie auch durch mein Schweigen belogen habe, so tat ich dies nur, weil ich bef�rchtete, dass Sie mich niemals fortgelassen h�tten, wenn Sie die Wahrheit gewusst h�tten.</emphasis></p><p><emphasis>Aber es gab noch einen weiteren Grund f�r diese Reise, es ging mir nicht nur darum, Immanuel zu retten (ich m�chte ihn jetzt lieber mit diesem Namen nennen). Ihn und mich verbindet jenes wundersame Geschehnis in der H�hle, f�r das ich einfach keine Erkl�rung finden konnte und das mir bis heute keine Ruhe l�sst. Immanuel war in derselben H�hle. Mehr noch, wie die Dorfbewohner sagten, kam er aus dieser H�hle. Vielleicht konnte er ja das Geheimnis erkl�ren ?</emphasis></p><p><emphasis>Zwei Dinge schienen mir ganz klar.</emphasis></p><p><emphasis>Erstens, dass der Prophet � oder der Pseudo-Prophet, dar�ber will ich nicht urteilen � im Heiligen Land zu suchen sein musste. Entweder hielt er sich bereits dort auf, oder er war auf dem Wege dorthin. So hatten es die �Findelkinder� gesagt, und schlie�lich war ja Scheluchin, der falsche Immanuel, nicht ohne Grund unterwegs nach Pal�stina gewesen.</emphasis></p><p><emphasis>Zweitens, dass die Feinde Immanuels unter unseren damaligen Mitreisenden auf der �St�r� zu suchen sein mussten. (Ich will dazu gleich anmerken, dass ich mich in diesem Punkt geirrt habe. Aber das fand ich erst viel sp�ter heraus, nachdem ich kreuz und quer durch Jud�a, Samaria, Galil�a und Idum�a gereist war.)</emphasis></p><p><emphasis>Folgenderma�en kam ich zu der Liste meiner Verd�chtigen:</emphasis></p><p><emphasis>Zun�chst stellte ich mir die Frage, wer den ehemaligen Gendarm Razewitsch h�tte beauftragen k�nnen.</emphasis></p><p><emphasis>Die �Warschauer�, von denen Matwej Benzionowitsch gesprochen hatte, kamen f�r mich nicht in Betracht. Irgendwelche Diebe, seien es auch die allerraffiniertesten, h�tten nicht so beharrlich und auf so skurrile Weise versucht, mich zu beseitigen. Und dass ihnen irgendein Prediger derma�en im Weg sein sollte, dieser Gedanke schien mir geradezu absurd.</emphasis></p><p><emphasis>Aber diese �bergeschnappten Menschenhasser, die sich �Leibgarde Christi� nennen, die konnten nat�rlich in so einem Prediger, der russische Menschen vom orthodoxen Glauben zum Judentum bekehrt, einen gef�hrlichen Feind sehen.</emphasis></p><p><emphasis>Dasselbe gilt f�r das entgegengesetzte Lager, f�r die fanatischen Anh�nger eines autonomen Judentums, die Immanuel f�r einen b�sen Narren halten, der Spott mit ihrem Glauben treibt.</emphasis></p><p><emphasis>Au�erdem gab es auf der �St�r� noch eine Gesellschaft von Zionisten, au�erordentlich tatkr�ftigen jungen Leuten, die Immanuel in Verdacht hatten, mit der Geheimpolizei in Verbindung zu stehen. Es ist ja hinl�nglich bekannt, dass es unter den Verfechtern der Idee eines eigenen j�dischen Staates Besessene gibt, die bereit sind, bis zum �u�ersten zu gehen, wenn es nur ihren Zielen f�rderlich ist.</emphasis></p><p><emphasis>Sp�ter, als ich schon hier in Pal�stina war, kam mir noch eine weitere Version in den Sinn, aber die werde ich vorl�ufig noch f�r mich behalten, um Sie nicht zu erz�rnen, zumal sie sich, wie die vorherige auch, letztlich als haltlos erwies.</emphasis></p><p><emphasis>Anhand der Liste meiner Verd�chtigen arbeitete ich einen Plan aus, wie ich weiter Vorgehen wollte, und ich habe mich nach meiner Ankunft in Jaffa unverz�glich an seine Durchf�hrung gemacht. Mich trieb die Angst, dass die m�chtigen Feinde Immanuels ihn vor mir erreichen w�rden und ich zu sp�t k�me.</emphasis></p><p><emphasis>Zuerst begab ich mich nach Jerusalem . . .�</emphasis></p><p>Der Bischof las, wie Pelagia ihre Versionen eine nach der anderen �berpr�fte und verwarf und gleichzeitig dem rastlosen Propheten, den es an keinem Orte lange hielt, immer n�her kam.</p><p>Dabei geschah etwas Seltsames mit Mitrofani. Von der ersten Zeile an hatte er sich in einem Zustand h�chster Erregung befunden, die mit jeder Seite immer st�rker und st�rker wurde. Bald zitterten ihm die H�nde so heftig, dass er die Bl�tter auf den Tisch legen und sie mit seinem Brillenetui beschweren musste. Der Schwei� rann ihm �bers Gesicht, aber er merkte es nicht. Geistesabwesend setzte er den Hut ab und legte ihn neben sich. Irgendwann schob er ihn mit dem Ellenbogen vom Tisch, aber auch das bemerkte er nicht.</p><p>Schlie�lich erreichte seine nerv�se Erregung ihren Gipfelpunkt und schlug ins Gegenteil um. Ein Schwindelgef�hl bem�chtigte sich seiner, und unaufhaltsam fiel er in Schlaf.</p><p>Vor vielen Jahren, als er als Kommandeur einer Eskadron an der Schlacht bei Balaklawa teilnahm, hatte er einmal erlebt, wie der Oberbefehlshaber der Truppe direkt an seinem Beobachtungsposten einschlief. Er sa� an einem Klapptisch, schaute mit �u�erster Konzentration durchs Fernrohr und gab dabei seine Befehle aus, und auf einmal, im entscheidenden Moment der Schlacht, lie� er seinen Kopf auf die Arme sinken und schlief ein. Die Adjutanten st�rzten erschrocken zu ihm hin, aber der Stabschef, ein alter, erfahrener Krieger, sagte: �Lassen Sie ihn nur, das ist gleich vorbei.� Und tats�chlich, f�nf Minuten sp�ter wachte der General erfrischt auf und machte weiter, als w�re nichts gewesen.</p><p>Genau das Gleiche geschah jetzt mit Mitrofani. Die Zeilen verflochten sich zu einer langen Schnur, die den Bischof unaufhaltsam in die Dunkelheit hinabzog. Von einer Sekunde auf die andere sank ihm der Kopf vorn�ber auf den Tisch, seine rechte Wange bettete sich auf seinen Ellenbogen, und er fiel augenblicklich in tiefen Schlaf.</p><p>Seine Eminenz hatte kurz hintereinander zwei Tr�ume.</p><p>Der Erste war s�� und wonnevoll.</p><p>Mitrofani sah den Herrgott in Gestalt einer schimmernden Wolke, und die Wolke sagte zu ihm mit hallender Stimme: �Was soll ich mit deinen mageren Gebeten, Bischof? Was soll ich mit Kl�stern und M�nchen? Das ist nichts als dummes, nutzloses Zeug. Liebet einander, ihr Menschenkinder, der Mann die Frau, die Frau den Mann, das ist f�r mich das beste Gebet.�</p><p>Gleich danach betrat Mitrofani ein Haus. Das Haus stand am Ufer eines Sees, in der Ferne sah man Berge, unten blau und oben wei�. Die Sonne schien, im Garten bogen sich die �ste unter der Last der �pfel, und eine Frauenstimme sang leise ein Schlaflied. Mitrofani drehte sich um und erblickte ein Kinderbett. Neben dem Bett stand Pelagia, aber nicht im Habit, sondern in einem normalen Hauskleid, und das bronzene Haar fiel ihr locker auf die Schultern. Pelagia schaute Mitrofani an und l�chelte z�rtlich, und er dachte: �Wie viele Jahre habe ich nutzlos vertan! H�tte die WOLKE nur schon fr�her zu mir gesprochen, als ich noch ein junger Mann war! Aber egal, ich bin ja noch r�stig, wir k�nnen noch lange gl�cklich sein.�</p><p>Dabei drehte er sich von der rechten Wange auf die linke und begann einen zweiten, ganz anderen Traum zu tr�umen.</p><p>Er tr�umte, er sei erwacht und setze die Lekt�re des Briefes seiner geistlichen Tochter fort (obwohl er in Wirklichkeit immer noch schlief). Zuerst las er, dann aber schien er zuzuh�ren, und er hatte nicht mehr das Papier vor sich, sondern Pelagia selbst.</p><p>�Ich weile nicht mehr unter den Lebenden�, fl�sterte ihre Stimme. �Du wirst mich auf Erden nicht wieder erblicken, denn ich bin in die Ewigkeit eingegangen. Ach, wie sch�n ist es hier! Wenn ihr Lebenden das w�sstet, ihr w�rdet euch kein bisschen mehr vor dem Sterben f�rchten, sondern ihr w�rdet den Tod mit freudiger Ungeduld erwarten, so wie ein Kind sich auf Weihnachten oder seinen Namenstag freut. Der Herrgott ist ganz anders, als die Kirche uns lehrt, er ist g�tig und versteht einfach alles. Ihr Dummerchen trauert und weint um uns, aber wir bedauern euch. Weil ihr euch so sehr qu�lt und vor allem so viel Angst habt.�</p><p>Jetzt h�rte der Schlafende nicht mehr nur Pelagias Stimme, sondern er sah sie auch selbst. Sie war von einem hellen Schein umgeben, der zwar nicht so strahlend leuchtete wie die g�ttliche Wolke, aber daf�r in allen Farben schimmerte. Es war eine wahre Augenfreude. �Was soll ich denn tun?�, rief Mitrofani aus. �Ich will zu dir! Wenn ich daf�r sterben muss � bitte, gerne. Nur nimm mich zu dir!� Sie lachte leise, wie eine Mutter �ber das sinnlose Gelalle ihres Babys. �Du hast es zu eilig. So geht es nicht. Du musst leben, so lange dir gegeben ist, aber hab keine Angst: ich warte. Hier gibt es doch keine Zeit.�</p><p>Diese Worte erf�llten Mitrofani mit tiefem Frieden, und er erwachte.</p><p>Er rieb sich die Augen, griff den Kneifer, der ihm von der Nase gefallen war, und setzte ihn wieder auf.</p><p>Er las weiter.</p><p><strong>Der rote Hahn</strong></p><p><emphasis>�. . . Sie waren dort?�, fragte ich Immanuel und wollte noch sagen: �in dieser H�hle�, aber in diesem Augenblick h�rte ich hinter mir ein Ger�usch. Ich drehte mich um und erblickte einen Mann. Er trug arabische Kleidung, und im ersten Moment dachte ich, er sei jemand von den Ortsans�ssigen, der zuf�llig beobachtet hatte, wie wir in das unterirdische Gew�lbe gestiegen waren. Aber das runde, dicklippige Gesicht des Unbekannten zerfloss in einem h�hnischen L�cheln, und er sagte in reinstem Russisch: �Na, H�nsel und Gretel, was haben wir denn da Sch�nes ? Einen Schatz? Dann gebt mal her. Ihr braucht keinen Schatz mehr.�</emphasis></p><p><emphasis>�Was f�r einen Schatz?�, stammelte ich und sah pl�tzlich, dass er etwas in der Hand hielt, etwas Schwarzes, matt Schimmerndes.</emphasis></p><p><emphasis>Da begriff ich: Das ist es, was ich so sehr gef�rchtet habe. Ich bin zu sp�t gekommen. Sie haben ihn gefunden, und jetzt werden sie ihn t�ten. Seltsam, aber in diesem Augenblick dachte ich �berhaupt nicht daran, dass man auch mich t�ten w�rde, so sehr �rgerte ich mich �ber mich selbst. Wie lange hatte ich gebraucht, ihn zu finden! Und ich hatte doch so deutlich gef�hlt, dass mir die Zeit davonlief!</emphasis></p><p>Aber der rundgesichtige M�rder versetzte mir noch einen weiteren Schlag. �Vielen Dank, Schwester, du hast eine Sp�rnase wie ein Bluthund. Du hast mich schnurstracks zu meiner Beute gebracht.� Mir wurde ganz schlecht, als er das sagte. Also war ich schuld daran, dass sie Immanuel gefunden hatten ? Ich war an allem schuld!</p><p><emphasis>Aber das Schlimmste war, dass ich mich in diesem schrecklichen Moment ganz sch�ndlich verhielt, wie ein hysterisches Weib: Ich fing an zu heulen. Schmerz und Scham schn�rten mir die Kehle zu, ich f�hlte mich wie die j�mmerlichste Kreatur auf der ganzen weiten Welt.</emphasis></p><p><emphasis>�Was denn, kein Schatz? Schade. Aber ich freue mich trotzdem �ber unsere Begegnung, au�erordentlich sogar�, spottete der B�sewicht. �Ich w�rde auch gern noch ein wenig mit euch plaudern, aber die Pflicht ruft, die Arbeit muss getan werden.� Und schon hob er die Waffe, bereit zu schie�en. Aber da schob Immanuel mich auf einmal zur Seite und machte einen Schritt auf den M�rder zu.</emphasis></p><p><emphasis>�Du verdienst dein Geld damit, dass du Menschen t�test? Das ist deine Arbeit?�, fragte er � �berhaupt nicht zornig oder tadelnd, sondern eher neugierig, es klang beinahe, als freute er sich.</emphasis></p><p><emphasis>�Zu Ihren Diensten.� Der Rundgesichtige machte eine scherzhafte Verbeugung, als empfinge er ein verdientes Kompliment. Er f�hlte sich offensichtlich vollkommen als Herr der Lage und hatte nichts dagegen, die Ausf�hrung seines sch�ndlichen Vorhabens noch etwas aufzuschieben.</emphasis></p><p><emphasis>�Wie gut, dass wir uns begegnet sind!�, rief Immanuel �Genau so jemanden wie dich brauche ich!�</emphasis></p><p><emphasis>Er machte noch einen Schritt auf ihn zu und breitete die Arme aus, als wollte er den Halunken an seine Brust dr�cken.</emphasis></p><p><emphasis>Der aber wich flink zur�ck und hob den Revolver an, sodass die M�ndung direkt auf die Stirn des Propheten zeigte. Sein Gesichtsausdruck wechselte von Hohn zu Wachsamkeit.</emphasis></p><p><emphasis>�Na, na�, begann er, aber Immanuel unterbrach ihn sofort. �Ich brauche dich, und du brauchst mich! Ich bin ja extra deinetwegen hier!� �Wie meinst du das?�, fragte der M�rder verdattert, und ich dachte mit Grauen: Jetzt schie�t er. Immanuel dagegen beachtete die Waffe gar nicht, er schien �berhaupt keine Angst zu haben. Im Nachhinein denke ich, dass dies f�r-wahr ein sonderbarer Anblick gewesen sein muss: Ein Unbewaffneter geht auf einen Bewaffneten zu, und dieser weicht Schritt f�r Schritt immer weiter vor ihm zur�ck.</emphasis></p><p><emphasis>�Es gibt ja niemanden auf der Welt, der ungl�cklicher w�re als du. Deine Seele ruft um Hilfe, denn der Teufel hat Gott aus ihr verdr�ngt. Das Gute in der Seele, das ist Gott, und das B�se ist der Teufel. Hat man dir das als kleines Kind nicht beigebracht?� � �Ah�, grinste der M�rder. �Das soll wohl eine Predigt werden?! Da hast du aber den Falschen erwischt. . .�</emphasis></p><p><emphasis>Ich h�rte, wie der Hahn gespannt wurde und schrie vor Entsetzen auf. Immanuel drehte sich zu mir um, als sei nichts geschehen, und sagte: �Sieh mal, jetzt werde ich dir sein Kindergesicht zeigen.�</emphasis></p><p><emphasis>Ich verstand nicht, was er meinte. Der Henker auch nicht. �Was willst du ihr zeigen?�, fragte er und lie� die M�ndung ein wenig sinken, seine kleinen Augen blinzelten verdutzt. �Dein Kindergesicht�, sagte der Prophet euphorisch. �Du musst n�mlich wissen, dass jeder Mensch, wie alt er auch ist, noch immer das Gesicht in sich tr�gt, mit dem er auf die Welt gekommen ist. Aber es ist sehr schwer, dieses Gesicht zu sehen. Wie soll ich �s dir erkl�ren? Also, stell dir vor, es begegnen sich ganz zuf�llig zwei Schulkameraden, die sich seit drei�ig oder vierzig Jahren nicht gesehen haben. Sie schauen sich an � und erkennen einander und nennen sich sofort mit den lustigen Spitznamen von fr�her. Ihre alten Gesichter werden f�r einen Moment zu denen, die sie vor vielen Jahren waren. Das Kindergesicht ist das wahrhaftigste Gesicht. Es ist immer da, es kann nirgendwohin entfliehen, nur verbirgt es sich mit den Jahren unter den Falten und Runzeln und B�rten . . .�</emphasis></p><p><emphasis>�Sehr interessant�, besann sich der M�rder und fiel Immanuel ins Wort. �Ein andermal w�rde ich gern mit dir dar�ber plaudern. Aber jetzt � dreh dich um.�</emphasis></p><p><emphasis>Pl�tzlich begriff ich, dass in diesem schrecklichen Menschen etwas vorging. Er konnte den Propheten nicht erschie�en, wenn er ihm in die Augen schaute. In Gedanken flehte ich Immanuel an: �Sprich weiter, h�r nicht auf zu reden!�</emphasis></p><p><emphasis>Aber wie zum Trotz verstummte er.</emphasis></p><p><emphasis>Er hob die Hand, bewegte die offene Handfl�che vor dem Gesicht des M�rders langsam von links nach rechts, und es geschah ein Wunder.</emphasis></p><p><emphasis>Der M�rder erstarrte, lie� den Revolver sinken und schaute wie gebannt auf die Hand des Propheten.</emphasis></p><p><emphasis>Ich habe schon einmal etwas �ber Hypnose gelesen und halte sie nicht f�r ein Wunder, aber hier geschah ein echtes Wunder, direkt vor meinen Augen.</emphasis></p><p><emphasis>Das Antlitz dieses Menschen ver�nderte sich. Die aufgedunsenen Wangen zogen sich zusammen, die Nase wurde kleiner und stupsiger, die Falten gl�tteten sich, und dann sah ich das Gesicht eines kleinen Jungen � das runde, niedliche, zutrauliche Gesicht eines siebenj�hrigen Leckermauls und Mamas�hnchens.</emphasis></p><p><emphasis>�Jascha, Jaschenka, was ist nur aus dir geworden?�, sagte Immanuel mit einer ganz zarten Stimme, die fast wie die Stimme einer Frau klang.</emphasis></p><p><emphasis>Ein Zucken lief �ber das Gesicht des M�rders, und das seltsame Bild verschwand. Es war wieder das faltige Gesicht eines Mannes, der ein schweres, s�ndiges Leben hinter sich hat. Aber die Augen waren immer noch weit ge�ffnet und kindlich.</emphasis></p><p><emphasis>Mit der rechten Hand, die wie vorher die Waffe umklammert hielt, machte er eine Art abwehrende Bewegung gegen Immanuel. Mit der anderen, leeren Hand schlug er in die Luft, als wollte er ein Gespenst oder eine Sinnest�uschung verscheuchen.</emphasis></p><p><emphasis>Dann drehte er sich um und st�rzte Hals �ber Kopf aus der Gruft.</emphasis></p><p><emphasis>�Wird er nicht wiederkommen, um uns zu t�ten?�, fragte ich, verwirrt und ersch�ttert von dem, was ich gerade gesehen hatte. �Nein�, antwortete Immanuel. �Er hat jetzt genug anderes zu tun.�</emphasis></p><p><emphasis>�Woher wussten Sie, wie er hei�t?�, fragte ich noch. �Hei�t er wirklich Jascha?�</emphasis></p><p><emphasis>�Ich habe es geh�rt. Wenn ich einem Menschen ins Gesicht schaue, h�re und sehe ich vieles, weil ich offen daf�r bin, zu h�ren und zu sehen. Das war ein sehr interessanter Mensch. Ganz, ganz schwarz, aber doch mit einem kleinen wei�en Fleckchen irgendwo. Ein winzig kleines Fleckchen gibt es bei jedem Menschen, genauso wie es bei sehr wei�en immer wenigstens ein schwarzes Tr�pfchen gibt. Sonst ist es f�r Gott nicht avantagelig.�</emphasis></p><p><emphasis>Genau so sagte er � �nicht avantagelig�.</emphasis></p><p><emphasis>Es ist mir vollkommen unm�glich, seine eigenartige Ausdrucksweise wiederzugeben, deshalb muss ich vereinfachen. Eigentlich ist Immanuels Sprache �u�erst farbig. Das f�ngt schon damit an, dass er das R so lustig ausspricht. Seine Sprache ist eigentlich fl�ssig, aber er flicht gerne allerlei ulkige Ausdr�cke ein, die er sich irgendwo angelesen hat, und zwar an passenden und unpassenden Stellen, wissen Sie, wie ein Bauer, der wahllos alles liest, was ihm in die H�nde ger�t, und es auf seine eigene Art versteht.</emphasis></p><p><emphasis>Als der schreckliche Mensch fort war, war ich noch minutenlang vollkommen au�er mir, ich habe lauter Unsinn geplappert. Zum Beispiel fragte ich ihn: �Hatten Sie denn keine Angst, einfach so auf die erhobene Waffe zuzugehen?�</emphasis></p><p><emphasis>Seine Antwort war sehr ulkig. �Ach, das bin ich gewohnt�, sagte er. �Das ist eben meine Okkupation, mit den Miserablen zu reden.�</emphasis></p><p><emphasis>Sie werden es nicht glauben, aber ich verstand ihn. Das Wort Okkupation muss man im Sinne des franz�sischen �occupation� auffassen, also etwa wie �Beruf� oder �Berufung�; wahrscheinlich hat er das in irgendeinem Buch aus dem achtzehnten Jahrhundert gelesen. Und das Wort �die Miserablen� hat ihm bestimmt einfach vom Klang her gefallen.</emphasis></p><p><emphasis>�Die guten Menschen�, sagte er weiter, �brauchen mich nicht, aber die schlechten � die �Miserablen� � brauchen mich. Sie sind nat�rlich manchmal auch gef�hrlich, aber was soll man machen? Man geht zu ihnen, so wie ein Dompteur in den L�wenk�fig.� Hier wurde Immanuel pl�tzlich ganz lebhaft, und seine Augen fingen an zu leuchten. �Das hab ich mal in Perm gesehen, im Zirkus Ciniselli. So ein Dompteur, das ist vielleicht ein mutiger Kerl! Und so sch�n ist er! Der L�we rei�t das Maul auf, mit Z�hnen drin wie Dolche, aber der Dompteur streicht sich blo� �ber den Schnurrbart und knallt mit der Peitsche!�</emphasis></p><p><emphasis>Schon hatte er seine Miserablen vergessen und plapperte wie ein Wasserfall �ber diesen Dressurmeister im Zirkus. Ich schaute ihn an, wie er vollkommen hingerissen gestikulierte, und wusste nicht, was ich davon halten sollte. Von neuem kamen mir Zweifel.</emphasis></p><p><emphasis>Jetzt, da ich Ihnen beschrieben habe, wie Immanuel mit dem M�rder fertig wurde, und Sie begriffen haben, dass er tats�chlich ein au�ergew�hnlicher Mensch ist, ist es an der Zeit, das Thema anzusprechen, das ich bis zu diesem Moment gemieden habe, weil ich Sie nicht emp�ren wollte.</emphasis></p><p><emphasis>Sie erinnern sich, als ich �ber meine Reise nach Sodom berichtete, schrieb ich: �Kaum h�rte ich die Worte �Freitag� und �Garten�, da f�gte sich auf einmal eins zum anderen, da wusste ich, wo und wann ich Immanuel finden w�rde. Meine Hypothese hat sich best�tigt.�</emphasis></p><p><emphasis>Also, zun�chst mal die Hypothese: Sie klingt so absurd, dass ich erst jetzt den Mut finde, sie Ihnen darzulegen.</emphasis></p><p><emphasis>Jetzt. Gleich schreibe ich es. Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen.</emphasis></p><p><emphasis>Also.</emphasis></p><p>WAS W�RE, WENN ES SICH UM EINE ZWEITE EPIPHANIE HANDELTE?</p><p><emphasis>Ich sehe es bildlich vor mir, wie Ihre buschigen Augenbrauen sich zornig heben, und deshalb beeile ich mich, richtig zu stellen:</emphasis></p><p><emphasis>Nein, nat�rlich habe ich nicht gedacht, der �Prophet Manuila� sei Jesus Christus, der zweitausend Jahren noch einmal zu uns Menschen herabgestiegen w�re. Aber was w�re, wenn dieser Mensch selber aufrichtig glaubte, er sei Christus?</emphasis></p><p><emphasis>Sein ganzes Verhalten, all seine Worte und Taten, und schlie�lich auch sein Name (Wie Sie wissen, wurde doch der Name des Erl�sers so angek�ndigt � Immanuel) brachten mich auf diesen Gedanken.</emphasis></p><p><emphasis>Nicht ein Prediger, der von Christi Wahrheit erf�llt ist, sondern ein Mensch, der sich als der Messias empfindet und daher in aller Ruhe die Prinzipien und grundlegenden Gesetze des Christentums umgestaltet, so, wie es Jesus auch getan h�tte, der</emphasis></p><p><emphasis>selbst ein Gesetzgeber und Reformator war.</emphasis></p><p><emphasis>W�hrend dieser Tage, da ich kreuz und quer durchs Heilige Land reiste, habe ich mit so diese fantastische Hypothese gew�hnt, dass sich dann und wann bei mir sogar der gottesl�sterliche Gedanke einschlich: Vielleicht ist er ja wirklich Jesus?</emphasis></p><p><emphasis>Woher kam er. dieser �wilde Tatar�? Ist es denn m�glich, dass ein Bauer aus dem Gouvernement Wjatka oder Sawolshsk die althebr�ische und die aram�ische Sprache beherrscht?</emphasis></p><p><emphasis>Und als ich mich zwischen Wirklichkeit und Fantasie schon vollkommen verloren hatte, sagte ich mir: Aber w�re er ein Einwohner des alten Pal�stina, der durch irgendein Wunder in das Russland unserer Tage geraten ist, h�tte er doch nicht innerhalb von nur drei Jahren die russische Sprache so gut erlernen k�nnen. Und da erschrak ich: ER h�tte es nicht k�nnen sollen? ER, wenn er es denn w�re, h�tte doch alles gekonnt, was immer er gewollt h�tte!</emphasis></p><p><emphasis>Als ich dann h�rte, dass Immanuel um jeden Preis in der Nacht auf Freitag in einem bestimmten Garten sein wollte, musste ich sofort an jene Donnerstagnacht denken, als der Erl�ser verraten wurde und die H�scher ihn im Garten Gethsemane ergriffen.</emphasis></p><p><emphasis>Dorthin also f�hrte mein Weg.</emphasis></p><p><emphasis>Und dort fand ich ihn auch, im Garten Gethsemane!</emphasis></p><p><emphasis>Als ich mich ein wenig gefasst hatte, nahm ich all meinen Mut zusammen, ich unterbrach seine Erz�hlung �ber die L�wendressur und fragte geradeheraus:</emphasis></p><p><emphasis>�Bist du � Jesus Christus ?�</emphasis></p><p><emphasis>Merkw�rdig, nicht wahr, dass man nicht �Sie� sagen kann, so eine stellt? Denn bis zu diesem Augenblick hatte ich Immanuel so angeredet, wie man einen Menschen nach den Regeln der H�flichkeit anredet.</emphasis></p><p><emphasis>Kaum hatte ich die Frage ausgesprochen, erfasste mich ein Beben in meinem Innersten. Ich erwartete wohl, dass sich sein Gesicht zu einer Grimasse des Wahnsinns verzerren w�rde, dass ich im n�chsten Moment nur das Fieberdelirium eines Kranken erleben w�rde, in dessen Hirn ein bestimmtes Wort � in diesem Falle der Name des Erl�sers � sofort einen akuten Anfall hervorruft.</emphasis></p><p><emphasis>Ich fasse zusammen, was er mir daraufhin antwortete (noch einmal: Ich kann seine Worte nur dem Inhalt nach wiedergeben, weil es mir unm�glich ist, alle Eigent�mlichkeiten seiner Sprache nachzumachen).</emphasis></p><p><emphasis>�Meine Eltern haben mich Immanuel genannt, das bedeutet �Gott mit uns�. Meine Scheluchin nannten mich Jehoschua, das hei�t auf Russisch �Jehowa hilf. Das Wort �Christus� habe ich hier bei euch zum ersten Male geh�rt, und ich bin lange nicht dahinter gekommen, dass damit der Gekreuzigte gemeint ist, zu dem alle beten. Aber als ich dann die russische Schrift gelernt hatte und das Neue Testament las, da traf es mich doch wie ein Schlag. In diesem Buch sind nat�rlich viele Tatsachen durcheinander gebracht oder unrichtig dargestellt, und es wimmelt darin von Fabeln und M�rchen, aber je mehr ich las, desto klarer wurde mir: Das handelt von mir, das bin ja ich, der Gekreuzigte! Ich bin der Gekreuzigte!�</emphasis></p><p><emphasis>Immer wieder sagte er zornig: �Ich bin de� Gek�euzigte, ich bin de� Gekreuzigte!� Da war ich mir sicher, dass ich einen geistig Verwirrten vor mir hatte. Trotzdem war dieser Mensch mir sympathisch, ich fand ihn immer noch interessant. Ich versp�rte den Wunsch, seinen verfinsterten Verstand aus der D�mmerung zur�ck ins Licht zu f�hren, und sagte behutsam: �Aber wie kannst du Jesus sein? Wurdest du denn gekreuzigt?�</emphasis></p><p><emphasis>Aber diese Frage steigerte seine Erregung nur noch mehr.</emphasis></p><p><emphasis>�Eben nicht! Nicht ich wurde gekreuzigt, ich gerade nicht! Zuerst hab ich das gar nicht begriffen, aber irgendwann wurde mir auf einmal alles klar! Es ist alles ein schrecklicher Irrtum, ein zweitausend Jahre alter Irrtum!�</emphasis></p><p><emphasis>�Und wer war es dann, der gekreuzigt wurde?�, fragte ich noch sanfter.</emphasis></p><p><emphasis>�Ich wei� es nicht. Vielleicht Didymos, oder vielleicht Judas Thadd�us. Die ganze Zeit, seitdem ich begriffen habe, was dort geschehen ist, versuche ich schon herauszufinden, wer von ihnen get�tet wurde. Didymos ist mir wie aus dem Gesicht geschnitten, daher hat er auch seinen Namen � Didymos bedeutet ja auf Griechisch �Zwillingsbruder�. Aber Judas Thadd�us sieht mir auch ziemlich �hnlich, er ist ja mein Cousin.� (Das Wort klang aus Immanuels Mund etwas seltsam, aber mir fiel ein, dass der Apostel Judas Thadd�us ja tats�chlich ein Cousin Jesu war.) �Didymos k�nnte es schon gewesen sein, weil er so ein Hitzkopf ist! Und ein Dicksch�del. . . Aber er war es nicht. Ich habe furchtbar gelacht, als ich im Evangelium las, wie er seinen Finger in die L�cher von den N�geln steckte. Das ist typisch Didymos Thomas, das passt zu ihm. Aber dann kann er es nicht gewesen sein, der gekreuzigt wurde. Bestimmt war es Judas Thadd�us, der Neffe meiner Mutter. Oder vielleicht doch Nathanael? Der hat auch blaue Augen. In Jerusalem kannte mich allerdings kaum jemand von Angesicht, also kann sich jeder Einzelne meiner Scheluchin f�r mich ausgegeben haben. Nein, ich komme nicht darauf, wen sie hingerichtet haben. Aber wer sich das alles ausgedacht hat, das wei� ich ziemlich sicher � das war der andere Judas, der aus Karioth. Er ist n�mlich Jud�er, die sind schlauer als wir aus Galil�a. Judas, der Sohn von Simon, der hat den Kephas angestiftet, und der hat dann die anderen �berzeugt. Auf Kephas haben sie immer geh�rt. Wei�t du, die beiden waren es n�mlich, die mich hierher gebracht und eingesperrt haben, Kephas und Judas.�</emphasis></p><p><emphasis>Er deutete auf die H�hle.</emphasis></p><p><emphasis>Seine weitere Erz�hlung gebe ich verk�rzt wieder, meine eigenen Fragen, seine Ausrufe und auch meine Gedanken bez�glich der Glaubw�rdigkeit der geschilderten Ereignisse werde ich �bergehen. Es ist besser, wenn Sie sich dar�ber selbst Ihre Meinung bilden.</emphasis></p><p><emphasis>Also, wenn man dem Erz�hler glaubt (das hei�t dem vagabundierenden Propheten Immanuel-Jehoschua, der vor neunzehn Jahrhunderten in Pal�stina lebte), so kam er am Vorabend des Passahfestes in die Stadt Jerusalem. In seiner Begleitung waren zw�lf Sch�ler, die sich ihm w�hrend seiner Wanderung angeschlossen hatten. Die meisten von ihnen waren Fischer vom See Genezareth, die �brigen kann man der Kategorie der Miserablen zuordnen � offensichtlich hatte Immanuel schon immer eine Schw�che f�r die Bettler.</emphasis></p><p><emphasis>In Jerusalem, wo man bis dahin nie etwas von Immanuel geh�rt hatte, sprach er wie gewohnt auf der Stra�e mit den verschiedensten Leuten. Die einen beschimpften ihn, die anderen h�rten ihm aufmerksam zu. Schlie�lich wurde der Ketzer, der sich gegen die Grundlagen des Glaubens verging, bei den Beh�rden denunziert, und der Prediger musste sich verstecken. In der Nacht auf Freitag versammelten er und seine Sch�ler sich innerhalb der Stadtmauern im Garten Gethsemane und hielten Rat, was weiter geschehen sollte, und ob es nicht das Beste w�re, aus der Stadt zu fliehen. Aber alle Wege waren �berwacht, und die berittenen Soldaten w�rden die Fl�chtigen mit Leichtigkeit ergreifen k�nnen.</emphasis></p><p><emphasis>Da sagte Kephas, der �lteste der Scheluchin: �Lehrer, ganz in der N�he gibt es einen Ort, wo man sich verstecken kann. Bleibe dort zwei oder drei Tage, bis sie die Suche einstellen.� Kephas und ein weiterer Scheluach, mit Namen Judas, der Sohn von Simon, den Immanuel als �sehr klug und gewitzt� bezeichnete, brachten ihren Anf�hrer auf den �lbergy zum Grundst�ck einer armen Witwe. Dort hatte man k�rzlich eine uralte H�hle entdeckt, in der man einst die Toten bestattete, bis es in der Gruft keinen Platz mehr gab.</emphasis></p><p><emphasis>Die Sch�ler lie�en Immanuel einen Leuchter, etwas Wasser und Brot und entfernten sich. Kurz darauf aber reute es ihn (wie konnte er hier in seinem Versteck hocken, w�hrend seine Scheluchin sich der Gefahr aussetzten?), und er wollte die H�hle verlassen; da zeigte sich jedoch, dass die Sch�ler den Eingang mit Steinen versperrt hatten.</emphasis></p><p><emphasis>Dann ereignete sich eine Art Erdbeben, Immanuel verlor f�r einen kurzen Moment das Bewusstsein und erwachte von der Stimme eines M�dchens, das immer wieder ein ihm unverst�ndliches Wort rief. �Go-okgock! Go-okgock!� Das war Dummka aus Stroganowka, die ihre Henne suchte.</emphasis></p><p><emphasis>�Zuerst dachte ich, ich w�re bei dem Erdbeben umgekommen und bef�nde mich jetzt in der Welt der Toten�, erz�hlte er weiter. �Denn dort ist alles anders als in der Welt der Lebenden: andere Natur, andere Menschen, andere Sprache, andere Sitten � alles. Ich kam blo� nicht dahinter, ob es nun das Paradies war oder die H�lle. Je nach Jahreszeit schien es mir mal das eine, mal das andere. Zuerst dachte ich � das ist ohne Zweifel das Paradies: so viele B�ume, so viel Wasser, und die Luft so angenehm. Aber manchmal war ich ganz sicher, dass ich in der H�lle gelandet sein musste. Nur in der H�lle kann es so kalt sein, nur dort kann die Erde so wei� und steif sein wie ein Toter. Am Ende kam ich zu dem Schluss, dass ich mich weder in der H�lle noch im Paradies befand, sondern in einer anderen Welt, dort, wo man nach seinem Tode hinkommt und wo man leben soll wie in seiner alten Welt, also Gottgef�lliges tun und das B�se in sich �berwinden. Danach stirbt man dann noch mal und kommt wieder in eine andere Welt, dann noch mal und noch mal, und immer so weiter, bis die Seele den Weg, der ihr von Gott vorbestimmt ist, ganz bis zum Ende gegangen ist.�</emphasis></p><p><emphasis>Wie Sie sich erinnern werden, habe ich ja in jener H�hle in Stroganowka etwas ganz �hnliches erlebt. Auch dort hatte die Erde gebebt, und etwas Seltsames war mit der Zeit geschehen. Wie es in dem alten Traktat geschrieben steht, das ich in Ihrer Bibliothek fand: �Au�erdem aber gibt es H�hlen, die Besonderen genannt, in denen der Lauf der Zeit au�er Kraft gesetzt ist, und ein Mensch, der dort hineinger�t, kann f�r immer und ewig verloren gehen oder in eine andere Zeit geworfen werden und sogar in eine andere Besondere H�hle.�</emphasis></p><p><emphasis>Mich interessierten vor allem diese Besonderen H�hlen, in denen die Zeit nicht existiert. F�r Immanuel hingegen war dieses �bernat�rliche Geschehen gar nichts Verwunderliches, und es interessierte ihn auch nicht besonders. �Gott tut viele Wunder�, bemerkte er dazu nebenhin und sprach dann fast die ganze Zeit nur davon, wie ungerecht sein Lieblings-Scheluchin im Evangelium behandelt wird. Dieses Thema besch�ftigte ihn weitaus mehr.</emphasis></p><p><emphasis>�Judas aus Karioth hat mich nicht verraten! Niemand hat mich verraten! Es war eine List (eine Avent�re, sagte Immanuel), die er sich ausgedacht hat, um mich zu retten. Er ist zum Hohepriester gegangen und hat gesagt: �Ich zeige Euch, wo sich Jehoschua aus Nazareth verborgen h�lt, gebt mir die versprochene Belohnung.� Aber das hat er ja mit Absicht gemacht, damit sie einen anderen kreuzigten und Ruhe gaben. Und mit vollem Bedacht hat er sich anschlie�end erh�ngt, damit niemandem Zweifel an seinem Verrat kamen. Oh, du wei�t nicht, wie klug er war, mein Judas! Und so edelm�tig! Und jetzt verfluchen ihn alle und spucken auf seine Asche! Das ist mir unertr�glich!</emphasis></p><p><emphasis>Als dann die Soldaten kamen, hat Judas auf einen meiner Scheluchin gezeigt, entweder auf Didymos oder auf Judas Thadd�us oder auf irgendeinen anderen, und der hat dann gesagt: �Ja, ich bin Jehoschua aus Nazareth�, und die anderen best�tigten es. Wahrscheinlich war es doch Judas Thadd�us, wir kommen vom Gesicht und von der Statur her beide nach unserem Gro�vater. Haben sie ihn wirklich gekreuzigt? Wei�t du, was das ist, eine Kreuzigung? Das ist die schlimmste Hinrichtungsart, die es gibt. Sogar gepf�hlt zu werden ist weniger qualvoll. Dort flie�t das Leben mit dem Blut aus dir heraus, aber hier versuchst du immerzu, dich auf die Zehenspitzen zu stellen, damit du Luft bekommst, die Sonne sticht dir direkt ins Hirn, und der Henker h�lt dir an seinem Speer einen feuchten Schwamm hin. Du wei�t, du darfst nicht trinken, das verl�ngert nur deine Qualen, aber deine trockenen Lippen strecken sich ganz von selbst danach aus . . . Und diese Tortur dauert viele, viele Stunden, so lange, bis die Wachen und die Menge genug haben. Dann bricht man dir die Beine, damit du dich nicht mehr abst�tzen kannst, und dann erstickst du . . .�</emphasis></p><p><emphasis>Hier begann er zu weinen, und ich musste ihn tr�sten. Er verrieb sich die Tr�nen im ganzen Gesicht und sagte immer wieder: �Ich muss zur�ckkehren, ich muss zu den Meinen gehen. Aber die verdammte H�hle l�sst mich nicht! Drei Jahre lang bin ich durch Russland gewandert. Zuerst habe ich gar nicht gewusst, was mit mir geschehen war, und als ich es dann endlich begriffen hatte, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Aber vor kurzem h�rte ich pl�tzlich eine Stimme. Das passiert mir manchmal, ich h�re eine STIMME, SEINE Stimme. (Immanuel deutete auf die Decke der H�hle.) Die Stimme sagte zu mir: �Komm zu dir zur�ck. Man hat den Falschen gekreuzigt, und deshalb haben die Menschen nichts verstanden. Schlimmer noch � sie haben alles falsch verstanden! Seit fast zweitausend Jahren qu�len sie einander ohne Unterlass !� Da begriff ich: Ich muss zur�ckkehren und alles wieder gutmachen.</emphasis></p><p><emphasis>So ging ich aus Russland fort, ich beeilte mich, um vor dem j�dischen Passahfest hier zu sein. Es gelang mir, die H�hle wieder zu finden. Ich hatte Gl�ck, der Hof war verlassen, niemand wohnte mehr hier. Ich musste sehr lange graben, bis ich den Eingang fand, im Laufe der zweitausend Jahre war er sieben Ellen unter die Erdoberfl�che gesunken. In der Nacht auf Freitag stieg ich in die H�hle hinab und blieb dort bis zum Morgen. Aber nichts geschah.</emphasis></p><p><emphasis>Am darauf folgenden Donnerstag beschloss ich, den ganzen Weg vom Garten Gethsemane an noch einmal Schritt f�r Schritt abzuschreiten � vielleicht lag es daran. Wieder nichts. Ich versuchte es noch mehrere Male, aber meine Zeit wollte mich nicht zur�ckholen, ihre Tore blieben mir verschlossen. Da machte ich mich auf das Land meiner V�ter zu durchwandern, zu schauen, zu denken und mit den Menschen zu reden.</emphasis></p><p><emphasis>Und vorgestern fiel es mir pl�tzlich ein. Damals war doch Vollmond gewesen! Zu meiner Zeit feierte man das Passah fest immer am f�nfzehnten Tag des Monats, bei Vollmond. Ich war genau in der Nacht vom vierzehnten auf den f�nf zehnten Nissan in der H�hle gewesen.�</emphasis></p><p><emphasis>Hier besann sich Immanuel pl�tzlich und rang aufgeregt die H�nde: �Ach, Frau, ich habe mich mit dir verplaudert! Was ist mit dem Mond?�</emphasis></p><p><emphasis>Er st�rzte nach drau�en � und ich hinter ihm her.</emphasis></p><p><emphasis>Aber der Mond war schon untergegangen; Immanuel st�hnte vor Verdruss.</emphasis></p><p><emphasis>�Ich habe ihn verpasst! Jedes Mal dasselbe � immer verplaudere ich mich . . .�</emphasis></p><p><emphasis>Von weitem h�rte man den Schrei eines Hahns. Es war kurz vor Morgengrauen.</emphasis></p><p><emphasis>Zornig sprach Immanuel weiter: �Und auch Kephas hat man verleumdet. Es kann nicht sein, dass er sich dreimal von mir lossagte, bevor der Hahn kr�hte. Dass Kephas ins Haus des Hohepriesters ging, das glaube ich. Wahrscheinlich wollte er nachpr�fen, ob meine Verfolger die Vertauschung bemerkt hatten. Aber dass er �ging und bitterlich weinte�, das glaube ich nicht. Kephas soll geweint haben, als er den Hahnenschrei h�rte? Was f�r ein Unsinn!�</emphasis></p><p><emphasis>Da fiel es mir endlich wieder ein, und ich fragte: �Wozu ist eigentlich der Hahn da? Nein, nicht der im Evangelium, sondern der andere, der rote? Worin besteht seine Bedeutung?�</emphasis></p><p><emphasis>Er machte gro�e Augen, woraus ich den Schluss zog, dass er von der magischen Eigenschaft des roten Hahnes gar nichts wusste, und dass mir diese alten Traktate und unsinnigen Hypothesen blo� unn�tige Flausen in den Kopf gesetzt hatten. Also wirklich, was sollte das auch mit diesem dummen Gockel?</emphasis></p><p><emphasis>Aber Immanuel schlug sich pl�tzlich mit den H�nden auf den Schenkel und schrie so laut, dass ein paar Nachtv�gel mit den Fl�geln schlagend von den B�umen aufflogen: �Der Hahn! Nat�rlich! Der Hahn!� Und dann f�gte er noch etwas auf Hebr�isch oder Aram�isch hinzu.</emphasis></p><p><emphasis>�Was, was?�, rief ich erschrocken.</emphasis></p><p><emphasis>�Nat�rlich, es hat gar nichts mit dem Vollmond zu tun!�, begann er hastig zu erkl�ren. �Es liegt an dem Hahn! Den habe ich vollkommen vergessen! Deshalb l�sst mich die H�hle nicht zur�ck! Oh, wie ich dir danke, Frau! Aber woher wei�t du von dem Hahn?�</emphasis></p><p><emphasis>Auf einmal war ich furchtbar aufgeregt � jetzt, jetzt gleich wird das unbegreifliche Geheimnis gel�ftet, und wom�glich wird mein Bild von der Welt danach ein vollkommen anderes sein. Ich sagte: �Aus einem Buch. Dort stand, wenn bei Tagesanbruch in einer Besonderen H�hle ein roter Hahn kr�ht, schwebt der Mensch mit seinem K�rper und seiner Seele zwischen den Welten und kann in eine andere Zeit und an einen anderen Ort geworfen werden. Ist das wirklich so?�</emphasis></p><p><emphasis>Voller Bangigkeit wartete ich auf die Antwort.</emphasis></p><p><emphasis>Aber er zuckte nur die Achseln: �Davon wei� ich nichts. Aber ich muss unbedingt einen Hahn auftreiben!� �Einen roten?� �Ja, genau, er war rot. Hast du Geld?�</emphasis></p><p><emphasis>Diese unerwartete Frage lie� mich zusammenzucken. �Ja.� �Kaufst du mir auf dem Markt einen roten Hahn? Ich habe n�mlich �berhaupt kein Geld.� �Ja, nat�rlich, wenn du willst. Der rote Hahn hat wohl eine gro�e Bedeutung?�</emphasis></p><p><emphasis>�Das kannst du aber glauben!�, rief er. �Ohne ihn ist die alte Miriam schlicht und einfach verloren.�</emphasis></p><p><emphasis>Einen Moment lang f�rchtete ich, jetzt w�rde er doch noch anfangen, wirres Zeug zu reden. �Wer?� �Miriam, die arme Witwe, der dieses St�ck Land geh�rt, das hei�t, der es zu meiner Zeit geh�rte. Miriam h�lt H�hner und lebt vom Eierverkauf. Aber ihr Hahn hatte sich zu mir in die H�hle geschlichen. Die sind so neugierig, diese H�hne! Ich habe ihn erst entdeckt, als Kephas und Judas schon fort waren. Die Alte braucht unbedingt einen Hahn. Er muss doch ihre H�hner besteigen! Jetzt verstehe ich, warum Gott mich nicht hat zur�ckkehren lassen! Wie gerecht und barmherzig ist er doch!�</emphasis></p><p><emphasis>�Also war ein Hahn mit dir in der H�hle?�, fragte ich. �Und er kr�hte, bevor die Erde bebte?� �Ich glaub schon.�</emphasis></p><p><emphasis>Ich schwieg und versuchte, den Sinn dieses seltsamen Ph�nomens zu erfassen. Aber ich kam nicht dahinter. Ich fragte weiter: �Aber was ist das f�r ein Unsinn � ein roter Hahn? Wie kann das denn sein?�</emphasis></p><p><emphasis>Immanuel l�chelte. �Gibt es einen Menschen, dessen Weisheit so gro� ist, dass er alle Gesetze kennt, nach denen die Welt eingerichtet ist? Also, warum soll man sich dar�ber wundern, wenn Gott uns eine weitere Lehre erteilt, oder uns ein neues Gleichnis gibt?�</emphasis></p><p><emphasis>�Worin soll denn der Sinn eines so seltsamen Gleichnisses bestehen?!�</emphasis></p><p><emphasis>Er dachte eine Weile nach und fragte dann: �Sag mal, ist es dumm, an Wunder zu glauben?�</emphasis></p><p><emphasis>�Nein�, antwortete ich. �Das hei�t, ja. Ich wei� es nicht. Darauf zu hoffen, dass ein Wunder dein Leben ver�ndert und dich von all deinen Sorgen erl�st, das ist dumm.�</emphasis></p><p><emphasis>�Ja, auf ein Wunder zu hoffen ist dumm�, stimmte er zu. �Und dazu ganz unsinnig. Genauso wie kr�hende rote H�hne in einer Besonderen H�hle.�</emphasis></p><p><emphasis>Damit war das Gespr�ch beendet, denn pl�tzlich sp�rte ich eine solche M�digkeit, dass ich mich kaum mehr auf den Beinen halten konnte. Wahrscheinlich waren die vielen Ersch�tterungen dieser wundersamen Nacht daran schuld.</emphasis></p><p><emphasis>Wir stiegen zur�ck in die Gruft und schliefen dort bis zum Morgen. Die Erde war hart, aber nie im Leben habe ich so tief und friedlich geschlummert.</emphasis></p><p><emphasis>Als die ersten Sonnenstrahlen in die H�hle fielen, standen wir auf und gingen auf den Markt, um einen roten Hahn zu kaufen.</emphasis></p><p>***</p><p><emphasis>Es war kein Problem, einen Vogel mit der erforderlichen F�rbung zu finden, diese Rasse ist hier sehr verbreitet, wahrscheinlich wurde sie schon vor ein paar tausend Jahren gez�chtet.</emphasis></p><p><emphasis>Wir nahmen den ersten roten Hahn, den wir fanden, und kauften ihn, ohne zu handeln und ohne ihn genauer zu begutachten. Das h�tten wir besser tun sollen, denn der Vogel war, wie sich herausstellte, von sehr z�nkischer Natur. Immanuel musste ihn den ganzen Tag festhalten, und der Schlingel zerkratzte ihm mit dem Schnabel und den Krallen die H�nde. Aber mein Begleiter ertrug das alles ohne Murren und redete dem rot gefiederten R�uber nur immer wieder gut zu. Leider war der Hahn f�r die Worte des Wunderpredigers nicht so empf�nglich wie gew�hnliche notorische B�sewichter.</emphasis></p><p><emphasis>Apropos, da wir gerade bei B�sewichtern sind. Einmal sp�rte ich in der Menge auf der Stra�e einen Blick im R�cken. Ich drehte mich schnell um und erkannte den rundgesichtigen M�rder namens Jascha. Er versteckte sich schnell hinter einer H�userecke, aber ich hatte ihn trotzdem bemerkt.</emphasis></p><p><emphasis>Ich wollte Immanuel am �rmel fassen und mit ihm weglaufen, um ihn vor der Gefahr zu bewahren, aber da erschien das runde Gesicht wieder hinter der H�userwand, und der Finsterling legte den Finger auf die Lippen.</emphasis></p><p><emphasis>Da erinnerte ich mich an Trofim Dubenko und beruhigte mich. Na gut, dann hat Immanuel eben nicht nur einen Besch�tzer, sondern zwei.</emphasis></p><p><emphasis>Ach, Eminenz, was war das f�r ein wundersch�ner Tag! W�re da nur nicht dieser verflixte Hahn gewesen, der uns mit seinen Streichen den letzten Nerv raubte! Wir h�tten ihn nicht fr�h am Morgen kaufen sollen, sondern erst abends, und wir h�tten einen mit friedlicherem Charakter nehmen sollen.</emphasis></p><p><emphasis>Wir sprachen �ber die unterschiedlichsten Dinge, es ist an dieser Stelle unm�glich, alles zu erz�hlen. Ich gebe Ihnen nur einige seiner Ansichten wieder, die mir besonders im Ged�chtnis geblieben sind.</emphasis></p><p><emphasis>Es ist au�erordentlich interessant, Immanuel zuzuh�ren, viele seiner Gedanken sind sehr ungew�hnlich, manchmal sogar paradox. Er ist ein Mensch, der nicht die geringste Scheinheiligkeit in sich tr�gt, was f�r einen Prediger ja durchaus ungew�hnlich ist. Einmal, zum Beispiel, als wir an den Stra�enm�dchen vorbeikamen, die Abends am Zions-Tor ihrem Gewerbe nachgehen, begann er mit mir ein Gespr�ch �ber die k�rperliche Liebe, obwohl er doch wusste, dass ich Nonne bin. Er sagte: In den Z�rtlichkeiten des Fleisches gibt es keine S�nde, im Gegenteil, derjenige begeht eine S�nde gegen Gott, der sein Fleisch mit Enthaltsamkeit austrocknet. Nur soll man dieses Sakrament der Freude nicht entweihen und beschmutzen, indem man es f�r ein paar Kupferm�nzen eintauscht. Das ist dasselbe, wie wenn man der anderen Sakramente spottete � der Sakramente der Geburt oder des Todes. Und dann machte er sich unverz�glich daran, den Jerusalemer Stra�enm�dchen seine �berzeugung nahe zu bringen, dass sie Gottes Sakrament nicht beschmutzen sollten. Mit M�h und Not konnte ich ihn vor den erbosten M�dchen, die ihn am liebsten verpr�gelt h�tten, in Sicherheit bringen.</emphasis></p><p><emphasis>Ein Thema gab es, das ich zu meiden suchte, um ihn nicht erneut auf seine fixe Idee zu bringen: Jesus Christus. Aber es ergab sich, dass wir auf der Via Dolorosa stehen blieben, um Wasser zu trinken, gleich neben einem Standbild des Herrn, der unter dem Gewicht des Kreuzes sich beugte. Immanuel sah die Statue lange an, gleichsam, als wollte er sie sich auf den Leib messen, und dann wandte er sich pl�tzlich um und sagte: �Wei�t du, du bist nicht die Erste, die mich erkannt hat. Es gab jemanden vor dir � der Prokurator.�</emphasis></p><p><emphasis>Es geht schon wieder los, seufzte ich im Stillen, aber ich nahm mein Los auf mich und fragte geduldig: �Vor zweitausend Jahren?� �Nein, vor drei Monaten, in Sankt Petersburg.�</emphasis></p><p><emphasis>Ich werde versuchen, das, was er mir dann erz�hlte, m�glichst genau wiederzugeben, weil Sie zweifellos verstehen, wer damit gemeint war.</emphasis></p><p><emphasis>�Der Prokurator rief mich zu sich und sprach lange mit mir �ber Gott und die Kirche und alle m�glichen anderen Themen.</emphasis></p><p><emphasis>Der Prokurator ist ein kluger Mann, und er kann auch sehr gut zuh�ren. Es war sehr angenehm und interessant, sich mit ihm zu unterhalten. Ich hatte mich ihm nicht zu erkennen gegeben, um ihn nicht zu betr�ben � sein ganzes Zimmer (ein ziemlich gro�es und sch�nes Zimmer) ist n�mlich voller Abbildungen des Gekreuzigten.</emphasis></p><p><emphasis>�ber die Kirche sagte ich zu ihm, dass sie vollkommen �berfl�ssig ist, und die Popen auch. Jeder muss seinen Weg selber gehen, und als F�hrer kann ihm dabei jeder gute Mensch dienen, manchmal sogar ein schlechter, so was kommt auch vor. Was f�r ein Gewerbe soll das denn sein � Pope? Woher soll man wissen, ob so einer ein guter oder ein schlechter Mensch ist? Und warum k�nnen nur M�nner Popen sein ? Ist eine Frau nicht viel g�tiger und selbstloser als ein Mann?</emphasis></p><p><emphasis>�ber Gott sagte ich zu dem Prokurator, dass man IHN fr�her, in alten Zeiten, brauchte, um den Menschen Angst vor Gott einzufl��en. Genau wie in einer normalen Familie: Solange das Kind klein ist und Gutes und Schlechtes selbst noch nicht unterscheiden kann, m�ssen die Eltern Einfluss nehmen, und die Angst vor der Strafe hilft ihnen dabei. Aber im Laufe von zweitausend Jahren hat sich die Menschheit weiterentwickelt, sie f�rchtet den Zorn Gottes l�ngst nicht mehr, und deshalb muss man es jetzt anders machen. Heute muss man nicht mehr immerfort nach dem gestrengen allm�chtigen Vater Ausschau halten, sondern soll Stattdessen in seine eigene Seele lauschen. Dort n�mlich ist Gott, in der Seele des Menschen, und nicht irgendwo im Himmel auf einer Wolke. Ich sagte zu dem Prokurator: Siehst du, ich wandele auf der Erde, schaue mir die Menschen an und sehe, wie viel besser als fr�her sie geworden sind, so viel vern�nftiger, g�tiger, barmherziger. Sie sind noch nicht ganz erwachsen, aber auch nicht mehr unvern�nftige Kleinkinder, wie zu Zeiten von Moses und Johannes dem T�ufer. Wir brauchen heute einen anderen Bund zwischen Gott und den Menschen, einen ganz anderen.</emphasis></p><p><emphasis>Pl�tzlich machte mir der Greis ein Zeichen mit der Hand, ich solle schweigen. Er zog seine buschigen grauen Brauen zusammen und sah mir ganz lange ins Gesicht, und dann fragte er mit schriller Stimme: �Du bist es? Du?!� Und er antwortete sich selbst: �Du bist es . . .� Da begriff ich, dass er es erraten hatte.</emphasis></p><p><emphasis>�Warum bist du gekommen, um mich zu st�ren?�, sagte er. �Es ist f�r mich auch ohne dich schon schwer genug. Du t�uschst dich in den Menschen, du verstehst sie nicht. Sie sind immer noch ohne jede Vernunft, sie brauchen einen strengen Hirten, sonst gehen sie zugrunde. Ich schw�re dir, der Mensch ist viel schw�cher und erb�rmlicher, als du denkst! Schwach und gemein ist er. Du bist zu fr�h gekommen.�</emphasis></p><p><emphasis>Ich wollte ihm erkl�ren, dass ich es mir nicht ausgesucht hatte, herzukommen, aber er glaubte mir nicht. Er fiel auf die Knie nieder, faltete die H�nde zusammen und flehte mich an. �Geh wieder dorthin, wo du hergekommen bist. Bei Christus dem Herrn, bitte ich dich . . . nein, beim Himmlischen Vater flehe ich DICH an!� Ich antwortete ihm ganz ehrlich, dass ich ja froh w�re, dorthin zur�ckzukehren, aber es ginge eben nicht.</emphasis></p><p><emphasis>�Ja, ja, ich wei߫, sagte er seufzend.</emphasis></p><p><emphasis>Er stand auf, lief im Zimmer auf und ab und sagte dann mit bitterer Stimme und so, als rede er mit sich selbst: �Ach, meine Seele, meine Seele . . . Aber es ist doch nicht um meinetwillen, sondern f�r das Wohl der anderen . . .� Dann l�utete er nach seinen Dienern und gab Befehl, mich fortzubringen. Dabei wollte ich ihm noch so vieles sagen.�</emphasis></p><p><emphasis>Da haben Sie die L�sung unseres �R�tsels�, wie Sergej Sergejewitsch Dolinin sagen w�rde, Eminenz. Aber was fangen wir jetzt damit an, mit dieser L�sung?</emphasis></p><p><emphasis>Schon bedauere ich, dies alles aufgeschrieben zu haben. Sie, mit Ihrem unerschrockenen Charakter, werden am Ende den Verbrecher noch entlarven. Aber Sie werden damit nichts erreichen, man wird Sie nur f�r verr�ckt erkl�ren.</emphasis></p><p><emphasis>Ich flehe Sie an, tun Sie nichts. Der �Prokurator� denkt, er habe seine Hand gegen Gottes Sohn selbst erhoben, und er ist bereit, daf�r mit der Unsterblichkeit seiner Seele zu zahlen. Soll er zahlen. Aber nicht Ihnen und mir, sondern IHM.</emphasis></p><p><emphasis>Ach, ich sehe, es ist schon Abend! Vor meinem Fenster wird es dunkel. Ich habe den ganzen Tag an diesem Brief geschrieben, dabei habe ich so vieles noch nicht gesagt!</emphasis></p><p><emphasis>Bevor ich versuche, Ihnen das Allerschwierigste zu erkl�ren, das, was ich selber nicht verstehe, will ich noch einige von Immanuels Bemerkungen f�r Sie aufschreiben, die mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen.</emphasis></p><p><emphasis>Sehr �berrascht war ich, als er sagte, er wisse nicht, ob es Gott gebe oder nicht � aber das sei auch gar nicht wichtig. Was soll das, sagte er, d�rfte der Mensch dann etwa jede Schweinerei machen, wenn es Gott nicht g�be? Wir sind doch keine kleinen Kinder, dass wir uns nur in Gegenwart von Erwachsenen anst�ndig benehmen.</emphasis></p><p><emphasis>Dann sagte er noch: �Strebe nicht danach, die ganze Welt zu lieben, daf�r hat kaum jemand Liebe genug. Wenn du einen hohen Turm errichten m�chtest, setz dich zuerst hin und rechne aus, ob deine Mittel ausreichen, den Bau auch zu vollenden. Viele nehmen sich vor, die ganze Welt und alle Menschen zu lieben, und wissen doch nicht, was Liebe �berhaupt ist, sie verm�gen nicht einmal sich selbst zu lieben. Verw�ssere deine Liebe nicht, trage sie nicht zu d�nn auf, dass sie nicht ist wie ein winziges Fl�ckchen Butter auf einem gro�en Pfannkuchen. Liebe deine Verwandten und Freunde, aber daf�r aus ganzem Herzen. Und wenn deine Kraft nicht ausreicht, dann liebe wenigstens dich selbst � aber aufrichtig und best�ndig. Bleibe dir selbst treu. Das hei�t, bleibe Gott treu, denn Er ist dein wahres �Ich�. Und wenn du dir selber treu bist, wirst du dich schon allein dadurch retten.�</emphasis></p><p><emphasis>Aber �ber das, was mich am meisten interessierte, konnten wir leider nicht bis zu Ende reden. Ich fragte ihn, ob er an ein Leben im Jenseits glaube, ob es nach dem Tod etwas gebe oder nicht. Er wunderte sich: �Woher soll ich das wissen? Wenn ich gestorben bin, dann werde ich es erfahren. Solange man hier lebt, muss man an dieses Leben denken, nicht an das andere. Obwohl es nat�rlich interessant ist, ein wenig zu tr�umen. Mir scheint, dass es ein anderes Leben geben muss, dass der Tod des Leibes nicht das Ende des Menschen ist, sondern vielmehr eine neue Geburt.� Hier stockte er und sagte dann: �Ich habe dar�ber sogar eine eigene Hypothenuse. . .� �Eine Hypothese?�, erriet ich, weil ich ja wusste, dass er die �gebildeten� W�rter des �fteren verwechselte. �Bitte erz�hl mir davon, es ist sehr wichtig f�r mich!� Immanuel setzte gerade zu einer Antwort an: �Ich glaube, nein, ich bin �berzeugt davon, dass jede Seele im Augenblick des Todes . . .� Weiter kam er nicht, denn in dem Moment riss sich der schreckliche Hahn los und rannte �ber ein St�ck Brachland davon! Wir mussten ihn jagen und einfangen. Stellen Sie sich vor, das gab vielleicht ein Spektakel! Ein m�rderisches Kikeriki, pfeifende und johlende Gaffer, und die Federn flogen nach allen Seiten. So habe ich nicht mehr erfahren, was mir Immanuel �ber das Jenseits offenbaren wollte.</emphasis></p><p>***</p><p><emphasis>Jetzt, da ich allein bin, wei� ich, dass ich die wertvollen Stunden, die wir zusammen verbrachten, leichtfertig vergeudet habe. Ich habe selber viel zu viel geplappert, anstatt ihm zuzuh�ren. Manchmal redete ich �ber irgendwelche Nichtigkeiten, manchmal sagten wir auch einfach gar nichts.</emphasis></p><p><emphasis>Wie sehr unterscheidet sich der heutige Tag von gestern! Wie unn�tig ist alles, worauf mein Blick f�llt! Wie verwaist ist alles um mich herum! Die Welt scheint mir pl�tzlich leer.</emphasis></p><p><emphasis>Warum habe ich ihn fortgehen lassen? Warum habe ich ihn nicht zur�ckgehalten?</emphasis></p><p><emphasis>Ich dachte, er w�rde gegen Morgen zu mir ins Hotel kommen, vielleicht ein wenig verlegen und wieder zur Vernunft gekommen, und dann h�tten wir zusammen �ber diesen dummen Hahn gelacht.</emphasis></p><p><emphasis>Ich habe die ganze vergangene Nacht nicht geschlafen. Immer wieder kicherte ich und freute mich im Voraus, wie ich mich �ber ihn lustig machen w�rde. Und ich �berlegte, was ich ihn fragen w�rde, wenn er zur�ckk�me.</emphasis></p><p><emphasis>Aber nat�rlich kam er nicht zur�ck.</emphasis></p><p><emphasis>O Gott, was habe ich nur angerichtet!</emphasis></p><p><emphasis>Und wenn auf einmal alles wahr ist?</emphasis></p><p><emphasis>Dann ist er � ER, dann wird man IHN ergreifen, man wird ihn gei�eln und ihm die Dornenkrone aufsetzen, man wird ihn ans Kreuz schlagen!</emphasis></p><p><emphasis>Und ich habe ihn gehen lassen!</emphasis></p><p><emphasis>Aber h�tte ich ihn denn zur�ckhalten k�nnen? Er ist zwar sanft und g�tig, und auch ein wenig linkisch, aber ihn aufhalten, das ist unm�glich. Der weise �Prokurator� hat das nur zu gut verstanden.</emphasis></p><p><emphasis>Gestern Nacht ist Immanuel mit dem roten Hahn in die H�hle gegangen und nicht mehr zur�ckgekehrt.</emphasis></p><p><emphasis>Heute ist Samstag.</emphasis></p><p><emphasis>Zuerst habe ich auf ihn gewartet, aber dann wusste ich: er kommt nicht mehr. Ich habe mich hingesetzt, um diesen Brief zu schreiben. Nur einmal habe ich diese Arbeit unterbrochen � ich bin auf den Markt gegangen und habe einen roten Hahn gekauft.</emphasis></p><p><emphasis>Ich habe ja jetzt schon Erfahrung damit. Der neue Hahn ist ein f�gsamer Geselle und noch r�ter als der gestrige. Da sitzt er und schielt mich mit seinem runden Auge an und pickt Hirse von einer Untertasse.</emphasis></p><p><emphasis>Den Brief hinterlege ich in der Mission, obwohl ich �berzeugt davon bin, dass ich ihn morgen fr�h dort wieder abholen werde.</emphasis></p><p><emphasis>Alles Geld, das mir noch �brig geblieben ist, schicke ich an Salach. Der Arme hat in jener Nacht bestimmt auf mich gewartet, und ich bin nicht zur�ckgekommen. Wahrscheinlich denkt er, ich h�tte mich heimlich davongestohlen, ohne mich bei ihm zu bedanken und ohne zu zahlen.</emphasis></p><p><emphasis>Sollten Sie jedoch diesen Brief trotzdem lesen, halten Sie mich bitte nicht f�r eine entlaufene Nonne, die ihr Gel�bde gebrochen hat. Ich bin und bleibe eine Braut Christi, wem sollte ich folgen, wenn nicht ihm?</emphasis></p><p><emphasis>Ich werde einen Tag nach IHM dort ankommen. Und wenn Er schon gekreuzigt wurde, werde ich seinen Leib mit meinen Tr�nen waschen und ihn mit Myrrhe und Aloe salben.</emphasis></p><p><emphasis>Runzeln Sie nicht die Stirn! Ich habe nicht den Verstand verloren, ich habe h�chstens nach dieser schlaflosen Nacht und aufgrund der inneren Anspannung einen gewissen Hang zur Exaltiertheit.</emphasis></p><p><emphasis>Denn ich verstehe jetzt alles sehr gut. Ich wei�, was tats�chlich geschehen ist.</emphasis></p><p><emphasis>Vor drei Jahren kroch ein Vagabund, ein sonderbarer Kauz, in den Bergen des Urals in eine H�hle, um dort die Nacht zu verbringen. Diese H�hle war aber eine eigenartige, ungeheure H�hle, die Menschen, die dort hineingingen, hatten seltsame Visionen, und auch dem Vagabunden muss so etwas wie eine Vision erschienen sein, wodurch seine Sprache und sein Ged�chtnis verwirrt wurden, und danach glaubte er, er sei Jesus Christus. Zweifellos war er in eine Art geistige Verwirrung gefallen, aber sein Zustand war nicht b�sartig, sondern gut, so wie bei den Gottesnarren.</emphasis></p><p><emphasis>Sie verstehen, ja?</emphasis></p><p><emphasis>Und das Erstaunlichste an dieser Geschichte ist, dass man nichts nachpr�fen und nichts beweisen kann, so wie es bei Glaubensfragen immer ist. Die ganze Welt ist auf Ungereimtheiten aufgebaut, wie ein Schriftsteller mal gesagt hat, ohne sie kann die Erde nicht sein. Wenn man an Wunder glauben kann und will � dann soll man es tun; will man nicht daran glauben oder kann es nicht, dann muss man sich eben eine rationale Erkl�rung suchen. Und dass es auf der Erde viele Erscheinungen und Ph�nomene gibt, die uns zun�chst wie etwas �bernat�rliches erscheinen und erst viel sp�ter eine wissenschaftliche Erkl�rungfinden, das ist l�ngst bekannt und erwiesen, und dazu, kann jeder von uns seine eigenen Erfahrungen beisteuern. Erinnern Sie sich, zum Beispiel, noch an den schwarzen M�nch?</emphasis></p><p><emphasis>Und was gestern Nacht geschah, auch das wei� ich.</emphasis></p><p><emphasis>Immanuel-Manuila hat mich ausgetrickst. Er wollte mich anh�ngliches Weib loswerden, weil er lieber alleine �ber du Erde wandelt. Er wollte nicht einfach sagen: Geh fort von min Frau � daf�r ist er zu gutm�tig. Nein, er hinterlie� mir zun Andenken die M�glichkeit eines Wunders und ging fort, un weiter durch die Lande zu ziehen.</emphasis></p><p><emphasis>Nat�rlich wird nichts mit mir geschehen. Es wird keine Versetzung in Zeit und Raum stattfinden. Das ist nichts als Quatsch und Unsinn.</emphasis></p><p><emphasis>Trotzdem werde ich heute Nacht in die H�hle gehen, und unter meinem Arm werde ich einen roten Hahn tragen.</emphasis></p></section></section></body><binary id="cover" content-type="image/jpeg">/9j/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7/wAARCAWgA4oDASIAAhEBAxEB/8QAHQAAAAcBAQEAAAAAAAAAAAAAAAECAwQFBgcICf/EAFkQAAEDAwMCBAMEBgYGBwQFDQEAAgMEBRESITEGQQcTIlEUMmEII0JxFTNSgZGxFiRicqHBNENTY3OSFyUmNoLR0jVEk7IYJ1R0g6LC4UVVZHXwN1ZlhZX/xAAbAQACAwEBAQAAAAAAAAAAAAABAgADBAUGB//EADgRAAICAQQBBAECBQIGAgMBAQABAhEDBBIhMQUTIkFRMhRhBhUjQnEzgSRSU5GhwRZDNGKxJZL/2gAMAwEAAhEDEQA/APPdPdqSGiZIXtLju4J+Pq+giIeKJrpeNQ9kw/pqrrHRwwCMQjl/urSh6MipJWSOe2Qc6VyprC1bPXaXHrm0oql/gzlVM2510klJC5mrnZGenLlIQY9Tw4bn2W/joaVjhikbH+Q5U+m8qNpaBpaskvJen7Yo2w/h5Tm5ZZdnJ5LXcIJ20zqZ7z2OE8yivAkEDYpG6jgZGy6tJGzzRIGjP5IpXaGanBpOdtkZeUyJdFn/AMZwb7UzAxdH1YkL6+cDIycKXbOlbY+pcyqqA5hHp1Hhaur8lrjO+TYjYZWfdbfi6x/9ca1rvrwhHVZprgSfjNLhlwuv3G6mzWW2tLPu5N9yCsxcBFJdmUsDx5Lu3so92o3UN2kh+Kknb2OdlFcdDtQJLh3XRxadxjbdnn9XqYSybVGq/wDJtYumLc0Nc+oJdjP5KQ+iukdNi2j4hoOxP4Vm7XcpqirgEs3lsG35rWm+0loqI4TU+YJOY2rHkWWLrs7Wj/S5VuXtKZlL1fUSfDzTuZD3PukVXR9zdPgSFz3jcjhbM3OhkYMVLW53IymmXWkpd/Oc7zT6WZ3WeGszx6jRvyeO0c1WTI5GOt/RtzmldFUv+HY3j+0rCHoyeirI301UWtPzu9ls2yioYJWZOobb8JuobIYXhsrdR25Qlr8rL8XhNFBppFI6118T8wtEpA2IKqr7RV1RS6JqMRy5+ZvdaymmETAx7yX/AEUsZkALiCAqoaj0v3ZfPxsMqbXCM/isjsMTqOnZDPE3Ba/lyzlVT9RPf8a+nEu27CNlsbxLDMBTF4Y88b7qu/63hY+OEgho2LirMGa30rMGq0ql8vavowklDcXl9TJTFgO5B7KPTxzPrYmtBcc7gdgrq9V19EMkdVSiNr9vMA2U/pqe0xWomoINSOccuXWjnnDHdWebWlxyz7VKq+yLcaS71VOKOHLoiNh7Ju3dK3CdmmQ+SWcErXW6soqql/qkvlubyHchTmzQ6Q58rcDk5XMlqc0JVFHdXi9Pm9+SXKMNNb/gnijgy6ubuJiNnJ59lv0gjqKgh7ifUMb4WzkgoJXNkMoeSdgOymvqoo4yZJAdI2KSXkJp1tLoeIw1e4zcdNUsfF8C/SAPvGY+ZS4+n2P1vmmDte4b+wVOhqfiGkCNsbnHYjupL5WRQEyu0eWPUSs36qUpdHRx6HFGPufBAp7bLT0nlxS63s+XZMOsrGvFRLEx9Q/53FS2XegIyyoJ+mE42qFQQWHLVN2Xbww+jglOqFUlFBAz7qmY085CFVSUdWAKynbJjgFHU1cVOGg6sn6Jo1HnOBjOffKr/qt3YzWCK2uIoUFKI/Lp4mR44TkEXlx6OSq6qnjpJvNbI55fwMqdSvcWh78DO5+iE4ZG+7BiyY+lGhbmtdtglyXpaxvy7lRqqVj8mlnaHN7BM09cz5ZHPe7vjsmWOdDyzYk6HpnNfgEaQDsU5URAwDQ8h3ukVD6dkRe85aOVCulUJKSM004ZjcD3RafSM8ssYNt/JPgjkjjBqJW6R+InhJeactdNG5pA/EO6o6ieeoozDMXObJsSFLtMtBCyOkZqOj5ge6eeH5fJRDUppJcE4sZOBrG4SnUY8stD9z39ktjWEksOAluJxz/+lVtpGlK1XYxFHTU+I5XBzvc90udnozFs1RawwiFz54zk8Edk5adcUOHyebG7hKl8tle5Xtih4PnMbTG/89lFro6oSNfFMP7Rwpjmvbsz5UHtLmYIOEyt8AcU+WR4Y2PGXSAuSjE8MIbpUF2ltTpD9I9sqc1ryBh+yeUNqKlL4Go2uxlzQny0aNTRk+yj1Qn0kMbt9EmKoeyEB0TgR3wl2/8AMTd9Dz2Pdhz2n8soo5Rny/L/AMU617zpc6M4PdLAGCWMGr3Q3c1Es9K1ZEqKeSWB7fSNt1WUlma9rhUNa55PoPsrwSHLmyMCUxuqIuY3SAj6zXBTk08cj3fRFt1BHQRlokDnO5SIafyqpz5SHNPyqVlu5e8NHuUTHRztLIZGvA5KCm5KgTxRi0FqB2PdOtIDC0d+VHhj9Y5/enTkE4QuhttdkaWACdsgdt3Chy2/+svNO1sevlysaqURxhx0u90tjmOjaRy4KzfKJU4Y8j5+CDRwyQel7g4KwaBp1ZACYfpDkp7/AEaA3JKl8jrHUeCPUVAa46yCweyZc+mlGsxMePqpPw8eMFuSfdJbTQtdlzRj2CZZY3yVSjkceCqkPmTCCGKMtP8AuwrKmo4qNmPLiOrkeWE6yNkb8xxtBTgwZNTm7pt66K8WCS9wQjiZu2KIE/2AlNliI0GOLPb7sIHS5+wTT8Nk4VO6nRs9NtbqHst0/qov/ht/8kxI1moEwRZ/4bU65jtIIGyDmOcBgJk6XAYrd2IbHEMufTxEf8NqRAY3SkNpogP+G1SY2ADB3SvKbuW7FBOlyVzXu4IFU+lZDvTxHP8Au2/+SVRsjigOmGINd/u2p5kYLt2ghCQZ2aNkW4yVUZlCcZbr4GIomxOL/JiI/wCG1M1EzZDlsUTXD/dtUhznN43HdFoimG4wnW7qLLoZIT/JDT5WNa1ogp8nv5TU6xsWsB0FO4n/AHLf/JNGIZGN8J5jCHai7hFN/ImSFv2hSxwg/wCj0/8A8Jv/AJJsNYRkQU5+nktTNdKQ70nJTMb5mbg4J7Iul0PDDNdlpIKd8Yb5EAP/AAwoTqZrJsCGIN/4YTInfHIHPB5Umqne/AYXN2S2y6ONohinpy9+uOL6fdhNPphnLYocf8MJ4vLZRrcSE4+ocQDGG4+qZ3Q8YsbpsxQkGkjOD+wE7K+Cdoc6njBA/YCVSueXkyAAHslVcRk3ja1o9wVL4KFFqVjUEdOWHMUTT7aAhUx08Lon+THn30BONbG+LQGjUO5KQ6N0se+klvuUdzrof+78hFSA86jFFg8bKOAyN2fJj/gn5IywA6st/NIezIzp/wAVZji3ywtocEh8vBYxv5BGJ8xnJ37JMbSWHIxj6pmNuonU4DH1VmxsWkxyGp8p+SXO/eiMvnTHDpGg9tRUZzWsyS9v8UTQWtEmtg9vUEr3fCM+XTwlzZYkyMZo82T/AJyiikeHYEsrT/xCmjO0RAvlZn8wkx1LHn9Yz95Ci3IzzxKqQic1jJXOZWVIDv8Afv8A/NJprlcY/uJp6syD5XCok/8AUnDJH5/qnYWj+0ltlja/U6ePHb1JvUlVpGVYGuNw5BNXPJJuFc13/wB6k/8AUnWzVecG5XAHv/W5P/NRX1VPk5qGAdt00Z4xK0+ewg/VLGU27K8jiva+SxnqqtrSDdLgD2/rsv8A6k3SVlxOT+lbo09iK+Yf/nKNNJRvOX1MQI+qOOspWEf1iLSPqng9Qnz0O8WJLclyS57hd2sIF9vYz7XGb/1KBJWdURTNezqm++Wewuc3/qTk1wpnDDJo3D80ZrqCJrNU7C72yFZHJnRTlw4sjtrkKW8dQjZnUXUA/wD9pP8A+pJmu/VEcbSzqG/5d3/Ss/8A6lFdW0Pm6nVTHNPsVKbcbU5oa2ZpA9yj6ud/Bmlp8a+RykrOpnSnX1X1Acjj9Kz/APqSHXjqCLVH/SW/4z/+1Z//AFJmsuVuZGXQ1DNX5qthr7fqLp52uJ+qthkzSK3jxr4JjuouooqgD+k1+Lf/AOKT/wDqUm0dTXmatfFL1DfONv8ArSf/ANSpn1ltcZHl7Mt42UK31MEdb5j5GhpPKtk5lUYxi0bn9J3pspDb/ezq/wD8pP8A+pKZeb21+n+kF7J//ik//qWcF3omSZ88FOwXa2tf5hlySsrjmfR29Nj025OdGsiu920+u93tx9/0pP8A+pJN3vWf+8F7/wD+pP8A+pUYv1vLNkBe6LCRLId1foF3ROtkrI6SOlw4Fg9JHdTIKnfS6MgD8RWYb1HbxRgROLXjZriqcX65um8p048knnuqlopzla6KJ+Yx4cai3bZvpbjRsOH1MbT7Epqvmp6uj8ulroo5s5BysW6poqioL6kAkfXlSfNsjapjxKG6RuMoLRRjy+SfziWT2ql/uTah91o5P/aLZWn2Son1MkrWzVZIcdz7JiS72GZgia4tI7qPPfrXTNIicJh3PsrnibVUZHnSluc+v3L4MpnTiCSdz2fRUV0qaWgrpoY4p5SR2TJ6op6eLXS02qYn8SjSdT1ElYZnUcb9t8BPp9LlgUaryGmmqcuSmlZUunJkjfoG+4SSySQFzYzgLTVHU1sqKHypKdjZxzgJqkvtkijDzDuOQt0ckv8AlOPPSYpvd6iM3pLRlweD+SOPcanh2RxlaubqmxuYP6kz+CjVd+sVXFp+EDXD2CP6iUuNoHpcUFayIoo6hwnjcXEub8o7YVj+kJpqpskUY89vyjthRH1VAWPETXD223S7VcG0DJHOjc6V/wCrJCOyLXRVHNKFVPg0dqrK2qn0ulMDW8tHcrRUMcfxGoyEkDO/GVhoeoI4m6wwiTucKZP1k58Ufk0zh+0cfMudn0kpfijv6TyWHHW+Vm0qmROIkYTqz2KmscXRkDkDdYNvXE0YOmgG/uFHg60rYpXyfBuc1/ZZv5bllwzavP6XHbUuzVvfbDIHzFzntPP1TLuo4IZXMFI+V3DSBsstH1U0scTbyXF24RN6ocxpEVvAz9Vdj8fKC5VmbL5jDJvbOjQT3aprmOoKqiAa/YbfKFUW3p2H9Ku+HqQ7RuQSoI6kqnZIpSXDYFRqa8VdNWmrii0vPO/K2rS5IKoujmZPIYZyUsi3M20Vojpg7S4uMm5LeydFsBpzqdIXnYMWUi6xubc4p2b9yiqOsrvMwtETGfUcrH+j1bly1R0I+R8eo8J2WtXR1Npn8wTySvPytG4aEwb8yJrmOpJ5jy442JVYOqbiAMwxy/mmx1JXjUPhYQH87LTDT5PlGGfkIN3FtF1T9cshaIpbY8Pb+r/sq7t8k/UcIr3u0lv+pB3P5rnr6x7xh0TfzR0NyrrdUmailLHH67I5NE2vYqYMPmJqVZm3E6AWUtODFU0xiqBxtsVaUUAbA17Q4B3K5vP1Jeqh4fO6GTHBxulP6mvhaGiZjR9Fnegzbas3Y/M6WM91HUJ6cSNDCMtxsfZRGW10M2tshIPO65sOpb804FS0D6ondR352WmduD7KpeMzL5Lp+e0kuonSRSR1T3amNaY/k+qcqo6ptGI42jU7Zx9guYOv19cQRVhpRG9Xx2Q+sO/O6b+V5E7Uiv8A+Qadx2uLN1DQyU9V52ouGNxlSKWnkZK8hrQJPc8Lm5ul1Bw2qdjucpf6RunIrnlN/L8q/uMr8zp0/wAWdLlpDy54EZ/DlKhpqctLCQQOBlcwlrbi45dXyF/tlNGtuGdq2UH80Y+NyfY0vOYX/YdVbRtc8Sa2ADtlPPpqTzBnQXHk5XI21deXE/HTH/xIm1da4kurJh/4kX4zJ/zCx89hX9h2MeU3YPZj+8kvkjac+Yz+K4959aea6bH95H5tSR/ps35alXLw+53vL1/EcUvwOuOkgl2kkZj2zsiE9NFtHNHj2yuQmWpBwaqYj+8gPNcM/FzY9tSdeKpVvKn5+Lf4HYW1FI129Sz+KOSemMTi2rjB7brjo8wneeXHvqRyB+MGeXH95GPi2vkD89fCgdGbFTVFSZJa6NpafflW0dTQiPAq4sj+0uP42PrkP/iQZg7+Y8fXWm/lTl8lcfNbXew6/wDH0UbGg18bs8jKFRdbY1waKxh+my5Jp59Tt+PUijjbklxfn31KLxUV2x3/ABBJc7Drwu1tMeHVrGj2Tb7zaG4La+MEfVcjcxrsj14/vJt0MLTtqJ+pUfi4/DFX8Qzu6OtyXy0F2fi2Z/NAdRWdgLfjGY/NcmbGznG6Q5kTj8u/5orxsE7skvPZJKtqOl1l3s9VlwrWAcYyoVHW2qhqNbK9ml3O6wRhhG7Wf4o2si/FGnXj41VmXJ5OU3e2jpR6ktDSf65lNf0otUgI+IK521rBs1gSw3I+QBBeOxob+b5jeu6hszHAOlc4J4dWWMAAF2y55pbjSQMo3saMbBN+gxiPy2ZG9l6stJd925yT/TG1xg+l7nfQLB6GHbSAgWhvyORWhxoT+b53wbV3WtBnWInlx7YSmdZWtvrfE/PssQWg8tyhp0j5UXocbCvJZjcSda207MheP/CkP65omYzA7H91Yl+zM6dkQflmHMUWhxP4D/NNQvk2T+uKV0ofHTu0j+ylydb0Ujw4Ujs9xpWLaQB8uD2Qa57ndmlF6LF9BXldR/zGyd1vD2pHEIv6csA/0MhZIkY7JGQdy4ZUWiw/Qj8lnfO408/W8kjsRwFuOUG9cTAeinJPdZTJ1cJwYIwNgmWjwriit67O+dxpmdbTk6W0OCUl/WtU0FjKIbclZtpZ7o3bbZzlH9Jh+gfrc32Xbur6951ClACN3WNa4ZbTNGFQ57b5SRtku2TLTYfoVavN9l63qy4A58mNE7q245/VRqlD8NwQCEknJ2QWlxfQ61+oX9xaP6kry7UWRoDqK5eYHaIyFUhhB5BSuOCnWDEv7Q/zDUv+8sZb/cXu1EtGOyW7qC5Pj+fBVScudvthJc4cDlT0cb+APXZ/+YtDerifx5Qbe7gNwRt9VWtBwlgDlH0ofQFrc6/uLEX28OcSJ2hvthGL3eAPTUt/gq5jt8JYBPCHow+hP1ed9yJr7xdMBxqBn6BIdeLm8Z+KwPyUVzSRumXZB/sqejH6F/UZH3InG5V74xGa3IO/CS+412zvinbbKPEAI8cFJLhnfhN6cfonr5Ptjs1XXOOBVP232TQqazkVD/VyiLsDkou3KZRivgHr5f8AmYt1RVgafPJ+pTZnrDs6qJH0KADvxYwknHmYCiil8CvJN/3MN1RUHY1Eg9hqQE1Tp/Xv/wCZIc1pPGSlYAG2VGl9E3v7Ypj5xt5sn/MkvkmAw2aU/wDiREvAyBhLwc5JCekVznL7ERPlJOuV/wDFHmTgzSf8yN421YR790oNzAM93uP70YDnOxl2PzSRjOcJRcM7BCmwKTiGWR8+r+KLy2kg4d/FJBwcO7pxpGfSjbBbCeGnZ3KSWgjBTjhnbuk5AOO6KIxUcTNGSUTRH3RZ33REAnPZMI0G5rcIcDZEc5RjHdBthdUOMGd1Ipw3VuExENk7HnOyT3F0ErJUQbI44Jw3hSQ04G6jxehm3KcEz8chUuR0Ev2Kija00bMp4AacHhN0ZAt8W2/dO8/kr7syUJ9OCQkloxj3S9s6cIiRjZASXIgANCPgfmi5QPCKbK5IBLc7onnAGlFjISfzTJsrYCNW6LARhAkgbBMKwDGMEIht2CMD3Q0jnKjIEHHPZGQCgBlGFCBAAHhAZzygUAcKBAS5Hk+6BdnshuTnChAhn3QJO25Rkn2RblFCpUGXH3QDj7pO6NuT2QGQoOICJxdthGQfZHn6IFgAHZG6Bzk7onj2OyU3GN0BWgmHJwid82yPIHCS5zcoMKD04HKGvdEDtkpOAXJokFNO+cpzUTjfb2TeO6LnupIg6XDG/KLI903sNkkNeDnOQki7JQ6XAcoicHKbfnIKcbjkqUGwtTh9UYJd2wlen8kkkdjlHlgCA32KUWbJI5yjLs8IcgoP5dkezd0g77pbQHBAdMAGd0QAygDg4ROODshQA5BukuJSwclHgI0QbBOECTjhG5wBRlwwoiWJj2f+aOQnBwlbac44TROoH6qMaPIpryBg90TyMJBadkDkuAQGoMB3conNKWY3N5O6U0A88o9gpIaZlvzJfmDuNkbmO78I2jHzDZEloDfm/NKxzlHseO6BadSFhoT3CNwyUYAyUM+3ZQFBNyBgI2kD80Y+qI4J3UAqAdkQODlyD2k/KhjbBRArDB3ymngOelu22SA0h2UBkGQERHZKcw5ylEZCKCIzsAD6u6LgZISyG6fYpPYHKBAtR7DCWzdNuILuE43IJPI7KUQLAa3GxCJoJGQclKILhscE8oMAA2P71CDeSDuhknfkJ0AZP4gE04HPsESAaMnB4R+rO42Q7bo9eAQXamnhSyAwANiiA39kW7nZxgIiCTuVCCnHPZI8poGxSw7PIQ43RIBgPCIHcoDOcpWGnhQgI9z+acB7ImDT24QPzakGQUSOE284OUo/NlJm9wOFCBiT05ISD7o9y3OP3IifookK2I+b6I86RlKO/ZJLc8lAiFbOAwkytAwB3RD5vZLDdW5UIuxrQ4jGUcOSdPACcc3HdJGlsmO6nYwUn5pvUdWCnxgjZJ0n8QCKdFbVgGT6eyBbjbKDRjbKBGT82VAB4wOQiA9kNKGw5UIHgntlG04OMBFq0hD1c9kUQU45QBPdEfl9kMED3TIgZOWom7oAjGDsiaHB5I3RFYeCXE9kNkCTuh+HKVijrM9k/Dzvyo8W4TgcQQEhphyTITq29gj89w2wUIm+XEDncpOh37apdnSjtogUoxRAfwSmZ0gFJpv9CjxyltHurznp2BySfol42KQdhsoiSCOS3CHARtO2UNsZU5KmhLnEDhJO+6U/2SRsMFFWIwiMoBA8o845TihZzsiJ084RkeyS5pyoAPWEfKLTt2Rt+qhAb5QIGEDyjPChAsDCMHZJbnKNQgfZAIHZBQgRRg4CJG5QKDa7fdBuC7dFjCLSQM7qDJi9v3I+2yS3GECSBskYQyEQaOUAXIZOEEQM4xwkAkdks8Y7pOdt06IAnOyNrQkkI2D34UZBWkZREknA4SjuEhoIyFWQUGj3REItz3SgMt3RII2PfIR49tkAAlYA7pkwpWJCInBToDcbBFhpSuVhURvG6W1EWpJJCgGhUgQDdslJ1ZKdA2QInQHEDCRq5PujcOAk+6lEbAcDA90XuEMEhGNt/ZOo2BchNLuAnI2jSS4jPsiYHF3oYXH2Cm01pulW3XFSOA9yqp5I4+2X48OSf4xshsbjfPKDmhpyryDpG9S6S4BjSril6EdkfE1OfyVD1uJfJtx+M1M/7TGOLcZLhlIPlEasZK37eg6IO1yTkj2UhnSdqZsCSqn5DEaF4TNL5OdBzcIsnOzCV02Lpm1R+owa1JZabT8vwYaqn5XEvgtj4DIu5HKmeb+sMbyDxslgSv8AlikJ/JdbZQ0LYQxlNGWj6JcdJRRnPw0eT9Er8qv+Uuj4D7mcjdDUAbwvyedkgsmz+peB+S7A+mpySTTx/wAEk2+jlj0uhYM/RKvK3/aM/AJ/3nIXtlb88Lse4CRraOdvzXX5rXQ+V5Pwgc33AUGTp+2SbGjGn3KsXk4vtFUvATXEZHLtbAPm3PsiJxtsV0ubpS0yMOIdJ9wquq6Kp3jTTyEO+qtx+RxzKX4HNH8WYpBaar6Lqo94Z9QVVV2S70xxLT6o+xC0R1OOXTMM9BqIdxK0PyljdCZskG0lM5n5prWroyUujNKEofkheN9uUQbG12T8yMOHZEGg+pxwUwlg8uQsLmtBZ3KEYA4KW1zt2g+nuiPO4QCER9UOQcDZHlEeMhAgnYD2KIg5yd0trQfqgdLeeFEQbzsc8Ig3+CXJpc3GMAd0UfG6JAgPY7IbEomtAflKLclQgO6Ll2ECwg8ost8wEchQgo7bI24ygNzko3NO2ECBgnzCOxQB3IIQASsIkEjjGEHcafdGcpJOX79lCDbXOzgJeDykDb1BHk4Q7IB+Sc8JLgcZSjxuhjIUINb6sJxrt8HhAAHlKIyMIsgZc0pDg0jOElwDXYSiNsBQVqwMwfdKdgjlIyRtkIzpdyTlAIQaT3QA0lGABxkoyQmTorYnOT9EBgnuidx6eUbMkY/Eo3ZBRwdjwh22OyJ3GHAkpLQwncOQILByEerG3KSPmICVp0u23UsgA0EoZ0u23RsI7IsgFGyBlvJSSSRjCdBCAx3RbEaCi+VPMBJGAmW4OcqXTYLwFWzZiVjrx93zwkhr8fMlEeh35qUxnpGw4SWapK2UcG9A0fVPHjKapvVb2pwcDKsMiVBpLglDhJ5BRQGFsBskuy5m3Yo27o/l2CjEaEOyMpAGwCcLT3SdgiiqQX5o8IcouAnFDB22RO4QHCN2NlABAIyEERUAGhlBAKEAB3Q7oHhBvCgQFESjRtaFAoTzyjRn6BEChY1Bk4GyAcSN0QOSgRkqWEGcIgSXIzhAHCDIOZwNwkncInElG0bJFZBOTnKG7ilEbImtcO+yayBd8EozhERujDMblRsgbTpQ1DOEA3dAgcpSAcCg0aG4Q1blJY7OolQgZdg+nhE453CDBthHp3wFAoDXdk4BskBoYclK+pUHjyFvnCDh2RnU4Z20oNw0cqIjQlrPdKAI44T1PTVNQ4CCB7yforu1dJXCpy+d3lD9lVzywh2zRi0WXL1EoAMjkEpcFBWVb9MED3H8lvaDpS30nqmzK/3Ku6amhpWfcsa0e+Fz8/ko4/xOxg8Fu/NnOKXpa9zOGqAMjz+9aW39DUnliSpmJf3BWpiDnNLw44RfeSnAbgLC/I5Mn7HWxeKwYvgi2/p630rcxwNc76qyZHDDDs1rCOwTJidCMvlI+mUoM82PJJJ7LJkyzkb4YsePpBCYlpdggfVEJHSHAKW+OQwaXAYUdzHxkaefoq1jXbLLb+R6pIjZoLt1GB0hPGMvw53CQ5jcgZyFYiUAO9nZRshjlkPmHSEflRtGWuGUshuFGMnQboSG643ek9ktjNQGRjCdYWvjwOyLzmtbpA/iq63CjmhpiJPITLm4Ad2Rx6iCQdkD5h2AyFNo1CtWWj07FE4NBGEuF22hwx7JErcE+6SUrCgn5IAxsUC0NxunWEiPBCbEZeC4dlFKwUJkjjc7A5Uepa1uxaCFJjBac8pEzRK8EhMuA/5IEtJSVTA2eBpH5KJXdL2aSHzDFg9sK5liAbgOAUZ8j2kMOC1XxzSj1Izz0+OfcTGXDo/7p01G7Ps1Z2qttbTEebC4fkMrrceA30puRjSCJIWn6kLbh1+SHEuTm6jw+HLzFUcbkc6N5Ba4H2ISmOD3DcZXVn2y3VAImpGEu21YVTcOirZK0mne6KT37Ldj8jCXZy8vg8keYuzBAb78Iu5GFe1vSV0p2lzAZMeyp6qjr6cfe0rwPfC1wzwn0zl5NHnh3EYGeyBx3AKAI044KIt/ECrbRmd/PApwy1JBa70jlHncHsUNLdecKWiJBBjQ7JQw7kcI5HaG490GZc3A2QsLVCXnDc4SHbN4S5NYGAMAI99I42RQVGwNOWjZHI/B4Q4SJCCeEexRTXn+KBf3CKPcHIROGNhuoiDrDtkpPpOQkgkt3TeCDnPCJBQO5aBugAQ3cJbXDloSXyHgcKEAcdwiwAUaLkIEAgfzRjjBRD6qEARlFjCVsEQDicoEEEAcobsP5pWA52/ZG4bbnY8KEEnVjCMZCAOBgoNBMZdnH0UEaCaCMpWdsZ3Rxlo2KWWgkFQUZ1Eu0n+KUWjRgHf3S3RgHKIjKhBGMD5s+6OIZB7hK0jgH80IvSSAcqBphsGDwg5u+UZLm7oA5aiAIDG6Jxc4jCIk5PslRjYkoNhStgjOxHcqVC0tc1R2AalLYC7BbylbNWFcj7RqYfyUpjToG3ZM03qJH0U1unSN+ypZ0NiM1BtRsCcHG6RTjNMwFOY3Wg5oO2yTjG6XxukuO6IrE5CI7JQ4ROGQgIJJ3wk7E/TCD9iEXcg+yZFUg28YKJxQHCBGU4oD8uyAHdH2RKCh90M7IIIkB3QI2QQQIDTnuhgjhF3R7hQIClMd2ISTlEThK1YyY7sEnA5SdWyBwQh0NYZHsiQzjZHjAypZBJ5RlEDulHhSyBdkbSk4yUrhNaIDcHbdB57gpR3GyQduUhAwdt0prg4JIGRkoAtHCBBZOEDvj2SSCW5CNmwAKgaG3tOpoHJRRnGB9d06cZykhvcKEoX2R7duUQBPZOQ0lZUy6IIS4oNqPfBZjxSm6ihp57FBrXyuDIml59gtbZOjpZYxLXHT/ZWot9ktVGA6OAFw7rDn8hHF1ydvT+HnkVy4RgrT07X1+kOa6KPvkLX2zo230jQ6f78+xWha8uhxEwA/QIy18bB5hG/ZcyfkMk1wdjT+L0+HtDMFJS07cU9MxmO4CV5rsFun96OCNzC6R0oDPZNvmibvq2WNZJN3I6MIRj0HpLgMnJQqCI2BrcE+yRHIwfeashL0slOpu5Q/IMuw4nu8vGMfRHqe4gB2kJyCM4wR+9OaW52blTobhojSNGvLnE/mlPkETNQPpHICcLcybgYRPi1OLWkYTWkgL9xmCuE0miGN2O+UqXzHHDRunYGCB4ccBOuIdKDjGfZV7mNSI74ZiAM5H0TIpZg8kO29irGNxaSQMgIZEg1EYUUqGTK1tI6TPrIOVKMQawMcclLdsdgi0uf2IUcwhMaGt2Kd8qN8e59X0RMhHJPHZGS7V6RhDcQXBB92fVwlNikA1BwP0S2StgpnNcMuPdRfOLRlpQi9xKFSOIcC5u4SpSCA/HKbZK57wMZ903VeaSS3j2Ve1kFSPGjAdunonN9G+3dQooX41yKZG+OOI5blWVSIKfIA7SAMe6GG6g7ZQ5JWl2xTsVRAW6S8B44UXJBchY4kPbymHAY0hg/NOyytcAA4E90uMMIycJ4OnyAhFrm4Of3Jfm624fgAI5WkP+iakaPxAgJnkXwHntjzA0AF3qb9E2TG55wSAUdO5paRwEks9Xp4QtyVInHY/FrhLnufqbjuoc4ZUNc2SJrmn6J+XWwBp3BTR4wBgJvUcXwBwjXPJS1XS1tqSXj0OPssvd+lrjSF0kIL4+2FvZ2kx7OwpFHMY2BsvrH1WvHqsiV2c7N43Bkf48nHXh8b9EjCwj3CMkadl1G7We23AHzogHnggLFXbpWthc59G7zIx2XT0vkMWZfR5/WeHy4Px5RQOcCRqal5wMhInjliOmVpa5G05AAW9OLOTL298BOcCMZJQJ9IB7pxwAA2QLW43CWSChGC9meNOyJzQAlgY44Ruxp53UTJQjVjACBxzhAN1bpQbgJroiQ2SOcbJvZxwE89vpwktYQ7IbjKliONhRgNJGUHtB3ASQHc4Tg1YAOw9lLDQkDHZDGfzSw8FxaRsEbcuBwOFLBQ3p+qB2KW5pAymjucqDbRWCUYcAgHDGEko2LtARn5UCM4Rj6IiCO6AKC/FgIxsCeQgXHbIGEfL/LzyiANrcgHug4kO2OEoege6JzQTkoCtCdbsYKIOc7bOEoBpcRlF5eNydlBqoMsHZyDWhpy07onxNLdicpIawDGcFRIlodODyd0W4O42TZzke/unGk991BJUCQbbINB4SnbpLsgjCgU+Q4mnzc9lYREBvp5USmA0u91LgHqAPdLJmzAuSXEGtBI9kWsoo2nTsjxL+yFQzpJIpad2YGBOBM0efIZn3T5wQccharOQApBHLj7pedkk/KR9VBJCeAhnPCInsktGB+aAjdBO+ZA8pXyuzzlJecEFMithdt0OED7lDlOKGOEEXIR9lAMBOyHZBETjjhQAaGcIFDHcqEAChnKBQHCgQsoEd0YIO2EWd8KEA3c4S8DCSGexR6D7pW7HSFDSBuk8lANIOSjJzsAlCHpaUWN8BGCGjBScHkFAgrGyLASQXZ3KUSOyhAo8vbqxwlZAGT3RetjdLRyiDXHnspYyjYDzhNvwHYCcOoHJSXDLsjlQKiORnZDO/H5BBjSN+5TsUEs0gZCwvd9Ah1yx4xcnUORqZjogDINJPATtJSVFRKGQRveTzgbLR2rpiqqntkuOkRjgd1raOip6NgbTxhoH+KxZ9dDGvbydjQ+Flld5eEZmx9JSSETV8nlgfhC09DRUdG3TFAAR+JP6wflJACKOTnO65GXU5J9s9Fp9HhwL2RH4tUkukZwnZItAzsfyTAn8qLW1pJQa0zAS+aWn9lZ2t3RoSp9D7pWwxZPKrqmearDQB6QVLe1uQXnICDyxrB5TNnHsmftRFyRp6aWRjY3TY9gE4ykZG5up2s43UllOdJfunxTR+UHucVXvZYkMxwMc3GlOwQ6ASRhKYNI9KTJLI+VrANu6SQjDdJnIR08biwkuySlxQYJyMpyWme0B0PfshYyaIcnp2zklOMYWjIG6f8AhgGDUMuKmxwAxNAbv7pZ5EhrKoxOdIMlTY6V2x7KU6jaXAg4UoMa0ADsq/WshXij3yB+aD6cBm3KmyHHCSPchLvIQmQDSS4JAadJGFPmiL9mu0hNtg8seo5BR7GiRfLAG6NkGBqG4T7mNJwEpjS0YzsmsZckVuXNc0NTUNNlpJZup7o8jUzb3SfUNkbob8SMYWjgbpTY4zuX5I7JUgLHZceUHTU7Gghh1KbhbG5WtlBYG4TMcLmHBGyk7vw9myW1rjs5DcBle6Jms5Awm30Eb/VjHspk0IGMk490GbuwOE/DCosiNgiZHjOSiidTtnEb5ME9lMfCHghu2e6hCCPziJWEubw5SosbaxU5aXZZuEkgPGCE/wCUzIDUXlEOwm3IVoabDkaRwliMBuCncsaC3uEAWui9kJOugEV/PlncFAxEMLWhSJYmbFhSQHNJ7pU2PtojaQQA4cJDwBnCfEgfJoLUcsbANlYuRSvBJedRwgcFvpI25T8kbHchIEOnYcFXqT+BaT7Km72ujuTQHxjX2Kyly6aq6ZxNKNTe66JHDsTgbJmZvl/KAQey14dZPH8mLU+Pw5+0cnrWy00giljLT7kIRZduT+S6PX2+mroyyogbv3xuFlLv0zVW8GeJxkh+nZdTDrYZeGea1fh8uL3QfBSkkZGOUQjLWHVvnhKOncl24Q8wnZ37lqjz0c2UdvY0BgJRI0IzpIRDB2QbsAkYzlLG6SY8DYotWkKUQXjt2RPbtgIa2hue6b8zO5TUAMMwkkHsnCS5uyS31DB2HdEgRbqGAcImMxtlE5xzgIA4IJKNC7vsXpDdykubg+k5B7+yTI9znYxgIMzp/ZPspRNwANwl7OjLsYcE252Hbdk41wP5nlQm6weXkas7oHDXD37oNyHYPCDmnVqxkfyUBQoDP5I3YwMboABo2OUlu2SoCgtLdQLee6Q4v1EOGQluaSRg8o8n5S3hRMDG3P7ZQY1pPryQleWwbpXbbhRiRVhBrQe6UHb4R4IbwkjdQO0DyQMpIOp2CMJ2IFzsYQkGlx2UGUOA4gBuFLhccKFSgl5GVNjHqVU+DVp3b5JcLfYp/J91CMpZJhvCkioZj5VTR0N6KOH/AEdoSsYcmqMudTgp/bC1HKBsWpByjxsiB9WVBZBAdyiOClOOTsi05RRWxLtzhERgbo37YwikOWj3TorYk8IDhG75QiREsIo0HIBQgN0fZFnkIdsKBD2KLfKHCNQgBwhgoA7I84G6DIgAItG+UbSCUZO6WxqCB3wlZwmzyg7UeEAi3u9kYdsiGwwUDsMoBQC3KAG2EedOwQ3xlQagtKAbvygwknhFIN+VCUG0kDH4kvYblIbnVqR5yNTuFKJEBJzjCAaxpz39ktglc8RxtzI7YLUdN9Kva4Vdy3B3DVTlzxxdm3Bocuf8eirsViqrnKHkOgg/bd3W7stppbbpjhY1x7udyU+xsccYYxmGjgBHqc75TuuJqtW8jpM9XpNBi08eFb+x6tdGHkjYBR2SaoXP1ADsEl0Usz9Ehwzv9UoU+Z2xxn0hZm5x5SOgmmqYAQGfUpVPHpOx2Pun3RN7N3REtjwHDKDnYnA5UyMFMMgbJljPMaJGnH0ThaJCA4YapDKaKMHQ4lKnQG0RI3Nldjyzke6mNcCWsEen6oniFsQc3d3cIM3aHk4akk+eQ2OyODGBz3hrQf4pDqkPJLRkD/FRjI2tk8lw9DTt9VYUVFNE4lzQGn5QUkpqIqyNkWjbPM7VINP0VwIYxG0Bo1Y5RsgBOeCEtsbi78kk8iGVvsRAzSHDGSU8QMAY4TkOkE5CIZJIwqW2+ixJIYxqdjG6fDttI47lEWAOTcmdwDykkmwhvkz6QeEGF+MpMUJG5Oyec3DcgqIg3I3zBg7JTsBgGeE4Pkz3TL9RJwNkYoehuR4e3AOCEiaU6NIJJRmPyvUSlOazAeBynb2koREdTMt3ISg9LjjEYy0bFG0Rl+O6KdkQQzw0ImZLtJG6dboYSS7hNtDHOLg9Sx6G3xl0meQmXw7k4UprHZOOEl3oHGSolYsuCNGXxnS5uAn4pY2SbnKWS17A6RKip2OcDp2Uqhd1jcjmA6sA6uGqNI0+cNtJ9lKlptR1DbHCZ8t4fqPqT7h40EQ5nPBSHMxvjKeLXyfTCIM0n1uSuxrRG0hrcu5Ss68HGCpToWO2G5RCEvB2xhT8QSZBfFjfO5TbmEgs4U51OW5JKQ6I4yQmixCOGOGMo3YA3UuNoGGycpM0TXggDGFIyDyRmxt1ZwmqhucgKS2L07HhNTZ4wrIyAV0rZBjbhLa4E4dsVK8kv2PCiT0hD+Sn3k4FgA7tPCJ8OrdyEYewYI2ThDnN23KO5MN/uMOjikOnXpx3Tc0RDcHDo/b3SZ2kDIBz3SqOTBLZDt9U29qkhVFctlLeOmqGvYX048ib2HBKw10t9VbanyatuP2T2K65JHG9wMZVbfrPT3WHyqg4cPlIXR0+teN1Po5Gt8ZDNjbxrk5b6fdG0D3Uy7WWrttV5bh93+2oTdHuuvGamrR5TLinik4zVAHO6NzQ8oDSic9rN09FaC8h3vgJEjQ0Z7eye1l4/kkyNJHuUUMxtr9scFGHd0g4DdLt0bTtjkdkRW6A4gHITZJc7jlDOXYwpLGMA+qLK0t/QjS5jQSMpQ0vGo7kd/ZLJD/TnCAw0aQEllyjQwItyUoNaxp9ypDccYTM7Dy396KYrx3yG1rXtzndGB2KRFkJzdFMiQl/KDcY25R9uEAAdxspYWgEZGSk53ylFwOx2CI4DdlBGE4bZATeTnbZODffKSdIBwN1Ct8B+YSMJOsZ2CVCI3Akgh3ZFpBPsoCmwNe5p1NKX5gds8ZSQxoGxRjA3wiPFSXYuFu+ocKewYAUGElzg3GFNDPUMFVTNmnSHfLaYvMyEzt+0UU5cIw1oPKDYZMDZImW5ZJPorqV39UJ9ynG8JqmaPhE40+laDAlQpI5KVyEn3QJIPOEARlERkImjdGhGE9JG5KVJwk8FMiphE4GSgCCjIBCGkBMVNWEeEXByj7IEZQGQMoDKAGyBKIQY2Q7IdkZbkcqEAwgIiQfySmtPBREYd+aVjILjhK5CPAIRHbYJKCDOn8kNAxkco9OG5KJuScZRCgDuUGZDgjcGgZRxtA3OUBkqF/NsUl7WtOyUAUnT6slFcDBsGBlKc0HcoiCdgikzgBBhoQHbnIwrOy2+aoc0uhcGE/MQrLpnp01pbVVWWxDdoPdauCOKL7luABsG4WHU6xRVLs7fj/FPI981wN2uyUNugMrIA6ZwzlT6bzC0+aMeyXFhkBLjnfZGx5kkIAxsuLPJvfL5PTQxbFUFwJBy4gjYJcbA86GnBKOVha3dKhhdgSN2yq2+Q/Ay+B8cuCcqdExrWah8yN8DhFrO5HdNxO2PuklKwpcC/Tydne6Nr4WAlwy4pMcbpWua/0OSWUhj+d2sJU18kcaQUh1glRhTVspPluw091ZCFoZqIw1OUs0T5BHqw0dlFkpcFcuxi3UhgY4SnUT9VJipQTqH8FKEYJ9OMJ9kQa3JWeWaTdj9DDIGN4YAfyUlsRwATslM0uIACXK8MGCQq5XLoKlQych+E43ndNF+oZSQ9zv3KRi3wMp2OvOD9Elri44YiicHktKU17Wv0xtJKL9gjQqBr85edQTxjad8YCdoqG5VJDaejkI/uq/puiuoK5rQ2nMY+oVU8sY8yaE/UY4/JmJTpGybjLiPW4ELodF4V3WVzfiJg1vdaK3eFNGx4+JkLwsq12Lpsoy+RxY/wBzjHxDQdg4/kE61s0jcx08jif7K9C0fQXT9OADStc76hXNL05aKdo0UMQx9Fn/AJnOL55RTPy+Nr2x5PNlNYrzVt9FBIc8ZCsIujepJYtAoCB+S9HspaaI4jhY0fRqda0A7NH8FVPyTn0jJ/NstnnSl6D6lJ0OpyB/dUqLw26gcS4gjP8AZXoUB2eEel+MagljrJLgX+bZvhHndnhnf9ZG5H91R3+H/UUMp005cB/ZXpABw7hAtONwDlMtbOL4Gj5nN8o8u1vTl8om5moZQPoFWTRviOmSnlB75avWEtNTyNInja4fUKrqum7RUNcHUcZz30q6PkNkaUTRi8yr/qRPL4aJDhjHOx2ATsbnNGDG5v5heiLZ0RZqGd8ohY/V2IUmr6PsNQwl9JGCfYKz+YxXaC/LR3cR4PN8r2n0O2KZa0A4yu9XLwzs1U3MPocstc/CSoBLqSo/cnj5HG/kvxeSxT74OYOwBtymjEHblbG5+HXUNJktZ5gHsFnK61XSidpno5M/QLVDUxmuDZHUYpdSIRaR8qONsjHeobFG90jfnidH+YRxlzzsdkzd9lyafTFEt4wkShob6d0bi3cEbpLG5BwMpqkl7QqvkQyMP9R+YIFhIKXpIOUA4DlM5NjNjAYBlvdIdHnYjdS4wx/rHKJ7HD1JosUh6MDPCafG5+6kyeo4xhB3pjwAnjIhVytOcJMYLVK0anZISJG52AVilfA2wZLRJnOyjuhyeEuYOJ9JIwlwvHDkFJrkauCORocMHhSGSseMuO4SJqVwJkB2KbETtOo8BWuSmuSv5BVwQ1IIlYHNWK6j6WET3VNvaS07ub7LcQelpPKale46gB6TstODU5MT4Mep0GLOvccqdStDHOyQ8cqHIA4HB4XQrj055wlkYQNQyAFh663yUVQYpmFp7LuYNRHMuHyeW12g/TvrgYjOBgJwEpAaAUaubs5toD2NO5TZ2bgBLG5wlPJjPy5TJ0BxbGAxziHHhOZARhjy3Si9OcFG7Ao0CMguKW49gkNwPUEkOw7OUtFljhL/AG2Rt35SWvcSg5+XhSgbqD2alAk4wgS0jHdAjAyokQUXHgDASfUT7IuwIKPJ5UfAWE9uOUlxI2ASnuLkTHAHDhuihGFycofuStPqO+yJgJBCIgGgblFgnlGGEd0ecnCg1BEYbqCLGCEr8KGfcKWMCDLak77KfDl2XZ4UGIjzAcKexwA2CqnyatOuRczdMYyUoCXA3SmDzAMhO+SfdZ7o1Sg5MoKcf1bCVp9KRTE/Cn808Nwtpy2JZwknnCWkfiRQjDCI8ozwkg7qCMJySSlORbJkVsShknlGdkAHE7JhQtwgfUUDygedlCA4GyMbnCIbIxuVCAGxwiLcd0AcHdKLc7lQIRO+yMsB37oxsgSUjGC0nCMDfdGTtnKDTqQIA5IRhowRlDONkWCgOkEwHOPZOP1NG2N0hoOpOYB2QYwQGBkFKjIzujI0lJ4PuCouQq7CfkyDHC1nSfTzZn/G1gLWtGQ090npewukc2rrWYZyxpWxp3a5mwtYGtxjbhcvV67b7YnovG+P/vyEWNzGgRR4De2OycbGwZ7v90/JTRRAiMIoIyY9jkrm72+zvxio8IKNrnNIa3IHKlUzWxsLncoqd7ImODxglCV7JGbDSEj9vI3fDG5pml+XjJ9k7QmR8ml59HYKvnlLfRE3U93dTqOKSFjXvdl3cJWuAfBPrARBhvdQG7elT5hqYHZTbI2nchZnwWR6CDXOwRynHNLWE43SgTnZqksYA3J3ypJ2yuU+CHE50uGEbeydpbexlSZCdlL8pmjYAH3S4W6R6jskcuKRW3yOwBrdhj96I5c4jGyMuYAijjmnfpp4JJHH2CplNx6Vhc4pW+Bp4fwzlJfC4DVLJj961vTfQd7uzw6Zpgi+o3XR7R4V2emDXVR852N9RWHNrlifL/8AZjya7FHjs4lQ0VbVvDaeB78+wWusfh5e7g5rntMTD7hdvtFhtlvZinpIwffSrQsDcaQAPYBYJ+XlVQRgya/JJ0uEcvt3hNRtZ/WpA53daWydBWO3N3pw8rWtaM8JYYM7LLPWZu2zHLPOSpyINPbqCnGIaSNv/hUtrWtaA1gb+QSy3BSs47LM182VW/l2N6TwhpTgd9EYG6ZSa6A/3QlrErSloI2hdzG9KGlOYSg1FRTJuY3hGAlFqLhWA3B42RJSGE1gEEAoi3ZOloSDsUBlIb0bo9JS0W6Sg7hAi3SXNwcJ4Z7IO35G6dSihW2MPb6cEAqDPbKKo/XU8bj+SsXAfvSQADlSMvoeDcTNXHojp+uH3tMAfoFmLv4WUEpPwMnlfRdOwkacnjCux6jNi4TL4ajIubOB3nwzu1IHPpx5zQsZcKaqoHGGogfA4HkhesNONjuqi9dMWa7MIqqVhd7gLTi1kou2dDD5aUVWRWeX2kkbYKBAXZL14UUkhc63ylh7BYm69C3yicYxTGUDgtC2Q1UH1I6ePyGHIZHV6SAFHMkh2IVrc7RXUL2tqYXxk9sKIGNGzhha8eTf8GyLUuUyvlcWu3SwS5uykyxsPAym9PYBWxfwN0Q5mnOxwmi1zRqG6nujBHqCjy5ZswZCs6GUiM6M6cqO6Ag5CsXAObs3ZRmfdvIcmT4JYXlyeWC7hE5gbtyE+xz3v9XyInsydkiluY1EdsWeBymJ2EOLQNlJcXDbKLS1w3KuV0K+yJAH5w47dlDvtjprrTnXhkuPS9WPlnWSBgJxgzsdghgyTxytPkqzYoZlUlwcjutunoJfKmBcBweyh4d+a63cLfS1MLoZYwQ4bHuub3a3i3174dXp7Beh0utWaHu7PLeQ8X6L34+iHDG12/DgnXgxj1HlMeW7J0uU6KITUBJGS1a3LjkwY4XGo9kF7gPU0KM7HmcKSwg9tk2WbklPFmVqhD3YbpwmxhzgnRjul6Wk7BOAaecD0hCEEuyUot9WEWdL8BRlbXItgBcdkoHV+5LiIDfUENIORwEtl1cDbQNW6N+AeEAGtdzlLOHDA5QbFYyAcoad84TunASMkHCKYWhsN3xlLYRoI7oAYKXpGNuUbEoQTnCJvzYTmkNaT3SY8fMe6ljWhTQNmt3CRM7TJpxslZAGGnco3t2w7kpegtcCaU5n+in76wwBQmR6SMHdTozwe6WRq0xaU/lxgtLQSiOnPKYo2SPlLnFPHRnlZHwdfGk0ZinH9VP5pY+UIqX/AEYfVLaBgroHnAM3JSHbFLaOUmTdygkgjwicMNRk4CS47IlTE9kSHYoAqwVsBBR5IGQiO6Uw42KgonSXIZ0nB5Sy4dkTmAnUoQIDIRcHKMcIKECzlK3KJoycJZ9IxhBjITn3R+k8DZKGPZFq3wAkYyDbo4AShpCItRtHYoDIGyNuCjASBs87o0EUQEbchECERLs4CWh4qxRBLgO52C13SvTrGvbWV4zn5GFI6R6d857auuP1a1bWSBmGxg/LwfZcjXaxw9sT0Hj/AByXvyd/APJEbAHDAHH0CRM5kcJ8sYPujqpCWgA5HCVS0/nDMh9IXL3Xydz4CpGGQEnhOuaIhljd0+1sdPHt/BFHMSdT48tSSltIQ/KfUSiR/A7JySmdNtw0KY3S+T07BJeCHYadyl9UsTsj0tOyIjIGVJlYMYcOeEksGlux1d1Ia1j9OoHZK8m4l18iKSACJxePySwxrWauykaBowQU01odJox6e6rv5Ju/cKH7wZCkhpDRumvREMDYp+30tbc5hT0cD5XnbYIOoK5Mqc0lyMTVHljSNypltoblcXNjp6Z788HGy6T0V4TmVrKq9v09/LXVLZZbZbomw0tIxoaOcbrl5vJY8b9nJzs+vjF1E5N0r4VVc8jam6SYaD+r911Gx9MWq2xhsFG3I91et2CDeVx82olkds5uTU5cnDfA02IDgAJwMStKWAsidlLYlgx2SiAUvCINUYNwkDCMJWlKa0opgbE/uQI+iWUA0lEWxGAlNCUGow0qNg3BaAhpATgaklRAsR34SkeEYCsiSxJGAiA3SyENKZgsSj4RoY2UJYl26BGyMBA8pkyWJHKBCWQiwgyCf3Ij+SXhDCWgpjePohpHsnMItKgbE4CItS8IaSjZLG9I9kNITmk4SSFCbhDmAjASSxhHA/eE4O+ENLiPoo0n0RSaKq72S2XNhbU0rDt82FyjrDwtmjfJVWaQyZOdBXayNsJGjJ2K1YtRkx8JmjBq8mJ3F2eTauiraKTyq6mfA8e4UUyYdpAyvU936btNzicyrpI3k/ixuuYdWeEsjZDUWeUt76F0dNro7ayHdw+Vx5HUuDkriZDp4wmy0bt5Vxdun7xapnMq6R7cfiAVS5xa/Sdj9Qt2Kalz8HUjkjL8WJDdA0tTE9M15z3UlwwlxNB+ZOueRyM1mmPSm3As5U0xguwotTE9jsu+VMpfAbGHRaxqHdR5GmNw9lL1EDjZMzObKQxPBtdBX7iQ9qTKdtu6IQv18bInkhpBHCHbA1fQkvBblw2Co+qbRBcKU1EYxMwbfVWspzEQzJI7IUxEmzhjHZXw1DwzK8mGOWG19HJ5Y5onFoaQQcEEKxs8jjmCYZa7v7Le9Q2BlwpfMpo2tnZxjuud1Xm0da6nlaWSN5K7+LURzRpdnmculeky+p8D9fajA7MPqY7jCqpY3seWkHI5Vi29mFoic3WfdFVV1JPHpazBPJwtONzj2Zc60+T8XRV6Hk57JWfTp4Tp2bpachM6CZNlejmVTaA1riOEYZ3xhONGBtwlADB7hFuibRO2nPZLaRp4TLwXDY4Cdi4wkHSCLBnKMac7FJl5wCkaXDdGg0PJDj6kpoLh7JBa4vCBGqDaARkIwzuSjI0DA4RYLioCgh8x3RBpDtxsjA0kp0H0KWB475IxaRJ6U6ASMu5RjbdGeMlQNcBNBL8BS4gQ4NwosJzK08KdE7S/PJQn0aNP2T6bDW4StA9kzCS71D3U4N24WJ9nZh+Kox9P/o4+iUCUmlINOU5jbK6J5hSsJo9RSXD1FLadyUhx3RBJAKS/5UpJk4KhVISB6UnGCjB9KJOisCDvogeEoEY3RIIbtuUoE6vojOkhFj2UAwE5KPhJwj7KETDbxlGHE8hE0bJTSDwlbHQseyAGElxzwlNORhIWKNCv3oie3dAAAcpLjnjlRDCtQSSwOOcpQHpQccN2CIyjYMZ9LRk/RazpTpp8jBV1o3P6tqa6GsDpZhcKwfdD5Wn8S6BTQl0npADBx9Fx9brP7Ync8doK/qZP9gRRQ08LBjBam5JTIHMa3Z3dPSDzXFvdKbEWxacbrkOR30RoaZ0Z1E5wpUYaSCRjKVFGY2uMhzkbKG/4h51MGGhST3BQ9LmV2w4SmS6R5eBn2TYdJGA5ozlOwxh7xIeUknXYXwLZGT6uE+2MahhHjIAUiJrdvdZ0+SIQIg05cjaz1ZanngEbpqSRsTchNK2GbDdsmYmufK2KFpkkccaQFd9JdLXXqmraymjMUGd5Su2dI+HFpsDWySRioqcbyFc/U6t4eGuf8mPLrMWP5s5r0d4Y3O7NZNcyYIs752K7J010tarDTtjo6dpeBu8jdXYbpYAAAB7JTPr/AAXCz6zLk4fRxcubJl5kwmgEJYG2/CPBI4wlNae6y39lFJcoTnthLaMdkoD6JY3UBYjSCjGEo5GyMNKlAbE7I0elKx9FKFsSMJYA90APogR9EdoLC0hDCUMoIgCARo8bIAH2QABJxunEMIoFiQ0I8YRgH2SsH2VgNwghGU4BskkIg3CMIJaSeVA2EAk43SyMBAKWGxJCACWAgOVANidIREJ0j6JJH0QCmIwiwnMfREiGxCLCc/cgoSxspDk/t7JJA9lCCA3CUhhDCgbEEJJyE6UnCKZBstyMpL+PZPFv0SCMu3GyLuSGTV2QaugoqtpFRTRyAjkhc4648L6euc6rtfok50gLquMcBJLSBsd/ZWY801xFmjBqp4XugzyVd7fV22sdSVsTont4yOUyxmG7nK9NdR9J2q+Mc6sgb5pHz43XIusvDO42sPqba8zxc49l1NLrFLjJ2eg0vk4ZVtlwzAPAB2Qx5zC09uMon64pjFO0skGxBSnPYCt8HJ8/B1U1fBGfEQwhRIIgdR7q2cwOj27qI6mIdkFXQkH8uyPHIdflnGUKmD055CfFK1kmsn1FKbgZa45zwmtBv4RUtaA44GyTI13nDSMMHOFPfSguLgTumgzTkISlvVEpIMyCKDG+PdUHUXTcF5onTQuEdSOPqr3Ys0u3TjIg2PDG79k+Gc8Et18GfNhjnjtkcbq7RVU8pMsZ09jhRWMZ5ha0DbldaqaBk+RM0EFYPqiwOts5npjmF+7l6TTa5ZnTPN6/xP6eO+BSOwCRlMl5bnAz9U6HRyNy3b6IizbDditqZxb+ARux6Xd0WsB/KDWkbuKLDTJqJRsg4fdAfLsEpuDwgf4IBQ2AdW4SncYwlZxjuUM6juNkbHCB22QJxuBujOkFDGUGQSRnCVsNwjx7JQaW7ngpdxFEb2J4RnhH3JRZxyjYaA1me6VkaSE0xxyRlLyBt3UfItDeXF4wMYU+mGZAVFDdJCmNDWSsx3SZJbUadPG2TachrAPqrtjWaBsOFTxxggKUCQAPMWNvk68GoxMdSbU2yXwk0v8AohOOClkjIXUPKxCHKIgl2ECSHI++UAyEP2KJ2NKOTlIOdX0wiilid0Z4JRuxlJ52TorDafQiRjhEESAd2RonZRb6VBWw90CSiYTp3QOScIMVCwcI25BykszlK31gBIy+IeTyAiIJ2zhLjzjdKwDnKiLL54EtyMElKI3GO6AaMYKU1up4aErY8VbBgZwCrzpKyi6VfmysJp4zv9VGslmmrK4BwPlNPqK6TaqSKiiDIGBrcY/Nc3WatQjtj2dnx+jt7shJghiZC2Ng0xtGGhPQZcCG7BKaB3GU5G3fAGB3Xn+E7PQO6objbv8AkncHlGNLDgbonuI3ahuGQ1UPL26QEhjHaNJ4KcZMzOHDdPtjy3fhBTGsRHHGYsd/dPQhunQAMhJjYG/vTrachwcTgIN3Lgn+RhwkMmHA6eylQ4CVUOjZHkuGFHomVVyqPhbfE6Rx4ICrctkxJTjBbpBVU7nuZCzLpHHDQAuh+HvhjVXQtrr0DFT86D+Janww8M4bdTxXC8QiaqznQfwrqTWAM06QGtGAB2XI13kYriPf2cbVa6WTiHRCs1qoLTSMpqGBsbGjsOVORBKXC3OTtmGwBKDQjwEYBUBYWMJTQjDUoBEVsLultbvlGBsic7Q3KlCWBzd8pTUmJ3mDITgCNAsJBKwgEANhYQwlIsogsGEMIZR4QJYWEeNkAlYUFbCaEeEbUYTIUMIiEaCsIEgjQxlQgk7oYSsIYUAIwgBul4RYQDYYSH7lLRYRIDsixlGUYUIhOlFpS0WSoGxOlFpSkYRJYnSUkjCd7JDuUCWJRYS8ZRYUGsQQiSiERCgbElEl4RYUDYlIPKcISSEVwEQ4bJstyMEbJ7tukN534R3BSML1t4fW6+0z5KVggqgMh3uuE9RdN3iyVL4ayle1rTgPxsV6x2GSoF0ttHc4DDWQMlYfcbhbtNrfS4OjpfIzwflyjyXBJpGNScnOoAtO66b4j+GbqON1ys4yxu7mBcwD8PdG9ha5pw4HsunDMp8xfB6TT6uGZXHsAJecO2RPhwdQKWMEZYlFri3OVdukuzWknyNkhvp91Gnh3yOE+9pe7bsg3U46TwEydBZD8vA4Sog4nCfmaGgqHDVsbMYzyrFwhGHJG5pOVGrqSnqYTHO3UCOFZO9TckbFRXDEw2yEccnHorlBS4ZzHqbp6W3SumgjLoCc7dlSxAP2LsHsF2W4UYnpHxEAh/Yrm3UvT77XIZ2AuYe/su9o9cmtkuzz2v8AFqL9SJSOaQ7dB7Q7ASyHPGUlrcnB5XVOGknwBrQOEHJwAD0lE9oAS2NtXYgt7lJ1dsIbk4ylPHpGyKYidhYzhHjBSBknCXvjCjGQppIP0Rv33RZ5RD/BIlQwRzlBmG5Lu/Cc9OEmYDGyZEoQGjOUHBLAAaM90RTpihsIOyms+UHuq9gOdlPp8lgHdV5FRowdk6J2lmQ0J3zXf7NLtsAmGuUYAUzEI20FYt511htKzDRHFK4IHbSjYMwO+hQJ4H0XUR5RB7E5Q74RDYo3OGpQdDcmD+ab3AJKXIN0TuEUVSEdsoeyMckIOGA3CsKWggghwgQoLYM7Ii7ASgBhJIUK2wd8IMzqJKDUYUGQAcO24S2HDtSQ0JZ3ZtykZdEcByPqjG/KIaWuLcguRtD/ADPUPySFqv4DON1NtVJI6dkjmEtKj01JNPK2IDdxWusVsmhlLJwdLVl1OVY48HS0GK5e40NjpWRwNbpDSOfqrNzTqAHCaogHH09lMAADvdebyOV2ekST4FxuGkAduUprtDiDuCo8epoOe6VCMkgqhuy9dUK/HqHCkMAcMJLWb4TjQGnB7oBENpm68lOg59OEtuBynSG6fQN0GwoQ1obyMoSyhrMd0Mnnn6Kf0pYqvqW7MpqdpEYd63ewSZGoLc2LkmscLI1k6euPUNQIKGNzmk4cccLvfhx0LbumqFr5I2zVbhkkjhX3S1horDbI6akhY14b6n43Kto2+rON15/VeQllThHo8/qdRLM7+BYbnhK7YSmjCMcrnVRmsS0Y5SsZSsZQwgI2EBhKCPCMAKAsLCPCWgiK2F2VJ1tNNB0xVupiRNwCFdjKZr42yU72vAcO4IQqhWQejWSx9N0fnuJlczLiVcKBFVQRGKmLg1zhhrVPHCboFhFGAglNSithFJwnCEQajRLEAbpzGyLG6MhSiNhNCVhEEalADwiCMIgN0yRA0MbIyh2ToFhFAIyiUILQSUaFADSSjARFGiBIIIwoFgwhhABGQgSwiEWEZQCJAsIYQKChAIiEaCgRKGEpBBsg2URS3JBCiIEQglAbIiERkxJSSnCkkKDDbhlJ04TqBATIaxpIcMp4tRaVKsKZGlia9hY8BzHbEFcq8R/DBtcZbhZ/u5uSwd114saQicMDIV+KUsbuLLcOonhe6J4+qaaps876a4RPY8HHqHKVHI1zcg7L0b4h9EUHUtG9/ltbVNGWuA5Xne/WmqslwfRVTCxzTtnuF28OqWWNS7PTaHWxz/5GnFoPpRYydkTC0jHdHq0HZWt30dSxM8WqIgcqlMH3xP4lfFwaMnuo74WF3mDko26oDY0wu0gHlKw3GHDdNzPc2UBvdOnBj/tJ2muEDjtjYfqcWkbjhRbnb2V9E6F4GHcqc2M5BKVpPytUW67ElFSVM411Bbaiz3F0LxmP8B9woUJLiX4w4cLrvV1mguNsJIHnMHpK5LUNlgqzSyt0uYfV+XZen0uq9WNPs8vr9D6U90ehprjryUp8PmepKlDQMBKjJ04WuznpWIjZpJJRSycFoynMZLg3jCZi+7aQ7fKaLI4pBjBGUXYoaXZBR90zEA1pIJQIJS484IS2jCRjpWNaSjaM51J3YlDAOVLJQ04aiEk9wnmgN5SXs31J0xGNxHS7dSIZcyADuozuNk/SQnZ3dCatD4m7L2R5hpGsaMPKNranSN+ygx624kkccfVTRUOx+sCx7EdyTlLlGSacwZB5RnGjKREB8FzuClYyAF0TytUG1B4yjHICU/ZQIy4IjjSlk5dlIkGG/vRRVIQPmKLg7oAb5R906KGwnHdDKDhkoBErYRJRN3RlECoAUzkoH6IDnAR49Sg6AjiJyQUMJbGY3SSLY8jYY5zzgY+qfin07SMyfdGDjg7JL8Y04yTwAq293BbGEoyuJqej46SV3xtS8NZFwtfA5lUdcOzH7ArDUlqnpWUxdqEUpBc1a+2SyGrEDdLYQMALiaqKct99HpNNJ7KkuS5p4vIb6d3KSxp06iN03TB2Q5/dSXk6dguW3Z0kI7ZwhCfvRkbJUeeCljGrhVPgtQ8CA4bbI5QOW9k1E8gkO3HZPNBJHsklLkdBx4LTkbhE2UNJ/knXNbp2O6e6cs9Zf7pHQ0cbnnPqIGwQlJR7K5SUY2+h7pyxVl9uUdLRg6XH1O/ZXozorpSj6ctrIIQDOR63+6a6F6UoemLWIIxmof8AOVpo15vValzVJcHD1WpeadRfCCa0hKwlAJWFgRj3CQCjx7o0rTlEWxI3R4Sg3CVhAVsLCACNGAgkBsGyGPZGGocJkK2Eod3qo6W3S1Ep0sbyVMWK8Za00nQ8zWO0vm2G6sxY98gSdIpOkOoGdVdfmWgl82ipGaSRxqXVMLAeC/SdH0z0xA+Bv39UzzJXHnK6DhNmnGb9vSKoqX9wRCMBEjyqaHDKLKNDCKABEUoBEU1BAiwjRjhGiBBBG1GRuoLYSASkEQWJRgIYKNENhJO6WhhFEsIIFGgowBYRoIJSAQQQQIFhDCNAlQlhYQRoFEliUEeEMKEbC5CJGgQgxkxJCLCUgogiMIJaSQiQSQklLISSEA2JIRYS0RCZIZCUCEpEmQbCA2RAJQRDlWxkEToWP8RuiqTqihJAEdYz5HrZlIKv3hxzljkpRfJ5Hv1kuViuD6Sujw4d1EHyanbL1F1j0tbepKR8dSwB2PSfqvOHWNif05c30FQ/AJ9H5Lo4sryPhUeq0PkY5Y7X+RAIDt+QkluQAlMw0cKju98eKo2+0Rieqds53Zi3QhKU+OjoSnFR57I3Wdy/RscbaVpkq3HaNvJSrPdX1LWCpb98R6m+35qRQWjyMzVr/iKx+5kdvp+gS6S3NZW/E6dIz6j7rVllD09okFLdZaDcZASPV7J1h/ZzhIONWFlZcJIBYRysX4g2E1NObhTR4lj+bHdbcABucbpL/vGGORgc07fmrtNnlikmUZ8UM0XFnBwS12HjfupDSNOrIC0nWfTjqSskqKdv3L9/yWV8p5fpccY4Xp8WVZYpo8jmwzwyafQ40NYCPdJAB7JTRg4KVgb4CtKW/kbOXv0tPCbc0sdp5ylCNzXFwKcxndMCgwwtbhAZRgnG6Ds8pW7LFGugMblx3Sm+gpLDvlOOaXNyEOQjO+o7oO4RjBdhB3CaJUxl7gpdv0vIB7KFMzAyE/aQ7WXe6afRMcmpk/W58DmRcgpbaOt0j0nhHYWQvuEkb3bg5WpFTGBjQNtlz5zaZ2sWFZVubOZU4BpnAnulM+cY4wk04BoXu9ilgadP1C6h5oVjByhlxyCkuyACEpmokqEEnYJLwdKXIMbJPckooqkMtOeUrY7IA8HCIjfKeyhoB2KMJLtkEStgPKAACIj1I8bqEQAPVlESXP2QO7CiZnGSgOuRyPcp9m5wmYmnKkRtIdkKuTNEEGWYB2V90JaW3C6Cd7cxxb7qkb65dGcF50gBdT6StzLVaWMLQZHjUSFg12dYsf7s6ugw+pk3NcDPVlMfgzOxu8XygKN0pFFUU5mlc5sjexWle1kkREjQfoVUSU5hrA6EYaeQuHHPUfTXNnZeFqe5PgtWkZx2UiPGMlRYsSnSE+XtDg0cDZZWmjTEUScjSErSSNuUtmlrT7pLHaG57nhIWi44wOU81w06SEhp1buGE7TwSzyCOBuuZx0taErdOxm6jbDtlDUXe6RUFKxzi9wBx+FekOgukqLpq3NbExrqlzRrcRvlVPhT0ZT2C1Mq6mMSVkw1EkbtW/Y06VwfIarfLbA8/q9VLL7V0AN33SgEEpcoxBYSghhGAoAAGUoDCLOEoDKIAYRhDCMBAVgARgINTgxhSxLsRugB7pRwhhNQAi0AZXJOrLbXdd9S+SD5Vvtsn/O5dbLCQRlZuhtTLZNOWf65+oo7/R+OyJbi4tkIgoYYv2G4U1vyhNQNzGCpAbgJMUQydBIilAIFqsoWwNCBCNqMo0CxJ5QIRlGeESWJwhjZGEZRJYTQjIQCCAoEEEZUQQkEEEyIBBBBQgEEMoKAAggggQCPKJBAgEEEEAgQQQUIBBBHhQASIo0CoEbKMBKIRIjWAhEjQPChLEkIsJSLCgROAiclgJLmqIliQgQjAQcEyCmN4RtGEogIEbIp0NYRSHtBS8FJxlOmGxOkLi/2i+nDWz0FbCPLkje3L12rSVX3m1Ut2p/h61muPPC0YMmyy7Bl9LIpHjq/C7TVf6NoonQR8TVDhtj+ypVpt1HboPLp2YcfmeeXH6r0v1Z0JbLlZnwU0LIZmDMZA7rz5dbdUWqvkpKlpEjDj8118etnlSS4R6fQajFqLfyRS0EYPKSI+yWB6t0stPKetx07EEFo2Tb27ZKePqOMJM7QcBMnYBhhc4EEoxlyWAMYCQQcO0lWJqgVxZUdWWp93hbDHMY/dcrvVsmoLk6J7yQz5T7rtQb6d9ysd1/aX1EIrKdmXM+YLo+P1m2e05fkNJ6uOznwO2SnA4GPKbnJYAzumg4k4HC9E18nmZPZ7R/IIyOEpjA5mAU23ZuEbSWnbuoMnaFEbbpMsga3HKJ7iUYjBGSglyGTe3gZZPk6cJ1jnY5TflEPyAnANk/BQt1ch6QDnug7cohqL/olY2P0SFlBFo04KFGXCoDBsEcYJOCnqZjRIXd0W+BoKpIn0EbIZX1B54yrMTMIB91VnXJR6Yh6iVJjp5tDcnfAWCTVncjcVwZOmI/R0gH7RRY4B9gkU/8Aob8ftFLGSQfoF1TyosNACPjdIzlwCcf8qFhG3n0kptwLm8pco9KbecAYRRVIAZq5KSdtkWfSSPdG7gbJ0USCPzY9kROOO6BOH7oO52TFTA1oz/NHn2SN2n8+U4MYUANuBzgJZyQECN8o2gnCV9Dw/JD7OBhSo2hsZCitY4nLeyksbJIRGwZceFTJxOngjbovOi7S+tubah0ZMce+V0ZucAAYxso3S9vdb7RExwBeRvgKwZHrcdivNazUueV/SPSabFHHjoRgkZKRONUeAOFMLdMJyN1FLHY/NZYy5tmkTSNOjTH+9SYWb4dyhRQEH0HOeU/IzB32KrbT4HS/uGY36pCzjCeiaMEHtwmhpa7VjJUiEF+zeVXKSSsdd8iJg9z2RsaXFxwAF2Pwi6EfTBt3uLdzuxpVJ4VdHvudxbX1Uf3EZyARyu7wQtjjaxgDWtGAAuJ5DUpP2vs5eu1fGyIbW4ACcbsEAErC5cuTkbrBhGGIAYSt8JKEbC0o8IZKMAqEsCMIwEFFbAAJQGUkcpbU1CNhhqPCNBHaKBEQjRHKIAbqvuOgeuQ6QrDssl4pyyw9LPfTnEmpVZoXRIujU0ZDoGOByC0KQOFW9Na3WOlc/OoxjOVZNBVmNbI0xZOwIIIJgICCCCIQIIIKEAgggiiAQQQUogEEEFKIBBBBEgEEEECAQQQUIBBBBQgEMIIIMAEECi3ShDQQQUIBBBBQACEEEFCAKSlII2EJElJKFhCQR7IkQhY3QKBKHKgQDhAkInZwm9ymiAcA3QIRNyg7OUSBFFwjKI7ooKCJREI8IJ0ywbKwPib0VFfqc1VKMVcWXf3l0AJD+VfjntdlmLLPFLdE8j1FNPR1LqeqYWSNOCCjd6Wj2K7N4w9GMq6Y3ihjAkaMyNA5XFGyZJa8Y0nC6eDMpPg9jo9UtRi3IVkBwIRvDTuUT8bFqXgFu4WmPZqZHkGncJuPcklPSAuGEnSGjdNfFEsaJIzhR5mmaMxkcqWTngJIG6MJbXYr5OTdWWqahuEjnN+7fwVQxsJOey7J1LbI663vJaC8DZcvuFA+3VGmX5TwV6DR6v1HsZ5zyGi2v1I/JXv2aRjdKiOGYKVUAZ2HPdJiGHbronMUBTiHN0AbpJa/Zqe0gnOEZ4wpaLNo04BgHdAt21JzTt7ojt+SlomxDUfoO4SjqyT7onuBcMcJTHDVup8iWJOco251gD8SJ5w4I6d2uZo4AKMlwFdouKZohMTed8K+A2GyqKCES1IaTnG6vxFHj5ly8zSZ6LDB7TltMCaI490puRyjpXD4U4QJ3XcPGBtwDlB5yEQ3KNo3IShEnJaMpD+AnXgAcplwIjb+aaJVIQThvHdAEko+MojhWFDCcQX/AJJLiQ7VznhG5uHfmg0jJB29kSphasDS7c90pnH0SAzfJ2JS2jsFABk7JUWTp+pSDsnIs+cB2Sy6LMXMkWMDQyPJ31LV+GXT77zfm624hZ3WXa3UI2s3Mhw0L0H4V9PG12FlVK3EjxlcHymrWCFfLPSaHCnz9Fsyx0kT8N3DRwnobJC5jnFgCtWta5waB6ijrHiJgaNiF46WRvmzrxySbqjP1VqpmscHMVPUUUeh/lj5Vq5XMcxxk9lFpbfHple85Y4bJ3naHi7Rh4JzT1DXAbat1PuDGuAmYch2+Eq40LGMeW8E+lItmmooXRSbPYdltS/p7kWr7IrWEtyQtP4e2CfqC7thiYfKjOXuVNTROnkbBC3MhdhehPC3p6OzWNrtOJpd3nC5+uzbMVrsz6vN6cDS2egp7dSilgYGBvcd1YNyOUlrRqI/glbgYXAaf9x56Tt2GlNSW7lLwgmKwI8I8I1HwJYQc1vOyUCHDJUSfL5Sw7eyepmuawtO6dRsI7lDlGGpWEyVCNiQEsBAJQRbFDGECEelEUqAEAjOEAjwoyWJcFhvF6WRtqoRGcNfO0P/AIhbpywfjc3/ALIteNnskDh/EK7BHkDNpagP0ZTaePLCkjOyremHOdYaLPPkhWTQeUslcqAGggggkACCCCNBAggghRAIIIIkAgg1F3UogaAKB4SW8o0AXhEllEmaAJQQQStBsB5QCDkAhRAIwiKAUogEEEEKsgMo8okePqhQQkMo8IipRAIIIKUACCPZFj6pQgQR4+qJQgEWEaBRognCLCVhGjRLGyN0aVpROCAyYl3CJqPGyHCZBCygEYRHYogCciAR4yjIUsIhFhKIRJ0NYWERCUiymQxHqIWTxvikGpjhggrz34rdIyWK5vq6aMmklOoEDhei3AKq6ktVPebVLQ1DA4PaQ0nsVoxZPTdM16LVS02RSXR5ViGQHHgpbSXA5Vj1LZ6mwXiahqAcNcdH1CgsxpyutBuuez2MJKcVOPQzK052OEhw9OMp7TrJTUgwcJ+wsJoaG/mkaMb5TjmAMBykt25TIA2BqYcrE9c2uSWlMrWbNOcrduYCMg8qLXU7ZaKWNzchwxlaMGb0cibKsuNZIOJxSMEAh5zjsnMAtyApl7tstvrH6j6CVD1DGPdephNTW5HlZ4pY8lMU12BuiJJQLSCj3IR4IFvpyEGkluSkvdo7pt8pxhg3RUUxZTSA8APDTsEYIA2QLCQC5DHYIihOGsoSD4eZuN2kI2gjYo8iTGNwNkbB00aKwygjzNOTwrf1fsqk6fDfSxh+bdacNGFyNRGO9npdNkn6SOUU5/qrv76A3yk0v6l4/tpfdd48UKHACNow4pISmk6kGERMdgO6QDpGR3G6XK0lwKbe7Tt7ooqkIO5z2AQHJRt757IOGxKZMqaEu+bKIjJyik29SJhyM9k5S0KaN9+EZwMoxuiBHJUEboGcjPcKRSN1P37cJkYJGOVY0jGtZrcP3KvJKo2adPi3zRqvDO0yXXqinbp1NhcCXey9M1DWU5hpI25YGjdc2+zzYTDTS1U0e8u+SOy6e6IiqLeQOF4DyupWXK19Hq8caikNzSgH0DcBUrpHy1Ol5xurt8etuW8jlUt0YKepEh2BC5mOnbNeL4X2M1LNdR5LTlO1Q8iENbvtukWFnnVcj37hSqrRJUuawggcq3i0W/aM7cIw6ndgZJCqre5kNSSeMYKvq7DGv0jKrunrPPertFS07Tlz/WtGPIknKQ9qKs3nhB0j8TdZLxUN+4Z+r+q7bCMDAGyq+nbVHaLPFQw/Kwbn3VtEF57M9/8AhHntVleXI5MWE43hIbulhVmXoBG6U0IkbUFGgBkIYRlGAmoWxst3TjAjIQCKA5BowhhGAoKABHhEjHCNCthjYbonbjZG7cAIhsEYr4IGMA4QJwcIY9O6Jwy0KVUSCsZWK8UbTU3eKgpoi4xNmzIAtjrwM+yw/Ufif0ta7kKSWraZWHLwtGPG5PhCuVG1ooGU1JFBGMNjaGhP5VT031Da+oKP4q1ztmYOcdla8qucfsAZOyNg2QLcJTVEiCeCh3SiEAEaIJwiwlFJClEDwhhKCClEG8oZS9KGlQNhNSghpR4UIII3R42SuyARAIwg1qU5AIUQJwRBLcETQoiCSEAEshFjCWiCWhGQjaEZTJEG8IiluSDlK0SwwECMI2o3IUGxKCCClEsCCCCWggQQQUogEEEFCAQygiwoQJ6SAluRBQZBII8IYRJYl6QAnHBEAoFMRhKCBG6MIpECcMlJ07pZ5QwmIJfwkEJb0lMMhJSDyllJIQqx7MP4q9LRX60maJuKuEZa79pcDfqjPkSMLJIzhzTyF6xI7Fca8aek4qVn6bpYfn+fC6WLM+UdrxWsWNLFI5Y4gjA7Jtpc449k4Wb6h3Qc3QNl0ao9G0IOM6SikAA2RuaCM/iQcMt+qDAmILThIaQwnUlklBoDjunQGzn/AFNaakSTvedTHDLSeyxgYW7DsV2i80jamikhG5cFyGrgfR1U0Mow4O2BXoPHZt8aOF5HFT3CNQwE27PZDzA8DARuBz9F0UzmVuG3RjIJ5SiMOyBsnI8Y3RTOAOQEydg9P7CHyoZ1bIxwixukXAwTOd0CTnZKdtuEg5TdhLvp8Ezh3YcrR6o/2gs5YiTGeyuQ1v7QXL1EPezv6WX9JHN6QZpJH/20TDnJR0rtNJK3+2gBho/Nd08QnYpu5Tgb3SBscJbjgJXyOkIkJTMmNW6fxqTUzN2gplwVyQjZxxxgIng6chLIGDjkJGo8o2VCSwaQSUnAaMBLPqGyPR/FGxasSCSNkAxziNk+1g0j3T7Gj23QciLDY3DDpO437K5slE+4XSkpmcPeNShRRYaS4/kuj+B3T76y9/pGRupkZ2C5fkNT6WJs7Oh0tyv6O79O0LLPY6SGEYLmjKsm7VAJYcHunGx7h0g2A2HspQmiNI57m4fHwPdfPpNylZ175KSpjlbUHy9mkqj6ic7UIjvsrmeolmBcBjCpLrFKXedJwn6VF2P8k/oX045sVPIXn1YSaMZqHuJ2cUmniEbMh27gpFOOG47pq9pdfubGLvSiKla4N9ROVuPBvpqSFsl1nZpLz6chUNroZrreIqQNy3IcfyXaLfSx0lJHDCAGNaBge6yajO62o5+szuMPSXY+xmAltGCjASg1ZG7OOGzCdGExghOMyhQGKOEYQxulAKUK2BvKcGEgDCNShGGUAhhABGiBo+yGEalChAI8I0WUEAiVU5jnZEBypTeMFR6hjTVMeeVIBy5yaH5yC+gHcIgd8JXISXDIIHJTON0Szifjt4yN6Vd+h7TFrrXjDney8vXGtqrlcpbnV5dPKclbH7QdDUW3xCrJqwH7w/drmk1w3bh6+geF08IaVZV8nM1EZuVJnd/s+eJEXT9yisVZF5cMp/WFerqaWOWJssbw9jhkEdwvnHHXkVEUol0EFe4vAq6VN06EppanOpnpC4vnNCsVZEzXpncaOhZygAktO6UTuvOtFoZQCHZGokQLCLCUgjRAgEMI0FKIFhDCNBSiCUootlAv1W+htNTVRs1vjjJa33KDVEJyPKqemJ6uqs8FTXM0TyN1Ob7K1QTsgHbo+yDeEO6BA0EEFCBZQRoI0QLhDlA8IBSiBFDARlAKEBgBDlAhAIEEkIillFhQghBBHhJQQkEeESjRAIIIIUQCCCCAQiiCUUMIkTCCBCARqECKThLRI0RCSEEaBTJDBIIIJghOCQUvKSVGFCCERSkRUGTEuUG80EFzoJKSdrS17SNxnCnOSU8XY6bTtHl/q6zydPXuajlJ0A/dk91S5cd13vxi6YjvNmNwiiHxEA5A3K4LHG5uY3jS5vIPZdTDlbxqlwev0GrWox89oMMGNXdIeDyE6MYQxthXxZrIpIc7HdGPmwnHhgP1TbiAcd05BTmDVlc28QKNsFzfVEbPXSnD05ys911bo66yPlHzMW3SZPTnZj1MPUg0cujYCTthPEDjjZNkOa9+exRuy/BC9KnZwNv2Ja7SC3GcpTmt8rPdGGYASHNdkgHZEHXQRICAOdwikwPSeUpmMKAoQXDOkoPJ07InNAOSkvcTwmirK93JfWR3nHy24GTutM2ih0jLhwsp0rk1bW+62HlD3XO1DcZnoNG4vEjklIAKZ/5oxwEdE0mjlJ7FJB3C7R4wVuXBODdJZjKVhKx0EcMGyaJc7ZOOBJGUgtGvZQSSEYOcEpLm7YDkbz96QQUCG47piuugg0O+XkJ9g9G6KEtHATob6tXZK+EMsVvgS1hJ2UmKIk/VJpmkuOylxloVd0zVjxUuQNjLixmCS442XpLwRtDKaz4a38GVwno+jdcroIqZnmSMPC9V+HNqNttLDI0hzm4cD2XmPN6i1sZ3cMYww2h+WfyqyOINyXBWFXAyoiEDBhzh6ioU0GnqFrQdTeQp1Q98dbracADdeTfJJXtpGau0M9vqTThuW9nJmVgmpw2VW3UpldSeY5uoZ2IVE58pfFCOTu5Wx5LoNJCI4Ro0hvpZ8zkuxMDxLLjODj9ysp4mimdFGPnbgqNYKeZ9RBbI2+uR3rx2CEsjUiy6g2zoHhraTTQur3czfL+S2rUxbKdlJQQ07OI24CkNC50nZ57NN5JWw2hKAwgNkY3SlYMI2owlDCdCNgDUYGEBlGjQrYEYQCA5UoADwjagjCNAYaMIIJkhQIIIKbQFLcrtFS3imoy0ufMe3ZW/CyEYFf1654GW0re62PzKY8dDMLKPCT3SirIfZDH+Ivh/YutaTyrjAwSD5ZdOXBeLvE7o6j6U6tqLRE/zGNOx9l76r520tDNUO4Y0leDPFO8G69cXWdp1mM4BK9R/D8sryyUXxRjztKjp/gX4J0F/tkd8urwY3fK1enrHaaOzW+OhoYxHEwYAAXLfss1nxnh7HG6TMjTnT9F2JcjXZc08so5H02X40krQQCUgguckMHhGiyhlGiBoIsoZRogaCLKNQgEEEFCCU3UgOjIcAR7FOKHe6llHbJ6mT5Y26ilkm00iC4cRxsCkbrB9J3uv6oq6a5RQGG3xbf33f+S3qGPlEANgg05JRocJtpA0ESNCiAQQRZUogaCLKNSiAQQQUogEEEFKIBBBFlTaQLCPCAQPCVoglyA2SgECEKIIKACUAgdkrRBJRBGd0XCFBsCCARo0SwhlBGECjQAgECEYRHKKQQsIiEpJKgUxJG6GUrKLlEaxKDm5RuGEQygELThIKcckd1EFMIjKRjCcSSih0/obnibIwxv3a4YwvPni10w+xXh1bTsPkVBy4+y9C8u3/cs34iWVl76enpiPvA0uYfqtWnybHT6Nmh1Dw5V+55tazIGE2/U1x3Tr2Op5pKWXIkicWuBTLzvhdSCTVnsLuq6YmVu6RjO/cJ1xy0ptMnfZAJmqj1t8s7tcN09wUJGZbkJ06FqzkHUlC+hu8sHEZOWH3UDdm44W18QKF0hjqgP1YwVipfmAG4XptHP1Mam+zzmrg8c6+AtR5RAkPJQIOECMDJWwzJicYcjdxuECQTjugQeCoTiwjwmS7B34T4Y0uyTjCbc3UTgKJlbXJcdLOEdWx7hnK13mOPZZLp6F7apjSfSFsgW47Ll6v/UO7oYv0VwcmpHD4OX+8kMHpBKFH/oLz/aROPpA+q7rPHJUKTiLTjBR5S2WJgzum5hpOoe6cb8yRPuMKBfQ0XElDslAAd0R7J+ilLkfjGWgYwnHkMxnhHDs3JCN4EhDTz2VbdmtR4tEincA3VwSnIoS9+G8d0wWPdpDVYUjC0ho57qhyo2YYbnTOmfZmtzZ+rppNAc5rtwV6guUbaecBjMM/EAuIfZVs7PNmry7Dw7dd9rYNbZNZ77LxflZLJqGzRlk4SUV0Zelp3Ouk1Sd2gelCqBaCT+IqVURujDxGd1Fc4vZpdyuOqUqZoVv3Iac9nlFjwHN+qoYYRLdDLjS0K1gLpWSMG5HCoLlNVQRTEDS7OEVB9o0Y8dyaF3SqdT1upjshu5C3PhpbGzySXiRmHPGG57LF223GslpopRl8uCSuz2ejjoKCOmYAGsbgKrUZFKNLsza3LsjtRMHCUxG1uyPGCsiRxmwxujHKA2RjdNQrFBKASUbTuiIxY2REZKNDKiFAAjQRBPQQ0bURRtUSAwwEaCCdIUCCCCJCnobXFS3SoqwSXzc/RW4ONlHbr8xxKcBWfE7VjMcKIhGMIHha4K4WKzC+Nd8ZZOgq2R7wJHsIaMrwy+UzGoqJT6pnErvv2tOqm1lyisFJNlrBl+CvPjQSA13AOF7b+H9N6WHc+2cvUzUmeifscXf72ot8h+TUvUP4V4t+y1cRb/EB1NKfu5PV/Fe0Acx5C4fmMTjqGjfhkpY1QoI8JAKUCuK4jh4QCLKClECJAO6UOMpiqJAGE5CcxjKLVEFhHhJOyVyEtEAggiypRBLlzjrj9OdQ1NVZaIGGji/WT/t/wBldIcotQI44pMBV5VUGwrkgdKUbKLp+jpWM0NZGPSrlMUf+iMUlNCKXRAigEMFEnAHlDKJBAgeUOyGUSlEAghlBGiARhEgpRBSCLKGUKIAokZKGEy4IGgi5Q3SNEDRBGgq2QJIdnKcRYQ6IJaNkHBK4RcqEGxlKASgAUknBUIAgoYSgchJPKhAcIcokYRIEgQggpYRIaiIwlBAqECzkIhhKCS4IDIJ26TpSsJLjhQYSQm3pzJKSQmTGjwBoDgMchNvZrJBTjjgbcpIPcndT5sNvo4J41dO/oy9MuVPFiGb58DusA5uSvTPX9nZeenqinc0F7WlzT7LzZUMdFUSUzh6onaSutpmqs9T4zVPLj2vtDDccIOASnAMdp90DjK0Pno6g3kD045Ssho0jdE7GcgJJcG7906FbK6+UonpXjTnIXJ6iIw1UkLxpc08FdlDtySMhc169oTTXgVWMNlXZ8bm59M5ethu5M67P+KE7SWbcp17MSF3ZN5+934XZo5DjQlrC0a8ZIRatRynC4jIPCjktJLW7FRCuVIXkOB33ScFhGEcbcMLXDf3R4cAc7qNAviy5sbxPM1jHYIWkGQMLLdLxu87zeCtR5p9lzdSl6h3dG5+ijl9H/okrfZyLOHgI6X/AEaX80AMYcu4zx6oc7JOCMJR3blFnGEo1CmDTykSnJSmvDzjHdJkGOUSfDGy0jdCMFxGfdKBG+xS4sasYRZXBckhgLgWhLgbpxq5yjiGfSE/GABgjjuqJto6EIJjzgfThSqUHSSPmccBMRbgqzs8PmXWhjPDpQCFmzT2o6GBJHp7wLtklq6TjnijPmSLp07ZHsY5+xI3VZ0ZSik6eosNAaWcAK2neTyNl4fPJym2yjJLdIrKunDBlpySqWqxE9z3LQyFmfWcfmqq807XRhze/ssrVM0YW2qM7E90EUk3dxSYqNlbMJJR6GjJUi4Na8ina3DgVKihdFSPI2eRgBVuV8GrftuRP8Preai4PrJB6I/lXRAMqn6SoRR2hkZGHu3Kuowscp7ji6ie6bDGyPKGN0YCiRQAJSLCMJqAw8JQCIbpQClCMGCUYGEAUaNACKMBGEeE6jYrYxPPFDp8x4bqOBnun28BVd+pviTT+vTodqVlHwxLH8miCwgiQ7K2hQwiHKA4QHdRugkVlQDUvjwDsnWjBBwqWyNqJLlVzzRloL9LB9FeR5BHdZ8ULd/A74De7LfSsn4n9X0nSXTdTVSyM+J0fdMJ3JSvELrmzdI0D5aqoY6fSS2IHfK8eeJnWty62vcldPI5tN+BgOwXodB4955Jpe0wanVRxw2/Jnr/AHSovd2qLnUuLpJHZGVWSZG2NypLiNXoH5J2np3TOBI37L2cEsXK6OTCTmXnhpFUw9Q01ZDloa4ZK9z9LVzauywSGTWdIBP7l436FDqSUGSMEDGy9L9B3RgoI3N9MZxlq8X5/VJZ0drQY7xnRW87I8HjKj09TG451DftlSgW427rlY3GaL2mgiCAhj2Q1Z2Q/NNX2DkTpBG6MDA2ROcjHCRckDHyoA4agAgQcqUQCCPCJSiBJqo/VJ3Cj3SWOGjfLIcBnKWavGyJ+6xdH/o/70+qzp+tgr6AVFO7VGeCrJHFG4JEYZKJBBM0ACNDCNSiWJR4RosJkiWDCGEN0alEbCwhhGgjQLEo8IYRpWgiUEZRJaIg0aSjCAQyggiykaIGUQQyjStEAggkoUQB9KR8xROJcUuNuBlBckDa3CBCMoHYI0QThEQhqQJQpkBlEgghQQIFEUEQhIOKJBAagBJcErKI7ooInASHcpR5RIjIS7dJwlIHhRMYakAfqa75SMLzx4p2N9n6hfKxh8modnK9EkbYWD8YbSbh01JPHHqli3Gy1Ya3G/xuoeHKl9nCHgFu26bjbvgoNcQxueeCnTszOF0lJcM9aR5fScBNludylSZygeFZCTZWxGkHgrLeIEMTaITStzo4WqGAMDlVnVFM2qs80UjdXpyFt009uZMz51WNo5OyQvxjZp4SpohnSO/dCKMNa5vdpxhKLjpC9Kpc2cJK2MOaRgndRZRpm1HYFTn4I/JNT6dIcQCEV2UzXA3G7PBSnOOeE2PU4FmzQlvI5RkiQlxyW3T73CXT2K0oaMfOspY5w2Tc7K/+Mi91izxuR2tJNekjnMBJgl/vJ38ISICPhHn3cnAeF15Hj0nY4Rqh9sJDcbDnKfYAadxSImeoFKX1wILWtl9KbmyU/KMOyE1KMhQR9MbZlPQ+p4TBBHBT8GAASU0mLiVMlMyCpULycsIyFBDvvOdsq3oomvY4DnCyZnR1sC3dC6KPMjgtN0HQfH9dUEA4Y4ErO0RfCSXxkO7ErovgbFFL166dwzoblc7V5NkWzfjjcWj1rbIGw2mnhG2lndIqSGAbZS4Xl1O0gbYTMxJdhy8jN7jl43cmVV0ZPMG+XsoNUZYXMY47LSuiaYthuAsvcNT53ZPCpm6RtxMjluq4MyP3qzp4DVXeCEDAPKjUUYfK0/RaXpijc6pdUSN+TgrNJW0/oOfLsg19miiZoAATvZIjODunFS1ZybAjBwiQRoUNKCSAlBSgMU0JeEkI8o0Iw0EkpbU1AAEZRFGFZHgVlX1DX01vo/iqqVsccYJJccDCV09coLtbmVtN+rfwudeMFyddrxQdHNhPl1Un30g/C1dJsVBDa7VTUEDNLYYg381I401v+wE4cIIDhH2TVZEEq7qG6UdmtctdWy6I2BTdaw/jgy3ydFVMVfViJuNQ35TY47pJMj4M/wCE3iVT9TXS4xzTxxQxPPlknGQm/FbxjtvT0EtFaXNqKzBGoHYFeYbNFX2+3VV1oKh8cWotGDjKo55p5nPlnkfI92+onK9Rg8NieS1+P0c3LqnLHcS46mvty6grTV3Sqe92SQCeMqoDwwaRx7KF8TJL6BG4Y7p+mDvLOrnK70IQxrbFGFYZSe6Y81+l2cKXTVojeHBu6iBjy3IGyAaQUXTVMOx/CNjbb5EAxxIa4Lq3RPV9I+Bsb6hrHge688tBLvmIKl0tTNSjU17ge264ut8PDU/J0dNqJYe0exLJfoHvaTVB+fYrb0dbqjaQS4FeLOlusK6ikAmlcfzK7J0J4mh8zIJpc5915XV+Iy6V3Ho6kMsMy4PQEZBAIS3NDtw4qnsV2pbhA1zJRkjhXLPl+ipxStUyqcWmUN9qquKvo6amz94fX+SvouFBrXN81nupML2l2xQg+QyRIQRAo1Y0IBFhGgpRBKruo6AXKzz0Jk8vzdtSslQ9c9QUvTnT09zqfki7e6jjcGgLsl9P0EFstEFFT/IxWiz/AEPeo7/YoLlEAGStDg32yr/KKVBAUQRod1KFDQQQUoAEEEFCAQRZRZQcg0KQRZQyiQNBBBAgRRJRRBRoKYSCMokjQQ8ocokEtADwghlDlBoIAUCjRYQogMBGgk6t0OEQCJxzwjduETOUCCNJBR7Jx3Cawn4YQyEQRgoFK0QLCGyNFhLQQiiKMhFjZChkNnOUsZxuhsgShQRDiiSi3KItwi0GIlyIJTgiwpQ1hOG6i19K2qpJaZ4BbI0jCl5KJxwMhPje0O5xdo8v9aWs2m+z0mnDdRLVVOH3eF1bxwtLT5dwjZuD6iuUOJIx2XUxSTjf2ex0uR5cKYhwGlMv9I3Tzz6Nkw7cbrUhm6G2ElyORgkjcx24IwUchDW6hykteXA+6aFx5JNqSo5Jeo2RXiogjGMOyopJGGlXXXlG6muzagNwJOVTRNMxIOw916rBNSxKRwZ43vaQlzDyNwmZI8g52CmaCGJirwYsNOXFWJiyi7I7MD0gIStPARxgtGDyjcMAnkp4yRW4uyVa9DZWs0g5K1DaKAtBwOFmrCWecDINydlrhTggHJWLNL3HW0iXpI5dS/6E9LZ/kkU29I780th7LsPs8miSwARYSGnfCWwfdlJhGXAfVUXyaUrEv+bCbfgBSZWes4UWXOU65EypRG9Oo5Cca30oRfKU9G04CkpFUIqQiJp1K6t00MY9ZAdhQYYmM3JyVMjtxqDrBws82v7jp6fHOFemWAmkq5QOGgZC7X9mmyZp57i5up4ecLicdO+kj1OcS7TjC9OfZoijh6Xe3ID3erBXD8rL+lwdHK5Rxu+6OrQOeacdsJl5L5QcbqwDAKcdiU1FEfM1BuQOV52SpnKxSVCQCYiTsFTV1EPPD2DYq/uEemnbp2yUzVNjEcbDgHCryKlZfinyZ9gbDMG/iJWytjXClZtuQsxLTGW5xtaNsrZRMEbGsHYLC3aBqpJtC2BLwjwgl20YmwIglIAY3RoUMJWNkSPlGhWLaiKNowEMI0KGAjRZ2QCdIApERkIHhAHZOo2Qo6200hrxVmIeb7q8HAUas9Ran4/S1v5KnFHaFikY4SVFudZFQUMtZOdMUbSSVpir4FSKrrbqe2dK2eW43KUNDBs33XjbxK8Qrn1vfnEzSx0rOI+ytPGrrWt6s6hmiE5NDAcNC57TaMnC9f4zx8cEd8uW/wDwcbWaqT9sTZdNtNb0XcKIAnyliWejLF0rwMkpqi9VNoqQD8SMbrIda2WXp/qqqtksWPvHaFfDJsyzxj6eG/HGZV07BGCT3SXAA4QfM3yw87FAvBxlaoWy6W0AJ4CUBvumDI5shA4SjIXDlWbUivd9D4IB9A55RuY07lRw8tHpTjJCcEpbroXf9jjvlIBwpNBcKijlbJA46mKHrBP1RsI1bITW5chlSdo630l4nVFP5DJ8gggEr0z0h1JS3u2QywPBLmjIXhIPxjfC6V4Vdf1dkraenmkPlau5Xmtf41Y/6mJHS0+pWZVk7PV9+oaupha+hdpmAwD7KJ0pQVlsbMK+o82aQ5znhWHTd4hutuhqonNIeN2g8Ka+CN03mkkuXHnhjJ3HsLTiOxkkJYTbTjhKDkmxoApEUaChBLh6FxP7UkN0PS4lgz8Kz51213yrl32kKsU3h5OD+Mq7TyrIpfQrdIi/Zpiu0fR7P0hnytLfLz+S60sX4KO1+H1t2/1Lf5La/uQyrfNyApcACHdGgq6JYEEX70P3oUQNBBBSiCXJvO6dcMhMOGHLHq5enFMsirHWpXKbDsBKacq2EvakChaGUEWN1a7XQGGgUEEefkUCI8o0RCRjWEgjwiSEAgggoAUEElBAYMJDuUoIzhK0EQMpYCGAjQoFhO+VNAHKcfwibwmRAsIhynBjCQeULCEggggEIosI8IYSsKYnGERRk7oI0MEhhAoAo0QTgoillIcoFMIpOEopJKlDFD1xa/0n07UU7fmLSQvM08MtLVzQSjBjcQvWUmHxuZ2IXnXxRtxoOppCBhkpW3SvfJfsdzxGo2qUH8mTwmpCU8cEbJqVp05XRivk602m0hp5z6Skn0cIP2ITEjneZg8LRBJNFcm0ZrxFaX2wS4yWnlYiKdxaNXcLoXWjBJZn/Rc6ibkgLt+Oe7FJM5+plU7Q56mPwDkIjg7JRGQcJtrCeTutlUVy+xL2YGUkYSg1we4E5Cb1NLiMJolMl8ku0NLqwBvAK14nOBusdZy9khc091qGtBaDnkLJl/I6ek5xI5zTDFET9UpvISac/wBVkb7OQadx+a7FHkkTIydOEIgGyhOUwDgmRn4g/Ryzv8jWkOEFz34PChygg7qZDs6T/BRJ2l2D9VbAXMlQUTXYOFKizpAKbhbgEJxrTshJWwYEnEkQ05e7Oruruge+J27CRhVdKHZGPdXYnOAxjBwsORnb0yquBmoucImZHpBcDuvUvgrTMkstLWwelhYA5oXkmS1zSyveHAO1HC9g+A1unoeiac1Dt8Ark+XUPTVCZcuR45blydLlwAAEp2WvaIxkHlKdpki1s7o4vnaAuFLk5KTQ1cD5jWtbsW8qquTXvkZgnZXFXGfMOFClDSNR/Cs+VUjRiFWiFz6vU4cd1eHOSq60B2gydlZbn8ljqinK3aHGHKUQktGE4OEpWJxhGTshnOyACIAwNkYICJDfKNAocBQKJqM8pkhAwEeUQOyCs2gFY2SHBGTshyFFEhBvVVBR0gqKh4YwHGSn6KYTUsUzfleMhV/VNqbd6BlPK8tYx4ccd1ZUkbIqeKJgwxjA1qriryA+Bwlca+011abP0z+jKeQeZPyAd12EnAK8ffaMun6Q67dTeYTHCeF1fH6X1M6v4M2ry7MbOYsc7B8w5J5SI2hjyWkp0t9edOVJjt9ZM3McRH7l7RSXyzz85bi68MK1tH1rSPkGgOwAunfaU6cNZSwdSUgzqYC8gLndi6Srpq2lqGOIkzqbhejrbbn9QdFmx1kQdI2LTk+68r5XWLHq45Edvxkaw+meO5X5On2SdeRlX3iR0deukL1LFU0kj6fWdD8dlko6v8f4V6rTyWWO6JTnlsdE6R7dsIiRtgqFFMHO34Kc1kOyeFdtRnc76JRdpOyEbiXFMMkxyOeE9rGON0HFIrbb7HY3ZduEp+c7Jhmp8jRw3KcldplLewSNfBaroeY4txqUpkpaGuacOG4Kgas7AZUmIjSM8quaVUxld8do7x4B9bzwPFHWzkjtuvSFur4KuFkkbgdQ2XhPpK7PtVxbPENTm8hemPCjq+C6NiiyWvHLF4zymllpc2+H4nZwZFnx1/cdfHKcCaDwcJ0HZZXNSFaoPsiJRFyCFEoNefPtY3zVb4rEw7yHld8fKIoZJXcMGSvGnjf1CepOuJvJP9WpzjK6XjsG/IYtdk2YmegPs43YVfRUdGf1lP6F1Jq4N9lWsjNnmpe7Cu8tWPUcZZIfS+7CgwUaJAKmi5hoIFAI0ACIkpeySUGgpiXE4TFQfRkbEInzaTgqNei80OuE4I3XO1M4TTT+C2K5HoZwYiX8hOwSBwyCqW1zGopHaz6wp1sDm6i4/kufHUTk030iyWPgswUnVukEpLTly2vUu6RVtH8o0QGyC2RbatiUGgggnIBFhGgloDYlBBBIxkBBBAoBA05RlE3ZE4oPklCs4RakjdBSg0KcchJShuEkqEDB2RA7osFGAg0QCCCIqUQPKJJ3SgpQQtKJ2yWSkHdGgoIIygggME7hNuThREIBQ2iKUURCg6GXBcs8dbaf0S24NG7eV1dwWb8RLc25dM1MThs0ZV2J8M0abLsyxPNTMFuyRM5unGVIfGI3FnscKJUaI93d12IxcVR6S9zTGZHYb/morjndKkcXsx9UhwOnHZaoR5TYM8vohdQxCe2SM4GOVzMDRIWfsldUrHMFHJ5nylq5bcHsbWvdDu0O4XV8e3Ukc/UfjYsyNLBnZJDmnOEzIC1hPKQ150Losp9S+A5chySD9EvzPTkhMuJLtkYqyqb+CZb3aC7G6um1Z0jbss1SyFs/ljuVeBpwqssfcbdLm24kjH0v+jSj+2jZ82Emn/0eYj9oJxuNe3sun8Hm4P3E6hPYpDssqXA8FOUGC7dCsaPPJWeT5N8I+2xLMankqI485UuLHkvd3UB22SrIFOodJD8J1DUpLdyMcqHEcMwpdMN9+UJ8DafpFlROJAy3dW0TAcOAJKgWx0bMO05H1V5SSxOyW4z2C5md0eg06oaFM1s8DnvwXvG3717H8O4mf0JomHYBgyvIFPSPkkbI4OLmuy1evPCwySdF0ombgloBXD17cpJMq8lFRxxZfWtj45TH+Dsp9KPviUljA0tA4CkMxsWhcxOuDiTlcgqoZOWqmly2R7DwVfyMy1VU8QNSW43VWZWrLcM/gnWtuimaFOb8qYgZpgapDflWSSKpuxfdEeUWd0aG0QPGCjzsiByjAR2gDaNkbeUXCWMJkhGKRHhAIFMkAIIyiSlZRAkMIuEWpSiGT8SesaLpShifO9plleAGEq7sd2irrHFcXuZHG5gdknYLjH2q7BNPb4rwKghsZ2ZlcUPiH1QbGyxsqnspgMZB3XV0vjP1EfUMGfVelOj0l4jeMfT3TkMtPTVDampwRpavKF+vEvUXUFVdpc5lfsquQSS1D3ySGR5OSXclPRPx2XoNJoIaflcs5Gq1kp0q4JEWY3eYRnCnQdRyx+hjAMfRVheSMDhNvLWyAgBasmKE/wAjDFv4Njb+tamExHyvL8v53ro9m8ZKGHyhIFw0Pxs1GMO+Zc7P4fT5FVUasWuy43aZ6pquqOi+sLdFR3TyZSVy3xI8D80v6X6TOpv+zXJ4XyQu1QyyRuzkFrsLtPht4i+TbqehuE2lzeMnlcmegy+O507ckzq4fI48y/rKjz5erVebJUeVdaKSn+uMqu+KY7uvcnUnTFj676deHhhc9uGyD3XkHxX8Obr0Jcn+bA99E45ZKNxhdfxflv1TccnDNGXRw27ombFU3nUpAqmOjzrGVQNmaRnfCW2UYXbcGzO8ETRtqPuhpO3upMYD2hxwB7rORzuA5wE4KyQD0yHCrcWKsbNLEWt4wR7pbHAuJxss9BWSZA1HdXMb2+QMP9RVU0yenRPo3/fAN911jwarZTftJeGkY2G2VyekI1tI7LWdF10lsvtPUxnLi4bLk+SgsuGSLdNux5Ee1bTI6Sma5x30hTh9VSdIVJqrNBUEYL2gkK8IPIXlsMWoHSm7YD9MBEd3YGMIN3y3lY7xN64tvR1klllmaaogiOMHfKtx45zlSRRkyRhG2Zn7QXXMVgsMlqpKgNrZm4IB3AXlJ8rnh8j3EvkJLipnU15rOpLxPdK573Oe86Wk8BRaanmn9ELNR9l6jSaeOmjbfJ5jWap55bfg6n9me9fAdSPpZpcRSe69XwvDmhzTkHcFeQPCvpSqNfHWTyNjLXA4yvVlkm/6vgZqBIaBnK8x5TJGOraj0zteLcnhSl2W/KMpEZyN04qkb2gso8otkCkc6EDGMpD3EFKaQRsie0luUkpez2hXZBnOXJt7fNaWrO1F/wDJuskVXH5VOw+iU/iVhdLzTUls+MZIHg8ad1wvdJ9GvbRT2EzUl+qbfV8H1sWopPuzhczHWFFW9VRHPleX3Wjb1MKy+ilt33o/10n7KXNh9Otz7LNjfRtHSiMEu3CiQ10clSRH6gf8FVX7qSjtdPioc0k7ac7koun3vmaKx0ehsu4H0SZsrborhD22zTseClhQo3EKTC7Ut2j1e/2FMoUOhGiQBXRTKg0EEFGRISgjwhskaGCQQQS0Gwjsk90pDGFKJYYREIxwgCoQJqB2Q7oFQgAjI2RFETshVkEobo0EzAFhDBSglYSNhGUEstSSFB0wkEeEEA2EkOS8IiiGxoo/olEJBCg1iDkKJeoxLa54xy5hU1+dOyamDXMI9wonTHhxJM8r3mN9PdKuLTjS8qlqItUhkW08SqSSh6lqWlmGynIWX0AsJXbxTexWekjlVKirGRkEfkkl2kElPVEjGyBuN1ArnlzvLacZWyKvoDtO38jF1cZqSQPdiMNXNGNPxMmrjUcLpNw8uO2yeZkgBc41B08jh8udl19HdMzZttV9iKp+luzUywuc1KrZ9LQ0jJTbXAsGDhdOEfaYZvkM5xuk6wBg8pZOGZO5TUjhIPS3DkUhJMKneNZAG5V6x0mhu/ZZ+M5qGnGNldtedI37KuULY0JtRMzT/wCjSj3KUzd+foigGaVxHcpUfC2ro5EHTJ1F6XAp2uYWzhx4ISKMZOPZSLocuaP7KzN3I68VWKyHG0iF7hwoJGDnlWLAfgnkKs17K2DMOodpC2H8QUqmkJdk8KLCRpwVIicCdPZCStkwy4RYxyOLcMyQ5Wlvc6ORpJAA5yqykkYCASBpU8xGZu5OHeyxzimdvTzkaB1zpInQx/EtEj3DAC9V+Dt+p7h05FRxep7GgErxZTsgpKpjp4S92fQfZeq/s70dRT0zKlzMRTDZcLyeJRyQcX2X6jK8+ncZqqOy6TkBSGN8rcDKjPmw8txuCpUZyMnjC521KTPPITHIHuczuoVfmKQFm7lKa1omLh3Uar2mY475KoyL+m2PD86LJhxE0JTXbYSSNmpYbtlZdotiu6MHZEUGjZTaAWhlAIwN0doGwDdKCThKzhShLsWidwk6kM5RogQO6d7JoBAuKZRIGXJp5xkn5QlKk65r227petqn8CM4/gnWO5JCuVKzzb9obr2a9Xo2GjP9Vpj61ydzm+VhCuqHV13rLhJzJOQP4pl7hwvaabTrFDj5PJZ80suTn4GIyTNlPl+HJhrhkkIasrVViuNj/mZTJH3uURKS92CmoCVCpJcP35TkTtRymJWh/qS4XhrVKJ6ZK80g7ovMD3bnGEzr1HdKZpS7QOJ3DwQ67bS2R9quExLh8mSut1lptfXvR0lLXsZI9oOgkbrx1TzSQvbJA4h7TkEFeifs2dWy3GKWhrD95GvL6/QvB/Xxs9B4/UOcHB9nlHxL6bn6S6uqrTJtGD6D9FQDhenftmdNQFlNeIqcCR3zEBeZhD9JF6bx2tWqxbi/NicXwJLi12CdQSzK1zNIGEny369AGB7JfkEcrduiVptdj1K8AjfKs6WdweNtlS+RK14czOFKpp5YngyHI9lVON9DxnE1dFVNlLdGxPAWq6MDqi/UsJbkl42WOtVN5z2vadLRvldz+zp0fLc7q67ztzFG7YlcLyeaOLF/kthibbmemOmYjTWaljLQCIxspk9RFDC6SWVsbRyXHAUK8XOistrkrat+iCFq8oeMHjDc+orq+22WR1PQR5GtpxqXC02inqEoxJqNTDF7mdl8TvGW2WOmmobORUVnAc08LzP1DfLl1DcH1l2qZJPVqa0nYKlY575fNke50h7uOU9I5uQR+9el0ugWnVPlnndXqpZuuh0Ec5Uimrp6ZuYMAk8kKG1wLcjbCDnluNlplBPho574Lmm6kvNKXOhqnMJ9luegPFm72iTy7jK6oiJ9+FywvyN0TH7rHn0GHKqaLMepy45WnwewOhvFazXyV1LJOGSj5cuXRKCtp6yPVTztk9y3svA1DXyUU7Z6aQseOSF1fwZ8R6i030U9zq3Pppvd3C4Wq8J6Huh+J2dN5VTeyfZ6pkIDgTlNulbuNSgW6+2y6ReZTVLXew91X9R/EPgfJFP5TGjOR7rzeubwcwVnfxR3l35wA1E4AVL1L1dabJSukqapgcPlGeVy/qjreuoLZN5EutzAQ7dcQu/UdxvdUZa17zED6RlatB43LmXu4sM0kdK696wqepamSIz/AA8EbcxEfiKpOmLxdJwKKprnSU+7XD2WSpq01UTWMaXPa7b6rSQz0trqopQPu5QA9v8AaXVzaTHiwUlyIo7pNx6L6Xo26vonyUNY54e7LvfC1fQdru1FH+j3y6ZCMtJWj6aopanpuO5NlEbYxk+xCm0FFJca+OSN3lxY3eO68/qdXk2bWWQ9qe0w7rfVXDqMTVNWZvh34LSdnFdmtjPLoodQDQ1gJCy9w6cpaUNq25L9WCG9ypkNXXzF9BCC0sbkvPsuZmnHI9yLK9u00MFZFK70KzhPpyVnLLQmGgzKfvHFWon8uJPp5ww8NlM42WPLUk4CjR1IIwndWpdbFmWVXEp2bR3IJSj9EyOQnQQrf8kfAaI4RoKULYWyCGEaFEsSgUZQCVolhYQAQKMIUELuiPKV3REbqUQIoInI+yWggckZSnFJHKhBbUrKIIiUKAwEpBKNJcpVDIGUP3oktqAW6EEoilEIkBhBSUpyQURkETtjKQcZwjOCcoNb6soxq+Qu/g4n46xabtBJjGQuaS7RnBXX/H+nb8JFUjlpXF5pfusZXX0vvVHbxr+jFlFNI+O4kPdqydkuRuqpLvwgKtvgqBcIHU+S3PqKs4msBc9z+3+K6yiqtGmeSuH8EDqJ7mWuRwGxaucxE6ADtl266Jema7RK4v8AyC5wZHOJaG7A7ro6Hpow6h2+BNQQRgDUUxI/0ABuPdPubhmW8qNn1Ek8crrRdI5uS9w7r9AzymnyDGScFMySanZB4SNeo4ITqBXOe0fa4ve1/GFbMd6B+SoteCrWOUaG/kEGuQYsq2lRQ70z/onY9yE1bvVSyH3Kej9Lhn2VlcGaPLJ1AfX+9Srw3S9p92qNbwHTZCnX3DRHnnSsbdyOwv8ASK4O/qj9/wByrH6Th479lawNBpHnHCitgyRpC0J7WY8+LdFURRrCcZ5uxA391LFO4tyMKfQ0MkrcMGUmTLFdjabSZJKkOWakoZGebV1OmT2yrmkFka/BqCXNUaiskTmF7tyFbQ2alga0/Dhz3LmZs8Ed3TaHKvmn+41TV9kHmCXLiDluy6T0d4zx2ejhoYqRxZFsDhYxlip/KEjqdoThtcGguiYxuB7Ln5HiyKqN0tLN/k1R3Xp7xwtNZNG2qaWajuSuv2i40tzomVlI7MLxsvFDLaHxNc0Nb747L0H9ny8Tz2d1vmcXCDhxWDJjUJNsw67xcYY/VxnVzJprA08Y2COsbqczGNuUmLS+oMnJS6wBsQcQsc17bRxKqX+STESWp9uwUOheXx5T7CS7CoSK2qJAwgcom4SkRQBAoFGOEaFYEAggptABDKLKGUVEgaLKPbCS4/RNVAESv7LmP2jL7SWvoeSnkn8uWVvutP1/1hbOkrPLWVc8fn4+7jJ3JXkDxD6uuXWFzkra7UyLJEbCdsLoaHRyzTuXCOdrdWsa2R5Zl45CGfmkvcdQyUlsgxthIeSX4yvXJI4aT+BT3AcEIo3kg5OE1KcHjKS09yNkeC3ax58hPfGERe44y7CQ7BAKQecEqck2V8EgnbYogSE16gj1/VTkLil8D7HAjBCUH6Tvwogec7FONcTnKhXLHfyTGSEtyFr/AAhv8lgvZleQ1kjt1h43lg91Ige5ssQa4gueFn1eCObDKDLcGR4pJpHpjx3miu/hlBXNAcHNJXlinjhNMyRwGeCF3/rqvdF4O08cpzhmAF53jedAcGkAhcjwWNLDJfTO5lzbYosoqOkeTkbuCS60U8jdLfSexUSGZ4O+QVOgqCAMnddqW/4ZWtRD+5ckSSyTsdljgQOyFPZZ6mpjpo4yZCdlbMqsuAJySri1NeKhronjzP8AEKjLqMmNWy3HhhmdR7JHSfSFaeoaKiurHRUsrvUW917K6NsFt6esMNJbIwyLSCT3XlmDq+S3y0ltq42yP8wYkI3avUNiuLZejhXRO+WLYnvsvPaqWTI1LL0apuMZbInCPtO9dmavb0tRTHS39ZhcHgw0q18Qri+5daXGoe/W4SaQfyVTG9p/Nei0WJYcSSPOaue/J/glZGnKBdlqa1jCAPstNS+TDL9h1kmlp2RhxcMptzsDhFBK3ByhQu2x7fuhkjlJfK3Awia/OcqbRXAcbnkKUxzhpI2IUQPIbsUbZXYwllj3EXB0zw06xns97iMsupriA3JXb7r1U6vsMscMJknePSB3K8n0tYyGrgeQdnDJ9l6R8PrpbP0bFO+Vryxm4PuvFed0np5ISiv8nqPC5t+OcJdro5x4hU9TBRtp5AYqubeQe4WSt9vnbE2mdGfvP1OfddXu9nufVd+dHJTeVTudlk57NWbucElkvztbRV0lMNLXAcFX6LVp4vSXZslbyc9FPRUVHZY2zRzB1c30uiHOEtlNWXOtjAi0xMcHl7uyrLOJq/q6Wpewsafle/jC6P09Nb/McyZwMjNscB4U1knBX2Np3y4m5qLpTxdIUdpttWwTSAZGdyU70PdZo5KsVLXA0ow1ru5WF6EpbXXdeygVL3MiyY2E7NPstzafNrr1cKGSIMkJwzAxlea1kVB0v8l0YUmauxXCW6szpDQzYNPZSZal8dxbTRHJbvIVXvtE9qtzWRS4lccvcFV9T11XbbaK2kb5kxGHuXNcXGVRCm3wbGa4Usf+sDc9ioj7pSseWudkHg+65fartX3RsrpXgyRjOrO2PZRqe7XOuuUIpvV5bsCM9z9VfPRtqyx4UlZ1llZJPJqhbgN7lWdJUiRmch35LD9Q1lwba4qaH7ueU4On2VZbuoHW24w2d05EzsZJ90Mf9NbiLFv9p1QOkc5rWbe6lMGkb7pihJdAxx5I3UloxwuxgknFGCfDAOUaCCsZWwIIIIAAiQyhlBkQMI0WUAloYNBBBQliSERSikFSggOUQSjsiSUQNBAosoECKTlKJSFAoPujBRAI8IBCciwjchlKMhDhhIJThSHBQZOxvGSiKXjCSRujtse6MJ4y0barpWQudjTuvOMww4NK7p483N8Fujo2PI1ndcLqvTK0HuF2dJBqCOlhfsTZAqqhkGWYzq7ptkbBAXEZB3VdeL3a6GYse/zZB+Fu6orr1nPKwRUVDge67eLT5ZxH1GojdU2W3UFQGWyXPGOFzUztkLjxurK5XW6VcRimbpaVWfCAtyCQV2dNp/TjycvLlnN1FMSZzp2dgJgylxOCpUdGQN/Ulx27L8/KtTlFFTw5/lkHbOxwUQdvsrUW4Ods396J1HHGcFinrRF/RZn2yrIxunWySYGCpklNETgAoCnIGAxH1UL+jyLpkC3Z+FeRwlxnJ3Qt2P0dKByEISMAFNfAuNUyztwzI3Ck9QZ+KaDwGqPbtnDH0UvqNuHRk8lqxP8AM7Ef9IgUUmaN7T8zkikznc7ptj/LAAG6VBqILhtgrTJUzPGV0WMcLXD58K+scVNHDq8zf2WcpAXPAO2VpbfSwyUwczaQLn6yNx4O3onTLym8lzdJ2AUyOWLGN8hVNHJGPSDqI5VxBKxzNQgC42SV9Hai/sVHUafQGkgqNOZXEhnpCniRrWbRjJRFnm/M3CqjLbyxpK+ioqLhTn+rB7hLw7A4K634CXq322N1FXVDY5ZD6XE/MuaUFrpqiuAYxpkkOCSofUNPV9MdQwsDnSjZwI/Cmz1lgoR7MGok0nCfTPZtEfK9Tt2O3aQpk589mhmNPuVybwn6+ju9sZbrg8sqWjEWfxBbea7y24+ZLEZKc7OP7K5eRODpnAyaWWPI4v8A2NFbPSxzecKYwerKh26WOppWTQfI7dTWfKq1HgwTl72PABESUkOyj3KjRW2HqQ1ItsKivlXWxzxiiZkd1VPJsoZRs0AJ5QJUeBzzECee6c1cK5ciinFKyMJp5VL1h1FQdMWOS6XCTTG3gZ5TxjbpAbpWy0uV0orVSPqK2ojiYP2jhcT8RPHegpfNoLH9/UDbVr9K414j+IV76xucknnOgomn0RgrFBrfMzp3Xe03jLV5Dh6jyDc3tRedT9R3fqSvNXc6l8gzkMzsFAfVNNKYWRY75KZLsBMueHbLsxxxj0jlLdKW5vkh50P4yErHqzwUp5Y13qGR2TZniYeN+2U7kl2dTDhWToOVzRyEl7w6L0BRZ6ppOGkOKYfNUY9MTsKJ2afRfyiawkMyiYHOOSdlDcapzQQwtykPfW6dLS0J+xfSiu2TpXuI0jj3TbXkZCjNFS1mA7Uk6aotcCMIpP6DPDB9SJgeOU5rIKrPPmihAczJynhWMJAecOR2lUtMmuGWDXk+onYJyKX+sROzgNcCozJBIwNBGCnGtwBvwkajyUzxSjwbTrTq51T0zS2knWG8rExyxl7YwMDSo1TN59YI9WQ1LgaXvIPpx3WfFgx4YuMfk1KU5RtolOwNg3I90UdRSSTiBrwJBymTI8uMZ2BHKpKduu6lrHEkOxlXLG2rHg7dUa6mpWbu83Ds7FbXw/prfPc3suUoicG+l+dljIA0AN/wXVOj+jKeeyPr6iU69OWtyuR5PI4Y6s6GjjuycGD6nLZb1LUREuZE8aMd16P6UusrPBOpqHSk6WbDu1cftMvS1Bey+uHnNJw5vsurvqbLWeH1bBa5AISM6B3XJ1epSWOM0ZtPjks85NnlWWQz1dXUHl9Q/wDyQa7DkZY7XMwtIxM/+aDmYavWwcWjk5Mct1DmsEBKEmDgJDG5ZqHZFnuU9FPpC3PJG6LWB2SZCAMoDBj1YS20R4hzzBkbJRcOyjNdkp4EOcAERdg41+Mbp9uOSozdIcQU5kPwMpWBwLixSUMNc2prW+ZEziP9orp3T1XDcqyklhhMLA4Bkf0XHoI3GRrgdgePdb3oStqZrvHTF3lucRp+i4nmMDliconb8PmjhdSO+9WwXWtt9FQWmURRgDz8dgqbxVsFLbujKVlPH6gA6Q93ldAs0VLb7JC+V2udwGXH8Sw/jJeqSWyvpWuIkLdttmrxWCa3+mdSUZbm18s4xe71TVTYhQQeW+L0yaR291oKunFVaqN0DxExo3mBwSVkLA2Glq3OqB5gfs4+6n5rqirfHG5zII94YR+Jei1ONPEqG0mO8rOqdLU1msFk/SLXiatDtbj3K0/QNw/Tl+nuLI9LHtwMfhKw/TDqaHpuo+KjNRWStxpH4Fo+hYZun7OKqOXL5HZ8ted1UEoNvs0S5ntR0G8/GSRNponh7+5R/D0tTbHxVMRGlhDh7lF0xXxXFj5NOdPB+qmMjZTNldWyga9w3uuSoyXDKW3GVHM/KprNR1UdTA9scjyWub2COqlsNrtbbpDPpkeNiOQVN6srBcqj4KnDGQs3kJHIXOeo6qluFwjhoGFsFKcaSdpCunp8U8nZbkjPbZvLHc7nNWGoqY2z07W65HnjKztml/THWss5gx959xIry3XKku7KXp2ljdSgHVUvHcLYjpW3QQRGHaWP9SqpZY4+1ZTDcumaizTyfDsYd3Y5VuOAVVWWnfHRM1/OrVgIaAVbpL4KMr9wpAoILailgQQQATUKBBBBI0MEjREIfvSkDQRYRqBCIQwjRbqBCckgbpZGUAErQQsIiEocoFBRANkIsJaSeVKIBFlKIScJaCEiwjRZQocLukOKcTUnKiQUBx2yktOXIyPSEkDDkydDnBfH6uE99igbxH8y5Vcqkax5YyTsF0HxwcIepdbvxcrnlHEXTF7hkE+ldrTPZitnahi37IowHUsEMN0Lg0GV3ZQo2ysz5cWp5Wz6htUcrpKsgNe0Z3WUiuFI5j2h+Zm7YC9Fp8rnjtItyYlje2TIjg97S2WLJ+ibELWYBGxVlTiR8RfK3So9UR5owPSrISyfIzhGK4ERxwBuQ3dNOIDjhmQpr6csjBaMkom0FS943AZ3TeovknpyZXmqZG7SRhOOnhkAdoBwpdRaI5Gnf1BRYrVLEwnVlOpY5FbwamPwMlrJJNTRgJJxlSZ6aXS2OE4J5TX6MrP9oFZvRW8MvlGdtrcUDylQ/qwk0Ds0haOO6XFgD6LczgRim7LK3kRkOPA3SbjVGsqtR4ZwmDL9wGDkpGzVSoWzbPLxSCackpxjjkADCaZjVlOE9wd07K4yqSJkLsOBzwrq2Vv3gjGw7lZ6PVjYow2qzmN2As2XGpo6eHUOErSNs2eCGlkkDw3V290LfV1T5mOhBDccFUVrpaupgDi0nT2K0dBT1kMGpzQBjlcvNjjBUjr4cksj3P5L0PEcUb3uAJ3Kr6641dTcPIpIjpA3cm42SEh0j8t7BWUTNGMYyR2XPbSlwbEpJe7oldPf1Svhe5vynLitzT2+1dQ3Hz61oMmnAWBhefM0uBV9bppYQHseWntgrNqI7uSjLheblfHyTL3Yq/pmuZcaJgdEHfd47LqHRPULupbO+krQ2OpY31Fx5WTpbvDc7a2jc0vLdnuPZZmSetp72I7ZI46DuG91kjFZFZkcJT/py7XyehejZfhqD4bzNQa7AH0WnBauF9MdcGlv0MNewxmQacfVdnoZmzAObggjIOVXE4utwPHJN/JPaErOEkFAomBoTO/7pxb8wCwdura2t6k8nJxGfv2fsLaVjiyleW/Ms30zJFK6WbyfLPmf+Jc/WZOi7H0bBgbp9KIgt3KapS4s9k6Ttgrfikp41Jopl2DOpeUvtPdVTXLqH9DQT5pYdnAL09eZ/hrRVzfsxFeGOrJvi+o66U7/AHxC7HjcKlk3P4OZ5LNKOLavkrWvAZpHCSTjccoEYKA5XpPg8+lQRz3TD86k/JvsExoc52SeE66GQ07JdgqFPGHOOp+ArA4DyCqomWtuYomNDAe5TukrZ0NHLJGVR+Qao43FzNiP8U26tkc4aGknvsrZlqjYTk5x7qXSw09MS+SJrs8KiepinaR0o6RPnJIonTOGNQOU2+R528ske6uKyKLzzK5oGeAmHaTs3AaUVmt20J+nxrhMp8Vbm4hacBHHUVLTpeCSrtmgkDUGM90Zipg4YeHb8p1qJvtEenw9WVrptg18RJxzhRpm072kA4ee608fkAESNa4Y2KiVVvopQNLg130Qeo+0L+khDmEjPRmellDS4vaTsQp1ZcKeGDAyZHDcBC4tZag1jjrY/ueyrWMje84dnUcglWr3Dxju4kyVC8u9TWkd8p4TTPaGmIjfYpygPlO9WCAOFYsLaqMNi0jHP0Vcm7qguGP8UyrmleBpcwgnuFAoC+C6OdKw+r5XLTyxCnbh7A7IRRUkE+BI0RtG+UFm/YeOCPwyRQgFzRyS4brunQ5cenpYjnT5S4tR0sbHEwO4OxK6b0j1C2mtD6evxH6CAR3Xn/KxeWqR09DipyVnMLnKG3usYBg69ipdvvlxt8T4aWc+XIMOCi33S+51UsTcsL9ioEbiBuuxDGsmNblyeY1cHjzSp0iTK+Wcku0gZz+abEQkJOeEbmNlAaHEO5CZfOad2HHGFNr6N2nlDNC7tj7KdxaQ3H1ykSxADBICh1d0e4BkAw79pMyCTW0vcTq+vCeEZ2NOOKMSWfLaRkpySSn0nQ4E9gFCzEW6Hvyfp3TTJaaMkEHPbCseObMiy4VwywMsRAacNcjYYw4HUAfZQgIeTkkow2IHJcUdk1wRTwPmywkhcfW1OQxenJPqUBk0od+sJapMD5TiR2XAdkkozSDJYpS7LGkgfJOxoG+crpPhPZG3bqlhDTmMjUPdYzpeirLnWxRUlO6WRxxgDgLu/hh0zN05cXzSyaJtOt2r29l5jy+ucF6f2dHTaWMVvRtet6iCw0VNNM8OhjAG/IXH/E/qG3XKia6md63bFo3z9VaeMfVkFznitr8ta12XvadiFz8VFDWvkFNGBHE3DdX4lxvH6CcJeozp49uQX0aKd8k73DXKwbMdwFOeyopLu2VrsOkGc9lA+EmoKaOQAMDz2UyT4mtsM9ewnzKbbHsF1p1uZpftijfdPsgj6enm0fdHL5XjnKkdF3Oe6UtVUzP00sJ0xu7tVB4d3yGrspoJ24pnD72T6rd9DUFvobRXVMgBpy77ofhevOazhW/sGTJKMnXya7p91NarNTyzO8sy+on9orM9W3Ceq6gj8hzpYOSB+FV/XvUlJHS0VNC/U6MhwYPwhQB1K4QytpqVut8eQ4+6y49NKUOexYxaanRCr6t0l2mpwSctO47FQOnulpZqeomla7IeXM/tFSek5Y23+J9WAXzHLwe66BeKiOhpfKhjawN9YPsr8+eUNqXwGcJOTVdiuienqWhpY3jDav8A1zjyVqnU00xiwfkWK6MqLjd7o+qOWxdnDgrp9NT6AMnlc6WnWeK/Yoy/0pD9OwtACe4QxhIe7C7sI7IGFu2LR4SGHUMhK3TRafQjD2OyPGAibjCGSmADKCSlIEAggghQbAgggkYQIIIIBAgggoQCIoFAKEE4STynDwmnHdCiINFlAIFIxgsIFKSSgEIhNu5ThKLCKGQ2QM7JmqmZBG6SZ4axoyT7J15xsFyLxv6zkoKZ9moDqqZRhxaeArcOJzdIuxQeSSRy/wAX7zT37rB0VG/VDC7chZ1zhkCI8bFEynbSwuOC+aQ5e76pUFPwRtq5XajFQiqPTaPTvHyxdcNVqqGd3ALkdNYvKrnVZfwfkXZCMjy1hrhYaiK5zyaz5A31LfodT6Vx+ya3Ter7/op21TJ5xGWHSEqWmayoAIwxyiOlndUkU8I2Qlr6qc+VJHpLFvePayiM7iW7pGA+SGghvJRZyPSVX0VSWO0n1Z5PdWT2+UzVjlVuLk6Zrx5IyV0RTMGS4KclcCNTHhw7pU8MZptTmjU7g91GY18Q0sblvui1FIte5PhC4p4GyEOO3ZTPuDvrVbLTRs9LTlxKeHmAAeUVakUuRg7d/oLvqnYhnASLWcULgeTwhES0ZXXfJ4uF2PkboHfZAbhGB6sJS6L+wnjDPqiYSACUv3ym85OAVAuSrgkNkAHOFKp5MPaeW91BYQTp05xypcZDcBvdVSjZs0+Vprg0EFykhGmNoDfyU03l3kNbI8hvuqejPmEBwwMKzhhhfiJ0WoFc3LGCfJ6DHvn0Tm19O2NspeTtwrG11raicPGQzHdVb6OCNhaWbY2HstA/pust9uprs8f1d4yMLDlcYq4mqc9vtmPu1R1bXEZBU2CUl+5wo1vnir43eWMuaEy1s+p2rZgOywOEcvLJHLKHtXRpLdWOie+Jjhg/Mp/T80P9JYKhn6mP51lqZkzTr1HBVpRPMJyw4J5VebG8aTC4KdnQfEm32u422nv1tcGSsPHstL4Y9WxV1vZRTzBs8I2BPzLM9Iz0F5s01jmGl842d7FYmtp7h0nfSybU10Z+5ePxD3WG+pR6fZzHg9Tdjn2uj1NSSeYE+054XPvDPrH9PU4Eo+9Hz/Rb5hzzsrYpNWjgajDLFOpEarqo2SGBzeeVHo2xiQtii0g8lOzzUclU6nzqnHdSbe3EbmnBwudtyT1ArqiS3jAGEl2xS+GpsnK6dNUkVFN1w5/9ErgIx6vKK8P3JpNzrM/MZCvd90hFRaKunIyZIyP8F4g6yonW7qatgdzrJ/xXX8TP3yRyvI4dyiUbgcfkm9fsFIOSFHLmtcRheh7ZzFiESSbY7prU7CdcGnKbxk/RFcMPpWMOJJKjtha6qa/UWPHcKRNu4Biak1MkDkzkqL8EJRnb+CzkjqJXhodtjdJfG2AgPkOk9yja6R0QLMtPf6qF1C9/wzMnBBWeNTltOluaVollrJXtLnah2QfSsJ2GMqPbDqpmHuAp0RJOCkl7XSBucmQJaZhGQTge6dhp4ZWBsZGe6K8P0UWkjDj7KP08GmMuGolXc1aEc/sntgj/AFZJx3RsoyJgY8Ob9UJC4McW7qXYKR9ZeIKXURrVMuOWWQSMt1VDUmdglaNHY+6gRMDQG6fV2V/4p0c9tv8AFRuefKHCo6V+c55Bxla8Mt2NSQ0lU+US6MOhLjL6gUdvneKmTRsE6Ym+QS4kNTNme2SrcwD96m1tNlEqU7SLwPEtOWuOXp6CHQ1rnHIRRUzCPVsVLZG0MDScrC3TNkYMVEHyHREP4LsXhl0par303K+ulzUMacNXJbLE7497WPztkBdr8Gyf0JVuLMPAO65HkstY7TNmlco5WqON9WUTKK71NNEcBr+FSOj2ytL1cwuv9ZI7u/ZU72BzRnsulpsj9JP5MOuwXMgMGkn37KFfCwxsaMl3cBXXlNc7hRfhTTXFtS6MPjHZy1bqj+5zMGKUMip0ihoYayf0xUz9I7uGFPfbHHGqoP1HsreW6yyPcIIGuaeNI4UYNqDl72aM8tKVZn8s6WTS40+EQBbWx41PyE4+igDtQ29k7N5rmhoGMd/dMGOfOQf4qxNSXLMc4NOoocjpY3HABSn0EbeX5PsosgqGnAeVIgbUlgJhe5w/EjwldiLHJutor4MNaC1+5/CpUVJOGE+phHurHpuz1c9W2SaIloOcrXVHTdwrpmOijDInbcLm6jXxxS2uRth4/wBSG7adW+zPQWt9jFYYmuqGjUcjur7xNq62OgmqqSHGSQZB2+iufCzpSDpjp2n1Oy9w9Sg+MdZS0/TzmRuDWu5aF47U3qc/Bvw1FcnnHqSaaajLnOyHu9b++VGsVDUecJC4/DQjUPqVX3OqfPUPhZLpgDu/ZWlZdDS0MEVLHqp8DzT3cV6PGnHEomnBCN7ixvNRWVkDQxjmMi2bkbOVhZJzLaZbcHGMSt+9d9VOhuNLcum4oRANcW4a0eqRI6baaC4ie8wAU03+r7sH1WLJkjtTooTnKUl9CKZrbT05NT07g1p2M3utzZL9BU9DUtjowZHOOZH92fmua9f3Kjjl/RtCSGPdqjPYK06Iq6umopKXyfJMo3lx+s/JZs2GGSKv7sfLlbVl11XEfPa+hjMzGt9cyp6K5VPkFjiWRx75Pda2SCH+jzZ2TBgccOh7lVN1p6Cp6ceJHCB0RyHjv9FThmm0jS5JYehnpq9QG5MuVWzXHAeAtNeLvUX+F81DkRSbD6BYWho31kUMVOPJjeMY9/qtz0RbZqZjaKQ4dr/5kmqUIt/ZdCacoujo/QEEdot1PARu7utv5xEmOVjqx5t1I0lvPylFS9RhlN6t5B/Fefx53FNx6TM+TA5u4qzdh4IASKnGgKhsl+pq5pax3rHKtH1TC0Ndz/NdBa3HkT5MEsMscqokRPDWpbZM7KB5uX6QVIhBDskqjBlknx0BxJjeN0DuktOThGOV01kUlwVNCsIkrCIooVhI0AEeEQBFEjKJIxkBBApKUKDyhlAIYUIGiwjQUIJSHNThSXKIKEBAoEIikYyBlEUZ4RJRgJD0bzssp1/1bTdN2x75D968ehWQhJvgshjlN1Ep/FfraPp2gdDTvDqyQYDQdwuAVVZWVkz6+reZKmQ537BTL1XS3m6OudZIXud8rSeE1HGPmxyupixqDcUep0ejjigpyIej085J3KEZwC08p+ZgafSE1oydXdW/B0lC5EeYE7NdhNvDZm+TKzUFJLR5nCc0sJwNiim2PUYnOboI7He5xK3LD8uOFAlq6KQPnGnW72Vv1/a5rjWtkp3Ehgy/HCwb2NEzomycHBwvR6ZRyR7POarPlwT6NVST0LwJMNY9p7qRU1bHPa8lp/ksmaOR7gPO0tHsVOjbHHFl02QOUZafm0WY9VuVUXb5hO7USAB7Jl8pbsP3KsdXCFmI8Oyipbl50/lPYBjgoehKujQtZjbpsk1ErmS6nd1ZMr4tDfy9lXsliqZywDUWndWYihwPuULoZq+jntt9NI8e6JmwAQoN6d/0QbyPquwzx0Y0PhA8oN4RO+ZIWit8JrSdWRyni7DcpDZGl2ylglwLjaW7nlTKcZGSoo3OFLpwBsUkjZh+C2oi306W4AWgt8eHeZwFm4NQAc07K/tlSHs0O4XMzxbPSaaaSRNq8vi0nguAXoTpmwUtz6LpbfV+pjohpPsvPFXIWsjd21jK9WeHkcdT0jQvjH+rG64+rxtTi0V+VyxhiX7nnnrGzV3R15IjBETju7thUVZ1PSumZRhh8134wOF6d8QujqLqS3COf0ys3a73XA+puin2mpcHUh1DZrsJYZMb/Psz6PPu4bLLpa1VF5aGQTtbJjl3dJr4JLbcXUU4+8b391UdJ1NxoZnxSPMT27sIVlUyzVlWaqoeXSDuVnUVvtnUalGS29FjbqqWkljqqeUsc05/Na+/eV1raIW0way4Qjk/jXOo5n+ZpfnSrSw3Oe33WOqjdhjTxlJOOyW7bbE1GF5eYfAxZbtdekepoqSaNwe92HsAXp2w176yywVD2uZrGwK5703bLR1T1FDdZ6Zj5YACfqtrcamofVuiomhlNEO3H7lztRqIw4iuTgayTyy21TXyWApoBUGojadR+dWUWmNo091Et72zsLmEH3UseluMJ9HibXqNqznTtcDmc8pLvoglNHuuhRWNt+q83faV6RMNwZe6SHEZ/WYXpZzMKs6itFJeLZLQVbA6OQe2SD7p8cnCVoSUFLs8HatKYke3ONsLc+M3Rp6PvJa2QOgmOWYXOJXSciM4XpsL3q0zBkah8EqV2n5RkKI6f1HCaE1a8EMj9P1CjmGtLyWj81oUUlyxeWvbEckqhnUCo77i2SobGVHnp6vUWiN37lGhpp/jGamHYptqrgs2trlGzgwYmuCgX1hlhDR23U6nePJAxthQrzM1kQby5UQTWQjaUWKshBpW6ti1TZf1zTn0qLajH8IC7Yp972ub6d1Jq5MePEURr03VRHPtyo1hGiDA5wnLw9wtz2gEgd0jpoh1IXu4T3/Torq5bizY0adxklWfSsgj6ppGhuxeAqwuxjTwrTpNuu/Ux7h4WPPbxSRbgjeWLJf2goIj1TRSt2yzcLnMkY8waI+/K6B46Pd/SCkD3ZLWLCMdkZBCs0HOmgzVquJSQ45zTBoxn3TdpDYqpzgAMIYzndO2mGNlU9riTqW5S2pmCauaNDRPDnBzsYUiN7XSEHAwq6JrXbNy0jjdSo2yGQBc57VZvjuaLezTMjrpHtZkaecLr/gtK+WzVz5AWgNdhcgt0vlOe52CAOwXYfB0mbpyrkY3DdJXG8mqgv8AJpwJetz9HJ+pSTfK3J2MhwqxrNY24Vr1S+AXepia9usyb7qFRRjzBFqaB2Putmnk1iQ+pxxeTkaijAOo9kc4a9ugjLVLrm6cNZjKEFOXwPc8424VznbMGbA07SKGS4U9OXR0zMYKaNYZyWv2GN1XthMldMGuGA5PMIa53dbccI7UV5pzXC4I8dZIysELnZizsrE50uIGfZUDw59xDmtIYCrhpmaAGnnhXzivgxxm26fJIhaMCSQZd7LcdOX+3VNGbfUW8xENwZQOVkLZSGunbC6URH8RK6N09FZbbTNpqlrJWDfW7sVxfJZIPHtd2drxunyOW5VTLix0NNbaNksLvPY45APKvgZHeXM5uHSH0Dus7VXmljjE0TWiNp9GO6RZ78+onkmkfnTw32Xmc2PJNOc7PS41jhBRjVnoS1VgZYomSsLnubpP1JXDPGynq7eJYqmeTU45jA4AK6z0FfIKihhdMxzgWbDG2VgvHKM3m7w0cDg2QN1nG+QqdAoSypzPP5V7mjz7KPPmAAI0c47p6aSqnp/JijOGnOe4VrFRRRV0zgC1zHerKcbSyVdXGInHD3aXABetUobeCp5nFqMTqf2f7bbK6n8+5taZmMJBccBTPEe42plFJPBCyadsmgj3Cw96fU9OUYoaKc6fwuacElQ7ZS3G5eW+ZzppZD6gN1xZ6aMsvrTfAcmVrjGVPUNZE7qCiq3QBrMAGIdgup329WpvSdFTQ04dVzADLeWBct6ntN1prvEW0jmxPcG5eOF0u1WaKktcFbNg1ETRp18BPrXCcI8ivlFLe6W5UV0infU64nEN24wpF3tE90rKRkErjRx4Mg7Eor5dmimLDE17AcO92rYdAyMrI4Kari8qmYNTSBu9YJZsmBeoy6e6KUGV1ZFb7ZBSlzCJ3ODWj3C03nwMuVAaYtaxoBOD3VP1nbmT3WI+Zp0nLGewQrbbV2yljujI3SRt3IK5r2Z47pvs045xTpnQOrLgKmiYIQAXcD2WNnu0VK3y/MAqeCs7crrc3BsrJTpeNhnhZ2d1ZVVAikJ1h2S9Ni0bgnOb4N2GUYpYo9nSrN1HBby+QjS4bu+q0f8ASGe508dbbH4A2K55ZWUkkgNUdY06SFr+nIY7NBI6nb5oectZ7LLqcOxraijNttyl2aHpWvmjEj6kOklO7z7K+p7gasg02Qc7lZ2zQVkZdJKAwTfhIV5ZXtErqdrAxo/EuatsfZhVIwzVvk0UJcY25O6ktzjdQ6TO+d/ZTRnSF3NG92Mw5FyKcUM7IigtpSAcoyiygXKMgHFA7oHdEUtDIGNknOClZSSENtkFIcIgUM7qUEMIFESi1ZSslB5SSUMIEJQhEogjRYUoKCIQCNJcUEhhEuACT7LzN423P4rqY05k1NYdgF6Yk+RzT+IYXBfFvw+mpqqS/wAUmthOXNK0YKUuTpeLcfVqTOXUIkkdq4x2Vs44iG26r2Ow7DRj3UiOTbS47Lp5E0uD1eOKfNhk6jhyBaANilMac8ZRvDWjKqSdWXSkk6Q3KGNjLxyqapnlkcWM+XuptXP+Bm+eVXyh4kwwbd1bCNsqyvgcmgY63TRD5i05K5A+mbHW1ELfU7Wdl2GAksc1w2PK5fcIvJ6hqXNb+LZdbxeT004nH16eVqT6RGihOvQe/b2T76RgjIafUpNMz1ue4DblNljnzA5w0HYLoLI2KsUOiBNDHnTIwk9ikxwNixobkjfKtZWxgerGVFyPMPYdlbGTKnhgn0RY5ZKaqNQPVk7hWwvLsD+rlVUzSGuz3OyW0yBo/JKxNzj0UFs/0STPKTHwMoW45heRwl41EALonATHWndDHqQHOEBs/HulY4JD6Md0yG6TtynpRgZQDAQD3QIxTM7e6mU+53UWMbhTIG+oJZPabMHaLSlAIx2VnShjG4ccKspG7asqbpe9zSBsubmd9HoMSSSJtRIJIY2B3Dh/NewvCfyT0TQ+W4OPljOOy8bFobpGd3EBeufB2lloOlKN4eXxvYNWey5We01Zm8tUsS/Y1dxfpj9Q2B2USsobfc6IR1lK2QY5A3Cs7lCyWl9Iy7sottywFkmx9lzMsffycdOopxfJwvxN6YdYaw1FMwuppPldjhYu3XSF5dTz7SN4B7r1JfrPR3qhkoqtgcwg4JHBXm3r7oW42e9uZDGdL3fdv+iONSUrmdvS+Qi0oshvE00gZE3U9x9LRytz094Z3CtibUXOpFNG8A4JxhN9IdE11rqKO7XCQPEW4BXQusq+mrLG2silfGI9vLbtqK5+p1qc9sJe76Fza2cHWPlEux2em6eo20VNU/eSD9bn5glUt2ZRSTNnk1t+VjRySsXYK29V2Xvhc6IDDD+yr620RpZo6mR3nzF2XNP4VzdUlFqc3UjA4OXLZ0PpuNjKIPaT6v8ABWsjRjYqHa3Rto2FgwPxJ7WHS4B27LuaOEdnDRzZbh3GEoBBoylrYKggfdNuPqSnnBTbjumURJHnv7TvS9bNVRXnEssMf4GLh0skePkC9k+KMkjOiqry4fNk0OXiqoa3zJP75yupoW3FlU5KIzNNDH+R7BEKuJrS5sBweUzLVwsfoEWT7lR5Kh5yNgD2W+WNyQY510O1NyZpJhiGTzkKDNc43yRx+UA898I3MJDw/bbKq2vY6ujjzuCr8WNtBnJVbNNFnywM7hRLgzBy7BKmYDW5VdVkS5GrBHCn9yZgSe1ku3sJpTnYFOQs0d8pmhBjpB5juE/Hkua8DLT2Sy/Msi/Yhm7u0WufV+ymOn2O/RDHAjSU/eix9vkYdiRhN2eJ0dvjb+EKL8A9cE1gOOVc9Gtc3qijbnLS4ZVM5wLM42xhXPRswj6momubkOeFnzu8ci7T/nEV48uD+qYNLfToXPKR484MA2W68cJ2jq+IEaWhmwWJ8yMAFjd/dNoF/wANH/Bp1X5sfnYA0BuxJ2R2mN4rXNkO+ElziYGvB3BSqHzH15l14GN1rfETnSlWWi7i1McMsB391aU7pHSAmIAY91Ggnha1oMLSXcbpyFxAeZXhnsMrluDkmzsY+Oyytoj+NeH40Y4XYfCXP9HK5jGYaWuxgrjdmkoRK81MzRkbHK6t4adQdP0HT9UypuUUXpOMlcvyMJNRS+xsM4rK2/o4V1NS3A9U1r4nucBIcBHE65Zbs70rQ1N5skt/qiKhmHSbH3VrRuoJTqjfG7PC6HquMFcSz9Os0uJ8mRNZVsfl5y7HdSqO71QYWyxAtPJwtW6jtcjsyBgKcls1DPTObBpDsbJXq8W5JxDk0GbGr3JnKmSgXCZ4JaHHhPPkHlkt2Od0qSmEVyqGgatDtkmQPfI5pjwurGtqo5WZuqZKtZjdTSktBPZKGXYIzkKPbohokOvAHIUunqGaXANz9UZfJixpWX/R1LDU1L3VO7xuAldUSslrGRU0hDWOw5g/Eqq2VU0bnNYS1r+45Cm22Nr6kmY65HO9JXMzw2XkZ2dPnW2OJEurfUmanjhY92kDDOy0PT9ue+9wmukFO2QDV7FSYI2UMYqpmtc/GA3HCRIJrhUMe0bx7tx2XInqHkj7Trehxyd4mFNSdPwMtLmgRNw1o5KwlW6soLpJc7hFrdG04a7khDoO7TR1Bbc5Bt6YsnkpXXzLpLJK75w5uQewC42DFGM1u6ME+G0zlF1qW19RcLixzaYFxxGVP6JkNFJBXTwF2t2fUNlHNo8u7U81UM073jWBwV0rr63WSg6Wo5LbUMa5wGQPwrt6nUY4wUY/JnqmjB+Idxbc54p6KHyTE7U8dj9FpPCWqhoLzFU1bA5sg1aTuAqa3w0Erfh6skxOGda0XQNrimnrqPBOlpdTu7hZ9VKOPFsmSGNzlcBvxoq5LsPjaDEUEMgOw5Wks8sd96aoI3wlsbGDzCOXFY/rW6xWi1Ot0tL50kp2P9pbTwalp/6PObXtJeBqXNyqUMKkul0bFBXXyZKhsEN86gq6Vkphhi3OfxLqHQ8FJHUi3yYd5MeG7cLNdKUf6YuN0dQRFjQ44mHZbHpK31EFDUSRRiSqjdjzT3Cy6nUSyx2yZbKSk3Izd4p5bz1YaO3NcYYd5ZnDjCV171ABa2WWhZ94GaXPPC6NSxU1PQvqIaZjpp/TIWjuuMeKUlQOo6a2UlNqklOH6eQhhhDLkUK6Mb90XJGQlrbr8PMTC+SGIYLgNmqZ0hUz1c9NS7Pkc7Or3Hsus2Dp1lV0y+3VcDaVzm7gjd6zXRnSkNLf5qY5DIXZYfZbXrIOEo10WYsjRb1dqt1G+DyYy+skcNbOwC3Vot8Tatkxg0MawYb9VWV9opIXMq31I23+pPsipr1X00E9ZUt0wt2a0+3uuFNuXRZt3s2EMUU03mO0kt4aE1cqUhrnwAMd9FU2C90VS8PiJ1FXrpBIC0jlVTyY4rZJUymUXjfI9Y/NdTsMjgT3VryVWW6NsLCC/OVYNORsuroecXBjy/mLKAGyGUM5W5FIMBDAQRfvRIAIZQyiSsKDIQRI85QGCcNk3g5TxSCQFEyBAIFAlEkaCgsoZKNBKQARZKNFwiEGERCMlFlAIR32wqfqy2su1knoXZBcDpP1VxwM4TbgTuRkI21yhoS2zUvo8o9R9PXSz3CWGale5gJw8DbCptw7L9sL11V22irARU07HtIwchcA8ZOlhZ7iaqlj0U7jkALVHUSo9b4/yePUS9OSpmOp5hwSm6pxfs12FBfLrflgwfZSYA4t9S2uLo6Mmk7YTGNGcjJSHBvGFJeA1uQmA0E790Iy2qipz3MacWNjdgLmdzqGG51IkA+b0ldJqI3Me9nYg5XJ7wwx3eUZ1NL11/Hxu0zBrJLHUl8j1M8F7jr27BHUOcHEjYhMRR+V940Zb3Psn4nefHkjYLo0jPjk5qhrfYuOUbQHHPdOSRgjbbCjNcWHCaKFlceGwVj2+VpAy4FKa70jjhR5y4tLmDIyjDZiAdKdIy5ZtS4KGgH3EqcgHp1eyTbnZpnZ2CehbkHstz6ONGP0GNzlDG+r2SpI9GlwKVTwSTyGOD1PPZK+i1R/cbeCR7IMODhJDXjWJch7eyQ1xGPdCLtCN7XyiWGgAKTTnflQtRLQSnoJBnCWauJswyppl/SgENwdsbq2ooWh4dq29lR2xrnN1Z9IHCuqSNztLsnSuZkPR4HaFXSnzNTeXwZm5/ivYfh3E2HpGjjB5YP5LyJKHGWADgTBevOhyB01QZ/YC5WodOJj8qqxRNGwhsgYTgIVMbI2lzTjZN1BGnVhOte2SnGoZWZ89HDv7GKd5aDn+KgXGClrZx8VF57Wq3bENJONsKE4Buot9P5qvNxEtxv6KiatohXfojyy50ny7fKs51FUOpZJLVBSufn5pMbAK1hikr71ppyGvB9UqkXYfCV7aeWMPifs9+NyvMS3Y23FF8qi0WPTLKeCxxeTGHOxufYp+hpm1EzpI4wXEqHBGygbiF5MMo4/ZU+lqGwweXSMc+U8kKQ98uX0Uzly6JbajDjTRN2CnW2N5y6T5hwmKWERkucAXHkqax2hi62kjCXuM8iVnCbLzukMLjuTsU6W53XVh7luoq6E8lIc3lOjYpLjsVahWZ/r0hvSFdn/AGZ/kvDFVJmrqcf7Z3817k8Rtui68+0ZXheVuJ6lx7zO/muhoVUmZcytlRMddW4cJ3AwBykSMAqnHKf8t2kOa3UuxJv4FxbX2M1cjvKGGZHdUNNj9Lj6lX582WQRt2b3VDpbHdJSQSWnZNjraXZVUUzWaw4Bg325VfWwO8wHhIZWhzmujBHuCpjIZqklzpAB2wkft5KE07QbSz4YB5AcOfqnWOBiL8gNHAUQsgj1a5NTgor3TvAbGS0HhIlbpoWUoxXDHrnJI+LyhHq1dwrK0Uc0VIxkhBHOFTupbi5uGZBHuliK/wALMsdkngIzUaqxse+StKy/fG1pydgrDpt8UV+pZCfxbBYynu9ZTyeVdIXbfiwtF09drdHfKWqechvDSs2WHsaXJowue/3KhfjlIJupKV4ZpGN2rDAHJ3x9Fr/GGtFdeIKyn0ujcOyxDnuzqWrRRrFGhtVJ+o6LKSQRQRk/L/NPUFUHzglmlvdVsDJ63TTxguGdj7Ky+HlZ/UKUB9UeT7K98p7ujDJrel8ljLdqaJpZF95N2amaa33e5P11J8uE8NVp0/Zqa2/ezfeVH41df6vWP2lgyTUXSNsIcWUkPTtPH+slke7+8pclpovL0aDj81YNj2ygGalQ3JmjdFFFJ05bpP1bSwqNW2KvoPLltleZH/sLTNj0epF+HUrFlaEVN2iss3VEMU0VBead8curGs8BbikppHNFRQ1BniLc6WnOViq+30tya5tSCACfUOSofTd5unQ9xFUddTbMH0u3wqsmBZl7ezRHVf8AORroZGXys1tMXryAoza9+SBnPGUu63WK9XKouTGlgmdkN9lFiADieT7LoY8fsSZzM86k5InWn4qVj3MjBj3yU5RFrXyBxB9kq13CCCilhcdMj9g1MU+oSnYYCLtGWK9vBZxvaW4B0kKy6ZZOLxHNO4eQN3OKq6aHXKCXYZhSaW4Ngn+GlcMnYD6LJmitjRr0sp+pFm0qbpBLcHNpxrzsNXCtLFUta50YYXA8n2WXp4Y3S07jmKmG7pDtlX1kucYrXwNi8xucRvaNh+a8/nhNJKj1GJxlbTJNxa2S5M8ovD/2QeFfdTX+pt/R7qKZrnMIGmQn1BM18FDaKGSvllikqS3LWg8LllffrteLp8POQIifTvthVY8D1e21wjmahf3MsqvqkVcMVNEPMnj3Z7fvT0RuN4e3zpnPfnHlN7fkqeitTKC5vfHgsm2De+VZUVZNaboyoieNUR1D2yurlxdKPwYmotWuGzQG1z2p4ZqHxBPrBPyBXfQt3rJeooaCGMCbV+sPdqxYuldeq+oqix7myfM4dl07oi1U0dobdXtLaqIaWEckLmaqSjBqa5ZbiUlFKzP+Kkbh1TLE1gk9HbjKuGXFlF0PFbqeb+tyMzJjsFZdR9Nuhsc97qQ59U9pMUZ5IWK6co6qsa6pmeNTB8v7IWTHJSwVF9HSw7b5R1rwrqW0fSj/AC2uBbycfMtx09PCy3T1PmtbG/n6FcSsnVNZS+Za6eNojxu4910ahmpv6MxUJk1SVuz9J3YuFrNMoZFJD5cTUXPs1lUS6zfDWyYPnmdnW05DVgrlb47L1TT/AATPjbhU7OzuQfdazpuOK00bqSnkfO2MZc47kJjpWhFR1FPd6hhFS04jyNsJY5/73ykZFFqLS+S+qAKGljqaz1zYwQqWCot9PWvOrDpd9Y4ar/qNgngdLIdMDBlw7rml16jt0LZqKjj82oftn9kLNlxzck4lmCDkqaF3e6ifqSOnjdromOy9/ZK6+vDK2ia2lqNNNEMae71jb9Xx0kbKeGUeZJuQokUzmUo+JkDsn0rpR0bePczoRwwtM1nTN1exzXxs0ud3PYLeO6hD7fEyL1TN4x3XKGzxQwNkmk0DsB+Jarpq401SI4oI3B34C5UarBL4RZ+njPlnVLI8zxMkfINQ5V2ONis3a4HU8LNT9yd1pIyCwacYwrfHPbFI4OqilN10KR5RIiVvlKjJQrKNJ7I8opi0Aosoico9lGMgcowk5RgoUEMIi3dKSTnKBAnNwkpRKIoEC2Q7IiDlGg0ECIo8IigEBRJSSUoQiiRoioMILFX3a00V1hENdC2ZgOQHBWbk0eUYuhoya5R5v8aOn6K09Rx/AQ+U0+3Cx4BK6d9oMf8AWlOcLmsY2XVxu4o9Vp5ylhi5Owi30YKaxhykSuBYornad0Gi+MrI9yOIyQd8LlvUMT47i5724Djs33XUJ/vOeFhutG4u8JI2xsun491lKNXDfj/wU0MMj2u8wHThLpdbGOYXDT2UmGdrG6XY3TU0bHuLoj6e66vPyVbVHojyShmc7qIdT2uMZw5IqnuEpaOEukYTuTgq2KpGKUt0mmNNL2aonn8lJaZ9I/JIfCC7WeQVNafSNuys6BsZk7c3MLwNwFIgdhueQo1sfpge3O5CkRjEYwtkujiYlfYp7y54HZSrLIYLmHDA+pUTPsETmvc04OPqErVovU9j4RoeqY6epo/MaNEw+Z/YrMt+ZTpqmd1vFKcOjHA7qI1qrwrZYNTL1EmOtOQMqRBpB4TBBIGFLo9zghHI+C3ArpFtbZMtYGjbK0dIx2jBGAVS0AjawAAZBWgp5BJG0Dkcrl5ZUel0sKQI2tdVUrSNhKF636MDP0BRe2gLyTDJmpp2gb+aMfxXrPonP9H6EH9gZXG1TuUTN5b/AEomgfgjSeE9SxaQMbhJki4PZSYW4Ztwqo9nnvjkOMBvJ2Ki11L5nyNyD7KY5oDcovOaBjhTJG2CMtvRX0dqp6ZmKfAe88d0d2o21dVTsEbcM+fPdSpI9J89xLXH5Vneoa2VlVSxNmLJy8ZGfmC4+bdjjPcvksTcpImXahbpfC1+lnuplno5IKVgicC7u491XdTVr6eqooGsz5uAfqr2USQwNa0aRpBVEdNjWWUn9AdpskTMa1mNQB90w14cQ0vBaOVUvjrqqcse8taeFY01tdTxgGQuPJRj6moknig0kK6j2ywHAxwnY8n9yjCKocRp2ClxxOau9haaqmUsBG6Q9uxTjgQUR3aVq20KZbxIGOibj/wyvDUpLpagf71y9y+KPo6JrvqwrwtcphTsqpBz5rsfxW7QLdJmfN2QKKOolvXw8cXmft/2Va11RT58mNmHtUrpiKSmtmog+dM7W/Ki3WICq1aQHFb8c906kLrMWzDux/7lZcJhS0j53DD+yj2OlMsRqKiL9Zu0lFdcz1FNS8h7t1p6mnZFFFE0YDGq6c1jpGaGKeXTt7iqkpofKyIwPyTM+imh8wyGMEbKxOCwsKgz0ba6dtNnDAcnKdv+5nM0k8uTKsSd/ZCtcL64GVrCGA8nuryko4o3ZcMqUKaCnhbDEMBo5HdHsGAd1klmlJnoPSx43VBmB+kuLAceyRuRkjcJb5HAYaTuic7QwnkqlJrssWVLoampm1Z0yRtLQNyQqOstbHza6dwjez5fqr5znOjI1YBG6qZJCKnGcNb3TRdMdZN0bM9f66eoMcNSzQYxthQaOgq6mdpLXiHu5aat+He4PdCHkclOSXinqI20TIxD5YycDlb4T9qhjRiy5GrU/kahiprfRAMDvMecNxyru0UTKKHzdnTS7lx5H0VVYgauuFQ8aoo/laVoHEOOoDbus+eTl7BdPjWFJy5YTywuBO5UthGgAHZQ3Oja7J2RxTgggBZnF0W70yQXYyOyDHjSfdNl2W+6X6dO2yRKiWw/M1bFEXDhJDMjUiDCD+aNEixl2RJnsinjZNA6OSPU13unsHGHIpNgPZMuOS2Hu4MJe7fLZ6txaXGCQ5BHZJgMsjDKDg9itjcqdldTOglZlvb6FYmp82infTlpznDV0dPlUo8mfPB8pEpkBM7Zy/LwcEKZWSyRvayMg55KZgjqDH5jI8nupEETpnHW0ZBVrV8sxeuk1FD9O2ZxAa4gd9049kTq6MavN0b7JVHTS14dS0jy6Vm7y38K0IbQ2S2sM9KH1Mgwc8uXP1Eo45bVyzr+OjPPD1JKiJVXptbSmjcHCZuzGN4wr3pC6SWcM+KiaKfuDyVlrXZ5ZKh9e+URAnU1h5wrO5g1IhhY4yNdsQ3kLDmjjfsTO/j3wW+So0XVvUFHcKZsUeGjs5vceyz1QIaK4U80fpyATkLR2KyULYGuqQ57WbuwOCsv1fU6Ly4wnXCMYJGzQq8G23jh8CajTbfe/k31qsM81K+4xwBwlGWZHCwV5kfJfDQUrDqe7EuexXXLBfqSo8P/AIellENQGYy78X5LnFbSma7Usk8eh4f69HLvqsWmz5Pd9mWUMbrdwkaHpWjFujkZIxzss9LQOVe2XqBsNT5Ti5z2H1Qt4AW68OrTA63zVtXCx8Qi2cR2WeudH0901X1F5hmZN8S0t0u7Fcv9atU2q5F9OMMm2zb9SVn6W6TggpoS6UMyJAPlHsuN0k89FVVLPMaI2nEpyreg6/q7Zbqq3MDXMdl+sjgey50bjNXz1Fc0OET3nW39oK3x+gcMjjLo0LclaNlbY4hV/Fun10pPblauyXz4e5kUkbnODMAO7BYjp4Ry0cczjoGcNi9lpImOp43Twt1SftKrV4oertmb8eGbwtI6R4a36ee5TUM7dZcSScc/RdLjhLHB2hrB7rknhbdbXaakGvc1ss59Mh7n2XSK64aYpp53E0rRqGCuNnxwjLZBHNzQkpPcYTxq66/QrYqOhPmTOGHNH+a5haLjNK51VUQhj3nLnKyvzh1P1NJXQ0xMEZ0kFOVdA631dPR1EQ8mYgtcOy6MM0YaZezktxyguN3wZ19HUz3p0tY7y9W8ZPBC0cH6FktE1RVy6PJ2a0nclXPVtigbaYpIHecWtySPwBUXRHTcPUdLWPqHODItm/2itM8/qYpSqkivG6hF7vkq7bVm7udLoLIYT6dXdbOgrDGYZKZrfMx6QFXWa1StnZa6inELA70EDGsLo8HREdGWVbNotIJP7K5+s1EZ8xNuPVxx+2RKst4nrpIqaRrmvHzZXQKLT8M3B4WKayigqmTxEAu2OFcMvNNTyikL/U4ZC5Gk1CxT2t2zHrIPJJbVSNGXtaBqUczNM4DSqD+kNO+c0efvm8qVbpviavX2byr82sjNpIxfp5K/2ND2RFFlDsuxEyhhJclNQwiEbPKW3hJdyj7IsIrKUCm27lKSgfAZGUlwSgUHIAQ2EeUk8owFBgydkQKBCIcoUENJO6MoINETEoijKCAwlJcEpE5K2MjiX2go/v4HY5K5c3DYsn2Xb/HW1/FWZtUweqPlcH1l0eOy6uBp4z0uknemQUshxsmmHVyjHqBCKNuxCtSpF0X7gPA0nHIXPutJXG5sc4Y08BdDc1wBceFz7r9uq5Rv4W/QJPKg6h1jZn3y+bJlpLccqXS1cT43RgYcBv8AVQKho+YbFFEARqGxXcnFOJzPUanQmbBeXD3TtO8h4kITErs9lJp94MEJV1RVj5k7FPmyx+luyW2UaRuOFGLXGEtHunWxs0jLuynY/qMzNG77lwHspUOwaPoolEMwOI9lMg4C3S4Rx9Orok1MWIGPbxhMQuzkKdWYbRMUFjcHPZJHlGrLFR6FSjYYKZc7B0p53y5UfGp+U1GXJ2SYeFNp9i3ChxfKplLnIVeThGzTp2XlCAWhrW75V7TwaRq7hUFDIWn6q3hnlLSXuXKzdnpMD4JFvaZ73SMaMHzRlevOlG+VYaWIDcMC8kWhzW3Kll1YIkBK9ddL/e2CjmYcgxhcfVR3UY/KqoxLtsnmNyeFJg1OZtwFCia4bKdS/LgKmCZwWLaDjJSXMDvUCE4QQMFV1RI6OQ4ccKydxBHkgVt0dPXOt0cZJb6i72VLfPgKyro61mfPppQDnur+m+GklkkDMTEbnCpamlZPBWQMYdQaS2QDheezW8+6XJaqSpLsta6GouHUEVQJB5OkEaey1L/JEY1PHC514c1D5S5kVS6UxHS/Kt71e3U1ZLCWhjdPpBO7j9FpWrjp4bpYxGm/bH4NAz4ZtUfLmDiefcKeGl0YcX6g3ush0zFqlknrXnzTuBnZaamEkrHGNw8tTSeRhe3GuX/sLPHRMGp2CH4aFKbjA3UGKRp9OQXDsn2SfeNaBuV3NNql3JclEuOhU/4kwN8J6udpYBndNQNw8OWiWT1MtQQrVRsy/iucdC17vaJw/wAF4OujTU1EVOz5nzZP8V7w8XnMi6ErtX7Gf4rwnaY3T9QTyj5Ynuwt+DF6cp/4FjC6NJK4RsAad2hVVxeX6XY3zurCVoeRg+pVfUkwpqI7gPCOj5nTE17c1sKqjxN1U3OwjatJVvc4F3IWY6MY6esnqZvVkcrTylrY3Z4AV+p/1L+iYcfp6fYVLqghr3k4xsjt7R5BlzyVGrXk044Ac7ZSqVxhiDSM5V8+eTl6OLxLomRA455RuJY7Y5KZALjnOE4BlmeSqX9m1ZXdAc842TbpXOBY0ZKbl1NjcTsquz1rvjZGAknOxKKg2rCnHJ2XjXEsAIwcbhRZmmQuZozlSo3fiduVGs1RVRdRHXTunafmaBsAklOMYuh4QlPIoxfwQJ2Op4Hl3bsqC4PhfGJIW4ePmb7rWdSPidWShrcM7BZgRNNyhiIw1x3Kv0snssOdqbUZfBqLBHopI8j1Yyp0j9R2OyjwhjWgNdwlPLm8DKp7splGgSaQ71cBLZJHnLUw8FwyUcbATsmS4MzdMmsaGxh4UiButpLzhMQvAi08kKBVVr21rYgRg9lU07NUPcizOdRHZFhwOCkskDm4zuje9wOOQla5H+BcLiTkjYIpzqBCJhcG4PCBILtuFPkCfA0xhAIWZ6qi+HqoqsDjke61h2a72VNe4G10HlnZw4PsrcEqYs2VVuuEc7SwyBp5wjq6vE0dNTgPfJsR7KrltE8MsYhPrzhv1XW+jOiLTLb2VdZJitcMj6K7WamOnhbF0ni/1WUo7FQGgs7Xsa4yZ+908kq3fQ09xdE+qds1uXg8LRQW+O2PlZGPMY4ackf4qgv5ji00FO14ZnLn+68/+o9TJuiekjp56dVJ8GRvT/i7m22UUhIBxt7LQVVTD03QU1PUxF8snDvZQaeiij6hhq4zhkYySO6Y6tuBud4ZTRepv4crVGMpuodBt7t0+yXcL4KKNnktLy/hg7BUlwuJuUu0ewG5V5UUFPHHTvcWjyv1r3d/ootxjoKVslRA0Nppd/3q3BS5S5DkzSrY+h+0XZ9vs/wTCCHOycq96XdHcL5BUPqGhjBu1ZuWmiitIusjMRYw0ftKo6PuE1PfhMAfJJzg/wAkssCyptdldrHJL4PTFJcZKCyTNpZ24kj9TM9lxbqeSSuuHw735gLstwe60ZuEE1O/4Woc7WzBAPB9lizdqWmusNJURkv1+r6LkaHSyhf2ac+OCafxZYOrXw258VWPKDdmu+iqaGV/w8ptrsRPdv8AmtjJRUlQyU1D2OgezLc9ln+mv0fbjVNlIMQedJW9Sbg67Kpxakk+jVRMqKG0UsmQC7ckclaEzRyR074mEB49WeyzlHXsu9JG+n9MUfZyuOnnvqKuWnl9MbR6ZOx+gXKzYHzKXZ0IZYuqLHqCnpJLI7yptMrDqbJ7FVlv8Rrta7c601bXOEowyX6LRRwUEdNLHVRH7sF2g8H6rnksv6SrJvh6U+Wx+z3D04+iz6RRzJqSE1kXkaVmgn6lrLTQtdTMY7V8p7lba0UouHTf6eqJs1bW6jH2auMVznXW+08ELy2OIbtB7rssV5tdP0Ky1RSMbWyDTIzO4H1T6zTJNOHyc30HCS2mRprrUTXSb4eV0zHbSR9l2PwztlJFC2UEaJW5cw85XILLSabuKelYGmQYLv8ANdXsdqqoaGGobUv82nOBjhy5nlMkYwUWWPG2nZd361udeaeQQNDWnOf2VdXCspxa5IzM0enB3VL4g189P01DUxBzZOHke6xFFWz1lxgoZ5zmRuSMrmwxtvbEWEd0dzND02THWSxVEofGXamhTbzPCZR6NOO47BZyepdR3B8dLpdIwYcSeEmUVE1rllkqgHO+ZUR07UaZvkt0rLizUwuN0knp3f1RvqkHuVqunquL9IljM4dsMrM9LVVvt9pe0TjWe2fmVlYWSvugnDC3VwAj6EcVbv7ejPOG9SXR0BhOd05hNQ5PzJ3B7L0OOVx4OF0BDCCIuwE9EBsgk6t0obobaIAI0AEDsloAZ4RBBEVCIN3Cbxul52QwloIAdkl25RkIkCARFH3RFAZBHhJKUiKFDISDlE9GRpSCcobbHiY/xVH/AGUnGPdeazpEYaed16b8TB/2VqdXZpXmWUiTJA4cQujp43jO7oJf0mJjYDkt5RRgOeQDkhOHTE0lrvVhRY34c4jYlXybN2PiSY7OQGFpOxXNevHSTXBkQ9LOMroDi4uxnKwHW0zHXbTGcho3XR8erzKRXrHUGZ9lPMY3erhNxzSRyYfwrWJrWRku/Eo0rGebu3ZduEn8nOyQjt4REa4PJwlOnlj9J+XsjLQHENbhB27dDmo8FNS+GRnVEjpA4NOFMErcBKipwG9inhEzHARckMsc38mXoP8AR3KVTjYAqNb96bKkxH1t9lrm6RytMrom1xzA1o4Ubu0dsJ2rOwCYYfvBnhVwVI1Ze6A4jBammNw5G4ghxHum2OJcnMuR0yVEeym0xIVfCd1MhLzwqsnRu08uS5oBl2XK7pGCXU3Gcbqkt7JtOHDbGyv7SHM1k8Y3XKzcM9FgW7kXSRk3Cmjb+KQL2J0OzR01RRc6YwvI9vY39KUbwdjIF606cLorXROY70GIZXI1MraoyeWftii5e4sfkHP0T8EoIzwojm5k53KmRQjyS07ErPFuzgse1ktyN1ArGkAv5U2kjdCwh24KblLRkAZJTZZtIkFRy62dWSSX24WaRwDs4ZJ7rVWW9xP00DYcmMFkhxzlcn8VqGax9RuvNI0sjLs5HZbToDqCmrKBtyp4WyzNbiZnc/VcrNjTd/J1NRj3YlOC6LDpu7Utnu9zoqGjLiwmSV2NsJFiiPWV4dd6hxhggdiFn7SVS1tJX11cbU1rI5G4nJG7Sey0nRNqbZaIQuGsE+YHdlVOcpra5GDJNpLauyxjoQXjW0sIGCArWkiawthY4gYyQmoXyu1EgDPunYZw4lgbpedi5Ljxwi4tvc+voztsXHReVI6UO3Psm31YpsuawyvJwE/U1ENDBmR+SdgSkQHU5smge4XYnhWnnGOF0/8AuInuXIBEZv6xUZH0Vb1d1JSdOWp1VOW5x6clXUn3gxwuB+NtymunUgsrMugYN3DsujkvBG49st0uP1sii1wV/iH42Wq52Sps/wAKS+UEArgPSWiOlq5C71ukyFc+IVojtUBqCQ5xOMDkKn6e0G3l4Zu7ddLS7vR3S7ZncdmqlGqSJjnOY/KquqYBVUmsuP1VrUfKolcwOoJA4fhyFdjq9qM+Vu/8kDpumNJA5sZyHDlWk51xuZ7hVFrqBDSaZDj2KsGSFzdf4Mcqycbdgc5baKS40c0cjZHvJaDsAm21lS6QAg4VtWyFrNQbqB7FVpq42HUWANB3KuhK1RnaT4oP9KSslETmk5OMq8pJGhoBKpIainmlBjYHb8qzDGYGl3qPZV5PokYrsXW6Hxv9eMNOyzljfpuRLhydir6qy2mk+gWdsb5HXTbBbndNFe1jQfKaRq9Ya3OF0/w3tttkc18jA6dzN8jsuXEN8wOcct9l0Pw2ubWXyigeWhjjjK5GuT2Vj7OloK9S39HOutX09F1PXUpZjS7ACzcskX6Rje3drBkgLp/jbZaai6wnklaGtl3a73XLIhAy8SEnLDsuno5qeJUZdRj25G2X8NRG52iPupbXEb8hVEnkec18T8HPCtW1AdF5enGBymkqoz1Y40Z9RStJHqCjea7YJYldoOQl5oXalLgX55jLjjdZ2se8XMTOJ54VznIc7HZZisqHi4Ze4aQVbjSkhJblI2FE/UdbzglSNR1ZByq6nkaYmFp2UyMjnOypyQ5LFLgkSSBrQSgyTBDjwVHMzZcxuGAO6bldpADTkJFAF0iZLJhhdqACrKiVmSQU1XSOMWnUQqwyTawxW48dA3bh+iZLcbtHDG4xvDtsrudioDDa4wSHShu/1XIOmLLW3S6xSUx0thPreF1JtyFsjDKxxayMbO91xfMTbaSPV+F0+zHyXL9DqZ8kwawY9XsFlb9STGEVUQa6IbD8lH6pvoqi2kgm00r+S3kKBVX+KntxtDKgPbpyJj2+ix6XBnj7kjbr448kOWZ2+XJkAZTUrhqO7iPdVEM7o3Crc4GVp2CFcyOdj6p7gx/AA/F9VWODmQA6zudsr0enhUDg75wlZZXe4S1UbRMXRtd8rB3Kbo5zWOZR1DnNg4dnsq4zFzR5smSOCrOpr6IWT4eNo+L/ABuHt7qyOOMVSQJZW6b7LutdJW0TLTRv82GI+khNW2gigme2UHzGj5Qm7B8LaLV+kW1WqSUYDT/NQ6/qFr8SU+POadz7rJGMm2o9Glyiqcuy/p7vS0NtqYYmluo7E8gqi+NhracvbGXzh2HSY3RthmfG6OqAM0xy1w4T3TNJN+mo6aoiEcR2/NNGEccXL5EUpZJpfFmopmC6WcQQebrib8w4yqWjtraeoe2tmJc0ZLM7LaxAWi3y/D6RE70t23JWJqqWqdcJ3TTZLm6sd/yWHDkUm0btSqpl+y70oswipW6ZnP0ta3uVtqiCptvSdPLCB5zxqfq/D7rBdFUDJntrwwHQdIiPLT7rXX+qrKmanonOJjbjXH3WHUpRye3ovhjlkxc8DtLX3TqOnZQwxOho2jD6pw3f7hK6urmdNdPxMZEyWR3paxvJHuVdGdlvtAA0xsLcMZwAsPeZIbs18XmOjqmfJq4KzaaLnO64NE8Kxwq+SitEzLUyou85L6qc5iaOGrRdI2u6X2rdWR5bPK3POxXN2V8rpn0D8iMyYc4+30XSPDy4XOmmlZRBz6RjcNk7rp6vD6ULj2cvBuyNnWOhbXSU9Joq5AK2M5c49l0qzSxyWsysbhgdg7crkFilqamF8keZQ93qcOQV1awV0bOno2vLS4enT7LxmsgpybkacuOSSGeuat0tigpmQOJc8Y25XObhEae6CaIPZIxvrJ7Lpl3uXm0MTaWBskjTluRwViLu6urLjJBNCxjXN+8cBwppcih7vsGCHteOXwQemKinmq5TVP1OcdzlTqyjnH3TXYhe70nthSrB0NJTyise9xiI1N+q0EdK2vibQmHyw0+t3sFMjjDv5Hyz9Rtw+DB0toqv09T08Ejnwh2S7sV22xUvlsYNI1AYJ91Bttho6SSLywHxNG5POVoY2aA3yuyrWH15Jr4MOq1O+NImgAIOOAm3TADdJDxMPSurLJCL9py9rHgURGU1FHIOXJ396OKfqRsD4BhoCMfmhhAfkrK4AxSSUZRJKoUCIo0ClHQg5RtKPCLCj5IKJ2SO6JxKNpSuNBQER5RlJUoIaSjRd0AiZE33TsnCo7/1BbLLB5lZUMb9MqK5OkWQTk6SKLxjqvhulpB+2vN7N4SVu/E3xGj6jh+ApBoiHf3WEpt4F0cUaXJ29LCWPHtkMPcRGB3PdNtaSchSAATgjhEQQeNlZaujanYRDAAcbrlfU8M0F8ldLkNc7I/JdVeMjPdYHrsB13hDhyMLo6B1loTVLfEp5y0BrTsmZhtqB44UmuhIY15Cr5ZHEeWF14uzLlVcAk4Bbz3TkQ1D1cpr8H1AS4HENyU8mJjSaHgwM5OU7917FR3vGRulaj7pRtyRl7fvTnHspcG72fmolsOackKZAPW0rdN1E4en7Q5W7ztA4Tf4wO2U9XNwWOamhgOCqh0acn5DcmkNcB7pppw7CXLgO2RacuBVjMkuWPwkBwyrClYSchQWQ5wVaUgIAAVWXhHT0seS2trsZ1K6hkzCQqmCLIDla07fuw1crK/s9HiVUS7JBrvNDEflEo3Xr3pjAtMEBHytGCvKHSlM09SUcVRLpj1g6ivVlmnhio442PD8NGCFyNS+Tm+XXCL7ym4GRunGHQCCotNVNeQxx/epmNWD290HFSRwJWg5Hkx4A3Va9z4nkncqxcBjAKrK2YUznPl3aqsipD4+TPdW2WG6QPilaHNk2Oey5Cylr+h+taeGFhfSvPy/QrudNUU9dGH08rZYs4Lmngqivtmpam8x1lVGHMibkOP0WLJJwaS+zpYM6x+1/Rk+jJy7rava1vlUbiHlp5yV2mzwPjY7zX64yQWtHsvOnSxud88SblLb8+XG8MbjjAXdLfcJaCLTUyBr4yBvw5OsmHFn3SOfOEpr2mmqo2PiyCBgZKyUtwlgqZfPP3R4Kt5b/bI6R0lTIGKBSVNFfqoSQxtdBFtj3S+ShjzuGTE+RMacVbRWNramtq2TVERMQOlgPb6rUUdXpjazbDeU/Pb4pYDGGNaMbEDhVcFskgOp0ucHj3WSWl1Wky73zFjboSjZcz1bYLfUVOQHNYS0FeaLveGT3WvudS4NMby1oPdd/wCoDJ+gKp2M/dk4C8yTXSmrJqr9IUJjjDyGjGNwunq55dSoQ/c2eL2wcptcnPfE6pqatr3t1Na/+Ci2NnlWuFmMEN3Vtf3S350NCyP4dvm4acfME7dbT+iZYqQPEjA0Enuu7HLGEVAxPFklknN9FTKCTuU3Uvb8NI13sl1eGTYZnSocr/M1tA7Lbis5c/ydlHA/zQ+JrSSDyr2GMtp28kYVTZ53UznlkOvDt8haB1Q2YMOjS16OR+4ta9ir5K+snijZoLeypJTFK4luy0FdSCMev1fVQhSwkYawfmrYzSKUmuiFao4I2aI3ZkzlWoOlgB2cUxDSQxO82MHUFYQQxyR+bMcY4SyyomyT+SPUgOpZB+LCrOn7e1hfMJQ55OzPZaCCNrqggxExP5PsFWVU1vs1dLJC/LXjAyeCkWRu4osUFBJt8MfrZoIG63vGRyPqn+nb5ILxTeQwv0nfHssVXXF9SXOdxq591ZdMVU1BWxTYBDuyvyaVLG2DDn2zTPSPjD0qzrjoCmu9KCKyCL1gcry0bZVQ1rqIEtlbsc7L0l4aeJELcW6qYHwuZiRpWg688KLP1FaB1D09iKoLdRa3uuVpfISwv0jq6nAslTXTPLNPYblSTRyzyZhG5C0MMeWk+6OtprjS3CWguIfH5Rxv3S2Ya36BdJZfURy80NrEPaWgYRscD9UZ9TtR49kgDS4uaEPgzt1IUd2kR7BY+4ML7lpI2ytYHnfIwqCrdH8WRtnKuxdCynbRdU5DYWNClscSQFDgOWtIOyeD8HZJk5Avy5JLw1pzjdFkAeoZBTAe95wntWAMpK4G/Yh1o1MLgMYPCf6dtU10ujKWGIgu5e7hJlaJHNwCXZwAFvLU5tuoo/MjEdVgEYCo1OseGNJcs6Hj9BHVTt9IHT1iqLLd3sbUac7uYfxLS3KKjqA8yEamt+Q8LIdS3+WBsdQ1hdK75j3CqJupXmkfFI7JkGzhy381xpaXUZ5qbZ61yxYMW2BQ3qua2rqYmguia7ZgVFWVUtZIzLfLbH2T1wqGwh+sf1h34h3VfE4vcBq3K9JgxbYnmtVn3S4Js85qWiPJH+SXVRPeyNsXra0chCmaymhe8MLpe5KXBNI+LzISI3H5h7o1yLKSUSqn1agMcHdThFHHC3B9bhu1FJD6hnBdyVIt1PNcq/8AqkRLmDDifZPKuyqKcmV9Wx2gRtkOOceyEFI9jBK44B4BU+spn+Y6GKIvLHeogcFS7ox4hpYZ6ZzDjZ2OUjzpKix4G5WS+l6qJonfWSEuaPu3exWs6QppJ5JJpIS6SQEt1e3uFg3224R+XMyJ3w5cPMI4wui2y+sibTRxMAbGzDM/Mudrr2+z5N2i2b/eQOo7uKV7LXTxueNWZX+xUNktPVVMVR5uHD0u/JWb4WVNwfK+PMcp+8bjf81DrbRcorrBNS0zJKWLduPxfQrHCEYfJol/UbaRo6Wrpem7eA8aBO7LD9U7cK2SmEV2ezzA/AIHJCrupIn3G3MqK2MRmM5ZEOQU1AKyuohERnA2Z7fVZ/TUuS55NqonXevfdpoomS/1aMayDyfoolbdaWVn9UpsGMYfq7qDbIKuaqnpYwWSRjL3OGxChVMdQ8ObpLWE4JCfFCC5RJ5JxdMKxW+jr66W7VhDGNPoiH7S6R024UNGIY2RhtQfV7rDUdMXsZQxM0aXAPk/aWmDTSVMMjydMeGt35Kr13vi6ZMM/Tps6ZZXxUNudC1rPiH7Ae6l2eGtOprJh5oPyBQmUMrrTDcGMy7bUSrXowGKtlqH7AHIe/heSyx/7jT1EZNm0gloLfbohXuZFK0ZIzuSk2W3wVE9TcZXiQzNPlxnsFjhGLpf456yRz2h24zsVpK2jutW6VtukEEcTcNc08/RTEko02ZJKG60IsvUrWVFTRVDtOhxbH9EKC5PfUzxuhJafxLG19NJ0/cI6yrd508rvWz2+q27WirtLJqYgT41HHBHsqtT7Y7zTFQTpFnb7iGQkAueCdh7KxiukrSHafQslZqh8TnwzRlrgc5KspbnBSgfEgCN3yjuVkU8sJVRXPAmzX0lUamHIYBkqdT6Wcd1lm3mnMEAp3BskhAA7q8lqHGINjlb5hH711cGeKfJy8uFxfJaZG6JxaBkHKgQyiCJvmP1E85UO5X2jpSGax5nZmVsjqcbVN0UrFJ8pF213pRgb5UOhrYqmJr2OByNx7KW0g5VkJqaqIko12KKARIINiUBEEaLulGQZRIyERChAnBEEZRKBQRRJSSgEBRI0EGEbeSW4C4F4/2a5srBXRBz6cnfHZd/x+5YvxeY13SU+wOybG/cbtBk9PMjy5SQvaS4HJKkRvLDjO3dKOluw2TByHZJ5XYk90Ud6a5b+yVq9hslgDyjnumojgZPCN0oOQFW1aBjVTQIhqZ6u3KwfX00QuUBPOdluiXaNu65n4lNeLpTgcBbvHwUsyE1kvTxtkarlL2NDXfvUKSNz9inKch0YB5ASZd43b7rtqNcGT8/eFGzRFkDZA5AzhRcTshDC7OTylmOodCDr47qxlfqv4QJn+rY4RicY5CbZTStkzI4EfmpGiP/AGYQoqlG2Z207UzmqbTnBAUO2b05IU2nHrC1ZOjnaX8kSq4YjjI4UXGHb8KbcG4p4yOFEl7HthJjdxNOb8xg7lLYPUikGkZQgOpxViVGVvkl0+5wrGlb6mqvp9iVYUuQ5p+qy5rOrpWky9pgXMCuKZo0BUtPJ6NlcW86mbrkZ/c+D0eP8USaCKWqroIWEtdqBDgvUnQlKY7HCZzqIYNyvNnTHltv9I57vu3cL1JZYcWem8s+nSFyc3ZzfK1FKxzS9jyMYU+Gpl8trQchIkaXyNLuCnZIvLDNA2KWLaODJqRYU+HRgkKovtG+cyHOIwN1Pil0R47pquqmihnJ5DVbJXEGPhnErbd5+i+rvKqJnPtFVJ6PZh+q2viZcoR0fJX0s+oPhcQ5h+i5rcbpBUXWqoq+ES0UkmHg8tPuE5cni2QR2iW4CS3SxExOcc4HsscIL1Kf2djWYNkVJr4IXgVeX01qqKkOcHPlJkl7kZ4XZ6CGr6kp2vq4jTUoOYR+J31XEOhKQyWitdQObHTRS7j335XSq3qaWg6Zpp4KrzK1wEcDBwVk1qxvPtZy4rhNEfqNslRcH22NzpWRnEhb7rfdA0bKSjbHocxwbuq3p23xUFlhq54NVROMvJ3JK1VhdiEOeMPcfUPos2DFeSMZPobJluNJFjHUO16HDACFS0BnnHZqVI2F4LmkhwVfejL8E9sbiBp2OV6PJlccTUuTFFN8FR4gXQW3pWeeP1O0kD6rz9T2+SvlfWXDS2nmydA5C6V1bc21HS00FRP8QWPw7T+Fc0bcWS1bIGEhjRgHsuZDUTzScoLhHZ8dhW17mNOpaSSoY4RCOlodw8jcrE9VTzVF4fWQHVT9yF0wtbUUEtKQ0efssNdra6J/wVDA50bT944rVocyyVObNGtwSUKiigpy2smDGQFz5Ns+yF0t0NDMKYHXMW5cR2W26YtNLRjz5T94dgFm+rKaKlu8kglzr3XTw65TybYs5GXROOPdJcsrLDb6R8Uhlw7fcBNymlFZ5LWERMOyh0kk8NS94JaCf8FPkqopHjEYIA5+q18uVtmST9qSXKGapjpSQRiMKFIxkA9O+VLfO57nB22/CakbGW6+/stC5M0osKkbG8HIwCrCioS6J4dGXMCh0sTppHRuGnAyFPtV1mpjJG9gcwbKrI5f2mnTwx/3sgVNTJTROc1zQzHdZqa109U5tRVyH712wVx1NK25VkVJTMMfmngLQ0/TkEtNTU7PU+Ieo+xTSzrDCLfbFw6N5py/5YmCrOnnmr8qBh0Y2VnbrM+gjbJUtc+UcBb+CynVhxAc35fqpdZbXPDC6IbBZsvkt8KR04eLcWpNGctVLBDM6dkbg7GXYXbfCHrWMxsopxpjadI1d1zq20Yic/UwFrhg5CfipaikrmfCbNaQcBc3PqscZKdf5NsNK9jg+vg2P2hukKYU39IKCJrhLudIXBJGFh3Ix3C9XzaL14czUs5++ZHkZ/JeVLjA6K4Ts50yEFdbS5lLk4OsxOC5+CO4HkfwScnTvsntgE3IRpHutqalwcuXW4ajY45IVXJQxmqMjtjlWzXEbJmQDVur8XtdFGZ+xSQKRgDAAniADwmmNw4YKfLDjlJNDwna5FNaM5GyIDJwdkmNri/LipVvpBWVYjc7SFS5UrZbGO+VIjxSMgnDsai05HsVtLfXU9ztjqidmiRjcNJVdUw2ymYKd8YIc30yfVZyuvLw00MJEYYc6+xCxyT1STS5R3dJDJo5U+mM36snnq/LLsNbkD8lUQAls0bX79ieVYVD2SwCuHLNiD3VU+X4l3mQtIOcuW7FjdUw5cm58Mhyebt53fglX1u6dhNCysdMPNdu2MlQ6WehqauGnqD5cAGXOPureCm8y5MkDnugacMAPIRzZXHorwYoy7INbRl0rWQSZdwR/kiZbtizSWzjkDhaKegMFzjlABY7cBR6kwvuDnU0mhjT97nkKpZ3Lo0S08UZqYsimDnZzjGFa9O1ZoK2Ya2t81vbsoF9jNVWB9ANURPrd7Ju3yMhqBUPZ5jY9se60VugZo1GdG16X+Fi+Kq2xB7mu1OD/wAae6pq4Z7Z8UYWNbI7Abjdv5I+maH9PUpqNXwsbhwO6k3rpyoioQ+d2oxDMQ7OXFnKs9M7Kxp4dw7RMpJOnmsldlrW7AfiWfipfPuFPNG8iJhxD9T7FQ5Jq+hqIJSXNp+MHhaWN9LTUDp4GCTzt9J5afcJ5QcF32ZscVN9dF/BSNbTfHVjTFMzYtb3Td1utNFSMbSyhsoOXMHYKHYOpGVUTbbKMTA+hz+/5qu61qqSgGqnibK+TZ7m9iudi0uR5fezfPNCGO4ouWCKrY64EPkeG7Ds0qF0PLKK2rqK2RojycNBWWprrcLdSEOq8iVuGkcfknOnMw1bJ6moLnPOTHnYLXLSzUW0Y46jHkml0by83JkNnkmayJkkh0teOSs5a2XGWoZQ0UYnqJPU57t2sCVVxC/OdRUgdHFFu+U/hV90hRT222zeUC8E4Eh5/NZ244cbXybKebIvhFxQWw+RHHOxsbo/SNtz9VGltNSLm19Q/NLE7chWtLM6aeOPILs+sJd3tlZ55joqtvlY1FpXGyZMkJNs15cWOUFFG3ivNDJ05S0xe0Rs+Yjuorr3R3OqitdDI1kDP15GxIXNZbuylzSzv06Tg47pjpKWvrb/ACUdEAfOOA8dgovGyaWU4stsZOB025OdJWtjtEjjANmkcrXvvMloscFMxr3VRGouPdUnQ8NN0z5j75K12nZkh4ctTfa21vsj7i9jRE4el31+i5eWPqRW1FcskMXLOY3quqrlWzVU7wHnhq1nQVwldFDSPcPLccHdYKohrqh8sxpnRQPPpefZazw8t00hc9ziGQ7t93LRqtktN/gsxZI1ydPvNHAbQ+RkTQ5rctcOSua0rKq815+Jdpip84GVcV/VFTTyfDyFrmSHRp/ZVDXyyU9U6KnJEcm7ngrBjUp3uJBTxtGjt1D5szZPNx5fykFT7Tc46KtlZV1mZSfQCeVlv0wy20YALi4du5WEuN/D7zI6WdzTy0+ybTaWWeTWNl2WCTTyHY+qesKSgt5Dn5neMNDTwVlbTR3W5wur6iRxnccxj6LJ9ERvud5MlycZ4Cdsnhd2ttvgp6SKOEAtHylDU48eCW1PcyrJP0l7UQekKStt4bJUvc7XyD2W0gdqHChMi1NbrGCp0XpYAr9HKTfPBzc2RT5oWClBICWOF0UZ2Gi7oBA8p6ADO6BQCBCFEDwklAlAlCgoJEUaCARKI8pWERCAUIdwFkvFSJ0nTE+gZw05WuHyqtv9Gy4W6Wlk2a9hCkOFZfgko5EeQ5x9+QOxwkPhJZ6TlaTrDpSvsNfM6cYhe77s+4VRE1rY9x+a6UJpx4PSbtyTIjCWgNdwEl+z8jhKrAXPAampS4YaO3KslyizHGpokB2qJc18UMsrKfB3XRWEmncf4LB+ILIZI4XyH1tO626D25kVa5bsbRn6ORraYl+xxyhFiWEuUSqBfTxvjOGHlS26YadrWnIcF3XSVnOxTlexfA3ncNPCcd+rwEw4EkaSnom5GcoPskehJflu7SCk6vonJ3AOw7ZM5b+0UyYmSXJS23000jVKpmnT/BQ7a7MDyp9KcsBWjI7s5ml7ROumBSNb+Sgn5CCpt0/UMUF3y5SYm9ppz/kMvzowUcOCduyKbOlCHbKvXRkfZNiBKn0rSCFBpuMlWVJvhY8rOvplyXFFC6RoVozVG0AbBV9FK8MAY3cq0DSWgOOcrk5Oz0UOkTrM8m+0OO8gXrGxl0dnp88aQvKPT+kdQUDO4kC9aUOk2SnaP2QuXnilJnN8z+MCbDK3Yu4UqItnZ6eAoDotUTcbbJ20B8bpGv8Alyq0uDgP8SU6MDlVHVLhSWGoqG/iGFdSOzxwqjqRmuxVjXDU0N2Rkk0rFg2jzrWljLiwyjzDVyehV3iz0/8AD2el/rpi/f8A/kp/7mLqL4qar82SOo9AU3xDbSX26xW+rP3Xl69Y/wBUlhtxyjKXwXT1OozOr4KTpmofa+nR8LUeYwDgfiK33RZfT0RvN8jy6cYhH7K5z05QSVlc2jtDDLR0r9LnftLqFwtVyhhpaed2qBu4H7Kp8hkislJdgxq37pGut3WNPIW0rCHA7Z/ZC1Ud1t9HC1zatry/jdc3tFrtdJTurZXGPOzc/iKurX07U4NXVtc7XvCwcNC4vpuMnKDLpTxOK4NlFeoZ3AMfuN9+6k3OV09K0+aMY3aCqBlti+FbzHIDuVGfWfBVQhDi4Hse6D1UmqmVuEXL2jDbLa6OkuFVhul8ZD2O7lcJbb6x9ZNHFiJglLo3/TK6h1tJeIi6dmDTO3LPoudUV0YblJC5jgScszwFt0blsqjp6PTw3XKRIq3x263PrKmd33Q7dyqyw9SMuMpc+ndh3yEDlXFbBT1dK+CXDg7cj3R2OgoaWKSEMbHIR939FvUsajx2dBxzKf8A+pR9YdRNotFNRtb5w3efp7LCXmrqbi9pD8OG5CmX6gr4bnUT1UT3kPw1w7tUZtBcQ91UKZzYyN9vwrtaVY4Y/UPP6r1cmXaOxMIMbnty4D+KXVMjhIPBfyfZN0twildpaQI28uKc+Kp6p8jpBhrPl/tLVfJmlG0Qa6pZEDGxmXu/Eor5jHpIOolKrGN0veHZz8oUYRuijEkpwew91el8oxSTXA7I6oimDg/Bk7+yfkdI2ncANTxyfdMQyudEZJW5P4W+yamrJGxlobqf2ATW2BtNUTaFsADayoOHtd/FbKj6gohTmVg9TW4x7Lnt1bXzxRspot+4V9brBXTW+OSR4idj1DKwazDHJtblR6Hwsox3WX7uojIPu8DHBUKr6grPSWEZB3+qrWWafzgxtQ3QD7qUbNMxwL5W4WWeKCVRkejjnxPhl9Nf2QUZna5rnEY0/VSbFf3NBqJ426njj6LOw9MSTQyF9W3S7cb8KZaOm66IPjNUHOxlmVRPBjUnIq9WF0ujtHSd8iqek68twBoIIP5Lzrc5C6vq3nvKV2GmobpZujameWP0SMxn6rjFW4iSR7sHW7K1eLd3uPKeajCMvZ8jBGXbpEpaNgj1Y5TbnNzqXbjGkefl1XwE0vykOOXbpwEndJLc7pzPPqg4SA4ZH71JLhpGN0xE39pHjEhwdvZD5slpRQ61/vyp9okigqS6bf8AZPsqstdqDuyUwukGkHGFTOFqzVp8qjIb6rqZJJHOhnLQecLLtlYI3+bIdfY+61d1tZnpXTFwYTy3KzlHRtfPI58OsMGAQn0bUI0dKb3tEOlbNJKB5ry3ufZSwJDKIqMua0/O4d0r4R0WpsT8vdyz6I6OeSCrZAW4aeSOyvm7dokIukpFhHb4aanAlZ5rpDgHuVrrNaDQxRmP1vcNwfwhUELYPjGzsn1YOADwFopKh+D8PJqMrMFczUZZSo62k249yQm71NHJRmaleDPG7Q4FVXUdFE2ghl4kmGVVs1U1VJ5uXgOyW/VSpa2Suq4qaUEtAwz6IRxbPcZc2q9RqCF0EPn0bhO3AZs4juFWVDaSKu8qBpZAeD/MrSVFI2np2sdLpaXYIHcorpa6iKla74VrogQS8dwm9WEZc/JZi0s5wuXwXfSNVC22GlgZpaD6PZ/1VubwySKe3VrMyRNzC8d/oqq+xUsXTVMLXII6jSD5Y5aO5War7jPbKeAzPEjH7sk/ED9Vz3pnnlugdGeqhijtfyXPUtLBU28esRNd8zB3KoIvj5GCka7yjB2PcKy6draKapDa3U8SnMYPumuqbfUwdQQyx1DXtn2cxp+ULVjTi9kjMoxa9RFpbbZTy2c1sZOv8T/qqnqGWnlom0gjcypB+d3DgttZoYmQNoIWebF3xwVk/EFhrNdLTFjXwd28hUYXue2htRiUPdZS3CsggMcbWiU4w1vsm7ZRTVcjJHSmNurI92qjMTqOrDKhzicenPdb+0NhdFSmVghDRkOP4l0M6WPHwc3EnLIaC3UFZTWt9NGwZd6y7u/805a+rXUNK+hZF5s2dJYeFXTXSR9aKSGdw8zYydmhXlm6foKqXzGPD5GDJI5cVxcu3bcjtQnPZtiWPSkzHPe+qkAmk+R3sVbAGnqJmGTzctyXKitlBHHdJQXFzGcA+6dp6tkNweap7mQx7gdyVz3jTnJLouTcIbn2Q7w6gpKc1FbSF08p0xD6+6VZbVXdPRtuNNVGd03qLG/6vKsbPSVPUnUDZKunPwWcR7Lolmo7dDW/osUwLR8zncpc2ujhi41f2cNRmnaMn1TVVzrTTunDp4njU7A7rQdN18V46XYKqMmOnOMk/Ktl1hQUsHSxnpKRj3Rt0huP8Vy7puKep1wxTinaTl0ednFc5NZMO6MaplcpKdxkzbsuNDXSx0VHEJS1mktAV9YLV+iqeeeXDWEZxnhUvS0NDZI56t7mCQNy5x/kFkuoeup66eSMyOjYDhoB2wsOPDPLKSUXRZh07lSTBcnQSV8rxI5xll9BPZWcr6emjbnVI5m5b7lZ2Oo89sb2t1F+7TjYKfeah0VPE9jwCRhxK1y0sEnHE6s9JHBGCTkrog3aWerbJPI7yXZ2HbCylXTRVDmuZjz2u3A7qVe62qrBHTRSgMJw5wKm9I9N3G5XNsFPpHlHMkpPIXSxf0Ma3uzla7URacYon9M0dVDU0riTqcV6FsLgbbFvu0YIWDlslstcdMKqqb5rvl0radPOBpgxrcY4d7rhanUerkc7Odvc4K0XkcjXjBO6fj3OFnIrnDHcX07ydfZX1O8loJ7ptPkTqiqeNokgJxo2RM3Sl14RMzCxhBAoBMACLCMosqUQIokpJKVoIEEEEoQihlEUSDQUJcfSm8px/wAqbISNDpWcp8fWtNFTOxvqXIKhrY49RHK7R44sa62xF3Y5C4nUuLgcbgLVgjuPQ6Jf0kiujfrqTngpVTHiXUOMJt7gJCQMYRmYBp1cnhbekdCuUxbAGR4G+FznxMqB8VHA1uDyV0SN+GE98Lmfie/VXxv0YDhgFb/H086M/kPbhbRn58tijG2GqZl0kbeMYVOTM58YIOjunn1ksOQ1ji0L0Msd8HBxalcyosAC0nKW0gEDChQ1wfgOYclOOqHYwWEKuUGaIZIsfqGtbGXkpgPZjlEXunY5pbtlONYNI9I4TIo1Lla2lFbNqchWFPjSAPdQLdvGSrCi5GfdXZOmZNL2iddW4p4vqoDhluArS5tLqSN3sqkk4OFXh/E05/yEyDDBlJi34SpB6AkQ51q34Mr7JjA4NCtKFp1fuVbEd91Z0Tws2To6mlfJfULg1mohWDHam+yhW5uWAkZCnlu2VyJvk9HDpDtte6O+UcrefMC9d2TMvT9G4cloyvItje032kD+HSDC9gdMtDbFTMI5aMLm6jmTOZ5n8YEqZwaGNCmwxgRZ7lVk7Xtq2Y3blWjf1YKpqjgvoaqHlpAA2VVc6vNDUU+nO26uJQCMndU9dDq888Bwwq897eAwSODXawUoq6utjlDC1xLgqrpmjNd0zfbg+QSmJhDHZ4Wg6zoBSOqY2zFzpHEOAPZZCljqrX05U2+3Sn4SpBM7s8FNjk9nuf0Www+o/Ybf7Ntk8vpgVdScSTv4PZdCvLYaaUxSnzHE+oe4WF8KrrPT2WK0eT+oGBJ/tCrzqGvqam5xWi0s8+s06p3f7MLl6tzzaptMqngUPyHLJTu6puLTHA6Gjoz920jAe5amWtrbdK/4qpijhhHrBO/5BU1t6gqZmx26io2wOhGl7mjH71E6lssZgfVVddJKHDjPJWecVHJSfBaoySSaLQ9ZUM8bxTsMkjjjbssZfeoaijujNfrk5b7ALKwurbbPIbe8P3yAVHqLm+4TtZVx+XM08+60x0kXFt9HSxadRpsv751PWXYPibGY4mNyQeSqK3iB7hK9mH7luUq9yg0TfhWFs/GExZKeto6OUXCPzZ5DljuzQtWLA037jo+koJbY8BPuVLFMWyhwcDtgKPWXW3vrAIa9ok5c3PCs6KmoXTukljbJKGnngLlNzpaSs6mqKOKfydTySQeFu0uHHkTT7KdVnyYGn8HRWmWsndExocDyXbgKh6uvlTb6OSgZEGwkYc8jc/kl9NXC39O088lyuvxLMenG5H0WD62vFdfLkJmkCgByxw/Z9lu0OlcZ7P7Tn63VKWL/APYKnnpxRPjbkuJyMd0yyukjeBKR5Q/wSJPK+C8yj4aFnaiSpc8GQlus7D3Xdw4E2cDJOdcGnp6iSqldA70lvDlIqZ2MYIZfWQNnBZ22VcsDw2TLi5XbnM8olnqJ7eykoqMjMnKqYxT1M0RlmA147J+0skqKaWuP3eDsHd1FrBilbHG7RId3FWNBXxQ2V/xUWrR8uO6WcW+UaI7Yx5JpqHgRtYDnsVYRVtTPD8OZHCT8RHssZL1MGYcyMHsPqkDqerjGWxDV7eyD0cpJe0fDqFBypmwqBIaYwxPe3B2dnunmTVOhsMshJA+bKwknVVwczS2IYBzlIf1HcHkdscqn+XTi7ov/AFi+zolPXSwktmkBHGxXTfCulpLvWNE0uqSMjDfcLzhFfqsO16QR9VtehvFIdPVrZ5KYNeMZKz5PGPcmaMOv7j9nsfrKwQ3Do6S2wxhhazIAH0Xja+2ye03SpoajOpkhO/su69MfaJs9VGPjg1uoaclYLxuutjvk8V1szmOe84fpV0cKxTSox6rBPY3JnOAcA4SHeVkuxkgIoi4bP2yku9JyOFr27WcmTTgiVCKV1GS8ff59KYcBqAJwm/Mx6iEHPa47BEqfXA8NAc7fOFHNXAZfLB9XcpZLSD223WSqal9PdPMfsGn5fdNGO/geCbRtPNBaGtGQUbGsEjQTgd1Bt1VHUQGdnJ7eyeDzO0uG2FW4VwTlMfv9QH0rmRNLXY2OeVXWuoZT2eWAwgzOz6j2UwRNnhJc7Gn/ABUGpp2zSEUzsSAeoZVMeJbTsYJJ4nL5KeGYsrTKXZk4VnEwOkYAz1PO5UW202m4+tgcw7HPutXbYah0phfSMaG7xkjlHUZtlJGzS4ruUxk20QY8xhaeSl2x/wAPcmve4uaNg1P1FY+uqPgpD9/GcbJLqNsNcyGR2qXGsEcLO5rbTJHHJ5OOhu5Qxy9RAU7SWyjLh9UplO1ly8vSBJyAlx3aCmuLHyxDzg7H5hP9UXO0W6I1ZkzUyDIaOQotzpCTwqEtyLa3Ntl0qAJJ2xzUzdoXH5yst1xfbjRltNTHRTk+kHuVjqm61EtzdcaSR0bnDDd+PomK+vq62RslW8yOaMBvstWHQe9SmLk8koYpwRr7DVzz07a6WUueTpJ7fkkXy0VRe2rdLqjJy0Z2CZ6BmjjhnppcaXbtytDemCG2wyucYonHAYfxKnMnDNUDTih62nUmQjRV0clJJTtaJWjk8LQ9P2htSJKiunzWE+o52aFn6e4tq/Lp55iyNrhpcOU71BcGUtQKe2VRy5v3mSs2aEssq6NeKUMULjyX136jjs8IpLa9rpXekOHKz1e59Ppr6uUB59Tm53eq/pyma/qhlXXMdpjO0R7hWPiW+ifVxz0MLvLI+Xs0poYPTltszanM5rfRWSz/AKbq3Vr4WtbpxoHZWNqqZJa6np6vU6JnyD9lI6copJqFszY9Azz7qbPQ1FRdI5qfDWwDEhHCbNNOO1jabBKS3F7bKCQ1U4l0tik+U+62tqozY4IJA4OJ2BBzj81hKedtwlioKeYh4d6nf+Svb1fB05ZyJHGV8u0bHbnK4upi8jUInaw4fTxObJldWQt6g8iaYRRSjVI9p4KqZ7xPU3V08VKHUsB0Rk/6z6rN08dddIhWVRdBMPkB4Kvul6CRtaHV82qNu+3GVqhjjCMr7OdmyerLjo7H4e3q1toQyaIR1mMtGOCrM0sbqqW5yVOJCeB2XNooqynqmXFjfuNWNfYLqvTkcEtA6eoi1Nc30k9yvJ6/E8Tlt+TLCcK3P4GOrupCOn20sDy4OGHP9lzm2zOP3zMtIdtgrQ9V001IwulbiF5wxh7rPQQR0kQklma0PPpC0aPHL02kmacODFNqVoZra25ySvZJUu8r8IyoP3Jp5PMw5w5Pup81NPPJ920kOOyeqrVS09L5Lz98TnJ7Fa4ZopqDTNDwqNuDRW0F9lpLcGloMLR6D3AUq41ctxsMckTsxjcZ5KhsstwnrTR0lP8AEMa7JcOHBRLvLVwkUEbNDGyesN/1athHFkkvTXRiya2W5wbqxm02i5TP89zy1rz900ng/VaC3Xi72vLaaN7Zc6ZT2KZ6ZZcKqskZTgzAjDW/X6LY9PWO7XIyU9ZQGB4OAccfVU6jJGMnGaqxnHHFKTd0bbpmkgu3S0dXUwuc5u4c/kLYWKOOG2tcHEkcZVX07Y62ks8dNPLqwPUAri2tIgdCBkA7Lz2SK9TckYZ8t0w20FFJWNq3j7xxV3G0aR9FWiA+ZGcbAq2aABsunocUeTNkYphSymxslZW+KKA0MhETsmnO3SsKHXImpIdkIA7o9EaHDwkIydkQU7IBFlAoBJQQkSMokrGQTuEh6DjskPKWTsZI5x44R5sjZey4UXtGze4XoLxmhdL0jMWNzoGV51p36425G4C1aVW0zv6B7sNESVzQ4l3uo7niSVjR7p2oYTM4DfdRoARU4OxaVtTTxWdGL+CfKAAsd4gwxyGl1MGzuVsnNyPqsp1+xzvIwNgtGjTWVNA1EbxUzBXP+r1mkDDOydhc2SH5NvdRb3O6SpOrGGqTQv1UjR7r0clJQTPOrZ+oeNCxAwNyB6gjDWu2cE8wAZOUkgKvc2alCMVVDJHlnB4JUsQMIByVHmbrJb3BUloeGgZ7J07EfDMxbgDTPKnUpwIwO6h2oA0b1MomnUzPAWqcdqZzNLxJItrj/wCz4/dUpyNlcXAf1NiqXjO5VOJ8GvUqpWNv+XKKN3cJLydGEIQcBXNcGG7ZMhOQcqfTAt4VdGDg5VhTngfRZpOzpabho0tqmDacMPKshqfTuwd9ln6OTQxueVdwyg6QO65mWJ6XA7RJs0DnXi24Pq87K9hWkPjslECf9UF5L6Zia/qe3t5+8yvXUDQLRSMzuIwubqlczmeZl7YIXqcS0uU5uTEorRkNyOFJYHaduFlOFLoLS4jlVV+D2WWrkbtgK2IcO6qesdZ6WrRH82lVy5DHtHnGsvEUl1qpon+bR0znGcHu5QrZV01bYLhVuaYISS53v9Evo2kgqBUw1kYdH5znSgd/zWe6lpq+jhr2QZZRyPy5o7N7LThinklFs6EW8O3ajoPR1wmh6da63Q+bO9uIc9j7lbPw8t9RZGS1FS5zq2qJfUB3ufZc+8E33C7UTS+HyvLw2DA2I9yusVlwhoIzNdC2Ex7A/tH6Li+Qk45HCDGzTU3bRJbPRRwzPdohONyeVzPqTrCW4zvtVNiZ0Py7/KFO63qJK+WGvjlMbJR6IWnf8yud3WlfQSOroWPO/re38Su0OgjKFz7+P2LNNC/cWhq71NGZYaVuqPYEd0yyd80zfjcQyN3A/bPsm7Pc3uaHRl7Sdx7JEzBUVklUCXvdsWH8J9wtkEo3D6Ot6VxTRIkuAfG9+kh7dm5Uu0XKarcync9jpD9eAs7U1RZUeTKNDeDsrWhtn9UMtFllQRs/KasTW5oGPNLlFhNRT01w+ILgcjBb7hYvqjpmnnu4mtdO9k8531cNK01lpLvHNPJU1DpWxtyC491U1vV1VEZjNShjz6Y5CMDKs0stjrHEz62MMtvI6OdXi1zW8yRVQzJH82e6rKGsa8Bxk0vJwG9sK6vNxqqqpfFOwVHmDJkHZVlNR0Re58zTHGPlB5JXptP+Nz7PKZFzS6H4Huoqn4gx+ZG/5mBHX4qmOkDAGjcD2RUchiincWGRrtmj2ChUk00VSIJmlzZHehWx5/EVqpL6FUFDUfFCRu5ZyE894jmlw7Eg3KK5+bS1eBU+UXd/dKdR1R0VRjD2O2z3Km5fJXKC7Q7FVRi2mUx/eDkpMM4fRuy3DMZLAk3J0cFJ5Tm6dXZR6OppoKZxkkGs7YTJprgSc1LhmeaW6dxuEs/LkJBb6sg7eyV+EkLev2Mqn9hnIZnOEnUQRnupYpYTRebK/f2UR2nG+wHCWUgpti2Zc05OMHYJbDnGcKbabRJXU/xL5NDAcDO2UqotktO/MkZAHB91V6kHLaaXgyRinIZtccc9xhp5/wBQTnUPdbKZjYmNjiGGNGAFjrG3V1DBGchuePqtncKepjqg1oO429llzuLmlEXJDI8bTZGeCeEYbtg7o8SNPrbhFC5jpi17tIRV9swqPFA0txjG6aHzEEYwpUkehmI/X7lRASXkFSMkwZIuFDscLnHXGNWB8vusdd2PfcZC9uk54WjuVxfbcOizrIWbqHmcvqZX/ePPCuxbozLoJbSz6Wc/EjCNTfdXodts3fsqHpycDMTWkOPKvIwWkpcie+xMlpjVwl8ijOg+s8KBa4ZWvZNJIWzynZpVhUQtmIDuyOjg8y5U8RdjS4FZZuMYt0dbQQUmor5JFogZSXCSSrZrlccAeyvonVhc6KNnxIbudPICiXu4UVPccGIFzRjUrqwV1HZadtS9xc+pPPYBc/NmWxT2nqlj2x9NMh9P2WSqlnrXR+XMD6XFCvpnPu7JppBG6Ju+fxK1vly8tnxFu9cZGXNZ2K5t1L1HNVxvY95+IYdOpu2ENPF55cLgw6yXow7om9XXW3/CPp42COq1Zje1Y8vlqADM/WR3KS5rpTqkkL3HuUjYOxlegw4VijR5rLmllmO6sKdYLTV3eV7KNmvRu8+zfdV2Ft+iqu32hp+E/WyR+tTUyajx2Po8UZze7oaj6XdbqyNjpzNDzn2K1NsgZ1Ax1JLMWSw7NP0VJbLi91fIZvXE3dv1UurvIa/4+205pphs5pGA5cPNLPN8/wDc9Bo4Y4Ljr6G7pYqa01xDpHSU0TsnKiOpqe63Pz6UFtPjEbRy4/VIrrwy6v8AIri+FvcfX6rUdPUtJVxsjoCxrGtxI8e/0Qbni5Y22Gfjoo65j6SWKudpaKXZ7s7/AJKsvdzMukODTSyeolWHVVCYKs0UzpJpXnOpvyY+qYNHQ/oExCVj6tp5PGPZXY5x4kzLnx71sXQulvFQfJo6Fgex+2P2VsbVbY6W0T/FVWJpR6srI9KWlkLJKoTgyxcMyrF9e5rH1NQ7zm8AfslZtRGm2ujo6OK2RT7LG0mG2Uk873aI48kSnl30Selm1HVl7bc7nDpoac4iYfxfVZqjZW9QXT4KOoHwYOqUnYfkF0m01FBaBFThpcWDDYhyfqs2b+hFRh+T/wDBrxT/AFE3Kf4R/wDJN6jZRvY1rI2tmftCByPzTFuslRFC2Ay6nOcC8BWklpkfP+kJIxJUSj0xg7Ro6eWS0VdPNPJ5j3P3PYfRciE0se1Stky4W1uqjW11sdDYIYoWl2po9OOCtV0pbq6LpthqWsa5p9LXHkKJU3aGKmpauGHznSYBaBnH1V31BR3KssbG0gMbHN1Owd1wMmScstyfBxJ4247EiLebZb6y0VEMsrZZsfd5PBXPq3oqplt0dQZi97H7ezVKrK2qlJeC6KpZsd9nBXNH1HHS9O/CEB0rjkg8krVgl6Eax8sshoslquijZbpaSsgp4RrLgPOz2/JJ8RaKJtLDFDGRUYyHd0dVfJpLhEyihBrHbBo3x+at5IKiagcytxJON5He30CdzcUp5Ta9HLcXHhpa6qpsbXBoEhGHO+isrh4f2gP+Ik3kf85UroOsdS2F5fD5UbRs5WFLXMuEbpGkva07lcuWqlFpRl2c7LptsnNx6OdWzpu52O+zyWemEjCchxWmhvnU9rpZZ6+1lzfdo3W1t0kTomuEOgZ/ilTSTVNS6jLA2Mj5nDIWqOo9aO35DPNzyuCv8Ouoj1Pa5a6OLymDZX1NCIXbd1hPCqllt14vFvz915+tn710cMHdaMuBTaa7RilxJhgNIync7KO4gfksh1J19ZLNUGlMpnqv9kzlaYNr2pclbiaC9dQWy0t/rtR5byPSAOVird1Jeb7eHQiZtNRtPofxkLP0/U1LfL3LL1JROghiGYoiOUKiireqnOjscb6CkacF/Dllzzm+mPGKOjV3UdBZqRjaiqa+Z4GQD/isb1p4qWyjjEFFKJHyHkd1zrrHpi/WvqG3W6or31PxbsOdn5Qp1J4fTSXianqqRxgDMxSHsVsxqUcN9FkJQT+2dV8PurIbvQ+bNN979VtRMPK8zK82ff8ATlPV0dV50VTFxJo+dXHRXV3VFytswGZZRwqXOePE5rmiTjCcvo7x8dSA6fiGZ/NOxVML/S2Rp/JeXqm9dcx3h8woZ2lv0Wt8MepOon3sw3WGVrJe7gjKeWLpi+ljlG4s7wCh2TET9cYKcyroy4sz0HlE5GkOKRjJCTyku5St8pLuVXIdFF1pLFF0/VGYZboK8s64jXymHcGQr0l4sSmLpOc++y81RwGCpD2j5jlbNEqR3fGxtNivJDpC4DfPKhTxFta3DcAlWrnBo1E7Hsoj3Auz3Wt81Rt/Fi3Nja8j6LJdfOLbaASGjOzlpqzLogYzk91kPEKFslqY582lzeI88rbpI/1lYdVP+nwc3edTsOySe6mW+OQHBHp7KPqA2Lee6nwvAhAY4ZC9NkXFI8vpecjlLslvbpc3ARPAwU5C9pALiM4Rxx69Xv2WbbR12r5I0jXbOCcFaAMbJLgGSBjik/BsO+pNZXJGftZ00xHurKn2LFV2oHyFZQb4PstOVvk4+l/JFrdXBlFEB3VUSNJypte8yU7AeygP+XZJiraas7uQzIAASkwO9RCVI37rKZZq1bLRRhyKmTGv9WFOp8nBCgRMxuVZ0ODsqMiVHR0qcmWtO1zmA43VzSNdtkdlX0LC4beytoAQQPouVqOj0+njSLzoBhn6zo2AZLSvW8MZNHACMYYAvJ/hcdHXlK3k6V621gQRf3B/JcvNzI5XmXzFCDqac9k/DLqbsm436sg8JfpaPSs5xPgWdRI3VT1K8PsNcwHHpVrG7I3VB1q146br3xHBwqrphSto832ilq7LLXXYyeZDLK5srRuAFFvExrOmquZ7tMErwxoPzEJVg/TEtLX0ZbljXuOl3cKFX3MQdMuhqqXWWvwcfhWnDHdlk4qzr5IVBbmd28LY7NbehaWSUNp3xRAmQ7AhZC/xV3WfUEtY2Qw2iny1jTsZD7hZq0Xa4Xymt1jmk8mkw0+nbI+q6Lf6y0W+zQxUsgE0bdLWA7ZXJzw9LLcly/8AwYsacsrSfBy+uhuclbPQU9Q4ti2icTuAs1XXa+2usNurY/OaRuWjIwtVPXfDF9TINU8p4HJUOprRLC6OWmHxDhmLI3/euphyOULS4Ox6OyNEroqqoqqN0JiBJHpJGzUmuiZSVb2teMZzqCzVnN0pJZJwGiKR2JGjsrCnqm3CsfA/IDeHJM+ndOa5NmjycbWXlDS01yp3PdG3Lf2huVWW65XGC6vt1LTkxt/G7spNTc6e0RMfO8NA2bjum56/y6aKvtcfmF7syAhJjU3HlBz3jlcR2KsrzXSU1Q10cY+mA5VPWUdNOxtJcNMNJjVrGxWlqLrCWNqbhE2NmjY47rnt/wBN4rRFcZzG5rtUTAdntWjx6nJ2ZvIzShTiUM9H8CyV9GTLTZ2c7khVkjHVEZDWOc4cbLQXbXVVUFttnrpwdLnD8K1t6oKe2dNxVjKdhnibpdgc/Vdh62GFqE+2cDHoZyi5/BzW1Athmimy2QcAhRqyTBa9p1SMGBp91f0VKK2p1tIBecuJ/ktJbbBbIaGeVsOmYbku3V09XHG+DNHSTmm/g55JR+e6GprpMtG+kK+tkbJ3hjJXFg4HsmLNLAZ5o6iHIZkDKKkkhhrpfhpNyCcK11N0hajFFX1NF5dzMJm1hoyAqSow5rQxmnByM90/U1Tqi8OfMcte/Tn2V5dbG0QxmAkgjla4uOFLcY9ik+DKZwc42Si4FuGlSKukmpzl7fSmI4xI8MZye60pqrKKldVyHlzotAyfYBWFHa3aWzV5DIR+Hunqcw0cIZEwSz93Hsmap00rtU0hOe3YKpt5OF0Xwxwxe5vkXc7i+pLIKQGKKI+lo2UkXWouFM2knAa9gwJFVCN75GtafzUxsAi+cHI7BI8Suxv1KtROg9Dv6eht5prlRB9Xgls4TtXUMiHpHnDPoAGThYGCrqYZIhHJho3Ofb2XbfCWt6WuQiNZC0VDNnNd3XH1UMmKW5dHV08I517WYmGjqbiXeVG4v7sIVTU0EkdWYnQkSDsV6Xi6f6eDn1VGWNJGwC531PaaemmqayRgdI3OghZMXkJRybF0xM3i/Vhu6a7OUSyTU4P3f3g5HcqF+mLfPIGub5crfmatLTwCqdNVSt0SbgfVYjqS1fCOkqWEB7iuxp5RyzqXZy54diqXKJHU8QdEx8ZDs8AdlnBvs7YhOfEVWkN1Fw75TJ2OXDK6OKLiuSp7UuC46bq2QyPidHr1cO9lf6xnIWasEkUNQ5j/AJpOPor8Na0KmfdmTUXfBYUdOySN1Q9+AOG9yUuhp4HXGMGTE7jkKBG90WZGnO2wKKxzNfVSPqpAx5PoKw5cc+X8HZ8VnTko1yhy9CB9yEE20of6z2IV3W1tGaaOmDGiKMbZWblkFTVPGgu0u9T+5R1rZNbfMJAPyhVTx70os736qSm3XJpqfqG3W6gL44y6V/pDTwVz7qOSOruj5Kaie13zPDB6SVo7BbamtuHlGLzIyNvor6qrrXY7XVU0tMw1TAWtBG5TYJLTS2wVmHVxWpTeV0cqIkGxGD3A7J2lgkqS5kTdTmbn3TepznSSZ3e4nHsnKaaSEmSE6HHZx912pdWefpRbSE5bHLhzSQDure23GKISeSzScbfVVLtTiXnck7/VS7W6mFZ5dSdIcNvoq8kbRowz2yL+guApWU5EbZHE5LQrO9C43EfEsp2xUhGMjssZJUPhqnthaRj5XFXVo6slpaCSgrmmQSH0LFk02Re6PJuhqop+nLj9zZWSw0ktjc+anc+UfMX9ylR2O4Wmm+NtLxJnd8ROzR9E1WVlZF01S1AmcQTpJHDlcur3R2SEv9LmNyQuNknkUU/g6rnieRx6ZBpKuiuNE6Od3l1Gr71jvm/cmL1aKSCP46Axhr24c0nge6p6tsDyawylsznZY4dvoqe6XKvbqgmfjzRjSeR9Vox4G2pRZinqGouMi7s9rY57o6aqeQ4ep2dgkPkpdRtMLxNLq0ucO6pbHepraBRkgxO2ee+Fd2+3MilNzt0ZfNIcMiPJ+qvyw9N+4tx5vUj7TWvslr6eskD6iYea71MjjPqJ+qatVS9tw+NrIdTwPQ/2HsoT6KtYG1M7XVFQRhuo5DFd0UMEEUNFPMHSy+oE8A+y5GaXslTts7EPyhfEV/5NT0xdKV8VQXvd7jUdwpdXLQVrY5GtGobYPcrITCKkl8hhPmt+Y9irfp6OCe4Rtke4AHJb3XI1GKOKDyQZpm5ZOJLo3PTtzbZ2NfVBspccBjuwWxuXV9M6z/BsPlmQZEgOzVz7rRtC1lOyMltRjYjuE709b21tFmpDnQjsPdYM8Ft9RdnBxThkntkugrxOHTNfTAnTztyqS+TmiYamaVkEkg9AJVr1PObI6OMMD3vP3fuB9VR1tBBe6+KouAe7SNo2nhX4VCHNGjHlnN3Fh9NNdSA3GF8kskh9Tzvn8lrhd5pKTyHNAcd3YTdso4vhRRUwYwAegDshbrTLRVchqcvLju1V5siyQbmjfLPGLSNJQ1zjSNp2ucGEbs90diuFVHUzxaDFCzhuOVCY0Uz2VHmNHlnOk91Pq7hBLQzVtO9nm6fkAXF9OKj737kJKSa2pcM01hu0lweWiJzRGr6mkDHa5ZR6v2uy510vepxStMoEWs4JC1swpX0bZaqtywbgBNhxvHGMpPs5GaCWSSiuit6aMFP1tWugqw6KT8OV0VcpoDa6brKOso3FzH8jK6PDcaWp/VyhdPDnim9zKM0HxSJNQ1zmOa3uMKji6Zs0FS6uko45JyckkBXrZGfL5jT+9MVk9LTxaqiZjQeMuCfJjyS96KOEUtX05a7hVtnfSs1R8HGwT8sdFameYyVsWe4/8ks1dTWaYKBgDM+uZ3GPonWWamfMHTapiP2iqHih8sZMwNJW0fUHilFpa9/wjNtQXT5WA9h/Bc/oIGReKU3lNZHlm+kLoZC0Sx8AfDKy49OWm4s01VIx5QtvTlot0eilpGMVsEoKzGrKmrIjrZRPOTTx/wAE1LZqJ2MU7AW77KwCUmlig/gnIiKMMjACV2R90kuS/FEFJtx3SspDtyp0MkBIdylEJJVbGMR4yu09JSl3C86zPc4McOF6D8b5dPSb29iF54ZIGxtB4wt2jfNHe8fxhv8AcKQva7Du/Cak1MeP8U9M9pcCT2SJMuIxuFscfbwbVzNWFI4CP0jGVzPr8zm5t8xxwBsOy6ZJgALnfiFo+OznLscLdov9eNlOsdYnRjHu2P14SA2aJzXAnfsg47p6SRrzGc4wvTPhHlIXOTvsfaKh0jSCQFMbLNp9JwQkxhziN9sbJ5wwzACzykmzq4oSjHsYMri4PkbndWTZ6bSNuyheWNGCmtI91KsZtlHa8/DN+is6QZwPcqutIzRNP0VlRfO32yr8py9Ly0Srq0NMbB7cqA5xa844Vpe2YjjcO6rJRg47YS4/xNOde8ZlfqbkJuE+rCXKABsUho3yFdXBiyNWSwDgKyoOcqsa5xACkUrJmkkFUZfxOhp8jT4RqqCoYGjGysWB7yHtwAs9SMqjHuB+at6OKYQ5c8/kuTOMWem0+TJ9Gz8KmAeIVM5xGCxeqBJqEeBsGgLyt4W2mtf1C28a/u4cAhemoqiQ08EkYy1zBlc3LJLMzmeX5nH/AAWrX8FPjBGyhvlZG9uSpMbtTchY79xxmq5HBs1UPWUh/o7W/shquXPDTgndU3UY82y1zT+yqpfkHG6kmcF6bttdW2e4VwHw8cYIJO2ormLbpJLcqinrJBohcc5/EFsrT1BXRy3K01M+vS8kMYuc11plqbpU3Kpk8uJz9LYwd11fHaeGO0jbPJk9aN8o0drvUUDxV0RfK0fM3G4V4ytdWMNXE0vLv/yVB6eibT0Ihmomwynl2PmVnTTUtrgkM7NLHdhwqsyTmlVnY00HKEmuCvjqah7C6UsA1Zz7KdUhtwdFNHKzXGNyD8wVXe6qzR2zzIaoSGbhjeQo1uNA63NbRVEmfxgncFNHFFrhleXLKEkmi6q/hoYXerD3cDPKTE2k+Cw37uV3J/ZWZYyWmvEUlVO6SAng9lZXK7U00/wNDSySmT5nAcISwOEa7L/VjJqSaRc1cMFdbmTyxB7aTfB7qtoL7VPrmRxW9wp/9pjYKXbWSRTvZVSaqZwwYxyFcxSsiomwvia2B7sNwN1RLJHHjrouxxyZOexq9TtqaQRSlhkeNMYH4T7rl14orpS9R09NXHzS0+l47hdEdRD9LTuhY4QBudTj/JR2Whle81jJDLJEchjlfo9Q8UbSE1Wl9dVJ0V7LY2C5sqWN0seN8dk91VUyPoRSyAta38fuFIrDVRVjZWaRE0etrvdUt4lu9TWh1c1radozG1vGPqpjxyeXdIz5Zwji2RXBUCppqOLyqY6madT3DnKlWnrWNtK8VVO7PysyOVVVV4pIax1Iyg82STZmgZ3TL7fcrrO2nZTNje0etwGwC636fH+UjiSyzj7cYqaY3N008bMPHBHCqa4SQU+trgJByQre8QS9OU8dDE7UZ9j7hZ+7xSQ0ml0nqduQeVtxba4MOfHKL5KrOC1+r1a8rVm7S08ELtGprgso5rRHq7rQMAdaInEg6RlaM/uSMmNUyvvdxdWSF8Y0A9k7SmOmtuGt1TSc/RV1SA+txH8gP8VJnJDNJOP2QOybYqURoyUXu+RkuLTgn80rWMgA5UaVxLspyBzdPG5VlJdFHN2yTEdL8hSTOe6r9TmjZOwuLxulaZFGLJ8bO6m22rmoaoT00z2EexVdFLsnY3ZKpyw3RpqyyGX0JqUXR06wdT1EkLXirOfxAnhaGK5xz0klZVu1xxjc+65BZpmQVQ9ZdqO7V1XpKGOqY+ORgkY4Y0Feb8hhjgilFdHpNHmnlTk3dmPvPXVhY+SOmjIOdtu6wfUV6kuc3mSwuhZ+Egcrpvib0nZ7bTtuNPTMZoOp7Fzmpr7ddqqAuj+Fp2bHZdXQThPGpQRx9ZGcW4yfBSHOnUScJWh/law04+qsaqqonVBa2INhZxjuotVV+aNLGgN7BdiDZznH6IwPccqTFcK35PNUTGTsg794KLViKKfZMbX1rpAwSZJOMK8p4JImNfUjBd2Cy4JY5rs+oHlauwXm2AAXB2kgYy5ZdRGSXHJv0TxqT+PphRed+koWwNJcfmzwVZRB83UEXxTAYmc44S66WkhoiIJmPqJBiLT2VZYW1VU80PnkVAOXOKw05Rbl8HXVRmlHm+2be3upoXyGgeBJjbSeFhOtJnS1b/jSDL9OSr6xw1NnmnnqGPkaNjjhZnqykk+LNbUSh3mnMbQdwPql0SvI3ZX5OV4kqM+TpOP8EuBhe/GrA9kHjJzhJw7tkLtSjZ59OnySK2oZPMBGNAb/AIpLDoma8nOEzjjbdO4IbnG3ug/oZy5tD1fUNqXN0txhR3jIGeR3RjYk8owRwUYqlwDduds6J0pM67dMtppXsBZ2J3aplbS3GSJlJRuD5mt4/aC51YHvbcmsZUuia7YnVgBbKyNusF8d5NYJWFuQ8n5h7BcXU6ba+Dt6bJ63vl2PyUOhgicCzI9Rd+0hebbTxWF9bDEX1sY3B7hWDqeurbvHJ6ZIot3x+35qd17PTCzmemkYyUs0uA4d9AsqyVNQZozaZyxOaMP0tY4bpQy1le/Rg/dNHLittbY3mARsDG+SN/osl4e1NPDBJU1TnamZ8tnYLRUcTqeB9fVvdFDUPJZGeU2stz5Y+jlFYKS+S+oK2GR7Y2v1TvdhwPAHunbvZGVVbDUx1Wh0bvmBUPpq2VFdVCWSLRSc628q0db6upvLKW3apInbSe2FyM01jmkmdXRR9aDbXwS62CCWja6ckOhGMt/H9VHopJY4PjGRYEfy4/mp9NQSUd2FM6QTsY30M5wPqot8rjaZQ10WKeT52+/5LM1vwemvkulOrbNHe4hP0Ky5GTVUZywjlU9p62qaG3sigDpKh2wZjuqye9vHk2+M4ZOPS08NC0nh/S2imu3kVcTZy45EhHyn6IPDDDg2SR5hJyyuci4o6aomozJcad5q5G5a4jYKR05HHS2+qfVUnnT7gY7ro0NPHdIAzy2shYNLH45RUFDabRRTU0zdYcchx5JXDjnj6bi+zVHJtj0Y/oizyfGGqljcIZScuP4VuqG0QN+J0jUJNmvPBR0AjqLTK6RopaZnyjguWe6wulwh6VlitTz5reccgLPJpv8AprkpeXK17ujF9TNnhvc9K6fLc7EcJbXPdQtpIHFwBy53dZmW4XGkoWGqhM0z+XHkKz6cZdnSskibqa/kHsun6GzFb+Ts6HJCaqXwWcbq6GZ0TmgNDctPukXPqQ0FufM+Q4Aw6M9/yUFtxqKrqttrDCXtO+OFJ8WekqmrsDqtjm0zohzxlLp9PGOSMZPsOrz6dYpSiUPTnWlPTzPmMhMjzgRnsFqv6VVFPbviKd/lFxyGE8rzvBIygqm1k8z3lpwGjsuh2me73iGCV9FI6kjILZGBdfVeLWPHuTOXh12PJFqSNTW9eX0SQm3zzvqHOxpxsF0Xw+tt1vn9dv1eaiWM6mR52asxSX/pm1UsGmjj+MH6zzBhRr14t2u2Uzjax5D85LG8uK52TDGWPZijz9mL+pkm3L8T0ETDTQDL4mBo4BWV6i8QrHZy2NtU2omcd2M3LV5pvniv1Fcp44aXUBIqmxHqmtvMk9JbzV1LRuTuPzWz+Wyfuk+CqU4R6dnbOhurY+oPFmeWFpaGjGDyF3NePPCm51/TviQ+bqKn+FdMfU/G35L09TdV26og89jvuj8rs8rLrILE1tXBMe6XZpsIwdlCt9V58WVLz6VVDLCS3ILjQoHdKL0007ZSwQQn3XyK0K1JJ3ROQBVbkgpAKAROKLKG9MIp3CacUtztk24jKCjfYTn3jnl3STmjnBXn8hrYGaucL0B43Rul6YcWbY5XAZwHxM9wujpVW5r6O747/Rr9xiVokwPZJhJ3aUqZ7Y9IJ3KTC5rpPotkuIov3reGcE77Ln/iZTSNnZMBgHuuhtDdRKxnX4c+ojY8+jsFs0NLMhtZHdhZzsRaXN1u5T8bI92DdyTVeXHVAOBOlLp8GcytGBlema+TzEMcVKibC0gNwcFqWXHhyU7HLd027Ja4kbjhZYq7Oo6jFNBl3rGAmjM3J2KOnJLS54IKYJ3PoKZNlOSaj2V1mA8h30VhS7SM9yVW2Y4p3Z4VpRblh9ir8q7MWkjTROvPMbT2Cq3OGp3up15edLM9+6rzsDlLhdxLtR+YzI3KaAwVIDmkHKQ4BzgAFZdIyur5H4uBhT6bLSDyoEYLdlaUQyGlUZfx5OhplcuC1tk2PS4EK8gb91yAFVU7AGgkDKsoD6cO3C5OdpHp9PaOi+DjpI4KvWdTHnZd8sgc+3wMI/CuB+C84cKincMua5egbC9/wrGubjA2XDnc8tnG8s6mSZabU4AnhTctZG1o7ItIdgoTM+7cR2Cj4TZx7tpEaX1EuBVf1AWiwVZafWWqZSOEsTyDuCqvqhjn2CqdEfvAOFRut2WKNOjzH0baXM6h6lmkla57XFwydwubUl0L+r6ilrXP8synI7Bb/pSt+H64vja9rmGZpMbfdc0udNPD1LVVzi0AvOgL0ukjGUpRl2LKeTHkjkXR1uEV7YDPPEHxtHpk/aVE112ule4TMbBRA7tcdyq/p13UN20NdW+XRt4arCqtF2+MLRUF1KeSCsqh6LqUuT0uOayx3RjSLOG02ierZFRCN8rhuewSL5aX0MjX0tJpfHyW8FRKJ0dmnfLNOxsbeSOQU5HeqiSnluEcpqcO2h9x7rJOE5NNWWy2fsybTUJraESy0hae2exTdM2KipZJaZzBLGfWSFMo+oKavp8OjfA4jBCqrs+lklbSxP8ALBGXH3TJZG9tkTxxhbSEzVNZG+Kq06muOS7s5XcFwcymDqiPW8nLPZqpWtdHBHH5muJuzR7J6aGZ1GYJa5sUMm4J5/JB4rXKtDPIoq1KmWEdypaiWdraoOkjb6wDsFM6deJYJZo8BjvSHe6y8tot1PTNFLUltTN84z8yepYrjafIYyXzacnO3ZPkx41j9j5JDU5H+ceC1rOna+ouD6irqS2B3ytaVEvMUTKSe3RTl4LPU48t/JaOe4vjgiL/ALyPGPzVZVNphUmSGHPmN3JVGLI4z5HyYYzx1EznTdsof0aX00BbVN9PmyDsn7jFV2kxstzDU+YMyOA3ytBDKw0vkeW2NueVX3i8S2uVopKcSkN3JHK0xyZck6+DBn0uLBj3fJl66kqJSX3CLM5+QHkLO322Nmhc98hEjexVlH1Ibr1i+epd6BszHGU/1HA000jifU7fZdbG3ikkzzma8kbOfSsAcGZyAFMZUS/o8sHHAURwcJXtI3BwnabLwWO2wuu6kmc+PtYdNFqjEnGEiUOznO6ktjmG2MMPA9lFlJa/STlKnxZJTju2gLRp90ROnsgyOaQ+kYCkil8nSXnWeT9Ed0UCOKUufgXZqF9VM18+YKcblxT1wbBNWeVTOOI/l/tpyWGtqYhFrDYOwHdEy3zecyPUGkfK72VS3W22aX6SioRiQ3yOifiWMiQdvZWVJCJ4PPEoaR291J/QbapzhWVYZOB6P7Spy51BM+LXqLTwgnv6KZ4YqXJYUp+HuMT3DZ2+ore9OdZWiKtEAc6KRuzj2K5PNPUvfqfJn2A7Jtxe5+AC930VGq0MdRDbk+TXp9c9Oqxq6Ox+J16tVb025orB8QflAPK4zGXeXhwyjc3UMPc/I/aKNxAwAdlbotHHS4ti6M+q1Tzz3tcsnw22FlIayScZPysyq/DgST+4I2FweJC44b+EqdbqCou9WI6ZuSecdlqT2dmdJ5fxIWSDuEJCXjjCm9Q239EXL4Iy+YcZyoKdSUlaFlBxdMJKhaJ2GMN9Z+Uogru0wQBzazOZIvwe6Wc9iJCO6SGrTSyRvLZWvEv4WnlaqxURhmErBh7+x5CjdKyi6dTuqqhojYw7MxytNdoZzWzT00WXEfIOy4uq1KclH7PUaHSt43OPKREn6mhoGPt80QnqODjgrA30yPrnyyOJD92t/ZV1Q26Suu1Q+qcY5G7gquuNDVzTyfDtEzo9tlo0sYY3wYdX6mSLRTEgD6pJefZOVED4X6Zhh3smQPVjOy6cWmcVxlF8imuzyl+YfKMYGWnum3NPfYJTDhvOyNWD5pAAIB32TbSQ71J144HZHSRtkmGs4Z3KjdIMY7nQl3qaSDp+oV108brVuEVI5z3wjLXA/Kqm4NayfELSWtHPuplirqyllMtLJ5RcMOHuFTnqULRfinPFOn0dAt75IbbLVCqxWBuJG5+ZZavqairpZmua/Q7lp/D9Qr+22oXmnZFDMRUEanAH5fzVD1JPPaZ30MzQSBhpH4lyMEIzy0+zsZM8nh9pc+G0FPXNEEun7l+Q0/iXUKmgpqmERT0glDRkY7LlXhLRVnxNRV6gaUnUD3XTnXOWOVo8t3r2OOwXJ8xcsu1Ojf4eKjg3VfJe9P4pKNsMkHl034Rjc/RVVdeWMu4t1n+7nn2cW/6v6qLeepamip2Uwh8yaU6Im92g9050rbI6GofNHIJJHnVM5/OT2CwOEcVSlydNb8sXCHHBp7fbo4KMQQHzKxzS58rvxlYnq2UtoHyXCQZhd8vcOWtfc4rLFUXyqk1RRtIMf+YXJLlc6m9dRi7GMihJJa08O/NNo8EsmTe+ivVy9BemjZ9B0FtrqZ1zvL9Gd25OPywtZ01JbfjXVYiLYw7TGz/Ncne+4lzpXE+S8+iNvDQtt038Y+1ajIHPOzcdk+vwSk6b7PP2py9p6OorjQ01kjnfpEAGogKgo6pl/rpK5rgKeM4ib2WQpa6SG2xUdW5xe8YLT2Uu3VbIYzBSnyo84I9yvLPB7XJLk2x0UpQ3XwaTqa4imtvlvcfMds3HGVj7f1Q6llkpalodO7s7ghbOphpa+3U8M5Gpm/1XNOraWnbenQ0zS7b5x2VumxwywcIv3CYcux7ci4CfJBV3GVsk7DIPUGdgr+2MdFRvLH6RIMCQdlj7dQATtxG4vxhz87rdWIRGAUp/VxjLifdWahycXFnXSxKHsMXZpGWjrJ0lUXSGU+g9ytre7VeepgI6yrbS20+5wVAudPRC7wVLY2udEfQCFo4KZ05EtZM6SN2/lNOwTZMuOOyd00cHNo80Yz+mc36+tvRNn6IqYaGifU1feXTwuheElObh4WUr6OGGORrcAkcrEeL3UNHabbLbqSkhe+pZh40/KsX0x4lXW19Osstopns33J911oY82p0lxfN/JihgV00dE6k8HrhfpxVVdw8g6uI1a9O+CFppnNNfmdzBkSO3ynOhvEAUduihv1ax1WW6i0+yuajxbssYJyPYHsFheXVwi8a7BPEnK/7TnPjs7pzp23Q01PRg14doBxwFX9AdTDpSgFTHE2bz25yN9JK1fW1ktHWNjkvc7tbwdTfyWU6S8OrzealraPU22dnH3W7BkhPTVltP5EjPHjne20SL1X0vUHmXCrp2mdoyHHZPeH10dUVMdNWTMjgidnnsqu8dPVQ63punJJXRRZAeR+Jbc+DU7KgSQVb2RuHOVRkWJ4qxXZtesi/yhSOgN656ct8AphVtJYP2uVM6Y6wivs/9Ui+6WAn8Eo5aHP6Rk+J/vroPh300OnLEykkw+Vp+dc6eLjsqc4PpM1Td2D81Gjqs1j6fRx+LKdneWRuIGcNyuf27qDqGs6klh+BMVLGecKTbdCM6KCSjJwkt2AKJzkdyIg9W6VkJon6pDn47qLJFDULLkRKa1oa0Hk3dEoyfixEZelZi0cBecHEhg/PC9Q9YsZL03WB4z6dl5XrC9lRI0cCR3811dDPh2dnx7/pv/IipbqcMnYpcbA3AYeOU08OfjJxhOwc7bfmtzlcEWbGso6zv2Ky/iJGwUsdQTpc3utK+ZsQJIzhYjrWvbXt8kE7dlp0cG8yZq1M0sTRiJ3MfNq2Oyco43GQuecNxsFCnyyYhnA5Uilndq04yML1DXB5WOSsrLOCVrPSBkoPO+Twq74/y5Cx0f71IbUecMAYWdxaR0I5k1THZziEkHCi+YnJpcgx5Ca8o+4ViiY9TkjKVEG1AOpzjsMKzt/plZndVlmdpp34GxVpQ+qVhGwKfLymDSfkrHb+f1GOxVdJk5yVb31jWticqp3qd8qGLiJZqOZMjHIKcgPqyU27k4ShnCupUYubJLHZcGgqwpZC0gDgKthbpwe6tKZgMQ93LLlOppO0XtM7XpDd8q0oxpdg8lZ6zSTRztY8ZYNgVeCcMGo8rlZI3dHo8U75kbrwgeB1i+Hhr8L0wzMWGadl5R8J7tDN1o3S0gsIBcF6nmrIjTsxIC4tByuLmj6c5HL8svUzxS+ie2cj8CVUTBtM4nbI5VW2oeY9Q4UmR7pqMNwkcrRylDaxmKnHlmWKTA7hUfUFS+kt9TUPnxEBurlkjo2OY/AGNlk+t3CTpetJzpxus3MmWxXJ5n8QjBUXie9U1YInZ0M091jbw6pljihH3jgQXOH4lo+o6KKgswcJGyefJluTu0KioqqNj2sqm6IztHL9V6/TQ/pbkimUIyyKM5G3tEcNLSQSNe3LmDIB4KgdRXC51jHU9BPJhm8r8fKEqw0YrmiWKR0UbDvqPzLS2ekidNJTtLdb24O2xC5+SUYO2uT1OnwOWKk+DnthbP+lHTVr31kXAzwCtfR01MweaQ0SOOQ3Pb2RXNtlipJrZT1DYatm4HdVlqsguBDHXKRknGMq2WSM4pzdGFSWKTSVtFjA2KoqpWsLWSN/1fsodQKaevbAD5dU3gO4KoepPjLBdGN+IzJnDXZ3P5qdTBlVNBWVlVGHt3AzgoLBGCTi+xsGpWebVdfBf1NK11vEEcpiqCcEHkBPT9MwS0UU76lzmQjcA/iQprlbqmoMLnh1WPlf2KW6Spp6j72QMhO+OxWFzcfizoLTRz8NpFHYI3/pqWa4NDDFswHu1a2ldFcGvjp2fdN31HjKqa6OlurjIx4iAGC4JVnuv6Oo5qGRrWFvyn9oJ5x9SNlWPH+mnTdk9zDT/AK1rnQs2Df8ANSLY5k1V5YHo5aFHpL2ZreQYRIH/ACkjhSrPPBPUh1O31MGnf3WOceqfJuXTbXAutZ/Wi9zNwPSFlL5TXaalmuFe0sjBw1o9lrmsnbPI6d2vSd1G6qM7+nZS5wbG0ZBPsrtNmeOTow6/B6sUmcEma+luOQ4Ah2XALoUTm11qjmGXam4JPK55WuidVudESAd2ly3fRkomtAaHatJwfovUarGtiy/J4zD+TgjL3uhFPJraMN/zVSZPLe05XRq+lgma+N7Gu1BYS8W99NUYkbhmefom02fethVmxNK2R5auWTGSN+U9DQP0ebM4gEZaPdIoIIR97Jk6e3urQSzamiSMaD8n0V+SVPagYsUauQihpyGBzhg52CmQt0BziNu7fdMiTQ4B231RPm0uJzn6qqd1Qvq81FcEuJms43b9U2A51QY9Zy1V0lfKMhj+OExT10kFYyeZxLSd1PSltDGROvdG+niE75XBx4CoXF2vAySe6s7/AHD46bVG4+W0bAquB2yThaMEHGPImWdhZceN/wA10nwPtlBWzT/FwCV+DyudZGN91qPDHqg9OXoOlANNIfXsqNepPC1Hs1ePcI505ELxCpJaXqeaCKmLCXYERHI+iatdkik1iucacYyGnkLrvVtutvUd3pbzMWxOhGRjv+ayHVV7sbJjSMibPW5xkcALn6fXZMsFGMTZn0OGOTfORzuph8qpfH2BXROkLr09Y7KczA1hCw12MJrXmF+tv7SgLo5MPrpW6o5+PN+nvi7Jd8qmV1xfUxsLWngFJtkEVQ4/ES6AOAouQ3fKsLW2N07WVURax/DlbJLHCiiG7JJyHWUUMUmouDmHhWcFDS00Jnxl7uFF6kt7LWxnlz6we2VEo6mTW1kr8sKqilMM3KETV9Fwg1JmETzIB82NluunqhkL5zUNIe7ZpIVR0VVUVJa/hpZGOmm2DRyFKuD9DDS68u5AHK85qm559vxZ7Pw8f+G3PujF9SslhuU5bkF793DuFJ6cMND51W9ukNbkEqd1JbqgQUcgOoPd6/cJq5R0lPbJKV78jGpwHIWxZccqijFHTSxuUmzB3qtNfcJqgR4a52wUaItEgc8bKRDStrpZTTS+WxnOpRmDRv8ANg43XehtUeDzWVP1PeyTNTyPa2fSRA72RPpYJACAWgcFONrppi2BgAYR6WBTI5H0trfBJANTztK78KSU2uC/FGMlvXRVxwzSteGAydtuyf8A0dXRiMmEsHIaRs5SbFSVckElTHKGOidl3s8LbUdZBV0bHVkQjLRhrSNysuq1KxcVZs0PjlmW/dTMwymp56TW4Fj27lg/ErWwWWinqI7g4/dAZfC7kFP3KnoRD904tqWP9AIxlLsN2jlrnRSwaXMGHuZ3WSWfJkx7o8G2Wmw48qx5KZIvHmtq219qYYp4x8jeHNTPXP6Ir+kIrnEQLi7Z8J5YfdXsN0oJoJoKfy3OB9Lz3+izHWHTwoqNt/dNp83Yxg7BUaWalNWqJqtI8cHtdon+FdUxttdQB5E7hstxJBWUNMypkDRGx2cnlcs8Nq59NdZT5Wsngfsn3XVoa742z1XxZBY1vqcTs78lh8pjUdRdcmvxEq03ZAjqIbhe/wBOOa5kFOMZxsD9FdQXekmf5z3mGM7ukO2n6pHTHwL+mXUjCx5kd6f7P5rEXugr7/1HHZaSUwxRnEz2fKR7LLDF6k3GT6Na1Tx1OKuyz6lqnXn7htT/ANUsds//AGrla22gpam2sgjpifKHqyr6psVrgsYpY4BrgbvjgfVZfpquq/jJKGN+vS7Zo5cEzyPJjahxtLpe13NXZfzdO1VJTQ1bGtlZJsGfsra9FWKNlZBJJRj3e0fKUrp+m/StAIxnLdnD2WopqeS12x7WvOpu+v6LhazV+slv4aOHkhLHOUIc2ZjxDMR6vhpqWPTgbge6jUzS6uZDXZIDtvcKnr7g+frf4iKQy6eT9Unqy5Voq2yUrA6c86eAmxY23a54NmDK8eH05cHQLhUU8NO54kDixuMA9lkzdad7XtEW5P8AFQrLK5+PjpyJHD1sJUCacU92l0jDR8rfdU6LSqOSWSfDNPtx1GPKLuhrImONTVUpLhszSpTLy+Gne+KA7ncEcqltVbJPUtccFjXetvsrK63GWWQRUdI10eRkgcps+PG8dN0jXlyQjFUrZVX+7zQ04q5nCAnsewUyO9VE/TrRDWAAj0EHdJv1Nba2k+HulFLqbgxge/1TVb0419siq7bmN8bfXF2wnjHE5LnkSbgsa3dHN+q+qKilD6W+0Ejpv/d345CobL1VT29rp/Iy49iuwdVdM0nUfSgqKhzRUU/DgNwPqvP3VtuhoL3DR0j3PHf2XqvGehqMW1qn8nmfIatrLafBPr+q31tQ7Q0sdI7c92haCiuj5aZlKxgOkZc8lVtl6TEzmPfBJh++rHJXQXeEtVJZ21TZZGVEg2Y32+qt1mTTYEot0czHq3OT+h/pKtqquoZTR133bvSTn0kL0JY73ZumOmgySsiDmx/IHcleZrd0tebLXU9nlfh0rvQWncI7rZL+7qGShfUVD44xyScFcHUaTBlyOadNln6iMpxhGPFG+ul9F863p6qlc1j9Y0/XdegrfVgUkMcjmh/ljv8AReUY4Jumn09fc4XNijOWv91sWeJdxrNLqW2zuDW/duAOHLJr9JOEt2N8UXrJH00mq5PQj6yGMbubtzulUlSJm6m8ZXnawdW3+purKSuglbJI7cnhd46finjo2icestBGFzczeKVEUlL8WXL9+yqxUwxXTygB5n7KsiqTzqP+kvlf+8oUGi8zjZD5d1Gq6qKDHmybHhQLhd6ekI8yQb8JZZH8INpdkuuqWRbl/Cpo77TS1/kmTcLOdbdSRUo83sfkesDbZ6ifqKKejzL5irxYVkVszZdS4Okdkq7t5dVHCBkO2Llc5YGbc4WBu5rG1FI/U0aSNYWsirWuDGAguc0cKuE/dV8F0Z37iVWU3xlvqIiMgsIx7ryx1FB8H1HW0co0YkJDT3XrOgc0xPPYDJXlfxLqG1PXFbKW4DHFq9Ro8Sjh3JnQ8dN+o0UEkzXVAY3YDZHM18jsN2IQkYzZw2zvlP6gQMey1RppnUyykpLgS5odTjXzjCxvXlNDTW9tQOScLYzAviDB8wWP8SJWizCnxmQHK1aL/URNRzhdo59TM+Ic7UfmU2KKKM4xkhQrcXGX7tp25VgAA855K9JkfJwNLFSjbQ55MZPqblI+Hi7bJxuRueEHkAZVbdGlR+kQpmtZUAOAwn9EXumqhgkGvHCZ81w2wnXJmyNQfKI1rI+Hc0cqxoy5jGud2KrLOMRuLu4yrOH1U/p37p8n0ivSS5TZIvrzI2IN7BQHOIjOcBLbUks1SDIBwr2hslLc6Fsgk0lxVakscfcWtPNkaiZl3yDAQjGpycukLqOvkpHblibgedXCufKtGVpp0x8bO+itqFo+7yqprdT9+6uLcAcd8LPPo6mjpNWXFCxjSXD5j2T1JTuMuZDlpPCZpRhwd2U6MtEjd+65OR0mekhBNG/8D7ZRP6ukaYh6gF3642w0sbnQ5cOMey4P4HEjrZxJ4AXpSTDhIXnuFyssN05WcTyctmoVGNgkutMAHtL48rRxSGSNuARkbpLzpie7IP09kcJJjDmbjuskY1wZXPcrIlaSwvDs47LPXXVU2Srp5gGtIWguMsk8gDI9mqpu8pjo53y0+Yw3cpXFJjxnx0eSetbbVfpqoip2OdTROy3J2CrKy0y19G1j5GxhhDgBxlbfxRkjhp3PbmJz3YaR3CwcFzL3tt1FC6TLcDPLnL0+jyZp4+OhJQ0zacvyLWnniYY2MrseWAJWNKvo56xsLKikcPL1bOHOPqufOoai1zSl+059UjCVqulobnUUhY3MdK8ajnn9yms00Y4/Uvk3aDVZHJ4q4JfUkdKLlFcPh9Xmj7147Kmb1Iyhle+lLSWn0kq4vDbiKE0jYxK+XZjh2Wen6W+EpHPqn5mO+gdiqtN+nnD+qhdXDUQneNh093p+oa6SW5U+JWjDD2JUauopY5Cx0b3OPDmnZoUeCmMrPh42uhlbvq/ZVrHWSinZQsOqTgvPddB7U7xdfRzsWN5PZPiX2VNNDcrdUsrHF74mOGojkrf1FVS1dJT1L6g+W5u7O6YsjqCkdFDXzNmPykY2Whno+n3PdRwua2Vzct+i5OtzLLLa0eg0mklpo74MhxUsUtudT0MZ1z/Ic8JElhhjoIxdZiJozszO7kOmJZLRX1EM+XtB9JP+SmVpbW1GuQl7/wAJysk24qom1L1lunwRquX4Y0sdPTkxE+rA4VrC7Q2Sop4tJxjDfdJuU8EVpLBhk0Qxk90dpZLPb45IpBEDy48OPsqsr3cUSOTY3zYBWOgpnPkyTjLgsj1L1rBA1jGYqCTjye35K8v1DVud5Il8ppP3z/cKll6e6StdfFU19Z5zsZwCtWhjii/f2Z9fkyuC9NcfJz2/Qyip+NlpxAyoOY4u7VZ9F1Rinlp8kMeOB2UHq+qinv8AJ5E5nhPyu7BSOjnltTM0AEkL004uWCmeLftztInXG4S0c8hwXRjgrPPq6m51DRK/ETTuPdWl8roJA+ER6nDbPsq61xhmfqkxQShuQ83umk+Swo6ZkriG4w35R7qWIS+Qhw3ChnMUh8s4IKcrJ3MgMrZPUlacnusE5xXCXBCucxbIW8Y7KCJZM+zUep1Q4uk+fKXMSSGNGwG5WpRSXJmq+gqdjZJQ05weClV8PlPYx2/0SMuY0FoxjgpbZTLMBKMkcFM2kiURaiMtc0dzwkAb/kpddG5r8PGnPCiRgCQxgk9yjCmiqcaF6U5BTSPcPSQkat1bCR8NEJm4/ejKb6GhjTdv4F1fUFxZRC3Nk0NHfKotyXEnd3zfVHUyMnnEhBa73RIRxKK4Fy555HYWWcMGECCNxugAe4RgkKxKhG9wcsT/AIfzA3LXFaatNOen4GFoDgPmHKz7akMZoI5STO90RY95x2CzZce+SNEcjxxasQ9xO7pC5Jae4RH2DUbRnY7K5xoocrLXpeeRl/h1znST8x7LpVFU0kl9EQm1DG7iucdH0EdyvMkU8wjLBmP6rb2KkmhrZX3CEMZHs1/uuNr4Yrt8HpPEZ88FtXKNZc3W81Hlvx5fc9mlcu6kq6eG6ysinEoDtznYhTrxc5BJVQNmJYHYJ9wsVUhrXv05O+Uuh0Ki3JsfymtjtUIrkfuFVFK8GnZ5TQN2juVFwTHqweU5BGJaiOMfM8gZ9lbdSMpKYQ0VMRqjGqV3uutajUUeecfUlvl0huzUcccratzgMj0g9lOoJIYqx8t2aXU/4GHhyoxM5mnUS4D2U+eodU07Z5nARRD0RnnKry45JGvDkgpcdFx0t5Nbc6hmjyaUnZvsrqasttnrhT1wEkbv1T/ZYmhrfIY+R0hZK75dKj1k8lQ9slRKZCNhnss0tG8r9z4LY670VcY2zo1bdrBVRsEJYZXDTrP4AmrdRU7LvEKJ7Xt0+t/Z47rnBAbI05I3zt3C6d0x1H09JRR0UNO5lTjBJ91k1Oknhx3jbZ1tF5DHq8yWWKRoT05YRa5RTA07HnOc76lgepLdWUknlV9Y+soHD7hrdwD7Fa26VLqKmD8uLXnZuVW11Fcam1yzW8NdTEag1/Or3WXSzmmmzZ5PDjcXGPDM/wBGU09u6mjdUY8mQ+tg5wumdW08PwEVJE34eGqcBGQflWDsnlMqoKzUTUtIEurghazrO60MxpWU5fKQBln7B91Ne1kzpWYfHY5QwybXRKutu+Go4OmrLUtNQ9odLODwr+zWyO02qOJr2mYfrJTy8qH0ha6Gn01E0j3GcZLydyfZP3Bssk744ZQGRHdp9lytRKcm4QO9otNCO2c2SLjUyU9DM4O0yacOB/Esv0S2GjurzVyaXzklj/2forG/VDTSMp5XFrQfTJ3cfqoVvomNqRUVsjWQNGWu7EpsEWpSxhz7JJS6Os9DPmo65wEeprzkt+nurbrO9QRU76VkhbrGzfxBZnpq6x0rI30L/izj7yXs36KDT2y53XqCpu9dMPNB+5aeMLjTx43qamceUXvbiVUEVRTFzqOLVK/53u7fkpVpe10vBdN+PUp1YX0xEMrdBO5aOyg2+409NdSZQCx4wAPdXynUPaqGilkuT5JMVtrK6nnqfLLWsdgEcqZRWtsdBJNPEZpwPTnsr7py/wBBCyXTGJXH0kdlCv1XLE7TBhsr98ewWVZpSyc9FaTlFxXDMjRxSRU+stcJHu4+i2XSVNCxj6md2WY4I4Koayd+GNfGG6j6nDutRb6ilipmwEtD3t4VmpmpR7o1SwuMItqyrvdbHU3B8FO4F4+V5GxV4ygq5emJWgNZIW7vCyHUnlUksYDtDi/0j3VoL3O4Q0Uc+oubuGlUSwZpx7LM0cLUVFFFUVIstIaXW6ZoOZmk8riXiyx0t/gudPEaanJGwXc+obfT0tJJWFzppGjJHuuN+JVyo6/p4up93xu39mlem8NPdJNI8zrdJGM5c8Gz6TvclPb6GIU/mxnBZtvldbpOoKqO3A1FM5hAznHC4z4VQifpeKoqJTqZux3cFb5l4q6+IwSOGhowXY5WLysMWbP6b7RTovH5JO10Kqa4G7m6aCQB6Q7sm7n1DFPKGx6RK5u+25KrbzVRCnayN3qbt+ag0ELJo5ZJ8ZYNnDkKn0I5IepJ0jprJHDP04x9wnxDvL6npMUhYJ3xvBePYLtPg7SUNb0bSSmmjyyEYy0Lzh1bM+GyTMjy58kgBPfC9DeDdzpaXw/pY3TNZKyMageU2vxQjpE4sx5oSyZbkqNhcel6GsLZIYmQyE5BA3WioqY08EcWsvLRjJVdTX+1P0kzAnsrWlrKeoAkY8aT3XNwY8Tl7mJKDx9Id0e653ebhS0fipSQknzJGdlreqeoqCx03m1L9yPS3PK8zu6pvFy8TJbzN91SxnRGt2PSYZW6GjCcjufXFY1tVu70REcLnXWdwq6u40rIJPuH4BOflVf1Z1YKqWZ0cxzKQNOeFCqayIwQi4SeS1jdTSPxLJpPH7Jyn9lWode06LbobfcYI7TIDVANyX42CVTdO1NJdYZKQhtNGfk91X9GdW2+G0GZ1KKdo9LX93KDP1/DS3X1SnSTss0sTcJQKdu/3mxvNsqp5MRlxdn1AdlOgt9TSGJr5gCAOSsxS9eUzrpHBDIHuk3e5XlyrI6uZk5nIZtjBVLxbIqO0si1t3GtilEdvnzIDpYTt+S8r9ZEydSVr295DklemLPJC5rhu/W3GD3XnnxPgbTdVVTYmaGudu1dbQah8QceDq6GStr9jNSAtYzfI4TsfICbBD4g8fKjgD/NyOF1sjiukb1ul2yQ/GNuVj/EpkQsokx95nGVrpnaWF3sst4gGCTp4Od2OVo0bqY+Zf0qs53QGSBzSW4a7upDXeZKT9U5PLFUU8RADdk1A1sYLWnOTnK9G3atnExRUOEx9+zw3Iwl6W6OVXzSAyHDjkJ+lmJbpcFXT7LI5UpUw5y0NLQoidq3Av2BCRpHurEZ8zU5EG0Ne2Ak7jG6s4SWUj3j24UCzb0jh2yrANL6JwHOVZP8ijTV6fJEjGobq2ttybTQNptZ0tOSmOnqBlfLMyWXQ1g2Ku7V0pS10ro21f3h4CoyyiuJGrBin+WMzVwlbU18s7Rs4YGUzAN8FTbrb5LZcpaKX5mFRY8B+VfBpxW3oy5F73u7JNO31Aq1pmYiBb7qrh3dlWtG/TD9Ss+V1wdXRqy3pR92N91LjZqA9woNBlw35CuKNgczGN1yssuKPSYuY2brwMcD1lJq2IaF6OfNmJx2XnvwSoGy9TyzhxDg3cLu72OcS4EgDsuXmyKUmcHykd2cbe7zGaW77qXR4bHodyitrWhjyRnKg/pGnjrnQyP04zusrZipyVRFylprNMZBA5S6+IvoJoZQPLezcqJQvpn1cggk1PJ3Csa4j9HTtwSSw4ScPkaSlFqL+Tyh4w1lPHIbLEwVEhd6Ht5Ysv0fTUtlrHVNQY5ZHDGrPyrReIP6Kt89dUzMlNw1YYMbBc4r4ZJI46hsj42SnMuDwvR6BephqzRt9GW5Ruv/AAafqqw0olfcoq+MyyjVgngKd0vd2x0McMbw1w29XdZt0dJPTNiZO6V0be55UHzWU1bEYS9xOxar3hcobWx4aiGKfqRV32aie7zG5uEDS4ncu7EoV9RcZYXVE7G+X+LCeo44HW/QIz5rhkH2Qj82Kmkgrm/cPHzBZ1GMXx2bZbmqk+CHajHU22fLD5xOC72CdtVrdLUhj4hHEwepw5KqZbqyli8qhBDAcEkcqSy+1UsUTQzyQ07uH4lYsOarK5Z9NGSs3NDY7dSzvr5IhpxsHJmKjpY2VFya9p9mjlUlBd6yqJiq366cDIcDsFLo6qkqMGAkRNOMnuVz8mFv/V7OliyRrdHoXcag3G0sMIMMjHbOHP71GtoudPUmSfDg4dlY0gzK57WiFrTweHKxuQ+FibPSxtfJIN2E7FCWRzjtghYqMZ3uKG7CtvDGmlgcxsQ0lxSej7m6CCptlxqgXQnLXdgr2GK4Qx+eXsY5/wA0fYhUnU/S1JM419DVeXC5uZ9+CrMM4xj6clRXmxzjPenf2XFJTTVszJJqtphBySTyuV+IdOaXqmSMSl8b9xg8LT2GoiFvqKWK4GZ0efLdnv7LC3mSqmr/ADKxx8/JB/JdDxumcMkpM5PnM8JYYxj9kPRhzSVovD+LzbtK12xc3AVAPm3C0nhu3X1G5mfw7Lq6huOGTOBoYKWdJkTqyiNFcyznJQtlMDF5j9iFedeUbqa7xRuIfrOc+yoa2R0dSyOE7Y3CzabO82JI26jTrC5MdqXNia4ubnPdVE8j6h2lpw3Kum00tVTHXsxQWUckRcdOY/dXR74OdG0qyPkghvlE6+Etj9Rxj0pVUWufpaMo3NxFkjCvSYySoQ92D3IUq2U0c07XSvDBnYFKtVRRReqqaXH2UqorLfO8mJgbgbKuUndIaKjF+4h39joKgEzNk22wqfGc5zkp+qdqe4kk77JsZI3VsbiZs0t0uB6jMcBL5BqCcmrZHxPhYPQU1GWkY5KDo9stIClO+RpSpUhjHoG2SjycYI/enmRBg5yjcCATjZHc0V7eLGATlGQeAiYTwnWxEDzHKbn8kS54GSexR7IPOpyGMfvViaoV98h6XEYYcpzy/u85wUUGG4GcZ2U2qp46dgJfq7lUzk26RcoLa5AsUkVNcopZ3OLQ4EYC6jJXwXuNtJTxyaQ3ckbLnPTkFNcK1scszISw5DncFdQhnggpNELWmNow+RgXG8k4rhnqvARk43fBi+pLXTU7piXCOVg3P7Sx74yY/Nc0hh4K3XVErXTPmMDqhuMNwsRX1DngQv8Au2NOWswtuim9iTOf5nFjWZyTGY2EeoEcIg3Yjk+6IgH16SE+yBz2B7WnB9gtznt5Zw4Rcvan2FDGHh2Tp0jJz3SDMHRkDbHCfqqWWmgY+RwcXfKPb81GbHvgbko3YZxcEkgmkFwz/FOODS3ISC3Hpxhw5Rg7aRslFd2Ka0hm4yPdO22WamqmTUwb5jTkJEYfM9sTPmccD6qTT0M76p8A1RSRDJ22SynFKmW4oT/JKzXWSou1RVCS5xF9LPszTwCtLUUdyprfNS08jfh5Rk55P0Wbpaq409vho6dupxGXH2Vv0lXm4smttfUFj2HMZ75XBzqW7fHpHqdLkiobMnb6MlTXKWlnL5XHz2O0vA7Bamy1FJdah7IYjIQ31OPb8lk7lCKG81kRInycg9/3rS9BVtHFRvkqS2KfVu4dwrdVjj6Tl8mbSTlizqN8G5tYqILd5E7vVnEZ9gn6e23SWUVEcQ0cEk/MEKn9GVdO2okrxTxubljyVCobzJdKj9H0000NuZ6Xzfid9QuDslGpHalrYpuFEJ9CJb26mbVfFPY3aPsFVUUFRU3iWguz3x0sbvTH7/QLUv8AKs8b/wBDUb6uuG5c4cBZcT1d56qpJIjioDx5sfYe60wm9jKpSt0dLtDm0NpbDRMbT0+fU08lWLLm6OaOSR2I+7QoM9Mx1SdLxJHGwam/suVS+oe+5MjkYdHB+gXGfuybWalo90d7Nd1W6C92uOKDMbB6i/G656YPhax484jAw0+61s9xZHReRHhrQMNzyVTWug82tdLrD5pOGu4CfTr0rdmWGJRdMk2V76ama1g0szrcT3Kt2VtLVy6tRdt63eyro6OYMmp3SaWDnP8AklWm3GgY6QO80PO4Psq80ITyJ1wNjcIttir1E4VEcsUoDW8f2lMoRG+ojldJpkaODwoFXbXTXKExSOMLjkA9lp6y201LTMrGkFobu3O6z5cuNT9KK4RdOUVDntjLrPT3p0s1USRG3Ynssv0/R/8AXFQyiBMcLvS4+6v7Zcqy5RVLKKAxQsBD293hMW90MFFM+CN8eXYAxuSpjnHa4y+TBnwS3LY6M/4x1lVTWOL4ON3mkYfp7Lk1TQzTdKTzPj+6IJf+fuu+MZFdbdPSVcbGyyMO7+y5DQUdXA+7WeR8b2M1eXnghdzw+qxxTjH4Zl1+nl/c/gX4HV4l6emppMOELjyeQt/FUx1Dw6NuzVwLpO6vs93qKPzBEXyEYzsN12OkqHst7XxhustzkLX5TRr1PVrso0Gu/peldUWjLcaire+QjRzgnhImuUFE8xMZsNgOzkzTyVsUbWVMTjrHzDuqC/CuqaltPTt9beG91z8GJTWx+0ObM4S3p7hF66it0Nxa+phAja7Off8ANVknif8ABVrfgdRi1YDB/kqt9iuNXBWVFXE4tiaS5hCa8OLVQ1EDqirha4iQhhP4V2Memwwg93NGWWplOa2m9sXiZSTPbFUvdBI47BbeXxQp4YYGx15AZsAFj7X4f2isvkbpntaJTz+z+S6c7wc6YNO1sEuuYNzq7FcHVx0Ca2ScS3JqpYnU42zOXjqWCvlZU19e2TzR6W5VS+mZIXVMUjXs/CfZV3U3Q8dJfRTy1RZGw7Nz/JWdPT00FN5MMxcWjAGUIYscYr0Z2dPBleRXKNIzb6CdtXLVSSB2Dvula6mfEgBmi1acHslVD4/PkEMmrJ9W/CKCeeije1jNcZOQunG2qZy9Zp45Gmi5u1LX2ejp4amXRBUYc1rVQdQzOqXxsLCxjdtXupV1uVXdKSGSSXJiOA32Uq8xsmsDJxHplYP4pcN458lUNFGEO+ST4b2p1xr54YsvkiblmV0iw0tTHTiS51LWCF+CzPZc56CubKGNr2yeVnmQclWfVnVMc0LqelD9Xd+eSubrcU82fYVQxxhGjs3TlXT1V4bDDIBC4bbrkvjNRxRdYOLXZZ3BTnhR+lK++Q/EVhi07tbnlM+Nk5k6ljZpw9gw76qvSY1iyrHZ0NHGUcrowkdTC57qdpGpifaTlVVHQF1dNU7hWsbXDGN12clOjo5JKCsE4M9O4YIPZZbrmje7px0eTkrWueQQ0jCpus3YsbnIYZuOSx6WSCTOVMiLCGgbKZHThu4O5T8UbHM1H5kCF6XJl3HHhiUBk0zCc907FTQhwPdEXadkpmS7KqbdF8YREPja13yDCYdo1H7kcqTNIGtBwckpglpPCsXRRlbUuCqtHppcg/NurWjOWuwNgN1VWYA0wB7BWUUgipXY7lW5lyYtG1sYzTVMkEz2wnAcfUtb0jMIrrDIHbO5WNpw59Q1jN3OdgK/lkmslTE2Rwy4ZBWfUq1tRt0eRRuTH/ErQ6+NnaeW7rKxytAOrlTbtVyV9TJNIeBgD2VdCzW5p7d1o0y2Y1FmDUS35bROpZw54a0bd8qzgD3ubjYAqsgja1pc0YOVcUgyxrge2VRm/Y6eh91Jl1b2NDh6tyFdUD2NIBO4VHSafSRyFaNZ6AWjcrk5uEemhHbGjo3g7XRRdUy63iNhaN13v4iMxOcxwcD3XmzwnjikvzqefOrAwV6KgpRHRCnZnJAwVxXe52cXykIxykuGRsURzgB3ZVVVbYp5H1DhtjlOCKeJgY7Lg3kqfE9ho3RkbYSSRgi9jtFF0/bG0VeaxsheH7Y9ld3B/wBzLE0b6c5SaLS1hDRsqLxC6ghsPTFVWMIM7m4AUjHe6XbFySlOaf0eYPGrqSlmvdVbfhWtnid+sAWDdc/jaRsE+mNjBtp/zUnriOumlkvNYM/FP2I7fmqWmo31k5hZ6dLcnC9jo8GOOFMy5s+ohP00uyXA+OlDpBkx9ypButuaI/KaXOdySOFEbGREaZxAHByiloWww6o2bdyVdsU/kHrODpL/ACbPp24w3OUUjHaDG3fHspYefKqqeaM+TFkx9yVi+m7g6irWFgaGu2e7uVtenqymfVTQ1GdBOQ93BC5OswenkU0drS615sTi3yUWulrYg2jiy4nD2Y3TlwoKempI4fMIlk5+i0ErbYx9T+htDpcZ144Wac2erefNH3w2YT2KeOpWT2oSMfa7L3pWyyNazz3aqIDjO5VnUw0dqnw+AGmkO2Pwqt6fFTA1sTZ3TxY9X0VtHSGvqW0ZD3x5zrWDNkb/ANQ7GngkqiSoW0poJA2TzGO+R3cKmjtN3dUBz6l0dOPkc4q+qIaWijdFTjzdOxHso9w6it5oxbptUkh/Z/Cs2NtS2wfBqzYoxjv28kWlqbnHN8NWsM8YONY7BTr9R0lZYnxUtQYoz3B5/NVhddqyvjp4m+XA4emX3CgXm6VNE2a3RUx0s/WPPdXPHOc0oElPF6blPsTHZrbbqFs9rxUzNGHsB2JWAvgl/S7xO0Nk5I9lqIK2WOjDKBpa5+4+qyFyklkub3zOL5PxEruaKMlJ7nZ5by0l6UVGNKxvgHdX/Qkgh6lic0ep7eFQZz2T1vqpaK4R1UJ9TRgLdljvg4nFwZNmRM2XXjzX3TRF6TCMuKxUnnue5zH+oHY+6srncJZHPdrzJMPUqthe1qz6fC8SpmzXZlkmnAt7fUmKnLZpMbcJua4kx+VGPSeUyKF2GOkJJITkFAHvJe7SANgrVFdo5snGUvc+SNG7BIDc5QIIaRJsFYU8QiOojITcojfPqfu3PCbel2XqUXwivHlkYABPZNFmHcEK0mZRtYHMI+uOyamqKfAa1pIQjPkLgk+SrnyRgJOPTkHCcmLS4nBCaOSMbYWiPJlnW7kDSeRsEZyXD1bJJDuOAj4IA7otMH+SzpfI8nXKcKNUyBx0sGGpDtm6XJlz3F4DQqknZbPiI9TxGSfS3chHLkPc2Q4xthSqBjywshw+Z7sYHZXNP05Ix8nxjw6dzctj7pZ54Q4bNWPSylFSijLSAAbHdKhDXA+ZseynQ0jf0hLT1ERY5p9IVhaaekZVTtrITIA35fZFZYFD0zfaKFzWhwBKXgvHqJUi407Y5iAMZOWplmCUVJPmIkoONw+CdYKallrWitjkcwkaAzldbsFFBBC6KB2qnePW13IWKs9HO+nj+AfE2UHZ7hythBHUUw+IDx5gb983sVxNfP1OF3Z6/wAJp3jW74orHUwFxqA2RrYGHADlDdZbTXXVkc8bQeXPHGFJdE+qle+P1OkPy5SnxsgeKANJnIy93sFmvLdwZvy48GR3NGF6ko6SC9SU9BJ5lODypMd1pqKwS0bqdpkds1+OFZ3eWhZb5/LpwyVrtOe5WNedWzjnddnC/Wgjyeq/4bI0l2NzPkkxreSUGai4ObsWo3tIbloRanGM7YK238HKdt2xckjS7U8bnuptuoYqvLXuLXfg+qrdEojBe30ngrb9LUEFTStma35R947/AMln1WVYYbjZpNK8s9lGfZa6yCpZpjy4OwxzV0GWzTizxGogzLGNT3tHzqvir7dbLqRcG+XBj7j81ren69slI+aaqFRGfU1g9vZcjV58klurg72k0uHHJxT5G7DSUcNsL5ItXnD1OPLAo9XYI6q1zttjRDPD6mSfierSknjqBI5gbocfk/ZUWSaaJkk1OSHN5b9FzY5XLizpZ8cVyo9HMZPMilnq6iFz5D6AO5/NSvD+eJlbLW1kPnTRnTFD+H96TW3VtXeHuhYBGN3BXdmYYKeSppqLLJju4Dgrt5pr0m2ed08G86pmnpbXS3KSSprX6Dj0wZw1pWho4W0Nv85hgAaMAnhqiU9pZXW2KqmcYpI2enB+Y/VZa5i8VIkt3kPaM5JB5H0XBUHqJVfB2crjhi2lyaKp6olpKWWnayFs8owJByQqG0RstlwF1NQHVLjlrB3VLbTH5T4Z4nmSM6Q5xVlbqeBlyaZHF5DcN32Wt4FitlenyblRtrbcals0lxJjkhlHrGeCnrvXQttzKmjc0mc4keeWrC1znW+sMMkr3U022GnuU3Y6G61dXJZnVBgjadZledg32WV6NS9yNT1zT2o3VT59RSU7RLF5UYzrz6iE5Z69rfMd5YDGH0zH3VB1NBNR0NLS08MmHDDJs8q1tU1NT2hkNa3n0u9srLHBjUKT5LlFTi5votWXZ9cHS6G+Y04LuxCfY6pbGfMcGB27SSsZa7gyluVZDREy0+PxcApIuNZcn+XUSOijadLX52CSOnntckiv1McGovtl1Pf6qKZ5aNozvp5wpH9If0pLBHDU+U0e55/NUjKj9F1jYBF8SJNjKR2UqjsFE6udJLOYTN6mNHYq1wh6dzVMba5T3rpG2or2yzkaYg5z/SS3hWcd/tLPu4oGPf8AM5n1WBxPTVhpy/zGAbE9vqn6d9DUNdJFJ5bojh8nZxWB6fG4eovgXIscslSdWbW59V9NOjaZKQQynnbCydyuPQUzpamR3kTkEYHush4g100XlwkDzsbuAWHmfJK9sjzq2wu3o/HuSUm6s8zrdVHFkaXwyjvsdPUdbVGgsbT6ssI5K6J0T1fQW8OobswGPGGucOy5fd9cF2Y8N3zlpVw9hqIhJIAXkbgdl6DPp1kxqLOVjzuE3K+zsUHUtnuRNuo6vU0H0v7hSY4wyqxIA2do9Ev7S4305HDSX2ICXym59W/K6zT1jjB5Ezch4+6m9lwdTpfQlcTqafIpRpsbv01WLTcJo2tZP5J81uNnj6LF+GkMwssksjC6KSQnb8Bytd1TVSOs1RTyt8uVsJy8fjVJ4ZxSjpd08LtTtRyxNjb9GVkypKa2Gh+MuFG2IkaxnLJAuqdE9ZNqYI464shqohgNJ2eFyYVflQPYYnGE8tPLfyUSSYO8sOkeMHMcgO7fzXP1Giw6hci5LcrR0PxnpHVccdxoiY3uPqP/AJLEwyOpqFkbXHW8et55VhU9UTVVubSXA6/IHod+0qerqRc6UljfLcNsBDS4HhjtOlp5OueSDVxmlc6UPy55zt3SJKivrKTzQRHC3YlMFtdow6MlmfmPZXkFvdNZo4JD6Hb5Hdb7cWnZWkmnFoTZ44WWkyv/ADDvdSrvVu/ovPMG6gxvZQJ6aSktj6BsmIy3IJ7Ju5NkpuiXNEmouZt9VSsbySUn9mrcoQcV0Vlgc9tEJZXbH8IVzLVMnDGyEYbwAqXpaAyULHzOOl3twrt4t7KhoJGgDdwWnUcT9n+5gx4vUh/U/wAo1nSPU9qtdbHJqOY/xKB1neIb9fHVsTtvdUIcyaQfDR6Yhx9UczdtvmXOlpNs3lT/ANjZpJ/1OSTTtaQ4BEx7Qcd0mmcGx5zuRumifWC3nKs9zhZtnBSkSKgjVuOFRddStb085rQMlXjiXjGN1T9XQMdYp3PBy0bKzDayxsscVsaRzWIu0auyWwkuDiktJLMYx9E5oDmAE4XppUcmKb7Dlj1vDs4S2j6pLmaCATslxN3ScliSESAFwaQkFjcnZPO2fumHH1HnlPGQklT5KWzf6PjKnSk/DaQN8qusu0BOeFfWqETTRsdwTlX5nXJztFDcivp3zUs8czmFrwfTlSrpW1FwmEs+MgYCuOsoomUlOY2hr+NlQnZoGVXjlv8AcPOHp+0iy5DN0IT2COpOQm4SQDhaVG0ZG6yE6LjGcKfRS4Huq6DS4AuKs6MMaRgLJndM62kdMurfFLUlj4zj6K4a18TvLdz7qHQlscbSw42Uv4gZIeMn3XHcVvZ6bFbgi+8I5aip8QhAGlrWgbr1DGdDyDvjC80+ELvL61BwDkDcL0kyeL1A7HZc/MkpnC8lGXqobuErg7DTjPKj1sz2UA8p2l47+6j1lR5k7mjfBTU+qaeni/COcLE23OjNGNRtinXgQ0PkhwbO5uQfdee/GPqysufULLXHVCIsOJGE8rvVzsp+MllGXMLPu/7JXnLxB6JqK2trLox5+KjecuB7Lb4+WKGS5suaXcEUNys1Ve6VtJTTsJgGp7Wn5lV09jFHhnmYkecavZSH3yW000dJQ0UgmaNJk7k/VU5lrJ3f1mSWIyP4Puu5D1Kab4GzZtPKalFWy0mtVOKplJPIzEv488OVTX0lbT1ElPI4SRsOGlvBCvx07PoZXVEzvJj+fJ3B91PFvikhE2sOYeSe6nr+lwnZJ4Fn5a2tmS6ftjauvkjkHlhm7h9FoZpKaO0zywOaKeM6XF3zJyyWeSeeuqHTCOMtOnfcBR7VZ2Vdvnp6hzix8mGnuQlyZoz90mU48E4XCK7InT1NWS66i2MeKZ4y7HH7yr2x2180sjpWAh/p1dgrXzKWzWP+j1C8MbUt0ucOR+9Q7N8RSUr7NVzB8P8AqpGnf95Wec1JNo6GLBPE1F9jhNLa6KekpZfvCfVKeCp1gmlpYwWSh75BuR2CiXO3Us9hmhdLhzd8jlMdOyuo7M99MPiyzZ+eWrN+UXJHTxTeOajNE+phlNYx9HK1rHO9YceCp1bbpZaR0oiYJmD0OPLlgeoLy+OVtRRvdKAfWB2Ks+n7lUVtTDWS3BztHMOdsKyWibxuQI+UxSzLHRoWVDKOm8mWMiVny/RGYzUR+e5nmtdsS7shXVNIKphlka98o+U9imKqpqKV7Yadjnk76cbLFjUsf+Do5HCuO2Vl1Z8PcBRU1MTPK30PcNgsL1La5rbcTFIwlxGp7+2V1a4uEEMdbNh8mBnI3b+SyXiBDV11O2eARxQNbqcHH1PXX0Oe5Ukeb8rgcsbc2c/J2ylasAFvKQAcZKW7GkFq7zXtPHJiS/zXeY7YlPtlaAGkJnS7AOEMc+6WrLNxOZXEPAxkJclUwvy3YHlFbJKU0+mVo19yUU7KcHLTlqrlGmN6ePIraHjUhrQeQoM9RqcSOSm6mR2oNZwmXOLTkoqJQ/a6Qovc5wB3+idfFK2MPcwtb9Uq20000xnYMMZxlLuk9TM8xyYDWcAIt80i2K9m6RAeSTlBrSRnsjIAwAjiBLHNyrqoobsQW4GSUbW5wQhpdnJ4TsYwN+UHKh0rFxgPcA4IpIsyNbH8xcnYdwR3ReqOQPHzA5CrbkXcUjotNbLb070+y5ujLZC079yVmOlbtK6/S1NS3z3vz5bj2VdX3q6XGmbTVM2YmcN7KNRPkgkEkbtDxwVkjpW4Pf2zrT10d8Vi4SJ17rJReJ6uSLRMXcJu3Xadkr5QRqPzJctUK5mapgdK0fP7qDNF5TtbWjLuyvjFbdrMGWTu0OVsrauTzXek+yai8sPGpocByPdMuJJ2duiacHA57p9tcIolK3bOh+H1TZKeOWWoeGO/DGTs1aKurYJ3sq6d4MXBjadj9Vx+NmppcHOaR7d1q+maGsnpfNpqsNlHMTjthcrWaKMve2ei8d5GcV6aia6O3Qtrv0nlz5ZBkNdw0qOaeeaaStZMPiIzl7OxCfp7h91/WB6htgBV36Zt9HWvc1r5nn/Vs3yucoZGnR38ssEccW/joz1/rIaipleQ1jXbOz7rLVEjXSFrWjA7hWl8bQT1VZUtL2yvORE7YAqnpYhJJgnfG4XodJjUcXB4fX5Xlzck1sB+FMkjg1p+T6ohSVDHRumpyI3EYI7hTbdQG+NkpopCyWEZhb2cPqtFHa6uKkbBC4TVLWZ9XDFXlz7XtRfp9Hvi5Poc62p7XB0PTOpw3U7GQOc/VRekb21ttZbXs8p2ds8PWSrHVE0lQx8skkTXYd7A/RWFrMjaR3ntAgx6HdwUs8P9Plj6fUVqLS5LfxPip2vpJdYfMW+ojgLM0NbW2+Vr6eb0DduSrC8RtfSx6qjW0fhcdyVTu1AHbICswQXoqL5Mmsyy9VuPDOk9KdXUtVD+j5YxBPLu6QfiW6oqaMtMj5AC9mA13JHuvPlFUPpalk8bcvacjK6HZL/U3+mqDVPdDVU7MCRvy49lz9foaanDo6ug8gpxcJ8tGQ6gmZDe66KlLQ0PIBC3/hlfH26yGGri8yMuxqxkgrnlfZrm81Fy+GAglk3fnf8ANdA6aLrbRwFsTJMganO3BH/mrddFLEkuSjQKUtQ93CNHPBVV11+NhqXUtI0bRD8Z91BPxjHyzXCpOjViNrOXfmk1nUMVFK52PMe8YDBwz6qNR1T7fPH8bK2ZkztYHLgFxlimlfTPQ5PTx18opamjrqW4l1S5zY5jkNH7KvLVbaSsqmMhqxEGjLgSpclyo5upWmpaJIGjOcbD6Ks6pnpv0s2e3QvYXfNG3uFZ6s8nsycGeUI4Ibuy3oHUddev6u3zPhTh2rtjujrqqnreomupnHEexztkrJ01bcX1zn0jPhJM4c12xIW+moaSaipqxumOoaB5hbwSqHF4ZccgwzWRXDg0kjf0j08XSlrR+EjhYu5sf8DMySQNjZ8r3c5+i1dBW0tqiHm/eRzcRHgqs60sf6WpBV26QYAzJED8oXP00/61z/I0anJcNi/H/wBlT0/ZBNaJ5Y6nVJI31f8AmoUtAyGnhikqXtbqwD+0Va0EEVFbIojUmJ2MYB3P5prqeMyWuCSFzfujkj/yWqORrK2+/wD0ItNHatvX/ss6SsoaaSGCdupwbkydlT9a3mrpqYPomZmecRuHb6pFWySsAt1M3I0ag7u0qq6Qe+s+NiuhLo6cOaPfZW4MCj30i2TWJcfJXdR365Utgj8ys1VDz63DsoXTPUJqXNpZKtzdO7vqspfaqpnq6iBzz5LJDo/JVzS+N2qOQs9yF6PB4/D6Sv55PI67yDnnltVVwdHvtymubi6Z2oM2aVXxH0aeQFV2yr82mOqTU7gp3z3tdluSpHHs4RyM7lKbkyB1QwRtjlDjkHKmWx76iiDhwo1+Y6agz7blJsU2bbJE0kELTW6BXDogXCpliuDZWbFhBC6h0D1fT3OnNFcWhpaMArmE0Mkkp+6cf3KKxtdTzuMTXsd9O6r1Gnx6jFsfZswZZ45W+jvd9rLXUdN1sMtS0vYw+WQs/wCGVdQ03Tj5PjvLnZIfSe6ytq6stMFgmpLjQyPq3NwHFK6HulHTxys/RMlYXkkYGwXJWg9PC4Lo2rUbp8rk6Zcr/aMtrIZSZXfrGY5UOaqsmkuZV4EwyWn8KoH9VW9n3Ten3Ejn0p2S/UEkbSenHkj2asv6dR7s0Kc7pIckrqCWJ0DZHSafkOFI6Or6J0k8L3SPl4cSNkLbdbc4a6q0ild+EYVtpgEIqIKWKFh3DhyUM0sahTNGHHmjK0ie5kU1LNGSGxMbkH3VLUVUjLfFIxziNWAAtFbGRmge6ZzTG4HOOyxt1meJG/BtzRNedRWbA050bM0pxjyPOZUTVEpqHuDXsyAFBlqqqSw1EVSA2mbsxw5ClS/EmsiMRwHx+kH2SRITZ62nkY3LWk4+q2xpUZpW0yP05N8RReXC8ODTjSn2xtF0MLDrDRlwCxtmu8dC2TymuH4XOW66UhIgNUGF8j92k91dqYek3L4KdO3l4+S0jnjkeyNkflY7pMp8uQ4IclVcrPL0yxaZDyR2UOmjniie6YE5Ppd9Fzr3qzoYVsyUSWuc4ZBAykluO+6ODU4BxPZOkAjjdUuS+TfKLrgDAdIyVE6mY2WyztztpTzS4ktzhIucZNpqA/jSmxyqXAVe2mcsjhZn5t0pzQBg7JvS6ObLd8k4Tjy4vaHD6r0ydo5CbthPOQN+E9BgsJJ3zsosurzwBxynmAuBxsUWqGi75DlBblxcohjeTnXynpBKDpccotR/YTJIo1M2mqKKz4+FI7BaawNzURhZu048nPZaSwZ+Kb7dk+qMuhH+s3Ey07M7BUb8YwrvrH/TIXj5cKhlIcdkdP8Agh9S/fY1OPTsmmOOMJyUkDdNgY4WgwN/1SbANDdRGVaUcrXNwW7qpppXu9BCt6IDTkBY9R2dbSOy6pCRGAVPjbraT+EKFCNgcKWX7+nb6LmNXJnqMV0jXeEsbx1ox8eXekbL0hHE17iZAQV518H5CzrBjsb6V6RpT5jy6UbbLlZ17zi+WlU0RaqkZTtMzBnPKiUcbnVzXFpMYOcqzvEzGQBo4Kr6WocyZjC0AEhYqk52zBjkli20WNfIHBzQAMjC85dezXC2dTSwMeXUspOpvuvRlc6GQhmr1BefPGGWWn6vgmpYxIBy1XYGlI1aCMd/vMTcKSWmukdR5AlikcBIMcKT4hWmGoip6ug0edG0ZYB/ipFZdWvmLKiE07B8zj2Puq6+1tdRUjaqBjZg75O+pdOOTLuX2bY4dPKD5pFVLYeqDY3XRta2WLTmWDP4EzYq91dQaQRE/wCRjCeyW27dQGmndFTOL5G4fGOGhU3TccNVOXzudFJTP1aQfmK3QhJ425rk5efJFZlHG6TN50rSW+lmZVXWpdI8ekwtO371bVc1jojPUxvY1uPumHhUV4FujmZcS8scW7MHDislenVE7m1j2F8ROAwcBYoaaeablftOjLW48WOPFy/Ys6itbUVnnU0L3TSnDWchLrp6mBoikhLcc45ypHS9LVMIroXMhgaw7yd/yUq1zuqKiaeeDzYQ7c4Vs3CMdsSyGWeSVz/8DUXxrrPLVshPmDlh7hRbS0MAq6eoMJ/1kHZ/uFLqrpNS1U7KSPzqcjDT9U303G91PLJLS/e6tW/ZVN3G4myKUp00Ku1Pa5acyx0ppmyD7zbg+6TbrJbqekighl2mOWzA8qN1Vc23fNBQOEMrRiRmPmUSlp22+CnhlrC17vlYT8q0wxykuWYJZIwl7S6uPTkwrKZ00xwwhzcHcfmr+qnkgDI442vncz07blUdNRdROY9lXUtLmHU1/uFcWyqZT1Qkez4h+MOz+H8lgyvZzL4O1p2pxaXyUDrtcZ6mW1Xik8lzv1UoGwWJ6wpLpbqssrax8usZYc7YXZa40czy8U3muIyHEcLO9VdPUVzhbW3GYxBg2PYBatDrYb6SOb5Hx0p47s5AE43ZWfUQtYnjFq/Vx/O9VjduV6SOTfFOqPGZMPpzcbsfhLXwud7JlrSfVlFzs3YI/l2ByFBGkhcYBkAO3ujqXYJa0YA4TXBBzulTEvbtylphv6GnAkgZ57p6DyY2uM25HA901E053Tc7svw7bHCZRK3Lb8Dz6udwIYfLYd8BNukc4Eh2SU27gAcpTWiNoPKijQjnu4ACM7jlDh2AlbEggJUcYc7JRYKsKIlxIP7lK8lp0NccEpoN0vGOEJTqmGTg9ktmiCHI6Z4m8pj8k75UispJIYg92+AotO50c7SDvhTKuolkp/VxhVXOy2otMYooI6lwbNL5evdWE9q8ilMzZg+LGxUqw9O/ExNraicCLTloTdC6pqLsLa1mumL9LR/ms89Q/UdfBtx6ZKEYy+einEdTPMwUzDkOwWj291JrrbW0mmSrjc1j/lK29p6dNmuU87x5+pudHsqTrOS71ThJVweTSR7QsSw10MmX04Fmbx08eHfk7Mz5eWuLW5ITDWgvOMk9lorBRMlglmrD8PTtb+tPDj7Kga5kNeZQfS1/p9sLXHJdnNljqmxeioYAHxuaPfCk0lwdSTxvbI9mD6sHlXU9xfDRtdUUrTDIPmxyqeKooPOkdJD6T8mRwq4zWW00aJqWJqUWdJsVfSXi3bQYfj1nCasVDT0VxlkgYyUvyAXDgqn8OKwQzyxiVoon8vd3V3e+qOnrZUFkQ8zTu4tXEz48ie3Gep0+qw+ipZvg571k2WS+yxzxthl1bBvDlCt9HVTTuiZHh7Rkj3CnXCoZf7jNWQNIcT9wx3JVjRhtHbpKuqcY6xowWjuu1DI8WJI8w9OsmV5X18Cunq+nsbZYqqEiSQYa7HqRzdQ1UctRHKwMYW4jLTuVTVElRcJG104BlIxtxj6JNLDLVVYDGOcG8/Qe6r9BS5l2XR1U8dRiuGFJnQ9xmEbn7kJNLPK6IwPGtg4CeqmMa+QABwb/ADTFlp3S1OQTpD/Uf8lektpl9zyr4bBWwmUt5wPlUqnoRPaySC2RncckrVUlrpQfLZH5kcgz5n7ISaJlFE9odIGPbJgNPssv6nioro6K8c+ZTlaOfgOZnWwgnbBHCvOmbwKGjmhjh8x8jsaMb5Ws6hs9HNTmaJrWyyEaQBwPdUsldZbWXCKAOqg3S4EcH3TfqPXxU48mOGnWHI5KXBQSXa5h0tvdOfIJ9bT+H8lqempxBadUjnzQ5w5xOzR9FhHZMjpdW7nZOVueidNTaJYNOQH6t+6Osgo47B4/NLJnXyh+5T0XktfRS+bM92G//pVpb7SZdFTdatsTsYa7PyhQpY7RFI7yHf1wctHDSiqaKsl8tz5C9sm7m5+VcyUm4qj0Xp23u4ROMBijkEbfNgj3kmb+JW3R90oK2oEdbFEx7D9yTyfZHB8NBZG0NPkxyD1OKoqW1Uod59TI6IxPzFpO5Wbesn5lmOFraaHru3xsu8Nxy2NxGJAz/BR6eSugqI4gC9sm8bTwfzT1XWOndGydmoAbyOUuS60DqWOCkYTNH+szz+5UPfF8F/oQSqJb3H4eSwCXysVcPGrj9yoehLzitqqeqkdiXYA9ipd7hra/piaupCXSNbkgcBcusl9r6G7Qj4bLpH6SD/NWaLSxz4pT/uOJ5HM8WqjCP4nSr3SxU4ke6pAjDtRc7k/QJiesZXRRMiw2MDGfYpfVtWIrbDJWUBc6RowB/NVNspJJ2snB0NHyRe/5pceNJe7s6eGTWWl1/wCzZ2aKkFskuPlPbJGwiV3v+SysNRS0kj6lmzZHE4Pda601dTabc6KoY2oa9uDFhZC50D627wVFE0Glgdqkj9/osuCW6VZHR0pYXCLlVnLuqC5t+lkY0shld6QRjdR3W+d1M6Vw043AK2PjDGKm5W+opqdsAcQNAHH1UG/U9XTWzU5rcFu5C9Zg1EJYotHgNfi9PUSjL55MpRzSRY0jTk8LQ0ri5gLsDuVmA4eWMdtwVr7L05cLjYxcKV5eD+FX6nJDH7pcHPjp56iSjjXQzcMPoZAANxhV/SkJq7h8GHhgd3T1TTXeOq/R76ZwkIwAmW2292GrjqqmlMQJ9LvdCOSEsdRl2Wx0+RN7o9HQbJZm0lVOyuayaID0vUj9GWMSGpbOzW3OWFYWS93arY+OKQjJ3weFDqrlVNhNGckn5n91zv0mX1fyOisuOMFwXdfXWGoNVSOpg2YHaQBXfRfUFut1KyjhijyThzyNysLS0BlglllfoLW5Ge6h0EVVUGMQuwQ7kLVl0cZwcW+BMeqeLMnR26SWKS5RPpqSI+Z3xsAk3WtpaCZ7n1MLWt3LdtyuWMvl7oWmmZKXgjGe4UKCku9zlc+qlccnjPC5y8Vt5lPg25tY5v2Qo09/6ojqJv6szzWk4LsfKnbTUXi/NFPDI6OFu2fdRqSwNpI2xtcJGkZeFoqKvprPQZpoNRbwE+aONQ2wVi4tRPd7i6nrqKy0Mdvqawu1bPKh1VVSvtBggjAiadQJO7ll6yOW6wTTzNcyTOpjSpsTqebpp/nTaKiIgBuVnWGCaaLZZp5Ey2rZ9dXafKaWOI0uH0Uqrt/lxXEmUtaI8gjdQjDUQWukqnSs88Y0NPJCO73Z7DPDFC5ks0WHauMqlwcmlEuTSi7M3+iv+oGz08Yc2Q5ftwru0Vlf5dNTUzS2MDGr2TnR8b5elat+oOYzhNQVhNH8JG4Ryu3BWmbcm4vkzR4akjQvc6nH9aOt5G31SIpJJgMn0+yrLVchc5hFIcvpvS4nurQmESjy5AQfqsTxtcPs34ZJztEtkYDRsUYAG2N0bHtaBiRpH5pqrqmQM80uYqNjOjuimLIazkbpqvew26cO40qPDUh/3skrcO4RXLH6OnLJGnLfdWqNIG5HNqprQ+TTsWu2RRtdMMn5g1Nzk+ZJqduXKRTOijYTqydK7y4SOXa3NkWcEPBHZLidx7lJqXsc7LXYCNmjTkOwRuFb2hIumPyxuBySoxb9VJnlBGzwVDLm55Upi6hKVUUtqBbAc8LSdP8A61n0KzFnkJpMndXFsr3xyANar88HJcHN0eaEVyWvV+r4mIEbEKhlOCApvUdyfUSQDTwqqSXVsUuGLUaYc+eE5cB1BOQip86gkOkBwcIo5Sx3C01wY9y3clrRsa52SFZ0jG+Y0lvdUMNTIw5AU+OvkwAAMrLmxyfR1dJqscOzYULWhmSpvlRnDljo7rWNaWgjCfZeK0gNyMLnvS5Gzsw8thSOn+FDhTdZse92WnGF6Rq6h2nU0c4wvGnS/UFfTXcOZjIAwV0Q+IfUb4y10uFjy6DJKbo5HlPI4smVS/Y7hdYqmtpmmDnO+6aqqetdHBFtqZzuuFxdfdRxSktnbgdspbuvOpCdbqhuTxuqMfism5sw/wAzxqKX7Hf5jPCwasB+nY5XDOrGVjern11Xh8bTtuodZ111DLSPc+ob6R7rn9R1TdKqpkknnY9pPcqR8XPdyatH5PGsj/wXXiC659Q1jKKkpC2CNudY4cpPQFoqrdTR1d/qI5qBjsOa/mP8lk6fqyupiYYXN35bncIXmvqrhb3Rur5GueNmN4/et0dLPbs6RoWshB2bK63uzQdSfD0LNVNLtrHBVD1B0hS0lbFU225xhtW/U8Z+RZi2/EwwOY71lo9LjyEunhfUEiWpkDm78qyGjlH8ZlWTXQyfnA2j6IuoWUdLI107NnOPsnKe3Q0NtfGXtlB3aD2csia2sgeJYJC7Rs4/RNTXipq3iOGU6Bvj6pHpcilzIt/X4VH2Q/70W9TXVkMgp7pKGsedgOMK6rap7LfBHbHthhx63e65/cqupqD5dU7OOCU62rqXwNZFKfKZsd1a9FKVNMsw+UxRXvX/APDb2eiqTTPqNbC1u+D2CkU98pKSJ0gYHEHAafxn6rDCsrxEYWVbtuADyoU8lTguknyfYd0q8f8AbNcvMxX4R/8A4aaSjlnu8l0lDaUM30E/MFl+sCHVzLnTT6mP2G/yFP1FVIXxR1NY6YjYNB4CaraSCZhcx50NGVqxYtrTZyM+s9WEoQLnpjqWohLDXVBkheMPZ+z9Vp2321Oq4YIJC6NxyHdifZcnl9L9Ad6QplJWQim8lhLXA9uxU1Pjo5extL5menqzrFzr5YaSaqleyKNm7HA8LmPUfUtxvcj43zmOFu395VVXcLi5j4JqmV0f7B7hQ4w10TnR6nsHJ9k2m8dixO2V+R81k1MEokouaBjKTqCijJ3RjPuujso4n6hslNe1HkFRm5RkuB5Q2BWYf1N7FJMmNlHAIOxR/UqbSPKSo5mhpyo73tLi7lJx6Smc+rATKIjyWSAQWZR62loCaGAcOSmAcKE3DgcnGTNDS0JjGDgJBAB35UasPqUTBKC4Z4Qlla1xLVFIJA+iIjByTyk2hWZoksmZq+qemmY6Ib8KBoAOco3EFowmcERZ5G9tN2ozZIrcGBjAMPkUVkVts9QyaiuInme/IOflWZpXTy0xggYTnkJmggZDXCOpa5pB4WKWli27Ot/MptR+0dRkvsctaySSq8lrWjWf2lQ9ddSR3TyIY4w6GM41BUXUsbpoYmwuDR+FudyqR0crB5MxMbu4yqsehgnZNT5fLJUavqS4R1fT8UImA8v8Cysj9WE3+tGMosYWzHhWNUjn5tW8rtotP0oZQIZpC+NnyNxwnhU24/rVT4KGARuE/ooWOqklRpaeqpoi6OOrEcQH8VTySh0r3csJ2+qgaGF7QQcHlTWsbI3DNo2clRYo4nY8tVPNGl0TbTWxUdYH+Xqcf8FaXSqt0zBLIdTyqy3fCmTy9jI7gpm/OhdLHCxmhzfm+qplCMp2aYaqax7X0W1PcaOls74BGXOkOWgdk3b7zBRPJihy6QYc0pqBsUNACGAuxgEqoOoTPkdgvb7JY4Yyux8uuyRcaRe+ZRSF2saNW+FH6cuVHbrpIZI/MiccYKq2SPex7wNhwSozHObMNQ+bkhWrAqaZQ9bNytI1T+oZqeql/RsREDx6c8BOw3a1wxtqLgHOlPzD6qoc0NhDQ/YJqpAliEUjQT+F+FQtPjXFFr1mZ8tj936hq6lwFPK4MjOY/wAvZNXu70NwpINMBirQPvH42cquZrmSFjtiP8UlwBbg7EcLSsMF0YJarJK0EcubscrU2y5yUdrgbSZZMPnf2ws66neIGzEbH2VlbQ/4ZxqSGQ+yXUKM0rL9LlyYpNLs0ENwpHwulNNqmzl8o7lPy9UtI8trPLYG40nuqGkgfJE4wv0wjcD3VfX65quMu+duwAWOGmhdnRyeSz7dq6NfB1fPFFJ/U/MgeOEi236J8cs1UwkgekH8KqYqeUwsaHjRjZNOwHeUANj6h7ofpsd3QJeR1G1RsvqfqTy4HPkZrifkRtPZS6LqyiFLGBRH4mJ2XPWVu7R8OzQdOOPojszhJESRgjk+6SWlxtdCfrs+5cnQH+IE8dNI6OlDGSNwWhY+guENXXSS+WGkO1be6r68yFpaxriPomrVrikJ0nflTFpceOLooy6vPkyJ2bKs6trquOOGQBzY9mg+yZoeopqS6iaKDJI9QKrABIchulwHKToLIy/B1nuk/TQaRueuzW7Zo6/q6r8t7/Iy/GA33VJQdV3CBjnMZ5bgckJMbZGwaSNbj+L2UCGkcK98zxqZj1BCGkwduI8vJaqtqmTb1ea/qOJnmRCJzDkKB1Bcqt9C2nfjAGCfdWUTfu3PjblvAUS60ImogGZdITx7LVjjGPCRys8p5Xub5KWjtbKmiD9YaVsenbvU2ShZBA4PA4CoqWB8VIIXjDgpcEOIQdW/dTMlP2y6L9Puw1OL5JtXda6a5NuelheD3UTqy9V14pwJ5GtazsikY98Who47+yr623k0hzIQ/PJ7pMcYxa4Dky5LbvhkewRySzGRp0xg8KVfmNkiHw8eJwU5aIBQQtZqDySm7rM9rgyMZldwfZWye6dszqOSqM9U1VUzTA52XEYcp9gl8mJ8Tti78ShXOmkppGulOXOG5Uvp57QXCRuodsrXNR2mZ77pjscrjWnBy3ndWVuq5mh5jOkk4VRc9LasmJ2GnkBJpJnTMIjcYy3bdUbU+SyOTImWFTVVkcj2CfcqTRV8rgyMvLyOVWMifNUBrXayBuVY2iJ0b3h7NDu5KOTa40Ut5FksnNrJ5JXuMgywbqnrJZ3vMrTpwefdTWsc6V4bgM7n3TdA2CqfNDJlrW9yqcaUfgtbn8MJ13r5aWN5mLjEdglX661LqVlR5jnSOGD9FHoWtMk1E1hDezyn2xRiIRzjJHCeo/QYucvkVZLjWw2kRxTFkb3bt91PM0nnjDjqxyoVMxsZLSMN7J6Vr3YdG7Dgq3BP4G9y+SXHNNG+QwksJHqPukw1FQ3iV2FFM0kedecFKDi5uWpHiivgKlKPyTPi6scVLx+9FLUVMjcPqHkBMsyWbjdGeMYQUEOskn8sVLVTmINbM/ZIdUzGndmZ5/ekuHp2CjyZET+yKgn8B3S+2U7i4yP9XB4RZcRu45SD6xI5u2Dz7o6fHnRl/wAud1t2om6X2IlJa753IwXEfO5WF7oaSkmY+kn+IilyQf2PooCKom6X2Ke52jdyWOBumncbqS3RpG3ZFJMG5/ZVWJv9Wc09gp9DyMDclQbEcwyZ9lOosNDcc5RbtFGBKuQXdpBYTyFDJB/NTrxnzGg91Ax3Sx6BJJPgS53bCUPUmnZBTkeVcVUrsfYdsJ9oIAIUZvzFSmbAZVUrs14q2kludOAnYyA3flNQODicBGXDOCqnwaI9Fv0yWm4uz7bLU5+uVkencirL+MrVjbGeSqJ+4wape8I7vweU8Bqxq4CbdG5pDz3Qy4pTNQ3cJRHSyuysVFLA+plz8h7LYV8JkpZG/RZaaKlgP9s9kyXBo03bGiyIFxawn+0EdJ5rTiVpYw8FS2zNo42x6GvD+T7Juu+/eGRP+7A3+idJfJqcpLrkSWDXpEhI7J0sI0sAznkqvo3VMdQ9gZqjH4irCnf6tT0Gl8Abb/LgfmDKenfAMHVwVTVUkUWgQkZzuQlXas+GqDC4iTUOQeFVu9ELjGdTnHg9kceJ9srlKJIq5S9xLfUSOU9RDyomukzpG7gokJc1mcEk9k898pi15wByFe/oeLiif5zC/WzjHCJsOp4fnLXdk1RBjhlvqwN0UVQBKYs4aTsVXJF8fcLko43kudy1IOJIy2I7DlqeJMLsO9QJ5TdRC5rjKz0tIUiiSRXztgieASXA8q2p30MVIHxwAY/E4cqoM5MvlvaAP2k7LWxNgMWQ8/TsnmpyM0XFPkmVFXb5WmQMDnj5hhUtVMZHO8oCOP2ATsdVBENJY3JGw91BJcXP9ieE+OPHJXnyQ3NIJuQEoEnsjHCNgAVxlCBwlB3uixkoy0KECAweUCMpWBlDZQg2HbYwia0ElwQle1gx3KELSNz3UIDY88pQRPAHHKDQ7GQoQWOeUWnJ3/ig8xthGT94TwjySzdQgCNtk1ODtvsnWglwb7pmfOzDzlTgnIuPfvthLcGtjaQm4hyEqPYua5QiQqOpfA4PieQQeArB04rzG54DJh3Cg0U0UNRl8YcwKbRsJrTM2Iujef4KvIvk04+bXwCeOojq2mV5kH4SOyHUFKYI4pnv1vfz9FcAsdUsBhw0d1V9UzwvnEcMmT+Jvsqscm5UPlaeOipDQTuMIHY4ylDcZyiPvhaTGGHN4yiDzqxjZLIY6PIbgpDAPdQgTs6hhWdQ6NlE1kZy48qt/wBZjhvulySEt0D+Kg/SA1zw7LD6hwimcZDqk+b3RDYY/igQO6lC7i6p6qN9OIHeohV1QPLneP2t01S5jqg7Ox4T1X5b5c6t+6rUakXbt+NtIbhm0hzMZa4cJMW5aCO6DgA8Y4CJ5a14cw7p7EdJqkXFy8qnpIWNIJJ9RUV9ZBC06SJDjb6KJXVDp2NYW4z3UYbEDGcIRgvkfLlTXA/UuMuJnEaimn5Dcggjug4HbB/cg8AYz3R4RSnKyY+oa63sjYDjKdrnSSUsLI2k45wrKlpoZIGbDSpTnRQjQGtKyTnZ0YR38oai9NAzRkSYUKsifMWuaD5gVoXEgEYGU95EjR5jQC5Jv2ha+GR6STyYWMefU0JMbYjK6Zoy5x3ylzCIyasZ33+ikugjMLfKwHk8JW2i2orkjeVC/IkGc7YKWyCKm9EZBad0Usbo5iyTkDKW18JIkf6W8bpN76BtjLkchLRGQf4Jp4a0AjGCifM3V6GZDuCo8sgYSHc9gjGCoZRVkplSACzA1HhIHnl2A7I9lXSzObMwvGnPBU+lkcH6s5z7p9sSKSaF+ZIDvke6DX6nbH09wlvmE0hY9ob7EJG0YIxug4kXAr1n1MyGjsnm1DWx5Ox7qLHVPcSwM9HcpUsREXmYyz3U2glwCSV0zs7DPATcE+HuY9+4UYSB8jzrDWN5TVOxpe8iQPaTkO9k20RZU2ky1jkcc6H7d0isllmh0RBpxyT2QtwDPMcXDBGAmWtlZI/O7fcKvqXIfl0LoImBhdLJmTPCclgAe1578FV1A0/FOAcTGe6eqKxzHaOdKZpyYssvp8sT1FSsqKIPbkOYoVqp6nQx5aBtsrBtR58eCNvZOwZjj2PbYK34pla25PcMS0jZH6nMAwno6SERl4aAUuOfS0627qFX1M7pAxkRDO5CVSb4HlGMeSVE+OnnY0Q41dwpcmvy3nSMO7qkM87Xh7jx2Km0FWaqCUyu9PDcIODjyUzaYmKKWQ7+lg+vKlBzWYjDGauwCZkjmbTANzpdwVRXF81PUskErg8c78owjuDjlFLk0MksceXv0xuA3UZ8oJZMTiPPfuqWpqnTReokkqRSXdoh8iWIP8sc+yf0mRZ4J9FtLVw5Azwi+LjZG575BhZ+qqpJ3l7WhrOyae92AC7YhNHCCWoL6iurK2obFE3LW+/dTdZc52nY54WVopiyfDCBgchXVimdLG57nZOpJlxUSGbeXEZOnJQ5OUQ4z2QJwduFmGfApoL+CAo1z0tpnYcMqQCzTgZChXKAvo3lmSVZANlFDJ8zM4yl/hAOyi0+RMM7qfIwFueVsBB7hl+xwN0GZLgeUDjKP8BIQoYU8ahypDY/SPV2UQn0p9pOBujQCts+9MVZ2/d2R2KrLLvTFoVnbyGOLT3KjXBVifA5ejnQAq16sL1s6Mqvf8+UsOiTdjUmxwlRu2wkS7tDkcfy5VvwUskMIJUiAF6jQnBU2IbADZVs2YlaFBzmuDWpxsQ8su4JKVBjSc8pR/iFVJGiJa2mna5jZWn1hXkEgLQ6TYjZUXTzyK4R5y1aGpjYZSG7D2VEuGYNRwPBweMgoF2f3JqkaWuIPCcDDk47qRMrGbtI5trfodh2NysbLMyKDEu7j3WruscklM9gzkjhY6qaRTPEzcOYdk6+i/C1TCh+8PrcdHbdWEEDgzaQBp7rPU1Q5swY5x8t3AVuyLzI9PxGiPuMp3H7NCn9E5xETw0SBwG7sd1U3O6sMxhp4zvyp8dJBFGMVGuN3JzwqWvp2RVpZE7VG78amOCsrnkfyIcwiLzXZJJ5KaYSJdbthhSZ3aacRgZCaEIEfmvJ42CvRSqHoqkt3jaDnbJUqpiLaRr3PyD7KPQweZCXA9+FIkqY4HCGTGgcZST56LIyQ5HG2FjHtbu4Y/NHCyOHIlw1xOQEw/zaiZrGHQwbgpifzmzEvBI4BKC6os9Xayyr5YGtEOn71wyHIqJ7ZYdMzg0t2/NVOXmYPcSTjASSyRuGvLmgnOUXj4GeRh3ZzA9vlOBKguGXFzuSlPYA95ySAmnFzvTjlXQRinPcKGcZG+UGka9xuiblrAPZAuJduEwotGeEkZ7pY3ChAmIjnKUAQiIyVCCQQHbpQaCTg/xRHBO6BB05ChAgwa90tzcjITLA7clOZcG7KECOTj3SzHw50g/JFrOd2oBsRBc4n8lCCxGzTqDhlNNO53R4YcFuUZB9lCDsTIfOa91Q1v0Qqo4i9xbO3BTLmsIOWg/XCQGtwoMnQUJAcW+yeJA3Ud2W8cpTd3gEqCkqIQ6TrIz2Ck0FcIZgx2Gx9yoTQwYDhv2Kb28zB3UlHcqDGW1mrkuduMRa2bSSMZWfqfJy4Ry5JOSVFcAMnSCOyJwY5wcNlXjxKDssyTc0KajO4SEoKwqJ/lSfoLtoVcOEWC0cnBQUIHrcW4I/NKZnk7oSN14I2SmDHdQgaS7HARn/AASo4Q8hzTuOQoFKxVNFrZgO0gJIjxLo1ZJVrTxQ1PA05GyZpqEx1bzJuW8Krc2WqEkQpgIh6uUxnbV7q2uFMZ4g9rQA07qFcHRCOPyGbt5R3sVxkRznn3RYIw/c9lJp4YHZM05B7BP/AAtLJI2OnqMk8gp3KuxcfPBEcwYBb+9FFH5pPIwrJ1NDSS5ldqHGyErIpm4gcGEcqv1GaFhS5JlvIjpQXHgI5GyPpzM0AZOybjki8hkMrtRHslTazASxx0N+VoVE27NEWmqQphyxmv8AeFODpWwujYDoI491X0Ze1rfNbqe4qc2oLZSWEam9iq3SL8cW1wOSRn057dlHkkc14YHFrjwpMVS11QHSggj/ABUWvkFRUtLWhhB7d0iihUpD8cb5X6HPxtuUwW5qDC4ZYDx7pdRqEodnAA7Jhpc2pbvnV3T7Rm6JbJmRhzC3B4H0UMlvmmUv1kbAe6cnaySR4aSDyc90KemhZCZS8encfRRMr4Ik88pqWxz/ACO4+in0u2STk9lEbPBLnLcknAJUpsZhiczWC7nPsnfIuNpcEqGWna1zQz1dylaacUxMvrz8v0UGKRrW+oZd7I3vLW77ZSMsaCgbgyfs9k3JUytZ5bx6P2QlUrS5spD9IxyU20OEOQ3U4HYnupVCsU0B8bQW6GZy3KagZ5PnOIIDjsB3RVtY6aEMZGcj/AJmCuZDhkhLgeMhPFNroVtItW1bBD5cuASPThNsdgOkc46Oyrp/vJhIDgdgpsz2GlGDgkcJav4D2R/iIm1GsHU89k1WytlmyxhGyOktz2u83nPGVLp6HE2tzwQOydNRZmy4nKLI1vDpagHHyqwJZFUgObkFPtpmRapG4BIUaOoDZXNc3WTwUkndsEFt2pkOtiFRVP1S+Xp3ATFJW1Qc4OHmMbsE9dI2jE7zzwFGtkrnVWhuA32VqW5WCfDosS11ZSO0jDvqlWmmEMD4XNwfdOVB0EOicPqAnAWGJr3uw8qlt9Fi08asOd7vKZFjYFZ++NY6ubjAyN1dfEMDjqyVV3L4KaXU52D3wrMaYZY19lfWsZHExkUusHkeyZDuw3CsfhaaWI6HhoHdQHAREtyMLRGVFGWFcodiiD24BRVEOgAh+rCfY4Qhry3LTyo1Y+N8pdBnSeUauVkkuBEURmnETBu5aWz0b6SAMfgknKztPMYJ2yt3IC09qrY6unGHetvzfRV51wV45vfRMcSDlGAi5KPcLEomxuwwAmK0gQOHJT4AKaqdLYXOKeKtimYYxrJnO/ESpRGpmonYJolrpnuxtlKx6MA7LSuixDTz6skJTDhpARuIAIxnCbYCTq7JkQBLTgE91JDG45UV7RzjupQcMD0prE2lf063MEhPYKxomanAn3UDp84hk+oU2nk8shw90smVYug7sS6cA8AKCeFOuW8jfqFCdsSEF0GQy5usgdglsADcJOcOKU0HCtXRUx6MbhSh+sbuozc7J9vAPdVs2YnSJIICW3cZUdpLzhSR6WqqTNCLLpnH6QOey0UgzJ7brPdKNDq5zjuFpqlo80OaqJHO1L99CmDv7qQ0NDPqozDvhOboxMkhup/UPAG5GxXObzVSS1D4jtpO5XSHN8xpbnsubdQxMhucmh2d9wrMaW8bFdsjRQ6/xY/ckTRyxTYz86XSH/aLY9FdC1fXJc2hqxTGP8SfLmhhVzdI0030Y8ZYNOs49kc0uYg0x4b7rs1u+z1ctWqoukx/krX/AOj4JhpqLpOAFgfnNDF/mWrT5fo4VUapqVpwA1R3TyuY2Mta6Jn1Xe6zwGtEUXl1N9DNPbzlGp/AG0SN/ql8DnO7ecpHzWjfyBaeRxKnkmY5zGfiRV50BkcvLl1u7+APUVJC6a210jiPwhc5v/St+6dlLr3BLpH4sLRj1eLL+LFeKcfgafLHTwMdy8D+KrpqmaZwecae7fZJqKoVMoDW6WtHypunmhbOBJuHDhakuBFyBkh1gu3GeU7cKh0rGgEYCZrIyZGmMYZ3UfOlhG5Odk8VaDOe0U47OCaDnEZxwlNO+c7oFxyQnSM4l2AA7PKIEOd9EMDVgogMOI907iQdBDhsgCQcIotglEgb4SkFAosotYQDgVCBOAAyiDhjZHI4Bh+qQwYZv3UILR9kApVnoJbteKS2U+fMqH4Qk9sXIKRC1f2kA7P416r6X8CumI7NFHXxmSqkZ63rhPjF0bH0J1Mynpj5tNJ8i5ml8ri1OX04Lk0ZNLLHHczGhKCEMEk0n3alttVaXZ2wupaRmIbgdiMhIkByAMgH6Kwda5zkOlxhMzUT4WB3ml+Eu5EI8NM4yYe7H1KOamEeSJA5G5zpQdWQQkeWQcjcIkFQwsmj1vl0nOwTppYQNXm4TOgcFDLeESChFG38ZKkGGmdR5Z8/dRD7jhAMc5uz8IcjbkEQdLGkbnko9WW6cbjulU7JZZAxnqcRsEb/AEEskGlwOMIiiMIpnhkeccJwadQGVsPCTpCLrDq5tuq8imbyWqvLmx4YOeT4GhFykkjKwUNxmtzq9lFKaVnzS49IUYHIXtTqnoe003hxWWOgpxoA5wvFstK+hraujl+eGdzSuf4/yUdYpNKqL9Rg9KuQgQAl0c/lSlyb074RafVhdOrKIy2lg+qLf1bgrLp6iufUNUKCgHm1r+wWeLdJ2JV305f63putF2tY01Maoyx2rjs0wySZ2fpHwIudZ5b+oawxRgZMbeCqn7RPRlk6SsdHHa6VkcmfU8cldu8Ieq5+sOkYrhOfvQz7xcv+2AcUtKAfxNXktHrM+TXLDk4OjmhB4t8Tz7HSVM+HMYAR7pUEMbJHPfkPHsp7avTGXEYaB2UUTBxD2N3z3XsptyOdHHCIxM8OYXP8zbjISrePNZqLi3V3KnTEuDdWnB52TdQWxN+UeWO4SOXwOoJkmijhglL3kEHkpVTUQ/G6YWkDHfgqFbHGaOUyNIZ+HKkQAy6o5ACANiFU1RZvSdD0MkTxq1/eA7BPOljjkE2Mt/GCmY6ExBs7N3nsnKtjW0xEmxPdIyyNpjpn80HYD2Uadrg4PDlHoHyFmHjbsrSKFjtIJ2PJQl7GNB2iM+Quh9OdQRUMkomEjm4I4ylVssNHUc4aRsfdRDXNkp5NB0vH+KdJzRVLJFPksGtfVTukkw13YBHHTQuLg6QtadiExaWz1ERaNjzqTlMc1MkcoyWjZI1QyqTIlbTubKIoN2jbITkAka5rZAc91LlkgioSBtIDqLkx8a2QAnGpwRV0CKXqUB+BP9eydbGJnaHHLv5Ktlqi2tAcMfVWtBPSjU7WAfqo+BnMjVOljvLLsY7J5tTGI2xOG37QTesVlYWGPb3S6unjjkbFCdQ7/RB8ixe4r55vhqsGNrtD9iXBMGmrrld4qS3Q+ZO44aAFonUkBDY3uDsnv2W3+znS0UfXE4uBj+IB/q4cNkM2qeHE5NcoV4pbqj0VbvCzqmktIuFZE1+luosA3CwrnnzJY5WGN7HYwV7xrd4ZfiGxCHQdX5YXiTxWp6F/W1wntchELXHLRxlcfxXlMuryuMkXZ8UcUU49leysDSIy4Z9kJ6kskYeGlVMcDnUTqrUS8JMVSZKbXI7UWcBegeOzJ6tGmFXCYtJJ1qM2aJjiThZ+asneQdOgpsTOe0hzyosNoryTuXBb3aanqdAa7BCq262SkxuwU1q32P70HlxIcDhWRhtKpTtlgyrMTNL3/euOyVW1skZYAQXEcKqkDy3U4HHYomglu7iSEXjQ/qtIly1k8jSDho9wo7RG9hcX+r2PdENsd0kMBduUyikVOTb7HqYnynse71dglNEMjQJQQ4d0w3AeRuT2KMkjkotC3a5H4pycxu3bjZMsbqJbxlDUCOMFJyQM5QrgZysdbBgeh2XZ3Vj02SyWYYwAqppyBh2O+VOskpkq3Bx0n290mRXEaNOZpY3ElO5zsmQcuB9kv5jnusTdGzaLKYqmGQGMFPA5OCkYw4kopgUTPSN0uez2O6JpAiyCnK5pbO8/tFNacw49t1ojyhugn5GAOSlDjCLOwcnGDffujfwQSOeFJGPZRT6Nk8CUyIVViBMD8KwpgHOwPdRrEA2nfjuNlPt0ef4qPopxLgK4j7xmewUF4Ocqfdv1rWqE8jGEI9EmMO+bKcjcdQcOUh+MjHdE3IKsXRS+yUN8fVPtwAFHjGQE8PmCrl0a8fQ6M59KeYXaN0iPjhOgbJDQui0sRe2oLo+yvmSve46xjCztjmEdSA9pDSr4yCR+WggD/FZ8nZhzrmyRHK7UfTwnnzylmBsm2A/Dud3TLJQT6yq26RnStjkcr8u1HZc86hDjeZSOFv3OGDhYTqZxiu7nFhwVowO5DKKTKxmrJyVcWy83KiHlW2sNN74VbUxMj0EO5SoYvN/VLTKKa5GTOy+A/Xl9PVrbNdK908EvuvRt1JgttU5pOQzZePfBmMx+I0EZ505XsG8DFqq9X+zXhfO44Y9UoxR2NFklKDbPFXWV8vtR1fdGvvFTExtQQA1yiw33qKheJaG9VD3N3JcUx1SB/S+7Y3JqDnKj6HQQnJbv2BXsseHFtSSRyZzknZ2/wc8aK+avjsfURGiUhrJsrvN+s9ov9r+HrYWSxPGQ7GeV4R85tMxkrGOMzXhwPtuvaXhBd33joKlqJWHLGhuTuvM+e0f6es2Hg6Wjzyn7WeYvFXo5/RXUslNE0yw1DsxOxsAso2iZFEZ5mg6j6cdl6K+1XAGdPw1cUbXStfgO7rz455no44j6HDc5Xa8VqpZ9LFy7M2aG3IyEZWRNLfn1f4JoU2uMu1j6K1p7dHLCXOcN01+imF3ltqAw+2V0/URlatWyofCYzkpz4d/kmXsl3GB0EnlvfkogJmU+7stKdSK1Ei4Eg+oRgYO6G2PSlYefwprFYTQEbj2CBDggM9woADQO6DsdkDk9kACOQoQSxp3KUACM90417fLLMfvTRaWtPsoQcb82VY9LXIWbqWjuhj1iB+cKtZ8mUX090HFTi4v5GjKmezbP4odJ1toFZJXRxuazU5mrheb/AB66wpOq+qIzQtzTwcP91gHRBow5xA/NBjGjhcvR+Kx6XI5xdmrLqXljtocjklYcsOlPtuVwZwQ4fVRjwi3XUqzGyRJcaiR+SMfko73vkfnUUA3HZG08jIRUUw0GOOd0N8JAOXEI89lCUBrtE4ecuz2RzEPkzjA9kkgnvsFLbSF1E6o15x2UdIlSIgIGyU3IOeyW2bVEGuiA+qZedzjhQA5E4slL2uweyMslLiZd3O7oog3Yf4pxzX6vn1AcIWQE0gdQkAYdHsvQv2X7PFaen5ep7o4Rx85O268+W+mmuF0p7fGMuqHhpA9l6Q8V6qHo3wYobFGfLqqhgcQNiuP5ibyRjhj3J/8Ag16aNe5nbKSemrqJ08DhLBUDDcd1478bOnDaPEiaN7fJhrdyfqu+/Zw6gN56BpoHP1TU7d/fKzP2rum31dqpL5ENT4nDUR7Lz/i5/ote8Evng36iHrYUzzhcIXU9R5TIjKwN3cmMOe8adiey0DnMdThwLSC0ZVXcQxksboBjTuV7VSOU8SI5ila7DmHKW9jvIeDzhSIqoSyZmODhO1z6dlO90bg52lTe2MoJHpj7K7XDoQ5P4f8AzWc+11C+WkpC3gOb/ktN9l+Rruh8NH4P/NUP2satsFtpw5mTqb/kvEadv+bP/J1aX6X/AGPOrg4SYJBj9k6ad5eHcNxsmYma5nOcC1oVzQsiqYnOEoGgbBe2lOujlwXHJVyOmjZpdJ6TwFJp3tbTubK0HKjy65Xl2QdB4SJnlzC4gghRc9ljltjwSaaTS5zHbN/CpdMDHBqcNOp2w91DpGl0Y0jUcb/RTaSpiBMc3qcB6foqpqNlkU3UiwdIRpAHq5Kh3cGWmy732PsjmmLvU0/KN/qgJRUtAfsCOEirs0Np+0Zhl1QBobpA7qZUaRSt3yT2UXWdXkMaCP5J2pfH5AAOHM5UktzK3dcFPcfvJA1+2ngKK/0OBanZpTLUl54b/inaWkluMb5YxoDO3utUY7VyYpLc+CbQXNsdMYsaXdynIa2GOo1vGprhuqR+WPLX7OHZSrZK3zj5zO2wVcsaqyyOSntLESMlme0N0wuGxUKkLY67ycFwzsVYhrWDI3z2UGuJ86MQtDJM7quPdF2SO1WNXGMmqy5wAKjSxOHqZnDU5XNa6fBeXOajjqTo+HdH83dXJPozuvgdoroIADpyXbZVhBWRmTU93KoZ4wx3lg7jdKpWSPlAGXJZYkuRoZWujSvliYA17sN5ye6r5eoKqiqm1NsmdFNG7bHdPVunyMOGMDbKo9i7S3G55KSEIyXJdqZy42nSKjxO6uudrbBJV6To0l4O+FlJHtdE/wA5pMjyS53uobWS08YEbxh25ypFLUmQmDRreRu88KnFp8eK9ioe3S3Mh0j2N1UznYifnCgObIyQjSS3OxVoykeHukcwgA7Z4KkRwMe5pLcA8+yvU9qKfSlkXJURwSvO/J4CKWF0LtLm/mtBPBDDMCxwIaM5CTOyGWEl2HNd+EcorLwN+lddmdkDRghESS3CuJ7dC9rdDcYUKopHMcdLgMKxZTPk004u0FUyQyUbGs+YcqG5wHClOpD8P5rHZPdRYmF0u7ct7pou0JKDcuRQBDQ88O4SmxOM4aeMKwqvh5YoxEBgcD2UWM6qoN7DlKnzY/oxXyRiNLyOAEJd98J6eMOqXDOyEcLnv92+6ZPkqnBCIowfUflQqo2jbhpUkOY37vG+UxUvJc5jm7DhRP3DSglEZABDIh8xOyn2ynlhuWmRpwByq9p9QI+ZvBV9abi2eXynx5eG7lJlsSFKRZt0kensnWbcoBgO/CPGBusUlRst0LJGdklxblJPCHPZSIy6Ka4gfEkdio+rRn8sKVdGYqGntlRHDJK1Q/ELCPYpeoDB7pEYyfyKUWhxcc8JqIHJvhydDtuFGhOpmk+6mBj8cI0I2yqsrsROHsFbUBxuqexj7iQnlW1t3Jd2CWYMauNoj18nmVTvpyoz+U5V7Vjj2KbeOEy6EkMnZLBGAEl43z7JTPlzjlWLor+SVHjPCcDCXJmDJx7qZG0lyqkzXBcC42nTwnAMIwdLcFJc4E7KqTL49Fj044S1T4JMEnj6LSadBDWgbLMWJumrMrG791rI2ghpP71TPsw6h7XQ4xp8kjuU0IGg8KQMDIR6MboSVsxbuRlkTdeMbLE9et0XBjWY0lbjWC7jCwPXLXC7x5zhW4l/UGUmykY3H5qRb3hlTo/C7lRc5dt2RtyDkLa0WXZvvB+Ms8TqQZyPLAyvXt7wLdUhwyPIH8l498GJgPEmkbz6Rv8AvXsO45db6oNGT5Q/kvC/xFC88f8AB2NA6xs8M9TNdJ1ndgG7ioKaloWhnmMnDyOR7K5vNPdIesrxKbRUTB050lreU7b+nb3XNkdSWOoaZDw8cFeqhngoJ38HPlikzLSuc6MMMZ1vcA3blezvBukfQ+H9JBIwte9oJadlyXw68Iq6qnhud/AihpiHeWAtt4n+LNj6To2WizFs9aGhpaRjC8/5PUvWyWDCr+zXpYPD7pGW+1LeaaUU1kp5Q6XzAXaTnC4xU0fnzxtDw0AAKdWVE1xuktxrpzLLK7V6jnSocn3c5kOXiQ4GOy7OmwrTY1BCTlvk2SorTrGnzy0fRPwdNQ8vqHOJ7pOZI9L2ZDPcqZBVylzY42F73cAd07ysongldjLukaQnJlec/VKPS1GW4fKXNHYldO6K8N7zeYPjK8GipzvlxWkPTHQVuf8ADV12ZJK35t1gl5aCdY3f+BHp8r/Y4TL0fQSMGiUN+gKiy9F5OY6l7f3r0dB4f9IXiI/ourZq7epZTqzw9vFlYamBnxFO32KbH5fHJ03T/cWWmyRXHJxeXoypaMx1JJ/NQpulrsw+kucuh98O9JShjnW3+K3x1MmUHM39P3mIaywOB7eyZ/RNzzjyt/Zdo6a6fq+o6gU9vGrJ9f0XVOlvDK1W1wfc4hPOPlaVk1Pmcem/Ls04cE8h5Kb07c8ASsMbj+Epqps9TTfrPV323Xf+ruk6y89evobTGNHfA2C2vT3hRabfTNNzAqZj8wO+FVm8/jxY1kkWY9K5ujyXS0M1S0kNLdO24TctuqY3bxlwHcL0R4x9F2rp60NudvYGBzt24XPelrLN1bXOt9rA8xw3z2WzT+Ujmw+suhMmH03RyyoJjIa5p1/shOmCqZoE9HPBr+XW3GV6w6L8G7NZ6llRc421NUzGdQyFyX7UFOKfqeigoYMCPPCmm8rj1GT04L/caenljVyOUzQSMeGOwfqnHU0ujDTq+iYmJ/1mVcdG2S4dT3qO2W+Eue4/N7Lp5Jxgrk6KUrKWUFhw8En6I8ux/o1R/wDDXpQ9CdD+HFsF06mm8+fHy/2lXW3xT8N5q/yJ7LAId/vMLkR8q8ibx4219lvo126PO+vS7Gkh3fIS3huAQvV/U/QnRnVfRzrvZYGgiPzGPC8pzRPpq6qpZPmhlLVq0OuhqrSVNfYuXC4VzY5HQzOAOQ1p9ylTxyQwGPzQW/Qph0kknpMjgPzTbwB6Q8k+5XQMtzFHTpG+ySMZIG+UGZIwR+9LaADtsoEAGAcpTDhu5REY35wkSOxFqxlx2AQaCjp32bOnWX3r1tZOwmCnOckbbKV9pvqVt367bQ07s01HtgcYC6N4PW6LovwerOoKhgbPJGQ13fOF5ru1cbtea24vcT58hIz7Lh6X/idXKb6jwjbP2YEdm+y91HTUXUE1qa/Qxw9IPdegOvrTFfOl6u3SNzmIlhXijoq5foTq231zSWgPDX477r3TaKhtxsdPUswRLEAP3hcP+IdO8GohqYmzQS343FnhG5Wye33Oa3tkJdC9wIP5qJIyZjsStzlbvx+sk1g8RJZo/THUjIH1WIlrHFnyg43Xr9Nl9bDHIvlHLlFxbCZUxNGmemdnHICE7qBzHhhLXaeCno7o1kY8yBryR7JRnt8oc58Ia7HsrUqBbZ6Y+yu1rOiHAO/B/wCazf2vWl1HSb7Fzf8AJaj7K+g9FnDfwf8AmqD7XUTpbZTFjeHt/wAl43C1/Nn/AJOpK/03+x54y9r9PP5ItEzJNQpqlwP7ITlRDURYL4sY+q7D4X+IliMFJ05P0uKyr/2mF6rUZ5Yo7oxs50I7vk5FHTV0wyy0Vp/8Cl0lovUxwyw1hH9xezq+DpSx2GO6XSlpqeADJY4gOXGOpfHK3xVc9N01ZYXRNOA8hcrB5XLqP9PF/wCTVPBDH2zirJHWtxZVU2mofsYzy1JjfVyAy0dvqJd8YEZS79WPr7r+natjS982XNZwvSPgb1d0f1HSttv6NjpqunAGHRj1lbdZqnpdP6u2/smKHrS2nB7Z051fWROlFncyAN1GRwxgKgaxzq2RpfgRktcPqvbfXbYKboquMFNFF6D8rcdl4ZklmjrqtzTtJO7+azeK8g9fCUqqhtTj9L2k+hleany3NHq4UqWiu9TM6KC1zuaB82k7qlc+SkrqeoHq0u1YJ5XpLwb8T+nL1VwWKvtcMVUGBrHafmK2a/NLTQ9SMbK8L9T22cRoPD3qu5MdLFbHxxjHI4CiyU7rXLNQPH3kbsPA7Fe47uyKCzVbqemZGBEflGF4d6mqz/SO65Z6vOOCVi8Z5OfkHJONJF08OPBynyV9fSvd94I8lHb6SSUaWRvfMRhrGjO6bnrJnQhjHjJ5XoD7ONb0RVUrbfUQRuvDQDl45K3a3PLTYHOrorxLHky39mG6R8H+qbtQTXSud8BFGwOa07Ehc/vFLWMudVSw07pnwy6dbRkle8LpC+qoJqKJoZrZp1Y2AXBrrU+H3hfX1k087brdppdRhcMhpXB8d5qeebtW/hIu1GnUFSOW9MeGfVt/jLmUfw0ZPLoyFd1/gT1dAx0lPVNlOPl0rTs+0jNFKfJt0jYc74iAGF1Xw18VrP1o/wAmGdsdTjdpar9TrfJYfdtVCQwYJ8WeP+orBerFXinu9E+N/Z5GyiwyubM1rdh3XtHxd6QoOqOlKl0rGNrIGFzHgbleLKqF9LW1FLIfXC8tJXS8Z5Ja6F/KKNTp/RZaVGqapZSyOG4yXKE+3T1FwbS0NHNUS5xlg2SWVfpDcb+5XcPs+9W9IUNRFaa+CN1a93pkcM5Kv1eaenxOcVdFsXDK0pOik6H8Fr9fmfEXyU0lIxuQODhYXqenist7rLRRnXBAcBx5K9w1+k0FQ6IAMMZIA9sLxB166FnVd0LHEyOec57Li+F8hl12SW/pD6rFHFW1kCkuDpKLFQPS0nGApdoZcrxM2lttBLM/+y3IVXQ1MLKAwSszq7+y7V9nXr6xUlY3p+poIo5n7MmLdyuvrsk8GKU4xuivHLdFKxnpDwOuVwop7t1FUOpaaNmpsTeVy2rpqqPqqqtVHTPqRG/TCIxk/vXumZramCSF+RFIzBx7FcB646q6O8NLpPDZaGOuusj8ue4ZLSvP+N8pnzuSat/CNWpw7NrT4MjYvBfq2+HzqoPoozuQdlpn/Z2qxRkNuLxK4LMVvj11VK8GKnexpPbZdH8JvGpvUVyZabxmKZw0tP1V+q/muJepxS+hYzwz4TOI9e9CdR9FODq2CSemaca8dljWNa4ySwFwDt8L3f1tZqXqDpypoKlnmnQSz88LxLfIBaLnX20wOaYnnB+i2+K8l+si1Ncoo1GCWN2mUwLmjkpxsjQzIB1e6S1sjoXFrMj3T0HnS0JjEQ0jly7aqjH/AFPoaaHSP9AJcUuJ8lOS3Q5x/EPZOW+WVkbvKi1O4z7Jymq6hrZIhTh7zy7CR1QVCa+CMInyyukaCTnZNStdJO5hPr9lMopJo53MbHqKY8qeS4uIbiQ8hS75skk9tbRsxFp091ZdPBrZ5Wvbh2NiVFbHUurRCGZJUy3iVle6GqZpI4KOSSULskMbUr2l3FJqGAnTvsQkRCNrsMOwTmtucLFuNE+hsjB33CW0AtQyD+9ENPuiuSR4RU3ME1IB4AUNwwThTLscuBHJKiP2YtWP8QjYd6SQlAHTt3TZ+XATjDlqZsgRacAjbCkiqIACZOdIOe6kiOLA2QshTWU/1aT6K2s/Dv4qpsv6p4925Vva9o3EIS6K4P2kKt/0l/1KbeNkuoOqpk+iae5MhJDTjkEBLj+UewSCN0tnGE90hPklU5OdSsKdzQFDp2jAClMHb2VE3wbsa4FybuB7lJDMnfjKcdhoyN8lKDTnPZV2WJFhYH/1pzFp4hgFZaxHNxxjstXGCThI+Wc/V9iw3OCnT6RgpAaR8qSdb3IPow3yH5TdWrK55128vvYY3hoXRBH3LtlzXq9+u/SBvZW4fzHhyypCW3H5pLUt313HsOVqZZE1/gwP/rIpf7v+a9n1Dw2ASnhsLSf4Lxh4Lf8A9SaT6gfzXsq7HRaZcciAfyXif4kX9aB2NB+EjhvVPjX09br5UUX9HoZTC/HmGLcoW37RFjbsLLBEP+EuI9U1Lx1feNhjz1VzyCQcBd+HicE4K1/5Mc9Q4NnsDpXxU6S6k+4bWRRSO28v3UvqLw66R6gHxDqONkjt/M914wEbm/fQEwy/tsXoL7NfiTVVdQ/pu8TGV7f1cki43kPDy0sfV08ma8WpWVe9Gb8U/Du59K1ouFFE6qtxzhzRnSsTStLmeZI0YduGey9oXijhrbfNQVDWvimaQQRleM/Eu1VvTPVs9BE4hsurQD3C0eH8g9VeKfaJqcPopSQmaoIaY+5Oy7p4H+HsPwrL7dovMe4h0LXDhcM8NqWS/dY0NtlZmNjmmT67r2fhttsz/LAYyniwAB7BUedzPHWCPbDo3vTmzkPjx4ivtczOnrVKI5MYkLPZcJl6gkfK5rw9z8/NnlH4g319y63uNS5rXNjfoBWehlAqWufnSV2vH6GGDTRVc0Yc+WeSbNbZur7rZ6hlVSTvbodnTnleqPDrqqPrHpZtYWRvcGtbI0+68iRxMDQMAg+6659mK6PprpV2tz9TDICAsfm9HCWBZEuUJ4/UTWVwZI8eujX2iZvUFqc9tO8/eNHZcnjq3vibI2Vx1cL191nQsufS9dSSsa8aCQCPovIEwbTVdVSacOhkIAVPhNW8+On8DeQx+nLgtum+pbv07d4Km3zuLZJmtkavWtmqnXC001bIMPlaCR9V4wknd5tLgaT8SwFex+iDq6VoSTl2Fk/iTGlCMkuTR4qe6VHLPGLrSpsNf8BZo2U8z/1kg5KzPTHjPe7UdF0Y+qjbnS4Ki8bpHnxAfnjBWPJdjbK6Gj0eLJpouS7Muo1E45XRsvEzxFq+uDHT4kp6ePt+0sfbLhX2CvbcrfUmORj28JHr9tX9pR65pMDz74/muniwQxw2R6Ms5ynJSZ7I6Iukl76ao62T5yG5/guI/aEZTO6ph83GsZ/kut+Dod/Qij37N/kuJ/aTbI7rSna13Oc/wXlfGQS18l/k7Wpl/wAOjm09BSSzE6V3H7MNkoIYZ7m1uuU/L9FweYVcW+nK6/8AZm6nZT1lTZqweU6T9Wu/5fHN6Z7TnaPLH1VuC+1VSVNVc6cvkcKRzs4PC4ZUUrYwW+XlvYtC9w9XdNWvqm1S0VfTglzfu5CN2lebOv8Aw06i6aMk8NP8TRt31NGcBYfCeUwSxrC3TRq1eB3uIvgR1+zpSOttt5lIopmkN1Hhc+6jnpqnqG4VdI7MUspc3Sm6x0RJbLF6x2KjsBe8NZHjPAC9BjwY4ZHkXbMUsjktoWc42wmpTup/6NrT8sJA+qI2mvLT9wSFfviCiHE5unY8pYwXYCkuttYyL/RnBo5OEzHDI6QMaNym3RFpvoT9FbdH2d176nt9rjydcoL8e2VXzU76eRvmcLtn2XumoJ79PfcfdRMLw9w4wsWv1ccOmlIuw4ZyyI6T4tdJXuu8PqKwWGJzyItLmrhsHgb1nowYSP8A8Mrf9feOd4t/VVXQWiMPigeG6gqKfx46yij2ad/qvP6KPksWFeklzzybsiwylyUh8COt3hmhnDsj0d16X8NbZc7P0jS227n+sRD2XBWeNvW5DXOBbt+0tp4R+KV1vnUotF8HqkGYySqfJR1up0/9VLjnguwQhjnwF9qzp5tx6ehuzY8yQbnC8utcSzUdwV7266s7b10zV0MjGuLozp/gvEV7tAtlfUUMgIdFKRgj6rb/AA7qozwek+0Ua7FU9yKuOIvaCAleUdLwW4Okq5pqSM0rMc4SjSNbqJ3OOF31lpmb0nR6I+ypkdDlrm59J3VH9rWSWKGlMbttTNlf/ZXYP6GSYJwGnZTvHvom49X09PHbdLXBzNyV4uOSOPykpy6Ok8e7TqCPMMVRXOrGwRRedNKQ0ADJJK754d9L2nw06df1j1U5n6Qkbqigd8w+mFe+FPg9S9OVrr1edFVVY+5B3DT7rkXjrUX2q8RjTXmWQUTf1LeGELrZNZDXzeHG/b8/v+yMq07wpMrfEbrGv68ujpauV8NEfliYcBZF9lhYzRT1Ajb7DkqzezzGjTwkPgBcA3ldPDGOKKjHhCTxTkZ+ppauOD1OzHnn3XRvs5sl/wCkIPa8lpjH7lir1E/4UjzNLQeFvPs7zTDraNnlBrC1o1e6XXy/4OVfRXgxyhl5PT/iFTibpKuY3dxbg/wXiGC1eZe6qlceJnEfTde4fEMPi6UuBi+by9v4LxLStuLrtNIMNeZnZPvuuJ/DEmsUzbrkm4iHWpguzqdxLgTytL0PbIbd4jWttO/1O+bCzlQLhDWg7ZceVfeH0dSPEu1vnfl31XoM7bxyd/DMigpNcHsq8yD+j82AT/Vt/wCC8O9S0ZberpUCM+qpOAvcV7Bb0/McgZphj+C8S9SR1/6duTmStcwVBwF5z+FpNvJybdY+qiRZbU1ltFToy7HGVqfB2kZD1zbqlg0vMe4/esvVw3IUTT5+R3C1fhJSVLet7bLJMNPl/L+9d7V+7Tyt/Zlx3uXB68uEpitFTM12lwpgc/XdeJL5E66daXWoqfWWznGfyXtS/gP6brBgtcKYYK8QVsVR+m7u4TYxUH+S4H8N1BTpmvW3Jrj4GRStkuTIwweXncK+6JnfZfEW2fBERNfJuB3Wep6eolqhonwR3CsenoXjrm1B8he8S8r0WaVxlF9UZYRqpI9vN0VNsy9ufNgOr+C8WeJ9vpqfrashhAZqcf37r2fQtJskQc7/AFH+S8c+JlJD/TutkM5c7J2Xl/4e9madG3VLdjTM/dLdFS00bWta4uI3V30xQ00PVFkkijjbLr3wVQ3Cjn0sdNMTk7DKuei6QM6rtD3vLz5nuvU5Zf0nz9mKMZWezTl/Tbidj8N/kvGXWNPB+nrtK/QHiXgleznhp6dw3IzTb/wXi7rChZL1Xd2u1EeZzleY/huS9XJRs1Kk8aM9ZhA6SR87w1u+B7rQeHHwx8TraI/lyRlUNpponSyCUEkH0rQdEU3keJVp0tw0uPC9Vqmnjl/hmGMJHtSoOi1SPBxphBB/cvD3iHK2br+vnmk16XkH+K9wVbdVhlad8wDj8l4h68poh1PcWaSHGbc+268v/DVerM2avHLaVd0lpTHEIidiMlWtvrYoLrapKMaZBO3UVAmjg+DYBF7bqVTthZVWwBuHfEN3XqMyUo8maOOS5Pb1gd8TYqWZ49Tqff67Lx94vS0sXW1yjjgOss9vqvXvTBLumqBo2/q/P7l5T8WzAeuq+MxjV5fzY+q8j4LJWrnE35oOcEzBMqA2gMXkkuA5wkWqfy6CQPgOd8FWEGkUbg0Ak8koUbgKV7cAhewTowrC9y5K62SzMbJpiJ1dku3STNllHlEkqfQekufhJo3v+JeGYGTum3B9F/ZX0hqmVUrxHueEIviGVpk0epysGPLax7e+UTci4H8kNxHjpoiMFWy4teG+rsnYmy/pMmT5ynnyPbXtI3AT0Gh9zY5/flCc6JKNJjBpalkz3MfkO7I6aeenm0VERIcdirmojbHIS1NvY2QesAnsk3Gdjb3BrS7P7kA4FoP0VfVVBhrfLd+rKsmGMRNJI0lSToYpa2XzJ3N29Kj41HKcujB8Y4Rd00z0N+vdaMb4AmJPpdkpzLeybxqcE6GgbosYU04aByE6A/Hypgl2BkYCdDzj5kpCss49Ev0CtbXtFJn2VXazpjlVrR7U7j7hGfRVD8SteczSfmkOSvxOP9pG9oVidCy7GmtIOXdk83AH5plz9QxwnScNyjfAE+SZTDLU/wAEbqLTyekFPbkqmjdF8D7GkA4OclP4cGKPBlvPdTGNLmfVVyQdxJsR/wCsBtuFq3Ah40rK2Ha6aTyFq3HE30xsq32c7V8sfaQAM7EoiCX+nhJeS5wz2Qc4kZb7oJGNqgs+kgnuub9Vx+XfXk8OC6RxuVhushE+7D8lZjlWSi7BG2Z4QulaHRgoi3S7DuVbCqpoI/LaBqUGqdHK7DR6lo3NmmeOMTT+CoJ8TKMewH817KumHWqfP+w/yXjjwVdjxHpHY7N/mvZNczXbpgO8J/kvG/xGrzQOhoPwkeHetGN/pjeQw7NmVOS0Mw879lpes4GR9WXfDfWZfUqARCSNz3Dg7L1mGV4kYcuH3jAe4NHcDZXHRNTVW3rK018WWtkl0ZSLY2nbG4OZq7nKt+nfLrb5aqJkeAJtbSApnl/SdoMce2R7RoCJqCjld6nObkkrzL9p+nx1ZRVIG4cdwvTNpiMNppmuOpjIsn6LzF47XalunXTqWM6m0wJ/evEeD51zlHo6mo98NrK77NbBUeIEz5WDLdOPovVXUTXmzV7WblsbsBeRPA65fovxMDS7SJw39+69iztjkhnhzlszDv8AuWj+IX6WthN9FWgheKcTwXfG+Xfrrnc/EKGHF7dQZjC3viF08y39Z3GJ8Zbqdqws2yzuIdoeB3wV67DnU8UZL6MMtO1Jsh22aZ8mlzX4AXTvAWR0XiKIxkAhpIWEhttayRrw9unjZdT8A7TJJ1m6sfvpAGVk8jkX6dt9FMMO3NFo9EXHHwNUTxoK8f8AUbGjqS6vaBjz1626oq4qCwVlRK8NbpIC8vSUkFRX1dS4k+bKXBef/h7+nGVm3yVNxM1JGHS05I2E7T/ivX/QQ/7MUODtpK8yy0tO10QEbSA5vb6r0/0Y0R9P0YaMNx/krP4gneOIni1U5Hm3xnbr67lOnsVjI45vwsK6n4rQxu60kJYOD2WYjZEOGD+C63j51pof4MOo5yMy7qSfHdNVNK/4cgg8+y2GlhPyj+CVJHGYT6G/wWp5DOjvnhPGWdF0Y7AD+S5D4/ULp+sIHgHG+67R4a4/onSho2wP5LmXjXj+lMDcbDK8j4+b/Xya/c7Wr/8Ax0co/RhSo7fPSzsnpXuhlYdQc3kFaGd2kgBWt96erbTQ09dUD7upHoXq5ZXFpSfZyIRfaNl4deJz3U8Nsv4LXt9ImPddWifS3KlOJGVVK4b43Xl/S0xbjLuy0vQfVVdYLhGwSvkppXAPjJyvP63xCknkxcM6en1yUtsh3x28I4X00t+6fZ62guljXnuk8yOQuLS17CRgjgr3yXw19sc4MBimi3afqF498ULVTWu/VbKcBoc8nbgLT4PyM8ieHJ2htTginviZOStrTCHayfyTTbxcWuDGvwBzlOSu007QwgFQ5mvc4OaMnuvTKMX+RkcTUWi8OnpnQzMDiRjhRDQ4ndM1uADlROn2gvIzhwWiaAI8EZys+RqD9g0FXZn7lSmodG3JD5XBjQvUPStDT9EeDctUD5c88G5P5LjHhl087qPrWliIBhgeHLrH2k7o2h6aprBTuDcDBAXC8lmeXNDAv8s34opRcjzVOJq24Vda4kyTyktKbro3taC7Je06iVb0zI6KnHxLwCGnSowe+vhc2MAY2Ll3t3tMju+B2N3nxhxIAI2Uq03SS0dUWm4tONMgY4gqC+IwU7RG8nHKgXaUeVH6j6HB4P1S7PUTXwP6tHu6z1ENfaKaqa7LZIwTv9F5Y+0hZGWXqr4pkR0VLuQdl23wIv7L50PAxxJfC0YVB9qOxGu6Rjr4ItckHqJxuvG+OyrS+ReJ/wCDfmW7DuPPlOx3wUbgcbcJ3S4tLj7JukcRQwkj8IUrU3TnGy9pJbWZu0egfstFjek5TkEaTsi+0hebtaaGCW1VLoDqZ8pQ+y6AOlJdsekqH9qJxjt1PgZ9TV41xU/JV+5qx842xXgr4mSXGV1m6gd/WnH7t7jgH6LbeJ/RNv6vteTG0VsY+7fjH+K8sT1YbLFUQyOiqI3BwLNiCvRPgv4kUnUsDbRXSBtxhaG47uHur/JaKWkl6+Hj7Fxz31GR51vdBW2a7yW2tiMb2OxumOPm7r094y9AUnVNv+Nom4ukAyx37Y9l5hrqeqoquSlrI3RzROLXNcMELs+P10dVC139C5U0yDfoSKEFvq3W3+zudXV0TOSGjb2WHub5X0ZLThoWz+zxiPrWMufu5ox9d1q10a0cv8FK/wBQ9S+IMh/orXbb6V4vD3tvNQHA7yOx9F7Y6spDWWKrgG5LNv4LxdWiSDqyqpZRp8qR37157+G3cJo1aiKuNjUuTVjUc4V30Sc+INrJ54/xVJUtLq4aG491f+GtJNX9fW7yWlzmE6l6LNSxSf7MojzLg9d3Ro/QMoPqb8MP5LxT1DlnUd1a0nSajZe27gwm0ywY38jH+C8V9XQub1Ldow3ifYrzn8NUpZEjRmdrkiPeXU5JJxhaTwslz1tbWYO0f+azkDR8OQTthaDwuyPEC3taM+j/ADXf1f8A+PIohW49b3og2Gpc7gUoXia6SNbf7wdPp+IPH5L21ewTYKkY/wDdgvE1zLv09dwGADzzz+S4f8NxrfZbndK7IVscw1Bkjfhp7FWdhx/TW1au8qpLXG19SJXZGDwOyv7FJDJ1patDcuEvC9HmXtl/gzY+FZ7NoD/1LGz/AHHP7l488SGn+nNa3H4uV7Gt3/sWLLdzB/kvHPieHt68rGA4JcvLfw7/AK2RM25qlFMqK/1tjB3Vp0jHjquz5BaPMVRWZDI3E/mFcdMH/tTY8BxBkXp8rSxtfszNCz2O702DIBz8Nx+5eNurA7+ll4aNiZF7I0yfoIguGfhtv4Lx11gWR9X3YOBc4v5Xmv4bSWXIacrewy9meTWTMPY7LRdEl/8A0nWtoOW6sqitEcRrahxPrB2+i0nRTA3xFtb2jJ3XpdXNbJf4MUG2exql4bYJi3kQD+S8UdfPJ6irpcb+d6j77r2rVn/qCoaW5zTDf9y8SdcS5vNfGdvvTn6brzn8LtPJM2aq9pCqPNbQtcRjKfo4nOrbY9zs/wBYanGVVPLRCnmGMDYpFKMXW3NafSKhuF6jInsZkxuLm/8AB7b6XI/o1RY7U/8AkvJvik4P6+uG2wZ/mvV3Toe3pyiHDnU+w/cvJ3ifG6HxBuAkdh5Zx+9eS8G/+MmjXkS9PcZin9ULgG9k3RO+5cCMnPCFEZCJXsOxHCXb2ExvaPnznK9gzMqtB0cmfMbpwm6bDal+dj2SqFp+IeDz7I42N+LcSclRhvkTHh1aT3CEnprhjkpbQfiyA1FI0/GDI3PCBG7aCndoqhhB29dG4HGUdTtVtBHZE8eXXQlw/JSVITI+GW8hIdg8ogCCEmV+t4I7pTc7HKQyvki1tHFUH1bH3UarjfT0pEbtQHCsHD1goPiDhg8INBSMtTPe+UZJOeU69uHkg5CdmiENU7TwE24/4rZaAlQk51gN4TnGyZ1Yd6U7k7FDsZgc7Awi1H2QeM432QwfdFCUQbZnU/PGFcUZzSu+ip7XuH57K5ogPhHY5Sy/cmPiJV8Od+aS/Ljkdkt3zuHsU2Mgkp4rgqfYnSS7cp5g9JCaI9WyeAyNlKoA5C05AHClsa7bdRoGEYGVMhIOGpJujZjVxHmMOnc5UiNwaAmYyWnSNwnWtwMqpuxmqZOsLGm5GQu3WoOSslZHBteCe62DMaOd1W+zBquGJ1HjCWwHSQkAb5KXkhQyN2JOScdlg+uWgXNpA/NbtmS7Pssj1A0S3cSOblg5CkeJWadPHdKjNsFO5vmP2f7KTNLS/d+X/wCNOOt8c9X5jNmey1/Q9nsNZchS38imou83dW5Mvpxcjasab5F+DrYqzxApDC39W1q9d8ny/wCxpXJul67ws6TLzbZg6X/aLR/9KXSAH+kx/wB/WvFeVc9Vm9kejoYYqC5ZwTxzss1k6tqah9M98E/yuaNlgo3wS0pja0h43K9Y3XrPw8vdC1l0ZHIOxcASFlJY/B4EyjAyV1tJ5GeLFsnApnp3Kdpnn22ytMLoYKaWabOA0N5K7X4AeHFe6u/pDfqd0DRvFE4YVyzrLwn6ePm0FBFPMwZBLe6znU3jjdbnTup7LSNp4OA8DGArM+o1WqxbMUCRwqE7bOp+KviBa+k7PNTxStkrZGFrImnJavJ7K6orLlU3GoiJklcSQrE1dTcK6StuUjqmR34nHOEVNJHHI5zWhzSVo0GiWixV8gy++dlPRzzU/UEFZT7Sxu1AL2F4VdXUvU/T8Y89rayBoa9hO5XkKbDeoY5MaGOWns1zrenrsa+2Tva/nywdih5TRrWYkvkqwZNspHXPtHdF1lWY7/bYfvGfrGRrhdJMw6myvfE9pwWuOF3/AKP8abbcWGk6ip/Lfjc6uU3d+nfCLqXNeKr4OV++Mrn6TNk0sPTyw/3NU47lwcTaC7YSEvPyNZyvRHgR0n+h7Aa+o2kqPX952WVoqrwk6Od53nfGzRKB1X4w1d4ppKKwj4Sk/bQ1SzaxKOOPCM8UoPkvvGvqyGrP6FtkoeGH7x4/kuYRHDcFQqeUyOyZNZO7nZUsHU3AW7T4FghtRh1M98rH4w2WoijAJ9Y9K9OdMRugsVHG/wCYhci6a6p6QtVBCZrR5twj+aTHpWjHjFbAMRW7hcnyGPLqdqjB8GnRTx4m25IxvjBFND1bI94OkrI+n8K6pX+JXTd1ObjZxIfwLF9Z3KyXGaOSyUPw/wC2ujo8uRRUJwaMuqjBNuMkyjbg89kHtcWDywXuccaQm3Anjut10p1VYLNao6aqs4qalm7pStWXI4K0rM2OG91Z1bw+p5qXpWkbNHocdK5p45UNQzqCmqWxlzDk5Cs5fGKAYjjoyGjgYTU/ivRVADK2yCdnbK85p8WfDl9TadPLlxzx7LOY1GxDyMeoLubbLF1N4Zw0g/XD1xn6rj3VNzprvdzVUtEKSA/6oLR9D9e1XT8XwksXmUg+Uey7HkMU8uGOSPa5ox6Wccc6ZkLpRVVqrJaSsiewsOAccpmgZNWV9NTU0T3yPeOBwuuVnXPRd2j1XKhY6X9rHKiN656Psv3tqtUctR2JbwlWq1LhteLkM8EIvduN9G+nsHRzZq+QNfFFuODnC8q+KlY24XGWoG4lcdIW56s6xufUM+JsxQE7RtOy5v1s9pkjaBwn8T454JOco8saepjklGKZlJcatISZA04yNwn/AC2yT7HCeFOBG7HqPuvQOQyHLK77zjbhaamt92rcfB2yeXPy7cqi6fh/rYHYepdfpPFS62e3xU9JZofuxjX5bcrm6qU4tbFYyr5Nz4EdFzWGg/SdybiqnfrEawH2g6fqqo6obLbrYaqJn0UiLxsvx/8Ac3N/NLf4y3125tUUv94Lh4dPqMeo9ZpM1PLBxo4VcqG7A/8AWkBhP+zkQo3Ssq2vLtK6F1XepOpLj8fPSQwOI+Rg2WaqrRHK4SBxb9AvRY8zmvcqMW6kylvNxL3+RTxnP4jjlC0264Xp4pLbQSVD+5AzhW8sTYdAFOHEbZxyrDpTrOu6Iq5Z6Kkje6XnUOEZZGo+xcjxW/s6/wDZksHUlhjljuVGYqX8GV2O8WyC8WyegqomujlaW79l5e/6dOrJ2l0MUcTfYOUb/pi60LzI4sYz38xea1HiNbqMvquKT/yb8eqxxhsLDqrwu6ltdzkio6I1FLnMb2jss7F0n1LUTOpae1yPfw/DeFYO8b+sCfKYyM+2XJm3+KXWcJlqaaOCN8h9fqXZx49eoVJKyj1I/wBr4PQHgZ0xXdL9KmK4txPKc6P2VH8eukrn1LZohboxJMzcNC4HN4u9bRS6amZhJ3GH8KdZvFjq0PLzK15PGZFxn4jXRzetaL4ajHW1Mpb5YL5Y5G/pOhEJkHoOPmUfoOzdUVHVDbh03TOe+FwMpHZW3WHWV56ski/SjmAQ/LpHCT011XeOmPM/Q72NEo9ZcOV34SzTwNUrf/YyepeT3HrXpmStmsdNLcWRsq9P3gysF4seF1N1VquFt8uCv9w4epcIrvE7rqWtZDHWQNaTuS7lSJuv+tInj/rCEj6OOy8/i8LqsWTfGSVm39RjyfBA626C6q6etUz6ynY2nHzSA7Kn8OrxJZLjRXdvyxyAP9sZVp1Z1r1PdrFLR3CubLTkbtA3WUtcjYunpWncHOB7L0uGE54nDKZM8lGVo91dO3ijvlthuFFNHJHLGNTQc4K5h4geCsF+vLrxQTvhqScuaOF556D686j6UbmgqXTQ5/VE8LbM8fOpy7yxTvOrnBXnn4XW6bK56WXBs/UwlBKRft8A7o2p8+vu8kEP+syVoen67ozoS+0djtIhudyqdpKn9hci6h8QOsL/AD+TNXOpoj+Bh9SordcHWjqWluZbJMYH5x7rctJqMsanK6/2E3xUrR7n2dA1zyA2RmTk9iFxHrXwisNZfay7T9QNo4ZN8eYsB1h4xdVXinibSH4CLhYm/wByv1bB/XLzVS5+qx6DxOrwLdGVWXSyxa6J1ytWOpJLHa5mzMc7TFKTsV1jwh8K7hZ79Fdr5coIxEMtae4XFqfzqGNlVBO5kg+V3cFWrep+p302p3UE7yBj8l09bpcuSOxT7Ko5I90exKyqoKinmp23CE62lo3XnbrPwjraWa4XijucM1O8lzgHDZcpqOq+pmuOL1Psd0/S9U3x7PKmu07on/O0u5WbSeGy6T3RmB6mM+GiPa6eI3V1NGSHOdgLsPQnhGBe6PqC6XinjY3Dmx53XG6VzW3AyRyFjuQ4Kc2/XX4zRLeKpjW7Nwdl0NVjyZ4uMHQsZRVOz2pDcrRFE2H46DS0ad3LjHiR4VUV96gferVeog47lheAuFXLqC5CoGLzVO/eo9V1HdnACK71Dff1FcrReD1WnnvhIaWpxu0Wd7t/w97ZavM1SueGg9l2TofwnobdX0V5vF7he0ND2x6xsvPkt0kmkEsj3ulby8ndTpb5Xy0bWsvNSW+2s7Lq59HnyQ2xlX2JDLC7PbrrzYPIEf6QiAA041bYXG+uvC7p+73OpvFtvsMbnZJj1jdcDqrpVMpmRm71GXcerdP09bO6JoN2qcj5hrO65mj8Rm0090ZFss8JcMTabeHdXz2l0z42a9GvG35rvPRXhx03YLvS3y59RMlfEBpYCF56tWl95qXPmkJdw/Vv+eUu41dRFVRs/SNXIGdjIV1NZpcueO1SKMUoRbZ7bm6q6XEflOubSzGD+S4f4meGvRt0dW3q339rJN5NGRv9FxOepMzmaK+pHuPMKdkaWwFwrKlze4MhwVzdJ4jJpZblIslnjkTRErnMMEVO1jmgvA1LtvRfh50bS0tvu90v7DKQHGPIyFxuZkMtC305cD7qTLFA+ib97MHhvaQ4C62pwyzR2R4RVFxh7rPY8PVvScNNDFFcmmOAYG4XO+uel/D7rOvkuLbwyCp7kkLzhT1TQwxieXA5+8Kk0LYHNe4zT7/7wrk4/B+hLfjyUy9ZozW1ku5UkFtvlXQUkwmgh+V4Ocpi2ue3W7RgHum4G04c9zXnV3yUgVXlRva0534XbjFlbaj8jlMT8S95ODumYnf1x4PJPKg/FuFTkYDCpbaV05dPFO1u3GVY4NdlSyJv2kiKQtq85yQjmcTWNfxkqDDO+KUOc3UQnai5edKxjYQCTyl2tB3rt/JMrHNyxukFxOxUa5h7ZInHDQDuVYyCFgp/Oc3KgdVvjLGtjeCD7IJOQMkklRZNdqY3SnM4KrrRUCWha1zsyDlTQc8FLLh0Ux5FA75clF2QSkvwQMlBz4g0guQGKGoJ+Kk1Dk7JrHOQnK+aMVgaOSUg4HJWmHMbIMx7Eg9jsnh6s5P5JHLj9EsEDG2yfrggQ42/xS8H+ymsZOxStD/21BVIhWoF0birqkOKV5HYKmtWY/MYeyuIiI6J7uxCTLyLB1EqgQS8e5RfRFGeSfdB4JGysg6iIws4KebgY+qjawCE+0kgINggiXC1uMAqXCAMgbqHTjDSDzlSqcYzlVSN0FSHIXHUpTG5amGhoA33UlhIaNtlWBvkkWqCM1rfvN1rA3BAz2WPtEbnXbbha8sc05JSS4Zz9WuRffhKIAGeyb390635MFQyDWvkgLLXYf14uPHcLXYbtssl1ICawyR/KOUPg26P8rIpayPAj777pitc57mRS50vODnhKdIfSfZKlaZA12N+yZcHREtpYYTktH8VNqo6eajbEIA1ip6+Kcx4Ert/8ETW1LadsTagvPv7JlCLEm8jfRNqYIGRNaxhOfqhDBB5QAiH1KRJT1UVI0tc5znDgpNtbUwBwqSNJQvayepxQ42ngDHOYxoRGJzqZwBweyOI5jkLQDvsEqjc6QOb5bkNxY5blYLe2VkDmlo0lFFEQXO4CcjqNDS1zTsnqOIVTjg4A3Sydg3FNV5de4G9gr5xYPXlU1c1rb/C07DhW08cjgQ0jSE01wimHLYxMQXfI0ptkI89p9QB5wVLhgZJ2JP0UmGkLJA/OR7FVTkk+SyeRKNEM2qk8wyiAOed8lVdfLUQ1YZ6msHAC1WMdsKLVwslnaHRg/uTQzV2Z1JkWyVMx+aM4Kv6d2o8KPTRMjGNIUqM6TnGyonJbijI4yfA7rGd+E6X6W+kjBTIIccJwgY4Ri2uiiXL5HG4a3CDXFufZIGTxwgcop/AtIPUQ7PZLD3H8kgYKVnH5JqoDoUwenkJYwE0DshqOULkLyOktG6J2rTkBNudvhL1ejGU12DgToa05DQXd0NTSPlAQaByiOknbhS+SUKZp2Od8rH9ZvYa/GrAxutcTuMLCdavxdMdsJ8XukWQ4kV4laGEt3S2yF0QAOnKhMeNOBsEvOYjvwtcka0y+6dY9tS3fdauRheN1lOlgXStydltg0aeFjyx5K8rKOuo3NBlYHO+iq2yTxPO7v7q1ujVsdgolTQRSOyGkEd0i/crWZFZSzNeMOBaVLDMtyodVTvjlyAce6XFM4HS4lDaWJpjjucEbKDcbZFVjVIPyVjsRnuibqzuEIy2kMtW2F0cJki2xwFnZJJYpTHIS0j3XTXtEgwVV1thoap+t40v+i1Y9RXZOjINLWU5cTq19vZJpJ5aeMxNy8ncfRXNT01KxxMb8j2UCvoZKOnBjG/4ir1mT4JdEN73Sv8AvXZKfovJhY52vLh+HKjwiN50E4ce6S+HS86Tx3VrVol2amme18LXDfKcdgfkqm0VP9X8vPqBVowjyiSc5WNxcXQ3ZXVDmvuEekZA4UiuqGRuBn3cOFFAH6UjHfKl19C50+Z/U08YR9sey3FlcSFXT+ZRnRgAjcqsimIoywfLnlX1WyjjtMscQBdjkqgjd/UvJLQn00lONombJfYyHOz6X4S4ZjFMHOGcHskNb2IH0wgWHfIWlqMuGZ3JlkLm4VYlAUqe5Rve1+BnuqQtGMhIYCJMEndJ6SH9ef0i5uFza/Q0Ny0IVl2a+lDQzcKrIPylIzg49lPQSJ+pkS5rtLJTBmCB2SmVUogHqdlRHPbjfYe6RG4SAiJskxHZoUUI/AvqSFPJc8uJKAc5p2KTuNnNfERyHIYJdyntle9jsdTKzfOfzRSyyPOpzsJvLeBuiIB2yQhSGWSaD1s/M/VKboxkpGlmMO3/ACRa2DZmUUJf2OZHYEZRaCOEAXE4DST+SX5c+N4HpfaFSkht7i75m4wlxHSPT/ijdHOxvrhcB9QkxQ1EjstpXuA7hHdEich2jm8hxcink1y+Ym/MjjmxINx+FTYrTd6mB1ZRWipfTftluGj96nHY7m6oiOAGHAp81LjFoDlHMFQcOMTg0/RAxyMJPluAHfCloVSmhRnk041HZOPqpPJDUzpeYg/Gx+iBJJ0NjJwlSQfUlVCAwnJzup1sqAyNzZXHATEdHUzN1MYR+akfomsihDngDUpKmGEpR5I0k8okJGcEpL9e7hIcuUya1VsUOt2CCm47ZVyMLwQGj6o2g232yJ8o9RJKON7mOcQ9wB+qsaWz+cwTTVIbjbCjy2uZjnCCUSNygsifYEq/Fj1qqMB7ZcOwNsqM6okEhc1oA7Jw0NdG0PMYGobJT7bXsiEkjRpxlS0Nbk+PgaE8kj2iV+R7pFVL5rwAdgic1xGkgBNvjc1mP8UUkSWRstenMNc9zjkq5D99PYqvsdKyKmLmnU5ym6dJyTwsk6suxpoTN5pdlo+VHCwP+YHflOsccF3ulADCrssKO6waaxpGMApp+C7nhS7ptMO+VGOGtO25WqCuJExDS3dGOE2GkHJS8/XZNdgYByE7qTBe3bcfuTokjxy5QQjUDfvpirF+1vcq+gdipnCsZSPgSEjVoEVcSqz6W7pTRykgA4SzgBWtFdjL2eoYCeiaA4DsEROGZI+ZLgGwCUsTJTexUmIFRWuAODwpkL2loKrkaIy4HWAhSGj0pqNwITrDkbKonyPWwP8A0k3S7BWtLvSM8rKWlhdX6gfzWyt9BVXKrjt9AzVVSfLlL8GTUv3DBdkZGUPU4jJcCt/SeDHWUrQ6VvlKwi8Duo3Eaq3H71LMjjZzSZrhTuxnOOViKo/1x5lc7TnjdeiKrwKv0kBY65eWMc+YAsxVfZv6gkkc+K9tLvbzgpFbjVp/6Zx7zI/1f/KmqrMa6VefAbre2DIaZh9GLn/UFHdbBU+Te7fJTAfiDSUUl8M3b0+hh8rpY2MwASiqC2DAAAcoDq1r5WTwt9CkTztezURqPunaaCpJskwzSDJIODwfZCZ5MeTuoc9zp4aDTE1z3HY/RHFXUnwQdh/meyXaxN0bJVNI1jScbnlCnfM8PMOwJwoMNTE4OLmvA7KVb6uFjXZDz9ApJNBnJJcD1Kx00RjezDz8zk7R0ccL3u815dwGtHKsKOoikgOiIt23yupfZ5Z0VU3cwdRNZ8Y533IeNiqJS56KHkZyeydD9X9UdQxMtltlEbeJXNIwpXUPTl1sF6/Q10B+JZu4r6AWi3Wugaz4GkibE8fMxoGF5I+0U0P8S3uBwTsPqnnb+OBY5GjmdJGY8t/xUrIaME6ikAHBACBy2P0jJVDaYOZdglcG7oU7c+pzM/VIghkkdqm/cpkQLdsbIWBySAC4ux2S2gnbsltb6dhujDS0cIpmdsIDGAn28JoNdlOgEAKCoEWcb7FLI23ROHuEG5Ix2RiCQDgDPKPYhADSMBFjPCsEsD9jgoAbIPZnGDlOBoxuoS0IRHSP9ZHk9s7qwsVpnvl4p7ZT/PK7B/LuvQ1q8Duno7M2nqnaqpw3k7hRfYVGzzWHtxpSVovELph3SXUcltc4vjJzG7uQs73UaXwF+0H1XPOsZNV2d9F0N5wxx9guYdQyeZdJM9irtN2PEhsId27pyVxadO+6jhzgRg4UgyEuYDgrVItjI0PRji+fTvst0zOkbZwsJ0Z6q9xHZblriNgsOT8hcvQrO/GEYwRvwkudlJaTjASGagTMY5p9O6rqmgEgONlag5G6BDSNwp0MpUZxsU1NsNwjEwcdJJB9lcVFKZflwAqqsoHsOWZJUasvjJMeYC0Z7JQaOVXRzVELtMoIap0MzHDOrIS7fsavoXoGdRBKRU08EkJEjA7KWH78oaiUrdckooaqwUrcvYMOPACzFbSVdK97XMOknYrocjATq7qHVUPxbSHkAK/FqZdSBVGGoCWSF3GVb0s5dkO7J64WKaI6oBrxuSqhsj45ixx42wtN7xk6JLZAboMbkDZPUl0d8TJHLu0HkqDCX/HB0Yw4jCXJZ64PfI8FrXnOVJRj8jRLG7NhqKJ7w0NP0S+l7VS1VBLLKdZ0nA9lRVLK+AaJmu0DupNorK5tJJDRREk8lMse2NQYsuSy6XoaF9VUMnGXMcdOVaiitr7xG0xgAchZ22RXKjqHSmMua7dyepJ62quJlbE5gGwKonGTk3YySSNLWWq0tqowyNo7pm+0VvcIy0NGTglUGLlLcATISGKXUSGrkELch7UEpL5BURV1t9B5DTE4EhNS2+ibQhzsRvHBUOenuEsxhY3Zu+UU1vuVa9rHO0tbsm5+w7YnbPDTwAPV9thrhUD4SXld26Q8D+i+k7TUaqAVE4iOXyLzz4HdbdS9NdYWy1CoMtulOMZXtW5Hz7HLN/tKfKVxnuacuAUj5s+I0dPB4h3pkIAiZJ6QotlktsodJVDLxwFY9dW6aq8RL6wjDvNUeG0QUzGtd+uPZaZS4QEqFwU9ndI97njSDkBNU9Laamuk8r1Nxwoklvijm0guy7up8NLT0kX9XGqR+2R2VTSXTD2Qvg6U3MQQtJYPmCmmmpYHtHkagDl2FJhayOLEceqY7EooKevadAaCDySq3kDtQqplozVtdT027eSkVt2YC2FlEXkHOwRm3yxuc0P1Z7qRS0jo3h7CNWMHKjmgNEavvbHUwYKEl4Gwwn7LVmetgpX0hiZMQHPI2CdlpmwTfEuw/wBxhIlNTcI3wxkU7fwvA3CXcmQ9MeG/2dekHtivVfUsrXHf0HLVrPHOw2Pp3wiqYbVQwxfUBc6+x51Ddm11X09WVMlVFHwXnIC7N9oGH/6sq+HyfM9DlE5b6bAlweBxd/MtbYBSZlB2wExU3ZwjZTuosn8WArahpZKYNeYg4A77J80znTmYRNcX8DCfcHkh189KLM14aMnYY5VXHJVU9MQ2mADhkO7lXE1tDJNeN/2DwE1UUdVgObwNwOykJJEK+ibcamDy2sEYJ9RPKTV0lydUtjinD42e6tKOGfWXP9JU34Zsjc50FvJ90XNA3FNWzyz07aVhJcNnFRqqkMULYo6gueecdlo30UYZloAPcpmS3x+VkYB7uKkcqQLKCSGKCkLDM5ziN8KHTVFRSROjiBlzvutC23sG4dn3ypUdFS6NwA73CLyoN0UEV1aYdLtfmDthLfcZKmExvDmBXopKCLLi1h/cocsVBqc6SRrQeyKyRvhDxftMtM/DyMnAT1BCKqQBzy1iuTS2kkuLwB/NRWVtDSylrI9XsVcsja4Rmtbi1pYmQRiNgIaEl7tchBR09QJ4dZ2KbYTrOr9yzO/k3QdociHltJ5T8O5ymI3agc7eycjJYNzsUrA+ytvD2tqACdwVDcdTjhO3SN0gkk5x3UaA5aMrRB8D0OEbAIiNsYwl5w3ZJaNYOeyMQjYZt9Ufl/VKceMqSAzA2TorZX0DSX1L1Ldk0Cat4xLUsT1SQyjDUt2hYfgQg0hoRjflKcMtTTsjurFyV0HK052Ow4Tke2D2TIdk4T8bfw+/CV8Bxu2OOGcKbTBobk8KM1p2an2MceOAqqNcVyOsLjJlvCmx+kfVRYRpKkA5OQllwM+yZZml9w0jOVs6Wrq6GrZVUknl1EfyuCyFje5lfqxgHlat5acOG6pb4OfqvyNp0x4m9W0NzpfiK3zInygOGV6ftFW+vt1PVB+PNAJXijH3tORkETN/mvY/RBc7pqhxxpH8kqYmJ2zin2iOoLxT32KhpK10LRxgrz1c+tOsrdeZZIbw8kDbddw+0q1z+sYmjHdedr3R1j617iwAYO6uw+1hrdI7R4UfaMvdHcaa1dUnzKd5DdZ7L0ncun+levOn/Mq6aOpp6ln3cjfwkr531MT3QESRHUOCvWf2LurZrjYJrLUyuk8n5Q48K2cVVodPg4f49+F9X4e3x8lLEZbfIctxwAue0ksjg0H5T2X0B8b+nKfqLoC4Rvpg+eJhLXkbheBrZTCCrqaORpL4ZC1G7jbHxdk0shdRgsj+8HKYiqInPEJhGvvsrGJhpJiDGXMduFUEFtze4tLQTkKmKtmmUnxwOVEhZOGtaA0chXdi8gAkRhzzvus1UR1T6ktijc7WeVqLBRzRU4EjSD7o5nSRUpLmy2gDeWswjBdDX0k0OWyCoZuFKZA1kWXOwmpS3zKc+1QxZEzPuPc3h/O6fpW3PkOSIB/JeVvtAPa7xDeHDjUvU/hs1h6PoTncQj+S8reP8TneJEo7YKeXMGMc/wDMZwDlORN1HOEplI1reFIhYGjBVK4BKvgSyPbYJWgp5oGNijLfqnUSltjLch+U+QMZKLAROOUdoKDBCPOyQ0ElOAYCRkAXhzdkAM8IgwE5BwlNccccKWBg0nug1zWnBSATq3R4y7KO4VIca0NOyNJc442CQZo2/O7CdWNtRoOiLxHYuqqa5Oj1sBw5epaPxB6VmtgrjWt0tbnTncLxlUV1Kxp1SN/cVVVF4p2khnmEfQpknXAU6OkeLPVMXVXVslTSgfDxEhp7lZNzvcgLOfpqT/VxqPPJdKvYEtHum28gas0VTVQRQv1zNzj3XMLrKHXCRwOWk8rWR2WrlGZnuIP1UuLpqia3VK3JTQyRxBXBgXyZA0guP0CdjEr3NDYXk/kujU9nt0fqbTtUtlLTs+SnZ/BO9Qn8BujK9HwVME7pHxFoJ7hbFkuSEQa0DTpA/JGwNBWWc9zskpWhw78JTSMbhEHADZKB9KKKmHgZyjx2CbL98YS2Oyp0QPBCRJHq9k645CR+9SmD/BX1NE14JI3VNURS0smXZ0rUFuVEq4BIMPGQgWxmysppA9vupDBqPChVFBUwOMsLvT7KPPU1gYBE3dTavktUy0lAjPso1VUwxAB0gH71ViK6VBwScHkqTHZDqa+eXUm2KPbI3ZHuNyqKlxhoGFwPJUKDpupleJ55NGeQtQyGnghaGMAz3Rvkdpxpy0I7/ohRssDYHiYP1OG7VOZVzSlsMzfUzYEKd5b5Gh5+X2RRxsGTpH5oOW7sNlbUQurR5UwwzuU5R0MdMPKgbhvJPup7DHqwRkIy5mrbbCVtr5CmR/I1HQNh3Huo74WMl8tjce6nmpiB25HdIc6IfeO3Pugr+wkZ1PHoxpwT3CKC3xxAOaMud7qRHUwkH0lNxzufKWlpx2KYnAGwNjifrzrJ2wjjgLvwkBK+JMTg10eSTylVFXI1/pZyECUW/Q8EcXWdpxyZO/5r3UwD+j+Hb/1ReE+iHSy9bWn04xJ/mvdbS5vTuXN3NImjzIh4a66gp/6aXgubuXf5qiNPTyEnG4Vn1kyqd13eHO+XX/mqp0MjZTucFGTqRAjTUhOnSCUGUdMx/pIDj2SnUryctOCm6uMtxoyZDsk5+xWx5kNMxxJAb7lG7ymj9a0j6FNNoZZWND3lp7pTLcwEEEjGxJQ2pkthCSF3paQPoh51Ox5jaNJ7pQoGOkDxkBHNbmvd8p27plFE3UMmemjBDmb+6V8UxjdZZ6UclKxseks1EINhAaCWZHsi6InZ1v7JErJ+tq1zAQF3zx9Lh4c1559BXBvslQtb1rWlowPdd98esjw7r8jV6DhFBPDlHVA02l7D8x/mkSVwjdhrSSnqeMui3b+I/wA1IfSsLQdAJUc6BZWfHPc/EkeT2KKorixwYRn6KXJFqdjydI90uKkj0nXDrJ/EhviSyqlnk+ZvqaeAOyWZKh0bS2Mud7K2+Cj06WR6CnGUz2s0RDB7o7ogKR1ZLp0EHUOAmo31kx0yamsP0V58BI05LW590+2PDNLmgouf7Aoz+mpaCCPT2AURra7zDpa/8lq2U0btxz2UiGB+nOWfTZTe/oDdGSdRVz4ycHflHD04+riPnSFvstSaeoBBABBUhtOC3nLvZOpP4CssaMV/Q5xz/WS4D6rPV9IaOodTNDn474XVjRPcwjUACos1kpvmdpc73wnWWUBE4tmGsj5BD5TwQB7q2iY0jKfroI4ZyxjQMKOSX5xgYSylu5RsxhGLLiGnCQQDkPcdk8xrsYJTdTPGw+VgFyUerK2YnyJBwHdlBiBaRngKylexjSx4y4qC5uCXBXxGANzlHq7BFw4D3R40knlOgCH51BPh5xwmdyUeT7pitjVBk1lU09ilVgOmMnuUi1u1VM7/AHO6euHqLAEAL8SPkaSkuGRn6IgDuD3Smj0n8k8WV/IiMYdspEQAPG6Zjbk5Ckt2cMJGizH2PMBJ4UyLOnATEI33U2na08hVyNInAJ0/4pcRDXYO6J7NTtjgBSGsaG8YOOVW37Q/I/bS81W2zT2WtibmNp42WNtlVG2o0Zy7K2MDi6Fp+nCqXL5OfqlbFvH3lP8A8Vv817C6G1N6UoMewXj2SRvmU7f983+a9idDOB6St5+gTUVYvxZ5++0azzOtYi88OK5BK+EvIc3JXY/tHD/tpEe2orkb4ow/Jaq26LYqpMhSUtFIRqZhxK6/9kujjpurKoU4w1zslcsliZjzHbAcLvv2U+mpqannvU5IbISWIphO5dRMjks1fG4YDmHK8F3e3U0PVt1w30mYkfxXtXxUvcNk6Lq55n4llY4MXjM/fzSVEp9cry4oylYeiulhz6cBFPaqSYsc/kc52V/ZrFcL5WCktlO6WQnkDYLp9s8B2CmjqupLpFRZGQx0uFSnP4HeSzjtPFSRNA9J/gilny0hjfl4Xd4fBDo+sj027qCnklGwa2XclY7rfwh6i6XhfUQRmppT3JynSl8iWcnuddcHQhtNGC4HsOU1SyXSeqphURiNnnsz/FaBmGekRhpHIIS5C1zocNGfPZv+9FZKEv8AY9seGZI6Lt4/sD/5V5j8e8nxIePqf5L014ZnPRtvP9gf/KvNPjwP/rHefz/kpLmAzXBz4SO4CW17uSMpbWszkpTnBnpa3JKSKsUaEv0ROqGM5K3HR3hvf+pAJXxfBUn4pXtxsundOeDXQzCIqq9U9TVfiy/G6FFbPPTZmu+U5Sdbsr0r1H4BWKamlmtb/Ll/1e64N1d05WdL3mS2VrMOZw73RolFK2Rw7J1shwj0NO6HGwCVoAPqkGZrfxBdH8N/CW79VwsqqvNJQyHkre3Xo3ww6Pa2jutX8RUNGD7plEh55FSwuACdz9V6C6f6S8LeqXvprXO2Oq7MdyfyVD1n4EXCka+pscrpWZ+R3CLQUjidYytc3+rEgfmqepoLnK71lxHuurR+F3W2NPwmw7hqh3/ofqaxUHxdxiDYM7nThRTkvgDOZss1SfnyffAUiC0RZ0OLnOPyhrcldE6D6SuPWFa6jtzmt0/OT7LvvQPgzYLLJFV3ECqqWjhxyMpk5P5FUbPJsVrgpT97TPY93y6wnnRuHEYXRPHlkNJ1+2GBoEYY7DR2WBbnO+UWN0FHG4cpTtI5T8Uc0srYadrnPeNg0Z3XTOlPCdraeK6dZ1oo6TnyzyqWrCcpL4saWkuP0blIdM0encH6twvSNgHhDBVfARYPbJWtvHhf0debeGU9I1msZY4HOVYoWSjyANyj0H3Wp8Sujqnou/mhmBMT94ne4Wa9Puq3EAlri1Ka8lyAGUACHJkqEbHCW+26QC/JRuw3HukSiTyiG8lMNFcC/OYP1r2t/eh5kTv1Re78m5XYvCXpLoDqGghgrqj/AK1/HGuvReHXSVnoqt0NriJZFkEhFMKgjx6a2njyJJAHDsdlEkvFIOTlO9TWGN/VdxxKRGJThnsoRscQOASUyAyJWdRQMzGA0/kq51bU1h/qdJO/8mFeivB/p/wtr6aGiuEUQuh+bP4l3C2eH3R1qaTS2unfkd2BOqfYNkn0eBRW10J0TRujeOWuGCE6251LvwLpHilabe3r+uDYgBnhZ1troW/gKknFdID3fZlJbnOz5+Fc9N2/qTqOT4ez22Wo/tcLrvgp4cdKdVTma6TCJ7XbQe69MWXpay9Owup7TQtiGjAOOUsXY8bfZ8/bl+lbddai2VTSypp/1jfZOW+C+Vj/AC6ShlnzwWghejqzwqph1Vc+perqgUVGTnHur+09Y+GHT7RR2+3xSuHMjnBRzJcvlnmVnR/W7fvJLPKGH3JSDZa2F5ZWsdTyD8Lgvb3SnVHS3UoEdBHC54/AACqjxR8OrN1HbZZ6aAQ1cYLxjuk7Huzx6y3RZ3JKebbabG6sKukloK2ajnZpkieWlNf3VKSKG2Qo7fTskzowlmlp4369WFJcyUysjjjL5XnDcLsfhh4O/F036b6sPkwD1+QUKQ0ZNnH6S0VNacUtslmJ4IblXcfh71VUMa9lpc1udssXXOpPErpbpJ7rR0vaqaolA+cjKy7fG7q6KUP+DhEYd8oYOEyV/A7/AMma6a6K6ht3VtBUVNve1jXjJ08L12Q4WLScEml3GeNlzvwx8VbT1fUC33CmijrQNstA3XSqrSKKVgAA8o4/gn20Nj/yeJetYtPWd1GO5/mqkQNAzhXnXB/7aXT+9/mql/ASzVlUpUxl0TNOybMDecDKkkJL8t7ZSpC2NGEB2TyUGw5+ZObgZPdLaOHdkKoDlQTYo29kcAdPN5MMb5HngNGclXnR3S9f1ZdGUdA06XOw52Ngu7Hp/pHwwsAr7jTiev7CRGrLIxtWcRsvhx1VdiHw210bDyXZWh/6E+rjGXOiGG9wzOUvqbxm6iuEx/RkIooTs1rcDZVVo8Wus7bUiWaodUQg50l53TpSQU4I6D4CdC3jpfqyqlr4HNY8FwcQukeN7BJ0DWMJ9OnlF4XdfU3Wlqa8BjKuMepg5TnjS3Ph/V/3UGi2+DxzBRQ+V9cn+aV5LWDA3TjD9w3Huc/xSXODdzsFGjO3yNyRxsj14V1010h1D1D/AOyrafL/AG3hbzwW8OT1LI663VhZbovUSe+FeeIfiZHYI3dP9HQNjbF6TKO6VKwoz9L4D9RyRsFRWxMlP4SRsq3qTwX6ussL52O+IYOzRnKzs/WHVVXP5sl7mZId3YJXWvAnxKuNwr3WG9v+I7RyOGcp1jxseLZwaSmnheY543Ryg4LXDfKYdGTsAvS/j70FBJbv03QwYqWbyYC85NHo1u2IKlCzdD9k6Uvl8qRFbaSTOcai3ZdTp/BKe1dIT3e+VxdO1mpsY2wth4A9Z2ivgZYhSRxVcPEobu5dT6lom3Ox1dHVztETmkvcdtISxRfDrk8YdOWK79QV76W2U736XlpdjYLqVF4C3aWhbLLXBsxGdPCtLf4kdJ9C1DrRZrex7mPxLPjJcuh2vxP6Ur7eLi+uxgethOMFPckVKONvk8sdSWissF2kttaCJI/8Vn6yWb1AnSPdbjxSv1P1L1a+vphiJmzT7rI3CKOWke1xwRuCFOQLaZSYF8jiCTkonREt9Kcw0ZaM88pDHOBOeEEjdVIiOE8ZJCgT1ZknbqbuNldl2TuOyr56eJs7ZCGjKeFEb5K2sk2wQcqPDMXZDgp1TWUpn+T0gqNWviMrfKAAIV65ImDIyCEJXfs8pk6tse6cZ6M6jynC2HEScZ7JwpiOTJf+alBuwUYpGtI0VNSDwXbI7g71tARULsVFRns5Iq3apdQUrkSL9oTBkZKMDPCTGdgEvvso0KBgwcJ0BMtB15KeafZKWxJMbhgDupLJdJAKhxEEp8RFw1EquRoXVkoyDAwUueYGIgcAJtsIa1pznKZuIc2P0jdJHlksFljE9c14dpwVuo5nR4a3nCw1goqpta2V+zSt5HC0acnOyTKqlwYc/YI2PkqI3u481v8ANezPD7B6Ut47ABePh88eOPNavYXQGlvSduPbb+SBVjZwn7TIA6lik/EXLkjKeqqH6Kejmnd7Naurfafkx1fStHylyzXRviCOlaQ00VpbUSn/AFxYD+5IOWfhz4P37qWqhqLnBLR28HLy78S9Az3XpfoKyfBNnEbKaP8AVjuvO158Z+rLkPIgd8JF9Fiq6tuNynM1yr56jP4dWAinREanxS6+uHW12O8kdDH8jFnun7RU328wWyhYS+R2DtwFXswwEk4AXdPsvdOMn86+ztBcRpZ9EthqzR1gsfg30SCWsfc5hgu2JyvP/U3WF66lq5KqsusjWE5DdfZekPFel6JvF0Y3qeuMcjBhsbSCsWOnvB5jgP0gSB2ICZwl8A4OH0l1r6KdtRS3adr2EEerYr1z4OX49UdDRC4gyOaMOcd8/wAVz6mtPg5E4l05kaOQGhbWw9d+H1koBR2+YRw9m7D96RRmvyIcU8e+kIum+q/iaPEdFUvy2P2XPJg1rof+OxdY+0N1faeqaqn/AEcdbIX/ADLlcwY50P8Ax2JqIe0vDEj+h1vH9gf/ACrzP4+vx4jPGO5/kvTHhkR/Q+3n+wP/AJV5q8fWA+Izz+f8kzdQDJ0jBF2mL+C7f9nzwvF1Iv8Aeh9wP1cZ7riDx93n2wuqWTxtr7R05FaqGj0yRjAkVaE3F/8AaU6hq7Vcabp6yH4SED/VLjIrbtCfiortU+az18p2+Xm4365m43OXzJyorPnKPQNx6l8AeqJ+pultNaSaqmWQ+1bb4PhaO4aT5rdifdO/ZRz+jq8hSftXvH9HqMY9TinGPOjQ4BmFvPBfpeTqjq2MzjXSU51OWLaAGsz7LvX2ToY2wzEc5KpUfkrjLc6OpdbXOLpfoyR9KBE1jdMa8a3CsmvNTLXXFz55HvJ9ZXqv7QMMj+gpS3jBXkyldmlj/JWvpX0Nk44H7fVzWuujraFxgfGfwley/DLqA9RdJUlWZNUuMSLxjI1pglP9leoPs1ucehGgIRdIGN26C8Z/E24dD3GGmpad0jJu7ey5H154q3bq+z/ouop3xR5ydXdXn2payKXqajpf9YAuTa9X7k24jLLpDqC49L3qCuoJCzU8Nf8AVezel6x1ysVJXO+aRmXfnheIDp82l1f/AGln+a9qeHmG9KUA7OZ/khBhg7PLvjniTxFlLuwIWJkw1u3dwb/Fbfxx28SZm9tDisO7D2jH7QcpJ8lcnbPSPgF4e0Nvtwvl1ERqJN48rEfaTu36R6qjttPUYhi+dgKyzfErq6O1stlPUtihZtqDv8llJ56ipnfPVTummecue45JSrgsbI8lM0NMkQIe3vlem/s0X6sunSr6Ssdr8g4avM5k0B+/ZegfsnNzZqh5OFIKmSD5G/tZUTJLXT1Y9MsXy/VefxE3APdehftYyhtppGg5JK88u+YI5OGCS5CwAeUMb8oFoBSSN+ULK9o55Y78o3bEYQDnPk1Y5RNa45yo+RkqReeGxdS9c258JOXE5/ivZlwBNlqHdzS/5Lxd0G5zOurcMbZ/zXtCqz+gJx3NN/koXY+jxP1CNXVN0c7tIVEABBypXUhd/Sm6M4xKVADiM5UaopvklWTFP1LbqiIlrzMvbllc6Sw0sp9TjAc/wXiS1aTfLc7v5y9udPnHTdJ/wP8AJOuizGuTx/4rZ/p/Wjgb/wA1nw3YY4Wj8U8HxArh3/8A0rPOGW44StUVZH7iw6Rq6ih6soJaOQseZAD/ABXtqjkL7XS1D/U7ysu+uy8QdMxt/pLQPLsnzv8ANe2qPP6BidxiD/JMizE6PJ3jT1Lcb/1nVUks8gpoG4Eedlh46eEf6tv591c9bk/04un5n+aptW6j4K3ItukLpUWDqWjrKNxDXSta4ZXtKx1UdwtlPUnmaPf88Lwwx5ZVUpJ/17V7a6AZnpq35/Y/yQXZZjlaPKvjJSNpvECpaw7OJKyTjobstn44A/8ASHPv2eVh59T4mNad3ua1SS5KpKmdd+zl0S293P8ATdwZ/V4ZMxZ7roP2i+qf0B0063Ur9D5xpAHstL4N2llr6GoI2t2e3USFxb7T9S6bqWnpnHDY3Y/NRKkWfhE5NCzyiZHH7w75S/MMhydyEJPUDndE0YAQk7KS36Klkp+tbVJEcOdLg/4L2gXOdYg927vh/wDJeLujCD1nas9pf/Je0mHHTuTuTTn+SaMi/EzxZ1qHHrK6Ejv/AJqu1B2ArDrJ5PWd1/vf5qpae6kn7imfY84YCa1Yd7pJcSd04zAPZBOgB6gmxHK97Yoxl0jsAI1f+HMAuHXVDTSjMbHa1HIKVnpbwV6Spul+mI5XtHxM7Nb3EbhcM+0D1JNe+snUOfuqfblep5wyCzzafSGQen+C8UdWyGfq65vdku1/5ors0TVJIrdeRuUbZMbApsSNA3akeY3OzUxmqjrf2W3ub1XUgOIZjBXbPGw46BrdJ925XDvstknq2sH78LuHjo5reg60tGNuPqgmaMauJ48gdiEt5Oo/zVp07aZL71DRWuNuQ94149lUxBxpg7GDv/NdL+zfQtq+u3zPORGBj6JWU1cj0SLHBQ9DfoSKcUeYt5PkXFXeCFmfNJNL1VSOe9+rPn8Lon2kJKuPoWo+EqJIX/tNXlClq7waVj/0xV50jumZc+Dtv/Qt09//AHLS5/4i1HQPQHSPTFxFzN9hlqh9V5sZV3cO9V2qv4pTqq4Obvdav+KRNrsXj4PYfXPUdjd01cG/pWEny+F4/ke108z2HLHSHSkGaokcDLW1Eox3ci1jhWJi5JWbrwCwPEoDsBt/Bem+uphTdI18/csP8l5m8AMHxEY7+zv/AAXpHxMw7oeuH9g/ySItxvg8a1BEtZUyn8UrkzI0ABrScHlKa8Ev/wCK5I4O55Kd8lEuwAtaAExc3u+FOlPSMBIwkTwl0DghfA0F7jMamkfXKLS3sUT4/vHfmmnjynZc47qJHQT4HXBzR75UC6nTG04ViyRjmgA5TUuHRuy0HZFIVvkzTtAeCG5a5R2ZFQ4njspAA8uQD8J2CTTsGA53K2LggobHB3yUJGhx3KQc+dv+5OOGR9UKIIDNJ27lTRjCjN25Q80ogEUIPxFQR3CZkJwPfKm2lv8AWanPGNlEdgvI+qFgqkHgA4HKUXYbgJrg7cpXII7plyJ8BhxBTzMYyosZOrBUtuA1K1RZDoXEPVsntJ1punGX/RS42ffZdwq5GiL9tD7CdADhwlvB06fmSmjIwRshI4NcBhIuyfBNskjnEQndzStHBJrdj2WUtTzHeQWnfG4WsgLSdXcqmX5GHUExjcyQj/es/mvYPQjcdIUH/wDPYLx15umaD/is/mvYnQh/7H0B/wD54CZ8lOM4F9pppPV1Kf7RXKHtyut/aXIHVlMPqVyVx9WFWy0SIwDsl5wk7hGwkndLVEEVX6h5+i9a/Z5pI6XoaB7G4J2K8mTjVA8fReq/s8XFlb4fQBrvW3YqR/JDI459pGjcOvYy8uDHeofmuZupYtWDn+K9Efaj6fmnpKW9U0WRDu84XAHEPZrATT7FI7KeJvyg/wAUs08TvmB/inWoylqyCY4gGkAI5gWyQ/8AHYlxb5wUU2S6LJ/1rf5ovgU9r+GbQ3oy3/3B/JeaPH5xPiIfzP8AJelvDLJ6Nt//AAx/Jea/H0AeIh/f/JM4+0afMTn7idGyLLcepOSN0xa+y6x4LeEh6hH6UvORR6vQPdKIkcrt9DcrhMIqGklnedgWtXQ+lPB/qG4AT3yoit9Kf23YIXTevOqOnPDGlbb7JaoJLg4YGoA6Vw3qPrXqe/Syy1VdLEx3+rY7DQmUbDR6c8JOmLL01aJaSzVwrD/rJAsD9rV+LZRsH7QVh9lkzHpiYzSmR5PJVN9rGT7miaf2gma9rHXRw0ZIGfZdH+zz1RH091WKGrlxTVGy5y5w3wkAuZI2Zji17DlpHIVUeihKme3urbTDfum6qie7UJoz5XtkjZeMuorHXdOXWehroJWBrzocW7EL0D4FdUXo9MyVXUhMVvpmksll5d/FJ6j8RfDO/vfFdaNsmlxAeDunnUi2as8401PVXGpjoaSB75ZXAABpXrjoShg6B8OmyXKVkR8vLg44IXNo/EPw66bLpbHa21FSPke4Z0rnvX/iPeer5pIpXOgpP2BwVI0ipcFb4gX09TdWVNyLyY9f3X5KlacJI/VoicIPl2M+XYp/62lP+/avbHh5/wB07d/dz/gvE7+afH+2ava/h7/3Rof+ED/gjHkMFtPL/ju7T4mSf3XBYVudAwt148gnxGe4+xWGla5rXY/aAH70H2LJchteB2c4ngNGVpLB0T1PfvLdR2+RjHfieMLsvgX4XULLVHfL1EJ5H7xxnsmPG/xAqun6lnT3TkIo3Y9cg7fkiibTP23wn6fso+N6zvsI/wD3eM6l2Hwwf0mLWYekx/V4zh5wvId2qa24F8tfWSyu53evRv2V4vL6SlP1TBj3ZR/ayd/V6ULhGjZdy+1if9FC4e97dRCSfMgTfuYy75sI2Y9kPxZwnA3bIUolgaW+2EbHgkprBG5KOMYKhLL3olo/prbdts/5r2ZVjFikxz8OP5Lxl0M/PW1tb9f817QlZrtTmN7wD+ShbjfB4l6kaT1ddcjbziq5zMk+yuOr43QdYXWJ3ecqrI22QM8nTHbSwfpy3Y/2y9t2L/u1Sf8AAP8AJeKbM0Pv1tY3nzl7ZsrHNsNIz/cf5IxdluLs8f8Aiiw/9INaWnfv/FZ8g6wCtD4pAt8Qq8fn/NULHY+pTS6K8n5Evp7H9Jrd/Zl/zXtaiBNiiA/FTLxNYHZ6mocd5/8ANe2LaT+gYD7U6MXwPjXB4068b/23uf8Ae/zVLhuoq48QCf6dXIfU/wA1SRnJ3Krk+StrkMNxUU+d8yt/mvbnQR/7K2/38sfyXiYACqph7zN/mvbXQOB0tbyeDH/kmghsZ5a8bsnxEmPs16xUTWiopTn0+a3K2vjidPiJNp40lYioHo9Jw5pDgo/yBJHtnoF7P6HUQafToGFwf7UVBIy/U1dozE/uuoeA3UVPfei6eBrx8TT+mRqX439Ju6l6VmNOzVUU7C5gCeuC2S9p5OByhjKadHNSzGlqGujljJDmuGEv1JHwUyRZdJNz1na/V+L/ADXtWMf9nwM/+7f5LxR0fqPW9rwPxL21EwusYGP/AHb/ACQi+S3EuDxN1oMdbXQf2/8ANVuMDhWnXbHM63ug/t/5qn9XupN8lU1yAuGeETpB74ROdpG6jyTMzuEAqNomMfnlbDwd8hniDSte4AkYCwDqnPClWC4T2vqSkuTXECN4ylfAVE97VEbX0xhHqa6HH+C8XeI9KLX1zcInjT5jsj+K9gdK3KK89PUNwpTlj27ri/2lugqurj/pDaIPNkZ+tYFb0WnBXPadjhAGFwyDhRWvBGh7Sx42IKdBYxuXYICVSKpROt/Zb0N6urCDyu0+O4J8P64j5tJwuJfZTjdN1jWSAHywDhdz8bYjL4eV7m8hpRXBbj6PGMBcIGk86v8ANdW+zDVMg63kY84MgwuVRPHlhp5BOf4q+6BvR6f6vobiDiPXhyW7ZWuz134pWs3rpGuo4ow5wYXBeLJY5aeSehkb5b4Xlpyvd1rrILlaoq2nIdDK3deePHnwsrRcZr/YoHSxvOXxsCfotnycTc0gZ1JDHgZGUcpdTExVEb4XDnzBhNieDhhEjj2alZVRIiDnDOycLDhanpfoK43Kw1N8uEht1HGMsMg+dY+OR7nPGfSHYRTA42dB+zw17PEJ4f7f5L0l4mD/ALCV2P2P/wA1eb/s8l8niK7O4x/+avSfiRv0RXNH7H+SCRdjVHi9hja2UDf7xyjTSZds5Plo1TA4Hrcorg3O6Zyooa5YTS/WDlHUSuZC4l3ZG58bGtKZuLg6lcQMKXwWQ7RSOflxISHBriQd0h2RkJULNQ1HZE2rkbjjET9bUtp1uwEvy9RznACW1jXN9Ox90VSDtM/cISJy2PY9yowZparC4F3nEOGAO6r3uw7c7LRik5olUAt/ig09kNTSecoz/BOKw27lwxwEYiGEiLdx3S9WPxKChW15ZPUN7YUYepxH1UmiGKmcH5SFGlcGy4ClEl0GWeyJwIAwlg+yJ5yfoiJ8BxBurJTuAU1EfUngcFB9FkSRTgYCsI9JjG26gQAggqxic0MCpn0aGKaHN2cdkU7mRxGV2DjgIFxLtRGR7KBd2yOibI06WIRVsj4RL6be2e4Okl2eT6VtWtDXgAdlhuliDUl3dq6DZY46+509K9+hspw53sqskeTDm5CwHVdJGMOcZhx+a9i9GMdF0pQtfs7SDj9y5H0/0N4fWetgq6y/NqZY8ODfquls616Tga1jblGGNGkN9sKRjISKo4z9qSllF+oqh3pjz8y5A97HyHQ4L1b1ncfDzqqkZTXKsYcbtd7Lk3WvQ3Q9Jbaittl8a+eP5Igg4yCzlvDco4zq4TcTsxHKOI4CRsg63B2XXPs1dVQ2y9PsdYcQzfqz7FchaUqN8kE7J4JHRyMOprmncFKpckPdN5tdFdaCajrGh8M7dIwvMHib4TXrp65Sz2qB9VQklwY0ZwtX4XeNTYaFls6k207CU8rr9r6x6ar6bVFcY5M9n77K/wDINni+SkuUDi2S2VAJ7aTsrjpHo/qDqSvbTUtHJG0nd7m7BerrrcPD+Fhnrfhi477NC5r1x4xWO1Uslt6Uo42Su2EjW7pHGhTnPit0/Z+lJaG2W+fzq/DfifosO5wfNTsDhqM7dku41lRW1UldVSvlqZHai9xzyusdEx+F1Hb6Stuk3m1cfrkjQoJ3zw3aB0Xbg7Y6f8l5u+0TE6HxCDng6c/5LskHjJ0XSwNiYdETflaFnep+s/CvqucS3NmmRo2d7phpHn2R+Wj9jzQf3L2h4aSxS9E0EkJGjyxwvJHWsdl/Tsv9Gy39H9t10TwV8UIunof0NeSfhM+h/sh0V2N/aVs1fH1Qy5sp5JIH8uAXLoo6ureIKWllkkdw0N3Xr6t6s6HutARW1MM8QGRqAXMupvETojp5z/6M2mGes48wtHpQ5YWbrwE6dr7D0ewVsAjmlOdPcBZX7VFpqqqzwVsEDpGR/MWjOlY3oPxivFD1GZb493wU5w4do12p3iD0VX2tz6uojnpiMuY7uoo2RSo8iNiqZBmOlmcBydK6P4G9A03WFf8ApOsmxTU79Jj/AGlY+JHX3TpoJrP0dbwBUfrJ8fh+iz/g91s7o28iKb/QKg/e/wBn6qONCxZ1L7RVurqTpGnoLHTvZQw/rBEOV5wYyANGujm19zoK9u2q8WHqShc2lniqIXj1MO6iTdF9I41S0NMHcgbBTY2NJWzxiGhgy2jmOfaNG4S4yaScDsdBXsuPpvoyNuBT04PscJ9vTPS0zAyOmpj9AAl9NojxcHioysa7Q4OY72cMI2YcvXXVXhd03eKB0MdKIZSPQ/HdeZvEDpWs6RvTrfUAuYT6H+4TVQtUU1FC+e4U0UUbnl0g4C9s9Gwmk6WoIcfe+WvPPSPiL0n0/ZoojYoZqyP/AFkgWgH2h4G4EVFjH0QhwSJiPtA26tp+vJKt9JK6I/jDeVzvzG64pnNIDXgkEb8rtlb47WW5ue66WSKoaBhoLVybqCvpbrdZq6mpmwQSnLYgNmpntK5vk9geGFZDWdFW+WAjSIwHYXIPtF9FXSe6tvtohdNGPmaAsb4Y+Jlf0aW0tS4zUbj8p7LrrPHDpOelIqWjBHykJltZY+jz1bukOpbxO2lpLbK17j6nObs0L1F4MdOt6Z6W+BNWyWq5kDTnC5J1r41y1LHU3TlBFRxuGDK1uCVj+i/EG99N3z46epfUxSuzI1xyEKoClR2n7SnTFbfLNBVW+J0s0QyWgLz5T9L9QT0j6h9tliZF873jAXf2ePXTclKDLGDIBu0hcz8SPFqt6jjdb7XTR0dE75tAxqUoF2c2jLTlvJShjOMJqNzWjJG6c8wB2pKI0EWlztktrAOThE2TJwjkyTsgwD9pqnW+/wBDXM/1cgz+WV7V6XrWXfpylq4iCHRgO/gvER9TNLlsfDzxPvfRx8nUaii/2ZKKLYcHSvGnwprLhcnXuwtBkd88bQuVx+HXWkspiZbjv7NXVqL7RVvNOXPpyHHnUFR3/wC0DXVMTobRR6HH5XlmFJbmM1Bkrobw6oOlK+nu3WNfG2YHTHT4wcr0HSyRSU9O6I5ie30Y9l4iuvUN6vF8pbjdauSYQyBzhryMZXZbr47UVDZKeis8JlljYMuPYpo8AjLaNeLHhN1BdOq3XC0AeRI71ZauS9VWGt6buZt9dI01A2w1aC9eL3WVzlfJBVOp4yM7SYwslV3Gpr6xtfXTuqZwdWpxzlMpFUpGq6C6J6juXUFvndbnxUzJATKQvXtLTvZRR0uRhsenP7l5Nj8ZeqKWjZS0sTI2M4IwmZPGjrXT924h5/tIWWxJXi70H1PT9ZVdwpLc59O8kl7dxhc0nEkD3RyjTI04cPZbmTxj61lhfTzkPEgw4OwsDVTSVFRLPLs+R2ohVuQ9WbDpPoLq+/VtFPTW6QUZeD5jhtyvY/TtDJbrPR0TtJMcYa7fvheOLR4odYW22MoKOSNkUYw0B2Nko+KnXb5dTa1jR7a1IyQUkjonjp4adU3Xql11s1OyWI8gcri1xpqm21clHWtMdTGcPYRwtXF4sdcxvz8eAcftZWWu1yq7xXSV9wIfVSH1OBUckhG4l/4VdezdFdSNlz/UpP1wXr3pzqCz9RW+OrtdZHM2QZLQ7cLwlPBG5uXDKmdPX/qLpqYT2atfCAc6dWyCmFM9X+IXhLZ+pnvqqdopax3LwuX1PgBfxUfdVkmFRW/x86spY9E1OJXO/GSoV68a+sroPJieaXPsUzeN/mFq+joVg6L6Q8O7pST364xVl0kfiOLVkgrvtG5tRRxPZkRyx522wF4Kiudc6/092r6p9VJTv1DU7OV068ePV+qKGGjtdIaYtZpLn8JIuiGo638GLjcesprnFXMipag53kXG+s7YOn79JaoqkVHl/M8JV1616turSKi5Oa32aVn5JaiV5dI8veeXORkK0Kc6V2zhsm3tb3R6pffKS7J5CR3YUqQ+x7GbNaErVHIzDmgKHg7lIeXaTuinQu07N4HeKH9F6gWq6y66F/DifkXpa1XWz32hEtJUQ1UUo3bn/JfPlzCe+Fa9P9UdU2J//VVwljaOG6tlchlLaet+svBnpu/1Jnp2so5u+BhY4+A/TluqPiLndoI6cc6pAMrjk3jD4heX5ZqW6v2tSzt76r6w6gGLldXhv7IJUfANx6o8Mr70ZR9SydL9KU7ZHx/PUe66T1LboLjZamgq5WMjlbjLjheG/D/qG4dF3mS6W8GeeduHA9la9Q+IPV96cfiLpJDG47Ma7GEqnjG5OjXbwp6Ns1NWVtXfoDLu+OISepcPqa3FRJHGz0MedBRVJqah/mVFfPO73cU1oaEHJPoRqjs3gf4zR2NrbDfnvNLqwx57L0pZr5ZbxRsmo66CWORudOoH+K8ASMY4nUAp1qvt9tLx+i7jLA0dtRwjvQ6Pa1+8Puj7s8z1NNAJH8kELNVvR/hf0v8A1ytlh1s3DQQV5ok8ROtTGWPvGR2wVQV97uVe8vr6uWcnnLkd8GDlHVPF7xM/pJ/1LZW/C2mLYAfjWG6TtcV2usVslnFPHJzJ7LOCZx+VpKdY+Zh1Mkcw+4KDYT1H4X9H9IdDXAV1RfWy1X5reXTqfpW4W6eimucWiZpafovEctTVkfeXCqP/AI1H82Unasqj/wCNREO63zwq6NlnmraPqWGP8eM+pcUu746O6z0kcnmRxHDX/tKK4Snc1VTjv94kS6Px7lGQrFmviDSCzJTM1aZIi3RgJTfIeCAzJRPa3yy3RhRIEUV+guGT2Rx7bJTc5wknZyezdEc4Yd0UeclEw5O/ZKZ8xSyiwldcYiQ5yz1aT5m5xtwtPVElwb2Kz10hPxGW/N7LRgkiudtWhihyRvvupLgSTlIp2uYCCPzTri0DKub5Al7Rlri08Iywk5RvaHacdypopdvmCgrRHoB/WqgHgKNOWvlcRypVvAfNUYO6hlumZ35oXyNL8Uh1uNPO6LDcb8pJb7FAjZEr/YXHu/ZOkEgfmogkLXenlSonlwaD2QZZBksamsBPKda9wBAUeB7pJHNd+5SYyNRCqkaooAnkbGdSiyzTStLZDlqmvaHMI7KDKxzSAFI12CUbLGxU0+sSQDS3O62lK2MMDx82N1Q2aTFOyPGDjdW0LiyPA5Wacm5GHMqZNGXvP3k3/wARNSktLsPmz/fSaZznOJ4/elztJOykpNlMVyRo26n5c+bP/ERNjeHHL5sf30G+Y2TJGyddktylVljVMRpHCAaAgEM4QfJBxre6BONikh5wgSHcpWiBuZE8es7eyET5ojinrKmJvs0pBBJ2S2DAwkSoIczqiU/fV1TM32cUGNDPkyB9UeUYT7gAAbj3ReVSk+qBjijHKBA7YRTsFivIpSNqdiU2lgx+paElowNwlaiUdojFNjaxuGo/LD24cizgIg/3QboAfljRp82b8te38EbGMb8qGWo9lEg2OAAj1BJdTxv4z/FJB25S2u0hNdEDja1mzNk7R009wqW0dJE6WaRwa0NGd1Hkka2LVxlelPs89G0Fus7b5OBLUTfKSPkUvgkeZUUNKYvB3owV05Mt5q4toj2XLbn171bcKh80l0kZq3wtx9p+Sf8ApNAyVxMOPSPouUD53KOdDT4dE/8ApH1DJ+svNR/FT7f1p1Xb3CWG5Ok0bjXus+4hGxxUTEs9QeCHiNP1bTy0dedNXEcLO/aupIxbqOduA9rs5WQ+zPDVz9aVE0LfudWHFWv2ob5BVXeKzQv1eUcuRTtjnHHP2BARtORnZNkZdsdklwJOAcJYvd2Vsdy0nCTI7cAJsAj8e6W1pO+UwriKcS5uktyE3ojafUwYTjXe6S9w9lHyRSFtLCzYABKaMR7jZRnuPPASfOc0YLiQlfAz5HDG3zS4xAj3Sn6AAGgBRjKXZ9WMKPLVQMcNb9JHupVjqJNcd8ZCV82Aq9lfTZ2kaU9NWQmHVHKCR2CitE2tlg0YHCJzsHKphdYtJ1F2QmP04X+hsZR5A8bLx72k5SQ9uduFQy3WoaMiLYo47lPp+TlCx1iZemRjM4wmhO3PzAFVL6uSVuBsUgRPkOrWUVYdiLWWtia4tLgQUyblRNOl+CR7KsqKYObhwP5pujpooy5wbqP1TKIyjFFi++wRuIbA5yS2/MecGEj8lDniEkZBw1xUJlLVgOdTuDnj3RUbA9peC7Ur9nxvCUa2nb8jHlVDX18MQdLTtcVIZcSwAywNb+5DYCycbhER6oiMcJt9yj0n7s5UOa7wGUNdAcn6IhWwPeQ6Atb9QkeMn+5JbcQ8fdjASm1sEWTLkfUqO19KJchpB7eyKplEzS3yA7H0RjB/Ifa/myfBXUsgyyVufqpBqG4zq/eFl6yOFsQcGFrx2ClW2uglYI/M+8H4So8bYrivgu31rW8jKakqzL6Wt2Udwc4/LgI4nMacE4KVxIkO7oAOJ3KebpczYJtzXu+UJXwEU14aOUQqCTjCT5b+4Sgwgj0oEHQ8uGwQdI5g2CW3Hsm5GknZFgGz5pbklNOL9Sk4OnBCSWE7gKUS0NAPPCQ6OZ2cuT7WyZ+UhHgk4UsPBFOtgw4ZSBI8fKN1PkjBbgt3TTYwDwipAasZjbK45L8Jx2AN3bopIjzkhQ5g5xwCU/YFEmxvbnGd06/ONlXU4kY/I4+qsA/LM6d0jQyADhu5SWpTQHchLaABwhVEY04DCQCCCMbqW2AEaiUHwsP0KnYikyD5OpEYsDCsRE0jAO6bkjYNs7pmqJ2RN2DZIdUHTjupT2g7BNOpw7chS+RyGZXnk5TkeQ4KU2mbsNOE7JSBuDlPYHx0Iid6dwm5Yw92pS9LMZ7JtwGduEKIpWRN4wSAm5an0YxupEozsE06BpaT3UUg9Fa/klJbulSEeYR9UknB+itNUHaHGHAKU06kxnbKdi3HKDGEVA9WocBZ+oeX1bz2ytETrjcCszKQyd7fqrcQNooEDIxymDnJynclNH5ytCEaDc7DcJzUfqmgT5oB4yr9sdNpGQzhAWyoszfvKgDlRt/Nfn3Urp/1yVBHsosgIldn3UgGXSCI3yClYw1IZyU4f1ZHdNKInyMYw/UpNL64yfqmRu1SqYBvpHdLQcYumLg8nG6mtAbp+vKitadYwpjQNwVVI1piwzVvnZE6LLhnHKYq3SRx5YmPiJfSS7dRRbjZG+TWW2GNowDl6msBEpaeFS2GcyTNc8rQyMBeHg+krK1RhzdjkDtL8nunJTk5QY1upr87ISyB7vSNgpyUX7hkgJqXUOOE6QXOxhHUN0Mwg0y27IwO6UcJBO6MquyCwfdE4ZGUR90eoacKEA5wYfSnGHPKYkzyEQe7IUolkjPOUbTkcJsl2QnPw4aFKIG3ndG9oJGlJBJ5GEoEJ0hWKLcN3KLtwURd9ERdnkYRCkKY45wUp4ykAk7hE6QtGSpQrFkHSMJYG6jifPCM1AHHKlpA2skcI2HJwVGEkj92tS26yNwpdkodkjBif/Fenvs49TwXXpf9HOwKmHsvMGojb3Vr07fLj05c2V9snMTx2HdGiLg9PeNPQJ6vs3mUjQK+AZZnuvMd46d6itEr4Km1y5j2Lm8Fdw6O8ebdUxCK8wmKVuxee608/id4f10GqoipZD3zyUXGLHuzyvFDcXHH6KqHH8loumeg+p+pKhsNLQSQRu5e8bALtNb4neGlDqdDZopHf2VhepfHO4VLJKPp2hjt9OdmvDdwkWOIrZs/ibD4OdLGgpyJ73MNyDwuBXq4Vd3u09zrZNUs53b7Jmuq6yvqvia+pfUTH5i4pjumSoAssOjY7oNadGDyiG52KGXB2Twh/ggh4e122E5G8gYPKJ5z6kzI6MHU5ym6gdjsofym9YHOUT6yMNxnKgVM8hdmPhJvCoE+SaJo3cM+yrK6sqWjEMId9UT2mTBkzqSm50kYKduyyMaIbKq5Od+rYEPLfVPxUsIx7KQWPadTQSnaWZuvy5mkOPCgG6InwEHGkoeRS0nqc5wz7q18t/m/LstR4b1/SFBW1H9K6T4mMj7r+z/FDn4AspgpKmkcwYI/5CmX1MDXDBH/AClequg6fwf6tqv0bbqfFWeI1tz4N9EZz+j/APFMOpWeIPPif6Q0kjk4T0TYHjV5pwOQV6o6+d4R9Cn4e40wmqv9nhcK8Sbz0v1FXQS9M0fwlOzZ7ccpuPoWUpfZkoYGF2C7ClxQs7vACqbvFIxgZTvJf3ITNC6rBDZsub3SqKkVuRaVMbG7DJ/JRgHMOfKmLffyyriw3SgoOoaarnh1U0fzw/7Vd66V668LL9cobe+yQ0c0u0ZwpTXQFyeb62ej0NJbUf8AwijNRBJG0RNqP/gle5W+GvRj4hJ+joiD9FmfEil8Nuhbf5tXaRNOf1cbEasZQo8buklG5inaB8uuPGETneY7U7ldH8UusqDqq1tt9m6XFu0HPnjkrmxppY3guT8o07osWDHraTGDp+iVNN5kmvy2gIntIaDp5TTnjSQFN1j7E/gXII3xjW4NUmKpgjiDNJcPcKrzk5G/0T0Epd6A3CRtiOEfhUPTeS5znYyqemnoYq8mZ3luzsVbeluRoOVBqbVT1ZyQGHPzKzHJLsqcGvk6/wBBeD3V3VUEdWGtp6B3EjucLtFq8DemununZ6qtLqupDchzuAVivsw+I99bcG9JXGWOWBoxA48r0V1r930pXyH/AGRSbLCjwhVFjLlWxNxpjnc1v5I49JBwMFMSQufcK4udgmd2PzTkMbm4BOfdUVYGxxjHF2/CcMXuE40Y2RknVunUStsbbDkJzy2NbkoSSNZumn1EThjKjVBirASzGQEhsrPZBuHAhh2TRiJOErVgaoddPGdgAETXRg5AyUj4ZpA33RSMEewO6AB8lmnJCjvc0O2CSXEjukHVjcIJDqxTn6ttKQYgeBulMcQnWPDT9UU6YzEx0wI9k6Iow3GrdK1hxweUTmkHICsFXAxjS7CJweT6BlOPY/UCW4CdjDRu07pGgSdkZrJsbndAh5+YqQXZOO6adHIXepBB4EeYQcAonnUduUp0BG6ZcHtOylhQ40g8p6NzSFAkcRwUGue8bHSE0VYSzLhtnCakcCcZUYMkcBh2yW0YOO6ZipfYeQ/5RhEQ4n2TpmjA4AKSJWF2/KiChvSBynGRNLMZwlOkY8aS1MzyNaznCDQasoaoaKlwB2yk5OnbdKqvU8/mm2Atdj3V5oggMzvlOxHDsJLQclECBIMoMdEhzQP3rLVnprXjHdaoYdusxcc/GOONsqzDwyNjYcc78JH4yUrhESGjK0CBEnPCmDV7lRCTp4TmZPdArYdo1R/EBvKjnO+o7kqXRENfOByoZIJOecow7Gl+KFcEYQOdZJRMyCUCCXElWMD/ABAAAc4T7DqeE1Hvyn2/MMcKqQ2HhEqJpc8KWxnqwCosXIClR7OVUujSCVjXNweVAqqcRyteDsVZnGcqHcRnyx7ndLGXIsrL+0eQ+BnljBwr2NgbGC45CoLC1sbA0OBV4C4BoxsVnrlmPL2IJe15LE/SNcXanICMZynI3ZYQBuEy4KB9+iFpdySoTpdbXZGMpx2XMeXHgJpuDS5I3UcgojA4dujO5RvAxyg0AKnaWAJ2wiIzul7FANJ2TogYILcI2tbnAKSYtJ2OyMMy7YoOVEHMhEckbIBpAwUTM90bsgUhdnASowRu4o8YKPTqPKiIKyDwEgnB3CcA07IsZKClYm4S4k/RNuYXcFP6BhEG6N0U7JuGGQPac4SXU8j3eyl5JSjkt2SOKZN0iLBBJG/d+ylnTj5t02Y3d0BFhwOUUqI3Y4cYG6JzmlDGeAkO/JOAclEbzhzA5NfDwZyIwnWRgDJciGNX0QAE1kLfliARuGrY4+iXtnhHlo5CDkQa0j3RlpI5SgcnhGRgbooIho0lLLs9k2WEnIdslDjClkCcMgJueIOwcbBOFwCAcXBK4gIvlwvOPLOU1K0MGGsUzJycjCJrWu5KG2h0yuHO/dB7g12N8KwcyEHBblJMUZb8oKlDNkQuaWhre26NjovOD5NypBjZ2bhNiIA50cJ0VMTU1jhAI2tIH0UGoLXMGpupWjiXjQIg364TL6QOGBuUboVRLnwflktniRbJGZAkd/mvd8Di+Jsz9/uif8F4T6Ep3s64sxk2If8A5r3TSOxbW43zD/kmiWxPFHjyBdPEys1HX5R2WTo6eCFmGsWr8V2Of4lXAj07rPQhzX4c3ZVNAaEMgjLt2c90s08DRgAJyaTQ3LQo7HOecuGAoouJW1ZGNOXSHGAMp6jjkgu1BIybBFQO6U0HKXGwmqpTjioamboeKo919FyPqOmba9zt9Df5Lzh9qs1snV9PEx/oBXo3oKNrOkbcXO5Y3+S85/admdF1jAwgnJ5Vn5IbJzE5dTGd8eJ9ijNLA8kFu57pDqg4ye6ZdNUuy1jdvdVuNFKi/hiaihijY9jnA54WcdSuZM4jcZV0+Ooe4kuJITYo5sF43Uf7GjHS7YxHFC2EvcwAgblMRSUb3l8R37qQ+mneCHnAPZIitErc6Y8KWNUfsltZSGHU71ZSKWGB7yANQ9kIrbM1pw7f2Qgp6qncdvSe6DB7fs3fgWIx4pUbW9wP5r171yA3pKv18eT/AJLx/wCBTCPE6kceRpx/Few+tWF3Sdwad8wbfwT4+Yk4PCL8S19bo/8AtDksMI4Tr6YxV9bo/wDtDktjMchIolDyWNgjG+yJrm52OUqRhJ4Tbvuxs3dRDKvsedEHDhRX07ATkYShLIXbHAToO3qRoibXyNtaGtOEQkBbkcp4NaWkjhMlrG8KMF2IIcXZCSWHfUnQTnZNuDiSSl22FcBiOPGS7dMvadWG8KTFGzT6uUoMA4CG0beRPKfjICQyGYv2CsWbhONa0b5R2CvIQ2Uzz8w3CmQw4ZlyVndGTtguAT0Vp2NOLXenSmJmAcHCdnLWcOUclrhhzsKUMlQAG++6S4lx0lKj8lztGsfmnXtja3YglJQaGA08JMkeBun8g7JM5BZhRRGTorHxOJwURjIbzwpDw8lIOSMYRToYZdK5uAE2+SR26lNptQzlF5JDSFNxGMQte7Go4TmkNccOSZQRsEwWyOzjKZUwJUSJZGgD1KLVy5ZsdkHwvcN8pFXEBSk5OVEh4kYNGCeUk+rhKjPoCXsDsrEaLpDWS3OUTdx9UqY+jJ2KahBznPKg12h+F+mNzidgFlqqoD6mQjglaGrBNM9reSFmZ49D8d1fjVyK26Q+zJGSieM7JuJ3ZOPwG8q1oFickaeT6leNiGkfc9vdZ952GM8qT5k/vJ/EopCsdoBiaoJ3yozmASOCmWtuZahp5USYFsrs8pExpdJBfTujecJAJzlG7JKdMW/gMnTgo/PzgAJBcNhjJTzADH8u6HY0WPQyv1AK0YctGVDpI4hjWd1YADbTwqJdmhPkQMApm5x5hB9lMLW5weRumK5wMJA3GEqXJJXZP6WhifEHaySTwtS9gLw0DYBY/pKYQvdq4WsgqPMZqB3KqS9zMWeLQ6/AOyTTtJB90uJjvLLjujZscgYKEjNYgPaWvjx6sKJNqZCG5Ugs0OdI48pqbBAQLIkWIk7FOZwhpA4QcoODI5Q15OyA/JKLRjKRuginOwEGnJR6QQgGjlLQGwF26U3PsgNP70tjmhpLkbE3BY7JbW4QZvulhOHcN6XI9Lk/GyWZ4jp4nSyHhreSug9E+EHUPUJE1wBoqb6/MkQEjmoOXaWlKx6sErqHjf0TbujaKjp7PEXVcn6z+2muiPBy9dQQNrLi80tMfpuUehmjmug45RR6gV2nrbwRjtXTktdbqjMkX4FxYOc0kM3w4td9CEUSh7BdyeEeC7cN4RUdPWVtS2no4nTSvOGtaF1PpXwSuVdStreoKoUMOMlr9kU18ibW+jljQ3hzgCjMPc4A913KPwy8N4WfDzdQUznnbYpNw8BaSWm+J6cugladxpKjaZNkziAjROYr/q7pW+9KzmK5UjhH/tcelUbXBwBByCkUrIEGYGSkzuaGZUilhmq6hlPTxl8rzhrfddZ8P/BW5VtRDXX77qLnyEzjJ/iiVZmrF4cVFd0ZN1LWF0DI/wBX/bWEOH57YcW/wXtK8dMQV3Rrun6Einixgf2Vxz/6Os2rPxzuc/rEUPto4c6DvlJaOy7Rf/AZ1ss9RcTcXnyhnGtcaIAc4PHyO0lGqEC8prt+yWyJrfUTsnLdQ1txrGUdvgdLM84a0Lrlk8GqKhtwufXN1FHFz5Wd0CUca+IpXOx5kZHvlJIgc77uaMn21LulND4MRHyNUp7Z0KxuXgz0z1BazcOlqkH/AGYU20PR568vdOhjY+Fa9XdOXPpe7mhuUT244cRs5VJeEGhWE4AuzpCNj9O2gIiMBHjKKAgBwdyiLQDlHgBESiEuehzq62tp/wB7/mvbcIxQRn3p14h6F264tTf7f+a9vU/qt8DfeApoKx4I8XeK+B4iV35n+azRez9pbvxW6K6rq+uaueioHSxPPzjhZoeH/Wr/AP8AVY/gUjIUbqnScBuT+SWBlutzf8FpIPDzrP5n2+P/AJSpUXh51o//APV8ePyKCYrMqyMO3wnm7VVM3SP1zVpx4cda9qJv/KVJofDTrWSspi6gbjzQflTNCo9VdEjHSVsbn8Lf5Lzx9p/J6zp8juvR3S9LLRWSgpJxiRjGh30Xm37T7ieuIG54KddDy/E5c1oJOycjw0HCZAeCUuMkco1Yg5jT6vSm3TQR/Oee3utJ0V0ZeesLiIbdCfIb88vZq6d+gvDrw8xTX8ivuf8ArBnhVkZxOKCrcMwWupkHv5ab1Oa7RLFJE7uHtIXqbobrfw+vdT+jKKmbSycNZjlWviL4aWPqK0l1NCKasAy1+OU+yidnkTugQ1zcEKVeqCotd3qLfUMw+J5A+o91FAc52AEkhOjW+C0QHiPQkDs3P8V636vyOmK13IbBv/BeTfBZrv8ApHoj2w3+a9bdTwS1tiraWD5nwYH8EYdFuNNnh2q+7uFd3+/KepKG6Vn+iW2eX6gLs1t6D6X6Rcbt1rUj4uWXzPhcrSUHif4eULmxUdNDHEduEyhZUonnyeyXqmh82ptFS1v91Vjgc4Iw79k8r2rZq3prqiiElHBBKwjhcu8a/C6jbbpuoLLB5Ukf6yMIbaH2HnoxRgf2uyAhBHO5T8Z2aCzccpDgRr0Dfsi0VqQxMzyW5fJGP7OrdXPTHRPUHUQfJR0UjYWN1eY4YC6f4FdG9I32EVt0mD69g9UC9APttHT2ee3W6ERB8WGEDhK+C2Edx4YrIfhKqamlOHwu0uUm22u53JwFut882e+g4XZT4d9M9P3WsvvWtwH3kuY6XvIr+i8W+hbS+OC3WmKCEcuICiVkSOHO6F6vadT7RJp/ulUlRTz09U6nqYnwyN7OC9odH9ZdPdVwPNvlhc4fhOFmfGToKivtnmqqGCKKriZnIHKOyhnA8petB3pTkrZIZpIJBh8bi0/uTLt0r4KBQfkblR5iHOPqIS9BzsmpQWbuSydFkUQ5jJnZyYe2R45KkOy93pCcjjztwlTsdqiFBDIBjUcqRiYbZKniONoz3ROLS3A7J7FXJFjL8YdsnXOGkZKT8xSvI1jnZK3Q20LzGEb90WYwkiFriSDwkytAGyW+RqH9TQMjumnEHumHucg05G5T7fkgqQtcdmo44iRskjDeUqOYBRxZOiQymBblyYucMbaNxDd0+ybJTdaQaZ26aIqlyZyLOMcgI2uySUlmW8pewGysNC6G5jqaT7JiOT0k5xhSHkFh2UYRHBxwU6LYrgkgtkiJ+iy1SXGrkHsVp4I8R4PYLO1AAqpXfVPilyynJ3QljQG8IpN/ySw7I2SXg4xhaFyBuxsnBZ/eCthUsx+rCqHtbrj75d2Vr8PH/s3JgBWtp+Inzwo1fh1Tp7KTbXHzpwolXtVbqmL5LGI7kozvhEdiizuCnfJWAY1fVPMIcw6Tj3TB907tpGn96VjY+CfSuYwhztttlLgqGvOAqluQ05OU7TP0uASOJfZdjLvyUO4tLWFwCl07w9uEmsbqgdnsqk6ZB7pN8QZp07k7rWYijk9A3IWM6bc5lWWuGxK15wX5+iTI/eY9R2Oh2ooawMhNBxYcgZTD5fLcdXdK+SrsarHZmaw/JlSpm5DccYVZM8yVAPGFZF2Y2/kkvktmvahs44QIQIAOUCRjIKFgFt2ahnOyQM85SmuyinYRWn0ow3DUGlAnCNCPkGEoAJOrKU0d0CUKaQEsHbKawlMdg4UBROsl2msV1p7pAxr5IXagCvXXhh1dF1f0rFXxw+U5rPWxeOZf1T3f2T/Jekfswf8Acp391NHgsTsv/Fup6ftdAy/Xik8+al3gb7Fc+sn2gZX1zI6ykDKJ+2cfKFM+1XL/ANXUkP7a4M5jRlhAIDQP8E26iSdHofr/AMXbDJ03LQ2z72WUf8i8/wBFDJV1Qpoh99UybfmVEZHH+yB+QXUPs52L9KdVPuMzRJFTbs27hVy5BZ17wd8PKHpK2i617WyVT48ucRwuTeOPiFc7/wBQy22jnMVJTnH3Z5XffEyufbehKqUP0ucwheNNbp5qioLsuc8lO+BZCZWuzmSqq8/31vfCfxCunTN6hhmqJpaCSTuVg9SOoOKZx/GPlSdAPbVyt1r6ssJZVMbNFOzU13OCvJHiR0vP0h1NPRyAinc4mM9sL0T9n+8SXLopjHv1OjaMbqo+01Yoq7pT9KNiBkiIJdjfCa7Qz5iedLfUVFFUx1dK4NlYctK7J4C9cdRXjqd9DcqnzImnSGrilO/UxpaukfZy9PXE+Rk6wUv9oIfkeg/Ey4VFt6Prail9MwcdLvZeVWeIXWsjSf0k7Tn07r1D4xf9xK7++V44p/kb+bv5qIfIzQ1PW3V9XEaeouTjE75hlUBb62saPvJX4aPdFrxytP4O2s3/AMSaMOH9Vpzk/wB5CQkVZ3Dwu6Yt3QfQc/Vd0pzJXlmWDuF5/wDELrS8dY3moqKioqGwBxDY9BxhesfFLqCwdL2AuvsLZKI7BgOAuS0/XvhI/Hl2CHDt86sJlEdx2nBqKkp/L/Vzh/OdBXb/ALLtfeIr/LbmtnbRycl2wVg3r/wrjdmLp+LI76sq2t/jN0Taxi3WeKI+7RumjCitF/8AaH6dpLv0dLVY/rVN6mFeU4mB7QWbafm+q7t4geNFsvVglt1DT4kk2OVwyJpjkc1+2Nx9UZMgnQQ7PdL0Yw7ukgnUSRuj31JCAaQHEnlKBYXZJSJW43ymHvPAPChFyXnR7wetbWB/tP8ANe36P/QoM9oV4W6F1Hrm05/2n+a900+1DGR2gTY37i2PBxjr7x0j6f6iltENAJfKOMmNUf8A9IqbgWxv/wANcz8XBnxErsDv/mszoCm/9hGduf8AaJr84bQP/wDhhId9oS58mgOP7gXFg5wGAgMDcgp1OQp2f/6Q124jo3f/AA09SfaCubqmGKaif948N4XFY3fRLbj4mm9/OahLI32RHuaw1f6QtNNXkY84ZwvNX2nR/wBs6f8AvL0V0P8A90bT/dC87/ae/wC+cH95BDz/ABOW/mrPpKz/AKd6ipLa4+iV+6rD/aR0VXUUNQ2popDDOw5a8dlNxWezKalsfRXR8tNDJBSmOH5wd3HC8d9RVAunU9wqqj79rnnQXb909e+pOo7xhlzucsseMaQdlVw7Ejge6DfBCRQPNvuVLVUzWRPZM0hzfzXtvoWuluHStFUznU4swT7rw8B5lXBHHl5Mjdm7917Y8OInxdGUDXAtIj4ISQuxonmDx2a2HxGmEfGCsOC4OOOFtfHF4k8RpwPYrHABp90zfJVPs2Hgo13/AEjUQPct/mvW3UtUaOy1lWzmOI4/gvJPgrLnxIpB7Y/mvVXW+R0zWt7Oi3/gnTtluJe08adU3O436+1VVcJzPiQ8qsjggz+pa1SKjasrAP8AblNFI+Cl8m98Duo57F1lDSsmk+HqjgszsvVF6iFXY6n/AGb4tS8YdGHHW9qx+2vZ8hP9Gnf/AHf/ACUTLsLs8TdQRx0/UVxp4/wSqK2RoVh1X/3uuX95VpaAi1aKp/kabwxqJqfxDtwgldGHncA8r2JXSOp7bLU59TYic/uXjTw038RLYTwP/NexrwM9P1J//dz/ACRXBZjPHHiHd6m+9V1slXM9/lPLW6is35DP2G/+JWF//wC8Vy/45UH1ZUbKlwX3hndamxdaUM1O4hj34IXssEVVtMzv9bAHEfuXiOwgtv1u3385e1rM4/oCnPOaf/JSPCLo8s8aeILBT9c3KJjdI1k/4qj1ZwCN1qvEprXddXA43z/ms8GMIzjcKVZTN1IYbgJuoZqCclYWv+iS447pKoKZWvb5bsAIB/upU7GE5HKivYR+EpHEui0ws98otZGxS/LBbuCEPh3O+XJQUQ2kKp9LH5B5UmRzSMKG2nqP2dlNhgdp9XKsr6Ek0Nlzs+kbJDo2cuO6kvp9GRklNhjWnLig48BTI8scbRnO6Y8vVwpcoBd2wkBmyRRoZSGhAUl0OnlSmgojCX7kotNgshSNIwkFz8EA5CmTs0NwVEcCMnlFcDPkqDFpmc15QLT/APpT1Yz1l3dMs1EgHhW/BdDoRJs3CRgjgo5pGtJydgg0B7Q4HYp/gtQtjC5rt+yzlU3RPL7rQsJY4jPZZ+qOqol3VuEqycEQOwB7pcjiWBMyZ1ABOZIOCFpKmwagC381fMqW6RuOFn3Hcfmpok2CgqHaDV8dMwcIrqGtkAHKXbcipmJ5Tl0iGlrzyqOmXyK5/wAxCJ2xARjdE7sFbErsPnZOPbiMBuxHKZLtIACksLXN1fRRoaHIQa7ytWNkcJ3yVLY+NlLp5yopOxI4VdmhRouKGTMQ90/Mwvj5UG2vaIQSVYRuB4WaXBGDp4NbcHNfvhal7mNWZtRbHcCcZytH6S5VzfNmXMrY7Tu1M3G6jXPSCDhF57oKkMx92e6O4EDGN8peypRqSIboyNJPcqTNJiID2SC0uY3TuAiqdw0BQubvgkRFr2b8og3GyiNkcx2FJB9IJQasVoXjZGMjhBoyMpQGEUqABo2RkIMO6URkogEHZG0ktQc3ZAZwgEPPZG1wzhEAcogwh+VBasdkdpgeP7J/kvSf2X8Hohw/s/5rzXIdUTx30lekPswEjopzf7P+aZBjEqPtYH+rUn/hXCifU5dz+1ec01J/4VwrVs4qSRJBjZxP0Xob7KcETbPWSD8bl56a7UCPou5fZRubGGrtbju1yFCo6F4/O/8Aq+kx7FeR6d33P717L8Ubd+kOiq6m9tS8cMGHyxY/Uvc1NIabDa46s6U4HAtxhJ+qMENa557BKV2egfsnTuktM8QJ0tJG63njW2M+HtWZDtpdssb9lWidB0zLUubs9ucqz+0feorf0V8GT652nCOP8R0vaeXqInyWAHbf+a6X9nAuHX0pO42yub08YELC32GV0n7OX/fyd34cgJE+BY/md98XQHdEXHPbK8bxuPkn6Of/APMvY/jC0u6IuOntleNGvHlfk5//AMyJbJURa2r0PEY7cldf+ySyOp6krJHtB0nIXGJKeSZ+QB+ZXVvssVrLb1nJSzv0Om2HsUGrGR1r7VVE6t6HMzWCRgPtwvLdHTxNpYi1oyG4K9x9cWWO/wDTdZbngODmEtA914wvVtnst2ltdTG+ORjzpDtshNuaXAsuSJoaBs0IaQRuAiEmTpDSj1YOCEbKehY0Nbjuk+ovGUotZpB3SS05znZBslh5BKJ5I4RjnIROOUAobkeS3CbBA9JG6N6EbQ7nlEbouehgD1taiOz/APNe4aY/9XM/4K8RdBMx1tbR7P8A817apj/U42/7lHH+Q0XZ438UT/8AWFX591l35ytX4qsx4h1/5rMOwoVsZyQUouwEZA04SHDcI7gDzCCRhHkmtox/vwibjkJcI11tGP8AfhL8h+T250Jj+ituH9hn8l5z+07n+mlPj9or0Z0QNPS9uH9hn8l5z+00139NYP7xTsaXRy7+ygcfKiKs+k7Meo+pKe0RZGsgk/RV2KRbVbbldJhBbqKWd7tgQNguhWDwTvVVT/F9Q1sdvpwNTsuwSF6E6d6ZsXRfTrpqWhjzBHqL3DLicLzD4j9fX3qfqGrgNVJDRxuLWxsOBhPtDR0W1x+EvRs0LHarjVGUNGXbZXeLNNFWW6nqaZoihfGSxo7BeEqWGI3KiModK8zAjU76r3F0eNHSFF2cIeP3IRaJE8l+MZz4kVg9g7CyMbnY9XOVqfFZ3meI1aO4BWYI3CkuyufZrvBcD/pKofqR/Nesutsf0WuGeRFt/BeT/BcavEuhx/Z/mvWHW+P6L159of8AJBdlmP8AE8Q1Jzcaw/74pGSUqoOblWf8YobIy6KH+Rb9DAHrO25/aXs+cf8AZ/A/+yf5Lxh0MM9a2z+8vaM3/sEAc/B/5I1SLcXZ4p6sBHVd1/vFQG40bqw6tDh1bdQf2yq0cbphJ/kX3hwcdfW76OC9jXj/ALv1H/3f/JeOfDNmrr+3fVwXsW7f+wake1Pj/BT4LMXyeJb6c9QXH/jFRDyn7+dPUVxH++KiOf6fzVb4Ym2ydYSP6Q20ngyr2tZc/oClxx8P/kvEvT+XdQ2xp2++yvbdoB/o/TAbYg/yTp2iyCo8geJEg/pzcM//AM7qiy3BIVt4kerry4NzjYn/ABVDGTjfj3UTKJL3DxAc3dR3s34Tod25Th0Bm+yjohCdFw5OtDS3GkZSHOcXYHCQZMFI0OrHZYhjjKONhDeMJIl23CS+Vx/JAA+074yCi7pjVgZHKISkoxlRNg7NJH3fuoksjf2spiQOLskpioDyNilci1RJeuMnGQE4HQEY1bqpER5LjlLjpz82oooO2y1L42exSQ9pOc4CglrwcYJSm5A9WyVsm0kVOJBsohjcc7nCfDw0bpbZGAH1BBrgN0VNe0AEkYKhE4VheJBoxjlVo3bh3PZXR6LYO0RKuH7l7nHbsl0WHUbRncJVaMUxKapN4mhnCsXRamOSvEerbJws5JqdNIR3K0NUC2Nzs5Kz7X+snvqV2DoXJ7hh4cHDsQUogudu7dG9xc4kjuiwDuOVoKBL9sKQHuwNlGfnbPupYAwN1CEqgBNTKCpF3kb8NGw/MjtjB507u2VGu7XBwPLQVnu5l8uiG07Y7pLjjdK4KbkG4wro9lUuwEgnfujY4jbskuGf3I2IvoWPDHicAEJTCS05SYh78JwEdlU1RohLkn0cTZKbW09lNhj8umDs7hQ6DQ2FoDsH2UyoOKc742WVq3ZYW9gMMsZLRl/dXDWADHdZvo+Uhr9W260sjthgboSXJiyvkQ+MOAA5TNUCxu/ITzA8EP5JSJwSS538FWLHljELi2Bwd75TFwmEbGPA5KmRs1s+iYvcOLYHNGS0qJlifIy4kkEdwpNMS5oyoVNLrgYfopNNJ6tKFlko0TQAAj7JDnDGETSe6KKhTdijyUTUYRIDJPKN2zdkCNkeNkAMJmdGDynIhtgpDf8AFGXOG/dQUEvojc76L0r9meI/0KcT+rXIPC+zdKXRxl6rrfhhH+D9pdy6a698PunLd8DQzfdJkOmZT7VcX/V9JN+BcDYWPDtDwQRyvTnV/V3h51VbPhbpIHwjgey5Z1rZvD2lsxqOn6rXU52jyo2LI5ywLQdA9RS9K9T09e3PlZ+9b7hUDCe6UQJNnKLkW6PblmrqHqGyCqppWyQVDcFudxleX/Gbo6s6Z6hmr4qdz6CdxJLRwovh/wCIt36PrGA6qijOzoyey7ZB4i9GdX2o0N1YyNpGSXDhGSsfduPMMZZ+3hSKKjkutwht9CySWWV2gjTwF3C6+G3hzWP+Lpr+IRyRoUi13Dwz6BZ8RTTivqh30JNojjZ0foa2QdHdEwsqZRFHFHmTPZecPGTrI9YdRHyjiip3Yj/tJ7xF8VLt1YTSUpNNQ+w/EufhpawN5TL2pIaXVDrMNPoXQ/s+zR0vXb2SO/W/KucDLVOst1qbTd6e40m0kRylS4E/uo9odYW1t3sddQsOt0kZ0/XZeKeo7JWWW71VLXUszA150kNK9O9H+MnT1xoImXB3wtS3Z2e6mdRdT+GdY/4qvMExxv6Runotbs8r221XGqifNR0EzomDLi5vH1Sunq+ey3+lusQd5kT/AFNHsukeIXiZb56eWy9I22KmpXbPmA3/ACXLRqJwfm7pKA5HtfoXqCg6lsFNcaZ7XSBuHtB3ysn4teF9D1hB8XTNZBXDcScZ+i889Eda3vpGtZLb5CYScyRHgrunTfjr0/Wxtbc4nUs2Nx2ynjQUziN48NesLNPpFC6dn0CYtfQPV11rmwNtb4W93FuwXpabxV6MMbnPma7A7rD9YeO1BBTupun6VjpeNeFNlitGc6s6e6f8POjZKKtxV3upH/w1yBrst3KsL/dq6+XF9dcZjLI52VXPGW7NQYGKAICQ4OyjJcEMlKAbA+qcgBJ2Zk/2eUauujrvQWK8tuFxpvioBzFjcodkbst/B6xXG69Z0svwcsccZ+fH1XsFow0D+xoXnym8cbPRf+z7JHD/AHY0+ftBdxbnOP0YrFGhomW8femrpQdWyV8VHJNTTH52Dhc3c2QfPDLF/fbhdoqfHqmrRiss7Zf78KxHiF1tbupaSOmt9obQ6Pxhim0VmNcAG/VI5b9Ubsn1InDAykB0ORlx/A6T6NG6vOkum77eeoKKOC11DY9erU5uFA6cuLLVdYq6SHzmxneP3XUWeOktIP6pY2xf3I1FEiPRVlpJaO2UtI7mNuHrif2l+j7lW1VPeLdBLMGfMAFQn7QN5/BbXn66El3j7eH7S250g9ixWdjs5XPRXCnGaiimYO5LVe+FVyhtHiDR1c4xE8tbn2Vr1r4j/wBJrV8CbQ2lP7bGYWE0vHlyMcWvYQWn8kjVCWe8KlsVytjoQ5skE7MB2NsFeVPEXwv6ktXUtVJbqbz6aZxLdLcqy6F8arn0/RxUF3a6phb8pxuAtRcvtDULqR4oKAumx6dbe6ZOx2Y3ofwruklbBdep6iGgoYHAljtiV6bsjqQ2+H9HTiemY3S1wOQvHnWfXHUnVNRJJW174qYn0wt2V34d+Kl16Rp/g5w+poz2zkhEWLNN42+Ht8l6ukvNmpBPFMMOAb3XO710d1FZqSGWthaZp944W/N/BdTuX2hGvpPJt9vle8jYuZwVy+bra/VXU7L/AFrxPKw5ZG/5QPyS2CRsfAXpDqX+mcNzrKE0sUZbyF6X6ipZK20VtNF+sezAXl8+NPVYGIqdrfywmn+M/WRO4x+8Jgp0ZvqjozqWy3WuM1ucYvOPrwcLPgOOG6fvCcBo7rdXHxY6ouVDJR1bGmKQYdwsNBIYaqOpAy+N2pv5oMqZv/C/oTqWs6ppK2aiMVLGc5K9YeT/AFXyP9xoXklvi51gyFkULQANtnIv+lrrT9sj/wDFRLkyX4j+H3UsPVVwrKSiMsMhyxYF1HVGt+B0H4vOny++Vs3eLnWRaYy4eofMXZWObcav9N/pfA+Jzqz2yg2Vs6N4R+HnUv8ASulutZSGnpoznJ//AEr03VwipoZqbIy+MheSz4qdZSNEYlYBH/aTD/E7rPOrz2/86isaE0lRK6+8N+qbfdq64MpPMpXvL9YXP9BfI0d3O0/vWtqfEnrGrp5KWafMTxh3rWVY4iQHuHav3pSWdD6C8MepbjdqG4zxCGla4PBK9WUsYgoYaYPidoj0uOfovHtJ4j9WUtMykirD5LBhqTN4h9WndlxIzzuimHdRtPFnwu6gn6jqbna2RTQuJJ0nsuR1LJaOqlpKkaZYjpcPqtBU+IvWfleW254B5/JZetqJaqpfVTu1yynL3e5St0wdjjZRnZHO90jfSorjhuyFK/c5cjdkodG23BRaASjdvuEbHH2UuydBhjkeguPCdjec7hJle4O2GyZoQQWHH0TRaA5Ol5wdlCmqCH4DSUvA0E2Llj32CYfESVIY6SQ5wluix6iENpYmkQhTlzuyc+X0lPH+y1NvY4qMCfInzc7YQ2cN+UYjwd+UcQOrcIDWE2LnVwiETFKdjSmXDbKklYtmcvsxFTHGBymxwm6+VklycHHcINcScdlcl7TRjBONbNB4SGNELR7Jx24ICjVLnMYNO5TLocfnaHROPbCzbvVM5vZXXxBNK8P2ONlSOdpccd1bgsWbpDQBD8HgIwdyAiJ9QR53HZaSi7QlxzpGMklTPhJTvpCiA/etBG2Vdh1NgetyhBVsI1zj3PCTeDmmGO53SbZtVSnv7JN8fobGPc7rJfvND4RA/B+Sad8wz2Sg4kZKbd6jn6rTEqm7YZ7nsjYcsH0SCd8JcY7JmKux3OG/mlQN1Nz7JsjCdiOhp9lXJF0HyWtMYGRjzPmTVxnLgGxnIUNkheclKIw7YqlQp2XJl70uRrLSd/Zad7vUAVkumHYqzlaqpeNYx7LPl4lZlypNj7JAG/kmQ180+Ts0pER1HCkhpaB7AJGVrhhxmMAhqTWEGlkZjIwlxxAHdM1h+5dj2RSBfJnrTIXROZ+yVPYdLsqmsdQPjZY/qriQDBUaNUntJ7SHNafdHjI2TFG4PhI7gp7J7IFL+xzgI2lE35UAQiAMndGHIigMFQgZcNWMboOJyiOxz3StiMlQgWhrxlwLiUGU8R/CR+9Bjsb52CMzb7BSyvaB9PFjdv8AikxxxxnLGn+KWZMjBCSCUA7R1pzvwlgj3TGo5xlKBPZElDjS8H1HIRuLXdnN/IprJxuEGvwcEINgHsSObg1M2PbUm2QxNOSC8/Uo86uAUelp3URA2bHhL2TYOUZJAUoFAPujY44SC/ZKY4BmVKJQUrInHghJdGws07/xTZqNT8BGJdSF0NQ4wBowAnAe+FH805TwJxlMBqhZceQAkvjbKPW0I8IZwoQb8iAfh/xTrRGG4DQETS0nAaEhxw5QiHHYzkIm45KZ83Bwjc7LTgoB2hvkGUbQSMqLEHOk34UuQ+jS3lEAQO/ulYDuUTCMb8pyPGfVuFCBaQB6RlGwu9sISnf07BKadkEqAEXbYKSSlOaNH1TYOThEjYPWXZKPQ5zskpzA0omg6s9kqEbsWBpGyDic7oDUUCPdRcAAcINeW8ItkOeERtwZee6S15zxsj06jnshg+2yjYHyCb1DKQwA7EbIpCCcJ1mAESOXA07OduEbm7ZThGeERGEHwCPAhsjwNxgJWc7pLwTwlNwBhEjdht/NBw1YTbSdSdzk5UJQl2yIO1I3nIwibjSgAWXFreUkPc7lGcOCLbKBAxnOCUCSDhFJvggoDB3ypRBZccbJtxPujcT7ptwA5KiCDcclJJbnlG4jGE08eyL4GSoddMOAUy97s8pnV6vl3TmHY3SqSGEOc88IwXY3CGl3ZE4kDlBphQb3EMxhFC0k8JUXqOTupLGAbjZSNhbsbaCDvwlA4OUp5wMYTTiQ1OAdDwMkpBl1HCimQnbKDX6d85U3WRxJ3ZEIY3HJwowmfjjZOMkwNhujtEVofa1rNks40cJjVqGUiaR7W+lMnwTa2B7i0n0JkkuPCYlqJtJyFENRUA5AKTdbLNpasjOCTuUtkeHbqriqZw3KkCpcS33Klgqib9254aHDI7Kmv9e6nbJHC4Mcp9SYqellqAcPAyCueefVXG4SOe8uZnYLTihZEPQSOdOXyOyT3U6CUecGNOr6KAKYiN7mu+VFRySCoadOMp5R4NMS6kOk8KFXepoIdhPVknlxanFRJJYZI+clJXAdwsxtdSPc7sFQEEu5Vx52KN0buSFSOcdyFfiVCZHwKHKW5wHKYYXZBTj8Eb8q35KE+BRcdQceMqcJYcfKVAABbv7qWHbDYI0HcT7YR8dJ9Exenh9Y3G+EdNIG1k4GyhTOcZy47rLFcmmX4oI+lNnJdlOncbpLsAbK+PBU1Yjtnujj+XJ4RAIdsdkwBYfq2TgdjCjt2KfaRhK0PFjhkAwdOCUtriTlNjJ5CORxa0FLwWqRa9Nuea35SW9ytaRqGSsh0tOW1rY/wuK2kmk4a3hZM3DKsginb96QFJEmmQMKj05AeSnNWqTKpRVLklyODmjCjTgeUcnlOP8AkBCgv1S1GgO2REQxR2yGGTzGt9RUiphY1hcNiVJbF5bMF26jVTst05UbL924Zpn6fTypQKr2OIlAO2VPdluFKoDsczgYSuQmC4pbJNsFQAt2MoaRnKQcE5yjHPKhBefdDASHkYyEgPUIPOa0jZE0NSWuGEWrBUIObZQxv9EkE5SioQI7JUZOdkhx3wlsz2UAKGeSgHDKDuETdJB90CUOGTSMjug06hum2g534SnSYOGhElIPBDtkl7no2uOnJCGrPKAKC1elJLvSQjO+wSZNLSAVGGhpmSfolNHq2SCSBgJyIjH1SDUAguKmD5Bso7XALW9NdF1V8pY54a2KPzPlY526mTLHErkI4yl0jNZPCIgkroEvhPcI2GSataxg5ceFDZ0DSudoF8ga4dyVnWv00+pj+hN/Bi5XeW1QzIXOW7u3hffTT+fQzCri+ixNVQ1VBVOpquF0UjSQQ4eyfHqIZPxYfTlDsRn05SIw95SicbBORAtblXrkUdZsMJecBM6igXphGOYHJS2jbOUyJDwUoHPdQFDgB5KW3HZNtORhDVpOyhB0cHKSxg5CQ15OcpyLjKDFkGAjYcoOBPCKHkgqUILciTZfh2EvKlAAdwibzgoPOEkuyNuVAhZ0v9KWHklNkg8JTAQclAgpzRqyjJAG6B9SJw1bIkQYO/0RPBJ+iJjHA7cJeM8oMLQhowUT9jkI3amnfhNl2CiAUN040elNRFOk4UuxpCCD+9ADUNhuluLdOU5QQtnlIfII2+5QbFG27DdE7CRI/EpA3CBORuoSgs42RFxzhG0YOSmi8aim4HUUOat0l0hzgJp7j2SQ453QREuRbn5OEGnSU2XDOUhxdlRuyyuCUS0jPdNF7s47JLXjTugXDCraoQN8mG4CYLz3RvIASM5CKdD0OxyADCfZK3Tyq1ziDgI43OLuVANFk5+QkEgtwmmDI3KURvymsAWhuclHobhAhIJUCOgtDUgke6Q780gn6qbiUPte4d0qQuc3GpQtZ17FOGTbupY1CX5J0hE9r9OzclASNBz3Rmq0nAQXDIx2GDU3cYT3kxtwor7g7GlseybbVOeD6cD2TiNjHVkoitj9JwCMFYmxgEuc44xwtD1lUN+AbFnBcVSUUGKUuYOByteHiI6iHLLhoDOO6Yic/XqbyCjyCPbG35pUDgwPGc5VlFqdD89Q6Vrm54CjUpIj33yU3GR6jndHRNkacH3yolROx+tZhgPZVUuAHK8qW/1Ml/PZUriHDhNDkGeJGB4T0Z1Atcic1ud9iOEbdnAprM/wLO2AU4GlI5IyE+MY+ZEhMp4dVTUOJwohwHkcq0oY3PdUn6KqAxI/6FVxNkgFAgEIDlDBJTp0ViCCOEncnCdO2yGwKNitCWsHdKbygOUI/SSSlfIVwPM5RSYycpsP/ciJLjuUu0Nlx0v5bZ3a8B/4Vr2nLQsFa21E9Wwwt2B3K3cDXNga159RWXKB8hB58wtAUmIYGUxHtIQ4bqTjAwFQuBWrBUO0N5TNG0GRz+6Nw1tOo8JmOXynkjhQG0dq3uxjBTAYXAEndTXFksOrkpMcZIGQiiKVIq6gFrxvuFOp3h8IJ5UeuGhxyOUdC/VhhGMIdstf42S8BJIydkM74ShyiVgDCQlNYQEbSQEYJxlQgTx6duU2Ge6cc72CZL3l24UILEWO6MscON0A4gcovNcAcKEADvjulYdym4iXPyn8hQgTQO6cjATZ4SmNOn6KAYuRo4CHl7AhEeURLgc9lBExxmxwURGDsizkZKPhQnIbzkYTeoZT7dBZvymxG0ElQl2FtnOFHlwZCSnp34YdKiN1EepK2PFDzACEry8DIKZZnVsngSUqGFw5DsqzslVU013o309TJGPNHpB2Ve3AblSKI/8AWVEf96AplVxYE6kj0V1k8u8PXzZO8O5XmkBzSdM0w/8AxCvRvVbs+Gjm/wC5Xm9h9J/vLh+CXtyf5Nmsf4m08LetLlY71Fb6ieWWhlOkgnK6l4t9NUV36ekuEEI+Kjj8xj/def6Fr5rtSNi+bzR/Neleo52W/oA/En1mEfySeSxLDmhkh2y3TycsbhI8zU8ZlJceykaU1rcZJXA/O7KeyvRfHJy22+hLhsm3MynnuBOIwSfYcpb4KpjA51HUAH+whKSiKnZE9WdICdia4bEJbAJBkbFKaHcEpoqxm7DGzUh27wnG6nuDI2Fz3HDWjkp2soqmi0/GRGHV8odyf3JXKnQqGi3LUpjdLU9T0tZOzXBSSvb7hqRK18LgyoY6J5/C4Ib4vpgkJ142Q43SWkyyBkTS93s0KWbbc2sdI+gmDR3wjKairYqi30RxhEca+UWTp3GERBO+FZQqD/Ej7osF5w0EvPAA5Uttkvj4vNZbptI5yMYVc5Rj2y3a30RMIxwg0SRnRLG5j/2XBF3RsVRp0AelGN1Nt9puFzyaGme8M52THlTPqZKaKF8ksZw4NGUm+P2TZJ/AySklyt/6NdQ+X5n6Lk0e6qJ2iB/lTRvjl/ZcMKRyxl0NtcewN3G6Q4NJ3RPftsmvMBTX9iuN9D7MAo5HBQnTkHlI88kqWPtJkkga3GMppshIwThRnyOdtnCRl3uhZNpN1jslea3Cg6ne6PVslZNpKc/I5wiw3nOVHJcW4RM1AcoJsm0ec/DtknVk7psgko+6NjpC3uCDHAhJIyMJHyqWEUXDUjJ9kgb7ow4cBQFBO+qZlLselPO32KMtGlAJGG5wU9HH3QAaClhw4UqidimoskO5Rah2QJGUUSg8k7pPJRbnhAnCFkoQ4nUkk7peM7lAtChKEsAa3UUoSZGzUxKTnGdklrscORRBbvUcgbotLTuUkv0752QE0Q5cE5KsUGfvSgwNBcSotXc6alYXOkGeyzNxvU80+qGTf/BWY8UsgHSJXWTmyPiYMZKix6m0GhpwRyoE4leWzzyl3tupMc2qEgey1qO1UFBBgcwajjAUaQ+V6RuHHcp2F4MbtR37I24e05GyZj3wMN5yO6kR5a4FNNYC44P5IMk33UDDhkyrnLodGMgKoIJJa0bK1eAaV2OcKry5pyE2MTM2NPbuN8oNyCidkOJG6VuMOPdOUjrgGP2dlJLt0ccZe7ZEWYOMqEL+0yO8ypYPZVJJ814Pura1emaqd9FUN1Ome7tqWdP3Wa5dAARoyESsQgDyiP1QccnCS7SXBpymoiVhuaSMtKMA6dypPlsZEDgphxZnYFROw7aE8hE0YPKJzjlPlgEIcVG6Io7nRYdOCWOoGlpLM8rXNO/0VJaCHwRCFoOeVbvbIyMDGCsOaTZJLa6H43sDiTunY3OcdQ2ChRRlo1FSYydGeyqsRrgU7OktTUYzIpDSNz9Eyw4kBI7qB+CUG6WjVwVIa0ADCaqW8HPKcPoiGXdlLZnaT4K+4NdK/Ebdxyo8EczJMnZT4DmR7iQlFolGxH1Q5NFpKhpoaTuhnfASo4mg4zuikaWH1DdMKFnCWw52TZHdKjUIPAAdtk0cZOyPLghn3UIIA5RDbsllwA4ShjGcIBbGwMJwcIObkIiDjCIBQOyca7bCaaOyc4HCDIByA3GCi3yhjB5UFoPGAlNGRuk/kUGOcCoShekAbFFIQGIPcMbJiV5AJUYUhJcHu2SSAo7JA1xJOEmSV3IKWSLIxJTNspbASVCZM4tAJ3KsqdoEeXcqJUSftFE4CdonD9I0X/3gJp26EOW3Cix/9oCklwVxe6VHpC/U81b4dCnpmapnxelvuuBx9GdVO1RC3DJJXe71UT0fhu2ppX6JhAdJ9lwuxdedUUVZFV1NUJg1/qb7hea8Z6ihkeOuzp6qvamavovoJ1jc3qDqeTyaeIZaz3Kr/EvraTqaf4Ck1QW+MaW/2l2GOah646MYBpLZmcfsOXnrqC2S2a9VFtnyfLPpP0Vvj5rVZbzfkivUxeOFx6ZXujDeFadNWGqvlzjoqLL9R9bv2VXO2G67P4B2uGnss9eRl7wSCup5DUSwYW49syaPHvmo2Vl6g6b8PKYQxwi4XSQd+ypbd4kPNTi5WWGSl/JU3iRVPqOs5y86vLJOFQnQQqsWjjkxqU+Wxp55Qm4o7B1L0RZeoen/ANOdOkwTEay3sVyCeOWB0kMo0SMOCCuyeAFXJNa57fI/WxgOkOKxHi1RRUXVhLIw0SNJIHCq0OaWLNLTN3XRbmhGUPVNB4I/0erJXQVNH5lwYQdTuCrjxRj6ft1xguV0j82RhIiphwsn4GNA6tlIII22T/jq7V1TEDuDsB7LPsb8i4X8DKaWDeSrN4o0dK9lO+yQtpThuQOFteo+mbH1dYxcKZscDizX5g7BcAm0+S7SMYXfOh3Ob4ZvwdxF/kl8rplp5RyY3TsbSZXkTizmsfVXT3StV8HaaKOtmiOJZXjutx0F4h2zqmsNuqrfDBLjAGOVxWopYjcat7wDqkOQFd+HjWU/WtI+NuMjhbNRooSxb2+a7KMWXbJxNN4ydO0tmuYq6NumObH3YGzVi7TR1FyuDKGnaDLIQGtK6p9oMH4GAu2wRwuUW64S22ujraQgTsGxPZN47LPNo7+SrU44xy8nReorZQ9A2WMsjZWXOZocXu4Z9Erw78Qqqruzbdc6OExzEAO9lz+9Xm4Xh/n3Ocyv4G6seg7XX1nUtI+Gkk8qNwc6QjAwhm08JYpPLy67HhKTyJQNl47WOlpnxXSjibE6TGoN2C5W2cQyslLQ9rMFw912Tx9f5dmpmHfAbkAri9Xj4VwwBkJvFyctMrJrI7crPSfRU1tuXSgqqejjpmOhAkI/JcpvHVlv6evVTTdP29sh1/eTSdz9FvvCv0+G04aeYQuB3aYuv1e0nJZKd1ztFgjPUZE+jXqJtYonXug/FGa5XZlsulLGGynDSAo/2gLLTU1NBdaaJjDjfC5j0nNp6utpH7ZXY/tAn/sdASPmjamzYY6fWQ9PiwYperhluOEB+e6GU0z9Wz+6P5IZXduznpAfskMHqylyNzwETduUeBhWxKCSXgFEZAomAWzbcpR4TZeC3lEH/VSyUOAnGEYO3KadIB3Tbpc90ErISC/0pPmgKK6Q9imTI73TbJEJ3nbonSjG6hCUoOkBKPpslk3WMA529kGPw4kKMO26KeeONpLnYRUW2QleaDJ6kmaXTwdlQVV5Y0Hy2nPuoMt1qXNBbsFctO7FcjTuqMNTbqpjGAmQfxWTmuVU5gy/BKiyS1D93S7Kxad/JN1mulvNJHsZd1GPUMAfpwSPdZgta4AuO6RIGg4BT/poPslm1hvNK8Z14CkRXGiedpwSsCPSPVkJBL85a5zfyKH6ZA3HSXTscAWvH8U3U1UEEWtzxn6Fc/bUVLRjz34/NEXzO3dUPcPYlBab9ybi+repMPxDGT+ahSX6teMtY0fmqzOeyPtuVcsUEHcSnXO4yn1SBo+iZfJM85fUuH5JpGcFqtUYgchLgc5c4uCP0njZDbCIY/coKGcg+o6glska07bBIG4z2RkZbnCj5GTJFI8OeQlxODpHsO22yhwuLHah7bJ3dzw9pxgJNoydhA68s75Qc0h4byO6ETSXagEmTVHkk5JKO0ZOh/zsNIKhHfI7JTnE8oDA3UUaFm9wzg5+ieGHBIcHEZCXECOUxWP2/DatkR/ElS22bzX4G2oqOSW1MUjdiwqzN13+VQhKojoFUT7KogJIJ9yrSAHy6lx9lWRu+7GFnhyrNkugyiQSXK1FTA5wCdgEbznuo7t9yUNToxlpTAssJ3NEOFCOQ3IRMlc4+sp5kY51bJLosveMAucOFIjc1zdJOCjkZofpxlMObiTnKnYEpRdltZqgx1Tmxv3J2AWrDnSPaSeyw9mZI6oBhH7ytrRtcGNDt3d1ky1YZPix6bOhOwY+GAPJRSM9O/KEewVJVfA4MaSDsUmkaTVZO7QkzbDUOSjp5fLkGe6gX0PXaZrXRjOkIV8gdExjMkkblRL40yhj2/hO6eopBobkZCdrkVJbRlgdG7RqOE/GG4+fSVNZFA92rAyodZRfea2uO6V8E3qftFNHrzndOTYDcv3KjROdE7D067Ljq5QsIRIOyDAkcbpbCo3RBzlB23ZDPsg54QTIAgEDZB2zUGnKTOThMQT5hSmvBG6bAyMlKYAeVCDmWoy4YRBrQ3ndJLXDgqEFtx7ouXIFrQNig0ZUIKA9keUeDhDTjlAggZPKi1ROMAqedOOVAmbrefZCxoldLG578ZITkVO/OC7IUxkIxwnPL08cojSI8UIyMncKfGdsJho9+U43GPqoJJ32OOPsnaPe40Q952qOTpWj6U6WvF0utFNHGwUjH63SEqvJNRi2w4170ds6mI/6NxngQHC82RhpYSTjcr1Je6Onq+lH2ptXEXmItyD3XnS69MXWzuk+Lawx5Ja76LheFnGPqJ/LNuu5jGvg1Pgz1aLNc/0bWSkUtQcAk7NK3/i30nHfrQbnb2tbVQtyNI/WBcEI04kGzm7jC7L4U+IlPJSNs97eGljcRyu/F9CrPIaOePJHU4e12TDnWSLxSOPOLm6ontLXNznK7z4FVlPU9ImAHEjctIVL4m+HbawG8WB0WsjL4Afm+oWN6Dv9b0RegLjCY6aQ/eR/5q3VNeQ03t4aKsK9DN9kfxNpZKLrSobIMa+Fnz+rXYfESxWzrinivNgrYhVMG8efmXOh0L1PU1ApTHHGP21bo9VF41GXDRXnx+7cvk3/ANnqjlMdRPLtFnY5WY8YayKr6ucyN7XeUCDgrWz3q0dBdKfouCoFVc5GYdp7FcidNJWVUlRMcySuzk/VUaPDLLqpal9fBZnko4fTNz4Gtb/Sx+O+E545tc3qqLSRs7urPwjsE1ouwuVyq4o4n4LWd0/4v2N14qv0nb6uCQRZLm53VTl//o7/AIoMUv0205LUHTGQu/dDNL/DSRv+7zn9y4faLXUXepNHA5jJO5cdl3vpplvtPSQtNTcYfOMek4O2VZ5mW/HFVzYNE9smzgFY3TXVLhuDIVadBkf0xpC4bdgj6ss81prZpXzxzRSvJZoVx4cWAvutPeaqsiigaMtB5W/Nli9J/sZsafrNms+0SSLbA76jC5XZLXUXa4R0NK0GR+M57LsXitQUnVNujiobnF5zPVjOy5j0nWN6e6viFW9pw4Nc8cLB43I4aSSj2jRqVGWVWay+9O9O9CWqOW5ROr6+VoIb+FhVb0n1dcrl1VT0kUcdLS5AEbBjUFvvEGxWnra2Mnprq1jmtG+disLZbdY+i7/DUV1xbWy5ADW/gVODPHPgnvtyHljePItpffaFAEEDCdgGrjNU8OidgnhehPEC0WrrSzRyw3RkZaMh2Vxyv6ZgddjaqG5MJAHmSu4Cs8PqIx06g+0TWY92Rs674U4/6NagEf6lef7q0i/XHT3lK9D9Hz2Cw9OOtE1zbKXM0ucFx/rewUtBcaqso7hHVRzvy1reWqvx1x1OST+R9Q6xxRQ9KB/9K7cSNhIV2jx91O6Npts5jbhc/wCgLBQyVtNc7hc2QNidnSum9e1vTnU/TzLdDdo43sbhrj9EdZK9XBr4F0rrDKzz1HD92z+6ErywFNutIygqjSslEojGNY7qBI8rtKVmIJyYmOOSlPJxsUxLlwT8BQkuBHKIOJ4SQOyWIjjOU3CIwNJ1HdAE77pbY9055QRpAI+Ce6Jw2UowJBh3QtIhDw88o2xPwpckZGMJYjIaEU+CEIxOxulxxDOSphaNKYmc1jCUqbbIQLlWxUrCG7v9lQzTyzuL3u2P4UVxmdJUu19u6aaMjOey248bXJXkltESFug7bpt7naAAEH5OSUkOcTvwrldgT4CHqGw2HKS0Fzif4IzkEta38vqlAaAMqxNkEc7eyacDq4ynnaXH0jAH+KQC3OByoQQSRlJzkpbt8osKEB2RZ4RjugVCBJQ4RYQPClkCR52RxRPlx5YLslKq6Z1MWiX05QshJtlKJTrlxoR3U03msgp8enlQ9TsYB2Qw3Oe6JAiMBG0+nCB5QHKhByNgLCfZGxpEbndklj8Agd07EfMjMZ/clboaI3E9zY3MASSHHJduQE6W6AmnZLiQomOIcO6SRunTjy8nlMk7avZEVidZD8BORuByms76ktuORyURBUgyRjZK8t37YSCckJ7SfYqELSIuLJx7BVbATEBxurWkJME5/sqsj/VDPus+N+02SANgkSZwSl4PZMv1ElXLopYluQd0sYzhyIDIy7lDGeUwoZaAdkbiY92ZKTgk5zslMGrZCSsMW0SIJBJGC7Zybqc9kkZYfql6sDLuCq6Lk7iXnTYaynLnjlaKAnSHDhYy2VTxOIAfQStfTkiINCy51tkBr2E3XqG/KSTtummkpYOT6lSV0Je8EbcpTNm6nIzFh2pG/BYoEWNMm2U9BTlrSFBicQ4Bo3VmxhbpLn/uRTK58KgBgY3JdukucSN0qUDVqG6juk1Oyo2KlwJfjUiOrO3CNxzuh2zlBFgB9Uprd0TSCUpxwFOyCgMbJDuSiJehgnclRIgqPYpU41sSGjdET6sAokDb8ulEGHISmtIPKN7sKEEucQcYShugPlyia46lCChylApKMcqEFZRkgtwUkpOccoNEEPOdgUCwgbJB0475TrTlu5UXJBLGnVk8JT275BScnJ9kbDjlQNWDTug4bJaS5EANPBVjT3m6ww+RDWvZGOG+yrmnZG0bpZRjLtETa6LH9M3n/wDaUn8UmoutxqovJqqkzM9iFBIyjac7KtYccekHdJ/kxenbcJIbvlri0pwDIQAweArapFa/IsqbqC/U4DIrjIWDgFR6+tqq+bzqyXzJPdRHPDSiadR2zkqtYVu3JDuUvslUVdXUT9dHVPjcp8vU3UE0Xlur3EKowR6SjYe/so9Pict1cg9Sf2Jc+eol1VEhe73KdHp4SWndKc5WJRXSEc5Er4uucNBrpsf30k1dWPSa2c/+NRS9G3dLtQYt/Y6JpI92SOY79pp3SviKt4yayoJ+rkwR9UY4zlCUIyfKC/2FPdNIR51RJIBwHFOCWQDS2eQN9g5MPcXcu/wTLpAHYCZqNU4gW77JBlmY70zyn/xpTh5oy8kn3JUXzWoxK1CKivgjTfyWEVTWQQ+VBVzRs9tSaIa8l8xMjzy4qNLI0DAflJZOQNKKSRGn8snx1NSBoZWzhn7OvZRTqEjjk/mmxLgo/N1IJRXSBs+2Ka92jHmP/wCZEMtG73n/AMSRn1IvxIOg06qwOBI2e/8AimXgn8T/AOKcefYohvygkFcEZ+R3cfzKbdnPdSZWjOyLyw7kKMKI7gcbpAYccKc+HLcpIjI7IEjIiRtAOCE9oGnCXIzBBwjPCgwhrMbpWS52PZFk5SS9ofgBRsgecuIJSS7kIpMF2Qm9YBQJQsu7d0kuPflE+Qc4SS4EZCZE2gdIRyotQ5ztsJxzg92EDjGydRDRR1tDLKcxt/NQX0VUzYtOlaWR7s5BATbpWgFz8bLTHI4qhJQTMrNHIzJc0hMjVnKn3ioM1QBG3AUIMdnOdlfF8WVtUFrLdx3Rtdq55Q0pLgB6+MKyyBSg5xlILB8wTgIPqRbEYTEGwBnZF3KW7AGQmCTnOFCDoyhsc5Qa705QAyM5UIFuiOUpBQg9R1s9IwiKMH80ieWWod50oAPsEhxe7YNRHOfVkBKoEAMoZwUeQeENspiBO+iAORlG44CJu3ZQgpjSAcb4TtOcO3TDSRkhOQNLgTnBSyGiPTf4JljhuCluf6cHfCYLQTr/AAqIcVLuzPCZOwAI/elOecYSJC4tDTsPdMJJhOIxgo2AApsh2c42SvyUFHM4dn6qaJdhsoAc/uO6lDOFCFtbxmGoJ/ZVYz5R+asaAlsEzedlWsPo/es2P8TZIDjjKQ0khLcBjKQ3O5V8eipoZwQUer3TjWg8pE0ZaNQymFaDbwnG4ATGSW5TkWTsVAoXGNR+iXJGXDCLWG+lowUtsmTpSSfBauh62iKOdoecuJ2Wyi9ELc8kbLGUbS+sjAHdbTljG9wFkzfkSXQouLUuEanZdymXZypNPjGSqCsfdgswokhLSpQ3dnso0+Nf0UQEClOZNlPc7HqduFXxHEnpGykPLjtlTomRWx4Sg7DhMyAB2yU3GnGEg7FQVKuBQ4wUWDnAQ4GSjB9OoKBDxhDGUjWSlA7IJ2QMHKXj0pGRnCDnEJkQDiNJHdFsB9UG+ooPaMqECYS7ulack7oM0gYSHFwOAoQMFwOE4w7cbpDT7jdOt/JQgXDkrO6Lk5R8bqEDB2ykv3GyB4RDjChAsjVwER59KJ7e4O6DHEDGN1CCwByVClkqDVadOI1NcTjKSST2UDYvVjshkFE3cbovooAUATwg5p4ykNLmFKblxySoQMZDMBGwZCLI7oZ22UIOEBo2KIkafqk9kM4UAAjKXH6QiYQXJZe0OwVCCgiDyDgpJeNWyMvaDuhVgDI7lAuGUXmDhNyuGdkQJWPagRhIfKGpkZ5yjcA4bpHIahfnDSidKRuUw72CSQ48pdwaHXzb5KIvJOpNaCeUtgPClkFuAIyU2HEcJek5StIxjCiINas8o04IsItOCm3UQTv2S4ye6IMSt+EsuSBkagg1rWj6oZwEbXtA4yUyiAPnshoOElpxvukF5z3QsDVi2gZ3RvOEw4uznKIvJbjKFhQ9rJGMotRCY35R5OFKIlQcsmdkjzNtykSN2yE00O7opWMh7Xjuka8HJTeDlAgluMo0NQtz8hILh3RaNuUks3yhtIJc4kYHCRrIH0S3N3ym5AeE/RBoyHOAja9w2R+WT2S2wuIyeE3RCJWTGJus9lRVVbNPKcelnZWl4adJyd/ZUztPc4wtONKiubCe5zAARnKRw7H4TyluAcMh2/siyCMd1b8FYglwyAMojlwwUvGNs7pLvomRKEbgYSTsdkvIJwd0gjJwnTHUbCIdjPZJLe6W7DRjKSTwFBWgEABFsUN878I84IGFAARZRnCAwoQHI/JETkj/ABRt4RN7n34UIGMJtwOeUvJwgNzkqEBp9O6IHdG7J7oN4xhQgG5DsHunoS3zCHHATLTsR7I+MJWrGiSiyMRO0HJKhk6Dp907E8NlGODykVAb52pMlQwiRhPfZN7/ACHgcJwA45SCAD9VCsSSTsUbWHG/CA27Ia3H042HChBQzlSg045UYjAyleY73UIX1qA8up/JVLOHD6q1to2qceyqWD1OH1WfH+Jsl0HyEnvhKKSVcithDYpTjqakasN35SA8/uTAsDY3Zz2UyFrS3GN1HBJGyDZS06SgyQaTF1I0jI5TTSdTfdLfMHDBCISaRgNyk2jOdMn2xp+MaQ7grXAkhpHOFhqd00s7WwDS7K2tvjfHSt805dhZsypjXcR7UAzccJ+D5M+6YmGW/mnabPl4PbhZ2L8DyaLM52TzMZylPOCMfvURX0FTlsIzhJe7U/UECfZIIOrISyYReSNyhycoh+aMDuUYkYeNkbdkWrfCMcpgCXDJ2CW2PI3QS2oJEGjGc5BRb90+APdILBlEgTSAMDlE9ji3OUtrAClO2bwoQYbn96U30kEoOIAyAkep5ChB8gc4QznhI1Y2ThO3ChAs42SjwkPI07JOs4woQU4kDITYeeUrOBukjQgSh08IsN4RE5Q0kDKJA+AQCiG42RMbpBJPKNuGg5UIAZHKNzthhIe/23TTyT9EBq4HXO9QBTzXNChxNPm5JypGMuyoR9DhaCdSUS0nhECj2IypYoMAoBme6GUbSByUUQJjCDykubh2SjLjqzlAnKD4JYBhJduUTW+rKN2yTkgAE27lLBBPKMhD/cnXwIdnCUCS3hEBuj74Ur9yWAAe26PbHCBOEYKKSJdgbjHCWxgznCJm5SnHA53TUvkgHtwdgiwjEm+ERdui6ADXvjCbcSSjLxqSXO3S8BA7LQksc7O6Wd0RAygyBlx4RbDlA/RIIJO6nJBZcMbJG5KcY0YQLd9lGiDLwUA3PATxYT2RsaR2QSJZHexwGyKJp7qVgY3SQzCjVkGXA5TMmAdlKe4AJnS3VqRSChoA8YSdJHZSMDlNuJ7IWMMkuHCQ4kBPOym3AkbYwnTINAk8I9serZFNLHDEXHbAWdq71K5zmRjf3Vii2Cy7qq6ngbuQT7BV01+ka3DWAjss+ZgZDIXFzjyMo3SDnBWiGKgORLnklnqA6STYpEjCw4PqB4KZbIACHb54KWyQDLMl2yup/AjENID8jlFIWF4IySOUuHRJKGMyXE8LT2q2U0ceqWMOc73QlPb2LTMq4Pzwcfkklz+Aw491uJKSlLceS1Q6m308jcBun8lU89jpGRccHcZCL1n5QStZHbqSOPDmZSxTUzGZZEAp6waMoKeZw/Vuz+SU6hqQ3UW4C1IDAPlCqbtcWNzDHgu7p4TcgNcFG0HGlyGTwEe/dBXIrAAfZEOeECM8lGS0DYnKJA3Yx7IjsNkW5KN3KhAN35REZ7oHPY5R524UIEOMIHOdkQIzwljHOVCBYHZD80RHfKJ+dlCAIGctRv8AUBqSc4yiDiVA2KccDB2wmG5Byeeyczl+4ye5SeXHJ3UADkpbOONwmxscdk61o05yoQSDk4KJzXajs7lLLGjByUZLP2nqEL624HxGD2VSdpHY91Y20Oa2oz7KsBw8591Ri5ibJdBnZIefZKecbJt226uSKWJe7U/dK9J2CScI2szuERLDGx2KW8tDd+U3jS73R8ndQZBbasdkYO+AnMNPDcJuT5scI/IrjbHqV74q2LT3K3lO1xiac9lgaYZqowDk52W9ozIIGhw2AWPUqmWw6FyjbCOny1uHIpiQ0Ep2niyNbysrJ8jv4NSTqLuO6N2HbAoY0jbsp8CPsI5AweUQBSnEPCIbDHKDIDTlL1DTpwkZwja8e2VE6IGfoEG57hBzxpQiftuiQMg55QGQUC4Z2QafdBMgphRgHOUknG4Rh+BumsgbyQMph87uMJwuzkJpzDnOFLIlY7Hu3JRE4OyaBOU6M4ypZKoMZJyUovSQc7JIbuoQN5OnJSckDKE2S1NBzjsoMhTnko2cJB1kbjCWxzgzhKEMvIHupDXa4sKLGN8lLe4NZkIt0LtA6Q6tIROcQUnBLdXugCA7B3QTsNCsnTlAHLdwmpydXpdgI4ySAMojJcD7WgD6pYJwkAjjKUAcZJyFVdMD6HG7ty5Br98BFGyV5xG1D4eb96R6jE3W5GuHjNbNKUcTaFPOCkPOoJQpag9z+9LFLUe7Ez1EF8os/k+u/wCk/wDsMB3ZLz6cpRpJs7EJBpaoHcjCT18b+Qrw+v8A+k/+wWSAidlw2TjYJDy4JxlJJzqCV58a+Q/yjX/9J/8AYYibjkJwn6J800wbnZJbTyE7kIrPj+yLw2vl/wDUxkEeyG2rOFINJKPZA00gCKzQfyN/I9f/ANJkd53GyXgbJ51HK4DdGaOYY3QefGn2H+Q+Q/6TI3DkR3KkfBynJ1bofAy6C7UjLPCS4ZP5D5D/AKTIjiW7hEHOKk/AzdyEttBMdg4KevjXyMv4e8i//rIeTnOEoAHchS/0fNn5mpXwMo21tQefGvksX8PeR/6ZFbyje1PGieH/AKwJbqJ4wTIEP1MPsn/xzyL/APrI2BjdHkYwpD6KQtyJAkNpHEY81qi1ON/IP/jfkf8ApjQRjlOGkeGYEij6/Wr4Z4ZPxZh1vjdRoq9aNWOuBHdJOSElztSTqxynTOe0ODcZRkgsRbZTcm5wEW0hhmY5yAmwSAhKSHYSdyl3DJBiTsERKGN+ETgTwh2EbkdhRqqsihZupb6Yvb8+FW1todMNpU2Om+QMoLlXyVGwcQz2VaG63bZK0QsE2/BTUfT1Q2Qlr9IPIWyGWKFZSfDbE5SNLm5GVqYbD6svfgKfFZ6Jg1OYHOCd50JFOzFQU873AhjiPyUplJWOeGshI33OFsGshjcdMYJ7JTX4z6QFU9Q30W7SrtVrZTZlewF53Vi0lvKWZMBNPkyduyqlKU+xuEKMhykeYQc4BTbn5SXuaG5JwEFGgWHLLk4TTg/5s5HslAam5AyEYGyYBBuk4gpi7OHFZwet5e7OStNcqX4mH6jhZ+oifBL5bgtOBoWT4GTjsi27oOI1ZCG2clXlQAfohge4SssO42S9cGnHlHV7qEGR+aGoDkZRO0g8ogd1CCxgIi4BAN2RYI2UIG0g74REHPKAB90kndQgsY21FK9JGQmyB3RtBAOFCCSfUjGyI9kW+VCAdg4SX4B+qXjJ/JJLS7IUIIAyQnGuIOnCUxr27Y3ReoE7ZUIHqaCBum3OdqO/f2S8AkOPKBkGT6VCF5RuBZUj2VY151OKn0RHw85HKgNwcke+6ow9Gx8iXjOEmbOluEuQjWAEibOyvM8mJ2wgXEBIwlZ2wVBLDxkZQDscIuBhE3c47qDIdDx2SS3W7KSGuB33Sm53IKKDaJFE3TWROW8hdqhYB3CwlK4CphBC3tCwGFjjv6Vj1XaHh+Ib2kN3S2nU0DhCQ6nYRhmAsoEwnHBACMk52ROGDtuj/NKyMMkjZK7Im85KJzuyiABzdspHynZLYTjdDT3RogjB5TjTlqGOyMjH5IkCwSENJRk444SdeoYCXogA4jYBLJ24SWgjkpYySpZBERw4khOjBBTcpwUGHLeU3ZOgy1uUZ2GEkj2S8gM35RJ2JazfOUDgd0I3cpL8A7oBoBILhgpqT0OzlLIaBkFNyHUQERg9eSMpWoE4wi0HARluyUIvI4wmnv22SjkNzlI0Ht3UCgMkLmkJOcDGEeNJwic0c5UQ1IS53ZDOkI8NO6MEE4RbIAk4BCHmOCPYEDKUWjP0VdWCi3tJc+EbKZ6hwcKNaXBkA2UwNfNKyKNhc95wAFxVJRT/AMs+xeLb/R42/oby5vpQw5vqXVek/BG53OgbWVtT8IXDLW/RZbr7w9vHR75Zpna6LPpcl9DKo75R4Dh8vpM2Z4IT9xk8a+Ai+8bxhTLLRVl4uVPQUDMyP5C61bvAOae3tqKyq8ud25blTFinl5grLNb5HT6LjPKmcbjYT83KU5ru/Cu+uOl7n0nX/B1eS38D8fMrrwu8P39aUNRO2sNOWdlKn6npqPJZk1uCGnWolL2mIGPzSst/2OVM6itn6I6intjna/KGcrYeGHh7H1pST1Pn+WIzjlCEJzm4Jchz6rDgwLPOXtMEC3PISwBhdW6i8DqulpTPQzGUj2K5RcDUU7ZaaYOjmizrY4bghSePJj/ONCaPX6XWf6M7YN8/rEBqP+sXWehvByLqKwMus9aYiRwFmrX0U1/iPN0p5x0hudaCxZai5R7KoeX0uSWSMJW4LkxXlEd0oBwXUvEfwpZ0vYH3H4jzC3flcsLsMa7HJwrHieKW2SL9Frceux+pilwD0u7o9mLr3T3g7R3DpQ3eWaTzjHrG65LdIpKSrqqdzcfDyYz7hK4zxK5oTSa/BrZSjilbj2Nad93o9O36xdT8NfC63dXdOPuU8hE2MjfjZZbp3pQT+IT+lK7LGgZbJ77qQjkW1tcMReS0zeSO7mHLRlP9X86SSPL/AFgW88Y+j6foyuZDb5vM1YWpsHhLbrv0ULt5p+MMeQ36p5YckpuCXKK35jSwwwzyftl0cbdqYz1JmLQ9xyt14Z9IQ9SdXVlluvoNO7ThRvFjpuk6T6nFqo/U0tzlUyhJY/Urg0Q12J6n9N/dV/7GScPu5HfRUh+clXJH3D9+ypHfMd1u0UnLl/SPGfxqvfjHAUXLk1qyEI3ZdhdGzw1Dwcm5HnOyM41IEAqWAQ8lw3TbUJWuzsUTQUA8AP1S43AoFmQkt9OyKIOkghJPypiR5A25TXnSjZNsoVyokh2lJc7JUYzO9kk1JB4TKFip30PynHCafIQMJh9Q4jcJp0xTemWbl8j5kPdF5mOyjioaSdkl05LsDhN6bI5RZKLwRskZwdwm4H5Oydw4lRcAG3NJOwS2tOnDhsnRkDjKI4GMgkFS74INtYdWBwjLXA78J4uBbpacKuuVYyniOrOfoirfCIPTzRxRl8jwAFl7hUCeqLmA6U3UTy1Lz5jyPomwdIxhacOPaJJ2DhBFyjGyvKwEboHARboYBO5UIFlpPCGAeErQ0DIckaSDlQge/ug0bbpBcfZLac91CAz2SQcFA5yjGFCAIKNucJJGe6AyBuVCBOJBSQ4ndKcBjKT+HACKIGHYQDyEjG6N2Ao0Qda9x2yg5zk012l26cBy7HKBAZLnhAxjPzIwPVvhRXTDUeeVCGjoGhtLKT3CrW7agraiZqoZT3wqjORtyDuqcXRrl0JAOQUJs7I3k6xhJcSXEFXGRqmJaf4oAZOUMDhEAdX0UIGeduECO7UaLVg4RQUgye3ujY3DSCUWfTnupFHQVdbICyM6T3SuVIKgxEJzVQBoJIXQaSQ/CRjj0qjtvT7IZGySyaiBwr1rcNDQNgsObIpukXR4iLb6t+EoEEpGvsjIGMtKpA0LOyLUO6SXOxgpTGgDJUFBnfZKxlESOwQBKhA27HBR75RFKa7O2ESAbwQj1AN0nkpRxyE2cE5PKhEJlADcIom4G3KNzg5uCN0cIGMJZIcBBylN25QYfVhG4KJAoSQHJLSA7CUwY3RBuXk5RBQsEAon7pAaQ7cpYwSoGgiMN2TJEj9k6944CAPspdEob0ENwUQjOclOZyUpj8nCCYQvzQISuSkvIDd0K5CMSH1Y7JReGt+qJrdZRSxHUMcJqDdg1Z9WETnDG4S9hsmZ2EjYoNhig3MGvDTslFmCMJFI3Y55TvJQqxghHqPKeLPTgJoZTrXEMCArRbWtuIRn2XQPBS0svPWsXxA1MgeCFgLUcxZI24XWfszOaer6lh/C/wDwXGi7z1+59SlklDw+5fETT/aB64unTddBQWn0PjcM4OMgcrKdb+LFB1B0tHaXQuknkZh8haeSrjxRpoKjxkoqe6aRQOz6nFbW/wDQ3R7Onpq6ipIpSGjQ5o2zhbnLNOU0ujkYJeP0uHTvNjbk+VL9zCfZgskclynragAuiJbGfYBO+IviLebf4k09NSyaaIS6Xszzurf7MLdFprWFweWyyHV37rlHifrHiSdR+adun6epUybw6WKj3Zsw4Ya3zWV5OVt/9Hb/ABoo4r54fU96LPWGbfTZUH2VnGWw1crTsWuP8CtZ1cwjwfZE/wDZyM/ksj9lCMt6cqmsO2mQf4laJKtTF/scrG0/C5V1U/8A2zl/X519d15PIb/mV1n7Lo09NVR76XH+a5L123T15cn9tIH+JXXPsyH/ALPVpHGh3+az4o/8T/3O55xV4n//AJHfDzrqsk8Srp03XjzIm6THn6rBfaPscFB1NqhGIpXDKd6ZY53j7VPH4GM/+ZX32pyH3m3RjmSpjCbK3k08lJ9Mz6aMNJ5XFLEq3QtnTvDWRtB0RQ6jgPIas1QWkw+OFZcC06DSDf8AJWVZL+jPDa2T6i3TK0krQOpYo4ZeomnOulxn9y0tWor6pnm1keKeWS/+zdH/AMlL4wFl06BrHR5cMkf4LzDZ6U1dfbKEbl7yCP3r0jHKLl4UXCfJc7W4hcP8J7Y6v8RKcbltPKcjCxa2Dnkg18npPAZY6fS54t/i7X+aPTVjkgoaahsYABlp+P3Ly/4vW/8ARnWlYxrceaCu8dRXKop/GK00sdO4RNj0n2XPvtLW+Knv4rfL06mnKv1EVLHL9jF/DspYtdFvlZI2zoH2eCGdDsf+FzQCqXqGyttvjfa7jE1xiqmaS7srDwMeY/C2pc04LIy4fwVz0jLH1Za6St1tNTRzFurvymw1LBFPsxavLLBrs+SPEbaZzT7V7S64QezpGD92QuueFDGDoima/GC0c/kuR/auaTXUQBxqnYP4FdC6aqJafwedWREh8TNQI+iMX/xM/wDBo1kXLwumSfb/AP6UfTdldZ/HeulDSIaxrXMPbKwP2jCB4gsY4ckruPR4g6ipLRf4iDMxmHkc5XDPtHYd4gwu7aXKvMtuD2/Zo8HqJZPKpT7UK/7HOHMxTPGfdUMg3cFoJdoXH6LOSn7x35qvRSVtfsir+NFzi/3EZwcI2nScoD3RNGXLeeFHNYJQJPZJ04QDyeAoQSSQdyiMmEZ+qQ5oBUJwOCUgI9beMJkOI+ZGccptrIJkd6tkrA05SH7uRPOBynvgiin2E4NOU16R2Rv1YwmskbKxApLoU9oeccJiSDGd0+zJ3S9OTlTc0Tan2QvhTuClRUmTglT42jSAeUb26W7DdD1GDYiLDS+UeU+1rScFAvxseUTnYGcJWx0hzbGyS9pxlN6jgkKDcLm2kiOTl57JoRZGqJdTPHTRl7i3hZK4Vj6uZzvwA8IqyrmqHanE6T2UbYN22WzDjrllUpBDlGiOSi2HJVz5KwyUAMoiEbThAgHHScIHT7IEZCHARIDPsg7IHKInZGN1CCmaMeoZS8wtHyprhBwz3UIJkc0u2Q4CPQOyAwoQTxuj5G4QdsdgjyccKEEgBGg0bJQGdlCDZaCUT2Ab8p0NwEhxJChAmMa7c9koAB2UkZDfzQyWtwFCByezSMqA6OXUfT3U1jQHh5I4TZnbkqENNagRDKc7YVOThzj9Vc0Lg2mmztsqZuNzzuqMP4muY26QB3CN2lwyDukPGTyg0HjST+SvTRnasPYoYGOcKTBbaud4DYy381bUfTgJDqmTJ9kkssI9g2MoAXuOljS4/QKbRWerqTkt8se5WsprbS0wGiJv54UrkYAwPos0tVf4lihRU2+w08QzL94fqrWFrWt0taABwnElZ5ScuxkqFtGEY2RAd0bTnZCyUGdyhugMI28qAboNo90rG6HdDhBMXsNuMoOwCgNwgcZwiQMfVG7ICIo9yiQDfqlOaOUkEA7o3nOMKEC0jnCGAClasdkhxycoDID9nZCGcowdt0QcCUAgJQA3RSHjCUdwEUK2E8jKbcSBsluaAUTi3hToZEdmrXkpwnDuUOHI3Nyc4UZANKS4lqWRoOUnOopUiConZG6KU57pWzW7ptp1ZRCOMbtshnHKAOGlEx2RkqEFEN5SCASAEb3bHdR4i4y5ygOkSAABhG5uwKbDscoeZjlROwiu6PUNJCS5+eEhx22TJWBl/bXZpAQOwW18HLyLP1xFK5wZHKQHFYi2amUId77qVG57JGTNJaQ4EEdlxHOsjf0z63ocEc/jo438qj0N42+HtX1g+juFnmeH5adbHdlO6sx0d4S/AVEv35Yc5d6iVy3prxjvdkpm0MsL6oDaPvhUHW3V906vuDpKx742N+WLOwWrJqMCuUZe5nIweI8g3DBna9ODtf4Nj9mS9so7o+31MgY6Z7nsa48glafrrwnq7z4g013p3n4RrtbwOMrhlvkqqStbU0kpimib6XArodq8aOpae0inqKcmTSG6vc+6pxZ4PGoZV0bdf4zVLWS1Whkk3SZ0Hx6ujbR0pSWKF7fOdGQQD9FR/ZPa5tgnhB9Wl4/iSuO9Q3W9dUV01bW1TjJrIaCeArToHrK6dH218VINTy52o5+qb9Up51OuBH4OcfFS0sZJ5HJNm88QfC25xV1d1G6bQ0anBg9le/ZeHnWKpibwQ8H88rAXbxV6lu9sfSSs0xyekknsqro/rC69KUr47a3Ooknf3U9TFDOpR65JPx+vz+PlgytbrVf7Hd+lOgxY+qK/qa5TtdJKfSSflC5J4xX5nUXiJQQ0+H08NQAXg84VVfPEjqm905o3VLoWuzrAPZZelMsTopQ8iWKTWCd8lNmyRcVGC4LfHeIz4JvPqZJyqkekPFcOpvB6nAOksj1H+KtTcgPBgVgfgfDjc/3VwG/9dX6+2g2useDTgadj2Uafre+foAWF02qhwG4H5Jv1UNzf2qMUPAZ5YccHVxm5P/DO3eFLhcPBqoDjqL2l2f3rG/ZyoRVdZXuoxtBVPbn8lg+nuuL7ZbI+02+UMpGjGD7Iumerrv03DU1Fqc1stU8ySH3JVbzwThKXwuTS/C6mENTCL/NqjvV/8TLDb+s226opg+bUIw8hVX2lraLj0cy4xNzpaHA/RcCuFXXXK7C4VcoM+Q7UPdX11646ju9u/RNdM19IBpOPZGOr9VSjJcPorh/Db0uXDlwtKUfy/c7R4GNLvC6rbnJMf+Szv2d755HVt7skko0ipJaPquX2brLqCy259BbqrRBqwWn2UG03SvtlXNdaKXyaqWTW5/uUZ6lR2V8F2XwM5LUKbT9Tr9jqv2q4vNr6JjXAHzgR+5bjpsg+CkjTsHREf4Lz11H1BdL6+Oa5Tee9nylS4es79DbBaYqwimx8nslWtxrJKT+SZPC5paHDp0/wd/8AY7D9l++Nltc9pfIC6GV4aSfqVgPtDj/t5E35tiFium7vdOnaqaa3VBie9xcf3pq73a5Xy4mtuM+t4GAVW9VH0Vj+S/T+Gng8lPVp8NEKo9IePoVnyRk591f1AcS7P7Kz7wNZ/NWaGTbmzzv8bd4kI4KXtyUk8oicFdA8KHqKIOweEOd0HHdFIgfKS4DGUmR+BgJovOlNRB0kOCaJx3SPMx3SHuJdnKdJhodc7A5SHuHZNvcSgNwm2kSsUCcFNbukCcacHdOtDCUHLaRoLTvkFPN0gA5SDGT+SDhhuGpewDgbk5CKTjCALtjlB2eeAoqINuI08bpBGRjO6ceGkbuwqy41rKNmpzhn6IxjKTpDrgVca1lJES4g+wWYnlNTP5p4Sq+Z9U/U5xI9ky0BvC34sVIpnOxMhAdukgb5Sy3L90l/ocrSoJ2Xb8JByUbtWedkC1x4KhAgXE4zgJeDjlIweEob7BQgsH0ptyVtgFIJcXHZQgbSMboE4OyGjON0HbHChBRJ0pLck8o8+nhJzvhQgZG/KMhEQMZCMOUIAA53Q3zhA5O6AUIAAgpX1QOcJJO2AoQD3YSQeyDhkZRADOVCCiCkgP1bjZOb8oKEEkDTghQ3RwajvJypkmdOQq18k2t3pPKhDXRBz6R7WD1EKJFbqmQANGFYWdr8vJ3GFYwDDcd8rNu9Pg2vkraGwD5qp6taeipYto4wfqU60nGMp1nthZp5JSAkkKaA0cAI0bhsjjGEojYCSON0tp9OcId+EbSgACTycJzGRlDA5QIDG2EMY2QBQHOVCB43Sm7FJKUzlREFYJQGO6PBQA33RaAGENI5SQDqSzudkqYGA7BE0kO+iBcc7oDdOAU8Au2RY0lG1KkIAyoShBOyIccJPqccjhHqOUBkGPYoODcbIcowxyRsIgDKD3YOAlYPCRj1bqIgHuIbkqMdT38p6YfwRMjONQTDJpCgzYbpbc+6Z1HOENZGyIGh4t2ySm425cUPN9GMJULgGkkKEoKQFxxlJYwtOQUHOyScowdsKEoRI5+rY7JyP5MFNkjVhLIz8pUYyQiQAnZNu9OMJz8WEenPKi4GGck5JRFx07p0AZxhAxghAiGY5SThKLsnZOMhGUswgHKKHdFva3f1djf4qwbpGoDhQbTHopGE8qbp9WRwuA4tZZN/Z9f8XX6PHX0JczQATynI8M3CRKT6c8oOyCMcJJStnQSTqxe2rZGAT3SN8Apbdko1BP1eZnKMhmkkpL+OUZB0gKEoU07YSYs6jujHzYRN2eUa5sIYHqJQA3RE8oNcrNwtCm787JO4djsj3PKBykrkNAOSMdkQy0elGMosEKSdoIRJO/dKY3S0lp3PKGN0QfjZBLmwMPGnYcHlBw9QaPlQectBCDeE0uUSgNOnYcIOaM6hyhlAAg5KQlAJ1DBSWtAKUd+EgtceCpQREhJMn91Z7HrcT7rQy7Nf+Sz7mkuOPddHR17jwP8AGf8AqYxs5zgojsd+Es7cpDvqtx4YV25SSeyBCQ8HPKZEtCJhjcFMOc/snZnjhJH5J1wTgYcSDujBTpZk8JLoyOE6YbQWMoaCjiBzunxhRslIQG4b6tylNYfyR7IaXOzvslYGO/hARAeyQw4RyHAyghaF475CjVEugFzjsExW1jIGapHYAWYuFxqauU6SWxjge6thjbfQN1FrcbtEwERHU/8AkqGWWWeTVIdX5pslrXl2k5PKLV37LasUYLsRzHMhoykE59QKQ85OyNow3blPZUONfnlJk9RwERBGMJRyOFCCdI7FDP1QdnGOEkbjAUIHjUcN5RnPy90lox+aVwc91CAGMIDCGckBBxx2UIBrklxBfgbJTSCEgY1nZQgY4RbZ3Q4KBUIDLR9Eo8ZGEQBwSQgFCBj2KBGEXJ5QP1UIDJR5CDThFjJ2UIL7JDm77FLJ2ST7qEDyQ3CIE9yjPGcJI5UIB2eFAe1+t3HKsMjOVDfK3W71x8qENbaiSZFZRHAaq61YBcrKLdqxNG0kRgZTuMJtg9OUtuSFTIAbTkp0AImgAbo2bpRGGc9kYalYwEjfO6FgFAEu3KMt9kbeUobqBG988JTQlhgznKJuBwpQGxJ9gjDSlY3S/mRoG4TnCPSeUenDcoRuHBUFCA2S2NJdlKZpJwkl5bnCgQw0DYontDRsiaSX7oPPqwiAQSdkZa8pROBjCDSe/CAUxBLmnGEZ4ylvOTlILtuFAiQ4g5Rvc4BNnW45A2CW3JbulaCG0nGUl7wBko84CYlcOTwimRBE53ShIQMdkhmC1JLz7cI2NtF6/VuErTk5CQ0+Y3JGMJTToGRugN0HjfBSg0cBIa7IyeUosJGcqECwM7pYAxknKLTlvKJu22UQNWIkac5RN1dgU+Ac7hE44HG6Nk3DbQTuUYceCEuN303Trmhzc43SN0TcR43ZS+U046XYCUXYGyPwFc8iz6d0Wp2MpBcSnY9xghCHdkf4tlxaHl9KNXspTNsqNbQG07cKUeFws/8AqM+xeJX/AAeP/CAR9UAicRhGzCqOkDJ4KMZRlDkcqUSwijBKSTvjKPhRBDPKBKIOJ7IY33ThBjZDBQePY4QBGFOyBgkIE7IDBR7I8ACa88IEoDSgcIMIYOUWnfKMEIipEgZG2EQGEeQhsUGyACCAO+yB2QRAEJKPKIqNA5ESjMcmPZULG4e4K9kyGvP0VJNtIcLdoHW48B/Gv54xLg3hNEb4SyQkOK6NHhQOIzjCbeCBkJWSEndFEGnNzjZOMZngI+Ag1xBTWQPy8JOlO6soAApbogwIx2R6Nk61uCUMBGxlIabGT2StJAx3Tmcb9kl25zlFP7A+xs+kbhQLrXRQw4J9R4T9zqBTQlx4WOrKh08znuJx2yrsUG3YZS4Crqt9VLl3ypjVg4REb57JAG+St6VFO6xzWEk4P5IABBw224REYTRjdKztkpLPYonZGygA9Qzgp2It3CawChnHChA3nJ+iTkjhAHIREnH0UIAu9krskFze3KWc6NlCAAwMoZzyg0gN3KIjuCoQNuM4RP52RgA8FBxwcKECxsgG5Qad90sbbBQgjg4PZAblE75t0bcashQgrGkInbhB2UG8KEEhG44CBGEOQoQNpyECEQaQERcSMKEFasjCRnslYGlDYjT3UIFtgqucRqP5qwLTh35Kqe06jzyoQ3tnGIXu/aVjAPRhQqeDyJJaYuz5TtLhjuplNo/bWJo2klvyp2IpoDBTrCHbBUtCydDgAISmgAhEGS42he78glxxTOdgQTZ9tCFCCnAnG4QLQBunnU1Y0AmjnA9yxIex55ifn2QA+BsNHujGwSnNkxtGkubIGjLcI0DcGRkcoRtx3R44RjZSgWEfmSs+yJ4CChBQdthJIHZGgdlCAjBDkNBAJKTq9kNZLtKhB2PByUlwwcom+kIZChAF30R6hhIzuUl3coMgtpJ/JKw1MxEkI3nB2RIOOdhuAEQIxumtR5TckuEGMhcpyFGe440lLD9Qx3TTnajj2QSoaIvGcYTrpY2NDMZcVHZqB3StnO1ckJh+h1w3GNgj7/RFyMo2gu4QojHAwadSQS7hK1baSltaXDClC7htoeRykgOc7AKWQ9jtuECQT6eVLBY65rwN0gOi0kZy9DzH40udlM+gP32JUREG2R5dpLcfVSA9pbpB9Saa9rTvujkkZp9IwUNtjOIosB3KQY/VnsmjMQcJfm7KNUhl9DhaAMoagAkNfqQODspHl0B9NF1bTqhb+SmEgDCiW3HkNA9lIYx2SSuFm/1GfYPFutFj/wAIDspTM4QIHujG3dV0dBSsGM75QDR7otY7JQBO4CA4C0DdEMeyNzZPZJ0zA5wgGwwShq33GEtwlB3Ym5MnsjTQPU3CnOGOMos7cImjZJdkd00eQ2KaQlZCQHYR6spKZPUTFZHshqCTnHZGiCwwWoy4eybHKXsBkqIl0EEpE14zwlGQN7KbSeqggcIE5SS8FG1wU6ZFKwigCjcQk6gU848E9VBSfI8n2VG5zcuBV1KQI5D9FnS5z5HNW7SLs8B/Gct08YZJ5QAyEQDuChnGy2nhxWn6pD+Urd2yWYtt0U6IMHIOOUrTtlKYwhx2yE4GDBJTrkg01G7lKAGNkh6TpkDYd90b24OQi4AKZqqkQjdM42QWXDBJKr7lc6emb+sGr2CqbxeJHHy6aJ59zpVGdb3l0jHuJ92rXi0/zIVzolXCvnrX5zhvYKG452J4SmslYctieT7aSm3OJdvE/PcBq1pJcIqcrDyOElwKMtfz5cv/ACoaJTv5cv8AyoksSDjZK2IwiMcg38uT/lQGof6uT/lUAGBvlJfko2tkOfu5P+VDQ9w2Y/8A5FCCXZGwKOPOMHCMwTPOQx239hBrZT6dBz/dUIEWpJCc8p/drmoxE79hzlCDIGCnA7CUIjnaPf8Aepn6Cu2PN+FOFCEDnslduE58NVg4MX/5JQFPUkYMZ/5SoQabjOyDhvlLZSVLcuMf/wCSUnTLwYz/AMpUIIad+EoHKHlSjmN3/IUYjl5Ebtv7BUIJxl3CAGHI9MrTkxv3/sFG1svaN/8AyFQgfpzuiJGduUCxx5a8H8kpkEoGr4aV31woQID9oIiG9gUryKgbmCX+CkQW2tlHmeXI1p+ihCGBulBquT0rcXQtm82PRz9Uk9O3Dy3O8yPQP4qEKZwKDFKbb6x0jo/Lk9KJtrrHxuf5cmyhBujpqitnbBSwvke/5QByq+opqmGeSGQaXscWuG2xBwuxdDix9O2I3SuHnXEx/dx/sLlFy+MnuNTOKOXEkz3/AMSSksh//9k=</binary>
</FictionBook>