<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Hal</first-name><last-name>Clement</last-name></author><book-title>Eiswelt</book-title><annotation><p>Auf Sarr taucht ein neues, gef�hrliches Rauschgift auf. Sallman Ken erh�lt den Auftrag, dessen Herkunft zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden.</p><p>Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tats�chlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, mu� ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die H�lle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in fl�ssigem Zustand vorhanden.</p><empty-line/><p>HAL CLEMENT gilt als Meister des wissenschaftlich orientierten Science-Fiction-Romans. Stets gelingt es ihm, Fakten und Fiction nahtlos miteinander zu verschmelzen. Mit Eiswelt bietet er dem Leser die M�glichkeit, Empfindungen und Eindr�cke aus der Perspektive eines Aliens nachzuvollziehen, Erfahrungen zu machen, die allein in der Science Fiction m�glich sind.</p><empty-line/><p>Originaltitel: ICEWORLD </p><p>� Copyright 1953 by Hal Clement</p></annotation><date/><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang></title-info><document-info><author><first-name/><last-name/></author><program-used>FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2015-09-03">3.9.2015</date><id>6A246C71-FFCC-40EF-9D15-B94690F2A3E7</id><version>1.1</version></document-info><publish-info><publisher>Bastei-L�bbe</publisher><year>1983</year><isbn>978-3-404-22060-1</isbn></publish-info></description><body><title><p>Hal Clement</p><p>Eiswelt</p></title><section><title><p>I</p></title><p>Sallman Ken war sich nie ganz sicher gewesen, ob es klug gewesen war, auf Rades Ersuchen einzugehen. Er war kein Polizist, und er wu�te das. K�rperliche Gefahren waren nicht sein Fall. Er war zwar immer der Meinung gewesen, ein gewisses Ausma� an Unbehagen ertragen zu k�nnen, doch der Anblick, der sich ihm durch das Bullauge der <emphasis>Karella</emphasis> bot, lie� ihn zweifeln.</p><p>Dabei mu�te er zugeben, da� Rade fair gewesen war. Der Chef der Rauschgiftabteilung hatte ihm offensichtlich alles gesagt, was er selbst wu�te. So viel jedenfalls, da� Ken mit ausreichendem Einsatz seiner Phantasie sogar <emphasis>so etwas</emphasis> h�tte voraussehen k�nnen.</p><p>�Viel ist davon ja nie aufgetaucht�, hatte Rade erkl�rt. �Wir wissen nicht mal, wie die H�ndler das Zeug nennen � f�r sie ist es einfach eine �Prise�. Es ist jetzt ein paar Jahre im Umlauf. Als es auftauchte, begannen wir uns daf�r zu interessieren, doch als sich herausstellte, da� es sich blo� um kleine Mengen handelte, lie�en wir es links liegen.�</p><p>�Was ist denn dann so gef�hrlich daran?� hatte Ken gefragt.</p><p>�Jedes Suchtgift ist gef�hrlich, das sollten Sie als Lehrer naturwissenschaftlicher F�cher eigentlich am besten wissen. Die besondere Gef�hrlichkeit des Zeugs scheint darin zu liegen, da� es gasf�rmig ist und daher einem unfreiwilligen Opfer leicht eingefl��t werden kann; und es ist so stark, da� eine einzige Dosis unvermeidlich zur Sucht f�hrt. Sie begreifen, was f�r eine Gefahr f�r die Allgemeinheit das werden k�nnte.� Ken hatte es deutlich begriffen.</p><p>�Wir verstehen uns also. Mich wundert nur, da� wir nicht alle schon l�ngst s�chtig geworden sind. Ein Generator im Ventilationssystem eines Geb�udes, an Bord eines Schiffes � damit k�nnten Hunderte sicherer Kunden f�r denjenigen gewonnen werden, der das Rauschgift vertreibt. Warum also ist eine weitere Verbreitung ausgeblieben?�</p><p>Rade hatte zum erstenmal ein L�cheln sehen lassen. �Daf�r scheint es zwei Gr�nde zu geben. Es gibt Schwierigkeiten mit der Herstellung, falls die vagen Ger�chte, die uns zugetragen werden, in etwa zutreffen. Und zweitens h�lt sich das Zeug nicht bei normaler Temperatur. Es mu� bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert werden. Unter normalen Bedingungen zersetzt es sich in Sekundenschnelle. Ich glaube, es ist der gleiche Proze� wie bei Verfallsprodukten, aber bis jetzt haben wir leider keine Probe bekommen, um das zu belegen.�</p><p>�Und was habe ich dabei zu tun? Wenn Sie keine Probe haben, dann kann ich sie auch nicht analysieren. Ich br�chte es vielleicht ohnehin nicht fertig, schlie�lich bin ich Lehrer und nicht Chemiker von Beruf. Was k�nnte ich sonst noch tun?�</p><p>�Gerade weil Sie Lehrer sind � so eine Art naturwissenschaftliches Universalgenie, ohne auf irgendeinem Gebiet Experte zu sein �, k�nnten Sie uns von Nutzen sein. Ich sagte schon, da� es mit diesem Rauschgift Schwierigkeiten gibt.</p><p>Wir k�nnen davon ausgehen, da� die Hersteller die Menge erh�hen m�chten. Zu diesem Zweck brauchen sie nat�rlich einen erstklassigen Produktionstechniker. Sie wissen so gut wie ich, da� sie es allein niemals schaffen k�nnten. Kein Mensch k�nnte heimlich in so ein Projekt eingeschleust werden. Jeder halbwegs f�hige Ingenieur hat seit der Entdeckung von Velio alle H�nde voll zu tun. Wenn jemand entsprechende Kontakte kn�pft, dann k�men wir ihm mit Leichtigkeit auf die Spur.</p><p>Sie hingegen sind ganz unverd�chtig. Sie haben Urlaub, ein ganzes Jahr. Niemandem wird Ihre Abwesenheit auffallen � und wir gehen davon aus, da� diese Leute einigerma�en Grips haben. Deshalb haben wir dieses Gespr�ch unter gr��ter Geheimhaltung arrangiert.�</p><p>�Aber irgendwie m�ssen Sie auf mich aufmerksam machen, sonst erfahren die anderen ja niemals von meiner Existenz�, wandte Ken ein.</p><p>�Das l��t sich machen � eigentlich ist es schon geschehen. Wir haben Ihr Einverst�ndnis vorausgesetzt. Die Sache ist einfach zu wichtig. In den Kreisen der Unterwelt gehen bereits Ger�chte um, Sie w�ren der Hersteller der Bombe, die das Storm-Werk au�er Betrieb setzte. Wir k�nnten Ihren Ruf noch ein bi�chen ausbauen��</p><p>�Damit ich nie wieder ehrliche Arbeit finde?�</p><p>�Kein Mensch wird davon erfahren, auch Ihre jetzigen Arbeitgeber nicht.�</p><p>Ken wu�te noch immer nicht richtig, warum er angenommen hatte. Vielleicht weil die Arbeit bei der Polizei ihm irgendwie von Glanz und Gloria umwittert zu sein schien, obwohl er nat�rlich wu�te, da� es sich heutzutage gr��tenteils um Laborarbeit handelte. Dieser Fall hier war wohl eine Ausnahme �� oder nicht? Er war, wie Rade erwartet hatte, von einem h�chst wortkargen Individuum angeworben worden, das behauptete, bestimmte Handelsinteressen zu vertreten. Man war �bereingekommen, da� er sein Wissen seinen Auftraggebern zur Verf�gung stellte. Vermutlich w�rde man ihn ganz einfach in ein Labor stecken und ihm die L�sung irgendeines Produktionsproblems �bertragen. In diesem Fall w�rde er seine Stelle sehr schnell wieder los sein und w�rde sich bei Rade entschuldigen m�ssen.</p><p>Denn bis jetzt hatte er nichts in Erfahrung bringen k�nnen. Sogar der Mann von der Rauschgiftabteilung hatte zugeben m�ssen, da� seine Leute keinen kannten, der mit Sicherheit mit dem Ring in Verbindung stand. Es war sehr gut m�glich, da� er von vergleichsweise anst�ndigen Leuten angeheuert worden war � anst�ndig im Vergleich zu Rauschgifth�ndlern, versteht sich. Genau das war wom�glich passiert. Man hatte ihn auf dem Raumflughafen der Nordinsel an Bord der <emphasis>Karella</emphasis> gebracht, und die darauffolgenden zweiundzwanzig Tage hatte er �berhaupt nichts gesehen.</p><p>Nat�rlich wu�te er, da� das Rauschgift nicht vom Planeten stammte. Rade hatte immerhin durchblicken lassen, da� man auf die ersten Lieferungen aufmerksam geworden war, als man eintreffende K�hlaggregate untersucht hatte. Er hatte allerdings nicht gewu�t, da� es von au�erhalb des sarrianischen Planetensystems stammte. Zweiundzwanzig Tage, das war eine lange Fahrt, falls man eine direkte Route geflogen war.</p><p>Die Welt, die nun drau�en am Himmel hing, sah nicht so aus, als k�nne sie �berhaupt etwas hervorbringen. Nur eine ganz schmale Sichel war sichtbar, da sie fast genau zwischen dem Schiff und einer bemerkenswert schwachen Sonne lag: An der Art, wie das dunkle Restst�ck der Scheibe die Milchstra�e verdunkelte, sah man deutlich, da� der Planet keine Atmosph�re hatte. Er war gebirgig, unwirtlich und kalt. Letzteres erkannte Ken an der Beschaffenheit der Sonne. Diese war so schwach, da� man sie ohne Augenschutz ansehen konnte. F�r Kens Farbempfinden war sie r�tlich und dazu ziemlich klein. Eine Welt, die sich in so gro�er Entfernung von einer Sonne dieser Art befand, konnte nur kalt sein.</p><p>Nat�rlich brauchte Rades Rauschgift niedrige Temperaturen. F�r den Fall, da� sie hier hergestellt wurde, wollte Ken sich aus der Sache zur�ckziehen, komme, was da wolle. Allein der Anblick dieses Planeten jagte ihm Schauer �ber den R�cken.</p><p>Er w�nschte, jemand w�rde ihn informieren, was eigentlich vorging. �ber der T�r seiner Kabine war ein Lautsprecher angebracht, der bis jetzt aber nur dazu benutzt worden war, ihm mitzuteilen, da� sein Essen vor der T�r st�nde und diese im Moment unversperrt sei.</p><p>Man hatte ihm n�mlich nicht erlaubt, den Raum zu verlassen. Dies deutete auf ungesetzliche Machenschaften irgendwelcher Art hin. Leider waren es Machenschaften, die sich nicht unbedingt auf jene Art beschr�nkten, hinter der er her war. Den Handelsbestimmungen war es zuzuschreiben, da� ein auf Erkundungsfahrt befindlicher H�ndler, der auf ein bewohntes System stie�, seine Entdeckung geheimhielt, um sich allein daran zu bereichern. Es war nur nat�rlich, da� man die Position eines solchen neuen Systems vor einem neuen Mitarbeiter ebenfalls geheimhielt.</p><p>Er riskierte eine laute �u�erung. Schlie�lich mu�te die Tatsache, da� sie sich so lange in der N�he dieser Welt aufhielten, irgendeine Bedeutung haben.</p><p>�Soll ich etwa auf diesem Planeten arbeiten? Sehr unwirtlich, wenn Sie mir die Bemerkung gestatten.� Er war nicht wenig erstaunt, als er darauf eine Antwort bekam. Die Stimme war eine andere als die, die seine Mahlzeiten ank�ndigte.</p><p>�Das stimmt. Ich bin dort selbst nie gelandet, aber so wie der Planet aussieht, mu� es dort schrecklich sein. Soweit uns im Augenblick bekannt ist, macht Ihre Arbeit einen Aufenthalt dort nicht n�tig.�</p><p>�Was ist eigentlich meine Arbeit? Oder wollen Sie damit noch immer nicht herausr�cken?�</p><p>�Es kann nicht schaden, wenn Sie mehr erfahren, da wir jetzt das richtige Planetensystem erreicht haben.�</p><p>Ken sah voller Unbehagen zu der matten Sonne hin, verkniff sich aber jegliche Bemerkung.</p><p>�Die T�r ist nicht verschlossen. Drau�en im Korridor gehen Sie nach rechts bis ans Ende. Sie kommen dann in den Kontrollraum. Dort bin ich. Es ist angenehmer, wenn man sich beim Reden gegen�bersteht.� Der Lautsprecher verstummte, und Ken tat, was verlangt worden war. Die <emphasis>Karella</emphasis> sah aus wie jedes Standardraumschiff und war zwischen 45 und 60 Meter lang, der Durchmesser betrug ein Drittel davon. Zylinderf�rmig mit leicht gerundeten Enden. Reichlich Raum, f�r Passagiere, Fracht oder was immer der Eigner bef�rdern wollte.</p><p>Im Kontrollraum war au�er den Anwesenden nichts Au�ergew�hnliches zu sehen. Einer der beiden mu�te der Pilot sein. Er war vor der Hauptsteuerkonsole an seinen Sitz geschnallt. Der andere schwebte frei mitten im Raum, offenbar in Erwartung Kens, da seine beiden Augen auf die T�r gerichtet waren. Er sprach ihn sofort an. Es war die Stimme, die den Wissenschaftler aufgefordert hatte zu kommen.</p><p>�Ich wollte eine pers�nliche Begegnung eigentlich hinausz�gern, bis Sie unser Angebot endg�ltig angenommen h�tten. Andererseits kann es auch nicht schaden, wenn wir einander kennenlernen. Meine Besuche auf Sarr werden immer sp�rlicher. Die Chance, da� wir einander begegnen, falls wir uns nicht einig werden k�nnen, ist sehr gering.�</p><p>�Dann haben Sie also Ihre Finger in irgendeiner illegalen Sache?� Ken konnte sich diese Frage erlauben, da der andere diesen Umstand deutlich hatte anklingen lassen. Die Gegenseite w�rde sicher davon ausgehen, da� er nicht auf den Kopf gefallen war.</p><p>�Illegal, ja, wenn man das Gesetz engherzig auslegt. Meine Ansicht, die im �brigen von vielen geteilt wird, ist folgende: Wenn jemand einen bewohnten Planeten entdeckt, ihn auf eigene Kosten erforscht und mit den Bewohnern Beziehungen ankn�pft, dann hat er das moralische Recht, davon zu profitieren. Und das ist in groben Z�gen unsere Situation.�</p><p>Kens Stimmung sackte ab. Es sah so aus, als w�re er genau mit jener Sorte kleiner Gaunerei in Ber�hrung gekommen, die er insgeheim bef�rchtet hatte. Er w�rde Rade auf diese Weise nicht viel weiterhelfen k�nnen.</p><p>�Dieser Standpunkt hat sicherlich einiges f�r sich�, �u�erte er vorsichtig. �Aber was kann ich f�r Sie tun? Ich bin kein Sprachwissenschaftler und habe so gut wie keine Ahnung von Wirtschaft, falls Sie Schwierigkeiten in dieser Hinsicht haben sollten.�</p><p>�Schwierigkeiten haben wir, aber auf einem anderen Gebiet. Sie ergeben sich aus der Tatsache, da� der fragliche Planet starke Unterschiede zu Sarr aufweist. Landungen auf diesem Planeten sind unm�glich. Nur unter allergr��ten Schwierigkeiten gelang es uns, pers�nlichen Kontakt mit einer Gruppe Eingeborener herzustellen. Ob mit einer Gruppe oder einem einzelnen Individuum, das k�nnen wir nicht unterscheiden.�</p><p>�Nicht unterscheiden? K�nnen Sie denn keine Torpedosonde mit einer Fernsehanlage hinunterschicken?�</p><p>�Na, Sie werden ja selbst sehen.� Das noch immer namenlose Individuum reagierte mit einem unangenehmen L�cheln. �Jedenfalls haben wir es geschafft, mit diesem oder diesen Eingeborenen einen kleinen Handel aufzuziehen. Die haben etwas, was wir gebrauchen k�nnen. Wie Sie sich denken k�nnen, bekommen wir das Zeug blo� tr�pfchenweise. Das Heranschaffen gr��erer Mengen � das ist im Grunde genommen das Problem, mit dem Sie sich besch�ftigen werden. Sie k�nnten irgendeine M�glichkeit ausknobeln, pers�nlich dort zu landen, aber Sie sind kein Ingenieur. Mir schwebt eher vor, da� Sie die Bedingungen auf dem Planeten genau analysieren � Atmosph�re, Temperatur, Lichtverh�ltnisse und so weiter, damit wir diese Bedingungen an einem f�r uns geeigneteren Ort reproduzieren und das Produkt selbst erzeugen k�nnen. Damit w�rden wir uns auch den Preis ersparen, den die Eingeborenen fordern.�</p><p>�Klingt ganz einfach. Mir f�llt dabei auf, da� Sie sich �ber die Natur dieses Produkts ausschweigen, bis auf den Umstand, da� es pflanzlicher Natur ist. Aber das st�rt mich nicht. Ich hatte mal einen Freund in der Parf�mbranche. Er war der reinste Geheimniskr�mer, auch wenn es sich um primitivste Chemie handelte. Ja, ich will es versuchen, aber ich mu� Sie darauf aufmerksam machen, da� ich bei weitem nicht der beste Chemiker der Galaxis bin. Au�erdem habe ich keine Apparate dabei, da ich nicht wu�te, was Sie von mir wollen. Ist an Bord vielleicht etwas vorhanden?�</p><p>�An Bord nicht. Wir haben den Planeten vor etwa zwanzig Jahren entdeckt und eine einigerma�en solide und funktionsf�hige Basis auf dem innersten Planeten des Systems errichtet. Er hat eine H�lfte st�ndig der Sonne zugewandt. In einem kleinen Tal nahe des Pols konnten wir so viel Sonnenlicht konzentrieren, da� die Temperatur ertr�glich ist. Dort haben wir ein anst�ndiges Labor und eine Werkstatt mit einem ausgezeichneten Techniker, einem gewissen Feth Allmer. Falls Sie etwas brauchen sollten, was wir dort nicht haben, k�nnen wir es Ihnen holen. Na, wie h�rt sich das an?�</p><p>�Richtig gut. Ich nehme den Auftrag an und werde tun, was ich kann.� Kens Stimmung hatte sich gebessert, teils weil die Arbeit an sich interessant zu sein schien, teils wegen einiger Bemerkungen des anderen. Falls das Produkt eine Pflanze war, und es sah ganz danach aus, so bestand immerhin eine kleine M�glichkeit, da� er sich auf der richtigen Spur befand. Zwar war von der Notwendigkeit der K�hlung nicht ausdr�cklich die Rede gewesen. Nach allem, was er bis jetzt zu h�ren bekommen hatte, konnte der Planet ebensogut zu hei� wie zu kalt sein. Was er allerdings von der Sonne dieses Systems gesehen hatte, lie� das erstere zweifelhaft erscheinen. Und dann diese Bemerkung, da� man auf dem <emphasis>innersten</emphasis> Planeten zus�tzlich W�rme konzentrierte � nein, der Planet war kalt. Ganz entschieden. Die Chancen standen wieder besser. Er ri� sich von diesen Gedanken los, als er bemerkte, da� sein Chef, falls es sich um das Haupt des Unternehmens handelte, wieder etwas sagte.</p><p>�Ich war sicher, da� Sie annehmen w�rden. Sie k�nnen anfordern, was Sie wollen, jetzt gleich. Sie k�nnen dieses Schiff nach Belieben verwenden und m�ssen sich blo� nach Ordon Lees Veto richten, falls er meint, das Schiff befinde sich in Gefahr.� Ein biegsamer Tentakel deutete auf den Piloten, als der Name fiel. ��brigens, ich bin Laj Drai. Sie arbeiten f�r mich, eine Tatsache, die Sie sich stets vor Augen halten sollten, zu unserer beider Wohl. Nun, was sollte Ihrer Meinung nach als erstes in Angriff genommen werden?�</p><p>Ken hielt es f�r besser, Drais Bemerkung bez�glich seines h�heren Ranges zu �berh�ren und dessen Frage mit einer anderen Frage zu beantworten.</p><p>�Haben Sie irgendwelche Proben von Atmosph�re oder Boden dieses Planeten?�</p><p>�Nicht von der Atmosph�re. Es ist uns nicht gegl�ckt, eine Probe davon zu behalten. Vielleicht sind wir dabei nicht richtig vorgegangen. Einer der Zylinder, die wir einholten, hatte ein Leck und fing an, in unserer Atmosph�re zu brennen. Vielleicht k�nnen Sie mit dieser Tatsache etwas anfangen. Wir besitzen Proben vom Erdreich, die aber samt und sonders unserer Luft ausgesetzt wurden und sich vielleicht ver�ndert haben. Das m�ssen Sie selbst entscheiden. Ich wei� nur, da� die Atmosph�re einen Druck von zwei Drittel Sarr-Normal besitzt, und da� die Temperatur auf dem Planeten so niedrig ist, da� sie die Gase unserer eigenen Atmosph�re gefrieren l��t � ich glaube, dort w�rde sogar Kalium gefrieren. Unser Techniker behauptete, genau das sei einem unserer Apparate passiert, der seinen Geist aufgab.�</p><p>�Wie steht es mit der Gr��e?�</p><p>�Gr��er als Sarr � die genauen Werte haben wir auf unserer Basis auf Planet Eins vorliegen.</p><p>Es ist einfacher, wenn Sie dort nachsehen. Ich kann mir die genauen Werte einfach nicht merken, und ehrlich gesagt, allzu genau sind die Werte ohnehin nicht. Sie sind hier der Wissenschaftler. Meine Leute sind blo� Augen und Tentakel in Ihren Diensten.</p><p>Nat�rlich verf�gen wir auch �ber ferngesteuerte Torpedosonden. Bevor Sie eine solche einsetzen, lassen Sie es mich lieber wissen. Von den ersten zwanzig, die wir zur Planetenoberfl�che schickten, gingen neunzehn verloren. An der Stelle, wo die zwanzigste endlich niederging, haben wir einen Sender hinterlassen, und den peilen wir bei jeder Landung an. Was mit den anderen Sonden los war, wissen wir nicht, obwohl wir es uns denken k�nnen. Aber das erz�hle ich Ihnen alles ganz genau, wenn Sie sich das Material ansehen. M�chten Sie noch etwas erledigen, ehe wir die Nachbarschaft des Planeten verlassen und Nummer Eins ansteuern?�</p><p>�Was hei�t hier Nachbarschaft? Ich dachte, Sie sagten, es w�re gar nicht der fragliche Planet.� Ken deutete mit einem Tentakel auf den kraterdurchsetzten Halbmond.</p><p>�Der ist es auch nicht, das ist nur der Satellit von Nummer Drei, dem Planeten, der uns interessiert.�</p><p>Ken bekam eine G�nsehaut. Der Satellit war furchteinfl��end. Der Planet konnte, wenn �berhaupt, dann nur geringf�gig w�rmer sein, da die Entfernung von der Sonne in etwa dieselbe war. Sicher, eine Atmosph�re stellte eine kleine Verbesserung dar, aber trotzdem � diese K�lte! Eine K�lte, die Kalium, Blei und Zinn gefrieren lie�! Daran hatte er eigentlich noch keinen Gedanken verschwendet. Sein Vorstellungsverm�gen war gut, vielleicht sogar zu gut. Und er begann sich praktisch aus dem Nichts das Bild einer bis ins Innerste gefrorenen Welt auszumalen. Rauh, von eisigen St�rmen blankgefegt, ein Planet des Todes, in dessen mattem, r�tlichem Licht sich nichts regte.</p><p>Halt, das konnte nicht stimmen. Der Planet war bewohnt. Ken versuchte sich vorzustellen, welche Art von Leben unter diesen gr��lichen Bedingungen es wohl geben mochte. Er schaffte es nicht. M�glich, da� Laj Drai sich in der Temperatur geirrt hatte. Er hatte gesagt, da� die Werte nicht gesichert w�ren. Sie beruhten einzig und allein auf Vermutungen des Technikers.</p><p>�Wenn wir schon in der N�he sind, dann wollen wir uns den Planeten mal ansehen. Ich bin auf das Schlimmste gefa�t�, sagte er an diesem Punkt seiner �berlegungen. Laj Drai gab dem Piloten ein Zeichen, und das Heck der <emphasis>Karella</emphasis> drehte sich langsam. Der luftlose Satellit glitt aus dem Blickfeld, Sterne huschten �ber den Sichtschirm. Das Schiff mu�te eine Drehung von hundertachtzig Grad gemacht haben, ehe Planet Drei selbst auftauchte. Jetzt mu�ten sie sich direkt zwischen Planet und Satellit befinden, dachte Ken. Nicht sehr klug, falls die Bewohner �ber Teleskope verf�gten.</p><p>Da sie die Sonne im R�cken hatten, war die Scheibe der gro�en Welt hell erleuchtet. Anders als der kahle Mond zeigte der verschwommene Umri�, da� eine Atmosph�re vorhanden war, obwohl Ken sich nicht vorstellen konnte, welche Gase sie enthalten mochte. Trotz des eindeutig r�tlichen Sonnenlichtes wies die Planetenoberfl�che zum gr��ten Teil eine Blauf�rbung auf. Einzelheiten waren nicht zu erkennen. Die Atmosph�re war sehr dunsthaltig. Es gab deutliche Flecken in Wei�, Gr�n und Braun. Was sie darstellten, war nicht auszumachen.</p><p>Es war ein Anblick, der dem Wissenschaftler in ihm wieder einen Schauer �ber den R�cken jagte. Daran mochten die Dinge schuld sein, die er erfahren hatte, und auch die Tatsachen, die er aus dem Aussehen der Sonne gefolgert hatte. Vielleicht war es �berhaupt nichts Objektives. Wie auch immer, allein der Anblick dieser Welt jagte ihm Schauer �ber den R�cken, so da� er sich unvermittelt umdrehte.</p><p>�Nehmen wir Kurs auf Nummer Eins und �berpr�fen wir die Werte.� Er hatte M�he, seine Stimmwerkzeuge zu bet�tigen. Der Pilot gehorchte ohne Kommentar.</p><p>In Wirklichkeit ist die Erde so �bel auch wieder nicht. Es gibt sogar Wesen, denen sie lieb und teuer ist. Ken war nat�rlich voreingenommen gegen eine Welt, auf der Wasser als Fl�ssigkeit vorkommt. Schlie�lich hatte er von Kind an gasf�rmigen Schwefel eingeatmet und hin und wieder geschmolzenes Kupferchlorid getrunken.</p></section><section><title><p>II</p></title><p>Roger Wing beispielsweise h�tten Kens Ansichten einen gelinden Schock eingejagt. Seine Sympathien geh�rten eindeutig der Erde, zumindest jenem kleinen Teil, den er kannte. Zu Recht, denn die Gegend um den Lake Pend� Oreille ist besonders im Fr�hling und Sommer von gro�em Reiz. Der See im Juni, das war ein Anblick, auf den man sich immer wieder freuen konnte. Den ganzen Weg von Lake Hayden herauf stritten sich die Kinder lautstark, wer wohl als erster das Ear Drop genannte Ende ersp�hen w�rde. Obwohl sie diesmal blo� zu viert waren, ging es so l�rmend zu wie immer, denn Donald, der heute nicht dabei war, hatte zu dem Get�se ohnehin nie beigetragen. Roger, dank der Abwesenheit des Bruders der �lteste in der Runde, war entschlossen, die Gelegenheit nach besten Kr�ften zu n�tzen. Um so mehr, als sie nur noch f�nfzig Kilometer zu fahren hatten. Don wollte mit einem Freund nach Sandpoint fliegen und dort mit der Familie zusammentreffen.</p><p>Alles in allem eine sehr fr�hliche Gesellschaft. Die Eltern auf den Vordersitzen versuchten mit m��igem Erfolg, f�r Ruhe zu sorgen. Zum Gl�ck ist die von C�ur d�Alene aus nach Norden f�hrende Stra�e in gutem Zustand, so da� das Get�mmel hinten im Wagen nicht weiter gef�hrlich war. Als bei Cocolalla der rechte Hinterreifen seinen Geist aufgab, kam es zu der einzigen Unterbrechung von Bedeutung. John Wing brachte den �berladenen Kombi m�hsam zum Stehen, und Roger stieg der Schwefelgestank von versengtem Gummi in die Nase. Es sollte f�r ihn im Laufe des Sommers ein vertrauter Geruch werden.</p><p>Nach diesem Zwischenfall verhielten sich die Kinder eine Spur gesitteter. Sie sahen es ihrem Vater an, da� er mit seiner Geduld fast am Ende war. Aber ganz ruhig war es w�hrend der Fahrt nie. Die Dammstra�e �ber die Spitze von Pend� Oreille wurde mit Jubel begr��t. Das Geschrei verebbte nur vor�bergehend, w�hrend Mr. Wing in Sandpoint einen neuen Reifen erstand. Dann ging es weiter zu dem kleinen Flugplatz am Stadtrand, und das Geschrei schwoll erneut an, als die Kinder ihren �ltesten Bruder auf dem Rasen neben einer Sportmaschine stehen sahen.</p><p>Er war gro� und schlank. Die dunklen Haare und Augen und das schmale Gesicht hatte er von seinem Vater. Roger, der seit September um ein gutes St�ck gewachsen war, stellte zu seinem Kummer fest, da� Donald ihn noch immer um einen halben Kopf �berragte. Der �berschwang der Begr��ung wurde dadurch nicht beeintr�chtigt. Don begr��te seinen Vater und Roger mit einem H�ndedruck, k��te seine Mutter und seine Schwestern und hob den sechsj�hrigen Billy auf die Schulter. Nein, der Flug von Missoula her war ohne Zwischenfall verlaufen. Ja, die Abschlu�noten waren gut, wenn auch nicht absolute Spitze. Nein, er hatte au�er seiner Reisetasche kein Gep�ck dabei, die Gewichtsbeschr�nkungen bei Sportmaschinen waren sehr streng. Weitere Fragen wollte er unterwegs beantworten. Er warf Roger seine Tasche zu und ging mit Billy auf der Schulter zum Wagen. Nachdem die Kinderschar sich mehr oder weniger bequem hineingezw�ngt hatte, ging die Fahrt weiter. Von Sandpoint aus nach Norden. Die Abzweigung ostw�rts nach Kootenay. Um das Nordende des fragezeichenf�rmigen Sees nach Hope und weiter nach Clark Fork. Dort wurde der Wagen in einem Mittelding aus Lagerhaus und Garage abgestellt.</p><p>Don und Roger verschwanden, um mit einer eindrucksvollen Herde von Pack- und Reitpferden wiederzukommen. Die Behendigkeit, mit der die Familie in den Sattel stieg, zeugte von gro�er �bung. Nach einem Abschiedswinken, das ihren Bekannten galt, die sich eingefunden hatten, ging es nordw�rts in die W�lder.</p><p>Donald l�chelte seinem Vater zu, als das St�dtchen hinter ihnen zur�ckblieb.</p><p>�Na, was glaubst du, wieviel Campingurlauber es in diesem Jahr geben wird?�</p><p>�Schwer zu sagen. Wer uns kennt, der l��t uns ohnehin in Ruhe, und Fremde habe ich in der Stadt nicht gesehen. Leider tauchen Prospektoren meist dann auf, wenn man sie am wenigsten erwartet. Gegen ehrliche Goldsucher habe ich ja gar nichts. Die sind f�r uns die beste Tarnung. Sorgen machen mir vielmehr diejenigen, die von unserem �Fund� mitnaschen wollen. Ihr Jungs werdet wie immer Pfadfinder spielen � obwohl ich Don diesmal bei mir haben m�chte. Falls du deine Chemielektionen gut gelernt hast, mein Sohn, k�nntest du mir helfen, ein oder zwei Probleme zu l�sen. Falls Don wirklich mit mir zusammen geht, Roger, dann tr�gst du eine gr��ere Verantwortung als sonst.� Der Junge nickte. Seine Augen gl�nzten.</p><p>Ganz allm�hlich war ihm aufgegangen, wie unterschiedlich seine eigene Familie und die seiner Schulkameraden den Sommer verbrachten. Zun�chst hatten die Erz�hlungen von Ferien auf Ranches, an Meeresstr�nden und im Gebirge seinen Neid geweckt. Dann hatte er angefangen, mit seinen eigenen Bergferien zu prahlen. Als ihm schlie�lich klar wurde, da� bestimmte Aspekte dieser Ferien in den Bergen von einer Aura der Geheimhaltung umgeben waren, war sein Stolz st�rker gewesen als seine Zur�ckhaltung � bis ihm allerdings auch klargeworden war, da� seine Schulkollegen ihm einfach nicht glaubten, da� sein Vater �eine geheime Mine in den Bergen� hatte. Gekr�nkt hatte er hinfort den Mund gehalten, und bis ihm ein �berzeugendes Argument eingefallen war, war ihm auch bewu�t geworden, da� Schweigen f�r alle Beteiligten vielleicht das Beste war.</p><p>Es war jener Fr�hling gewesen, in dem er zehn Jahre alt geworden war. Sein Vater hatte von der Geschichte irgendwie geh�rt und hatte sich aus irgendeinem Grund gefreut. In jenem Sommer hatte er Roger in die Verantwortung miteinbezogen, die bislang Don ganz allein getragen hatte, der das Gel�nde rund um ihr Sommerhaus vor und w�hrend Mr. Wings Ausfl�gen in die Berge genau durchforschen mu�te. Der Fund war Vaters ureigenes Geheimnis, das hatte er ihnen selbst gesagt, und aus Gr�nden, die er ihnen sp�ter einmal erkl�ren wollte, sollte es auch so bleiben.</p><p>In jenem und den zwei darauffolgenden Sommern hatte er seine Ausfl�ge allein unternommen. Jetzt sah es ganz so aus, als w�rde es bald eine �nderung geben. Roger wu�te, da� Don im vorigen Herbst, kurz bevor er ans College gegangen war, einiges erfahren hatte. Er hatte seine Studienf�cher zum Teil auf Grund dieser Informationen gew�hlt � Chemie, Astronomie und Mathematik. Chemie, das leuchtete Roger noch ein, aber was die anderen F�cher sollten, das begriff er nicht. Im Zusammenhang mit Goldsuche erschien ihm Astronomie von h�chst zweifelhaftem Wert.</p><p>Nun, dies alles w�rde er mit der Zeit herausfinden. Vielleicht sogar fr�her, als Don es erfahren hatte, denn es sah so aus, als w�rde ihr Vater endlich die Schranken abbauen. Im Moment bestand sein gr��tes Problem darin, sich einen Weg auszudenken, wie ein einziger Junge sich �berblick dar�ber verschaffen konnte, wer sich dem Sommerhaus bis auf eineinhalb Kilometer aus jeder Richtung n�herte � und aus bestimmten Richtungen noch n�her herankam. Roger kannte die Topographie der Umgebung recht gut. Trotzdem legte er sich jetzt schon eine Reihe von Erkundungsstreifz�gen zurecht, da er sich �ber manche Punkte mehr Gewi�heit verschaffen wollte. Er war ein junger Mann, der die Dinge ernst nahm, wenn sie ihm in diesem Licht pr�sentiert wurden.</p><p>Wie alle seine Altersgenossen neigte er aber auch dazu, seinen momentanen Interessen nachzugeben. Und er wurde aus seinen �berlegungen herausgerissen, als Edith ihn mit einem �ber die Schulter nach hinten geworfenen Tannenzapfen im Gesicht traf. Sie platzte vor Lachen heraus, als er sich vergeblich nach einem Mittel zur Vergeltung umsah � es gab offenbar in Reichweite keine Zapfen mehr, und der Pfad war an dieser Stelle so schmal, da� die Pferde hintereinander gehen mu�ten. Das Packpferd, das seine Schwester am Z�gel f�hrte, bildete ein un�berwindliches Hindernis.</p><p>�Wach auf und rei� dich aus deinen Tr�umen los�, stie� Edith zwischen Lachkr�mpfen hervor. �Du siehst aus, als sei dir eingefallen, da� du deine Lieblingsangelrute in Spokane vergessen hast!�</p><p>Roger nahm sofort eine �berlegene Haltung ein. �Ihr M�dchen habt bis September praktisch nichts zu tun�, erkl�rte er. �Es ist aber jede Menge M�nnerarbeit zu erledigen, und ich habe eben �berlegt, wie man die Sache am besten angeht.�</p><p>�M�nnerarbeit?� Edith zog in gespieltem Erstaunen die Brauen hoch. �Dad hat zu tun, das wei� ich, aber du?� Sie wu�te genau, worin Rogers Ferienpflichten bestanden, hatte aber ganz bestimmte Gr�nde f�r ihre �u�erung. �F�r die paar Patrouilleng�nge ums Haus braucht man einen Mann?�</p><p>Roger gab sich einen Ruck. �Na, ein M�dchen br�chte das jedenfalls nicht fertig�, erwiderte er. Die Worte waren kaum ausgesprochen, als er sie schon bereute. Ihm blieb keine Zeit, sich einen Ausweg aus der Ecke zurechtzulegen, in die er sich mit seiner Feststellung man�vriert hatte.</p><p>�Beweis!� erwiderte Edith leise. Roger versetzte sich im Geiste selbst einen Tritt. Sie hatte es darauf angelegt. Die Familienregel forderte, da� jede von einem Familienmitglied ge�u�erte Feststellung mit einem Beweis untermauert werden mu�te, falls ein anderes Familienmitglied es verlangte eine Regel, die Wing senior dank weiser Voraussicht eingef�hrt hatte. Da er von bed�chtiger Wesensart war, war er dieser Regel selbst nur selten zum Opfer gefallen.</p><p>�Jetzt mu�t du mich einen Versuch machen lassen�, bemerkte Edith, �und du wirst mir einiges beibringen m�ssen. Aus Gr�nden der Fairne� wirst du auch Margie versuchen lassen m�ssen�� Diese letzte Bemerkung �u�erte sie haupts�chlich der Explosivwirkung wegen. Roger fiel fast aus dem Sattel, aber noch ehe er etwas sagen konnte, hatte er eine Idee. Warum sollten die M�dchen nicht mithelfen? Er konnte ihnen zeigen, was er und Don immer gemacht hatten, und vielleicht entwickelten sie eigene Ideen dabei. Rogers m�nnlicher Stolz machte ihn keineswegs blind gegen�ber der Tatsache, da� M�dchen im allgemeinen und seine Schwestern im besonderen �ber K�pfchen verf�gten. Edie und Marge konnten reiten und hatten keine Angst vor W�ldern. Alles in allem konnten sie sehr n�tzliche Hilfskr�fte abgeben. Edith stand ihm altersm��ig so nahe, da� er sie unm�glich als zu jung einstufen konnte, und sogar die Achtj�hrige hatte so viel Verstand, da� sie sich ruhig verhielt, wenn absolute Stille angebracht war, und da� sie sich Anordnungen f�gte, wenn Widerspruch unklug gewesen w�re.</p><p>�Na sch�n. Ihr k�nnt es mal versuchen.� Roger brachte seine �berlegungen zu einem Ende. �Dad ist es sicher recht, und Mutter ist es einerlei, solange die Hausarbeit erledigt wird. Heute abend k�nnen wir die Sache besprechen.�</p><p>Das Gespr�ch glitt auf andere Themen �ber, w�hrend die Karawane flu�aufw�rts zog. Zwei bis drei Stunden nachdem sie Clark Fork hinter sich gelassen hatten, querten sie den Flu� und hielten Richtung Osten auf die Grenze von Montana zu. Als sie endlich das �Sommerhaus� erreichten, lagen immer noch einige Stunden Tageslicht vor ihnen.</p><p>Man konnte es kaum ein Landhaus nennen. Auf einem steilen Abhang unterhalb der Waldgrenze erbaut, bot es gen�gend Raum f�r die Familie, ohne da� man sich zusammendr�ngen mu�te. Es verf�gte �ber ein von einem Benzinmotor betriebenes eigenes Stromaggregat, eine mehr oder weniger begrenzte Wasserversorgung aus einer weiter oben gelegenen, befestigten Quelle und gab Zeugnis von Mr. Wings Gl�ck oder Geschick bei der Goldsuche, die als seine Einkommensquelle galt.</p><p>Ein St�ck unterhalb des Hauses stand ein zweiter Bau, ein Mittelding zwischen Vorratskammer und Stall. Beide H�user waren solide gebaut und hatten in den harten Wintern des Nordwestens keinen Schaden genommen. Das Wohnhaus stand auf felsigem Untergrund, die W�nde waren gut isoliert. Die Familie h�tte ohne weiteres das ganze Jahr �ber hier leben k�nnen. Den Eltern schwebte ohnedies etwas in dieser Richtung vor, sobald die Kinder alle die Schule absolviert h�tten.</p><p>Das Erdgescho� wurde von einem gro�en Raum eingenommen, der als Speisezimmer und Aufenthaltsraum diente. An dem einen Ende lag die K�che, am anderen ein Schlafraum. Die Treppe neben der K�chent�r f�hrte hinunter in einen Keller, in dem Werkb�nke standen. Darauf lag ein Durcheinander von Holzarbeiten und Radioelementen. Hier wurden auch die verschiedenen Spiele aufbewahrt. Die Treppe ins Obergescho� lag am anderen Ende. Oben gab es sechs kleinere R�ume, je eine Schlafkammer f�r jedes Kind und dazu eine Art Abstellraum f�r alte M�bel und Ger�mpel, Dinge, die im Laufe der Jahre irgendwo untergebracht werden mu�ten.</p><p>Die Wings sa�en vor der Veranda ab, die sich �ber die ganze L�nge des Hauses erstreckte, und machten sich sofort an ihre verschiedenen Arbeiten. Mrs. Wing und die M�dchen sperrten die Haust�r auf und verschwanden im Haus. Billy schraubte die L�den an den leicht zug�nglichen Fenstern auf und entfernte sie � es waren die Fenster, die auf die Veranda hinaussahen, und die im Obergescho� auf der Hangseite. Mr. Wing und Donald hoben die Lasten von den Packtieren, w�hrend Roger die Reitpferde hinunter zum Stall f�hrte, wo er ihnen die S�ttel abnahm und sie f�tterte.</p><p>Bei Sonnenuntergang machte das Haus bereits einen bewohnten Eindruck. Alle hatten gegessen, das Geschirr war gesp�lt, Billy und Marjorie waren zu Bett gebracht worden, und die �brigen Familienmitglieder hatten sich f�r ein paar Minuten zum Entspannen im gro�en Raum zusammengesetzt. Es hatte eine Debatte dar�ber gegeben, ob im Kamin Feuer gemacht werden solle, und die Entscheidung war zugunsten des Feuers gefallen, nicht so sehr der Temperatur wegen, obwohl im Gebirge auch ein Juniabend k�hl sein kann, sondern � weil es gem�tlicher war, vor einem Feuer zu sitzen.</p><p>Die Eltern hatten ihre angestammten Pl�tze beiderseits des gemauerten Kamins eingenommen. Donald, Roger und Edith lagen dazwischen auf dem Teppich. Roger hatte eben den Vorschlag ge�u�ert, da� die M�dchen bei der Pfadfinder-Arbeit mitmachen sollten. Sein Vater �berlegte kurz.</p><p>�Kennt ihr euch in allen Richtungen aus, nicht nur dort, wo es zur Ortschaft geht?� fragte er Edith.</p><p>�Sicher nicht so gut wie die Jungs, aber die mu�ten es ja auch erst mal lernen�, entgegnete sie.</p><p>�Das ist richtig. Ich m�chte nicht, da� ihr verlorengeht, und hinzu kommt, da� man Mutter nicht zumuten kann, alles im Haus allein zu machen. Aber Roger scheint ja unbedingt etwas beweisen zu wollen. Deswegen wollen wir die Sache wie folgt regeln: Es wird eine Woche oder zehn Tage dauern, bis ich zum erstenmal hinausgehe. W�hrend dieser Zeit werdet ihr beide gemeinsam eine brauchbare Karte des Gel�ndes ums Haus anfertigen, und zwar bis zu einer Entfernung von vier Kilometer. Dar�ber hinaus werdet ihr einen Stundenplan f�r die Kontrollg�nge erstellen. Edie mu� dabei f�r die Hausarbeit Zeit bleiben, so da� Mutter auf ihre Rechnung kommt. Margie darf sich euch anschlie�en, darf aber allein nicht �ber die Sechshundert-Meter-Markierungen hinaus. F�r die J�ngsten gelten noch immer die alten Regeln. Das alles unterliegt nat�rlich Erg�nzungen und �nderungen, die eure Mutter vielleicht f�r notwendig h�lt.� Er sah l�chelnd zu seiner Frau hin�ber, die ihm zunickte.</p><p>�Mir soll es recht sein. Roger hat ja ein paar zus�tzliche Pflichten �bernommen, glaube ich. Sollten die nicht unter dem letzten Punkt untergebracht werden?�</p><p>�Sehr vern�nftig. Nun, pa�t es dir, Roger? Edie? Na sch�n. Zeit f�rs Bett. In den n�chsten Tagen werdet ihr h�bsch auf Trab sein.�</p><p>Die zwei J�ngeren schnitten Gesichter, gehorchten aber. Don und die Eltern blieben noch sitzen. Sie unterhielten sich leise bis sp�t in die Nacht. Die vier anderen Kinder schliefen bereits seit Stunden, als Donald schlie�lich die Treppe zu seinem Zimmer hinaufstieg, doch verhielt er sich deswegen nicht weniger vorsichtig. Er hatte keine Lust, den Rest der Nacht Rogers Fragen auszuweichen, der sicher wissen wollte, was unten besprochen worden war.</p><p>Trotz der Anstrengungen, die der vergangene Tag mit sich gebracht hatte, war die Familie am n�chsten Morgen fr�h auf den Beinen. Als �besonderen Gefallen� den er seinem j�ngeren Bruder erwies, erbot Donald sich, die �berfl�ssigen Pferde zur�ck in den Ort zu bringen � die Wings hielten sich nur ein paar Pferde beim Sommerhaus, da es Schwierigkeiten mit dem Futter gab. Damit war der J�ngere frei und konnte sich dem Anfertigen der Landkarte widmen, sobald er die Laden von den Fenstern im Oberstock entfernt hatte. Edith mu�te Geschirr und Kochutensilien s�ubern, da am Abend zuvor nur das Allern�tigste f�rs Abendessen gesp�lt worden war. Roger �berwand eine etwaige Abneigung gegen Frauenarbeit und half mit. Die Sonne stand noch ganz niedrig, als sie auf die Veranda heraustraten, sich kurz umblickten und sodann den Hang hinterm Haus erklommen.</p><p>Der Junge hatte einen kleinen Pfadfinder-Kompa� und ein Stahlma�band bei sich, das er im Bastelraum im Untergescho� gefunden hatte. Seine Schwester war mit einem Schulheft bewaffnet, das noch ein paar leere Seiten hatte. Dank der Anleitungen seines Vaters und eines Jahres bei den Pfadfindern war Roger �berzeugt, er k�nne mit dieser Ausr�stung eine brauchbare Karte des angegebenen Gebietes anfertigen. Dem Problem der H�henlinien hatte er dabei keinen ernsthaften Gedanken gewidmet.</p><p>So hoch das Haus der Wings auch lag, es ging dahinter noch ein h�bsches St�ck bergauf. Die beiden jungen Leute legten gern eine Rast ein, als sie ganz oben angekommen waren. Und sie sahen sich ebenso gern die Aussicht an, die sich ihnen bot, obwohl es f�r sie ein vertrauter Anblick war.</p><p>Die Gipfel der Cabinets erstreckten sich in alle Richtungen au�er nach Westen. Die Erhebung, die die Kinder erklommen hatten, war nicht so hoch, da� man allzu weit h�tte sehen k�nnen, doch der Pend� Oreille war im S�dwesten teilweise sichtbar, und im S�dosten war die Spitze des Snowshoe Peak leicht zu erkennen. Streng genommen gab es keine deutliche Waldgrenze. Die meisten Gipfel schafften es aber, wenigstens ein paar hundert Meter nackten Fels emporzurecken. Die unteren H�nge waren mit Wald bedeckt, gr��tenteils mit Douglas-Tannen, die im pazifischen Nordwesten vorherrschen. Ein, zwei relativ kahle Stellen, Reste der Waldbr�nde vom Vorjahr, waren vom Standpunkt der Kinder aus sichtbar.</p><p>Innerhalb der von Mr. Wing festgelegten Entfernung gab es etliche Punkte, die aussahen, als w�ren sie als Bezugspunkte zu verwenden. Roger holte den Kompa� hervor und fing an, diese Punkte anzupeilen. Edith fertigte bereits eine Freihandskizze der Umgebung an, auf der die Peilungen eingetragen wurden. Die Entfernungen mu�ten sp�ter erg�nzt werden. Roger kannte weder die H�he des eigenen Standpunkts noch jene der Punkte, die er verma�, und h�tte er sie gekannt, dann h�tte er damit nichts anfangen k�nnen. Trigonometrie war ihm unbekannt, und er hatte nicht die M�glichkeit, negative Gel�ndewinkel zu bestimmen.</p><p>Noch ehe sie vom Gipfel abstiegen, war die Karte voller Einzelheiten. Die beiden waren bald total in ihre Arbeit vertieft. Mrs. Wing war nicht weiter verwundert, da� sie zum Essen zu sp�t kamen.</p></section><section><title><p>III</p></title><p>Die Station auf Planet Eins war entschieden eine h�chst primitive Einrichtung, obgleich man merkte, wieviel technischer Aufwand erforderlich gewesen war, um sie �berhaupt bewohnbar zu machen. Sie lag am Grund eines tiefen Tales nahe dem Mittelpunkt der sonnenseitigen Hemisph�re des Planeten, wo die Temperatur um vierhundert Grad Celsius lag. Das h�tte ausgereicht, um den Schwefel zu verfl�ssigen, der den Hauptbestandteil der Atmosph�re bildete, die Kens Artgenossen brauchten. Die zus�tzlichen hundert Grad hatte man gewonnen, indem man die Talh�nge terrassierte und die einzelnen Stufen entsprechend schr�g anlegte und sie mit Eisen auslegte. Die dunkle Metallkuppel der Station befand sich im Brennpunkt eines gigantischen Konkavspiegels. Zwischen der Winkelgr��e der Sonne und der tats�chlichen Gr��e der Kuppel verschob die Sonnenlibration den Brennpunkt nie so stark, da� es eine Rolle gespielt h�tte.</p><p>Das interstellare Flugger�t landete auf einer glatten Felsplatte neben der Kuppel. Besondere Landeanlagen gab es nicht. Ken mu�te beim Verlassen des Schiffes seinen Vakuum-Anzug anziehen. Einige andere in Raumanz�ge geh�llte Gestalten standen mit ihm in der Luftschleuse. Vermutlich gingen die meisten, wenn nicht gar alle, Besatzungsmitglieder �an Land�, obwohl es sich vielleicht gar nicht um Besatzung handelte.</p><p>Denn ein Schiff der Klasse der <emphasis>Karella</emphasis> konnte von einem einzigen betrieben werden. Er fragte sich schon, ob dies zu den Sicherheitsbestimmungen auf fremden Planeten geh�rte; auf dem kurzen Weg vom Schiff zur Kuppel sah er sich sorgf�ltig um, konnte aber keine Abwehrwaffen entdecken. Die Stationsbesatzung hatte offenbar keinen Angriff zu bef�rchten. Und wenn es diesen Au�enposten wirklich schon seit zwanzig Jahren gab, wie behauptet worden war, dann mu�ten die ja Bescheid wissen.</p><p>Im Kuppelinneren war die Einrichtung zufriedenstellend, obwohl Kens F�hrer sich st�ndig f�r das Fehlen verschiedener Dinge entschuldigte. Das Essen jedenfalls machte keine Entschuldigung notwendig, und die Unterkunft, die man Ken zuwies war so komfortabel wie ein Hotel der Mittelklasse auf Sarr. Laj Drai unternahm mit ihm einen kurzen Rundgang durch die Station. Er zeigte ihm die Einrichtungen, die der Wissenschaftler bei seiner ihm zugedachten Aufgabe benutzen durfte.</p><p>Ken, der dabei seinen �wirklichen� Auftrag nicht aus den Augen verlor, hielt st�ndig Ausschau nach einem Beweis, und sei er noch so klein, f�r das Vorhandensein des gesuchten Rauschgifts. Nach dem Rundgang war er so gut wie sicher, da� hier nirgends ein kompliziertes chemisches Verfahren angewendet wurde. Wenn aber das Rauschgift ein Naturprodukt war, dann war ein chemisches Verfahren gar nicht notwendig. Er kannte mehrere Substanzen, die in ihrer nat�rlichen Form verheerende Wirkungen zeitigten � beispielsweise ein Pflanzenprodukt, das einige primitive St�mme seiner Heimatwelt zum Vergiften ihrer Pfeilspitzen verwendeten.</p><p>Die �Handels�-Ausr�stung erwies sich jedoch als weitaus vielversprechender, als man in Anbetracht des Planeten, mit dem Handel betrieben wurde, vermutet h�tte. So waren jede Menge ferngesteuerter Torpedo-Sonden vorhanden. Diese Torpedos bestanden aus zwei Teilen. Ein Teil enthielt die Antriebs- und Steueraggregate und war mit Temperaturreglereinrichtungen ausgestattet, die f�r ann�hernd Normaltemperatur sorgten. Im zweiten Teil war der Laderaum und die K�hleinrichtung. Diese Teile waren nicht besonders isoliert, weder voneinander noch von dem sie umgebenden Medium. Ken untersuchte eines dieser Torpedos eingehend und fing dann an, Fragen zu stellen.</p><p>�Ich kann keine Einrichtung f�r visuelle �bertragung entdecken. Wie wird das Ding auf der Planetenoberfl�che gesteuert?�</p><p>�Es gibt keinen Sichtschirm�, erkl�rte der Techniker, der Drai begleitete. �Urspr�nglich hat es sie nat�rlich gegeben, aber kein einziger hat den Ausflug auf Planet Drei �berstanden. Da haben wir die Sichteinrichtungen einfach herausmontiert � die Sache wurde uns zu kostspielig. Die optischen Bestandteile m�ssen den Umweltbedingungen des Planeten wenigstens teilweise ausgesetzt werden. Das bedeutet, da� wir entweder die ganze Maschine bei dieser Temperatur laufen lassen m�ssen oder eine gewaltige Temperaturdifferenz zwischen optischen und elektrischen Bestandteilen bekommen. Bislang konnten wir noch kein System entwickeln, das einer dieser Situationen standgehalten hatte � bei dieser Eisesk�lte spielen die elektrischen Teile verr�ckt, oder aber die optische Einrichtung geht zwischen den hei�en und kalten Bereichen in die Binsen.�</p><p>�Wie kann man steuern, wenn man nichts sieht?�</p><p>�Ganz einfach. Wir haben einen R�ckstrahlh�henmesser eingebaut, und vor Jahren wurde auf dem Planeten ein Sender installiert, der automatisch angesteuert wird. Wir lassen das Torpedo niedergehen und landen und warten, bis die Eingeborenen kommen.�</p><p>�Wurden denn keine Bodenproben von der Planetenoberfl�che gesammelt?�</p><p>�Wir sehen nichts und k�nnen keine Proben einholen. Das Torpedo bleibt bei dieser Temperatur nicht luftdicht, deswegen haben wir auch keine nennenswerte Probe der Atmosph�re bekommen k�nnen. An der Au�enh�lle bleibt auch nie etwas h�ngen. Vielleicht landet unsere Sonde auf einer festen Metall- oder Felsfl�che. Wir werden es nie erfahren.�</p><p>�Aber sicher k�nnten Sie das Ding so einrichten, da� es Luft beh�lt � auch unter dem Gefrierpunkt von Schwefel?�</p><p>�Ja, ich denke schon. Aber es schien uns nie der M�he wert. Falls Sie eine Probe m�chten, dann ist es ohnehin einfacher, wenn man eine kleinere Sonde runterschickt � damit l��t sich hinterher besser arbeiten.�</p><p>Pl�tzlich kam Ken ein Gedanke.</p><p>�Und das Zeug, das ihr von den Eingeborenen bekommt? Liefert das keine Hinweise? K�nnte ich damit arbeiten?�</p><p>Nun mischte sich Laj Drai ein. �Sie sagten, sie w�ren kein Spezialist. Nun haben wir das Zeug bereits von Spezialisten analysieren lassen, ohne Erfolg. Glauben Sie, wir w�rden diesen m�hsamen Handel aufrechterhalten, falls wir das Material synthetisch herstellen k�nnten? Deswegen m�chten wir ja, da� Sie uns hier die Umweltbedingungen von Planet Eins schaffen � und wenn Sie das erreicht haben, werden wir einen Weg finden, Samen von den Eingeborenen zu bekommen und die Pflanzen hier zu ziehen.�</p><p>�Verstehe�, sagte Ken. Laj Drais Erkl�rung klang einigerma�en vern�nftig und verriet nichts �ber die Natur des fraglichen Stoffes.</p><p>Sie widerlegte aber auch nichts.</p><p>Ken lie� sich die ganze Sache durch den Kopf gehen, w�hrend er den Blick �ber die technischen Einrichtungen schweifen lie�. Er h�tte gern noch einige Fragen gestellt, doch wollte er alles vermeiden, was als ungesunde Neugierde ausgelegt werden konnte, falls diese Leute hier wirklich Rauschgifth�ndler waren.</p><p>�Was bekommen die Eingeborenen f�r ihr Produkt?� fragte er schlie�lich. �Ist es ein Artikel, den sie selbst nicht herstellen k�nnen oder ist es eine Substanz, die bei ihnen nicht vorkommt? In letzterem Fall k�nnte ich daraus Schl�sse �ber den Planeten ziehen.�</p><p>Drai bewegte seine Tentakel wellenartig, eine Geste, die dem menschlichen Achselzucken gleichkam.</p><p>�Es ist ein bestimmtes Material�, sagte er. �Schwermetalle, die sich nicht so einfach in Sulfide verwandeln. Meist haben wir ihnen Klumpen der Platin-Gruppe gegeben, an die kommen wir leichter heran. In der N�he dieser Station kommt das Zeug reichlich vor. Wir schicken einfach jemanden hin, der ein paar St�cke runtersprengt. Ich habe keine Ahnung, wozu die das Zeug brauchen � wom�glich beten sie das Torpedo an und verwenden die Metallklumpen als priesterliche Insignien. Mir soll es einerlei sein, solange sie sich an den Handel halten.�</p><p>Ken nickte verst�ndnisvoll, ehe er eine Frage stellte, die sich � ihm eben aufgedr�ngt hatte.</p><p>�Was um alles in der Galaxis sollen der Lautsprecher und das Mikro in dem Torpedo? Die k�nnen doch unm�glich bei den erw�hnten Temperaturen funktionieren � und Sie k�nnen doch sicher mit den Eingeborenen nicht sprechen?�</p><p>Der Techniker beantwortete die erste Frage.</p><p>�Doch, sie funktionieren. Es handelt sich um ein Kristallding ohne Vakuumr�hren, und das m��te auch in fl�ssigem Wasserstoff funktionieren.�</p><p>Drai lieferte die Antwort auf den zweiten Teil der Frage. �Sprechen kann man das nicht nennen. Die Eingeborenen h�ren und produzieren Laute, die denen unserer Sprache mehr oder weniger gleichen.�</p><p>�Wie haben Sie es geschafft, ohne Sichtkontakt eine gemeinsame Sprache oder auch nur einen Code auszuarbeiten? Sie sind vielleicht der Ansicht, da� mich das alles nichts anginge und mich bei der Arbeit nicht weiterbringt, aber ich w�rde gern alles ganz von Anfang an h�ren.�</p><p>�Ja, Sie haben recht�, sagte Laj Drai langsam, w�hrend er seine biegsame Gestalt �ber einen passenden St�nder h�ngte. �Ich sagte schon, da� der erste Kontakt zwanzig Jahre zur�ckliegt � Jahre in unserem Sinn, versteht sich. F�r die Eingeborenen auf Planet Drei sind das eher drei�ig Jahre.</p><p>Also, die <emphasis>Karella</emphasis> kreuzte ohne bestimmtes Ziel, als ihrem ehemaligen Besitzer die merkw�rdige Farbe von Planet Drei auffiel. Sicher haben Sie selbst diese Blauf�rbung bemerkt. Er ging mit dem Schiff in einen sicheren Orbit au�erhalb der Atmosph�re und schickte Torpedos hinunter. Eine Landung kam nicht in Frage. Die schaurigen Temperaturbedingungen auf dem Planeten standen au�er Zweifel.</p><p>F�nf Projektile hintereinander gingen verloren. Die Sichtverbindung ging bereits in der oberen Atmosph�re fl�ten, weil keiner an die Wirkung der Temperatur auf hei�es Glas gedacht hatte. Der Kerl lie� aber nicht locker und schickte die Sonden auf Langwelleninstrumenten hinunter. Fr�her oder sp�ter gingen alle kaputt. Er konnte nicht mal sicher sein, ob die eine oder andere die Oberfl�che erreicht hatte. Sein Vorrat an Torpedos war aber ausreichend, und seine Techniker waren geschickt. Man nahm �nderungen vor und bastelte an den Sonden herum und schickte immer wieder eine los. Schlie�lich stellte es sich heraus, da� die meisten tats�chlich bis zur Oberfl�che kamen � und dann augenblicklich au�er Gefecht gesetzt wurden. Entweder wurden sie mechanisch zerst�rt oder aber die elektrotechnischen Komponenten spielten total verr�ckt.</p><p>Bis dahin hatte man versucht, auf den relativ glatten, blauen Gebieten zu landen. Dort schien eine Landung am unkompliziertesten. Da kam jemandem die Idee, da� dieser st�ndige Verlust an Sonden kein Zufall sein konnte. Es mu�te irgendwo ein gezieltes Eingreifen geben. Sozusagen als Test wurde nun ein Torpedo ausgeschickt, ausgestattet mit allen verf�gbaren Abtast- und Schutzeinrichtungen, die man an Bord unterbringen konnte � inklusive einem Silbernetz �ber der gesamten Oberfl�che, das an die Generatoren angeschlossen war und s�mtliche Au�enfrequenzen abblockte, die wom�glich das Steuersystem gest�rt h�tten. Von uns aus wurde eine st�ndig ver�nderte Steuerfrequenz verwendet. Das Ding hatte sogar einen automatischen W�rmeregler � wie gesagt, es hatte alles. Nichts Nat�rliches und verdammt wenig K�nstliches h�tte dieser Maschine in die Quere kommen k�nnen, und doch ging sie verloren wie alle anderen, in dem Augenblick, als der R�ckstrahlh�henmesser anzeigte, da� sie fast die Oberfl�che ber�hrte.</p><p>Das reichte dem Chef. Er fand sich nun als Arbeitstheorie mit dem Gedanken ab, da� die flacheren Teile bewohnt waren und da� den Einwohnern Besuche unerw�nscht waren. Das n�chste Torpedo wurde nun auf ein dunkles, unebenes Gebiet eingestellt, da man davon ausging, da� die Bewohner diese Teile vielleicht mieden. Diese Annahme schien richtig, denn diesmal war die Landung ein Erfolg. Zumindest zeigten die Instrumente an, da� die Sonde gelandet war, da� sie nicht mehr tiefer sinken konnte und da� sie mit ausgeschalteten Aggregaten betriebsbereit blieb.</p><p>Das war sehr ermutigend, aber keiner wu�te so richtig, was nun zu tun w�re. Sehen konnte man nichts, und wir wu�ten nicht sicher, ob das Mikro funktionierte. Man entschied sich, den Lautsprecher zun�chst nicht zu benutzen. Ein leises Summen war zu h�ren, dessen Lautst�rke keinem ersichtlichen System folgend st�ndig variierte und das wir schlie�lich als Windger�usch einstuften und nicht als Schaden in der Elektroanlage. Dazu kamen ein oder zwei kurze, harte, nicht zu beschreibende Ger�usche, die noch nicht identifiziert werden konnten. Am wahrscheinlichsten erscheint mir die Vermutung, da� es sich um die Stimmen von Lebewesen handelt.</p><p>Wir horchten eine volle Planetenumdrehung lang, das sind fast zwei Tage nach unserer Zeitrechnung, und wir h�rten nichts bis auf einen ganz schwachen Summton, ein ebenso schwaches Scharren und ein unregelm��iges Pochen, vielleicht verursacht durch die Schritte eines Huftieres auf hartem Untergrund, vielleicht aber auch nicht. Wenn Sie wollen, k�nnen Sie sich die Tonb�nder anh�ren, aber lieber nicht allein. Diese Ger�usche aus dem Nichts haben etwas Unheimliches und Entnervendes an sich.</p><p>Ich verga� zu erw�hnen, da� die Ladeluke des Torpedos nach der Landung ge�ffnet wurde. Mikrophone und Gewichtsdetektoren waren eingeschaltet, die uns angezeigt h�tten, wenn etwas hineingeschl�pft w�re. Aber es tat sich nichts � eigentlich erstaunlich, falls es in der n�heren Umgebung wild lebende Tiere gab. Die �ffnung h�tte wie ein nat�rlicher Unterschlupf auf sie wirken m�ssen.</p><p>W�hrend dieser Umdrehung h�rten wir nichts, was auch nur im entferntesten an Intelligenz h�tte denken lassen. Schlie�lich entschieden wir uns, den Lautsprecher einzuschalten. Es wurde nach einem bestimmten Schema vorgegangen. Wir fingen mit Minimalst�rke an, wiederholten ein Band w�hrend einer Umdrehung des Planeten, wiederholten es dann mit doppelter St�rke und so weiter, bis wir das mit dieser Ausstattung zu erreichende Maximum erreicht hatten. Dieses Programm wurde eine Zeitlang durchgehalten, bis der Chef ungeduldig wurde und veranla�te, da� die Steigerung nach einer Viertelumdrehung erfolgen sollte. Als wir zum erstenmal nach einer Viertelumdrehung die Lautst�rke erh�hten, bekamen wir ein schwaches Echo. Das bedeutete, da� das Ger�usch zumindest nicht in unmittelbarer N�he des Lautsprechers wieder erstickt wurde. Falls intelligente Wesen in H�rweite k�men, mu�ten sie das Ger�usch wahrnehmen.</p><p>Kurz gesagt, nach der vierten Lautst�rkesteigerung bekamen wir Antwort. Zun�chst dachten wir, es handle sich blo� um ein verzerrtes Echo, doch wurde es immer lauter, w�hrend unsere Lautst�rke unver�ndert blieb. Schlie�lich konnten wir feststellen, da� die Ger�usche sich von den unseren unterschieden. Sie bildeten ein ungeheuer komplexes Ger�uschsystem, das alle, die es h�rten, sofort als Sprache eines intelligenten Wesens einstuften.</p><p>Dann h�rten wir wieder Schrittger�usche vermischt mit Ausrufen einer fremdartigen Sprache. Wir stellten unsere Sendung ein. Es stand fest, da� das Lebewesen nun so nahe herangekommen war, da� es das Torpedo entdecken mu�te, ohne von Ger�uschen gelenkt werden zu m�ssen. Die Schritte kamen n�her. Zun�chst wurden sie alle paar Sekunden von einem lauten Rufen unterbrochen, dann aber mu�te das Ding unsere Sonde erreicht haben, denn die Ger�usche zeigten an, da� es ein konstant bleibendem Abstand umkreiste. Die Ausrufe wurden von nicht so lauten, aber l�nger andauernden und komplizierteren Sprechger�uschen abgel�st. Wahrscheinlich ist das Sehverm�gen dieser Wesen so ausgebildet wie bei uns, obwohl das Licht auf ihrem Planeten um so viel schw�cher ist.</p><p>Pl�tzlich zeigte die Fotozelle im Laderaum an, da� die Lichtzufuhr abgeschnitten worden war. Einer der Operatoren wollte die Luke schlie�en, der Chef warf ihn aus dem Kontrollraum hinaus. Er �bernahm nun selbst die Steuerung der Torpedoeinrichtungen und versuchte die Stimmger�usche des f�r uns unsichtbaren Wesens nachzuahmen. Das Ergebnis lie� nicht auf sich warten.</p><p>Der Eingeborene geriet richtig aus dem H�uschen. Dann versuchte er eine Vielfalt von Ger�uschen zu produzieren, so viele, wie sein Stimmapparat es zulie�. Sie alle konnten wir nat�rlich nicht nachahmen.</p><p>Das ging eine Weile so, ohne da� eine Seite echte Fortschritte erzielt h�tte. Niemand wu�te, was die Ger�usche des anderen bedeuteten. Es sah ganz so aus, als w�ren wir an unsere Grenzen gesto�en und w�rden nicht viel mehr �ber den Planeten erfahren.</p><p>Da fielen jemandem die alten Tauschk�sten ein. Ich wei� nicht, ob Sie sich darunter etwas vorstellen k�nnen. Sie waren schon vor der Raumfahrt in Verwendung als Hilfsmittel f�r Handelspartner verschiedener Sprachen. Es sind schlicht und einfach zwei Tabletts, die zusammenh�ngen. Jedes Tablett ist in eine Anzahl kleiner F�cher aufgeteilt. Die eine Seite ist leer, w�hrend die F�cher der anderen Seite mit verschiedenen Verkaufsartikeln angef�llt sind. Ein Glasdeckel bedeckt jedes der gef�llten F�cher. Dieser Deckel l��t sich nicht entfernen, ehe nicht etwas ins entsprechende Fach des anderen Tabletts gelegt wird. Nur der allerd�mmste Wilde kapiert die Sache nicht in k�rzester Zeit.</p><p>Eine derartige Vorrichtung hatten wir nat�rlich nicht zur Hand, aber die lie� sich einfach zurechtbasteln. �rgerlich war nur, da� wir nicht feststellen konnten, was in die leeren F�cher gelegt worden war, ehe die ganze Vorrichtung wieder bei uns eintraf. Da wir aber mehr an der Sprache als am Handel interessiert waren, machte das zun�chst nicht so viel aus. Wir schickten die Kistchenanordnung mit dem n�chsten Torpedo hinunter, auf das Signal des ersten hin, in der Hoffnung, die Flachlandleute w�rden es nicht entdecken. Wir machten das Ding auf und warteten.</p><p>Der Eingeborene machte sich prompt an die Untersuchung. Er war offenbar so intelligent, da� seine Neugierde die Angst besiegte, obwohl er die Sonde ja im Flug beobachtet haben mu�te; Und er verhielt sich genau so, wie wir es erwartet hatten, obwohl wir ihn nat�rlich nicht beobachten konnten. Er legte in jedes Fach der leeren Seite etwas hinein, und leerte die anderen F�cher aus. Aber das meiste tat er wieder zur�ck. Eines der Dinge, die er uns mitgab, erwies sich als brauchbar � es ist das Zeug, das wir noch immer von dort beziehen. Deswegen f�llten wir bei der R�cksendung nur das Fach, das mit jenem zusammenhing, in das er sein Zeug getan hatte. Er kapierte, und seither l�uft die Sache reibungslos.�</p><p>�Und was ist mit der Sprache?�</p><p>�Ach ja, wir kennen inzwischen die Worte f�r �Ja� und �Nein�, die Bezeichnungen f�r ein paar Metalle und den Namen f�r das Zeug, das er uns verkauft. Ich kann Ihnen ein Band geben, von dem Sie die Aussprache lernen k�nnen. Wenn Sie wollen, bekommen Sie auch einen schriftlichen Bericht dar�ber.�</p><p>�Vielen Dank. Damit gewinnt die Situation nat�rlich an Klarheit. Ich nehme an, da� Sie mit diesen Flachl�ndern keine Schwierigkeiten mehr hatten?�</p><p>�Richtig. Wir haben es peinlich vermieden, mit anderen Teilen des Planeten in Kontakt zu treten. Wie schon gesagt, sind unsere Interessen mehr kommerzieller als wissenschaftlicher Natur. Wir haben nat�rlich nichts dagegen, wenn Sie selbst ein paar Sonden losschicken wollen. Aber bitte mit gr��ter Vorsicht. Wir m�chten den Kontakt nicht abrei�en lassen, ehe wir nicht selbst imstande sind, eine Produktion aufzuziehen.�</p><p>Ken lie� das �quivalent eines L�chelns erkennen. �Mir f�llt auf, da� Sie es sorgf�ltig vermeiden, mir zu sagen, um was es sich bei dem Zeug handelt. Meinetwegen, ich will nicht in Sie dringen. Es geht mich nichts an, und ich w��te auch nicht, wie es mir weiterhelfen k�nnte. Im Moment halte ich es f�r das Beste, wenn Sie mich mit allen greifbaren Daten �ber den Planeten versorgen. Dann kann ich mir ein Bild von der Atmosph�re machen und eine Sonde samt einer Ausr�stung losschicken, die meine Vermutung best�tigt oder nicht. Ich denke, das ist einfacher als das Sammeln von Proben zur Analyse.�</p><p>Drai raffte sich von dem Gestell auf, an dem er hing, und produzierte so etwas wie ein bejahendes Nicken. �Ich sage ja nicht, da� Sie nicht wissen d�rften, was wir von dem Planeten beziehen, aber Sie k�nnen sicher sein, da� ich demjenigen die Haut vom Leibe ziehe, der zul��t, da� Sie es herausbekommen!�</p><p>Der Techniker, der sich im Hintergrund gehalten hatte, machte sich wieder bemerkbar. �Das ist nicht weiter schwierig�, sagte er. �Es gibt da n�mlich nicht viel zu sagen. Der Planet ist im Durchmesser etwa um drei Zehntel gr��er als Sarr, damit ist das Volumen mehr als doppelt so gro�. Die Masse ist ebenfalls das Doppelte der unseren, obwohl die Durchschnittsdichte um eine Spur geringer ist. Die Oberfl�chenschwerkraft betr�gt eineinviertel Sarr-Normal. Die Durchschnittstemperatur liegt um ein Geringes unter dem Gefrierpunkt von Kalium. Atmosph�rendruck unsicher, Zusammensetzung unbekannt. Rotationsperiode 1,84 Sarr-Tage.�</p><p>�Verstehe. Man k�nnte die Temperatur auf dem Planeten leicht verdoppeln, wenn man einen Punkt w�hlt, der weit genug von der dunklen Seite entfernt ist. Und wenn n�tig, w�rde die Reproduktion von Tag und Nacht auch nicht viel Schwierigkeiten machen. Das echte Problem stellt die Atmosph�re dar. Ich werde mich sehr eingehend damit befassen.�</p><p>Sallman Ken bewegte sich langsam zu seiner ihm zugewiesenen Unterkunft. Dabei waren seine Gedanken nicht ausschlie�lich mit dem Problem der Atmosph�re befa�t. Er dachte vielmehr an die geheimnisvolle Rasse, die die �den Ebenen von Planet Drei bewohnte, und an die M�glichkeit, den Handel mit dem Planeten zum Stillstand zu bringen � vorausgesetzt nat�rlich, da� dieses geheimnisvolle Produkt das war, was er bef�rchtete.</p><p>Und er fragte sich, ob er sein Desinteresse am Hauptexport des Planeten nicht zu �bertrieben zur Schau getragen hatte.</p></section><section><title><p>IV</p></title><p>Ein Kreis mit einem Radius von vier Kilometern bedeckt ein Gebiet von knapp �ber f�nfzig Quadratkilometer. So kam es, da� die von Roger und Edith Wing angefertigte Karte nicht so detailliert war, wie sie h�tte sein k�nnen. Andererseits bietet ein bewaldeter Berghang keine Einzelheiten, die der Eintragung wert w�ren, wie ihr Vater zugeben mu�te. Und was die Kinder da ablieferten, zeigte auch den allerkleinsten Wasserlauf und Pfad, von dem Mr. Wing Kenntnis hatte. Was aber noch wichtiger war, die Karte bewies, da� sie das fragliche Gebiet tats�chlich durchwandert hatten. Genau diesem Mangel an Erfahrung des M�dchens hatte er abhelfen wollen, ehe sie von der Regel entbunden wurde, sich strikt an die Pfade zu halten.</p><p>Pl�tzlich sah er von dem flecken�bers�ten Heft auf. Die Familie hatte sich wieder um den Kamin geschart, die zwei Kartographen hatten sich auf den Armlehnen seines Sessels niedergelassen. Don hockte zwischen den Sesseln auf dem Boden mit Billy, der es sich auf seinen Schultern bequem gemacht hatte. Marjorie sa� auf dem Scho� ihrer Mutter. Alle warteten auf das Urteil.</p><p>�Mir scheint, du hast ganze Arbeit geleistet�, sagte Mr. Wing schlie�lich. �Mit dieser Karte k�nnte sich hier in der Umgebung jeder zurechtfinden. Edie, wie kannst du nur glauben, du k�nntest ohne die Karte auskommen?�</p><p>�Schon gut, Dad, ich wei� Bescheid�, erwiderte das M�dchen ein wenig erstaunt. �Mu� ich denn?�</p><p>�Das mu�t du selbst wissen, ob du die Karte immer bei dir haben mu�t�, sagte er achselzuckend. �Meinetwegen mu�t du nicht. Na, wie habt ihr beiden die Kontrollg�nge eingeteilt?�</p><p>Jetzt �bernahm Roger das Wort. Er r�ckte noch n�her an die v�terliche Schulter heran und benutzte die Karte zur Verdeutlichung.</p><p>�Insgesamt existieren acht Pfade, die an verschiedenen Punkten in den Vier-Kilometer-Kreis f�hren. Don und ich gingen t�glich den Kreis ab und verfolgten jeden Pfad so weit, bis man feststellen konnte, da� ihn niemand ben�tzt hatte. Es gibt immer wieder Stellen, wo man nicht hindurch kann, ohne Spuren zu hinterlassen. Diese Stellen haben wir an jedem Pfad abgeklappert.</p><p>Jetzt m�chten wir die Sache anders angehen. Ich werde die Enden dieser Pfade zwar kontrollieren, aber wir haben daneben eine Aufstellung jener Punkte gemacht, von denen man die Zug�nge �berwachen kann � es sind �brigens nicht viele. Edie kann sie morgens und nachmittags mit einer Tour von zweieinhalb Stunden hinkriegen. Und ich �bernehme die �u�eren Wege. Eigentlich �hnelt das deiner Methode, die du immer bei den R�ckwegen angewandt hast. Du gingst im Zickzack und hast uns nach eventuellen Beobachtern Ausschau halten lassen, so da� einer von uns immer eine Abk�rzung nehmen und dich warnen konnte, falls wir jemanden gesehen h�tten, was eigentlich niemals der Fall war. Aber das wirst du wohl kaum als Beweis gelten lassen.�</p><p>Mr. Wing l�chelte fl�chtig. �Ja, vielleicht sind meine Vorsichtsma�nahmen �bertrieben�, sagte er. �Aber ich habe meine Gr�nde, die Stelle geheimzuhalten, von der ich das Metall beziehe. Ein halbes Dutzend dieser Gr�nde befinden sich hier mit mir im Raum. Au�erdem wei� ich, da� es euch Spa� macht und da� ihr euch damit ausreichend Bewegung an der frischen Luft verschafft. Wenn sich noch einer oder zwei f�r die Naturwissenschaften entscheiden, dann werden wir zusammen etwas ausarbeiten, was dann nicht mehr geheimgehalten werden mu�.�</p><p>Marjorie, die Anzeichen von Unwillen hatte erkennen lassen, w�hrend ihr Bruder redete, mischte sich nun ein, als sie glaubte, ihr Vater h�tte zu Ende gesprochen.</p><p>�Daddy, ich dachte, ich sollte mithelfen. Das sagte Roger gestern, und du hast es am ersten Abend gesagt.�</p><p>�Ach? Und woher willst du wissen, was ich am ersten Abend sagte? Soviel ich wei�, wurde die Sache erst besprochen, als du schon im Bett warst. Aber was ich sagte, das gilt. Du kannst Roger oder Edie begleiten, aber du h�ltst dich an die Regeln, wenn du allein unterwegs bist. Billy, du �brigens auch! Es wird f�r alle ausgiebige Touren geben, ohne da� ihr auf eigene Faust losziehen m��tet. Au�erdem gibt es hier ums Haus jede Menge Arbeit f�r euch. Seit Jahren schon will ich eine Ladung Zement hier heraufschaffen lassen, wenn ihr blo� gen�gend Felsbrocken zum Dammbauen gesammelt h�ttet � ich m�chte selbst gern ein Schwimmbecken. Don glaubt zwar, wir schaffen es ohne Zement, aber das mu� er mir erst beweisen. Wenn er es ohne Zement schafft, soll es mich freuen.�</p><p>Mr. Wing lehnte sich zur�ck und streckte die Beine aus. Billy verlegte seinen Sitz von Dons Schulter auf die Schienbeine seines Vaters und griff nun in das Gespr�ch ein. Er wollte einen gro�en Ausflug machen, ehe sein Vater wieder auf Metallsuche ging, und lie� sich �ber dieses Thema ausf�hrlich vernehmen. Mr. Wing lie� sich zu keinen Zugest�ndnissen verleiten und h�rte sich alles ruhig an, bis endlich das Schlagen der Uhr Erl�sung brachte. Er zog seine Beine unvermittelt ein und lie� den Kleinen auf den Boden plumpsen.</p><p>�Die Kleinen ins Bett!� rief er ernst.</p><p>�Eine Geschichte!� rief Margie. �Du hast uns nichts vorgelesen, seit wir hier sind!�</p><p>Der Vater l�chelte. �Hm, wie lange die Rasselbande braucht, um sich f�rs Zubettgehen zurechtzumachen?� fragte er sich in einem gespielten Selbstgespr�ch. Es folgte lautes Fu�getrappel. Mr. Wing drehte sich zu dem B�cherschrank neben dem Kamin um und sah direkt in das feixende Gesicht seines zweiten Sohnes.</p><p>�Ganz recht, junger Mann, Spa� mu� sein, aber auch Disziplin. Wie w�r�s, wenn du und Edie Zeit spart und dem gl�nzenden Beispiel der j�ngeren Geschwister folgt?� Kichernd kamen die beiden der Aufforderung nach.</p><p>Aus einem unerfindlichen Grund zog sich die Geschichte in die L�nge. Der Anfang war ungeheuer spannend, sp�ter aber wurde es beschaulicher, und schlie�lich mu�ten Billy und Marge hinauf ins Bett getragen werden � und beide weigerten sich am n�chsten Morgen, diese Tatsache zu glauben.</p><p>Roger versuchte beim Fr�hst�ck Billy dazu zu bringen, da� er das Ende der Geschichte erz�hlte, und wunderte sich, als Billy sich weigerte, seine Unf�higkeit als Beweis daf�r zu akzeptieren, da� er eingeschlafen war. Schlie�lich gab Roger es auf und machte sich ans Satteln der Pferde. Er war unf�hig, sich in einer Debatte zu behaupten, bei der die einzigen Worte des Gegenspielers lauteten: �Ich auch nicht!�</p><p>Es war Einkaufstag, und es war die Reihe an Roger, mit seiner Mutter in Clark Fork die Sachen f�r die n�chste Woche zu besorgen. Kaum waren die Pferde bereit, ging es los. Edie und die anderen Kinder gingen auf eigene Faust aus dem Haus. Kaum waren alle fort, als Mr. Wing und Don Wanderkleidung anzogen und in �stlicher Richtung losmarschierten. Roger h�tte viel darum gegeben, ihren Aufbruch beobachten zu k�nnen.</p><p>Die Wege waren in gutem Zustand, so da� sie zwei Stunden lang gut vorankamen. Meist folgten sie dem Lauf der B�che, doch ging Mr. Wing ein oder zweimal �ber Felsformationen, was m�hselige Kletterei bedeutete.</p><p>�Es ist der k�rzeste Weg zum Sender�, sagte er an einer Stelle. �Er liegt n�mlich viel n�her beim Haus, als selbst deine Mutter vermutet, obwohl ich wei� Gott die Stelle nicht vor ihr versteckt halten m�chte, wenn sie blo� einmal mit herauskommen wollte. Ich mache immer einen Umweg, den ich schon vor Jahren ausgearbeitet habe. Damals mu�te man wirklich f�rchten, da� einem jemand folgte. Das war kurz nach dem Ersten Weltkrieg, lang bevor ich deine Mutter kennenlernte. Damals gab es hier in der Gegend eine Handvoll Leute, die mich liebend gern von einem Gipfel gest�rzt h�tten, nur um einen Bruchteil des Wertes, den ich vom ersten Ausflug zur�ckbrachte. Ich kann dir sagen, da� ich mir damals auf dem R�ckweg ordentlich den Kopf zerbrochen habe. Warum, das wirst du gleich sehen.�</p><p>Don gab darauf zun�chst keine Antwort. Seine Aufmerksamkeit galt voll und ganz der steilen Ger�llhalde, die sie querten.</p><p>Es war unm�glich, in diesem Gel�nde keine deutlichen Spuren zu hinterlassen. Er wunderte sich nicht wenig, da� sein Vater diese Route w�hlte, bis ihm einfiel, da� damit die Absicht verbunden war, auf dem R�ckweg etwaige Verfolgerspuren feststellen zu k�nnen. Kaum hatten sie die Ger�llhalde hinter sich und hielten nun wieder den Hang entlang bergab, als er zu sprechen anfing.</p><p>�Dad, du hast vor einiger Zeit gesagt, wir Kinder w�ren der Grund daf�r, da� du diese Metallquelle geheimgehalten hast. Mir scheint aber, da� dies w�hrend des Krieges als Grund nicht ausreichte. Vielleicht w�re es besser gewesen, du h�ttest die Regierung eingeweiht und sie h�tte die Fundstelle ausbeuten k�nnen. Das soll nicht hei�en, da� ich es nicht zu sch�tzen w��te, aufs College zu gehen, aber � na ja�� Er lie� eine von Unbehagen gef�rbte Pause eintreten.</p><p>�Das hat etwas f�r sich, mein Sohn, und es hat mir viel Kopfzerbrechen gemacht, damals als du auf der Highschool warst und Billy eben erst laufen lernte. Ja, ich h�tte mich so verhalten k�nnen, wie du eben vorgeschlagen hast, blo� w�re damit h�chstwahrscheinlich nur eines erreicht worden: man h�tte die Metallquelle ruiniert. Noch ein wenig Geduld, wir sind in wenigen Minuten an Ort und Stelle, und du wirst selbst sehen.�</p><p>Donald nickte. Schweigend ging es ein St�ck weiter. Die Richtung, die Mr. Wing eingeschlagen hatte, nachdem sie das Ger�ll querten, f�hrte sie zu einem schmalen, tiefeingeschnittenen Bachbett. Er ging nun das Ufer des B�chleins entlang flu�aufw�rts. Nach einem Anstieg von gut zehn Minuten lichteten sich die B�ume, und ein St�ck weiter standen sie praktisch auf blankem Fels. Dieser erstreckte sich ziemlich weit nach oben, doch Mr. Wing schien gar nicht die Absicht zu haben, auf den Gipfel zu gelangen.</p><p>Statt dessen wechselte er wieder die Richtung und querte den nackten Fels, als folge er einem vorgezeichneten Weg. Mit ein paar Schritten war der Rand einer kleinen Senke erreicht, die als Auffangbecken f�r Felsbrocken diente, die von weiter oben heruntergerollt waren. Mr. Wing schl�ngelte sich gefolgt von Don zwischen ihnen hindurch. Pl�tzlich blieb er stehen, r�ckte beiseite und lie� seinen Sohn das ansehen, was vor ihnen lag.</p><p>Es war ein formloses Metallgebilde von ann�hernd kubischer Form, knapp drei�ig Zentimeter an jedem Ende. Auf einer Seite hatte das Ding eine kleine �ffnung, aus der etwas hervorragte, was einem Kippschalter �hnelte. An verschiedenen Teilen der Oberfl�che waren Bolzenk�pfe zu sehen.</p><p>Mr. Wing lie� seinem Sohn ein paar Minuten Zeit, sich das Objekt gr�ndlich anzusehen. Dann holte er einen kleinen Schraubenzieher aus der Tasche und machte sich an die Arbeit bei den Bolzen, die sehr locker zu sitzen schienen. Don, der kein Werkzeug dabei hatte, versuchte es mit den Fingern und hatte weiter keine Schwierigkeiten mit den Bolzenk�pfen. Es dauerte nicht lange, und Mr. Wing konnte ein paar Metallplatten entfernen. Das Innere des Blockes lag nun frei. Don stie� einen Pfiff aus.</p><p>�Dad, was ist denn das? Doch kein gew�hnlicher Sender, oder?�</p><p>�Nein, aber ein Sender ist es, das steht fest. Ich wei� nicht, welche Frequenz er benutzt und welche Reichweite er hat, und ich kenne auch seine Energiequelle nicht, obwohl ich dar�ber schon einige Ideen entwickelt habe. Die Benutzung ist kinderleicht. Ich k�nnte mir denken, da� die Hersteller das Ding mit Absicht so einfach machten. Es gibt nur diesen einen Schalter. Aber ich bin nicht sicher, ob Absicht dahintersteht, da� das Innere so leicht zug�nglich ist.�</p><p>�Woher kommt das Ding? Wer hat es gemacht? Wie bist du dazu gekommen?�</p><p>�Das ist eine lange Geschichte, die sich, wie schon gesagt, zugetragen hat, ehe du geboren wurdest. Ich hatte eben das College verlassen und interessierte mich f�r diese Gegend hier. Ich wollte mich hier mal richtig umsehen und ging ins Gebirge. Ich marschierte von Helena aus los, durch die Flatheads, durch den Glacier Park, weiter westlich in die Kootenay-Berge hinein, und zur�ck den Flu� entlang, vorbei an Bonner�s Ferry in die Cabinets. Sehr aufregend war das alles nicht, aber ich sah eine ganze Menge und verbrachte eine sch�ne Zeit.</p><p>Ich �berquerte eben den Bach, dem wir hier herauf folgten. Es war ganz fr�h am Morgen, kurz nach meinem Aufbruch, als ich von oben, vom H�gel her wildes Get�se h�rte. Da ich die Gegend nicht kannte, wurde mir unheimlich zumute. Ich hatte aber eine Flinte dabei und redete mir erfolgreich ein, ich w�re ausgezogen, um meine Neugierde zu befriedigen. Ich hielt also auf den L�rm zu.</p><p>Als ich die B�ume hinter mir lie�, wurde der L�rm einer gesprochenen Sprache immer �hnlicher. Deswegen schrie ich selbst ein paar Worte heraus, obwohl ich kein Wort verstand. Zuerst keine Antwort � nur diese ungeheure Br�llstimme, die merkw�rdig gleichf�rmige Laute hervorbrachte. Ein St�ck weiter bergauf an einer freien Stelle sah ich die Quelle, und fast gleichzeitig verstummte der L�rm.</p><p>Vor mir auf freier Fl�che, wo man es von allen Seiten sehen konnte, lag ein Ding, das wie das Torpedo eines Unterseebootes aussah � damals ein sehr vertrauter Anblick, da Unterseeboote im Ersten Weltkrieg eine gro�e Rolle spielten. Science Fiction gab es damals noch nicht, und ich selbst hatte von Naturwissenschaften wahrhaftig nicht viel Ahnung, dennoch erschien es mir kaum glaublich, da� man das Ding hier heraufgeschafft haben k�nnte. Ich untersuchte es so gr�ndlich als m�glich, und entdeckte sofort ein paar Ungereimtheiten in der Torpedo-Theorie.</p><p>Erstens fehlten Propeller oder Steuerflosse. Das Ding war etwa sechs Meter lang, im Durchmesser etwa ein Meter, was meines Wissens auf ein Torpedo pa�te, doch war die einzige Unterbrechung der Oberfl�che ein Teil an der Seite, meiner Ansicht nach an der Vorderseite, die offenstand wie ein Bombenschacht. Ich lugte hinein, wobei ich mich h�tete, den Kopf oder Arm hineinzustecken. Ich sah eine Kammer, die den Gro�teil der Torpedonase einnahm. Die Kammer war leer und roch heftig nach verbranntem Schwefel.</p><p>Mir blieb fast das Herz stehen, als das Ding wieder zu sprechen anfing, diesmal viel leiser. Ich reagierte jedenfalls mit einem gewaltigen Luftsprung. Dann verw�nschte ich das Ding in allen mir bekannten Sprachen, weil es mich so erschreckt hatte. Ich brauchte eine Weile, bis ich mich wieder gefa�t hatte. Erst dann merkte ich, da� die Ger�usche, die es von sich gab, unbeholfene Nachahmungen meiner eigenen Worte waren. Um mich zu vergewissern, probierte ich andere Worte aus, und die meisten wurden mit ann�hernder Genauigkeit wiederholt.</p><p>Wer immer da als Sprecher dahintersteckte, konnte kein �P� oder �B� aussprechen, kam aber mit allen anderen Lauten gut zurecht.</p><p>Es mu�te jemand im hinteren Teil des Torpedos stecken, oder aber jemand meldete sich aus gr��erer Entfernung �ber eine Sendeanlage. Ersteres bezweifelte ich wegen des gewaltigen Volumens, das hinter den Ger�uschen steckte. Und pl�tzlich bot sich mir ein Beweis an.</p><p>Ich entschlo� mich, gleich hier mein Lager aufzuschlagen, obwohl es noch ziemlich fr�h war. Und ich war eifrig an der Arbeit, wobei ich hin und wieder ein Wort an das Torpedo richtete und als Antwort angedr�hnt wurde, als �ber mir ein zweites dieser Dinger erschien. Es fing leise zu sprechen an, als es sich noch in einiger H�he befand � man wollte es offensichtlich vermeiden, mich wieder zu erschrecken. Das Ding setzte neben dem ersten auf. Dabei hinterlie� es eine d�nne blaue Rauchspur, die ich zun�chst als Spuren der Antriebsraketen ansah. Dann aber zeigte es sich, da� der Rauch entlang der Ritze einer T�r austrat, �hnlich jener des ersten Torpedos. Eine gro�e Wolke verpuffte, als die T�r aufging. Meine Vorsicht wurde auf den Plan gerufen, nicht zu Unrecht �brigens, denn das Metall war so hei�, da� ich die Hitze noch in eineinhalb Meter Entfernung sp�rte. Um wieviel hei�er es vorher war, wei� ich nicht. Der Schwefelgeruch verlor sich einige Zeit nach der Landung.</p><p>Ich mu�te warten, bis das Ding sich abgek�hlt hatte. Erst dann wagte ich mich n�her heran. Und ich entdeckte, da� das Abteil an der Torpedonase nicht leer war. Drinnen steckte so etwas wie ein Angelkasten. Die F�cher auf der einen Seite waren voller Kram, auf der anderen Seite leer. Schlie�lich langte ich hinein, als ich glaubte, da� es sich gen�gend abgek�hlt hatte.</p><p>Als ich die Vorrichtung herausholte, entdeckte ich, da� die einzelnen F�cher mit Glasdeckeln bedeckt und verriegelt waren. Zwischen den beiden Seiten bestand nun eine trickreiche Verbindung: man mu�te etwas ins leere Fach legen und den Deckel schlie�en, ehe man das entsprechende Fach auf der anderen Seite �ffnen konnte. Es waren nur ein halbes Dutzend F�cher. Ich fischte also irgendwelchen Kram zusammen � eine Seite aus meinem Notizbuch, ein Granitbrocken, eine Zigarette, Flechten von den Felsen um mich herum � und entleerte die vollen F�cher� Unter den Dingen, die ich aus den F�chern holte, war ein Klumpen Platin und verwandte Metalle, die insgesamt mindestens ein Kilo wogen.</p><p>Jetzt lie� ich mich zum gr�ndlichen Nachdenken nieder. Erstens: das Torpedo stammte nicht von unserem Planeten. Das einzige Raumschiff, von dem ich bislang geh�rt hatte, war das Projektil bei Jules Vernes, doch die Menschen dieses Planeten schicken keine Torpedos ohne sichtbare Antriebsm�glichkeit aus, beladen mit Nuggets von Metallen, die schon damals wertvoll waren. Und wenn sie es tun, dann lenken sie nicht gezielt Aufmerksamkeit auf diesen Vorgang, indem sie fremde Sprachen meilenweit erschallen lassen.</p><p>Vorausgesetzt, da� das Torpedo aus dem Weltraum stammte, schien sein Verhalten nur eines zu bedeuten � diejenigen, die es ausgeschickt hatten, wollten Handel betreiben. Ich entschlo� mich dieser Theorie entsprechend zu handeln. Ich tat all das Zeug mit Ausnahme des Platin-Nuggets wieder zur�ck in die F�cher und schob die Vorrichtung zur�ck in die Torpedonase. Ich wei� noch immer nicht, ob sie mich sehen konnten � eher nein, aus verschiedenen Gr�nden � doch die T�r glitt sofort zu, und das Ding hob ab � senkrecht, und war rasch au�er Sicht. Mir tat es leid, da� ich nichts von Wert in die F�cher hatte legen k�nnen. Ich hatte kurz daran gedacht, eine Gewehrkugel zu schicken, um anzuzeigen, da� wir �ber eine mechanische Industrie verf�gten, doch ich lie� es sein, als mir einfiel, unter welcher Temperatur das Ding hier gelandet war.</p><p>Es dauerte zwei bis drei Stunden, ehe das Torpedo wieder zur Stelle war. Ich hatte indessen mein Zelt aufgeschlagen, Brennholz gesammelt und Wasser hei� gemacht. Ich entdeckte, da� meine Vermutung sich als richtig erwies. Diesmal hatten sie wieder ein Platin-Nugget in ein Fach gelegt. Die anderen F�cher waren leer. Und ich konnte mich erinnern, was ich beim ersten Mal in das entsprechende Fach getan hatte.</p><p>Das w�re eigentlich die Geschichte.� Mr. Wing l�chelte seinem Sohn zu. �Ich habe Zigaretten f�r Platin und Iridium getauscht, seit drei�ig Jahren. Jetzt wei�t du, warum ich unbedingt wollte, da� du Astronomie als Studienfach w�hlst!�</p><empty-line/><p>Don stie� einen ged�mpften Pfiff aus. �Ja, jetzt kapiere ich. Aber du hast das hier noch nicht erkl�rt.� Er deutete auf den Metallw�rfel, auf dem sein Vater sa�.</p><p>�Das kam ein wenig sp�ter, an ein Torpedo festgemacht. Der erste Torpedo startete �brigens unmittelbar danach. Ich war immer schon der Meinung, dies w�rde ihnen dazu dienen, die Stelle wiederzufinden. Im Laufe der Jahre hat sich zwischen uns eine gewisse Routine entwickelt. Ich bin im Winter nie da, und das wissen sie inzwischen. Zwei oder drei Tage nachdem ich diesen Schalter ein paarmal bet�tige�, er f�hrte es vor, �kann ich wieder Geld auf die Bank tragen!�</p><p>Don runzelte die Stirn. �Ich begreife noch immer nicht, warum du das alles geheimh�ltst�, sagte er. �Wenn es sich wirklich um eine interplanetarische Sache handelt, ist es doch ungeheuer wichtig.�</p><p>�Das stimmt nat�rlich. Wenn aber diese Wesen Kontakt mit der Menschheit im allgemeinen w�nschten, dann k�nnten sie diesen ganz einfach herstellen. Ich hatte immer den Eindruck, ihre Kontaktnahme in dieser Form deute darauf hin, da� sie ihre Anwesenheit nicht allgemein bekanntmachen wollten. Wenn nun Fachleute gekommen w�ren und ihre Anlage zerlegt h�tten oder ihnen Literatur und Maschinen geschickt h�tten, um einen Eindruck von unserer Zivilisation zu vermitteln, dann w�ren sie wahrscheinlich auf und davon.�</p><p>�Mir kommt das weit hergeholt vor.�</p><p>�Ja, vielleicht. Aber kannst du mir einen einleuchtenderen Grund daf�r nennen, warum sie nicht eines dieser Dinger mitten in einer Stadt niedergehen lassen? Sie zahlen enorme Preise f�r verdammt kleine Mengen Tabak. Jeder Drugstore an der Ecke k�nnte sie auf Jahre hinaus versorgen bei ihrer Verbrauchsquote.</p><p>Damit wir uns nicht falsch verstehen, mein Sohn. Ich wei� sehr wohl, wie bedeutsam dies alles ist, und ich m�chte alles �ber diese Wesen und ihre Maschinen herausbekommen. Aber ich m�chte, da� diese Untersuchungen von Menschen durchgef�hrt werden, bei denen ich mich darauf verlassen kann, da� sie nicht den ganzen Apfelkarren umschmei�en. Ich w�nschte, ihr Kinder w�ret sieben, acht Jahre �lter. Dann h�tten wir ein pr�chtiges Forschungsteam beisammen. Im Moment ist es so, da� du und ich � aber haupts�chlich du � mit den Nachforschungen befa�t sein wirst, w�hrend Roger und Edie die �berwachung �bernehmen. Nat�rlich ist nicht zu vermeiden, da� sie sich mal anschleichen und uns beobachten. Roger wird von seiner Neugierde n�chtelang wachgehalten, und er ist ein Typ, der aktiv werden mu�. Gut m�glich, da� wir seine oder Edies Spuren auf dem R�ckweg finden. Vielleicht hat er sie �berredet, da� sie an seiner Stelle zur Stadt reitet. Hier gibt es f�r uns jetzt nichts mehr zu tun, es sei denn, du m�chtest dir diesen Sender n�her ansehen. Am besten, wir machen uns auf den Heimweg und sehen nach, was die junge Generation zuwege gebracht hat.�</p><p>�Dad, es eilt nicht. Ich m�chte mir das Ding tats�chlich ansehen. Einiges deutete darauf hin, da� es ein Kurzwellensender ist, aber da w�ren ein paar Punkte, die ich auf der Stelle kl�ren m�chte.�</p><p>�Ich auch. In den letzten zwanzig Jahren habe ich mich viel mit Sendeanlagen befa�t, aber das hier geht �ber mein Wissen hinaus. Ich habe auch nie gewagt, mehr als die Au�enverkleidung abzunehmen. Die nicht sichtbaren Teile sind vermutlich die wichtigsten.�</p><p>�Genau. Man m��te irgendwie ins Innere sehen � wir k�nnten es mit einem Zahnarztspiegel versuchen.�</p><p>�Du glaubst doch nicht, da� ich mit einem Metallteil in einem Apparat herumstochere, der mit gro�er Wahrscheinlichkeit unter astronomischer Spannung steht.�</p><p>�Naja, hast ja recht. Aber wir k�nnten das Ding ja zuerst ausschalten, wenn wir sicher w��ten, welche Schalterstellung �Aus� bedeutet. Wir wissen nicht mal, ob beim Bet�tigen des Schalters eine Kurz�bertragung eintritt oder ob ein kontinuierliches Signal unterbrochen wird. Wenn die anderen das Ding als Zielfluganlage benutzen, ist es die zweite M�glichkeit. Aber sicher k�nnen wir nicht sein.�</p><p>�Auch wenn wir sicher w�ren, so w�rde ein einfaches Abschalten nicht ausreichen. Kondensatoren k�nnen �ber l�ngere Zeit hinweg sehr aktiv bleiben.�</p><p>Don mu�te seinem Vater in diesem Punkt recht geben. Er sp�hte minutenlang durch die �ffnungen, die durch das Entfernen der Platten entstanden waren.</p><p>�Die Innereien scheinen gr��tenteils aus Bakelitbl�cken zu bestehen�, stellte er fest.</p><p>�Vermutlich haben sie alles dauerversiegelt. M�chte blo� wissen, wie sie die Anlage warten. Wahrscheinlich hast du recht. Wir k�nnen nach Hause gehen, bis das Torpedo kommt.� Er warf den Sack �ber die Schulter, in dem sie ihren Proviant, ein paar belegte Brote, mitgenommen hatten, und richtete sich auf. Sein Vater nickte beif�llig. Sie gingen nun den Weg zur�ck bergab.</p><p>Don war in Gedanken, und sein Vater wollte ihn nicht st�ren. Er wu�te, wie er selbst auf die eben beschriebenen Ereignisse reagiert hatte. Er war damals wenig �lter gewesen als sein Sohn jetzt war. Er hegte zudem eine hohe Meinung von der Intelligenz seiner Kinder und hielt daran fest, da� sie Probleme am besten allein l�sten, wenn keine Gefahr damit verbunden war. Au�erdem konnte er Don in diesem Fall ohnehin nichts N�tzliches sagen, mu�te er sich ein wenig bedauernd eingestehen.</p><p>Auf dem R�ckweg waren keine Spuren daf�r zu entdecken, da� ihnen jemand gefolgt w�re, obwohl sie das Ger�llfeld getrennt querten und genau nachsahen. Das war auch kein Wunder, denn es zeigte sich, da� Edith ihre vorgeschriebenen Kontrollg�nge absolviert hatte und den Rest des Tages mit den j�ngeren Geschwistern verbracht hatte, w�hrend Roger wie erwartet zur Stadt geritten war. Falls er insgeheim geplant hatte, einen Vertreter zu finden und heimlich seinem Vater zu folgen, so war nichts daraus geworden, Mr. Wing wu�te nun nicht, ob er sich freuen oder ob er entt�uscht sein sollte.</p></section><section><title><p>V</p></title><p>Laj Drai traf den angeheuerten Lehrer neben einem der Torpedos an. Er untersuchte den Inhalt mit den Greifern eines Tentakels. Feth, der Techniker, h�rte aufmerksam zu, w�hrend Ken die einzelnen Posten aufz�hlte:</p><p>�Magnesiumzellen, Titanzellen, Natrium � ach, hallo, Drai. Na, was Neues?�</p><p>�Schwer zu sagen. Sie machen sich an ein Forschungsprojekt?�</p><p>�Na, ich �berpr�fe mal ein paar Hypothesen. Ich habe eine Aufstellung aller Elemente gemacht, die unter den Bedingungen von Planet Drei in gasf�rmigen Zustand �bergehen, und dazu alle Verbindungen, die ich in den Tabellen finden konnte. Bei einigen sieht es zweifelhaft aus, weil ich keine Druckwerte zur Verf�gung habe. Diese Elemente verfl�ssigen sich m�glicherweise. Wenn sie aber vorhanden sind, dann m��ten auch ihre D�mpfe nachweisbar sein. Dann schied ich so viele als m�glich aus theoretischen Gr�nden aus, da ich ja nicht alle Tests auf einmal machen kann.�</p><p>�Aus theoretischen Gr�nden?�</p><p>�Ja. Nehmen wir ein Beispiel: W�hrend Fluor unter diesen Bedingungen noch gasf�rmig ist, ist es viel zu aktiv, um frei vorzukommen. Das gleiche gilt f�r Chlor, das fl�ssig vorkommen k�nnte, und f�r Sauerstoff. Andererseits ist Wasserstoff sehr wahrscheinlich, ebenso Wasserstoffsulfid und andere fl�chtige Verbindungen dieser Elemente. Stickstoff m��te es geben und auch inerte Gase, obwohl ich nicht w��te, wie ich diese nachweisen sollte. Ich habe kleine Zellen gebaut, die verschiedene Materialien und eingebaute Heizk�rper enthalten. Ich werde die Zellen einzeln aufw�rmen, nachdem das Torpedo gelandet ist und sich ge�ffnet hat. Dann hole ich es hierher zur�ck und sehe nach, welche Wirkung die Atmosph�re auf meine Proben aus�bte. Ich habe Magnesium und Titan, die Stickstoff nachweisen sollen, und Natrium und ein paar Sulfide, die bei hohem Wasserstoffgehalt reduziert werden sollen, und so weiter. Der Bericht wird nicht vollst�ndig ausfallen, aber irgend etwas werden wir daraus entnehmen k�nnen��</p><p>�Das will ich meinen, wenn man davon ausgeht, wie wenig wir wissen. Wollen Sie das Torpedo sofort auf die Reise schicken?�</p><p>�Ja, es ist alles bereit, falls uns Ihre Abteilung nicht dazwischenfunkt.�</p><p>�Aber keine Rede. Wir wollten selbst eben ein Torpedo ausschicken. Unser Eingeborener hat uns eben ein Signal durchgegeben.�</p><p>�K�nnen zwei Torpedos gleichzeitig gesteuert werden?�</p><p>�Ja, ganz einfach. Da f�llt mir ein, da� es vielleicht g�nstiger w�re, wenn Sie ein St�ck von unserem Peilsender entfernt landen, und zwar w�hrend der Nachtperiode. Die Eingeborenen sind Tagwesen, das wissen wir sicher. Es w�re schade, wenn wir ihnen panische Angst einjagen, weil die chemischen Reaktionen vielleicht blitzhell, laut oder geruchsintensiv ausfallen.�</p><p>�Oder irgendein Sinnesorgan unangenehm ber�hren, das wir gar nicht kennen. Gut, Sie haben recht. Soll ich warten, bis Sie Ihr Tauschgesch�ft abgeschlossen haben oder soll ich als erster landen, falls es sich ergibt?�</p><p>�Das ist einerlei, glaube ich. Ich kann mich nicht erinnern, ob es Nacht oder Tag sein wird, wenn die Torpedos ankommen. Dr�ben im B�ro ist eine Tabelle, auf der wir die Ankunftszeit �berpr�fen k�nnen. Ich w�rde sagen, da� wir landen, wenn es Tag ist, w�hrend Sie abwarten. Falls es Nacht ist, landen Sie als erster.�</p><p>�Mir soll�s recht sein.�</p><p>�Sie m�ssen von hier unten aus steuern � oben im Observatorium haben wir nur eine Kontrolleinheit. Aber das spielt keine Rolle, da Sie ohnehin blind arbeiten m�ssen. Ich geh mal rauf und sage, da� Sie auch ein Torpedo steuern. Wir haben n�mlich im Moment eine Relaiseinheit in einer Umlaufbahn um den Planeten. Hat doch keinen Zweck, da� die Beobachter meinen, die Flachl�nder w�ren in den Raum vorgesto�en.�</p><p>�Haben Sie bei denen Aktivit�ten feststellen k�nnen?�</p><p>�Ach, nicht der Rede wert. In den letzten vier, f�nf Jahren haben wir Strahlen aufgesp�rt, die verd�chtig wie Radar aussehen, aber bislang immer bei konstanter Frequenz. Wir haben die Torpedos mit filter�hnlichen Plastikummantelungen sowie einem beschichteten halbreflektierenden Metallfilm umkleidet und hatten weiter keine Schwierigkeiten. Sie benutzen blo� ein Dutzend verschiedener Frequenzen, auf die wir alle eingestellt sind � und wenn sie wechseln, dann wechseln wir auch. Ich sch�tze, da� sie im Laufe der Zeit zwei oder mehr Wellenl�ngen in einem Gebiet benutzen werden und vielleicht auch Frequenzmodulationen. Dann m�ssen wir uns eben nichtreflektierende Beschichtungen zulegen. Das ist ohnehin einfacher � nur viel kostspieliger. Das merkte ich, als ich die <emphasis>Karella</emphasis> entsprechend ausr�sten lie�. M�chte blo� wissen, was wir machen, wenn die mal lernen, Infrarot aufzusp�ren. Die Torpedos sind um so viel hei�er als der Planet, da� sie leuchten wie Novae, wenn wir sie vom Schiff aus starten, knapp an der Grenze zur Atmosph�re.�</p><p>�Sollen sie doch im Raum bleiben, bis sie sich abk�hlen�, gaben Ken und der Techniker gleichzeitig zur�ck. �Oder aber man schickt sie von hier los, wie gehabt�, setzte Feth, der Techniker hinzu. Laj Drai empfahl sich kommentarlos.</p><p>�Der Bursche w�rde eine ganze naturwissenschaftliche Fakult�t brauchen�, bemerkte Feth, als sich die T�r hinter Laj Drai geschlossen hatte. �Er ist so argw�hnisch, da� er immer nur einen einzigen anheuert und den �ber kurz oder lang wieder feuert.�</p><p>�Dann bin ich nicht der erste?�</p><p>�Sie sind der erste, der �berhaupt so weit gekommen ist. Es waren schon einige vor Ihnen da, und immer wieder bekam er die fixe Idee, man w�rde die Nase zu tief in seine Angelegenheiten stecken. Ich bin nie dahintergekommen, was f�r Theorien sie entwickelten. Ich bin kein Wissenschaftler, aber neugierig bin ich � starten wir diese eiserne Zigarre, ehe er es sich wieder mal anders �berlegt.�</p><p>Ken mimte sein Einverst�ndnis, hielt sich aber im Hintergrund, als der Techniker den Spannungspr�fer in den Hauptleitstrahl vorschaltete. Auf dem Strahl konnten zwei Mehrphasensignale ebenso gehandhabt werden wie eines. Beide Torpedos w�rden so nahe beisammen bleiben, da� ein Leitstrahl gen�gte.</p><p>Die Information des Technikers war hochinteressant. Ken selbst w�re nie auf die Idee gekommen, da� er Vorg�nger gehabt hatte. In gewisser Hinsicht war es gut � die anderen waren vermutlich nicht Agenten der Rauschgiftabteilung gewesen, sonst h�tte Rade es ihm gesagt. Seine Tarnfarbe war also besser, als er angenommen hatte. Drai w�rde sich vielleicht mit der Zeit daran gew�hnen, da� Au�enstehende sich mit seinem Projekt befa�ten.</p><p>Aber was wu�te dieser Feth eigentlich? Er war offensichtlich schon eine ganze Weile da, und Drai erlegte sich in seiner Gegenwart keine Hemmungen auf. M�glich, da� man ihn zu einer n�tzlichen Informationsquelle ausbauen konnte. Andererseits war ein Versuch nicht ungef�hrlich. Es war klar, da� es zu seinen kleineren Pflichten geh�rte, auf Sallman Kens Verhalten ein wachsames Auge zu haben. Er war ein wortkarger Typ. Ken hatte ihn bislang nicht viel beachtet.</p><p>Im Moment war er ganz Techniker. Er hing �ber dem St�nder vor der Kontrollanlage. Seine Tentakel spielten �ber die verschiedenen Schalter und Stufenregler. Ein immer lauter werdendes Summen zeigte an, da� die Systeme warmliefen. Nach einer Weile drehte er einen Schalter geringf�gig. Das Torpedo, an dem Ken gearbeitet hatte, schob sich aus der Halterung. Ohne seine Augen nach hinten zu drehen, sagte Feth:</p><p>�Wenn Sie jetzt r�ber ans andere Ende gehen, lasse ich das Ding dort einrasten, und Sie k�nnen Mikro und Lautsprecher ausprobieren. Sie wollen sie zwar nicht verwenden, aber besser, wenn die Anlage einsatzf�hig ist.�</p><p>Ken kam dem Vorschlag nach. Er testete erst den Tonapparat, dann die verschiedenen Recorder und andere Instrumente im Frachtraum, die anzeigen sollten, ob chemische Reaktionen stattfanden oder nicht � Fotozellen, Pyrometer, mit Prober�hren und Ausf�llapparaten verbundene Gaspumpen. Alles war einsatzbereit und am richtigen Ort verankert.</p><p>Nachdem er sich davon �berzeugt hatte, schob der Operator das kleine Raumgef�hrt zu einer tunnel�hnlichen Schleuse in einer Wand, f�hrte sie dort ein, pumpte Luft hinein, und trieb damit das Torpedo ins Vakuum der Oberfl�che Merkurs. Ohne weitere Umst�nde schickte er es hinaus, weg vom Planeten. Die Steuerung war auf einen achronischen Hauptstrahl eingestellt, der von der Station zur Relaisstation nahe der Erde f�hrte. Jetzt war die Sache gelaufen, bis das Torpedo die Erde erreichte.</p><p>Der Mechaniker stand auf und wandte sich an Ken.</p><p>�Ich lege mich ein paar Stunden aufs Ohr�, sagte er. �Vor dem Ankunftstermin bin ich wieder da. Falls Sie Wert darauf legen, machen Sie die erste Landung selbst. Wenn die Planeten sich relativ zueinander in derselben Stellung befinden, dann warten Sie mehr oder weniger eineinhalb Umdrehungen von Planet Drei ab � bei ferngesteuerten Flugk�rpern k�nnen wir den Overdrive nicht einsetzen. Das Signal mu� w�hrend der �rtlichen Tagzeit kommen. Bis sp�ter also. Melden Sie sich, falls Sie etwas brauchen.�</p><p>Ken vollf�hrte das �quivalent eines Nickens. �Alles klar, und vielen Dank auch. Sie hei�en Allmer, wenn ich nicht irre?�</p><p>�Ganz recht, Feth Allmer.� Damit verschwand der Mechaniker durch die T�r. Er bewegte sich mit der flie�enden Anmut eines an die schwache Schwerkraft Merkurs gew�hnten Wesens und lie� Sallman Ken in sehr nachdenklicher Stimmung zur�ck.</p><p>Gedankenverloren lie� sich der eingeschleuste Spitzel auf dem von Allmer verlassenen Gestell nieder, um die Me�ger�te vor sich ausdruckslos anzustarren. Reum�tig mu�te er sich eingestehen, da� er wieder in seinen alten Fehler verfallen war, sich f�r zwei Probleme gleichzeitig zu interessieren, in gewisser Hinsicht hatte dies nat�rlich auch Vorteile. Sein aufrichtiges Interesse f�r das Problem, das Planet Drei darstellte, war der bestm�gliche Schutz gegen�ber eventuellem Argwohn, der sich im Zusammenhang mit seiner eigentlichen Aufgabe regen mochte. Aber um seine Konzentration auf jene andere Arbeit war es schlecht bestellt. Seit Stunden schon hatte er an nichts anderes als an sein Testprojekt gedacht, bis Allmers abschlie�ende Bemerkungen ihn wieder an seine eigentliche Pflicht erinnerten.</p><p>Er hatte Feth f�r einen f�higen Techniker gehalten. Der Scharfsinn, den der �ltere Knabe eben bewiesen hatte, war dennoch eine �berraschung. Ken selbst hatte die Bedeutung von Drais Bemerkung �ber die Gepflogenheiten der Einwohner des dritten Planeten gar nicht mitbekommen. Drai hatte selbst nicht daran gedacht, seine eigenen Schl�sse zu ziehen.</p><p>War er wirklich so beschr�nkt? Anders als Ken kannte er die Entfernungen, um die es bei einem Flug zu jener Welt ging, und er kannte die Geschwindigkeit der Torpedos. Er hatte seiner eigenen Aussage nach hier jahrelang Handel betrieben. Welche Absicht verfolgte er damit, da� er sich d�mmer stellte, als er war?</p><p>Eine M�glichkeit gab es nat�rlich. Ken stand vielleicht schon unter Verdacht und sah sich einer Verschw�rung gegen�ber, die ihn durch �bertriebene Vertraulichkeit dazu bringen wollte, da� er sich verriet. Warum aber hatte in diesem Fall Feth Allmer seine Kenntnisse preisgegeben? Vielleicht wollte er sich als m�glichen Vertrauten aufbauen, falls Ken mitteilsam w�rde. In diesem Fall war Feth seine gr��te Bedrohung, da er mit Ken am meisten zusammen war und in der besten Position, den Spitzel zu spielen. Andererseits konnte der Bursche auch v�llig unschuldig sein, auch wenn die Gruppe als Ganzes Schmuggelei betrieb. Was er zum Schlu� gesagt hatte, entsprang vielleicht echter Hilfsbereitschaft. Im Augenblick konnte man nicht klar unterscheiden, welche dieser M�glichkeiten die wahrscheinlichere war. Ken schob das Problem beiseite, da es mit den momentan verf�gbaren Fakten nicht zu l�sen war.</p><p>Seine Aufmerksamkeit wurde jetzt ohnehin von dem anderen Problem in Anspruch genommen. Auf der Kontrollkonsole vor ihm waren ein paar Zeiger ins Zittern geraten. In den letzten zwei Tagen hatte er die Funktionen der einzelnen Me�- und Schaltger�te gelernt und konnte nun die einzelnen Werte selbst ablesen. Jetzt fiel ihm auf, da� Druck und Temperatur im Frachtraum des Torpedos abfielen. Eigentlich ganz nat�rlich. Es gab kein eingebautes Heizsystem, und der Druck mu�te daher absinken, wenn sich das Gas abk�hlte. Dann fiel ihm ein, da� die Temperatur auf Planet Drei so tief war, da� dabei Schwefel gefror, und da� seine Probeeinheiten mit einer Schicht dieses Zeugs �berzogen sein w�rden. Da mu�te man etwas unternehmen.</p><p>Tats�chlich aber war der Druckabfall gr��tenteils auf Leckage zur�ckzuf�hren. In der Frachtkammer hatte sich die T�r abgek�hlt und so stark zusammengezogen, da� rundum an den Fugen Luft entweichen konnte. Daran dachte Ken jedoch nicht. Er fand den richtigen Schalter und bet�tigte ihn. Dann sah er zu, wie der Druck sofort auf Null absank als die T�r aufging. Die Temperatur war davon kaum betroffen. Wenn �berhaupt, so fiel sie viel langsamer, denn die Pyrometer, die W�rmeme�ger�te, waren nun durch ein Vakuum isoliert und die Ausdehnung gasf�rmigen Schwefels in den leeren Raum hatte keinen nennenswerten K�hleffekt.</p><p>Eine Bet�tigung der Schalter, die eine Erw�rmung der Probesubstanzen bewirken sollten, zeigte, da� die Anlage funktionierte. Nach kurzer �berlegung entschlo� Ken sich, die Magnesium- und Titan-Proben bis zum Schmelzpunkt zu erhitzen. Nachdem er sicher sein konnte, da� sie von Gasbeimengungen frei waren, beobachtete er, wie die Me�ger�te wieder die Abk�hlung anzeigten. W�hrend all dies vor sich ging, scho� das Torpedo dahin, unber�hrt von diesem zus�tzlichen Energieverlust.</p><p>Ken wartete ein paar Minuten ab, wobei er ein Auge �ber die Anzeigen wandern lie�, w�hrend er mit dem anderen den gro�en Raum beobachtete. Allmer hatte sich f�r seine Verschnaufpause eine g�nstige Zeit ausgesucht. Er selbst war nicht m�de, bekam jedoch immer mehr das Gef�hl, da� es f�r ihn hier N�tzlicheres zu tun geben mu�te. Sollte es in der Umgebung der Station Rauschgift geben, dann waren es sicher noch nicht hier eingetroffen, so da� eine gr�ndliche Durchsuchung der Station wenig sinnvoll war. Aber vielleicht waren Vorbereitungen getroffen worden, die dem Inhalt des anderen Torpedos galten.</p><p>Als erstes erschien es ihm am vern�nftigsten, im Observatorium festzustellen, wer dieses Torpedo steuerte. War es Drai selbst, dann bedeutete dies einen Punkt zugunsten von Rade. Wenn nicht, dann war es eine andere Person, der man vielleicht Informationen entlocken konnte. Er zweifelte nicht daran, da� das Handelstorpedo nur von jemandem gesteuert werden durfte, der genau wu�te, was es auf Planet Drei zu holen gab � auf dem Eisplaneten, wie Ken ihn nannte (obwohl Eis als Substanz ihm kein Begriff war. Er hatte es nie gesehen und h�tte es als Wasserstoffoxid eingestuft. �Planet festen Schwefels� war der Ausdruck, der seiner Vorstellung eher entsprochen h�tte).</p><p>Kens Vermutung beruhte auf dem Umstand, da� Drai sich geweigert hatte, den Namen der auf dem Planeten gewonnenen Substanz zu nennen. Entschlossen, wenigstens ein kleines Datensteinchen zu finden, das er seinem Informationsgeb�ude beif�gen konnte, lief er die spiralf�rmige Rampe zum Observatorium hinauf, das auf der h�chsten Ebene der Station lag. Niemand hielt ihn auf. Er begegnete ein paar Mitarbeitern, die ihn mit einem Tentakelschwenken l�ssig begr��ten. Die T�r zum Observatorium war unversperrt, wie er vorsichtig feststellte. Er trat ungehindert ein. Da er darauf gefa�t war, wieder hinauskomplimentiert zu werden, war er verwundert, da� niemand ein Wort sagte. Als seine Augen sich an das Halbdunkel des gro�en Raumes gew�hnt hatten, merkte er erleichtert, da� gar niemand da war.</p><p>�Na, hier wimmelt es sicher nicht vor Produktionsgeheimnissen�, murmelte er. Er wollte sich bereits wieder zur�ckziehen, als ihm einfiel, da� er sich ebensogut von dieser Tatsache �berzeugen konnte.</p><p>Es gab hier nicht viele Stellen, an denen man Akten und Unterlagen verstecken konnte, zumindest nicht auf den ersten Blick. Und diese wenigen Stellen hatte er rasch abgesucht. Es waren unter Instrumentenb�nken eingebaute Schr�nke, die nichts zu enthalten schienen au�er Aufzeichnungen �ber die Planetenbewegungen dieses Systems. Wertlose Aufzeichnungen, wie ihm schien. H�chstens in der Raumfahrt zu gebrauchen. Ken konnte sich aber nicht vorstellen, da� hier jemand irgendeinen Planeten ansteuern wollte, ausgenommen nat�rlich Planet Drei, die Eiswelt. Man konnte diese Unterlagen auch dazu verwenden, die Instrumente einzustellen, falls man die fraglichen Planeten beobachten wollte, aber das erschien noch weniger wahrscheinlich.</p><p>Unter der Leitstrahlsteuerung befand sich eine kleine Lade, die ebenfalls zwei Zahlengruppen enthielt � wieder Raumkoordinaten. Diesmal aber erwachte Kens Interesse schlagartig, als er merkte da� das eine Zahlenpaar sich nicht auf Planeten bezog.</p><p>Es waren sechs Zahlengruppen, von denen jede Gruppe sechs bis zehn Ziffern enthielt. Und er erkannte sie. Mittels der ersten wurde ein Leitstern angegeben. Die n�chsten waren Daten zum Richtungskosinus, die die dreidimensionale Peilung einer anderen Sonne angaben. Die f�nfte war eine Entfernungsangabe. Normalerweise h�tte er diese lange Ziffernreihe nicht wiedererkannt, doch waren es die Koordinaten der flammenden A-Klassen-Sonne, die Sarr, seinen Heimatplaneten, erw�rmte. Die letzte Zahl war wieder eine Entfernungsangabe. Zweifellos stellte sie die Entfernung vom gegenw�rtigen Beobachtungspunkt zum angef�hrten Stern dar. Ken kannte sich in der Standardnavigation gut genug aus und war seiner Sache sicher.</p><p>Dann mu�te die andere Zahlengruppe die Richtung derselben Sonne im Verh�ltnis zu einem �rtlichen Koordinatenpaar angeben.</p><p>Er kannte die Koordinaten nicht, dazu kam, da� die Zahlen zu lang waren, als da� er sich sie h�tte merken k�nnen. Sie abzuschreiben, w�re einem Selbstmord gleichgekommen, falls es sich hier um mehr als nur Firmengeheimnisse handelte. Sallman Ken �berlegte regungslos. Dann legte er das Blatt zur�ck in die Lade, schob sie zu und ging so hastig aus dem Observatorium, wie es sich mit der Vorsicht vereinbaren lie�.</p><p>Es sollte nicht der Eindruck entstehen, da� er sich lange drinnen aufgehalten hatte. Am besten, man wu�te gar nicht, da� er sich eingeschlichen hatte, aber unterwegs auf der Rampe war er einigen begegnet. Er ging zur Unterkunft und tat so, als ob nichts w�re, obwohl sein Verstand wie wahnsinnig arbeitete.</p><p>Er kannte nun die Entfernung von seiner Heimatwelt. Die zweiundzwanzig Flugtage der Reise in dieses System waren also nicht in direktem Flug vergangen. Die Entfernung betrug n�mlich nur zweihundertzw�lf Parsek. Ein Punkt f�r Rade. Eine kostspielige Vorsichtsma�nahme, aber bei einem Verbrecher eigentlich zu erwarten.</p><p>Die Entfernung zur�ck nach Hause von diesem System aus kannte er nicht. Aber das spielte keine allzu gro�e Rolle. Die Rauschgiftabteilung legte mehr Wert auf die Gegenrichtung, in galaktischen Koordinaten ausgedr�ckt. Zwischen den beiden gab es keine mathematische Verbindung, sondern nur eine auf Sch�tzung beruhende Formel, die schwerer zu behalten war als die Richtung selbst.</p><p>Nat�rlich war der in den stellaren Koordinaten angef�hrte Leitstern von hier aus wahrscheinlich zu sehen. Aber wie konnte er ihn ohne Instrumente erkennen? Ebenso nat�rlich waren diese Instrumente greifbar, aber man durfte sich nicht damit erwischen lassen. Nein, das Orientierungsproblem war an seinem jetzigen Standort die unwichtigste Aufgabe.</p><p>Er hatte jetzt eine Tatsache in Erfahrung gebracht, und Rades Theorie hatte um einen Punkt an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Sallman Ken entschied, da� dies eine fabelhafte Tagesleistung darstellte und g�nnte sich deswegen eine ausgiebige Ruhepause.</p></section><section><title><p>VI</p></title><p>Fast drei von Sarrs Dreizehn-Stunden-Tagen vergingen vergingen ereignislos, ehe die die Erde umkreisende Relaisstation die Torpedos aufnahm. Wie Feth Allmer vorausgesagt und Laj Drai nach Zuhilfenahme seiner Tabellen berechnet hatte, kamen die Signale von der Peilstation von der Nachtseite des Planeten. Drai rief vom Observatorium in die Werkst�tte hinunter an, wo Ken und Allmer dabei waren, die Geschwindigkeit ihres Torpedos zu drosseln.</p><p>�Sie k�nnen runtergehen, sobald die dunkle Seite da ist�, sagte er. �Sie kriegen das Funksignal herein, wenn sie spiralig niedergehen und sich zwischen vierzig und f�nfundf�nfzig Grad �ber der Ebene der Planetenumlaufbahn halten, vom Planetenmittelpunkt aus gemessen. Der Strahl kann von Ihrem Torpedo mehr als vierzig Bahndurchmesser weit drau�en aufgefangen werden, ein Verfehlen gibt es also nicht. Bis zum Eintritt in die Atmosph�re hei�t es Automatik, dann Steuerung von Hand. Sie k�nnen nur ein paar Kilometer vom Leitstrahl abweichen, falls Sie bis ganz runter wollen. W�re doch schade, wenn Sie die Chemikalien mitten unter die Eingeborenen verstreuen, falls die dort kampieren sollten.�</p><p>�Stimmt�, gab Ken zur�ck. �Feth schwingt jetzt ins Dunkle ab, etwa f�nf Kreisdurchmesser entfernt. Zu schade, da� wir keine Sicht�bertragung im Torpedo haben. Einmal werde ich ganz dicht hinuntergehen, so dicht, da� man ein Teleskop einsetzen kann, falls nicht eine Fernsehkamera erfunden wird, die Winterwetter aush�lt.�</p><p>�Da unten gibt es Schlimmeres als nur klamme Finger�, sagte Drai wahrheitsgem��. �Als Sie damals einen Blick auf diese Welt warfen, da hatten Sie es nicht so eilig mit der Ann�herung.�</p><p>�Da war meine Neugierde noch nicht geweckt�, antwortete Ken.</p><p>Das Gespr�ch schlief ein, als Feth Allmer die Hebel bet�tigte, die f�r die Schubrichtung der Torpedoantriebe zust�ndig waren. Wie Ken gesagt hatte, ging das Torpedo nun in die Nachtseite des gro�en Planeten �ber, wobei es noch immer eine relative Geschwindigkeit von mehreren Sekundenkilometern zu �berwinden hatte. Allmer steuerte mit Hilfe eines Peilrahmens der Relaisstation, dessen Angaben vor ihm auf dem Schaltbrett aufleuchteten. Das Torpedo war von der Erde noch so weit entfernt, da� der R�ckstrahlh�henmesser nicht arbeitete. Ken beobachtete schweigend die hin und her zuckenden Anzeigenadeln und die Bewegung der flinken Tentakel. Ein befriedigendes Brummen des Operators zeigte ihm deutlicher als s�mtliche Instrumente an, da� endlich der Leitstrahl erreicht worden war. Ein schlangengleicher Arm drehte die Feineinstellung bis zum �u�ersten.</p><p>�Ich kann nicht verstehen, warum man bei diesen Dingern keine anst�ndige Beschleunigung erreichen kann�, lie� sich Feth halblaut vernehmen. �Jede Wette, da� wir gar nicht den ganzen Leitstrahl schaffen, ehe ich mich an die Planetenumdrehung angepa�t habe. Neun Zehntel des Torpedoraumes gehen auf Antriebsmittel und Akkus drauf. Da m�chte man meinen, da� eine anst�ndige Geschwindigkeit zusammenkommt, auch ohne Schnellgang. Diese miesen, billigen�� Er lie� den Satz unvollendet. Ken gab keine Antwort. Er wu�te gar nicht, ob eine Antwort von ihm erwartet wurde. Jedenfalls war dieser Allmer viel zu intelligent, als da� er dummes Zeug von sich gegeben h�tte. Da gebot die Vorsicht, da� jede Antwort gr�ndlich �berlegt wurde.</p><p>Offenbar hatte Feth Allmer falschen Pessimismus gezeigt. Denn in Minutenschnelle hatte er das Torpedo in eine vertikale Abw�rtsbewegung gebracht. Ken konnte dies an den Anzeigeger�ten ablesen. Es dauerte nicht lange, und der R�ckstrahlh�henmesser begann zu arbeiten. Diese Einrichtung wurde in einer Entfernung wirksam, die dem Durchmesser von Sarr entsprach, siebeneinhalbtausend Meter etwa. Ken lie� sich neben dem Operator nieder, als er die Reaktion des H�henme�ger�tes sah. Jetzt war es nicht mehr weit.</p><p>Die Instrumentenreihe, die Allmer eigens f�r Kens Versuch aufgebaut hatte, zeigte noch keine Reaktion. Die Druckanzeiger standen auf Null, die Temperaturen waren gering � sogar das Natrium war gefroren. Seit Stunden hatte es keine Ver�nderung mehr gegeben � das Torpedo befand sich offensichtlich im Strahlungsgleichgewicht mit der fernen Sonne. Ken beobachtete gespannt das Sinken der H�henme�angaben. Dabei fragte er sich, ob sich der Eintritt in die Atmosph�re zuerst an den Temperatur- oder an den Druckwerten bemerkbar machen w�rde.</p><p>Es stellte sich heraus, da� er es nicht erfahren sollte. Feth meldete den Druckwert, ehe ein einziger von Kens Anzeigern reagiert hatte. Ken fiel ein, da� die Luke geschlossen war. Nat�rlich hatte es dort eine Leckage gegeben, doch war diese unter betr�chtlich gr��erem Druckdifferential der Fall gewesen. Jetzt waren die Fugen um die Luke dicht, und das trotz der angezeigten Temperatur.</p><p>�Die Ladeluke �ffnen, bitte�, antwortete Ken auf die Meldung. �Wir k�nnen gleich feststellen, ob es irgendwelche Spontanreaktionen gibt.�</p><p>�Augenblickchen. Die Sinkgeschwindigkeit ist noch immer ziemlich gro�. Wenn die Luft sehr dicht ist, k�nnte der Lukendeckel abgerissen werden.�</p><p>�Kann man den Bremsvorgang nicht beschleunigen?�</p><p>�Ja, sofort. Nur einen Augenblick noch. Ich wollte das Niedergehen nicht blo� auf die Nachtseite beschr�nken, aber jetzt haben wir ohnehin nur mehr f�nfunddrei�ig Kilometer vor uns. Von jetzt an haben Sie das Sagen.� Die Nadel des H�henmessers verlangsamte gehorsam ihr Tempo auf der Skala. Ken fing an, die Titan-Probe zu erw�rmen, sie hatte von allen den h�chsten Schmelzpunkt. Zudem vermutete er freien Stickstoff in der Atmosph�re. Zumindest einer der Tests mu�te gelingen.</p><p>Sechstausend Meter �ber der Erdoberfl�che war die kleine Heizanlage wei�gl�hend, dies zeigte die Fotozelle im Inneren der Rumpfnase deutlich an. Der Atmosph�rendruck war me�bar, wenn auch vom Standpunkt des Sarrianers nicht ausreichend, wenn man dem Druckanzeiger glauben wollte. Und Feth behauptete, er h�tte eine Korrekturtabelle ausgearbeitet, indem er auf der Nachtseite von Planet Eins einige Druckmesser kalibriert h�tte.</p><p>�K�nnen Sie das Ding eine Weile in dieser H�he halten?� fragte Ken. �Ich m�chte, da� diese Titan-Probe hier oben reagiert, wenn m�glich. Wir sind innerhalb der Atmosph�re, aber noch hoch genug, um nicht gesichtet zu werden.� Allmer deutete auf die Anzeige der Fotozelle. �Die Luke ist offen, und die Heizanlage gl�ht ganz hell. Besser, Sie schlie�en die Luke, auch wenn damit die Luftzufuhr gedrosselt wird. Ein Licht in dieser H�he mu� auf gro�e Entfernung sichtbar sein.�</p><p>�Daran dachte ich nicht.� Ken war erschrocken. Nach einiger �berlegung sagte er: �Gut, schlie�en wir die Luke. Wir haben unsere Druckanzeiger. F�llt der Druck, dann wissen wir, da� sich etwas tut.�</p><p>�Genau.� Allmer bet�tigte den Hebel, der die Luke schlo�, und wartete schweigend ab, w�hrend Ken die Steuerung seiner Anlage bet�tigte. Die Temperatur im Inneren des Torpedos stieg an, da nun die �ffnung fehlte, durch die W�rme hatte entweichen k�nnen. Eigentlich h�tte auch der Druck ansteigen m�ssen. Zu Kens immenser Befriedigung tat er es nicht, ja, er fiel statt dessen. Auf sein Ersuchen hin wurde die Luke kurz ge�ffnet und gleich darauf wieder geschlossen. Als Folge davon fiel der Druck auf seinen fr�heren Wert zur�ck und sank sogar noch darunter. Das Titan ging offensichtlich mit einer gasf�rmigen Komponente der umgebenden Atmosph�re eine Verbindung ein, die allerdings nicht so heftig war, da� man von einer Verbrennung h�tte sprechen k�nnen.</p><p>�Und jetzt runter auf die Oberfl�che, wenn Sie an den Rand des Leitstrahls kommen�, sagte Ken schlie�lich. �Ich m�chte wissen, welcher Prozentsatz der Luft so reagiert, und damit die Sache m�glichst genau wird, brauche ich gleich am Anfang den gr��tm�glichen atmosph�rischen Druck.�</p><p>Feth Allmers Bewegung sollte ein Nicken ausdr�cken. �Wir sind jetzt ein St�ck zum Rand hin�, sagte er. �Ich kann jetzt schnurstracks runter, wenn Sie wollen. Soll die Luke offen oder geschlossen sein?�</p><p>�Geschlossen. Ich werde die Probe ein wenig abk�hlen lassen. Auf diese Weise bekommen wir nach der Landung Normaldruck, ohne da� alles verbraucht wird. Dann erhitze ich sie wieder und �berpr�fe, wieviel Luft in der Kammer verbraucht wurde.� Feth zeigte sich einverstanden. Gleich darauf ert�nte ein schwacher Pfeifton, als das Torpedo ohne Antriebskraft in freien Fall �berging. Es verf�gte �ber Lautsprecher und Schallempf�nger, da Allmer die Anlage nicht ausgebaut hatte. Acht Kilometer � sieben� zwei � eins� Mit tr�gerischer L�ssigkeit fing der Techniker den Fall bei einer H�he von dreihundert Meter ab und lie� das Torpedo sanft abw�rtsgleiten. Dabei deutete er mit einem Tentakel auf eine andere Skala. Ken verstand nach einem Augenblick des Z�gerns. Das Torpedo befand sich bereits unterhalb der H�he der Zielflugfunkstelle.</p><p>�Ich nehme an, da� die Anlage auf einem Berg steht und wir unser Torpedo in einem Tal landen�, erl�uterte Feth, ohne die Augen von den Instrumenten zu nehmen.</p><p>�Eigentlich ganz klar. Die Gegend galt ja immer als sehr rauher Teil des Planeten�, meinte Ken. �Sehr gut. Die M�glichkeit, entdeckt zu werden, ist damit geringer. Was ist denn � noch immer nicht ganz unten?�</p><p>Der H�henmesser stand auf Null, die Abw�rtsbewegung war aber noch im Gange. W�hrend der letzten Sekunden war ein leises Rascheln h�rbar geworden, jetzt kam ein lauteres Schnalzen und Knistern dazu. Die Abw�rtsbewegung kam zum Stillstand. Ein Hindernis, das Radarwellen reflektierte und das Gewicht des Torpedos aushalten konnte, war im Weg. Mit einem Minimum an Abw�rtsantrieb setzte die Bewegung wieder ein. Dann kam der endg�ltige Stillstand. Ger�usche und Bewegung waren gleich Null, auch als Allmer sekundenlang die Energie verdoppelte und vervierfachte. Er wandte sich an Ken.</p><p>�Sieht aus, als w�ren wir gelandet. Ob der Boden so ist, wie wir ihn kennen, kann ich nicht garantieren. Hier ist der Lukenschalter, falls Sie das noch nicht wissen sollten. Jetzt machen Sie ganz allein weiter. Hoffentlich st�rt es Sie nicht, wenn ich bleibe und zugucke. Der Chef wird auch bald zur Stelle sein. Er m��te sein Torpedo inzwischen schon in den Orbit gebracht haben.�</p><p>�Klar, bleiben Sie ruhig da. Ich bin sogar froh dar�ber, weil wir das Ding vielleicht wieder bewegen und den Standort verlegen m�ssen.� Dabei hatte er die Luke aufgehen lassen und beobachtete voller Interesse, wie der Druckanzeiger auf einen Wert hochschnellte, der zwei Drittel �ber Sarr-Normal lag. Gleichzeitig stieg der Temperaturanzeiger des noch immer hei�en Titanschmelzofens pl�tzlich an. Die gr��ere atmosph�rische Dichte hatte die leichte Abk�hlung, die stattgefunden hatte, mehr als wettgemacht. Das Metall war in Brand geraten. Ken schlo� hastig die Luke.</p><p>Die Temperatur stieg noch ein wenig, w�hrend die Lichtintensit�t in der Frachtkammer des Torpedos auf einen Wert gesteigert wurde, der selbst f�r die an die starke Sonne Sarrs gew�hnten Augen unertr�glich gewesen w�re. Die interessanteste Meldung aber lieferte der Druckanzeiger. Kens Aufmerksamkeit blieb daran h�ngen.</p><p>Zwanzig Sekunden lang hielt die Reaktion unver�ndert an. Dann wurde sie schw�cher, und nach zehn weiteren Sekunden fiel die Temperatur wieder ab. Der Grund war klar. Der Druck war auf weniger als zwei Prozent seines fr�heren Wertes gefallen. Es war praktisch nichts mehr �brig, worin sich die Reaktion h�tte abspielen k�nnen.</p><p>Ken entlockte seiner Ger�uschmembran jenes laute Dr�hnen, das auf Sarr die Bedeutung eines erstaunten Pfiffes hatte.</p><p>�Ich wu�te, da� geschmolzenes Titan voll reagieren w�rde, aber hier hielt ich es f�r unwahrscheinlich. Ich habe mich versch�tzt. Eigentlich erwartete ich ein Stoffgemisch, dessen Entstehungsw�rme eine solche Reaktion verhindert h�tte. Na ja, vermutlich wird dieses Gemisch unter dieser Temperatur nicht sehr stabil sein��</p><p>�Davon verstehe ich nichts, aber gebrannt hat es�, bemerkte Feth Allmer. �Und was ist mit den anderen Proben? Lassen Sie sie sofort schnell ablaufen, oder warten Sie ab, bis die Temperatur Normalh�he erreicht hat?� Ehe Ken antworten konnte, war sein Blick auf eine Anzeige gefallen.</p><p>�He, wer hat das Natrium in Brand gesetzt?� fragte er, ohne auf Allmers Frage einzugehen. �Es k�hlt bereits ab, aber es mu� bei Luftzufuhr eine Weile gebrannt haben.�</p><p>�Lassen Sie mehr Luft rein, und warten Sie ab.� Der Hebel rastete ein. Ein Knall ert�nte, als Luft in das Vakuum einstr�mte. Das Natrium k�hlte sich weiter ab.</p><p>�Vielleicht wurde es durch einen Funken aus dem Titan-Beh�lter entz�ndet.�</p><p>Ohne zu antworten schlo� Ken wieder die T�r und fing an, den Natrium-Beh�lter zu erhitzen. Feth hatte mit seiner Vermutung nicht weit daneben getroffen. Es war nur sehr wenig zus�tzliche W�rme n�tig, um das Metall zu entz�nden. Diesmal setzte die Reaktion aus, nachdem der Druck um ein Sechstel abgesunken war. Dann wurde die Luke wieder ge�ffnet, und die Reaktion setzte unter dem Einflu� k�nstlich zugef�hrter W�rme wieder ein. Diesmal hielt sie so lange an, bis das Natrium verbraucht war.</p><p>�Ich m�chte ausreichend Arbeitsmaterial, wenn das Torpedo zur�ckkommt�, erkl�rte Ken. �Ich bin schlie�lich nicht der weltbeste analytische Chemiker.�</p><p>Der Tiegel mit Kohlenstaub lieferte �u�erst merkw�rdige Ergebnisse. Irgend etwas hatte sich getan, denn das Material behielt seine Temperatur nicht nur bei, nachdem die W�rmezufuhr abgestellt worden war, es steigerte sie sogar noch. Doch gab es in der geschlossenen Kammer kein Anzeichen f�r einen Leistungsverbrauch oder f�r ein Entstehen von Gas. Ken und Feth staunten nicht schlecht. Als Antwort auf die fragende Miene des Technikers mu�te Ken zugeben, da� die Tatsache wahrscheinlich sehr bedeutsam war, da� er aber keine Erkl�rung daf�r zur Hand hatte.</p><p>Proben von Eisen, Zinn, Blei und Gold kamen als n�chstes an die Reihe. Keines dieser Elemente zeigte unter dem Einflu� dieser eigenartigen Atmosph�re unter jeglicher Temperatur irgendeine Reaktion mit Ausnahme des Eisens vielleicht. In diesem Fall war der Druckabfall zu gering, um eine sichere Aussage zuzulassen, da in jedem dieser F�lle die Erw�rmung zu einem Druckanstieg gef�hrt hatte, den man in Rechnung stellen mu�te. Magnesium verhielt sich bemerkenswert �hnlich wie Natrium, bis auf den Umstand, da� es noch heller brannte als Titan.</p><p>Da entschlo� Ken sich zu einem letzten Versuch, indem er das Metall bei offener Luke wieder zum Gl�hen brachte. An diesem Punkt wurde das Testprogramm pl�tzlich unterbrochen.</p><p>Beiden Sarrianern war klar, da� bei offener Luke ein Lichtstrahl die Dunkelheit durchschneiden mu�te. Beide machten sich jetzt deswegen keine Sorgen mehr. Auch das brennende Natrium war, wenn auch schw�cher, sichtbar gewesen und auch das Gl�hen von Eisen und Gold. Eine eventuelle Entdeckung erschien ihnen jetzt weniger wahrscheinlich. Seit der Landung des Torpedos war eine volle Stunde vergangen, da zwischen den einzelnen Tests immer Abk�hlperioden eingeschoben werden mu�ten. Es gab bislang keine Anzeichen daf�r, da� sie bemerkt worden waren. Ken h�tte an die Schwierigkeiten denken sollen, die ihnen beim Aufsetzen auf den Boden begegnet waren.</p><p>Mit dem Wiederentz�nden der Magnesium-Probe wurde ihnen die M�glichkeit wieder vor Augen gef�hrt. Als die Fotozelle das Wiedereinsetzen der Verbrennung anzeigte, drang aus dem Lautsprecher �ber der Kontrollanlage ein schrilles Ger�usch, das im Torpedo widerhallte. Beide wu�ten, was es war. Beide kannten die Aufnahmen der Stimme des Eingeborenen, der das Originaltorpedo entdeckt hatte.</p><p>Einen Augenblick lang verharrten beide wie erstarrt auf ihren St�ndern, im Geiste die M�glichkeiten der Situation abw�gend. Feth tastete versuchsweise nach den Antriebsschaltern, wurde aber von einem energischen Schnalzen von Kens Tentakeln zur�ckgehalten.</p><p>�Moment! Ist unser Lautsprecher eingeschaltet?� fl�sterte Ken.</p><p>�Ja.� Feth zog ein Mikro auf Brusth�he herunter und wich einen Schritt zur�ck. Er wollte mit dem, was Ken vorhatte, nichts zu tun haben. Sallman selbst aber hatte sich wieder so tief in das Geheimnis der Eiswelt versenkt, da� daneben nichts anderes mehr existierte. Er sah keinen Grund, den Ort zu verlassen, wo seine Aktivit�ten entdeckt worden waren. Er kam nicht mal auf die Idee, dem Eingeborenen, der die Entdeckung gemacht hatte, nicht zu antworten. Seine Sprechmembran eng ans Mikro gedr�ckt, ahmte er den �Chef� nach und versuchte die aus dem Lautsprecher dringenden Ger�usche zu imitieren.</p><p>Absolute Stille war die Folge.</p><p>Zun�chst dachte sich keiner der Zuh�rer etwas dabei. Klar, da� der Eingeborene �berrascht war. Allm�hlich aber machte sich bei Ken �rger breit, w�hrend man von Feths Miene ein �berlegenes �Hab-ich�s-nicht-gesagt� ablesen konnte.</p><p>�Sie haben ihn erschreckt�, sagte Feth. �Wenn nun sein ganzer Stamm herantrampelt, wird Drai nicht entz�ckt sein.�</p><p>Ein leises Knistern, das dem Ausruf des Unbekannten vorangegangen war und das Ken zun�chst entgangen war, da ihn die chemischen Probleme so gefesselt hatten, fiel ihm nun wieder ein. Er klammerte sich an diesen Strohhalm.</p><p>�Wir haben sein N�herkommen geh�rt � es war das Ger�usch, das auch das Torpedo bei der Landung machte � und wir haben noch nicht geh�rt, da� er sich wieder entfernte. Er mu� noch immer da stehen und warten.�</p><p>�Ihn kommen geh�rt? Ach� das? Woher wollen Sie wissen, was es war? Wir beide haben nicht darauf geachtet.�</p><p>�Was sonst k�nnte es gewesen sein?� Das war eine entschieden unfaire Frage, auf die Feth keine direkte Antwort gab, sondern mit einer Gegenfrage reagierte.</p><p>�Worauf wartet er jetzt?� Das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm, denn Ken wurde einer Antwort enthoben. Die menschliche Stimme meldete sich wieder, diesmal weniger schrill. Die Geschichte schien sich zu wiederholen. Ken lauschte aufmerksam. Feth hatte vergessen, da� er sich von der Szene hatte loseisen wollen, und dr�ngte sich mit Ken vor dem Lautsprecher. Die Stimme sprach weiter. Es waren kurze, auch mit wenig Phantasie als Fragen zu erkennende Lautfolgen. Kein einziges Wort war zu verstehen, obwohl beide glaubten, mehrmals das menschliche �Nein� herauszuh�ren. Das Wesen gab jedoch mit Sicherheit keinen jener Namen von sich, der f�r die Sarrianer mit den Handelsg�tern verkn�pft war. Feth, der diese Namen alle kannte, schrieb sie auf ein Blatt Papier. Schlie�lich wurde Ken von Ungeduld �bermannt, nahm dem Techniker die Liste ab und sagte die Namen laut vor, so gut er konnte. Nach jedem Begriff machte er eine Pause. �Iridium� Platin� Gold� Osmium��</p><p>�Gold!� warf der unsichtbare Sprecher ein.</p><p>�Gold�, sagte Ken ins Mikro. �Was ist das?� Diese Frage stellte er Feth im Fl�sterton. Ebenso leise antwortete der Techniker. �Im Torpedo haben wir eine Probe davon. Aber wir k�nnen sie ihm nicht geben, ich m�chte sie auf Spuren von Korrosion hin untersuchen. Au�erdem ist sie schon vor einer Weile geschmolzen. Er w�rde sie aus dem Tiegel gar nicht herausbekommen. Wie hei�t das Zeug, das Sie von dem Kerl bekommen haben?�</p><p>�Tafak�. Das rutschte Feth so heraus, und er bereute es sofort. Er hatte Drais Drohung noch im Ohr, wie es dem ergehen w�rde, der Ken �ber das von der Erde bezogene �Zeug� Auskunft geben w�rde, und er wu�te, da� diese Drohung keineswegs scherzhaft gemeint war. Der Gedanke daran bereitete ihm K�rperjucken, als sch�le sich ihm die Haut vom Leibe. Er �berlegte krampfhaft, wie er es am besten verhindern konnte, da� sein Vergehen nach oben durchsickerte, hatte aber keine Zeit, sich etwas Vern�nftiges auszudenken. Der Sprecher ri� ihn aus seinen �berlegungen.</p><p>Waren die Ausrufe bislang laut gewesen, so klangen sie jetzt wie Explosionen. Das Wesen mu�te seinen Stimmapparat an das Mikro des Torpedos angen�hert und sich mit voller Lautst�rke ge�u�ert haben. Das Gebr�ll hallte sekundenlang im Kontrollraum wider und �bert�nte fast das Geschepper, das nun folgte, ein Ger�usch, das anzeigte, da� jemand gegen den Rumpf des Torpedos geschlagen hatte, und zwar heftig. Der Eingeborene schien aus irgendeinem Grund in Erregung geraten zu sein.</p><p>Fast gleichzeitig gab Ken einen Ausruf von sich. Der Temperaturanzeiger f�r die Gold-Probe zeigte nichts mehr an.</p><p>�Dieser verdammte Kerl hat meine Probe geklaut!� schrie er und drehte den Schalter, der die Frachtluke schlo�. Der Schalter lie� sich bewegen, die Luke jedoch nicht� zumindest leuchtete die Anzeige �Geschlossen� nicht auf. Ob sie in halboffener Stellung steckengeblieben war, lie� sich nicht feststellen.</p><p>Der Eingeborene bl�kte noch immer, lauter als zuvor. Ken drehte wieder auf �Offen� und versuchte gleich darauf, die Luke wieder zu schlie�en. Diesmal funktionierte es. Die Sarrianer fragten sich, ob der relativ schwache Motor, der die Luke schlo�, Schaden hatte anrichten k�nnen. Der Grund f�r das Versagen des Mechanismus war ihnen klar.</p><p>�Ich glaube nicht, da� er stehlen wollte�, sagte Feth bes�nftigend. �Sie haben die Bezeichnung mehrmals genannt. Wahrscheinlich dachte er, Sie b�ten ihm das Zeug an.�</p><p>�Mag sein, da� Sie recht haben.� Ken wandte sich zum Mikro um. �Ich m�chte ihm jetzt klarmachen, da� heute Markttag ist und kein Festgelage.� Er stie� ein zirpendes Pfeifen aus, um sodann �Tafak, Tafak! Gold � Tafak!� zu rufen. Feth schrumpfte innerlich. Wenn er blo� gelernt h�tte, seine gro�e Membran zu halten�</p><p>�Tafak! Gold � Tafak! Ob er das kapiert?� Ken wandte sich zu Feth um. �Vielleicht ist das gar nicht derselbe, mit dem Sie Kontakt hatten. Schlie�lich sind wir nicht am gewohnten Ort gelandet.�</p><p>�Das ist nicht das Hauptproblem!�</p><p>Feth schlang die Tentakel um den Rumpf, als erwarte er, in unmittelbarer Umgebung w�rde ein Blitz einschlagen. Die Stimme, die die letzte Bemerkung gemacht hatte, geh�rte Laj Drai.</p></section><section><title><p>VII</p></title><p>Roger Wing war mit seinen dreizehn Jahren alles andere als dumm. Er glaubte zu wissen, wo sein Vater und sein Bruder gewesen waren, und er fand diesen Umstand h�chst interessant. Ein kurzes Gespr�ch mit Edie, und er wu�te auch, wie lange die beiden fort gewesen waren. Zehn Minuten nachdem er mit seiner Mutter aus Clark Fork zur�ckgekommen war, hatte er seine bisherigen Vorstellungen von der Lage der �geheimen Mine� revidiert. Bislang war sein Vater bei seinen Ausfl�gen immer mehrere Tage ausgeblieben.</p><p>�Edie, du wei�t, da� die Mine h�chstens acht bis zehn Kilometer von hier entfernt sein kann.� Die beiden gaben den Pferden Futter. Roger hatte sich vorher vergewissert, da� die kleineren Geschwister anderweitig besch�ftigt waren. �Ich habe mit Don gesprochen. Ich wei�, da� Dad ihm die Mine zeigte. Noch ehe der Sommer um ist, werde ich sie auch sehen. Jede Wette.�</p><p>�Glaubst du, da� du das darfst? Wenn Dad es wollte, h�tte er es uns gesagt.�</p><p>�Mir egal! Ich habe ein Recht darauf, alles zu erfahren, was ich nur herauskriegen kann. Au�erdem werden wir bessere Sp�her sein, wenn wir die Stelle kennen, die wir abschirmen sollen.�</p><p>�Na ja, mag schon sein.�</p><p>�Au�erdem wei�t du ja, da� Dad manchmal alles so einrichtet, da� wir von allein dahinterkommen. Und wenn die Sache gelaufen ist, sagt er blo�, genau daf�r h�tten wir unseren Verstand mitbekommen. Du wei�t doch, da� er nie ausdr�cklich sagte, wir sollten die Mine nicht suchen � er sagte nur, er w�rde uns alles erkl�ren, wenn die Zeit reif w�re. Na, was sagst du?�</p><p>�Hm, vielleicht. Und was willst du jetzt unternehmen? Wenn du versuchst, Dad nachzuschleichen, wird er dich sofort erwischen.�</p><p>�Das glaubst du. Au�erdem werde ich ihm nicht nachschleichen. Ich gehe voraus. Morgen ganz zeitig gehe ich raus und suche nach Spuren, die Dad und Don hinterlassen haben. Und wenn die beiden wieder hinausgehen, beziehe ich bei der am weitesten entfernten Spur Posten und gehe von da an weiter. Das mu� klappen!�</p><p>�Und wer macht die Kontrollrunden?�</p><p>�Wir beide, wie immer. Es wird ja nicht lange dauern. Wie ich schon sagte, wird es viel besser sein, wenn ich den Weg im Auge behalte, den sie tats�chlich nehmen. Glaubst du nicht?�</p><p>Edie warf ihm einen Blick zu, aus dem Zweifel sprach. �Na, vielleicht kommst du damit durch, aber la� dir eine gute Ausrede einfallen, falls du erwischt wirst�, lautete ihr Urteil.</p><p>Vierundzwanzig Stunden sp�ter fragte Roger sich, ob Ausreden �berhaupt n�tig waren, denn die Dinge hatten sich ganz anders entwickelt, als es seine umwerfend schlichte Voraussage gesehen hatte.</p><p>Erstens hatte er keine Zeit gehabt, nach eventuell hinterlassenen Spuren zu suchen, denn sein Vater und Don brachen am n�chsten Tag bereits bei Morgengrauen auf. Dabei folgten sie nicht der Route des Vortages, sondern gingen die Strecke, die Mr. Wing in den vergangenen Jahren immer genommen hatte, n�mlich den absichtlich im Zickzack gew�hlten Weg, der es seinen Sp�hern erlaubte, Abk�rzungen zu machen, falls sie ihn vor einem Verfolger warnen mu�ten. Roger und Edith bekamen Standorte zugewiesen, die sie auch noch eine Stunde nach dem Passieren der beiden beobachten sollten. Danach sollten sie ihn auf Abk�rzungen einholen und Bericht erstatten. Roger sah seine Schwester argw�hnisch an, als er diese Anweisungen erhielt. Nein, sie hatte ihn nicht verraten. Sein Vater war ihm blo� wie immer eine Nasenl�nge voraus.</p><p>Als er Meldung machte, war der Morgen schon weit fortgeschritten. Er sah seinem Vater und Don nach, die in n�rdlicher Richtung weitergingen und verschwanden. Nach Ediths Aussage war dies nicht die Richtung, die sie tags zuvor eingeschlagen hatten. Die Frage erhob sich nun, ob sie auch am Vortag eine falsche Spur ausgelegt hatten. Eine sofortige Suche nach Spuren war die einzige L�sung, die sich ihm bot. Und es war keine hoffnungslose L�sung, Denn es gab Stellen, die man unm�glich passieren konnte, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Mied jemand diese Stellen absichtlich, so schr�nkte er seine M�glichkeiten betr�chtlich ein.</p><p>Zu Mittag aber mu�te der Junge sich eingestehen, da� er entweder weniger vom Spurensichern verstand, als er geglaubt hatte, oder aber die beiden hatten den Tag oben auf dem Speicher verbracht. Er hatte nichts entdeckt, was er mit Sicherheit Spur h�tte nennen k�nnen.</p><p>Nach dem Essen gab er seine Suche auf und marschierte einfach Richtung Osten los. Seine Schwester hatte gesagt, die beiden h�tten diese Richtung eingeschlagen. Es bestand immerhin die winzige Chance, da� sie diesmal auf alle Vorsichtsma�nahmen verzichtet hatten.</p><p>Er lief den halben Nachmittag und folgte dabei nat�rlichen Pfaden. Schlie�lich hielt er etwa zw�lf Kilometer vom Haus entfernt inne.</p><p>Er befand sich in einem Tal, das von einem rauschenden Bach durchflossen wurde. Die Berge zu beiden Seiten stiegen steil und hoch an, wurden aber von ihren Nachbarn noch �berragt. Die Erhebungen stiegen hier bis zu einer H�he von �ber zweitausend Meter an. In dieser Gegend war Roger noch nie gewesen, auch nicht mit seinem Vater, aber er hatte die Orientierung noch nicht verloren. Einzig die Tatsache machte ihm Sorgen, da� er noch keine Spur von seinem Vater und von Don hatte entdecken k�nnen.</p><p>Er hatte die Absicht, von diesem Punkt aus wieder den Weg nach Hause einzuschlagen, im Zickzackkurs, um vor Einbruch der Dunkelheit noch m�glichst viel Gel�nde absuchen zu k�nnen. Die erste Abweichung sollte ihn den Berghang hinauf nach S�den f�hren. Damit wollte er m�gliche Spuren auf dieser Seite des Berges abdecken. Oben angekommen, w�rde er sich entscheiden, ob er sofort die andere Seite hinunter wollte, oder erst ein St�ck in westlicher Richtung, ehe er zur�ck nach Norden abschwenkte. Es sollte sich zeigen, da� er sich nicht zu entscheiden brauchte.</p><p>Roger Wing war nat�rlich l�ngst nicht so erfahren im Spurensuchen, wie er es sich gern einredete. Tats�chlich hatte er die Spur, die er eifrig suchte, seit dem Verlassen des Hauses viermal gekreuzt. Sein gegenw�rtiger Standort lag am Fu�e des H�gels mit dem freien Hang, den die �Sch�rfer� am Vortag gekreuzt hatten, zwei Kilometer von der sarrianischen Bodenstation entfernt. Die Richtung, die er nun einschlug, w�rde ihn bis in die unmittelbare N�he der Station heranf�hren.</p><p>So weit sollte er gar nicht kommen. Donald hatte ganz recht mit seiner Annahme, da� niemand diesen Ger�llhang queren konnte, ohne Spuren zu hinterlassen. Roger �bersah zwar die Spuren, die die beiden auf dem Hinweg hinterlassen hatten, er entdeckte aber die Stelle, an der sein Bruder sich auf dem R�ckweg oberhalb der Ger�llhalde durch ein ungew�hnlich dichtes Geb�sch den Weg gebahnt hatte. Nat�rlich war dies eine Achtlosigkeit von seiten des �lteren, der zu diesem Zeitpunkt vor allem nach fremden Spuren suchte und dabei an die eigenen nicht dachte. Die geknickten Zweige sagten zwar nichts �ber die Identit�t des Wanderers aus, zeigten aber deutlich die Richtung an, die er eingeschlagen hatte. Prompt wandte sich auch der Junge nach Westen. W�re er stehengeblieben und h�tte er kurz nachgedacht, dann h�tte ihm auffallen m�ssen, da� eine Spur in dieser Richtung kaum zu der Vermutung pa�te, sein Vater und Don h�tten direkt auf die �Mine� zugehalten. In diesem Moment aber war ihm nicht nach �berlegen zumute. Er hatte eine Spur entdeckt, der er unbeirrt folgte.</p><p>Nachdem er die Geb�schstrecke hinter sich gebracht hatte, sah er, da� die Spur weder deutlicher noch undeutlicher geworden war. Roger konnte sie eben noch wahrnehmen und ihr folgen. Vielleicht hing es damit zusammen, da� er nun mit Sicherheit eine Spur vor sich wu�te. Er wu�te aber immer noch nicht, ob die Spuren von seinem Vater, von seinem Bruder oder von beiden stammte. Er �bersah auch die Stelle, wo die beiden sich wieder getroffen hatten, nachdem sie beide Seiten des Ger�llhanges abgegangen waren. Er ging einfach weiter, entdeckte da und dort einen Abdruck im Nadelteppich oder geknickte Zweige, wo das Strauchwerk wieder dichter wurde.</p><p>Er stieg �ber den Westhang des H�gels ab, nachdem er den ganzen H�gel bis zu dem Punkt, wo die Spuren begonnen hatten, umrundet hatte. Er querte das schmale Tal auf dieser Seite und �bersprang den Bach mit Leichtigkeit. Hier entdeckte er das einzige Anzeichen daf�r, da� er zwei Personen auf der Spur war. Er sah die Abdr�cke, die sie beim �berspringen des Baches hinterlassen hatten. Es waren blo� Vertiefungen, keine richtigen Schuhabdr�cke, doch es waren vier. Zwei Paar, von denen je ein Abdruck tiefer war, so als h�tte der Springer das Gewicht auf einen Fu� verlegt.</p><p>Nun ging es den n�chsten Berghang hinauf. Unter den B�umen war es schon dunkler, da die Sonne sich bereits hinter dem vor ihm liegenden Gipfel versteckt hatte. Und pl�tzlich stellte er sich die Frage, ob er wirklich auf der richtigen Spur war. Er blieb stehen, sah um sich und entdeckte erst auf einer Seite und dann auf der anderen Spuren von der Art, wie er sie verfolgt hatte. Gleichzeitig machte sich bei ihm Unsicherheit bemerkbar, ob dies die richtigen Spuren w�ren.</p><p>Er ging ein St�ck weiter und blieb wieder stehen. Dann ging er den Weg zur�ck � und stie� etliche Meter von der Stelle, wo er gesprungen war, auf den Bach. Er suchte seine eigenen Spuren, und als er sie gefunden hatte, wurde ihm klar, da� er seiner eigenen F�hrte nicht genau hatte folgen k�nnen.</p><p>Jetzt h�tte er sich unverz�glich auf den Heimweg machen m�ssen. Nat�rlich tat er nichts dergleichen. W�hrend die Schatten am Osthang immer dunkler wurden, suchte er noch immer nach Spuren. Alle paar Minuten fand er etwas, �berlegte und fand gleich darauf wieder etwas. Allm�hlich arbeitete er sich wieder den Hang hoch, bis er auf blanken Fels stie�. Nach l�ngerer �berlegung wandte er sich nach Westen, wo es noch heller war. Schlie�lich waren sein Vater und Don in westlicher Richtung gegangen.</p><p>Wieder querte er ein Tal. Diesmal war das Bachbett ausgetrocknet, und es gab keine Fu�spuren vom Dar�berspringen. Er befand sich bereits in Gipfeln�he des ungew�hnlich niedrigen H�gels auf der anderen Talseite, als er merkte, wie sp�t es geworden war. Roger war so vertieft in seine Spurensuche gewesen, da� er nicht einmal bemerkt hatte, wie hungrig er war. Erst als er auf dem Boden nichts mehr unterscheiden konnte, weil es so dunkel geworden war, schreckte er auf. Er hatte keine Taschenlampe dabei, da er ja nicht geplant hatte, so lange auszubleiben. Schlimmer noch, er hatte keinen Proviant, kein Wasser und keine Decke dabei. Das Fehlen von Taschenlampe und Proviant waren ernste Unterlassungss�nden, oder sie w�ren zumindest als solche bezeichnet worden, wenn sein Vater geahnt h�tte, da� er sich ohne diese Mindestausr�stung weit in die W�lder gewagt hatte.</p><p>Roger Wing ging es ganz pl�tzlich auf, da� er kein zweiter Daniel Boone oder Kit Carson war, als er die ersten Sterne �ber sich am tiefblauen Himmel zwischen den Baumwipfeln sah. Er war ein Junge von dreizehn Jahren, der sich durch seine eigene Waghalsigkeit in eine Situation man�vriert hatte, die mit Sicherheit sehr ungem�tlich, vielleicht sogar gef�hrlich werden konnte.</p><p>Roger war zwar unvorsichtig, aber nicht dumm. Seine erste Reaktion nach der Einsch�tzung seiner Lage war daher kein kopfloses Davonlaufen nach Hause. Statt dessen blieb er stehen, wo er war und legte sich sein weiteres Vorgehen zurecht.</p><p>Es w�rde in der Nacht bitter kalt werden. Dagegen gab es kein Mittel, wenngleich ein paar Zweige das �rgste vielleicht verh�ten w�rden. Nahrung gab es keine, zumindest keine, die er in der Finsternis finden konnte. Mit dem Wasser stand es anders. Wasser mu�te zu finden sein, und das war schlie�lich das wichtigste. Da der Bach in dem Tal, das er eben gequert hatte, ausgetrocknet war, machte sich der Junge auf den Weg �ber den niedrigen H�gelr�cken vor ihm und stieg den Hang auf der anderen Seite hinunter. Dabei mu�te er sich fast ausschlie�lich auf sein Tastgef�hl verlassen, da die herrschende D�mmerung das Dunkel unter den B�umen nicht erreichte. Er fand wie erhofft einen Wasserlauf, teils dem Geh�r folgend, teils weil er praktisch �ber das Ufer stolperte.</p><p>Ein Messer hatte er bei sich. Damit schnitt er Tannenzweige ab, aus denen er sich neben dem Bach ein Lager baute, indem er einen umgefallenen Baumstamm als primitives Dach benutzte und die Zweige daran lehnte. Alles was die Luft nur einigerma�en vom K�rper abhielt, stellte eine Hilfe dar. Dann trank er aus dem Bach, lockerte den G�rtel und kroch in seinen primitiven Unterschlupf. In Anbetracht der Umst�nde dauerte es gar nicht lange, bis er eingeschlafen war.</p><p>Er war ein gesunder Junge und die Nacht nicht besonders kalt. Er schlief so fest, da� das Krachen und Knistern der �ste der Waldwipfel ihn nicht weckten. Auch das viel lautere Knirschen, als Kens Torpedo durchs Unterholz stie�, bewirkte blo�, da� er sich verschlafen brummend umdrehte.</p><p>Schlie�lich aber wurde er durch einen Reiz geweckt, der jeden Waldbewohner zu hektischer Aktivit�t trieb. Der Lukendeckel des Torpedos sah zum Lager des Jungen hin. Das Licht des brennenden Natriums und das Gl�hen von Gold und Eisen st�rten ihn nicht. Davon bekam er h�chstens schlechte Tr�ume oder aber er blickte zu diesem Zeitpunkt in die andere Richtung. Das Aufblitzen des brennenden Magnesiums traf direkt die geschlossenen Lider. Er schreckte auf, war im Handumdrehen auf den Beinen und schrie �Feuer�, noch ehe er richtig wach war.</p><p>Roger hatte die verheerenden Folgen der Waldbr�nde kennengelernt. Im Sommer zuvor hatte es n�rdlich von Bonners Ferry einen ausgedehnten Waldbrand gegeben und einen kleineren in der N�he von Troy. Er wu�te, was eine solche Katastrophe f�r das Leben im Wald bedeutete. Sekundenlang war er wie erstarrt vor Entsetzen. Er machte einen Satz fort von der Lichtquelle und kam erst richtig zu sich, als er �ber den Baumstamm stolperte, neben dem er gelegen hatte.</p><p>W�hrend er langsam wieder auf die Beine kam, merkte er, da� das Licht nicht von flackernden, roten Flammen herr�hrte, da� man auch nicht das krachende Dr�hnen h�rte, das man ihm so oft geschildert hatte, und da� er keinen Rauchgeruch sp�rte. Er hatte noch nie Magnesium brennen gesehen. Allein die Tatsache, da� es sich um keinen Waldbrand handelte, rief seine Neugierde wieder wach.</p><p>Das Licht war so hell, da� er den Bach �berspringen konnte und in Sekundenschnelle durch das Unterholz krachend auf die Lichtquelle zulief, wobei er laut rief: �Hallo! Wer da? Was soll das Licht?�</p><p>Das dr�hnende Grollen Sallman Kens brachte ihn fast um den Verstand, so heftig erschrak er. Die trommel�hnliche Sprechmembran des Sarrianers vermag die meisten menschlichen Sprechlaute nachzuahmen, mit einer gewissen Verzerrung allerdings, die dem menschlichen Ohr wehtut. Der Versuch, seine Worte mit jenen unheimlichen T�nen nachzuahmen, jagte dem Jungen Schauder �ber den R�cken. Die Tatsache, da� er seine eigenen Worte in dem Gedr�hne wiedererkannte, machte alles nur noch �rger.</p><p>Er blieb staunend zwei Meter vor dem Torpedo stehen. Das blauwei�e Leuchten aus der rechteckigen Luke war bei seiner Ann�herung erloschen. Er sah jetzt ein immer schw�cher werdendes gelb-wei�es Gl�hen, da der Magnesium-Beh�lter sich langsam abk�hlte. Viel konnte er nicht erkennen. Der Raum hinter der Luke schien das gesamte Innere des unteren Teils dieses Gebildes einzunehmen. Der Boden war bedeckt mit zylindrischen Gegenst�nden in Faustgr��e. Eines dieser Gebilde war die Quelle des Gl�hens, zwei andere Gef��e strahlten ein stumpfes Rot aus. Roger hatte sich nicht gr�ndlicher umsehen k�nnen, da nun Ken seine Liste von Edelmetallen herunterratterte.</p><p>Roger wu�te nat�rlich, was Platin und Iridium war, auch wenn diese Worte unter den Eigent�mlichkeiten des sarrianischen Stimmapparates ein wenig litten. Doch wie bei vielen anderen menschlichen Wesen war es erst die Erw�hnung von Gold, die ihm richtig in die Glieder fuhr. Er wiederholte das Wort sofort.</p><p>�Gold!�</p><p>�Gold�, antwortete die dr�hnende Stimme aus dem Torpedo. Roger nahm seinen Mut zusammen und n�herte sich der noch immer leuchtenden Luke, um ins Innere zu sp�hen. Er hatte richtig vermutet. Die kleinen zylindrischen Tiegel nahmen den gesamten Raum ein. Die Kammer war mit wei�em Staub bedeckt, Titan- und Magnesiumoxide, die aus den Beh�ltern spritzten, w�hrend die Reaktionen im Gange waren. Kleine gelbliche Natriumperoxidk�gelchen waren ebenso reichlich verspr�ht. Noch immer drang W�rme und ein schwacher Schwefelgeruch aus der Kammer. Als Roger vorsichtig die Hand auf den Boden legte, war die Temperatur ertr�glich. Und er sah auf den ersten Blick, wovon der unsichtbare Sprecher gesprochen hatte � das Gold, das in dem kleinen Beh�lter schon erstarrt war. Es war hell genug, da� er es erkennen konnte. Es befand sich aber auch nichts ann�hernd Gleichfarbiges in der Kammer.</p><p>Der Junge handelte ohne zu z�gern, aber mit mehr Voraussicht, als man ihm zugetraut h�tte. Ein trockener Zweig wurde als Hilfsmittel benutzt � die Lukent�r erinnerte ihn n�mlich fatal an eine Falle. Deshalb st�tzte er sie vorsichtshalber mit dem Zweig ab. Dann langte er nach dem Goldtiegel.</p><p>Dabei �bersah er die Dr�hte, die die Heizanlage mit der Energiequelle des Torpedos verbanden. Er fa�te nach dem Tiegel und verschwendete keinen Blick auf die Dr�hte, obwohl sie der Grund daf�r waren, da� er das Ding nicht herausbekam. Er hatte Zeit, einmal kr�ftig zuzupacken, ehe sich die Tatsache bemerkbar machte, da� sich das Metall erst vor kurzem noch in geschmolzenem Zustand befunden hatte.</p><p>Roger, der fast den Kopf in die Kammer gesteckt h�tte, schrie noch lauter auf als vorhin, lie� den Tiegel los, versetzte dem Torpedorumpf einen w�tenden Tritt und fing an wie wild herumzutanzen, wobei er seine verbrannte Hand festhielt und Verw�nschungen gegen die Unbekannten ausstie�, die Schuld an seiner Verletzung trugen. Dabei entging ihm, da� der als St�tze benutzte Ast zerbrach, als die Lukent�r zuging. Er bemerkte nur, da� es pl�tzlich fast ganz dunkel wurde. Was passiert war, sah er erst, als die T�r wieder aufging. Ohne zu wissen warum, fegte er mit der heilen Hand die geknickten Astst�cke weg und stand gleich darauf in v�lliger Finsternis da, als die T�r sich nun ganz schlie�en lie�. Dabei wurde er das unbehagliche Gef�hl nicht los, da� er beobachtet wurde.</p><p>Wieder dr�hnte die Stimme los. Wieder erkannte er das Wort �Gold�, doch die Silben, die dazwischen kamen, waren zu verzerrt, als da� er sie h�tte verstehen k�nnen. Er hatte �berdies keinen Tabak bei sich, und im Torpedo gab es auch keinen, so da� er gar nicht auf die Idee kam, was gemeint sein k�nnte. Er machte auch keinen Versuch, das fremd klingende Wort nachzuahmen, und nach einer Weile verstummten die �u�erungen.</p><p>Nun ert�nten schw�chere Ger�usche, die nicht an ihn gerichtet schienen, obwohl sie auch wie Sprache klangen. Roger h�tte sie nat�rlich nicht so eingestuft, doch hatte er den deutlichen Eindruck, da� er Zeuge eines Wortwechsels war.</p><p>Es dauerte eine gewisse Zeit, bis der Refrain von vorhin wieder zu h�ren war. �Gold � Tafak � Gold � Tafak.� Schlie�lich war es Roger zu viel und er schrie den dunklen Rumpf an:</p><p>�Ich wei� nicht, was das soll, verdammt nochmal! Ich will verdammt sein, wenn ich dein Gold wieder anfasse, und die anderen W�rter kenne ich nicht. Halt die Klappe!�</p><p>Wieder versetzte er dem Rumpf einen Tritt, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Er war richtig erschrocken, als die Stimme nun schwieg. Er trat ein paar Schritte zur�ck, gespannt, was als n�chstes folgen w�rde. Er tat gut daran.</p><p>Lautlos l�ste sich das Torpedo vom Boden, scho� in die H�he, krachte durchs Ge�st und verschwand im nachtschwarzen Himmel, begleitet vom Pfeifen emp�rter Luft. Der Junge blieb wie angewurzelt stehen und sah durch die L�cke in den �sten hoch. Seine M�he wurde nicht belohnt. Er sah Sterne und sonst gar nichts.</p><p>Roger Wing fand in jener Nacht sehr wenig Schlaf. Die Tatsache, da� er auf dem Weg zu seinem Lager nasse F��e bekam, trug nur zum Teil die Schuld daran.</p></section><section><title><p>VIII</p></title><p>�Nein, das ist nicht das Hauptproblem!� Laj Drai wiederholte diese Feststellung eher nachdenklich, als er in den Kontrollraum glitt und die T�r geistesabwesend hinter sich schlo�.</p><p>�Chef, ich�� Feth kam nicht weiter.</p><p>�Ich will Sie nicht unterbrechen. Los, Ken � Sie stehen da vor einem Problem, wie ich sehe. Wir wollen es ausr�umen, ehe wir uns dem n�chsten zuwenden. Es wird keine Unterbrechungen mehr geben.�</p><p>Einigerma�en erstaunt wandte Ken sich wieder dem Mikro zu und fuhr in seinem scheinbar endlosen Singsang fort. Er hatte Drais Drohung schon vergessen gehabt. Obwohl er die Worte nicht verstand, mit denen Roger ihn unterbrach, wu�te er doch, da� es lange genug gedauert hatte. Er teilte die Ungeduld des Jungen bis zu einem gewissen Grad. Und das Poltern, als Roger gegen das Torpedo trat, war unmi�verst�ndlich.</p><p>Es war Drai, der gleich darauf das Torpedo anheben lie�. Auch er hatte diese Worte noch nie zuvor geh�rt. Sie waren aber so verschieden von den �blichen menschlichen �u�erungen, da� es ihn schauderte. Der Gedanke an gespannte oder gar abgebrochene Beziehungen mit Planet Drei war ihm unertr�glich � und dieses Wesen war unmi�verst�ndlich erregt und mehr als nur ver�rgert. Dieser Schlag gegen den Rumpf..</p><p>Drais Tentakel fegte an Sallman Ken vorbei. Der Hauptantriebsschalter und der Richtungsgeber wurden bet�tigt. Ken drehte sich auf seinem St�nder um und sah seinen Chef neugierig an.</p><p>�Sie sind ja ebenso au�er sich wie der Eingeborene. Was ist denn?�</p><p>Laj mu�te tief Atem holen. Schlie�lich aber hatte er seine Stimme wieder unter Kontrolle. Ihm d�mmerte, da� sein dramatischer Auftritt nicht sein allerkl�gster Schachzug gewesen war. Es war n�mlich ohne weiteres m�glich, da� sein angeheuerter Experte den Namen des irdischen Produkts auf ganz harmlose Weise erfahren hatte. In diesem Fall w�re es sehr ungeschickt, wenn man dem Vorfall zuviel Gewicht beima�, nach au�en hin zumindest. So unauff�llig als m�glich wechselte er das Thema. �Ihre chemische Analyse ist wohl auf Schwierigkeiten gesto�en?�</p><p>�Hm, sieht so aus. Die Eingeborenen sind doch nicht so ausgepr�gte Tagwesen, wie Sie behauptet haben.� Das war nicht als Verteidigung seiner Vorgangsweise gemeint. Ken fiel blo� keine bessere Antwort ein.</p><p>Laj Drai lie� sich Zeit mit seiner Antwort. �Zwanzig Jahre lang haben die immer nur bei Tag Signal gegeben. Ob die Flachl�nder dahinterstecken? Ich kann mir aber nicht vorstellen wie. Sind Sie wenigstens mit den Tests fertig?�</p><p>�Ja, es reicht. Wir m�ssen das Torpedo wieder hierherbeordern, damit ich feststellen kann, welche Wirkung die Atmosph�re auf meine Proben hatte. Wir wissen schon, da� einige gebrannt haben, aber ich m�chte zu gern wissen, was dabei produziert wurde.�</p><p>�Sulfide k�nnen es nicht sein. Die kommen einem als nat�rliche Verbrennungsprodukte zuerst in den Sinn.�</p><p>�Falls nicht gefrorener Schwefelstaub in gewaltigen Mengen in der Atmosph�re enthalten ist. Aber daran hatte ich gar nicht gedacht. Ich werde eine entsprechende Probe machen. Bis jetzt machen mir die Ergebnisse ziemliches Kopfzerbrechen. Ich kann mir nicht denken, da� es bei dieser Temperatur ein Gas gibt, das die Verbrennung ausl�st, und doch gibt es etwas derartiges.�</p><p>�Wie steht es mit Fluor?� Laj kramte in den undeutlichen Erinnerungsbrocken eines naturwissenschaftlichen Grundkurses.</p><p>�Tja, schon m�glich � aber wie kann es in der Atmosph�re frei vorkommen? Man m�chte meinen, da� es zu aktiv w�re, sogar bei dieser Temperatur. Das trifft nat�rlich auf alle verbrennungsf�rdernden Elemente zu, deswegen m�ssen wir abwarten, bis die Proben da sind. Ich bin fast schon soweit, da� ich eine Landung auf dem Planeten riskieren w�rde, nur um zu sehen, wie es dort aussieht.�</p><p>Drai reagierte mit einem bezeichnenden Achselzucken. �Wenn Sie und Feth einen praktikablen Weg sehen, dann werde ich Sie nicht aufhalten. Damit k�nnen Sie sich sogar einen Bonus verdienen. Bis Ihr Zeug wieder da ist, dauert es drei Tage, und in der Zwischenzeit gibt es nicht viel zu tun. Feth stellt das Torpedo auf den Leitstrahl ein, sobald die Entfernung von Planet Drei entsprechend ist.�</p><p>Ken fa�te dies als Wink auf, da� er gehen sollte. Er ging hinaus und lie� sich ziellos durch die Korridore treiben. Im Moment mu�te er ohnehin einige �berlegungen in eigener Sache anstellen. Wie Drai gesagt hatte, konnte man vor der Ankunft des Torpedos nichts unternehmen. Er hatte also keine Ausrede, sich Rades Problem nicht durch den Kopf gehen zu lassen.</p><p>Das Produkt hie� �Tafak�. Zumindest hatte er diese Information bekommen. Rade hatte den Namen des Rauschgifts nicht gekannt, daher war der Wert dieser Information sehr fraglich.</p><p>Dieses Planetensystem lag zu Sarr relativ nahe. Wieder eine Tatsache. Die Vorsichtsma�nahmen, die Drai und seine Leute ergriffen hatten, um diese Tatsache zu verschleiern, konnte man f�r ein am Rande der Legalit�t arbeitendes Unternehmen als angemessen ansehen oder nicht. Sie waren mit Sicherheit selbstverst�ndlich, wenn es sich um Schwerkriminalit�t wie Rauschgifthandel handelte.</p><p>Planet Drei war kalt � milde ausgedr�ckt � und das fragliche Rauschgift hielt normale Temperaturen nicht aus. Das war ein Tatsachenbindeglied von ungewisser Tragf�higkeit und wurde nur ganz leicht von Drais schweigendem Eingest�ndnis verst�rkt, da� �Tafak� ein Pflanzenprodukt war.</p><p>Trotz angestrengten Nachdenkens wollte ihm keine weitere Information mehr einfallen, die f�r Rade auch nur ann�hernd von Nutzen h�tte sein k�nnen. Ken nahm es dem Chef der Rauschgiftabteilung ein wenig �bel, weil er ihn in diese Sache verwickelt hatte. Die rein astronomischen und �kologischen Probleme, denen er sich dabei gegen�bersah, interessierten ihn nat�rlich sehr viel mehr als einen Berufspolizisten.</p><p>Was wu�te er �berhaupt �ber diesen verdammten Planeten Drei? Fest stand, da� er bewohnt war, eine an sich schon phantastische Tatsache. Fest stand, da� er unbekannt war. Kein Bildsender und kein bemanntes Raumschiff war jemals in seine Atmosph�re eingedrungen. Das erschien Ken nun bei gr�ndlicher �berlegung ziemlich sonderbar. Auch in Anbetracht der schrecklichen K�lte und der Tatsache, da� eine Atmosph�re W�rme ableitete, wie es im freien Raum m�glich war, fand er es unglaublich, da� es einem t�chtigen Ingenieur bislang noch nicht gelungen sein sollte, etwas zu erfinden, womit man auf dem Planeten landen konnte.</p><p>Feth war mehr Mechaniker als Ingenieur. Es sah aus, als fehle es dem Unternehmen an wissenschaftlichem Unterbau. Allein die Tatsache, da� man Ken eingestellt hatte, war ein Beweis daf�r.</p><p>Vielleicht war er bereits in die unmittelbare N�he von Rades Problem geraten. Es war klar, da� jede interstellare Handelsorganisation �ber eine gut besetzte eigene Umweltabteilung verf�gte. Ohne eine solche Abteilung h�tte keiner dieser Konzerne sich lange behaupten k�nnen. Man brauchte nur an die sehr merkw�rdigen Situationen denken, die sich beispielsweise einstellten, wenn das an Metallen reiche Sarr mit den amphibienhaften chemischen Zauberern von Rehagh in Handelsbeziehungen traten. Und doch war er, Sallman Ken, ein naturwissenschaftlicher Dilettant, das einzige, was Laj Drai sich in dieser Hinsicht zugelegt hatte! Das war nicht nur sonderbar, das war unglaublich! Er fragte sich, wie es Drai geschafft hatte, diesen Umstand auch nur eine Sekunde lang als selbstverst�ndlich erscheinen zu lassen.</p><p>Nun, wenn er nichts herausbekam, dann w�rde man ihn wahrscheinlich nicht behelligen. Er konnte und wollte Planet Drei so gr�ndlich wie nur m�glich erforschen, zur�ckkehren und seine Informationen an Rade weitergeben � der sollte damit anfangen, was er wollte. Planet Drei war interessanter.</p><p>Aber wie lie� sich eine Landung auf diesem Teufelsplaneten bewerkstelligen? Nach dem Zusammensto� mit den Eingeborenen der ebenen, blauen Gebiete w�rde man gro�e Schiffe lieber nicht einsetzen. Aber Torpedos waren ohne Verluste zwanzig Jahre lang gut durchgekommen. Radarstrahlen in den letzten zwei oder drei Jahren waren die einzige Aktivit�t, durch die die Flachl�nder sich bemerkbar gemacht hatten. Und diese konnten durch Viertelwellenabschirmung leicht abgelenkt werden, wie Drai gesagt hatte. Nein, das einzige wirkliche Hindernis stellten die f�rchterlichen Umweltbedingungen dar.</p><p>In einem Standardschutzanzug konnte ein Sarrianer in einem See aus geschmolzenem Aluminium arbeiten, und zwar eine ganze Weile. In diesem Fall war der Temperaturunterschied geringer, als er es auf dem Eisplaneten sein w�rde. Die Leitf�higkeit des Metalls m��te gr��er sein als die der Planetenatmosph�re. Damit lie� sich der Unterschied vielleicht ausgleichen. Und wenn nicht, dann konnte man den Anzug mit zus�tzlichen Heizschlangen oder einer Isolierschicht oder gar mit beidem ausr�sten. Warum hatte man nie den Versuch gemacht? Er mu�te Feth oder Laj Drai fragen.</p><p>Angenommen, eine Landung war auch mit dieser Ausr�stung unm�glich. Aber warum waren dann auch Fernsehaufnahmen unm�glich? Ken wollte einfach nicht glauben, da� man das d�nne Glas einer Fernsehr�hre nicht so stark k�hlen konnte da� es sich den Umweltbedingungen anpa�te, ohne zu zerspringen, auch wenn die elektronischen Teile erw�rmt bleiben mu�ten. Gewi� war der Unterschied nicht gr��er als in den antiken Gl�hbirnen.</p><p>Diese beiden Fragen mu�te er Feth vorlegen. Er hielt jetzt wieder auf den Kontrollraum zu, als er Drai begegnete, der ihn anredete, als h�tte er heute keinen einzigen argw�hnischen Gedanken gehegt.</p><p>�Feth hat Ihr Torpedo nun auf dem Hauptleitstrahl. Drei Tage lang geht es nun ohne Steuerung dahin. Und Sie machen ein Gesicht, als h�tten Sie es eilig, in den Kontrollraum zu kommen.�</p><p>�Ich wollte mit Feth etwas besprechen. Ich habe mir �berlegt wie ein Raumanzug aussehen m��te, der auf Planet Drei Bestand haben soll. Mir scheint, es lie�e sich da etwas machen.� Er lieferte seinem Chef eine zensierte Version seines Gedankenganges.</p><p>�Na, ich wei� nicht�, sagte Drai daraufhin. �Das m�ssen Sie mit Feth besprechen. Seit er bei uns ist, haben wir es schon einige Male versucht. Die Versager traten ein, als wir es mit Fernsehkameras versuchten. Auf der ersten Expedition war er nicht dabei. Damals ging es ja auch gar nicht um Erforschung, wie ich Ihnen schon sagte. Es handelte sich um eine Kreuzfahrt aus purem Vergn�gen. Wir hatten so viele Torpedos an Bord, weil der Schiffseigner seine Besichtigungen gern in aller Bequemlichkeit absolvierte. Wenn wir in ein Planetensystem gelangten, schickte er ein ganzes Dutzend aus und blieb mit der <emphasis>Karella</emphasis> im Respektsabstand, bis er etwas entdeckte, was er sehen oder pers�nlich tun wollte.�</p><p>�Kenne ich ihn?�</p><p>�Nein, er starb schon vor einiger Zeit. Als wir das hier entdeckten, war er schon hochbetagt. Ich erbte sein Schiff und gr�ndete das Handelsunternehmen.�</p><p>�Und wann kam Feth dazu?�</p><p>�Ein, zwei Jahre nach der Firmengr�ndung � er ist der Dienst�lteste meiner Mitarbeiter. Er kann Ihnen alle technischen Schwierigkeiten erkl�ren, was ich selbst nicht k�nnte. Also, wenden Sie sich an ihn� falls ihm nach Reden zumute ist.� Ohne seine letzte Bemerkung zu erl�utern, ging Drai weiter. Ken wunderte sich nicht dar�ber, er wu�te bereits da� Feth zu den wortkargen Typen geh�rte.</p><p>Der Techniker war im Moment arbeitslos. Er hing noch immer auf dem St�nder vor der Torpedosteuerung und dachte angestrengt nach. Als Ken eintrat, raffte er sich auf, sagte aber nichts und begn�gte sich mit einem Begr��ungsnicken. Ken, dem an Feths Verhalten nichts Ungew�hnliches auffiel, �bersch�ttete ihn geradezu mit seinen Ideen. Er durfte zu Ende sprechen, ohne unterbrochen zu werden.</p><p>�Ihre Gr�nde klingen gut�, mu�te der Techniker eingestehen, �und ich habe auch keine Theorie zur Hand, um sie zu entkr�ften. Ich kann blo� darauf hinweisen, da� die R�hren immer wieder zersplittern. Wenn Sie unbedingt einen Anzug vollgepfropft mit Thermometern und Druckmessern runterschicken wollen, soll es mir recht sein, wenn ich Ihren Optimismus auch nicht teile, was Sie sicher verstehen werden. Ich habe in der Atmosph�re von Planet Drei schon jede Menge tadelloser TV-R�hren verbraucht.�</p><p>�Ich gebe gern zu, da� Sie mir an Praxis viel voraushaben�, antwortete Ken, �aber einen Versuch ist es wert.�</p><p>�Und wenn die Werte, die uns die Instrumente liefern, akzeptabel sind� wer geht dann als n�chstes im Anzug runter? Der Gedanke allein macht mir steife Kniegelenke. Die Vorstellung jagt mir richtig Angst ein, das gebe ich gern zu.�</p><p>�Mir auch.� Ken dachte an das nicht zu unterdr�ckende Gef�hl, das ihn erfa�t hatte, als er zum erstenmal Planet Drei erblickte. �Zweifellos ein scheu�licher Ort. Aber ich m�chte mehr dar�ber wissen, und bin gewillt, meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen.�</p><p>�Gesundheit � da� ich nicht lache! F�nf Sekunden, nachdem sich der erste Nadelstich im Raumanzug zeigt, sind Sie eine fix und fertige Gedenkstatue�, gab der Techniker zur�ck. �Ich halte es schon f�r einen miesen Trick, wenn man tadellose Instrumente hinschickt, auch wenn ich wei�, da� sie es aushalten. Na, ich verpasse Ihnen einen sch�nen Anzug, wenn Sie es wirklich wollen. Torpedos haben wir in H�lle und F�lle.�</p><p>�Wie k�nnte man einen Anzug per Torpedo bef�rdern? Sicher nicht im Frachtraum.�</p><p>�Nein. An der Au�enwand sind Ringe, an die wir den Panzeranzug festklammern k�nnen. Beim Durchgang durch die Atmosph�re m�ssen wir diesmal vorsichtiger sein.� Er glitt die ganze L�nge des Raumes entlang zu einer Schrankwand. Aus einem der Schr�nke zog er einen aus dem vielbesprochenen Schutzmaterial gefertigten Anzug hervor. Das Ding war sogar unter der auf Merkur herrschenden Schwerkraft schwierig zu handhaben. Wegen der Eigent�mlichkeiten des sarrianischen K�rperbaus konnte vom Inneren des Anzugs aus eine gewaltige Hebelwirkung erreicht werden. Dennoch fragte Ken sich, was er in dieser metallenen Monstrosit�t bei vierfacher Schwerkraft tun w�rde, falls es ihm gl�ckte, auf Planet Drei zu landen. Dieser Gedanke m�ndete in eine Frage.</p><p>�Feth, welche K�rperchemie haben die Eingeborenen Ihrer Meinung nach? Sie bewegen sich� vermutlich� unter gewaltiger Schwerkraft in einer Temperatur, die eigentlich alles Organische abt�ten m��te. Schon mal dar�ber nachgedacht?�</p><p>Der Techniker �berlegte. �Ja, ich mu� zugeben, da� ich mich damit besch�ftigt habe. Aber ich bin nicht so sicher, ob ich dar�ber sprechen m�chte.�</p><p>�Warum nicht? So schrecklich kann es auf Planet Drei auch nicht sein.�</p><p>�Das ist es nicht. Sie wissen doch, was Drai demjenigen antun wollte, der Ihnen ein Sterbensw�rtchen �ber das Zeug verraten w�rde, das wir vom Planeten beziehen?�</p><p>�Ja, ungef�hr. Aber was hat das damit zu tun?�</p><p>�Vielleicht gar nichts, vielleicht aber doch. Er war ziemlich sauer, weil ich Ihnen die Bezeichnung von dem Zeug verriet. Ich h�tte es ohnehin nicht getan, wenn ich blo� einen Augenblick Zeit zum �berlegen gehabt h�tte. Die Situation erforderte eine rasche Antwort, und ich gab sie.�</p><p>�Aber Ihre Vorstellungen von K�rperbau und Stoffwechsel der Eingeborenen kann doch kaum etwas dar�ber aussagen� oder vielleicht doch. Aber Drai wei� genau, da� ich noch nie f�r ein anderes Handelsunternehmen gearbeitet habe und selbst kein Kaufmann bin. Warum behandelt er mich wie einen Wirtschaftsspion? Mir doch egal, wie Ihr Zeug aussieht� mich interessiert der Planet.�</p><p>�Das bezweifele ich nicht. Trotzdem� falls mir nochmal so ein Ausrutscher passiert, dann behalten Sie bitte f�r sich, was Sie erfahren haben. Ich dachte, es g�be eine Kernexplosion, als Drai hereinkam und Sie eben �Tafak� ins Mikro br�llten.�</p><p>�Ach was, viel kann er nicht machen�. Diese Behauptung blieb im Raum h�ngen. Ken st�rzte sich wieder in seine �berlegungen.</p><p>Feth formulierte seine Antwort sehr vorsichtig. �Drai ist hier der Chef, und meine Arbeit ist nicht die schlechteste. Also tun Sie mir den Gefallen.� Er drehte sich mit einer Miene um, die anzeigte, da� seine redselige Periode vorbei war. Ken konnte der Antwort des Technikers nichts Definitives entnehmen.</p><p>Er dachte auch nicht weiter dar�ber nach, da sich das andere Problem als zu interessant erwies. Feth war ein hervorragender Mechaniker, besser als viele Ingenieure, die Ken kannte. Er hatte den Schutzanzug, oder besser gesagt die R�stung, ganz ge�ffnet und alle Bedienungseinrichtungen entfernt. Dann hatte er alles general�berholt. Daraufhin hatte er den Zink-Kreislauf frisch aufgef�llt und alle Einrichtungen wieder angebracht und gesichert. Der Anzug selbst war offen geblieben. Ein Auge fragend auf Ken gerichtet, brach er das zweist�ndige Schweigen. �Haben Sie schon Vorstellungen, was f�r Instrumente eingebaut werden sollen? Sie wissen am besten, welche Werte Sie bekommen wollen.�</p><p>�Wir wollen eigentlich nur wissen, ob der Anzug Temperatur und Druck standh�lt. Ich denke, ein Druckmesser irgendwo im Inneren und Thermometer an den Extremit�ten m��ten ausreichen. K�nnen Sie Fernme�einrichtungen einbauen, oder m�ssen wir warten, bis auch dieses Torpedo zur�ckkommt?�</p><p>�Leider m�ssen wir warten. Die Instrumente zur Fernmessung k�nnte ich ja leicht einbauen, doch der sprachgeschaltete Sender k�nnte die Werte nicht durchgehen. Ich k�nnte einen Mehrfachrecorder einbauen, die Instrumente daran anschlie�en und es so einrichten, da� Sie, per Fernsteuerung ein- und ausschalten. Ich verbinde den Recorder einfach mit dem Schaltsystem des Anzugs. Sicher wollen Sie auch die Beheizung selbst einstellen?�</p><p>�Ja. Falls ertr�gliche Temperaturen nur mit Maximalenergie zu erreichen sind, dann m�ssen wir das wissen. Sicher kann man noch zus�tzliche W�rmesysteme einbauen?�</p><p>�Ich denke ja.� Zum erstenmal zeigte sich bei Feth ein Ausdruck, der einem L�cheln ann�hernd entsprach. �Ich k�nnte an den Beinen Hoch�fen anbringen. Aber damit k�nnten Sie nicht rumgehen.�</p><p>�Auch wenn ich es nicht k�nnte, so kann ich wenigstens sehen.�</p><p>�Falls Sie nicht dieselben Schwierigkeiten mit der Sichtscheibe haben wie ich mit den Fernsehr�hren. Auch Quarz hat seine Grenzen.�</p><p>�Ach, ich schaffe das schon. Au�erdem kostet es uns nichts. Also los, rein mit den Instrumenten. Ich bin gespannt, wer von uns beiden recht hat. Funktioniert dieser Recorder?� Er entnahm einem Fach ein winziges Ger�t, dessen auffallendster Bestandteil die Doppelspule mit dem sensibilisierten Band war. Er hielt das Ding in die H�he, und Feth warf einen Blick darauf.</p><p>�Da ist nur eine Aufzeichnung m�glich. Holen Sie sich ein L-7. Sie erkennen es an der Spule. Das Band ist f�nfmal breiter. Ich baue ein einziges Barometer ein, wie Sie wollten, und Thermometer in Kopf, Rumpfteil, in einen Fu� und einen �rmel, so weit drau�en, wie ich es anbringen kann. Bleibt eine freie Spur auf dem Band, die Sie nach Belieben verwenden k�nnten.�</p><p>Der Techniker war eifrig an der Arbeit. Er klemmte winzige Instrumente, die er aus einem reichbest�ckten Schrank nahm, an die erw�hnten Stellen. Ken fragte sich, ob das Vorhandensein dieses reichhaltigen Instrumentenvorrates nicht seine Behauptung, da� wissenschaftliche Einrichtungen fehlten, hinf�llig machte. Dann erkannte er, da� alle diese Dinge standardisierte Instrumente waren und h�chstens einen beachtlichen finanziellen Posten darstellten. Jeder konnte sich so etwas kaufen, und fast jeder konnte mit diesen Dingen umgehen.</p><p>Trotz Feths Geschick dauerte das Zurechtmachen des Anzugs sehr lange. Als Sarrianer brauchten sie keinen Schlaf, aber auch sie mu�ten gelegentlich Ruhepausen einlegen. W�hrend einer dieser Pausen bemerkte Ken, wie sp�t es war.</p><p>�Inzwischen mu� es auf unserem Teil des Planeten Tag sein. Ob Drais Torpedo schon gelandet ist?�</p><p>�Sehr wahrscheinlich�, erwiderte Feth, der mit einem Auge Kens Blick zur Uhr hin verfolgt hatte. �Er m��te schon wieder drau�en im Raum sein � er vergeudet keine Zeit.�</p><p>�Wird man mir die Haut vom Leib ziehen, wenn ich mal im Observatorium vorbeischaue?�</p><p>Feth sah ihn darauf so eindringlich an, da� Ken die Frage sofort bereute. �Mir w�rde er sie sicher abziehen, wenn herausk�me, da� ich Sie ermuntert h�tte�, lautete die Antwort.</p><p>�Besser, Sie bleiben hier. Wir haben reichlich zu tun.� Er stand auf und ging wieder an die Arbeit, obwohl die Pause eben erst begonnen hatte. Ken merkte, da� Feth jetzt nichts mehr sagen w�rde, und machte sich ebenfalls an die Arbeit.</p><p>Es stellte sich heraus, da� ihre Zeiteinteilung optimal war. Nach einem einst�ndigen Test, bei dem ein Leck und Strahlungsverlust im Vakuum der Schleuse simuliert worden war, wurde der Anzug an den Laderingen eines anderen Torpedos befestigt und mittels automatischer Steuerung ins All bef�rdert. Zu diesem Zeitpunkt stand das eintreffende Torpedo kurz vor der Landung. Die automatische Steuerung war deswegen n�tig, weil das zweite Torpedo nicht per Funk gelenkt werden konnte, ehe das erste angedockt worden war, da die zweite Kontrollstation noch von Drai benutzt wurde, der seine eigene Ladung erst auf Merkur landen mu�te.</p><p>Zwischen Start des Anzugs und Landung des mobilen Labors pa�te eine Ruhepause. Als das Torpedo mit den Proben unter Feths perfekter Steuerung endlich durch die Schleuse einschwebte, wurde es von Ken schon aufgeregt erwartet. Er h�tte sich am liebsten gleich darauf gest�rzt, wurde aber durch einen Warnruf des Technikers zur�ckgehalten.</p><p>�Achtung! Sie w�rden anfrieren, auch wenn es nicht mehr so kalt ist wie auf Planet Drei. Sehen Sie!� Ein Tentakel deutete auf den schimmernden Rumpf, auf dem fl�ssiger Schwefel in Tr�pfchen kondensierte, ablief und auf den Boden tropfte, wo er verdampfte. �Das mu� erst aufh�ren��</p><p>Ken hielt gehorsam inne. Er sp�rte, wie ihm das eisige Zeug auf die F��e tropfte, und trat zur�ck. Die Luft, die ihn umstr�mte, war ertr�glich, doch der Torpedorumpf mu�te so kalt sein, da� sogar Zink gefroren w�re, h�tte es das Strahlungsgleichgewicht f�r diese Sonnendistanz erreicht.</p><p>Minuten verstrichen, bis das Metall sich gen�gend erw�rmt hatte und die Tropfen fl�ssigen Schwefels verschwanden. Nun erst machte Feth die Ladeluke auf, worauf der ganze Vorgang wiederholt wurde. Diesmal hinterlie� die strohgelbe Fl�ssigkeit eine Pf�tze auf dem Boden der Frachtkammer, ergo� sich um die Tiegel und lie� Ken ernsthaft an der Reinheit seiner Proben zweifeln. Er schaltete s�mtliche Heizm�glichkeiten ein, um das Zeug schleunigst loszuwerden. Da die ernsthafte Chance bestand, da� es bei hoher Temperatur wieder zu einer Reaktion mit Luft kam, �ffnete er die Absperrvorrichtung, kaum da� das Zischen und Brodeln kochender Luft aufgeh�rt hatte. Endlich konnte er seine Proben untersuchen. Roger Wing h�tte ihm sagen k�nnen, was f�r einen Anblick sie boten!</p></section><section><title><p>IX</p></title><p>Einige der Tiegel waren voll. Von diesen sahen die meisten unver�ndert aus. Andere aber nicht. Der Inhalt der meisten dieser Tiegel war zwar leicht aufzufinden, sie waren aber sehr schwer zu identifizieren, wie Ken auf den ersten Blick sehen konnte.</p><p>Praktisch alles war mit wei�em Staub bedeckt, wie schon Roger bemerkt hatte. Die gelben K�gelchen von Natriumperoxid f�rbten sich grau, als sie sich in der Hitze aufl�sten. Der Goldtiegel war von seinem St�nder gezogen worden, war aber ansonsten unver�ndert. Das Eisen hatte sich schwarz verf�rbt. Natrium, Magnesium und Titan hatten sich verfl�chtigt, obwohl der R�ckstand in jedem dieser Tiegel hoffen lie�, da� diese Elemente unter dem verstreuten Staub irgendwo nachgewiesen werden k�nnten. In dem daf�r bestimmten Tiegel befand sich noch immer Kohlenstoff, allerdings sehr viel weniger.</p><p>So interessant und wichtig dies alles war, so wurde Feths und Kens Aufmerksamkeit doch nur kurz davon gefesselt. Denn gleich hinter der Lukent�r war in der Staubschicht deutlich ein Abdruck zu sehen. Und dieser Abdruck war anders als alles, was die beiden bislang gesehen hatten.</p><p>�Feth, graben Sie schleunigst irgendwo eine Kamera aus. Ich hole indessen Drai.� Ken war verschwunden, kaum da� die Worte seiner Membran entschl�pft waren. Diesmal blieb Feth ihm eine Antwort schuldig. Sein Blick haftete noch immer an dem Abdruck.</p><p>An sich war daran nichts Unheimliches oder Erschreckendes. Doch konnte er sich nicht von dem faszinierenden Problem losrei�en, wodurch dieser Abdruck wohl verursacht worden sein mochte. F�r ein Wesen, das noch niemals etwas auch nur entfernt Menschen�hnliches gesehen hatte, ist ein menschlicher Handabdruck schwer zu deuten. Ob der Abdruck beim Stehen, Sitzen, Lehnen verursacht worden war oder beim Ausgestreckt-Daliegen, das bei den Sarrianern das Sitzen ersetzte, das konnte er nicht unterscheiden. Der Eingeborene war vielleicht nur ein sarrianisches Fu� gro� und hatte den Abdruck mit dem ganzen K�rper hinterlassen, oder aber er war so gro�, da� er nur ein K�rperglied in die Frachtluke hineingebracht hatte. Feth sch�ttelte den Kopf, um wieder klarer denken zu k�nnen � er hatte gemerkt, da� seine Gedanken sich im Kreis bewegten. Dann machte er sich auf die Suche nach einer Kamera.</p><p>Sallman Ken platzte ohne Vorwarnung ins Observatorium, lie� Drai aber keine Zeit zu explodieren. Er �bersch�ttete Drai mit der Nachricht von seiner Entdeckung und h�rte nicht auf zu reden, bis sie den Kontrollraum erreicht hatten. Als sie dort angekommen waren, stellte jedoch der Anblick des Abdrucks f�r Drai alles andere als einen H�hepunkt dar. Er �u�erte wenig mehr als h�fliches Interesse. Ihm war der K�rperbau der Erdenbewohner herzlich gleichg�ltig. Ihn interessierte ein anderer Aspekt der Frachtkammer viel mehr.</p><p>�Was ist denn das wei�e Zeug?�</p><p>�Das wei� ich noch nicht�, mu�te Ken zugeben. �Das Torpedo ist eben erst gelandet. Es ist auf jeden Fall das, was aus meinen Proben wird, wenn sie der Erdatmosph�re ausgesetzt werden.�</p><p>�Dann werden Sie also bald �ber die Zusammensetzung der Atmosph�re Bescheid wissen? Das wird uns sehr weiterhelfen. Nahe der dunklen Hemisph�re gibt es H�hlen, wie wir schon seit Jahren wissen. Die k�nnten wir nach au�en verschlie�en und nach Ihren Angaben mit der entsprechenden Luftmischung vollpumpen. Melden Sie es mir, wenn Sie etwas herausgefunden haben.� Er glitt l�ssig hinaus und lie� einen entt�uschten Ken zur�ck. F�r diesen war es eine faszinierende Entdeckung gewesen.</p><p>Er tat seine Entt�uschung achselzuckend ab und holte vorsichtig, ohne den Abdruck zu zerst�ren, seine Proben aus dem Torpedo, um sie auf einer Arbeitsbank anzuordnen, auf der er sich ein provisorisches Labor eingerichtet hatte.</p><p>Wie er selbst eingestanden hatte, war er kein gro�er Analytiker. Doch waren durch Verbrennung entstandene Verbindungen meist nicht sehr kompliziert. Er war sicher, sich �ber die Natur dieser Verlandungen einigerma�en Klarheit verschaffen zu k�nnen. Schlie�lich kannte er die beteiligten Metalle � in der Atmosph�re von Planet Drei konnte es bis auf Wasserstoff keine metallische Gase geben. Sogar Quecksilber w�rde als Fl�ssigkeit auftreten, und kein anderes Metall hatte einen sehr hohen Verdunstungsdruck, auch nicht unter sarranischem Druck. Ken, der sich diese �berlegung wie einen Leitstern vor Augen hielt, machte sich munter an die Arbeit.</p><p>F�r einen Chemiker w�re nun die Arbeit oder die Beschreibung der Arbeit sicher interessant. F�r alle anderen aber w�re es blo� eine erm�dende stets gleiche Wiederholung von Erhitzen und Abk�hlen, das Feststellen der Siede- und Schmelzpunkte, Fraktionieren und Filtern. Ken w�re rascher vorangekommen, wenn er nicht mit einer vorgefa�ten Meinung belastet gewesen w�re. Schlie�lich aber hatte er alle Nachweise beisammen. Und er fragte sich, warum er dies nicht alles zuvor gesehen hatte.</p><p>Feth Allmer war schon l�ngst zur�ck und hatte den Handabdruck aus einem halben Dutzend Blickwinkel aufgenommen. Als er merkte, da� Ken fertig war, raffte er sich von dem St�nder auf, auf dem er ruhte, und glitt zu Ken hin..</p><p>�Na, haben Sie es geschafft, oder sind Sie aufgeschmissen?� fragte er.</p><p>�Ich glaube, ich hab�s. Eigentlich h�tte ich es l�ngst wissen m�ssen. Es ist Sauerstoff.�</p><p>�Und was ist daran so klar? Oder andersrum: warum nicht?�</p><p>�Ich wies die M�glichkeit von mir, weil Sauerstoff hochaktiv ist. Mir stand immer vor Augen, da� es bei dieser Temperatur nur wenig mehr aktiv ist als Schwefel bei unseren Temperaturen. Es ist sehr gut m�glich, da� es frei in der Atmosph�re vorkommt � vorausgesetzt, es existiert ein Proze�, der ersetzt, was in der Verbindung aufgeht. Dasselbe braucht auch der Schwefel. Verdammt, die zwei Elemente sind einander so �hnlich! Das h�tte mir von Anfang an auffallen m�ssen.�</p><p>�Was meinen Sie mit Ersatz- oder Erneuerungsproze�?�</p><p>�Wie Sie wissen, atmen wir Schwefel ein und bilden in unserem Stoffwechsel Sulfide. Andererseits spalten die meisten Pflanzen als mineralverzehrende Lebewesen Sulfide und geben freien Schwefel ab, wobei sie Sonnenenergie ben�tigen. Vielleicht existiert auch auf Planet Drei eine �hnliche Zweiteilung der Lebensformen � die eine Form bildet Sauerstoff und die andere spaltet ihn. Wenn ich es recht bedenke, gibt es auch auf Sarr Mikroorganismen, die Sauerstoff statt Schwefel brauchen.�</p><p>�Ist es denn reiner Sauerstoff?�</p><p>�Nein, nur etwa ein F�nftel oder weniger. Sie wissen ja, wie rasch Natrium und Magnesium ausgetreten sind und wie gro� der Druckabfall war.�</p><p>�Nein, ich wei� es nicht mehr, und ich kann auch nicht behaupten, da� mir das alles viel sagt, aber ich will Ihnen gern glauben. Und was gibt es daneben noch in der Atmosph�re? Das Titan hat alles aufgenommen, wenn ich mich recht erinnere.�</p><p>�Richtig. Entweder Stickstoff oder einige seiner Oxide � welche, das kann ich ohne genauere Quantit�tsmessung nicht feststellen. Die einzigen Titan-Verbindungen, die ich in dem Durcheinander finden konnte, waren Oxide und Nitride. Der Kohlenstoff ist oxidiert, vermute ich � der Grund daf�r, da� es keine Druckver�nderung gab, au�er jener, die auf Erw�rmung zur�ckzuf�hren ist, liegt darin, da� das Hauptoxid des Kohlenstoffs zwei Sauerstoffatome hat und es daher keine Volumenver�nderung gibt. Auch daran h�tte ich eher denken sollen.�</p><p>�Auch in diesem Punkt will ich Ihnen gern glauben. Dann brauchen wir also nichts anderes zu tun, als ein Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch im Verh�ltnis vier zu eins zusammenzubrauen und damit die H�hlen zu f�llen, von denen der Chef sprach, und zwar unter zwei Drittel Normaldruck.�</p><p>�Na ja, so einfach auch wieder nicht, aber so ungef�hr kommt es hin, und dieses Tafak-Zeug m��te unter diesen Bedingungen gedeihen k�nnen � falls es gl�ckt, Proben heil heranzuschaffen. Eine pr�chtige Idee w�re es auch, wenn man Erdreich beschaffen k�nnte, da ich mir nicht vorstellen kann, da� man durch Pulverisierung der hier vorhandenen Felsen etwas �hnliches erh�lt.</p><p>Dazu mu� ich aber sagen, da� ich mich weigere, eine Analyse der Bodenprobe auch nur zu versuchen. Es m��te so viel heraufgeschafft werden, da� es f�r den Anbau reicht.�</p><p>Feth starrte ihn an. �Das ist doch l�cherlich! F�r eine halbwegs anst�ndige Pflanzung brauchen wir Tonnen an Boden!�</p><p>Sallman Ken reagierte mit einem Achselzucken. �Das wei� ich. Aber ich sage nochmal klipp und klar, da� es einfacher sein wird, diese Tonnen heranzuschaffen, als von mir eine pr�zise Bodenanalyse zu bekommen. Ich habe davon zu wenig Ahnung, und ich m�chte bezweifeln, ob die besten Chemiker von Sarr eine Voraussage �ber die chemische Zusammensetzung des festen Teils von Planet Drei wagen k�nnten. Ich gehe jede Wette ein, da� bei diesen Temperaturen organische Verbindungen ohne Fluor oder Silizium existieren k�nnen.�</p><p>�Ich glaube, wir sollten Drai holen, damit er sich das anh�rt. Sicher wollte er, da� Sie Atmosph�re und Boden analysieren, damit wir hier ganz auf eigene Faust eine Pflanzung anlegen k�nnen.�</p><p>�Ja, holen Sie ihn. Ich habe ihm gleich zu Anfang gesagt, wo meine Grenzen liegen. Und wenn er seine Erwartungen nicht herunterschraubt, dann hat er keine Ahnung von der Natur dieses Problems.�</p><p>Feth glitt mit bek�mmerter Miene hinaus. Ken verstand nicht, was den Techniker daran so bedr�ckte. Sp�ter sollte er dahinterkommen.</p><p>Als Feth wiederkam, war er noch bek�mmerter.</p><p>�Er hat zu tun. Er sagt, er wolle die Sache mit Ihnen durchdiskutieren, sobald der Anzug zur�ck sei, damit man gleich s�mtliche Alternativen in Betracht ziehen k�nnte. Er will, da� ich Sie hinaus zu den H�hlen bringe, damit Sie selbst sehen, wie er sie nutzbar machen will.�</p><p>�Und wie kommen wir hin? Die m�ssen doch ziemlich weit von hier entfernt sein?�</p><p>�Ordon Lee bringt uns mit seinem Schiff hin. Es sind an die dreitausend Kilometer. Also, rein in die Anz�ge.�</p><p>Ken unterdr�ckte heroisch den Impuls, Feth zu fragen, warum die Sache pl�tzlich inmitten eines g�nzlich anderen Problems so dringlich aufgetaucht war, und ging zum Schrank, in dem die Raumanz�ge hingen. Er glaubte, den Grund ohnehin zu kennen und war fast sicher, da� der Ausflug bis nach R�ckkehr des Handelstorpedos verl�ngert werden w�rde.</p><p>Seine Aufmerksamkeit wurde von diesen Dingen losgerissen, als er zum erstenmal seit seiner Ankunft auf der Station die Merkuroberfl�che betrat. Die aufgesprungene, ausged�rrte, v�llig trockene Talsenke war f�r ihn nichts Neues, da Sarr ebenso trocken und sogar noch hei�er war, doch die Schw�rze des Himmels um die Sonne und die Kahlheit des Bodens bewirkten einen toten Effekt, der ihn sehr unangenehm beeindruckte. Auf Sarr gedeiht trotz der Trockenheit �berall pflanzliches Leben. Die Pflanzen, die Ken kannte, waren eher kristallin als organisch und brauchten zum Leben nur geringe Mengen Fl�ssigkeit.</p><p>Au�erdem gab es auf Sarr Wasser und auf Merkur nicht. Als das Schiff vom Talboden abhob, konnte Ken den Unterschied richtig einsch�tzen. Die Oberfl�che von Merkur ist zerkl�ftet, weist gro�e Erhebungen auf und wirkt sehr rauh. Die Gipfel, Spalten und Meteoreinschl�ge werden von keiner Erosion gemildert. Wo es Schatten gibt, sind sie tiefdunkel und werden nur von dem Licht erhellt, das von festen Gegenst�nden in der N�he reflektiert wird. Seen und Fl�sse m��ten von metallischer Substanz sein, von Blei oder Zinn, oder einfache Verbindungen wie das �Wasser� Sarrs � Kupferchlorid, Bleibromid und Sulfide von Phosphor und Kalium. Erstere sind aber zu schwer und waren im Felsboden Merkurs versickert, falls es sie je gegeben hatte. Und den zweiten Typ gibt es nicht, weil die lebenden Organismen fehlen, die sie h�tten hervorbringen k�nnen. Sallman Ken, der die Fl�che, �ber die sie dahinflogen, genau begutachtete, bekam nun eine etwas bessere Meinung von der Erde.</p><p>Ein Raumfahrzeug, das imstande ist, die Lichtgeschwindigkeit mehrtausendfach zu �berschreiten, bringt eine Strecke von dreitausend Kilometern rasch hinter sich, auch wenn die Geschwindigkeit so gehalten wird, da� von Hand gesteuert werden kann. Das Landegebiet war ziemlich dunkel, da die Sonne nicht mehr hoch, sondern schon tief am Horizont stand, und die Schatten waren entsprechend l�nger. Es sah k�lter aus und war es auch. Dem herrschenden Vakuum und der schlechten Leitf�higkeit der Felsen war es zu verdanken, da� man sich in gew�hnlichen Raumanz�gen hinauswagen konnte. Nach wenigen Augenblicken glitten Ken, Feth und der Pilot auf einen etwa vierzig Meter hohen Felsen zu.</p><p>Die Felsoberfl�che war rauh und zerkl�ftet wie die ganze Topographie Merkurs. Lee hielt unbeirrt auf einen der breiteren Risse zu. Die drei befanden sich pl�tzlich in pechschwarzer Finsternis, obwohl an der Oberfl�che noch die Sonne schien. Mit eingeschalteten Lampen setzten sie den Weg fort. Zun�chst war der Gang recht eng, und Boden und W�nde waren so uneben und rauh, da� die Raumanz�ge in Gefahr gerieten, aufgerissen zu werden. So ging es etwa f�nfhundert Meter weiter, bis sich der Gang pl�tzlich zu einer riesigen, fast kugelf�rmigen H�hle erweiterte. Offenbar war Merkur nicht immer ohne Gase gewesen � die H�hle sah einer im Vulkangestein eingesprengten Gasblase verdammt �hnlich. Der Spalt, durch den sie eingedrungen waren, reichte fast bis ganz hinauf, und hinunter ebensoweit. Er war halb gef�llt mit Ger�ll von oben, deswegen war es auch so schwierig gewesen, durchzukommen. Der untere Teil des Ger�lls enthielt einen gewissen Anteil loser Felsbrocken. Es sah aus, als k�nnte man �ber diese gro�en Brocken bis hinunter in die Mitte klettern. Ken aber fand diese Idee nicht sehr verlockend.</p><p>�Existiert nur diese eine gro�e Blase?� fragte er Ordon Lee.</p><p>�Nein, wir haben etliche entdeckt. Sie sind einander alle sehr �hnlich und liegen alle hier an diesem Felsen. Wahrscheinlich gibt es auch noch H�hlen ohne �ffnung nach au�en. Mit Echolot k�nnte man sie sicher ausfindig machen, wenn es darauf ank�me.�</p><p>�Ja, gute Idee�, meinte Ken. �Eine H�hle, mit k�nstlich gebohrtem Eingang l��t sich viel leichter luftdicht abschlie�en, als diese hier.� Feth und Lee brummten zustimmend.</p><p>Lee setzte noch hinzu: �W�re besser, wenn wir eine sehr tief gelegene H�hle f�nden. Dann t�ten wir uns leichter mit dem Bohren � es best�nde nicht die Gefahr, da� sich ein Ri� wom�glich bis an die Oberfl�che fortsetzt.�</p><p>�Bliebe nur eine Schwierigkeit�, warf Feth ein. �Haben wir ein Echolot? Ich habe da meine Zweifel, ob uns das Verfahren gl�ckt � so wie Ken bei seiner Bodenanalyse.�</p><p>�Na, ich zeige Ihnen erst mal eine der anderen H�hlen, die wir schon entdeckt haben�, sagte Lee schlie�lich. Niemand machte einen Einwand. Langsam ging es dem Tageslicht entgegen. In den n�chsten vier Stunden besichtigten sie sieben weitere H�hlen, angefangen von einer halbkugelf�rmigen Vertiefung in der Felsoberfl�che bis zu einer finsteren, unheimlich tiefen Blase, die man durch einen Gang erreichte, der f�r einen Sarrianer im Raumanzug kaum passierbar war. Diese letzte war trotz des schwierigen Zuganges und ihrer Kleinheit die f�r ihren Zweck geeignetste. Lee machte eine entsprechende Bemerkung, als sie die Raumanz�ge in der <emphasis>Karella</emphasis> wieder ablegten.</p><p>�Wahrscheinlich haben Sie recht�, sagte Ken, �aber ich m�chte noch tiefer hinunter. Verdammt nochmal, Feth, k�nnten Sie nicht ein Echolot zusammenbasteln? Sie waren doch so geschickt bei den Instrumenten, die wir in die Torpedos einbauten.�</p><p>�Jetzt sind Sie derjenige, der die Schwierigkeit des Problems nicht erkennt�, gab der Techniker zur�ck. �F�r diese anderen Instrumente brauchten wir Heizschlangen, Thermometer, Druckmesser und Fotozellen. Samt und sonders vorgefertigte Bauteile. Ich tat nichts anderes, als sie an einen herk�mmlichen achronischen Fernsender anzuschlie�en � gew�hnlicher Funk kam nicht in Frage, weil die Wellen zehn, zw�lf Minuten f�r die Rundreise gebraucht h�tten. Ich habe eigentlich gar nichts gemacht, nur ein paar Dr�hte gespannt.�</p><p>�Hm, vielleicht haben Sie recht. In diesem Fall k�nnen wir ebensogut gleich zur�ck zur Station. Dort k�nnen wir dann Pl�ne zum luftdichten Versiegeln der letzten H�hle entwerfen.� Bei diesen Worten behielt er seine Begleiter scharf im Auge. Er ertappte Feth bei einem Blick auf die Uhr. Fast freute es ihn.</p><p>�Sollten wir nicht erst die H�hle fotografieren und vermessen?� warf Ordon Lee ein. �Wir brauchen die Abmessungen, damit man absch�tzen kann, wieviel Gas und Erde man braucht, unabh�ngig davon, wie man die bekommt.�</p><p>Ken hatte nichts dagegen. Es hatte keinen Sinn, sich Argwohn anmerken zu lassen, wenngleich er sich inzwischen nat�rlich seine Gedanken gemacht hatte. Man wollte ihn mit Absicht von der Station fernhalten, das stand fest. Er half bei den Aufnahmen und bei der Vermessung mit und hatte dabei M�he, sein Lachen zu verbei�en. Jedesmal, wenn die drei zum Schiff zur�ckkehrten, zogen sie die Raumanz�ge aus und erst wieder an, wenn man zur n�chsten T�tigkeit �berging. Von einem bestimmten Standpunkt aus sehr wirkungsvoll. Nur um sich auch wieder bemerkbar zu machen, schlug er eine kleine Ruhepause vor der R�ckkehr zur Basis vor, ein Vorschlag, der von den anderen begeistert aufgenommen wurde. Dann entschlo� er sich, den Inhalt der H�hle anhand der Ma�e zu berechnen, und verbrachte viel Zeit damit � ganz ehrlich, da die H�hle bei weitem nicht regelm��ige Kugelform hatte. Als n�chstes schlug er vor, Felsproben mitzunehmen, um eventuellen Schwierigkeiten bei den Grabungen Vorbeugen zu k�nnen. Er verbi� sich ein L�cheln, als Feth mit einiger Ungeduld feststellte, da� das noch Zeit h�tte. Offenbar hatte er das Gespann mit eigenen Waffen geschlagen � obwohl nicht einzusehen war, warum Feth es k�mmerte, ob sie l�nger blieben oder nicht.</p><p>�Wir werden eine Menge Gas brauchen�, sagte er, als die <emphasis>Karella</emphasis> in den schwarzen Himmel scho�. �Der Inhalt betr�gt sechsundf�nfzigtausend Kubikmeter, und selbst wenn wir niedrigeren Druck anwenden, n�tzt das nicht viel. Ich m�chte herausbekommen, ob wir aus diesem Felsgestein Sauerstoff gewinnen k�nnten. Wir h�tten ein paar Proben mitnehmen sollen. Au�erdem m�ssen wir das Gebiet oberhalb der H�hle nach kleinen Spalten absuchen; wir haben ja keine Ahnung, ob das Ding luftdicht ist. Sagen Sie, Feth, sind hier in der Gegend nicht jede Menge Radareinrichtungen verschiedener Art?�</p><p>�Ja, klar doch. Aber wozu brauchen Sie die? Die Radarstrahlen k�nnen Fels nicht durchdringen.�</p><p>�Wei� ich. Aber kann man das Impuls-Intervall bei wenigstens einer Anlage nicht �ndern?�</p><p>�Kann man. Aber Sie m�ssen bei jeder Reichweiten�nderung eine andere Anlage benutzen. Was soll das?�</p><p>�Warum k�nnten wir nicht � oder Sie nicht � eine Anlage zusammenbauen, bei der der Impuls ein Echolotger�t anspricht, das mit dem Gestein in Kontakt gebracht wird und das Echo aufnimmt, das wiederum ein Kontakt-Mikro auff�ngt? Die Impulsrate m��te langsamer sein, aber das k�nnten wir leicht hinkriegen.�</p><p>�Eine Schwierigkeit ist die, da� Radaranlagen meist nicht so zum Mitnehmen sind. Jedenfalls nicht die Warnanlagen in diesem Schiff.�</p><p>�Na, dann m�ssen wir eben ein Torpedo zerlegen. Die haben Radarh�henmesser. Es gibt davon so viele, da� man eines sicher wird entbehren k�nnen. Wir h�tten die Basis anrufen und bitten sollen, da� man eines herschickt. Das h�tte blo� ein paar Stunden gedauert. Warum kontaktieren wir die Basis nicht jetzt? Wir sind noch immer n�her zu den H�hlen als zur Basis.�</p><p>�Ach, in der Basis ist die Arbeit leichter. Und wenn wir au�erdem so tief unter die Oberfl�che steigen, wie es nach Ihrer Theorie m�glich ist � vorausgesetzt, da� es klappt �, dann k�nnten wir uns in der N�he der Basis eine geeignete H�hle suchen, das w�re vielleicht einfacher.� Ordon Lee machte diesen Vorschlag, ohne den Blick von seinen Instrumenten zu wenden.</p><p>�Meinen Sie, da� Sie es schaffen?� fragte Ken den Techniker.</p><p>�D�rfte nicht allzu schwer sein� Aber ich m�chte nichts versprechen.�</p><p>�Es. dauert noch eine Weile, bis unser Raumanzug kommt. Wir k�nnten bis dahin die Sache erledigt haben. Damit h�tten wir dann ausreichend Material, das Drai erst verdauen mu�. Rufen wir ihn gleich an � vielleicht hat er schon ein paar Ideen bez�glich des Erdreichs.�</p><p>Die Blicke der beiden anderen begegneten einander kurz. Dann deutete Lee auf die Funkanlage.</p><p>�Los. Aber wir werden gelandet sein, ehe Sie viel sagen k�nnen.�</p><p>�Er sagte mir, Sie wollten f�r ihn Erde herstellen�, rief Feth ihm in Erinnerung.</p><p>�Ich wei�. Deswegen m�chte ich ihn sprechen � wir sind zu hastig von der Station aufgebrochen.� Ken schaltete die Funkanlage ein, w�hrend die anderen versuchten, sich dar�ber klarzuwerden, ob ihn der hastige Aufbruch mi�trauisch gemacht hatte oder nicht. Keiner wagte in Kens Gegenwart eine �u�erung. Nur ihre bedeutungsschwangeren Blicke trafen immer wieder aufeinander.</p><p>Schlie�lich kam Drai am anderen Ende ans Mikro und Ken fing ohne Umschweife an.</p><p>�Wir haben die kleinste H�hle, die wir bislang finden konnten, vermessen und in etwa berechnet, wieviel Luft man brauchen wird. Ich kann Ihnen auch sagen, wieviel Erde Sie brauchen werden, falls Sie die ganze H�hle ausnutzen wollen. Dabei gibt es folgende Schwierigkeit: Selbst wenn es mir gel�nge, die Erde zu analysieren � wenn auch nur ann�hernd wie die Atmosph�re �, s�hen Sie sich einem Nachschubproblem gegen�ber, das in die Tonnen geht. Im Labor kann ich unm�glich so viel herstellen. Sie m�ssen sich die Erde fertig von irgendwoher beschaffen.�</p><p>�Wie denn? Wir k�nnen doch keine Person auf Planet Drei landen lassen, geschweige denn einen Frachter.�</p><p>�Das werden wir gleich sehen. Aber eigentlich wollte ich einen anderen Vorschlag machen � da wir fast vor Ort sind, k�nnen wir uns pers�nlich dar�ber unterhalten. Bis dahin bedenken Sie dies: auch wenn sich die Atmosph�ren der Planeten stark voneinander unterscheiden, das Erdreich kann nicht allzu unterschiedlich sein, zumindest nicht in seinen wichtigsten Bestandteilen. Warum lassen Sie nicht eine Ladung Erde von Sarr kommen?�</p><p>Drai schnappte nach Luft. �Aber die Bakterien��</p><p>�L�cherlich. Bei dieser Temperatur bleibt keine Bakterie von Sarr am Leben. Klar, es w�re sicherer, wenn wir Erde von Planet Drei verwenden, und es l��t sich vielleicht auch einrichten. Wenn nicht, dann kennen Sie jetzt meinen Rat, falls Ihnen daran liegt, da� es schnell geht. Auch wenn ich die Zusammensetzung w��te, w�rde ich sehr lange brauchen, um knapp sechzig Tonnen Dreck zu fabrizieren!� Er unterbrach die Verbindung, als die <emphasis>Karella</emphasis> aufsetzte.</p></section><section><title><p>X</p></title><p>Ken beeilte sich mit dem Anlegen des Raumanzugs und ging mit den anderen von Bord. Kaum war er im Inneren der Station und hatte den schweren Anzug wieder ausgezogen, eilte er zum Kontrollraum, um nachzusehen, in welcher Entfernung sich der Testanzug befand. Befriedigt von der angezeigten Entfernung lief er zum Observatorium, um das Gespr�ch mit Laj Drai fortzusetzen. Unterwegs traf er niemanden. Lee war an Bord geblieben, Feth war irgendwohin verschwunden, kaum da� sich die Schleuse hinter ihnen geschlossen hatte, und das �brige Personal lie� sich ohnehin nicht viel blicken. Diesmal k�mmerte es Ken nicht, ob man ihn sehen konnte, da er ein �ber jeden Verdacht erhabenes Gespr�ch f�hren wollte.</p><p>W�hrend er noch �berlegte, wie er seine Argumente am geschicktesten vorbringen konnte, mu�te er entdecken, da� die T�r zum Observatorium verschlossen war.</p><p>Dies war das erste Mal seit seiner Ankunft, da� er auf der Station auf eine versperrte T�r stie�. Seine Gedanken gerieten in Bewegung. Er war nun sicher, da� das Handelstorpedo w�hrend der Abwesenheit der <emphasis>Karella</emphasis> eingetroffen war und da� sich irgendwo auf der Station eine Ladung Tafak befand. Falls dies die einzige versperrte T�r war� und schlie�lich war es der Raum, den Laj Drai als sein B�ro benutzte�</p><p>Ken dr�ckte sich an die T�r und versuchte anhand der Ger�usche festzustellen, ob sich jemand im Raum befand. Er war seiner Sache nicht sicher. Und auch wenn niemand drin war, was h�tte er schon tun k�nnen? Ein Berufsdetektiv h�tte die T�r vermutlich in Sekundenschnelle �ffnen k�nnen. Ken war kein Berufsdetektiv. Und die T�r war abgeschlossen, das stand fest. Es blieb ihm nichts �brig, als Drai anderswo zu suchen.</p><p>Er war bereits ein St�ck die Rampe hinunter und von der Observatoriumst�r aus nicht mehr zu sehen, als er h�rte, wie diese ge�ffnet wurde. Blitzartig drehte er sich um und ging in die Gegenrichtung, als st�nde er erst im Begriff zu kommen. An der Biegung angekommen, die die T�r seiner Sicht entzog, h�rte er, wie sie wieder geschlossen wurde. Und gleich darauf stand er Feth gegen�ber. Zum erstenmal seit Ken ihn kannte, wirkte er ruhelos und schien sich in seiner Haut nicht wohl zu f�hlen. Er wich Kens Blick aus und schlang eine Tentakelspitze fester um einen kleinen Gegenstand, damit Ken nicht sehen konnte, was er da bei sich hatte. Mit einem gemurmelten Gru� dr�ckte er sich vorbei und verschwand mit bemerkenswerter Eile um die Rampenbiegung, ohne auf Kens Frage einzugehen, ob Drai da w�re.</p><p>Ken starrte ihm noch nach, als er schon verschwunden war.</p><p>Sehr gespr�chig war Feth ja nie gewesen, aber immerhin war er freundlich und zuvorkommend. Jetzt hatte es ausgesehen, als w�re er ver�rgert �ber Kens Anwesenheit.</p><p>Aufseufzend fing der Detektiv auf Zeit an, die Rampe hochzugehen. Anklopfen konnte nicht schaden. Das erste Mal hatte er blo� deswegen nicht angeklopft, weil er unbewu�t gehofft hatte, Drai w�rde nicht da sein und er k�nnte sich ungest�rt umsehen. Sein gesunder Menschenverstand sagte ihm jetzt, da� es sehr unklug w�re, sich umzusehen, deshalb klopfte er an.</p><p>Als die T�r aufging, war er froh, da� er keine amateurhaften Versuche unternommen hatte, die T�r zu �ffnen. Drai war da und erwartete ihn. Seine Miene war ausdruckslos. Was immer Feth ver�rgert haben mochte, schien ihm nichts auszumachen, oder aber er war der bessere Schauspieler. Ken, der Feth zu kennen glaubte, neigte der ersten Version zu.</p><p>�Sie haben mich von der Brauchbarkeit sarrianischer Erde nicht �berzeugt�, er�ffnete Drai das Gespr�ch. �Ich gebe Ihnen recht, da� die meisten vorhandenen Substanzen auch bei der auf Planet Drei herrschenden Temperatur vorhanden sein k�nnten, aber ich bin nicht sicher, ob es auch umgekehrt m�glich ist. W�re es nicht m�glich, da� auf Planet Drei Substanzen vorhanden sind, die dort fest oder fl�ssig sind und unter unserer Temperatur gasf�rmig werden, und daher in der Erde, die wir von Sarr einf�hren, gar nicht vorhanden sind?�</p><p>�Daran dachte ich gar nicht�, gestand Ken. �Die Tatsache, da� ich mir solche Substanzen nicht vorstellen kann, bedeutet ja nicht, da� es sie nicht gibt. Ich kann ja mal im Handbuch nachsehen, ob es anorganische Verbindungen gibt, die so reagieren, aber das Buch hat vielleicht nicht alle erfa�t, und falls das Leben auf Planet Drei analog zu unserem ist, gibt es wahrscheinlich mehrere Millionen organischer Verbindungen � und f�r die haben wir keine Tabellen. Nein, verdammt, ich glaube, Sie haben recht. Wir werden das Zeug von Planet Drei holen m�ssen.�</p><p>Ken verfiel in Schweigen, aus dem Drai ihn ri�.</p><p>�Glauben Sie wirklich, Sie k�nnen auf der Oberfl�che von Planet Drei landen?�</p><p>�Ich w��te nicht, warum das nicht gehen sollte. Es sind schon auf �rgeren Planeten Landungen gemacht worden. Feth, der das Problem von der praktischen Seite kennt, ist pessimistisch. Wenn erst der Anzug zur�ck ist, k�nnen wir konkretere Pl�ne machen. Es wird ohnehin nicht mehr lange dauern. Nach Anzeige der Instrumente ist das Torpedo vor zwei Stunden gestartet.�</p><p>�Dann sind es noch drei Tage, ehe Sie etwas Sicheres wissen. Es mu� doch etwas anderes � halt! Sie behaupten, das Vorhandensein einer leitf�higen Atmosph�re verursacht den gro�en W�rmeverlust auf Planet Drei?�</p><p>�Ja, sicher. Sie wissen so gut wie ich, da� man in einem normalen Raumanzug Lichtjahre von der n�chsten Sonne entfernt hinaus in den freien Raum kann. Der Strahlungsverlust ist leicht auszugleichen. Warum?�</p><p>�Ach, ich dachte nur � es gibt doch noch andere Planeten in diesem System. Wenn wir einen finden, der keine Atmosph�re hat, aber ungef�hr dieselbe Temperatur wie Drei, dann k�nnten wir uns von dort die Erde holen.�</p><p>�Gute Idee.� Ken zeigte sich begeistert. �Wenn er blo� kalt genug ist, was aber in diesem System h�ufig der Fall ist. Und Planet Drei hat einen Satelliten, Sie haben ihn mir gezeigt. Mit der <emphasis>Karella</emphasis> k�nnten wir im Handumdrehen da sein, und wir k�nnten den Testanzug drau�en im Raum in Empfang nehmen. Lassen Sie Feth kommen, wir starten!�</p><p>�Leider wird Feth eine Weile nicht greifbar sein�, erwiderte Drai. �Au�erdem war ich schon auf dem Satelliten.� Er schnitt eine Grimasse. �Er ist mit Bimssteinstaub bedeckt. Er k�nnte direkt von der Polarw�ste auf Sarr stammen. Bevor wir starten, sollten wir uns lieber andere M�glichkeiten �berlegen. Leider wissen wir von den anderen Planeten dieses Systems so gut wie gar nichts. Wir kennen nur ihre Bewegungen. Schlie�lich wollten wir ihnen ausweichen und sie nicht besuchen. Ich glaube mich aber zu erinnern, da� F�nf und Sechs Atmosph�ren haben. Damit kommen sie f�r uns nicht in Frage. Vielleicht m�chten Sie sehen, wie Vier sich eben jetzt pr�sentiert, ja? Ich nehme an, da� Sie Ephemeriden lesen k�nnen?�</p><p>Ken sollte sp�ter feststellen, da� H�flichkeit tats�chlich eine �berfl�ssige Charaktereigenschaft darstellte. H�tte es die H�flichkeit nicht geboten, so h�tte er sich nicht die M�he einer Antwort auf diese Frage gemacht, und seine Aufmerksamkeit h�tte sich nicht auf die Antwort konzentriert. Er h�tte auch nie den groben Fehler begangen und w�re zu dem Schrank gegangen, in dem die fragliche Tabelle lag. Erst als er das Papier anfa�te, wurde ihm klar, was er da tat. Mit gro�er Willensanstrengung beendete er seine Versicherung, da� er eine Ephemeris, die Tabelle der Himmelk�rperbewegungen, lesen k�nne, und griff nach den Aufzeichnungen. Als er sich zu seinem Chef umdrehte, hatte er das Gef�hl, eine Vakuumpumpe h�tte in seinem Magen zu arbeiten begonnen.</p><p>Dieser stand noch am selben Fleck, und seine Miene war ebenso undeutbar.</p><p>�Leider habe ich unserem Freund Feth Unrecht getan�, bemerkte er gleichm�tig. �Ich fragte mich, wie Sie zu der Behauptung gekommen waren, eine Rundreise von Sarr nach hier und zur�ck w�rde blo� eine Woche dauern. Mir ist klar, da� Sie diese Entdeckung zuf�llig machten und da� Ihnen nichts ferner liegt als vulg�res Spionieren. Bleibt trotzdem das Problem, was man jetzt mit Ihrem ungl�ckseligen Wissen anfangen soll. Das wird mich noch viel Gedankenarbeit kosten. In der Zwischenzeit wollen wir uns aber mit Planet Vier besch�ftigen. Befindet er sich momentan in einer f�r eine Landung g�nstigen Stellung und k�nnten wir das Torpedo mit dem Testanzug abfangen, ohne zu weit vom Kurs abzuweichen?�</p><p>Ken war verbl�fft und brachte momentan kein Wort heraus, Drais gelassene Unverfrorenheit war das Allerletzte, was er unter den gegebenen Umst�nden vermutet h�tte. Er konnte nicht glauben, da� er wirklich so gleichg�ltig war.</p><p>Nein, zwischen diesen ruhig blickenden Augen br�tete etwas Bedrohliches, ohne da� man es ihm vom Gesicht h�tte ablesen k�nnen. Ken versuchte nun so gut es ging, sich der Haltung seines Chefs anzupassen. Mit M�he richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Ephemeriden, die er in der Hand hielt, fand die entsprechenden Begriffe und stellte ein paar Kopfrechnungen an.</p><p>�Die Planeten stehen von hier aus gesehen im rechten Winkel�, sagte er schlie�lich. �Wir befinden uns, wie Sie wissen, zwischen der Sonne und Drei. Vier liegt in der entgegengesetzten Richtung, von uns etwa doppelt so weit entfernt. Das ist aber f�r die <emphasis>Karella</emphasis> eine Kleinigkeit.�</p><p>�Richtig. Na sch�n, wir starten in einer Stunde. Schaffen Sie vorher die Ausr�stung an Bord, die Sie brauchen werden. Nehmen Sie vor allem einen Spezialraumanzug mit, auch wenn Vier keine Atmosph�re hat. Und dann m�ssen Sie mir sagen, wen Sie mitnehmen wollen.�</p><p>�Was ist mit Feth?� Ken hatte so eine Ahnung, da� Feth in Ungnade gefallen war, weil er das Geheimnis des Standorts verraten hatte.</p><p>�Der wird eine Zeitlang nicht greifbar sein. Er hat zu tun. Aber ich teile Ihnen einen Mann zu� Sie k�nnen sich aus der Werkstatt an Bestandteilen mitnehmen, was Sie wollen. Ich schicke ihn her. Also, in einer Stunde.� Laj Drai wandte sich um, ein Anzeichen daf�r, da� er die Unterredung f�r beendet ansah.</p><p>Der Mann, den er schickte, war einer, den Ken schon gesehen hatte, mit dem er aber noch kein Wort gewechselt hatte. Der Bursche war fast ebenso wortkarg wie Feth, und Ken sollte nie seinen Namen erfahren. Er tat, was von ihm verlangt wurde, und schaffte das n�tige Material zur <emphasis>Karella.</emphasis> Nachher verschwand er. Der Start fand planm��ig statt.</p><p>Ordon Lee, der offenbar seine Anweisungen bekommen hatte, schickte das Schiff so schnell um den Planeten, da� die ben�tigte Beschleunigung jene von der Schwerkraft des Planeten erzeugte �berstieg. Die Insassen des Schiffs glaubten, den Planeten �ber sich zu haben. W�hrend die Sonne hinter ihnen tief am Horizont stand und vor ihnen schimmernd die Erde hochstieg, brach er aus der Fliehkraftbeschleunigung aus und entfernte sich mit gro�er Geschwindigkeit vom Planeten. Dank der gewaltigen Antriebskraft der Maschinen schwoll das Erde-Mond-System in wenigen Minuten zu einem Paar deutlich sichtbarer Scheiben an. Lee man�vrierte mit gro�em Geschick, als er das Schiff relativ zum Planeten zum Stillstand brachte, �ber eine halbe Million Kilometer in Richtung Sonne. Drai winkte Ken an ein Instrumentenbrett heran, das wie jene im Kontrollraum aussah.</p><p>�Es ist auf Ihr Torpedo eingestellt. Der Schirm hier rechts ist eine Radar-Einheit. Damit k�nnen Sie das Torpedo aufsp�ren.</p><p>Dort oben ist ein Kompa�, und dieser Schalter entlockt dem Torpedo ein Zielflugsignal.�</p><p>Ken lie� sich wortlos vor den Instrumenten nieder. In k�rzester Zeit hatte er sie alle im Griff. Der Kompa� gab zun�chst nur ungef�hre Werte an, da die Entfernung noch zu gro� war. Lee verringerte die Entfernung immer mehr, und in einer Viertelstunde befand sich das noch immer unsichtbare Torpedo nurmehr zwanzig Kilometer weit entfernt. Von diesem Punkt an war das Steuern ein Kinderspiel. Schlie�lich ging er mit Drai aus dem Kontrollraum und begab sich in den Frachtraum der <emphasis>Karella,</emphasis> wo das Torpedo sich bereits erw�rmte.</p><p>Diesmal war es der au�en angeklammerte Anzug, der ihre ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Er war eine Stunde lang auf dem Grund der Atmosph�re gewesen. Es war eine Zeitspanne, die ausreichen mu�te, um etwaige ernste Fehlerquellen aufzuzeigen. Es war ziemlich entmutigend festzustellen, da� die Luft auf dem Anzug ebenso kondensierte wie auf dem Torpedorumpf. H�tten die Heizaggregate ordentlich funktioniert, dann h�tte w�hrend der wenigen Stunden im freien Raum zwischen inneren und �u�eren Schichten des Materials ein Ausgleich stattfinden m�ssen. Genauer gesagt, da ein Ausgleich zweifellos stattgefunden hatte, war er bei zu geringer Temperatur erfolgt.</p><p>Die fl�ssige Luft h�rte jedoch am Anzug viel eher zu tropfen auf, und Ken sch�pfte wieder Hoffnung, als er schlie�lich das St�ck aus der Halterung l�sen und n�her untersuchen konnte.</p><p>Die Au�enfl�che des Metalls hatte eine Farbver�nderung durchgemacht. Dies war die erste und auffallendste Tatsache. Statt des Silberschimmers polierten Stahls waren bestimmte Stellen, vor allem die �u�ersten Enden der arm�hnlichen Greifextremit�ten und die Innenseite der Beine, bl�ulich verf�rbt. Ken war geneigt, die F�rbung als Korrosionsschicht, vom Sauerstoff verursacht, anzusehen, konnte sich jedoch die ungleichm��ige Verteilung nicht erkl�ren. Beklommen �ffnete er den Rumpfteil des schweren Anzugs und fa�te hinein.</p><p>Kalt. Viel zu kalt zum Wohlf�hlen. Die Heizschlangen h�tten dieser K�lte entgegenwirken k�nnen, doch hatten sie nicht funktioniert. Auf dem Recorder war ein St�ck Band mit der Aufzeichnung, die automatisch in Gang gesetzt worden war, und zwar durch eine Schaltung, die vom Druckanzeiger im Torpedo durch einen der Funkkontakte im Anzug hergestellt wurde, sobald der Atmosph�rendruck nachweisbar war. Dieses Band erz�hlte eine deutliche Geschichte. Temperatur und Druck waren wenige Minuten stabil gewesen. Bei der Landung auf der Planetenoberfl�che oder kurz danach waren beide Werte sprunghaft abgefallen, besser gesagt sehr sprunghaft. Die Temperatur war einen Augenblick lang sogar �ber den Normalwert hinausgegangen. Der Recorder war zum Stillstand gekommen, als der Gefrierpunkt des Schwefels erreicht war, vermutlich durch das Festwerden der Luft um die beweglichen Teile. Er hatte seine Arbeit nicht wieder aufgenommen. Der Planet war schlicht und einfach eine W�rmefalle.</p><p>Anzeichen daf�r, da� der Anzug irgendwo ein Leck hatte, durch das Gas eingestr�mt war, gab es nicht, doch vermutete Ken, da� es irgendwo eines geben mu�te. Die Blauf�rbung an gewissen Stellen mochte von Flammeneinwirkung stammen � von flammendem Sauerstoff, der sich an Lecks im Anzug entz�ndete, aus denen Schwefel unter hohem Druck austrat. Schwefel und Sauerstoff sind leicht brennbar, wie Ken wu�te, und gehen miteinander eine Verbindung ein. Er durfte nicht vergessen, die Entstehungsw�rmewerte aller Sulfide des Sauerstoffs nachzuschlagen.</p><p>Schlie�lich wandte er dem Debakel den R�cken.</p><p>�Feth soll sich die Sache ansehen, wenn wir zur�ck sind�, erkl�rte er. �Er wird vielleicht einleuchtendere Gr�nde daf�r finden, wie und warum die Isolierung ausfiel. Wir k�nnen gleich weiter zu Planet Vier, nachsehen, ob dort etwas vorkommt, das man als Pflanzerde nehmen k�nnte.�</p><p>�Wir m�ssen ihn schon eine ganze Weile umkreisen�, gab Drai zur�ck. �Lee hatte Auftrag, Planet Vier anzufliegen, sobald Ihr Anzug an Bord war. Er hatte ebenso Auftrag, mit der Landung zu warten, bis ich wieder im Kontrollraum war.�</p><p>Die beiden glitten weiter, indem sie ihre gewichtslosen K�rper an den eigens daf�r angebrachten Wandgriffen weiterhangelten. In Sekundenschnelle waren sie durch die Kontrollraumt�r � Ken hatte sich gut an die neue Schwerkraft, notfalls sogar an eine gar nicht vorhandene, gew�hnt.</p><p>Drais Vermutung erwies sich als richtig. Der Antrieb war auf Null, und der Mars hing vor den Fenstern. F�r sarrianische Augen war er noch matter erhellt als die Erde. Und es war deutlich sichtbar, da� er eine Atmosph�re hatte. In diesem Fall aber war die atmosph�rische H�lle viel d�nner. Sie waren schon zu nahe dran, um die sogenannten Kan�le ausmachen zu k�nnen, die sich bei Einsatz geeigneter Beobachtungsmittel als Flu�t�ler entpuppen, aber sogar Fl�sse waren f�r die Sarrianer etwas Neues. Sie waren auch schon zu nahe, um die Polkappen zu sehen. Erst als die <emphasis>Karella</emphasis> s�dw�rts trieb, kam ein ausgedehntes wei�es Gebiet in Sicht. Die Polkappe war nicht ann�hernd so gro� wie zwei Monate zuvor, stellte aber auch in ihrer gegenw�rtigen Gr��e f�r die staunenden Beobachter ein unbekanntes Ph�nomen dar.</p><p>Genauer gesagt ein fast unbekanntes Ph�nomen. Ken umfa�te mit einem Tentakel jenen Drais.</p><p>�Auf Planet Drei war ein �hnlicher wei�er Fleck! Ich erinnere mich ganz genau! Also besteht doch irgendeine �hnlichkeit.�</p><p>�Zwei wei�e Flecken�, erwiderte Drai. �M�chten Sie dort Bodenproben entnehmen? Wir wissen ja nicht, ob das die Stellen sind, wo auf Planet Drei Tafak w�chst.�</p><p>�Ich glaube nicht, da� dies die Stellen sind. Aber ich m�chte trotzdem wissen, wie das Zeug aussieht. Wir k�nnen am Rand des wei�en Gebietes niedergehen und Proben von allem mitnehmen, was wir finden. Lee?�</p><p>Der Pilot hatte seine Zweifel, zeigte sich dann aber doch einverstanden und drang vorsichtig in die Atmosph�re ein. Eine Landung wollte er erst wagen, wenn er festgestellt hatte, wie schnell die Luft dem Schiffsrumpf W�rme entz�ge. Weder Drai noch Ken widersetzten sich dieser Forderung, und pl�tzlich nahmen die wei�en, braunen und gr�nlichen Fl�chen unter ihnen das Aussehen von Landschaften an anstatt von einer bemalten, vor dunklem Hintergrund h�ngenden Scheibe.</p><p>Die Atmosph�re sollte sich sozusagen als T�uschung erweisen. Als das Schiff knapp drei�ig Meter �ber der Oberfl�che schwebte, zeigten die Druckmesser keine Neigung, sehr weit �ber Null hinauszugehen. Der Druck betrug ein F�nfzigstel Sarr normal. Ken gab dem Piloten diesen Wert an, Ordon Lee aber weigerte sich zu landen, ehe er nicht volle f�nfzehn Minuten seine Pyrometer beobachtet hatte. Nachdem er festgestellt hatte, da� der W�rmeverlust nur so gro� war, da� er ausgeglichen werden konnte, ging er auf einem mit dunklem Sand bedeckten Fleck nieder. Er h�rte mit gemischten Gef�hlen, wie der Rumpf sich �chzend dem ver�nderten Ladegewicht und dem begrenzten W�rmeverlust anpa�te. Befriedigt wandte er sich Ken zu.</p><p>�Also, wenn Sie eine Besichtigungstour machen wollen, dann los. Ich glaube nicht, da� Ihr Anzug mehr leiden wird als das Schiff. Am ehesten werden Sie mit den F��en �rger bekommen. Der W�rmeverlust durch die Luft ist nicht der Rede wert. Aber wenn Sie kalte F��e kriegen sollten, verlieren Sie blo� keine Zeit � dann nichts wie rein.�</p><p>Ken warf Drai einen boshaften Blick zu. �Zu schade, da� wir nicht zwei Raumanz�ge dabei haben. Sicher w�ren Sie gern mitgekommen.�</p><p>�Nie im Leben!� stie� Drai hervor. Da lachte Ken lauthals los. Seltsamerweise war seine anf�ngliche Angst vor der f�rchterlichen K�lte dieser Solar-Planeten wie weggeblasen. Im Gegenteil, er konnte es kaum erwarten, den Test zu machen. Mit der Hilfe Drais und Lees stieg er in den Anzug, den sie von Merkur mitgebracht hatten, verschlo� ihn luftdicht und unterzog die verschiedenen Arbeitseinheiten einer Probe. Dann betrat er die Luftschleuse der <emphasis>Karella.</emphasis> Er behielt nun seine Instrumente genau im Auge, w�hrend die Schleuse leergepumpt wurde. Alles in Ordnung. Er bet�tigte den Schalter, der den Motor der Au�ent�r steuerte.</p><p>W�hrend er die Marslandschaft nun vor sich sah, war er in Gedanken bei der sonderbaren Verf�rbung des Anzugs, der der Atmosph�re von Planet Drei ausgesetzt war. Er fragte sich, ob hier etwas �hnliches passieren w�rde.</p><p>Seltsamerweise versuchte in einer Entfernung von �ber zweihundert Millionen Kilometer ein dreizehnj�hriger Junge sich einen Reim auf ein Feuer zu machen, das an einem Abhang sechs Kilometer vom Haus entfernt ein von blankem Fels isoliertes Geb�sch verbrannt hatte.</p></section><section><title><p>XI</p></title><p>Auch f�r Erdenbewohner stellt der Mars keine Welt dar, die einen zu Begeisterungsst�rmen hinrei�en k�nnte. Er ist zu seinen besten Zeiten viel zu kalt, viel zu trocken, und es mangelt dort an Luft, an atembarer und anderer. Der erste und der letzte dieser Punkte trafen Ken am heftigsten.</p><p>Das Gel�nde vor ihm war v�llig eben. Und es war von uneinheitlicher Beschaffenheit. An manchen Stellen trat blanker Fels zutage, doch waren diese Stellen selten und kamen in gro�en Abst�nden vor. Der Gro�teil des Gel�ndes war von dunklem, nacktem Erdreich bedeckt, mit gr�nen, braunen, roten und gelben Flecken durchsetzt. Ebenso h�ufig waren die wei�en Flecken, die aus dem All wie eine feste Masse ausgesehen hatten. Ken merkte nun, da� sie zur Mitte der wei�en Region hin eine zusammenh�ngende Decke bildeten. Das Schiff war wie geplant am Rande dieser Region gelandet.</p><p>Vorsichtig tat er einen Schritt vom Schiff weg, Die Schwerkraft war geringer als auf Sarr, aber eindeutig gr��er als auf Merkur. Der Raumanzug dr�ckte ihn wie eine schwere Last. Die zwei Tentakel innerhalb des rechten ��rmels� brachten das Stahlrohr fast bis zum Boden hinunter und bewegten die Greifhaken. M�hsam scharrte er ein wenig von der dunkelbraunen Substanz los, um sie auf Augenh�he zu heben. Er blockierte die �Knie� seines Anzugs und lie� sich auf die schwanz�hnliche St�tze nieder, die r�ckw�rts aus dem Metallrumpf ragte, damit er in aller Ruhe die Probe begutachten konnte.</p><p>Das Glas seiner Gesichtsplatte zeigte keine Anzeichen von Differentialschrumpfung, doch vermied er es sorgf�ltig, die Erde damit in Ber�hrung zu bringen. Fast h�tte er seine Vorsicht vergessen, als er die winzigen vielfarbigen Objekte auf der Oberfl�che der Probe entdeckte. So ungew�hnlich sie der Form nach waren, so waren es doch fraglos Pflanzen � winzig und seltsam weich, verglichen mit den kristallinen Gew�chsen auf Sarr, aber dennoch Pflanzen. Und sie konnten in dieser schrecklichen K�lte existieren! Diejenigen, die dem Metall seiner Greifer am n�chsten waren, schrumpften und wellten sich, so kalt mu�te die Au�enseite seines Anzugs sein. Ken berichtete alles getreulich den Zuh�rern im Schiffsinneren.</p><p>�Diese Lebensformen m�ssen etwas mit jenen auf Planet Drei gemeinsam haben�, setzte er hinzu. �Beide m�ssen auf Grund desselben chemischen Prozesses leben, da der Temperaturunterschied nicht ins Gewicht f�llt. Dieser Boden mu� alle n�tigen Elemente enthalten, auch wenn die Verbindungen nicht ganz das sind, was wir brauchen. Aber die Lebensformen sind ja alle sehr anpassungsf�hig.� Er betrachtete wieder die Probe in seinem Greifhaken. �An den R�ndern sind Ver�nderungen festzustellen. Vielleicht ist die Hitzestrahlung meines Anzugs daran schuld. Drai, Sie m�gen recht haben� in diesem Boden k�nnte eine fl�chtige Substanz vorkommen, die jetzt verdampft. Hm, wie ich die wohl einfangen k�nnte?� Gedankenverloren lie� er seine Probe fallen.</p><p>�Das k�nnen Sie nachher versuchen. Warum untersuchen Sie nicht die wei�en Flecken?� rief Drai. �Und auch die Felsen. Vielleicht ist etwas Bekanntes darunter, schlie�lich entstehen alle Erden letzten Endes aus Stein.� Ken mu�te ihm recht geben. Er stemmte sich mit einem Ruck von seiner R�ckenst�tze ab, l�ste die Kniesperre und ging los, fort vom Schiff.</p><p>Bislang hatte er von der K�lte nichts gemerkt, nicht mal an den F��en. Der Boden war offenbar kein guter W�rmeleiter. Das war nicht weiter verwunderlich. Ken nahm sich vor, an nackten Felsstellen vorsichtig zu sein.</p><p>Der n�chste wei�e Fleck war etwa f�nfundzwanzig Meter von der Luftschleusent�r entfernt. Trotz seines schweren Anzugs war Ken rasch zur Stelle und sah sich die Substanz genau an. B�cken konnte er sich nicht, um das Material zu untersuchen. Ein St�ck einfach aufzuheben, war ihm nicht geheuer. Da fiel ihm ein, da� die Handextremit�ten seines Anzugs �ber die Spitzen seiner Tentakel hinausreichten und da� die Bodenprobe vorhin auch harmlos gewesen war. Er langte also hinunter und versuchte ein St�ck abzukratzen.</p><p>Es ging ganz einfach. Der Greifarm kratzte �ber die Fl�che und hinterlie� einen braunen Streifen. Das wei�e Material bildete nur eine ganz d�nne Schicht auf dem Boden, Ken, der die Probe in Augenh�he hob, entdeckte, da� an seinen Greifklauen nur dunkler Sand hing.</p><p>Kein Wunder, da� er staunte und den Vorgang wiederholte. Diesmal schaffte er es so schnell, da� er noch mitansehen konnte, wie das wei�e Material sich von den Sandk�rnern verfl�chtigte. �Laj, Sie hatten recht�, sagte er �ber Funk. �Hier haben wir es mit einer �beraus fl�chtigen Substanz zu tun. Ich habe noch nicht so viel beisammen, da� es f�r eine gr�ndliche Untersuchung reicht. Na, ich versuche mal, eine ausgiebigere Ablagerung zu finden.�</p><p>Wieder setzte er sich in Bewegung, auf das Zentrum des wei�en Fleckes zu.</p><p>Die wei�e Fl�che hatte einen Durchmesser von �ber vierzig Meter. Ken vermutete, da� dieser so leicht verdampfbare �berzug in der Mitte dicker sein w�rde. Er sollte recht behalten, doch wurde die Schicht nie so dick, da� sie sein Fortkommen behindert h�tte. Seine Spur war von blankem Boden gekennzeichnet, da das Zeug sich um jeden Fu�abdruck verfl�chtigte. Ken, der sich in seinem Anzug sehr wohl h�tte umblicken k�nnen, ohne den ganzen K�rper umdrehen zu m�ssen, bemerkte dies gar nicht. Die Beobachter an Bord des Schiffes machten ihn darauf aufmerksam, und Ken rief zur�ck:</p><p>�Sagen Sie mir, wenn es aufh�rt� dann ist die Schicht vielleicht gen�gend dick, da� ich von der Substanz etwas abkratzen kann. Ich m�chte es mir n�her ansehen, ehe es verdampft. Im Moment kann ich mir nicht denken, was es ist. Ich brauche dringend einige Unterlagen, damit ich wenigstens eine halbwegs vern�nftige Vermutung �u�ern kann.�</p><p>�Die Spur wird jetzt schm�ler. Es sind einzelne Flecken von der Form Ihrer Fu�abdr�cke. Sie verlaufen nicht mehr ineinander. Noch ein St�ck, dann d�rfte es reichen.�</p><p>Es reichte. Ken hatte noch nicht die Mitte des wei�en Fleckes erreicht, als Drai meldete, er hinterlie�e jetzt keine Spur mehr. Prompt blieb er stehen, st�tzte sich auf wie vorhin und kratzte eine kleine Ladung von der rasch schwindenden Substanz ab. Diesmal war praktisch kein Sandanteil dabei. Das Material war an dieser Stelle drei�ig Zentimeter tief. Die Masse schrumpfte auf seinen Greifern sofort zusammen, trotzdem schaffte er es, die Beschaffenheit dieser Substanz n�her zu �berpr�fen.</p><p>Sie war kristallin. Millionen winzigster Facetten fingen das matte Sonnenlicht ein und verstrahlten es wieder. Die einzelnen Kristalle waren zu klein, als da� er ihre Form h�tte bestimmen k�nnen. Die Masse war verschwunden, ehe er seine Neugierde richtig befriedigen konnte, und es war wenig wahrscheinlich, da� ihm ein l�ngerer Blick verg�nnt sein w�rde. Irgendwie mu�te er sich eine Probe verschaffen und analysieren. Er glaubte auch schon eine M�glichkeit zu sehen, die allerdings sorgf�ltige Vorbereitung erforderte. Nachdem er diese Nachricht ans Schiff weitergegeben hatte, machte er sich auf den R�ckweg.</p><p>In seiner halbsitzenden Haltung hatten seine F��e wom�glich den Kontakt mit dem Anzug verloren. Auch war er in seine �berlegungen so versunken gewesen, da� er nicht bemerkt hatte, was passierte. Was immer der Grund sein mochte, erst als er aufstand, durchschnitt ihn eine schneidende K�lte von Kopf bis Fu�. Augenblicklich lie� er sich zur�ckfallen und versuchte die F��e von der eiskalten Isolierschicht wegzubekommen. Als ihm klar wurde, da� er mit seinem Z�gern die Sache nur noch verschlimmerte, zwang er sich zum Handeln. Nur m�hsam einen Schmerzensschrei unterdr�ckend, k�mpfte er sich zur Luftschleuse zur�ck, wobei jeder einzelne Muskel durch die Metallmasse des Anzugs bis aufs �u�erste beansprucht wurde. Trotz seiner Qualen dr�ngte sich ihm der Gedanke auf: Kein Wunder, da� die Spur schm�ler geworden war. Die F��e seines Anzugs mu�ten die Temperatur ihrer Umgebung fast angenommen haben. Von f�nfhundert Grad �ber Null auf f�nfzig unter Null � f�r eine d�nne zehn Zentimeter dicke Schicht aus Stahl, Vakuum, Heizrohren und Isoliermaterial ein zu gro�es Temperaturgef�lle. Die hohe Temperatur im Inneren hatte sich trotz der gut funktionierenden Heizanlage nicht aufrechterhalten lassen.</p><p>Die Beschwerden lie�en nach, w�hrend er sich zur Schleuse durchk�mpfte, doch machte ihn dieser Umstand nicht froher. Er jagte ihm vielmehr Angst ein. Sollte er die Herrschaft �ber seine F��e verlieren, dann w�rde er in Sichtweite der Besatzung der <emphasis>Karella</emphasis> sterben, denn es gab an Bord keinen zweiten Spezialanzug, den jemand zur Rettung Kens h�tte anziehen k�nnen.</p><p>Jetzt war auch sein Gesicht eiskalt � sicher trat auch durch das Spezialglas seiner Gesichtsplatte ein Strahlungsverlust auf. Seine Tentakelspitzen sp�rten die K�lte, aber l�ngst nicht so schlimm. Die Tatsache, da� die todbringende wei�e Masse nur die Greifer ber�hrt hatte, war in diesem Punkt ein gro�er Vorteil. Er hatte jetzt den Rand des t�dlichen Gebietes erreicht. Zwischen ihm und der Schleuse lagen nur mehr f�nfundzwanzig Meter. Der Boden f�hlte sich noch immer sehr kalt an. Er mu�te hier so kalt sein wie die wei�e Fl�che. Die Schleusent�r stand offen, eine metallgefa�te H�hle, die immer weiter zur�ckzuweichen schien, je angestrengter er sich vorw�rtsk�mpfte. Jetzt sp�rte er die K�lte bis zu seinen unteren Knien. Zum erstenmal empfand er die unbeholfene Steifheit der Anzugbeine als Vorteil. Er hatte das Gef�hl, auf Stelzen zu gehen, ohnehin die einzige M�glichkeit, seine F��e zu bewegen. Einmal stolperte er. Dabei scho� ihm der Gedanke durch den Kopf, ob er es schaffen w�rde, mit diesem Unget�m von Anzug je wieder in die H�he zu kommen. Irgendwie fing er sich � wie, das wu�te er nicht, und die beiden im Schiff konnten es ihm auch nicht sagen. Wieder ging es stockend weiter. Zehn Meter� f�nf� und er stie� dumpf gegen den Rumpf der <emphasis>Karella.</emphasis> Nur noch ein Schritt, und er stand in der Schleuse. Zwei Schritte, und er befand sich au�er Reichweite der massiven T�r. Mit verzweifelter Hast dr�ckte er den �rmel gegen den Schlie�-Schalter. So heftig dr�ckte er dagegen, da� die Vorrichtung fast zerst�rt wurde, aber die Schaltung funktionierte, und die T�r fiel dumpf hinter ihm zu. Er h�rte das Ger�usch durch den Anzug hindurch. Dann kam automatisch die Luft in die Schleuse, kondensierte auf seinem Anzug, fror an den Extremit�ten zu einer gelben Kruste. Nach entsprechendem Druckanstieg ging die Innent�r auf. Drai und Ordon Lee standen im Gang dahinter. Drai wich vor der entsetzlichen K�lte zur�ck, die aus der Kammer str�mte. Der Pilot reagierte geistesgegenw�rtiger und war mit einem Satz bei einem Schrank, aus dem er einen L�tkolben holte. Die Flamme vor sich hertragend n�herte er sich Ken vorsichtig.</p><p>Die Schwefelkruste verdampfte unter der Flamme sofort und war sofort wieder da, wenn die Flamme auf eine andere Stelle gerichtet wurde. Lange Sekunden vergingen, ehe das Metall sich so erw�rmt hatte, da� sich kein Niederschlag mehr darauf bildete. Noch l�nger dauerte es, ehe man es anfassen und den halb bewu�tlosen Ken herausholen konnte. Minuten vergingen, bis der bohrende Schmerz aus seinen Gliedern gewichen war und er wieder zusammenh�ngend sprechen konnte. Ken war heilfroh, da� er keinen bleibenden Schaden davongetragen hatte: Richtige Erfrierungen hatte er nicht abbekommen, seiner Hautfarbe nach zu schlie�en, war er jedoch nah daran gewesen.</p><p>Als Drai und Lee h�rten, da� Ken einen zweiten Ausflug plante, wuchsen bei ihnen Verwunderung und Entsetzen. Sogar Drai, der nat�rlich gr��tes Interesse hatte, n�tzliche Informationen zu bekommen, unternahm einen halbherzigen Versuch, ihn von seinem Plan abzubringen. Ken lie� sich nicht beirren, und sein Chef tr�stete sich damit, da� es ja seine Gesundheit war, die aufs Spiel gesetzt wurde.</p><p>Ken hatte sich auf Merkur mit verschiedenen Apparaten und Bestandteilen reichlich eingedeckt. Er verbrachte nun einige Zeit damit, unter dem Vorhandenen das Richtige herauszukramen. Was er fand, schien ihn zu befriedigen. Er traf nun einige sehr sorgf�ltige Vorbereitungen, unter anderem bestimmte er das genaue Gewicht bestimmter Dinge. Dann schleppte er bestimmte Ausr�stungsgegenst�nde zur Schleuse und kletterte schlie�lich wieder in seinen Panzeranzug, was bei Ordon Lee unverhohlene Bewunderung hervorrief.</p><p>Vom Fenster des Kontrollraumes aus sahen Drai und der Pilot Ken nach, der wieder zum Schauplatz seiner Schwierigkeiten zur�ckstapfte. Er folgte dabei seiner eigenen Spur, die noch immer deutlich zu sehen war, und vermied es peinlich, das wei�e Zeug mit irgendeinem Teil seines Anzugs zu ber�hren. An der Stelle angekommen, wo seine abgek�hlten Beine das Zeug nicht mehr bis zum Boden durchgeschmolzen hatten, blieb er stehen. Die Beobachter konnten nicht in allen Einzelheiten erkennen, was er machte. Man sah nur, da� er etwas auf dem Boden hin und her rollte und da� die wei�e Substanz um dieses Etwas herum verdampfte. Das Verdampfen h�rte auf, als die Temperatur dieses Gegenstands auf die seiner Umgebung herunterging. Jetzt hob Ken es hoch und teilte es entzwei. In jeden dieser Teile dr�ckte er eine gewisse Menge des geheimnisvollen Stoffes. Dazu benutzte er einen gew�hnlichen L�ffel. Dann wurden die zwei H�lften wieder miteinander verbunden, und Ken trat schnell den R�ckweg zur Luftschleuse an.</p><p>Drai lief eilig zur inneren T�r der Schleuse, doch die T�r blieb geschlossen. Er h�rte das Zischen von Luft, w�hrend der Druck erh�ht wurde, dann nichts mehr. Er wartete eine Zeitlang, w�hrend seine Verwunderung immer mehr stieg. Schlie�lich ging er langsam zum Kontrollraum zur�ck. Immer wieder blickte er sich um, doch die Schleuse blieb geschlossen.</p><p>Als er den Kontrollraum betrat, hatte Lee ihm etwas zu melden.</p><p>�Er l��t den Druck in der Kammer wieder raus�, sagte der Pilot und deutete auf das aufleuchtende violette L�mpchen am Instrumentenbrett. Beide Sarrianer traten an die Sichtscheibe, die der Schleuse zugewandt war, wobei Lee ein Auge immer auf das Ger�t gerichtet hielt, das anzeigen w�rde, wenn die Au�ent�r ge�ffnet wurde. Es leuchtete in Sekundenschnelle auf, und die zwei Beobachter dr�ngten sich vor der Scheibe. Ken mu�te gleich auftauchen. Wieder tat sich gar nichts.</p><p>�Was um alles in der Galaxis, treibt denn der Kerl?� fragte Drai nach einer Weile die Welt im allgemeinen. Lee betrachtete die Frage als rhetorisch. Er lie� das Instrumentenbrett nicht aus den Augen. F�nf Minuten vergingen, ohne da� sich etwas getan h�tte. Dann schlo� sich wieder die �u�ere T�r. Er machte Drai darauf aufmerksam. Er selbst beobachtete den Druckanzeiger, der gehorsam den Druckanstieg meldete. Jetzt hatte das Warten ein Ende, sie liefen Seite an Seite den Gang entlang.</p><p>Ken schien mit seiner Arbeit fertig. Die Innent�r stand offen, als sie ankamen. Diesmal war sein Anzug nicht so enorm abgek�hlt worden. Nur eine leichte Tauschicht d�mpfte den Glanz. Es dauerte nicht lange, und Lee konnte ihm heraushelfen. Kens Miene dr�ckte Befriedigung aus, was den anderen nicht entging.</p><p>�Sie haben festgestellt, was es ist!� Das war eine Feststellung und keine Frage.</p><p>�Ich habe etwas herausgefunden, was mir helfen wird, festzustellen, was es ist.�</p><p>�Was haben Sie gemacht? Warum sind Sie zweimal hinaus?�</p><p>�Sicher haben Sie gesehen, wie ich eine Probe in die Druckbombe tat. Ich verschlo� sie und brachte sie herein, damit sie verdampfen konnte und der Druckmesser an der Bombe eine Temperatur erreichte, der ich trauen konnte. Ich las den Druck bei verschiedenen Temperaturen ab und wog die Bombe mit der Probe. Leer hatte ich sie bereits gewogen, oder vielmehr mit dem ann�hernden Vakuum, das auf diesem Planeten im Inneren herrscht. Das zweite Mal �ffnete ich die T�r, um die Probe abzulassen und bei gleicher Temperatur die Luft des Planeten zu untersuchen � schlie�lich mu� sie beim erstenmal den Druck ein wenig hochgetrieben haben.�</p><p>�Aber wozu das alles?�</p><p>�Ich will mich jetzt nicht in Einzelheiten verlieren. Ich konnte damit das Molekulargewicht der Substanz feststellen. Ich erwartete eigentlich nicht, da� sich daraus etwas ableiten lie�, doch es hat geklappt. Das Molekulargewicht ist so gering, da� nicht viele Elemente daran beteiligt sein k�nnen. Sicher nichts, was schwerer ist als Fluor, und meiner Meinung nach nichts, was �ber Sauerstoff hinausgeht. Ich gebe zu, da� ich mich bei meiner Berechnung geringf�gig irren kann, weil die Arbeitsbedingungen nicht ideal waren. Aber gro� kann mein Fehler nicht sein.�</p><p>�Und wie gro� ist es?�</p><p>�Das Molekulargewicht? Zwischen achtzehn und neunzehn, bekam ich heraus.�</p><p>�Und was hat dieses Gewicht?�</p><p>�Nichts Allt�gliches. Wie ich schon sagte, mu� ich die einschl�gigen Unterlagen durchsehen. Nur ganz wenige Elemente sind so leicht.�</p><p>�Na, wenn sie so selten sind, ist das Zeug vielleicht gar nicht lebenswichtig.�</p><p>Ken sah Drai an, um sich zu vergewissern, da� dieser es ernst meinte.</p><p>�Erstens�, setzte Ken an, als er sah, da� der andere nicht gescherzt hatte, �erstens bedeutete seltenes Vorkommen noch lange nicht, da� es nicht lebenswichtig ist. Unser K�rper verbraucht ansehnliche Mengen von Fluor, ganz zu schweigen von Zink, Arsen und Kupfer. Bei dieser anderen Lebensform k�nnte es �hnlich sein. Zweitens: Blo� weil ein Element auf Sarr selten vorkommt, mu� es nicht auch auf Planet Drei selten vorkommen. Drei ist viel gr��er und k�nnte w�hrend seiner Entstehung betr�chtliche Mengen leichtere Elemente enthalten haben, auch wenn sie als ungebundene Gase vorkamen.�</p><p>Die (Gruppe war unterdessen vor Kens Kabine angelangt, wo er die meisten seiner Apparate aufgestellt hatte. An diesem Punkt des Gespr�chs angelangt, traten sie ohne weiteres mit ein. Ken h�ngte sich ohne ein weiteres Wort auf den einzigen St�nder und fing an, das chemische Handbuch durchzubl�ttern. Er suchte den Abschnitt, der sich mit anorganischen Verbindungen befa�te. Da� diese geheimnisvolle Substanz Kohlenstoff enthalten konnte, war ihm klar, doch konnte es nicht mehr als ein Atom per Molek�l enthalten. Es bestand daher nicht die Gefahr, da� es sich um ein wirklich komplexes organisches Material handelte.</p><p>Es gab tats�chlich blo� acht Elemente, die darin vorhanden sein konnten. Und die Gesetze der Chemie verminderten die Verbindung dieser acht betr�chtlich. Das leichteste war Wasserstoff. Und den Wasserstoffverbindungen wandte Ken sich nun zu, da sie als erste behandelt wurden.</p><p>Drai stand so, da� er die Seiten, die Ken studierte, einsehen konnte. Der weniger interessierte und auch weniger erregbare Lee stand an der T�r und wartete. Mehr als sein Chef war er auf eine l�ngere Wartezeit eingerichtet, w�hrend Ken das Buch durchsuchte. Um so mehr war er erstaunt, als Ken, der kaum begonnen hatte zu lesen, auffuhr. Drai war diese Reaktion nicht entgangen.</p><p>�Was ist es?� fragten beide gleichzeitig. Drai nahm es als selbstverst�ndlichen, da� Ken das Gesuchte gefunden hatte.</p><p>�Moment! Da ist ein Punkt, der nicht ganz hineinpa�t� alles andere haut perfekt hin. Einen Augenblick.� Ken �berlegte. �Nat�rlich. Hier wird von normalem Druck ausgegangen.� Er sah vom Buch auf. �Ja, es scheint dieses Zeug zu sein. Auf Sarr ist es g�nzlich unbekannt wegen seines geringen Molekulargewichtes� es mu� vor Urzeiten schon aus der Atmosph�re entwichen sein falls es je vorhanden war. Nach diesem Handbuch tritt es in einem breiten Temperaturbereich als Fl�ssigkeit auf, allerdings unter dem bei uns herrschenden atmosph�rischen Druck. Ganz klar, da� es sich in diesem Vakuum so verfl�chtigte.�</p><p>�Und was ist es?�</p><p>�Ein Wasserstoffoxid � H<sub>2</sub>O, wenn ich nicht irre. Wenn es f�r die Wachstumsform, an der sie so interessiert sind, wichtig sein sollte, dann steht uns eine interessante Zeit bevor.�</p><p>�Wir verf�gen �ber Frachtbeh�lter, die man unter Au�enbedingungen halten kann und an das Schiff antaut�, hob Drai hervor.</p><p>�Das dachte ich mir�, antwortete Ken. �Normale �Au�enbedingungen� im All nahe Planet Eins w�rden auf diesen Stoff so wirken, da� er sich verfl�chtigt, so wie er sich unter der verh�ltnism��ig geringen W�rmeausstrahlung meines Anzugs verfl�chtigte. Ihre Lastbeh�lter m��ten luftdicht verschlossen werden. Der Transport zu einer dieser H�hlen wird sich hochinteressant gestalten.�</p><p>Laj Drai machte ein erschrockenes Gesicht. Da fiel ihm etwas ein, und seine Miene dr�ckte Befriedigung aus.</p><p>�Ich bin sicher, Sie werden das alles berechnen k�nnen. Dazu sind Naturwissenschaftler schlie�lich da, nicht?�</p><p>Jetzt war es an Ken, erschrocken zu sein, obwohl er Drai schon lange genug kannte, um etwas in dieser Richtung zu gew�rtigen.</p><p>�Machen Sie sich denn nie selbst an die L�sung Ihrer Probleme?� fragte er ein bi�chen sauer.</p><p>Drai nickte bed�chtig. �Ja, manchmal. Ich lasse sie mir gern durch den Kopf gehen. F�r naturwissenschaftliche Probleme fehlt es mir an Wissen. Deswegen heuere ich Typen wie Sie und Feth an. Vielen Dank, da� Sie mich daran erinnern � ich habe tats�chlich ein Problem, an das ich schon viel �berlegung gewandt habe. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen wollen, m�chte ich letzte Hand anlegen. Sie k�nnen bleiben und hier weitermachen.�</p><p>�Im Augenblick gibt es f�r uns auf diesem Planeten nichts mehr zu tun.�</p><p>�Das glaube ich. Also, dann nichts wie zur�ck auf Planet Eins und zu Ihren Laboreinrichtungen. Kommen Sie, Lee, wir �berlassen den Forscher seiner Wissenschaft.�</p><p>Der von Natur aus arglose Ken sah nicht einmal auf, als die zwei hinausgingen. Er hatte eben Ammoniak in der Aufstellung gefunden und fragte sich, ob er sich so verrechnet hatte und das wirkliche Molekulargewicht nur siebzehn betrug. Die Schmelzpunktwerte beruhigten ihn. Um sicherzugehen, ging er noch alle Verbindungen von Wasserstoff, Lithium, Beryllium, Bor, Stickstoff und Sauerstoff durch, die in seinem Buch angegeben waren. Der Start des Schiffs st�rte ihn nicht im mindesten. Auch die stille �ffnung seiner T�r machte weiter keinen Eindruck auf ihn.</p><p>Die T�r hatte sich mit einem deutlichen Schnappen geschlossen, ehe ihm au�er den bedruckten Seiten �berhaupt etwas bewu�t wurde. Gleichzeitig mit dem Schlie�en der T�r durchbrach eine Stimme die Stille.</p><p>�Sallman Ken!� Der Lautsprecher dr�hnte die Worte heraus. Die Stimme geh�rte Laj Drai. �Als wir uns eben trennten, sagte ich, da� ich gelegentlich selbst zur L�sung meiner Probleme schreite. Leider stellen Sie eines dieser Probleme dar. Und es scheint mir nur eine L�sung zu geben, die Ihre N�tzlichkeit nicht beeintr�chtigt. In gewisser Hinsicht tut es mir leid, sie anwenden zu m�ssen, aber das haben Sie wirklich nur Ihrer eigenen unangebrachten Neugierde zu verdanken. Wenn Sie aufwachen, werden wir uns weiter unterhalten � Sie k�nnen mir dann sagen, was Sie von unserem Handelsprodukt halten!� Die Stimme verstummte. Ein Klicken zeigte an, da� das Mikrophon ausgeschaltet worden war.</p><p>Ken, der nun ganz bei sich war und das Buch weggelegt hatte, stand auf, oder vielmehr verlie� seinen St�nder und schwebte �ber dem Boden dahin, da man sich ja im Zustand der Schwerelosigkeit befand.</p><p>Sein Blick tastete den Raum angestrengt ab. Er suchte etwas, das Drais ziemlich r�tselhaften Worten Sinn verliehen h�tte. Es dauerte einige Sekunden, ehe er es sah� einen rechteckigen gelben Ziegel, der nahe der T�r in der Luft schwebte. Zun�chst erkannte er das Ding gar nicht und stie� sich von einer Wand ab, um n�her heranzukommen. Als er dann die K�lte sp�rte, die von dem Ding ausging, versuchte er vergeblich, schnell Abstand zu gewinnen.</p><p>Der Ziegel verlor bereits seine Form. Die Ecken rundeten sich unter dem Einflu� der W�rme und verpufften als Dunst. Gefrorener Schwefel � ganz harmlos, wenn man nicht damit in Ber�hrung kam, aber schrecklich, wenn man wie Ken dar�ber Bescheid wu�te. Mit verzweifeltem Umsichschlagen der Tentakel versuchte er einen Luftzug zu erzeugen, der das Ding aus dem Weg trieb. Ein �hnlich verzweifelter Blick, mit dem er sich im Raum nach einem Gegenstand umsah, der ihm h�tte als Gasmaske dienen k�nnen, war ebenso fruchtlos.</p><p>Er konnte den Blick nur schwer von dem kleiner werdenden Ding abwenden, das nun einem l�nglichen Ellipsoid �hnelte. Es schrumpfte immer weiter, bis in dem Gelb der Umh�llung etwas anderes sichtbar wurde� das Ende eines kleinen wei�en Zylinders. Schlie�lich war die sch�tzende Verpackung verschwunden, der wei�e Zylinder wurde erst braun und dann schwarz und wurde von einer kugelf�rmigen Rauchwolke eingeh�llt. Einen Augenblick lang flammte wilde Hoffnung in Ken auf. Das Ding mu�te brennen, und im Zustand der Schwerelosigkeit kann sich kein Feuer halten. Dazu ist ein gewisser Luftzug erforderlich. Vielleicht w�rde das hier einfach ersticken, doch die Rauchwolke qualmte weiter. Offensichtlich war das Ding in Erwartung dieser Situation mit gefrorenen Luftteilchen impr�gniert worden.</p><p>Die Rauchwolke wurde an den R�ndern fransig und verschwommen, da durch Diffusion die Teilchen im Raum verteilt wurden. Ken roch jetzt den s��lichen Duft. Er versuchte den Atem anzuhalten. Zu sp�t. Dieser Versuch sollte sein letzter klarer Gedanke sein.</p></section><section><title><p>XII</p></title><p>�Man hat Sie also behalten.� Was da aus Feth Allmers Ton herauszuh�ren war, konnte Mitgef�hl sein oder auch nicht. �Wundert mich eigentlich nicht. Als Drai mir die H�lle hei� machte, weil ich Ihnen angeblich sagte, wie weit entfernt Sarr w�re, da wu�te ich, da� Sie auf eigene Faust geschn�ffelt hatten. Na, wer hat Sie geschickt, die Rauschgiftabteilung oder die Handelskontrolle?�</p><p>Ken gab darauf keine Antwort. Ihm war n�mlich gar nicht nach Reden zumute. An seinen Drogenschlaf konnte er sich nur soweit erinnern, da� ihm Dinge �ber sich bewu�t geworden waren, die kein vernunftbegabtes Wesen zu wissen gezwungen werden sollte. Er hatte getr�umt, da� er Anblicke und Vergn�gungen gen�sse, die ihm jetzt blo� widerw�rtig erschienen. Und doch lag unter dem Abscheu verborgen das Gef�hl, da� er Wonnen genossen hatte, und da� es diese Wonnen wieder geben k�nnte. Die Empfindungen eines Rauschgifts�chtigen zu beschreiben ist unm�glich, weder der Zustand unter dem Einflu� des Rauschgifts noch das t�dliche Verlangen, ehe die Substanz zur physischen Notwendigkeit wird. Aber in diesem Augenblick, eine knappe Stunde, nachdem er dem Einflu� entglitten war, war sein Gem�tszustand vielleicht nicht ganz unverst�ndlich. Feth hatte sicher Verst�ndnis daf�r, lie� das Thema aber unber�hrt.</p><p>�Ist ohnehin egal, von wo Sie kommen oder ob es jetzt alle wissen�, fuhr er fort, als Kens Antwort auf sich warten lie�. �Jetzt spielt das keine Rolle mehr. Jetzt geh�ren Sie f�r immer zu uns, egal, was Sie im Moment denken m�gen. Warten Sie nur, bis die Gier �ber Sie kommt� Sie werden schon sehen.�</p><p>�Wann wird das sein?� Dieser Punkt war so interessant, da� Ken seine Lethargie �berwand.</p><p>�In f�nf, sechs Tagen. H�ngt vom Einzelfall ab. Lassen Sie sich eines gesagt sein: Kommen Sie Laj Drai niemals wieder in die Quere. Er hat hier das Sagen. Wenn er Ihnen den Tafak nicht gibt und Sie auch nur eine halbe Stunde unter diesem Verlangen leiden, werden Sie es niemals vergessen. Ich sp�re es noch immer in den Knochen, da� er damals glaubte, ich h�tte Ihnen unseren Standort verraten.�</p><p>Keri war platt. �Sie? Sind Sie�?�</p><p>�S�chtig? Ja, bin ich. Die haben mich vor Jahren geschnappt, genauso wie Sie. Damals d�mmerte mir, was hier so alles lief. Ich wu�te zwar nicht, wo dieses System lag, aber meine Arbeit machte es n�tig, da� ich gelegentlich technische Bestandteile beschaffen mu�te. Man wollte verhindern, da� ich etwas ausplauderte.�</p><p>�Deswegen haben Sie mit mir vor dem Observatorium nicht gesprochen, damals, gleich nachdem wir von den H�hlen zur�ckkamen?�</p><p>�Sie haben mich aus seinem B�ro kommen gesehen? Ich wu�te nicht, da� Sie da waren. Ja, das war der Grund.� Feths an sich schon mi�mutige Miene wurde richtig grimmig. Ken selbst gab sich d�steren Gedanken hin, die sich allm�hlich zu einem Entschlu� kristallisierten. Er z�gerte zun�chst, sie laut zu �u�ern. Es war aber nicht einzusehen, warum es ihm schaden sollte.</p><p>�Mag sein, da� Sie von dem Zeug nicht loskommen. Aber ich werde es zumindest versuchen.�</p><p>�Klar, werden Sie. Ich hab�s auch versucht.�</p><p>�Und auch wenn es mir nicht gl�ckt, soll Drai blo� nicht glauben, ich w�rde mithelfen, eine Massenproduktion von dem Zeug aufzuziehen. Er kann mich zwar in seiner Gewalt halten, aber er kann mich nicht zwingen, meine Gedanken in Gang zu setzen.�</p><p>�Er k�nnte es sehr wohl, wenn er w��te, da� Sie Ihre Gedanken nicht f�r ihn einsetzen. Denken Sie daran, was ich Ihnen sagte� nicht ein einziger Akt offenen Widerstands ist die M�he wert. Ich wei� nicht, ob er nur so zum Spa� die S�chtigen qu�lt, aber ich wei� sicher, da� er nicht davor zur�ckschreckt, wenn er es f�r notwendig h�lt � und man ist immer schuldig, ehe man nicht seine Unschuld beweisen kann. An Ihrer Stelle w�rde ich mich sofort an die Entwicklung dieser H�hlen machen.�</p><p>�Sie vielleicht. Na, ich werde wenigstens daf�r sorgen, da� die H�hlen ihm keinen Nutzen bringen.�</p><p>Feth schwieg zun�chst still.</p><p>Falls er sich �ber Kens Bemerkung ge�rgert hatte, lie� er sich nichts anmerken.</p><p>�Ja, nat�rlich, das ist der einzige Weg. Mich wundert �brigens, da� Sie bislang der Tatsache keine Bedeutung beima�en, da� Drai in den siebzehn Jahren, die ich bei ihm bin, keine Fortschritte bei der Erforschung von Planet Drei gemacht hat.�</p><p>Ken starrte den Techniker an. Dabei mu�te er schlagartig den Eindruck revidieren, den er von Feth bis zu diesem Zeitpunkt gewonnen hatte.</p><p>�Nein�, sagte er schlie�lich, �daran dachte ich kein einziges Mal. Hm, h�tte mir auffallen m�ssen. Die Hindernisse, die sich einer Erforschung entgegenstellten, erschienen mir zwar seltsam. Soll das hei�en, da� Sie das Versagen der Fernsehr�hren und alles andere auf dem Gewissen haben?�</p><p>�Die R�hren schon. Das war furchtbar einfach. Man mu�te blo� daf�r sorgen, da� vor dem Start des Torpedos Spannungen im Glas auftraten.�</p><p>�Aber als die Originaltorpedos verlorengingen, waren Sie noch nicht da?�</p><p>�Nein, das waren echte Ausf�lle. Auch die Radarimpulse, die wir empfangen, sind echt. Ob die Theorie von der feindseligen Rasse auf den blauen Ebenen von Planet Drei richtig ist, wei� ich nicht, aber sie scheint etwas f�r sich zu haben. Ein- oder zweimal war ich versucht, die Anti-Radar-Beschichtung des Torpedos zu d�nn aufzutragen, damit die auf Drei merken sollten, da� wir k�men, bis mir einfiel, da� damit der Nachschub von Tafak g�nzlich abgeschnitten w�rde. Warten Sie ein paar Tage, ehe sie deswegen schlecht von mir denken.�</p><p>Ken nickte verst�ndnisvoll. Als ihm etwas einfiel, sah er mit einem Ruck auf.</p><p>�Sagen Sie mal, der Mi�erfolg mit dem Testanzug war also beabsichtigt?�</p><p>�Leider ja.� Feth zeigte die Andeutung eines L�chelns. �Beim Schlie�en der Dichtungen an Knien, H�ften und Greifergelenken tat ich des Guten zuviel, als Sie mal nicht hinsahen. Die Dichtungen zogen sich so stark zusammen, da� Luft ausstr�mte. Ich k�nnte es mir jedenfalls vorstellen, ich habe den Anzug ja nicht gesehen. Ich wollte nicht, da� Sie auf dem Planeten rumlaufen. Sie h�tten in k�rzester Zeit f�r diese Gauner sehr n�tzlich werden k�nnen.�</p><p>�Das spielt doch jetzt keine Rolle mehr, oder? K�nnten wir nicht einen Vorwand finden, damit der Test wiederholt werden kann?�</p><p>�Warum? Ich dachte, Sie wollten denen nicht mehr helfen.�</p><p>�Will ich auch nicht, aber es ist ein Riesenunterschied, ob ich selbst mich mal auf dem Planeten umsehen kann oder ob ich frische Proben Tafak dort mitgehen lasse. Wenn man jemanden auf Sarr landen lie�e, wie gro� w�ren dann seine Chancen, in Sichtweite eines Gree-Strauches zu landen? Und wenn ja, wie gro� w�ren dann die Ihren, es gegen seinen Willen herauszubekommen?�</p><p>�Das erste Argument ist schwach� dieses Tafak k�nnte �berall vorkommen, so wie Mekko bei uns. Viel schwieriger w�re es, das Zeug nicht zu sehen. Ihr zweiter Einwand aber hat Gewicht.� Jetzt l�chelte er. Es war das erste L�cheln, seitdem Ken ihn kannte. �Sie sind doch ein waschechter Wissenschaftler. Kein Rauschgiftagent w�rde sich unter diesen Umst�nden einen Deut um den Planeten k�mmern. Also, meiner Meinung nach k�nnte das Experiment erfolgreich wiederholt werden. Ich selbst m�chte die Landung nicht machen, nicht um alles in der Welt.�</p><p>�F�r eines schon, jede Wette�, antwortete Ken. Feths L�cheln war wie weggeblasen.</p><p>�Ja, nur f�r eines. Aber diese M�glichkeit sehe ich nicht. Selbst auf Sarr mit allen seinen M�glichkeiten bed�rfte es jahrelanger Forschungsarbeit der Mediziner. Und hier� welche Hoffnung bleibt uns da?�</p><p>�Keine Ahnung. Aber wir beide sind ja nicht auf den Kopf gefallen�, meinte Ken. �Ehe ich die Hoffnung ganz aufgebe, werden Jahre vergehen. Und jetzt sehen wir uns den Anzug an, den Sie vorbereitet haben, und auch denjenigen, den ich auf Vier anhatte. Vielleicht verraten Sie uns, worauf wir besonders achten m�ssen.�</p><p>Es war das erste Mal, da� er zu Feth von seinem Ausflug auf den Mars sprach. Ken berichtete ihm nun alle Einzelheiten, und der Techniker h�rte aufmerksam zu.</p><p>�Mit anderen Worten�, sagte er, als Ken geendet hatte, �Sie hatten keinerlei Schwierigkeiten, bis Sie dieses Zeug ber�hrten, das Ihrer Ansicht nach Wasserstoffoxid sein soll. Das bedeutet, da� es eine ausgezeichnete Leitf�higkeit besitzt, enorme spezifische W�rme hat, gro�e Verdampfungsw�rme oder aber zwei oder alle drei M�glichkeiten zusammen. Stimmt�s?�</p><p>Ken mu�te verwundert zugeben, da� es stimmte. Er selbst hatte sich diese Tatsachen noch gar nicht derart knapp und pr�zis vor Augen gef�hrt.</p><p>Feth fuhr fort: �Im Moment l��t sich nicht sagen, ob auf Drei von dem Zeug viel vorhanden ist, immerhin besteht aber die M�glichkeit, da� es in geringen Mengen vorkommt. Daraus folgt, da� die gr��te Gefahr auf diesem Planeten eine Begegnung mit dieser Chemikalie ist. Ich bin nicht sicher, ob ich einen Anzug so gut isolieren kann, da� Sie den W�rmeverlust ohne Schaden zu nehmen �berstehen, der durch �bertragung oder durch Konvektion in atmosph�rische Gase entsteht, was immer man sich darunter vorzustellen hat.�</p><p>Ken �u�erte seinen wachsenden Argwohn nicht, da� Feth seinerzeit mehr gewesen sein mu�te als ein besserer Mechaniker. Er blieb beim Thema.</p><p>�Das erscheint mir richtig. Ich habe das Zeug gesehen, es ist leicht zu erkennen. Ein Ausweichen ist weiter nicht schwierig.�</p><p>�Sie haben es in fester Form kennengelernt, die sich in einem Beinahe-Vakuum verfl�chtigt. Planet Drei hat beachtlichen Atmosph�rendruck, deswegen k�nnte dort die Verbindung in fl�ssiger Form vorkommen. Sollten Sie auf Fl�ssigkeiten irgendwelcher Art sto�en, dann halten Sie sich blo� fern.�</p><p>�Klingt vern�nftig. Wenn aber der Planet Sarr auch nur ann�hernd �hnelt, dann ist die Chance eins zu tausend, da� man in der N�he offener Fl�ssigkeitsfl�chen landet.�</p><p>�Unsere Schwierigkeiten entspringen aber der Tatsache, da� der Planet Drei Sarr �berhaupt nicht �hnlich ist�, bemerkte Feth dazu trocken, und Ken mu�te ihm recht geben.</p><p>Ken staunte nur so, wieviel er in den letzten Minuten �ber Feth erfahren hatte. Die fr�here Zur�ckhaltung seines Mitarbeiters war wie weggeblasen, und er kam ihm nun total ver�ndert vor.</p><p>Die Anz�ge wurden gebracht und mit �u�erster Sorgfalt untersucht. Der auf Planet Vier verwendete schien unversehrt. Sie besch�ftigten sich daher sehr lange mit dem anderen. Diesmal widmete Ken dem Anzug viel mehr Zeit als an Bord der <emphasis>Karella,</emphasis> und konnte tats�chlich zwei neue Erkenntnisse daraus gewinnen.</p><p>Neben der Blauf�rbung des Metalls, die Sauerstoff zuzuschreiben war, wie er nachgewiesen hatte, hatte er an gesch�tzteren Stellen eine losere Krustenbildung entdeckt, die eindeutig auf eine Kaliumverbindung hindeutete � eine der wenigen, die Ken sofort erkannte �, und bei Erw�rmung wurde ein deutlicher Geruch nach doppelschwefelsaurem Kohlenstoff bemerkbar. Und dies war eine f�r den Chemiker v�llig unerkl�rliche Erscheinung. Er war mit gasf�rmigen Verbindungen beider Elemente vertraut, konnte sich aber noch vorstellen, das sich aus ihnen etwas absetzen konnte, was bei �normaler� Temperatur im festen Zustand blieb..</p><p>Nat�rlich hatte er keine Ahnung vom Aufbau irdischer Planeten, und er hatte auch das Feuer nicht gesehen, dessen �berreste Roger Wing so in Erstaunen versetzt hatten. Auch das beste Vorstellungsverm�gen hat seine Grenzen, wenn Fakten fehlen.</p><p>Die Gelenke waren, wie Feth erwartet hatte, an den Dichtungen geschrumpft. Oxidspuren waren in der Isolierschicht nachweisbar. Es mu�te Atmosph�re von Planet Vier in den Anzug eingedrungen sein, entweder durch Diffusion oder aber durch Au�endruck, nachdem der Schwefel gefroren war.</p><p>�Glauben Sie, da� das auch passieren wird, wenn die Dichtungen ordnungsgem�� angezogen sind?� fragte Ken, nachdem dieser Punkt �berpr�ft worden war.</p><p>�Nein, falls nicht die Innenheizung aus irgendeinem anderen Grund ausf�llt. In diesem Fall wird es Ihnen ohnehin egal sein. Das �berdrehen der Dichtungen unterband die Zirkulation des Temperaturausgleichsmittels, so da� als erstes an bestimmten Stellen eine starke Abk�hlung eintrat, ohne da� zun�chst die Hauptheizanlage davon betroffen wurde. Die Heizung in den einzelnen Extremit�ten schaffte es nicht, und als die Fl�ssigkeit an den Gelenken gefroren war, war alles andere nur eine Sache von Sekunden. Wir k�nnten statt Zink eine andere Ausgleichsfl�ssigkeit nehmen, eine, deren Gefrierpunkt tiefer liegt. Kalium oder Natrium w�ren unter diesem Gesichtspunkt am besten, doch sind sie von der Chemie her schwer zu handhaben. Zinn oder Wismut w�ren in dieser Hinsicht in Ordnung, ihre spezifische W�rme ist aber weit niedriger als die von Zink. Ich vermute, da� Selen der geeignetste Kompromi� w�re.�</p><p>�Hm, ich sehe, da� Sie dar�ber gr�ndlich nachgedacht haben. Was st�rt Sie an einer Ausgleichsfl�ssigkeit mit geringer spezifischer W�rme?�</p><p>�Die m��te viel rascher zirkulieren. Ich wei� nicht, ob die Pumpen das schaffen, denn beide Metalle haben eine betr�chtlich gr��ere Dichte als. Zink. Selen ist nicht so g�nstig, was die spezifische W�rme betrifft, aber die geringere Dichte unterst�tzt die Pumpen. Das einzig Schwierige daran ist, an das Zeug heranzukommen. Na ja, war nur so eine Idee, das Zink m��te eigentlich fl�ssig bleiben, wenn keine besonderen Pannen auftreten. Wir k�nnen es ja beim n�chsten Test versuchen.�</p><p>�Haben Sie sich schon eine Rechtfertigung zurechtgelegt, wenn Drai Fragen wegen des n�chsten Tests stellt?�</p><p>�Nicht im Detail. Er wird schon nicht fragen. Er prahlt gern damit, da� er nichts von Naturwissenschaften versteht und sich die K�pfe anheuert, wenn er sie braucht. Wir sagen einfach, da� wir einen Weg gefunden haben, die Ursache f�r den ersten Fehlschlag auszuschalten, was eigentlich der Wahrheit entspricht.�</p><p>�K�nnten wir nicht eine Fernsehkamera miteinschmuggeln, damit man sehen kann, was dort vorgeht?�</p><p>�W��te nicht, wie sich das heimlich machen lie�e. Alles, was wir an Signalen oder Bildern empfangen, kann ebensogut oder besser im Observatorium empfangen werden. Aber wir k�nnten sagen, da� Sie eine diesbez�gliche Idee haben, die wir ausprobieren m�chten.�</p><p>�Ja, wir k�nnten � blo� w�re es besser, wenn wir die verschiedenen Ideen aufteilen. Es w�re f�r uns nicht g�nstig, wenn Drai zur Meinung gelangte, Sie w�ren ein Narr. Zu oft werden Narren und Schurken in einem Atemzug genannt. W�re schade, wenn er in dieser Richtung zu denken beg�nne.�</p><p>�Danke, ich hoffte, Sie w�rden daran denken. Au�erdem spielt es keine gro�e Rolle. Ich sehe n�mlich nicht ein, warum wir nicht die <emphasis>Karella</emphasis> nehmen und die Tests in der N�he von Planet Drei machen. Alles w�re in wenigen Minuten erledigt, und wenn alles klappt, k�nnten Sie gleich anschlie�end die Landung wagen. Ich wei�, da� das Schiff erst in einigen Tagen gebraucht wird, vielleicht sogar erst in Wochen. In einer Saison kommen acht bis zehn Ladungen Tafak vom Planeten, und zwischen den einzelnen Ladungen liegt ein Abstand von einigen Tagen. Da die Fracht per Torpedo bef�rdert wird, kann Lee sich indessen eine sch�ne Zeit machen.�</p><p>�Das w�re besser. Ich bin zwar nicht scharf auf freien Fall, aber ein paar Stunden freier Fall sind immer noch besser als eine Wartezeit von Tagen. Los jetzt, tragen Sie Drai die Sache vor. Noch etwas� wir sollten diesmal mehr als nur einen Anzug mitbringen. Da drau�en auf Vier habe ich eine Weile ganz sch�n Blut geschwitzt.�</p><p>�Gute Idee. Ich sehe drei Anz�ge durch und besuche dann Drai.�</p><p>Das Gespr�ch geriet ins Stocken, denn in den n�chsten Stunden wurde bemerkenswert viel konstruktive Arbeit geleistet. Die drei Raumanz�ge wurden diesmal richtig gr�ndlich untersucht, und Feth war dabei sehr pingelig. Pumpen, Ventile, Tanks, Gelenke, Heizschlangen� alles wurde getestet, einzeln und in allen m�glichen Kombinationen.</p><p>�Der Gipfel w�re es jetzt, wenn wir die Anz�ge mit fl�ssigem Quecksilber einspr�hen k�nnten�, sagte Feth, als er mit dem letzten Anzug fertig war. �Aber wir haben kein Quecksilber, au�erdem nirgends einen Ort, wo man es ausprobieren k�nnte. Ich will mal sehen, was Drai davon h�lt, da� wir das Schiff nehmen. Aber wir k�nnen unm�glich drei Torpedos gleichzeitig losschicken. Ich m�chte au�erdem sichergehen, da� alle diese Anz�ge einsatzbereit sind, ehe einer auf Drei verwendet wird.� Dabei legte er sein Werkzeug ab. Er wollte schon zur Sprechanlage, als er es sich anders �berlegte.</p><p>�Ich spreche lieber pers�nlich mit ihm� Drai ist ein komischer Kerl.� Damit ging er hinaus.</p><p>Er war in wenigen Minuten zur�ck. Er l�chelte.</p><p>�Wir d�rfen�, sagte er. �Er bestand auf dem Plural. Sie haben noch keine Tafak-Sucht durchgemacht. Da hat er Angst, Sie k�nnten auf komische Ideen kommen, wenn man sie allein lie�e. Bei mir kann er sicher sein, da� ich rechtzeitig f�r meine n�chste Dosis wieder zur Stelle bin. Das alles hat er nicht ausdr�cklich gesagt, doch war mir klar, was er meinte.�</p><p>�K�nnten wir nicht gen�gend Tafak an Bord schmuggeln, so da� wir w�hrend des R�ckflugs nach Sarr damit auskommen?�</p><p>�Was mich betrifft, ich k�nnte dorthin nicht zur�ck. Und Sie kennen die Richtung ja auch nicht. Und wenn Drai selbst nicht imstande ist, das Zeug auf Sarr einzuschmuggeln, dann k�nnen Sie nicht erwarten, da� ich es schaffe, noch dazu ohne sein Wissen. Ich kann doch nicht einen K�hlschrank auf dem R�cken schleppen, und Sie wissen ja, was passiert, wenn das Zeug sich erw�rmt.�</p><p>�Na denn, wollen wir das Spiel nach den vorgegebenen Regeln spielen. Los gehen wir.�</p><p>Eine halbe Stunde sp�ter stie� die <emphasis>Karella</emphasis> ins eisige Dunkel vor. Um dieselbe Zeit wurde es auch Roger Wing kalt. Er entschlo� sich, die Wache f�r diese Nacht aufzugeben. Bei ihm machte sich nun Mutlosigkeit breit. Nachdem er durch sein Schlafzimmerfenster geklettert war � mit geb�hrender Vorsicht versteht sich � und das Seil unter dem Bett versteckt hatte, fragte er sich ernsthaft, ob er seine Nachtwache nicht einstellen sollte. Vielleicht w�rde der fremde Besucher niemals mehr wiederkehren, und je l�nger er wartete, die Meinung seines Vaters einzuholen, desto schwerer w�rde es ihm fallen, handfeste Beweise vorzuweisen.</p><p>�ber diesem Problem schlief er ein � etwa zu dem Zeitpunkt, als wenige Kilometer �ber ihm das Test-Torpedo in die Atmosph�re eintrat.</p></section><section><title><p>XIII</p></title><p>Die <emphasis>Karella</emphasis> bezog eine Position tief im Erdschatten, jenseits des me�baren Luftdrucks. Der sph�rische Kompa�, der auf die tief unten auf dem Planeten installierte Bodenstation eingestellt war, zeigte in eine Richtung, die man als �gerade hinunter� h�tte bezeichnen k�nnen, wenn nicht Schwerelosigkeit geherrscht h�tte. Ordon Lee las etwas, wobei er einen gelegentlichen Blick zu seinem geliebten Instrumentenbrett hin warf, wenn ein Licht aufblinkte. Dies war ziemlich oft der Fall, da Ken und Feth die Tests der K�lteschutzanz�ge auf Massenproduktionsbasis gestellt hatten. Einer der Anz�ge war bereits zur�ck und war auch schon untersucht worden. Feth stand mit einem gew�hnlichen Raumanzug bekleidet in der offenen Luftschleuse, l�ste den zweiten Anzug aus den Halterungen und befestigte statt dessen den dritten. Mit Ken, der die Torpedosteuerung bediente, stand er in Funkkontakt.</p><p>Ken hielt das Torpedo so gut es eben ging teils in der Luftschleuse fest, die f�r solche Man�ver nicht geschaffen war und die volle L�nge des Torpedos nicht aufnehmen konnte. Feth hatte aus demselben Grund seine Schwierigkeiten, und die Schleusen-Blockierungs-Anzeige auf Lees Instrumentenbrett flackerte hysterisch.</p><p>Nachdem das Torpedo nochmals auf die dunkle Fl�che unten losgeschickt worden war, beruhigte sich die Lage ein wenig � aber wirklich nur ein wenig. Feth brachte den zweiten Anzug hinein, schlo� dabei die Au�ent�r und brachte damit wieder ein anderes L�mpchen zum Aufflackern, und Lee wurde in seiner Lekt�re wieder empfindlich gest�rt. Dann sah man nur mehr das schw�cher werdende Abstandslicht des sich entfernenden Torpedos, und Ken mu�te nun seine Aufmerksamkeit teilen. Er mu�te die Steuerung �berwachen, lechzte aber gleichzeitig danach, Feth bei seiner T�tigkeit zuzusehen. Er wu�te schon, da� der erste Anzug tragbar war. Die Innentemperatur war um vierzig Grad gefallen. Dies stellte einen W�rmeverlust dar, den sein eigener Kreislauf leicht ausgleichen konnte. An der Heizeinheit war nun ein Regler angebracht, den Feth absichtlich niedrig eingestellt hatte, damit der W�rmeverlust me�bar blieb. Da diese Einschr�nkung nun nicht mehr existierte, w�rde er sich auf dem Eisplaneten so wohl f�hlen, wie es in einer Metallh�lle von hundertzwanzig Kilo Gewicht m�glich war.</p><p>Da er dies jetzt wu�te, machte er sich um den zweiten Anzug schon viel weniger Sorgen. Dennoch war es ihm unm�glich, sich auf die T�tigkeit des Steuerns zu konzentrieren. Er schrak zusammen, als ein Summer an seinem eigenen Instrumentenbrett ert�nte, der anzeigte, da� sein Torpedo auf Au�endruck gesto�en war. Da Ken es vers�umt hatte, die Geschwindigkeit herabzumindern, hatte er eine Weile ganz sch�n zu tun. Und als er seinen Kundschafter gelandet hatte � sicher, wie er hoffte, hatte auch Feth seine Arbeit beendet. Sie verf�gten jetzt �ber zwei einsatzbereite Anz�ge.</p><p>Damit war Ken und Feth die gr��te Sorge abgenommen. Sie waren auch nicht sonderlich entt�uscht, als der dritte Anzug der �berpr�fung nicht standhielt. Ken ahnte den Grund: Feth hatte festgestellt, da� an Bein- und ��rmel�-Gelenken Lecks aufgetreten waren, weil diese Stellen bei hoher Beschleunigung besonders stark beansprucht wurden. Er hielt aber mit seiner Meinung zur�ck, und Feth stellte keine Fragen. Ken hatte das unbehagliche Gef�hl, da� der Techniker mit seinen erstaunlichen Chemie- und Physikkenntnissen ohnehin zu demselben Schlu� gelangt war.</p><p>Diese Sorge, falls man es �berhaupt so nennen konnte, ging in der Hast der letzten Vorbereitungen f�r die Landung unter. Ordon Lee weigerte sich noch immer rundheraus, mit seinem Schiff in die Hitzefalle der Erdatmosph�re einzutauchen, ungeachtet der zwei Anz�ge, die den Test gut �berstanden hatten. Daher w�rde Ken so wie die leeren Schutzanz�ge auf die Oberfl�che niedergehen m�ssen � an die Au�enwand des Torpedos geklammert. Man mu�te die Halterungen nat�rlich entsprechend �ndern, so da� er sie selbst l�sen konnte, und das brauchte einige Zeit. Ken nahm noch eine ausgiebige Mahlzeit zu sich und trank als Vorsichtsma�nahme ziemlich viel� die Sarrianer erzeugten fast alle notwendigen Fl�ssigkeiten im eigenen K�rpergewebe.</p><p>Falls Ken auch nur den leisesten Zweifel versp�rte, als er die Metallh�lle betrat, die seinen einzigen Schutz gegen die denkbar unwirtlichste Umgebung darstellen w�rde, so lie� er sich davon nichts anmerken. Das lie� sein Stolz nicht zu. Er sagte kein Wort, w�hrend Feth sorgf�ltig den oberen Teil festmachte� man stieg von oben in den Anzug � und mit einem winzigen Stethoskop die Ausgleichspumpen abh�rte. Befriedigt nickte er dem gepanzerten Ken zu. Dieser fa�te mit einem seiner Greifhaken nach einer Wandrunge und setzte seine Masse in Richtung Luftschleuse in Bewegung.</p><p>Er mu�te im Korridor warten, w�hrend Feth seinen Raumanzug wieder anzog. Und dann hie� es nochmal geduldig in der Schleuse warten, w�hrend Feth den Anzug sorgsam am Torpedorumpf befestigte. Schlie�lich zeigte sich auch Lee hilfsbereit und hielt das Torpedo in der Schleuse gegen die Zugkraft der Meteor-Abweiser fest, die er nicht einmal f�r einen Moment anstellen wollte.</p><p>Auch als sich die Au�ent�r zwischen Ken und dem �brigen bewohnten Raum innerhalb mehrerer Millionen Kilometer schlo�, verlor er nicht die Beherrschung. Zum Gl�ck hatte er sich mittlerweile an die Schwerelosigkeit gew�hnt. Das Gef�hl endlosen Fallens zeitigt n�mlich manchmal ernsthafte seelische St�rungen. Nicht einmal die relative Leere des ihn umgebenden Alls machte ihm viel aus, da er gen�gend Objekte sehen konnte, um nicht die Orientierung zu verlieren. In diesem Bereich waren so viel Sterne zu sehen wie in der N�he seines Heimatplaneten, da zweihundert Parsek in der Gr��enordnung der Galaxis wenig ausmachen.</p><p>Er behielt die Ruhe, bis Sehverm�gen und Gleichgewichtsgef�hl ihm �bereinstimmend sagten, da� er sich im Zustand des Fallens befand. Die <emphasis>Karella</emphasis> war schon l�ngst hinter � oder �ber � ihm verschwunden. Die Sonne stand in derselben Richtung, da man sich ohne Diskussion darauf geeinigt hatte, da� die Landung auf der Tagseite des Planeten stattfinden sollte. Weitaus mehr Debatten hatte es gegeben, als es darum ging, ob man den alten Landeplatz ansteuern sollte � Ken wollte nat�rlich die Eingeborenen sehen, doch war auch seine wissenschaftliche Neugierde von Vorsicht gebremst worden. Feth, der den Ausflug schlicht als zus�tzlichen Test f�r den Anzug ansah, hatte in den Eingeborenen nur eine zus�tzliche Komplikation gesehen und hatte sich dagegen ausgesprochen. Doch die Neugierde hatte den Sieg davongetragen. Ken steuerte nun den Zielsender an, an dem immer das Handelsgesch�ft abgewickelt wurde. Er wu�te, da� er ein wenig nach Westen driften w�rde � er wollte zwar seinem Eingeborenen begegnen, wollte aber mit dem Handel nicht mehr als n�tig zu tun haben. Ihm war nat�rlich klar, da� diese Lebewesen sich bewegen konnten, weigerte sich aber standhaft, sich das Ergebnis auszumalen, falls derjenige, dem ein so gro�er Schreck eingejagt worden war, den Handelsleuten �ber den Weg gelaufen war. Er betrachtete dies als sinnlose Vermutungen und hatte recht damit.</p><p>Jetzt konnte er schon deutlich die gr��er werdende Welt unten sehen � er hatte jedenfalls das Gef�hl von �unten� �, da Feth die Sinkgeschwindigkeit des Torpedos herabminderte. Das Torpedo selbst konnte er gar nicht so leicht sehen, da sein Anzugpanzer vom Torpedo weggerichtet war und die Sichtscheiben auf der R�ckseite des Helms dem Rumpf zu nahe waren. Langsam begann er sich daher wie jemand zu f�hlen, der an einem Seil zweifelhafter St�rke vom Rand eines hohen Daches h�ngt. W�re sein Stimmapparat mit dem Atemsystem so eng verbunden gewesen wie bei menschlichen Wesen, dann h�tten die beiden auf der <emphasis>Karella</emphasis> seinen Gem�tszustand �ber Funk mitbekommen. So aber konnten sie seine beschleunigte Atmung nicht h�ren, und er mu�te seine Angst allein und still durchleiden. Und das hatte auch sein Gutes. Ordon Lee h�tte wohl kaum mitf�hlend reagiert, und Feth, dem noch eher ein derartiges Gef�hl zuzutrauen war, h�tte ihm nicht laut Ausdruck verliehen.</p><p>Um ihn herum war jetzt Luft � die Gasmischung, die auf dieser Welt als Luft galt. Sie pfiff an ihm vorbei, er konnte es sogar durch die dicke Metallschicht hindurch h�ren. Mehr als acht bis zehn Kilometer war er jetzt nur mehr von der Oberfl�che entfernt, und er sank noch immer mit gro�er Geschwindigkeit. Seinem Gef�hl nach ging es zu schnell. Sozusagen als Reaktion auf diesen Gedanken erh�hte sich sein Gewicht abrupt. Er wu�te, das Feth dort oben den Antrieb gesteigert hatte. Mit einem Kraft- und M�heaufwand, der gr��er war, als er sich selbst je zugetraut hatte, ri� Ken seine Aufmerksamkeit von der sich rasend schnell vergr��ernden Landschaft unter ihm und dem �chzen der gespannten Ketten �ber ihm los und konzentrierte sich auf Einzelheiten. Es war ganz einfach, als er sich dazu durchgerungen hatte, denn nicht nur die Temperatur war phantastisch.</p><p>Nat�rlich konnte er nicht weit sehen. In der dunsterf�llten irdischen Atmosph�re sind Augen, deren gr��te Empfindlichkeit im Blau- und Ultraviolettbereich liegt, eindeutig benachteiligt. Trotzdem� die Oberfl�che unter ihm wies schon Einzelheiten auf.</p><p>Das Gebiet war zerkl�ftet, wie man ganz richtig vermutet hatte. Ken hatte gen�gend Erfahrung, um festzustellen, da� die Berge nach sarrianischen Gesichtspunkten beachtliche H�hen erreichten, obwohl Gebirge von oben gesehen sich nicht so einfach absch�tzen lassen. Die Oberfl�che ging in einem wilden Farbenaufruhr unter. Es waren alle Schattierungen von Gr�n, Braun und Grau vertreten. Da und dort ein Fleck jener metallisch schimmernden Substanz, die ihn fatal an die riesigen, flachen Gebiete erinnerten, wo die r�tselhaften feindseligen intelligenten Wesen des Planeten hausten. Falls dies hier Vorposten waren� aber sie hatten die Handelstorpedos nie behelligt, die seit Jahren hier in diesem Gebiet niedergegangen waren, beruhigte Ken sich.</p><p>Weiter unten sah er, da� bestimmte graue Erhebungen von bemerkenswerter Form waren. Manche waren oben breiter als unten. Er mu�te noch ein St�ck tiefer absinken, um zu sehen, da� diese Objekte nicht Teile der Landschaft waren, sondern in der Luft hingen. Die einzigen Wolken, die er je gesehen hatte, waren die von den heftigen Winden auf Sarr verursachten Sandst�rme. Er konnte aber sehen, da� es sich um Gebilde �hnlicher Art handeln mu�te. Wahrscheinlich waren die Einzelpartikel viel kleiner, so da� sie sich in der Luft ganz fein verteilen konnten. Ein Planet von dieser Eisesk�lte konnte unm�glich starke Winde haben. Er beschrieb dieses Ph�nomen so genau als m�glich seinen zwei Zuh�rern an Bord der <emphasis>Karella.</emphasis> Feth meldete, da� er Kens Berichte auf Band aufn�hme, und gab dann ein paar wichtige Informationen an Ken weiter.</p><p>�Der Landeanflug ist fast beendet. Sie befinden sich etwa zwei Kilometer oberhalb des Zielsenders, ein St�ck oberhalb der Stelle, wo die Atmosph�re-Tests durchgef�hrt wurden. M�chten Sie sofort landen oder noch oben bleiben und Beobachtungen machen?�</p><p>�Bitte, mit m��iger Geschwindigkeit abw�rts. Man sieht nicht weit, deswegen m�chte ich so weit runter, da� man Details ausmachen kann. Sieht mir nach einer gebirgigen Gegend aus. Ich will versuchen, Ihnen Richtungsanweisungen zu geben, damit Sie mich in der N�he eines Gipfels landen lassen k�nnen. Ich m�chte von einem festen Punkt aus in gro�e Entfernung sehen k�nnen.�</p><p>�In Ordnung. Es geht runter.� Ein paar Minuten vergingen, ohne da� ein Wort gewechselt wurde. Dann meldete Ken sich wieder. �Steuern Sie mich jetzt horizontal?�</p><p>�Nein. Sie sind schon �ber den Zielsender hinweg� sechs, sieben Kilometer etwa.�</p><p>�Dann hat diese Atmosph�re st�rkere Str�mungen, als ich zun�chst dachte. Ich werde sichtlich abgetrieben, wenn auch nur schwach. Die Richtung kann ich nur schwer angeben� die Sonne steht fast senkrecht �ber mir hinter dem Torpedo.�</p><p>�Wenn Sie fast unten sind, geben Sie mir die Richtung im Hinblick auf die Orientierung des Torpedos an. Ich stoppe Sie kurz vor dem Aufsetzen.�</p><p>Allm�hlich traten die Einzelheiten deutlicher hervor. Das Gr�n schien ein Durcheinander von einem Material zu sein, das an die chemischen Gew�chse erinnerte, die Ken in verschiedenen L�sungen gezogen hatte. Er stufte die Erscheinungen vorerst als pflanzliches Leben ein. Langsam d�mmerte ihm, was das krachende, knisternde Ger�usch bei der Landung des Probetorpedos verursacht haben mochte.</p><p>Mitten im Gr�n traten da und dort nackte Felsen hervor. Das war vor allem gegen die Gipfel hin. Mit unendlicher Sorgfalt gab Ken seinem fernen Piloten Anweisungen, das Torpedo einem dieser Gebilde zu n�hern. Als er schlie�lich reglos etwa f�nfunddrei�ig Meter �ber einer Fl�che hing, die auch in diesem relativ schwachen Licht als Fels erkennbar war, gab er Anweisung weiter herunterzugehen.</p><p>Zwei Meter �ber dem Boden lie� er wieder stoppen und l�ste vorsichtig die Beinketten. Der untere Teil seiner R�stung fiel herunter, kam fast auf dem Boden auf. Ein Wort ins Mikro, und die Metallf��e hatten Kontakt mit dem Boden. Als er eine der oberen Ketten losmachte, geriet er ins Schwingen. Dabei hing er im spitzen Winkel, eine Seite dem st�tzenden Torpedorumpf zugewandt. Durch besondere Verdrehungen und Verrenkungen schaffte er es, aus Beinen und Hinterst�tze der R�stung einen funktionierenden Dreifu� zu schaffen. Dann erst l�ste er die letzte Haltekette. Er stand auf eigenen Beinen auf dem Eisplaneten.</p><p>Er f�hlte sich schwer, aber nicht unertr�glich schwer. Seine Voraussicht, nicht in liegender Stellung zu landen, war richtig gewesen. Bei dieser Schwerkraft war es sehr unwahrscheinlich, da� er sich samt seinem Schutzanzug mit eigener Muskelkraft h�tte aufrichten k�nnen. Auch das Gehen war schwierig, vielleicht sogar gef�hrlich, denn der Felsen war alles andere als eben.</p><p>Aber das war nicht die Hauptsache. Mehrere Minuten nachdem er die Verbindung mit dem Torpedo gekappt hatte, machte Ken noch immer keinen Versuch, sich zu bewegen. Er stand einfach da, h�rte auf das fast unh�rbare Summen der Kreislaufmotoren und fragte sich, wann seine F��e zu frieren beginnen w�rden. Aber es passierte gar nichts, so da� er ein paar vorsichtige Schritte wagte. Die Anzuggelenke waren noch beweglich. Das Zink war offenbar nicht eingefroren.</p><p>Das Torpedo war ein wenig abgetrieben. Es mu�te ein leichter Wind wehen. Auf Kens Anraten hin brachte Feth das Torpedo ganz zu Boden. Obwohl seine �ngste l�ngst von seiner Neugierde verdr�ngt worden waren, hatte Ken nicht die Absicht, zwischen sich und sein Transportmittel zu viel Entfernung zu legen. Kaum hatte er sich vergewissert, da� das Torpedo an Ort und Stelle blieb, machte er sich an die Arbeit.</p><p>Auf seiner Suche stie� er auf einige lose Felsbrocken. Diese hob er auf und legte sie ins Torpedo, da alles von Interesse sein konnte. In erster Linie aber wollte er Erde � Erde, in der etwas wuchs. Mehrmals untersuchte er Felsst�cke so gr�ndlich als m�glich, in der Hoffnung, etwas zu finden, was an die winzigen Pfl�nzchen von Planet Vier erinnerte. Die grauen und schwarzen Flechtenschichten, die auf einigen dieser Brocken wucherten, erkannte er nicht als pflanzliche Lebensform.</p><p>Die Landschaft war jedoch nicht ganz �de. Ein St�ck unterhalb seines Landeplatzes gab es Strauchwerk und Moosflecken, die hangabw�rts immer dichter wurden, bis sie allm�hlich kleinw�chsigen B�umen wichen und schlie�lich dort, wo der Fels endg�ltig unter dem Erdreich verschwand, ausgewachsenen Tannen. Ken sah dies alles und bewegte sich prompt auf das n�chste Geb�sch zu. Da fiel ihm ein, da� er Feth sagen sollte, was er vorhatte, damit dieser ihm das Torpedo nachschicken konnte. Es hatte keinen Sinn, wenn er m�hsam alle Proben wieder den Hang hinaufschleppte.</p><p>Das Fortkommen gestaltete sich f�r ihn sehr schwierig, da ein breiter Spalt im Felsen f�r den Panzeranzug ein un�berwindliches Hindernis darstellte. Ken versuchte es immer wieder und mu�te dazwischen etliche Ruhepausen einlegen. Feth berichtete er nach oben:</p><p>�N�chstes Mal m�ssen wir lange Schulterketten nehmen. Dann kann ich mich richtig ans Torpedo h�ngen und mu� nicht m�hsam herumtappen.�</p><p>�Gute Idee�, meinte Feth. �Es wird �brigens ganz einfach gehen. M�chten Sie jetzt gleich raufkommen, damit wir die Sache angehen, oder sammeln Sie erst ein paar Proben?�</p><p>�Ach, jetzt bin ich da und bleibe auch. Ich habe es jetzt nicht mehr weit zu den Pflanzen, falls es Pflanzen sind. Die verdammten Dinger sind gr�n, teilweise wenigstens. Ich sehe, da� dies hier nicht weiter ungew�hnlich ist. So, und jetzt weiter.�</p><p>Er l�ste seine St�tze vom Boden und schob sich weiter. Es dauerte ein, zwei Minuten, bis er in Reichweite der sonderbaren Gew�chse gekommen war. Sie waren nicht einmal einen halben Meter hoch. Er konnte sich noch weniger zu ihnen hinunterneigen wie auf Planet Vier. Ken streckte einen Greifer aus, um sich einen Ast heranzuangeln. Das Ergebnis jagte ihm einen gelinden Schrecken ein.</p><p>Den Ast bekam er gut zu fassen. Das war nicht weiter schwierig. Aber noch ehe er Zeit hatte, ihn an die Augen zu heben, stieg ein Rauchw�lkchen von der Stelle auf, wo der Greifer den Ast ber�hrte. Das Gewebe in unmittelbarer N�he des Metalls wurde schwarz. Die von diesem Ph�nomen ausgel�sten Erinnerungen bewirkten, da� Ken den Ast fallen lie�. W�re sein Anzug nicht so plump und unbeweglich gewesen, w�re er ruckartig einen Schritt zur�ckgewichen. So aber fiel ihm zum Gl�ck augenblicklich ein, da� kein Gas sein metallenes Schutzschild durchdringen konnte. Er fa�te wieder nach dem St�ck Vegetation.</p><p>Wieder kam der Rauch, immer dicker, als er die Probe an seine Gesichtsscheibe hob. Es blieben ihm aber einige Sekunden Zeit, die Struktur zu untersuchen, ehe das glimmende St�ck Holz in Flammen aufging. Er erschrak so heftig wie vorhin, lie� aber das Ding nicht fallen. Interessiert sah er zu, wie der Hauptast sich kr�mmte, schwarz wurde, aufgl�hte und verbrannte, desgleichen die trockeneren Bl�tter, w�hrend die gr�nen sich nur leicht braun verf�rbten. Er versuchte, die Aschenspuren einzusammeln, schaffte es aber nur, ein bi�chen Holzkohle von den weniger verbrannten Teilen herunterzukratzen. Auch diese Probe wurde im Torpedo verstaut, das Feth seinen Anweisungen gem�� bewegte.</p><p>Ein bi�chen Erde, unterhalb der Pflanze hervorgescharrt, rauchte, aber brannte nicht. Ken holte sich aus dem Torpedo ein paar luftdichte Kanister und schaufelte Erdproben hinein. Er komprimierte Luft in einen Zylinder. Dazu benutzte er eine kleine Kolbenpumpe, aus der Feth sorgf�ltig alle Spuren eines Schmiermittels entfernt hatte. Sie war zwar ein wenig leck, doch die beweglichen Teile arbeiteten tats�chlich, was f�r Ken eine freudige �berraschung darstellte.</p><p>�Geschafft�, sagte Ken, als er fertig war. �Falls in der Erde Samen enthalten sind, k�nnten wir ein kleines Vivarium bauen und Erkenntnisse �ber diese Lebensformen und ihre Bed�rfnisse gewinnen.�</p><p>�Haben Sie ein Gleichgewicht zwischen Hervorbringern und Fressern festgestellt?� fragte Feth. �Was ist, wenn diese Pflanzen samt und sonders � wie k�nnte man sie nennen? � Oxidierer? sind und es keine entsprechenden Reduzierer gibt? Ich bin der Ansicht, da� es da einen gewissen Ausgleich geben m��te bei allen Lebensformen, andernfalls es ununterbrochene Bewegung g�be.�</p><p>�Das kann ich nicht sagen, ehe wir nicht einen Versuch machen. Ich k�nnte noch ein St�ck bergab gehen und mir noch ein paar Proben anderer Typen holen. Ich habe noch leere Kanister dabei.�</p><p>�Noch etwas � ich kann mich nicht erinnern, da� Sie Vorkehrungen getroffen h�tten, die Proben richtig zu temperieren. Ich wei�, da� sie fast so kalt sind wie das All, aber zwischen fast und ganz ist ein Unterschied.�</p><p>�Die Kanister lassen wir im Torpedo, bis wir wieder auf Planet Eins sind. Ohne Luft �ndert sich die Temperatur nur langsam. Wir k�nnen das Torpedo irgendwo in der D�mmerzone von Eins lassen, bis wir eine Kammer mit Thermostaten und K�hleinrichtungen vorbereitet haben. Gro� braucht die nicht zu sein. Ich habe h�chstens ein paar Kubikdezimeter Luft mit.�</p><p>�Sch�n, Sie haben gewonnen. Wenn es nicht klappt, ist der Verlust nicht gro�. Na, sind Ihre F��e schon kalt?�</p><p>�Noch nicht. Glauben Sie mir, ich warte darauf!�</p><p>�Hm, bin nicht so sicher, ob ich Ihnen glaube. Ich kann mir gut vorstellen, worauf Ihre Aufmerksamkeit in erster Linie gerichtet ist. Haben Sie schon Anzeichen von tierischem Leben bemerkt? Ich habe das bekannte Summen ein- oder zweimal geh�rt.�</p><p>�Ach? Ich nicht. Ich h�re nur das, was aus dem Mikro kommt. Ich wei� genau, was Sie jeweils tun.�</p><p>�Na, ich sagte ja, ich w��te, wem Ihre Aufmerksamkeit gilt. Ich melde mich, wenn ich das Summen wieder h�ren sollte.�</p><p>Daraufhin trat Stille ein, und Ken nahm seinen m�hseligen Abstieg wieder auf. Er mu�te wiederholt Ruhepausen einlegen, so da� es ziemlich lange dauerte, bis er seine Beh�lter gef�llt und verschlossen hatte und sie in die Frachtkammer des Torpedos gestellt hatte. Einmal wurde er dabei von Feth gest�rt, der meldete, da� das Summen nun zu h�ren w�re. Ken selbst vernahm es auch, als er angestrengt lauschte, konnte aber die Ursache nicht entdecken. Fliegen sind kleine Lebewesen, und das Licht war nach sarrianischen Gesichtspunkten sehr schwach. Da sich in der Frachtkammer, �ber der das Mikro angebracht war, nichts befand, was dem Appetit einer Fliege entsprochen h�tte, verstummte das Summen ganz pl�tzlich.</p><p>Nach einem letzten Blick auf seine Umgebung beschrieb Ken alles so genau als m�glich, damit die Aufnahme, die dort oben aufgenommen wurde, vollst�ndig und brauchbar ausfiel.</p><p>Die Gipfel traten nun viel deutlicher hervor, da einige viel h�her waren als sein gegenw�rtiger Standort. Wenn er sich die Vegetation wegdachte, mit der die H�nge bedeckt waren, und sich vorstellte, es w�re gerade Sonnenuntergang nach einem besonders heftigen Sandsturm, dann war er fast imstande, an der ganzen Szenerie etwas Vertrautes zu finden, denn zu gewissen Zeiten konnte die blau-wei�e Sonne Sarr so matt wirken wie die Sonne dieser Eiswelt. Dies waren aber immer Zeiten heftiger St�rme, die jeden irdischen Hurrikan besch�mt h�tten, und die ihn umgebende Stille pa�te also nicht ganz zu dem Bild. Einen kurzen Augenblick aber versetzte ihn seine Phantasie zweihundert Parsek durch das All in eine Welt voller W�rme und Leben.</p><p>Erschrocken fuhr er auf. Nein, dieser Ort hier war nicht die Heimat. Diese Welt war zwar nicht tot, h�tte aber tot sein sollen. Tot wie die Leere des Alls, an die sie ihn so sehr erinnerte. Die K�lte machte sich bemerkbar, gef�hlsm��ig durch die Wiederkehr des Entsetzens, das er beim ersten Anblick dieser Welt versp�rt hatte, k�rperlich durch einen leichten Schmerz in den F��en. Auch das technische Wunder, in dem er steckte, konnte die Finger der K�lte nicht ewig abwehren. Er wollte sich bei Feth melden. Dieser sollte das Torpedo so man�vrieren, da� er an die Ketten und Halterungen herankonnte. Ken kam nicht dazu, sein Ersuchen zu �u�ern.</p><p>So pl�tzlich wie vor ein paar Tagen durchschnitt eine menschliche Stimme scharf die Stille auf dem Eisplaneten.</p></section><section><title><p>XIV</p></title><p>Es war nicht Entmutigung, die Rogers Nachtwachen ein Ende bereitete. In der Nacht, in der die Sarrianer den Anzug testeten, startete er eigentlich seinen letzten Ausflug. Schuld daran waren Gr�nde, auf die der Junge keinen Einflu� hatte. Als er am Morgen hinunterkam, fing ihn sein Vater ab und ging mit ihm vors Haus. Dort deutete er auf gewisse Fu�spuren. Dann ging es wieder hinauf in Rogers Zimmer, und das Seil kam ans Tageslicht. Mr. Wing verlangte als Abschlu� der Untersuchung eine Erkl�rung.</p><p>�Glaub ja nicht, da� jemand dich verpetzt h�tte�, sagte er. �Ich wei� gar nicht, ob du jemanden ins Vertrauen gezogen hast. Deine Mutter und ich, wir beide bemerkten, da� du deinen Schlaf tags�ber nachholen mu�test. Na, was war los?�</p><p>L�gen kam Roger gar nicht in den Sinn. Der Familienbrauch, fragw�rdige Feststellungen auf Herausforderung der anderen beweisen zu m�ssen, hatte ihn wie auch die anderen Kinder gelehrt, Beweise gelten zu lassen und von nutzlosem Leugnen Abstand zu nehmen. Die einzige Frage, die ihn bewegte, war, ob er es sagen sollte oder nicht. Er wu�te, da� ihm keine Strafe drohte, wenn er sich weigerte. Ebenso wu�te er, da� sein Vater ihm bei diesem Problem, das auch seine eigenen F�higkeiten �berstieg, nicht helfen konnte und da� es mit Sicherheit keine weiteren Nachtausfl�ge auf der Suche nach landenden Torpedos geben w�rde. Er berichtete, was geschehen war� mit allen Einzelheiten, die das nahezu vollkommen eidetische Ged�chtnis der Kindheit ihm eingab. Nachdem er seine Geschichte beendet hatte, schwieg sein Vater.</p><p>�Da� du Don und mir gefolgt bist, wollen wir unter den Tisch fallen lassen�, sagte er schlie�lich. �Man hat es dir nie ausdr�cklich verboten, und Neugierde ist ein recht gesunder Zug. Da� du in der Nacht im Wald h�ngengeblieben bist, ohne Proviant, Wasser und Licht, ist schon viel ernster zu bewerten, noch dazu in Anbetracht der Tatsache, da� man von dir annehmen kann, du w��test es besser. Da deine Geschichte aber so interessant ist, wollen wir die Strafe f�r dein Vergehen aussetzen.�</p><p>Roger grinste. �Wie w�re das Urteil ausgefallen?�</p><p>�Am logischsten w�re eine ein- oder zweiw�chige Beschr�nkung auf die Sechshundert-Meter-Bannmeile. Du hast dich benommen wie ein Sechsj�hriger. Also, stell dir vor, diese Strafe h�ngt �ber deinem Haupt, und damit k�nnen wir uns dringenderen Angelegenheiten zuwenden. Ich nehme an, da� Edie alles wei�.�</p><p>�Sie wei� nur, was damals in der Nacht passierte. Von den folgenden Ausfl�gen wei� sie nichts.�</p><p>�Na sch�n. Nach dem Fr�hst�ck holst du sie, und ihr beide kommt zu mir. Wir m�ssen einiges besprechen.�</p><p>Es zeigte sich, da� auch Don an dieser Besprechung teilnahm. Sie fand in einem kleinen nat�rlichen Amphitheater oberhalb des Hauses statt, das mit grob behauenen Holzb�nken ausgestattet war. Mr. Wing verlor keine Zeit. Er erz�hlte den j�ngeren Kindern die Geschichte, die er einige Tage zuvor Donald erz�hlt hatte. Dann wiederholte Roger seinem �lteren Bruder zuliebe seine Geschichte. Don hatte inzwischen nat�rlich ein sarrianisches Torpedo zu Gesicht bekommen, da er dabei gewesen war, als vor einigen Tagen die erste Ladung Tabak �bergeben wurde. Es bestand kein Zweifel, da� das Gebilde, das Roger gesehen hatte, denselben Ursprung haben mu�te.</p><p>�Ich begreife nicht, warum sie nach all diesen Jahren ihre Operationsbasis verlagern.� Mr. Wing schien sehr verwundert. �Seit Dons Geburt sind sie jeden Sommer zu der Vorrichtung zur�ckgekommen, die unserer Ansicht nach eine Art Peilsender sein mu�.�</p><p>�Du wei�t nicht sicher, ob sie nicht auch anderswo schon gelandet sind�, hob Don hervor. �Roger traf ganz zuf�llig auf einen ihrer Torpedos. Es kann �berall auf der Erde zahllose andere gegeben haben.�</p><p>�Das stimmt nat�rlich. Roger, du hast doch auf deinen n�chtlichen Wanderungen nicht Spuren anderer Landungen entdecken k�nnen, oder?�</p><p>�Dad, da bin ich nicht sicher. Auf einem H�gel habe ich einen verbrannten Strauch gesehen, der ganz f�r sich allein steht. Nirgends Spuren von einem Lagerfeuer, und Gewitter hat es auch nicht gegeben. Ich dachte, eines dieser Dinger h�tte etwas fallengelassen, �hnlich dem, das mir die Hand verbrannte und den Brand verursachte. Aber ich konnte nichts dergleichen finden. Ich wei� nicht, was den Strauch versengt hat.�</p><p>�Verstehe. Also, Zusammenfassung: Wir haben lange Zeit mit au�erirdischen Wesen Handel betrieben; wir sind vielleicht und vielleicht auch nicht die einzigen Handelspartner. Zumindest einmal schickten sie eine Sonde herunter, deren Mission in erster Linie nicht der Handel war.�</p><p>�Falls nicht das Licht, das Roger sah, Aufmerksamkeit erregen sollte�, warf Donald ein.</p><p>�In diesem Fall h�tten die wohl ihr Gold nicht zu hei� zum Anfassen angeboten. Au�erdem habe ich Gold nie gewollt� mir reichen als Konkurrenz die gew�hnlichen Prospektoren. Ich kann auf einen Goldrausch von Amateuren verzichten.�</p><p>�Wir wissen aber nicht, ob andere Menschen, falls es noch andere gibt, mit denen die Au�erirdischen Kontakt haben, ebenso denken. Ich glaube aber, da� du mit der Temperatur recht hast. Sicher haben sie ein Experiment durchgef�hrt, und das Handelsangebot kam nebenbei, als sie Rogers Stimme h�rten.�</p><p>�Ein schmutziger Trick war das�, bemerkte Roger.</p><p>�Vielleicht ganz unabsichtlich. Ihre Kenntnisse unserer Sprache sind sehr begrenzt, au�erdem habe ich den Eindruck, da� sie nicht heruntersehen k�nnen. Entweder ist ihnen Fernsehen unbekannt, oder aber sie k�nnen in die Torpedos keinen Sender einbauen. Au�erdem bist du ihnen �berraschend �ber den Weg gelaufen, und die haben wohl in der Erregung des Augenblicks vergessen, da� das Gold hei� war. Du sagtest, es w�re da noch ein anderer Beh�lter gewesen, der leuchtete. Aber �ber diesen Punkt lohnt sich wohl keine Diskussion.</p><p>Ich hatte diesen Schritt eigentlich erst geplant, bis Roger und Edie �lter sein w�rden und schon so viel gelernt h�tten, da� sie uns mehr h�tten helfen k�nnen. In dieser Hinsicht habe ich jetzt keinen Einflu� mehr. Was ich jetzt m�chte und wozu ich eure Hilfe brauche, ist folgendes: Ich m�chte herausbekommen, woher diese Dinger kommen, was f�r Wesen sie steuern � und wenn m�glich, wie sie funktionieren. Ich brauche euch nicht eigens zu sagen, wie wichtig dieses Wissen ist. Ich habe nie versucht, au�enstehende Fachleute heranzuziehen, weil ich f�rchtete, bei denen w�rde die Neugierde �ber die Vernunft siegen. Ich m�chte nicht, da� die Torpedos durch �bereiltes Vorgehen erschreckt werden. Ich bin n�mlich zu alt, um noch einen neuen Handel aufzumachen.�</p><p>�Quatsch!� Es war Edies erster Beitrag zur Diskussion. Sie hatte bisher blo� sehr aufmerksam zugeh�rt. �Was werden wir jetzt tun?� fragte der praktisch veranlagte Roger.</p><p>�Erstens werdet ihr beide mitkommen, wenn wir n�chstes Mal unsere Waren austauschen. Ich k�nnte auch die Kleinen mitnehmen, blo� w�re es f�r sie ein Gewaltmarsch. Ihr k�nnt zuh�ren, beobachten und euch alles merken. Hinterher erwarte ich mir Ideen von euch. Roger, ich hatte gehofft, du w�rdest schon Elektronikfachmann sein, wenn dies eintr�fe. Na ja, wir werden uns zunutze machen, was uns zur Verf�gung steht.�</p><p>�Vielleicht kann mein Mi�geschick von letzter Nacht uns n�tzen�, meinte Roger. �Wenn die so scharf auf Tabak sind, da� sie daf�r mit Platin und Iridium zahlen, dann sind sie vielleicht bereit, sich zu entschuldigen.�</p><p>�Vorausgesetzt, sie wissen, da� sie dir wehgetan haben, und sind imstande, sich einen Weg zur �bermittlung der Entschuldigung auszudenken. Ich w�rde ein oder zwei zus�tzliche Nuggets nicht ablehnen, falls sie uns welche schicken, aber sehr informativ w�re das nicht.�</p><p>�Ja, vermutlich hast du recht. Ich werde die ganze Umgebung der Stelle absuchen, wo ihr die Sachen austauscht. Sollten sie im Wald noch an anderen Stellen gelandet sein, werde ich sie finden � da gibt es jede Menge geknickte �ste und eine tiefe torpedof�rmige Delle im Boden.�</p><p>�Wenn du glaubst, da� es sich lohnt�, bemerkte Don. �Warum sollten sie ausgerechnet in der n�heren Umgebung landen? Die Erde ist ziemlich gro�.�</p><p>�Einmal haben sie es getan, und ich wette, da� ich wei� warum!� gab Roger zur�ck. �Der Richtungssender steht hier! Wenn du eine neue Welt erforschen m��test oder auch nur ein neues Land, dann w�rdest du auch nicht hier eine Landung machen und die n�chste f�nfhundert Kilometer weiter. Ganz bestimmt nicht. Du w�rdest dich zuerst in einer Gegend umsehen, einen Vorposten einrichten und von dort aus ausschw�rmen.�</p><p>W�hrend die anderen diese Erkl�rung verarbeiteten, herrschte Schweigen.</p><p>�Du meinst also�, sagte dann Mr. Wing, �da� sie nach zwanzig Jahren reiner Handelsbeziehungen pl�tzlich auf Entdeckung gehen? Warum nicht schon fr�her?�</p><p>�Unfaire Frage.�</p><p>�Stimmt. Na meinetwegen, es ist immerhin eine brauchbare Arbeitshypothese. Mach weiter mit deinen Erkundungsg�ngen � Edie kann sich beteiligen, wenn sie will. Ich halte die Idee nicht f�r so umwerfend, da� ich mich selbst der M�he unterz�ge, aber in ein oder zwei Tagen werde ich signalisieren, da� wieder ein Torpedo geschickt werden soll. Auf diese Weise habt ihr ausreichend Zeit, euch gr�ndlich umzusehen.�</p><p>�Na ja�� Roger hatte beim Kartenzeichnen gemerkt, was es hei�t, einen Quadratkilometer gr�ndlich zu erkunden. �Ein bi�chen umsehen k�nnen wir uns. Ich gehe jetzt gleich los, wenn niemand brauchbare Ideen hat. Kommst du mit, Edie?� Das M�dchen stand wortlos auf und folgte ihm zur�ck zum Haus. Mr. Wing sah ihnen belustigt nach.</p><p>�Mir w�re lieber, Rogers Theorie w�rde mir nicht so viel Sorge bereiten�, sagte er pl�tzlich zu Donald. �Vielleicht hat er recht� vielleicht haben diese Wesen es satt, f�r Tabak zu bezahlen. Sie sind in den Naturwissenschaften sicher fortgeschrittener als wir.�</p><p>�Na, wenn sie hier in der Umgebung nach Tabakpflanzen suchen, dann haben sie viel zu tun�, antwortete Don. �Besser, sie halten sich an friedliche Bedingungen.�</p><p>�Na, das sag ihnen mal�, murmelte Mr. Wing.</p><p>Roger und Edie verloren keine Zeit. Diesmal wurde der Proviant nicht vergessen. In aller Eile machten sie ein paar belegte Brote zurecht. Ihre Mutter hatte sich l�ngst mit der Tatsache abgefunden, da� Pl�nderungen der Speisekammer untrennbar mit dem �berleben im Wald zusammenhingen. Zus�tzlich mit einem Wasserkanister ausger�stet, machten sie sich in �stlicher Richtung auf den Weg.</p><p>Billy und Marjorie spielten irgendwo und waren nicht zu sehen. Es gab also keinen �rger, weil die beiden Kleinen allein zu Hause bleiben mu�ten. Mr. Wings Beschreibung war so klar gewesen, da� sie den sarrianischen Sender ohne Schwierigkeiten fanden. Von dort ging ihre Suchexpedition aus. Auf Edies Vorschlag hin trennten sie sich. Sie �bernahm die S�dh�nge auf einer Linie bis zum Haus, Roger die Nordh�nge. Sie kamen �berein, sich so hoch als m�glich zu halten, damit sie die meiste Zeit �ber in Rufweite blieben. In dieser kurzen Zeit hatte es wenig Sinn, nach etwaigen Spuren in den W�ldern zu suchen. Doch es war immerhin m�glich, da� sie verbrannte Stellen sichteten wie jene, die Roger bereits gesehen hatte oder geknickte Baumwipfel oder �ste, wenn sie von ihren Standorten bergab blickten. Auf jeden Fall konnte man auf diese Weise ein gr��eres Gebiet absuchen. Die beiden hatten erst gar keine Debatte dar�ber angefangen, ob es besser w�re, ein kleines Gebiet genau abzusuchen oder �ber ein gro�es nur ungef�hr Bescheid zu wissen.</p><p>Weder Roger noch Edith waren auf dem H�gel, wo Ken niederging und landete. Die Natur hatte es eingerichtet, da� sie in der N�he waren, doch der Zufall hatte nicht zugelassen, da� die Sache weiter gedieh. Die Natur hatte zum Gl�ck noch einen Trick in Reserve.</p><p>Bis zu diesem Morgen hatte Roger es f�r mehr oder weniger selbstverst�ndlich angesehen, da� alle zuk�nftigen Besuche des Torpedos bei Nacht vonstatten gehen w�rden wie der erste Besuch. Die Geschichte seines Vaters hatte diese Meinung ins Wanken gebracht. Sein Blick wanderte immer h�ufiger zum Himmel hoch. Daher war es kein Wunder, da� er das niedergehende Torpedo entdeckte.</p><p>Es befand sich etwa drei Kilometer von den Kindern entfernt, so da� er Einzelheiten nicht ausmachen konnte. Roger war jedoch sicher, da� es sich um keinen Vogel handelte. Aus dieser Entfernung wirkte der am Torpedo baumelnde Ken reichlich sonderbar. Einzelheiten oder nicht, Roger bezweifelte keine Sekunde, was es war. Mit einem lauten Ausruf, den seine Schwester h�ren mochte oder nicht, raste er in halsbrecherischem Tempo bergab.</p><p>Kurze Zeit konnte er ein phantastisches Tempo beibehalten, da die Unebenheiten der Felsen f�r seine wachen Augen und ge�bten Muskeln kein Hindernis darstellten. Erst als er zum Wald kam, mu�te er betr�chtlich abbremsen. Eine Zeitlang behielt er sein Tempo noch bei, dann aber machte er sich klar, da� er noch mindestens einen H�gel zu �berwinden und einen zweiten bis zum Kamm zu erklimmen hatte, und lie� sich etwas Zeit.</p><p>Als er eine dreiviertel Stunde sp�ter den H�gelkamm erreichte, auf den das Torpedo zusteuerte, hatte er nasse F��e, total zerkratzte Beine und war ganz au�er Atem. Von Edith hatte er keine Spur gesehen, ja, er hatte sie eigentlich vergessen. Sie h�tte ihm wieder einfallen m�ssen, als er am Gipfel der kleinen Erhebung innehielt, Atem holte und sich nach dem Objekt seiner Suche umblickte. Da sah er das Torpedo, ein kurzes St�ck h�gelab auf der anderen Seite. Und er sah Sallman Ken.</p><p>Roger kannte Bilder der gewaltigen Druckanz�ge, die bei Tiefseexpeditionen Verwendung finden. Kens Anblick erregte sein Erstaunen daher nicht allzusehr, gewi� viel weniger, als der Anblick eines Sarrianers ohne diesen Anzug es getan h�tte. Der Anzug n�mlich vermenschlichte das Aussehen Kens betr�chtlich, da auch ein menschliches Wesen darin Platz gefunden h�tte, ohne sich zu sehr verrenken zu m�ssen.</p><p>Aus technischen Gr�nden hatten die Beine nur ein einziges �Knie�, das dem oberen Gelenk der sarrianischen Gliedma�e entsprach. Der Leib hatte Menschengr��e und war zylindrisch. Es gab nur zwei obere Extremit�ten. Diese waren beweglicher als es bei einem f�r Menschen konstruierten �hnlichen Anzug h�tte sein m�ssen. Sie gaben jedenfalls nicht den geringsten Hinweis darauf, da� die Wesen, die sie trugen, sie mit jeweils zwei Tentakeln bewegten. Die Greifer an den Extremit�ten wirkten ganz nat�rlich, wenn auch viel komplizierter als die klauen�hnlichen Vorrichtungen, die der Junge auf den Bildern von den Tauchanz�gen gesehen hatte.</p><p>Aus der Entfernung, in der er sich befand, konnte er nicht deutlich durch die Sichtscheibe im Helm sehen. Es entging ihm daher im ersten Moment wie unmenschlich der Tr�ger des plumpen Anzugs war.</p><p>Roger stand da und starrte das Wesen an. Nach einer Weile stie� er den Schrei aus, der Kens �Einschiffen� j�h unterbrach. Der Sarrianer war so vertieft in sein Vorhaben, da� er Roger gar nicht bemerkte, ehe dieser schrie. Und dann sah er nichts anderes mehr. Er selbst war nicht in die Richtung gewendet, aus der der Schrei kam, doch eine der Sichtscheiben des Helms war es. Sein Interesse war so gro�, da� er sich nicht die M�he machte, den Panzer als Ganzes zu drehen, nachdem er einen ersten Blick auf das Wesen geworfen hatte, das zu ihm heruntergelaufen kam. Er blieb einfach stehen und blickte Roger mit dem einen Auge entgegen, das er in Position bringen konnte. Da� das fremde Wesen feindselige Absichten haben k�nnte, kam ihm gar nicht in den Sinn.</p><p>Auch Roger dachte keinen Augenblick an diese M�glichkeit. Seinem Wesen nach war er Ken viel zu �hnlich, trotz der gewaltigen k�rperlichen Unterschiede. Sie standen einander gegen�ber� Ken hatte sich doch zum Wenden der R�stung entschlossen, damit er mit beiden Augen sehen konnte� und registrierten schweigend alle Einzelheiten, die das jeweilige Sehverm�gen ausmachen konnte. Dabei hatte jeder einen Vorteil. Rogers Vorteil war der Umstand, da� das Licht f�r ihn normal war, w�hrend Ken den Jungen ohne eine H�lle von ein paar hundert Kilo vor sich stehen hatte. Jetzt konnte Roger das Gesicht des Sarrianers sehen: die gro�en, auseinanderstehenden, einzeln beweglichen Augen, das Nichts, wo eine Nase hingeh�rte, und den breiten, d�nnlippigen, erstaunlich menschlichen Mund. Die Stille zog sich hin.</p><p>Sie wurde von Feth unterbrochen, dessen Besorgnis mit jeder Sekunde seit Rogers Schrei gewachsen war.</p><p>�Was ist passiert? Etwas schiefgegangen? Ken, bist du in Ordnung?�</p><p>Ken fand seine Stimme wieder. �Alles tadellos. Wir haben Gesellschaft bekommen, wie Ihnen sicher nicht entgangen ist.� Er begann Roger so gr�ndlich als m�glich zu beschreiben, wurde aber von Feth unterbrochen.</p><p>�So geht das nicht. Wir m�ssen eine Fernsehanlage oder eine Kamera runterschaffen, und wenn ich ein neues System erfinden m��te. Geben Sie sich nicht die M�he, das Ding zu beschreiben. Versuchen Sie, mit ihm zu sprechen!�</p><p>Von all dem hatte Roger nichts mitbekommen, da Feth nicht den Lautsprecher des Torpedos eingeschaltet hatte. Diese Unterlassung machte er nun wett, und der Junge konnte Kens n�chste Worte deutlich h�ren.</p><p>�Was um alles in der Galaxis soll ich sagen? Was ist, wenn dieser da von unserem gestrigen Irrtum geh�rt hat� was ist, wenn es sogar das Wesen von gestern ist? Wenn ich das Wort �Gold� ausspreche, wird es entweder davonlaufen oder zum Angriff �bergehen. Ich f�rchte es nicht, aber der Vorgang des Kennenlernens wird dadurch nicht gef�rdert.�</p><p>�Sie haben das Wort eben ausgesprochen. Wie hat es das Wesen aufgenommen? Ich habe jetzt den Lautsprecher eingeschaltet.�</p><p>Ken, der das nicht wissen konnte, warf Roger einen erschrockenen Blick zu.</p><p>Der Junge hatte nat�rlich nur das eine Wort �Gold� mitbekommen. Vermutlich h�tte er es glatt �berh�rt, wenn Ken es nicht so hervorgehoben h�tte, wie man eben ein fremdes Wort betont. Roger, der die einzelnen Stimmen nicht unterscheiden konnte, war nun der Meinung, da� alle Laute, die aus dem Lautsprecher drangen, ausdr�cklich an ihn gerichtet w�ren.</p><p>�Ich will euer Gold nicht� jedenfalls nicht, wenn es so ist wie beim letzten Mal.� Wieder wurde von den Zuh�rern nur das eine Wort verstanden. In Ken regte sich Hoffnung. Vielleicht hatte dieses Wesen nichts geh�rt, oder aber er und Feth hatten die w�hrend des Atmosph�rentests geh�rten Worte v�llig falsch interpretiert.</p><p>�Gold?� fragte er.</p><p>�Nein!� Roger sch�ttelte den Kopf und wich zur�ck. Das Kopfsch�tteln sagte dem Sarrianer gar nichts, der Schritt zur�ck aber war eindeutig.</p><p>�Feth, hast du den letzten Laut aufgenommen? Seinem Verhalten nach zu schlie�en, scheint das in ihrer Sprache die Verneinung zu sein. Gold nein!� Er sprach die zwei W�rter aus. Roger beruhigte sich sichtlich, sprach seine Worte aber immer noch mit gro�em Nachdruck aus.</p><p>�Gold und Platin nein� Ich habe keinen Tabak!� Er breitete die leeren H�nde aus und drehte die Taschen um. Damit lieferte er dem Sarrianer einen Hinweis darauf, was zur Bekleidung geh�rte.</p><p>�Sie m�ssen auf Dinge zeigen und sie benennen�, riet Feth von oben. �Wie anders wollen Sie sonst die Sprache lernen? Dieses Geschnatter h�rte sich unbeschreiblich albern an.�</p><p>�Na sch�n. Bedenken Sie aber, da� ich hier alles sehen und h�ren kann. Das macht viel aus. Wenn Sie Ergebnisse haben wollen, dann verhalten Sie sich dort oben gef�lligst ruhig. Wie soll das Wesen unterscheiden, wer im Moment spricht? Alles kommt aus demselben Lautsprecher. Ich werde mich schon melden, wenn ich etwas brauche.�</p><p>Feth gab auf diesen vern�nftigen Einwand keine Antwort, und nach einer Weile fing Ken an, den Vorschlag Feths zu befolgen.</p><p>Da Roger eben denselben Entschlu� gefa�t hatte, kapierte er sofort, und die menschliche Intelligenz stieg in der Achtung des Sarrianers gewaltig. Sein Gespr�ch mit Laj Drai hatte ihn diesbez�glich viel weniger erhoffen lassen.</p><p>Die W�rter f�r Fels, Baum, Strauch, Berg, Wolke, und die Zahlen bis zehn waren bald erlernt. Auch ein paar Verben waren rasch geschafft. An diesem Punkt wurde der Lernproze� unterbrochen, zur nicht geringen Erleichterung Rogers, der von weitem einen Ruf h�rte.</p><p>�Allm�chtiger! Edie habe ich ja ganz vergessen! Die glaubt sicher, ich bin abgest�rzt oder so!�</p><p>Er wandte sich in die Richtung, aus der der Ruf zu kommen schien. Er legte all seine Kraft in den Antwortschrei. Seine Schwester h�rte ihn und antwortete ihrerseits. Nach zehn bis f�nfzehn Minuten ziemlicher Lungenbeanspruchung war sie zur Stelle. Zu Rogers Verwunderung wollte sie an Ken nicht n�her herangehen. �Was ist denn mit dir? Der will doch nur sprechen, soweit ich das jetzt beurteilen kann.�</p><p>�Hast du dich nicht wieder verbrannt?�</p><p>�Nein. Warum auch?�</p><p>�Sp�rst du denn die Hitze nicht?�</p><p>Seltsamerweise hatte Roger nichts davon gemerkt. Er hatte sich Ken auch nur auf knappe zehn Meter gen�hert. Die Hitzestrahlung des Anzugs war auf diese Distanz zwar f�hlbar, aber nicht unangenehm. Sie war ihm in der Aufregung gar nicht aufgefallen. F�r Edith, deren Bild von den Au�erirdischen vor allem durch das Erlebnis ihres Bruders vor einigen Tagen gepr�gt worden war, stellte die Hitze das auffallendste Merkmal des vor ihr stehenden Dinges dar.</p><p>Roger ging nun n�her an den Au�erirdischen heran und streckte vorsichtig die Hand aus. Er hielt abrupt inne.</p><p>�Mein Gott, wie hei� der ist. Vielleicht war dies der Grund� die dachten wom�glich gar nicht daran, da� das Gold mich verbrennen w�rde. Meinst du nicht auch?�</p><p>�M�glich, m�chte blo� wissen, wie der in dieser Hitze existieren kann. Dad w�rde das sicher auch wissen wollen. Er sollte jetzt eigentlich hier sein. Soll ich zu ihm laufen, w�hrend du das Ding hier festnagelst?�</p><p>�W��te nicht wie. Au�erdem wird es dann schon sehr sp�t sein, wenn Dad endlich da ist. Versuchen wir lieber f�r morgen eine Verabredung zu treffen.� Ohne auf Edies sehr vern�nftiges �Wie?� zu h�ren, wandte er sich an Ken.</p><p>Das �Wie� stellte tats�chlich keine Schwierigkeit dar. Zeit stellt zwar einen abstrakten Begriff dar, kann aber f�r praktische Zwecke mit einfachen Gesten verdeutlicht werden, wenn sie mittels eines Ph�nomens, wie es die scheinbare Sonnenbewegung darstellt, gemessen wird. Ken verstand sehr gut, als Roger ihm mit Handbewegungen klarmachte, da� die zwei Eingeborenen am n�chsten Tag kurz nach Sonnenaufgang wieder an den gegenw�rtigen Standort kommen w�rden.</p><p>Ken war froh, da� damit die Episode beendet war, da seine F��e starr vor K�lte waren. Er nahm seine unterbrochene T�tigkeit wieder auf und befestigte sich an dem Torpedo. Die Kinder, die, bei den B�umen angekommen, einen letzten Blick zur�ckwarfen, sahen das seltsam aussehende Doppelgebilde von Anzug und Torpedo mit steigender Geschwindigkeit aufsteigen. Sie sahen ihm nach, bis es zu einem kleinen Punkt geschrumpft war und schlie�lich verschwand. Dann liefen sie schnurstracks nach Hause.</p></section><section><title><p>XV</p></title><p>Mr. Wing war nicht blo� interessiert, er war fasziniert von dem Bericht, den ihm Roger und Edie lieferten. Nat�rlich war ihm klar, da� der Grund f�r die ungewohnte Entdeckungsfreude der Au�erirdischen nicht seine Familie war, doch die Tatsache, da� sie �berhaupt Interesse an der Erde zeigten, war seinen eigenen Pl�nen sehr n�tzlich.</p><p>Beim Abendessen drehte sich das Gespr�ch ausschlie�lich um das Erlebnis der Kinder. S�mtliche Bestrebungen, die Einzelheiten vor anderen Familienmitgliedern geheimzuhalten, wurden fallengelassen. Mrs. Wing war ohnehin von Anfang an eingeweiht worden. Roger und Edie waren am Morgen diesbez�glich instruiert worden.</p><p>Aber Billy und Marjorie mangelte es an Grundwissen und den neuesten Informationen, so da� sie sich der Bedeutung der Situation nicht bewu�t waren. Ihre Fragen st�rten immer wieder den Gedankenflu�, was allerdings nur bei Roger Ungeduld hervorrief. Da auch er nicht wagte, seinen Unmut �ber ihr Unwissen zu �u�ern, blieb der Ton der Unterhaltung friedlich, und es gelang sogar, einige wichtige Entscheidungen zu treffen.</p><p>�Mir scheint, da� diese Dinge � jetzt k�nnten wir sie vielleicht schon als Menschen bezeichnen, da wir eine Ahnung haben, wie sie aussehen � mindestens einen Wissenschaftler dabei haben�, sagte Mr. Wing. �Der Grund f�r ihre sp�te Entdeckerfreude ist mir allerdings schleierhaft��</p><p>�Sieh dir mal ein astronomisches Foto der Milchstra�e an, dann hast du eine Ahnung�, warf Don ein.</p><p>�Grund oder nicht, die Tatsache an sich k�nnte n�tzlich sein. Es werden sowohl Forscher als auch Apparate runtergeschickt werden, gar kein Zweifel. Und da� ein gewisser Prozentsatz der Instrumente verlorengeht, damit m�ssen die rechnen. Ich m�chte bei meinen Nachkommen keineswegs Unehrlichkeit f�rdern, aber wenn es uns gel�nge, einen dieser Apparate in die Finger zu bekommen und ihn zu zerlegen, dann w�re ich sehr froh.�</p><p>�Du f�rchtest also nicht mehr, sie zu erschrecken?� stellte Mrs. Wing in Form einer Frage fest.</p><p>�Nein. Ob sie die Handelsbeziehungen fortsetzen oder nicht, entzieht sich ohnehin meinem Einflu�. Das h�ngt wahrscheinlich von den Ergebnissen ab, die ihre Forscher bringen. Nein, ich habe keine Bef�rchtungen. Sie sind ungeheuer scharf auf Tabak. Ich m�chte sehr bezweifeln, ob dieser auf einem anderen Planeten w�chst. Noch sicherer w�re ich nat�rlich, wenn ich w��te, wozu sie das Zeug ben�tigen. Ich dachte immer, sie rauchen den Tabak wie wir, seitdem wir aber �ber ihre normale Temperatur Bescheid wissen, erscheint mir dies als unwahrscheinlich.</p><p>Jetzt aber zur�ck zu unserem urspr�nglichen Thema. Wer von nun an mit ihnen Kontakt bekommt, k�nnte den Vorschlag machen, sie sollten einen zweiten Richtungssender herunterschaffen, damit sie von vornherein dieses Haus hier anpeilen. Mir erscheint es sinnlos, einen Gewaltmarsch von zehn Kilometern und dann noch den R�ckweg auf sich zu nehmen, nur wegen ein bi�chen Unterhaltung. Roger, �brigens kommt mir vor, wir h�tten vielleicht einen besseren Eindruck machen k�nnen, wenn wir versucht h�tten, ein paar W�rter von ihnen zu lernen, anstatt ihnen unsere beizubringen.�</p><p>�Ja, mag sein. Daran dachte ich nicht.�</p><p>�Wie steht�s mit der Handelsbeziehung, Dad?� fragte Don. �Wirst du wie �blich weitermachen oder versuchen, diesen Forschern unser Zeug mitzugeben?�</p><p>Mr. Wing �berlegte. �Ich glaube, wir bleiben bei unserer gewohnten Routine�, sagte er dann. �Wir wissen nicht mit Sicherheit, da� die H�ndler und die Forscher zusammenarbeiten. W�re doch ein Jammer, wenn wir unsere Kunden entt�uschten. Wenn wir morgen zu der Verabredung gehen, k�nntest du vom Sender aus das Signal geben. Dazu nimmst du eine Packung Zigaretten mit. Normalerweise dauert es zwei, drei Tage, bis sie reagieren, wenn sie aber mit dem Forscherteam gemeinsame Sache machen, sind sie vielleicht n�her dran. Du mu�t vorbereitet sein, f�r den Fall, da� sie sofort reagieren.�</p><p>�Du meinst also, ich sollte notfalls den ganzen Tag beim Sender bleiben?�</p><p>�Nein, das nun auch wieder nicht. Bleib eine Weile, dann kannst du wieder zu uns sto�en. Wir k�nnen ja deine Richtung im Auge behalten, f�r den Fall, da� ein zweites Torpedo runterkommt. Es k�nnen h�chstens ein paar Kilometer Luftlinie sein, also m��ten wir es sehen k�nnen.�</p><p>�Meinetwegen. Ich gebe das Signal und mache den Vorschlag, da� ein zweiter Sender heruntergebracht wird� immer vorausgesetzt, beide Partner lernen gen�gend von der Sprache des anderen, um solche Vorschl�ge in die Tat umzusetzen.� Don wechselte unvermittelt das Thema. �Dad, ich hatte eben eine Idee. Du sagst, die Zeitspanne zwischen Signal und Ankunft des Torpedos w�re nicht immer gleich?�</p><p>�Das stimmt. Niemals weniger als zwei Tage, niemals viel l�nger als drei.�</p><p>�K�nntest du mir spezielle, mit dem Signalgeben zusammenh�ngende Daten und dazu die Ankunftszeiten nennen? Je mehr desto besser. Ich glaube, ich k�nnte damit etwas anfangen.�</p><p>Mr. Wing mu�te erst �berlegen. �Ja, einige sicher. Ich kann mich die letzten paar Jahre gut zur�ckerinnern, wahrscheinlich bringe ich auch ein paar weiter zur�ckliegende Daten zusammen. Und wie sieht deine Idee aus?�</p><p>�Dar�ber m�chte ich erst sprechen, wenn ich meiner Sache sicherer bin. Und jetzt sag, was du noch wei�t.�</p><p>Unter Mithilfe der ganzen Familie, die sich teilweise noch an die Zeiten seiner Abwesenheit erinnern konnte � dabei war ein von Edie gef�hrtes Tagebuch die beste Ged�chtnisst�tze �, kamen etwa zwei Dutzend Daten so genau zusammen, da� Don sehr zufrieden war. Er lief sofort hinauf in sein Zimmer und nahm die Unterlagen mit.</p><p>Von da an glitt das Gespr�ch unmerklich in den reinen Phantasiebereich �ber, und als es Zeit war, zu Bett zu gehen, hatte man sich die sch�nsten Bilder �ber das Leben in der Heimat der feurigen Besucher ausgemalt. Klein Marjories Beitrag war der interessanteste, wenngleich unzutreffendste.</p><p>Sallman Ken hingegen vergeudete keine Zeit mit Phantastereien. Er hatte sich sein Vorgehen noch nicht in allen Einzelheiten zurechtgelegt, bei der Arbeit nahmen aber bestimmte Ideen allm�hlich Gestalt an.</p><p>Kaum war er an Bord der <emphasis>Karella</emphasis> gegangen und aus seinem umfangreichen Panzeranzug gestiegen, hielt er mit Feth eine Besprechung ab. Lee nahm anfangs daran teil, ja, er folgte den beiden sogar in Kens Unterkunft. Zwischen Ken und Feth wurde ein vielsagender Blick gewechselt, worauf das Gespr�ch einen bemerkenswert hochgestochenen Verlauf nahm. F�r Lee war nur herauszuh�ren, da� es um h�here Physik und Chemie ging und um das Problem, die Pflanzensamen in den Bodenproben am Leben zu erhalten und gedeihen zu lassen. Es sah zun�chst aus, als wolle Lee bleiben und sich alles anh�ren, doch Feth hatte pl�tzlich die Idee, den Piloten in einigen Punkten um seine Meinung zu fragen. Daraufhin lie� sich Ordon Lee zur�ck in seinen Kontrollraum treiben.</p><p>�Dumm ist er nicht�, sagte Feth, der ihm gedankenvoll nachsah. �Aber er traut seiner Bildung wohl nicht �ber den Weg. Also, was wollten Sie vor Drai geheimhalten?�</p><p>�Mir ist eingefallen, da� unser Chef alles mitanh�ren wird wollen, was auf Planet Drei vor sich geht, sobald wir ein halbwegs anst�ndiges Mittel zur Verst�ndigung mit den Eingeborenen gefunden haben. Ich habe ein paar vage Ideen, wie man diese Wesen nutzbringend einsetzen k�nnte. Mir w�re lieber, Drai w�rde nicht alle Gespr�che mitanh�ren. Da es im Augenblick keine M�glichkeit gibt, dies zu verhindern, m�chte ich wissen, ob es nicht m�glich w�re, mich mit dem Torpedolautsprecher zu verbinden, ohne da� hier oben alles mitgeh�rt wird. Am besten w�re es, wenn ich Sie nach Belieben ein- und ausschalten k�nnte, damit Drai so viel mitbekommt, da� er nicht Argwohn sch�pft.�</p><p>�Ja, das m��te sich machen lassen�, sagte Feth bed�chtig. �Ich f�rchte nur, es wird mehr Arbeit kosten, als die Sache wert ist. w�re es nicht viel einfacher, wenn Sie eine zweite Anlage ins Torpedo mitn�hmen? Es besteht die M�glichkeit, Sender und Empf�nger in den Panzer einzubauen. Dann k�nnten Sie die eine oder andere Anlage einschalten, ganz nach Belieben.�</p><p>�Wird das Fehlen der zweiten Anlage nicht auffallen?�</p><p>�Erst wenn Drai sich mehr f�r die technischen Einzelheiten interessiert, als er es bis jetzt getan hat.�</p><p>�Na sch�n, machen wir es so. Jetzt noch etwas: Ich habe bereits vorgeschlagen, den Panzer vertikal anstatt horizontal vom Torpedo h�ngen zu lassen, so da� ich mich umhertragen lassen kann, anstatt dieses St�ck Metall unter erh�hter Schwerkraft weiterzubewegen.�</p><p>�Ja, das wird nicht weiter schwierig sein.�</p><p>�Noch ein Grund spricht daf�r. Das einzige unbehagliche Gef�hl auf diesem Planeten hatte ich in den F��en. Auf diese Weise k�nnen wir Bodenber�hrung vermeiden und es kommt gar nicht erst zum W�rmeverlust.</p><p>Als zweites hatte ich noch eine Idee zur Torpedosteuerung. W�re es m�glich, eine so kleine Einheit zusammenzubasteln, da� ich sie selbst mit herumtragen kann und Ihnen nicht jede Bewegung ansagen mu�? Auf diese Weise k�nnte ich mich frei bewegen.�</p><p>Feth runzelte die Stirn. �Daran dachte ich selbst schon, w�hrend ich Ihnen st�ndig das Torpedo nachschickte. Also ehrlich gesagt, bezweifle ich, da� es m�glich ist. Nicht die Kleinheit der Steuerung ist es, die Schwierigkeiten macht, vielmehr glaube ich, da� es mit dem vorhandenen Material nicht zu schaffen ist. Aber ich will es versuchen, wenn wir wieder auf Eins sind. Ich nehme an, Sie haben nichts dagegen, wenn Drai von diesen letzten zwei Vorschl�gen h�rt?�</p><p>�Nein, keineswegs. Es wird ihn sicher freuen. Vermutlich er�brigt sich die Hoffnung, er w�rde selbst eine Landung auf Drai wagen, wenn erst feststeht, da� es ungef�hrlich ist?�</p><p>Feth grinste breit. �Dazu bedarf es besserer Psychologen, als wir es sind. Drais Vertrauen in seine Mitarbeiter reicht nicht so weit. Und au�erdem, was w�rde das schon n�tzen? Wir h�tten nichts davon, wenn wir ihn dort aussetzten, so verlockend diese Idee auch klingt, und ihn mit Drohungen einzusch�chtern ist ebenso sinnlos, da er nat�rlich jedes abgepre�te Versprechen brechen w�rde.�</p><p>�Na ja, viel habe ich mir von dem Vorschlag ohnehin nicht erwartet. Aber jetzt bin ich daf�r, da� wir die Proben schleunigst auf Planet Eins bringen, ehe sie erfrieren. Dort wollen wir rasch ein Vivarium zusammenbasteln. Wenn es uns gl�ckt, auch nur irgend etwas zum Gedeihen zu bringen, wird Drai f�r eine Weile Ruhe geben.�</p><p>Das Torpedo, das Ken und seine Proben zur <emphasis>Karella</emphasis> gebracht hatte, wurde an den Rand des Reflektorfelds gelenkt, als Ken sich aus den Halterungen gel�st hatte. Feth kehrte zu seinen Instrumenten zur�ck und f�hrte das Schiff ganz nahe an den Rumpf des Schiffes heran, so da� es von den Antriebsfeldern der <emphasis>Karella</emphasis> mitgezogen wurde. Auf Kens Wunsch hin hielt Lee wieder auf die Sonne zu. Dreizehnhundert Kilometer �ber der Merkur-Oberfl�che wurde das Torpedo wieder losgeschickt, um von Feth in der H�hle sanft gelandet zu werden. Vor einiger Zeit war dort eine Fernsehanlage eingerichtet worden, mit deren Hilfe er jetzt die Landung durchf�hrte. Er richtete es so ein, da� etwa ein Meter der Torpedospitze sich in der Sonne befand, w�hrend alles andere im Schatten eines gro�en Felsens zu liegen kam. Damit war seiner Ansicht nach die richtige Temperatur wenigstens f�r einige Stunden aufrechtzuerhalten.</p><p>Kaum war die <emphasis>Karella</emphasis> gelandet, als er und Ken in die Werkstatt gingen. Dort wurde in aller Eile ein Metallbeh�lter zusammengestellt, etwa sechzig Zentimeter hoch, einen Meter lang und ebenso breit. Feth verschwei�te sorgf�ltig alle Fugen und unterzog sie einem vollen Drucktest. Auf den Beh�lter kam ein Glasdeckel, mit Silizium-Vakuum-Wachs abgedichtet, das zur Standardausr�stung aller Raumschiffe geh�rte. Auch diesen Deckel unterzog er einer Druckprobe, die einem irdischen Barometerstand von zw�lfhundertf�nfzig Millimeter entsprach. Ein zweiter, �hnlicher Beh�lter, in dem der erste Platz haben sollte, wurde eben zusammengebaut, ab Drai auftauchte. Offenbar hatte er endlich mitgekriegt, da� das Schiff gelandet war. �Na, Sie haben also mit einem Eingeborenen sprechen k�nnen, h�rte ich eben von Lee. Bravo, sehr gut gemacht. Haben Sie irgend etwas �ber die Herstellung des Tafaks herausbekommen?�</p><p>�So gut k�nnen wir uns nicht verst�ndigen.� Ken unterdr�ckte seinen Sarkasmus nach besten Kr�ften. �Unsere Arbeit war nach anderen Gesichtspunkten ausgerichtet.� Er deutete auf das halbfertige Vivarium. Drai betrachtete das Gebilde stirnrunzelnd, als m�sse er sich �ber dessen Zweck erst klar werden. �Es ist eine kleine Kammer, in der wir hoffentlich die Umweltbedingungen von Planet Drei nachvollziehen k�nnen. Mehr oder weniger ein reines Experiment. Zwischen den beiden Beh�ltern stellen wir ein Vakuum her. Feth sagt, einer der mit Schwefelhexafluorid betriebenen K�hlschr�nke, die er vor Jahren zusammenbaute, k�nnte die Temperatur entsprechend niedrig halten. Wir haben jetzt so viel Luft von Planet Drei, da� wir den Beh�lter mehrmals unter entsprechendem Druck f�llen k�nnen.�</p><p>Drais Miene verriet seine Verwunderung. �Ist der Beh�lter f�r einen Eingeborenen nicht zu klein? Lee sagte mir, Sie h�tten die auf fast eineinhalb Meter gesch�tzt. Au�erdem wei� ich ja von diesen Pl�nen gar nichts.�</p><p>�Eingeborene? Ich dachte, wir sollten hier Pfl�nzchen ziehen! Was sollen wir hier mit einem Eingeborenen?�</p><p>Drais Miene verkl�rte sich. �Ach, ich verstehe. Ich wu�te ja nicht, da� Sie schon Pflanzen mitgebracht haben. Hm; wenn ich es recht �berlege, w�re es aber gar nicht schlecht, wenn man einen oder zwei Eingeborene zur Hand h�tte. Falls die Planetenbewohner halbwegs zivilisiert sind, k�nnte man die Gefangenen gegen gewaltige Mengen von Tafak austauschen, und wir k�nnten sie au�erdem in der H�hle zum Bearbeiten und Ernten des Tafaks verwenden. Vielen Dank f�r die Idee.�</p><p>�Ich wei� blo� nicht, wie intelligent die Eingeborenen sind�, antwortete Ken. �Aber ich halte sie nicht f�r so hirnverbrannt, da� sie einfach in einen K�fig hineinmarschieren, den wir offen vor sie hinstellen. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, behalte ich mir diese M�glichkeit als letzte Ausflucht vor� wir werden schon genug �rger haben, unsere Erdproben und die Samen von ihren jetzigen Beh�ltern in diesen hier zu verlagern, ohne da� sie unserer Atmosph�re oder dem leeren Raum ausgesetzt werden. Hundertmal schlimmer w�re es, einen Eingeborenen in eine dieser H�hlen hineinzubekommen.�</p><p>�Ja, vielleicht haben Sie recht. Aber ich glaube, wir w�rden mit dieser Methode an mehr Tafak herankommen.�</p><p>�Ja, sicher, wenn sie zivilisiert sind. Aber ich verstehe nicht, was Sie an unserer Methode auszusetzen haben. Das Verfahren ist wei� Gott �u�erst preiswert.�</p><p>�Der Preis ist mir egal, es geht mir um die Menge. Wir bekommen blo� zweihundert Zylinder pro Jahr � noch dazu in einem Planet-Drei-Jahr. Diese Menge erlaubt uns nicht, in gr��erem Ma�stab zu operieren. Also, tun Sie, was Sie f�r richtig halten� vorausgesetzt, Sie k�nnen mich �berzeugen, da� es das Beste ist.�</p><p>Drai empfahl sich mit einem L�cheln. Feth und Ken wurden dabei das Gef�hl nicht los, da� Drais L�cheln eine h�chst unangenehme T�nung erhalten hatte. Feth sah ihm nach, wollte sich wieder seiner Arbeit zuwenden, hielt wieder inne, warf Ken einen entschuldigenden Blick zu und lief sodann Drai nach. Ken fiel ein, da� Feth die letzte Dosis des Rauschgifts einige Zeit vor ihm bekommen hatte.</p><p>Damit war er bei der Frage angelangt, wann er das erste Verlangen nach dem Rauschgift sp�ren w�rde. Feth hatte gesagt, es w�rde nach f�nf bis sechs sarrianischen Tagen soweit sein� das entsprach etwa dreizehn Erdenstunden. Einen halben Tag hatte er nach einem Erwachen mit Gerede vertan, mit dem Kontrollieren der Panzeranz�ge und mit dem Flug nach Drei. Mehr als ein ganzer Tag war mit den Tests und mit der Begegnung mit den Eingeborenen vergangen. Seither ein halber Tag. Mindestens ein ganzer Tag w�rde noch vergehen, bevor das geplante Zusammentreffen mit den Eingeborenen von Drei stattfinden konnte. Es war ungewi�, wie lange es dauern w�rde, aber auf jeden Fall blieben ihm noch zwei Tage Atempause. Er verdr�ngte die Sorgen und wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem halbfertigen Vivarium zu.</p><p>Er war kein ausgebildeter Schwei�er, doch die Proben, die geduldig in einer Entfernung von dreitausend Kilometern warteten, w�rden nur eine gewisse Zeit �berstehen, und er hatte keine Ahnung, wie lange Feth ausfallen w�rde. Er griff nach dem Schwei�apparat und nahm die Arbeit an der Au�enh�lle auf. Er hatte Feth abgeschaut, wie man die Druckprobe machte, und war angenehm �berrascht, als die N�hte dichthielten. Mehr allerdings konnte er nicht tun. Feth hatte keine Aufzeichnungen gemacht, und Ken hatte keine Ahnung, wie er sich das Einbauen der verschiedenen K�hl- und Pumpmechanismen vorstellte. Er lie� daher die Arbeit sein und fing an, �ber das Problem nachzudenken, das er Drai gegen�ber erw�hnt hatte, n�mlich wie man es anstellen konnte, die Proben in den h�bschen kleinen Tank zu verlagern, sobald dieser fertiggestellt w�re.</p><p>Erst versuchte er, einen ferngesteuerten �ffner zu konstruieren, als ihm die L�sung blitzartig einfiel. Er war w�tend, da� es ihm nicht schon eher eingefallen war. Daraufhin ruhte er sich aus, bis Feth wiederkam, und geriet dabei so dicht an den Schlafzustand, wie es ihm und seinen Artgenossen verg�nnt war.</p><p>Feth war nach vier Stunden wieder zur Stelle. Er schien in guter Verfassung. Dieses Tafak hatte sichtbare Nachwirkungen, auch noch nach jahrelanger Abh�ngigkeit, was einigerma�en tr�stlich war.</p><p>Ken zeigte ihm, was er w�hrend seiner Abwesenheit an dem Vivarium gemacht hatte. Feth schien sehr befriedigt. Er machte zwar ein entt�uschtes Gesicht, als er von Kens Pl�nen zur Verlagerung der Proben h�rte, da er, wie es sich zeigte, selbst diesbez�gliche Pl�ne hatte.</p><p>�Ich wei� gar nicht, warum wir so vernagelt waren, uns die Proben zu verschaffen, ehe wir einen Aufbewahrungsort hatten�, sagte Ken. �Damit gehen wir das Risiko ein, da� sie in den Kanistern verderben, und zus�tzlich haben wir das Verlagerungsproblem. Viel kl�ger w�re es gewesen, wenn wir den Beh�lter zuerst gebaut h�tten. Wir h�tten ihn auf Drei mitnehmen und an Ort und Stelle f�llen k�nnen. Warum haben wir es nicht getan?�</p><p>�Wenn Sie unbedingt eine Antwort wollen: Weil wir es kaum erwarten konnten, hinzukommen�, lautete die plausible Antwort. �Wollen Sie unsere jetzigen Proben verderben lassen?�</p><p>�Wir k�nnten mal ihre Temperatur �berpr�fen. Wenn sie noch halbwegs in Ordnung sind, dann k�nnen wir sie ebensogut mit nach Drei nehmen und sie dort in den Beh�lter �bertragen. Es interessiert mich, ob die eventuell vorhandenen Samen den Transport �berstanden haben, obwohl gar nichts damit bewiesen w�re, falls sie nicht aufgehen.�</p><p>�Sie k�nnten ja eine mikroskopische Untersuchung anstellen, ob irgend etwas Samen�hnliches vorhanden ist�, schlug Feth vor, die momentane Situation vergessend.</p><p>�Sollte man die Proben verkochen lassen oder den Beobachter erfrieren?� fragte Ken interessiert. Feth verfolgte die Sache nicht weiter. Statt dessen wandte er sich wieder seiner Arbeit zu. Das Vivarium nahm allm�hlich unter seinen geschickten Tentakeln Gestalt an. K�hlanlage und Pumpe waren winzig. Sie waren seitlich an dem Beh�lter fest angebracht. Die Bedienung war denkbar einfach: ein Aus-Einschaltknopf f�r die Pumpe und eine Thermostatw�hlscheibe f�r die K�hleinrichtung.</p><p>�Den Thermostat habe ich noch nicht kalibriert�, sagte Feth. �Ich werde drinnen ein Thermometer anbringen, dort, wo man es durch den Glasdeckel sehen kann. Sie brauchen dann nur an der Einstellung zu drehen, bis die Temperatur richtig ist.�</p><p>�Sehr sch�n. Sie haben gro�artige Arbeit geleistet, wenn man bedenkt, da� alles improvisiert werden mu�te. Alle Achtung, serienm��ig k�nnte das Ding nicht besser hergestellt werden. Ich kann keinen Fehler entdecken.�</p><p>Bis zu ihrem Verabredungstermin auf Planet Drei dauerte es noch ein paar Stunden. Sie hatten also Zeit, Kens Plan, der immer deutlicher Gestalt annahm, durchzusprechen. Zun�chst wurden die Eigent�mlichkeiten des Eisplaneten durchgesprochen. Feth sah in seinen Ersatzteilschr�nken nach und meldete, da� nichts vorhanden w�re, was sich in eine tragbare Steueranlage verwandeln lie�e, durch die Ken sein Torpedo selbst steuern konnte. Jetzt war er an der Reihe, sich zu �rgern, als Ken den Vorschlag machte, er solle die Steuerung per Draht mit dem Lenkmechanismus verbinden. Ken bestand nicht unbedingt darauf, das Torpedo per Funk zu lenken. Eine halbe Stunde sp�ter war ein Torpedo bereit, dem aus einer winzigen Rumpf�ffnung ein langes Kabel heraushing, das in einer kleinen Box endete. Die Box wies ein halbes Dutzend Schalthebel auf. Ken, der die Hebel ausprobierte, konnte nun das Torpedo nach Belieben lenken.</p><p>�Ich sch�tze, wir sind jetzt quitt, was das �bersehen des Offensichtlichen anlangt�, sagte er schlie�lich. �Sollten wir uns nicht zum Start fertigmachen?�</p><p>�Ja. �brigens ist es besser, wenn ich Sie bis auf die Oberfl�che navigiere, da Sie die Instrumente des Torpedos nicht ablesen k�nnen. Von da an k�nnen Sie tun, was Sie wollen.�</p><p>�Ja das w�re am besten. Viertausend Kilometer �ber der Planetenoberfl�che k�nnte ich weder Entfernung noch Geschwindigkeit absch�tzen.�</p><p>Sie zogen ihre Raumanz�ge an und schleppten die Apparate hinaus zur <emphasis>Karella.</emphasis> Das Vivarium lie�en sie in der Luftschleuse stehen, da es ohnehin am Torpedo festgemacht werden mu�te. Lee stie� kurz danach darauf und gab eine �tzende Bemerkung �ber Typen von sich, die es darauf anlegten, die Ausg�nge eines Raumschiffs zu blockieren. Ken schleppte gehorsam den Beh�lter hinein, da Feth schon in den Kontrollraum gegangen war, um das mit der Zusatzkonstruktion versehene Torpedo in die Abschu�vorrichtung zu schieben.</p><p>Sie waren startklar, bis auf einen Punkt. Keinem war ihre Unterlassungss�nde aufgefallen. Eine Minute vor dem geplanten Start wurden sie daran erinnert als noch eine in einem Raumanzug steckende Gestalt vor der Luftschleuse der Station zu jener des Schiffes hin�berglitt. Gleich darauf kam Laj Drai in den Kontrollraum. �Wenn alles an Bord ist, k�nnen wir starten�, sagte er. Ken nickte wortlos dem Piloten zu.</p></section><section><title><p>XVI</p></title><p>Ken hielt auf halbem Weg in seinem Panzer inne und schwenkte anklagend die Tentakel.</p><p>�Warum haben Sie mich angeheuert, wenn Sie annehmen, ich w��te nicht, wovon ich spreche?� fragte er. �Ich werde versuchen, ganz schnell Pflanzen f�r Sie zu ziehen. Unser Beh�lter ist leider nur so klein, und unten auf dem Planeten gibt es Pflanzen, die w�rden gar nicht ins Raumschiff passen, so gro� sind sie, ob Sie es glauben oder nicht. Ich wei� ebensowenig wie Sie, wie Tafak aussieht, als Pflanze meine ich. Ich bin nicht mal so sicher wie Sie, da� es eine Pflanze ist. Schlagen Sie sich blo� die Idee aus dem Kopf, ich w�rde Pflanzen in den Beh�lter pferchen, bis sie keine Atemluft mehr haben. �ben Sie sich in Geduld. Es dauerte zweitausend Jahre, bis Sarr erforscht war, und dort war das Erforschen verdammt viel einfacher als auf Planet Drei!� Er fuhr fort, sich in seinen Metallpanzer hineinzuzw�ngen.</p><p>�Ken, Sie werden tun, was man Ihnen sagt. Mir ist es einerlei, wie Sie das schaffen, das sagte ich schon. Wenn wir aber nicht in absehbarer Zeit Tafak anpflanzen k�nnen, dann wird das jemandem sehr leid tun.�</p><p>Kens Antwort war ged�mpft zu h�ren, da nur mehr sein Kopf aus dem Anzug, hervorragte. �Das bleibt Ihnen �berlassen. Ich kann Sie nicht daran hindern. Aber wenn Sie mir freie Hand lassen, dann wird alles schneller gehen. So �berlegen Sie doch� wer kennt diesen Planeten?� Die Pause, die er machte, war rein rhetorisch. �Die Eingeborenen nat�rlich. Die kennen nicht blo� den Planeten, die wissen vermutlich auch, woher der Tafak kommt, da sie Ihnen das Zeug ja verkaufen. Sie werden mich kaum davon �berzeugen k�nnen, da� es eine bessere M�glichkeit gibt, etwas zu erfahren, als von den Eingeborenen.�</p><p>�Das Erlernen einer Sprache dauert so lange!�</p><p>�Stimmt. Es dauert auch lange, f�nfhundert Millionen Quadratkilometer zu erforschen, selbst wenn man die drei Viertel wegrechnet, die Ebene zu sein scheinen, was man eigentlich nicht tun d�rfte. Diese Eingeborenen stehen mit den Flachl�ndern vielleicht auf so gutem Fu�, da� sie den Tafak auf Handelsweg von ihnen bekommen. Was halten Sie davon? Soviel ich wei�, hatten Sie schon vor Jahren die Erforschung des Flachlandes als zu verlustreich abgeschrieben. Wie viele waren es, neunzehn von zwanzig Torpedos verloren oder zwanzig von zwanzig? Auf jeden Fall ein peinlicher Prozentsatz.�</p><p>�Angenommen, die wollen nicht, da� wir erfahren, wo das Zeug herkommt. Vielleicht f�rchten die, wir k�nnten es uns selbst verschaffen, anstatt es von ihnen gegen Bezahlung zu beziehen.�</p><p>�Da h�tten sie nicht weit danebengetippt. Ja, sicher, vielleicht argw�hnen sie genau das. Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, da� ein gewisses Ausma� an Takt angebracht ist. Falls Sie der Meinung sind, ich k�nnte es nicht aufbringen, dann machen Sie alles selbst� das sagte ich schon. Wir haben noch Panzer dabei. Ich m�chte auf jeden Fall runter, um mich dort umzusehen, aber Sie k�nnen ja mitkommen� das Torpedo kann Sie und mich und den Beh�lter bef�rdern.�</p><p>�Ich bin vielleicht kein Genie, aber ich bin auch nicht v�llig auf den Kopf gefallen. Ich werde sozusagen stellvertretend da sein. Und wenn mir Ihr Takt nicht zusagt, dann brauchen Sie erst gar nicht zur�ckzukommen.�</p><p>�Sie geben den Anzug auf? Ich dachte, der w�re teuer gewesen�, sagte Ken zuckers�� und zog den massiven Helm mit einem Scheppern zu.</p><p>Feth, der alles mitangeh�rt hatte, r�ckte den Helm noch einmal richtig zurecht. Er selbst hatte seit Jahren nicht mehr so mit Drai gesprochen und wurde noch von unangenehmen Erinnerungen an jenes letzte Mal verfolgt. Deswegen machte er sich Sorgen. Nat�rlich durchschaute er, was hinter Kens Haltung steckte. Ken wollte Drai so weit ver�rgern, da� dieser nur in einem Punkt Verdacht sch�pfte. Und dieser eine Punkt war genau das, was Ken anstrebte. Feth mu�te sich eingestehen, da� dieser Teil des Gespr�chs sehr geschickt gef�hrt worden war. Dennoch war er nicht sicher, ob ihm Laj Drais Miene gefiel, als dieser sich in H�rweite der Funkanlage bequem zurechtrekelte.</p><p>Er wurde aus seinen �berlegungen gerissen, als Ken von der Luftschleuse hereinrief und meldete, da� er am Torpedo festhing.</p><p>�Ich m�chte hier mit meiner eigenen Steuerung raus und mich ein bi�chen bewegen, weil ich hier in der N�he des Schiffes gut beurteilen kann, ob es klappt. Hier habe ich gerade genug Tr�gheit und noch kein Gewicht.�</p><p>�H�rt sich vern�nftig an�, stimmte Feth ihm zu. Er nahm die Tentakel vom Instrumentenbrett. Ein Auge blieb auf die Instrumente gerichtet, w�hrend das andere nach der n�chsten Sichtscheibe blickte. In wenigen Sekunden kam der zigarrenf�rmige Metallk�rper in Sicht, zuerst in die eine, dann in die andere Richtung schnellend. Die ungeschlachte Gestalt Kens hing von einem Punkt nahe am Bug, der Vivarien-Beh�lter ein St�ck weiter hinten. Auch das Vivarium war viel zu gro� f�r die Frachtkammer. Ken hatte offenbar keine Schwierigkeiten, mit der provisorisch wirkenden Anlage zurechtzukommen. Pl�tzlich gab Ken das Zeichen daf�r, da� er flugbereit w�re.</p><p>�Alles klar�, sagte Feth. �Bin wieder dran. Geben Sie blo� acht, da� Ihre Steuerung auf Null steht. Die beiden Systeme sind nicht querverbunden, und die Impulse summieren sich algebraisch. �brigens� es ist alles in der Frachtkammer untergebracht.� Das zweite Torpedo mit den ersten Proben war von seinem einsamen Landeplatz auf Merkur erl�st worden, und Laj Drai wu�te davon. Feth hoffte daher, er h�tte die leichte Betonung des W�rtchens �alles� �berh�rt. Der Techniker hatte das zus�tzliche Funkger�t zusammen mit den anderen Dingen in die Frachtkammer getan, im allerletzten Moment, so da� er keine Zeit mehr gehabt hatte, Ken Bescheid zu sagen. Er hoffte blo�, Ken w�rde damit richtig umgehen k�nnen.</p><p>Ken allerdings hatte keine Ahnung, was Feth da angedeutet hatte. Er wappnete sich schon f�r den Abstieg, der seinen Nerven beim letzten Mal so zu schaffen gemacht hatte. Diesmal gelang es ihm besser, mit ihnen fertigzuwerden, da er in Gedanken meist bei den Problemen war, die ihm nach der Landung bevorstehen w�rden. Es waren ihrer nicht wenige.</p><p>Er fand m�helos den Schauplatz der Zusammenkunft, obwohl Feth es nicht gelang, ihn direkt dar�ber hinunterzulassen. Er sah, da� es noch sehr fr�h war. Die Sonne war kaum aufgegangen. Um so besser. Zur Sicherheit gab er an Feth durch, da� er gelandet war und nun selbst die Steuerung �bern�hme. Dann machte er sich an die Arbeit.</p><p>Als erstes lenkte er das Torpedo bergab bis an den Rand eines ausgedehnten Flecks mit Pflanzenbewuchs. Ehe er sich in die Arbeit st�rzte, vergewisserte er sich, da� dieser Fleck isoliert war. Die Reaktion der Pflanzen auf hei�es Metall hatte ihn ungemein beeindruckt, dazu kam sein �berma� an Phantasie. Er steuerte das Torpedo so tief herunter, bis das Vivarium auf dem Boden auftraf. Jetzt l�ste er den Beh�lter aus den Halterungen. Der Doppeldeckel ging leicht auf, da Feth n�mlich die m�gliche Wirkung niedriger Temperaturen auf die Metallscharniere ber�cksichtigt hatte. Ken konnte sich an die Arbeit machen.</p><p>Die Erdproben wurden aus der Frachtkammer ins Vivarium umgelagert, alles zusammen auf eine Seite. Unter Zuhilfenahme eines Metallstabes, den er zu diesem Zweck mitgebracht hatte, ebnete Ken die dunkle Masse zu einer etwa sieben Zentimeter hohen Schicht ein, die etwa drei�ig Zentimeter des Beh�lters der L�nge nach ausf�llte. Dann benutzte er den Stab als provisorische Schaufel. Winziges Strauchwerk, Moosteile und andere Gew�chse wurden aus dem Boden gel�st, wobei Ken es sorgf�ltig vermied, seinen Panzer mit ihnen in Ber�hrung zu bringen. Den Metallstab legte er h�ufig weg, damit er abk�hlte.</p><p>Er untersuchte die verschiedenen Wurzelsysteme und grub eine zus�tzliche Ladung Erde an jeder Stelle aus, wo er eine Pflanze entnommen hatte, damit die Erdschicht im Vivarium ausreichend tief ausfiel. Der Reihe nach verpflanzte er die Proben in den Beh�lter, viel dichter, als es einem irdischen G�rtner genehm gewesen w�re, aber immerhin pflanzte er sie fest ins Erdreich ein, so da� sie aufrecht dastanden. Ein oder zweimal warf er sehns�chtige Blicke zu den gr��eren Str�uchern hin, gab aber den Gedanken auf. Die waren zu gro�, und nach einer kurzen Untersuchung merkte er auch, da� die Wurzeln zu lang waren.</p><p>Er hatte ein Drittel der Vivarienfl�che vollgepflanzt, als die Wings eintrafen. Roger und Edie waren den anderen ziemlich voraus. Die zwei J�ngsten w�ren ihnen wahrscheinlich knapp auf den Fersen gewesen, wenn sie nicht schon einen so langen Marsch hinter sich gehabt h�tten. So aber waren sie bereits m�de und kamen zugleich mit ihren Eltern an.</p><p>Ken beobachtete nun, wie die restlichen Familienmitglieder n�her kamen. Die Gr��e von Mr. und Mrs. Wing erstaunte ihn ein wenig. Die Individuen, die er zuerst gesehen hatte, waren vermutlich Kinder. Die Erwachsenen waren viel imposanter, wenn man sich allein von der K�rpergr��e beeindrucken lie�. Ken vermutete, da� sie den Sarrianer im Durchschnitt um ein Viertel K�rpergewicht �bertrafen, vorausgesetzt, es war ihr K�rper, der diese seltsamen Kleidungsst�cke f�llte, und vorausgesetzt, sie hatten Fleisch von vergleichbarer Dichte. Die �lteren Eingeborenen traten viel bestimmter auf, viel w�rdiger und ernster. Den unreifen Exemplaren hatte es an diesen Eigenschaften gemangelt. Es war das erste Mal, da� Ken in den Erdbewohnern m�glicherweise zivilisierte Wesen sah.</p><p>Ken h�rte sie nicht kommen. Das Mikro im Torpedo war nicht so empfindlich, und Roger lie� diesmal keinen Ausruf laut werden, als er Ken bemerkte. Statt dessen kamen die Kinder ganz nahe heran und wollten sehen, was er machte. Erst als Rogers Neugierde in diesem Punkt befriedigt war, begr��te er ihn laut und h�rbar.</p><p>�Sie sind fr�h dran, wie ich sehe.�</p><p>�Warum sagten Sie nicht, da� sie kommen?� zischte Drais Stimme aus dem Lautsprecher.</p><p>�Hab sie nicht gesehen. Ich war an der Arbeit�, gab Ken ruhig zur�ck. �Wenn Sie wollen, da� wir mit der Verst�ndigung weiterkommen, dann verhalten Sie sich gef�lligst ruhig. Die Eingeborenen k�nnen nicht unterscheiden, ob ich es bin, der da spricht und werden durch zus�tzliche Ger�usche blo� verwirrt.�</p><p>Das Verhalten des gr��ten jedenfalls verriet einen disziplinierten Verstand. Mr. Wing verlor keine Zeit. Er lie� sich vor Ken nieder, zog ein Notizbuch hervor, in dem er bereits die Worte aufgeschrieben hatte, von denen Roger behauptete, er h�tte sie dem Au�erirdischen beigebracht, und ging sie der Reihe nach durch. Er sah auf, als Ken jedes dieser Worte aussprach. Ken deutete zus�tzlich auf jeden genannten Gegenstand. Befriedigt, da� alles verstanden worden war, st�rzte sich der Mann mit Zielstrebigkeit und Geschick in eine Sprachlektion, die bewirkte, da� Ken ihn als artverwandtes Wesen betrachtete, noch ehe eine echte Kommunikation stattgefunden hatte. Zu einer Verst�ndigung kam es erst nach einer gewissen Zeit, doch dauerte es bei weitem nicht so lange, wie man vielleicht bef�rchtet hatte. Zu einem Gedankenaustausch �ber allt�gliche Dinge gen�gt ein Wortschatz von weniger als tausend W�rtern. Die eingetretene Situation war zwar keineswegs allt�glich, doch dank Mrs. Wings Zeichentalent und dem Eifer der Kinder, alle erforderlichen T�tigkeiten praktisch vorzuf�hren, war der Fortschritt f�r beide Teile sehr zufriedenstellend.</p><p>Da Ken w�hrend der ganzen Lektion immer auf derselben Stelle stehengeblieben war, hatte er den Felsboden erw�rmt. Als Folge davon dauerte es volle drei Stunden, bis er den ersten warnenden K�lteschmerz sp�rte. Und als es soweit war, wurde ihm klar, da� er f�r sein Vivarium nichts getan hatte, seitdem die Eingeborenen aufgetaucht waren. Er wartete h�flich ab, bis Mr. Wing mit seiner Erkl�rung zu Ende gekommen war, und deutete sodann auf die leere H�lfte. Der Mann nickte, auf den Boden hinter sich deutend.</p><p>Ken hatte den kleineren Kindern keine Beachtung mehr geschenkt, seitdem die Sprachlektion begonnen hatte. Er hatte angenommen, da� sie spielten wie die Kinder seiner eigenen Gattung auch. Er war richtig perplex, als er auf dem Boden in einiger Entfernung von dem Beh�lter zahlreiche Pflanzen, geordnet nach Arten und Gr��en sah. Die Kinder hatten offenbar gesehen, was er machte und hatten ihm helfen wollen. Mit wachsendem Erstaunen stellte er fest, da� unter den Proben keine Pflanze doppelt vorkam. Diese Wesen mu�ten wirklich �ber Verstand verf�gen. Er hatte gar nicht bemerkt, da� die Erwachsenen irgendwelche Anweisungen gegeben hatten. Mit einem Wort des Dankes, das, wie er wu�te, nat�rlich nicht verstanden werden konnte, fing er an, die Pflanzen mit Hilfe seines Metallstabes in den Beh�lter zu tun. Als er die erste hochhob, wies er mit dem freien Greifhaken darauf. �Wort!� sagte er ein wenig m�hsam. Alle verstanden, und Roger antwortete: �Farn.�</p><p>Mr. Wing sah, wie m�hsam f�r Ken die Arbeit war. Er bedeutete ihm zur�ckzutreten und lie� die Kinder die Arbeit erledigen. Ken sah ihnen mit riesigem Interesse zu. Jetzt erst wurde ihm klar, was f�r ein n�tzliches und geschicktes Organ die menschliche Hand sein konnte. Die Finger des M�dchens waren besonders geschickt. Edie dr�ckte die Pflanzen so schnell und gekonnt in die Erde, wie Ken es nie geschafft h�tte, auch ohne das Handicap des Panzers und der K�lte nicht. Zu jeder Pflanze wurde der Name angegeben. Es stellte sich hinterher heraus, da� in vielen F�llen ein Name mehrere Male f�r Pflanzen benutzt worden war, die einander nur entfernt �hnelten oder auch gar nicht. Ken brauchte eine Weile, bis er dahinterkam, obwohl er schon wu�te, da� die Sprache der Eingeborenen Gattungsnamen und Einzelbegriffe kannte.</p><p>Der Beh�lter war in kurzer Zeit s�uberlich vollgepflanzt. Und nicht einmal hatte Ken das Wort geh�rt, das dem lauschenden Drai so viel bedeutet h�tte. Ihm konnte das nur recht sein. Die Erw�hnung von �Tafak� durch einen Eingeborenen an einem Ort, wo Drai mith�ren konnte, h�tte Kens nun rasch heranreifende Pl�ne empfindlich gest�rt.</p><p>Ken hatte vorhin in der Frachtkammer die Funkanlage �bersehen, die Feth dort deponiert hatte. Erst als er die leeren Beh�lter der ersten Proben wieder dort verstaute, bemerkte er das Ding. Zun�chst war er w�tend auf sich und Feth, da er inzwischen l�ngst dessen Worte beim Abschied vergessen hatte. Aber vielleicht war es ohnehin besser so. Falls Drai von Anfang an mitgeh�rt hatte, mu�te er inzwischen �berzeugt sein, da� Ken keine Aktionen auf eigene Faust plante. Es hatte keine Unterbrechungen gegeben, die ihn h�tten argw�hnisch machen k�nnen.</p><p>W�hrend Ken diese �berlegungen durch den Kopf gingen, dachte auch Mr. Wing �ber einiges nach. Es war klar, da� der Fremde � man hatte sich noch nicht per Namen bekanntgemacht � kurz vor dem Abflug stand. Der Ausflug war f�r die Familie eine nette Abwechslung gewesen. Aber an eine t�gliche Wiederholung war nicht zu denken, dazu kam, da� es zu Hause Dinge gab, die man bei einer Sprachlektion gut verwenden konnte. Daher war es vielleicht der M�he wert, den Versuch zu wagen, von dem er zu seiner Familie gesprochen hatte. Er wollte die Fremden �berreden, n�her beim Haus zu landen.</p><p>Als Ken sich nun von der Ladeluke umdrehte, stand der gr��te Eingeborene vor ihm, in den H�nden ein feins�uberlich gezeichnetes, aber unverst�ndliches Diagramm, mit dessen Hilfe er irgendeinen Plan �bermitteln wollte.</p><p>Es dauerte vier oder f�nf Minuten, um klarzumachen, was die Karte darstellte, obwohl Ken die Bedeutung in Sekunden erfa�t hatte. Die gr��te Schwierigkeit stellte der Ma�stab dar. Schlie�lich aber hatte der Fremde begriffen. Er brauchte nun seinerseits etwas Zeit, um die Karte in allen Einzelheiten Feth zu beschreiben, so da� sie sp�ter neu angefertigt und studiert werden konnte. Dann sagte er �Ja� zu Mr. Wing.</p><p>�Morgen � einen Tag von jetzt an gerechnet � hier�, wiederholte der Mann, und Ken nickte mit dem Kopf. (Es hatte ihn nicht weiter erstaunt, da� K�rpersprache die gesprochene Sprache dieser Wesen erg�nzte.)</p><p>�Hier.� Er deutete so gut es ging mit einem Greifhaken auf die Stelle, und das Papier verf�rbte sich braun, ehe er es verhindern konnte. Dann fiel ihm noch etwas ein. �Nicht morgen. Nicht einen Tag von jetzt an gerechnet. Zwei Tage.�</p><p>Mr. Wing runzelte die Stirn. �Nicht morgen?�</p><p>�Nein. Zwei Tage. Jetzt gehen. Kalt.�</p><p>Sallman Ken drehte sich um, nahm die zweite Funkanlage aus dem Frachtabteil, stellte sie auf den Boden und sagte: �Tragen�. Nun machte er sich daran, sich selbst wieder an dem Torpedo festzumachen. Er hatte sich n�mlich abweichend von seinem urspr�nglichen Plan losgemacht, als er entdeckte, da� er die Frachtluke nicht erreichen konnte, solange er an den Rumpf angekettet war.</p><p>Der Eingeborene enthielt sich zum Gl�ck jeder �u�erung. Tats�chlich hatte diese neue Wendung Mr. Wing sprachlos gemacht. Und sogar die Kinder staunten mit offenen M�ndern. Ken erhob sich inmitten lastenden Schweigens in die L�fte, bis den zwei Kleinsten ihre gute Kinderstube einfiel und sie laut schrien: �Auf Wiedersehen!� Ken konnte die Worte kaum h�ren, ahnte aber ihre Bedeutung.</p><p>An Bord der <emphasis>Karella</emphasis> angelangt, galt seine erste Sorge dem Vivarium. Er hatte den Raum zwischen den Beh�ltern bereits luftleer gemacht, indem er w�hrend des Flugs durchs All eine Zeitlang ein kleines Ventil ge�ffnet hatte. Jetzt schaltete er die K�hlanlage ein und behielt das Innenthermometer im Auge, bis er sich davon �berzeugt hatte, da� alle Schwankungen ausgeglichen waren.</p><p>Dann und erst dann machte er sich daran, das Band mit Ken abzuh�ren, um sicherzugehen, da� er die etwa hundert W�rter behalten hatte, die er w�hrend seines kurzen Ausflugs gelernt hatte. Laj Drai lie� sich zu Kens Verwunderung nicht blicken, obwohl er nach Feths Aussage w�hrend Kens Ausflug jedes Wort eifrig mitgeh�rt hatte. W�hrend dieser Sitzung gelang es Ken, Feth unauff�llig beizubringen, was er mit der Funkanlage gemacht hatte, und dieser stimmte mit ihm �berein, da� es ein kluger Schachzug gewesen war. Jetzt brauchten sie eine zuf�llige �berpr�fung des Torpedoinhalts durch Drai oder Lee nicht mehr zu f�rchten.</p><p>Es sah aus, als h�tte Ken in seiner Standpauke an Drai vor dem Antritt des Ausflugs �berzeugender gewirkt, als er erwartet hatte. Er hatte sich zwar gewundert, da� der Chef ihn nach der R�ckkehr ungeschoren lie�; jetzt stellte er fest, da� es Drai zwar in den Fingern juckte, da� er aber gef�rchtet hatte, sich wieder ins Unrecht zu setzen. Kaum war die Besprechung zwischen Ken und Feth beendet, als Drai auch schon zur Stelle war und einen Augenzeugenbericht zur Erg�nzung des �ber Funk Geh�rten forderte.</p><p>�Ich brauche eine Kamera, damit ich einen Eindruck von der �u�eren Erscheinung vermitteln kann�, antwortete Ken. �Was die Gr��e anlangt, habe ich mich geirrt. Die Wesen, die ich unl�ngst sah, waren Kinder. Die Erwachsenen sind von umfangreicherem K�rperbau als wir.</p><p>Ich glaube nicht, da� die Sprache schwierig ist, und es sieht aus, als w�re zumindest diese Gruppe sehr an einer Zusammenarbeit interessiert.� Er berichtete, wie man ihm bei der Zusammenstellung der Pflanzensammlung geholfen hatte.</p><p>�Ich habe mir die Pflanzen angesehen�, sagte Drai. �Vermutlich ist das, was wir suchen, nicht darunter?�</p><p>�Nein, es sei denn, sie verwenden verschiedene Namen f�r die lebende Pflanze und das Produkt. Sie nannten jeweils beim Einsetzen den Namen, und Sie haben ebenso geh�rt wie ich, da� nicht ein einziges Mal der Name �Tafak� fiel.�</p><p>Drai schien nachdenklich. �Kinder?� sagte er dann. �Wenn Sie mit denen zusammenarbeiten und die Erwachsenen irgendwie loswerden, dann k�nnten Sie eher herausbekommen, was wir eigentlich wollen. Sie sind leichter hinters Licht zu f�hren.�</p><p>�So was �hnliches kam mir auch in den Sinn�, meinte Ken.</p><p>�Vielleicht sollten wir noch mehr Musterbeh�lter mit hinunternehmen. Die Kinder k�nnten sie anf�llen, w�hrend ich eine Sprachstunde absolviere. Wenn die Kinder dann zur�ckkommen, habe ich einen Grund, alle Pflanzen mit ihnen durchzugehen. Da k�nnte schon etwas Interessantes auftauchen, falls die Eltern sich nicht einmischen.�</p><p>�Eltern? Woher wollen Sie das wissen?�</p><p>�Ich wei� es nat�rlich nicht. Aber es erscheint mir als wahrscheinlich. Was halten Sie von der Idee?�</p><p>�Mir gef�llt sie. K�nnen Sie gen�gend Beh�lter f�r die Kinder freimachen, und zwar bis zu ihrem n�chsten Morgen?�</p><p>�So bald fliege ich nicht wieder hin. Feth sagte mir, in welchen Abst�nden man Tafak nehmen mu�, und danach habe ich mich gerichtet.�</p><p>Drai rechnete nach. �Sie haben recht. Wir m�ssen zur�ck zu Eins, damit Sie ihre Dosis bekommen k�nnen. Ich bringe es nicht �ber mich, das Zeug mitzunehmen, weil es in die falschen H�nde geraten k�nnte.�</p><p>Sein L�cheln hatte etwas an sich, das in Ken den Ha� gegen den Drogenschieber mit jeder Begegnung steigerte.</p></section><section><title><p>XVII</p></title><p>�Dad, w�rdest du mir freundlicherweise sagen, wie du das geschafft hast?� Don starrte das sarrianische Funkger�t an, das die einzige Ausbeute seines Vaters darstellte, nachdem dieser das Zeichen f�r den Warenaustausch gegeben hatte. Roger lachte auf.</p><p>�Von �schaffen� kann nicht die Rede sein. Dad hat den ganzen Nachmittag zugebracht, dem Wesen unsere Sprache beizubringen. Und als das Wesen abfliegen will, dreht es sich noch um, stellt das da auf den Boden und dr�hnt �Tragen�. Und weg war es. Was kann das sein, Dad?�</p><p>�Das werden wir erst mit Sicherheit wissen, wenn der Fremde wiederkommt. Es k�nnte irgendein Instrument sein, das er bei seinem Besuch braucht. Vielleicht ist es ein Geschenk als Dank f�r eure Mithilfe beim Pflanzensammeln. Am besten, wir nehmen es mit nach Hause, wie er es wollte, und k�mmern uns nicht darum, bis er wiederkommt.�</p><p>�Aber wenn er �bermorgen nicht wiederkommt��</p><p>�Roger, ich wei�, wie Neugierde wehtun kann. Ich leide selbst manchmal darunter. Ich glaube aber, da� derjenige bei dieser neuen Art Handel letztlich den Vorteil hat, der sich am zur�ckhaltendsten gibt und seine wahren Ziele am l�ngsten verbirgt. Wir sind noch nicht sicher, ob diese wissenschaftliche Untersuchung nicht nur ein einziges Ziel hat, n�mlich die Au�erirdischen von der Notwendigkeit zu befreien, uns f�r den Tabak bezahlen zu m�ssen. Warum hat der Kerl ausgerechnet mit den Pflanzen begonnen? Es gibt so viele Dinge, f�r die er sich h�tte interessieren k�nnen.�</p><p>�Wenn seine Lebensform sich von der unseren so sehr unterscheidet, wie kann er dann wissen, da� Tabak eine Pflanze ist?� hielt ihm Roger entgegen. �Er konnte ihn nicht mikroskopisch untersuchen, weil das Zeug bei seiner Temperatur sofort verbrennt, und eine Zigarette sieht ja nicht eben wie eine Pflanze aus.�</p><p>�Das stimmt�, mu�te sein Vater zugeben. �Ich sagte ja nur, da� wir nicht w��ten, ob er das insgeheim beabsichtigt. Ich sage ja nicht, da� es sehr wahrscheinlich ist.�</p><p>Seltsamerweise dachte Ken vor dem n�chsten Besuch selbst an einen dieser Punkte. Als er auf der Lichtung neben dem Haus der Wings niederging, waren vier Beh�lter an seinem Torpedo befestigt. Als erstes machte Ken klar, da� er Mineralien in den Beh�lter tun wollte, der nicht mit einem K�hlsystem ausgestattet war. Indem er auf einen anderen deutete, sagte er: �Ding � gut � hei�-kalt.�</p><p>Die Wings wechselten Blicke untereinander. Dann sagte Edith:</p><p>�Sie meinen alles, das gut bleibt, ob es nun hei� oder kalt ist? Sachen, die man nicht in einen K�hlschrank tun mu�?�</p><p>Dieser Satz enthielt f�r Ken viel zu viele neue W�rter, doch er probierte es. �Ja. Hei�, gut.� Er schwebte noch immer ein St�ck �ber dem Boden, da er diesmal die Ladung so angebracht hatte, da� er sie landen konnte, ohne sich selbst losmachen zu m�ssen. Nun kam er sanft auf dem Boden auf, und es passierte.</p><p>Der Boden war wie in den meisten Nadelw�ldern mit abgeworfenen Nadeln dicht bedeckt. In unmittelbarer Umgebung des Hauses waren diese Nadeln weggefegt worden, der Boden selbst aber war leicht brennbar geblieben. Kaum hatten Kens gepanzerte F��e den Boden ber�hrt, als sofort eine Rauchwolke entstand. Nur indem er sich blitzartig wieder heben lie�, verhinderte Ken einen Brand. Erst als Roger die Stelle mit einem Eimer Wasser gel�scht hatte, f�hlte man sich einigerma�en sicher.</p><p>Dies f�hrte zu weiteren Komplikationen, Ken hatte noch nie Wasser gesehen und vor allem keine Vorrichtung, die dazu diente, scheinbar unbegrenzt Fl�ssigkeit zu liefern. Der au�en am Hans angebrachte Wasserhahn, aus dem der Eimer gef�llt worden war, erregte sein Interesse. Auf seine Bitte hin, die er in einer Mischung aus Gesten und W�rtern �u�erte, lie� Roger noch einen Eimer vollaufen, den er auf einen der zementierten Pfosten am Fu� der Treppe stellte, ehe er sich zur�ckzog, Ken, der auf diese Weise den Gegenstand genau ansehen konnte, ohne mit irgend etwas in Ber�hrung zu kommen, lie� sich dabei ausgiebig Zeit. Zum Schlu� tauchte er einen Greifer vorsichtig in die sonderbar durchsichtige Fl�ssigkeit. Die nun entstehende Dampfwolke erschreckte ihn fast so heftig wie die vor�bergehende, aber intensive K�lte, die sich durch das Metall fra�. Hastig zog er den Greifer zur�ck. Er hatte so eine Ahnung, was diese Fl�ssigkeit war, und zog im Geiste seinen Hut vor Feth. Der Bursche verstand es, seinen Verstand zu gebrauchen.</p><p>Schlie�lich wurde Ken auf einen au�er Haus gelegenen Backofen gestellt. Die Musterbeh�lter standen auf dem Boden, und die Kinder waren in verschiedene Richtungen verschwunden, um sie zu f�llen. Nun wurde die Sprachlektion wieder aufgenommen. Eine Stunde lang wurden hervorragende Fortschritte erzielt. Am Ende dieser Stunde waren beide Beteiligten sehr erstaunt, festzustellen, da� sie verst�ndliche S�tze austauschten, unbeholfene und fehlerhafte S�tze voller Umschreibungen, aber verst�ndlich. Mr. Wing l�chelte zufrieden. Es war der Zeitpunkt gekommen, seinem Gast einen kleinen Schlag zu versetzen und ihm vielleicht eine n�tzliche Information zu entrei�en. Er dachte an das Gespr�ch, das er am Abend zuvor mit Don gef�hrt hatte. Er empfand stille Zufriedenheit mit dem Jungen, jene Art Zufriedenheit, die einen Vater manchmal zu einem gro�en Langweiler macht.</p><p>�Sehr oft war es nicht, Dad�, hatte sein Sohn gesagt, �aber es reicht aus. Und au�erdem pa�t es ohnehin mit anderen Dingen zusammen. Die Intervalle zwischen deinem Signal und der Ankunft des Handelstorpedos schwankten in einer Periode von etwa hundertzwanzig Tagen, wenn man mehrere Jahre betrachtete. Nat�rlich gab es viele �Perioden�, w�hrend denen es zu keinem Handel kam, aber die Periode ist immerhin da. Erst zwei Tage, dann drei. Diese hundertzwanzig Tage sind die synodische Periode des Merkur, n�mlich jene Zeitspanne, die der Planet braucht, um die Erde auf den Kreisbahnen um die Sonne einzuholen. Mir fiel die Stellung des Merkur ein, die er hatte, als wir ihn im Fr�hling studierten. Daraufhin habe ich Berechnungen angestellt. Deine kurzen Zeiten traten ein, wenn er uns am n�chsten war, die langen, wenn er sich auf der anderen Seite der Sonne, in doppelt so gro�er Entfernung befand. Diese Torpedos kommen von dort mit einer Beschleunigung von eineinviertel G.�</p><p>Mr. Wing war zwar kein Physiker, verstand aber diesen Begriff, da er im Zusammenhang mit Flugzeugen h�ufig gebraucht wurde.</p><p>Er hatte sich Dons Berechnungen angesehen, denen er leicht folgen konnte, und mu�te ihm bei den Ergebnissen recht geben. Der Junge hatte dann auf seine Bitte hin ein Diagramm der Umlaufbahnen der inneren Planeten des Sonnensystems gezeichnet, auf denen die gegenw�rtige Stellung der Planeten selbst gezeigt wurde. Diese Zeichnung hatte er in der Tasche.</p><p>Das Wort �Zuhause� war zuf�llig eben behandelt worden. Mr. Wing glaubte die Zusammenh�nge richtig klargemacht zu haben. Und er hatte das Gef�hl, da� der Zeitpunkt gekommen war, eine seiner Karten auszuspielen.</p><p>Er fing an, indem er mit einer Armbewegung den ganzen Horizont umfa�te. �Erde�, sagte er dazu. Der Sarrianer wiederholte das Wort, aber ohne eigene Geste, die angedeutet h�tte, da� er verstand. Mr. Wing wiederholte das Wort und stampfte dabei auf dem Boden auf. Dann nahm er eine neue Seite aus dem Notizbuch und zeichnete darauf eine Skizze des Planeten, so wie er sich ihn aus dem All gesehen vorstellte. Und als letzte Demonstration formte er eine Kugel aus einem Knetmaterial, das sich im Spielzimmer gefunden hatte und sich bereits als sehr n�tzlich erwiesen hatte. Dann deutete er auf Kugel, Zeichnung und Boden, und wiederholte dabei jedesmal das Wort �Erde�.</p><p>Ken begriff. Er zeigte es, indem er selbst eine Skizze auf den Boden zeichnete. Dazu langte er so gut es ging seitlich von dem Backofen herunter und benutzte den Metallstab. Es war eine eindeutig erkennbare Zeichnung der Sonne und der Umlaufbahnen der ersten drei Planeten. Er wu�te, da� er damit vielleicht irdische Astronomiekenntnisse �berforderte, doch die Tatsache, da� der Eingeborene die Form seiner Welt kannte, war ermutigend.</p><p>Prompt zog Mr. Wing Dons Diagramm hervor, das im Grunde Kens Zeichnung entsprach, bis auf den Umstand, da� auch Umlaufbahn und Position des Mars gezeigt wurden. Er brauchte eine gewisse Zeit, bis er alle Planeten genannt hatte und auch den Gattungsbegriff vermittelt hatte. Dann verbrachten sie eine gewisse Zeit mit einer Spielerei. Ken f�gte Jupiter und Saturn ins Diagramm ein, um herauszubekommen, wie viel Ahnung diese Wesen von Astronomie hatten. Mr. Wing nannte ihm die Namen und f�gte Uranus, Neptun und Pluto hinzu. Don, der bis zu diesem Augenblick noch nichts gesagt hatte, nahm eine Korrektur an der Umlaufbahn Plutos vor, so da� diese die Bahn Neptuns an einem Punkt kreuzte. Dann fing er an, in rasender Eile Satelliten einzuzeichnen. Aus dem Lautsprecher drang nun eine wahre Sturzflut sarrianischer W�rter, die sie als Zeichen f�r das Staunen des Fremden werteten und entsprechend erfreut waren.</p><p>Ken staunte aus mehr als nur einem Grund.</p><p>�Drai, falls Sie zuh�ren, diese Typen hier sind alles andere als Wilde. Sie m�ssen �ber eine hochentwickelte Wissenschaft verf�gen. Hier kennt man neun Planeten in diesem System w�hrend wir nur von sechs Planeten wissen. Eben jetzt erfahre ich, da� es jede Menge Monde gibt. Planet Vier hat sogar zwei, und uns ist kein einziger aufgefallen. Entweder kennen die hier Raumfahrt oder haben verdammt gute Teleskope.�</p><p>�Wir haben in zwanzig Jahren kein einziges Raumschiff gesichtet�, rief Feth ihm ins Ged�chtnis. Ken gab keine Antwort. Mr. Wing hatte wieder zu sprechen begonnen. Er zeigte auf Planet Drei seiner eigenen Zeichnung und wiederholte den Namen.</p><p>�Erde� mein Zuhause.� Mit einer Hand deutete er auf sich, um das Personalpronomen zu betonen. Dann zeigte er mit dem Finger auf die innerste Welt. �Merkur� dein Zuhause.� Und er deutete auf Sallman Ken.</p><p>Die Reaktion entt�uschte ihn, was nicht der Fall gewesen w�re, wenn er das Mienenspiel eines Sarrianers besser zu deuten gewu�t h�tte. Ken war volle zehn Sekunden wie vor den Kopf geschlagen. Als er endlich wieder seine Stimme in der Gewalt hatte, wandte er sich eher an die fernen Zuh�rer als an den Erdenmenschen.</p><p>�Sicher wird es Sie interessieren, da� er wei�, da� wir von Planet Eins kommen. Ich glaube, er meint, wir leben dort. Ein geringf�giger Irrtum unter diesen Umst�nden.�</p><p>Nun meldete sich Drais Stimme. �Sie sind wohl verr�ckt! Sie selbst m�ssen es ihm verraten haben! Wie kann er das ohne Hilfe erfahren haben?�</p><p>�Ich habe nichts gesagt. Sie haben die ganze Zeit �ber zugeh�rt und sollten es eigentlich wissen. Und ich sehe nicht ein, warum man von mir erwartet, ich solle erkl�ren, wie er es herausbekommen konnte. Ich sage Ihnen jetzt blo�, was hier im Moment vorgeht.�</p><p>�Sie d�rfen nicht zulassen, da� er es glaubt! Streiten Sie es ab! Er wei� zuviel.�</p><p>�Na, und was ist dabei?� fragte Ken ganz vern�nftig.</p><p>�Stellen Sie sich blo� vor, wenn die auch noch Raumfahrt betreiben! Das fehlte jedoch, da� die uns einen Besuch machen! Ich habe diesen Ort hier zwanzig Jahre geheimhalten k�nnen.�</p><p>Ken verkniff es sich, die Fehler in dieser Beweiskette aufzuzeigen.</p><p>�Da ich nicht wei�, wie �berzeugt sie von diesen Tatsachen sind, halte ich ein Leugnen f�r ausgesprochen dumm. Und wenn sie ihrer Sache sicher sind, wissen sie ohnehin, da� ich l�ge. Die Folgen k�nnten �bel ausfallen.�</p><p>Drai gab darauf keine Antwort, und Ken wandte sich wieder dem Erdenmenschen zu, der das Gespr�ch verst�ndnislos mitangeh�rt hatte.</p><p>�Merkur. Ja�, sagte der Sarrianer.</p><p>�Ich verstehe. Hei߫, antwortete Mr. Wing.</p><p>�Nein. Kalt.� Ken suchte nach Worten. �Wenig hei�. F�r dich hei�. Hei� f�r�� Er schwenkte den �rmel seines Panzers in einem gro�en Kreis� �Pflanzen, f�r diese Dinge. Kalt f�r mich.�</p><p>Don murmelte seinem Vater zu: �Wenn ihm Merkur zu kalt ist, mu� er irgendwo aus dem Inneren eines Vulkans stammen. Die meisten Astronomen geben sich damit zufrieden, da� es keinen Planeten gibt, der n�her zur Sonne steht, und er zeigte keinen auf seiner Skizze.�</p><p>�W�re gut, wenn wir w��ten, wie hei� er es gern hat�, meinte Mr. Wing. Er wollte sich eben an Ken mit einer entsprechenden Frage wenden, als pl�tzlich ein Schwall fremder W�rter aus dem Torpedolautsprecher dr�hnte.</p><p>�Ken! Dieser�� Nur diese zwei Worte. Feths Stimme. Dann war die Verbindung mit einem Klicken unterbrochen. Ken rief Feths Namen mehrmals in sein eigenes Mikro. Es kam keine Antwort. Nun �berst�rzten sich seine Gedanken.</p><p>Die Eingeborenen starrten ihn stumm an. Vermutlich ahnten sie, da� es irgendeine Panne gegeben hatte. Er f�hlte sich wie ein Taucher, der mitanh�ren mu�, wie die Mannschaft, die seine Luftpumpe bedient, in Streit ger�t. Was um alles in der Galaxis, hatten die dort oben vor? Hatte Drai sich am Ende entschlossen, ihn ganz fallenzulassen? Nein, auch wenn der Rauschgifth�ndler entschieden hatte, Ken w�re nutzlos, so w�rde er doch nie die teure Ausr�stung in den Wind schreiben, nur um ihn loszuwerden. Drai w�rde es sicher vorziehen, ihn an Entzugserscheinungen sterben zu sehen, vermutete Ken, der sich gleichzeitig bewu�t war, da� er Drai damit vielleicht Unrecht tat. Was dann? War Drai pl�tzlich raffiniert geworden und hatte die Anlage oben ausgeschaltet in der Hoffnung, Ken w�rde sich irgendwie verraten? Unwahrscheinlich. In diesem Fall h�tte Feth sicher versucht, ihn irgendwie zu warnen, und seine Worte, die er noch �bermitteln konnte, h�tten nicht so erschrocken geklungen.</p><p>Vielleicht hatte Drais unter den gegebenen Umst�nden verst�ndliches Mi�trauen einen Punkt erreicht, an dem er sich entschied, das Vorgehen seines gez�hmten Mitarbeiters pers�nlich zu �berwachen. Ken konnte sich trotzdem nicht vorstellen, da� Drai sich, wenn auch gepanzert, auf die Oberfl�che der Eiswelt wagen w�rde, um irgend etwas herauszufinden.</p><p>Es gab aber keinen anderen Weg, wenn er pers�nlich herunterkommen wollte. Lee w�rde nat�rlich nicht begeistert sein. Er w�rde seinen Chef vielleicht sogar davon �berzeugen k�nnen, da� es viel zu gef�hrlich sei. Versuchen w�rde er es sicher. Aber wenn Drai es sich wirklich in den Kopf gesetzt hatte, dann war es sehr wahrscheinlich, da� er Lee gar nicht anh�ren w�rde.</p><p>In diesem Fall konnte der Schatten der <emphasis>Karella</emphasis> sich jeden Augenblick �ber sie senken. Damit war auch Feths Warnversuch erkl�rt und die darauf folgende abrupte Unterbrechung, War dies wirklich der Fall, dann brauchte er sich keine Sorgen zu machen. Sein Gewissen war rein. Drai sollte ruhig sehen, was hier vorging, und wenn ihm dabei die Augen an den Scheiben anfroren.</p><p>Bis jetzt hatte er nirgends eine Spur von Tafak entdecken k�nnen, obwohl die Kinder in regelm��igen Abst�nden mit neuen Proben f�r die Beh�lter zur�ckgekommen waren und jede einzelne Pflanze genannt hatten. Er selbst hatte bislang nichts unternommen, um seinen Plan zu verwirklichen.</p><p>Er hatte sich eben mit dieser Erkenntnis beruhigt, als der Eingeborene, der beim Reden die Hauptrolle innegehabt hatte, eine Zigarette hervorholte und sie anz�ndete.</p><p>Mr. Wing hatte nicht die Absicht gehabt, es zu tun. Er hatte eine zutreffende Vorstellung von dem Wert, der dem Tabak von diesen Wesen beigemessen wurde, und er wollte den Wissenschaftler nicht von einem Gespr�ch ablenken, das vielleicht sehr n�tzlich sein konnte. Tats�chlich w�re es ihm sogar recht gewesen, wenn das Wesen geglaubt h�tte, da� ein anderer der Handelspartner gewesen sei. Seine Gewohnheit aber durchkreuzte seine guten Absichten. Er wurde erst aus seinen Spekulationen �ber die Natur dieser neuen Unterbrechung gerissen, als er merkte, da� er den ersten Zug getan hatte.</p><p>Der Sarrianer hielt beide Augen auf den kleinen Zylinder gerichtet � an sich schon ein ungew�hnlicher Vorfall. F�r gew�hnlich war ein Auge st�ndig in Bewegung, so da� es sogar einem unersch�tterlichen Typ wie Roger auf die Nerven fiel.</p><p>Der Grund war klar. Mr. Wing konnte sich gut vorstellen, wie der Fremde nun im Geist die Liste der mitgebrachten Dinge durchging und sich fragte, was er f�r den Rest der Packung eintauschen k�nne. Er war der Wahrheit damit n�her, als es Ken recht gewesen w�re.</p><p>Diese Oberlegungen waren nutzlos. Das wu�te niemand besser als Ken. Das echte Problem lag darin, das h�llische Zeug fortzuschaffen, ehe Drai aufkreuzte, falls er kommen w�rde. Einen Augenblick lang fragte Ken sich, ob die zweite Funkanlage, die er auf der Veranda hatte liegen gesehen, rechtzeitig in Betrieb gesetzt werden konnte. Sein Verstand sagte ihm, da� es unm�glich war. Auch wenn es ihm gel�nge, einen Eingeborenen zu �berreden, den Apparat zu bringen und das Torpedo au�er H�rweite zu schleppen, w�rde er es nicht schaffen, seine W�nsche rechtzeitig an den Mann zu bringen. Blieb nur die Hoffnung� der Zylinder verschwand ganz langsam. Es bestand die M�glichkeit, da� er ganz verschwunden sein w�rde, wenn das Schiff eintraf. Wenn er blo� sicher gewu�t h�tte, da� die Empfangsanlage und auch der Sender an Bord des Raumschiffes abgeschaltet worden waren!</p><p>Falls Drai noch immer auf der Lauer lag, dann w�rde die Stille der letzten Sekunden ihn wom�glich noch argw�hnischer machen. Nun, das lie� sich im Moment eben nicht �ndern.</p><p>Als es passierte, hatte die Zigarette reichlich Zeit gehabt, herunterzubrennen, dank Ordon Lee. Feth hatte versucht, Ken zu warnen, kaum da� er merkte, was in Drai vorging. Aber noch ehe er den Satz beenden konnte, hatten ihn die peitschenden Tentakel des anderen vom Instrumentenbrett und quer durch den Kontrollraum geschleudert. Als er sich wieder gefa�t hatte und aufstehen wollte, hatte er in die M�ndung einer Pistole geblickt, deren scheibenf�rmiger Griff fest gegen den Torso des Rauschgifth�ndlers gest�tzt war.</p><p>�Ihr beide habt also tats�chlich etwas vor�, hatte Drai gesagt. �Wundert mich nicht. Lee, peil das Torpedo an und ab die Post!�</p><p>�Aber, Sir� in die Atmosph�re von Drei? Wir k�nnen nicht��</p><p>�Wir k�nnen, du hirnverbrannter Tastenklopfer! Dieses zahme Hirn da unten hat es drei Stunden und l�nger in einem Panzeranzug ausgehalten, und du willst mir einreden, der Schiffsrumpf k�nnte es nicht aushalten!�</p><p>�Aber die Scheiben� die �u�eren Antriebsplatten und��</p><p>�Ich sagte, nichts wie runter! Scheiben sind auch an einem Panzeranzug, und die Fu�platten mu�ten aushalten, was der Boden von Planet Drei hergibt. Und komm mir jetzt nicht mit den Gefahren, die von den Flachl�ndern drohen! Ich wei� so gut wie du, da� der Rumpf gegen frequenzmodulierten Radar gesch�tzt ist, ganz zu schweigen von dem, was wir ausstrahlen � daf�r habe ich schwer bezahlt, und wir sind damit lange durch die System�berwachung auf Sarr geschl�pft. Und jetzt la� mal die Tasten spielen!�</p><p>Ordon Lee gab sichtlich ungl�cklich nach. Er stellte den Kompa� mit hoffnungsvoller Miene ein. Dieser Ausdruck schwand j�h, als er merkte, da� Kens Torpedo noch immer die Tr�gerwelle ausstrahlte. Mi�mutig stellte er den Antrieb entlang der angezeigten Linie ein, und der runde Lichtfleck, der Planet Drei war, schwoll hinter den Sichtscheiben an.</p><p>Als das Licht aufflackerte, das Au�endruck anzeigte, stoppte er das Raumschiff und warf seinem Chef einen hoffnungsvollen Blick zu. Drai deutete mit der Revolverm�ndung nach unten. Lee schob resigniert die Schultern hoch, schaltete die W�rmezufuhr im Au�enrumpf ein und tastete sich in das Meer aus kaltem Gas hinein, wobei er vor sich hinbrummte und eine besserwisserische Miene aufsetzte, wenn ein leises �Klink� davon k�ndete, da� die Au�enplatten stark kontrahierten.</p><p>Feth, der wu�te, da� er keine Chance hatte, an die Funkanlage zu kommen, heftete seine Aufmerksamkeit auf eine der Sichtscheiben. Eines von Drais Augen hielt es ebenso, sein Gesichtsausdruck blieb jedoch unver�ndert, als sich die Beweise h�uften, da� Ken die Wahrheit gesagt hatte. Hohe Berge, dunstige Luft, gr�ne Vegetation, sogar die schimmernden Flecken, die so stark an die riesigen blauen Ebenen erinnerten, wohin die Flachl�nder die Forschungstorpedos hatten landen lassen. Alles war da, wie der Wissenschaftler es beschrieben hatte. Die matte Sonne dieses Systems erhellte alles nur schwach, doch es war deutlich sichtbar. Ungeachtet der Waffe in Drais Hand sprang Feth pl�tzlich zur T�r. �Kamera!� rief er und lief den Gang entlang. Drai legte die Waffe weg.</p><p>�Warum kannst du nicht so sein wie die beiden?� fragte er den Piloten. �Wenn ihr Interesse geweckt ist, vergessen die sogar ihre Angst.�</p><p>Der Pilot gab zun�chst keine Antwort. Offenbar hatte Drai keine erwartet, denn er ging sofort an eine Scheibe.</p><p>Ohne von seinen Instrumenten aufzusehen sagte der Pilot: s�uerlich: �Wenn Sie glauben, Ken w�re nur an seiner Arbeit interessiert, warum sind Sie dann so scharf drauf, ihn pl�tzlich zu besuchen?�</p><p>�Vor allem deswegen, weil ich nicht sicher bin, wessen Arbeit er ausf�hrt. Sag mal, Lee, wer hat deiner Meinung nach schuld, da� wir heute zum erstenmal auf dieser Welt landen, obwohl wir sie schon seit zwanzig Jahren kennen?�</p><p>Der Pilot gab keine Antwort. Nur ein Auge rollte zur�ck und traf sich mit dem seines Chefs.</p><p>Die Frage hatte ihn von Frostbeulen und gesprungenen Platten abgelenkt: Laj Drai war vielleicht kein Genie, wie er selbst zugegeben hatte, aber seine �ber den Daumen gepeilte Psychologie traf ins Schwarze.</p><p>Die <emphasis>Karella</emphasis> ging tiefer. Jetzt war sie in gleicher H�he mit den Berggipfeln. Eine gr�ne Fl�che, leer, wie man sehen konnte, und doch wies der Kompa� unerbittlich auf ihre Mitte hin. In einer H�he von hundertsiebzig Meter waren einzelne B�ume zu unterscheiden, und zwischen ihnen zeigte sich undeutlich das Dach des Wing-Hauses. Von Ken und dem Torpedo keine Spur, doch zweifelte keiner der im Kontrollraum Anwesenden, da� es das erw�hnte Haus war. Beide hatten Feth ganz vergessen.</p><p>�Lee, ein paar Meter seitlich steuern. Ich m�chte aus den Seitenscheiben raussehen. Ja, ich glaube, ich sehe Kens Panzer. Der Boden ist absch�ssig. Wir landen ein St�ck bergauf. Zwischen diesen Pflanzen kann man ziemlich weit hindurchsehen.�</p><p>Der Pilot gehorchte wortlos. Falls er Feths Aufschrei h�rte, der aus dem Raum drang, in dem der Techniker noch immer Bilder auf nahm, lie� er es sich nicht anmerken. Au�erdem waren die Worte wegen der Ersch�tterung im Schiff ohnehin unverst�ndlich. Die Bedeutung aber wurde sofort klar, denn das Schiff bahnte sich seinen Weg durch die Baumwipfel. Man h�rte das Krachen der �ste nicht bis hinein. Daf�r war die zweite Begleiterscheinung der Landung deutlich zu merken. Eine pl�tzlich auftauchende Rauchwolke nahm einem die Sicht durch die Scheibe. Als Laj Drai erschrocken zur�ckfuhr, z�ngelte bereits eine Flamme den gew�lbten Schiffsrumpf hoch.</p></section><section><title><p>XVIII</p></title><p>Feth war nicht der einzige, der dem Piloten zuschrie, er solle schleunigst wieder an H�he gewinnen. Ken, dem klar war, da� der Schiffsrumpf trotz der besseren Isolation fast so hei� sein mu�te wie sein Panzer, gab �ber Funk �u�erungen von sich, die er vor seinen Sch�lern peinlichst vermieden h�tte. Es war nur nat�rlich, da� an Bord keiner auf ihn h�rte. Mr. Wing und Don, die den Grund f�r seine Aufregung ahnten, stimmten mit ein. Mrs. Wing, die den Wirbel geh�rt hatte, erschien gerade noch rechtzeitig, um mitanzusehen, wie sich der schimmernde schwarze Zylinder vierzig Meter oberhalb des Hauses zwischen die B�ume senkte. Das Ergebnis rief bei niemandem Erstaunen hervor � zumindest nicht bei denen au�erhalb des Schiffs.</p><p>Don und sein Vater rannten im Eiltempo zum Stall, wo die tragbaren Feuerpumpen aufbewahrt wurden. Mrs. Wing trat hinaus auf die Veranda und rief mit einigerma�en beherrschtet Stimme: �Don, wo sind die Kinder?�</p><p>Diese Frage wurde teilweise beantwortet, ehe einer der beiden sich dazu �u�ern konnte, als Marjorie und Billy auf entgegengesetzten Seiten der Lichtung aus dem Wald gelaufen kamen, die Pflanzen in H�nden, die sie in ihrer Aufregung nicht fallen gelassen hatten.</p><p>�Daddy! Sieh mal das Feuer!� schrie der junge.</p><p>�Ich wei�, Billy. Ihr beide geht mit Mutter und schaltet die Pumpe ein. Ihr m��t mithelfen, ums Haus herum alles na�zuspr�hen. Ich glaube nicht, da� das Feuer bei dieser Windrichtung den Hang herunterkommt, aber wir wollen kein Risiko eingehen.�</p><p>�Wo sind Roger und Edith?� fragte Mrs. Wing die zwei J�ngsten.</p><p>�Sie wollten Felsst�cke f�r den Feuermann holen�, sagte Marjorie. �Ich wei� nicht, wo sie die holen wollten. Wenn sie das Feuer sehen, kommen sie sicher zur�ck.�</p><p>�Na hoffentlich.� Mrs. Wing war dar�ber nicht sehr erbaut. Sie nahm die beiden ins Schlepptau und ging die Schl�uche holen. Don und sein Vater liefen weiter, schlangen sich die stets gef�llten Feuerpumpen um die Schultern und liefen bergauf auf die immer dichter werdende Rauchwolke und die lodernden Flammen zu.</p><p>Ken hatte nicht erst abgewartet, bis die menschlichen Wesen aktiv wurden. Er hatte kurz nachgesehen, ob sein Panzer noch immer fest verbunden mit dem Torpedo war. Dann hatte er den Steuerapparat gepackt und war hinaufgeschossen. Das war nicht ungef�hrlich, wie er wohl wu�te. Doch der relativ k�hle Torpedorumpf sauste die Schneise hoch, die er beim Landen geschlagen hatte, zwischen den d�nnen �berh�ngenden �sten hindurch, mit denen er nur so kurz in Ber�hrung kam, da� es f�r ein Entz�nden nicht reichte. Es klappte tats�chlich, obwohl eine Andeutung von Rauch hinter dem Torpedo hochqualmte. Der <emphasis>Karella</emphasis> war es �hnlich ergangen. Sie schwebte nun etwa vierhundert Meter �ber dem Brand, den sie verursacht hatte. Er verlor keine Zeit mit Anschuldigungen, obgleich die Chancen gut standen, da� man an Bord nun offene Ohren f�r ihn hatte.</p><p>Das Feuer breitete sich nicht so schnell wie bef�rchtet in alle Richtungen aus. Zum Haus hin war es nur wenig fortgeschritten, w�hrend es sich entlang des Hanges hin langsam ausgebreitet hatte. Bergauf aber hatte es sich unter dem Einflu� seiner eigenen Konvektionsstr�mungen und der Brise, die bereits in diese Richtung geweht hatte, weit ausgebreitet und sprang rasch von Baum zu Baum. Ken sah, da� Pflanzenteile von der hei�en Lufts�ule hoch emporgeschleudert wurden. Manche verbrannten in der Luft, w�hrend andere hangaufw�rts getrieben wurden und an anderen Stellen kleine Br�nde entz�ndeten. Ein dunkles, offenbar abgestorbenes Gew�chs, das in einiger Entfernung vom Brand stand, fing unter der hei�en Ausstrahlung zu rauchen an und explodierte pl�tzlich mit lautem Krachen. Innerhalb von f�nfzehn Sekunden war es v�llig abgebrannt und zerfiel in einen gl�henden Kohleregen. Ken, der sich von der Aussicht, in die aufsteigenden hei�en Gase zu geraten, unber�hrt zeigte, man�vrierte sich n�her zum Brand hin. Jetzt wurde wenigstens teilweise ersichtlich, warum das Feuer sich h�gelab so langsam ausgebreitet hatte. Die zwei Eingeborenen, mit denen er gesprochen hatte, waren zwischen den B�umen zu sehen. Sie bespr�hten alles mit d�nnen Str�men einer Fl�ssigkeit, �ber deren Natur Ken nur Vermutungen anstellen konnte. Er beobachtete sie eine Weile. Dabei fiel ihm auf, da� sie die Beh�lter immer wieder an einem kleinen Strom dieser Fl�ssigkeit in der N�he des Hauses auff�llten. Ken war dieser Fl�ssigkeitsstrom vorhin gar nicht aufgefallen. Er fragte sich, wo die Quelle dieser Fl�ssigkeit liegen mochte und entschlo� sich, stromaufw�rts zu fliegen und es herauszufinden.</p><p>W�hrend er sich h�hertragen lie�, fand er die Ausdehnung des Waldlandes sehr beeindruckend. Die von der <emphasis>Karella</emphasis> verursachte Katastrophe machte ihm Sorgen. Wenn diese Entz�ndungsreaktion sich �ber die ganze Gegend verbreitete, dann w�rde das f�r die Eingeborenen ernste Auswirkungen haben. Er sah nun, da� es den kleinen Strom ein St�ck weiter oben �bersprungen hatte. Die Fl�ssigkeit mu�te also richtig in Kontakt mit der Vegetation sein, um die Verbrennung stoppen zu k�nnen. Flammen und Rauchentwicklung machten es unm�glich, dem Wasserlauf zu folgen. Ken ging tiefer, weil er nicht zu Unrecht der Meinung war, die Temperatur seines Panzers w�rde der bereits brennenden Vegetation keinen Schaden mehr zuf�gen k�nnen. Er trieb knapp �ber dem Bachbett dahin. Auch in dieser H�he konnte man kaum etwas erkennen. Trotzdem sah er etwas� die ersten Lebewesen, von den Eingeborenen abgesehen. Ganz kleine Wesen, meist Vierbeiner. Dies konnte er sehen, wenn sie sich auf ihrer hangaufw�rts f�hrenden Flucht etwas langsamer bewegten. Ken wunderte sich, da� sie �berhaupt atmen konnten. Der Rauch deutete darauf hin, da� die Luft voller Verbrennungsprodukte sein mu�te und wahrscheinlich viel zu hei� f�r sie war. Ihm war das Ph�nomen relativ reiner Luft in Bodenn�he vor einem Brand nicht bekannt. Auf Sarr gab es zwar Br�nde gro�en Ma�stabs, aber er war kein Feuerwehrmann.</p><p>Er war den Flammen jetzt voraus, befand sich aber noch immer in rauchgeschw�ngerter Luft, als er die Quelle des Stromes entdeckte. Er hatte Schwierigkeiten zu erkennen, da� es der Ursprung war. Er war keine Geologe, und selbst ein Geologe unter seinen Artgenossen h�tte Schwierigkeiten gehabt, den Mechanismus einer Quelle zu durchschauen. Ken vermutete einen k�nstlichen Hintergrund des Ph�nomens, wagte aber nicht, die Fl�ssigkeit zur n�heren Untersuchung zu ber�hren. Er h�tte Grund zur echten Sorge gehabt, wenn er geahnt h�tte, da� ein Waldbrand manchmal ein lokales Gewitter verursachen kann. Aber auch das lag weit au�erhalb seiner Erfahrung. Das ann�hernd �hnlichste auf Sarr gab es an den Polen, wo in ganz seltenen F�llen die meteorologischen Kr�fte so zusammenspielten, da� starker Druckanstieg und starker Temperaturr�ckgang einen leichten Niederschlag von fl�ssigem Schwefel bewirkten.</p><p>Ken, der sah, da� er hier im Moment nichts mehr in Erfahrung bringen konnte, lie� sich wieder in reinere Luft hochschleppen. Unten sah es aus, als h�tten die Eingeborenen gewonnen. Ein schmaler Streifen geschw�rzter Vegetation am Rand des Flammengebietes zeigte an, da� das Feuer in der Richtung zum Haus einged�mmt war. An den Seiten war der Fortschritt nicht so deutlich sichtbar. Der Brand hatte nun ungef�hr die Umrisse eines gro�en F�chers, dessen Griff auf das Haus zu gerichtet war und dessen Rippen sich auf eine Breite von zweihundertf�nfzig bis dreihundertf�nfzig Meter gleichm��ig bergauf erstreckten. Durch die Rauchschwaden hindurch sah Ken, da� die hohen B�ume an dieser Stelle sp�rlicher wuchsen und kleineren Gew�chsen weichen mu�ten, die ihrerseits nach dem hier �blichen Muster blankem Fels in der N�he der Gipfel wichen. Ken, der von seiner H�he aus einen guten �berblick hatte, war der Ansicht, da� der Brand sich sehr wahrscheinlich in wenigen Stunden bis zum baumlosen Gel�nde durchgefressen haben w�rde. Mit den Randbr�nden konnten die Eingeborenen gut ohne Hilfe fertigwerden.</p><p>Der Gedanke an m�gliche Hilfe l�ste einen anderen aus. Der Rauch erhob sich in einer hohen S�ule, die viele Kilometer weit sichtbar sein mu�te. W�rden daraufhin andere Eingeborene zu Hilfe kommen, oder w�rde man das Gebilde f�r eine gew�hnliche Wolke ansehen? Kens Augen, deren Farbempfinden sich von dem menschlicher Augen unterschied, konnte den Farbton nicht deutlich unterscheiden. Die Form der Rauchs�ule war aber so deutlich, da� sie Aufmerksamkeit erregen mu�te. Diese �berlegung brachte ihn dazu, das Schiff zu rufen. Doch als er aufblickte, war es nirgends zu sehen. Er bewegte das Torpedo nun so schnell hin und her, da� sein Panzer daran wie ein Pendel ausschwang und er einen Blick zum Himmel direkt �ber ihm schicken konnte. Der schwarze Zylinder war nirgends zu sehen. Offenbar war Laj Drais Appetit auf den Planeten Drei rasch gestillt worden. Sicherheitshalber gab Ken per Funk seine Vermutung weiter, da� andere Eingeborene zu Hilfe eilen k�nnten, und machte sich dann wieder ans Beobachten des Feuers. In Sekundenschnelle hatte er die Existenz des Schiffes wieder vergessen.</p><p>Er hatte entdeckt, da� man im Brand selbst nicht viel sehen konnte. Daher ging er knapp vor einem Brandherd tiefer und beobachtete durch die wirbelnden Rauchschwaden hindurch, wie das Laub der Str�ucher und kleinen B�ume im Feuer schrumpften, Rauch entwickelten und manchmal viele Meter von der n�chsten richtigen Flamme aufflammten. Ihm fiel dabei auf, da� die dickeren St�mme sich nur entz�ndeten, wenn sie in Kontakt mit Flammen kamen, doch sah er auch Ausnahmen. Ihm fiel dabei der explodierende Baum ein. Er bedauerte, da� er kein Thermometer bei sich hatte, mit dem er den Entflammungspunkt der Gew�chse h�tte feststellen k�nnen. Zu gern h�tte er gewu�t, ob der Sauerstoff allein an dieser heftigen Reaktion schuld sein konnte oder ob der in der Atmosph�re so reichlich vorkommende Stickstoff vielleicht auch eine Rolle spielte. Schlie�lich war er mit seiner Titan-Probe eine Verbindung eingegangen. Er sah keine M�glichkeit, Proben der Verbrennungsgase zu bekommen, aber vielleicht w�rde man aus dem festen R�ckstand etwas entnehmen k�nnen. Ken landete nun mitten im Feuer, holte das Torpedo neben sich herunter, �ffnete die Ladeluke und warf ein Paar St�ckchen verkohlten Holzes hinein. Dann ging er ein St�ck bergab, fand graue Asche und f�gte sie seiner Sammlung zu. F�r den Moment war er befriedigt und erhob sich in die Luft. Dabei fragte er sich, wie viel Zeit ihm noch blieb. Die in den Flammen verbrachte Zeit verl�ngerte n�mlich die wenigen Stunden, die er unten auf der Eiswelt bleiben konnte. W�hrend der im Feuer verbrachten Minuten hatte er geh�rt, wie die Thermostaten Teile der Heizanlage seines Panzers abschalteten. Die �u�eren Schichten mu�ten sich ordentlich erw�rmt haben.</p><p>Er wollte nun versuchen festzustellen, wie lange das Feuer noch brauchen w�rde, bis es ausbrannte. Ken bewegte sich in einem bestimmten Abstand vor der Feuerfront her und fing an, an verschiedenen Stellen das Fortschreiten des Brandes abzustoppen. Das erwies sich als tr�gerisch, da die Geschwindigkeit sehr unterschiedlich war, was ihm jeder F�rster h�tte sagen k�nnen. Die Geschwindigkeit hing haupts�chlich vom vorhandenen Brennstoff und von der Bodenbeschaffenheit ab, die ihrerseits die das Feuer n�hrenden Luftstr�mungen beeinflu�te. Und von diesen Punkten hatte Ken nicht die leiseste Ahnung. Er gab den Versuch auf, lie� sich ein St�ck weiter tragen und versuchte nun einen Blick auf die Tiere zu erhaschen, die noch immer vor der schrecklichsten Bedrohung fl�chteten, die ihr kleines Leben je getroffen hatte.</p><p>An dieser Stelle ert�nte im Torpedo-Mikro ein Knistern, das sich vom Knistern des Feuers unterschied. Daneben war lautes Atmen zu h�ren, das Ken an die Ger�usche erinnerte, die er nach seiner ersten Begegnung mit Roger geh�rt hatte. Da ihm einfiel, da� er zwei der Eingeborenen seit Ausbruch des Brandes nicht mehr gesehen hatte, wurde Ken nerv�s. Eine zweimin�tige Suche zeigte, da� seine Besorgnis nur zu begr�ndet war. Roger und Edith Wing, die von Rauch und Ersch�pfung nach Luft schnappten und keuchten, k�mpften sich blindlings durchs Geb�sch. Der Junge hatte urspr�nglich die Absicht gehabt, sich quer zur Richtung des Feuers durchzuschlagen und ihm auszuweichen, unter den gegebenen Umst�nden das vern�nftigste Vorgehen. Es waren aber mehrere Dinge zusammengekommen, die dieses Vorgehen erschwerten. Als der Rauch so dicht geworden war, da� sie kaum mehr etwas sehen konnten, waren sie in eine flache Senke getappt. Die Hangneigung zur Orientierung benutzend, hatten sie diese Senke ein paarmal umrundet, ehe sie merkten, was da passierte. Inzwischen waren die Flammen schon auf Sichtweite heran. Es blieb ihnen nichts �brig, als einfach vor ihnen davonzulaufen. Jetzt war nicht mehr auszumachen, wie breit diese Flammenfront war. Im Abstand von einigen Metern entlang der Flammen davonzulaufen, w�re der Gipfel des Wahnsinns gewesen. Die Kinder hatten versucht, sich bis zu der einen Flanke durchzuarbeiten, w�hrend sie immer einen gewissen Abstand vor den n�herkommenden Flammen hielten, doch sie n�herten sich rasch einem Zustand der Ersch�pfung, bei dem allein dieses Abstandhalten ihren jungen K�rpern alles abverlangte. Sie waren fast blind, die Tr�nen liefen ihnen �ber ru�geschw�rzte Gesichter. Bei Edith war nicht allein der Rauch die Ursache der Tr�nen, sie weinte ungehemmt vor M�digkeit und Angst, w�hrend der Junge sich mit aller Gewalt beherrschte.</p><p>Alles das war Ken nicht bewu�t, weil ihm auch das unverzerrte menschliche Antlitz zu ungewohnt war. Dennoch war sein Mitgef�hl erwacht. W�re diese Situation nach seinem ersten Zusammentreffen mit den Eingeborenen eingetreten, so h�tte er sich m�glicherweise wie ein unbeteiligter Beobachter verhalten, nur um zu sehen, was die Wesen in einer Extremsituation tun w�rden und tun konnten. So aber, nach seinem Gespr�ch mit Mr. Wing und den Beweisen f�r Kultur und wissenschaftliches Denken, die dieser geliefert hatte, hatte der Sarrianer ein Gef�hl geistiger Verwandtschaft mit den Wesen entwickelt. Es waren Menschen, keine Tiere. Zudem waren sie in diese mi�liche Lage geraten, w�hrend sie f�r ihn t�tig gewesen waren. Er wu�te, da� diese beiden f�r ihn Proben gesammelt hatten. So z�gerte er keinen Augenblick, nachdem er sie entdeckt hatte.</p><p>Er steuerte die dahinstolpernden Kinder an. Dabei benutzte er eines seiner wenigen W�rter. �Tragen!� dr�hnte der Torpedolautsprecher immer wieder. Knapp vor den erschrockenen Kindern blieb er stehen, ein St�ck oberhalb der Vegetation, um jeden Kontakt mit ihr zu vermeiden. Edith wollte auf ihn zu, w�hrend Roger seine Geistesgegenwart behielt.</p><p>�Nein, Edie! Du w�rdest auch verbrennen. Wir m�ssen uns von dem Ding tragen lassen, an dem er h�ngt, falls wir es schaffen raufzukommen.�</p><p>Ken hatte gemerkt, was die beiden wollten. Er hantierte an seinem Steueraggregat, um das Torpedoheck in ihre Reichweite zu man�vrieren, w�hrend er selbst in sicherer H�he �ber den Str�uchern blieb. Es h�tte ihm zwar nichts ausgemacht, sie in Brand zu setzen, da sie ohnehin verdammt waren, in wenigen Minuten zu verbrennen, doch sah es ganz so aus, als h�tten die zwei jungen Eingeborenen schon genug Schwierigkeiten. Da wollte er sie nicht durch zus�tzliche Brandherde in ihrer N�he erschrecken.</p><p>Das Problem war ziemlich verzwickt, da seine gepanzerten F��e knapp zwei Meter unter dem Torpedorumpf hingen, und das Gef�hrt automatische Einrichtungen hatte, die es in horizontaler Lage hielten, w�hrend es in einem Schwerkraftfeld schwebte. Zum Gl�ck konnte es aber um jede beliebige Achse gedreht werden. Schwierig war dabei nur, da� Ken bisher keine Gelegenheit dazu hatte, dies auszuprobieren. Er brauchte eine Weile, bis er die dazu n�tige Steuerkombination gefunden hatte. Diese Zeitspanne kam sogar ihm wie eine Stunde vor, da er sich der Rettung mit ganzem Herzen verschrieben hatte und fast so viel Angst hatte wie die Kinder selbst. Schlie�lich aber hing das hintere Ende des Torpedos im richtigen Abstand �ber der Erde.</p><p>Die Kinder unternahmen sofort verzweifelte Versuche, an Bord zu klettern. Es gl�ckte ihnen nicht. Der Rumpf war zu glatt, die Kr�mmung nicht so stark, da� man sich richtig daran h�tte festhalten k�nnen und zu all dem kam noch ihre Ersch�pfung.</p><p>Roger formte nun mit beiden H�nden einen B�gel f�r seine Schwester und schaffte es tats�chlich, sie ein St�ck �ber den glatten Rumpf zu heben. Nach einem Augenblick vergeblichen und verzweifelten Anklammerns rutschte sie zur�ck und sank schluchzend auf dem Boden zusammen. Roger war ratlos. Er rang nach Atem, als ein hei�er, rauchiger Windsto� ihn ins Gesicht traf. In Sekunden w�rden die Flammen sie eingeholt haben. Er starrte neiderf�llt zu dem hilflos am anderen Ende des Torpedos h�ngenden Wesen hoch, f�r das der Feuerhauch wahrscheinlich eine k�hle Brise darstellte. Da fiel sein Blick auf die Halterungen, in denen die Probenbeh�lter gehangen hatten.</p><p>Sogar diese erschienen ihm in diesem Augenblick nutzlos. Er bezweifelte, ob man sich an diesen kleinen Metallst�cken auch nur kurz mit den H�nden festhalten konnte. Seiner Schwester traute er es schon gar nicht zu. Da kam ihm eine Idee. Die Halterungen waren hakenartige Vorrichtungen, die zuschnappten wie eine Broschenschlie�e. In geschlossener Stellung waren sie ringf�rmig. Roger klappte den n�chstliegenden zu, ri� sich mit einem energischen Ruck den G�rtel vom Leib, zog ihn durch den Ring und hakte den G�rtel zu. Er scheuchte Edie auf, die sich ein wenig gefa�t hatte, weil sie sah, was er machte, und Roger machte dasselbe mit ihrem G�rtel, den er durch einen zweiten Ring zog. Gottlob trug auch sie Jeans wie alle Kinder hier im Wald. Dann half er ihr hinauf. Sie hielt sich an der einen Lederschlinge fest und steckte beide Beine durch die andere. Das Festhalten erforderte trotz allem noch ziemliche M�he, doch trug die Beinschlinge den Hauptteil ihres Gewichtes. Befriedigt winkte er dem Sarrianer, er solle abheben.</p><p>Ken kapierte sofort. Seine Bewunderung f�r die menschliche Rasse war um ein bis zwei Grad gestiegen. Bedenken oder gar Worte des Zweifels waren �berfl�ssig. Er wu�te genau, da� der Junge die einzig m�gliche Methode gefunden hatte, sich und seine Schwester bef�rdern zu lassen. Auch wenn Ken die Sprache gut beherrscht h�tte, w�re ein Einwand Zeitverschwendung gewesen. Er ging sofort h�her, das halb benommene M�dchen mit sich schleppend.</p><p>Als erstes trachtete er, aus dem Rauch herauszukommen, damit sein Fahrgast wieder frei atmen konnte. Dann versuchte er sich seine Umgebung einzupr�gen, um die Stelle sp�ter wiederzufinden. Roger k�mpfte sich wieder hangaufw�rts, wie er durch den Rauch hindurch erkennen konnte. Ohne ihn weiter zu beobachten, steuerte Ken das Torpedo bergab auf das Haus zu. Mrs. Wing sah sie schon kommen. In einer dreiviertel Minute war Ken auf dem R�ckweg, um den zweiten Passagier zu holen.</p><p>Trotz der kurzen Zeit, die vergangen war, und seiner sorgf�ltigen Orientierung, merkte er weiter oben sofort da� es nicht einfach sein w�rde, den zweiten Eingeborenen zu finden. Seinen urspr�nglichen Aussichtspunkt hatte er sofort wieder gefunden. Ohne Instrumente und wegen der wechselhaften Luftstr�mungen konnte er jedoch nicht feststellen, ob er bis zu diesem Punkt vertikal hochgestiegen war oder ob er von diesem Punkt vertikal niedergehen w�rde. Nat�rlich hatte er Roger erst gesehen, nachdem er diesen Punkt erreicht hatte, doch war der Junge da schon in Bewegung gewesen. Ken h�tte auch das Hochgehen stoppen und vertikal fallen k�nnen. Doch war dieses Vorgehen nicht empfehlenswert. Das Torpedo war ein schweres Ding. Er wollte nicht, da� es ihm auf seinen Panzer knallte, unter der Schwerkraft dieses Planeten erst recht nicht. Er ging nun so schnell zu Boden, als es sich mit der Sicherheit noch vereinbaren lie�, und suchte das Gebiet systematisch ab.</p><p>An die Stelle, wo er landete, war das Feuer noch nicht vorgedrungen. Die Str�ucher fingen eben erst zu glimmen an. Eine Spur, die von dem Jungen h�tte stammen k�nnen, war nicht zu sehen, zumindest keine, die Ken erkennen konnte. Zur Sicherheit lie� er sich bergab ganz an den Rand des Brandgebietes tragen und suchte ihn nach beiden Seiten etwa vierzig Meter weit ab, eine betr�chtliche Entfernung bei einer Sichtweite von h�chstens vier Meter. Dann lie� er sich langsam bergauf bef�rdern.</p><p>Roger war weiter vorangekommen, als man es ihm in Anbetracht seines Zustandes zugetraut h�tte. Es vergingen zehn Minuten, ehe Ken ihn fand. Roger k�mpfte sich noch immer weiter, ohne nennenswert voranzukommen. Doch hatte er dem Feuer gegen�ber betr�chtlich Abstand gewonnen, wie der Sarrianer sah.</p><p>Er lie� seinen dr�hnenden Ruf nach unten ert�nen und senkte das Torpedoheck. Roger streckte mit letzter Kraft die Beine in die eine Schlinge und hielt sich mit den H�nden an der anderen fest. Sein Gesicht war in unmittelbarer N�he des Torpedorumpfs, der sich w�hrend des Fluges durch die Flammenfront ziemlich aufgeheizt hatte. Roger war sich der Blasen an H�nden und im Gesicht kaum bewu�t, da ihm alles lieber war, als dort unten den Flammen davonzulaufen. Kaum hatte Ken sich vergewissert, da� der Junge sich gut festhielt, scho� er hoch in reine Luft und trug seine zweite Ladung zum Haus. Als sie ankamen, hielt er sich noch immer fest, doch war es kein bewu�tes Verhalten. Seine Mutter mu�te seinen verkrampften Griff mit aller Gewalt l�sen.</p><p>Ken wu�te, da� es hier beim Haus f�r ihn nichts zu tun gab. Er �berlie� es dem vermutlich sehr kompetenten Erwachsenen, sich um das gerettete Kind zu k�mmern, und lie� sich von seinem Torpedo bis �ber die Baumwipfel tragen, weil er sehen wollte, wie weit es die anderen beim L�schen gebracht hatten.</p><p>Die Lage hatte sich seiner Ansicht nach entspannt. Der untere Teil des Hanges war bereits abgebrannt. Nur am oberen Rand war das Feuer noch aktiv. Die M�nner waren unerm�dlich an der Arbeit. Sie bespr�hten die R�nder, indem sie sich hangaufw�rts bewegten. Das Feuer hatte sie l�ngst �berholt, doch hatte es sich in ein Gebiet ausgedehnt, wo es nur mehr Felsen und nichts Brennbares mehr gab. Ehe es aber ganz erloschen war, w�rden noch Stunden vergehen.</p><p>Den Wings war klar, da� der Brand noch tagelang eine Gefahrenquelle darstellte, wenn der Wind sich drehte. Sie lie�en in ihren Bem�hungen keine Sekunde lang nach und gaben erst auf, als Ersch�pfung sie dazu zwang.</p><p>Ken landete zweimal auf einer abgebrannten Stelle neben Mr. Wing und zeichnete ihm eine grobe Lageskizze auf den Boden. Einmal suchte er selbst auf dem Boden zwischen B�umen Schutz, als eine steiffl�glige, dreimotorige Metallmaschine �ber ihn hinwegdr�hnte. Und er versteckte sich noch einmal, als eine Gruppe von M�nnern mit Wasserpumpen und anderen Feuerl�schger�ten auf dem Weg von Clark Fork auftauchten, um den Wings zu Hilfe zu eilen.</p><p>Ken hielt sich nun in der N�he des Hauses auf. Er wollte vermeiden, von diesen neuen Eingeborenen gesehen zu werden. Er bef�rchtete, seine Fortschritte in der Sprache w�rden sich verz�gern. Damit mochte er recht haben.</p><p>Kurz nach Eintreffen der neuen Gruppe kamen Mr. Wing und Don zum Umfallen m�de nach Hause. Sie waren zerkratzt, ru�verschmiert und versengt. Sogar Ken merkte den Unterschied zu ihrem normalen Aussehen. Nicht mal Roger und Edie hatten so schlimm ausgesehen.</p><p>Erst jetzt erfuhr Mr. Wing, da� die beiden aus gro�er Gefahr gerettet worden waren, denn Ken hatte ihm bislang nichts davon gesagt. Es w�re ihm auch zu schwergefallen, Mr. Wing mit seinen begrenzten Sprachkenntnissen die Vorg�nge zu erkl�ren.</p><p>Nachdem Mr. Wing die Geschichte erfahren hatte, sah er sich �hnlichen Schwierigkeiten gegen�ber. Ken hatte bereits vermutet, da� diese Wesen untereinander starke Zuneigung entwickelt hatten. Jetzt war er seiner Sache sicher. Mr. Wing fand zwar nicht die richtigen Worte, war aber doch imstande, das Ausma� seiner Dankbarkeit deutlich zu machen.</p></section><section><title><p>XIX</p></title><p>Die <emphasis>Karella</emphasis> hatte die Erdatmosph�re zwar verlassen, war aber nicht in ihre fr�here Flugh�he zur�ckgekehrt. Die beidseitige Kommunikationsm�glichkeit war wieder hergestellt � Ken h�tte zu gern gewu�t, seit wann �, und Feth steuerte nun wieder Kens Torpedo. Der Vorgang des An-Bord-Gehens war nicht komplizierter als sonst. Ken lie� die zwei �lebendigen� Beh�lter in der Luftschleuse, nachdem er ihre K�hleinrichtung so eingeschaltet, wie es beim ersten erforderlich gewesen war. Die anderen zwei Beh�lter, die mit Mineralien gef�llt waren, brachte er ins Innere. Drai begr��te ihn ziemlich s�uerlich, als er sich aus seiner Metallpuppe sch�lte.</p><p>�Na, endlich zur�ck. Haben Sie etwas mitgebracht?�</p><p>Ken sah ihn mit einem Ausdruck an, der an Aufm�pfigkeit grenzte. �Sehr wenig. Dank der kleinen Ablenkung, die Sie in Gang setzten, hatten die Eingeborenen Wichtigeres zu tun, als mit mir zu reden.�</p><p>�Woher sollte ich denn wissen, da� der Schiffsrumpf eine Kettenreaktion in der �rtlichen Vegetation in Gang setzen w�rde? Wenn das Zeug so entflammbar ist, dann m��ten Br�nde dort an der Tagesordnung sein.�</p><p>�Ich glaube mich zu erinnern, da� ich Sie vor der Gefahr warnte. Mag sein, da� das �fter passiert. Die Eingeborenen sind darauf eingestellt, mit diesen Vorf�llen fertigzuwerden.�</p><p>�Dann ist das Feuer gel�scht?�</p><p>�Nicht ganz. Es wird vermutlich noch einige Stunden dauern. Was mir mi�f�llt, ist Ihre Vermutung, ich w�re entweder ein L�gner oder Dummkopf. Ich sagte Ihnen, was mit dem St�ckchen Vegetation passierte, das ich hochhob. Ich sagte Ihnen, wie ich mit dem Eingeborenen die Sprache lernte. Sie haben die meiste Zeit �ber mitgeh�rt. Was ist denn in Sie gefahren, da� Sie in dieser Art und Weise einfach auftauchten?�</p><p>�Ich hatte meine Zweifel an dem, was Sie mir sagten.� Drai sagte dies ohne Umschweife. Er hatte wieder sicheren Boden unter sich. �Sie sagten, Sie h�tten �ber das Thema Tafak mit den Eingeborenen nicht gesprochen, Sie sagten sogar, Sie bezweifelten, ob es derselbe Eingeborene sei, mit dem wir Handel getrieben h�tten.�</p><p>�Ich sagte blo�, ich w�re nicht sicher, da� es derselbe w�re. Aber das ist unwichtig� weiter.�</p><p>�Als Sie am ersten Tag unten waren und mit ihm redeten, kam das Zeichen von der installierten Bodenstation. Es war das Zeichen, da� man zum Handeln bereit war.�</p><p>�Nun, das sehe ich eher als Beweis meiner Aufrichtigkeit. Ich war nicht in der N�he der Bodenstation. Fragen Sie Feth. Er hat mich abgesetzt.�</p><p>�Das dachte ich auch. Aber heute lief die �bliche Zeitspanne nach dem Signal ab. Ich schickte ein zweites Torpedo hinunter, w�hrend Sie Ihre Sprachlektion hatten� und es passierte gar nichts! Niemand war zur Stelle!�</p><p>�Das soll wohl hei�en, da� Sie keinen Tafak bekommen haben?�</p><p>�Und da� niemand das Metall genommen hat. Wenn das Metall n�mlich ohne Gegengabe verschwunden w�re, h�tte ich angenommen, man wolle mich betr�gen. Aber so� da konnte ich mir keinen Reim darauf machen. Ich war sicher, Sie h�tten etwas ausgeplaudert, und wollte nachsehen, was Sie da unten vorh�tten.�</p><p>�Lassen wir mal die Frage aus dem Spiel, wie ich denn h�tte merken sollen, wann Sie zuh�ren und wann nicht, und wenden wir uns dem Umstand zu, da� Sie mich eher f�r dumm als unehrlich halten. Ich wei� gar nicht, ob mich das freut oder nicht. Ich gebe ja zu, da� mein Eingeborener Ihr Handelspartner sein k�nnte. Vielleicht wollte er sp�ter zum Sender gehen, nachdem er mit mir gesprochen hatte. Er wu�te, da� ich nicht lange bleiben konnte. In diesem Fall haben Sie es sich selbst zu verdanken, da� er sp�ter nicht kam� er war n�mlich viel zu besch�ftigt. Zwei von den Jungen wurden durch die Kettenreaktion beinahe get�tet. Falls er wei�, da� das Schiff und der G�teraustausch in Zusammenhang stehen, wird er �ber Sie nicht allzu erfreut sein. Vergessen Sie bei all dem nicht, da� wir von Planet Eins kommen.�</p><p>�Das glaube ich nicht. Er kann es nicht wissen. Das ist auch einer der Gr�nde, warum ich der Meinung war, Sie versuchten, Ihren Verrat zu tarnen. Woher wissen Sie, da� zwei Eingeborene durch den Brand gef�hrdet waren?�</p><p>�Ich habe sie gesehen. Und ich war es, der sie rettete. Ich habe sie auf dem Torpedo aus dem Feuer bef�rdert. Dabei habe ich ziemlich viel Zeit verbracht, den Brand und seine Folgen zu studieren, denn etwas anderes gab es f�r mich ja nicht mehr zu tun. Ich kann es beweisen� dank einiger Proben von Pflanzenresten, die uns weitere Aufschl�sse �ber den Planeten geben k�nnen.�</p><p>Drai be�ugte ihn schweigend. �Na, �berzeugt bin ich noch immer nicht�, sagte er schlie�lich. �Und Sie tun gut daran, mich zu �berzeugen, ehe die n�chste Periode des Drogenhungers kommt. Wenn der Handel nicht mehr l�uft, dann werde ich mir die Verteilung von Proben sehr gut �berlegen.�</p><p>Feth, der sich im Hintergrund hielt, entfuhr ein Laut, der mit einem entt�uschten Aufst�hnen vergleichbar war. Ken konnte selbst nicht verhindern, da� man ihm momentan so etwas wie Angst vom Gesicht ablesen konnte. Er hatte eine kurze Periode Tafak-Hungers erlebt und schreckte vor einer ausgedehnteren zur�ck.</p><p>Drai nickte, als er die Wirkung seiner Worte sah. �Ja. Mein Vorrat ist nicht sehr gro�, und wenn kein Nachschub mehr kommen sollte, dann werde ich etwas daf�r verlangen. Was Sie mir eben berichteten, hat mich auf eine Idee gebracht. Wenn Ihre Geschichte von der Rettung zweier Einheimischer vor dem Tod durch �berhitzung stimmt, dann gehen Sie wieder runter und n�tzen Sie die Dankbarkeit aus. Sie k�nnen ja so tun, als ob Sie das Tafak eintauschen m�chten. Sicher wird man dem Helden, der zwei Wesen vor dem sicheren Tod bewahrte, entgegenkommen wollen. Besonders wenn er ihnen zu verstehen gibt, da� ihm eine qualvolle Zeit bevorsteht, falls man nicht auf seinen Vorschlag eingeht. Sie machen sich sofort auf den Weg. Ihr Panzer hat sich inzwischen wieder gut erw�rmt. Das andere Torpedo haben wir noch nicht hereingezogen. Sobald Sie unten von der Bodenstation erfa�t werden, schicken wir es Ihnen mit dem Metall nach, und dann k�nnen Sie feilschen nach Herzenslust.� Seine Miene dr�ckte unverh�llt Verachtung aus.</p><p>�Die Tatsache, da� meine Sprachkenntnisse bestenfalls bruchst�ckhaft sind, macht Ihnen keine Sorgen?�</p><p>�Nein. Ich glaube n�mlich, Sie k�nnen mehr, als Sie zugeben.�</p><p>�Und der Umstand, da� sich im Moment viele andere Eingeborene an der Brandstelle aufhalten? Ich versteckte mich zwischen den B�umen, als sie eintrafen, aber das wird sich schwer machen lassen, wenn ich gleichzeitig handeln soll. M�chten Sie, da� ich ganz offen auf der Szene erscheine? Eine Zeitlang werden sie noch mit dem Brand zu k�mpfen haben, dann aber werden sie Metall haben wollen.� Er machte eine Pause. �Ich sehe nicht ein, warum nicht jeder von ihnen derjenige sein k�nnte, mit dem Sie Gesch�fte machten. Aber Sie haben sicher nichts dagegen, mit den anderen auch ins Gesch�ft zu kommen�� Da unterbrach Drai ihn. �Sie k�nnen noch warten.�</p><p>�Ach was, sicher braucht man nur einige Torpedoladungen Metall, um sie alle zufriedenzustellen.�</p><p>�Ich sagte, Sie k�nnen warten.� Drai mu�te Ken dessen Befriedigung angesehen haben, denn er setzte hinzu: �Ich habe noch eine andere Idee. Die <emphasis>Karella</emphasis> wird mit Ihnen runtergehen und Sie beobachten und abh�ren. Und wenn der Eingeborene sich str�ubt, dann k�nnten wir ein zweites Feuer ins Gespr�ch bringen.�</p><p>�Wollen Sie, da� die Eingeborenen sich das Raumschiff genau ansehen k�nnen? Das Auge des Gesetzes k�mmert Sie wohl nicht?�</p><p>�Das sollten Sie am besten wissen. Au�erdem haben die es ohnehin schon gesehen. Wir warten ab, eine Weile wenigstens. Ich glaube, wir werden in einem gewissen Abstand vom Brand landen und uns erst zeigen, wenn das Feuer erloschen ist. Auf diese Weise�, seine beiden Augen fixierten Ken, �werden wir mit Sicherheit wissen, wer jeweils spricht und wie lange.� Damit drehte er sich um, stie� sich von einer passenden Wand ab und glitt hinaus auf den Gang. Feth sah ihm mit einem besorgten Auge nach.</p><p>�Ken, in diesem Ton sollten Sie nicht mit ihm reden. Ich wei� ja, da� Sie ihn nicht ausstehen k�nnen, wer kann das schon, aber denken Sie daran, wozu er imstande ist. Ich dachte, Sie w�rden nicht mehr so scharf rangehen, sobald Sie einen kleinen Vorgeschmack davon bekommen h�tten. Er ist imstande, Sie nur so zum Spa� hinzuhalten.�</p><p>�Ich wei�. Es tut mir leid, da� ich auch Sie in Schwierigkeiten gebracht habe�, antwortete Ken. �Aber ich halte ihn f�r ungef�hrlicher, wenn er w�tend ist. Und jetzt hei�t es, rasch alles besprechen, w�hrend er fort ist. Vor uns liegt viel Arbeit. Erstens: Stimmt das mit den knappen Tafak-Vorr�ten? Hat er das Zeug in dem gek�hlten Safe, aus dem er immer unsere Dosis austeilt?�</p><p>�Ja. Und wahrscheinlich stimmt es. Der Gro�teil geht am Ende einer Saison ins sarrianische System. Er beh�lt immer nur ein kleines Quantum da.�</p><p>�Wie gro� ist eine Dosis? Beide Male konnte ich nicht richtig sehen, was in dem gefrorenen Luft-Ziegel drin war.�</p><p>�Ein kleiner Zylinder in dieser Gr��e.� Feth zeigte es ihm. �In der Lieferung sind die Zylinder l�nger. Drai schneidet sie ihn zehn Teile und friert sie einzeln ein.�</p><p>�Gut, das wollte ich sicher wissen. Und jetzt etwas anderes: Taugen die kleinen K�hlaggregate in den Vivarien-Beh�ltern etwas? K�nnen sie Luft gefrieren?�</p><p>�Sicher. Warum?�</p><p>�Abwarten. Sie werden schon sehen. Im Moment habe ich wieder mal eine Rolle zu mimen. Ich kann mir nicht denken, da� Drai sich abhalten l��t, wie geplant auf Planet Drei zu landen.� Ohne weitere Erkl�rungen abzugeben lief Ken zum Kontrollraum des Raumschiffes.</p><p>Er hatte recht. Der vor Ungeduld geplagte Rauschgifth�ndler hatte dem Piloten schon Anweisung zum Landen gegeben. Lee hatte sich diesmal widerstandslos gef�gt, wenngleich seine Miene erkennen lie�, da� er alles andere als erbaut war. Der Anflug verlief glatt. Es war praktisch eine Wiederholung der ersten Landung, blo� peilten sie diesmal den festen Sender an und befanden sich daher etwa f�nfzehn Kilometer �stlich von ihrem ersten Landeplatz. In geh�rigem Abstand von den h�chsten Gipfeln stoppten sie den Landeanflug und sahen sich nach der Rauchwolke um. Sehr zu Drais Entt�uschung konnte man sie sehen. Sogar f�r ihre Augen unterschied sie sich deutlich von den gew�hnlichen Wolken.</p><p>�Hm, es scheint noch immer zu brennen�, bemerkte Ken dazu harmlos. �Sollen wir hier im Blickfeld aller treiben, bis der Brand gel�scht ist?�</p><p>�Nein. Wir landen und verstecken uns.�</p><p>�Zwischen den Pflanzen? Das gro�e Schiff? Das erscheint mir als Methode h�chst ungeeignet.�</p><p>Drais Blick verriet, da� er mit seiner Geduld am Ende war.</p><p>�Vielen Dank, ich wei� Bescheid. Die Vegetation w�chst nicht �berall, was auch Sie sicher schon bemerkt haben. Zum Beispiel dort unten.� Er wies nach S�den. In dieser Richtung sah man einen rechteckigen Fleck, der das Licht metallisch reflektierte. Es war einer jener Flecken, die Ken schon bei der ersten Landung aufgefallen waren. �Wir wollen uns das n�her ansehen. Es liegt tiefer als das umgebende Gel�nde und k�nnte ein sehr gutes Versteck abgeben. Wenn es die Bodenbeschaffenheit des Flachl�nder-Gebietes hat, dann werden die hiesigen Eingeborenen die Gegend vielleicht meiden. Na, was sagen Sie dazu, Sie Naturwissenschaftler?�</p><p>�Mir scheint, Sie haben ein Quentchen Logik auf Ihrer Seite�, gab Ken gleichm�tig zur�ck. Drai reagierte darauf nicht. Er wies Lee mit einer Geste zur Landung an, und der Pilot lenkte gehorsam das Raumschiff auf den schimmernden Fleck zu.</p><p>Als der Funk-H�henmesser auf neunhundert Meter zeigte, begann Ken mit einer sorgf�ltigen Untersuchung des Gebietes. Der Fleck war gr��er, als es aus der Ferne ausgesehen hatte. Er konnte nicht dahinterkommen, welche Bewandtnis es damit hatte. Sicher, auf dem Planeten kamen sonderbare Mineralien vor. Ein kurzer Blick auf die von den Kindern gesammelten Proben hatte ihm dies gezeigt. Direkt unter dem Schiff konnte er keine Einzelheiten ausmachen. Aber ein St�ck weiter, am Rande des Gebietes, spiegelten sich die B�ume darin, die dort wuchsen�</p><p>�Lee! Nichts wie rauf!� Der Pilot gehorchte ohne zu �berlegen. Kens Ton hatte zu dringlich geklungen.</p><p>�Was ist denn?� Diesmal lie� sogar Drais Stimme den ewigen Argwohn vermissen.</p><p>�Es ist eine Fl�ssigkeit. Man sieht, wie das Spiegelbild am Rand im Luftzug vibriert!�</p><p>�Na und?�</p><p>�Die einzige Fl�ssigkeit, der ich auf diesem Planeten begegnete, verhielt sich verdammt �hnlich wie das komische Oxid, das wir auf Vier fanden und mir fast die F��e abfror. Ich habe das Zeug hier schon gesehen und habe einen Greifer eingetaucht. Es verdampfte wie wild, und es dauerte lange, bis ich wieder einen Tentakel in den �rmel stecken konnte. Ich glaube, es ist diese hitzeaufsaugende Fl�ssigkeit� Wasserstoffoxid.�</p><p>�Warum haben Sie das nicht schon fr�her gesagt?� Drais Argwohn war wieder zur Stelle.</p><p>�Haben Sie mir die M�glichkeit dazu gegeben? Au�erdem ist es mir schnuppe, wenn Sie als gefrorenes Mahnmal auf diesem Planeten zur�ckbleiben� es k�mmert mich blo�, da� ich im Moment mit Ihnen zusammen bin. Wenn Sie mir nicht glauben wollen, dann schicken Sie doch ein Torpedo hinunter. Torpedos haben Sie noch immer reichlich.�</p><p>An diesem Vorschlag hatte auch Drai nichts auszusetzen. Eine entsprechende Handbewegung setzte Feth in Bewegung. Dieser ging mit einem tadelnden Blick zu Ken hin an sein Instrumentenbrett und lie� ohne jeden Kommentar ein Torpedo ausfahren. Dasjenige, das Ken benutzt hatte, war einsatzbereit, doch war es das einzige, das von Hand gesteuert werden konnte, deswegen wollte er es nicht opfern. Er war n�mlich von der Richtigkeit von Kens Hypothese �berzeugt.</p><p>Das schlanke Projektil schwebte an der Sichtscheibe des Kontrollraums vor�ber und trieb sanft auf die Oberfl�che des Sees zu. Es war noch immer aufgeheizt, da es sich im Schiffsinneren befunden hatte. Die Ber�hrung mit der Fl�ssigkeitsoberfl�che wurde durch eine gewaltige Dampfwolke angezeigt. Feth lie� das Torpedo sofort h�hergehen und wartete, bis es sich abgek�hlt hatte.</p><p>�Eine rasche Abk�hlung k�nnte ihm schaden�, meinte er. �Das halten die Einzelteile nicht aus.�</p><p>Dann ging er mit dem Torpedo wieder tiefer hinunter. Diesmal bildeten sich bei dem Kontakt mit dem Wasser nur ein paar gekr�uselte Ringe. Ganz vorsichtig lie� Feth es tiefer einsinken. Die anderen sahen gespannt zu. Offenbar machte die K�lte dem Torpedo nichts aus.</p><p>Aber etwas anderes machte ihm etwas aus. Ganz pl�tzlich scho� wieder eine Dampfwolke dort hoch, wo das Torpedo gewesen war. Gewesen war, denn es erfolgte keine Reaktion, als Feth das Torpedo wieder herausholen wollte.</p><p>�Leider sind nur die Frachtkammern luftdicht�, sagte Feth. �Die Fl�ssigkeit hat den elektrischen Leitungen zugesetzt. Vielleicht l�st sie die Isolierungen auf.�</p><p>Laj Drai machte ein Gesicht, als h�tte er eben ein Gespenst gesichtet. Er gab keine direkte Antwort auf die Bemerkung des Mechanikers.</p><p>�Ken�, sagte er pl�tzlich nachdenklich. �Als Sie diese Flecken bei der ersten Landung beschrieben, sagten Sie, sie erinnerten Sie an das Flachland. Stimmt das?�</p><p>�Richtig.� Ken merkte sofort, worauf der Rauschgifth�ndler abzielte.</p><p>�W�re es m�glich, da� ein Planet so viel Fl�ssigkeit hat, da� drei Viertel seiner Oberfl�che damit bedeckt sind?�</p><p>�Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, da� es unm�glich ist. Aber ich gebe zu, da� es fast unvorstellbar ist. Jede Fl�ssigkeit w�re unvorstellbar und schon gar dieses Zeug, das bei uns so selten vorkommt. Zwar ist dieser Planet gr��er als Sarr. Daher mu� auch die Fliehkraft gr��er sein. Es ist hier k�lter, daher mu� die Durchschnittsgeschwindigkeit der Gasmolek�le geringer sein. Hm, mal sehen�� Er st�rzte sich in eine Kopfrechnung. �Ja, dieser Planet k�nnte das Zeug halten. Wasserstoff und Sauerstoff kommen im Universum h�ufig vor. Drai, leider ist es sehr wohl m�glich.�</p><p>Der andere gab keine Antwort.</p><p>Alle wu�ten, welche Gedanken ihm durch den Kopf gingen. Und als er sich zu seiner �u�erung durchrang, da versp�rte Ken so etwas wie Selbstzufriedenheit. Er hatte alles richtig vorhergesehen.</p><p>�Und die Flachl�nder� k�nnten die in der Fl�ssigkeit leben? Aber vielleicht gibt es die gar nicht. Die Fl�ssigkeit mu� unsere Torpedos zerst�rt haben! Und was ist mit den Radarstrahlen? Die haben wir eindeutig aufgesp�rt!� Er sah Ken an, als h�tte er ein entscheidendes Gegenargument gebracht.</p><p>�Sie haben nicht den geringsten Beweis daf�r, da� diese Strahlen nicht von den Eingeborenen erzeugt wurden, mit denen Sie Beziehungen hatten. Ich sagte schon, da� sie sehr f�hige Astronomen sind. Ich glaube, Sie haben in den vergangenen zwanzig Jahren einem sehr interessanten Mythos angehangen, obwohl ich zugeben mu�, da� der Idee ein paar handfestere Beweise gutgetan h�tten.�</p><p>Drai hielt ein Auge auf die geheimnisvolle Fl�ssigkeit gerichtet, w�hrend er das andere zum Piloten hin drehte.</p><p>�Lee, geh zweitausend Meter in die H�he und dann in irgendeine Richtung, egal wohin.�</p><p>Lee kam der Anordnung schweigend nach. Lee flog nicht die k�rzeste Route zum Ozean, doch die Geschwindigkeit des Schiffes war auch innerhalb der Atmosph�re so gro�, da� sich in nur wenigen Minuten das sagenhafte �Flachland� unter ihnen erstreckte. So nahe hatten sie sich in zwanzig sarrianischen Jahren nicht herangewagt. Der Kapit�n deutete stumm nach unten. Gleich darauf hingen sie wenige hundert Meter �ber den Wellen. Drai sah lange hinunter. Dann sprach er f�nf Worte zu Ken: �Holen Sie eine Probe herauf.�</p><p>Ken �berlegte kurz. Dann suchte er die kleine Bombe, in der er auf Mars die Frostprobe aufbewahrt hatte, pumpte die Luft heraus und verschlo� das Ventil. Er kletterte in seinen Panzer und stapfte in die Luftschleuse, nicht ohne Lee eindringlich zu ermahnen, das Schiff ruhig zu halten.</p><p>Er befestigte nun einen Draht an der Bombe selbst und einen zweiten am Ventilgriff. Sodann �ffnete er die �u�ere T�r, lie� die Bombe hinunter, so lange, bis er am Gewichtsverlust sp�rte, da� sie eingetaucht war. Nun zog er den zweiten Draht, wartete einen Augenblick und zog die gef�llte Bombe zur�ck, deren Ventil er wieder schlo�. Dann wurde die Au�ent�r der Luftschleuse geschlossen.</p><p>Nat�rlich explodierte die Bombe innerhalb weniger Sekunden, nachdem der Schwefel auf ihrer Oberfl�che nicht mehr kondensierte. Ken war froh, da� er noch nicht aus dem Panzer geschl�pft war. Weggesprengte Bombenteile hatten das Metall sogar versengt. Nach kurzer �berlegung unternahm er einen zweiten Versuch. Diesmal lie� er einen kleinen Schwamm aus Glaswolle hinunter in der Hoffnung, die Fl�ssigkeit w�rde ein ausreichendes Ma� an nat�rlicher Kapillarkraft haben. Er verschlo� das Schw�mmchen in einer zweiten Bombe und bestimmte schlie�lich mit derselben Methode, die er bei der Mars-Probe angewendet hatte, das Molekulargewicht der Substanz. Es fiel h�her aus als beim ersten Mal, doch er entdeckte die Salzablagerungen auf dem Schwamm und ber�cksichtigte sie bei der Gewichtsberechnung. Das Ergebnis beseitigte jeden Zweifel daran, da� es sich bei dieser Substanz tats�chlich um Wasserstoffoxid handelte.</p><p>Er sah hinunter auf die bewegte blaue Fl�che. Dabei fragte er sich, wie tief die Fl�ssigkeit reichte und ob sie Auswirkungen auf die Umweltbedingungen des Eisplaneten hatte. Dann drehte er sich um, kroch aus dem Panzer � er hatte ihn seit Beginn des Experiments nicht mehr abgelegt � und ging zu Drai, um ihm Bericht zu erstatten.</p><p>Der Drogenschieber h�rte ihm schweigend zu. Das �ber-Bord-Werfen seiner bisherigen Anschauung hatte ihm sichtlich zu schaffen gemacht. Es dauerte lange, bis er etwas herausbrachte, und er sagte nur: �Zur�ck auf Planet Eins, Lee. Ich mu� nachdenken.�</p><p>Ken und Feth sahen einander an, h�teten sich aber, auch nur eine Andeutung von Genugtuung erkennen zu lassen.</p></section><section><title><p>XX</p></title><p>�Sieht so aus, als h�tten Sie es geschafft.� Feths Worte klangen bedr�ckt.</p><p>�In welcher Hinsicht?� fragte Ken. Die beiden waren allem Anschein nach damit besch�ftigt, die mechanische Funktionsf�higkeit der gek�hlten Vivarien-Beh�lter zu �berpr�fen.</p><p>�Ich habe Jahre darauf verwandt, den Flachland-Mythos zu n�hren. Dabei war mir klar, da� es nur eine Theorie war, aber Drai mu�te den Unterschied zwischen Tatsachen und Mythos erst gezeigt bekommen. Und ich habe mein Bestes getan, um die Tafak-Produktion auf einem Minimum zu halten.�</p><p>�Vorausgesetzt, sie stagnierte nicht ganz�, warf Ken nicht ohne Sch�rfe ein.</p><p>�Stimmt. Und jetzt kommen Sie daher und lassen die Geschichte hochgehen, die ihn davon abhielt, den Planeten zu erforschen. Gleichzeitig geben Sie ihm ein Mittel in die Hand, durch Gewalt und Drohungen von den Eingeborenen zu bekommen, was er m�chte. Falls Sie �berhaupt Ideen gehabt haben, dann sind es blo� Versager.�</p><p>�Ach, so w�rde ich das nicht sehen. Sie sahen ja, wie Drai zumute war, als er von Bord ging.�</p><p>�Ja gewi�, ihn reuten die vergeudeten Jahre und das gleichzeitig vergeudete Geld, nehme ich an. Aber diese Reue wird nicht mehr lange anhalten. Sein Mi�mut dauert jetzt schon ein paar Tage. Er wird��</p><p>W�hrend Feth d�ster seine Ansichten vortrug, dachte Ken angestrengt nach. Jetzt unterbrach er ihn r�de.</p><p>�Dann wird es zu sp�t sein. Feth, Sie m�ssen mir eine Weile blindlings vertrauen. Ich verspreche Ihnen, da� Sie um Ihre Dosis nicht umfallen werden. Ich werde jetzt ein paar Stunden in der Luftschleuse zu tun haben. Lee ist noch an Bord. Ich m�chte, da� Sie zu ihm gehen und ihn festnageln. Wie, das ist Ihre Sache. Er soll nicht sehen, was ich mache. Sie kennen ihn l�nger als ich und k�nnen sich sicher etwas ausdenken, was ihn interessieren k�nnte. Blo� t�ten d�rfen Sie ihn nicht. Wir brauchen ihn noch.�</p><p>Feth sah Ken voller Zweifel an. Ken sagte nichts mehr und �berlie� es ihm allein, den Kampf mit einer ganz nat�rlichen Furcht auszuk�mpfen.</p><p>Als Feth schlie�lich sagte �In Ordnung�, war Ken erleichtert, aber nicht weiter verwundert. Er wartete ab, bis Feth in Richtung Kontrollraum verschwunden war. Als er einigerma�en sicher sein konnte, nicht gest�rt zu werden, schlo� er die innere Luftschleusent�r, zog einen gew�hnlichen Raumanzug �ber und machte sich eifrig ans Werk.</p><p>Es tat ihm leid, da� er dabei einige seiner lebenden Proben opfern mu�te, tr�stete sich aber mit dem Gedanken, da� man diese sp�ter ersetzen k�nne. Und das Vivarium, das er jetzt benutzen wollte, enthielt nur ein paar Pfl�nzchen. Das Feuer war dazwischengekommen, ehe die Kinder es hatten f�llen k�nnen. Das war Voraussicht und nicht nur Gl�ck. Er hatte entscheiden m�ssen, welches er ben�tzen w�rde, ehe er den Planeten verlassen hatte.</p><p>Feth konnte im Kontrollraum feststellen, da� seine Aufgabe nicht zu schwierig sein w�rde. Er stand mit dem Piloten nicht auf allerbestem Fu�, empfand aber f�r ihn nicht den gl�henden Ha�, den er Drai gegen�ber hegte. Lee hatte in der Vergangenheit bewiesen, da� er nicht viel Skrupel kannte, andererseits konnte Feth sich an nichts erinnern, was ausgesprochen negative Gef�hle gerechtfertigt h�tte. Folglich war es nichts Besonderes, als Feth nun in den Kontrollraum geschlendert kam und sich auf einen Schwatz niederlie�. Der Pilot war in seine Lekt�re vertieft wie immer, wenn er dienstfrei hatte. Auf seine Frage, wo Ken w�re, sagte Feth, dieser bastle mit seinem Gr�nzeug in der Luftschleuse herum.</p><p>�Warum mu� er die Luftschleuse zum Labor umfunktionieren?� �u�erte Lee im Klageton. �Ich sagte ihm schon, da� es eine schlechte Angewohnheit ist. Er hat ja ein richtiges Labor in der Station. Warum bringt er die Proben nicht dorthin?�</p><p>�Ich sch�tze, er hofft im Falle eines K�hlsystemdefekts die Luft aus der Schleuse pumpen zu k�nnen, damit die Proben es �berstehen, bis er den Fehler behoben hat�, antwortete Feth. �Aber Sie m�ssen ihn selbst fragen, wenn Sie Genaueres wissen wollen. Aber ich w�rde mir da keine Sorgen machen. Wir sind blo� zu dritt an Bord, und Kens Beh�lter sind ja nicht so gro�, da� sie im Weg st�nden, falls die Antriebe verr�ckt spielen.�</p><p>Der Pilot brummte etwas und vertiefte sich wieder in seine Lekt�re. Ein Blick wanderte immer wieder zum Schaltbrett mit den verr�terischen L�mpchen. Er wu�te genau, wann Ken die Schleuse leerpumpte und die Au�ent�r �ffnete, hielt es aber offenbar f�r nicht der M�he wert, nach dem Grund zu fragen. Feth wu�te es auch nicht. Und er war noch viel neugieriger als der Pilot. Zum Gl�ck war Lee an Feths Schweigsamkeit und an seinen finsteren Gesichtsausdruck gew�hnt, so da� sein Verhalten bei Lee keinen Argwohn erweckte. Ken, der sich dieses Umstandes bewu�t war, hatte aus diesem Grund Feth nichts von seinem Plan gesagt. Er hatte Angst, der Techniker w�rde vor lauter Gl�ck und Freude unnat�rlich aussehen.</p><p>Die n�chste Unterbrechung veranla�te den Piloten, sein Buch wegzulegen und aufzustehen.</p><p>�Was treibt dieser Verr�ckte jetzt?� fragte er laut. �Bohrt er am Ende L�cher in den Rumpf?�</p><p>Feth konnte seine Besorgnis verstehen. Die Au�ent�r der Luftschleuse war geschlossen worden und der Druck hatte schon eine geraume Zeit seinen Normalwert erreicht, nun aber fiel der Druck wieder rapid ab, als w�re irgendwo ein Leck entstanden. Es wurde Luft in die Kammer hineingepumpt. Die Au�ent�r war noch immer geschlossen.</p><p>�Vielleicht f�llt er ein paar Tanks�, meinte Feth optimistisch.</p><p>�Womit denn? Wir haben an Bord keine Pumpe, die schneller Luft aufnehmen kann, als die Schleusenabla�ventile sie liefern� bis auf die Hauptzirkulatoren nat�rlich. Aber die kann er von seinem Standort aus nicht bedienen.�</p><p>�Warum fragen Sie ihn nicht? Wie ich sehe, ist auch die Innent�r versperrt. Wenn Sie hingehen und die T�r aufmachen, bekommt er wom�glich mitten in der Arbeit vor Schreck einen Anfall.�</p><p>�Den Anfall kriege ich, wenn das so weitergeht�, grollte Lee. Er sah wieder zum Druckmesser hin. Der Druck hatte sich auf der H�lfte des normalen Wertes stabilisiert. �Na ja, wenn es ein Leck war, dann hatte er wenigstens so viel Verstand, es zu stopfen.�</p><p>Er ging ans Mikrophon, schaltete die in ihren Raumanz�gen benutzte Wellenl�nge ein und rief Ken an. Dieser antwortete prompt. Nein, er hatte keine L�cher in den Rumpf gebohrt. Er w�rde bald fertig sein. Mehr konnte Lee nicht von ihm herausbekommen.</p><p>�Man k�nnte meinen, Sie trauen ihm nicht �ber den Weg�, �tzte Feth. �Sie haben ebensoviel Grund ihm zu glauben wie mir. Und ich scheine Ihnen halb so viel Kummer zu machen.�</p><p>�Na, wenn der erst ein paar Prisen von dem Zeug bekommen hatte, werde ich �hnlich von ihm denken. Aber jetzt� wenn man ihn so h�rt, m�chte man meinen, er glaube nicht recht daran, da� er unter Rauschgifteinflu� steht. Da� jemand so mit Drai spricht, habe ich noch nie geh�rt.�</p><p>�Ich habe so mit ihm gesprochen� fr�her mal.�</p><p>�Ja. Aber Ken hat sich schon �fter so benommen. Drai teilt meine Meinung. Er sagte mir, ich sollte praktisch im Kontrollraum mein Lager aufschlagen, solange ihr beide an Bord seid. Ich bin zwar anderer Ansicht. Immerhin habe ich den Schl�ssel. Und wenn jemand das gesamte Kontrollsystem, das nur durch eine Spezialsperre zug�nglich ist knacken will, dann mu� er schon verdammt gut sein. Na ja, Befehl bleibt Befehl.�</p><p>Er wandte sich wieder seinem Buch zu, und Feth �berlie� sich seinen d�steren Gedanken.</p><p>Die verlassen sich also einzig und allein auf das Rauschgift. Als ob ich das nicht gewu�t h�tte. Wenn Ken einen Weg f�nde, an den K�lte-Safe Drais heranzukommen mir ist es nie gegl�ckt � und wenn schon, wir k�nnten Sarr ohnehin nicht finden� wenn man sich blo� nach einer Sonne wie Rigel oder Deneb richten m��te, die man schon aus Tausenden von Parsek erkennt, anstatt ganz nahe heranzum�ssen, damit man Planeten erkennt� so jagten sich seine �berlegungen, die gr��tenteils aus vielen �Wenn bloߋ bestanden, wie seit Jahren schon. Das Rauschgift hatte Feths Bewu�tsein wenig oder gar nichts anhaben k�nnen, doch die Tatsache seiner Abh�ngigkeit hatte ihn allen Fluchtpl�nen gegen�ber eine apathische Haltung einnehmen lassen. Warum nur hatte er sich jetzt Ken gef�gt� wie w�rde Ken sein gegebenes Versprechen halten k�nnen?</p><p>Kens Stimme unterbrach seine Gedankeng�nge. �Feth, k�nnten Sie auf einen Sprung herunterkommen und mir helfen? Ich bin fast durch. Ich m�chte ein paar Beh�lter aus der Schleuse rausschaffen.�</p><p>Beide Sarrianer sahen zum Druckanzeiger hin. Der Druck in der Schleuse zeigte steigende Tendenz.</p><p>�Gut, ich komme�, antwortete Feth. ��ffnen Sie die Innent�r, wenn der Druck normal ist.� Er ging den Gang entlang. Der Pilot blieb zur�ck. Ken hatte die Worte seiner Durchsage geschickt gew�hlt.</p><p>Er blieb nicht so lange aus, als da� der Pilot h�tte mi�trauisch werden k�nnen. Nach zwei oder drei Minuten h�rte Lee Feth und Ken auf dem Gang. Sie sprachen kein Wort miteinander, so da� die Neugierde des Piloten erwachte. Er wollte ihnen entgegengehen und stand auf, als die beiden auch schon eintraten. Feths d�stere Miene hatte sich verfl�chtigt. Sie hatte einem Ausdruck Platz gemacht, der viel schwerer zu deuten war. Lee hatte auch gar keine Zeit, sich dar�ber Gedanken zu machen. Sein Blick wurde von einem Gegenstand gefesselt, den beide in einer Stoffschlinge zwischen sich trugen.</p><p>Das Ding war in etwa kubisch, drei�ig Zentimeter lang. Farbe gelb. Ihm entstr�mte eine sichtbare Dunstspur, auf der Oberfl�che zeigten sich gelbe Tr�pfchen, die sich vergr��erten, Tr�pfchen von satterem, honigfarbenem Ton, Tr�pfchen, die zusammenliefen, die Seite des Blocks entlangliefen, die Schlinge durchfeuchteten und in der d�nnen Luft verschwanden. Lee war sichtlich verwirrt, als er das Ding sah. Seine Verwirrung ging in Entsetzen �ber, doch er bewahrte seine Fassung.</p><p>�Ach, daf�r wurde die Luft verbraucht�, bemerkte er. �Und was soll das?�</p><p>Ken, der noch in seinem Raumanzug steckte, aber keinen Helm mehr trug, beantwortete die Frage nicht direkt. Statt dessen stellte er eine Gegenfrage.</p><p>�Sie kennen die Koordinaten von Sarr und w�rden von hier aus zur�ckfinden?�</p><p>�Nat�rlich. Ich bin die Strecke oft genug geflogen. Sie bilden sich doch nicht ein, ich w�rde Ihnen Sarrs Koordinaten verraten, nur um keine Frostbeulen zu kriegen.�</p><p>�Ob Sie uns etwas sagen oder nicht, ist mir v�llig einerlei. Sie werden jedenfalls das Schiff steuern, das habe ich so geplant. Nicht geplant habe ich, Sie an diesen Block anzufrieren. Wir werden ihn vielmehr hier plazieren. Bis er verdampft ist, k�nnen Sie sich entscheiden. Hinterher werden wir in der Lage sein, an Ihrer Stelle Entscheidungen zu treffen.�</p><p>Lee lachte. �Das habe ich irgendwie erwartet. Und ich soll glauben, da� dies da drinnen Tafak sein soll? Sie haben den Block doch erst vor einigen Minuten gemacht.�</p><p>�Stimmt auffallend. Da Sie schon davon sprechen, ja, im Block steckt ein Zylinder Tafak. Ich habe ihn eigenh�ndig hineingesteckt. Vor einigen Minuten, wie Sie selbst sagten��</p><p>�Sie m�ssen Drais Safe aufgebrochen und das Zeug geklaut haben.� Der Pilot konnte es nicht fassen.</p><p>�Nein. Drais Vorschlag, die Sympathien der Eingeborenen von Planet Drei zu mobilisieren, war �brigens eine sehr gute Idee.�</p><p>�Ich k�nnte mir denken, da� man Ihnen f�r die Rettung der Kinder hundert Einheiten schenkte.�</p><p>�Um ehrlich zu sein, es sieht mir eher nach zweitausend Einheiten aus. Gez�hlt habe ich sie nicht. Sie sind aber feins�uberlich geordnet. Und wenn die Einheit ein Zehntel des gelieferten Zylinders ist, kommen wir ungef�hr auf diese Zahl.�</p><p>Der Pilot h�tte wenigstens eine Spur Unbehagen zeigen k�nnen.</p><p>�Nachdem Drai mit dieser Idee kam, gab es keine Landungen mehr. Sie k�nnen das Zeug also gar nicht von den Eingeborenen erbeten haben�, wandte er ein.</p><p>�Wollen Sie mich beleidigen, indem Sie behaupten, ich h�tte Drais Geistesblitz dazu gebraucht? Mir ist es selbst eingefallen. Da ich aber �ber ein Gewissen verf�ge, wollte ich es erst gar nicht versuchen. Au�erdem beherrsche ich wie gesagt die Sprache nicht so gut. Zuf�llig gab mir der Eingeborene, mit dem ich redete, einen Beh�lter mit dem Zeug, ohne da� ich ein Wort sagen mu�te. Scheint mir ein netter Kerl zu sein. Vor allem wei� er, welchen Wert das Tafak bei uns hat. Leider verga� ich Drai davon Mitteilung zu machen.�</p><p>Lee sah richtig verst�rt aus, als ihm d�mmerte, da� an Kens Geschichte etwas dran sein konnte. Feth hingegen war aufgebl�ht. Es war ihm nur noch leiser Zweifel anzusehen, ob Ken nicht doch bluffte. Aber andererseits hatte es wenig Sinn, den R�ckflug nach Sarr anzutreten, wenn man nicht einen gewissen Vorrat von dem Rauschgift hatte. Und er hatte nichts davon verlauten lassen, da� er Lee zwingen w�rde, sie zu Drais Safe zu f�hren und ihnen beim Knacken zu helfen.</p><p>Genau diese Einw�nde mu�ten auch dem Piloten durch den Kopf gegangen sein. Er sah mit wachsendem Entsetzen zu dem kleiner werdenden Schwefelklumpen hin. Einen letzten Einwand �u�erte er noch, obwohl ihm dessen Schw�che klar war, noch ehe er ihn aussprach.</p><p>�Sie w�rden nicht wagen, das Zeug freizusetzen. Feth hat keinen Anzug und Sie selbst keinen Helm.�</p><p>�Na und? Was sollte uns das schon ausmachen?�</p><p>Lee unternahm einen pl�tzlichen verzweifelten Ausbruchsversuch zur T�r hin. Er machte einen Satz direkt auf Feth zu. Es folgte ein Alptraum wirbelnder Beine und Tentakel. Ken stand daneben. Sein Eingreifen war nicht n�tig. Und dann bewegte sich der Pilot fast rollend an sein Instrumentenbrett. Seine Tentakel zuckten wie verr�ckt. Als er wieder auf den Beinen war, schien ihm die Lust an weiteren K�mpfen vergangen.</p><p>�Wenn ich blo߅�</p><p>�Ja, ganz recht. W�re sch�n, wenn Drai nicht nur sich selbst eine Waffe zugebilligt h�tte. Aber er tat es nicht. Und Ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit. Also, was ist?� Feth verlieh seinen Worten Nachdruck, indem er den Thermostaten h�her einstellte.</p><p>Der Pilot gab nach. Falls er noch an Kens Wahrhaftigkeit zweifelte, so wagte er doch nicht mehr, auf diesen leisen Zweifel zu setzen. Er hatte au�er Feth noch andere S�chtige gesehen. Es waren ihm grauenvolle Einzelheiten im Ged�chtnis geblieben.</p><p>�Also gut. Aber verschwindet endlich mit dem Zeug!� keuchte er. �Ich mache, was Sie wollen!�</p><p>Wortlos fa�te Ken beide Enden der Schlinge und trug das nun viel leichter gewordene B�ndel wieder in die Luftschleuse. Gleich darauf war er wieder zur Stelle.</p><p>�Geschafft!� sagte er. �Ich bef�rchtete schon, es w�rde durchschmelzen, bevor ich Sie m�rbe machen konnte. Lee, Sie haben sich l�nger gehalten, als ich dachte. Na, jetzt ist die Luft rein. Ich m�chte noch erw�hnen, da� dieser spezielle Block zuoberst in meiner kleinen K�hlanlage liegt und jederzeit einsatzbereit ist. Und jetzt wollen wir ein wenig vorabplanen. Ich w�rde unseren Freund Drai zu gern festnehmen, wei� aber nicht recht, wie wir die Sache angehen sollen. Hat jemand Vorschl�ge?�</p><p>�Festnehmen?� Auf Feths Gesicht zeigte sich die Andeutung eines L�chelns.</p><p>�Ja. Wie das Schicksal so spielt� ich bin ein Ermittler im Auftrag der Rauschgiftabteilung� nicht da� ich mich auf die Stelle gedr�ngt h�tte oder besonders gute Arbeit geleistet h�tte. Feth, vielleicht sollte ich Sie auch vereidigen� vermutlich w�re ich dazu legal sogar berechtigt.�</p><p>�Nicht n�tig. Ich habe vor mehr als achtzehn Jahren meinen Eid abgelegt. Offenbar hat man vergessen, Ihnen zu verraten, da� man schon einmal den Trick versuchte, einen harmlosen Naturwissenschaftler zum Polizisten umzufunktionieren� ohne sichtbaren Erfolg.�</p><p>�Davon hat mir niemand etwas gesagt. Wenn wir zur�ck sind, werde ich ein W�rtchen mit Rade wechseln m�ssen. Wenn der w��te��</p><p>�Tragen Sie es ihm nicht nach. Unter den gegebenen Umst�nden bin ich froh, da� er noch einen Versuch machte. So �bel waren Sie gar nicht.�</p><p>�Mag sein, aber wir sind noch nicht am Ende. Jetzt begreife ich manches, was mir an Ihnen ein R�tsel war. Von jetzt an ist es ebenso Ihre Nummer wie meine. Also, wie k�nnen wir Drai unsch�dlich machen? Die anderen machen mir keine Sorgen.�</p><p>�Warum lassen wir ihn nicht dort, wo er ist? Ein anderes Schiff gibt es nicht. Solange wir dieses hier in der Gewalt haben, kann er uns nicht entwischen, falls er nicht auf einem Torpedo Rei�aus nimmt. Und das wird er nicht tun, da er hier nirgends im System l�nger �berleben k�nnte. Ich w�rde jetzt sofort starten. Soll er sich den Kopf dar�ber zerbrechen, was passiert ist, bis wir mit offizieller Unterst�tzung wieder zur Stelle sind.�</p><p>�Einverstanden� bis auf eines. Ich mu� noch eine Kleinigkeit auf Planet Drei erledigen. W�hrend ich weg bin, behalten Sie unseren Freund und Piloten im Auge.� Ehe Feth weitere Fragen stellen konnte, war Ken in Richtung Luftschleuse verschwunden.</p><p>Er sollte sehr lange ausbleiben. So lange, da� das Schiff sich auf die Suche nach ihm machte. Ken befand sich in dem der Bodenstation benachbarten Tal und sah sich einem Problem gegen�ber, das er allein nicht bew�ltigen konnte. Sallman Ken wollte seine Schulden begleichen.</p><p>Die Wings hatten nat�rlich gar nicht das Gef�hl, da� der fremdartige �Feuermann� ihnen etwas schuldig war. Ganz im Gegenteil. Und die Schuld am Feuer gaben sie ihm auch nicht. Er hatte ja bei ihnen gestanden und mit ihnen gesprochen, als das Schiff den Brand verursachte. Bis zum Abend war der Brand dank der Mithilfe der Mannschaft aus Clark Fork ohnehin gel�scht. Die einzige Sorge der Familie galt der Frage, ob der Au�erirdische wiederkommen w�rde oder nicht.</p><p>Erst am Abend fiel jemandem ein, da� an diesem Tag eine Ladung Metall f�llig gewesen war. Don und Roger gingen am Morgen hinaus zum Sender und fanden dort ein Torpedo. Die Frachtluke war zu, und auf ihre Rufe bekamen sie keine Antwort. Das war das Torpedo, das Drai hinuntergeschickt hatte und im Wirbel der Ereignisse vergessen hatte. Es war per Funk und nicht mittels achronischer Senderaussteuerung gelenkt worden, da die <emphasis>Karella</emphasis> zu der Zeit so nahe gewesen war. Und hinterher war es nicht mehr m�glich gewesen, es aus so gro�er Entfernung zur�ckzuholen, selbst wenn sich der Rauschgifth�ndler an das Torpedo erinnert h�tte. Ken, der sich mit seiner �Zahlung� sicher an Bord der <emphasis>Karella</emphasis> befand, dachte keinen Augenblick daran. Er befa�te sich nun einzig und allein mit der Notwendigkeit, sich einen �berblick �ber das Sonnensystem zu verschaffen, ehe sie es verlie�en. Einen ganzen Erdentag hatte man damit vertan, die kalte Familie von Sol gr�ndlich zu begutachten, ehe Ken sich zum Heimflug �berreden lie�. Feth hatte es mit dem �berreden auch nicht so eilig, da seine eigene wissenschaftliche Neugierde betroffen war. Schlie�lich aber startete man zum letzten Besuch auf Planet Drei. Der Sender wurde eben ins Sonnenlicht getaucht. Diesmal hatte Lee nichts mehr dagegen, den Punkt anzusteuern. Zweitausend Meter �ber den Gipfeln leitete Ken ihn an, so da� er direkt einen Punkt �ber dem Haus der Wings anpeilte.</p><p>Die Eingeborenen hatten ihre Ann�herung beobachtet. Alle sieben standen sie drau�en vor dem Haus. Ken ahnte, was f�r Gef�hle sie bewegten. Er dirigierte Lee in eine Position, die die Luftschleuse direkt �ber der Lichtung vor dem Haus brachte. Der untere Teil des Schiffsrumpfes befand sich zehn Meter �ber den Baumwipfeln.</p><p>Ken kletterte in seinen Panzer, betrat die Luftschleuse mit seiner �Bezahlung� und �ffnete die Au�ent�r, ohne zuerst die Luft zur�ckzupumpen. Einen kurzen Moment lang war er in eine blaue Feuerschicht geh�llt, die aus der T�r schlug. Die Eingeborenen schrien auf vor Entsetzen. Zum Gl�ck z�ngelten die Schwefelflammen nach oben und waren sofort wieder erloschen.</p><p>Er winkte den Eingeborenen, sie sollten ausweichen, und rollte das Entgelt �ber den Rand der Schleuse. Es schlug unten auf dem Boden eine stattliche Vertiefung. Es folgte ein sorgf�ltig gezeichnetes Diagramm auf Fluorsilizium-Material, das die Sarrianer anstelle von Papier benutzten.</p><p>Als die Wings wieder hinaufblickten, nachdem sie zur Aufprallstelle gelaufen waren, war die <emphasis>Karella</emphasis> nur mehr ein winziger Fleck am Himmel, und Ken sa� bereits an einem Bericht f�r die interstellaren �kologen und Mediziner, die an der n�chsten Expedition teilnehmen w�rden. Vielleicht gelang es sogar, ein Gegenmittel f�r das Rauschgift zu entdecken, und wenn nicht, dann brauchte er sich auch keine Sorgen zu machen, da er mit den Eingeborenen auf gutem Fu� stand. Nicht, da� dieser Punkt sein einziges Interesse an den komischen Wesen gewesen w�re. Nein, sie waren auf ihre Art recht liebenswert�</p><p>Ihm fiel sogar ein, da� ein Bericht an Rade f�llig war.</p><p>Unten sagte zun�chst keiner ein Wort.</p><p>�Dad, ich schaffe es nicht�, waren die ersten Worte, die gesprochen wurden. Roger hatte sie ge�u�ert, nachdem er vergeblich versucht hatte, den grauen Klumpen von der Stelle zu bewegen, der praktisch vor ihren F��en gelandet war.</p><p>�Das Ding mu� an die zweieinhalb Zentner wiegen�, sch�tzte Don. �Wenn das Platin ist��</p><p>�Dann wird es uns viel Zeit kosten, es in einzelne St�cke zu teilen, die keinen Verdacht erregen�, schlo� sein Vater. �Mich interessiert im Moment dieses Bild viel mehr.� Die anderen umdr�ngten ihn.</p><p>Es war eine Skizze des Sonnensystems, �hnlich der, die sie vor zwei Tagen, vor dem Brand, gezeichnet hatten. Daneben war das Bild eines Raumschiffes, eines Schiffes, das sich vom Sonnensystem fortbewegte. Eine zweite Skizze, eine vergr��erte Ansicht der Umlaufbahnen der inneren Planeten, zeigte die Bahnen, die jeder in etwa einem Monat durchlaufen w�rde. Ein drittes Bild war eine Wiederholung des ersten� nur hielt jetzt das Raumschiff auf das System zu. Die Bedeutung war klar. Mr. Wing l�chelte, als er die Bilder erl�uterte.</p><p>�Ich glaube, wir k�nnen uns beruhigt wieder zu Tisch setzen�, sagte er. ��berdies glaube ich, da� unser Freund weitere Sprachlektionen nehmen m�chte. Er wird wiederkommen. Ich f�rchtete schon, er h�tte die Stange Zigaretten in den falschen Hals bekommen. Na denn�� Er wandte sich zu seiner Familie um.</p><p>�Don� Roger� wir gehen los. Wenn er einen Monat ausbleibt und das Torpedo noch dort liegt, wo du es gefunden hast, dann steht uns ein h�bsches St�ck Klempnerarbeit bevor. Roger, bis du in Dons Alter bist, wirst du uns vielleicht zu einem Gegenbesuch bei unseren hei�bl�tigen Freund fliegen k�nnen. Wir wollen herausfinden, wie dieses Ding funktioniert!�</p><p>Ende</p></section></body><binary id="cover" 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